Skip to main content

Full text of "Die Wüstungen im Nordthüringgau"

See other formats


This is a digital copy of a book that was preserved for generations on library shelves before it was carefully scanned by Google as part of a project 
to make the world's books discoverable online. 

It has survived long enough for the Copyright to expire and the book to enter the public domain. A public domain book is one that was never subject 
to Copyright or whose legal Copyright term has expired. Whether a book is in the public domain may vary country to country. Public domain books 
are our gateways to the past, representing a wealth of history, culture and knowledge that 's often difficult to discover. 

Marks, notations and other marginalia present in the original volume will appear in this file - a reminder of this book's long journey from the 
publisher to a library and finally to you. 

Usage guidelines 

Google is proud to partner with libraries to digitize public domain materials and make them widely accessible. Public domain books belong to the 
public and we are merely their custodians. Nevertheless, this work is expensive, so in order to keep providing this resource, we have taken Steps to 
prevent abuse by commercial parties, including placing technical restrictions on automated querying. 

We also ask that you: 

+ Make non-commercial use of the file s We designed Google Book Search for use by individuals, and we request that you use these files for 
personal, non-commercial purposes. 

+ Refrain from automated querying Do not send automated queries of any sort to Google's System: If you are conducting research on machine 
translation, optical character recognition or other areas where access to a large amount of text is helpful, please contact us. We encourage the 
use of public domain materials for these purposes and may be able to help. 

+ Maintain attribution The Google "watermark" you see on each file is essential for informing people about this project and helping them find 
additional materials through Google Book Search. Please do not remove it. 

+ Keep it legal Whatever your use, remember that you are responsible for ensuring that what you are doing is legal. Do not assume that just 
because we believe a book is in the public domain for users in the United States, that the work is also in the public domain for users in other 
countries. Whether a book is still in Copyright varies from country to country, and we can't off er guidance on whether any specific use of 
any specific book is allowed. Please do not assume that a book's appearance in Google Book Search means it can be used in any manner 
any where in the world. Copyright infringement liability can be quite severe. 

About Google Book Search 

Google's mission is to organize the world's Information and to make it universally accessible and useful. Google Book Search helps readers 
discover the world's books while helping authors and publishers reach new audiences. You can search through the füll text of this book on the web 



at |http : //books . google . com/ 



* --1 



-i^ 



A ',» 









• 



•-^- 



Digitized by 



Google 

4 •••• 






BERKELEY 

LIBRARY 

UNIVEMITY OP 
CALIKMMIA 




itized by 



Google 



Digitized by VjOOQ 16 



Digitized by VjOOQ 16 



Digitized by VjOOQ 16 



Geschichtsquellen 

der 

PROVINZ SACHSEN 

und 

angrenzender Gebiete. 

Herausgegeben 

?on der 

Historischen Commission der Provinz Sachsen. 

ACHTUNDDREISSIGSTER BaND. 

Die Wüstungen im Nordthüringgau. 

Von 

Professor Dr. Gustav Hertel. 



HALLE, 

Druck und Verlag von Otto Hendel. 
1899. 



Digitized by VjOOQ IC 



Die Wüstungen 



im 



Nordthüringgau. 

(In den Kreisen Magdeburg, Wolmirstedt, 

Neuhaldensleben, Gardelegen, Oschersleben, Wanzleben, 

Oalbe und der Grafschaft Mühlingen.) 



Herausgegeben 

von der 

Historischen Commission der Provinz Sachsen. 



Bearbeitet 



DOCUMENTS DEPARTMENT 



UBRARY 

CAIIFORNIA 

Professor Dr. GUSTAV 

Oberlehrer zu Magdeburg.' 



UBRAf 
üf>IVEH5ITY OP 

HüJKlTJiJL, '"" 



Mit einer WUstungskftrte. 



HALLE, 

Druck und Verlag von Otto Hendel. 
1899. 



Digitized by LjOOQ IC 



Digitized by VjOOQ 16 



So22HS 



Vorwort. 



Die vorliegende Arbeit hat eine lange Verzögerung erfahren. Schon 
in der Sitzung der Historischen Kommission in Mühlhausen am 
21. u. 22. April 1883 wurde dem damaligen Archivsekretär Dr. Geisheim 
der Auftrag erteilt, ein Wüstungsverzeichnis einzelner Gaue der Provin* 
aufzustellen. Als erster dieser Gaue wurde der Nordthüringgau in 
Aussicht genommen. Trotzdem Dr. Geisheim fortwährend an seiner 
Aufgabe arbeitete, schritt die Arbeit doch nicht vorwärts, und deshalb 
wurde in einem am 17. Oktober 1888 zwischen ihm und der Historischen 
Kommission (Oberbürgermeister Dr. Brecht) geschlossenen Vertrage der 
damalige Archivassistent Dr. Max Krühne in Magdeburg als Mitarbeiter 
an dem Wüstungsverzeichnis bestimmt. Obgleich dieser nun rüstig 
an die Arbeit ging und sie bald allein übernahm, da ein Zusammen- 
wirken von zwei Personen an einer solchen Aufgabe wenig erfolgreich 
und wenig zuträglich sich erwies, so wurde die Herstellung des 
Manuskripts doch wieder durch die Versetzung des Dr. Krühne nach 
Schleswig verzögert, weil eine Benutzung der reichen archivalischen 
Quellen nur im Staatsarchiv zu Magdeburg möglich war. Da aber 
Dr. Krühne bald wieder nach Magdeburg zurückkehrte, so konnte 
er von neuem die Arbeit aufnehmen. Obgleich er nun mit grossem 
Fleiss sich derselben widmete, so ist er doch über die Sammlung von 
Stoff nicht hinausgekommen, weil sich jetzt bei ihm schon die Ein- 
wirkungen der schrecklichen Krankheit geltend machten, der er dann 
im Frühjahr 1892 erlegen ist. Krühnes Arbeit war trotz aller darauf 
verwendeten Mühe und Zeit durchaus unfertig, und wenn auch zahl- 
reiche Aufzeichnungen und Auszüge vorhanden waren, so mussten 
diese nicht nur geordnet, sondern vor allen Dingen auch nochmal 
nachgeprüft werden. So waren also mehr als 10 Jahre verflossen, 

792 Digitizedby Google 



VI Vorwort 

ohne dass die so wichtip^e und so notwendige Arbeit wesentlich ge- 
fördert worden war. Da erklärte ich mich bereit, die Arbeit zu über- 
nehmen. Nachdem ich die von Dr. Krühne hinterlassenen Aufzeich- 
nungen geprüft hatte, kam ich zu dem Ergebnis, dass es am besten 
sei, die Arbeit durchaus von neuem zu beginnen und selbständig zu 
gestalten, ein Ergebnis, welches auch Herr Archivar Dr. Theuner, dem 
der Nachlass Krühnes zur Einsicht und Prüfung übergeben war, als 
das richtige erkannte und der Kommission zur Billigung empfahl. 
So begann ich denn im Jahre 1896 die Arbeit 

Dem mit Dr. Geisheim und Dr. Krühne geschlossenen Vertrage 
w^ren die Grundsätze beigefügt, nach denen das Wüstungsverzeichnis 
angelegt werden sollte. Ich teile diese hier mit, da ich denselben 
gefolgt bin und man daraus ersehen kann, warum das Verzeichnis 
gerade die vorliegende Gestalt erhalten hat. 

Grundsätze, 
nach denen die Wüstungs-Verzeichnisse zu bearbeiten sind. 

Massgebend für die ganze Anlage ist, dass die Arbeit als litterarische 
Quelle dienen soll. Daher ist alles nicht aus archivalischen oder gedruckten 
Quellen stammende Material fernzuhalten, welches letztere seine gesonderte Be- 
arbeitung erhält, und überdies noch nicht gesammelt vorliegt. 

1. Als Wüstungen gelten alle gänzlich eingegangenen, vormals als Wohn- 

sitze dienenden Einzel- oder Gesamt- Ansiedelungen; also auch ein- 
gegangene einzeln belegen gewesene Burgen. 

2. Die in einen Gau gehörigen Wüstungen sind nach der Buchstabenfolge 

zu ordnen. 

3. Gleichlautende, aber verschiedenen Orten zukommende Namen erhalten 

jeder eine besondere Nummer, bezw. werden jeder in einem besonderen 
Absätze behandelt Vermerke über gleichnamige, aber nicht sicher aus- 
einander zu haltende Orte wei*den nach der Zeitfolge geordnet in einem 
Absätze zusammengestellt. Am Schlüsse desselben ist dann etwa zu 
bemerken: „Auf welchen der verschiedenen Orte des vorstehenden 
Namens sich die einzelnen Mitteilungen beziehen, bleibt noch fest- 
zustellen." 

4. Der gegenwärtig im Volksmunde noch bekannte, bezw. der jüngste ur- 

kundliche Name der Wüstung ist an die Spitze des betr. Abschnitts zu 
stellen, unter möglichst genauer Angabe der Lage des Orts, falls die- 
selbe feststeht. Ist dies nicht der Fall, so ist dem Namen eine ent- 
sprechende Bemerkung hinzuzufügen, etwa: „Lage unbekannt" Oder: 



Digitized by VaOOQ 16 



Vorwort. TII 

„Lag vermutlich bei . . . ." Dann folgen unter Voranstellung der Jahres" 
zahl und auch des Monatstages, wenn die urkundliche Quelle einen 
solchen angiebt (z. B. 1005. 3. Mai), die den Urkunden entnommenen 
Mitteilungen über den Ort, welche (unter sorgfaltiger Beibehaltung der 
gesperrt oder fett zu druckenden und darum im Manuskripte zu unter- 
streichenden urkundlichen Namensformen) kurz gehalten, gleichwohl aber 
erschöpfend sein müssen, sodass nichts unerwähnt bleibt, was irgendwie 
Aufschluss über die ehemalige Bedeutung, die Beziehungen, die Dauer 
und das Eingehen des Ortes geben kann. Namentlich ist hervorzuheben, 
ob der Ort als locus, urbs, civitas, castrum, villa, villula, grangia etc. 
bezeichnet wird, welche Geschlechter oder Institute Besitz darin hatten; 
ob eine ecclesia oder capella daselbst war und dergl. mehr. 

Die zu einem und demselben Orte gehörigen Vermerke sind fort- 
laufend zu schreiben, bezw. zu drucken, jedoch von einander durch einen 
Gedankenstrich zu trennen, damit keine zeitliche Vermischung der Nach- 
richten entstehe. 

5. Bei solchen Orten, welche Hauptorte eines Burgwartbezirks oder eines 

Archidiakonats waren, sind die zugehörigen Orte in möglichstem An- 
schluss an den Wortlaut der Auskunft gebenden Urkunde anzuführen, 
falls eine solche zu Gebote steht 

6. Hinter jeder Notiz ist die Belegstelle, in Klammer gesetzt, so kurz als 

möglich, aber mit ausreichender Genauigkeit anzugeben. Häufig wieder- 
kehrende Quellenbezeichnungen können durch Abkürzungen, deren Auf- 
lösung an die Spitze des Buches zu stellen ist, angedeutet werden. Die 
Zahl des Bandes und der Seite ist aber auf alle Fälle zu geben. 

7. Danach folgen in anderer Druckschrift die Nachweise darüber, wo und 

durch wen über die Wüstung bereits etwas veröffentlicht ist 

Dr. G. Brecht 



Die Hauptquellen für die Arbeit waren die Urkunden und Akten 
des Königl. Staatsarchivs zu Magdeburg und die Litteratur. Von den 
archivaliscben Quellen haben die eigentlichen Urkunden weniger Stoff 
gegeben als die Lehnbücher der Erzbischöfe, der Dompropstei , der 
Halberstädter Bischöfe und die einiger Klöster. Von den Urkunden 
sind nicht nur die Originale, welche die in Frage kommenden Örtlich- 
keiten betreffen, sondern auch die vielen Kopialbücher nachgesehen. 
Aber gerade diese Arbeit war im höchsten Grade zeitraubend, da 
nach stundenlangem Suchen oft nur einige wenige Regesten gewonnen 
werden konnten. Viel ausgiebiger waren aber die Lehnbücher, denen 
die grösste Zahl der Regesten entstammt Die ältesten Lehnbücher 



Digitized by VaOOQ 16 



VIII Vorwort. 

der Erzbischöfe lagen gedruckt vor,* sodass ihre Benutzung sehr 
bequem war. Die Lehnbücher der Erzbischöfe Friedrich und Ernst, 
sowie die der Halberstädter Bischöfe mussten ausser dem ältesten 
Halberstädter Lehnbuch von 1311* im Original durchgesehen werden. 
Dagegen sind die Lehnbücher der späteren Erzbischöfe und Bischöfe 
nur in ganz wenigen Fällen berücksichtigt, weil sie wesentlich andere 
Angaben, wie die Älteren, nicht enthalten, sondern höchstens in den 
Namen der Belehnten abweichen. Nicht unwichtige Quellen waren 
das Lehnbuch des Klosters Berge, das nur durch seine undeutliche 
Schrift der Benutzung grosse Schwierigkeiten machte, das der Dom- 
propstei, die Register der Dechanei, das Barbysche Lehn buch und 
andere. 

Neben diesen Quellen kommen dann die Akten in Betracht 
welche meist viel ausführlichere und interessantere Nachrichten über 
die Geschichte der Wüstungen enthalten, als die Urkunden und 
vollends als die Lehnbücher. Man vergleiche nur die interessanten Be- 
richte des kurfürstlichen Kommissars Franz Henning Hampe an die 
brandenburgische Kammer in Halle (1699), die Streitsachen zwischen 
Brandenburg und Anhalt über Baiberg und Jeser, die Barbyschen 
und Quedlinburgischen Akten, das Förderstedtische Grenzprotokoll, die 
Inventarien der Klöster im Magdeburgischen (1561/62); femer mehrere 
städtische Akten, namentlich von Calbe, das Stadtbuch von Neuhal- 
densleben u. s. w. War schon die Durchsicht der Urkunden sehr zeit- 
raubend, so war dies die Durchforschung der Akten in noch viel 
höherem Masse, denn ganze Stösse derselben wurden ohne irgend 
welches Ergebnis durchmustert, obgleich der Titel sehr verheissungs- 
voU klang. Darum lag in der Bewältigung der grossen Masse der 
durchzuforschenden Archivalien die Hauptschwierigkeit der Arbeit. 

Wesentlich bequemer war die Litteratur zu benutzen. Von dieser 
kommen in erster Linie die Urkundenbücher in Betracht, der Codex 
diplom. Anhaltinus von v. Heinemann, Riedels Cod. diplom. Brandenb., 
dessen Lesarten allerdings oft zu wünschen lassen, Schmidt, Urkunden- 
buch des Hochstifts Halberstadt, die Urkunden des Bonifatiusstifts in 



* Geschichtsquellen der Provinz Sachsen XVI; in der Angabe der Beleg- 
Btellen im Text mit G. Q. bezeichnet. 

• Gedr. Riedel, Cod. dipl. Brandenb. A. XVII. 

Digitized by VaOOQ 16 



Vorwort. IX 

Halberstadt, des Klosters Berge und des Klosters U. L. Fr. in Magde- 
burg (G.Q.YIII. IX. X), der Stadt Magdeburg (G.Q.XXVI-XXVI1I), 
Erath, Cod. diplom. Quedlinb.; ferner Wohlbrück, Geschichte des Ge- 
schlechts von Alvensleben, v. Mülverstedts Regesten der v. Kotze und 
Cod. diplom. Alvenslebianus, letzterer leider ohne Register, sodass die 
Benutzung sehr erschwert war. Verstreute Urkunden über die Wü- 
stungen fanden sich in v. Ledeburs Archiv, v. Ludewigs Reliquiae 
Manuscr., freilich mit schrecklichen Lesarten, in den Magdeburgischen 
Geschichtsblättern und in Behrends Neuhaldenslebischer Kreischronik. 
Wichtige Lehen Verzeichnisse stehen in der Zeitschrift für Niedersachsen, 
den Neuen Mittheilungen des Thüringisch -Sächsischen Vereins, der 
Harzzeitschrift, den Magdeburgischen Geschichtsblättem. Für die Ge- 
schichte der Wüstungen konnten zahlreiche Nachweise und treffliche 
Auskünfte entnommen werden der Neuhaldenslebischen Kreischronik 
von Behrends und dessen Arbeiten über die Wüstungen in den Alt- 
märkischen Jahresberichten, Winters Arbeiten über die Wüstungen 
zwischen Elbe, Saale, Bode und Sülze (Magdeb. Geschichtsbl. IE. IV), 
Danneils Kirchenvisitations- Protokollen und seiner Geschichte des 
Bauernstandes I (Kreis Wolmirstedt) und endlich den Magdeburgischen 
Regesten, letztere leider wieder ohne Register. Die kleine Festschrift 
des Allervereins gab allerdings keine urkundlichen Nachweise, lieferte 
aber auf Grund der Ortskenntnis genaue Bestimmungen über die Lage 
von etwa 80 Wüstungen. Alle diese Bücher ergaben zahlreiche 
Regesten und gute Nachweisungen, die die Arbeit wesentlich förderten. 
Wohl würden die städtischen und dörflichen Archive hin und 
wieder noch eine Ausbeute ergeben haben, aber dies würde die Arbeit 
wesentlich erschwert und noch auf lange Zeit hinausgeschoben haben, 
ohne doch im Wesentlichen neue und wichtige Gesichtspunkte zu 
Tage gefördert zu haben. Ich glaubte mich daher, wie es auch im 
Plane vorgesehen war, auf die Archivalien des Magdeburgischen Staats- 
archivs und einige andere leicht zugängliche Quellen (Archiv der Stadt 
Calbe z. B.) beschränken zu können. So konnte ich in 2 Jahren die 
Arbeit in der Form, wie sie jetzt vorliegt, fertig stellen. Von den 
Krühneschen Vorarbeiten kamen mir nur die Nachweise über einige 
wichtige Aktenstücke zu statten, doch mussten sie alle nochmal durch- 
gearbeitet werden, weil seine Auszüge nicht ohne Lücken waren. 

Digitized by VaOOQ 16 



X Vorwort. 

Es lag in der Natur der Sache, dass bei einer solchen Arbeit 
eine Unterstützung durch freundliche Mitteilungen und Nachweise so 
ziemlich ausgeschlossen war, zumal da nur wenige Gelehrte und Lieb- 
haber der Altertumsforschung sich gerade mit der Geschichte der 
Wüstungen beschäftigen und den meisten auch die Quellen dazu nicht 
zugänglich sind. Nur Herr Bureauvorsteher Maass I. in Altenhausen, 
der Vorsitzende des Allervereins, der sich genauer mit den Wüstungen 
seiner Heimat beschäftigt hat, hat mir nach Durchsicht der Druck- 
bogen mehrere schätzenswerte Mitteilungen gemacht, die namentlich 
die Bestimmung der Lage mehrerer Wüstungen berichtigen. Seine 
Berichtigungen habe ich hinter dem Register noch angeführt Ich 
spreche ihm hierfür meinen besten Dank aus. Auch dass die Vor- 
steher des Königlichen Staatsarchivs, die Herren Geheimrat v. Mülver- 
stedt und Dr. Ausfeld, mir mit grosser Bereitwilligkeit und Freiheit 
die Benutzung der vielen Archivalien erleichterten, will ich mit bereit- 
willigem Danke anzuerkennen nicht versäumen. 

Den Regesten über die Wüstungen sind noch drei Beilagen an- 
gefügt, die sich nicht gut in Regesten zerlegen Hessen. Da sie sehr 
wesentliche Angaben über mehrere Wüstungen enthalten, so habe ich 
sie vollständig gegeben. Die Geschichte des Vorwerks Döben enthält 
auch nicht unwesentliche Nachrichten über die Geschichte der Grafen 
von Barby. 

Das Register ist nach den Vorschriften, welche die Historische 
Kommission dafür aufgestellt hat, hergestellt. Die Einleitung enthält 
eine Zusammenstellung derjenigen Ergebnisse über die Wüstungs- 
forschung, welche sich aus den Regesten gewinnen lassen. Die Karte 
enthält ausser den bewohnten Orten die Wüstungen in roter Schrift 
Die Herstellung einer solchen Karte begegnet grossen Schwierigkeiten, 
weil man die meisten Wüstungen wohl ungefähr ihrer Lage nach be- 
stimmen, aber nicht genau ihre Entfernung von den einzelnen noch 
bewohnten Ortschaften und die Himmelsrichtung ihrer Lage karto- 
graphisch festlegen kann. Es gehört dazu eine sehr genaue Orts- 
kenntnis, welche ein Einzelner über ein so grosses Gebiet unmöglich 
erwerben kann, zumal nachdem in der Börde durch die Separation 
alle äusseren Merkmale verwischt worden sind. Ältere Karten sind 
nur wenige vorhanden, auf denen Wüstungen verzeichnet sind. Ich 



Digitized by VaOOQ 16 



Vorwort. XI 



nenne hier nur diejenigen, die ich in Büchern gefunden habe: eine 
Karte des Stifts Haiberstadt in den Visitationsprotokollen von Nebe 
(G. Q. XII), eine Karte des Drömlings in Walthers Singul. Magdeb. VII, 
desselben Karte vom Halbgericht (Singul. Magdeb. VIII), eine Karte 
des Klosters Althaldensleben (Singul. Magdeb. X), eine Karte der Um- 
gegend von Nouhaldensleben in Behrends' Neuhaldenslebischer Kreis- 
chronik I, eine Karte vom Kreise Wolrairstedt in Danneils Geschichte 
des Magdeburgischen Bauernstandes I, die aber insofern ungenau ist 
als die Namen der Wüstungen nur neben die der noch bestehenden 
Orte geschrieben sind ohne genauere Bezeichnung der Lage. Einzelne 
Wüstungen sind auch auf der Rappardscheu Karte der Kreise Aschers- 
leben, Calbe u. s. w. angegeben und diese finden sich zum Teil auch 
auf der Generalstabskarte. Die meisten jener älteren Karten beziehen 
sich also auf den Kreis Neuhaldensleben und gerade für diesen hat 
Herr Biireauvorsteher Maass I. ^ine Wüstungskarte entworfen, die er 
mir gütigst zur Benutzung überlassen hat, sodass für diesen Bereich 
wenigstens die Arbeit schneller gefördert werden konnte. Eine genaue 
Karte der Feldmarken der Grafschaft Barby befindet sich auf dem 
Rathause in Barby und aus dieser konnte die Lage der meisten wüsten 
Ortschaften bei jener Stadt ungefähr bestimmt werden. Indes würde sich 
doch mit diesen Hilfsmitteln eine auch nur annähernd richtige Karte der 
Wüstungen im Nordthüringgau nicht herstellen lassen. Dies ist allein 
möglich mit Hilfe des von der Historischen Kommission veranlassten 
Wüstungsbuches und der Messtischblätter, wodurch die Lage der 
meisten Wüstungen genau ermittelt werden konnte. Viele freilich 
lassen sich nicht örtlich nachweisen und werden wohl auch ferner im 
Dunkeln bleiben. Wie wichtig imd verdienstlich die Anlage jenes 
Wüstungsbuches ist, lernt man gerade bei Arbeiten, wie es die 
vorliegende ist, kennen. Es wird immer seinen bleibenden Wert 
behalten. 

Die vorliegende Arbeit des Wüstungsverzeichnisses soll nun die 
Geschichte der Wüstungen und gewissermassen die Erklärung des 
Wüstungsbuches aus den Quellen geben. Aber auch sonst wird sie 
gewiss vielfach zur Erklärung mancher merkwürdigen Erscheinung 
der früheren Zeiten, zur Bereicherung der Kenntnis der topographischen, 
wirtschaftlichen und geschichtlichen Verhältnisse beitragen. Arbeiten 



Digitized by VjOOQ 16 



XII Vorwort. 

Über die Wüstungen haben immer einen gewissen Reiz aiisgefibt 
und sind von vielen gern entgegengenommen worden. Und so 
hoffe ich, dass auch die vorliegende Arbeit, die zum erstenmal in einem 
grösseren Gebiet die Wüstungen behandelt, eine freundliche Aufnahme 
finden wird. 

Magdeburg, den 13. August 1899. 

G. Hertel. 



Digitized by VjOOQ 16 



Einleitung. 



Es war die Aufgabe gestellt, ein Verzeichnis der Wüstungen im 
Nordthüringgau herzustellen. Es wäre vielleicht besser gewesen, 
einige Kreise, die territorial und wirtschaftlich schon lange zusammen- 
gehört haben, zusammenzufassen und in ihnen die Wüstungen fest- 
zustellen, etwa diejenigen Kreise des früheren Herzogtums Magdeburg, 
welche links von Saale und Elbe liegen, also Neuhaldensleben, Wol- 
mirstedt, Wanzleben, Magdeburg, Calbe. Da man den Nordthüringgau 
als Rahmen gewählt hat, so ist keiner jener Kreise ausser Magdeburg 
vollständig behandelt, dagegen sind noch Teile der Kreise Oschcrsleben 
und Gardelegen einbezogen worden. Der Begriff des Gaues ist ziemlich 
früh verloren gegangen, zu einer Zeit, wo die meisten der aufgefundenen 
Wüstungen noch bestanden, sodass die alte Gaueinteilung also mit 
dem Veröden der Ortschaften gar nichts zu thun hat. Da nun aber 
die Aufgabe einmal auf den Nordthüringgau sich bezieht, so ist es 
notwendig, uns den Umfang desselben klar zu machen, weil an drei 
Seiten desselben die Grenzen doch nicht so feststehen, dass man mit 
ein paar kurzen Angaben darüber hinweggehen könnte. Namentlich 
wird es nötig sein, genauer auf die Bestimmung der Nordgrenze ein- 
zugehen, um dadurch zu rechtfertigen, dass wir die Gegend nördlich 
der Ohre in unsere üntei-suchung hineingezogen haben. 

Der Nordthüringgau ist das Gebiet links der Saale und Elbe, 
welches nach der Zertrümmerung des Thüringerreiches den Thüringern 
im Norden erhalten blieb, während südlich von ihnen die mit den 
Franken in diesem Kriege verbündeten Sachsen eindrangen.^ Die 
Grenzen dieses Gaues lassen sich finden, wenn man die in den Ur- 
kunden als zum Nordthüringgau gehörig bezeichneten Ortschaften auf- 
sucht und danach die Grenzen bestimmt* In dieser Weise ist 



* Jacobs, Greschichte der in der Prov. Sachsen vereinigten Landesteile 8. 9. 

* Schon Falke , Tradit Corbei. I. 44 hat die Schwierigkeit der Bestimmung 
der Grenzen des Gaues erkannt Er sagt: Longitudinem et latitudiiiem pagi 
Nordthuringi ex nulla ratione melius cognoscere possumus, quam ex villis, 



Digitized by VaOOQ 16 



XlV Einleitimg. 



Woiilbrück 1 vorgegangen und zuletzt "Winter in seiner vortrefflichen 
Arbeit über die Grafschaften imNordthüringgau,^ dem wir hier folgen. 
Es ergiebt sich dann als Stidgrenze unzweifelhaft die Bode, sodass 
z. B. Nienburg an der Einmündung derselben in die Saale zum Nord- 
thüriuggau, dagegen die Städte Stassfurt und Egeln zum Schwabengau 
gehören. Die Ostgrenze wird von der Saale und Elbe gebildet, sodass 
also der Teil des Kreises Calbe zwischen Saale und Elbe nicht zum 
Nordthüringgau gehört. Als Nordgrenze wird von einigen die Ohre 
angegeben,^ aber der Gau geht doch darüber hinaus, denn die im 
Jahre 937 von Otto I. dem Moritzstift geschenkten 6 Ortschaften jen- 
seits der Ohre muss man doch wohl zu dem Nordthüringgau rechnen.* 
Winter kommt daher zu der Ansicht, dass der Gau noch einen Bezirk 
jenseits der Ohre in sich scbloss, der sich mindestens bis Zielitz 
ausdehnte, wahrscheinlich aber seinen natürlichen Abschluss da fand, 
wo der grosse Heidezug der Neuhaldenslebener, Colbitzer, Letzlinger, 
Burgstaller und Griebenschen Forst einen natürlichen und zusammen- 
hängenden Grenzgürtel zwischen Ohre und Elbe noch heute bildet.^ 
Dass Winter hiermit das Richtige getroffen hat, wird sich noch aus 
der geologischen Beschaffenheit des Landes ergeben, von der weiter 
unten die Rede sein wird. 

Die Westgrenze des Nordthüringgaus, an der sich ein natürlicher 
Abschluss durch einen Fluss oder Gebirge nicht findet, ist noch 

quae huic pago tribuuntur. Et quanquam sunt viri quidam doctissimi, qui 
teruiinum pagi nostri inter Obram, Albim et Bodam fluvios esse constituendum 
contendunt, demonstrant tarnen viliae ad pagum nostrum Bpectantes eos non 
accurate posuisse limitum pagi Nordthuringi normam. 

^ v.Ledebur, Archiv XVIII, S. 119. 

» Magdeb. Geschichtsbl. IX, S. 281. 394. 

" So Baumer, Begesta bist. Brand. S. 6 der Stammtafeln und Charten und 
Karte III und Wohlbrück, Geschichte der Altmark S. 2. Beide sagen, dass 
zwischen Ohre und Tanger der Gau Mosidi gelegen habe, worin die Ortschaften 
Bukstadin und Kinkhurst lagen , wie es in der Urkunde vom 2. Juli 959 (Magd. 
Reg. I, No. 145) beisst. Dieselben Ortschaften werden aber spater (Magd. Reg. I, 
No.271) als im Nordthüringgau gelegen bezeichnet. 

* Vergl. Magdeb. Geschichtsbl. IX, S. 315, wo von Winter mehrere Beweise 
beigebracht werden. 

^ Auch Brückner, die slavischen Ansiediungen in der Altmark und im 
Magdeburgischen S. 2 Anm. dehnt den Nordthüringgau über die Ohre aus und 
tritt damit Böttger entgegen, der auf seiner Gau- und Diöcesankarte auch die 
Ohre als Grenze angenommen hatte. Nach Brückner soll sogar noch die ganze 
Heide dem Nordthüringgau angehören und seine Grenze in einem weiten Bogen 
von Uthmöden im Halbgericht bis nach Ringfurt an der EUbe, ganz im Norden 
des Kreises Woiiuirstedt, reichen. 



Digitized by VaOOQ 16 



Einleitung. xv 



schwerer zu bestimmen. Wenn man die in den Urkunden bei den 
Gauen angeführten Orte vergleicht, so ergiebt sich, dass die heutige 
Grenze zwischen Braunschweig und Preussen der Grenze des alten 
Nordthüringgaus im Allgemeinen folgt, sodass also Helmstedt dem 
Derlinggau, aber Walbeck und vielleicht auch Weferlingen noch dem 
Nordthüringgau zugewiesen werden müssen.^ Der Gau hat sich also 
im Nordwesten bis an die Aller erstreckt, doch ist hier die Grenze 
unsicher, wohl auch durch Wald gebildet. Wie wenig sicher aber 
die Grenze im Westen gewesen ist, geht daraus hervor, dass manche 
Orte bald diesem, bald jenem Gau zugezählt werden, wie z. B. Üpp- 
lingen, welches 941 dem Hardegau, 942 dem Derlinggau, 1049 aber 
dem Nordthüringgau zugerechnet wird.^ 

Der so umgrenzte Gau zerfiel in die Grafschaften Mühlingen im 
Südosten, Billingshoch (Wolmirstedt) im Nordosten und Seehausen 
(Sommerschenburg) im Westen. Ihre Grenzen hat Winter in dem schon 
genannten Aufsatz festgestellt, was auch nur durch genaue Beobachtung 
der Urkunden möglich war. Doch auch der Fall kommt vor, dass 
eine Grafschaft in zwei Gauen lag.^ 

Kirchlich gehörte der Gau zum Erzstift Magdeburg und zum 
Bistum Halberstadt, nur an der Elbe gehören einige Orte zum Stift 
Brandenburg, weil diese frülier auf dem rechten Eibufer lagen. Von 
Wichtigkeit ist nur die Grenze zwischen Magdeburg und Halberstadt, 
da für die Bestimmung einiger Wüstungen die kirchliche Zugehörigkeit 
ausschlaggebend ist. Territorial gehörte der Nordthüringgau zu Magde- 
burg mit Ausnahme der Grafschaft Mühlingon - Barby , von der nach 
dem Aussterben der Grafen Mühlingen an Anhalt, Barby an Sachsen 
kam. Auch Nienburg gehörte zu Anhalt 

Als die ältesten Bewohner des Gaues müssen wir die Thüringer 
ansehen, nach denen er den Namen erhalten hat. Dieses Volk soll 
sich sogar bis in die nördliche Altmark ausgedehnt haben, doch wurde 
dieser nördliche Teil nach der Zerstörung des Thüringerreiches 531 
und 556 durch die südlich eingeschobenen Sachsen von der Haupt- 
masse des Volkes getrennt.^ v. Werselbe dagegen lässt erst nach dem 
Sturze des Reiches die Thüringer hier angesiedelt werden und rechnet 



' Falke, Trad. Corbei. I, S. 43. 50. Wohlbrück, Altmark S. 2. 
' Magd. Reg. 1, No. 96. 97. 698. 

' Magtl. Reg. I, No. 714: In pagis Derlingon et Nortduringon in comitatu 
Mauiaoonis. 

* Jacob«, Oesch. d. Prov. Sachsen S. 9. 

Digitized by VaOOQ 16 



XVI Einleitung. 



demnach den Nordthüringgau nicht zu dem eigentlichen Thüringen. ^ 
Jedenfalls ist diese Zugehörigkeit des Gaues zu Thüringen sehr früh 
verloren gegangen und ist nur noch der Name erhalten geblieben, 
denn im 8. und 9. Jahrhundert wird ganz Nordthüringen schon zu 
Sachsen gerechnet und zwar zum ostfälischen. Dies ist wohl weniger 
daher gekommen, dass einige Trümmer der Sachsen nach den ver- 
nichtenden Schlachten von 575 und 577 hier angesiedelt wurden und 
den Charakter der thüringischen Bewohner änderten und unterdrückten, 
als vielmehr durch das Vorwiegen der Sachsen in den benachbarten 
Gebieten veranlasst, denn auch der benachbarte Schwabengau, der 
also schwäbische und nicht sächsische Bewohner hatte, wird seitdem 
zu Sachsen gerechnet. 

Später drangen die Slaven in diese von den Deutschen bewohnten 
Gebiete ein und nahmen Sitze zwischen ihnen, doch behaupteten sie 
sich schliesslich nur durch friedliches Abkommen mit den deutschen 
Herren, 2 während die benachbarte Altmark völlig von ihnen ein- 
genommen wurde. Eine grosse Zahl von slavischen Ortsnamen giebt 
Zeugnis von den Wohnsitzen dieses Volkes. Ihre Zahl nimmt nach 
Westen zu ab, doch lassen sie sich vereinzelt selbst bis über die West- 
grenze des Gaues hin verfolgen. 

Der Name Nordthüringgau scheint indes niemals im Volke recht 
heimisch geworden zu sein oder er ist wenigstens schon früh un- 
gebräuchlich geworden, nachdem der Name Thüringen auf den Süd- 
thüringgau beschränkt wurde. Wir begegnen ihm fast nur in Ur- 
kunden, die einen offiziellen Charakter haben. Statt dieses Namens 
erliielt das zum Erzstift Magdeburg gehörige Gebiet, das sich räumlich 
ungefähr mit dem Nordthüringgau deckt, den Namen Holzland oder 
Holzkreis wegen der grossen Wälder im Westen und Norden. ^ Dieser 
Name ist nachher auch als amtliche Bezeichnung für den linkselbischen 
Teil des Herzogtums Magdeburg gebraucht worden und hat bis zur 
westfälischen Zeit als solcher gedauert. 

Der eigentlich volkstümliche Name aber für dieses Gebiet ist 
Börde, ein Name, der in verschiedenen Gegenden Deutschlands wieder- 
kehrt Die Bedeutung desselben wird verschieden erklärt und noch 
ist sie nicht recht sicher gestellt worden. Die von Abel* gegebene 

* Die Verteilung Thüringens zwischen Sachsen und Franken S. 13. 
^ Brückner, a. a. O. S. 5. 

^ Torquatus, AnnaleH Magdeb. et Halberst. ed. Boysen, Mouum. inedita I, S. 65. 

* Deutsche und sächsische Altertümer S. 367. 



Digitized by VaOOQ 16 



Eipleitang. XVII 



Erklärung, dass das Wort von den Barden d.h. den Langobarden her- 
komme, ist natürlich abzuweisen, ebenso die Ableitung von Borde = 
Saum, Band. Viel Ansprechendes hat die Deutung, dass das Wort 
von dem althochdeutschen bera tragen (niederdeutsch boren, schwedisch 
bära, englisch to bear) herkomme, sodass es also den tragenden, 
fruchtbaren Boden bezeichnet.^ Dagegen erklärt das niederdeutsche 
Wörterbuch von Schiller und Lübben es als Bezirk, Liandschaft, wie 
es deren viele giebt; danach hängt es zusammen mit boren, gebühren. 
Winter* neigt dieser Erklärung zu und will, gestützt auf die in det 
sogenannten Landfriedensurkunde des Erzbischofs Dietrich vom Jahre 
1363^ zur Börde gerechneten Dörfer, in ihr die älteste Ausstattung 
des Moritzklosters in Magdeburg in den Bördedörfem entdecken. Der 
Ausdruck Börde soll sich demnach zwischen 937 und 968 gebildet 
haben. Indes ist dies doch sehr zweifelhaft Denn da der Name Börde 
zum erstenmal 1314* vorkommt, so wäre es doch sehr auffallend, wenn 
er, vorausgesetzt dass er in der von Winter angegebenen Zeit ent" 
standen wäre, nicht schon früher in schriflichen Aufzeichnungen ge- 
braucht wäre, besonders da er in der Bedeutung Bezirk ein amtlicher 
Begriff gewesen wäre. Die in der Landfriedensurkunde neben dem 
Bezirk Börde angeführten Teile des Erzstifts werden allerdings als 
Vogteien (Calbe, Alvensleben) bezeichnet. — Jedenfalls hat die eine 
Deutung wohl soviel Wahrscheinlichkeit als die andere. 

Der Begriff Börde ist dann wieder verschieden gebraucht. Denn 
während der Volksgebrauch, wie der von Winter mitgeteilte Reim- 
vers^ angiebt, zur Börde nur 11 Dörfer aus den Kreisen Calbe und 
Wanzleben rechnet, wird er sonst mit dem Begriff des Holzkreises 
gleichbedeutend gesetzt, umfasst also das ganze Magdeburgische Gebiet 
links der Elbe,* und dies ist entschieden auch der ursprüngliche Be- 
griff gewesen. Torquatus' unterscheidet noch die hohe Börde im 
Süden und die Holzbörde im Norden und rechnet zur ersteren sogar 
Aken, Egeln und Hadmersleben mit, fasst also den Begriff schon rein 

* So auch Wahnschaffe , die Quartärbild ungen der Umgegend von Magde* 
bürg S. 19. 

* Magdeb. Geschichtsbl. IX, S. 433. 
»Magdeb.Uß.I, No.458. 

* ßchöflfencbron. S. 183. 

* Magdeb. Geschichtsbl IX, S. 483. 

* Topographische Beschreibung des Herzogt. Magd, und der Grafsch. Mans- 
feld 1785 S. 10. 

' Ann. Magdeb. et Halberet. S. 66. 68. 

WItot. I. Nordthfir. B 

/Google 



Digitizedby VaOOQl 



xvin EinleituDg: 



territorial, denn diese 3 Städte werden sonst nie zur Börde gerecbnet, 
weir sie dem Nördthüringgau nicht angehörten. Ebenso dürfte das 
von ilim zur Holzbörde gerechnete öbisfelde auszuschliessen sein. 

Eine sehr sorgfältige und höchst lehrreiche Abhandlung über 
die geologische Beschaffenheit der Börde findet sich in dem Buche 
von Felix Wahnschaffe, die Quartärbildungen der Umgegend von 
Magdeburg. Die Bodenbeschaffenheit einer Gegend ist durchaus nicht 
ohne Einfiuss auf die Entwicklung ihrer Bewohner, und darum ist 
dieselbe auch in gewissem Masse bei der Darstellung der wirtschaft- 
lichen Verhältnisse mit zu berücksichtigen. Die obersten Schichten 
desBördebödens sind ein humo^er, dunkel gefärbter Löss und darunter 
gelber Löss, der dem Lehm im Aussehen ähnelt, und nur die Höhen 
6ihd mit Gletschergeröll bedeckt. Der Löss ist aber diejenige Boden- 
art, die einerseits wegen ihrer eigentümlichen Struktur die höchste 
Fruchtbarkeit besitzt, andererseits aber gerade dem Baumwuchs sich 
abhold zeigt, wie sich dies in verschiedenen anderen Gegenden der 
Erde (Südrussland, China) noch heute nachweisen lässt So war es 
auch in der Börde. „Auf dem fruchtbaren Boden der nach und nach 
trocken gelegten Börde entfaltete sich sehr bald eine üppige Gras- 
vegetation, es entstand eine Steppe. Die Gräser dieser Steppe lieferten 
den HumuF des Lösses und durchdrangen mit ihren feinen Faser- 
wurzeln den Untergrund, welcher dadurch die dem Löss eigentümliche 
röhrige Struktur erhielt. Dass nach Ti'ockenlegung des Lössgebietes 
Verwehungen des feinstaubigen Lössmaterials stattfinden konnten 
scheint mir sehr wahrscheinlich.^'^ 

Diese Erklärung der Entstehung des Bördebodens ist aber auch 
für unsere Untersuchung nicht unwichtig* Die Börde ist noch jetzt 
eine der bäum- und wasserarmsten Gegenden in Deutschland. Dies 
ist aber nach der oben gegebenen Erklärung nicht erst eine Folge 
der Ausrodung der Wälder und der immer stärker und sorgfältiger 
betriebenen Landwirtschaft, sondern die steppenartige Börde ist nie- 
mals stark mit Bäumen, geschweige denn mit Wäldern besetzt gewesen 
und auch ihre Wassermut ist eine Folge ihrer geologischen Beschaffen- 
heit. Nun aber gewinnt durch diese Thatsache die Meinung Winters, 
(lass die Nordgrenze des Nordthüringgaus durch die zusammen- 
hängenden Waldungen nördlich der Ohre gebildet sei, eine auffallende 
Bestätigung, und in gleicher Weise setzten die im Westen des Gaues 

^ Wahnschaffe S. 75. 

/Google 



Digitizedby VaOOQl 



EinleitnDg. Xlx 



stärker auftretenden Wälder den ackerbauenden Bewohnern eine 
Grenze. Ein Boden aber, der durch grösste Fruchtbarkeit ausgezeichnet 
war und nicht erst mit Beil und Feuer dem Walde in harter Arbeit 
abgerungen werden musste, lud ganz von selbst die Menschen zur 
Siedelung ein. Demnach müssen wir die Börde, d. h. den weitaus 
grösstenTeil des Nord thüringgaus, als eine schon sehr früh und jeden- 
falls auch verhältnismässig stark und zwar von Deutschen besiedelte 
Gegend ansehen. Wenn diese auch überall mit Slaven durchsetzt 
erscheinen, so findet sich doch die Hauptmasse der sla vischen Orts- 
namen da, wo Wald imd Wasser, an denen jene ihre hauptsächlichsten 
Lebensbedingungen fanden, stärker vorhanden waren, d. h. in der 
Gegend von Neuhaldensleben und im Barbyschen Winkel zwischen 
Elbe und Saale. Es mag noch erwähnt worden, dass in der ganzen 
eigentlichen Börde sowohl unter den bestehenden als auch unter den 
wüsten Ortschaften sich nur ein Name (Misrode) findet, der auf Wald oder 
Baum zurückzuführen ist,' eine Thatsache, die wiedemm die von den 
Geologen aufgestellte Steppentheorie historisch begründet. 

Wenn wir also den Nordthüringgau wegen seiner günstigen 
Bedingungen schon früh als ziemlich stark angesiedelt betrachten 
müssen, so lässt sich doch auch nur annähernd eine Schätzung über 
die Dichtigkeit und Zahl der Bewohner nicht machen. Das ist aber 
sicher, dass die Zahl der Bewohner lange nicht so gross gewesen sein 
kann, wie jetzt. Dagegen ist die Zahl der bewohnten Orte eine viel 
grössere gewesen, denn alle in dem Wüstungsverzeichnis angegebenen 
Ortschaften müssen wir doch zu den jetzt noch bestehenden hinzu- 
rechnen. Es ergiebt sich also das merkwürdige Verhältnis, dass 
erheblich weniger Bewohner wie jetzt eine erheblich gnissere Zahl 
von Ortschaften bewohnt haben. Daraus folgt dann ganz von selbst, 
dass die Ortschaften nur klein gewesen sein können, wahrscheinlich 
zum grossen Teile Einzelansiedlungen, für welche die Sachsen und 
wohl auch die Thüringer eine besondere Vorliebe hatten. Dafür 
liefern auch die Namen von sehr vielen Ortschaften einen Beweis, die 
aus einem Personennamen und einem Zusatz mit -leben, -stedt, -dorf 
gebildet sind, wie z.B. Ottersleben, Dodeleben, Bernsdorf, Leversdorf, 
Okstedt, Förderstedt Auch Ortsnamen auf -hausen, -berg, -beck, 
-wegen, -ingen, -fürt, -mark dürfen wir wohl als deutsche ansehen. 



* Der Name Eikendorf enthält in seinem ersten Teile wohl einen Personen- 
namen; Eichen barleben könnte allerdings eine Ausnahme bilden, doch steht das 
auch nicht fest. S. Danneii, Gresch. des Magdeb. Bauernstandes I, Ö. 239. 

Digitized by VaOOQ 16 



XX Einleitung. 

während die auf -itz, -ow, -ene sicher slavisch sind. Der zu einem 
Hofe gehörige Acker war die Hufe, die auch noch in viel späterer 
Zeit meist als Zubehör zu einem Hofe gerechnet wird und umgekehrt.^ 
Die Vermehrung der Bevölkerung in der älteren Zeit wird demnach 
auch die Vermehrung der Ansiedlungen in Einzelhöfen zur Folge 
gehabt haben, welche aber den Namen einer Ortschaft, eines Dorfes 
in unserem Sinne nicht verdienen, und daher kommt es, dass in den 
ältesten Urkunden Namen von eigentlichen Ortschaften verhältnis- 
mässig selten vorkommen. Erst in den Urkunden Ottos I. treten uns 
nun wirkliche Dörfer entgegen, doch gewinnen wir noch keine Vor- 
stellung von ihrer Grösse. 

Was die slavischen Ansiedlungen im Nordthtiringgau betrifft, so 
führe ich hier Brückners Worte (S. 8) an, die wohl im ganzen das 
Richtige treffen. „Südlich der Ohre werden slavische Ortsnamen nicht 
mehr genannt; dieselben treten wieder südlich von Magdeburg auf 
und von da an vergrössert sich ihre Zahl, je mehr man sich der Saale 
nähert. Diese Verdichtung der slavischen Ortsnamen gegen den Süden 
zu scheint anzudeuten, dass nach Nordthüringen Slaven vom Süden 
her, von dem rechten Ufer der Saale eingewandert sind, mit anderen 
Worten: Die nordtliüringischen Slaven gehörendem serbischen Stamme 
an; man beachte, dass in Nordthüringen Slaven meist an und in 
deutschen Orten ansässig genannt werden, sie also unter Deutschen 
wohnen. Von einer Geschichte der nordthüringischen Slaven darf eigent- 
lich nicht gesprochen werden, da dieselben nie zu irgend einer Selbständig- 
keit gelangt sind.'' Brückner kennt nur 2 Namen wüster slavischer 
Orte südlich der Ohre bis Magdeburg, Bizzinici imd Trumpsice; wenn 
in dem Verzeichnis auch noch einige mehr genannt werden, so ist der 
Umstand jedenfalls zu beachten, dass im nächsten Umkreise des 
deutschen Magdeburg die slavische Bevölkerung sehr gering ist und 
dass sie erst in einiger Entfernung von derselben wieder zunimmt 

Für die Slaven war auch die Börde nicht der geeignete Boden; 
denn da sie beim Ackerbau nur des hölzernen Hakens zum Aufreissen 
des Bodens sich bedienten, so liebtei^ sie mehr den leichteren, sandigen 
Acker, während die Deutschen mit dem eisernen Pflug (aratrum), 
ganz besonders den schweren fruchtbaren Boden der Börde bevor- 



* Bei der Verleihung einer Hufe heisst es in den Lehnbüchern häufig: cum 
area. Vrgl. Behrends , Neuhaldensleben I, S. 377, der raansus von Mann her- 
leitet. Er führt ein Beispiel vom Jahre 1357 an, wo 13 Höfe mit 13 Hufen 
dem Kloster Altbalden sieben verliehen werden. 

Digitized by VaOOQ 16 



Einleitung. XXI 

zugten. Jene trieben Viehzucht, Fischerei und Waldwirtschaft, die 
nicht so schwere Arbeit erforderten, und ihre Abgaben bestanden in 
einem Zins vom Jahresertrage an Korn, osep, wozop, Vieh, Geflügel, 
Honig u. s. w. Die Deutschen dagegen zahlten einen Grundzins von 
Haus und Hufe. Die slavische Bevölkerung verschwand allmählich, 
im Nordthüringgau nicht durch Kriege, sondern durch Aufsaugung 
durch die deutschen Bewohner, da eine Erhaltung der slavischen 
Bewohner von keiner Seite angestrebt wurde. Bei ihrem Verschwinden 
aus dem flachen Lande erhalten sich die Slaven am längsten in den 
sogenannten Kietzen (Fischerdörfern) und Hülmerdörfern. Wo sie sich 
in Städten niederliessen, bewohnten sie entweder eigene Strassen , wie in 
Stendal, oder sie siedelten sich in einer Art von Vorstadt an, in den 
sogen. Htihnerdörfern, z. B. in Tangermünde und Calbe. ^ Auf dem Lande 
finden sich öfter Orte gleichen Namens, die durch Gross- und Klein-, 
Hohen- und Niedem- (Sieden-) unterschieden werden. In diesem 
Falle nennt der Name mit Gross- imd Niedem- fast immer den deutsehen. 
Klein- und Hohen- den slavischen Ort, denn die Deutschen wählten den 
niedrigen schwereren, die Slaven den höher gelegenen leichteren Boden.^ 
Aus den Einzelansiedlungen bildeten sich nach und nach Dörfer. 
Jeder Mensch ist auf die Unterstützung und Hilfe der anderen an- 
gewiesen und dieses Bewusstsein musste die Menschen auch in jener 
Zeit zu wechselseitigem Verkehr zusammenführen. Nicht nur der 
Schutz gegen äussere Gewalt, sondern die gegenseitige Hilfeleistung 
und Unterstützung in den verschiedensten Lebensverhältnissen und 
der Trieb der Geselligkeit führte die Menschen zusammen. ^ An die 
Einzelhöfe schlössen sich andere von Verwandten oder Nachbarn oder 
auch neuen Ansiedlem, hauptsächlich aber von den Dienstleuton, zumal 
an solchen Orten, welche durch ihre Lage besonders günstige Be- 
dingungen zur Ansiedlung boten , in der Börde z. B. dort, wo genü- 
gender Vorrat von Wasser einen dauernden Aufenthalt gewährleistete. 
Die Äcker der Einzelhöfe werden zur Dorfmark vereinigt So war 
denn in der Zeit, aus welcher wir zuerst einen reichen Urkunden- 
schatz haben, d.h. zur Zeit der Ottonen, unser Gebiet mit einer 
grossen Zahl von Dörfern bedeckt^ das landschaftliche Bild jener Zeit 
war jedenfalls ein viel belebteres und mannigfaltigeres als jetzt. Aber 

* Magdeb. Geschichtsbl. XIX, 8. 352. 353. 
« Brückner, a.a.O. 8. 16 ff. 

• Brecht, Über das Eingehen von Ortschaften im Mittelalter, Harzzeit- 
8cliriftII.3, 8.2.3. 

Digitized by VaOOQ 16 



XXII Einleitung. 



alle diese Dörfer waren naturgemäss klein, 10—15, höchstens 20 Hufen 
bildeten meist das ganze Areal. Daraus lässt sich wieder ein Schluss auf 
die Zahl der Höfe machen, die im Anfange mit der Zahl der Hufen über- 
einstimmte, erst nachher werden mehrere Hufen auch zn einzelnen Höfen 
gelegt. Die Hufen waren auch nicht gleich, namentlich die slavischen 
Hufen haben oft nur die Hälfte der Morgenzahl der deutschen Hufen. 

In dem Bezirk des Nordthöringgaues sind von uns gegen 500 wüste 
Ortschaften nachgewiesen worden, eine Zahl, die die der bestehenden 
Ortschaften um mehr als das Doppelte übertrifft. Dabei zeigt sich die 
merkwürdige Erscheinung, dass bei manchen Orten zahlreiche, bei 
anderen nur wenige, ja selbst gar keine Wüstungen vorkommen, selbst 
wenn dies bedeutendere Orte sind, wie z. B. Eichenbarleben, Meitzen- 
dorf, Nordgermersleben, Domersleben u. a. Bei Förderstedt, Atzen- 
dorf, Biere u. a. sind dagegen die Wüstungen sehr zahlreich, am 
dichtesten aber finden sie sich in den Gemarkungen der Städte. Und 
dabei muss man als sicher annehmen, dass die urkundlich erwähnten 
durchaus nicht alle Wüstungen sind, die es gegeben hat, denn der 
Prozess der Verödung ist nicht an eine bestimmte Zeit geknüpft, voll- 
zieht sich auch nicht auf einmal, sondern geht durch das ganze Mittel- 
alter hindurch. Noch bei vielen Orten sind Wüstungen vorhanden, 
deren Namen niemand mehr kennt, da sie schon sehr früh ver- 
schwunden sind und keine Urkunde über sie Zeugnis giebt^ Manch- 
mal wird ein bestehender Ort als Gross- bezeichnet, ohne dass der 
entsprechende kleine Ort erwähnt wird z- B. Gross -Beyendorf. In 
unserem Verzeichnis ist die älteste Wüstung die Hildagesburg, deren 
erste Erwähnung zugleich die ihrer Zei^störung ist 1129; dann folgen 
2 kleine Dörfchen Avendorf und Tammenroth 1226. Aber schon 1121 
besass Kloster Schöningen Güter in villis et locis desertis,^ Puppen- 
dorf im 1. Jerichowschen Kreise wird schon 1164 neu* besiedelt.^ 
Mehrere Orte werden nur in den Urkunden Ottos I. erwähnt und sind 
nachher völlig verschwunden, sind also jedenfalls bald wüst geworden. 
Wir dürfen annehmen, dass bei dem Mangel urkundlicher Nachrichten 
gerade aus jener frühesten Zeit eine Menge wüster Ortschaften uns 
unbekannt geblieben sind. 

Wann ein Ort wüst geworden ist, lässt sich nur in ganz ver- 



* G. Q. XVI, S. 239 werden angeführt III wüßte dorfstede foris civitatem 
Stasforde. 

^ Riedel, Cod. dipl. Brand. A. XVII, S. 428. 
^ G. Q. X. No. 33. 

Google 



Digitized by VjOOQ 



Einleitung. XXIII 



einzelten Fällen nachweisen, nur das steht fest, dass der Prozess der 
Verödung mit dem Mittelalter abgeschlossen ist. Dies geht unwider- 
leglich hervor aus den Kirchen Visitationsprotokollen von 1564,^ die 
ein vollständiges Verzeichnis der Ortschaften des Erzstiftes Magde- 
burg enthalten. Alle die darin aufgeführten Orte bestehen aber heute 
noch, so dass also damals die Verödung zum Stillstand gekommen 
sein muss. Die meisten der in unserem Verzeichnis aufgezählten 
Wüstlingen sind im 14. und 15. Jahrhundert entstanden, d.h. wir haben 
urkundliche Zeugnisse dafür. Besonders wichtig ist auch die Land- 
fi-iedensurkunde des Erzbischofs Dietrich von 1363, in welcher 
die meisten der damaligen Orte in der Börde aufgezählt werden, danmter 
noch eine ziemliche Anzahl, die bald darauf als Wüstungen erscheinen. 
Die Gründe für das Wüstwerden der Ortschaften sind mancherlei. 
Im Volke allgemein verbreitet ist die Ansicht, dass die Dörfer im 
30jährigen Kriege zerstört seien. ^ Dass diese Annahme durchaus un- 
begründet ist, geht schon aus den oben erwähnten Kirchenvisitations- 
Protokollen hervor. Mögen einzelne Gegenden noch so sehr von jenem 
Kriege gelitten haben, und keine in höherem Masse als die Umgegend 
von Magdeburg, so sind doch alle damals vorhandenen Ortschaften 
wieder aus dem Ruin erstanden. Aber jene so allgemein verbreitete 
Ansicht zeigt einerseits, wie fest sich die Verwüstungen jenes Krieges 
im Andenken des Volkes erhalten haben, andererseits, dass man 
die Verwüstung durch Krieg als die einfachste und natürlichste 
Erklärung für das Eingehen der Dörfer hielt. Das war auch schon 
früher so. Wir finden schon in dem Bericht des kurfürstlichen Kom. 
missars Franz Henning Hampe^ an die brandenburgische Kammer in 
Halle vom Jahre 1699 die Ansicht ausgesprochen, dass die Verwüstung 
der Dörfer anno 1547, 48 bis 50 geschehen sei; „und zwar so hat solche 
Verwüstung ihren Anfang genommen, als der Kurfürst '/u Sachsen 
Johann Friedrich mit dem Spanischen Duc de Alba und Baptista 
Spinello ein unglückliches Treffen gehalten nicht weit vom Kloster 
Leitsch* bei dem lochauer Wald. — Darauf haben die Spanier alle 



^ Herausgegeben von Danneil 1864. Vgl. dagegen Altmärk JahrcHberichtVI, 8.125. 

* Schon Thorschmidt, Annal. Plocec. 1725 spricht diese Ansicht aus, also 
nicht einmal 100 Jahre nach diesem Kriege. 

' Diese interessanten Berichte, denen auch eine Anzahl Regesten entnommen 
sind, finden sich im Königlichen Staatsarchiv zu Magdeburg s. r. A. Magdeb. 
Cammer II, Nr. 268. Für die Ge>chicbte der Wüstungen sind «e sehr wichtig. 

* Leitzkau. Dieses liegt allerdings von der Lochauer Haide ziemlich weit entfernt 



Digitized by VaOOQ 16 



XXIV Einieituog. 



umliegenden Dörfer verheert" Andere Wüstungen schreibt Hampe 
den Hussitenkriegen zu. Er machte also zwar Kriege für die Wüstungen 
Verantwortlich, aber nicht den 30jährigen, weil er diesem zeitlich zu 
nahe stand und die ihm bekannten wüsten Dorfstätten auf einen 
längeren Zustand der Verödung hinwiesen, als dass sie dem letzten 
grossen Kriege, der diese Gegenden berührt hatte, zugeschrieben werden 
konnten. — Auch in den Berichten der Ämter an die Regierung ^ 
kehrt die Bezeichnung „die im Kriege ruinierten Ämter" öfters wieder. 

Krieg ist aber nur in den seltensten Fällen Ursache für das Ver- 
lassen der Dörfer gewesen. Ausser der Hildagesburg, die eine rein 
militärische Bedeutung hatte, scheinen im ganzen Nordthüringgau von 
den uns bekannten Wüstungen nur Heise und Niendorf bei Eimers- 
leben in dem Kriege der Herzöge von Braunschweig mit den Alvens- 
leben 1441 zerstört und wüst geblieben zu sein. Ob die verheerenden 
Kriegszüge Heinrichs des Löwen ^ und Ottos IV., die gerade den Nord- 
thüringgau trafen, dauernde Verwüstung von Ortschaften zur Folge 
gehabt haben, wissen wir nicht. Wohl aber mag Kriegsnot, d. h. die von 
Kriegen und Räubereien drohende Gefahr öfter die Veranlassung gegeben 
haben, dass kleinere Ortschaften von ihren Bewohnern verlassen wurden, 
die sich an andere anschlössen, um dadurch grösseren Schutz zu haben.* 

Ebenso wird die Möglichkeit grösserer Behaglichkeit und Hilfe in 
allen Notlagen des Lebens, die Aussicht, die notwendigsten Bedürfnisse 
in grösseren und gut geordneten Gemeinwesen sich leichter beschaffen 
zu können, manche Ortschaft wüst gemacht haben. Da die Dörfer bei 
ihrer grossen Zahl oft sehr nahe bei einander gelegen haben müssen, 
vielleicht nur durch einen Bach oder ein Thal getrennt, so gingen 
mehrere oft unmerklich durch Zubauen des dazwischenliegenden Raumes 
in einander auf. Manche Dörfchen, z. B. Klein-Salbke, Klein-Döben, 
sind nur Vorwerke oder Sattelhöfe gewesen, die sich an das grössere 
Dorf anlehnten. 

Von ganz besonderem Einfluss auf die Verwüstung der Ort- 
schaften sind aber die Städte gewesen, die die Dörfer massenweise 
verschlangen, z. B. Calbe etwa 17, Barby 17, Salze 14, Neuhaldensleben. 
Hier wirkte vor allen der grössere Schutz ein, den die durch Be- 
festigungen gesicherten Städte boten, sowie die Möglichkeit in allen 
Lagen des Lebens leicht Hilfe und Rat zu finden, alle Bedürfnisse 

» A. Magdb. Cammer I, Nr. 167. 

* Chron. montia sereni ad ann. 1180 u 1212. 

• AUraärk, Jahresbericht VI, S. 125. 



Digitized by LjOOQ IC 



Einleitung. XXV 

leichter zu befriedigen, alle Kräfte selber besser zu verwerten. Der 
Marktvertehr und der Handwerksbetrieb in den Städten gewährte viel 
bequemer alles, was zum Leben gebraucht wurde, andererseits ge- 
währte er die Möglichkeit des besseren Absatzes der erzeugten Produkte. 
„Bessere Wege erleichterten dort die durch mannigfaltigeres Bedürfnis 
belebten Verbindungen; Unterweisung der Jugend, Nahrung für d^n 
Geist, Erfrischung und Trost für das Gemüt, Hilfe in der Not, in Krank- 
heit und Alter war dort eher zu erlangen. Gemeindliche Anlagen und 
Einrichtungen schützten gegen Überschwemmung, Feuer, Diebstahl 
und Raub. Das Recht breitete seine schirmende Hand kräftiger aus 
über die in harmonische Gesamtwirkung zusammenlaufenden gesunden 
Bestrebungen der Einzelnen. Stadtrecht löste die Erbunterthänigkeit, 
die sich in den Burgflecken als Gegenleistung für den Schutz des 
Gutsherrn entwickelt hatte. Recht und Pflicht des Schutzes lagen in 
den Städten bei der Gesamtheit, deren jeder Einzelne ein vollbefugtes 
Mitglied ward."^ 

Diese Verhältnisse trieben die Landbewohner in die Stadt, meist 
nach und nach und einzeln, wie wir aus den zahlreichen Bürgemamen, 
die von Dorfnamen herkommen, beweisen können; selbst Slaven fanden 
Aufnahme in oder bei den Städten. Die Äcker von Kokte werden teils 
von Welsleben, teils von Salze, den beiden nächstgelegenen Orten be- 
baut.* Aber es kam auch der Fall vor, dass ganze Dorfschaften sich 
auf einmal in die Stadt begaben und hier noch eine Zeit als ge- 
schlossene Bauernschaften mit eigenen Gebräuchen und Festen lebten, 
die sich meist an den Heiligen der verlassenen Kirche anlehnten. So 
gab es einen Baibergischen Konvent in Calbe,* der lange bestanden 
hat Seine Mitglieder nannten sich Socii sancti Cyriaci nach dem 
Schutzheiligen der Kirche in Baiberg, sie feierten ihre besonderen 
Feste, hatten eigene Einrichtungen und zahlten sogar 1547 zur Kaiser- 
steuer, wie eine besondere Gemeinde. Alle diese umstände lassen 
darauf schliessen, dass die Bewohner des Ortes Baiberg nicht erst nach 
und nach, sondern aus irgend einer uns nicht bekannten Veranlassung 
gleich geschlossen oder doch in grosser Anzahl in die Stadt gewandert 
sind. Ähnlich scheint es mit Schwarzau bei Calbe gewesen zu sein, 
denn die Bebauer dieser Wüstung haben auch ihre besonderen Ge- 
bräuche und Rechte gehabt, und ein gleiches war bei Cjrprehna bei 



* Brecht in der Harzzeitschrift II. 3, S. 3. 

' Ähnlich in der Altmark. S. Altmärk. Jahresbericht VI, S. 124. 

• Hävecker, Chronik von Calbe S. 20 der Folioausgabe. 



Google 



Digitized by VjOOQ 



XXVI EinleHimg. 

Barby der Fall.^ Der Unterschied zwischen Bürgern und Bauern 
war hinsichtlich ihrer Bildung, ihrer Stelhing und ihrer Thätigkeit 
nicht so gross in jener Zeit, dass eine Veieinigung beider Stände 
wesentliche Schwierigkeiten bereitet hätte, denn in den Landstädten 
waren die wohlhabendsten und einflussreichsten Bürger auch nur Acker- 
bauer. Die Äcker der früheren Dörfer wurden nun von der Stadt aus 
bearbeitet, und so kommt es, dass diese Städte, die die Dörfer in so 
grosser Zahl aufsogen, jetzt eine sehr weit ausgedehnte Feldmark haben, 
wie z. B. Calbe, dessen Mark sich in die Länge fast 2 Meilen erstreckt. 

Aber auch eine andere, weniger harmlose Einwirkung der Städte 
auf die benachbarten Dörfer machte sich geltend, besonders bei der 
Grossstadt Magdeburg, wo die reichen Bürger das sogenannte Bauern- 
legen, das Aufkaufen der Bauerngüter schon in früher Zeit ausübten 
und auf diese Weise manchen Hof und manche Hufe der benachbarten 
Dörfer an sich brachten und damit deren Verödung herbeiführten, denn 
die Bewirtschaftung erfolgte aus der Stadt Wir finden Magdeburger 
Bürger zeitweise als Bewohner der Nachbardörfer, z. B. die Feuerhake 
in Insleben, andere in Schrotdorf und Rottersdorf, ohne dass man doch 
annehmen darf, dass diese die grossen Vorrechte und Vorteile, die sie 
in der Stadt genossen, gegen den Aufenthalt im Dorfe vertauscht hätten. 

Auf dem wasserarmen Plateau der Börde haben die Wasser- 
verhältnisse eine grosse Rolle gespielt. Wir können die Beobachung 
machen, dass hier alle noch bestehenden Ortschaften an einem wenn 
auch noch so kleinen Gewässer liegen, Atzendorf liegt wenigstens in 
einer Senkung, die reichlich Wasser enthält. Die höher gelegenen Orte 
mussten in regenarmen Jahren leicht in grosse Verlegenheit geraten, 
die ihnen viel Mühe und Not bereitete. Darum ist es erklärlich, dass 
die Bewohner solcher wasserarmen Dörfer sich nach Orten wandten, 
wo sie solcher Verlegenheit nicht ausgesetzt waren. Das Dorf Felge- 
leben bei Salze, jetzt ein stattliches Dorf, war am Ende des Mittelalters 
wüst, wohl aus keinem anderen Grunde, als weil es Wassermangel 
hatte, der sich auch jetzt noch in trockenen Jahren fühlbar macht. 

Andererseits hat an den Ufern der grösseren Flüsse, der Elbe 
und Saale, sich das Wasser als zerstörendes Element fühlbar gemachte 
indem bei Überschwemmungen, die noch nicht durch Dämme und 
Uferbauten nach Möglichkeit verhütet wurden, manche Dörfer voll- 
ständig ruiniert werden mussten, so dass ihr Wiederaufbau sich als 



* S. Montag^blatt der Magdeb. ZeitUDg 1899, Nr. 19, 20. 

Digitized by VaOOQ 16 



Einleitung. XXvn 

unthunlich erwies. Die Nachrichten sind darüber leider wenig ergiebig. 
Aber wenn die Fortsetzung der Magdeburgischen Schöffenchronik ^ 
berichtet, dass 1529 vom Wasser viele Dörfer im Barbyschen Winkel 
weggetrieben seien, und wenn man die Verwüstungen, welche noch 
bis in die neueste Zeit die Überschwemmungen der Saale und Elbe in 
diesen Gegenden anrichteten, in Betracht zieht, so wird man daraus 
einen schlimmen Schluss für frühere und früheste Zeiten machen 
dürfen. Vom Dorfe Golditz z.B., welches abwärts von Calbe an der 
Saale gelegeil hat und der Sitz einer Obödienz war, wissen wir fast 
gar nichts mehr, weil es jedenfalls den Fluten der Saale zum Opfer 
gefallen ist Das Wasser also, nicht das Feuer, hat in doppelter Hin- 
sicht die Verödung vieler Dörfer zuwege gebracht 

Nicht wenig haben auch noch einige andere Verhältnisse zur Ver- 
ödung der Ortschaften beigetragen. Die furchtbare Pest von 1350 ver- 
ursachte einen solchen Menschenmangel, dass notwendigerweise viele 
Güter wüst liegen blieben, ganze Dörfer ausstarben, ohne dass sich Erben 
und neue Bebauer für die Äcker fanden. Die Erschliessung des sla vischen 
Ostens lockte ebenfalls zahlreiche Ansiedler in die neuen Gebiete, wo 
sie leichtere und bessere Lebensbedingungen zu finden hofften. Das 
Verlassen der alten Heimat war mit keinen grossen Verlusten ver- 
bunden, da die Wohnungen einfach und aus leichtem Material her- 
gestellt waren. — Auch die Misswirtschaft des Erzbischofs Albrecht III. 
(1368 — 1371), der das Land auf schreckliche Weise aussog und dann 
mit seinem Raube wieder in die böhmische Heimat zog, hat wohl nicht 
wenig zur Verödung der Dörfer beigetragen. Die Schöffenchronik* 
berichtet darüber: „bi sinen dren jaren worden in dem suchte to 
Magdeborch mpr wenn dre dusent hove wüste und dorp, de dar to 
horden, an anderen schaden." — Wieviel endlich das unaufhörliche 
Anwachsen des Besitzes der toten Hand zur Verwüstung der Orte 
beigetragen hat, dürfte noch zu untersuchen sein, denn das Beispiel 
anderer Staaten zeigt, dass dieser umstand für die Bevölkerung und 
ihre Vermögensverhältnisse immer verhängnisvoll geworden ist. 

Dieses werden im Wesentlichen die Verhältnisse sein, die die Ver- 
wüstung der zahlreichen Ortschaften herbeigeführt haben. Den Ge- 
winn davon hatten meistens die Städte , aber auch diejenigen Dörfer, 
welche bestehen blieben. Daher kommt es, dass es gerade im Bezirk 
des Nordthüringgaues kleine Dörfer kaum noch giebt, dass aber eine 



» Chroniken der deutschen Städte XXVII, Ö. 9. 
* Chroniken der deutschen Städte VII, S. 261. 



Digitized by VaOOQ 16 



XXVIII Einleitung. 

grosse Zahl derselben viele Städte anderer Gegenden an Einwohner- 
zahl übertrifft 

Die Verödung hat meist die kleineren Ortschaften betroffen, die 
besonders schwierige Existenzbedingungen hatten. Aber auch grössere 
haben dieses Schicksal gehabt Hallingsdorf, welches eine Kirche und 
Kapelle hatte, wird wüst, während sein Klialdorf, das benachbarte 
Stemmern, erhalten bleibt und zu einem blühenden Dorfe sich eriiebt. 
Ebenso Nordhausen, das auf Kosten seines Klials Hundisburg ver- 
schwindet, Gross-Siegersleben geht ein, wodurch Klein-Siegersleben in 
die Höhe kommt Auch andere grosse Dörfer, die Hampe bis auf 
80 Feuerstätten schätzt, wie Schwemmer, Nalbke, Marwitz, verschwinden 
im Laufe der Zeit, wir wissen nicht, aus welchen Gründen. — Manche 
Orte werden als wüst bezeichnet, kommen aber nachher wieder 
als bewohnte Orte vor, wie Nordgermersleben, Schwanfeld, Felge- 
leben, ohne dass sich die Dauer der Verwüstung, noch wie weit die- 
selbe erfolgt ist, erkennen lässt Wespen (Worspe) ist erst im vorigen 
Jahrhundert durch böhmische Exulanten wieder aufgebaut Bei der 
Ansetzung neuer Ansiedler nahm man überhaupt gern wieder alte 
Dorfstätten in Benutzung, wie z. B. mehrere Dörfer bei Aken (Menne- 
witz, Susigke, Chörau) und im Jerichowschen wieder aus der Ver- 
wüstung erstanden sind. Die Untersuchung Hampes über die Wü- 
stungen bei Calbe erfolgte auch zu dem Zwecke, um dort französische 
E6fugi6s anzusiedeln. Von manchen verwüsteten Orten haben sich 
entweder Reste als Güter oder Vorwerke erhalten oder sind auf den 
Dorfstätten neu angelegt, wie z. B. Tundersleben, Klein-Rottmersleben, 
Brumby, Glüsig, Gritzehne, Döben, Schricke, die wir nichtsdestoweniger 
als Wüstungen betrachten müssen. Abbendorf scheint sogar zwei- 
mal wüst geworden zu sein, wie es z.B. auch von Puppendorf im 
Jerichowschen bekannt ist 

Das Wüstwerden der Ortschaften haben wir uns nicht als einen 
schnell oder plötzlich sich vollziehenden, sondern als einen langsam 
und nach und nach geschehenden Vorgang zu denken. Neben be- 
wohnten Höfen kommen in manchen Dörfern wüste vor, z. B. in 
Elgau, Sanddorf, Dolfus; in Klein-Drakenstedt kommt 1406 noch ein 
Pfarrer vor, obwohl es schon 1370 als wüst bezeichnet wird. Bei 
manchen wird der Verfall der Kirche erwähnt, z. B. in Billingsdorf, 
und dies ist wohl der Grund, weshalb die Einwohner wegziehen. 
Ebenso findet sich der umgekehrte Fall, dass die Kirche erhalten bleibt, 
wenn das Dorf wüst ist, weil sie fester gebaut wai* als die Wohnhäuser. 



Digitized by VaOOQ 16 



Einleitung. XXIX 



In Döben z. B. besteht sie noch und dient als Brauerei, obgleich das 
Dorf schon vor mehreren hundert Jahren eingegangen ist. Namentlich 
die Türme haben sich lange erhalten, die von Nalbke und Nordhausen 
stehen noch, der von Hochau ist im Anfange des vorigen Jahrhunderts 
in das Wehr von Calbe verbaut. In Tundersieben macht man den Ver- 
such, die Kirche zu erhalten, um dadurch der Verödung des Dorfes 
vorzubeugen, aber vergebens. Manchmal wird die Kirche als desolat 
bezeichnet, wenn sie auch noch im Gebrauch und das Dorf noch vor- 
handen ist. Obödienzen und Archidiakonate bestehen auch bei wüsten 
Orten, wie bei Golditz, Bemsdorf, Selschen. Im allgemeinen aber ist 
anzunehmen, dass mit dem Aufgeben der Kirche und mit dem Auf- 
hören des Gottesdienstes eine Ortschaft aufhört zu existieren. Wenn 
also Glocken verkauft oder verschenkt werden, wie bei Leversdorf bei 
Eikendorf oder Glüsig oder wenn der Altar und die Heiligtümer an 
einen andern Ort verlegt werden, wie in Klein-Emden, so ist damit 
das Aufhören des Gottesdienstes und auch der Ortschaft besiegelt; das 
Gleiche ist der Fall, wenn, wie in Klinke, die Kapelle zum Abbruch 
bestimmt wird. Ebenso zeigt die Verleihung der Dorfmark an Be- 
wohner anderer Orte die Verwüstung eines Ortes an, wie in Konritz. 
Dagegen ist. die Bezeichnung der Äcker eines Dorfes als Mark durch- 
aus nicht dafür bezeichnend, dass dieses wüst geworden ist, denn die 
Bezeichnung ist überhaupt gebräuchlich für die Äcker der Dörfer. 

Das Eingehen von Dörfern war im Mittelalter für die Bewohner 
durchaus nichts Ungewöhnliches und Wunderbares, denn in der 
Schenkung des Dorfes Klein-Rottmersleben an Kloster Althaldensleben 
wird der Fall schon ins Auge gefasst, dass es möglicher Weise wüst 
werden könnte (c; 1360). 

Die meisten Dörfer sind schon geraume Zeit wüst gewesen, ehe 
sie als solche bezeichnet werden. Bei vielen kommt diese Bezeichnung 
überhaupt nicht vor, wie z. B. bei allen im Barby sehen Lehnbuch er- 
wähnten Orten, oder sie werden erst sehr spät als wüst aufgeführt 
Auch geht die Kenntnis der wüst gewordenen Orte bisweilen schnell 
bei den Menschen verloren. Dass es viele Wüstungen ohne Namen 
giebt, ist schon oben gesagt Der Kommissar Hampe berichtet, bei 
Löbnitz an der Bode seien zwei wüste Dorfstätten, deren Namen er 
Qicht habe erfahren können. Man braucht deshalb noch nicht anzu- 
nehmen, dass die Bewohner von Löbnitz sie absichtlich verschwiegen 
haben, um nicht die Aufmerksamkeit des Kommissars auf sie zu lenken, 
sondern sie haben vielleicht die Namen jener Wüstungen wirklich selbst 



Digitized by VaOOQ 16 



XXX Einleitnng. 



nicht gekannt In der Feldmark von Calbe, die allerdings eine sehr 
grosse Zahl von Wüstungen in sich schliesst, liegt ein wüster Ort 
Bubbene (Rawene), von dem noch 1499 ein Zins von 3 Hellem ver- 
liehen wurde. Aber schon 1585 sagen mehrere alte Leute, als sie vom 
Rate amtlich über diese Wüstung vernommen werden, aus, dass sie 
Gribbene und Gritzene wohl kennten, aber nicht wüssten, wo Rubehn 
gelegen habe. So war also dieser Ort in nicht ganz 100 Jahren voll- 
ständig aus der Kenntnis der Bewohner verschwunden. 

Die Namen mancher Ortschaften ändern sich im Laufe der Zeit 
so vollständig, dass sie kaum noch eine Ähnlichkeit mit den früheren 
Namen haben, wie viele Beispiele besonders der slavischen Namen be- 
weisen. Die slavischen Namen werden auch dem deutschen Idiom bequem 
gemacht: Casdre, Cascedre wird zu Kisdal und atzendal, Veterschip 
zu Vettersdorf, Nickeide zu Nickel, Nickelsdorf, Nicolausdorf, Konritz 
zu Konnertmark, Krewitz zu Kreitz und Kreutz. Dass aber sogar der 
ganze Begriff der Wüstung verloren geht, zeigt Ellingen oder Elfwegen, 
welches zum Eibwege wird. 

Von den früh wüst gewordenen Orten ist uns bisweilen durch 
einen Zufall in einer oder mehreren Urkunden der Name erhalten, 
aber ihre Stätte kennen wir nicht mehr. Eine Vermutung über ihre 
Lage lässt sich manchmal aus der Zusammenstellung mit anderen 
Orten, die zugleich mit erwähnt werden, machen, z.B. in den Auf- 
zählungen des Besitzes der Klöster (Kloster Berge, Ammensieben u. a.), 
aber bei manchen versagt auch dieses Mittel, wie bei Andorf, Biwem; 
Bychensdorf muss bei Calbe, beide Kattendal in dem Amt Oschersleben 
gelegen haben, aber weiter kommen wir in der Bestimmung nicht 
Sie sind eben vergessen und kommen daher in der späteren Zeit, in 
der die Urkunden zahlreicher sind, nicht mehr vor. 

Aber nicht nur die Namen, sondern sogar die Marken mancher 
Orte kamen in Vergessenheit, zumal in den Waldgegenden im Norden, 
wo der Wald die Stätte bedeckte, die einst unter dem Pfluge gelegen 
hatte. Meist wurden die wüsten Dorfmarken überhaupt nicht bebaut, 
sondern wurden Weide (z. B. Klein-Drakenstedt), sie wurden also nicht 
Eigentum eines einzelnen, sondern Gemeindeland der benachbarten 
Ortschaften, oft Koppelweide mehrerer anliegenden Orte, woraus sich 
dann später oft Streitigkeiten und Prozesse entwickelten, wie in Acken. 
dorf bei Salze, Jeser, Klein-Hakenstedt, Klein-Drakenstedt. 

Die Bestimmung, wohin die einzelnen Regestßn gehörten, war 
bei gleichnamigen Orten, teils Wüstungen, teils bestehenden Orten, 



Digitized by VaOOQ 16 



.Emleitung. XXXI 



nicht immer leicht, z. B. Hohndorf, deren in unserem Gebiet 3 Wü- 
stungen, bei Germersieben noch eine Wüstung und bei Neugattersieben 
ein noch bestehendes Dorf liegen ; ähnlich war es bei Baiberg, Bründel, 
Osmarsleben, Sanddorf u. a., am schAvierigsten war die Sache bei den 
verschiedenen Niendorf und Neindorf, die nur schwer in manchen 
Fällen auseinandergehalten werden konnten. Bei anderen Orten gleichen 
Namens wurde die Schwierigkeit dadurch gehoben, dass sie in ver- 
schiedenen Diözesen lagen, wie z. B. Dodendorf, Stemmern, von denen 
die Wüstungen in der Halberstädter, die bestehenden Orte in der 
Magdeburger Diöcese liegen. Es war also in manchen Fällen wohl 
wichtig, die Diöcesanverhältnisse zu kennen. 

Die Marken der eingegangenen Ortschaften wurden, wie schon ge- 
sagt, von den benachbarten Orten in Besitz genommen, mit oder ohne 
Berechtigung. Bisweilen hat man den Versuch einer Neubesiedelung 
gemacht, wie bei der Einwanderung der Franzosen. Der von der 
brandenburgischen Regierung mit der Aufsuchung der Wüstungen be- 
auftragte Kommissar Hampe hat darüber einen interessanten Bericht 
geliefert, dessen wir schon mehrfach Erwähnung gethan haben. Wir 
erfahren daraus auch, dass die Bewohner derjenigen Orte, die Wü- 
stungen in Besitz genommen hatten, ein Interesse daran hatten, diese 
zu verheimlichen, um nicht gezwungen zu werden, den Besitz, den sie 
durch Verjährung erlangt zu haben meinten, wieder herauszugeben. 
Interessant ist sein Bericht vom 26. Oktober 1699 an den Präsidenten 
von Dankelmann und die Kammer in Halle. Er beginnt: 

„Auf Ew. Ew. Excell. Excell. von d. 16 huius gnädiges an mich 
abgelassenes Schreiben und Befehl, ob ich (1) probabiliter könne 
darthun, dass die angegebenen Feldmarken bei und um Calbe nie- 
mals vorhin zu der Stadt, sondern gewissen Dorfschaften, wovon sie 
ihren eigenen Namen führen, gehört haben. 

Darauf gebe, was den 1. Punkt und in specie der Stadt Calbe 
anlanget, unterthänigen Bericht und Antwordt, dass allerdings die 
wüsten Dorf Schäften und Äcker, so ich angegeben imd so bey und 
um Calbe liegen, gewisse Dörfer gewesen, so da ihre eigene Felder 
gehabt und niemahls zu der Stadt gehöret haben , und muss die 
Stadt Titulum produciren, wo sie zu solchen Dörfern und deren 
Äckern gekommen sei. Dass aber Ew. Ew. Excell. Excell. nichts 
von denen wüsten Dörfern, so die Stadt Calbe in Besitz hat, haben 
können erfahren, ist die Ursache, weil sie sich von diejenigen sich 
solche haben zeigen lassen, die doch am meisten Äcker davon be- 



Digitized by VaOOQ 16 



XXXII Einleitung. 

sitzen, hätten sie aber diejenigen, so ich in meiner Specification als 
Zeugen angegeben, erfordern lassen, würden Sie anders berichtet 
worden sein. Der Herr Rath Reichenbach hat viele davon gehabt, 
die meisten aber davon wiederverkaufet; die Ursache ist leicht zu er- 
messen, und sich in der Bürgerfeld welche angeschaffet Der Postmeister, 
welchen Sie gleichfalls befraget, sambt den ganzen Rath daselbst, 
hat auch viele davon, ingleichen auch der Baurmeister Namens 
Jochim Hermersdorff, welchen der Oberamtmann von Ponnir heraus- 
gesandt, und dass femer der Stadt Magistrat alle alte beim Rathause 
befindliche ührbücher und Catastra Ew. Ew. Excell. Excell. vor- 
geleget, ist gut, ich glaube aber, dass sie wohl das beste, woraus die 
besten Nachrichtungen hätten können gezogen werden, nicht Ew. 
Ew. ExcelL Excell. werden gezeiget und vorgeleget haben.*' 

Wie hier in Calbe wird es auch an anderen Orten gewesen sein, 
denn auch noch von einem anderen Dorfe berichtet Hampe, dass ihm 
der Richter (Ortsschulze) falsche Angaben gemacht habe um seines 
eigenen Vorteils willen. 

Die Lage der Wüstungen zu bestimmen, ist für die Kenntnis der 
früheren topographischen und wirtschaftlichen Verhältnisse von grosser 
Wichtigkeit. Eine Topographie des Herzogtums Magdeburg wollte 
schon der Administrator August herstellen lassen und er erliess daher 
am 1. Juli 1652 eine Aufforderung an die Amtleute, Prälaten, Ritter- 
schaft u. sw., Nachrichten über die einzelnen Ortschaften zusammen- 
zustellen ; auch sollten die örter abgemalt werden. Darauf ist aber nur 
von dem Amtmann von Sommerschenburg eine Aufstellung erfolgt, die 
auch auf die" wüsten Ortschaften Bezug nimmt. Eine solche Topo- 
graphie hat dann Gebhard von Avensleben* hergestellt, die auch mit 
Abbildungen versehen ist und auf die Wüstungen Rücksicht nimmt, 
aber sie ist in dieser Hinsicht doch so wenig ausführlich und bringt 
durchaus nichts, was nicht auch sonst bekannt wäre, so dass ich bei 
meiner Arbeit sie nicht weiter berücksichtigt habe. Ob diese Topo- 
graphie Alvenslebens mit jenem Plane des Administrators August zu- 
sammenhängt, ist mir nicht bekannt. 

Auch die preussische Regierung traf 1825 eine Verordnung, auf 
den Stätten der wüsten Ortschaften in der Provinz Sachsen Denksteine 
errichten zu lassen. Die Anregung dazu scheint von dem Pastor 
Stephanus Kunze zu Wulfersdorf, einem verdienten Altertumsforscher, 
ausgegangen zu sein, der vorgeschlagen hatte, dass auf den Säulen 

' Manuskript auf der Stadtbibliothek zu Magdeburg. 

Digitized by VaOOQ 16 



EinleitBDg. XXXiti 

ausser den Namen der Wftstangen auch die Zeit ihres Bestehens ein- 
geschrieben werden sollte. Das Anschreiben, welches der Landrat des 
Kreises Nenhaldensleben an die Ortsvorsteher seines Kreises eriiess 
und welches wohl gleichlautend in den übrigen Kreisen der Provinz ^ 
erlassen worden ist, lautet folgendennassen:* 

Es ist hohem Orts der Vorschlag gemacht worden, auf den 
Stellen der wüsten Ortschaften in der Provinz Sachsen Denksteine 
errichten zu lassen. Dieser Vorschlag ist in liistorischer und topo- 
graphischer Beziehung hohem Orts genehmigt, und um deshalb werden 
die Herren Ortsvorsteher im hiesigen Kreise hierdurch aufgefordert, 
von den bei ihren Gemeiden befindlichen wüsten Dorf- und Ort- 
schaften Notizen zu sammeln, davon eine Nachweisung aufzustellen, 
und solche bei mir binnen 2 Monaten einzureichen. Ich erwarte 
übrigens, dass die vorzunehmenden Ausmittelungen mit Rücksicht 
auf ältere Urkunden, Chroniken, Landcharten, Feldlagerbücher, Sagen 
und örtliche Nachforschungen angestellt werden und ich möglichste 
Vollständigkeit und Genauigkeit erhalte, weshalb sieh die Herren 
Ortsvorsteher an die Herrn Ortsprediger mit verwenden mögen. 
Nenhaldensleben, den 10. Okt. 1825. 

Der Landrath. 

Der Vorschlag schien ganz vortrefflich, nur war er sehr schwer 
durchführbar, vollends nicht durchführbar in einer Zeit von 2 Monaten 
und nicht von Ortsvorstehern, selbst nicht von Pastoren, denen weder die 
nötige Sachkenntnis, noch die genügenden Urkunden und Archivalien zur 
Verfügung standen, um eine so schwierige Arbeit zu bewältigen. 
Diese Leute besassen zwar die nötige Ortskenntnis, um die in ihrer Ge- 
markung noch deutliche Spuren tragenden Wüstungen zu erkennen, 
aber über die anderen konnten sie keine Auskunft geben. Jene Ver- 
ordnung der Regierung ist dann auch nirgends zur Ausführung ge- 
kommen, wohl weil man die Schwierigkeiten erkannt hatte und weil 
sicher kaum viele Angaben über wüste Orte eingeliefert waren. Immer- 
hin ist es zu bedauern, dass die Verfügung nicht wenigstens so weit 
ausgeführt worden ist, als sich noch äusserlich Spuren der Wüstungen 
erkennen liessen, was sich ohne grosse Mühe und ohne gelehrte Studien 
hätte bewerkstelligen lassen. Es würde sich dadurch auch jetzt, wo durch 
die Separation alle Spuren verwischt sind, noch mancher Zweifel lösen 



* Auch im Kreise Calbe z. B. war ein gleicher Befehl ergangen. 

• Mitgeteilt von Behi-ends in den AlJtmärk. Jahieöberichten V, S. 59. Anmerk. 



Digitized by VaOOQ 16 



XXXIV Einleitung. 



lassen. Freilich hätte man sich mit der Aufschrift des Namens auf den 
Säulen begnügen müssen , denn die Zeit des Bestehens der wüsten Orte 
zu ermitteln, ist nach unseren Ausführungen ein Ding der Unmöglichkeit. 

Dass man die Wüstungen vollständig ruinierte , davon erzälüt 
Hampe ziemlich ausführlich von dem Dorfe Hohndorf bei Calbe; die 
Bewohner von Calbe sahen den wüsten Ort als einen bequemen Stein- 
bruch, an. Auf amtlichen Befehl wurde der Kirchturm von Flochau 
in das Wehr zu Calbe, die Trümmer der Burg Warten berg in die 
Citadelle von Magdeburg, die prächtige Kirche von Gottesgnaden sogar 
in die Schleuse bei Calbe und in den Kanal von Prohse nach Calbe ver- 
baut. So wird es überall gewesen sein. Durch die Beseitigung der 
Gebäude wurde ja auch die alte Dorfstätte wenigstens zur Weide 
passend. Was über der Erde lag wurde also abgebrochen, die Brunnen 
wurden verschüttet und die Erde deckte allmählich mit einer sich 
nach und nach verstärkenden Decke den Untergrund, so dass noch 
jetzt bei Ausschachtungen nicht selten die alten Fundamente zu Tage 
treten. Ortskundige Leute werden auch noch aus manchen anderen 
äusseren Zeichen, wie Baurapflanzungen, ^ Teichen, künstlichen Boden- 
erhebungen, grösseren Äschespuren u. s.w. die frühere Lage eines wüsten 
Dorfes erkennen können. Aus den Namen der Feldmarken, die oft noch die 
der früher dort vorhandenen Dörfer tragen, lässt sich wenigstens un- 
gefähr noch ihre Lage bestimmen, wenn auch nicht genau mehr die 
Dorfstätte erkennbar ist. Durch solche Beobachtungen an Ort und 
Stelle hat der Allerverein die Dorfstätten von 86 wüsten Orten festgestellt, 
ohne dazu die geschichtlichen Quellen zu benutzen. Dies ist für Orts- 
kundige in ihrem Bezirke wohl möglich, in einem weiteren Gebiete aber, 
vollends wenn man des Ortes nicht kundig ist, rein unmöglich. Die Auf- 
stellung einer Wüstungskarte ist daher mit grossen Schwierigkeiten ver- 
bunden, besonders wenn man berücksichtigt, dass eine grosse Zahl Wü- 
stungen sich örtlich überhaupt nicht oder nur ungefähr nachweisen lassen. 

Dies sind die Bemerkungen, welche sich zunächst aus dem 
Wüstungsverzeichnis ergeben. Dass die lokalgeschichtlichen Studien 
dadurch eine grosse Bereicherung erfahren und dass noch in mancher 
anderen Beziehung sich zu interessanten Untersuchungen Stoff aus 
dem Wüstungsverzeichnis gewinnen lässt, bedarf kaum der Erwähnung. 
Dies aber muss den einzelnen Forschern überlassen werden. 



^ Behrends, Altmärk. Jahresbericht VI, 8. 125 



Digitized by LjOOQ 16 



Die Wüstungen im Nordthüringgau. 



Digitized by CjOOQ l€ 



Digitized by VjOOQ 16 



1.2. Abbendorf, Appendorf. 

Zwei wüste Dörfer gleichen Namens, von denen das eine sicher bei Osterweddingen, 
das andere wahrscheinlich ganz in der Nähe von Bönnekenbeck gelegen hat. Welches 
von beiden Dörfern in den urkundlichen Nachrichten gemeint ist, ist meist nicht zu 
unterscheiden, darum haben sie auch nicht von einander getrennt werden können. 

941. 28. April. König Otto L schenkt dem Moritzkloster in Magdeburg 
den vom Bischof von Halberstadt eingetauschten Zehnten in — Oster- 
vattinge, Suldorp, Ottersleba, Apendorf, item Apendorf — . 
(M.G.DD.I, 8.123.) 

946. 29. Juli. König Otto I. wiederholt die Schenkung (Apendorf, 
item Apendorf), die auch die Zustimmung des Erzbischofs Friedrich 
von Mainz erhalten hat (M.G.DD.I, S.158.) 

1145. 11. Jan. Papst Lucius II. bestätigt dem Kloster Berge seine Be- 
sitzungen, darunter in Othmersdorp, Abbenthorp, — Wanzlove, 
Appenthorp, Olvenstidi. — (G.Q.IX, No.30.) 

1209. IS.Dezbr. Papst Innocenz III. bestätigt dem Kloster Berge seine 
Besitzungen, darunter in — Appenthorp, Abbenthorp. — 
(G.Q.IX, No.59.) 

1306. Kloster Berge kauft ehemalige Lehengüter, die Ritter Bethemann 
von Berge zu Lehen gehabt, zurück und zwar 2^/2 Hufe und einen 
Hof in dem Dorfe Berge, ferner Höfe in Appendorf und in Berge. 
(G.Q.IX, No.158.) 

1840. Nicolaus dictus de Appendorp ist Konventual in Kloster Berge. 
(G.Q.IX, N0.20O.) 

C.1370. Hey so de Stenforde hat vom Erzstift zu Lehen u.a. zu Oster- 
weddingen und von der wüsten Mark zu Ammendorf 15 Mark 
Geldes. (G.Q.XVI, S. 54. 153.) 

1423. 20. Febr. Kloster Berge genehmigt, dass Henning Schartau, Knappe 
in der Neustadt Magdeburg, 5 Schillinge von einer halben Hufe in 
Abbendorp, die Fricke Winkel zu Oster weddingen unter dem 
Pfluge hat, und 4 Schillinge und 8 Pfennige von der Slenninger 
Mark dem Augustinerkloster in Magdeburg auflässt. (G. Q. XXVII, 
Nr. 163.) 

1447. Erzbischof Friedrich belehnt den Dompropst Arnt Treskow und 
seine Brüder mit 24 Mark jährlich am Felde und Dorfe «Oster- 
weddingen und an der wüsten Mark Abbendorf. (Cop. 36, S.534.) 

1466. 23.Septbr. Erzbischof Friedrich verpfändet an Henning Schartau 
und seine Frau Sophie die Einkünfte, welche Erzbischof Günther 
vorher Gone von Zerbst verschrieben hatte, nämlich zu Beyendorf 
29 Schillinge, an etlichen Höfen zu Schrodorf löi/^ Schilling, 

Digitizld*by Google 



l)ie Wüstungen im Nordthüringgati. 



8 Schillinge an einem Garten vor dem Jnslebischen Thore, zu Barde- 
leben einen halben Wispel Roggen, zu Widersdorff 8 Schillinge und 

4 Hühner, zu Kistal 4 Schillinge und 8 Hühner, zu Bonekenbeke 

5 Schillinge und 2 Hühner, zu GroBS-Ottersleben einen halben Vier- 
dung, zu Abbendorf 3 Schillinge, zu Glöthe 14 Schillinge, zu 
Eikendorf einen Vierdung weniger ein Quentin, zu Waltersdorf 
10 Hühner und 3I/2 Schilling. (Cop.66 fol.l9lM 

1467. 10. Jan. Erzbischof Friedrich belehnt den Dompropst Amd Treskow 
und seine Brüder mit 24 Mark jährlich aus Osterweddingen und 
an der wüsten Mark Abbendorff, die weiland Heyse von 
Steinfurt gehabt und von denen er 14 Mark an Magdeburger Bürger 
verkauft, die übrigen 10 seiner Wittwe Rixse geb. von Beichlingen 
als Leibzucht hinterlassen hatte. (Cop. 36 fol.545.) 

1464. 4.Novbr. Claus Arnd zu Osterweddingen verkauft mit Genehmi- 
gung des Abts von Kloster Berge einen halben Wispel Weizen 
jährlich aus seinem Hofe und 23 Morgen zu Osterwecfdingen und 
3 Höfen auf AbbendorpeMark für 30 Schock Groschen an 
das Lorenzkloster in der Neustadt. (G.Q.IX, No.321.) 

1478. Der Abt von Kloster Berge belehnt Drews Persick mit 1/, Hufe 
in Abbendorf; ebenso Moritz Sampeleve mit 8 iugera und 1 curia, 
auch einer freien Hof statte vor dem Dorfe. (Berg. LB. fol.l5.) 

1479. I.April. Abt Andreas von Berge belehnt die Brüder Hans und 
Hermann Velpennig mit einem Hof zu Osterweddingen, 13 freien 
Morgen daselbst und 5 Vierteln Landes auf Abbe ndor per Mark, 
14 Höfen zu Abbendorp, einer Wiese und 8 Worten daselbst, 
3 Hufen und 2 Morgen zu Gline, einem Salzkot zu Sülldorf, der 
Mühle vor diesem Bleke und der Mühle vor Abbendorp. (G. Q. IX, 
N0.437.) 

1480. 6. Juli. Der Abt von Berge verträgt sich mit Peter Herwest zu 
Osterweddingen wegen unterlassener Zinszahlung von einer halben 
Hufe in campo Abbendorp. (Berg.LB. fol.24); derselbe belehnt 
Heydeko aus der Sudenburg mit einem Viertel in Abbendorf. 
(Ib.fol.l5\) 

1482. Der Abt von Kloster Berge belehnt Cvriacus und Peter Lange 
mit einem Viertel Ackers und 6 Hofstätten in Abbendorp. 
(Berg.LB.fol. 15^) 

1483. Der Abt von Berge belehnt den Augustinerprior in Magdeburg 
mit 5 Schillingen Zins von einer halben Hufe in Abbendorf. 
(Berg.LB. fol.l5\) 

1484. 23.Jan. Abt Andreas zu Kloster Berge bezeugt, dass Drewes 
Kerchoff zu Osterweddingen an den Vikar Henning Husslitten 

6 Scheffel Weizen jährlich aus einer halben Hufe Zinsgutes zu 
Abbendorpe verkauft hat (Cop.31 fol.269.) 

1484. 10. NovbP. Kloster Berge belehnt Witwe Dse Sampleben mit Wohn- 
hof und Acker in Osterweddingen sowie mit 3 Vierteln und V 2 Morgen 
auf Abbendorf er Mark. (G.Q.IX, No.518.) 

Digitized by VaOOQ 16 



1.2. Abbendorf, Appendorf. 



1486. 28. Juni. Der Abt zu Berge belehnt die Gebrüder Mulre mit der 
vorher von Claus Arnd zu Lenn getragenen halben Hufe auf Ab b en- 
dorper Feld. (G.Q.IX, No.550.) 

1487. 29. Harz. Der Abt zu Berge belehnt Lorenz Bodeket zu Oster wed- 
dingen mit der demselben von Drews Persick für 16 Schock alter 
Groschen wiederkäuflich verkauften halben Hufe auf Ab ben dorper 
Mark. (G.Q.IX, No.566.) 

1487. 4.Novbp. Der Abt zu Berge genehmigt den Verkauf eines Jahr- 
zinses von einer halben Hufe auf Abbendorper Feld seitens 
Drews Kerghofs in Osterweddingen an Pfarrer und Altaristen von 
S. Peter in Magde-burg. (G. Q. K, No. 672.) 

1488. 19. Harz. Der Abt zu Berge belehnt Merten Sommerveld und An- 
tonius Ruer zu Osterweddingen mit einer vorher von Claus Arnd zu 
Lehn getragenen halben Hute auf AbbendorperMark. (G. Q. IX, 
No.579.) 

1489. 9. Jan. Der Abt zu Berge genehmigt den wiederkäuflichen Verkauf 
eines Zinses von einer halben Hi5e auf Abbendorper Felde 
durch Drews Persick an Fricke Duvel. (G.Q.1X, No.592.) 

1491. 14. Harz. Der Abt zu Berge genehmigt den wiederkäuflichen Ver- 
kauf eines Zinses von einem Viertel Weizen von einer halben Hufe 
auf Abbendorper Felde durch Drews Kerkhof (G.Q.IX,No.621.) 

1496. 20. Febr. Der Abt zu Berge genehmigt den für 10 Rhein. Gulden 
wiederkäuflichen Verkauf von 1 Viertel Weizen Jahrzins aus einer 
halben Hufe auf Abbendorper Felde durch Marcus in Oster- 
weddingen an Lorenz Bodeker in Gross-Salze. (G.Q.IX, No. 766.) 

1497. 29. Harz. Der Abt zu Berge genehmigt den für 62 Rhein. Gulden 
wiederkäuflichen Verkauf von 1^/« Wispel Weizen Jahrzins aus 
3 Hufen, nämlich 18 Morgen auf Abbendorper und 18 Morgen 
auf Osterweddinger Feld, durch Drewes Kerkhof zu Osterweddingen 
an das Kloster S. Lorenz in Neustadt-Magdeburg. (G. Q.IX, No.832.) 

1498. 22. April. Der Abt zu Berge belehnt Tile Beigendorf zu Osterwed- 
dingen u.a. mit 9 Morgen imd mit einer von Steffan Mulre ge- 
kauften halben Hufe auf Abbendorper Feld. (G.Q.IX,No.852.) 

1498. 12. Jnoi. Der Abt zu Berge belehnt Heyne Schonebudel zu Oster- 
weddingen u.a. mit 2 Worten und 1^2 Viertel auf Abbendorfer 
Feld. (G.Q.IX, No.856.) 

1498. 25. Oktbr. Der Abt zu Berge genehmigt, dass Genannte in Osterwed- 
dingen der Köchin des Pfarrers dortselbst 3 teils auf Osterweddinger 
teils auf Abbendorfer Felde belegene Viertel Landes auf 6 Jahre 
für 12 Gulden verkaufen. (G. Q. IX, No. 865.) 

1499. 24. Mai. Der Abt zu Berge genehmigt den für 100 Gulden wieder- 
käuflichen Verkauf von 2 Hufen zu Osterweddingen, wovon 1 Viertel 
auf Abbendorfer Felde liegt, durch Lorenz Boteher, Bürger in 
Sudenburg, an Hans Schechting zu Magdeburg und dessen Sohn 
Matthias in Diesdort. (G.Q.IX, No.879?) 



Digitized by VaOOQ 16 



Die Wüstungen im Kordthüringgau. 



1499. 2. Novbr. Der Abt zu Berge belehnt Tile Rode zu Schwaneberg mit 
einer Hufe auf Abbendorfer Mark. (G.Q.IX, No.887.) 

1499. Der Abt zu Berge bekundet, dass Hermann Vilpenn ig zu Neustadt- 
Magdeburg an Michael Kerckhoff, Altarist zu S. Anna in Magdeburg, 
einen Zins von einem Wispel Weizen aus 3 Hufen auf Abbendorfer 
Feld vor Osterweddingen wiederkäuflich verkauft. (G.Q. IX, No.895.) 

1501. 14. Mai. Der Abt zu Berge belehnt Thomas Ruther mit Stöcken zu 
Osterweddingen und 15 Morgen auf Apendorfer Mark. (G.Q.IX, 

No.919.) 

1501. 10. Dezbr. Der Abt zu Berge belehnt die Gebrüder und Vettern Hark- 
stro mit dem Zehnten u.a. zu Apendorf. (G.Q.IX, No.930.) 

1505. 3. April. Ludeke und Hermann Keller verkaufen ihre 2 Anteile 
des halben Kornzehnten auf dem Bonigbegschen und Aben- 
dorffschen Felde an Ludeke Lam zu Magdeburg. (G.Q. XXVIII, 
No.1319.) 

1562. Kloster Berge hat in Osterweddingen und Abbendorf 25 Pacht- 
hufen und die Mühle. — Gottschalk Mechau zu Haldensleben hat eine 
halbe Hufe auf Abbendorfer Felde zu Lehn. (G.Q.IX,No.l062.) 

1663. 22. April. Erzbischof Sigismund belehnt die Gevettern Keller u.a. 
mit dem halben Garbenzehnten uffBenikebecke und Abbendorffe 
fei de. (Cop.44 fol.14'.) 

1595. 30. März. Andreas von Wüstenhofs Erbkaufbrief für Heinrich, 
Albrecht und Sigmund Julius Mynsinger von Frundeck, Erbkämmerer 
des Fürstentums Braunschweig, über den Zehnten zu Bönnekenbeck 
und Abendorf. (Gr. s. r. Boennekenbeck No. 1.) 

1653. Im Appendörfischen Felde finden sich an Zehntäckern 
214 Morgen. (R.B. der Möllenvogtei V, S. 956.) 

1684. Bürgermeister Lentke in Magdeburg hat den Zehnten auf Appen- 
dorifer Mark bei Osterweddingen, wofür die Bauern jährlich 
12 Thaler geben. Er zahlt für den Appendorfer und Bonnicken- 
becker Zehnten der kurfürstlichen Kanzlei in Halle jährlich 22 Thaler 
12 Groschen, der Möllenvogtei als Kanon einen Thaler. (Steuer- 
professions-Protok.) 

1699. Als wüste Dorfschaften , die Osterweddingen in Besitz genommen 
hat, werden die Abbendorffsche und Abenrodische^ Mark 
genannt. (A.Magd.Cammer II, No. 268.) 

1712. 1. Novbr. König Friedrich I. belehnt Andreas Wichmann für die 
Gemeinde Osterweddingen mit dem von dieser 1710 gekauften halben 
Abbendorfischen Zehnten; ebenso mit dem halben Garben- 
zehnten in der Abbendorfer Feldmark gegen einen Erbzins von 
18 Groschen. (Cop. 56.) 

litteratar: Falke, Irad, Corbei, S. 44. — Magdeh. OeschichtsbL XII, S. 176. 

* Einen Ort Abenrode hat es nicht g^eben. In dem Aktenstück, ans dem 
jene Notiz stammt, sind die Namen überhaupt sehr ungenau. Wahrscheinlich 
ist die andere Abbendorfer Feldmark gemeint. 



Digitized by VaOOQ 16 



1. 2. Abbendorf. — 8. Aveüdor£ — 4. 5. Gross- und Elein-Ackendorf. 



Adelegerstorp s. Edelerstorp. 



3. Avendorf. 

Vielleicht bei Ummendorf, Kreis Neuhaldenslebeii. 

1160. 2. März. Papst Viktor IV. bestätigt dem Kloster Marienthal u.a. 
4 von der Gräfin Hoda (von Altenhausen?) geschenkte Hufen in 
Aventhorp. (v. Pflugk-Hartung, Acta inedital, No.321.) 

1226. Bischof Friedrich von Halberstadt übereignet dem Kloster Marien- 
thal den Zehnten de duabus villulis desolatis Tammen- 
roth et Avendorp, den nach Empfang von 12 Mark seitens 
des Klosters der Inhaber Friedrich von Ossendorp seinem Lehnherrn 
Erlewin von Uramendorf, dieser dem seinieen, dem Edlen Hermann 
von Harbke, dieser endlich dem Bischof aufgelassen. (Schmidt, 
Hochstift Halberst.1, No.587.) 



4.6. Gross- und Klein- Ackendorf. 

Bei f^gendorf naeh Mühlingen zu, Kreis Calbe. 

1271. Burchard, Walter und Albrecht von Barby resignieren der Äbtissin 
Bertrade von Quedlinburg die slavische Vogtei über 621/2 Hufe, 
darunter von 6*/? Hufe zu Akendorf. (Magd. Reg.H, No. 64.) 

1271. Burchard, Walther und Albrecht von Barby verkaufen die säch- 
sische Vogt€i über 49 Hufen, darunter 5 in Ackendorp an die 
Abtei Qu^linburg. (v. Heinemann, C.d.Anh.n, No.394.) 

cl370. Hans, Conrad, Hiniik Wessekens haben vom Erzstift zu Lehen 
u.a. — in antiqua Weddinghe V quartalia, — in campo Stemmer 
I mansum, — apud sanctum Mychahelem I aream, — in Acken- 
dorp nil quartalia agri solventes HH solidos cum H puUis. 
(G.Q.XVI, 8.44.) 

1398. Unter den erzstiftischen Lehen zu Schönebeck: Nicolaus Czappele 
de Schonebeke habet VII quartalia agri et H curias desertas in 
campis et villa Akendorp. (G. Q.XVI, S.286.) 

1399. Unter den erzstiftischen Lehen von Gross-Salze: Silvester Snyde- 
wind habet ^/, sartaginem in fönte gutjar, V choros et X modios 
siliginis et avene up der marke zcu lutken Ackendorp uff 
X hixfen, (aQ.XVI, S.234.) 

1430 — 1466. Die Pröpstin von Quedlinburg hat Zinsen und Zehnten aus 
parva Ackendorpp (Ockendorp.) (CJop.814.) 

1446. Sebastian, Cone und Hans Snydewind haben vom Erzbischof Friedrich 
zu Lehen u. a. 5 Wispel 10 Scheffel Zehent auf der Marke zu 
lutken Akendorff. (Cop. 36 S. 454.). — Wiederholt 1450. 
(Ibid., 8.472.) 

1458. Heinrich und Ludwig Alemann haben vom Stift Halberstadt zu 
Lehen u. a. b^L Wispel Roggen und Hafer an 12 Hufen auf der 
Feldmark zu Ackendorp. (Cop. 474 fol. 41\) 

Digitized by VaOOQ 16 



8 Die Wüstungen im Nordthüringgau. 

1477. S.Härs. Hans Snydewin zu 6ross-8alze erhält vom Erzbischof 
Ernst zu Lehen u. a. 5 Wispel und 10 Scheffel Korn Zehen t auf 
dem Felde zu Ackendori und der Hufen sind 10 und eine 
Hufe auf dem Felde zu Elmen. (Cop.41 fol.266.) 

1478. 22. Dezbr. Sivert von Döben erhält vom Stift S. Oangolphi zu 
Magdeburg mehrere Äcker, darunter eine Hufe, die im dritten Felde 
auf dem Felde zu Diestel 4 Morgen hat zwischen Doben und 
Ackendorpe und dem Solte. (Or.) 

1486. 30. Oktbr. Heinrich Snydewindt zu Salze erhält vom Erzbiechof 
Ernst zu Lehen 5 Wispel und 10 Scheffel auf dem Felde zu lutken 
Ackendorp. (Cop.41 fol.276.) 

1494. Claus zur Leuchten ist vom Grafen Burchard von Barby beliehen 
mit IVjHufe zu groszen Agkendorff. (Cop.431 fol. 113.) 

1494. Die Grafen von Barby haben zu verleihen 16 Schillinge und eine 
Hufe zu Akendorf und Atzendorf. (Cop.431 fol.6\) 

C.1600. Drewes Steffen ist vom Grafen Burchard von Barby beliehen 
mit 5 Viertel Ackers zu Ackendorf. (Cop.431 fol.157^) 

1604. Blesius Wysze zu Gross-Mühlingen hat vom Grafen von Barby fu 
Lehen 3 Viertel Landes zu Ackendorff. (Cop.451 fol.l31.) 

1624. 9. Dezbr. Kardinal Albrecht belehnt Stefan Hoyer und lohann 
von Ampforde zu Magdeburg u. a. mit einer Hufe zu Akendorf 
und einer halben Hufe zu F?ose. (Cop.113 fol. 131.) 

1628. Die Pröpstin von Quedlinburg hat Einkünfte lu Egerstorff dy 
kleynen Akendorff ische Mark genannt (Cop. 818.) 

1639. 4. Febr. Die Pröpstin Margarethe von Quedlinburg belehnt die Ude- 
leben zu Gross-Salze u a. mit Gütern zu Klein-Ackendorf. 
(Cop. 818 fol. 177.) 

1669. 28. Jan. Die Pröpstin Anna von Quedlinburg belehnt loachim 
Roder zu Magdeburg mit einer halben Hufe auf lutgen Acken- 
dorff er Mark vor grossen Mühlingen. (Cop. 818 fol. 131.) 

1634. 27. An^. Bei der Grenzbeziehung zwischen der Grafschaft Barby 
und Salze sind Steine gesetzt 1. auf dem Felgelebischen Felde in 
einem Grasewege; 2. ein Stein zwischen den 37 Morgen gleich im 
Döbischen Felde und daneben ein ander alter Stein, der des Vor- 
werks Döben Äcker scheidet; 3. ein Stein zwischen der Gross - 
und Kl ein -Ackendorfi sehen Mark in einem Grasewege und 
4. ein Stein auf der Ackendorff er Mark am Sauren Anger. 
(A.ErzstM.I, No.60.) 

1661. In dem Grenzbezuge zwischen dem Amt Calbe und dem Amt 
Mühlingen heisst es: 

Zu Ende dieser Wuhne — stehet auch ein Stein und gegenüber 
auch einer, von dar herunter uf die Boren (?) von Mühlingen 
Ufwurf ist an dem Grasewege, der auf dem Papenthieg oder Egel- 
dieck stosset, ein Stück, so dem H. Amtsschreiber von Mühlingen zu- 
kommen soll, da ginge, der Egersdorffer Bericht nach, die Idühlin- 

Digitized by VjOOQ IC 



4. 5. Gro0B- und Klein- Ackendorf. — 6. Ackendorf. 9 

gische Grenze aus und bliebe der Papenthieg und Egeldieek, nach 
den Eggersdorffern, — doch ist der Graseweg alhier beiden Grenzen 
zum Scheide gesetzet, bis an die Ackendorffer Marke, so in das 
Mühlingische territorium gehöret Um diese Ackendorffer Marke 
herunter bis an dem Alt -Salzischen Graben haben die Mühlinger 
ihre Grenze praetendiret und den gantzen EggersdorflFischen Anger 
haben wollen, weil aber die Eggersdorffer contradiret und diesen 
Aneer vor erzstifilisch Grund und Boden angegeben, und behaupten 
wollen, ist dieser Streit zur Zusammenkunft; und Communication 
ausgesetzet Um die Ackendorffische Marke haben die Eggers- 
doner bis an die mittelste Brücke uf den zu Grase gemachten 
Anger und der Heerstrassen samt den Alt-Saltzem, weil die von 
dem ihren und der Landgraben von ihnen jederzeit ausgeworfen 
werden müssen, Erzstifilischen Grund und des Amts Calbe Gerichte 
praetendiret, so die Mühlinger nicht gestehen wollen. (A.Herz. 
Magd.Vn, No.llO.) 

1664. 20. Aq^. In dem Grenzbezuge zwischen den Ämtern Calbe und 
Mühlingen sagt Herr von Eckard zu Salze aus, dass zwischen 
Gross-Ackendorff und Klein-Ackendorffer Mark zu di- 
stinguiren sei, mit dem Vorwande, dass ja die Gross-Acken- 
dorff er Marke anhältisch territorium, diese, die Klein-Acken- 
dorffer Marke aber Magdeburgische Hoheit wäre. (A. Herz. M. 
Landesreg. VII, No.llO.) 

1667. Auf dem Ackendorfschen Felde bei Salze liegen 96 Morgen 
oder 3 Hufen 6 Morgen. (A.Magd.Cammer 11.13 Voll) 

1713. 24. Febr. Die Gemeinde von Eggersdorf berichtet: Ackendorf 
grenzt an der Eggersdorfer und Bassdorfer Mark und ist Koppel- 
feld. Die Hoheit ist streitig. (A. Herz. M. Landesreg. VH, No. 53.) 

1766. 12. Septbr. Der Justitiarius Ritter zu Mühlingen beschwert sich, 
dass die Bauern von Eggersdorf auf dem Ackendorfer Anger 
an dem Kanal einen erweiterten Graben an der Landstrasse ge- 
macht und im Grunde des Kanals und an dem neuen Graben 
Weiden und andere Bäume gepflanzt haben, obwohl die Acken- 
dorf sc he Mark Mühlingisch territorium sei. (A. Herz. M. Landes- 
reg. VII, No.llO.) 

Litteratar : Magdeh. OeschichUbl. III, S. 474. 

6. Ackendorf. 

Bei Wanzleben nordwestlich. 

1S97. Unter den erzstiftischen Lehen von Wanzleben: Hans Griper 
habet — V2 naansum in campis Akendorp. (G. Q.XVI, S. 242.) 

1398. Bonekenether hat vom Erzstift zu Lehen lU mansos in campis 
Wanczleve. — Item in canipo Just I mansum. — Item I mansum 
in A k e n d or p. (G. Q. XVI, S. 280.) 

c. 1426. Heyse von Steinfurt hat vom Bischof von Halberstadt zu Lehen 
u.a. den Zehnten zu Ackendorf. (Cop. 471* fol. 41.) 

Digitized by VaOOQ 16 



10 Die Wüstungen im Nordthüringgan. 

1446. Claus Werners hat vom Erzstift zu Lehen u.a. eine Hufe zu Ok en- 
do rf. (Cop.36 8.564.) 

1477. 23. Febr. Das erste Feld des Dorfes Schapdal liegt bei Akendorp 
und umfasst 13 Hufen. (Riedel, C. d. Brand. A. XVH, 8.160.168.) 

1477. 11. Juni. Tile Werners hat vom Erzbischof Ernst zu Lehen u.a. 
eine Hufe zu Okendorff. (Cop. 41 fol. 123.) Tiles Fhefrau Sänne 
erhält dieselbe Hufe als I^ibgedinge 1491, September 26. (Ibid. 
fol. 140.) 

1477. 1. Oktbr. Die Vettern Bunge erhalten 21/2 Hufe auf Wanzlebener, 
Dasdorfer und Ackendorfer Feldern vom Erzbischof Ernst zu 
Lehen. (Cop. 41 fol.230 

1478. 14. Dezbr. Heinrich Luder erhält vom Erzbischof Ernst zu Lehen 
u.a. 4 freie Hufen, 2 auf Wanzlebener und 2 auf Ockendorffer 
Felde. (Cop. 41 fol. 185.) 

1481. Administrator Ernst von Halberstadt belehnt die Bri\der und Vettern 
Alemann u. a. mit 5^/3 Wispel Roggen und Hafer von 12 Hufen 
auf der Feldmark Ackendorf, je 11 Scheffel auf die Hufe. 
(Cop. 47.5 fol.2\) 

1483. 1. Juni. Dompropst Melchior von Magdeburg belehnt Friedrich von 

Alvensleben auf Rogätz u. a. mit einer Wiese zu Ackendorf. 

(C. d. Alvensl. n, No.521.) 
1489. SO.Jnni. Dompropst Adolf von Magdeburg belehnt Friedrich von 

Alvensleben u. a. mit einer Wiese zu Ackendorff. (Cd. Alvensl. H, 

No. 575.) 

1550. 24. Septbr. Wilhelm Böcklin von Böcklinsau, Dompropst von 
Magdeburg, belehnt die von Alvensleben u. a. mit einer Wiese zu 
Ackendorf. (C. d. Alvensl. HI, No. 332.) 

Ebenso 1553, Sept 20 und 1555, Sept. 18. (Ibid., No. 355. 378.) 

1567. Die Brüder Luder, sonst die Eichen genannt, erhalten vom Ad- 
ministrator Joachim Friedrich zu Lehen 4 freie Hufen, 2 auf Wanz- 
lebener und 2 auf Oukendorf Felde. ((k)p. 49 sub L.) 

1604. 11. Septbr. Das Domkapitel zu Magdeburg belehnt die Gebrüder 
Uriel und Heinrich Luder genannt Eiche u. a. mit 4 freien Hufen 
zu Wanzleben und auf Orickendorfer Felde. (Abschrift.) 

1618. 3. Febr. Eitel Friedrich von Hohenzollern, Dompropst von Magde- 
burg, belehnt die von Alvensleben u.a. mit einer Wiese zu Acken- 
dorf. (C. d. Alvensl. HI, No. 893.) 

7. Alrtagesthorp. 

Bei Dahlenwarsleben (?), Kreis Wolmirstedt. 

1145. 11. Jan. Papst Lucius H. bestätigt dem Kloster Berge seine Be- 
sitzungen, darunter in Dalanwersleve, Aldagesthorp, Hardestorp. 
(G.Q.IX, No.30.) 

Litteratnr : Danneil, WolmirsUdt, S. 159. 



Digitized by VaOOQ 16 



6. Ackendorf. — 7. Aldagesthorp. — 8. Alveneleben. — 9. Alvershausen. H 

8. Alvensleben, das alte Dorf. 

Bei Alvensleben, Kreis Neuhaldensleben. 

1311. Ritter Heinrieh Schenk von Dönstedt hat Alvensleve deeimam 
super novalia Rusteberch et 4 mansos et crepmolen. Item in an- 
tiqua Villa 4 curias. (Riedel, C. d. Brand. A. X VIT, S.448.) 

Erich, Lupoid und Friedrich von Esbeke haben ebenso 4 Höfe 
in Alvensleben und 5 im alten Dorfe (antiqua villa). (Ib. 
8. 450.) 

1322. 19. Dezbr. Der Bischof Albrecht von Halberstadt bekennt, dass 

— Ulrich von Eichen barleben die Kapelle S. (rodehardi im Turmhofe 

zu Alvensleben von der Kirche im alten Dorfe Alvensleben 

getrennt und mit mehreren Gütern ausgestattet hat. (Behrends, Neu- 

haldensl.II, 8.213.) 

1400. Alvensleve in antiqua villa 10 sol. antiqu. Prokurations- 
gebühr hat das Stift Halberstadt (Zeitschr. für Niedersachsen 1862, 

8. 37.) 

1481. Administrator Ernst von Halberstadt belehnt Gunzel und Huner 
von Berwinkel und ihren Vetter Burkhard u. a. mit 2 freien Höfen, 
ö Hufen und 6 Worten in dem Alden dorfe zu Alvenszleve 
und 10 Lehenhufen daselbst (Cop. 475 fol. 14\) 

1487. Erzbischof Ernst, Administrator von Halberstadt belehnt seinen 
Kanzelschreiber Benedikt Frodemann mit einem freien Hof, 5 freien 
Hufen und 6 Worden im alten Dorfe zu Alvensleve und 
10 Lehenhöfen daselbst, 4 Höfen und einer Word in dem Markte 
und der Mühle bei S. Godehards Kapelle. (Cop. 475 fol. 62.) 

1509. 14. Dezbr. Drewes Pape zu Alvensleben erhält ein Haus und Hof 
im alten Dorfe zu Alvensleben, ferner einen wüsten Hof 
oder Garten vor dem alten Dorfe jährlich auf 2 Hühner Zins. 
(Cop. 41 fol.238\) 

1564. Petrus Drese von Merseburg ist Pfarrer im Alten Dorfe Alvens- 
leve. (Kirchen Visit. Protos.) 

1583. 19. Novbr. Administrator Joachim Friedrich belehnt die Brüder 
und Vettern Beyer in Alvensleben u.a. mit einem Haus und Hof 
im Aldendorfe. (Cop. 18, No.88.} 

Litt«ratar: Behrends, Nenhaldensl. 11, S. HO. 



9. Alvershausen, Halgeresliausen. 

Bei Höreingen oder zwischen Altenhausen und Bregenstedt, Kreis Neuhaldensleben.' 

c. 1170. Dem Gute des Helmstedter Ludgeriklosters zu Ostingersleben 
zahlt eine Hufe in Halgereshuson 3 Schillinge und 6 Pfennige. 
(N. Mittheil. 1.4, 8.24.) 



* Behrends verlegt die Wüstung westlich von Hörsingen, die Festschrift des 
Ailervereins zwischen Altenhausen und Bregenstedt. 



Digitized by VaOOQ 16 



12 Die Wüstungen im Nordthüringgau. 

c. 1250. Denn Stifk Walbeck zahlt eine halbe Hufe in Halgerdeshusen 
30 Pfennige. (N. Mittheil. II. 1, S. 46.) 

c. 1360. Werner von Wanzleben hat vom Bischof von Halberstadt u. a. 
den Zehnt zu Alverdeshusen'und zu Rixdorf zu Lehen. (Cop. 
470 fol.55^) 

1499. 19. Novbr. Kurfürst Joachim von Brandenburg belehnt die von 
Alvensleben mit dem Schlosse Erxleben und Zubehör, darunter das 
wüste Dorf Alvershusen. (C. d. Alvensl. II, Nr. 653.) Die Be- 
lehnung wird wiederholt 1535, Mai 29 und 1598, März 9. 

Litteratnr: Behrends Neuhaldensl. II, S.474. — Altmärk. Jahresher. V, S. 77. — 
Allerverein S. 17, 



10. Alverthausen. 

Bei Oschersleben. 

1198. Bischof Dietrich von Halberstadt bezeugt eine Schenkung des 
Ministerialen Siegfried von Quenstedt für das Stift U.L.Fr., dar- 
unter in Alverthusen duo iugera solventia I solidum. (Schmidt, 
Hochstift Halberst. I, No. 340.) 

1195. Bischof Gardolf von Halberstadt bestätigt dem Stift U. L. Fr. die 
Schenkung der Brüder Siegfried und Wulfer von Quenstedt, darunter 
in Alverthusen H iugera solventia I solidum. (Schmidt, Hoch- 
stift Halberst. I, No.363.) 

c. 1225. Bertold von Ditfurt hat von dem Grafen von Blankenburg zu 
Lehen in Alverthusen 10 Hofstätten (areas) und eine halbe Hufe. 
(Harzzeitschrift U. 3, S. 82.) 

1249. 14. Mai. Bisehof Meinhard von Halberstadt überlässt dem Hospital 
S.Spiritus daselbst 3 Hufen in Alverthusen, die ihm der Truch- 
sess lohann und diesem der Ritter Gebhard von Slage resigniert 
hat, und eine Hufe und Wort in Eilwardestorp. (G. Q. VII, No.67.) 

c. 1250. Die Vorsteher des Hospitals S. Spiritus zu Halberstadt bezeugen, 
dass Heinrich von Goslar zu einem Seelgerät Getreidespenden aus 
seinen Gütern in villa Alverthusen verordnet hat. (G. Q.VU, 

No. 77.) 

1307. Das Domkapitel von Halberstadt setzt die Rechte und Pflichten 
des Dompropstes fest und weist ihm zu u.a. 4 Hufen in Alvert- 
husen. (Schmidt, Hochstift Halberst. III, No. 1811.) 

1311. 25. Juli. Das Domkapitel von Halberstadt bestimmt die für den täg- 
lichen Wein verwendeten Einkünfte zum Wiedererwerb der Be- 
sitzungen in Utsleve, Orsleve, Alverthusen, Bronestorp. (Schmidt, 
Hochstift Halberst. III, No. 1870.) 

1311. Friedrich von Alverthusen, Ministerial, seine Mutter Jutta und 
Mechthild, die Ehefrau seines Bruders Dietrich, tragen vom Bischof 
von Halberstadt eine halbe Hufe und einen Hof nebst dem Zehnten 
über Beides sowie eine Wiese, alles in Alverthusen, zu Lehen, 
(Riedel, C. d. Brand. A. XVU, S.461.) 

Digitized by VaOOQ 16 



i. Alyershausen. — 10. Alverthauseti. — 11. AlgesdoH. 1 3 



Ebenso hat Hermann Stamp eine halbe Hufe mit Zehnt, 6 Morgen, 
einen Hof, einen Hof mit Zehnt in Alverth us en zu Lehn. (Ib. S.460.) 

Ebenso Ritter lohann von Crendorp in Alverthusen einen 
Hof. (Ib. S. 452.) 

Ebenso Ritter lohannes Grove einen halben Hof mit dem Zehnten 
in Alverthusen. (Ib.S.454.) 

1324. 6. Oktbr. Das Domkapitel von Halberstadt setzt die Rechte und 
Pflichten des Bischofs fest und bestimmt u.a., dass alles, was vom 
Bischof Albert von den Gütern inHornhausen und Alwerthusen 
verliehen sei, der Propstei zurückgegeben werde. (Schmidt, Hoch- 
stift Halberst. III, No. 2134.) 

c 1360. Kaghe hat vom Bischof von Halberstadt zu Lehen u. a. 41/2 Mark 
Wergeides an Hufen auf dem Felde zu Alverthusen. 

Hans und Bernd von Hornhausen haben vom Bischof von 
Halberstadt zu Lehen 5 Vierdunge auf dem Felde zu Alvert- 
husen. (Cop.470 fol.49\) 

1400. Alverthusen im Banne Oschersleben zahlt zwei Schillinge jähr- 
licher Prokuration an das Stift Halberstadt (Zeitschr. für Nieder- 
sachsen 1862, S. 95.) 

c. 1400. Unter den Zubehörungen zur Burg Oschersleben gehören u. a. 
3 Hufen zu Alwerthusin. (G.Q.XVI, S.337.) 

1420. 24. Febr. Aus der Wahlkapitulation des Bischofs lohann von Halber- 
stadt : Ok sculle we unde willen dem sulven unsem capittele volgen 
laten den tegeden unde den acker to Alverthusen, der se Cord 
van der Asseborch, de wile Oschersleve sin pant was, entwoldiget 
hadde. (Schmidt, Hochstift Halberst. IV, No. 8379.) 

1468. Vom Stift Halberstadt haben zu Lehen : Dietrich Wardesleve u. a. 
eine Wiese up dem Alverthusen velde; Weske von Hornhausen 
2 Wiesen zu Alverthusen. (Cop.474 fol. 37^ SS\) 

1480. Administrator Ernst von Halberstadt belehnt die Brüder Michael 
und Heinrich Bakenaw u. a. mit 3 Worten zu Alverthusen. 
(Cop.475 fol. 9.1 

Ebenso Weske von Hornhausen mit 2 Wiesen zuAlverthuszen 
und 2 Braunschweigischen Pfunden Zinses zu Hornhuszen und 
A 1 vert h u s zen. (Ibid. fol. 83.) 

1580. Das desolate Dorf Alverth aus en liegt im Amt Oschersleben. 
(G. Q. Xn, S. 132. 137.) 



11. Algesdorf.* 

In der Nähe der BraaliBchweigischen Grenze. Genaue Lage unbekannt. 

c. 1170. Das Kloster S. Ludgeri zu Helmstedt besitzt als Zubehör zur 
Meierei Wulfersdorf eine halbe Hufe in Algedesthorpe, die 
4 Schillinge zinst (N. Mittheil. L 4, S. 40.) 



* V. Heinemann im Register zum Cod. dipl. Anhalt, vermutet, es sei Alvers- 
dorf, östlich von Schöningen. 

Digitized by VjOOQ 16 



14 £>ie Wüstungen im Nordthüringgau. 

1209. Abt Heribert IL von S. Ludgeri zu Helmstedt entsetzt den Ministe- 
rialen Gottfried von Herbeke der Verwaltung gewisser Klostergüter, 
darunter in Alghestorpe. (N. Mitteil. H. 4, S.467.) 

1281. 2. Juli. Die von Alvensleben tragen dem Herzog von Braunschweig 
Stücke aus ihrem Eigengut zu Selschen, Ochtmersleben, Brands- 
leben, sowie den Zehnten zu Algestorpe auf, damit er es den 
Grafen von Blankenburg und diese es ihnen zu Lehn reichen. 
(Asseburger ÜB. I, No. 414,) 

1316. 4. März. Bischof Albrecht von Halberstadt übereignet auf Antrag 
der Ritter Heinrich und Friedrich von Alvensleben den Zehnten 
in Algestorp (Algetstorp), den sie vom Stift Halberstadt zu 
Lehen getragen, dem Kloster Marienthal. (C. d. Alvensl. I, No. 379.) 
Am 13. Mai resignieren die Alvensleben den Zehnten und am 
25. Mai verkaufen auch die Kitter Albrecht und Gebhard denselben 
jenem Kloster. (Ibid. No. 380 -383.) 

1318. 22. Juli. Die Ritter Friedrich Gebhard und Heinrich von Alvens- 
leben bezeugen die Beilegung eines Streites mit dem Kloster Marien- 
thal und bekennen 175 Mark als Preis für den Zehnten in Algets- 
torp erhalten zu haben. (C. d. Alvensl. I, No. 416.) 

1341. 25. Mai. Die Ritter Heinrich und Friedrich von Alvensleben ent- 
sagen für sich und ihre Söhne allem Rechte an den Zehnten in 
Algestorp gegen Kloster Marienthal. (C. d. Alvensl. I, No. 517.) 

1350. 21.Dezbr. Ritter Hermann Thupeke wohnhaftig zu Alghestorpe 
und sein Sohn Hermann überlassen dem Kloster Marienborn einen 
Hof im Westendorf zu Schöningen. (Cop. 751 fol. 76^) 

1622. 7. April. Herzog Heinrich verpfändet dem Kloster Riddagshausen 
u.a. 8 Mark zu Alger stör ff. (C. d. Alvensl. HI, No.l67.) 



12. AUendorf. 

Bei Wefensleben, Kreis Neuhaldensleben. 
1176. 1176. Sifridus de Allen thorp ist Zeuge, (Asseburger ÜB., No. 20. 21.) 

1306. 27. Oktbr. Kloster Werden vertauscht an Kloster Marienborn u. a. 
das Eigentum einer Hofstelle in Allen dorp zum Behuf der 
Kirche in Wefensleben für l^g Hufe in Klein-Ummendorp. (Cop. 751 
fol. 59.) 

1307. 4. April. Der Pfarrer Hermann in Wefensleben bekennt, dass 
Barthold von Scheningen mit Zustimmung des Edlen Konrad von 
Werberge, des Patrons der Kirche in Wefensleben, einen Hof in 
villa Allendorpp für 2 Shillinge in Belsdorp gegeben hat. 
(Cop. 751 fol. 59\) 

1311. Ritter Beteco von Schöningen und Ritter lohannes von Hornhausen 

haben vom Bischof zu Halberstadt zu Lehen den halben Zehnten in 

Allen dorp in villa et campis. (Riedel, Cd. Brand. A. XVU, S. 461.) 

Ebenso Beteco von Wackersieben den Zehnten von 14 Hufen 

in Allendorp. (Ibid. S.468.) 

Digitized by VaOOQ 16 



11. Algesdorf. — 12. Aliendort - 13. AUinge. 15 



c. 1816. Abt Wilhelm von Werden belehnt die von Harbke mit einer 
Hufe in Allendorpe und mit 4^2 Hufe in Selschen. (N. Mittheil. 
ni.3, S.78.) 

1324. Hermannuß de Allendorf ist Zeuge, (v. Heinem., C.d.Anh.ni,S.314.) 

1328. Otto de Alendorp ist Zeuge, (v. Heinemann, Cd. Anh. HI, S.381.) 

1368. 11. März. Die Brüder Ludolf und Ulrich von Wamisdorf undLudolf, 
Bertholds Sohn, verkaufen dem Kloster Marienborn den halben 
Zehnten an velde und an dorne to Allendorp für 21 Mark Silber, 
(v. Heinemann. C. d. Anh. IV, No, 205.) 

1368. 13. Dezbr. Die Brüder Heinrich und Dietrich von Bodendorf über- 
lassen den halben Zehnten in Allendorp dem Kloster Marien- 
born. (Cop.751 fol.91.) 

1360. 4. Jan. Konrad Edler von Warberg zu Sommerschenburg bekundet 
vom Kloster Marienborn den Zehnten zu Allendorf zu Lehen 
empfangen zu haben. (Cop. 751 fol. 95.) 

c. 1360. Heinrich und Dietrich von Bodendorf haben vom Bischof von 
Halberstadt zu Lehen 13 Hufen zu Allendorf auf dem Felde. 
(Cop. 470 fol. 49.) 

c. 1360. Der Edle Konrad von Werberge hat vom Bischof von Halber- 
stadt zu Lehen u. a, den Zehnten zu Allindorpe, zu lutken 
Bodenstete den halben Zehent^ ebenso zu lutken Hotzensleve, den 
ganzen zu lutken Hamersleve, zu lutken Druttesberge, zu lutken 
Wellen, den halben Zehnten zu Volquerdistorpe, zu Neynstede vor 
Sommerschenburg. (Cop. 470 fol. 54^.) 

c. 1400. Vcseke de Schenyngen tenet a nobili de Werberge in Allen- 
dorp 2 worde et 3^/» ibidem et in Bolstorp et I pratum ibidem. 
(G.Q.XVI, S.250,) 

1664. Die Kirche zu Belsdorf hat u. a. 2 Gärten zu Alndorff in 
Besitz, die zu Wefensleben 6 Gärten. (Kirchenvisit. Protok.) 

1642. In dem Lagerbuche des Amts Sommerschenburg werden die wüsten 
Dorfstätten angeführt, darunter: Allendorff, eine wüste Dörfstedt 
zwischen Bellstorff und Wefensleben, ist itzo Acker und wird von 
beyden Dorfschaften beartet und gebrauchet (A. Magd. Kammer 
L167 fol. 119.) 

1652 wird Allendorf als lange unter Pflug und Egge liegend be- 
zeichnet (A. Erzst M. II. 1065.) 

Litteratar: Behrende, NeufuMensl. II, S.576, — Allerverein S. it. 



13. Allinge.^ 

In der Grafschaft Sommerschenburg. 

1178. 28. Hai. Bischof Ulrich von Halberstadt bestätigt dem Kloster 
Hamersleben seine Besitzungen, darunter in Heiingen die Kirche, 



* Vielleicht ist, da nur Abschriften der Urkunde vorhanden sind, Aileriogers- 
leben gemeint 

Digitized by VaOOQ 16 



16 Die Wüstungen im KordthüringgAu. 

in Stapelinge et Allinge 38 Hufen, in Höreingen 14 Hufen und 
die Kirche. (Schmidt, Hochstift Halberet. I, No. 282.) 



14. Altena. 

Bei Schönebeck, Kreis Calbe. 

1398. HanB von Rotten tenet (vom Erzstift) in pheudum I werder und 
das lant darczu uff der marke zu Altena und I wische gelegen 
ober der Elbe bie dem eygelpule und I werder, der ist gelten in 
der Elbe kegen Schonebeke und 1 hufe uff der marke zcu Schonen- 
beke. (G.Q.XVI, S.236.) 

1398. Unter den erzstiftischen Lehen von Schonebeck: Steffanus Scaff 
habet I iugerum in Altena. 

Uxor Gonradi de Pomelte habet VH iugera agri in campis 
Altena. (G. Q. XVI, S. 235.) 

1462. .16. März. Peter Groningh zu Schönebeck verkauft den Domvikaren 
zu Magdeburg 2 Gulden jährlich aus einer halben Hufe zu Schöne- 
beck, einer halben Hufe Landes auf Elsleve Felde, ö^/j Morgen 
Gras in Samberge Mark, einen Morgen Gras in dem Gzidnicke 
und aus 3 Morgen zu Altena fiir 34 Gulden wiederkäuflich. 
(Cop. 31 fol. 86.) 

1491. 16. Juni. Valentin Perdestorp und seine Frau Katharine, Bürger 
zu Gross-Salze, verkaufen an den Domherrn lohann von Nuwen- 
stede 6 Gulden Zins aus dem Werder zu Samberg und dem Thie 
zu Altena und ihrem Zubehör, alles im Gerichte von Schönebeck 
gelegen. — Derselbe Verkauf erfolgt 1496, März 21 nochmal an 
die Domherren Moritz von Schonow und Wiprecht von Barby. 
(G.Q.XVI, S.372.) 

1499. 6. Novbr. Bartholomäus Perdestorp zu Gross-Salze verkauft dem 
Domkapitel zu Magdeburg einen Holz werder, 7 Morgen Gras, 
7 Morgen Acker und 4 wüste Morgen, den tigh to Altana mit 
Zubehör, alles im Gerichte zu Schönebeck belegen. (Gr.) 

1779. 16. Jan. Der Kapitelsmeister Domherr Heinrich Friedrich von 
Platen belehnt die beiden Kirchen S. Nicolai und S. Jacobi in 
Schönebeck mit Zinsen aus Äckern in Alte na u. (A. 3. ErzstM. 
Domkap., No. 1392.) 

15. Amfurteleben, 

Gross- und Klein-A., Unter- und Ober-A. 
Bei Ampfurt, Kreis Wanzleben. 

1144. 22. März. Hugoldus de Anverdesleve Zeuge. (Schmidt, Hoch- 
stift HalberstI, No.205.) 

1144. 18. Juni. Friedrich und Hugold de Anfrideslove Schöffen im 
Grafengericht zu Seehausen. (Schmidt, Hochstift Halberst. I, No. 206.) 

1146. 11. Jan. Papst Lucius H. bestätigt dem Kloster Berge seine Be- 
sitzungen, darunter die zu Amfrideslove. (G. Q.IX, No. 30.) 



Digitized by VaOOQ 16 



13. Allinge. — U.Altena.— lö.Amfurtsleben. 17 



1147. 18. Oktbr. Hugold und Friedrich de Anfrideslove sind Zeugen. 
(Schmidt, Hochstift Halberst. I, No. 219.) 

1148. 28. Mai. Hugold und Friedrich von Amfrideslove sind Zeugen. 
(Magd Reg. I, No. 1228.) 

1151. 18. Oktbr. Hugold de A ni f r i t he sl e ve ist Zeuge. (Schmidt, Hoch- 
stift Halberst I, No. 286.) 

1153. 12. April. Frithericus de Amfordeslove ist Zeuge. (Schmidt, Hochstift 
Halberst. I, No. 240.) 

1160. 2. März. Gegenpapst Victor IV. bestätigt dem Kloster Marienthal 
u. a. in Brandsleben von Hugold mit Zustimmung seines Erben 
Siegfried von Amfridoleve geschenkte Stücke, (v. Pflugk-Hartung, 
Acta pont. I, No. 321.) 

1180. 1. Juli. Papst Alexander HI. bestätigt u. a. dem Kloster Marien- 
thal 2^2 Hufen in Gross -Brandsleben, welche die nobilis niulier 
Gertrudis de Amverdesleve geschenkt hat (v. Pflugk-Hartung, 
Acta pont I, No. 307.) 

1191. 31. Jan. Papst Cölestin HI. bestätigt dem Kloster Marienthal seine 
Besitzungen, darunter die vom Grafen fViedrich von Amvordesleve 
und seinen Brüdern geschenkten 4 Hufen in Gross- und 3 in 
Klein-Ampfurtslehen und eine halbe Hufe in Brandsleben, 
die Gertrud von Ampfurtsleben geschenkt hat (Magd. Reg. I, 
No. 1749.) 

1225. Graf Siegfried von Blankenburg giobt dem Bischof von Halber- 
stadt mehrere Güter, darunter 5 Hufen weniger 9 Morgen und 7 Hof- 
stätten in inferiori Anfordesleve zu Lehen. (Schmidt, Hoch- 
stift Halberst I, No. 573.) 

1239. Ritter Ludolf von Rottorf verkauft dem Kloster Marienthal Vj^ Hufe, 
eine Hofstätte und eine Mühle mit einem Weidicht (salictum) in 
Anvordesleve, die er als gänzlich unbelastete Güter von den 
Edlen von Amfurt zu Lehen gehabt, für 40 Mark Silber. Die Auf- 
lassung der Güter au die Lehensherrn und die Übergabe an das 
Kloster ist im Gerichte zu Seehausen erfolgt (Schmidt Hochstift 
Halberst n, No. 687.) 

c. 1250. In A n verde s 1 e ve zahlen dem Stift VValbeck 2 Hufen 22 Schil- 
linge, 1 Hufe 9 Schillinge, V2 Hufe 472 Schilling. (Neue Mittheil. 
H. 1, S.44.) 

1265. 9. Ani?. Das Kloster Marienthal verkauft dem Stift S. Nicolai 
zu Magdeburg u.a. 2 Hufen in Anvordesleve. (Magd. Reg. H, 
No.1644.) 

1279. 2. Juni. Bischof Volrad von Halberstadt bekundet dass der Siechen- 
hof bei der Stadt seine Güter in villa Anvordesleve und die 
Kirche daselbst für 70 Mark dem Kloster Meyendorf überlassen hat 
(G.Q.Vn.2, No.XXXV.) 

1280. 6. Febr. Bischof Volrad von Halberstadt befiehlt, dass das Kloster 
Meyendorf, da seine Vermögenslage durch die Erwerbung der Kirche 

Wüatungon i. Nordthür. */^ ^ ^ ^T ^ 

Digitized by VaOOQ IC 



IB tMe Wustungen im Nordthüringgäü. 

in Amvordesleve eine bessere geworden sei, nunmehr als Steuer 
jährlich eine Mark entrichten solle. (Schmidt, Hochstift Halberst. II, 
No. 1357.) 

1288. 13. Febr. Bischof Volrad von Halberstadt übereignet dem Kloster 
Meyendorf die dessen übrigen Besitzungen in Amvordesleben dicht 
benachbart liegende, früher im Besitz des Siechenhofes vor Halber- 
stadt befindliche Kirche nebst 4 Hufen, dem Zehnten und allem 
Zubehör, wofür jährlich als Steuer eine Mark zu entrichten sei. 
(Magd. Reg. m, No. 571.) 

1289. Das Kloster Marienthal verkauft dem Kloster Meyendorf für 40 Mark 
4 Hufen im Felde Amvordesleve cum curia iuxta cimiterium 
et tribus aliis areis et unius molendini cum area sua et salicto. 
(Magd. Reg. III, No. 639.) 

1311. Volrad von Dreileben hat vom Bischof von Halberstadt zu Lehn 
u.a. 81/2 Hufen in Amvordesleve. (Riedel, C. d. Brand. A. XVII, 

S. 474.) 

1311. Ludeke und Heinrich Gebrüder de Nendorp haben als Lehn vom 
Bischof von Halberstadt molendinum Amvordesleve. (Riedel, C. d. 
Brand. A. XVII, S.466.) 

1313. 2. Febr. Ritter Arnold und Knappe Dietrich von Dreileben über- 
geben den Rittern Ludwig und Gumpert von Wanzleben eine Mühle 
ante vadum ville Amvordesleve. (Cop. 750 fol. 32.) 

1314. Donatio der Herrn von Wantzleve über eine Mühle vor Am- 
phordesleben für Kloster Meyendorf. (A.Erzst. M. II, No. 1034.) 

1330. 17. März. Konrad, Pfarrer in Volcxjuardestorp, vertauscht eine halbe 
Hufe iu campo Amvordesleve gegen eine halbe Hufe in seinem 
Dorfe. (Cop. 750 fol. 42\) 

c. 1330. Graf Heinrich von Blankenburg bezeugt gegen das Stift Qued- 
linburg, dass Werner von Wanzleben, Inhaber des Schlosses Am- 
furt, l^/g Hufe in Amvordesleve gegen Vj., Hufe in Amfurt mit 
dem Kloster Meyendorf vertauscht hat. (Erath, C. d. Quedl., 
No.l56.) 

1331. 14. Jan. Erzbischof Otto überlässt dem Kloster Meyendorf das 
Weiderecht auf den Äckern deserte ville Arafordesleve, be- 
hält sich aber die Vogtei und Belehnung vor. (Cop. 750 fol. 43.) 

c. 1360. Werner von Wanzleben hat vom Bischof von Halberstadt zu 
Lehn u.a. 1 Mühle auf dem Bach zu Amvordesleve. (Cop. 470 
fol. 55\) 

1362. 25. Jan. Die Brüder Bickenow verkaufen dem Kloster Meyendorf 
das Dorf zu Amvordesleve für 70 Mark. (Cop. 750 fol. 54\) 

1863. Der Propst zu Meyendorf zahlt aus Meyendorf und Anvordesleve 
eine halbe Mark von einigen Äckern an den Dompropst zu Magde- 
burg: et sunt hie plures (sc. agri) inculti. — (Cop. 90 S. 12.) — Später 
(1490 Cop. 91b und 1521 Cop. 91«) ist der Zins auf 16 Schilling 
heruntergegangen. 



Digitized by VaOOQ 16 



15. Amfurteleben. — 16. GroB8- u. Klein-Andersleben. 19 

1383. 1. März. Albrecht von Neindorf giebt dem Kloster Meyendorf zu 

einem Seelgerät den halben Zehnten an dem Felde zuAmvordesz- 

leve. (Cop.750 fol.59\) 
1386. 2. Dezbr. Günther und Hans, Grafen zu Mühlingen, geben dem 

Kloster Meyendorf zu einem Seelgerät den Zehnten zu Amfordes- 

leve an Felde und Dorfe. (Cop. 760 fol. 60\) 

1392. 17. März. Die Gebrüder von Soramersdorf und ihre Mutter Elisa- 
beth versetzen Busso dem jungen von der Asseburg ihr Gut zu Amp- 
furt, wovon u. a. 4 Hufen ausserhalb des Grabens bei Amfords- 
leben liegen. (Asseburger UB.H, No. 1393.) 

1400. Amfordesleve im Bann Seehausen zahlt jährlieh 2 Schillinge 
alter Braun schweig er Pfennige Prokuration nach Halberstadt. (Zeit- 
schr. f. Niedersachsen 1862, 8.100.) 

c. 1414. Meyendorp etAnvordesleve: prepositus in Meyendorp dat 
(dem Domkapitel) eine halbe Mark. (Cop. 91 S. 12.) 

1418. 1. Septbr. Heinrich und Hans von Bodendorf bestätigen die von 
den Grafen von Mühlingen gemachte Schenkung des Zehnten in 
Anvordesleve an das Kloster Meyendorf. (Cop. 7 50 fol. 7 2.) 

c. 1460. 1521. Amffordesleve: prepositus in Meyendorp dabit singulis 
annis de agris ibidem XVI solidos. (Cop. 9 1»> fol. 20. Cop. 91° fol.21\) 

C.1450 zahlt man in Anvordesleve zur ersten Wadschip' von einer 
Hufe 6 Schilling; zur vierten 14 Schillinge von 2 Hufen in Am- 
fordesleve nach Stift Walbeck. Desgl. zahlen 1 und ^j Hufe 
ebenda je 5 Schilling ebendahin. (Harzzeitschrift VI, 8.296^7.) 

1480. Erzbischof Ernst belehnt als Administrator von Halberstadt die 
Söhne Siegfrieds von Hoym Gebhard und Johann mit einer Mühle 
auf dem Bach zu An verdersleve. (Cop. 475 fol. 86.) 

1662. Kloster Meyendorf hat einen Teil des Zehnten zu Ampfordes- 

leben über dem Bache (becke) nach Ampfurt ; trägt ein Jahr dem 

andern zu Hülfe in die 16 Schock Korn. (A.P^rzst.M.II, No.l034.) 

7 Gulden ungefähr giebt Johann von der Assenburg vom Zehnten 

in Ampffordes leben, der dem Kloster zustendig. (Ibid.) 

16. Gross- und Klein-Aiidei'slebeii. 

Jetzt Vorwerk östlich von Oschersleben. 

1086. 5. Mai. Bischof Burchard II. von Halberstadt beschenkt das von 
ihm wiederhergestellte Kloster Ilsenburg u.a. mit 4 Hufen in An es - 
levo. (G.Q.VI, No.6.246.) 

1156. Bischof Ulrich von Halberstadt bestätigt die Besitzungen des 
Kloster Huysburg, darunter ^/j mansus in minori Andesleve. 
(Schmidt, Hochstift Halberst. I, No. 249.) 

1180. 1. Juli. Papst Alexander IH. bestätigt dem Kloster Marienthal 
seine Besitzungen, darunter in Andeslove 6 Hufen. (Pflugk- 
Hartung, A. ined. pont. I, No. 807.) 

8* 
Digitized by VaOOQ 16 



20 t>ie Wüstungen im Nordthüringgati. 

1184. G.Mai. Bischof Dietrich von Halbergtadt bestätigt die Schenkungen 
des Caesarius, eines der vornehmsten (principales) Ministerialen der 
Halberstadter Kirche, an letztere, worunter seine Kapelle in Wiby, 
der eine Hufe in Aoidesleve zugehört (Schmidt, Hochstift 
Halberst. I, No. 303. 304.) 

1191. Erzbischof Wichraann bestätigt dem Kloster Marienthal die vom 
Pfalzgrafen Friedrich und seinem Sohne Adalbert herrührenden 
Stiftsgüter, darunter in Sommersdorf eine Hufe, die durch Tausch 
gegen Güter in Andesleve erworben ist (Magd. Reg. I, No. 1755.) 

1201. Zu Andesleve hat Erzbischof Ludolf von Magdeburg mit Zu- 
stimmung des Domkapitels von Halberstadt die durch den verstor- 
benen Bischof Gardolf geschehene Verwendung von quatuor mansi 
et dimidius cum areis suis et universitate fructuum inde proveni- 
entiura in maiori Andesle zur Feier des Marien -Magdalenen- 
Tages bestätigt (Schmidt, Hochstift Halberst I, No. 415.) 

1210 ist Balduin de Andesleve, 1222 Bertramus de Andesleve, 1241 
Heidenricus de Andesleve miles, 1246 Tidericus de Andesleve Zeuge 
(Schmidt I, No. 513. 531). H, 703.775); 1382 Sept 24 ist Tylo de 
Andesleven Zeuge einer Belehnung und c. 1400. Tylo de Anders- 
leven Träger eines Magdeburger I^ehns (G. Q. XVI, S. 203. 262) ; 
1311 ist ein Kago miles de Andesleve von Halberstadt belehnt 
(Riedel A. XVII, S. 455) desgl. ein Otto v. Andesleve. (Ibid. S. 454.) 

c. 1260. Das Stift Walbeck hat in A ndesl e ve Äcker, welche 3 Schillinge, 
und eine halbe Hufe, welche 1 Wispel Gerste zinst (N. Mittheil. 
11,1, S.43.) 

1257. 13. Juni. Bischof Volrad von Halberstadt verkauft an das Erzstift 
Magdeburg die Grafschaft Seehausen, ausgenommen die Goschaft 
in mehreren Dörfern, darunter Andesleve, die zur bischöflichen 
Vogtei Oschersleben gehören sollen mit der Einschränkung, dass 
die Einwohner dieser Dörfer Eigentumsübertragungen sowohl vor 
dem Erzbischof, wie vor dem Vogt vornehmen dürfen. (Schmidt, 
Hochstift Halberst II, No. 929. 930.) 

1259. 4. Jan. Bischof Volrad von Halberstadt vertauscht an das Kloster 
Marien thal 41/2 Hufe in Gross - Brandsleben gegen 3 Hufen in 
niinori Andesleve. (Schmidt, Hochstift Halberst 11, No. 982.) 

1305. 8. April. Konrad Edler von Warberg entschädigt die Magdeburger 
Kirche für die Gütrr, welche diese den Klöstern Riddagshausen und 
Volkerode und ihm selbst überlassen, durch andere Güter, darunter mit 
3 Hufen in Andessleve. (v. Heinemann, Cd. Anh. III, No.99.) 

1308. 18. Novbr. Bruder Nicolaus von Andesleve templer. (v. Heine- 
mann, Cd. Anh. HI, No. 175.) 

1311. Die Edlen Werner und Gardun von Hadmersleben haben vom 
Bischof von Halberstadt zu Lehen 3 Hufen in Andesleve. (Riedel, 
C d. Brand. A. XVII, S. 443.) 

Ebenso Conrad von Quenstedt eine Hufe in Andesleve. (Ib. 

S. 452.) 



Digitized by VaOOQ IC 



16. Groes- und Klein-Andersleben. 21 

Ebenso Ritter Wasmod von Bomhusen in magno Andesleve 
eine halbe Hufe. (Ibid. S. 454.J 

Ebenso Rudolf und Dietrich von Schauen 2 Hufen in Andes- 
leve. (Ibid. 8. 455.) 

Kago miles de Andesleve ebenso 5 Malter Weizen in der 
Vogtei Hondorp. 

Ebenso Albert Spegel 3 Hufen, einen Hof und eine Wiese in 
Andesleve. (Ibid. 455.) 

Ebenso Ritter Ulrich von Nendorf mit seinen Vettern Ludolf 
und Berthold den Zehnten in parvo Andesleve. (Ibid. S. 460.) 

Ebenso Heinecke Uterwiden die Vogtei über 2 Hufen in parvo 
Andesleve und Pesekendorp. (Ibid. S. 460.) 

Ebenso Hennann Stamp und seine Frau lohanna eine halbe 
Hufe in parvo Andesleve, die sein Bruder Konrad resignierte. 
(Ibid.S.461.) 

Ebenso Frau Mechtildis und ihr Sohn Grifo 2 V^ Hufe in Andes- 
leve und 6 Höfe und einen Wald, der Camp genannt wird. (Ibid. 
S.462.) 

Ebenso Dietrich von Brumboye eine Hufe in minori Andes- 
leve und 2 Höfe daselbst (Ibid. S. 464.) 

Ebenso Ritter Busso von Irxleben einen halben Zehnten in 
Andesleve. (Ibid. 8. 464.) 

Ebenso Johann von Bodendorf ein Viertel des Zehnten in Andes- 
leve. (Ibid. S. 465.) 

Ebenso Ludeke und Heinrich von Nendorf den Zehnten in 
parvo Andesleve. (Ibid. S, 466.) 

Ebenso Ulrich und Johannes von Eichenbarleben ein Viertel 
des Zehnten in Andesleve marck. (Ibid. S. 466.) 

Ebenso Heinrich von Schauen 2 Hufen, 2 Wiesen und 2 Höfe 
in Andesleve. (Ibid. S. 471.) 

Ebenso Jordan von Hornhausen eine Wiese in minori Andes- 
leve. (Ibid. S. 471.) 

Ebenso Gertrud, die Witwe Johanns von Heklingen, ein Viertel 
des Zehnten in Andesleve. (Ibid. 8. 472.) 

1344. 27. Oktbr. Amd Stamraer und Gebhard von Andessleve sichern 
den Grafen von Mansfeld, von denen sie einen Hof zu Oerner zu 
Lehn tragen, bezüglich desselben das Vorkaufsrecht zu. (v. Heine- 
mann, C. d. Anh. III. S. 549.) 

1357. 31. Dezbr. Kloster Hadmersleben gestattet mit Genehmigung des 
Bischofs von Halberstadt, dass die famuli Hinze und Weseko von 
Hornhausen die 2 Hufen in der Flur ville minoris Andes- 
leve dem Domkellner Ludwig von Wanzleben cum proprietate 
et pertinentiis ipsorum tam in villa quam in campis verkaufen, 
und übergiebt dieselben dem letzgenannten vogtei- und lastenfrei. 
(Schmidt, Hochstift Halberst. III, No. 2497.) 

1858. 21. Oktbr. Die Brüder Barthold und Hans von Neindorf, Heinrich, 
Basilius ihre Schwager, und Bele, Frau des Barthold, die von 
Albrecht, gewesenem Bischof von Halberstadt, mit dem Zehnten 
zu lutteken Andesleve beleibzuchtet gewesen ist, lassen diesen 



Digitized by VaOOQ 16 



22 Die Wüstungen im Nordthüringgau. 

Zehnten dem Bischof Ludwig von Halberstadt auf, nachdem sie 
ihn für 77 Mark Stendal. Silbers an den Halberstadter Domkellner 
Ludwig von Wanzleben verkauft haben. (Schmidt, Hochstift Halberst 
in, No. 2524. 2525.) 

Diesen Zehnten übereignet der Bischof dem Domkellner mit 
Bewilligung des Kapitels. (Ibid. No. 2528.) 

1368. 24. Oktbr. Bischof Ludwig von Halberstadt trägt dem Konvent 
des Klosters Haraerslebon auf, derjenigen Kirche, welcher die Knap- 
pen Hinze und Weseke, Sohne des Wasmod von Homhausen, ihre 
2 in campis ville minoris Andesleve liegenden und vom 
Kloster zu Lehn rührenden Hufen übergeben werden, solches Über- 
einkommen zu bestätigen. (Schmidt, Hochstift Halberst. IH, No. 
2527. 2532.) 

1359. 3. Jan. Die Knappen Hinze und Weseke von Hornhausen über- 
eignen dem Halberstadter Domkellner Ludwig von Wanzleben two 
h5ve up dem velde to lutteken Andesleve, de — vul liggen in 
allen dren velden. (Schmidt, Hochstift Halberst. IH, No. 2532.) 

1359. l.MaJ. Bischof Ludwig von Halberstadt übereignet dem Dom- 
kellner Ludwig von Wanzleben 6 Morgen in Emeringen, die die 
Brüder Hinze und Weseke von Homhausen ihm auflassen, für die 
6 Morgen, die an den von ihnen verkauften 2 Hufen in Klein- 
Andesleben fehlen. (Schmidt, Hochstift Halberst. H, No. 2540.) 

c. 1360. Ber(nhard?) von Neyndorf hat vom Bischof von Halberstadt 
zu Lehen den Zehnten in minori Andesleve, und ebenda haben 
Werner, Ulrich und Rixe von Neyndorf 2 Hufen, (Cop. 470 fol. 41.) 

c 1360. Wilbrecht von Germersleben hat vom Bischof von Halberstadt 
zu Lehen u. a. 10 Hufen Zehent zu An di ssleben. (Cop. 470 
fol. 48^) 

c. 1360. Cone von Eichenbarleben hat vom Bischof von Halberatadt zu 
Lehen zu Andisleve den halben Zehnten und 2 Pfund Magdeb. 
Pfennige. (Cop. 470 fol. 52.) 

*Dumelo8e Spigel hat ebenso 3 Hufen zu Andi sieben. (Cop. 
470 fol. 52\) 

C.1360. Kaghe hat vom Bischof von Halberstadt u.a. zu Lehen eine 
halbe Hufe zu grotzen Andisleve. (Cop. 470 fol. 49.) 

1365. 20. Juni. Der Halberstadter Domkellner Ludwig von Wanzleben 
bestimmt in seinem Testamente, dass von dem Zehnten in Andes- 
leve, den er auf 7 Mark Silber schätzt, ad ordinationem Hermanni 
sacriste 1^« Mark gegeben werden soll. (Schmidt, Hochstift Hal- 
berst IV, No. 2678.) 

1372. l.Jnni. Bischof Albrecht von Halberstadt bestätigt das Testament 
des Domkellners Ludwig von Wanzleben und die darin enthaltenen 
Bestimmungen, besonders über die Zehnten von Andesleben, 
Schapdal, Kemkersleben, Zennewitz und Schwanebeek. (Schmidt, 
Hochstift Halberst IV, No. 2820.) 



Digitized by VaOOQ 16 



16. Qro88- u. Elein-Andersleben. 23 

1873. 18. Dezbr. Bischof Albrecht von Halberstadt erkennt die Forderung 
der Brüder Bernd und Curt von der Asseburg und Gumpert von Wanz- 
leben an deme tegeden to.groten Andesleve unde in veer 
hoven, de ligget vor der stat to Oschereleve, die die Söhne des ver- 
storbenen Ritters Wolfin von Neindorf zu Lehen haben, an. (Asse- 
burger ÜB. II, No. 1259.) 

c. 1373. C6ne, Hennyng unde Godo de Korlynge haben vom Erzstift 
zu Lehen u.a. in Andesleven Illiugera et Ipratum et I curiam. 
(G.Q.XVI, S.13.) 

1376. 20. Jan. Erzbischof Peter bestätigt die Errichtung einer Vikarie 
in der Domkirche in Magdeburg. Unter den Ausstattungsstücken 
sind auch tres mansi dudum fructuferi et culti seu terre arabilis 
cum uno prato in campis ville lutteken Andisleve site prope 
opidum BrSkoschirsleve. (G. Q. XXVI, No. 635.) 

1381. Wesike de Körnungen hat vom Erzbischof zu Lehen u. a. IUI 
mansos sitos in magna Andisleyben. (G. Q.XVI, S. 188.) 

1382. 9. Febr. Die Testamentarien des verstorbenen Halberstadter Dom- 
kellners Ludwig von Wanzleben übereignen dem Domkapitel alle 
von diesem erkauften Güter in der Halberstadter Diöcese, darunter 
proprietates decimanmi in campis villarumHornhusen, Andesleve, 
Schapedal, Cennewitz, Westerbeke, Beckzem, Hoppellenstede et 
Remkersleve et decimarum camiura in eisdem villis; — item pro- 
prietates duorum mansorum pachtualium in campis ville Andes- 
leve. (Schmidt, Hochstift Halberst IV, No. 2950.) 

1391. 29. Juni. Das Domkapitel von Halberstadt gestattet, dass der 
Vikar Werner von Höxter dem Altare S.Dionv8ii 5 Mark jährlich, 
nämlich 3 Mark aus dem halben Zehnten zu Gross-Andesleben 
von Albrecht von Neindorf und 2 Mark aus 2 Hufen zu Oschers- 
leben überweist. (Schmidt, Hochstift Halberst. IV, No. 3049.) 

1393. 25. März. Albrecht von Neindorf sagt Curd von der Asseburg ein 
von ihm zu Lehen gehendes Viertel des Zehnten zu groten 
Andessleve auf. ( Asseburger ÜB. II, No. 1 405.) 

1400. Andesleve im Banne Oschersleben zahlt 4 Schillinge jährlicher 
Prokuration an das Stift Halberstadt. (Zeitschr. für Niedersachsen 
1862, 8. 94.) 

1407. Heinrich von Homhausen hat vom Bischof von Halberstadt zu 
Lehen ö^/g Hufe Landes zu lutken Andesleve, eine Hufe zu 
groten Andesleve u.a. (Cop. 470 fol. 1.) 

1408. 14. Mai. Heinrich, Bischof von Halberstadt, entscheidet einen Streit 
zwischen dem Stifte U. L. Frauen zu Halberstadt und Hans und 
Heinrich von Bärwinkel über ein Viertel an dem Zehnten zu 
Groten Andesleve zu Ungunsten der Letzteren. (Schmidt, Hoch- 
stift Halberst IV, No. 3254.) 

1417. 6. Juni. Thidericus de Wunstorp, plebanus in Andesleve, leistet 
einen Eid in einem Prozess. (Scnmidt, Hochstift Halberstadt IV, 

No. 3348.) 

Digitized by LjOOQ 16 



24 1^16 Wüstungen im Nordthüringgau. 

c. 1440. Unter dem Zubehör des Schlosses Oschersleben sind : IIII huve 
landes to Andesleven. (G.Q.XVI, S.836.) 

1447. Heyse von Steinfurt und Ulrich von Neindorf haben vom Erz- 
bischof von Magdeburg zu Lehen u.a. eine Hufe Landes zu lutken 
Andesleven. (G.Q.XVI, S.329.) 

1468. Vom Stift Halberstadt haben zu Lehen: Heyne Gesen eine Hufe 
zu lutken Andesleve; die Kagen 28 Hufen in groten Andes- 
leve und eine Hufe zu lutken Andesleve; AVeske von Horn- 
hausen 6^^ Hufen zu lutken Andesleve, 3 Hufen zu groten 
Andesleve. (Cop. 474 fol. 37. 38^) 

1480. Administrator Ernst von Halberstadt belehnt die von der Asse- 
burg u.a. mit dem Zehnten zu Grosrf-Andesleve und 2 Hufen da- 
selbst, sowie mit 3 Hufen zn lutken Andessleve. (Cop. 47 5 fol. 1^) 
Ebenso die Brüder Michael und Heiniich Bakenaw u. a. mit 
4 Hufen zu Grossen Andesleve und 2^/2 Höfen im Dorfe da- 
selbst^ dem griffenkamp und 2 Wiesen und Rohrteich. (Cop. 475 fol. 9.) 

1480. Erzbischof Ernst, Administrator von Halberstadt, belehnt Heinrich 
Gegze mit einer Hufe Landes auf groszen Andeszleve Felde 
und einem Holzbleck bei den Koniges geren. (Cop. 475 fol. 72.) 

1480. Ebenso Weske von Hornhausen u. a. mit l^j^ Hufen zu lutken 
Andeszleve und 3 Hufen zu grossen Andeszleve. (Ibid. fol. 83.) 

1481. Die von Neyndorf haben vom Bischof von Halberstadt 3 Höfe zu 
Andesclove. (A. Hochstiit Halberst, No. 1772.) 

1481. Martin Peters zu Oschersleben ist belehnt mit einer Hufe Landes 

zu groten Andessleve. (A. Hochstift Halberst. No. 1772.) 

> 
1491. Administrator Ernst von Halberstadt belehnt Sander Brommesen 
zu Oschersleben mit einer halben Hufe zu Andesleve. (Cop. 475 
fol. 12\) 

1494. Die Grafen vonBarbv haben zu verleihen den Zehnt zu Anders- 
leben. (Cop. 431 fol.>.) 

1504. Ludeke Borsem hat vom Stift Halberstadt zu Lehen eine halbe 
Hufe zu grossen Andeszleve. (Cop. 475 fol. 20\) 

1611. Administrator Ernst von Halberstadt belehnt den Ritter Magnus 
von Hoym mit einer Anzahl Güter zu Grossen-Andeszleve 
und lutken Andeszleve, darunter eine Graswiese genannt die 
grosse Lyntberg. (Cop. 475 fol. 105.) 

1633. 21. Juli. Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen belehnt den Grafen 
Wolf von Barby u.a. mit dem Zehnten zu Andersleben, (v. Lud- 
wig, Rell. manuscr. X, S. 284.) 

1664/89. Das Gesinde vom Vorwerk Andesleben geht in die Stadt 
zur Kirche, auch von hier erhält der Pfarrer (von Oschersleben) nur 
den Vierzeitenpfennig. Als das Dorf noch stand, war es eine eigene 
Pfarre mit 21/2 Hufen — . (G. Q.XII, S. 132. 137.) 



Digitized by VaOOQ 16 



16. Gr.- u. Kl.-Andersleben. - 17. Andorf. - 18. KL-Ausleben. - 19. Ost-Badeleben. 25 

17. Andorf. 

Bei Wellen? Genaue Lage unbekannt. 

1145. 11. Jan. Papst Lucius IL bestätigt dem Kloster Berge seine Be- 
sitzungen, darunter in Wellen (Walli), Anthorp, Schakensieben 
(Schakeneslovo). (G. Q. IX, No. 30.) 

1160. Die Untt^rmeierei des Kloster S. Ludgeri zu Helmstedt in Aller- 
iugerslebeii hat Besitzungen in A n n e n th o r p e. (N. Mitteil. I. 4, 
S. 25.) 

1209. 18. Dezbr. Papst Innoc(»nz III. bestätigt dem Klost(»r Berge seine 
Besitzungen, darunter T^/^ Hufe in Weflen (Walli), tres mansos in 
Anthorp, eine Hufe in Schakensieben (Scakenesleve). (G. Q.IX, 

No.59.) 

18. Kleiii-Ausleben. 

Bei Ausleben, Kreis Neuhaldensleben. 

1261. 21. Novbp. Bischof Meinhard von Halberstadt gestattet, dass der 
Edle Hermann von Werberg dem Kloster Hamersleben den Zehnten 
in parva Osleve gegen die Besitzungen des Klosters in beiden 
Hörsingen (in utroque Horsigge) vertauscht. (Schmidt, Hochstift 
Halber8t.II, No.846.) 

1298. 8. Septbr. Das Kloster Ringelheim verkauft dem Kloster Hamers* 
leben 5i' Hufe in Klein -Aus! eben. (Magd. Reg. III, No.966.) 

1347. 4. Jan. Herzog Magnus von Braunschweig hat, wie sich Erzbischof 
Otto vor Schiedsrichti'rn beschwert, die früher vom Erzbischof 
Burchard den Grafen von Wernigerode versetzte Burg Hötensleben 
mit Zubehör, darunter die Dörfer grossen und lutken Owes- 
leve, in Pfandbesitz. (Riedel, C. d. Brand. B. VI, S.77.) 

1533. Zum Amt Hötensleben gehören 6 wüste ledige Marken, darunter 
lutchen Ausleve bei Ausleben. (Cop. 113 fol.248.) 

Litterttiur: Behrendt, Neuhaldensl.II, 8.618, 



19. Ost-Badeleben, Kiein-R 

Bei Badeleben, Kreis Neuhaldensleben. 

1022. 1. Novbr. Bischof Bernward von Hildesheim dotiert das von ihm 
gestiftete Michaelis-Kloster daselbst mit Gütern im Kordthüringgau, 
darunter in Badenleve, item Badenleve. (Magd. Reg. HI. N., No. 46.) 

C.1225. Propst Rupert vom Kloster S. Ludgeri zu Helmstedt macht 
mehrere Stiftungen, darunter von l'/g Hufe, einer Mühle und einem 
Hof(^ in Osterb ad eleve, die zusammen 20 Schillinge zinsen. 
(N. Mittheil. ULI, 8.89.) 

1271. I.Juni. Kloster Hamersleben verkauft dem Kloster Marienborn 
u.a. 7 Hufen in Wester-Baddeleben und IV*» Hufe und eine Hof- 
stelle in Klein-Baddeleben. (Magd. Reg. II, No. 47.) 

Digitized by VaOOQ 16 



Die WflflttiBgen im Nordtiiüringgau. 



1272. 21. April. Bischof Volrad von Halberstadt bekundet, dass Propst 
Konrad von Marienborn 8 Hufen, nämlich 3 in Wester-Eilsleben, 
je 2 in Oster-Eilsleben und Wester-Badeleben und eine in Oster- 
Baddelebeu gekauft hat (Magd. Reg. HI, No.72.) 

1281. 2. Juli. Die von Alvensleben resignieren den Grafen vonBlanken- 
burg verschiedene Güter, darunter in austreli Baddelebe 9 Hufen. 
( Asseburger ÜB. I, No. 414.) 

1306. 4. Jan. Das Klostt^r Marieborn vertauscht an den Ritter Barthold 
von Schöningen 4 Hufen mit Zubehör in campo orientalis 
Badeleve, gegen 4 Hufen/ mit Zubehör in campo Selschen. 
(Behrends, Neuhaldensl. II, S. 582.) 

1811, Vom Bischof von Halberstadt hat der Edle Konrad von Warberg 
zu Lehn u. a. I decimam in Osterbaddeleve. (Riedel, Cd. 
Brand. A. XVII, 8.445.) 

1316. Abt Wilhelm von Werden belehnt Konrad von Warberg mit der 
Vogtei über 14 Hufen in Osterbadeleve und dem Zins von 2 
Pfennigen von jeder Hufe, qui census vocatur Winpilpenuigk, 
Arnold von Ummendorf mit 2 Höfen daselbst. (N. Mitth. HI. 3, S.76.) 

1318. Konrad Edler von Warberge hat vom Herzog Otto von Braun- 
schweig u. a. die Vogtei in Osterbaddeleve zu Lehen. (Suden- 
dorf . ÜB. d. Herz. v. Braunschweig I, S. 171.173.) 

c. 1346. Der Abt von Werden hat das Patronat der Kirche in Badde- 
leve Orientali (N. Mittheil. IIL 8, 8.81.) 

C.1348. Das Kloster 8.Ludgeri in Helmstedt besitzt in Baddeleve 
orientali ein Allodium und 16 Hufen. (N. Mittheil., IIL 3, 8.82.) 

c 1360. Der Edle Konrad von Warberge hat vom Bischof von Halber- 
stadt zu Lehen u. a. den Zehnten im Felde und Dorfe zu Ostir- 
B a d e 1 e V e. (Cop. 470 f ol. 54.) 



C. 1400. Verseke de 8chenyngen tenetanobili de Werberge — HI curias 
in Osterbardeleven et IUI mansos ibidem cum I silva ibidem. 
(6.Q.XVI., 8.250.) 

1400. Osterbaddeleve im Banne Göhringsdorf zahlt 3 8chillinge jähr- 
, lieber Prokuration an das Stift Halb(Tstadt. (Zeitschr. für Nieder- 
sachsen 1862, 8.69.) 

1407. Hermann und Curd von Werberg haben vom Bischof von Halber- 
stadt zu Lehen u.a. den Zt^hnten zu Osterbadeleve. (Cop. 470 
fol.20\) 

1479. 28. Mai. Henning von Brunszwick, Bürger daselbst, erhält vom 
Erzbischof Ernst zu Lehen u. a. eine Hufe Landes auf dem Oster- 
baddeleve Felde. (Cop. 4 1 f ol. 27\) 

1480. Administrator Ernst von Halberstadt belehnt Burkhard von Werberge 
u. a. mit dem Zelinten zu Osterbaddeleve. (Cop. 475 f ol. 62\ ) 

1486. 14. Jan. Die Pfennigbäcke erhalten vom Erzbischof Ernst zu Lehen 
u. a, zu wüsten B a d e 1 e v e eine Hufe. (Cop. 41 f ol. 284.) 



Digitized by VaOOQ 16 



19. Oat-Baddeben. — 20. Badenacker. — 21. Badenbeke. 27 

1498. 9. April. Heinrich von Veitheim zu Erxleben verkauft dem Kloster 
Marienborn 8 Gulden Zins aus dem halben Zehnten zu wosten 
Baddeleve. (Cop.751fol.l73\) 

1493. 18. Juni. Caspar Steinbegk Kanzelschreiber erhält vom Erzbischof 
Ernst zu Lehen u.a. eine Hufe auf dem Osterbaddeleve Felde 
nach dem Tode Hennings von Braunschweig. (Cop.41.fol 284.) 

1500. 17. Febr. Hartwig von Werder wird vom Erzbischof Ernst belehnt 
u. a. mit einer Hufe auf dem Osterbaddeleve Fehle. (Cop.41 
fol.145.) 

1512. 28. Jali. Hippolyt und Heinrich von dem Werder verkaufen an 
Curt von Mandelszem und seine Frau u. a. eine Hufe auf dem 
Osterbadelevischen Felde. (Cop.69fol.5K) 

1642. Im Lagerbuche des Amts Sommerschenburg findet sich: Oster- 
Badeleben eine wüstt* Dorfstädt zwischen Wefensleben und 
Badeleben ist itzo eine Wische, wird von etzlichen Bauern in Bade- 
leben gebrauchet und ist Werbergisch Lehen. (A. Magd. Kammer 
I.167fol.l20.) 

Utterfttar: Fallce, Tradd. Vorbei. S. U- — LBehrends, NeuhaUensl. JJ, S. 58t, 



20, Badenacker, 

Bei Mose Kreis Wolmirstedt. 

1159. 18. Septbr. Graf Dedo von Groitzsch verkauft mit Genehmigung 
seiner Gemahlin Mathilde und seiner Söhne dem Kloster U. L. Frauen 
zu Magdeburg für 60 Mark Silber das aus der Erbschaft seiner 
Frau (als Tochter einer geb. Pfalzgräfin v. Sommerschenburg) stam- 
mende, Badenacker auf deutsch genannte Gut (fundus), und 
tragt es demselben vor dem Landgericht des Markgrafen Albrecht 
von Brandenburg, des Klostervogts, in Elbey auf. Zugleich schenkt 
er dem Kloster einen bei dem Gut gelegenen Anger (pratum). 
(G.Q.X, No.26.27.) 

c. 1190. Der Bischof von Halberstadt genehmigt die Überlassung des 
Zehnten des bei dem dem Ora-Fluss anliegenden Dorfe Mose gelegenen 
Guü»s (predium), Badenakker auf deutsch genannt, den Graf 
H(einrich) von Gardelegen vom Stifte zu Lehn trug, und bekundet 
den dem Hochstift und dem Grafen gewordenen Ersatz. (G. Q.X, 
No. 67.) 

21, Badenbeke, 

Bei NeuhaldensIebeD. 

C 1380. Conrad Benneke hat vom Erzstift zu Leht^i u. a. 6 Hufen in 
campis Badenbeke ante civitatem Haldensleve. (G.Q.XVI, S. 11.) 



Digitized by VaOOQ 16 



28 DieWüBtongeD im Nordthüringgau. 

22. Balbepg\ 

Südwestlich von CaJbe a. S. 

961. König Otto IL nimmt das dem Kloster G(Tnrode unU^rworfene Nonnen- 
kloster zu Frohse in seinen Schutz und bestätigt dessen Besitz u. a. 
zu Baiberg. (M.G.DD.II, S. 13.) 

964. Markgraf Gero übereignet dem KlosttT Gernrode u.a. Bai berge, 
(v. Heineraann, C.d.Anh.I, No. 38.) 

1162. 8. Anfi^. Erzbiscbof Wichmann überlässt dem Kloster Nienburg für 
2 Hufen in villa Bai berge und ^g Hufe in Biere den ZehnU^i 
innerhalb des Burgwards Steene an der Mulde, (v. Heinemann, C. 
d.Anh.I, No.477.) 

1188. Kaiser Friedrich I. hat auf die Klage der Nonnen von Frohse de 
XI mansis in Baleberch, de quibus minorem, quam ipsarum ex- 
pediret paupertati, censum reciperent, bestimmt, quatinus mansus, 
qui prius solvebat VI solidos, amplius solveret X ad supplementum 
prebende dominarum. (v. Heinemann, C.d.Anh.I, No. 663.) 

C. 1200. Sifridus filius Godiscalci de Jabelince giebt dem Kloster Nien- 
burg II hobas pro praeda, quam fecerat hie Bai berge, (v. Heine- 
mann, C.d.Anh.V.A, No.2.) 

1205. 28. Febr. Papst Innocenz IH. bestätigt dem Kloster Nienburg seine 
Besitzungen, darunter in Baiberge iuxta Kai ve 1 ^/g Hufe. (v. Heine- 
mann, C.d.Anh.I, No.749.) 

1207. 9. Aug. Papst Innocenz III. bestätigt dem Klost(T Gernrode seine 
Besitzungen, darunter Bai e berge, (v. Heinemann, C.d.Anh.I, 
No. 759.) 

1227. 12. Juni. Papst Gregor IX. bestätigt dem Kloster Gernrode seine 
Besitzungen, darunter das Dorf Bale berge, (v. Heinemann, C. d. 
Anh. II, No.88.) 

1323. Fürst Bernhard III. von Anhalt beleiht Gebhard von ßprone mit 
11 Mark Geldes zu Yesere und Bai her che. (v. Heinemann, Cd. 
Anh.V.A. No.ll.) 

1331. Fürst Bernhard III. beleiht Gebhard von Zbrone mit dem Gute 
Hoses, der Gottesritter ward, welches dieser hatte zu Balberch. 
(V. Heinemann, C.d.Anh.V, S.381.) 

1434. 25. März. Das Stift Gernrode beleiht die Bürger von Calbe, die 
<len Acker auf Balberger Mark wirken, mit dem Tye vor Bale- 
bergen gelegen, geheissen der Bale berger Tye. (Archiv von 
Calbe, G. 1.) 

1477. 23. Juni. Der Rat von Call)e beziuigt, dass Hans Römer von seinen 
Verwandt(Mi ein Hof zu Calbe, eine halbe Hufe zu Rösten, eine 
halbe Hufe zu Papendorf und eine Hufe zu Baien berge ver- 
lassen sind. (Handelbuch von Calbe, S. 148.) 

* Vgl. auch Jeser, da Baiberge und Jeser sehr oft zusammen vorkommen. 

Digitized by VaOOQ 16 



22. Baiberg. 29 

1512. 10. Oktbr. Der Rat von Calbe entscheidet einen Streit zwischen 
Claus Körre und Lorenz Beckerer etzlichs ackers halben (1 1/2 Hufe) 
uff wüsten hoffsteden zcu Balenbergk gelegen. (Handelbuch von 
Calbe B1.248.) 

1621. In einer Ehestiftung zwischen Albrecht Erdmanu und Margarethe 
Deimprechts werden erwähnt 2 Hufen zu Balberck, V2 Hufe zu 
Ruczau, l^/jj Hufe zu Griczen, ^/g Hufe zu Granow und eine Hufe 
auf der Tornawischen Mark. (Handelbuch von Calbe Bl. 263.) 

1628. 7.Jani. In einer Erbteilung zwischen den Brüdern Michel, Bro- 
sius und Stefan Litzke zu C^be kommen zur Verteilung 1 * /j Hufe 
zu Baiberge, 2 Hufen zu Gritzene, ^L Hufe auf der Stadtmark, 
7 Vierdinge Ackers zu Gribbene, 7 Vierdinge Grases zu Rosenburg, 
eine halbe Hufe zu Granow, |ein Busch in Lytzehen. (Handelbuch 
von Calbe Bl.279^) 

1628. 28. Oktbr. In einem Heiratsvertrage werden dem Bräutigam von 
seinem Vater Claus Korre u. a. zugesprochen 4 Hufen Landes auf 
den Marken zu Bai berge und Jeser gelegen; stirbt Claus Korre, 
so soll sein Sohn Georg seiner Schwester Anna von 2 Hufen zu 
Meygen und Hohndorf eine geben. (Handelbuch von Calbe B1.281.) 

1680. Hans Hanherman zu Calbe verkauft an Peter Schröder u. a. zwei 
Hufen Landes zu Baiberge, die vom Klloster Gernrode zu Lehen 
gehen, für 250 Gulden und überlässt ihm auch ein Viertel Pacht- 
acker auf der Stadtmark und ein Viertel zu Nienstedte; ferner ver- 
kauft er ihm 1 ^j Hufe zu Ruesten, 8 Viertel zu Nienslede und ein 
Viertel zu Hohndorf. (Handelbuch von Calbe B1.287.) 

1632. 16. Juni. In einer Erbttnlung zwischen den Geschwistern Valentin, 
Michael, Jacob und Walburg Doite zu Calbe kommen an Äckern 
zur Verteilung: 2 Hufen zu Balbergk, eine Hufe zu Rosten, eine 
Hufe zu Jeser, eine halbe Hufe zu Meygen. (Handelbuch von Calbe 
Bl. 294.) 

1632. 14. Dezbr. Marx Palme zu Calbe verkauft auf 3 Jahre an Hans 
Stein eine halbe Hufe zu Balbergk für 20 Gulden und jährlich 
einen Scheffel Weizen Sangkorn. (Handelbuch von Calbe Bl. 296\) 

1660. 9. März. Der Abt von Nienburg meMet dem Rate von Calbe, dass 
er auf <lie Beschwerde des letzteren seinen Schäfer angewiesen habe, 
nicht auf den Marken Bai berge, Jeser u. a. zu hüten. (Archiv 
von Calbe H.2.) 

1666. O.Jani. Die Fürsten yon Anhalt schreiben dem Erzbischof Sigis- 
mund, dass sie befugt seien von den 2 in ihrem Fürstentum ge- 
legenen Feldmarken Jt^ser und Bai berge, worüber sie die Vogtei 
und hohe Gerichtsbarkeit, auch Namens der Äbtissin von Gernrode 
Gericht und R(*cht haben, Steuer von einigen Bürgern in Calbe zu 
erheben. (A.Erzst.M.1, No.24.) 

1666. SO.JuDi. Die Inhaber der Feldmarken Jesar und Baiberge, 
Bürger zu Calbe, erstatten dem Amtmann Melchior von Welhm 
einen Bericht über der Marken Steuer, Gericht und Gediegenheit 



Digitized by VaOOQ 16 



30 I>ie Wüstungen im Nordthüringgau. 

Sie berichten: dass uns nicht bewusst, dass auf solche Äcker von 
unserer gnädigen Frau (der Äbtissin von Gemrode) Vorfahren uns 
und unsern Eltern einige Steuern, Schoss, Auflage oder wie des 
Naöien auferlegt, noch von uns begehret ist, viel weniger dsfis wir 
dieselben davon entrichtet und ge^geben haben sollten, allein was 
wir unsern gnädigsten Herrn den Erzbischofen zu Magdeburg etc. 
syder der 60 A oewilligt und auf die Äcker und andere Güter 
taxiret ungefähr im XXVI oder mehr Jahr bis anhero davon ge- 
gesteuert und zur Schätzung entrichtet, wiewol aber — unsere Fürsten 
zu Anhalt — vor etlichen Jahren und nochmals unsere gnädige 
Frau zu Gernrode ungefähr vor dreizen Jahren Anregung gethan, 
gesunnen und begehret, von denselben Äckerngütem, gleich andern 
ihre ünterthanen thun müssü^n, unsere Steuer und was sie uns aus- 
zubringen auferlegen wurden, unweigerlich zu geben, haben wir uns 
dessen doch allwege geweigert bis so lange und viel wir von Eim 
Hochwürdigen Thumbkapitel, auch andern erzbischöflichen Hofräthen 
Befehlich und commission bekommen, dass wir uns mit hochgemelter 
Äbtissin in nichts einlassen noch auf Ihr Gnaden Begehreu etwas 
willigen pollten, darüber wir dann nicht schreiten wollen und bis- 
anhero solches in Ruhen behalten haben. — Was aber die Lehn- 
wahr, Ziehenden und jährliche Zinsen berührter Marken anlanget, 
wissen und haben wir keine andere Obrigkeit gesucht noch begehret 
allein hochgemelte unsere gnädige Fraue zu Gernrode. — Wie es 
aber mit vorberührter Marken Gerichten und Gerechtigkeit gelegen, 
können wir keinen gründlichen Bericht anzeigen, doch wollen wir 
E. G. nicht vorhalten, dass unsere Vorfahren, Eltern und wir wol 
über etlich und hundert Jahre ein Wardtagk als auf den Sonntag 
nach Corporis Christi allhie zu Calbe in des Bauermeisters Behau- 
sung jährlich gehalten und davon Gebrauch also noch haben, da 
Jemand unter uns einer dem an<lern an seinem Acker zu nahe ge- 
pflüget oder Bonst(*n auf der Gegend oder Marke sich gebohrete, dass 
er fällig und busswürdig würde, das wir den oder dieselben unsers 
Gefallens mit einer Ton neu Biers minus oder mehr strafen mögen 
etc. Zudem haben untiT uns etliche Altsassen Bericht gethan, dass 
vor etlichen Jahren vor Bernburgk ufm Berge Waiden genannt ein 
Gerichtstagk zu halten g(*wohnlich gewesen sei, auf welchem, so unU^r 
uns Acker gehabt und Elzgut gewesen ist, diejenigen sich dar stellen 
müssen, ist aber nichts besonderes gehandelt worden. Dieselben 
haben auch ferner angezeigt, dass ein Feind, Maybuer genannt, aufm 
Hartze mit etlichen Pferden, so er daraus entritten, zusampt seinen 
Gesellen im Jesardschen Busche allhier durch den Amtmann 
verfolget, der auch ergriffen und ins Ampt allhie gefänglich einge- 
zogen worden, aber doch seiner Gefängnus widder entledigt; der 
ander sein G(^selle ist in der Sahle des OrU'Q er6off*en und von der 
Brüderschaft der Elenden allhie, derselbe und antlere ertödtetc^ 
Corper, so auf den Marken gefunden worden, zur Erden bestättigt. 
Dieses ist, was wir von den Ubergerichten wissen, ohne was in 
unserer — Herren der Erzbischoffe zu Magdeburg Landbüchern 
davon verzeichnet sein mag. — So mögen wir E. G. auch unangezeigt 
nicht lassen, dass hochgemelter unserer gnädigsten Frauen zu Gem- 



Digitized by VjOOQ 16 



22. Baiberg. 31 

rode Hofrathe auf Befehlich derselben ein Gericht zu Mollendorf 
an der Bude gelegen aufzurichten uns angemuthet, welchs wir an- 
zunehmen oder zu willigen Beschwernis gehabt, doch haben auf 
ihr weiter Anhalten wir ihnen solches nachgegeben und nunmehro 
fast in 3 Jahr gewillfahret, aber mit dem Vorbehalt und Unter- 
scheide, dass wir denWartagk allhie zu Calbe unter uns, inmassen 
wir denne von altershero gebraucht, behalten und an unserer Ge- 
rechtigkeit nicht mochten geschwächt werden, welchs sie uns dann 
günstiglichen zugesagt Weil es aber hiebevor luid vor Jahren nicht 
gewesen noch gewohntlich, dass wir des Orts uns finden sollen, 
deuchtet uns ja schwer und nicht gelegen sein, wir wollen Euer 
Gnaden unterthänigst gebeten haben. Euer Gnaden wollen uns 
gegen unsem gnädigsten Herrn den Erzbischof vorbitten, dass sein 
F. G. mit hochgemelter Äbtissin es dahin richten und handeln wollte*, 
dass wir solch (bricht zu besuchen beschonet bleiben und bei unsemi 
vorigen Gebrauch und Herkommen erhalten mögen werden. (A. 
ErzstM.1, No.121.) 

1660. 81. Aug. Die Fürsten Wolfgang, Joachim und Karl von Anhalt 
schreiben dem Erzbischof Sigismund, dass sie die Marken Jeser und 
Baiberge von der Rom. Kaiserl. Maj. und dem heiligen Reiche zu 
Lehen tragen und dass ihre Vorfahren sie dem Stift Gk^rnrode mit 
Gerichte und aller Gerechtigkeit wiederkäuflich verpfändet haben, 
wie das mit Brief und Siegeln belegt werden könne; das Erzstift 
habe daran keine Gerechtigkeit, noch seien die Marken diesem zu- 
ständig, ohne was mit geforderter und eingenommener Steuer darauf 
Gerechtigkeit gemacht und geschepft werden will. Der Erzbischof 
möge beachttMi, weil diese Sti^uer nur allein von denen zu Calbe, 
den Fürsttm und der Äbtissin unwissend und im Rücken, und nicht 
von den Ltmten zu Mönchennienburg, die je so wohl Äcker auf 
diesen Marken Jesser und Baiberge als die von Calbe haben, 
genommen und allein aufs Particular, als die Leutt* von Calbe, uiul 
nicht universale gerichtet, was solchs für Gerechtigkeit sein könne 
o<ler das Erzstift sich derwegen etwas anzumassen. (A.Erzst 
M.I, Nr. 26.) 

1562. 10. Aug. In einer Entscheidung des Streit<»8 zwischen Anhalt und 
Magdeburg wird bestimmt, dass Anhalt Geleit, Gericht und Steuer 
vor Stassfurt und auf den beiden Marken hei Calbe, Baiberg und 
Jeser, bis an den Hügel daselbst nach Calbe behalten soll. (A.Erzst 
M.I, No.24.) 

1676. Ö.Novbr. Administrator Joachim Friedrich schliesst mit dem Fürst(»n 
Joachim Ernst von Anhalt einen Vertrag über verschiedene Ange- 
legenheitiMi ; darunter wird über die Marken Balbergk und Jeser 
bestimmt, dass die Anhaltt^r das Geleit, Hoheit ujid andere Gerech- 
tigkeit bis an den hohen Hügel nach Calbe zu haben sollen, von 
da an aber bis Calbe das Geleit den Magdeburgern zustehen solle. 
(A.ErzstM.I, No.24.) 

1604. 2. Juni. Die Regierung in Halle schreibt dem Domkapitel über 
die Irrungen mit Anhalt: Soviel die streitigen zwei Marken Jeser 



Digitized by VaOOQ 16 



32 I^ie Wüstungen im Kordtbüringgau. 

und Baibeck anlanget, hat der Fürst zu Anhalt titulum, nämlich 
die kaiserliche und des Stifts Gernrode Belehnungen vor sich, wie 
dann das Stift Gernrode an den Hufen auf diesen 2 Marken, deren 
an Zahl 65 sein sollen, die Lehen, Zins, Zehenden und Sangkorn; 
dargegen der Erzbischof possessionem und insonderheit dieses allegirt, 
dass die Besitzer der beiden Marken, so meistenteils Bürger zuCalbe 
sein, von den Hufen die Steuer gegen Magdeburgk entrichten. 
Welches die Anhaltischen hinwieder — abgelehnet — . Wir müssen 
bekennen, dass es dieser zwo Marcken halber etwas zweifelhaft und 
derowegen wohl am Besten wäre, wann ein gutlich MitU*l könnte 
stattfinden. Bei vorigen tractateu ist dies Mittel fürgeschlagen, dass 
die Marken getheilet und das Erzstift die Hoheit bis an den grossen 
Hügel naher Calbe zu behalten, das übrige Anhalt haben und 
dargegen von dem Geleite, so sie bis ans dritte Thor zu Stassfurt 
haben wollen, abstehen und allewege an dem Hassgraben vor Stass- 
furt wenden und wiederkehren solle. (A.Erzst.M.1, No. 13.) 

1661. 22. Novbr. Fürst Friedrich von Anhalt, nach dem Tode seines 
Vetters Johann Casimir Senior des Hauses Anhalt, teilt dem Ad- 
ministrator August mit, dass er diejenigen Calbischen Bürger, welche 
Äcker auf Jeser und Baiberg er Marke hatten und davon dem 
Stift Gernrode einen Canon zu zahlen hatten, zitieren lassen werde, 
damit sie diese Äcker als Erbzinslehn rekognoscierten. (A. Erzst. 
M.I, No.49.) 

1666. 25. Juni. Fürst Friedrich von Anhalt schreibt dem Administrator 
August, dass dieser dafür sorge, dass dem Stift Gernrode der Zehnt 
von der Bai berger Mark, der längere Zeit nicht gezahlt sei, von 
dem Bauermeiöter wieder regelmässig entrichtet würde. (A. Erzst 
M.I, No.49.) 

1676. 8. Novbr. Der Zehnt, <ler dem Stift Gernrode von Bürgern der 
Stadt Calbe von tler Mark Bai berge zu zahlen war, wird durch 
Vermittelung des Fürsten Wilhelm von Anhalt in einen Erbzins 
von 6 Pfennigen für jeden Morgen verwandelt, die auf 3 Tischen 
gereichte Mahlzeit, die bei Erlegung des Zehnten den Censiten ge- 
reicht worden war, wird mit der Zahlung von jährlich 3 Thalern 
abgelöst (Archiv von CJalbe G. 1.) 

1667. 16. Novbr. Die Bauermeister und Gnisiten der Bai bergi scheu 
Feldmark in Calbe bericht(*n über d(Mi Zehnt(Mi : Es hat das Fürstl. 
Anhaltische Stift Gerenrodt» vor dem Krieg(*swesen von d(T Bal- 
bergi sehen Feldmarke hierselbst einen Zehenden von 32 Hufen 
Landes, als von jeder Hufen 1 Schock Weizen klein Band, zu heben 
gehabt UnUT (fen Besitzern dieser Äcker sind j(*desmal 12 Bauer- 
meister, die {\vn in selber Marke etwa sich begelxnidcn Schaden 
und zwischen den Nachbarn entstandene Zwistigkeiten vergleichen 
müssen, bestellet gewesen. Über dieselbe aber sind 3 aus den übrigen 
Besitzern von dem Stifte erwählet worden, welche Voigte genennet 
und bei Lieferung des Zehendes aufzuwarten und zu arbitriren gehabt, 
ob derselbe in seinem Baude richtig oder nicht. Und hat ausser 
diesem bei Einhebung des Zinses denen Censiten den ganzen Tag 



Digitized by VjOOQ 16 



22. Baiberg. - 23. Balleedorf . 33 



durchaus Erbsen und Hering gespeiset und des Abends eine Mahl- 
zeit gereichet werden müssen, wozu sich in die 5 Tische eingefunden, 
massen unserer etliche noch selbsttm hierbei gewesen und wahr- 
hafte Nachricht davon erstatten können. In dem Kriegesunwesen 
aber ist unter andern Zerrüttungen auch diese mit eingerissen, dass 
die Voigte vom SüiU' nicht besteüet, die Mahlzeit aussenblieben und 
dahero der Zehenden auch nicht abzustatten gewesen, und ob man 
sich wohl untt^rschiedlich kegen die Herrn Abgeordnetc»n anerboten, 
wenn uns und unsern Mitbesitzern dieser Marke gedachte Mahlzeit 
gereichet und die Voigte hinwieder bestellet wurden, dass sodann 
der Zehnte unfeilbar und zu rechter Zeit abgeliefert werden sollt(% 
bis dahin wir gebeten eines kegen das andere zu compensiren, wenn 
zumalen der Zehnti^ in dem 1 Schock etwa auf 1 Schefiel gerechnet, 
wenig Überschuss tragen könnte. 

Bei so beschaffenen Dingen aber würde uns ungnädig geschehen, 
wann wir, die Bauermeister, zu Eintreibung mehr gedachten Zehen- 
den s wieder das Herkommen vermittelst so scharfer Execution ganz 
unschuldig sollten angehalten werden, zumalen auch die Voigte, 
wenn sie gleich bestellet wären, nunraehro zur späten Unzeit in 
vielen Soheuren keine Weizengarbe mehr antreffen dürfen, gleich 
zu geschweigen, dass solcher zur Zeit der Erndte gehoben werden 
muss; gelanget deshalben an E. Fürstl. Durchl. unser unterthänigstes 
Bitten, Sie wollten gnädigst geruhen, nicht allein bei des auch 
Durchlauchtigsten — Herrn Friedrichs, Fürsten zu Anhalt — damit 
wir auf irrigen Bericht dero Herrn Beamten wieder das Herkommen 
mit dieser Neuerung nicht beschweret, vielmehr aber die Sache zum 
vorigen Stande möchte gebracht werden, uns gnädigst zu ver- 
schreiben ; sondern auch dero Stadt- und Landrichter mit ang(»drohti?r 
Execution an sich zu halten, anderweit zurückzubefehlen. Wir wollen 
nichts desto minder an Herrn Fürsten Friedrich — uns auch ge- 
horsamst supplicando anfinden, gleichmässige Vorstellung thun und 
wie die Jesarische Marke von diesen Zehen<len durchaus befreiet, 
deroselben unterthänigst berichten. (A. Erzst. M. I, No.49.) 

1699. 26. Oktbr. Der Kommissar der Refugierten berichtigt an die kur- 
fürstliche Regierung: 

Bei Wal Deck ist dieses zu erinnern, dass der Copist bei dem 
Rate der Stadt eine Breite hat, wo vor diesem das Dorf Wal b eck 
gestanden. — Alle grosse Wege gehen gerade auf diese* Breite» zu, 
hat auch seine 3 Felder — , auch seine ungewisse Morgen zahl. 
Gehet zu Lehn, wie Geser, bei dem alten Stift Geringerode. (A. 
Magd. Gammer n, No.268.) 

Utteratar: Mävecker, Chronik von CcUbe S. 20. (Fol. AiLsg.) — Magd. GcschicfUsbl. 
in, S. 475. __ 

23. BaUesdorf. 

In der Grafschaft Sommerschenbuig. 

1112. 9.Ang. Bischof Reinhard von Halberstadt bestätigt frühere Be- 
sitzungen des von Osterwieck nach Hamersleben zu V(*rlegend(»n 
Klosters und neue Schenkungen an dasselbe, darunter predia — in 

Digitized by VjOOv IC 



§4 bie WüßtuDgen im ^ordtküringgäü. 



comitatu Friderici comitis — in Arresleve XlII mansi, in Tadesdorv 
Villi mansi, in Gripendorb unus manßus et XI iugera, in Rott- 
maresleve unus mansus, in Wreninge unus mansus, in Bonesdorb 
duo mansi, in Ballesdorb unus mansus, in DuU^ndorp unus 
mansus, in Batdenleve VIII et dimidius mansus. (Schmidt, Hoch- 
stift Halberstl, No.l36.) 

1178. 28.1fai. Bischof Ulrich von Halbcrstadt bestätigt die Besitzungen 
des Klosters Hamersleben, darunter in Bt*rtt»nsleve U, in Wichen- 
thorph II, in Arresleve XX et unum cum ecclesia, in Badenleve 
VIII mansos et dimidium, in Tadistorph Villi, in Grippenthorp 
I et XI iugera, in Ratmersleve unum, in Wereninge I, in Bones- 
thorp II, in B a 1 1 e s t o r p h I, in Dudenthorph I (mansum). (Schmidt, 
Hochstift Halberstl, N.282.) 

Utteratur: Magd, Oeschichlsbl. IX, S.399. 



24. Barnsdorf, 

Bei Bicre oder AltenweddingeD. Genaue I^e unbekannt. 

1363. 12. April. Barnsdorf stellt 3 Bauern zum Landesaufgebot (G.Q. 
XXVI, No.458.) 

c. 1414. Unter Antiqua Weddinge verzeichnet das Domkapitel zu Magde- 
burg Pachte aus 5^^ Hufen in Parnstorp (Barnstorp.) 

c. 1460. Pacht von 1^ .^ Hufe und von 4 Hufen Eidestgut, von 2 Hufen, 
5 Höfen luid 9 Hufen zu Barnstorp hat das Magdeburger Dom- 
kapitel ; von Barnstorf und Mortz zusammen 14 Pfund 5 Schillinge, 
5 Pfennige. (Cop.90 fol.7.) 

1490.1521. Das Magdeburger Domkapitel hat Pachte aus Barnstorp 
i^Barenstorf) villa desolata. (Cop.91^ fol.l2. Cop.91« fol.l2\) 



25. Barsdorf,^ 

Zwischen Eggerstlorf und Gross-Mühlingen. 

1628 hat der Dompropst zu Magdeburg eine Besatzung gethan gegen 
ftydersleben zu Mühlingen wegen rückständiger Pachte von Äckern 
auf B a r s d ö r f f e r Mark. (A. Grafsch. Barby I, No. 428.) 

1529. IB.Jan. Hans Sydersleben zu Gross-Mühlingen bekennt, dass er 
der Dompropstei zu Magdeburg 37 Gulden und 2 Bauergn)8chen 
Zins von 4Vo Hufen Landes auf Barssdorffer Mark schuldig ist. 
(A. Grafsch. ßarby I, No. 428.) 



1531 



, 18. Oktbr. Der Prokurator des Domkapitels zu Magdeburg legt 
Beschlag auf das Korn auf den Äckern der Barssdorffer Mark 
für die Pachte, die Hans Sydersleben schuldig ist (A. Grafsch. 
Barby I, No.428.) 



^ Rabe, Magdeb. Geschichtsbl. XI. S. 58 vermutet, dass das sonst nicht nach- 
weisbare Helm ward esthorp dieses Barsdorf sei. 



Digitized by VaOOQ 16 



28. Ballesdorf. — 24. Barnsdorf. — 25. ßarsdorf . 35 



1697. 8. Aug. In einem Streite zwischen dem Amt Gross-Mühlingen und 
Eggersdorf wegen der Hütung schreibt das erstere an den Geheim- 
rat Marstaller zu Rosenburg: 

So können sie (die Eggersdorfer) mit Bestände nicht beibringen, 
dass sie auf Barstorffer Marke mehr als dies Amt und Gemeine 
befugt zu hüten, sintemal diese Gemeine (Mühlingen) da soviel 
Acker als die Eggerstorffer auf solcher Marken haben, und das 
noch mehr, so wird aus diesem Dorf so wohl als aus Eggersdorf 
Weidegeld von solcher Marken auf die Thumbpropstei zu Magde- 
burg gegeben. (A.Grafsch.Barby I, No.427.) 

1598. 6. April. Nachdem von den Eggersdorfischen ein Verwundeter auf 
der ßarsdorfer Feldmark aufgehoben worden, kommt es wegen 
der Gerichtsbarkeit daselbst zum Streit. Die Barsdorfer Mark 
steht dem Dompropst zu Magdeburg zu. (A. Grafsch. Barby I, No. 428.) 

1619. 9. Novbr, ist die B a r s s d o r f f Mark bezogen und Anfang hierzu ge- 
macht worden unten bei dem Damme der Mühlingischcn Wasser- 
mühle und daran stossenden Grasewoge, jenseits welchem die Gross- 
Mühlingische Mark, diesseit aber die Barssdorffische Feldmark 
befindlich ; — an einem kleinen Berge endiget sich dieser etwas grosse 
Graseweg und fället hinwiederum ein khuner Raserain — ein, bei 
welchem zur rechten die Barssdorffer und zur linken Hand die 
Gross-Mühlingische Feldmark fortlaufen. 

Zu Ende dieses Grase weges fanget sich hinwieder an ein kleiner 
Graseweg, zur rechten die Bars dorffische und zur linken die 
Klein -Ackendorf fische Feldmark, welche gräflich Barbyischc und 
Mengefeld, weil sowohl die Gross - Mühlingischen als Sältzischen 
Bürger und Eggersdortfer Felder und Äcker besitzen und ge nützen, 
in Scheid haltend, darbei auf der linken Seiten von vorig(^m Ende 
des Grasewegs der Weg durch die Gross-Mühlingisclie Mark, welche 
bis an die Weiden vom Eggersdorfer Anger fast gehen solle, nacher 
Eggersdorf. 

Zu Ende auch dieses Grasewegs kommt ein Aufwurf zur Linken 
in das Klein-Ackendorfer Feld gehörig und Georg Fischern zu 
Gross-Mühli ngen zuständig, bei welchem die Barssdorffer Mark 
zur Rechten wieder fort bis an den Landgraben und den Barbyer 
Weg nacher Mühlingen zur Linken, der diese Mark von der Klein- 
Mühlinger Mark scheidet. 

Üb(T diesen Landgraben liegt die Gross-Ackendorfische Mark, 
so auch Barbyischs und Mengc^feld, und gehet fort bis au' ihm 
Barbyischen nach Gross-Mühlingen streifenden Weg, so zur Rechten 
die Barss dorfer und zur Linken die Khnn-Mühlingische Feld- 
mark hält und scheidet, bis auf einen Gra«eweg, darin der Feldweg 
von Saltza herausfället und an dem Wege von Eggersdorf nach 
Klein-Mühlingen sich endiget, bei welchem zur Rechten die Barss- 
dorfische Mark sich gegen Klein-Mühlingen durchkrümmet auf 
eine Feldwuhne zur Linken die Klein -Mühlingische Mark nach dem 
Landgraben wärts haltend, dahin ein klein Graserain führt und 
also Klein-Mühlingische und Barssdorffer Mark in dem letzeren 
Stück — scheidet Li dem Strich dieser Wuhne lieget ein grosser 



Digitized by VjOOQ 16 



36 Die Wüstungen im Nordtkuringgail. 



Feldstein und zwei Stück nach diesem Stein aufwärts kommt hin- 
wieder ein kleiner Raserain, der zur Linken die Klein-Mühlingische 
und zur Rechte» n die Barssdorffer Mark hält. Ausgangs solches 
kleinen Raserains kommt zur linken Hand wieder eine Wuhni» 
bis an die Dornbüsche, darbei Herrn Hauptmanns von Endens 
Breite* nach der Mühlingischen Windmühle wärts stossend und 
ungefähr 5 Stücke von dem Ende dieser Wuhne, darbei die Dom- 
büsche stehen, einen grossen Feldstein zur Scheidung in sich haltend. 

An diese Dornbüsche, wovon nicht weit die Klein-Mühlingische 
Mark zu Ende geht, stosset zur Rechten herunter ein breiter Grase- 
weg, alda die Barssdorfer Mark und auf der linken Seiten die 
QuiritzerMark, 80 auch Mühlingisch oder Barbyisch, fortlaufet. Aus- 
gangs dieses Grase weges zur Liiiken fähret die Quiritzer Mark fort und 
scheidet von dann an eine Wuhne die Barssdorfer zur Rechten und 
die Quiritzer zur linken Hand. Zwischen dieser Wuhne gehet ein hohler 
Weg zur Mühlingischen Trift, hält stets die Barssdorfer Mark zur 
rechtt^n und von dar zu Ende gesagter Wuhen — und aldar das Qui- 
ritzische und Gross-MühlingischeFela nach der Windmühlen wärts lieget 
ein grosser Graserain hinwieder herunter, zurrechten Barssdorfer 
und zur Linken Gross-Mühlinger Mark haltend. Ausgangs dieses 
Graserains findet sich wieder eine Wuhne zur linken Hand aut 
einem hohen Graseweg, darauf der Steig von der Mühlingischen 
Wassermühle zur Windmühle stosset, gehend, auf eine Mühl-Amts 
Mark gegen dem Berge und unten gegen die Wassermühle stossend, 
und diese beide Marken, Barssdorfer zur rechten und Gross- 
Mühlinger zur linken Hand scheidend. Dieser Graseweg gehet fort 
bis unten an den Barbyschen nach Mühlingen gehenden Fahrweg 
oder Landstrasse zur Rechten die Barssdorfer (Mark) gleich vor- 
mals haltend und von dar auf den Mühldamm, dahinter die Müh- 
lingische Wassermühle und also noch in der Barsdorfer Mark 
gelegen, von welcher in Besichtigung und Beziehung dieser Mark 
der terrainus a quo genommen worden, zur Linken über diesen 
Damm liegen die Mühlingischen Wiesen und bleibet also die Barss- 
dorffer Mark hinwieder zur rechten Hand, alwo diese Marke sich 
geendiget. 

Hierbei, als wir an diese Mühlingische Wassermühle kommen, 
ist von dem Herrn Kantzier dem Calbischen Herrn Landrichter 
Vertröstung geschehen, dass an dem Gerinnen dieser Mühlen mit 
ehestem eine Brücke, darüber die Eggersdorfer ihre Trift auf die 
Barssdorfer Mark haben müssen, hinwieder gebauet werden sollte, 
wie ingleichen berichtet, dass je die Eggersdorfer auf der Klein- 
und Gross- Ackendorf er, wie auch Barsdorfer Mark ihre Trift 
unzweifelhaft hätten, auch wenn sie durch die Ackendorfer Mark 
nicht gelassen würden, sie gar nicht auf Barssdorfer Mark kommen 
könnten. — ( A.Graf seh. Barbyl, Nr. 428.) 

1661. 6. Sept Erzbischof Maximilian Heinrich von Cöln in seiner Eigen- 
schaft als Dompropst von Magdeburg belehnt die Gebrüder Lutteroth 
Christian, Johann und Valentin mit einer drei Bauergroschen zin- 
senden Hufe auf dem Felde Barsdorf vor Biere bei Joachim 
Bauermeisters Hofe gelegen. (Or.) 



Digitized by VaOOQ 16 



25. Barsdorf. — 26.Klein-Beiendorf. — 27. BeiiimArk, Beioidorf. — 28. Benitz. 37 

1718. 24. Febr. Die Einwohner von Eggeredorf berichten: Baszdorfist 
unser Gemeine nicht anders bewusst, als dass sie unter des Königs 
Jurisdiktion ist Und die Mühlinger nehmen die Koppelweide mit 
Gewalt und geschieht uns durch die Koppelweide grosser Schade, 
weil wir vor unser Viehe auch gar schlechte Weide haben. (A. 
Herz. M.Landesreg. VII, No.53.) 



26- Klein-Beiendorf. 

Bei Beiendorf, Kreis Wanzleben. 

1424. 9. Dezbr. and 1432. 7. Mai wird Gross-Beiendorf genannt, was das 
Vorhandensein eines Ortes Klein -Beiendorf voraussetzt. (G.Q. 
XXVn, No. 178.284.) 



27. Beinmark, Beiendorf. 

Bei Klein-Bodensleben, Kreis Wanzleben. 

1162. 28. Juni. Bischof Ulrich , von Halberstadt bestätigt dem Kloster 
Hillersleben seinen Besitz, darunter eine Hufe in Klein-Rodeusleben 
und iVt Hufe in Beinthor p. (Magd. Reg. I, No.l262.) 

1254. Kloster Marienborn verkauft dem Stift S. Petri et Pauli in Magde- 
burg eine halbe Hufe in Klein-Rodensleben und 3 Hufen im wüsten 
Dorfe Beiendorf mit den dazug ehörenden Höfen für 60 Mark. 
(Mark. Forsch. VIH, S. 164.) 

1472. 22. JuB. Abt Johannes von Hillersleben belehnt Heyne Gollaw zu 
Magdeburg mit VL Hufe auf der Beynmark bei Klein-Rodens- 
leben. (Magd.Gesch.XXVI, S.240.) 

1516. 2. Febr. Abt Nicolaus von Hillersleben belehnt Hans Gubtz zu 
Magdeburg mit IV2 Hufe auf der Beynmark bei Klein-Rodens- 
leben gegen 10 Schillinge jährlich. (Magd. Gesch. XXVI, 8.238.) 

1555. Beinemargk giebt als Synodalkorn dem Dechauten von Magde- 
burg 2 Scheffel Roggen. (Reg. ceusuumde 1555.) 

Litteratnr : Danneü, Wolmiretedt, 8. 660. 



28. Benitz. 

Bei Neuhaldensleben, nordöstlich, links der Ohre. 

1228. 13. Novbr. Erzbischof Albrecht bestätigt das Kloster Althaldens- 
ieben und seine Besitzungen, darunter terrara quandam, que in 
vulgari Bennitz dicitur. (Behrends,Neuhaldensl.I, S. 318.) 

1394. De sculte van dem Beniz hed besad Henig Gerenborch sin körn 
ume ansprake siner scap. (Behrends, Neuhaldensl. I, S. 131.) 

1407. De sculte van Beniz un de bure gemeinlike hebben in gehegedeu 
gerichte vor uns bekant — . (Behrends, Neuhaldensl. I, No. 131.) 

Digitized by VjOOQ 16 



38 I^iö Wüstungen im Nordthüringgan. 

1412. Bencz. Gebhards von Alvensleben Knechte schlugen 2 arme 
Männer tot vor Haldensleben und nahmen denselben 2 Pferde. 
(Riedel, C. d. Brand. B, HI, No. 326.) 

1533. 21. Mai. Abt Heinrich von Berge und Abt Egkbert von Ammens- 
ieben vermitteln zchwischen Kloster Althaldensieben und der Stadt 
Neuhahlensleben den Verkauf der drei wüsten Dorfstatt<m jenseits der 
Ohre gelegen Kulitz, Bentz und Podegrundt, wofür die Stadt 800 
Gulden zahlt und den Holzplatz diesseits der Ohre bei und über 
dem Kinenberge auflässt, in maszen derselbin von oben herab von 
dem Steinbette und weghe von grossen Wulfshausen angehoben 
und szo herunder bis uuder den Kinenbergk ist mit zhwelfF adir 
ungevehrlich mehr uifworfen vermhalet worden. (Behrends, Neu- 
haldensl.I, S. 127.) 

1633. 28. Mai. Erzbischof Albrecht bestätigt den zwischen dem Rate 
von Neuhaldensleben und dem Klostt^r Althaldensleben geschlossenen 
Kaufvertrag, wonach die wüsten Dorfstellen Külitz, Benitz und 
Podegrund auf einer Halbe der Ohre vor der Heide gelegen mit 
Siegeln und Briefen (die Siegel und Briefe Benitz belangende 
ausgenommen, denn solche Dorfstätte Benitz ist des Klosters 
Fundation vorliebet und gleichwohl hiermit verkauft) dem Rate von 
Neuhaldensleben zufallen sollen, welcher hierfür dem Kloster 800 
Gulden zahlt und ausserdem einige Güter auf dem Kienenberge und 
vor Warmsdorf auf lässt. Ferner soll, wenn der Rat später zu Külitz 
und Benitz eine Schäferei oder Vorwerk errichten sollte, das Vieh 
nicht auf diese (rechte) Seite der Ohre getrieben werden. (Magd. 
Gesch. X, S. 178. ff.) 

TJtteratnr: Behrends, Neuhaldensl. I, S. 67. It7. ISl. Si5.ff.Si9. — Altnu'irk. 
Jahresher. IX, S. 41. 

29. Bernsdorf. 

Bei der Neustadt; genauere Lage unbekannt. Sitz einer ObMienz. 

1229. Erzbischof Albrecht bestimmt in betreff der Vogtei über die Güter 
der Dompropstei zu Bernsdorf, welche der Buregraf Burchard 
dem Dompropst resigniert hatte, (lass <ler Amtnmnn (senior") bei dem 
wendischen Gericht (placito slavorum) nicht zugegen zu sein brauche, 
bei dem Landdinge aber zu erscheinen habe. (Magd. Reg. II, No. 884.) 

1346. 24. Juni. Die Brüder Albrecht und Günther, Grafen von Mühlin- 
gen , resignieren dem Erzstift Magdeburg den Zehnten in Spöhren, 
Bernstorff, nämlich 30 Scheffel Weizen und Roggen und 2 
Scheffel Hafer, und in Diesdorf. (v. Heinemann, C. d. Anh. III, 

No. 800.) 

c. 1380. Heinrich Vurhake aus Magdeburg hat zu Lehen Güter in Ins- 
leben, Eindorf, (Vewicz, Connewis, Bründel, Magdeburg, Wörmlitz, 
Frohse in der Neustadt — item HI quartalia agri in Bernsdorp. 
(G.Q. XVI, S. 50,) Hans Richard aus der Neustadt - Magdeburg 
hat gekauft von Rudolf Croeher 1 hüben auf dem veld zu Perns- 
dorf. (G.Q. XVII, S.45.) 



Digitized by VaOOQ 16 



28. Benitz. — 29. Bernsdorf. — 80. Betzlitz. 39 



1892. 8. Jan. Erzbiachof Albrocht belehnt Ermegard, Werner Furhakes 
Frau, zur Leibzucht mit einem Hof zu Insleben, drei Viertel Lan- 
des zu Bernsdorf, einem Zehnten von den beiden wüstem Marken 
Crewesch und Ek(»ndorf, einem Wispel Roggen und einem Pfund 
Pfennig zu Wörmlitz. (G.Q.XXVI, No.697.) 

1440. Die Brüder Nicolaus und Simon Rodenstorf haben vom Erzbischof 
Friedrich zu Lehen u. a. einen Vierdung von einer halben Hufe 
auf Bernsdorffer Felde und eine Anzahl anderer Einkünfte da- 
selbst (Cop.36S.412.) 

c. 1450. Die Brüder Jacob, Hans und Christof Hake erhalten vom Erz- 
stift; zu Liehen Güter zu Bernstorff und Insleben. (Cop. 36 
S. 236.) 

1454. ZurOb5dienz Bern stör f gehören im gleichnamigen Orte 9 Hufen, 
ausserdem Zinsen in Bernsdorf und Wyderstorp. (Cop. 99 fol. 5 ) 

1473. 23. Juli. Zu den Ausstattungsstücken des Altars der Jungfrau 
Maria in der Kirche S. Ambrosii in der Sudenburg gehört u.a. eine 
halbe Hufe im Felde Bernsdorf bei der Neustadt (G.Q.XXVIH, 
No. 202.) 

1477. 2. April. Mathaeus v. Plotho ist Obedientiarius der Obedienz 
Bernstorf. (G.Q.XXVin, No.270.) 

1478. 5. Febr. Heinrich Ilszen hat von Hans und Heinz von Trotha zu 
Afterlehen eine freie Li^hnhufe auf Bernstorf Felde, Tile Schnitze 
ein Viertel Landes auf Bernstorff Felde, Claus Jacob eine halbe 
Hufe, Ludemann Pawels, alle in der Neustadt, ein Viertel Landes 
auf Bernsdorf Felde. (Cop. 41 fol.301\) 

1487. 29. März. Claus von Trotha und seine Brüder und Vettern erhalUMi 
vom Erzbischof Ernst zu Lehen u. a. 4 Hufen in verschiedenen 
Stücken und einen Wispel Korn Zehent auf dem Felde zu Berns- 
torf zu Lehen. (CJop.41 fol.310.^ 

1500. 12. Octbr. Simon Hake, Amtmann zu Calbe, erhält vom Erz- 
bischof Ernst zu Lehen u. a. die Lehen an drei Viertel Landes zu 
Bernsdorf. (Cop.41 fol. 172\) 

1503. 22. Mai. Hans von Lattorf (»rhält mit Werner Furhake zu Mag<le- 
burg vom Erzbischof Ernst zu Li^h(»n u. a. 20 Morgen auf Borns- 
torffer Felde, die 2 Hühner geben. (Cop. 41 fol. 193.) 

1505. 11. März. Die Räte des Erzbi^chofs Ernst entscheiden einen Streit 
zwischen dem Amt von Wolmirst^Mlt und dem Dorf(» Barleben einer- 
seits und dem Rate der Neustadt und anderen, die auf den wüst<'n 
Feldmarken Bernstorf, Insleben, Cammersdorf, Trommitz, Wis- 
menger und Widersdorf Äcker haben, wegen der <lem Amt«' Wol- 
mirstedt zu leisti^nden Diensten (G.Q.XXVin, No. 1316.) 



30. Betzlitz. 

Zwischen Gross-Salze und Eggersdorf, Kreis Calbe. 

1265. 20. Aug. Die Edlen Walther der ältere, Burchard und Walther 
von Barby schliessen mit der Pröpstin von Quedlinburg einen Ver- 



Digitized by VaOOQ 16 



40 Die Wüstungen im Nordthüringgan. 

gleich, wonach die Dörfer Ooeniz und Bezeliz statt des Zehnten 
jetzt 4Wi8pel Roggen und 3 Wispel Gerste geben sollen. (Or.) 

1271. Burchard, Walther und Albrecht von Barby verkaufen die säch- 
sische Vogtei über 48 Hufen, darunter 4 in Bezliz, an die Abtei 
Quedlinburg, (v. Heinemann, C. d. Anh. H, No. 394.) 

1430 — 1470. Die Abtei Quedlinburg verzeichnet unter den Einkünften 
der Propstei solche in Bethelicze (Bey thelitze, Beyczlicz). 

(Cop.814.) 

1637. 30. Oktbr. Die Pröpstin Margarethe von Quedlinburg belehnt die 
von Defen zu Gross- Salze u. a. mit einer Hufe zu Betzlingen. 
(Cop.818 fol.172.) 

1538. 17. Juni. Die Pröpstin Margarethe von Quedlinburg belehnt die 
Brüder Valentin und Joachim von Esbeck zu Salze mit Gütern zu 
Tregau, Bezelinge und Grottenitz. (Cop.818 fol.174^) 

1638. 18. Juni. Die Pröpstin Margarethe von Quedlinburg belehnt die 
Brüder Ghyr zu Gross -Salze u. a. mit Gütern zu Beziingen. 
(Cop.818 fol.175.) 

1639. 4. Febr. Die Pröpstin Margarethe von Quedlinburg belehnt Ka- 
tharine Ritterschen zu Gross-Salze mit einer Hufe auf Betzeling 
Mark. (Cop.818 fol.l78\) 

1639. 17.Novbr. Die Pröpstin Margarethe von Quedlinburg belehnt Peter 
Koppe zu Salze mit einem Viertel auf Bezelinger Mark. (Cop.818 
fol.l79\) 

1578. Die Propstei von Quedlinburg hat Erbzinsen in Betzlingen. 

(Cop.852k.) 

1662. 30.Novbr. Anna Sophia von Hessen, Pröpstin von Quedlinburg, 
belehnt Burchard von Esebeck mit einer Hufe und 3^/. (Morgen) 
Landes zu Tregau, S^j^ Morgen zu Betzlingen, 281/3 Morgen zu 
Grötenitz und S^l^ Morgen zu Potelitz. (Or.) 

1636. 24. Novbr. Anna Margarethe von Braunschweig, Piöpstin von 
Quedlinburg, erteilt ihre Zustimmung zu dem Verkauf von d^f^ Morgen 
Ackers zu Beziingen gelegen. (Cop.813» No.l.) 

1638. 26. März. Die Pröpstin Anna Margarethe von Quedlinburg giebt 
ihre Zustimmung zum Verkauf von 2 ^/g Morgen Ackers zu Beizin g 
und 3 Morgen zu Ikendorf. (Cop.813» No.4.) 

1667. Die Pötzlingsche Mark bei Gross-Salze enthält I77V4 Morgen 
oder 5 Hufen 271/4 Morgen. (A.Magd.Cammern,13 vol.I.) 

Litteratnr: Magdeb, Qeachichübl. II, S.fSSO, IV, S. SS. 



31. Klein-Biere, Wenclisch-Biere. 

Bei Biere, Kreis Calbe. 

1016. 13. Dezbr. Erzbischof Gero stattet das Kloster U.L.Fr. zu Magde- 
burg aus und giebt u.a. in Byere IX mansos, slavicuni Byere 
totum, X scilicet mansos. (G. Q.X, No.l.) 

Digitized by LaOOQ l6 



80. Betzlitz. — 81. Klein-Biere. - 82. Bycbensdorf. — 33. Billingsdorf. 41 

1280. 7. April. Burggraf Burchard bezeugt, dass das Kloster U.L. Fr. 
2u Magdeburg die Vogtei über 11 Hufen in maiori Biere, über 
10 Hufen in minori Bjere und über 7V^ Hufen in Welsleben, 
welche Güter dem Kloster gehörten, von Dietrich von Groneberg 
für 36 Mark gekauft habe. (G.Q.X, No. 116. 117.) 

1205. Bitter Eandewig verkauft dem Lorenzkloster in der Neustadt - 
Magdeburg Güter in Reckene bei Klein-Biere (Bigere). (Mark. 
Forsch. Vm, S.98.) 

1494. Hans Alemann hat für sich und seine Vettern zu Lehen vom 
Grafen Burchard von Barby 18 Schillinge, die die Bauern von 
Eikendorf von den 2 Marken Gorenitz und lutken Biere geben, 
(Cop.431 fol.143.) 

1684. Im lutken Biers chen Felde bei Eikendorf hält die Hufe 
30 Morgen; 5 Wispel 12^1^ Scheffel halb Gerste, halb Haler hat 
dort das Domkapitel. (Steuerprofessions-Protok.) 

1684. 10. Juni. Herzog Heinrich von Sachsen und Barby belehnt dieAle- 
mann mit Gütern zu Welsleben, Salze, 32 Schillinge von der Mark 
Elmen, 18 Schillingen, die die Bauern von Eikendorf von den 
2 Marken Senevitz (?) und Ludeken byren geben, 28 Schillingen 
aus Zentz, 6 Schillingen, die die Leute von Stemmern von den 
Marken zu Pollingen geben, Zinsen aus Bomstedt, Klein - Sanders- 
leben, Klein-Mühlingen, mit 13 Höfen und dem Hirtenhause in der 
Dorfstätte zu Düsen, endlich mit den Gütern, die Hans von Boden- 
dorf gehabt hat (Or.) 

1718. 20.Febr. Lütge n Biere (zu Eikendorf gehörig) grenzet gegen 
Mitternacht am Bierischen Felde. (A. Herz. M. Laudesreg. VU. 53.) 



32. Bychensdorf. 

Bei Calbe a. S. Nähere Lage unbekannt. 

1289. 29. Juli. Die von Wederden resignieren dem Erzbischof Erich die 
von diesem dem deutschen Orden geschenkten Güter sita prope 
civitatem Calvis in villa Bychenstorp et Prelepe. (v. Heinemann 
C.d.Anh.n, No.664.) 

33. BiUingsdorf. 

Bei Sülldorf, Kreis Wanzleben. 

968. Des sat ein to Billingestorp, de heit Billing; de hadde seven 
hove landes und seven undersaten armer lüde unde hadde twe sone, 
de eine heit Wichmann, de ander Herman. (SchöfTenchron. ß. 57.) 

1233. Dominus Bertramus abbas (Bergensis) plura bona emit ad nostrum 
monasterium, precipue Bellingestorp villam emit a Johanne et 
Ottone marchionibus Brandeb. pro CCCC marcis puri argenti, scilicet 
triginta quinque marci et advocacia. (Gesta abb. Berg.) 

1233. 16. Oktbr. Die Markgrafen Johann und Otto von Brandenburg ver- 
kaufen für 400 Mark dem Kloster Berge totam villam Billinges- 



Digitized by VaOOQ 16 



42 Die Wüstungen im Nordthüringgau. 

torp mit 351 '2 Hufe, derVogtei und ihren Leuten (hominibus) mit 
Ausnahme von 4 Ministerialen. (G. Q. EX, No. 88.) Die Quittung 
über den Empfang der Kaufeumme 1238. (Ibid. No. 91.) 

1238. Abt Bertram von Kloster Berge findet die von den Brüdern Ulrich 
und Otto von Bleckendorf auf 8 Hufen in Billingestorp er- 
hobenen Lehensansprüche mit 14 Mark Silber ab. (G.Q.IX, No.98.) 

1279. Der Domkämmerer Gebhard von Halberstadt verpflichtet sich zum 
Ersatz des von ihm an Ungenannte für 36 Mark Silber verkauften, 
zu seinem Kämmereiamte Langen weddingen gehörigen Zehnten in 
Billingestorp. (Gesch. Bl. XH, 8.246.) 

1313. 15. Aug. Abt Arnold von Kloster Berge übereignet seinem Kloster 
2 Morgen in villa Billingestorp und 2 beim Siechenhofe bei 
Magdeburg, die jährlich einen halben Wispel Weizen Zins geben. 
(G.Q.IX, N0.I68.) 

1323. 9. Febr. Bischof Albrecht von Halberstadt genehmigt die Über- 
eignung des ganzen Zehnten, auch des Fleischzehnten, in villa 
Byllingestorp an das Stift S.Nicolai zu Magdeburg durch den 
Magdeburger Domthesaurar Johann von Burch und den Magdeburger 
Bürger Johann Elye, welche den Zehnten von Heinrich Brandan 
zu Magdeburg gekauft haben. (Schmidt, Hochstift Halberst. IH, 
No.2092.) 

1323. 2. April. Das Stift S. Nicolai bezeugt, dass der Halberstädter 
Kämmerer Werner von Wanzleben zum Seelenheil seines Oheims 
Albert von Alvensleben den ganzen Zehnten de campis et villa 
Byllingestorp dem Stift geschenkt habe. (C. d. Alvensl. I, 
No. 455.) 

1323. 14. April. Erzbischof Burchard bestätigt dem Stift S. Nicolai zu 
Magdeburg die durch den Halbcrstädter Domkämmerer Werner von 
Wanzleben erfolgte Schenkung des ganzen Korn- und Fleischzehnten 
de campis et villa Billingestorp, (Cop.342 fol.43.) 

1363. 12. April. Nach der Landfriedensurkunde Erzbisehof Dietrichs stellt 
Billling8dorff2 Bauern. (G.(i.XXVl, No. 458.) 

1371. 20. April. Erzbischof Albrecht erklärt den Pfarrer Johann von 
Billin gstorp, der die Bauern des Dorfes bei Verfolgung von 
Räubern geführt, für weiter tauglich zum Pf arramt (Cop.32 fol.35\) 

1372. 26. Novbr. Abt Johannes von Kloster Berge bezeugt, dass sein 
Vorgänger Abt Dietrich 2 Wispel Weizenpacht aus den AmtegüU^rn 
(de bonis offieialatus) in Osterweddingen und 2 Wispel, welche 
Heine Emmelen und Heiyne Ertmer in Billingstorp von jenen 
Gütern geben, que quondam fuerunt quorundam famulorum Bil- 
linge nominatorum, erworben hat (G.G.IX, No. 227.) 

c. 1372. Thyle Gluczyng hat vom Erzstift zu Lehen u. a. ^/| mansum 
in campo Byllinghestorp. Item contulimue uxori Bussen de Welsleven 
Gutten VI marcas redaitus in villa Billingstorp dotalicii. 

Busso de Welsleve habet — VI marcas in By 1 lingstorp. 
(G.Q.XVI, S. 24. 61. 72. 196.) 

Digitized by VaOOQ 16 



BS.Bimng8dorf. 43 



1894. 27. Juni. Erzbischof Albrecht belehnt Otto Billings Frau mit 
Gütern in Wolmirstedt und 2 Mark zu Billingstorp zur L(^ib- 
zueht (Cop.63 fol.30\) 

0.1400. Busse de Wanczleve hat vom Erzstift zu Lehen VI mareas in 
Villa Billienstorp. (G.Q.XVI, 8.243.) 

1423. 27. Oktbr. Papst Martin V. beauftragt den Dekan des Stifts 
8. Petri et Pauli in der Neustadt, den Zustand der eoclesia in 
Billin ghestorp, que olim parrochlalis et actu curata extititetin 
presentia aliquem in parrochianum non habtMis prout a diu noii 
habuit, habitu campestris eiFecta ac adeo, quod dumtaxat modica 
pars murorum chori eins superstt^t, in suis edificiis et structuris 
collapsa existat nee spes haoeatur, quod temporibus posti^is repa- 
retur et in ea parrochianorum animarum cura resurgat fomiideturque 
verisimiliter, quod etiam eiusdem ecclesie fructus, redditus et pro- 
ventus ad usus prophanos devenient tempore proce<lente, zu untc^r- 
suchen und eventutdl dem Antrage des Abtt'S von Kloster Berge, 
dem die Collatur der Kirche zusteht, entsprechend die nicht mehr 
als 100 Mark Silber jährlich betragenden Einkünfte der Pfarre dem 
Kloster zuzuweisen. (G.Q.rX, No.278.) 

1440. S.Harz. Der Dekan des Stifts S. Petri et Pauli in der Neustadt 
inkorporiert dem Kloster Berge die wüste Kirche in Bill in ghes- 
torp. (G.Q.IX, No.278.) 

1460. 6. Aug. Der geistliche Richter veröffentlicht in Sachen des Abtes 
Hermann von Kloster Berge ein Erkenntnis wider einig eBauer- 
meist(*r von Sülldorf, dass sowohl diese, wie alle, welche Äcker des 
wüsten Dorfes Billingsdorf bebauen, d. h. besonders die 
Baueni von Osterweddingen und Dodendorf, dem Abte Schoss zu 
zahlen verpflichtet seien. (G. Q-IX, No. 313.) 

1460. 20. Oktbr. Erzbischof Friedrich teilt auf Antrag des Abts von 
Kloster BtTge und mit Zustimmung Dietrichs bie der Bever, des 
Pfarrers der Kirche von Billingstorp, que ante tempora parrochialis 
et populata fuit, nunc desolata ac omnis populi viventis frequentia 
orl)ata, das der Kirche g(*hörige Gut von 4 Hufen in campis eius- 
dem ville der bisherigen Kapelle zu Dodendorf zu und erhebt letzere 
unter Trennung von ihrer Slutterkirche Osterweddingen zu einer 
Pfarrkirche. (G. Q. IX, No. 314.) 

1477. 6. Oktbr. Jan Gisclhcr hat vom Erzbischof Enist zu Lehen 12 
Mark zu Billigcztorf an der Mark. (Cop.41 fol. 152\) 

1478. 20. Dezbr. Abt Andreas zu Berge belehnt Jan Giseler zu Sülldorf 
mit 14 wüsten Höfen auf der wüsten Dorfstätte zu Billinges- 
torp, einem halben Wispel Weizen und einem Lote (lode) von 
5 Vierteln Landes auf der wüsten Mark, 4 Schillingen von einer 
halben Hufe, (ebenso von einer anderen halben Hufe, 8 Schillingen 
von einer Hufci und mit 6 Schillingen von 3 Vierteln Landes. 
(G.Q.IX, No.415.) 

C. 1480. Erzbischof Ernst belehnt Ludolf von Angern mit 12 Mark Gehles 
zu Billiugestorp an der Mark. (Cop.41 fol. 8^) 



Digitized by VaOOQ 16 



44 Die Wüstungen im Nordthüringgau. 

1485. Heine Heynemann hat vom Lorenzkloster in der Neustadt zu 
Lehen ein Viertel Landes auf der Billingstorpschen Mark. 
(Cop.380 fol.72.) 

1489. 13. Novbp. Abt Andreas von Kloster Berge belehnt Joachim Giseler 
mit 14 wüsten Höfen zu Billingsdorf, mit 4 freien Hufen daselbst 
und anderen Gütern. (G.Q.IX, No 601.) 

1498. 26. Juni. Abt Matthias von Kloster Berge belehnt Cone Krüger 
zu Magdeburg mit 12 Morgen in Stemmern, 12 Morgen auf Bil li n gs - 
dorfer Mark im Winterfelde, 12 Morgen uff nesterlinge in der 
braek, 12 Morgen in der Kamem und einem halben Morgen uff 
nordelinge, welche samtlich 12 Schillinge zinsen. (G.QIX,No.859,) 

1526. 15. Desbr. Abt Heinrich und das Kloster Berge verpfänden an 
das Hospital S. Annae zu Magdeburg 5 Wispel Weizen jährlich 
von 7 H^fen Landes auf Billingsdorfer Flur gegen 300 Gold- 
gulden. (G. Q. IX, No. 998.) 

1528. I.Mai. Kloster Berge verkauft wiederkäuflich dem Bürgermeister 
der Sudenburg, Kersten Bone, 4 Wispel 18 Scheffel Weizen jährlich 
aus 6 Hufen auf Billingsdorfer Mark für 300 Gulden. (G.Q, 
IX, No.1002.) 

1628. 1. Mai. Kloster Berge verkauft wiederkäuflich an Kunze Vastel in 
der Sudenburg 3 Wispel 18 Scheffel Zehntkorn aus 4V2 Hufe 
und einem Viertel auf Dodendorfer und Billingstorfer Feldege- 
legen, welche Martin Rethfeldt in Dodendorf in Gebrauch hat. (Gr.) 

1534. 26. Juli. Erlöster Berge verkauft an Benedict Hakeborn 25 Gulden 
jährlicher Zinsen aus 8 Hufen Landes auf Billingstorpff Felde 
gelegen, die Hans Hakebom zu Sülldorf unter dem Pfluge hat, auf 
12 Jahre. (Gr.) 

1642. Abt Heinrich von Kloster Berge kauft von Heine Heinemann zu 
Sülldorf iVj» Weizen jährlich von 5 Vierteln Landes auf Billings- 
dorfer und einem Viertel auf Wettersdorfer Feld für 100 Thaler. 
(G. Q. IX, No. 1022.) 

1646. 29. Juli. Kloster Berge verschreibt Benedict Hakeborn 30 Gulden 
jährlich von 8 Hufen auf Billigerstorffe Felde gelegen für 
500 Gulden. (G. Q. IX, No. 1025.) 

1563. 11. Novbr. Abt Heinrich von Kloster Berge verkauft an Hans 
Hakeborn zu Sülldorf 8 freie Hufen auf Bill igst orfer Felde. (Gr.) 

1661. 2.Septbp. Kloster Berge verkauft an* Mag. Paul Schul tess 13 V^ 
Hufen auf Billingsdorfer Mark vor Sülldorf für 1230 Gulden, 
4 Hufen auf Diesdorfer Feld und den Judenkever bei der Suden- 
burg. (G.Q. IX, N0.IO6O.) 

1562. 17 — 20. Jan. Im Inventar des Klosters Berge stehen unter den 
alienierten Gütern I3V2 Hufe Landes auf Billingstorfer Felde, 
die Mag. Paulus Praetorius erblich an sich gebracht. 

Unter den weltlichen Lehen: Die von Angern 1 Hufe Landes 
auf Billingsdorfer Mark, geben jährlich dem Domkapitel davon 
10 Bauergroschen. — Pascha Christian eine Hufe Landes auf Bil- 
lingsdorfer Feld vor Sülldorf. (G. Q. IX, No. 1062.) 

Digitized by VaOOQ 16 



ä3. biUingsdorf'. — 34 Billingshoch. — 35. fiiwern. 45 

1588. Decimator in Bellingatorff ecclesiae S. Nicolai in novo foro 
de decima ibidem pro synodalibus ab anno secundo 8 solidos. (A. 
Domkap., No. 833.) 

1699. 26.0ktbr. Der kurfürstliche Kommissar H. F. Hampe berichtet über 
die wüsten Ortschaften an die Regierung. Darin: Biegeisdorf 
soll auch ein grosses Dorf sein von vielen Feuerstätten. Dass es 
wirklich und wahrhaftig vorhanden und die Süldorfer solches itzo 
besitzen, daran ist nicht zu zweifeln. (A. Magd. Cammer II, No. 268.) 

1699. Sülldorf masset sich an Biegelsdorff. NB. heisset nicht Biegels- 
dorf, sondern Bilgersdorff. (A. Magd. Cammer II, No.268.) 
Lmemtor: Magd«b, GetekiohUbl. lU, S, 477. XU, S, 17B. 



34. Billingshoch. 

Dingstätte und Grafschaft. Lage nicht genau bekannt. 

1316. 15. Juni. Erzbischof Burchard verspricht den Markgrafen Woldemar 
und Johann von Brandenburg, dass diesen der Wiederkauf der dem 
Erzstiffce verkauften Grafschaft in Billingesho ausser dem Dorffe 
Elboy auf 2 Jahre freistehen soll. (Riedel, C. d. Brand. B, I, 8.391.) 

1336. 10. Aug. Erzbischof Otto belehnt den Markgrafen Ludwig von 
Brandenburg und seine Brüder mit allen Orten, welche die Mark- 
grafen Johann und Woldemar vom Erzstift zu Lehen getragen, da- 
runter die Grafschaft zu dem Billyngeshoghe. (Riedel, Cd. 
Brand. B, II, S.113.) 

1336. Der Markgraf Ludwig von Brandenburg verzichtet auf seine An- 
sprüche auf den Lehensbesitz der Magdeburgischen Lehen, darunter 
auf die Grafschaft zu dem Billingeshoge. (Riedel, C. d. Brand. 
B,II, S.116.) 

c. 1370. Heyso de Stenforde hat vom Erzstift zu Lehen — dat dorp tho 
Evendorp, is uns myt bede, myt dinste, mit dem hoghesten unde 
zydesten gerichte in dorpeunde in velde unde wat dar anders velt, 
sunder dat de burmestere mut ghan tho dinghe op deme Billing- 
heshoghe. (G.Q.XVI, S.52.152.) 

1423. Evendorpe: hebbe ik van mynen heren van Meydeborch mit allem 
rechte, mit bede unde denste unde gerichte in velde unde in dorpe 
unde ho verecht, sunder de burmester schal to dem Billingho gan 
dorch des dinghstols willen. (G.Q.XVI, 8.311.) 

litteratur: Magdeh. Geschiehtsbl. IX, S, 316. — Danneil, Wolmirstedt, JS. 157, 



35. Biwem. 

Lage unbekannt. Vielleicht bei Drakenstedt. 

1363. 12. April. Nach der Landfriedensurkunde stellt Biwern in der 
Vogtei Alvensleben 8 Bauern zum Aufgebot (G.Q.XXVI, No.458.) 

Litterator : Danneü, Wolmirstedt, S. 18S, 



Digitized by VaOOQ 16 



46 t)ie Wüstungen im NordthÖriDggntl. 

36. Bizzinici. 

Lage unbekannt. 
937. 21. Septbr. Otto L übereignet u. a. den zu Magdeburg gehörigen, 
westlich der Elbe in pago Nordthuringa in comitatu Thietmari ge- 
legenen locus Bizzinici dem Mauritiuskloster in Magdeburg. 
(M.G.DD.I, S.101.) 

939. 7. Juni. Otto I. übereignet dem Mauritiuskloster in Magdeburg u.a. 
in dem in pago Nordduringa in comitatu Thietmari gelegenen 
locus Pizzenitse familias Sclavorum VII. (M.G.DD.I, 8.109.) 

973. 4. Juni. Kaiser Otto 11. bestätigt dem Erzstift Magdeburg die von 
seinem Vater gegebenen Privilegien und Besitzungen, darunter in 
Pizinizi. (Magd. Reg. I, No.271.) 

litteratnr: Falke, Tradd. Corhei. S. 45. — Danneil, Wolmirstedi, S. 8S 



37. Bodönstein. 

Bei Erxlcben? Genaueres nicht bekannt. 

c. 1397. Busse der jüngere von Alvensleben hat vom Erzstift zu I^hen 
Güter zu Budensteyn, zu Pozmesdorff und Horsingen etc. (G. Q. 
XVI, S.302.) 

1468. Guntzel von Veitheim hat vom Stift Halberstadt zu Lehen u. a. 
den Zehnt zu Buddenstede.i (Cop. 474 fol.45.) 



38. Bodingen. Bodenmark. 

Bei Fördcrstedt, Kreis Calbe. 

1663. 23. Juli. Abt Samuel von Kloster Berge belehnt die Witwe Johann 
Alemanns zu Magdeburg mit einer halben Hufe auf Bodenmark 
von Vörderstäd gelegen. (Cr.) 

1668. Nach dem Feld- oder Ackerbuch von Förderstedt umfasst die 
Boy- oder Bodemark 140 Quadratruten; die Hufe wird dort zu 
28 Morgen gerechnet. (A 3 Erzst M. Domkap., No. 1215.) 

1680. 23. Septbr. Die Bodinger Feldmark geht vorlang der Tregauischen 
Mark hinab. Der erste Grenzstein, mit (A. S. gezeichnet, findet 
sich in Stassfurter Acker. An dem ÜUnitzer nach Stassfurt gehen- 
den Wege findet sich der andere Stein am Stassfurter Pfarracker 
mit (A. S. bezeichnet und scheidet der Forderstetischen Bodinger 
Mark zur Rechten und Stassfurt zur Linken. (Förderstedter Grenz- 
protokoll. 

1686. Auf der Bodinger Mark bei Förderstedt hat die Hufe 24 Mor- 
gen, während sie auf anderen Marken daselbst 36, auf der Crotzer 
Mark 30 Morgen hält. (Steuerprofessionsprotok.) 

1707. 18. Oktbr. Abt Simon Friedrich von Kloster Berge belehnt Anna 
Helene Lantzingerin, Herrn Johann Otto Christoph Hertels, weiland 



^ Es ist fraglich, ob Buddenstede und Budenstein dasselbe ist. 

Digitized by VaOOQ 16 



6. l^izzinici. — 37. Öodenstein. — 38. iBodingen. — 39. Öonesdorf. — 40. Borne. 47 

berühmten Chyrurgi in Magdeburg Witwe, und GenoBsen mit einer 
halben Hufe auf Bodenmark vor Förderstedt (Or.) 
Darüber noch mehrere Lehnbriefe. 



39. Bonasdorf. 

In der Grafschaft Sommerschenburg. 

1112. 9. Äu^. Bischof Reinhard von Halberstadt bestätigt frühere Be- 
sitzungen des von Osterwieck nach Hamersleben zu verlegenden 
Klosters und neue Schenkungen an dasselbe, darunter {»redia — in 
comitatu Friederici comitis — in Groppendorf (Gripendorb), inRott- 
mersleben, in Wreningen, in Bonesdorb 2 Hufen, in Ballesdorb, 
in Dodendorp, in Batdenleve. (Schmidt, HochstiftHalberstl^No. 136.) 

1178. 28. Mai. Bischof Ulrich von Halberstadt bestätigt die Besitzungen 
des Klosters Hamersleben, darunter in Grippen thorp, Ratmersleve, 
Wereninge, in BonesthorpH (mansos), in Ballestorph, Duden- 
thorph. (Schmidt, Hochstift Halberst I, No. 982.) 

40. Borne. 

Bei Gross-Salze and Frohse, Kreis Calbe. 

1221. 21. März. Erzbischof Albrecht bezeugt, dass das Kloster U. L. Fr. 
dieVogtei von 14 Hufen in den Dörfern (villi«) Burne, Esterhusen, 
Hondorp, Elmene vom Burggrafen Burchard für 14 Mark gekauft hat, 
nachdem sie Dietrich von Gronenberg diesem resigniert hatte. (G. Q. 
X, No. 98.) 

1294. 25. — 31. Dezbr. Das Kloster Hecklingen verkauft den Stifteherren 
Dietrich von Eilsleben und Albrecht von Alvensleben zu S. Nicolai 
in Magdeburg 4^^ Hufe mit Höfen und allem Zubehör frei von 
Vogtei und Dienstbarkeit in Hesterhusen et Borne gelegen für 
20 Mark Silber. In festo dominorum zahlen diese Hufen 30 Schil- 
linge, 9 Hühner und 15 manipulos avene. (v. Heinemann, Cd. Anh. 
V, 8.315.) 

1310. 24. Juni. Erzbischof Burchard überträgt dem Kloster ü. L. Fr. iura 
patronatus ecclesie (!) Esterhusen, Borne et Glinde cum filiabus 
suis ipsis annexis. (G. Q.X, No. 175.) 

1310. 28. Juni. Erzbischof Burchard überträgt dem Domkapitel die S. 
Gangolphi- Kapelle, die Kirchen in Krosigk und Löbejün an Stelle 
des dem Kloster U. L. Fr. geschenkten Patron atsrechte in vilHs 
Esterhusen cum filiis ipsius Sconebeke, Borne et in Glinde necnon 
proprietatem ecclesianim earundem. (G.Q.X, No.l76. Vergl. Magd. 
Gesch. Bl. IV, S. 498 ff.) 

C.1863. Tyle Velepennyge hat vom Dompropst zu Magdeburg zu Lehen 
IV2 Hufe in Borne. (Cop.91 S. 55.) 

C.1370. Claus, Wernerus, Heydeko et Eost, filii Conradi quondem de 
Scartow militis, coniuncta manu haben vom Erzstift zu Lehen in 
desertis campis Borne et Hondorp IX mansos et I Quartale. (G.Q. 
XVI, S. 46.) 



Digitized by VaOOQ 16 



48 t>ie Wüstungen im Nordthüringgau. 

1405. Zur Obödienz Walwitz gehören Güter in oampo Borne prope 
öconebeke. (Cop.92 fol.ll.) 

1426. 1. Au^. Abt Friedrich von Hillersleben belehnt Hans Schröder 
und Hans Ruffoyt, Vorsteher des Siechenhauses zu Gross-Salze, mit 
einer Hufe zu Borne und einer halben Wiese in der Grere gegen 
51,.^ Schilling jährlich auf 7 Jahre. (Magd. Gesch. XXVI, S.241.) 

1446. 1450. Die Schneidewind zu Gross -Salze erhalten vom Erzbischof 
Friedrich zu Lehen u.a. eine Hufe zu Borne. (Cop.36 S. 454. 473.) 

1477. H. März. Hans Snydewin zu Gross -Salze erhält vom Erzbischof 
Ernst zu Lehen Güter zu Borne u. s. w. (Oop. 41 foL266.) 

Heinrich Snydewindt wird mit denselben Gütern belehnt 1486, 
Oktober 30. (Ibid. fol. 276.) 

1484. 7. Febr. Hans Teygeler in der Neustadt verkauft einen halben 
Wispel Weizen aus Uj^ Hufe auf Born er Felde und aus seinem 
Hause beim Ziegelhofe zu Frohse an Johann Zachei und dessen 
Mutter wiederkäuflich für 25 Gulden. (G. Q. XXVHI, No. 560.) 

1484. 7. März. Abt Nicolaus von Hillersleben bezeugt, dass Peter Velkener 
zu Gross-Salze an Stefan Trepeler daselbst ein Schock Groschen 
jährlich aus einer halben Hufe auf Borner Feldmark für 6 Gulden 
verkauft hat (Magd. Gesch. XXVI, S.229.) 

1608. 20. Novbr. Abt Nicolaus von Hillersleben belehnt Berthold Amraens- 
leben und seine Frau mit einem Viertel Landes auf der Feldmark 
Borne zwischen Frohse und Salze gelegen gegen 12 Schillinge 
Zins. (Magd. Gesch. XXVI, S.234.) 

1612. 12. Aug. Abt Nicolaus von Hillersleben belehnt Pascasius Sennep 
zu Gross-Salze mit 7 Vierteln auf Born er Felde auf 6^/2 Schilling 
Zins, 1^/2 Hufe zu Esterhausen und einer halben Wiese in derG^re 
zwischen beidt^n Eiben gelegen auf 5 Schillinge Zins. (Magd. 
Gesch. XXVI, S.257.) 

1623. Im Zinsregister des Klosters U. L.Fr. zu Magdeburg stehen hinter 
einander Salina magna, Borne marke, Elmen, Calvis. Unter den 
Zinszahlern ist Hans Barstorp aus Schönebeck. VythBlesius giebt 
von Acker achter dem sekenhofe^ Borne marke 3 Lot. (G. Q.X, 
S.387.)2 

1662. Das Kloster U. L.Fr. zu Magdeburg hat an Geldzinsen von Borne 
marcke 151/2 Groschen. (Gesch. Bl. XIH, S. 265.) 

1610. Die Obödienz Walwitz hat Pächter in Borne prope Schonbeck. 
(A3 Erzst. M Domkap. No. 763.) 

1642. 6. Sept. Heinrich vom Thor zu Gross-Salze hat u.a. auf Borner 
Feldmark 8 Morgen. (A. Quedl. Propstei, No. 28.) 

1668. Die Bornische Mark bei Salze enthält 521i/, Morgen oder 17 
Hufen 11 V2 Morgen. (A. Magd. Cammer H, 3.vol.I.) 
litteratnr: Magdeb, GeschicfUsbl. II. S. 2i9. IV. S 479. 

* Der Siechenhof, das Hospital S. Georgii zwischen Gross-Salze und Frohse. 
' Die auf 8. 888 folgenden Zinsen aus magna Borne sind aus dem noch be- 
stehenden Orte. 



Digitized by VaOOQ 16 



40. Borne. — 41. Öomstedt. - 42. Öosene. — 43. Besitz. 4Ö 



41. Bomstedt.^ 

Bei Löbnitz an der Bode. 
1699. Der mit der Aufsuchung wüster Dorfstatten bei Calbe beauftragte 
Kommissar H. F. Hampe berichtet an die Regierung, dass Löbnitz 
sich anmasse Dolnitz oderDölnitz und Born stedt halb; die andere 
Hälfte hätten die Üllnitzer. (A. Magd. Cammer 11, No. 268.) 



42. Bosene. 

Bei Barby, Kreis Calbe. 
1261. 8. Aug. Erzbischof Ruprecht kauft vom Domkapitel mehrere Höfe 
für 1000 Mark, wofür er Einkünfte aus Bozene und Glinde ver- 
pfändet (Or.) 

1378. 14. Septbr. Die Herzöge Wenczlaw und Albrecht von Sachsen ver- 
pfänden ihr Schloss Gommem an die Stadt Magdeburg und mehrere 
Bürger daselbst und bestimmen die Abgaben der zum Schlosse ge- 
hörigen Güter; darunter geben die Bauern von Glinde und von 
Bosene I8V2 Mark. (G. Q. XXVI, No. 551.) 

1403. 4. März. Cone Blume und Frau vermachen den Siechen vorBarby 
eine halbe Hufe Landes zu BSsene. (Or.) 

1419. 19. Dezbr. Die Dörfer Jüterglück, Schora, Glinde und Bosene 
werden als Zubehör zum Schlosse Gommem mit diesem vom Herzog 
Albrecht von Sachsen an die Stadt Magdeburg versetzt. (G. Q. 
XXVH, No. 142.) 

1514. 10. Septbr. Graf Jobst bekennt, dass Hans vom Hofe zu Barby 
der Pfarrkirche U. L. Fr. daselbst mehrere Güter, darunter eine halbe 
Hufe zu Bossen gelegen, geschenkt hat. (Or.) 

litteratnr: Magdeb, GeschicfUsbl. UI, 8.361. 4?g. 



43. Bositz. 

östlich von Ncuhnldensleben, links der Ohre. 

1136. 7. April. Bischof Otto von Halberstadt übereignet dem Kloster 
Hillersleben den Zehnten des Dorfes (ville) Potgorize und des dabei- 
liegenden (adiacentis) Bosici, welchen der Abt Irminhard von 
dem Klostervogt Otto von Grieben und dessen Bruder Dietrich ge- 
kauft hatte. (Riedel, C. d. Brand. A, XXH, S.413) 

1136. O.April. Kaiser Lothar übereignet dem Kloster Hillersleben die 
Jahreseinkünfte, Wozop genannt, aus den Dörfchen (villulae) Pot- 
gorizi und Bosizi. (Riedel, Cd. Brand. A, XXII, S.413.) 

1221. 29. Mai. Papst Honorius HI. bestätigt dem Kloster Hillersleben 
seine Besitzungen, darunter die Dörfer Cruzezhe, Woltwi, Bozezhe 
et Putgorize etc. (Riedel. Cd. Brand. A, XXU, S.426.) 



* Die Namen der Wüstungen in diesen Berichten sind sehr entstellt, so dass 
es fraglich ist, ob eine solche mit dem Namen Bornstedt hier vorhanden ist. 
Ailerdmgs wird der Name hier mehrere Male genannt 

Wartttngen L Nordthür, 4 

Digitized by LaOOQ 16 



50 ^ie Wüstungen im Nordthüringgaü. 



1261, 28. Juni. Bischof Ulrich von Halberstadt bestätigt dem Kloster 
Hillersleben seine Besitzungen, darunter inBozece 7 Hufen mit 
Zubehör. (Riedel, C. d. Brand. A, XXH, S. 4 1 5.) 

1261. 28. Juni. Bischof Ulrich von Halberstadt bestätigt dem Kloster 
Hillersleben seinen Besitz, darunter in Bosice totius ville ter- 
minum cum suis appendiciis. (Magd. Reg. I, No.l262.) 

litteratur: Altmärk. Jahresber. IX, S. 4^, — Behrenda, Neuhcudensl. 1, 8. 67. 

44. Klein -Brandsleben/ 

Bei Altbrandsleben, Kreis Oschersleben. 

1160. 2. März. Papst Victor IV. bestätigt dem Kloster Marienthal seinen 
Besitz, darunter 3 ^/g Hufe in Brandeslove, ferner eine Hufe cum 
saltu, 7 Morgen, 4 Morgen und eine Wiese, eine halbe Hufe, 3 Hufen 
aus verschiedenen Schenkungen, eine Hufe in Brandeslove 
minore, (v. Pflugk-Hartung, A.ined.pontI, No. 821.) 

1306. 20. Juni. Bischof Albrecht von Halberstadt übereignet dem Kloster 
Marienthal Zehnten in Karlsdorf und aliam (decimam) cuiusdara 
particule campi minoris Brand esleve, quo incipit a colle, qui 
dicitur Roehdenhoch et protenditur usque ad silvam. que Sigersleve- 
holt vulgariter nuncupatur. (Schmidt, Hochstift Halberst.HI, No. 1764.) 



45. Klein -Bregenstedt 

Bei Bregenstedt, Kreis Neuhaldensleben. 

1068. 5. Aug. König Heinrich IV. giebt auf Bitten Bischof BurchardsH. 
von Halberstaat an dessen Bruder Landfried 44 Hufen in pago 
Nordthuringa in villis Bredenstidi et in alio Bredenstidi, Lam- 
seli, Stimpeli, Nagorit et ultra Ära slavonica villa in potestate 
Udonis marchionis sitos. (Schmidt, Hochstift Halberst. I, No. 92.) 

1136. 18. Oktbr. Bischof Rudolf von Halberstadt bestätigt die Besitzungen 
des Stifts S.Pauli, darunter ad duo Bredenstiden decimationes 
solventes XX solides. (G. Q. XIH. S. Pauli, No. 2. 3.) 

1212. Bischof Friedrich H. von Halberstadt giebt dem Kloster Ilsenburg 
die von dem Edlen Hermann von Harbke aufgelassene Vogtei 
über die dem Kloster gehörenden Dörfer Hillerikestorp, Stemple, 
Lemsele, Neukestorp, Bredenstide, item Bredenstide, Retmers- 
leve. (G.Q.VI, No.54.) 

c. 1274. Conrad von Bomstede hat von Luthard und Burchard von 
Meinersen u.a. zu Lehen eine Hofstelle in minori Bredenstede. 
(Sudendorf, UB.d.Herz.v.Brauiischw.I, S.51.) 

1499. 19.Novbr. Die Markgrafen Joachim und Albrecht belehnen die 
von Alvensleben u. a, mit dem wüsten Dorf zu lutgen Breden- 
stede. (C. d. Alvensl. H, No. 653.) 



^ Gross-Brandsleben kommt zuletzt 1305 vor, sonst meist nur Brandsleben. 

Digitized by VaOOQ 16 



43. Boöitz. — 44. tCiein-ßrandaleben. — 45. Klein-Öregenstedt. — 46. ßrolitz. 61 

1636. 27. Mai. Kurfürst Joachim belehnt die von Alvensleben mit dem 
Schlosse Erxleben und Zubehör, darunter das wüste Dorf lutken 
Predcnstede mit den Kirchlehen u. s. w. (Riedel, C. d. Brand. A. 
XVII, S. 217.) 

1698. O.März. Kurfürst Joachim Friedrich von Brandenburg belehnt 
die von Alvensleben u.a. mit dem wüsten Dorfo Klein-Bregen- 
stedt (C. d. AlvensL III, No.761.) 

Utterator: Behrendt NeuhaidemLJI, S.471. —lAUmärk. Jakresher, V, 8.76, 



46. Brolitz. 

Bei Gross- Wanzlebcn. 

C.1396. Die Gebrüder Malderitz haben vom Erzbischof Albrecht zu Lehen 
u, a. 5 Hufen up dem velde to Broselitz vor Wantzleven, 
welche ihnen Dietrich von Wellen aufgelassen hat. (G.Q.XVt S.293.) 

1398. 14. Febr. Dietrich von Wellen lässt dem Heinrich von Wanzleben 
2 Hufen erzbischöflich- Magdeburgisches Lehen in campis Brolizet 
auf. (G.Q.XVI, S.244.) 

1400. 20.Novbr. Erzbischof Albrecht belehnt Ludolf und Ludolf Kneit- 
linge Gebrüder mit 5 Hufen im Felde zu Brösitz im Gerichte zu 
Wanzleben gelegen. (Cop. 63 fol. 111'.) 

1414. 4. Juni. Hanne, Ludolf Knetlinges Frau, erhalt 2 Hufen auf dem 
Felde zu Brolitz, eine halbe Hufe zu Gust auf dem Felde zur 
Leibzucht. (Cop. 65 fol.32\) 

1446. Hans Rnyteling hat vom Erzstift zu Lehen u. a. 8 Hufen im Felde 
zu Broltz. (Cop. 36 8.245.) 

1447. Die von Wellen haben vom Erzbischof zu Lehen u. a. 27 freie 
Hufen auf dem Felde zu Brösel und der wüsten marke darselbst. 
(Cop, 86 S.588.) 

1462. 6. Juli. Heinrich Salomon zu Magdeburg kauft für 200 Gulden 
wiederkäuflich vom Erzbischof Friedrich Güter in Honneberg, Tas- 
dorf, 2 Hufen auf Wanzlebener Felde mit 2 Morgen Oberlandes 
vor dem Blecke, von denen ein Morgen auf Brolitz Felde liegt, 
und andere Güter in Wanzleben. (G.Q. XXVII, No.834.) 

1464. 10. Juli. Erzbischof Friedrich belehnt Katharina, die Ehefrau des 
Hans Blesius in Wanzleben, mit u.a. 2 Hufen Landes aufBrolitz- 
felde als Leibzucht (Cop. 36 fol.104.) 

1477. 3. Oktbp. Claus, Dietrich und Heise von Wellen erhalten vom Erz- 
bischof Ernst zu Lehen u. a. 27 freie Hufen auf dem Felde zu 
Brolitz, die wüste Mark daselbst mit aller Gerechtigkeit. (Cop. 41 
fol. 124\) 

1477. 3. Oktbr. Claus Kneitling erhält vom Erzbischof Ernst zu Lehen 
einen freien Hof zu Wanzleben, 3 Hufen Landes im Felde zu 
Brolitz, eine Hufe auf Honneberger Mark, eine Hufe zu Tasdorf 
Marke, eine halbe Hufe auf Güster Felde, einen wüsten Hof und 

Digitized byLjOOQlC 



52 I^e Wüstungen im NordthiiringgaU. 

3 Hufen zu Hötensleben und eine grosse Wiese in dem gülden 
Winkel gelegen. (Cop.41 fol.59^) 

1478. 10. Juli, Gebhard Knüppel erhält vom Erzbischof Ernst u. a. zu 
Lehen uf Broltze Felde 10 Morgen in zwei Feldern. (Cop. 41 
fol.65.) 

1501. 18. Dezbr. Die Gebrüder Gittoldt erhalten vom Erzbischof Ernst 
zu Lehen u.a. 7 Hufen auf Wantzleve, Brolitzer und Osterwende 
Marken gelegen. (Cop.41 fol.157.) 

1604. 13. März. Bastian, Hans, Peter und Tile Gittolt erhalten vom Erz- 
bischof Ernst die Erlaubnis, den Schöffen des weltlichen Gerichts 
in Magdeburg 8 Gulden aus einem Sattelhofe beim Magdeburgischen 
Thore in Wanzleben und 7 Hufen Lamh^s auf Wantzleber, Bro- 
litzer und Osterwende Marken gelegen, ferner aus Gütern zu 
Gross-Wanzleben und Niederdodeleben, 6 freien Hufen zu Wanz- 
leben, Osterwende und Honneberge bei der Seh afiltahl wiese zu ver- 
kaufen. (Cop. 69 fol.42.) 

1509. 16. Novbr. Heyso von Wellen hat vom Erbischof Ernst zu liehen 
3 freie Hufen Landes auf Broltz Marke und eine Grasewiese zu 
lutken Wellen. (Cop.41 foLl49\) 

1509. 16. Novbr. Pet(% Hans und Heise von Wellen haben ebenso u. a. die 
wüste Marke zu Broltz. (Cop.41 fol. 149.) 

1514. 30. Aug. Erzbischof Albrecht beh^hnt die Gebrüder Gittelde zu 
Wanzleben mit einem freien Sattelhof bei dem Magdeburgischen 
Thore daselbst und 7 Hufen Landes auf Wanzleve, Brolitzer 
und Osterwende Marken gelegen. (Cop. 18 No.23.) 



47. Bruinby. 

Jetzt Vorwerk zwischen Nordgermersleben und Uhrsleben, Kreis Neuhaldensleben. 

1061 — 1076. Abt Bernhard zu Kloster Berge gab zur Feier seines Ge- 
dächtnisses dem Kloster das Dorf Brumby. (G. Q.IX, No. 14.) 

1145. 11. Jan. Papst Lucius IL bestätigt dem Kloster Berge seinen Besitz, 
darunter in Brumboio, Haddanthorp, Rettmersleve. (G. Q.IX, 
No. 30.) 

1209. 18. Dezbr. Papst Innocenz IIL bestätigt dem Kloster Berge seinen 
Besitz, darunter ecclesiam in Brumbeie cum tota villa ipsa, 
excepta decima et tribus mansis. (G.Q.IX, No. 59.) 

1311. Ritter Heinrich Schenk von Dönstedt hat vom Bischof zu Halber- 
stadt zu Lehen in Brumbuge eine Hufe. (Riedel, C. d. Brand. A, 
XVn, S. 448.) 

1363. 12. April. Nach der Landfriedenpurkunde Erzbischof Dietrichs 
stellt Brumbey als Aufgebot Brun von Brumbey und 2 Bauern. 
(G.Q.XXVI, No.458.) 

c. 1370. Heyne Dodelege hat vom Erzstift zu Lehen HI marcas in 
Brumby. 



Digitized by VaOOQ 16 



46. Brolitz. — 47. Bramby. 53 



Hans unde Heyne Aleman fratres — inBrumby in campo 
de mansis VU fertones minus 1 lot 

Hans, Conrad, Hinrik Wessekens — in campo ßrumby l'/g 
mansum solventem XV solidos. (G. Q. XVI, S. 37. 43. 44.) 

c. 1400. Henning Frekeleven hat vom Erzstift zu Lehen villam ßrumby. 
(G.Q.XVI, S.250.) 

c. 1400. Die Bauern von Bruniby müssen beim Schütten des Land- 
grabens an der Ohre helfen. (Walther, Sing. M. VI, S.S.) 

1400. Brumby zahlt jährlich 2 Schillinge jährlicher Prokuration an 
das Stift Halberytadt. (Zeitechr. für Niedersachsen 1862, S. 39.) 

1480. 27. Septbr. Ludolf von Veitheim, Ludolfs Sohn, erklärt für sich 
und seine Brüder Ludwig, Domherrn zu Magdeburg, Heinrich und 
Hilmar, dass sie vom Kloster Berge de wüsten dorpstede Brumby 
twisken Nortgermersleven unde Arxleven belegen myt der vogedie, 
myt aller nut, rechticheit unde tobehoringe uthtobeschedene dre 
hufen landes unde den tegeden, vorder dat kercklen myt aller 
thobehoringe an water, weyde, grase, acker, tinssen unde pechten 
zu Lehen empfangen haben. (G. Q. IX, No. 491.) 

1480. Abt Andreas Becker von Kloster Berge belehnt die Veitheim mit 
der deserta villa Brumbey inter Erxsleve et Nortgerraei*sleve mit 
21 Hufen und 18 verlassenen Höfen, Fischereien und Weiden, 
ferner mit einer Mühle und 4 Hufen daselbst (Berg. Lebnb. foL 8\) 

1496, 9. Febr. Dietrich von Ribbesbutel bekennt von den Veitheim das 
Dorf zu Brumbey zwischen Arxleve und Nordgermersleben mit 
21 Hufen Landes auf dem Felde und 18 Höfen im Dorfe zu Bru m bey 
und 3 Hufen auf der Mark zu Brumby und 2 Teiche und eine 
Mühle bei dem Dorfe zu Lehen erhalten zu haben. (Gleichzeit. 
Abschrift s. r. Brumby, No. 1.) 

1499. 9. Juli. D^e Schenken von Dönstedt erhalten vom Erzbischof 
Ernst zu Lehen u. a. Güter zu Tundersieben, Brumbi, Hundisburg 
u.a. (Cop.41 fol.286.) 

1562. 17— 20. Jan. Die von Veitheim zu Bartensieben haben vom 
Kloster Berge die wüste Dorf statte Brumby mit der Vogtei, 18 
wüsten Höfen und 21 Hufen Landes zu Lehen. (G. Q. IX, No. 1062.) 

1567. 22. Novbr. Die Geschlechter von Alvensleben, von Schenk und 
von Veitheim werden über die erledigten Riebesbüttelschen Güter zu 
Brumbey verglichen, so dass die Veitheim den Brumbeyer Hof 
mit 16 Hufen, die Alvensleben und Schenk 5 Hufen und 2^ ^ Morgen 
Oberland erhalten sollen; ferner sollen die Schenk den Zehnt und 
die Alvensleben die Hütung auf der Heide zu Brumby bis auf 
den Kreuzhügel erhalten. ( Vidim. Abschrift s. r. Brumby, No. 2.) 

1573. Joachim von Alvensleben kauft von deji Schenken zu Flechtingen 
2^2 Morgen zu Brumby bei Erxleben und cediert dafür einen 
Wispel Roggen jährlich aus Velsdorf, (C. d. AJvensl. III, No. 
594. 595.) 



Digitized by VaOOQ 16 



54 Die WftHtangen im Nordthüringgau. 

1637 entsprang auf Brumbisohem Gebiete am Wege nach Tundersieben 
eine Quelle, die bald in den Ruf eines Gesundbrunnens kam und von 
vielen Kranken besucht wurde. (Behrends, Neuhaldensl. II, 8. 362.) 

XJtteratnr: Behrends, Neuhaldensl, U, S. 856. 



48. Bründel. 

Südlich von Biere, Kreig Calbe. 

1271. 8. Jan. Erzbischof Konrad übertragt dem Truchsess des Stifts, 
Richard von Alsleben, eine Kurie hinter den Türmen des Sebastian- 
stifts, wogegen dieser auf 3 Mark von den Hufen in Brundel, 
die er als hovelen (feodum curiale) besessen, zu Gunsten des Dom- 
kapitels verzichtet, (v. Heinemann, Cd. Anh. IL No. 384.) 

C. 1370. Cflno, Hennyng unde Godo de Korlynge haben vom Erzstift zu 
Lehen — in Brundal I mansum. (G.Q.XVI, S.28.) 

Cöno, Busse et Gevehardus de Haldensleve — in Brundal S^/g 
mansum. (G.Q.XVI. S.28.) 

Henrik Vurhake habet — 3V2 mansum et H iugera in Brfindal. 
(G.Q.XVI, S.50.) 

1381. Eriko et lohannes Rabyl fratres haben vom Erzstift zu Lehen 4 
curias cum omni iure in Brundel. (G.Q.XVI, S. 187.) 

1503. 22. Mai. Hans von Lattorf erhält zusammen mit Werner Furhake 
vom Erzbischof Ernst zu Lehen u.a. Güter zu Brundel undBiere. 
(Cop.41 fol.193.) 

1576. 16. Novbr. Adam Hake zu Calbe leiht Andreas Köler zn Biere 
ein Viertel auf Brundelmark vor Biere. (Gr.) 

1685. Bewohner von Biere haben Acker auf Bründel Mark (B r e u n d e 1 , 
Pründel), wovon die Bansischen Erben in Bernburg Zins erhalten. 
(Steuerprofessions - Protok.) 

1783. 20. Febr. Brundal Feldmarke schiesset ader grenzet auf Eicken- 
dorfer Feldmarke. (A. Herz. M. Landesreg. VII, No. 53.) 

litteratnr: Magdeh. Oeschichtshl, III, 8. 449. 



49. Brundorf. 

NördUch von Nenhaldensleben, links der Ohre. 

1238. Graf Siegfried von Altenhausen-Osterburg lässt dem Kloster S. Lud- 
geri in Helmstedt das Dorf Brundorpe iuxta Aldesleve totumauf, 
mit dem es bisher belehnt war. Gerhard von Gartowe hat dort 28 
Töpfe (umas) Honig und 9 Hufen. ( Altm. Zeitschr. IV, 8.52.) 

1364. 9. Oktbr. Fritz und Gebhard von Wederde entscheiden einen Grenz- 
streit über die Markscheide zwischen den Bauern von Hermesleve 
und denen von Nienhove. Dabei bekennt der Abt Heise von 
Hillersleben, dass sie durch Aufwürfe, de dar sin up deme rughe 
des berghes unde scheten tegen de upworpe, de dar scheden de 



Digitized by VaOOQ 16 



47. Brumby. — 48. Bründel. — 49. Brundorf .— 50. Bransdorf. 55 

marke des closters to Hildessleve unde der bure to Brundorp, 
gescbieden seien. (Riedel, C. d. Brand. A, XXII, S.449.) 

1374. De bur von Brundorp sin komen mit rechte von Brant Vosse 
umme dat pant. — (Behrends, Neuhaldensl. 11, S. 67. 

c. 1380. Friczo und Gerhart von Wederden habin zu lehen — an dem 
dorff czu Brundorp ezwe punt pennige. (G. Q.XVI, S. 74.) 

1443/44. Der Erzbischof Günther beschuldigt den Kurfürsten Fiedrich von 
Brandenburg der unrechtmässigen Ausübung der Jagd u. a. in den 
sogenannten Ohrebergen auf der Dorf statte Brundorp f. (Riedel, 
C. d. Brand. B, IV, S.317.) 

1477. 8. Octbr. Erzbischof Ernst belehnt die Vettern Friedrich luid 
Friedrich von Alvensleben zu Brundorffe mit 2 Pfund helm- 
stedter Pfennige. (C. d. Alvensl. 11, No. 42. 

1516. 30. Jnni. Erzbischof Albrecht belehnt die Brüder Ludolf und 
Matthias von Alvensleben u. a. mit 2 Pfund helmstädter Pfennige 
zu Brundorf f. (C. d. Alvensl. HI, No.lll.) 

1586. 2.Novbr. Kurfürst Joachim 11. giebt dem Erzstift Magdeburg die 
Jagd in den Orten an der Ohre zurück, darunter in Brundorf. 
(Walther, ß.Magd.Vm, S.231.) 

1537. 5. Novbr. Kurfürst Joachim 11. schliesst mit dem Kardinal Albrecht 
einen Vertrag über die Jagd auf der Gardelegischen und Wolmir- 
stedtischenHeide; unter den Örtlichkeiten wirdgenannt Brundorf. 
(Riedel, C. d. Brand. B, VI, 8. 442.) 

1567. Zur Burg Alvensleben gehört u.a. das Halbgericht, soweit sich 
dasselbe über die Heide erstreckt, mit den wüsten Dorfstätten — 
Klein Karlin, Brundorf, LoflThagen und Zachelberge, nebst der 
hohen Jagd daselbst (Behrends, Neuhaldensl. H, S.176.) 

Litteratnr: Behrendt, NeuhaldenaU II, 8. 66, — Altmärk, Jahresber, IX, S. 61, — 
Walther, iHng. Magd. VIII, S. 186. 



50, Brunsdorf, 

Bei Marienthal. Nähere Lage unbekannt. 

1237. 1. Juni. Herzog Otto von Braunschweig vertauscht 3 ihm von den 
Brüdern Ekbert und Burchard von der Aßseburg resignierte und 
von Alexander von Schliestedt aufgelassene Hufen in Brunestorp 
gegen eine Hufe in Kisseleben an das Kloster Marienthal. (Asse- 
burger UB.I, No. 194.) 

1242. 26. Mai. Bischof Meinhard von Halberstadt übereignet dem Kloster 
Marienthal den von den Grafen von Woldenberg aufgelassenen 
Zehnten in quadam villa deserta, que quondam Brunstorp voca- 
batur. (Schmidt, Hochstift HalberstH, No.713.) 

1273. 17. Dezbr. Bischof Volrad von Halberstadt gestattet den Brüdern 
des deutschen Ordens, dass sie agros ad dotem ecclesie in Brunes- 
torp pertinentes cum omnibus suis attinentiis in Erbpacht geben. 
(Schmidt, Hochstift Halberst H, No. 1282.) 



Digitized by VaOOQ 16 



56 I^ie Wüstungen im Nordthüringgau. 



51. Buthukesdorf,^ 

Lage unbekannt. 
960, 21. Ang^. König Otto I. schenkt dem Moritz -Kloster in Magde- 
burg alles von seinen Gretreu(»n Beding und Duodicho eingetauschte 
Gut in Brunnon, Uununesburg, Rodunfuordi et Buthukesdorp. 
(M.G.DD.I, S.296.) 

Litteratar: Magdeh. Gesch. II J, S. 480, 



52. Dagerikesdorf. 

Bei Marienthal. Genauere Lage unbekannt. 
C.1170. Das Kloster 8. Ludgeri zu Helmstedt hat als Zubehör zu der 
Meierei in Wulfersdorf Güter in Wiveleslove, die gegeben sind für 
eine Hufe in Degerikesthorpe. (N. Mitth. 1. 4, S. 30.) 

1174. Bischof Gero von Halberstadt schenkt dem Kloster Marienthal 
den Zehnten in villa Dagerikestorp. (Schmidt, Hochstift Hal- 
berstl, No.276.) 

1191. Erzbischof Wichmann bestätigt dem Kloster Marienthal die vom 
Pfalzgrafen Friedrich und seinem Sohne Adalbert geschenkten 
Güter, darunter den Hof zu Degerekestorp mit 20 Hufen. 
(Magd. Reg. I, No.l755.) 

12.06. Bischof Konrad von Halberstadt nimmt das Kloster Marien thal 
gegen die Ansprüche der Einwohner von Bemburg auf den Wald 
(silvam ville Degerikesdorp adiacentera ecclesie in Valle s. Marie), 
welchen der Pfalzgraf Friedrich von Sachsen dem Kloster geschenkt 
hatte, in Schutz. (Schmidt, Hochstift Halberstl, No. 431.) 



53. Darsdorf. 

Bei Groppendorf, östlicb. 
1464. 12. Juni. Siegfried von Groppendorf hat als Lehen derer von 
Alvensleben 2 Hufen to Darstorp^ by dem felde to Gropentorp. 
(v. Mülverstedt, C. d. Alvensl. II, No. 295.) 
Litterator: Behrenda, Neuhaldensl.il, S.S56^. 



64. Demsleben. 

Bei Erxleben, Kreis Neuhaldensleben. 

1454. 12. Juni. Markgraf Friedrich von Brandenburg belehnt als Vor- 
mund der Kinder Heinrichs von Alvensleben Siegfried von Groppen- 
dorf mit Gütern, die vom Hause Erxleben zu Lehen gehen, darunter 
evn wiskeblek to Dernesleve belegen by Herman Kyneu wische. 
(Riedel, C. d. Brand. A, XVII, S. 134.) 
Litteratar: Altmärk. Jahresher, V, S. 78. 



* Vielleicht verschrieben für Luthukesdorp = Lukesdorp, Luxdorf. 
' Nach Behrends heisst es jetzt Dahlsdorf. 



Digitized by VaOOQ 16 



51. Bnihukeedorf. - 52. Dagerikesdorf . - 53. Darsdorf. - 54. Denisleben. - 55. Detzel 57 

55. Detzel. 

Jetzt Gut «m linken Ohreufer nördlich von Neuhaldensleben. 

c. 1380. Heyßo de Stenforde habet — to Hundesborch Vulrades hoff von 
Dreynleven unde dat wüste dorp Dreczle (Detzel) vorleghen. 
(G.Q.XVI, 8.55.153.) 

1402. Laurens Luders bringt Zeugen dafür, dass Hennecke (Dolman) eme 
hadde vorkoft dat schul tambacht to Detzel myt aller tobe beringe, 
(ßehrends, Neuhaldensl. II, 8.44.) 

c. 1440. Item to Deyczel XI houve unde 1 molen, de gifft II wispel, 
de hadden Tilen kindere van Hordorp, de heffl nu Diderik Har- 
dorp vom Erzstift zu Lehen. (G. Q. XVl, 8. 331.) 

1465. 23. Mai. Die Brüder Joachim und Dietrich Hardorp verlassen 
Busse von der Schulenburg die Dorfstatte Tetzel mit der Mühle, 
dem Walle, Wiesen u.s.w. (Riedel, G. d. Brand. A, V, 8.442.) 

1468. 30. April. Joachim und Dietrich von Hordorp zu Alvensleben 
bekennen, dass sie sich mit Busso von der 8cnulenburg um das 
Gut zum Tetzel vertragen haben, und bitten Ei-zbischof Johann, 
diesen damit zu bolehnen. (Gr.) 

1481. 19. Juli. Erzbischof Ernst belehnt die von der 8chulenburg u. a. 
mit De t Zell mit Zubehör, und ist wüste. (Riedel, C.d. Brand. A, 
V, 8.462.) 

1483. 23. April. In der Erbteilung der Söhne Busses von der Schulen- 
burg erhalten Henning und Albrecht die Dorfstatt(^ zu Ramstede 
und das Gut zum Detzel mit Zubehör. (Riedel, C.d. Brand. A, 
V, 8. 465.) 

1528. 26. Mai. Albrecht von der Schulenburg belehnt die von Hordorf 
mit einem Hofe in Alvensleben, wogegen diese zur Wiedererstattung 
den Wall zum Detzel mit der Mühle und die ganze Feldmark 
geben. (Riedel, C. d. Brand. A, VI, 8.265.) 

1568. 29. Oktbr. Administrator Joachim Friedrich belehnt die von der 
Schulenburg u. a. mit der Feldmark Detzel, welche Joachim von 
der Schulenburg denen von Alvensleben abgekauft hat. (Riedel, 
C. d. Brand. A, VI, 8. 289.) 

Litteratnr: ßehrmds, NeuhaldemU II, 8,44. 



66. Dierberge. 

Bei Barby oder Pömmelte an der Elbe, Kreis Calbe. 

1466. 8. Novbr. Bischof Dietrich von Brandenburg belehnt den Herzog 
Ernst von Sachsen mit den Schlössern Elbenau, Ranies und Gatow 
(Gottau) und dem halben Zehnt zu Ranies und Dyrbergen.* 
(Riedel, C. d. Brand. A, VIII, 8.428.) 

^ Auch jenseit der Elbe scheint demnach ein Dierberge gelegen zu haben, 
vielleicht nur ein Zubehör dieses links der Elbe gelegenen Ortes. 



Digitized by VaOOQ 16 



58 I^e Wüstungen im Nordthüringgau. 

1494. Fritz Hakeborn zu Salze ist vom Grafen Burchard von Barby 
beliehen mit 6 Morgen Gras zu Dyrberge und 3 Vierteln Landes 
zu Gertcz. (Cop.431 fol.155^) 

Claus Smet zu Gross-Salze ist vom Grafen Burchard von Barby 
beliehen u. a. mit 3 Morgen, von denen einer im nedderlande und 
2 auf Thierberge liegen. (Cop.431 fol.l54\) 

Arnt und Mauritz Adolf zu Gross-Salze haben vom Grafen Bur- 
chard von Barby zu Lehen u. a. eine halbe Hufe zu Zeitcz und 
einen Morgen Gras zu Dyrberge. (Cop. 431 fol. 1 56.) 

Ebenso Hans Bamhau wer an der Dorfstatte zu Dyrberge einen 
Vierdung und von jedem Morgen in der Dorf mark 6 grosse Magdeb. 
Pfennige. (Ibid. fol. 1 56\) 

Tile Jordans zu Zerbst ist vom Grafen Burchard von Barby be- 
liehen mit einem Viertel Landes zu Vulgwitz und mit dem halben 
Thie zu Dirberge und dem halben Werder. (Cop.431 fol. 217.) 

Hans Kyhen zu Schönebeck ist vom Grafen von Barby be- 
liehen mit dem halben Thyr berge. 

Ebenso Bartholomaeus Sehusen u. a. mit einer Wiese zu Thier- 
berge. (Cop.431 fol. 169.) 

Bans und Stefan Trepeler zu Salze haben vom Grafen von 
Barby zu Lehen 3 Wispel Zehnten zu Gross- Ammensieben, 5 Morgen 
Gras zu Dyreberge, eine halbe Hufe zu G^iczs. (Cop. 481 fol. 12^) 

1498. Claus Smedt zu Gross-Salze ist vom Grafen Burchard von Barby 
beliehen u. a. mit 3 Morgen, von denen einer im nedderlande, 2 auf 
Dirberge Mark liegen. (Cop.431 fol.l67^) 

1502, Ciriacus Korlingk zu Schönebeck ist vom Grafen von Barby be- 
liehen mit einem Morgen Grases zu Dirberge; derselbe 1503 
mit einem ortichen Grases zu Tirberg, (Cop.431 fol.l69\) 

1553. 29. April. Kurfürst Moritz von Sachsen belehnt den Grafen Wolf- 
gang von Barby mit seiner Grafschaft und gewährt das Jagdrecht 
auf einer Anzahl Feldmarken, darunter in Mortz, Durberge, 
Mentz u. s. w. (Cop. 429 fol. 279.) 

1623. 29. Sept. Der Rat zu Schönebeck cediert den Grafen Albrecht 
Friedrich und Jost Günther von Barby sein Pfandrecht an den 
Grundstücken der Wolffskehle und halben Thierbergs. (Or.) 

1668. 28. Au^* Administrator August belehnt das Domkapitel mit einem 
freien Hof und 3 Hufen in Welsleben und 9 Morgen Grasfleck bei 
Zackmünde im Thierberge gelegen. (Or.) 

1677. Als Zubehör zum Vorwerk Döben gehören an Grasung 4 Morgen 
der Thierberg genannt. (Or.) 

litteratnr: Magdeb, Geschicktsbl. Ul, S. SSL 



57, Dilmeke, 

Bei Sohlen, Kreis Wanzleben. 
1341. 23. April. Konrad von Wellen als Vormund seines Mündels Hans 
von Wellen verkauft dem Pfarrer von Bahrendorf (Bardendorp), 
Denhard von Ummendorf, und dem Kloster Berge 4 Hufen und 



Digitized by VaOOQ 16 



56. Dierberge. — 57. Dilmeke. — 58. Discerve. 59 

1 Hof zu Dilbecke, Bämtlich Bergische Lehen, für ein Pferd im 
Werte von 20 Mark. (G.Q.IX, No.202.) 

c. 1370. Lehen des Erzstifts: Cyliacus Gardelege habet — in decima 
Welsleve XV quartalia frumenti — item to Dylmeke XTT minus 
m denarios. — Item to Stemmer — . (G.Q.XVI, S.16.) 

Ebbelyngus de Borne habet in cflkehuve in campis Westerhusen. 
— Item V quartalia agri up der wüsten marke to Dylmeke. 
(G.Q.XVI, S.24.) 

Cyliacus Gardelege habet — in campis desertis Dylmik de 
1^2 manso 11^2 solidum 3 denarios minus. (G. Q.XVI, S.31.) 

1399. Unter den Lehen des Erzstifts in Gross-Salze: Hans Scherpeus 
habet I mansum in campis Ylmeke. (G.Q.XVI, S.288.) 

1471/72. Der Möllenvogt verzeichnet unter Gross -Ottersleben Einkünfte 
von einer Hufe auf Dulle nkemer Felde. (Cop. 101.) 

1484. 11. März. Abt Andreas von Berge belehnt die Brüder Berndes mit 
einer halben Hufe in Dylmeke. (Berg.Lehnb. fol.3^) 

1486. 31. Jan. Abt Andreas von Berge belehnt Hans Hildebrand zu 
Magdeburg, Hermann Slatmanu in der Neustadt und Gurt Susemann 
in Seiendorf mit einer Hufe in Dylmeke. (Berg.Lehnb. fol. 3\) 

1490. 13. Desbr. Abt Andreas von Berge belehnt Hans Bruns mit 1 V2 Hufe 

in Dylmeke. (Berg.Lehnb. fol.3\) 
1499. 11. Jan. Abt Matthias zu Berge bekundet, dass Bartholomaeus 

Berndes zu Magdeburg an Claus Sipel dasselbt eine halbe Hufe 

auf Dilmeker Mark für 20 Gulden wiederkäuflich verkauft hat. 

(G.Q.IX, No.871.) 
1501. 18.Jiuii. Abt Matthias zu Berge belehnt Elisabeth, Claus Bemdes 

Tochter, mit einer halbenHufe auf Dilmeker Felde. (G.Q.IX, No.92i.) 

1527. In D ü 1 m ek e hat Kloster Berge Einkünfte und zwar geben Vitrici 
ecclesie 2 Gulden 2 Schillinge. (Cop. 371».) 

1562. Im Inventarium des Klosters Berge: Sohlen und Dülmichen. 
(G.Q.IX, No.1062.') 

1563. 22. April. Erzbischof Sigismund belehnt die Vettern Keller u.a. 
mit einer halben Mark und einem Vierdung Geldes zu Dulmeke. 
(Cop. 44 fol.l4\) 

1670. 19.0ktbr. Dem Marktrichter G. A. Pfeil zu Magdeburg, der in 
Sohlen IV2 Hufe Land gekauft hat, werden diese vom Möllenvogt 
ausgewiesen in Krieber oder Düllmecker Felde vor Sohlen. Da- 
von liegen 7 Morgen im Düllm'ecke Grunde. (R. B. der Möllenv. 
n, f 01.488.) ' 

58. Discerve. 

Bei Barby, Kreis Calbe. 

1311. Ritter Betmann von Salzwedel und sein Sohn Ludeger haben vom 
Bischof zu Halberstadt zu Lehen u.a. den Zehnten in Discerve. 
(Riedel, Cd. Brand. A,XVn, S.469.) 

Digitized by VaOOQ 16 



60 T>ie Wüstungen im Nordthüringgan. 

c. 1360. Bertram und Ludeger Salzwedel haben vom Bißchof von Halber- 
stadt zu Lehen u.a. den Zehnten zu Dizfor. (Cop.470 fol.54.) 

Littentar: Magdeb. OeschichtsU. UI, S.48L 



59- Distel. 

Bei Gnadau, Kreis Calbe. 

1458. Cone von Devon hat vom Stift Halberstadt zu Lehen den SchefTel- 
zehnt über allen seinen Acker zu Distele. (Cop. 474 fol.47^) 

1478. 22.Dezbr. In der Specifikation der Äcker, die Sivert von Deben 
zu Döben vom Stift 8. Gangolphi erhält, ist eine Hufe, die im 
dritten Felde auf dem Felde zu Diestel 4 Morgen zwischen Deven 
und Ackendorf ujid Gross-Salze hat (Or.) 

1490. Sivert und Henning von Deven haben vom Administrator von 
Halberstadt u. a. zu Lehen iX^n Scheffelzehnten über ihre Äcker zu 
Dysto 11 e. (Cop. 475 fol.40^) 

1503. Erzbischof Ernst triflfl mit Graf Burchard von Barby ein Abkommen 
u. a. über die Gerichte und die Hütung zu Tornitz und bewilligt, 
dass seine und der Stadt Calbe Herden erst nach der Erndte in 
den Feldmarken Tornitz, Strubt^l, Weystol, Pichoor, Trutzel, Grajiaw, 
Sworz, Krewitz, Gorts, Defen und Disteel weiden sollen. (Magd. 
Gesch. XXXI, S.IOO.) 

1543. Kardinal Albrecht belehnt Ludwig von Deven und seine Ver- 
wandten u.a. mit dem Scheffelzohnten zu Des teile. (Or.) 

1553. 29. April. Herzog Moritz von Sachsen bestätigt dem Grafen von 
Barby seine Grafschaft und das Jagdrocht auf den bei Barby ge- 
legenen Marken und Fluren, dai-unter Kröwitz, Distelungen, 
Wespe. (Cop. 429 fol.279.) 

Littoratar: Magdeb. Geschichtsbl. IIL S. S52. 



60. Dithmarshausen. 

Bei Hörsingen im sogen. Bischofs waJ de, Kreis Neuhaldensleben. 

c. 1250. Dem Stift Walbeck zahlen in Detmershusen 5 Hufen 5 Scheffel 
Roggen, löLitenhufen 2 Pfund und 2 Schillinge und 1 Hufe 2 Schil- 
linge. (N. Mittheil. H. 1 , 8. 43.) 

1281. 25. März. Otto, Albrecht und Otto Gebrüder, Markgrafen von 
Brandenbuig, versprechen die Vogtei des Stiftes Walbeck wie vor- 
her die Edlen von Barby zu fuhren, zufrieden zu sein mit einer 
Abgabe von 2 Schillingen jährlich für die Hufe in dem Gebiet 
a villa Ditmershusen bis zum Walde fnemus), im anderen Ge- 
biete (sei licet iuxta Bodam) von je 3 Scnillingen für die Hufe, 
ausserdem mit dem Gerichte. Ausserdem verpflichten sie sich, ohne 
Zustimmung des Stifts die Vogtei von der Burg Alvensleben nicht 
trennen zu wollen und bestätigen schliesslich, dass Boden und Eigen- 
tum des Waldes (nemoris) iuxta Detmershusen dem Stifte ge- 



Digitized by VaOOQ 16 



58. t)i»cerve. — 59. Diestel. - 60. Dithmareliauseü. 61 

höre. (Harzzoitschr. VI, S. 301.) Der Brief der Eillen von Barby 
ebenda S.302. 

1311. Volrad von Dreileben hat vom Bischof von Halberstadt zu Lehen 
den Zehnten in Ditmershusen. (Riedel, C. d. Brand. A, XVII, 
S. 446.) 

C.1397. Busse der jüngerevon Alvensleben hat zu Lehen — die — zu Buden- 
steyn, zu Pomesdorff und zu Horsingen etc. eyne halbe marek an 
dem dorffe zu Didmershusen. (G.Q.XVI, S. 803.) 

C.1450. In Ditmershusen zahlt eine Hof statte dem Stift Walbexik 
2 Schillinge. (Harzzeitschr. VI, S. 296.) 

1467. 29. April. Erzbischof Johann belehnt die Brüder Albrecht und 
Heinrich von Alvensleben u. a. mit einer halben Mark an dem 
Dorfe zu Ditmerszhusen. (C. d-Alvensl II, No.353.) 

1479. 5. Aug. Kurfürst Albrecht von Brandenburg belehnt die von Alvens- 
leben mit Schloös Erxleben und Zubehör, worunter dat halve dorp 
Dietmarszhusen. (C. d. Alvensl. H, No. 479.) 

1483. 13. Febr. Erzbischof Ernst tauscht vom Stift Walbeck gegen 
14 Schillinge Zins und die Lehen von l^a Hufe zu Doraersleben 
die Zinsen und Lehen von der wüsten Dorfstatte Dithmersz- 
husenhagen ein, die die Amtleute von Wanzlelxm zu diesem 
Schlosse von Hans Korthe in der Neustadt- Magdeburg zugekauft 
hatten. (Cop.68 fol.266.) 

1499. 19.Novbr. Die Markgrafen Joachim und Albrecht von Brandenburg 
belehnen die von Alvensleben u. a. mit dem halben wüsten Dorf 
Ditmerschhausen. (C. d. Alvensl. II, No.653.) 

1535. 27. Mai. Kurfürst Joachim belehnt die von Alvensleben mit dem 
Schlosse Erxleben und Zubehör, darunter das halbe wüste Dorf 
Ditmershawsen. (Riedel, C. d. Brand. A, XVII, S.217.) 

1535. 5. Febr. Erzbischof Albrecht von Magdeburg bekundet, dass sein 
Rat Gebhard von Alvensleben eingewilligt hat, dass die erzbischöf- 
lichen Ämter Wanzleben und Dreileben aus dem Walde zu Dit- 
mershawsen Holz zum Darren und Brauen holen dürfen. (Cd. 
Alvensl. III, No.249.) 

1535. 13.Dezbr. Das Domkapitel zu Magdeburg 'genehmigt, dass Geb- 
hard von Alvensleben samt seinen 4 Söhnen das Schloss Alvens- 
leben pfandweise innc habe mit der Bedingung, dass die Forst 
Dithmershausen den Ämtern Wanzleben und Dreileben nutzbar 
bleibe. (C. d. Alvensl. HI, No. 257.) 

1567. Zum Schlosse Alvensleben gehört das Holz Ditmarshausen 
zwischen Altt»nhausen und Hörsingen, auch der Bischoftwalde ge- 
nannt (Behrends, Neuhaldensl. II, S. 177.) 

1598. 9. März. Kurfürst Joachim Friedrich von Brandenburg belehnt 4\e 
von Alvensleben u.a. mit der halben Wüstung Ditmarshausen. 
(C. d. Alvensl. m, No.761.) 



Digitized by VaOOQ 16 



62 Die Wüstungen im NordtliüringgaU. 



1746. Unter den Holzungen des Stifts Walbeck ist der Ditmers- 
husische Hage, der damals vertauscht war. (Meibom, Wal- 
beckische Chron. S. 127.) 

litteratur: ßehrmcls, Neuhaldensl, II, S, iS9. 474. — AUmärk, Jahresher. V, 
S. 74. — Allerverein S. 15. 



61. Döben. 

Südlich von Qnadau, Kreis Calbe. 

1811. Ritter Betmann von 8alzwedel und sein Sohn Ludeger haben vom 
Bischof von Halberstadt zu Lehen u.a. den Zehnten in Deyene. 
(Riedel, Cd. Brand. A,XVn, S.469.) 

1365. Die Herzoge Rudolf L und Rudolf II. von Sachsen bekunden, 
dass sie mit dem von (Jerhard von Wederde erkauften Hofe zu 
Deven durch den Erzbischof Otto belehnt sind. (v. Heinemann, 
Cd. Anhalt. IV, N0.86.) 

1366. 6. Juni. Kurfürst Rudolf und Herzog Rudolf von Sachsen be- 
kennen, dass sie Erzbischof Otto den von Gher von Wederden ge- 
kauften Hof zu Deven verkaufen oder vertauschen wollen. (Or.) 

c. 1360. Bertram und Ludeger Saltwedel haben vom Bischof von Halber- 
stadt zu Lehen den ahnten auf dem Felde zu Deven und den 
Fleischzehnt in dem Dorfe zu Crewitz, den Zehnten zu Piterow, zu 
Dizfor, den Zehnten auf dem Felde zu Bottene. (Cop. 470 fol. 64.) 

1863. 12. ApriL Nach der Landfriedensurkunde Erzbischof Dietrichs 
gehen aus Deven her Syverd und Hermann von Deven zum 
Aufgebot (G. Q. XXVI, No. 458.) 

1373. Erzbischof Peter überträgt dem Stift S. Gangolphi das Dorf 
Botmestorp und mehrere dazu erworbene Güter darunter 2 Hufen 
in campis ville Devene. (Or.) 

1398. Unter den Lehen von Calbe: Hincze Degenerd habet I curiam in 
villa Deven et H mansos in campis Loddeburch. (G. Q. XVI, 
S. 232.) 

1446. Degenhard von Deven hat vom Erzstift zu Lehen u.a. 2 Hufen 
und einen Hof zu Deven. (Cop. 36 fol. 131.) 

1468. Cone von Deven hat vom Stift Halberstadt zu liehen den Fleisch- 
zehnt über einen Hof und Dorfstatte zu Deven und den Scheffel- 
zehut über seine Hufen daselbst (Cop. 474 fol. 47\) 

1478. 22.Dezbr. Sivert von Deven bekennt, dass ihm das Stift S. 
Gangolphi zu Magdeburg 2 Hufen und Ol3erland zu Deven gegen 
einen Gulden und einen Ort jährlichen Zinses zu Lehen gegel^. 
In der Specifikation des Ackers heisst es: Item desulve hove heffl 
in dat dridde veld up den velde to Diestel veer morgen twischen 
Deven und Ackendorpe unde dem Solte. (Or.) 

1480. Erzbischof Ernst, Administrator vn Halberstadt belehnt Sivert und 
Henning von Deven mit dem Fleischzehnten über ihren Hof und 



Digitized by VaOOQ 16 



60. DithmanliauBeti. <- 61. t)öben — 62. t)oberDitz. 63 

Dorfstatte zu Deven und den Scheffelzehnten über ihre Hufen 
daselbst mit dem Scheffelzehnten über ihre Äcker zu Dystelle und 
den Scheffelzehnten über ihre Hufen zu Krewitz und mit dem 
Garbenzehnten von den Feldgütern Sawleke. (Cop. 475 fol. 40\) 

1503. Erzbischof Ernst triffl mit Graf Burchard von Barby ein Ab- 
kommen u. a. über die Gerichte und die Weide zu Tornitz und 
bestimmt, dass die Herden auf den Feldmarken Tornitz, Strubel, 
Weystel, Picheer, Trutzel, Granaw, Swercz, Kjewitz, Czorts, Defen 
und Disteel erst nach der Erndte weiden sollen. (Magd. Giesch. 
XXXI, 8. 100 ff.) 

1643. 29.Novbr. Kardinal Albrecht belehnt Ludwig von Deven und 
seine Verwandten u. a. mit dem Fleischzehnten über den Hof und 
Dorfstatte zu Deven, dem Scheffelzehnten daselbst und einem 
Sattelhofe zu Deven. (Or.) 

1624. 12. April. Melchior Andreas von Trotha verkauft den Grafen 
Albre<5it Friedrich und Jost Günther von Barby den Sattelhof 
Klein-Döben und die dazu gehörigen 7 Hufen Land für 
6800 Thaler. 

1634. 27. Aug. Bei der Grenzbeziehung zwischen der Grafschaft Barbv 
und Salze sind Steine gesetzt, darunter ein Stein zwischen den 37 
Morgen gleich im Döbeschen Felde und daneben ein anderer alter 
Stein, der des Vorwerks Döben Äcker scheidet (A. ErzstM.I, 
No. 60.) 

1677. 6. Oktbr. Administrator Auffust verkauft an Caspar Richter zu 

Magdeburg das Vorwerk D ö D e n wiederkäuflich auf 9 Jahre. (Or.) 

Im Liventariiun des Hofes werden angegeben 21 Hufen Acker, 

die meistens um das Vorwerk herum gelegen, nämlich 14 Hufen zu 

Gross -Döben und 7 Hufen zu Klein -Döbeü. (Or.) 

1703. 6. Jnli. Herzoe Johann Georg von Sachsen - Weissenfeis belehnt 
Herzog Heinrich von Sachsen, Dompropst zu Magdeburg, mit dem 
von undenklichen Jahren her unaufgebaut liegenden Sattelhof Klei n- 
Döben samt den dazu gehörigen 7 Hufen Landes und Zube- 
hör. (Or.) 

1706. Die Grafen von Barby (I) zahlen an den Archidiakonus des 
Bannes Calbe 13 Groschen 6 \ Synodalgebühren aus dem Zehnten 
zu Deven. (A. Erzst. M. Doml^ap. No. 954.) 

litterfttur : Magdeh. GeschichUhl. III. S. S62. V, S. 291 (Über das Geschlecht von DJ 
X.S.405ff. 



62. Dobemitz. 

Bei Stassfurt östlich, links der Bode, Kreis Calbe. 

C.1370. Werner, Cone und Johannes Persyk haben vom Erzstift IV2 Hufe 
in Dobermez ante Stasfurde zu Lehen. (G.Q.XVI, S.32.) 

1407. Richard von Mosekow hat vom Bischof von Halberstadt zu Lehen 
u.a. 8 Hufen zu Doberitz. (Cop. 470 fol. 28.) 



Digitized by VaOOQ 16 



64 ^e Wüstungen im Nordthüringgao. 

1455. Nicolaus und Werner Pereegk haben vom Erzbischof Friedrich zu 
Lehen u.a. 1% Hufe auf dem Felde zu Dobernitz bei Stassfurt 
(Cop.36 S.392.) 

1477. Werner Persick hat mit seinem Bruder vom Erzbischof Ernst zu 
Lehen u.a. l^/g und ^j^ Hufe auf dem Felde zu Dobbernitz bei 
Stassfurt (Cop.41 fol.229^) 

1478. 2.Novbr. Abt Andreas von Berge belehnt Hans Halleken zu Stass- 
furt mit IVä Hufe in Dobernitz zu 6 ächillingen Zins. (Berg. 
Lehnb. fol.6.) 

1478. 8.Dezbr. Abt Andreas belehnt Claus Grous zu Stassfurt mit l^/j 
Hufen zu Doberitz, welche dem Kloster jährlich 41/2 Schillinge 
Zinsen. (G. Q. IX, No. 405.) 

1493. 23. Jan. Abt Andreas zu Berge belehnt Hans Donitz zu Stassfurt 
mit einer Hufe auf der wüsten Markstatte Dobberitz, die dem 
Kloster 8 Schillinge zinst (G.Q.IX, No. 676.) Ebenso 1496. Juni 24. 
(G.Q.IX, N0.8O2.) 

1496. 14.Jiili. Abt Matthias zu Berge belehnt Gebhard von Weddingen 
mit einer Hufe auf Dobbernitzer Felde bei Stassfurt, die Hein- 
rich von Weddiugen, Gebhards Vater, von seinem Bruder Berthold 
für 31 Schock gekauft hat, gegen 3 Schillinge Zins. (G. Q.LX, 
No. 805.) 

1496. 29. Mai. Abt Matthias zu Berge belehnt Claus Gron zu Stassfurt 
mit 1* 3 Hufe zu Dobernitz gegen 5 Schillinge Zins. (G.Q.IX, 

No. 797.) 

Uttentir: Magd, GesckichUbl. III, S.48L 



63. Dodendorf. 

Südlich von Ilakenstedt, nach Druxberge zu, Kreis Neuhaldensleben. 

1112. 9.Aii^. Bischof Reinhard von Halberstadt bestätigt frühere Be- 
sitzungen des von Ostcrwieck nach Hamersleben zu verlegenden 
Klosters, sowie die neuen Schenkungen der Thiethurg und Mathilde, 
darunter in Dutendorp eine Hufe. (Schmidt, Hochstift Halberst. 
I, No. 186.) 

1152. 28.Jiuii. Bischof Ulrich von Halberstadt bestätigt dem Kloster 
Hillersleben seine Besitzungen, darunter in Druxberge 2 Hufen, in 
Dudentor pi ungefähr l Hufe. (Magd. Reg. I, No. 1152.) 

1178. 28. Mai. Bischof Ulrich von Halberstadt bestätigt dem Kloster 
Hamer8lel)en seine B*»8itzungen , darunter in Dudenthorph eine 
Hufe. (Schmidt, Hochstift Halberst. I, No. 282.) 

1221. 29. Mai. Papst Honorius HI. bestätigt dem Kloster Hillersleben 
seine Besitzungen, darunter in Druxberge 3^/,, in Klein-Druxberge 



* Gereken, C. d. B.I, 8. 8 und Riedel, C. d. Brand. A. XXII, S. 416 haben 
Budendorp. 



Digitized by VaOOQ 16 



62. Dobernitz. — 63. Dodendorf. 65 



eine halbe, in Dodendorp eine Hufe. (Riedel, Cd. Brand. A, 
XXTT, S.427.) 
1223. Bischof Friedrich von Halberstadt bestätigt dem Siechenhof da- 
selbst seine Besitzungen, darunter eine Hufe in Dudendorp, die 
er von Margarete von AI ven sieben und ihren Söhnen Ulrich, Wichard 
und Bernhard für U Mark gekauft hatte. (G.Q.Vn, No.2l.) 

C.1250. Das Stift Walbeck hat von einer Hufe in Dodensdorp einen 
Wispel Weizen. (N. Mitth. H. 1, S. 45.) 

1260. 10. Mai. Bischof Volrad von Halberstadt übereignet dem Kloster 
Marienborn 5 Hufen imFelde und Dorfe Dodendorf nebst Zehnten 
und Vogtei und 10 Schilling jährlichen Zins, die der Pfarrer in 
Völpke und das Kloster dem Schenken Heinrich und seinem Bruder 
Alverich von Dönstedt für 90 Mark abgekauft haben. (Magd.Rt^g. 
n, No. 1497.) 

1289. Bischof Volrad von Halberetadt verkauft dem Kloster Marien thal 
8 Hufen in Gross-Haken stedt und 2 Hufen in campo Dodendorp. 
(Schmidt, Hochstift Halberst H, No. 1541».) 

1290. 13. Mai. Bischof Volrad von Halberstadt übereignet dem Kloster 
Marien thal eine Hufe in Dodendhorp und 3 Hufen in Gross- 
Hakenstedt. (Schmidt, Hochstift Halberst H, No.l555.) 

1290. 25. Oktbr. Bischof Volrad übereignet dem Kloster Marienthal 
2 Hufen in Dodendorp mit der Vogtei und 2 Höfen (areis). 
(Schmidt, Hochstift Halberst H, No. 1562.) 

1298. 21. März. Bischof Volrad von Halberstadt und das Domkapitel 
bekunden, dass sie von den Brüdern Heinrich und Alverich Schenken 
von Dönstedt Geld empfangen und dafür dem Kloster Marienthal 
den Zehnten von 22V2 Hufe in villa et in campo Dodendorp, 
ebenso 6^/2 Hufe in demselben Dorfe mit allem Zubehör überlassen 
haben; ausserdem fügen die Brüder Schenk noch 3^^ Hufe in 
Dodendorp hinzu. (Schmidt, Hochstift Halberst H, No. 1600.) 

1802. Bischof Hermann von Halberstadt übereignet dem Kloster Marien- 
thal eine Hufe und einen Hof in canipis et villa Dodendorp 
iacentes. (^Schmidt, Hochstift Halberstil, No. 1723. 1725.) 

1308. 8. April. Bischof Albrecht von Halberstadt vorkauft dem Kloster 
Marienthal 4 HuftMi in Gross-IIakenstedt und eine Hufe mit ihrem 
Hofe (cum sua area) in campis et in villa Dodendorp. (Schmidt, 
Hochstift Halberst HI, No. 1813.) 

1312. 16. Juli. Bischof Albrecht von Halberstadt bestätigt dem Kloster 
Marienthal verschiedene Besitzungen und erlaubt dem Abt in Haken- 
stede, Dodendorp et Bisscoperode capellas desertas destruere et 
lapides cum ceteris Utensil! bus earundem pro divino cultu suis usi- 
bus usurpare. (Schmidt, Hochstift Halberst HI, No. 1890.) 

1846. 4. Aug. Unter den von Graf Albrecht H. von Regenstein und den 
Grafen Sivert und Otto von Mansfeld dem Bischof Albrecht von 
Halberstadt gestellten Bürgen istHinse von Dadendorp. (Schmidt, 
Hochstift Halberst III, No. 2387.) 

Digitized by LaOOQ 16 



66 l^ie Wüstungen im Nordth üringgau. 



1861. 30.Novbr. Bürge für Bischof Ludwig von Halberstadt ist u.a. der 
Ritter Hinze von Tateiidorp. (Schmidt, Hochstift HalberstlU, 
No. 2610.) 

Littoratar: Behrendt, Neuhaldensl. II, S. S7L — Danneil, Wolmirstedl, S, £17. — 
Zeitschrift für Niedersachgen, S, ItO. 



64. Dolphus. 

Bei Barby, westlich, Kreis Calbe. 

1416. 24. Febr. Burchard, Graf zu Mühlingen und Herr zu Barby, be- 
kennt, daös Herick Harxstro der Brüderschaft des heil. Blutes zu 
Barby 11 Morgen auf dem Felde zu Dolvesse geschenkt hat (Or.) 

1494. Peter Heyne zu Barby hat vom Grafen Burchard zu Lehen u.a. 
eine halbe Hufe zu Dolfese und 2 Höfe im Dorfe daselbst. 
(Cop.431 fol.38.) 

Ebenso Jlia Reiffensteins 3 wüste Höfe zu Dolfeze. (Ibid. 
fol. 39.) 

Ebenso Hermann Stern acker mit einer Hufe zu Dolfese. (Ibid. 
fol. 18.) 

1494. Heinrich Amth zu Barby hat 1 Hufe auf Dolfese r Mark vom 
Grafen von Barby zu Lehen. (Cop.431 fol. 38\) 

1494. Hans Fatz zu Barby ist vom Grafen Burchard beliehen mit einem 
Viertel Landes zu Dolfeze. (Cop.431 fol.39\) 

Ebenso Valtin Knybanth mit IVj Hufe zu Iritz, einer halben 
Hufe zu Dolvesze, 11 Morgen zu Czipperen, 8 Morgen zu Kol- 
vesze u. s. w. (Ibid. fol. 40^) 

Ebenso Thomas Köster mit einer halben Hufe zu Dolvesze. 
(Ibid. fol. 41.) 

Ebenso Hans Bichelinges Tochter im heiligen Geist zu Magde- 
burg zu ihrem Leibe mit einem Viertel zu Dolfese. (Ibid. fol. 41'.) 

1494. Martin Virding zu Barby hat vom Grafen von Barby zu Lehen 
eine Hufe zu Dolfese. (Cop.431 fol.36\) 

1494. Heinrich Morsz zu Barby hat vom Grafen von Barby zu L(^hen 
Haus und Hof zu Barby, 4 Morgen Gras bei dem Hennenberge, 
einen Garten hinter der Burg, eine halbe Hufe Landes zu Dolfese 
und eine halbe Hufe zu Iritz. (Cop.431 fol. 36.) 

1494. Peter Nygeswiger zu Barby hat vom Grafen daselbst zu Lehen 
eine Hufe zu Crotzen, eine Hufe auf Mentzer Mark, ein Viertel 
auf Dolfese r Mark. (Cop.431 fol. 37.) 

1494. Martin Symans zu Barby hat vom Grafen daselbst zu Lehen ein 
Viertel Landes auf Dolfeser Mark. (Cop.431 fol.37\) 

1663. S9. April. Herzog Moritz von Sachsen belehnt den Grafen Wolf- 
gang von Barby mit seiner Grafschaft und gewährt das Jagdrecht 
auf einer Anzahl Feldmarken, darunter in Dolvis. ((A)p. 429 
fol. 279.) 



Digitized by VaOOQ 16 



64. l)olphu9. — 65. Döbite. — 66. Wendiflch-Öönsteclt. — 67. Öas grosse Üorf. 6? 

1669. 24.Novbr. Der fürstlich Sachsen - Barbysche Amtmann Abraham 
Maroonnot belehnt Wolf Dietrich zu Barby und Grenossen mit einem 
Viertel Landes zu Dolphus. (Or.) 

1785. l.Oktbp. Herzog Georg Albrecht von Sachsen-Barby belehnt Albert 
von Warleben u.a. mit einer halben Hufe zu Dolfus. (Or.) 

Littentor: Magd. Geschichtsbl. UI, S. 36g. 



65. Dölnitz/ 

Bei Löbnitz an der ßode, Kreis Calbe. 

1699. Der mit der Aufsuchung der wüsten Ortschaften bei Calbe für 
die Refugi^ beauftragte Kommissar H. F. Hampe berichtet an die 
Regierung, daas die Bewohner von Löbnitz sich angemasst hätten 
Dolnitz oder Dölnitz und halb Bornstadt ( A. Magd. Cammer 
n, No. 268.) 

66. Wendisch-Dönstedt 

Bei Dönstedt, nordöstlich, Kreis Neuhaldensleben. 

1811. Ritter Heinrich Schenk von Döiistedt hat vom Bischof von Halber- 
stadt zu Lehen den Zehnten in Slavica Donstede. (Riedel, 
Cd. Brand. A,XVn, S.448.) 

C.1380. Johannes von Dammus hat vom Erzstift zu Lehen villam 
wendischen Dönstedo cum omni iure et IHI mansis. (G. Q. 
XVI, 8. 96.) 

1477. 19. Novbr. Die von Veitheim haben von Erbischof Ernst zu Lehen 
u.a. die zur Burg Alvensleben gehörige Dorfstatte Wendischen 
Donstete. (Cop.4l fol. 120\) 

1635. 10. April. Kardinal Albrecht belehnt Jacob und Christoph von 
Veitheim zu BarU»nsleben u. a. mit der hintersten Burg zu Alvens- 
leben mit Dörfern und den Dorfstätteii Wendischen Donstette, 
dem NigendorflT und Podegrim u. s. w. (Cop. 113 fol. 182.) 

litteratar : Behrends, NeuhtUdensl. II, S. $S5. 



67. Da8 grosse Dorf. 

Dicht bei Barby, Kreis Calbe. 

1407. 8. Jan. Graf Burchard von Mühlingen und Barby und Curt Edler 
von Hadmersleben belehnen die Stadt Barby mit dem groten 
Dorp mit Zubehör, wie es Rudolf und Busne von Zerhst gehabt 
haben. (Abschrift von 1597.) 



* Obgleich der Name ein Paar Mal genannt wird, so ist es doch zweifelhaft, 
ob eine Wüstung dieses Namens bei LÖonitz existiert, da sonst weiter keine 
Nachrichten davon erhalten sind. Vielleicht ist gar an Elgau oder Telgau zu 
denken. 

Digitized by VjjOOQ 16 



()8 Die Wfistungen im Nordthuringgatl. 



1481. 18. Jan. Fürst Georg zu Anhalt vergleicht als Vormund des Grafen 
Günther von Mühlingcn die Gebrüder Heinrich und Tyle Griper 
mit der Stadt Barby über einen Acker, de gherwen genannt, auf 
dem Felde to dem groten Dorpe gelegen. (Or.) 

1553. 29. April. Herzog Moritz von Sachsen belehnt den Grafen Wolf- 
gang von Barby mit seiner Grafschaft und gewährt das Jagdrecht 
auf einer Anzahl Feldmarken, darunter im grossen und kleinen 
Hagendorfe und dem grossen Dorfe. (Cop. 429 fol. 279.) 
Litteratnr: Magdeb. GeschichuU. III, S. S5S. 



68. Dornitz. 

Bei Hermsdorf, Kreis Wolmirstedt. Genaue Lage unbekannt. 

1495. 17. Juli. Der Kanzelschreiber Caspar Sti'inbeck hat vom Erz- 
bischof Ernst zu Lehen u. a. 4i/^ Wispel, halb Weizen, halb Roggen, 
Zehent und 9 Hühner von den Worten auf Dornitz Mark bei 
Hermsdorf gelegen. (Cop, 41 fol. 285.) 

1508. 5. Mai. Die Söhne Hermann Steinbecks zu Colberg in Pommern 
und ihre Vettern Caspar und Friedrich erhalU»n vom Erzbischof 
Ernst zu Lehen u. a. 4f. Wispel, halb Weizen, halb Roggen, Zehent 
und 9 Hühner von den Worten auf Dernitz Mark bei Hermsdorf. 
(Cop. 41 fol.291\) 



69. Dorst 

Nördlich von Ncnhaldenslebvn, nordöstlich von Uthmöden, im sogen. Halbgericht. 

c. 1380. Friczo unde Gt^hart von W^^^lt'r^t^n haben vom Erzstift zu Lehen — 
das dorff czu Dust, daz Kogeste gerichte und daz sitzstt^ unde die 
bede unde II 1/2 penning unde scock vlasses. (G.Q.XVI, S. 74.) 

1446. Die Vettern Georg und Hildebrand von Berwinkel haben vom 
Erzbischof Friedrich zu Lehen u. a. die wüsten Dörfer Husingh, 
Czerltz, Grassendorff, Hermesleven und Dost. (Cop. H6 fol. 87.) 

1473. 4. Septbr. Hildebrand und Borchart von Berwinkel verkaufen an 
Busse von der Schulenburg das Dorf Dor st e. (Riedel, Cd. Brand. 
A,V, S.451.) 

1477. 19. Novbr. Die von Bärwinkel haben vom Erzbischof Ernst zu 
I^heu u.a. die wüsten Dörfer Hussing, Czerlitz, Grassendorf und 
Dor st (Cop. 41 fol.20\) 

1477. 3. Oktbr. Erzbischof Ernst belehnt die Vettern Friedrich und 
Friedrich von Alvensleben mit dem wüsten Dorfe Döst mit 3 Mark, 
4 Schock Flachses, 3 Schillingen, 8 Hühnern, 8 Käsen, 2 Schock 
Eiern und Schulzenamt. (C. d. Alvensl. H, N, No. 42.) 

1481. 19. Juli. Die Gebrüder von der Schuleuburg erhalten vom Erz- 
bischof Ernst u. a. Dorst, welches wüst ist, mit der Vogtei und 
Gerechtigkeit. (Cop. 41 fol. 278.) 

Digitized by VaOOQ 16 



68. Doraitz. — 69. Doret. — 70. Dry eene. — 71. Klein-Drakensted t. 69 

1516. 80. Juni. Erzbißchof Albrecht belehnt die Brüder Ludolf und 
Matthias von Alvenelebeu u.a. zu DoBth mit 3 Mark, 4 Schock 
Flache, 3 Schillingen, 8 Hühnern, 8 Käsen, 2 Schock Eiern und 
dem Schulzenamt. (C. d. Alvensl. III, No.lll.) 

1587. 5. Novbr. Kurfürst Joachim II. schliesst mit dem Kardinal Albrecht 
einen Vertrag über die Jagd auf der Wolmirstedtischen und Garde- 
legischen Heide, auch in Doest (Riedel, C.d.Brand.B, VI, S.442.) 

1564. 28. Septbr. In einer Grenzscheiduug zwischen Brandenburg und 
Braunschweig wird gesagt, dass die drei Feldmarken Dorst, denen 
von der Schuleiiburg zustandig, Heustorf, zum Schlosse Alvensleben 
gehörig, und Packewitze, den Schenken von Flechtingen zustandig, 
auf einer Wuhne zusammen stossen. (Riedel, C. d. Brand. B, VI, 
8. 526. 528.) 

1568. 29. Oktbr. Administrator Joachim Friedrich belehnt die von der 
Schulenburg u. a. mit der Feldmark Dorst, die Joachim von der 
Schulenburg denen von Alvensleben abgekauft hat (Riedel, Cd. 
Brand. A, VI, S.289.) 

1577. I.April. Die Gemeinde von Zobbenitz bittet den Herzog Julius 
von Braunschweig, sich beim Administrator Joachim Friedrich ver- 
wenden zu wollen, dass dieser dem Joachim von der Schulenburg 
die Errichtung einer Schäferei auf der wüsten Feldmark Dorst ver- 
biete. (A. Erzst. M. I, No. 118.) 

1590. Der alte Amtmann zu Calforde, Georg von Halle, hat auf der 
Feldmark die Dorst genannt, so immediate im Erzstift gelegen 
und Joachim von der Schulenburg zuständig, 18 Eichenbäume mit 
Gewalt hauen und wegführen lassen. (A. Erzst. M. I, No. 124.) 
liitteratar: Behrendt, Neuhaldensl. II, S. 67, 



70. Drysene. 

Bei Germersleben? Lage sonst nicht bekannt. 

1398. 4. März. Wasmod, Bertolt und Heinrich genannt Waldenstorp 
haben vom Erzstift zu Lehen 5 Hufen und einen Hof in canipis 
Drysenen. Ebenso in Germersleben 3 Hufen und einen BTof. 
Diese Lehen gehören zum Amte Wanzleben. (G. Q. XVI, S. 244.) 



71. Klein -DrakeiiHtedt 

Bei Drakenstedt und Ochtmersleben, Kreis Wanzleben. 

1152. 28. Juni. Bischof Ulrich von Halberstadt bestätigt dem Kloster 
Hillersleben seinen Besitz, darunter in Klein-Drakenstedt 
91/2 Hufe. (Magd. Reg. I, No. 1262.) 

c. 1226. Heinrich von Schermke hat von Luthard von Meinersen u. a. 

zu Lehen den Zehnten in minori Drakelstide. (Sudendorf, ÜB 

d. Herz. v. Braunschw. I, S. 10.) 
1269. 24. Aug. Erzbiachof Konrad übereignet dem Stift S. Nicolai die 

Vogtei über 24 Hufen in minori Drakenstede, eine Hufe in 



Digitized by VaOOQ 16 



70 l^e WüstungeQ im Nordthüringgau. 

Gross-, 2 in Klein-Rodensleben, 2 in Ochtmereleban und 2 in Flech- 
tingen. (A. Domkap. M., No. 7 20.) 

c. 1300. Quotiescunque cellarius (ecclesie beati Nicolai in novo foro) 
ierit Etlau, Zernicz vel Dodewitz, Mosebne vel Nienholte vei 
Drakenstede in negotiis ecclesie, a villicis et ab eis, qui offitiura 
tenuerint, honeste procurabitur; ubicumque etiam in villis predictis 
cellarius iudicio presederit, quicquid in iudicio acquisitum circa duos 
solidos vel tres vel minus, inde cellarius duas partes recipiet, quic- 
quid vero ultra duos vel tres solidos vadiatum fuerit vel acquisitum, 
cum dominis dividet. Item ibidem semper ad 14 dies et quando 
vult cellarius iudicio presedere potest (A. Domkap. M, No.720.) 

1311. Der Ministerial Conrad von Geringe hat vom Bischof von Halber- 
stadt u.a. zu Lehen decimam in parvo Drakenstede. (Riedel, 
C. d. Brand. A, XVII, ß.465.) 

1365. Ritter Konrad Boneke bekennt, dass ihm Bischof Ludwig von 
Halberstadt 15 Mark aus dem Zehnten zu luttiken Draken- 
stede verpfändet hat (Schmidt, Hochstift HalberstlV, No.2693.) 

1365. Der Bischof von Halberstadt giebt dem Ritt(T Boneke l^/g Viertel 
vom Zehnten in parvaDraken stete zu Lehen. (Cüop. 470 fol. 60\) 

C.1870. Weniherus, Conratlus et Henricus de Scartowe haben vom Erz- 
stift zu Lehen in parva Drakenstede I mansum et I curiam. 
(G.Q.XVI, 8.40.) 

Heyso de Stenforde ebenso — to lutteken Drakenstede 
II mark geldes ledich. (G.Q.XVI, S. 64. 153.) 

c. 1380. Filius Theodrici de Hordorp hat vom Erzstift zu Lehen HI marcas 
in minori villa Drakenstede. (G.Q.XVI, S.78.) 

1400. Parva Drakenstede zahlt nach Halberstadt an einfacher jähr- 
licher Prokuration 3 Schilling alter Braunschweiger Pfennige. (Zeit- 
schr. für Niedersachsen 1862, S.38.) 

C.1400. Die Bauern von lütken Drakenstede müssen bei Herstellunff 
des Landgrabens an der Ohre helfen. (Walther Sing. Magd. VI, 8. 8.) 

1405. 22. Sept Das Kloster Hillersleben verkauft dem Stift S. Nicolai 
zu Magdeburg 10 Hufen auf der Feldmark to lutken Draken- 
stede, dre hove an deme sulven dorpe unde wische mit alle rech- 
ticheyt (Riedel, C. d. Brand. A, XXH, S. 463.) 

1406. 16.Dezbr. Heinricus Jacobi rector parrochialis ecclesie in parva 
Drakenstede Magdeburgensis diocesis. (G.Q.XXVn, No.32.) 

1407. Dietrich von Hordorf zu Hundisburg hat vom Bischof von Halber- 
stadt zu Lehen 3 Mark Geldes zu lutken Drakenstede und 
10 Hufen Zehnt zu Eichenbarleben. (Cop.470 fol.21.) 

1407. Bosse und Werner von Wanzleben haben vom Bischof von Halber- 
stadt den Zehnten zu lutken Drakenstede zu Lehen. (Cop.470 
fol.21.) 

C.1414. Drakenstede minor pertinet ad Snardesleve. (Cop.91 S.28.) 



Digitized by VaOOQ 16 



7 1 . Klein-Drakenfitedt. 71 



1485. Lutken Drakenstede: hebbe ik II mark geldis, de hebbe ik 
gelegen Hennig Werberge, de 11 mark geven de bure, dede den 
acker werken. (G.Q.XVI, 8.324.) 

c. 1450. Das Stift 8. Nicolai zu Magdeburg meldet dem Erzbischof Frie- 
drich, dass Cord von Werberg nach dem Tode Heyses von 8teinfurt 
die 24 Hufen in Klein-Drakenstedt als Zubehör der ihm ver- 
pßndeten Burg Dreileben in Anspruch nehme. (Lib. mort 8. Nicol.) 

1453. O.Oktbr. Der Erzbißchof Frietlrich entscheidet in dem Streit des 
Stifts 8. Nicolai in Magdeburg mit dem Edlen Curt von Werberg, 
Inhaber des Schlosses Dreileben, über die Feldmark Lutken 
Drakenstede, das Curt von W. das höchste, das Kapit^d das 
niedere Gericht auf der Feldmark haben solle; femer soll das Stift 
den Bauern von Gross -Drakenstedt und Ochtmersleben gestatten, 
ihr Vieh auf die Feldmark zu treiben ohne Abgabe, doch mit der 
Bedingung, dass den Leuten, die die Mark bebauen, an der Saat 
U.S.W, kein Schade geschehe; ausserdem soll das Stift dem Inhaber 
des Schlosses Drakenstedt jährlich 3 Schock Groschen zu Zins 
geben. (A. Domkap. M. No.720.) 

1458. Ludolf von Alvensleben zu Calbe hat vom Stift Halberstadt zu 
Lehen 3 Mark im Schlosse zu wüsten Drakenstede, Hans 
Santersleben den Zehnten zu lutken Drakenstede. (Cop.474 
fol. 45.) 

1480, Administrator Ernst von Halberstadt belehnt Gebhard und Sieg- 
fried, Söhne Siegfrieds von Hoym zu Nordgermersleben, u. a. mit 
dem Zehnten zu lutken Dractenstete. (Cop.475 fol. 86.) 

1485. 8. Juli. Gebhard d.ä. von Hoym tritt den von Alvensleben zu 
Hundisburg den Zehnten zu lutken Drakenstede und(Acken- 
dorf ab. (C. d. Alvensl. II, No. 538.) 

1494. 25. Sept Erzbischof Ernst entscheidet einen Streit zwischen Ficke, 
Hans und Ficke von Alvensleben einerseits und Peter Brabant, 
Bürger zu Magdeburg, andrerseits wegen des Zehnten zu Klein- 
Drakenstedt (G.Q.XXVm, No.900.) 

1534. 4. Sept. Die Bauern von Ochtmersleben pachten vom Stift 8. Nicolai 
die wüste Dorfstatte Drakenstede 31Hufen in sich haltend, samt 
den Weiden und Wiesen, nämlich der Hornwiese und bruel, auf 
21 Jahre gegen 18 Goldgulden jährlicher Pacht. (A. Domkap. M. 
XXVI, 21.) 

1554. 12.Febr. Die Pacht der wüsten Dorfstätte Drakenstedt wird 
erneuert von den Bauern von Ochtmersleben. Jede Hufe soll 
6 Scheffel Roggen geben; die Hornwiese und bruwell und das 
übrige Zubehör sind in den 31 Hufen der Dorf statte nicht mit- 
enthalten. (A. Domkap. M.XXVI, 21.) 

1567. 22. März. Der Administrator Joachim Friedrich erkennt in einem 
Streite zwischen dem Stift S.Nicolai und Joachim von Alvensleben, 
dass dieser als Besitzer des Dorfes und Hofes zu Eichenbarleben 
mit den Schafen und Viehe auf lutken Drachenstedter Feld- 



Digitized by VaOOQ 16 



72 r>ie Wüstungen im Nordthüringgau. 



marke zu treiben, hüten und weiden nicht befugt sei. (A. Erzst 
M.S.Nic, No.159.) 

1570. 28. Mai. Das Stift S.Nicolai zu Magdeburg verkauft an Joachim 
von Alvensleben auf Erxleben die wüßte Feldmark Klein-Drakeur 
stedt mit Vorbehalt der Trift und Weide für die Dörfer Ochtmers- 
leben und Gross-Drakenstedt und gegen eine jährliche Abgabe von 
12 Wispel Weizen und 12 Wispel Roggen. (C. d. Alvensl. III, 
No. 661.) 

1609. 4. Septbr. Die Regierung in Halle bestimmt, weil das Amt Drey- 
leben allbereit Anno 1572 die Hut und Trift auf der Feldmark 
lutken Drakenstett neben der gemeinen Dorfschaft Utmersleben 
gehabt, so wird das Amt neben der Gemeine dabei nochmals nicht 
unbillig gelassen. (A4 Erzst. M. S. Nie, No.159.) 

1610. Die wüste Dorfstätte lutken Drakenstedt umfasst 32 Hufen; 
nach Angäbe der Gemeinde Ochtmersleben aber nur 24 Hufen. 
(A 4 Erzst. M. S. Nie, No. 159.) 

1618. 2. Oktbr. Das Stift S. Nicolai zu Magdeburg vernachtet der Ge- 
meinde Ochtmersleben die Feldmark lutken Drackenstedt samt 
den Weiden, auch Hunerwiese und Kön icher Wiese, den Bruel und 
anderes Zubehör für jährlich 6 Wispel Roggen, 3 Wispel Gerste 
und 6 Wispel Hafer. (A 4 Erzst M. S. Nie, No. 161.) 

1660. 7. Jan. Verzeichnis der Pachte, welche die Gemeinde Ochtmers- 
leben dem Stifte S.Nicolai von der Lutgen Drakenstetischen 
Feldmark gegeben. — Dieser Acker , so dem Stift S. Nicolai in 
Magdeburg zukompt, lieget im Lütge n Drakenstetischen Felde, 
darvon die von Alvenschleben uff Eichen-Barlehen den Zohent 
fühnui, und berichtet der Schöppe Heinrieh Muer und Heinrich 
Zander, dass nicht ein einziger Morgen uff diee*er ganzen FeMmark 
besahmet, ausserhalb Hauptmann Sannemann uff Eichen -Barleben 
40 Morgen, Steffen Betge 5 Morgen. Dieser Acker ist dem Herrn 
Hauptmann aus hochdringender Not zweimal abzuernten angethan, 
darmit man zu Widererbauung eines Pfarrhauses gelangen könne. 
(A4 Erzst. M.S.Nic, No.161.) 

1665. Das Stift S.Nicolai verpachtet die Lütken-Drakenstetische 
Feldmark an die Gemeinde zu Ochtmersleben zu demselben Pacht- 
zinsen, wie früher, doch mit der Bestimmung, dass jeder in der 
Gemeinde in solidum für die Pacht haftet. (A 4 Erzst M. S. Nie, 
No. 161.) 

Der Pachtkrontakt wird immer wieder auf 6 Jahre erneuert, 
nur die Kornliefung (das Nicolai-Korn) etwas erhöht. (Ibid.) 

1684. Matthias Bötge zu Eichenbarleben hat 2 Schock 20 Garben 
Zehnt von der lutgen Drakensted tischen Feldmark. (Steuer- 
professionspro tok.) 

Das Stift S.Nicolai zu Magdeburg hat 2 Wispel Hafer Pacht 
von der Feldmark lutgen Drakenstedt, die aus 30 — 32 Hufen 
besteht und der Gemeinde zu Ochtmersleben verpachtet ist. (Stcuer- 
professions-Protok.) 

Litteratar: WoJUbrück, Alvensl. *S. 99. — Danneü, Wolmirstedt, S. 18S. 



Digitized by VaOOQ IC 



71. Klein-Drakenßtedt. — 72. Dreierse. — 73. Klein-Dreileben. 73 



72. Dreierse. 

Der Ort ist nicht weiter bekannt. 

1392. 17. März. Die Gebrüder von Sommerstorp versetzen für 14 Schock 
Groschen an Busso den Jungen von der Asseburg ihr Gut zu 
Anipfurt, wovon l^j^ Hufe zu Dreierse liegen. (Asseburger ÜB. 
II, Wo. 1393.) 

73. Klein-Dreileben. 

Bei Dreileben, westlich, Kreis Woliiiirstedt. 

1162. 12. Juni. Pfalzgraf Albrecht von Sommerschenburg bestätigt Güter- 
erwerbungen des Klosters Hamersleben, dai-unter einer Hufe in 
parvo Dreileve, die der Priester Liuderus von Seehausen gegeben 
hat (Schmidt, Hochstift Halberst. I, No.2(31.) 

c. 1250. Stift Walbeck hat von einem Hofe in parvo Dreyseleve 2 
Schillinge. (N. Mitth. IL 1, S. 45.) 

1271. 19. April. Kloster Haniersh^ben vorkauft dem Kloster Meyendorf 
IV2 Hufe in diesem Dorfc und 1/4 Hufe in campis minoris Drey- 
leve. (Cop. 750 fol. 6\) 

1275. 3. An^. Bischof Volrad von Halberstadt bestätigt einen Tausch 
zwischen dem Stift S. Nicolai in Magdeburg und dem Kloster 
Meyendorf, welches eine Hufe in Hermsdorf (Hermerkesdorf) mit 
Wort, eine in Gross-Wellen mit Woi-t^ eine halbe in Klein-Drei- 
leben mit Wort, eine halbe in Druxberge nnd halbe in Seehausen 
gegen 31/2 Hufe in Meyendorf giebt (Magd. Reg. III, No. 195.) 

1278. 9. März. Ritt^T Helmold von Dreileben verkauft mit Einwilligung 
seiner Erben dem Kloster S. Agnes in der Neustadt eine Hufe im 
Felde ville Drenleve minoris für 35 Mark. (v. Ledebur, Archiv 
XVn, S. 172.) 

1284. 23. Juni. Die von Dreileben verkaufen dem Kloster Meyendorf 4 
Hufen mit der dazu gehörigen Hofstättt* in K 1 ei n-Drey leben, 
sowie das Kirchenpatronat daselbst mit 5 Hufen und eine Hufe in 
Klein -Siersleben. (Magd. Reg. HI, No.437.) 

1285. Ritter Helmold von Dreileben verkauft dem Kloster S. Agnes eine 
Hufe in Klei n-Drey leben. (Or.) 

1298. 24. Febr. Die Vorsteher der Krämerinnung und des Siechenhauses 
zu Magdeburg verkaufen an Dietrich von Eilsleben, Stiftsherrn zu 
S. Nicolai, 2 Hufen sitos in parvo Dreyleve et Scakinsleve 
solventes quolibet anno tertium dimidium chorum tritici. (G. Q. 
XXVI, No. 204.) 

1299. Das Kloster U. L. Fr. zu Magdeburg hat eine Hufe zu lutken 
Dreyleve n. (Inventar von 1562.) 

1307. 18. Jan. Heinrich und Friedrich Ritter von AI vensl eben übergeben 
zu einem Seelgerät dem Kloster Althaldensleben eine Hufe in 
campo ville parvi Dreyleve. ((Jop. 750 fol. 27^) 

Digitized by VaOOQ 16 



74 Die Wüstung^ im Nordthüringgan. 

1307. Ein Brief Heinrichs von Alvensleben über eine Hufe zu lutken 
Dreileve für Kloster Meyendorf. (A.ErzstM.H, No. 1034.) 

1311. 28. April. Erzbischof Burchard bezeugt, dass Arnold von Dreileben 
als Ausstattung seiner Tochter dem Kloster Althaldensleben eine 
Hufe in parvo Dreynleve gegeben hat (Cop. 748 fol. 58.) 

1311. Volrad von Drenleve hat vom Bischof von Halberstadt zu Lehen 
2 Hufen in parvo Drenleve. (Riedel, Cd. Brand. A. XVH, S. 446.) 

Johann und Dietrich von Groaeberge haben von demselben in 
parvo Drenleve 4 Hufen. (Ibid. S. 446.) 

Ebenso die Schenken von Dönstedt den Zehnten über 35 Hufen 
in parvo Dreynleve. (Ibid. 8. 476.) 

1343. 23. Febr. Der Priester Johann von Brumby schenkt zu einem Seel- 
gerät dem Kloster Meyendorf »/^ Hufe und 2 Höfe in parvo 
Dreyleve, die jährlich einen halben Wispel Weizen, ebensoviel 
Roggen, 4 Schillinge und 4 Hühner zinsen. (Cop. 750 fol. 50^) 

1361. 24. Febr. Der Dekan von Walbeck, Johann von Brumby, bekundet 
dass der Burgmann Ulrich von Amfurt den Witwenhof zu lutken 
Dreyleve und den Klosterhof zu Meyendorf mit einem andern 
Hofe zu Klein-Dreyleben dem Kloster Meyendorf übergeben 
hat (Cop. 750 fol. 54.) 

c. 1370. Cone Schulten, Ebelyng et Cone fratres sui haben vom Erzstift 
in magna Dreynleve if mansos et Icuriam, in parva Dreyn- 
leven I mansum zu Lehen. (G. Q. XVI, S. 39.) 

c. 1400. Die Bauern von lutken Dreynleve müssen bei Herstellung 
des Landgrabens an der Ohre helfen. (Walther, Sing. M. VI, S. 8.) 

1400. Die Kirche zu parva Dreinleve zahlt 4 Schillinge alter Braun- 
schweiger Pfennige als einfache jährliche Prokuration an Halber- 
stadt. (Zeitschr. für Niedersachs. 1862, S.38.) 

1451. 2. Mai. Denen von Oberg wird von den Alvensleben u. a. der 
Zehnte von lutken Dreyleve zu Pfand gesetzt. (Riedel, Cd. 
Brand. A,XVn, S. 129.) 

1458. Heinrich und Friedrich von Alvensleben haben vom Stift Halber- 
stadt zu Lehen den Zehnten zu lutken Dreyleve. (Cop. 474 
fol. 44.) 

1478. 29. März. Bischof Gebhard von Halberstadt belehnt die Vettern 
Heinrich und Friedrich von Alvensleben u. a. mit dem Zehnten zu 
lutken D rey le v e. (C. d. Alvensl. II, No. 465.) 

1479. 14. Juni. Bode Promisz erhält von Erzbischof Ernst zu Lehen 5 
Hufen auf den Feldern zu lutiken Druchtszberge und lutken Drey- 
leve. (Cop. 41 fol. 231.) 

1480. 25. Oktbr. Administrator Ernst von Halberstadt belehnt die 
Vettern Friedrich und Heinrich von Alvensleben u. a. mit dem 
Zehnten zu lutken D rey le ve. (C. d. Alvensl. II, No. 496.) 

1482. 11. April. Friedrich von! Alvensleben zu Erxleben und Heinrich 
von Alvensleben zu Rogätz verkaufen dem Erzbischof Ernst den 



Digitized by VaOOQ 16 



73. Kldn-Dreileben. — 74. Droeewitz. 76 

Zehnten auf der Feldmark zu lutken Dreyleve für 400 Gulden. 
(Cop. 68 fol. 196^) 

1541. l.Dezbr. Kardinal Albrecht belehnt die von Alvensleben u.a. mit 
dem Zehnten zu lütken Dreyleve. (Riedel, C. d. Brand. A, XVII, 
S.221.) 

1544. 81. Juli. Kardinal Albrecht bekundet, dass Matthias von Alvens- 
leben den Zehnten von Klein-Dreileben noch 15 Jahre beim 
Amte Dreih»ben lassen will, ehe er ihn zurückkauft. (C. d. Alvensl. 
m, No.294.) 

1580. Ludolf von Alvensleben zu Hundisburg und Neugattersleben cediert 
seinem Bruder Joachim den Zehnten zu Klein-Dreyleben und 
seinen Anteil am Zehnten zu Irxleben. (Cd. Alvensl. III, No. 640.) 

1611. 10. Juli. Heinrich Julius, postulierter Bischof von Halberstadt, be- 
lehnt die von Alvensleben u.a. mit dem Zehnten zu Klein- 
Dreyleben. (Cd. Alvensl. HI, No. 880.) 

1668. Im Feldregister von Dreileben findet sich: Der Zehnte in Klein- 
Dreileben gehört dem Herrn von Alvensleben zu Eichenbarleben, 
welcher auch das Amt führet, und giebt jährlich dafür 50 Thlr. auf 
Marnni — . Vor das zehnte Bund Flachs im Grossen- und 
Lutgen- Drei leben bekommt das Amt 2 ß, trägt jährlich ein 
Jahr dem andern zum besten 2 Thlr., was aber vom Lütgen-Drucks- 
bergischen Felde fallet, solches bekömmt der Zehendtner. (A.Magd. 
Kammer 1.167 fol. 48.) 

Littoratsr: WohUn^k, Alvensl. 11, 8. 80». — DanneU, Wolmirstedt, S. t04. 



74. DroseAvitz. 

Bei Qermersleben oder Wanzleben. 

1290. 9. Mai. Graf Werner von Friedeburg, genannt von Hadmersleben, 
verpflichtet sich, dem Kloster Hecklingen von der Vogtei über die 
Mühle und die anderen Güter in Drossewiz und Popeliz einen 
gewissen Zins zu geben, wenn ihn nicht die Bauern zahlen. Da- 
gegen soll das Kloster bei Hagel-, Blitz- und anderen Schäden mit 
den Bauern wegen des Zinses nach Billigkeit verfahren, (v. Heine- 
mann, Cd. Anh. II, No.675.) 

1805. S.April. Konrad Edler von Warberg entschädigt die Magdeburger 
Kirche für Güter, welche diese den Klöstern Kiddagshausen und 
Volkerode, sowie ihm selbst überlassen, durch andere Güter, darunter 
durch 7 Hufen in Drozwitz et Popelicz. (v. Heinemann, Cd. Anh. 
III, No.99.) 

C.1311. Heinrich und Ulrich Grafen von Regenstein haben vom Bischof 
von Halberstadt zu Lehen die Vögten über 3 Hufen in Droswitz^ 
(Riedel, Cd. Brand. A, XVII, S.442.) 

1312. 30.Novbp. Heinrich und Albert, Herzöge von Braunschweig, weisen 
dem Grafen Werner von Friedeburg, genannt von Hadmersleben, 
für die 2 abgetretenen Hufen in Hakebom 2 andere in campis 
Drozwiz et Pepeliz villarum zu, (Cop. 421» fol.72^) 



Digitized by VaOOQ 16 



76 I^ie Wüstungen im Kordtbüringgau. 



1400. Droszwitz im Banne Oschersleben zahlt 2 Schillinge jährlicher 
Prokuration an das Stift Halberstadt (Zeitschr. för Niodersachsen 
1862, S.94.) 

C. 1400. Ista bona confert prepositus ecclesie Walbicensis :— in Droste- 
witz I niansum IX solidos. (Cop. 759» S. 18.) 

1481. Administrator Ernst von Halberstadt belehnt die Brüder und 
Vettern Alemann mit 6 Wispeln 31/2 Scheffel halb Roggen und 
halb Hafer von 1 4^/^ Hufe auf der Mark Droszewitz, jelO Scheffel 
auf die Hufe. (Cop.475 fol.2^) 



75. DroHten. 

Zwischen Etgersleben und Gross-Germereleben, Kreis Wanzleben. 

1446. Curt von Stockem hat vom Erzbischof Friedrich zu Lehen u. a. 
6 Hufen auf dem Felde zu Droste, das halbe Dorf zu D roste 
und geht wente bie der oderslake, 6 Holzblecke in dem Bruche zu 
Droste, 6 Hufen im Felde zu Droste, ein Holzbleck in der fulen 
laken und eine Wiese bei der damgrube. (Cop. 36 S.444*) Wieder- 
holt 1469. (Ibid. S. 492.) 

1477. 11. Juni. Curd von Stockem hat vom Erzbischof Ernst zu Lehen 
Güter zu Gerraersleben und 6 Hufen zu Droste und Droste die 
Marke die Hälfte mit Weiden und Gerichte und das Bruch zu 
Droste die Hälfte und den Bruel zu Droste ganz, die Suite zu 
Droste halb mit dem Rohr und Grase, auf dem Gründel zu Droste 
Gras, Rohr und Holz alles, die Stein hörst daselbst halb und 9 wüste 
Höfe in dem Dorfe zu Droste und ein Wasser, die Adlerslake 
bis auf die Mühle zu Droste mit Wasser und Fischerei, einen 
Holzfleck bei dem Gründel zu Droste, 2 Holzflecke gegenüber 
der Adlerslake und andere Güter zu Germersleben u. s. w. (Cop. 41 
fol. 266\) 

1477. 4.0ktbr. Erzbischof Ernst belehnt Jahn Kotze u.a. mit 10 Hufen 
zu Gross-Germersleben, 4 Hufen auf dem Felde zu Drosten, einem 
frt'ien Hof zu Schwaneberg — . (Cop. 41 fol. 49.) 

1480. 24. März. Curd von Stockem hat vom Erzbischof Ernst zu Lehen 
u.a. eine halbe Hufe auf dem Feld zu Droste und 2 Holzblecke 
bei dem Bruche daselbst. (Cop. 41 fol. 49. 273.) 

1483. 8. Jan. Tile Schaper zu Etgersleben hat vom Erzbischof Ernst zu 
Lehen die Fischerei an zweien Enden Wasners, eins von Drosten 
Mühle bis an die Bruchmühle. (Cop. 41 fol.277.) 

1486. 12. Novbr. Der reitende Bote Lamprecht erhält vom Erzbischof Ernst 
zu Lehen u.a. den halben Zehnten zu Drosten. (Cop. 41 fol. 188.) 

1487. 28. April. Peter Kotze hat vom Erzbischof Ernst zu Lehen u. a. 
6 Hufen auf dem Drusten Felde. (Cop. 41 fol. 7Gv.) 

1488. 1. April. Hans Furegel zu Etgersleben hat vom Erzbischof Ernst 
zu Lehen eine Hufe auf dem Felde zu Drosten und 2 Holzbleke 



Digitized by VaOOQ 16 



U. Droeewttz. — Ib. Öroeted. 77 



in dem Bruche daselbst, die vorher Curt von Werberg zu Lehen 
gehabt. (Cop. 41 fol. 123^) 
Ebenso 1490, August 6. 

1489. 23. Novbr. Erzbischof Ernst verschreibt seinem Rat Hans Kotze 
und dessen Vettor Ulrich das Schloss Germerslebeii mit den be- 
setzten und unbesetzten Dörfern Gross- und Klein -Germersleben, 
Klein -Oschersleben, ganz Schapdal, halb Drosten, Woldendorf, 
Zennewitz und Pepelitz für 2000 Gulden, (v. Mülverstedt, Kotze 
S.219.) 

1498. 11. Novbr. Gebhard von Hoym verkauft an Hans Kotze Güter in 
Großs-Grermersleben, Woldenstorf und den Zehnten in Drosten. 
(V. Mülverstedt, Kotze S.230.) 

1498. 7.Dezbr. Ernst, Administrator von Halberstadt, belehnt Hans 
Kotze mit den von Gebhard von Hoym verkauften Gütern, darunter 
dem halben Zehnten zu Drosten und einem Witholz im Bruch 
daselbst (v. Mülverstedt, Kotze S. 231.) 

1499. 19. April. Hans Kotze verkauft an das Stift U.L.Fr. zu Halber- 
stadt 10 Gulden Jahrzins aus den Zehnten zu Gross-Germersleben 
und Drosten, die er vom Erzbischof Ernst zu Lehen hat (Cop. 69 
fol. 37.) 

1501. 23. Novbr. Erzbischof Ernst belehnt Hans Kotze mit 4 Hufen zu 
Wanzleben, dem halben Zehnten lu Drosten und 21/2 Hufe vor 
Etgersleben. (v. Mülverstedt, Kotze ß.286.) 

1514. 28. Septbr. Erzbischof Albrecht belehnt Peter Kotze u.a. mit 6 
Hufen zu Drusten. (v. Mülverstedt, Kotze S. 253.) 

1515. 20. Febr. Als Zubehör des Schlosses Germersleben, das den Kotze 
gehört, wird als unbesetzter Ort Drosten genannt (v. Mülverstedt, 
Kotze S.258.) 

1615. 6. Septbr. Erzbischof Albrecht belehnt Hans und Peter Kotze mit 
einem Hofe in Schwaneberg, 6 Hufen auf der Feldmark Drosten 
und 10 Hufen zu Gross-Germersleben. (v. Mülverstedt, Kotze S. 261.) 

c. 1530, Hans Kotze belehnt Andreas Sehnellrode u. a. mit einem Weidicht 
im Bruche zu Drosten. (v. Mülverstedt, Kotze S. 277.) 

1532. 15. Mai. Hans von Stockheim verkauft an Hermann Kotze seinen 
Anteil am Drosten -Bruche nebst dem Berge Ziegenwinkel und 
Sulzen wiederkäuflich für 100 Gulden, (v. Mülverstedt, Kotze 
S. 278.) 

1538. 11. Mai. Erzbischof Albrecht belehnt die Kotze mit dem halben 
Zehnten zu Drosten, 2 Wiesen und einem Weidicht im Bruch 
daselbst (v. Mülverstedt, Kotze S. 286.) Ebenso 1546. September 23. 
(Ibid. S. 294) und öfW. 

1563. Zu den Einkünften der Kirche zu Etgersleben gehönm u. a. ein 
Grasebleck im Trösten Bruche und das Bauerhleck, welches in 
der Magdeburgischen Belagerung von der Gemeinde der Kirche 
für 200 Gulden versetzt worden war. (Kiichenvisit Protok.) 



Digitized by VaOOQ 16 



78 t)ie Wüstlingen im NordthüringgnU. 



1667. 18. Juni. Das Domkapitel belehnt die Gebrüder Scheffer mit 
Gütern zu Etgersleben luid 2 Fißchwassern an dem Bodestrome, 
von denen eins von der Drostenmühle bis an die Bruchmühle 
reicht (Cop. 841 " fol. 27.) 

1573. S.März. Die Gebrüder Reichmanns zu Etgersleben erhalten eine 
Hufe auf der Drosten Marke zwischen Etgersleben und Gross- 
Germersleben vom Erzstift zu Lehen. (Cop. 341»» fol. 46\) 

1593. 20. Jan. Der Baumeister Melchior von Rintorf belehnt Tyle Scheffer 
und seine VetttTn mit Gütern in Etgersleben und 2 Fischwassem 
an der Bode, das eine von der D roste -Mühle bis an die Bruch- 
mühle, das andere von Bern - Neindorf bis an die Stawen Lake 
gegen 8 Schock Groschen Erbzins an das Amt Egeln. (Cop. 341»» 
foL 154.) 

1593. 21. März. Der Baumeister Melchior von Rintorf gestattet, dass 
Joachim Reichmann zu Etgersleben für 100 Thaler Schulden eine 
Hufe Landes auf Drosten Feldmark zwischen Etgersleben und 
Gross-Germersleben auf 4 Jahre an die Michaeliskirche in Etgers- 
leben verpfändet (Cop. 341«» fol. 157.) 

1604. 16. Mai. Das Domkapitel belehnt Hans Kotze mit den Gütern, 
die er Georg von Stockheim abgekauft hat, nämlich einem freien 
Hof zu Grermersleben mit 3 zehntfreien Hufen und einem Hof 
daselbst, ferner 6 Hufen auf dem Felde Drosten und einer Wiese 
vor dem Rode zu Germersleben, einer Wiese und 12 Schwad vor 
der Dammerube und der Hälfte der Feldmark Drosten mit Ge- 
richten und Zubehör, der Hälfte des Bruches zu Drosten und 
dem ganzen Brühl daselbst, der halben Sülze zu Drosten mit 
dem Rohr und Gras, Rohr und Holz auf dem Gründel zu Drosten, 
der Hälfte der Steinhorst zu Drosten und 9 wüsten Höfen im 
Dorfe zu Drosten und der sogen. Adlerslake bis zur Drosten- 
schen Mühle mit Wasser und Fischereigerechtigkeit, einem Holzfleck 
beim Gründel in Drosten, 2 Holzflecken in der Adlerslake, 
einem Holzfleck bei dem Störenhey ger, 2 Holzflecken beim StoUbergc 
und anderen Güt<Tn in Gerraersleben. (v. Mülverstedt, Kotze S. 337.) 

litteratur: v. Mülverstedt, Kotze S.50S. 



76. Klein-Druxbei^e. 

Nordwestlich von Druxberge nach Hakensiedt zu, Kreis Wolmirstedt. 

C. 1163. Abt Irminhard von Hillersleben stiftet zur besseren Beleuchtung 
der Klosterkirche gewisse Einkünfte, darunt(*r \^j^ Hufe in maiori 
Druchtesberch, die 13 Schillhige zinst, in minori Druchtesberg 
dimidium mansimi V solides solventem, in Meindorf, Gross- und 
Klein-Rodensleben , Samswegen, Kesdre und Sten verde. (Riedel, 
Cd. Brand. A, XXH, S.418.) 

1221. 29. Mai. Papst Honorius HI. bestätigt dem Kloster Hillersleben 
seine Besitzungen, darunter in minori Druchtesberg eine halbe 
Hufe. (Riedel, Cd. Brand. A, XXH, S.426.) 



Digitized by VaOOQ 16 



?5. broeien. — ?6. Klem-Dnixbergö. 79 

1243. Propst Lud^er vom Kloster S. Ludgeri in Helmstedt erwirbt zum 
Behuf von Stiftungen eine Anzahl von Gütern, darunter eine halbe 
Hufe in minori Drugtesberge. (N.Mitth.H, 4, S.489.) 

c. 1250. Das Stift Walbeck hat von einer halben Hufe in parvo 
Dructesberge einen halben Wispel Weizen. (N.Mitth.H.!, S.45.) 

1258. 8. Juni. Berthold von Clettenberg, Domherr zu Halberstadt, be- 
kundet, dass mit seiner Erlaubnis das Klostc»r Marienthal eine 
Hufe in Gross- Siersleben von der Kapelle in Gross-Dreileben zurück- 
gekauft hat und dass für das Kaufgeld eine andere Hufe in minori 
Druchtesberch von dem Edlen Hermann von Werberg er- 
worben und der Kapelle überwiesen ist (Schmidt, Hochstift Hal- 
berstH, No.969.) 

1266. Das Erlöster Marienthal verkauft dem Kloster Mariae Magdalenae 
zu Magdeburg eine Hufe in parvo Druchtesberch. (Magd. 
Reg.H, No.1690.) 

c. 1360. Der Edle Konrad von Werberge hat vom Bischof von Halber- 
stadt zu Lehen u. a. den Zehnten zu lutken Druttesberge. 
(Cop.470 fol.54\) 

c. 1400. Die Bauern von lutken Druchtesberge müssen bei Her- 
stellung des Landgrabens an der Ohre helfen. (Walther, Sing. 
M.VI, 8.8.) 

1400. Die Kirche von parva Druchtesberge zahlt 2 Schillinge jähr- 
licher Prokuration an das Stift Halberstadt. (Zeitschr. für Nieder- 
sachsen 1862, S.39.) 

1407. Hermann und Cord von Werberg zur Sommerschenburg haben vom 
Bischof von Halberstadt zu Lehen u.a. den Zehnten zu lutken 
Druchtesberge. (Cop.470 fol.20\) 

c. 1414. In parva Druchtesberge hat das Domkapitel eine Hufe zu 
9 Schillingen und 18 Pfennigen Zins. (Cop. 91 fol.9.) 

1447. Tile von Hardorp hat vom Erzstift zu Lehen 3 hove zu lutteken 
Druchtesberge. (G.Q.XVI, S.331.) 

e.l450. In parva Druchtszberch hat Heyne Gropendorp in Draken- 
stedt 9 Schillinge von einer halben Hufe dem Domkapitel zu geben. 
(Cop. 90.) 

1479. 14. Juni. Bode Promisz zu Dreileben erhält vom Erzbischof Ernst 
zu Lehen 5 Hufen auf den Felden zu lutiken Druchtszberge 
und lutken Dreyleve. (Cop. 41 fol.231.) 

1480. Administrator Ernst von Halberstadt belehnt Burkhard von Wer- 
berge u. a. mit dem Zehnten zu lutken Druch teszberge. 
(Cop. 475 fol.62^) 

1481. Die von Neyndorf haben von den Herzögen zu Braunschweig zu 
Lehen das Kirchlehen zu lutken Druxberge. (A. Hochstift 
Halberst, No.l772.) 

1660. Ludolf von Alvensleben auf Hundisburg kauft einen freien Hof 

Digitized by VjOOQ 16 



^ iAe Wüstungen im NordthürtuggaU. 



zu Dreileben mit 3 Hufen auf dem wüsten Felde Druxberge. 
(C. d. Alvensl. ni, No. 439.) 

1566. Der Administrator Joachim Friedrich bestätigt den von Alvens- 
leben ihre Lohen, darunter 3 Hufen auf wüsten Druxberge 
Felde. (Cop.18 No.70.) 

1668. Was (an Flachszehnt) vom Lütgen Drucksbergischen Felde 
fället, solches bekömmt der Zehendtiier. (A. Magd. Kammer 1. 1 67 
fol. 48.) 

litteratnr : Darmeil, Wolmirstedt, S. £26. 



77. Dudizi. 

Unbekannt.* Ea muss Unks der Ohre gelegen haben. 

937. 21.8eptbr. König Otto I. bewidmet das Moritzstift zu Magdeburg 
mit den jenseits der Ohre gelegenen Gütern in locis ita nominatis: 
Mosau, Pelinizi, Dudizi, Uuuzoboro, Velbpuchi, Zelici. (M.G.DD. 
I, S.101.) 

973. 4. Juni. Kaiser Otto H. bestätigt dem Erzstift Magdeburg die von 
seinem Vater gegebenen Privilegien und Besitzungen, darunter in 
Dudizi. (Magd. Reg. I, No.271.) 



78. Düseii.^ 

Bei Barby, Kreis Calbe. 

1248. 30. Juni. Erzbischof Wilbrand schenkt dem Predigerklosti^r in Magde- 
burg 4 Hofstückt^ zur Erweitt^rung Beine? Hausen, wofür er dem Dom- 
propst Albrecht 2 Hufen in Dusne zwischen Calbe und Barby 
übereignet, die Gerhard von Wederde in Lehen hattc% wofür wieder 
der Burggraf Burchard dem Erzstift 2 Hufen in Kutten (Outne) 
überlässt. Dieselbe Bestimmung wird am 10. Juli wiederholt (Magd. 
Reg. H, No. 1232. 1234. 1236.) 

1494. Stefan Troge zu Barby hat vom Grafen Burchard zu Lehen u.a. 

eine Hufe zu Duszen. (Cop.431 fol.40\) 

Ebenso Jacob Moszkaw eine halbe Hufe zu D i e s z e n. (Cop. 431 

fol. 15.) 

Ebenso Hermann Stern acker l^/gHufe zu Düsen. (Ibid. fol. 18.) 
Ebenso Hans Alemann zu Magdeburg für sich und seine Vettern 

eine Hufe auf der Mark zu lotkeji Mulingen mit 13 Höfen mit dem 

herthenhofe in der Dorf statte zu Deuszen. (Ibid. fol. 143.) 

1498. Die Brüder Hans und Mauritz von Moltzen zu Magdeburg haben 
vom Grafen Burchard von Barby zu Lehen u. a. eine Hufe zu 
Dusszen. (Cop.431 fol. 144\) 



* Danneil, Wolmirstedt S. 469 denkt an wüst Delzin bei Hillersleben. Dieses 
Delzin ist aber auch urkundlich nicht erwiesen. 

'^ Ein anderes Dusne (Magd. Reg. 1, No. 1752. II, No. 1725) bildet einen Teil 
des jetzigen Ortes Teutschenthal und ist mit dem bei Barby nicht zu verwechseln. 



Digitized by VaOOQ 16 



76. Klein-Druxb erge. - 77. Dudizi. - 78. Duaen. - 79. Eddenetede. - 80. Edekendorf. 81 

1653. 29. Apri]. Kurfürst Moritz belehnt den Grafen Wolfgang von Baiby 
mit seiner Grafschaft und gewährt das Jagdrecht auf einer Anzahl 
Feldmarken, darunter in Dwsne, Trutzel, Kröwitz u.s.w. (Cop.429 
fol. 279.) 

1623. 29. März. Die Grafen Albreeht Friedrich und Jost Günther von 
Barby beleihen die Brüder Eulenbeck u. a. mit einer Hufe zu 
Düsen. (Or.) 

Utteratar: Magd^b. Ocschichtsbl. III, S. S53. 



79. Eddenstede. 

Bei Höningen, Kreis Neuhaldenslcben. 

1326. 28.0ktbr. Ritter Geldeke und seine Söhne geben dem Kloster 
Meyendorf eine Holzstätte up dem walde tho Eddenstede. (G. Q. 
XXVI, No.322.) 

1863. 12. April. Nach der Landfriedensurkunde Erzbischof Dietrichs stellt 
Eddenstede (in der Vogtei Alvenslebenj 2 Bauern zum Aufgebot 
{G.Q.XXVI, No.458.) 

1365. n.Sept Propst Nicolaus von Gottesgnaden bekundet, daf?s Hey- 
deke und Gödeke, villani in Eddenstede, eine halbe Hufe da- 
selbst zu ihrem Seelenheil zur AusHtattung (dotem) der Kirche da- 
selbst gegeben haben. (Cop.750 fol.57\) 

c. 1370. Heise vonSttunfurt hat vom Erzstift zu Lehen zu Eddenstede 
1 Hufe. (G. Q. XVI, S. 54. 153.) 

1399. 13. April. Kloster Gottesgnadeu übertragt an Busso von der Asse- 
burg zu Ampfurt seine Dörfer Eddenstede und Eilerstorp gegen 
eine Rente zu lebenslänglichem Besitz. (Asseburger ÜB. II, No. 1449.) 

1400. Eddenstede und Hogendorp im Banne Göhringsdorf zahlen 
jährlich 3 Schillinge jährlicher Prokuration an das Stift Halber- 
stadt. (Zeitschr. für Niedersachsen 1862, S.69.) 

1467. 29. April. Erzbischof Johann belehnt Albrecht und Heinrich von 
Alvensleben u.a. mit den swynepfenn igen zu Edenstete, Poszmes- 
tortf und Hörsingen. (C d. Alvensl. II, No.353.) 

1480. Administrator Ernst von Ilalberstadt belehnt die von der Asse- 
burg u.a. mit dem Zehnten zu Eddenstede. (Cop. 475 fol. 1\) 



80. Edekendorf. 

Bei Helmstedt und Harbke? Genau ist die Lage bei dem ^tangel an weiteren Ur- 
kunden nicht zu bestimmen. 

C.1315. Die von Harbke haben vom Abt Wilhelm von Helmstedt zu 
Lehen u.a. einen Wald in Edeken dorne genannt Boycia, ferner 
einige Rodungen (novalia) und ein Feld genannt Bot<*nkote mit 
Feld und Dorf Edekendorpe. (N. Mittheil. III. 3, S.77.) 



W ttstnngea i. Nordthttr. • 

Digitized by VaOOQ 16 



82 t>ie Wüstungen im NordthüringgaU. 



81. Edelerstorp/ 

Lage unbekannt. 

c. 900. Das LmlgerikloPtor in HelmsU'dt hat Besitz in Adelgeres- 
thor p a. (C. (1. AI vensl. I, No. 1 026.) 

1022. l.Novbr. Bischof Rrnward von Hildesheim dotiert da« von ihm 
gestiftete Michaeliskloster daselbst mit Gütern im Nordthüringgau, 
darunter in Adelegerestorp. (Riedel, C. d. Brand. A, XV, S.3.) 

1022. Kaiser Heinrich bestätigt dem Miehaeliskloster in Hildesheim seine 
Güt<T, darunter auch in Edelegeresthorp im Nordthüringgau. 
(Riedel, C. d. Brand. A, XV, S. 1.) 

1161. 20.Novbr. Erzbischof Wichmann schenkt dem Kloster Neuwerk 
das Dorf Ruach; zur Entachädigung des Domkapitels für den Zehnten 
daselbst übergiebt ihm der Propst Konrad eine Hufe nebst Hof- 
sttlle in Edeleristorp. (Magd. Reg. I, No.l408.) 

1243. Erzbischof Wilbrand bekundet, dass Grerhard von Warmsdorf dem 
Klo8tt*r Marienthal 2 Hufen in Edhelerestorp verkauft habe. 
(Magd. Gesch. VI, S.147.) 

1252. Erzbischof Wilbrand bekundet, dass Dietrich von Warmsdorf dem 
Kloster Marienthal eine Hufe in Edhelersdorp überlassen habe. 
(Magd. Gesch. VI, S.147.) 

C.1254. Johannes, Pfarrer zu Völpke, erwirbt für das Klostt^r Marienborn 
eine Hufe in Etheslestorpc^ vom Ritter Andreas von Baddeleven. 
(Magd. Reg. III. N, No.521.) 

1286. 29. Juli. Heine von Edelerstorp hat vom Herzog Albrecht zu 
Sachsen 3 Hufen in Lobnitz zu Lt^hen gehabt (Magd. Reg. III, 
No. 513.) 

1317. 13. Mai. Bischof Albrecht von Halberstadt giebt seinem Domkapitel 
für die Zehnten zu Gross- und Klein -Aisleben und zu Edelers- 
torp, die er den Schenken von Flechtingen verliehen hat, den 
Zehnten zu Börnecke und den halben Zehnten zu Schneitlingen. 
(v. Ileinemann, C. d. Anh. HI, No. 340.) 

1317. 10. Juni. Die Sehenken von Flechtingen gewähren dem Domkapitel 
von Ilalberstadt das Recht, die Zehnten in Gross- und Klein- 
Alsleben und in Edelerstorp binnen 3 Jahren zurückkaufen zu 
können, (v. Heinemann, C. d. Anh. IH, No. 343.) 

1317. 24. Juli. Dietrich von Springe im Kloster S. Ludgeri in Helmstedt 
kauft vom Kloster Marienthal 2 Hufen in Edellerstorp und 
bestimmt sie nach seinem Tode zu einem Seelgerat (N.Mitth.IH. 
3, S.78.) 

litteratnr: Falcke, Tradd. Vorbei., S, 44. öS. 689. 



Egeiiitz 8. Jegeiiitz. 



' Vrgl. EUersdorf. 

Digitized by VjOOQ 16 



Sl.Edelerstortii.— 82.Eikeii8terU. — SS-Oster-Eilsleben. g3 

82. Eikenstedi 

Nordöstlich von Sommerschenburg, Kreis Neuhaldensleben. 

1162. 12. Juni. Pfalzgraf Adalbert von Sommerechenburg bezeugt, dass 
sein Vater dem Kloster Hamersleben mehrere Güter gescheuKt habe, 
darunter den Zehnten und einen Wald in Ekenstede. (Magd. 
Reg. I, No. 1419.) 

1178. 28. Hai. Bischof Ulrich von Halberstadt bestätigt dem Kloster 
^amersleben seine Besitzungen, darunter in Ekenstede eine Hufe 
und den Zehent von 9 Hufen. (Magd. Reg. I, No. 1581.) 

1186. Erzbischof Wichraann [bezeugt, dass Propst Günther von Gottes- 
gnaden von ihm 3 Hufen in den Dörfern Ekkenstede und Eil- 
wardesdorf durch Kauf und Tausch erworben habe und dass er auch 
noch eine zur Dompropstei gehörige Hufe in dem Dorfe Ekken- 
stede gegen Jeine Hufe in Ohrsleben vertauscht habe. (Magd. 
Reg.I, No.1694.) 

c. 1250. Das Stift Walbeck besitzt in Ekenstede I2V2 Hufe, die 38 
Schillinge zinsen. (N. Mitth. H. 1, S. 42.) 

1389. 18. April. Erzbischof Albrecht kauft von Jan Schenk von Dön- 
stt^dt und seinen Söhnen Ludwig, Henning und Dietrich die Hälfte 
des Schlosses Ummendorf mit 10 zehntfreien Hufen daselbst, dazu 
das halbe Dorf Ummendorf und die grosse Mühle, das Dorf zu 
Selczsch mit Gericht und Ungericht und 2V2 Hufe daselbst, das 
halbe Dorf Wevensleve, das die Vogtei (votye) heisst^ das Klisholz, 
das grosse Holz, die Mark zu Eckestede, das Depholz halb und 
2 Wiesen. (Cop.60 fol.67\) 

1458. Curd Kuntzen hat Güter in Fogelbeck und den Zehnten zu E y k e n - 
stede vom Stift Halberstadt zu Lehen. (Cop. 414 fol. 42.) 

1480. Erzbischof Ernst, Administrator von Haiborstadt, leiht Martin 
Henckel eine halbe Hufe auf dem Felde zu Eyck stete. (Cop. 475 
fol. 85.) 

1642. 23.Dezbr. Die wüste Dorfstätte Eickenstedt genannt und hinter 
der Burg (Sommerschenburg) mitten im Holze lieget, mit starken 
Eichenbäumen bewachsen. (A. Magd. Cammmer I, No. IGT.) 

Littentur: Behrends, NeuhaldensL II, S. 568. 



83. Oster -EiMeben. 

Bei fiUslcben, Kreis Neuhaldensleben. 

1147. 18. Oktbr. Bischof Rudolf bestätigt Gütererwerbungen des Klosters 
Schöningen, darunter in Watenstedt (Wadenstide) duos mansos 
ini solidos persolventes et ad ecclesiam orientalis Eileslove 
antea pertinentes — concedens eidem ecclesie, videlicet orientalis 
Eileslove, dimidium mansum in occidentali Eileslove situm 
— Gerardo eiusdem ville, scilicet orientalis Eileslove, pres- 
bitero et populo sibi commisso unanimem assensum prebente nec- 



Digitized by VjOOQ 16 



84 I^ie WüstuDgen im Nordthünnggad. 



non utriusque ecclesie advocatis vi tutoribus Liuthard et Fritherico, 
castellano palatini comitis Fritherici, firmastabilitatecollaudantibus. 
— Unter den Zeugen Tieramo et fraü^r eins Liudolfus do Eileslove. 
(Schmidt, Hochstift Halberst.I, No.2l9.) 

1204. S. April. Das LorenzklostcT in Schöningen vorkauft dem Lorenz- 
kloster in der Neustiidt 8 Hufen in Luxdorf, 13 in. Schwemmer und 
2 in Oster-Eilsleben fürlöMark Silber. (G.Q.X, No.l33.) 

1271. I.Juni. Das Kloster Hamersleben verkauft dem Kloster Marien- 
born in Wester-Eylsleben 3, in Oster-Eylsleben 2 Hufen. 
(Magd. Reg. lU, No.47.) 

1272. 21. April. Bischof Volrad von Halberstadt bekundet, das« Propst 
Konrad von Marienborn vom Kloster Hamersleben 8 Hufen nebst 
Zubehör, nämlich 3 in Wester-Eilsleben, 2 in Oster-Ei Is leben, 
2 in Wester-Baddeleben und eine in Oster-Baddeleben gekauft und 
zu einer Memorie für seine Eltern bestimmt hat; von den 4 Talen- 
ten, die als Zins fallen, soll eins zur Erquickung der Nonnen und 
Kleriker, 3 zu den Schuhen der Nonnen verwendet werden. (Magd. 
Reg. in, No. 72.) 

1288. 17. Jan. Erzbischof Erich bezeugt, dass die edle Frau Zacharia 
dem Kloster Marienthal eine Hufe in orientali Eylesleve ge- 
schenkt hat. (Magd.R^g.ni, No. 568.) 

C.1299. Ludolf von Werberg dotiert die Kapelle S. Petri et Pauli in 
Swanefelde u.a. mit einer halben Hufe in Oster-Eil sieben zu 
5 Schillingen Zins. (Behrends, Neuhaldensl. 11, S. 608.) 

c. 1860. Der Bischof von Halberstadt giebt Hildobrand von Bertensieben 
zu Lehen den Zehnten in Ostereylsl eben, den Zehnten auf der 
wüsten Mark zu Swanenfidde und die Hälfte des Waldes (indaginis) 
daselbst, die Grerichtsbarkeit im Dorfe und den Feldern Dernde 
und Wreuingen. (Cop. 470 fol. 61.) 

c. 1880. Ludolphus de Warmstorp et Ludolfus patruus suus haben vom 
Erzstift zu liehen castrum Eylsleve cum duabus villis videlicet 
Westerey Isle ven et Osterey Isleven cum iudicio et cum VI 
mansis et cum omni usufruetu et utilitate. — Item VI mansos in 
campis Westereylsleve. (G.Q,XVI, S. 73.) 

1400. Ostereylsle ve im Banne Sclschen zahlt 4 Schillinge als Pro- 
kuration nach Halberstadt. (Zeitschr. f. Niedersachsen 1862, S. 101.) 

1418. Eylscleve: Hinrik Gholtsmede to Helmestede hat vom Erzstift 
zu Lehen II hove up dem velde to Eylscleve unde II werde. 

1447. Der Erzbischof Günther hat gelegen Fricke Hardelope wanhaftich 
to Magdeburch unde Fricken Hardelope wanhaftich to Zehusen 
sinen feddern in sampt IUI tinszhove, II belegen in groten 
Eylsleven, 11 in Ostereylsleven, 3^2 landes, II belegen uppe 
groten Eylslever velde, l^g gelegen uppe Ostereylsle ver 
velde. (G.Q.XVI, S. 329.) 

c. 1448. Frieke Hardelop hat vom Erzstift zu Lehen 1^^ Hufe auf 
Oster-Eilsleve Felde. (Cop. 36 S.214.) 



Digitized by VaOOQ 16 



83. Oftter-Eilßleben. — 84. Eilsleben. — 85. Eilwardesdorf. 



o. 1450. Der Propst von Walbeck verleiht die S. Greorgskapelle und mit 
ihr u.a. eine halbe Hufe in Osterailsleve. (Harzzeitschr. VI, 
S. 293.) 

1480. Gunzol und Heinrich von Veitheim habcMi vom Stift Halberstadt 
zu Lohen u.a. den Zehnten zu Ostereylsleve. (Cop. 475 fol. 55.) 

1563. Der Pfarrer von Eilsleben hat in seinen Einkünften u. a. 2 Gärten 
bei Ludors Teiche bei wusUmi Eilsleve gelegen. (Kirchenvisit.- 
Protok.) 

84. Eilsleben. 

Bei Schönebeck, Kreis Calbe. 

1462. 16. März. Peter Groningh zu Schönebeck verkauft den Domvikaren 
zu Magdeburg 2 Gulden jährlieh aus einer halben Hufe zu Schöne- 
beck, einer halben Hufe Landes auf El sie ve Felde, 5^^^ Morgen 
Gras in Samberge Mark, einem Morgen Gras in dem Ozidnicki* und 
aus 3 Morgen zu Altena für 34 Gulden wiederkäuflich. (Cop. 31 
fol. 86.) 

1494. Jacob Moszkaw hat zu Lehen vom Grafen von Barbj Güter 
zu Barby, l^/g Hufe zu Czypperehn, eine halbe Hufe zu Mokren, 
2 Hufen zu (trotzen, Güter zu Tornitz, 4 Hufen zu Pichoer, die 
Dorfstätte, die Laken und das Breitichen daselbst, zu Trebbaw von 
einer Hufe und 4 Morgen Zins, zu Mortz 10 Schillinge, auf Eysz- 
1 eben er Mark vor Schönebeck 2 Scheffel von jeder Hufe Zehnt, 
auf Vulgmer Mark von der Hufe 2 Scheffel Koggen zu Zehnt, zu 
Gevenitz 2 Schillinge* und einen Schefiel Roggen, zu Dieszen eine 
halbe Hufe Landes. (Cop. 431 fol. 15.) 

1545. 26. Jan. Albrecht Kracht, Domherr und Kapitelsmeister zu Magde- 
burg, belehnt Hans Klincke zu Schönebeck mit je einem Viertel 
Landes auf Plutz Feldmark, Eynsleve und Schönebecker FeM- 
mark. (Or.) 

1663. 15. Septbr. Der Domherr Heinrich von Zerszen zu Magdeburg 
belehnt J. G. Rohkohl zu Schönebeck mit einer grösseren Anzahl 
Äcker, darunter solche auf Gevenitzer Feldmark und zu Eyls- 
leben. (Konzept.) 

1779, 16. Jan. Der Kapitelsmeister Domherr Heinrich Friedrich von 
Platten belehnt die beiden Kirchen S. Nicolai und S. Jacobi zu 
Schönebeck u.a. mit Äckern in Eilsleben. 

Ebenso den Rat von Schönebeck mit Gütern in Eilsleben. 
(A3. Erzst M. Domkap. No. 1392.) 



85. Eilwardesdorf. 

Bei Seehausen, Kreis Wanzicben. 

1148. 18. Oktbr. Bischof Rudolf von Halber8ta<lt trennt die Kirche in 
Elwardestorp von der Kirche S.Pauli in Seehausen auf Bitten 
Ottos von Cruthorp und des Vogts Wirnher. (Gesch. B1.XH,S. 177.) 

Digitized by VjOOQ 16 



86 Die Wüstungen im Nordthüringgau. 

1185. Erzbischof Wichmann bekundet, dass Propst Günther von Gottes- 
gnaden von ihm 3 Hufen in Ekkenstede und Eilwardesdorf 
durch Tausch und Kauf erworben habe. Ausserdem giebt der 
Erzbischof zur Auslösung mehrerer zinspflichtiger Leute noch eine 
halbe Hufe in Eilwardesdorf und verkauft dem Kloster noch 
1^/2 Hufe, damit diesem das ganze Dorf gehöre. (Magd. Reg. I, 
No. 1694.) 

c. 1240. Herzog A. von Sachsen resigniert der Äbtissin von Quedlinburg 
die Vogtei über 53 Hufen trans paludem, von denen eine halbe 
in Eileward estorp gelegen ist. (Magd. Reg. H, No. 1140.) 

1294. 1. Mai. Fürst Otto von Anhalt bestätigt dem Kloster Marienstuhl 
den Besitz von 2 Hufen zu Eylwardestorpf. (Magd. Reg. HI, 
N0.8II.) 

1311. Conrad von Quenstedt hat vom Bischof von Halberstadt zu Lehen 
3 Hufen in campo Eylwardestorp und 2 Höfe. (Riedel, Cd. 
Brand. A,XVn, S.452.) 

1899. 13. April. Kloster Gottesgnaden übertragt an Busso von der Asse- 
burg zu Ampfurt seine Güter Eddenstedte und Eylerstorp gegen 
eine Rent<3 zu lebenslänglichem Besitz. (AsseburgerUB.H, No.l449.) 

1400. Eylerstorp et Valkerstorp desolati im Banne Seehausen zahlen 
keine Prokuration mehr an das Stift Halberstadt. (Zeitschr. f ür 
Niedersachsen 1862, S. 100.) 

1482. 19. Septbr. Hans Seboldt zu Seehausen erhält vom Erzbischof 
Ernst zu Leihen u. a. 2 Wiesen, die eine genannt diderswische, die 
andere liegt am Elstorffor Felde. (Cop.4l fol.275\) 



86. Eimbeek. 

Westlich von Kogätz, Kreis Wolmirstedt. 

1863. 12. April. Nach der Landfriedensurkunde Erzbischof Dietrichs 
stellt Eymbeke 2 Bauern zum Aufgebot (G.Q.XXVI, No. 458.) 

1483. 1. Juni. Dompropst Melchior von Magdeburg belehnt Friedrich 
von Alvensleben auf Rogätz u. a. mit den 2 Dörfern Eimbeek 
und Belitz. (C. d. Alvensl. II, No. 521.) 

1489. 30. Juni. Dompropst Adolf von Magdeburg belehnt Friedrich von 
Alvensleben u.a. mit den 2 wüsten Dorfstätten Einbeck und 
Belitz. (C. d. Alvensl. H, No. 575.) 

1660. 24. Septbr. Wilhelm Böcklin von Bocklinsau, Dompropst von 
Magdeburg, belehnt die von Alvensleben u. a. mit der wüsten Dorf- 
stätte Eimbeek. (Cd. Alvensl. III, No. 332.) 

Ebenso 1553, September 20 und 1555, September 18. (Ibid. 
No. 355. 378.) 

1613. 3. Febr. Eitel Friedrich von HohenzoUern, Dompropst von Magde- 
burg, belehnt die von Alvensleben u. a. mit den wüsten Dorf statten 
Eimbeek und Wal tz. (C. d. Alvensl. III, No. 893.) 

Digitized by VaOOQ 16 



85. Eilwardesdorf. — 86. Eimbeck. — 87. Elgau, Telgau. — 88. Ellersdorf . 87 



1647. 3. Febr. Maximilian Heinrich, Erzbißchof von Köln und Dom- 
propst von Magdeburg, belehnt die von Alvensleben u. a. mit den 
wüsten Dorfstatten Einbeck und Wölitz. (C.d.Alveiisl. III, No. 1093.) 

Utteratar: Altmärk. Jahresher. XIII, S. 107. ~ Vanneil, Wolmirstcdt Ä". 568. — 
Magdfb. Qeschichtsbl. III, S. 483 Anm. 



Eimeke/ 

S. Nemete, Neimke. 

Litteratar: 3tagd€h. Geschichtshh III, S. 483. X. S. 269. 



87. Elgau, Telgau. 

Bei LöbDitE a. Bode, Kreis Calbe. 

1205. 28. Febr. Papst Innocenz III. bestätigt dem Kloster Nienburg 
dessen Besitz, darunter in Eldigouwe 14 Hufen, (v. Heinemann, 
Cd. Anhalt I, No. 749.) 

1233. 12. Dezbr. Das Kloster Nienburg überläsat dem nach der S. Veits- 
kirche daselbst verlegten Konvent von Mildenseeu. a. in Eidego we 
12 Hufen, die 7 Pfund weniger 6 Schillinge zinsen. (v. Heinemann, 
Cd. Anhalt H, No.l47.) 

c. 1370. Henricus Gutmann habet IHI curias in Eldegauwe. — Item 
I curiam in Okstidde. (G. Q. XVI, S. 42.) 

1397. G^vehar, Ude, Claus fratres dicti Gutraann habent coniuncta 
manu HII mansos in campo Elgaw et I curiam desertam ibidem. 
(G.Q.XVI, S.302.) 

1481. Henning von Neyndorf leiht Tyle Hagomann zu ÜUnitz bei Stass- 
furt 4 Hufen Landes, wovon 2 auf Eldage Felde und 2 auf 
Lawenitzer Mark liegen. (A. Höchst Ilalberst 1772.) 

1682. Ludolf von Alvensleben auf Hundisburg und Neugattersleben 
kauft 14 freie Hufen auf der wüsten Feldmark Telgau. (Cd. 
Alvensl.IH, No.658.) 

Uttenitiir: Magdeb. GeschichUbl. IV, S. 49. 



88. Ellersdorf. 

Nordwestlich von Badeleben, Kreis NeubaldeDsleben. 

C.1250. Der Pfarrer Johann in Völpke erwirbt von dem Ritter An- 
dreas von Badeleben für das Klostt^r Marienboni gegen 14 Mark 
eine Hufe in Echellerestorpe. (Behrends, Neuhaldensl.II, S.583.) 

c 1380. Ludolf von Warmstorp und sein Vetter Ludolf haben vom Erz- 
stift zu Lehen u.a. in Rolstede 3 Hufen et mediam villam Eyllers- 
torp cum iudicio. (G.Q.XVI, S.73.) 



' Der Name Eimeke kommt für diese Wustungen bei Atzendorf allerdings in 
Urkunden nicht vor, sondern nur für die Wüstunc bei Rogätz oder Colbitz, aber 
auf der Rappardschen Karte ist der Ort als EimeKe bezeichnet. 



Digitized by VaOOQ 16 



88 Die Wüstongen im Nordthüringgau. 



1458. Guntzel und Huner von Berwinkel haben vom Stift Halberstadt 
zu Lehen u.a. zu Elixatorp 24 Hufen. (Cop.474 foL46^) 

1480, Administrator Ernst von Halberstadt belehnt die Brüder Gunzel 
und Huner von Berwinkel und ihren Vetter Burkhard zuEylicks- 
torff mit 24 Hufen. (Cop.475 fol.l4\) 

1612. 28.Jiili. Hippolyt und Heinrich von dem Werder verkaufen an 
Gurt von Mandelszem und seine Frau ein Vorwerk und 5 Hufen 
vor und an dem Dorf zu Westerbaddeleve, eine Hufe auf dem Felde 
zu Ellerstorf, eine Hufe auf dem Osterbadelevischen Felde, noch 
2 Hufen auf dem Ell erstorffischen Felde und ein Grasbleck 
bei Hodendorp. (Cop,69 fol. 51'.) 

1642. Im Lagerbuche des Amts Somm ersehen bürg findet sich: Ellers- 
torf eine wüste Dorfstedt zwischen Üplingen und Badeleben wird 
zum Amte zu einer Wische gebrauchet (A. Magd. Kammer L 167 

fol. 120.) 

1652. Ellerstorf wird als lange unter Pflug und Egge liegend be- 
zeichnet (A. Erzst M. H. 1065.) 

Littenitiir: Behrendt , Neuhaldensl.il, S 582. — AUerverein S.8S. 



89. EUersell. 

Nordöstlich von Colbitz, nach Angern zu ; Kreis Wolmirstedt. 

1238. Graf Siegfried von Altonhaus(Mi - Osterburg lässt dem Kloster 
8. Ludgori in Helmstt^dt u. a. das von demselben zu Lt*hen getragene 
totum Eilersole iuxta Mose auf. (Altmärk. Jahresber. IV, S. 47.) 

1363. 12. April. Nach der Landfriedensurkunde des Erzbischofs Dietrich 
stellt Elresol 2 Bauern zum Aufgebot (G.Q.XXVI, No.458.) 

C. 1380. Unter den Stiftsvasallen von Wolmirstedt hat vom Erzstift 
Magdeburg Hanseke von Bardeleve — dat dorp to Eier sei myd 
allem rechte» zu Lehen. (G.Q.XVI, S.79.) 

1387. Kaufbrief Hansen von Bardeleben über 2 Höfe und 2 Hufen 
Landes zu Ellerse und eine Hufe Landes. (Visit Protok. de 1 562.) 

I427. Kaufbrief Otten Billings über 2 Höfe und 2 Hufen Landes zu 
Ell erseh e. (Visit Protok. de 1562.) 

c. 1440. Unter d(*n Lehen von Wolmirstedt: Geverd van Berenbroke 
het upgelatin dat dorp to El er Zelle. (G.Q.XVI, S.341.) 

1562. Eine wüste Feldmarko Ellersel genannt uff der Heide gelegen 
ist schlecht Buschwerk. (Visit ProLok. de 15G2.) 

2Wispel Kornpacht geben die Bauern zu Kröchern von Eller- 
sel dem Kloster Wolniirsünlt (Ibid.) 

2 Wispel 4 Scheftel Rocken giebt die Gemeinde von Colbitz von 
der Feldmark Ellersel dem Kloster AVolmirstedt (Ibid.) 

1 Wispel Rocken geben etzl ich e Leute von Zielitz von Ellersel 
dem Kloster Wolmirstedt (Ibid.) 

Digitized by VaOOQ 16 



88.EiierBdorf. - 89. Eltersell. — QO.EUereell. 89 

1084. Daß Kloster Wolmiretedt hat Korn pachte von den Ortschaften 
Kröchern, Zielitz, Colbitz wegen der Ellerseller Feldmark. (Steuer- 
prof essions-Protok .) 

Bauern von Colbitz haben Äcker auf der Feldmark Ell er - 
seil. (Ibid.) 

1703. 22.Dezbr. Der Schulze von Colbitz berichtet der Magdeburgischen 
Kammer, dass noch eine wüste Feldmark, so an das Colbitzer Feld 
stosset und Ellersell genannt wird, vorhanden; selbiger Acker, 
so mehrentheils sandigt, ist für geraumen Jahren die Hälfte dem 
Dorfe Kröchern, die andere Hälfte aber in 2 Theile ausgetheilet und 
ein Viertel an einige Unterthanen hiesigen Dorfes, das ander Viertel 
aber dem Dorfe Zielitz übergeben und ist gleichfalls (d.h. wie von 
Listen) dem Kloster Wolmirstedt von besagter Feldmark alljährlich 
gewiÄse Kornpacht erschüttet, nichts weniger die Contributbn laut 
Catastri abgegeben. (A. Magd. Kammer 1.167 fol.32.) 

Uttemtar : Altmärk. Jahresher. IX, S. 61. — Danneil, Wolmirstedt, S. 54. 



90. Ellersell. 

Nordwestlich von Bfilstringen, Kreis Neahaldensleben. 

1197. Erzbischof Ludolf von Magdeburg bestätigt unter anderen Schen- 
kungen der Grafen von Grieben an das Kloster Ammensieben auch 
2 Hufen in Elersele. (Magd. Reg. II, No.78.) 

1231. l.Aiig. Erzbischof Albrecht bestätigt dem Kloster Ammensieben 
seinen Besitz, darunter in Elerzelen 2 Hufen und einen Hof. 
(Magd. Reg. n, No.944.) 

1238. Graf Siegfried von Altenhausen -Osterburg lässt dem Kloster S. 
Lu<lgeri zu Helmstedt u. a. das von letzterem zu Lehn getragene 
Ellersole super Ore auf. (N.Mitth.IH. 1, S.92.) 

1264. 9.Dezbr. Erzbischof Ruprecht bezeugt, dass er infolge der Be- 
lästigungen, welche die Edlen von RegensttMii gegen die Leute von 
Bülstringen, Gribitz, Elersel u.s. w. verübt, ein Verhör von Rittern 
und Bauern angestellt habe, welche bezeugten, dass die Orte, da- 
runter Elersel, dem Erzstift, nicht den Grafen von Regenstein 
gehörten. (Magd. Reg. H, No.l617.) 

1298. 10. Hai. Die Gebrüder von Brunsrode entsagen zu Gunsten des 
Klosters AI thaldensleben allem Rechte an dem Dorfe Ell er seile. 
(Behrends, Neuhaldensl.il, S. 110.) 

1301. 9. April. Friedrich von Alvensleben, Comthur des Templerordens 
zu Süpplingenburg, vertauscht alle Güter des Ordens in villa 
Ellersele an das Kloster Althaldensleben gegen die Güter in 
Tentzenhoge. (Behrends, Neuhaldensl. II, 8.111.) 

1305. 15. Aug. Heise von St(»infurt schenkt dem Kloster Althaldensleben 
Güter daselbst für das wieder eingelöste Dorf Ellersel, welches 
er früher dem Kloster verkauft hatte. (Cop. 748 fol. 48^) 

Digitized by VaOOQ 16 



90 Die Wüstungen im Nordthüringgan. 

c. 1440. In Haldesdeve hat der Erzbischof geliehen hern Johan Kyritze 
III verndil korns in der'molen unde i/« wispel to Eier seile unde 
ni hufen vor der stad. (G.Q.XVI, No. 326.) 

Elerzelle is rayn mit allem rechte, dat hebbe ik vort gelegen 
Hermen Santerscleve ane de rökhonre, unde VI Schillinge Bruns- 
wisscher penninge hebbe ik darinne beholden unde alle jar II fodir 
kole. (G.Q.XVI, ß.327.) 

1528. Matthias von Alvensleben zu Calvörde erklärt, dass er wisse, wie 
der ehrbare Grerhard von Wedderen dem Kloster Althaldensleben 
geschenkt habe ein Holz bei Bulstringen gelegen, de swarte pol 
genannt, und geyt von den bergen wente op dat water, de Onre 
genant, twischen E 1 1 e r s e 1 unde der von Bulstringen holte. (Behrends, 
Neuhaldensl. II, S. 112.) 

1561. Kloster Althaldensleben besitzt die Holzung der schwarze Pfui 
hinter Bulstringen, darin der Ellersell. (Walther, Sing. Magd. X, 
S.465.) 

1567. Der Ellersehl bei Bulstringen, der 452 Morgen 99 Ruten um- 
fasste, gehört zu den Holzungen des Schlosses Alvensleben. (Behrends, 
Neuhaldensl, S. 177.) 

1613. 16. April. Der Hauptmann von Alvensleben protestiert beim Ad- 
ministrator Christian Wilhelm dagegen, dass der Herzog Joachim 
Karl von Braunschweig auf der wüsten Feldmark Ellersell hinter 
dem Cunradsberge die Jagd ausgeübt und Netze gestellt hat. (A. 
Erzst. M. I, No. 132.) 

1684. Bauern von Bulstringen gebrauchen die wüste Feldmark Eller- 
sell im Herzogtum Magdeburg. (Steuerprofessions-Protok.) 

1782. 7. Juni. Die Grenze zwischen dem Bülstringischen Ellersell 
und den Calvördischen Bergen wird, weil sie unsicher war, von 
einer Kommission festgelegt auf Grund der bestehenden Privatgrenze 
zwischen beiden Orten. (A. Erzst M. Landesreg. VII, No. 138.) 

Littentnr: Walther, Sing, Magd. VIII, S.188. — Behrends, NeuhaJdensl.il, 
S. 110. 280. — AUmärk, Jahresber. XIU, S. 110. — Allerverein S. 11. 



91.92. GpoSkS- und Klein -EUersliausen. 

Nordwestlich von Bodendorf an der Strasse nach Fleohtingen. 

C.1270. Das Stift Walbeck besitzt in magno Eylerdeshusen 2Hufen, 
die 4 Schillinge, und eine Mühle, die 6 Schillinge zahlt. (N. Mitth. 
II, S. 47.) Ebenso in parvo Eylerdeshusen einen Zins von 
18 Schillingen. (Ibid.) 

1365. 25. Juni. Hildebrand von öbisfelde zu Ummendorf verkauft fiir 
8 Mark dem Kloster Marienborn den Zehnten von 6 Hufen in jedem 
Felde zu lutteken Eylwerdeshusen. (Altmärk. Jahresber. 
VI, S.57.) 

c. 1400. Ista bona confert prepositus ecclesie Walbicensis : In E y 1 e rd e s - 
husen II mansos V solides. (Cop. 759* S. 18.) 

Digitized by VaOOQ 16 



91. 92. Gross- u.Klein-Eller8hauflen. — 93. Ellinge, Elfwegen. - 94.Elinen. 91 



C.1450. Das Stift Walbeck besitzt in Eylerdeshusen 2 Hufen, die 
6 Schillinge zinsen. (Harzzeitschr. VI, S.293.) 

1487. Kurfürst Johann von Brandenburg belehnt Werner und Jacob 
Schenken zu Flechtingen u.a. mit dem Gericht und dorn Zehnten 
im Dorf grossen Elresshusen und dem ganzen Dorfe lutken 
E 1 r e s 8 h u s e n. (Riedel, C. d. Brand. A, XXV, S. 427 .) 

Littentur : Behrendt, NeuhaldensL JJ, S. 120. — Altmilrk. Jahreaher. VIT, S. 57. 58. 
— Aüerverein 8. 12. 



93. Ellinge, Elhvegen.^ 

Bei Salze, Kreis Calbe. 

C. 1370. Gode Korling, Christian und Bernhard von dem Kuhforde zu 
Magdeburg haben vom Erzstift zu liehen in campis Elvinge prope 
magnam Salinam 31/2 Hufe. (G.Q.XVI, S. 15.) 

Thilo Marsealk mit seinen Vettern hat ebenso I aream prope 
viam (I) Eyllenwege. (Ibid. S. 49.) 

c. 1380. Die Brüder Christian und Bt^rnd von dem Kuhforde zu Magde- 
burg und Gode Korling haben vom Erzstift 3*/2 Hufe in campo 
Ellinghe zu Lehen. {G.Q.XVI, S.161.) 

1478, l.Hai. Abt Andreas zu Berge belehnt Saffe, Hans Klints Tochter, 
mit einem Garten prope crucem wulgaritt»r in dem Eylenwege. 
(Berg.Lehnb.fol. 1.) 

1479. I.März. Abt Andreas zu Berge belehnt Berthold Schwiesau in 
der Neustadt mit einem Garten belegen by dem Eylenwege und 
mit 2 Hufen Landes auf Stemmer Felde. (G.Q.IX, No.421.) 

1490. 13. Septbr. Propst Johannes von Gottesgnaden belehnt Dietrich 
Ukerlant und dessen Frau Osterhelt mit einer halben Hufe im 
Felde Hondorp und up der Feldmarke Elf wegen genannt bei 
dem grossen Salze gelegen. (G. Q.XVI, S. 371.) 

1661. Kloster Gottesgnaden hat 41/3 Groschen Erbzins von Jorge von 
Beindorf von einer Hufe uff dem Eibwege. (Inventar von 1562.) 

1624. 6. Septbr. Heinrich vom Thor zu Gross-Salze hat von der Propstei 
zu Quedlinburg 15 (resp. 52V2) Morgen in Elmen, wovon 4 Morgen 
auf dem Eibwege bei dem Siechenhofe gelegen sind. (A. Qued- 
linb. Propstei No. 23.) 



94. Elmen. 

Sadlich dicht bei Gross-Salze, Kreb Calbe. Jetzt Solbad. 

1124. Herzog Heinrich von Sachsen übertragt dem Kloster S. Ludgeri 
bei Helmstedt 94 Hufen, darunter 23 in Elmen, gegen andere 
Güter. (Magd. Reg. H, No. 722.) 



* Der Ort wird allerdings niemals als solcher (villa) bezeichnet, dennoch 
scheint er von einer solchen herzukommen. Nachher, als der Name Elfwegen 
dafür gebräuchlicher wurde, ging der Begriff des Ortsnamens verloren. 



Digitized by VjOOQ 16 



92 Die Wflstnngen im Nordthüringgau. 

1197. Erzbiscbof Ludolf bestätigt dem Kloster Ammensieben seine Be- 
sitzungen, darunter 3 Hufen und 17 Bcbillinge aus den Balz werken 
in E 1 m e n. (Magd. Reg. IT, No. 78.) 

1281. 21. März. Erzbischof Albrecht bezeugt, dass das Kloster U. L. Fr. 
zu Magdeburg die Vogtei über 14 Hufen in den Dörfern Burne, 
Esterhusen, Hondorp, Elmene vom Burggrafen Burchard für 14 
Mark gekauft hat (G. Q. X, No. 98.) 

1281. Propst Escelin von Kölbigk verkauft dem Kloster U. L. Fr. zu 
Magdeburg 2 Hufen in vilTa Elmene für 18 Mark Silber. (G.Q. 
X, No. 100.) 

1280. 17. Juni. Das Kloster Gottesgnaden vergleicht sich mit den Rittern 
Eberhard und Norbert zu Frohse und Genossen über die Solbrunnen 
auf den Höfen (areis) des Klosters in Helmeno. (Gesch. Bl. XXI, 

S. 166.) 

1231. 1. Aug. Erzbischof Albrecht bestätigt dem Kloster Ammensieben 
seinen Besitz, darunter 3 Hufen und 4 Hofstellen und 17 Schillinge 
im Salzwerk in Elmen. (Mag. Reg. H, No. 944.) 

1254. Erzbischof Rudolf erlässt dem Kloster Ber^e 30 Mark Prokurations- 

gebühren und weist ihm 10 Mark de officio nostro Vorose in sale 

Elmene zu. (G.Q. IX, No.llO.) 
1316. 4. April. Uff dem huse to dem Solte tho Elmene vergleicht sich 

Erzbischof Burchard mit der Stadt Magdeburg wegen des Bannes 

u. s. w. (G. Q. XXVI, No. 270.) 

1334. 26. Febr. Cyriacus Kalf vermacht dem Kloster S. Agnes u. a. 
31 2 Mark aus einer Pfanne und aus einem Achtel einer anderen 
Pfanne in dem neuen Brunnen in salina Elmene zu einer 
Memorienstiftung. (G. Q. XXVI, No. 354.) 

1344. 16. Oktbr. Die schepen upme groten Saiten tfi Elmen bezeugen 
die Schenkung einer Viertel Pfanne Sole an die Äbtissin zu Qued- 
linburg zu Gunsten des Altars der heil. Corona. (Or.) 

1362. 26. Septbr. Hartmann, Provinzial der Bailei Sachsen, und andere 
Deutschritter der Comthurei Berge verkaufen dem Stifte Quedlin- 
burg 11 Wispel Korn aus dem Zehnten zu Elmen bei dem 
Grossen-Salze und 2 Hufen mit dem Oberland und den dazu ge- 
hörigen Höfen zu Gross- Müh 1 in gen. (v. Heinemann, C. d. Anh. TV, 
No. 50.) 

1366. 19. Novbr. Der Deutschritterorden verkauft an Heinrich von Golden, 
Stiftsherrn zu S.Sebastian in Magdeburg, 11 Scheffel Roggen und 
Hafer in decima Elmen prope Salina mit 2 Hufen in Afühlingen. 
(v. Heinemann, C. d. Anh. IV, No. 149.) 

c. 1380. Wedege de Frekeleven hat vom Erzstift zu Lehen I curiam in 
Weterlyngen et H agros proprie breyden et deciraam in Elmen 
et I mansum in Rokewitz et iV? mansum in Alßleven — . (G.Q. 
XVI, S. 73.) 

Heyso de Stenforde hat to Elmen den tegeden unde 3^2 
hove verlegen. (G. Q XVI, S.54. 153.) 

Digitized by VaOOQ 16 



94. Elmed. 93 



Jacob Wedinghe unde Henning Wedinghe haben li/j hübe vor 
Ute dem Salcze uf den velde czu Elraeno; die ist dis ghut, das uns 
ledich ist worden von Ludeger von ßaltwedel. (G.Q.XVI, 8.59.) 

1389. 13. April. Erzbischof Albrecht verschreibt Jan Schenk von Dön- 
stedt und seinen Söhnen, den Brüdern von Freckleben, Curd von 
der Asseburg und Jan von Wellen IB^/^ Mark jährlich aus der 
Bede der Sudenburg, und aus der Maien bede der Bauerschaft zu 
Elmen und Sülldorf. (Asseburger ÜB. II, No.l368.) 

1399. Deynhardus hat vom Erzstift zu Lehen ^2 marcam de II mansis 
in campis Elmen e per Johannem et Petmm Jacobos resignatas. 

Degenart SchulU^ habet 11 manso^ in campis Elmen resignatos 
per Johannem et Petrum Jacobi. 

Silvester Snydewind hat — eine halbe Hufe vor dem Salcze 
uff dem velde zcu Ilmene. 

Albertus, Cone et Hans fratres filii quondam Hans grote Conen 
habent — l^/g pratum in insula Albie, in Elmen e habent ^L man- 
sum, quem pater eorum contulit Greten Hushem in vitalicium. 
Item in campis predictis ^j ß^ai^sum. (G. Q. XVI, S. 233 — 235.) 

1414. 11. Juli. Peter Schulte zu Gross -Salze hat aufgelassen l Hufe 
Landes zu Elmen und ein Viertel zu Hoendorp, welche Güter 
Henze Haseken in Gross-Salze geliehen sind. (Cop.65 fol. 32\) 

1430. Die Pröpstin von Quedlinburg hat Zehnten in Elmen. (Cop.814.) 
Paul Garbrater hat vom Lorenzkloster ein Viertel zu dem Zolle 
auf dem Elmenschen Felde. (Cop. 360 fol. 24\) 

c. 1440. Elmen: hebbe ik den tegeden over alle dat feit, des hebbe ik 
in dem tegeden ledich 1 1 ^L wispel unde hebbe dar ut gelegen hern 
Hinrike Jans, decan in der nyen stad to Magdeburcn, II wispel 
tegeden. (G. Q. XVI, S. 325.) 

1442. 22. Apiil. Erzbischof Günther belehnt die Gebrüder Niemann zu 
Gross-Salze nach dem Tode ihres Vaters mit den Lehngütern des- 
selben, darunter Zinsen von Äckern in Elmen. (Cop. 18 fol. 16*».) 

1443. 10. Dezbr. Claus Engels vermacht seiner Tochter Anna, der Frau 
Ludwig Alemanns, 17 Mark jährlich, wovon die Bauern zu Elmen 
eine Mark beitragen. (G.Q.XXVI, No. 484.) 

1446. Bastian und Briccius Weddingen haben vom Erzbischof Fri(Hlrich 
zu Lehen u.a. 3 Viertel Landes bei Elmen. (Cop. 36 S. 567.) 

1446. Die Niemann zu Gross-Salze haben vom Erzstift zu Lehen u.a. 
2 Viertel auf Elmen Felde. (Cop. 36 S.161.) 

Ebenso Vincenz Neumeister, Oberschreiber des Erzbischofs, den 
Zehnten auf dem Felde zu Elmen, der durch den Tod der Gräfin 
Rixe von Beichlingen, der Frau Heises vom Steinforde, erledigt 
war. (Cop. 36 8.368.) 

Ebenso Sebastian, Cone und Hans Snydewind eine halbe Hufe 
im Felde zu Elmen. (Cop. 36 H.554.) Die Belehnung wird wieder- 
holt 1450. (Ibid. S. 472.) 



Digitized by LaOOQ 16 



94 Die Wüstungen im Nordthüringgau. 



1464. 7. April. Claus Westval, Kirchmeister der Kirche 8. Gertrudis zu 
Elmen, bezeugt^ dass Hans Erengrope einen Gulden jährlich aus 
einem Garten zu Elmen an Berthold Swisow in der Neustadt für 
17 Gulden wiederkäuflich verkauft hat Der Pfarrer Michael 
Tyrolth beglaubigt den Verkauf. (G. Q. XXVI, No. 866.) 

1467. 16. Desbr. Erzbischof Johann bezeugt die Errichtung und Be- 
widmung eines Altars in ecclesia parrochiali sancte Gertrudis in 
Elmen. (G. Q. X, No. 302.) 

1472/73. Die Bauern von Elmen entrichten dem MöUenvogt von jeg- 
lichem Hofe ein Quhn; in dem angeführten Jahre 33 Hühner. 
(Cop. 101.) 

1476. 20. Novbr. Vincenz Näwemeister erhält vom Erzbischof Ernst zu 
Lehen u.a. den Zehnt und 1^/^ Hufe auf dem Felde zu Elmen. 
(Cop. 41 fol.218.) 

1477. 8. MSrz. Hans ßnydewin zu Salze erhält vom Erzbischof Ernst 
u.a. eine Hufe auf dem Felde zu Elmen. (Cop. 41 fol. 266.) 

1479. 13. Juli. Jörge von "Wettin erhält vom Erzbischof Ernst zu Lehen 
u.a. 2 Hufen auf dem Felde zu Elmen. (Cop. 41 fol. 127 \) 

1480. 14. Novbr. Erzbischof Ernst verkauft den Prokuratoren des Dom- 
kapitels 17 Mark jährlich aus der Sudenburg, aus Elmen und 
Sülldorf wiederkäuflich für 200 Mark. (G.Q.XXVin, No.433.) 

1481. 27. April. Der Altarist Peter Müller vermacht den Altaristen der 
Ulrichskirche u. a. 10 Gulden Zins aus einem Hause zu Gross- 
Salze und 7 Vierteln Landes bei Elmen. (G.Q.XXVm, Nachtr. 
No. 132.) 

1486. 80. Oktbr. Heinrich Snydewindt zu Salze hat vom Erzhischof 
Ernst zu Lehen u.a. 6 Wispel und 10 Scheffel Zehnt zu lutken 
Ackendorf und der Hufen sind 10, eine auf dem Felde zu Elmen. 
(Cop. 41 fol. 276.) 

1491. 20. Mars. Hans Bomhauer zu Salze verkauft an Drewes Wardens- 
leben daselbst eine Hufe Landes und einen Garten auf Elmener 
Felde wiederkäuflich für 35 Gulden. (G. Q. IX, No. 622.) 

1494. Hans Alemann hat für seine Verwandten vom Grafen Burchard 
von Barby zu Lehen empfangen u. a. 32 Schillinge von der Mark 
Elmen. (Cop. 431 fol. 143.) 

1496. Die Pröpstin von Queillinburg hat unter ihren Einkünften den 
Zehnten in Elmen und Hondorp. (Cop. 815.) 

1497. Hans und Heinrich vom Thore zu Salze erhalten vom Erzbischof 
Ernst zu Lehen 2 Wispel Zehent, halb Roggen, halb Hafer, von 
etlichen Hufen zu Elmen. (Cop. 41 fol. 317.) 

1624. Im Zinsregister des Klosters U. L. Fr. erscheinen Zinsen aus Gütern 
in Elmen. (G.Q.X, S.387.) 

1562. 17 — 20. Jan. Unter den weltlichen liehen des Klosters Berge finden 
sich im Inventarium u. a. Condicti die Baumhauer 1 Hufe Landes und 
1 Garten auf Eimer Mark vor Grossen-Salze. (G. Q. IX, No. 1062.) 



Digitized by VaOOQ 16 



94. Mmen. -> 95. Itlein-Emden. 95 



1562. Das Kloster U. L. Fr. zu Magdeburg hat an Greldzinsen aus Elmen 
1 1 fl. 9 Gr. 4 ^. (Gesch. Bl. XIII, S. 265.) 

1666. 18.Novbr. Das Domkapitel verkauft sede vacante der Stadt Gross- 
Salze die Gerichte im Vorsteillein und Flecken alten Saltza, sonst 
Elmen genannt, die in das Amt Calbo gehörten, auf 20 Jahre 
wiederkäuflich um 500 Thaler. (Or.) 

1572. 2. Dezbr. David Kothe belehnt namens des Klosters 8. Lorenz in 
der Neustadt-Magdeburg Andreas Werner mit einem Viertel auf der 
Elmen Feldmark. (Cop. 388f f ol. 63.) 

Ebenso am 11. Dezember Joachim Lemkes Witwe zu Schöne- 
beck mit einem Viertel auf Elmen Feldmark. (Ibid. fol. 69.) 

1599. 9. Juli. Propst Adam Löder vom Kloster U. L. Fr. belehnt Graf 
Wolfgang von Barby mit 2 Hufen auf Eimer Feldmark vor 
Gross -Salze, welche Graf Albrecht von Ludwig von Deben ge- 
kauft hatte. (Or.) 

1617. 26. Septbr. Administrator Christian Wilhelm belehnt Christoph 
Ernst von Wettin mit den Lehngütern seines Vetters, darunter mit 
2 Hufen auf dem Felde zu Elmon vor SaJze. (Or.) 

1624. 6. Septb. Heinrich vom Thor hat von der Fropstei Quedlinburg 
u.a. zu Elmen 15 resp. 521/2 Morgen, wovon 2 Morgen an Ludwig 
Heinen Breite auf der arcke und 4 Morgen auf dem Eibwege bei 
dem Siechenhofe. (A. Quedlinb. Propstei, No. 23.) 

1668. Alten Salzer oder Eimer Mark bei Salze enthält 941 1/^ Morgen 
oder 31 Hufen IV /\ Morcen. 

Die kleine Eimer Feldmark umfasst 7201/2 Morgen oder 24 Hufen 
Vj Morgen. (A. Magd. Cammer H. 13 vol. I.) 

1670. 16. April. Der Administrator August verpachtet dem Rate von 
Gross -Salze die Calbesche Schenke in dem Flecken Elmen auf 
6 Jahre für 250 Thaler jährlich. (Or.) 

1684. 10. Juni. Herzog Heinrich von Sachsen -Barby bcJehnt die Ale- 
mann u.a. mit 32 Schillingen von der Mark Elmen. (Or.) 

Littcratar: Magdeb, GeschichUbl.il, S. M7. VIII, 6'. f57. X, 8.41t. XXII, S.l. 



95. Klein -Emden. 

Westlich von Emden, Kreis Neuhaldensleben. 

1260. 6. April. RitttT Gabhard von Alvensleben übereignet dem Kloster 
Althaldenslebeu die capella in parvo Emmede mit dem vom 
Bischof genehmigten Beding, dasrf aieselbo abgi4)rochen und anstatt 
ihrer ein Altar in der Klosterkirche errichtet werde, dem die u. a. 
aus 3 freien Hufen, wovon eine zehntfrei, und 4 Hof statten, ausser 
der, auf welcher die Kapelle steht, im Orte bestehende Ausstattung 
der Kapelle zufallen soll. (Behrends, Neuhaldensl. II, S. 415.) 

1811. Konrad von Warberg hat vom Stift Halberstadt zu Lehen den 
halben Zehnten in parvo Emmede. (Riedel, C.d. Brand. A, XVII, 
S. 445.) 



Digitized by VaOOQ 16 



d6 ^ie Wüstungen im Nordthüringgau. 



1336. Heinrich von Alvensleben weist bei der Teilung der Burg Erx- 
leben unter seine Söhne Busse und Fritz letzterem u.a, den Zehnten 
und den Teich to lutteken Emmede zu. (C.d.Alvensl.I, No.498.) 

1468. Gunzel und Huner von Berwinkel haben vom Stift Halberstadt 
zuLehen u.a. den Zehnten zu lutken Emden. (Cop.474 fol.46'.) 
Dieselben 1480 mit ihrem Vetter Burkhard. (Cop.475 fol.l4\) 

Litteratnr : Bchrends , Neuhaldensl. II, 8. 415. — Dcmneil . Geseh, derer ff. d. 
Schulenburg S. 4O6. — v. MiUverstedt, C. d. Alvensl I, Ä'. 69. 646. — Aller- 
verein iS. 16. 

96. Emeringen.^ 

Bei Dahlenwarsleben (?), Kreis Wolmirstodt. 

1152. 28. Juni. Bischof Ulrich von Halberstadt bestätigt dem Kloster 
Hillersleben seinen Besitz, darunter in Dahlenwarsleben eine halbe 
Hufe, in Wisch weneden eine halbe Hufe, in Emeringe 7 Hufen. 
(Riedel, C. d. Brand. A, XXH, S. 415.) 

1157. Bischof Ulrich von Halberstadt bezeugt, dass das Kloster Berge 
vom Ministerialen Dietrich von Eilenstedt drei Hufen in Olven- 
stedt und zwei in Imerigge gegen sechs Hufen in Sommeringen 
eingetauscht hat; ferner dass das Kloster Berge gegen zwei Hufen 
in Imerigge und einer in Niulice und der Kirche in Sumerigge 
die Zehnten in Dodendorf und Othmeresthorp eingetauscht hat. 
(G.Q.IX, N0.37.) 

Litteratar: Danneil, Wolmirstedt, S. 160. 



97. Endorf. 

Bei Dahlenwarsleben in der Nähe des Felsenberges; Kreis Wolmirstedt. 

C. 1370. Johannes de Evendorp hat vom Erzstift zu Lehen in Ynsleve 
2i/2man8um. — Item IX soliclos denariorum de Imanso in Eyk en- 
do rp heremissen pennynge. (G. Q,XVI, S. 23.) 

Cöno, Busse et Gevehardus de Haldensleve haben ebenso in 
Dalenwersleve VII quartalia agri, que tenet dominus Fridericus 
f rater eorum ad vitam suam. — Item in Eyndorp (andere Lesart 
Eykendorp) IX mansos cum quibusdam areis et pratis, de hiis 
tenet dominus Fridericus frater eorum 2i/„talentum ad vitam suam 
et dominus Johannes frater eorum I chorum tritici et siliginis. 
(G.Q.XVI, S.28.) 

Dyderieus et Johannes Lose fratres haben zu Lehen H mansos 
in Inslebe, quorum IX iugera sita sunt in campo Scrodorp, et 
tria talenta in Eykendorp et I talentum in Nortgenuerslebe — . 
(G.Q.XVI, S.35.) 

Henrik Vurhake hat zu Lehen docimam in Ynsleven de duobus 
campis desertis videlicet Eyndorp et Crewicz. {G.Q.XVI, S.50.) 

* Es ist fraglich, ob diese beiden Urkunden nicht auf das noch bestehende 
Emeringen bei Oschersleben zu beziehen sind, zumal der Bischof von Halber- 
stadt in beiden als geistlicher Obeiherr erscheint. 

Digitized by VaOOQ 16 



95. Klein-Emden. — 96. Emermgen. — 97 . Endorf. — 98. Erpitz. 97 



Henning Reynerdis 11 mansos in Insleve, de quibus IX iugera 
sita sunt in carapis Scrotorp. — Item III talenta in Eykendorp. 
(G.Q.XVI, Ö.51.) 

1392. 8. Jan. Erzbischof Albrecht belehnt Ermegard, Werner Furhakes 
Frau zu Magdeburg, zur Leibzucht mit einem Hof zu Insleben, 
drei Viertel Landes zu Bernsdorf, einem Zehnten von 2 wüsten 
Marken, die heissen Crewesch und Ekendorp, einem Wispel Roggen 
und einem Pfund Pfennige zu Wörmlitz. (G.Q.XXVI, No.697). 

1416. LMärz. Lucie, Ehefrau Werner Feuerhakes zu Magdeburg, hat 
zum Leibgedinge: decimum de II proprie wüste marken, dy ge- 
heyszen sin Krewise unde Endorp, X scheffel rocken an l^/jhufen 
landes by dem Billingeshoge und I wischefiel rogken und I phund 
pfennynge. (G. Q. XVI, 8. 365.) 

1603. 22. Febr. Hans von Lattorf und seine Brüder werden zu gesamter 
Hand mit Werner Furhake belehnt u.a. mit dem Zehnten in En- 
dorf und Krewitz, der 3 Wispel Hafer und 3 Wispel Roggen giebt. 
(Cop.4l fol.36.) 

1687/91. Dem Kloster S.Agnes zahlt Heidecke Bussmann 16 Schillinge 
Pacht von einer halben Hufe in Endorf. ^^Dieser Zins steht 
zwischen den von Ebendorf und Olvenstedt.) (A 4 Erzst. M. S. 
Agnes No. 11.) 

Litteratar: Danneü, WolmirsUcU S. 158. 



98. Erpitz. 

Bei ßönnekcnbeck, Kreis Wunzleben. 

1203. Erzbischof Ludolf bekundet, dass Lukkardis, die Gemahlin des 
Kämmerers Heinrich von Seeburg dem Moritzstift in Magdeburg 
mehrere Güter erworben habe, darunter in Erp.eche 11 Höfe. 
(Magd. Reg. II, No. 190.) 

C.1270. 6. Febr. Memoria Rudolphi de Erpitz. (Necrol. des Stifts S. 
Sebast. in Magdeb. Geschieh tsbl. IX, S. 125.) 

1311. Die Edlen von Querfurt haben vom Bischof zu Halberstadt zu 

Lehen u.a. den halben Zehnten zu Erpez. (Riedel, C. d. Brand. A, 

XVH, S. 444.) 
1826. In dem 1326 jare quemen de domheren over ein und koren mester 

Heideken van Erpeden, de do dekeu was, to bischope. (Schöffen- 

chron., S.197.) 

c. 1363. Werner Persick hat vom Dompropst zu Lehen u. a. eine Hufe 
in Atzendorf und 2 in Erpitz. (Cop. 91 S. 65.) 

1616. Die 4. Obödienz des Stifts S. Sebastian hat in campo Erpitz 
prope Bonnickenbeek eine Breite und eine Hufe, von denen die 
Erben Johann Alemanns einen Wispt4 12 Schetfel geben. (Reg. 
fahr. fol. 64^) 

Ebenso die 5. Obödienz in villadeserta Erpitz prope Bönnicken- 
beke eine Hufe. (Ibid. fol. 68.) 



WOstiuigMi i. Nordthür. 



Digitized by VaOOQ 16 



98 ^ie Wüstungen im Nordthüringgau. 

99. Nieder-Erxleben. 

Bei Hoben -Erxieben an der Bode. 

1021. Kaiser Heinrich IL schenkt dem Altar S. Servatii zu Quedlinburg 
10 Hufen in loco, qui dicitur Arrikesleva, que sita sunt in pago 
Nordduringon in comitatu vero Thiotmari marchionis. (v. Heinemann, 
C.d.Anh.I, No.104.) 

11B7. 25. Juni. Die Äbtissin Gerburg von Quedlinburg schenkt dem 
Hospital S. Johannis daselbst mehrere Güter, darunter eine Hufe 
zu Hi r X 1 o V e. (v. Heinemann, C. d. Anh. I, No. 245.) 

1205. 28. Febr. Papst Innocenz HL bestätigt dem Kloster Nienburg seinen 
Besitz, darunter in Errikesleve iuxtaBodam 6 Hufen, (v. Heine- 
mann, C.d.Anh.I, No.749.) 

1B37. Fürst Bernhard HI. von Anhalt belehnt die Witwe Jordans von 
Nendorp mit 4 Hufen zu Lötzel und dazu mit dem Zehnten von 
nedern Erxleve. (v. Heinemann, Cd. Anh. V, S. 385.) 

1339. Henning von Gatersleve hat dem Fürsten Bernhard IH. von Anhalt 
verkauft 14 Hufen zu nedern Erxleve, die die von Schartow 
haben. — 16 Hufen zu nedern Erxleve leiht der Erzbischof 
von Magdeburg, (v. Heinemann, C. d.Anh. V, S. 387.) 

0.1350. Die Obödienz Golditz hat 4 Hufenr in Erkesleve propeBodam. 
(Magd. Gesch. HI, S. 483.) 

1400. Erkesleve inferior im Banne Kekelinge zahlt jährliche Proku- 
ration von 2 Bchillingen an das Stift Ualberstadt {2^itschr. für 
Niedersachsen 1862, S. 76.) 

litteratar: Wohlbrück, Alverul. II, S. S94. — Magd. OeschichUbl. III, S.48S, 



100. Esbunna 

Südlich von Walbeck, Kreis Gardelegen. 

C.1270. Das Stift Walbeck hat in Ezebunne 6 Hufen zu einem Pfund 
und 15V2 Schilling Zins. (N. Mitth. II. 1, 8.47.) 

1359. Henning von Seggerde und die Brüder Otto und Henning von S. 
verkaufen der Kirche S.Michaelis im Dorfe Walbeck den Scheffel- 
zehnten des veldes tu Etzebunne by Walbeke für 8 Mark Silber. 
(Walther, Sing.M.V, S.88.) 

1B88. 13. Juli. Ritter Ludolf von Honlege verkauft 12 Schillinge jähr- 
lichen Vogtzinses und den Dienst vom Dorf zu Eddesbunne an 
Stift Walbeck für 15 Mark wiederkäuflich. (Harzzeitschr. VI, S. 303.) 

1481. 8. April. Benannte Schiedsrichter vertragen das Stift Walbeck und 
Lorenz von Honlage wegen Vogtei, Halsgericht und andere Gerichte 
des Dorfes Walbeck und der wüsten Dorf statte Eszbunne. (Cop. 
759» S. 64.) 

1664. Die Kirche (zu Walbeck) hat — 6 wüste Höfe zu Esbunde, 
sollen wieder 4 Himpten Roggen und 2 Himpten Gerste geben. 



Digitized by VaOOQ 16 



d9. Nieder-Orzleben. — 100. Esbimiie. — 101. Escheratedt 99 

1589. Die Kirche hat 36 Himten Korn und Gerste von 6 Höfen der 
wüsten Dorfstatte Esbrunnen. (G.Q.XII, 8.246.247.) 

1611. 16. April. Das Btift Walbeck hat Einkünfte u.a. zu Eszbunde, 
auf der wüsten Marke, das luike Feld zu Eszbunde. (Cop. 759* 
8. 126.) 

1746. Unter den Holzungen des 8tifks Walbeck ist der Esbünnen- 
berg. (Meibom, Wdbeckische Chron., 8.127.) 

litteratnr: Walther, Singul. Magd. IV, S. 6. — Meibom, Walbeckiiche Chron. 

101. Escherstedt 

Bei LOderbiirg, Krds Calbe. 

1179. Erzbischof Wichmann vermittelt die Wiedererwerbung von 3 Hufen 
in Escherstede vom Ritter Conrad 8chaph seitens des Klosters 
Ü.L.Fr. zu Magdeburg. (G.Q.X, No.43.) 

1185. Erzbischof Wichmann vermittelt den Erwerb von 4 Hufen und 
4 Hofstellen in Escherstede seitens des Klosters ü. L. Fr., an 
dessen Güter jene grenzten. Besitzer war Ritter Conrad von Win- 
singe, der die Hufen Heidenreich von Svemmere und dessen Neffen 
Friedrich zu Lehen gegeben hatte. (G.Q.X, No. 62.) 

1197. Friedrich von Borne schenkt dem Kloster U. L. Fr. die Mittel zur 
Erwerbung von Gütern u.a. von 3 Hufen in Escherstede. (G.Q. 
X, No. 77.) 

1260. 25. Mai. Graf 8iegfried von Anhalt bezeugt, dass er nach einem 
Übereinkommen mit Propst und Konvent des Klosters U. L. Fr. zu 
Magdeburg dieVogtei über 5V2 Hufe, qui in villa Eschersthede 
cum areis attinentibus circa Bodam sunt siti, dem Erzbischof Rup- 
recht zu Gunsten des Klosters resigniert habe. (G.Q.X, No. 132.) 

1265. 20. Harz. Bischof Volrad von Halberstadt überträgt dem Kloster 
U. L. fV. den Zehnten von 63 Hufen und den Fleischzehntea in den 
Dörfern Luderdeborch et Isscherstide. (G. Q.X, No. 135.) 

1269. 29.Novbr. Graf 8iegfried von Anhalt schlichtet einen Streit über 
den 8umpf und die dabei liegenden Wiesen zu Schwemmer zwischen 
den Bauern dieses Ortes einerseits und dem Kloster U. L. Fr. und 
den Bauern von Löderburg, Escherstede und Rothenförde andrer- 
seits. (G. Q. X, No. 138.) 

1808. 15.H&rz. Gumpert von Aisleben bezeugt, dass Dietrich von Qued- 
linburg 3 Hufen in Escherstede dem Kloster U. L. Fr. für 
42 Mark verkauft hat Unter den Zeugen: Busse de Ottersleve 
residens nunc in Escherstede. (G. Q.X, No. 163.) 

1817. 11. April. Ritter Rudolf von Neugattersleben verkauft für 4 Mark 
Silber dem Kloster ü. L. Fr. 2 ererbte Hufen in Escherstede 
mit den dazugehörigen Höfen. (G. Q. X, No. 179.) 

1868. 13. April. Die Edlen von Hadmersleben geben das vom Erzbischof 
Burchard verpfändete Stassfurt dem Erzstift zurück, ebenso das 

Digitizedby Google 



100 I^ie WüfituDgen im Nordthüringgau. 

vom Kloster U. L. Fr. erworbene Löderburg, ferner Isscherstede 
und Alt-Stassfurt. {G.Q.X, No. 222.) 

1363. 13. April. Erzbischof Dietrich löst Haus und Stadt Stassfurt von 
Otto und Otto zu Hadmersleben wieder aus für 3000 Mark und 
erhält noch von den Pfandiuhabern die Dörfer Löderburg, Ischer- 
stedt und Alt-Stassfurt (G.Q,XXVI, No. 459.) 

1478. 11. März. Die Gebrüder von Westorp werden vom Erzbischof Ernst 
belehnt u a. mit einer Mühle zu Isc herstete. (Cop. 41 fol.125.) 

1483. 2.Dezbr. Erzbischof Ernst verkauft seinem Rat Hans Kotze und 
dessen Vetter Ulrich das Schloss Athensleben mit den Dörfern und 
Dorfstätten Borne, Rothenförde mit Mühle, Schwemmer mit dem 
Teich Marfo, Ischerstedt und Nalbeck und anderem Zubehör füi* 
5000 Gulden, (v. Mülverstedt, Kotze, S. 210.) 

1486. 16. Juni. Erzbischof Ernst belehnt Hennig Kracht von Plesse mit 
dem Hause Athenslebcn und Zubehör, nämlich mit Borne, Roden- 
forde mit der Mühle, Swemmer mit dem Teiche die Merwe genannt, 
Ys eher statte und Nalbeke u. s. w. (Or.) 

c. 1510. Heinrich von Brandenstein hat vom Erzbischof Ernst zu Lehen 
Stücke zu Löderburg, eine Mühle zu Isc her stete. (Cop.41 fol.49.) 

1554. 20. Oktbr. Erzbischof Sigic^mund belehnt Hilmar von Schiannewitz 
mit Gütern zu Löderburg, einer Mühle zu Ischerstedt, einem 
freien Eischwasser, Bauerhof, Woidenholz, Weidhof und der Schmiede 
vor Löderburg, einer Wiode daselbst, 1)^ ^ I^^und Pfennige in der 
Münze zu Magdeburg, cijiem Hof und Kot zu Stassfurt, drei Hufen 
zu Vherniz, zu Mochewitz (?) --, im Dorfe zu Schwimmer mit 
5 Bauerhöfen u.a. (Cop. 1« No. 57.) 

1598. Das Haus Rothenfcirde hatte Weide auf der Bornischen, Nelbschen, 
Luderburgkischen und Isers tedischen Mark. (A 3 Erzst. M. 
Domkap. Ko. 746.) 

1603. 18. Febr. Das Domkapitel zu Magdeburg belehnt Drewes Merttens 
mit einer Hof statte mit Garten zu Ischerstede. (Or.) 

Litteratur : Magdeb. Gischichtshl. HI, Ä'. 485. 



102. Esterhauseii. 

Bei Gross-Salze, Kreis Calbe. 

1221. 21. März. Erzbischof Albrecht bezeugt, dass das Kloster U. L. Fr. 
die Vogtei von 14 Hufen in villis Burne, p]st(*rhusen, Hondorp, 
Elmene vom Burggrafen Burchard für 14 Mark gekauft hat, nach- 
dem sie diesem von Dietrich von Gronenl)erg resigniert waren. 
(G. Q. X, No. 98.) 

1294. 26—81. Dezbr. Das Kloster Hecklingen verkauft den Stiftsherrn 
Dietrich von Eilsleben und Albrecht von Alveusleve zu 8. Nicolai 
in Magdeburg 4^2 Hufen mit Hofstätten, Höfen und allem Zubehör 
frei von Vogtei und Dieustbarkeit in Hesterhusen et Borne ge- 



Digitized by VaOOQ 16 



101 . Escheretedt. — 102. Esterhaiisen. 101 



l(»gen für 20 Mark Stendalschen Silbers. In festo dominorum zahlen 
diese Hufen 30 Schilling neue Pfennige, 9 Hühner und 45 manipulos 
avene. (v. Heinemann, C. d. Anh. V, S. 315.) 

1310. 24. Juni. Erzbischof Burchard überträgt dem Kloster U. L. Fr. zu 
Magdeburg iura patronatus ecclesie Esterhusen, Borne et Glinde 
cum filiabus suis ipsis annexis. (G. Q.X, No. 175.) 

1310. 28. Juni. Erzbischof Burchard überträgt dem Domkapitel die 
Kapelle S. Gangolphi und die Kirchen in Krosigk und Löbejün an 
Stelle des dem Kloster U. L. Frauen geschenkten Patronats in villis 
Esterhusen cum filiis ipsius Sconebeke, Borne et in Glinde necnon 
proprietatem ipsarum ecdesiarum. (G.Q.X, No. 176. Vergl.Magd. 
Gesch. Bl. IV, S. 498 fr.) 

c. 1380. Thilo Marsealk cum patrius suis hat vom Erzstift zu Lehen 
Esterhusen VI curias. (G.C^XVI, S.49.) 

Thile Sculte, Bürger zu Salze, hat III curias in Esterhusen. 
(G.(i.XVI, S.59.) 

1383/1403. Erzbischof Albrecht beauftragt seinen Offizial Johannes von 
Calbe, da die parrochialis ecclesia in Estirhusen alias in 
magnaSalina cum aliis ecclesiis filialibus appendiciis suis 
vakant sei, seinen Notar Friedrich Gans dort als Pfarrer einzusetzen, 
weil der Propst des Klosters U. L. Fr., dem das Patronatsrecht zu- 
stehe, dasselbe nicht ausgeübt habe. (G. Q. XVI, S. 363.) 

1427. 16. Oktbr. Der Archidiacon des Bannes Calbe bezeugt, dass der 
Stassfurter Bürger Moritz Schroter mit Zustimmung des Propstes 
vom Kloster U. L. Fr. und hern Conrades Glutzingke, perne to 
Esterhuseu, medecanonick dessulvigen ordens von Premon- 
straten, einen Altar in der Kirche S. Jacobi in Schonebeck ge- 
stiftet und bewidmet hat. (G.Q.X, No. 267.) 

1443. 13. Febr. Erzbischof Günther belehnt Friedrich und Hans Loze 
zu Magdeburg u a. mit Ackern und der Taverne zu Westerhusen 
und 7 Hufen in Esterhusen. (G.Q.XVI, S. 867.) 

1446. Die Niemann zu Gross-Salze haben vom Erzbischof zu Lehen u. a. 
3 Hufen zu Vestershusen. (Cop. 36 S. 161.) 

1471/72. Der Mollen vogt verzeichnet als Einkünfte von 2 Höfen zu 
Esterhusen 2 Hühner, die Heine Nakebur zu Gross-Salze giebt. 
(Cop. 101.) 

1482. 20. Mai. Die Brüder Nyeraann zu Gross- Salze erhalten vom Erz- 
bischof Ernst zu Lehen u.a. zu Esterhausen je ein halbes Lot 
an 3 Höfen. (Cop. 41 fol 220\) 

1511. 11. Juli. Abt Nieolaus von Hillersleben belehnt Drewes Steffens 
Frau KatUarin*^ zu Gross-Salzc mit 5 Schillingen auf 7 Vierteln 
Landes auf Borner Feldmark, anderthalber Hufe auf Ester- 
haus euer Mark und aus der halben Wiese in der Gere zwischen 
beiden p]ll)en, welche 5 Schillinge von Paschasius Sennep zu Salze 
gezahlt werden sollen. (Magil. Gesch. XXVI, S. 237.) 

Google 



Digitized by VaOOQ 



102 Die Wistung^ im Noid^üringgaa. 



1511. 12. Juli. Abt NicolauB von Hillersleben belehnt Pascasius Bennep 
zu Gross • Salze mit den genannten Gütern. (Magd. Gesch. XXVI, 

S. 237.) 

littentv: Magdeh.GeMchiehUbl.Ul, 8,486. IV, 8, S?, 498. XIV, 8, US. 



103. Etgersleben. 

Beim Etgersieber Knig westlich Ton Völpke, Kreis Neuhaldensleben. 

1055. 15. Mai. Elaiser Heinrich übereignet dem Stifte S.Simonis etJudae 
zu Goslar ein von Heribert geschenktes Gut zu Etgersleben im 
Nordthüringgau. (Magd. Reg. HI, N.No. 57.^ 

1259. 6. Septbr. BischofVolrad von Halberstadt übereignet dem dortigen 
Domkapitel für den Zehnten in Edekersleve 10 Wispel in Gro- 
ningen und Croppenstedt (Magd. Reg. U, No. 1475.) 

1311. (Jebhard von Etkersleve, Bürger zu Helmstedt, hat zu Lehen von 
Halberstadt 2 Hufen in Etkersleve. — (Riedel, Cd. Brand. A, 
XVn, S.476.) 

1357. 6. Jan. Die Gebrüder von Mortze haben für 2 Mark dem Kloster 
Marienborn einen Hof und eine Hufe zu Etekersleve, die jähr- 
lich 4 Schilling Pfennige zinsen, verkauft (Behrends, Neuhai 
densl.n, S.587.) 

1381. 24. Aug. Die Brüder Weske und Heinrich von Seehausen schenken 
der Küsterei des Klosters Marien born eine Hufe zu Eckerscleve 
behufs einer Memorie. (Gr.) 

1399. Albertus et Arnoldus dicti de Ummendorp haben vom Erzstift zu 
Lehen H mansos in campis Wagkersleve et I mansum in campo 
Egkersleve. (G.Q.XVI, S.249.) 

1400. Etkersleve zahlt 3 Schillinge als einfache Jahresprokuration 
nach Halberstadt. (Zeitschr. für Niedersachsen 1862, S. 69.) 

e. 1425. Cord und Hermann von Werberge zur Sommerschenburg haben 
vom Bischof von Halberstadt zu Lehen u. a. den halben Zehnten 
zu Etkersleve. (Ck)p.471» fol.41.) 

1458. Die von Veitheim haben vom Stift Halberstadt zu Lehen u.a. 
den halben Zehnten zu Eckersleve; Heinrich von Veitheim allein 
2 Hufen Landes zu Eckersleve. (Cop.474 fol. 45^46.) 
Ebenso 1480. (Cop. 475 fol. 55. 55\) 

1480. Administrator Ernst von Halberstadt belehnt Burkhard von Wer- 
berge u.a. mit dem halben Zehnten zu Etkerszleve. (Cop. 475 
fol.62\) 

1480. 31. Oktbr. Hanneke, die Witwe des Helmstedter Bürgers Curd 
Pfeunigsack, erhält vom Erzbischof Ernst als Leibgedinge u.a. 
Stücke zu Etgersleben. (Cop. 41 fol. 232^) 

1486. 14. Jan. Die Pfennigsäcke erhalten vom Erzbischof Ernst zu Lehen 
u.a. Güter zu Etgersleben. (Cop. 41 fol.234.) 

Digitized by VaOOQ 16 



108. Etgersleben. — 104. Eulenburg. 103 

1502. Der reitende Bote T^orenz Rudel erhält einen wüsten Mühlenhof 
und 6 freie Hufen im Grerichte zu Eckersleve samt einem Wiesen- 
fleck, wovon er jährlich 7 Gänse in 8. Barwardskirche zu Sommer- 
schenburg geben soll. (Cop. 41 fol. 262^) 

1504. 20. Au^. Lorenz Buden, reitender Bote, erhält vom Erzbischof 
Ernst zu Lehen einen wüsten Mühlenhof und 6 freie Hufen im 
Gerichte zu Eckersleve samt einem Wiesenflecke daselbst, von 
dem jährlich in 8. Barwardskirche zu 8ommerschenburg 7 Gänse 
Zins gegeben werden. (Cop. 39 fol. 43.) 

1564. Der Pfarrer von Sommersdorf hat in seinen Einkünften u. a. 6 
Gulden Zins von 6 Hufen auf Eckersleve Felde. ( Kirch en- 
visit. Protok.) 

1642. Im Lagerbuche des Amts Sommerschenburg findet sich: Etgere- 
leben ist eine Dorfstedt, lieget anjetzo noch daselbst ein Krug 
und eine Mühle, so dem Amte jährlichen ihre Gebühr abstatten 
müssen. (A. Magd. Kammer 1. 167 fol. 120.) 

1652. Etker sieben wird als lange unter Pflug und Egge liegend 
bezeichnet (A. Erzst. M. H, No. 1065.) 

1683. Die Kirche von Sommersdorf hat u. a. eine Hufe Landes auf der 
Etgerschlebener Mark, eine Gans vom Etgerschlebischen 
Krug und VL Wispel Roggen pacht von der vor dem Schlosse 
liegenden desolaten Kapelle 8. Barbardi. 

Der Müller zu Etgerschleben giebt Erbzins an das Amt 
Sommerschenburg. 

Die Gemeinde aus Sommersdorf bringt vor, dass vor langen 
Zeiten ein Dorf Etgerschleben unweit von ihrem Dorfe belegen, 
itzo aber ganz wüste wäre. Die Wiesen, so dazu gehöret, wären 
dem Amte, die Äcker aber den beiden Dörfern Sommersdorf und 
Völpke beigelegt ausser 6 grossen Hufen, die bei dem Amte ümmen- 
dort anitzo gebraucht würden. — 

Die Gemeinde berichtet ferner, dass das Gebäude des Sommers- 
dorfischen Kruges auf des Amts Freiheit stünde, die Äcker, an 40 
Morgen, und die Wiesen, an 15 Schwad Gras, lägen bei Etgersch- 
leben auf dem Völpkeschen Felde und Neinstedter, itzo Sommers- 
torfischen, die übrigen 6 Morgen wären vor dem Hoberge belegen. 

Der Inhaber des Etgerschlebischen Kruges hat 3^2* Hufe 
Landes von den nach Ummendorf gehörigen Etgerschlebischen 
Äckern in Pacht. (Steuerprofessions-Protok.) 

Li ttemtor : Behrendt, Neuhaldenal. II, S. 687. 



104. Eulenburg. 

W&ste Barg bei Ivenrode, Kreis Neohaldensleben. 

1358. 28. Juni. Die Brüder Busse und Ludwig von Alvensleben über- 
lassen dem Kloster Marienthal ein Holz, das ülenbrock geheissen, 
zwischen dem Bauemholze von Altenhausen und dem Ivenrodeholze 
gelegen. (Cd. Alvensl. IV. 2. No. 55.) 

Digitized by VaOOQ 16 



104 Die Wfistungen im Nordthüringgan. 



c. 1400. Veseke von Schöningen hat vom ErzBtift Magdeburg zu Lehen 
in Castro Sommersseburg eyn blek an der brücken uff der lincken 
hant; item 1 ortum ibidem penes Ulenburg. (G. Q. XVI, B. 250.) 

Litteratnr: Behrendt, Neuhaldensl. II, S. 405. 



105. Etzenstedt 

Bei Beckendorf, Kreis WatiKleben. 

1309. 16. Juli. Werner von Schermke, Archidiacon des Bannes Oschere- 
leben, und sein Bruder Hermann genehmigen den Verkauf eines 
Waldes bei Edzenstede und Beckendorf gelegen an die Brüder 
Heinrich und Konrad Stapel seitens ihres Oheims Werner von 
Kirchberg. (Cop. 750 fol. 29.) 

1311. Werner und Gardun von Hadmersleben haben vom Bischof von 
Halberstadt zu liehen den Zehnten Etzenstede, Wolfin spatium silve 
vel lignorum iuxta Edcenstete. (Riedel, G. d. Brand. A, XVH, 
S. 443. 454.) 

c. 1360. Der Propst H. von Meyendorf kauft von Johann und Bernhard 
von Hornhausen für eine Mark einen Wald bei Ezenstede. Unter 
den Zeugen ist Albertus Edzenstede. (Cop. 750 fol. 144\) 

c. 1360. Die Schenken haben vom Bischof von Halberstadt zu Lehen 
u.a. zu Ezenstede eine halbe Hufe. (Cop. 470 fol. 48\) 



106. Ezicle. 

Bei Kothensee, Kreis Wolmirstedt. 

1176. Erzbischof Wichmann übereignet dem Dompropst Roker zum Er- 
satz für einen Teil des Zehnten in Grobiske (Gorwisch?) 3 zum 
Felde Wardenberg gehörige Hufen zu seiner Pfründe mit allen 
Rechten und fügt dieselbe zum Bezirk Rothensee, ferner 2 anstossende 
Hufen in Ezicle mit allem Erb- und Lehnrechte. (Magd. Reg. I, 
No. 1553.) 

Litteratnr: Danneil, Wolmirstedt, S. 579. 



107. Klein- Vahldorf. 

Östlich von Vahldorf, Kreis Neiihaldensleben. 

1197. Erzbischof Ludolf von Magdeburg bestätigt dem Kloster Ammens- 
ieben in Valedhorp minori 8 Hufen und l^.^ Hufen cum omnibus 
utilitatibus, que in utroque loco potuerint provenire: alles von den 
Grafen von Griben geschenkt — (N. Mitth. XHI, 8. 290.) 

1231. 1. Au^. Erzbischof Albrecht bestätigt dem Kloster Ammensieben 
seinen Besitz, darunter Alt-Valendorp ganz, ein<» Mühle, Wiese 
nebst 13 Hufen und Hofstellen. (Magd. Reg. H, No. 044.) 

1344. 24. Febr. Das Klost(*r Ammensleb(»n überlässt dem Erzstift u. a. 
den Zehnten quondam viüe antique Valtorp prope Gram, den 



Digitized by VaOOQ 16 



105. Etzenstedt. — 106. Ezicle. — 107. Klein- Vahldorf. — 108. Feile. 105 

Johannes von Dreynleve, Heinrich und Busso von IiiBlebcn und 
Barthold von Godenswege zu Lehen hatten. (Boysen, Ilist. Mag. 
III, S. 145.) 

1656. Antiqua Valdorff giebt dem Deehanten von Magdeburg je ein 
Quartale Roggen und Hafer als Synodalkorn. (Reg. censuum de 1555.) 

Litteratttr: Walthcry Sifwul. Mn^d. Jll, S. IS, X, S. 592. — ßehrcnds, Neuhal' 
de}i9l. I, S. S87. — bchuUheiss, Altertümer S. 10. — Danneil, Wolmirstedi, 
^.6. £4. 

Fiastlevesdorf. 

S. Leversdorf bei Eikendorf. 

108. Feile. 

Bei Wanzleben. 

1446. Claus Werners hat vom Erzbischof zu liehen u. a. 6 Morgen auf 
Feiler Mark. (Cop. 36 S.551.5G4.) 

1448. Fricke Tegeder hat vom Erzbisehof Friedrich zu I^hen eine halbe 
Hufe auf der Feldmark zu Vehilde gelegen zwischen grossen 
Wanzleben und lutken Wanzleben. (Cop. 36 S. 511.) 

1477. 11. Juni. Tile Werners erhält vom Erzbischof Ernst zu Lehen 
1^2 Hufe zu Wanzleben, 2 Hufen zu Tastorff, wovon 6 Morgen auf 
Feyler Marke gelegen sind. ((bp. 41 fol. 123.) 

1478. 14. Dezbr. Heinrich Luder erhält vom Erzbischof Ernst zu Lehen 
eine Hufe auf Eggersdorfer Felde, eine andere zu Missingestorf auf 
lutken Slevenitz Felde und die dritte Hufe zu Vellde Felde. 
(Cop. 41 fol.l83\) 

1486. 28. Febr. Erzbischof Ernst gestattet, dass Hans und Heinrich Luder 
zu Bemburg an Heine Rode zu Magdeburg 2 Wispel Weizen jähr- 
lich aus 7 freien Hufen auf den Feldern von Wanzleben, Eiken- 
dorf, Eggersdorf, Missingesdorf, Klein- Schlei bnitz und Velefelde 
gelegen für 70 Gulden wiederkäuflich verkaufen. (G.Q. XXVIII, 
No. 605.) 

1509. IS.Novbr. Abt Nicolaus von Hillersleben belehnt Thomas Santers- 
leve, Domherrn von U. L. Fr. zu Halberstadt, und seine Brüder 
Fricke und Hans mit einer Wiese bei Hoggengrave uppe de Ore, 
einem Morgen Landes auf Niendorp Felde bei W^'dringen und 
einer Wort auf V e 1 1 e n v e 1 d e gelegen. (Magd. Gesch. XXVI, 
8. 235.) 

1604. ll.Septbr. Das Domkapitel zn Magdeburg beleiht die Brüder Uriel 
und Heinrich Luder genannt Eiche mit einer Hufe auf Eggers- 
dorfer, einer auf Weide Felde, einem freien Hof zu Wanzleben 
und 4 freien Hufen zu W^anzleben und auf Orickendorffer Felde 
gelegen. (Abschrift.) 



Digitized by VaOOQ 16 



106 Die WOstaDgeo im Nordtharinggau. 



109. Velbpuchi.» 

Lage unbekannt, aber links der Ohre. 

937. 21.Septbr. Köni^ Otto I bewidmet das Moritzstift in Magdeburg 

mit den jenseits der Olire gelegenen Gütern in locis ita nominatis : 

Mosan, relinizi, Dudizi, Uuuzoboro, Velbpuchi, Zelicl (M. G. 
DD.I, S. 101.) 

973. 4. Juni. Kaiser Otto II. bestätigt dem Erzstift Magdeburg die von 
seinem Vater gegebenen Privilegien und Besitzungen, darunter in 
Uelbuzi. (Magd. Reg. I, No. 271.) 



HO. Felgeleben. 

Jetzt wieder aufgebaut, östlich von Salze, südlich von Schönebeck. Kreis Calbe. 

c. 1363. Nicolaus Schutte in Schönebeck hat vom Dompropst zu Magde- 
burg zu Lehen eine Hufe in Velgeleve bei Gross-Salze. (Cop.91 
S. 55.) 

1490. In Velgelebe desolata prope magnam Saliniam hat die Magde- 
burger Dompropstci von einer halben Hufe 5 Schillinge; 1521 von 
einer Hufe 10 Schillinge. (Cop.91^ fol.l2^ Cop.91'' fol. H.) 

1494. Heydicke und Tyle Gebrüder Hoenbode haben vom Grafen Bur- 
chard von Barby zu Lehen 2 Wispel Korn und eine halbe Mark 
Zins von 2 Hufen im Felde zu Felgeleben. (Cop. 431 fol. 142.) 

Bartholomaeus Perdestorf ist vom Grafen Burchard von Barby 
beliehen mit einem Kote ohne Sole auf dem grossen Hofe zu Gross- 
Salze und einer Hufe zu Felgeleben. (Cop. 431 fol. 155.) 

Hans und Stefan Trepeler zu Salze haben vom Grafen Burchard 
von Barby zu Lehen u. a. eine Hufe zu Felgeleben. (Cop. 431 
fol. 12.) 

Ebenso Valtin Storgkaw zu Barby eine halbe Hufe zu Ve Ige- 
leben. (Ibid. fol. 41^) 

1496. Graf Burchard von Barby belehnt die Harkstro zu Magdeburg 
u. a. mit 12 grossen Pfennigen an 21/2 Hufe zu Felgelebe. 
(Cop. 431 fol. 141.) 

1498. Die Brüder Hans und Mauritz von Moltzen zu Magdeburg werden 
vom Grafen Burchard von Barby belehnt u. a. mit einer Hufe, 
4 Morgen und noch einer halben Hufe zu Felgeleben, auch 
einigen Worten daselbst. (Cop. 431 fol. 144^.) 

Ebenso Claus Smedt zu Gross-Salze mit einer halben Hufe auf 
der Mark Felgeleben. (Ibid. fol. 1 57\) 

Ebenso Bartholomaeus Sehusen mit einem Viertel auf Fe Ige- 
leber Mark. (Ibid. fol. 169.) 



* Danneil, Wolmirstedt S. 469 vermutet, dass Velbpuchi das wüste Wehlitz 
bei Bo^tz sei. 



Google 



Digitized by VjOOQ 



109. Vdbpuchi. — 110. Felgeleben. - 111. Ferien. — 112. Veteredorf. 107 



1499. Tile Hogenbode zu Magdeburg ist vom Grafen Burcbard von Barbv 
belieben mit 1 Wispel Korn und einer halben Mark Zina an 2 Hufen 
zu Felgeleben. (Cop.431 foLl44.) 

1502. 14.ApriL Graf Burcbard von Barby belehnt Curt Trepeler mit 
der Mark zu Felgelebe, der Mark zu Salow, beide mit Zubehör, 
einem Werder über der Elbe gegenüber vonFrose und einer halben 
Hufe auf Gertzer Mark. (Or.) 

1502. Thomas Stechlingk hat vom Grafen Burcbard von Barby zu Lehen 
eine halbe Hufe zu Velgeleben. (Cop.431 fol.l57\) 

litteratar: Magd. Geschicktsbl. III, 8. 4S6. 

111. Ferien, Feringen. 

Bei Stassfurty hinter Altstassfurt, links der Bode. 

1398. Ludolf von Ewegem hat vom Erzstift zu Lehen U/j mansum in 
campis Silverhogische. — Item ^/j mansum in campis Wolmerstorp. — 
Item I mansum in campis Verne. (G. Q. XVI, S. 237.) 

1450. Volrad von Westorp hat vom Erzbischof Friedrich zu Lehen u. a. 
3 Hufen zu Veren. (Cop.36 S.579.) 

1466. 6. Febr. Otto Müller zu ßtassfurt verkauft den Domvikaren zu 
Magdeburg einen Gulden jährlich von einer Hufe Landes vor der 
Stadt Btassfurt in dem Felde Verden wiederkäuflich für 20 Gulden. 
(Cop.31 fol.34^) 

1478. 11. Harz. Die Grebrüder von Westorf erhalten vom Erzbischof 
Ernst zu Lehen u.a. Güter zu Stassfurt und 3 Hufen zu Vehren. 
(Cop.41 fol.125.) 

1484. 24. Juli. Simon Sladen, Bürger zu Stassfurt, verkauft 6 Gulden 
aus 4 Hufen in einem Viertel Acker mit allen Zubehörungen, Grase- 
wiesen und Rohr, wovon 2 Hufen und ein Viertel auf dem Felde 
des wosten dorpes to Medewitz und die 2 anderen Hufen auf dem 
Felde des wosten dorpes tho Verne vor Stasfurde nha Magde- 
borgh warth legen, für 100 Gulden wiederkäuflich an Martin Post, 
Vikar zu U.L.Fr. in Halberstadt. (G.Q.XVI, S.369.) 

1554. 20. Novbr. Erzbischof Sigismund belehnt Hilmar von Schlanne- 
witz mit Gütern in Löderbiu-g, Ischerstedt, Stassfurt, drei Hufen zu 
Vhernitz, zu Moschewitz und zu Schwimmer. (Cop. 18 No. 57.) 

1562. Der Pfarrer in Stassfurt hat bei seinem Einkommen auch den 
Zehnten auf Feringer Mark, 18 Schock Weizen und Roggen. 
(Kirchen Visit. Protok.) 

112. Vetersdorf.' 

Bei Sülldorf, Kreis Wanzleben. 
1145. 11. Jan. Papst Lucius H. bestätigt dem Kloster Berge seine Be- 
sitzungen, darunter Glini, Vethers ch ipe, Slevenize. (G.QJX,No.30.) 



* Ein anderes, jetzt auch wüstes Dorf Veterzep lag bei Leitzkau im Jerichower 
Lande. Dass hier aber ein Ort im Magdebnrgischen semeint ist, geht aus der 
Stellung des Orte« Veterschipe zwischen Glini und Bchleibnitz hervor. 

Digitized by VaOOQ 16 



1()8 Die Wüetangen im Nordthüringgau. 



1146. 11. Aug. Der Stiftgherr Wigo von S.Sebastian schenkt behufs seiner 
Aiifnahrae in die Brüderschaft des Stifte demselben eine Hufe in 
Villa Veterschipi dicta. (G. Q. IX, No. 32.) 

1209. 18. Dezbr. Papst Innocenz III. bestätigt dem Kloster Berge seine 
Besitzungen, darunter villam totam Vetreszap. (G.C^IX, No.59.) 

1479. 4. Dezbr. Abt Andreas zu Berge belehnt die Brüder Tile, Hans 
und Heinrich die Griper mit Gütern zu Osterwe<ldingen, Glinemark, 
Stemmern, Scromelitz, Hallingsdorf , 1^/^ Hufe zu Weterstorp. 
(G.Q.IX, No.463.) 

14S7. 1. Febr. Abt Andreas zu Berge belehnt Hans Müller zu Sülldorf 
mit 5 Vierteln Landes und 11 Morgen von 1 Hufe anf Vetters - 
torper Felde. (G.Q,IX. No.365.) 

1489. 16. Febr. Abt Andreas zu B(Tge belehnt Drewcs C^cedes, Vorsteher 
der Kirche zu Sülldorf, mit 2 Hufen auf Veterstorpe Felde. 
(G.Q.IX, No.G04.) 

1489. 13. Novbr. Abt Andreas zu Berge belehnt Joachim Grseler mit 
Gütern in Billingsdorf, Slenne Feld, Gliner J^eld und 2 Höfen zu 
Veterstorp. {G, Q. IX, No. 601.) 

1491. 16. Novbr. Abt Andreas zu Berge beku/idet, dass Hans Klot zu 
Sülldorf d(»n Domvikaren (»inen Wispel Weizen jährlich aus einer 
Hufe auf Vedersdorpe Mark zwischen Sülldorf und Billingkes- 
torp für 50 Gulden wiederkäuflich verkauft hat. (Cop.31 fol.176^) 

1491. 17. Novbr. Abt Andreas zu Berge belehnt Hans Klot mit 2 Hufen 
und 5 Vierteln Acker in Veterstorp. (Berg. Lehnb. fol. 23.) 

1495. 4. 3f ai. Abt Andreas bekundet, dass Hans Clot zu Sülldorf an 
Hans Schulte zu Magdeburg 2 ^ ^ Wispel Weizen aus 5 Vierteln 
Land zu Wetingstorpe Felde, dar denne de hove XU morgen 
hefft, und aus 27 Morgen in Stemmern für 1*U Gulden wieder- 
käuflich verkauft hat. ;G Q.IX, No. 740.) 

1496. 20. April. Abt Matthias zu Berge erneuert den Lehnbrief des 
Abts Andreas für Hans Steftens zu Welsh^ben über 2 Hufen auf 
Veterstorp er Felde. (G. Q, IX, No. 7b2.) 

1496. 6. Mai. Abt Matthias zu Berge bekundet, dass Hans Stefl^ens zu 
Welsleben an den Pfarrer und die Altaristen der Kirche S. Petri 
zu Magdeburg 3 Viertel Weizen aus 2 Hufen auf Veterstorper 
Felde für 36 Gulden wi(*d erkäuflich verkauft hat (G. C^. IX, No. 788.) 

1499. 9. Juli. Abt Matthias zu Berge belehnt Hans Bles zu Magdeburg 
mit 2 Hufen auf Veterstorper Mark, die er von der Kirche zu 
Sülldorf für 60 Gulden gekauft hatte. (G.Q.IX, No.883.) 

1500. 16. April. Abt Matthias zu Berge bekundet, dass Hans SteflxMi an 
Peter Gittelde zu Sülldorf 2 AVispel Weizen aus 2 Hufen auf 
Veterstorper Mark für 86 Gulden verkauft hat. (G. Q. IX, 

No. 901.) 

1501. 28. Febr. Abt Matthias zu Berge belehnt H("ine Heinemann zu 
Sülldorf mit einer halben Hufe Lehngut und 2 Hufen und 2 Vier- 



Google 



Digitized by VaOOQ 



1 12. Vetersdorf. — 113. Veteradorf. — 1 14. Wendisch-Flechtingen. — Flochau. 109 



telii Zinsgut auf Vetersdorper Mark und 3 Vierteln auf Gliner 
Mark. (G. Q. IX, Ko. 9 1 5.) 
1507. 16. Jan. Nicolaus Dorre, Altarist in der Peterskirche zu Magde- 
burg, beleiht Jakob Berndes zu Bülldorf* rait einer halben Hufe 
Landes, nämlich mit einer Breitt» vor dem herdendore, die 6 Mor- 
gen hat, und noch 11 Morgen in der Agetucht auf Wetters - 
torpe Felde belegen. (Or.) 

113, Vetersdorf. 

Bei Klein-Aiumeusleben. Kreis Wolmirstedt. 

c. 1370. Johannes Odylie hat vom Erzbischof u. a. einen halben Wispel 
Weizen von einer Plufe in Wedderstorp. (G. Q. XVI, S. 39.) 

1400. In Vedderstorp hat der Dompropst zu verleihen den Zehnten 
über 7 Hufen und ein Viertel; jede Hufe giebt 8 Scheffel; Arnd 
Becker hat 5 Viertel Landes. (G Q, XVI, 8.319.) 

c. 1414. Das Domkapitel zu Magdeburg verzeichnet unter Klein- Am mens- 

leben eine Hufe in Vetersdorp, die 5 Hchillinge ziuet. (Cop. 91 S. 3.) 

Tile Tilmannes und sein Sohn Tilo haben vom Domkapitel zu 

Lehen eine halbe Hufe in campis Veterstorp prope parvam 

Ammensleve. (Ibid. S. 82.) 

c. 1460. Busso giebt dem Domkapitel zu Magdeburg 2 Schillinge von 
einer halben Hufe in Vetterstorp, Cone Juries 5 Schillinge von 
einer Hufe und Alverik 4 Schillinge von einer Hufe in Vetters- 
torp. (Cop. 90 fol.2.j 

1490. Parva Ammensieben; census — de agris ville Vetterstorp de 
VII mansis et I quartali. (Cop. 91*^ fol, 7.) 

1521. In Vetterstorp villa desolata prope parvam Ammensiebe census de 
VII majisis et I quartali hat das Domkapitel, ebenso den Zehnteji. 
(Cop. 91«^ fol. 8. 33.) 

114. Wendiseli-Fleelitingen. 

Bei FleehtingeD, Kreis Gardelegen. 

1311. Rudolf von Rolstede hat vom Bischof von Halberstadt zu Lehen 
den Zehnten in wendeschen Vlechtinge. (Riedel, Cd. Brand. 
A, XVH, B.407.) 

Litteratnr; Altmär k. Jahr asber. VI, ü ö2. — Allerverein JS. I4. 



115. Flochau. 

Hei Brumby, Kreis Culbe. 
132a. 12. Juni. Fürst Bernhard III. von Anhalt belehnt Hans und Hehie 

von Weddingen mit 1^^ Hufe uppe dem velde tu Vlogow. 

(v.Heinemann, Cd. Anh. V, 8.377.) 
1363. 12. April. Nach der Landfriedensurkundc Erzbisehof Dietrichs 

stellen Merwiz, Okstede und Flochchow (in der Vogtei Calbe) 6 

Bauern zum Auf'gebot (G. Q. XXVI, No. 458.) 

Digitized by VaOOQ 16 



110 Die Wüstungen im Nordthüiinggau. 

c. 1887. Die Witwe Busses von HomburK bittet CJurd von der Asseburg 
und Gumprecht von Wanzleben, sie im Besitz der Lehen ihres 
Mannes zu belassen, darunter S^L Mark geldes nicht all, 3 Wispel 
und ein Viertel Korns und 40 Hühner up der wüsten marke tu 
Fl och o w.i (Asseburger ÜB. II, No. 1361.) 

1439. 21. Härs. Erzbischof Günther verpachtet die Mark zu Flochow 
Acker und Weide auf 9 Jahre an die Bauern von Üllnitz für 18 
Schock alter Groschen und 3 Wispel, halb Roggen und halb Hafer. 
(Cop.65 fol.188.) 

Ebenso Erzbischof Friedrich 1449, Februar 2 und 1456, Sep- 
tember 8. (Cop.66 fol.79.187.) 

1446. Bosse Homburg hat vom Erzbischof Friedrich zu Lehen u. a. den 
Zehnten zu Brumby, Czepte, Flochaw und Mochelen geachtet auf 
60 Schock Garben und einen halben Wispel an 6 Eidesthufen. 
(Cop.36 S.208.) 

Ebenso 1458 Caspar Homburg. (Ibid. S. 224.) 
Ebenso Kurt von Kothen 3 Hufen auf der Marke zu Fl och o« 
(Ibid. 8. 246.) 

1457. Jordan Werdesleve hat vom Erzbischof Friedrich zu Lehen Zinsen 
von Äckern auf der Mark zu Flochowe, die die Bauern von 
Üllnitz geben. (Cop. 36 S. 568.) 

1469. 2. Juli. Caspar Homborg zu Brumby verkauft für 50 Gulden 
wiederkäuflich an die Domvikare zu Magdeburg iVj Wispel Weizen 
jährlich von 13 Hufen Landes zu Flochow una auch aus dem 
Zehnten der ganzen Dorfschaft zu Flochow. (Cop. 31 fol. 103.) 

1473. 21. Jan. Erzbischof Johann verpachtet den Bauern von Üllnitz 
die Mark Flochow auf 9 Jahre gegen 14 Gulden und 2 Wispel 
Roggen und Hafer. (Cop. 67 fol. 296.) 

1477. 6. Juni. Lorenz von Weddingen erhält vom Erzbischof Ernst zu 
Lehen u.a. 3^2 Hufe zu Ockstete und auf der Mark zu Flochow. 
(Cop. 41 fol.l25\) 

1478. S.Juli. Erzbischof Ernst verleiht den Bürgern Fricke Walbeck, 
Hans Valdorf, Gories Wanzleben, Jacob Luchtemaker und Hans 
Becker das Blecht, auf den Marken Flochstede, Üllnitz und 
Glöthe Bergbau zu treiben. (G.Q.XXVm, No.318.) 

1487. 17. Hai. Erzbischof Ernst eiebt dem Magdeburger Bürger Jacob 
Busse, genannt Luchtenmacner, das Recht zum Bergbau auf der 
wüsten Marke Flochau, neben der wüsten Kirche Glöthe, Üllnitz, 
Brumby und Calbe gegen Abgabe des Zehnten. (G. Q. XXVIII, 

No. 649.) 

1490. 6. Oktbr. Johann Werdensleve erhält vom Erzbischof Ernst zu 
Lehen u.a. die Zinsen von einer Anzahl Äcker auf der Mark zu 
Flochow, welche die Bauern von Üllnitz geben. (Cop.4lfol.l24\) 



Im Druck steht Flothow. 

Digitized by VaOOQ 16 



ll6.Plochau. 111 



1491. 19. Dezbr. Caspar Homburg erhält vom Erzbiachof Ernst zu Lehen 
den Zehnten an etlichen Hufen zu Brumbv, Zcepte, Flochowe 
und Muchele geachtet auf 60 Schock Garben allerlei Korns und 
einen halben Wispel Korn an 6 Eldetshufen. (Cop. 41 fol.171.) 

1494. Die Grafen von Barby haben zu verleihen eine halbe Hufe zu 
Vlochow. (Cop. 431 fol.7.) 

1494. Claus Hakeborn zu Magdeburg ist vom Grafen Burchard von 
Barby beliehen mit einer Hufe zu Flotaw. (Cop. 431 fol. 140^) 

1638. 21. Juli. Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen belehnt den 
Grafen Wolf von Barby u.a. mit einer halben Hufe zu Flochow. 
(v. Ludewig, Hell, manuscr. X, S.284.) 

1562. Eine Hufe Landes auf Flochawer Mark hat der Pfarrer zu 
Brumby. (Kirchenvisit Protok.) 

1664. Die Kirche zu Glöthe hat eine Breite von 3 Morgen auf der 
Mark Flocha, die Busse Hombergk eingenommen hat (Kirchen- 
visit Protok.) 

1582. 29. Jan. Ludolf von Alvensleben tauscht von dem Ma^deburgischen 
Hauptmann Andreas von Wüstenhoff ein Rittergut in Glöthe mit 
den dazu gehörigen Kossäten stellen , 6 Hufen auf Glöthischer, 3 
Hufen auf Flocnauer, 31/, Hufe auf Ockstedter und eine halbe 
Hufe auf Ilfntzscher Feldmark gegen Güter in Dreileben und Zin- 
sen in Sülldorf, Gersdorf und l^ein -Rodensieben ein. (C.d.Al- 
vensl. in, No. 669.) 

Die Belehnung durch den Administrator Joachim Friedrich er- 
folgt 1588, April 8. (Ibid. No. 660.) 

1610. 6. Dezbr. Administrator Christian Wilhelm von Magdeburg belehnt 
Otto, Busse und Andreas von Alvensleben u. a. mit 3 Hufen auf 
der Feldmark Fl och au. (C. d. Alvensl. III, N. 870.) 

1654. 18. Juni. Die Gebrüder von der Asseburg auf Neindorf verkaufen 
an Stefan Hermann von Schkölen auf Glöthe ihre auf der Flo- 
chawer Feldmark liegenden 10 kleinen Hufen oder 200 Flochawer 
Morgen auf 15 Jahre für 1800 Thaler wiederkäuflich und zwar frei 
von allen Lasten mit Ausnahme des Zehnten, den die Domvikare 
zu Magdeburg im Betrage von einer Mark und 21 Bauergroschen 
zu fordern haben. (A 3 £rzst M. Domkap , No. 616.) 

1657. 3. Oktbr. August, Administrator von Magdeburg, übereignet 
Gebhard von Alvensleben auf Neu - Gatersleben ober- und unter- 

ferichte im dorffe und beiden feltmarken zu Brumby, die 
(rumbysche und Flochauische genant, ingleichen (doch mit dem 
Amt Calbe concurrierend) die gerech tigkeit des Jagens und hetzens 
auf beyden marken, danebenst auch die sämbtlichen span- und 
handdienste. (Gr. Brumby. H, No. 3.) 

1667. August, Administrator von Magdeburg, belehnt Volrad Christoph 
von Werdesieben mit einer Hu^ Landes auf Flochauer Mark. 
(Gr. Brumby. H, No.4.) 

Digitized by VaOOQ 16 



112 ^^ie Wüstungen im Nordthüringgau. 



1684. Bauern von Brumby haben Acker auf Flochauer Mark, wovon 
die von Zerbst und der Steinäckersche Hof in Brumby Zins erhalten. 

Der Kossäth Hans Kähse hat l^/gHufe auf Flochauer Mark, 
die Hufe zu 20 Morgen, von dem Werdeu siebischen Hofe unter dem 
Pfluge. (Steuerprofessions-Protok.) 

Der Schulmeister von Glöthe hat 2 Morgen in Flochauer 
Mark. (Ibid.) 

1686. Die Bauern von Üllnitz haben von denen von der Asseburg auf 
Falkenstein 14 Hufen zu je 20 Morgen auf Flochauer Mark in 
Pacht. (Steuerprofessions-Protok.) 

1699. 26. Oktbr. Der Kommissar Hampe berichtet an die kurfürstliche 
Regierung : 

Fl och au ist ein Dorf von 30 Feuerstatten; wie die Kirche 
samt die Häuser vor diesen gestanden, kann man noch sehen ; hat 
viele Äcker. Die Äcker haben nachfolg'^'ide: 1. die ölnitzer, 2. die 
Brumbysche, 3. der Edelhof zu Glöte, welchen Hof anitzo die Alvens- 
leben besitzen, hat 3 Breiten, 4. der Amtmann zu Falkenstein hat 
14 Hufen, sollen an den Falkensteinischen Hoff um liederlich Geld 
versetzet sein ; 5. ferner so masset sich auch der Steinäckersche 
Hoff zu Brumbi Äcker an. Dienste von Flochau thut kein Mensch. 
Die Stadt Calbe hat den Kirchturm wegholen lassen und ihn zu 
ihrem Damm employret. (A. Magd. Cammer U, !No. 268.) 

1703. 20.Dezbr. Das Amt Brumby berichtet der Königl. Kammer zu 
Magdeburg, dass sich drei wüste Dorfstätten in dc^n zum Amte ge- 
hörigen Feldern befinden, gtaiannt Zt^ps, Flochaw und Tiltz. Weil 
aber von etlichen seculis her diese Dörfler schon wüste und in An- 
bau nicht mehr gewesen, auch ohne Zweifel dieses Amt und Dorff 
hernach daraus formiret, da jene desolat worden, inmassen das Amt 
sowol als auch der Adel-Steinäekersehe Hofl' und alle Unterthawen 
ihre Äcker und auch zum Teil das benachbarte Dorf Ulnitz und 
die von Asseburg 18 Hufen auf diesen Marken haben, so seheint 
nicht wohl möglich zu sein, dass dieselben wüsten Dorfstedten 
wieder zu Anbau zu bringen. (A. Magd. Kammer I. 167 fol. 21.) 

1704. 15. April. Die sogen. Wardenslebisehen Hufen d.h. 2^/., Hufe auf 
Brumbyseher und eine Hufe auf Flochauer Mark, und 2 Wispel 
Weizen in Löbers- und Eikendorfer Fluren werden von der preussi- 
seheji Regierung an Herzog Heinrich von Barby gegen die Mark 
Schwölitz vertauscht. (A. Herz. M. Landesreg. IV, No. 4.) 

Utteratur : Magdeh. (iescJiichUhl. III, ä'. 4S7. 

ü(). \'olkiiiai*sclorf. 

Hüd^istlicli von Gut^'nswo^on nach Klein-Amiuensleben zu, Kreis Woluiirstedt. 

1015. 13. Dezbr. Erzbischof (lero stattet das von ihm gegründete Klost^^^r 
Ü. L. Fr. zu Magdeburg aus u.a. mit der villa Volcmaresiorp, 
a quadam nobili Emmeke vocata precio centum LXX marcaruui 
eonparatam. (G. Q-X, No. 1.) 

Digitized by VaOOQ 16 



115. Flochau. — 1 16. Volkmaredorf. Il3 

Nach 1024. Erzbischof Hunfried findet die von den Erben der Frau 
Emmeka an Volmerstorp erhobenen Ansprüche durch Zahlung von 
20 Talenten ab, wofür das Kloster U. L. Fr. dem Domkapitel ein 
Mahl und den Armen eine Spende jährlich reichen soll. Ad eandem 
vero villam Volcmerstorp vocatam XVI mansi excepta dote 
ipsius ecclesie, cuius summa est VU mansi. Que omnia dili- 
genter ideo scripsimus, ne quis titulo paupertatis opposito 
decretum nostrum an nullet, quoniam quidem id quod diffiniviraus 
a tercia parte supradicti predii poterit exhiberi, due vero relique 
partes ad usum deo sancteque Marie ministrantium deputari. (G. 
Q.X,No.2.) 

1151. Markgraf Albrecht schenkt dem KIosUt U. L. Fr. die Dörfer Klützow 
und Pretzien, einen Teil des Elbenauer Werders, das Dorf Mose 
und den vom Halberstädter Bischof gelösten Zehnten in Volc- 
marestorp. (G.Q.X, No.20.) 

1164. Erzbischof Wichmann bekundet, dass das Kloster ü. L. Fr. für den 
Loskauf der Dienste (servicii), welche das Domkapitel jährlich de 
villa Volkmarstorp hatte, und für den Loskauf einer Kurie 
und einiger Höfe beim Kloster den Domherren 3 Talente Zins im 
Dorfe Cascedre gegeben habe. (G. Q.X, No. 31.) 

1190. Propst Ulrich vom Kloster U. L. Fr. genehmigt die Trennung der 
Kirche in Helmerekestorp von der in Volcmarstorp. In quadam 
villa ecclesie nostre, que Volcmarstorp vocatur, parrochialis 
ecclesia sita est, cui adiacet alia villa, que Helmerekestorp 
dicitur, cuius fundus pertinet ecclesie beati Laurentii in ßcenynghe, 
sed ipsa parrochiali iure predicte tenetur ecclesie. Temporibus 
iffitur marchionis Alberti et duois Heinrici, cum continua bellorum 
clade et cottidianis inimicorum insultibus patria vexaretur, utile 
Visum est fratribus in Scenynge, ut in predicta villa pro necessitate 
pauperum capella construeretur atque, ut id fieri lic(».ret, multa 
precum instantia a beato memorie Lodewico, qui tunc temporis pre- 
posituram ecclesie nostre amministrabat, obtinuerunt, non tarnen eo 
modo, ut ibi parrochiam instituerent, svd ut rustici necessitatis 
tempore dumtajcat ad cymiterium Tefugium haberent; quod ex eo 
liquido datur intelligi, quod ipsa capella nulla prorsus annuorum 
redituum pensione vel in mansis vel in areis dotata est. Procedente 
igitur ti^mpore cum facta esset ibi forma ecclesie, ceperunt habita- 
tores pretaxate ville ad celebranda ibi divin a bis in ebdomada, 
dominica scilicet et VI* feria, parrochianos suos allicere ea id, qua 
cum eis convenire poterant, devotione reconpensantes. Diversis 
autem sibi Interim succedentibus sacerdotibus quidam eorum sua 
potius ex eis sectantes commoda quam legitime ecclesie libertatem 
vel ius attendentes ceperunt ibi parrochialis ecclesie consuetudinem, 
in baptismo scilicet et sepultura, indifferenter exercere, donec pau- 
latim ex tali abusione consequenter et ipsi rustici ab omni iure 
matricis ecclesie se exuere temptaverunt et id, quod gratuita eis 
benivolencia eatenus exhibitum fuerat, pro iusticia vendicare. Ex 
qua nimirum causa a nonnuUis sacerdotibus plerumque ibi divina 
intermissa sunt et hinc inde succedentibus querimoniis talis inter 

Wartungen I. Nordthür. «^^^^^T^ 

Digitized by VaOOQ IC 



114 Die Wüstungen Im Kordthüringgatl. 

eos controversia usque ad nostra deducta est tempora. Nostris 
jgitur temporibus sepedictam parrochiam regebat quidam fratrum 
nostrorum Egbertus nomine, qui cuna memoratos colonos ad id, quod 
iusticia exigere videbatur, compelleret et ipsi se ex longi temporis 
consuetudine magis quam ex aliquo rationis vel iuris obiectu defen- 
dere niterentur, tandem ex sedula precum illorum inportunitate 
nobis mendiantibus et illo consentiente lis hec tali remedio federata 
est, ut illi quatuor talenta Magdeburgonsis monete darent, que 
partim in usus sacerdotis partim in subsidium ecclesie cederent, et 
precium sacerdotis, quod prius XII solidorum summa erat, ad XV 
solidos annuatim extenderent^ sicque baptismalis ecclesie iura inte- 
graliter obtinentes ab omni deinceps exactione permanerent im- 
munes, eo duntaxat excepto, ut secundam pristinam consuetudinem 
quinque vicibus in anno ad matricem ecclesiam concurrerent 
et antique ibi subiectiomis ius tali frequentatione recognoscerent 
(G.Q.X, No.81.) 

1205. 28. Febr. Papst Innocenz HL bestätigt dem Kloster Nienburg seinen 
Besitz, darunter in Folesmarsdorp^ 2 Hufen, (v. Heinemann, 
C.d.Anh.I, No.749.) 

1276. 16. Juli. Abt Dietrich von Ammensieben, Heinrich, Propst des 
Klosters S. Lorenz, und Konrad, Propst des Klosters S. Agnes in 
der Neustadt bekunden, quod cum Ciriacus plebanus deWolk- 
marstorp ad rivum defluentem penes eandem villam quoddam 
molendinum construxisset, super eo requisito et obtento consensu 
domini Reineri, quondam prepositi ecclesie sancte Marie Magde- 
burgensis, eo modo quod post mortem ipsius plebani dictum molen- 
dinum cum suis proventibus ad dictam pertineret ecclesiam per- 
petuo et liberaliter possidendum, et cives de Ammensleve tandem 
dolerent rivi propter molendinum restricti commodo se privatos, 
domino quoque Nicoiao, qui tunc prepositus erat ecclesie sancte 
Marie Magdeburgensis, pro dofectu aque moverent varias questiones 
et dampna sue ecclesie minarentur, tandem nobis mediantibus idem 
prepositus nostris precibus et consiliis inclinatus, licet sepedicti 
cives in prenominata aqua nihil iuris haberent, ipsis tamen renun- 
tiantibus omni exactioni et iuri, si quod eis* in eadeni aqua coui- 
petere videretur, dictum molendinum decrevit funditus dissipandum, 
ita tamen quod predicto plebano pro suis expensis unum talentum 
Magd, denariorum a dictis civibus refundatur, reservata nichilo- 
minus potestate dicto preposito suisque successoribus, quod in 
eodem loco, cum sibi vel ecclesie visum fuerit expediens, aliud 
poBsint construere molendinum. Unter den Zeugen Olricus et Ro- 
dolphus Calvus in Volkmarstorp et Hermannus Pawis. (G. Q. X, 
No. 142.) 

c. 1370. Heyno von Eichen barleben hat vom Erzstift zu Lehen eine 
Hufe in Volcmerstorpe. (G.Q.XVI, S.25.) 



' E» ist nicht klar, auf welchen Ort sich diese Nachricht bezieht, ob auf 
den bei Gutenswegeu oder auf den bei Wanzleben. 



Digitized by VaOOQ 16 



116. Volkmaredorf. — 117. Volkmaredorf. 115 



1449. 2. Febr. Erzbischof Friedrich verkauft dem Stift S. Sebastiani zu 
Magdeburg das Dorf Gutenswegen mit den wüsten Feldmarken 
Volgkmerstorph, Waterdall und Nennemarke wiederkauflich 
für 1000 Mark. (Cop. 66 fol. 95.) Ebenso 1460, Februar 4. 

1466. 2. Febr. Erzbisehof Friedrich verkauft an Johann von Veitheim 
das Dorf Gutenswegen mit Zubehör und den wüsten Feldmarken 
Volgkmersdorff, Waterdal und Nennemarke. (Ck)p.66 fol.l89^) 

1460. 4. Febr. Das Kapitel des Stifts S. Sebastian zu Magdeburg kauft 
vom Erzbischof Friedrich die Güter, die vorher Heise von Steinfurt 
in Gutenswegen und den wüsten Feldmarken Volgmarsdorff, 
Waterdal und Nennemarke gehabt hat, wiederkäuflich für 1500 
Gulden. (Or.) 

1494. 10. April. Erzbischof Ernst verkauft dem Stift 8. Sebastian zu 
Magdeburg die Güter zu Gutenswegen und an den wüsten Feld- 
marken zu Volgmerstorf, Waterdal und Nennemargk, die 
früher schon Erzbischof Friedrich dem Stift verkauft hatte. (Cop. 69 
fol. 117.) 

11^11. 28. Novbr. Kurfürst Joachim von Brandenburg bestätigt dem Kloster 
U. L. Fr. die Schenkung Albrechts des Bären von 1151, darunter 
des Zehnten zu Volckmerstorff. (G. Q.X, No. 364.) 

1522. 1. Jan. Heinrich von der Asseburg verkauft wiederkäuflich dem 
Kloster Meyendorf von seinen Äckern auf Volckmerstorpe 
Mark, die er von dem Kloster S. Agnes gekauft, 5 Gulden jährlich 
für 100 Gulden. (Cop. 750 foL 123.) 

1523. Im Zinsregister des Klosters U. L.Fr. werden Zinsen gezahlt aus 
Gudens wegen, Volckmerstorp marke und zwar von 22 Hufen, 6 
Scheffel Weizen und 6 Schillinge von der Hufe. (G.Q.X, S.381.) 

1533. 21. Juli. Kurfürst Johann Friedrich belehnt den Grafen Wolf von 
Barby u. a. mit 5 Hufen zu Fulmersdorft (v. Ludewig, Rell. 
manuscr.X, S. 282.) 

1564. Die Kirche in Gutenswegen hat u. a. 23 Hufen auf Volckmars- 
torff Mark, wovon aber dem Propste U. L. Fr. zu Magdeburg 
16^2 ßauergroschen gezahlt werden müssen. (Kirchen visit. Frotok.) 

1615. Die Cellerarie des Stifts S. Sebastian zu Magdeburg hat den Zelinten 
aus Gutenswegen in campo Volckmersdorff. (Keg. fahr.) 

Litteratiu". Bormann -Hertel, Gesch. des Klosters V. L.Fr, S. 44, — Danneil, 
Wolmirstedt S. S29 ff. 



117. Volkmarsdorf. 

Zwischen Klein -Wanzleben und Ampfurt, Kreis Wanzleben. 

994. 25. Jan. König Otto III. beschenkt das Kloster Hadmersleben und 
bestätigt seinen Besitz in vicis et villis — Walbislebu, Werdeges- 
dorp, Volkisdorp — . (Schmidt^ Hochstift Halberst.1, No.53.) 

1820. 22. Febr. Ritter Guncelin von Wanzleben und seine Söhne be- 
kennen, dass sie dem Kloster S. Agnes in der Neustadt 4 Hufen in 

DigitizedbyiSoOgle 



116 Die Wüstungen im Nordthüringgau. 

campis ville Volkerdestorp, eingeschlossen 2 Höfe in demselben 
Dorfe, welche Güter die Wanzleben früher vom Kloster Marien- 
thal gekauft hatten, für 62 Mark verkauft haben. (Or.) 

C. 1360. Werner von Wanzleben hat vom Bischof von Halberstadt zu 
Lehen to Volkerstor p IV2 Hufe, 2 Höfe und ein Witholüs. 
(Cop. 470 fol. bb\) 

1370. 17. März. Der Halberstadter Domkellner Ludwig von Wanzleben 
hat den Zehnthof zu Wanzleben von Jan und Goileke von Vol- 
kerstorpe für 15 Mark gekauft. (Asseburger ÜB. II, No. 1236.) 

c. 1370. Arnold Eliger hat vom Erzstift — in Volkerstorp lUmansos 
cum ini curiis zu Lehen. (G. Q. XVI, S. 22.) 

1392. n.Novbr. Die Gebrüder von Sommersdorf und ihre Mutter ver- 
pfänden an Busso den Jungen von der Asseburg ihr Gut zu Amp- 
furt, zu dem u. a. 7 Morgen 6 Hufen zu Volkerstorp gehören. 
(Assseburger UB.H, No.l393.) 

1400. Eylerstorp et Valkerstorp desolati zahlen keine Prokuration 
mehr an das Stift Halberstaat (J^eitschr. für Niedersachsen 1 862, 
S.100.) 

1407. Hermann und Cord von Werberge zur Sommerschenburg haben 
vom Bischof von Halberstadt zu Lehen u. a. den halben Zehnten 
zu Volkmestorp. (Cop. 470 fol. 20\) 

Bosse und Hermann von Wanzleben ebenso U 2 Hufe, 2 Höfe 
und ein witholt in dem Dorfe zu Volkmestorp. (Ibid. fol. 21.) 

c. 1440. Fulhard von Drey leben hat vom Erzstift zu Lehen: To Volk- 
merstorp H houve, de hadde Mouwe von Kalve, und I molen, de 
hadde Kule von Sehusen. (G. Q. XVI, 8. 330.) 

1446. Hans Eilsleve hat vom Erzstift u.a. zu Lehen 2 Hufen auf dem 
Felde zu Volkmersdorf. (Cop.36 S. 156.) 

1447. Die Brüder Jan und Heinrich Thamm haben vom Erzbischof 
Friedrich zu Lehen ein wüstes Burglehen auf der Burg zu Amfurt 
und 6 freie Hufen, von denen 4 vor Amfurt, 2 vor Volkmers- 
torff liegen,' einen Holzfleck, 2 Wiesen und einen freien Hof zu 
Amfurt und 2 wüste Höfe zu Volkmerstorff. (Cop.36 8.510.) 

1449. Heinrich Eylsleve hat vom Erzbischof zu Lehen 2 Hufen auf 
Volkendorpp Felde. (Cop.36 S. 160.) 

1458. Die von Berwinkel haben vom Stift Halberstadt u.a. zu Lehen 
4 Hufen zu Volkmerstorp. (Cop. 474 fol. 46\) 

1472. 23. Harz. Gories Torgouw zu Klein- Wanzleben verkauft an Adel- 
heid, Tilen Popelitzes Witwe zu Magdeburg, einen halben Wispel 
Weizen jährlich aus seinem Hause in Klein -Wanzleben mit Be- 
willigung der Äbtissin von Meyendorf und von einer Hufe Landes 
auf Folkdorper Flur bei Klein-Wanzleben mit Bewilligung Kords 
von der Asseburg des altern für 12 Gulden wiederkäuflich. (G.Q. 
XXVIII, 8.176.) 



Digitized by VaOOQ 16 



llV.VolkmÄTBdorf. I17 



1477. 30. Septbr. Eberhard und Heinrich Tamme erhalten vom Erz- 
bischof Ernst zu Lehen Güter zu Amfurt und 2 freie Hufen auf 
dem Felde zu Volckmerstorf. {Cop.41 fol. 296.) 

1480. Die Brüder Gunzel und Huner von Berwinkel und ihr Vetter 
Biu-khard haben vom Stift Halberstadt u. a. zu Lehen 4 Hufen 
zu Volkmerstorff. (Cop. 475 fol. 14\) 

Ebenso Gebhard und Johann, die Röhne Siegfrieds von Hoym, 
u. a. eine Hufe Landes auf Volkerstorf fer Felde. (Ibid. 
fol. 86.) 

1494. 12. Dezbr. Erzbischof Ernst verkauft den von der Asseburg das 
Schloss Ampfurt mit Zubehör für 500 Mark Magdeb. und 150 
Mark Braunschw. Währung; dazu gehört auch lutken Wanzleben 
mit drei Wüsten Dörfern V olkmerstorff, Nvendorf und Beseken- 
dorf, von der.en lutken Wanzleben mit Volkmerstorff 45 alte 
Schock Groschen Schoss und von jedem Fass Bier, das geschenkt 
wird, 2 alte Groschen giebt (Cop. 69 fol. 112.) 

1494. Die Grafen von Barby haben zu verleihen 5 Hufen zu Vulg- 
raerstorff. (Cop. 431 fol. 6.) 

1495. Gertrud, Ebhard Thamms Ehefrau, erhält vom Erzbischof als 
Leibeedinge 2 Hufen zu Amfurt, eine Hufe auf Fol ckm ers- 
te rf fer Felde und 4 in Nordgermersleben. (Cop. 41 fol.316\) 

1495. 14. Juli. Drewes Eilsleben und sein Vetter Heinrich erhalten vom 
Erzbischof Ernst zu Lehen u.a. 2 Hufen auf dem Felde zu Volk- 
merstorf, noch 2 Hufen daselbst (Cop.41 fol. 117^) 

1579. 6. Febr. Joachim Friedrich, Administrator zu Magdeburg, belehnt 
die Brüder Carl und Christof von Eilsleben nach dem Tode ihres 
Bruders Heinrich mit einem freien Hof zu Gross- Wanzleben, 6 
Hufen daselbst, einem Garten im Sudendorf e vor Wanzleben, 2 
Hufen auf dem Felde zu Volgkmarstorff, 2 Hufen in dem 
alten Dorfe zu Seehausen, 16 Hufen daselbst, 2 Hufen und der 
verde Mühle zwischen Ampfurt und Seehausen, dazu mit einem 
Burglehen auf dem Schlosse Hadmersleben, 8 Hufen daselbst, zu 
Hondorff, Niendorff und zu Werthausen eine Hufe, l^^, Hufe vor 
Hadmersleben, 2 Hufen zu Gross -Wanzleben, einem Hof in der 
Burg zu Seehausen, 2 Höfe im Dorfe Hadmersleben, 2 Hufen auf dem 
Felde zu Volkmerstorff, 4 Hufen, 2 Worten und 3 Grasblecken 
und einer wüsten Hofstätte zu Hadmersleben. (Gr.) 

1621. 29. Novbr. Heinrich Julius Edler von Warberg belehnt Carl 
Friedrich von Eylsleben mit dem ganzen Zehnten im Felde Volck- 
marstorff bei Wanzleben. (Gr.) 

1634. 27. Febr. Der schwedische Statthalter Fürst Ludwig von Anhalt 
leiht Nicolaus Rokohl, schwedischem Kammersekretär, einen Hof 
zu Wanzleben, einen verwüsteten Garten im Sudendorfe vor Wauz- 
leben, 6 zehntfreie Hufen daselbst, ferner 2 Hufen auf dem Felde 
zu Volkmarsdorff, 2 Hufen im alten Dorfe zu Seehausen 
U.S.W. (Cop. 18 N0.99.) 



Digitized by VaOOQ 16 



118 Die Wüstungen im Nordthüringgau. 

1684. Die Brunnerschen Erben haben 4 Hufen Landes auf Volk- 
mersdorffer Felde bei Lütgen Wanzleben, (ßteuerprofessions- 
Protok.) 

Bauern von Klein -Wanzleben haben Güter auf Walsdorffer 
(Walschstorffer, Volsdorffer) Felde. (Ibid) 



118. Volkersdorf. 

Bei Barneberg, Kreis Neuhaldensleben. 

1195. Bischof Gardolf von Halberstadt bestätigt die Rechte, Freiheiten 
und Besitzungen des Klosters Huysburg, darunter VII mansi et 
dimidius in Volquardestorp, quos fratros in Huysburch a doraino 
Heynrico et Theoderico fratre suo pecunia sua cum ecclesia eius- 
dera loci conquisiverunt; accessit autem auctoritas episcopi Theo- 
dorici. (Schmidt, Hochstift Halberst I, No. 360.) 

1248. 5. Febr. Erzbischof Wilbrand übereignet eine halbe Hufe in 
Voltcherstorp , welche Eberhard von Volke rsdorf ihm resigniert 
hatte, dem Kloster Riddagshausen. (Magd. Reg. H, No, 1229.) 

c. 1254. Der Pfarrer Johann zu Eilsleben erwirbt für Kloster Marien- 
born mehrere Güter, die er für andere Güter in Volquardestorp 
vertauscht (Magd. Reg. HI, N. No.519.) 

1270/73. Propst Heinrich von Nienburg und Gebhard und Dietrich von 
Grunenberg schenken dem Kloster Marienborn 4 Hufen in Vol- 
quardestorp. (Magd. Reg. III, N. No. 554.) 

1285. 17. Juni. Erzbischof Erich vertauscht 6 Hufen in Volchters- 
torp, die die Edlen von Esebeck vom Erzstift zu Lehen hatten, 
gegen 6 Hufen in Gross-Hötensleben an das Kloster Riddagshausen. 
(Magd. Reg. m, No.467.) 

1285. 27. Juni. Ericli und Ludolf von Esebeck verkaufen dem Kloster 
Riddagshausen 12 Hufen, den Zehnten vom Dorfe und die Colnesche 
Mühle zu Volchsterstorpe für 250 Mark. (Magd. Reg. III, 
No.471.) 

1285. Bischof Volrad von Halberstadt übereignet dem Kloster Riddags- 
hausen 6 Hufen und eine Mühle, genannt de Colnische mole in 
Volchterstorp, die Ritter Erich von Esbeck, und den Zehnten 
von 20 Hufen daselbst, den die Edlen Burchard und Luthard von 
Meinersen auflassen. (Schmidt, Hochstift Halberst II, No. 1463.) 

1286. 11. März. Das Kloster Wenthusen überträgt dem Kloster Riddags- 
hausen das Eigentum von 2 Hufen in Volserestorpe. (Harz- 
zeitschr.n, ß.137.) 

1295. 1. März. Bischof Volrad von Halberstadt legt einen Streit zwischen 
dem Kloster Riddagshausen und dem Pfarrer von Barneberg bei 
super capella Volchsterstorpe, wonach dieser gegen eine Ent- 
schädigung die Kapelle dem Kloster überlässt (Schmidt, Hoch- 
stift Halberst n, No.l621.) 



Digitized by VaOOQ 16 



1 18. Volkersdorf. — 1 19. Folkwitz. 119 

1802. 18. Septbr. Bischof Hermann von Halberstadt gestattet dem Kloster 
Marienborn zur Minderung der Schuldenlast 4 Hufen in Vol- 
quardestorpzu verkaufen. (Schmidt, Höchst. Halberst. H, No. 1720.) 

1305. 8. ApriL Erzbischof Burchard übereignet dem Edlen Koiirad von 
Warbere Güter in Klein-Wulferstedt und l^/j Hufe in Volquors- 
torp. (v. Heinemann, C. d. Anh. IH, No. 99.) 

1311. Die Edlen von Querfurt haben vom Bischof von Halberstadt zu 
Lehen die Hälfte des Zehntem in Volquardestorp. (Riedel, 
Cd. Brand. A,XVn, S.444.) 

Der Edle Cx)nrad von Werberge ebenso den Zehnten in Volc- 
qu erste rp. (Ibid. S. 445.) 

Heinrich von Borchdorp hat vom Bischof von Halberstadt zu 
Lehen den Zehnten in Wlquerdestorp. (Riedel, Cd. Brand. A, 
XVn, 8. 449.) 

1330. 17. März. Konrad, Pfarrer in Volcquardestorp, vertauscht eine 
halbe Hufe in Amvordesleben gegen eine halbe Hufe in campo 
nostro mit dem Kloster Meyendorf. (Cop. 750 fol. 42\j 

c. 1360. Der Edle Konrad von Werberge hat vom Bischof von Halber- 
stadt zu Lehen u. a. den halben Zehnten zu Volquerdistorpe. 
(Cop. 470 fol. 54\) 

1480. Administrator Ernst von Halberstadt belehnt Burkhard von Wer- 
berge u. a. mit dem halben Zehnten zu Volckmerstorff. 
(Cop. 475 fol.62^) 

litteratnr: Magdeh. Oesehichtebl. XIV, S. 18t — HarxzeiUchr. II, 8. 1S8. — Dan- 
neil, WohnUrstedt, S.S30. 



U9. Folkmtz. 

Zwischen Gros-s-Salze und Felgeleben, Kreis Calbe. 

1494. Die Brüder Henning und Hans Nyemann zu Gross-Salze haben 
vom Grafen Burchard von Barby zu Lehen 3 Viertel Landes zu 
Vulgwitz und 6 Vierdinge Gelaes auf dem Felde zu Vulgwitz. 
(Cop. 431 fol.l56\) 

Ebenso Valtin Storkow u.a. eine Hufe zu Vulgwitz. (Ibid. 
fol. 157.) 

1494. Sanna und Valtyn Geschwister Kynsz zu Magdeburg sind vom 
Grafen Burchard von Barby belehnt mit einer halben Hufe auf 
Volkmar Mark und mit dem Thy zu Potlehene. (Cop.431 fol.l42\) 

1494. Jacob Moszkaw hat vom Grafen Burchard von Barby zu Lehen 
u. a. auf Vulgmer Mark von der Hufe zwei Scheffel Roggen 
Zehent. (Cop. 431 fol. 15.) 

Ebenso Bartholomaeus Sehusen u. a. eine halbe Hufe auf 
Folgwitz er Mark. (Ibid. fol. 169.) 

Ebenso Tile Jordens zu Zerbst ein Viertel Landes zu Vulg- 
witz. (Ibid. fol. 217.) 

Digitized by VaOOQ 16 



120 I^ie Wüstungen im Nordthüringgau. 

1494. Tile der weddewen zu Gross -Salze ist vom Grafen Burchard von 
Barby mit einer halben Hufe auf Volgwitzer Mark vorm grossen 
Salze beliehen. (Cop.431 fol.154.) 

Ebenso Claus Smet mit einem Viertel auf Folgwitzer Mark, 
einer halben Hufe auf Felgeleber Mark und 3 Morgen, von denen 
einer im Nedderlande, 2 auf Thierberge liegen. (Ibid.fol. 154\) 

1494. Valtyn Storgkaw zu Barby ist vom Grafen Burchard belehnt mit einer 
Hufe zu Vulgwitz, einer halben Hufe und einem Viertel Landes 
zulritz und einer halben Hufe zu Velgeleben. (Cop.431 fol. 41\) 

1498. Die Brüder Hans und Mauritz von Moltzen zu Magdeburg werden 
vom Grafen Rurchard von Barby belehnt mit einer Hufe zu V o 1 k - 
meritz, einer Hufe, 4 Morgen und noch einer halben Hufe zu Felge- 
leben, auch etlichen Worten daselbst, mit 3 Vierteln Landes zu 
Otz, 3 Vierteln zu Crotzen, einem Viertel zu Tornitz, einer Hufe 
zu Dusszen, 2 Morgen Gras auf der Wiese vor Barby und Gütern 
über der Saale. (Cop.431 fol.l44\) 

1498. Claus Smedt ist vom Grafen vom Barby belehnt mit einer halben 
Hufe auf der Mark Felgeleben, einem Viertel auf Folckwitzer 
Mark und 3 Morgen, von denen einer auf dem nedderlande und 
2 auf Dirberge Mark liegen. (C:k)p.431 fol. 157^) 

C. 1611. Ein Herr von Hopkorf hat auf gräflichem Gebiet oder Volk- 
witzer Feldmark gehetzt und ist deshalb auf dem Rathause zu 
Schönebeck in Arrest gesetzt, wofür der Pächter einen Verweis vom 
Domkapitel erhalten hat. ( A. Erzst. M. I, No.60.) 

1656. 26. Septbr. Herzog Rudolf August von Braunschweig beklagt sich 
namens seines Schwagers, des Grafen von Barby, darüber, dass die 
Stadt Salae auf der Fulgwitzer Mark, die von Kursachsen zu 
Lehen geht und auf welcher die Einwohner von Felgeleben ihre 
Pferdeweide gehabt, eine Schinderkuhle hat machen lassen. (A. 
Erzst. I, No. 60.) 

1656. 16. Dezbr. Wegen Errichtung einer Schinderkuhle auf der Fulg- 
witzer Feldmark seitens der Stadt Salze wird eine Kommission 
zur Untersuchung eingesetzt. ( A. Grafsch. Barby I, No. 436.) 

1657. 19. Jan. Der Rat von Salze verbietet seinem Abdecker ferner sich 
der Schinderkuhle auf der Fulgwitzer Feldmark zu bedienen. 
(A. Grafsch. Barby I, No. 436.) 

1659. 7. Harz. Über den Umfang und Lage der Fulgwitzer Mark, 
worüber zwischen der Barbyschen Regierung und der Stadt Salze 
Streit entstanden war, finden Zeugenvernehmungen statt. (Or.) 

1659. 9.Jii]i. Der Administrator von Magdeburg schreibt an den Herzog 
Rudolf August von Braunschweig, den Vormund des Grafen von 
Barby, dass dieser die Jurisdiktion auf der Fulgwitzer Feldmark 
habe, jedoch dass die Stadt Salze die hergebrachte Hut darauf be- 
halte. (A. Grafsch. Barby I, No. 436.) 

1669. Die Vol witzer Mark bei Salze enthält 223V«, Morgen oder 
7 Hufen 13^2 Morgen. (A.Magd. Cammer H. 13 voll.) 



Digitized by VaOOQ 16 



119. Folkwitas. — 120. Frohse. 121 

1768. 29. Aug. Das Amt Calbe stellt dem Amt Barby einen Revers aus, 
dass die Legung der Röhren von dem Gradierwerke zu Salze nach der 
Koktur zu Schönebeck durch einen Teil der streitigen Feldmark 
Fulgwitz oder Volckwitz salvo iure utriusque partis geschehen 
sei. (Or.) 

Utteratnr: Magdeh, GesehichUbl. II, S. SSO. III, S. 36g. 



120. Frohse. 

Bei der Neustadt-Magdeburg. 

1254. 4. Juli. Erzbischof Rudolf bekundet, dass er denjenigen Teil der 
Neustadt, der Vrose heisse und bisher zur Parochie der Jacobi- 
Kirche (in Magdeburg) gehört habe, von derselben mit Einwilligung 
des Archidiakons der Neustadt, des Dompropstes Albrecht und des 
Pfarrers von S. Jacob, Mag. Ulrich, getrennt und der nunmehr zur 
Pfarrkirche erhobenen S. Agnetenkirche überwiesen habe. Sodann 
verordnet er, dass die Einwohner von Vrose sich zur Kirche S. 
Agnes halten und in dem Propste derselben ihren Seelsorger er- 
kennen sollen. (v.Ledebur, Arcniv, XVII, S. 77.) 

1303. 16. Dezbr. Äbtissin und Konvent des Klosters S-Laurentii in der 
Neustadt-Magdeburg bezeugen, dass sie vom Knappen Johann von 
Wanzleben 16 Mark erhalten haben, um dafür einen jährlichen 
Zins von einer Mark in Fr ose intra muros nove civitatis zu kaufen, 
wofür das Kloster Memorien für den Geber und seine Eltern halten 
soll. (G.Q.XXVI, No.228.) 

1305. 6. Febr. Äbtissin und Konvent des Klosters S. Laurentii in der 
Neustadt -Magdeburg bekennen, dass die verstorbene Frau Conrad 
Reyners zu Magdeburg, unum fertonem proprietatis in Vrosze in 
nova civitate Magd, in domibus et areis, ubi quondam fuerunt sedes 
iudicii (dingbank) zu Gunsten ihrer Töchter dem Kloster vermacht 
hat. (G. Q. XXVI, No. 232.) 

1317. 25. Mai. Heinrich Saphoran zu Magdeburg vermacht dem Kloster 
S. Laurentii in der Neustadt- Magdeburg ein Haus in Vrose zu 
einer Memorie. (G.Q.XXVI, No.286.) 

1332. 10. Juli. Erzbischof Otto entscheidet einen Streit zwischen den Tuch- 
machern in Magdeburg und denen aus der Neustadt un<l von 
Vrosze. (G. Q. XXVI, No. 344.) 

1365. 28. M&rz. Heyno von Tundersleven , Bürger zu Magdeburg, ver- 
kauft für 9 Mark der Nonne im Kloster S. Laurentii in der Neu- 
stadt, Katharine von Huczere, eine halbe Mark von einem Hause 
in den Schuhmachern vor Vrose. (G. Q.XXVI, No.431.) 

1365. 18. Oktbr. Das Kloster U. L. Fr. zu Magdeburg verkauft an seinen 
Stiftsherrn Peter von Korling 42 Schillinge jährlich aus mehreren 
Häusern der Neustadt, darunter 5 Schillinge ans Peter Smedeken 
Gut zu Vrose. (G.Q.X, No.224.) 

c. 1370. Heyso und Albert von Tundersieben haben vom Erzstift zu 
Lehen u.a. in Vrose nove civitatis 5 Mark Zins; Sivert Scherer 



Digitized by VjOOQ 16 



122 Die Wüstungen im Nordthüringgau. 

mit der halben Nase einen Vierding vom Bade in Vrose in der 
Neustadt 

Heinrich Vurhake hat ebenso in Vrose in der Neustadt 2 Hof- 
stellen. (G. Q. XVI, S. 29. 44. 50.) 

1372. 17. An^. Erzbisehof Peter vereinigt, weil lange Zeit Streitigkeiten 
und Unzuträglichkeiten sich ergeben haben zwischen den Bürgern 
der Neustadt und den Bauern zu Frose, de in dersulven ring- 
mure sitten, von deswegen dat [se]ohre stadtrecht, burschaft und 
borgerschaft sonderliken und besondem an beiden Seiten von alders 
wente an dussen tag gehat hebben, beide Ortschaften, dath sie nun 
furbasz mehr in thokomenden tyden ewiglichen tho glieken stadt- 
recht, burschaft und borgerschaft gehören — und ok der Stadt 
köhre und gesette gliek holden schollen — und schollen einen 
rath und ein rathus unter sich hebben und de uth der niensta«! 
mögen mith dem rathuse tho Frose dohn und laten, wat se willen, 
uthgenommen und alleine und sonderlichen unsc gerichte doselbst 
tho Frose. Auch mögen die Neustädter die 5 Mark aus Frohse, 
die von einem Vorgänger des Erzbischofs den Tunderschleven für 
50 Mark versetzt sind, wiederlösen und sie dann dem Erzbischof 
bezahlen. Auch mögen sie mehr Scharren in der Neustadt und 
Frohse bauen, aber davon dann Abgaben entrichten. Die Knochen- 
hauer, die jetzt in Frose sind, sollen bei den Gnaden und Frei- 
heiten bleiben, die sie vorher gehabt, doch sollen sie die Gesetze 
der Neustadt halten. (G.Q.XXVI, No.520.) 

1386. 24. Aug. Reyner Schartow schenkt dem von ihm gestifteten Altar 
U.L. Fr. in sunte Agneten kerke to Frose einen Hof und 2 Häus- 
chen auf der Klosterfreiheit (G.Q.XXVI, No.611.) 

1390. 13. Novbr. Erzbischof Albrecht verkauft das Gericht zu Frohse 
für 1000 Mark an den Rat von Mag<leburg wied(»rkäuflich. (G. Q. 
XXVI, No.668.) 

1391. 28. März. Heideke von Schartow verkauft an Hans Becker eine 
Hufe in Insleben und das Lohen von 5 Häusern, von denen 3 up 
dem graven to Vrose und twey tyghen den vleschernen to Vrosze 
stehen. (G. Q. XXVI, No. 674.) 

1406. 22. Oktbr. Der Dompropst Hermann von Magdeburg und die 
Äbtissin Elisabeth von S.Agnes bezeugen, dass die Brüderschaft 
der Elenden zu Vrose einen Altar S. Nicolaus und allen Heiligen 
zu Ehren in der kerken sunt Merten to Vrose in der nygen 
Stadt to Meideborch errichtet und bewidmet haben. (G.Q. XXVII, 
No. 29.) 

1411. 22. Febr. Erzbischof Günther verkauft an Heine Bode und Heise 
Roloff zu Magdeburg 4 Mark jährlich aus der Sudenburg und 2^/2 
Mark aus dem Gerichte zu Frohse wiederkäuflich für 33 Mark. 
(G.Q.XXVn, N0.79.) 

1436. 27. Febr. Erzbischof Günther giebt der Bäcker- Innung der Neu- 
stadt und von Frose, das auch in der Newstadt bemuret und be 
schlössen ist, ein Statut. (G.Q. XXVII, No.359.) 



Digitized by VaOOQ 16 



12a. Frohse. 123 



1489. 23. Aug. Erzbischof Günther giebt den Brauern in der Neustadt 
und zu Frose, das auch in derselben nigen Stadt bemureth, inne 
beslossen und bevestit is , ein Innungsstatut (G. Q. XXVII, 
No.400.) 

1442. 10. Mai. Die Altaristen der Kirche S.Martini zu Frosze zahlen 
dem E^oster S. Agnes jährlich 10 Groschen, welche dem Kloster 
von dem Schoss an die ötadt Magdeburg abgerechnet wer<len sollen. 
fG.Q.XX\TÜ[, No.465.) 

1470. 13. Jan. Hans Breddin zu Magdeburg schenkt dem Kloster S. 
Agnes 100 Schock Groschen aus seinem Ziegelhofe in Frohse. 
(G.Q. XXVIII, No. 118.) 

1473. 11. Septbr. Der Möllenvogt Heinrich von Vyanden und dieschepen 
darsulvesz tho Vrosze bezeugen Eintragungen in ihr freden- und 
schepenbuk. (G. Q. XXVIII, No. 206.) 

1477. 15. Juni. Wedege Breise und seine Frau verkaufen einen Ort vom 
Gulden oder 12 neue schwarze Groschen jährlich von ihrem Hause 
hinter der Dingbank gegenüber dem Ziegel hofe in Frohse an den 
Altaristen Augustin Jagewinkel wiederkäuflich für 5 Gulden. (G.Q. 
XXVm, No.273.) 

1484. 7. Febr. Hans Teygeler oder Brandes, Ratmann der Neustadt, ver- 
kauft einen halben Wispel Weizen aus 1 Yg Hufe auf Borner Felde 
und aus seinem Hause beim Ziegelhofe zu Frohse an Johann 
Zachei und dessen Mutter wiederkäuflich für 25 Gulden. (G.Q. 
XXVm, No. 560.) 

1498. 3. April. Äbtissin und Konvent des Agnesklosters belehnen den 
Altaristen Augustin Jagewinkel mit einem Hause und Hofe zu 
Frohse vor dem Fährtnore. Ferner bekennen sie, dass Matthaeus 
Merten an Jagewinkel und den Altaristen Ludolf Edelbrot 18 Groschen 
jährlich aus seinem Hause in bechkerstrate zu Frohse wiederkäuf- 
lich verkauft hat. (G.Q. XXVIII, No. 829.) 

1503. 9. Febr. In der Willkür für die Neustadt wird bestimmt: alle 
knochenhawer in der rinckmawer und zw Frosze gesessen sollen 
ye zwen und zwene geselschaft und eigen rauch haben, auch 
mannes wert seyn bei dreien margken. — Bei einem Aufruhr sollen 
die von Frosze mit yrem harnasch vor sand Agneten KirchhofT 
erscheinen. — Keiner soll in der Neustadt oder zu Frosze Magde- 
burgische oder fremde Biere ohne Erlaubnis schenken. (G. Q. XXVIII, 
No. 1225.) 

1509. 6. Septbr. Zu den Ausstattungstücken von 4 geistlichen Benefizien 
in der Kapelle des Mariendorfes gehören auch 1 Gulden und ^L 
Gulden von Häusern zu Frohse in der Neustadt. (G.Q. XXVIII, 
No. 1457.) 

1513. 9. Mai. Der Rat des bleckes Frohse verkauft mit Zustimmung des 
MöUenvogtes Hans Ritter dem Priester Johann Yseken von der 
Katharinenkirche zu Magdeburg 2 Gulden jährlich wiederkäuflich 
für 40 Gulden. (G.Q.XXVm, No. 1586.) 



Digitized by VaOOQ 16 



124 Die Wüstungen im Nordthüringgau. 

1588/84. Heinrich Poppe in der Neustadt giebt vom Hause zu Vrose 
einen halben Thaler an das Kloster S. Agnes. (A. Erzst M. 8. 
Agnes No. 6.) 

1587/91. Das Kloster S.Agnes hat Zinsen von Häusern in derNeustadt^ 
darunter zu Fr ose nächst dem Kirchhofe bei der Küsterei, in der 
Schmiedestrasse, auf dem Steinwege zu Frosa. (A 4 Erzst M. 8. 
Agnes, No. 11.) 

1588. Die Theeaurarie im Dom erhält am 5. Oktober jedes Jahres (die 
S. Burchardi) von jedem Hause in Frosa in nova civitate 
Magd, einen Groschen (denariue magnus). (A. Domkap. M, No. 883.) 
Litteratnr: v. LecUbur, Archiv XVII, S. 67 ff.) 



121. Gatwitz. 

Bei Jersleben nach Meitzendorf su, Kreis Wolmirstedt. 

1184. Graf Otto von Grieben überlässt dem Kloster Ammensieben u. a. 
4 Hufen in Gatuwike, 71/2 Hufe in den drei Dörfern Ammens- 
ieben, Valdorf und Gatuwike und dort auch 10 Höfe, ferner 
2 Hufen und 7 Morgen und einen Hof in Gatuwike. (v. Kröcher, 
UB.I, No.l.) 

1197. Erzbischof Ludolf von Magdeburg bestätigt dem Kloster Ammens- 
ieben die von den Grafen Dietrich, Milo, Hermann und Otto 
gemachten Schenkungen u.a. zu Gatuwike 5 und 31/« Hufen. 
(Magd. Reg. n, No. 78.) 

1231. 1. Amc. Erzbischof Albrecht von Magdeburg bestätigt die Güter 
des Klosters Aramensleben, worunter in Gatvike 12 Hufen und 
12 Hofstellen. (Magd. Reg. H, No.944.) 

c. 1310. Abt Bodo von Kloster Aramensleben erwarb demselben den 
Zehnt auf den Feldern von Gatzwitz. (Chronic. Ammensieb, in 
N. Mitth. Xm, No. 268.) 

1321. Ein Brief der von Rossaw über den Zehnten zu Gatwitz für 
Kloster Ammensieben. (A. Erzst. M. H, No. 1034.) 

Ein Brief Bischof Albrechts zu Halberstadt über den Zehnten 
zu Duden Gatwitz für Kloster Amraensleben. (A. Erzst M.H, 
No. 1034.) 

Donatio Henning van Irxsleve über den Zehnten zu Gatwitz 
für Kloster Ammensieben. (A. Erzst. M. H, No. 1034.) 

Donatio Ide von Gerode (?) über den Zehnten zu Gatwitz für 
Kloster Aramensleben. (A. Erzst. M, H. No. 1034.) 

1323. 19. Juni. Graf Albert von Regenstein verkauft dem Kloster Aramens- 
leben eine Wiese an der Ohre bei Samswegen, einen Hof in villa 
quadam Gatwitz und die Hälfte des Gehölzes Espe bei Vahldorf 
(Gesch. Bl. XIV, S.318.) 

1336. Ein Brief des Klosters Wolmirstedt über IV, Hufe zu Gatwitz 
für Kloster Aramensleben, (A. Erzst. M. II, No. 1034.) 



Digitized by VjOOQ 16 



120. tiVohse. — 121. Gatwitz. - 122. Gevenitz. 125 



1555. Aus Godewitz giebt der Abt von Ammensieben dem Dechanten 
von Magdeburg als Synodal kom ein Quartal Roggen. (Reg. cen- 
suum de 1555.) 

Uttentnr: Danneü, Wolmirstedt, S. S91. S97. 



122. Gevenitz. 

Bei Schönebeck, Kreis Calbe. 

1484. 19. Febr. Curt Trepeler bekennt, dass das Domkapitel ihm das 
Sehloss Schönebeck mit Zubehör übertragen habe, darunter eine 
halbe Hufe auf Jevenitzer Mark, ferner 2 Hühner von einem 
Hofe in Jevenitz, und 4 Hühner von je einer Hufe in Jevenitz. 
(Cop. 14 fol. 42.) 

1494. Jacob Moszkaw hat vom Grafen Burchard von Barby u. a. zu 
Lehen 2 Schillinge und einen Scheffel Roggen zu Gevenitz. 
(Cop. 431 fol. 15.) 

1507. Der Kapitelsmeister Dr. Johannes von Thümen bekennt, dass 
Cyriacus Korlingk zu :5)chönebeck den Domvikaren zu MagdeT)urg 
einen halben Wispel Weizen jährlich aus 2 Hufen auf der Feld- 
mark Ghevenitz vor Schönebeck für 24 Gulden wiederkäuflich 
verkauft hat (Cop. 18 fol. 227.) 

1515. 19. Harz. Das Domkapitel zu Magdeburg verschreibt dem Dom- 
herrn Johann von Mevendorf das Sehloss Schönebeck mit Zubehör, 
darunter mit einer halben Hufe auf Gevenitz er Mark, 2 Hühnern 
Zins von einem Hofe zu Gevenitz und noch einigen Hühnern 
von Acker in Gevenitz. (Cop. 113 fol. 49.) 

1524. 30. Septbr. Das Domkapitel zu Magdeburg verschreibt Hans von 
Eszbeck zu Gross-Salze die Burg Schönebeck mit Zubehör, darunttT 
eine halbe Hufe auf Gevenitz er Mark, 2 Hühner von einem 
Hofe zu Gevenitz, 4 Hühner von einer Hufe daselbst (Cop. 113 
fol. 134\) 

1528. 20. Jan. Graf Wolfgang von Barby bezeugt Hans von Mosikaw, 
dass Graf Günther 1461 Jacob Mosikaw mit 4^/^ Hufe und 8 Morgen 
Gras auf Gevenitz er Mark vor Schönebeck belehnt hat. (Or.) 

1528. 20. Juli. Graf Wolfgang zu Barby bestätigt dem Hans von Mosy- 
kow, dass Graf Günther 1464 Jacob Mosikow mit Gütern auf der 
Mark zu Gevenitz vor Schönebeck beliehen habe. (Or.) 

1575. 17. Dezbr. Domherr Georg von Karlbitz belehnt Michael Wingkel- 
mann zu Vogelsdorf mit einer Hufe auf Gevenitz Felde vor 
Schönebeck. (Gr.) 

1575. 17. Dezbr. Georg von Karlwitz, Domherr und Kapitelsmeister, be- 
lehnt Valentin Biere zu Gross -Salze mit einer Hufe Landes vor 
Schönebeck auf Gevenitz Marke gelegen. (Or.) 

1580. 14. Novbp. Ernst von Meltzing, Domherr zu Magdeburg, belehnt 
Heinrich Ritzleven zu Schönebeck mit einer halben Hufe auf Ge- 
venitz er Feldmark. (Or.) 

Digitized by VaOOQ 16 



126 t>ie Wüstungen im Nordthüringgau. 



1601. 2. Juni. Domherr Wolfgang Spitznass belehnt Kathariue Korlinga 
zu Schönebeck mit 1^2 Viertel Ackers auf Gevenitzer Felde, 
einem Morgen Gras und einer halben Word, die Dorfstedt oder 
steinerne Frau genannt (Or.) 

1603. 2. Febr. Der Domherr Christof von Qörne bekennt, dass Hans 
Lemke zu Schönebeck 6 Thaler Zinsen jährlich aus Gütern vor 
Schönebeck, darunter von einem Morgen Gras zu Gevenitz und 
von einer halben Wort, die Dorfstätte oder steinerne Fr^u genannt, 
wiederkäuflich an das Domkapitel verkauft hat (Or.) 

1608. 12. Mai. Der Dompropst Ludwig von Lochow leiht Hans Fricke 
in Schönebeck 4 Morgen Gras im Samberge und 2 Morgen im 
G ein netz. (Or.) 

Im Lehnbriefe von 1612 heisst die Wüstung Gevenitz. 

1663. 15. Septbr. Der Domherr Hermann Heinrich von Zerssen zu Magde- 
burg belehnt J.G. Rohkohl zu Schönebeck mit einer grösseren An- 
zahl Äcker, darunter solche auf Gevenitzer Feldmark und auf 
Eylsleben. (Konzept.) 

1779. 16. Jan. Der Kapitelsmeister Domherr Heinrich Friedrich von 

Platen belehnt die beiden Kirchen S. Nicolai und S. Jacobi in 

Schönebek u.a. mit Zinsen von Äckern und Wiesen in Gevenitz. 

Ebenso den Rat von Schönebeck. (A 8 ErzstM. Domkap. No. 1392.) 

Litt«nitiir: Magdeh, Geschichtsbl. lU, S. S55. 



123. Geldice. 

Lage unbekannt. 

1108. Ei-zbischof Adelgot bekundet, dass der Stiftsherr Bernhard und 
seine Schwester Eva mehrere Güter einigen Stiftern geschenkt und 
dass er selbst solche hinzugefügt habe, darunter 2 Hufen in Gel- 
dice, den Zehnten in Rottt^rsdorf und Dodeleben. (v. Heinemann, 
C.d.Anh.I, No. 171.) 

1206. 28. Febr. Papst Innocenz bestätigt dem Kloster Nienburg seinen 
Besitz, darunter in G el ti z e 16 Hufen, (v. Heinemann, C. d. Anh. I, 
No. 749.) 

124 Georgsdorf. 

Nordwestlich von Eikendorf, Kreis Calbe. 

1264. 30. Mai. Kloster Marienthal verkauft dem Stift S. Nicolai zu 
Magdeburg 9 Hufen 8 Morgen, wovon 4 Hufen und 5 Höfe in 
Gerekestorp liegen. (Magd. Reg. H, No. 1608.) 

1684. Im Gerichsdorfer Felde bei Eikendorf hältdie Hufe 24Morgen. 
(Steuerprofessions-Protok.) 

1713. 20. Febr. Görgesdorfer Feld eränzt gegen Abend und Mitter- 
nacht mit Bierischen Feldern. (A. Herz. M. Landesreg. VII, No. 53). 
Litteratnr: Magdeb. Geschichtsbl. III, S. 489. XI, S. 260. 



Digitized by VaOOQ 16 



122. Gevenitz. — 123. Geldice. — 124. Georgsdorf. - 125. Gertz. — 126. Gline. 127 

125. Gertz. 

Zwischen Gross-Salze und Eggersdorf. Kreis Calbe. 

c. 1380. Wedege von Freck leben hat vom Erzstift das Dorf Gherltz,i 
einen Hof in Ottersleben und S^/, Hufe in Biere zu Lehen. (G. 
Q. XVI, S. 73.) 

1494. Henning Wendekarre zu Gross-Salze hat vom Grafen Burchard 
von ßarby zu Lehen eine halbe Hufe auf Jertzker Mark. 

Ebenso Amt und Mauritz Adolf in Gross-Salze eine halbe Hufe 
zu Jertz. (Cop.431 fol. 156.) 

Ebenso Fritz Hakeborn 3 Viertel Landes zu Gertz. (Ibid. 
fol. 155\) 

Ebenso Hans Borkart zu Gross-Salze eine halbe Hufe zu Gertz. 
(Ibid. fol. 155\) 

1502. 14. April. Graf Burchard von Barby belehnt Curt Trepeler u. a. 
mit einer halben Hufe auf Gertz er Mark. (Or.) 

1533. 21. Juli. Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen belehnt den 
Grafen Wolf von Barby u.a. mit einer Hufe zu Gnatz (Gentz). 
(v. Ludewig, Bell, manuscr. X, S. 228.) 

1668. Das Gortzsche Feld bei Salze enthält 539 Morgen oder 17 Hufen 
29 Morgen. i^A. Magd. Cammer H, 13 vol. I.) 

Utteratnr: Magdeb.QeachichUbl.Il, S.gSO. UI,S.S55, 



126, Gline. 

Zwi^hen Osierweddingen und Sülldorf, Kreis Wanzleben. 

1145. 11. Jan. Papst Lucius IL bestätigt dem Klo8t<»r Berge seine Be- 
sitzungen, darunter in Wilmareslope, G 1 i n i. (G. Q. IX, No. 30.) 

1151. Burchard von Gline ist Zeuge. (G.Q.IX, No.30.) 

1209. 18. Dezbr. Papst Innocenz HI. bestätigt dem Kloster Berge seine 
Besitzungen, darunter die Dörfer (cum villis) Osterweddinge, Gli nuni, 
Dudenthorp. (G. Q. IX, No. 59.) 

1479. 17. März. Abt Andreas zu Berge belehnt Cone von Emden, Cones 
Sohn, und Cone, Hennings von Emden Sohn, mit je 2 Wispel 
Roggen und Hafer von 8 Hufen auf Gl in er Mark u. s. w. (G. 
Q.1X, No.432.) 

1479. 1. ApriL Abt Andreas zu Berge belehnt Hans und Hermann Vel- 
pennig mit Gütern in Osterweddingen , auf Abbendorfer Mark, 
3 Hufen und 2 Morgen zu Gline und Gütern zu Sülldorf. (G. 
Q. IX, No. 437.) 

1479. 4. Dezbr. Abt Andreas zu Berge belehnt die Brüder Tile, Hans 
und Heinrich die Griper mit Gütern zu Osterweddingen, einer Hufe 
auf Glinemark, Stemmern, Bahrendorf u. a. (G. Q.IX, No. 463.) 



Ea ist zweifelhaft, ob Gheritz mit Gertz identisch ist. 

Digitized by LjOOQ 16 



l2B bie Wüstungen im Kordthüringgau. 



1487. 29. Harz. Abt Andreas zu Berge belehnt Hans Duvel in der 
Sudenburg mit 1 Hufe auf Gliner Mark. (G.Q.1X. No.565.) 

1489. 18. Novbp. Abt Andreas zu Berge belehnt Joachim Giseler mit 
Gütern in Billingsdorf, Slenne Feld, mit 3 Vierteln und 1^2 Morgen 
Oberland auf G 1 i n e r Feld , 2 Höfen zu Veterstorp. (G. Q IX, No. 601 .) 

1490. 9. Oktbr. Abt Andreas zu Berge belehnt Margarethe, Tile Gripers 
Frau, zur Leibzucht mit Gütern zu Osterweddingen und einer Hufe 
auf G 1 i n e r Mark. (G. Q. IX, No. 613.) 

1494. 27. Febr. Abt Andreas zu Berge bezeugt, dass Claus Rethfeld 
Amtmann zu Dodendorf an das Stift S. Sebastian einen halben Wispel 
Weizen jährlich aus seinem Hofe daselbst und 2 freien Hufen und 
einem viertel Landes auf Gliner Mark für 24 Gulden wieder- 
käuflich verkauft hat. (G. Q. IX, Nr. 706.) 

1494. Die Grafen von Barby haben zu verleihen 32 Schillinge zu Glin an. 
(Cop.431 fol.6\) 

1496. 25. April. Abt Matthias zu Berge belehnt Cone, Valentin, Levin, 
Haus und Ulrich von Emden mit Korn aus 8 Hufen auf Gliner 
Mark u. s. w. (G. Q. IX, No. 785.) 

1501. 23. Febr. Abt Matthias zu Berge belehnt Heine Heinemann zu 
Sülldorf mit Äckern auf Veterstorper Mark und 3 Vierteln auf 
G 1 i n e Mark. (G. Q. IX, No. 915.) 

1501. 16. Aug. Abt Matthias zu Berge belehnt Jacob Bernd mit einem 
halben Kot zu Sülldorf, 2 Hufen auf Gline Mark und der Stege- 
mühle zu Sülldorf. (G. Q. EX, No. 924.) 

1501. 20. Dezbr. Abt Matthias zu Berge belehnt Burchard von Esebeck mi t 
einer Hufe auf Hallingsdorfer Felde und,!^'^ Hufe auf Veterstorper 
Felde, 6 Morgen und einer Hufe auf Gline Mark. (G.Q.IX,No.936.) 

1523. 17. April. Kloster Berge und das Kloster U. L. Fr. einigen sich 
über Güter auf Gliner Mark und Lütken-Salbke. \,G. Q. IX, 
No. 983. X, No. 375.) 

1562. Im Inventarium des Klosters Berge findet sich: 

Die von Emden 2 Wispel Roggen, 2 Wispel Hafer aus 8 Hufen 

auf Gline Mark vor Sülldorf u. s. w. 

Die von Esebeck 2 Hufen und 1 Wassermühle auf Gline 

Mark und zwischen Sülldorf und Osterweddingen gelegen. (G. 

Q.IX, No.1062.) 

Litterator: Magdeb. GeschtchUbl. XII, S.170. 



127. Glüsig.^ 

Jetzt Vorwerk östlich von Hundisburg, Kreis Neuhaldensleben. 

1197. Erzbischof Ludolf bestätigt dem Kloster Ammensieben seine Be- 
sitzungen, darunter inGlusinke eine Hufe. (Magd. Reg. II, No. 7 8.) 

^ In Glußinge hat auch Kloster Hamcrsleben Besitzungen, worüber mehrere 
Urkunden in Schmidts ÜB. des Hochstitts Halbergtadt eich finden. Diese be- 
ziehen sich aber wohl auf die gleichnamige Wüstung bei Vogdsberg. 



Digitized by VjOOQ 16 



126. Gline. - 127. Glüsig. 129 



1281. 1. Aq^. Erzbischof Albrecht bestätigt dem Kloster Ammensieben 
seinen Besitz, darunter in Gl Usingen 4 Hufen und eine Hofstelle. 
(Magd. Reg. II, No. 944.) 

1286. 6. Novbr. Erzbischof Wilbrand von Magdeburg bestätigt dem Kloster 
Althaldensleben mehrere Besitzungen und eine Schenkung seines 
Bruders, des verstorbenen Erzbischofs Albrecht, darunter eine Kapelle 
und 1 1/2 Hufe zu G 1 ü s i n ge n. (Magd. Reg. II, IS o. 1069.) 

1254. Kaufbrief des Klosters zu Lutter über eine Hufe und ein Viertel 
Landes zu Gl Usingen und eine halbe Hufe zu Althaldensleben 
(für Kloster Althaldensleben). (A. Erzst. M. H, No. 1034.) 

1272. Donatio Grebhardten von Alvensleven Ritters über 2 Hufen und 

2 Höfe zu Glusingen (für Kloster Althaldensleben). (A. Erzst 
M. II, No. 1034.) 

1280. Markgraf Otten und Cunradts zu Brandenburgk donation über 
4 Hufen Landes mit etzlichen zugehörigen Höfen zu Gl u sing (für 
Kloster Althaldensleben). (A. Erzst. M. II, No. 1034.) 

1282. 23. April. Gebhard der ältere von Alvensleben bekundet, dass der 
Magdeburger Bürger Konrad von Haldensleben 2 Hufen und 2 Höfe 
zu Gl u singe dem Kloster Althaldensleben geschenkt und mit 
4 Mark den Besitztitel von ihm abgelöst habe. (Wohlbrück, Alvensl. 
I, S. 70.) 

1282. 6. Juli. Ritter Berthold von Wodenswegen bekundet den Verkauf 
des Gehölzes parva Grevena bei dem l5orfe Glusinghe an das 
Kloster Althaldensleben. (v. Kröcher, ÜB.I, No.18.) 

1286. 19. Dezbr. Die Markgrafen Otto und Konrad von Brandenburg 
übergeben auf Bitten der Edlen Johann und Dietrich, der Höhne 
des verstorbenen Reinhard von Grunenberg, 4 Hufen zu Glu singe 
mit Hofstellen und Zubehör dem Kloster Althaldensleben gegen 

3 Hufen in Klei n-Roden sieben. (Cop. 748 fol.26\) 

1288. 17. Jan. Erzbischof Erich übereignet dem Kloster Marienthal eine 
Hufe in Glusinghe gegen eine Hufe in Olvenstedt, die Jordan 
und Berthold von Wodenswegen ihm resigniert haben. (Magd. 
Reg. III, No. 568.) 

1801. 27. Dezbr. Erzbi«chof Burchard IL schenkt dem Kloster Althaldens- 
leben das Dorf Niendorf, 8 Hufen in Althaldensleben, ferner die 
Breite vor diesem Orte und ein Pfund zu Althaldensleben und 
Glüsig. (Behrends, Neuhaldensl. I, S.374.) 

1304. Wechselbrief Braunen von EiUleven über etzliche Güter zu Glu- 
s i n g für Kloster Althaldensleben. (A. Erzst M. H, No. 1034.) 

1306. 1. ApriL Heinrich und Friedrich von Alvensleben schenken dem 
Kloster Althaldensleben Zinsen von einer Hufe im Felde ville 
Glisingen. (Cop. 748 fol. 49.) 

1306. 8. April. Heinrich und Friedrich von Alvensleben schenken zu 
einem Seelgerat für 10 Mark dem Kloster Althaldensleben die 
Pacht von einer Hufe ville Glisingen, die in einem halben 

W Oatangen 1. NordthOr. \f 

Digitized by VaOOQ 16 



130 Die Wüstungen im NordthÜringgau. 



Wispel Weizen und einem halben WiBpel Roggen besteht. (Riedel, 
C. d. Brand. A, XVII, S. 50.) 

1310. 30. Jan. Jordan von Wudenswege, Burgmann von Wolmirstedt, 
verkauft dem Kloßter Althaldensleben je einen halben Wispel Roggen 
und Hafer und ein viertel Wispel Weizen von dem Zehnten in 
villa Glusingen für 150 Mark mit Zustimmung seiner Schwester 
und deren Söhne. (Or.) 

1810. Kaufbrief Heinrich von Wudeswogen über den Sattelhof zu Glu- 
singen samt seiner Zubehörung (für Kloster Althaldensleben). 
(A. Erzst M. II, No. 1034.) 

1817. 18. Au^. Volrad von Dreileben, summus gogravius in villis circa 
Grevenam, bezeugt, dass der Ritter Jordan von Gutenswegen dem 
Kloster Althaldensleben für 20 Mark 16 Scheffel Roggen und eben- 
soviel Hafer, 8 Scheffel Weizen mit 6 Hühnern und 2 Lämmern 
als Zehnt und 1^2 Hufe mit 3 Worten, von denen 14 Schillinge 
und 22 Hühner und noch 5 Schillinge am Osterabende als Zins fallen, 
von seinen Gütern in Glusingen verkauft hat (Cr.) 

c. 1817. Donatio Cunradi von Wudeswegen über seine Gerechtigkeit zu 
Glusingen (für Kloster Althaldensleben). (A. Erzst, M. II, No. 1034.) 

1317. Donation Conradi von Wudeswegen überetzliche Güter und Zehnten 
zu Glusingen (für Kloster Althaldensleben). (A.Erzst. M. II, 
No. 1084.) 

1320. 14. April. Volrad von Dreileben und Jordan von Gudenswegen 
verkaufen für 14 Mark Silber dem Kloster Althaldensleben 23 Schil- 
linge, einen Quadranten Roggen und einen Quadranten Hafer und 
15 Hühner im Dorfe Glusinge. (Cop. 748 fol.71.) ' 

1322. 29, Mal. Johann, Heinrich und Jordan von Kröcher bezeugen, dass 
Jutte von Trebenitz und ihre Schwester Johanna, Nonnen zu Alt- 
haldensleben, 3 Hufen in campo Glusinge dem lOoster geschenkt 
haben. (Ck)p. 748 fol. 72\) 

1826. Albert und Bernhard Grafen von Regenstein verkaufen dem Kloster 
Althaldensleben 3 Hufen und 2 Mark in campis Glusinge. 
(Cop. 748 fol. 82\) 

1345. 17. Novbp. Kloster Althaldensleben verkauft der Kirche S. Jacobi 
zu Neuhaldensleben eine Glocke, quondam pendentem in turri ecclesie 
ville Glüs inge für 10 Mark Silber. (^Behrends, Neuhaldensl.1, S.358.) 

c. 1400. Die Bauern von Glüs in g müssen beim Bau des Land- 
grabens an der Ohre helfen. (Walther, Sing. M. VI, S. 7.) 

1477. 28.HärE. Erzbischof Friedrich belehnt die Vettern Ludolf und 
Heine von Alvensleben u. a. mit einer Hufe zu Glusinge. 
(Cop. 36 fol. 9.) 

1477. 8. Oktbr. Erzbischof Ernst belehnt die Vettern Friedrich und Frie- 
drich von Alvensleben u.a. mit einer Hufe zu Gluszinge. (Cd. 
Alvensl.ILM, No.42.) 



Digitized by VaOOQ 16 



127. Glügig. — 128. GöhringBdorf. 131 



1490. 20. Aug. Hans Urgleben zu Neuhaldensleben erhält vom Erzbisohof 
Ernst u. a. zu Lehen 2 Wiesenblecke auf der Gl ü singe Mark, 
einer benedden den grossen jven, der andere am Steinblecke. 
(Cop. 41 fol. 139\) 

1515. Ein Lehnbrief Ern Nicolai Pilgrims, Canoniken in der Neustadt 
Magdeburg, über eine halbe Hufe Landes und einen Hof zu Glu- 
s i n g für Kloster Althaldensieben. (A. Erzst M. H, No. 1034.) 

1515. Donatio Cunradi von Wudeswegen über etzliche Güter und Zehenden 
zuGlusingen an Kloster AI thaldensleben. (A. Erzst. M U,No.l034.) 

1516. 30. Juni. Erzbischof Albrecht belehnt die Brüder Ludolf und Mat- 
thias von Alvensleben u. a. mit einer Hufe zu Glusing. (Cd. 
AlvensLin, No.lll.) 

1516. 22. Dezbr. Ludwig, Hans und Moritz Alemann zu Magdeburg 
werden von Friedrich von Alvensleben belehnt u. a. mit einer Hufe 
zu Glüsing, dem Kolk mit Wasser und Holz. (Riedel, C. d. Brand. 
A,XVn, 8.204.) 

1555. Glusing zahlt an Bynodalkom dem Deohanten von Magdeburg 
je 3*/g Quartale Roggen und Hafer. (R^.censuum de 1555.) 

1561. Die Holzhausen geben 12 Groschen von einem Hofe und 4 oder 
5 Hufen zu Glüsigk männlichen Lehngutes an Kloster Gottes- 
gnaden. (Visitationsprotokoll.) 

1561. Das Kloster Althaldensleben besitzt das Vorwerk Glüsig mit 
4 Breiten, als die Schalckenburg, bei dem lütgen Greving, bei dem 
RofTe, beim Wedringischen Wege, 2 Teiche bei Glüsig 
(Walther, ßing.Magd.X, S.464.) 

1561. Kloster Althaldensleben hat von der Ochsenwiese unter dem Wein- 
garten in Glusing 12 Fuder, von 2 kleinen Wiesen beim Hofe 
zu G 1 u 8 i n g 3 Fuder Heu. ( A. Erzst M. H, No. 1034.) 

1578. 26. Juli. Das Stift S. Petri et Pauli in der Neustadt -Magdeburg 
belehnt den Propst Johann Adam von Althaldensleben mit einer 
Hufe auf Glüsinger Feldmark, welche das Kloster für eine Hufe 
in Wedringen eingetauscht hatte. (Cop. 748 fol. 138'.) 

1651. 12. Aq^. Das Stift S. Petri et Pauli in der Neustadt -Magdeburg 
belehnt das Kloster Althaldensleben mit einer Hufe auf Glüsinge 
Felde und noch einer halben Hufe daselbst und einer Hofstätte, 
das kleine Roff genannt. (Cop. 748 fol. 137.) 

Lfttemtnr: Behrendt, NeuhaldensL I, S. S57, — WohUnrüch, Alvensl. /, S. 70. 



128. Göhringsdorf. 

Jetzt Vorwef k, westlich von Seehausen, Kreifl Wansleben ; Sitz eines Archidiaconats. 

1118. 18. Oktbr. Bischof Reinhard von Halberstadt bestätigt dem Kloster 
Huysburg den Zehnten in einer Reihe von Dörfern und beneficium 
ecclesie Gerdegestorp. (v. Heinemann, C.d.Anh.1, No. 184.) 

9» 

Digitized by VjOOQ 16 



132 I^ie Wüstungen im Nordthflringgftu. 



1138. Bischof Rudolf von Halberstadt bestätigt die Rechte des Proptee 
von S.Johann daselbst, darunter das Archidiaconat in Gerdekes- 
torp. (Schmidt, Hochstift Halberst I, No.l91). 

1197. 5. Mai. Papst Cölestin III. bestätigt dem Kloster Huysburg seine 
Besitzungen, darunter beneßciun ecclesie in Gerd egestor p. (v.Heine- 
mann, O.d.Anh. I, No. 715.) 

1225. 8. Septbr. Der päpstliche Legat Konrad bestätigt die Privilegien 
und Besitzungen des Klosters S. Johann in Halber^tadt, darunter 
das Archidiaconat in Jerd ige stör p. (Schmidt, Hochstift Halber- 
stadt I, No.574.) 

1238. Heidenricüs, Bernardus, Heinricus fratres de Jerdekesthorp 
sind Zeugen. (Schmidt, Hochstift Halberstll, No. 681.) 

1239. Bernardus de Jerdekestorp ist Zeuge. (Schmidt, Hochstift 
Halberst II, No. 687.) 

c. 1240. Herzog Albrecht von Sachsen überträgt dem Stift Quedlinburg 
die Vogtei über 53 Hufen jenseits des Bruches (trans paludem), dar- 
unter über 19 in Jerdagestorp. (v.Erath, Cd. Quedlinb.No. 97.) 

1247. 30. Oktbr. Bernardus de Jerdikestorp ist unter den Schöffen 
im Gericht der Grafschaft Seehausen. (Schmidt, Hochstift Halberst II, 

No. 785.) 

1271, 6. Febr. Bischof Volrad von Halberstadt übereignet dem Kloster 
Hamersleben 2 Hufen, eine in Klein - Üpplingen und eine in 
Remkerslebi'n , die es von Johann von Jerdekesdorf gekauft 
hatte. (Schmidt, Hochstift Halberst. II, No. 1229.) 

1296. 9. Septbr. Bertram, der Templerordensmeistc^r in Deutschland und 
Slavien, verträgt sich mit dem Kloster S. Johannis zu Halberstadt 
wegen des dem Orden zustehenden Patronats über die Kirche in 
Gerdekestorp, (v. Ledebur, Archiv XVII, S. 265.) 

1310. 4. Dezbr. Papst Clemens V. schreibt an die Bischöfe von Branden- 
burg, Merseburg und Hildesheim, dass Erzbischof Burchard dem 
päpstlichen Gebot folgend die Templerritter in curiis sive domibus 
Wich man nsdorp ac Bolstede et Jerdingesdorp fangen Hess und 
ihre Güter eingezogen hat. (Riedel, C. d. Brand. B, I, 8.297.) 

1311. Hermann und Luder von Seehausen haben vom Bischof von 
Halberstadt zu Lehen den Zehnten über l^L Hufe und über eine 
Rodung Jerdekestorp. (Riedel, C. d. Brand. A, XVII, S. 464.) 

1312. 25. Jnli. Papst Clemens V. spricht Erzbischof Burchard HL vom 
Banne los, mit dem er vom Bischof von Halberstadt belegt war, 
weil er die Kirche in Jerdegestorp in eine Festung verwandelt 
hatte. (Cop. 391.) 

1393. 15. Mai. Die Gebrüder Hans und Riprecht von Schirstedt bewidmen 
zu einer Memorie Kloster Meyendorf mit dem Hofe zu Jerdings- 
torp. (v. Ledebur, Archiv I, S. 149.) 

1400. Jerdingestorp zahlt 4 Schillinge als einfache jährliche Pro- 
kuration nach HalbersUdt. (Zeitschrift für Niedersachsen 1862 S. 68.) 



Digitized by VaOOQ 16 



128. Göhringsdorf. — 129. Goldite. 133 



1508. 8. Febr. Erzbigehof Ernst schlichtet einen Streit zwischen dem 
Propst von Kloster Meyendorf und Ippolit von dem Werder über 
einen Deich in und up der Marcke to Jerdineestorp dahin, 
daus die Hälfte das Kloster, die andere Hälfte der Besitzer des 
Dorfes Ummendorf haben soll. (Cop. 750 foL 116.) 

1683, Kloster Meyendorf hat da« Vorwerk Jeringsdorff mit 20 Hufen, 
der Acker aber war sehr schlecht (Steuerprofessions-Protok.) 



129. Goldite. 

Bei Calbe in der Nfthe der Saale zwischen Grizehne und Tiabiz. Sitz einer Obödienz. 

1230. Dompropst Wilbrand schenkt einen vom Ritter Friedrich von 
Goylditz gekauften Wispel Roggen dem Lorenzkloster in der 
Neustadt Magdeburg. (Magd. Reg. H, No. 917.) 

c. 1230. Der Pfarrer H. zu Goldiz soll, obgleich er gebannt ist, seinen 
Prozess gegen einen anderen Pfarrer weiter führen dürfen. (Magd. 
Reg.H, No.928.) 

0.1866. Steuerregister von Calbe: Item a villanis in Golditz H marcas. 
(Magd. Gesch. XV, S.llO.) 

c. 1370. Thilo Marsealk cum patruis suis hat vom Erzstift zu Lehen — 
in Goldiz de decima VII choros ordei et tritici et 1^2 mansum cum 
IUI curiis et XXI solidis denariorum et VH pullos. — Item in 
Goldiz III solides volgariter rowenenpennynge. (Gesch. Qu. XVI, 
S.49.50.) 

1882. Michael von Golditz (wohl Einwohner des Ortes). (Magd. Gesch. 
XX, S.45.) 

1392. 30. Aug. Erzhischof Albrecht belehnt Hans Koch zu Magdeburg 
und seine Frau Kunne zur T^ibzucht mit 3 Wispeln und 21 Mass 
und einem Viertel Korn aus dem Zehnten auf dem Felde zu Gol- 
ditz, mit einem Pfund Pfennige und 20 Schilling ebenda und 
einem Vierding zu Brumby, welche Güter vorher der verstorbene 
Rudolf Marschalk zu Lehen hatte. (G. Q. XXVI, No. 704.) 

c. 1400. Der Zehntner in Calbe entrichtet dem Domkapitel Abgaben aus 
Golditz in Höhe von 1 Pfund 7 Schillingen. (Cop. 90.) 

c. 1414. In Go 1 d i tz hat die Magdeburger Dompropstei 3 Hufen. (Cop. 91, 
S. 14.) 

1455. 16. Aug. Einige Domherren und Ratsherren von Magdeburg ent- 
scheiden einen Streit zwischen Erzbischof Friedrich und Graf 
Günther von Mühlingen und Herrn zu Barbv u. a. von der vischerie 
wegen uff der Säle und Golditz bisz in die Elbe dahin, dass die 
Grafen den vischern von Calbe der gewere der vischerie uff der 
Säle bisz uff und in der Elbe gestaten. (Magd. Gesch. XXXI, 8. 87 ff. ) 

1457. In Golditz hat die gleichnamige Obödienz 4 Hufen, die 6 
Schock Zinsen und die Hans Smed in Calbe hat (Cop. 99 fol. 3.) 



Digitized by VjOOQ 16 



134 ^'^ Wüstungen im Noidthüringgau. 



1481. Domini (Rat von Galbe) consumpeerunt XIV groeaen, den bj 
weren myt unsem gnedigen herreQ up dem dage tho Goiditz. 
(Magd. Geßch. XVII, S. 147.) 

1689. Der Gollnische (Goltzische) Busch zwischen Gritzehne und 
Trabitz nahe der Baale. (Aktenstück der Kon. Regierung Calbc F. 13.) 



130. Gorenitz. 

Bei Eikendorf, Kreis Calbe; genaue Lage unbekannt. 

1494. Hans Alemann zu Magdeburg hat für sich und seine Vettern vom 
Grafen Burchard von Sarby zu Lehen u. a. 18 Schillinge, welche 
die Bauern von Eikendorf von den 2 Marken Gorenitz und 
lutken Biere geben. (Cop. 431 fol. 143). 



131. Goritz. 

Bei Rogäta, Kreis Wolmiraledt. 

1477. 19.Novbp. Die Brüder von Veitheim erhalten vom Erzbischof 
Ernst zu Leben u. a. die wüsten Dorfstaiten Rehagen, Iszmaritz, 
Dornstete und Goritz halb. (Copi41 fol. 120 \) 

1635. 10. ApriL Kardinal Albrecht belehnt Jacob und Christoph von 
Veitheim u. a. mit den wüsten Dorfstatten zu Ismaritz, Darnstette 
und Goritz. (Cop. 113 fol.182.) 



132. Goteit, Jeitz. 

Bei Barby in der Nähe des Vorwerks 2Seitz, Kreis Calbe. 

1311. Ritter Betmann von Salzwedel und sein Sohn Ludeger haben vom 
Bischof von Halberstadt zu Lehen decimas in Crewitz, Picore, 
Deyene, Potmersleve, Botlene, Discerve, Gotsiz et Citz; summa 
totius annone est 18 chori siliginis et avene et a qualibet domo 
1 pullum. (Riedel, C. d. Brand. A. XVII, S.469.) 

c. 1380. In Gotzit hat Wernherus de Hoye 2 Hufen vom Erzstift zu 
Lehen. (G.Q.XVI, S. 100.) 

1494. Hans und Stefan Trepeler zu Salze haben vom Grafen Burchard 
von Barby zu Lehen u. a. eine halbe Hufe zu Geiczs. (Cop. 431 
fol. 12 \) ^ ^ 

litteratnr: Magdeh. Geschichtsbl. III, S, 4S9. 



133. Granau. 

Nördlieh von Calbe. 

1377. 3. April. Dederunt 1 fl. pro duabus tunnis cerevisie, fiebant con- 
civibus (von Calbe), proprie do sy dy bome nedder howen to Gra- 
nowe. (Älteste Stadtrechnung von Calbe.) 



Digitized by VaOOQ 16 



129. Golditz. — 130. Gorenite. ~ 131. Goiite. — 132. Gotzit — 133. Granau. 135 

1452. 16. Aug. Graf Günther von Mühlingen bezeugt, dass Cone und 
Hans von Defen an den Domvikar Valentin zu Magdeburg das 
Dorf Granow (im Reverse steht: dorpstede) vor Calbe für 136 
Gulden verkauft haben. (Cop. 31 fol. 57.) 

1483. 23. Jan. Arnd von der Heyde verzichtet auf seine Ansprüche an 
einen freien Hof und 8 1/2 Hufe Landes auf der Mark zu Granow 
gegen Erzbischof Ernst, der dafür 15 Gulden zahlt. (Or.) 

1489. 16. Dezbp. Der Rat von Calbe entscheidet einen Streit zwischen 
einigen Frauen dahin, dass Margarethe, Matthäus Gloren Wittwe, 
ein Haus auf dem neuen Markte bei dem Burgthore an der Ecke 
ihren Gegnern, der Buchmannin und der Leynhardin abtreten, da- 
gegen das Steinhaus auf dem alten Markte und eine Hufe auf der 
Mark zu Granow behalten soll. (Handbuch von Calbe.) 

1493. 26. Novbr. Ulrich Vogt erhält vom Erzbischof Ernst zu Lehen 
u. a. etliche Zinshufen, genannt Eidistacker, zu Calbe — Granow 
U.S.W. (Cop. 41 fol. 142'.) 

Dieselben Hufen erhält 1500 September 16 Hans von Lattorf. 
(Ibid. fol. 192M 

1498. 29. Auflc. Sievert von Deven zu Gross-Salze verkauft mit Zu- 
stimmung des Grafen Burchard von Barby als Lehensherrn den 
Domvikaren zu Magdeburg 3 Gulden jährlich von der Feldmark 
Granow bei Calbe für fünfzig Gulden. (Cop. 81 fol.203\) 

1502. 31. März. Martin Berneberg, Mönch zu Huysburg, verlässt vor 
dem Rate von Calbe seinem Bruder Levin Weite eine halbe Hufe 
zu Granow und ein Viertel zu Nygenstede. (Handelbuch von 
Calbe Bl. 219.) 

1503. Erzbischof Ernst triffl ein Abkommen mit Graf Burchard von 
Barby u.a. über die Gerichte und die Hütung zu Tomiti; es wird 
festgesetzt, dass die Herden des Erzbischofs und der Stadt Calbe 
in den Feldmarken Tornitz, Strubel, Weystel, Picheer, Trutzel, Gra- 
now, Swercz, Krewicz, Czorts, Defen und Disteel erst nach der 
Erndte weiden dürfen. (Magd. Gesch. XXXI, S. 100 ff.) 

1506. 6. Dezbr. In einer Erbteilung der Güter des verstorbenen Bal- 
thasar Roch vor dem Rate von Calbe werden verteilt eine halbe 
Hufe zu Nienstede, eine halbe Hufe zu Griczene, eine halbe Hufe 
zu Hondorf, eine halbe Hufe zu Granow, eine Hufe zu Rüsten 
und ein Viertel zu Serwitz. (Handelbuch von Calbe Bl. 227). 

1521. In einer Ehestiftung zwischen Albrecht Erdmann und Margarethe 
Deimprechts werden erwähnt 2 Hufen zu Balberck, eine halbe Hufe zu 
Ruczau, li/g Hufe zu Griczen, eine halbe Hufe zu Gr a n w und eine 
Hufe auf der Tornawischen Mark. (Handelbuch von Calbe Bl. 263.) 

1528. 7. Juni. In einer Erbteilung zwischen den Brüdern Michel, Bro- 
sius und Stefan Litzke zu Calbe kommen zur Verteilung Vu Hufe 
zu Baiberge, 2 Hufen zuGritzene, eine halbe Hufe auf der Stadtmark, 
7 Vierdinge Ackers zu Gribbene, 7 Vierdinge Grases zu Rosen- 
burg, eine halbe Hufe zu Granow, ein Busch zu Lytzehen. 
(Handelbuch von Calbe B1.279\) 

Digitized by VaOOQ 16 



136 EHe Wüstungen im Nordtharinggau. 



1624. 17. An^. Die Grafen Albrecht Friedrieh und Jost von Barby be- 
lehnen Jacob Furchtenicht zu Calbe mit einem Viertel auf Gra- 
nower Mark. (Or.) 

1677. 3. Dezbr. Der Amtmann von Barby belehnt Jacob Lüdicke, Amt- 
mann zu Giebichenstein, mit einer Hufe auf GronawerMark. (Or.) 

1699. Stadt Calbe hat sich angemasset die Äcker von Hondorf, Geser 
8trohbel, Popendorf, Gran au, Ringsdorf (Riesdorf == Rösten, 
Riesten), Walberg, Schwarzau, Genau (Gribbene). (A. Magd. Cammer 
n, No. 268.) 

litteratar : Magdeb. Geschichtsbl. III, S. 489. 



134, Gra^sendorf. 

Zwischen Süpplingcn und Bülstringen, Kreis Neuhaldensleben. 

c. 1400. Hinricus et Ludolf patrueles (de Alvensleve) haben vom Erz- 
stift zu Lehen villas Husing, Serlitze et Grass endorp. (G. Q. 
XVI, S.251.) 

1446. Die Vettern Georg und Hildebrand von Berwiskel haben vom 
Erzbischof Friedrich zu Lehen u. a. die wüsten Dörfer Husingh, 
Czerlitz, Grassendorf f, Hermersleven und Dost (Cop,36 fol.87.) 

1477. 19.Novbr. Die von Barwinkel erhalten vom Erzbischof Ernst zu 
Lehen u. a. die wüsten Dörfer Hussing, Czerlitz, Grassendorf 
und Dost. (Cop. 41 fol. 20^) 

1487. 19. April. Die Brüder Santersleben zu Neuhaldensleben erhalten 
vom Erzbischof zu Lehen eine Wiese zu Neyndorf, den Hagen zu 
Grassendorf und 2^/^ Hof daselbst (Cop. 41 fol. 278.) 

1499. 16. Oktbr. Die Brüder Sifart und Gebhard Schenke erhalten vom 
Erzbischof Ernst zu Leihen die Dorfstatte Grassendorf mit ihren 
Hölzern, Äckern, Wiesen, Fischereien, Weiden, Gericht und Jagd 
samt aller Gerechtigkeit, ausgeschlossen, wenn die Erzbischöfe dort 
jagen wollten. (Cop. 41 fol. 287.) 

1526. 15. Jnli. Albrecht Schenk verkauft an Matthias von der Schulen- 
burg seine dorpstede Grassendorp für Süpplinghe gelegen, die 
sein Vater Sivert Schenk von den von Santersleben zu Neuhaldens- 
leben gekauft und vom Erzbischof Ernst zu Lehen hatte. (Behrends, 
Neuhaldensl. n, S. 128.) 

1568. 29. Oktbr. Administrator Joachim Friedrich belehnt die von der 
Schulenburg u. a. mit der Feldmark Grassendorf, die Joachim 
von der Schulenburg denen von Alvensleben abgekauft hat. (Riedel, 
C. d. Brand. A, VI, S.289.) 

1 684. Die Grassend orfische wüste Feldmark haben ausser der Kirche 
in Neuhaldensleben die Bauern in Süpplingen. — Die Kirche in 
Süpplingen hat auf Grassendorffer Felde ein Fuder Heu. 
(Steuerprofessions-Protok.) 

LitU^rator: WaWicr, Sim. Magd. VW, S. SW. — Behrendt, Neuhaldensl. II, 
S. 1S7. — iMnncii, Die v. d. Schulenburg I, S. 463 ff. 



Digitized by VaOOQ 16 



133.Granau. — 134. Grawendorf. — 135.Greb8. ~ 136.Gribbene. 137 



136. Grebs, Grobitz. 

Südwestlich von EUkendorf, Kreis Calbe. 

1448. 13. Febr. Erzbischof Günther belehnt die Brüder Friedrich und 
Hans Lose u. a. zu Biere, Niekelde, Eikendorf und zu Grobitz 
mit 13 Hufen. (G. Q. XVI, S. 366.) 

1446. Cord von Kothen hat vom Erzstift zu Lehen u. a. 17 Hufen auf 
der Mark zu G r e w i t z. (Cop. 36 ß. 245.) 

148Ö. 15. Juni. Erzbischof Ernst belehnt Hans von Kroseck mit Län- 
dereien vor Calbe, Gütern zu Eikendorf und einer halben Hufe 
auf der Mark zu Groptzsch. (Cop. 41 fol. 75^) 

1501. Dr. Thomas Mauricü zu Magdeburg ist vom Grafen von Barby 
beliehen mit 5 Vierteln Landes auf Greptezer Mark und Gütern 
zu Eikendorf. (Cop. 431 fol. 144\) 

1713. 20. Febr. Grob zig (bei Eikendorf) grenzet ganz am Förder- 
stedtschen Felde mittaglich. (A. Herz. M. Landesreg. VII, No. 53.) 

Litteratnr: Magdeb. Gt%chichtshl. III, S. 49i. XI, S.S61.) 



136. Gribbene. 

Nördlich von Calbe. 

1168. 7. Juni. Erzbischof Wich mann schenkt dem Kloster Gottesgnaden 
den Zehnten und alle Gerechtigkeit von 5 Hufen in Wartenberche, 
montem unum iuxta Salam et iuxta villam Grobene adiacentem 
ad vineara plantandara cum decima vinee und die Fähre über die 
Saale. (Magd. Gesch. XXXI, S. 69.) 

C. 1870. Ludolphus de Saltwedel hat vom Erzstift zu Lehen in Gryb- 
bene Uli mansos und dorpstede und den thyi cum omni iure. 
(G.Q.XVI, 8.57.) 

Kone B6ddeker habet ^/j mansum in campis Grybbene et 
Lucie uxori eue ad dotem. 

Mewes by der mflren habet V2"^^"8um in campis Grybbene. 

Bosse Homborch habet V^^^^sum in campis Gribbene. (G.Q. 
XVI, S. 58.) 

1382. Busso Homburg hat vom Erzstift zu Lehen eine halbe Hufe in 
campo Gribbene. (G. Q. XVI, S. 1 99.) 

1399. Busso Homberg hat vom Erzstift zu Lehen eine halbe Hufe in campis 
G r i b e n e iuxta Cal vis. (G. Q. XVI, S. 230.) 

Cone Rolofs et Claus fratree haben eine halbe Hufe in campis 
Gribbene. (G.Q.XVI, S.231.) 

Johannes Swerczel hat eine halbe Hufe in campis Gribene. 
(G.Q. XVI, S.232.) 

1406. Claws Sasse het gesatt Hermen Northeime drie ferndel landes to 
Gribbene. (Magd. Gesch. XX, S. 229.) 

Digitized by VaOOQ 16 



138 Die Wüstungen im Nordthüringgau. 



1446. Die Brüder Kruse haben vom Erzbischof Friedrich zu Lehen u. a. 
3 Viertel Landes zu Gribene, die 4 Schillinge, 4 Pfennige und 

2 Gänse zinsen. (Cop. 36 S. 253.) 

1451. Heinrich Becker zu Calbe erhält vom Erzbischof zu Lehen eine 
Hufe auf Gribbene Felde. (Cop. 36 fol.50.) 

1457. 6. April. Johann und Claus Krusze zu Calbe verkaufen an Hans 
Krusze, den erzbiachöf liehen Mundkoch, einen Wispel Weizen jahr- 
lich von drei Viertel Landes zu Gribbene, einer halben Hufe 
zu Serwitz und einem Viertel auf der Btadtmark vor Calbe für 
40 Schock Groschen. (Cop. 66 fol. 214\) 

1460. Peter Kambsdorf zu Calbe hat vom Erzbischof Friedrich zu Lehen 

3 Viertel Landes zu Gribbene und ebenso zu Roubene. 
(Cop. 36 S.302.) 

1463. 16. Mai. Hans von Arnstein, Bürger zu Calbe, verkauft dem Stift 
S. Petri et Pauli in der Neustadt -Magdeburg 12 Scheffel Weizen 
jährlich von einer halben Hufe auf dem Felde zu Gribene für 
40 Gulden. (Cop. 66 fol. 413.) 

1472. Der Rat von Calbe bezeugt, dass sich Jan Berndes und Drewes 
Sasse vertragen haben über drei Viertel Landes zu Gribene, 
welche dieser an Berndes für 15 Gulden verkauft hatte. (Handel- 
buch von Calbe S. 74.) 

1477. 8. Oktbr, Die Gebrüder Krawel erhalten vom Erzbischof Ernst 
zu Lehen ein Viertel Landes auf Gribbene marke. (Cop. 41 
fol.60\) 

1477. 16. Novbr. Hans Jodecke zu Calbe erhält 3 Morgen auf dem Stadt- 
felde vor Calbe und eine halbe Hufe auf Gribbene Felde zu 
Lehen vom Erzbischof Ernst (Cop. 41 fol. 178.) 

1477. 16. Novbr. Die Gebrüder Krause zu Calbe erhalten vom Erzbischof 
Ernst zu Lehen 3 Viertel Landes Zinsgut zu Gribbene, die zinsen 

4 Pfennige und 2 Gänse. (Cop. 41 fol. 64.) 

1477. 22. Novbr. Peter Kampstorf zu Calbe erhält vom Erzbischof Ernst 
zu Lehen 3 Viertel auf dem Felde zu Gribbene und einen halben 
Hof zu 3 Lot Zins; zu Rouwbene von dem dritten Viertel 
18 Pfennige und 2 Pfennige, ferner zu Rouwbene von den 
3 Vierteln je einen halben Scheffel Hafer und Roggen und 3 Hühner. 
(Cop. 41 fol. 64.) 

1478. 26. Juli. Friedrich Küchmeister erhält vom Erzbischof Ernst zu 
Lehen l^/^ Hufe auf der Marke zu Gribbene, eine halbe Hufe 
ebenda und eine Breite unter dem Meydesprunge. (Cop. 41 fol. 65'.) 

1484. 8. Jan. Drewes Bersze erhält vom Erzbischof Ernst zu Lehen zu 
Gribbene eine halbe Hufe. (Cop. 41 fol. 34.) 

1487. 7. Juni. Hans Vogt zu Calbe hat vom Erzbiechof Ernst zu Lehen 
2 alte Schock von 2 Hufen auf der Mark zu Gribbene, die 
Elenden zu Calbe 4 Schillinge von 8 Vierteln Landes ebenda. 
(Cop. 41 fol.77\) 



Digitized by VaOOQ 16 



136. Gribbene. — 1 37. Gritzehne. 1 39 



C.1490. Auf der Marke zu Gribene vor Calbe erhält An nisius Botticher 
KU Calbe eine halbe Hyfe Ziusgut vom Erzbischof EIrnst zu Lehen. 
(Cop.41 fol.39'.) 

1492. 14. Dezbr. Der Rat von Calbe bekennt, dass Aemann Kraul dem 
Altarißten Caesarius Beckendorf in der Kirche S. Stefan i 3 Scheffel 
Weizen jährlich von einem Viertel Kornackers zu Gri ebene vor 
Calbe für 24 Schock Groschen verkauft hat (Handelbuch von 
Calbe S.332.) 

1498. 28. Jan. Hans Blap erhält vom Erzbischof Ernst eine halbe Hufe 
auf Gribbene Mark zu Lehen. (Cop.41 fol.282.) 

1494. Die Grafen von Barby haben zu verleihen ein Viertel Landes zu 
Gribbene. (Cop.431 fol.7.) 

1494. 21. April. Claus Kruseler erhält vom Erzbischof zu Lehen eine 
halbe Hufo zu Gribbene^ die er von Drews Bersze gekauft hat. 
(Cop.41 fol.86.) 

1497. 23. NovbP. Ulrich Papendorf zu Calbe erhält vom Erzbischof Enist 
zu Ijehen u. a. 3 Viertel auf dem Felde zu Gribbene. (Cop.41 
fol. 236\) 

1500. 23.Mai. Palm Michehl erhält ein Viertel auf Gribbene Mark 
vom Erzbischof Ernst zu Lehen. (Cop. 41 fol. 207\) 

1501. 3. Novbr. Hans Godicke erhält vom Erzbischof Ernst statt der 
bisherigen 8 Viertel Landes auf Hoendorff Mark 3 Morgen Landes 
auf dem Stadtfelde vor Calbe und eine halbe Hufe auf Gribbene 
Mark zu Lehen. (Cop.41 fol. 159.) 

1528. 7. Juni. In einer Erbteilung zu Calbe zwischen den Brüdern 
Michel, Brosius und Stefan Litzke kommen zur Verteilung l^/^Hufe 
zu Baiberge, zwei Hufen zu Gritzene, eine halbe Hule auf der 
Stadtmark, 7 Vierdinge Acker zuGribben, 7 Vierdinge Grases 
zu Roaenburg, eine halbe Hufe zu Granow, ein Busch in Lytzehen. 
(Handelbuch von Calbe Bl. 279'.) 

1548. 14. Mai. Jacob Mertens zu Calbe verpfändet für ein Darlehen von 
40 Gulden den Kirchmeistern von S.Stefan eine halbe Hufe auf 
Krybener Mark. (Handelbuch von Calbe BL315\) 

1543. 21. Jnli. Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen beleiht den 
Grafen Wolf von Barby u. a. mit einem Viertel Landes zu Grilbone 
(v. Ludewig Rell. manuscr. X, S. 284.) 
Litterator: Magdeb. GesehichUbl. in, S, 490, 



137. Gritzehne. 

Jetzt Vorwerk nordwestlich von Calbe, dicht an der Saale. 

1194. Erzbischof Ludolf bestätigt dem Kloster U. L. Fr. zu Magdeburg 
die Schenkung von 4i/j Hufe und 3 Morgen in Grozzera (Groz- 
zene) seitens des Ministerialen Dietrich, der als Laienbruder in 
das Kloster eingetreten war. (G.Q.X, No. 74.) 



Digitized by VaOOQ 16 



140 1^16 Wüstungen im Nordthüringgau. 



c. 1366. Nach dem Steuerregister von Calbe zahlt Nicolau8 Moyne von 
einer halben Hufe in Groczene 2 Schillinge. (Magd. Gresch. 
XV, S.lll.) 

c. 1870. Die Brüder Johannes und Hermann Konyng zu Magdeburg 
haben vom Erzetift zu Lehen in campis Grutzene 4 Pfund Pfen- 
nige und 3 Schillinge von A^L Hufe. 

Ebenso die Brüder Barthold und Johannes Czisik zu Magdeburg 
271/2 Schilling und l^/g Mark von 3V2 Hufe in campis Gritzene. 

Ebenso Johannes Wend und Johannes Vedder in campis Gritzene 
25 Scheffel Korn. (G. Q. XVI, S. 8. 9. 56.) 

C.1380. Die Brüder Hans und Hermann König zu Magdeburg haben 
vom Erzstift zu Lehen in campo Grutzene vor Calbe 4^« Hufe. 
(G.Q,XVI, S.160.) 

0.1400. Hans Went hat vom Erzstift ^ zu Lehen 20 Scheffel Roggen in 
campis G r a s e n e. (G. Q. XVI, S. 229.) 

1407. Richard von Mosekow hat vom Bischof von Halberstadt zu Lehen 
40 Hufen Landes, darunter 2 auf der wüsten marke to Kriczene. 
(Cop.470 fol.28.) 

1425. In Grysene, dat dar licht vor Calve, hat vom Erzstift Peter 
Wedegast ^/^ hove, dar giffi hee van H Schilling pennige, dykoffte 
hee von Jane Mokrene. (G. Q. XVI, S. 326.) 

1440. Cone und Albrecht Quartir zu Aisleben haben vom Erzbischof 
Friedrich zu Lehen u. a. 3 Viertel Landes auf der Mark zu 
Grittzene. (Cop.36 S.401.) 

1446. Matthaeus Northeim zu Calbe hat vom Erzbischof Friedrich zu 
Lehen Güter zu Gritzehne. (Cop.36 S.367.) 

1446. Claus von Kröcher erhält vom Erzbischof Friedrich zu Lehen 
Güter in Calbe, eine halbe Hufe zu Gritzene und Güter in Rosen- 
burg. (V. Kröcher, UB.H, No. 5.) Dasselbe erhält Dietrich von 
Kröcher 1467, Januar 26. (Ibid. No. 10.) 

1452. Der Landreiter Peter Pulmann zu Calbe und seine Frau Mette 
haben vom Erzbischof Friedrich zu Lehen eine Hufe auf Gritzene 
Felde. (Cop. 36 S. 890.) 

1493. 26. Novbr. Ulrich Vogt erhält vom Erzbischof Ernst zu Lehen 
u. a. etliche Zinshufen, genannt eldistacker, auf den Marken Calbe, 
Brvunby, Gritzene u. s. w. (Cop. 41 fol. 142\) 

1485. 15. Juni. Erzbischof Ernst belehnt Hans von Kroseck mit Län- 
dereien in Calbe, einer halben Hufe zu Gritczene, einer Hufe 
auf der Mark zu Muchel, 3 Hufen zu Lubstorff, Gütern zu Eiken- 
dorf und eine halbe Hufe auf der Mark zu Groptzsch. (Cop. 41 
fol. 75\) 

1499. 3. Juni. Veit Hermann nimmt vom Gotteshause des heil. Geistes 
zu Calbe 15 Gulden und verpfändet dafür eine Hufe Hans Kochs 
und sein Eigentum auf Grizcen fei de. (Handelbuch von Calbe 
Bl. 205\) 



Digitized by VaOOQ 16 



137. Gritzehne. — 138. Grotteniz. 141 



1500. 16. Septbr. Hans von Lattorf und seine Brüder eriialten die Zios- 
hufen, genannt der Eidistacker, auf den Marken Calbe, Brumby, 
Gritzehne, Granow, ßtröbil, Hoendorli', Swertz, Czuchau, Trebitz 
und Slanewitz von Erzbischof Ernst zu Lehen. (Cop. 41 fol. 192\) 

1506. 6. Dezbr. In einer Erbteilung der nachgelassenen Äcker Bal- 
thasar Rochs vor dem Rate zu Calbe werden verteilt eine halbe 
Hufe zu Nienstede, eine halbe Hufe zu Griczene, eine halbe 
Hufe zu Hondorf, eine halbe Hufe zu Granow, eine Hufe zu Rüsten 
und ein Viertfd zu Serwitz. (Handelbuch von Calbe Bl. 227.) 

1508. 5. Mai. Die Söhne Herman Steinbecks zu Colberg in Pommern 
und ihre Vettern Caspar und Friedrich erhalten vom Erzbischof 
Ernst zu Lehen u.a. Güter in Gritzehne. (Cop. 41 fol. 291\) 

1517. Hans Hanhemiann kauft vor dem Rate zu Calbe von Hans Welle 
und Tewes Wissenfels 1 7^ Hufe und 3 Viertel auf Gryczener und 3 
Viertel zu Nawensteth für 43 Gulden. (Handelbueh von Calbe Bl. 253\) 

1521. In einer Ehestiftung zwischen Albrecht Erdraann und Margarethe 
Deiniprechts werden erwähnt 2 Hufen zu Balbergk, eine halbe Hufe 
zu Ruczau, 1»/, Hufe zu Griczen, eine halbe Hufe zu Granow 
und eine Hufe auf der Tornawischen Mark. (Handelbuch von 
Calbe Bl. 263.) 

1528. Im Zinsregister des Klosters U. L. Fr. finden sich Zinsen aus Calvis 
Grytzener marke. (G.Q.X, S. 387.) 

1528. 7. Juni. In einer Erbteilung kommen zur Verteilung Vj^Hufe zu 
Baiberge, 2 Hufen zu Gritzehen, eine halbe Hufe auf der Stadt- 
mark, 7 Vierdinge Ackers zu Gribben und 7 Vierdinge Grases zu 
Roaenburg, eine halbe Hufe zu Granow, ein Busch zu Lytzehen. 
(Handelbuch von Calbe Bl. 279\) 

1561. Kloster Gottesgnaden hatte eine Wiese bei Gritzene, die Awe 
genannt. Ebenso 1 Gulden 6 Groschen von l^j Hufe zu Gritzene. 

Ferner giebt 3 Gulden Simon Kalle von einer Hufe zu Gritzene. 
(Visitationsprotokoll von 1561.) 

Der Erzbischof will 2 Gulden von einer Hufe zu Gritzene 
<lem Kloster Gottesgnaden entziehen und dem Amte Calbe zulegen. 
(Visitationsprotokoll.) 

1562. Das Kloster U. L. Fr. zu Magdebiu*g hat an Geldzinsen von 
Gritzener marke 6fl. 12Gr. (Gesch. Bl. XHI, 8.265.) 

Utteratur: Magdeb, Guschichtsbl. III, S, 491. 



138. Grotteniz. 

Bei Orosfl-Salze, Kreis Calbe. 

1265. 20. Aug. Die Edlen Walther der ältere, Burchard und Walther 
von Barby schliessen mit der Pröpstin von Quedlinburg über den 
Zehnten der Dörfer Crosniz und Bezeliz einen Vergleich, wonach 
von nun an statt des Zehnten jährlich 4 Wispel loggen und 3 
Wispel Gerste gezahlt werden sollen. (Gr.) 



Digitized by VaOOQ 16 



142 Die Wüstungen im Nordthfiringgnu. 



1271. Burchard, Walter und Albrecht von Barby reeignieren derÄbtiein 
Bertrude von Quedlinburg die elavische Vogtei über 62^/2 Hufe, 
darunter zu Grozzeniz «2 Hufen. (Magd.Reg.UI, No. 64.) 

1408. 11. Febr. Meehthild von Hakeborn, Pröpstin von Quedlinburg, ge- 
stattet, dass Henning Wendekarre und Paul Stal zu Qross-Salze 
an Jan Fabri, Stiftsherrn zu 8. Nicolai zu Magdeburg, einen Wispel 
Weizen jährlich von 4 Hufen zu Tregaw und von einer halben 
Hufe auf dem Felde zu Grotenitz für 7 Mark wiederkäuflich 
verkaufen. (Or.) 

1413. 25. April. Mechtild von Hakeborn, Pröpstin des Servatiusstifts zu 
Quedlinburg, bezeugt, dass Henning und Claus Odolve, Bürger zu 
Salze, dem Stassfurter Bürger Cone Orloghe und dem Stift S.Petri 
et Pauli in der Neustadt 2 Schock Groschen jährlich aus 9 Vierteln 
Acker uppe den veitmarken to Potelitz und to Grotzewytz für 
24 Schock Groschen wiederkäuflich verkauft haben. (Magd. Gresch. 
XXI, S. 210.) 

1430—1406. Die Pröpstin von Quedlinburg hat Zinsen und 2^hnt in 
Grottenitze (Grösnicz, Grotzenitz). (Cop.814.) 

1472. ll.Novbr. Anna von Kerberge, Pröpstin des S. Servatiusstifts zu 
Quedlinburg, belehnt Hermann Bomhauer zu Gross-Salze mit einer 
halben Hute und einem Viertel Landes zu Grotenicz. (Magd. 
Gesch. XXI, S.21.) 

1484. 13. Mai. Die Pröpstin Agnes von Bercken von Quedlinburg be- 
lehnt Hans Clutz, Bürger zu Calbe, u.a. mit 4 Morgen zu Grote- 
nitz, die er von Thomas Ghir zu Salze gekauft hat (v. Erath, 
C. d. Quedlinb. No. 301.) 

1494. 31, Oktbr. Agnes von Berkyn, Pröpstin des Servatiusstifts zu Qued- 
linburg, belehnt Hans Baumhauer zu Gross-Salze mit einer Hufe 
Landes im Felde zu Grotnitz. (Magd. G^eBch. XXI, S.212.) 

1497. 12. Oktbr. Agnes von Kerberg, Pröpstin des Servatiusstifts zu 
Quedlinburg, belehnt Hans Bomhauer zu Salze mit 1^/4 Hufe Landes 
zu Grotenitz. (Magd. Gesch. XXI, S.213.) 

1616. 19. Aug. Die Pröpstin Anna von Quedlinburg verkauft dem Pfan- 
ner Andreas Steffen zu Gross-Salze 3 Gulden aus dem Zehnten zu 
Grothenitz wiederkäuflich für 50 Gulden. (Gleichzeit. Abschr.) 

1516. 19. Aug. Die Pröpstin Anna von Quedlinburg verkauft dem Rate 
von Gross-Salze den Zehnten zu Grothenitz vor dem grossen 
Salze wiederkäuflich für 50 Gulden. (Or.) 

1636. Die Pröpstin Margarethe von Quedlinbui^ belehnt Ciliax und 
Jacob Müller mit 2 Vierteln Landes zu Grottenitz gelegen. 
(Cop.818 fol. 169\) 

1637. 80. Oktbr. Die Pröpstin Margarethe von Quedlinburg belehnt die 
von Defen u.a. mit 8^/4 Hufe zu Grottenitz, wovon 5 Morgen in 
der Dorfstätte liegen. (Cop.818 fol.172.) 



Digitized by VaOOQ 16 



188. Grottenito. — 139. Haddenthorp. 148 



1538. 29. AprU. Die Pröpstin Margarethe von Quedlinburg belehnt 
Heinrich vom Thor zu Salze mit 24 Morgen zu Grotten itz, 3 
Morgen zu Tregau und einer halben Hute zu Potelitz. (Cop. 818 
fol. 124V.) 

1538. 17. Juni. Die Propstin Margarethe von Quedlinburg belehnt Va- 
lentin und Joachim von Esbeck mit Gütern zu Tregau, Bezelinge 
und Grottenitz. (Cop. 818 fol.174^) 

1538. 18. Juni. Die Pröpstin Margarethe von Quedlinburg belehnt die 
Brüder Heinrieh, Thomas und Thonius Ghyr zu Salze mit Gütern 
zu Tregau, Beziingen, Grottenitz und Ickling. (Cop. 818 fol. 176.) 

1539. 4. Febr. Die Pröpstin Margarethe von Quedlinburg belehnt die 
Udeleben zu Salze mit Gütern zu Grottenitz und Pottelitz. 
(Cop. 818 fol. 176^) 

Ebenso Hans und Cone Schneidewind mit Gütern zu Grote- 
n itz, Tregau und Klein-Ackendorf. (Ibid. fol. 177.) 

1613. 6. Novbr. Anna Margaretha von Braunschweig, Pröpstin von 
Quedlinburg, belehnt Graf Wolfgang von Barby mit 3 Hufen 
3^2 Morgen Landes vor Salze; darunter liegt ein Viertel, die hei- 
lige Breite genannt, auf der Feldmark Grotenitz und 6 Morgen 
auf Ickendorffer Feldmark. (Gr.) 

1624. 6. Septbr. Heinrich vom Thor zu Gross-Salze hat von der Propstei 
zu Quedlinburg u.a. auf Grotenitzer Feldmark 34 (IÖY2) Mor- 
gen, wovon 2^/2 Morgen an der Bierischen Stange belegen. (A. 
Quedlinb. Propstei, No. 23.) 

1662. 30. Novbr. Anna Sophie von Hessen, Pröpstin von Quedlinburg, 
belehnt Burchard von Esebeck u. a. mit 28 ^/^ Morgen zu Grote- 
nitz. (Gr.) 

1668. Die Grötnitzer Mark bei Salze enthält 96OV2 Morgen oder 32 
Hufen einen halben Morgen. (A. Magd. Cammer IL 18 vol. I.) 



139. Haddanthorp.^ 

Lage unbekannt, jedenfalls aber im Kreise Neuhaldensleben. 

1145. 11. Jan. Papst Luoius U. bestätigt dem Kloster Berge seinen Be- 
sitz, darunter in Brumby, Haddanthorp, Bettmersleve, Rothmers- 
leve — . (G. Q. IX, No. 30.) 

1209. 18. Dezbr. Papst Innocenz HI. bestätigt dem Kloster Berge seinen 
Besitz, darunter villam Haddenthorp cum omnibus pertinentiis 
suis. (G Q. IX, No. 59.) 

1311. Ritter Heinrich Schenk von Dönstedt hat vom Bischof von Halber- 
stadt zu Lehen den Zehnten in Hadendorp. (Riedel, Cd. Brand. 
A.XVn, 8.448.) 

^ Behrends, Neuhaldenal. II, S. 355 hält Haddantborp für den wüsten Ort 
Hahndorf oder HaÄcndorf bei Qroppendorf . was nicht unwahrscheinlich ist, da 
es in der ersten Urkunde zwischen ßrumby und Bottmersleben steht, die in 
jener Gegend liegen. 



Digitized by VaOOQ 16 



144 I^ie WAfltuDgen im Nordtbüringgau. 



140. Hagen.' 

Nordwestlich von Neuhaldenslebeu. 

c. 1250. Das Stift Walbeck hat in Hagen prope Detmershusen 4 Hufen, 
die ein Pfund Zinsen. (N. Mittheil, H. 1, 8.43.) 

1316. 18. Jan. Johannes vonGroneberg verkauft dem Kloster Althaldens- 
ieben eine Hufe Druchtesberg und quosdam agros sitos prope In- 
daginem longo tempore desertos et incultos cum prato modico. 
(Cop.748 fol.66.) 

1323. 12. März. Die Schenken von Flechtingen schenken dem Kloster 
Althaldensleben einen Teil ihres Waldes, que dicitur Indago, 
nee non tres areas ibidem sitas, quarum una sita est in villa, alie 
ambe iuxta villam. (Behrends, Neuhaldensl. H, S. 110.) 

15G7. Zu den Holzungen des Schlosses Alvensleben gehörte das Holz 
Lütgen- Wolfshausen oder der Hagen. (Behrends, Neuhaldensl. 
II, S.177.) 

Littermtor: Behrends, Neuhaldensl. 11, S. 109, St9. — Altmärk. Jahresber. Xlll, 
S. 109. _ 

141. Hagen. 

Dicht l)ei Barby, Kreis Calbe. 

1553. 29. April. Kurfürst Moritz von Sachsen belehnt Graf Wolfgang 
von Barby mit seiner Grafschaft und gewährt ihm das Jagdrecht 
in einer Anzahl von Dorf marken, darunter im groszen Hagen- 
dorf, kleinen Hagendorf, dem grossen Dorf u.s.w. (Cop. 429 
fol. 279.) 

Litteratnr: Magdeb. GeschichUbl. 111, S. S56. 



142. Klein-Hakenstedt^ 

Bei Hakenstedt, Kreis Neuhaldeuslchen. 

1273. 9. Juli. Heinrich und Alberich Schenken von Dönstedt verkaufen 
dem Kloster Marienberg vor Helmstedt 8 Hufen zu lutken 
Hackenstede mit Zubehör für 100 Mark Halberstadtischen Silbers, 
von denen sie 30 aber erst erhalten werden, sobald ihr Lehnsherr 
Graf Günzel von Schwerin dem Kloster das Eigentum übertragen 
hat. (Riedel, C. d. Brand. A, XVH, S. 43.) 

1295/96. Eckbrecht d. J. von der Asseburg hat vom Grafen von Schwerin 
zu Lehen u.a. 7 Hufen in Klein -Hackenstedt; 



* Behrends Neuhaldensl. II, S. 109 sagt, dass Hngen auch zuweilen Klein- 
Wolfshausen genannt sei. 

* Behrends sagt, dass eine Holzung an dem Wege von Bregenatedt nach 
Bartensieben den Namen Klein-Hakenstedt führe und dass hier ein kleines Dorf 
gelegen habe, welches wohl von Bewohnern von Hakenstedt gegründet worden 
sei. Es ist aber doch wohl eher au eine näher bei Hakenstedt liegende Wüstung 
zu denken; jene Holzmark liegt zu fem. 



Digitized by VaOOQ 16 



140. Hagen. — 141. Hagen. — 142. Klein-Hakenstedt. 145 

Johann und Alberich Schenken von Dönstedt 4 Hufen in Klein- 
Wanzleben, 2 Hufen und 6 Hofstellen in Remkersleben, die der 
Erzbischof dem Grafen zum Ersatz für 8 Hufen in Klein -Haken- 
sted t gegeben, die er dem Hochstift Halberstadt geschenkt hat 
(Magd. Reg. III, No. 928.) 

1274. 5. Novbr. Graf Helmold von Schwerin für sich und seine Brüder 
Gunzel, Johann, Nicolaus übereignet die in minori Haken - 
stede belegenen, von den Schenken von Dönst(»dt an Kloster 
Marienberg verkauften 8 Hufen demselben vor Erzbischof Kourad 
von Magdeburg. (Riedel, C. d. Brand. A, XVH, S. 44.) 

1277. Graf Konrad von Brehna übereignet das ihm von den Edlen von 
Hadmersleben aufgelassene Dorf lutken Hacken stede mit Kirche, 
allem Rt^cht und Zubehör an Wiesen und Äckern dem Kloster 
Marienberg vor Helmstedt. (Riedel, Cd. Brand. A, XVII, S.439.) 

1311. Konrad Edler von Warberg hat den Zehnten in parvo Haken- 
stede vom Bischof von Halberstadt zu Lehn. (Riedel, C. d. Brand. A, 
XVII, S. 445.) 

(nach 1811.) Die Schenken von Dönstedt haben vom Bischof von Halber- 
stadt zu Lehen den Zehnten über 25 Hufen in parvo Haken- 
sted e. (Riedel, C. d. Brand. A, XVII, 8. 476.) 

1400. Parva Hakenstede im Banne Selschen zahlt jährlich Prokuration 
an das Stift Halberstadt. (Zeitöchr. für Niedersachen 1862, S. 101.) 

1401. 27. Febr. Herwig von Uetze zu Erxleben bekundet, vom Kloster 
Marien berg bei Helmstedt das Feld zu lütken Hackenstedde 
in meygerwise übernommen zu haben. (C. d. Alvensl. I, No. 924.) 

1439. 27.ApriL Heinrich von Alvensleben bekundet, dass er während 
seines Aufenthalts in Erxleben nur mit Genehmigung des Fraucn- 
klosters zu Helmstedt auf dem Felde von lutken Hackenstede 
habe säen lassen, auch das Kloster dafür eutschädigen wolle, weil 
er gehört, dass es dessen Eigentum sei. (Riedel , C. d. Brand. A, 
XVH, S.123.) 

1453. 2l.jQiii. Die Brüder Werner und Heinrich von der Schulenburg 
stellen als Inhaber der Burg Erxleben dem Kloster Marienberg ein 
ZeueniB aus, dass die Dorfstätte mit der Kirche und Feldmark zu 
lutken Hakenstede Eigentum des Klosters sei. (C. d. Al- 
vensl. H, No.291.) 

1499. 19. Novbr. Die Markgrafen Joachim und Albrecht von Branden- 
burg belehnen die von Alvensleben u. a. mit dem wüsten Dorfe zu 
lutgen Hakenstede als Zubehör zu Erxleben. (C. d. Al- 
vensl. H, No. 653.) 

1598. 9. März. Kurfürst Joachim Friedrich von Brandenburg belehnt die 
von Alvensleben u.a. mit dem wüsten Doife Klein-Haken- 
8 ted t (C. d. Alvensl. HI, No. 761.) 

Litteratar: Behrends, Neuhaldemi. U, S.463, — Wohtbrilek, Alvensl. 1, S.S26. — 
Altmärk. Jahresber. V, S 62. 



WBgtungvn i. MordthOr. AO* i 

Digitized by VjOOQ 16 



146 I>ie Wüstungen im KordthüringgaU. 



S. Alvershausen. 



Halgereshausen. 



143. Haldingsdori. 

Nördlich von Bahrendorf nach JSüUdorf zu ; Kreis Wanzleben. 

1145. 11. Jan. Papst Lucius 11. bestätigt dem Kloster Berge seinen Be- 
sitz, darunter Haldegestor p. (G. Q IX, No. 30.) 

1183. Theodericus procurator de Haldestorp Zeuge. (G. Q. IX, No. 44.) 

1209. 18. Dezbr. Papst Innocenz HI. bestätigt dem Kloster Berge seinen 
Besitz, darunter 55 Hufen mit den Zehnten in den Dörfern Steramere, 
Polene, Bardenthorp et Haldestorp. (G. Q. IX, No. 59.) 

1227. 4. Jan. Erzbischof Albrecht von Magdeburg verspricht, die Vogtei 
über 491/2 teilweise in Haldewigestorp gelegene Hufen und 
Hofstätten, die Graf Heinrich von Aschersleben von ihm zu Lehn 
gehabt, jetzt aber für 491/2 Mark ihm aufgelassen habe, der Magde- 
burger ßompropstei zu übereignen, sobald Graf Bederich, der sie 
von dem Grafen Heinrich v. A. zu Lehen habe, sie auch auf Bitten 
und für Geld des weiland Dompropstes Otto dessen Ministerialen 
Kudolf von Ottersleben und Albrecht Jagewinkel zu Lehn gegeben 
habe, sie ihm ((lern Erzbischof) resigniere oder durch seinen Tod 
frei mache, (v. Heinemann, C. d. Anh. H, No. 86.) 

1229 — 1239. Johannes et Conradus fratres de Haldestorp (Hal- 
degestorp) Zeugen. (G. Q. IX, No. 68—101.) 

1246. Heinricus de Haldegestorp Zeuge. (G. Q.IX, No. 104.) 

1258. 22. Novbr. Dietrich von Ampfurt schenkt dem Kloster Berge eine 
Hufe und 3 Morgen mit 2 Höfen in villa Haldengestorp. 
(G.Q.IX, No.lU.) 

1296. Erzbischof Erich bekennt, quod — capellam et ecclesiam 
parrochialem sitas in villa Haldegestorp, qtiarum ius patro- 
natus ad abbatem sancti lohannis baptiste in monte iuxta Magde- 
burg et ipsius monasterium dinoscitur pertinere, univimus et eidem 
monasterio incorporavimus, abbati et conventui predictis concedentes 
plenam et liberam potestatem, ut sie unitis capella et parrochia 
predictis prioratum seu preposituram in eodem loco Haldegestorp 
f acere ordinäre valeant et fundare. Der Abt soll den Prior oder Propst 
dem Archidiaconus in Weddingen präsentieren. (G.Q.IX, No. 142.) 

1298. 20. Febr. Erzbischof Burchard trennt die Kirche von Stemmern von 
ihrer Mutterkirche in Haldingesdorp und erhebt sie zu einer 
besonderen Pfarrkiche, indem er sie zugleich mit einer Hufe zu 
Stemmern dotiert, doch soll von dieser der Pfarrer Martin dem 
Pfarrer Conrad von Haldingestorp für seine Lebenszeit jährlich 
2 Scheffel Weizen geben. (G.Q.IX, No.l44.) 

1309. 15. Juni. Conradus de Haldengestorp vermacht dem Kloster 
Berge Güter zur Memorie seines Vaters Johannes de Haldenges- 
torp (Haldenstorp). (G. Q. IX, No. 162.) 



Digitized by VaOOQ 16 



Haigereshausen. — 143. Haldingsdorf. 147 



1317. 12. März. Das Kloster Berge bestimmt u. a. 2 Wispel Weizen von 
einer Hufe in Haldingistorp und l Wispel aus. dem Zehnten in 
Miztede zum Jahresgedächtnis für Abt Bodo I. und Dietrich von 
Heylsleve, Stiftsherrn von S.Nicolai. (G. Q, IX, No. 178.) Der 
Vertrag zwischen Kloster Berge und gen. Dietrich No. 180. 

1328. I.Mai. Fürst Bernhard von Anhalt schenkt zu seinem Seelenheil 
dem Stift S.Nicolai in Magdeburg eine halbe Hufe in campis 
Hai dingest orp, welche bisher die Brüder Conrad und Abeclce 
ut der Wieden von ihm zu Lehen hatten. (Cop. 342» fol. 99\) 

c. 1363. Hermann von Nendorf zuPöteritz hat vom Dompropst zu Magde- 
burg zu Lehen u. a. in H a 1 d i n g e s t o r p eine Hufe und einen 
Ho£ (Cop. 91 S. 51.) 

1397. 12. Novbr. Hinricus von Weddingen tenet in pheodum, Bartolt et 
Jacob eins fratres coniuncta manu I mansum in campis Barndorff 
et in Hallingestorp, qui quondam fuit Lodewici de Alvenslevcn. 
(G.Q.XVI, S.242.) 

c. 1400. Gumprecht und Gumprecht von Aisleben lassen dem Erz- 
bischof von Magdeburg 2 Hufen auf dem Felde zu Halinges- 
torph, 8 Morgen auf dem Felde zu Sclenne, die Weidenmühle, 
eine Wiese, 3 Weidenbüsche und 14 Höfe in Bahrendorf auf. 
(Cop. 341 fol.l45\) 

1405. Zur Obödienz Gramsdorf gehören in Haldin gestorp prope 
Barndorp 5 Hufen. (Cop. 92 fol. 7.) 

141S. 30. Novbr. Erzbischof Günther überträgt dem Kloster Berge 8 
Wispel aus dem Zehnten in Hald in gestorp. (G. Q. IX, No. 260.) 

1428. 22. April. Degenhard von Eikendorf verkauft dem Kloster Berge 
7»/2 Wispel Zehuten zu Bahrendorf up deme velde to Haldin gs- 
torp. (G.Q.IX, No.266.) 

1471. 7. März. Erzbischof Johann verpachtet an Hans Tegeder 2 Hufen 
auf Hallingstorffe Mark für 2 Wispel Weizen jährlich auf 
Burg Wanzleben zu entrichten. (Cop. 67 fol. 196.) 

1478. 2. Dezbr. Abt Andreas zu Berge belehnt Peter Heynemann zu 
Bülldorf mit 2V2 Hufe auf Hallingestorper Felde. (G. Q. 
IX, No. 404.) 

1478. 10. Dezbr. Abt Andreas zu Berge belehnt Hans, Thomas und 
Jacob Salmann zu Magdeburg mit einer Hufe auf Hallings- 
dorfer Felde. (G. Q.IX. No.411.) 

1479. 4. März. Abt Andreas zu Berge belehnt die Knappen Hans und 
Albrecht von Hakeborn und ihren Vetter Fritz mit Gütern in 
Stemmern, Bahrendorf und einem Weidenbusch zu Hallingsdorf 
hinter der Kapelle, wovon dem KJoster jährlich 2 Hühner gezinst 
werden. (G. Q. IX, No. 426.) 

1479. 16. Septbr. Abt Andreas zu Berge belehnt die Knappen Heinrich, 
Lorenz und Hans von Weddingen u. a. mit 2 Wispel Winterkorn 
zu Hallingestorp. (G.Q.IX, No.449.) 

Digitized by VaOOQ 16 



148 t>ie Wüstlingen im Kordthüringgati. 

1479. 4. Dezbr. Abt Andreas zu Berge belohnt die Brüder Tile, Hans 
und Heinrich die Griper u.a. mit 12 Schillingen von einer Hufe 
zu Bahrendorf auf Hallingerstorpe Marke. (G.Q.IX, No.463.) 

1480. 5. Juli Abt Andreas zu Berge belehnt die Brüder Thomas, Heinrich 
und Arnt Ilarkstro zu Magdeburg mit den Gütern zu Hallinges- 
torp, Bahrendorf und Kerlingen, die ihr Vater Hans in Lehen 
gehabt hatte. (G.Q.IX, No.480.) 

1484. Abt Andreas von Berge belehnt Lorenz, Hans und Barthold von 
Weddingen mitl4Wi8peln und einem Quartal Zehntkom in Bahren- 
dorf und Hallingestorp. (Berg. Lehnb. fol. 2'.) 

1485. 9. Dezbr. Abt Andreas zu Berge belehnt die Brüder Thomas und 
Jacob Salmann zu Magdeburgmit einer Hufe auf Hallingstorper 
Felde, die bisher ihr Vater in Lehen gehabt hatte. (G. Q. IX, No. 541 .) 

1486. 28. Juni. Abt Andreas zu Berge belehnt Katharina, Thomas 
Ralmanns Frau, zur Leibzucht mit einer Hufe zu Hallingstorp. 
(G.Q.IX, No.55l.) 

1491. lO.Novbr. Hans Pape zu Sülldorf bekennt, Hans Düvel in der 
öudenburg und dessen Frau Kerstine einen Wispel Weizen jährlich 
aus 4 freien Hufen auf Hallingstorper Mark, 2 Hufen zu 
Bahrendorf, 2 Weidenbüsche und 3 Wiesen bei der Weiden- und 
Stegenmühle für 40 Gulden wiederkäuflich verkauft zu haben. 
(G.Q.IX, No.631.) 

1498. 23. Mai. Abt Andreas zu Berge belehnt Sophie und Elisabeth, 
Claus Bickes nachgelassene Töchter, mit einer halben Hufe auf 
Hallingstorper Mark. (G.Q.IX, No.690.) 

1495. 3. Febr. Abt Andreas zu Berge belehnt die Brüder Blasius und 
Heinrich von Weddingen zu Stassfurt u. a. mit 2 Wispel Korn zu 
Hallingstorp. (G. Q. IX, No. 734.) 

1496. 22. März. Abt Matthias zu Berge belehnt Andreas Bicke, Pfarrer 
zu Gross- Weddingen, mit einer halben Hufe auf Hallingstorper 
Felde, die er von Sophie und Elisabeth Bicke geerbt hatte. 
(G.Q.IX, No.775.) 

1498. 13. Mai. Abt Matthias zu Berge belehnt die Brüder Thomas und 
Jacob Salmann mit einer Hufe auf Hallingstorper Felde. 
(G. Q. IX, No. 854.) 

1501. 7. Dezbr. Abt Matthias zu Berge belehnt Arnold und Hans Blute 
mit einer halben Hufe auf Hallingstorper Felde. (G.Q.IX, 
No. 928.) 

1501. 10. Dezbr. Abt Matthias zu Berge Thoraas, Heinrich, Erasmus, 
Hans und Tile Harkstro mit dem Zehnten auf Hallingsdorfer 
Felde zu Bahrendorf, Korlingen, Apendorf, Mistede und Nickeide. 
(G. Q, IX, No. 930.) 

1501. 20. Dezbr. Abt Matthias zu Beree belehnt Burchard von Esebeck 
mit einer Hufe auf Hallingsdorfer Felde u. s. w. (G.Q.IX, 
No. 935.) 

Digitized by VaOOQ 16 



148. Haldingfidorf. — 144. Elein-Hamersleben. 149 

1519. 21. Jan. Der Domdechant Eustachius von Leisnig entscheidet den 
Streit zwischen dem Kloster Berge und den Bauern von Bahren- 
dorf wegen des Zehnten zu Bahrendorf und Hallingsdorf dahin, 
dass derselbe nicht mehr mit Scheffeln entrichtet, sondern dass von 
jedem Morgen jener Feldmarken fünf Garben dem Kloster gegeben 
werden sollen. (G. Q. IX, No. 963.) 

1519. 26. Juni. Tile und Heinrich Harkstro verkaufen für sich, ihre 

Brüder und Vettern dem Kloster Berge ihren väterlichen Erbteil 

an dem Zehnten zu Bahrendorf und Hailingsdorf. (G. Q. IX. 
No. 964.) 

1621. 31. Mai. Der Dorapropst Busso von Alvensleben zu Brandenburg 
und der Hauptmann Simon Hake zu Calbe entscheiden einen 
Streit zwischen dem Kloster Berge und Heinrich von Weddingen 
zu Stassfurt wegen etlicher vom Kloster zu Lehen getragenen Wis- 
pel Zehntkom zu Bahrendorf und Hailingsdorf. (Or.) 

1521. 5. Ang. Der Rat von Stassfurt bekennt, dass der Streit zwischen 
Kloster Berge und den Vettern von Weddingen über den Zehnten zu 
Bahrendorf und Hallingsdorf entschieden sei. (G.Q.IX,No.978.) 

1688. Aus den Zehnten in Osterweddingen, Bahrendorf und Hallings- 
• dorf, femer Wolmirsleben hat der Thesaurarius zu Magdeburg 
20 Schillinge. (Magd. Gesch. Bl. HI, S. 170.) 

1610. Die Obödienz Gramsdorf hat Pachte in Haidingsdorf, Bahren- 
dorf und Stemmern. (A 3 Erzst M. Domkap., No. 763.) 

litteratar: Magd, Gesch. BL III, S. 499. XI, 8. 4^6. 



144. Klein -Hamersleben. 

Bei Hamersleben, Kreis Oschersleben. 

1112. 9. Ang. Bischof Reinhard von Halberstadt bestätigt frühere Be- 
sitzungen des von Osterwieck nach Hamersleben zu verlegenden 
Klosters, sowie die neuen Schenkungen, darunter in Lutechen- 
Hamersleve VI mansi. (Schmidt^ Hochstift Halberst.I, No. 136.) 

c. 1170. Das Kloster S. Ludgeri in Helmstedt besitzt als Zubehör zur 
Meierei Wulfersdorf 7 ^/^ Hufe in Hamerslove minor i. (N. 
Mitth.1.4, S.30.) 

Der Ministerial Thietmarus hat u.a. vom Kloster in Hamers- 
love minori eine Hufe. (Ibid. S. 40.) 

1178. 28. Mai. Bischof Ulrich bestätigt die Besitzungen des Klosters 
Hamersleben, darunter in Lutteken-Hamersleve 7 Hufen. 
(Schmidt^ Hochstift Halberst. I, No. 282.) 

12 09. Abt Heribert H. von S. Ludgeri zu Helmstedt entsetzt den 
Ministerialen der Verwaltung gewisser Klostergüter, darunter in 
minori Hamersleve. (N. Mitth. H. 4, S. 467.) 

1221. Propst Rupert erwirbt dem Ludgeri Kloster in Helmstedt mehrere 
Zehnten, wofür er dem Stift Ilalberstadt 71/2 Hufe in minori 
Hamersloven und andere Güter überlägst. (N. Mitth. H. 4, S. 470.) 

Digitized by VjOOQ 16 



150 Die Wüstungen im Nordthüringgau, 

1221. Bischof Friedricli von Halberstadt übereignet dem Ludgeri-Kloster 
in Helmstedt Zehnten in Sesbeck, Basleben und Helmstedt gegen 
71/2 Hufe in minor! Hamersleve, in Klein-Oscherleben 2 und 
in Wobeck eine halbe Hufe. (Schmidt, Hochstift Halberst. I, 
No. 534.) 

1292. 22. Motz. Der Edle Hermann von Werborg und sein Sohn Konrad 
übereignen dem Kloster Marien thal 2 Hufen in Klein -H amers- 
lebeu und Wegersleben. (Magd. Reg. HI, H.No.828.) 

1311. Ritter Bertram von Sampeleben hat vom Bischof von Halberstadt 
zu Lehen die Vogtei über eine Hufe in parvo Hamersleve. 
CRiedel, Cd. Brand. A, XVH, 8.450.) 

1347. 4. Jan. Erzbischof Otto beschuldigt vor Schiedsrichtern den Herzog 
Magnus von Braunschweig, dass er ihm Burg Hötensleben, die 
früher Erzbischof Burchard HL dem Grafen von Wernigerode ver- 
setzt hatte, vorbehält; zur Burg gehört u.a. lütken Hamersleve. 
(Riedel, Cd. Brand. B, VI, S. 77.) 

c. 1360. Der Edle Konrad von Werberge hat vom Bischof von Halber- 
stadt zu Lehen u. a. den Zehnten zu lutken Hamersleve. 
(Cop.470 fol.54'.) , 

1407. Hermann und Curd von Werberg haben vom Bischof von Halber- 
stadt zu Lehen 18 Hufen Zehnt zu lutken Hamersleve. 
(Cop.470 fol.20\) 

1480. Administrator Ernst von Halberstadt belehnt Burkhard von Wer- 
berge u.a. mit dem Zehnt von 18 Hufen zu lutken Hamersleve. 
(Cop.475 fol.62\) 

1607. 28. Mai. Heinrich von Werberge wird mit seiner Klage gegen 
Kloster Hamersleben wegen des Zehnten zu lutken Hammersiebe 
abgewiesen. (Cop. 745 fol. 21.) 

1507. 17. Aug. Heinrich von Warberge entsagt gegen das Kloster 
Hamersleben seinen Ansprüchen an den Zehnten in lütken 
Hamersleve. (Kunze, Hamersleben, S. 46.) 

1553. Zum Amt Hötenslciben gehören 6 ledige wüste Marken, darunter 
Lutchen Hamersleve bei Wackersieben. (Cop. 113 fol. 248.) 



145, Harsdori. 

Westlich von Magdeburg nach Diesdorf zu. 

937. 21. Septbr. Otto L übereignet u. a. den zu Magdeburg geliörigen, 
westlich der Elbe in pago Nordthuringa in comitatu Thietmari ge- 
legenen locus Hartaratesdorf dem Moritzkloster daselbst 
(M.G.DD.I, S.lOl. 



939. 7. Juni. Otto L übereignet dem Mauriliuskloster in Magdeburg u.a 
im locus Harteratesdorp in pago Nordduringa in comitatu 
Dietmari familias litorum HI. (M. G. D. I, S. 109.) 

Digitized by VaOOQ 16 



144. Klein-Hamereleben. ~ 146. Haredorf. 151 

941. 28. April. Otto I. übereignet dem Mauritiuskloster in Magdeburg 
den vom Bischof von Halberstadt ertausehten Zehnten über die 
Leute des Klosters und des Edlen Erpes in dem locus Har- 
taratesdorf. (M.G.D.I, 8.123.) 

c. 941. Otto I. übereignet alles, was er Zugehöriges zum castellum Magde- 
burg im locus Hardredesdorf hatte, dem Mauritiuskloster in 
Magdeburg. (M. G. D. I, S. 124.) 

946. 29. Juni. Otto I. übereignet den Mönchen des Mauritiusklosters zu 
Magdeburg den von dem Bischof von Halberstadt ertauschten 
Zehnten von den Leuten des Klosters in Hartaratesdoref in 
pago Nordturinga in comitatu Geronis. (M.G.D.I, 8.169.) 

973. 4. Juni. Kaiser Otto H. bestätigt dem Erzstift Magdeburg die 
8chenkungen seines Vaters, darunter in Hartaresdorp. (Magd. 
Reg.I, No.271.) 

1145. 11. Jan. Papst Lucius H. bestätigt dem Kloster Berge seinen Be- 
sitz, darunter in Hardesthorp. (G. Q.IX, No.80.) 

1209. 18. Dezbr. Papst Innocenz HI. bestätigt dem Kloster Berge seinen 
Besitz, darunter 4 Hufen in Hardestorp. (G. Q.IX, No. 59.) 

c. 1280. Bestellte Kommisare sprechen der Kirche in Hartesdorf eine 
streitige Hufe zu. (Magd. Reg. H, No. 773.) 

1283. Abt Konrad von Marionthal bekundet, dass der Bürger Luder 
von Magdeburg dem Kloster das Eigentumsrecht von 4 von ihm 
gekauften Hufen in Hardestorp unter gewissen Bedingungen 
übertragen habe. (v. Ledebur, Archiv XVH, 8.84.) 

1283. Äbtissin Judith auf dem Frauenberge in Quedlinburg bekundet^ 
4 Hufen in Hardestorp dem Kloster Marien thal für 120 Mark 
verkauft zu haben; von diesen 4 Hufen hatte Ludeger von 8alt- 
wedele eine mit seiner Tochter dem Kloster übertragen, die andern 
3 hatte das Kloster gekauft (v. Ledebur, Archiv XVII, 8.85.) 

1266. Abt Dietrich von Marienthal bekundet, dass Arnold und Luder 
von Domensieben über ihr Eigentum an 4 Hufen in campo villae 
Hartdesdorp einen Erb vertrag geschlossen haben, (v. Ledebur, 
Archiv XVH, 8. 86.) 

1264. 26. Jan. Das Kloster Marienthal verkauft dem Kloster S.Agnes 
in der Neustadt -Magdeburg 4 Hufen im Dorfe Hartdesdorp, 
welche die Brüder Luder und Albert von Domen sieben besessen, 
für 30 Mark. (v. Ledebur, Archiv XVH, 8.83.) 

1814. De bischop (Burchard IH.) buwede de kerke to Harsdorpe to 
einer horch. (8chöffenchron. 8. 183.) 

1814. 18. Dezbr. Markgraf Waldemar von Brandenburg stiftet einen 
Vergleich zwischen Erzbischof Burchard und der Stadt Magdeburg, 
worin u.a. bestimmt wird: dath nie husz tho Harsdorp schall 
man breken und schlichten, dat et blive, als et vor war. (G. Q. 
XXVI, No.269.) 



Digitized by VaOOQ 16 



152 Die Wüstungen im Nordthüringgau. 

1317. Bischop Borchart — lovede, dat he de nien vesten Ottereleve und 
Harstorp und noch twe andere, de he gebuwet hadde, wolde he 
breken laten. (Schöffenchron. S. 186.) 

1346. 13. Mai. Cone und Arnt von Haldensleben zu Magdeburg ver- 
kaufen 18 Schillinge und 14 Hühner jährlich aus 5 Worten in 
dem Dorfe zu Harstorp an das Kloster S.Agnes in der Neustadt 
(G.Q.XXVI, No.391.) 

C.1363. Ritter Hennig hern Janes, Con Janes Schöffe und Busso, der 
Sohn Reyners hern Janes, haben vom Dompropst u. a. zu Lehen 
82 Schock Zehnt magui ligaminis Weizen und Gerste in Hardes- 
torp und den Fleischzehnt daselbst. (Cop. 91 S. 50.) 

Wedighe Ghutgemak ebenso mit Heinrich von Wanzleben einen 
Hof in Harstorp. (Ibid.S. 64.) 

c 1370. Cöno, Busse et Gevehardus de Haldensleve haben vom Erzstift 
— in Harstorp 1 mansum zu Lehen. (G. Q.XVI, S. 28.) 

Hans Wanczleven habet — in Harstorp 1 curiam. (G. Q. 
XVI, S.39.) 

Thile Greve I mansum in Harstorp. (G Q.XVI, &40.) 
Gelde tenet — in Harstorp HI mansos- (G. Q.XVI, 8.41.) 
Henningus Jan miles, Conradus Jan et Busse Jan coniuncta 
manu habent — in Harstorp XI quartalia agri et I curiam et 
X areas cum II ortis et molenaino ibidem. (G. Q. XI, S. 48.) 

Hennyngus Ryke miles tenet in Harstorp 31/2 mansum. (G. 
Q.XVI, S. 71. 199.) 

0.1400. Die Baueni von Harsdorf müssen bei der Herstellung des 
Landgrabens an der Ohre helfen. (Walther, Sing. Magd. VI, S. 7.) 

1400. 13. Juli. Frau Gelde zu Magdeburg übergiebt den Schöffen da- 
selbst 2 Hufen auf dem Felde zu Harsdorf und eine Hufe Gras 
zu Wardenberg zur Bewidmung eines Altars. (Cop. 62 fol. 10.) 

1404. 16. Septbr. Friedrich Freilstedt zu Magdeburg verkauft dem 
Kloster S.Agnes 2 1^ Hufe in den Feldern von Harsdorf und 
Insleben. (G.Q.XXVh, No.13.) 

1424. Erzbischof Günther belehnt die Bürger Heydeke und Ludeke 
Volgmers mit dem Sattelhof zu Harsdorf, Ländereien zu Schrot- 
dorf und Rottersdorf, 13 Morgen, 56 Schillingen Herrenmessen- 
pfennigen, 12 Rauchhühneru und dem Gerichte zu Harsdorf. 
(G.Q.XXVU, N0.I8O.) 

1441. 5. Oktbr. Erzbischof Günther verkauft an Busse Homburg und 
Grosse Kune zu Gross-Salze mehrere Güter, darunter zu Harsdorff 
eine Hufe, wovon man 1 Schilling 2 Pfennige und 2 Hühner Zins 
giebt. (Cop. 65 fol. 174.) 

c. 1450. Der Acker auf dem Rottersdorfer Felde gelegen und dem Zehnten 
in Harsdorf zugehörend umfasst 24 Morgen. (Cop. 91 S. 137.) 

1453. Die Brüder Tyle und Hermann von Trete haben vom Erzbischof 
Friedrich zu Lehen u. a. 3 Wispel Weizen an einer Hufe auf 
Hars dorfer Felde. (Cop. 36 S. 528.) 

Digitized by VaOOQ 16 



145. Harsdorf. 153 



1457. 20. März. Das Meiergericht geht um Buckau her auf die Lems- 
dorfsohe Grube, soferne sick de dre marken Rotterstorp, Schrotorp 
und Harsdorp an de ummeliggenden veitmarken endigen. (G. 
Q. XXVII, No.709.) 

1457. Die Brüder Treskow haben vom Erzbischof Friedrich zu Lehen 
u.a. eine Hufe zu Harstorp. (Cop. 36 S. 583.) 

1471/72. Der Möllenvogt verzeichnet Einkünfte von 4 Hufen zu Hars- 
torp. (Cop. 101.) 

1478. 5. Febr. Abt Andreas zu Berge belehnt Hans Grauetopp zu 
Magdeburg mit einer Hufe und 2 Morgen Oberland zu Harsdorf 
und mit einem Hofe daselbst. (6. Q. IX, No. 366.) 

1478. 25. April. Die Söhne Meineckes von Schierstedt erhalten vom 
Erzbischof Ernst zu Lehen u. a. eine Hufe zu Harsdorf vor 
Magdeburg. (Cop. 41 fol.298\) 

1478. 14. Dezbr. Abt Andreas zu Berge belehnt Hans Neindorp zu 
Hohendodeleben mit einem Viertel Landes auf der Haderstorper 
Marke, sowie mit 5 Vierteln ebendaselbst. (G.Q. IX, No. 413.) 

1479. 26. März. Jorge Winkel erhält vom Erzbischof Ernst zu Lehen 
eine Hufe zu Harstorf, davon giebt er 14 A und 2 Hühner. 
(Cop. 41 fol.154'.) Diese Hufe erhalt 1494 Jagewinkel. (Cop. 41 
fol. 190^) 

1479. 3. Mai. Abt Andreas zu Berge belehnt Tile Scroder zu Hohen- 
warsleben mit einer halben Hufe in Hohendodeleben und noch 
einer halben Hufe, wovon ein Viertel auf der rechten Feldmark, 
das andere auf der Haderstorper Mark liegt. (G. Q. IX, 
No. 444.) 

1480. Beschreibung der Grenzen dos der Dompropstei zustehenden 
Zehnten in Harsdorf (Cop. 91 8.137.) 

1485. 19. Septbr. Abt Andreas zu Berge belehnt die Brüder Hans, 
Martin, Hermann und Heinrich Rode zu Magdeburg mit einer halben 
Hufe auf Harstorp er Felde. (G. Q. IX, No. 567.) 

cl490. Der Zehntner in Harstorp sammelt für die Dompropstei den 
Zehnten in Widerstorp. (Cop. 91^ fol. 29'.) 

1494. 9. Aug. Die Schenken von Dönstcdt haben den halben Zehnten 
auf Harstorf f er Felde bei Hohendodeleben vom Erzbischof Ernst 
zu Lehen. (Cop. 41 fol. 286.) 

1495. 17. Juli. Der Kanzelschreiber Caspar Steinbeck erhält l^L Hufe 
und 6 Morgen auf Harstorffer Felde vom Erzbischof Ernst zu 
Lehen. (Cop. 41 fol. 285.) 

1508. 5. Hai. Die Sohne Hermann Steinbecks zu Colberg in Pommern 
erhalten mit ihren Vettern Caspar und Friedrich vom Erzbischof 
Ernst zu Lehen u.a. l^j Hufe und 6 Morgen auf Harstorffer 
Felde. (Cop. 41 fol. 291.) 

Google 



Digitized by VaOOQ 



154 I^ie Wüstungen im Nordthüringgau. 

1523. Im Zinsregister des Klosters U. L. Fr. zu Magdeburg kommen 
unter Hohendodeleben Zinsen vor von einem Viertel auf Haders- 
to rp vel d e. (G. Q. X, S. 384.) 

1525. 26. Juli. Das Kloster S.Agnes bezeugt, dass Henning Grabow und 
seine Frau 3 Worten Landes auf Harstopp Felde zu Erbzins 
genommen haben. (Or.) 

1536, 8. Harz. Die Domvikare zu Magdeburg vertauschen ihre ßolgüter 
in Salze mit dem Hallischen Bürger Johann Hermanns gegen den 
halben Zehnten in Nordgermersleben und 2 Hufen auf Rotters- 
torffer, Schrotdorffer und Harstorffer Feldmark vor Magdeburg. 
(Cop.31 fol.271.) 

1662. 17.— 20. Jan. Kloster Berge hat in Harsdorf S^/g Morgen Pacht- 
acker. Ebenso 4 fl. 6 gr. Erbzins zu Haarsdorf. (G. Q. IX, No. 1062.) 

1564. Zu Harstorff wohnen 2 Hauswirte, geben jährlich dem Pfarrer 
zu Deistorff 2 Scheffel Weizen und dem Küster 2 Scheffel. Es 
werden aber die Herrn (Visisatoren) berichtet, dass vorhin eine 
Hufe Landes zu Harstorff gehöret habe, die der Pfarrer zu ge- 
brauchen gehabt. Sollen die Kroden unter sich gezogen haben. 
(Kirchen visit.-Protok. ) 

1576. Der alte Schafmeister von Harsdorf hat 4 Morgen nach Olven- 
stedt zu. ( A 8. Erzst. M.-Domkap. No.l638.) 

1587/91. In Harstorff hat das Kloster S.Agnes von 5 Stücken Acker 
Pacht. (A 4. Erzst. M. S. Agnes No. 11.) 

1588. Decimator tertius in campo Harstorff zahlt 4 Schillinge pro 
synodali an die Thesaurarie in Magdeburg. (A. Domkap. M. 833.) 

1609. 11. Febr. Der Mollen vogt David Kuhn belehnt Hans Wetzel mit 
dem Platz auf Harstorffer Felde an der Schrote auf beiden 
Seiten, worauf damals eine Wassermühle gebaut war, und mit 
einem Garten oder Weidenfleck hinter jener Mühle. (Or.) 

1615. Die 4. Obödienz des Stifts S.Sebastian hat in Harstorff mehrere 
Gärten. (Reg. fahr. fol. 60.) 

1688. 6. Novbr. Das Kapitel von S.Nicolai bittet den Rat von Magde- 
burg, dafür zu sorgen, dass die Bürger, welche Äcker auf den Feld- 
marken Rottersdorf, Haarstorff und Teichfeld haben, dem Stift 
den Zehnten bezahlen, der diesem von Alters her zusteht. (A4. 
Erzst. M.S. Nie. No. 166.) 

1639. 12. Novbr. Das Kloster S. Lorenz in der Neustadt besitzt im 
Haarstorff er Felde eine Hufe und 9 Morgen. Davon liegen: 

Vom Haarstor ffer Feldwege uf die Seh rode 6 Morgen in 4 
Stücken. 

Vom vorigen Weg uffen Wegk, so von der Steinkuhle herkommt, 
8 Morgen in 2 Stücken. 

Vom Wege, so unter der Steinkuhlen herkommt, über die 
Schaffewohne, sive Roten seer wegk, uff die faule Renne 6 Morgen in 
3 Stücken. 

Digitized by VaOOQ 16 



145. Harsdorf. — 146. Hathuwardestorp. — - 147. Hegesdorf. 155 

Von der faulen Renne uff die Hohe Grube 3 Morgen in 2 
Stücken. 

Im selbigen Strich, aber auf die Olbenstedtische Feldmarke 
8 Morgen in 4 Stücken. 

Von der Seidenkramer Anwende uff den Olbenstedtischen Grase- 
weg 6 Morgen in 2 Stücken. 

Von Schrieffers Anwende uff den Olvenstedtischen Graseweg 
2 Morgen. 

(Or. s. r. Kloster S. Lorenz No. 89.) 

1721. 14. Febr. Das Stift S.Sebastian verpachtet an seinen Senior Fried- 
rich Paul Neumann eine Hufe und 16 Morgen und noch eine halbe 
Hufe im Schrothdorfer und Harsdorf er Felde. (A4. Erzst. M. 
S. Seb. No. 202.) 

Utteratar: Falcke, Tradd. Oorbei., S. 46. — Lübeck, Gesch. der Wilhelmstadl' 
Miigdeb, 



146. Hathuwardestorp. 

Lage unbekannt. 

1146. 11. Jan. Papst Lucius H. bestätigt dem Kloster Berge seinen Be- 
sitz, darunter in Dudeloge, Hathewardestorp, Rimekerslove. 
(G.Q.IX, No.30.) 

1164. 16. Jan. Abt Arnold zu Berge bekundet, dass der Presbyter Wigo, 
Dechant des Stifts S. Sebastian, dem Kloster Berge drei Hufen in 
Schwemmer (Svemmere) und 3 in Hathuwardesthorp erworben 
hat. (G. Q, IX, No. 36.) 

1209. 18. Dezbr. Papst Innocenz IH. bestätigt dem Kloster Berge seinen 
Besitz, darunter 11 Hufen in Dudelege, quatuor mansos et dimi- 
dium in Hathuardestorp, quinque mansos et dimidium in 
Rimekersleve — . (G. Q. IX, No. 59.) 



147. Hegesdorf, Heysdorf. 

Südwestlich von Ottleben, Kreis Oschersleben. 

1400. Hekendorp et Heygerstorp zahlen 3 Schillinge jährlicher Pro- 
kuration an das Stift Halberstadt. (Zeitschr. 1 Niedersachsen 1862 
S. 69.) 

c. 1440. Als Zubehör zu dem Haus Oschersleben wird genannt de 
wüsten marke to Hegestorp. Item de grasewischen , 1 wische 
up dem Hegestorpe velde unde den tihe to Hegestorp. 
(G.Q.XVI, S. 336. 337) 

1458. Vom Stift Halberstadt haben zu Lehen: Henning Wardesleve 
2 Hufen zu Hegestorp, Hintze Berge 6 Hufen; die Kagen den 
halben Zehnten zu Hegestorp, Weske von Hornhausen ein Viert(4 
Zehntel daselbst (Cop. 474 fo. 38. 38\) 



Digitized by VaOOQ 16 



156 I^ie Wüstungen im Nordthüringgau. 

1480. Administrator Ernst von Halberstadt belehnt die von der Asse- 
burg u.a. mit 4 Hufen auf dem Felde zu Hegestorff. (Cop. 475 
fol. 1\) 

Ebenso Burkard von Werberge mit dem halben Zehnten zu 
Hegestorff. (Ibid. fol. 62\) 

Ebenso Weske von Homhausen mit dem Viertel Zehnten zu 
Hegesto rf f. (Ibid. fol. 83.) 

1482. Administrator Ernst von Halberstadt belehnt die Brüder Wardes- 
leve u. a. mit 2 Hufen zu Hegesto rp im Dorfe und Felde. 
(Cop. 475 fol. V,) 

Ebenso 1482. (Ibid. fol. 60.) 

1689. Die Kirche (zu Ottleben) hat von Jürgen Senff 3 Gr. für das 
Gras auf dem Kirchhof zu Hey stör ff, einer wüsten Dorf statte. 
(G.Q.XII, S.141.) 



148. Helmsdori. 

Nördlich von Hermsdorf nach Klein-Ammensleben zu; Kreis Wolmirstedt. 

1121. 18. Oktbr. Bischof Reinhard von Halberstadt bestätigt dem Kloster 
Schöningen seine Besitzungen, darunter im Dorfe Hergrimestorp 
18 Hof stellen und 19 Hufen, in Helme rieh estorjp 15 Hofstellen 
und 12 Hufen. (Schmidt, Hochstift Halberstadt I, No. 151.) 

1137. Bischof Rudolf von Halberstadt bestätigt dem Kloster Schön ingen 
seine Besitzungen, darunter in Hergrimestorp 18 Hof stellen mit 
18 Hufen, das Dorf Ackendorf, in Hei m ericke stör p 16 Hof- 
stollen mit 13 Hufen. (Schmidt, Hochstift Halberst. I, No. 189.) 

1176. 18. April. Erzbischof Wichmann vertauscht dem Kloster Heck- 
lingen Güter in Hoppedale gegen 3 Hufen in Helmerikesthorp, 
welche 30 Schillinge zinsen. (C.d.Anh.I, No. 550.) 

1182. 7. Mai. Papst Lucius III. bestätigt dem Kloster Schöningen seine 
Besitzungen, darunter 61/2 Hufe und 15 Hofstellen in Helm er ik es - 
torp. (v. Heinemann, C.d.Anh.I, No. 614.) 

1199. Propst Ulrich vom Kloster U. L. Fr. zu Magdeburg bestimmt die 
Errichtung der Kirche in dem Dorfe Helmerekestorp und ihre 
Rechte, nachdem sie von der Kirche in Volkmarsdorf getrennt 
worden ist (Vergl. Volkmarsdorf). (G.Q.X, No. 81.) 

1289. 30. Jan. Das Kloster Schöningen verkauft dem Stift Magdeburg 
für 290 Mark die Güter in Hermenestorp (Hermsdorf) und Hil- 
raersdorf, nämlich 35 Litonenhufen mit Hofstellen und Zubehör, 
von welchen Hufen je 8 Schillinge und 6 Pfennige und ein Viertel 
Weizen, sowie 2 Scheffel Roggen entrichtet werden, femer 4 Zins- 
hufen im Felde von Helm eres torp, welche 15 Schillinge am 
Feste der Herren (dominorum) zinsen; ebenda eine Vieitel Hufe, 
welche 2 Schillinge zinst, einen Morgen mit Hofstelle, welche 
18 Pfennige zinst, 3 Hofstellen, die 18 Pfennige, einen Obstgarten, 



Digitized by VaOOQ 16 



147. Heysdorf. — 148. Helmsdorf. 157 

der 2 Schillinge, und eine Hofstelle, welche 6 Hühner zinst (Reg. 
Magd.m, No.611.) 

c. 1363. Henning von Hermstorp hat vom Magdeburger Dompropst zu 
Lehen u. a. 5 Wispel Weizen weniger 3 Scheffel in Hilmestorp 
prope Hermestorp. (Cop. 91 S. 68.) 

1432. 7. Mai. Erzbischof Günther klagt die Magdeburger an, dass sie 
den armen Leuten in dem Spitale zu Hemmerstorff ihre Habe 
genommen. (G. Q. XXVH, IN o. 284.) 

1447. Die von Wellen haben vom Erzbischof zu Lehen u.a. das wüste 
Dorf Hemmestorf und eine Wiese genannt die Hemersch- 
d r f e r Wiese. (Cop. 36 8. 588.) 

1447. Busse von Wanzleben hat vom Erzbisdiof Friedrich zu Lehen 
u.a. zu Hemmerschdorff das Kirchlehen und 2 Hufen in der 
Breite und den Hof bei der Kirche, den die in dem neuen Spital 
haben zu Magdeburg. (Cop. 36 8. 661.) 

Ebenso die Brüder von Wellen das wüste Dorf Hemmerstorff 
und eine Wiese genannt die Hemmerschdorf er Wiese. (Cop. 36 
8.676.) 

1477. 3. Oktbp. Claus, Dietrich und Heise von Wellen erhalten vom 
Erzbischof Ernst zu Lehen u.a. das wüste Dorf zu Hemmerstorf 
und eine Wiese genannt die Hemmerstorf f er Wische. (Cop. 41 
fol. 124.) 

Ebenso Peter, Hans und Heise von Wellen 1509, November 16 
das wüste Dorf Hermersdorf. (Ibid. fol. 149.) 

1480. Administrator Ernst von Halberstadt belehnt Gebhard und Johann, 
die Söhne Sieverts von Hovm, u. a. mit einem Hof und 2 Hufen 
Landes in dem Felde und Dorf zu Hermerstorffe. (Cop. 475 
fol. 86.) 

1489. 28. Septbr. Der Hofmeister des Erzbischofs Ernst, Dr. Christof 
vom Hayn, erhält von diesem zu Lehen die wüste Mark zu 
Hemmerstorfund Stücke zu Domersleben. (Cop. 41 fol. 169.) 

1492. 24. Septbr. Paul Pfeffer erhält vom Erzbischof Ernst zu Lehen 
eine halbe Hufe auf Hemmerstorf er Felde. (Cop. 41 fol. 235^). 

1609. 16. Novbr. Peter, Hans und Heyse von Wellen haben u. a. vom 
Erzbischof Ernst zu Lehen das wüste Dorf zu Hermersdorf. 
(Cop. 41 fol. 149.) 

1621. In Hermsdorf et in villa desolata Helmsdorf muss die Dom- 
propstei 35 Hufen, genannt geltgut, haben. 

In Helmsdorf hat der Dompropst Pacht von 11 Hufen. (Cop. 
91« fol. 28\ 29.) 

1566. Hermsdorf desolatum zahlt an Synodalkorn dem Dechanten* 
von Magdeburg je 3 Scheffel Weizen und Roggen. (Reg. censuum 
de 1556.) 

C. 1630. Das Domkapitel belehnt Joachim B. von Rohr mit den Gütern 
des ausgestorbenen Geschlechtes von Wellen und andern erkauften 



Digitized by VjOOQ 16 



158 t)ie Wüstungen im Nordthöringgau. 

Gütern, darunter ein Holzbleck geheissen der Hirgisberg, das liegt 
über Zwölfen, — das wüste Dorf zu lütgen Wellen, die Claus- 
wiese daselbst, das wüste Dorf zu Herasdorf und die Hems- 
dorfer Wiese, eine Hufe Gras zu Altenfliete, eine Hufe Gras zu 
Wartenberge, zu Schrottorff und Rottersdorf eine Hufe und ein 
Garten, IV2 Hufe zu Wellendorf. (A 3, Erzst. M. Domkap., No. 885.) 

1670. Die von Rohr haben das wüste Dorf zu Hemstorff mit der 
Grasung und allem Rechte in Besitz; ferner die Hemstorff er 
Wiese. (A3, Erzst. M. Domkap., No. 838.) 

Uteratar: Falke, Tradd. CorbeL, S. 46. — Danneü, Wolmirstcdl S. S3S. S71. 



140. Helmwardesdorf. 

Lage nnbekannt. 

946. 29. Jan. Otto I. übereignet dem Stift zu Quedlinburg die vi Ha 
Helmuuardesthorp in pago Northuringi in comitatu Geronis. 
CM.G.D.1, S.155.) 

Litteratnr: Magdeh. OeschichUbl. III, 8. 49S. XI, S.58. 



150. Heise. 

Bei Eimerslcbcn, Kreis Neuhaldcnslcben. 

1112. 9. Aug. Bischof Reinhard bestätigt frühere Besitzungen des von 
Osterwieck nach Hamersleben zu verlegenden Klosters, sowie die 
neuen Schenkungen der Thietburg und Mathilde, darunter in Hel- 
sili duo inansi. (Schmidt, Hochstift Halberst. I, No. 136.) 

1121. 18. Oktbr. Bischof Reinhard von Halberstadt bestätigt dem Kloster 
S. Laureiitii zu Schöningen seinen Besitz, darunter in Hellesse 
in mansi et VH aree cum adiacente silva. (Schmidt, Hochstift 
Halberst.1, No. 151.) 

1137. 18. Oktbr. Bischof Rudolf von Halberstadt bestätigt dem Kloster 
S. Laurentii zu Schöningen seinen Besitz, darunter in villa, que 
dicitur Hell esse IH mansi et VH aree et una silva. (Schmidt, 
Hochstift Halberst. I, No. 189.) 

C. 1160. Zu dem Gute des Helmstedter S. Ludgeri-Kloster in Ostingers- 
leben gehört u. a. eine 3 Schillinge zahlende Hufe in Hall esse. 
(N.Mitth.1.4, S.24.) 

1179. 22. Febr. Papst Alexander HI. bestätigt dem Kloster Schöningen 
seinen Besitz, darunter in Heiesse 3 Hufen und 7 Hofstellen mit 
dem angrenzenden Walde. (Falke, Tradd. Corbei., S. 770.) 

c. 1226. Friedrich von Morsleben hat von Luthard von Meinersem zu 
Lehen den Zehnten in Heiesse. (Magd. Reg. H, No. 806.) 

c. 1274. Conrad von Bornstede hat von Luthard und Burchard von 
Meinersem u.a. zu Lehen unum locum silve Hellesen. (Suden- 
dorf, ÜB. d. Herz. v. Braunschw. I, S. 51.) 



Digitized by VaOOQ 16 



148. Belmsdorf. — 149. aelmwardesdorf. — l50. Heise. l59 

c. 1280. Johann von Gatersleben giebt 2 Hufen in H eisen dahin, 
wohin sie sein Lehensmann Friedrich Bogelsac verfassen hatte. 
(Behrends, Neuhaldensl. II, 8. 463.) 

1301, 26. Dezbr. Kunigunde, Gemahlin des Ludolf von Esebeck, ver- 
kauft mit dessen Zustimmung für eine halbe Mark Stendaler Silber 
dem Kloster Marienthal proprietatem nemoris nostri sive silvam 
erga villam Helserise, der an sie auf dem Erbschafts wege ge- 
kommen, in Osten durch den Wald des Ludgeri-Klosters bei Helm- 
stedtj im Westen durch den des Heyseco von Wellendorp begrenzt 
wird. (Riedel, Cd. Brand. A, XVU, S. 48.) 

1311. Die Edlen Luthard und Conrad von Meinersem haben vom Halber- 
stadter Bischof u.a. zu Lehn decimam in Bliese. (Riedel, Cd. 
Brand. A, XVH, 8.445.) 

1319. 26. Novbr. Konrad Edler von Werberg bestätigt dem Kloster 
Marienborn die Schenkung seines Vaters Hermann, bestehend in 
einer Hufe in campis Heise n. (Cop. 751 fol. 65.) 

1326. 31. Oktbr. Das Stift Walbeck übergiebt dem Kloster Marienthal 
einen Wald prope villam sitam Hellis, que ligna S. Marie vul- 
gariter nuncupantur. Ulrich und Otto von Berneberg, auf deren 
Bitte diese Überlassung geschah , geben dafür dem Stifte Walbeck 
eine halbe Hufe im Felde von Germersleben bei Alvensleben 
(Nordgermersl). (Meibom, Walbeck. Chron., 8.218.) 

1336. Ritter Heinrich von Alvensleben teilt zwischen seinen Söhnen 
Busso und Fritz die Burg Erxleben so, dass zu dem Anteil des 
letzteren auch der Zehnt zu Heise gehört (Cd.Alvensl. I,No. 498.) 

1372. 24. Juni. Ludolf und Friedrich Gebrüder Ritter von Alvensleben 
verkaufen ihrem Vetter Busse von Alvensleben u.a. den Zehnten 
zu H el tze. (C d. Alvensl. I, No. 799.) 

c. 1397. Busse der jüngere von Alvensleben hat das dorff Helcze vom 
Erzstift zu Lehen. (G.Q.XVI, S.302.) 

c. 1400. Unter den zum Schlosse Bartensieben gehörigen Gütern heisst 
es: Ok over die dorp, die ern Bussen sin, Heise, Ostmersleve, 
Emersleve, dat gerichte to Bertensleve to, dat rekene ik up V mark. 
Ok rekene ik to Heise von dem ackere, wy den werket, eyne 
greven koy uff III firdunge. (G.Q.XVI, S. 306. 307.) 

1441. In der Fehde der Herzöge Otto und Heinrich von Braunschweig 
und der Städte Braunschweig und Helmstedt gegen Heinrich von 
Alvensleben wurden auch die Dörfer Erxleben, Eimersleben und 
Neudorff alias Elszekerken mit Raub und Brand merklich be- 
schädigt. (Meybaum, Chron. v. Marien-Born, S. 92.) 

1455. 19. Dezbr. Erzbischof Friedrich von Magdeburg belehnt die von 
Alvensleben auf Erxleben u.a. mit dem Dorf Heize, (v. Mül- 
verstedt, C d. Alvensl. H, S.210.) 

1458. Heinrich und Friedrich von Alvensleben haben vom Stift Halber- 
stadt zu Lehen u.a. den Zehnten zu H eisen. (Cop. 474 fol. 44.) 



Digitized by VjOOQ 16 



l60 l^io Wüstungen im Nordthürtnggau. 



1467. 29. April. Erzbiscliof Johann belehnt die Brüder Albrecht und 
Heinrich von Alvensleben u.a. mit dem Dorfe Heize. (C.d.Al- 
venßl.II, No.353.) 

1478. 29. März. Bischof Gebhard von Halberstadt belehnt die Vettern 
Heinrich und Friedrich von Alvensleben u. a. mit dem Zehnten zu 
H e 1 8 e n. (Cd. Alvensl . II, No. 465.) 

1479. 5. Aufic* Kurfürst Albrecht von Brandenburg belehnt die von 
Alvensleben mit dem Schlosse Erxleben und Zubehör, darunter dem 
wüsten Dorfe Holsse. (Riedel, C. d. Brand. A, XVU, S. 163.) 

1480. 25. Oktbr. Administrator Ernst von Halberstadt belehnt die Vettern 
Friedrich und Heinrich von Alvensleben u. a. mit dem Zehnten zu 
H e 1 1 z e. (C. d. Alvensl. H, No. 496.) 

1499. 19.Novbr. Die Markgrafen Joachim und Albrecht von Branden- 
burg belehnen die von Alvensleben u. a. mit dem wüsten Dorfe 
Heise als Zubehör zu Haus Erxleben. (C. d. Alvensl. II, No. 653.) 

1635. 27. Mai. Kurfürst Joachim belehnt die von Alvensleben mit dem 
Schlosse Erxleben und Zubehör, darunter das wüste Dorf Heise. 
(Riedel, Cd. Brand, A, XVH, 8.217.) 

1641. 1. Dezbr. Kardinal Albrecht belehnt die von Alvensleben u.a. mit 
dem Zehnten zu Heise. (Riedel, C. d. Brand. A, XVH, 8.221.) 

1611. 10. Juli. Heinrich Julius, postulierter Bischof von Ha^berstadt, 
belehnt die von Alvensleben u.a. mit dem Zehnten zu Helsen. 
(Cd. Alvensl. m, No. 880.) 

Litteratar: Wohlbrück, Alvensl. JI, iS. i89S. — Behrendt, NcuhaMensl. II, S. 46S, 
— Altmärk. Jahresber. V, S. 67. — Allerverein S, SO. 



161.152. Gross- und Klein -Hermsleben. 

Nördlich von Neuhaldensloben zwischen Neuenhofe und SatueUe, Unks der Ohre. 

1304. 17. Novbr. Die Brüder Heinrich, Burchard und Conrad von Dren- 
leve erklären den von ihrem Vater Wilhelm mit dem Kloster 
Hillersleben begonnenen Streit über die Teilung (vulgariter march- 
schedinge) in campo Herbersdesleve aufgeben zu wollen. (Or.) 

1347. Fritz und Gebhard von Wederde überreichen ihren Töchtern 
Margarethe und Ida, Nonnen zu Althaldensleben, 5 Mark jährlicher 
Rente aus dem dorpe tho Hermsleve und dem dorpe tho 
Lubbenitze. (Behrends, Neuhaldensl. II, S. 52.) 

1362. 28. April. Jan Schenk von Dönst^dt giebt dem Kloster Alt- 
haldensleben die Lehnware über einen Vierding von einer Hufe 
auf dem Felde zu Hermensleve, die geheissen ist die Herren - 
hufe, und eine Hufe zu Bunterniss auf dem Felde zu Stoinbitz. 
(Cop. 748 fol. 91.) 

1364. 9. Oktbr. Die Brüder Fritz und Gebhard von Wederde entscheiden 
einen Streit zwischen den Bauern von Hermes leve und denen von 
Nienhove über die Markscheidung. (Riedel, C.d.B.A, XXI, 8.449.) 



Digitized by VjOOQ 16 



150. fielse. — 151. 152. Gross- und klein-Mermsleben. 161 

c. 1380. Friczo unde Grerhart de Wederden haben vom Erzßtift zu Lehen 
-- daz dorff czu Hermersleven mit allim rechte. (G. Q.XVI, 

8.74.) 

1382. De scultynne von Wichmestorp het hir gewest vor heghedem 
dinge, unde het ghewardet des ordels, dat de schepen upstoten; des 
is des sculten wif von Hermersleve nicht gekomen mit den 
bureu von Bulstering, alse se wilkoret hadde, dar is se vellich ane 
worden, dar het se enen vreden over nomen. (Stadtbuch von 
NeuhaldensL) 

1446. Die Vettern Grcorg und Hildebiand von Berwinkel haben vom 
Erzbischof Friedrich u. a. zu Lehen die wüsten Dörfer Husingh, 
Czerltz, Grassendorff, Hermesleven und Dost (Cop. 36 fol.87.) 

1452. 8. Juli. G^eorg und Hildebrand von Bärwinkel vergleichen sich 
mit Ludolf und Heine von Alvensleben über die Dorfttatte und 
Feldmark Hermisleve, auf der Heide gelegen, dahin, das i jenen 
das Gras, diesen der Acker gehören solle; wenn die Alvensleben 
zu Lübberitz das Wasser stauen und dieses am Grase zu Hermis- 
leve Schaden thut, so sollen ihn diese ersetzen. (Riedel, Cd. Brand. 
A, X Vn, S. 132.) 

1470. 11. April. Güntzel und Huner von Barwinkel verzichten auf die 
von Erzbischof Johann zu Lehen rührenden Güter zu Wolmirstedt^ 
Barleben, Meizendorf, Ebendorf, Jersleben, dem wüsten Adinburg 
mit den wüsten Dorfstätten Hadinburg, Mildehovede, Smerfelde und 
Hermsleben. ((Jop. 69 fol. 191.) 

1479. 22. Juni. Erzbischof Ernst überträgt der Stadt Neuhaldensleben 
die wüsten Dorfstatten grossen Hermsleve und lütken Herms- 
leve in seinem Lande zu Magdeburg bei Lubbenusse auf jen seit 
der Ohre vor der Heide gelegen und giebt ihr die Befugnis, daselbst 
Ziegelöfen anzulegen. (A. Herz. M. Landesreg. VU, No. 8.) 

1484. 14. Juli. Markgraf Johann von Brandenburg belehnt Friedrich von 
Alvensleben auf Calvörde mit der wüsten Dorfstätte Hermesz- 
leben auf der Heide bei Brundorff und Luberitz gelegen. (Cd. 
AlvensLH, No. 627.) 

1533. 26. Mai. Kardinal Albrecht und Kurfürst Joachim von Branden- 
burg setzen einen Tag fest zur Entscheidung gewisser Streitifickeiten, 
die die Alvensleben angeregt haben, u. a. über die Mark Herms- 
leben, so die von Haldensleve obir vorwerthe zeit gebraucht und 
Matthias von Alvensleve sich itzo understehet dieselbigen zu be- 
sehen und Merkisch leben doraus czu machen. (C. d. Alvensl. HI, 
No. 229.) 

1533. 28. Oktbr. Mit Zustimmung des Kardinals Albrecht wird ein Ver- 
trag zwischen der Stadt Neuhaldensleben und Matthias von Alvens- 
leben geschlossen, wonach die Stadt Gross- und Klein-Herms- 
leben in Benutzung nehmen soll, doch soll Matthias den Acker 
behalten und Anteil au der Weide haben. (Walther, Sing. M. 
n, S. 78.) 

WOttungeo I.NordthOr. 11 

Digitized by LjOOQ 16 



l62 t^ie Wüstungen im KordthüringgaU. 

1585. 10. HaJ. Kardinal Albrecht belehnt Matthias und Ludolf von 
Alvensleben mit dem Acker, der in den Marken groBzen und 
kleynen Hernnsleve in einzelnen Stücken liegt (C. d. Alvensl. 
ni, No.250.) 

1536. 2. Novbr. Kurfürst Joachim 11. giebt dem Erzstift die Jagd in 
den Ortschaften an der Ohre zurück, darunter in Herrn sieben. 
(Walthen Sing.M.Vm, 8.231.) 

1637. 5. Oktbr. Kurfürst Joachim II schliesst mit dem Kardinal Albrecht 
einen Vertrag über die Jagd in der Gardeleeischen und Wolmir- 
stedtischen Heide ; zur ersteren wird auch gerechnet Hormeszleve. 
(Riedel, Cd. Brand. B, VI, S.442.) 

1549. 26. Juni. Erzbischof Johann Albrecht belehnt Matthias und Ludolf 
von Alvensleben mit dem Acker, der in den Marken grossen und 
kleinen Hermsleven in einzelnen Stücken liegt (C. d. Alvensl. 
III, No. 321.) 

1560. 29.An|c. Erzbischof Sigismund verkauft der Stadt Neuhaldensleben 
den Acker und alle Gerechtigkeit, die der verstorbene Matthias 
von Alvensleben in den wüsten Marken Gross- und Klein- 
Hermsleben gehabt (C. d. Alvensl. IH, No.437.) 

1561. 19. Mai. Erzbischof Sigismund belehnt den Bürgermeister Matthäus 
Buemann für die Stadt Neuhaldensleben mit den wüsten Dorf statten 
Gross- und Kl ein -Hermsleben bei Lübberitz über der Ohre, 
nachdem diese durch den Tod des Matthias von Alvensleben dem 
Erzstift heiragefallen und vom Rate der Stadt gekauft worden 
sind. (Or.) 

1567. 19. Juni. Administrator Joachim Friedrich beleiht die Stadt Neu- 
haldensleben mit Korneinkünften aus der Mühle und einigen Äckern 
daselbst, femer mit der wüsten Feldmark Zerlitz; ausserdem mit 
den durch den Tod Matthias von Alvensleben erledigten Gütern, 
nämlich Acker, Hut und Trift auf den wüsten Dorfstätten Grossen • 
und Kleinen Hermsleben bei Lübberitzjenseits der Ohre vor 
der Heide gelegen. (A. Herz. M. Landesreg. VII, No.8.) 

1588. 15. April. Administrator Joachim Friedrich belehnt den Bürger- 
meister Hans Meyher für die Stadt Neuhaldensleben mit Zinsen 
aus der Mühle daselbst, drei Hufen im Stendalschen Felde, einer 
halben Hufe vor Klein -Sandersleben, dem wüsten Dorfe Zerrlitz, 
sowie mit dem Acker, Hut, Trift, Weide und Mästung in den wüsten 
Dorfstätten grossen und kleinen Hermschieben bei Lüber- 
nitz Jenseite der Ohre vor der Heide gelegen. (Or.) 

1683. 17. März. Die Stadt Neuhaldensleben beklagt sich beim Kurfürsten 
von Brandenburg, dass die Einwohner von Calvörde das hohe Holz 
bei Hermsleben zum Halbgericht zu ziehen bestrebt seien. (A. 
Herz. M. Landesreg. Vin, No.8.) 

Litteratur: Behrendt, Neuhaldensl. I, S. 67. 100.108 — WaUker, SingtU. Magd. 
VIII, S. 187. $S0. — ÄUmärk. Jakresber. VUI, S. 6t. Anm. IX, S. 51. 



Digitized by VaOOQ 16 



151. 152. Gross- u.klein-äennslebeii.— löS.fiTesekesdorf. — l54.äildage8burg. 160 

153. Hesekesdorf. 

Bei Beckendorf, Kreis Oschenleben. 

1220. Bischof Friedrich von Halberstadt bestätigt Landerwerbungen des 
Klosters Hamersleben in Ottleben (Otenleve), in Warsiebon (Werdes- 
leve) und in Hesekestorp droi Hufen von Bodo von Ampleben 
und seinen Brüdern. (Schmidt, Hochstift Halberst. I, No. 613.) 

1303. I.März. Kloster Groningen verkauft dem Kloster Marienthal für 
11 Mark den Kludenberg in fine campi Bekendorp, cuius confines 
sunt: in Oriente silva domini Johannis Bongini militis de Beken- 
dorp et Johannis de Ummendorp farauli, in occidente campus ville 
Hesekesdorp, in parte aquilonari silva dominorum Vallis s. 
Marie et in parte australi campus Hesekesdorp. (Schmidt, Hoch- 
sUft Halberst n, No.l732A.) 

1311. Der Edle Konrad vonWerberge hat vom Bischof von Halberstadt 
zu Lehen 4 Hufen in Esekestorp. (Riedel, C. d. Brand. A, XVII, 
S. 445.) 

Johann von Ummendorf ebenso den Zehnten über 30 Hufen in 
Esekestorp. (Ibid. S. 469.) 

Ebenso die Ritter Beteco von Schöningen und Johannes von Hom- 
husen quartani partem silve, que Hach dicitur, apud Esekestorp. 
(Ibid. S. 461.) 

Ebenso der Ministerial Johannes von Hornhuson und sein 
Bruder einen Wald bei Hesekestorp, der Hach heisst. (Ibid. S. 462.) 

1313. Ludolf von Werberge hat vom Bischof von Halber8ta<lt zu Lehen 
in Villa Hesekestorp 4 Hufen. (Riedel, C. d. Brand. XVII, S.447.) 
Ebenso Ritter Johann von Beckendorf Vj^ Hufe und 8 Höfe in 
Hesekestorp. (Ibid. S. 455.) 



154. Hildagesburg. 

Bei Wolmirstodt. 

1129. Albertus marchio Hildegesburg quadam nocte cepit et incendit. 
(Chron. mont ser.) 

1196. 24. Novbr. Markgraf Otto H. von Brandenburg und sein Bruder 
Albrecht tragen ihre Allodialgüter dem Erzstift Magdebui-g zu 
Lehen auf, darunter locum castri Hildagesborch. — Kaiser 
Heinrich bekundet diesen Vorgang 1197, Juli 9. (v. Heineraann, Cd. 
Anh.I, No. 710. 718.) 

1289. Eine Anzahl von Bischöfen stellen für den Besuch der durch 
Wunder ausgezeichneten S. Nicolai -Kapelle in Hildagesburg 
einen Ablass aus. (Riedel, C. d. Brand. A, V, 8. 50.) 
Ebenso Erzbischof Erich 1290, April 28. 

1298. 30. Mai. Erzbischof Erich verlegt auf Bitten des Dekans Konrad 
von Stendal den Kirch weih tag der Kapelle S. Nicolai in Hil- 



Digitized by VaOOQ 16 



164 l^ie Wüstungen im NordthüringgftU. 



dincgesburch vom Sonntag Jubilate auf Mieericonlias domini. 
(Riedel, C. d. Brand. A, V, 8. 53.) 

1296. Conradus de Elvelen prope Hild[age8burg] hat den halben 
Zehnten daselbst (Magd. Reg. III, No.928.) 

1319. Donation Henning von Erxsleve Ritters und seiner Brüder über 
die Wiesen zu Hillegesberghe. (Visit.-Protok.de 1562.) 

1387. 3. Mai. Johann von Suntra, Domherr zu Magdeburg, und Marquard 
von Bardeleben, Domherr zu Stendal entscheiden einen Streit über 
das Patronatsrecht der Kapelle in Hildinghesburch dahin, dass 
dieses dem Domstifte Stendal zustehen solle. (Riedel, C. d. Brand. 
A,V, S.81.) 

Am 5. Mai wird das Notariatsinstrument ausgefertigt und am 
6. Mai bestätigt es Erzbischof Otto. 

Am 12. Mai bestellt Papst Benedikt XII. eine Kommission zur 
Entscheidung dieses Streites. (Ibid. S. 82— 84) 

1357. 22. Dezbr. Rudolf, Dechant der Kirche in Boyster, citiert Gerlach 
von Honvels, den Archidiacon der Kapelle in Hillungesborch, 
wegen Belästigung und Beschränkung der Freiheiten derselben vor 
sein Gericht. (Riedel, C. d. Brand. A, V, S. 104.) 

1358. 31. Mai. Erzbischof Otto verzichtet auf die an der Kapelle zu 
Hillin gesborch von dem Archidiaconus des Bannes Wanzleben 
in Anspruch genommenen Diöcesanrechte. (Riedel, G. d. Brand. 
A,V, S. 105.) 

1376. 19. Juni. Der Domdechant Burchard von Magdeburg bestätigt die 
gegen den Dechanten zu Stendal als Pfarrer der Kirche oder 
Kapelle in Hildyn gesborch wegen schuldiger Abgaben aus- 
gesprochene Exkommunikationssentenz. (Riedel, C. d. Brand. A, V, 
S. 123.) 



1376. 30. Novbr. Der Domdechant Burchard von Magdeburg nimmt die 
Exkommunikation des Pfarrers der Kirche oder Kapelle in Hil- 
dingesborgh zurück. (Riedel, C. d. Brand. A, V, S.123.) 

c. 1393. Unter den zu Neuhaldenslehen gehörigen Lehen des Erzstifts: 
Johannes Godeke XXVIII iugera grarainum prope Hillingesborg 
valentia annuatim Vj^ marcam. (G.Q.XVI, S.241.) 

c. 1424. Als Zubehör zum Schlosse Wolmirstedt werden aufgeführt: dy 
wische to Hillingborch, dy heffl; XXIX morgen. (G.Q.XVI, 
S. 339.) 

1443/4. Die Markgrafen von Brandenburg sprechen gegen den Erz- 
bischof Günther das Schloss Hildagespurg als ihren Besitz an. 
(Riedel, C. d. Brand. B, IV, S.318.) 

1477. 19. Novbr. Die Brüder von Veitheim erhalten vom Erzbischof 
Ernst zu Lehen u. a. eine halbe Hufe Grases und 8 Morgen bei 
Hilligesborg. (Cop.41 fol. 120\) 

1482. 25. Febr. Ilingesburg. Louwenwische mit dem Holze darin 
von Billinge gekauft; Holz und Gras auf dem Rodewigk, den 



Digitized by VaOOQ 16 



154. Hildagesburg. - 155. Hodendorf. - 156. Hohendorf. 165 

Stolzenhom bei Glindenberge gelegen, die Buwewische bei Illin- 
gessburg. (Cop.41 fol.82.) 

1535. 10. April. Kardinal Albrecht belehnt Jacob und Christoph von 
Veitheim u. a. mit einer halben Hufe und 8 Morgen Gras bei 
Hillingßburg. (Cop.113 fol.182.) 

1562. Die Rentze zn Illigesburche ist ein Pfuhl (zur Fischzucht 
benutzt) (Visit.-ProtoK. von Wolmirstedt). 

Jiltteralu*: v. Lßdebur, Archiv 1, 8. 860. — Magdeb. OtschicJUabl VH^S. S77.5f5, — 
Danneil, Wolmirstedt, S. S65. — v. Heinemann, Albrecht der Bär, 8 60, 68, 
80, 9t, 101, 198. 



155. Hodendorf. 

Lage unbekannt, wohl aber bei Erxleben, Kreis Keuhaldensleben. 

1836. Heineke Ritter von Alvensleben teilt das Haus Erxleben zwischen 
seine Söhne Busse und Fritz; dieser erhält zu seinem Teil u.a. den 
2iehnten zu Hoden dorp. (C. d. Alvensl. I, No.488.) 

1512. 28. Juli. Hippoljt und Heinrich von dem Werder verkaufen an 
Curt von Mandelszem und seine Frau u. a. ein Grasbleck bei 
Hoden dorp. (Cop.69 foL51\) 



156. Hohendorf. 

Bei Badeleben nach Wormsdorf zu, Kreis Nenhaldensleben. 

1022. 1. Novbr. Bischof Bernward von Hildesheim übereignete dem 
Michaeliskloster daselbst Zehnten im Gau Northuringon in Baden- 
leve, Dudulegon, Wermerstorp, Emmo<le, Hugendorp, Adelegeres- 
torp. (v. Raumer, Reg. No. 470.) 

1182. 4. Mai. Das Kloster S. Ludgeri zu Helmstedt erwirbt eine Hufe 
in Hughendorpe, eo quod sibi vicinus esset, vom Stifte Nien- 
burg. (N. Mittb. IL 4, 8. 462.) 

1191. 31. Jan. Papst Cölestin IH. nimmt das Elloster Marienthal in 
Schutz und bestätigt seine Besitzungen, darunter 8 Morgen im 
Dorfe Hogendorf. (Magd. Reg. I, No.l749.) 

1239. Bischof Ludolf von Halberstadt schenkt dem Kloster Marienthal 
die Zehnten in tribus villis, unam in villa Karlestorp — , in villa 
etiam Hoghendorp, quicquid est ad decimam pertinens in campo 
et in villa Benendhorp. (Schmidt, Hochstift HalberstH, No. 688.) 

c. 1240. Herzog Albrecht von Sachsen überträgt dem Stift Quedlinburg 
die Vogtei über 53 Hufen jenseits des Sruches (trans paludem), 
darunter über eine halbe Hufe in Bogen dorp. (v. Erath, C. d. 
Quedlinb., No.97.) 

1241. 22. Jan. Erzbischof Wilbrand bekundet, dass er für Friedrich von 
Esebeck und seine Brüder 31/2 Hufe in Ho gen dorp freigemacht 
habe. (Magd. Gesch. VI, S. 146.) 

Digitized by VaOOQ 16 



1 66 Die Wüstungen im NordthOringgau. 

1241. 5. Dezbr. Erzbischof Wilbrand genehmigt die Übertragung von Hufen 
in Hogendorp an Kloster Marienthal. (Magd. Gesch. Vi, S. 146.) 

1242. Bischof Meinhard von Halberstadt beseitigt die Ansprüche des 
Arnold Koch gegen das Kloster Marienthai wegen des Zehnten 
uniuß mansi in Hogendorp. (Schmidt, Hochstift Halberst. II, 
No. 716.) 

1281. 19. Au^. Bischof Volrad von Halberstadt bestätigt die Schenkung 
einer Hufe in Hogendorp von Seiten des Rittt^rs Siegfried von 
Badenleben zu einer Memorie an daa Kloster Marienborn. (Schmidt, 
Hochstift Halberst II, No. 1376.) 

1313. Ludolf von Werberge hat vom Bischof von Halberstadt zu Lehen 
den Zehnten in Hogerstorp in Dorf und Feld, welchen der Edle 
Borchard von Mansfeld und die Edlen von Querfurt 1313 resig- 
nierten. (Riedel, C. d. Brand. A, XVII, S. 447.) 

Ebenso Albert Spegel, Berthold und Konrad von Sommersohen- 
burg eine Hufe in Hogendorf deserto. (Ibid. S. 465.) 

c. 1360. Henning Spiegel hat vom Bischof von Halberstadt zu Lehen 
u. a. eine Hufe auf dem Felde zu Hogindorf bei Warmsdorf. 
((Jop. 470 fol. 52\) 

1400. Eddenstede et Hogendorp im Banne Göhringsdorf geben jähr- 
lich 3 Schilling« jährlicher Prokuration an das Stift Halberstadt. 
(Zeitschr. für Niedersachsen 1862, S. 69.) 

c. 1414. Hoghendorp est marca deserta prope Ummendorp; hie sunt 
Vn mansi et I quartale dem Domkapitel. (Cop. 91 fol. 9.) 

c. 1460. 1521. In Hogendorp (Hagen dorp) prope Ummendorp hat 
das Magdeburger Domkapitel 7 Hufen uncl ein Viertel. (Cop. 91*» 
fol.21, Cop. 91« fol. 22.) 

1480. Administrator Ernst von Halberstadt belehnt die Gebrüder Beyer 
mit 6 Hufen zu Ottleben und 6 Hufen auf dem Hogend orffi- 
schen Felde. (Cop. 475 fol.9\) 

1521. In Hagen dorp prope Ummendorp hat die Dompropstei Zins 
6 Vi Hufe. (Cop. 91« fol.22^) 

1642. Im Lagerbuche des Amts Somnierschenburg findet sich: Höhen- 
der ff eine wüste Dorffstadt, lieget zwischen Wormbsdorff' und Bade- 
leben, ist eine Wische und wird zum Amte gebrauchet. (A.Magd. 
Kammer I, 167 fol. 120.) 



157. Hohndorf. 

Südlich von Calbe a. Saale. 

c. 1100. Kloster Nienburg hat in Honthorp 3 Hufen, (v. Heinemann, 
C.d.Anh.V, S.355.) 

1269. 17. Juni. Erzbischof Konrad giebt dem Kloster Gottesgnaden für 
das Patronatsrecht in Krottorf das der Kirche in Hondorf, 
(v. Ludewig, Rel.manuscr. XI, S. 577.) 



Digitized by VaOOQ 16 



156. Hohendorf. — 157. Hohndorf. 167 

1989. 13. Juli. Erzbischof Erich und das Domkapitel zu Magdeburg 
schenken den Brüdern des deutschen Ordens zu Berge eine Hufe 
und einen Weinberg in Hohendorf bei Calbe. (Magd. Reg. HI, 

No. 627.) 

1293. 28. Jan. Erzbischof Erich verkauft zur Auslösung des Schlosses 
Giebichenstein und zu seiner eigenen Auslösung aus der Gefangen- 
schaft an das Domkapitel 3^« Hufe in Hohendorf bei Calbe, 
noch 2 Zinshufen, eine halbe, die Souioratshufe, 7 Hofstellen und 
einen Werder. (Magd. Reg. HI, No. 773.) 

1343. 13. Mai. Zu einer Gedächtnisfeier bei dem von Johann von Neu- 
gattersloben in der Kirche S. Gertrudis zu Hohndorf a. Bode ge- 
stifteten Altar soll auch u. a. der Pfarrer von Hondorp prope 
Calvis, Canonikus von Gottesgnaden, erscheinen, (v. Heineraann, 
C.d.Anh.m, No.760.) 

c. 1372. Johannes und Tile von Mokrene haben vom Erzstift zu Lehen 
u.a. in Hondorpe eine halbe freie Hufe und eine Hufe verliehenen 
Gutes und 2 Höfe. 

Ebenso Ludolf von ßalzwedel eine halbe Hufe in Hondorp. 

Hans Scriver eine halbe Hufe in campis Hoendorp. 

Bosse Homborch u. a. eine halbe Hufe in campis Hoendorp. 
(G.Q,XVI, 8.58.) 

1381. Johannes Vetter hat vom Erzbischof zu Lehen einen Hof und 
einen Weinberg in villa Hondorp ante opidum (Calbe). (G. Q.XVI, 
8.194.) 

1382. Busso Homburg hat zu Lehen vom Erzstift eine halbe Hufe in 
campo Hondorpp ante oppidum Calve (G. Q.XVI, 8.199.) 

1399. Busso Homburg hat vom Erzstifb zu Lehen eine halbe Hufe in 
campis Honendorp; ferner eine Hufe, die Tammo von Hondorp 
resigniert hat Thammo von Hondorp hat 4 Hufen in campis 
Hondorp; ferner 7 Hofstellen in dem Dorfe. 

Heinrich von Wochelitz hat 5 Viertel Morgen in campid 
Hondorp. 

Kone Veddern hat eine halbe Hufe in campis Hondorpe. 
(G.Q.XVI, 8.231.) 

1415, Geverd Bornekop, Hinrik Czid, Pauwel Palme, Hans Korren, Hinrik 
Greve sint med rechte gekomen von Peter Sassen um den schaden, 
des he or hebben scheide von des wegen, dat se on genodiget 
hadden, dat he Lubeken by legen muste mid eyner halven huve 
up dem velde tu Hondorp. (Magd. Gesch. XX, 8. 2ö0.) 

1416, 8. Juli. Peter Sasse und seine Frau verkaufen dem Kloster Gottes- 
gnaden mit Zustimmung des Lehensherm Jan Makrene 6 Scheffel 
Weizen von einem Viertel Landes auf dem Felde Hondorp bei 
Calbe. (Or.) 

1446. Heinrich Jodicken zu Calbe hat vom Erzstift zu Lehen eine Hufe 
auf der Marke zu Hondorf, wovon er einen Vierdung zuHerren- 

Digitized by VjOOQ 16 



168 I^ie Wüstungen im Nordthüringgau. 

messen und einen Schilling an sanci NielauB zu Hondorf zinst 
(Cop. 36 S. 239.) 

Ebenso Lorenz Korre ein halbes Lot von einer halben Hufe 
zu Hondorpp, Hans Donewert ein Lot von einem Viertel zu 
Hondorpp. (Ibid. S. 367.) 

Bosse Homburg hat vom Erzbischof Friedrich zu Lehen u. a. 
23/^ Hufe zu Hoendorf. (Cop. 36 S.208.) 

Ebenso 1458 Caspar Homburg. (Ibid. S. 224.) 

Arnt und Peter Wragen haben vom Erzbischof Friedrich zu liehen 
u. a. einen Berg und einen Morgen Landes bei dem Weinberge bei 
Hondorf f. (Cop. 36 S. 550.) 

1450. S.April. Busse Homburg bezeugt, dass Hans Otten zu Calbe 
den Domvikaren einen halben Wiepel Weizen jährlich von einer 
halben Hufe auf der Feldmark Hondorp verkauft hat (Cop. 31 
fol.71.) 

1463. 14. Febr. Claus Bemeburg zu Calbe verkauft an Balthasar Schütze, 
Altaristen in der Pfarrkirche 8. Htephani daselbst, einen halben 
Wispel Weizen von je einer halben Hufe auf der Stadtmark und 
zu Hondorf. (Cop. 66 fol.407.) 

1467. 28. Mai. AsmusBrun hatte Hans Kremer im Landrecht vor Calbe 
wegen eines Viertel Landes zu Hondorf beklagt; der Rat von 
Calbe entscheidet zu Gunsten des letzteren. (Handelbuch von 
Calbe 8.30.) 

1472. Matthias Wolter zu Calbe verkauft von seinem Hause auf der 
Breite 18 Schock Groschen jährlich dem perner to dussen (tiden?) 
sancti Nicolai in Hondorp ern Henninge Pauli genant zu Gunsten 
der Kirche wiederkäuflich für 6 alte Schock Groschen. (Handel- 
buch von Calbe 8. 84.) 

1472. Peter Brant zu Calbe verkauft von seinem Hause in der Juden- 
strasse 18 Groschen jährlich deme perner to dusser tyd sancti Ni- 
colai to Hondorp ern Hennynge Pauwels genannt zu Gunsten 
der Kirche wiedertäuflich für 5 alte Schock Groschen. (Handel- 
buch von Calbe S. 84.) 

1472. 29. Novbr. Drewes Sasse verkauft vor dem Rate zu Calbe an Jan 
Berndes die santhbrede arthaffligen ackers vor Calve legen, als 
man to Hondorp geyt, für 70 Schock Groschen. (Handelbuch 
von Calbe 8.84.85.) 

1477. 16. Novbr. Heinrich Jodeke zu Calbe erhält vom Erzbischof Ernst 
zu Lehen eine Hufe auf der Mark zu Hondorf, davon er dem 
Erzbischof einen halben Vierdung Herrenmessenzins und einen 
Schilling S. Nicolaus (-Kirche) zu Hondorf Zins giebt. (Cop. 41 
fol. 178.) 

1478. 17. Febr. Matthaeus Nordheim zu Calbe erhält vom Erzbischof 
Ernst zu Lehen ein halbes Tx)t von einer halben Hufe und ein 
Lot von einem Viertel Landes zu Hondorf. (Cop. 41 fol. 219.) 

Digitized by VjOOQ 16 



157. Hohndorf. 169 



1480. 4. Febr. Die reitenden Boten BarthoIomaeuB von Tuch und 
Werner Lampreeht erhalten die Anwartschaft auf MatthaeuB 
Nordheiras L<»hngüter, darunter auf ein halbes Lot von einer 
halben Hufe zu Hondorf. 1487 werden sie damit belehnt 
(Cop.41 fol. 301. 310.) 

1484. 18. Febr. Drews Kratz erhält als Erbgut eine von Hans Stechow 
zu Calbe getaufte Hufe aufHoindorf Felde. (Cop.41 fol.74\) 

1491. 19. Decbr. Caspar Homburg erhält vom Erzbischof Ernst zu Lehen 
u. a. 3 Vierdung Greldes an 2^L Hufen zu Hondorp. (Cop.41 
fol. 171.) 

1493. 26. Novbr. Ulrich Vogt erhält vom Erzbischof Ernst zu Lehen 
u.a. etliche Zinshufen, genannt eldistacker, auf den Marken Cali)e 

— Hondorff. (Cop.4l fol.l42^) 

1494. Die Grafen von Barby haben zu verleihen eine Hufe zu Hon- 
dorf. (Cop.431 fol. 7.) 

1499. 3. Febr. Der Rat von Calbe entscheidet einen Streit zwischen 
Dietrich Schulze und Hans Killing wegen einer halben Hufe zu 
Meygen und einem Viertel Ackers zu Hondorf. (Handelbuch 
von Calbe fol. 202'.) 

1499. 22. Febr. Der Rat von Calbe entscheidet einen Streit über ein 
Viertel Landes zu Hondorf. (Handelbuch von Calbe fol. 208.) 

1500. 16. Septbr. Hans von Lattorf wird vom Erzbischof Ernst belehnt 
mit den Zinshufen, der Eldistacker genannt» auf den Marken Calbe 

— Hoendorff U.8.W. (Cop.41 fol 192.) 

1501. 3. Novbr. Hans Godicke erhält statt 3 Viertel Landes auf Hoen- 
dorff Marke 3 Morgen Landes auf dem Stadtfelde und eine 
halbe Hufe zu Gribbene vom Erzbischof Ernst zu Lehen. (Cop. 41 
fol. 159.) 

1506. 6. Desbr. In einer Erbteilung der nachgelassenen Güter Balthasar 
Rochs vor dem Rate zu Calbe kommen zur Verteilung eine halbe 
Hufe zu Nienstede, eine halbe Hufe zu Griczene, eine halbe Hufe 
zu Hondorf, eine halbe Hufe zu Granow, eine Hufe zu Rüsten 
und ein Viertel zu Serwitz. (Handelbuch von Calbe foL227.) 

1510. 19. Febr. Hans Sachs zu Calbe erhält vom Erzbischof Ernst zu 
liehen eine halbe Hufe auf Hondorfer Mark vor Calbe, die 
jährlich 12 alte Groschen Zins den Elenden zu Calbe giebt 
(Cop.41 fol.292\) 

1512. 13. Novbr. Simon und Adam Hake werden vom Erzbischof Ernst 
belehnt mit einer halben Hufe auf Hondorf f er Mark vorCall>e. 
(Cop. 41 fol. 177.) 

1528. 28. Oktbr. In einem Heiratsvertrage wird u. a. bestimmt, dass der 
Bräutigam im Falle des Todes seines Vaters seiner Schwester Anna 
Korre von 2 Hufen zu Meigen und Hondorf eine geben soll. 
(Handelbuch von Calbe fol.28l^) 



Digitized by VaOOQ 16 



170 I^ie Wüstungen im Nordthüringgau. 

1580, 14. Aiyc. Clemens Wardenberch zu Galbe giebt seiner Tochter zur 
Leibzucht ein Viertel Landes zu Hohndorf f. (Handelbuch von 
Calbe fol.289\) 

1530. Hans Hanhermann zu Calbe verkauft an Peter Schröder u. a. 
1^/2 Hufe zu Buesten, 3 Viertel zu Nienstede und ein Viertel zu 
Hohndorf. (Handelbuch von Calbe fol.287.) 

1503. 27. Jan. Eufemia, Bastian Hessen Witwe, verspricht bei ihrer 
Wiederverheiratung ihren 5 Kindern verschiedene Güter, darunter 
ein Viertel Ackers zu Hohndorff nach ihrem Tode. «(Handelbuch 
von Calbe fol.298.) 

1533. 21. Juli. Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen belehnt den 
Grafen Wolf von Barby u. a. mit einer Hufe zu Hondorf f. 
(V. Ludewig, Rell. manuscr. X, S. 284.) 

1533. 12. Novbr. Die Witwe Heinrich Müllers zu Calbe verkauft an Frau 
Pockwitz 31/2 Hufe vor Calbe und eine freie halbe Hufe auf Ho n- 
dorpfer Mark. (Handelbuch von Calbe fol. 300.) 

1548. 7. Febr. Ein Streit zwischen Marx Michel und Michel Jacoff et- 
lichs ackers als eines hofes halben zu Houdorff gelegen wird 
vor dem Rate von Calbe entschieden. (Handelbuch von Calbe 
fol. 335\) 

1555. Das Dekanat zu Magdeburg hat in Hondorf 5 Hufen. (Reg. 
cens. de 1555.) 

1561. Unter den alienierten Gütern des Klosters Gottesgnaden sind 
2 Hufen, die eine zu Hondorff, die andere auf dem Speckteiche, 
an Martin Aue auf Wiederkauf verpfändet. 

Eine Hufe auf Hondorff Marke ist Annies Botticher auf 
Wiederkauf verpfändet (Inventar von 1562.) 

1583. 2. Dezbr. Administrator Joachim Friedrich belehnt Hans Bar- 
toldes zu Klein -Mühlingen, Ilse Bartholdes zu Gross - Mühlingen 
und Anna Bartholdes mit einem Viertel auf Hondorffer Mark 
vor Calbe. (Or.) 

1643. 28. Jan. Der Domdechant Rudolf von Bünaw zu Magdeburg 
belehnt M. Werner Stock, 8uperinttMidentt»n zu Barby, und Genossen 
mit einem und einem halben Viertel des Höh ndorf fischen 
Busches vor Calbe. (Or.) 

1664. 11. Febr. Der Magdeburger Dechant Georg Heinrich von Bernstein 
belehnt Anna Margarethe Brunnerin, Witwe des Möllenvogts 
Barthold Struve, mit einer halben Hufe auf der Hohndorffer 
Mark vor Calbe. (Or.) 

1670. 25. Novbr. Der Domdechant von Magdeburg beleiht mehrere 
Bürger von Calbe mit einer halben Hufe auf Hohndorfer Mark, 
welcne ihnen am 28. November 1646 erb- und eigentümlich abge- 
treten ist (A 3, Erzst. M. Domkap., No. 1329.) 

1696. 30. März. Der Domdechant belehnt Joh. Friedr. Reichenbach mit 
dem ganzen Hohndorfischen Busch vor Calbe, welchen dieser 



Digitized by VaOOQ 16 



157.Hohndor£ 171 



von Sophie Agnes Nagelin, Tochter des verstorbenen Möllenvogts 
und Frau des Hauptmanns David Hurtte, gekauft hatte. (A 8 
Erzst M. Domkap., ISo. 1348.) 

1698. In der Feldmark Hondorff liegen auf der sogenannten Wunder- 
burg 19^2 Morgen; gegenüber dem steinernen Kreuz zur rechten 
Hand des Weges, wo man zur Fähre fahrt, 87 Morgen. (A. Dom- 
kap. Dekanatssachen 18. 1 89.) 

1699. 26. Oktbr. Der Kommissar Henning Franz Hampe berichtest der 
Regierung: 

— femer dass — vo» die Hohndorffsche Stätte keine 
eintzige antzeigung ausser einen grünen Hügel, ist wohl vermuthlich, 
massen die Bürger alle die wüsten Dörfer der Erde gleich gemacht 
haben, wie solcnes in specie Hans Schuldert der Schulmeister und 
Hans Renisch und Bastian Möbest, drei alte ehrliche Leute, auch 
noch andere Leute mehr, das noch nicht gar zu lange die Bürger 
der Stadt Kalbe alle Zeit, wenn sie wären des Abends von Felde 
gekommen, einen Wagen voll Steine nach dem anderen von denen 
wüsten Dorfstatte mit nach Hause gebracht hätten; gleichfalls so 
hat ja noch der H. Rath Reichen bach ein gewisses Holz, so das Hon - 
dorffsche Holz genannt wird und vor diesen zu Hondorff soll 
gehöret und vor 400 Thaler von Dr. Nagel oder dessen Schwieger- 
sohn Hauptmann Hordt erhandelt, welches er diese Stunde noch 
besitzet Auch saget der Schulmeister Hans, dass das Holz von 
der Hondorfsche Kirche in der Bernburgische Vorstadt Calbe 
Kirche wäre verbauet worden und dass noch ein gewisses Stück 
Holz hiervon in der Vorstadt vorhanden wäre. Hans Renusch 
saget auch und erbietet sich solches mit einem Ejde zu bekräftigen, 
dass er etzliche Stück Acker von der Hondorffsche Stätte von 
den Bürgern zu Calbe gemiethet und gelbe Rüben darauf geseet, 
da hätte er bei dessen Grabung noch Kacheln gefunden, wären 
auch wohl 10 andere Vorstätter, die gleichfalls da Äcker gemiethet 
und daselbst Feuerherte und einen Brunnen gefunden hätten. Es 
soll auch von diesen Hondorffschen Äckern jährlich in termino 
Martini der Erbenzins gefordert werden, wer aber solchen einfordert, 
kann [ich! nicht erfahren, könnte also nicht undienlich sein, wann 
gedachte Landesherren befragt würden, ob in ihren alten Lehns- 
registraturen sich befinde, dass sie alle Zeit von den Hondorff- 
scnen Äckern von der Stadt Calbe oder von einem Dorffe, welches 
Hondorff geheissen, den jährlichen Erbenzins gefordert hätten. 
Auch ist remarcabel, dass die grossen Wege alle auf die Stelle, da dieses 
Dorf gestanden, gleich zugehen und dass bey diesem Hondorff 
wie bey allen Dörfern gebräuchlich 3 Felder zu finden, ein Sommer-, 
Winter- und Brachfeld, müsten sie alle Zeit von diesen Feldern 
ein Brachfeld liegen lassen, ihr Stadtfeld aber stünde ihnen frev, 
solches brach liegen zu lassen oder nicht. Es haben auch alle 
diese Äcker von diesen wüst^^n Dörfern ihre ungewisse Morgenzahl, 
etzliche klein, die andern grösser. Ferner saget Hans Renusch, dass 
die Bürger nicht dörfften hintreiben auf der Hondorffsche 
Mark und Triffl, wann es nicht das churfurstliche Amt Calbe 



Digitized by VjOOQ 16 



172 r>ie Wflfltungen im Nordthüringgau. 

haben wollte. Und wanimb nennen die Burger der Stadt Calbe 
nur ein gewisses Feld, so nahe rund um der Stodt lieget, das Stadt- 
oder Burgerfeld, wie solches Andreas Herman zu ölnitz saget, so 
ein V4 Landes an den Burgimeister Stracke verkauft, da hätte der 
Burgimeister gesaget, er wolle ihm woll mehr davor geben, wann 
es nur mögte in der Burger- oder Stadt-Feld liegen. (A.Magd. 
Cammer 11,268 fol. 171.) 

IJtt«nitiir: Magdeb. Geschichtsbl JII, & 494, 



168. Hohendorf. 

Bei Gross-Salze am Hummelberge, Kreis Calbe. 

1221. 21. März. Erzbischof Albrecht bezeugt, dass das Kloster U. L. Fr. 
die Vogtei über 14 Hufen in Borne, Esterhausen, Hondorp und 
Elmen vom Burggrafen Burchard für 14 Mark erkauft bat, nach- 
dem sie diesem von Dietrich von Gronenberg resigniert war. (G. 
Q.X, No.98.) 

C.1370. Claus, Werner, Heydeko und Rost, Söhne des Kitters Conrad 
von Scartow, haben vom Erzstift zu Lehen in desertis campis Borne 
et Hondorp IX mansos et I quartale. (G.Q.XVI, 8.46.) 

Thilo Marsealk und seine Vettern haben in Hondorp 2 Hufen. 
(Ibid. S.50.) 

1414. 11. Jnli. Peter Schulte zu Gross-Salze hat aufgelassen eine Hufe 
zu Elmen und ein Viertel zu Hoendorp, welche Güter Henze 
Haseken in Gross-Salze geliehen sind. (Cop. 65 fol. 32\) 

1477. 8.M&rz. Den Gebrüdern Odolfs leiht Erzbischof Ernst Solgüter 
in Salze und eine halbe Hufe auf Hondorf Felde. (Cop. 41 
fol. 224.) 

1490, 13. Septbr. Propst Johannes von Grottesgnaden belehnt Dietrich 
tJkerland und dessen Frau Osterhelt mit einer halben Hufe im 
Felde Hondorp und auf der Feldmark Elf wogen bei Gross-Salze. 
(G.Q.XVI, S.371.) 

1496. Die Pröpstin von Quedlinburg hat unter ihren Einkünften den 
Zehnten in Elmen und Hondorp. (Cop. 815.) 

1499. Thomas Sunnewalt in Salze giebt von einer Hufe in campo 
Hondorp einen WiÄpel Weizen an das Stift S. Gangolphi. 
(Cop. 371.) 
1523. Unter den Zinsen aus Gross-Salze finden sich im Zinsregister de s 
Klosters ü. L. Fr. folgende Posten: 

Idem (Hans Heyne) I mansum van Hans Walwis I ferto Hon- 
dorp marke. 

Idem (Lucas Eszebeck) 1/2 mansum van Valtin Storkow HIß, 
Hondorp. 

Femer unter Elmen: 

Idem (Hans Snydewinth) III ferndel III loth, Hondorp. 

Hans Kyn '/g niansum van Hans Lentzen I fert. Hondorp. 
(G.Q.X, S.387.) 



Digitized by VaOOQ 16 



157. fiohndorf. - 158. fiohendorf. — l5d. Hohenwenden. l73 

1532. 6. Oktbr. Kardinal Albrecht belehnt die Brüder Odeleben zu 
Salze mit einer halben Pfanne Sole im Gutjahrbrunuen, einem 
Viertel Sole darin und einer halben Hufe auf Hoendorff Mark. (Or.) 

1615. Die Cellerarie des Stifts S. Sebastian zu Magdeburg hat 3 Zins- 
und Lehnhufen in Hohendorff, deren Besitzer in Salze wohnen. 
(Reg. fahr.) 

1624. 6. Septbr. Heinrich vom Thor zu Gross-Salze hat von der Propstei 
zu Quedlinburg auf Hondorffer Feldmark 17 Morgen, darunter 
4 Morgpn bei dem grauen stein. (A. Quedlinb. Propstei, No.23) 

1668. Die Hohendorfer Mark bei Salze umfasst 796V2 Morgen oder 
26 Hufen 16 V2 Morgen. (A.Magd.Cammer U. 13 vol. L) 
litteratar: Magdeh. GeachichUbl. II, S. t29. m, 8. 49S, 



159. Hohenwenden. 

Bei Gross- Wauzleben, westlich. 

1323. 27. März. Die Brüder Wernecke und Vritzeke von Wanzleben zu 
Ampfiirt belehnen die Brüder Brand und Thile von Schrotdorf zu 
Magdeburg mit 4 Hufen im Felde zu wendischen Schapdal, einer 
Hute Honwenden bi der marke to Wanzleve und einem Hof in 
dem Dorfe zu Wanzleben. (G. Q. XXVI, No. 296.) 

1380. 29. Aug. Das Stift Gandersheim bestätigt dem Stift S.Gangolfi 
zu Magdeburg die Schenkung des Erzbischofs Peter, bestehend in 
dem Dorfe Bothmersdorf mit den wüsten Ortschaften, darunter Hon- 
wendemarke. (Or.) 

1381. 9. Juni. Hans Schrotdorf zu Magdeburg verkauft der Äbtissin von 
Gandersheim und dem Küster des Stifts S. Gangolphi 4 Hufen auf 
dem Felde zu Wendischen Schapedal und eine Hufe zu Ho- 
wenden by der marke to Wanczlew. (G. Q.XXVI, No. 565.) 

1477. 23. Febr. Die Äbtissin von Gandersheim belehnt die von Alvens- 
leben mit den Gütern, die vorher Werner von Wanzleben zu Lehen 
hatte, darunter mit dem Dorfe Schapdal, dessen zweites Feld zu 
Hovende 291/« Hufen umfasst. (Riedel, C. d. Brand. A,XVn, S. 160.) 
Die Belehnung wiederholt Markgraf Johann von Brandenburg 
1484, März 30. (Ibid. S. 168.) 

1480. 15. April. Erzbischof Ernst belehnt seinen Rat Heinrich von 
Krosigk u.a. mit einer Hufe zu Hoenwende. (Cop. 41 fol. 68\) 

1488. 12. Febr. Erzbischof Ernst belehnt Heise Dreger und Gebhard 
Knüppel u. a. mit 20 Schillingen zu Hohen wende. (Cop. 41 fol. 104\) 

1499. In Hogenwenden hat das Stift S. Gangolphi 71/2 Hufe und 
7 Morgen, wovon eine halbe Hufe verloren ist (Cop. 371.) 

1629. 30. Oktbr. Der Rat von Wanzleben pachtet vom Kapitel S. Gan- 
golphi in Magdeburg die Äcker bei der Schapdael wische anrorende 
Zanthzwische marke mit 171/2 Hufe Landes, Hogenwende marke 
mit 71/2 Hufe Landes, die Hufe um 15 Scheffel Weizen, und 



Digitized by VaOOQ 16 



174 tMe Wüstungen im NordtküringgäU. 

Honneberge Marke, die Hufe um 9 Scheffel Roggen. (A4.ErzBt 
M.S.Gangolfi, No.106.) 

1644. 26. Oktbr. Der Rat von Wanzleben bittet den Koadjutor Johann 
Albrecht dafür zu sorgen, dass die vom Gangolphistift in Magde- 
burg erpachteten Äcker in Henneberge, Hoeenwende und bei der 
Schapdaelwische den Bürgern erhalten und nicht den Bauern von 
Bottmersdorf verpachtet werden. (A. 4 Erzst. M. S. Gangolfi, No. 105.) 

1546. 13. Mai. Der Kondjutor Johann Albrecht entscheidet einen Streit 
zwischen der Stadt Wanzleben und dem Stift S. Gangolphi zu 
Magdeburg über die 3 Feldmarken Hohenwenden, Schapdahl 
und Henneberg und bestimmt, dass die Bauern von Bottmersdorf 
16 Hufen zu Hohenwenden und Henneberg zu einem Zinse von 
6 Groschen für die Hufe erhalten sollen. (Cop. 369 No. 124.) 

1670. 12. Novbr. Das Stift S. Gangolphi belehnt Hans Ewissen zu 
Bottmersdorf mit 2 Morgen lindes zum Hohenwenden be- 
legen. (Or.) 

160. Holtopf. 

Bei Bregenstedt, Kreis Neuhaldensleben. 

c. 1226. Alverich von Bertensieben hat 4 Hufen in Holtorp von Lut- 
hard von Meinersem zu Lehen. (Sudendorf, ÜB. d. Herz. v. Braun- 
schw. I, S. 9.) 

Ebenso Bruno von Eilsleben 4 Hufen in Holtorp. (Ibid.) 

1292. 14. März. Herzog Wilhelm von Braunschweig entsagt zu Gunsten 
des Stifts S. Blasii zu Braunschweig der Vogtei über 2 der Kirche 
zu Holtdorpe in banno Scepenstedhe gehörige Hufen. (Asse- 
burger ÜB. 1, No. 469.) 

1311. Die Edlen von Querfurt haben vom Bischof zu Halberstadt zu 
Lehen eine Hufe und eine halbe Hufe in Holtorp. (Riedel, Cd. 
Brand. A,XVn, S.445.) 

1311. Heinrich und Alberich Schenken von Dönstedt haben vom Bischof 
von Halberstadt zu Lehen den Zehnten in Holtorp. (Riedel, C. 
d. Brand. A,XVn, S.441.) 

1316. 10. April. Konrad von Meinersem schenkt mit Zustimmung seines 
Bruders Luthard und seiner Söhne auf Bitten Hennings von Eils- 
leben 2 Hufen in campo deserto nomine Holtorp prope Breden- 
stede dem Kloster Althaldensieben. (Cop. 748 fol.63.) 

1316. 12. Aug. Die Gtjbrüder von Eilsleben schenken dem Kloster Alt- 
haldensleben und haben demselben durch ihren Lehnherm Conrad 
von Meynersem übereignen lassen 4 mansos sitos in campo de- 
serto nomine Holtdorp prope Bredenstede. (Altmärk. Jahres- 
ber.V, S.76.) 

Litteratiur: JBehrends, NeuhaldensL II, S 471. — AUmärk. Jahrefiber. V, 8. 76, 
— AUerverein 8.16. 



Digitized by VaOOQ 16 



159. äohenwenden. — 1<^. Holtorf. — I6l. Honneberg. 176 



161. Honneberg. 

Bei Gross- Wanzleben, südwestlich. 

1380. 29. Aug. Das Stift Gandersheim bestätigt dem Stift S. Gangolfi 
zu Magdeburg die Schenkung des Erzbischofs Peter bestehend in 
dem Dorfe ^thmersdorf mit mehreren wüsten Dorfstätten, darunter 
Honeberg, Sessche marke, wendische Marke. (Or.) 

1382. Gurt Hondorp habet — in campo _prope Hone berge I mansum 
(im districtus Wanzleben). (G. Q. XVI, 8. 204.) 

c. 1400. Unter den Lehen zu Wanzleben hat Hinrich Basiliis l^/j Hufe 
in Honneberg. (G.Q.XVI, S.243.) 

1446. Hans Knyteling hat vom Erzstift zu Lehen u. a. eine Hufe auf 
Honneborghe marke. (Cop. 36 S. 245.) 

1456. Amd Beyendorf erhält vom Erzstifl zu Lehen 3 Hufen in den 
Feldmarken Wanzleben, Osterwenden, Honne berge und bei der 
Schapdalwiese. (Cop. 86 fol. 58.) 

1462. 5. Juli. Heinrich Salomon zu Magdeburg bekennt, dass ihm Erz- 
bischof Friedrich 2 Hufen mit Oberland, 3 Morgen und S^;^ Mor- 
fen in einem Felde und noch 31/2 Morgen und 2 Worten in der 
)orfstätte zu Honneberg, eine halbe Hufe auf Tasdorfer Felde, 
2 Hufen auf dem Felde zu Wanzleben und noch andere Güter zu 
Wanzleben für 200 Gulden verkauft hat. (G. Q. XXVH, No. 834.) 

1477. 23. Febr. Die Äbtissin von Gandersheim belehnt die von AJvens- 
leben mit den früher von Werner von Wanzleben inne gehabten 
Gütern, darunter mit dem Dorfe Hamberge und dazu 10 Hufen, 
dem Dienstgut, und 4i/- Hufe Zinsgut und 8 Hufen Eisgut (?). 
(Riedel, C. d. Brand. A, XVH, S. 160.) 

Die Belehnung wiederholt Markgraf Johann von Brandenburg 
1484, März 30. (Ibid. S. 168.) 

1477. 11. Juni. Arnd Beyendorf erhält vom Erzbischof Ernst zu Lehen 
u. a. 3 Hufen auf den Feldmarken Wanzleben, Osterwenden, 
Honneberge und bei der Schapdalwiese. (Cop. 41 fol. 16.) 

1477. 3. Oktbr. Claus Kneitling hat vom Erzbischof Ernst zu Lehen 
u. a. eine Hufe Landes auf Honneberger Mark gelegen. 
(Cop. 41 fol.59^) 

.1478. 10. Juli. Gebhaid Knüppel erhält vom Erzbiachof Ernst zu Lehen 
u.a. vor der Stadt Wanzleben auf Honneberger Felde l^/^Hufe. 
(Cop. 41 fol. 65.) 

1481. 26.Jii]ii. Claus Beyndorf zu Wanzleben erhält vom Erzbischof 
Ernst zu Lehen u. a. 3 Hufen in den Feldern und Feldmarken 
Wanzleben, Osterwenden, Honneberge und bei der Schappedal- 
wische. (Cop. 41 fol.31^) 

1482. Ritter Busse von Alvensleben beleiht die von Calbe mit einem 
Hof zu H am b e r g e. (C. d. Alvensl. H. N„ No. 44.) 



Digitized by VaOOQ 16 



176 tAe Wüstufigen im KordthüriDggflU. 



1601. 18. Dezbr. Die Gebrüder Gittoldt erhalten vom Erzbischof Ernst zu 
Lehen u. a. 6 freie Hufen auf den Feldern Wanzleben, Ostenvende, 
Honneberge und bei der Bchlapdahl Wiese. (Cop. 41 fol. 157.) 

1504. 13. März. Bastian, Hans, Peter und Tile Gittolt erhalten vom 
Erzbisehof Ernst die Erlaubnis, den Schöffen des weltlichen Ge- 
richts zu Magdeburg 8 Gulden u.a. aus 6 freien Hufen zu Wanz- 
leben, Osterwende und Honneberge zu verkaufen. (Cop. 69 fol. 42.) 

1629. 30. Oktbr. Der Rat von Wanzleben pachtet vom Kapitel S. Gan- 
golphi zu Magdeburg die Äcker bei der Schapdaelwische in der 
Zanthzwische Mark und Hogen wende Mark zu je 16 Scheffel Wei- 
zen die Hufe und Honneberge Marke, die Hufe zu 9 Scheffel 
Roggen. (A 4 Erzst M. S. Gangolphi, No. 105.) 

1544. 26. Oktbr. Der Rat von Wanzleben bittet den Koadjutor Johann 
Albrecht von Magdeburg dafür zu sorgen, dass die vom Stift 
S. Gangolphi erpachteten Äcker in Henneberge, Hogen wende 
und bei der Schapdaelwische den Bürgern erhalten und nicht den 
Bauern von Bottmersdorf verpachtet werden. (A 4 Erzst M.S. Gan- 
golphi, No.105.) 

1645. 13. Mal. Der Koadjutor Johann Albrecht entscheidet einen Streit 
zwischen der Stadt Wanzleben und dem Stift S. Gangolphi zu 
Magdeburg über die 3 Feldmarken Hohen wenden, Schapdanl und 
Henneberg und bestimmt, dass die Bauern von Bottmersdorf 
16 Hufen zu Hohen wenden und Henneberg zu einem Zinse von 
6 Groschen für die Hufe erhalten sollen. (Cop. 369 No. 124.) 

1649. 4. April. Das Stift S. Gangolphi belehnt Simon Becker zu Wanz- 
leben und seine Erben mit einer halben Hufe auf Henne - 
berger Felde. (Or.) 

1716. 16. Oktbr. Das Stift S. Gangolphi belehnt J.H.Becker zu Wanz- 
leben mit einer halben Hufe im Henneberger Felde. (Cop. 37 1^) 



162. Honstedt 

Bei Bregenstcdt; Kreis Neuhaldensleben. 

c 900. Das Ludgerikloster in Helmstedt hat Besitz in Honstode. 
(C.d.AlvensIl, 1026.) 

c. 1170. Das Kloster S.Ludgeri hat als Zubehör zu Ostingerslebcn eine 
Hufe in Honstide, die 4 Schillingo und 16 Pfennige zinst. 
(N.Mitth.L4, S.24.) 

Zimi Behuf des Siechenhauses hat das Kloster u. a. in Hon- 
stide von einer halben Hufe 30 Pfennige. (Ibid. S. 39.) 

Liudolfus, filius Bernhardi de Balken, Ministerial des Klosters, 
hat in Honstide eine, Sigebertus 3^/2, Thiedericus eine. Reder 
IV2 Hufe. (Ibid. S. 39. 41.) 

Zur Meierei in Wormstedt (wüst zwischen Helmstedt und Schö- 
ningen) gehören 13 Hufen in Honstidde. (Ibid. S. 46.) 

Digitized by VaOOQ 16 



161. Honneberg. ~ 1 62, Honstedt. 1 77 

1180. 1. Juli. Papst Alexander III. beBtätigt dem Kloster Marienthal 
seinen Besitz, darunter in Honstide 3 Hufen geschenkt von Her- 
mann von Gravenstide. (v. Pflugk -Härtung, A. ined. pont. I, No. 307.) 

c. 1210. Abt Heribert von Werden bestätigt einen Tausch, in welchem 
Kloster Marienberg eine Hufe in Honstidde gegen eine andere 
in Krispenrode (wüst bei Helmstedt) vom Gustos von S. Ludgeri in 
Helmstedt eintauscht. (N. Mitth. H. 4, 8. 469.) 

1224. Herzog Heinrich von Braunschweig versichert dem Kloster S. Lud- 
geri die Freiheit mehrerer Güter von der Vogtei, darunter 1 Hufe 
in H o n s t i d d e. (N. Mitth. IL 4, S. 474.) 

c. 1226. Der Propst Rupert vom Kloster S. Ludgeri zu Helmstedt macht 
mehrere Stiftungen, darunter von einer Hiife in Hoenstede, die 
7 Schillinge zinst (N. Mitth. HI, S.90.) 

1300. 23. Septbr. Das Kloster Ballenstedt schenkt dem Kloster Berge 
eine 5 Schillinge zinsende Hufe in Honstede. (Magd. Reg. III, 
No. 1064.) 

1311. 1. Novbr. Bischof Albrecht von Halberstadt gestattet dem Pfarrer 
Johannes in Honenstede, das Dotalgut seiner Kirche gegen 
einen am Kirchhof liegenden Hof der Ritter Heinrich und Friedrich 
von Alvensioben zu vertauschen. (C. d. Alvensl. I No. 341. 346.) 

C. 1315. Abt Wilhelm von Werden belehnt die von Harbke mit 4 Hufen 
in Honstede, die von Bodenrode mit 3^/3 Hufe. (N. Mitth. HL 3, 

8.76.77.) 

c. 1348. Das Kloster S. Ludgeri in Helmstedt besitzt in Honstidde 
10 Hufen. (N. Mitth. HI. 3, 8. 82.) 

1458. Guntzel von Veitheim hat vom Stift Halberstadt zu Lehen u. a. 
den Zehnten zu Honstede. (Cop. 474 fol. 45.) 

1480. Gunzel und Huner von Berwinkel und ihr Vetter Burkhard haben 
vom Stift Halberstadt u. a. zu Lehen den Zehnten zu Honstete. 
(Cop. 475 fol. 14\) 

1491. Erzbischof Ernst, Administrator von Halberstadt, belehnt Henning 
Gerecke zu Magdeburg mit dem Zehnten zu Hunstete, den er 
vorher von den von Berwinkel zu Lehen gehabt (Cop. 475 fol.73\) 

1662. 16. Dezbr. Erzbischof Sigismund, Administrator von Halberstadt, 
belehnt Henning Gerken zu Magdeburg mit dem Zehnten zu Hun- 
stedt. (C. d. Alvensl. HI, No.463.) 

1684. Die Pfarräcker von Emden sind von allen Lasten frei, nur von 
den 8 Morgen in Hönstetter Felde wird der Zehnt gegeben. 
(Steuerprofessions-Protok.) 

Litteratur: Wohlbrück, Alvensl. II, S. 424. — Behrendt, Neukaldensl. II, S.47I. 

— Altmär k. Jahresher. V, S. 77. — v. MiUversiedt, V, d. Alvensl. III, No.463, 

— Allerverein S. 15. 



WOstangen I. Nordthfbr. 



Digitized by VjOOQ l6 



178 I>ie Wüstungen im Nordthüringgau. 

163, Klein -Homhausen. 

Bei Homhausen, Kreis Oschersleben. 

1136. 2. Novbr. Bischof Rudolf von Halberstadt bestätigt die Besitzungen 
des Stifts S. Pauli, darunter in occidentali Hurnehusen 
Xmansi et tantum predii, quod solvit XXXnummos. (G. Q.Xin. 
S.Pauli No.3.) 

1181. 27. Dezbr. Bischof Dietrich von Halberstadt bestätigt die Schenkung 
von 11/2 Hufe in minori Hurnehusen seitens seines Ministerialen 
Bertram von Otenleve. (Kunze, Hamersleben 8.7.) 

1271. 1. Juni. Kloster Hamersleben verkauft dem Kloster Marienborn 
u. a. in Klein-Hornhausen IV2 Hufe, die 15 Schillinge zinst 
(Magd. Reg. m, No.47.) 

1279. 6. Novbr. Bischof Volrad von Halberstadt bekundet, dass die 
communitas civium in minori Horenhusen notgedrungen in 
seiner Gegenwart in Eilenstede, als er dort die Kirche weihte, auf 
eine Hufe des Gemeindegutes (que — mene vocabaturj verzichtet 
und dem Kloster Huysburg für 24 Mark Silber verKauft habe. 
(N.Mitth.IV.l, S.38.) 

1311. Ritter Johann von Crendoi-p hat vom Bischof von Halberstadt zu 
Lehen in parvo Hornhuseu die Vogtei über eine halbe Hufe. 
(Riedel, C. d. Brand. A, XVII, S. 452.) 



164. Hörsingen/ 

1251. 21. Novbr. Bischof Meinhard von Halberetadt gestattet, dass der 
Edle Hermann von Werberg dem Kloster Hamersleben den Zehnten 
von Klein- Ausleben gegen die Besitzungen des Klosters in utroque 
Horsigge vertauscht. (Schmidt, Hochstift HalberstH, No. 846.) 

165. Klein -Hötensleben. 

Bei Hötensleben südöstlich, Kreis Neuhaldensleben. 

c. 1070. Das Kloster S. Ludgeri zu Helmstedt besitzt als Zubehör zur 
Meierei Wulfersdorf 2 Hufen in Hozeneslove minori, die 
13 Schillinge zinsen. (N. Mitth.L4, S.30.) 

1209. Abt Heribert II. von S. Ludgeri in Helmstedt entsetzt den Mini- 
ster ial Gottfried von Herbeke der Verwaltung gewisser Kloster- 
füter, darunter in Hotenslove maiori et minori. (N. Mitth. 
1.4, S.467.) 

1221. Propst Rupert vom Kloster S. Ludgeri in Helmstedt erwirbt dem 
Kloster mehtere Zehnten, wofür er dem Stift Halberstadt 10 Hufen 



* Ein Ort Hörsingen existiert noch im Kreise Neuhaldensleben, welcher nie- 
mals als wüst bezeichnet wird. Da hier aber von 2 Dörfern dieses Namens 
geredet wird, so muss eins davon wüst geworden sein. Unterscheidende Zusätze 
bei dem Namen kommen nicht vor. 

Digitized by VaOOQ 16 



lad. IClein-HomhauBen. — 164. Hörsingen. — 165. Klein-Hötensleben. 179 

in Klein-Hamersleben, l^L in minori Ho te na leben und 2^/^ in 
Wobeck überläfist (N. MittL H. 4, S. 470.) 

1284. Baldewin von Dalem verpfändet dem KJoster Riddagshausen 
2 Hufen in Klein-Hötensleben. (Magd. Reg. H, No.432.) 

1286. 26.Jiili. Bischof Volrad von Halberstadt verkauft den Zehnten 
zu Wobeck und 3 Hufen in Klein-Hötensleben für 16 Mark 
dem Kloster Riddagshausen. (Magd. RrCg. HI, No. 512.J 

1287. 11. April. Johann von Schöppenstedt genehmigt den von Baldewin 
von Dalem vollzogenen Verkauf von 2 Hufen in Klein-Hötens- 
leben an das Kloster Riddagshausen. (Magd. Reg. UI, No. 539.) 

1290. 20. ApriL Abt Reinhold von Marienthal verkauft dem Kloster 
Riddi^shausen IV2 Hufe in Klein-Hötensleben. (Magd.Reg. 
m, ifo. 655.) 

1291. 28. März. Domherr Friedrich von Halberstadt und Eberhard von 
Zuzelitz verkaufen dem Kloster Riddagshausen 4 Hufen in Klein- 
Hötensleben (Hothensleve), welche Heinrich und Jordan 
von Hornhausen von ihnen zu Lehen hatten, für 10 Mark. (Magd. 
Reg. HI, No.704.) 

1811. Der Edle Konrad von Werberge hat vom Bischof von Halberstadt 
zu Lehen den Zehnten in parvo Hotsenleve. (Riedel, Cd. 
Brand. A,XVn, 8.445.) 

Ludolf von Esbeck ebenso die Vogtei über 10 Hufen in parvo 
Hottensleve. (Ibid. S. 450.) 

Ebenso Ritter Friedrich Teseke und seine Brüder einen Hof 
in parvo Hottensleve. (Ibid. 8. 463.) 

1847. 4. Jan. Erzbischof Otto beschuldigt Herzog Magnus von Braun- 
schweig, dass er ihm 8chlo8s Hötensleben mit Zubehör, nämlich das 
Dorf Hötensleben, Berneberge, Uppelinge, grossen Owesleve, lütken 
Oweslewe, lütken Hotensleve, Nienstede und den Hof zu Rollstede 
und lütken Hamersleve, vorenthält (Riedel, C. d. Brand. B. VI, 8. 77.) 

c 1360. Heinrich und Berthold von Werberg haben vom Bischof von 
Halberstadt zu Lehen u. a. den halben Zehnten zu lütken 
Hotzensleve. (Cop.470 fol.62.) 

Der Edle Konrad von Werberge hat vom Bischof von Halber- 
stadt zu Lehen u.a. den halben Zehnt zu lütken Hotzensleve. 
(Cop.470 fol.54y.) 

1881. Ritter Ludolf von Hartsrode hat vom Erzstift zu Lehen unara 
burghutam cum VI mansis in campis lütken Hottensleve. 
(G.Q.XVI, 8.186.) 

1407. Hermann und Curt von Werberg zu der 8ommerschenburg haben 
vom Bischof von Halberstadt zu Lehen u.a. den Zehnt zu lütken 
Hotensleve. (Cop.470 fol. 20^) 

1458. Die von Veitheim haben vom Stift Halberstadt zu Lehen u.a. 
den halben Zehnt zu lütken Hotensleve. (Cop. 474 fol. 45.) 
Ebenso 1480. (Cop. 475 fol. 55.) 

Digitized by vLiOOQlC 



180 Die Wüstungen im Nordthüringgau. 

1480. Administrator Ernst von Halberstadt belehnt Burkhard von Wer- 
berge u.a. mit dem Zehnt zu lutken Hotensleve. (Cop. 475 
fol. 62^) 

1638. Zum Amte Hötensleben gehören 6 ledige wüste Marken und 
folgende Dörfer: Hötensleben — Lutken Hothensleve Mark, 
Ursleve — Rohlsteder Mark, Wackersleve — Lutchon Hamersleve 
Mark, Ausleve — Lutchen Ausleve und Neinstede Mark, Barne- 
berg — Kahstorf und auch Neinstede Mark. (Cop. 113 fol. 248.) 

litteratar: Behrendt, Neuhaldensl. II, S. 6O4. 



166. Hüsing. 

Bei Alvensleben, nach Bodendorf zu, Kreis Neuhaldensleben. 

1327. 14. Febr. Der Knappe Gebhard von Alvensleben verkauft seinem 
Vetter Heineke sein Gut zu Husinge. (C. d. Alvensl. I, No. 480.) 

C.1390. Hinricus et Ludolf patrueles (de Alvonsleve) habent villas 
Husing, Serlicze et Grassendorp. (G.Q.XVI, S.251.) 

c. 1400. Die Bauern von Büssing müssen beim Schütten des Landgrabens 
an der Ohre helfen. (Walther, Sing. M. VI, S.8.) 

1446. Die Vettern G^org und Hildebrand von Berwinkel haben vom 
Erzbischof Friedrich u.a. zu Lehen die wüsten Dörfer Husingh, 
Czerltz, Grassendorff, Hermesleven und Dost (Cop. 36 fol. 87.) 

1477. 19. Novbr. Die von Bärwinkel erhalten vom Erzbischof Ernst zu 
Lehen u. a. die wüsten Dörfer H u s s i n g , Czerlitz, Grassendorf und 
Dost mit allem Rechte. (Cop. 41 fol. 20\) 

1490. 24. Septbr. Kersten Schrador zu Neuhaldensleben erhält vom 
Erzbischof Ernst zu Lehen eine Breite zu Huszyn. (Cop. 41 
fol. 281\) 

1B09, 14. Dezbr. Drewes Pape zu Alvensleben erhält vom Erzbischof 
Ernst zu Lehen u.a. 3 Hufen mit 2 Wiesen und einem Busche in 
der Flur von Alvensleben zwischen dem Sneitholze und Husinge 
vor dem Nuwendorfe gelegen. (Cop. 41 fol. 238*.) 

1510. 3. Febr. Claus Korthe zu Alvensleben erhält u. a. vom Erzbischof 
Ernst zu Lehen einen Wiesenfleck auf der wüsten Feldmark zu 
H US in gen, wofür er einen Gulden Zins nach der Burg Alvens- 
leben bezahlt. (Cop. 41 fol. 52.) 

1611. Werner Bödeker zu Dönstedt erhält vom Erzbischof Ernst zu 
Lehen 2 Wiesenblecke auf Husinge Mark, eine benedden den 
grossen yven, das andere am Steinbleke gelegen. (Cop. 41 fol. 49.) 

1567. Zu den Holzungen des Schlosses Alvensleben gehört auch das 
Hüsingholz. (Behrends, Neuhaldensl. H, 8.177.) 

Litterfttnr: Behrends, Netthaldensl. 11 1, 8. 228. — AUervcrein S. IS. 



Digitized by VaOOQ 16 



166. HMng. - 167. JazUi. - 168. Jegeniti. - 169. Elein-Jeraleben. - 170. Jeser. 181 



167. Jazili.^ 

Lage unbekannt. 

1063. 30. Juli. König Heinrich IV. schenkt der Magdeburger Kirche 
Güter in den Ortschaften Dodeleben, Erxleben, Jazili und Sohlen 
im Nordthüringgau in der Grafschaft Adalberts. (v. Heinemann, 
C. d. Anh. I, No. 139.) 

168. Jegenitz. 

Bei Eikendorf, Kreis Calbe. 

c. 1360. Fritz von Welsleben hat vom Bischof von Halberstadt zu Lehen 
u. a.to Egenitz 60 Schock Zehnten auf dem Felde, das erbeit men 
von Verderstede. (Cop. 470 foL55.) 

1414. Unter den Einkünften aus Fördorstedt verzeichnet das Domkapitel 
eine Hufe in campis Jh egenitz. (Cop. 91.) 

1490. Hans Halke in Stassfurt giebt dem Domkapitel Zins von einer 
Hufe in campo ville Jegenitz (Gegenitz). (Cop. 91^ fol. 13' 
Cop. 91<^ fol. 15\) 

169. Klein -Jersleben. 

Bei Jersleben, Kreis Wolmirstedt. 

1458. Henning und Cone von Emden haben vom Bischof von Halber- 
stadt zu Lehen 4 Wispel Weizen im Zehnten zu Eichenbarleben 
und den Zehnten zu lutken Jersleve. (Cop. 474 fol. 41.) 



170. Jeser.* 

Südlich von Calbe, gegenüber von Wedlitz, an der Saale. 

964, Markgraf Gero unterwirft das von ihm gegründete Nonnenkloster 
(jrernrode dem apostolischen Stuhl und führt seine Besitzungen 
dabei auf, darunter Jezer cum ecclesia. (v. Heinemann, C. d. 
Anh. I, No. 38.) 

1197. 29. Juli. Kaiser Heinrich VL gewährt den szmüili und hien zu 
Waldau und Frohse in Anhalt talem iusticiam, qualem habent 
szmfiili et illi, qui dicuntur hien de Jh.esere. (v. Heinemann, C. 
d.Anh.I, No.719.) 

1207. 9. Aug. Papst Innocenz HI. bestätigt dem Kloster Gernrode seinen 
Besitz, darunter Jeser e cum ecclesia. (v. Heinemann, C. d.Anh.I, 
No. 759.) 

1214. 9. Juni. Nicolaus, plebanus in Jezer e ist Zeuge, (v. Heinemann, 
C.d.Anh.n, No. 12.) 

* Das Magdb. Copialbuch in Zerbst hat die Lesart Tazili, welches etwa Detzel 
bei Bülstringen sein könnte, wenn es auch weit von Dodeleben und Sohlen 
entfernt liegt. 

'^ Vrgl. auch Baiberge, welches häufig in Verbindung mit Jeser vorkommt. 



Digitized by VaOOQ 16 



182 Die Wüstungen im Nordthfiringgau. 

1227. 12. Juni. Papst Gregor IX. bestätigt dem Kloster Gremrode seine 
Besitzungen, darunter Jezere cum ecclesia. (v. Heinemann, Cd. 
Anh.n, No.88.) 

1283. 5. Jnni. Theodericus plebanus in Jezer ist Zeuge, (v. Heinemann, 
C.d.Anh.n, No.553.) 

1307. 30. April. Ritter Johann von Glindenberg verkauft dem Bem- 
burger Bürger Konrad Rabe 10 Schillinge von einer halben Hufe 
in Jezere und Einkünfte aus Waldau. (v. Heinemann, Cd. Anh. 
m, No. 143.) 

1323. Fürst Bernhard IH. von Anhalt beleiht Grebhard von Sprone mit 
11 Mark Greldes zu Yesere und zu Balberche. (v. Heinemann, 
Cd.Anh.V,A. No.ll.) 

1326. Fürst Bernhard HI. von Anhalt beleiht C)nrad Rosenburch mit 
11 Mark Geldes zu Yesere. (v. Heinemann, Cd.Anh. V, 8.378.) 

1328. Fürst Bernhard lU. von Anhalt leiht Gunseline mit dem Arme 
seiner Vettern Gut zu Jesere. (v. Heinemann, Cd.Anh.V, 8.379.) 

1329. 2. März. Das Kloster Gemrode verkauft den Aldermannen der 
Pfarrkirche in Jezere eine Hufe daselbst für 12 Mark. (v. Heine- 
mann, Cd. Anh. HI, No.561.) 

1331. Guncelin mit dem Arme und sein Vetter Liwin lassen die Güter 
zu Yesere auf, die Fürst Bernhard weiter verleiht. — 

Fem er leiht er zur Leibzucht der Frau Tjrles von Dupzk 2 Mark 
zu Y e s e r e. (v. Heinemann, C d. Anh. V, 8. 381 .) 

1334. 30. Juni. Der Erzbischof Wilhelm von Antivari und 13 andere 
Bischöfe stellen der Pfarrkirche S. Cyriaci etKatharinae in Gezere 
einen Ablassbrief aus. (v. Heinemann, Cd. Anh. HI, No. 643.) 

1337. Thile von Dupzk lässt dem Fürsten Bernhard IH. von Anhalt 
auf 3 Mark Vogtgeldes zu Jezere. (v. Heinemann, Cd.Anh.V, 
8. 385.) 

1338. Fürst Bernhard HL von Anhalt beleiht Hinze Trost mit 9 Mark 
an seinem Zinse zu Jezere. (v. Heinemann, Cd.Anh.V, 8.386.) 

1342. Fürst Bernhard HI. von Anhalt beleiht Heinrich von Lobeze mit 
einer Mark auf 2^,L Hufe zu Nienburg und Jeser, die Hermann 
Bern auf Hess. (v. Heinemann, C d. Anh. V, 8. 388.) 

1343. 13. Mai. Zu einer Gedächtnisfeier (anniversarius) bei dem von 
Johann von Neugattersleben gestifteten Altar in der Kirche 8. Ger- 
trudis zu Hohndorf a. Bode soll u.a. auch der Pfarrer von Jezere 
erscheinen, (v. Heinemann, Cd. Anh. III, No. 760.) 

1361. 4. April. Die Fürsten Heinrich IV. und Otto HL von Anhalt 
überweisen der Äbtissin Adelheid IH. von Gern rode drei Mark 
jährlich aus ihrem Vogtgelde zu Waldau und Jezere; davon 
werden 7 Vierdinge von dem Felde zu Jezere gegeben, (v. Heine- 
mann, C d. Anh. fV, No. 260.) 



Digitized by VaOOQ 16 



nO.Jeser. 183 

1366. I.Mai. Das Kloster Gemrode bewidmet den Altar des heil. Kreuzes 
in seiner Stiftskirche mit einer Hufe in campo Jezsere, welche 
die dortigen Bauern Tilo de Jezere und Role de Bosin bebauen, 
(v. Heinemann, Cd. Anh. IV, No.327.) 

1369. 12. März. Die Äbtissin Adelheid DI. von Gemrode bekundet, dass 
die Pröpstin Bertha von Snauditz eine Hufe Landes auf dem Felde 
zu Jezere, dy tfibehorde tfi unseme vorwerk in demsilven dorpe 
tfl Jezere, geKauft habe mit der Bestimmung, dass sie nach ihrem 
Tode dem Kloster zufallen solle, (v. Heinemann, C. d. Anh. IV, 
No. 378.) 

1376. 29. Juni. Fünst Otto HI. von Anhalt schlichtet einen Streit zwischen 
den Bauern von Jhesere und Wedlitz über einen Weg zur Weide 
dahin, dass die Bauern von Jhesere einen un versteinten Weg 
zu ihrer Weide über der von Wethelicz anger boven der Säle hyn 
haben sollen, (v. Heinemann, C. d. Anh. IV, No. 486.) 

1377. Unter den Einnahmen de concivio proprio burmal in Calbe steht: 
Jan Hoyman van Jesere dedit HI fl., Claus Scomekir van Centz 
dedit I fl. (Stadtrechnung von Calbe.) 

1890. Heyne Corre von Yeser. (Magd. Gesch. XX, 8.181.) 

1896. Hans Jan von Gesere is in der achte. (Magd. Gesch. XX, S. ISö.) 

1400. 12. Jan. Röle van Hondorp het mit rechte erwflrffen, dat d^ bür 
van Gesere eme wedder aün schullen den schaden, den eme fire 
vehe gedan het an zinen körne op dem velde und redelike koste. 
(Magd. Gesch. XX, S.141.) 

Albertus, die custer van Geser, het zyk ut der achte togen, 
dar he indan was van des gherichtes wegen. (Magd. G<jsch. XX, 
8. 141.) 

1406. Greve Albrecht scheide komen jegen de borger van Magdeborch 
up einen dach to Jesir in dat dorp, dat bieNiendorp (?) lit, unde 
scheide mede bringen sine borgere also van Czerwest, Koten und 
Dessawe, de scheiden denn den Tborgeren van Magdeborch dar don 
uppe dem dage, des se on plichtich weren. (Schönenchron. 8. 324.) 

1466. l.Härz. Jacob Wilken zu Calbe lässt Jacob Koppe den werder 
to J h e s e r auf. (Magd. Gesch. XXXI, 8. 91 .) 

1467. Scholastica von Anhalt, Äbtissin von Gemrode, belehnt den Rat 
von Calbe mit dem Steinbruch auf des Klosters Mark zu Jeszer 
gegen 3 Schock alter Groschen; sollte der Steinbruch keine Steine 
mehr geben, so soll der Rat sich auf der Mark Jeser einen andern 
suchen; sollte überhaupt kein Bruch mehr dort bestehen, so sollte 
der Zins aufhören. (Gleichz. Abschrift in Privatbesitz.) 

1470. 16. Dezbr. Erzbischof Johann verwandelt auf Antrag des Pfarrers 
Martin Hakeborn die Parochialkirche S. Cyriaci im Dorfe Jheser 
in ein simplex ecclesiasticum sine cura beneficium, weil sie populo 
destituta ac villa ipsa una cum ecclesia omnino diruta exstiterit 
eiusque desolationis perpetuitatem per modica relicta diruta testen- 

Digitized by VjOOQ 16 



184 Die Wüstungen im Nordthüringgau. 

tur nee sit verisimile ipsum malieia et hominum paucitate obstan- 
tibus eam ad populum restitui vel ipsius coUapsa reparari — . 
(Cop.67 fol.456.) 

1480. 15. Mai. An der wüsten Kirche zu Jheszer entscheidet der Erz- 
bischof Ernst einen Streit zwischen der Äbtissin von Gemrode und 
denjenigen Leuten zu Galbe und Müncbennienburg, die Acker und 
Wiesenwachs zu Jeszer zwischen Calbe und Münchennienburg 
haben. Danach soll die Äbtissin die Lehen haben, die Inhaber der 
Äcker Pacht zahlen; der Äbtissin soll zu ihrem Wiesen wachs auch 
noch das Pfarrgut erhalten, das den dritten Teil der Wiesen zu 
Jheszer beträgt; (Cop. 68 fol. 448\) 

1494. Die Grafen von Barby haben zu verleihen 14 Hufen zu Jeszar. 
(Cop.431 fol7.) 

1519. 20. Juli. Lamprecht Nachsangk kauft die nachgelassenen Güter 
der Witwe Burchard Krusselers zu Calbe für 1 10 Gulden, darunt4?r 
3 Hufen auf dem Felde 'zu Jheszer. (Handelbuch von Calbe 
fol. 266^) 

1626. 6. Jnli. Die Bewohner von Calbe, welche auf der Jeseri sehen 
Feldmark Acker haben, schreiben an den Amtmann Simon Hake, 
dass er sich für sie bei den erzbischöflichen Raten wegen des an 
das Stift Gernrode zu zahlenden Zinses verwende, und fügen ihm 
zu wissen, dass vor Alters, da wir die Gerichtsstühle haben helfen 
halten und besucht, die Eltiste Gütter der Jesserischen Margke 
nicht so hoch und sehr beschwert gewesen mit den Zinsen, wie 
itzt, dersieder die Gerichte verblieben, geschieht, dann wir fast 
noch eins so viel, als vor Alters gegeben, geben müssen, uns auch 
durch das Abepflügen nicht geringer Schaden geschehn an unsem 
Wischen — . (ALErzstM. No. 12.) 

1528. 28. Oktbr. Li einem Heiratsvertragje werden dem Bräutigam von 
seinem Vater Claus Korre zu Calbe u. a. 4 Hufen auf den Marken 
zu Baiberge und J e s e r versprochen. (Handelbuch von Calbe 
fol. 281.) 

1582. 6. Mai. Bartholomäus Fetthe zu Calbe verpfändet sein Haus und 
eine halbe Hufe zu Papendorf und eine halbe Hufe zu J e s e r 
seinen Stiefkindern dafür, dass er ihnen bei ihrer Grossjährigkeit 
ihr väterliches Erbe ausliefern will. (Handelbuch von Calbe fol. 293\) 

1532. 16. Juni. In einer Erbteilung unter den Geschwistern Valentin, 
Michael, Jacob und Walburg Doyte zu Calbe werden verteilt an 
Äckern 2 Hufen zu Balbergk, eine Hufe zu Rosten, eine Hufe zu 
Jeser und eine halbe Hufe zu Meygen. (Handelbuch von Calbe 
fol. 294.) 

1633. 21. Jnll. Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen belehnt den 
Grafen Wolf von Barby u.a. mit 14 Hufen zu Jesar. (v. Ludewig, 
Hell, manuscr. X, S.284.) 

1660. 9. März. Der Abt von Nienburg meldet dem Rate von Calbe, dass 
er auf die Beschwerde das letzteren seinen Schäfer angewiesen 

Digitized by VjOOQ 16 



170. Jeser. 185 

habe, nicht auf den Marken Baiberge, Jeser u.a. zu hüten. (Archiv 
von Calbe H 2.) 

1556. 9. Juni. Die Fürsten von Anhalt schreiben an den Erzbischof 
8igismund, dass sie befugt seien, von den zwei in ihrem Fürstentume 
gelegenen Feldmarken Jeser und Baiberg, worüber sie die Vogtei 
und hohe Gerichtsbarkeit, und namens der Äbtissin von Gernrode, 
an die die Marken verpfändet waren, auch Gericht und Recht 
haben, Steuer von einigen Bürgern von Calbe zu erheben. (A. 
Erzst.M.1, No.24.) 

e. 1560. Zu gedenken der altsassen und bürger zu Calbe aussagen wegen 
der greutze und schiedinge der gerichte und drifte belangend, wo 
ferne die gehalten und gewendet und wo des apts zu Nienburgk 
angefangen. 

Erstlich ist ihnen bewusst, dass unsers gn. h. gerichte von Calbe 
angehen bis in den Jesarischen pusch, so die Deuthen (?) und 
bürgere in Calbe innehapt, und darinne ist ein schiedtgrabe zwischen 
dem pusche und des apts zu Nienburgk daran liegender wiesen 
und in demselben Deuthen pusche ist (ehemals ein todter Corper 
gefunden, welcher durch das gerichte alhie zu Calbe sey aufgehoben, 
herein gefurt und begraben. 

2. Dass ehemals einer, so pferde gestohlen, in dem pusche be- 
troffen und sich im wasser vorhalten und verberget, doch letzlich, 
da er ausgespuret, gefänglichen angenommen und zu Calbe ge- 
führet 

8. Die Jesarische dorf statte und anger ist allwege von der 
Cälbischen viehe ohne männigliches einreden oder hinderunge be- 
trieben worden. 

4. Es ist ein alter Fohlenhirte gewesen, Hans Fram (?) genandt, 
der hat mit seyner huede allwege daselbst gehütet, und wann er 
ankommen, da frembde oder Nienburgische Viehe allda gewesen, 
haben sie weichen müssen. 

5. Der lange Graseweg, so gleich gegen den pusch läuft bis auf 
die Gaterslebische pflege, ist der endliche schied und landgrabe 
zwischen u. gn.h. gericht<*n und des apts von Nienburgk, denn auch 
viel alte lebendige burger das wissen, dieweil sie darauf in ihrer 
jugeiid zu grosse (?) gehütt, sich um der weide willen mit den 
Nienburgischen geuneyniget, und wenn die Kälbischen kommen, 
seyn die Nienburgischen geflogen. Und das ihnen solchs wissende, 
ist ursach, das oftmals, wen fürsten und herrn des orts anhero 
kommmen, die vorordenten hauptleute alhie oder hochgedachts 
u.g. h. andere räthe an demselben grasewege die entpfangen und 
angenommen und im gleichen fall, wann sie widderumb des orts 
zurückezogen, dahin vorgleitet. 

It(*m sie wissen auch, das es mit etlichen zu- und abgefurten 
gefangenen an demselben orte also mit überantwortung gehalten. 
(A.Erzst.M.I, No.30».) 

1562. 10. Aug. Zur Entscheidung des Streites zwischen Anhalt und 
Magdeburg wird bestimmt, dass jenes Geleit, Gericht und SU^uer 



Digitized by VaOOQ 16 



186 Die WüstuDgen im Nordthüringgau. 

vor Stassfurt und auf den beiden Marken Baiberg und Jeser bis 
an den Hügel daselbst nach Calbe zu behalten solle. (A. Erzst. 
M. I, No. 24.) 

1562. 14. Septbr. Die Fürsten von Anhalt behaupten in einem Schreiben 
an den Erzbischof Sigismund, dass ihnen die Hoheit, Gericht und 
Recht bis an den Graseweg gegen der Kirche (zu Jeser) zustehe, 
wie die zur Besichtigung herangezogenen Bürger von Calbe daselbst 
bezeugten. (A. Erzst M.I, No.24.) 

1576. 6. Novbr. Administrator Joachim Friedrich schliesst mit dem 
Fürsten Joachim Ernst von Anhalt einen Vertrat über verschiedene 
Angelegenheiten; darunter wird über die MaÄen Balbergk und 
J e s e r Destimmt, dass die Anhalter das Geleit, Hoheit und andere 
Gerechtigkeit bis an den hohen Hügel nach Calbe zu haben sollen, 
von da an aber bis Calbe das Geleit dem Administrator zustehen 
solle. (A. Erzst N. I, No. 24.) 

c. 1600. Jacob Schröder, weiland zu Calbe Richter, bezeugt. Anno 1573 
habe er auf Befehl des Hauptmanns Melchior von Wellen eine 
Jungfer, die blind war, Judith Ludowiees genannt, den Anhal- 
tischen Gerichten zu Jeser auf der Dorfstätte in der Pfingstwoche 
ausgeliefert; sie ist begleitet worden von 30 Schulzen, und die 
Anhaltischen seien auch wohl so viel gewesen. Er habe es pro- 
testando und ea conditione gethan, wenn etwa mehr Gerechtigkeit 
dem Erzstift Magdeburg zuständig, dass damit demselben nichts 
entzogen oder genommen und den Anhaltischen eingeräumt sein 
solle. 

Darauf habe er auf Befehl des Administrators Joachim Friedrich 
49 Tartarn vor 15 Jahren zu Nienburg mit etzlichen und 30 
Schützen gefänglichen abgeholt; die Gefangenen sind überantwortet 
an dem Orte, da die blinde Jungfer überliefert worden. 

Darauf hat Daniel Gott, weiland Stadtschreiber zu Bernburg, 
einen Harker, der ihn bestohlen, einziehen lassen; dieser ist auch 
zu Jesar auf der Dorfstätte überantwortet. (A. Erzst. M. I, No.43.) 

1604. 26. März. Das Amt Nienburg teilt dem Rate von Calbe mit, dass 
es seinen Schäfer zur Verantwortung ziehen werde, wenn nach- 
gewiesen würde, dass er auf der Jessarischen Mark gehütet hat 
(Archiv von Calbe Bl. 2.) 

1604. 30. März. Der Rat von Calbe beschwert sich bei dem Hauptmann 
von Nienburg, dass der Schäfer daselbst im Jesarischen Forder- 
felde unter dem Fuchsberge an der Renne gehütet habe. (Archiv 
von Calbe B1.2). 

1606. Der erste Bürgermeister Johann Rüde von Calbe sagt aus, er 
halte dafür, dass die Grenze (zwischen Calbe und Nienburg) zu 
ziehen sei von dem höchsten Orte der Dorfstätte Jesar, so neben 
der Saale gelegen, den Graseweg gleich auf nach den Fuchsbergen 
und Spiekershöhe. Ursache: Er sei selbst mit an und dabei ge- 
wesen, dass etzliche 40 gefangene Zeugeuner von den Nienbur- 
gischen dem Amte Calbe an berührtem Orte abgefolget worden, 



Digitized by VaOOQ 16 



170. Jeser. 187 

hätte auch Beine Pferde dazu geliehen. So wäre er auch mit an 
und dabei gewesen, als die Hegestange vor etzlichen Jahren an 
der Qatterslebischen Grenze auf dem Grasewege, so nach dem 
Kübberlinge schiesst» bis gegen Spiekershöhe gesetzt worden. 

Dieselbe Grenze geben auch die andern Zeugen an. Der Richter 
weil. Jacob Schröder riebt an, dass er an der Stelle eine gefangene 
Weibesperson den Nienburgern ausgeliefert habe. Die Zahl der 
dort gefangenen Zigeuner giebt er auf 49 an; sie wurden verhaftet, 
weil sie das Dorf Mücheln in Brand gesteckt — Andere geben 
übereinstimmend an, dass auf dem Spieckershoch eine Hegesäule 
mit dem Stiftswappen gestanden. Den Nienburgem stand nicht 
die Hut und Trift über die Fuchsberge hinaus zu; Pfändungen 
deswegen werden von mehreren Zeugen bezeugt Die Cälbischen 
trieben mit ihrem Vieh bis an den Kübberling, die Dorfiätätte sei 
Koppelweide gewesen. (A. Erzst. M. I, No. 43.) 

1606. 6. Oktbr. In einem Vergleich zwischen Brandenburgischen und 
anhaltischen Abgeordneten wird festgesetzt, dass der Graseweg, 
so gleich der alten Gesar Dorfstätte und Fuchsberge aufgehet, 
bis an den Hügel, die Spikerhöhe genannt, hinfuro an diesem Orte 
die rechte Landgrenze zwischen dem Erzstifte Magdeburg und 
Fürstentum Anh^t scheiden und halten sollte ; die Lehen und Zins 
der Acker, so auf Balbergk und Gesar Mark gelegen und die 
Bürger zu Calbe in Lehen und Besitz haben, wie von Alters hero 
bleiben. (A. Erzst M. I, No. 43.) 

1611. 28. Oktbr. Die Grenze zwischen Nienburg und Calbe ist von 
vielen Jahren in etwas Zweifel gezogen worden und dasselbe wegen 
der zweier Feldmarken Baiberge und Jesar, so von dem Stifte 
Gernrode zu Lehen gehen. Es wird aber auf diesem Orte gesetzet, 
dass die Grenze zu ziehen von dem höchsten Orte der Dorfstätten 
Jesar, so neben der Saale gelegen, den Graseweg gleich auf nach 
den Fuchsbergen und der Spiekershöhe, welcher Graseweg die 
vorderste Feldmark Jesar beschliesst aus folgenden Gründen: 

1. hat man etliche Actus vor sich, dass von hier aus etzliche 
Gefangene an vorgemeltem Orte der Dorfstätte ausgeliefert — . 

2. weil alle die Äcker der beiden Feldmarken Baiberge und Jesar 
bis an vorbeschriebene Grenze den Bürgern zu Calbe eigenthümlich 
zuständig; 3. weil das Amt Calbe nebst den Bürgern die Hut, 
Trift und Jagd allein auf den beiden Marken hat 4. weil die 
Nienburgischen Hirten daselbst oft gepfändet sind. — Hierbei aber 
ist nothwendig zu gedenken, dass die nächste Feldmark, so an die 
Grenze stosset, gleichfalls Jesar genannt wird, darinnen haben die 
Bürger von Calbe auch Äcker und brauchen also diese Marke mit 
den Nienburgischen im Gemenge, haben auch mit den Nienbur- 
gischen Koppelweide auf derseloen Mark und schiesst dieselbe bis 
an das Büschlein in dem Grunde an der Saale, so der Köberling ge- 
nannt wird, daselbsten sich auch ein Grase weg anhebet, welcher hin auf • 
streichet bis an des von Alvensleben Äcker. (A. Erzst I, No. 54.) 

1626. 22. April. In einem Bericht des Amtmanns Curt von derMarwitz 
an den Administrator über die Pfönduiig eines Nienburgischen 



Digitized by VaOOQ 16 



188 Die Wüstungen im Nordthüringgau. 

Hirten, der bei weichem Wetter auf den Saaten in der Mark Jesar 
gehütet hatte, heißst es: Es ist aber solches bei den anno 1606 
alhier gehaltenen Tagesfahrten zu einem anderen Stande gebracht 
worden und der Zeit es dahin verglichen, dass die Grenze zwischen 
dem Amt Calbe und Nienburg sein sollte die Dorfstätte Jesar, 
der Fuchsberg und Spieckers Höhe. (A. Erzst. M. I, No. 43.) 

1658. Die Jesarischo Mark enthält 292^1^ Morgen = 19 Hufen l^j^ 
Morgen, die Hufe durchweg zu 15 M.orgen gerechnet, weil diese 
sehr gross sind. (A. Erzst. M. I, No.49.) 

1668. Die wüste alte Dorfstatte Jesar liegt nach der Angabe des 
Katasters hart an der Saale gegenüber von Wedlitz. (A. Erzst. 
M.I, No.54.) 

1673. Streit zwischen Anhalt und der Magdeburgischen Regierung 
darüber, dass dem Nienburger Hirten, der in der letzten Jeser 
Mark ein nach Calbe gehöriges Roggenstück abgehütet, 50 Stück 
Schafe als Pfand abgenommen sind, und weil die Fischer am 
Hohen dorfischen Busche den Nienburger Fischern die Netze und 
2 Kähne abgenommen haben. (A. Erzst M. I, No. 54.) 

1699. 26. Oktbr. Henning Franz Hampe berichtet an die kurfürstliche 
Kammer: 

Bei Geser ist zu erinnern, dass die Stadt Calbe die Hälfte von 
diesen Äckern nur besitzet und dass sie die andere Hälfte Äcker 
samt der Trift an denen Anhaltischen verkauft haben soll — . 
Auch gehören zu diesem Dorfe sehr viele Äcker. (A. Magd. 
Cammer H, No. 268.) 

1711. 15. Aug. Die Fürstin Gisela Agnes von Köthen schreibt an den 
König Friedrich, dass der Streit über die Mark Jesar, der lange 
Zeit geruht, durch die 1701 von den Bürgern von Calbe daselbst 
aufgerichteten Zigeunertafel entstanden sei. Als nämlich aus 
Anlass der schwedischen Invasion der König befohlen hatte, an 
den Grenzen seines Landes Salve garde-Säulen mit dem preussischen 
Wappen aufzurichten, hätten die Bürger von Calbe die Zigeuner- 
tafel von dem Pfahl abgenommen und das preussische Wappen 
angeheftet, nachdem sie den Pfahl etwa 100 Schritte vorwärts auf- 
gestellt hatten. Dies sei der Anlass, warum die Nienburger den 
Pfahl wieder weiter zurück gesetzt hätten, doch stände er noch auf 
dem streitigen Gebiete. (A. Herz. M. Landesreg. VH, No. 33.) 

1711. 24. Oktbr. Der König Friedrich schreibt an die Fürstin Witwe Gisela 
Agnes zu Köthen, dass die in der Feldmark Jesar verrückte Säule 
wieder an ihren Platz gesetzt werden müsse. (A. Herz. M. Landes- 
reg. VH, No.33.) 

1712. 6. März. Der Rat von Calbe berichtet an die Regierung in Halle, 
dass die Nienburger die 1706 in der Jesarschen Feldmark 
verrückte Grenzsäule nicht nur nicht wieder an den richtigen 
Ort gebracht, sondern dass sie sogar am grossen Busstage die 
ganze Jesar Mark übermessen hätUni. (A. Herz. M. Landesreg. VH, 
No.33.) 

Digitized by VaOOQ 16 



170. Jeser. — Hl. Ikdingen. 189 



1712. 15. Mai. Die Fürstin von Köthen schreibt dem König Friedrich 
dass die Jesar Marke in 3 grosse Teile geteilt sei, wovon der erste 
die vorder Jesar Marke, das andere die mittel Jesar Mark, der 
dritte Teil, der an Balberger Mark anliegt, die letzte oder hinterste 
Jesar Mark. Die beiden ersten gehörten unstreitig zu Anhalt, 
die letzte sei streitig zwischen Anhalt und Preussen. (A. Herz. M. 
Landesreg. VII, No. 33,) 

1714. 24. Juli. Der Rat von Calbe berichtet, dass von der Säule, welche 
ehemals von den Stadtgerichten daselbst im letzten Je sarscheu 
Felde zur Zigeuner-Säule mit Anhangung des Wappens, so die 
Strafe der Zigeuner anzeiget, gesetzet, aber vor einiger Zeit durch 
das Amt Nienburg ausgehoben und an die sogen. Kenne im Bal- 
bergischen Felde diesseit Jesar nach der Stadt zu zur Grenz- 
scheidung gesetzet worden, nur noch ein Stummel vorhanden sei. 
(A. Herz. M.Landsreg. VII, No.83.) 

1714. 2. Novbr. Der kommandierende Offizier des Anhalt-Dessauischen 
Regiments in Calbe wird angewiesen, nachdem von der Fürstin 
von Köthen ein Termin zur Wiedereinsetzung der Zigeunersäule 
im Jesarschen Felde angesetzt, ziur Bedeckung derer, die den 
Pfahl einsetzen, so viel Leute von der Militz, als nötig erachtet 
werden, zu stellen. (A. ErzstM. Landesreg. VII, No. 33.) 

1714. 18. Dezbr. Die Amtleute von Calbe berichten, dass die Nien- 
burger eint» neue eichene Säule, S^L Elle hoch über der Erde, an 
der Stelle, wo zuerst die Zigeunersäule gestanden, auf dem Jesar- 
schen Grasewege errichtet und der alte Stummel daneben gesetzt 
ist Abbildung der Säule liegt bei. (A. Erzst. M. Landesreg. VII, 
No.33.) 

1724. 1. Aug. Im Innungsstatut der Fischer zu Calbe wird festgesetzt, 
dass diese die Saale bis zur Jesarschen Dorfstätte (in dem 
Statut von 1687 steht: bis an die Renne) befahren und fischen 
dürfen. (Magd. Gesch. XXXI, S.117.) 



171. Ikelingen. 

Bei Eggersdorf, Kreis Calbe. 

1430 — 1466. Die Pröpstin von Quedlinburg hat Zinsen und Zehnten 
in villa Eykelinge (Ekelinge) in Salina — et Ek. in Biger. 
(Cop. 814.) 

1484. 13. Mai. Agnes von Bercken, Pröpstin von Quedlinburg, belehnt 
Hans Clutz, Bürger zu Calbe, u.a. mit 14 Morgen zu Ikeling, 
die er von Thomas Ghyr zu Salze gekauft hatte. (v.Erath, Cd. 
Quedlinb. No.301.) 

1534. 23. Septbr. Die Pröpstin Margarethe von Quedlinburg belehnt 
Heinrich Mund mit einer Hufe Erbzinsgut auf der Feldmark Ick- 
lingen vor Biere. (Cop. 818 fol. 166'.) 



Digitized by VaOOQ 16 



190 l>ie WÜBtoDgen im KordthÜiioggau. 



1587. 1. Oktbr. Die Pröpstin Margarethe von Quedlinburg belehnt Lu- 
dicke Bchulte zu Gross-Salze mit einer halben Hufe auf Iklinger 
Mark. (Cop.818 fol.173.) 

Am folgenden Tage ebenso Peter Pennick zu Salze mit einer 
Hufe zu Icklinge. (Ibid.) 

1538. 18. Jnni. Die Pröpstin Margarethe von Quedlinburg belehnt die 
Brüder Ghyr zu Gross-Salze u. a. mit Gütern zu Ickling. (Cop.818 
fol. 175.) 

1538. 18. Juni. Die Pröpstin von Quedlinburg, Margarethe von Schwarz- 
hure, belehnt die Brüderschaft der Salzkuechte zu Salze mit 
2 Hufen auf der Feldmark Ickling. (Cop.818 fol. 174^) 

1538. 28. Aug. Der Rat von Salze bekundet die vor ihm geschehene 
Aussage des Bürgers Hans Bernburg wonach dieser 1509 einen 
Zins von einer halben vom Stift Quedlinburg zu Lehen gehenden 
Hufe in der Mark Igklingen für das Hospital S. Georgii er- 
worben hat. (Or.) 

1553. 25. Juli. Die Äbtissin von Quedlinburg, Anna von Stolberg, giebt 
ihre Zustimmung, dass Hans von Esbeck eine Hufe auf Icke- 
lingischem Felde wiederkauft. (Cop.818 fol.220\) 

1562. Die Kirche in Eggersdorf hat eine Hufe Landes, halb auf Eggers- 
dorfer, halb auf Igelinger Mark. (Kirchen visit-Protok.) 

Littemtor: Magdeb. OeachichUbl. III, S. 495. 



172. Ikendorf. 

Nordöstlich von Biere, Kreis Calbe. 

1271. Burchard, Walther und Albrecht von Barby verkaufen die sach- 
sische Vogtei über 49 Hufen, darunter 22 in Likendorp, an die 
Abtei Quedlinburg, (v. Heinemann, C. d. Anh. H, No. 394.) 

1331. 24. Dezbr. Erzbischof Otto erteilt seine Zustimmung dazu, dass 
Dietrich von Dasle, Stiftsherr zu S. Nicolai, seine Güter in Biere 
und eine halbe Hufe in campis ville Ykendorp seinem Stift zu 
einem Seelgerat vermacht hat. (Cop.342 fol. 45.) 

1441. 27. April. Hans vonLindow zu Magdeburg kauft von den Brüdern 
Hans d. ä. und Johannes d. j. von Redekm mit Zustimmung der 
Äbtissin von Quedlinburg als Lehensherrin den Zehnten zu iken- 
dorf im Felde und Dorfe, de geleghen is twischen der Stadt to 
dem groten Saite unde dem dorpe Byger, für 60 Mark wiederkäuf- 
lich. (G. Q. XXVII, No. 443.) 

1537. 30. Oktbr. Margarethe von Schwarzburg, Pröpstin von Quedlin- 
burg, belehnt die von Defen zu Salze mit 1^/4 Hufen zu Tregau, 
einer Hufe zu Betzlingen, 8^4 Hufe zu Grottenitz, von denen 
5 Morgen in der Dorfstatte liegen, etlichen Höfen daselbst, II/4 
Hufe zu Potelitz und einer viertel Hufe und 6 Morgen zu Iken- 
dorf. (Cop.818 fol. 172.) 



Digitized by VaOOQ 16 



171. Ikelingen. — 172. Ikendorf. 191 



1588. 17. Juni. Die Propstin Margarethe von Quedlinburg belehnt die 
Brüder Jacob und Hans von Esbeck zu Salze mit 4 Hufen auf 
der Feldmark Ikendorf zwisclien GroBs-Salze undBiere. (Cop.818 
fol.174.) 

1575. 16. Febr. Ludolf der jüngere von Alveneleben auf Hundisburg 
kauft von Andreas von Wüstenhoff, Dechanten von S. Nicolai zu 
Magdeburg, den Scheffel- und Hühnerzehnten auf der wüsten Feld- 
mark Ikendorf. (C. d. Alvensl. HI, No.612.) 

1618. 6. Novbr. Anna Margarethe von Braunschweig, Pröpstin von Qued- 
linburg, belehnt Graf Wolfgang von Barbv mit 3 Hufen 3 Vj Morgen 
vor Salze, wovon 6 Morgen auf Ic k e n d o r f f e r Feldmark liegen. (Or.) 

1621. 18. Juni. Dorothea Sophia von Sachsen, Äbtissin von Quedlinburg, 
belehnt die von Alvensleben mit dem Scheffel- und Hühnerzehnten 
auf der Feldmark Ikendorf zwischen Gross -Salze und Biere. 
(Cd. Alvensl. HI, No.983.) 

Die Belehnung wiederholt 1650 Mai 7 die Äbtissin Anna Sophie. 
(Ibid. No. 1113.) 

1687. 6. Dezbr. Anna Marearethe, Pröpstin von Quedlinburg, erteilt ihre 
Zustimmung zum Verkauf von l^/j Viertel Landes zu 14 Morgen 
auf der Ikendorfischen Mark, welche mehrere Bauern aus Biere 
bebauen. (Cop. 8 1 3» No. 3.) 

1688. 26. Hftrs. Die Pröpstin Anna Margarethe von Quedlinburg giebt 
ihre Zustimmung zum Verkauf von 2^/^ Morgen Ackers zu Belzing 
und 3 Morgen zu Ikendorf. (Cop. 813» No.4.) 

1688. 7. Novbr. Die Pröpstin Anna Margarethe von Quedlinburg giebt 
ihre Zustimmung zum Verkauf von 2 Morgen Erbackers zu rlöze 
und 3 Morgen auf Ikendorf er Felde. (Cfep.813» No. 6.) 

Ebenso zum Verkauf von 2^/^ Morgen und einem Viertel auf 
Ikendorf er Felde. (Ibid. No. 8. 9.) 

1689. 14. Hai. Die Pröpstin Anna Margarethe giebt ihre Zustimmung zum 
Verkauf von 5 Morgen zu Ikendorf. (Cop. 813» No. 10.) 

1684. Die Kirche von Eggersdorf giebt 2 Scheffel Zehnt an die von 
Alvensleben auf Neugattersleben von einer halben Hufe in Icken- 
dorfer Felde. (Steuerprofessions-Protok.) 

1685. Bewohner von Biere haben Acker auf Ickendorf er Felde, wo- 
von die von Alvensleben zu Neu-Gattersleben und die Brüderschaft 
U.L. Fr. in Salze Zins erhalten. (Steuerprofessions-Protok.) 

1705. Das Domkapitel zahlt von dem Zehnten zu Ickendorf bei 
Biere 12 Groschen Synodalgebühren an den Archidiaconus des 
Bannes Calbe. (A3, Erzst. M. Domkap. No. 954.) 

1718. 24.Febr. Ikendorfer Mark grenzt an die Eggersdorfer Dorf- 
mark; dort haben die Eggersdorfer mit den Bierischen Koppel- 
weide. (A. Herz. M. Landesreg. VII, No. 63.) 

Unter Biere: Die Eggersdorfschen unterstehen sich, dann und 
wann mit ihrem Viehe in unsern zu hüten; der Richter von Biere 



Digitized by VjOOQ 16 



102 I^ie Wüstungen im Nordthüringgau. 



hat nebst dem Hirten in der Königl. Amtsgerichtsstube zu Calbe 
ausgesagt^ die Eggersdorfsche Gemeinde hätte keine Hut und Trift, 
wie viel weniger Koppelweide auf Ickendorffsche Feldmark. 

Littei-ator: Wohlbräck, Alvensl. ZT, S. S9S. — Magdeb. G&tcJdehUM, JU, S. 4^6, 



173. Ilberitz. 

Nördlich Ton Förderstedt, Kreis Calbe. 

1317. 26. Juni. Graf Burchard 11. von Anhalt verkauft dem Erzbischof 
Burchard die Dörfer Glote, Mokrene, Eiber icz für 200 Mark. 
(V. Heinemann, Cd. Anh. HI, No.346.) 

c. 1370. Johannes et Thilo de Mokrene haben vom Erzstift zu Lehen 
— in Ulnicz I mansum et HI curias verlegens gudes. — Item in 
Mokrene II mansos cum IHI curiis verlegens gudes. — Item in 
Ylbrentz IV2 mansum verlegens gudes. (G. Q.XVI, S. 57.) 

1444. 1. Novbr. Der Dompropst Arnt Treszkow bezeugt, dass ihm Erz- 
bischof Günther für das Dorf Zuchau die wüste Dorfstatte 
Mokrene mit Zubehör, nämlich mit der Feldmark und Dorfstätte 
Ilbericz, welche von Alters in den Schoss zu Mokrene gehört 
hat, vertauscht hat. (Cop. 6 fol. 236.) 

1465. Nicolaus und Werner Persegk haben vom Erzbischof Friedrich zu 
Lehen u. a. 9 Viertel Zehnten an der Marke zu Elbernitz. 
(Cop. 36 S.392.) 

1458. Caspar Homborg hat vom Erzstift zu Lehen u.a. Stücke zu II be- 
ringen. (Cop. 36 S.392) 

1477. 30. Septbr. Werner Persick und sein Bruder erhalten vom Erz- 
bischof Ernst zu Lehen u. a. 9 Viertel Zehent an der Marke zu 
Elbernitz. (Cop. 41 fol. 220^) 

1490. 1521. Die Dompropstei verzeichnet unter Förderstedt Zinsen aus 
Makrene et Ilveritz. (Cop. 91»> fol. 13^ Cop. 96<^ fol. 15^) 

1491. 19. Dezbr. Caspar Homburg erhält vom Erzbischof Ernst zu Lehen 
u. a. Stücke zu Glöthe, Mockrene und II bringen. (Cop. 41 
fol. 171.) 

1521. Die Dompropstei hat Zins von 1^/2 Hufe in Makrene und von 
6 Hufen und 5 Morgen in Makrene und Ilveritz. (Cop. 91*^ 
fol. 16.) 

1582. 29. Jan. Ludolf von Alvensleben tauscht vom Hauptmann Andreas 
von Wüstenhoff ein Rittergut in Glöthe mit den Kossatenhöfen 
und 6 Hufen auf Glöthescher, 3 Hufen auf Flochauer, 3^« Hufe 
auf Ockstedter und eine halbe Hufe auf Ilfritzscher Feldmark 
gegen andere Güter ein. (C. d. Alvensl. HI, No. 650.) 

1680. 23. Septbr. Bei der Macrainischen Feldmark geht die Ilbe- 
ritz er (oder KlobbenitzeH Feldmark an und scheidet Eikendorf 
ab mit Hans Bröseis Stücke Acker, worin eine Stange vor diesem 



Digitized by VaOOQ 16 



172. Ikendorf. — 173. Ilberitz. — 174. Immenweddingen. — 175. Insleben. 193 

gestanden. Diese aber fangt sich an mit Christoph Blumen 2 
Morgen nach Förderstedt; wo Blumen Acker sich endiget, gehet 
Andreas Günters 2 Morgenstück an gegen Eikendorfschen Anger 
und immer winkel weise; Ausgangs dieses Angers gehet ein Grase- 
weg an, welcher sich endiget am balzwege, hier weiset sich der 
Förderstetische Anger, alwo die Klobbenitzische Feldmark angehet, 
von da gehet der Schöler Feldmark bis auf den Grase weg. Bei 
der Glöthischen Feldmark findet sich zur Scheidung diesseit Moritz 
Weschen zu Förderstedt ein Morgen und Hans Gabeln Breite zu 
Glöthe. Jenseit hinter Gabelentz Breite auf dem Graserain wendet 
sich die Scheidung und gehet die Hufe Landes Schölischer Acker, 
wovon allhier 6 Morgen gelegen, an, so nach Förderstedt gehöret. 
(Förderstedter Grenzprotokoll.) 

1685. Auf der liberischen Feldmark bei Förderstedt hat die Hufe 
36 Morgen, während sie auf anderen Hufen 24, auf der Grotzer 
Mark 30 Morgen hat. (Stc^uerprofessions-Protok.) 

Ldtteratnr: Wohlbrtick, Ahensl. II, S. 400. — Magdeb. GeschichUbl. IV, S. 51. 



174. Immenweddingen. 

Genaue Lage unbekannt, aber doch wohl in der Nähe von I^angen-, Alten- und 
Oster weddingen, Kreis Wauzlcben. 

937. 21. Septbr. Otto I. übereignet u. a. den zu Magdeburg gehörigen 
westlich der Elbe in pago Nordthuringa in comitatu Thietmar 
gelegeneu locus Iraenuuatinge dem Mauritiuskloster daselbst 
(MG.DD.I, S.lOl.) 

941. 23. April. Otto I. übereignet dem Mauritiuskloster in Magdeburg 
den vom Bischof von Halberstadt ertauschten Zehnten von den 
Leuten des Klosters und des Edlen Erpo u. a. im locus Imen- 
uuattinge. (MG.DD.I, S. 123.) 

c. 941. Otto I. übereignet alles, was er Zugehöriges zum castellum Magde- 
burg u.a. im locus Himanuuaddigga besass, dem Moritzkloster 
in Magdeburg. (MG. DD. I, 8. 124.) 

946. 29. Juli. Otto I. übereignet den Mönchen des Mauritiusklosters zu 
Magdeburg den von dem Bischof von Halberstadt ertauschten 
Zehnten von den Leuten des Klosters u.a. zu Imenvuattinga in 
pago Nordturinga in comitatu Geronis. (MG.DD.I, 8.169.) 

973. 4. Juni. Kaiser Otto IL bestätigt dem Erzstift Magdeburg die von 
seinem Vater gegebenen Privilegien und Besitzungen, daruntt^r in 
Imenuuadinga. (Magd. Reg. I, No. 271.) 

Utteratnr: Falke, Tradd, Corhei., S. 46. — Magdeb, Oeschiehtsbl. XU, 8. 168. 



175. Insleben. 

Westlich der Neustadt Magdeburg. 

937. 21. Septbr. Otto I. übereignet u. a. den zu Magdeburg gehörigen, 
auf der Westseite der Elbe in pago Nordthuringa in comitatu 

Wüitongcn L NordthQr. 13 



Digitized by LjOOQ IC 



194 Die Wüttungen im Nordthüringgau. 

Thietmari gelegenen locus Inantesleba dem Mauritiuskloster in 
Magdeburg. (MG. DD. I, 8. 101.) 

989. 7. Juni. Otto I. tibereignet dem Mauritiuskloster in Magdeburg 
u.a. in dem in pago Nordduringa in comitatu Dietmari gelegenen 
locus Ininte sleba XXIIII familias litorum, colonorum XV. 
(MG.DD.I, 8.109.) 

941. 23. April. Otto I. übereignet dem Mauritiuskloster in Magdeburg 
den vom Bischof von Halberstadt ertauschten Zehnten von den 
Leuten des Klosters und des Edlen Erpes im locus Iiiantes- 
leba. (MG.DD.I, 8.128.) 

c. 941. Otto L übereignet all sein Eigentum u. a. in villa Inendes- 
leuu dem Mauritiuskloster in Magdeburg. (MG.DD.I, 8.124.) 

946. 29. Juni. Otto I. übereignet den Mönchen des Mauritusklosters zu 
Magdeburg den von dem Bischof von Halberstadt ertauschten 
Zehnten von den Leuten des Klosters zu Inantesleba in pago 
Nordturinga in comitatu Gkronis. (MG. DD. I, 8. 1 59.) 

978. 4. Juni. Kaiser Otto U. bestätigt dem Erzstift Magdeburg die von 
seinem Vater gegebenen Privilegien und Besitzungen, darunter in 
Inendesleva. (Magd. Reg. I, No. 271.) 

1158. 19. Mai. Ein gewisser 8iegfried und sein 8ohn Heinrich haben 
vom Erzbischoi Wichmann 15 Hufen zu Innesleve zu Lehen. 
(Magd. Reg. I, No. 1366.) 

1164. Erzbischof Wichmann bestätigt einen Tausch zwischen dem Kloster 
U. L. Fr. und dem 8chulthei88en Konrad, wonach jenes 2 Hufen 
in Innesleve und 2 Hufen in Widerikestorph gegen ein 
steinernes Haus und einen Hof am Johanniskirchhof erhält (G. 
Q. X, No. 32.) 

1164 — 1180. Erzbischof Wichmann tauscht 3 Hufen in Wiby vom Kloster 
U. L. Fr. zu Magdeburg gegen 3 Hufen in Innesleve ein, die 
jährlich XXXVI solides zinsen. (G.Q.X, No.44.) 

1173. Erzbischof Wichmann übergiebt zu seinem Seelenheil und zu 
Ehren des heiligen Lambert den Domherren jährlich 3 Pfund 
aus 3 Hufen zu Wiedrichsdorf und 2 Hufen in Innesleve 
aus den dazu gehörigen Hufen und dem Oberland. (G. Q. XXVI, 

No. 44.) 

1189. Erzbischof Wichmann entscheidet einen 8treit zwischen dem Dom- 
kapitel und dem Propst von 8. Nicolai zu Magdeburg und bestimmt, 
dass diesem 30 Talente jährlich zustehen sollen, darunter 3 von 
5 Hufen zu Insleben. (Magd. Reg. I, No. 1732.) 

1214. Keiser Otto hadde sik unde de sinen vorsamlet unde wolden de 
borch redden unde den bischop haben : he quam to late. do he horde, 
dat de bischop los was, he sloch up sin telt vor Insleve und 
vorbrande alle dat umme disse stad stund edder lach, des bischopes 
molen, dat jodendorp, Vrosc und vorstede, vorborge und Vorwerke 
der stad. (8chöffencnron. 8. 139.) 

Digitized by VaOOQ 16 



175. Insleben. 195 



1215. 6. Aug. Erzbischof Albrecht setzt die Einkünfte der Propste! von 
S.Nicolai fest, darunter 3 Talente von 5 Hufen in Insleben. 
(Magd. Reg. U, No. 485.) 

1218. Bemardus de Innesleve ist Zeuge. (G. Q.X, No. 94.) 

1221. 20. Sept Erzbischof Albrecht bestätigt dem Lorenzkloster in der 
Neustadt Magdeburg seine Besitzungen, darunter die von ihm ge- 
gebene Kirche von Innesleve mit 3\/2 Hufe. (Gesch. Bl.IH, 8.457.) 

1276. 17. April. Dbs Kloster U. L. Fr. zu Magdeburg kauft mehrere 
Ackerstücke in Innesleve zurück und zwar von Matthias von 
Schrotdorf eine Hufe für 10 Mark Silbers, eine Hufe von Conrad von 
Schrotdorf für 12 Mark; jede der beiden Hufen muss 2 Wispel 
Weizen und einen Wispel Koggen liefern. Ferner 3 halbe Hufen von 
den Colonen Johann, dem Sohne Rothmanns, von Johann Hoppe 
und Johann, dem Bruder des Zehntners (decimatoris) Hermann für 
je 5 Mark; jede halbe Hufe muss jährlich einen Wispel Weizen 
und einen Wispel Roggen liefern. Genannte Bauern entsagen allem 
Rechte in Gegenwart aller Bewohner bei der Kirche zu Ins- 
leben und (Tann nochmals vor den Schöffen im Fremdenhause 
(curia, domo hospitum) des Klosters in dem bürgerlichen Gerichte, 
welches gewöhnlich dyngk genannt wird. (G. Q. X, No. 144.) 

1276. I.Mai. Wiederholung der Kaufurkunde. (G.Q.X, No. 145.) 

1285. 9. Oktbr. Ritter Bernhard von Wardenberg bekundet, dass 
das Kloster U. L. Fr. zu Magdeburg eine Hufe in Insleben, 
welche er und sein Oheim Henning gegen einen Zins von 12 Schil- 
linge in Besitz hatten, dem Kloster Marienthal überlaesen und 
dafür eine Hufe in Wismenger, welche jährlich 6 quadrantes Weizen 
zinste, und 2 Höfe in diesem One, die jährlich 10 Hufen zinsten, 
von ihm erhalten habe, doch mit Vorbehalt eines Teiles des 
Zinses und gegen die Verpflichtung von Seelenmessen seitens des 
Klosters. (G. Q. X, No. 153. 154.) 

1287. 18. Juli. Das Kloster U. L. Fr. verkauft dem Lorenzkloster in der 

Neustadt eine Hufe in Schrotdorf, eine halbe in Insleben, die 

6 Schillinge zinst, und eine halbe Hufe in Altenweddingen für 
21 Mark Silber. (G.Q.X, No. 155.) 

1289. Kloster Marienthal übereignet auf Anlass Bernhards von Warden- 
berg dem Lorenzkloster in der Neustadt Magdeburg eine Hufe in 
Insleben. (Magd. Reg. UI, No. 640.) 

1291. 4. Juni. Erzbischof Erich schenkt dem Kloster S. Lorenz 8 Hufen 
auf In siebischem Felde, die ihm vom Ritter Bernhard von 
Wartenberg resigniert waren. (G. Q. XXVI, No. 178.) 

1312. Kaufbrief Ciriaci und Johann Kalbes über eine halbe Hufe 
Landes zu Insleve für Kloster S.Agnes in der Neustadt (A. 
Erzst. M. n, No. 1034.) 

1813. 4. April. Ritter Heyno de Rodense, morans in Insleve, stiftet 
einen Altar des heil. Paulus im Kloster S. Agnes in der Neustadt- 
Magdeburg, (v. Ledebur, Archiv XVII, S. 193.) 



Digitized by 



t^oogle 



196 Die WÜstuDgen im Nordthüringgau. 

1318. 28. Mai. Erzbischof Burchard inkorporiert dem Kloster S. Lorenz die 
Kirche in In sieben. (Cop. 378 fol.87^) 

1323. 22. Mai. Erzbischof Burchard überträft dem Domdechanten Heiden- 
reich von Erpitz eine Hufe in Schrotdorf und eine in Insleben, 
welche dieser vom Ritter Cyriacus Kalf für 80 Mark gekauft hatte. 
(G. Q. XXVI, No. 297.) 

1325. 16. Juli. In In sieben verhandelt das Domkapitel mit den Gegnern 
des Erzbischofs Burchard. (G.Q.XXVI, No.316.) 

1326. 3. Jan. Der Erwählte Heidenreich bekennt, dass er eine Hufe in 
Schrotdorf und 1 Hufe in Insleben an Tilo Nagel zu Magdeburg 
für 100 Mark verkauft hat, um damit seine Reise nach Rom zu 
bestreiten. (G. Q. XXVI, No. 3 1 9.) 

1329. 29.Novbr. Der Knappe Zabel von Insleve schenkt dem Kloster 
S. Lorenz in der Neustadt je einen Scheffel Roggen und Hafer und 
einen Schilling jährlich. (Cop. 378 fol. 40.) 

1340. Andreas dictus de Insleve ist monachus zu Kloster Berge. 
(G.Q.IX, No.l98. 200.) 

1340. 26. April. Erzbischof Otto überträgt directum dominium seu 
proprietatem von 2 Hufen in campis ville Insleve mit 6 Hof- 
steÄen in jenem Dorfe dem Kloster S. Agnes in der Neustadt (Or.) 

1342. 11. Jan. Erzbischof Otto bekennt, dass Bruno Cyriaci und seine 
Frau Sophie 8 Hufen in campis ville Ynsleve dem Kloster 
S. Agnes in der Neustadt für 95 Mark verkauft haben, doch hat 
Johannes Korling das Recht, von einer Hufe jährlich 2 Wispel 
Winterkorns zu erheben, die aber mit 22 Mark abgelöst werden 
dürfen, (v. Ledebur, Archiv XVH, S. 277.) 

1342. 6. Oktbr. Henning von Korlingen verkauft dem Kloster S. Agnes 
2 Wispel Weizen von einer Hufe zu Ynsleve uppe dem velde 
der dryer. (G. Q. XXVI, No. 384) 

1349. De bischop (Otto) besande de borgere bi Insleve, dar he was 
mit den domheren. (Schöffenchron. S. 206.) 

1351. 21. April. Hintze Vürhake von Insleve verkauft dem Kloster 
S.Agnes zur Leibzucht zweier Nonnen 10 Schillinge vor dem Ins- 
1 e b i s ch e n Thore. (G. Q. XXVI. 1, No. 41 6.) 

c. 1363. Gumpert von Aisleben, wohnhaft in Egeln, hat vom Magde- 
burger Domkapitel u. a. zu Lehen 3 Hufen in Insleve und 
9 in Nendorp; sein Schwiegersohn Nicolaus Insleve behauptet, 
dass die Lehen dem Propste des Klosters ü. L. Fr. gehörten. 
(Cop. 91, S.46.) 

Hermann von Nendorp in Pöteritz hat vom Domkapitel zu Lehen 
u. a. 3 Hofstellen in Insleve. (Ibid. S. 51 ,) 

Johannes von der Leyne ebenso eine Hufe in Insleve. (Ibid. 
S. 67.) 

Filii Tzysekes duos choros tritici in uno manso in Insleve. 
(Ibid. S. 68.) 

Brün Ardes hat u.a. 3 Höfe in Insleve. 

Digitized by VaOOQ 16 



175. Insleben. 197 



Hans Irxsleve cecus unum quartale graminis in Rodeneee, quod 
fuit Calen et vitrici ecclesie in Insleve alias occupaverunt. 
(Ibid. 8. 70.) 

1363. 12. April. Nach der Landfriedensurkunde Erzbischof Dietrichs 
stellt Insleben in der Grafschaft Wolmirstedt : Meynecke von 
Irksleven, FArhake, Zabel wetewe von Insleben und dry ge- 
bawre. (G. Q. XXVI, No. 458.) 

1369. 23. Juni. Ebeling Gothgemak übergiebt dem Kloster S. Mariae 
Magdalenae 2 Hufen im Felde von Insleve zu einem Seelgerät. 
(aQ.XXVI, No.600.) 

c. 1370. Ante novam civitatem ante valvam, que protenditur versus 
Ynsleben. (G.Q.XVI, S.9.) 

ante valvam nove civitatis, ubi transitur Insleve n. (G.Q.XVI, 
8. 15.) 

Johannes, filius Janes de Scrotorp, hat vom Erzstift zu 
Lehen in festo dominorum HI solidos et ^^ ^^cam de U mansis 
in Ynsleven. Item VI modios siliginis, IH modios ordei et 
VI modios avene et XX pullos et ad quemlibet pullum X ova et 
in solidos et HI sexegena vlotholtes de H mansis in Ynsleven, 
(G.Q.XVI, S.16.) 

Ciliacus Gardelege coraparavit sibi a Johanne Kroppenstede I 
raansum in campis Ynsleven. (G.Q.XVI, 8.16.) 

Hans Lenkener 18Vg modium tritici et siliginis de 2^/2 manso 
in Y n s 1 e V e n. (G. Q. XVI, 8. 19.) 

Johannes de Evendorp habet in Ynsleve 2iL mansum. (G. 
Q.XVI, 8.23.) 

Wernherus, Cone et Johannes fratres dicti Persyk in Ynsleven 
Xni, modios et I quartale modii in decima. (G. Q. XVI, 8. 32.) 

Johannes et Otto de Kotene fratres in campis Ynsleven ^2 
chorum tritici et V2 chorum siliginis de 1111 mansis. (G. Q. XVI, 8. 34.) 

Dydericus et Johannes Lose fratres habent II mansos inlnslebe, 
quorum IX iugera sita sunt in campo 8crodorp. — (G. Q. XVI, 8. 35.) 

Johannes Kroppenstede habet I mansum in Ynsleve. (G. 
Q. XVI, 8. 37.) 

Gelde hat vom Erzstift zu Lehen in Ynsleve H mansos. 
(G.Q. XVI, 8.41.) 

Filii Conradi quondam de Scartow militis coniuncta manu in 
Ynsleven HlVg mansum. (G.Q. XVI, 8.46.) 

Henningus Jan miles, Conradus Jan et Busse Jan coniuncta manu 
in Ynsleve I mansum et in decima I quartale tritici et ibidem de 
Vo manso in decima H modios siliginis et H modios avene. (G. 
Q. XVI, 8.47.) 

Henrik Vurhake habet decimam in Ynsleven de duobus 
campis desertis videlicet Eyndorp et Crewitz. (G. Q. XVI, 8. 50.) 

Henning Reynerdis H mansos in Insleve, de quibus IX jugera 
sita sunt in campis 8crotorp. (G.Q.XVI, 8.51.) 

Cone et Hans fratres de Ynsleve et Cone eorum patruus V 
curias in Ynsleve. — (G.Q. XVI, 8.72.) 



Digitized by VaOOQ 16 



198 I>ie Wüstungen im Nordthüringgau. 

1870. 21. April. Pfarrer Johann von Inelewe ist Zeuge. (Riedel, Cd. 
Brand. A, IX, S. 480.) 

1877. Kaiser Karl IV. kam eines Dienstags bald nach Pfingsten von 
Tangermünde nach Magdeburg, und men sande on den hovetman 
mit der borgere kinderen und borger enjegen, wol gewapent ein 
michel deil, wente jegen Insleve, unde heilden dar buten dem 
wege wol mit anderhalf hundert glevien. dar na togen de ratmanne 
unde schepen unde ok andere unse borgere in oren besten cleideren 
ungewapent jegen den keiser up disz sit Insleve unde de rat- 
mannie treten to vote af unde entpfengen den keiser. (Schöffen- 
chron. S. 272.) 

c. 1880. Kersten et Brand fratres dicti von deme kovorde et Gode Kor- 
ling patruus haben vom Erzstift U choros tritici de mansis in campo 
Insleve. (G.Q.XVI, S.161.) 

1881. 4. Febr. Propst Jacob vom EUoster ü. L.Fr. bezeugt, daes Hans 
und Cone Zabel und ihre Mutter Jutte eine halbe Mark Ing^ldes 
von ihrem Hofe in Insleben an die Domvikaren für 6 Mark wieder- 
käuflich verkauft haben. (G. Q. X, No. 234.) 

1386. 24. Febr. Propst Gurt und der Konvent des Klosters U. L. Fr. be- 
zeugen, dass Reyrier Schartow in der Neustadt eine Hufe zu Ins- 
leben und eine Hufe Gras in Puppendorf, die von dem Kloster 
zu Lehen gingen, zur Ausstattung des Altars U. L. Fr. in der Kirche 
S. Martini zu Frohse in der Neustadt geschenkt hat. (G. Q.X, 
No. 236.) 

1389. 15. Juni. Lorenz Repsleger und seine Frau schenken der Vikarie 
der Kapelle Annunciationis Mariae im Dom zu Magdeburg eine 
Hufe zu Rottersdorf und eine zu Insleben zu einer Memorie. 
(G.Q.XXVI, No.648.) 

1390. Dietrich Lose und seine Frau haben zu Lehen und Leibzucht 
u.a. 20 Scheffel Zehnt in den Feldern Insleben. (G.Q.XXVI, 
No.671.) 

1891. Verschrieben Heidecken von Schartow über eine Hufe auf Ins- 
leve Felde für Kloster S.Lorenz in der Neustadt. (A.ErzstM.H, 
No. 1034.) 

1891. 28. März. 3. Juni. Hevdeke von Schartow verkauft an Hans 
Becker und seine Frau Sfette für 24 Mark eine Hufe zu Insleben, 
welche das Kloster U.L. Fr. vorher dem Ritter Conrad von Schar- 
tow gegen ein Huhn jährlichen Zinses verkauft hatte. Das Kloster 
behält sich die Beleihung vor. (G. Q. X, No. 242. 243.) 

1392. 8. Jan. Erzbischof Albrecht belehnt zur Leibzucht Werner Fur- 
hakes Frau Ermegard mit einem Hof zu Insleben, drei Viertel 
Landes zu Bernsdorf, dem Zehnten von den wüsten Marken Crewesch 
und Ekendorf und Gütern zu Wörmlitz. (G. Q. XXVI, No. 697.) 

1392. 3. März. Erzbischof Albrecht versetzt Hans Marschalk in der Neu- 
stadt eine halbe Hufe auf Inslebischem Felde. (G.Q.XXVI, 
No. 699.) 

Digitized by VaOOQ 16 



175. Insleben. 190 



1392. 20. Mal. Propst Konrad un4 der Konvent des Klosters U. L. Fr. 
belehnen die Äbtissin Hanne Wellen und den Propst Martin von 
Wellen vom Kloster S. Lorenz mit einer Hufe in Insleben, 
welche von Hans Becker und seiner Frau dem Kloster geschenkt 
waren. (G. Q. X, No. 244. 245.) 

1894. 24. Febr. Erzbischof Albrecht belehnt Dietrich Lose, Kanonikus 
zu 8. Nicolai in Magdeburg, mit einem Wispel Roggen aus der Mühle 
zu Weddingen und 21 Scheffel Boggen von einer Hufe auf dem 
Felde zu Insleben. (Cop. 63 fol.23.) 

a 1400. Die Bauern von Insleve müssen beim Bau des Landgrabens 
an der Ohre helfen. (Walther, Sing. Magd. VI, 8. 7.) 

1400. Die Kirohmeister von der Kirche 8. Jaoobi bezeugen, dass Henning 
Rodensieben mit Zustimmung des Propstes von Ü.L.Fr. zur Dota- 
tion des neu errichteten Altars 8. Bartholomaei und 8. Nicolai in 
jener Kirche »/^ Hufe in Rottersdorf, i/^Hufe in Insleben und 
den sogen. Mönchsgarten gegeben hat Von der halben Hufe in 
Insleben soll dem Kloster der alte Zins von 6 Pfennigen und der 
Zehnt, nämlich 2 Scheffel Weizen, 2 Scheffel Roggen und 4 Scheffel 
Hafer gegeben werden. (G. Q. X, No. 248.) 

1401. 6, 8. Aug. Propst Johannes und der Konvent des Klosters XJ, L, Fr. 
bezeugen, daSs Heyne Schele dem Kloster U. L. Fr. und dem 
Augustinerkloster gemeinschaftlich eine Hufe und IV2 Morgen in 
Insleben zum Behuf von Seelenmessen vermacht hat. Von der 
Hufe hatte das Kloster U. L. Fr. jährlich 12 Schillinge Zins und 
den Garbenzehnten, wes des ackers lyt up dem wend eschen 
V e 1 d e. (G. Q. X, No. 249. 2B0.) 

c. 1404, Inscleve: hebben wy gelegen Hanse van Borgh 1 brede gebeten 
de wal to Käne. (G. Q. XVI. 8. 328.) 

Dit ys de gulde unde tins to dem huse to Wolmerstede: Von 
Insel eben III sexagenas XXX grossen to hervestbede unde to 
meygenbede 1 sexagenam x 1 v grossen. (G. Q. XVI, 8. 337.) 

1404. Ein Brief des Klosters Marien Magdalenen in Magdeburgk über 
eine Hufe Landes zu Insleve für das Kloster S.Agnes in der 
Neustadt. (A. Erzst, M. St No. 1034). 

1404. 15. Septbr. Friedrich Freilstedt zu Magdeburg verkauft dem Kloster 
S.Agnes 2 Vj Hufen in den Feldern von Harsdorf und Insleben. 
Unter den Zeugen ist Konrad, plebanus in I n s 1 e v e. (G. Q. XXVH, 
No.13.14.) 

1404. 21. Septbr. Johanna Hake, Äbtissin des Klosters S. Agnes, bezeugt, 
dass Propst Johann vom Kloster U. L. Fr. sie mit einer Hufe in 
Insleben, die von Friedrich Freylstede zu Magdeburg gekauft 
war, belehnt hat. Davon hatte das Kloster U.L. Fr. 2öcnillinge 
Zins und für die jedesmalige Belehnung 2 ungarische Gulden zu 
erheben. Unter den Zeugen ist Conradus, perner tho Insleve. 
(G. Q. X, No. 251.) 

Digitized by VaOOQ 16 



200 I^>6 Wüstungen im Nordthüringgau. 

1405. 16. Febr. Propst Johann vom Kloster U. L. Fr. belehnt die Äbtissin 
des Klosters S.Agnes mit einer Hufe in In sieben. (Magd. Gesch. 
Bl. XIV, S. 108.) 

1405. ZurObödianzRemkersleben gehört in Insleve eine Hufe. (Cop.92 
fol.3.^ 

Der Obödianz Grarasdorf zahlt die Witwe Martin Kramers 4 Schil- 
linge von 4 Morgen in Insleve. (Ibid. fol. 7^) 

1406. ConraduB, plebanus in Insleve, ist Zeuge. (G. Q. XXVII, No. 32.) 

1408. 31. Aus:. Der gekorene Bischof Heinrich von Halberstadt verkauft 
seinen Hof zu In sieben an Moritz Schmidt und das Kloster 
S. Laurentii in der Neustadt. (G.Q. XXVII, No.49.) 

1411. 13. Dezbr. Die Brüder Luder undThile genannt bei den Schemen 
und Luders Söhne zu Magdeburg vericaufen dem Domkapitel eine 
halbe Hufe zu Insleben, welche sie von diesem wegen des Dom- 
baues zu Lehen hatten, für 100 Schock Groschen. (G.Q^XXVH, 
No. 85.) 

1416. 15. März. Ein Domherr (?) verkauft den Vikaren eine Hufe in 
Schrotdorf und eine Hufe in Insleben behufs einer Reise nach 
Rom. (Cop.31 fol.44.) 

1443. 13. Febr. Erzbischof Günther belehnt die Brüder Friedrich und 
Hans Lose u. a. mit 2 Hufen und den Gärten in Insleben. (G. 
Q. XXVII, No.473.) 

1446. Die Brüder Nikolaus und Simon Rodenstorf haben vom Erzbischof 
Friedrich zu Lehen u. a. 4 Schillinge von einem Stücke Landes, 
geheissen die steylenberg, auf Insleve Felde und 4 Schillinge von 
einem wüsten Hofe daselbst (Cop. 36, S. 412.) 

Ebenso hat Sophia, Henning Schartows Frau, 2^/2 Hufen zu 
Insleve. (Ibid. S. 449.) 

1447. 9. Dezbr. Das Kloster U. L. Fr. verkauft dem Augustinerkloster 
V2 Hufe und ^^ Morgen zu Insleben für 120 Schock Groschen 
und eine jährliche Abgabe von 12 Schilling, den Garbenzehnten 
(vom wendischen Felde) und ein Stübchen Wein. (G. Q. X, 
No.277.) (Vergl. 1401. 6. Aug.) 

1447. n. 1457. Henning Suldorf hat vom Erzbischof Friedrich zu Lehen 
eine Hufe Landes auf Insleve Mark. (Cop. 36 S. 451.) 

1449. Fricke Sandersleben zu Neuhaldensleben hat vom Erzbischof 
Friedrich zu Lehen eine halbe Hufe zu Insleve. (Cop. 36 S. 471.) 
Wiederholt 1455. (Ibid. S. 479.) 

cl450. Die Brüder Jacob, Hans und Christof Hake haben vom Erz- 
bischof zu Lehen Güter auf der Mark zu Insleve. (Cop. 36 
S. 236.) 

1455. Nicolaus und Werner Persegk haben vom Erzbischof Friedrich zu 
Lehen u. a. 13 Scheffel Hundekom, halb Weizen, halb Roggen, auf 
Inssleve Felde. (Cop. 36 S. 392.) 



Digitized by VaOOQ 16 



175. Insleben. 201 



1457. 20. März. In dem fulen dall roret dat meierricht wenten an den 
Levestorpschen upworp und raarkscheidt. — Van daher wente 
in de droge Schrode, de darsulvest, ock bi der Levestorpschen 
marke over den Olvenstedesten wech, de ock na Evendorp loppet, 
dar hevet an de In sohle vesche marke und grenzet aldahere 
mit dem meierrichte an de Inschlevesehe grove by der drogen 
Schrote und van dem Heck henverii na der kleinen klosterbreiten 
an der Bardeleveschen Straten, dar an ein dubbelt grabe ist na 
dem galgen werth. — (G. Q. XXVII, No. 709.) 

1458. 10. April. Heinrich Müller zu Magdeburg verkauft den Vikaren 
von S. Sebastian l'/g Mark jährlich von 1^« Hufe zu Insleben 
wiederkäuflich für 25 Mark. (G. Q. XXVII, No. 746.) 

1458. Sophie, Henning von Schartaus Wittwe, hat als Leibzucht vom 
Erzbischof Friedrich die Lehen von einem Viertel Landes, 5 Morgen 
und 4 Morgen zu Insleve. (Cop. 3ß S. 491.) 

1470. 28. Dezbr. Johannes Drewes zu Magdeburg verkauft an Sander 
Wilkens daselbst 15 Scheffel jährlich aus einer halben Hufe zu 
Insleben wiederkäuflich für 30 Gulden. (G. Q. XXVHI, No. 143.) 

1476. 24. Dezbr. Hans vom Thore erhält 2 freie Hufen mit l^/j Morgen 
Oberland auf Insleve Felde vom Erzbischof Ernst zu liehen. 
(Cop. 41 fol. 299.) 

1477. 2. Oktbr. Dis Gebrüder Suldorff werden vom Erzbischof Ernst 
beliehen mit einer Hufe auf Insleve Marke. (Cop. 41 fol. 266\) 
Wiederholt 1494, 2. Jan. (Ibid. fol. 284'.) 

1477. 19. Novbr. Erzbischof Ernst genehmigt nachträglich, dass Hans 
vom Thor zu Salze Solgüter daselbst und 2 Hufen Landes auf 
Inszleve Felde dem Stift S. Nicolai zu Magdeburg verkauft hat 
(Cop. 68 fol. 24V.) 

1477. 19. Novbr. Hans vom Thor zu Halle verkauft an Valentin Smed 
in Gross -Salze 5 Gulden jährlich aus Solgütern daselbst und aus 
2 freien Hufen zu Insleben wiederkäuiiich für 100 Gulden, (G. 
Q.XXVm, No.282.) 

1477. 30. Septbr. Werner Persick und seine Brüder erhalten vom Erz- 
bischof Ernst zu Lehen 13 Scheffel halb Weizen, halb Roggen auf 
Inszleve Felde, das hat etzwan geheissen das hundekorn. (Cop. 41 
fol. 229\) 

1477. Otto und Giseler von Dieskau haben vom Erzbischof Ernst zu 
Lehen auf In sieber Felde 2^/2 Hufe freien Ackers. (Cop. 41 
fol. 99.) 

1478. 5. Febr. Auf In siebe Felde erhalten vom Erzbischof Ernst zu 
Lehen: Tile Gummer 1 1/2 Hufe, Claus Kruse eine halbe Hufe, ebenso 
Jacob Meszendorf, Margarethe Bernstede, Peter Breszen, Fritz 
Peters einen Wispel Korn von 3 Vierteln Acker; aus der Neustadt 
Gerlach eine halbe Hufe, ebenso Michel Grundysz, Hans Ilsze 
einen halben Wispel Korn von Acker auf In sleve Felde. (Cop. 41 
fol. 301O 



Digitized by VaOOQ 16 



202 Die Wüstungen im Nordtharinggan. 

1478. 9. Dezbr. Heinrich Qoi^es und seine Frau verkaufen den Vikaren 
des 8tift8 S. Petri et Pauli ein halbes Viertel Landes zu Ins- 
leben wiederk&uflich für 24 Gulden. Für die Belehn ung erhält der 
Propst vom Kloster U. L. Fr. ein Stübchen Elsässer Wein. (G.Q.X, 
No. 320.) 

1488. 28.DeEbr. Das Kloster U. L. Fr. verkauft dem Kloster Hillers- 
Icben 8GuldenZins aus 13 Hufen inlnsleven und Leversdorf 
vor der nyen stadt Magdeburg beleghen wiederkäuflich für 200 Gulden. 
(G.Q.X, No.828.) 

1483. LJuDi. Dompropst Melchior von Magdeburg belehnt Friedrich 
von Alvensleben auf Kogätz u a. mit 3 Hufen zu In sieben. (C. 
d. Alvensl. H, No. 621.) 

1486. 14. Novbr. Otto von Dieskow zu Dieskau verkauft den Dom- 
vikaren 2 Wispel Weizen jährlieh von einer Hufe Landes auf Insz- 
leve Felde vor der Neustadt für 126 Gulden. (Cop. 68 fol.330\) 

1487. 29. M&ra. Gaus von Trote mit Brüdern und Vettern erhalten vom 
Erzbischof Ernst zu Lehen im Ganzen 4 Hufen auf Insleve Felde 
in 5 Parzellen. (Cop. 41 fol. 310.) 

1487. 19. April. Die Gebrüder von Santersleve zu Neuhaldensleben er- 
halten vom Erzbischof Ernst zu Lehen u. a. eine halbe Hufe auf 
Inszleve Felde. (Cop. 41 fol.278^) 

1488. 24. Mai. Der Rat der Neustadt bekennt, dass Barthold Swyszow 
4 Gulden jährlich aus einer Hufe auf Insleven Felde gekauft 
und einen Teil dieses Zinses zu Gunsten mehrerer Klöster bestimmt 
hat (G, Q. XXVm, No. 671.) 

1498. 14. Novbr. Georg G^rmersleben zu Magdeburg verkauft mit Zu- 
stimmung Thomas Kellers dem Kloster U.L.Fr. P/^ Hufe und 
3 Morgen Oberlandes zu In sieben wiederkäuflich für 240 Gulden. 
(G. Q. X, No. 342.) 

1494. 22. Jan. Heyne Semmel verkauft dem Kloster ü. L. Fr. eine 
halbe Hufe zu Ins leben wiederkäuflich für 44 Gulden. (G. Q.X, 
No. 345.) 

1499. 26. März. Hans vom Thore verkauft dem Nicolai - Stift zu Magde- 
burg 6 Gulden jährlich aus 2 Hufen zu Inszleve und 10 Hufen 
auf Niendorff Marken gelegen. (Cop. 69 fol. 37.) 

1502. 8. April. Drewes, Kerston und Stefan Fricke verkaufen dem Kloster 
S. Agnes in der Neustadt eine Hufe auf Inszleve Felde wieder- 
käuflich für 120 Gulden. (Cop. 69 fol. 39.) 

1503. 22. Mai. Hans von Lattorf und seine Brüder erhalten mit Hans 
Swede zu Magdeburg u.a. eine Hufe auf Inszleve Felde vom 
Erzbischof Ernst zu Lehen. (Cop. 41 fol. 193.) 

1508. 30. Juni. Der Möllenvogt Hans Ritter erhält zu Lehen vom Erz- 
bischof Ernst einen Hof mit 3 Morgen Landes auf Insleve Marke. 
(Cop. 41 fol. 258.) 

Digitized by VaOOQ 16 



175. iDsleben. 20S 



1505. 11. HärE. Die Räte des Erzbischofs Ernst entscheiden einen Streit 
zwischen dem Amtmann von Wolmirstedt und dem Dorfe Barleben 
einerseits und dem Rate der Neustadt und denen, die auf den 
wüsten Feldmarken Bernstorf , Inszleve, Cammerstorf, Trommitz, 
Wismenger und Widerstorf Äcker haben, andererseits über die 
Dienste für das Amt Wolmirstedt. (G.Q.XXVIII, No.l316.) 

1505. 15. Jnli. Drews Surbrodt erhalt vom Erzbischof Ernst eine Hufe 
auf Inszleve Feld zu Lehen. (Gop.41 fol.287^) 

1509. 1. Dezbr. Propst Heinrich vom Kloster U. L. Fr. giebt der Priorin 
Katharina Suiten vom Kloster 8. Mariae Magdalenae u. a. 2 Hufen 
In«leve marke gelegen gegen 2 Hühner jährlich zu Lehen. 
'^ . XXVm, No. 1474.) 



up In 

(6.Q.: 



1518. 16. Jnni. Der Möllenvogt Hans Ritter erhält zu Lehen vom Erz- 
bischof Ernst eine Hufe auf Insleve Mark. (Cop. 41 fol.265^) 

1518. 20. April. Die Kotze haben 21/0 freie Hufen im Inslebischen 
Felde vor der Neustadt, (v. Mülverstedt, Kotze S. 266.) 

1521. 7. Jan. Propst Heinrich vom Kloster U. L. Fr. belehnt den Vikar 
Martin Bolle mit IV2 Hufe in Insleben und behält sich bei 
etwaigem Verkauf das Vorkaufsrecht vor. (G. Q. X, No, 372.) 

1524. Verzeichnis der Zinsen und Pachte, welche das Kloster U.L. Fr. 
aus Insleben bezog. (G.Q.X, S. 389-391. 395.) 

1529. 7. März. Das Kloster S. Lorenz verkauft an Peter Waltzke und 
Frau eine Hufe auf Insleve Felde wiederkäuflich für 150 Gulden. 
(Or.) 

1529. 24. Septbr. Das Domkapitel vertauscht 3 Hufen in Insleben 
und Rottersdorf gegen die wüste Dorfstätto Pockeritz zwischen 
Buden und Körbelitz an das Stift S. Petri et Pauli in der Neustadt 
(Cop. 113 fol. 168.) 

1532. 15. Oktbr. Propst Heinrich Stot vom Kloster U. L. Fr. bezeugt, dass 
Thomas Bomdes und seine Frau den Dominikanern 1 1/2 Hufe auf 
Inslever Feldmark und eine Hufe auf Leverstorper Mark für 
250 Gulden wioderkäuflich verkauft haben. (Magd. Gesch. XIV. 

8. 290.) 

1532. 21. Dezbr. Das Kloster V. L. Fr. verkauft den Dominikanern 
5 Gulden jährlich von seinen Gütern zu Insleven, Leverstorff und 
Rotterstorf wiederkäuflich für 100 Mark. (Magd. Gesch. XIV, 8. 292.) 

1533. 28. Septbr. Das Kloster S. Lorenz in der Neustadt verkauft den 
Vikaren unter den Türmen des Doms 5 Gulden jährlich von seinen 
2 freien Hufen auf Inslever Felde wiederkäuflich für 100 Gulden. 
(Or.) 

1588. Dezbr. Der Kanlinal Albrecht belehnt die Brüder und Vettern 
von Deven mit einer Hufe auf Insleber Felde vor der Neustadt, 
einem Wispel Mehl aus der Mühle zu Wegeringen und einem Holz- 
fleck vor Neuhaldensleben. (Cop. 18 No. 30.) 

Digitized by VaOOQ 16 



204 Die Wüfltungeo im Nordthfirisggau. 

1539. 26. Juli. Propst Johann Erxleben vom Kloster U. L.Fr. belehnt 
Joachim Dolle mit einer halben Hufe und 2 Worden (2 halbe Morgen) 
auf Inslevischen Felde, welche dieser von Ebeling Alemann ge- 
kauft hat. (Magd. Gesch. XIV, S.295.) 

1543. 16. Febr. Abt Heinrich von Kloster Berge als Visitator des Lorenz- 
klosters gestattet den Verkauf von 30 Morgen auf Insleber Flur 
seitens jenes Klosters an den Rat der Neustadt -Magdeburg gegen 
2 Schillinge Erbzins. (G. Q. IX, No. 1023.) 

1550. 15. Dezbr. Propst Johann Erxleben belehnt Adelheid Jungen, 
Äbtissin von B. Agnes, mit 2 Hufen auf Inschleber Felde. (Magd. 
Gesch. XIV, 8. 297.) 

1559. 1. Jan. Propst Johann Erxleben vom Kloster U. L. Fr. belehnt 
Adelheid Junge, Äbtissin von S.Agnes, mit einer Hufe auf Insch- 
leber Felde. (Magdeb. Gesch. XIV, S. 299.) 

1561. 28. Jan. Propst Johann Erxleben vom Kloster U. L. Fr. belehnt die 
Dominikaner mit einer halben Hufe auf Insleber Felde. (Magd. 
Gesch. XIV, S.300.) 

1562. 22. Dezbr. Erzbischof Sigismund belehnt die von Alven sieben u.a. 
mit einer Hufe auf dem Felde zu In sieben. (Cd. Alvensl. III, 
No.464.) 

1562. Das Kloster U. L. Fr. zu Magdeburg hat an Gel dzinsen in In sl e ve 
22 fl. 1 5 Gr. 1 1 Pf, (Gesch. Bl. XHI, S. 265.) 

Ferner 9^/2 Scheffel Roggen, 20 Scheffel Weizen , 1 Wispel Hafer 
vom Zehnten zu 1 nsleve. 7 Wispel 9 Scheffel Weizen von l^,^ Hufe 
auf Insleve Felde vor der Neustadt, Lassgut. (Ibid. S. 268.) 

1567. 12. März. Propst Johann Erxleben vom Kloster U. L. Fr. belehnt 
die Domvikare mit 2 Hufen auf Insleber Felde. (Magd. 
Gesch. XIV, S. 303.) 

1569. 6. Mai. Propst Balthasar Hufft vom Kloster U.L.Fr. belehnt die 
Dom vikare mit 2 Hufen auf Inschleber Felde. (Magd. Gesch . 
XIV, S.304.) 

1570. 17. Febr. David Kothe belehnt namens des Klosters S.Lorenz in 
der Neustadt Valtin Karsleven daselbst mit einer Wort Landes im 
Sutroge vor dem Inslevischen Thore. (Cop. 388g fol. 42^) 

1579. 27.Septbr. Administrator Joachim Friedrich beleiht Dr. Matthias 
Schröder und Georg Schröder mit einer Hufe Landes auf I ns- 
leve r Mark und einem halben Hufen Gras auf Wardenberger 
Felde. (Or.) 

1687/91. Inschleve Felde: 5 Schillinge geben Jacob Ukerowen Erben 
von 3 Morgen Landes in einem Stück am Inslevischen Tye 
dem Kloster S.Agnes. (A4 Erzst. M. S. Agnes, No. 11.) 

1595. Die Thesaurarie in Magdeburg hat in campis villae Inschleve, 
Wiedei-storf et Schrotorf 3 mansi et 2 areae. (A. Domkap. M. 833.) 



Digitized by VjOOQ 16 



175. Insleben. 205 



1697. Das Stift S. Petri et Pauli in der Neustadt giebt Kornzinsen an 
die Obödienz Bernsdorf aus einer Hufe in In sieben, die gegen 
das Dorf Poteritz umgetauscht ist. (Cop. 99 fol. 95.) 

1610. Die Obödienz Gramsdorf hat Pacht von 4 Morgen in Inslöbe. 
(A3 Erzst. M. Domkap. No.763.) 

1615. Die Thesaurarie des Stifts S. Sebastian hat Einkünfte in nova 
civitatis uif Ingschlebischen Felde. (Reg. fahr. fol. 86.) 

1639. 12. Dezbr. Das Kloster ö. Lorenz hat vor der Neustadt auf Ins- 
lebischem Felde 8 Hufen. Davon liegen: Ufimlnschlebischen 
Felde uffm PlanU^nlande 2^/2 Morgen. 

Uff der Nachtweide von der Barlebischen Heerstrasse nach der 
Groper Kuhlen 3^/2 Morgen in 3 Stücken. 

Im selbigen Strich 9 Morgen in 3 Stücken. 

Vom Gröperwege auffm Knienberg (?) (Kreyenberg ?) 8 Morgen 
in 4 Stücken, 6 Morgen in 2 Stücken, 15 Morgen in 5 Stücken, 
11/2 Morgen im Anewende. 

Von vorhergehenden Anewende uffm Inschlebischen Thie 7 Morgen 
in 7 Stücken, liegen zum Teil in der Schanze und uff 4 Stücke 
nahe der Barlebischen Heerstrasse. 

üffm Kreienbergk 2 Morgen in ;i Stücken. 

Im Mittelfelde 13 Morgen in 7 Stücken. 

Im selbigen Strich aber uff jenseit dem Grasewege fast gegen 
dem Thieberge 20 Morgen in 5 Stücken. 

Im Meerwellen 9 Morgen in 3 Stücken. 

Im Kiwitzpfuel 12 Morgen in 3 Stücken. 

Im Langen Schlage 10 Morgen in 3 Stücken. 

Im selbigen Strich 12 Morgen in 5 Stücken. 

Im Lerchenfelde 12 Morgen in 4 Stücken. 

Am grossen Silberhoch 10 Morgen in 7 Stücken. 

Vom Wege unter dem Grossen Silberhoch uffm Hol tz weg 15 Morgen 
in 5 Stücken. 

Am grossen Silberhoch vom Holzwege uff die Olvenstedtische 
Marke 8 Morgen in 2 Stücken. 

Im selbigen Strich 12 Morgen in 3 Stücken. 

Uffm Kannenstiege von der Closter- oder Grase wohne über die 
Kannenstiege wohne, so allda sich verlieret, uff die Mittel wohne 
16 Morgen in 5 Stücken. 

Von der Kannenstiegewohne uff die Mittel wohne 15 Morgen in 
5 Stücken. 

Uffm Kannenstiege von der Closter- oder Grasewohne autf die 
Sülze 10 Morgen in 2 Stücken. 

Im selbigen Strich, aber von der Mittel wohne auff die Sülze 
12 Morgen in 3 Stücken. 

(Gr. 8. r. Kloster S. Lorenz No. 89.) 

1649. 18. Aug. Propst Ph. H. Malsius vom Kloster U. L. Fr. zu Magde- 
burg belehnt die Domvikare mit 2 Hufen Landes auf In sieber 
Felde. (Gr.) 

Digitized by VaOOQ 16 



206 I>ie Wüstungen im Nordthüringgau. 



Oft wiederholt 

1661, 25. Mai. Das Stift S. Nicolai belehnt Anton Detloff von Platow 
auf Grabow mit einer halben Hufe auf Insleber Felde und einem 
dazu gehörigen Garten. (A4 Erzst. M. S. Nie. No. 185.) 

1666. 21. Aug. Anton Detlov von Plathe verkauft an Dorothea, die 
Witwe des Dr. med. David Heimburger zu Magdeburg, drei Viertel 
auf Insleber Felde vor der Neustadt und ein halb Viertel Grases 
auf Wartenberger Felde, welche beim Kloster U. L. Fr. zu Lehen 
gehen, und eine halbe Hufe auf Insleber Felde und einen 
Garten daselbst, die vom Stift S.Nicolai zu Lehen gehen. (A4 
Erzst. M. 8. Nie. No. 185.) 

1680. Die Thesaurarie des Domkapitels hat u.a. Einkünfte vom Ins- 
lebenschen Felde. (A. Domkap. M. 833.) 

1689. 6. Septbr. Das Stift S. Sebastian verpachtet an die kurfürstlichen 
Kommissarien zur Benutzung für die vertriebenen Mannheimer 
11/2 Hufen im Insleber Felde vor der Neustadt. (A4 Erzst. M. 
S.Seb. N0.201.) 

1705. Der Pfarrer des wüsten Dorfes In sieben vor der Neustadt zahlt 
12 Groschen Synodalgelder an den Archidiakonus des Bannes Calbe. 
(A 3 Erzst M. Domkap. No. 954.) 

litteratar: v. Mülverstcdt, Kotze, S. 624, — Falke, Tradd. Vorbei, S. 46. 



176. Iritz. 

Bei ßarby, zwischen Pömmelte und Zeiti:, Kreis Calbe. 

1458. Jacob Mosckow hat vom Stift Halberstadt zu Lehen 38 Schock 
Zehntkorns auf der Feldmark zu Yritz. (Cop. 474 fol. 47.) 

1490. 3. Febr. Jacob Mosckow in Barby verkauft 33 Schock korbandes 
ym felde des wüsten dorpes Yritz hie Barby, die er aus 
dem Zehnten vom Stift Halberstadt zu Lehen hat, wiederkäuflich 
für 60 Gulden an das Stift S. Nicolai in Magdeburg. (Cop. 495 
fol. 31.) 

1494. Matthaeus Geldenitz zu Barby hat vom Grafen Burchard zu Lehen 
u.a. 3 Hufen zu Iritz. (Cop, 431 fol. 40 \) 

Ebenso Heinrich Morsz zu ßarby u.a. eine halbe Hufe zu Iritz. 
(Ibid. fol. 36.) 

Ebenso Hermann Sternecker l^'^ Hufe zu Iritz. (Ibid. fol. 18.) 

Ebenso Hans Tifensehe zu Barby Hufe und Hof zu Barby und 
das Dorf Iritz. (Ibid. fol. 10\) 

Ebenso Valtin Storgkaw zu Barby u. a. ein Viertel Landes zu 
Iritz. (Ibid. fol. 41'.) 

1553. 29. April. Kurfürst Moritz von Sachsen belehnt den Grafen Wolf- 
gang von Barby mit seiner Grafschaft und gewährt das Jagdrecht 
auf mehreren Feldmarken, darunter in Krotzen, Iritz, Kotz u. s. w. 
(Cop. 429 fol. 279.) 

Digitized by VaOOQ 16 



175. Insleben. — 176. Iritz. — 177. Klein-Irxleben. 2U7 



1610. 22. Septbr. Die Brüder Stefan und Albrecht von Hopkorb cedieren 
den ihnen von Greorg von Mosikow für 650 Thaler verpfändeten 
Zehnten auf der Iritz ke Marke vor Barby an Albrecht von 
Wuthenau. (Or.) 

1623. 29. März. Die Grafen Albrecht Friedrich und Jost Günther von 
Barby belehnen die Brüder Eulenbeck u. a. mit einer Hufe zu 
Iritz. (Or.) 

1693. 24. März. Kurfürst Friedrich HI. belehnt Christian von Arnstedt 
für das Magdeburger Domkapitel mit dem Gritzer Zehnten im 
Barbyschen Winkel belegen. (Or.) 

1721 U.8. w. Ihritzer Zehnt 

1693. 22. Juni. Das Domkapitel zu Magdeburg schreibt dem Herzog 
Heinrich von BarW, dass es den Zehnten von der vor Barby be- 
legenen Iritz er Feldmark von den von Pletz für 200 Thaler 
gekauft hat, dass aber die Witwe von Weichhausen zu Barby, die 
ihn in Pfandbesitz hatte, ihn noch nicht herausgegeben hat. Das Dom- 
kapitel eibietet sich daher, das Kaufgeld bei der Barbyschen Kanzlei 
zu deponieren. (A 3. Erzst M. Domkap. No. 936.) 

1713. 1. Novbr. Die Regierung von Halberstadt belehnt Friedricli Asche 
von der Asseburg, Senior des Magdeburger Domkapitels, mit dem 
Zehnten auf der I r i t z e r Feldmark vor Barby. (A 3. Erzst M. 
Domkap. No. 1350.) 

1785. 1. Oktbr. Herzog Albrecht von Sachsen belehnt Albort von War- 
leben u.a. mit 2 halben Hufen und der Hölle zu Iritz. (Or.) 

Littenitiir: Magdeb. Geschichtsbl. HI, S. 366. 



177, Klein-Irxleben. 

Bei Irxlebeo, Kreis Wolmirstedt. 

c. 1440. Erzbischof Günther hat ledig in dem Zehnten zu luttekon 
Irkscleve 4^/^ Wispel, welche Kone Königs Witwe gehabt hatte. 
(G.Q.XVI, 8.317.) 

1447. Erzbischof Günther hat Fricko Hardelop zu Magdeburg und seinen 
Vetter Fricke zu Seehausen beliehen mit einem halben Wispel 
Weizen aus dem Zehnten zu lutken Irksleve. (G.Q.XVI, S. 318.) 

1489. 16. Oktbr. Dr. Christof vom Hayn, Hofmeister des Erzbischofs 
Ernst, erhält von diesem zu Lehen u. a. die Lehen über 4 Wiesen, 
Feld, Zehent und ÖV2 Schock Hafer, 10 Hühner und 6 Scheffel 
Hafer auf der wüsten Mark zu Irxsleven. (Cop. 41 fol. 169.) 

1490. AJbrecht Drewes zu Magdeburg erhält vom Erzbischof Ernst, Ad- 
ministrator von Halberstadt, einen halben Wispel Weizen und 
Roggen auf lutken Irxleve Felde zu Lehen, nachdem die 
Güter durch den Tod der Berwinkel heimgefallen waren. (Cop. 475 
fol. 48.) 



Digitized by VaOOQ 16 



208 i>ie Wüstungen im Nordthüringgau. 



1496. Erzbischof Ernst belehnt als Administrator von Halberstadt die 
Brüder und Vettern von Emden zu Magdeburg mit 4 Wispeln 
Weizen im Zehnten zu Eichenbarleben und einem Wispel Korn 
im Zehnten zu lutken Irxsleve. (Cop. 475 fol. 49\) 

1603. Erzbischof Ernst belehnt als Administrator von Halberstadt den 
Licentiaten Ulrich Vogt mit einem halben Wispel Weizen und 
Roggen auf lutken Irxsleve Felde, welcher früher den von 
Berwinkel gewesen war. (Cop. 475 fol. 65\) 

1665. Irxleben parva desolatum zahlt dem Dekan zu Magdeburg 
einen Scheifel Weizen Synodalkorn. (R(»g. censuum de 1555.) 

litteratnr: Danneil, WolmirsUdt, 8. 417. 



Iscatesdopf. 

S. Tasdorf. 



178. Ismaritz. 

Bei Rogätz, Kreis Wolmirstedt. 

1477. 19. Novbr. Die Brüder von Veitheim erhalten vom Erzbischof Ernst 
zu Lehen u. a. die wüsten Dorfstatten zu Rehagen, Iszmaritz, 
Dornstede und Goritz halb. (Cop. 41 fol. 120^) 

1535 10. April. Kardinal Albrecht belehnt Jacob und Christoph von 
Veitheim u. a. mit den wüsten Dorfstatten zu Ismaritz, Darn- 
stette und Goritz. (Cop. 113 fol. 182.) 



179. Judendorf. 

Südlich von Magdeburg, zur 8udenburg i^erechnet. 

1214. Keiser Otto — vorbrande — dat joden dorp — . (ßchöffenchron. 
S. 139.) 

1328. 30. Novbr. Erzbischof Otto überweist dem Domkapitel für das an 
den Hildesheimer Domherrn Heinrich von Barby überlassene Amt 
zu Lemsdorf und das Dorf Klein -Ammensieben verschieden!» Ein- 
künfte, darunter 2 Mark aus dem jodendorpe tu Magdeburg. 
(G. Q.XXVI, No.330.) 

c. 1363. Hermann von Nendorf zu Pöteritz hat vom Dompropst zu 
Magdeburg u. a. zu Lehen 6 HofsUdlen prope Judaeos und 
2 ex opposito. (Cop. 91 S. 51.) 

Ebenso Heinrich von Rodensieben in der Sudenburg einen Hof 
in opposito ville iudeorum. (Ibid. S. 75.) 

c. 1370. Johannes Appolt habet VHI marcas redditus in villa iu- 
deorum. (G.Q.XVI, S.12.) 

1372. 21. April. Erzbischof Peter nimmt die Juden, die wonhafftich sint 
in unsem judendorffe in der Süden horch zu Magdeburg, in seinen 



Digitized by VaOOQ 16 



177. Klein-Irxleben. — 178. Ismaritz. — 179. Judendorf. 209 

Schutz und verspricht, dass sie nur vor ihrer Schule gerichtet werden 
sollen. (G. Q. XXVI, No. 518.) 

1399. 24. Juni. Erzbischof Albrecht nimmt die Juden in seinem joden- 
dorfe in der Sudenburg in seinen Schutz. (Ck>p.63 fol. 107.) 

1432, 2. April. Erzbischof Günther klagt den Rat von Magdeburg an, 
dass er sich der villa iudaeorum et iudeis in nostra Sudenburg 
und der Stadt S. Michael bemächtigt. (G. Q. XXVII, No. 279.) 

1432. 7. Hai. Der Rat von Magdeburg erklärt, dass er sich des Juden- 
dorfes, der Sudenburg und des Dorfes S. Michael bemächtigt 
habe, um seinen Schaden dadurch gutzumachen. (G. Q.XXVn, 
No. 283.) 

1482. 6. Novbr. In den Verhandlungen mit Erzbischof Günther fordert 
die Stadt Magdeburg, jener solle ihr eine gewisse Summe Geldes 
an derNeustadt^ Sudenburg, dem Juden dorf, dem Bleck tho send 
Michel und Judenkev er verschreiben. (G. Q.XXVII, No. 310.) 

1484. 27. Novbr. Die Neustadt, Sudenburg, die villa Judaeorum et 
spacium dictum ad sanctum Michaelem werden als Eigentum des 
Erzstifta erklärt. (G. Q. XXVII, No. 330.) 

1475. 16. MaL Der Domvikar Andreas Vischer verkauft von seinem 
Hause in der Sudenburg auf dem Pralen berge an dem Juden- 
dorfe IV« Gulden wiederkäuflich für 30 Gulden an seine Mit- 
vikare. (G. Q. XXVIII, No. 241 .) 

1481, 16. Juli. Der Domherr Heinrich Hiltermann schenkt zur Errichtung 
eines Hospitals eyne wüste stete mit eynem cleynen steynen husze 
— in unserm jodendorfe in unser Sudenburg an dem thorenach 
dem closter sent Johannes des thowffers warth gelegen. (G. Q. 
XXVm, No.453.) 

1498. 2. Mai. Die Juden von Magdeburg quittieren der Stadt Sudenburg 
über die Gelder, welche sie auf Befehl des Erzbischofs Ernst von 
den Bürgern dieser Stadt für ihre Häuser im Juden dorf e erhalten 
haben. (G. Q, XXVIU, No. 834.) 

1498. 16. Juli. Hans Kotze erhält vom Erzbischof Ernst als freies 
Rittergut einen freien Hof in der Sudenburg im Judendorfe 
gelegen, den jener dem Rate der Sudenburg abgekauft. (Cop. 41 
fol. 85\) 

Dr. Christoph vom Hain, Hofmeister des Erzbischofs, erhält 
ebenda einen freien Hof mit Garten und einem steinernen Stocke 
daran. (Ibid. fol. 172.) 

1498. 11. Aug. Erzbischof Ernst übereignet der Sudenburg das Juden- 
dorf, nachdem er den Juden geboten, dasselbe und das ganze Stift 
Magdeburg zu räumen. (G.Q,XXVin, No.849.) 

1498. 28. Aug. Der Rat der Sudenburg gestattet dem erzbischöflichen 
Rate Hans Kotze den Anteil eines Hofes im Judendorfe. (v. Mül- 
verstedt, Kotze S. 225.) 

WOftangen i. NordthOr. 1 4 

Digitized by VaOOQ 16 



210 I^^ Wüstungen im Nordthüringgau. 



1586. 4. Jan. Erzbischof Albrecht belehnt Stefan und Hennann Kotze 
mit einem freien Hofe in der Sudenburg innerhalb des Juden - 
dorfes belegen, (v. Mülverstedt, Kotze S. 284.) 
litteratir: v. Ledebur, Archiv I, 8. SIS. 



180. Just 

Bei Wanxleben. 

c. 1865. Otto Siegel hat vom Dompropst von Magdeburg zu Lehen 
11 Hühner und den Fleischzehnten in 2 Höfen in Guytz. (Cop.9l 
S. 58.) 

Cl890. Bonekeneter hat vom Erzbischof zu Lehen in campo Just eine 
Hufe. (G.Q.XVI, S.280.) 

1414. 4. Juni. Hanne, Ludolf Knetlings Frau, erhalt 2 Hufen auf dem 
Felde zu Brolitz, eine halbe Hufe zu Gust auf dem Felde zur 
Leibzucht (Cop. 65 fol. 32\) 

1446. Hans Knyteling hat vom Erzstift zu Lehen u.a. eine halbe Hufe 
auf G u 8 1 i r marke. (Cop. 36 S. 245.) 

1477. 80. Septbr. Erzbischof Ernst verschreibt Busse von Wanzleben 
und seiner Frau Yde, die ihm den vom Erzbischof Friedrich zu 
Lehen erhaltenen Hof und Dorf Güssen überantwortet haben, 
eine lebenslängliche Rente von 21 Gulden. (Cop. 68 fol. 23\) 

1477. 8. Oktbr. Claus Kneitling hat vom Erzbischof Ernst zu Lehen 
u.a. eine halbe Hufe auf Güster Felde. (Cop. 41 fol. 59\) 

1478. 10. Juli. Gebhard K^nüppel hat vom Erzbischof Ernst zu Lehen 
u.a. 18 Morgen in 2 Feldern auf Guste Felde und noch eine 
Hufe auf Guste Felde. (Cop. 41 fol. 65.) 



181. Kallendorf. 

Bei Wolminleben, Kreis Wanzleben. 

c. 1868. Hinze et Johannes Vettern, genannt Molwede, haben vom 
Dompropst zu Magdeburg zu liehen 3^/2 Hufe in Kalendorp. 
(Cop. 91 S.58.) 

1479. 26.Novbr. Abt Andreas zu Berge belehnt Hans Borthmann cum 
curia sua magna et prodio dicto Kallendorp. (Berg.Lehnb.fol.21.) 

1488. 14. Juli. Abt Andreas zu Berge belehnt Arnt Bortmann mit der 
wüsten Dorf statte? Kallendorp bei Wolmirsleben. (G. Q. IX, 
No. 584.) 

1497. 27. Febr. Arnt Bortmann zu Wolmirsleben verpfändet mit Zu- 
stimmung des Abts Matthias zu Berge die wüste Dorfstatte Kallen- 
dorf bei Wolmirsleben an Otto In gersieben daselbst für 20 Gulden. 
(G.Q.IX, No. 827. 828.) 



Digitized by VaOOQ 16 



180. Just. — ISl.Kallendorf. — 182.Cammer8dorf.— 183. 184.Gr.-u.Kl.-Carlin. 211 

1647. 20. ApiiL Abt Samuel Crusius giebt nach dem Tode Christoph 
Ernste von Thale, des letzten seines Geschlechts, dessen Witwe 
Anna Margarethe von Knigge die Kalendorfer Wiese und den 
Holzwerder bei der Eichenlake bei Wolmirsleben zu Erbzins. 
(Cop.421» fol.257.) 

182. Cammersdorf. 

Bei Bönneckenbeck und Gross-Otteraleben, Kreis Wanzleben. 

1316. 19. Novbr. Erzbischof Burcbard verkauft dem Stift S. Nicolai zu 
Magdeburg Güter im Felde von Löpeninghe und eine Hufe in 
Kamerstorp, die jährlich 2 Wispel Getreide zinst, för 20 Mark 
(v. Heinemann, Cd. Anh. HI, No.319.) 

C.1870. Heyne von Eichenbarleben hat vom Erzstift zu Lehen in 
Gamerstorp 4 Hufen, die er von Gumpert von Wanzleben hatte. 
(G.Q.XVI, S.25.) 

1480. Administrator Ernst von Halberstadt belehnt Grebhard und Johann 
die Söhne Siegfrieds von Hoym, u.a. mit 7 freien Hufen auf dem 
Kammerstorffer Felde bei Gross-Ottersleben. (Cop. 475 fol. 86.) 

1505. 11. M&TE. Die Rate des Erzbischofs Ernst entscheiden einen Streit 
zwischen dem Amtmann von Wolmirstedt und dem Dorfe Barleben, 
einerseits und dem Rate der Neustadt und anderen, die auf den 
wüsten Feldmarken Bernsdorf, Insleben, Cammerstorp, Troramitz, 
Wismenger und Widersdorf Äcker haben, andrerseits wegen der dem 
Amte Wolmirstedt zustehenden Dienste. (G. Q.XXVni, No. 1316.) 

1684. Die Bauern von Gross-Ottersleben berichten, die Weide ihres 
Ortes sei schlecht, weil der Bürgermeister Lentge zu Magdeburg 
ihnen die im Camm erster fischen Felde, wo sie nach geendigter 
Ernte mit allem ihrem Vieh 9 Tage hätten hüten dürfen, weg- 
genommen habe. (Steuerprofessions-rrotok.) 

Bürgermeister Lentke zu Magdeburg hat das Dorf Bönnickenbeck, 
dessen Flur mit dem Cammersdorffer Felde etwa 46 Hufen zu 
je 30 Morgen enthält. (Ibid.) 



183.184. Gross- und Klein -Carlin. 

Nordöstlich von Neohaldensleben, links der Ohre. 

1567. Zur Burg Alvensleben gehört das Halbgericht, soweit sich dasselbe 
auf der Heide erstreckt, nämlich über die wüsten Dorfstätten — 
Lütgen- oder Klein-Carlin. — (Behrends, Neuhaldensl. H, 
S. 176.) 

1587. Nach Zeugenaussagen haben sich die Braunschweiger über die 
Grenze hinaus der Orte am Zacheiberg, des grossen Carl ins 
und Lobhagen u.a. angemasst (A. Erzst. M. I, No. 124.) 

1596. Unter den Zeugenaussagen über die Grenzen des Halbgerichts 
findet sich: 



Digitized by VjOOQ 16 



212 I^ie WüstuDgen im Nordthüringgau. 

8. Item wahr, dass von itzt erwähntem Hügel unter dem Zachel- 
berg die Grenze vom Butterwinkelischen Wege die daran stossende 
Messenbergische Heerstrasse eine gute Länge entlangt auf einen 
Hügel vor dem grossen Carlin gelegen, dabei 2 ziemliche junge 
Eichen stehen, sich weiter strecket, also dass derselbige Weg 
zwischen itzt berurten beiden Hügeln zur rechten Hand den grossen 
Carlin und folgends den grossen Lobhagen, zur linken Hand 
aber das Halbgericht scheide. 

9. Item wahr, dass von diesem itztgedachten Hügel die Grenze 
sich wieder vorlängst dem Wege auf einen andern Hügel bei dem 
Profitzsteige gelegen lenket. (A. Erzst. M. IH, No. 113.) 

Lttteratar: Walther, Singul. Magd. VIII, S.J87. — Behrendt, NeuJuddeml. I, 
S. 67. II, 8. 4S. 



185. Karlsdorf. 

östUch von Barneberg, Kreis Neuhaldensleben. 

802. 26. April. Kaiser Karl schenkt dem Ludgeri -Kloster in Helmstedt 
auf Sitten Bischof Hildegrims von Halberstadt die villa Karls- 
dorf (Fälschung.) (N.Mitth.H, S.452.) 

c. 1170. Das Kloster S. Ludgeri in Helmstedt hat in Karlestorpe 
eine Meierei. (N. Mitth. I, 4, S. 28.) 

Zur Kirche in Karlesthorpe gehören 21/2 Hufe und Sjomales 
(Ibid. S. 36.) 

1209. Abt Heribert H. von S. Ludgeri in Helmstedt entsetzt den Mini- 
sterialen Gottfried von Herbeke der Verwaltung gewisser Kloster- 
güter, darunter in Karlestorpe. (N. Mitth. II, 4, S. 467.) 

1220. 27. Novbr. Papst Honorius HL nimmt das Kloster S. Ludgeri in 
seinen Schutz und bestätigt ihm seine Besitzungen, besonders in 
Ingerslebe und Karlestorpe. (N. Mitth. II, 4, S.470.) 

1239. Bischof Ludolf von Halberstadt schenkt dem Kloster Marienthal 
tres decimas in tribus villis pleno iure, unam in villa Karlestorp, 
ubi quicquid fuerit in tritico et avena et in eo iure, quod vulgo 
ochtelem vocatur, videlicet carnium decimam per totam villam illam 
plenam ipsis indulsimus potestatem, in villa etiam Hoghendorp — , 
in villa Benendhorp. (Schmidt, Hochstift Halberstll, No. 688.) 

1262. 9. Juni. Bischof Volrad von Halberstadt schenkt dem Kloster 
Reinsdorf einen Hopfenzehnten, que fuerat Friderici de Karle s- 
dorp. (Schmidt, Hochstift Halberstll, No. 1045.) 

1278. 12. Oktbr. Abt Otto von Werden entsagt derVogtei über 5 Hufen 
in Karlestorp zu Gunsten des Klosters S. Ludgeri in Helmstedt 
und empföngt dafür 4^/^ Hufe in Wreningen. (N. Mitth. H, 4, 
S. 501,) 

1305. 20. Juni. Bischof Albrecht übereignet dem Kloster Marienthal die 
Zehnten in Karlestorp, que est tantum siliginis et ordei, und in 
Klein-Brandsleben — . (Schmidt, Hochstift HalberstlH, No. 1764.) 



Digitized by VaOOQ 16 



183.184. Gr.- u.Kl.-CarJin. ~ ISö.KarJsdorf. — ISe.Carmansdorf.— IST.Castel. 213 

1818. Friedrich von Esbeck hat vom Herzog Otto von Braunschweig die 
Hälfte der Vogtei inKarlestorp zu Lehen. (Sudendorf, ÜB.d. 
Herz. V. Braunschw. I, S. 167.) 

c. 1846. Der Abt von Werden hat das Patronat der Kirche in Karles- 
tor p e. (N. Mitth. ni, 3, 8. 81 .) 

1847. 20. Dezbr. Herzog Magnus von Braunschweig überlässt dem Erz- 
bischof Otto das Schloss Hötensleben mit Zubehör, nämlich mit 
dem Dorfe Wackersieben, Ohrsleben und Karies torp, ausserdem 
noch andere Schlösser. (Cop. 6 fol. 72.) 

1882. Dythericus et Johannes fratres dicti Schünenborner haben vom 
Erzstift zu Lehen VI libras redditus in Karlstorp. (G. Q.XVI, 
S.192.) 

1400. Karlstorp im Banne Göhringsdorf zahlt 2 Schilling als einfaehe 
Jahresprokuration nach Halberstadt. (Zeitschr. für Niedersachsen 
1862, S.69.) 

c. 1400. Dittrich und Hans Schuneberg haben vom Erzstift zu Lehen 
VI punt in Kurlistorp. (G. Q. XVI, S.280.) 

1475. 29. MärE. Hans von Bertensieben zu Hötensleben verkauft dem 
Pfarrer und den Vikaren der Ulrichskirche zu Magdeburg eine 
Anzahl von Zinsen aus den Zubehörungen der Burg Hötensleben, 
darunter von 12 Schock von Karstorffe, die auch dievonBerne- 
berge ausgeben. (Cop. 67 fol.354\) 

1588. Zum Amt Hötensleben gehören 6 ledige wüste Marken darunter 
Kahstorp bei Barneberg. (Cop. 113 fol. 248.) 

Lttteratiir: Behrendt, Neuhaldcnal. II, S.608. — N. MiUh.I, 4, !S.28. 



186, Carmanndorf. 

östlich von Ncuhaldensleben, links der Ohre. 

1152. 28. Juni. Der Bischof Ulrich von Halberstadt bestätigt dem 
Kloster Hillersleben seine Besitzungen, darunter Carmansthorp 
das ganze Dorf mit Zubehör. (Magd. Reg. I, No. 1262.) 

litteratar: Behrends, Neuhaidensl. II, S. 38. — Altmärk. Zeitschr. IX, S. 44. 



187. Castel. 

Nordwestlich von Angern, Kreis Wolmirstedt. 

1868. 12. April. Nach der Landfriedensurkunde des Erzbischofs Dietrich 
stellt Castel 2 Bauern als Aufgebot. (G.Q.XXVI, No. 458.) 

c. 1880. Johannes von Bardeleve hat vom Erzstift zu Lehen in Castel 
V frusta reddituum — . Dotalicium Elizabete uxoris Johannis de 
Bardeleven VI ehori siliginis in Castel. (G. Q. XVI, S. 79.) 



Digitized by VaOOQ 16 



214 ^^ Wüstangen im Nordthüringgau. 

1447. Erzbischof Friedrich belehnt Bernd und Matthias von der Schulen- 
burg mit dem Schlosse Angern und den dazu gehörigen Dörfern, 
darunter Kasteel. (Cop.36 S.459.) 

1448. 22. Ang. Erzbischof Friedrich verkauft denen von der Sdiulen- 
bürg das Scbloss Angern mit Zubehör, darunter das Dorf Castel. 
(Cop.66 fol.l47^) 

1477. 3. Novbr. Erzbischof Ernst belehnt die von der Schulenburg mit 
dem Blecke Angern und den dazu gehörigen Dörfern, darunter 
C a s t e 1 1. (Riedel, C. d. Brand. A, V, S. 455.) 

1489. 29. Ang. Erzbischof Ernst belehnt die von Bismark u. a. mit einem 
Wispel Roggen zu Karstel, den die von der Schulenburg haben. 
(Riedel, C. d. Brand. A, XXV, S.437.) 

1563. Der Pfarrer von Angern hat in seinem Einkommen u.a. einen 
Wispel Mehl aus der Mühle zu Karstiel. (Kirchenvisit. Protok.) 

1668. 29. Oktbr. Administrator Joachim Friedrich belehnt die von der 

Schulenburg u. a. mit dem Blecke Angern und den Dörfern Palnitz, 

Gaste 11 und Wentorf, die Joachim von der Schulenburg denen 

von Alvensleben abgekauft hat. (Riedel, Cd. Brand. A, VI, S. 289.) 

Utteratar: Altmärk. Jahresber. XIII, S. 104. — Darmeü, Wohnirstedt S. 52. 



188. KattendaL 

In der Gegend von Altbrandsleben.* 

c. 1440. Unter dem Zubehör des Schlosses Oschersleben werden neben 
Gütern zu Brandsleben, Neyndorf, Hegesdorf genannt beide Kat- 
tendaL (G.Q.XVI, S.337.) • 



189. Kerlingen. 

Im Amt Hötensleben,^ Kreis Neuhaldensleben. 

1382. Dythericus et Johannes fratres dicti Schünenborner primo simul 
habent in feudum VIII mansos, quorum IUI**' in Hattinsleyben et 
IIIl**^ in campis Orsleve. — Item Vi libras redditus in Karlstoro. — 
Item XXIIII manipulorura decime site in Kerlinge u. (Gr. Q. 
XVI, S. 192.) 

c. 1400, Dittrich Schuneberg et Hans habent IUI curias in Hotensleve, 
III mansos in campo Roverstete. — Item III mansos in Ursle et 
I curiam. — Item Vi punt in Karlist^. — Itera XXV sexagenas 
manipulorum in Kerl in gen. (G. Q.XVl, S.280.) 



* Die Ortschaften Kattendal werden nirgends wieder erwähnt, sodass eine 
Restimmung der Lage nur aiiB der Stellung in der Aufzählung mit anderen 
Ortschaften gemacht werden kann. 

'^ Auch die Lage dieser Wüstung ist nicht genau zu bestimmen, da sie nirgends 
weiter vorkommt. 



Digitized by LjOOQ 16 



188. Kattendal. — 189. KerliDgen. — 190. Keseborg. — 191. Kethlingen. 215 

190. Keseberg. 

Nördlich von Hornliaasen, Kreis Oschers leben. 

o. 1360. Heinrich von Borsteide hat vom Bischof von Halberstadt u. a. 
zu Lehen den Wal to dem Keseberge, da daz hus uffe gelegen 
hatte, unde dy grabin und die vischworde in dem breche, daz heitz 
die troch. ((jop.470 fol.44^) 

1400. Keseborch im Banne Oschersleben zahlt 4 Schillinge jährlicher 
Prokuration an das Stift Halberstadt (Zeitschr, f. Niedersachsen 
1862, 8.94.) 

1407. Claus Borstelt hat vom Bischof von Halberstadt zu Lehen Güter 
in Hornhausen, darunter den Keseberch mit aller tobehorunffe, 
daz binnen der grove is, und ver hofe op deme Kesebergne 
velde und eyn blek gras vor den Keseberghe bruke. (Cop. 470 
fol. 1.) 

1407. Heinrich von Germersleben hat vom Bischof von Halberstadt zu 
Lehen einen Hof zu Hornhausen, dar he uppe wonet, 8 Höfe eben- 
da, 3 Höfe in dem Dorfe tom Keseberghe u.a. (Cop. 470 fol. 1.) 

1458. Dietrich Berger hat vom Stift Halberstadl zu Lehen 4 Höfe to 
dem Keseberge, Hans Borstel 4 Höfe zum Keiseberge. 
(Cop. 474 fol. 38. 44.) 

1480. Administratc»r Ernst von Halberstadt belehnt die von der Asseburg 
u.a. mit dem Zehnten zum Keseberge. (Cop. 475 fol. 1\) 

Ebenso die Brüder Michael und Heinrich Bakenaw u. a. mit 
4 Hufen auf dem Felde zum Keszeberge. (Ibid. fol. 9.) 

1480. Administrator Ernst von Halberstadt belehnt Paul und Dietrich 
von Bornstedt u.a. mit der Burg und Dorfstatte zu dem Kesse- 
berge. (Cop. 475 fol. 10.) 

1511 BartholomaeuB von Bornstedt. 

Ebenso Gebhard und Johann, die Söhne Siegfrieds von Hoym, 
mit 5 Höfen, 18 Hufen und dem ganzen Fleischzehnten am Kesze- 
berge. (Ibid. fol. 86.) 

1689. Zur Pfarre (Honihausen) gehören als Desolatum Keseburgense 
2 Hufen und einige Überacker, hierfür erhält der Pfarrer jährlich 
7fl. und 4 Schock Feuerwerk. (G.Q.XII, S. 140.) 



191. Kethlingen. 

Südwestlich von Eikendorf, Kreis Calbe. 

c. 1360. Werner von Wanzleben hat vom Bischof zu Halberstadt zu 
Lehen u.a. den halben Zehnten zuKetelinge. (Cop. 470 fol. 55^) 

1439. 21. Jan. Erzbiechof Günther verkauft an Johann von Barby, 
Obödientiarius von Gramsdorf, 4 Mark jährlich, welche die Bauern 
von Atzendorf und anderse Untersassen, die dy veitmarke zcu K e t - 
li nge by Assendorpe zu werken pflegen, bezahlen, wiederkäuflich 
für 29 Mark und 10 Lot Silber. (Cop. 65 fol. 148.) 

Digitized by VaOOQ 16 



21 G Die Wüstungen im Nordthüringgau. 



1471/72. Der Möllenvogt veraeichnet unter Atzendorf Einkünfte aus 
Ketelynge Mark. (Cop. 101.) 

1477. 28. Febr. Die Äbtissin von Gandersbeim belebnt die von Alvens- 
leben mit den Gütern, die vorher Werner von Wanzleben gehabt, 
darunter das Dorf halb zu Kettclnize (Kettelinffe) mit den 
Höfen, die dazu gehören, und im Felde mit 41/2 Hufen, (Riedel, 
C. d. Brand. A, XVII, S. 161.) 

Die Belehnung wiederholt Markgraf Johann 1484, 30. März. 
(Ibid. S. 168.) 

1478. 9. Aug. Abt Andreas zu Berge belehnt Hans Botz zu Magdeburg 
mit 71/2 Hufe Landes und 2 Morgen und 8 Höfen auf dem Nickel- 
felde, 8 Höfen za Kettelingen, und 1 Hof zu Eikendorf, 1 Hof 
und V2 Hufe zu Lefferstorp, 1 Hof zu Schönebeck. (G. Q.IX, 

No. 385.) 

Ebenso 1496, 19. Februar. (G. Q. IX, No. 765.) 

1478. 2. Oktbr. Die Gebrüder Gryper erhalten vom Erzbischof Ernst 
zu Lehen u. a. 10 Hufen auf Nempten, Lopendorff und Ketling 
marke, die 2 Mark und 40 Pfennige zinsen. (Cop. 41 fol. 153.) 

1480. Administrator Ernst von Halberstadt belehnt Gebhard und Johann, 
die Söhne Siegfrieds von Hoym, u. a. mit dem Zehnten zu Ketlinge. 
(Cop. 475 fol. 86.) 

1480. 18. Oktbr. Gebhard von Hoym belehnt die Brüder Hermann und 
Thomas Keller und ihren Vetter Ludeke mit dem halben Zehnten 
zu Ketlinge, wie sie ihn von Busse von Wanzleben zu Lehen ge- 
habt. (G.Q.XXVin,No.429.) DieBelehnung wird wiederholt 1502, 
31. Mai. (G. Q. XX VIII, No. 1205.) 

1495. 24. Febr. Abt Andreas belehnt seinen Schreiber Henning Kerkhof 
mit einem Hof zu Kethelingen. (G. Q. IX, No. 735.) 

1602. 6. Mai. Valtin von Beyendorf erhält zu Lehen vom Erzbischof 
Ernst u a. 10 Hufen, die 2 Mark und 40 Pfennige zinsen, auf 
Nemptc^n, Lopendorff und Ketling marg. (Cop. 41 fol. 46.) 

1683. Auf Ketlinge r Mark bei Atzendorf hat die Hufe 30 Morgen, 
im Atzendorfischen Felde, welches zehntfrei war, 24 — 25 Morgen. 
(Steuerprofession s - Protok.) 

1699. 26. Oktbr. Aus dem Bericht des Kommissars H. F. Hampe an die 
Regierung über die wüsten Statten: 

Kethling ist ein grosses wüstes Dorf, die Äcker besitzen die . 
Atzendorf sehen. Wo die Häuser gestanden, ist auch noch zu sehen. 
Ist ohngefahr ein Dorf von 60 Feuerstatten. (A. Magd. Cammer U, 
No. 268.) 



Digitized by LjOOQ 16 



191. Kethlingen. — 192. Kisdal, Cascedre. 217 

192. Kindal, Cascedre. 

Bei Ebendorf, Kreis Wolmiratedt. 

1144. 11. Jan, Papst Lucius IL bestätigt dem Kloster Berge seine Be- 
sitzungen, aarunter in Ivendorp, Cazdre, Dalanwersleve. (G.Q. 
IX, No. 30.) 

1162. 28. Juni. Bischof Ulrich von Halberstadt bestätigt dem Kloster 
Hillersleben seine Besitzungen, darunter in Ebendorf 7 Hufen, 
in Kezdre 3 Hufen. (Riedel, C. d. Brand. A, XXH, S.416.) 

c. 1163, Abt Irminhard von Hillersleben stiftet zur Beleuchtung der 
Kirche des Klosters verschiedene Güter, darunter 4 Schillinge von 
einer halben Hufe in Kesdre. (Riedel, C. d. Brand. A, XXII, 

S.419.) 

1164. Erzbischof Wichmann bekennt, dass das Kloster U. L. Fr. für den 
Loskauf der Frohnden von Volkmarstorp und den Loskauf meh- 
rerer Höfe den Domherren 3 Talente jährlich aus dem Dorfe Cas- 
cedre gegeben habe. (G. Q.X, No. 31.) 

1186. Erzbischof Wichmann bekundet , dass Richard von Alsleben das 
Dorf Eichholz vom Kloster U. L. Fr. gecen Güter in Salbke und Wil- 
nitz eingetauscht und ausserdem für seine und seiner Eltern Seelen- 
heil noch 101/2 Schilling aus dem jährlichen Zins des Dorfes Cas- 
cedre zugefügt habe. (G. Q.X, No. 61.) 

1189. Erzbischof Wichmann bestätigt dem Kloster ü. L. Fr. seine Erwer- 
bungen in Salbke, wobei er auch jene 10^ 2 ^c^^'^^*"? v^" iV^Hufe 
in Cascedre erwähnt, die Richard von Alsleben gegeben hat 
(G. Q. X, No. 66.) 

1197. Erzbischof Ludolf bestätigt dem Kloster Ammensieben seine Be- 
sitzungen, darunter in Kazedra eine Hufe. (Reg. M. II, No. 78.) 

1209. 18. Dezbr. Papst Innocenz III, bestätigt dem Kloster Berge seine 
Besitzungen, darunter l^^Hufe in Ebendorf, 1 1/2 Hufe in Cazdre, 
1 »/a Hufe in Dahlen warsieben. (G. Q. IX, No.59.) 

1231. 1. Ang. Erzbischof Albrecht nimmt das Kloster Ammensieben in 
seinen Schutz und bestätigt seine Besitzungen, darunter in Katze - 
d al 4 Hufen mit einer Hofstelle. (Reg. M. II, No. 944.) 

c. 1870. Johannes Pape in Magdeburg hat vom Erzstift zu Lehen in 
Kestal n marcas in villa et campis. (G. Q.XVI, S. 33.) 

Henningus Jan miles, Conradus Jan et Busse Jan haben in 
Evendorp et in Kysdal 1^2 mansum. (G. Q.XVI, S. 48.) 

Conradus Bonike Ritter hat in Kysdal II marcarum redditus. 
(G.Q.XVI, S.51.) 

C 1380. Heyso de Stenforde. — Item up der wüsten marke tho Bys 
marke hebbe we VIII solidos heremissen pennighe leddich. (G. 
Q.XVI, S.53.) 

Up der wüsten marke to K;^sdall hebbe we VIII solidos her- 
bergenpenninge leddich. (G.Q.XVI, S. 152.) 



Digitized by VaOOQ 16 



218 Di« Wüstungen im Nordthüiinggau. 

c. 1414. Evendorp sive Kisdal: hie e8t unus mansus des Dompropstes. 
(Cop.91 S.9.) 

Johannes de Evendorp III quartalia am in Kysdal. (Ibid. 
S.64.) 

1428. Kistdal: up der woysten marke hebbe we de herbergepennige 
ledich, dar geven de bure van Evendorpe jo des jares VIII scilling 
pennige vor. (G. Q. XVI, S. 311 .) 

1447. 28. März. Erzbischof Friedrich belehnt die Brüder Ludolf und 
Heine von Alvensleben u.a. mit 2 Morgen zu Keysdall. (Cop.36 
fol.9.) 

1455. 28. Septbr. ErzbischofFriedrich verpfändet Henning Schartau und 
dessen Frau Sophie die Einkünfte, die vorher Erzbischof Günther 
Cone von Zerbst verschrieben hatte, darunter zuKistal 4 Schillinge 
und 8 Hühner. (Cop.66 fol.l91\) 

1457. Zur Obödienz Golditz zahlen in campis Kesdal (1597: in campo 
Cosethal prope Evendorf) 10 Zinsbauern. (Cop. 99 fol. 1.) 

Zur Obödienz Bamstorf eine Hufe de Kysdal in campis Even- 
dorp. (Ibid. fol. 4v). 

1477. 3. Oktbr. Erzbischof Ernst belehnt die Vettern Friedrich und Fried- 
rich von Alvensleben u.a. mit 6 Morgen auf dem Felde zu Kisz- 
d a 1 e. (C. d. Alvensl. H. M, No. 42.) . 

1503. 22. Mai. Hans von Lattorf hat zusammen mit Werner Feuerhake 
zu Lehen vom Erzbischof Ernst u.a. 2 Morgen auf Kyszdal Felde. 
(Cop. 41 foM93.) 

1507. 6. Jan. Abt Nicolaus von Hillersleben belehnt Peter Fricke und 
seine Frau Margarethe mit einer halben Hufe auf der wüsten Feld- 
mark Kattendal bei Ebendorf gegen 4 Schillinge jährlich, wie 
sie vorher Lorenz Quasebarth zu Magdeburg gehabt hatte. (Magd. 
Gesch. XXVI, S. 234.) 

1516. 80. Juni. Erzbischof Albrecht belehnt die Brüder Ludolf imd 
Matthias von Alvensleben u. a. zu Kysdal mit 6 Morgen. (Cd. 
Alvensl. m, No.lll.) 

1516. 30. Dozbr. Ludwig, Hans und Moritz Alemann zu Magdeburg 
werden von Friedrich von Alvensleben belehnt u. a. mit 6 Morgen 
Landes auf dem Felde zu Kisdahl. (Riedel, Cd. Brand. A, XVII, 
S. 204.) 

1521. Die Dompropstei hat in Evendorp sive Kysdal Pacht von einer 
Hufe. (Cop.91« fol.20\) 

1523. Im Zinsregister des Klosters U. L. Fr. werden Zinsen in Ebendorf 
auf K y 8 z d a 1 1 Mark genannt (G. Q. X, S. 382.) 

1555. Kissdael zahlt dem Dechanten von Magdeburg I quartale Hafer 
als Synodalkorn. (Reg. censuum de 1555.) 

Uttoratar; Danneil, Wolmiratedt S. 2S4. 



Digitized by VaOOQ 16 



192. Kisdal. — 198. Klemnitz. — 194. Kliukc. 219 

193. Klemnitz. 

Nordöstlich von Förderatedt, KreU Caibe. 

1226. Der Burggraf und der Dompropst von Magdeburg schliessen einen 
Vertrag über die dompropsteilicne Vogtei, worin u. a. bestimmt wird, 
dass der Burggraf die Vogtei zurückkaufen dürfe ausser den Vogteien 
in Förderstedt und Kleben itz. (Magd. Reg. 11, No.796.) 

1680. 23. Septbr. Im Förderstedter Grenzprotokoll wird die Klobbe- 
nitzer Feldmark als gleichbedeutena mit der Ilberitzer Mark be- 
zeichnet (Or. Förderstedt No. 22.) 

litterator: Magdeb, OeiMehUbl. lU, S. 496. XI, & S67, 



194. Klinke. 

Bei Conimendc Bergen, östlich von Seehausen, Kreis Wan sieben. 

1179. 1. Juli. Kaiser Friedrich L bestätigt dem Domkapitel von Branden- 
burg seine Besitzungen, darunter die Mühle in£[linke, 2 Hufen 
in Rothenesleve, lOi/, Morgen in Crewiz. (Biedel, C. d. Brand. A, 
Vm, 8.111.) 

1815. 13. April. Die Ritter Heinrich, Friedrich, Crebhard und Günther 
von Alvensleben verkaufen dem deutschen Ritterorden villam seu 
locum ville in Kl inte habentem XH raagnos mansos, die jährlich 
6 Mark zinsen und von denen 10 in Klinte, 2 in Gross-Rodeus- 
lebeii liegen, für 170 Mark und versprechen, dass das Eigentum 
ville Kl int in 2 Jahren übertragen werden solle. (Riedel. Cd. 
Brand. A,XVn, 8.54.) 

1317. 28. März. Markgraf Johann von Brandenburg verleiht der Deutsch- 
Ordens - Kommende Bergen das Eigentum über die villa deserta 
Clynte mit 12 grossen Hufen, von denen 10 dort und 2 in Gross- 
Rodensleben liegen, nachdem Heinrich und Friedrich von Alvens- 
leben diese Güter resigniert haben. (C. d. Alvensl. I, No. 892.) 

1389. 24. Juli. Erzbischof Otto schliesst mit dem Landkorathur des 
deutschen Ordens und den Brüdern der Kommende Bergen einen 
Vertrag, wonach diese ihm das Kirchlehen in Gross - Rodensieben 
und 4 Hufen daselbst gegen 4 Hufen uf me velde tzu Klincke 
(Klince) übergeben, welche der Erzbischof dann dem Ritter Reyner 
hern Janes überträgt. Ferner übereignet der Erzbischof dem Orden 
das genannte dorpli tzu Klincke met me eygendum — met der 
capellen unde met al deme, daz tzu derae dorf hört und erlaubt, 
daz man die capellen tzu Klinchc breche unde daz man den altar 
leghe in die kerchen zu grozen Radensleve. (G. Q. XVI, 8.358.) 

c. 1370. Johannes Scrotorp hat vom Erzstift zu Lehen I morghen in 
den Klinghe by Berghe. (G.Q.XVr, 8.20.) 

1446. Die Vettern Georg und Hildebrand von Berwinkel haben vom 
Erzbischof Friedrich u. a. zu Lehen 9 Viertel Weizen und 9 Viertel 
Hafer an dem Felde zur Clin te. (Cop.36 fol.87,) 



Digitized by VaOOQ 16 



220 I^ie WüstuDgen im Nordthüringgau. 

1458. Gunzel und Huner von Berwiakel haben vom Stift Halberstadt 
zu Lehen u.a. den Zehnten zu Klinckte. (Cop. 474 fol. 46^) 

Ebenso 1480 mit ihrem Vetter Burkhard den Zehnten zu Kl inck te. 
(Cop. 475 fol.l4\) 

litteratar: Jfagdeb. OeschichtsU. U, S. i98, IIJ, 8. 489. XI, S.S70. — Danneü, 
WoUniraUsdt S.S66, 



195. Kokte. 

Südlich von Eikendorf, Kreis Calbe. 

1297. 6. Juli. Der frühere Burggraf Burchard von Magdeburg schenkt 
dem Kloster S. Lorenz in der Neustadt 2 Hufen in Kiokede 
(Koykede). (Cop. 378 fol. 76\) 

1462. Matthaeus Lattorf zu Eikendorf hat vom Erzbischof Friedrich zu 
Lehen eine Hufe zu Kokede. (Cop. 86 S.332.) 

1494. Die Grafen von Barby haben zu verleihen 11 Wispel Korns, 
14 Hufen, 11 Höfe, eine Bude und 2 Pfund greffenpfennige zu 
Nickeide und Kokede. (Cop. 431 fol. 6^) 

1494. Vith Blesius hat vom Grafen von Barby zu Lehen 2 Hufen auf 
Kögkter Mark. (Cop. 431 fol. 9^) 

1533. 21. Juli. Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen belohnt den 
Grafen Wolf von Barbv mit IOV2 Wispel Korn, 14 Hufen, II Höfen, 
einer Bude und 2 Pfund Grafen pfennige zu Nickeide und Kockerde. 
(v. Ludewig, Rell. manuscr. X, S. 283.) 

1671. 8. Novbr. David Kothe belehnt namens des Klosters S. Lorenz 
in der Neustadt Drewes Kone zu Biere (Beyern) mit einem Viertel 
Landes auf Kokede Felde. (Cop. 388g fol. 61\) 

1684. Bauern aus Eikendorf haben Äcker auf Köcker Felde, wo die 
Hufe 36 Morgen hat, unter dem Pfluge. Die Pacht beziehen die 
von Lattorf in Salze und die Rode in Magdeburg. (Steuerpro- 
fessions-Protok.) 

1713. 20. Febr. Köckeder Feld bei Eikendorf grenzet geeen Mittag 
an Förderstedt, gegen Abend an Atzen dorf er und gegen Mitternacht 
an Bierischer Feldmark. ( A Herz. M. Landesreg. Vll, No. 53.) 

litteratur: Magdeh. GeschichUbl. HI, S. 4^6. XI, 8. 261. 



196. Kökte.^ 

Bei Wclsleben, Kreis Wanzleben. 

1180. Bischof Ulrich von Halberstadt schenkt dem Kloster Kölbigk den 
Zehnten von 3 Hufen in villa Kokede. (v. Heinemann, C. d. 
Anh. I, No. 585.) 

' Es ist nicht bei allen Begesten genau ersichtlich, ob sie auf Kökte bei 
Welsleben oder auf das bei Eikendorf zu beziehen sind. 



Digitized by VaOOQ 16 



1 94. Klinke. — 195. Kokte. ~ 196. Kokte. 221 

1205. 28. Febr. Papst Innocenz III. bestätigt dem Kloster Nienburg 
seinen Besitz, darunter in Corlinge 2 und in Cokete 2 Hufen, 
(v. Heinemann, C. d.Anh.I, No. 749.) 

1272. 9. Juni. Erzbischof Konrad übertragt dem Kloster ü. L. Fr. das 
Patron atsrecht der Kirche zu Welsleben, welches die Gebrüder von 
Esbeck bisher gehabt, mit den dazu gehörigen Gütern, darunter 
einem halben Morgen in villa Kokedhe. (^G. Q. X, No. 189.) 

1350. 21. Dezbr. Propst Henning von Kölbigk stiftet an den Altären 
S. Mariae und Katharinae daselbst eine ewige Messe, zu welcher 
Gertrud, die Witwe Heydeko Hobuschs einen Ferto von einer halben 
Hufe in campis Cokede gab. (v. Heinemann, Cd. Anh. HI, No. 909.) 

c. 1370. Claus, Werner, Heideko und Eost> die Söhne des Ritters Conrad 
von Schartow haben vom Erzstift zu Lehen 2 Hufen in Kokede. 
(G.Q.XVI,S.46.) 

cl380. Fritz von Welsleben hat vom Erzstift zu Lehen IV« Hufe in 
Kokede. (G.Q. XVI, 8.71. 150.) 

1427. Das Kloster 8. Lorenz in der Neustadt hat Herrenmessenzins von 
2 Hufen auf dem Felde zu Kokede und die Leute wohnen in 
Welsleve. (Cop. 380 fol. 30 ff.) 

1446. 8. Juni. Hans Botz wird vom Erzbischof Friedrich belehnt u. a. 
mit einer halben Hufe auf Kokede Feld. (Cop. 36 8.70.) 

1475. 16. Novbr. Erzbischof Johann belehnt die Brüder Albrecht und 
Busse Grossekone zu Halle mit Gütern in und bei 8alze, darunter 
mit den Lehen von mehreren Hufen auf Kokede Felde. (Gr.) 
Erzbischof Ernst wiederholt die Belehnung. (Or.) 

1479. 26. Harz. Erzbischof Ernst beleiht Tile Perdestorp zu Salze mit 
10 Schillingen von einer Hufe auf Kokede Felde, Hermann Glede 
mit einem halben Vierduüg von einer halben Hufe, ebenso Tile 
Ruveleisze, diesen auch mit 8 Schillingen von 3 Morgen und 
41/9 Schilling von 4 Morgen, Walter mit 2 Schillingen von einer 
halben Hufe. (Cop. 41 fol. 154\) 

Dieselben Lehen werden 1494 wiederholt. (Ibid. fol. 190\) 

1564. Der Pfarrer von Welsleben hat bei seinem Einkommen auch eine 
halbe Hufe im Kockischen Felde, sie ist aber verkommen ujid 
will kein Nachbar davon wissen. (Kircheuvisit. Protok.) 

1675. 28. Mai. David Kothe belehnt namens des Klosters 8. Lorenz in 
der Neustadt Dominions Heinrichs Kinder zu Welsleben mit einer 
Hufe Landes vor Welslebon auf Kokerde Felde. (Cop. 388 g 
fol. 90.) 

1600. IB. Desbr. Barthold von Hünicke, der Richter des Domkapitels, 
bekennt, dass die Brüder Heidicke und Hans Hinrichs zu Wels- 
leben 3 Viertel Landes auf Kökerde Feldmark vor Welsleben 
an das Domkapitel verkauft haben. (Or.) 

Digitized by VaOOQ 16 



222 ^^ Wüstungen im Nordthüringgaa. 

1619. 22. Septbr. Thomas Hermann, ßtiftsherr zu 8. Peter und Paul in 
der Neustadt, belehnt Peter Hammel zu Welsleben mit einer halben 
Hufe und II/2 Morgen Oberacker auf Koke de Felde vor Wels- 
leben. (Or.) 

1655. 19. März. Veit Hagen zu Welsleben leiht vom Rate von Schöne- 
beck 100 Thaler zu 6^/0 und verpfändet dafür ein Viertel Landes 
auf Kokekede Felde, welches von Matthäus Härder, Pfarrer und 
Canonicus in der Neustadt, zu Lehen ging. ( A 4 Erzst M. S. Petri 
et Pauli 108.) 

1661. 26. Novbr. Fürst Friedrich von Anhalt belehnt Andreas Löde 
zu Welsleben mit 2 Hufen auf der Mark Kockede vor Wels- 
leben. (Or.) 

1666. 24. Febr. Dechant Gebhard Julius von Mandelsloh und das Kapitel 
des Stifts 8. Petri et Pauli in der Neustadt belehnen die Domvikare 
mit einem Viertel Landes vor Welsleben auf Kokende Felde. 

1667. Nach einer Specifikation der Kokede Feldmark bei Welsleben 
umfasst diese 282^/2 Morgen in 3 Feldern, sodass also an 8 Hufen — 
jede zu 86 Morgen gerechnet — noch 51/3 Morgen fehlen. Diese will 
das Stift (S. Oangolphi) aufsuchen lassen. (A 3 Erzst M. Domkap. 
No. 829.) 

1736. In dem Feldregister von Welsleben werden aufgeführt: Das vorderste 
Kockede Feld zwischen dem Bierischen Quergrase wege und dem 
Pfarracker, das zweite und dritte Kokede Feld. (A3 Erzst. M. 
Domkap. No. 1035.) 

197. Kolphus. 

Westlich von Barby, jetzt Vorwerk, Kreis Calbe. 

1226. Das Kloster U. L. Fr. verkauft den Magdeburger Bürgern Dietrich 
und Gottfried und dem Meier Albert von Groneberg 8 Hufen und 
ein Viertel Holz (quadrantem lignorum) in loco, qui Colchus 
dicitur. (G.Q.X, No. 108.) 

1494. Hans Kanngisser zu Barby hat vom Grafen daselbst zu Lehen je 
ein Viertel Landes zu Cyprene und auf Kolfes er Mark und 
2 Morgen auf Crotzer Mark. (Cop. 431 fol. 37^) 

Valtin Knybanth zu Barby ist vom Grafen Burchard beliehen 
u.a. mit 8 Morgen zu Kolvesze. (Cop. 431 fol. 40\) 

Ebenso Hans Weber mit einem Morgen hinter Kolveso. 
(Ibid. fol. 41.) 

1496. Graf Burchard von Barby belehnt Hans vom Have mit einem 
Viertel auf Kolvitzer Mark und mit einer halben Hufe zu Rawitz. 
(Cop. 431 fol. 37.) 

1653. 29. April. Kurfürst Moritz von Sachsen bestätigt dem Graf en Wolf- 
gang von Barby seine Grafschaft und gewährt ihm das Jagdrecht 
u. a. auf den Marken Dolvis, Kolvis, Muckren und Zipperen. 
(Cop. 429 fol. 279.) 

Digitized by VaOOQ 16 



196. Köktc, - 197. Kolphus. — 198. Konritz. — 199. Körlingen. 223 



1623. 29. Härs. Die Grafen Albrecht Friedrieh und Jost von Barby 
belehnen die Brüder Peter und Aurelius Daniel Eulenbeck u. a. 
mit einer halben Hufe zu Colfuss. (Abschrift s. r. Qrafsch. Barby 
XXVn,A, No.ll.) 

1735. 1. Oktbr. Herzog Georg Albrecht von Bachsen-Barby belehnt Albert 
von Warlebeji u. a. mit einer Breite bei dem Birnbaum hinter 
Colphus. (Or.) 

Utt«nt«r: Magdeb, GtschichUU. JU, S. 86ß. 



198. Konritz. 

Bei Niederndodeleben, Kreis Wolmintedt. 

c. 1370. Johannes, Busse undMarquard, die Sohne Hennings von Leynen 
haben vom Erzstift zu Lehen an dem Wall zu Konre einen 
Wispel Gerste. 

Kitter Bernhard von Sprone ebenso eine halbe Hufe in Cfinre 
(G.Q.XVI, S.31.60.) 

Heinrich Vurhake zu Magdeburg hat 4^/2 Hufe in Connewis* 
(C o n n e w i 8 z) vom Erzbischof zu Lehen. (G. Q. XVI, S. 50.) 

c. 1423. In Kon ritze hat der Erzbischof Kone und Henning Bette 

geliehen die halbe Dorfstätte, eine halbe Hufe und 21/» Zehnten 

auf dem Felde und eine Hufe auf dem Felde zu Niederndodeleben. 

Femer Heinrich Ringelman n eine halbe Hufe auf dem K o n r i t z e 

Felde, 41/2 Schilling Pfennige, Aufpfennige und 2 Hühner. 

Ferner Ludeke und Rudolf Dryling einen halben Wispel Zehnten 
auf dem Konritze Felde. (G.Q.XVI, S. 313. 314. 816.) 

1504. Unter den von Heyso Rudolphi heimgefallenen Lehen ist u. a. ein 
halber Wispel Roggen in campo Hogendodeleben vel Konnert- 
marke. (G.Q.XXVm, No.l308.) 

1684. Das Könner feld bei Niederndodeleben ist sehr schlecht (Steuer- 
professions-Protok.) 

Littentir: Magdeb, Oeschiehisbl III, S.269. — DanneU, Wolmiratedt, S. 477. 



199. Körlingen.» 

Westlich von Altenweddingen, Kreis Wansdeben. 

946. 29. Jan. König Otto I. schenkt dem Moritzkloster in Magdeburg 
all sein Eigentum in Unseburg, Borne, Makkiestidi, Crullingi, 
Addestanstidi in pago Nordthuringi in comitatu Geronis. (MG. 
DD.I, S.154.) 

* Jedenfalls verschrieben für Conneritz. 

^ INach dem Orte nannte sich sowohl ein schofienbar freies G^eschlecht 
(s. Magdeb. Qescbiciitsbl. VI, S. 566), als auch ein an^ehenes Magdeburger Bürger- 
geschlecht. Letzteres hatte im Wappen eine Weinrebe. S. Magdeb. ÜB. III. 
8iegeltafel. 

Digitized by VaOOQ 16 



224 Die Wüstungen im NordthOringgau. 

973. 4. Juni. Kaiser Otto U. bestätigt dem Erzetift Magdeburg die von 
seinem Vater gegebenen Privilegien und Besitzungen, darunter in 
Curlingon. (Magd. Reg. I, No. 271.) 

1176. 18. April. Erzbiscbof Wiebmann tauscbt vom Kloster Hecklingen 
verschiedene Güter ein, darunter in villa Curlinge 2 Hufen, die 
20 Schillinge Zinsen, (v. Heinemann, C. d. Anh. I, No. 550.) 

1180. Abt Siegfried von Hersfeld und Nienburg vertauscht gegen 2 Hufen 
in villa Corlinge, deren jede 12 Bchillinge zinst, 2 andere in 
Löderburg und eine Hofstelle daselbst an das Kloster U. L. Fr. zu 
Magdeburg. (G.Q.X, No. 55.) 

1205. 28. Febr. Papst Innooenz lU. bestätigt dem Kloster Nienburg seinen 
Besitz, darunter in Corlinge 2 und in Gokete 2 Hufen, (v. Heine- 
mann, C.d.Anh.I, No.749.) 

1221. 29. Jan. Herbordus de Korlinge ist Schöffe im Landgericht des 
Grafen von Mühlingen, (v. Heinemann, C. d. Anh. II, No. 763.) 

1227. 4. Jan. Erzbischof Albrecht verspricht, dieVogtei über 491/* Hufen, 
darunter solche in Korlingen, und die dazu gehörigen Hofstätten, 
welche Graf Heinrich von Aschersleben dem Ei zbischof f ür 49 V« Mark 
aufgelassen, der Dompropstei zu übereignen, sobald Graf Bederich 
von Mühlin^en und die von diesem weiter Belehnten sie freigegeben 
haben, (v. Heinemann, Cd. Anh. H, No. 86.) 

1231. Thidericus et Harbordus de Corligge Zeugen. (G.Q.IX,No.86.) 

1240. Zacharias de Korlinge Zeuge. (G.Q.X, No. 126.) 

1826. Syvart von Ochtmersleve hat u.a. von den Grafen von Holstein- 
Schaumburg zu Lehen eine Hufe in Schakensieben, eine Hufe zu 
Corl inge. (Magd. Gesch. Bl. XVIII, S. 189. 191.) 

1340. 6. Jan. Die Knappen Arnold, Heinrich, Berwich, Dietrich und 
Johannes Harkstro, Söhne des Ritters Dietrich H., und der Knappe 
Heinrich Berwich verkaufen an Andreas von Insleben, Möncb 
(monacho) des Klosters Berge, für 11 Mark Silber eine Hufe in 
Korligge und eine halbe Hufe in Alten weddingen. Diese Güter 
werden dann dem Kloster Berge geschenkt. (G. Q. IX, No. 198.200.) 

c. 1370. Cone, Henning und Godo von Korlinge, Bürger von Magde- 
burg haben zu gesamter Hand IVt Hufe und 2 Höfe in Kor- 
lingen; ferner 24 Schock Zehnten, halb Winter-, halb Sommer- 
zehnt (G.Q.XVI, S.12.18.) 

Vom Erzstift hat zu Lehen: Böse Wale 2^/, Hufe und einen 
Morgen in Korlynge; 

Heyne von Eichenbarleben in Korlyng den Zehnten von 
4 Hufen; 

Thilo Anvorde eine Hufe in Korlyng; 

Hans, Conrad, Heinrich Wessekens in Korlingh 2 Hufen, die 
ein Pfund Zinsen; 

Qaus Werner, Heideko und Rost, die Söhne des Ritters Conrad 
von Schartau eine Hufe in Korlinge; 

Digitized by VaOOQ 16 



I9d. Körungen. ^ 



Ritter Henning Jan, Conrad und Busse Jan den Zehnten von 
21/2 Hufe in Korlinge. (G.Q.XVI, fi. 17. 25.86.44.47. 48.) 

c. 1380. Die Bruder Johannes und Priedrich und die Brüder Ludger 
und Gebhard von Weddingen haben 3 Hufen in Cörlingen und 
den Zehnten von 97 Schock ebenda in Cörlinge vom Erzstift zu 
Lehen. (G.Q.XVI, 8.72.) 

1888. 80. Novbr. Abt Konrad HI. von Nienburg übergiebt dem Kapitel 
82 Morgen und S^/j Hufe zu Beiendorf (Boyndorp), eine Hufe zu 
Korlingen und alles Gut, welches Gelde von Magdebu^ von 
ihm zu Lehen und seine Mutter noch zur Leibzucht hat (v. Heine- 
raann, C. d. Anh. V, No. 107.) 

1405. In Corling hat die Obödienz Gramsdorf 7 Viert(d Landes. 
(Cop.92 fol.8.) 

1405. 1. Aug. Heinrich, Bartold, Jacob, Dietrich und Heinrich von Wed- 
dingen kaufen vom Kloster Nienburg einen Hof zu Altenwed- 
dingen mit 3 Hufen auf dem Felde zu Korlinge. (G.Q. IX, 
No. 251.) 

C.1414. In Corlinge hat das Magdeburgi»r Domkapitel Pachte zu er- 
heben. (Cop. 91.) 

1428. 8. Febr. Der Knappe Henning Schartau in der Neustadt überlässt 
dem Kloster Berge 18 Schillinge Jährlich von 2 Hufen auf der 
Mark zu Korlinghe zum Behuf von Seelenmessen. (G. Q. IX, 
No.264.) 

1428. 14. Desbr. Erzbischof Günther belehnt die Magdeburger Bürger 
Heine Wittekop und Feter Brandts mit 3 Mark und 8 Vierdung 
jährlich aus Schwaneberg und 24 Schock Garbenzehnt auf Kor- 
linge r Mark nach dem Tode Henning K o r 1 i n g e s. (G. Q. XXVII, 
No. 169.) 

1425. Korlinge hat der Erzbischof van lutteken Hanse weghen van 
Dreynleve V mark geldis, dv hadde van uns grote CJoyne Korling 
unde hebben dar up dem velde IH houve, de hadden ok sin gewest 
lutteken Hans van Dreynleve. (G.Q.XVI, S.324.) 

Item to Korlingen IV^houve unde Vmark geldes, de hadde 
grote Kone Korligk. (G.Q.XVI, 8.332.) 

1448. 18. Febr. Erzbischof Günther belehnt die Brüder Friedrich und 
Hans Lose zu Magdeburg u. a. czu alden Weddinge uff dem velde 
tzu Korlingen czeen hüben und ses hoffe in dem dorpe. (G. Q. 
XXVII, No. 473.) 

1446. Die Brüder von Weddingen haben vom Erzbischof Friedrich zu 
Lehen einen Sattelhof zu Altenweddingen und 2 Hufen auf dem 
Felde zu Korlinge, 20 Schock Zehnten und 100 Hauptband 
ebendaselbst; femer 4 Hufen auf dem Felde zu Korlinge. 
(Cop. 36 S.562.) 

c. 1450.1521. Korlingen (Corlinge) villa desolata; das Domkapitel 
hat hier mehrere Hebungen. (Cop.Bl»» fol.ll\ Cop.Bl*' fol.l2\) 

WOstnnfMi I. Nordthfir. 1 6 

Digitized by VjOOQ 16 



226 DieWüBtuiigen imKordthüringgau. 

1477.. 6. Juni. Lorenz von Weddingen erhält vom Erzbischof Ernst zu 
Lehen u, a. 2 Hufen auf dem Felde zu Korlinge, 20 Schock 
Zehnten und 100 Hauptband^ 4 Hufen daselbst, die zum Puschhofe 
gehören. (Cop.41 fol.l25^) 

1477. 29. Septbr. Henning Fricke zu Barendorf erhält vom Erzbischof 
Ernst zu Lehen eine Hufe auf Korlinge Mark. (Cop.41 fol.120.) 

c. 1480. Abt Andreas Becker von Kloster Berge belehnt Hans Leniatorp 
mit einer halben Hufe und 5 Vierteln in Korlingen. (Berg. 
Lehnb.) 

1480. 5. Juli. Abt Andreas zu Berge belehnt die Brüder Thomas, Hein- 
rich und Amt Harkstro mit Gütern in Hallingstorp, Bahrendorf 
und Korlingen. (G. Q. IX, No. 482.) 

1482. 11. Febr. Hans Hakeborn erhält vom Erzbischof Ernst zu Lehen 
eine Hufe auf Korlinge Mark und 2 Höfe zu Alten weddingen. 
(Cop.41 fol.l67\) 

1487. 14. Hai. Lorenz von Weddingen zu Stassfurt verkauft an Hans 
Hakeborn 30 Schock Garbenzehnten aus dem Garbenzehnten zu 
Altenweddingen auf Korlinge Marke. (Cop. 68 fol. 353.) 

1495. 3. Febr. Abt Andreas zu Berge belehnt die Brüder Blasius und 
Heinrich von Weddingen zu Stassfurt u. a. mit einer freien Hufe 
und 2 Hufen zu Altenweddingen auf K o r 1 i n g e r Felde. (G. Q. 
IX, No.734.) 

1495. 14. Juni. Die Brüder Blasius und Heinrich von Weddingen er- 
halten vom Erzbischof Ernst zu Lehen u. a. 2 Hufen auf dem Felde 
zu Korlingen, 20 Schock Zehnten und hundert Hauptband da- 
selbst, 4 Hufen zu Korlingen, die zum Buschhofe gehören, und 
eine Wiese. (Cop.41 fol. 143.) 

1498. 20. Juni. Abt Matthias zu Berge belehnt Hans Steinsetzer für 
die Kirche S. Michaelis zu Magdeburg mit einem Viertel Landes auf 
Korlinger Mark. (G.Q.DC No. 857.) 

1501. 10. Dezbr. Abt Matthias zu Berge belehnt Thomas, Heinrich, 
Erasmus, Hans und Tile Harkstro mit dem Zehnten in Hallings- 
dorf zu Bahrendorf, Korlingen, Apendorf, Mistede und Nickeide. 
(G.Q.IX, No.930.) 

1 521. Die Dompropstei hat in C o r 1 i n g villa desolata Pacht von 1 1/, Hufe. 
(Cop. 91« fol. 12\) 

1562. Ln Liventarium des Klosters Berge findet sich: 2 Hufen auf 
Alten weddinger und Korlinger Feld. (G. Q. IX, No. 1062.) 

1577. 15. Febr. Administrator Joachim Friedrich belehnt die Hakeborn 
mit einer Anzahl Güter in der Börde, darunter auch mit einer Hufe 
auf der Korlinge Mark gelegen. (Cop. 18 No. 83.) 

1580. 12. Febr. Joachim Friedrich, Herzog von Schlesien und Dompropst 
von Magdeburg, belehnt Jacob von Weddingen mit je einem Viertel 
auf Metzstedter und Chörlinger Feldmark vor Altenweddingen. (Gr.) 



Digitized by VaOOQ 16 



199. Körlingen. — m. Kotritas. — äOl. Cowelle. 227 

1687/1591. Kloster S. Agnes in der Neustadt hat Einnahmen von 6 Stücken 
Acker auf Korlinge Felde bei Alten weddingen. (A4Erz8t. M. 
S.Agnes No.ll.) 

1588. Decimator in campo Khorlin^en zahlt pro s^modali an die 
Thesaurarie zu Magdeburg 16 Schillinge. (A. Domkap. M. 838.) 

Die Zehntner in antiqua Weddingen und von den campis Cor- 
ling undMistad zahlen der Thesaurarie in Magdeburg 24 Schillinge. 
(Gesch. Bl. ni, S. 169.) 

1609. 16.MSrs. Ernst, Erzbischof von Köln u.s.w. und Dompropst zu 
Magdeburg, belehnt De^enhard von Weddingen zu Stassfurt mit 
je einem Viertel auf Mettstedter und Chörlinger Mark vor 
Altenweddingen. (Or.) 

1609. 20. Mfirz. Abt Clemens von Berge erlaubt den Vettern Degenhard 
und Adolf von Weddingen die ihnen gehörigen 6*/^ Hufen mit 
Zubehör auf Cordt ling er, Misteter und Barendorfer Felde uml 
Dorfe an das Domkapitel zu verkaufen. (Or.) 

1610. Die Obödienz Oramsdorf hat Pacht von Äckern in Körlingen. 
(A3 Erzsi M. Domkap. No. 763.) 

1616. Die dem Domkapitel gehörigen Zinsen und Pachte aus Alten- 
weddingen, Cörlinger und MistedeMark werden nach dem gang- 
baren Münzwert (12 S =1 Schill, 32 Schill. = 1 Thlr.) verzeichnet. 
(A3 Erzst M. Domkap. No. 769.) 

1684. Vom Körlinger Feld bei Altenweddingen werden 6 Ghirben 
Zehnt vom Morgen au das Amt Egeln gegeben. Christoph Döbbel 
hat im Körlinger Feld 4 Worte von 2 Morgen. (Steuerprofes- 
sionsprotok.) 

Utterttar: Magdsb. OetehichUbl. III, 8. 497. IX, S. $97. XI, S, 44s. 



200. Kötritz. 

Lage unbekannt. 

971. 1. Dezbr. Kaiser Otto I. übereignet der erzbischöflichen Kirche in 
Magdeburg quoddam predium Chotirodizi nominatum in pago 
Nordthuringo in comitatu Huodonis comitis situm mit 
allem Zubehör. (MG. DD. I, S. 550.) 

Ldttentur: Magdeb, Gesehickttbl. m, 8. 498, 



201. CoweUe. 

Bei Siegersleben, Kreis Neuhaldensleben. 

1151. 3. MSrs. Bischof Ulrich von Halberstadt bekundet, dass der Abt 
Bodo von Marienthal 10 Hufen in Cowellin mit allem Zubehör 
in jenem Dorfe ge^en 4 Hufen in Domersleben und SV« Hufe nebst 
der Kirche in Eüsfeben von der Äbtissin Beatrix von Quedlinburg 
eingetauscht hat (Schmidt, Hochstift Halberstl, No.286.) 

Digitized by VaOOQ 16 



228 ^e Wüstungen im Nordthüringgau. 

1166. Bischof Ulrich von Halberetadt bestätigt dem Kloster Huysborg 
seine Besitzungen, darunter in Eilwardestorp, Ko weide, Reyn- 
stide — . (Schmidt, Hochstift Halberst. I, No.249.) 

1156. 8. Aug. Papst Hadrian IV. nimmt das Kloster Huysburg in seinen 
Schutz und bestätig ihm seine Besitzungen, darunter den Fleisch- 
zehnten in K o w e 11 e. (N. Mitth. IV, 1, S. 1 0.) 

1158. 4. März. Papst Adrian FV. bestätigt dem Kloster Marienthal seine 
Besitzungen, darunter eine halbe Hufe in Co welle. (Magd. Reg. I, 

No. lasa.) 

1164. 17. Jan. Bischof Gero von Halberstadt entscheidet einen Streit 
zwischen den Klöstern Huysburg und Marienthal über den Zehnten 
in Co welle, welcher gegen Abtretung von Gütern in Offleben und 
Dedeleben dem Kloster Marienthal zugesprochen ^fird. (Schmidt, 
Hochstift Halberst. I, No. 267.) 

1191. Erzbischof Wichmann bestätigt dem Kloster Marienthal die vom 
Pfalzgrafen Friedrich und seinem Sohne Adalbert geschenkten Güter, 
darunter eine halbe Hufe in Cowelle. (Magd,Reg,I, No. 1755.) 

1227. Propst Arnold und das Kapitel von S. Pauli zu Halberstadt ge- 
statten, dass das Kloster Marienthal eine Hufe, cuius dimedietas 
sita est in minori Siegersleve et alia dimedietas in Cowelle sol- 
ventem per omnia sex solides, vom Pfarrer Rudolf von Selschen 
für 9^2 Mark erkauft. (Schmidt, Hochstift Halberst. I, No.599.) 

c* 1270. Abt Beinhold von Marienthal bekundet, dass der frühere Abt 
Otto von Huysburg den Zehnten in Kowelle dem Bischof Gero 
von Halberstadt aufgelassen und dieser das Kloster damit begabt 
hat. (Magd. Reg. III. N, No. 786.) 

1568. Der Pfarrer von Eilsleben hat unter seinen Einkünften Acker im 
Eilsiebischen Felde nach Ummendorf zu, 3 Hufen 3 Morgen im 
Felde nach der Quernewelle, 3^ ^ Hufe im Felde nach Siegers- 
leben. (Kirchenvisit Protok.) 

Der Küster von Eilsleben hat 4 Morgen im Felde nach der 
Quem e welle. (Ibid.) 



202. Kotee/ 

Bei Glöthe, Kreis Calbe. 

c. 1370. Bitter Henningus Jan, Gonradus Jan und Busse Jan haben vom 
Erzstift zu Lehen in Kocze I mansum et I curiam et U iugera. 
(G.Q.XVI, S.47.) 

Cöno, Busse und Gevehardus von Haldensleve ebenso in parva 
Mulyngen H mansos. — Item in Cokiz DI mansos — . ( 6. Q. 
XVtS.28.) 

1407. Fritz und Cord von Koten haben vom Bischof von Halberstadt 
zu Lelien u.a. den Zehnten zu Kotz. (Cop. 470 fol. 21.) 

• S.a.Quabia. 

Digitized by VaOOQ 16 



201. Cowelle. — 202. Kotee. - 208. Kofczlite. — 204. Krenitz. — 205. Krewiti. 229 

1471 72. Der MöUenvogt veneichnet unter Glöthe Einkünfte auf Kot* 
zi nge Mark. (Cop. 101.) 

1474. Die Pröpstin von Quedlinburg hat Einkünfte in Glöthe de campo 
Coicz. (Cop. 815.) 

1482. Die Vettern Lorenz und Wilhelm von Hoym haben vom Stift 
Halberstadt zu Lehen u. a. den Zehnten zu Truasel, den Zehnten 
zu Keintzborg(Kinczpurg),zuSwertz, Krewitz u. e. w. (C!op.475 
fol.87.88.) 

1528. Die Pröpstin von Quedlinburg hat Einkünfte zu Gloethe und 
Codys. (Cop. 818.) 

Uttentar: Magdeb, Gesckichtsbl. UJ, S.496. 



203. Kotzlitz. 

Bei Bothoieradorf, Kreiü Wanzleben. 

1380. 29. Aug. Das Stift Gandersheim best^t dem 84ift S. Ganffolfi 
zu Magdeburg die Schenkung des Erzbischofs Peter bestehend in 
dem Dorfe Bothmersdorf mit den Äckern der wüsten Ortschaften, 
darunter auch die Kotzelitzscheraarke. (Or.) 

1499. Henning Scheper zahlt dem Stift S. Gangolfi von einem Viertel 
Ackers in Kosefelt einen halben Schilling Ruffenzins. 

Die Bebauer in campo Köszefeld wohnen in Bothmersdorf 
(Cop. 371.) _ __ 

204. Krenitz. 

In der Gegend Ton Hötensleben, Kreis Neuhaldensleben. 

140t. Hermann und Cord von Werberge zur Sommerschenburg haben 
vom Bischof von Halberstadt zu I>ehen u. a. den Zehnten zu Klein- 
Üpplingen, zu Krenicz, ein Viertel des Zehnten zu Westerbade* 
leben. (Cop. 470 fol.20\) 

Ebenso c. 1425. (Cop. 471» fol. 41.) 

1480. Administrator Ernst von Halberstadt belehnt Burkhard von Wer- 
berge u. a. mit dem halben Zehnten zu Krevenitz. (Cop. 475 
fol. 62^) ^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^ 

205. Krewitz. 

Zwischen Klein-Mülüingen und Barby Mm Vorwerk Zeitz, Kreis Oalbe. 

1811. Ritter Betmann von Salzwedel und sein Sohn Ludeger haben vom 
Bischof von Halberstadt zu Lehen u. a. den Zehnten in C r e w i z. 
(Riedel. C. d. Brand. A, XVII, S. 469.) 

C. 1860. Bertram und Ludeger Saltwedel haben vom Bischof von Halber- 
stadt zu Lehen u.a. den Fleischzehnten in dem Dorfe zu Crewitz 
(Cop. 470 fol. 54.) 

Digitized by VaOOQ 16 



230 1^0 Wüstungen im Nordthüringgau. 



1458. (Jone von Deren hat vom Stift Halberstadt zu Lehen u. a. den 
Seheffelzehnt über alle Hufen zu Krewitz. (Cop.474 io\A7\) 
Ebenso 1490 Henning und ßivert von Deven. (Ck)p.475 fol. 40\) 

1494. Claus Czake zu Zerbst hat vom Grafen Burcfaard von Barby zu 
Lehen u.a. eine halbe Hufe zu Crewitz. (Cop. 431 fol.215.) 

500. Erzbischof Ernst trifft ein Abkommen mit Graf Burchard von 
Barby u. a. über die Gerichte und die Hütung in Tomitz und be- 
stimmt, dass seine und der Stadt Calbe Herden erst nach der Erndte 
auf den Feldfluren Tornitz, Strubel, Weystel, Picheer, Trutzel, 
Granaw, Swercz, Krewitz, Czorts, Defen und Disteel weiden 
sollen. (Magd. Gesch. XXXI, S. 100.) 

1548. 29. Novbr. Kardinal Albrecht belehnt Ludwig von Deven und 
seine Verwandten u.a. mit dem Scheffelzehnten zu Krewitz. (Gr.) 

1553. 29. April. Kurfürst Moritz von Sachsen belehnt Graf Wolfgan^ von 
Barby mit seiner Grafschaft und gewährt das Jagdrecht u.a. auf den 
Feldmarken Trutzel, Kröwitz, Distelungen. (Cop. 429 fol.279.) 

Ldttentor: Magdeb. GesckichUhL TU, 8. 499. 



206. Krewite- 

Südöstlich von Förderstedt, KreLi Calbe. 

c. 1868. Heinrich Speck in Wolmirsleben hat vom Dompropst zu Lehen 
1^^ Mark und 23 Groschen und 20 Schillinge in campis Criwitz 
et in campis Morwitz. (Cop. 91 S. 53.) 

1407. Fritz und Cord von Koten haben vom Bischof von Halberstadt 
zu Lehen den Zehnten zu Trussel, Schwarzau, Kotz imd zu Kre- 
witz bei Förderstedt. (Cop. 470 fol. 21.) 

1480. Die Vettern Lorenz und Wilhelm von Hoym haben von dem 
Administrator von Halberstadt zu Lehen u. a. den Zehnten zu 
Trussel, Keintzborg, Swertz und Krewitz. (Cop. 475 fol. 87. 88.) 

1490.1521. Die Dompropstei hat schotum de Serpow, Krewitz et parva 
Merwitz (et dicitur wusteschot). (Cop. 91»> fol. 15^ Ck)p. 91« fol. 18.) 

1494. Die Grafen von Barby haben zu verleihen eine halbe Hufe auf 
Krotzermark bei Eikendorf. (Cop. 431 fol. 6\) 

1595. 10. Oktbr. Der Dompropst Joachim Friedrich bekundet^ dass sein 
Unterthan Hans Wesche zu Förderstedt Zinsen aus einem Viertel 
Landes auf Kröttzer und einem Viertel auf lutken Merwitzer 
Feldmark verkauft hat. (Gr.) 

1680. 28. Septbr. Die Kreitzer Feldmark beginnt^ wo 13 kleine über 
dem Förderstedtischen Anger aufgeworfene Malhügel den Glothischen 
von dem Üllnitzer Acker und den Förderstedtischen Anger trennen. 
(Förderst. Grenzprotok.) 

1685. Auf der Crotzer Mark bei Förderstedt hält die Hufe 30 Morgen, 
auf änderten 24, auf anderen 36 Morgen. (Steuerprofessions-Protok.) 

Litterstar: Magdeb. GeschickisbL in, S.498. XI, S. S67. 



Digitized by LaOOQ 16 



205. Krewite. — 206. Krewite. — 207. Krewitz. 231 



207. Krewitz. 

ßei Hohen warsleben, Kreis Wolmirstedt. 

1179. l.Jnli. Kaiser Friedrich I. bestatifi|t dem Domkapitel von Branden- 
burg seine Besitzungen, darunter die Mühle in Klinke, 2 Hufen in 
Bothenesleve 10^ « Morgen in Crewiz. (Riedel, Cd. Brand. A, 
Vm, S.111.) 

1209. 18. Dezbr. Papst Innoeenz III. bestätigt dem Kloster Berge seine 
Besitzungen, darunter 4 Hufen in Harsdorf (Hardestorp), unum 
mansum in Crewize. (G. Q.IX, No. 59.) 

1351. 4. März. Erzbischof Otto verkauft dem Domkapitel das Dorf Olven- 
stedt mit Zubehör und den wüsten Marken PI ach witzmarke, Wis- 
mengheremarke und Krewitzmarke für 370 Mark. (Or.) 

1430 bestätigt Bischof Konrad von Havelberg als päpstlicher 
Kommissar diesen Verkauf (Riedel, G. d. Brand. A, H, S. 290.) 

c. 1370. Cöne, Hennyng unde Godc de Korlynge haben vom Erzstift zu 
Lehen in Krywitz eine Mark. 

Wernherus Huxer hat IX quartalia in Krywitz de decima. 
(G.Q.XVI, S.16.) 

Ritter Henningus Jan, Conradus Jan und Busse Jan haben in 
Dalenwersleve l^^Hufe. — Item in Krywitz eine Hufe und einen 
Hof. (G.Q.XVI, S.48.) 

Thilo Mascalk und seine Vettt^n haben in Krewiez eine halbe 
Hufe. (G.Q.XVI, S.49.) 

Henrik Vurhake hat den Zehnten in Ynsleven von 2 wüsten 
Feldern Eyndorp und C r e w i c z. (G. Q. XVI, S. 50.) 

Ritter Henning hern Jant* und Henning Korlyng haben in 
magna Weddingen 4 Mark Einkünfte. — Item m Krewicz 2 Mark. 
(G.Q.XVI, S.52.) 

Heyso von Stenforde hat up der wüsten marke tho Krewicz de 
herbergepenn inge unde I hove vorleghen. (G. Q.XVI, S. 58. 152.) 

1392. 8. Jan. Erzbischof Albrecht belehnt Ermegard, Werner Furhakes 
Frau zu Magdeburg, zur Leibzucht mit einem Hof in Insleben, 
drei Viertel Landes zu Bernsdorf, einem Zehnten von 2 wüsten 
Marken, die heissen Crewesch und Ekendorp, einem Wispel Roggen 
und einem Pfund Pfennige zu Wörmlitz. (G. Q. XXVI, No. 697.) 

1400. Woysten Krewitze hebbe ik (d.h. der Erzbischof): 

Hogen Werscleve hebbe ik IX quartalia koms in dem tegeden 

to Krewitze, dy ghift ut, wey dar thegeder is. 

Item Ludeke Drewes to Magdeburch I verndel, dat giffl XXVII 

pennige unde licht uppe dem Krewitz velde. (G. Q. XVI, S. 31 8. 31 9.) 

1407. Die Lose zu Magdeburg haben vom Bischof von Halberstadt zu 
Lehen 9 Viertel Weizen aus dem Zehnten zu Hohenwarsleben und 
9 Viertel aus dem Zehnten zu Krewicz. (Gop. 470 fol. 24.) 

1415. 1. Harz. Lucie, Werner Feuerhakes Frau zu Magdeburg, hat zum 
Leibgedinge: decimum de II proprie wüste marken, die^^heyszan 

Digitized by VjOOQ IC 



232 ^io WüstuugeD im Nordthüringgau. 



sin Krewise undeEndorp, X schefFel rogken au l^/^hufeii landes 
by dem Billingeehoge unde I wischefiel rogkeu und I phuud 
pfennynge. (G.Q.XVI, S.365.) 

1448. 18. Febr. Erzbischof Günther belehnt die Brüder Friedrich und 
Hans Lose u.a. mit einer halben Hufe zu Krewiez. (G. Q,XVI, 
8.367.) 

1447. Busse, Bernd und Matthias von der Schulenburg haben vom Erz- 
bischof Friedrich u. a. zu Lehen das Dorf Hohenwarsleben mit dem 
Krewitzfelde. (Cop.36 8.459.) 

1455. Nicolaus und Werner Persegk haben vom Erzbischof Friedrich 
zu Lehen u.a. 7 Morgen auf Krewesz Mark bei Hohenwarsleben. 
(Cop.36 8.393.) 

1477. 80. Septbr. wird vom Erzbischof Ernst von Magdeburg Werner 
Persick zu Magdeburg belehnt u.a. mit 7 Morgen Landes uf Kre- 
wisz marke bey Hoenwcrzleve, die 7 Bchilling zahlen. 
(Cop. 41 fol. 230.) 

1496. 28. Oktbr. Werner Persick und sein Bruder haben vom Erzbischof 
Ernst zu Lehen u. a. 7 Morgen auf Krewisz Marke bei Hoen- 
werszleve, die 7 Schillinge Zins geben. (Cop. 41 fol. 230.) 

1503. 22. Febr. Hans von Lattorf und Brüder werden zu gesamter Hand 
mit Werner Furhake belehnt u.a. mit dem Zehnton zu Endorf und 
Krewitz, der 3 Wispel Hafer und 3 Wispel Roggen giebt, sowie 
mit 41/2 Hufe zu Krewitz, die 1 Scnock Groschen zinsen. 
(Cop. 41 fol. 36.) 

1624. Im Zinsregister des Klosters U. L. Fr. werden aufgeführt Einkünfte 
aus Hogenwersleve Crewytzer marke. (G. Q. A, S.382.) 

1565. Tresfeld (nachher richtig Kreutzefeld) bei Hohenwarsleben 
zahlt an Synodalkorn dem Dechanten von Magdeburg ein Quartale 
Boggen. (Keg. censuum de 1 555.) 
litteimtar: Danneü, Wolmirstedt, iS. S86. 



208. Kriwen. 

Bei Sohlen, Krois Wanzlebcn. 

1209. 18. Dezbr. Papst Innocenz IIL bestätigt dem Kloster Berge seine 
Besitzungen, darunter 2 Hufen in Schwaneberg, unum mansum in 
Crive, eine Hufe in Werrekeslove. (G.Q. lA, No. 59.) 

1299. 27. Dezbr. Erzbischof Burchard riebt den Rittern Burchard und 
Gunzelin von Wanzleben 3 Wispel Weizen im Dorfe Cr i wen von 
2 freien Hufen daselbst (Magd. Reg. HI, No.l035.) 

1304. 29. Juai. Das Kloster Althaldensieben verkauft dem Kloster Berge 
für 22 Mark unum mansum in villa que Ciive vocatur, cuiu8 
mansi proprietas ad nostram ecclesiam cum omni iure dinoscitur 
pertinere, quem etiam mansum tenuerunt a nobis Johannes Rufu:* 
et Conradus de Zalowe cives ville supradicte. (G. Q. IX, No. 157.) 

Digitized by VjOOQ 16 



207. Krewite. - 208. iTriwen. — 209. Krotzen. 233 



1307. 15. Aug. Abt Arnold zu Berge bekundi't, das« der Konventual 
Johannes dem Kloster unurn raansum situm in villa, que dicitur 
Crive, vom Kloster Althaldensleben erworben hat^ und bestimmt, 
wie die Einkünfte davon verwendet werden sollen. Die Hüft? hatte 
damals ein Bauer des Dorfes in Erbpacht. (G. Q. IX, No. 160.) 

c. 1870. Ebeling von Borne zu Magdeburg hat vom Erzbiechof zu Lehen 
eine Mühle in Kryve, von der Pacht 5 Viertel Roggen und 
5 Viertel Weizen gegeben werden. (G. Q. XVI, S. 42.) 

c. 1380. Ritter Fritz von Welsleben hat vom Erzbischof zu liehen eine 
Mühle in Kryve proi)e Solenbeyendorp. (G. Q. XVI, S. 71. 150.) 

1428. 5. März. Erzbischof Günther beleiht Otto Sehriber von Schniai- 
kulden mit einem Wispel Weizen, einem Wispel Roggen und der 
Lehnware an der Mühle zu Krywen uff' der Sfilcze nedewenig 
Solenbeyndorff gelegen. (Cop. 66 foL 116^) 

1446. Bosse Homburg hat vom Erzbischof zu Lehen u. a. eine Mühle 
zu Krywen, die einen Wispel Roggen und einen Wispel Weizen 
zinst '(Cop. 36 S.208.) 

1472/73. Der Möllenvogt verzeichnet unter Dodendorf Einkünfte aus 
Strometzer oder Kryger Mark. (Cop. 101.) 

1480. 8. April. Abt Andreas Becker von Kloster Berge belehnt Claus 
Byendorf mit einer Hufe in Crive, die Hans Griper resigniert 
und der Kirche von Osterweddingen gegeben hat. (Berg. LB. foL 15^.; 

1491. 19. Dezbr. Caspar Hombuig zu Brumby hat zu Lehen u. a. die 
Mühle zu Krywen, die 2 Wispel Korn, halb Weizen, halb Roggen, 
zinst. (Cop. 41 fol.171.) . 

1499. Das Stift S. Gangolfi zu Magdeburg hat Einkünfte de panochia 
in Stromnitz; darunter: Hans Bruns iunior in Solen de 7^ löiWiJ^o 
in campo Kr igen i/^ fertonem dedit. (Cop. 371.) 

1588. Die Thesaurarie des Domkapitels hat in campo C r i n e desolatae 
villae prope Beyndorff 2^/2 mansi. (A. Dorakap. M. 833.) 

1670. 19. Oktbr. Dem Marktrichter G. A. Pfeil zu Magdeburg, der in 
Sohlen l^'^ Hufe Land gekauft hat, werden diese vom Möllenvogt 
ausgewiesen in K rieber oder Düllmeker Felde vor Sohlen. (R. B. 
der Möllenvogtei II, fol. 488.) 

1705. Job. Moritz Ahlemann zu Magdeburg zahlt 23 Groschen Synodal- 
gelder von dem Zehnten in campis Crieven prope Sohlen an den 
Archidiakon des Bannes Calbe. (A 3. Erzst. M. Domkap. No. D54.) 



20». Krotzen. 

Bei Barby, nach Tornitz zu, Kreis Calbe. 

1494. Heinrich, Ciliax und Heyne Müller zu Magdeburg sind vom Grafen 
Burchard von Baiby beliehen mit ^iner Hufe im Felde zu K rossen 
vor Barby. (Cop.431 fol.^43^) 

Digitized by VaOOQ 16 



234 Die WüßtuDgen im Xordthfiringgau. 



Hans Inszell zu Gross-Salze ist beliehen vom Grafen Burehard 
von Barby mit einer Hufe zu Krotzen, 5 Vierteln zu Worspe. 
(Cop.481 fol. 155\) 

Hans Gewerth zu Barby ist beliehen vom Grafen Buschard mit 
2 Morgen Gras bei dem Borgkwalde und 2 Morgen Acker auf 
Krotzener Mark, welche er für 2 andere zwischen Tornitz und 
Krotzen erhalten hat. (Ibid. fol.39.) 

Ebenso Hans Weber mit 6 Hufen'zu Krotzen, einem Viertel 
zu Worsp, einem Morgen hinter Kolvese u.a. (Ibid. fol. 41.) 

Jacob Moszkaw hat vom Grafen Burehard von Barby zu Lehen 
u.a. 2 Hufen zu Crotzen. (Ibid. fol. 15.) 

Ebenso Hermann Sternacker eine Hufe zu Krotzen. (Ibid. 
fol. 18.) 

Ebenso Hans Kanngisser zu Barby u.a. 2 Morgen auf Crotzer 
Mark. (Ibid. fol. 37\) 

Ebenso Peter Nygeswiger zu Barby u.a. eine Hufe zu Crotzen. 
(Ibid. fol. 37.) 

1496. Graf Burehard von Barby belehnt die Harkstro zu Magdeburg 
u. a. mit einer halben Hiife, 6 Hühnern Zins und 6 Hufen zu 
Crosszen, (Cop. 431 fol. 141.) 

1498. Die Brüder Hans und Moritz von Moltzen zu Magdeburg haben 
vom Grafen Burehard von Barby u. a. zu Lehen 3 viertel Landes 
zu Crotzen. (Cop. 431 fol. 144\) 

Margarethe, Lorenz Groses Ehefrau, ist vom Grafen Burehard 
von Barby beleibzuchtet mit je einer halben Hufe zu Krossen 
und Cyprene. (Cop. 431 fol. 45^.) 

1501. Simon Arndt zu Barby hat vom Grafen Burehard zu Lehen u. a. 
fi Hufen zu Crotzen. (Cop. 431 fol. 44.) 

1604. Heydeke Müller zu Magdeburg wird als Vormund der KiudcT 
seines Bruders Heine vom Grafen von Barby mit einer Hufe zu 
Krossen bei Barby beliehen. (Cop. 431 fol. 146.) 

1653. 29. April. Kurfürst Moritz von Sachsen belehnt Graf Wolfgang 
von Barby mit seiner Grafschaft und gewährt das Jagdrecht 
u.a. auf den Feldmarken Wulbeck, Krotzen, Iritz u. s. w. (Cop. 429 
fol. 279.) 

1623. 29. März. Die Grafen Albrecht Friedrich und Jost Günther von 
Barby belehnen die Brüder Eulenbeck u.a. mit 31/2 Hufe auf der 
Mark zu Krotzen. (Or.) 

1(>70. 17. März. Administrator August von Magdeburg belehnt Arnohl 
Steinhausen zu Calbe und seine Vettern Werner und Ernst zu Barby 
mit 2^2 Viertel auf Wöspischer Mark, einer Hufe auf Krözischer 
Mark und anderen Gütern. (Or.) 

1096. 18. März. Herzog Heinrich von Sachsen-Barby belehnt Han.s Georg 
von der Schulenburg u. a. mit 8 Hühnern Zins von einer halben 
Hufe zu Crotzen und 8 Hühnern von einer halben Hufe zu 

yV^oogie 



Digitizedby VjOOQI 



209.KrotzeD. — 210.Cruzece. — 211. Kulbe. ~ 212. Kulitz. 235 



Ziprene, die vormals die Harkstro von ihrem Hofe zu Crotzen 
genommen haben. (Or.) 

1785. 1. Oktbr. Herzog Georg Albrecht von Sachsen belehnt Albert von 
Warleben u.a. mit einer halben Hufe zu Crözen. (Or.) 

litterator: Magdeh. GeachichUhl. UI, S, 357. 



210. Cruzece. 

östlich von Neubaldensleben, links der Ohre, bei Paxförde. 

1152. 28. Juni. Bischof Ulrich von Halberstadt bestätigt dem Kloster 
Hillersleben seinen Besitz, darunter in Cruzice 9 Hufen. (Riedel, 
C. d. Brand. A, XXH, 8. 415.) 

Bischof Ulrich von Halberstadt bestätigt dem Kloster Hillers- 
leben seinen Besitz, darunter in Cruzece den ganzen in Kultur 
befindlichen Bereich (totius culture ambitus) nebst Zubehör. (Magd. 
Reg.I, No.1262.) 

1217. Mark^af Albrecht von Brandenburg übereignet dem Kloster 
Hillers&ben eine Getreidehebung (woszop, annona) aus den Dörfern 
Crucitthe und Welch wi auf Antrag Johanns von Jerichow. 
(Magd. Reg. H, No. 629.) 

1221. 29. Hai. Papst Honorius HI. bestätigt dem Kloster Hillersleben 
seine Besitzungen, darunter die Dörfer Cruzezhe, Woltwi, Bozezhe 
et Putgorize u. s. w. (Riedel, C. d. Brand. A, XXH, S. 426.) 

Iitt«ratii]*: Behrends, NeuhaldenH. I, S. 68. II, S. S8. — AUmärk. Jahrcuber. 
I^> S' 44- „ 

211. Kulbs. 

Sudlich von Zcns, Kreis Calbe. 

1446. Bosse Homburg hat vom Erzbischof zu Lehen u. a. eine halbe 
Hufe zu Kolpitz zu 6 Schillingen Zins. (Cop.36 S.208.) 
Ebenso 1458 Caspar Homburg. (Ibid. S. 224.) 

1491. 19. Desbr. Caspar Homburg zu Brumby hat vom Erzbischof Ernst 
zu Lehen eine halbe Hufe zu Kulbitz, die 10 Schillinge zinst. 
lCop.41 fol.31.) 

1718. 20. Febr. Zu Zens gehört Kulpisch Feld, welches an das Calbischc 
und Glöthische Feld stös.st. (Ä. Herz. M. Landesreg. VH, No. 53.) 
Ltttemtor: Magdeb, QetchichUbl. XI, S. £65. 



212. Kulitz. 

Östlich von Neuhaldensleben, links der Ohre. 

1804. 25. Nevbr. Das Kloster Königslutter verkauft dem Kloster Alt- 
haldensleben proprietatem loci silvestris dicti Culitz, siti in con- 
finio civitatis nove Haldesleve Magdeh. dioecesis, simiUter etiam 

Digitized by VjOOQ 16 



236 I>ie Wüstungen im Nordthäringgau. 



cum proprietate, quam ecclesia uostra dignoscitur habere in diclo 
Culitz infra terminum quinque iugerum, pro duodeoim oiarciß 
Stendel. arg. (Behrends, JSeuhaldensl. I, S. 325.) 
1328. 25. Mai. Rudolf von RonBtede verkauft dem Kloster Althaldeus- 
leben das ius feudale unius campi Potgrot prope civitatem Hal- 
densleben et unius ville dicte Kulitz ibidem site für SV^ Mark 
Silber. (Cop.748 fol.84.) 

1354. 8. Juli. Rudolf von Ronstede, Kryhe genannt, Heinrich und Rulef, 
genannt Quadfasel, Hans und Erich, alle seine Söhne, lassen dem 
Kloster Althaldensleben das Feld Potgrot bei dem Dorfe zu Ku- 
lytze auf und entsagen allen Ansprüchen. (Or.) 

1395. Clawese sculten von Kulitz ujide den buren, de mit em vor dem 
dinge weren, in gh(^vunden, dat 8e ledig unde los weren von Kineu 
unde erer dochter kinderen — . (Behrends, Neuhaldensl. I, 8.80.) 

1413. Kultz ist von Bodingen aus durch dieRunsteden am Tage nach 
Ostern und bald darnach durch Gebhard von Plote und dessen 
Helfer, sowie 1415 durch die Jetzen, Runsteden, Proyatz und ihre 
Helfer geplündert (Riedel, C. d. Brand. IH, 8. 326.) 

1427. Dy buren van Kulitz sin ledig un los gewerket van Hans Nyc- 
burs sculdinge, darumme dat he tigen si nicht to dinge kam. 
(Behrends, Neuhaldensl. I, S.132.) 

1443 4. Der Erzbischof Günther von Magdeburg beschuldigt den Kur- 
fürsten von Brandenburg wegen unrechtmässiger Ausübung der 
Jagd u. a. in den sogen. Ohrebergen und auf den wüsten Dorfstatten 
Kulitz — Brundorpf, Smerfelde, Osterstede u.a. (Riedel, Cd. 
Brand. B, IV, S.317.) 

1533. 21. Mai. Das Kloster Althaldensleben verkauft der Stadt Neuhal- 
densleben die drei wüsten Dorfstatten Kulitz, Benitz und Pode- 
grund für 800 Gulden und für einen Holzplatz bei dem Kinen- 
berge diesseits der Ohre, wie derselbe vom Wege bei Gross -Wulfs- 
hausen an bis unter den Kinenberg durch 12 Aufwürfe ausgezeichnet 
ist. (Behrends, Neuhaldensl. I, S. 127.) 

1533. 28. Mai. Erzbischof Albrecht bestätigt den zwischen der Stadt 
Neuhaldensleben und dem IGoster Althaldensleben geschlossenen 
Kaufvertrag, wonach die wüsten Dorf stellen Kulitz, Benitz und 
Podegrund, auf einer Halbe der Ohre vor der Heide gelegen, dem 
Rate der Stadt zufallen sollen, welcher dafür 800 Gu]aen zahlt. 
auHserdem etliche Güter auf dem Kinekenberge und vor Warmg- 
dorf dem Kloster einräiunt. Ferner soll, wenn der Rat später zu 
Kulitz und Benitz eine Schäferei oder Vorwerk bauen würde, 
das Vieh auf dieser (rechten) Seite der Ohre nicht weiden. (Magd. 
Gesch. X, S. 178 fr.) 

1536. 2. Novbr. Kurfürst Joachim H. giebt dem Erzstift die Jagd in 
den an der Ohre gelegenen Orten zurück, darunter in den Cü litzer 
Bergen. (Walther, S.Magd.VHI, S.231.) 

Ebenso 1537. November 5. (Riedel, Cd. Brand. B, VI, S. 442.) 

Litteratnr: Behrtnih, Neuhaldensl. I, S. 67. 127. ISL S25ff. SS9. — Altmärk. 

Digitized by VjOOQ IC 



212. Knlite. — 213. Kuwitz. — 214. Leveredorf. 237 



213. Kuwitz. 

Bei Dodendorf, Kreis Wanzleben. 

1473. Die Möllenvogtei hat Einkünfte aus Dodendorf alias Kuwitz. 
(Cop. 101.) 



214 Leversdort 

Bei Eikendorf, Kreis Calbe. 

946. 29. Jan. König Otto I. übereignet dem Stift Quedlinburg die villa 
Fastlevesthorp in pago Northuringi in comitatu GeroniB. (MG. 
DD. I, 8. 155.) 

1250. Kloster Lehnin hat gewisse Güter in Lyverichstorp von Lu- 
deger von Balzwedel und in Byeren von Heinrich Cnop erworben. 
(Riedel, C. d. Brand. A, X, 8. 206.) 

1264. SO. Mai. . Das Kloster Marienthal verkauft dem Stift S. Nicolai zu 
Magdeburg 9 Hufen 8 Morgen, von denen 4 Hufen und 11 Hof- 
etellen in Levereckestorp liegen. (Magd. Reg. H, No. 1608.) 

1811. Die Ritter Tilo und Abeke haben vom Bischof von Halberstadt 
zu Lehen die Zehnten in Levestorp und Eikendorf. (Riedel, 
C. d. Brand. A, XVH, S. 467.) 

c. 1368. Ritter Hans ute der Alenborch hat vom Dompropst zu Magde- 
burg zu Lehen u.a. eine Hufe in Leverstorp und Uüter zu Eiken- 
dorf (Cop. 91 S.47.) 

c. 1870. Hans von Alenborch hat von der Dompropstei zu Magdeburg 
zu Lehen eine Hufe in Leverstorp und eine Hufe zu Eikendorf. 
(V. Heinemann, C.d.Anh.V, S.394.) 

1891. 21. April. Erzbischof Albrecht gestattet dem Hospitalarius Burchard 
zu Gottesgnaden die Glocken in der Kapelle (in eapella) Leyvers- 
torpp in seine Hospital kirche zu bringen mit der Bedingung, die 
Glocken zurückzubringen, si prefata ecclesia Leyverstorp suo 
urgetur statu seu quod nos vel nostri successores easdem campanas 
ad alios usus nostre ecclesie rehabere volunt et postulant (Cop. 61 
fol. 116^) 

1446. Bosse Homburg hat vom Erzbischof zu Lehen u. a. eine halbe 
freie und eine Zinshufe zu 5 Schillingen Zins zu Leberstorf. 
(Cop. 36 S.208.) 

Ebenso 1458 Caspar Homburg. (Ibid. S. 224.) 

1447. Drewes und Haus Sachsen Kinder haben vom Erzbischof Friedrich 
zu Lehen u.a. einen Morgen zu Leverstorff. (Cop. 36 S. 462.) 

1457. 4. Jan. Kloster Lehnin verkauft seine im Magdeburgischen ge- 
legenen Besitzungen an Hans von Barby, darunter zu Liberiks- 
torf f hei Gockendorff (EykendorflT) 7 Höfe und 4^/, Hufe Landes. 
(Riedel, C. d. Brand. A, X, S. 296.) 



Digitized by VaOOQ 16 



238 ^^^ Wüstungen im Nordthflringgau. 



147^. 9. Aug. Abt Andreas zu Berge belehnt Hans Botz zu Magdeburg 
mit 7^/2 Hufe und 2 Morgen und 8 Höfen auf dem Nickelfelde, 
8 Höfen zu Kettelingon und einem Hof zu Eikendorf , einem Hof 
und einer halben Hufe zu Leffersdorf, einem Hof zu Schöne- 
beck. (G.Q.IX, No.386.) 

Ebenso Abt Matthias. (G. Q. EX, No. 765.) 

1494. Tile Hoenbode ist vom Grafen Burchard von Barby anstatt seiner 
Mutter Margarethe belehnt mit einer Hufe auf dem Felde zu L e - 
vestorff vor Eichendorf. (Cop. 481 fol. 142.) 

1495. 24. Febr. Abt Andreas zu Berge belehnt seinen Schreiber Henning 
Kerkhof nach dem Tode Hans Botzes mit dessen Lehngütem, dar- 
unter mit einem Hof zu Leversdorf. (G.Q.IX, No. 785.) 

1499. 4. Novbr. Johann von Erfurd erhält vom Erzbischof Ernst zu 
Lehen 3 Hufen auf Leverstorffer Mark. (Cop. 41 fol. 118.) 

1615. Die Kirche von Eikendorf verzinst eine Hufe zu Leverstorpe 
und eine Hufe zu Steynitz; dafür geben sie alle Jahr zu Moncken- 
nyenborch 4 Schilling Pfennige zu Zins. (Altes Zinsreg. der Kirche 
zu Eikendorf.) 

Ebenso zahlt die Kirche zu Eikendorf an Hans Szygerstorpe 
zu Rosenburg 6 grosse Pfennige für eine halbe Hufe auf Levers- 
t o r p p e n marketh. (Altes Zinsreg. der Kirche zu Eikendorf.) 

1501. Kloster Gottesgnaden hat an Zinsen zu Liverstorff von: 

Drewes Fridrich zu Eikendorf 25 Groschen von einer Hufe; 
HansDüsing ebenda einen halben Gulden von einer halben Hufe; 
Gorius Pflugemacher (laselbst von 2 Hufen; 
Gorius Kühne daselbst von einer halben Hufe. (Yisitations- 
protokoll.) 

1562. 17 — 20. Jan. (Dondicti die Schirstate haben eine Hufe auf Leben - 
dorf er Mark vor Atzendorf gelegen vom Kloster Berge zu Lehen. 
(G.Q.IX, No.1062.) 

1G67. 16. Jan. Administrator August belehnt Vollrath Christoph von 
Werdensleben mit 2 Hufen Landes auf Leversdorffer Mark, 
21/j Hufen auf der Brumbischen und einer Hufe auf Flochauer 
Mark. (Or.) 

1699. Unter den Feldmarken, deren sich das Dorf Atzendorf bemächtigt, 
befindet sich auch die Lebendorffsche Mark. (A. Magd, üammer, 
H, No.268.) 

1704. 15. April. Herzog Heinrich von Sachsen tauecht die zum Amt 
Gottesgnaden gehöriee Mark Schwölitz gegen seine Ansprüche auf 
die sogen. Weroenslebischen Hufen (2 ^/^ Hufe zu Brumby und eine 
Hufe zu Flochau) und 2 Wispel Weizen aus Löbersdorfer und 
Eikendorf er Flur von der preussischen Regierung ein. (A. Herz. M. 
Landesreg. IV, No. 4.) 

Litteralor: Falke, Tradd. Corbei. S. 43. — Magdeb, QttehUhUhl. IV, 8. $9. 



Digitized by VaOOQ 16 



2U. Leveredorf. — 215. Levewdorfl 239 



215. Leversdorf. 

Südöstlich von Olyenstedt, nach der Neustadt zu. 

987. 21. Septbr. Otto L übereignet u. a. den zu Magdeburg gehörigen, 
westlich der Elbe in pago Nordthuringa in comitatu Tnietmari ge- 
legenen locus Lioboltesdorf dem Mauritiuskloster in Magde- 
burg. (MG.DD.I, 8.101.) 

941. 28. April. Otto I. übereignet dem Mauritiuskloster in Magdeburg 
den dem Bischof von Halberstadt abgetauschten Zehnten der 
Leute des Klosters und des Edlen Erpes u.a. im locus Liobol- 
tesdorf. (MG.DD.I, S. 123.) 

c. 941. Otto L übereignet sein Eigenes u.a. in der villa Lioboltes- 
dorf dem Mauritiuskloster in Magdeburg. (MG.DD.I, S. 124.) 

946. 29. Juli. Otto I. übereignet den Mönchen des Mauritiuskloster» in 
Magdeburg den dem Bischof von Halberstadt abgetauschten Zehnten 
von den Leuten des Klosters u. a. in Lioboltesdorf in pago 
Nordturinga in comitatu Geronis. (MG.DD.I, 8.159.) 

973. 4. Juni. Kaiser Otto H. bestätigt dem Erzstift die von seinem VaU'r 
gegebenen Privilegien und Besitzungen, darunter auch in Lievol- 
desdorp. (Magd. Reg. I, No. 271.) 

1015. 18. Dezbr. Erzbischof Gero stattet das Kloster U. L. Fr. aus und 
giebt ihm u.a. villam Liavoldesthorp ^ cum decima et mancipii^ 
utriusque sexus in ea commorantibus. (G. Q.X, No. 1.) 

1218. Erzbischof Albrecht II. bezeugt, dass das Kloster ü. L. Fr. die 
Vogtei in Leverdestorp für 18 Mark Silber vom Burggrafen 
Burchard von Magdeburg erworben habe. (G. Q. X, No. 94.) 

1276. I.Mai. Das Kloster U.L.Fr. kauft 3 1/, Hufen inlnsleben zurück 
ut exinde ad curiam nostram Levoldestorp excolendi perpetuo 
pertinentes nobis de ipsis fructus amplior persolvatur. (G. Q.X, 
No. 145.) 

1276. 4. Dezbr. Heinrich von Münchennienburg belangt das Kloster 
U.L.Fr. für Schaden, den sein Vater und er in ihrem Eigentum 
(allodium) in Levoldestorp erlitten haben, (G. Q. X, No. 145.) 

1801. 16. Oktbr. Das Kloster U.L.Fr. bezeugt, dass Ulrich Vodermeyer 
und seine Frau 2 Wispel Weizen jährlich aus 2 Hufen ad curiam 
rfostram Leverstorp iacentibus dem Altar S. Erasmi im Kloster 
geschenkt haben. (G.Q.X, No.l62.) 

1827. 19. Septbr. Das Kloster U.L.Fr. verkauft 2 Mark aus 3V. Hufe 
in Levoldestorp zum Behuf der Kapelle 8. Geroncii. (G. Q.X, 
No. 182.) 



* Die in den verschiedenen Abschriften und Drucken dieser Urkunde vor- 
kommenden Formen Woldeatorp, Kanoldestorp , Gavoldestorp , Olavoldestorp 
beruhen alle auf falschen Lenarten; auch im Codex Vienn. ist Lianoldestorp 
unrichtig statt Liauoldestorp geschrieben. 

Digitized by VaOOQ 16 



240 ^16 Wüstungen im NordthÜringgaU. 



1457. 20. März. In dem fulen dall roret dat meierricht wenten an den 
Levestorp sehen upworp und markscheidt; szo ferne mack de 
meierfrone und de schulte uth der nienstadt besatten und kummer 
dahn — . Van daher wente in de droge Sehrode, de darsulvest ock 
bi der Levestorp sehen marke over den Olvenstedessen wech, 
de ok na Evendorp loppet, dar hevet an de Inschlevesche marke — . 
(G.Q. XXVII, No.709.) 

1480. An der straszen nahe Diestorff lyhet eyn groszer steyn gnant der 
blauwe steyn; by dem selbieen steyn gehet der selbige zeheuden 
an usz, stoszet hynuber dy Scnroydt hynoff bysz an die hoge grübe 
by Liebstorpper marke gelegen. (Cop. 918. 137.) 

1482. 28. Dezbr. Das Kloster U. L. Fr. verkauft dem Kloster Hillersleben 
8 Gulden jährlieh von 13 Hufen in Insleben und Leversdorp 
vor der nyen stadt Magdeburg belegen für 200 Gulden. (G. Q. X, 
No.328.) 

1496. 14. März. Das Kloster U.L.Fr. verkauft dem Kloster Hillersleben 
8 Gulden jährlich an 10 freien Hufen Landes belegen vor der 
nyhen stadt Magdeburg uppe der veitmarke Leverstorp wieder- 
käuflich für 200 Gulden. CG.Q.X, No.360.) 

1502. 28.Jniii. Matthaeus Lattorf erhält einen Garten zu Lewesdorf 
vom Erzbischof Ernst zu Lehen. (Cop. 41 fol, 193.) 

1509. 5. Septbr. Zur Ausstattung von 4 geistlichen Benefizten in der 
Kapelle des Mariendorfes gehören u.a. 3 Viertel Acker zu Leips- 
torf. (G. Q^ XXVin, No. 1457.) 

1524. Im Zinsregister des Klosters U.L.Fr. Verzeichnis der Zinsen und 
Pachte zu Le V e 8 to r p. (G. Q. X, S. 390. 391. 395.) 

1532. 16. Oktbr. Propst Heinrich Stot vom Kloster U. L. Fr. bezeugt, 
dass Thomas Berndes und seine Frau den Domvikaren l^/g Hiue 
auf Inslever Feldmark und eine Hufe auf Leverstorper Mark 
für 250 Gulden wiederkäuflich verkauft haben. (Magd. Gesch. XIV, 
8. 290.) 

1682. 21. Dezbr. Das Kloster U. L. Fr. verkauft den Domvikaren jährlich 
5 Gulden aus seinen Gütern zu Inszleven, Leverstorff und 
Rotterstorffwiederkäuflich für 100 Gulden. (Magd. Gesch. XIV, S 292.) 

1562. Das Kloster U.L.Fr. zu Magdeburg hat zu Levestorff an Geld- 
zinsen 1 fl. 11 Gr. 1 A. (Gesch. BL XHI, 8.266.) 

1576. Ein Leverstorper Weg führt durch die zur Neustadt gehörigen 
Felder. (A3 ErzstM. Domkap. No. 1538.) 

Litterator: Magdeb. GesckichUU. JV, S. 29, — G. Q. X, S. S74. — Danneü, 
WoVmirsUdt 8. 6t4, 



216. Liesdorf. 

Bei Hörsingen, Kreis Kenhaldensieben. 

1336. Ritter Heinecke von Alvensleben teilt das Haus Erxleben unter 
seine Söhne Busse und Fritz; letzterer erhält zu seinem Teil u. a. 
das Dorf Litezstorp. (0. d. Alvensl. I, No.498.) 



Digitized by VaOOQ 16 



215. Leveredorf. — 216. Liesdorf. — 217. Lißten. ^1 

c 1400. Busse der jüngere von Alvensleben hat vom Erzbischof zu Lehen 
(las Dorf Listorp. (G.Q.XVI, S.302.) 

1458. Die Veitheim haben vom Stift Halberstadt zu Lehen u. a. den 
Zehnten zu Lisstorp. (Cop. 474 fol. 46\) 

1467. 29. April. Erzbischof Johann belehnt die Brüder Albrecht und 
Heinrich von Alvensleben u.a. mit dem Dorfe Lisdorff. (Cd. 
Alvensl.n, No.253.) 

1473. 20. Aug. Erzbischof Johann belehnt die von Veitheim mit der 
wüsten Dorf statte Liszdorf, die sie von Albrecht und Heinrich 
von Alvensleben gekauft hatten. (C. d. Alvensl. H, N, No. 40.) 

1477. 19. Novbr. Die Brüder von Veitheim erhalten vom Erzbischof Ernst 
zu Lehen u.a. die wüste Dorf statte Listorp. (Cop. 41 fol. 120^) 

1479. 5. Aug. Kurfürst Albrecht von Brandenburg belehnt die von Alvens- 
leben mit dem Schlosse Erxleben und Zubehör, darunter mit dem 
wüsten Dorfe Listorpe. (Riedel, Cd. Brand. A, XVII, S. 163.) 

1480. Heinrich von Veitheim hat vom Stift Halberstadt u. a. zu Lehen 
den Zehnten zu Listorp. (Cop. 475 f ol. 55\) 

1499. 19. Novbr. Die Markgrafen Joachim und Albrecht von Branden- 
burg belehnen die von Alvensleben u. a. mit dem wüsten Dorfe 
Listorf als Zubehör zu Haus Erxleben. (C. d. Alvensl. H, No. 658.) 

1585. 27. Mai. Kurfürst Joachim belehnt die von Alvensleben mit dem 
Schlosse Erxleben und Zubehör, darunter das wüste Dorf Li stör ff. 
(Riedel, Cd. Brand. A, XVII, S. 217.) 

1598. 9. März. Kurfürst Joachim Friedrich von Brandenburg belehnt die 
von Alvensleben mit dem Schlosse und Dorfe Erxleben nebst Zu- 
behör, darunter mit dem wüsten Dorfe Li e stör f. (C. d, Alvensl. 
m, No.761.) 

Utteratar : WohWrück, Alvensl. U, S. 294. — Behrendt, Neuhaldensl. U, 8. 484. — 
Altmärk. Jakresber. V, S. 8t. — AUerverevn 8. $L 



217. Listen. 

Bei Colbitz, Kreis Wolmirstedt. 

1184. Graf Otto von Grieben überlässt dem Kloster Ammensieben u. a 
in den beiden Dörfern L i s t e m und Odenburch 20 Schillinge 
(V. Kröcher, UB.I, No.l.) 

1209. Donatio Markgraf Johansen und Markgraf Otten zu Brandenburg 
über 31/2 Hufe zu Colbitz, noch eine Hufe daselbst und 20 Schil- 
linge zu Listen (für Kloster Wolmirstedt). (Visit. Protok.de 1562.) 

1281. 1. Aug. Erzbischof Albn^cht bestätigt dem Kloster Ammensieben 
seinen Besitz, darunter in Listen und Oddenburg 20 Schillinge. 
(Magd. Reg. II, No. 944.) 

WOttangni i. NoidthUr. ^^ r^ T 

Digitized by VaOOQ 16 



242 I>ie Wüstungen im Nordthüringgau. 



1231. Donation Marggraf Johans und Marggraf Otten zu Brandenburg 
(an Kloster WoimirnUHlt) übor 22 Hufen Landes zu Listen. 
(Visit Protok. de 1562.) 

1237. Donation der Marggraven zu Brandenburgk über 1 Holtz bei 
Liste (für Kloster Wolmirstedt). (Visit. Protok. de 1662.) 

1287. Marggrafen Otten zu Brandenburg Donation über 2 Hufen Landes 
am Zehenden zu Listen (an Kloster Wolmirstedt). (Visit. Protok. 
de 1562.) 

1803. Ein Brief Henning Kalenhergs RitttTs über seine Gerechtigkeit, 
die er zu Listen gehabt (für Kloster Wolmirstedt). (Visit Protok. 
de 1562.) 

1306. Donation Marggraf Ottonis und Waidemari zu Brandenburg (an 
Kloster Wolmirstedt) über das Dorf Listen. (Visit. Protok. 
de 1562.) 

1307. Ein Brief Ornoldi Sachsen Ritters über 6 Scheffel Rocken und 
2 Scheffel und 1 Äf. Pfennige zu Listen (für Klost(*r Wolmirstedt). 
(Visit Protok. de 1562.) 

Ein Kaufbrief Hansen Kaienberge Ritters über 3 Scheffel Rocken 
und 3 Scheffel Hafer zu Listen (für Kloster Wolmirßtedt). (Visit 
Protok.de 1662.) 

1363. 12. April. Nach der Landfriedensurkunde Erzbischof Dietrichs 
stellt Listen 3 Bauern zum Aufgebot (G.Q.XXVI, No.468.) 

1485. Ein Brief Herrn Burkharts von Lrxleve Ritters über die Ober- 
gerichte und andere seine Gerechtigkeit zu Listen ausgenommen 
2 Höfe und 4 Hufen Landes (für Kloster Wolmirstedt). (Visit. 
Protok. de 1562.) 

1536. 2. Novbr. Kurfürst Joachim H. giebt dem Erzstift die Jagd in den 
an der Ohre gelegenen Ortschaften zurück, darunter in Liestenn. 
(Walther, Sing. I^gd. VIH, S.281.) 

1537. 5. Novbr. Kardinal Albrecht und Kurfürst Joachim H. schliessen 
einen Vertrag über die Jagd auf der Wolmirstedtischen und Garde- 
legischen Heide, darunter in Liesen. (Riedel, Cd. Brand. B, VI, 
S. 442.) 

1664. Die Leistensche Marke ist denen von Colbitz eingethan und 
geben jährlich darvon (an Kloster Wolmirstedt) 5^/2 Wispel Haffer. 
(Visit. Protok. Wolmirstedt.) 

Der Pfarrer von Kolbitz hat unter seinen Einkünften eine Breite 
zu Listen. (Kirchenvisit Protok.) 

1684. Da« Kloster Wohnirstedt hat 5 Wispel 12 Scheffel Hafer aus 
üolbitK von der Listenschen Feldmark. (Steuerprofessions-Protok.) 

1703. 22. Dezbr. Der Schulze von Colbitz berichtet d(T Magdeburgischen 
Kammer, dass unweit von Colbitz eine wüste Feldmark sei, so 
Lieszkau genannt wird und ist der Acker unter hiesige Acker- 
leute und Cothsassen zu ihrer nötigen Subsistence vor langen Jahren 



Digitized by VaOOQ 16 



äl7. Listen. — 218. Litzene. — 219. Lobbendorf. 243 



verteilet — einige gewisse haben Pachte alljährlich dem Kloster 
Wolmirstedt entrichtet nebst dem Herrendienst. (A. Magd. Kammer 
L167 fol.31.) 

Uttoratar: Aümärk. Jahretber. IX, 8. 61. — Danneil, Wolmirstedt 8. 1S8. 



218. Litzene. 

Bei Barby, Kreis Calbe. 

1494. Graf Burchard von Barby giebt Hermann Sternacker zu Lehen 
u.a. 18 Morgen zu Litzene, ^Cop. 431 fol. 18.) 

Stefan Lubick zu Calbe ist oeliehen vom Grafen Burchard von 
Barby mit einem Viertel an dem Buschholze zu Litzene und 
2 Morgen Grases vor Barby. 

Ebenso Hans Litzke mit der Hälfte des Werders zu Litzene, 
ferner mit der Hälfte des Busche an der Fähre zu L i t c z e n e. 
(Cop.431 fol. 180.) 

1499. Claus Romer zu Barby ist vom Grafen Burchard belehnt mit dem 
Hofe zu Liczene. (Cop.431 fol. 42.) 

1553. 29. April. Kurfürst Moritz von Sachsen belehnt den Grafen Wolf- 
gang von Barby mit seiner Grafschaft und gewährt das Jagdrecht 
u.a. auf den Feldmarken Werekeletzke, Lizen, Otz u. s. w. 
(Cop.429 fol. 279.) 

litterators Magdeh. GeschichUhl III, 8. S67. 



219. Lobbendorf. 

Westlioh von Atzendorf, Kreis Calbe. 

1446. Valentin Gripper hat vom Erzbischof Friedrich zu Lehen u. a. 
10 Hufen Landes zu einem Zinse von 2 Mark und 40 Schillingen 
auf Nenten Mark, Lobling Mark und Kethling Mark. — Wieder- 
holt 1463. (Cop. 36 S. 176.) 

1449. 7. April. Hans Harkstro belehnt die Domvikare zu Magdeburg 
mit einer Hufe zu Lobbendorf, die sie von Claus Olrikes zu 
Atzendorf gekauft hatten. (G. Q. XXVH, No. 5^3.) 

1449. 28. April. Heinrich Alemann zu Magdeburg bezeugt als Lehens- 
herr, dass Hans Schelejan zu Atzendorf einen halben Wispel Weizen 
von der Feldmark zu Lobbendorf den Domvikaren für 8 Mark 
verkauft hat. (G. Q. XXVH, No. 584.) 

1474. Die Pröpstin von Quedlinburg hat 6 Pfennige Zins von einer 
halben Hufe in Lawendorff. (Cop. 815.) 

1478. 2. Oktbr. Die Gebrüder Griper erhalten 10 Hufen, die 2 Mark und 
40 Schillinge zinsen, auf den Marken Nempten, Lopendorf und 
Ketling vom Erzbischof Ernst zu Lehen. (Cop. 41 fol. 153^.) 

1496. Graf Burchard von Barby belehnt die Harkstro zu Magdeburg 
u. a. mit 10 Schillingen und 2 Hühnern an einem wüsten Hofe zu 
Lobbendorf. (Cop.431 fol. 141.) 

Digitized by VaOOQ 16 



244 i>ie WüstUDgeu im Nordthüriiiggau. 



1502. 6. Mai. Valtin von Beyendorf erhält 10 Hufen zu Nempten, Lopen- 
(lorf und Ketling Mark vom Erzbischof Ernst zu Lehen. (Cop. 41 
fol. 46.) 

1503. 22.* Mai. Hane von Lattorf wird zusammen mit Werner Furhake 
zu Magdeburg von Erzbisehof Ernst belehnt u. a. mit einer halben 
Hufe zu Lobberndorf, die 5 Schillinge zinst. (Cop. 41 fol. 193.) 

1683. Auf Löbkendorfer Felde hat die Hufe 30 Morgen, auf Atzen- 
dorfer 24—25 Morgen. (Steuerprofessions-Protok.) 

1696. 18. März. Herzog Heinrich von Sachsen-Barby belehnt Hans Georg 
von der Schulenburg mit einem halben Vierdung an 3 Hufen zu 
Löwendorfl (Or.) 

Utteratar: Magdeb. GeschicfHM, IV, S. SO. XI S. '271. 



220.221- Gross- und Klein- Ijobhagen. 

Nördlich von Neuhaldenslebcn, links der Ohre. 

1567. Zur Burg Alvensleben gehört u.a. das Halbgericht, soweit sich das- 
selbe über die Heide erstreckt, mit <ien wüsten Dorfstätten — 
Loffhagen und Zachelberge nebst der hohen Jagd daselbst. 
(Behrends, Neuhaldensl. H, S. 176.) 

1587. Nach Zeugenaussagen haben sich die Braunschweiger über die 
Grenzen hinaus der Orte am Zacheiberg, des grossen Carlins und 
Lobhagen u.a. angemasst (A. ErzstM. I, No. 124.) 

c. 1596. Zeugen über die Grenze des Halbeerichts besagen: Item wahr, 
dass von dannen den Profitzsteig entlang die Grenzscheidung auf 
einen Hügel hinten am grossen Lobhagen, darauf eine grosse 
Eichen steht auf dem Profitzsteig gelegen, weiter gehet also, dass 
solcher Hügel den kleinen Lobhagen, so in das Halbgericht 
gehörig, von dem grossen Lobhagen Magdeburgischen terri- 
torii scheidet. 

11, Item wahr, dass von diesem Hügel bei dem Profitzsteig die 
Grenze den Weg entlang etwa auf die linke Hand durch ein klein 
Birkenholzlein stracks für sich auf einen Hügel am Schmehrfeldischen 
Berge, ferner auf eine knunme Birke, folgends auf einen eichenen 
Baum und also weiter auf einen Stock eines eichenen Baum, darin 
ein Kreuz gehauen gewesen, beim Hertling sich continuiret, also 
dass bemelte termini die Schmehrfeldische Käume Magdeburgischen 
territorii von dem Halbgerichte abscheiden. (AlErzstM.I, lfo.124.) 

1704. 7. Oktbr. Der Laubhagen wird im Grenzscheid-Rezess zwischen 
Brandenburg und Braunschweig «lern ernteren zugewiesen. (Walther, 
Sing. Magd. Vm, S.258.) 

litterfttar: FTaZtAer, iHng. Magd. VJfl, K 187. — Behretidt , Neuhaldentl. I, 
S, 67. II, S. 4S, 



Digitized by VaOOQ 16 



220. 221.Gr.-u.KI.-Lobhagen. — 222. Lobnitz. — 228. Loteeke. — 224. Lozele. 245 

222. Lobnitz. 

Bei Atzendorf, Kreis Calbc. 

1455. Nicolaus und Werner Persegk haben vom Erzbischof Friedrich zu 
Lehen u. a. eine Hufe Landes zu Nyrapten bei Atzendoif und eine 
Hufe zu Lobnitz! auch bei Assendorp belegen. (Cop. 36 0.393.) 



223- Lotzeke. 

Vielleicht bei Ohrslebeii, Kreis Neuhaldensleben. 

1200. Das Jacol)i-Kloster in Halberstadt schenkt dein Kloster Adersleben 
24 V2 Hufe in Adesleve, 2*L in Wederstede, 2^-^ in Orsleve und in 
Lotzeke eine Hufe. (G. Q. VU, No. 113.) 

1246. Abt Achilles von Bt»rge erwirbt von Bertram von Ij o z e k u 
Morgen in Edekersleve. (G. Q. IX, No. 104.) 

1267. 6. April. Bischof Volrad von Halberstadt gestattet wegen Über- 
füllung des Jacobi-Klosters einen Teil der Nonnen an Kloster Aders- 
It^beu abzugeben, zu <leren Unterhalt verschiedene Güter an diesen 
abgetreten wenlen, darunter in Lotseke eine Hufe. (G. Q. VII, 

No.XXXI.) 

224- [^zele. 

Wohl bei Hohenerxlebeii an der Bodo. 

1205. 28. Febr. Papst Linocenz III. bestätigt dem Kloster Nienburg i*eine 
Besitzungen, darunter in Lozele eine Hufe. (v. Heinemann, Cd. 
Anh.I, N0.749.) 

1274. 20. Febr. Graf Bernhard I. von Anhalt verkauft die Vogtei über 
dem Domkapitel zu Magdeburg gehörige 17 Hufen in villis Z<^olen, 
Lozele et Errekesleiben, die er vom Erzbischof Konrad zu Lehen 
erhalten hatte, dem Domherrn Heinrich von Grouenberg für 67 Mark, 
(v. Heinemann, Cd. Anh. II, No. 430.) 

1337. Fürst Bernhard HI. von Anhalt beleiht Jordans von Nendorp 
Witwe mit 4 Hufen zu Lötzel up dem velde und dartu den 
thegeden tu nedern Erxieve. (v. Heinemann, C. d. Anh. V, S. 385.) 



225. Lübberitz. 

Bei Neuhaldensleben, nördlich, links der Ohre. 

c. 1364. Fritz und Gevert von Wederde überweisen ihren Töchtern Mar- 
garethe und Ida, Nonnen zu Althaldensleben , 5 Mark iährlich, 
nämlich 3^^ Mark aus Hermsleben und 7 Vierdinge utn deme 
«lorpe tho Lubbernitze. (Behrends, Neuhaldensl. H, S. 52.) 

* An das noch bestehende Lobnitz an der Bode bei Neugattersleben ist hier 
wohl nicht zu denken, da es zu weit von Atzendorf entfernt liegt; vielleicht ist 
p« auch Lobbendorf. 



Digitized by VaOOQ 16 



246 ^e Wüstungen im NordthüringgaiL 

c. 1880. Heyso deStenforde hat vomErzetift zu Lehen tho Lubbernitz 
I mark gheldes vorlegen. — ToLubberniz I mark geldes vor- 
legen. (G. Q. XVI, S. 3. 55. 152. 153.) 

Friczo unde Gerhart von Wederden habin — daz dorff Luber- 
nicz halp mit allim rechte. (G.Q.XVI, S. 74.) 

1438. 25. Septbr. Erzbischof Günther belehnt Ludolf und Heine von 

Alvensleben mit 2 Höfen in dem Dorfe zu Lubbernitze, die 

vorher Heise von Steinfurt gehabt hat. (Riedel, C. d. Brand. A, 
XVn, 8. 122.) 

0.1440. Lubbiruitz: hebbe ik gelegen hern Johan Kyritz I mark 
geldis. (G.Q.XVI, S.327.) 

1447. 28. März. Erzbischof Friedrich belehnt die Brüder Ludolf und 
Heine von Alvensleben u.a. mit dem Dorfe Lubbernitze (Cd. 
AlvenslH, No.247.) 

1452. 8. Juli. Georg und Hildebrand von Bärwinkel vergleichen sich 
mit Ludolf und Heine von Alvensleben über die Dorfstatte und 
Feldmark Hermsleben, auf der Heide gelegen, und bestimmen, dass, 
wenn die Alvensleben to Lubbernitze einen Deich machen wollten 
und die Wiesen zu Hermsleben überschwemmt würden, dann sollten 
8ie Schadenersatz leisten. (Riedel, Cd. Brand. A, XVH, S.132.) 

1477. 3. Oktbr. Erzbischof Ernst belehnt die Vettern Friedrich und 
Friedrich von Alvensleben mit Rogätz und Randau mit Zubehör, 
darunter mit dem wüsten Dorfe Lubbernitze auf der Heide. 
(Cd.Alven8l.n,N, No.42,) 

1479. 22. Juni. Erzbischof Ernst übereignet der Stadt Neuhaldensleben 
die ^vüsten Dorf statten Gross- und Klein - Hermsleben bei Lübbe- 
nysze uff' vhenne seite der Ohre vor der Heide gelegen. (Behrends, 
Neuhaldensl. I, S. 100.) 

1483. 1. Juni. Dompropst Melchior von Magdeburg belehnt Friedrich 
von Alvensleben auf Rogätz u.a. mit einem Hof und 3 Hufen zu 
L ü b be r i t z. (Cd. AlvensL H, No. 621.) 

1495. 23. Mai. Tn dem zwischen Erzbisch(»f Ernst und dem Kurfürsten 
Johann von Brandenburg über die Jagd in der Ohregegend ge- 
schlossenen Vergleiche wird der teich zw Lubernitz genannt. 
(Riedel, C d. Brand. B, VI, S.132.) 

1503. 5. Juni. Hans von Rochow und Heinrich von Veitheim bekennen, 
dass ihnen Friedrich von Alvensleben sein Dorf Satuelle und die 
wüste Dorfstätte Lubbernisze wiederkäuflich verkauft hat (C d. 
Alvensl.m, No.l5.) 

Erzbischof Ernst giebt seine Zustimmung dazu 1503, Juli 26. 
(Ibid. No. 17.) 

1503. 26.JiiIL -Friedrich von Alvensleben hat die Dörfer Süpplineen, 
Satuelle und das wüste Dorf Lubbernitz an Heinrich von Veit- 
heim wiederkäuflich verkauft. (Cop.69 fol.41^.) 

Digitized by VaOOQ 16 



225. LübberitÄ. — 226. Luxdorf . 247 

1516. 30. Juni. Erzbischof Albrecht belehnt die Brüder Ludolf und Mat- 
thias von Alvensleben u. a. mit dem wüsten Dorfe Lubbernitze 
auf der Heide. (C. d. Alvensl. III, No. 11 1 .) 

1524. 23. März. Matthias von Alvensleben p:estattet seinem Vetter Bubhc 
u.a. die Jagd auf der Feldmark Löbberitz auf Lebenszeit. (Cd. 
Alvensl. II, No. 185.) 

1537. 5. Novbr. Kurfürst Joachim II. Hchliesst mit dem Kardinal Albrecht 
einen Vertrag über die Jagd in der Wolmirstedtischen und Garde- 
legischen Heide, darunter auch inLubernitz. (Riedel, Cd. Brand. 
B, VI, S.442.) 

1566. Der Administrator Joachim Friedrich bestätigt den von Alvens- 
leben ihre Lehen, darunter das Dorf Satuelle mit dem Kirchlehen 
und der Dorfstätte Libberitz. (Cop. 18 No.70.) 

1568. 29. Oktbr. Administrator Joachim Friedrich belehnt die von der 
Schulen bürg u. a. mit dem Dorfe Satuelle, dem Kirch leben und der 
Dorfstatte Lubberitz, welche Joachim von der ßchulenburg denen 
von Alvensleben abgekauft hat (Riedel, (J, d. Brand. A, VI, S.289.) 

1587. Nach Zeugenaussagen haben die Braunschweigischen sich über die 
Grenze hinaus der Orte am Zacheiberg, des grossen Oadins und 
Lobhagen, der Schmerfeldischcn Reume, des Dorfs und Lubbe- 
ritzer Lauke, welche örter alle in des Stifts Magdeburg territorio 
belegen, angema^ist. (A. Erzst. M. I, No. 124.) 

1596. Zeugen sagen auH, dass die Grenze des Halbcericht« längs der 
Lubberitz er Lauke, so Joachim von der Scnulenburg als ein 
Pertinenz der Lubberitz er Feldmark zuständig, weitergeht; daf?8 
die Lubberitzer Lauke vom Halbgericht durch einen alten ge- 
kreuzten Eichbaum geschieden wird; (lass die Grenze weiter geht 
von dem Hügel zwischen der Feldmark Lubberitz imd d^a 
Hertling, der ins Halbgericht gehört^ so dass das Halbgericht links, 
die Luoberitzer Mark zur rechten bleibt; dass die Grenze sich 
weiter auf einen anderen Hügel zwischen Lubberitz und dem 
Hertling, dann auf einen Baum am Hertling und endlich auf einen 
Hügel, der die Lubberitze, Hermsleben und das Halbgericht 
von einander scheiden, geht. (A. Erzst M. I, No. 124.) 

1684. Die Bauern von Satuellc haben von dem von der Schulenburg 
die wüste Feldmark Lieberitz in Pacht. (Steuerprofessions-Protok.) 
litteratur: Behrends, Neuhaldmsl. II, S.3S. — AUmärk. Jahresber, IX, S. 69. 



226. Luxdorf. 

Südlich von Atzendorf, Kreis Calbc. 

1121. 18. Oktbr. Bischof Reinhard von Halberstadt bestätigt dem Kloster 
S. Laurentii in Schöningen seine Besitzungen, darunter in Suammere 
121/2 Hufen und 15 Höfe, in Luckestorp XI aree et octo mansi — . 
(Schmidt, Hochstift Halberst.I, No. 151.) 



Digitized by VaOOQ 16 



248 I^ie Wüstungen im Nordthfiringgau. 



1187. Bischof Rudolf von Halberstadt bestätigt dem Kloster 8. Lauren tii 
in Schön ingen seinen Besitz, darunter in Svammere 12^/2 Hufe 
und 15 Höfe, in villa, que dicitur Luckestorp VHI mansi et 
XI aree. (Schmidt, Hochstift Halberstl, No.l89.) 

1179(8). 24. Mai. Papst Alexander HI. bestätigt dem Kloster Nienburg 
u. a. ex dono Thiemari marchionis fundatoris monasterii 2 Hufen 
in Luikesdhorp. (v. Heinemann, C. d.Anh. I, No. 566.) 

1179. 22. Febr. Papst Alexander HI. bestätigt dem Kloster Schönineen 
seinen Besitz, darunter in Luckestorp 11 Hof stellen und 8 Hufen. 
(Falke, Tradd. Corbei. S. 770.) 

1205. 28. Febr. Papst Innocenz HI. bestätigt dem Kloster Nienburg 
seine Besitzungen, darunter in Luckesdorp 2 Hufen, (v. Heine- 
mann, C. d.Anh. i, No. 749.) 

1216. 4. Juni. Papwt Innocenz IH. bestätigt dem Kloster Nienburg unter 
anderen Besitzungen auch 2 Hufen in Luikesdhorp, welche aus 
der Schenkung des Griinders Markgraf Thietmar herstammen. 
(v. Heinemann, C. d. Anh. H, No. 20.) 

1221. 8. April. Papst Honorius IH. bestätigt dem Kloster Hecklingen 
das Patron atsrecht über mehrere Kirchen, darunter zu Lakesdorp.* 
(v. Heineraann, Cd. Anh. II, No.48.) 

c. !225. Graf Hoier von Falkcnsteiii verzichtet zu Gunsten des Maiien- 
klostei-8 auf dem Münzen berge auf die VogUn über eine Hufe in 
Lak esd orp. (v. Heinemann, C. d. Anh. II, No. 131.) 

1264. H.April. Das Lorenzkloster in Schöningen verkauft dem Lorenz- 
klost^r in der Neustadt 8 Hufen in Lubestorp, 13 in Swemmer 
und 2 in Ostereil sieben. (G.Q.X, No. 133.) 

1268. 22. Juni. Papst Clemenn IV. bestätigt dorn Kloster Nienburg unter 
anderen Besitzungen auch in Luckesdorp septem mansos et dimi- 
dium cum terris, pratis, vineis, nemoribus, usuagiis et pascuis in 
bosco et in piano in aquis et molendinis in viis et semitis et Om- 
nibus aliis libertatibus et immunitatibus suis. (v. Heinemann, Cd. 
Anh.n, No.348.) 

1272. 9. Juni. Erzbisehof Konrad überträgt dem Klosti^* U. L. Fr. das 
Patron atsrecht der Kirche zu Welsleben, welches die Gebrüder von 
Esbeck bislier gehabt, mit den dazu gehörigen Gütern, darunter 
eine Hufe zu Lu est orp, die jährlich 5 Schulijige und 5 Hübner 
zinst. (G.Q.X, No.l39.) 

1297. 7. Mai. Herzog Albrecht H. von Sachsen und seine Gemahlin Agnes 
schenken dem Kloster Hecklingen 3 Hufen, von denen 2 in Heck- 
lingen, eine in Lakesdorp liegt, (v. Heinemann, Cd. Anh. II, 
No.832.) 

c. 1350. Das Stift S. Bonifatii in Halberstadt hat in villa Lakestorp 
VU mansi pertinentes ad villicationem in Kekelinge — in eadem 

* Lakesdorf wird unten noch zweimal genannt. Es ist doch wohl identisch 
mit Luxdorf. 



Digitized by VaOOQ 16 



226. Luxdorf. 249 



villa Vn mansi litonum solventes 1 11 solidos, I den. minus — item 
in eadem villa de overlant Hermannus lito XXI den. etc. — in 
eadem villa mansus villicationis solvens I chorum tritici et I ordei — 
ibidem III aree cum overlant solventes V sol. et VI den. (G. Q. 
Xm, S.266.) 

Das Dekanat des Stifts S. Bonifatii in Halberstadt hatte u.a. 
eineHufo in Hekelingen und 2 Hufon in Lakestor p. (Ibid. ß. 274.) 

c. 1363. Henning, Reyner Korlings Hohn, hat vom Magdeburger Dom- 
propst eine halbe Hufe in Lukstorp zu Lehen. (Cop. 91 S. 55.) 

c. 1420. Lustorp: dar hebbe wey V hove, de werkt me ut Assendorpe, 
de hebbe wey gelegen Hanse Vedderen. (G. Q.XVI, S.328.) 

1446. Otto von Segherde hat vom Erzbischof Friedrich u. a. zu Lehen 
6 Hufen auf dem Felde zn Lui)8dorf und 2 Hufen zu Hwummer. 
(Cop. 36 S. 449.) 

1462. 6. Febr. Fürst Bernhard VI. von Anhalt- Bernburg schenkt dem 
Stift S. Bonifatii zu Halberstadt 9 Hufen auf der Mark zu Lacks- 
torf zu einer Memorie für sich und seine Eltern. (G. Q. XHI, 
No. 255.) 

1458. Gottfried und Drewes von Moltzen haben vom Erzbischof Friedrich 
zu Lehen u. a. 6 Hufen zu Lupstorff und 2 Hufen zu Swummer. 
(Cop. 36 S.357.) 

1471/72. Der Mollen vogt verzeichnet unter Atzendorf Einkünfte aus 
Lutzkstorppe (Lukstorp) Mark. (Cop. 101.) 

1479. 14. Novbr. Dietrich von Hardorf erhält vom Erzbischof Ernst zu 
Lehen u.a. 6 Hufen Landes zu Lupsdorf. (Cop. 41 fol. 165\) 

Dieselben Güter erhält Tiedeloff Ludemanu 1486, Januar 13. 
(Ibid. fol. 188.) 

c. 1480. Tyle Vetter in VVelsleben verzichtet gegen Kloster Berge auf 
eine Hufe und 2 Höfe in villa deserta Luckstorp prope Atzen- 
dorp. (Berg. Lehnb. fol. 24.) 

1485. 15. Juni. Erzbischof Ernst belehnt Hans von Kroseck mit Ländereien 
vor Calbe, — 3 Hufen zu I^ubstorff, Gütern zu Eikendorf u. s.w. 
(Cop. 41 fol. 75.) 

1496. Graf Burchard von Barby belehnt die Harkstro zu Magdeburg 
u.a. mit 10 Schillingen 1/2 Vierdung an einer Hufe zu Luckstorff 
vor Atzendorf. (Cop. 431 fol. 141.; 

1524. Atzendorp, Luckstorp Marke im Zinsregister U. L. Fr. (G. Q. 
X, S.389.) 

1530. 2. Mai. Der Domherr Joachim von Plotho belehnt (Jurt 8nok zu 
Glöthe mit einem freien Hof zu Atzendorf mit 6^3 freien Hufen 
auf Luckstorffer und 2 Hufen auf Schwommer Feldmark. 
(Cop. 113 fol. 176.) 

1562. Das Kloster U. L Fr. zu Magdeburg hat an Geldzinsen zu Lücks- 
tor f f 2 fl. 6 Gr. 8 A- (Gesch. Bl. XIII, S. 265.) 

Digitized by VaOOQ 16 



250 I^ie Wüstungen im Nordtbüringgau. 



1662. 17 — 20. Jan. Lorenz Borschen hat eine Hufe auf Luxdorfer 
Felde vor Atzendorf vom Kloster Berge zu Lehen. (G. Q. IX, No. 1062.) 

1616. Die Fabrik des Sebastiansstifts hat Einkünfte aus Atzendorf in 
campo Luchsdorf. (Reg. fahr.) 

1680. 23. Septbr. Die Förderstedtische Feldmark nimmt ihren Anfang 
an der Grossen Marwitzer grünen Wuhne; diese geht gerade durch 
die Förderstedtische und Atzendorfsche Mark bis auf deji Lux- 
dorfer Teich. (Förderstedter Grenzprotokoll.) 

1683. Auf Luxdorfer Felde hat die Hufe 30 Morgen, auf Atzendorf er 
24 — 25 Morgen. (Steuerprofessions-Protok.) 

1696. 18. März. Herzog Heinrich von Sachsen-Barby belehnt Hans Georg 
von der Schulenburg u. a. mit 3 Hühnern an einer halben Hule 
zu Luxdor ff vor Atzendorf. (Or.) 

1699. 26. Oktbr. Der kurfürstliche Kommissar H. F. Hampe berichtet an 
die Regierung: 

Luxdorff ist gleichfals ein groszes wüstes Dorf. Die statte 
wo die häuser gestanden, kann man noch sehen. Mitten iu diesem 
dorfle habe ich 2 teiche gefunden. Ist ein dorff von 40 feuerstätten. 
Die possessores seyn die AtzendorfTsche und die Förstättsche. Und 
ist dieses dass dorff, so Curd Schnok dei* Richter zu Atzendorff 
Sr. freyheiT von Dankelmans Excellenz für eine Mark bosshafflüger 
Weise angegeben hat, da es doch warhafftig ein dorf vor diesen 
gewesen ist. Auch bin ich versichert, dasz so Ew. Ew. Excellenz 
solches in Augenschein nehmen werden, für ein dorff also fort er- 
kennen werden; die Ursache, dass der Richter solche l'uwarheit 
s. freiherrlichen Excellenz hinterbracht, ist, dass er der principalste 
von denen Bauern zu Atzendorff seyn soll, der am allermeisten 
Äcker von denen wüsten dörffern haben soll. (A. Magd. Cammer H, 
No. 268.) 

1699. Unter den Feldmarken, die das Dorf Atzendorf in Besitz genommen, 
werden neben einander angeführt die Lubdorffsche und Luchs- 
dorffsche. (A. Magd. Cammer H, No. 268.) 

Litteratur: Maydeb. iieschiehUbl. IIJ, K 474. 487. IV, .V. SO. 3S. 



227. Makedal. 

Bei Angern, Kreis Wolmirstedt. 

1448. 22. Aii|!;. Erzbischof Friedrich verkauft denen von der Schulenburg 
das Schloss Angern mit Zubehör, nämlich dem Bleck Angern und 
den Dörfern Palnitz, Castel, AVentdorf, Makedal, Kenerde, Cobbel 
und Santforde, mit der Fischerei auf der Elbe genannt der Ronen- 
zog, mit 2 Werdern, einer genannt das Molen werder, das andere 
das Pagenwerder. (Cop. 66 fol. 147\) 

Litteratur: Alimärk. Jahresber. XIJI, /S. 106. — Danneil, Wolmirsledt JS. 56. 



Digitized by VaOOQ 16 



226. Lnxdorf. — 227. Makedal. - 228. Mayen. 251 



228. Mayen. 

Südlich von Calbe. 

1420. 25. April. Hans und Jacob von Wetelitz verkaufen eine Hufe 
Landes vor Calbe auf dem Felde Meyghen, die sie von den Her- 
zögen zu Sachsen zu Lehen haben, dem Kloster Gottesgnaden. (Or.) 

1499. 3. Febr. Der Rat von Calbe entscheidet einen Stieit zwischen Hans 
Killing und Dietrich Schulze wogen einer halben Hufe zu Meygen 
und einem Viertel zu Hondorf. (Handelbuch von Calbe fol.202'.) 

1501. 25. April. Der Rat von Calbe bekennt, dass Asmus Krawel 
12 Gulden auf Wiederkauf 6 Jahre lang aufnimmt von Hans Doite, 
wofür er diesem eine halbe Hufe zu Meigen, die vom Gottes- 
hause zu Biendorf zu Lehen geht, versetzt hat. (Handel buch von 
Calbe fol.2U\) 

1508. 14. Mai. Der Rat von Calbe verzeichnet in sein Stadtbuch, daes 
Hans Doite an Stefan Lubeg eine Hufe Landes zu Meygen, welche 
vom Gotteshause zu Biendorf zu Lehen rührt, für 34 Gulden ver- 
kauft hat, (Handelbuch von Calbe fol. 213.) 

1526. 8. Septbr. In einem Heiratsvertrage wird der Braut u. a. eine Huff 
Landes zu Mevgen in die ander arth gepfluget zugesagt (Handel- 
buch von Calbe 'fol. 273\) 

1528. 28. Oktbr. Li einem Heiratsvertrage wird u. a. bestimmt, dass der 
Bräutigam Georg Korre zu Calbe im Falle des Todes seines Vaters 
seiner Schwester Anna von 2 Hufen zu Meygen und Hondorf 
eine abtreten soll. (Handelbuch von Calbe fol.*281^j 

1529. 27. Juni. In einer Ehestiftung zu Calbe wird ein Viertel Acker 
zu Meygen gelobt. (Handelbuch von Calbe fol. 284\) 

1532. 16. Juni. In einer Erbteilung unter den Geschwistern Valentin, 
Michael, Jacob und Valentin Doyte zu Calbe kommen folgende 
Äcker zur Verteilung: 2 Hufen zu Balbergk, eine Hufe zu Rosten, 
eine Hufe zujeser und eine halbe Hufe zu Meygen. (Handelbuch 
von Calbe fol. 294.) 

1561. Kloster Gottesgnaden hat einen Gulden Zins von Marcus Palme 
von drei Vierteln Landes zu Meygen. (Visitationsprotokoll.) 

Mehrere Zinsen von Lassgütem will der Erzbischof von Gottes- 
gnaden dem Amte Calbe zulegen, darunter von den Hufen zu 
Meygen 31/9 Schock von 2 Hufen, 

2 öulden von einer halben Hufe, 

IY2 Gulden von einer halben Hufe, 

6 Gulden von 2^/^ Hufe, 

einen Gulden von V* Hufe, 

6I/2 Groschen von einer halben Hufe. (Visitationsprotokoll.) 



Digitized by VaOOQ 16 



252 I^»e Wüstungen im Nordthüringgau. 



229. MakkieHtidi. 

Vielleicht bei Förderstedt, Kreis Calbe. 

946. 29. Jan. Otto I. bekundet, datft^ er all »ein Eigenes u. a. in dem 
locus Makkiesstidi, gelegen in pago Nordthuringi in comitatu 
Geronip, dem MagdeburgerKlonter übereignet habe. (MG. DD. I, S. 1 51.) 

973. 4. Juni. Otto IL bentätigt dem P>zstift Magdeburg dessen Besitzungen, 
danniter solche zu Makkestedi.» (MG. DD. II, S. 39.) 

Litteratnr: Falke, lYadd. Corbei. S. 46. 



230. Mariendopf. 

Südlich bei Magdeburg, das frühere Jiidendorf. 

1503. 23. Febr. In dem Innungsbnefe für die Brauer in der Sudenburg 
wird bestimmt, dass Niemand in der Sudenburg oder Mariendorfe 
Weizen- oder Gerstenbier schenken soll, er habe es denn selbst ge- 
braut. (G. Q. XXVIII, No. 1227.) 

1504. 29. Febr. Erzbischof Ernst gewährt der Sudenburg und d(»m 
Margendorfe für erlitteneji Brandsehaden 2 Jahrmärkte und 
einen Wochenmarkt, diesen speciell im Margendorfe. (G.Q. 
XXVIII, No. 1278.) 

1508. 6. Jan. Johannes Helversem im Mariendorfe bittet den Rat von 
Zerbst, Marcus Schutte zur Zahlung von Lohn anzuhalten. (G.Q. 
XXVIII, Nachtr., No.l93.) 

1509. 5. Septbr. Zu den Ausstattungsstücken von 1 geistliehen Bineiizien 
in der Kapelle des Mariendorfes gehören u.a. 3 Ort von Hans 
Picken Hause im Mariendorfe. (G.Q.XXVIII, No.l457.) 

1609. Erzbischof Ernst entscheidet einen Streit zwischen de»i Tuchmachern 
der Stallt Magdeburg und der Sudenburg, welche die tuchmacher 
im Marien<lorff e dosell)st usz fromden landen und stet(»n mit 
s. f. gn., auch f,g. capittel zu Magdeburg vorgunst und bewillunge 
bey sich gebracht, befrjhet, begnadet und privilegirt, aldor solch 
irc hantwerk — anzurichten und des mit yren knechten, gesinde 
und was diirzu nach nottui'ffl ujid dessell)igen hantwerks ubung 
gehört, zu gebruchen und genyssen -. (G. Q. XXVHI, No. 1446.) 

1517. 27. März. Zum Li»ibgedinge der Frau Elisabeth Kotze gehört ein 
freier Hof im Mariendorf innerhalb der Sudenburg. (v. Mülver- 
stedt, Kotze S.263.) 

1518. 20. Aprü. Johann Wernicke, Vikar in der Kaptdle des Marien- 
dorfes in der Sudenburg giebt den Kotzes einen halben Vierdung 
von einem Viertel Landes, (v. Mülverstedt, Kotze S. 265.) 

1564. In der Kapelle im Mariendorfe sind 4 geistliche Lehen; Ein- 
künfte unbekannt; sie bezieht der erzbischöfliche OfHzial. (Kirchen- 
visit. Protok.) 

* Der Ort ist seitdem mit dieser Nflniennfonn nicht wieder nachzuweisen. 

Digitized by VjOOQ 16 



229. Makkiestidi. — 230. Mariendorf. - 281 . 232. Gross- und Klein-Marwitz. 253 



231. 232. Gross- und Klein-Marwitz. 

Südwestlich von Förderstedt, Kreis Calbe. 

1311. 16. Dezbr. Fridericus dictus do Merwiz, iu eadem villa commo- 
rans, gestattet, dass sein Vasall Bruno Everhardi in Schlanstedt 
eine Hufe in Eilsdorf an das Stift S. Bonifatii iu Halberstadt ver- 
kauft. Datum Merwiz quoad sigillmn nostrum Friderici pre- 
dicti — . CG-Q-Xm, S.Bonif., No.ll5.) Bestätigt durch Graf 
Heinrich von Regenstein 1313, Juni 11. (Ibid.) 

1363. 12. April. Nach der Landfriedensurkunde Erzbischof Dietrichs 
stellen Merwiz, Okstede und Flochchow (in der Vogtei Calbe) 
6 Bauern. (G. Q. XXVI, No. 458.) 

1363. Die Gebrüder Schartow pannicide haben vom Donipropst zu liehen 
u.a. Stücke in Merwitz. (Cop, 91 S. 69.) 

c. 1863. Heinrich Speck in Wolmirsleben hat von der Magdeburger Dom- 
propstei zu Lehen 1^2 Mark, 28 Groschen und 20 SchiDinge in 
campis Criwitz et in campis Merwitz. (Cop. 91 8.53.) 

c. 1366. Steuerregister von Calbe: A villanis de Marwitz III marcas. 
(Magd. Gesch. XV, S. 109.) 

c. 1880. Conrad Vedder hat vom Erzstift zu Lehen in Marwitz eine Hufe. 
Koppe Spek hat ebenso 3^2 Hufe in campis Wolmersleben und 
9 Viertel Landes in Merewitz. (G.Q.XVI, S. 56. 78.) 

c. 1399. Heinrich von Wochelitz hat vom Erzstift zu Lehen 3 Hufen in 
campis Merwicz. (G.Q.XVI, S.231.) 

C. 1400. Sophie, die Frau Johann Mokerens, hat zur Leibzucht in campis 
et Villa Morewitz 2 Mark. (G.Q^XVr, 8.263.) 

1446. 8. Juni. Hans Botz wird vom Erzbischof Friedrich belehnt u. a. 
mit 6 Hufen auf Merwitzer Feld. (Cop. 36 fol. 70.) 

1490. Zinsen der Dompropstei erledigt durch den Tod Arndt Wraghens 
in Serpow, Tregow, Poddemeke, Merwitze magna et parva. 
(Cop. 91»> fol. 13.) 

1490.1521. Die Dompropstei hat schotum de Serpow, Krewitz et parva 
Merwitz et dicitur wusteschot 15 Schock. (Cop. 91*> fol. 15^ 
Cop. 91« fol.l7\) 

1500. 25. Aug. Der Dompropst Adolf von Anhalt entscheidet einen Streit 
zwischen Henning Kracht zu Athensleben und der Gemeinde des 
Bleckes Förderstedt über die Marbe dahin, dass Kracht und die 
Inhaber von Athensleben die Marbe stauen mögen, doch ohne Er- 
höhung des Dammes vor Athensleben, so dass er wegen der Mer- 
witzer Mark unangefochten bleiben soll; auch soll er die Fischerei 
daselbst gebrauchen. Dagegen sollen die Männer von Förderstedt 
die Trift auf der Merwitzer Mark bis an das Rohr behalten, 
auch den Acker daselbst geniessen. Wenn die Marbe später ab- 



Digitized by VaOOQ 16 



254 I^ie Wüstungen im Nordthüringgan. 



nehmen und die jetzt mit Wasser überlaufenen Äcker auf Mer- 
witzer Mark trocken werden würden, so sollen die Förderstedter 
ihre Äcker betreiben, so weit die Mark geht. Das Rohr, welches 
auf der Merwitzer Flur wächst, soll zwischen den Krachts und 
den Förderstedtern geteilt werden. Die Grenze zwischen den Marken 
Merwitz und Zwemmer soll ein alter Graben bilden, der von der 
Förder8t(»dtischen Mark anhebt und bis an den festen Damm an 
der Marbe geht, so dass alles, was auf der Seite nach der Mer- 
witzer Mark wächst, denen von Förderstedt, das, was auf der 
Schzwemmer Seite wächst, den Krachts gehören soll. (A3 Erzst. 
M. Domkap. No.746.) 

1615. 28. Aug. Der Dom propst Adolf von Anhalt entscheidet einen Streit 
zwischen Henning Kracht zu Athensleben und den Bauern von Förder- 
stedt dahin, dass Kracht als Inhaber des Schlosses Athensleben die 
Marbe stauen darf, doch ohne Erhöhung des Wehrs vor Athens- 
leben; ferner soll Kracht der Merwitzer Mark halben unbehelligt 
bleiben und die Fischerei dort haben, wogegen die Förderstedter 
die Trift auf der Merwitzer Mark bis an das Rohr haben, auch 
den Acker daselbst gebrauchen sollen. Sollte die Marbe in künftigen 
Zeiten abnehmen, so sollen die Förderstedter das trocken werdende 
La^id auf der Merwitzer Mark nach ihrem Gutdünken verwenden ; 
das uuf der Merwitzer Mark wachsende Rohr soll nach Athens- 
leben gehören bis an die festgesetzte Grenze, das übrige Rohr soll 
den Förtlerstedtern zustehen ; ferner ist bestimmt, nachdem zwischen 
den Marken Zwemmer und Merwiti ein alter Graben von der 
Förderstedtischen Mark anzuheben bis an den nächsten Damm von 
den Altsassen angegeben und ausgegangen ist, soll dieser Graben 
die Grenze zwischen beiden Marken sein, also dass alles was auf 
Merwitzer Mark wächst, den Männern von Förderstedt, alles, 
was auf der anderen Seite des Grabens auf der Schzwemmer 
Mark liegt, Henning Kracht gehören soll. (A3 Erzst M. Dom- 
kap. No.746.) 

1621. Die Dompropstei zu Magdeburg hat Zinsen in magna Merwitz 
von 121^ Hufen und 3 Vierteln, in parva Merwitz von 8 Hufen, 
einem Viertel, 2 Höfen und 2 Gärten. (Cop. 91« fol. 16.) 

Der Schoss von Szerpow, Krewitz und parva Merwitz, den 
die Dompropstei erhebt, beträgt 15 Schock und heisst wusteschot. 
(Ibid. fol. 15^) 

1586. 10. Oktbr. Dompropst Joachim Friedrich belehnt Pascha Schröder 
zu Förderstedt mit 3 Vierteln Landes auf Merwitzer Feld- 
mark. (Or.) 

1595. 10. Oktbr. Der Dompropst Joachim Friedrich bekundet, dass sein 
Unterthan Hans Wesche zu Förderstedt Zinsen aus einem Viertel 
Landes auf Kröttzer und einem Viertel auf lüttken Merwitzer 
Feldmark verkauft hat. (Or.) 

1654. 1. April. Franz von Lothringen, Dompropst zu Ma|^deburg, belehnt 
die Frau des Amtmanns Johann Linte zu Niendort mit einer Hufe 



Digitized by VaOOQ 16 



231. 232. Gross und Klein-Marwitz. — 233. Medebeke. 255 



Landes auf Gross-Mehr witzer Feldmark nahe bei Förder- 
stodt (Or.Ji 

Noch Otter in gleicher Weise wiederholt. 

1680. 23. Septbr. Ausgangs der Bodinger Feldmark und Anfangs des 
dritten Steins und Stangen hebet sich die Lütke Marwitzer 
Feldmark an. Zwischen Stassfurter und lütken Marwitzer 
Feldmark finden sich von vorigem Stein bis auf die grosse Mar- 
witzer Feldmark 6 Wuhnsteine und bleibet zur Rechten Mar witz, 
zur linken Stassfurt. Auf jenseit der Schanze endet sich die 
Scheidung mit einem Grasewege, der Stassfurt zur Linken und 
Grossen Marwitz zur Rechten hat. 

Allhier fangt sich die Grosse Marwitzer Feldmark an und 
geht gerade durch bis an die Stassfurtische Mark nach der Marbe 
hinunterwärts bis an den neuen Graben und endet sich an der 
grünen Wuhne. (Förderstedter Grenzprotokoll.) 

1685. Auf der Gross- und Klein-Marbitzer Feldmark bei Förder- 
stedt hält die Hufe 24 Morgen. 

Von der Gross-Marbitzer Mark erhält das Amt Calbe den 
Schoss. (Steuerprofessions-Protok.) 

1699. 26. Oktbr. Der kurfürstliche Kommissar Hampe berichtet: 

Marwitz ist ein Dorf von 40 Feuerstätten. Die heutigen 
possessores davon sind die Förstätter. (A. Magfl. Cammer II, No. 268.) 

1699. Förderstedt hat sich die Feldmarken der wüsten Dörfer Luchs- 
dorf, Makerene, Ilbrecht, Michelsdorf, die Hälfte von Zerpetsch, 
Marwitz und die Hälfte von Förderstedt angemasst (A.Magd. 
Cammer II, No.268.) 

litteratnr: Magdeh. Gescktchtsbl. IJI, S. 487. IV, S. St. XI, S.S67. 



2SS. Medebeke. 

Bei Hundisborg, Kreis Nenhaldensleben. 

c. 1015. In der Grenzbestimmung der Sprengel von Magdeburg und 
Halberstadt heisst es: übi Ora fluvius influit Albiae conveniunt 
episcopatus Halberstadensis et Magdeburgensis. Abhinc ascendit 
contra fluvium Oram usque Niendorp et abhinc per semitam, quae 
transit indaginem intcT Haldesleve etMedenbeke usque inBiveram 
fluvium. (Magd. Reg. lU, S. 1 62.) 

1163. Abt Irminhard von Hillersleben bekundet, dass Hoyerus de Manes- 
velde beneficium quoddam inNevedebeke dem Kloster geschenkt 
hat. (Riedel, C. d. Brand. A, XXII, S. 419.) 

1893. Unter den Magdeburgischen Lehen von Neuhaldensleben : Jhan 
Wicker habet I mansum in campis Medebeke. 

Hans Belstorp habet IV2 mansum in campis Medebeke et 
I pratum in campis Neyendorp. 

Johannes et Hinricus Beurman habent — II breide in campis 
Medebeke. 



Digitized by VaOOQ 16 



256 Die Wüstungen im Nordtliöringgau. 

Hennig et Brand Vos habent VI mansos in campis M e d e - 
beke — . 

Tile und Hans Schulte habent I breide in campis Medebeke. 
(G.Q.XVI, S. 240. 241.) 

Utteratur: Walther, Sing. Magd. JII, S. SS. — Behrendg, Netihaldensl. 11, S. 97, 



234 Medewitz. 

Bei Stassfurt, Kreis Calbe. 

1443. 13. Febr. Erzbischof Günther belehnt die Brüder Friedrich und 
Hans Lose zu Magdeburg u. a. mit einer Hufe zu Medewitz. 
(G.Q.XVI, S.367.) 

1460. Volrad von Westorp hat vom Erzbischof Friedrich u. a. zu Lehen 
9 Viertel Landes zu Medewitz. (Cop.36 S.679.) 

1478. 11. März. Die Gebrüder von Westorf erhalten vom Erzbischof Ernst 
zu Lehen u.a. Güter zu Stassfurt, 9 und 5 Viertel und eine Hufe 
zu Medewitz. (Cop. 41 fol. 125.) 

1484. 28. Juli. Simon Sladen, Bürger zu Stassfurt, verkauft an Martin 
Post, Vikar zu U. L. Fr. zu Halberstadt, 6 Gulden aus 4 Hufen 
und einem Viertel Acker mit allen Zubehörungen, Grasewiesen und 
Rohr, wovon 2 Hufen und ein Viertel auf dem Felde des wüsten 
Dorfes zu Medewitz und die 2 anderen Hufen auf dem Felde 
des wüsten Dorfes zu Verne vor Stassfurt uach Magdeburg zu 
liegen, wiederkäuflich für 100 Gulden. (G.Q.XVI, 8.369.) 



235. Mendorf. 

Bei Schnarsleben, Kreis Wolmiratedt. 

1084. l.Novbr. Bischof Burchard H. von Halberstadt bestätigt dem 
Kloster Huysburg seine Besitzungen, darunter in Meyndorp eine 
Hufe und 2 Drittel des Waldes. (N. Mitth. IV, 1, S. 4.) 

1146. 11. April. Rudolf, Bischof von Halberstadt, bestätigt einen Güter- 
tausch zwischen den Klöstern Hillersleben und Walbeck: jenes 
erhält für 4 Hufen in villis Mendorp ac Wallendorpi ein Gut, 
quod situm in ripis Albie et Ore fluminum in villa Elebui dicta. 
(Riedel, C. d. Brand. A, XXH, S.414.) 

1152. 28. Juni. Bischof Ulrich von Halberstadt bestätigt dem Kloster 
Hillersleben seinen Besitz, darunter in Mentorp eine Hufe. (Riedel, 
(j. d. Brand. A, XXH, S. 415.) 

Bischof Ulrich von Halberstadt bestätigt dem Kloster Hillers- 
leben seinen Besitz, daiunter in Meindorp eine Hufe. (Magd. 
Reg.I, No.1262.) 



Die Magdeb. Begesten lesen (nach dem Original) Nienthorp und Valendorp. 

Digitized by VaOOQ 16 



234. Medewitz. — 235. Mendorf . 257 

c. 1158. Abt Irminhard von Hillersleben stiftet zur besseren Beleuchtung 
der Klosterkirche gewisse Einkünfte in Gross- und Klein-Druzberge, 
in Meindorp eine Hufe, die 8 Schillinge zinst, in Gross- und 
Klein-Rodensleben, in ßamswegen, Kesdre und Steinforde. (Riedel, 
C. d. Brand. A, XXII, S. 418.) 

1197. Erzbischof Ludolf bestätigt dem Kloster Ammensleben seine Be- 
sitzungen, darunter in Mein dhorp lV2Hufe. (Magd.Reg.II,No.78.) 

1221. 29. Mai. Papst Honorius HL bestätigt dem Kloster Hillersleben 
seine Besitzungen, darunter in Schnarsleben l^/, Hufe, in Meyn- 
d or f eine Hufe. (Riedel, C. d. Brand. A, XXII, S. 426.) 

1231. 1. Aug. Erzbischof Albrecht bestätigt dem Kloster Ammensleben 
seinen Besitz, darunter in Meyendorf 4^/^ Hufe nebst Hofstelle 
und noch 2 Hufen mit 2 Hofstellen. (Magd. Reg. H, No. 944.) 

1808. Donation Bischof Albrechts zu Halberstadt über den Zehnten von 
25 Hufen auf der Mark zu Meindorff für Kloster Meyendorf. 
(A. Erzst M. II, No. 1034.) 

1811. Ritter Konrad von Schartau hat vom Bischof von Halberstadt zu 
Lehen einen halben Zehnten in Klein-Ottersleben und den 2jehnten 
in Mendorp deserto apud Snardesleve. (Riedel, C. d. Brand. A, 
XVH, 8.465.) 

1852. 27. April. Das Kloster Ammensleben verkauft an den Magdeburger 
Stadtschreiber (protonotarius) Dietrich 5 Hufen und 7^/« Morgen 
Oberland mit 7 Höfen in campe et villa deserta Mendorp für 
50 Mark. (G. Q. XXVI, No. 427.) 

1860. Das Stift S. Nicolai bekennt, dass der Protonotar Thidericus in 
Magdeburg 5 Hufen und 7 Morgen Oberland mit 7 Höfen gelegen 
in campis et villa deserta Mendorp,^ wovon 3 Morgen und ein 
Hof zehntfrei sind, dem Stift übergeoQp habe, nachdem er sie vom 
Kloster Ammensleben gekauft hatte. (Gop.342^ fol.83.) 

1468. Hans von Beventen zu Magdeburg und seine Brüder haben vom 
Bischof von Halberstadt zu Lehen de dorpstede to Mendorpe 
und den Garbenzehnt über 30 Hufen und 9 Schillinge von einer 
Hufe. Diese Dorf statte und Hufen zu Mendorp sind gelegen bei 
der Mark zu Snardesleve. (Cop.434 fol.42\) 
Ebenso 1480. (Cop.475 fol.65.) 

1481. Hans Beventen zu Magdeburg hat vom Stift Halberstadt zu Lehen 
die Dorfstätte zu Mendorf, den Oarbenzehnten über 30 Hufen 
Landes und 8V2 Schilling an einer Hufe Landes. Die Dorfstätte 
liegt bei der Mark Snardesleben. (Cop.475 fol. 15.) 

1490. Jacob Beventen und seine Söhne erhalten vom Stift Halberstadt 
zu Lehen die Dorf statte zu Nyendorff* und den Garbenzehnten 
über 80 Hufen daselbst, SV« Schilling an einer Hufe auf dem Felde 
zu Mendorf. (Cop.475 fol. 18\) 

* In der Überschrift der Urkunde steht Nelndorp. 
' Offenbar verschrieben f&r Mendorp. 
VrVitongwit.Kordthllr. 17 

Digitized by VjOOQ 16 



258 Die Wüstungen im Nordthüringgau. 



1519. 8. Jan. Kardinal Albrecht belehnt Sivert von Deveu und seine 
Brüder C-one und Hans mit den Gütern, die Jacob Beventhe zu 
Magdeburg zu Lt^hen gehabt, daruntiT mit 8^2 Schilling an einer 
Hufe aui' dem Felde zu Mendorf bei der Mark Schnarsleben. 
(Cop.18 No.34.) 

1524. Im Zinsregister des Klosters U. L. Fr. stehen Zinsen aus Snardes- 
leve und Meyendorpp marcke; darunter: 



dusse ^L hovo hefft in eynem felde VIII morg(*n, in den aiulern 



Her Golthsmedt^ — V« niansum — upp Meyendorpp marek«^ ; 
eynem felde VIII 
in jewelten IX morgen. 

De kercheren ^g mansum upp Meyendorp velde IIH ß. 

Symon Rusch 1/2 luai^sum upp Meyendorpp velde van Tile 
Rusch miß. (G.Q.X, S.383.) 

1555. Desolatum Meyendorff prope Schnersloben zahlt ein Quartale 
Roggen Svnodalkorn dem Dechanten von Magdeburg. (Reg. censuum 
de 1555.)* 

1581. 1. Febr. Domherr Ernst von Meltzing zu Magdeburg uiid Kapitels- 
meister belehnt Kersten Schütte zu Schnarsleben mit einem Viertel 
Landes auf Mendorffer Mark vor Schnarsleben. (Gr.) 

Litteratnr: Danneil, WolmirsUdt, IS. 612. 



236. Meiitz. 

Bei Pömmelte, Kreis Calbe. 

1220. GrafBederich (von Mühlingen) bekundet, dass das Kloster Marien- 
thal das Dorf Tuple von Otto von Glinde und seinen Erben für 
130 Mark und 4 Hufen sitos in Meyncz für 30 Mark gekauft 
hat. (v. Ledebur, Arclyv XVII, S. 86.) 

1494. Peter Nygeswiger zu Barby hat vom Grafen Burehard zu Lehen 
u.a. eine Hufe auf Mentzer Mark. (('op. 431 fol. 37.) 

Caspar Fischer zu Gross -Salze ist vom Grafen Burehard von 
Barby beliehen mit einer halben Hufe auf der Feldmark zu Mentcz. 
(Ibid. fol. 165.) 

Bartholomaeus Sehusen ist vom Grafen Burehard von Barby 
beliehen mit einer Hufe auf Mentzer Mark, einer Wiese zu 
Thierberge, einer halben Hufe auf Folgwitzer Mark und einem 
Viertel auf Felgeleber Mark. (Ibid. fol. 169.) 

Simon Becker ist vom Grafen Burehard von Barby beliehen mit 
einer halben Hufe auf der Feldmark zu Mentz. (Ibid, fol. 2160 

1502. Claus Rithmar zu Pömmelte ist vom Grafen von Barby beliehen 
mit 7 Morgen auf Mentzer Mark und einer Grasewiese (auf 
Glindeschem Felde) genannt die khobroyde. (Cop. 431 fol. 67.) 

1553. 29. April. Herzog Moritz von Sachsen belehnt Graf Wolf gang von 
Barby mit seiner Grafschaft und gewährt daa Jagdrecht u.a. auf 
den Marken Durberge, Mentz, Sehwölitz u.s.w. (Cop. 429 fol. 279.) 



Digitized by VaOOQ 16 



236. Mente. — 237. Merlingen. — Ö^. Metschkendahl. — 239. Sanct Michael. 259 



1720. 6. Febr. Herzog Heinrich von Sachsen - Barby belehnt Konrad 
Bodenburg zu Glinde mit i^^/. Morgen Gras auf Klein Menzehr 
Felde. (Abschrift s. r. Barby XXVU, A, No. 87.) 

Uttentor: Magdeb. GeschicJUtbl. III, S. 858, IX, S. £89. 



237. Merlingen. 

Bei Wedringen, Kreis Neuhaldens leben. 

1197. Erzbischof Ludolf von Magdeburg bestätigt dem Kloster Ammens- 
ieben seinen Besitz, darunter in Merlinge 3 Hufen. (Magd. 
Reg. H, No. 78.) 

1231. 1. Aug. Erzbischof Albrecht bestätigt dem Kloster Ammensieben 
seinen Besitz, darunter in Merlingen 3 Hufen. (Magd. B^g.H, 

No. 944.) 

Lttterttnr : Behrends, Neuhaldensl. I, S. 882. 



238. Met8chkendah1. 

Bei Zens, Kreis Calbe. 

1713. 20. Febr. Zu Zens gehört das Motzschendaler Feld, grenzt 
an das Glöthischo und Grossen Mühlinger Feld und der meiste 
Teil dieser Feldmark stosset gegen die hochfürstlichen Breiten. (A. 
Herz. M. Landesreg. VII, No. 53.) 

Littenitiir: Magdeb, OeschicJiUbl, XI, S. 964. 



239. Sanct Michael. 

Flecken südlich von Magdeburg. 

1202. 22.Dezbr. Erzbischof Ludolf erteilt auf Bitten des Domdechanten 
Heinrich dem Kloster Gottesgnaden die Anwartschaft auf 3 Hufen 
für 5 Mark, welche er zur Vollendung der neuen Pflanzstätte bei 
der Kirche S. Michaelis zu Magdeburg verwenden wollte. (G. Q. 
XXVI, No. 66.) 

1203. Erzbischof Ludolf überweist den Stiftsherren des von ihm errich- 
teten Kollegiatstifts die Kirche S. Michael in der Sudenburg. 
(Magd. Reg. II, No. 192.) 

1207. 16. Febr. Papst Innocenz HL bestätigt das Peter -Pauls -Stift in 
Magdeburg und seine Besitzungen, darunter die Kirche S.Michael. 
(Magd. Reg. II, No.274.) 

c. 1220. Grebhard von Brumby hat in campo Magdeburch 2^/2 Hufen 
und 8 Hofstellen iuxta sanctum Michahelem extra muros 
Magdeburch von Graf Siegfried von Blankenburg zu Lehen. (Harz- 
zeitschr. II, 3, S. 86.) 

Digitized by VjOOQ 16 



2liÜ ^^ WontuDgeii im XurdUiüriiiggao. 



1B32. Die I>amvikaiv zu Magtieburg bekennen, diue ihnen Sophia vor 
di-m Bilde ^u ihrem Seelenbeil 25 Ashillinge jährlich von den Gärten 
M S. M i c h a e 1 vermacht hat G. Q- XX VI, No. Üb.) 

e«1363. Hermann von Nenüorp zu Pöteritz hat von der I>om{m>p^tei 
u.a. zu Lehen iuxta iianctum Michaelem einen Hof zu lOSchil- 
lingen Zins. (Cod. 91 8.51) 

Albert von Tunder^leben ebenso 2 Häuser apud 8 a n e t u ro 
Michaelem. (Ibid. 8.65.) 

Ebenso Brun Artu« eintn Hof apud s an et um Michaelem. 
(Ibid. 8. 70.) 

Die Vikare Conra<i von Duderstadt und Tilemanu vom Acker 
(de agro) hab<'n vom Dompropst zu Lehen u.a. 5 Hof stellen apud 
sanetum Michaelem. (Ibid.S.91.) 

1863. 1. Noybr. Der Dompropst Hermann zu Magdeburg In lehnt die 
Domvikare mit 5 Worten bei S.Michael u.p.w. (G.Q.XXVI, 

No. 464.) 

1367 18. Hai. Heine We^he zu Magdeburg beleiht <Ue Domvikare mit 
2 Worten bei S. Michael, die jährlich 16 Schillinge zinsen. (G. 
Q.XXVI, No.483.) 

1369. Id.Mirz. Durch notarielle Entsdi.)idung wird das Patronatsrecht 
der Kirche 8. Michaelis dem Stift S. retri et Pauli in der Neu- 
stadt überwiesen und bestimmt, ipsam villam, ubi dicta ecclesia 
parrodiialis sancti Michaelis est erecta atque sita, non villam 
Suidersdorp (= Ruderdorp?), sed villam i^ancti Michaelis 
vulgariter nuncupari. (G.Q.XXVI, No.497.) 

c. 1370. Johannes und Hermannus Konyng haben vom Erzstift zu Lehen 
prope sanctum Michahelem V libras cum XI solidis denari- 
orum et cum pullis ad hoc pertinentibus de domibus, ords et pratin, 
etiam inpheodacionem super eisdem. (G. Q. XVI, S. 8. 160.) 

e. 1380. Hans, Conrad, Hinrik Wessekens haben vom Erzstift zu Lehen 
apud sanctum Mychahelem I aream solventem HI »olidas 
cum n pullis. (G.Q. XVI, 8.44.) 

Thilo Marsealk und seine Vettern ebenso apud sanctum 
Michaelem VH! areas et II curia». (G.Q.XVI, 8.49.) 

139(). Der Erzbischof Albrecht vermacht den Magdeburger Kirchen, 
darunter der zu S. Michael, je 2 Schillinge zur Abnaltung von 
Seelenmessen. (G. Q. XXVI, ISo. 670.) 

1397. 31. Jan. Zum Leibgedinge Katharinas, der Frau Dietrich Ijose» 
zu Magdeburg, gehören u. a. 3 Pfund Pfennige in Rotterstorp et 
sanctum Michaelem. (G.Q.XXVI, No.761.) 

1406. Die Obödienz Gramsdorf hat apud sanctum Michaelem 2 Hof- 
stellen und einen Garten. (Cop. 92 fol.8.) 

1409. 18. Novbr. Dompropst Siegfried von Hoym zu Magdeburg belehnt 
die Domvikare mit 6 Höfen bei 8. Michael, 2 Höfen vor dem 
Siechenthore in der Sudenburg u. s. w. (G.Q.XXVI!, No. 57.) Die- 
selbe Belehnung kehrt oft wieder. 



Digitized by VaOOQ 16 



289. Sanct Michael. 261 



1411. 12. Jan. Dechant Johann von Bedekin verkauft an Curt Peper 
den Ziegel hof gegenüber von S. Michael vor der Sudenburg mit 
(lern Wenngarten und allem Zuk-hor. (G.Q.XXVn, No.75.) 

1415. 6. Febr. Erzbisehof Günther verleiht den Lakenmachern in der 
Sudenburg und zu sand Michele eine Fabrikmarke. (G. Q. 
XXVII, No. 105.) 

1432. 2. April. Erzbischof Günther beschuldigt den Rat von Magdeburg, 
da«s er sich des Judendorfes und der Juden in der8udenburg und 
der Stadt (opidi), welche gewöhnlich heisst ad sanctum Michaelem, 
bemächtigt habe. (G. q. XXVII, No. 279.) 

1432. 7. Mai. Der Rat von Magdeburg erklärt, dass er sich des Juden- 
dorfes und des Dorfes (villa) ad sanctum Michaelem bemächtigt 
habe, um seinen Schaden zu ersetzen. (G. Q. XXVII, No. 283.) 

1483. 5. Novbr. In den Verhandlungen über die Beilegung ihres Streites 
fordert die Stadt Magdeburg vom Erzbischof Günther als Schaden- 
ersatz die Verschreibung einer Summe Geldes an der Sudenburg, 
Jodendorp, dat bleck tho send Michael und jodenkever. (G. Q. 
XXVII, No. 310.) 

1434. 27. Novbr. Die Neustadt, Siulenburg, villa Judaeorum et spacium 
dictum ad sanctum Michaelem werden als Pertinenzstücke des 
Erzstifts erklärt. (G. Q. XX VIT, No. 330.) 

1443. 13. Febr. Erzbischof Günther belehnt Friedrich und Hans Lose 
zu Magdeburg u.a. mit 2 Höfen (hoffe) und 13 Häusern zu sunte 
Michahelis. (G. Q. XVI, S. 36(5.) 

1448. 28. März. Claun Thomas in der Sudenburg verkauft von seinenl 
Hause vor sunte Michels dore jegen dem jodendorpe 5 Schock 
Groschen wiederkäuflich für 70 Schock an den Domherrn Heinrich 
Almer und Genossen. (G. Q. XXVII, No. 564.) 

1463. 4. April. Caspar von Arnstedt verkauft an Johann Rochow, Rektor 
des Altars U. L. Fr. in der Pfarrkirche sente Michaels vor der 
Sudenburg, einen Wispel Korn jährlich von der Mark Groden. 
(Cop.66 fol.147.) 

1458. 4. Dezbr. Ciliacus Vifbrot verkauft den Domvikaien von seinem 
Schmiedehause in der Sudenburg gegenüber dem Judendorfe 
2 Schock Groschen wiederkäuflich für 32 Schock. (G. Q. XXVII, 

No. 762.) 

1465. 21. Oktbr. Stefan Knust zu Magdeburg belehnt die Domvikare mit 
einem Hause und Hofe zu S. Michael. (G.Q.XXVHI, No. 12.) 

1478. 26. Febr. Erzbischof Ernst bestätigt die Errichtung eines Altars 
in der Kirche S. Ambrosii in der Sudenburg; zur Ausstattung des- 
selben gehört u. a. ein Haus in S. Mi ch ae 1. (G. Q. XXVIH, No. 298.) 

1482. 5. März. Abt Andreas von Berge belehnt Hans Hovener, den 
Provisor der Parochialkirche S. Mychaelis mit einem Garten 
bei dem äusseren Weingarten neben der Landstrasse. (Berg. Lehnb. 
fol. 3.) 



Digitized by VaOOQ 16 



262 I^ie Wüstungen im Nordthüringgau. 

1484. 24. Jan. Hans Kruse in der Vorstadt 8. Michael verkauft den 
Domvikaren von seinem Hause daselbst 4 Schillinge jährlich wieder- 
käuflich für 5 Gulden. (G. Q. XXVHI, No. 557.) 

1485. 13. April. Abt Andreas von Berge belehnt Gertrud, die Frau 
Berthold Swysows, mit einem Garten bei S. Michael. (Berg. 
Lehnb. fol.3.) 

1496i T.ApriL Hans Ritter in derSudenburg verkauft 6 Wispel Weizen, 
10 Schillinge und 4 Hühner jährlich von 2 Hufen auf Rottersdorfer 
Felde und 2 Häusern zu S. Michael vor der Süden bürg wieder- 
käuflich für 400 Gulden. (G. Q. XX VIII, Xo. 926.) 

1602. 11. Mai. Das Domkapitel gestattet Margarethe Wulkow die Auf- 
nahme eines Kapitels auf ihr Haus in S.Michael. (G.Q. XXVIII, 
No. 1201.) 

1603. 17. Jan. In der Willkür derSudenburg wird bestimmt, dass keiner 
in derSudenburg und zu sand Michel Weizen- oder Gerstenbier 
schenken solle, er habe es denn selbst gebraut. (G.Q. XXVII, 

. No. 1221.) 
1508. 28. Febr. In dem Innungsbrief der Brauer in der Sudenburg wird 
bestimmt, dass Niemand zu sand Michel Zerbster Bier schenken 
soUe. (G. Q. XXVHI, No. 1227.) 

1564. In der S. Michaeliskirche zu Magdeburg seien 3 geistliche 
Lehen gewesen. Davon sei nichts bekannt, als dass ein Domherr 
zu Erfurt aus Gross-Roden sieben 2 Wispel Weizen als angeblicher 
Professor von einem Beneficium beziehe. (Kirchenvisit. Protok.) 

1564. Sanct Michael vor der Sudenburck Magdeburck gehöret ins 
Amt der Molnvoigtey. Diese Leute haben vor der Magdeburgischen 
Belagerung eine eigne Pfarre und Kirche gehabt, ist verwüstet^ 
gehen itzo in die Sudenburck zur Kirche und hat der Pfarrer daselbst 
das Einkommen. Zu Sanct Michael wohnen 100 Hauswirthe. 
(Kirchenvisit. Protok.) 

1670. 4. Febr. David Kothe belehnt namens des Lorenzklosters Henning 
Siegersleben zu Magdeburg mit einem Garten vor S. Michaeli 
im Vogclgesange gelegen gegen 6 Schillinge Zins, (( 'op. 388 g fol. 42\) 

1610. Die ObödienzGranisdorf hat Pacht von 2 Gärten apud S.Michacleni. 
(A 3 Erzst. M. Dorakap. No. 763.) 

1688. In dem dem Amte der MöUenvogtei zustechenden Flecken 
S. Michael eeben 39 Hauswirte* den Besitz an. In dem Orte 
war keine Kirche, auch kein Prediger; die Bewohner gingen in den 
Dom zu Magdeburg und komniunieierten auch allda. (Steuer- 
professions-Protok.) 

240. Micliotaiidorp. 

Lage UDbekauut. 

C. 941. Otto I. übereignet all sein Eigenes in der villa Michotan- 
<lorp dem Mauritiuskloster in Magdeburg. (MG. DD.I, S. 124.) 



Digitized by VaOOQ 16 



239. Hauet Michael. - 240. Michotandor{). — 241. Älissingesdorf . — 242. Mistede. 263 

241. Missiiigesdorf. 

Bei Schleibnltz, Kreis Wanzlebeo. 

1467. Heinrich Luder, Vogt zu Wanzlebcn, \\ird mit eiiur Hufe zu 
Missinorestorf uf lutken SIewenitz velde belehnt. (Gresch. Bl. 
XII, S. 106.) 

1478. 14. Dezbr. Heinrich Luder erhält vom Erzbischof Ernst zu Lehen 
u.a. eine Hufe zu Missingenstorf auf lutken Slevenitz Felde 
gelegen. (Cop. 41 foh 183\) 

Dieselbe Hufe erhält 1508 Mai 2 (Christof Potzel. (Ibid. fol. 238.) 

14S6. 28. Febr. Hans und Heinrich Luder zu Bernburg verkaufen au 
Heine Rode zu Magdeburg 2 Wispel Weizen jährlich aus 7 freien 
Hufen auf den FiTdern von Wanzleben, Eikendorf, EgffOTsdorf, 
Missingesdorf, Klein- Schlei bnitz und Velefelde wiederkäuflich 
für 70 Gulden. (G. Q. XXVIII, No. 605.) 



242. Misti^de, 

Bei Altcnweddingen, südwestlich. 

1145. 11. Jan. Papst Lucius IL bestätigt dem Kloster Berge seine Be- 
sitzungen, darunter Nienstidi, Mezstidi, Brumboio. (G. Q. IX, 
No. 30.) 

1209. 18. Desbr. Papst Innoceuz UI. bestiitigt dem Klostt*r Berge seine 
Besitzungen, darunter duas partes decime in Mezstede. (G. Q. 
IX, No.59.) 

1230. ErzbiHchof Albrecht IL beurkund<?t: significatum itaque nobis <*st, 
quod eeclesia in Mezstede tantum ab ecclesia Wulmers- 
leve niatrice sua distet, quod earum plebanus ex nimia loco- 
rura distantia aliquotitMis graviter est afflictus et cives ecclesie 
utriusque sepius exinde sunt neglecti. Hine est, cjuod ex consensu 
et voluntate venerabilium virorum Bertrararai abbatis sancti Johannis 
in monte, Wildebrandi fratris nostri «iileeti, maioris ecclesie prepo* 
siti» Friderici decani, supradictarumecclesiarumarchidiaeoni, necnon 
lleinrici plebani in Wulmersleve, ecclesiam in Mezstede ab 
ecclesia Wulmersleve eximiraus conferentes ei ecdera iure quo alie 
gaudent ecclesie perfrui libeitatis, cuius donatio ad maioris ecclesie 
nostre prepositum pertinehit, hoc adii'cto, quod cives in Mezstede 
plebano in Wulmersleve decem solidos in recompensationem exemp- 
ti(mis et suo plebano in Meztede decem solidos assignent in certis 
reilditibus et suo sacerdoti in Mezstede, sicut est superius memo- 
ratum. (G. Q. IX, No. 83.) 

1230. Erzbischof Albrecht überweist der Kirche, zu Mezstede (Mez- 
stete) eine von Rudolf von Korlinge dem Dompropst Wilbrand 
resignierte Hufe und bestimmt, dass die genannte Kirche fortan 
nicht mehr einen Vikar, 8on<lem einen eigenen daselbst wohnenden 
Geistlichen haben solle. (Magd. Reg. II, No. 011.) 

Digitized by VaOOQ 16 



264 I^ie Wüstungen im Nordthüringgan. 

1230. Dompropst Wilbrand von Magdeburg bezeugt, daes die Einwohner 
von Mezstede zur Besoldung ihres Pf arrere, wie es in derExemp- 
tionsurkunde vor^schrieben war, eine Hufe angekauft und nebst 
10 Morgen dem Pfarrer überwiesen haben. Femer bestimmt er, 
dasB jährlich nur einmal in Mezstede Synode gehalten werden 
solle, zu deren Kosten die Einwohner nur 8 Schillinge beitragen 
sollten. (G. Q.IX, No.88.) 

1238. In villa Mestede findet ein Vergleich zwischen Kloster Berge 
und den Brüdern Ulrich und Albert von Bleckendorf statt über 
das Dorf Billingsdorf. Unter den Zeugen: Luderus parochianus 
de Mestede, Johannes de Mestede et Henricus filius suus. 
(G.Q.IX, No.98.) 

1317. 12. März. Das Kloster Berge bestimmt u. a. 2 Wispel Weizen von 
einer Hufe zu Haldingsdon und einen Wispel vom Zehnten in 
Miztede zum Jahresgedächtnis für Abt Bodo I. und Dietrich von 
Heylsleve, Stiftsherrn von 8. Nicolai. (G. Q. IX, No. 178.) 

1321. Abt Bodo zu Berge bekundet, dass er von den Gütern, welche 
der Prior Erich dem Kloster geschenkt hat, zwei Hufen in Prester, 
24 Schock und 15 Schock Zehnten in Mystede und 3 Hufen in 
Hohenhaven gekauft hat (G.Q.IX, No. 184.) 

Die 24 Schock kaufte der Abt von Arnold von Ummendorf, 
Castellan zu Sommerschenbiurg. (Ibid. No. 186.) 

1338. 11. Septbr. Das Domkapitel von Magdeburg überweist dem Herrn 
Peter von Kötheu auf Lebenszeit seine Güter in campis deserte 
ville Mezstede, ausgenommen was der Propst Heinrich bereits 
verliehen, (v. Heinemann, Cd. Anh. HI, No. 699.) 

c. 1370. Heine von Eichenbarleben hat vom Erzstift zu Lehen u. a. 
2 Hufen in Mystede, die 12 Schillinge zinst. (G.Q.XVI, S.26.) 

cl414. In Mestede hat die Dompropstei von Magdeburg 3 Pfund 
4 Schillinge 12 Hühner Pachte. (Gop.91 S. 13.) 

Johann, Friedrich und Luder von Weddingen haben vom Dom- 
propst in Pacht u.a. eine Hufe in Mestede; Henning, der Sohn 
Reyner Korlings, giebt einen Wispel Weizen in Mestede. (Oop.91 
8. 54. 56.) 

Die Brüder Henning und Berthold Bett^ke in Altenweddingen 
geben dem Dompropst 14 Schillinge von 2 Hufen in Mestede. 
(Ibid. S. 80.) 

c. 1420. Tile von Seehusen hat vom Erzstift zu Lehen 33 Schock Korns 
zu Misstede, welche 31/2 Wispel ausmachen. (G. Q.XVI, S.332.) 

c. 1450. 1521. Metstede villa desolata; das Domkapitel von Magde- 
burg hat hier Pachte von IQ^L Hufen. (Cop.91»» iolAW Cop.9l<= 
fol.l2\) .2 V 1 

1477. 8. Mars. Cone und Hans von Deben erhalten vom Erzbischof 
Ernst [ZU Lehen einen halben Wispel Weizen von einer Hufe vor 
Altenweddingen auf Misstede Felde. (Cop.41 fol. 101.) 



Digitized by VaOOQ 16 



242.Mi8tede. 265 



1479. 15. Septbr. Abt Andreas zu Berge belehnt die Knappen Heinrich, 
Lorenz und Hans von Weddingen u. a. mit 2 Hufen zu Alten- 
weddingen und einer Hufe zu Mistede. (G.Q.IX, No. 449.) 

c. 1480. Abt Andreas Becker von Kloster Berge belehnt Henning Droste 
und dessen Sohn Hans u.a. mit dem Zehnten in Mistede. (Berg. 
LB. fol. 19\) 

1484. 15.Jniii. Abt Andreas von Berge belehnt die von Weddingen u.a. 
mit einer Hufe zu Mistede. (Berg. LB. fol. 2^) 

1495. 8. Febr. Abt Andreas zu Berge belehnt die Brüder Blasius und 
Heinrich von Weddingen zu Stassfurt u. a. mit 2 Hufen zu Alten- 
weddingen auf Korlinger Felde und einer Hufe zu Mystedden. 
(G.Q.IX, No.734.) 

1501. 10. Dezbr. Abt Matthias zu Berge belehnt Thomas, Heinrich, 
Erasmus, Hans und Tile Harkstro mit dem Zehnten in HallingP- 
dorfer Felde zu Bahrendorf, Korlingen, Apendorf, Mistede und 
Nickeide. (G.Q.IX, No.930.) 

1521. Die Dompropstei hat in Metstede villa desolata Pacht von 
I6V2 Hufe. (Cop. 91<^ fol. 13.) 

1548. 29. Novbr. Kardinal Albrecht belehnt Ludwig von Deven und 
seine Verwandten u.a. mit einer Hufe Landes zu Altc»n weddingen 
auf Mistette Felde. (Or.) 

1561. 28. Jnni. Abt Peter zu Berge überlässt Marcus Weiche zu Alten- 
weddingen den halben Garbenzehnten auf Mi st ed er Felde vor 
Altenweddingen für 8 Gulden Zins. (G. Q. IX, No. 1055.) 

1562. Den halben Zehnt^^n auf Mis teter Felde vor Altenweddingen 
hat Kloster Bc*rge um Zins ausgethan. (A. Erzst. M. II, No. 1034.) 

1564. 25. Oktbr. Ludwig Alemann, Schultheis^ zu Magdeburg, verkauft 
an Balthasar Bredtsproch, Besitzer des Hauses Rodenforder, und 
dessen Vater Caspar zu Halberstadt 20 Schock Garbenzehnt aus 
Misteder Felde vor Altenweddingen. (G. Q. IX, No. 1074.) 

1586. 12. Febr. Joachim Friedrich, Herzog von Schlesien und Domproi)st 
von Magdeburg, belehnt Jacob von Weddingen mit je einem Viertel 
auf Metzsted ter und Chörlinger Feldmark vor Altenweddingen. (Or.) 

1588. Die Zehntner von antiqua Weddingen und von den campis Corling 
und Mistad zahlen an die Thesaurarie zu Magdeburg 24 Schillinge. 
(Gesch. Bl.m, S.169.) 

1609. 16. März. Ernst, Erzbischof von Köln u. s.w. und Dompropst zu 
Magdeburg, belehnt Degenhard von Weddingen zu Stassfurt mit 
je einem Viertel Landen auf Mettsteder und Chörlinger Mark vor 
Altenweddingen. (Or.) 

1609. 20. März. Abt Clemens von Berge erlaubt den Vettern Degenharil 
und Adolf von Weddingen die ihnen gehörigen 6^/^ Hufen mit 
Zubehör auf Cördtlinger, Mistet er und Barendorfer Felde und 
Dorfe an dan Domkapitel zu verkaufen. (Or.) 



Digitized by VaOOQ 16 



266 Die Wiiötungcn im Nordthüriuggau. 



1613. 25.Novbr. Graf Friedrich von HohenzoUern, Dompropst zu Magde- 
burg, belehnt Berthold Betke zu Alttm weddingen mit einem Viertel 
Landes auf Mettsteder Felde. (Or.) 

1616. Die dem Domkapitel gehörigen Zinsen und Pachte aus Alten- 
weddingen, Cörlinger und Mistede Mark werden nach dem gang- 
baren Münzwert verzeichnet. (A3 Erzst. M. Domkap. No. 769.) 

1684. Vom Miste der Felde haben Kloster Berge und die Alomann 
zu Magdeburg den Garbenzehnt. — Christoph Döbbel zu Alten- 
weddingen hat auf dem Misteder Felde eine Wort von 6 Morgen. 
(Steuerprofession s-Protok.) 

1686. Kloster Berge hat 18 Thuhr von dem halben Zehnten zu Alten- 
weddingen von der Miszstädter Mark. (Steuerprofessions-Protok.) 

Litteratur: Magdeb. Geschichtsbl. IV, S.SS. XL S.4S8. 



243. 3Iokrene. 

östlich von Atzendorf, nördlich von Förderstedt, Kreis Calbe. 

1317. 26. Juni. Graf Bernhard IL von Anhalt verkauft für 200 Mark 
Silber dem Erzbischof Burchard die Dörfer Glote, Mokrene und 
Elbericz. (v. Heinemann, C. d. Anh. III, No. 346.) 

1363. 12. AprU. Nach der Landfriedensurkunde Erzbischof Dietrichs stellt 
Mokrene (in der Vogtei Calbe) 4 Bauern. (G.Q.XXVI, No.458.) 

c. 1366. Steuerregister von Calbe : Item presentavit michi Jaehand iudeus 
ex parte illorum deBrumboy undMockerene Vllmarcas. (Magd. 
Gesch. XV, S. 110.) 

c. 1370. Johannes Hunger hat vom Erzstift zu Lehen u.a. in Moker- 
rene 39 Morgen und <i Höfe in denis^elben Dorfe. 

Ritter Henning Jan, Cojirad und Busse Jan haben ebenso u. a. 
in Mokrene 6 Hufen und 8 Höfe. 

Johannes und Thilo von Mokrene haben in Mokrene 2 Hufen 
mit 4 Höfen verliehenen Gutes. 

Ritter Fritzo von Welsleben hat in Mokrene 2 Hufen. (G. Q. 
XVI, S. 31. 47. 57. 71. 150. 151.) 

13S0. Johannes Vetter hat vom Erzl)ischof zu Lehen 15 Schillinge Ein- 
künfte in Mockerene. (G.Q.XVI, S.194.) 

1390. Busso Ilomborg hat vom Erzstift zu Lehen u. a. 35 Schillinge 
101/^, Pfennig de canipis Mokren.e, die durch den Tod des Herrn 
von Gryben los gestorben waren; eine halbe Hufe in campis Mo- 
krene ebenso. In villa Mokrene lö^/^ Schilling und G Hühner 
von l\ Höfen und einen wüsten Hof, der frei geworden war durch 
d(in Tod Mouwes von Calbe. (G.Q.XVI, S. 230.) 

c. 1400. Sophie uxor Johannis Mokeren tenet in dotalicium in campis 
et villa Morewitz II niarcas; item in Mokern in campis et villa 
1 marcam; item in Zcenis II marcas; item in Glote II mansos. 
(G.Q.XVI, S.263.) 



Digitized by VaOOQ 16 



242. Misted e. - 243. Mokreuo. 267 

1444. 1. Novbr. Der Dompropst Ariid Treskow bezeugt, dass Erzbischof 
Günther ihm für das Dorf Zuehau die vrüste Dorf statte Mokreiie 
mit Zubehör, nämlich mit der Feldmark und Dorfstätto Ilbericz, 
welche von Alters in den ßchoss (dat schot) zu Mokrene gehört 
hat, vertauscht hat. (Cop. 6 fol. 236.) 

1446. C'ord von Kothen hat vom Erzbischof zu Lehen eine Hufe zu 
Macrene. (Cop. 36 S. 246.) 

1458.' Casper Homborg hat vom Erzstift zu I^hen u.a. Stücke zu Mo- 
krene. (Cop. 36 S.224.) 

1486. 11. Jnni. Valentin Lt'vin, Pfarrer zu Atzendorf, verkauft dem 
Domherrn Nicolaus Wyman zu Magdeburg einen halben Wispel 
Weizen jährlich aus einer Hufe Landes genannt Mockrene, be- 
legen zwischen der Förderstädtischen und Atzen dorfschen Mark, 
wiederkäuflich für 20 Gulden. (Or.) 

1487. 17. Mal. Erzbischof Ernst giebt den Magdeburger Bürgern Hans 
von Trupitz, Stefan Gerick und Jacob Busse das Recht, auf den 
Marken Muckern und Atzendorf Bergbau zu treiben gegen Abgabe 
des Zehnten. (Cop. 68 fol. 357\) 

1490. Die Dompropstei zu Magdeburg verzeichnet unter Förderstedt 
Zinsen von l^L, Hufe zu Makrene. Ebenso zu Makrene und 
Ilveritz. (Cop. 91»> fol. 13'.) 

Schotum de agris Makrrne 58 Schock 23 Groschen 4 Pfennige. 
(Ibid. fol.l5^) 

Item villam Zouchow habet dominus archiepiseopus Magde- 
burgensis pro villa desolata Makrene. (Ibid. fol. 19\) 

1491. 19. Dezbr. Caspar Homburg erhält vom Erzbischof Ernst zu liehen 
u.a. Stücke zu Glöthe, Mockrene, llbrijigen. (Cop. 41 fol. 171.) 

1496. Graf Burchard von Barby belehnt die Harkstro zu Magdeburg 
u. a. mit 6 Schillingen weniger 3 Pfennigen an einer Hufe zu 
Makrene bei Atzendorf. (Cop. 431 fol. 141.) 

1521. Der Dompropstei ist Zins frei geworden von l^/^Hufe in Makrene 
und von 6 Hufen und 5 Morgen in Makrene et Ilveritz. (C^op. 91*= 
fol. 16.) 

Schotuni de agris ville desolate Makrene eomparatum pro 
villa Zcuchow pro LIsexag.gr. XVIII gr. (Ibid. fol. 18.) 

1666. 8. Septbr. Barthold Meinicke belehnt Elisabeth, Johann Alenianiis 
Witwe, mit einem Viertel Landes vor Förderstedt auf der Feldmark 
zu Mackreen. (Or.) 

1673. 7. Oktbr. Friedrich Khun, fürstlich Magdeburgischer Offizial , be- 
leiht Elisabeth, Johann Alenjanns Witwe, mit einem Viertel Landes 
auf der Feldmark Maekrön. (Or.) 

1676. 13. März. Der Dorapropst Heinrich von Magdeburg belehnt den 
Lübecker Advokatcm Wilhelm Andreas Thyle mit einem Viertel 
Landes auf der Ilberitzer oder Mackreh n er Mark vor Förder- 
stedt (Or.) 



Digitized by VaOOQ 16 



268 l>ie Wüßtuiigen im Nordthüringgau. 



1680. 28. Septbr. Bei einer Hegesäule in des Priestera Acker von Atzen- 
dorf bebt sich an die Macrainisebe Feldmark und weiter hinauf- 
warte findet sich eine Wubno, so nach Förderstedt gehörig, mit 
einem Morgen, so nach Atzendorf von David Brandt gebrauchet 
wird. (Förderstedter Grenzprotokoll.) 

1 685. Auf der Makrenischen Feldmark bei Förderstedt hält die Hufe 
36 Morgen. (Steuerprofession s-Protok.) 

1696. 18. März. Herzog Heinrich von Sachsen-Barby belehnt Hans Greorg 
von der Schulenburg u. a. mit 6 Schillingen weniger 3 Pfennigen 
an einer halben Hufe zu Mökern bei Atzendorf und 2 Hühnern 
an einem Hofe daselbst. (Or.) 

1699. 26. Oktbr. Der kurfürstliche Kommissar Hampe berichtet: „Ma- 
kerene ist ein sehr grosses Dorf von 80 Feuerstätten, die Acker 
besitzen die Förstedter. (A. Magd. Camnier II, No. 268.) 

Liitteratar: ßlagdeb. GeschichUbl. III, S. 487. IV, S. Sl. XI, S. gßS. 



244. Mokrene. 

Bei Barby, Kreis Calbe. 

1494. Stefan Stockerth zu Barby ist vom Grafen Bui-chard beliehen mit 
einer Hufe zu Mockren. (Cop. 431 fol.39.) 

Ebenso Ilia Reyffensteyns mit einer Hufe auf Mukrener Mark 
und 3 wüsten Höfen zu Dolfeze. (Ibid. fol.39.) 

Ebenso Borgkardt Dehene zu Barby mit einem Viertel Landes 
zu Mucken und 2 Morgen Gras bei tlem Böttelshorne. (Ibid. 
fol 39\) 

Jacob MoKzkaw hat vom Grafen Burchard von Barby u. a. zu 
Lehen eine halbe Hufe zu Mokren. (Ibid. fol. 15.) 

Ebenso Hermann Sternacker eine halbe Hufe zu Mokrene. 
(Ibid. fol. 18.) 

1501. Simon Arndt hat vom Grafen Burchard zu Lehen eine Hufe zu 
Mukrene und 6 Hufen zu Crotzen. (Cop. 431 fol. 44.) 

1602. Hans vom Höve ist vom Grafen Burchard von Barby beliehen 
mit einer Hufe zu Mukrene. (Cop. 431 fol. 44^) 

1553. 29. April. Kurfürst Moritz von SachseJi belehnt Graf Wolf gang 
Barby mit seiner Grafschaft und gewährt ihm das Jagdreeht u. a. 
auf den Feldmarken Kolvis, Muckren und Zipperen. (Cop. 429 
fol. 279.) 

Litteratnr: JUagdeb. Geschichtsbl. III, S.358. 



245. Mokrene. 

Bei NcuhaldcDsle))en. 

1152. 28. Juni. Bisehof Ulrich von Halbers^tadt bestätigt dem Kloster 
Hillersleben seinen Besitz, daninterin Mucrona eine Hufe. (Magd. 
Reg.I, No.1262,) 



Digitized by LjOOQ 16 



243. Mokrenc. — 244. Mokreue. — 245. Mokrene. - 246. Mölleudorf . 269 



1158. 12. April. Bischof Ulrich von Halberstadt bestätigt das vom Abt 
Irminhard von Hillersleben «laselbst gestiftete Hospital, welches 
auseestattt't ist mit 6 Hufen in Vahldorf, 4 Hufen in Hildesleven, 
in Nienthorp mit inner Hufe und in Mocorne mit oiner Hufe. 
(Riedel, Cd. Brand. A, XXH, H.417.) 

1292. Das Kloster Hillersleben verkauft an die Stadt Neuhaldensleben 
das Eigentumsrecht super terram campi, qui Mokrehn nuncupatur, 
que ad duos mansos rstimatur, für4MaA. (Behrcnds, Ncuhaldeiisl. 
I, S.49.) 

1800. 18. Dezbr. Erzbischof Burchard sieht den Bürgern von Neuhal- 
densleben nach, dass sie um Brandschadens willen einige Äcker 
und Wiesen des gemeinen Besitzes verkauft haben, legt dieselben 
unter Stadtrecht und ebenso 2 Hufen in Mokerene. (Or. Neu- 
haldensl. No. 5.) 

1502. 6. Septbr. Die Beauftragten des Erzbischofs und der Markgraf eu 
von Brandenburg entscheiden die Irrungen zwischen denen von Al- 
vensleben zu Hundisburg und der Stadt Neuhaldensleben um die 
Grenze zwischen Bülstringen und Mukrener Mark und setzen 
eine neue Grenze. (C. d. Alvensl. R^, 2, No. 250.) 

1516. 25. Febr. Der Domdechant Eustachius von Magdeburg bestätigt 
die Stiftung der Witwe Heyne Petericks zu Neuhaldensleben für 
den Altar S. Fabiani et Sebastiani bestehend in Kapitalien, 4 Wiesen, 
nämlich auf der Dorfstätte zu Neyndoij), in dem Muekereyn, 
vor dem Eryke an der Ohre und bei der Hageiidrift, und in Äckern 
zu Rottmersleben und Wedringen. (Or.) 



24«. Möllendorf. 

Rei Nienburg an der ßode. 

961. König Otto I. nimmt das dem Kloster Gernro<le unt<»rworfene 
Nonnenkloster in Frohse in seinen Schutz und ebenso dessen Güter, 
welche Markgraf Gero und sein Sohn Sigifridus adhuc vivens 
schenkten u.a. in Mulendorp. (MG.DD. H, S. 13.) 

c. 1100. Die Abtei Nienburg besitzt u. a. in Mulintorp 2 Hufen, 
(v. Heinemann, Cd. Anh. V, S.355.) 

C. 1200. Nach einer um diese Zeit fabrizierten Urkunde Markgraf Geros 
von angeblich 964 besass damals Kloster Frohse in Molle ndorp 
sex mansos. (v. Heinemann, C. d. Anh.I, No. 38.) 

1205. 28. Febr. Papst Innocenz IH. bestätigt dem Kloster Nienburg u. a. 
Besitzungen duos mansos in Muli ndorp. (v. Heinemann, Cd. 
Anh. I, No. 749.) 

1207. 9. Aug. Papst Innocenz HI. nimmt das Kloster Gri»rn rode in seinen 
Schutz und oestätigt desselben Besitzungen, worunter in Mulen- 
dorp sex mansos. (v. Heinemann, C d. Anh. I. No. 759.) 

Ebendasselbe thut 1 227 Juni 1 2 Papst Gregor IX. (Ibid. U, No. 88.} 



Digitized by VaOOQ 16 



270 I^ie Wüstungen im Nordthüringgaa. 



1308. 21. Juli. Fürst Albroeht von Anhalt genehmigt die Schenkung 
der Brüder Ritter Dietrich von Warmstorp und Knappe Heinrieh 
Kruch an das Marienkloster in B<»rnburg, bestehend in einer Mühle 
in Molendorph. (v. Heinemann, Cd. Anh. V, S. 322.) 

1336. 3. April. B<»rnhard HI. von Anhalt beleiht Francke zu Nienburg 
und seinen 8ohn Jacob mit 7 Lot Geldes von einer Hufe zu 
Molendorp. (v. Heinemann, (-.d. Anh.V, 8.384.) 

13C1. 4. April. Di<- Fürsten Heinricli IV. und Otto lU. von Anhalt 
überweisen der Äbtissin Adelheid IH. von Gernrode 3 Mark jähr- 
lich aus ihrem Vogtgelde zu Waldau und Jeser; von dem letzteren 
werden 7 Vierdinge gegeben und zwar ftp dem velde tfi Molen - 
d o r p 3 Vierdinge, (v. Heinemann, C. d. Anh. IV, No. 260.) 

c. 1370. Der Priester Thilo Wynning«» und sein Bruder Jacob haben 
vom Erzstift zu Lehen u. a. eine Hufe in Klein -Otter8lel)en und 
eine halbe Hufe in Mollendorpe. (G.Q.XVI, 8.22.) 

1377. 15. Ang. Die Äbtissin Adelheid IV. von Gernrode bewilligt die 
Gründung und Bewidmung eines Altars des heil. Eustachius in der 
Kirche zu Waldau; zur Ausstattung desselben gehören u. a. eine 
Hufe in canipo ville dicte Mollendorp cum suis pertinentiis, 
videlicet sex modios tritici cum una curia sita in spacio Mollen- 
dorp ville predict(\ (v. Heinemann, C. d. Anh. IV, Ko. 504.) 

13S9. 6. Febr. Fürst Otto III. von Anhalt tauscht mit der Äbtissin von 
(lernrode eine Glocke aus dem wüsten Dorfe Dupck gegen eine 
solche aus dem wüsten Dorfe Molendorf ein, jene für die Kirche 
zu Waldau, diese für die S. Viti-Kirche zu Nienburg a. S. bestimmt, 
(v. Heinemann, (-. d. Anh. V, No. 113.) 

1399. Unter den zu Calbe gehörigen Lehen des Erzstifts hat Albert 
Bock eine halbe Hufe in villa Mollendorff. (G.Q.XVI, S.231.) 

1556. 30. Juni. Die Bürger von Calbe, welche Acker in den Feldmarken 
Jesar und Balb(»rg(» haben, berichten dem Amtmann Melchior von 
AVellen u.a., dass die Äbtissin von Gernrode zu Mollendorf an 
<ler Bode ein Gericht eingerichtt^t habe, vor dem sie erscheinen 
müssten ; sie bitten davon, befreit zu werden. (A. Erzst M. I, No. 12.) 



247. Mortz. 

Bei Barby, Kreis Calbe. 

1494. Jacob Moszkaw hat vom Grafen Burchard von Barby u. a. zu 
Lehen zu Mortz 10 Schillinge Zins. (Cop. 431 fol. 15.) 

1553. 29. April. Kurfürst Moritz von Sachsen belehnt Graf Wolfgang 
von Barby mit seiner Grafschaft und gewährt ihm das Jagdrecht 
u.a. auf den Feldmarken Potzmersleven , Mortz, Durberge u. s. w. 
(Cop. 429 fol. 279.) 

1686. 3. März. Herzog Heinrich von Barby beklagt sich bei dem Kur- 
fürsten von Brandenburg, dass das Kloster Berge die Moritzer 



Digitized by VaOOQ 16 



246. MoUendorf . — 247. Äfortz. — 248. Mortz. 271 



Mark, dio Barbyisch Ijehen sei und von den Grafen, als sie Zack- 
münde /M. Ijehen hatten, mit diesem vereinigt war, nicht wieder 
herausgeben wolle, sondern als Pertinenz von Zackmünde in An- 
spruch nehme. Die als Grenzen dienenden Raine habe der Abt 
umpflügen lassen. Nachdem die Angelegenheit schon vor den 
kaiserlichen Reichshof rat gebracht, aber nicht entschieden sei, bittet 
der Herzog, der Kurfürst möge das Domkapitel zu Mag<leburg mit 
der Entscheidung der Sache beauftragen. (A. Herz. M. Landesreg. 
VH, No.ll».) 

Litteratur: MagdebMeschichUbl. III, S\ S58. 



248. Mortz. 

Südöstlich von Biere, Kreis Calbe. 

c. 1400. Das Domkapitel hat Pachte von Äckern in Barnsterp und 
Mortz, zusammen 14 Pfund 5 Schillinge 5 Pfennige. Unter den 
Pächtern der Äcker in Mortz sind mehrere Bauern von Eikendorf ; 
ebenso ist dorther ein Pächter der Barnsdorf er Äcker. (Cop. 90.) 

c. 1450. In Mortz und Barnsterp hat die Dompropstei 14 Talente 
5 Schillinge und 5 Pfennige Einkünfte. (Cop. t>0.) 

1490. In Mortz villa desolata prope p]ykendorp hat die Dompropstei 
Einkünfte von 6 Hufen; unter den Pächtern ist die Kirche in 
P^ikendoif mit einem Viertel. Von den Weiden daselbst zahlen die 
Bauern von Mühlingen und Eggersdorf je 10 Schillinge. (Cop. Ol*» 
fol. \2\) 

1521. Die Dompropstei hat in Mortz villa desolata prope Eikendorp 
Pacht von 6 Hufen. ((Jop. n^ fol. 14.) 

1684. Die Kirche von Eikendorf zahlt an Amt Nienburg 6 Groschen 
8 Pfennige Erbzins von 2 Hufen, wovon eine halbe Hufe auf 
Moritz Felde liegt. (Steuerprofessions-I^otok.) 

1ÖS5. Bewohner von Biere haben Acker auf Moritz er Mark. (Steuer- 
profession s-Protek.) 

1713. 24. Febr. Zu Eggersdorf gehört die Murtzer Mark, die an die 
Dorfmark grenzt; Koppelweide mit den Bierischen. Die Mark liegt 
zwischen der von Eggersdorf und Biere. (A. Herz. M. Landesreg. 
VII, No. 53.) 

Unter Biere: Moritzer Feldmark berührt eines Theils die 
Eggersdorfsche und andemtheils die gross Mühlings Feldgrenze. 
In dieser Feldmark haben die Eggersdorfsche ein Stück vom Anger 
und einige Äcker, die Koppelweide aber nicht ehe bis acht Tage 
nach Johannestag bis nach der Erndte währet Mit Anhalt Gross- 
Mühlingen haben wir zwart noch kein Streit, aber es fehlen zwischen 
uns Bierische und Gross - Mühlingsche Feldgrenze 8 Grenzsäulen; 
wo selbige nicht wieder bald oder anstatt Säulen Satzsteine gesetzt 
werden, besorget man einen Grenzeiistreit , bevorab das Anhalt 
Gross-Mühlingen dürfte von den 14Stück Acker von der Moritz er 
Feldmark disputierlich machen. (A.Herz. M. Landesreg. VII, No.53.) 



Digitized by VaOOQ 16 



272 i^ie Wüstangen im Nordtiiüringgaa. 



249. Mose. 

Nördlich von Wolmirstedt, jetzt Vorwerk. 

937. 21. Septkr. König Otto I. bewidmet das Moritzstift zu Magdeburg 
u. a. mit den jenseits der Ohre gelegenen Gütern in locis ita nomi- 
natis: Mos au, Pelinizi, Dudizi, Uuuzoboro, Velbpuchi, Zelici. 
(MG. DD. 1,8.102.) 

973. 4.Jnni. Kaiser Otto II. bestätigt dem Erzstift Magdeburg die von 
seinem Vater gegebenen Privilegien und Besitzungen, darunter in 
Mos an. (Magd. Reg. I, No.271.) 

1009. Dedi comes — fratrem meum Frithericura cum XX tantum militibus 
armatis secum sumens a summitate unius eampi adMosum villam 
pertingentis , quum eminus aspici potuit, viriliter aggreditur et 
eundem fugientibus mox plus quam XL poeiis fortiter resistentem 
cum Egilhardo suimet milite oceidit et post hoc iuste perdidit, quod 
prius pene irrationabiliter eius persuasu amisit. (Thietmar, Chron. 
VI, S.33.) 

1015. 13. Dezbr. Erzbischof Gero stattet das von ihm gegründete Stift 
U. L. Fr. zu Magdeburg aus u.a. mit 5 Hufen in villa Mose, die 
15 Schillinge zinsen. (G.Q.X, No. 1.) 

1086/88. Bischof Burchard von Halberstadt schenkt dem Stift 8. Petri 
et Pauli daselbst u. a. den Zehnten von M o s e n , der jährlich 
12 Schillinge betrug. (Magd. Reg. IH. N, No.675.) 

C. 1144. Erzbischof Friedrich bestätigt dem Kloster U. L. Fr. den Besitz, 
den Markgraf Albrecht der Bär in villa Mose gehabt und der 
nach mancherlei Verhandlungen dem Kloster übertragen war. (G. 
Q.X, No.U.) 

c. 1145. Bischof Rudolf von Halberstadt überträgt dem Kloster U. L. Fr. 
zu Magdeburg den Zehnten des Dorfes Mose, Jiachdem Markgraf 
Albrecht darauf verzichtet hatte. (G. Q. X, No. 17.) 

Bischof Rudolf von Halberstadt legt den Streit zwischen dem 
Paulskloster daselbst und dem Markgrafen Albrecht über den 
Zehnten des Dorfes Mose iuxta fluvium Oram in paite aquilonis 
bei. (Ibid. No. 18.) 

1151. Markgraf Albrecht von Brandenburg schenkt dem Kloster U.L.Fr. 
zu Magdeburg die Dörfer Pretzin und Klützow, einen Teil des 
Elbenauer Werders, einen Hof in Magdeburg und das Dorf Mose. 
(G.Q.X, No.20.) 

c. 1160. Markgraf Albrecht von Brandenburg bestätigt die Übertragung 
des Dorfes Mose an das Kloster U.L.Fr. nach Beseitigung aller 
auf dasselbe gemachten Ansprüche (G. Q. X, No. 28.) 

c. 1190. Das Kloster U. L. Fr. zu Magdeburg tauscht vom Grafen Heinrich 
von Gardelegen den Zehnten von dem Gute Badenacker bei Mose 
ein, welches versus aquilonem iuxta fluvium Ora gelegen ist. (G. 
Q.X, No.67.) 



Digitized by VaOOQ 16 



249. Mose. — 250. WendiBch-MOhlingen. 273 



1210/28. Propst Wichmann vom Klofter U.L. Fr. zu Majgdeburg zahlt 
für die Exemption dor Kirche in Mose von der Kirche in Sams- 
wegen dem Propst von Jeehaburg und dem Pfarrer von Samswegen 
1 1 Mark und ühereignet ihnen eine Hufe in Mose. (G. Q.X^ No. 1 10.) 

1316. I.März. Markgraf Waldemar von Brandenburg genehmigt die von 
Borthold Schenk g(»machte Stiftung eines Altars in der Marienkirche 
zu Gardelegou und die Bewicbnung desselben mit 6 frustareddituum 
in Villa Mose. (Riedel, C. d. Brand. A, VI, S. 172.) 

1.-J21. Donation der Markgrafen zu Brandenburg über alle Hufen vor 
Mosen ausgenommen 8 Hufen an Kloster Wolmirstedt. (Visit. 
Protok.de 1561.) 

1<J80. 18. März. Berthold Schenk übereignet einem Altar in der Marien- 
kirche in Gardelegen 6 Wispel Roggen jährlich aup dem Dorfe 
Mose. (Rie<lel, C. d. Brand. A, VI, S. 97.) 

1860. Donation Erzbischofs Otto über 2 Hufen zu Mosen an Kloster 

Wolmirstedt (Visit Protok. de 1 561.) 
1368. 12. AprU. Nach der Landfriedensnrkunde Erzbischof Dietrichs 

stellt Mose 3 Bauern zum Aufgebot (G.Q.XXVI, No.4B8.) 

c. 1871. Wigand Koch hat vom Erzstift zu Lehen u. a. 8 Hufen in 
Mose, Otto von Irxleben 4 Hufen in dem Dorfe Mose. (G. Q. 
XVI, 8.79.81.) 

c. 1400. Die schulteten von M o z e haben vom Erzbischof zu Lehen von 
einem Hofe einen halben Vierdung und 1 6 Hühner. (G. Q.XVI, S. 253.) 

1456. 9. Febr. Hans von Veitheim verkauft an die Brüder Ritter Busse 
und Marquard von Bardeleben für 150 Mark wiederkäuflich das 
DorfMosze. (Or.) 

14*6. Erzbischof Priedrich löst von Burkhard und Busse von Bardeleben 
das Dorf Mosie und übertragt es für 600 Gulden Hans von Veit- 
heim. (Cop. 66 foL 195.) 

1467. 23. Febr. Erzbischof Johann verkauft an Heinrich Salomon und 
Curd Dorre zu Magdeburg 30 Gulden jährlich aus dem Geleite und 
Zoll zu Wolmirstedt und der Mark zu Mosze wiederkäuflich für 
600 Mark. (Cop. 67 fol.82.) 

1511. 23. Novbr. Kurfürst Joachim von Brandenburg be6tätii|;t dem Kloster 
U. L. Fr. zu Magdeburg die Schenkung Albrechts des Bären be- 
treffend die Dörfer Prctzin, Klützow und Mose und den Zehnten 
zu Volkmersdorf. (G. Q. X, No. 364.) 

Litteratiir: Danneil, Wolmü-atedt S.468. — Altmärk, Jahresber, /X, ii.öQ. 

250. Wendisch-Mühlingen. 

Südlich von Gross • MÜhlingen in Anhalt. 

1015. 18. Dezbr. Erzbischof Gero schenkt dem von ihm begründeten 
Kloster U. L. Fr. in Magdeburg in villa Mul Ingen Slavorüm 
7 Hufen. (G.Q.X, No.l.) 

Wttatuncwi I. N<wdÜittr. Digitized b^LjOOQ 16 



274 I^ic Wüstungen im Nordthüringgau. 



251. Müeheln. 

Zwischen Brwnby und Glöthe, Kreis Calbe. 

1446. Bo88e Homburg hat vom Erzbisehof Friedrich zu Ijehen u. a. den 
Zehnten zu Bnunby, Zeepte, Flochau und Mochelen geachtet 
auf 60 Schock Garben und einen halben Wis])el an ß Ehlesthufen. 
(Cop.36 8.208.) 

Ebenso Caspar Homburg 1468. (Ibid. 8.224.) 

1460. Hans Kambsdorf zu (-albe hat vom Erzbischof Friedrich zu Tjclien 
ein Viertel Landes auf dem Felde zu Muchelde, welclies (Jeorg 
Kegel zu Glöthe hat. (Cop.36 8.302.) 

1471 - 72. Der Möllenvogt verzeichnet unter Glöthe Einkaufte aue M u ch e - 
lingerMark. (Cop. 101.) 

1476. Heinz Petz in Calbe erhält vom Erzbischof Ernst zu Ijeh(»n u.a. 
2 Viertel Landes, eins auf dem Felde zu Mucheln, das Jorge 
Kegil zu Glöthe unter dem Pflugo hatte, und eins vor Üllnitz. 
(Cop. 41 fol.22i)\) 

1485. 15. Juoi. Erzbirtchof Ernst belehnt Hans von Kroseck mit Län- 
dereien in Calbe und einer Hufe auf der Mark zu Muchel u. s. w. 
(Cop. 41 fol.75\) 

1491. 19. Dezbr. Caspar Homburg hat vom Erzbischof Ernst zu Lehen 
u.a. Stücke zu Brumby, Zcepte, Flochau und Muchele geachtet 
auf 60 Sehoek Garben allerlei Konis. (Cop. 41 fol. 171.) 

1494. Die Grafen von Barby haben zu verleihen eine Hufe zu Mocheln 
bei Glöthe. ((^^p. 431 fol. 6\) 

1533. 21. Juli. Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen belehnt den 
Grafen Wolf von Barby u.a. mit einer halben Hufe zu Mocheln 
bei Glot (v. Ludewig/Rell. manuscr. X, S.284.) 

1562. Der Pfarrer in Brumby hat eine Hufe Landes zu Müeheln für 
5 Gulden ausgethan. (Kirchenvisit Protok.) 



252. xNagopit.» 

Bei Altenhausen, Krein NeuhaldenslelM^n. 

1068. 5. Aug. König Heinrich IV. giebt auf Bitt(ui Bischof Burchards H. 
von Halberstaat an dessen Brutler Lantfried 44 Hufen im Nord- 
thüringgau in den Dörfern Bredanstidi et in alio Bredanstidi, 
Lamseii, Stimpeli, Nagorit et ultra Ära slavonica villa in 
potestati^ Udonis marchionis ahos. (Schmidt, Hochstift Halberst. I, 
No. 92.) 

IJtterttnr: BrUrkner, Slar. Ortsnamen S. 4S. 76. — AUerverein S. 18. - 



' Nach der Festüchrift des Allervereins soll diese Wüstung eine halbe Stimde 
von AltenhauM^n zu suchen sein, wo ein Feld noch jetzt der Griet heisst. 

Digitized by VjOOQ 16 



251.Mficheb.— ä&lKagorit — 253.1falbke. ^5 

253. Nalbke. 

Östlich von Borne, Kreis Caibe. 

1259. 27. Aug. Erzbischof Rudolf schenkt seinem Domkapitel dieVogtei 
über 16 Hufen in villa Navelbeke, die Graf Siegfried voo 
Anhalt von ihm zu Lehen gehabt, frei von aller erzbischöflichen 
Gerichtsbarkeit, (v. Heinemann, C. d. Anh. H, No. 247.) 

1266. 20. März. Dietrich von Navelbeke erscheint mit den Bürgern 
Burchard und Heinrich von Stassfurt als Lehensträger von Gütern 
in Loderburg und Escherstedt. (G. Q. X, No.l35.) 

1343. 13. Dezbr. Der Archidiakon Hermann von Wederden bezeugt, dass 
das Kloster U. L. Fr. zu Magdeburg dem Pfarrer Willekin von 
Rocharsdorf für die Einkünfte, welche dieser aus der Kirche zu 
Borne bezog, ein Talent in Bisdorf und ein Talent in Nalbeke 
überwiesen hat (G. Q. X, No. 198.) 

c. 1370. Thylo Gluzzyng, Bürger von Magdeburg, hat vom Erzstift zu 
Lehen — in campo Nelebeke up der wüsten marke V quartalia 
agri. (G.Q.XVI, S.24.) 

Ritter Henningus Jan, Conradus Jan und Busse Jan ebenso in 
Navelbeke et in Bysmestorp I mansum. (G.Q.XVI, S.47.) 

Johannes de magna Weddinge ebenso H iugera in Borne et 
n mansos in Nalbeke. (G.Q.XVI, S.72.) 

1406. Zur Obodienz Gramsdorf gehören in Nalbeke prope Borne 
16 Hufen. (Cop.92 fol.7.) 

1448. Hans von Czyringen hat vom Erzbischof zu Lehen 10 freie Hufen 
auf dem Felde zu Borne, Nalbeke und Bisdorf. (Cop.36 fol.lll.) 

1483. 2. Dezbr. Erzbischof Ernst verkauft seinem Rat Hans Kotze mid 
dessen Vetter Ulrich das ßchloss Athensleben nebst den Dörfern 
und Dorfstätten Borne, Rothenförde mit Mühle, Bchwemmer mit 
dem Teich Marfe, Ischerstedt und Nalbeck nebst anderem Zubehör 
für 6000 Gulden, (v. Mülverstedt» ürk. u. Reg. der H. v. Kotze 8.210.( 

1480. 6. Juni. Erzbischof Ernst belehnt Henning Kracht von Plesse mit 
dem Hause Athensleben mit Zubehör, darunter auch mit Nal- 
beke. (Gr.) 

1686. 7. Dezbr. Werner Edler von Plotho giebt als Obödientiarius von 
Gramsdorf dem Pfarrer Matthias Wilhelm zu Borne die von diesem 
gekaufte halbe Hufe auf Nalbecker Felde zu Erbzina. (Gr.) 
Ebenso am 21. Dezember ein Viertel Landes daselbst. (Or.) 

1693. 19.Novbr. Domherr Wichard von Bredow belehnt als Obödien- 
tiarius von Gramsdorf Dreus Dasse zu Borne mit einer halben Hufe 
auf Nalbeckescher Mark vor Bisdorf gelegen zu Erbzins. (Or.) 

1698. Das Haus Rothenförde hatte Weide auf der Bornischen, Nelbschen 
Löderburgschen und Iserstedischen Mark. (A 3 Erzst. M. Domkap. 
No. 746.) 

DigitizedüfLjOOgle 



276 Die Wöstungea im Nordthüriiiggau. 



lUlO. Die Obödienz Gramsdoi-f hat Zinsen in N albecke. (A3 Erzst. 
M. Domkap. No. 763.) 

1615. Die (Jellerarie de^ Stifte S.Sebastian hat Korneinkünfte in Bisdorf 
in eampo Nalbeck. (Re^. fahr.) 

1010. 25. Jan. Domherr Titke von Möllendorf belehnt zu Erbz ins Marcus 
Mittag mit einer Hufe auf Nalbecker Feldmark vor Bisdorf ged- 
iegen, wovon die Obödienz Gramndorf 8 Bauergrosehen jährlich 
erhob. (Or*) 

1699. 26. Okthr. Der kurfürstliche Kommissar H.'F. Hampe berichtet 
an die Regierung: 

Nalbcke ist eine sehr grosse wüste Dorfstätte und scheinet 
fast wegen der (irösse, dass es muss ein Flecken gewesen sein. 
Der Kirch thurm und andere Wohnstätten sind noch alle völlig zu 
sehen. Ist eine Stätte von 80 bis 90 Feuerstätten, hat so viel Äck(»r 
als 2 anden^ Dörfer. Wer die Äcker, ob solche die Atzendorfsche 
allein oder die Bornsche mitbesitzen, habe nicht erfahren könnten. 
'. • (A. Magd. Cammer II, Xo. 2G8.) 

1704. 14. Jan. Der Amtmann von Marsehalch zu Athensleben berichtet 
der Magdeburgisehen Kammer, da.«s sich in s(iinem Amtsbezirk nur 
eine wiistc Dorfstätte genannt Nalbke nahe an den Amts- und 
Stiftsdörfern Borne und Bisdorf gelegen befinde. Die Feldmarke 
davon ist zu diesen beiden Dörfern vor Alters gezog(»n un<l von 
beiden bisher gebrauchet und zwar hat Borne 118i Morgen in 
Besitz und Gebrauche, das Dorf Biessdorf aber 118 Äforgen. (A. 
Magd. Caminer 1. 167 fol. 60 ff.) 

1710. 15. April. Der Amtmann Schrciter zu Athensleben berichtet ahnlich 
über Nalpke und setzt hinzu, dass noch ein Stück der desolat^'u 
Kirche vorhanden sei. (A. Magd. Cammer 1. 167 fol. 115.) 

liittoratur: Magd^b. GeschfchUbl. IV, S. S4. 



254. Neinike. 

Nördlich vou Atwendorf, KreiH Calbf. 

1214. 22. Febr. Erzbischof Albrecht U. bekundet, dass das Stift S. Nicolai 
zu Magdeburg von dem HalberstädüM- Stiftsherrn Anno von Dron- 
dorf ^) Uufen in vijla Niemede mit der Vogtei und Zubehör für 
70 Mark gekauft hal>e. (v. Heinemann, (). d. Anh. II, No. 11.) 

1307. 22. S^ptbr. Erzbischof Heinrich genehmigt, dass das Stift S. 
Sebastian zu Magdeburg das Patmnatsrecht der Kirche in [Jnseburg 
mit allem Rechte dem Kloster Riddagshausen schenkt, doch mit 
Ausnahme der Kirchen in Atz(»ndorf und Nemcthe, die filiae der 
Kirche von Unseburg waren. ((;op. 69 fol. 244^.) 

e. 1B70. Werner, (yöne und Johannes Persyk haben vom Erzstift u.a. eine 
Hufe in Nemete zu T^hen. (G. Q. XVI, S.n2.) 

c. 1400. Das Domkapitel hat Pachte aus Borne und N ernte. (Cop.90.) 

Digitized by VjOOQ 16 



253. Nalbke. - 254. Neimke. 277 



c. 1414. In Borne et !Nomete hat das Magdeburger Domkapitel Pacht 

von .] 1/2 Hufe. (Gop.Bl ß.J3.) 

Busso und Gero Gebrüder von Welsleben haben vom Domkapitel 
7M Magdeburg eine Hufe in Nemete. (Ibid. S. 55.) 

Richard Rike und Joliannet« Vokkesoghe habeJi ebent^o 2 Hufen 
in Borne et Nemete. (Ibid. S. 90.) 

1446. Als Bürger in Calbe erschienen: Mauritz Xeymete, Mattewe» 
Neymete. (Magd. Gesuch. XX, 8.370.379.) 

1446. Valentin Gripper hat vom Erzbischof Friedrich zu Lehen u. a. 
10 Hufen Lande?, welche 2 Mark und 40 Schillinge Zins tragen, 
auf Nenten Mark, Lobling Mark und Kethling Mark. — Wieder- 
holt 1463. (Cop.3ü S.176.) 

e. 1450. 1521. In Borne et Nemte (Nempte, Is'erape) hat das Magde- 
burger Domkapittd Pachte von 3V* Hufe. (Cop.91»' fol.20. Cop.9lc 
fol.21v.) 

1455. Nieolaus und Werner Persegk haben vom Erzbischof Friedrich 
zu Lehen u.a. eine Hufe auf dem Felde zu Nympten bei Assen - 
dorp und eine Hufe zu liobnitz auch bei A?»sendorp. ((!op. 36 S. 392.) 

1457. Zur Obödienz Berni^dorf zahlen Abgaben von einer Hufe und 
20 Morgen in eampo Nempte Bauern von Atzendorf. (Cop. 99 
fol. b\) 

145S. HansArndes hett't gegeven und vorlaten Katerinen sinor dochter — 
Illfertel landes mitbeyden körn besevaret im velde gnant Neympte. 
(Magd. Gesch. XXI, S. 89.) 

147S. 2. Oktbr. Die Gebrüder (fripor erhalten 10 Hufen zu 2 Mark 
40 Schillingen Zins auf Nempte n, Jjopendorf und Ketling Mark 
vom Erzbischof Ernst zu Lehen. (Cop. 41 fol. 153^.) 

14S0. 26. Juli. Meynecke von Sehierstedt und seine Vettern werden vom 
Erzbischof Ernst belehnt u. a. mit 8 Hufen zu Nevmethe. 
(Ooi).41 fol.275\) 

Dieselben erhalten Meynekes Söhne 1511, Juli 17. 

1496. Graf Burchard von Barby belehnt die Harkstro zu Magdf^burg 
u.a. mit 10 Schilliniren von einer Hufe zu Nevmpte. (Cop. 431 
fol. 141.) 

1502. 6. Mai. Valtin von Beyendorf erhält vom Erzbischof Ernst au 
Lehen u.a. lU Hufen, ^velche 2 Mark und 40 Schillinge Zins geben, 
zu Nempten, Lopendorf und Ketling Mark. (Cop. 41 fol. 46.) 

1521. In Xempe i)rope Atzendorp hat das Magdeburger Domkapitel 
2 Hufen. (Cop. 91«= fol.ir.) 

1561. Kloster Gottesgnaden hat 2 Gulden 3 (trosehen Erbzins von der Ge- 
meinde Eikendorf von der Marke Xembte; 2 Gulden 3 Groschen 
von der Gemeinde Atzendorf von der^larke Nerabte. (Visitations- 
protokoll von 1561.) 

156B. Zum Eigentum der Kirche in Atzendorf gehört u, a. eine halbe 
Hufe zu Xembte. (Kirehenvisit. Protok.) 



Digitized by VaOOQ 16 



278 I^i® Wartungen im Nordthüringgau. 

1615. Die Cellerarie des Stifta S. Sebastian zu Magdeburg hat Kornzinsen 
aus den Hufen in villa deserta Nembden translata in Atzendorff. 
(Reg. f abr.) 

1683. Auf Ne im ick er Mark bei Atzendorf hat die Hufe 30 Morgen. 
(Steuerprofessions-Protok.) 

1696. 18. M&rE. Herzog Heinrich von Sachsen-Barby belehnt Hans Georg 
von der Schulenburg u.a. mit 10 Schillingen und 2 Hühnern von 
einer Hufe zu Niempte. (Or.) 

1699. 26. Oktbr. Neimcke ist ein grosses Dorff gewesen; die statten, wo 
die Häuser gestanden, kann man noch sehen. Es ist ein Teich dorbey. 
Die Äcker davon haben die Atzendorffsehe Bauern. Und von diesem 
Dorff, wie ich aus den commissions actis ersehen, hat Curd Schnock 
der Richter zu Atzendorff gleichfals nichts wissen wollen, da ich 
doch bey meynor Ankunm; daselbst ohngefehr 2 Knaben von 
12 Jahren bey dem Pflug stehend befraget, was diss für ein flecken 
wäre, geben sie mir zur Andtwordt, idi solte mich doch nur erst 
umsehen, so würde ich wahrnehmen, dass alda ein Dorff gestanden 
hätte. Da ich dann weiter Wägete, wie es dann mit Nahmen hiesse, 
zur Andword bekam, es hiesse Neimcke. Müssen also kinder die 
warheit sagen, wenn alte solche verschweigen wollen. Ferner, dass 
der richter gesaget hat, es käme von den Lebendorff und Lux- 
dorfsche Äcker contribution, ist nicht genug, er muss auch sagen, 
ob Sie auch davon pachte und Dienste thun und von wem. (A. 
Magd. Cammer H, No.268.) 

1714. 11. Mai. Friedrich Wilhelm belehnt die von Schierstedt mit Gütern 
zuSchwümmer, 8 Hufen zu Nie rate, Gütern zu Hadmer8lel)en u.a. 
(Or. Schwiimmer N6.3.) 



255. Bern -Neindorf. 

Bei £tger8leben, Kreis Wanzleben. 

1483. Tile Schaper zu Etgereleben hat vom Erzbischof zu Lehen u.a. 
die Fischerei zuDrosten und zu Bern-Neyndorf bis an die stawen 
lake. (Cop.41 fol.277.) 

1567. 18.Jiuii. Das Domkapitel belehnt die Gebrüder Scheffer mit 
Gütern zu Etgersleben und 2 Fischwassern an dem Bodestiome, 
eins von Drostenmühle an bis an die Bruchmühle, das andere von 
Bern-Neindorf bis an die Stawenlake. (Cop.341" fol.27.) 

1593. 20. Jan. Der Baumeister Melchior von Rintorf belehnt TyleSchett'er 
und seine Vettern mit Gütern zu Etgersleben und 2 Fischwaswrn 
an der Bode, von denen das eine von der Droste-Mühle bis an die 
Bruchmühle, das andere von Bern Neindorf bis an die Stawen- 
lake geht, gegen 8 Schock Erbzins an das Amt Egeln. (Cop. 341 
fol. 154.) 



Digitized by VaOOQ 16 



254. Neimke. — 265. Bem-Neindorf. — 256. Nenneraark. — 257. Neukeedorf: 279 

256. Neimemark. 

Nördlich von Gutenswegen, Kreis Wolmirstedt. 

1400. Unter doii Lehen zu Guteiiriwegeii heisöt es: Item Reynert Busch- 
man i/^houve, de ghifflt ^ ^ fording — unde licht uppe dem Nenne- 
marke velde. 

Item Hans Emerscleve ^ ., houve ^ .^ ferding, dy hadde vor ge- 
wesen Ludeken Waterdale unde licht uppe dem Nennemarke 
velde. (G.Q.XVI, S.321.) 

1449. 2. Febr. Erzbischof Friedrich verkauft dem Stift S. Sebastian zu 
Magdeburg das Dorf Gutenswegen mit den wüsten Feldmarken 
Volgkmarestorph, Waterdall und Ne n n e m a r k e wiederkäuflich für 
1000 Mark. ((lop. 66 fol.95.) 

Ebenso 1460, Februar 4. (Ibi<l. fol.320.) 

1455. Nicolaus und Werner Pei-segk haben vom Entbischof Friedrich 
zu Lehen u. a. die Lehen an einer halben Hufe auf Nennen 
Marke, die wirkt man aus Gutenswegen. (Cop. 36 S. 393.) 

1466. 2. Febr. Erzbischof Friedrich verkauft an Johann von Veitheim 
das Dorf Gutennwegen mit Zubehör und den wüsten Feldmarken 
Volgkmersdoi-ff, Waterdal und N e n n e u m a r k e. (Cop. 66 fol. 189\) 

1460. 4. Febr. Das Kapitel des Stifts S. Sebastian zu Magdeburg bekennt, 
dass ihm Erzbischof Friedrich die Güter, welche Heise von Stein- 
fürt in Gutenswegen und den wüstt^i Feldmarken Volgmarsdorff, 
Waterdal und N e n n e m a r c k e gehabt hat, für 1 500 Gulden wieder- 
käuflich verkauft hat. (Or.) 

1477. 30. Septbr. Werner Persick und sein Bruder erhalten vom Erz- 
bischof Ernst zu Lehen eine halbe Hufe auf Nennen mark, die 
wirkt man aus Gutenswegen. (Cop. 41 fol. 230.) 

1494. 10. ApriL Erzbischof Ernst verkauft dem Stift 8. Sebastian zu 
Magdeburg die CJüter zu (Jutenswegen und an den wüsten Feld- 
marken Volgmeistorf, Waterdal un<l Nennern arg k. ((Jop.69 fol. 117.) 

1520. 15. März. Der Baumeister von S. Sebastian belehnt Hans Musinck, 
Kirchmeister der heil. Kreuzkapelle vor Neuhaldensleben, mit einer 
halben Hufe auf Nennemarcke vor Gutenswegen. (Or.) 

Litteratnr: Dann eil, Wolmirat-edt ^, S29. 



257. Neiikesdoi-f.* 

Lttgc uubekaimt, wohl aber im Kn-ise Neubuldensleben. 

1212. Bischof Friedrich von Halberstadt übereignet dem Klostt^r Ilsenbiu-g 
die ihm von Hermann v. Harbke aufgelassene Vogtei über einige 
Dörfer des Klosters, worunter u.a. Bregenstedt und Neukesdorf. 
(G.Q.VI, No.54.) 

* Neukesdorf ersebeiut in dieser Urkunde in Zusammenhang mit einigen 
Dörfern, die oben bei Nagorit genannt werden. Nagorit wird nur das eine Mal 
genannt, Neukesdorf nur dieses eine Mal. Sollte Neukesdorf eine Verdeutwhung 
des unzweifelhaft slavisehen Nagorit darstellen? 



Digitized by VaOOQ 16 



280 Die WüfttuDgen im Nordthüringgau. 



258. Neulitz. 

I.jigc unbekannt. 

1145. 11. Jan. Papst Luciu? II. bestätigt dem Kloster Berge seinen Besitz, 
darunter in Otterslove, Nivilize, Walli. (G.Q.IX, No.30.) 

1157. BiBchof Ulrich von Halberstadt vertausoht den Zehnten in Doden- 
dorf und Ottmersdorf gegen Güter in Emeringen, eine Hufe in 
Niulieo und die Kirche in Suraeringen an das Kloster Berg(\ 
(G-Q-IX, No.87.) 

1800. 18. Dezbr. Papst Innocenz III. bestätigt dem Kloster Berge seinen 
Besitz, darunter 3 Hufen in Ottersleben, eine Hufe in Nivilitze, 
7>/2 Hufe in Wellen. (G.Q.IX, No.59.) 



259. Nygendort 

Bei Alvensleben, Kreis Neuhfüdenaleben. 

1477. 19. Novbr. Die Herren von Veitheim erhalten vom Erzbischof Ernst 
zu Tvehen u. a. die hinterste Bure zu Alvensleben mit den Dorf- 
stätteu wendischen Dönstedt, Nygendorffe und Podegrym. 
(Cop.41 fol.l20\) 

1585. 10. April. Kardinal Albrecht belehnt Jacob und Christoph von 
Veitheim zu Bartensieben u. a. mit der hintersten Burg Alvensleben 
mit den Dorfstättt^n wendischen Dönstedt, N i gen dorf f und Pode- 
grini. (Cop. 113 fol. 182.) 

1583. 19. Novbr. Administrator Joachim Friedrich belehnt die Gebrüder 
und Vettern Beyer zu Alvensleben u. a. mit 2 Wiesen und einem 
Busch im Fuhre zu Alvent*leben zwischen dem Schneidtholze und 
Husingen vor dem Neuendorf e gelegen. (Cop. 18 No. 88.) 



260. Nieiidoff. 

Bpi Bndeleben, Krob Neiihaldensleben. 

1196. Bischof Gardolf von Halberstadt bestätigt dem Kloster Huysburg 
seine Besitzungen, darunter in Nygendorp iuxta Badesleve eine 
Hufe, welche der Ministerial Bertram geschenkt hatte, (v. Heine- 
mann, C. d. Anh. I, No. 696.) 

1267. 13. Jnni. Bischof Volrad von Halberstadt behält sich nach Ver- 
kauf der Grafschaft Beehausen in verschiedenen Orten das Gericht 
^a)seap vor, danniter in N ci ndor p. (Riedel, C. d. Brand. B, I, S. 49.) 

1420. Zur Obödicnz Renikershhen gehört in Nendorp eine AViese mit 
Holz. (C^)p.92 fol.30\) 



Digitized by VaOOQ 16 



258. Neiilitz. — 259. Nygpndorf. — 260 Niendorf. — 261. Nicndorf. 281 



261. Niendorf. 

Nördlich von EiiuerslelMJii, Kreis Neuhaldensleben. 

1428. Heinrich vou Alveuslehcn beschuldigt <lcii Rat von Halberstadt, 
(laK« Bürger dieser »Stadt ihm und seinen llnteithancn in Osteringers- 
leben, Einiereleben und vor dem Nien dorne .*J Schock »Schweine 
i. J. 1413 woggenommen haben. ((>. d. Alvensl. II, No.l53.) 

1431. I.Juni. Markgral" Johann von Brandenburg erliält von Heinrich 
vou Alvenfcsleben für eineSchuhl von SlOOGuhlen da»* halbe Seh loss 
Ei'xleben mit Zubehör, daninter die Hälfte* der Dörfer Erxk'ben, 
Bregenst^dt, Pozmesdorf, Hörsingen, dan newe dorf f und Einiers- 
leben. (Riedel, C. d. Brand. A, XVII, S.115.) 

1441. In der Fehde der Herzöge Otto und Heinrich v«)u Braunschweig 
und der Städte Braunschweig und Helmstecit wieder die von Alvenn- 
leben wurde Burg Erxleben berannt und wurden dabei die Dörfer 
Erxleben, EimersTeben und Neudorf alias Elssekercken durch 
Raub und Brand merklich beschädigt. (Meybaum, Chroii. v. Marien- 
born S.92.) 

1454. 12. Juni. Markgraf Friedrich von Brandenburg belelnitSiefert von 
Groppendorf mit einem Sattelhof hinter der Burg Erxleben mit 
6 Hufen Laude» belegen auf dem Felde zu Erxleben und auf dem 
nigendorppf elde und einem Koltbleck, de geheiten de K<'rstens 
berg, dat schutt upp den monke bek ~. (Riedel, O.d. Brand. A, 
XVII, S.135.) 

1468. Heinrich und Friedrich Vi>n Alvenslebeu haben vom Stift Halber- 
stadt zu Lehen u.a. den Zehnten zu Ncyndorf. (Cop. 474 fol.lJ.) 

1478. 29. März. Bischof Gebhard von Halbeihladt belehnt die Vettern 
Heinrich und Friedrich von Alvensleben u.a. mit dem Zehnten zu 
Neyndorpe. (0. d. Alvensl. II, No.465.) 

1479. 5. Aug. Kurfiirst Albreeht von Brandenburg belehnt die von Al- 
vensleben mit dem Schlosse Erxleben und Zubehör, darunter dem 
wüsten Doife d at n y e d o r p. (Riedel, ( '. d. Brand. A, XVII, S. 163.) 

1480. 25. Oktbr. Administrator Ernst von Halberstadt belehnt die Vettern 
Heinrich und Friedrich von Alvensleben u. a. mit dem Zehnten zu 
Nyendorff. (C. d. Alvensl. II, No. 496.) 

1499. 19. Novbr. Die Markgrafen Joachim und Albrecht von Branden- 
burg belehnen die von Alvensleben u. a. mit dem wüst<'n Dorfc 
das neue Dorf als Zubehör zu Ilaus Erxleben. ((J. d. Alvensl. 
II, Ko.653.) 

1535. 27. Mai. Kurfürst Joachim belehnt die von Alvensleben mit dem 
Schlosse Erxleben und Zubehör, darunter das wüste Dorf d a s n u w e 
dorff. (Riedel, C. d. Brand. A,:X VII, S.217.) 

1541. 1. Dezbr. Kardinal Albrecht belehnt die von Alvensleben u. a. mit 
dem Zehnten zu Niendorff (Riedel, C. d. Brand. A, XVII, S.221.) 



Digitized by VaOOQ 16 



282 i^ie WüstuDgeD im Nordtbünnggau. 



1011. 10. Juli. Heinrich Juliutr!, postulierter Bischof von Halberstadt, be- 
lehnt die von Alvensleben u.a. mit dem Zehnten zu Neuendorf. 
(C.d.Alvensl.n, Xo.880.) 

Litteratnr: Wohlbrürk, AlvensUben II, S, 167. ^ Behmids, Neuhaldeiufl. II, 
f^. 4r>7. 46:S, — Mlm<irk. Jahresher. T, .S. 6v;. — AUcrvrrein IS. SO. 



262. Nieiidorf. 

Bei llohendodclelx'n, Kreis Wanzlebeo. 

c. 186B. Der Doiupropst von Map^deburjr belehnt Wesseke de Hertbeke 
zu Ottersleben mit einer Hufe in Nendorp, die Reyneke von 
Nendorp bewirtschaftet hat. (C-op. 1)1 S. 49.) 

c. 1JJ08. Gumpert von Alslebm zu Kgeln hat vom Magdeburjrer Dom- 
kapitel u.a. zu Lehen 3 Hufen in Insleve und 9 in Nendorp. 
(Cop.91 S.46.) 

1447. Bastian Luders zu Neuhaldensleben hat vom Erzbischof Friedrieh 
zu Lehen 2 Hufen Landes vor Nyendorff| auf dem Magde- 
burgisehen Felde. 

Lorenz Lasse hat ebenso eine Hufe im Felde zu Nvendorf. 
(Cop.3<> S.321.) 

1494. Die Grafen von Barby haben zu verleihen 2 Hufen zu Dommelsz- 
leben; item 5 Hufen Landes, einen Hof zu Dodeleben und Nu wen - 
do r f f darbey. (Cop. 431 fol. 6.) 

1619. H.Jan. Kardinal Albrecht belehnt Sivert von Deven und seine 
Brüder Cone und Hans mit den Gütern, die Jacob Beventhe zu 
Lehen gehabt, darunter mit der Dorfstätte Niendorff und dem 
Garbenzehnten über 30 Hufen daselbst. (Cop. 18 No. 34.) 

153H. 21. Juli. Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen l>elehnt Graf 
Wolf von Barby u.a. mit 5 Hufen und einem Hof zu Dodeleben 
und Neuendorf dabei, (v. Ludewig, Rell. mauuscr. X, S. 281.) 



263. Niendorf. 

Öötlieh von Keiihaldonslebcn an der Ohre. 

c. 1015. In der Grenzbestimmung der Sprengel von Magdeburg und 
Halberstadt heisst es: Ubi Ora fluvius infinit Albiae conveniunt 
episeopatus Halberstadensis et Mjigdeburgensis. Abhinc asciMHh't 
contra fluvium Oram usque Niendorp et abhinc per semitani, 
que transit indaginem inter Haldeeleve et Medenbeke. (Magd. 
Gesch. HI, S.162.) 

1146. 11. April. Bisehof Rudolf von Halberstadt bestätigt einen Güter- 
tauseh zwischen Kloster Hillersleben und dem Stift Walbeck ; 
ersteres erhält für 4 Hufen in villis Nienthorp und Valendorp 
ein Gut (predium), quod situm in ripis Albie et Ore fluminum in 
Villa Elbui dieta. (Schmidt, Hochstift Hai berst. I, No.207.) 

Digitized by VaOOQ 16 



261 . Niendorf. — 262. Nieüdorf. — 263. Nieudorf . 283 



1158. 12. April. Bischof Ulrich von Halber^tadt bestätigt das vom Abt 
Inninhard in Hillerslebeii gestiftete Hospital, welches ausgestattet 
ist mit 6 Hufen in Vahldorf, 4 in Hillersleben , einer Hufe in 
Nienthorp und einer in Mocorne. (Riedel, C. d. Brand. A, XXH, 
S.417.) 

1162. 16. Mal. Abt Irminhard von Hillersleben tauscht vom Klostervogt, 
Grafen Dietrich von Wichmanstorp, die ganz zerstörte Mühle zu 
Nienthorp mit allem Zubehör und der Wasserkraft bis zur 
Heddingsfurt (vadum Heddingi) gegen Güter in Drakenstedt und 
Hillersleben ein. (Riedel, O.d. Brand. A, XXH, S.421.) 

1167. In dem 1167 jare wart Haldesleve wunnen unde Niendorp ge- 
broken. (Schötfenchronik S. 119.) 

1197. Erzbischof Ludolf von Magdeburg bestätigt dem Kloster Ammens- 
ieben seine Besitzungen, darunter in Niendorp 6 Hufen. (Magd. 
Reg. II, No.78.) 

1203. Die Söhne Heinrichs di^s Löwen teilen ihr väterliches Reich der- 
gestalt, dass dem Herzog Wilhelm auch das ganze Erbe zu Neu- 
haldensleben und Nendorp zufallen soll. (Magd. Reg. II, No. 189.) 

C. 1226. Friedrich von Morsleben hat von Luthard von Meinersem zu 
Lehen u.a. in Nentorpe' eine Wiese. (Sudendori*, L'B. d. Herz. 
V. Braunschw. I, ß.lO.) 

1228. 13. Novbr. Erzbischof Albreeht von Magdeburg bestätigt das Kloster 
Althaldensieben und sichert seinen Besitz, nämlich : ecclesiam sancte 
Marie in Niendorp, terram quondam, que in vulgari Bennitz dici- 
tur, rubum quendam, qui Noi'tse vocatur, terram quandam prope 
Niendorp sitam, que Stocke vulgariter appellatur, duos mansos 
in veteri Haldesleve, pratnm quoddam iuxta claustrum — , censum 
CL arearum in Niendorp, quarum quilibet quatuor denarios solvit 
annuatim, eins videlicet cinisus, qui vrontins vulgariter appellatur, 
curam etiam omnium, que extra muros eiusdem opidi constructi (!) 
iam sunt et que pro tempore construentur, salvo iure oppidi infni 
muros — . (Behrends, Neuhaldensl. I, 8.317.) 

1231. 1. Aug. Erzbischof Albrecht bestätigt dem Kloster Ammensieben 
seinen Besitz, darunter in Niendorpp 6 Hufen mit Hofstellen. 
(Magd. Reg. II, No.944.) 

1236. 6. Novbr. Erzbischof Wilbrand von Magdeburg übereignet dem 
Kloster Althaldensleben mehren» Erwerbungen und bestätigt ihm 
eine Schenkung seines Bruders, des verstorbenen Erzbischofs Albre<*,bt, 
darunter in Niendorf die S.GK'orgskapelle und eine Hufe. (Magd. 
Reg. II, No.1069.) 

1262. 12. April. Heinrich Schulze zu Neuhaldensleben ttbergiebt dem 
Kloster Althaldensleben zu einer Memorie 3 Morgen Acker ijn 
KloBterholze daselbst und 2 Höfe in Niendorf. (Magd. Reg. 11, 
No. 1638.) 



* Es ist fraglich, ob hier Niendorf bei Neuhalden sielten gemeint ist. 

Digitized by VaOOQ 16 



2S4 l>ie WÜHtungon iui Xordthüringgau. 



lUOl. 27. Dezbr. Erzi)ischof Burchard von Magdeburg i«clienkt dem Klortur 
Althaldeiiölehen novani villam inttr Ölavos apud Haldei^leve vi 
lociuu predicti' ville. (Behreiids*, Ntuhaldeiisl. I, Ö.374.) 

IHt)a. liehen des Erz."*tift^: 

Hans Belslorp habet 1 '/^ nian.suni in canipis Metlcbt^kc et 1 praluni 
in eanipi^ Neycndorp. 

J<»hannes Luders habet 11 iuanH>s in canipis Neyndorp. 

Heniiig et Brand Vok habent VI niansos in canipis Medel)eko, 
1 niansum prope Neyndorp et 2^!.^ tallentum denarionim in tlieo- 
lonio Haldensloviensi — . 

Brand Jacher habet I pratuni proj>e antiquum Bevor, iit priu^! 
hal»nit a llernianno de Neyndorp. 

lleiiningus de Angern habet VIII iugera et I pratuni projM' 
Nveiidorj) de bonis Ilcrnianni de Nevndorpe, ut prius liabuil 
Frieke de Aekendorp. ((r.(2,XVI, Ö.240.2J1.) 

1420. Merkische Seroder haben die Mühle zu Neyndorff drye gepucht 
und iß gesehen us Calvorde uud wedder darin, geachtet uff 20 guldin. 
(Riedel, Cd. Brand. B, III, S.312.) 

U54. 2S. Dezbr. Erzbischof Friedrich belehnt die Santei-slebeu mit (jtütern 
in Neuhaldensleben und einer Wiese binnen Kevdor]). (Kiedel, 
( \d. Brand. A, XXV, S.3G9.) 

1456. Frieke und Hans Santersleben haben vom Erzbiechof Friedrich 
zu Lehen eine Wiese binnen Neydorpp, Hans Santersleben noch 
eine Wiese zu X y e n d o r p p. (C'op. 3G ti. 479.) 

I i71>. 27. Mai. Hans 8antersleve zu Xeuhahlensleben und «(»ine Vettern 
Frick(^ und Berthold zu Magdeburg haben vom Ei-zbischof Ernst 
zu lA'hen u.a. eine Wiese binnen Xyendorff und Hane Santers- 
leben allein noch eine Wiese daselbst (Cop. 41 fol. 271^) 
p:benso 1487, Ai>ril li). (Ibid. fol. 278.) 

I4SJJ. LJuni. Dompropst Melchior von Magdeburg belehnt Friedrich vim 
Alvin.sleben auf Ilogätz u. a. mit 9 Hufen zu Niendorf. (Cd. 
Alvensl.II, X().521.) 

l4tM.). 10. Mui. Heinrich Luders zu Neulialdensleben hat vom Erzbischof 
Ernst zu Lehen 3 Hufen bei Xeyendorff. (Cop. 41 fol. 1H5\) 

I50L iJO. März. Claus Meiger zu X^euhaldensleben empfängt vom Erz- 
bischof Ernst zu Lehen eine halbe Wiese hinter Xeyendorff bei 
i\vv alten Bever. ((V)p.41 fol.2()7\) 

1505. 27. Jan. Abt Xicolaus von Hillereieben belehnt Peter Wynholt mit 
einer Wat*sermühle auf der Ohre, die Xevndorp-Mühle genannt, 
gegen einen Wispel Koggenraehl jährliclier Pacht. (Magd. ( Icftfch. 
XXVI, S. 233. 242.) 

1501). 13. Xovbr. Abt Nicolaus von Hillersleben beh'hnt Thomas Santers- 
leben, Stiftsherrn zu U. L. Fr. in Halberstadt, und seine Brüder 
Frieke und Hans mit einer Graswiese bei Hoggengrave an der 
Ohre, mit einem Morgen Jiandes zu Xeindorf bei Wedring<'n 



Digitized by VaOOQ 16 



263. Niendorf. 285 



und einer Wort auf Vellen Felde jährlich auf einen Schilling Zins. 
(Magd. Gesch. XXVI, S. 236.) 

1511. 14. Mai. Abt Nicolaus von Hillersleben belehnt Peter Wiiiholt« 
FrauDorothee mit der Niondorper Mühle zur Leibzueht. (Magd. 
Ge**ch.XXVI, S.237.) 

1515. 20. Jan. Abt Nicolaus von Hillersleben verleiht Peter Wynholt 
die Neyndorper WaHserniühle auf der Ohi*e go^en einen Wimpel 
Roggenmehl Erbzins. (Or.) 

1516. 25. Febr. Der Domdechant Eustachius von Magdeburg bestätigt 
die {Stiftung, welche Margaretho, die Witwe Heyne Petericks zu 
Neuh alden sieben , bei dem Altar S. Fabiani et Sebastiani gemacht 
hat. Diese Stiftung besteht aus Kapitalien, 4 Wiesen, nämlich auf 
der Dorfstätte zu Neyndorppe, in dem Muckereyn, vor dem 
Erpke an der Ohre und bei der Hagendrift, und aus Ackern auf 
den Feldern zu Rottmersleben und Wedringen. (Or.) 

1519. 8. Jan. Kardinal Albrecbt belehnt Hivert von Deven und seine 
Brüder Cone und Hans mit den Gütern, die Jacob Beventhe zu 
Lehen hat, nämlich einer halben Hufe und 6 Morgen vor Calbe 
auf Nigesteder Felde gelegen, einer Holzmark zu Bardeleben, 
4ler Doi*fstätte zu Niendorff, dem Garbenzehnten über 30 Hufen 
Landes daselbst, S^L Schilling an einer Hufe auf dem Felde zu 
Mendorf bei der Mark Schnarsleben. (Cop. 18 No. 34.) 

15H*). 21. Hai. Abt Heinrich von Berge und Abt Eckbert von Ammens- 
ieben vermitteln einen Vertrag zwischen Kloster Althaldensleben 
und der Stadt Neuhaldensleben wegen der Neindorffe mhölie, 
der dammmhölle, der müller halben darinne und von wegen <ler 
wiszche ubir der Ohre in Hungerwinkel gelegen, auch der weiden- 
stemme zu setzen — . (Behrends, Neuhaldensl. I, S. 129.) 

1583. 28. Mai. In dem vom Erzbischof Albrecht bestätigten Kaufvertrag 
über die wüsten Dorfstätten Külitz, Benitz, Podegrund wird zwischen 
der Stadt Neuhai densleben und dem Kloster Althaldensieben ferner 
bestimmt, dass sie sich der TriftcMi und Weiden an alle den Gütern 
zu Niendorf, wie früher, bedienen sollen; es soll auch der Acker 
an allen Orten nicht weiter als von Alters her geschehen aus dem 
Anger gepflügt werden. Von der Mühle und Niendorf er Mühle 
soll der Müller dem Rate jährlich dasselbe zahlen, was er früher 
dem Klost*T gezahlt hat. Ferner soll beiden Müllern erlaubt sein, 
Schweine oder Schafe in den Mühlen zu halten, die zu Felde 
gehen; auch soll jeder 20 Haupt Rindvieh halten, aber kein 
Hemdes Vieh in die Wei<le schicken. Ferner hat sich das Kloster 
vorbehalten, dass kein Bürger von Neuhaldensleben in der Ohre 
bei der Niendorf er Mühle mit Zuggaru fischen soll, sondern 
nur mit Waten. Auch darf der Rat der Stadt vor Niendorf 
eine neue Windmühle bauen und etliche Weidenbäume zu Behülf 
des Dammes an den Damm setzen. Andere Bauten und Pflanzungen 
dürfen nur mit Erlaubnis des Klosters vorgenommen werden. Ferner 
sollen <lie Müller sich alles Verkaufs mit Mehl oder Bierschenkens 

Digitized by VjOOQ 16 



286 tHe Wustnngeo im Koidtlifirm^pui. 



enthalten, allein wa£ ihr eigen Verdienstinehl i»t (Magd. (je«di. X, 

8. 179 ff.; 

1559. 8. Juli. Erzbisehof äigii»nmnd belehnt die Brüder Lodolf und 
Joachim von Alveni^leben u.a. mit 2 Hufen zu Neindorf. .Cd. 
AlvenHl.lU, No.422.) 

15Gß. D<'r Administrator Joachim Friedrich bestätigt den von Alvens- 
le)>en ihre I>'hen, darunter 2 Huf«Mi Laude» bei Niendorff ge- 
legen und 1^ ^ Hufe auf dem Fehle zu Xeuhald entziehen vor dem 
Hundalhchen Thore. (Cop. 1« No.TO.j 

1574. 21. Septbr. B<^timmte Kommissarien, darunter Abt Petrus von 
Kloßt4*r Berge, eiiti?cheiden einen Streit zwischen der h^tadt Xeu- 
haldensleben und dem Kloi^ter Althaldensleben über die Grenze in 
der Nien dorfer Feldmark, der schon 1573 angefangen war, und 
Iwzeichnen die Grenze von der Ohre aus, in welche ein gn>sser 
SU'in gelegt werden tK>llte, durch den Jeckelfurt hinauf bis an die 
Gärten durch Aufwürfe. Diese Grenze soll auch für die Gerichts- 
barkeit gtdten. (AS Erzst M. Domkap. No. 1276.) 

Die Stadt protestiert gf*gen diese Entscheidung beim Admini- 
gtrator schon am folgenden Tage, weil »\e ihren alten Rechten zuwider 
laufe. (Ibid.) 

1604. 15. Oktbr. Das Kloster Althaldensleben und die Besitzer der 
Niendorfer oder Winholtz- Mühle verkaufen diese an die Stadt 
Xeuhaldensleben für 1300 Thaler, die dem Klost<r, und 300 Thaler, 
die den Inhabern der Mühle gezahlt werden sollen. (Or.) 

1605. 1. April Verordnete Kommissarien schliessen einen Vergleich 
zwischen dem Kloster Althaldensleben und der Stadt Xeuhaldens- 
leben über die sogen. Wienholt -Mühle in Neiendorf, wonach die 
Stadt die Mühle kauft, aber dem Klosti*r einen Canon zahlt, dies<^m 
auch das Belehnungsrecht und <lie Jurisdiktion überläset (\Valther, 
Sing. Mag<l. X, 8.503.) 

Uttentnr: Wallher, Sing. Magd. IIT, H.iS. — Behrendt, Neuhaldenxl. J, S.SS, 
^96. 373, — AlUrverein S. 9. 



264. Niendorf. 

Hüd westlich von Wanzleben, nach Pesekendorf lu. 

cl250. Das Stift Walbeck hat inNyendorp (Nigendorpe) 23 Hufen, 
18 Höfe (aree) und ebensoviel Morgen. In Schafthal und Nyen- 
dorp 14Wi8pel 2^2 Quadranten Weizen, 10 Wispel 2^2 Quadranten 
Roggen und 17 Talente weniger 9 Pfennige. (N. Mitth. II, 1, 8.41.) 

C. 1250. Das Stift Walbeck hat von 4 Hufen in Neudorp 2 Talente. 
(N.Mitth.n,!, S.44.) 

1262. 8. Juli. Bischof Volrad von Halberstadt übereignet dem Dom- 
kapitel in Magdeburg den Zehnten ville Pesekendorp et marcam 
vilfe Nyendorp adiacentis cum omnibus attinentibus tarn in 
campiß quam in villis. (Schmidt^ Hochstift Halberst. II, No. 1049.) 

Digitized by CjOOQ 16 



263. Niendorf . — 264. Niendorf . 287 



C. 1400. Ista bona confert prepositus ecclesie Walbicensis : — in Nyen- 
dorpe I mansum X polidos. (Cop. 759* S. 18.) 

1402. 28. Oktbr. Das Stift Walbeck vergleicht sich mit Ritter Otto von 
Belitz zu Germersleben wogen 67^/2 Hufon teils freien, teils Vogtei- 
ackers in Scapedal, Nyondorpo, Pesekendorpe dahin, ^lass die 
Einkünfte davon 6 Jahre lang zwischen beiden Parteien geteilt 
werden sollen. (Or.) 

1407. Hermann und Gurt von Werberge zur Sommerschenburg haben 
vom Bischof von Halberstadt zu Lehen u.a. zu Neyndorp und 
zu Brandesleben 3 Hufen und 3 Höfe. (Oop.470 fol!^20\) 

1438. 13. Mai Erzbischof Günther entschädigt die Stadt Wanzleben für 
<lie Anlage einer Warte auf C-zennewitzor Hoch mit der Weide auf 
den Dorfstatten Ozennewitz und Schapedal und dem kleinen Thy 
in Schapedal, aber den grossen Thy und die Hegewiese zwischen 
Schapedal und Nyen horch sollen sie nicht gebrauchen. (Hävecker, 
Chron. von Calbe etc. 8. 146.) 

c. 1460. Der Propst von Walbeck verleiht die Custodie u. a. mit einer 
Hufe, die 10 Schillinge zahlt, in Negendorpe. (Harzzeitschr. 
VI, S. 293.) 

Zur fünften wadschar hat das Kloster u.a. 2 Schillinge in Ni en- 
do rp. (Ibid. S.296.) 

1468. Vom Stift Halberstadt haben zu Lehen die Hagen 4 Hufen zu 
Neyndorp. (Cop. 474 fol. 38\) 

1463. I.April. Die von der Asseburg^ erhalten gegen einen Jahrzins von 
10 Schock Groschen vom Stift Walbeck dessen Gerechtsame an den 
Feldmarken Schapdal, Nigendorpe und Pesekendorpe auf 
50 Jahre. (Cop. 759* fol. 82.) 

1480. Administrator Ernst von Halberstadt belehnt die von der Asse- 
burg u. a. mit dem halben Zehnten zu tieffen Neyndorff. 
(Cop. 475 fol. 1\) 

1494. 12. Desbr. Erzbischof Ernst verkauft den von der Asseburg das 
Schloss Ampfurt mit Zubehör, darunter lutken Wanzleben mit den 
3 wüsten Dörfern Volkmerstorff, Nyendorf und Besekendorf. 
(Cop. 69 fol. 112.) 

1746. Das Stift Walbeck hatte auf den Feldmarken zu Niendorf 
und Pesekendorf gute Einkünfte. Es Hess sich aber 1463 von den 
Herren von Asseburg bereden, ihnen benannte Feldmarke gegen 
10 alte Schock gemeiner Knmzgroschen Zinn auf 50 Jahre pacht- 
weise einzuthun, und wie das Kapitel so einföltig war, dass es 
ihnen nach Ablauf solcher Pacht das Näherrecht bei einer neuen 
Verpachtung versprach, so ist es leider geschehen, dass die Feld- 
marken Niendorf und Pesekendorf hernach gar verloren gegangen. 
(Meibom, Walbeckische Chron. S. 188.) 



Digitized by VaOOQ 16 



288 I^ie Wüstungen im Nordihüringgau. 



265. Neuhof. 

Soliloss 1>ei (iliiidpiiberg, Kreis Wolmirstedt. 

c. 1204. Bi hirtchop Borchardes tiden was in dem see to Nienhove 
vele un^eweders, als dat neimant dar up varen mochte na vischen, 
he enworde hedrogent edder schadehaftig. Des vor hischop Borchart 
dar up und wiede den se und vorhen de geiste dar ar, als dat 
men scddcr nicht böses dar up nu(* vornam. Dar umme heit dat 
hilge se. (Schöffenchron. S.177.) 

l.-Ui*J. 12. April. Zur Landesverteidigung sollen von dem Kyenhove 
Herr Henning von Steynford und Hevse mit aller Macht und aus 
dem Gerichte mit 3 Mann folgen. (G.Q.XXVI, 8.290.) 

c. 1380. Henning und Heise von Steinfurt haben vom Erzbischof Peter 
zu Lehen dat hus to dem Xyenhove myd seyner tobehorunge. 
{G.Q.XVT, S.153.) 

Vd\)i, 22. Oktbr. Erzbischof Albrecht verschreibt Ludolf von Alvensleben 
sein Haus den Nuwenhoff für 400 Schock, die er ihm für die 
Gefangennahme Peters von Bredow versprochen. (Riedel, C. d. Brand. 
A, XXIX, S.389.) 

1400. 2. April. Bischof Heinrich von Brandenburg giebt seine Zustimmung, 
tlass Erzbischof Günther die Kirch(^ des wüsten Dorfes Wardenberg 
mit der dem heil. Moritz gewidmeten Kapelle in seinem Schlosse 
Nigenhove, Brandenburgischer Diöces, vereinigt und dass beide 
nun ein geistliches Beneficium bilden sollen. (Or.) 

1416. 9. Aug. Hans von Quitzow, Heinrich von Ysenborch und ihre 
Helfer waren auf der Heide zu Brandenburg und nahmen Peter 
Al)el 3 Pferde, und mit den Pferden wurden sie zu dem Nyen- 
have abir gefurd, dar sv obir nacht lagen — . (Riedel, (-. d. itfrand. 
B,m, S.354.) 

1418. Haus von Quitzow, Arnd Cleger und Genossen haben dea Branden- 
burgischen Unterthan Schulte von Derentin beraubt und wurden 
zcu dem nycn hove obir gefurt. (Riedel, Cd. Brand. B, HI, 8.365.) 

1419. Arnd Cleger, Swalwe und Genossen raubten im Brandenburgischen 
und wurden czu dem nyen hove usz und in obir gefurd. (Riedel, 
C. d. Brand. B, HI, S. 365.) 

1420. Der Dompropst Heinrich von Werberge hat Henning Kossebu 
von Stendal 10 Schock Dielen zum n i e n hove genommen, die er 
auf 40 Schock böhmischer Groschen achtet, und ihm seinen Knecht 
ermordet. (Riedel, Cd. Brand. B, HI, S.331.) 

1420. Busse van der Asseburch mit andern Mannen des Erzbischofs 
fuhren über die Fähre zu Magdeburg vor der alten Stadt und 
rannten vor Rostock und nahmen da Pfenle, Kühe, Schafe, Schweine, 
klein und gross, und pochten das Dorf ganz aus und trieben den 
Raub zu Nyen hove und führten den über mit dem Floss des 
Erzbischofs. Da sie den Raub über die Elbe brachten, trieb ihn 
Peter Kotze nach Wolmirstedt. (Riedel, C d. Brand. B, HI, S.849.) 



Digitized by VjOOQ 16 



265. Keuhof . — 266. Nienfitedt. 289 



1420. Fährleute zu Parchau, zu Magdeburg und zum Nyen hoffe 
werden als Mannen des Erzbischofs erwähnt. (Riedel, C.d. Brand. 
B, m, S.392.) 

1446. 8. Septbr. Thomas Rode und seine Erben bekennen, dass ihnen 
Erzbischof Friedrich das Schloss den Nienhoff für 289^;^ Mark 
verpfändet hat. (Or.) Erneuert 1458 

15G4. Der Pfarrer von Glindeuberg hat eine Mahlzeit auf dem Keuen- 
hoffe alle Festtage; der Küster einen Scheflel Mehl aus dem 
Newcn hoffe. (Kirchen visitProtok.) 

1611. Der Administrator Christian Wilhelm erteilt einen lichnbrief für 
Higismund von llobegk über 2 Hufen Landes auf dem hohen Felde 
vor dem Neuen Hofe im Amte Wolmirstedt gelegen. (Or.) 
Litterator: Danneü, Wohnirstedl JS. 298. 



266. Nieiistedt 

Nörillicb vou Calbc. 

1145. 11. Jan. Papst Lucius IL bestätigt dem Kloster Btrge seineu Be- 
sitz, darunter in Nienstidi. (G. Q. IX, No. 30.) 

1209. 18. Jan. Papst Innocenz HL bestätigt dem Klosti^r Berge seinen 
Besitz, darunter decimam totius Nienstede. (G. Q. IX, No.50.) 

1311. Die Ritter Heinrich und Otto von Cretitz haben vom Bischof von 
Halbcrstadt zu liehen 42 Schock im Zehnten zu Nigenstcde 
prope Calve. (Riedel, C. d. Brand. A, XVII, 8. 471.) 

c. 1370. Vom Erzstift haben zu liehen: 

(Jlaus, Wernerus, Heydeko et Rost, filii (Jonradi (}Uondam de 
Scai-tow militis, coniuncta manu — inNyenstede I mansum. (G. Q. 
XVI, S.46.) 

Johannes et Thilo de Mokrene habent — ante Calvis in Xyen- 
stede 21/2 mansum verlegene gudes. (G. Q. XVI, S.57.) 

Rodensleve habet I mansum in cainpis Nyenstede prope Calvis 
ex resignacione Jacobi de Stasforde. (G. C^ XVI, S. 58.) 

1895. De radmann (von Calbe) bekennen des, dat Hinrik Hinkeman 
und Mewes Bunen sint erscheyden umme dat verndel landes to 
Nygenstede, dat Mewes in ansprake hadde unde Hmkeman het 
Meweses willen gemaket. (Magd. Gesch. XX, S. 134.) 

1398. Claus Smeil hat vom Erzstift zu Lehen V quartalia agri arabilis 
ante villam desertam Nyenstede, I quartale et I iugerum in 
campis Calve. (G.Q.XVI, 8.232.) 

1446. Fricke Dunneweber hat vom Erzstift zu Ijchen 3 Vierti'l Landes 
auf Neinsteder Mark. (Cop.36 8.130.) 

Claus Greve ebenso eine Hufe auf Nyenstete Marke vor 
Calbe. (Ibid. S. 179.) 

Bosse Homburg ebenso Güter auf der Marke zu Nyenstete. 
(Ibid. 8. 208.) 

Digitized by VjOOQ Ic 



290 ^ie Wüstungen im Nordthüiioggau. 



1446. Heinrich Swenke zu Calbe hat vom Erzbischof Friedrich zu Lehen 
Güter zu Ny engte de. (Cop.36 8.367.) 

Ebenso Claus Peynemann zu Calbe einen Morgen auf Neyn- 
stede Mark, Stefan Peyne ebenso einen Morgan zu Nyenstode. 
(Ibid. 8.380.) 

Ebenso Deynhard Thile ein Viertel Zinsgut auf Neynsteder 
Mark. (Ibid. S.510.) 

Heinrich Vese hat nebst seiner Tochter vom Erzbischof zu Lehen 
erhalten ein Vieitel Landes zu Nyenstede. (Cop. 30 8.581.) 

C. 1450. Jacobe Hans und Cliristof Gebrüder Hake haben vom Erzstift 
zu Lehen u.a. eine halbe Hufe zu Nyenstadt bei Calbe, wovon 
Heinrich Berse 4 Schillinge zinst. (Cop. 36 S. 286.) 

1458. Caspar Homburg hat vom Erzstift zu Lehen u. a. Si/g Hufe und 
5 Morgen zu Nyen stete. (Cop.36 8.224.) 

1477. 22. Novbr. Dreus Zcabol zu Zenz erhält vom Erzbischof Ernst zu 
Lehen ein Viertel Landes auf dem Felde zu Nienstede zu 
21/2 Schilling Zins. (Cop. 41 fol.64.) 

1478. 17. Febr. Matthaeus Nortlieim zu Calbe wird vom Erzbischof Ernst 
belehnt u.a. mit Zinsen zu Nienstede. (Cop. 41 fol. 219.) 

1480. 4. Febr. Die reitenden Boten Bartholomäus von Tuch und Werner 
Lamprecht erhalten vom Erzbischof Ernst die Anwartschaft auf 
die Lehngüter Matthäus Northeims, darunter auf 19, 15, 15, 4 Groschen 
von 3 Vierteln und einem halben Morgen in Nienstede. (Cop. 41 
fol. 301.) 

1488. 1. Aii£. Fricke Dunneweber zu Calbe erhält vom Erzbischof Ernst 
zu Lehen ein Viertel Landes auf Nyen stete Mark. (Cop. 41 
fol. 107.) 

c. 1490. Brosius Lindeke zu Calbe erhält vom Erzbischof Ernst zu Lehen 
eine halbe Hufe auf Nyensteter Mark. (C'Op. 41 fol. 190.) 

1491. 19. Dezbr. Caspar Homburg wird vom Erzbischof Ernst belelint 
u.a. mit 2^2 Hufe und 5 Morgen zu Nien stete. (Cop.41 fol. 171.) 

1494. 27. Joli. Michel Papendorf zu Calbe erhält vom Erzbischof Ernst 
zu Lehen ein Viertel Landes auf dem Felde Nven stete. (Cop.41 
fol. 235\) — Dasselbe erhält Ulrich Papendorf 1505, Mai 20. 
(Ibid. fol. 238.) 

1494. Die Grafen von Barby haben zu verleihen l^/j, Nordhausische 
Mark an Hufen, an Lande und einer halben Hufe zu Nienstede 
vor Calbe. (Cop. 431 fol. 7.) 

Mit denselben Gütern beleiht Kurfürst Johann Friedrich von 
Sachsen den Grafen Wolf von Barby 1583, Juli 21. (v. Ludewig, 
Rell. manuscr. X, ß. 284.) 

1496. n.Mäns. Johann Iseken, Altarist zu S.Katharinen in Magdeburg 
erhält als Erbzinsgut ein Viertel Ackers auf dem Felde zu Ny enste. 
(Cop.41 fol. 180.) 



Digitized by VaOOQ 16 



266. Nienstedt. — 267. KeiDgtedt. 291 



1498. 27. Mars. Der Landknecht Bartholomäus Richter erhält vom £rz- 
bischof Ernst zu Lehen 8 Morgen auf der Nygenstedisehen 
Marke. (Cop. 41 fol. 260.) 

1502. 31. März. Der Mönch Martin Berneberg zu Huysburg verlässt vor 
dem Rate zu Calbe seinem Bruder Leviu Weite eine halbe Hufe 
zu Granow und ein Viertel zu Nygenstede. (Handelbuch von 
Calbe fol. 219.) 

1503. 15. Dezbr. Der Mollen vogt Hans Ritter ist mit Jacob Beventen 
zu Magdeburg zusammen belehnt vom Erzbischof Ernst vor Calbe 
auf Niger stör ff er Felde mit einer halben Hufe und 6 Morgen. 
(Cop. 41 fol.258^) 

1506. 6. Dezbr. In einer Erbtidlung der nachgelassenen Güter Balthasar 
Rochs vor dem Rate von Calbe kommen zur Verteilung eine halbe 
Hufe zu Nienstede, eine halbe Hufe zu Griczene, eine halbe 
Hufe zu Hcndorf, eine halbe Hufe zu Granow, eine Hufe zu Rüsten 
und ein Viertel zu Serwitz. (Handelbuch von Calbe fol. 227.) 

1515. 25. Febr. Der Rat von Calbe bezeugt, dass Jacob Klintz der Flicke 
Dunneweberschen 12 Gulden auf eine Hufe zu Nyensteth gelegen 
und auf eine Hufe bei der Warte gelegen geliehen hat. (Handel- 
buch von Calbe fol. 251\) 

1517. Hans Hanhermann kauft vor dem Rate zu Calbe von Hans Welle 
und Tewes Wissenfels IH, Hufe und 3 Viertel auf Gryczener Mark 
und drei Viertel zu Nawensteth für 43 Gulden. (Handelbuch 
von Calbe fol. 253\) 

1518. 15. Mai. Erzbischof Albrecht belehnt seinen Amtmann Simon Hacke 
zu Calbe und dessen Bruder Adam mit 8 Morgen auf der Neigen- 
8 tedischen Mark, einem Garten am Schlosse und einem Morgen 
Gras unter dem hohen Ufer. (Cop. 18 No.24.) 

1524. 22. Jan. AIh Mitgift eines Kindes bei seiner spätiTen Verheiratung 
werden vor tlem Kate von Calbe festgesetzt 3 Viertel Ackere* zu 
Nienstede und ein Vierti4 Ackers zu ßlannewitz. (Handelbuch 
v(m Calbe fol. 268^) 

15t)0. Hans Haiiherman zu C/albe verkauft an Peter Schröder u. a. 
2 Hufen Landes zu Baiberge für 250 Gulden und überlässt ihm 
auch ein Viertel Pachtacker auf der Stadtniark und ein Viertel zu 
Nienstede; femer verkauft er ihm 1 Vq Hufe zu Ruesten, 3 Viertel 
zu Nienstede und ein Viertel zu Hohndorf. (Handelbuch von 
Calbe fol. 287.) 

Litteratnr: Magdeb. GeschichUbl. IV, S. S6. 

267. Neinstedt 

Bei Sommerschcnburg, Kreis Neuhaldenslebcn. 

1311. Der Edle Konrad von Werberge hat vom Bischof von Halbcnstatlt 
zu Lehen den Zehnten in campo Nenstede. (Riedel, Cd. Brajid. 
A, XVn, 8.445.) 

Digitizedby'GoOgle 



292 I^ie WÜstongeti im Nordthüringgau. 



C. 1360. Der Edle Korirad von Werberge hat vom Bischof von Haibor- 
stadt u.a. zu Lehen den Zehnt zu Neynstede vor Sonimerschen- 
burg. (Cop.470 fol.54^) 

1407. Hermann und Cord von Werberge zur Sommerschenburg haben 
vom Bisehof von Halberstadt zu Lehen u.a. den Zehnten zu Neyn- 
stede vor der Sommerschenburg. (Cop.470 fol. 20^) 

1480. 31. Oktbr. Curt von Werberg erhält vom ErzbischofErnKt zu T^lieu 
u.a. den halben Zehnten zu Neyn stete vor der Burg Sommersehe u- 
burg belegen. (Cop. 41 fol. 232^) 

1481. Burkard von Werberge hat vom Erz bischof Ernst als Administrator 
von Halberstadt u.a. zu Lehen den Zehent zu Neynstedde vor 
der Sommerschenburg. (Cop. 476 fol. 63.) 

1487. 23. April. Die Gebrüder Huxer erhalten vom Erzbischof Ernst zu 
Lehen 1^2 Hufe auf den Feldern zu Sommersdorf und Nyenstede 
und noch eine halbe Hufe daselbst. (Cop. 41 fol. 168\) 

1642. 23. Dezbr. Im Lagerbuche des Amts Sommerschenburg ist unter 
den wüsten Dorfstätten verzeichnet: 

Neinsted, eine wüste Dorf statte vor der Sommerschenburjr an 
der Heers trasse nach Völpke, ist itzo Acker und wird von den 
Sommerstorfern gebraucht. (A. Magd. Cammer I, No. 167.) 

1083. Zum Kruge in Sommersdorf gehören Äcker auf dem N e i n s t e 1 1 e r, 
itzo Sommerstorfischen Fekh;. (Steuerprofessions-Protok.) 



268. Nehistedt 

Bei Warslcben, Krei» Keuhaldeiisleben. 

c. 1170. Das Kloster S. Ludgeri hat als Zubehör zum Meierhof in Sommers- 
dorf 6 Hufen in Nienstiden, ven denen jede <> Schillinge zinst, 
und eine Hufe, die 30 Scheffel Roggen und ein Schaf mit einem 
Lamme giebt. (N. Mitth. I, 4, S. 29.) 

1209. Abt Heribert von 8. Ludgeri zu Helmstedt entsetzt Gottfried von 
Herbeke der Verwaltung gewisser Klostergüter, u.a. in Neven- 
s t i d d e. (N. Mitth. H, 4, S. 467.) 

c. 1275. Kloster Marienberg löst 3 Hufen in canipo ville Neni^tedc 
von der Vogtei Gebhards von Alvensleben ein mit dem von T<'o- 
dericus, civis in Nenstede, vorgestreckten Gelde. (C. d. Alvensl. 
I, No. 137.) 

1308. 28. Juni. Bischof Albrecht von Halberstadt bestätigt dem Kloster 
Marienthal seine Besitzungen in campis et villis Wegersleve, Hamers- 
leve, Otenleve, Brandesleve, Nenstede et Hakenstede u. a. (Schmidt, 
Hochstift Halberst. HI, No. 1819.) 

1317. 13. Hai. Bischof Albrecht von Halberstadt inkoqioriert dem Kloster 
Marienthal die Kirche in Gross -Hakenstedt; ferner bekennt er, 
quod religiosis v'ris domino abbati et conventui memoratis (Vallis 



Digitized by VaOOQ 16 



267. Neinstedt. — 268. Neinstedt. — 269. Nickeide. 293 



s. Marie) de coiisensu ac beheplacito totius nostri capituli necnon 
prepositi 8. Johann is extra muros Halberstadenses archydiaconi 
ecelesiam in Neuste de »itam, cuius ius patronatus ad ipsoe per- 
tinere dinoscitur, donamus et ipsorum monasterio cum mansifi areis 
et singulis eins pertinentiis pleno iure presentibus incorporamus ; — 
que quidem ecclesia in Nenstede sita est prope curiam Werde«- 
leve (Warsleb<»n). (Schmidt, Hochstift Halberst. III, No. 1979.) 

1342. 4. Mai. Der Propst Willekin von S. Johann in Halberstadt ver- 
zichtet als Archicbakon auf die Prokuration von der ecclesia Neu- 
st cd (^ prope Werdesleve zu Gunsten des KlosterH Marienthal. 
(Schmidt, Hochstift Halberst. III, No.2346.) 

1347. 4. Jan. Erzbischof Otto beschuldigt Herzog Magnus von Braun- 
schweig, dass dieser ihm Burg Hötensleben mit Zubehör, darunter 
N i e n s te d e, vorenthält. (Riedel, C. d. Brand. B, VI, S. 77.) 

1400. Neynstede im Banne Göhringsdorf zahlt jährliche Prokuration 
von 3 Schillingen an das Stift Halberstadt. (Zeitschr. für Nieder- 
sjichsenl8r)2 S. 69.) 

1458. Die Veitheim haben vom Stift Halberstadt zu Lehen den Zehnten 
to N e n s t e d e zwischen Hötensleben und Ohrsleben gelegen. 
(Cop. 474 fol. 45\) 

1480. Ludolf von V(^ltheim hat vom Erzbischof Ernst, Administrator zu 
Halberstadt, zu Lehen den Zehnten zu Nyen stete zwischen Hötens- 
leben und OfFleben gelegen. (Cop. 475 fol. 55\) 

1583. Zum Amt HöU^nsleben gehören 6 ledige wüste Marken, darunter 
Neinstede Mark, die teils zu Ausleben, teils zu Barneberg ge- 
rechnet wird. (Cop. 113 fol. 248.) 

IJtt4»ratnr: Behrendt, Neuhaldensl. U, S. 618. 6S4. 



269. Niekelde. 

Südlich von Biero, Kreiu Calbe. 

1824. Fürst Bernhard UI. leiht Hennige van Plote alle sein Gut, dat 
is to Nickorde. (v. Heinemann, C.d.Anh.V, S.377.) 

c. 1870. Cftne, Hennyng unde Godo de Korlynge haben vom Erzstift zu 
Lehen inNyckelde I mansum. (G. Q. XVI, S. 13.) 

c. 1880. Ritter Friczo von Wellen hat vom Erzstift zu Lehen — in 
Nyckelde I mansum. (G.Q.XVI, S. 71. 150.) 

1890. 5. Novbr. Sophia, Johannes Persicks Frau zu Magdeburg, hat zum 
Leibgedinge 3 Mark in den Feldern Eikendorf und Nickeide. 
(G.Q.XXVI, N0.6G7.) 

1482. 2. ApriL Der Erzbischof Günther beschuldigt die Stadt Magde- 
burg, den Bauern von Nickeide für 250 Gulden Schaden geUian 
zuhaben. (G. Q. XXVII, No. 279.) 



Digitized by VaOOQ 16 



294 ^e Wastangen im Nordtharinggaa. 

1432. 7. Mai. Ersbischof Günther besohuldigt die Magdeburger, einen 
seiner Leute von Nickeide in der Vorkirche (!) daselbst gefangen, 
gebunden und fortgeführt zu haben. (G.Q. XXVII, No.284.) 

1441. ß. Oktbr. Erzbischof Günther verkauft an Busse Homburg und 
Grosse Kune zu Gross- Salze mehrere Güter, darunter czu Nickel de 
4 Hufen, wovon man 41/2 Vierdung Zins giebt. (Cop. 65 fol.174.) 

1443. 18. Febr. Erzbischof Günther belehnt die Brüder Friedrich und 
Hans Lose zu Magdeburg u.a. zu Biere, Nickeide, Eikendorf 
und Grobitz mit 13 Hufen, fenier mit 3 Hufen zu Nickel de. 
(G.Q.XVI, S.866.) 

1475. 16. Oktbr. Erzbischof Johann belehnt die Brüder Albrecht und Busse 
Grossekone zu Halle mit Gütern in und bei Gross-Ralze; dni-unter 
mit den Lehen auf Nickeide Felde von einer halben Hufe, ebenso 
auf Koked(^ Felde von mehreren Hufen. (Or.) 

Erzbischof Ernst wiederliolt die Btdehnung 1479. (Or.) 

1478. 9. Auj^. Abt Andreas zu Berge belehnt Hans Botz zu Magdeburg 
mit YVoHufe und 2 Morgen und 8 Höfen auf dem Nickelfelde, 
von jedem Hofe 2 Hühner Zins, mit 8 Hufen in Kettelingen und 
einc^m Hof in Eikendorf, einem Hof und einer halben Hufe in 
Leffersdorf, einem Hof zu Schönebeck. (G. Q.IX, No.385.) 

Ebenso Abt Matthias 1496, Februar 19. (G.Q.IX, No.765.) 

1479. 26. März. Henning Winckel wird vom Erzbischof Ernst belehnt 
u.a. mit 4 Schillingen 2 Pfennigen und mit einem Vierdung von 
je einer halben Hufe auf Nickeide Felde. (Cop. 41 fol. 154\) 

1480. Administrator Ernst von Halberstadt belehnt Gebhard und Johann, 
die Söhne Siegfrieds von Hoym u. a. mit dem Zehnten in N i c k e l d e. 
(Cop. 475 fol. 86.) 

1494. Die Grafen von Barby haben zu verleihen 11 Wispel Korn, 
14 Hufen, 11 Höfe, eine Bude und 2 Pfund greft'enpfennige zu 
Nickel de und Kokede. ((^431 fol.6\) 

1494. Hans von Lattoi-f erhält vom Erzbischof Ernst zu Lehen 4 Schil- 
linge 2 Pfennige von einer halben Hufe auf Nickeide F<»lde. 
(Cop. 41 fol.190^) 

1495. 24. Febr. Abt Andreas zu Berge belehnt für den Todesfall Hans 
Botzes seinen Schreiber Henning Kerkhoff mit dessen Lehngütern, 
darunter mit 8 Hufen, einem Morgen und 8 Höfen zu Nickeide. 
(G.Q.IX, N0.735.) 

1496. Graf Burchard von Barby belehnt die Harkstro zu Magdeburg 
u. a. mit 5 Wispel n weniger Vj^ Scheffel Zehnt über das Dorf 
Nyckelde an der Mark und auf dem Felde daselbst, dazu den 
halben Fleischzehnt. (Cop. 431 fol. 141.) 

1601. 10. Dezbr. Abt Matthias zu Berge belehnt Thomas, Heinrich, 
Erasmus, Hans und Tile Harkstro mit dem Zehnten auf Hallings- 
doifer Felde zu Bahrendoif, Korlingen, Apendorf, Mistede, N i c k e 1 d e. 
(G.Q.IX, No.930.) 

Digitized by VaOOQ 16 



. NicJcelde. -^ 270. Nordhauseö. 295 



1588. 21. Jidl. Kurfürst Johann Friedrich belehnt den Grafen Wolf von 
Barby mit IOV2 Wispel Kom, 14 Hufen, 11 Höfen, einer Bude und 
2 Pfund Gräfenpfenmgen %\i Nickel de und Kockerde. (v. Ludewig, 
Hell, manuficr. X, 8.288.) 

1562. Condicti die Geiste haben 71/3 Hufe 2 Morgen auf Nick eider 
Felde vor Biere vom Kloster Berge zu Lehen. (G.Q.IX, No.l062.) 

1685. Bewohner von Biere haben Acker im Nickelfelde (Nickel- 
dorffer Mark, Nicelfelde). (Steuerprofessions-Protok.) 

1696. 18. Häras. Herzog Heinrich von Sachsen-Barby belehnt Hans Georg 
von der Schulen bürg u.a. mit 5 Wispel Zehnt weniger l^/^ Scheffel 
Winterkorns über das Dorf Nickel dte an der Mark und auf 
dem Felde und dem Fleischzehnt über das genannte Dorf. (Or.) 

1699. 26. Oktbr. Der Kommissar Henning Franz Hampe berichtet an 
die kurfürstliche Kammer: 

Nickelsdorf ist ein grossem wüstes Dorf, hat noch einen 
Kirchturm. Die Stätte, wo die Häuser gestanden, kann man noch 
sehen. Die Äcker von diesem Dorfe haben die Bauern zu Biere. 
Ist ohngefB.br ein Dorf von 40 bis 50 Feuerstätten. (A. Magd. 
Cammer n, No.268.) 

1705. Das Hospital S.Annen zu Magdeburg zahlt von dem Zehnten zu 
Biere im Nickelfelde 9 Grosdien Erbzins an den Archidiaconus 
des Bannes Calhe. (A3 Erzst.M. Domkap. No.954.) 

1713. 20. Febr. Nicelf eidmarke schiesset auf Eikendorfsche und 
Atzendorfsche Feldmarke. Die Bierischen haben darüber keinen 
Streit. (A. Herz. M. Landesreg. VH, No. 58.) 

1778. 12.Dezbr. Der Domherr Heinrich Friedrich von Platen belehnt 
als Archidiakonus des Bannes Calbe das Hospital S. Annae zu 
Magdeburg mit Kornzehnten auf der Nico laus Feldmark vor 
Biere. (A 3 Erzst M. Domkap. No. 1391.) 

Wiederholt am 1. März 1797 mit demselben Namen. 



270. Nordhausen. 

Westlich TOD Hundisburg, Kreis NeutialdenBlebcn. 

1218, Bischof Friedrich von Halberstadt hat die Kapelle in Hundisburg 
durch Erzbischof Albrecht weihen lassen und bestimmt, dass zur 
Besoldung des Pfarrers von Northusen, der in jener Kapelle 
den Gottesdienst versieht, 2 Pfund angewiesen werden, wie der 
Bote der Bewohner (nuntius civium) versprochen habe. Quia vero 
eadem capella matricis ecclesie in Northusen filia est et imper- 
petuum permanebit, statuimus, ut cives attinentes eidem in matrici 
ecclesia percipiant ecclesiastica sacramenta, precipue in sepultura 
et baptismo, sed — civibus, qui adeo paupcres sunt, quod ad 
matricem ecclesiam eonim corpora propter amicorum et cognatorum 
inopiam deportari non possunt, eam ducimus gratiam faclendam, ut 

Digitized by VjOOQ 16 



296 Die Wüstungen im Nordthfiringgau. 

'i '■ ' ■ ' ., ■ ^ . , ■ ■ . 

apud prefatam capellam debitam percipiant sepulturam. Statuimus 

f>reterea, ut cives de Hunoldesburc in summis feetivitatibus, vide- 
icet in naiivitate Domiiii, in purificatione b. Viriginis, in die oinerum, 
in pascha, in ascensione Domini, in pentheoosten , in nativitate 
p. Johannis baptißte, in dedicatione ecclesie, ipsam matricem ecclesiara 
visitent et per hoc ipsiuß se fore fiIio8 rocognoscant. (Schmidt, 
Hochstift Halberat. I, No.501.) 

1262. 25. März. Bischof Volrad von HalberBtadt überläspt dorn Dom- 
kapitel das Patronat der Kirche und Kapelle in Gatersleben, der 
Kirche in Northusen und das Amt in Hornhausen. (Schmidt, 
Hochstift Halberet. II, No. 1042.) 

1267. 18. März. Bischof Volrad von Halberstadt erklärt, dass er — ad- 
vertentes graves rancores et indignationes interrainabiles proven- 
turas in posterum inter plebanos de Hunoldesborch etdeNorthuson, 
qui erunt per tempora, in scandalum commune totius et ridiculum 
irapiorum surgentes ex eo, quod in villa Hunoldesborch non extitit 
hactenus sufficienter distinctum, ad quam parrochiam pertinerent, 
contendentibus ipsis hinc inde plebanis, quod alter in alterius segetem 
mitteret falcem suam, attendentes nichilominus diversa pericula ex 
visitandis tempore nocturno infirmis ville in Hunoldesborch surgentia 
nunc sacerdoti de Northusen aliquando propter latrones maxirae 
gwerraruin tempore, quandoque propter aque iiitennedie inundan- 
tiam, nonnumquam vero, cum sub Castro procedit, propter iactum 
lapidis, nunc certe infirmo, si ipsum contingat negligi ex absentia 
seu distantia sacerdotis, tranquill itatem, quam possiunus et tenemur, 
intendimus utrique partium conservare ; ideoque acoedente beneplacito 
venerabilis patris domini Conradi sancte Magdeburgensis ecclesie electi 
et consecrati, ad quem ins patronatus ecclesie in Hunoldesborch 
Hpectare dinoscitur, et consensu Werneri de Kercberch, vicedomini 
Magdeburgensis, plebani in Northusen ac Johannis plebani in 
Hunoldesborch, talitt^r duximus ordinandum, quod capella constructa 
et a nobis anno preterito consecrata in villa Hunoldesborch cum 
cura totius ville eiusdem de cetero ad parrochiam castri pertineat 
et plebanus castri ipsius populo ville iam dicte teneatur admini- 
strare ecclesiastica sacraraenta. Ceterum in restaurum Ville predicte 
ecclesia in Northusen tres mansos, qui hactenus ecclesie in 
Hunoldesborch fuerant, duos videlicet sitos in Emersleve et unum 
in Weideringe, perpetuo possideat ac unum talentum denariorum 
Magdeburgensis monete annis singulis a civibus ville in Hunoldes- 
borch, qui ad parrochiam pertinuerant in Northusen, donec pro 
eo unum proprietatis in ipso campo conparent, componendum et 
presentauduni plebano ad predictara capellam dotis nomine assigna- 
tum ad ecclesiam transferimus North usensem, ordinationem, 
si qua per predecessoren nontros inter memoratas parrochias ali- 
(luando facta extitit, revocautes. (Schmidt, Hoclistift Halberst. II, 
No.1152.) 

1307. 4. Oktbr. Das Domkapitel zu Halberstadt nimmt von dem Propste 
zu Walbeck als Testamen tar ins einiger Domherren G7 Mark auf und 
bestimmt, dass der Provisor ecclesie in Northusen site apud 



Digitized by VaOOQ 16 



270. Nordhausen. 297 



Hunoldeeburch die 6 Talente, die die Kirche jährlich dem Kapitel 
zu zahlen hatte, von nun an für die Gedächtniefeiern der 3 Dom- 
herron zahlen solle. (Schmidt, Hochstift Halberst. III» No. 1807.) 

1311. Die Gebrüder von Groneberge haben vom Stift HalberBtadt zu 
Lehen Güter u. a. in Hundisburg, item Northusen VHI areas 
VIII pullos. (Riedel, C. d. Brand. A, XVn, S.446.) 

1825. 2. Dezbr. In dem Statut des Halberstädter Domkapitels über die 
Obventiouen wird u. a. bestimmt, dass von den Obventionem in Campe, 
Werstedt, Ilsenburg, Schneidlingen, Gross - Quenstt^dt, Hohen -Nein- 
dorf, Nordhausen, Ditfurt und Gross -Harsl eben kein Domherr 
nii'hr als eine haben solle. (Schmidt, Hochstift Halberst. III, No. 21 51.) 

1400. Die Kirche zu Northusen im Banne Alvensleben zahlt 6 alte 
Schulung jährlicher Prokuration nach Halberstadt. (Zeit«chr. für 
Niedersaehsen 1862 S.37.) 

1401. 23. Septbr. Das Domkapitel von Halberstadt setzt die Abgaben 
fest, die die von Bus?e von Alvensleben zu Hundisburg erbaute 
Mühle an die Obödienz zu Northausen zu zahlen hat. (Cd. 
Alvensl.I, No.927.) 

1453. 6. Jan. Busse von Wanzleben verkauft den Gebrüdern von Alvens- 
lebt»n auf Calbe das Haus Hundisburg mit den Dörfern Eiehen- 
barleben, Arkendorf und Northuszen. (Riedel, C. d. Brand. A, 
XVII, S.132.) 

1458. Ludolf von Alvensleben zu Calbe wird vom Bischof von Halber- 
8tadt belehnt u.a. mit dem Zehnten über 24 Worde in Northusen. 
(Cop. 474 fol. 44.) 

1462. 11. Novbp. Hermann Korn, Vikar beim Dom zu Halberstadt und 
Prokuratur der Obiküenzen Schneidlingen und Northusen, be- 
kundet den Erwerb einer halben Hufe zu Gundersloben bei Wege- 
h^ben, von der 3 Schillinge Halberst. Währung an obige ObodienzcMi 
gezinst werden, durch die Halberstädter Domvikarien -Brü<lers(rhaft. 
(Cop. 104 No. 957.) 

1483. 28. Novbr. Einem Entscheid erzbischöflich Magdeburgischer 
Kommissare entsprechend erhalten die von <ler Sehulenburg den 
Besitz der Mühle zu Northusen unbeschadet der von Alvens- 
lebischen Rechte daran. (C. d. Alvensl. It, No. 524.) 

1539. 7. Novbr. Gebhard von Alvensleben auf Hundisburg empfangt als 
Li'hen vom Domkapitel zu Halberstadt die Mühh^ zu Nordhausen, 
die er von Kudolf von Insleben in Neuhaldensleben gekauft hat. 
(C. d. Alvensl. HI, No.270.) 

1563. 5. Mai. Erzbischof Siegmund, Administrator von Halberstadt, be- 
lehnt Ludolf von Alvensleben mit 22 Groschen von 3 Hufen und 
6 Groschen aus der Mühle zu Nord hausen, die er vom Halber- 
städt(M- Domkapitel gekauft hat. (('. d. Alvensl. III, No.469.) 

1618. 7.Septbp. Christian, postulierter Bischof von Halbersta<it, belehnt 
genannte Vettern von Alvensleben mit genannten Zinsen zu Nord- 
hiiusen und Hundisburg. (C. d. Alvensl. III, No. 754.) 

Digitized by VaOOQ 16 



298 IMe WOstungen im Nordthüringgau. 



1734. Zum Amte AlvenßlebeD gehören einige wüßte Dorf statten als 
Lütgen-Orthnsen bei Rottmerel eben und Großsen-Orthiisen, 
davon die Kirchmauer noch bei Hundisbui-g stehet. (Walther, Bing. 
MaKil.in, S.59.) 

rJtteratnr: WaUher, ^^, Magd. VII, 8.59. — WoMhriich, ÄU^enslIT, S.S4.5S. 
— Behrendt, NeuhcUdensL TI, S, 96. — AUcrverein S. 9. 



271. Ortenburg. 

Bei Lindhoret, Krciv W<)lniir8tedt. 

1184. Graf Otto von Grieben überläset dem Kloster Ammensieben u.a. 
20 Schillinge in den beiden Döifern Listen und Odenburch. 
(v.Kröeher, UB.I, No. 1.) 

1231. l.Aug. Erzbischof Albreeht bestätigt dem Kloster Ammensieben 
seinen Besitz, darunter in Listen und Oddenburg 20 Schillinge. 
(Magd.Eeg.II, No.944.) 

1325. 29. April. Erzbischof Burchard bestätigt dem Kloster Althaldens- 
ieben die Schenkung Heinrichs von Crochger über 2 Hufen und 
2 Höfe in campis et villa Odenborch und die Thiederichs von 
Hordorf über eine Wiese beim Kloster. (Cop. 748 fol. 81.) 

1363. 12. April. Die Festen, mit denen der Erzbischof selbst zum Auf- 
gebot nach der Landfriedensurkunde folgen soll, sind Wolmerstede, 
Odemborg, Alvensleben , Hotensleben . (G. Q. XXVI, No. 458.) 

1366. 29. AtM?. Heinrich und Ludolf von Alvensleben bekunden, dass 
ihnen Erzbischof Dietrich seine Schlösser Wolmirstedt und Odden- 
burg anvertraut habe. (Riedel, C. d. Brand. A, XVH, 8. 70.) 

1373. 25.Jiili. Ludeke Luneborch und seine Söhne bekennen, dass ihnen 
Er/bischof Peter den Hof Od den bur mit allem Recht<' für 80 Mark 
veq)fändet hat. (Cop. 6 fol. 211.) 

1470, 11. April. Güntzel und Huner von Bärwinkel ver/Jchten gegen 
Erzbiöchof Johann auf die von diesem zu Lehen rührenden Güter 
in Wolmii-stedt, Meizendorf, Barleben, Ebendorf, Jersleben, ferner 
Ad in bürg, dat wüste is gelegen hinder Lintorst, mit den Dorf- 
stätten, die auch wüst sind und heissen Hadinburg, Mildehovc^de, 
Smerfelde und Hermesie ve. (Cop. 67 fol. 191'.) 

1684. Ackermann Heinrich Schultze zu Colbitz giebt von der Aden- 
burgischen Feldmark, wo früher ein Dorf gestanden, 3 Groschen 
2 A Pacht. (Steuerprofession s-Protok.) 

Die Adenburgische Feldmark kann, weil sie so nahe am 
Holze liegt, wegen des Wildes nicht genutzt werden. (Ibid.) 

Litt«ratiir: Walüter, Sing. Magd. X, S. ^i. — Wohüfrück, Alven^l. J, S.263. — 
ßehre^uh, Kcnhaldensl. I, 'S.6S. — Altmärh. Jahresher. IX, S. 45. — Dmiueil, 
Wolmirstedt S. 139, 



Digitized by VaOOQ 16 



27 1. CWenburg. - 272. Klein-Ofneben. — 278. Okstedt. 299 



272. Klein -Offleben. 

Bei Off leben, Kreis Neuhaldensleben. 

1180. l.Jali. Papst Alexander IIL bcntütigt dem Kloster Marionthal 
seinen Besitz, darunter eine Huf in parvo Offenlove. (v.Pflugk- 
Hartung, A. ined. pont. I, No.307.) 



273. Okstedt. 

Bei Bnimby, nach Löbnitz zu, Kreis Call)e. 

1147,1149. Bischof Iludolf von Halberstadt bezeugt, dase der verstorbene 
Dorapropst Martin dem Stift S. Bonifatii eine Hufe in Oxstide, 
die <S Schillinge zahlt, zu einer Spende für die Armen und 
zu einer M<*morie für den verstorbenen Dompropst Fri(?drieh ver- 
macht habe. (G.Q.Xm, H.Bonif., No.l.) Vergl. Oepete. 

1209. 18. JaJi. Papst Innocenz HI. bestätigt dem Kloster Berge seinen 
Besitz, darunter die Mühle in Ocstede. (G. Q. IX, No. 59.) 

1228. Abt Bertram zu Berge erwirbt für da« Kloster (»ine Mühle zu 
Ockstedt. (G. Q. IX, No. 80.) 

1329. Die Hufen zu Oxstede sind anhaltisehes Lehen, (v. Heinemann, 
C.d.Anh.V, 8.379) 

1329. Henning von Gatersleben hat an Graf Bernhard III. von Anhalt 
verkauft den dam tu Ockstede und de visseherye; den dam tfi 
Ockstede leiht der Abt von Berge, (v. Heinemann, (>.d. Anh. V, 

S.387.) 

1303. 12. April. Nach der Landfriedensurkunde des lÜrzbischofs Dietrich 
stellen Merwiz, Okstede und Flochchow (in der Vogti'i Calbe), 
6 Bauern zum Aufgebot. (G.Q.XXVI, No.458.) 

c. 1370. Heinrich Gutmann zu Magdeburg hat vom Erzstift zu T^hen 
3 Hofe in Eldigauwe und einen in Okstidde. (G.Q.XVI, S.42.) 

1377. Item consumpserunt (die Ratsherren von Calbe) ^/g fl. in uno 
prandio, proprie do man dy verde besaeh to Ockstede, to Tregow 
(Älteste Staatrechnung von Calbe.) 

1381. Die Brüder Erich und Johannes Eabil haben vom Erzstift zu 
Lehen u.a. in Okstede 12 Hufen und 5 Höfe mit allem Recht(». 
(G.Q.XVI, S. 187. 270.) 

1390. Hinric Cyeen von Octete het sik togen ut der vestunge etc. 
(Magd. Gesch. XX, S. 129.) 

1399, Henning Tise hat vom Erzstift zu Lehen 4 Sicheln von 2 Höfen 
in der Ernte in Brumby und ein halbes Lot von (»inem Viertel 
Morgen in Brumby, eine halbe Hufe in Cept, in Akstede einen 
freien Hof und 4 freie Hühner, die zum Hofe in Akstede ge- 
hören, und 4*., Hufe in Akstede und 15 Hühner; ferner 8 Ar- 
beiUT in der JJrnte, eine halbe Hufe in Pedunke, eine Vorwiese 
vor dem Dorfe in Akstede. (G.Q.XVI, 8.231.) 



Digitized by VaOOQ 16 



300 I^e Wüstungen im Nordthüringgau. 



1446. Amt und Peter Wragen haben vom Erzbischof Friedrich zu 
Lohen u. a. einen wüsten Hof mit 9 Hufen auf der Mark zu 
Okptede. (Oop. 36 S.552.) 

1446. Lorenz Schomeker zu Calhe hat eine halbe freie Hufe zwisclicn 
Okstedo und Czepto vom Erzbischof Friedrieh zu Lehon. (Cop.3ß 
8.367.) 

1467. Jordan Werdesleve hat vom Erzbischof Friedrich zu Lolien u. a. 
6 Hufen auf dorn Felde zu Okstede. (Cop.36 8.568.) 

1477. 6. Juni. Lorenz von Weddingen erhält vom Erzbischof Ernst zu 
Lehen u.a. 3^2 Hufe zuOckstete und Flochow. (()op.41 fol. 115\) 

Ebenso Blasius und Heinrich von Weddingeii 1495, Juni 14. (Ibid. 
fol.143.) 

1478. 17. Febr. Matthaeus Northeim zu Calbe erhält vom Erzbischof 
Ernst zu Ijehen u. a. eine halbe freie Hufe zwischen Ockstede 
und Cepte. (ihp.U fol.219.) 

1480. 4. Febr. Die reitenden Bot<»n Bartholomaeus von Tuch und Werner 
Lamprecht erhalten die Anwartschaft auf die Lehngüter Matthaeus 
Northeims, darunter eine halbe Hufe zwischen Ockstede und 
Cepte. 8ie werden 1487 belehnt. (Cop.41 fol. 301. 310.) 

1480. 6. April. Hans Lippe in Stassfurt erhält vom Erzbischof Ernst zu 
Lehen 21/4 Hufe zu Ockstede. (Cop.41 fol. 187.) 

1490. 6. Oktbr. Johann Werdensleve erhält vom Erzbischof Ernst zu 
T^^hen u.a. 6 Hufen Landes auf der Mark zu Ockstete. (Cop.41 
fol. 124\) 

1562. Der Pfarrer zu Brumby hat eine Hufe Landes zu Ockstedt. 
(Kirchenvisit. Protok.) 

1563. 14. Mai. Erzbischof Sigismund beleiht die von Krosigk mit einer 
Anzahl Güter in Stassiurt und 3 ^/g Hufe Lehengut und 4 1 ^ Hufe 
Zinsgut im Felde zu Ockstede. (Cop. 18 No. G7.) 

1579. 5. März. Christoph von Quetz verkauft an Ludolf von Alvens- 
leben 2^4 Hufe auf der Mark Ockstedt, die Valentin Wolf zu 
Löbnitz unter dem Pfluge hat. (Cd. Alvensl. HI, No. 624. 62G.) 

Die Belehnung durch den Administrator Joachim Friedrich er- 
folgte 1581, Januar 24. (Ibid. No. 642.) 

1582. 29. Jan. Ludolf von Alvensleben tauscht vom Hauptmann Andreas 
von Wüstenhoif ein Rittergut in Glöthe mit den Kossatenhöfen 
und 6 Hufen auf Glöthescher, 3 Hufen auf Flochauer, 3 iL Hufe 
auf Ockstedter und einer halben Hufe auf Ilf ritzscher Feldmark 
ein. (C. d. Alvensl. IH, No. 650.) 

Die Belehnung erfolgt 1583, April 8 durch den Administrator 
Joachim Friedridi. (Ibid. No. 660.) 

1686. 19. Novbr. Ludolf von Alvensleben und seine Vettern werden 
vom Administrator Joachim Friedrich beliehen mit 8 Hufen auf 
Ockstedter Mark, die Ludolf von Claus von Krosigk gekauft 
hat. (C. d. Alvensl. IH, No. 700.) 

Digitized by VaOOQ 16 



278. OkBtedt. — 2t4. OscherHlebeii. 30l 

1610. 5. Dezbr. Administrator Christian Wilhelm belehnt die von Alvens- 
leben mit 2 1/4 Hufe auf Ockstedter Feldmark. (C. d. Alvensl. III, 
Nr. 867.) 

An demselben Tage belehnt (t Otto, Busse und Andreas von 
Alvensleben mit S^^ Hufe und einem Hofe in Ockstedo. (Ibid. 
Nr. 870). 

Littcratnr: WohWrUck, Alvensl. 11, S. SOS. — Magdeb. Guchichtsbl. IV, K S6. 



274. OHcherslebeii, das alte Dorf. 

Bei Oacherslcben. 

1267. IB. Juni. Unter den Orten, in welchen nach Verkauf der Graf- 
schaft Seehausen der Bischof von Halberstadt das Gericht goschap 
behalten soll, ist auch antiqua villa Oschersleve. (Riedel, 
Cd. Brand., B, I, S.49.) 

1311. Ritter Wasmod von Honihusen hat vom Bischof von Halberstadt 
zu Lehen eine Hufe im Felde von Oschersleve und 4 Höfe in 
antiqua villa. (Riedel, C. d. Brand. A, XVH, S. 454.) 

Ebenso Heinrich von Vogelsdorf 2 Hufen in antiqua villa 
Oschersleve mit einem Hofe in Emersleve. (Ibid. 8. 556.) 

Ebenso Ritter Beteco von Schöningen und Ritter Johannes von 
Homhausen 2 Höfe in antiqua villa Oschersleve. (Ibid. 
S. 461.) 

Ebenso Heinrich und Johann von Tirameurode einen halben 
Hof in antiqua villa. (Ibid. S. 470.) 

c. 1360. Otto und Wesseke von Herdebeke haben vom Bischof von 
Halberstadt zu I^hen u. a. einen Hof in dem alden dorfe zu 
Oschersleben. (Cop.470 fol. 43). 

Hans und Bernd von Hornhauseii haben vom Bischof von 
Halberstadt zu Lehen auf dem Felde zu Oschersleben 8 Hufen, 
— in «lern alten Dorfe 2 Höfe, — 5 Vierdinge auf dem Felde 
zu Alverthusen. (C^). 470 fol.49'.) 

Friedrich Blancke ebenso in dem alten Dorfe 6 Worte. (Cop.470 
fol. 49^) 

1400. Antiqua villa Oschersleve zahlt 10 Schillinge jahrlicher 
Prokuration an das Stift Halberstadt. (Zeitschr. für Niedersachsen 
1862 S.93.) 

1447. Heyse von Steinfurt und Ulrich von Neindorf haben vom Erz- 
bischof zu Lehen eine Hufe auf dem Felde zu Oschersleben ; item 
darsulves 1 hoff in deme olden dorpe. (G.Q.XVI, S.329.) 

1468. Dietrich Wardesleve hat vom Stift Halberstadt zu Lehen u. a. 
einen Garten in dem olden Dorpe. (Cop. 474 fol. 37'.) 

1480. Die von der Asseburg haben u. a. vom Stift Halberstadt zu Lehen 
4 Höfe in dem alden dorfe Oschersleben. (Cop. 475 fol. 1\) 

Digitized by VjOOQ 16 



ä02 i->ie Wüstuugen im Nordthünnggaii. 



1480. Admiiiißtrator Ernst von Halberstadt belehnt die Brüder Michael 
und Heinrich Bakenaw u. a. mit einer Strasse und 3 Garthöfen im 
aldendorfe vor Oschorsleben. (Cop. 475 fol. 9.) 

Ebenso Woske von Homhausen mit 9 Gärten und einer Wort 
in dem aldendorffe zu Oschersleben. (Ibid. fol. 83.) 



275. Osmarsleben. 

Bei Erxlebeu, Kreis Neulialdensleben. 

c. 1226. Adelheid von Emden hat von Luthard von Moinei-sein zu 
Lehen u.a. 3 Hufen in Osmersleve. (Sudendorf, ÜB. d. Herz. v. 
Braunschw. I, 8.8.) 

Die Söhne Luders von Emden eine Hufe. (Ibid.) 

1246. Abt Gerhard von Nienburg verkauft, weil des Klosters Hof in 
Apmersleve von Schulden gedrückt wurde, eine Hufe in Rodens- 
ieben an Propst Richard von Hagenrode. (v. Heinemann, C. d. Anh. 
II, No.171.) 

c. 1270. Das Stift Walbeck besass in Osmersleve l^/j Hufe mit 
9 Schillingen Zins. (N. Mitth. H, 1 , S. 46.) 

1811. Die Edlen Werner und Gardun von Hadmersleben haben vom 
Halberstädter Bischof zu Lehen decimam Asmesleve. (Riedel, 
C. d. Brand. A, XVH, S. 443.) 

Arnold Rittor von Dreileben ist vom Halberstadter Bischof belehnt 
mit u. a. dem Zehnten von 9 Hufen in Gross -Rodensieben und 
Osmersleve. (Riedel, C. d. Brand. A, XVII, S. 446.) 

1336. Ritter Heineke von Alvensleben teilt das Haus Erxleben unter 
feeine Söhne Busse und Fritz; dieser erhält zu seinem Teil u.a. den 
Zehnten zu Osmersleve. (C. d. Alvensl. I, No.498.) 

1458. Heinrich und Friedricli von Alvensleben haben vom Stift Halber- 
stadt zu Lehen u.a. den Zehnt zu Osmersleve. (Oop. 474 fol. 44.) 

1478. 29. März. Bischof Gebhard von Halberstadt belehnt die von Alvent«- 
leben mit dem Zehnten in Osmersleve. (C.d.Alvens. II, No.465.) 

1480. 26. Oktbr. Ernst, Administrator des Stifts Halberstadt^ belehnt die 
Vettern Heinrich und Friedrich von Alvensleben u. a. mit dem Z(4iuten 
zu Oszmersleve. (C. d. Alvensl. II, No. 496.) 

1541. 1. Dezbr. Kardinal Albrecht belehnt die von Alvensleben u.a. mit 
dem Zehnten zu Osmersleve n. (Riedel, 0. d. Brand. A, XVII, 
S. 221.) 

Litteratur: ßehrencU, Neuhaldenal, II, *S'. 446. — AUmärk. Jahresber. V, S.6S. 



Digitized by LjOOQ 16 



276. OHiiiareloben. — 2?6. Osteiidorf. — 2?1 0«terliau8on. — 2?8. üstorealthuseD. 308 



276. Ostendorf. 

Bei Uhrsleben, Kreis Neahaldensleben. 

1372. 24. Juni, Die Brüder Ludolf und Fricdricli von Alvoiiölebcn vor- 
kaufen ihrem Vetter Busse die Dörfer Uhrslebeu uud Wellendorf*, 
den Zehnten zu Heltze und einen Hof im Osten dorpe tu Urs- 
1 e V e. (C. d. Alvensl. I, No. 799.) 

1454. 12. Juni. Friedrieh d. J. Markgraf von Brandenburg belehnt als 
Vormund der Kinder Heinrichs von ^Vlvensleben Siegfried von 
Groppendorf mit Gütern, die zum Hause Erxleben gehören, darunter 
mit einem freien Sattelhof im Dorf zu Uhrslebcn gegenüber der 
Kirche mit 4 Hufen Landes, dem Zoll zu Uhrsleben und einer 
Wiese bei der ostern kerke daselbst u.a. Gütern in Uhrsleben, 
(Cd. Alvensl. n, No.295.) 



277. Osterhausen. 

Lngc unbekannt.^ 

1152. 28. Juni. Bischof Ulrich von Halberstadt bestätigt dem Kloster 
Hillersleben seinen Besitz, darunter 8^/2 Hufe nebHt Wiese und 
nötigem Zubehör in Hosterhusen. (Magd. Reg. I, No. 1262.) 

1221. 29. Mai. Papst Honorius IH. bestätigt dem Kloster Hillersleben 
seine Besitzungen, darunter in Osterhusen HI mansos et dimi- 
dium et unum pratum. (Riedel, C. d. Brand. A, XXH, 8. 426.) 
Litteimtiir: Vanneü, WoUnirstedt S.5t5. 



278. ÖHterHalthuHeii. 

Hin Teil von AlUta8Kfurt. 

970. 29. Aug. Erzbischof Gero von Köln und sein Bruder der Markgraf 
Thietniar gründen das Kloster Thankmarsfelde und statten es aus 
u.a. mit Üster-Salthusen in Stasfurdi. (v. Heinemann, Cd. 
Anh.I, N0.47.) 

279. ()stei»Htede. 

Nordöstlich Yon Ncuholdonslebcii, Dm;h Colbitz zu, liiikä dor Ohre. 

1152. 28. Juni. Bischof Ulrich von Halberstadt bestätigt dem Kloster 
Hillersleben seinen Besitz, darunter in Osterteden 18 Hufen. 
(Magd. Reg. I, No.l262.) 

1281. 1. Aug. Erzbischof Albrecht bestätigt dem Kloster Ammensieben 
seinen Besitz, darunter in Host erste de 4 Hufen und 4 Hofstellen. 
(Magd. Reg. H, No. 944.) 



Danneü äucht den Ort in der N&be von Olveostedt. 

Digitized by VaOOQ 16 



304 We Wüstungen im Nordthuringgäu. 



1335. Donation Hermann Seseckon zu Stendal, darinnen er das Dorf 
Ost erste dt dem Kloster Wolmirstedt inkorporiert. (Visit. Protok. 
von 1562.) Con sen 8 Erzbisehofs Otten über solche Donation de 1336. 

c. 1350. Schutzbrief Gebhards von Alvensleben Ritters (für Kloster 
Wolmirstedt) über das Dorf Osterstedt. (Visit. Protok. de 1562.) 

1363. 12. April. Nach der Landfriedensurkunde des Erzbischofs Dietrich 
stellt Osterstede 3 Bauern zum Aufgebot. (G.Q.XXVI, No.458.) 

1443/44. Der Erzbischof Günther beschuldigt deu Kurfürsten Friedrich 
von Brandenburg der un rechtmässigen Ausübung der Jagd u. a. in 
den sogen. Ohrebergen auf der wüsten Dorfstätte Osterstede. 
(Riedel, C. d. Braud. B, IV, S.317.) 

1536. 2. Novbr. Kurfürst Joachim II. giebt dem Erzstift die Jagd in deu 
Orten bei der Ohre zurück, darunüT in Osterstede. (Walther, 
Sing. Magd. VIII, S.231.) 

1537. 5. Novbr. Kurfürst Joachim 11. und Kardinal Albreeht schliesseii 
einen Vertrag über die Jagd auf der Wolmirstedtischen und Garde- 
legischen Heide, darunter in Osterstede. (Riedel, Cd. Brand. B, 
VI, S.442.) 

1562. EinGeholtze uff der Heide Osterstedt genannt, darin hat unser 
gn. Herre die Wiltpahne. (Visit Protok. Wolmirstedt) 

1 Ü. 9 Gl. geben etliche Leute zu Crochern zu Zinse von den 
Wiesen zu Osterstedt (Ibid.) 

Littermtnr: AUniMrk. Jahresber. IX, S. (jJ. — iMnncil, W'olmirsUdi >S'. 142. 



280. Osterwende. 

Bei Ciross-Waii/Jobm. 

1455. Arnd Beyendorf hat vom Erzstift zu Lehen »{ Hufen in iVii Feld- 
maiken Wanzleben, O s t e r w e n d en , Honneberge und bei der Sehap- 
dalwiese. (Cop. 36 fol. 53.) 

1477. 11. Juni. Arnd Beyendorf erhält vom Erzbischof Ernst zu Luhcu 
u.a. 3 Hufen auf den Feldmarken zu Wanzleben, Oster wen den, 
Honneberge und bei der Schapdalwische. (Cop. 41 fol. 16.) 

Dasselbe erhält dessen Sohn Claus 1481, Juni 26. (Ibid. fol. 3 1^) 

1485, 12. Novbr. Hans von Gittclde zu Wanzleben verkauft an den 
Pfarrer und die Altaristen der Katharinenkirche zu Magdeburg 
einen Wispel Weizen jährlich aus 2 Hufen zu Osterwende 
wiederkäuflich für 50 Gttlden. (G.Q.XXVIII, No.591.) 

1501. 18. Dezbr. Die Gebrüder Gittoldt erhalten vom Erzbischof Ernst 
zu Lehen 7 Hufen auf Wanzlebener, Brolitz<^r und Osterwentler 
Marken, 7 freie Hufen auf den Feldern zu Wanzleben, Oster- 
wende und Honneberge u.a. (Cop. 41 fol. 157.) 

1503. 22. Mai. Hans von Lattorf erhält mit Hans Swede zu Magdel)urg 
vom Erzbischof Ernat zu Lehen u.a. eine halbe Hufe auf Oster- 
w e n d e Felde. (Cop. 41 fol. 193.) 

Digitized by VaOOQ 16 



279. Osteratede. — 280. Oaterwende. — 281 . Ottmeredorf . 305 



1504. 13. Harz. Bastian, Hans, Peter und Tue Gittold erhalten vom 
Erzbiscbof Ernst die Erlaubnis, den Schöffen des weltlichen Gerichts 
in Magdeburg 8 Gulden aus verschiedenen Gütern, darunter aus 
7 Hufen Landes auf Wanzlebener, Brolitzer und Osterwende Mark, 
ferner aus 6 freien Huf en zu Wanzleben, Osterwende undHonue- 
berg zu verkaufen. (Cop. 69 fol. 42.) 

1614. 30. Anff. Erzbischof Albrecht belehnt die Gebrüder Gittelde zu 
Wanzleoeu mit einem freien Sattclhof und 7 Hufen in Wanzlebener, 
Brolitzer und Osterwende Marken. (Cop. 18 No. 23.) 



281. Ottmersdorf. 

Bei Dodendorf, Kreis Wanzleben. 

1145. 11. Jan. Papst Lucius U. bestätigt dem Kloster Berge seinen Be- 
sitz, darunter in Duden thorp, Othmersdorp, Abbanthorp. {G. Q. 
IX, No. 30.) 

1157. Bischof Ulrich von Halberstadt tauscht mit dem Kloster Berge 
den Zehnten in Dudenthorp und Othmcresthorp gegen Güter 
in Emeringen und Niulice nebst der Kirche in Someringen. (G.Q. 
IX, No. 87.) 

1209. 18. Dezbi*. Papst Innocenz lU. bestätigt dem Kloster Berge seinen 
Besitz, darunter den Platz, wo das Kloster liegt, mit Zubehör und 
den Dörfern — Dodendorf, Otmerstorp. (G.Q. IX, No. 59.) 

1316. Abt Bodo zu Berge bezeugt, dass Arnold von Haldensleben zu 
Magdeburg dem Kloster 4 Morgen in villa Otmerstorp geschenkt 
habe, welche jährlich 4 Schillinge, ein halbes Schock Hafer und 
2 Hühner zinsen. (G. Q. EX, No. 177.) 

1479. 8. Juoi. Abt Andreas zu Berge belehnt Hans Kollepel in der 
Süden bürg und seine Frau mit einem Viertel Landes zu Lütken- 
Ottersleben, mit drei Vierteln zu Ottmerstorper Mark, die er 
von Jan Kerkhove zu Dodendorf gekauft hat und die jährlich 
17 Schillinge Zinsen, und mit l^j Hufe zu Dodendorf. (G.Q. IX, 
No. 446.) 

1479. 9. Juni. Abt Andreas zu Berge belehnt Thomas Werben zu Magde- 
burg und seine Frau mit einer halben Hufe auf Othmerstorper 
Felde gegen 6 Schillinge Zins. (G. Q. IX, No. 446.) 

c. 1480. Abt Andreas Becker von Berge belehnt Claus Sten mit Gütern 
in Dodendorp und mit einem Viertel Kämmereigut in Othmers- 
1 r p. (Berg. Lehnb.) 

1489. 4. Hai. Abt Andreas zu Berge belehnt den Pfarrer zu Dodendorf 
Claus Reithfeld für die Kirche daselbst mit 2 Huf en auf Othmers- 
torper Felde. Diese Hufen waren gekauft für 64 Gulden aus 
einer Stiftung Henning Beckers und seiner Frau von 110 Gulden, 
die zu Gunsten der Kirche gemacht war. (G. Q. IX, No. 595. 597.) 

WIUtaiiftDl.NordÜifir. *0 ^ t 

Digitized by VaOOQ 16 



306 I^ie Wüstungeo im Nordthüringgati. 

1496. G.April. Abt Matthias zu Berge belehnt Valentin Socher zu 
Magdeburg mit einer halben Hule auf Ochtmaradorfer Felde 
vor Dodendorf belegen. (G. Q. IX, No. 779.) 

1496. 8. Septbr. Abt Matthias zu Berge belehnt Michael Diderieh mit 
einer Hufe auf üchtmerstorper Felde gegen 11 Schillinge Zins. 
(G.Q.IX, No.806.) 

1497. 1. Febr. Abt Matthias zu Berge belehnt Thomas Werben zu Magde- 
burg mit zwei halben Hufen auf Ochtmerstorper Felde gegen 
12 Schillinge Zins. (G.Q.IX, No. 823.) 

1498. 4. Septbr. Abt Matthias zu Berge belehnt Amd Betzin mit zwei 
halben Hufen auf Othmersdorfer Felde gegen 12 Schillinge 
Zins, die Thomas Werben zuvor gehabt. (G.Q.fi[, No.863.) 

1499. 22. Dezbr. Abt Matthias zu Berge belehnt Tile Harkstro zu Magde- 
burg mit einer Hufe auf Othmersdorfer Felde gegen 11 Schil- 
linge Zins. CG.Q.IX, No.891.) 

1606. 22. Febr. Abt Clemens von Kloster Berge beleiht Drewes Hoppe 
mit einer halben Hufe auf Ochmersdorffer Felde vor Doden- 
dorf. (Or.) 

1651. 26. April. Abt Samuel von Kloster Berge beleiht Hans Herbst 
mit einer halben Hufe auf Ochmerstorffer Feldmark vor 
Dodendorf. (Or.) 

1663. 26. Jan. Abt Samuel von Kloster Berge belehnt Christof Freitag 
mit einem Kotsassenhof zu Dodendorf und 3 Viertel Landes auf 
Ochmarstorffer Felde vor Dodendorf. (Or.) 

1676. 29. April. Abt Sebastian von Kloster Berge belehnt Marie Hoppe 
mit 2^/2 Morgen Landes auf Ochmersdorffer Felde vor Doclen- 
dorf bei dem grossen Steine gegenüber der Mühle daselbst ge- 
legen. (Or.) _ 

282. Otz. 

Bei Barby, Kreis Calbe. 

1494. Claus Czake zu Zerbst hat vom Grafen Burchard von Barby u. a. 
zu Lehen 18 Morgen auf der Mark zu Otz. (Cop. 431 fol. 215.) 

Graf Burchard von Barby giebt Hermann St<^rnacker zu Lehen 
u.a. eine halbe Hufe zu Otz. (Ibid. fol. 18.) 

1498. Die Brüder Hans und Mauritz von Moltzen zu Magdeburg haben 
vom Grafen Burchard von Barby u. a. zu Lehen 3 Viertel Landes 
zu Otz. (Cop. 431 fol. 144'.) 

1600. Claus Berger zu Werkeleitz ist vom Grafen Burchard von Barby 
belehnt u. a. mit einem Viertel auf der Marke zu Otz. (Cop. 431 
fol. 64'.) 

1563. 29. April. Herzog Moritz von Sachsen belehnt Graf Wolfgang von 
Barby mit seiner Grafschaft und gewährt ihm das Jagdrecht u. a. auf 
den Feldmarken Lizen, Otz, Wulbeck u.s.w. (Cop. 429 fol. 279.) 



Digitized by VaOOQ 16 



281. Ottmeredorf . — 282. Otz. — 288. Palnitz. 307 

1623. 29. H&rz. Die Grafen Albrecht Friedrich und Jost Günther von 
Barby beleihen die Brüder Eulenbeck u. a. mit einem Viertel Landes 
zu Otz. (Or.) 

Litteratar: Magdeb. GeschichUbl, lU, 8.S59. 



283. Palnitz. 

Zwischen Angern und Zibberick, Kreis Wolmirstedt. 

937. 21. Septbr. König Otto I. bewidmet das Moritzstift u. a. mit den 

i'enseits der Ohre gelegenen Gütern in locis ita nominatis: Mosan, 
^ e 1 i n i z i , Dudizi , Üuuzoboro , Velbpuchi , Zelici. (MG. DD. I, 
8. 101.) 

973. 4. Juni. Kaiser Otto U. bestätigt dem Erzstift Magdeburg die von 
seinem Vater gegebenen Privilegien und Besitzungen, daxunter in 
Pelinizi. {Magd. Reg. I, No. 271.) 

1197. Erzbischof Ludolf bestätigt dem Kloster Ammensieben seine Be- 
sitzungen, darunter in Palnice 9 Hufen mit der dazu gehörigen 
Kirche. (Magd. Reg. II, No. 78.) 

1231. 1. Aug. Erzbischof Albrecht bestätigt dem Kloster Ammensieben 
seinen Besitz, darunter in Palnitz 9 Hufen mit der Kirche. (Magd. 
Reg.n, No.944.) 

c. 1340. Abt Arnold von Ammensieben tauscht die Kirche in Jersleben 
für die in Palnitz ein. (N.Mitth.XHI, 8.269.) 

1344. 24. Febr. Das Kloster Ammensieben giebt dem Erzstift das 
Patronatsrecht in Palnitz in der Halberstädter Diöcese und tauscht 
dafür das Patronatsrecht von Jersleben und den Fruchtzehnten in 
agris quondam ville antiquc Valdorp prope Oram ein, welchen Ritter 
Johannes von Dreileben und die Knappen Heinrich und Busse 
von Irxleben und Barthold von Gutenswegen zu Lehen hatten. 
(Cop.6 fol.l24\) 

1344. 24. Febr. Das Kloster Ammensieben überlässt dem Erzstift das 
Patronatsrecht der Kirche in Palniz, das dortige Schulzenamt und 
das Eigentum an Hufen und Höfen, die Johann von Nendorf zu 
Lehen hatte. (Boysen, HistMag. HI, 8.145.) 

1447. Erzbischof Friedrich belehnt Bernd und Matthias von der Schulen- 
burg mit dem Schlosse Angern und den dazu gehörigen Dörfern, 
darunter Palnitz. (Cop. 36 S. 459.) 

1448. 22. Aug. Erzbischof Friedrich verkauft denen von der Schulenburg 
Schloss Angern mit Zubehör, nämlich dem Bleck Angern und den 
Dörfern Palnitz, Castel, Wentdorf, Makedal u. s. w. (Cop. 66 
fol. Ul\) 

1477. 3. Novbr. Erzbischof Ernst belehnt die von der Schulenburg mit 
dem Bleck Angern und den dazu gehörigen Dörfern, darunter 
Palnitz. (Riedel, C. d. Brand. A, V, S. 455.) 

Digitized by VjOOQIC 



308 Die Wüstungen im Nordthüringgau. 

1568. 29. Oktbr. Administrator Joachim Friedrich belehnt die von der 
Schulenburg u.a. mit dem Bleck Angern und den Dörfern Palnitz, 
Castell und Wentorf , welche Joachim von der Schulenburg denen 
von Alvensleben abgekauft hat (Riedel, C. d. Brand. A, VI, S.289.) 

Litteratar : Falke, Tradd. Corhei. S. 48. — AUmärk. Jahresber. XIII, S. 106. — 
JÖanneü, Wohnirsiedt S. 65. 



284 Papelitz. 

Bei Germcrsleben an der Bode, Kreis VV anziehen. 

1159/62. Pfalzffraf Adalbert vertauscht an das Kloster Hecklingen 7 ^u Hufe 
zu Papelice iuxta Botam gegen andere Liegenschaften, (v. Heine- 
mann, C.d.Anh.I, No.471.) 

C.1250. Das Stift Walbeck hat in Papelize eine Hufe zu 9 Schillingen 
Zins. (N.Mitth.n,l, S.43.) 

1290. 9. Mai. Graf Werner von Hadmersleben bekennt, dass die zwischen 
ihm und dem Kloster Hecklingen schwebende Streitsache über die 
Güter zu Drossewitz und Popel itz geschlichtet sei. (v. Heinemann, 
C.d.Anh.n, No.675.) 

1305. S.April. Konrad Edler von Warberg übereignet der Magdeburger 
Kirche für Güter, welche diese den Klöstern Riddagshausen und 
Volkerode und ihm selbst überlassen, andere Güter, darunter iu 
Drozwiz und Popelicz 7 Hufen, (v. Heinemann, C. d.Anh.IH, 
No. 99.) 

1312. 30. Novbr. Die Herzöge Heinrich und Albert von Brauuschweig 
weisen dem Grafen Werner von Friedeburg, genannt von Hadmers- 
leben, für 2 abgetretene Hufen in Hakeborn 2 andere in campis 
Drozwiz et Pepeliz villarum zu. (Cop. 421* fol. 72\) 

1489. 23. Novbr. Erzbischof Ernst verschreibt seinem Rat Hans Kotze 
und dessen Vetter Ulrich das Schloss Germersleben mit den be- 
setzten und unbesetzten Dörfern, darunter Pepelitz. (v. Mülver- 
stedt, Kotze S.219.) 

1501. Hans Kotze zu Gross -Germersleben schliesst einen Vertrag mit 
der Dorfschaft und gestattet u. a., wenn sie ihr Vieh nicht auf 
die Sülze treiben kann und keine Feldweide vorhanden ist, die 
Trift durch seine Wiesen zu Poppelitz. (v. Mülverstedt, Kotze 
S. 237.) 

1515. 20. Febr. Erzbischof Albrecht belehnt Peter Kotze mit Schloss 
Germersleben und Zubehör, darunter das wüste Papelitz. (v. Mül- 
stedt, Kotze S. 258.) 

Ebenso 1521. Mai 21. (Ibid. S. 272.) 

Litteratar: v. Mülverstedt, Kotze S. öS8. 



Digitized by LjOOQ 16 



284. Papelitz. — 285. Papendorf . 309 



285. Papendorf. 

Westlich von Calbe. 

1407. Richard von Mosekow hat vom Bischof von Halberstadt zu Lehen 
40 Hufen Landes, darunter 9 zu Papendorp. (Cop.470 fol.28.) 

1446. Busse Homburg hat vom Erzbischof Friedrich zu Lehen u.a. zu 
Papendorf 3 Morgen zu 6 Pfennigen Zins. (Cop.36 S.208.) 

1458. Caspar Homburg hat vom Erzstift zu Lehen u.a. 3 Morgen zu 
Papendorf zu 6 Pfennigen Zins. (Cop.36 S. 224.) 

1477. 23. Jnni. Der Rat von Calbe bezeugt, dass Hans Römer von 
seinen Verwandten ein Haus und Hof zu Calbe, eine halbe Hufe 
zu Rösten, eine halbe Hufe zu Papendorf und eine Hufe zu 
Baienberge und das Hausgerät verlassen sind. (Handelbuch von 
Calbe S.148.) 

1491. 19. Dezbr. Caspar von Homburg hat vom Erzbischof Ernst zu 
Lehen u.a. zu Papendorf 3 Morgen. (Cop. 41 fol. 171.) 

1494. 80. April. Vor dem Rate von Calbe verlässt Fricke Dunnewever 
ein Viertel arthaftigen Ackers auf Papendorp inge mergke und 
ein Viertel auf der mergke zu Rüsten. (Handelbuch von Calbe 8. 358.) 

1494. Conrad Löbigk zu Calbe ist vom Grafen Burchard von Barby 
beliehen mit 5 Morgen auf Pf äffend orff er Mark vor Calbe. 
(Cop. 431 fol. 182.) 

Die Grafen von Barby haben zu verleihen 5 Morgen Landes 
zu Papendorf. (Cop. 431 fol. 7.) 

Mit denselben Gütern beleiht Kurfürst Johann Friedrich den 
Grafen Wolf von Barby 1533, Juli 21. (v. Ludewig, Rell. manuscr. 
X, S.284.) 

1632. 5. Oktbr. Bartholomaeus Fetthe zu Calbe verpfändet seinen Stief- 
kindern sein Haus und eine halbe Hufe Landes zu Papendorf 
und eine halbe Hufe zu Jeser dafür, dass er ihnen ihr väterliches 
Erbe aueliefern will bei der Grossjährigkeit. (Handelbuch von Calbe 
fol. 293.) 

1540. Oktbr. Die Vormünder Martin Papendorfs zu Calbe verkaufen 
dessen Haus an Tonius Rüde für 100 Gulden; ausserdem soll der 
Käufer den Knaben qoch 9 Jahre erhalten und dafür ein Viertel 
Acker zu Papendorf benutzen. (Handelbuch von Calbe fol. 3 10^) 

1560. 20. Dezbr. Mag. Valentin Sporer, Pfarrer von Calbe, bezahlt den 
Rest des Kaufgeldes für ein Viertel Landes zu Papendorf vor 
dem Rate an die Frau Nachtegal. (Handelbuch von Calbe fol. 876.) 

1653. 15. Jan. Domherr Daniel vonTreszkow, Obödientiarius vonGolditz 
und Bernsdorf, leiht Bernhard Meyer 21/2 Morgen und 3 Morgen 
auf Papendorffer Marke. (Or.) 

Litteratnr: Magdeb, Geschichtsbl IV, S.S7. 



Digitized by VaOOQ 16 



310 Die WOstongen im Nordthflringgau. 

286. Penkleben. 

Bei Stassfart, Kreis Calbe. 

1447. Hans Vedder und die Brüder Tyle und Hermann von Trote 
werden vom Erzbißchof Friedrich belehnt u. a. mit einer Hufe Landes 
zu Penckelen. (Cop.36 8.509.) 

1478. 28. Febr. Hans Strummendorf erhält dieDorfstattePonnekeleve 
mit dem Thie, Grase, Rohr und Acker auf 16 Hühner Erbzins, 
an die Burg Calbe zu entrichten, vom Erzbischof Ernst zu Lehon. 
(Cop.41 fol.270v.) 

1481. 26. Oktbr. Die Brüder Hans und Albrecht Vedder erhalten vom 
Erzbischof Ernst zu Lehen u. a. eine Hufe zu Penkeleven. 
(Cop.41 fol.132^) 

1491. 19. Dezbr. Caspar Homburg erhält vom Erzbischof Ernst zu Lehen 
u.a. zu Bonkenleve 8 Hufen einen Vierdung. (Cop.41 fol.171.) 

1500. I.April. Gerike Vilitz zu Stassfurt erhält dieDorfstattePonneke- 
leve mit dem Thie, Grase, Bohr und Acker gegen 16 Hühner 
Erbzins, auf die Burg Calbe zu entrichten, vom !&zbi8chof Ernst 
zu Lehen. (Cop.41 foL 146^) 

1609. 11. Oktbr. Veit Johus erhält als Zinslehen vom Erzbischof E^st 
zu Lehen die Dorfstätte Bonn ekele ve mit dem Thie und Zu- 
behör, die er von Greorg Ulitz gekauft hat (Cop.41 fol.180^) 

1554. 9. März. Der Pfarrer Franz Kalaw zu Chumnitz kauft mit Zu- 
stimmung seiner Verwandten die wüste Dorfstätte Pomekeleve 
bei Stassfurt mit Acker, Rohr und der dabei gelegenen Wiese. 
(Cop.l8 No.69.) 

1555. 4. Febr. Erzbischof Sigismund bestätigt denen von Trotha ihre 
Lehen, danmter S^/g Hufe auf Tirgow Mark und eine Graswiese 
daselbst auf der Buede, den Thie zu Strobeck, zu Penckeleven 
eine Hufe Landes u.a. (Or.) 

1592. 80. Mal. Administrator Joachim Friedrich belehnt Hans Kotze zu 
Alt -Stassfurt mit der halben wüsten Dorf statte Panckloben mit 
dem Thie, Gras, Acker und allem Zubehör, davon jährlieh 8 Hühner 
Erbzins auf die Burg Calbe zu entrichten, (v. Mülverstedt, Kotze 
S. 323.) ^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^_ 

287. Perlip. 

Bei Calbe a. S. ; nähere Lage unbekannt. 

1289. 29. Juli. Grebhard, Hermann und die anderen Grebrüder von Wederde 
resignieren ihre Lehnrechte auf die Güter zu Prelepe prope 
civitatem Calvis dem Erzbischof Erich von Magdeburg, der 
dieselben an die Brüder vom deutschen Hause verkauft hat. (v. Heine- 
mann, C.d.Anh.n, No.654.) 

1407. Richard von Mosekow hat vom Bischof von Halberstadt zu Lehen 
u.a. 2 Hufen in Perlip. (Cop.470 fol. 28.) 



Digitized by VaOOQ 16 



286. Penkleben. — 287. Pferlip. — 288. Peeekendorf. 311 

1484. Bei einer Inventarisierung der Briefe in der Kirche S. Stephani 
zu Calbe (1587) findet sich ein Brief über eine halbe Hufe zu 
P e r 1 i t z. (Protok. von Calbe.) 

1531. 6. Jan. Borchart von Papenheim, Landkomthur der Bailei Sachsen 
des deutschen Ordens, beleiht Gregorius Koppe zu Calbe mit einer 
halben Hufe auf der Mark zu Perlip vor Calbe. (Or.) 

1586. In einer Vernehmung alter Männer vor dem Rate von Calbe be- 
zeugen diese, Perlip soll sein, da itzo die Radeberge heissen, 
und wird das Porlipsche Feld ins Stadtfeld gerechnet. (Protok. 
von Calbe.) 



288. Pesekendorf. 

Jetzt Vorwerk nördlich von Klein-Oschersleben, Kreis Wanzleben. 

1083. 18. April. Konig Hermann schenkt dem Stift Halberstadt Güter 
im Scnwabengau und in duabus villis Ockerslevo et Pisakan- 
thorp in pago Nordthuringon in comitatu Sigefridi comitis. (Schmidt, 
Hochstift Halberst I, No. 106.) 

1086. 5. Mai. Bischof Burchard H. von Halberstadt stellt das Kloster 
Ilsenburg wieder her und schenkt ihm u.a. in Bysickenthorpe 
n man SOS. (G. Q. VI, No. 6. 246.) Die päpstliche Bestätigung durch 
Innocenz H. erfolgt 1136, Januar 2, dann nochmal durch Cölestin IH. 
zwischen 1195 und 1197. (Ibid. No. 16. 45.) 

1136. 18. Oktbr. Bischof Rudolf von Halberstadt bestätigt die Besitzungen 
des Stiftes S.Pauli, darunter in Pisekentorp decimam solventem 
XXX solides. (G. Q. XIH, 8. Pauli, No. 2. 3.) 

1162. 28. Juni. Bischof Ulrich von Halberstadt bestätigt dem Kloster 
Hillersleben seine Besitzungen, darunter inPisichindorp I mansum. 
(Schmidt, Hochstift Halberst I, No.238*.) 

1195. Johannes et Siffridus de Pisenkendorp sind Zeugen. (Schmidt, 
Hochstift Halberst. I, No. 367.) 

1206. Der nobilis vir Sifridus de Pisekendorp ist Zeuge. (Schmidt, 
Hochstift Halberst I, No.429.) Derselbe 1216. (Ibid. No. 494.) 

1215. 16. Juni. Unter den Schöffen in seculari iudicio Sehusen ist Si- 
fridus de Pisikendorp. (Schmidt, Hoch stift Halberst I, No.489.) 

1221. 29. Mai. Papst Honorius IH. nimmt Kloster Hillersleben in semen 
Schutz und bestätigt seine Besitzungen, darunter in Pesekendorf 
eine Hufe. (Riedel, Cd. Brand. A, XXII, S.426.) 

1247. 22. Febr. Hermann, Gardolf, Johannes de Pezekendorf sind 
Zeugen. (Schmidt, Hochstift Halberst H, No.775.) 

0.1250. Da« Stift Walbeck hat in Pesekendorp 191/2 Hufe und eine 
Hofstelle, 7 Wispel und Vl^ Quadranten Weizen, 5 Wispel und 
I/o Quadranten Roggen und 4 Talente und 17 Schillinge. (N.Mitth. 
11,1, S. 42.) 

Google 



Digitized by VaOOQ 



312 I^e WfistüDgen im Nordthüringgaa. 

1259. 15. Dezbr. Bischof Volrad und dag Domkapitel von Halberstadt 
entschädigen das Kloster Hadmerslebeo für ein Drittel des an Mark- 
graf Otto III. von Brandenburg verkauften Zehnten in Peseken- 
dorp. (Schmidt, Hochstift Halberst. II, No.998.) 

1260. 6. Ang. Bischof Volrad und das Domkapitel von Halberstadt ver- 
tauschen an das Stift S.Pauli die decima predialis von I3V2 Hufe 
in Frevel, 31/9 Hufe in Wehrstedt, 2 Hufen in Gross - Quenstedt 
gegen die deciraa predialis von 46 Hufen in Pesekendorf und 
die ganze decima personalis daselbst. (Schmidt, Hochstift Halberst^ 
II, No. 1012.) 

1262. 3. Juli. Bischof Volrad und das Domkapitel von Halberstadt über- 
eignen dem Domkapitel zu Magdeburg decimam ville Peseken- 
dorp et marcam ville Nyendorp adiacentis. (Schmidt, Hochstift 
Halberst. II, No. 1049.) 

1283. 27. Febr. Werner vonSchermke übereignet eine von Heinrich vom 
Winkel aufgelassene Hufe in Pesekendorp dem Stifte S. Paul i 
in Halberstadt. (G. Q. XHI, S. Pauli, No. 59.) 

1288/90. Berthold von Pesekendorp verzichtet gegen die Custodin 
Hedwig von Quedlinburg auf die Ansprüche an 2 Hufen sitis in 
campis Pesekendorp. (Schmidt, Hochstift Halberst. H, No. 1566.) 

1289. Kloster Marienthal giebt dem Stifte S. Pauli zu Halberstadt 
JV2 Hufe in Klein -Wedderstedt für 3 Hufen in Pesekendorp. 
(G.Q.Xin, S: Pauli, No.65.) 

1293. 23. Febr. Bischof Volrad und das Domkapitel zu Halberstadt 
überweisen das Eigentum von 2^/3 Hufe und 6 Morgen und einem 
Hause zu Stötterlingen bei Osterwieck auf Ersuchen des Rittere 
Burchard von Berwinkel, welcher dem Domstift dftfur 2^'^ Hufe in 
Pesekendorp übergiebt, an das Kloster Ilsenburg. (G. Q. VI, 
No. 141. 142.) 

1297. 11. Mai. Die Äbtissin Bertradis von Quedlinburg verkauft dem 
Kloster Marien thal 2 Hufen und 2 Höfe in villa Pesekendorp, 
worüber zwischen dem Stift einerseits und den Brüdern Grerhara, 
Dietrich und Dietrich von Pesekendorf, den Brüdern des ver- 
storbenen Berthold von P. und den Brüdern Conrad, Jordan, Ecke- 
hard und Dietrich von Bornstedt andrerseits ein Streit bestand. 
(V. Erath, C. d. Quedlinb., No. 164. 165.) 

1297. l.Juni. Der Abt von Marienthal schlichtet den Streit zwischen 
der Äbtissin von Quedlinburg einerseits und Gerhard von Peseken- 
dorf, Dietrich und Dietrich, Brüdern des verstorbenen Berthold 
von Pesekendorf und den Brüdern Kon rad, Jordan, Eckard und 
Dietrich, von Bornstedt über 2 Hufen und 2 Höfe in Pesekendorf, 
(Magd. Reg. III, No. 952.) 

1301. 18. Jan. Abt Heinrich von Usenburg bekennt, dass sein Mitbruder 
Ulrich von Schermke den von seinen Brüdern gemachten Verkauf 
von 21/2 Hufe in campo Pesekendorp an das Kloster Marien - 
thal gut geheisseu hat (G.QVI, No. 171.) 

Digitized by VaOOQ 16 



288. Pesekendorf. 313 



1801. 30. Dezbr. Bischof Hermann und das Domkapitel zu Halberstadt 
übereignen dem Kloster Marienthal für Auslösung des Ritters Johann 
von ^vensleben 6 Hufen in Gross - Hakensted t und ö^/j Hufe in 
Pesekendorp cum areis pratis pascuis tarn in yillis quam in 
campis. (Schmidt, Hochstift Halberst. H, No. 1712.) 

1305. 5. April. Erzbischof Burchard und das Domkapitel übereignen dem 
Kloster Walkenried 12 Hufen in Bruchschauen, wofür sie von dem 
Edlen Konrad von Werberge entschädigt werden u. a. mit ö^« Hufe 
in Pesekendorf. (Magd. R^g. HI, No. 1247.) 

1311. Johann von Berwinkel hat vom Bischof von Halberstadt zu Lehen 
eine halbe Hufe in Pesekendorp. (Riedel, C. d. Brand. A, XVU, 
8. 451.) 

Ebenso RitUT Johann von Beckendorf eine Hufe und einen Hof 
in Pesenkendorp. (Ibid. S. 456.) 

Ebenso Heynecke Uterwiden die Vogtei über 2 Hufen in Klein- 
Andersleben und Pesekendorp. (Ibid. 8. 460.) 

Ebenso Ludeke und Heinrich von Nendorf eine halbe Hufe in 
Pesekendorp. (Ibid. 8.466.) 

e. 1350. Unter den zur Meierei Bosseuleve gehörigen Gütern ist in Pi- 
sekendorp eine halbe Hufe 2 sol. zinsend. (G. Q. XIII, 8.265.) 

1400. P e 8 k (Ml d o r p im Banne Oschersleben zahlt 3 Schillinge jährlicher 
Prokuration an das 8tift Halberstadt. (Zeitschr. für Niedersachseii 
1862 8.94.) 

1402. 28. Oktbr. Das Stift Walbeck vergleicht sich mit Ritter Otto von 
Belitz zu Germersleben wegen 67 V2 Hufe teils freien, teils vogt- 
baren Ackers auf den Feldmarken Scape<lal, Nyendorpe und Pese- 
kendorpe dahin, dass die Einkünfte davon 6 Jahre lang zwischen 
beiden Parteien geteilt werden sollen. (Or.) 

C. 1450. Kloster Walbeck verleiht mit der Kapelle 8. Johannis 2 Hufen 
in Pesekendorp, die 19 Schillinge zinsen. 

Ebenso die Kustodie mit einer Hufe in Besekendorp, die 
10 Schillinge zinst. 

Nota: In Pesekendorp in jowelkem velde also sommervelde 
und(^ wintervelde unde brake hefteme LXXV hove, also ovor 
langhen tyden gerekent is, unde menen, des sy noch mer. 

Zur ersten wadschar hat Kloster Walbeck in Pesekendorp 
JS Schillinge von einer Hufe, zur zweiten 4 Schillinge von einer 
Hufe, zur fünften 5 Schillinge von einer halben Hufe, zur achten 
5 Schillinge von einer halben Hufe, ebenso zur zehnttMi und elften. 

Ebenso ad raediam zweimal 5 Schillinge von je ein(»r halb(Mi 
Hufe in Pesekendorp (Harzzeitschr. VI, 8. 293 ff.) 

1463. I.April. Die von der Asseburg erhalten gegen einen Jahrzins von 
10 Schock Groschen vom Stift Walbeck (lie Gerechtigkeit an «leii 
Feldmarken Schapdal, Nigendorpe und Pe.sekendorpe auf 
50 Jahre. (Cop. 759* 8. 82.) 



Digitized by VaOOQ 16 



314 DieWQstungen im Nordthüringgau. 

1494. IS.Dezbr. ErzbiBchof Ernst verkauft den von der AsBeburg das 
Schloss Ampfurt mit Zubehör, darunter mit Klein -Wanzleben mit 
den 3 wüsten Dörfern Volkmerstorff, Nyendorf und Beseken- 
dorff. (Cop.69 fol. 112.) 

1746. Das Stift Walbeek hatte von den Feldmarken zu Niendorf und 
Pesekendorf gute Einkünfte. Es liess sich aber 1463 von den 
Herren von Asseburg bereden, ihnen benannte ^eldmarke gegen 
10 Schock gemeiner Kreuzgroschen Zins auf 50 Jahre pachtweise 
einzuthun, und wie das Kapitel eo einfältig war, dass es ihnen 
nach Ablauf solcher Pacht das Nähem^cht bei einer neuen Ver- 
pachtung versprach, so ist es leider geschehen, dass die Feldmarken 
NiendoriP und Pesekendorf gar verlohren gegangen. (Meibom, 
Walbeckische Chronik S.133.) 

Litteratar: Falke, Tradd. Corbei S. 48. 



289. Pichbr. 

Bei Tomit«, Kreiß Calbe. 

1311. Ritter Betmann von Salzwedel und sein Sohn Ludeger haben vom 
Bischof von Halberstadt zu Lehen u. a. den Zehnten in Picore. 
(Riedel, C. d. Brand. A, XVH, S.469) 

c. 1360. Bertram und Ludeger von Salzwedel haben u. a. vom Bischof 
von Halberstadt zu Lehen den Zehnteln zu Piterow. (Cop. 470 
fol. 54.) 

c. 1370. Conrad Vedder hat vom Erzbischof zu Lehen sy^ Hufe in 
campis P i c h o r e. (G. Q. XVI, S. 56.) 

1494. Jacob Moszkaw hat vom Grafen Burcliard von Barby zu Lehen 
u. a. 4 Hufen zu Pichoer, die Dorfstätte, die Laken und das 
Breitichen daselbst. (Cop. 431 fol. 15.) 

Ebenso Claus Czake zu Zerbst die Hufen zu Pichor, die an 
beide Grasewege schiessen. (Ibid. fol. 215.) 

J503. Erzbischof Ernst trifft ein Abkommen mit Graf Burchard von 
Barby u. a. über die Gerichte und die Weide zu Tornitz. Es wird 
bestimmt, dass die Herden des Erzbischofs und der Stadt Calbe in 
den Feldmarken Toniitz, Strubel, Weystel, Picheer, Trutzel, 
Granaw, Swercz, Krewitz, Czorts, Defen und Disteel erst nach der 
EnidW weiden dürfen. (Magd. Gesch. XXXI, 8. 100 ff.) 

1553. 29. April. Kurfürst Moritz von Sachsen bestätigt dem Grafen 
Wolfgang von Barby seine Grafschaft und gewährt ihm das Jagd- 
recht u.a. auf den Feldmarken Strobel, Pichore, Wistel. ((Jop.429 
fol. 279.) 

Utt^ratnr: Magdeb. OeschichUhl. III, S. 359, 



Google 



Digitized by VjOOQ 



288. Pesekendorf. — 289. Picbor. — 290. Placbwis. — 291. PIetzwit2s. 315 

290. Pla«hwiz. 

Bei Olyenstedt, Kreis Wolmintedt. 

C.941. Ottol. übereignet all sein Eigenes, darunter in derviUaPlocha- 
uisci dem Moritzkloster in Magdeburg. (MG. DD. I, 8.124.) 

1861. 4. März. Erzbischof Otto verkauft dem Domkapitel das Dorf 
Oivenstedt mit Zubehör und den wüsten Marken Plachwitamarke, 
Wysmenghere marke und Krewitzmarke für 370 Mark. (Or.) 

Diesen Verkauf bestätigt 1480 Bischof Konrad von Havelberg 
als päpstlicher Kommissar. (Riedel, C. d. Brand. A, II, 8. 490.) 

1588. Der Decimator in Oivenstedt zahlt der Thesaurarie in Magdeburg 
pro synodalibus 8 Schillingo, de campo Platzfeld daselbst 
4 Schillinge. (Magd. Gesch. Bl. III, S. 1700 

1680. Die Thesaurarie des Domkapitels hat 2 Scheffel Korn vom Platz- 
witzschen Zehnt in Oivenstedt. (A. Domkap. No. 853.) 

1685. Die Bauern von Schnarsleben haben 6 Hufen im Platzfelde 
bei Oivenstedt unter dem Pfluge, wovon sie jährlich 2 Thaler 
2 Groschen Schogs nach Oivenstedt zahlen. (Steuerprofessions- 
Protok.) 

Utteratnr: Danneü, Wolmintedt S. 6t6. 



291. Pletsrwitz, Plötz. 

Sudwestlich von Biere, Kreis Calbe. 

1021. Kaiser Heinrich schenkt dem Altar des S. Servatius in Quedlin- 
burg tale praedium, quäle quidam nobilis vir Egino a sua pro- 
prietate in nostram deait proprietatem , quod vocatur Pliozuuuzi 
— in pago Nordduringon in comitatu vero Thietmari 
marchionis. (v. Heinemann, Cd. Anh. I, No. 104). 

1271. Burchard, Walther und Albrecht von Barby resignieren der 
Äbtissin Bertrad die sogenannU^ sächsisch (> Vogtei über 49 
Hufen, worunter 12 in Plezwicz, nachdem die Bauern jener 
Hufen den Preis mit je 4 Mark Silber für die Hufe gezahlt haben, 
(v. Heinemann, C. d. Anh. H, No.394.) 

1430/70. Die Pröpstin von Quedlinburg hat Einkünfte in campis Plecz 
(Plesquis, Bleczquicz), welches von Biere aus bebaut wird. 
(Ck)p.814.) 

1535. 25. Mai. Die Pröpstin Margarethe von Quedlinburg belehnt Hans 
Muling zu Biere mit einem Viertel Landes auf der Mark Pletz 
gelegen. (Cop. 818 fol. 167\) 

1638. 26. März. Die Pröpstin Anna Margarethe von Quedlinburg erteilt 
ihre Zustimmung zum Verkauf eines Viertel Landes zu Plöze. 
(Cop. 813» No. 5.) 



Digitized by VaOOQ 16 



316 IM© Wüstungen im NordtbÜringgau. 

1638. 7.Novbr. Die Pröpstin Anna Margarethe von Quedlinburg giebt 
ihre Zustimmung zum Verkauf von 2 Morgen Erbackers zu Plöze 
und 3 Morgen auf Ikendorfer Felde. {Cop.813» No.6.) 

1685. Bewohner von Biere haben Acker auf Plotzker Marke (Plotz- 
äckerFelde, B letzgor Felde, PI ötzger Felde, Plötzke, Plötz- 
k a u). (Steuerprofesßions-Protok.) 

1713. 20. Febr. Blötzer Feldmark (bei Biere) schiesset auf Moritzer 
Feldmark. Diese Feldmark berühret gar wenig fremde Grenze. 
(A. Herz. M. Landesreg. VII, No. 53.) 

1727. Plötzke Feldmark bei Biero. (Gesch. Bl. XI, S. 59.) 

Uittninr: Falke, Tradd. Corbei. S, 48. — Magdeb. Getichichtsbh IV, S. S8. 



292. Plutz. 

Bei Schönebeck, Kreis Calbe. 

1398. Unter den erzbischöflichen Lehen von Schönebeck : Hincze Olczen 
habet I wische ober der Elbe ot ^|^ mansu^ in campis Plucz. 

Rubbe Vä mansum in Plucz. 
Kunne Gereken ^/g mansum in campis Plucz. 
Ebeling Diderikes habet I mansum in campis Plucz. (G. Q. XVI, 
S. 235.) 

1399. Unter den erzbischöflichen Lehen von Salze: Silvester Snydewind 
habet — in Schonebeke VII ferndel rogken uffPlutigmarke 
unde von dem wortczins und hufenczins zcu JSchonebeke III pfunt 
Pfennige unde I hufe vor dem Salcze. (G. Q. XVI, S. 234.) 

1478. 21. Febr. Bastian Boldeke zu Barby erhält vom Erzbischof Ernst 
zu Ijehen 7 Viertel Roggen in dem Zehnten auf dem Felde zu 
Plutz vor Schönebeck. (Cop.41 fol. 22^) 

1486. 24. April. Drewes von Studen erhält vom Erzbischof Ernst zu 
Liehen u.a. IV2 Hufe auf Plutz Felde. {Cop.41 fol.276.] 

1491. 31. Jan. Hans Predehl zu Barby erhält vom Erzbischof Ernst zu 
Lehen u. a. 7 Viertel Roggen zu Plutz vor Schönebeck, die er 
den Boldeke abgekauft hat. (Cop. 41 fol. 235.) 

1494. 13. Jan. Andreas von Werdersleben erhält vom Erzbischof Ernst 
zu Lehen u.a. IVgHufe auf dem Plutz Felde. (Cop. 41 fol. 141.) 

1546. 26. Jan. Albrecht Kracht, Domherr und Kapitelsmeistor, belehnt 
Hans Klincke zu Schönebeck mit je einem Viertel Landes auf 
Plutz Feldmark, Eynsleve und Schönebeck Feldmark gelegen. (Or.) 

1568. 10. April. Domherr Liborius von Bredow belehnt Drewes Ploch- 
macher und Frau mit einer halben Hufe auf Insleve vor Schöne- 
beck gelegen, einem Viert<1 auch daselbst und mit 2 Gärten auf 
Plucz er Mark. (Or.) 



Digitized by VaOOQ 16 



291. Pletzwitz. — 292. Plutz. — 298. Podegrim. 317 



1601. Das Domkapitel zu Magdeburg belehnt Hans und Christoph Her- 
mann mit einem freien Hof zu Schönebeck, 2^^ Hufe vor Schöne- 
beck, IVgHufe auf demPleutzfelde, einer Hufe auf Zackmünder 
Mark u.a. (Or.) 

1604. 6. Febr. Der Domherr und Kapitelsmoister Ludwig von Lochow 
der jüngere verleiht an Matthäus Dam mann zu Schönebeck ein 
Viertel Landes im Pleutzfelde vor Schönebeck. (Or.) 

1608. 12. Mai. Domherr Ludwig der jüngere von Lochow belehnt Hans 
Fricke mit einer halben Hufe auf Pleutzmark vor Schöne- 
beck. (Or.) 

1612. 10. Febr. Domherr Christof von Hünicke belehnt die Gebrüder 
Fricke zu Schönebeck mit einer halben Hufe auf Pleutzfeld vor 
Schönebeck. (Or.) 

1618. 10. Jan. Der Domherr und Kapitelsmeister Christoph von Görne 
bezeugt, dass Matthias Dammann zu Schönebeck der Baumeisterei 
des Domes 6 Thaler jährlich aus einem Viertel Landes auf Pleutz- 
felde vor Schönebeck wiederkäuflich für 100 Thaler verkauft 
hat. (Or.) 

1618. 15. Jnli. Domherr Christof von Göhrne belehnt Andreas Keudel 
zu Schönebeck mit einer Hufe auf Pleutzfelde vor Schöne- 
beck. (Or.) 

1619. Ludwig der jüngere von Lochow belehnt Jochen Böhmen zu 
Schönebeck mit einer halben Hufe auf Pleutzfelde vor Schöne^ 
beck. (Or.) 

1779. 16. Jan. Der Kapitelsmeister Domherr Heinrich Friedrich von 
Platen belehnt die beiden Kirchen S. Nicolai und S. Jacobi in 
Schönebeck mit Äckern und Wiesen in Pleutz u.a. 

Ebenso den Rat von Schönebeck mit einem halben Werder, 
Krähahn oder Pillhorn genannt, auf Pleutzer Felde. (A3 Erzst. 
M. Domkap. No.l392.) 



293. Podegrim. 

Nördlich von Süpplingcn, westlich von Neuhaldensleben. 

1446. Caspar Arnstcde erhält vom Erzstift zu Lehen u.a. zu Podegrym 
16 Scheffel auf der Mühle. (Cop. 36 fol. 10.) 

1477. 19. Novbr. Die Brüder von Veitheim erhalten vom Erzbischof 
Ernst zu Lehen u.a. die hinterste Burg Alvensleben mit den Dorf- 
stätten Wendischen Dönstedt, Nygendorff und Podegrym. (Cop. 41 
fol. 120\) 

1478. 19. Febr. Erzbischof Ernst giebt Hans ßantersleben und Henning 
Ursleben zu Neuhaldensleben die Erlaubnis, in einem Holzblecke 

egen den Bochberg und in dem Podegrym und dem Borchholzc 
ergbau zu treiben. (Cop. 68 fol. 49\) 



Digitized by VaOOQ 16 



3t8 I>ie Wastuog^ im Kordthüringgau. 

1585. 10. April. Kardinal Albrecht belehnt Jacob und Christoph von 
Veitheim su Bartensieben und Alvensleben mit dem Schloss Öartens- 
lebeu, der hintersten Burg zu Alvensleben mit den Dörfern Roth- 
mersleben, lutkeu Santersleben und den Dorfstatten Wendischen 
Donstette, dem Nigendorff und Podegrim u. a. mit Gütern zu 
Wolmirstedt, der wüsten Dorfstatte zu bzmaritz, zuDarnstette und 
Goritz — einer halben Hufe und 8 Morgen Grases boi Hillings- 
burg — der wüsten Dorfstätte Listorp u. s.w. (Cop. 112 fol. 182.) 

Litteratur: ßehrends, Neuhaldensl. U, 8.2S2. 



294 Podemeke. 

Bei Förderetedt, Kreis Calbe. 

C.1387. Die Witwe Busses von Homburg bittet Curd von der Asseburg 
und Gumprecht von Wanzleben, sie im Besitz der Liehen ihres 
Mannes zu belassen, darunter einer halben Mark in Podemeke. 
(Asseburger UB.n, No.l361.) 

1399. Hennig Tise hat vom Erzstift zu Lehen Güter in Brumby, Cept, 
Okstede und eine halbe Hufe in Pedunke. (G.Q.XVI, S.231.) 

1490. Unter Förderstedt verzeichnet die Magdeburger Dompropstei Zinsen 
aus Serpow, Tregow, Poddemeke, Merwitze magna et parva. 
(Cop.Oib fol.l3\) 

1521. Die Dompropstei hat Pacht von 2 Hufen in Poddomeke bei 
FörderstcHlt. (Cop. 91<^ fol. 16.) 

1646. 13. Jan. Jacob Heinrich Kohde zu Magdeburg belehnt Abraham 
Hesse zu ßtassfurt mit Vi Hufe Landes auf Podemarcke vor 
Förderstedt (Or.) 

1680. 23. Septbr. Die Podti necker Mark fangt sich an, wo die Wuhne 
Förderstedt scheidet und Ülnitz Mark sich endigt, etwas urabfarter 
auf dieser Feldmark findet sich ein Graseweg, so die sogenannte 
Schölische Breite von der Förderstädtischen scheidet. Am Grase- 
wege etwa? hinaufwarf scheidet ein Stein Glöthe und Üllnitz von 
Förderstädt — . Und weil diese Feldmark bis an die Bude hinunter 
sich erstrecket, so ist man solcher Grenze bis dahin nachgefahren; 
von der wendet sich die Grenze längs nach der Bude hinauf bis 
an die Tregauer Mark. (Förderstedter Grenzprotok.) 

1685. Auf der Bodenäcker Mark bei Förderstedt hält die Hufe 
24 Morgen. (Steuerprofessions-Protok.) 

1699. 26. Oktbr. Der kurfürstliche Kommissar H. F.Hampe berichtet an 
die Regierung: 

Boncke ist ein Dorf von 60 Feuerstätten. Die possesaores der 
Äcker sind die Ülnitzer und Förstätter. (A. Magd. Cammer H, No. 268.) 



Digitized by LjOOQ 16 



298. Podegrim. — 294. Podemeke. — 295. P<^n. — 296. Polen. 315) 



295. Poyten. 

Lage unbekannt. 

c. 1400. Albertus et Arnolduß de Ummendorp habent — (vom Erzbiscbof 
zu Lehen) mansos in Sommerschinburg — in Wagkersleve — in 
campo Egkersleve — villam Poyten cum omni iure et attinonciiß 
suis. (G.Q.XVI,S.249.) 



296. Polen. 

östlich von Stemmern, Kreis Wanzleben. 

1145. 11. Jan. Papst Lucius 11. bestätigt dem Kloster Berge seine Be- 
sitzungen, darunter in Stemmere, Polen i, Bardenthorp. (G. Q. 
IX, No.30.) 

1205. 28. Febr. Papst Innocenz IIL bestätigt dem Kloster Nienburg seine 
Besitzungen, darunter 9 Hufen in rolne. (v. Heinemann, Cd. 
Anh.1, No.749.) 

1209. 18. Dezbr. Papst Innocenz HI. bestätigt dem Kloster Berge seine 
Besitzungen, darunter 55 Hufen cum decimis in villis Stemmere, 
P 1 e n e , Bardenthorp et Haldestorp. (G. Q. IX, No. 59.) 

1218. Erzbischof Albrecht bezeugt^ dass das Kloster ü. L. Fr. die Vogtci 
über 71/2 Hufe in Mulinge, IV2 in Pollene und 5 in Stemmern 
vom Burggraf en Burchard für 21 Mark Silber gekauft hat^ nachdem 
sie diesem vom Ritter Dietrich von Groneberg resigniert war. (G. 
Q.X, N0.93.) 

1227. 4. Jan. Erzbischof AI brecht verspricht, dieVogtei über 49^ Hufen 
und Hofstatten, teilweise in Polne gelegen, die Graf Heinrich 
von Aschersleben von ihm zu Lehen gehabt, jetzt aber für 491/2 Mark 
ihm aufgelassen habe, der Magdeburger Dompropstei zu übereignen, 
sobald Graf Bederich, der sie von dem Grafen Heinrich zu Lehen 
habe, sie auch auf Bitten und Zahlung des weiland Dompropstes 
Otto dessen Ministerialen Rudolf von Ottersleben und Albrecht 
Jagewinkel zu Lehen gegeben habe, sie ihm resigniere oder ver- 
stürbe, (v. Heinemann, Cd. Anh. II, No. 86.) 

1233. 12. Dezbr. Abt und Kloster Nienburg überlassen dem Convent 
von Mildensee bei desson Verlegung nach Nien|;»nrg u. a. auch in 
Polne unum mansum de antiquis bonis, ouius medietatem habet 
Liuderus et aream attinentem, et aliam medietatem Thidericus Albus 
sine area, qui mansus solvit duo choros, unum tritici et unura sili- 
ginis. (v. Heinemann, Cd. Anh. II, No. 117.) 

1284. 2. Juli. Das Kloster Nienbiu"g verkauft dem Stift S.Nicolai in 
Magdeburg 4 Hufen in deserta villa dicta Polne solventes 
tres choros tritici et dimidium et totidem Calvensis mensure ciun prato 
et areis solventibus HII**' solides et VI denarios für 132 Mark 
weniger einen Vierdung Stendaler Silber, (v. Heinemann, Cd. Anh. 
H, No. 571.) 



Digitized by VaOOQ 16 



320 Die Wüstungen im Noidthüringgau. 



1326. Cord von Gatersleben und sein Bruder haben vom Grafen von 
Holstein - Schaumburg zu Lehen das Dorf Pulve^ gelegen eine 
Meile von Magdeburg. (Magd. Gesch. XVIII, 8.188.) 

c. 1370. Werner Huxer zu Magdeburg hat vom Erzstift zu Lehen Güter 
in Beiendorf, Weddingen, Krywitz, item in Poten^ 4 Hufen. (G. 
Q.XVI, S.16.) 

1391. 23. April. Erzbischof Albrecht belehnt Dietrich Lose , Kanonikus 
zu 8. Nicolai, mit einem Scheffel Roggen jährlich von 4 Hufen auf 
dem Felde zu P o t e n.» (G. Q. XXVI, Wo. 678.) 

C.1414. In Stemmere et Polne hat das Domkapitel 22 Schillinge und 
2 Pfennige Pacht. (Cop.91 8.13.) 

1489. 2. März. Abt Andreas zu Berge belehnt Hans Kloth mit 2 Hufen 
und 2^/2 Morgen auf Stemmer und Polinger Mark. (G. Q.IX, 

No. 594.) 

1490. In Stemmern et Poln e hat das Domkapitel 30 Schillinge 8 Pfennige 
Pacht (Cop.Sl*» fol.20\ Cop. 91« fol.22.) 

1494. Hans Aleraann zu Magdeburg hat für sich und seine Vettern vom 
Grafen Burchard von ßarby zu Lehen u. a. 6 Schillinge, welche 
die Bauern von Stemmern von der Mark zu Pollineen geben, 
und ist alles varczynsz und geben das uff meynen tagk bey vhar 
yn den stetten und dorffem, dor das eyn horth. (Cop.431 fol. 148.) 

1621. In Stemmer et Polne hat die Dompropstei von l^j Hufe Zins. 
(Cop. 91« fol. 22.) 

1662. 17— 20. Jan. Caspar und Christof Hakeborn haben einen freien 
und eijien wüsten Hof, einen Garten, einen Weidenbusch, eine Wiese 
und 5 Wort Landes vor Stemmern und auf P olener Mark be^ 
legen vom Kloster Berge zu Lehen. (G. Q. IX, No. 1062.) 

1688/96. DerDecimator in Stemmern und in Polen zahlt der Thesaurarie 
in Magdeburg 1 Mark 12 Schillinge T^/^ Pfennig; decimae in campo 
Polen colliguntur tribus fasciculis et sunt XIV sexagenae Haubt- 
bandt pertinentes ad dominum thesaurarium. Et quolibet anno 
dare tenentur 1 marc. 2 sol. TV, den. exceptis solidis denar. (Gesch. 
Bl.m, 8.170.) 

1684. 10. Juni. Herzog Heinrich von Sachsen -Barby belehnt. die Ale- 
niann u. a. ipit 6 Schillingen, die die Leute von Stemmern von den 
Marken zu Pollingen geben. (Or.) 

1696. 18. März. Herzog Heinrich von Sachsen-Barby belehnt Hans Georg 
von der Schulenburg u. a. mit 3 Höfen zu Stemmern und 5 Rauch- 
hühnern zu Poläne. (Or.) 

Litteratup: Magdeh. GesckichUbl. 2V, S. S8. XI, 8,425. 



Jedenfalls verschrieben oder verlesen für Puiue •= Pulne. 
Wohl verschrieben für Polen. 



Google 



Digitized by VjOOQ 



. iPolen. — 297. Potelitz. 321 



2»7. Potelitz. 

Bei Gross-Salze, Kreis Calbe. 

1271. Burchard, Walter und Albrecht vonBarby resignieren der Äbtissin 
Bertrade von Quedlinburg die ßlavißche Vogtei über 62i/j Hufe, 
wovon 9 zu Potelitz liegen. (Magd. Reg. III, No. 64.) 

1413. 25. April. Mechthild von Hakeborn, Pröpstin des Servatius- Stifts 
zu Quedlinburg, bezeugt, dass Henning und Claus Odolve, Bürger 
zu Salze, dem Stassfurter Bürger Cone Orloghe und dem Stift S. 
Petri et Pauli in der Neustadt 24 Schock Groschen jährlich aus 
9 Vierteln Acker uppe den veitmarken to Potelitz unde to Grotzenytz 
für 24 Schock verkauft haben. (Magd. Gesch. XXI, S. 210.) 

1430—1470. Die Pröpstin von Quedlinburg hat Einkünfte aus Potelitz 
(Potelitz). (Cop.814.) 

c. 1440. P 1 z 1 i t z e : hebbe ik von der ebdischen von Quedeliugburch 
mi mark geldis. (G.Q.XVI, S.326.) 

1637. 30. Oktbr. Die Pröpstin Margarethe von Quedlinburg belehnt Hans 
San terschlebens Witwe zu Salze mit einer halben Hufe zu Potelitz. 
(Cop.818 fol.171.) 

1537. 30. Oktbr. Die Pröpstin Margarethe von Quedlinburg belehnt 
die von Defen zu Gross -Salze u. a. mit 1^/^ Hufe zu Potelitz. 
(Cop.818 fol. 172.) 

1538. 29. April. Die Pröpstin Margarethe von Quedlinburg belehnt Hein- 
rich vom Thor zu Gross-Salzc u. a. mit einer halben Hufe zu Pote- 
litz. (Cop.818 fol. 124\) 

1539. 4. Febr. Die Pröpstin Margarethe von Quedlinburg belehnt das 
Stift der Elenden zu Salze mit einer Hufe Landes zu Potelitz, 
die Cone Koppe von Potelitz zu einer ewigen Spende dem Stift 
vermacht hatte. (Cop.818 fol. 177^) 

1539. 4. Febr. Die Pröpstin Margarethe von Quedlinbiu-g belehnt die 
Udeleben zu Gross-Salze mit Gütern zu Grottenitz und Pottelitz. 
(Cop.818 fol. 176^) 

1658. 6. Juni. Anna von Stolberg, Pröpstin von Quedlinburg, belehnt 
Dominicus Fetkohl zu Gross -Salze mit einem Drittel Hufe auf 
Potelitzer Feld vor Salze. (Cop.818 fol.l30\) 

1624. 6. Septbr. Heinrich vom Thor zu Gross-Salze hat von der PropsUü 
zu Quedlinburg 11 ^2 (30) Morgen auf Potelitzer (Pötzlitzer) 
Feldmark, darunter 7 Morgen bei der kleinen Teufelsküche. (A. 
Quedlinb Propstei No. 23.) 

1662. 30. Novbr, Anna Sophia von Hessen, Pröpstin von Quedlinburg, 
belehnt Burchard von Esebeck u. a. mit 3^^ Morgen zu Pote- 
litz. (Or.) 

Liiteratar: Magdeb. GeschiehUbl. IV, S. S8. 



WüitungenLNordthar. ^^^^T^ 

_Digitized by VjOOQ IC 



d2ä l>ie Wüstungen im NordthÜrtnggau. 



298. Pöteriz. 

Bei Westerhüseiii Kreis Wanzleben. 

c. 1075. (Erzbischof Werner) gap vor sy alle (seine Mutter Eggel^ seinen 
Bruder Anno von Köln und sich selbst) in daz gotshus zwenzig hufen 
zu Poteras (Potters). (Gesch. Bl. IV, S.82.) 

cl863. Die Witwe Busses von Zerbst hat vom Dompropst zu Lehen 
u.a. den Zehnt von 16 Hufen in Poteritz. (Cop. 91 S. 89.) 

1363. 12. April. Nach der Landfriedensurkunde des Erzbischofs Dietrich 
stellt P 6 terytz 3 Bauern zum Aufgebot (G.Q.XXVI, No.458.) 

1372. 1. Juli. Die Pfänner von Stassfurt müssen den Magdeburger Bürgern 
Fritz und Ludemann Uting und Matthias, Thile und Elans Müller 
für 150 Mark Salz liefern, darunter zu Mittfasten für 55 Mark in 
die Walwitz bi Potheritz. (G.Q.XXVI, No.5l9.) 

c. 1400. Die Bauern von Poteritz müssen beim Bau des Landgrabens 
an der Ohre helfen. (Walther, Sing. Magd. VI, S. 7.) 

1405. Zur Obödienz Gramsdorf gehören 17 Hufen in Poteritz, ferner 
Wiesen und Pachte. Darunter zahlen die Bauern von Westerhüsen 
für gemeinsame Weide 10 Schillinge, die Herrenwiese giebt eine 
halbe Mark. (Cop. 92 fol. 6\) 

1446. Bastian und Briccius Weddingen haben vom Erzbischof Friedrich 
zu Lehen u.a. den halben Werder bei Poteritz. (Cop. 36 8.567.) 

1451. Jacob zur Luchten zu Gross -Salze hat vom Erzbischof Friedrich 
zu Lehen den halben grif fenwerder bei Poteritz. (Cop. 36 
8. 327.) 

1455. Nicolaus und Werner Persegk haben vom Erzbischof Friedrich 
u.a. zu Lehen eine halbe Hufe auf Poteritz Felde. (Cop. 36 S.393.) 

1468. Claus Berndes hat vom Stift Halberstadt zu Lehen den Zehnten 
zu Poteritz. (Cop. 474 fol. 47 \) 

1477. Werner Persick hat vom Erzbischof Ernst zu Lehen Güter zu 
Nennemark bei Gutenswegen, eine halbe Hufe zu Poteniz, Äcker 
in Schrotdorf, Gersdorf u.a. (Cop. 41 fol. 230.j 

1478. 26. Febr. Johannes Dufel stiftet einen Altar in der Kirche S. Am- 
brosii in der Sudenburg und bewidmet ihn mit Zinsen aus Alten- 
weddingen, Poteritz, Westerhüsen, Gross- und Klein-Salbke u.s.w. 
(G.Q.XXVm, No.298.) 

1478. 11. März. Die Gebrüder von Weddingen zu Salze erhalten vom 
Erzbischof Ernst zu Lehen einen halben Werder bei Poteritz. 
(Cop. 41 fol. 125.) 

1480. 13. März. Peter Lindau wird vom Erzbischof geliehen zu Ritter- 
dienst mit einem Pferde der griffenwerder halb gegenüber Poteritz, 
den er Jacob zur Luchten abgekauft hatte. (Cop. 41 fol. 187.) 

1482. Hans Berndes hat vom Stift Halberstadt zu Lehen den Zehnten 
zu Poteritz. (Cop. 475 fol. 16.) 



Digitized by VaOOQ 16 



298.P5teriz. 323 



1496. Graf Burchard von Barby belehnt Hans Ej*use zu Calbe mit 
3 Morgen Gras am Potczerytzer Wege. (Cop.431 fol. 182.) 

1496. Peter Lindau zu Randau kauft den halben Greifen werder bei 
Poteritz von den Weddingen zu Salze und wird damit vom Erz- 
bischof Ernst beliehen. (Cop. 41 fol. 192.) 

1501. 29. März. Das Domkapitel belehnt Borchard Moldenhawer zu Beyen- 
dorf mit 3 Viertel Landes auf Poteritz Felde. (Or.) 

1609. 6. Hai. Der Domdechant Eustachius verkauft an Hans Robin zu 
Magdeburg den Greifen werder gegenüber der Mark Poteritz 
wiederkäuflich für 450 Gulden. (G.Q.XXVni, No.l406.) 

1556. 7. Febr. Das Domkapitel belehnt Jacob Rose zu Magdeburg mit 
3 Vierteln Landes auf dem Pöterischen Felde vor Westerhusen 
gelegen. (Or.) 

1567. 5. Novbr. Der Domherr Liborius von Bredaw belehnt Claus Pfeil, 
Bürger zu Magdeburg, und seine Frau mit einer Hufe auf Pote- 
ritz Mark. (Or.) 

1589. 23. April. Andreas von Wüstenhofen, Dechant von 8. Nicolai zu 
Magdeourg, verkauft an das Domkapitel seinen Garbenzehuten auf 
Poteritzer Feldmark vor Westerhausen für 260 Thaler. (Or.) 

1597. Das Stift S. Petri et Pauli in der Neustadt zahlt 2 i/i^ Wispel Weizen 
aus einer Hufe in Insleben, die es gegen das Dorf Poteritz ein- 
getauscht hatt(% an die Obödienz Bernsdorf. (Cop. 99 fol. 95.) 

1610. Die Obödienz Gramsdorf hat Einkünfte von Wiesen in Poteritz 
und von 5 Hufen in campo Poteritz prope Westerheusen. (A3 
Erzst M. Domkap. No.763.) 

1664. 28. März. Nachdem der Pfarrer Martin Friedrich Curio zu Wester- 
husen gebeten, ihm auf der wüsten Poteritz sehen Dorfstatte zu 
besserer Versorgung der Seinigen einen Platz zur Erbauung einer 
Wohnstatte anzuweisen, hat das Domkapitel ihm dort einen Raum 
von 211 Ellen anweisen lassen. Und nachdem der Pfarrer nun 
eine Wohnung dort erbaut, giebt das Kapitel ihm Erlaubnis, das« 
er nicht allein Bier und Wein daselbst um einen billigen Wert 
verzapfen, sondern auch reisende Leute darin aufnehmen und her- 
bergen möge, jedoch soll er diese Wohnung nicht zu einem Hospitiu 
unrichtiger und verdächtiger Leute gestatten. (A3 Erzst. M. Dom- 
kap. No. 735.) 

1685. Bauern von Salbke haben Wiesen in Peteritz über der Elbe. 
(Steuerprofessions-Protok.) 

1693. 28. März. Die Gemeinde von Westerhusen erhebt Einspruch gegen 
die beabsichtigte Anlage eines Salzkots auf dem Doi-fanger in 
Poteritz. (A. Domkap. M. Nachtr. No.71.) 

1695. Der Kammerrat Reichhelm bittet das Domkapitel zur Anlage einer 
Salzsiederei um einen Platz auf der Gemeinde zu Westerheusen 
Dorfanger oder Weyde zwischen der Elbe, dem Pöteritzschen 
Kruge, dem Westerheusischen Felde und dem kurfürstlichen Salz- 
hause. (A. Domkap. M. Nachtr. No.71.) 

Digitized by 'LjOOQIC 



3^4 t>ie Wüstungen Im t^ordtbüringgatt. 



1698. 26. März. Andreas Eckart verkauft an den Landrat und Domherrn 
zu Halberstadt Christof Friedrich von Münchhausen den von den 
Erben des am 7. September 1698 verstorbenen Pastors M. Fr. Curionis 
nachgelassenen, an der Elbe bei Westerhüsen gelegenen Krug, 
Pete ritz genannt^ der bisher von Contribution, Einquartierung und 
anderen Lasten frei gewesen, für 600 Thaler. (A3 ErzstM. Dom- 
kap. No.735.) 

Über diese Freiheit des Kruges zu Pöteritz entsteht ein Streit 
mit dem von Münchhausen und dem Domkapitel 1703. (Ibid.) 

1710. 4. Septbr. Christian Wilhelm von Münchhausen teilt dem Domkapitel 
mit, dass er den Krug zu Petritz an Hans Francke verkauft hat, 
und bittet um Genehmigung. (A3 Erzst. M. Domkap. No.971.) 

1711. 12. Dozbr. Hans Francke, Wirt im Kruge von Peteritz, bittet 
das Domkapitel um Rückgabe seines Kaufbriefes über den Krug. 
Der Brief ist datiert aus Pete ritz. (A3 Erzst M. Domkap. No.971.) 

1783. 4. Febr. Bericht an das Domkapitel über Pöteritz: 

Der Krüger zu Pöteritz, Martin Francke, so ietzo in dem 
von dem Herrn von Esebeck auf den Greifen werder erbaueten 
Hause wohnet und solchen Greifenwerder in Pacht genommen, hat 
bei der Kön. Krieges- und Domainen-Cammer um Ertheilung einer 
Concession bittliche Ansuchung gethan, dass er seinen abgebrandten, 
vorlängst aber wieder neuerbauten Krug näher an Westerhausen 
setzen, in selbigen seine Kxug-Nahrung treiben und daselbst einiges 
Vieh halten dürffe, worauf Hochgedachte Cammer — an den Land- 
rath von Angern rescribiret, zuförderst die Gemeinde zu Wester- 
hausen und den Krüger Francken darüber zu vernehmen. — also 
habe ich meiner Obliegenheit zu seyn erachtet, gegenwärtigen Bericht 
von des Pöteritzischen Kruges Beschaffenheit und des impe- 
tränten impertinenten Suchen unterthänig zu erstatten. 

Von Einem Hochw. Dom Capitul des Hiesigen Hohen Stiffts ist 
auf des ehemaligen Predigers zu Westerhausen, Martin Friedrich 
Curionis unterthäniges Ansuchen und Bitten untern 23ten Mart. 1664 
theils wegen seines armseligen Zustandes theils wegen seiner vielen 
Kinder gnädig concediret, auf den sogenannten Pöteritz ein 
Kruggebäude aufzurichten imd in selbigen sowohl Bier und ^ein 
zu verzapffen, als auch reisende Leute darinnen aufzunehmen und 
zu beherbergen, keinesweges aber diese erbauete Wohnung zu einem 
Hospitio anrüchtiger und verdächtiger Leute zu machen und diese 
gnädige Concession dadurch zu missbrauchen, widrigenfalls dieselbe 
zurückgenommen und aufgehoben werden sollte, wobey er zugleich 
angewiesen, solches erbauete Haus und Hoff als ein Erben -Zins- 
Lenn von Hochgedachten Dom Capitul zu recognosciren und jähr- 
lich an das Fabricien - RegisUT in Termino Martini einen Thaler 
pro Canone zu erlegen, auch die Lehn auf begebende Fälle gehörige 
Folge zu leisten. 

Von denen Curionischen Erben hat diesen Krug und Wirths- 
Hauss ein hiesiger Bürger und Kaufmann, Nahmens Andreass 
Eckert, vor 700 Thaler erkaufft, welcher ihn anfangs an Haussen 
Francken und nachgehends an Jacob Bansen verpachtet, endlich 



Digitized by VaOOQ 16 



298.P6teriz. 325 



aber denselben an Herrn Friedrich Christoph von Münehhausen, 
Domherrn zu Halberstadt und Landrath, um und vor 600 Thaler 
wieder verkauffet, von welchen er endlich an Haussen Francken 
gerathen, wesshalb der Seel. Ambts - Verweser Braunss unterm 
19. Januarii 1712 einen ausführlichen Bericht erstattet» — . Nach 
des Käufiers Haussen Franckens Tode ist dieser Krug von dessen 
Wittwe und Kindern am 29. September 1720 an den einen Schwieger- 
sohn, Nahmens Greorge Curdts, verpachtet, anno 1724 aber von 
erwehnter Wittwe und Kindern an den ältesten Sohn, Nahmens 
Martin Francken vor 800 Thaler übergeben worden, der ihn seiner 
damahligen Braut, des Kossathen Balthasar Buchholtzens in Wester- 
hausen Tochter, zugefreyet, mit selbiger darinnen gewohnet und 
die Krug- Nahrung getrieben. 

Vor einigen Jahren ist solcher Krug abgebranndt, von dem 
Besitzer aber wieder aufgebauet und die Krug -Nahrung darinnen 
solange fortgetrieben, biss er vor ohngefehr 2 Jahren den Greifen- 
werder von dem Herrn von Esebeck m Pacht genommen und an- 
fangs einen Tagelöhner aus Westerhausen , nemachmahls aber 
seinen Schwager einen Strumpfweber hineingesetzet. 

Was nun des Impetranten wiederrechtliches Suchen belanget, 
so lieget dieser Krug und Wirthshaus auf eines Hochw. Dom 
Capituls Grund und Boden und sind darzu zwar anfangs nur 
211 Ellen angewiesen, so aber nachgehends um ein ziemliches er- 
weitert, gleichwohl der jährliche Canon nicht erhöhet» sondern un- 
veränderlich geblieben. Und weilen dieser Krug ein von Einem 
Hochw. Dom Capitul relevirendes Lehnstück, darzu auch unter 
dessen Jurisdiction gelegen, so hat die Kön. Cammer darüber gar 
keine Disposition, viel weniger aber kann derselbe näher an Wester- 
hausen gesetzet und dabey einiges Vieh zu halten gestattet werden, 
weil dadurch sowohl der DorflTkrug als die Gemeinde Huth und 
Weide ruiniret würde, welche ohnedem guten theils in demPraepo- 
situr -Werder durch Erpach tung acquiriret werden muss, sonsten 
aber bey dem Dorfe Westerhausen wenige oder gar keine Weide 
vorhanden. — Magdeburg d. 4. Februarii 1733. 
1733. 8. Juni. Martin Francke berichtet an das Domkapitel: 

Ich habe in Pete ritz nahe an Westerhüsen einen eigenthüm- 
lichen Krug, wovon alljährlich einen Thlr. Nahrungs-Geld und Einem 
Hoch würdigen Dom -Capitul einen Thlr. Grund -Zins gegeben wird, 
doch auch das Unglück darbey gehabt, dass dieser Krug vor einigen 
Jahren mit abgebrandt ist. Da ich nunmehro diesen Krug wiederum 
aufzubauen willens bin, so muss meinen gnädigen Herrn unterthänig 
vorstellen, dass zu Peteritz der Orth, nachdem er wüst und öde 
worden, nicht sicher sey, indem man Tag und Nacht der Mord- und 
Diebereyen sich befürchten muss — . Zu dieser Unsicherheit und 
Wüstung kömt, dass auch, nachdem die Salzwerke zu Sülldorf und 
Sohlen eingezogen, den Krug zu Pete ritz die Nahrung gänzlich 
weggefallen, weiln die Flösser, so sonst daselbst zu landen pflegten, 
nunmehro dahin zu kommen keine Ursache haben, woraus meine 
gnädige Herreu hocherleuchtet ermessen werden, dass es eine wahre 
Unmöglichkeit sey, den abgebrannten Krug, welcher mir über 



Digitized by VjOOQ 16 



326 Die Wüstungen im NordthüriDggau. 

500 Thaler zu stehen kömmt, zu Peteritz wieder aufzubauen. 
Alldieweilen nun Pete ritz und dieser Krug zu Westerhüsen ge- 
hören, daselbsten nicht nur eingepfarrt, sondern auch alle Pete- 
ritz sehe Äcker bey Westerhüsen vor ietzo sind und von Wester- 
hüsischen Einwohnern besessen werden, mithin in Peteritz alles 
wüste und leer seyn muss, zuvor auch von denen Westerhüsischen 
Unterthanen Bier aus meinem Kruge geholet worden, und dann 
in und bey Westerhüsen noch viele wüste Stellen, so bebauet werden 
müssen, zu finden, so — bitte ich — zu erlauben, dass ich meinen 
zu Peteritz abgebrannten Krug mit der Krug-Grerechtigkeit näher 
und bey Westerhüsen auf einer wüsten Stelle wiederum aufbauen 
dürfe.— Westerhüsen d.8. Juny 1733. (A8Erzst.M.Domk.No.971.) 

17B6. 20. Mai. Dem Krüger Martin Francke ist auf Befehl des Dom- 
kapitels ein Platz in Westerhüsen zum Wiederaufbau seines aus 
Pete ritz übertragenen Kruges angewiesen worden. (A3 Erzst. M. 
Domk. No. 971.) 

Litteratsrs Magdeb. Oesehiehtsbl IV, S. 37. 



299- Potgrot 

östlich von Neuhaldensleben, links der Ohre. 

1135. 7. April. Bischof Otto von Halberstadt übereignet dem Kloster 
Hillersleben den Zehnten des Dorfes ville Potgorize und des be- 
nachbarten Dorfes Bosizi, welchen der Abt tminhard von dem 
Klostervogte Otto von Grieben und dessen Bruder Dietrich gekauft 
hatte. (Riedel, C. d. Brand. A, XXH, S.413.) 

1135. 9. April. Kaiser Lothar IQ. übereignet dem Kloster Hillersleben 
die Jahreseinkünfte, Wozop genannt, aus den Dörfchen (villulas) 
P o tg r i z i und Bosizi. (Riedel, C. d. Brand. A, XXH, S. 413.) 

1152. 28. Juni. Bischof Ulrich von Halberstadt bestätigt dem Kloster 
Hillersleben seine Besitzungen, darunter 7 Hufen mit Zubehör in 
Putgorizi. (Riedel, C.d.Brand. A, XXH, S.415.) 

1152. 28. Jnni. Bischof Ulrich von Halberstadt bestätigt dem Kloster 
Hillersleben seine Besitzungen, darunter Potgorize das ganze Dorf 
mit Zubehör. (Magd. Reg. I, No. 1262.) 

1221. 29. Mai. Papst Honorius HI. bestätigt dem Kloster Hillersleben 
seine Besitzungen, darunter die Dörfer Cruzezhe, Woltwi, Bozezhe 
et P u t g o r i z e. (Riedel, C. d. Brand. A, XXH, S. 427.) 

cl300. Henning von Barleben und Tilo von Scherrake (Scherinbeke) 
bekunden, dass, nachdem das Kloster Althaldensleben von den 
Brüdern Rudolf und Ludolf von Rolstede quendam campi desertum 
et locura nemoris Potgrot nuncupatum gekauft, und die Brüder 
diese Güter dem Erzbischof Burenard resigniert haben, sie nun 
damit belehnt worden sind. (Cop. 748 fol. 36.) 

1305/24. Henning von Bardeleben und Tilo von Schermbeke bezeugen, 
dass sie quendam campi desertum et locum nemoris Potgrad 

Digitized by VjOOQ IC 



298. Pötcriz. - 299. Potgrot — 800. Potlene. 327 

nuncupatum vom Erzbischof Burchard zu Lehen empfanffen, nach- 
dem die Nonnen von Althaldensleben ihn dem Erzbischof reeigniert 
hatten. (Cop.748 fol.36.) 

1309. 25. Mai. Die Ritter Henning und Thile von Bardeleben bekunden, 
dass sie für das Kloster Althaldensleben quendam campum deser- 
tum et locum nemoriB nomine Potgrot vom Erzbischof Burchard 
zu Lehen genommen haben. (Cop. 748 fol. 66.) 

1328, 25. Hai. Rudolf von Ronstede verkauft dem Kloster Althaldens- 
lebeti des ins feudale unius campi Potgrot prope civltatem Hal- 
densleben et unius ville dicte Kulitz ibidem site für 8^/2 Mark 
Silber. (Cop. 748 fol. 84.) 

1354. 8. Juli. Rudolf von Ronstede, Heinrich und Rudolf genannt Quat- 
vasel, Hans und Erich, Rudolfs von Ronstede Söhne, lassen dem 
Kloster Althaldensleben dat feld, dat eenant is Potgrot, by dem 
dorpe to Kulytze auf. (Behrends, Neuhaldensl. I, S. 827). 

1533. 21. Hai. Das Kloster Althaldensleben verkauft der Stadt Neu- 
haldensleben die drei wüsten Dorfstatten Kulitz, Bentz und Pode- 
grundt jenseits der Ohre für 800 Mark und einen Holzplatz bei 
und über dem Kinenberge diesseits der Ohre, wie dieser vom Wege 
bei Gross-Wulfshausen an bis unter den Kinenberg durch 12 Auf- 
würfe ausgezeichnet ist. (Behrends, Neuhaldensl. I, 8. 127.) 

1533. 28. Hai. Der Erzbischof Albrecht bestätigt den zwischen der Stadt 
Neuhaldensleben und dem Kloster Althaldensleben geschlossenen 
Kaufvertrag und bestimmt, dass die wüsten Dorf stellen Kulitz, 
Benitz und Podegrund, auf einer Halbe der Ohre vor der Heide 
gelegen, dem Rate zu Haldensleben verkauft sind, wofür dieser 800 
Gulden Hauptsumme zahlt, ausserdem etliche Gerechtigkeiten und 
liegende Gründe auf dem Kienekenberge und vor Warmsdorf ein- 
räumt. (Magd. Gesch. X, 8. 178.) 

Lltteratar: Behrendt, NeuhalderuL I, S. 67, 1B7, ISl, Stoff., St9. — ÄUmärk. 
Jahresber. IX, 8, 4I. 



300. Potlene. 

Bei Barby, Kreis Calbe. 

1311. Ritter Betmann von Salzwedel und sein Sohn Ludeger haben vom 
Bischof von Halberstadt zu Lehen u.a. den Zehnten in Botlene. 
(Riedel, C. d. Brand. A, XVII, S. 469.) 

c. 1360. Bertram und Ludeger von Salzwedel haben vom Bischof von 
Halberstadt zu Lehen u. a. den Zehnten auf dem Felde zu 
Bottene. (Cop. 470 fol. 54). 

1494. Die Grafen von Barby haben zu verleihen u. a. IV2 Hufe zu 
Potlene. (Cop. 431 fol. 6.) 

Severin Poldeke zu Barby ist vom Grafen Burchard belehnt u. a. 
mit 2 Hufen zu Ppthlene. (Ibid. fol. 40.) 

Digitized by VaOOQ 16 



328 ^e WOstangen im Nordthüringgan. 

Ebenso die Geschwister Sänne und Valtyn Kynss zu Magdeburg 
mit dem Thy zu Potlehene. (Cop.431 fol. 142\) 

Claus Meyger von der Gerwische zu Schönebeck ist vom Grafen 
Burchard von Barby beliehen u.a. mit 2^1^ Hufe Landes auf Pot- 
lehenerMark. (Ibid. fol. 169 ^) 

1533. 21. Juli. Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen belehnt den 
Grafen Wolf von Barby u.a. mit 1^ ., Hufe zu Potlene. (v. Lude- 
wig, Rell. manuscr. X, S. 282.) 

1553. 29. April. Kurfürst Moritz von Sachsen belehnt Graf Wolfgang 
von Barby mit seiner Grafschaft und gewährt ihm das J^drecht 
u.a. auf den Feldmarken Potlen, Potzmersleven , Mortz u. s. w. 
(Cop. 429 fol. 279.) 

1562. Der Pfarrer von Eggersdorf hat u.a. 2 Hufen auf Botlenischer 
Mark und 6 Groschen von 6 Worten auf Potlenischer Mark. 
(Kirchen Visit Protok.) 

Litteratar: Magdeb, Qeschichtebl. III, S. 859. 



301- Potmersleben- 

Westlich von Barby, Kreis Calbe. 

1311. Ritter Betmann von Salzwedel und sein Sohn Ludeger haben vom 
Bischof von Halberstadt zu Lehen u.a. den Zehnten in Potmers- 
1 e V e. (Riedel, C. d. Brand. A, X VH, 8. 469.) 

Ebenso Ritter Thilo von Zerbst und seine Brüder Thilo und 
Konrad 4 Wispel und 8 Scheffel im Zehnten zu Potmersleve. 
(Ibid. S. 473.) 

Ebenso Busso von Zerbst 10 Wispel jeder Art Korn im Zehnten 
ville Potmersleve. 

1494. Graf Burchard von Barby giebt Hermann Sternecker u. a. zu 
Lehen eine halbe Hufe zu Potmersz'leben. (Cop. 431 fol. 1 8.") 

1553. 29. April. Kurfürst Moritz von Sachsen belehnt Graf Wolfgang 
von Barby mit seiner Grafschaft und gewährt ihm das Jagdrecht 
u.a auf den Feldmarken Potlen, Potzmerszleven, Mortz u.s.w. 
(Cop. 429 fol. 279.) 

Litteratnr: Magdeb. Geschichtsbl. III, S. 859. 



302. Pozmesdorf. 

Südwestlich von HörsiDgen, Kreis Neuhaldensleben. 

c. 1170. Aus Pozemestorpe werden 16 Pfennige dem S. Ludgeri- 
kloster in Helmstedt zu seinem Hofe in Alleringersleben gezahlt 
(N. Mitth. I, 4, S. 25.) 

c. 1226. Alverich von Bertensieben hat von Luthard von Meinersem zu 
Lehen u. a. 2 Hufen zu Pozmestorp. (Sudendorf, ÜB. d. Herz. 
V. Braunsch. I, S. 9.) 



Digitized by VaOOQ 16 



300. Potlene. — 801. Potmersleben. — 302. Pozmesdorf. 329 



1260. 5. April. Zu der von Gebhard von Alvensleben dem Kloster Alt- 
haldensleben übereigneten Kapelle in Klein-Emden gehört u. a. 
eine Hufe in Potzmeetorp, die 2 Schillinge zinst. (Behrends, 
Neuhaldensl. n, 8.415.) 

1270. Das Stift Walbeck besitzt in Pozmestorp 2 Hufen, von denen 
4 Schillinge Zins kommen. (N Mitth. H, 1, S.47.) 

c. 1280. Die Schenken von Dönstedt zu Alvensleben bitten Ritter Busso 
von der Asseburg, das Kloster Marienborn im Besitz der Güter in 
Bredenstede cum tribus mansis censualibus, hominibus ceterisque 
in villa et in campiß Pozemestorpe pertinentibus , die sie 
als Mitgift ihrer in das Kloster aufgenommenen Schwester Jutta 
geschenkt haben, zu belassen. (Asseburger UB.H, No. 541). 

1280 1290. Erich und Johann von Alt- Gattersleben schenken dem 
Kloster Marienborn u. a. den Zehnten von 3 Hufen in Potzmes- 
torp. (Magd. Reg. in, No. 828. 688.) 

1298. 8. Septbr. Knappe Ludolf von Werberg übergiebt 3 Hörige aus 
Potzmestorp frei dem Kloster Marienborn. (Behrends, Neu- 
haldensl. H, S.446.) 

1311. Die Edlen von Meinersem haben vom Bischof von Halber- 
stadt zu Lehen u.a. den Zehnt zu Botmestorp. (Riedel, Cd. 
Brand. A,XVn, S.445.) 

1336. Ritter Heineke von Alvensleben teilt das Haus Erxleben unter 
seine Söhne Busse und Fritz; dieser erhält zu seinem Teil u.a. das 
Dorf Pozmestorp. (C. d. Alvensl. I, No. 498.) 

c. 1400. Junior Busse von Alvensleve hat Einkünfte zu Budensteyn, zu 
Pomesdorff und zu Horsingen etc. (G.Q.XVI, S.303.) 

Die Vettern Heinrich und Ludolf (von Alvensleven) haben — in 
Pomesdorff XIHI solides den. (G.Q.XVI, S.261.) 

1431. l.Jani. Heinrich von Alvensleben verpfändet <lem Markgrafen 
Johann von Brandenburg das halbe Schloss Erxleben mit Zubehör, 
worunter der Zehnt und halbe Dorf Posmestorff. (Riedel, C. d. 
Brand. A,XVn, S. 115.) 

1446. Die Vettern Georg und Hildebrand von Berwinkel haben vom 
Erzbischof Friedrich zu Lehen u.a. ein Holzbleck bei Posmes- 
torf genannt die Wubigk. (Cop.36 fol. 87.) 

c. 1450. Das Stift Walbeck erhält von 4 Hufen in Pozmestorp 
8 Schillinge Zins. (Harzzeitschr. VI, 8.297.) 

1465. 19. Dezbr. Erzbischof Friedrich belehnt die Brüder von Alvens- 
leben auf Erxleben u.a. mit dem Dorf Potmersleben ohne den 
Zehnten, aber mit dem Schweinezehnten. (C. d. Alvensl. H, No. 302.) 

1467. 29. April. Erzbischof Johann belehnt die Brüder Albrecht und 
Heinrich von Alvenslebt^n u. a. mit den swynepfennigen zu Eden- 
stete, Poszmestorff und Hörsingen. (C. d. Alvensl. II, No. 353.) 

1479. 19. Novbp. Die von Bärwinkel haben von Erzhischof Ernst zu 
Lehen u. a. einen Holzfleck bei Poszmestorff. (Cop. 41 fol. 20\) 

Digitized by VaOOQ 16 



330 I>ie WÜBtungen im Nordthfiringgaa. 

1499. 19.Novbr. Die Markgrafen Joachim und Albrecht von Branden- 
burg belehnen die von Alvensleben u. a. mit dem wüsten Dorfe 
Potmestorf als Zubehör zu Erxleben. (C. d. Alvensl. IE, No. 663.) 

1535. 27. Mai. Kurfürst Joachim von Brandenburg belehnt Ludolf 
und Matthias * von Alvensleben mit ßchloss Erxleben und 
Zubehör, darunter das wüste Dorf Posmastorf f. (Riedel, Cd. 
Brand. A,XVII, 8.217.) 

1598, 9. Harz. Kurfürst Joachim Friedrich von Brandenburg belehnt die 
von Alvensleben mit dem Dorfe und Schlosse Erxleben nebst Zu- 
behör, darunter mit dem wüsten Dorfe Potzmesdorf. (Cd. 
Alvensl. UI, No. 791.) 

TJtteratar: Behrendt, Neuhaldensl. II, S. 446. 



303. Pretalitze. 

Lage unbekannt, vielleicht bei Blumenberg, Kreis Wansleben. 

937. 21. Septbr. Otto I. übereignet u. a. den zu seinem Hof in Magde- 
burg gehörigen, westlich der Elbe in pago Nordthuringa in comi- 
tatu Thietmari gelegenen Ort (locus) Pretalitze dem Mauritius- 
kloster in Magdeburg. (MG. DD. I, S. 101.) 

939. 7. Jnni. Otto I. übereignet dem Mauritiuskloster in Magdeburg in 
dem in pago Nordduringa in comitatu Dietmari gelegenen locus 
Pretulitse familias Sclavorum VIII. (MG.DD.I, 8.109.) 

941. 23. April. Otto I. übereignet dem Mauritiuskloster in Magdeburg 
den vom Bischof von Halberstadt ertauschten Zehnten von den 
Leuten de« Klosters und des Edlen Erpes u.a. im locus Preda- 
litza (MG.DD.I, S.109.) 

c. 941. Otto L übereignet all sein Eigenes in der villa Pridilisci dem 
Mauritiuskloster in Magdeburg. (MG.DD.I, S.124.) 

946. 29. Jnli. Otto I. übereignet den Mönchen des Mauritiusklosters 
in Magdeburg den dem Bischof von Halberstadt abgetauschten 
Zehnten von den Leuten des Klosters u.a. in Predalize in pago 
Nordturinga in comitatu G^ronis. (MG.DD.I, 8.159.) 

973. 4. Jnni. Kaiser Otto H. bestätigt dem Erzstift Magdeburg die von 
seinem Vater gegebenen Privilegien und Bt^sitzungeii , darunter in 
Pretalitze. (Alagd. Reg. I, No. 271.) 



304 Quaditz. 

Bei Glöthe, Kreis Calbe. 

1271. Burchard, Walter und Albrecht von Barby resignieren der Äbtissin 
Bertrade von Quedlinburg die wendische Vogtei über 621/2 Hufen, 
wovon 2^2 in Quadiz liegen. (Magd. Reg. III, No. 64.) 

1430. Bauern in Glöthe colunt agnim in campis Quotz (Quocz), 
wovon dio Pröpstin von Quedlinburg Einkünfte hat (Cop. 814). 



Digitized by VaOOQ 16 



803. Pretalitze. — 804. Qnadiz. — 805. Quieiitz. — 806. BamBtedt. - 807. Regeiiz. 331 



306. Quierite. 

Bei Mühlingen in Anhalt. 

1619, Die Quiritzer Mark grenzt an die Barsdorfer Mai'k bei Müh- 
lingen und gehört den Grafen von Barby (s. Barsdorf). ( A. Grafßch. 
Barby I, No.428.) 



306. Ramstedt 

Jetzt Vorwerk, nördlich von Wolmirstedt. 

1863. 12. April. Nach der Landfriedensurkunde des Erzbischofs Dietrich 
stellt Ramstede 2 Bauern zum Aufgebot (G. Q. XXVI, No. 458.) 

1483. 23. April. In der Erbteilung der Söhne Busses von der Schulen- 
burg erhalten Henning und Albrecht die Dorf statte zu Ramstede 
und das Gut zum Detzel. (Riedel, C. d. Brand. A, V, 8. 465.) 

1568. 29. Oktbr. Administrator Joachim Friedrich belehnt die von der 
Schulenburg u.a. mit der Feldmark Rambstedt, welche Joachim 
von der Schulenburg denen von Alven sieben abgekauft hat. (Riedel, 
C. d. Brand. A, VI, S.289.) 



307. Regenz.^ 

Bei Barby, Kreis Kalbe. 

1561. Kloster Gottesgnaden hat 3 Groschen zu Regens tor ff von der 
Heisen; 4 Gulden von Gerhard von Luschwitz von 3 Breiten 
Ackers zu Regenz (Ragenz?) bei Barby. (Inventar von 1562.) 



308. Rehagen. 

Bei Bertingen, Kreis Wolmirstedt. 

1266. 16. Juli. Markgraf Otto von Brandenburg schenkt dem Kloster 
Jerichow das Dorf Rehagen mit der Vogtei und allem Zubehör, 
20 Hufen gross, und mit don dabei liegendensogen. Rehagischen 
Hufen, ausgenommen die Grasung am Brunnen in Jerichow. (Magd. 
Reg. n, No.1671.) 

c. 1380. Die Brüder Conrad und Wipert von Meyndorf haben vom Erz- 
stift zu Lehen — in villa Rogetz 4 Hufen und 7 Schillinge; ferner 
in Villa Rehagen 13 Schillinge und 3 Pfennige. (G.Q. XVt S. 81.) 

1477. 3. Oktbr. Erzbischof Ernst belehnt die Vettern Friedrich und 
Friedrich von Alvensleben mit Rogätz und Randau und Zubehör; 
zum ersteren gehören die Dörfer Rehagen, Lotzke und Bertingen. 
(CdAlvensin, N.No.42). 

* Die>ie Wüstung kommt sonst nicht wieder vor, so das8 vielleicht an einen 
Schreibfehler zu denken ist, obgleich 68 mehrere Male genannt wird. 



Digitized by VaOOQ 16 



332 I^ie Wüstungen im Nordthüringgau. 

1477. 19. Novbr. Die Brüder von Veitheim erhalten vom Erzbischof 
Ernst zu liehen u. a. die wüsten Dorfstätten Behagen, Iszmaritz, 
Dornstete und Goritz halb. (Cop. 41 fol. 120^). 

1487. 9. Harz. Erzbisehof Ernst belehnt Friedrich von AI vonsieben zu 
Rogätz mit dem Dorfe Hilgendorf und dem Teil der wüsten Dorf- 
statte Rehagen, den die von Veitheim gehabt. (C. d. Alvensl. II, 
No. 552.) 

1516. 30. Juni. Erzbischof Albrecht belehnt die Brüder Ludolf und 
Matthias von Alvensleben u. a. mit dem Teil der wüsten Dorfstätte 
Rehagen, den die Veitheim gehabt. (C. d. Alvensl. III, No. 111.) 

1564. Der Pfarrer von Bertingen hat 8 Groschen weniger 4 Pfennige 
zu Weihnachten Rehagen Zins. (Kirchen visitProtok.) 

1603. 25. Aug. Das Magdeburger Domkapitel gjebt seine Zustimmung 
dazu, dass Albrecht von A Ivensleben einen Teil des Krippenwerders 
von der Stadt Burg gegen den in der Elbe erwachsenen Reha- 
gischen Werders eintauscht (C. d. Alvensl. III, No. 797.) 
litteratar: Vanneil, Wolmirstedt 8.90. 



309. Reckene. 

Bei Eikendorf, Kreis Calbe. 

1265. Randewig, Ritter von der Neustadt, genannt von Olvenstedt, ver- 
kauft dem Kloster S.Lorenz in der Neustadt-Magdeburg 3^2 Hufe 
in Reckene bei Klein -Biere, die 4 V2 Wispel Weizen zinsen, ferner 
21/2 Scheffel Weizen und 3 Höfe, die 18 Pfennige zinsen. (Mark. 
Forsch. Vm, S.98.) 

1515. Die Kirche zu Eikendorf verzinst eine halbe Hufe zu Jurgesstorp 
und eine halbe Hufe zu Rackonn. wofür sie alle Jahre an S. 
Sebastian zu Magdeburg 14 Schillinge, einen groijsen Pfennig un<l 
3 Hühner zinst. (Altes Zinsreg. der Kirche zu Eikendorf.) 

1570. 22. Febr. David Kothe belehnt namens des Klosters S. Lorenz in 
der Neustadt Michel Hermans zu Eikendorf mit einer halben Hufe 
auf dem Rackuner Felde. (Cop. 388 g fol. 48\) 

1684. Im Rockener Felde bei Eikendorf hat die Hufe 24 Morgen. 
(Steuerprofessions-Protok.) 

1713. 20. Febr. Racköne Feld lieget raitttm in andern Feldern (von 
Eikendorf) beschlossen. (A.Herz.M Landesreg. VII, No. 53.) 

Litterotnr: Magdeh, Gesehichtsbl. IV, S.39. 



310. Rettmernhausen. 

Nähere Lage unbekannt, im Kreise Neuhaldensleben. 

c. 1226. Dietrich von Satuelle hat von Luthard von Meinersem zu Lehen 
2 Hufen in Re tmershusen. (Magd. Reg. II, No,806.) 

Digitized by VaOOQ 16 



308.1lehagen. — B09. Heckene. — 310. RettmerehatißeD. — 311.fiixdorf. 333 

0.1270. Das Stift Walbeck besass 4 Hufen in Retmershusen zu 
10 Schillingen Zins. (N. Mitth. II, 1, S. 47.) 

Utteratar: Neue Müth. U, 1, 8.16S. 



3U. Rixdorf. 

Bei Emden, Kreis Neuhaldensleben. 

c. 1360. Werner von Wanzleben hat vom Halberstädter Bischof zu Lehen 
u. a. den Zehnten zu Alverdeshusen und zu Rixtorp. (Cop. 470 
fol. 55^) 

C.1440. Rikstorp hebbe ik (der Erzbischof) XH huve unde dat dar 
to hört, dat hadde gehört Hanse von Dreyleve, dar hebbe ik ge- 
legen Bertolde van Gropendorp IX houve. (G. Q. XVI, S. 327.) 

1449. Berthold von Gropendorf hat vom Erzbischof Friedrich die Güter, 
welche Heise von öteinfurt vorher gehabt, zu Lehen, nämlich das 
ganze Feld zu Rexstorp mit dem Walle, Grase, Holz, Teichstätte 
und allem Zubehör. (Cop. 36 S.181.) 

1455. Syfert und Berthold von Gropendorf erhalten nach dem Tode 
ihres Vaters Berthold das Dorf Rickmersdorff zwischen Erxleben 
und Altenhausen vom Erzbischof Friedrich zu Lehen. (Cop. 36 S. 185.) 

1472. 27.Jiuii. Erzbischof Johann von Magdeburg belehnt Friedrich 
von Alvensleben nebst Bruder und Vetter mit dem von denen von 
Groppendorf erkauften Dorf Ricksdorf mit gerichte, rechte, dem 
walle, grase, holze, tychstede und ander siner zubehorunghe. (Riedel, 
C. d. Brand. A, XVII, S. 147.) 

1475. 20. Harz. Erzbischof Johann von Magdeburg belehnt Friedrich 
von Alvensleben nebst Bruder und Vetter mit der rosenbreite 
by Rickerszdorf, die bisher zwischen Ortgesz Klenke auf Alten- 
hausen und denen von Alvensleben auf Erxleben, auch denen von 
Groppendorf, so lange sie Ricksdorf besassen, streitig gewesen ist. 
(C.d.Alvensl.11, No.441.) 

1477. 3. Oktbr. Erzbischof Ernst belehnt die Vettern Friedrich und 
Friedrich von Alvensleben mit Rogätz und Randau und Zubehör, 
darunt(»r mit der Hofstätte zu Kickstorffe, der Rosenbreite, 
Teichen, Acker, Holz und Gras zu Rickstorffe gehörend. (Cd. 
AlvensLILN, No.42.) 

1482. 31. März. Dietrich von der Schulenburg schliesst als Pfandinhaber 
des halben Schlosses Erxleben einen Vertrag mit Friedrich von 
Alvensleben über die Benutzung der Hofstelie zu Rickstorppe 
mit Zubehör und der Roseubreite. (Cd. Alvensl.II, No.510.) 

1516, 30. Juni. Erzbischof Albrecht von Magdeburg giebt den Brüdern 
Ludolf und Matthias von Alvensleben u.a. zu Lehen die hofstette 
zu Ryckstorpe, die rosenbreite, die teiche, acker, holtz und.grasz 
zu Ryckstorp gehörende mit allem rechte hegest und sydest. 
(Cd.Alvensl.UI, No.lll.) 

Digitized by VaOOQ 16 



334 Die Wüstungen im Nordthüringgatt. 



1524. 28. März. Matthias von AlvenBleben verkauft seinem Vetter Busse 
auf Erxleben für 550 Gulden die Dorfstätte Ricksdorf nebst der 
Rasenbreite wiederkäufiich. (C. d. Alvensl. III, No. 185.) 

1566. 7. Juli. Joachim von Alvensleben entsagt gecen seinen Vetter 
Valentin seinen Ansprüchen auf die halbe wüste Feldmark Ricks- 
dorf, wogegen dieser jenem und seinem Vetter Eliaz von Alvens- 
leben die Rasenbreite überlässt. (C. d. Alvensl. III, No,388.) 

litteratar: WohWrUck, Alvensl. ü, S.ltl, — Behrends, Neuhaldensl. JJ, S.447. 
— Altmärk, Jahresber. V, S. 79. — AUerverem S. 10. 



312. Rolstedt. 

Bei Ohrsleben, Kreis Neuhaldensleben. 

c. 1170. Das Kloster S. Ludgeri zu Helmstedt hat als Zubehör der Meierei 
in Wulfersdorf 5 Hufen in Rothestede, die alle verschiedenen 
Zins geben. (N. Mitth. 1, 4, S.30.) 

1347. 4. Jan. Vor Schiedsrichtern beschuldigtErzbischof Otto den Herzog 
Magnus von Braunschweig, dass er ihm Burg Hötensleben mit Zu- 
behör, darunter den Hof zu Rollstede, vorenthält (Riedel, Cd. 
Brand. B, VI, 8.77.) 

c. 1380. Ludolf von Warmsdorf und sein Vetter Ludolf haben vom Erz- 
stift zu Lehen in Rolstede 8 Hufen und das halbe Dorf Eyllers- 
torp mit dem Gerichte. (G.Q.XVI, S. 73.) 

1398. Dietrich und Hans Schuneberg haben 4 Höfe in Hötensleben, 
3 Hufen in campo Roverstete. (G.Q.XVI, S.280.) 

c. 1399. Hans Eykeudorp hat vom Erzstifl zu Lehen u. a. in campis 
Rolstede 16 verlassene Hufen. 

Albert und Arnold von Ummendorf haben 4 Hufen in campis 
Rolstede. 

Ludolf von Knetlinge ebenso 2 Hufen in Rolstede, einen 
Hof in Hötensleben, 7 Hufen in campo Rolstede mit 8 Gras- 
wiesen, 2 Höfe in Hötensleben. (G.Q.XVI, ß.249.) 

1446. Heinrich Kuntzen hat vom Erzbischof zu Lt^hen Güter zu Hötens- 
leben, 3 Hufen auf Relstide Felde, den Hof zu Rolstede mit 
Gras und Zubehör, den Kamp vor dem Hofe, genannt der Schaphof 
zu Rolstede. (Cop.86 S. 248.) 

1478. 6. März. Die Gebrüder Vasold erhalten u. a. 5 Hufen und eine 
Wiese auf dem Felde und der Mark zu wüsten Rolstede bei 
Hötensleben und noch 2 Hufen daselbst. (Cop.41 fol.126.) 

1478. 8. März. Ulrich von Weferlingen erhält vom Erzbischof Ernst zu 
Lehen 3 Hufen im Felde zu Rolstede im Gerichte zuHotensleve 
und 48 Schwaden Gras am Harstrange in demselben Gerichte ge- 
legen. (Cop.41 fol.122.) 

1533. Zum Amt Hötensleben gehören 6 ledige wüste Marken, darunter 
Rohlsteder Mark bei Uhrsleben. (Cop. 113 fol.248.) 
Utteratar: Behrenda, NeuhoMeml. II, 8. 6U. 



Digitized by VaOOQ 16 



31 1 . ftixdorf . — 312. Rolstedt. — 818. Kosten. 335 



313. Rösten. 

Südlich von Calbe. 

1244. 5. Novbr. Bischof Meinhard von Halberstadt verbietet dem Kloster 
Huysburg die Vogtei von 8 Hufen in Rosten und überhaupt 
vakante V ogteien zu veräusseru. (Schmidt^ Hochstift Halberst. iL, 
No. 743.) 

1250. Erzbischof Wilbrand bestätigt dem Kloster Gottesgnaden eine vom 
Propst Bernhard gestiftete Memorie von einem Talent von l^/gHufe 
in dem Dorfe Rosten. (Magd. Reg. H, No. 1275.) 

1290. S.Jnli. Bischof Volrad von Halberstadt gestattet dem Kloster 
Huysburff 8 Hufen in villa Rüsten an den Magdeburger Dom- 
vikar Albrecht zu verkaufen. (Schmidt, Hochstift Halberst. H, 
No. 1557.) 

1292. 28. Jan. Erzbischof Erich bestätigt dem Domdechanten von Magde- 
burg die Befreiung von 8 Hufen im Felde des Dorfes Riosten 
bei Calbe, die vorher dem Kloster Huysburg gehört haben, von 
aller Vogtei, Steuer und Bede. (Magd. Reg. III, No. 731.) 

1294. 21. Septbr. Die Grafen Albrecht und Bernhard von Anhalt schenken 
dem KJoster Gottesgnaden l^/^Hufe in villa, que nominatur Rost 
(Leuckfeld, Ant. Praem. 8.71.) 

1298. 15. Juli. Das Kloster Huysburg verkauft dem Domvikar Albrecht 
Sänger zu M^deburg 8 Hufen in dem Dorfe Rosten für 46 Mark. 
(Magd. Reg. H^ No. 99 1 .) 

1882. Des dunrdages na sunte Johannes dage vor der porten untfeng 
greve Bernhani (HI.) von Anhalt sin gut von byscop Otten van 
Meydeburch tfi Rosten in dem dorp. (v. Heinemaim, Cd. Anh. 
V, S.382.) 

1877. 8, Juli. Die Gebrüder Eckerd gestatten dem Erzbischof Peter den 
Wiederkauf an Gütern in Rosenburg, Wiesenburg, einem Hof und 
1^/2 Hufe Landes zu Rosten und 2 Morgen Gras zu Barby, die 
vorher Cone von Wispiz inne gehabt (Cop. 341 fol. 131.) 

1444. Hans Swinitz hefft gesad Peter Serwitzmanne I femdel landes to 
Rösten to eyme röweliken pande vor IX sexag. (Magd. Gesch. 
XX, S.370.) 

1446. Nicolaus und Jacob Schulten haben vom Erzbischof Friedrich zu 
Lehen 21/, Hufe zu Rosten bei Calbe. (Cop. 36 S. 451.) 

1467. ll.Jiini. In einem Erbschaftsprozesse wird bestimmt, dass Petter 
Busserne zu Calbe seinem Stiefsohn eine halbe Hufe zu Rosten 
geben soll, wenn dieser mündig ist. (Handelbuch von Calbe S. 25.) 

1477. 28. Juni. Der Rat von Calbe bezeugt^ dass Hans Römer von seinen 
Verwandten ein Haus und Hof zu Calbe, eine halbe Hufe zu 
Rösten, eine halbe Hufe zu Papendorf und eine Hufe zu Baien- 
berge verlassen sind. (Handelbuch von Calbe S.148.) . 



Digitized by VaOOQ 16 



336 ^e Wüstungen Im Nordthüringgaü. 

1488. 17. Jnli. Hans Dovte zuCalbe hat vom Erzbischof Ernst zu Lehen 
eine halbe Hufe auf der Feldmark zu Rösten auf 26 alte Groschen 
Zins, den Elenden in Calbe zu zahlen. (Cop. 41 fol. 107.) 

1488. 27. Juli. Dietrich Withun zu Calbe erhält vom Erzbischof Ernst 
zu Lehen eine halbe Hufe auf der Feldmark zu Rosten zu einem 
Zins von 26 alten Groschen, den Elenden zu Calbe zu zahlen. 
(Cop. 41 fol. 139.) 

1488. 27. Juli. Die Brüder Johann und DrewesBersze zu Calbe erhalten 
vom Erzbischof Ernst zu Lehen eine halbe Hufe auf Roste Felde 
zu einem Lot Zins an die Elenden zu Calbe. (Cop. 41 fol. 38.) 

1488. 27. Juli. Peter Poszerne erhält vom Erzbischof Ernst zu Lehen 
eine halbe Hufe auf der Feldmark zu Rosten zu 26 alten Groschen 
Zins an die Elenden in Calbe. (Cop. 41 fol. 235.) 

1494. 20. April. Fricke Dunnewever verlässt vor dem Rate zu Calbe 
ein Viertel arthaftigen Ackers auf Papendorpinge Mark und ein 
Viertel Landes auf der Mark zu Rüsten. (Handelbuch von Calbe 

S. 358.) 

1506. 6. Dezbr. In einer Erbteilung der nachgelassenen Güter Balthasar 
Rochs vor dem Rate von Calbe kommen zur Verteilung eine halbe 
Hufe zu Nienstede, eine halbe Hufe zu Griczene, eine halbe Hufe 
zu Houdorf, eine halbe Hufe zu Granow, eine Hufe zu Rüsten 
und ein Viertel zu Serwitz. (Handelbuch von Calbe fol. 277.) 

1613. 28. April. Thomas Jacob erhält vom Erzbischof Ernst zu Lehen 
eine halbe Hufe auf der Feldmark Rosten vor Calbe zu 26 alten 
Groschen Zins, an die Elenden zu Calbe zu zahlen. (Cop. 41 
fol. 181.) 

1519. Die Vorsteher von 8. Pett^r überlassen drei Hufen (hoffe) zu 
Rösten dem Bürger Jacob Creutz gegen einen Zins von drei Pf und 
Wachs. (Handelbuch von Calbe 8. 258.) 

1580. Hans Hanhermann zu Calbe verkauft u. a. an Peter Schröder 
l*/2 Hufe zu Ruesten, 3 Viertel zu Nionntede, ein Viertel zu 
Hohndorf. (Handelbuch von Calbe fol. 287.) 

15B2. 16. Jnni. Li einer Erbteilung verteilen die Geschwister Valentin, 
Michael, Jacob und Walburg Doyte zu Calbe folgende Äcker unter 
sich: 2 Hufen zu Balbergk, eine Hufe zu Rosten, eine Hufe zu 
Jeser und eine halbe Hufe zu Meygen. (Handelbuch von Calbe 
fol. 294.) 

1555. Das Dekanat zu Magdeburg hat in Rösten 7 Hufen, eine halbe 
und ein Viertxd Hufe, doch sollten es 8 Hufen sein, die jährlich 
4 Pfund zinsten. (Reg. censuum de 1555.) 

1581. 20. Dezbr. Administrator Joachim Friedrich beleiht Hans Jacob 
zu Calbe und scune Schwester, resp. deren Erben mit einer halben 
Hufe auf der Feldmark zu Rösten gegen 26 alte Groschen Zins, 
die an die Elenden daselbst zu zahlen sind. (Cop. 18 No.86.) 



Digitized by VaOOQ 16 



3 1 3. Rösten. — 314. Rothenförde. 337 

1612. 15. Aug. Der Domdechant Ludwig von Lochow zu Magdeburg 
belehnt Johann Heinrich Schröder zu Calbe mit einer halben Hufe 
Landes auf Rösten Feldmark vor Calbe. (Or.) 

1615. Die dritte Obödienz des Stifts S.Sebastian zu Magdeburg hat 2^/^ 
Hufe in villa deserta Kosten prope Calbe, deren Besitzer in Calbe 
wohnen. (Reg. fahr. fol. 59.) 

1667. 30. Mai. Der Domdechant von Magdeburg leiht M. Conrad Lemraer, 
S. theol. stud. und Prokurator des Klosters U. L. Fr., eine vor der 
Stadt Calbe auf Röster Feldmark gelegene halbe Hufe und 6 
Morgen. (A3 Erzst. M. Domkap. No. 1329.) 

1670. 25. Novbr. Der Domdechant von Magdeburg belehnt den Ein- 
wohner Christof Deutschbein zu Calbe mit i^/g Morgen Acker auf 
Rös te rmark. (A3 Erzst. M. Domkap. No. 1829.) 

Utteratnr: Magdeh. Geschichtabl. m, S. 360, 472. IV, S.40, 168, 



314. Rothenförde. 

Bei Athemdeben, Kreis Caibc. 

978. 4. Juni. Kaiser Otto U. bestätigt dem Erzstift Magdeburg die von 
seinem Vater gegebenen Privilegien und Besitzungen, darunter in 
Kodonuurdi. (Magd. Reg. I, No. 271.) 

1015. 13. Dezbr. Erzbischof Grero giebt dem von ihm gestifteten Kloster 
U. L. Fr. u. a. in villa Roden vor de XXIImansos. (ü.Q.X,No. 1.) 

1136. Erzbischof Konrad von Magdeburg schenkt dem Kloster U. L. Fr. 
u.a. ein Drittel einer Wiese, welche an die Wiese des Klosters an 
der Bode bei dem Dorfe (villa) Rodenvorde stiess, nachdem der 
Ministerial Ädere de Hunesburch sie resigniert hatte. (G. Q. X, 

N0.7.) 

Vor 1180. Das Kloster U. L. Fr. wird im Besitz der Mühlen in Roden- 
vorde gegen Thietmar und seine Erben geschützt, quod moleu- 
dinis in R. Thietmarus, uxor sua nee filius neque aliquis suorum 
ripam fluminis Bode auferre sive detrahere poterit. (G. Q. X, No. 51.) 

1194. Erzbischof Ludolf bestätigt dem Kloster U.L.Fr. die Erwerbung 
von Gütern in villa Rodenvorde adiacente flumini , quod 
Boda dicitur, welche Dietrich von Niemeck, der Sohn Meinrichs 
von Alsleben dem Grafen Siegfried von Domburg und seinem 
Bruder Baderich verkauft hatte. Da diese Güter zwischen denen 
des Klosters lagen, so waren von den Leuten Dietrichs dem 
Kloster Schwierigkeiten bereitet, die noch grösser zu werden schienen, 
als die Grafen von Dorn bürg dort eine Burg (castrum) zu bauen 
im Sinne hatten. Daher kaufte das Kloster die Güter für 80 Mark, 
von welcher Summe Dietrich von Niemeck 40 Mark erhielt. Dieser 
aber leugnete nachher, das Geld erhalten zu haben und deshalb 
gab ihm das Kloster noch 10 Mark, worauf Dietrich dem Kloster 
ecclesiam in Rodenvorde und allen seinen Besitz daselbst 

WtUtungen l. Nordthür. ^.^^^.^J^^ GoOgk 



338 I>ie Wüstungen Im Konlthdrmggati. 



diesem überliess und zugleich auf eini^ Hufen verzichtete, die er 
vom Kloster seit langer Zeit gegen einen jährlichen Zins gehabt 
hatte. (G.Q,X, No.72.) 

U95. Erzbischof Ludolf bezeugt, dass sich das Kloster U. L* Fr. bo- 
schwert hatte, dass Konrad, der Truohsess des Herzogs Bernhard 
von Sachsen, in Athensleben (Attensleve) eine Mühle gebaut und 
zur Stauung des Wassers (ad artandum decursum fluminis) einen 
Damm durch die angrenzende Wiese gezogen habe. Dadurch sei aber 
die Mühle des Klosters in Bodenvorde mit den angrenzenden 
Äckern und Wiesen überschwemmt, so dass sie unbrauchbar wurden. 
Es wurde nun der Vergleich geschlossen, dass Konrad 80 Mark 
vom Kloster erhalten, dafür aber seine Mühle einreissen und den 
Damm einebnen sollte. Darauf wurde vom Herzog Bernhard und 
seinen Söhnen Heinrich und Magnus festgesetzt, ut a molendino 
Rodenvorde usque ad molendinum Gansevorde nullum deinceps 
a quoquam molendinum construatur nullaque fiat aquarum coar- 
tacio sive deductio sive fossata sive pontes. (G. Q. X, No. 75.) 

1197. Friedrich von Borne schenkt dem Klloster U.L. Fr. verschiedene 
Güter, darunter in Escherstädt, doch soll hiervon Gaesarius 3 
Scheffel und von der Mühle Rodenvorde einen Scheffel Roggen 
der Frau und Schwester Friedrichs 3 Jahre lang gegeben Weraen. 
(G.Q.X, No.77.) 

1220. Graf Heinrich von Aschersleben bezeugt, dass sein Ministerial 
Arnold von Rodenvorde sein Gut, nämlich 4 Hufen daselbst 
dem Kloster U. L. Fr. verkauft habe. (G. Q. X, No. 96.) 

1226. Bischof Gemand von Brandenburg bezeugt diese Schenkung noch- 
mals. (G.Q.X, No.l07.) 

1259. 26. Febr. Das Domkapitel von Halberstadt verkauft für 110 Mark 
dem Kloster U.L. Fr. (Ten Zehnten in Rodenvorde und in villa 
Wynkeldorp. (G. Q. X, No. 129.) 

Das Kloster U. L. Fr. verpflichtet sich, das Domkapitel für 
die fohlenden Einkünfte aus 91/3 Hufe in Winkeldorf nicht be- 
langen au wollen. (Ibid. No. 130.) 

1269. 29. Novbr. Graf Siegfried von Anhalt schlichtet einen Streit über 
einen Sumpf und die daran grenzenden Wiesen und deren Be- 
nutzung in Schwemmer zwischen dem Kloster U. L. Fr. und den 
Dörfern Löderburg, Escherstädt und Rodenvorde. Unter den 
Zeugen ist Burchardus plebanus in Rodenvorde. (G. Q. X, 
No. 188.) 

1344. 26. März. Die Vettern Fritz und Heinrich von Alvensleben be- 
kunden, dem Erzbischof Otto 1480 Mark Silber geliehen und von 
ihm die Schlösser Athensleben und Rodenvorde mit Zubehör als 
Pfand erhalten zu haben. (C. d. Alvensl. I, No. 534.) 

1368. 6. ApriL Otto von Hadmersleben und sein Sohn Otto bekennen, 
dass Erzbischof Dietrich Schloss und Stadt Stassfurt von ihnen 
gelöst habe und für den Rest des Geldes ihnen Schloss Athens 

Digitized by VjOOQ 16 



dU.ttothenf5rde. SSd 



leben mit Zubehör verpfändet habe ; die Zinsen sollen kommen aus 
Ackern in Athensleben und Bodenvorde, der Mühle und Fischerei 
daselbst, und aus den Dörfern Swemmer und Wolmirsleben. (Cop.< 
fol. 90.) 

c, 1370. Thilo Marschalk und seine Vettern haben vom Erzstift zu 
Lehen u.a. in Bodenvörde 4 Hufen. 

Ritter Fritz von Welsleben ebenso — in Roden fürde eine 
Hufe. (G. Q. XVI, 8. 49, 71, 150). 

Q. 1400. Ritter Ludolf von Alvensleben hat vom Erzstift zu Lehen 4 
Hufen in campo Boden worde, die eine Mark geben. (G.Q,XVI, 
8. 304). 

1443. 13. Febr. Erzbischof Günther belehnt Friedrich und Hans Lose 
zu Magdeburg u.a. mit 4 Höfen zu Bodenforde. (G. Q.XXVU, 
No.478). 

1457. Die Brüder Treskow haben vom Erzbischof Friedrich zu Lehen 
u.a. 4*/2 Hufe auf der Mark zu Bodenforde. (Cop. 36 8.533.) 

1478. 35. ApriL Die Söhne Meinekes von Schierstedt erhalten vom Erz- 
bisohof Ernst au Lehen u. a. Stücke zu Bodenforde. (Cop. 41 
fol. 298\) 

1483. 2. Dezbr. Erzbischof Ernst verkauft an die von Kotze das Schloss 
Athensleben mit den Dörfern und Dorf statten Borne, Bodenforde 
mit der Mühle, Schwemmer mit dem Teiche die Marfe genannt, 
Ischerstete und Nalbeke. (Cop. 68 fol, 262.) 

1486. 16. Juni. Erzbischof Ernst belehnt Henning Kracht von Plesse 
mit dem Hause Athensleben mit Zubehör, darunter Bodenforde 
mit der Mühle. (Or.) 

1490. 1531. Li Bodenforde villa desolata pro Unseborch hat das 
Magdeburger Domkapitel Pacht von 2 Hufen. (Cop. 91^ fol. 12\ 
Cop. 91« fol. 15.) 

1494. Die Grafen von Barby haben zu verleihen zu Bodenforde eine 
Mark Geldes, ein Lot und 2 Hufen. (Cop. 431 fol. 6\) 

1502. 29. Oktbr. Die erzbischöflichen Bäte stiften einen Vergleich 
zwischen Henning Kracht und dem Abt von Biddagshausen u. a. 
wegen der wüsten Ortschaften Bothen forde und Winglendorf. 
(v.Mülverstedt, Kotze 8.238.) 

1521. In Bodenvörde villa desolata prope Unsborch hat die Dom- 
propstei Pacht von 2 Hufen. (Cop. 91 ^ fol. 14.) 

1523. Im Zinsrogister des Klosters L^. L. Fr. finden sich Zinsen aus Unse- 
borch, Bodenvordeund Wynkeldorp marcke. (G. Q.X, 8.388.) 

1524. Das Kloster U. L. Fr. verkauft an Henning Kracht von Plesse 
Zins und Zehnt von 22 Hufen Bauer- und 5 Hufen Pfarracker, 
dye wandar dar tho der parren geboret heffl und noch by der 
parren blyven schall myt orer thobehorincen , szo sze wedder ge- 
buweth werth; dye szulve acker denne edle lycht uppe Boden- 



Digitized by 



yCoogle 



340 1^6 Wüstungen im Kordihüringgau. 

forde marcke und velde. Ausserdem verkauft das Kloster noch 
7 Hufen in Wynkeldorp, zusammengerechnet 34 Hufen, wieder- 
• käuflich für 600 Gulden. (G.Q.X, No. 376.) 

1527. Die Witwe Hennig Krachts hat alles Korn, das die von Unse- 
bürg auf dem Rodenf ordischen Acker haben, in Beschlag 
nehmen lassen wegen nicht gezahlter Pachte. (A. Erzst. M. I, 
No. 145.) 

1583. 21. Juli. Der Kurfürst Johann Friedrich belehnt den Grafen Wolf 
von Barby u. a. mit einer Mark, einem Lot Geldes und 2 Hufen 
zu Roden fortt (v. Ludewig, Rell. manuscr. X, S.283.) 

1564. 25. Oktbr. Der Schultheiss Ludwig Alemann verkauft an Bal- 
thasar Bredtsproch, Besitzer des Hauses Roden forder, und dessen 
Vater Caspar zu Halberstadt 20 Schock Garbenzehnt aus Mlstede 
vor Altenweddingen für 200 Thaler. (G. Q. IX, No. 1074.) 

1598. Anschlag des Hauses Rothen forde beträgt 39360 Thaler 
12 Groschen. Unter den Gütern befinden sich 418* ^ Morgen ledige 
Wiesen und Triften, wobei die andern Triften au^ der Somischen, 
Nalbschen, Luderburgkischen und Iserstedischen Marke nicht mit- 
gerechnet sind. (A3 Erzst. M. Domkap. No. 755.) 

1601. Das Amt Athensleben berichtet auf die vom Kloster Riddags- 
hausen erhobenen Ansprüche, dass die Unseburgische Feldmark 
sich nur bis an den Krummen Graseweg erstrecke; von diesem 
Grasewege nach dem Rothenfohrde ist Rotenfohrder Feld- 
mark, doch hat Unseburg dort viel Acker in Gebrauch; es stehen 
noch Steine und Graseschilde (1?) auf Rotenfohrder Mark 
zwischen Äckern, die den Unseburgem zustandig, doch ist ihre Be- 
deutung nicht mehr bekannt. — Zwischen dem krummen und 
Atzendorfischen Mollengrase weg wird es allein Rotenforder Marke 
genannt, unten nach Probsts Wiese aber nennet man einen ge- 
ringen Ort ufm Weingartenberge, gehöret aber ohn Mittel in 
Rotenfohrder Marke, darin es auch gelegen, sowol das Marben- 
feld über des Amts 15 Morgen gelegen. — Hohe luid niedere Ge- 
richte auf Unseburger Marke werden von Rotenfohrde nicht ge- 
stritten, allein auf Rotenfohrder Marke hat sich das Amt (Athens- 
leben) Ober- und Untergerichte angemasset — An Athensleben 
wird am Rotenfohrder Thie ein Gefangener von Unseburg aus- 
geliefert. (A. Erzst. M. I, No. 145.) 

1607. Ein Zeuge sagt aus, dass der krumme Graseweg (bei Unseburg) 
das Feld Winkelndorff* und das Weingartenfeld scheide; dieses 
letztere sei in der Rotenfördi sehen Mark gelegen. (A. Erzst. 
M.I, No.l45.) 

1608. Zeugen sagen aus, dass die Unseburgischen von der Uiiseburgi- 
schen Feldmark über den krummen Graseweg auf der Roten- 
fordischen Feldmark bis an den Rotenfurdi sehen Thie oder 
Anger und an Rotenforder Pfarracker die Koppelweide haben. 
(A. Erzst. M.I, No.l45.) 



Digitized by VaOOQ 16 



814. Rothenförde. — 315. Rottersdorf: 341 

1608. 14. Jnli. Der Abt von RiddagshauBen beklagt sich bei der Regie- 
rung in Wolfenbüttel über die von dem domkapitularischen Amte 
Athensleben angestellten Belästigungen gegen das Gut Unseburg 
über die Grenzen, Gerichtsbarkeit und Koppelweide auf Unse- 
burgischer und Winkeldörfischer Feldmark und dem darin ge- 
legenen Felde, das Rodenfordor Feld genannt. (A. Erzst. M. I, 
No. 145.) 

1684. Die Mühlo in Rothenförde wird gebaut und die Bode einer 
Reinigung und gründlichen Untersuchung unterzogen. (A3 Erzst 
M. Domkap. No. 892.) 

1684. Die Kirche von Beiendorf hat Erbzins von einer halben Hufe 
Landes auf Rothenferer Felde bei Unseburg. (ßteuerprofessions- 
Protok.) 

Litteratnr: ifagdeb. Gesehichtsbl. IV, 8, 40. — ßormann'JJertel , Gesch. des 
Klosters U. 1. Fr, S. »9. 



316. Rottersdorf. 

Südwestlich dicht bei Magdebuig. 

987. 21. Septbr. Otto I. übereignet u. a. den zu seinem Hofe in Magde- 
burg gehörigen, westlich der Elbe in pago Nordthuringa in comi- 
tatu Tnietmari gelegenen locus Ruodhartesdorf mit jenem dem 
Moritzkloster daselbst. (MG. DD. I, S. 101.) 

937. 11. Oktbr. Otto I. übereignet dem Kloster in Magdeburg u. a. in 
Ruohartesdorp familias litorum n im Gau Nordthuringa in der 
Grafschaft Dietmars. (MG. DD. I, S. 104.) 

989. 7.^nni. Otto I. übereignet dem Kloster in Magdeburg u.a. in 
Ruedhartesdorpe familias litorum VII colonorum V im Gau 
Nordduringa in comitatu Dietmari gelegen. (MG. DD.I, 8.109.) 

941. 23. April. Otto I. übereignet dem Moritzkloster in Magdeburg 
den vom Bischof von Halberstadt ertauschten Zehnten von den 
Leuten des Klosters und des Edlen Erpes u.a. im locus Ruod- 
hartesdorf. (MG.DD.I, S.123.) 

c. 941. Otto I. übereignet all sein Eigenes u.a. in der villa Roder- 
desdorp dem Moritzkloster zu Magdeburg. (MG.DD.I, S. 124.) 

946. 29. Juli. Otto I. übereignet den Mönchen des Moritzklosters in 
Magdeburg den von dem Bischof von Halberstadt ertauschten 
Zehnten von den Leuten des Klosters in Ruodhartesdorf im 
Gau Nordturinga in comitatu Geronis. (MG.DD.I, S. 169.) 

c. 960. He (Kaiser Otto) buwede ok ein hospital den armen luden to 
Rotterstorp. (Schöffenchronik 8.8.) 

973. 4. Juni. Kaiser Otto H. bestätigt dem Erzstift Magdeburg die von 
seinem Vater gegebenen Privilegien und Besitzungen, darunter in 
Ruodhartesdorp. (Magd. Reg. I, No.271.) 



Digitized by VaOOQ 16 



3« Die 



1011. IS.Dm^. Er^i«r)KvrG«P> mattet ^mg Kloster C.LFr. nMii^«le- 
baryr axv and ei^ ilm ila. ib tiUji Botarda«torp V »Mtf o g 
«t mknm emedoB Tille cm Softt mn. iG.Q.X Ko.!.' 

10^. Hit 'Erzh^diof Gero) cdciite ok de caftOBl-^n u> unser leren 
rraw^-a, djU na Miit witie B&oamkeL be le^ie «Imr io djt hospiul 
u> Botterttorp, dal hadde keüer Otto resticiitet. dmt Ben 6ar 
p^le^Tune und ame lüde inne hoMti an*l herberg^n sehoMe. 'SdK^ffen- 
diraiik8.»2. &a ABn.lfagd.ad aim.l093j 

1108. Enbediof Adelgot bezeug dam der Stiftdicrr Bmiliard und «eine 
fy?hwe*ter Era einigen get«tlicfaen Sciftem mf^kme Güter gcfrlienkt 
haben itnd fügt selbie solcfae hinm, daranter 2 Hufen in Geldi«; 
den Zebmen in Rotbardistorp vnd Dodeleben. |t. Heinemann, 
C.d.Anh.1, >'o.l71.) 

11^. 10. Ani^ Bi«ebof Reinhard ron Halbentadt gestatte die Veriefimg 
des KlfßifXen d^ heiL CVriacn« nadi Wimm^barg and bestätigt 
dewen Beeitzongen , darunter in Ratbardesdorpb HI man» et 
\^ tagen — . f8cbmidt, Hodi^tift HalbersLi, No.l50.) 

12»8. Ein Brief Biwbof Rodolfs xu Magdeburg ubo- 5 Hufen und 

3 Hdfe zu Rotteretorf für Kloeter S. Apieff in der Neustadt. 
rA.ErzatM.II, No. 1034.1 

1262. Verffchreibung Erzbijcfaof Cumadts über 5 Hafen auf Rotter?- 
dorfer Felde für das Kloster S. Agn**s in derKeurtadt (A. Erzst. 
M.II, Xo.1034.) 

1264. 16. ApriL Da« Domkapitel giebt dem Kämmerer Burdiaid von 
QiHfrfiDrt, Propst ron ^bra, eine Obödienzhufe in Rodherdee- 
torj) zur Erwerbung der Vogtei för die ProprteL Unter den zur 
Huff; gehörigen Äckmi, die einzeln aufgezählt werden, sind: unum 
iuger in monte et tria iugera retro rmam Rodherdestorp — 
tria, que reepidunt versufl aquam, que dieitur Stroda — duo et 
dimidinm apud infirmoe (Siechenhaus). DieHufe kauft für 70 Mark 
d«fr Magdeburger Bürger Günther. fG.Q.XXVI, No.l35.) 

1271. 10. XaL Erzbisehof Konrad von Ma^eburg bekundet, dass sein 
Marschall Tilo von Ceperane und dessen Brüder Friedrich und 
Heinrich auf ihre Rechte an den 5 vom Erzbischof Rudolf dem 
Klwter 8. Agnes in der Neustadt - Magdeburg für 40 Mark über- 
eigneten Hufen in Rothardestorp verzichtet haben. (v.Ledebur, 
Archiv XVn, 8.168.) 

1271. 13. Oktibr. Die Brüder von Hakebom geben dem Erzbischof Konrad 
Ersatz f&r den Komzehnten von 2ö> »Hufe und den Fleischzehnten 
in Rotardestorp, den dieser dem Kloster Helfta gegeben. (Magd. 
Rig.ni, No.56.) 

1292. 13. Aug. Erzbischof Erich bestätigt die Bewidmung des Altars 
8. Hecun^li im Dom ; unter den Gütern desselben sind auch 2 Hufen 
in Rotters torp, die eine Mark zinsen. (G.Q.XXVI, No. 181.) 

1316. 9. Juni. Erzbischof Burchard überträgt den Magdeburger Bürgern 
Johann(*p und Thilo Elia das Eigentumsrecht über 2 Hufen mit 

4 Morgen in campis ville Roters torp. (G.Q.XXVI, No.276.) 

Digitized by VjOOQ 16 



815.BötlenKUnrf. 943 



1318. 80. Hat. Dietrioh toh B^häuaen tu Magdtburg und B^ne Ver- 
wandten verzichten auf ihte Ansprüche aU eine halbe Hufe in 
campo Rottardestorp. die 7 Schillinge «nst^ zu Gunsten des 
Stifts S.Nicolai. (G. Q. XXVI, No. 288.) 

1&48« lB.DMbr. DerÄrohidiakon Hennann von Wederden bezeugt, dass 
das Klofiter U. L. Fr. zu Magdeburg dem Pfarrer ecclesie in 
Bocharstorp für die 2 Mark, welche er aus der Kirche in Borne 
bezog, ein Pfund aus Bisdorf und ein Pfund aus Nalbke und 
8 Quadranten Weizen überwiesen hat. (G. Q.X, No. 198.) 

1850. Mit wagenen unde karen 

sach men t» kerkhove varen 

so vele der doden lute; 

to ßotterstorp hen ute 

dar weren grote knien, 

dar inne de doden vulen« (Schöffen chronik S. 3i) 

1850« In disflem sulven jare erhof sik ein grot sterven in disser stad — 
und starf untellich volk, dat man se np den kerkhof nicht al graven 
konde: men moste se alle dage utvoren mit twen karen und mit 
einem wagen und graf grote knien to Rotter storp, dar warp 
men se in. (Schöffenchronik S. 2l8.) 

1850» 29* Juni. Johannes Lentzeke zu Magdeburg weist dem Kloster 
S.Agnes in der Neustadt 8^ ^ Hufen in Rotterstorp und Scro- 
torp an. (G. Q. XXVI, No. 410.) 

clB08i Ritter Henning hern Janee, der Schöffe Con Janes und Busse 
hem Janes haben vom Dompropst zu Lehen u. a. ö^/j Morgen in 
Rotterstorp. (Cop.91 S.50.^ 

Hermann Wyse ebenso eine halbe Hufe in Rotterstorp. 
(Ibid. 8.66.) 

Henning Spillewisch ebenso eine Hufe in catnpis Rotters- 
torp. (Ibid. S. 70.) 

1869« 18. Mai*z. Erzbischof Albrecht übertragt dem Stift B. Petri et Pauli 
in der Neustadt das Patronatsrecht der Kirche S. Michaelis und 
bestimmt, ipsam villam, ubi dicta ecclesia parrochialis S. Michaelis 
est erecta atque sita, non villam Suiderstorp (statt Ruders- 
tor p?), sed villam sancti Michaelis vulgariter nuncupari. (G. Q. 
XXVI, Nö. 497.) 

C.1870. Das Stift S. Nicolai zu Magdeburg überlässt seinem Kammerer 
Christian Pape den Ertrag einer Hufe in campis ville Rotters- 
torp. (Cop.342 fol.ö4.) 

fe. 1S7Ö. Lehen des Erzstifts: ^^ 

Bartoldus Ronebiz, filius Bartoldi Ronebiz militis, tenet Illlman- 

808 ante civitatem Magdeburg in campis Rotterstorp. (G.Q. 

XVI, 8.11.) 

Bartoldus et Rudolfus, filii Conradi Ronebiz, habent HI mansos 

i n campis Rotterstorp ante civitatem Magdeburg. (G. Q. XVI, S. 20.) 
Hermannus Wyse habet I mansum in Rotterstorp. (G. Q. 

XVI, S.22.) 

Digitized by VaOOQ 16 



344 Die WfiMmigen im KordthüringgaiL 

Cono, Borne et Gevehardtui de Haldensleve habet I muvam de 
I manso in Rotterstorp. (G.Q.XVI, ^28.) 

Johannes de Cellario habet in campis Rotteretorp SV^mangum 
III iugeribuß minus. (G.Q.XVI, 8.30.) 

Wernem«, Cone et Johannes fratres dicti Pereyk habent 16i ^ soli- 
dum denariorum de V quartalibns et de I curia in Rotterstorp 
et II puUo«. (G.Q.XV1, 8.32.) 

Njcolauß, Jacobus et Ludeman, filii Heydekini de Ottereleve 
coniuncta manu habent Vmansum in Rotterstorp cum VI iuge- 
ribus vulgariter overlant (G.Q.XVI, 8.37.) 

Gelde habet 4*/^ mansum in Rotterstorp. (G. Q.XVI, S. 41.) 

Cone Schartow habet den thyi in R o 1 1 er s torp. (G. Q. XVI, 8. 46.) 

HenninguB Jan miles, Conradus Jan et Busse Jan coniuncta 
manu habent — in Rotterstorp ^ « ™^"^™- — I*®"^ in Scrotorp 
et in Rotterstorp I mansum. (G. Q.XVI, 8.47.) 

Henning Jan specialiter habet ^/^ mansum in Rotterstorp 
I iugore minus. (G.Q.XVI, 8.48.) 

Thilo Marsealk cum patruis suis coniuncta manu habent — 
molendinum prope Rotterstorp. (G.Q.XVI, 8.49.) 

Amoidus et Reynerus de 8cartow milites habent S^/j mansum 
in Rotterstorp et nomine dotalicii relicta Johannis fratris eorum 
habet istorum mansorum I mansum. (G. Q.XVI, 8.50.) 

1876. 20. Juni. Erzbischof Peter entschädigt das Gangolphi-Stift für den 
Zins aus Schönebeck durch andere Güter, darunter eine Hufe in 
campo Rotterstorp prope Magdeburg. (Gr.) 

C.1380. Die Brüder Vese, Simon und Hans von Scrotorp haben vom 
Erzstift zu Lehen 4 Mark von 4 Hufen in campo Rosterstorp. 
(G.Q.XVI, 8.160.) 

1387. 24. Harz. Bartold und Heyne Ron newitz zu Magdeburg überlassen 
gegen Zahlung von 60 Mark dem Stift B. Gangolphi 8 Hufen auf 
dem Felde zu Rotte rsdorp vor Magdeburg. (Cop. 369.) 

1387. 25. Septbr. 7.Dezbr. Erzbischof Albrecht bezeugt den von den 
Magdeburger Bürgern Barthold und Heyne Ronebitz mit dem Stift 
8. Gangolphi geschlossenen Vergleich über 3 Hufen auf Rothers- 
dorf e r Flur. (G. Q. XXVI, No. 630. 632.) 

1389. 15. Juni. Lorenz Repsläger zu Magdeburg und seine Frau schenken 
der Kapelle Annuntiationis Marie im Dom eine Hufe zu Rotters- 
d o r f und eine zu Insleben behufs einer Memorie. (G. Q. XXVI, 
No. 648.) 

c. 1890. Erzbischof Albrecht giebt den Klausnern (inclusi) in cimiterio 
Rotterstorp prope Magdeburg die Zusicherung, quot nulla femina 
cuiuscunque conditionis fuerit, sed solum presbiteri, clerici vel eciam 
boni layci abhinc usque in perpetuum in cimiterio Rotters- 
torp locetur vel quacunque locari valeat vel raorari. (Cop. 61 
fol 182\) 



Digitized by VaOOQ 16 



815. Botteradorf. 345 



1892. Margarets, Barthold Ronebitz' Frau, hat zur Leibzucht 2 Hufen 
in Rotters torp und Zoll zu Frohse 5 Mark. (G. Q. XXVI, No.715.) 

1393. 24. Juni. Erzbischof Albrecht weist Hinze von Rodinfordcn mit 
einer Viertel-Hufe zu Rottirstorp an Friedrich von Alvensleben. 
(C.d.AlvensLI, No.895.) 

c 1398. Frioke von Ackendorp hat vom Erzstift zu Lehen eine halbe 
Hufe in campis Rotterstorff, die Jacob und Ludolf von Otters- 
leben aufgegeben haben. (G.Q.XVI, S.388.) 

1894. 7. Febr. Johannes von Gerden hat zu Lehen eine Hufe in campis 
Rotte 1 sd orf f , die Barthold und Heinrich Ronebitz resigniert haben. 
Dylia, die Mutter Johannes von Gerden, hat ebenfalls eine Hufe 
in campis Rotteistreff zur Leibzucht. 

Claus Heyne, Bürger zu Magdeburg, hat 3 Hufen in campis 
Rotte Istorf f zu Lehen und seine Frau Hanna zur Leibzucht, die 
auch die Ronebitz resigniert haben. (Cop.63 fol. 22.) 

1394. 7. Febr. Claus Heynes Frau zu Magdeburg hat zur Leibzucht 
3 Hufen in campis Rottelstorff (G.Q.XXVI, No.442.) 

1394. 22. Febr. Erzbischof Albrecht belehnt Johann Clowemann und 
seine Frau Trale zur Leibzucht mit IV^ Hufe auf dem Felde zu 
Rottirstorp, Scrotorp, Berge und einer halben Hufe in lutken 
Ottresleven. (Cop.63 fol. 23.) 

1397. 31. Febr. Katharina, Dietrich Loses Frau zu Magdeburg, hat zur 
Leibzucht u.a. in campis Rotter st orp ^/j raansum et fll talenta 
den. inRotterstorp et sanctum Michaelem. (G.Q.XXVI, No.751.) 

1400. Henning Rodensieben, Bürger zu Magdeburg, stattet einen von 
ihm in der Jacobi-Kirche gegründeten Altar aus mit ^/. Hufe uppe 
Rotterstorp velde, einer halben Hufe inlnsleben und dem sogen. 
Mönchsgarten. (G.Q.X, No.248.) 

1405. 10. Febr. Erzbischof Günther bestätigt den Tausch des dem Kloster 
U. L. Fr. zu Magdeburg zustehenden Patron atsrechts parrochialis 
ecclesie in Rotterstorp desolate gegen das Patronatsrecht der 
Kirche zu Altenweddingen , welches dem Domdechanten zustand. 
(G.Q.X, No.252.) 

1405. Zur Obödienz Remkersleben gehört in campo Rotterstorp 
IV2 Hufe. (Cop.92 fol. 3.) 

Die Obödienz Gramsdorf hat 2 Morgen. (Ibid. fol.7\) 

1428. Peter Kotze verkauft an die Nonne Ilse Geverdes im Kloster 
S. Mariae Magdalenae und ihren Bruder Drewes verschiedene Güter, 
darunter den Vogelgesang boven Rotterstorp dii molenstede waut. 
(G.Q.XXVn, No.219.) 

1432. 2. April. Erzbischof Günther beschuldigt die Magdeburger, das« 
sie in seinem Teiche in Rotterstorp widerrechtlich gefischt haben. 
(G. Q. XXVn, No. 279.) Diesen Schaden sehätzt der Erzbischof 
auf 300 Gulden. (Ibid. No.283.) 



Digitized by VaOOQ 16 



d46 Die WüBtuligeii im Nordthüringgau. 

1441* Erzbischof Günther verkaufl; GVsfiufe in campls etptigoRotters« 
torf, welche bisher die Sehärtow in Magdeburg in I^hen hatten, 
für 1900 Schock Groschen an Kloster Michaelstein. (Cop. 66 fol. 186^) 

1448. 18. Febr. Eribischof Günther belehnt Friedrich und Hans Lose 
zu Magdeburg zu Rottersdorf mit einer hülben Hufe. (G. Q. 
XXVn, No.473.) 

1446. 8. Juni. Hans Bote wird vom Erzbischof Friedrich u. a. belehnt 
mit einer Hufe Landes auf Rottiödorfer Felde gelegen, an der 
seine Frau Margarethe ihre Leibzucht hat. (LF. fol. 70.) 

1446. Cone und Albrecht Quartir xu Aisleben haben vom Erzbischof 
Friedrich zu Lehen u. a. 2 Hufen und 4 Morgen Oberland auf dem 
Felde zu Rotmersdorfvor Magdeburg. (Cop. 36 8.402.) 

1447. 28. Mb*«. Erzbischof Friedrich belehnt die Brüder Ludolf und 
Heine von Alvensleben u.a. mit einer halben Hüft zu Rotte rss- 
torff. (Cop. 36 toi. 10.) 

14474 Die Brüder von Wellen haben vom Erzbischof Friedrich zu Leheii 
u.a. zuSchrotdorff und Rotterötorf f eine Hufe und einen Garten. 
(Cop. 36 8.576.) 

1448. 17. Jan. Claus Ebeling zu Magdeburg rerkauft an Hevdeke Wed- 
dingen eine Hufeauf Rottersdorf er Felde. (G.Q.XXvn,No.560.) 

c. 1450. Der der Dompropstei auf Rotterstorpper Felde gehörige 
Acker, dessen Zehnt nach Hatsdorf gehört, umfasst 24 Morgen. 
(Cop. 91 8.187.) 

1451. Hans Ottersleben und seine Ehefrau Mette haben als Leibzucht 
vom Erzbischof Friedrich empfangen eine Hufe auf Rotterstorf er 
Felde. (Cop. 36 8.373.) 

1458. 4. April. Tue Hoenbode und sein Bohn fleidfeke zu Magdeburg 
verkaufen den Domvikaren einen Wispel Weizen jährlich von einer 
Hufe in Rottersdorf. (G.Q.XXVII, No. 648.) 

1457. 20. März. Das Meiergcrieht geht umBückau hohim auf dieLems- 
doi-f er Grübe, so ferne sik de dre marken Rottetstorp. Schrotorp 
und Harsdorp an die umliegenden Marken endigen. (G. Q. XX Vit, 
No. 709.) 

1457. Vincenz Nuwemeister hat vom Erzbischof Friedrich zu Lehen u. a. 
eine Hufe auf Rotterstorffer Felde. (Cop.36 8.364.) 

Die Brüder Tyle und Hermann von Trete ebenso IV2 Wispel 
Weizen auf Roterstorffer Felde. (Ibid. 8.528.) 

1458. 27. Jan. Erzbischof Friedrich verkauft an Hans, Drewes und Thile 
Geverdes zu Magdeburg die Meierhufe zu Rottersdorf mit dem 
dazu gehörigen Acker zu Ottersleben für 18 Mark. (G. Q. XXVH, 
No. 730.) 

1460. 30. Mai. Erzbischof Friedrich verschreibt dem Stift 8. Gangolphi 
zu Magdeburg 2 Wispel Weizen an 2 Hufen auf Rotersdorter 
Felde zum Ersatz des Schadens, den er dem Stift mit dem von ihm 



Digitized by VaOOQ 16 



8l5.fiottersdorf. Sil 



zwifichen Kldn- Gennersleben und BottmerBdorf angelegten Teiche 
attf den Feldern und Weiden auf der Mark Bottmersdorf und 
WoldingBtorff gethan hat fOr.) 

1460. 4. Oktbr. Der Möllenvogt Werner von Wandeben beleiht Henning 
Hose zu Magdeburg mit einem Garten zwischen dem Siechenhofe 
und dem Teich zu Rottersdorf. (G.Q.XXVn, No.799.) 

1466. 10. Märe. Sans von der Lere d.ä. und dj. in derSudenburg ver- 
kaufen dem Kloster 8. Agnes aus ihrem Hause in der Sudenburg 
und aus 2 Hufen unter dem Teiche (dike) zu Rottersdorf 
2 Schock Kreuzgroschen wiederkäuflich für 20 Schock. (G. Ö. 
XXVra, No. 22.) 

1471. 18. April. Vincenz Nuwemeister verkauft an die Bruder Johannes, 
Rudolf ujid Claus Hacke 4 Gulden jährlich aus einer Hufe auf 
Roterstorffer Felde vor Magdeburg wiederkäuflich für 100 Gulden. 
(Cop.67 fol.234\) 

1471. 27. Jnli. Heidenreich von Vyhanden verkauft an Jasper Lemsdorf 
au Magdeburg 5 Gulden jährlich von seinem freien Hofe in der 
Sudenburg und aus einer freien Hufe in Rottersdorf wieder- 
käuflich für 100 Gulden. (G.Q.XXVni, No.l67.) 

1471/2. Der Möllenvogt verzeichnet Mandatzins von einer Wort boven 
der kerken Rotterstorp, von 8 Hufen und noch 8 Worten. 
(Cop.lOl.) 

Femer Einkünfte von einer Reihe von Grundstücken bei dem 
Teiche (dyke) zu Rotterstorp; darunter von einem Garten einen 
Schilling 15 Groschen, die ein dykmester plecht uptonemen; ferner 
von der kokenhuve. (Ibid.) 

1476. 19. Novbr. Heinz Petz zu Calbe hat vom Erzbischof Ernst zu 
Lehen u. a. 4 Mark Geldes an 4 Hufen auf Rotterstorffcr 
Felde. (Cop. 41 fol.229\) 

1476. 20. Novbf. Vincenz Nawemeister und Sohne erhalten vom Erz- 
bischof Ernst zu Lehen u.a. eine halbe Hufe auf Rotterstorpper 
Felde vor Magdeburg. (Cop. 41 fol.2ia.) 

1477. 80. Septbr« Heinrich von dem Werder erhält vom Erzbischof Ernst 
zu Lehen u.a. eine halbe Hufe und einen molenwal auf Rotters- 
dorf e r Felde. (Cop. 41 fol. 1 23.) 

H*?*?. B. Oktbi*. Claus, Dietrich und Heise von Wellen erhalten vom 
Erzbisöhof Ernst zu Lehen u.a. zu Schrotdorff und Rotterstorff 
eine Hufe und einen Garten. (Cop. 41 fol. 124^.) 

1477. 8. Oktbr. Erzbischof Ernst belehnt die Vettern Friedrich und 
Friedrieh von Alvensleben u.a. mit einer halben Hufe zuRottors- 
d o r f f . (C. d. Alvensl. H. N, No. 42.) 

1478. 2Ä. April. Die Söhne Meyneckes von Schierstedt sind vom Erz- 
bischof Ernst beliehen u.a. mit einer halben Hufe auf Rotters- 
dorf f Felde. (Cop. 41 fol. 298^j 

Google 



Digitized by VaOOQ 



348 I>ie Wüstungen im Nordthfiringgau. 

1478. 7. Septbr. Abt Andreas zu Berge belebnt Greorg Geverd mit einer 
balben Hufe auf der Feldmark zu Rotterstorp gegen 19 Schil- 
linge Zins. (G. Q. IX, No. 388.) 

1479. 16. Juni. Heidenreich von Viehenden erhält vom Erzbischof Ernst 
zu Lehen eine Hufe auf Rotterstorf er Felde. (Cop.41 fol.l27\) 

1489. 14. Dezbr. Abt Andreas zu Berge belehnt Gertrud Bilring, Priorin 
des Klosters S. Mariae Magdalenae, mit einer halben Hufe auf 
Rottersdorfer Felde gegen 10 Schillinge Zins. (G. Q. IX, No. 602.) 

1491. 6. April. Henze Petz verkauft an Anton Krapp zu Magdeburg 
einen Fierdung von 2 Hufen weniger ein Viertel auf Rotters- 
dorfer Felde wiederkäuflich für 79 Gulden. (G.Q.XXVHI, No. 760.) 

1491. Abt Andreas zu Berge belehnt Hans Klothe zu Sülldorf mit 
5 Vierteln Landes auf Rotterstorper Mark. (G.Q IX, No.636.) 

1494. Die Grafen von Barby haben zu verleihen u. a. 4^2 Hufe zu 
Rotelstorffund Schrotorff. (Cop.431 fol. 6.) 

1495. 7. April. Hans Ritter in der Sudenburg verkauft 5 Wispel Weizen, 
10 Schillinge und 4 Hühner jährlich von 2 Hufen auf Rotters- 
dorfer Felde und 2 Häusern zu 8. Michael vor der Sudenburg 
wiederkäuflich für 400 Gulden. (G.Q. XXVIII, No.926.) 

1495. 12. Juni. Der Offizial Dr. Paul Moszhauer erhält vom Erzbischof 
Ernst zu Lehen eine Hufe und 3 Hufen auf Rotterstorppe Felde. 
(Cop.41 fol. 207.) 

1495. 9. Septbr. Hans und Hermann Wyse zu Magdeburg verkaufen 
dem Kloster U. L. Fr. daselbst drei Viert«! und 1 ^L Morgen zu 
Rotterstorp wiederkäuflich für 100 Gulden. (G.Q.X No.349.) 

1496. 22. Juni. Hartwich vom Werder zu Umraendorf verkauft den Dom- 
vikaren einen Wispel Weizen von einer halben Hufe auf Roters- 
torp Felde vor Magdeburg. (Cop. 69 fol. 66.) 

1499. In campo Rotterstorp hat das Stift S. Gangolphi von l^/jHufe 
2 Wispel Weizen. (Cop. 871.) 

1500. 12. Oktbr. Simon Hake, Amtmann zu Calbe, erhält mit seinen 
Brüdern und Heise Rudolf zu Magdeburg u. a. 4 Moi^en auf 
Rotterstorffer Felde. (Cop. 41 fol. 172\) 

1501. 1. Dezbr. Erzbischof Ernst bestätigt, dass der Möllenvogt Hans 
Ritter die Meierhufe auf Rotterstorffer Mark für 33 Gulden 
gekauft hat und belehnt ihn damit. (Cop. 69 fol. 277\) 

1602. 5. Aug. Der Möllenvogt Hans Ritter ist zusammen mit den Brüdern 
Heinrich und Franz von der Schulenburg zu Magdeburg vom Erz- 
bischof Ernst beliehen mit 2 Hufen Landes zu Rottertorf f. 
{Cop.41 fol.262\) 

1609. 5. Septbr. Zur Ausstattung von 4 geistlichen Benefizien in der 
Kapelle des Mariendorfes gehören u. a, drei Viertel Acker zu 
Rottersdorf. (G. Q. XXVIH, No.l457.) 

Digitized by VjOOQ 16 



315. Äotteredorf. 349 



1516. 80. Juni. Erzbischof Albrecht belehnt die Brüder Ludolf und 
Matthias von Alvensleben u.a. mit einer halben Hufe zu Rotters- 
torff. (C.d.Alven8l.III, No. 111.) 

1522. 18. An^. Kardinal Albrecht belehnt Balthasar Kjiappe zu Magde- 
burg mit 5 Hufen auf Rotterstorffer Felde. (Or.) 

1528. Im Zinsregister des Klosters U. L. Fr. erscheinen Zinsen aus 
Rottersdorf, darunter giebt Matthaeus Fenstermeker , Altarist 
zu S. Jacobi, von dem Mönchsgarten VI ß HI A. (G. Q. X, 
S. 391, 395.) 

1529. 24. Septbr. Das Domkapitel zu Magdeburg tauscht für 3 Hufen zu 
Insleben und Rottersdorf die Feldmark röckeritz zwischen Buden 
und Körbelitz gelegen vom Stift S. Petri et Pauli ein. (A4 Erzst 
M. 8. Petri et Pauli No. 158.) 

1582. 21. Dezbr. Das KJoster U. L. Fr. verkauft den Domvikaren 5 Gulden 
jährlich aus seinen Gütern zu Inszleven, Leverstorff und Rotters- 
torff wiederkäuflich für 100 Gulden. (Magd. Gesch. XIV, S. 292.) 

1588. 21. Jnll. Der Graf Wolf von Barby erhält vom Kurfürsten Johann 
Friedrich von Sachsen u.a. 4Vj Hufe zu Rotelsdorf und Schrot- 
torf zu Lehen, die er als Afterlehen weiter verleihen kann. (v. Lude- 
wig, Rell. manuscr. X, S. 281.) 

1586. 8. März. Die Domvikare zu Magdeburg vertauschen ihre Sol- 
güter in Salze mit dem Hallischen Bürger Johann Hermanns gegen 
den halben Zehnten zu Nordgermersleben und 2 Hufen auf 
Rotterstorffer, Schrotdorffer und Harstorffer Feldmark vor 
Magdeburg gelegen. (Cop.31 fol.271.) 

1552. 12. Jan. Das Kloster S. Lorenz in der Neustadt verkauft an Wolf- 
gang Curio für 500 Gulden 2 Hufen vor Magdeburg aufRotters- 
torff Feldmark. (Or.) 

1562. Das Kloster U. L. Fr. hat als geistliches Lehen die Pfarre zu 
Rotterstorff. (Magd. Gesch. XIII, S. 270.) 

1562. Das Kloster U. L. Fr. zu Magdeburg hat an Geldziiisen in Rotters- 
torff 6 fl. 1 Gr. 11 Pf. (Magd. Gesch. XHI, S. 265.) 

Ferner: eine halbe Mark von einer halben Hufe auf Rotters- 
torfer velde. (Ibid. S. 267.) 

Ferner: 30 Scheffel Weizen von einer halben Hufe von Rotters- 
torff, Lassgut; 6 Wispel Weizen von 2^/2 Hufe auf Rotters- 
torffer Feldmark, Lassgut. (Ibid. S. 268.) 

1567. 24. Novbr. Administrator Joachim Friedrich belehnt die von 
MöUendorf u.a. mit der Meierhufe auf Rotterstorffer Mark vor 
Magdeburg und einer halben Hufe Gras auf Wardenberger Felde. 
(Cop. 18 No. 73.) 

1570. 17. Jan. Das Lorenzkloster in der Neustadt borgt von Simon 
Rieke 160 Gulden und verpfändet ihm dafür eine Hufe und 5 
Morgen auf Rottersdorfer und öchrotdorfer Felde. (Cop. 388g.) 



Digitized by VjOOQ 16 



360 t>ie Wüstungen im Nordthüringgau. 

1570. 16. Ff bp. Ludolf von Alvensleben belehnt die HUliger mit einer 
halben Hufe auf dem Felde au Botteredorf vor Magdeburg. 
(C.d.Alven8l.IV, 2, No.37J.) 

1570. SO. Härs. Ludolf von Alvensleben belehnt die Alemann zu Magde- 
burg mit Gütern in Rottersdorf. (C. d. AlvensLIV, 2, No. 378.) 

1597. HanB Benecke giebt von einer Hufe in campo Rottersdorp 
2 Wispel Weizen zur Obödienz Bernsdorf. (Cop. 99 fol. 95.) 

0.1680. Das Domkapitel belehnt Joachim B, von Bohr u.a. mit einer 
Hufe und einem Garten zuBottersdorf und Schrotdorf. (A8Erzst 
M. Domkap. No.885.) 

1688. 6. Novbr. Das Kapitel 8. Nicolai schreibt dem Bäte von Magde- 
burg, dieser möge dieienigen Bürger, welche Äcker auf den Feld- 
marken Botterstorf, Haarstorn und Teiohf eld haben , anhalten, 
den Zehnten zu bezahlen, der von alters her dem Stift zusteht 
(A4ErzfltM.S.Nic. No.166.) 

1689. 82. Mai. Der Möllenvogt Barthold Btruve belehnt Lüdicke E^gers 
aus 8. Michael, damals am Neuen Markte wohnend, mit einem 
Mühlenberg, der damals geackert wurde, zu Botterstorff an der 
Trift zur Imken Hand. (Or.) 

öfter wiederholt 

1639. 12.Novbp. Das Kloster S. Lorenz in der Neustadt hat im Botters- 
torff er Felde 4 Hufen. Davon liegen: 

4 Morgen im Deichfelde von der Langenwohne uff die Lemb- 
torfßsche Grube. 

5 Morgen in 3 Stücken: Closter Berge Werts, nach Lembstorff 
Werts, von der Kiu^enwohne uff Boden Anwende, 

9 Morgen in i^L Stücken. 
10 Morgen in 6 Stücken. 

7 Morgen in 3 Stücken. 

9 Morgen im selben Strich, aber uftn Graseweg, so nach Arndts- 
hoch ziehet^ in 2 Stücken. 

8 Morgen in 2 Stücken. 

5 Morgen von der Sudenburger Wohne uff die HohenJode- 
lebische Heerstrasse. 

8 Morgen in 4 Stücken. 

6 Morgen in 4 Stücken. 

6 Morgen in 3 Stücken vom lütken Ottersohlebisohon Wege 
uffin Schleifwege bei Arndtshoch. 

8 Morgen in 3 Stücken vom Schleifwege gegen Arndtshoch 
uffm Otterschiebischen Graaewege. 

8 Morgen in 2 Stücken von der Hohendodelebischen Heer- 
strasse uff den Destorffer Weg uff jenseit des blawen Steins, 

4 Morgen in einem Stück. 

8 Morgen in 2 Stücken von der Seidenkramer- Anwende uff den 
Olvensted tischen Graseweg. 

12 Morgen in 4 Stücken zwischen beiden DestorfSaoben W^^, 

3 Morgen in 2 Stücken. 

(Or. 8. r, Kloster 8. Laurentii Na 89.) 

Digitized by VaOOQ 16 



315. lloUeredorf. 



351 



1642. 4. April. Das Stift S. Petri et Pauli hat in Kottersdorf 8 Vi 
Hufe Landes, die in verschiedenen Teilen der Mark liegen. (A4 
Erzst. M. S. Petri et Pauli No. 114.) 

1652. Die Gegenden und Merkmale im Stadtfelde werden folgender Ge- 
stalt benennet: 



Deichfeld: 




1. Der Crabaten-Berg. 
3. Die lange Wohne. 
5. Das Gose-Ei. 
7. Das Grase-Schildt. 


2, Die Lemsdorfische Grube. 
4. Die kurze Wohne. 
6. Der Salzgraben. 
8. Das Mittelfeld oder kurze 
Schlag. 



9. Der Vossberg. 
11. Dr. Brunners Garten. 

Eottersdorf: 
1. Der RottersdorfTsche Teich. 
3. Selten weis wiesche. 
5. Die Sudenburger Wohne. 
7. Der Becker Tantz. 
9. Die Köhler Brücke. 
11, Der Münchhoff 
Die Lorenzpforte. 
Das hohe Land. 
17. Die lange Otterslebische 
FeldmaÄ. 
Das Sudenburger Anwende. 



10. Der Vogelgesang. 
Der Schleiiweg. 



13. 
15. 



19 



12, 



2. Die Schlenter-Muhlo, 

4. Die Klinche. 

6. Das Handbecken. 

8. Der Bischofsweg. 
10. Der lange Teich. 
12. per Loren tzweg. 
14. Das Lorentzen Feldt. 
1«. Die Suptroll. 
18. Das kleine Feld. 

20. Die Schoofsgrund. 
22. Die kleine Trift. 



21. Die Deesdorfer Wohne. 
Sohrotorfer Feld: 

1. Die Hafer Kuhle. 

2. Die Hunde Breite ist ein 10 Morgen Stück, gehört der Kirche 

in der Neustadt. 

3. Die Scbrode Brücke. 

(A4 Erzst. M. 8. Nie. No. 186.) 

1666, 17t April. Johannes Kagel, Inhaber der Vikarie S. Nicolai im 
Dom, verpachtet eine Hufe im Rotterstorffer Felde an einen 
Ackermann in Diesdorf. (A3 Erzst. M. Domkap. No. 600.) 

1676, 10, JqIL Die Vikarie S. l»evini etUdalrici hat im Rottersdorfer 
oder Deichfelde 2 Hufen, die jährlich ö Scheffel Weizen und 5 
Scheffel Roggen linsen. (A4 Erzst. M. S. Nie. No, 246.) 

1680. Die Tbesaurarie des Domkapitels hat in Magdeburg Einkünfte 
u.a. vom Rottersdorfschen Felde, (A. Domkap. No. 853.) 

1728. 15. Harz. Der Platz, der dem Gärtner Detloff Behse in dem 
Rottersdorfer Teiche an der sogen. Schlenter-Mühle zu An- 
bauung eines Gartens angewiesen werden soll, hält 8 Morgen 
2 Ruten 146 Fuss. Ein Flan des Platzes liegt bei. (A3 Erzst. 
M. Domkap. No, 1034.) 

Digitized by VaOOQ 16 



352 ^id Wüstadgen im Nordthüringgau. 



1731. 25. April. Das Domkapitel überläset dem Grartner Robrah noch 
einen Teil des Rottersdorfer Teiches zur Anlegung eines 
Gartens. Der Raum umfasst 8 Morgen 24 ^/^ Rute, wofür 40 Thaler 
Kanon jährlich entrichtet werden sollen. (A3 Erzst. M. Domk. 
No. 1024 ) 

Einen dritten Abschnitt von 8 Morgen erhält der Gärtner Daniel 
TAmy, einen vierten Andreas Barbi. (A3 Erzst. M. Domkap. No. 1024.) 

Littontar: Falke, Tradd. Vorbei. S. 48. — Magdch. Geschichtsbl. XVI, S, 179. 



316. Klein-Rottmersleben. 

Bei Eottmersleben, Kreis Neuhaldensleben. 

1145. 11. Jan. Papst Lucius II. bestätigt dem Kloster Berge seine Be- 
sitzungen, darunter in Ret merslove, Rothmerslove. (G. Q. IX, 
No.30.) 

1209. 18. Dezbr. Papst Innocenz III. bestätigt dem Kloster Berge seine 
Besitzungen, darunter ecclesiam in minori Ratmersleve et 
mansos Septem, dimidium mansum in Ratmersleve. (G. Q. IX, No. 59.) 

1209. Erzbischof Albrecht giebt dem Kloster Marienthal tauschweise 
4 Hufen in Mammendorf för 3 Hufen in lütken Rotmersleve 
und eine Hufe in Germersleben. (Magd. Reg. II, No. 355.) 

c. 1250. Das Stift Walbeck hat in parvo Rotmersleve von einer 
Hufe 12 Schillinge, von einer andern 3 Pfund weniger 2 Schillinge 
und von einer dritten 12 Schillinge. (N. Mitth. II, 1, 8. 45.) 

1264. 10. Mai. Bischof Volrad von Haiborstadt übereignet dem Kloster 
Althaldensleben den Zehnten von 17 Hufen in Klein-Rottmers- 
leben mit allem Ertrage in Dorf und Feld. (Magd. Reg. H, 
No. 1607.) 

1264. 18. Oktbr. Bischof Volrad von Halberstadt übereignet dem Kloster 
Althaldensleben die Hälfte des Zehnten im Dorf und Felde zu 
Klein-Rottmersleben, welchen der Edle Halto von Harbke und 
der Ritter Otto von Dreileben resigniert haben. (Magd. Reg. II, 
No.1613.) 

1278. 4. Novbr. Günther, Erwählter zum Erzbischof von Magdeburg, 
üborgiebt dem Kloster Berge die Vogtei über 7 Hufen in parva 
Ratmersleve, welche dasselbe schon früher vom Ritter Heinrich 
Schenk von Dönstedt für 16 Mark gekauft hatte. (G.Q. IX,No.l29.) 

1281. 2. Juli. Die Brüder von Alvensleben lassen den Grafen von 
Blankenburg, diese dem Herzog Heinrich von Braunschweig ver- 
schiedene Güter auf, darunter in minori Ratmersleve eine Hufe 
und die Mühle. (Asseburger ÜB. I, No. 414.) 

1300. Hans von Dreileben verkauft dem Kloster Althaldensleben dat 
dorp to lutken Rotmerslove mit alleme rechte in velde unde 
im dorpe. (Behrends, Neuhaldensl. H, S.317.) 

Digitized by VaOOQ 16 



315. KottornJurf. — 816. Klcin-liottmerslcbcn. 353 



1803. 5. Febr. Die Brüder Ritter Ludwig und Gurapert von Wanzlebeii 
verkaufen dem Stift Gern rode die Vogtei über 18 Hufen in Gross- 
und Klein-Retmerslcve und Santhersleve für 40 Mark Silber, 
(v. Heinemann, C. d. Anh. HI, No. 48.) 

1306. 12. Juli. Ritter Johannes von Groneberg schenkt dem Kloster 
Althaldensleben eine Hufe in Druchtesberg und verkauft ihm 3 
Hufen in parvo Rottmersleve und einen Hof für 3 Mark 
Silber. (Cop. 748 fol. 50.) 

1311. Heyso von Stenvorde hat vom Bischof von Halberstadt zu Lehen 
4 Höfe in parvo Retmersleve et decimam agrorum. (Riedel, C. 
d. Brand. A,XVn, S. 446.) 

Ebenso Wolbert von Germersleben 3 Hufen in parvo Rot- 
m e r 8 1 e V e. (Ibid. S. 455.) 

Ebenso Konrad von Weddingen, Bürger (civis) in Hundisburg, 
eine halbe Hufe in parvo Retmersleve, Heinrich von Born- 
stedt, Minißterial, den Zehnten von einer Hufe daselbst. (Ibid. S. 461.) 

Ebenso der von Groneberg 4 Hufen in minori Ritmersleve. 
(Ibid. S. 476.) 

1327/61. Hans von Dreileben verkauft das Dorf lutken Rotmers- 
leven dem Kloster Althaldensleben. (Cop. 748 fol.37^) 

c. 1350. Ritter Hans von Dreileben verkauft mit Zustimmung des Erz- 
bischofs Otto dem Kloste^r Althaldensleben das Dorf Lütken 
Rotmerslove für 22 Mark wiederkäuflich mit der Bedingung, dass 
das Kloster seinen Töchtern Mette und Ilsebe zeitlebens jährlich 
eine Mark giebt und für ihn und seine Angehörigen eine Memorie 
hält; sollte dagegen das Dorf dem Kloster abgelöst werden oder 
es käme ihm irgendwie abhanden edder eft it woste werde, so sollte 
die Rente und Memorie aufhören. (Behrends, Neuhaldensl. II, S. 317.) 

1363. 12. April. Zum Aufgebot stellt nach der Landfriedensurkunde Erz- 
bischof Dietrichs lutken Retmersleve n in der Vogtei Alvens- 
leben 2 Bauern. (G. Q. XXVI, No. 458.) 

C. 1370. Gone, Henning und Gode von Korling haben vom Erzbischof zu 
Lehen in parva Retmersleve 4 Hufen und 2 Höfe. 

Heyse von Steinfurt ebenso to lutteken Retmersleve 4 
Worte, 3 Hufen und eine Hufe und Wiese. (G. Q. XVI, S. 13, 
54, 152.) 

1400. Die Kirche zu Ratmersleve prope Arksleve im Banne Alvens- 
leben zahlt 4 Schillinge jährlicher Piokuration an das Stift Halber- 
stadt. (Zeitschr. für Niedersachsen 1862 S. 37.^ 

c. 1400. Die Bauern von lütken Rotmersleve müssen beim Bau des 
Landgrabens an der Ohre helfen. (Walther, Sing. M. VI, S 8.) 

C. 1440. Lutken R o t m e r s c 1 e v e : hebbe ik (der Ei*zbisehof) II hotte 
unde im houve myt dem, dat dar te behört, dy hadden gewesen 
Ludeleifes von Warmsterp. — Item hebbe ik dar IUI houve unde 
IUI worde, de weren mynes fadir gewesen, unde den tegeden over 

Wüstungen I. Nordthür. 83 

Digitized by VaOOQ 16 



354 I^'<' Wüstnilgen im Nordthüringgau. 

(liit Iniit, (lat to Vüllcnlcs van Dnynlevc Vorwerke honle to IIiiii- 
4esborch. -~ Itcni hadde dar van uns Hans Bekker eync houvc 
unde wisclu'. — Item Fricken sone von ünnnendorp III bouvr. 
(G.Q.XVr, S.323.) 

144r>. Die Vettern Georjr und Hildelnand von Berwinkel haben vom 
Erzbiscbof Friedrich zu Lehen u. a. 5 Wolle und 2 Hufen zu 
wußten Rotmersl even. (Cop. 3f> fol.87.) 

C. 1450. Kloster Walbeek hat eine luihe von Fiidcünften ad wadschar 
und ad mediam in parva Rotm<'rsle ve. (Harzzeit.^^ehr. VT, 
S. 296 ff.) 

1477. H). Juni. Die von Bärwinkel haben vom Erzbisehof Ernst zu 
Lehen u. a. zu wüsten Rotmerszleve 5 Woite und 5 Hufen. 
(Cop.41 fol.2()\) 

1477. a. Oktbr. Erzbischof Ernst behdint die Vettern Friedrich und 
Friedrich von Alvensleben u. a mit einer Hufe zu lütken Roth- 
mersleve. ((Ul Alvensl. II, N. No. 42.) 

1479. 5. Aug. Kurfürst Albrecht von Brandenburg belehnt die von 
Alvensleben mit dem Schlosse Erxleben und Zubehör, darunter dem 
wüsten Dorf Rotmersleve. (Riedel, L\ d. Brand. A, XVH, S. 1G3.} 

1480. Gunzel und Iluner von Berwinkel und ihr Vetter Burkhard haben 
vom Stift Halberstadt u. a. zu Lehen zu lutken Rethmersz- 
leve 2 Höfe. (Cop.475 fol. 14^) 

Ebenso Gebhard und Johann, die Söhne Siegfrieds von Hoym, 
u. a.. eine Hufe zu lutken Retmerslcve. (Ibid. fol. 86.) 

1499. 19. Novbr. Die Markgrafen Joachim und Albncht von Bran<len- 
burg behdmen die von Alvensleben u. a. mit dem wüsten Dorfe 
Rothmersclileve als Zubehör zu Erxleben. (C. d. Alvensl. II, 
Xo. 653.) 

1509. Frickc Tymme erhält vom Erzbischof Ernst eine Hufe auf Six- 
torf Felde bei Alvensleben und einen Wiesi'ufleck zu wüsten Roth- 
merssleve unter dem Teiche bei «ler Brücke am Fliesse d<'r Olve 
gelegen. (CJop. 41 fol. 321.) 

151G. 30. Juni. Erzbischof Flrnst belehnt die Brüder Ludolf und Mat- 
thias von Alvensleben u.a. mit einer Hufe zu lütken Roth- 
mersleve. (0. d. Alvensl. III, No. 111.) 

1510. 22. Dezbr. Ludwig, Hans und Moritz Ahmann zu Magdeburg 
werdrn von Friedrich von Alvensleben belehnt u. a. mit einer Hufe 
zu lutken Roth m ers le ve. (Rie<lel, C. d. Brand. A, XVII, S. 204.) 

Ebenso 1570. März 20. (C. d. Alvensl. IV, 2, Xo. 378.) 

15J55. 27.3Iai. Kurfürst Joachim belehnt die von Alvenslelxn mit dem 
Schlosse Erxleben und Zubehör, darunter das wüste Dorf Rot- 
mersleve. (Riedel, C. d. Brand. A, X\*II, S.217.) 

1541. 1. Dezbr. Kardiiml Albrecht belehnt die von Alvenslelun u.a. mit 
dem Zehnten zu Rotmersleve. (Riedel, Cd Brand. A, XVII, 
S. 221.) 



Digitized by VaOOQ 16 



316. Klein-Kottmersleben. — 317. llotz. 355 



1561. I^loster Althaldensleben besitzt Zehenden zu Lütge n- Roden h- 
leben. (Walther, S. Magd. X, S. 466.) 

1562. 17. — 20. Jan. Unter den geistlichen Lehen des Klosters Berge 
werden als desolate bezeichnet Klein-Rottmersleben und Stein- 
fort. (G.Q.IX, No.1062.) 

1662. 4. Oktbr. Ludolf von Alvensleben verzichtet auf die Mitbenutzung 
der ungerodeten Wiese Christen, welche sein Bruder Joachim dem 
Amt Alvensleben gegen eine Wiese auf der wüsten Feldmark 
Rotmersleben abgetreten hat. (C. d. Alvensl. III, No. 459.) 

1564. Der Pfarrer zu Markt Alvensleben hat in seinem Einkommen u. a, 
eine Wiese zu wüsten Rothmersleve unter dem Teichdamme. 
(Kirchen visit-Protok.) 

1567. Zum Schlosse Alvensleben gehörte die wüstt* Feldmark Rott- 
raersleben mit den Wiesen daselbst. (Behrends, Neuhaldensl, II, 
S. 176.) 

1598. 9. März. Kurfürst Joachim Friedrich bedehnt die von Alvensleben 
mit Dorf und Schloss Erxleben mit Zubehör, darunter mit dem 
wüsten Dorf Rotmersleben. (C. d. Alvensl. III, No.761.) 

1684. Paul Schulze zu Nordgermersleben hat 3 Hufen auf Lütken 
Rottmersle bischer Feldmark in Besitz. (St<.'uerprofession,s- 
Protok.) 

Littorator: nehrcnds, Ncuhaldeml. II, S. dIS. — AUimirk. Jahrasbcr. V, IS. SO. 



B17. Rotz. 

Bei Barby, Kreis Calbe. 

1494. Graf Burchard von Barby giebt Hermann Hterneeker zu Lehen 
u.a. 2'/^ Hufe zu Rotz. (Cop.431 fol. 18.) 

1494. Claus Czake zu Zerbst ist vom Grafen Burchard von Barby be- 
liehen mit dem wüsten Dorfe Rotz, der Lake und 3 Vierteln 
Landes im Felde daselbst, 18 Morgen auf der Mark zu Otz, 9 
MorgeJi auf dem Felde daselbst, mit den Hufen zu Pichor, die an 
beide Grasewege schiessen, einer halben Hufe zu Orewitz. (Coi>. 431 
fol. 215.) 

1496. Graf Burchard von Barby belehnt Hans vom Have jnit einem 
Viertel Landes auf Kolvitzer Mark und einer halben Hufe zu 
Rawitz.i (Cop.431 fol. 37.) 

155B. 29. April. Herzog Moritz von Sachsen belehnt Graf Wolfgang 
von Barby mit seiner Grafschaft und gewährt ihm das Jagdrecht 
u.a. auf den Feldmarken Iritz, Rotz, Dusne. (Cop. 429 fol. 279.) 

* Eine AVüstung Rawitz ist nicht bekannt, e« dürfte daher diesen Regest 
sich auf Rotz beziehen. Oder ist es verschrieben für KrewitzV 

Digitized by VjiOOQlC 



356 l^ie Wüstungen im Nordthüriuggau. 



1623. 29. März. Die Grafen Albrecbt Friedrich und Joat Günther von 
Barby beleihen die Brüder Eulenbeck u. a. mit IV2 Hufo zu 
Rotz. (Or.) 

LUteratar: Magdeb. GeschichUhl. HI, S. S60. 



318. Rotz. 

Bi'i Bregfiistcdt, Kreis Ncuhuldensleben. 

1290. Erich und Johann von Gaterfileben schenken dem Kh)titer Marien- 
born 25 Schillinge jährlich aus Brcdenntedc, den Zehnten inRatcz 
(Rotz) und Bregen stedt und 3 Hufen in Potzniestorf. (Magd. 
Reg. lU, No. G88.) 

Dieselbe Schenkuug ist schon 1280, wohl falschlich, registriert. 
(Ibid. No. 328.) 

319. Rotzau. 

Westlich von Culbc, am Wartciiberg. 

c. 1370. Johannes und Thilo von Mokrene haben vom Erzstift zu Lehen 
u.a. in Rotzowe 2 Hufen verliehenes Gut. (G. Q. XVI, 8.57.) 

1446. Ourd Kolstock zu Calbe hat vom Erzbischof Friedrich zu I^hen 
einen halben Schilling von einer halben Hufe zu Rotzhouw; 
Lorenz Schomeker 13 Groschen von einer halben Hufe zu Rotzow. 
(Cop.36 S.367.) 

1478. 17. Febr. Matthaeus Nortlu»im zu Calbe erhält vom Erzbischof 
Ernst zu Lehen u. a. ein halb Schock und 13 Groschen von je 
einer halben Hufe zu Rothczow. ((/op.4l fol. 219.) 

Die Anwartschaft auf dieselben Güt<^'r erhalten 1480 Februar 4 
die reitenden Boten Bartholoraaeus von Tuch und Werner Lam- 
precht. (Ibid. fol. 301.) 

1521. In einer Ehestiftung zwischen Albrecht Erdmann und Margarethe 

Deimprecht .werden erwähnt 2 Hufen zu Balberck, 1,2 Hufe zu 

Ruczau, 1^2 Hufe zu Griczen, K. Hufe zu Granow und eine 

Hufe auf der Tornawischen Mark. (Ilandelbuch von Calbe fol. 2G3.) 

Litterstur: Magdeb. GcschichtM. IV, S. 40. 



320. Rubbene. 

iJci Calbe, jetzt unbekannt. 

1460. Peter Kambsdorf zu Calbe hat vom Erzbisehof Friedrich zu Lehen 
3 Viertel zu Gribbene und 3 Viert<d zu Roubene. (Cop.36 S. 302.) 

1477. 22. Novbr. Peter Kambsdorf zu C'albe hat vom Erzbischof Ernst 
zu liehen 3 Viertel auf dem Felde zu Gribbene, zu Rouwbene 
von dem dritt<Mi Viertel 18 und 2 Pfennige, ferner zu Rouwbene 
von 3 Vierteln je einen halben KSchettel Hafer und Roggcni und 
3 Hühner, (Cop. 41 fol. 6 4.) 

Digitized by VaOOQ 16 



318. Rotz. - 319.Rotzau. - 320.Rubbene. -321.Sabbenitz. - 322. ßachsenmark. 357 



1499. 22. Juli. Graf Burcbard von Barby leiht seinem Schn^iber Johann 
von Erfurt eine Anzahl Zinsen zu Tornitz, 3 Holler zu Raweno, 
3 Morgen Gras auf der Wiese vor Barby bei dem Henneberge un<l 
mehrere Güter jenseits der Baale. (Cop. 431 fol. 42^.) 

1585. Bei einer Vernehmung vor dem Rate von Calbe sagen mehrere 
alt(^ Leute aus, sie könnten (iie Felder Griebehn und Gritzen, auch 
Stadtfehl gründlich untxTseheiden , der Feldmark Rubehn wissen 
sie sich nicht zu entsinnen, wo si(» sei o<ler wo sie gelegen. (Rats- 
protok. von Oalbe.) 

321. Sablienitz. 

Bei Schönebeck, Kreis Calbe. 

1326. Henning von Yrkesleve und seine Brüder habeji von dem Grafen 
zu Holstein -Schauenburg zu L<*hen dat dorp Sobbenitz mit 
13 Hufen. (Gesch. Bl.XVm, 8.186.) 

1496. Graf Burehard von Barby belehnt dw Harkstro zu Mag<leburg 
u.a. mit 8 Morgen zu Sabbenitz. (Cop. 431 fol. 141.) 

1696. 18. März. Herzog Heinrich von Saehsen-Barby belehnt Hans Georg 
von der Schulenburg u.a. mit 8 Morgen zu Selben itz. (Or.) 

Litteratnp: ßlngdcb. Geschicht^ld. IV, S.4I. 



322. Sachsenmark. 

Ik;i Bottmersdorf, Kreis Wanzleben. * 

1453. 18. Febr. Hans Bruchei zu Wittenberg übt»rlässt dem Stift S. 
Gangoli>hi zu Magdeburg den Sattelhof zu Bottmersdorf und 4 Hufen 
auf Seschen Mark. (Cop. 369.) 

1494. 3. Juni. Der Ofiizial der Dompropstei bek(»nnt, dass Heinrich 
Strobeck zu Magdeburg dem Stift S. Gangolphi eine halbe Hufe 
auf der Sassenmarke vor Bottmersdorf mit Zustimmung d(*s 
Stifte Gandersheim, das die Lehen daran hatte, verkauft hat. (Or.) 

1499. Das Stift S. Gangolphi zu Magdeburg hat Einkünfte von einer 
halben Hufe in Seschemark. (Cop. 371.) 



323. Salau. 

Ostlieh von Fclgeleben, Kreis Calbe. 

1494. Hans und Stefan Trepeler zu Salze haben vom Graf(»n von Barby 
zu Lehen die Mark zu Szalow und eine Huf<* zu Felgeleben. 
(Cop. 431 fol. 12^) 

1602. 14. April. Graf Burehard von Mühlingen und Barby belehnt Curt 
Trepeler mit (hr Marke zu Felgeleben und der Mark zu Sa low, 
einem Wcnh^ gegenüber von Frolise und einer halben Hufe auf 
Gertz(T Mark. (Or.) 



Digitized by VaOOQ 16 



358 r>ie Wüstungen im Nordthüringgau. 

1634. 27.Ang. Ein Wuhnstoin scheidet die Trotzker und Salawischo 
Mark. (Ä. ErzRt. M. I, No. 60.) 

1711. Hans Kirchhof zu Felgeleben bittot den Herzog Heinrich von 
Barby sich seiner gegen das Domkapitel zu Magdeburg anzunehmen, 
welches ihm das Eigentum einer halben Hufe auf S alauer Mark 
vor Felgeleben bestritt. (A 3 Erzst M. Dorakap. No. 964.) 

1720. 11. Sept. Herzog Heinrich von Sachsen-Barby belehnt den Schöffen 
Andreas Braun zu Felgeleben mit 1 ^ ^ Morgen Acker auf Salauer 
Mark. (Abschrift s. r. Grafsch. Barby XXVH, A, No. 38.) 

1727. Es besteht ein Sti-eit zwischen der Preussischen und Barbyschen 
Regierung über die Zugehörigkeit der Feldmarken bei Felgeleben. 
Dabei ergiebt sich, dass die Salauer Mark ganz zu Felgeleben, 
di(^ Folkwitzer Mark aber zu Magdeburg (Salze) gehört. Die Äcker 
im Randel, der Küsterwiese und im Klingebeutel konnten wegen 
Unsich(»rheit ihrer Zugehörigkeit noch nicht katastriert werden, 
(A. Erzst. M. Landesreg. VH, No. 62.) 



324. Klein- oder Wendisch -Salbke. 

Bei Salbke, Kreis Waiizleben. 

1036. 26. Oktbr. Kaiser Konrad II. schenkt dem Kloster S. Mariae zu 
Quedlinburg ein Gut in loco Wined iscusalebizi dicto in pago 
Nortduringun et in comitatu Bernhardi marchionis situm. (v. Erath, 
C. d. Quedlinb. S.61.) 

1247. Die Äbtissin von Quedlinburg bekundet, dass das Freigut in 
Slavico Salbeke nicht dem Vogteirechte unterliege. (Magd. 
Reg. II, No. 1225.) 

1275. Äbtissin Ermgard und das Kloster auf dem Münzenberge vor 
Quedlinburg bekunden von den Brüdern von Ranis für 45 Mark 
dieVogtei in slavico Salbeke gekauft zu haben, nachdem Fürst 
Otto von Anhalt und das Stift S. Servatii zu Quedlinburg auf ihre 
Lehenrechte verzichtet haben, (v. Heinemann, Cd. Anh. II, No.466.) 

12S5. 25. Jnli. Die Brüder Dietrich und Otto von Ranis entsagen in 
einem Streite mit dem Kloster S. Mariae auf dem Münzenberge vor 
Quedlinburg ihren Ansprüchen auf die Vogtei über 12 Hufen, 
12 Schillinge und auf 1^'^ Wispel Winterkorn in minori Salbeke. 
(v. Erath, C. d. Quedlinb. No. 309.) 

c. 1400. Die Bauern von lütken Salbeke müssen beim Bau des Land- 
grabens an der Ohre helfen. (Walther, Sing. M. VI, S. 7.) 

1424. 9. Dezbr. Bethmann Lose und sein Sohn Caspar zu Magdeburg 
kaufen vom Erzbiscliof Günther 7^2 Mark Geldes und einen Wispel 
Hafer aus Klein -Salbke und eine halbe Mark und einen Wispel 
Hafer ans Gross - Beyendorf und die beiden Dörfer selbst wietfer- 
käuflieh für 70 Mark. (G.Q. XXVII, No.l78.) 



Digitized by VaOOQ 16 



323. Salau. — 324. Klein- oder Wendisch-Salbke. 359 



1432. 7. Mai. Erzbischof Günther klagt die Magdeburp;er au, dass sio 
die von lutczken Salbeke geraubt, gebrannt und gepocht haben. 
(G.Q. XXVII, No.284.) 

1451. 4.0ktbr. Erzbinchof Friedrich III. verkauft dorn Klostor U.L.Fr. 
8 Mark Zins aus Gross-Salbke^ und das Dorf selbst wiederkäuflich 
für 82 Mark. (G. Q. X, No.282.) 

1458. 6. Dezbr. Das Kloster auf dem Münzenberge bei Quedlinburg ver- 
kauft di'n Dom Vikaren zu Magdeburg 15 Schock alter Kreuzgroschen 
von dem Vorwerke zu lutken Salbeke für 177 Gulden wieder- 
käuflich. (Cop.31 fol.81.) 

145S. 13. Dezbr. Claus Overhoke, der ersamen ebdysschen, — capittels 
und samenyngh(* des stifftes offte cloesters Muntzingberghe — vor 
Quedelingborch belegen meyger, regerer uiide besitter des hoves 
o f f t e V o r w a r k e s my t negedehal ver hovi^ landes , my th grase 
unde thobehoringhe to luttken Salbeke by Magdeburg gelegen 
verkauft den Domvikaren einen Wispel Weizen jährlich für 50 Schock 
Kreuzgroschen wiederkäuflich. (G. Q. X, No. 290.) 

1475. 14. Novbr. Erzbischof Johann gestattet dem Domherrn Balthasar 
von Schlieben 7^., Mark und einen Wispel aus Klein- Salb ke 
und eine halbe Mark und einen Wispel Hafer aus Gross-Beyendorf 
von den Lose zu Magdeburg abzulösen. (G. Q. XXV^III, No.245.) 

1478. 26. Febr. Johannes Dufel in der Sudenburg stiftet einen Altar in 
der Kirche S. Ambrosii und stattet ihn aus mit Gütern in Alten- 
weddingen, Poti»ritz, Westerhüsen, Gross- und K 1 e i n - S a 1 b k e u. s. w. 
(G.Q. XXVIII, No.298.) 

1478. 2. Oktbr. Die Gebrüder Griper erhalten vom Erzbischof Ernst zu 
Lehen u.a. ein Vieii«! Landes zu lutken Salbeke. (Cop. 41 
fol. 153^) 

1485. 8. Oktbr. Arnold Gruntmann verkauft mit Zustimmung des Klosters 
auf dem Münzenberge seinen freien Hof zu luttken Salb(»cke 
mit 81 ., Hufe dem Kloster U.L.Fr. (G.Q.X, Xo.334.) 

1485. 14. Oktbr. Das Kloster auf dem Münzenberge belehnt den Propst 
vom Klost<'r U.L.Fr. mit dem Hofe in lutken Salbeke und 
10 Hufen und trifft die näheren Bestimmungen über die auf dem 
Hofe ruhenden Lasten auf 30 Jahre. (G. Q. X, No. 335.) 

1502. G.Mai. Valtin von Beyendorf erhält vom Erzbischof Ernst zu 
Lehen u.a. ein Viertel Landes zu lutken Salbeck zu 2 Pfennigen 
Zins. (Cop. 41 fol.4G.) 

1515. 14. Oktbr. Das Kh)ster U.L.Fr. wiederholt den 1485 geschehen(Mi 
Kauf dos Hofes in villa et marchia parve Salbegke. (G.Q.X, 
No. 367. 368.3(;9.) In der letzten Urkunde wird der Hof als vor- 
wustet vor wer ck bezeichnet.) 

' J5is daliiii kommt in den Urkunden des Klosters immer nur der Njime 
Sidbke (einfaeln vor. (iross-S. setzt jiber ein Klein-Salbko voraus. 



Digitized by VaOOQ 16 



^60 ^»e Wüstungen im Nordthüringgau. 



1523. 17. April. Ein Streit über den Scheffelzehntt^n von 10 Hufen in 
1 u t k e n S a 1 b e c k e r Marke zwischen dem Kloster Berge uni dem 
Kloster U. L. Fr. wird dahin entschieden, dass letzteres jenem 
18 Gulden, die mit einem Wispel Weizen aus Glyner Mark ver- 
zinst werden, geben und dafür 7 Hufen zehntfrei haben soll; von 
den andern 3 Hufen soll das Kloster U. L. Fr. aber den Scheffel- 
zehnten geben. (G.Q.X, No.375.) 

1562. Zu dem dem Kloster IT. L. Fr. zu Magdeburg gehörigen Vorwerke 
zu Salbke gehören 8 Schosshufen und 7 Hufen zu lutken Sal- 
beck, item 31/2 freie Hufen, die zur Pfarre gebraucht werden. 
(Gesch. Bl.Xm, S.268.) 

1685. In Gross-Salbke hat die Hufe 30 Morgen, in Klein -Salpk er 
Felde 24 Morgen; aber beide seien gleich zu achten, weil in Kl ein - 
Salbke der Acker besser sei. (Steuerprofession s-Protok.) 

1699. Der Koramissar H. F. Harape IxTichtet an die Regierung, dass das 
Kloster U. L.Fr. zu Magdeburg un<l das Dorf Salbeck, welches dem 
Dorakapit<d zustand, sich die Äcker von Lütgen Salbecke an- 
gemasst haben. Das Kloster hab(^ aus seinem Teil ein Vorwerk 
gemacht. (A. Magd, ('ammer H, No. 268.) 

Littoratnr: Magdeb. Geachichtshl. IV, S. 42, IX, S. SOS. 



325. Salhaiiseii. 

Bei Wolmirstcdt. 

1261. S. Grafen zu Osterburg Lehnbrief über 2 Hufen Landes vom 
Zehnten zu Salhausen. (Visit-Protok. de 1562.) 

1261. Bischof Volrats zu Halberstadt Lehnbrief über 2 Hufen Landes 
vom Zehnten zu Salhausen. (Visit-Protok. de 1562.) 

1311. Ritter Busso von Irxleben hat vom Bischof von Halberstadt 4 Hufen 
in S a 1 h u s e n zu Lehen. (Riedel, C. d. Brand. A, XVII, S. 464.) 

Ebenso der Ritter Johannes von Billingsdorf und sein Vetter, 
der Knappe Johannes, den Zehnten über 2^/2 Hufe in Elbuy und 
über eine halbe Hufe in Salhusen. (Ibid. S. 465.) 

Ebenso Helmold von Biwende 4 Hufen in Salhusen. (Ibid. 
S. 446.) 
1315. Kaufbrief Ludwigen von Wodenswegen Ritters über eine Hufe 
Landes zu Salhausen. (Visit-Protok. de 1562.) 

IJtteratnr: Altmärk. Jahresbei: IX, S. 60. — Danneil, Wolmirstcdt «V. 049, 

326. Samberg. 

Bei Schönebeck, Kreis Calbe. 

1381. Ambrosius von der Hochziit hat vom Erzbischof zu Lehen villam 
desolatam Sandberghe. (G.Q.XVI, S. 185.) 

1462. 16. März. Peter Gron in gh zu Schönebeck verkauft den Domvikaren 
zu Magdeburg 2 Gulden jährlich aus einer halben Hufe zu SchÖne- 



Digitized by VaOOQ l6 



324. Klein-Salbke. — 825. Balhauf^en. — 326. Bamberg. — 327. Sanddorf. 361 



heck, einer halben Hufe Landes auf Elsleve Felde, 5V2 Morgen 
Gras in Saraberj^e Mark, einem Morgen Gras in dem Czid- 
nicke und aus 8 Morgen zu Altena für 64 Gulden wiederkäuflich. 
(Cop.31 fol.86.) 

1491. 15. Juni. Valentin Perdestorp, Bürger zu 8alze, und seine Frau 
Katharine verkaufen dem Domherrn Johann von Nuwenstete 6 Gulden 
Zins aus dem Werder zu Samberg und dem Thie zu Altena mit 
Zubehör, alles im Gerichte von Schönebeck belegen. — Derselbe 
Verkauf wird 1496, März 21 wiederholt an die Domherren Moritz 
von Schonow^ und Wyprecht von Barby. (G.Q. XVI, S. 372.) 

1608. 12. Mai. Der Dompropst Ludwig von Lochow leiht Hans Fricke 
zu Schönebeck 4 Morgen Gras im Samberge und 2 Morgen im 
Geinnetz (Gevenitz). (Or.) 

1779. 16. Jan. Der Kapitelsmeister Heinrich Friedrich von Platen belehnt 
die beiden Kirchen S. Nicolai und S. Jacobi in Schönebeck mit 
Zinsen aus Äckern ujid Wiesen in Gevenitz, Altenau, Pleutz, am 
Samberge, in Eilsleben u.a. (A3 Erzst. M. Domkap. No.l392.) 

Derselbe leiht dem Rate der Stadt Schönebeck 1^ 4 Hufe und 
3 Morgen in Eilsleben, eine Hufe in Gevenitz, einen Pleck (!) Grases 
auf dem Thie und die gemeine Weide im Samberge, 7 Morgen 
Gras, der Bamberg genannt, einen Werder im Samberge u.a. 
Ferner einen halben Werder, der Krehhahn oder Pillhorn genannt, 
auf Pleutzer Felde belegten, drei Morgen, die Dorfstätte genannt 
bei der sUunernen Frau, Gütern in Eilsleben und Gevenitz. (Ibid.) 



327. Sanddorf. 

Bei ßerkendorf (?), Kreis Wanzleben. 

1195. Bischof Gardolf von Halberstadt bestätigt dem Stift U. L. Fr. da- 
selbst die von den verstorbenen Brüd(»rn Siegfried und Wulfer von 
Quenstedt überlassenen Güter, nachdem die Erben des verstorbenen 
Dietrich von Gatersleben ihren Ansprüchen entsagt haben : contu- 
lerunt autem hec predia: silvulam iuxta Bikedorp (Beckendorf), 
cuius decimam et alterius silve illi adiacentis versus San dorn 
nos postmodum eidem ecclesie contulimus. (Schmidt, Hoehstift 
Halberstl, No.363.) 

c. 1240. Herzog Albrecht von Sachsen überträgt dem Stift Quedlinburg 
die Vogtei über 53 Hufen jenseits des Bruches (trans paludem), 
darunter über eine in Santorp. (v. Erath, C. d. Quedlinb. No.97.) 

1267. 6. Dezbr. Bischof Volrad von Halberstadt bezeugt, dass da« Stift 
U. L. Fr, zu Halberstadt 3^2 Hufe in villa Santorp für 36 Mark 
an das Kloster ü. L. Fr. zu Magdeburg verkauft hat. (G. Q. X, 
No. 136.) 

126S. S. Febr. Bischof Volrad von Halbei-stadt bezeugt, dass das Stift 
U. L. Fr. zu Halberstudt Güter in Drakenstedt, Seehausen, Kot- 
mersleben und Santdorp an die Stift<'r S. Mariae und S.Nicolai 

Digitized by VjOOQ 16 



362 I^ie Wüstlingen im Nordthüringgau. 



zu Magdeburg verkauft und dafür Güter in Sargstedt, Schlanstedt, 
Wocken8te<le , Dedestorp und Ribbertigerode erworben habe. (G. 
Q.X, No.137.) 

120S. l.Juni. Erzbischof Kon rad jj^iebt dem Kloster Marien born 4 Hufen 
in Santdorf u.a. (Magd. Reg. II, No. 1754.) 

1311. Arnold von Drei leben hat vom Bischof von Halberstadt zu Lehen 
in 8antor 2 Hufen. (Riedel, C. d. Brand. A, XYII, S.44ß.j 

1311. Der Bischof von Halberstadt belehnt Heyso von Steinfurt u. a. 
mit 2 Hufen in Santorp; Heinrich von Seehausen mit 1 Hufe 
iji S a n t d r p. (Riedel, C. d. Brand. A, XVII, S. 44(>, 4»i9.) 

1364. 21. Septbr. Hans von Hadmersleben schenkt dem Kloster Meyen- 
doi*f den Zehnten von Sandorf zu seiner und seines Vat^^rs 
Gardun Memorie. (Schmidt, Hochstift Halberst. IV. No.270lA.) 

1365. 25. Oktbr. Bischof Ludwig von Halberstadt überei.irnet dem 
Kloster Meyendorf den Zehnten von Sandorf, den der Edle von 
Hadmersleben gehabt hat. (Schmidt, Hochstift Halberst. IV, No. 2701 .) 

C. 1380. Heyso von Steinforde hat vom Erzstift zu Lehen zu San- 
dorpe 2 Hufen, eine Mühlenstätte, 4 wüste (Höfe?). (G. Q. XVT, 
S.54, 153.) 

1562. Kloster Meyendorf hat den Zehnten zu Santorff; diesen Zehnten 
soll Hartwich vom Werder ungefähr vor 20 Jahren dem Kloster 
entzogen und bis daher de facto innegehabt haben. (Visit.-Protok.) 



328. Sanesdorf. 

Hei Althaldcnsleben, Kreis Neuhaldensleben. 

1236. 6. Novbr. Erzbischof Wilbrand übereignest dem Kloster Althaldcns- 
leben mehrere Besitzungen und bestäti;^t ferner eine Schenkunir 
seines Bruders, des verstorbenen Erzbischofs Albrecht, nämlich 10 
Hufen in Althaldcnsleben, in Niendorf die S. Georgnkapelle und 
eine Hufe, zu Glüsingen eine Kapelle und Vj., Hufe, zu Sanes- 
dorf eine Hufe, zu Thetesdorf eine Hufe, zu Gribitz 8 Hufen mit 
Zubehör, zu Ranten 2 Hufen nebst dem »Iritt^n Baume und zu 
BrMl(len.«el 1^ , Hufe. (Magd. ReL^ II, No. lOfiO.) 
rilttorafnr: Brhrcndjt, Ncuhaldensl. I, >S.o2(K 



329. Schadeleben. 

Bei Gross-Salze, jetzt Zwaiigsarbeitsanstalt. 

1210. Kourad, Propst zu Halle, bezeugt, dass der Dondierr Anno zu 
Magdt'burg die Einkünfte eines von ihm in villa Seh adele ve 
eingerichteten Salzkots unter gewissen Bedingungen dem Kloster 
Neuwerk ül»ereignet habe. (v. Ludewig, Kell, manuser. V, S. 240.) 



Digitized by VjOOQ 16 



327. Sanddorf. — 328. Sancsdorf. - 329. Schadeleben. 363 



1219. 31. Jan. Erzbischof Albrecbt schenkt dem Kloster Neuwerk einijre 
Hofstellen und einen Solbrunnen in villa Scadeleve, welche der 
Domherr Anno auf seine und des Klosters Kosten erworben hatte, 
(v. Ludewig, Rell. manuscr. V. S.35.) 

1227. 15. Dezbr. Erzbischof Albrecht nimmt ein dem Kloster Neuwerk 
gegebenes Privilegium über einige Hofstellen und einen 8alzborn 
in villa Schadeleve zurück, (v. Ludewig, Rell. manuscr. V, 8.34.) 

1619. 16. Jan. Erzbischof Albrecht belehnt seinen Thorknecht und liehen 
Getreuen Sivert von Deven und seine Brüder Cone und Hans mit 
der verwüsteten Burg Seh adelebe binnen der Stadt Grossen-Salze 
mit allen Freiheiten und Burgfrieden und den bei der Burg noch 
vorhandenen Gebäuden und soweit die Burg mit ihren alten Alauern 
und Graben umgriffen und befestigt gewesen ist. (Cop. 18 No. 25.) 

1520. 14. Dezbr. Erzbischof Albrecht belehnt Siefert, Cone und Hans 
Gebrüder von Deven mit der verwüsteten Burg Schadeleben 
binnen der Stadt Salze. (Cop. 113 fol. 97.) 

1525. 8. April. Erzbischof Albrecht belehnt Siefert von Deben mit der 
verwüsteten Burg Schadeleben binnen der Stadt Grossen Saltze 
mit allen Freiheiten und Burgfrieden und allen Gebäuden, nachdem 
sie nach dem Tode Ebhards Tammen heimgefallen war. Und weil 
nun dasselbige Schloss Schadeleben durch obgenannten Sievert 
von Deben mit merklichen baren Darlegen von Neuem erbauet und 
er auch fürder zu vollführen in Arbeit stehet und dasselbige 
Schloss und Behausung keine liegende Gründe, Äcker und Uf- 
hebens hat, sondern allein ein schlecht bloss Haus ist und der ob- 
genannte Sivert von Deven von Jacoffen Roden und Lüdicke 
Gennerschleve, Bürger der alten Studt Magdeburg, achtehalb Mark 
Ingeides samt dem Dienste an der Stadt Frohse zu sich eingelöst 
und erkauft hat, so verwandelt der Erzbischof die T^/g Mark In- 
geldes samt den 300 Gulden Kapital in ein männliches Lehen und 
legt sie zu dem Schloss Schadeleben samt den Gerichten im 
Flecken und Felde zu Frohse und leiht es Sivert von D<'l)en 
und seinen Erben. (Magd. Gesch. XX. S. 206.) 

1543. 29. Novbr. Kardinal Albrecht belehnt Ludwig von Deven und 
seine Verwandten mit der Burg Schadeleve binnen Grossen- 
Salze, u. s. w. einem Sattelhof zu Deven, einer Hufe Landes zu 
Altenweddingen auf Mistette Felde, dem Fleischzehnten über den 
Hof und Dorfstätte zu Deven und den Scheffelzehnten daselbst 
und über allen Acker zu Destelle, dem Scheffelzehnten zu Krewitz 
und dem GarbenzehnttMi zu Saulecke u. a. (Or.) 

1590. 7. Aug. Graf Bruno von Mansfeld vermittelt zwischen den Gräfinnen 
Juliane von Hohenstcin und Marie von Waldeck einerseits und 
den Grafen Jost und Wolfgang von Barby wegen der von den 
Gräfinnen als mütt^^rliches Erl>teil geforderten 10,000 Thaler vom 
Grünenberge und G650 Thaler vom Hause Seh ade leben. (Gleieh- 
zeit. Absehr.) 



Digitized by VaOOQ 16 



364 Die Wüstungen im Nordthüringgau. 



1598. 19. April. Das Domkapitel giebt seine Zustimmung, dass Graf 
Wolfgang von Barby in dou von seinem verstorbenen Bruder 
Albrecht vollzogenen Kauf des Hauses und Gutes Schadeleben 
zum Grossen Salze, welches vorher die von Döben gehabt hatten, 
eintritt. (Or.) 

1686, 23. Febr. Die Regierung in Halle nimmt das an Gottfried von 
Prenckenhoff verkaufte Schloss Schadeleben und die Stadt 
Frohse als Domäne in Anspruch, da Domanialgüter nicht ver- 
äussert werden könnten. (A.Magd. CammerH, No.256.) 

LitUratnr: Magdeh. Gfsrhichtsbl, XX, S. S04. 



330. Scliafthal. 

Nordwestlich von Wanzleben. 

c. 1250. Das Stift Walbeck hat in Schapdal 26» g Hufe, 11 Höfe 
und ebensoviel Morgen. Ebenda und in Nyendorf 14 Wispel 27.2 
Quadranten Weizen, 10 Wispel 2^2 Quadranten Roirgen und 17 
Pfund weniger 9 Pfennige. (N. Mitth.H, 1, S.41.) 

1823. 27. März. Die Brüder Wernecke und Fritzecke von Wanzleben 
zu Ampfurt belehnen die Brüder Brand und Thile von Schrotdorf 
zu Magdeburg mit 4 Hufen in dem Felde zu Wendessches 
Scapedal, einer Hufe in Honvenden bei der Mark Wanzleben 
und einem Hof zu Wanzleben. (G. Q. XXVI, No. 296.) 

1363. 17. Mai. Das Kapitel des Stifts S. Bonifatii zu Halberstadt ver- 
kauft in der Not dem Pfarrer in Schapedal Herbert von Höxter 
(Huxaria) 3 Mark jährlich für 22 Maik. (G. Q. XIU, S. Bonif. 

No. 172.) 

1356. 28. April. Ritter Hans von Wanzleben und sein Bruder Friedrich 
verkaufen den Zehnten zu Scapedal und zu Tzenewiez ihrem 
Vetter, dem Halberstädter Domkellner Ludwig. (Schmidt, Hoch- 
stift Halberst. HI, No. 2460 u. A.). 

1365. 20. Jan. Der Halberstädter Dorakellner Ludwig von Wanzleben 
trifft in seinem Testamente Bestimmungen über die Zehnten in 
Schapedal, Zenewis et Remkersleve, deren Einkünfte er auf 
25 Mark schätzt. (Schmidt, Hochstift Halberst. IV, No. 2678.) 

13G5. 20.Dozbr. Das Kapitel des Stifts S. Bonifatii zu Halberstadt be- 
zeugt, dass der ehemalige Pfarrer Herbert in Schapedal eu\o 
jährliche Rente von 2 Mark für 22 Mark vom Kapitel gekauft hat; 
eine halbe Mark soll jährlich zurückbehaltt^i werden für eine Memorie 
für Herberts Mutter Gertrud. (G.Q.XHI, S. Bonif. No. 184.) 

1370. 17. März. Gumprecht von Wanzleben und die Brüder Gurt ujkI 
Busso von dei* Asseburg übereignen den Testamentarien des Halber- 
städüT Domkellners Ludwig von Wanzleben den Zehnthof zu 
Wanzleben, also dass sie ewiglich den Zehnten zu Schapdal, 
Tzenewitz und Rinnkersleben in den Hof fuhren mög