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Full text of "Die Zigeuner in Europa und Asien; ethnographischlinguistische Untersuchung, vornehmlich ihrer Herkunft und Sprache"

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Was dit Wort« alt tlndr Ef alnd die Gefuter der Menschen, 

Und ich achte das Wort, well mir heilig der Geist; 
Offenharet Ut jeglicher Geiat, so sind es die Worte. 



Ladfr. Achim r. Arnim. 



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Zigemer 



In 



^nt 0p a tf«^ ^ fxtn. 



EthAOgraphisch-lingaiBtiscIie Vnttnnckungf 

Toraehmlieli 

ihrer Herkunft und Sprache, 

lucli gedruckten and ugednuAtcB Qndlen 



Ton 



Dr. A. F. JP«tt, 

ord. Prof. der «llge«. SprachwiMenscIufl nn der kdnigl. prean. U»fr«filtit 

Halle - Wittenberg. 






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erster Tlteil* 

Einleitang nnd Grammatik. 



Kalle« 1944. 

Dnick nnd Verlag tob Ed. Heynemann. 



London, bei WillianiK it Korgate. 



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Seiaeiu geliebtes Lehrer 

Franz Bapp, 



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den gelehrten Kennerii der Zigeunersprache 
und grossHifithlgen Bel^rderem gegenwärtigen Bnches, 

liarenn IfiefenbAcli 

sn Gresn-Steinheim 

und 

^raffnniler 

Regjeraiigs-Sclwiffttli te Erfatt 



inni Zeieheu 
tief empfnndener Hochachtiinj^. uii4«^0|»t|^1iarkeU 



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vom Verfasser. 



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(seit mehr denn vier Jahrhunderten^ so weit reicht un- 
sere sicher beglaubigte Knnde y durchstreifen unseren 
Welttheil von einem Ende zum andern Haufen und Häuf- 
lein von jenen 9 in jedem Betracht unheimlich -räthsel- 
vollen und oft kaum noch menschlichen Wesen, die, mit 
vielen Namen geheissen , der Deutsche vorzugsweise unter j. 
dem der' Zigeuner kennt. Gleichwohl war bis gegen 
den Schluäs des rorigen Jahrhunderts hin noch nicht er- 
mittelt, von wannen sie ursprünglich kamen, trotzdem 
dass man in Dutzenden der allerabenteuerlichsten Muth- 

• 

massnngen seine Einbildungskraft sich ergehen Hess und 
bis zur Erschöpfung, wiewohl dennocli fruchtlos, das weite 
Gebiet der Gelehrsamkeit desshalb brandschatzte» Ue- 
berall und immer, wo sie erschienen, ein Gegenstand der ^ 
Furcht oder doch besorglicher IVengier, oftmals und an 
manchen Orten des grauenroll^sten Abschenes und einer 
Verfolgung , die unmöglich hätte härter sein können ; von 
jedermann ängstlich gemieden und nichtsdestoweniger, ehe- 
dem eifriger als jetzt, aufgesucht, wohl gar begünstigt 
Yon Vielen, sei's der Unterhaltung durch Spiel ^) und 

*) Ueber Zig. Musiker in Ungarn i. c. B. Kohl, Hundert Tage 
auf Reisen in den österr. Sfa^ten Th» I» — Eben da II» 62 — 65. über 
Zig. 9 und S. 63. , in Uebereinstimmung mit der Note S. 44* bei uns : 
,, Es ist merkwürdig , dass durch die Walachen, welche mit den 
Zig» am meisten zu thun haben » eine Menge Worte Ton ihrem Na- 



»' 



VIII Vomort. 

Tau wegei oder un aberglaabisclier Zwecke willen ; ^) 
von je eine arj^e Landplage and Noth der Regiemngen^ ^) 
lebten and leben die Zigenner^ yon aller Welt verbannt 
nnd sich selbst verbannend, obscbon dieselben doch^ um 
mit aller Welt ohn* Aafliören^ nar nicht zn einem m- 
hig - beständigen ZosaminenwohDen sich immer vonlfeaem 
einzulassen, in stets wilder Hast yon Ort zn Ort and 



men gemacht iind, mit welchen iie uiHinstKndige Handlungen und 
Dinge beteichnen«*^ 

*) C. Goehring, Polen unter rtus. Herrtchaft. Leipi« 1843. tprielit 
11. 211. won einem Zigeunertrupp, und S« 216 — 220. ron den Zn » - 
berkunsten der Zig. Er erwähnt I. Il4. einer ichönen blauen gt-« 
•ternten Blume mit langem Stengel in den Polnischen Brüchen , der 
die Bauern sehr feind sind, weil sie glauben, dass ehe Weiber und 
Zigeuner sich ihrer bedienen, um die Kühe lu behexen, dass sie iicli 
die Milch selbst aussaugen. Zufolge I. 26. 30. giebt es in Polen 2 
> Classen Zigeuner, und im Königr. Polen ihrer mehr als lS,OCO 
Köpfe. Von jenen Classen sind die ersten oder Deutschen Zig* g*« 
bildeter; können meist schreiben* und lesen, wodurch sie um so ge* 
fiihrlichere Betrüger werden. Sie stammen aus Deutschland , das sl«y 
•1s daselbst alles Zigeunerwesen verpönt wurde, rerlassen haben, u« 
in Polen ihr Handwerk fortxusetien. Sie sprechen Polnisch sowohl 
wie Deutsch. — Die «weiten oder Zig. p o I n. Ursprungs stehen vial 
tiefer als jene nnd nicht fiel höher als das Vieh. 

•*] Haeh der Leipa. Allg; Zeit. Febr. (1844. Nr. 44. S.348. giebt et In 
< Itussland 1.427,539 Zig., von denen ein grosser Theil — seit 1839 
allein über 8000 Personen -^ ihr Nomadenleben aufgegeben und sich 
feste Wohnsitie haben anweisen lassen. — Die Augsb. Allg. Z« Mä'm 
1844 nr. 78. S. 633. bringt einen Artikel: ,, Donau fürstenlhü- 
^ aer. Ton der lürk. Grense, 4. Mürx '* des Inhalts: „Aus f^^T ^'<^ 
gemeldet, dass die dortige GeneralTersaramluiig das Gesets zur £man— 
cipation der Zigeuner mit Stimmeneinhelligkeit angenommen hat. 
Schon snr Zeit der Entwerfung des organischen Statuts wurde die 
Zahl Tun ungefthr 500 Familien mit der Freiheit beschenkt, und Ih* 
~^' Ben erlaubt, sich in Dörfer ausammensusiehen und Gemeinden sn 
bilden. Durch das jetzt Totirte Gesetz wird nicht nur jene unrecht- 
mässige Sclaterei aufgehoben, sondern es werden auch die Fonds 
angewiesen , mit denen der Loskauf, in so fern er geeen Privatleute 
in Ausführung kommen soll, zu bestreiten sein wird. Diese Ztg. 
batten bei ihrer Einwanderung in die Moldau im J. 1428 sich nur 
B« bestimmten persönlichen Diensten Yerpflichtet, mit denen ihre 
fi Freiheit wohl bestehen konnte. Der Zustand YÖlllger SclaYerei» im 
den sie spKter geriethen, entwickelte sich erst nach und nach und 
bestand factisch bis auf unsere Zeiten fort. Der grösste Theil, wel- 
die in «rwiihntam [?] J. aus Indien nach Europa kamen, Terljess 
a#aae Woknaitae gegen Ende des 14. Jahrb., um den Verwüstun- 
gen der Mongolen unter Tamerlan cn entgehen.*^ [lieber das 2wei- 
felbnlte di«tet letzten Satzes •• sp.] 



Vorwort« i\ 

Land zaLaiid davon eilen. Selten inHanaenii londerif 
wie das scheae Wild, entweder anter keinem anderen ' 
Dache y als welches der Hiinniel aber die Erde hinbrei» 
tet, oder im natarlichen Schatze eines Bannes, einer 
Felsklnft oder Erdhöhle , so gewöhnlich , nnd ohne an 
säen nnd ernten , verbringen sie ihr, anch nicht in einem ^ 
andern, ordentlich menschlichen Wege , vielmehr fiist nnr 
von Diebereien nnd durch betrügerische List kümmerlich 
anterhaltenes Dasein, welches allen, die nicht ihren Ge- 
schlechts, — nur ihnen allein nicht — elend and vöUig 
trostlos bedanken würde. Wie geringen Ansprach aof 
unsere Theilnahiiie zu haben solche Menschen geeignet 
scheinen, so weit verbreitet zeigt sich diese dennoch aad 
erliielt sich bis hente, ohne je zo erlöschen, rege. Was 
es aber sei und auf welchen letzten Granden es bendie, 
was uns fort und fort gleichsam mit nnwiderstehlicher Ge- 
walt obschon nicht eben in leibliche, doch der geistigen 
ßetrachtang Raam gebende Nähe jämmeriicher Flacht- 
linge der Art hinziehe, dieser Frage Erledignng, wie of- 
fenbar nicht gleichgültig, von welch' ungemeinem Inter« 
esse selbst sie sein möchte für dea tieferen Menschenbeob- 
achter, bleibe hier zur Seite gestellt Genag: sie ist 
vorhanden, jene Theilnahme, nnd wird durch eine Men- 
ge von Schriften eben so sehr der unterhaltenden und dar- 
stellenden, als der wissenschaftlich nachforschenden Art 
ToUanf beurkundet. 

Bereits 1612 ward — einiger Beispiele aus der erst- 
artigen Reihe zu gedenken — an einem Ende Europa's vom 
Verfasser desDon Quixote, Cervantes, die in Spanien 
allbekannte Nor eile : la Gitanilla, oder das Zigeuner- 
mädchen, geschrieben, aus welcher die jetzt dem ganzen 



X Vorwort 

Wdtttdle ao^liSrende Oper: Preciosa geflossen ist. 
Am entgegeiigesetsteii Ende tanehten in neuerer Zeit des 
Rossisclien Dichters Puschkin ^^Zigeaner^^^ und eine 
andere^ ra Petersburg yeröfientlichte Erzählung ^^die Zi- 
geuner Yon Moskau ^^ auf ^ welche von Seiten der Treue in 
der Darstellung Borrow (f. 84.) noch über die GitaniUa 
setit Für Enropa's Mitte aber mag, im Fall man Deutsch- 
land f *} das sich iibrigens in dec Sache auch nicht unbe- 
sengt gelassen^ yom Wettkampf um den Preis hiebei an»- 
seUiessen sn müssen glaubt^ etwa England mit James* 
Rofluine ^^ der Zigeuner ^^ einstehen. 

Wollte der Verfasser gegenwäiligen Buches des Icfas« 
feren Entstehen zunächst oder allermeist als ans seiner 
personlicben Theilnahme an einem Volke ^ aus dem ihm 
kaum je ein« bis zweimal im Leben ein paar Indiridnen ^ 
fluchtig zu Gesicht kamen^ oder wollte er es ans dem wis* 
senschaftlichen Drange herleiten ^ an die Menge ^ in der 
Einleitung namhaft gemachter Werke^ **) die sich mit eth- 

*) Z. B» Theobul, der Geifterkönig, oder daf molirische Groti- 
mtttterchen. Eine Zigeunei|;eschichle. Coburg 1801. — Der alte Zi- 
geMDer, Eine Skisse. Im Freihafen 1838. 2. Heft. -«- Der Zigeuner. 
Roman Ton Carl Lucas. Berl. 1843. — J. K. Willibald, der 
Zigeuner im Tille - Walde. Volks- und Crimin»]geschichte aus der 
. leisten Hälfte des Torigen Jahrhunderts. Wien 1843. 

' **) Unier den Quellen trage man dort noch folgende nach : 1. A de- 
in ng's Mithr« 2. Rec. Ton Grellmann's Buche Jen. A. L. Z 1788. 
Bd. T« S. 96. 3. Bemerkungen über Zigeuner und deren Sprache in 
Schlegel's Ind. Bibl. f. Bd. 1820. S. 427—430. „Die Phansigart 
{Asiat. Res. Vol. XIII.) sind Räuberbanden , ^reiche hauptsächlich in 
Mjsore ihren Site haben, und Reisende mit Schlingen (phanst, 
8tkr. p&ctky A noose, a loop; Strangulation Shaie*p»\ woher ihr 
Name) erdrosseln, die sie ihnen hinterrücks um den Hals werfen. Sie 
haben eine Gannersprache , aus rerblümten Redensarten bestehend« 
Termitlelst deren sie einander erkennen, und sich in Gegenwart Ton 
Fremden , ohne Argwohn sn erregen , Terstündigen. Dies [?] giebt 
ihnen eine auffallende Aehnlichkeit mit den Zigeunern, wiewohl 
man diese «her der Diebereien als Mordlhaten beschuldigt hat. — Nach 
den neuerdings erworbenen grossen Erweiterungen unserer l^rkennt- 
niss Ton Indischen Völkern, Sitten und Sprachen wäre es wohl an der 
Zeit, auf die Untersuchung über den Ursprung und die Schicksale je- 



Vorwort. xi 

■iBclien oder siirachlicheii Fragen , anf dasselbe beiBglidi^ 
beschäftigen y ein sie fibertrelTendes ^ oder doch ergänzendes 
■enes ansareihen : es wäre eine Unwahrheit , deren er sich 
nicht schuldig machen will. Den ersten Anstoss gab vielmehr 
nichts anderes^ als ein Zafall^ dea einen glücklichen 
nennen sn dürfen^ sich mir anderweit verbietet. Nämlich 
der als Gelehrte nnd Mensch gleich ehrenwerthe v. Boh- 
len machte mir während seiner letzten Krankheit , welcher 
er bei mis in Halle erlag , mit einem meiner umfangreich-» 
sten nnd vonüglichsten HQlismittel^ den Zipp ersehen 
Papieren ^ ein Geschenk ; nnd es ward gleichsam kraft die- 
ses Vermächtnisses die Pflicht zum mindesten einer ernstli- 
cheren Benutzung des mir anycrtraneten Gutes auf ; mich 
gelegt^ das sein frBherer Besitzer völlig auszubeuten aus« 
ser Stand gesetzt worden. 

Durch die Einsicht jener Papiere gevrann ich^ indem 
der Kreis meiner Forschung allmälig auch über sie hinaus 
sich erweiterte^ nicht allzulange darnach einige Frndite, 
deren bereits im JuU 1841 in den Deutschen Jahrb. ein 
Theil niedergelegt ward^ und mir unverhoffter^ ja unauf- 
geforderter Weise alsbald das Glück ron zweierlei Mitihei- 

DM Volkes Burücksakommeii. Zwar die allffemeine Tliat»eo]ie, dau 
die Zig* ans Indien heratammen ; dieae suerst durch SpracliTergleicIiung 
amgemittelte, dann in der Schrift TOn Grellmann durch mancher- 
lei andere Gründe beatHtigte Thatsache steht' Tollkommen fett, aber 
im Einselnen bleibt noch Tielea an berichtigen oder aVher an bestim- 
. ven iibrig« 

Die Sprache soQ Hindnstaniach , das Volk also ans dem nordwestli- 
ehen Indien sein. Da wir jetst rortreffliche Wörterbücher des Hin- 
dustaniachen sowohl als anderer neueren Mundarten besitaen, so 
könnte die Vergleichnng befriedigender angestellt werden» beson- 
ders wenn das Veraeiclmiss Ton TVörtern der Zigeunersprache durch 
Beitrüge ans LKndern, wo sich dergleichen noch sammeln iKsst» vef^ 
mehrt würde.- Femer erklürt Grellmann die Zig. für Sudra's. Hie- 
bei hat aich aber der Grundirrthum eingeschlichen, dass er Sudra 
nnd Paria 9 awei himmelweit Terschiedene Dinge | mit einander rer- 
wechselt.** u. s. w* -<- 4« Mag. t Lit. des AusL Mai 1835* ar. 04. 
8.2541; 



jLii Vurwort. 

lugeATersdiafficy welche zur VoUendang des liegoime&eii 
Wegs JÜclit bloss aiis]M)rnten 9 soudern zagieich anfs för« 
dersanste mitwirkten , und dieselbe für uicb zum Ehren« 
ponkte erhoben« Wie hätte ich es wenigstens Tor mir 
selbst und dem gelehrten Publikum verantworten wollen ^ 
waren die Herren L. Diefcnbach und Graffnnder^ 
denen ich die eben erwähnten kostbaren Mittheilungen ver« 
danke ^ die grossmiithige Ueberlieferung des ?on ihnen 
■fihyoll eni'orbenen und theilweise schon geordneten M»^ 
terials^ in dessen gänzlicher Bewältigung sie selber sich 
Manns genng gezeigt, in eines Fremden Hände tief znbe*« 
reuen 9 durch Ungenutztliegenlassen desselben von meiner 
Seite genSthigt worden ? Sic mögen auch jetzt noch niw 
ftheilen, dass ich nidit überall von iiiren Gaben den rechten 
Gebrauch zu machen verstand: die Redlichkeit meines Wil-« 
lens,. nach Kräften solches zu thun, werden sie hoffentlich 
nicht in Zweifel ziehen« 

Ausgerüstet mit diesen und anderen, säinintlich in der 
Einleitung näher bezeichneten Mitteln, unter welchen, als 
einer ebenfalls ungedruckten Quelle, noch die vom Hrn. 
Prof. Hinrichs hieselbst mir giitigst zugänglich gemachte 
Nachricht S e e t z e n's über die Sprache der Syrischen 
Zigeuner einer ausdrücklichen Hervorhebung bedarf, sehe 
ich mich jetzt im Besitze eines Schatzes Betreffs der Zi« 
genner und ihrer Sprache, der, so viele schmerzliche Liik* 
ken nnausgefällt zurQckblieben , sich doch in sokher Aus- 
dehnung nie zuvor beisammen fand. Von allen Seiten her 
hatte derselbe durch die zuvorkommendste Güte wohlwol- 
lender Gelehrten stets neuen Zuwachs , und zwar in einem 
Maasse erhalten , welches in Zeiten des Untunths fast znm 
Verdmsse stimmen wollte, in Betracht, dass der Abscliluss 
so <)ft unterbrochen, und, wo ihn der Verfasser schon fest 



Vorwort xiit 

in Händen so haben glaubte^ dann docb inmier wieder die« 
aen entwanden nnd er selbst weit fiber das Dr8|iringlich ge« 
steckte Zid binansgetrieben wnrde* 

So ist 9 was anfanglidi schien innerhalb der Greuen 
von höchstens 15 Bogen abgethan werden sn kSnnen^ mh 
vermerkt xa einem dicken Bnche angeschwollen ^ und es 
wird vielleicht nicht an denen fehlen , welche dessen Um- 
fang saromt der darauf verwendeten MBhe in schreiendem 
M issverhaltnisse mit seinem Gegenstande finden« Ein Vor- 
warf , den 5 keines Dankes gewärtig, ich selbst leicht von 
mir sdiStteln würde, falls nnr nicht mein willfähriger Ver- 
leger in einer empfindlicheren Weise ihn entgelten mnss. 
Es scheint die Zeit nicht mehr fem, wo das Studiam von 
Sprachen, an die sich kaum ein praktisches Interesse 
kniipft, auch in allgemeineren Kreisen nicht mehr als eine 
verlorene Mfihc gelten wird; nnd in Hoffnung, dass eine 
solche Zeit kommen wird , wie sie denn muss , legte ich ge- 
trost Hand ans Werk, unbekümmert darum, wie Viele, 
öder ob überhaupt Jemand meinem Beginnen BeifiiU spen- 
de, oder auckUrtheile in gerade entgegengesetztem Sinne 
ihm bevorstehen. Ich weiss es, das Zigeuneridiom kommt 
dem Griechischen oder einer anderen gerühmten Sprache 
auch nicht entfernt an Grehalt gleich: zu erlernen braucht 
es ohnehin Niemand und von Literatur ist bei den Romen 
nicht die Rede« Dennoch that ich das Gethane , und mit 
vollem Bewnsstsein, was und warum ich es that; Das Ge- 
deihen der allgemeinen Sprachwissenschaft hängt, dies ist 
meine Ueberzeugung, nicht zum geringsten Theile von 
mSgüchst Tielseitiger und gründlicher Erforschung wirkli- 
cher Einzelsprachen nnd deren Vergleiehung unter einan- 
der ab : je mannichfaltiger und entlegener von Natur, auf 
je verschiedeneren Stufen der Ausbildung stehend solche -■ 



XIV Vorwort 

SprachBiiy desto iKSsser« Ans allen Sprachen des Erdbo^ 
dens susammen aber erst^ meine icli^ nird dereinst ein 
wahres nnd vollkoinmnes Cresammtbild des mensclilichen 
Geistes , so weit in der Sprache er zur Erscheinung kam, 
nns entgegenstrahlen. Unter diesem Gesichtspunkte kommt 
im Gänsen viel weniger daranf an^ w e Ich e Sprache man^ 
als Tielmehr^ wie man sie behandele; nnd, wiewohl von 
der Anmaassuug frei, im jetzigen Buche einen durchweg 
gelungenen Versuch der Art angestellt zu haben, glaube ick 
dennoch ?on meiner Arbeit mit der Beruhigung mich wegwen- 
den zn dürfen, dass sie, von ihren anderweiten Ergebnissen 
abgesehen, auch in der Torhin bemerkten Rücksicht nicht 
ganz vergeblich gewesen. Gewiss lag mir daran, der längst 
entdeckten Wahrheit, dass die Zigeuner keinem anderen 
Lande als Indien entstammen, mit Hülfe des reichlich 
zustromenden Materials und unter Mitbenutzung der Be« 
reicherungen , den die Sprachkundo neuerdings erworben, 
eine, fürdcr keinen Zweifel duldende und abgcgrenztere 
Bestätigung zu verleihen, als bis dahin möglich war. Oh^ 
nedies jedodi würde immer noch die Zigeunersprache als 
ein edler Neugier nicht unwürdiger Gegenstand mich ge« 
fesselt und zur Untersuchung gereizt haben. Wie nimmt 
sieh ein Gedankenorgan aus von so vielen, 
seit Jahrhunderten über die yerschiedensten 
Länder weithin verstreuten nnd zusammen- 
hanglos gewordenen Volkshäuflein, so wenig 
von Belang übrigens sich diese mögen zu sa« 
gen haben? Eine unzweifelhaft keinen Sprachforscher 
kalt lassende Frage, wenn er das so ausnehmend wunderbare, 
nnd — wird das, allerdings nicht conforme Beispiel der 
Juden für unpassend erklärt — wirklich in der Ge- 
schichte beispiellos dastehende Geschlecht der Zigeuner 



Vorwort xv 

sammt seinen^ in alle Wege aaflalligeii Scliicksalen sich 
lebhaft ror Augen ruckt. Hat ilir Idiom nicht Unurtänden^ 
die 80 ungnnBtig waren ^ wie möglich y ToUig weichen mGa- 
Ben 9 so dass es verflogen ist in alle Winde? Oder fristete 
es ihnen xum Trotze sein Dasein? Und^ wofern dies , webt 
dann in einem y sicherlicli doch der änssersten YerkrGppe* 
Inng nnd Entartung nicht entgangenen Gewächse nodi ir^ 
gend menschlicher Geist und menschliches Gefiihl , nnd an- 
reichend, das Unrecht anfiudecken^ womit stolzer lieber* 
muth, jede Gemeinschaft des Bluts mit Geschöpfen, miss- 
achtet wie die Zigeuner, alsirrdinm nuriickiuweisen, sich 
gemuthet zeigen mochte ? Man lese die yollständige Ant» 
wort auf diese und andere ähnliche Fragen im Buche selbst 
nach. An dieser Stelle nur so ?ieL 

1. Die Zigeuner-Mundarten sammtUcher Lan- 
der, Ton so Yielen uns — leider oft iiberaus spärlich — eine 
Kunde zukam, erweisen sich trotz der unendlich bunten 
nnd mäditigen Einwirkung fremder Idiome auf sie, in ih- 
rem tief- innersten Grunde einig und gleichartig* 

2. Man kann unmöglich darin eine besondere, mit 
den Gaunersprachen oft verwechselte , davon jedoch 
TÖllig yerschiedene Volkssprache misskennen, und 

3. Diese wurzelt unwiderleglich , nicht etwa im Ae- 
gyptischen, noch irgend wo sonst als in den Yolksidio- 
men des nördlichen Vorderindiens, so dass sie, 
ungeachtet ihrer ungemeinen Verbasterung und Verworfen« 
heit, doch zu dem, im Bau yollendetsten aller Sprachen, 
dem stolzen Sanskrit in blutsyerwandtem Ver- 
hältnisse zustehen, ob auch nur schlichtem , sich rüh- 
men darf. 

Auf den Wunsch des Herrn Verlegers lasse ich den 
ersten Theil schon jetzt ausgeben* Der zweite, noch 



XTI 



Vtwrwort. 

lige^ welcher aaf kanni Laib fio staritem Raarae 
das Lexicon und ansserdem Sprachproben ans ver- 
achiedenen Ländern nnifasaen wird^ sdl ihm^ hoffe ich^ 
■och Yor Michaelis d. J. nachfolgen. 

Anf die Richtigkeit des Drucks wird man sich^ ich be- 
merke es 9 weil dies bei meinen Yorgängem selten der Fall 
war 9 mit siemlidier Sicherheit rerlassen dürfen , wofBr 
Verf. nnd Publiknm dem nnermndeten Beistande des Herrn 
Dr. B i n d 8 e i 1 Terpflichtet sind ^ den dieser Erstem bri 
der Correctnr lieh. 

Ich schliesse mit dem aufrichtigsten Danke gegen AI- 
le^ hierunter auch die Herren Bibliothekare in Ber» 
Hh^ Leipzig nnd Halle^ welche mich in meinem Un- 
ternehmen kräftigst unterstützten 5 nnd mit der Bitte ^ dass 
Diejenigen^ deren Namen in üblicher Art auf einem 
Bläitdien dem Buche einzuverleiben meinem Herzen Be- 
därfniss war j diesen schwachen Ausdruck meiner Dank- 
barkeit fiir die von ihnen mir in reidiem Maasse erwiesene 
Güte firenndlich aufnehmen mögen. 

HaUe, den 26. März 1844. 

Der Verfasser. 



Eliileltaii||^# 

mBer Verfasser ist so glQcklich gewesen ^ In einen so 
{^rossen Besitz von Material zu gelang^en^ dass ihm, ausser 
fost sämmtUcben Quellen, aus denen DIefenbach schöpfte, 
oodi viele andere, und zwar darunter mehrere der besten Art, 
sich eröffnet haben. Diese sind thells gedrucltte, thells nnge- 
druckte. Letztere aber bestehen 1. aus den Sammlungen voa 
Kraus und Zippcl, mitgethellt durch den sei. v. Bohlen. 
% Aus dem sjrisch- zigeunerischen Vocabular von Seetzen 
nebst Vcrgleichungen mit der Sprache der liefländlschen Zi- 
geuner; eine Quelle, deren Benutzung ich dem Prof. Ilinrichs 
kieselbst verdanke. 3. Aus Mittheilungen des Herrn Schul- 
raths Graffunder in Erfurt Siehe unten jedesmal an sei- 
ner Stelle das Vera. — ' Kunde von der Zigeunersprache aber 
besitzen wir vom J. 1597 (Vulcanius), d. h. also 180 J« nach 
dem ersten BIrscheinen der Zigeuner in Deutschland, so weit 
dies sicher beglaubigt ist ; 1691 (Leutholf); 1726 (Waldh. Be- 
schr.) ; 1755 (Rotwell. Gramm.) u. s. w. herab bis auf unsere Tage, 
mithin durch einen Zeitraum von nahe an drittehalb Jahrhun- 
derten; Indess anfönglich in so dürftiger Welse und zudem blosse 
Wörter, dass sich keine genügende Sprachgeschichte daraus er- 
glebt, obschon doch dies schon Interessant zu sehen Ist, dass dio 
firfthesten lexikalischen Aufzeichnungen von den jüngsten nicht 
allzasehr abweichen. Leider ist von dem ältesten Vocab. (bei 
Vaicanins) nicht recht sicher, welchem Lande es angehöre. 
Leutholf sammelte das seinige „In itinere^^ d. h. doch wohl Inner- 
balb Deutsdhlands. Grammatische Notizen oder- Texte 
stehen vair nur aus Russland, Lithauen, Ungarn, Böhmen, 
DeutscUand und Spanien zu Gebote. Den Ländern nach er- 
ttttdit sich meine bald rnnfangreichere bald geringere Kunde 



I. Einleitanof. 



O' 



des Zi^enneridioms , wenn Ich Indien selbst ansschliesse , auf 
folgende: l. Vocabular aus der Sprache der Karatschi'» In 
Persien (Ousely) und ein anderes aus der der Nauar in Sy- 
rien um Nablos (Seetzen) innerhalb Asiens. IL In Euro- 
pa: 1. zu Bjelogrod in liussland (Szujew). 8. Liefland 
(s. Seetzen unten). 3. von Zigeunern, die im J. 1784 in 
Ermeland waren aufgegriffen und nach Königsberg gebraclpi 
worden, vortreffliche Erfragungen durch Prof. Kraus s. BerK 
X Monatsschr. Bd. 21. S. 110., und in Preussisch-Lithauen 
um Niebudzen andre, noch bedeutendere durch Pastor Zip- 
pel. 4. Ungarn. Die VIT. und Mehrcres aus der Gram- 
matik bei Grellmann; ausserdem Zerstreutes. 5. Böhmen 
(Puchmayer's ausgezeichnete Arbeit). 6. Deutschland 
(Waldh. Beschr. ; Uotw. Gramm.; Uüdiger; das sehr brauch- 
bare \VB. von Bischoff; insbesondere Graffunders vortreffliche 
grammatische Arbeit mit den Frenkelschen Texten). 7. Däne- 
mark (Dorph; eig. dortige Gaunersprache mit eingestreateii. 
Zig. Wörtern, deren einige aber aus Grellm. entlehnt schei- 
V neu). 8. England (Marsden hat Voc. von EngL- und 
Türk.-Zig. Wörtern; Bryant; Richardson; Irvine; vorzüg-. 
lieh Ilarriot). 9» Spanien Q3orrow's Buch nebst dessen Lu- 
cas., als reiche, jedoch wegen Aufnahme, wie es scheint^ 
viele.? Fremdartigen und durch beinahe gänzlichen Verlust der 
früheren grammatischen Structur gerade in diesem Idiome, nicht 
ungetrübte Quelle). Besonders schmerzlich werden Angaben 
aus Afrika; Türkei (nur Weniges bei Marsden) und Moldaa 
(bei Sulzer nichts, und bei dem Moldauer Kogalnitschan über 
die Sprache der dortigen Zig. eig. auch nichts), Italien 
(Hervas hat nur Wörter ans der Italiänischen Gaunersprache; 
bei Predari sprachlicher Seits nicht viel Neues) und Frank- 
reich vcrmisst. — Mein Wörterverz. Ist, wie dies die Wis- 
senschaft verlangt, etymologisch geordnet; die mir vor- 
liegenden Verzeichnisse aber haben fast sämmtlich, mit Aus- 
nahme von Pchm. und Bw. , die Uebersetzung (Deutsch , EngL) 
voran. — Vergleichungen mit dem Hindustani, und neuer- 
dings mit andern Indischen Idiomen , z. B. dem Sanskrit u. s« w. 
haben angestellt zuerst Rüdiger (auch Bacmeister diesem zu- 
folge) und Büttner bei Grellmann, die deutsche Uebers. von 
Szujew, Kraus und die Berl. Monatsschrift, der Missionar Paul- 
linus und Alter in des letzteren Buche über Sanskrit, Adelung 
im 3Iithr., Rienzi; die Engländer Marsden, welcher, erster 
Entdecker der Ueberelnstimmung zu sein, sich fälschlich ein«- 
bildet, Brjant, jedoch dieser nur theilweise, Richardson, Ir- 
vine, Harriot undBorrow; endlich Bopp, DIefenbach, v. Boh- 
len in seinen mir anvertrauten Papieren, und ich selbst schon 



Quellen« 3 

In der Rec. von Casca; und öberdem enthält der Seetxen'sehe 
.Nachlass nach der Redaction von Kruse nianclierlci nöthige 
Verg'leiche mit dem Arab. und anderen Sprachen des Orients. 
Diese alle schliessen aus der Sprachvergleichung*, hinzug'e- 
nomnien andere Umstände , und zwar mit Recht , auf Indi- 
schen Ursprung' des Zigeunervolks. Uehrig^ens fehlt noch 
viel, dass schon dasjenig-e unter den Indischen Volksidiomen 
. nachg'e wiesen wäre, mit dem das Romsehe Idiom speciell 
Busammeng'renzt, wofür man das Urdu oder Hindustani, wie 
schon in der BerL Monatsschr. richtig" bemerkt wird, mit nich- 
(en ansehen« darf. 

Unter den Quellen über die Zigeuner bleiben Vom fol- 
genden Verzeichnisse alle diejenigen ausgeschlossen, welche 
von Grellmann (und grösstentheils nach diesem, jedoch höchst 
ungenau von Bischoff Vorn) bereits angeführt worden mit al- 
leiniger Ausnahme derer, w^elche etwas über die Sprache ent- 
halten. Es schien aber nicht unpassend, die neuere Literatur 
beizufügen , selbst dann , wo sie für meinen sprachlichen Zweck 
nichts bot. Alle Schriften, welche ich nicht benutzen konnte, 
sind durch ein Sternchen hervorgehoben. 

1. Bonaventura Vulcanius, Prof. der Griechischen 
Sprache zu Leiden, wo er 1614. starb, hat hinter dem von 
ihm herausgegebenen, seltenen kleinen Buche (s. Adelung, 
Mithr. L 649.) des Titels: De literis et lingua Getarum s.-^ 
Gothorum. Item de notis Lombardicis. Quibus accesserunt 
specimina yariamm Ilnguarum cet. Editore Bon. Vnlcanio 
Brngensi. Lugd. B. Ex officina Plantiniana apud Franciscum 
Raphelengium CI3. 10. XCVU. 110 S.S., das in dem Exem- 
plare der Hall. Univ.-Bibl. hinter desselben in demselben J. 
und aus derselben Oflicin hervorgegangenen Jemandes cet. 
angebunden ist, wozu es auch, des verwandten Thema's we- 
gen, gehört, 

a) von S. 100. an: De Nubianis erronibus quos Itali Cin- 
garös appellant, eorumque lingua mit dem index vocabulorum 
p. 102 — 105., ans(fier der Flexion des Präs. von piaua (bibo), 
noch 67 Wörter, von denen schon Job. Ludolfus bemerkte, 
dass sie mit den, von ihm gegen 100 J. später gesammelten 
fibereinstimmten. Aus welcher Gegend die Wörter bei V. her- 
rühren , hat er leider nicht angemerkt ; doch könnten die einst- 
maligen Beziehungen der Niederlande zu Spanien und die oft 
spanische Orthographie jener Wörter vielleicht, jedoch nur 
nnsicher, auf spanischen Ursprung derselben schliessen lassen; 
es hatte sie aber V. vermnthlich von Jos. Scaliger erhalten, 
den Mitthellungen In Betreff des Gegenstandes zu verdanken 
er weiiintens Im Allgemeinen angiebt. 

»1* 



4 !• Einleitung. 

b) p. 105 — 109. De idiotismo alionim qnonmdam Erro« 
num, ä Nubianis non admoduni absimiliuni. Yulcanlns saf^ 
unter Anderem: Nubianos illos, quos Itali, nt dixi, Cin^aros 
vocant; Hispani, Gitanos, boc est Ae^yptlos ; Belfi^ae Hey- 
denen, hoc est Gentiles, propriam sibi ac peculiarem pro- 
vinciae e qua ort! fuerunt ling'uani babiiisse Jos. Stali^er cen- 
set, cujus judicio aiitboritatiqiie libens acquiesco. Hör um vc*- 
ro de quibus nunc ag'imus idiotisnium, ut lin^uam nativam ap- 
pellare non ausim, ita non omnia eorum vocabula coromentitia 
esse crediderim, sed e vetere aliqua lin^ua petita; aat si 
omnia hl Universum sunt fictiiia, niirari übet eorum jion minorem 
in ellin^endis novis vocabulis indnstriani-, quam in consuendis 
technis valricieni. De quibus cum exstet libellus Teutonica 
lin^ua ante annos quinquag-inta (also g'e^i^en 1550.) conscri- 
ptus , qui Errones bosce in XXVllI. classes sive sectas distri- 
buit, et sing'ulis propriam appeUationem qua tum temporis noti 
fuerunt inditam scribit, unum vero omnibus communem idiotis- 
nium sive linguani fuisse; indicemque vocabulonim quibus Uli 
utcbantur adscribit e quibus paucula quaedam adnotabo, libe- 
rum de iis Judicium Lectori relinquens. Dies Vocabular ent- 
hält nun entschieden ein (in Deutschland seit lan^e übliches) 
Rothwelsch, wie mich eine Ver^leichun^ mit andern Wörter- 
sammlung-en dieser Art (Schotte! ; H'aldh. Heschr. ; Rtw. Gr.; 
y. Grolm.; Dorph) i^elehrt hat, in denen ich von den 57 
Wörtern bei Vulc. weniurstens 36 wiederfinde; und es erhellt 
dies auch aus dem Zusätze des Verf.: Existimaverim autem 
Gallos et Illspanos suos etlani habuisse hujus ^eneris Errones, 
qui inter se ling'ua vulg-o inco^nita uterentur; quam quidem 
Inconditam llnguam putarim Gallos Jarg*on, llispanos Jeri- 
gonce appellasse; nisi fortassis ipsani etiam Nubianorum (d. 
h. der Zig^euner) linguam ita appellarint. Er bezeichnet diese 
Art errones aber als solche, qui avorum imo patrum nostrum 
memoria oppida omnia et pag-os pervag>ari et templorum fores 
catervatim obsidere solent, et inauditis technis atque impostu- 
ris ynlg-o fucum faciebant; Nubianis Ulis non absimiles; eo ta-^ 
men ab iis diversi, quod cum Nubiani chiromantices et prae- 
terlta futuraque divinandi praetextn fallerent, hi sanctimonlae 
alicnjus simulatione et pereg-rinationis ab ipsis institutae ad loci 
variis divls dlcata, quos diversorum atrocissimorum morbomm 
quibus sese obsessos fing-ebant anoTQonaiovg slve averruncato- ' 
res praedicabant, miseram plebem densissimis ig'norantiae tene- 
bris ininiersam atque obcaecatam, et pia quadam credulltate ad 
commiseralioneni Ipsorum adductam pecunia emung-ebant. Grell' 
mann und der ältere Adelung* können unmög'Ilch das Buch ge- 
hörig eingesehen haben , indem sie dem Verf. Meinungen un-^ 



Qncllcn. 5 

ierle^cn und bekämpfen , die er ^ar nicht hat. So wird 
schlecliterding's nicht von ihm „ die Uothwelsche Diebessprache, 
wie nachmals von mehreren/ bes. Frisch und Wagenseil g-e- 
schehen, für Zigeunerisch gehalten ^^ Mithr. I. 841.; vielmehr 
scheint dies bloss ein irriger Schluss aus Ludolfs Bel<äm- 
-pfnng der Annahme Nubischen Ursprungs für die Zigeuner, 
welchen Vulc. aus einer vermeintlichen Identität der Zigeuner-* 
spräche mit dem Koptischen folgert. Noch weniger begreife 
ich, wie Grellmann, wenn er den Vulcanius wirklich gelesen 
hat, und nicht etwa dem dort von ihm besprochenen Thöma- 
sius folgt, von jenem, und zwar S. Id5. Ausg. 1. noch be- 
stimmter als S. 250. 2., so berichtet: „dem Vulcanius hatte 
Jos. Skaliger ein Ver/i. Nubischer Wörter niitgetheilt, worun- 
ter 3 waren: Dade Vater; mauron (bei V. manron, was ge- 
wiss richtiger!) Brot; yag (V. yago) Feuer; die sich auch in 
der Zigeunersprache finden. Daraus folgert er, dass Nubien 
das Vaterland der Zig. sei^^ u. s. w. Erstlich wird bei V. 
nicht ausdrücklich gesagt, dass er die mitgeiheilten „ Wör- 
ter ^^ von J. Skaliger habe, so wahrscheinlich dies auch sein 
mag (s. 0.); auch nicht, dass diese Nubisch seien, vielmehr 
werden sie bloss den Nubiani errones (d. h. Zigeunern), und 
zwar mit Recht, zugeschrieben; noch weniger, dass die obi- 
gen drei Wörter im Nubischen und Zig. überein' lauteten. 
Zum Beweise setzen wir die ganze Stelle her p. 100 sq.: 
Non possum manum, quod ajunt, de tabula, quin de lingua Nu- 
bianorum, qui erronum instar incertis sedlbus catervatim Uni- 
versum terrarum orbem pervagantur, pauca hisce chartis illi- 
nam quae ab 111. viro Josepho Scaligero accepi, quod ea 
ad gentis et linguae paucis notae cogniiionem pertinentia Phi- 
loglottis non ingrata fore confidam. Nubiani inferioris Ae- 
gypti partibus contermini sub Patriarcha Alexandrino sacra, 
lingua Elkupti celebrarunt. (Also koptische Christen!). 
Multi Episcopatus in eorum finibus fuerunt. Ante hos CLX. 
plus minus annos (mit der wahren Ankunftszeit der Zig. in 
Deutschland ziemlich zusammentreffend s. Liidolf.) a Sultano 
'Aegyptii sedlbus suis pulsi Palaestinam, Syriam et Asiam mi- 
norem mendicoruni specie pervagantes, trajecto Hellesponto, 
Thraciam et circum Danubianas regiones incredibiii multitudine 
Inondarunt. Itali Cingaros vocant, Galii Bohemos, quod in- 
didem' ex Bo(3mia prima illorum iis notitia. Item Aegjptios, 
quod Xnbiam etiam ipsi Nubiani (die Kopten?) minorem Ae- 
gyptum vocent. Nubae a Stephano ipsi et vof,idäeg vocantur 
et Claudiäno libro primo ad Stiliconem, 

Venerat et parvis rcdimitus Nuba sagittis. 
Metropolis eorum Condari non solum hodie ab ipsis yocalur, 



h Einleitang. . 

sed et in Mappa mandl Tnrcica noiata est. Temploram eximloram ^ 
etiam bodic nuilta exstant vestlg-ia; et qu! supersnnt de illa cala«- 
mltate in suis sedibus , Christianos etianmum hodie sese profi-* 
tentur, sed sine ullis Episcopis, templis , et sacrorum solemnibns. 
Saepe ab Imperatore sive Neg-us Abyssiniomm Episcopos pe» 
tentes non impetrarunt ; sed penuria Episcopornm in Abyssi- 
nis, vel nietu arenosas solitudines, et Mohammedanorum injn-^ 
riae obnoxias adeundi. Omnino Nomades et latrones snnt, 
cujusniodi etiam lüorum prog'enies Cing'ari isti, qiii non solum 
mores majorum suoram, et furtorom licentiam, sed etiam lin- 
gtiam retinueront, cujus nos pauca hie conjecimus, non solom 
nt eam lectori proponerenius , sed etiam eos arg-ueremus, qaf 
bariolentur banc lingiiani ab ipsis confictani esse, neque nspiam 
terrarum nisi inter ipsos errones Cing-aros in usu esse. In quo 
san^ non sunt audiendi. 

Rüdiger (Zuwacbs I. 60.) sag't: ,,iScbon Vulcanius lle« 
ferte 50 Wörter (nein: 68) und ^Me^iser [Polyglotten^ 
wörterb.] fübrtc sie, vermuthlicb nach jenem, unter dem Na« 
men der neuern ägyptischen Sprache der nubiscben Land« 
Streicher auf, da er bing'egen den Zigeunern besonders, so 
wie Wag'enseil , die Hottwelsche beileg^te. " Hievon ist Erste«- 
res, nach den mir durch Diefenbach mitg'etheilteii Wörtern 
aus Megiser, richtig', nur dass Vulcanius mit Recht von Men-» 
des (caper) nichts hat (s. Lex.). 

8, lobi Ludolfi (Leutholf) Commentarius ad bist. Ae^ 
thiopicam, Francof, ad M, 1691. Fol. p. 814, Er tadelt Hier. 
JMeglser (Orationes dominicae. An. 1603. Francof.) und Job« 
Henr. Aisted ius Encyclopaedista, dass jener in dessen an- 
g'oführteni Buche, letzterer in Thesauro Chronolog'iae die Sprache 
und Dialekte über Gebühr Tervielfältigten, und führt von diesem 
als Beispiel an: Sic Cing'arorum et Erronum Nubianorum ser-» 
monom tanquani diversum ponit, was falsch sei, eben so als 
des Vulcanius oder J. Scalig'er Ansicht vom Nubiscben Ur-> 
sprung'c der Zigeuner. „Tempqs quidem CLX annorum, quod 
Vulc. e:^ mente Scaligeri anno superioris seculi nonag'esimo 
tradit, convenit cum tempore, quo autores nostri ing'ressum 
oorum in Germaniam narrant, Nam Achilles Gassarus in Ann« 
Aug^ustanis (Mss, exstant in Bibl. Gothana) scribit: quod pri« 
mum anno 1419 quinqnaginta horuni erronum Aug-ustam vene^ 
rint, quibus duo duces praefuerint; eosque professos foisse, 
se minore Aeg-ypto exulare, — -«- At ego orig-inem istius 
^entis e lin^ua illorum colligi posse putans, diversas eorum 
formas, in itinere mihi occurentes, sciscitatus sum de vocaburf ' 
lis nonnullis reruni naturalium quao facilius retinentur et minus 
conrumpuntur (38 Wörter), mec Cing^M^orupi voqabuU etat 



QaelkB. 7 

pmca qoeJuB cmm aliis coBmieDÜuB allqnaa kikftnl« (qnodl 
Burani BOB est, nm toi perva^ntar rcpoBCs), pimqae Unf b 
Hb coBparata sbbI, ot Bullam aliam sapiaat ori^ncm. (Damal« 
warm die Spracheo lodicns ia Eoropa Boch wcni^ ircLannt). 
Eadeai rocabala, tarn buxIbibbi paitm repcriam apud Val- 
cbbIbbi b CTBtBBi feiT Bonis tradita^ bob irtilia cxislimo« vi 
Meg^senis paiai ia Thesaaro sopra cilato Tab. IV. Genu. ia 
fiae: nee corrapU ex aliis lin^ais, aeque Ac^ypiiaca s. 
CopticB, ridelioet illius lin§roae qaani aobis Aih. Kirche- 
ras tradidii: Beqae Veaedica, i. e. Weadica, b. Sora- 
bor am lia^oa, qaaai Sciaronicae ling-oae dialeclam esse probi 
BorL .41ia prorsas ratio, alias sermo est nebuloaaai Biendl- 
caatioBi, qal ae ab aliis intelli^atur, ficta et detorta qaaedau 
vocabula senaoal soo vernacalo imniiscent Ista jaai aate XC\ 
anaos (das Bach, tob deai Vulc* redet, niössle aoch &lter 
sein) coagesta saat in UbellaBi| cui titalus vom Barlea (par- 
ier) cet,, cojasmodi sermonem rvAgo Rotiwelsch (turmamm 
exoticam dialeciam) qnidam vocant, ei ridicule scribnnt, pro- 
Baaciant ei reddoni Robiwelsch (so!) Rnbrum barbarismum: 
Qaod eiiam ante nos observavii Jacob. Thomasius Prof. Li- 
psicBsis doctissimus ia diss. sua de Cin^aris. ^^ Der Titel des 
erwähnten Baches vom J. 1601. 8. ist nach Puchm. S. VII. 
folgender: „Roihwelsche Grammatik, d. i. vom Barlen *) der 
Wanderschaft, dadurch den Weisshulmen gevopt, die Ileutzin 
besefeli, and die Horchen vermonei, damit man Steringer und 
Spätling' fiberkompi, im Schrefen Boss Jolian zu schoeehen und 
mit Riblingen an rüren^^; d. i. eine Anleitung und Bericht der 
Landfahrer- und Bcttlerspracbe, dadurch die einrältigen Leute 
belogen, und die Bauern betrogen werden, damit man Gulden 
and Häller überkömmt, und im Wirthshause \^ ein zu trinken 
and mit Würfeln zu spielen habe. — Siehe ferner Schotte- 
lias, Ausf« Arbeit von der Teutschen llaubt- Sprache 1663. 
S. 1^262 ff. — Mehrere Bücher darüber sind angeführt Rü- 
diger, Zuwachs IV. 146., im MIthr. II. S.2M— 6. und in 
fiischoff's Zig. WB. S. X. Ueber Waldh. Beschr., Dorph, 
Pachm., V, Groim. s. u. Noch: Meissen 1833. Chochemcr l/O- 
schen von J. K. v. Train.— In dem Buche: Rotwellsciie 
Gramm, oder Sprachkunst n. s.w. u.s.w. Nebst einigen histo- 
rischen Nachahmungen, durch welche ein Anfänger desto eher 
zur Vollkommenheit gelangen kann. Frankf. am M. 1755. & 
(7S Seiten) wird in der Vorn Rotwelsch aus dem ersten 

*} Natürlich aus Frs. parier, das selbst toh parabola ausseht. 
Daher auch vielleicht Dänisch Fraeveliquantsproget (Rotwelsch) 
aus praerele^ d. i. in diesem Jargon taier, und quant smukt; 
doch TgL Holi. brabbellaal ron brabbeleoi yerwirren. 



8 !• Eioleitiing. 

Worte in Rotbos, Bettlers - Herberge, — Boss Haus, das in 
dieser Spracbe selbst g-ebräucblich , — hergeleitet, oder ^rati*- 
one orlginis, vielmehr ein zusammengerottetes Gesinde, 
wie SU Zeiten Kaisers Maximiliani und Caroli V. diese Sprache 
Tomehmllch gangbar worden, da die sogenannten Garten -Brü- 
der gewesen. Weil nun von so vielen zusammengelaufenen 
Leuten ein jeder seinen Flecken zugetragen , hat es einen bun- 
ten Pelz geben müssen. Also hat der Ebräer sein Adone 
fflerr) , Lechem (Brot) , Kerls (Wein) , Bsaifot (Brief) u. s. w. ; 
der Franzose sein barlen (parier), Caral (wohl Caval, Pferd P.), 
Garfon; der Engelländer, tarling (etwa Derling, Würfel? vgl. 
Däii. taerning). Quin (Hund?); der Niederländer, Krackling 
(Nnss, vgl. Hell, nooten kraaken Nüsse aufknacken); der 
Lateiner, Zickus (coecns); der Schwede, Fleck (ob Flick, 
Knabe, vgl. mit schwed. flicka Mädchen?); der Friessländer, 
Mackum (im Vocab. eine Stätte, Ort; auch ein Prügel oder 
Schläge); der Däne, Boe, welches sonderlich zu merken rib- 
lien (so?) und dergleichen contribuiren müssen/^ „Welsch 
heisst bei Deqtschen alles was fremd ist'^ S. auch Grimm 
Gr. L 19. ed. 3. und vgl. Dan. pladdervalsk (baragouln, pa- 
tols), so wie Schmidt, westerw. Idiot, v. Rothwelsch, wo 
Kauderwelsch von Braunschw. köddern (loqui) , Hannöv. kören 
(schwatzen) hergeleitet wird. S. meinen Art. Indogeriu. 
Spr. S. 91. Im Engl, ist ganz analog der Ausdruck Pedlar's 
fr euch (Krämerfranzösisch für Kauderwälsch) , Gael. Laidl- 
onn nan ceard (Latein der Ceärd s. sp.) Dict. of the Highl. 
Soc. L 113. 548. (Gibberish), auch cainnt che^rd, Engl, „cant, 
slang, thieves* Latin ^^ Borrow U. 130., Holl. Kraamerslatyn, 
brabbeltaal, und Dänisch Kjeldringe-Latin Dorph S. ^., }a 
auch wohl das Afinskoe (d. i. Athenisch), eine Kräniersprache 
in Russland. Indogerm. Spr. S. 110. Bei Mielcke, Deutsch - 

' Lith. Lex. S. 120. wird Churwelsch , Kauderwelsch durch Ci- 
gonu kalba (Ciganorum sernio) wiedergegeben. 

Wie sich oft das Bedürfniss einer allgemeineren 
Sprache (z. B. Lat«, Franz.) geltend gemacht hat, so auch 
umgekehrt mitunter in gewissen Kreisen eine engere zu be- 
sonderen Zwecken, und zwar so, dass sie gern den Charak- 
ter des Geheimnisses und Exclusiven annimmt. — 1. „The 
Pals'achi seems to be gibberish, which dramatick poets ma- 
ie the demons speak ; when the/ bring thcse fantastick beings 
on the stage" Colebr. As. Res. T. VIL p. 199. ed. Lond. — 

I 2. Klostersprachen: lieber das Stillschwelgen und die 
Zeichensprache in den Trappistenklöstern s. Bl. f. Lit. Unterh. 
1841. nr. 41., wo ganz ähnliehe Angaben, als bei Leibn. 
Opp. ed. Dutens. T. VI. P. 2. p. 207 sqq. : Signa varia , per 



QoelleiL 9 

que «Bssqaisqae ralet si^are alii sine loqnHi. I. Sipui, 
secandom ordioem Cistercicnsem. Z. B. Abbas (Index et 
nedias in fronte positi). Videre, index positus snper 
oculnm, et tone ejectiis. Nnx, dentibns mordens indlcem ex- 
terios. II. Sigrna, in I. Germ., qnae olim in coenobio Luc- 
censl (Loccam?) ositata fiiere. Z. B. Gripet 5 linder an den 
kyn, betekend den Duvel. Klemmestu ebne (den indicem) 
twiscben de tbene (dentes), dat beduedet Not he (nuces). 
III. ABCDario, quc coniprebende el arte de ensenar a hablar 
por la mano ceL — 3. Bebian, Erfindung' der 3limo^ra- 
pkie -(Geberdenspracbe) s. Bl. f. lit. Unterb. nr. 71. 1826.—- 
4. Eine Verständigung' dorcb Pocken erfand Spann im Ge- 
fän^isse. Morgenbl. nr. 80. 18%. — 5. Ucber die Blu- 
menspracbe s. einen ausfübrlichen Anhang* zu des Grafen 
Ed. Raczjnski maler. Reisen im Osman. Reiche, in v. d. 
Hag-en's Uebers. Bresl. 18IS4. — 6. Die Ghowasi, d. h. 
feile Weibspersonen besonderen, jedoch nicht zig*. Stammes, 
baben einen eignen Jargon der gewöhnlichsten Wörter 
und Redensarten unter sich eingeführt, welcher sie in den 
Stand setzt, sich mit einander zu unterhalten, ohne von denen, 
welche sie besuchen, verstanden zu werden. S. Burckhardt, 
Arab. Spruchw., deutsch von Kirmss und vgl. sp. — 7. Ri- 
chardson As. Res. T. VII. p. 461. bemerkt von den Bazee- 
^urs oder Nuts: They have two languages peculiar to them- 
selves, one intended for the use only of the craftsmen of the' 
set, the other, general among men, women and children. The 
Hindostany is the basis of both; the first in general being* 
a mere transposition or change of syllables and the second 
apparently a systematic conversion of a few ietters, but which 
will be best elucidated by the followlng- specimcn. Eine Weise, 
mit der die bei Schottelius (deutsche Ilauptspr. S. 1265 ff.) 
aufg'eführten und zum Theil noch jetzt üblichen Spielereien im 
Deutschen mittelst Einschiebung, Umstellung u. s. w. füglich 
verglichen werden können. Nur ein paar Beispiele von de- 
nen bei Rieh.: Die Secte, im Hindust. Nut, nennt sich selbst 
im Nut 1. Tunu, In 2. Kunu; ferner: 

Hindust. Nut 1. Nut 2. 

Hindoostan Dooseenatuh Kindoostau (IndienJ. 

Fuqueer Reequeefu Nuqueer (Faqlr, Bettler). 

Kon onk ron Twho, wer). 

Chilnm limchcc nilum (An oven) u. a. 

Aehnlich bei Sp. Gaunern Nibel (Gott) st. Zig. Debel Bw. 
II« 150. — Richards, p. 466. bemerkt übrigens ebenfalls von 
den Panchpeeree or Budee.a Nuts: They have a peculiar 
Jargon formed upon similar princlples with that of the Bazce- 



10 I« Einleitang. 

gurs. The formation of a separate dialect conveys no verj 
favonrable Impression of eiUier of these sects^ since manj 
people maj conceive ii so niiich resenibles ihe cant of rog'ues 
among* oarselves, invenied for the piirpose of coneealing' their 
condiict as niiich as possible from honest nien« — 8. Viele 
Wortverdrehnng-en der „Aficion" von Sevilla. Siehe Bor- 
row p. *62. V. Lillax, pr. n. Thomas. Tomas. — This is 
one of the manj ridiculous words nianufactured b j the ,, Afi* 
cion^^ of Seville. Lillar, in Gypsj, sig-nifying-, *to take', 
in Spanish Tomar, they, hy slightly modifjing' the word^ 
have attempted to make it serve for 'Tomas': whereby, un« 
wlttingly, they have converted an Apostle Into a thief or 
shop- lifter; for such is Lillax, accordlng to the principle 
of the Gypsy tong-ue. In like manner, from Lon 'salt% io 
Spanish Sal, they have coined Londllla for 'parloiir% be- 
cause in Spanish it is called Sala; whereas the proper mea* 
ning^ of Londilla is a 'saltcellar'. Siehe Bw. II. S. 54 ff«, 
wonach Los dcF Aficion, or those of the predilection in An-> 
dalusien diejenig-en heissen, welche den Gitanos und ihrer Sprache 
ergeben sind, was namentlich häufig- mit Mönchen der Fall ist« 
Von den ChifTern der Diplomatie, von Telegraphie, Steno«* 
und Tachygraphie, sowie den vielen pasigraphlschen Versu- 
chen, von der deutschen Burschensprache, dem Moors in Ostin- 
dien, dem Talkee-Talkee, a lingua Franca based nn the Eng-- 
lish, and spoken hy the Neg-roes of Surinam (Latham the 
Engl. lang. Lond. 1841), der lingua Franca u. s. w. absehend^ 
wollen wir jetzt nur noch eine kurze Notiz von den Gauner- 
sprachen in den verschiedenen Ländern Europa's geben, wo- 
mit das Zig-euner- Idiom, obschon damit manchmal in Berüh- 
rung' kommend , als eigenthümliche Volkssprache im Grunde 
nichts gemein hat, so oft es auch damit verwechselt worden. 
1. lieber Robber lang'uage, or, as it is called in Spaiu, Ger- 
mania, (worin auch g-ewisse Lieder, xacaras genannt, abge- 
fasst worden), s. Borrow T. II. p. 1^ — 156. Es beständen 
von der Germania (einem, wie er meint, aus RommanycsZi^, 
entstandenen Worte) 2 Dialekte, ein alter und neuer. 
Von jenem sei ein Vocabular, zuerst herausg*. v. Juan Hi- 
dalgo, Barcelona 1609 und wieder gedruckt Madrid 1773 vor- 
handen. Voran stünden 6 Balladen oder Romanzen in diesem 
Dialekt. Nur erst der zweite Herausgeber habe irrig- die Ger- 
mania mit dem Zigeunerischen für gleich gehalten. — Der ' 
neuere Dialekt habe sich mehr mit Rommany vermischt, seit 
die Gitanos in Spanien das wandernde Leben ziemlich aufge- 
geben und in den Städten ihren Aufenthalt genommen. 2. Das 
Gergo in Italien; s. Beisp. bei Bw. L c. p. 141 — 14S« aus 



^eUes. II 

Herrtf, ietk Bir., wie aich Aidoii^, MHlir. I. t4S*, aiH Rerbt 
filier Verwechselung' 4er ItalieoischeB Gaonersprache nlt den 
Slf^nnerldiome beiikrlitigeii« \gh aodi Predari p. 206. 3. Ift 
Frankreich * das arg'ot. Im Mitlir. IV. 81. wird folgende« 
Bach erwähnt: La vie i^ereose des Alattols (Betrtlfcer)| 
Gnenx (Bettler), Bohemlens (Zig-enner) et Cagonx (s. D« 
C Cagotl}, contenant leors fa^ons de vi vre , snbtilltes ei 
ger^on, avec nn Dict. en langne Blesqaln; wls en 
InmliFre par M. Pechon de Rahr, Gentllhomme Breton, ajant 
M avec eox en ses jeones ans, od 11 a exerce ce bean me- 
lier. Paris 1622. 8. Es erwähnt aber Bw. p. 151. ein um 
die Mitte des 16. Jh. xn Paris erschienenes Vocabniar dieses 
Jarg-ons unter dem Titel: „Lang-ue des Escrocs^S o"^ ^^^ ^^^ 
neuere Zelt „Les Memoires de Vidocq.^^ Siehe auch Eu|^. 
Sne im Jonm. des Deb. Anfang des J. 1843. Baragonin (Kau- 
derwelsch) wohl nicht a pane bara et gwjn (vino), wie 
Leibn. Opp. T. VI. P. II. pg. 102. ed. Dutens vormuthet, son- 
dern als eig. kelt. Spr., von Gael. beargna f. (The vernacular 
lang'uage of a countrj^), ans M-elchem Worte mit mol (Ver- 
sammlung) Leo (Malberg. Glosse 1842. Ilandschr. Mitth. S. 4.) 
Malberg- leitet« 4. In England erschien von der cant langua- 
gCj canting das erste Vocabular 1680 als Anhang lu „The 
Eng'lish Rogue^S welches man Hllschlich lange fiur Gypsey 
gehalten habe s. Bw. p. 151 ff. Das cant der Jetztzeit sei, 
obwohl in taiancher Beziehung' von gedachtem Vocabular ab- 
weichend, doch im Ganzen dasselbe, und werde, ausser von 
den Gaunern, auch beim Pferderennen und beim Boxen ge- 
sprochen, ja von der jungen, verdorbenen Aristocratie Eng- 
lands im Umgange mit Boxern und Jockey's eben so gern 
{^braucht, als die Germania von den spanischen Granden. 
Beispiele in Boz, Oliver Twist. Nach Latham (The Engl, 
lang*. Lond. 1841): ),The Thieves of London arc conservators 
of Ang'losaxonisms. '' 5.Rothwälschin Deutschland s. ob. •* 
Ludw. Achim v. Arnim in der Novelle: Philander von Sitte-* 
wald unter den streifenden Soldaten und Zigeunern im SOjähr, 
Kriege gebraucht viele Diebesausdrficke , aber wohlweislich 
keine Zig'eunerische. 6. In Dänemark s. Dorph. 7. Von der 
hantjrrka oder handtyrka (aus dem deutschen Worte: 
handthieren), auch kraniarzska rzecz (die Krämersprache), d, 
i. die Diebesspr. in Böhmon s. Wörter und einige Verse bei 
Pudimayer S, 81— 88. -^ 7. In der Türkei das Idiom der 
Kataphiani (Predari p. 208.), welches Wort wohl Flücht- 
linge oder Höhlenbewohner besagt von xajatpvyiovj bei 
DC. s. V« a* refugium und speluncao in quas scso reclpiunt 
dostest 



12 I* Einlei tnns:. 



Ö' 



3« Besclireibaii^ des Cbnrsächs« allgemeinen Zucht-, 
Way sen - und Armenhauses u. s. w. zu W a l d h e i m. Auf 
Befehl einer hohen Commission zum Druck tiberg'eben, auch 
bei dieser neuen Auflage mit einem Rothwelschen und Zig-eu- 
. nerfschen Lexico u. s. w. vermehret. Erste und zweyte Nach- 
richt Dressden und Leipzig. 1726. 8. — Das mir ans der 
Leipz. Univ.-Bibl. g'titigst mitgetheilte Buch hat das rothw. 
Lexicon nebst beigefö^ten Zig'eunerischen Wörtern in §. 12. 
S. 147 — 157., und rothw. Gespräche S. 158. (Einig-es dar- 
aus auch in der Uebers. von Szujew, und bei Grellm.). Die 
rothw. und Zig*. Wörter seien von einer Weibsperson und ei- 
nem Knaben (ob Zig., wird nicht gesagt) aufgenommen, und 
umständlich registrirt — heisst es S. 146. — , um theils die 
Differenz desjenigen, was davon schon vor langen Jahren ein 
ins Land gegangenes Generale bekannt gemacht hat, anzu- 
zeigen, theils u. s. w. Bezieht sich das auch auf wirklich 
Zig. Wörter mit, so wäre auch dieser Quelle noch nach- 
zuspüren. 

4. *„Vie de la Croze par Jordan. Amstcrd. 1741 
gr.l2. Th. 11. S. 310.; enthält theils die in Ludolf enthaltenen, 
theils andere, gefangenen Zigeunern zu Spandau von Jordan 
abgefragte Wörter. ^^ Ich kenne bloss die Adelung' sehen 
Mittheilungen daraus Mithr. 1. 242—243. 

5. Beitrag zur Rottwellischen (so!) Gramma- 
tik, oder: Wörter-Buch von der Zigeuner-Sprache, 
nebst einem Schreiben eines Zigeuners an seine Frau, dar- 
innen er ihr von seinem elenden Zustande , in welchem er sich 
befindet, Nachricht ertheilet. Frankf. uud Leipz. 1755. 39 
8.8. — Die Worte der Vorr. des unbekannten Vf.'s: „Die 
gütige Aufnahme einiger Bemühungen, welche die Bekannt- 
machung einer nicht von jedermann in Uibung gebrachten 
Sprache betreffen, verleitet mich zu der Kühnheit, dir mit die- 
sen geringen Bejträgen aufzuwarten^' lassen, zusammenge- 
nommen mit anderen Umständen, wie z. B. der gleichen Jahres- 
zahl, schllessen, dass von demselben Vf. auch das, in dem 
Leipz. Exemplare damit zusammengebundene folgende Bu(ch 
herrühren möge, nämlich: Rotwellsche Grammatik oder 
Sprachkunst u. s. w. u. s. w. Nebst einigen Historischen 
Nachahmungen, durch welche ein Anfönger desto eher zur 
yollkommenheit gelangen kann. Frankf. a. M. 1755. 72 S.8. — 
Das Zigeuner -Wörterb. ist gekannt von Rüdiger, Zuwachs I. 
60., Gesch. der Spr. 1782, Th. 1. S. 89., und bei Grellm. 
vielfach, sowie auch von Diefenb. benutzt. Eine alphabetisch 
nach dem Deutschen geordnete und brauchbare, ludess von 
Grammatik nichts enthaltende Originalarbeit. 



QneDeik 13 

6. Snlzer's Gesch. des Transalptn. Daclens. Wie« ^ 
1781. 8. Bd. II. $. 183. S. 136— 147. (enihäU iBswischen 
keine Wörter). 

7. ,,Laur. Her vas im Vocab. Poligloto. Cesena 1787. 

4. S. 120 — 125.; wo er aber auch die Italienische Diebes- 
sprache "für Zig^eunerisch nimmt. '' Mithr. S. noch ob. 

8. .^J. C. C Rüdig' er, Neuester Zuwachs der Sprach- -i- 
künde, Halle 1782. St. I. S.37., ei^. erst von S. 51. am 
Die Proben sind einer Zig^eunerin in Halle abgefrag-t. '' Mithr. 
Mir lag- davon die neue Aufl. des 1. Stucks Halle 1796 vor: 

5. 37 — 84. 99 Von der Si)rache und Herkunft der Zig'cuner 
ans Indien.^^ — S. 61 ff.: Er habe auf Bacmeisters Ver- 
langen dessen Aufsatz mit Hülfe einer Zigeunerin zu Halle 
ins Zig*, fibersetzt, und durch Vergleichung' des Hindost. In _ 
Schulzens Gramm, die Aehnlichkeit beider Sprachen gefunden, 
nnd sogleich im Apr. 1777 Hrn. Bacmeister nach Petersburg 
sein «(/(»i^xa zugerufen. Dieser habe dann auch mit Beifall ge- 
antwortet, erklärend, wie er, nach Abzug des eingemischten 
Deutschen und Slawischen, die Uebersetzung zur Hälfte mit 
der schon erhaltenen in die Sprache von Multan und sonst - 
mit keiner auch unter den vielen kaukasischen übereinstimmend 
flnde *y 9961^ Jahr darnach fand ich in Hrn. Büttner's 
Einl. zu seinen Vergleich ungstaf ein der Schriftarten verschie- 
dener Völker auch schon auf den Ursprung der Zig. von den 
awchanischen Indianern **^ gedeutet. Dieses verkümmert mir 
Bon zwar öfTentllch das Verdienst der Erfindung, allein Hr. 
Büttner, dem ich dieselbe nicht absprechen will, hat gleich- 
wohl nichts als einen dunkeln Wink gegeben, ohne alle Aus- 
führung' und Beweis" u. s. w. — St. 3. Leipz. 1784. S. 131. 
zeigt Rüdiger die erste, 1783 (nicht 1782, wie im Mithr. 
steht) erschienene Ausg. von Grellm. an, und sagt St. 5. 
S. 236. Halle 1793., dass er von Biester handschriftliche 
Sammlungen *'^'^) empfangen habe, „woraus Ich den Gegen- 

*) Milhr. IV. 80. sagt der jüngere Adelung: „Die erste aus lin'^ 
guistiscliea VergleicIiuDgea hergeleitete Yeriuutliung von dein ludi- 
schen Ursprünge der Zigeuner scheint Hr. Professor Rüdiger im 
J. 1777 geäussert su haben. Ich finde diese Nachricht in den Kac- 
meisterschen Papieren, mit dem Zusätze, Bacmeister habe diese 
Yermulhung Pallas mitgetheiit (Nord. Beitr« lil. 96.), und darauf 
habe sie Grellmann genommen und weiter ausgeführt. ^^ Doch 
rührt das Sprachliche bei Grellmann eig. Ton Büttner her; s. u. 

**) Die Zigeunersprache ist übrigens Tom Afghanischen sehr \rer<* / 
schieden. 

***) Das waren keine andere, als. die Kr aus*Zippelschen y 
Tfie mich theils die eigne Einsicht dieser, theils die Angaben Berl. 
Monatsschr. Bd. 21. S. 392. , Hasse in seiner Schrift S. 4. und RU-, 
^ diger selbst St. J. 8. 134. Ausg. 3. Uber2eagend belehren. 



^ 

4 



14 I« £liiileitang« 

stand noch einmal bearbeiten and zeigen werde , dass meine 
Sfuthmassungen von Hm. Grellmann nicht widerlegt sind«^^ 
Einen öffentlichen Gebrauch von jenen Sammlungen hat jedoch 
Rüdiger nie gemacht, wie Hasse S. 36. bezeugt. 

9. "^Vocab. Petrop. y. Pallas. 1786. nr. 166., und 
daraus das von mir benutzte Buch von Alter. S. u. nr. 18. 

10. Die Zigeuner. Ein bist. Versuch über die Lebens- 
art und Verfassung, Sitten und Schicksale dieses Volks in 
Europa nebst ihrem Ursprünge, von M. H. M. G. Grell mann. 
Dessau und Leipz. 1783. 274 S. 8. — Historischer Versuch 
über die Zigeuner, betreffend die Lebensart und Verfassung, 
Sitten und Schicksale dieses Volkes seit seiner Erscheinung in 
Europa, und dessen Ursprung. Von H. M. G. Grellmann, d. 
W. D. Zweyte, viel veränderte und vermehrte Aufl. Gott. 
1787. 358 S. 8- — Des Vorhandenseins einer Engl. Ueber- 
setzung bin loh, trotzdem dass einer solchen bei Grellmann 
S. Xlll. 2. Erwähnung geschieht, nicht recht versichert, und 
die Franz., durch welche das Buch auch im Auslande über- 
all bekannt geworden, ist mir nicht zu Gesichte gekommen« 
9, In das Franz. übersetzt von Mr. le B. de B. (Bock) Paris 
und Metz 1787. 8.; mit Abkürzung des Textes und Vermeh-» 
rung des von Büttnern herrührenden Wörterverzeichnisses^ 
heisst es Mithr. L 242. , wogegen Wilson bei Harriot p. 533.^ 
wohl irrthümlich, den Vf. dieser Ucbers. Baron de Bach 
nennt, wofür die Preuss. Provinzialbl. S. 30. Baron von Bodt 
angeben. Diesen zufolge auch wieder Paris 1810. Einen Baron 
H. Nicol. Steph. von Bock erwähnen Rüdiger (Zuwachs III. 
130.) und Mithr. L 256. als Vf. einer Abb. über das Alter 
des Zendavesta, wogegen Mithr. IV. 94. als Vf. eines. ver- 
wandten Gegenstandes und Ib. S. 80. sogar eines Mdni. bist; 
sur le peuple nomade appelle Bohemien der Baron de Borek 
genannt wird. — Nach Grelluiann's Vorr. Ausg. 1. und Vom 
S« XIV. Ausg. 2. rührt das Wörterverz. nebst Vergleichunff 
In seinem Buche vom Hofr. Büttner her. „Diesem gehört^ 
nur kleine Veränderungen in Ausg. 2. abgerechnet, das ganze 
mitgetheilte Sprachregister zu, und besteht, was die Zigen- 
nerspr. betrifft, nicht allein aus den Wörtern, die von Bon. 
Vulcanius an bis auf Rüdiger gesammelt und durch den 
Druck öffentlich bekannt gemacht worden sind , sondern gröss- 
tentheils auch, und, hauptsächlich was die Grammatik betrifft, 
aus einem ganz eigenen schriftlichen Aufsatze, den Hr. Se* 
cretär Pauer (Ausg. 1. steht Bauer) in Hannover, bei Ge- 
legenheit einer Reise nach Ungarn in sein Vaterland, den da- 
stgen Zig. abgefragt hat.^^ Da Grellmann's In vielen Bezie- 
l^ungen ausgezeichnetes Werk von den meisten späteren Schrift- 



QaelleD« 15 

steUein iber Tägtunet sowohl im Aus- hU Inlande gekannt 
ist, und dasselbe oft blindlin^ benutzt und auf die unver- 
scbättiteste Weise g-eplündert worden, wird es am so nöthig^eri 
sich die Entstehong- und den \^>rth seiner sprachlicben An- 
gaben klar zu vergegenwärtigen. Nicbt bloss handschriftliche 
^, Berichtigungen 7<u Grellm.'s Verz.^^ von Zippel, sondern 
noch mehr der offen zu Tage liegende Augenschein berech- 
tigen mich vollkommen zu dem zwar harten, aber gerechtCB 
Urtheil, dass Buttner so gut wie gar keine Einsicht In das 
Zigeuneridiom besass, und daher bei ihm nicht entfernt audi 
nur von der leisesten Kritik die Rede ist. Er hat nicht nur 
«Alles ohne Unterscheidung der Quellen und Länder, und auch 
in anderer Beziehung, bunt und wild durch einander gewor- 
fen, sondern es sind auch noch neue Irrthünier, durch schlech- 
ten Druck u. s. w. hinzugekommen, welche dann bei den 
Nachtretern , z. B. Kogaltnitschan und Casca , Pfcdari u. s. w.^ 
in steigender Progression wachsen. Ucberdem findet sich des 
Originalen, mit Ausnahme der 3 Vaterunser, und der gram- 
matischen Mittheilungen von Pauer aus Ungarn, die aber 
desgleichen an vielen groben Unrichtigkeiten leiden, nur we- 
nig. 31an wundere sich daher nicht darüber, wenn ich, wo 
die Quellen selbst mir zugänglich waren, nie ans dem abge- 
leiteten nnd getrübten Bache schöpfte. So z. B. der Beytrag 
(nr. 5.) hat fast alle Verba bei Grellm. S. 235 — 7. Ausg. 1. 
hergeben müssen, aber über Büttner, der doch Sprachforscher 
sein wollte , ist keine Ahnung davon gekommen , wie der Bey^ 
trag die Verba In den verschiedensten Personen, Tempora 
o. s. w. aufführt, was in diesem haare, blanke Naivität war, 
aber Büttner'n zu einem nicht geringen Vorwurfe , mildest ge- 
sprochen, grenzenloser Unachtsamkeit wird. 

11. Wasilii Szujew's Beschr. seiner Reise von St. 
Petersb. nach Cherson In den Jahren 1781 und 1782« Aus 
dem Russ. (das von mir nicht gesehene Original erschien , laut 
Vorn des Uebers. , Petersb. 1787) tibersetzt. I. Tb. Dresd. 
nnd Leipz. 1789. 4. — S. 123 - 134. enthalten, wie schon 
Adelung d. J., seinen Oheim berichtigend, MIthr. IV. 81. be- 
merkt, nicht eine Beschreibung der Zig. bei Bielogrod in.' 
Russland, sondern ein Verz. von daselbst erfragten 220 Wör- 
tern, welche der Uebers. mit dem Hindost, und ausserdem mit 
Zig. Wörtern aus dem Vocab. Catharinae, Grellm., und der 
Waldh. Beschr. zusammenstellt. Ausserdem steht dort auch 
eine Zig. Uebersetzung des sogenannten Bacmeister'schen Aut- 
satzes; eine zweite Uebersetzung desselben befindet sich bei 
Rodiger, und eine dritte handschriftliche, von ZIppel, In 
meinem Besitze. 



•*-- 



16 I. Elnleitnng. 

12. In: Afchaeolog'ia or Miscellaneons tracts rela- 
tin^ to Antiqnitj piiblished by the Soc. of Antiquaries of 
London. Vol. VII. Lond. 1785. 4. 

a) Obss. on thc lan^. of tbe Peoplc conimonlj calied (i jp- 
81 es. In a letter to Sir Joseph Banks. From Will. Marsden. 
p. 382— 386. Er habe Aebnlicbkeit der Z\g. Wörter bei 
Ludolfus mit dem Ilindustani bemerkt , und zuerst g'eg^en das 
Ende des J. 1783. Jos. Banks mitg-etbeilt. Anfangs freilich 
habe er lieber bei Lud. eine Verwechselung* vorausg'esetzt, 

^ inzwischen durch Mittheilung'en Zigeunerischer Wörter (näm- 
lich 28, ausser den Zahlen 1 — 10) aus England und (ausser 
den 10 ersten Zahlen 20 W.) aus der Türkei sei ihm die Sache- 

' ¥0111^ klar geworden. Diese hält er nun , unstreitig nichts 
davon ahnend, dass seine Entdeckung schon vor ihm auf dem 
Festlande gemacht, worden , für perfectiy new to the world. 
p. 384. Vgl. Grellm. S. 285. Ausg. 2. 

b) Collections on the Zingara, or Gy\}sey languagc. By 
Jacob Bryant, transmitted to 0. Sallsbury Brereton In a 
letter from the Rev. Dr. Douglas. Eine eigne Sammlung 
Bryant's von Engl, -Zig. Wörtern, nebst 17, die von Rev. 
Mr. Coxe in Ungarn aus dem Munde dasiger Zig. aufge- 
schrieben und im Verz. durch einen Asterisk ausgezeichnet 
worden. Die Vergleichung mit dem Hindust, und Pers. u. s. w* 
ist schwach; die Zahl der Wörter aber weit grösser, als bei 
Marsden. Es reicht das, gegen 280 Artikel fassende, nach 
den Engl. Wörtern alphabetisch geordnete Vocabular von p.388 
—391.; von da bis 394. folgen die Vergleichungen. 

13. '^ Annual Register of 1784 — 5. Aus diesem, 
versichert Richardson, As. Res. VII. 474., seine (58 Artikel 
starke) Wörterliste, mit Ausnahme der (31) Wörter p. 478 
— 9. , die er Grellm. verdanke , entnommen zu haben. Die 
Wörter in gedachter Liste stimmen, die geringere Zahl und 
unbedeutende graphische Abänderungen abgerechnet, welche 
theils Irrthum, thells Eolge von der nach p. 462. durch Ri- 
chardson gewählten Gilchrist'schen Schreibmethode sein mögen, 
anffallend zu denen bei Bryant, und zwar in einer Weise, die 
aaf eine ursprünglich gleiche Abfassung beider Verzeicimisse 
führt, worüber ich aber leider nicht näher urtheilen kann '^). 
Neue Wörter lernt man also aus Richardson nicht kennen, 
wohl aber, ausser der Vergleichung schon bekannt gewesener 
mit dem Ilindustani, dessen neue Ansicht von Identität der 



*) Ich finde nämlich die Wörter am angegebenen Orte nicht, 
aber wohl im New ann. reg. For ihe year 1785. Lond. 1786. S. 192 
'— ' 194. Ton Marsden , Obss. on the lang, of the Gypseys ^ jedoch 
ohne Wörter und sonst bloss dasselbe als in der Aren. 



Qaellen« 1 7 

Zi^eaner mit den Indiscben Nat's. Siehe Capt David Ri- 
cbardson, An Account of thc Bazeeg'urs, a sect comiuonly 
denoniinated Nats in den von mir benutzten Asiatic liesear- 
cbes. T. VII. p. 451— 479. Lond. 1803. Deutsch auch in 
Baomg'ärtner's Mag. über Asien, Heft IL S. 69. und in 
Ehrmann's Beitr. zur Kunde von Indien I. 334. 

14. "^Hannikel oder die Räuber- und Mörderbande 
an Sulz am Necliar. Tübingen 1787. 8. S. ISO — 21, eine 
Stelle Zig. mit Verdeutschung. 

15. * 99 L. G. R a b e n I i disp. de bist. Ziguenorum. 
üpsal. 179t, . ." So Im MIthr. I. vgl. v. Heister S. 84. 

16. (Biester) Berliner Monatsschr. 1793. Bd. 21. 
Febr. (über die Zigeuner, besonders Im Königr. PreussenJ S. 108 
— 166., und Apr. (von ihrer Sprache) S. 360—393. — 
Dieser Aufsatz Ist grösstentheils aus den Untersuchungen 
entstanden, welche der. Im J. 1807 zu Königsberg verstor- 
bene Prof. Chr. Jak. Kraus, und der Prediger Zippel sen. 
an NIebudzen in PreussIsch-Lithauen angestellt hatten. Das 
8agt nicht nur Hasse S. 4. ausdrücklich, sondern dasselbe 
bezeugt ein, vor mir liegendes Schreiben jenes Kraus vom 
9. May 1793 an Zippel, worin ersterer im J. 1791 die Mit- 
theilungen an Biester gemacht und deren Veröffentlichung un- 
ter dem Beding gestattet zu haben berichtet, dass dabei 'sein 
Name verschwiegen bleibe. Biester hat Wort gehalten , allein 
S. 391. wird als sein Gewährsmann der Rec. von Pallas' Uni- 
versal^ossar in der A. L. Z. aufgeführt, der zufolge Mithr. IV. 
S. 2. Fr. Adelung , Catherinens der Gr. Verdienste um die 
Vergl. Sprachk. (Petersb. 1815) S, 118. eben kein anderer 
war^ als der Genannte. S. 110. bespricht Biester die Gele- 
genheiten, wie Kraus und Zippel zu Ihren Beobachtungen ge- 
langten. Nämlich Im Sommer d. J. 1784 wurden über 40 Zi- 
geuner nach und nach Im Ermlande aufgegriffen und in die 
Königsberger Gefängnisse gebracht. Damals beschäftigte sichnun 
Kraus mit ihnen und ihrer Sprache. Weil aber in Preussisch- 
Litbauen Zigeuner lebten, so veranlasste er den Pred. Zip- 
pel au neuen Beobachtungen und Erfragungen, welche dieser 
hauptsächlich bei Christoph Adam, damaligem Haupte der 
Budupönischen Zigeuner , anstellte (S. 114.)- — In der Mo^ 
natsschr. ist eine Zusammenstellung des Zig. mit dem Hin- 
dustanl versucht und auch die Aehnlichkeit beider anerkannt, 
dabei aber keineswegs der grosse Unterschied ausser Acht 
gelassen, welcher trotzdem ebenfalls zwischen ihnen besteht. 
Die sprachlichen Mittheilungen aus den Kraus - Zippeischen 
Papieren sind dort verhältnissmässig gering, und auch im 
Mithr. IV. Berl. 1817 wird nur ein kleiner Thell aus dersel- 



i 



18 !• Einleitnnn;. 



O' 



ben QacUc erwähnt. Mithin sind jene Papiere noch fast ^ar 
nicht ÄU öffentlicher Kenntniss g-ekommen, obsclion in ihnen 
bei weitem das umfassendste Material entlialten ist, welches 
je in Betreff der Zigeunersprache g-esammelt worden, und ich 
erachte es als ein besonderes Glück, mich in dem Besitze 
wohl der wichtig'sten unter ihnen zu befinden, wenn g-leich 
diese nur in einem schlechthin ungeordneten und nichts weni- 
ger als durchgearbeiteten Brouillon bestehen, das tiberdem 
selten unterscheiden lässt, was Kraus und was Zippel, öder 
was den Zigeunern Ermelands und was denen Lithauens ange- 
höre. Zippel hat viele Originalbemerkungen, oft aber auch 
bloss in den Sammlungen von Kraus ausgestrichen und gebes- 
sert. Hieraus vorzüglich bitte ich mancherlei Differenzen zn 
erklären, die theils gewiss als mundartliche Unterschiede theils 
als minder genaue Auffassungen angesehen werden müssen. — 
Abschriften vorerwähnter Papiere sind in mehrere Hände ge- 
kommen 1. in die Rüdiger's; s. o. 2. durch den Staatsrath 
von Auerswald an Adelung, den Jüngern. Mithr. IV. 8^ 
Catherinens Verdienste a. a. 0. 3. an Peter v. Bohlen die 
hinterlassenen Papiere selbst, und durch dessen Güte 4. an 
den Verf. gegenwärtigen Buchs. P.v. Bohlen, Leben S. 86- 
Ausg. 1. erwähnt eines Aufsatzes von sich über die Zigeuner 
in Bl. f. lit. Unterh. vom J. 1831. Nun findet sich daselbst 
S. 776. eine kleine Notiz mit der Chiffre 179. , was in jenem 
J. dessen Chiffre war. „Ref., heisst es daselbst, ist im Be- 
sitze reicher Materialien , welche vom Prof. Kraus in Königs- 
berg gesammelt wurden und gedenkt sie zu verarbeiten. An- 
ziehend wird diese Mundart dadurch, dass der vierte Theil 
derselben als der eigentlich ursprüngliche Kern oder als das- 
jenige Idiom sich offenbart, welches ähnliche Pariastämme In 
Hindostan reden; dass die Hälfte des Wortvorraths aber auf 
das Sanskr. zurückgeht und endlich das letzte Viertheil aus 
allen denjenigen Sprachen besteht, durch deren Gebiet, von 
Persien herab, die Zig. gezogen sind." Vorstehende arith-^ 
metische Angabe möchte ich nicht allzu genau finden. Ausser- 
dem kann v. B. nicht sehr grosse Studien in der Sache ge- 
macht haben; wenigstens hat er sich nie welter in derselben 
erklärt, und seine eignen darauf Bezug habenden Papiere 
enthalten z. B. Auszüge, wie namentlich aus Harriot, aber 
fast gar nichts Eignes von Belang. Um so anerkennenswerther 
war die rücksichtslose Güte des braven Mannes , dass mir durch 
ihn, nicht lange vor seinem Tode alle auf die Zigeunerange- 
legenheit Bezug habenden Papiere nicht bloss ohne Irgend 
eine Aufforderung von meiner Seite geschenkt, sondern auch 
zu freier Benutzung überlassen worden sind. In ein Exem- 



QncUcn« 19 

plar Bischoff's hat v. Bohlen cl/arcnhändi^ eingezeichnet: 99 Mir 
wurden im J. (?) durch Hrn. Pfarrer Zippel in Niebuzen die 
sämmtlichen Sanmilung'en, welche sich noch von Kraus und 
Zippel sen. in dessen Besitze fanden , iibersandt: 13 Briefe 
vom Prof. Kraus, ein Wörterb. und mehrere lose Blätter mit 
zerstreuten Bemerkuug'en. Kraus wandte sich am 4. Aug>, 
1784 durch den Cand. Kruse an Zippel mit der Bitte, in jener 
Geg'cnd Nachforschungen anzustellen, indem ihn besonders 
(Brief v. 28. Dec. 84) drei Ding-e dabei interessirten : ihre 
originelle Sprache, ihr uneuropäischer Körper und ihr unbür- 
gqrlieher Charakter, welche Michtige Probleme für den For- 
scher der Geschichte der Menschheit seien. Ihre Sprache 
habe g'anz den > Charakter einer Ursprache und sie sei das ein- 
zig'e Mittel , die Abstammung' und das Vaterland dieser Fremd- 
ling-e auszuforschen. '' So weit v. Bohlen. — In der Monats- 
schr. steht S. 391. von den erwähnten Papieren: „Sie ent- 
halten nicht bloss ein sorg'fältig' aufgenommenes Wörterbuch 
der Zif^eunersprache ; sondern auch eine genaue Angabe von 
ihren Redetheilen, von deren Veränderungen , Biegungen, Zu- 
sammensetzungen und von der Syntaxis; ferner eine Ueber- 
setzung von den Wörtern, den Gesprächen, den Redensarten 
und Sprichwörtern aus Peplier's Grammaire; sodann eine 
Seite vor Seite durchgeführte Verglcichung* von Fergu- 
son' s Gramm, des Illndost. mit dem Zig.; und endlich Be- 
richtigungen desjenigen, was sich in dem Russ. Univer- 
salglossar, in Grellmann's Werk und Rüdiger's Zu- 
wachs zur Sprachk. , über das Zig. findet. '' Hievon fehlt mir, 
die leicht entbehrliche Vergleichung mit Ferguson abgerechnet, 
BO weit ich ahnen kann, nichts, nur dass sich vermuthlich 
noch Alles in roherer Gestalt befindet, als etwa nachmals un- 
ter den Händen von Kraus. 

17. *„Molnar, Specimen linguae Czingaricae (in Un- 
garn). Dbrzin, 1798. 8." Mithr. Wollte nach Predari p.212. 
Identität des Üng. und Zig. beweisen! 

18. Franz Carl Alter, über die Samskrd. Sprache. 
Wien 1799. 8. enthält theils die Zig. Wörter aus den Vocabb. 
Catharinae, theils S. 167 — 174. des P. Paul in (unbedeu- 
tende) „Anzeige, dass die Zigeuner Indianer sind und ihre 
Sprache ein Dialekt ist, welcher aus der Sanscritspr. ent- 
stehet, nach Grellmann's bist. Versuche vom J. 1783.^^ 

19. * Denkwürd. der Preuss. Staaten 18()2 Juni. Darin 
ein Aufsatz: . Rosenberg oder die im Preuss. Staate ent- 
deckte Zigeuner - Verschwörung, mit einer Einleitung, die 
Grellmann's Iljpothese von der Zigeuner Abkunft in Schutz 
liumt* Siehe Ilasse S. 5. 



I 



20 !• Eillicitnn«;. 



Ö' 



20. Zigeuner im Herodot oder ncne Aufschlüsse über 
die ältere ZiÄi^eimerg'eschiclite , aus ^liecli. Sdirfftstellern , von 
Dr. Joliann Gottfr. Hasse. König^sb. 1803. 46 S. 8. 
Einer haiulsdir. Notiz v. Bohlen's zaifolge befinden sich Samm-' 
lungeu von Ihm im König'sb. Archiv. 

21. Scetzen, Tagebuch Ms. Bd. L S. 147ff. über die 
^ Syrischen Zigeuner in Nablos (vom Noa. 1806) mit Wör- 

terverz. Dazu vom Prof^ Kruse in Dorpat eine Vergleichungf 
mit Wörtern der liefländischen Zi^., erfragt durch den 
Probst Masing- in Eks, und den Dr. Schulze in Kokkora. 
Vergleichungen mit orient. Sprachen rüliren von Wiedemane 
in Ueval, Senkowsky und Dorn in Petersburg- her. — lieber 
1 Zig'cuner in Syrien s. Uussel, in bis Account of Aleppo. 
Harr. p. 521. 

22. Travels in Beloochistan, b>' Lieut. Henry Pottin- 
ff er A. D. 1809 und Weimar, üebers. 1817. S. 229 — 232. von 
den Loorecs. Pottinger wird von Harriot erwähnt p. 526* 

23. *JohTi Hoyland, Historical survey of thc cu- 
stoms cet. of the Gypsies. York 1816. Nach As. Journ. IV. 
p. 38. meist dem Grellm. folgend. — Predari p. 257. giebt 
Lond. 1832 an, was also wohl eine spätere Au^g*. ist. 

24. Irvine, On the simllitude between the Gipsey and 
llind. lang*, in Transact. of the Lit. Soc. of Bombay 1819. 
Von keinem bedeutenden Werthe. 

25. Romdni Czib d. 1. Gramm, und Wörterb. der Zi- 
geuner-Sprache nebst einig-en Fabeln in derselben. Dazu als 
Anhang* die Hantyrka oder die Czechische Diebesspr. Von 
Anton Jaroslaw Puchmayer. Prag 1821. 88 S. 8. (Mir 
g'ütigst mitgetheilt von Hrn L. Sztur in Ungarn, einem ehe- 
maligen Zuhörer von mir in Halle). Sehr gediegen, und eine 
durchaus selbständige Arbeit. „Gegen das Ende des J. 1819 
wurden im Dorfe Wranowitz, Radnitzer Herrschaft, eine Bande 
Zigeuner, 17 Personen an der Zahl, aufgehoben; und well 
man ihre Pässe für verdächtig hielt, wurden die Männer aar 
Untersuchung nach Pilsen abgeschickt, die Weiber und Kinder 
aber in Radnitz zurückbehalten. Dem zehnwöchentlichen Ver-^ 
kehr mit diesen Leuten, worunter sich besonders ein kleiner^ 
aber verständiger Knabe von etwa 12 J. auszeichnete,* hat 
gegenwärtiges Werkchen sein Dasein zu verdanken" Vorn Von 
de:i Fabeln wird eben da gesagt, dass in ihnen mehr czechir 
scher als romscher Geist herrsche, allein nicht angegeben, ob 
der Vf. sie mit Hülfe von Zigeunern ins Rorasche selber über- 
setzt oder irgend woher erhalten habe. 

26. Wörterb. der In Teutschland üblichen Spitzbuben r 
Sprachen, in zwei Bänden, die Gauner- und Zigeuner -Sprache 



Qiiellcii. 21 

enihaUcnd, von F. L. A. von Grolman. Erster Band, die 
Tcutsclie Gauner- Jcnisclie- oder Kocliemcr- Sprache enthal- 
tend, mit besonderer liücksiclit auf die fibräiscli-Tentsche 
Jadenspr. Giessen 1822. 142 8. 8. (Gaunerisch - Teutsch und 
umgekehrt). — Der 2. Bd. Ist nicht erschienen, allein es 
sind doch schon in diesem 1. manche ronische Ausdrücke 
mit eing'estreut. 

27- Travels in various countries of the East; more 
particularly Persia. By Sir Will. Ousely. Lond. 1823 
(die Reise ward gemacht 1810—12). Darin Vol. HL p. 400 
— 401. ein Wörterverz. von' den Qaratschl in Pcrsien, 74 
Wörter, wovon l^ach Wilson bei Harriot p. 534. wenigstens 
51 rein sanskr.^ -die übrigen meistens persisch sein sollen. 
Harr, hat S. 529* deren 29 angeführt. — Mehrere der Ouse- 
Ijr 'sehen Wörter stimmen zu den Seetzen'schen. 

28. * „Danilowlcz, Prof. in Wilna, hat in seinem 
Werke: Cjganach wiadomos'c' iiistoryerna cet. Wilna, 1824. 
hinlänglich die Stammverwandtschaft des Indi.^chen mit dem 
Zig. In Europa nachgewiesen." Worte Kruse's zum Seetzen - 
sehen Nachlass oben nr. 21. 

29. Deutsch -Zigeunerisches Wörterb. von Dr. Ferd. 
Bisch off. Ilmenau 1827. 112 S. 8. Er hat die Wörter 
und Redensarten Zigeunern abgefragt, die bei dem Criminal- 
gericht in Eisen ach verhaftet waren; nur die nicht mit lat.^ 
sondern deutschen Leitern gedruckten Wörter sind nicht 
von ihm selbst erfragt, sondern aus Büchern hinzugefügt, 
köiincn aber von uns, die wir BischolTs Quellen in diesem 
Falle kennen, füglich unberücksichtigt bleiben. — Eine fleis- 
»Ige und dankenswerthe Arbeit, obschon dem Vf. eindring- 
lichere gramm. Kenntniss des Idioms abgeht. 

30. *Bright, Travels in Hungarj. Nach Wilson bei 
Harr. p. 5ä3. enthält das Werk some of the raost intelligent 
views of their origin and language. Harr, hat aber p.-535. 
daraus einige Wörter von Zig. aus Ungarn und Spanien ent- 
nommen, um mit solchen, die er in England gesammelt hatte, 
ehie Vergleichung anzustellen. 

- 31. In Transact of the Roy. As. Soc. of Great Britain 
and IreL Vol. IL Lond. 1830. 4. p. 518 — 558.: Obss. on 
the oriental origin of the Romnichal , or Tribe miscalled Gypsey 
and Bohemian; by Colonel John Staples Harriot, Bengal 
lofantry. (Read Dec. 5., 1829, and Jan. 2., 1830.) Jedoch 
lennt Predari p. 213. 258. Staples Harriot, nel discorso da lui 
letto nella Soc. di Calcutta, del 12. Aprilc 1822; Harriot's 
Vocabular, das p. 536. beginnt, enthält Wörter von Zigeu- 
wni, die Harrlot (s. p.520.) in den J. 1819— 80 in North 



22 . I. Einleitung. 

Hampshire kennen lernte. Dieser Aufsai^^ Ist weitaus das 
Beste, was je von Engländern über Jen Ursprung' der Zig. 
und ihrer Sprache g-esclirleben worden, und enthält in beiden 
Beziehungen viel Neues und Brauchbares, besonders rücksicht- 
lich der Auswanderung* der Zig. von Indien nach Persien. 
Auch beobachtet er die richtigere Jones'sche Transcriptions- 
Methode. — * üebersetzung' einer Ilarriot'schen Abhandlung 
über die Zigeuner von Edniond de Manne in Nouvellef Ann. 
des Vojages nach llienzi. 

32. "^ Interessante Mitth. über die Zig. Gesammelt und 
herausg*. ron J. P. Kindler, Nürnb. bei Raw 1831. S* 
S. Bl. f. lith. Unterh. S. 1271—72. dess. J. die Anz. davon. 
Das Büchelchen enthält Berichte über die Zigeunercolonie zu 
Friedrichslohra bei Nordhausen, und über die Beniühun- 
g'en, sie zu bestsern. Vgl. auch Tetzner. 

33.^6. Louis Domeny de RIenzi de I'orig-ine des 
Tzengaris in Rcrue cncycL 1832. Nov. p. 365 — 373. Hat 
auch ISsquisse'Tun'lablean "comparatif de la langue Tzcng-are 
ou Bohemienne d' Europe avec le Tzengare de THindustau et 
neuf idionies de Torient. Rienzi reibst gesteht, kein sonder- 
licher Philolog zu sein, und die Vergleichung mit den 9 Idio- 
men kann man ihm ohne Kummer erlassen. Interessant aber 
wäre die Mittheilung über das Indische Tzengare, wenn 
darauf, was mir mehr als zweifelhaft dünkt, wirklich sollte 
gebaut werden dürfen. Fast alle daraus aufgeführten Wörter 
stimmen mit den eben daselbst als Zig. ausgegebenen, von 
denen jedoch leider keine Notiz uns berichtet, welchem Lande 
innerhalb Europa sie angehören sollen. 

34. Gesch. der Zig., ihre Herkunft, Natur und Art. Für ge- 
bildete [NB. d. i. ungebildete] Leser dargestellt, von Dr. Theod. 
Tetzner. Weimar und Ilmenau 1835. 8. Fast nichts, als 
Grellmann verwässert; neu sind darin bloss ein paar gute No- 
tizen über Maassnahmen der preuss. Regierung in Betreff der 
Zig*. Man füge dazu noch eine höchst merkwürdige Yerfügnag 
aus dem Minist, des Innern, Berl., den 23. Mai 1842 an die 
königl. Regierung in Arensberg, die Verhältnisse der im 
Lande wohnenden Zig. betreifend, pubiicirt im Minlsterialbl. 
f* d. innere Verwaltung. 

35. lieber die Sprache der Zigeuner. Eine gramma« 
tische Skizze. Erfurt 1835. [60 S. 4.] Vom Re^.-Schul- 
rath Cr äff und er. Nach Erfragungen von Zig-, aus Fried- 
richslohra s. nr. 32. — Rec. von B o p p in Berl. Jhb. f. wiss. 
Krit. 1836. Febr. nr. 38. 39., welche Indische Sprachen zur 
Vergleichung herbeizieht. — Des Hrn. Graffunder nicht g'cnug 
anzuerkennender Güte verdanke ich, ausser seiner g'eistvolien 



Qaellen. 23 

Schrift, noch durch Vehersenimg vom 37. Oct. 1842 nicht 
allein schät'/.cnswerthc handschriftliche Zusätze zu der- 
selben, sondern auch Texte, in Bozu^ auf welche mir Hr. Gr. 
Folg'endes mittheilt: „Als ich noch einig-e Hoffnung' unterhalb 
tcn durfte, an lebendig-en Exemplaren, welche meine einzige 
Quelle gewesen, etwas für die Zigeunerspr. zu erhalten, ver- 
anlasste Ich den für die Zigeunerkinder zu Frledrichslohra an- 
gestellten deutschen Elementarlehrer, das aufzuschreiben, was 
ich hier belzuscldiessen mir erlaube. Ich gedachte es in dem 
Munde von Zig. Laut für Laut zu wägen; die Zig. wurden 
zerstreut, und das Material ist in rohester Gestalt liegen ge- 
blieben." Jene Texte, welche die Unterschrift C. Frenkel 
zeigen, und natürlich aus dem Deutschen übersetzt wurden, 
umfassen 1. die Leidensgeschichte Jesu Christi nach 
den 4 Evangelisten, vollendet im Apr. 1836. (13 S. Fol. 
d. h. Zig. und Deutsch.) 2. Ev. Luc. L 5. — V. 11. und 
3. einen kleinen Anfang des Ev. Job. Allerdings flndet man 
darin vielerlei Verstösse, als Germanismen, Missverständ- 
nisse und derg].; jedoch haben sie auch so für mich nicht 
geringen Werth, und insbesondere die Stellen aus Lucas noch 
In so fern, dass man sie zur Vergleichung der Borrow*schen 
Uebersetzung dieses Evangelisten benutzen kann. 

36r ^Dr. Fedor Possart in: Ausl. 30. Sept. 1836, 
S. auch Ausl. 1833. S. 163. 337. 342. 346. 

37/ * Samuel Roberts, The Gypsies, their orig., con- 
tinuance and destinatlon as clearly foretold in the prophecies 
of Isaiah, Jeremiah and Ezekiel. Lond. 1836. Er hält die 
Zig. für Abkömmlinge der Aegjpter; also — ein abgeschmack- 
ter Revenant und Vertreter der längst gründlich widerlegten 
Meinung von der Zig. Ursprünge aus Egypten. 

38^ 39.^ Esquisse sur l'hist. , les moeurs et la languc 
des Cigains, suivie d*un receuil de sept cents mots Cigains, 
par Michel de Kogalnitchan. Bcrl. 1837. 46 S. 8. 
firösstenthells nach Grellm. Ausg. 1., Graff. und Roberts. Die 
Wörtersammlung nicht sehr empfehlungswerth. — Dasselbe 
Buch aus dem Franz. übersetzt und mit [völlig unbedeutenden] 
Anm. und Zusätzen begleitet von Fr. Casca. Stuttg. 1840. 
71 S. 8. Zu dem Vocab. sind stillschweigend noch einige 
ans Bischoff hinzugefügt ; sonst ist das Buch durchaus incor- 
rcct und werthlos. Siehe Pott's Rec in den deutschen Jhb. 
Jqli 184L nr. 3 — 8. Vergl. auch dessen Art. Indogemi. 
Sprachst. S. 42— 45. 

40. De jydske Zigeunere [Zig, in Juetland] , og cn rot- 
velst Ordbog. Kopenh. 1837. 46 S. 8. Nach S. 31. vom 
Rector N. V. Dorph. Enthält in dem WB. auch einige 



24 I. Einleitung. 

romsche Wörter, wovon aber mehrere aas Grellm. za. stam- 
men scheinen. 

41. *F. R. Sprengler, DIss. historico- juridica de Cln- 
gan!^ sive Zigeunis. Lngd. B. 1839. Von ihm wird-aach 
citirt: * The Gipsies Advocate, Obss. on ihe origin, char., 
manners and habits of the Engl. Gipsies. Bj James Grabb. 
Lond. by Nisbet-Wcstley. 

42. Im Magaz. f. LH. des Aiisl. 1841. nr. 65. 99 Zur 
Charakteristik der verschiedenen Völkerschaften der Türkei. 

^Nach Ami Boue'' werden S.260. auch die Zigeuner geschil- 
dert. Ami Boue, La Turquie d'Europe cet. Paris 1840. 

43. Von den tatarischen Zig. In Odessa, In der 
Krlmm und im Kaukasus s. J. G. Kohl Reisen in Südrussl. 
Th. I. Dresd. und Leipz. 1841. S. 100—102.; S. 234. u. 280. 

44. llanoversches Magazin 1841. nr. 40. IT.; der 
Schluss in nr. 64. Die Wörtervergl. nr. 63. ist von keiner 
grossen Bedeutung; sonst findet sich aber in dem Aufsatze 
manches Brauchbare. 

45. 46. 47. a. Enibeo e Majarö Lucas. Brotoboro 
randado andre la chipe griege, acana chibado andre Ro- 
mano, ö chipe es Zincales de Sese (d. h. Evang. St. Lucä, 
zuerst geschrieben in der griech. Sprache, jetzt gesetzt Ins 
Romano, oder die Sprache der Zlnka1i*s in Spanien): £1 
Evangelio segun S. Lucas traducido al Romani, ö dialecto 4e 
los Gltanos de Espana. ^1837; 177 S. kl. 8. Auf der Innens. 
vorn: Ocdna enibeo lo chibö en Calo-romano George Bor- 
r w '^) , lacro e Plastani Biblica , andre foros de Badajos 
opr^ a mixa de Lalorö , chaomo e berji de Jesunvais de 1836. 
(Dieses Ev. übersetzte In Kalo-romano G. Borrow, Mitglied 
der Bibelgesellsch. , in der Stadt Badajoz an der Grenze von 
Portugal, im Winter des J, 1836.) b. The Zincali, or an 
Account of the Gjpsies of Spain. With an original collectlon 
of their songs and poetry, and a copious dictionary of their 
language. By George Borrow, late agent of the British 
and foreign Bible Soc. in Spain. In two Volumes. London 
1841. 8. (Für das Sprachliche besonders wichtig der IL Bd.). 
Siehe, ausser reichen Auszügen aus dem Buche, welche je- 
doch die Sprache nicht berühren, in vielen Blättern als Im 
Ausl. 1841, Bran's Miscellcn 1842 u. s. w., c. die höchst 

^ wichtigen Recc. des Buches von Lorenz Diefenbach: 
a. In den Berl. Jhb. f. wiss. Kr; März 1842. nr. 46 — 50. 



*) Dieser äusserst merkwürdige und etwas abenteuerliche Mann 
hat nachmals noch ein anderes MVb9k: The holy üible in 5pain 
herausgegeben. 



Quellen. 25 

/?. in Erg-zW. der A. L. Z. Aii^. 184*. nr. 68 — 70. , wozu eine > 
vollständig-e Durcliarbeitun^ des lexikalischen 
Stoffes von dieses wackeren Gelehrten Hand kommt, die er 
mir, ohne davon weiteren Gebrauch, als in jenen beiden Recc., 
gemacht zu haben, g'rossnulthig'er Weise zu freier Benutzung' 
überliess. Läg'en niclit eben jene Uecc. dem Publicum vor, 
woraus es auch die g'leichmässig-e Behandlung der bloss in 
der Handschrift mir von " Diefenbach anvertrauten Artikel er- 
ahnen mag*, so würde es mir noch g'rösseren Kummer ver- 
ursachen, Hrn. Diefenbacirs Arbeit fast ^anz in der meini^en 
haben iinterg'ehen lassen zu müssen, indem es nicht ohne die 
^rösste Unbequemlichkeit und Weitläuftig^keit hätte g-eschehen 
können, unser beiderseitiges Eig'enthum streng- aus einander zu 
halten. Zwar konnte ich, etwa mit Ausnahme von Roberts 
und Hannikels Zig*. Rede auf dem Hochgerichte in dem 
gleichnamig'en Buche, so wie eiiiig-er Werke über Indische 
Sprachen, fast alle seine Quellen auch benutzen, aber theils 
wurde es mir mit einigen erst gerade durch ihn niügllch , theils 
hatte er, namentlich in Bezug auf Borrow und seinen Lucas, 
bereits die Arbeit der etymologisch -lexikalischen Anordnung 
gethan und mir hiednrch die meinige, welche in Betrefl' des 
Lexikons oft in blossem Nachtragen bestand , ausserordentlich 
erleichtert; und dass ich überdem manche treflliche Erklärung, 
manche grammatische Notiz ebenfalls meinem Freunde ver- 
danke, versteht sich bei dessen ausgebreiteter und gründlicher 
Sprachkenntniss von selbst. Raunienge hat mir jedoch leider 
oft Abkürzungen seiner Bemerkungen geboten, und Einiges 
ist stillschwelgend unterdrückt, wenn ich glaubte, Hr. I). 
werde selbst auf dessen Haltbarkeit nicht bestehen. 

4Sf Originc e Vicende dei Zingari con documenti in 
torno le speciali loro proprieta fisiche e morali, la loro rcli 
gione, i loro usi e costumi, le loro arti e le attuall loro con 
dizioni politiche e civili in Asla, Africa ed Europa, con nn . 
Saggio di Gramatica e di Vocabulario deir arcano loro lin- 
guaggio di Francisco Predari. Milano 1841. 274 S. 8« 
Anz. von Gius. Cossa in der Bibl. Ital. 184*2. p. 228 — 236-, 
die aber nichts Neues bringt. Das Sprachliche bei Predari 
Kap. VHI. von p. 207 — 274. hat, wie breit sich auch der 
Mann niache^ und trotz der langen Liste p. 257. von Büchern, 
aus denen er geschöpft haben will, nicht nur so gut wie 
nichts Eignes, sondern auch das Alte im Grunde nur durch 
das überaus trübe Medium von Grellm. und Kogalnitschan. 

49- In: Archiv für vaterl. Interessen oder Preuss. Pro- 
vluzlalblätter. Herausg. von 0. W. L. Richter. Neue 
Folge-. Jahrg. 1842. Erstes oder Juli -Heft. Köuigsb. 1842.8. 



. i 



26 I« Eiulcitang. 



& S5 — 59.: 9,EibnogT. und gesch. Nothen über' die Zig-eu-^ 
ner.^^ Vollständig' ist die Abhandlung für sich erschienen 
unter dem Titel: Etbnogr. und gescbicbil. Notizen über die 
Zigeuner, gesanunelt durch Carl von Heister, Königl. 
Preass. Major. Königsb. 1842. 160 S. 8. lieber Sprache 
S. 60 — 68. nicht sehr bedeutend; fälschlich werden die Phra- 
sen bei Rüdiger Bacmeistern zugeschrieben. Zufolge S. 6. 
soll das Buch gewisserniassen eine 3. Aufl. von Grellni. sein, 
aber „weniger breit, lesbarer, bereicliert mit den niannichfachen 
neuen und wichtigen Wahrnehmungen eines halben Jahrhun- 
derts ^% und man kann ihm diesen Platz, den es sich selber 
glekt, mit Ehren einräumen. 

50. "^ Ein Aufsatz in der Salzburger mediclniscben 
Zeltung, Ich weiss nicht ob vom J. 1842 oder 43. '^). 



Warnen der Zigeuner. 

Es giebt, natürlich mit seiner grossen Zerstreutheit we- 
gen, kein anderes Volk auf Erden, welches so viele verschie- 
dene Namen trüge, als das der Zigeuner; und aus diesem 
Grunde wird eine kritische Cntersuchung derselben zur Noth- 
wendigkeit, um unter der Hülle dieser grossen Namensver- 
schledenheit inmier dasselbe Eine Volk sogleich wiederzu- 
erkennen, oder nach Umständen auch solche Völkerhaufen von 
Ihnen auszuscheiden, die bloss irrthümlich mit ihnen identificirt 
wurden. Indem wir diejenigen Benennungen für Zigeuner zur 
Seite legen, welche, ohne irgendwo eine volksthümliche Gel- 
tung zu haben, bloss phantastischen Ansichten von Gelehr- 
ten Ihr müssiges Dasein verdanken, und welche ohnehin der 
Liebhaber bei Grellm. aufgespeichert findet, unterscheiden wir - 
1. solche Namen ^ welche bei ihnen selbst üblich sind, und 
S. die ihnen von anderen Völkern, mit denen sie in Berüh- 
rung kamen, gegeben, oder doch für sie in Anwendung ge- 
bracht worden. Erscheinen jene zur Ermittelung ihres Ur- 
sprungs von grösserer Wichtigkeit , so schliessen letztere doch 



*) Nach brien. Millli. von Diefeiib. vom Mai 1843.: „Bei Scliloss 
Willgenslein ) in Sasemannhausen, isl ein ganzes Zigeunerdorf und 
noch mehrere in jener Gegend, zwei Tagereisen von Hanau. Eine 
Zigeunerin dorlher sagte mir: auf Schloss W. befinde sich ein hand- 
schriftliches ihren Leuten abgefragtes MVB»^^ 



Nämcn der Zio[eaner. 27 



"O 



oft eine (mltanter freilich falsche) Ansicht oder Beobachtttngp 
ein 9 die sich als charakteristisch an ihnen herausstellte; und 
auch diejenigen Volks- oder Ländernamen erhalten eine beson- 
dere Bedeutung*, M-elche von den Zig-eunern ihrerseits ausg'In- 
^en. Den Benenmingsg'rund jenes Volkes aber haben einen 
grossen, Theile nach: 1. Farbe, 2. Geschäft, 3. wirk- 
liche oder vermeintliche Herkunft abgegeben. 

I. Von der schwarzen Farbe, a) Borrow L 38: 
„Aniongst themselves thej have three words to distinguish 
them and their race in general: Zincalo, Romano, and 
Chai (s. u.). They likewise call themselves „Cale.s," by 
which appellation indeed they are tolerably well known by tbe 
Spaniards, and which Is merely the plural termination of tke 
Compound [?] word Zincalo, and signifles, The black mcn.^ 
Die Plural - Endung ist hier spanisirt; wogegen sie ächtromscb 
auf e ausgehen würde. Im Sing. Calö, Caloro A Gypsy, a 
black; fem. CalH A Gypsy woman. Jitina. — „Kahlo Zi- 
geuner ^VRtw. — Rüdiger Zuwachs I. 79.: „die Zig. nen- 
nen sich Kalo [eig. Sing.] Schwarze, da sie doch nur gelb 
sind, und die Europäer Pani, Blanke, völlig wie die Indianer 
durchgängig.^^ — Kola Schwarze, Mithr. I. 237« ist nicbt 
mit Kouly (s* sp.) zu verwechseln , und wahrscheinlich blosser 
Druckfehler st. Kalo iui Sing., obgleich auch Puchm. S. 17« 
koVarav ich schwärze, mit o hat, st. a S. 15. 41. in dem-' 
selben Worte. — Puchm. Vorn sagt: „der Deutsche Zig« 
nennt sich Sinde (Zinde, wie er hinzufügt; s. u.), der in 
Ungarn und Böhmen aber Rom (der Mann) oder Kalo (der 
Schwarze). Der Rome in Böhmen theilt sich in 2 Partheien: 
1. der eig. Kalo, dessen Väter aus Ungarn hereingezogen 
sind. 2. die andere Parthei, die ich (sc. Puchm.) zum Unter- 
schiede von den Kalo, Parno (die Weissen) nennen wjll, be- 
steht aus Nationalen der niedrigsten Klasse, die sich an KiUi- 
nen angemacht und mit ihnen Kinder 'gezeugt haben. Der 
Rome spricht, ausser der romschen, auch die Sprache des 
Landes, in welchem er sich aufhält; viele der Parno sprechen 
auch Zigeunerisch, obgleich schlecht und fchlcrlmft, und die 
letzten Alle die Ilantyrka (s. o.), mit der sie übrigens sehr 
geheim halten. ^^ Hieraus erklärt sich nun das Paui bei Rü- 
diger; es ist der Plur. für parne Weisse, welches Wort auch 
z. B. bei Harr. p. 557. pano (white) sein r eingebüsst hat; 
kalo (niger) findet sich übrigens in Indischen Sprachen s. Lex. — ^ 
b) in Per^ien heissen sie Karächee, K^aratchi, Karachi, 
literally swarthy; a Tnrkish word of Azerbfjan (from kara 
black, wlth the particlpial termination chi as an affix) Harriot 
I. L p. 524. , Malcolm Ulst. of Persla T. U. p. 596. , und als 



28 I. Eiiilcituiiff. 



O' 



mit den Chinganis orJing'anis in Consiaiitlnopel und den 
Gjpsics in Eng-land identisch bei Ousely 1. c, wie auch das 
dortige Vocabiilar ersieht. Der in Chorasan vorkommende 
Name Karashmar mnss auch wohl jenes Wort enthalten, 
etwa nebst pers. shumär (numerus)? c) Kraus hat nicht nur 
Sinto, teskero, jedoch bloss im Plur. (mithin Sinte), und 
Romma awela ,, Männer [nämlich: ihres Volks] kommen ,^^ son- 
dern auch Kalo und Me Hello, p1. le. SoauchZipp.; Bisch. 
Mellele Schwarze, und Melleli tschehl (schwarzes Volk). In 
dem Sinne von mePalo (schmutzig-) bei Puchm. w erden sich 
die Zig*, schwerlich selbst nehmen, sondern bloss nach . der 
dunkleren Haut diese Benennung* sich beig-eleg-t haben. Das 
erste e scheint nicht aus a entstanden (s. im Lex. melleli Dinte, 
Sanskr. mela, das man allenfalls aus dem Griech. f.ii\av her- 
fiberg-enommen deuten könnte u. s. w.): sonst würde man mel 
(Schmutz) Puchm. mit Sanskr. mala (dirt, filth) identificiren, 
woher malina (dirty, filthy, foul, aber auch black, und im 
Sinne des Lat. malus), ferner mallnämbn (Dinte, eig*. schwar- 
zes Wasser) und malinasya (schwarzen Antlitzes d. i. a sa- 
vage , a cruel or ferocious man) nach jener sehr richtig-en. Far- 
bensymbolik für den moralischen Charakter. Uuss. czcrn" 
(Schwärze; Gesindel, Pöbel) s. Kohl in seinen Reisen an 
y. Oo. d) in der czechischen Gaunerspr. Pchm. S. 81. Czer- 
"njcy d.h. unstreitig*: Schwarze, nach dem Slawischen, da in 
jenem Jarg-on auch czerno und czerna für finster und finstere 
Nacht steht, so g-ut als Schwarz (Nacht) und Schwärze (Nacht, 
bes. dunkele) im Deutschen Uotwälsch. — Im Dan. Gauner- 
jarg'on dag-eg-en heissen die Zig*. Smaelem Dorph S. 44. 59. 
und im Deutschen Rotw. bei v. Grolni. S. 65. Schwaehlemer, 
Schwehlemer Zig-euner, schw^aehlemisch zig'eunerisch ; S. 135. 
Zigeuner Schmehlemer, Geschmol, pl. Geschmeilim, Schwaeh- 
lemer, mit einem mir unverständlichen, aber vielleicht jüdi- 
schen Ausdrucke*); sonst aber noch Sande, Sende (s.s^.) 
und Manusch, Manisch d. h. Mensch, wie Rom; auch roma- 
nisch (g'aunerisch) und als Zig-euner -Wort runiini (Frau). — 
e) Im Finnischen, ausser Tattari, noch Mustalainen von 
rinn, musta schwarz, mit Gentilsuffix: (v. Schröter, finn. Ru- 
nen 1834. S. 163.); und der im Plattdeutschen übliche Ver- 
g-leich „schwarz wie ein Tater (eig*. Tatar)" bezieht sich 
ebenfalls auf sie. — Ssiah llindii (schwarze Illndu's) bei 
Herbelot g^eht nicht auf sie, sondern die Zeu^l in Afrika; 
8. sp. — Issing"! als augeblich türk. Name der Zig*, aus 



*) Etwa \on Samaei, dem Anführer der yerdammten Engel nach 
rabbiiii»€her Mjrlhe ? Vgl* Heister S. 8. 



Nansen der Zigenncr. 20 

LeoncL Ann. Snit. Otlim. Parisi. 1650. p. 165. 460. bei Hasse 
scheint mir an sich eben so unsicher, als dessen vcrniuiheter 
Ursprung* aus Arab. ischlthani (nig^er) Golius, Lex. Ar. p. 1154* 
vgl. Cast. II. 3727. 

IL Vom Geschäfte, a) Weigel , Nengr. - Deutsch - 
ItaL WB. Leipz. 1796 hat S. 546.: ^, Kujl;/ßaog , der Krä- 
mer, kleine Krämer, il merciajuolo« Der Zigeuner, il Zingano, 
Zingaro^^ und so auch Kog. p. 2., unstreitig vom Ngr. xar^Y- 
ßiXa das Ilausgeräth, Gepäcke, auch DC. Id. und xcoT^/ßila 
(supellex, vasa). Die Herleitung dieser Benennung im Han. 
Mag. a. a. 0. S. 511. kann ich nicht billigen. Hienach 
nämlich soll die Vordersjlbe dieselbe sein als im Beinamen 
xuT^dxogf den Mauromichalis , und xazl^ijg, welchen dessen 
Vater führte, sowie in xuT^ixa (Ziege), Katze und Kosack; 
woraus geschlossen wird, dass darin der Begriff des Leich- 
ten und Gelenken, des Herumstreifenden, Unsteten, Flinken 
liege, b) Nach Harriot in Schweden Spakaring. Damit 
kann er nichts Anderes meinen, als scliwed. spä-käring oder 
- quinna (devinereuse. Diseuse de bonne aventure) von käring 
(vieille) als fem. zu spa-man (Zauberer, Wahrsager u. s. w.). — 
So auch in Jütland Spaaemaends-folk Wahrsagervolk, Spaae- 
quinder Wahrsagerinnen; v. Heister S. 125. — c) Bei dem- 
selben: In Scotland: Tinkler (nach Motherby über den schott. 
Dial. steht das Wort gleich dem Engl, tinker, Klempner, Kes- 
selflicker) or Caird (bei Motli. Caird, A tinker, a gipsj) 
as they are calied in the Highlands. — Im Lex. Gael. of the 
Highl. Soc. Ceärd s. m. Ceäird, Ceirde. 1. A mechanic: 
faber (ob aus Lat. cerdo?) 2. A tinker: figuins, vasorum 
sartor circumforaneus ; und im Lex. Anglo-Gael. p. 535. Gipsy 
s. A vagabond who pretends to foretell futurity commonly 
by palmistry or physiognomy: ceard fiosachd (das 2. W. 
bez. Foretelling, divination, sorcery); ban- fhiosaiche (als 
Fem. von fiosaiche, A soothsayer, auguir cet.) baobh (a sor- 
ceress, enchantress) shiüblach (siubhlach A vagrant man 
or woman). — ^) Im Dänischen bei Dorph S.S. fg. Kj ei- 
dring. G. H. Müller, Dan. -Deutsches WB. 1800 hat Kiael- 
tring oder Kieltring Lumpenhund, schlechter Kerl (coquin, 
maräud, Hasse Dan. -Frz. Handlex.1 und Klaeltring pak Lum- 
penpack , Lumpengesindel , wie im Schwed. Kaeltring (bei De- 
len übers, durch Coquin, Faquin. Maroufle, Belitre, welches 
wahrschein], aus dem Lat. balistarius als einer verworfenen 
Menschengattung s. DC. herrührt, wenn ich schon nicht ge- 
rade mit den Preuss. Prov. S. 36. daraus Philister = Zig. 
in Polen herzuleiten wage). Dies Wort möchte nun mit 
dem Han. Mag. allerdings wahrscheinlicher auf schwed. kaelt 



*30 h Einlcitang. • 

(dcmande Instante et enmiyante) bezogen werden, als mit Dorpb 
auf kjedel Kessel, und dreng* Mann, falls nur dann erklärt 
wäre, wie es Im 16. Jh. eine Art Handwerker bezeichnet ha- 
ben könne. Dorpb sag't, die Zigeuner würden nach der Kes- 
Belflickerei so benannt, und Natniaendsfolk (ei^. Nacht- 
lente, ruidang-eurs) von dem Gewerbe der Pferde -Abdeckerei. 
e) in Perslen Lürl, or Luli, deduclble from loharl (Hindi) 
A sniltb. Harr. p. 518.525., wenn man nicht etwa daraus ein 
Gentile, wie von Lahor, Loristan, machen zu können denkt. 
Shakesp. Hindust. Dict. bat nur lobär, luhar (Schmidt) hinten 
ebne i. f) Arab. Cbaranil (Räuber). 

HL YermeintHcbe Heimath und Verwechselung 
mit anderen Völkern, a) In Deutschland nennt sie der 
gemeine Haufe aus Unwissenheit und blosser Verwechselung* 
weg'en ihrer räuberischen Züge Tatern oder Saracenen 
a. 8. w. Rüd. Zuwachs L 55. Schon bei Seb. Münster. In : 
J. Müller und W. Weitz, Aachener Mundart. 1836. S. 244. 
9,dieTatter, eig. Zigeunerin ; geel, (gelb) wie en Tatter. 
Hee säet engen de worret wie en Tatter, er sagt einem die 
Wahrheit gerade ins Gesicht. Das Engl, tatter Lumpen ist 
riell. auch von der zerlumpten Kleidung dieses herumziehenden 
Volkes herg'enommen. In der älteren Zeit biessen die zur 
fiiebenjährlichen Ileillgthumsfarth nach Achen pilgernden Un- 
g'arn und Siebenbürger ebenfalls Tattern. Ein Volkswitz 
sagt von grossen einzeln liegenden Steinen, dass die Tat- 
tern solche liegen gelassen, was sich vielleicht noch aus den 
Zeiten der (Sichrecklichen Hnnnenverwüstung herschreiben mag. " 
FInn. Tattari (Tatarus, ZIngarus) Renval, Lex. Finn. Schwed. 
Taitare, Dan. Tater. Müller Dan. WB. sagt: „das Wort 
Tater ist eig. das corrumpirte Tartar (nein: Tatar ist rich- 
tiger!), allein der gemeine Mann in Dänemark [also wie in 
Deutschland] versteht darunter nicht einen Mann aus der Tar- 
tarei, sondern jenes Raubgesindel, das unter dem Namen Zi- 
geuner in Deutschland bekannt ist.^^ Im Dan. Rotw. bedeutet 
Tataris, en Morian, Neger. Stich hält übrigens schwerlich 
Arnklels Deutung des Worts „von ihrer anbekannten Sprache, 
80 man Dattern (und Schnattern) nennt. '' Heister S. 12. Bei 
Schottellus, Teutsche Hauptspr. S. 1299. : „Dattern anserum 
est;^^ Vgl. Engl, tattle. — b) in Persien Kauli; quasi 
Kavuli or Kabuli, an inhabitant of Kabul? Ilarr. p. 518. vgl. 
Malcolm, Hlst. of Pers. T. I. p. 117. Bei Chardin, Voyages. 
Paris, 1723. T. HL p. 145. Koulj, vgl. Predari p. 203. Je- 
denfalls nicht zu verwechseln mit dem obigen Kalo; vielleicht 
aber durch Irrthum daraus gebildet. Die Coulies, Caller, 
räuberische Horden In Indien mit einem Polygar oder Haupt- 



Namen der ZisreHBO*. 31 

Wnge an ihrer SpHz« s. Matth. Clirisiian Spren^rs Erdbeschr. 
Ton Ostindien llanib. 1801L S« 5. kommen wohl scliwerlicli in 
Betracht, ang'earhtet man das \^'ort Polyirar mit dem Namen 
eines Zig-eanerhänptlin^s Polg-ar in Ung'arn (Grellm. H,3Ml) 
c^mbiniren könnte, welcher aber schwerlich mehr besa^ als 
Ungar, pol^ar d. i. Bürg'er, Indem die Zig'euner häuiig' Ki^en- 
namen des jedesmalig'en Landes annehmen, wo sie sich anf- 
halten. Ein Polyg'ar chief bei Oiisely Trav. I. 84. Benfey In- 
dien S. 224., sowie über Coolies S.d., nnd Kola bei Wlls. 
Ob das altpers. koulan (mnsicien) s. sp. — c) Ae^vpter, 
als: JfgT, rv(pTog (^Aiyvnjiog) j Fem. rifprij, neben IXf^yavog, 
7Xi)yarfi bei Weigel, Tcntsch - Neiigr. Wo. Leip«. 18(.'4. — 
Engl. Grpsies und Span. Gitanos = frz. E^ryptiens; b. 
DC. T. Aegryptiaci. Flaml. Eg'yptener nach llervas Voe, 
Polig>l. p. 120. Daher auch Färäwni (Pharaoniden) Im Turk. 
(Hasse S. 6.. Preuss. Proy. S. 37.) ; nnd „ in Uni^arn hiessen 
sie ehedem Pharao nepek [d. h. Pharaonis g>entes , als pl. von 
nep], und in Siehenbürg'en i^^t das noch jetzt der Name, den 
Ihnen der gemeine Mann glebt^^ Grellmann, sowie ebenfalls 
Ung-. Pharao nenr/etseg' d. h. Pharao's Ge:?chlecht, Kog*. 
p. 2. Dahin zielt dann auch einigermassen Ileydens und 
Hey denen (Gentlles, s. o. Vulc.) bei den NiederlÄndem. 
d) Frz. Bohemlens, weil, sagt Grellm. , nach Frankreich 
die erste Nachricht von ihnen aus Böhmen herkam, woge- 
gen Hasse S. 12. bemerkt: „nicht M^eil sie aus Böhmen 
kamen, sondern weil man sie mit den In der Folge umher- 
streifeiiden böhmischen Brüdern In eine Classe setzte. 
S. hierüber Bayle unter dem Art. Boheniien.^^ Hervas Vocab. 
p. 121. erklärt die Benennung aus dem Umstände, dass die Zig** 
Briefe des Königs Siglsmund von Böhmen vorwiesen, erwähnt 
aber BoreFs Meinung Im grossen Dict. de Trevoux, wonach 
sie vom altfrz. boem (prestlglatore) oder dem Provenz. bäume 
(ritiro) stammte. Pasquier (s. Preuss. Prov. S. 137) dachte 
sogar an kclt. banieln bezaubern, boi^m bezaubert, das übri- 
gens, falls es ein junges Wort wäre, erst umgekehrt ans 
Bohemien gemacht sein könnte. Herbelot suchte darin den 
Nqgcrstamm Boraiin v. Heister S. 89. e) Bw. I. p. 37. : „ G 1 - 
tan OS, or Egyptlans, is the name by which the Gypsies have 
been most gencrally known lu Spain, In the ancient as well 
as In the modern perlod, but various other names have been 
and still are applied to them; for example, New Ca st III- 
ans, Germans, and Flemings; the first of which titles 
probably origlnated after the name of Gitäno had begiin to 
be considered a torm of reproach and Infamy. They luay 
have thtts designated themselves from an unwilliogness to ut- 



32 L Einlcitang. 

ter, when Bpcabin/^ of tlieraselvcs, tho» detestcd cxpression 
^^Gitano,^^ a word wliich scldom escapcs tlicir niouths; or it 
may have bccii applied to them first hy the Spaniards, in 
ilieir mutual dealing'ä and coniniunioation , as a terui les» cal- 
culated to womid iheir feeli.ng's *) and to beg'et a spirlt of 
aniiuosity tlian thc other; but, however It nrig'ht have orig*!- 
nated, New Castilian, in course of Urne became a terni of little 
less infaniy than Gitano; for bj the law of Philip thc Fourth, 
both terms arc forbidden to be applied to them under severe 
penalties. — That thcy were calied Germans **), may be 
accounted for, either hy the supposition that their g-eneric na- 
nie of Rommany was misunderstood and mispronoiinced by the 
Spauiards among'st wlioni they came, or from the fact of their 
havlng" passed tlirough Germany in their way to the south 
(vg^I. Bohemiens), and^ their bearing- passports and letters of 
safety from the various German states. The title of Fle- 
mings, hy which at the present day they are known in va- 
rious parts of Spain (etwa von dem Aufstande Flanderns her?), 
would probably never have been bestow^d npon them but 
from tlie circiimstance of their haviiig been desig^nated or be- 
lieved to be Germans, — as German and Fleming' are con- 
sidered by the Ignorant as synonymous terms. Ein ähnlicher Aus- 
druck als NcucasüHer war der durch Maria Theresia als ofßcielle 
Benennung' festgesetzte : Uj Mag-yar (neue Magyaren) Grellm. 
S.188., Neu-Banater und Neubauern, v. Heister S.112. 
IV. a) In Milth. aus dem Leben eines Uichters II. Bd. 
(Hamb. 1840) enthält „das Leben eines Betrügers ^^ 8.289. 
mancherlei Notizen über Zigeuner, namentlich S. 293 f. Eine 
Sage S. 324 — 325. ist in so fern nicht ohne Interesse, als 
sie, gleich so vielen anderen ethnographischen Namensdeutun- 
gen, den einen, Sinde, erklären soll, welchen nach Puchni. 
die Zigeuner Deutsclilands unter sich führen. In einem gro- 
I Bsen Ueiche gen Osten, so heisst es, lebten die Zig., beherrscht 
ivon einem Könige Sin. Um dessen Tochter freite der König 
\Talani (der Richter denkt an Tamerlan) ; erhielt sie aber nicht, 
and überzog den Sin und dessen Volk mit Krieg, worin Sin 



*) Vergl. z. B. Israelil» mosaischen Glaubens u. s. -w. st. Jude^ 
Trelcher Ausdruck gehässigere Nebenbegriffe zu erwecken pflegt. — 
JichancOy fem. a, im Vocab. scheint doch aus Span. JitanO) a 
mittelst eines neuen Suffixes entstanden. ^ 

**). Daher germanesco C^ui appartient ik rar<<;ot ou jargon des 
Bohemiens cet.) Cormon Dict. , und Germania, was also wohl nicht 
eine Brüderschuft bedeuten soll von Lat. germnuus = Sp. hermano. 
Grimm. Gr. I. 20. ed. 3» Aber ich -weiss nicht, ob auch das W. 
Alemannos für Zigeuner gilt, wie doch obige Stelle Ausland 1841. 
Juni nr. 181. Terstanden wird. 



Naiben der Zigeuner. 33 

das Leben verlor. Das g'eschlag'ene Heer zerspreng'te sich 
und zog* in grossen und liieinen Schaaren nach Westen , und 
nannte sich nach dem nng-lücklichen Fürsten — Sin de. — 
Grafltunder Ms.: ^Adjectivisch Kalo, i, pi. Kaie, und Stn- 
do, i, pl. Sinde (mit scharfem s; das benierlkt GraiT. aus- 
drückiich) werden für Zigeuner gebraucht; letzteres gern 
in der Zusammenstellung: Romnisinde.^^ — Unweit Hanau 
sah Diefenb. zwei Zigeunerinnen, die sich selbst ,,arme Schwär- 
zet^ nannten, und erklärten, Sinti (oder Sindhi) bedeute 
,, Leute, ihre Leute <^ Briefl. Mitth. Diefenbach's vom 17. Mai 
1843 9 woselbst es weiter heisst: „Sie sprachen („rackerten'^ 
ihre Sprache bald rein , bald mit Deutschem gemischt , je nach- 
dem sie sich verstanden glaubten; sagten mir: Dass ich ihre 
Sprache rede, „stehe mir schön''; was nur die GadschS dazu 
sagten? Wenn ich nicht selbst Rom sei, müsse ich doch mit 
solchen viel verkehrt haben.'' In der That scheinen diese 
Ausgestossenen gar nicht zu begreifen , wie irgend jemand an- 
deres, als ihres Stammes, etwas von ihrer Sprache wissen 
könne. So ward Borrow auch für einen Rom gehalten, und 
über V. Heister S. 144. staunte man ob seiner romschen An- 
reden desgleichen. — Zippel schreibt an Kraus: „Die Zig. 
heissen Sinte, das Wort ist nur im Plur. üblich, und seine 
Decl. ist folgende: 
N. ' Sinte. 
G. Sintengero, z. B. Siutengero koola (der Zigeuner 

Kleider). 
!p. Sintende, z. B. De tu adda Sintende liel. 
A.l. Sintenge, d. i.: für die Zigeuner. 
A. 2. Sinten. 
Abi. 1. Sintender, z.B. Slntender awela, von den Zigeunern 

kommen. 
Abi. 2. Sintcnssa. 
Das e in der 2. Sylbe ten grenzt sehr nahe an i. Auf die 
Frage: Wie die Zig. es ausdrücken, wenn sie andere ihrer 
Nation ankommen sähen, sagte mir der Bauer [ein lithaui^cher, 
der in seiner Jugend viel mit Zigeunern verkehrt war]: Sin- 
tender avela, von den Zigeunern kommen. [Soll etwa das erste 
= des Cygains stehen? avela heisst bloss: er kommt.] 
Mein Sprachmeister (Adam) bestätigte diese Benennung, wel- 
che ich doch von ihm nicht hatte auspressen können. [Von 
Misstrauen dieser Art spricht auch Puchm. S. YIII. Grellm. 
S. 150. Bw. I. p. 60.]. Das Wort Mellele hatte ich nach 
vielen und öfteren Fragen." (An einem andern Orte bei 
Zipp. aber steht: Okf awena Romma Sieh, da kommen 
Zigeuner!) Daraus auch Berl. Monatsschr. S. 366. und mb 

«I 



34 h Einleitang. 

letzterer Bfseli. S. 1€., nur dass dieser im Gen. Sintengeri 
setzt, ferner als Instr. Sinteaha, verniuthllch aus cifguer 
Fabrik, aufti.clit nnd Sinten zum Dat., daii^egen Sint^nde 
zum Are. ])1. macht. Erinnert wird dabei an den Namen des 
Indus (Siudbu), dass südöstlich unter dessen Au^fluss der 31eer- 
busen von Shindy sei und dass Thevenot in dieser Geg-end 
Sig-aner und Singancr wohnen Ia?se; mit Anführung' von Äen- 
nels Karte von Ostindien und Grellm. S.325. — Predari p.35. 
sag-t. auf Ilaack, Vocab. Lithuan.-Germ. Hai. 17ä0. sich be- 
rufend: Essi si chiamano altresi sinte, il quäl vocabolo e la 
denominazione nazionale di una parte deg'li abitanti della Li- 
tuania. Ein Passus, den nicht zu verstehen ich bekennen 
muss, faHs der Vf. nicht etwa an Schamaiten dachte oder g^ar 
an die Winden , Wenden , - welchen Namen SchafTarik Gesch. 
der Slaw. Lit. S. 491. auf Inder, Hindu [im Sanskr. Saindha- 
wa!] bezielien wollte, in seinen Alterth. aber mit Recht 
nicht {mehr so fasst. Goth. sinths (iter) und gasinthja 
(comes), woher auch Gesinde, wären zwar dem Buchstaben 
nicht zuwider, müssen aber aus sachlichen Gründen unstreitig* 
bei Seite liegen bleiben, obschon sich in Dänemark herumzie- 
hende Vag'abonden Reisende nennen. Schon Indog'erm. Spr.^ 
S* 42. ist des Sam^kr. Gentile Saindhawa (Indi accola) g'edacht, 
und dag-egen Hesse sich lautlich nichts einwenden. Nämlich 
Sinde, oder Sinte, hat nach Graff. ausdrücklich hartes s, und, 
wenn g-leich eine weiche Aussprache dieses Zischlautes theils 
aus Puchmayers Schreibung Zinde theils aus dem Umstände zn 
folgen scheint, dass Zippel, der gewöhnlich hartes s durch 
SS wieder giebt, bloss Sinde schreibt, so dürfte das nichts als 
reiner Germanismus sein. Bei Adam im Hindi -Kosha Calc 
1829. steht 1. Saindhawa subst. m. Sindhud^^a kä lawan'a 
wa g-höd'a d.h. Salz oder Pferd aus der Sindhu- Gegend (al- 
so wie auch im Sskr. Wils.) , 2. s e n d h ä subst. m. Lawan'a 
wif;^sha (ausg'czeichnetes Salz), namaka Lahaurt (Salz von 
Lahor ; s. ob. Lüri). Und Hasse hat S. 38. daher wohl g^ar 
nicht Unrecht, obiges Sinde mit dem Namen JStvdol, i'&vog 
^Ivdixovy kaxi di noXig ixet atvStxbg Xtftijv Xeyofih't], Hesycb. 
g'leich zu stellen; aber man kann es füg'lich nicht anders als 
für eine arg^e Verirrung* halten, wenn derselbe S.33^36. die 
Zig-euner, mit Ausschliessung' der 2tvdol am Bosporus, an die 
2ivTioi UvSqiQ auf Lemnos Honi. II. I. 595. (wo freilich El- 
senarbeit, w^elche auch die Zig-. Heben, zu Hause war) und 
an die Sivuig u. s. w. bei Strabo, Hesychius, Eusth. ad Pe- 
rieg". Y. 767. ApoHon. IV. 312. als^ deren Vorfahren anreiht, 
indem Cing^esen, Clag'esen (Ktaytjaoi Ptol.) ^ine Verlän- 
gerung', besonders Im Munde der Römer, und SInselr, Sin- 



Namen der Zigennen 35 

ier eine VerkürauDg' aus Sig'ynnen seiu soll! Nicht M^eniger 
zweifelhaft däiicht mir Borrow's Annahme (^Vol.I. p.3.), wo- 
nach „Zincall^, a term hy which these people, especialiy 
tbose ofSpain, sometinies desij3;iiate themselves, and the mea- 
ning: of which is believed to be , The blach me»t of Zend or 
Ind (als wäre es Zin-cali) das ursprüngliche Wort sei für 
Russ. Zigani, Türk. und Pers. Zingarri, Deutsch l^fg-euner 
u.. s. f. 

b) Bw. I. 38: Amon^st themselves they have three words 
(ausser Cales s. o.) to disting'uish them and thefr race in g^e- 
ncral: Zincalo, Romano and Chai* Chai is a modifici- 
tion of the word Chal, which, by the (ilianos of Estrema- 
dura, is applied to Kg-ypt, and in many parts of Spain is 
eqnivalent to „Heaven^^, and which is perhaps a modifica- 
tion[?J of ,,Cheros^^ [aus dem Walach. |, the word for heaven 
In otber dialects of the Gypsy lang^ua^e. Thus Chai mar de- 
note, The men of Eg-ypt, or, The sons of lleaven. It is, 
however, right to observe, that amon^st the Gitanos, the 
word Chai lias frequently no other sig-nification than the sim- 
ple one of ,,children^^ Merkwürdig gc>nu^ scheint damit der 
bei den Bewohnern der kleinen Bncharei für sie übliche Name 
Djaii (Georgias Beschr. aller Völker des Uuss. Reichs. Pe- 
tersb. 1776 ffl 4. S. 146.) rollkommen /«n stimmen; denn eine 
Verg'leichung' dieses Worts mit: Zigeuner u. s. w. Grellm. 
S* 22. hält nicht Stich , obgleich sie auch von Rienzi i^elheilt 
wird, der sogar, Georgias Angabe als falsch verwerfend, 
Tziaghi als den richtig-en Ausdruck ang'iebt. Nun muss man 
aber wissen, dass, wie Zippel angemerkt hat, die Zig*, „von 
eignen Kindern tschave (filli), t."=chaia (filiae), dagegen von 
anderer Leute Kindern rakie und rakja sagen'', was vielleicht 
noch mehr ist als eine der Lat. Ilberj und pueri entsprechende 
synonymische rnterscheidung, so nämlich dass tscliave stren- 
ger „Kinder ihres Stammes'' bezeichnete, oder dasselbe, 
was pleno noch mit dem adj. Zusnt'/e romano: z.B. Bw. Voc. 
p. 28.: „In the English dialect, Chab; e. g. Romniany 
Chab 'A Gypsy boy' or 'fellow'; whence the cant expression, 
Rum Chap", und bei Zippel: „die Zigeuner, die sich selbst 
Romanitschave d.i. Menschenkinder nennen", als Plur. von 
tschavo (Sohn). Obschon nun allerdings, wie später gezeigt 
wird, Unterdrückung eines 1 nicht ungewöhnlich im Zig. ist, 
go dürfen wir doch in diesem Falle eher auf Abhandenkommen 
des Labials rathen. Ja Bw. selbst I. 235. hat sogar Chabos 
neben Chai! Das Wort Chai aber, wofür im Vocab. Char m. 
(1. Heaven. Cielo und 2. Egypt) angegeben, und sogar in der 
ersten Bedeatong, gewiss falsch, aus Sskr. swar und Pers. 

3 "^ 



36 I« EinleituQg«« 

isclicrkh erliläri wird, ma^ ursprttng'lich einen ähnlichen Be* 
^riff als Paradies ausdräcken und so später auf Aegypten als 
die yernieintlichc g'lücklichere Heimath des herum irrenden Volk-« 
chens bezo^eji sein. Es bleibt aber sehr zu beachten , dass es 
noch ein anderes gleichlautendes Wort giebt, welches sich eben- 
falls mit dem Adj. roniano verbindet. Das ist tsrhehl *} 
(Volk) Bisch., woher bei ihm auch Melleli tschehl^ (schwarzes 
Volk =: Zig*, s. ob.). Hieraus erklärt sich nun bei Graff. S.51.f. 
,,Romnitschtil und Romnimänusch. Wenn Zig'enner 
einander begegnen, rufen sie sich ^ und wären sie aus entfern- 
testen Zonen zusammengetroffen, mit den wohlbekannten Lau- 
ten an: Han dume Romnitschel? Seid ihr Romnitschel? und 
sofort beginnt der Freudentanz ^^ Graff. erklärt jene Ausdrük- 
ke als „Menschen, vom Weibe, romni, geboren'*, was Kog. 
p. 2., der ihn abschreibt, flugs zu fils de la femme verkehret. 
Ich habe bereits in meiner Rec von Casca die , auch von Hei- 
ster S. 9. gebilligte Vermuthung ausgesprochen, dass diese 
Erklärung sich nicht rechtfertigen lasse. Es liegt darin nicht 
romni (mulier) , sondern durch Synkope **) gekürzt romano 
(zigeunerisch) Puchni., dessen End-o inCompp. zu e oder i wer- 
den muss, wie bei den Adj. es üblich ist. Man beachte, dass 
manusch = Sskr. manusha oder manushya (homo) und dies 
Wort nach v. Grolm. auch allein den Zigeuner bezeichne. 
Predarl's Bemerkung p. 35. übrigens „Essi chiamansi indistin- 
tamente col nome dl Romi, Manusch e Gedzo, vocaboli 
che tutti signißcano uomini (vgl. Grellm. S. ^2. 1.) e che 
appertengono (? ?) il primo al copto, il sccondo al sans- 
critto, il terzo al celtico" hat in keiner Weise tieferen 
Boden unter sich. Jedoch so viel gentigt, um unsere obige 



♦) Freilich kÖtinle man Eweifeln , ob das Wort wirtlich auch 
„Volk'* bedeute. Falsch wird es Preuss. ProT. S« 33. mit schel 
(100) verglichen, und hat auch sicherlich nichts mit Zig. tsche* 
lo Zipp. und celo (ganz) Pchm. S. 73., einem eig. Slaw. Worle 
= Poln. c»{y U.S.W, gemein. Graff. S. 51. weiss nichts zu seiner Er- 
klarung , bringt aber kobatscheno und - tschelo „derjenige " (eig. 
der Mann; etwa Sskr. dshana, Mann?) bei, welches Hisch. als 
tsch^no (Mensch; s. auch Feind) kennt, und das bei Harr. p. 535. 
in dem Span. -Zig. matto-chino (betrunkener Mensch?) = £ngl. - 
Zig. malto, maio (drunk) eher, denn ein Span. Suff. (ygl.Diez Rom. 
Spr. n.276.), enthalten zu sein scheint. Ob nicht die erste Sylbe in 
Cingari u. s. w. damit zusammen hangen könnte, zumal wenn man 
in dem Schlüsse Sskr. gan'a (agmen) suchte, dessen Nasal wegen 
seiner cerebralen Aussprache sowohl in r als n hätte übergehen kön- 
nen ? Hindi tschakalÄ (district) liegt gewiss fern ab; allein Zig. 
chabal'(Son. Hijo) wäre vielleicHt als rerwandt-in Frage zu stellen. 

**) Wie auch z. B. bei Puchm* sapnö^ar ich werde feucht^ von 
sapano feucht u. •• w. 



Namen der Zigeuner.. 37 

Erklärung* von Chal zu rechtfertigten. „Auch in Eng'land nen- 
nen sich die Zigeuner romnichal oder roninachal^ was nach 
Rienzi in der Sprache der Maliratten ein herumziehendes Volk^ 
der Ebene heisst^^ Preuss. Prov. S.33. — Brjant hat p. 389. 
romana chil (a Gipsy) und p. 390. romana (Language, doch 
wohl bloss die ronische Sprache?), aber auch p. 391. raca- 
mansoe (to speak; genau wohl: sprich mit uns?) v^l. Harr, 
rolrabln (language). — Ir\r. p. 61. „The fiipsies call theni- 
selves in cant, English travellers; and In their peculiar dia- 
lect , Roomdichel (Rum - ne - chul - ne - wale , wanderers). 
Thelr dialect Ihej call Roomus; and when thev mean to ask 
a stranger whether or no he bc of their tribe, ihey say, Can 
yon roku Roomus, and play upon the bosh? that is to ^ 
saj, Can you speak Gipsy, and play upon the fiddle?*^ Das d 
in Roomdichel steht wirklich so da, obschon es Verdacht erregt. 
S. Suir. — Harr. p. 519. „Their real narac in England, and 
that. by which they exclusevely call themselves is Romni- 
chal, their language romanes (so auch p. 547. 549. und 
das W. wahrsch. Adv,) : and in tracing their orlgin tliese 
terms should be rcnieinbered. — p. 542. Company of Gypseys : 
Dasto Romni-chal (vgl. crowd: but, dasto). — p. 547. 
Gypsey (male) — RomnI-chal (the proper namc in Engl., 
Spaln and Bohemia); — (female) Romne-chal, Roniani- 
che (wohl componirt mit czaj Tochter, Mädel Pchni.); — E- 
fsige (An Irish Gypsey). — p. 520. wird Ranina, Hindi, 
a park, piain or Champagne and chal 'A rover, wanderer, 
trareller', or perhaps, Rum na, to roam, and chal, habit or ' 
manner -*- als eine, dem Dr. C. Wilkins angehörende Erklä- 
rang* des Namens mitgetheilt. „Trois de leurs Rabers ou 
chefs en Europe nront assure qu1ls se donnent eux-memes le 
nom de Roumna-Chal. Ces deux niots appartiennent a la . 
lang'ue mahratte, et signifient ho m mos errants dansles 
plaines^^ Rienzi. (Im Mahr, raman'a m. A park; a meadow, 
wahrsch. von raman i To enjoy, delight or pleasure, also wo- 
her auch Sskr. rama). Merkwürdig genug hat Bw. II. p. '*'98. 
Rumljele m. Pilgrim; also, Rosemary. Romero und Diefenb. 
fragt, ob das Wort aus dem Span, oder aus Rom In Ital. zu deu- 
ten? Im Hindi finde ich bei Adam zwar raman'ä (parks.), aber 
dies W. unter piain , champaign und field nicht. Er hat bhra- 
man'a karnä, raman^ (to roam^ to rove), ramatä (a wande- 
rer) von ramnä, bhraman'a karnä (to wander), auch ^rama 
(travel snbst.); und tschalana (habit), tschäla (manner). Der 
Sklav helsst im Hindi tschela, auch läun'd'ä, welches letztere 
an Ztg. lurdo (Soldat) erinnern könnte. Zig. clialar (to walk, 
go) Bw. j und aczav^ (maneo, sum) , woher ein Pariicip. mit 1| 



38 ' . I* Eiuleituiio'. 



O' 



ständen auch noch allenfalls In Frage. Nach Bw. im Vocab. 
Ist Uoniaiii - chal Gypsy-grass, a spedes of plant. La 
yerha de los Jitanos^ una planta; s. unser Lex. unter e%ar 
(Gras) und s'/ach. Bei Popowitsch , Mundarten von Teutschl. 
S. 44. ZIgeunerkraui, Drudenkraut als Provinzialnanie für 
Bürlapp (Lycopodinm) , weil diese Pflanze zu aber|j:läubischen 
Zwecken diente, und S. 637. Zigeunerapfel als Benennung 
eines kleinen, schwarzen, aber nicht geniessbaren Apfels. 
Dies beiläufig, da chal hier einen Sinn hat, der auf das vor- 
hin genannte Comp, keine Anwendung findet. — Bw. I. 3. ^ 
„But they generally style theniselves and the language which 
they speak, Rommany. This word is of Sanscrit origiu, 
and signiiies, The Husbands, or that wliich pertaineth unto 
them. Froni whatever motive this appeiiation niay have ori- 
ginated, it is perhaps more applicable thau any other to a 
sect or caste llke them, who have no love and no alTection 
beyond their own race; who are capablc of making great sa- 
crifices for each other , and who gladly prey upon all the rest 
of the human species, whom they detest, and by whom they 
are hated and despised. It will perhaps not be out of place 
to observe here, that there is no reason for supposing that 
the wor<l Borna or Rommanv I» derived from the Arabic wotd 
whIch signifies Greece or Grecians, as some people not mnch 
acquaiiited with the language of the race in question have 
Imaginod/^ Xatürlich lehnen auch wir diese zufällige Klang- 
äiinlichkeit mit Büm (Römisches Reich) ab, nicht minder als 
die mit Rumune (Romanus), d. i. Walache, bei Gerhard, 
Wila 11. 8.305.316., oder mit Rome, einer Provinz Klein- 
asiens Grellm. S. 247. Preuss. Prov. S. 33. Das Wort könnte 
auch, durch einen sonderbaren Zufall, auf Aegypten hinwei- 
sen „One word only , among those w^hich I have examined, 
bears a resemblance to the Coptic, which is rom, the same 
with romi, a man'' Marsden s. auch Mithr. L 124. und 
Bryant: rome (a man), IliQCjfiig ancient Egyptian. See Hero- 
dotus. Vgl. Peyron, Lex. Copt. p. 179. Bryant vergleicht 
überdem noch bara (a ship), welches wir Im Lex. als Indisch 
nachweisen mit barl, Coptic and old Egyptian (ßägig, vgl. 
BAI -FI Barque. Cfiamp. Gr. Eg. p. 75.) und bai (A bough) 
mit bai, ('optic and Egyptian. Vgl. DC. ßatg (ramus pal- 
meus), ein Palmentrieb, auch als Symbol des Jahres, weU In 
Ihm deren 12. monatlich 1, schössen. DC. und ChampolL Gr. 
p. 25. V. Humb. Versch. des Sprachb. S. 441. 445. -Die Zi- 
geuner könnten das W. jedoch auch entweder aus Griechen- 
land selbst oder aus dem Russ. haben, in welches waija (Palm- 
jiweig) von dort aus mit dem Christenthum gedrungen. Oh- 



Namen der Zigcimer. 39 

nehin wire ja leicht jeoes Zi^. bat, das sich nur bei Brvant 
ael^, blo^ eine dialektische Verderbun^ aus Bii^I. bousrh« 
Wenn dies nun. so viel mir iR^kannt, die einxi^en bis jetxt 
vorgebrachten Anklänge Zigeunerischer Wörter an das Kopti- 
sche sind, so darf man sie als blosse Spiele des Zufalls um 
se ruhiger liegen lassen, als diese Sprache, wie mich der 
Augenschein überzeugt hat, fiberhaupt nicht ernsthafte Ver- 
glelchangen mit dem Zig. gestattet« 

Was bedeutet nun aber gegenwärtiger ZigeuucrnAiiie in 
Wahrheit? Mussten wir vielleidit auf jene Erklärung Borrow's 
veraichien, wonach darin eine gemnthliche Seite dieser Leute, 
nämlich die grosse Anhänglichkeit an ihren Stamm, hervortre- 
ten soll in der Weise, dass sie sich Jung' und Alt „lilheleute*^ 
(!• 331.) benamst hätten j so bliebe denn doch eine andere 
Möglichkeit die, dass gedachter ihr Name in stolz -exclusiver 
Weise: „Männer, 31enschen" besage; — eine Sitte, welche ^ 
von vielen rohen Völkern Adelung, Aelteste Gesch. der Deut- 
schen S. 154. angemerkt hat Stellen wir, 31ehreres dem 
Lex. tiberweisend und an Diefonbach*s trefl'liche Erörterung 
BerL Jhb. S. 389. erinnernd , uocli einige hleher gehörige Be- 
merkungen zusammen, bevor wir unsere Schlussansicht aus- 
sprechen. — Nach Puchm. nennt sich der Zig. in Ungarn und 
Böhmen Rom (der Mann) S. IIL und 76., wo rom (Zigeuner, 
Böhm. Cykän) und romni (Frau) von seiner Eliefran. S. 47.: 
„Rom m. der Mann 2. der Zigeuner. Romoro ni. das Männ- 
chen 2. das Zigeunerchen. Römni f« das Weib, Eheweib, 
romndri das Weibchen; roniüakero weiblich. Romano Adj. , 
zigeunerisch. Pchm. hat seinem Buche den Titel Roman! czib 
(zig. Sprache) gegeben, und Zipp. Rommene oder 31ellcli 
tschep Zigeunerspr. , wie Ssassetko tscheb Deutsche Sprache. 
Bisch, tibersetzt S. 107. Deutsch* Zig. WB. durch: gatschke- 
no-rom^no-rakkerpaskero lihl, und bat unter: Zigeuner S. 108. 
MellSle, Roma, Sinte (lauter PK]| und Melloli tschehl. Dorph 
nennt ihre Sprache Romanis (wahirscb« Adv. st. <^es) oder mit 
Dänischer Adjectivendung Romanisk; wie bei v. Grolm. mit 
Deutscher: Romanisch s. v« a. gaunerisch. Bw. hat auf dem 
Titel seines Lucas: chibado andre o Romano (ins Zig. tiber- 
setift) , . aber auf dessen Rückseite chibö en Calo^rouiano 
als Comp.; im Vocab. aber Rom an i f. (wohl, wegen diipe f. 
Zunge) The üommany or Gypsy language. Lengua de los 
Jitanos. Ausserdem Rom m. A hnsband, a mcarirled man, a^ 
Gypsj, pl. Roma The Husbands; the generic name of the 
nation or sect of the Gypsjes. Romi f. A married woman, a 
female Gypsy. Romalis A Gypsy dance. Danza J.itana. 
Bw. I. 341. — Szuj. L 124. „Ein Zig. heisst Rom, eine Zi- 



t 

* 



40 L Einleitung. 

geunerln Roninf ; auf Zigeunerisch Rtfmane [wobl - es ?]^^, wo- 
BU der Ucbcrs. benieriit: Rom bedeutet sonst eig*. 31cnsch 
oder Mann, und Ronini die Weibsperson oder das Weib. — 
2fipp« unter: Mann rom, ronieskero, pl. -a Zigeuner, Mann. 
Baro rom gcrosser Mann, .bari roma g'rosse Männer. Bari 
romni g'rosse Frau, bare romnia grosse Frauen. — Berl. Mo- 
natsschr. S. 364.: ,9Wie nennen sieb die Zig>euner ? Mit Recht 
antwortet nidn: Roma oder Romnia"^) in der mehreren 
Zahl; Rom in der einfachen. Es ist unbegreiflich, wie Grellm. 
S* 380. 321. dies Factum als eine irrig'e Meinung" verwerfen 
und bei diesem Nazionalnamen Rom lieber .in ein Wort, Ram, 
welches die Indier als eine Ausroifung* gebrauchen sollen , den-* 
ken will. Rom ist im Zig*, keine Interj. , sondern ein bedeu-« 
tendes Subst. : es heisstMann, vir, Ehemann; romeskero prahl 
heisst Mannsbruder, romni die Ehefrau, auch wohl Frau über-* 
haupt. Die Zig*, haben die Sitte, welche man bei mehreren 
zumal halbwilden Völkern findet, dass sie, entweder aus Un- 
^ künde der übrig'en Welt oder aus Stolz , sich selbst g'leichsam 
vorzug'sweise Männer oder Menschen nennen.^^ Jene Indische 
Interj. ist aber in der That nichts anderes als der Vocativ zu 
dem Gottesnamen Rämas, welcher indess wirklich einigermas- 
sen mit Rom verwandt sein mag*, da nicht nur das auch von 
Bw. zu dieser letzteren Erklärung- herbeigezogene Sskr. rama 
(a husband, lover cet.), sondern auch rama (A woman, a fe-* 
male, a plcc'ising or beautiful female) unstreitig dem gleichen 
Stamme angehören. Hiezu gesellen sich noch Sskr. raman'i 
(a woman, a wife, a mistress), auch im Hindi eben so (wo- 
man), und Bong, raman'a m, und ^n'i f. mit den gleichen Be-» 
deutungen, jedoch, nach der Beng. Aussprache mit o für a, 
was sie dem Zig. rom, romni noch näher bringt, obschon der 
letzteren höchst wahrscheinlich kurzes o auch ohnedies leicht 
durch Einfluss des labialen m aus kurzem a entstehen konnte« 
Obschon man bei Rom auch an rama in der Bed«. black, wel-* 
che sich aber auch durch die entgegengesetzte white selbst 
wieder aufhobt, zu denken geneigt sein könnte, so halte ich 
meines Theils vielniAhr an dessen Identität mit Sskr. rama fest, 
und Gnde den Mangel eines masc Schlüssle --- denn romo 
kann ich nirgends nachweisen -^ um so unbedenklicher, als es 
sich z, B, mit Zig, sap s Sskr, sarpa m. (serpens) gerade 
80 verhält. Zufolge Puchnu lautet der Nom, pl. rom, wie im 
Sing« S. S%. , in welcher Angabe Graff. S. 38« 47* , ganz un-^ 
abhängiger Weise, vollkommen mit ihm übereintrilft. Das ist 



*) Die Doppelung des m scheint mithin auf Kürze des o |iinzi|- 
deuten^ was etymologisch uns picht gleichgültig dünkt. 



Naiven der Zigeaner. 4 1 

iraii wahrsch. Folgte von Apokope, die sich in mehreren Pia- 
ralnominativen zeigt. 8. Plur. Dag^eg^en führt Grellni. S*. 189. 
Ausg*. 1. aas Pray, AnnaK Reg-. Ilung*. P. IV. p. 273. an: 
Ipsl enim se lingna vernacula Romae appelhint (mit dem, in 
der 2. Aasg*. S. 247. weg-gelassenen Zusätze: ,,das finde ich 
hei Niemand weiter"); — was auf einen regelrechten Nom« 
PI. Roroe rathen lässt, wie er von einem supponirten Sing*, 
romo lauten niüsste. Indess nicht hloss Bw. hietet den Plur« 
Roma, sondern auch Zipp. o rom, PI. a (Mann, Zigeuner- 
mann) , sowie die Berl. Monatsschr. und daraus Bisch. PI. Roma 
(Zigeuner); eine Form, welche auch nicht unrichtig sein mag, 
da mehrere consonantisch auslautende Masc. den Nom. PI. auf 
-^a bilden. Pchm« S. 21. Zig. rom-ni ist nun ein nicht bloss 
der Ilindustanischen, sondern auch Zigeunerischen Motions wei- 
se (s» sp») ganz entsprechendes Fem. zu rom, und eben so 
gleichfalls rom-äno (zigeunerisch) ein regelrecht von letzte- 
rem abgeleitetes Adj, , so dass man Unrecht hätte , romäno und 
romni mit Sskr* raman'a und ranhWi auch rücksichtlich der En- 
dung zu parallelisiren , indem jene Nominal-, diese Verbalde- 
rivata sind« Was aber den Gebrauch von Rom als Volksna- 
men betrifft, so brauche Ich nur daran zu erinnern, dass der 
Name Deutsch = Goth. thiudisks i&vtxog beinahe damit auf Eins 
hinaus läuft (Grimm Gramm. L 12* Ausg. 3» Mein Art. Indog« 
Spr. S.95.), vorausgesetzt, dass Rom von der appellativen 
Bedeutung „Mann", wie wir annahmen, wirklich ausgeht. 

Bis hieher haben wir eine briefliche Mittheilung unseres 
gelehrten Freundes, Herm. Brockhaus in Leipzig, vom 16« 
Juli 1841« verspart, welche, wenn wir uns auch nicht ganz 
damit in Einverstätidniss haben setzen können, doch hoher 
Beachtung werth bleibt, und vielleicht künftig eine Wichtig- 
keit erhält, deren Maass sich Im Augenblick noch nicht abse- 
hen lässt. Er wendet uns gegen obige Namensdeutung ein, 
dass sie zweifelhaft sein möchte aus dem Grunde,- weil die 
beiden Wörter rama und raman'i gewiss nur der erotischen 
Poesie der Inder angehörten und wohl schwerlich In das Le- 
ben, In die gewöhnliche Umgangssprache, eingedrungen wä- 
ren, Hiegegen müssen wir nun unsererseits erwicdern, dass 
im Zig« rom und romni beide wirklich und wahrhaftig, ja ganz 
gewöhnlich, z. B. Grafi. S. 54., für: Mann und Frau stehen; 
und nur höchstens dies könnte in Frage gestellt werden, ob 
aich jene Bedeutungen auch je zuweilen auf den bloss sexua- 
len Unterschied (vir, mulier) ohne Rücksicht auf das eheliche 
Verhältniss (maritus, uxor) beziehen: eine jedoch, wie Ich 
glaube, zu bejahende Frage« In Ellls Note to the Introd« in 
Campbells Teloogoo Gn p, 14, steht S« Rama (als ein tad^ 



42 !• Eiiilci^ing« 

bhawam aus dem Mag'adhi) , Prakr. laiiia iiiid als lema im Te^ 
lag-u: A woman. Ma^ aber immer, wie ich g-ern einränme, 
jenen Wörtern die Beziehung' auf das Familienleben als vor- 
waltender Sinn emwohnen, so hebt dies unsere Vermuthun^ 
in Betreff des Wortes Rom als Eig-enname um so wenig-er auf, 
als Ja selbst auch Manusch (Mensch) und Chai (Kinder) der- 
selben als bestRtig'ende Stütze dienen. Vermuthen wir aber 
fOr Rom j dass es von jeher ' ein Nomen proprium gewesen, so 
sehen wir uns zu einer etjmolog'ischen Trennung- desselben 
von röm, romni als Appellativen, trotz des Misslichen einer 
solchen Scheidung-, genöthig-t, indem sich unmöglich denken 
lässt, wie etwa Rom in umg-ekehrter Weise, als wir früher 
voraussetzten, zu dem appellativen Sinne herabgesunken sein 
mög^e. Jetzt nun dieMittheilung- des Hn. Brockhaus mit sei- 
nen elg-nen Worten: „In der von mir edirten Mährchensamm- 
lung- des Somadeva flndct sich Tar« 13. 9K 96. (p. 169.) und 
In Kählan'as Gesch. von Kaschmir z. B, V. 353. das Wort 
Dömba (mit cerebralem d) und Wilson macht an g-edachter Stel- 
le die Bemerkung-, dass mit diesem Namen eine Art Parias 
bezeichnet werde. Da dieses Wort in den Sanskrit -Wörter- 
büchern fohlt, also von den Indischen Grammatikern nicht als 
klassisch angesehen wird, so g-ehört es gewiss zu den aus 
den Volksdiaickten aufigeuommenen Wörtern. Im Hindi findet 
sich nun wirklich das Wort d'oma, fem. d'omnt, womit eben- 
falls ein Mensch der niedrig-sten Klasse bezeichnet wird. Soll- 
te dies Wort rom nicht dasselbe, als das Zig-, rom sein? Be- 
zeichnet dies vielleicht ursprünglich einen im nordwestlichen 
Indien lebenden Volksstamm, der, unterjocht, zu Parias ent- 
würdigt wurde? Denn dass ein Volk sieh nicht selbst einen 
Namen beileg-t, der etwas Unwürdig-es bezeichnet, versteht 
sich von selbst; nur durch Unterjochung- kann ein Volksname 
bei den Siegern zum Schimpfnamen werden.^^ So weit mein 
Freund. -Ich füge hinzu aus Adam, Hindi Kösha Calc. 1829. 
p. 115. D'oma und D'omad'ä subst. m. erklärt durch Hindil 
lög-anak^ bitschamen (medio - in) nitscha (humilis) warn'a^^an- 
kara (tribubus mixta) dschati wi^esha (^ens sing-ularis) , Ya- 
wanalög-amen dschati wl^^sha (Yavanornm populo, s. regione, 
-In gens sin^ularis), so dass damit also 1) ein Hindu- 2) 
ein Yavanastamm bezeichnet würde. Letzteres nicht Römer, 
noch die unter den Yavanas zerstreuten Zig-euner, sondern eine 
niusicirende und tanzende Musulmanenkaste. Shake^;p. Hind. 
Dict. p. 414. Die Dumbaru in Dekan werden auch als 
eine Art Zigeunerbande geschildert. Harr, p, 531. Noch be- 
merke ich aber, dass selbst Wilson in seinem Dict. das Wort 
D'ama (so mit a!) aufführt: A man of a low caste^ employed 



IVaiueu der Zigeuner. 43 

to clear avraj filth cet. Ob auch die Doms? Ritter, Asieo IL 
1045, Beufey Art- Indien S. 10. 

Wie uus dieBenennung'cn der Zigeuner auch aU ethnog-ra-«- 
phisches Beispiel von der oftmaligen Mamiidifaltig'keit der 
Gentilnamen und dem Zufälligen ihrer Entstehung äusserst lehrreich 
sein müssen, so auch diejenigen Namen, durch welche sich der 
Zigeuner die Fremden, >velche nidit seine Stammesgenossen sind, 
gegenliberstellt , und wir wählen dafür schon um des Gegen- 
satzes willen diese Stelle. GrafT. S. 51. äussert sich hierüber in 
sehr angemessener Weise folgendermassen : „Von besonderem Ge- 
wicht für historische Forschung dürfte das Wort sein, mit wel- 
chem die Zigeuner den bezeichnen, der nicht Zigeuner ist: es 
erseheint adjectivisch gadscho, i, d.h. bei uns ein Deutscher, 
Deutsche, aber sie nennen in anderen Gegenden andere Men- 
schen eben so; zum Andern das Wort, womit sie selbst un- 
ter einander sich benennen, nämlich Romnitschel.^^ — Bei y. 
Heister S. 144.: Hai du rom bist du Manu (Zigeuner)? und 
S. 147. „Rom — 3Iann als ihre Lieblingsbenennung; dagegen 
Gadsdio für Andere. Roinnitschel sei eig. Romni-tschai Zi- 
geunermädchen, und nur dicv Zigeunerinnen, gleichviel ob ver- 
heirathet oder nicht, begrüssten sich damit. Pierer im EncjcL 
WB. Altenb. 1836. XXVI. S. 661. I. habe noch Kounmual- 
Khal.^^ — Zipp. „Gajo ein Deutscher, but gaji viele deut- 
sche Männer; Gaji eine Deutsche, PI. but gaja;^^ aber an ei- 
ner anderen Stelle: „Gadscho ein Deutscher, hat PI. gadschi 
=: e, Gädscha (ob l?P.J eine Deutsche hat gadscha% so dass 
man daran irre wird, ob j Deutsch oder Englisch zu sprechen 
sei. — Kraus : Ssassetko gajo ein deutscher (eig. sächsischer) 
Mann, Fem. Ssassetko gaji deutsche Frau; wie Kuritko gajo 
ein kurischer Mann, Kurländer. — In den Rtw. Beitr. mit ei- 
nem Adjectiv-Suff. Gattskinno Teutscher, vgl. Bisch, u. Wör- 
terbuch und Tschanäha tu gatschkenis ? Verstehst du Deutsch 
(Germanice)? *— Bei Bw. Gachd m. A gentle man. Caballe- 
ro. Properly, any kind of person who is not Gypsy: *Cual- 
quier hombre quo no sea Jitano'; daneben Busno, pl. Bus- 
ne m. A gentile, a savage, every person who is not of the 
Gypsy sec^ — The English Gypsies make use of the word 
Tororo in this sense, which signifies what is poor and piti- 
ful : See Chororo. The root of Busno is probably the Sanscr. 
purusha (a man in general) or pukkasa An impnre per- 
son« ^Busurman' in the Russian, signißes ^A heathen*. Das 
letzte s=*Poln. Bisurman, Muselman kann gar nicht in Be- 
tracht kommen , und auch die übrigen Vergleichungen halte ich 
für falsch , eher noch eine Herleitung aus bus (more) glaub- 
lich findend, so dass es Vornehmere bezeichnete. — Harr, p.556. 



44 L Eiuleituiiff* 



ö" 



Traveller (s. auch foreigner) Perdas,pcrda (A name g*!- 
ven io common vagrants, not Gypseys) von Harriot vgl. mit 
Sanskr. parade^in. Europ. und Hindust. Tzengare: pardesl 
(voyageur) bei llienzi. — r lieber den vielbedeutsanien Sinn je- 
nes gatscho und über die sehr zweifelhafte Frage in Betreff 
seiner Herkunft s. das Lex. Vielleicht soll es ungefähr so 
viel als Housed weller bedeuten, welcher Ausdruck, zufolge 
Harr. p. 52*2., unter den Zigeunern like Ajami or Gentile< to 
the Jew and Arab, Barbaros or Barbarian to the Greek and 
Roman, and the name of 'allen' in English jurisprudence, im- 
plies with them something foreign and inimical. — Chälo, 
der aus einem anderen Volke. Graff. Ms. — Hambo (One 
who is not Gypsy), Eres pl. (Men not of the Gypsy ca- 
ste) Bw. ; vgl. im Lex. v. erio. 

• c) Der am weitesten über Europa verbreitete, leider jedoch 
seinem Ursprünge nach sehr wenig deutliche und gerade des- 
halb am meisten bequacksalberte Name ist Zigeuner, mit sei- 
nen vielen Variationen. Tetzner S. 8. In (Adelung) Gloss. 
manu. vv. Cygani, Cingarus, Aegyptiaci, Philistaei. Harriot 
p. 518. : „Portugal - Cygana (mir nicht bekannt, sondern, so 
viel Ich weiss, auch hier, wie in Spanien, Gitano); Germany- 
Zigeuner; Italj-Zingari, and their languäge Zingaresco ; Hun- 
gary-Cygani, Czygai, or Tzyani; Russia-Tzingani; Turkey 
and Syria-Chingana.'^ Der Name gehört, falls man nicht auch 
noch Span. Zincalo herbeizieht, insbesondere dem Osten Euro- 
pa's; nämlich Cingres in Languedoc bei Pred. p. IV.; bei Her- 
vas p. 1*20. Cigano nach Raf. Volaterranuo ^ Zigeno nach Aven- 
tlnus und Ciano nach Munster; Cingari Inf Italien schon zufol* 
ge Vulcanius, aber, neben Zingaro, auch Zingano, fem« Zin- 
gana Zigeunerin (auch Art Bauernlied); in Deutschland und 
Schweiz: Zigeuner; Ungar, in Molnar's Lex, „Clgan, Ci- 
gany Ciganus, Tiganus. Item Fallax, Zigeuner, Betrüger, 
Landstreicher;^^ Böhm, Cykan, Poln. Cygan, fem. -nka, Lith. 
Cigönas, fenu Cigankä, Lett. Tschiggans, A4j* tschigga- 
nischks, Russ. Tzügän' Zigeuner, Betrüger, Spitzbube,"^) 

*) Scha^arik , Slaw. Alterlh. Deutsche Uebers. T. 49.: „Einige 
Volksnamen erhalten im Verlaufe der Zeit allgemeine Bezeichnung, 
vrie %. ß. cikan (der Zigeuner) bei den Slowaken einen Lügner, 
und grk (der Grieche) bei den Serben einen Krämer bezeichnet.*' 
— Kogaln* Esquisse p. 10. ,,le nom de Cigain est devenu syno- 
nyme d*esclave," also wie Sklay selbst aus SSxX&ßog DC. — üng. 
daher Cigansag (fraus, fallacia) und cigankodom (manticulor, 
Beutel abschneiden), — Engl, cunning Gipsey die lose Schelmin> 
und Motherby, Schott. Taschenwörlerb. S, 75. „Gipsey, s. a 
young girl, ein junges Mädchen.*' — Ngr. Güptoi oder Güphtoi als 
Schimpfname. Preuss. Fror* S. 37. — S* noch sp. Lüli und Ffirfiw- 



Namen der Ziseaoer* 45 



'O 



Walach. Tzi^aim, Klemens, Deutsch- Walach. WB;.S. 435., Ngr. 
T^iyyavog, Tütk. 'Chlngmis or Jinganis (Gypslcs) nach Ousc- . 
ly; the Chinghiar^s in Uie Turkli^h doniinions bei Marsdcn 
nach Mr. B. Pisani. S. auch Grellm. S. 21. — Wie sehr der 
Name niisshraucht sei , um durch ihn der Ileimath dieses Volks 
auf die Spur zu kommen, liest man am besten bei Grellnu 
S. 228 ff. Rüd. I. 53. nach. Erschöpft ist die Liste der ver- 
suchten Etymologieen auch bei ihnen noch nicht, und bloss 
Scherzes halber wollen wir einige nennen, wie Zieh -Gauner, 
zieh' einher, aus Aegyptii (s. Rüd. S. 52.), in den Zipp. Pa- 
pieren aus Italiener (nämlich, wie esheisst: „etwa durch eiie 
Form . Tilgacner hindurch "). Von xiyxXog wegen des Sprich- 
worts nTwxoTBQog xiyxXov (Sulzer, transalp. Dac. II. 137. 
Tetzner S. 13. Preuss. Prov. S. 36.). Wem es um blosse Laut- 
anklänge zu thun Ist, könnte die Zig. auch nach Kurdistan verse- 
tzen, da Tschlgeni, Zengeneh, auch Zend Namen von Kurden- 
tribus sind. Ritter, Asien Th. IX. S. 612. 613. Naruszewica 
hält die Jazygen für Vorfahren der Zigeuner. Schaffarik Slaw, 
Alterth. S. 350. Krause, Lithaucn S. 75. — Der Name, wie 
vielfach audh gestaltet, könnte nichts desto weniger in den 
beiden Hauptformen, in welche er auseinander geht, nämlich 
hinten mit n oder r (1 bloss in Sp. Zincalo, falls dieses wirk- 
lich hieher gehört), auf eine Einheit zurückgehen, namentlich 
wenn wir in ihm zwei Nasale, wie in IXlyyavoq, als ursprüng- 
lich setzen, da alsdann theils der Wegfall des einen, theils 
dessen Verwandlung in r sich aus Dissimilation erklärte. Ue- 
brlgens fehlt uns natürlich darüber Gewissheit, ob das Wort 
als Compositum zwei Wörter in sich schllessc, oder nur -ano, 
-aro zum Suff. habe. Wirklich einige Beachtung verdienen fol- 
gende Vergleiche: 1) mit Zengi, pl. Z^ngiän, im Pers. , un4 
Arab. Zendsch (Aethiops, Cast. L 315. Ü. 1066.), wie Hcr- 
belot, Bibl. Orient, v. Zeng vermuthete, und auch Clod. lex« 
Türe. p. 16.925. vv. Aethiops, Zingarus ohne Weiteres an- 
nimmt. Bei Shakespeare, Dict. Hindust. p. 451. Pers. Zan- 
gt m. Ah Ethlop, negro, und Zang m. 1. Name of a people 
in Africa. 2. Rust, so dass der Name etwa auf die Farbe deu- 
ten sollte. Ousely Trav. Vol. 1. p. 340. sagt: „The Bahr al 
Zinge, the Sea of ZInge or Ethiopia, so calied from the Be- 
lad"^) AI Zinge or land of Ethioi)ia, or, as we often write 

ni. Sp^ G i t a n o aucli Homme £ln, ruse , difficile a tromper. En jo- 
leur, qui atlire, qui seduit par de belies paroles, und davon gi- 
tanamente (sublilement , nnenient, adroitement), so ysr'ie gita* 
near, gitaneria. -^ Tschinghene im Türk. : Leiermann. Preuss. ProT. 
S. 35. wohl Verwechselung mit Pers. tschenki (psalles, citharoedus). 

*J Bei Rienzi al« Zig* biUd (pajs), obschon es eig. Arab. ist. 



46 L Einleitung« 

the nanie, Zan^uebar.^^ Diese Zeng-i heisäen bei HerBe- 
lot Ssiäh Hindi) (schwarze Hindu), so dass letztg^edachter Na- 
me in der That nichts für der Zig*. Ursprung* aus Indien be- 
weist. Greilni. S. 22. Belcanntlich ward mit den Wörtern 
^^Tnder und Aethiopen" von je ein grosser Missbrauch g-etrie- 
ben, 80 dass man sie oft wechselseitig für einander setzte. 
Siehe z. B. Ludolfi Comm. ad Hist. Aeth* p, 75 sq. Letronne, 
Journ. des Sav. Nov. 1842. p. 666. Es Hesse sich nun sehr 
wohl denken, dass mati in Asien das Wort auf die Zigeuner 
angewandt hätte, zumal da Tschinganeh u. s. w. gar nicht bei 
den Zigeunern selbst üblich zu sein scheint; allein in diesem 
Falle wäre schwerlich das im Orient hinläng-Iich bekannte Wort 
Zengi (mit weichem franz. z) so sehr verändert, dass es, mit 
Ausnahme des Türk. Jingani neben Ch. s. o. , in allen Sprachen, 
wo es vorkommt, vorn mit schlechterdings ganz harten Lau- 
ten beginnt. S. noch ROd. 1.82 — 83. 2) „Eine bessere Er- 
klärung bieten die Tzeng'aris oder Tzing'aris in Vorder- 
indien, welche, wenig höher stehend als die Parias, religion- 
und gesetzlos, tanzend und musicirend, stehlend und betrü- 
gend das Land durchziehen und unseren Zigeunern so überaus 
ähnlich sind. Heber, Voy. a Calcutta, a Bombay cet., trad. 
de l'Anglais par M. Prieur de la Combe. Paris 1830. L p. 173« 
896. 337.^^ V. Heister S. 11. 136. La tribu des Tzeng-aris, 
nommee aussi Vangaris sur la cote du Concan et des Pira- 
tes, et Soukatir sur la cote de Malabar, est nomade. Von 
diesem , durch die Mahratten mit dem Epitheton soudas (filousj 
belegten Stamme, der dann näher beschrieben wird, leitet 
Rienzi p. 368. die Zigeuner. — 3) Wäre zwar eine entfernte 
Möglichkeit, dass sich die erste Sylbe des Wortes auf Sind 
bezöge, wie nicht allein Bw. (Zin-calo), sondern auch Rüd. 
S. 80. *) behauptet ; dem widerstreitet aber der ganz ver- 
schiedene Zischlaut in: Sind, und in dem Zigeunernamen Sinte 
selbst. Nur allenfalls die Zinganen, nach Thevenot am 
Ausfluss des Indus ein Volk, welche zur See und zu Lande 
raubten, und dess wegen selbst von Ihrem Fürsten , dem Gross- 
mogul, mit einem Geschenk abgefunden wurden; die Sing*ae, 
welche Plinius am Indus wohnen lässt; endlich die Singa- 
nen oder Sanganen in Guzurat bei Büsching sind vielleicht 
noch einiger Aufmerksamkeit werth, obschon aus der blossen 
Namensähnlichkeit Nichts folgt. S. Grellm. S. 325. Rüd. I. 80. 
Auffallender Weise stimmt dazu Marsden's 3Iittheilung, dass 



*) Letzterer jedoch fälschlich einen Wechsel von d zu g anneh- 
mend, wie in schlingen neben Schlund, was mir selbst bei Harr, 
p. 550. Zig. chung s= Hiad« chaad Mond nicht einreden würde. 



^•' 



amen der Zifeuner* 47 



"O 



det Name iBing'afi ^ossc Achiiliclikeit mit dem der Bewohner 
Ceylans Liirg* ablese (so mit 1, als wäre es von Lanlia) and 
Ching-alese, die Sprache aber grössere .Abweichung' vom 
Cingalesischen als von anderen Hindiistanischen Idiomen zeige; 
der Erzbischof von York jedoch den Ursprung der Zigeuner 
wahrscheinlich finde „from the people, called Langari or 
Langarians (beidemale mit L, was doch, trotz dem dass 
dies in den Errata nicht angegeben , Druckf. scheint für C), 
who are found in the northwest parts of the peninsula of Hin- 
dostan, and infest the coasts of Guzerat and HUuW wilh their 
piratical depredations. The maritime turn of tiiis numerous 
race of people, with their roving and enterprising disposiiion, 
may Warrant the idea of occasional emigrations in their boats, 
by the course of the red Sea." 

V. a) Aus dem Albanesischen führt v, Xylander Alb. 
"Spr. S. 70. das Adv. ftaytovmav (zigeunerisch) an, von 
Madjub, zufolge CrelLm. ZigeunerLenennung bei den Kle- 
mentinern in Syrmien, einer albanesischen Colonie (Mithr. J^ 
794.). Obgleich man an 3Iagog oder an Mogh (Feuerverehrer) 
und Madschus (Magier) für rngläubige bei den Arabern erinnert 
wird, so lassen sich docli diese Wörter lautlich nicht leicht 
mit Madjub vereinigen. Vgl.sp. b) Sulzer, transalp. Dacll. 137. 
sagt: „Diejenigen irren sehr, welche das Zig. Wort 31 ort» 
für ihren Naiionalnamen halten; welchen Irrthum gemeiniglich 
die Siebenbürger,» Ungarn und Sachsen hegen. 31ore ist im 
Zig., wie im Walach. und Slaw. , nichts anderes als das Zu- 
rufewörtchen II e du, und bedeutet eben so viel als der an- 
dere walachische Zuruf Möy (s. ib. S. 212. moj' oder: aus mry 
He da! Auch Clemens: mofu), wie denn auch die Zig. Sprache 
noch viele andere slawische Wörter als woda, masso u, dgl., 
und noch mehrere walachische zählt. Indess ist es nicht zn 
leugnen , dass sie auch ganz fremde , den übrigen europ. Spra- 
chen völlig unbekannte Wörter enthält, worunter der Name 
Gottes Glod Ello*) dem hebr. -arab. W. Eloa nicht ganz 
iinähnlich sieht." Auf Sulzer gestützt leugnet nun Grellm. 
S. 22. 231. Ausg. 2. (S. 17. 179. 1., wo dsclia more, geh du 
— Kerl!), dass More, Amori eine unter ihnen übliche Selbst- 
benennung sei, dadurch den Vergleich mit den Amoritern , oder, 
was noch erträglicher wäre, mitMauri, Mohren, Schwarze ab- 



*) Diese falsche Yergleichung sclieiiit Sulzern zu der verkelirten 
Zerreissuiig des Wortes verführt zu haben. Darin Hegt gewiss de- 
Tel y mro devel (unser Herr Gott) Fchm. , im YU. dei Grellm. , 
vielleicht mit gulo (süss, dulcis) ; und der Zig. Mannsnanie C>ullu- 
dewel Bisch. S. 12» soll yermuthlich dasselbe sagen, in fihnlicliMr 
YTeise alt der bekannte deutsche Personenname Herrgott. 



48 «I. Eiideitaiig. 

scbneidend. Wahrscbeinlicli liat man sich durch morre^ nach 
Pchni. S. 44. ,,Yoc.? Bruder, Kamerad !^^ täuschen lassen. Das 
ist nun g^ewiss nicht, wie Sulzer meinte, walachisch, sondern 
äeht zig-eunerisch , nur dass sich über den Ursprung* des Worts 
skeiten lässi. S. das von Dief. rergl. monro (a friend) Bw« 
n. s. w. im Lex. c) Man muss sich hüten, jeder Namensan- 
gabe, welche auf die Zig'cuner gedeutet wird, sogleich Gehör 
zu schenken , indem in vielen Fällen , namentlich wo vom Orient 
die Rede ist, gar zweifelhaft bleibt, ob die Völkchen, welche 
Reisende für Zigeuner ausgaben, dies auch wirklich waren, 
und sie nicht Vielmehr bloss die äussere Aehnlichkeit in Habi- 
tus und Sitte betrog. So vergleicht zwar der sonst so sorg- 
fältige Beol)achter Niebuhr die im Sing. Ghasije, im PI. 
Ghowasi genannten Tänzerinnen Aegyptens allerdings mit 
den auch öffentlichen Tänzerinnen in Constantinopel , welche 
Tchingane oder Zig. sind (Reisebeschr. nach Arab. Kopenh. 
JL774. 4. Bd. I. S. 183.); allein weder die Ghowasi, noch ein' 
anderer Stamjii feller Weibspersonen in Aegjpten, mit Namen 
Halebije, deren Männer sich als Kesselflicker und Ross- 
oder Eselsärzte ernähren, und welche durch das Land, wie 
die Zigeuner, wandern, sind wirklich zigeunerischen Ge- 
blüts, S. Arab. Spruch w., oder die Sitten und Gebräuche der 
neueren Aegyptier u.s.w. von Burckhardt, deutsch von Kirniss; 
Weimar 1834. S. 222 — 228. „Von den Zigeunern, heisst es 
daselbst, welche hier (in Aeg.) Ghadschar (gh mit einem 
Punkte ^ben) , in Syrien K o r b a t heissen , giebt es in Ae- 
gypten nur wenige Familien; zahlreicher finden sie sich in 
Syrien." (Sectzen wurde von syr. Zig. erzählt: „in Aegyp- 
tcn gebe es sehr viele Nury.") Dies W. Ghadschar kommt 
sehr nahe dem Kandschar bei Harriot, und Kunjura == 
Panchpeeree Richardson p. 470. , welcher aus ersterem, wo 
nicht Engl, conjurer, so doch Cingarees (Zigeuner bei Con- 
stantinopel) gedeutet wissen will; ja dasselbe würde, falls die 
Aehnlichkeit nicht als Zufall zu betrachten, von um so grös- 
serem Interesse sein, als man hiedurch aus Acgypten selbst 
ein Zeugnlss erhielte von der Zigeuner Ursprung aus Indien. 

VI. Benennungen der Zigeuner in Asien. 1. Dies- 
seit des Indus^ S. Harr. p. 523—529.. The Zingari of 
Persia. a) In den Paschaliks Damask und Tripolis heissen 
sie N a u w a r a (bei Bisch.S. 2. Stauwara unstreitig doch falsch, 
pbschon auch staiivara Pred. p. VI. aus einem 1827 erschiene- 
nen Diz. geogr. stat. hat), und zu Haleb Kurbäd. Nieb. von 
den versch. Nat. des türk. Reichs im deutschen Mus. Jahrg. 
1784. Jul. S. 21. Der Umstand , dass die Zig. zufolge Pcbm. 
S.VIU. ihre Sprache für Egiptsko-Charwatskd d.h. Aegyp- 






Namen der Zigeimer. 40 

tiscli-Kroailscli ausgeben, kann natürlich den zweiten Namen 
nicht - erklären. Es fragt sich aber kaum weniger , ob etwa 
Correwa als Name einer Unterabtheilnng der Sudras , wo- 
mit im Mithn Jy. 81. die Zigeuner zusammengestellt worden; 
oder auch Kurayer, Kuru-meru, nach Harr. p. 531. Zigeuner- 
banden Im Süden von Ostindien. Curraple, a smith, von 
curar (io strike, hammer etc.) soll nach Bw. L 28. ein sehr 
beliebter Name unter den Zig. sein. — Seetzen bemerkt: 
,,Bei den Türken heissen die Zig. Tschiuganih; \^t\ Syrern - 
und Aegjptern aber, so wie bei den Zig. selbst, in der Ein- 
heit el Nur 7 und in der Mehrheit el Nauar.^^ Sollte das 
Verderbung aus Lüri sein? Dass übrigens die Nauar wirk- 
lich Zigeuner sind, steht durch das Seetzen'sche Vocabular 
fest, wie yiele fremde und namentlich arabische Ausdrücke es 
auch enthalte. Eben so gewiss ist dies 2) von den Karä- 
chee In Persien durch das Ousely'sche Wörterverz. Zu beach- 
te sind in Persien noch die Uiat genannten Stämme (Ouse- 
Ij, Trav. I. p. 307 — 9.), welche, unvermischt mit den Per- 
sem, seit Jhh. umherziehen und ein von der Landessprache 
verschiedenes Idiom reden, und deren Aehnlichkeit mit den 
Zigeunern in ylelen Stücken den Reisenden aufgefallen ist. Je- 
doch sagt Harr. p. 524. ausdrücklich: They (tlie Karächi 
or Kau II of Azcrbijän and Kurdistan) live like the wandering 
tribes calied II or Iljät, without having any connection with 
them. They are a perfectly distinct race of peoplc from the 
latter cet. 3) This account (nämlich Pottinger's) of the Luri 
(Looree) of Belochistan approachcs so near to the Luli of 
Iräk-AjamI and Curdistan, that they may, without fear of 
mistake, be classed together as part of the same original tri- 
be; but, whether they entered Persia at the same time, or 
in Union with the northern Kauli from Kabul, or separately, 
and at a different age, we requirc other data to enabie us to 
determine. In the eastem province of Chorasan the Gypseys 
are said to be yery numerous, and bear the name of Ka- 
rashmär. (S. auch Journ. As. 1823. p. 252.)- I« regard to* 
language, all I could learn was, that the Luli or Luri, the 
Kauli (Käoulee, a corruption of Cäbuli, Cabuli nach Mal- 
colm, Hist. of Pers. L 117.) and Karächi, names \i^ which 
In different provinces of this extensive country, the Gypsey 
tribe is known, possess a distinct dialect or speech, that is 
unintellig-ible to the natives of Persia (von einem besonderen 
Dialekte der Luris spricht auch Pottinger) ; and that the words 
ihus used by them, as for instance, Pita drink — Pani, 
water — Tum you etc. resemble in a very striking manner 
(he common Hindi Iftngnage. — In Betreff des Namens Lüli 

4 



öO !• Eiiileitaiig. 

erwähnt Ilarriot noch Folg'endes: „Lnli, A people in Pcrsia^ 
callcd Karächi; handsome bojs and girls. — Lulian, Nicc, 
delicale; a public sing'cr, a striinipci^^ Richards. Pers« Dict. 
This word was known in Persla at Icast as early as Hafiz^ 
who wrotc and sung* 563 jcars ago. Fa^hän' k'Tn Lüliän 
eet — So weit Harr. Bei Cast L 496. lülü Pulchrum quod- 
vis, cujus amore honilnes capiuntur, pereuntque. 2. Pulchri 
puelli. Poptili Persiae, qui KsLtkg'i dicuntur: quod in hilari- 
tate exclamare lülü solent. 3. Ar. Marg-arita. G. Ferner 
p. 497. lüli i. q. lülii G.; lüliän pl. rot; lülü «t Juvenes 
pulchri, quorum amore caplnntur homines. (Lür Via, qua tor- 
rens deflexit« Et Lorlstan, nonien reg-ionis). Bei Shakesp. 
Ilindust. dict. als Pers. lülü 1. A people in Persia, called al- 
so Käräjl 3. A g'ohlln to frig-hten children. In wie lern es 
nun wahr sei, dass dies Luli dem Pottinger'schen Lurl g'leich 
komme, welches dieser als Contraction von Lohär betrachtet, 
wegen ihres Gewerbes als iron-snilths or tinkers, muss vor 
der Hand noch wohl dahin g^estellt bleiben,. da sich schwerlich 
alle Bedeutungen von lülü und lüli mit der ebenerwähuteh Er- 
klärung des Wortes Lüri vereinigen Hessen. Ueberaus wich- 
tig wird die Sache für die später zu besprechende Stelle im 
Firdusi. 

b) In Indien selbst. Vgl. Ilarriot p. 530— 36. The 
Gypseys of India; Uichardson As. Res. T. VII. ; v. Heister 
S. 135. ff. So wenig es jetzt noch einem Zweifel unterliegen 
kann, dass die Zigeuner ursprünglich aus Indien stammen, so 
tlberaus zweifelhaft bleibt doch zur Zeit noch, theils was den 
eigentlichen Anlass zur ihrer Auswanderung gegeben, theils zu 
welchem der dortigen Stämme man sie zunächst zu stellen ha- 
be. Dies Letztere jedoch lässt sich gewiss nur durch Sprach- 
forschung in befriedigender Weise ermitteln; allein bei dem 
JMangel an Daten, deren es dazu bedürfte, muss In Betreif der 
Namen von Völkerscharten oder auch blossen Ständen in Inr 
dien, welche man als Verwandte der Zigeuner betrachtet, der 
Identitätsausweis noch so lange für unvollständig gelten, als 
diesem nicht auch abseiten der Sprache Bestätigung zu Theil 
wird : was um so Schwerer halten wird , als es sich hiebei um 
A uiTindung einer ganz s p e c 1 e 1 1 e n , engeren Sprachverwandt- 
schaft handeln würde, nicht um die längst anerkannte weite, 
die zwischen dem Zigeuneridiome und Indischen Volksmundar- 
ten im Allgemeinen besteht. — Grellmann verwechselt fälsch- 
lich die Caste der Sudras mit den Parias, welche keiner 
Caste angehören; und die Parallele zum mindesten, welche er 
zwischen Zigeunern und Sudras zieht, erweist sich als unlialt- 
bar. — Später hat Richardson die Ansicht aufgestellt, dass 



PCamen der Zigeuner« 51 

sich die Ztpeoner mit den Niits in Indien, Kunüchst aber mit 
deren Unterabtheilongen, den Bazeeg'ur, und mit noch mehr 
Grund den Panchpeeree oder Bndee,a vergleichen lies- 
sen« Dem widerspricht nicht Harriot, und ausdracklich dafür 
erklärt sich J. v. Hammer Wiener Jhb. Jnl. Äug, Sept. 1838. 
Harrlot giebt In Betreff der Namen Folgendes an: The tribe 
called Nat'9 or dancers, is numerous in Bengfal, Bebar, Bun- 
delkand, Malwah, and Guzerat; they are commonly known 
bj three names , yiz . 1. Nat', a rogne; one who leads a 
wandering' Mfe. 2. Beria, a dancer or tumbler; and Berin, 
a female dancer or songstress. [In Shakesp. Ilindust. Dict. 
Hindust. Beriyä (das r als cere^irales t) The name of a cast 
of Hindus.] 3. Bäzi-gar, a player or jogg-ler. The two 
ffrst are Hindi names expressive of thelr characters; the third 
is a Mahomedan, or Urdu appellation, of the same tribe, 
froni the Pers. words hkzl play, and gar, an afiix implying 
an agent. — Panchpeerees aber soll nach Richards. Bezug ha- 
ben auf their division into five races, houses or fami- 
lies, as peeree, occaslonally seems to bear that Interpreta- 
tion , though it certainly may admit of others. — Namen noch 
anderer Indischer Stämme, welche ein ähnliches Leben, wie 
die Zigeuner, führen, besonders in Dekhan, sehe man bei 
Harrlot selbst« 

Personennamen. Nach Harr. p. 522. The surnames, 
most prevalent in Hampshire, are those of Stanley, Aires, 
Lee and Peters. — Bisch. S. 12. Die gewöhnlichsten Namen 
sind: Vennel, Müsser, Müffer, Gringla, Pohla, Gulludewcl, 
Potretarl, Sonela, Hanno, Deubche, Dortche, Schnuckelputz 
und Wintermad. — In Ostpreussen sind die Namen von 18 
Familien bekannt, deren viele Slawisch oder Deutsch: Dom- 
brovski, Koslovski, Broszaski, Paskovski, Brossinski, Czi- 
blinskl, Glowatz, Larsze, Florian, Benjamin, Morgenstern, 
Hermann, Anton, Reinhard, Klein, Bothmert, Böhmke, Ilabe- 
dank. V. Heister S. 149. Am Harze >^'eiss. Deutsch, Mett- 
badi S. 40. — Die Mädchen ei-halten sehr schöne Namen , wie 
Flora, Florentine, Adeline, Adelgunde, Adele. S. 153. — 
Bei Grellm. S. 210. Thomas Polgar und Michael ; S. 244. Zün- 
de! oder Zindelo; Ladislaus S. 343.; Franciscns S. 350.; viele 
Kgn. ans dem Ilonter Comitate in Ungarn S. 353 IT. Barbä, 
Cihari, Barna Mi^ialy mit ungar. nachgestelltem Taufnamen. 
V. Heister S. 56. 57. — Aus Hannikel von Diefenbach gesam- 
melt: Männer Angali, Bochowitz, Bronetscba, Loschenski, Ba- 
derle, -n (ylell. schwäbisch), BastardI, Belliani, Calmani, 
Toni (ADtonfais?), Lodi, Lauratti, Dull, DIeterlin (Christoph; 

TB 



52 I* Einleitaiig« 

wohl aus d. Deutschen), Descherte, Dodelo, Deseien, Dan- 
dene, Donieker, Geuder, Fontin, Fudelbatsch, Hummele, Hel- 
lele (Christoph), Hulderhasz, Heidi, Lorch^ Lielensohn, Mo- 
rden, Meizelen, Mannoch,M!sander(Griech.?),Nottele, -n(Andr. 
Heinrich), Ossio (Ludwig Gesslauer), Postel, Rozer, Ran- 
schekor, Redensko. Frauen: Gallimensch (Christine), Feddrf- 
cho (viell. s Friedrich, aus dem Ital.), Mantua, Leg-arde, Lan- 
g\ei (Mag-dalene; ma^ auch L. zum Grunde lieg'en), Danena 
(Barbara), Dudane, Tirana. Bei Bw. Flamenca f. 11. 34. 

Grösstentheils noch sehr räthselhaft und unaufgeklärt blei- 
ben die Benennungen von Geldsorten, die wir hier.zusan^ 
menstellen wollen. 

LÖYO ein Geldstück, pI. löve Geld Pchm. s. Lex. Ob aus 
Walach. leu (rhein. Gulden), die Löwengulden u. s. w.? — 
Cutta (guinee ou tout autre monnaie considerable) Kog*. — 
Sjr. Zig. Karwah Geld. — Rnipov o ein Thaler (wie Rupie, 
von rup Silber) Pchm.; aber sonst Thaler: trommen Zipp«, 
Wldh. tronien == loben, mass, rat in der Gaunerspr.; koja 
drommin, GraiT. Ms., trommen Thaler, tsch&lltrommen Reichs- 
thaler (eig. wohl : ganzer Thaler) Bisch, u. s. w. Ob d^a/fA^, 
Dirhem, Walach. dramu (Kog. p. 13.)? — Rinckos ein Gul- 
den (eig. Rheinisch in slaw. Form) Pchm. ; aber lokin Bisch.^ 
jek lokki, pl. ja ein Gulden Zipp. vielleicht aus loko leicht. 

— Ducaten Katwileja, Bisch., kadwllgen, in der Gauner- 
spr. Bläthe (wofür in der Rtw. Gramm, pluma d. i. eig. Blu- 
me) Wldh., jek chadweli, pl. chadweja Zipp. , schwerlich doch ^ 
von.Rothw. kehfel (Carolin) bei v.Grolm. — Böhme, gau- 
nerisch Kot, Bachen Groschen Wldh., behma Bisch, und koja 
bem a , Acc. ma , pl. me Gralf. Ms. Verm. Böhmische oder Pra- 
ger Groschen. — Bango und garaszis Groschen Pchm«, 
gurischti (Schilling) Kog. , giiroscha Groschen , dui gurusche 
2 Gr., Zipp. — Kritzäri Kreuzer Bisch., paszalo Pchm. 

— Bei Harr, pashero (halfpenny,^ wohl von pasch halb); 
shakori, shahari (sixpence; eig. wohl 6 Heller) und 
trinkarushi (eig. wohl 3 Groschen); h&ro (pennj), chhai- 
jcra Heller Bisch., jayere (Dinero) Bw. — Bei Zipp. Acht- 
zehner — deescheskro (v. 10?); halber Gulden — pasch lok- 
ki; Bengelo lobo (das zweite W. bed. Geldstück); Achthal- 
ber = Sechser schowingeri von 6; Drittchen — jek terningeri 
von 3; Schilling lolo lovo (roth Geld). — Bw. saraballi f. 
Monej, coin. Mon^da. Ar. v/^« Duqueles* pl. (Do- 
bloons. Doblones) wahrsch. v. S. Queiati f. (A rial, coin. 
Real). Bruji f. (A real, a Spanlsh coin. Un real). Chuii, 
chulo m. (A doliar. Un duroy an peso faerte), iSstonq-ui^ 



Name» ier Sgeuner« 53 

leta f. Sntall sHver ooin. Peseta, offenbar von estonquele m. 
(A weig'ht. Peso). Eston^i f. (A weicht, dollar. P^sol* 
Laas SU pl. {Pesetas, ooins), s. iuandar (to hang* up, welgh), 
aber ascb loro im Lex. Jara f. (Oance of g'old. Onza de 
oro). Podya, poldja f. (Dacat. Ducado). Nostu m. 
(Small coin. Caarto) und nostäro m. (Cuariillo). Jandor- 
ro m, (Moaej* Dlnero) ; cal^s, öijväQiahuc Corio m. (An 
ochayo, a small brass coin. Ocbaro), vgL ob. shakori. 

■■ ^ 

Benennungen fremder Völker^ • und Ortsnamen. 
NacbZfpp. Tartarls, pl. ri Tartar; Italienariis; Lleflen- 
dirls; Karlend;äris oder Kuritko g'äjo ein Kurländer; 
Preissltko Preusse; Ung'ero Ung-ar; Schwedo Schwede; 
Tärko, Turkuttko manuseh Türke; Ssassetko g-ajo 
oder Ssasso ein Deutscher d.h. efg*. Sachse. Dazu dioBerl. 
Monatsschr. S. 366. ,9 Der Name Sachse für die Deutschen 
ist auffallend. Die Dänen heissen bei den Finnen so ; denn 
diese nennen Dänemark Saxa oder Saxanmaa. Die Deutschen 
aber fithren diesen Namen in Siebenbürgen: der von Al-^ 
ters her dort von unseren Landsleuten bevrohnte Strich heisst 
^ das. Land der Sachsen ,^^ die ,, Stühle der Sachsen.^^ Die 
Ermländischen Zig. aber hatten für einen Deutschen oder 
Weissen überhaupt bloss das allgemeine Wort: Gajo.^^ 
Ung*. Ssa&z (Saxo. Transylvanus. Ein Sachs in Siebenbürg-en) 
Molnar Dict. Auch im Esthnischen Saks ein Deutscher Et. 
Forsch. IL 808. S. noch Grimm Gr. L 20. ed. 3« Also der 
oft vorkommende Fall, dass ein specielles Gen tue allgemeiner 
gefasst wird: so heissen auch ron Krakau bis zur Wolga alle 
devtschen Kolonisten bei den gemeinen Leuten ^^Schwabui,^^ 
während die wohlhabenden Deutschen in russischen Städten 
dem Russen Torzujersweise als Niemtzi (Deutsche) gelten. Kohl, 
ReiseB in Südrussl. IL S. 2. Im deutschen Rothw, bei Juden 
Ascbkehnass, Aschkehnes^ (Deutsch, Deutschland) nach dem' 
Stammrater dieses Namens in der Genesis; in der czech. Han* 
tjrka aber Szwihljk (ein Deutscher). -^ Walldscho Zipp., 
Wältschi PL ? Bisch, Franzose, d.h.eig.Wälscher. vgl. Schaf- 
far. Slaw. Alterth, I. 377. f. und meinen Art. Indog-. Sprachst. 
S.9U Auch Zipp; waldsche hl leste er hat die Franzosen d.L 
venerische Krankheit 9= walschi Bisch. — Chilladdo (ein 
Rasse, jedoch auch Verliebter) Zipp«, K Tilade Bisch. VgL 
Hindi khiläd'a Adj. (wanton), kh^lanä, krid'ä karn^ (to 
wantott). -.- Tschiballo (ein Pole, eig. der Geschorene) 
Zipp..^ Tschiwallo Bisch. Es ist dies ein mittelst des Suif. 
-viio von tschinnaf (schneiden) regelrecht ' abgeleitetes Adj. 
Zipp. sucht darin mit Unrecht ein gegen die Grammatik ver- 



54 I« Einleitang« 

stossendes Comp, entweder ans tschinnaf oder tsclii (niclits) 
mit bala (Haare). — Lalerro Zipp., Lallcro Bisch. Liiliaucr, 
aber auch stuuini, walirsch. in dem Sinne, wie auch die Deut- 
schen bei den Slawen Stumme , d. h. Andersredeude , heissen. 
— Boroherro (Preusse) Bisch, könnte der Etymologie nach 
vielleicht Gross- oder Schwer -Fuss bedeuten. — • Mehrere 
Ländernamen s. Suff. itko. — Pcssoschereskro (Dick- 
kopf) für Lutheraner Bisch. S. 12. 43. 66.; katholisch: scliwen- 
do, woher schwendo dade katholischer Vater d. i. Pahst, 
wahrsch. aus Lith. SKwentas (lieilig*) u. s. w. ; Christ (Christ), 
aber Bw. Candorry (Christian. Cristlano). — Tschindo 
Zipp. und Pipölto (Jude) Bisch., biboldo (Jude; Kapaun) 
Pchm. bedeuten, jenes beschnitten, dieses ung^tauft, inv (Ge- 
gensätze zu Bordeies (Christen) Bw. Es wäre unrichtig', bei 
jenem mit v. Bohlen an Sskr. Tschan d'ala zu denken; und 
auch die Bedeutung geizig, die Zipp. von tschindo angiebt, 
ist jedenfalls nicht die primitive. 

Bei Bw. Londonö (Engländer, von London); Gabi- 
nc (Franzose); Lalore (Portugiese) und Laloro (Portu- 
gal; nach Bw. eig. rothes Land). Corajai pl. (The Moors. 
Los Moros. Probably derived from the word Kurreh, a terni 
of execration and contempt too frequently employed by the 
common Moors in their discurse). Sersen (Spanien), Sen- 
Jen pl. (Spanier), Seso, i. Adj. (Spanisch), in einer Form, 
welche an: Sachse erinnern könnte, schienen solcherlei Benen- 
nungen nicht ganz willkührlich zu heimlichen Zwecken erfun- 
den. Vgl. z. B. V. Grolm. unter Mokum, als Mokum Zaddik 
(urbs justitiae) Celle wegen des dortigen Appellationsgerichts, 
oder Mokum Lammet Leipzig, d. h. Stadt L (mit L anfan- 
gend) ; in der Ilantyrka Tetawa (Brttnn) , Diauha Lhota (Prag), 
Kopeczek (der Spielberg). So nun auch wohl bei Bw. Gao 
m. (Town, vlliage. In the Thievcs' lang, thls word is ap- 
plied to Madrid). Uli IIa und Safacoro (Sevilla). Goro- 
tune ro. (Native of Estremadura). Picon (La Mancha; this 
word seems belong to the Germania, or cant dialect), Lu,- 
cali f. (The river Guadiana. This word seems to be deri- 
ved from jucal, was im Voc lovely, gcnerous bedeutet). 
Lombardö m. (Lion, the province of Leon) und Fresiego 
e Bombardo (Golfo de Leon) s. das Avertisen^ent to the 
Vocab. Und gleiche Bewandtniss hat es dann auch wohl , wie 
dies von Lillax (Tomas) ausdrücklich durch Bw. bemerkt wor- 
den, mit Crisirne, Greson^ (J^su Christo), Gcrinel (Miguel), 
Barsali und Barsan^ (Juan), Pipindorio (Antonio), Simprofie 
f Josd) Bw. l. 337. 



55 

Merhunft. 

Die Zigeuner sind luif Cewisslicit über drei Welltlieile, 
Asien, Afrika und Europa verbreitet, und selbst Ame- 
rifea*) dürfte, bei näberer Untersucbung-, deren aufweisen. In 
Betreff Asiens wird man nicht oliue Interesse die Stelle in 
Bell of Antermonj's Travels Vol. II. p. 157., wie sie 
Bryant ang'iebt, hier lesen: „During- niy stay (sagt 3Ir. 
Bell) at Tobolsky, I was infornied that a large troop of 
Gypsies had ha^n latelj at the place, to the nuniber of sixty 
or upwards. The Uussians call these vagabonds Tzigga- 
ny. Their sorry baggagc was carried uponhorses and asscs« 
The Vice Goveruor sent for some of the chief of the gang, 
and demanded, whither they were going. They answered to 
China. Ile stopped their j>rogress, and sent theni back.^^ 
Und Harr. p. 523.: Mr. Williams, travelling through llus- 
sia some few years ago, saw scveral families of the Cypsey 
tribe in Siberia. — Colonel Wm. Francklin observed du- 
ring bis progress through Hungary and Traussylva- 
nia (17d9), numerous bodies of Gypsies, particularly in the 
neighbourhood of Buda and Ilermanstadt. Their camplexions 
resembled those of their brethren whom he had seen in In- 
dia, Persia, Turkey, and other parts of Europe, belüg 
swarthy, with black eyes and black hairs." — Brandis (Reisen 
in GriechenL Tb. III. S. 10.) erwähnt Zigeuner auch im Kö- 
nigr. Griechenland. — „En Afrique, sagtRienzi, on neles 
trouve que dans l'Egypte, dans laNubie, TAbyssinie, le Sou- 
dan, et la Barbarie. Ils n'ont jamais paru en Amerique, nl 
en Oceanie." Und „Je ne crois pas exagerer en portaut la 
Population tzengare ä pr^s d'un million en Europe, ä quatre 

*) Grellm. S. 24. 2. bemerkt, von Zig. in Amei'ika nichts ge- 
funden zu haben. Das Gegentheil , jedoch leider nur in sehr allge» 
meinen und unbestimmten Ausdrück en, wird vom spanisclien Ame- 
rika Tersichert von Casca Note zu ö.. 6. , ferner xon Tetzner 6. 77. 
nach Lights and Shadows of the American life. Loud. 1832. — • 
Fredari p. 202. nach Denis Abregt hi«t. des sciences occulles , je- 
doch dessen Autorität bezweifelnd. — Auch in dem Romane: Süden 
- und Norden Th. 1. S. 31|. legt der Vf. einem deutschen Pedanten 
die Erzählung in den Mund, dass unter C»rl III. gelegentlich einer 
AufräumuDg unter den Zincallis in Spanien (s. jedoch ßw. 1. chapt* 
XIII.) viele derselben yerlrieben seien, theils nacli Afrika, theils. 
nach Amerika, ,,wo sie dann vorzugsweise nach dem damaligen 
Nueva Espanna — unserem heutigen Mexico — z<»geB , auch in die- 
sen südlichen Provinzen ziemlich zahlreich sein sollen.'' I>a eben 
jener Pedant (Bohue) auch in den Miztezzen wegen ihrer blonden 
Haare und blauen Augen Leute germanischer Abkunft sucht/^ so 
weiss man freilich nicht recht, ob jene Stelle nicht blosser Scherz 
sein solle. — S. «uch Brasilien bei Bw. oben im Texte.- 



/ 

\ 



50 I. Einleitung« 

Cent mille en Afrique , a un niillion clnq oent mille dans Finde, 
et environ deux mlllions dans le reste de TAsie; car,' sauf la 
Rassie asiatiquc, la Chine, le Siam, l'An-nam et le Japon, 
ils »y soni etablis partout, et on les voit nieme nieles avec 
les Troukm^nes de la Tatarie Independante , avec les Les- 
guis du Caucase, et les Uihans de Perse. Je puis donc, d*ä- 
pres nion calcul, porter la population totale des Tzeng'aris- 
dans les trois partles de Fanden monde ä cinq millions.^^ Wo- 
durch sich denn Borrow's Ausdruck L p. 4. so ziemlich recht- 
fertigen lassen möchte: There is scarcely a part of thc habi- 
table world where ihey are not to he found; their tents are 
alike pitched on the heaths of Brazil and the ridges of the 
Himalayan hüls, and their language is heard at Moscow 
and Madrid, in the streets of London, and StamhouK 
Bei dieser grossen Verbreitung des Zigeunervolks, das über- 
dem als eine so ungemein wunderliche Anomalie unter den 
Erdbewohnern von je die Aufmerksamkeit auf sich zog und 
zur Untersuchung reizte, musste es ärgerlich sein, so lange 
Zeit hindurch dessen ursprüngliche Heimath nicht zu kennen. 
Eine Fluth von Meinungen jagten und verjagten daher einan- 
der, ohne dass man bis gegen das letzte Viertel des vorigen 
Jh's hin zu einem haltbaren Aufschlüsse gelangte. Von da ab 
verstummten die Hypothesen, und es erklärten sich seitdem 
sämmtliche Gelehrte, und zwar nicht bloss aus sprachlichen, 
sondern auch aus realen Gründen, einmüthig gegen Aegyp- 
tischen und für Indischen Ursprung der Zigeuner« Hlevon 
machen nur, so viel mir bekannt, drei Männer, nämlich Has- 
se, Sam. Roberts und Predari eine Ausnahme; allein 
deren Ansichten verdienen kaum eine ernstliche Beachtung, 
wie viel weniger Widerlegung, indem sie, den eigentlich ge- 
schichtlichen Boden verlassend, geradezu ins Abenteuerliche 
fallen. Der Deutsche findet die Zigeuner schon im Herodot, 
der Engländer im A. T, (vgl. Bw. L 163 sqq.), und der Ita- 
liener betrachtet sie, wo möglich, als ein vorsündfluthiges Ge-' 
schlecht von der untergegangenen Atlantis. Was den Letzte- 
ren anbetrifft, so lese man insbesondere S. 33 ff« und 48 ff. 
nach, um aus dem, was er eigentlich will, klug zu werden. 
Weil partendo dalla analogia di moltl vocaboli ^Kingareschi con 
quelll di altre nazioni, potrebbesi mostrare essere il zinga- 
resco tanto Indiano, quanto di presso ogni altra natione, sei 
die Meinung vom Indischen Ursprünge der Zigeuner, wird 
von ihm geschlossen, genau so viel, d. h. eben so wenig, 
werth als jede andere. Schon durch diesen einzigen Satz 
spricht sich Predari sein Urtheil. Freilich In der Art, wie er 
selbst oder seines Gleichen verfahren würden, um vermeintli- 



Uerkonft. 57 

che Ifipracliyerwandtsehaften aufxafinden and zu beweisen: ja 
allerdings ! Als oh es sich nämlich bloss um Aehnlichkeit elni- 
g-er Wörter, nicht um ganz eig. innere *K!nerleiheit im Ge- 
sammt-Org-anismns zweier Sprachen handelte, die man als 
wirkliche Anverwandte zu betrachten ein Recht haben will. 
Predari bat übrigens von der ächten Kunst des Sprachfor- 
schers, wie deren zu gegenwärtigem Zwecke von nöthen» 
auch nicht die leiseste Ahnung, und beweist dies z. B. schon 
dadurch, dass er zufolge S. 35. die Decl. Zig. Subst. mit der 
Tttrk. vnd die der Pron. mit der Pers. In vollkommener Ue- 
bereinstimniung erblickt, und auch Hehr* Wörter im Zig. g^e- 
funden haben will, während diese lediglich durch Juden ins 
Rothwälsch eindrangen« — Dem Zigeuner wird es ausseror- 
dentlich leicht, fremde Sprachen zu erlernen (Grellm. S* 146. , 
Y. Heister S. 65. , Bw. 1. 59.) , was man in Spanien ehemals 
sogar nur als eine durch Zauberei erlangte Fähigkeit sich er- 
klären konnte. Wie natürlich, schon durch die Noth gezwun- 
gen, sprechen diese Nomaden in jedem Lande mit den Ein- 
^ebornen anch deren Spräche; oft äusserst fertig*, wenn auch 
mit abweichendem Accent (Bw. I. 14. 18. , v. Heister a. a. 0.) ; 
und da man grosses Unrecht hätte, sie als ekele Sprach -Pa«^ 
risten zu schelten, so kann es nicht fehlen, dass ihr Idiom 
jedesmal von denrReichthume derjenigen Sprache zehre, womit 
es gerade zur Zeit In Berührung geräth, und öfters, selbst 
nachdem man längst welter gezogen war, noch Einig-es von 
dem sprachlichen Erwerbthume festhält. So erklärt sich dann 
leicht, warum einzelne der am frühesten z. B, in Persien, "*") 
ferner an der Donau unter Slawen, Griechen, Walachen oder 
Magyaren u. s. w. aufgepickten Wörter sich noch heutiges Tag^s 
in den Zigeoneridiomen des fernen Spaniens , Englands u. s. w. 
erhalten haben, gleich dem ursprünglich Indischen Stammgute 
(Bw, II. 109.). Folge von der grossen Verbreitung" der Zigeu- 
ner ist die Entstehung verschiedener Dialekte Ihrer Sprache 
je nach den verschiedenen Ländern, welche sie durchziehen, 
und es kann keine Verwunderung erregen, wenn Zigeuner aus 
zwei verschiedenen, namentlich entlegenen Gegenden sich nur 
mit Mühe verstehen (Kog. p. 37. , v. Heister S. 87. 148. , nach 
Zipp« sogar schon die poln. und lith. Zig. wechselseitig), in-r 



*) Ich finde unter den Persischen, Türkischen und Arabischen 
Wörtern,, die in einigen Zigeunerdialecten Yorkommeny durchaus 
keine, welche diese nicht erst auf ihrer Wanderung yom Indus durch 
Vorderasien, Europa und Afrika aufgenommen haben könnten, -viel' 
mehr £chon in Indien dem Hindustani abgeborgt haben musslen. 
Die Zig. brauchen daher keineswegs erst nach Bildung jeuer Mq«- 
sllzensprache ihre Heimath yerlassen zu haben. 



58 L Eiiilcitniijr« 

dem 9 wofern anch nicht eine so weit gewordene grammatiäclie 
Kluft, wie etwa zwischen den Idiomen der Spanischen und 
Deutschen, Litliaufschen oder Böhmiselien Zi^-eimer, doch schon 
das Vorwalten vieler Wörter ä. B. Slawischen oder Germani- 
schen, oder, M'ie In Syrien, Arahischen Ursprnng'es In dem 
einen oder anderen Dialekte diese Dialekte einander bedeutend 
entfremden muss. Eben desshalb aber bedarf es grosser Um- 
sicht und nicht allzu knapper Sprachkenntniss , um die streng- 
Kl/^eunerischen Ausdrücke yon den bloss erborg'ten Fremdlln- 
g'en zu sondern und letzteren ihre jewellig'e lleimath anzuwei- 
sen: — Kiffenschaften , die man an Prcdari vergebens suchen 
würde. Wir glauben übrigens schon jetzt zum Voraus unsere 
Leser versichern zu können, dass der romsche Sprachtypus, 
was auch Predarl fabele, in Wahrheit ein Indischer sei, 
und durch sein engeres Anschliessen nicht so sehr an das 
Sanskrit als vielmehr an die schon verwahrloseteren Formen 
Indischer Volksmundarten wirklich als aus Indien ausgewan- 
dert angesehen werden müsse, und die von Predari aufge- 
stellte zweite Möglichkeit einer Einwanderung der Zigeuner, 
als solcher, nach Indien sich, Angesichts jener unläugbaren 
Thatsache, in sich selber vernichte. 

Die Sage vom Aegyp tischen Ursprünge der Zigeu- 
ner wird durch einen Roberts nicht wieder zu Ehren kom- 
men, ungeachtet sie, ursprünglich von wem auch immer, doch 
sicherlich nicht von den Zigeunern selbst ausgegangen, jetzt 
von diesen an vielen Orten z. H. in England und Spanien (liw. 
1.165.), in Ostpreussen (v. Heister S. 147.) u.s.w. als Wahr- 
heit geglaubt wird. Entstanden Ist dieselbe unzweifelhaft anf 
Grund solcher Stellen des A. T., M'k^ Ezech. Cap. 29» und 30., 
ans welchen jedoch heutzutage nur noch dumpfer Aberglaube 
oder jesuitische Verschmitztheit etwas über die Herkunft der 
Zigeuner herau.^zuargumentiren sich einfallen lassen kann. Auch 
Hasse lätignet den Aegyptischen Ursprung^ ja will sich auch 
nicht dazu verstehen, dass die Zig. (von Ilindustan) über 
Aegypten nach Europa gekommen seien S. 13. f., da diese 
Vermuthung Grelimann's sich auf Nichts stütze, und „es sich 
sehr gut erklären l^sst, warum sie Aegyptier heissen, oh- 
ne dass sie aus diesem Lande stammen,'^ S. 5 IT. gegen Grellm. 
S. 342. Wir pflichten ihm hierin gern bei, wenn auch einzel- 
ne seiner Argumente schwach sind, wie wenn z. B. Mesr als 
herkömmlicher Landesname für Aegypten, die Zig. als Nicht- 
ägypter verrathen soll, oder eine Ihrer Bezeichnungen bei 
den Türken, nämlich „Färäwni, d. i. Pharaoniter (Pharao- 
nes ac Czingani Grellm. S,346.), oder listige Leute, Betrü- 
ger und Zauberer, Leute, die dem Könige Pharao an Gesin- 



Hcrkimft 50 

irnng* und .Thaien ähnlich sind, von Ar. und Tflrk. pharaon 
Aslulas fiili, oder aimilis Pharaoni indole uiorihuRque Gol. Ijex. 
Arab. p. 1789. (s. auch Ca^t. II. 3076. nr. 22 — 25.)'^ den 
Keim enthalten zu der Sa^e, während doch aug'ensclieinlich 
erst umg'ekehrt in dieser die Benennung wurxelt. Jenes pha- 
raoB hat bloss in abgeleiteter Welse die Jiedeutung': listig sein 
u. s. w. , und nicht nothM-cndig' ward in den Nanien Färäwnl 
(Pharaonit) sogleich dieser gehässig'e Seitenblick von vom 
herein mit gele^^t, indem, wie eine frtihere Note zeigt, häufig 
der Name des Zigeuners erst allmählig zu einem Appellativuu 
wurde. 

Wir niQssen jetzt noch einige Augenblicke bei Ilasse 
verweilen. Die kleine Schrift ist lehrreich, wenn gleich fast 
nur In verneinendem Sinne: zur Abmahnung vdu ethnisch -hi- 
storischen Folgerungen aus blosser V^ölkernamen-Synonymikk 
Rechnet man nämlich die Spielerei mit (üentilnamen ab, 
welche hier, dem Anscheine nach nüchtern genug, getrieben 
wird, ohne dass sie darum doch Gilltigkeit gewinnen könnte, ' 
so bleibt, um der Sinter, Sinti er zu geschweigen, von 
allen zu Gunsten einer Identität zwischen Zigeunern und Sl- 
gjnnen (Herod. Y. 9. Strab. XI. p. 790. ed. Casaub.) ge- 
führten Argumentationen nichts übrig, als ein gewisser Ein- 
klang beider Völker in Sitten, welcher aber seinerseits, oh^ 
ne sprachliche Affiliations- Beglaubigung, — das können 
wir unter vielen Beispielen auch aus dem gegenwärtigen ler- 
nen — nicht das Geringste beweist. *) Was aber aus der 



*) Vergeben« ruft Hasse mit Bezug auf die Uerodolische Stelle 
aus: Hier ist doch der Zigeuner, wie er leibt und lebt! und, wie 
glücklich er die nicht karge Summe TOn 7 Sitlcuahnlichkeiten her- 
ausbringe, auch dies Glück hilft ihm nichts* Die Sprache der 
Zigeuner, welche ich leidlich zu kennen glaube, trägt eine ent- 
schieden Indische Gesichtsbildung zur Schau, aber keine 
solche, vrie sie den Sprachen des cisindischen Asiens als dem Zend, 
der persischen , afghanischen u. s. w» gemäss wäre , während doch 
die £&yvift^€u Medischen Ursprungs zu sein Torgabcn« ^ (Aach 
Ritler Asien II. 660., Tgl. Schaifarik Alterlh. I. 26*2. verbindet den 
Namen der Sigjner mit dem der hinduslanischen Tschingaiier, die 
sich Sinli nennen und die frühesten Goldwäscher des niodern Indus 
gewesen sein sollen, — also gleich den Anrarii unter den Zigeu- 
nern !) — Wenn Ilasse ferner zu Hei^yt^h. Sivxa^ fiXanr^xot tmxoP^ 
yoh die Bemerkung Tügl : „so galten also die Siute schon damals 
für schädliche Ret rüg er, '* wie soll man sich da nicht über die 
Leichtgläubigkeit einer Kritik verwundern, welche es übersieht , wie 
Hesjchius oifenbar das Appellati vum diyjtig (wohlgemerkt you (Ti- 
vofxm^ YOr Augen hat, und die £ivjiig auf Lemnos als Seeräuber 
berüchtigt waren , mithin jener Name ihnen unstreitig nur desshalb 
gegeben w^ard, so gut als dem Räuber oder ,,Landächaden^^ Siv^Qy 
und dem Griechen , Ton welchem .die Troer berückt wurden, Zi" 



\ _ 

60 L Einleitong. 

Vergleiclinng' des Zig'eun^ridioms mit dem HindasUni an Gnn- 
fiten Ton Hassels Ansicht g'efolg'ert werden soll, kann auf die 
damals noch herrschende g'rosse Unbekanntschaft mit den Indi* 
sehen Volkssprachen- geschoben und somit Hasse eini^ermassen 
verziehen werden: aher die Einbildung': ^^der andere Fall, 
dass die Zig'cuner in Hindostan in einem Winkel g'esessen hät- 
ten, wo dergleichen Eroberungen und Sprachvermischungen 
[als das Ilindustani] keinen Einfluss auf sie hatten j ist gar 
nicht denkbar ,^^ zeugt doch fürwahr von überaus grosser Un- 
kenntnisse indem sie vorauszusetzen scheint , als gäbe es, aus- 
ser dem, allerdings zur Vergleichung mit der Romani Tschib 
nicht sehr geeigneten Hindustani, in Indien keine sonstigen 
Sprachen, — während diese doch bekanntlich Legion sind! 

Grellm. behauptet S. 206. ff., dass sich vor dem J. 1417. 
in „ Europa ^^ keine zuverlässige Nachricht ihres Daseins vor- 
finde. Die Fixirung wäre wichtig, da Grellm. als Anlass ih- 
rer Auswanderung aus Indien Timurs Einfall in dieses Land 
betrachtet. Dieser Meinung jedoch sind seitdem mehrere GjO- 
lehrte, wie Rüdiger*), Hasse**) und Oslander (Mithr. 
IV. 82.)? Graberg von Hemsö***), Kogalnitschan 
(p. 3.) und Borrow entgegengetreten, und man muss einräu- 
men, dass dieselbe, auch abgesehen von den Luri im Firdusi, 
durch die von Borrow L 30. aus Arabschah, Leben Timurs 
beigebrachte Stelle, wonach schon zu Timurs Zeit vor des- 
sen Einfall in Indien sich in Samarkand zahlreiche Familien von 
ZIngarri aufgehalten hätten, wenigstens in Betreff der Art, 

yü)y? Sonderbar mag man den Zufall nennen, da$s die Zigeuner 
gleicli den Lemniern häufig das Schmiedeliandwerk üben, und der 
Name criVrat vortrefflich auf diese Landplage passen Tvurde; allein 
man vergesse nicht, dass, wenn gleich z. ß. auch die Araber dem 
Zigeunergesindei den wenig ehrenvollen Namen Charami (RKuber) 
beilegen ) dieses jedoch schwerlich sich selbst in gedachtem Sinne 
Sinte genannt haben würde. 

*) Zuwachs St. i. S* 134. Ausg. 2» vom J. .1796.: „Besonders 
kann ich aus Urkunden [die eri leider nicht beibringt] beweisen, 
. dass sie schon vor Timurs Zeit in Europa gewesen sind^' u. s.w. 

*'^) S. 16. „ Die Zig. haben schon lange Torher in Ungarn geses- 
sen,'* denn „wenn die mehrsten Schriftsteller sagen, sie träten seit 
dem J. 1417. erst in Europa auf, so ist es höchstens von ihren Aus— 
. Wanderungen in andere Länder zu verstehen (die aber auch wohl 
früher angefangen haben), nicht aber von ihrem Auftritte in Un- 
garn," — S. 41, Yermuthet er, es möchten wohl die Türken bei 
ihrem Einbrechen in Ungarn gleich nach 1400. die Auswanderung 
der Zigeuner aus Ungarn weiter nach Westen ^u veranlasst haben. 
— Man hat übrigens vom J. 1417. Nachricht von den Zig. aus der 
Moldau s. GreUm. und v. Heister, 

**») S. T. Heister S. 83* 



Herkunft. 61 

wie sie auf Timnr Bezug* nlmnit, als widerleget angesehen wer- 
den darf, zug^lelch mit der an sich nicht sehr glaublichen Mo- 
dification, welche jener Meinung Im Hann. Mag. 1841; nr. 64, 
g^egeben worden, wonach Hangersnoth In Folg-e des Tlmur'- 
sehen Feldzuges die Zig*, aus Indien vertrieben haben solL 
Man sehe auch eine dritte etwas andere Ansicht Heister 
S. 140 IT., die der RIenzi's nicht sehr fem steht, welcher die 
Zig. zuerst In TImur's Heere auf seinen Zügen durch Kanda- 
har, Persien und die Bucharel als espions und fournisseurs, 
und, später in gleicher Eig-enschaft, bei den Türken In den 
Kriegen gegen Griechenland agiren lässt Dagegen frühere 
Data Ihres Aufenthalts In Europa, als das von Grellm. festgee- 
stellte, . entdecke Ich nirgends, sobald man nämlich anf mehr 
als blosse Vermuthungen dringt. Beachtenswerth bleibt die 
von Kog*. angezogene, und bei von Heister S. 89. besproche- 
ne Stelle aus einem Chron. Bohemiae bei J. P. de Ludcwlg^ 
Reliq. Manuscr. XI. p. 301., wonach Im Heere König Bela's II. 
1250 (1260 V. H.) In seinem Heere gegen Böhmen sich be- 
fand innumerabllis multitudo Inhumanorum hominum, Comano- 
rum , Ungarorum et diversorum Slavorum , SIculorumque (Ung. 
SzAelj^ et Vasallorum, Bezzerminorum (Pol. Bisurman, Mu- 
selmann) et Hismahelitarum (Ismaeliten d. I. Muhammedaner}, 
Scismaticorum (Schismatiker) ut etiam Graecorum, Glngard- 
rum, Bassiemdorum et Bastrensium haereticorum : allein eine 
Identität zwischen Gingari und Cingari folgt daraus keines- 
wegs, ja ist sogar nicht einmal von Selten des Lautes him- 
länglich gerechtfertigt. Der gütigen Mittheilung vom Ilofr. 
J. Grimm verdanke Ich noch den Nachwels von 3 äusserst 
merkwürdigen Stellen In IIolTm. Fundgr. zur Gesch. Th. II. 
Bresl. 1837. Genes. IL v. 23 — 25. p. 31. Daunen chomen Is- 
m ah eilte, die varent In dere werlt wite Daz wir helzzen 
chaltsmide; und p. 71. v. 25. wie si Joseben bestrouften, 
Ze den chaltsmiden ferchouften. — Eine andere, gewiss 
nicht weniger wichtige Stelle bringen wir aus Bryant p. 393. 
bei. Dieser sagt: Simeon SImeonIs (d. I. wahrsch. der bei 
Grellm. S. 181. ed. 1. oder 234. 2. gemeinte Autor) seems to 
have met with some of the Gjpsey tribe In Cyprus, In 1332. 
„Ibidem et vidimus gentem extra .clvitatem rltu Graecorum 
utentem, et de genere Chaym *) se esse asserentem, quae 
raro, vel nunquam, in loco allquo moratur ultra XXX dies; 

*) Nach Besold bei Grellm. a. a. 0. bedeutete es Kein; Cham 
würde gut zu dem angeblichen Aegyptlschen Ursprünge der Zig. 
passen. Jedoch Chiem als eine Art Dämon t. Heister S. 71. , und 
Keim, ein Jude, nach der Hantjrka bei Fchm. S. 87., und Chaim, 
Kaim in derselben Bedeutung bei y« Grolm. im Rothw. 



62 L EinleituniT* 



Ö' 



scd seniper, velut a Deo maledicta, va^a et profugu post 
XXX. diciii de caiiipo in canipuiii , cum tenioriis parvis , oblon- 
glsj ni<j^ris — schwarz Maaren auch die Zelte der Nury be! 
Nablo8 nach Seet'/en — , et humilibus, ad modum Arabuni de 
cavernä in cavernam discurrit, quia locus ab his habitatus post 
dictum terminum efficitur plenus rerniibus et immunditiis, cum 
quibns inipossibile est habitare/^ Simeon Simeonis Itin. p. 17. 

In Perslen sollen die Luri's, welche mit den Zigeunern 
In Europa Identisch scheinen , bereits vor 1400 Jahren in ei- 
ner Anzahl von 10 — 12^000 Köpfen als Spielleute auf' eine 
durch Behramgur an Schankal , den König von Kanodsche , er- 
gangene Bitte aus Indien herbeigerufen sein: eine schon in 
Firdusi*s Schahnameh (Abschn. 519.) enthaltene Erzählung, 
welche auch in dem Geschichtsbuche Tarlkhi Güside bei v. 
Hammer, und in noch einem zweiten bei J. Mohl im Journ« 
As. 1841. T. Xll. nr. 69. pg. 515. w^lederkehrt , wonach 
Kulan (also doch wohl = Kauli s. ob.) ein Pehlwiwort mit 
der Bedeutung 31usiker sein soll. Siehe die merkwürdige 
Stelle aus Schahnameh, Text und Uebersetzung, bei Ifarr. 
p. 527. *) und in den Wiener Jhb. 1838. v, llammer's Be- 
trachtungen darüber. Wie fabelhaft Manches in dieser Sage 
klingen mag, so weist sie doch gleichfalls auf Indischen Ur- 
sprung der Zigeuner und zwar vor Timur zurück. Ob aber 
die Auswanderung wirklich auf eine so heitere und der Mu- 
sika würdige Weise erfolgte, oder ob die Zigeuner blosse 
Wanderlust, vielleicht zu verschiedenen Zeiten, aus der Ilei- 
math zog, scheint immer noch ein ungelöstes Problem. (Merk- 
würdig eine Einwanderung von Indern nach Armenien. Bitter, 
Asien. Bd. X. S. 557.). — Zum Beweise mehrerwähnlen Ursprungs 
hat man sogar die 4 Zigeuner -Classen in der Moldau geltend 
machen wollen, indem man diese, jedoch ohne allen Grund, 
zu 4 Caslen umschuf (Mithr. IV. 80.). Nach Grelim. S. 70. 
vgl. y. Heister S. 54. unterscheidet man in Siebenbürgen 1. 
Stadtzigeuuer, Lakos Cziganyok (Ung. lakos d. i. incola, co- 
louus), 2. Goldwäscher, 3. Schatterzig. von tschater (Zelt) 
Grelim. S. 72., Türk. tschäder, Alban. T^aviug, Lith. cze- 
tra, Sskr. tshhatwara u. s. w. , 4. sogen. Aegyptische oder 
vagabondircnde Zig«, Lepedos Cziganyok. — In der Moldau 
zerfallen nach Kog. p. 12. Kronzigeuner in folgende 4 Clas- 
sen: 1. Budari (unstreitig vom Sl. roud, Metall) oder Au- 
rari Goldwäscher (d. i. aurarli, über welches Wortes Gebrauch 

*) A. l). 420 is ihe age of Bali tarn- GiTi-, »iid A. D. ICOO tliat 
of Firdausi ; an inlcrestitig fact as it regards tlie inli-oductlon of tlie 
Gypseys iiito Persia. 



Sprache* 63 

8. Massnamiy Täbb. ecratae p. 9i. sqq.) *)^ 8. Ursarl (Bä- 
renführer, was auch nach Pottin^cr die Luris sind), 3. Lin- 
^urari^ die von Verfcrti^ng' hölzerner Löffel (Walach. lin- 
g>ura') den Nanien führen, 4. Läiessi, die verdorbenste, aber 
auch freieste Classe, deren Name sich vielleicht aus Xrjarai 
erklärt. — Die Zigeuner der Privaten hing-eg-en theilen sich 
1. in L^iessi, 8. Vatrassi, welches W. ich von Walach, 
vatra' (Ileerd, focns) ableite, indem diese nicht mehr wild 
umherziehen, sondern feste Wohnsitze haben* 



/Sprache. 

„Die nur zum Theil mit Dialekt- Verschiedenheit und 
Wörtern einer ganz fremden- Sprache vermischte Zigeuner- 
Mundart ^^ (v. Humboldt, Kawispr. 1. 51.) ist oft mit dem 
Rothwälsch verschiedener Länder verwechselt worden , wel- 
chen Irrthum indess heutzutage kein Einsichtiger mehr bege- 
hen wird. Gleichwohl Hegt es in der Natur der Sache, dasa 
den Zigeunern ihr von allen Fremden unverstandenes Idiom zu 
allerhand geheimen und nicht sehr ehrenvollen Zwecken eben 
so sehr zu statten kommt, als dem sauberen Diebesgesindel 
ihr, wenn auch traditionell forterbender, doch ursprünglich 
conventioneller Jargon; und dass jene, wo sich ihnen auf Sel- 
ten des Fragers bedrohliche Absichten kund zu geben schei- 
nen, mit ihren Antworten iuBetreifder romschen Sprache (Grellm. 
S. 150. Bw. !• 2.) **) eben so zurückhalten, als das Gaunervolk 

*) Walach, bei Clemens Lex. S. 23. Gramm. S. 18. ba'ieszu^. 
der Baader, Bergmann, Löffeizigeuner, Bergknappe. Vgl. IVIass- 
mann S. 112. über Un^. banya (fodina : balneum) und banyasz (ope-»' 
rarius in fodina). GcnÖrt dahin auch der vielleicht nicht ganz ricli^ 
tige Name Hraeschen, womit sich die, im TJng. araniase (Golct-, 
samimler) geheissenea Zigeuner in Siebenbürgen belegen P Grellm« 
S. 165. ed. 2. Der goldführende Bach Aranjosch S. 111. hat yom 
üng. aranyas (an Gold reich) den Namen, wie Sskr. Hirau'jra- 
bahu (Erannoboas) s. ▼. a. der Goldarm. 

**) In den ersten Tagen, erzählt Puchm. S« VIII. , ehe die Zigeu- 
ner-Knaben mit mir verlrauler wurden, pflegte der eine tou ih- 
nen, wenn ich nach elwas fragte, was ihm verdächtig schien, 91t 
dem Andern zu sagen: Ma pchen (sag's nicht). Wie ich auf die 
Verdolmetschung des Wortes Dieb kam , hiess es : das -weiss ich 
nicht* Beim Verhör, als man auf dies Wort kanr, sagte einer von 
den Erwachsenen : dieses Wort haben wir in unserer Sprache nicht. 



64 I. Einleitung« 

es mit Geständnissen thun würde und thut rficlrslchtlicli des 
Rothwälsclien. Obschon also von der zuletzt erwähnten Ge- 
heimsprache von vorn herein als eine wirkliche Volks- 
sprache durchaus yerschieden, kam das Zig*euneridioni doch 
nicht selten mit jenem in Berührung', indem sich gleichgesinnt 
tes Pack überall leicht zusammenfindet; und wir dürfen uns 
aus diesem Grunde nicht allzusehr über die Wahrnehmung ver- 
wundern, dass im Rothwälsch, z.B. bei Dorph, v. Grolmann, 
manche acht zig'eunerische Ausdrücke vorkommen, wiewohl 
nicht in der grossen Anzahl als jüdische. Umgekehrt, bin ich 
geneigt zu glauben , haben die Zigeuner auch ihrerseits nicht 
immer, rothwälsches Sprachgut sich anzueignen, verschmäht. 
Namentlich, wenn ich bei Borrow die übergrosse Menge von 
Wörtern bedenke, welche, als völlig" isollrt stehend und räth- 
selhaft, unmöglich der alten Rom -Sprache angehören kann, 
ja sich auch einer Deutung* aus dem Maurischen, Yaskischen 
und Castilischen hartnäckig entzieht, so bleibt kaum ein ande- 
rer Ausweg ihrer Erklärung, als dass sie, mit Abzug des- 
sen, was etwa kühne Sprachschöpfung der Alicion sein mag*, 
^össtentheils der spanischen Germania angehören, wobei noch 
ausserdem die Siebenzahl von Jargons 2u berücksichtigen 
sein möchte , von welcher die Zig*, mit Bezug auf ihre Sprache 
reden. Bw. II. 125. Vielleicht werden uns Männer, die mit 
den einheimischen Volksdialekten Spaniens vertraut sind, anch 
noch Einiges mittelst dieser Mundarten entziiTem; schwerlich 
aber alles, indem, wie ich sehe, selbst Diefenbach als Ro- 
manist mit ihnen nicht sonderlich hat [fertig werden können, 
und Borrow, welcher doch in Spanien nahe an 5 Jahr reisete, 
ebenfalls selten zu ihrer Deutung etwas Genügendes beizubrin- 
g>en weiss. Ob etwa Afrikanische Sprachen eine Hülfe 
bringen ? 

Wir wissen, was die Zigeunersprache nicht sei; wei- 
ter müssen wir nun frag-en, was sie denn eigentlich sei. Die 
Lösung, so weit wir sie jetzt zu g-eben vermochten, ist in 
dem ganzen Buche enthalten: jedoch wird sich zweckmässig* 
an diesem Orte eine allgemeinere Charakteristik jener 
Sprache einfügen, deren ausg'eführtere Betrachtung* uns dem- 
nächst beschäftigen soll. 

Die Romani Tschib ist unzweifelhaft eine unter der gros- 
sen Menge jüng'erer Indischer Volksmundarten; sie 
ist eben so unzweifelhaft eine ächte Sanskritidin, nicht 
etwa zubehörig den nichtsanskritischen Stämmen Indiens: das 



— Zippern wollte der Zig. nicht gern die Selbstbenennungen die- 
ses Volkes angeben. 



Sprache. 65 

beweist Grammatik wie Lexikon, fiierbaupt ihr Gesammtge- 
präg-e trotz der dichten Verhüllung' fremder Zuthaten , aus wel- 
cher dies hervorgesucht werden muss. Es war nicht zu ver- 
meiden, dass man die Zigeunersprache unter den Indischen 
Sprachen zuerst mit dem Ilindustani oder Urdu verglich, 
obschon dieses wegen seiner geringen Reinheit am wenigsten 
sieb dazu eignete; ja selbst heute wird es uns auf dem Con- 
tinente schwer gemacht, passendere llülft^niittel zu benutzen. 
Zu diesen glaube ich insbesondere M. T. Adam, A Biet, 
Engl, and Hinduwee Calc. 1833. rechnen zu dürfen"^), welches 
mir oft in Fällen gute Dienste leistete, wo das dem romschen 
Idiome schon um mehrere Grade ferner stehende Sanskrit ^ ja 
selbst des letzteren nächste Descendenten , Pali und Prakrit, 
nicht ausreichten. Man sehe Beispiele in meinem Art. Indo- 
germ. Spr. S. 43. Einige neue mögen hier Platz finden, als: 
Zig. chav (comedo), Hindi Inf. khän4; anav (ich bringe)^ 
H. änan4; pchirav (ambulo), H. phirna; bokh (fames), IL bhü- 
kba, Sskr. bubhukshä; czon (luna), II. tschanda, Sskr. tschan- 
dra U.S.W.; woraus hervorgeht, dass im Zig. theils manche, 
obzwar Indische, gleichwohl dem Sanskr. fremde, und ande- 
rerseits solche Ausdrücke vorkommen, die, allerdings sans- 
kritischen Ursprungs, doch in den Mundarten sich bedeutend 
entstellt haben. Ja, was die romsche Grammatik betrifft, so 
entfernt sich dieselbe weit genug von ihrer alten Urahnin , oh- 
ne indess deren Züge, mindestens in solchen Ländern ganz zu 
verleugnen, wo sie sich nicht, wie in Spanien, mit Aufge- 
bung des eignen Selbst, ganz oder fast ganz dem Gesetze 
der einheimischen Rede unterwarf; und man braucht die Hoff- 
nung noch nicht aufzugeben, dass sich künftig, was mir bis 
jetzt nicht gelang, auch diejenige Indische Mundart wird aus- 
findig machen lassen, an welche sich das Rom vor allen an- 
deren verwandtschaftlich am engsten anschliesst. „Da eine 
„jede Sprache, sagt ganz richtig Puchm. in der Vorrede, sich 
„im Laufe der Jahrhunderte ändert, um so weniger muss es 
„befremden, wenn das Ronische binnen fast einem halben 
„Jahrtausend mancherlei Veränderungen erlitten hat« Auf der 



*) Benutzen konnte ich nocli: 1) Kennedy's Dict. of ihe Ma- 
rat'ha lang. Komb. 1824. Fol» W. Carey A Gramm, of tlie Mahr. 
lang. Seranip. 1805. 8. 2) A Gramm« of the Punjabee lang, hj 
W. Carey« Seramp. 1812. 8. 3) A Dict., Hindustanl and Engl. ■ 
Bj John .Shakespeare. Lond. 1817. 4. Hadlej, Gramm, of the 
Moors lang.' Lond. 1809. 8. A Gramm, of the pure and niixed 
East Indian dialects. By Ilerasim Lebedeff. Lond. 180i. 4. G. de 
Tassy, Rudim. Paris 1829. 4. 4) Mehrere Bengal. Quellen. Al- 
lein mit keinem dieser Idiome stimmt das Zig. speciell. 

6 



66 L Einleitanir« 



??' 



,, langen Herrelse, versetzt In ein seiner Ileimatli ent^eg'engc- 
,, setztes Klinfia verlor der Home nach und nach für die wei- 
tsten Geg'cnstände seines Vaterlandes den indischen Ausdruck; 
„ nach den Kenntnissen der radnitzer Ronien zu urtheilen , weiss 
„er nun weder den Elephanten noch die König-sschlange, nicht 
„den Löwen noch den Tiger zu nennen;' hat weder für den 
„Papag-ey noch den Sperling* , für keinen Fisch, für keine 
„Pflanze, des heissen wie des kalten Erdstriches, einen Na- 
„men. In allen Ländern, durch die er zog-, fand er Anlass 
„zu neuen Beg-riffen; aher zu unhekümniert und zu faul, neue 
„Worte dafür in seiner Sprache zu schaffen (w«as er mit man- 
„ chen Europäern gemein hat), nahm er die g'ehörten ohne Be~ 
„denken an, und gah ihnen hloss einen seiner Mundart ang>e- 
„niessenen Ausg-ang*. Dadurch geschah es, dass ni«in im 
„Konischen so viele M^örter aus anderen Sprachen, z. B. aus 
„ der Slawischen , fmdet, wenn man gleich zugehen muss, d.ass 
„ein grosser Theil dieser Wörter auf unsere fast völlige ün- 
„ bekanntschaft mit dem Zig. kommt, und ein Kalo in Ungtarn 
„vielleicht wissen mag, was Hunderten von Sinden und Pär- 
„no unbekannt ist. So werden z. B. Im Mithr. einige aus 
„demSlaw. entlehnte Wörter aufgeführt, denen wir schon acht 
„romsche unterlegen können.^^ Es haben auch Kraus und Zip- 
pel sich viel Mühe gegeben, um den Zigeunern Indische Na- 
men für Gegenstände oder Beziehungen abzupressen, w^elche 
Indien eigentbümlich wären: allein mit keinem grössern Erfol- 
ge. In der That h«aben sich derartige Erinnerungen in ihrer 
Sprache, so weit ich sie kenne, nur wenige, aber um desto 
Interessantere erhalten. Als z.B. giilo Zucker; pchar oder 
pahr Seide, Taffet; drakh Weintraube, Indisch, aber mohl 
(Wein) aus dem Pers. — llieher gehört ferner die Jahresbe- 
nennung bersz, Sskr. warsha, was eig. Regenzeit bedeutet; 
auch vielleicht 'die Unterscheidung von nur 8 Jahreszeiten, 
Sommer (Frühjahr) nijall Bisch, (wohl aus dem Ungar, nyär 
oder Esthn. nial) und Winter jevend (Sskr. ht^manta) nebst 
jlv (Sskr. hima) Schnee. Nach v. Heister S. 72. sollen die 
beiden Wörter nämlich zugleich schönes und schlechtes Wet- 
ter ausdrücken, und Hindustan trotz der Jabresunterscheidung 
in 6 Zeiten (s. Kalidasa's Ritusanhara) , doch der Witterung 
nach deren nur 2 haben. Gewiss wenigstens ist, dass im 
Sskr. warsha und hemanta zwei von den 6 Indiscben Jahrs- 
zeiten heissen, für die übrigen aber Im Zig. sich kein Indi- 
scher Ausdruck mehr vorfindet. Zipp. hat frihjahro Früh- 
jahr; her beste. Bisch, o herbsto, Herbst; licfl. Zig. 
höesta (etwa mit Auslassung von r? oder Äugst?), aber 
Syr. Zig. gälkary. Sonst bei Seetzen gas Frühling (Im 



. Sprache. 07 

Türlr. y&z Sommer, !Ik jkz Prima aestas d. f. Frtthlfn^), Hell. 
Z. wo ras (s. oben bersz, wo nicht aus M7alac)i. vara' Som- 
mer, pvima' vara* Frikhling-, mit dem Zig-. Soff, us); trual 
Sommer, szal^ra Winter. Die 18 Monatsnamen konnten die 
Zig-. Seetzen niclit angeben; zufolge Masing- bedienen sieb die 
liefl. Zig-, sowohl für Monate als Wochentage der Esthnischen 
Benennongen. Nach Rienzi im Tzengare Mag-a (Janvier)^ 
Sravan (Juillet), Poussa (Dec), Namen von allerdings In- 
discher Herkunft, deren Gebrauch in Europa mir jedoch ver- 
dächiig vorkommt. Bei Zippel sind die Wochentage deutsch 
mit Ausnahme des Griech. pari stowen Freitag-^ und kurkd 
(Sonntag, Woche). Warum Kraus aus dem Worte buf (Ofen) 
den Schlnss: ajso aus einem kalten Klima zu ziehen 
Unrecht habe , ist von mir schon in der Rec. von Casca erör- 
tert: es bedeutet nicht gerade Stubenofen , und würde auch so 
noch nicht obigen Schluss gestatten. Bei Seetzen phürniha 
Ofen aus dem ins Pers., Türk. und auch als forn ins Kurd. 
übergegangenen Lat. fumus, Ital. forno; dagegen tabunih 
Backofen aus dem Arab., Liefl. Z. maarskobau d. i. eig. 
Brotofen. — Seetzen berichtet: „Es ist hier [in Syrien] eine 
„Volkssentenz im Schwange, welche von den meisten für eine 
„ausgemachte Wahrheit angenommen wird. Es giebt, sagt 
„man, 72 Religionen, *) und eine halbe, in der Welt, und die- 
„se halbe ist die der Zigeuner.^^ Darin stimmen alle Nach- 
richten zusammen, dass sich die Religion der Zigeuner fast 
gänzlich auf Null reducirt, und sie als arge Indifferentisten 
und um ihres äusseren Vortheils willen der jedesmaligen Lan- 
desreligion, inzwischen lediglich zum Scheine, huldigen. Von 
Russland ans aber bis nach Spanien hinein besitzen sie 2 Wör- 
ter, für Gott und Teufel, wie Dewel und Beink in Ost- 
preussen (v. Heister S. 144.). „Their nanies for God and bis 
adversary (in Russland), are Deval and Bengel, which 
differs little from the Spanlsh Un-debcl and Bengi, which 
signify the same." Bw. LH. Deren ersteres aber gehört ent- 
schieden, und auch wahrscheinlich das zweite Indien an. 
Deuw, Götze, hat bloss Grellni. und es ist daher wenig be- 
glaubigt; sonst würde man dasselbe der persischen Sprache 
zueignen müssen, so gut als bei Seetzen ahasscheitanj 
Teufel (Satan) der arabischen, und chujä (Gott; Himmel), 
Ous. khuia (God) der persischen. — Rienzi hat zwar die rei- 



*) Unstreitig nach der Rechnung, welcLer gemäss es aiicli 72Spra»' 
clien geben soll. S. Ludolf. HisU Aeth. p. 210. nr. CXI. Scholle- 
lius , Teulsche Haubtspr. S. 34. Mein Art. Indogerm. Spr. S. 2. 
Man dachte an die 69 Gesclilechler Gen. X. niitsamuit den 3 Söh- 
nen Noah*s. Daher verui. aucli die Septuaginta. 

5 * ^ 



68 I* Einleitang« 

* 

nen Sskritwörter Deva (Dien) und RäkcAasa (Demons) als 
Wörter V der Tzengare in Europa und IJindustan; jedoch ha- 
be ich Grund, zu zweifeln, ob das richtig' sei. m 

,,Uebrig'ens , sag't Puchnu, ist das Ronische eine äusserst 
„einfache, sehr leicht zu erlernende Sprache; denn ^eg-en das 
„Ende jener 40 Wochen hatte es keine Schwierig-keit für mich, 
„die Gespräche der Zig-, zu verstehen. Von ihrem Wohl- 
„klange kann sich jedes unverstimmte Ohr überzeugen." Was 
den zweiten Satz anbetrlift, so kann ich darüber aus eigener 
Erfahrung' nicht urtheilen; den ersten glaube ich zugeben zu 
könneii, so fern es sich bloss um praktische Erlernung* eines 
der verschiedenen Dialekte handelt. Die theoretische Bewälti- 
gung' dieser aller aber darf ohne Fr«age zu den schwersten 
ling'uistischen Problemen g-erechnct werden , thclls weil, soviel 
solcher Dialekte vorhanden, wenigstens so viel Sprachen auch 
dabei betheiligt sind und zur Verg'leichung' herangezog-en wer- 
den müssen , und auf der anderen Seite , weil die Untersuchung" 
natürlich eine pathologische zu sein nicht umhin kann, in so 
fern als die romsche Sprache, selbst da wo sie am reinsten 
blieb, sich gleichwohl in einem hohen Grade desorganisirt 
und verwildert zeigt. Zu diesen vorg-enannten objectiven 
Schwierigkeiten gesellen sich sodann noch die kaum leichter 
zu beseitigenden subjectiver Art : nämlich die Irrthümer, 
Missverständnlssc und üngenauig'keiten , welche sich viele 
Sammler bald in Folge grosser Flüchtig'keit abseiten der be- 
fragten Zig-euner (vgl. Bw. II. 125. ; Kraus *) bei Adelung*, 
Catherinens V^erdienste S. 118. Bisch. S. 15.), bald aus Man- 
gel genüg-ender eigner Aufmerksamkeit und Sprachkenntniss 
haben zu Schulden kommen lassen. Unter Hinweis auf meh- 
rere Beispiele, die ich in meiner Rec. über Casca gesammelt 
habe, könnte es genüg-en, an die Frenkelschen und Zippei- 
schen Texte zu erinnern, worin manche Stellen so wortge- 
treu ins Ronische übersetzt sind, dass sie den baarsten Un- 

*) Kraus in einem der mir gebÖrigen Papiere: „Beim Abfragen 
ist es DÖlhig, die Fragen so genau, bestimmt und anschaulich zu 
machen, als möglich; denn sonst Avird dem Zig., der gar keine ab- 
stracie Gedanken fassen kann und der von Nalur sehr leichtsinnig 
und unaufmerksam ist, die Frage missverstehen und gleich%yohl mit 
einer, diesem Volke ganz eigenen Geschwätzigkeit ins Gelag hinein 
beantworten. ]Mir ists so gegangen. Ich fragte, was heisst ,', der 
Ha SS," und mein Zig. sagte schoschai, was aber „Hase** bedeu- 
tet» Ich fragte, was heisst schlagen, und er sagte mir bald kuhr 
(linper. schlage), bald kurawa (ich schlage), bald kurdum (ich habe 
geschlagen) — F.also, wie oft in den Rtw. IJejlr. bunt durch ein- 
ander; und zwar wegen Mangels des Inf. P."]. — Um die Casus 
U.S. w. zu erfahren, fragte ich am besten nach ganzen Phrasen, wor- 
in sie TOrkamen/' 



Sprache. 69 

sinn enthalten: natürlich, weil die Zig*., um den Geist und Ge- 
danken wenig- bekümmert, bloss an den Buchstaben sich an- 
klammejcn und daher oftmals, übrigens ohne dabei Ironie im 
Schilde zu führen, ad modum obscurorum viroruni vertiren. 
Indess zur Warnung vor Beobachtungsfehlern bei Aufnahme 
und Benutzung von Wörtern, wie deren uns von den Spra- 
chen vieler Völker bisher allein bekannt sind, diene als pas- 
sendes Beispiel das der Wörtersammlungcn aus der Zigeuner 
Sprache, < die, weil diesem Volke Literatur abgeht, nur durch 
Erfragungen zu Stande kommen konnten, und mehr vielleicht, 
als sonstige der Art, an alien Gebrechen leiden, welche von 
dieser fintstehungsweise die natürliche Folge sind. Es wird 
schwer geglaubt werden, wie vielen Irrthümern aus wie man- 
cherlei Quellen und Anlässen man hier begegnet, und doch 
kann ohne deren Beseitigung natürlich an eine vernünftige Bear- 
beitung der Romani Tschib nicht gedacht werden. Wir wol- 
len einige namhaft machen, und die richtige Deutung, um sie 
vor der irrigen auszuzeichnen, in Parenthese beifügen. 

Manche haben ihren Grund 1. in bald sinnlich bald gei- 
stig* ungenauer Auffassung: z.B. erregen brishendo (verhört st.: 
der Regen) Rtw. ; o parno (das Weisse) fälschlich für : Wei- 
zen, oder tschowachano (hexend) st. gehetzt von hetzen (s. 
avch den Namen: Hessen, Bisch., was daselbst zum Hexen- 
lande geworden), beschetuno manusch (ein Mensch, der Sitz- 
fleisch hat) als angebliche Uebersetzung von: sittsamer M«, 
Zipp.; chocher (Pilz) st. Blitz Kr.; sarwes triall, nach Bisch, 
rin^s herum, aber, wie ich glaube, in Wahrheit: links her- 
um , s. Lex. Aehnlich lautende Wörter überliaupt fährten leicht 
zu Missverständnissen, insbesondere gern darunter Homo- 
nyme. Als: pral darben Rtw., womit eig. droben (hoch) 
gemeint ist; bei Grellm. banduk (Büchse, d.i. Flinte) fälsch- 
lich vermengt mit Büchse (pyxis, Hind. sanduk) und sogar 
Bürste; saster bei Kog angeblich Eis und Eisen (jedoch nur 
letzteres !) ; kuroben TrefTen (pugna) , rozho Rocken (le seig- 
le), sennelowisa Rasen (ccspes), kaschuko taub (surdus), 
nicht: treffen, wie schon Rtw. geschrieben ist, oder rencon- 
trer; Spinnrocken, quenouille; rasen, furere; Taube, colum- 
ba, wofür sie doch verschiedentlich gehalten worden. Bei 
Bisch, bewerwitschka angeblich Blutigel ist vielra. der Zaun- 
igol (erinaceus) und mithin nicht von bibere herzuleiten. Bei 
Graff. S. 30. iiTige Zusammenfassung der zwei etymologisch 
streng geschiedenen Verba: ginav (ich zähle) und kinav fleh 
kaufe) wegen üebersehen des Lautunterschiedes. 

2. Schreib- und Druckfehler, die in den ausschrei- 
benden späteren Werken immer weiter um sich greifen, ia 



7Ö L Eialeitang. 

Menge. Dahin g'eliört In den Rtw. Bejtr. häufig* sinnstörende 
Verwechselung grosser oder kleiner Anfangsbuchstaben In 
den deutschen Wörtern. So z. B. Weise goswro (vielra. wei- 
se, sapiens); wem mooll (Wein); Brut buchlo (breit); Trieb 
tamloh (st. trüb, dunkel); trauen Luno (wohl Traum, suno). 
Dann falsche Wort- Trennung, wie: Abfall paijasteli st. 
paijas teli (es ist gefallen herab); Ackerbau butinandri pub, 
schiir. butin andr'i pub (Arbeit in der Erde); Seite andrirlck 
d.i. ändri rick (auf der Seite); hin und her glitte pali (teist: 
und) und . anderthalb jecktopash d. i. jeck t'o pash (1 und 
die Hälfte); Aehre gibes oropos, sehr, gibescro pos (fnimenti 
culmus) ; andere Belsp. im Lex. u. laczo , xav u. s. w. Aus- 
serdem anderweitige Versehen als häufige Verwechselung von 
u und n , als baugo krumm st. bango ; jnckly Hündinn st. 
juckljr; besser (vielm. ichbeisse) dauderwawa f. danderwawa; 
Stanck caudela (lies: candela, es stinkt); Biene brohl st, Bir- 
ne (pirum); die argen Umstellungen : schwimmen peen, Schwe- 
ster plima, und zaubern zawari, Zaum thowegkcrben , in wel- 
chen beiden Gruppen das Erste vielmehr das Zweite bedeutet 
u. V. V. Bei Bisch. Wahrsagerei , Wäscherei st. Wahrsage- 
rin, Wäscherin. Das falsche weimga (Kette) s. u. weringi. 
— Sonstige Missverständnisse: z. B. naneleskeeksy Rtw. Beytr. 
wird zag tibersetzt, d.i. zaghaft, kleinmüthig (timidus)^ was 
auch die Etymologie nane les keek sj (non est ei cor) als 
richtig anerkennen muss; lächerlicher Welse ist das aber bei 
Grellm. , Bisch. , Kog. u« s. w. als zähe , zach , tenace genom- 
men. Gatterhall (Wohnort) bedeutet vielm. gatter hall Woher 
bist du? Lakrotrup^skro Weiberjacke Bisch« bedeutet: Ejus 
(mulieris) vestis. Temmeskero Krahli muss Landesfürst be- 
deuten, nicht, wie bei Bisch, steht, Fürstenthum. Für Kür- 
biss karreihä (Cucurbita) bei den Syr. Zig. ist als Parallele 
im Lieft. Zig. tower angegeben; allein dies letztere entspricht 
vielmehr dem fast wie Ktirbiss klingenden Lith. kirwis (Axt, 
Beil). Casca: „Bei, der, paschall ,'^ als wäre es Pascha, st. 
herbei Bisch. 

3. Viele Wörter und gramm. Formen sind a) durch nicht 
gehörig entsprechende wiedergegeben, oder b) von den 
Sammlern, als deren eigne Producte, falsch, w^eil nach bloss 
eingebildeten Analogieen, erschlossen. Von der ersten 
Art entnehmen wir Beispiele den Rtw. Beytr., wie: De- 
niuth latshoseskro (vielm. der Etymologie nach: gutherzig); 
prahlen baremoskro (G rossmaul); schielen bangeakingro (schief- 
tiugig); Taufe bolldo (vielm. getauft); Schuld kammava (ich 
bin schuldig); Sieg liuni (ich habe bekommen); Stehlen tshor 
(Dieb); Springen stawa (salio) oder stie (sali); Beicht pa.- 



Sprache. 71 

tersiaite (mf Beichte ; als Dat.) u. e. M. a. Bei Casca: Jon 
g'ohena manuschönde die Leute betrügea wir, statt des richti- 
gen: Sie betrüg*en die Leute. Biseh. — Solche der ande- 
ren liefert namentlich Biscli. in Ueberfluss, indem er insbe- 
sondere viele sog. Infinitive — reine Hirngespiunste — selbst 
gemacht hat. Legardaf aufmerken, Irrig* aus dem Imper. le 
gard' (prenez garde), triallgelopaf umkehren, aus triall gelo 
pall (er ist um gegangen zurück), munaf awri (aussterben) aus 
muna (mortui sunt), und^ andere solche angebliche Inf. aus der 
3. Pers. PI. , oder aus dem Prät. , z. B. stildaf ergreifen , aus 
stildo (gefangen). — herausgepresst ! 

Endlich 4. hüte man sich, aus den unendlich zahlreichen 
Paraphrasen, nach Farbe, Grösse u. s.w., vorzüglich bei 
Bisch., mehr zu machen, als was sie werth sind (vgl. o.), 
SS. B. mit peda (Ding) , wie u schelte peda (die gelbe Sache) 
Bügeleisen; o peda gai o maro gerröua drin (das Ding, wo 
sie Brod machen drin) Backtrog, oder gowa (Sache), als lo- 
lo gowa (rothe Sache) Röthel; schelte göwa (gelbe Sache) 
Messing, Erz. Baro pr^ko (grosses Ufer) Versdianzung ; 
bari isma (gr. Stube) Saal; barokehr (grosses Haus) Bau, 
Schloss; baro schukker kehr (grosses stolzes Hans) Palast; 
baro likelo (gr. Markt) Messe; baro saiteskeri paschemaskri 
(d. grosse Saiteninstrument) Harfe; baro stammen (gr. Bank) 
Schemel ; baro gascht (gr. Holz) Balken ; bari chhamäskrl (gr. 
Tisch) Tafel; bari budikka (gr. Bude) Comtoir; bari prawul 
(gr. Wind) Sturm; dikno ch'häro (kleines Schwert) Hirsch- 
fänger; dikno tower (kl. Axt) Beil; dikno gampäna (kl. Uhr, 
Glocke) Sackuhr, Klingel; dikna dumba (kl. Berg*) Hügel; 
dikno chareskro (kl. M.) Handmühle; dikno wehsch (kLWald) 
Hain; dikno porr (kl. Gesträuch) Hecke: dikno foro (kl. Stadt) 
Marktflecken ; dikno port (kl. Brücke) Steg ; baro tromm (gros- 
ser Weg) Fahrweg; schukker tromm (schöner Weg^ Bahn. 
Mellelo parr (schwarzer Stein) Schiefer; parmo maro (weis- 
ses Brod) Milchbrod; parnosastro (weisses Eisen) Blech; par- 
ni poschum (weisse W.) Baumwolle. — Dikui sarfa (kl. Hirsch) 
Dammhirsch, Reh, neben derno sarfa (junger Hirsch) Hirsch- 
kalb; gammle chewro (zahmer Hase) Kaninchen; kritzo tschuk- 
kel (krauser, zottiger Hund) Pudel; parno grai (weisses Pferd) 
Schimmel; schukker grai (schönes Pferd) Boss; schukker weli- 
8cheskero tscliirkiilo (hübscher Waldvogel) Fiuke; u dikno me- 
lelo tsch. (der kleine schwarze V.) Amsel; tsch. apo lungo 
gahr (der Vogel mit dem langen Schwänze) Elster; baro tsch. 
(grosser V.) Geier; dikiio ratteskero tschirrkulo (kleiner Nacht- 
vogel) Fledermaus; dikne korakko (kl. Rabe) Krähe; bari 
inuschia (gr. Muschel) Schildkröte; jalodo schanipa (grüner 



72 I* Einleitang« 

Frosch) Laubfrosch; schukko matscho (trockner Fisch) Pick- 
llng"; londo m. (^gesalzener F.) Hering'; schukker matscho Fo- 
relle (netter oder bunter? Fisch); dikne g-^rrmo (ki. Wurm) 
Made. Parno ruk (weisser Baum) Birke; tullo ruk (fetter, 
etwa für: dicker? Baum; nicht aus tilia) Linde; mellelo dislo 
(schwarze Distel) Schlehdorn; baridir dislo (g-rössere Distel) 
Dorn; dikkni rehdinga (kl. Rettig-e) Radieschen; nijalleskeri 
dikni pärrni siing-e (Lenzes -kleine weisse Blumen) Maiblume 
(eig-. wohl Plur.); schelti pabui (g-elber Apfel) Citrone u.s^w. 
Wie sich das Zigeunervolk in Physiognomie, Lebens- 
weise und Sitte überall gleicht und höchstens den Einwirkun- 
gen und Bedingnissen des verschiedenen jKlimas oder der physi- 
schen wie moralischen Landeseigenthümlichkeit da nachgiebt, 
wo keine andere Wahl übrig bleibt: so bemerkt man zwar 
auch in allen Ländern ein zähes Festhalten an der ihm ange- 
bornen Sprache im Allgemeinen, dergestalt dass die ur- 
sprüngliche Einerleiheit sich nirgends misskennen lässt. 
Im Besonderen jedoch zeigt sich mancherlei und nicht selten 
beträchtliche Abweichung. Zuerst in lexikalischer Rück- 
sicht. Die Sprache hat in dieser Beziehung unstreitig grosse 
Verluste erlitten , und stellt sich , falls man ahr den erborgten 
Flitterstaat auszieht, arm und nackt genug dar. Reich kann 
man sie freilich mit gleichem Rechte, nämlich von dem Ge- 
sichtspunkte aus schelten, dass sie ohne das leiseste Besin- 
nen von fremd her Alles zusammenrafft, was ihr, vielieicht 
bloss momentan , ansteht , es passe im Uebrigen zu dem Kerne 
der Sprache so übel als irgend ein gutes oder gar prunkvol- 
les Kleidungsstück zu den sonstigen Lumpen auf eines Zigeu- 
ners Leibe. Nicht so genügsam, wie andere Sprachen, wel- 
che bei Entlehnungen gewöhnlich nur Substantive an sich zie- 
hen, scheut sie sich gar iiicht, auch z. B. mit A^j-, Verben, 
ja keinesweges selten mit Partikeln und sogar Suffixen nicht- 
romscher Abkunft sich gelegentlich zu schmücken, prasst aber 
dafür auch mit dem Gute, dessen Erwerbung ihr nichts kostet, 
auf eine so verschwenderische Weise, dass sie am morgenden 
Tage wieder wegwirft, was ihr heute aufzunehmen gefiel. 
Absichtlich habe ich in dem Wh. viele so aufgegriffene Fremd- 
linge weggelassen, wenn sie nicht fester haftend mit den Zi- 
geunern in ferne Länder gezogen sind, und nur einigen, de- 
ren Fremdheit nicht gerade Jedem sogleich einleuchten würde, 
darin einen Platz gegönnt. Wozu sollte man auch alle Wör- 
ter, die etwa hier oder dort als zigeunerisch, wiewohl irr- 
thümlich angeführt werden, aufnehmen? Man müsste dann ge- 
radesweges die Lexika z. B. aller europäischen Sprachen aus- 
schreiben. Bedenken muss man überdem, dass jener vermeint- 



Sprache. 73 

liehe Reichiham meist nur dem dräng'enden Frager geg^enttber 
ans Tag-eslicht kommt; ohne die Frage aber g'ar nicht vor- 
handen wäre, so dass in Wabrheit durch ihn leere Stellen 
und wirklicher Mang-el ang-edeutet werden, welche kennen zu 
lernen unter Umständen dem Forscher kaum weniger erwünscht 
sein muss als die Kenntniss des wirklichen Besitzthumes. Der 
Zigeuner ist, das lerne ich aus den verschiedenen Verzeich- 
nissen, selten um eine Antwort verlegen; und wo ein wirklich 
üblicher Zigeunerausdruck fehlt, ist man schnell entweder mit 
einem Fremdworte, oder mit einer nichtssagenden Um- 
schreibung, oft aber auch mit selbstgeschaffeneri Kin- 
dern des Augenblicks bei der Hand, welche zuweilen ein län- 
geres Leben verdienten. Besitzt die ronische Sprache gleich 
nicht sehr glänzende 31ittel, um sich aus sich selbst zu er- 
weitem, so hat sie doch deren sowohl für Derivation als 
auch, obschon in Betreff der letzteren mit Unrecht Rüd. I. 72. 
das Gegentheil behauptet, für Comp osit Ion, und benutzt 
dieselben, allein natürlich bei der grossen Zerrissenheit und dem 
wechselvollen Aufenthalte des Volkes in zu regelloser und un- 
wirksamer Weise, als dass der Sprache daraus bleibender Ge- 
winn zu erwachsen pflegte. Nun begreift sich, dass theils die 
Aufnahme oft sehr ungleichen fremden, theils die einseitige 
Einbusse eignen alten (Bw. II. 124.) und Schöpfung derlei neuen 
Sprachgutes nothwendig grossen lexikalischen Zwiespalt unter 
den ronischen Idiomen in den verschiedenen Ländern zur Folge . 
hat, welche bei anhaltender Entfremdung «zuletzt gar leicht das 
gegenseitige Verstehen erschwert, wo nicht völlig auiliebt. S. 
oben.' Jedoch, falls wir kein Misstrauen in Borrow's Aussage 
setzen wollen, der freilich sich unter lioinen nicht ungern für 
einen Rom gelten Hess: The dialect of the Roiuinany in Eng- 
land, though mixed with Engllsh words, may be considered 
as tolerably pure, from the fact that it is iiitelligible to the 
Gypsy race in the heart of Russia, Bw. L 18., vgl. 9., und 
beweist Borrow's Erlebniss allerdings die Uuterhaltuiigsfähig- 
keit zwischen Zigeunern Englands und Russlands. 

Grammatischer Scits ist dasUrtheil, >vegen Mangel- 
haftigkeit der Ilülfsmlttel für die Idiome einiger Länder, nur 
erst in sehr eingeschränktem Umfange möglich; allein, wenn 
die hinlänglich bekannte Grammatik der Zigeuner Böhmens, 
Lithauens und Deutschlands einen befriedigenden Schluss auf 
die Idiome anderer Länder gestattet, wäre die DiflTerenz in der 
eigentlichen Textur, insbesondere in Declination und Conjuga- 
tion, der Sprache noch so unwesentlich und gering, dass man 
Grund hätte, an anderen Orten keine grössere vorauszusetzen. 
Dem widerspricht aber ausdrücklich das Jitano in Spanien, 



74 I. Eaolcitunir* 



O' 



welches indess auch, nach Borrow's Veräicheriing*, haldigem 
Untergang'e entg-egeueilt. Hier nämlich: Ihoug'h the words cur 
a part of the words of the orig'inal tongue stül remain, pre- 
served by memory amongst the Gitanos, Its g-rammatical 
peculiarities have disappeared, the entire iang-uage havlng been 
inodified and suhjected to the rules of Spanish grammar, with 
which !t now coincfdes In syntax, in the conjugation of verbs, 
and in the decleusion of its nouns. Bw. IL 123. Von so 
g'änzlicher Verwüstung der grammatischen Form ist übrigens 
bis jetzt kein zweites Beispiel bekannt , und. in den vorhin 
namhaft gemachten Ländern finde ich, ausser mancherlei Laut- 
anbequemungen an die landesübliche Sprache *} so wie syn- 
taktischen Angewöhnungen, welche gewiss dem Romschen ur- 
sprünglich fremd waren (s. z. B. die verschiedenen Struk- 
turen bei dem Compar.), im Verhältniss wenig Grammatika- 
lisches, was nicht die Sprache wirklich aus Indien hätte mit- 
gebracht haben können. Auch die sonst wohl am schlimmsten 
weggekommene Syntax hat doch mancherlei Eigen thümlich- 
keiten, welche ursprünglich scheinen, als z, B. Mangel des 
Inf. und die zu dessen Ersatz erforderlichen syntaktischen Wen- 
dungen, die Construction mit humte (oportet) und ssasti (ne- 
cesse est), und mehr dgl. — Anomalieen lassen sich nur 
wenige entdecken, und die allerdings im Ganzen nicht sehr 
verwickelte Dedination und Conjugatlon tragen mehr den Cha- 
rakter loserer Anheftung oder Agglutination als strengerer 
flexi vischer Beugung zur Schau. 



*) Eus^be SaWerte, Essai lilst. et philos. sur les noms d'hom- 
nies, de peuples, et de lieux , consideres pi-incipalement dans leurs 
rapporls avec la civilisalion. Paris 1824, 8. Vol. II. p. 222. bemerkt 
nacli Diel, latino - epiroticuin vv. Aegjptus et Arabs , das8 im Al- 
banesischen die Araber Magyp und Aegypten Magjrur Leisse. 
Es veruiulJiet aber Salverte, es seyen \on den Epiroten etwa Zi- 
geuner (vgl. ob. S. 47.) als Ilerkonimlige aus Arabien betrachtet, 
und' nacliiualf; daher dci^ erste Name auf die Araber als vernieintli- 
che ^'«^er derselben übertragen worden. Jene Annahme habe dess- 
halb nichts Unmögliches, weil sich zufolge Oli vier, Voy. dans Tem- 
pire olhoman. T. II. p. 3l4 — 316. auf dem Gebiete von Akre und 
Aleppo Jiäufig Chinganes fanden, quö les voyageurs prennenl coni- 
munement pour une tribu arabe parcequ'ils observenl les rites exte- 
rieurs des niusulnians, niais qui onl les moeurs , les usages et tou- 
tes les hahiludes des Cynganis ou ßoh.emiens d'Europe. Pour- 
quoi ensuilc ces pretendus A r a b.e s ou Egyptiens aurout-ils ele 
tonfondu avec les Magyars, les Ilongrois ? ■ Parceque l?idiome que 
pat'lent quelques unes de leurs hordes, et parliculi^renient celles qui 
errent dans la Valachie et dans la Moldavie (W. Wilkinson» An 
account of the principalities of Valachia and Moldavia, Lond. 1820.), 
ressemhle lellement, pour le son, a la langue hongroisey qu'il est 
facilc de s'y tromper quand on ne poss^de pas bleu Tun et Tauti-e 
längage. VgU ob» S* 19. nr* 17. 



Sprache. 75 

^Ir lassen bier einige Bemerknnfren Qber die Spncbe 
der Na aar in Syrien fol^n. SeeUen '^) en&hli: ,,IA 
ersnclite einen Nury, mir die Namen von mehreren Geigen- 
standen in seiner Sprache zu sag'en, und indem ich ihm 
ein kleines Trinkgeld versprach, war nicht bloss er das« 
bereit, sondern auch andere beeiferten sich^ mir hierin u 
dienen. Auf diese Art entstand das Wortvera, (im Ms. 
S. 148 — 152.). Nach diesem Vera, zu urtheiien, ist die 
Sprache der hiesigen Zig. oder Nauar ein Kauderwelsch von 
mehreren Sprachen, und ich finde viele Ar ab. und Tflrk. 
und einige G riech. Wörter darin. Es scheint mir aber, dass 
sie noch aus einer vierten Sprache entlehnten, die vielleicht 
ihre Muttersprache war, mir aber wegen 31angels an WB. 
anzugeben unmöglich« [Ganz recht: die Indische]. Da Arab. 
Wörter den Hauptbestiindtlieil ihres Kauderwelsches ausmachen 
[freilich , im Uebermass] , so verniuthe ich , dass sie jedesmal 
am meisten von der Sprache des Landes entlehnen, wo sie 



*) Wir entnehmen dessen Tageb. noch Folgendes : ,, Man findet 
9, die Zig. im ganzen osmanischen Reiche von Ungarns Grenzen an 
„bis in Aeg^'^ten verbreitet. Die Türken nennen sie Tschinganiby 
,,die Sjrer und Aegjpter aber, so wie sie sich selbst, im Sing, el 
„Nurv, im Plur. el Nauar. Es ^yar am 24. Nor. 1806., als ich des 
„Nacnmittags einen Trupp Ton ihnen besuchte, welcher seine 
„schwarzen Zelte auf der Ostseite von Nablos in einem Oelbaum- 
„gehölze aufgeschlagen halte. — Die hiesigen Zig. hatten mehren» 
„ theils eine schmutzig - gelbliche Farbe, schwarzes Ifaar, weichet 
„sie seitTvärts von der Schläfe in einer kurzen Flechte herunter* 
„hangen lassen, und ihre Lippen sind mulattnnartig. (Nach einer 
„spateren Bemerkuug Seelzen's soll ihre Physiognomie mit der der 
„jetzigen Aegypter genau übereinstimmen). Die Weiber hatten ihre 
„Unterlippen schwarzblau gefärbt, wie die Beduinen weiber, und 
„einige eingeätzte Punkte um den Mund herum von gleicher Farbe. 
„Auch Knaben tragen Ohrringe. Sie bereiten Siebe ron Pferde- 
„ haaren oder von Leder; eiserne Nügel und sonstiges kleines Eisen- 
„geräth; flicken Kessel u. s. w. Sie scheinen übrigens sehr arm su 
yysein, und die Männer sind fast nackt, w^enn die Källe sie nicht 
„zu einer wärmeren Bedeckung zwingt. Die kleinen Knaben liefen 
„völlig nackt umher. Obgleich Mohammedaner und Christen ver— 
„sichern, dass die Zig. ihre Todten nicht auf mohammedanischen 
„Begräbnissplätzen begraben, sondern sie in abgelegene Bergwinkel 
„trügen, oder, wie Jemand wissen wollte, verbrennten: so wollten 
„sie diese Beschuldigung doch nicht zugeben, iiidoni sie behaupte*- 
„ ten , sie seien wahre Mohammedaner und als solche begrüben sie 
,, auch ihre Todten auf mohamni. Begi-äbnissplatzen. Da inde^s ihr 
„Unterricht ^\o möglich noch mehr vernachlässigt isl , als bei den 
), Beduinen! so sind ihre Rellgionskenntiii.sse so unbedeutend, dast 
9, man von ihnen sagen könnte, sie besessen gar keine Religion, 
„oder, wenn man will, die einfachste unter allen* — In Hinsicht 
„des Weines sollen sie weniger scrupulös sejn , als die meisten 
„Mohammedaner. Sie versicherten mir, in Aegypten gebe es sehr 
„viele Nury,** 



76 I. Eiiileitaoof. 



O' 



sich aufliaUen. Merkwürdig" Ist, dass sie selir vielen Arab. 
Wörtern die Endung- a hinziitilg-en, und dass sie nach tür- 
kischer Art Immer den Ton auf die letzte Sjlbc leg-en, 
welches Ich durch den kleinen, daran g-esetzten Strich andeu-^ 
tcte," *) Es sind also wohl solche Wörter g-emeint, wie 
kottna Baumwolle, ^^^5 balachä D«ittel (die Frucht) ^b. 

mlschniuscha Aprikose, ^Ji.4>^^*^ endschassa Birne, (joL^f« 

badindschäna Badiudschän, ^^b^U^L: phära 3Iaus, .li; oc- 

dschla Kalb, J»^»c; diba Wolf, v«^ji; szellihä Korb, »X^j* 

schemmeha Wachs, ^♦.ä; karreiha Kürbiss, Xc.-; ksaesehä 

Glas, vg\* türk. ^w.a^. Viel häufiger finden sich Subst. , die 

mit eha, iha, seltner aha, und anderentheils solche,, die mit 
kahih oder kahy schliessen; was mich auf die Vermuthung' 
bring-t, ob nicht die ersten jener Wörter Masc, die letzten 
Fem, umfassen. Bei den Europäischen Zig*, enden liänfig* die 
Masc. auf o (Hindi a) und die Fem. auf i (Hindi i), und so 
stehen auch bei Seetzen wiiddah m. und wuddlh f. (senex) 
neben einandc^r. Dazu kommt, dass mehrere der eig*. Arab. 
Wörter im Seetzenschen Verz. vorn den , allem Anschein nach 
artikelartig^en Zusatz aha führen, welchen, da er ung-e- 
achtet seines äusserlichen Zusammenkling'ens mit dem Ilebr. 
Artikel doch unmöglich die Stelle des Arab. eing-enommen 
baben würde, dem masc. Art« o bei den Europäischen Zig-, 
g^lelch zu achten vielleicht der Umstand g-estattet, dass auch 
dieser g'leichfalls oft sich mit den Subst. zusammengeflossen 
zeig't. Wörter mit jenem aha sind ahamalekiha (Könige); 
ahasscheitauy Teufel (Satan); ahadschamüszy (Büffel) oder 
dschamusza, ar. (j^^L^, kurd. g'hamcsch u. s. w« Or. Zeitschr. 

IV. 5.; ahakasdiry Zinn, ^.A^aS; äha-nhassy Kupfer, y^L^^j- 

aha - r^zassy Blei , (j^Laa. ; ahanbity Wein , iXaaj Vinum ex 

passis cet« Gast. IL 2184. Das erste Beispiel ausg^enomm^n, 
.liaben die sämmtlichen übrig-en hinten ein y, nnd dies scheint 
um so bemerkenswerther bei dem dritten, wo auch das y nicht 
fehlt, nng-eachtet dschamusza mit einem anderen Vocalc endet. 
Dass übrig'ens jenes, sonst eines feminalen Charakters nicht 
unverdächtige y hier nicht feminal sein könne, verbürg-t das 
zweite Wort in obig^er Reihe; und es wäre vielleicht möglich, 
dass man es mit dem , welches dem zweiten M^orte in türk. 

Compp. antritt, zusammenlmlten dürfte. Es werde noch be- 
merkt, wie sich oft ein, in den arab. Parallelen unvorhande- 



*) Die Accente sind nach dem Ms« wiedergegeben^ jedoch in die- 
sem ^Yohl nicht immer correct. 



Sprache. 77 

nes k vorfindet, Aas bald auä dem End-h, g^anz in kurdisdier 
Weise 9 entstanden, bald dem Per?« Deminutivsuflßx verg'leich- 
bar sein mag* So szobbräk Indische Feige ^.aa^; niesbahdk 

Rosenkranz &^Vam<u«; naphük Nabel, vgl. Pers.; ungel^k, 
Zehe, vgl. ungula; haszireck Fussdecke, .a^o^ (storea); udd- 
pharäek Nägel .Ub( ; wörszak, aber aueb worszüs Jahr, Pchnu 
bersz; szabhenika Schüssel q^^Uö. — Ein solches k in der 
Mitte haben kadikkebd Kadi ^/^li; kuszakeha kleiner Kürblss 
^[j3 ; lulükkaha Perle jjy ; dschcddirkaha Pocken lcjvX>j ne- 
ben barraszeha Aussatz u^^« Ferner • dschesirekudscha Insel, 
ans SjJj^j das, wie bestänudscha Garten aus qÜuao, mit Pers« 

Deminutiv -Suffixe versehen scheint; woneben aber dschenne* 
kübscha Hölle aus *-^ i>- sehr befremdet. — Ausserdem, aha- 

maleklha König h^^^üU; memlükeha Sclave (Mameluk) \^^U^* 

askariha Soldat, ^^<m*^; hardüneha Eidechse q>^j>5 konpho- 
deha Schweinigel iÄijL3; gasaleliit Gazelle Jjjc; szadaniäha Affe 
vgl* türk. ^«^; nisnaszeha Fuchs, von noch nicht nachge- 
wiesenem Ursprünge; chei«irehä Gurke ,Li^; köscheroszeha 
Rinde Ji3 und schörrschösziha Wurzel, Hebr. \ö'n\tä, mit einem 
sonderbaren Zusätze (s. sp. die W. auf -us); kibbriVha 
Schwefel vi^o^a^d; arrakiha Brandtewein ^^jä (vgl. Arrak)- 
phiirrnihä Ölen ^^J; rummheha Lanze f^j\ duläbeha Rad 

ujblo; debbuszeha Hammer ^(j^^; maalkctehä Zange idoSLo^ 

JaäLo; mkässehä Scheere ^j«aiu; kaschekeha Löffel vJIäIS, 

kurd, kauciek (cucchiaro); babüdscheha Pantoffel, pers. [J»yJu^ 

türk. «p^itj; kdrniha Hörn ^ j. Ausserdem die noch nicht 

nachgewiesenen : xkaüiha Sieb ; häuschehä Haus (schwerlich 
doch aus dem Deutschen); aussikehä Pulver zum Schiessen; 
peekiha Feder. — Mit kahj, kahih: naamekahy der Vogel 
Straus X^; cheimekahy, kurrih Zelt K^^i^; tahhunökahlh 

Mühle KAA.^vib; pherwekahih Pelz »^^i; dschismekahih Stiefel 
^r>, üng. tsizma; mreijekahih Spiegel gf^; kargekahili We- 
berstuhl, bei Shakesp. Hindust. Dict. p. 593. „Pers. r'^ f^ 

, kargah 1. A weaver's shop. 2. The hole in the ground in 
which bis feet play."; odekahj^Zimmer, türk. «^>»[; und, ohne 

einen Schluss, der dem Eintreten von k statt seiner Anlass 
gegeben hätte: kapikahy Thor (porta), türk. ^; örnabekahy 

Hase w^^(; dschradekahih Heuschrecke JÜ^; tanbur^kahih - 



78 r. Einleitang. 

VioHnc ^^I^; tscbriekaliy Handschar, Hindust. ^^^ cbhnrd 
(a larg-e knife), f^j^ clihuri (a knife). Bis jetzt unbekann- 
ten Ursprunges : chamekahili Banmwallenzeug ; surrm^ikali/ 
Schuh, und giirrkaschkahih Frosch (vgl. Ar. .3). 

Auf US : worszüs Jahr , niaszüs Monat ; im Sskr. warsha 
und masa. Sodann zwar dis Tag*, caher die Wochentag^e mit 
Arab. Zahlwörtern: Sonntag* haddesk disszüs (ar. Jci^'^L^j 

dies primus); Mont» tnengedisszüs ; Dienst, tlätegcdisszüs; 
JHittwoch arhag^edisszus ; Donnerst, chamisgedisszüs; Freitag* 
dschummag-edisszüs (kurd. hei Garz. p. 56. g-emma', d. i. uniö- 

ne, und inni durch Entstellung aus pers. ^.oii Dies Veneris 
Cast. I. 15.), im Arah. x^^^yi^ von derselben Wurzel als 
dschameay (Moschee) und wraty schüemma (etwa noctium 
conjunctio) Woche vgl. Cast. II. 572. Endlich septgedisszüs 
(dies 6.) Sonnabend. Ausserdem noch tjarüss Asche s. tschar ; 
pawiis, pawiss Bein, nebst pawiiss, patiiss Dickbein, s. paf; 
pindekjüs Schwanz. 

Noch scheinen mir ihrer Endung* halber, welche hier je- 
doch wohl nicht dem Walach. Deminutivsuff. (s. sp.) zu ver- 
gleichen, besonderer Aufzählung werth, ausser diniiry Glaube 
ar. ^3 und dissipandür Ebene (t. j^v> düz , eben) , die Ver- 
wandtschaftsnamen baharür Bruder (in Europa pchral), genur 
Schwester (schwerlich doch aus pchen), dajdr Mutter (s. daj 
Lex.), djiiry Weib, bajürj Vater. Saru Knabe, bei Ousely 
mit weichem Anlaut zarü (hoy or son), und bei Seetzen pa- 

sarii Kind, vgl. Pers. ^.jwwtj pusru (Gliolus) als Deniin. Vul- 

lers Gr. Pers. p. 171., folglich mit hartem s, können wohl 
schwerlich zu Aufhellung des Volksnamens Serbe in der 
Weise dienen, wie bei Schaff. Sl. Alterth. S. 179. geschehen. 
Pers. .Mfcj entspricht nämlich dem Sskr. putra (Vullers p. 26.), 

nicht aber einem, von Heeren irrig als Sskr. aufgeführten 
paser. Mithin ist es kein Comp, mit den, etymologisch ohne- 
hin noch sehr dunkelen kurd. suar, Afg^h. suari (pner), denen 
übrigens obiges Zigeunerwort entsprechen möcJite. 

Kyblekema Süden, Comp, mit xJLS qibleh, nämlich qibleh- 

nuroä (Compass; eig. nach Mecca zeigend)? Lieft. Zig*, pasch 
diwes (der halbe Tag): schemaläkäpy Norden, JU^, liefl. Z. 

botnos; garbaskäpy Westen, v-»,£, liefl. Z. ahwta, wohl = 

Abend; scheraskäpy Osten, ,V-v;, liefl. Z. sirus. Ist der 

Schluss mit türk. j.xS (porta) zu vergleichen? Dürfte man r 

st. p lesen, so könnten es Adj. sein, und das s vor k wäre 



Sprache. 79 

dadarch gcrccltfertlgt. Diililiry (^ Cast. II. 1475. 2.) nnd 
waddinkarsclikeiy Mittag*; ardt dskery (etwa nur Ein Wort 
und Adj. von rati Nachts) Abend; wräty dis enhlery Morien, 
liefi. Z. sarra^ als Suhst. Ist nun das W. ans rat'aha (früh 
morgens) Pchni. und wriiy (gestern ; ob cig. : Nachts ?) Seeiz. 
— s. auch ob« Woche — zu erklären, und dis (Tag) mit dem 
folgenden zusammen etwa als Pluraladj. zu erklären? Sonst 
muss man claricö (Dawn) und callicö Bw. herbeiziehen. Be- 
terdy morgen: wohl nicht l'iCQog mit: dies« Vgl. kurd. petera 
per (tre glornl sono), das per (l'altro Jeri) enthält. Dscliäu- 
jerik heute , liefl. Z. maschkerow (d. h. eig. : dazwischen, näm- 
lich zwischen gestern und morgen). Für dis* (Tag) giebt eine 
spätere Stelle arbadis, welches stark an arbagediszüs (Mittw.) 
erinnert. Gern garük Sonnenuntergang, liesse sich trefllich als 
„Sonne fort^^ deuten; aber gamiken klista Sonnenaufgang*, 
versagt sich wohl der allenfallsigen Uebersetzung : sol equo 
vectus (Apollo), oder, falls man in des ersten Wortes Schlüsse 
den Dat. anerkennen muss, entweder: jemand (wer?) auf ihr, 
oder temporal — zur Sonnen zeit reitend. Die anderen 
Wörter sind, mit Ausnahme einiger übergangener rein arabi- 
scher, unserm WB. einverleibt. 

Zum Schlüsse dieses Abschnittes mögen noch einige Um- 
formung-en Zigeunerischer Flexion nach Spanischem Muster 
Beispiels halber hier ihre Stelle finden. Sic sind Borrow's 
Lucas entnommen, und zum Theil mit Vergleichungen aus der 
Frenkelschen Uebersetzung desselben Evangelisten begleitet 
worden. 

A. Nom.j z.B. chaboro de Debel Luc. IV. 41. st. Dep- 
leskro tschawo Gottes Sohn. Fr. — PI. quiribcs niQioixoi I. 
58. == Zipp. kireve (Gevattern). — os bengues (die Teufel) 
IV. 41. = Pchm. benga S. 21. — Fenu-aquias (Augen) 2. = 
Zipp. jakka u. s. w. 

B. Verb. I. Praes. Ind. 1. pincharelo yiyvcüaxa) Luc. h 
34. oder nie dschannawa Fr. — sinelo 18. 19. d. i. me hom 
(suni) Fr. — 3. abillela (ea venit) = wela Fr. 43. , sinela (est) 
18. 50. — PI. 2. Coin penchabais? Was denkt ihr? 66. — 
3. que le daraaelan 50. oder coli* cai les trascheena (die da 
ihn fürchten) Fr. — na camelan (non amant) 71. — Conj. 2. 
somia que pinchareles iVa imyvipg 4. Imperatlviscl^ na darane- 
les 13. und na cangucles 30. (nc timeas). — 3. ündebel te 
diriele golipen (Gott dir gebe Gesundheit) d. i. x^^^Q^ 28. Mit 
nachgestelltem Reflcxivum querelese yivono 38. — PI. 1. que- 
relenios (faciamus) 74. — II. Im per f. 3. camelaba (er wollte) 
62. st. canmieles Fr. — penchababa (sie dachte) 29. — sina- 
ba iyivexo 5. — PI. 3. sinaban t^auv 6. — zibaban (i&avfia- 



80 L Einleitung. Sprache. 

Xov) ans dem Slaw. 81* — IIL Pret. hist. 2. pachibelaste 
, 20. (credidisti) st. patschdall Fr. — 3* rudeld y pejid (er ant- 
wortete und sprach) 19. st. penndas Fr. — chindd sie ^ebar 
57. (dafür polldass sie taufte Fr.) — dicd , cang-ueld , perd (er 
sah, fürchtete sich, fiel) 12. — PI. 3. penäron, diquelaron, 
slnärou (sie erzählten, sahen, waren) 2. — araqueraron (sie 
nannten) 59., aber kardennFr. — junelaron ^';coi;cray st. dschun- 
deun Fr. 58. , aber Imperf. junelaban 66. — IV. F u t. 2. si- 
naräs (cris) 26. — chindaras, araqueraras (du wirst g-ebären, 
nennen) 31. ' — 3. chindara (sie wird gebären) 13. — sinara 
(crlt) 15. dinara (dabit) 32. — PI. 3. asaselaran x^QV^ovtui 
14. — Cond. 3. que d diriaria a amang^ue (dass er uns g-e- 
ien würde) 73. — V. Pret. comp. 2. has alachado (inve- 
nisti)30. — PI.3. han penchabado inex&iQfjaavl. — VI. Pret. 
relat. que habia dicado (dass er g-esehen hatte) 22. — VII. 
Pass. 3. sinela araquerada (ea dicitur) 36. — 1. hc sinade 
bichabado (ich bin g'csandt worden) IV. 43., bei Fr. hom pit- 
schedo. — 3. sinaba pendrabado (es ward aufg'ethan) I. 64. — 
fue penado (es ist g'esag't worden) 45. — PI. 3. han sinado que- 
reladas (factae sunt) 1. 



€Sr r a m m a 1 1 k# 



A. Jjautiehre. 

mPa die Sprache der Zig'eaner keine Schriftsprache ist, 
80 hat die graphische Darstellang' ihrer Laute, zumal nicht 
allen Bearbeitern grosse Genauigkeit in dieser Hinsicht zuzu- 
trauen, schon desshalb sehr viel Mangelhaftes. Ueberdem be- 
greift sich, dass die Zigeuneraussprache selbst durch Anbe- 
quemnng an die jedesmalige Landessprache bald leisere bald 
schroffere Pronuntiatlons Verschiedenheiten zugelassen hat, die 
wir, falls sie nicht tiefer eingehen, unberücksichtigt lassen, 
im Vertrauen auf den Leser, dieser werde sich dieselben aus 
den Angaben der verschiedenen Autoren, welche, so viel als 
möglich, getreu zu wiederholen wir uns zur Pflicht machten, 
nöthigen Falls selber abstrahiren. Bei der lexikalischen Ein- 
ordnung der Wörter ist der hoffentlich richtige, wenn gleich 
nicht überall ausreichende Grundsatz befolgt, von Zig. Wör- 
tern diejenige Gestalt als massgebend In den Vordergrund zu 
stellen, welche den Indischen oder sonstigen verwandten For- 
men lautlich ani' nächsten kam. Wo jene aber verwaist 
standen, blieb nichts Anderes übrig, als, Im Falle sich we- 
senhaftere Unterschiede In der Schreibung vorfinden, von der 
mnthmasslich besten Autorität uns leiten zu lassen. Ungleich- 
heiten in den Vocalen abgerechnet, merke man sich Insbe- 
sondere die, vielleicht häufiger den Autoren zur Last fallende, 
als im Romschen Idiome wirklich begründete Verwechselung 
von haften und weichen Buchstaben, wie zwischen Te- 
nnes und Mediä, den Zischlauten unter einander oder 
auch etwa mit den Palatalen u. s. w. Sodann ist noch von 
vorzüglicher Wichtigkeit das überaus oft vorkommende Unter- 
lassen der A spirations - Bezeichnung, so wie das Miss- 
kennen der Cerebralen, In Betreff welcher beider das Lexi- 
kon nachzusehen. 

6 



82 II. Grammatik. 

Vielteiclit hätte man es für zweckmässig g'ehalten, die 
verschiedenen nationalen Schiftbweisen, welche auf die Zigeu- 
nerwörter Anwendung gefunden haben, als z. B. die Böhmi- 
sche bei Puchmayer; die Deutsche und stellenweis Sla- 
wische bei Kraus und Zippel und die ganz Deutsche bei 
Bischoff und Graffunder; die Englische bei Marsden, Bryant, 
Richardson und Irvine, so wie nach der von W. Jones ange- 
gebenen besseren Schreib -Methode bei Ilarriot; die Spani- 
sche zumTheil bei Valcanius und durchweg für die spanische 
Zigeunermundart bei Borrow; die Ungarische in den Grell- 
niann'schen Vaterunsern; die Dänische bei Dorph u. f. w., 
auf eine einzige, durchgreifende zurückzuführen. Allein die 
Furcht, durch eine solche, ohne Gewaltsamkeit unmöglich streng 
durchführbare Transcription, mancherlei Verwirrung herbeiziehen 
zu müssen, wie deren bei Grellmann und seinen Ausschreibern, 
Kogalnitschan , Casca und Predari in reichem Maasse zu finden, 
mahnte von dem Versuche einer überall in gegenwärtigem 
Buche zu beobachtenden einheitlichen Lautbezeichnung ab: um 
nicht Schlimmeres an die Stelle des Schlimmen zu 
'setzen! Im Lexikon wird für aufmerksame Leser, die nie 
versäumte Quellenangabe bei den jedesmaligen Wörtern zu- 
gleich die Art ihrer Aussprache mit einschliessen ; was aber 
unachtsame, zumal etwa Ausländer, in dieser Hinsicht sündigen 
möchten, davon kann die Schuld nicht uns zur Last fallen. 

1. Al'phahet. 

Puchmayer rechnet für die Romsche Sprache, mit Ein- 
schlnss der von ihm durch den Acut unterschiedenen langen 
Vocale, 41 Laute, nämlich, nicht mitgezählt tch, t'h und pch, 
30 consonantische und, mit Hinzuziehung des Böhmischen j, 
11 vocalische. Mag dieses nun für die Zigeuner in Böhmen 
seine vollkommene Richtigkeit haben, wie denn Puchm. als 
Slawe die einzelnen Laute sehr genau und scharf bestimmt 
und sondert; gleichwohl ist dies keine sichere Norm für andere 
Gegenden, z. B. Deutschland, Spanien; und in der That lässt 
sich die Zahl der im Zigeuneridiom etwa einmal hie oder dort 
vorkommenden Laute gar nicht fixiren, oder man müsste die 
Laute aller Länder, wo nur immer diese Nomaden hausen, ge- 
radewegs zu dem Stammgute schlagen, das ihnen von der 
Urhdmath her zusteht. Natürlich wird uns der ganz eigent- 
lich Indische Grundstock von Lauten am lebhaftesten interr 
cssiren, und mit Vergnügen bemerkt man, selbst durch die oft 
den wahren Laut verschleiernde Hülle Europäischer Schreibung 
hindurch, dass sich von den 48 Lauten ^ welche das Sansklrit 



A. Lantlehre. 83 

im Dewanafsrari mit eigenen Scbriftcharakteren bezeichnet, wenn 
deren ttberhaapt, jedenfalls nur efn Im Verhältniss unbeträclit- 
licher und minder wesentlicher Theil während des mehr als 
vierhundertjährig'en Aufenthalts der Zig-euner In Europa und 
trotz Ihrer grossen geographischen Zerstreuung aus deren Idio- 
me verloren hat : ja bei solchen Ausdrücken dieses Volks, 
welche wirklich Indien entstammen, würde es nicht aHzugrosse 
Schwierigkeit haben, dfeselben getreu In Indische Schrift zu 
fassen und dadurch gewissermassen ihrem heimathlichen Boden 
zurückzugeben. „Die Vocale habjin ganz eigenthürallche Be- 
tonung und bilden schwer nachzusprechende Diphthonge; es 
kommen viele Hauche und Accente vor, während doch im All- 
gemeinen die Sprache vorzugsweise auf den Lippen llegt,^* 
sagt V. Heister S. 14d. in Betreff der Zig. Ostpreussens. 

Vocale. 

Bei Pnchnu die gewöhnlichen Vocalf : a, i; 1, <; u, ii; 
aber auch e, e und o, d, mithin selbst die dem Sskr. abgehen-« 
den kurzen Vocale e, o, und zwar sogar in Indischen Wörtern, 
als z. B. bersz Jahr = Sskr. wärsha; terno (jung); szoszoj 
(Hase) = 9a9a ; tschon (Mond) ,. vielleicht rom u. s. w. Bei- 
spiele der entsprechenden Längen sind Devel (Gott) In der 
ersten Sjlbe, per (Bauch), bero (Kahn), khelav (ich tanze), 
pchen (Schwester) aus Hindi bhäina; ferner czor (Dieb), Ion 
(Salz), gdno (Sack), kovlo (welch), aber auch daneben kaulo 
= Sanskr. komala, das masc. End-o wohl =3 o oder as Im 
Sanskr. u. s. f.; kaum aber genaue Parallelen zu Sskr. dl, kn 
vorfindlich, obschon Wörter mit diesen Lauten, wie raj, tajsa, 
pajtrin, dal oder kaulo, hallauter, keinesweges mangeln. Mit 
Bezug* auf e bemerkt Zippel, dass es oft in der Aussprache 
vom i kaum zu unterscheiden sei, namentlich in der Decl. des 
PL, als tschave (wohl wie Im Sskr. Pron. z. B. sarv^) für 
tschavi; deien für deiln. Menge (uns) habe er nach Kraus's Hand- 
schrift immer meenge geschrieben. — Ein locatlves i muth- 
massen wir z. B. in dem Schlüsse von t^le unten, vgl. Sskr. 
tald. — Vom vocalen r blieb vielleicht die Spur z« B. in 
briszind (Regen), terdo (stehend; Sskr. dhri'ta); aber das r 
in trdav (Ich ziehe) Ist wohl blosser Slawismus, und das bei 
Puchm. vorkommende, aber mit einem Queerstriche versehene 
r (f), angeblich = deutschem rr, z. B. krmo (Wurm) = Sskr. 
krmi, brli (Biene), more (0 Kamerad) kann schon wegen sei- 
nes Gebrauches hinter Vocalen nicht dem Indischen voealen r 
parallel stehen. — Diphthonge der Art als oi, ui z. B. goi 
(Wurst) 9 goi (dort) neben gal (wo) Graff. Ms«, odoj (dort) 

6* 



84 n. Grammatik. 

4 

neben adaj (hier) Pchm. ; niuj n. s. w. sind dem Sskr. fremd. — 
Die Läng'enbezeichnung' ist l>ei den verschiedenen Schriftstel- 
lern verschieden 9 also z. B. bald durch liinzufüg'ung' eines h 
(Bisch.); bald durch Wiederholung' des Vocals z. B. maarö 
(Brot; mit dem Tone auf ultima) bei Zipp. ; maami, tschaar 
(Gras); peer, peen, jeek; doosh, tschoor; baut, muulro^ g-uur- 
mni in den Rotw. Beitr. ; bald durch das Darübersetzen des Lat. 
Längenzeichens (Zipp., Graff., Harr.); bald auf andere Weise^ 
wie bei den Engländern ee, oo für i, ü; au = a; ow s= d 
n. s. w. bewerkstelliget. — Was Bischoff mit seinen Accenten 
eig'entlich will, ist in manchen Fällen schwer zu errathen; er 
hat sich deren zwar häufig- g^enug- bedient, jedoch ohne zu be- 
merken, ob sie als Accente oder als Dehnung'szeichen fig-uriren 
sollen. — - Strenge Consequenz in der Lautbezeichnung' ver- 
misst man leider fast überall, und, namentlich welche Vocale 
kurz zu sprechen seien, ist selten, etwa durch Doppelung* 
des nachfolgenden Consonanten, ang-edeutet worden. — Guna 
und Wriddhi zeig-en sich nirg-ends mehr im Zigeuneridiome 
lebendig' wirksam , obschon es darin Wörter giebt mit von Al- 
ters her ererbter Vocalstei^erung*. 

Comonanten, 

Nach Indischem Schema fallen sie, etwa einige, dem 
Sanskrit fremde Laute abg-erechnet,- die wir mit einem Asterisk 
versehen, unter folg-ende 5 Classen: 

L Gutturale: 1. k, wofür bei Bw., mit Ausnahme des 
Falls vor e, 1, in welchem qu eintritt, das Lat. c gebraucht 
wird. 2. g*, einschliesslich Span, g-ue, g-ui bei Bw. und des 
g* bei Harr. , welches auch vor e , i dem deutschen g* gleich 
gilt, p. 558. 3. kh, wie ich für k in kak = kchakch bei 
Pchm., ungeachtet im Verz. Kax steht, u. s. w. schreibe, als 
Stellvertreter sowohl des Sanskr. kh als gh, und 4. das da- 
von verschiedene '"'ch s. Pchm., Gratf. S. 5*2. und sogar chh bef 
Bisch., hingegen j bei Bw. 5. h. 6. der gutt. Nasal z. B. 
in sung, bei Zipp. durch ng ausgedrückt im Sinne des Frz. 
Nasals in langue. — Die Schreibung gh als ghangeri Kirche 
Pchm., ghuchtia Finger, koghali Knochen Rüd. scheint be- 
deutungslos. 

IL Palatale: 1. cz Puchm., oder tsch bei den Deutschen, 
mit Ausnahme von zsch Wldh., tsh Rtw. Im Engl, und Span, 
eh. Der aspirirte Laut ist nirgends davon graphisch unter- 
schieden worden. 2. dsch im Deutschen, bei Pchm. ausge- 
drückt durch X, im Engl, j, ge, z. B. ja (geh). Von der auch, 
im Sanskr. seltenen aspirlrten Media kein si^eres Beispiel. 



A. Lautielire. 85 

3. der pal. Nasal z.B. Inpanx.(s.) 4.J Im Deutschen und bei 
Pacbm., y Im En^l. und Span. 5. Statt des palatalen Zi- 
sch er s häufig' seh im Deutschen, s'/ bei Pchm. , sh Rtw. und 
Eng*!., und, mit a^pirlrter Aussprache, oft das gutturale span. 
j bei Bw. 

III. Cerebrale: 1. Die fast g'anz dem Anfange Im Sskr. 
fremden und schon hier rhotakistischen i\ t'h, d', d'h werden 
bei den Scliriftstellern , ausser hinter Cons. z. B. angnszto, 
kaszt, selten durch Dentale, yielinehr meist geradewegs durch 
r (anch nr) ausgedrückt gefunden , so dass man dies sorgfältig' 
zu onterscheiden hat 2. vom wirklichen r, sei es nun Cons. 
oder Voc. 3. Der ccrebr. Nasal ist von den Autoren nicht 
besonders markirt, vielleicht aber doch in Wörtern, wie Ion 
es Sskr. lavan'a, tscliennäh Kichern, kan Ohr, pirano Gelieb- 
ter, kino faul, römni, manuschni (das zweite n), pchenav (ich 
sag'e; Sskr. bhan'), bei genauerer Nachforschung noch Im Zigeu- 
neridiome wirklich vernehmbar. 4» Der cerebrale Zischlaut, 
Im Deutschen seh, bei Pchm. sz, im Engl, und in den Rtw. 
Beitr. sh, und bei Grellm. dafür zh, welches auch dem wel- 
chen *i (Ausspr. Frz. j) bei Pchm. entspricht. Bei Bw. fin- 
det sich anch hier, wie für den palatalen Zischlaut, meistens 
die Span. Aspirate J. 

IV. Dentale: 1. Eine Doppelreihe von Lauten, die am be- 
stimmtesten und vollständigsten bei Pchm. hervortreten; näm- 
lich t und '^'t' (spr. fast wie tj); tch Szuj. und Pchm. (sonst 
znweilen th ; bei Bw. aber dafür pal. ch) als Stellvertreter für 
Sskr.th und dh, so wie auch bei Pchm. iiberdem '^'t'h, d. h. t' mit nur 
wenig* nachtönendem h; d und '^'d' (spr* ungefähr wie dl In 
frz. dieu); n und *n =: bei Zipp. nj mit der Ausspr. des frz. 
gne z.B. In Champagne, und vielleicht vergleichbar mit ff bei 
Bw.; zuletzt 1, und "^Y bei Pchm. ähnlich dem Schlüsse Ih frz. 
soleil. lieber die zweite , eigentlich wohl dem Slawismus ent- 
stammende dieser Reihen, woran sich auch, noch die Wahl 
zwischen I oder y hinter t, d, n, 1 in Böhmischer Weise bei 
Pchifi; schliesst, sehe man unten über Moulllirung'. — 
8. a) Scharfef) s (vgl. Graff. S. 52.), das Zipp. gewöhnlich 
durch sf bez^chnet zum Unterschiede b) vom '"'weichen s, 
wofür bei Pchm. z, welches der Aussprache nach dem frz. b 
g'leichkommt. Da dem Sskr. überhaupt weiche (oder „sonore") 
Zischlaute, mithin auch der Laut des frz. z, abgehen, gerade der 
scharfe oder harte DentalzischeraBer, den seinerseits die deutsche 
Sprache vor Voc. vom Anlaute ausgeschlossen hat, im Zig. häufig* 
^emig* sowohl zu Anfange als sonst, ja, wo es sich um Zig-. 
Wörter, Indischen Ursprungs handelt, allein (und nicht 
der weiche) in Gebrauch tst^ so bedarf die Unterscheidung^ 



„7 



« 



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86 II* Grammatik. 

beider Laute im Deutschen ganz besonderer Hervorhebung, um 
80 mehr 9 als sich ja Wörter mit weichem Zischer hiedurch 
als eigentlich unzigeunerisch ausscheiden. 3. Die dentalen- 
Assibilaten a)'*'c Pchm. und einzeln sonst , zuweilen durch 
deutsches hartes z (d. i. ts) vertreten, b) bei Pchm. ein nicht 
sehr häufig angewendetes 9, welches seiner Erklärung zufolge 
^^tr ausdrücl^t, z.B. in man^a, spr. mantfa (nicht mant-fa, 
sondern man-tfa)/^ so dass man eigentlich keinen Unterschied 
erkennt von dem c desselben Schriftstellers , welcher eben dies 
z. B. in cipa dem deutschen z in zipa der Aussprache nach 
gleichstellt, c) Ebenfalls bei Pchm. „das aus dem Russi-* 
sehen entlehnte ^^ mit der Geltung A£j" mithin der, den vo- 
rigen entsprechende weiche Laut. Pchm. bemerkt übrigens 
selbst nur aar (ein Haar) mit seinen Derivaten als alleiniges 
Beispiel. 

V. Labiale: 1. p. 2. pch Sz. und Pchm. (bei Bw. bloss 
p) als Andeutungen des Sskr. bh, wohl aber kaum auch von 
ph , was wenigstens ohne sicheres Beispiel. 3. Das rechtmäs-* 
sig in streng zig. Wörtern nicht vorkommende '*'f, s. u. 4. b, 
das im Span, vielfach mit dem folgenden verfliesst. 5. in deut-- 
sehen Quellen gewöhnlich w, sonst aber das nicht, wie f, 
auszusprechende v, an dessen Statt in den Rtw. Beitr. häufig 
vv. In pcrs. 1. (Conj.?) öfters pp bei Frenkel, z. B. ti 
mukkapp oder ti dapp zu lassen, zu geben. Hunte marapp 
soll ich tödten? LG. 6. Der Nasal m. 

Spuren des Anuswara und Wisarga, wie man sie 
etwa in mas Fleisch = Sskr. mänsa oder dukh Schmerz =b 
Sskr. dn:kha erwarten dürfte, sind mindestens von keinem 
Schriftsteller angemerkt. -*<- Zu beachten möchte aber in die- 
ser Beziehung ein nicht seltenes, und gewissermassen ephel- 
kjstisches N sein, das sich zumeist hinter i, d.h. dem Femi- 
nalcharakter, eindrängt, und in Wldh. sogar durch ng aus- 
gedröckt wird, als stading Hut, karding Karte, ratting (nun 
ists Nacht), gostring (Ringe), giling (Sänger, vielLi jedoch 
Suff, ^ling). Auch matschung Fische. S. später Fem.* Im 
VU. bei GrcUm. hin (est) st, dos üblichen hi; tirin oder tiri 
hin (tuum est), tiro hin-o (tua est mit dem Art. 0)« Auch 
wrin (aus) Graff. S* 43«, awri (heraus) Bisch, 

r 

2. Laut wände L 

a) Mouillirung, 

Pchm. §. 4. setzt nach Böhmischer Weise bei harter 
Aussprache hinter t, d, 1, n eiuy, bei sog. flüssiger aber 



A. Lantlclire. 87 

i; z. B. prati : pratji (Gürtel), aber bimeiy : bunety (Mützen). 

— g'ddi : godji (Gehirn), aber dyklo (ein Tüchcl); popelos: 
popely (Asche) ; binos : biny (Schuld) , aber päni : pänji (Was- 
ser). Wo aber die ang-eg^ebenen Consonanien ebenfalls bei 
flüssig'er Aussprache vor anderen Vocalen, als i, stehen, be- 
dient sich derselbe der auch Böhmischen Schreibung- jener Lau- 
te mit einem Häkchen [von nns durch einen Apostroph wieder- 
geg-eben]: t', d*, T, n, z. B. Böhm, d'äbel (Teufel) mit der 
Aussprache des Frz. diable« Eine solche den Slawischen und 
Romanischen Sprachen ang'ehörig'C Mouillirung-, die aber auch 
dem Ung*. nicht fremd Ist, wie z. B. hand'a, Ung*. hang-ja 
(fomiica); fadinav (ich erfriere) aus ün^. fagy; gel'va, üng*. 
g-ol jva ; mind'ar (sog-leich) Puchm. S. 64. 65. aus Ung*. mind- 
g-yart (statin!, confestim), oder im Vü. ag-yesz (hodie) dar- 
thun, erweist sich im Zig-, von nicht g-eringer Bedeutung*. 

Nämlich daraus wird erklärlich 
1. die Veränderung* solcher mouillirten t, th und d in zum 
Theil assibilirte und theil weise sogar palatale Ausspra- 
che, welche letztere merkwürdiger Weise selbst in Spanien 
vorkommt, so dass die mir aus den Sprachen Indiens nicht be- 
kannte Mouillirung' vielleicht erst unter sprachlichen Einflüssen 
der Donauländer entstanden und von da aus weiter verbreitet 
sein möchte. Beispiele: pat'av (ich glaube) Pchm., nie paza- 
va Zip|$. , pachabelar (to believe) Bw. , und Imper. batsch 
Graff. S. 46. =5= pat'a Puchm, — pativalo Pchm. , pachibalo 
(honest) Bw. — katlin , pl. katja Zipp. = cachas pl. (Schee- 
re)Bw. aus Sskr. kartri. — i tatti, pl, tattja (Stube), Adj.tatsia- 
kro, und tatskerdo (g^ewärmt) Zipp. neben tat'arav (wärmen) 
Pchm. — S. noch Lex. n. rat' = Sskr, rätri (Nacht), also 
mit Unterdrückung^ von r. — Aehnlich trdav Pchm., zlrdar 
(traho) Zipp. , als etwaig'cs Beispiel für den Anlaut. — So auch 
Sz. zykneder (kleiner) neben tykno (klein) Pchm., wo also j 
und nicht i. -^ Von t*hi == tsch:mat'hin (musca) Pchm. , nmtz- 
lin Rtw. , macha Bw. , oder mort'hi (Leder) Pchm., mortschl 
Sz. und morchäs Bw. — Von di : simache {ör^f,laöl) Bw.; 
dives (Sskr. diwasa) Tag- Pchm., chibes Bw. — stadi (Hut) 
Pchm«, estache Bw. — Siehe patradi und g'ddi Pchm. Im Lex. 

— In vielen Verben, als terd'dvav Pchm. = me terdschjeva- , 
va (ich stehe) Zipp.; band'ärav Pchm. S, 15. 36. = panschc- 
raf (ich bieg-e) Bisch.; lond'arav (ich salze) ^ lonschkirvava, 
Imper. lontschkir Zipp. — Weg-g'efallen scheint d* in tschaie- 
raf (ernähren) Bisch. = xid'ärav Pchm. S. 15. von xido (vi- 
vus),^ also: lebend erhalten? Nämlich die Verba auf -äray 
sind Act. Pchm. §.18. — Aehnlich mit Wegfall von r bei 
Zipp.: dives padschola^ ,pajula st. parjohla (der Tag bricht 



88 IL Grauiiuatik. 

an) aus me parjevava (ich platze auf), bei Pchm. pcha- 
rdvav. 

8. t' und selbst d* statt eines Gutt«, dem j nachfolgten soll- 
te. Sojek-at'älo (einäugig') Pehm., aber jek-jagakro Zipp. 
— hart'as (Schmidt) Pchin. aus Rom. p^aXxia^. — paraszt'o- 
vin (Freitag) Pchm. aus nagacxtvi^. — stammen (Bank, Stuhl) 
neben skamln (chair) u. Lat. scamnum. — stadi mit einfachem 
t, und nicht t', aber gleichwohl aus axiadtj. Umgekehrt schuk-* 
lo Sz. und schukel (sauer) v. Grolm. neb^ szutlo Pchm., 
wohl aus ^väi, — szut'dvav (Ich werde dürr) von szuko. — 
Mit d vor i: avdin (Honig) vgl. Pers. engebin, und mit d' 
z. B. sid'övav (ich eile) von sik (geschwind); tchad'övav 
viell. zu Böhm, tekuty (fliessend); ad*a (so) Pchm. etwa iden- 
tisch mit akkia Zipp. — Sonst noch Wechsel zwischen Gutt. 
und Dentalen in pchatin Sz. st. pchakh (Flügel) Pchm.; tin- 
do Sz. (nass) st. kindo; kandir (Kirche) Sz. st. ghangeri 
Pchm.; chung- (Mond) mit g st. d, Harr.; dilabaw (ich singe) 
Sz. st. gilavav. Daher auch wohl bei SzuJ. S. 134. latiri als 
Poss. fem. (eju.s fcminae) st. lakeri Pchm. und pestrei neben 
peskro (suus) Pclim., es müsste denn eine Yermengung mit 
dem Abi. auf -ter sein, wie ja Gen. u. Poss. in inniger Ver- 
bindung zu stehen pfleg-en. Ferner duschol (d. i. apparet) s« 
u. dykhav. — 

' 3. r Pchm., span. 11 Bw. verliert, am häufig'sten bei Zipp. 
und Bisch,, das 1, so dass nur j oder, statt dessen, g*, cli 
übrig zu bleiben pflegt, — ein Fall, der oft die Wörter und 
Formen ausserordentlich etymologisch verdunkelt. Man darf 
hiemit eiiilgermassen das Einrücken von i in die Stelle von I, 
als flore, fiume im Ital., und gh st. 1 Im Arm. vergleichen. Nochspe- 
cieller jedoch gehört dahin die Erscheinung im Walachlschen, von 
der Kopitar (Wien. Jhb. Bd. XLVI. S. 94. nr. 8.) Beispiele, 
wie jepure (Icpus), aufführt. Wir fügen noch einige andere 
der Art hinzu; als: voia (voluntas), wie auch voje und olya 
in den Zig. VIT. im Mithr. IV. ; ferner Walach. stea (stella) ; 
telu (tllia); he'melu (humulus, Poln. chmlel); chiar, eher (cla- 
rus); miiere (mulier); suptzietate (subtilitas) ; gia^a (glacies); 
g'a'ina' (gallina), wie auch fa'iua' (farina) ; moiu (molllo) ; chie- 
mu (clamo); inchidn (includo); me inchinu (incllno, ich bete 
aa) ; 'inghitzu (g-lutio) u. s. w. — So nun auch z. B. im Zig. 
miga WIdh., myja Zipp., milla Bw.^ wie Walach. mile, Rom. 
fiiXf, Alb. fiilX (Meile), aber in anderer Bedeutung /u/y« (mil- 
le), wie iXia, fyte (Därme, Lat. iliaj, Walach. o mie, und 
Zig. bei Bw. milan (1000). — Ferner rigender (von Blä- 
hungen) Bisch, mit g- aus rll f. (crepitus v.) Pchm. — Sogar 
ch In momecha (Lichter) Bisch. = mommeja pl. von momÜ, 



A« Lantlehrc« 80 

nomell! Zipp«, mermelli B\v. s. u. moui. — Y^l. g'oich Bisch. , 
pL goja (Wurst) Pchm., i g-oj, pl. g'oja Zipp. und g-olll Bw. 

— Licfl. Z. tschitii und ischil Butter. — ^ichewawa Bisch, und 
ohne 1 g'iuwawa Rt\^'*, g'abbava Zipp. = g>i]ovav, (cantol 
Pchni. , g'pillabar (cantare) Bw. Auch i ^hili , pl. g'hyja (Lied) 
Zipp. — Zipp. i schoj, pl. schooja (Pfiff) aus szol f. Pchm. 

— Pchm. roj S. 23. Löffel , Zipp. i roj , ruy , pl. roja , Bw. 
rolli, roin f. (spoon). — Adj. niohjakro Zipp. = niohljakSro 
Bisch, von mohl f. (Wein). Auch niollati (uva) Bw. — du! 
buija (zwei Arschbacken) von i bülü Zipp. , bul u. bull&ti 
(anus) Bw.; apo pujatte (auf dem Hintern) Bisch.; Adj. buPa- 
kero Pchm. S. 24. — paija (Fensterladen) , aber pallja (Bret- 
ter) Bisch, s pajjä pl. von pall f. Zipp. — chhaijera Bisch. , 
chaigera Gratf. , jayere m. und (nach Diefb. auch)ja1leri pl.Bw. 
aus Heller, Böhm, haljr'. — brebia (Acc. oder PL?) von koja 
brebel (Abend) Graff., brewijakero Bfsch. und belwijakero 
(vespertinus) Zipp. — i balwal (Wind), balwljakro (windig*) 
Zipp. — Zipp. i ssauel (Ehe, Schwur), pl. ssauja, Adj. ssau- 
jakro und ssauljakTO. — thuvjeli (Taback), Adj. thuvjijakro 
Zipp. — tschuwiengero Bisch. , Adj. von xuvli (Weib) Pchm., 
bei Graff. auch im Nom. Sing*, dschub, bei Harr, juvu, hei 
Ous. jivi. — Aus phiblo , f. i wird phibjejum (ich bin ver- 
wittwet) Zipp. — nasvalipen (also i, nicht y hinter 1) Pchm. 
= nasallipen Bw. ; Pchm. kal'arav (ich schwärze) und davon 
wohl Part. f. kalardi (Küche) , dem , seines vielleicht nur durch 
Nachlässig-keit gesetzten 1 ungeachtet, doch callardo (schwarz) 
Bw. entspricht. Vgl. callico (dawn) Bw. mit Sskr. kalya in 
Betreff des ly. — gukkia Docke Bisch, aus xovxXa. — i dschu- 
kli (Hündin), Adj. dschukjakri; und 1 rakkli (Mädchen), pL 
rakkja, Adj. rakkjakri Zipp. Vgl. auch kiava st« kljava (ich 
reite) Zipp. und glisäf Bisch. Ferner costüri Bw. st. clusturi 
Rtw. (Kloster). Auch kiavvi Zipp. = quillaba (Pflaume) Bw. 
Savaris (frenum) Pchm. aus aaXißaQi'i s. Lex. — Viell. dog"» 
(Sache) Grellm. aus Ung*. dolog Farkas , S. 25. 39. , wie dugo 
(lang) aus dem Sl. Pchm. Und so schöhsi ss Schlössen Bisch. 

— pocinav (ich bezahle) Puchm. vgl. Böhm, zaplac^enj, spla- 
cenj oder plat (Bezahlung); aber auch poquinar (to pay) Bw. 

— Tsch^evava ich bin satt, von tschälo Zipp. — chaPovar 
(ich verstehe) Pchm., hajuvava Zipp., haieaf Bisch., jabillar 
(to understand) Bw. , job heiwela (er versteht) Graff. — choPa- 
rav (erzürnen) Pchm, = hoyeraf (abärgern) Bisch., chojeraf 
(ärgern), choijevava (ich zürne) Zipp. u. s. w. von chdli (Gal- 
le) Pchm., ch'holin Zorn OfoXiJ, x^^^^9 ^*'^' colere) Bisch., 
honi , hono (angry) Harr. p. 537. — Von ganz besonderer 
Wichtigkeit ist dies für das Per f. z. B. muFom Pchm. S. 17., 



00 IL Oraiuinatik. 

\ 

mujom Graff. S. 19. ^ niuljum (mortans suin) Zipp. — geroiti 
(Ivi) Pclini,, g'cijuin Zipp., wovon sehr zu uniersclieiden ^c- 
juni, chejum, juni, jonim Bisch. = lium Rtw. = liToni (ac- 
cepi) von lav Pchni. S. 17. , so dass also in den Formen hei 
Bisch, das zweite 1 ausg'eworfen , das erste durch einen Gutt. 
vertreten worde«. S. ausführlicher u. Pcrf. . 

4. n Pchm. , Sp. n , hei Zipp. nj n. s. w. Z. B. ena Pchni. , 
enia und esne ßw., enga Rtw., enja Bisch., jenjae Sz. 
SS Ng'r. Ivvia, — Pchm. hog'ina und Bisch. , allenfalls mit Un- 
terdrückung des n, etwa wie in Walach. tigae Pfanne (Gr. 
Ttiyavov)^ bei Bisch, hökja (Pocken). - — kahna (Geflügel) von 
Uhni Pchm., cani (Henne) Bw. , wie kachnia pl. von kachni. 

•— o panin, pl. panja (Wasser), Adj. panjieskro Zipp. = 
panjesköro Bisch. , pane*skcro Pchm. , vg-I. pani und pani (Was- 
ser) Bw. — papfnakero (anserinus) Pchm. , aber, ohne n, pa- 
pijeng-ro von päpin Bisch, u. Hirt. — pehnjakero (Neffe) Bisch, 
von pchen (soror) Pchm. S« 24. — Adj. mene*skero Pchm,, 
aber meniakro Zipp. von i meen, pl. mcenjia (Flals). — ar- 
minakero Adj. von armin (Kohl) Pchm., armiakro von armen, 
pl. armja Zipp. — czerchon (Stern) Pchm. vg^l. tzerheni Lud., 
tscherganja Szuj. , aber zen (Sattel) q.. v. Pchm. bei Anderen 
ohne Mouilllrunff. — Gamhana f. pl. (Sackuhr) Pchm. vgl. 
mit kampani Dph. rücksichtlich des L — Stagna Stall Rtw., 
i stanja Zipp., aus Poln. stajnia. 

Die MouiIIirung findet aber ungofähr in folgenden Fäl^ 
len statt: 

Erstlich beim Nomen vorzüglich im Fem. M^egen dessen 
häufiger Endung -i, und zwar a) in den Cass, obl., einschliess- 
lich des sog. Genit., als bal'a (scropham) von bali; pchurd'a- 
tero von pchurd (pons); Icnakero von len (flumen) u. s. w. 
Auch im Voc. zuw. e' als pchene (o soror), papine (o anser). 
Pchm. S. 24. b) im Dem. f.: kangrdri von kangli ,(Kamm) ; 
brFori von bfli Biene; ronmörl; sz^aPöri, buchröri, foPöri; 
marikrdri von marikii (Kolatsche), aber doch bokoldri von 
bokoli (Buchtel) , ambroldri von ambrol (Birn) , bdlori von bali 
(Sau); barvalöri, xuklöri. Angrust*dri von angrusti (Ring); 
brad'ori von brädi (Kanne); czind'ora pl. von czind'a pl. (Schee- 
re); klid'dri; vod'dri; god'dri von gödl (Gehirn); guruvndri; 
stad'dri von städi (Hut). Lenöri, pchcndri, panori angeblich 
inasc. von pani m. , kalindri, czcrchcridri, aber armindri, czi- 
benöri, karfindri, mat'hindri, papinöri. c) im Adj, mel'alo, 
kahnalo. 

Zweitens beim Verb um, ausser dem Perf., a) die Neu- 
tra auf -dvav Pchm. S. 14., jevava Zipp. als krndvav (ich 
faule) -zz kirnjeva va Zipp. b) Die Faotiliva auf - arav Pchm, 



A. Lautlehre. Ol 

S. 15. z. B. sikPirav ich lehre = sikijarau Sz. Wollte man 
in diesen die Mouillirung* etwa dem k von kerav (facio), wo^ 
mit sie zusahimeng-efüg't sdieinen, zuschreiben, so passt dies 
doch nicht auf Nr. a, die mit avav componirt sind. 

Da Slawische Sprachen dem rein vocalischen Anlaute 
nicht sehr zug'ethan sind, vielmehr ^ern diesem j oder, wenn 
er labial ist, w yorschieben, majs^ auch das Zig'euneridiom die- 
se Sitte daher haben. Yg-I. z. B. jar st. av (komm) Pchm.| 
jakh (oculus); jakh (i^nis); jekh (unus), wie schon im Per«* 
aas Sskr. ^ka; jarro (Mehl) st arro; jari st. aare (ova) u. b.w* 
Im Lex. Yodros (lectus), Russ« ddr'. 

Im Anlaut 1 oder r entweder wegfallend oder durch h 
ersetzt s. im Lex. u. lixav u. hitschaf. — llsarav, is&rav und 
rischkirvav. — lanar u. anav. — lasthom u. hathszium (inye- 
ni), rachar Bw. u. rakhav (finden) Pchm. — Auch s. u. lav 
(sumo). — rikkervava Zipp. , ikerav (ich halte) Pchm. u. 
likkeraf pokoni (verschwelgen) Bisch. — hantschkirdo (ausge- 
zogen) Zipp. unter r. 

&) Assimilation. 

Tt aus d — t: matte = Sskr. matta aus mad. — Aus 
pt: tatto = Sskr. tapta; suto = Sskr. supta. — Kk aus kt: 
pekko (gebraten) aus S. pakta. — Phaggo (fractus) im Sskr. 
bhagna, wofern nicht aus k-t, vgl. tschin-dö (gehauen) ne- 
ben S. tshhin-na; doch nango aus S. nagna. — So auch 
khlnö etwa aus S. khinna. Schukko (siccus) aus S. fushka« 

c) Wechsel. 

a. Zwischen Liquida. Zipp. bemerkt dieselbe unter An^ 
führung von na und ma, die aber den Sskr. na (non) und mk 
Qitl, ne) entsprechen, sowie von han und hall (du bist), de- 
ren das erstere aber vielleicht bloss die in höflicher Weise ge- 
brauchte Pluralform 3. Pers. sein soll. Vgl. Graif. S. 9. 5t. 
-— Jol und Jon (sie, ii, cae) Bisch., u. jöle S. 18., vj<>1^9 
HIndust. inne^^ (illi, ae) Grellm. S. 306. %., junö, on (sie, 
illi) Mithr. 1.245., Jon Graff. S. 25., Pchm. S. 25., wony Sa. 
S. 130. ^— kennelena pelska (sie spielen Karten) u. Karte, 
aber kellena (ludunt) u. Mücke Bisch. — - forlozja (Handschuhe) 
Ziipp. u. fornötschia Bisch. — boletta (Kappe) Bisch. £|. bun. 
(frz. honet). -^ czor m. (Barthaar) Pchm., czon f. (Beard)Bw.; 
dal, dan, dar (Fear) Bw. vgl. auch pchral im Lex. Koba^ 
tscheno u. auch mit 1 st. n (derjenige) Graff. S. 51. s. tsdi^ 
no Bisch. — > baszno Pchm. , paschlo (Hahn) Bisch. — gammö^ 
na (Kammer) Bisch, st. cumorra Bw. — banaw^ baitaw st 



02 II« Grammatik. 

bda (Sand). — pinnest^hra Bisich., ballestdra Bw. aus m- 
fiote^a durch Dissini. , u* 11 st. r wohl wcg-en des i. — Yg*]. 
aaw a. law (nomen). — nijall Bisch«, aber viel!, transp. linaj 
Pchm. (aestas) aus üng*. nyär. — nul (sal) Ous. st. Ion. — 
L Q. r s. imVz. — chomer Zipp. , chuniel (Brotkrume) Pchm. 
— millklo (Koralle) Pchm. , möhrkele (Perle) Bisch. — Bei Bw. 
caico st. ciirque (dies dominfca); avcr u. avel (alios); jir u. 
jit Kälte; bal f. (Garten) Bw., bär f. Zipp.; guel (itch) Bw., 
gir Pchm.; Bordeies (Christian!) aus bolav; praj u. plai 
(mons); placo (Taback) neben pracos (Staub); balbalo Bw. 
neben barvalo (reich) Pchm. und s. auch u. bar^al (Wind), 
brewul (Abend), pchral (Bruder), plastomingree (Bett); plas- 
taKar (sequi) rgh prastav (curro) u. stawa. — Dissim. findet 
statt in colcoro (solus), aber corcoria (solitudo) Bw., rampalo 
(Schirm) au$ frz. rcmpart, marmel (Marmor) Bisch., wie Russ. 
phewral (F'ebruarius) ; Ng'r. uXerQov st. uqoxqov; /Xmitgu 
(Unnio) aus xQ^f^^^^^^^» So auch preiskirvava u. |>leiskirvava 
(ich bezahle) Zipp. — Grellm. S. 286. 2. hat triwaldesch (30), 
starwaldesch (40) mit 1 , aber mit r : pantschwardesch (50) — 
enjawardcsch (90), so dass also in den meisten ersten war 
(mal) Dissimilations halber zu wal ward. Vg'I. Lassen, An- 
thol. p. 93. walam wälam st. wäram w. (repetitis yicibus). 
p. 314. (wohl mit bloss zufälligem Anklänge Gael. aon uair, 
semel; da uair, bis; tri uairean, ter, von uair An hour. 
Time). Nicht anders, jedoch mit e für a, Zipp., als jov gel« 
Jas trivell (ter) khangeri (etwa Loc: in die Kirche?), schtar- 
vell (quater); allein duiwer (bis) u. s. w. mit r. — Im Vz. bei 
Puchni. vare- in Comp., um „ irgend ^^ auszudrücken, was ent- 
weder mit dem postpouirten -var (mal) oder mit dem Ung. 
yala- (irgend) zusammenzuhalten, als Zig. yareko (aliquis),- 
wle (Jng. valaki. — Untergegangen im I des Part« und Perf. 
ist dasSchluss-r von pdrav, mdrar, woraus Perf. pel'om (ce- 
cüfdi), mul'om (mortuus sum). — N und m s. pochtan; them 
(Herrschaft) Pchm., s. t'hini und t'hin (regnum) YU.; dron, 
dnm Bw.'St. drom Pchm.; cam und can Sonne Bw. 

ß. Zwischen Lab. Erstens steht oft, wie schon Im 
Sanskr., b für w s. Lex. und GraflT. S. 53«, bei dem häufig 
dieser Wechsel. Rtid. job (er), ajowe (derselbe). — Dann 
wechseln zuweilen m und w, b. Z. B. schwalma aus Schwal* 
be Bisch, und auch Zipp. schwalma neben dem offenbar demin. 
schwalka. — Bisch, isma st. isba , Poln. izba. — amular (sus- 
pendere) Bw., umluvav Pchm., blavava Zipp. , wie ßgojog ne- 
ben mortalis. — kovlo Pchm. , kaulo (weich) Zipp. aus S. ko- 
mala« — jir oder giv (nix) aus S. hima, und jevend aus hi- 
manta (hiems) Pchm. •— gar Pchm., gahb Bisch, aus Hindust. 



A. Lautlehre. 03 

gknvj Sskr. ^nia; u. s. tchuv, pchuv. — pes (se) aus HIb- 
di äpa, apahi, apncapa (hiniself), Sskr, atman. — niaschnd 
(Hahn) Sz. st« baszuo« — Ob pacaPa mit p st« m? s. iiex.— - 
balovas (Speck) comp, mit Sskr. wask (Fett), aber nicht mitv 
Zig", mas (Fleisch). — Viel!, rührt av (af ) in 1. pers. Praes« ' 
aus Sanskr. ami; «denn im Perf. zeiget sich m, so wie auch ia 
hom (icb bin). Aus blossem Germanismus schreiben Mehrere 
am Wort -Ende f st. v oder w, wie z. B. boof Zipp. st. boT 
(fornax), und so nun auch in t. pers. — Nach Pchm. S. Mk 
haben die Subst. auf -ben und -pen in mehreren Casus, so 
wie in dem g-enit. Adj., ein durch Sjnkope entstandenes bn. 
Bei den übrigen Autoren finde ich dafür bald p bald m, wel- 
ches Beides ich dem bn gleichsetze , indem das n einschwin- 
den konnte hinter dem Lab., wie im Lat. gernianus, humanus 
(aus germen, homines). So findet sich auch gurumni st. ^n- 
ruyni (vacca). Es bemerkt aber Zipp.: ,,Die sich auf -bea 
„endigen, werfen in den Cass. obl. Sing, diese Endung we|^ 
„[nicht wahr!] und haben im Gen. maskero und im PL bena^ 
„z.B. o dschyben (vita), Gen. dschymaskero, pl. dschjbena«^^ 
So auch tschimaster (au^ Lebeuszelt) Rtw. S. 38. „ 2. Die auf 
„pen haben im G. paskero und im Xom. pl. pena, als o pek* 
„kepen (Braten), G. pekkepaskero, PI. pekkepena. Die übrt- 
„gen mit en gehen, wie die anderen, als o mochten (Dose)^. 
„G. mochteneskero , na; pochten u. s. f.^^ Andere Beispiele: 
Me vava e klymaster (ich komme vom Reiten), me hom khy- 
no e dschamastep' (ich bin müde vom Gehen), baschemaskro^ 
auch baschepaskro (Spielmann) Zipp., mangepaskro (Bettel- 
mann) , mangemangre (Bettelleute) , mangemaskero maro (Bet- 
telbrod) Bisch, u. s. w. 

y. Zwischen x (dsch) und g. Puchm. S. 10. in xar 
(eo), gePom (ivi) und lixav (porto), liged'om (portavi); 
s. sp. 

d. Zwischen Zischlauten und h^ ähnlich wie im Pers« 
h und im Gr. Spir. asper st. Sskr. s, und in Indischen. Mund- 
arten kh st. Sskr. sh. So 1. sar (mit) Bw. vgl. Pers. ^^ 

Gr. ä^a und in Compp. «- und «-. Ferner im Sociat. ha 
nach Voc, aber fsa gewöhnlich bloss nach dem Cons. n. — 
Auch in Compp. sa irad ha, Mie Gr. linag; oXog und Lat* 
sollus. So namentl. saro Bw., haaro (omnis) Zipp., schwako 
Zipp. und hako Rüd. (quisque) u. s. w. 2. so Pchm. , bo Rtw. 
Twas), ferner savo und havo (qui) Pchm., auch sar und bar 
(wie). 3.hasti und fsasti (kann) Zipp. Hai = fsei Luc.III.Fr.; 
Rtw. Beytr. nahi- (nequit) u. s. w. s. sp. 4. Das VT). Subst» 
Sz. S. 134. je matscheste — si (plsci sunt). — Im Rtw* 



94 IL Grammatik. 

Briefe: nelts mange mishdo (non erat mihi bene) etwa lis st. 
kis? Tschiel niste midschach wettra (kalt war es und schlecht 
Wetter). Etwa his te (erat et). Bei Alter issi (est, ist), 
d>er fälschlich auch chabe d. i. Essen! nr. 243. — Nach dem 
'Ung'. Dial. honi, hal, aber nach dem Böhm, som, sal, hi (sum, 
es, est) Pchm.S.28. , dagegen Böhm. Z. haro sal (der du bist), 
im Ung. savo hal Ib., bei Bisch, havo hi (welcher ist's?). — 
Zipp.: „Das Vb. Subst. bekonmit im Präs. ein Augm. , nänil. 
in den 2 ersten Fers, fs, in der 3. a. Ersteres, wie es 
seheint, um die Zusammenkunft zweier Voc. zu verhindern, 
wovon in den übersetzten Gesprächen viele Beispiele zu fin- 
den sind. Me shom ich bin, tu shal, jov fshi, auch a hi. 
PI« mee fsham, turne fshan, jol fshi, auch a hi/^ Dieser irri- 
gen Ansicht zu Liebe kam wohl die falsche Schreibung. Ge- 
hört das Wort zu Sskr. asmi (oder bhawämi? vgl. Beng.) 
vnd rührt daher das a in a hi? — Sinar (To be. Ser, Estar) 
Bw. , womit sich doch vlell. die von Zipp. verdächtigte Form 
siigom (sum) Grellm. S. 309 if. vertheidigen lässt, die übrigens 
eine grössere formelle Annäherung zum Perf. zeigt als zum 
Pr&s. — Noch gedenke ich des üeberganges von s zu h bei 
nachfolgendem Vocal (Pchm. S. 26. u. s. w.) , der also z. B« 
dem des s in r im Lat., oder dem völligen Schwinden des a 
Im Gr. (wahrsch. nach vorangegangener Uniwandelung in den 
Spir* asper) in gleicher Stellung entspricht : 

Praes. Fut. Imperf. 

Sg.2. czores czoreha czorehas 
PI. 1. czoras czoraha czorahas 

Perf. Plusqpf. 

Sg.3. czord'as czord'ehas 

d) Wegfall. 

1. Nicht ungewöhnlich ist die auch in den Töchtern des 
Sanskrit gar nicht seltene Einbusse von r. Siehe z. B. kan, 
Sskr. kftrn'a (auris). — pano (weiss) st. des üblichen pamo; 
tano (jung) st. tarno. — kinav (emo) und bikenav (vendo) aus 
Sskr. krin'ämi. — sap (Schlange) , Sskr. sarpa. — gav (Dorf) 
aus Sskr. grama. — khabni aus Hindi garbhin'i (gravida). — 
kham (Sonne) wahrsch. aus Sskr. gharma (Hitze, Sonnen- 
schein). — tschamm (corium) aus Sskr. tscharman. — paias 
(fan) Harr. = perjas (Spass) Bisch. — rat' (nox) , Sskr. rA- 
trl. — katlin (Scheere), Sskr. kartri. — mutengrl (Thee) Harr. 
— pude (blow) Harr. s. u. pchurdav. — vadon (a waggon) 
Bryant, bedo, berdo (cart) Bw., werda Pchm. — cafi Bw. 
st. karfin Pchnu — chardi und chäti (A fair, market) Bw. — 



A. Laatlehre. 05 

Jerial and jeai (asina) Bw. — brnclianio (A sliot) von ba- 
charar (to shoot) Bw. — brijindobio und biijlbiö (Hunch— 
back. Jorobado) ow. Ersicres vlell. mit dunimo (Rücken) Rivr. 

— cartacaja und catacolla (ciconia) Bw. — bifi Schnee , Pers. 
berf. — ^ pchnczav (intcrrogo) Pchni. aus Sskr. pntsbb. — 
szin^ (cornu) Pchm., Sskr« ^ring'a. — Htw. wipreyne (aus- 
fallen) neben wry (draussen). — Siebe noch niangav nnd 
Gzandav; so wie szunav. — Viell. r eing-eschoben s. u, 
^axo and kaszt; auch rustra (Russ). Sirbalo (Fingerhut) Bw. 
von sivav; und niernielli (a iaper) Bw., auch corniuni Bw. =» 
kamone jemand Zipp. Enorme (Enemj. Enemig'o)? 

2« Unterdrückung' a) einer Dent. hinter einer Liq. Sarr- 
man, frz. serment; rampalo (Schirm), frz. rempart Bisch. — 
mind'ar (sogleich) Pchm., Ung. mindgyärt. — ten aus tent 
Harr. — * pollerdihna (Truthahn) Bisch, aus It. pollo d'India. 
-— Auch in Indischen Wörtern , als czon (3Iond) , Sskr. tshan- 
dra; khanärav(ich stänkere) von khandav; und Bw. oben, Win- 
ter = jevend Pchm. ; dani pl. (Dientes) von dand Pchm. — 
Femer czinav, czingerav (seco) aus Sskr. tshhinadmi, dessen 
d vlell. noch in czind'a (Scheere), es müsste denn hier deri- 
vativ sein. — Vgl. auch tschakkervava (tego) aus S. tschhand, 
tschhad; czoro zu S. kshudra; chav (comedo) aus S. khad. 
ß) einer Lab.: czumidav (osculor) von Sskr. tschumb. •— 
czam (facies) viell. aus Sskr. dschambha (mentum). — * Big 
Tag- Seetzen, st« dives. S. auch Einl. Chai. 

e) Zusatz. 

Ein Zischlaut ist häufig vor Cons. eingeschoben bei Bw., 
als z. B. sisla und sila (strcngth). — beslli und bella (Krieg) 
aus Lat. bellum. — esn^ und eriia = iwia^ und esden (10.) 

— Bisna f. (sale) aus binar (to seil). — besni f. (window) 

nach Bw. aus Pers. ^^ (seeing), was sich durch dfcani (Fen- 
ster) aus dicar zu bestätigen scheint. — asnao (nomen) ygli 
Pchm. nav. — basya f. (Sleeve. Manga) , Pchm. baj f. (Er- ' 
mel). — pispiri f. (pepper), pispindi (pepper- plant), vgl. bar 
und barendani , reblandani (stone) , also wohl mit Unterdrückung 
von r. — siscabelar (to teach). — siscunde, sirguedes, slr- 
quedis (d.Mercurii) wohl mit: dies. — Jesquc und jequ^ (one). 
Einschub eines d s. Wörtb. und Verba p. 96. 



06 II. Grammatik. 

B. VTorthitdung. 

!• Aufnahme fremder Sufftore und Wörter ^ so wie 

deren Behandlung. 

Wegen der Mcng-e fremder Bestandthcilc im Romschen 
Idiome und wegen des geringen Anstosses, den die Zigeu- 
ner an dem Gebrauche der jeweilig landesüblichen Formen 
und Wörter nehmen, bedarf es der Ermittelung einiger Regeln, 
wodurch jenes Verfahren als nicht völliger Willkühr preisge- 
geben in etwas sich rechtfertigt. Natürlich stellt sich die Sa- 
che in jedem Lande nach den gerade da geltenden Sprach Ver- 
hältnissen, z.B. in Böhmen und Spanien, nicht wenig anders, 
obschon sich auch selbst innerhalb der grossen localen Ver- 
schiedenheit ein allgemeinerer Grundtypus erkennen lässt. Ab- 
gesehen von den oft buchstäblich getreu wiedergegebenen, 
aber eben desshalb unpassenden syntaktischen Slawismen, 
Germanismen, Romanismen u. s. w. ist die Zigeunersprache 
stark darin, entweder fremden Wörtern einen romschen Schwanz, 
oder umgekehrt romschen (dies namentlich in Spanien) einen 
fremden, anzuhängen. 

a) Verba. Graff. S. 12. 13. bemerkt, dass der Zigeuner 
ohne Umstände fremde Verba behandele, wie seine eigenen, 
z. B. fliessewaba, denkewaba. S. 35. steht versprechewaba 
(ich verspreche). S. 33. man onel' pes (mir ahnt) und im 
Ms. man onela les (mir ahnt es), Perf. man onejas les von 
onaben, me onaba, me onejom. Bisch, wehrewawa man (ich 
wehre mich) u. vertheidigen ; hun te pesinewawa (ich muss 
besinnen) mande (mir) unter: tiberlegen. Zipp. oppervaf opfern*. 

— Es finden sich nun selbst sogar nach den verschiedenen 
Conjugationen solche Verba, als nach Conj. III. Bei Fren- 
kel: mukkdass hauerwell er hatte hauen lassen; wawrenn hel- 
ferdasslo job und naschte' helferwelle pess nit, Anderen hat 
^r geholfen und kann sich selbst nicht helfen; reisserdass er 
riss, preisedass preisete LG. Denk'wela er denkt, aber hel- 
ferwela er hilft Luc 1.54.; erretterdass , er errettete 71. hasch 
pre platzertoo, entzwei geborsten (aufgeplatzt) LG. — Lei- 
eider man bu Böhnini (sehr, du, zwei, und böhmin Acc. pI. 
von böhme) Leih mir 2 Groschen Wldh. ; das d als Einschub, 
wie bei Bisch, u. neiden: nane ganderaf roange (nicht 

-gönnen mir) und frz. gendre (gencr), tendre (teuer) u. s.w. 

— Denkerdum (ich dachte) Perf. vom Praes. denkerwaw (ich 
denke), te ernährwaw mann kiacke (dass ich ernähre mich so) 
Rtw. S. 38.^ wie auch dänkerwawa (Argwohn), dänckerba- 
wa (Gedanken) Präs« Auch druckerdum (Druck) 1« Pers. Perf. 



B. Wortbilduiig. 97 

Spfnderde (sie haben jii'esponneii) desg'Ielchen mit EInschub von 
d. — Bei Zipp. nie bedenkervava man (ich bedenke mfeh); 
naschti denkervoeha tokke, kannst du didi nicht recht besin- 
nen? Me denkervava ich denke (mich dünkt); fao denkervoeha? 
was denkst du? Te bauerwaf, strikkervaf, fischervaf, an^ler- 
vaf, propervaf, flikkirvav, dynervaf (bauen, stricken, fischen, 
angeln, pfropfen, flicken, dienen). Gewinnervava ich gewin- 
ne; me verwundervava man ich verwundere mich. JVle wünscli- 
kervava tokke but meschtepen (Icli wünsche dir alles Gute), 
aber auch wunschervava, vgl. Poln. winszowac' wünschen. 
Bisch, winschewela (er wünscht) u. verfluchen. Dies Bei- 
spiel ist, nebst frlschkirla (er erfrischt; eig. macht frisch), 
reiskerla (er reiset), krentschikeraf drehen vom Poln. kr§cic, 
besonders lehrreich wegen des k, indem die Sprachen %. B« 
Pers. , Kurd., Hindi nnd Basbret. (Türk.), gern mittelst des 
Wortes für „machen" neue Verba, namentlich dann bilden, 
wenn das beigefügte Subst. ausländischen Ursprungs ist. Ke me 
te freudervav man (dass ich mich freuen werde) mit einge- 
schobenem d. Ke me harga toha te dingervav, dass ich lange 
mit euch dinge. Me fsasti brauchervava, icli kann gebrauchen* 
— Dik, ob tu trefl*crvaha Siehe zu, ob du treflen wirst. — 
Perdal fsoste klagervoeha tu? Worüber klagst du? — Eg- 
gerwela (er egget) von eggervaf, maurerwela er mauert, 
bauerwela keer er baut ein Haus. — ritsch brummervela der 
Bär brummt. — Mek meen Bei ! te rechnervas ketcny lass uns, 
Hr. Wirth, zusammenrechnen. Bechnerven rechnet! Mahler- 
vena (sie mahlen, molunt), von te mahlervaf; segerna sie 
säen, von segervaf. — Laderdjan (ihr habt geladen), tu ra- 
therdan les (ihr habt es errathen) als Perf. v. te rätcvaf rathen« 
Vefspielerjas (er hat verspielt). Mcsseraf (messen), Perf. 
messerdjum. — Im Imp. siglcr, probirer von probierevaf; 
graber tu! von te grabervaf; schrauber Siegle, probire, 
grabe, schraube. Mro devel mo beleider (zweimal so ohne 
g) tot Gott begleite dich; mo bedeutet: lass. — Zeichordd 
gezeichnet. — 

Nach Conj. II. bei Bisch, n. selten: keschiola (ge- 
schieht), passola (passt) unter: Missheirath. — fligole (volat) 
Rüd. S. 67. , Zipp. tschirokklo rahalla fliegt. Me kammava 
te raf, von te raf pflügen. Me ravava ich; tu raha du; jov 
ralla er (arare), wurawel Sz. S. 134., was aus dem Slaw. u. 
eig. pflügt, sei es nun durch poetische Verwechselung bei- 
der Begrifl*e oder bei Zipp. durch den im Deutschen herrschen- 
den Lautanklang. — gwittrola (so hinten mit a, nicht gwittro- 
lo, wie fälschlich Grellm. S. 222. hat) Btw., angeblich Don- 
ner, aber eig. Vb.: es gewittert. — donnrohla, blizzohla es 

7 



98 / n. Grammatik. 

donnert, blitzt, blizzijas es hat g'eblHzt, mrasohla es friert 
(aufl dem Slaw.)/kamela te rassul es will tbauen, schon rass- 
jola es wird thauen (ans dem Lith.). Blyh^ohla nik der Baum 
blüht, verwelkola verwelkt, fehlohla es fehlt, na tang-ohla tauget 
nichts, daurohla dauert, hylola heult, roechlohla röchelt. Sso 
bedeutola adova? Was bedeutet das? Ke zittrola der zittert 
(homte zittervcn zittern muss; welche Pers.?) von te zittervaf 
Zipp. , i pub zittrula die Erde bebt. LG. kam scheinola ba- 
ridir, fsir o tschonn die Sonne scheint mehr, als der Mond. 
Ada choleva faltona pen meschto die Strümpfe falten sich ^nt; 
vffl. Uüd. I. 67. waxono (wohl o Art.), bal, wachsen das Haar, 
also PI. mit Sing*.? Glenzohla o bolepen der Himmel g'länzt; 
rnnzohia er bekommt Runzeln. Ada drab porg'irevela das Kraut 
pur^irt (also Act.?). Sonst zeig't sich der Unterschied treffend 
In: schukker schmekkohla (er schmeckt g'ut), aber schmekker 
ada mohl Act. (schmecke den Wein) von te schmekkervaf. Sie- 
he lodschjevava (nascor) aus dem Poln. mit Flex. — Kostohia 
kosten als 3. PI. ^ipp«, kostela s. Preis Bisch. — Man^e, 
tokke, leske trebbohla (mir, dir, ihm ist nöthi^) ich brauche, 
Poln. trzeba (opus est) vg'l. bedürfen und Pchm. tromav. Es 
fehlt, mang'elt trebbola — love Geld (Plur. mit Sing*, des Vb.). 
Butidir fsir me trebbejum, fsir me trebevaha mehr als ich be- 
durft habe, als wir bedürfen. — Tu pleg-ohes (Impf.) te wifs 
(Conj.) sorallo, du pfleg-test stark zu sein. Zipp. — Hoi gitze- 
la men au? Was g-ehts uns an? taug-welle tscbi es taug-t 
nicht LG. 

Puchm. hat S. 16. u. im Texte mehrere Verba auf -in av, 
ivelche dem Anscheine nach grösstentheils ausländisch sind, 
und der Form nach sich etwa den Böhm, auf -nu im PrSs., 
-nauti im Inf. (f. Grimm, Serb. Gn'imm. S« XLVJL) anschlies- 
sen. 3Iu>inav müssen, Böhm, niuseti , aus dem Deutschen S« 31. 
— namisHuel, Böhm, namysl (er denkt nicht) und mislinelas, 
Böhm, myslila (er dachte) S. 66.; ma mislin, Böhm, nemysli 
(ne cog-ita) 68. — chibinel (es fehlt), Böhm- chybj 67. — 
trpinav (ich leide), Böhm, trpjim 74. — kostiu (koste, g-nsta), 
Böhm, okus 55. von kus Stück, also wohl eher aus dem Deut- 
schen als Böhm. — Perf. svetind'as (er feierte), Böhm, swc- 
til ib. — plavind'as (er schwamm) , Böhm, plawal 75, — se- 
slabinde (sie wurden matt), Böhm, seslably 68« — viczinav 
(ich schreie), s. Pchm. S. VII. Zig-, vika = Böhm, po-wyk 
Lärm. — fadinav ich friere, Ung*. fag-yni frieren. -^ ruminav 




irinav, juminav, talinav s« Lex. 



B. Wortbildung. 90 

Namentlfoh beiZipp« kommt ein SiifT. mcn vor, das AdJ. 
und Partie. Pass. bildet , und an das Griech« -/tuvog (S. mäna) 
erinnert. Es bemerkt darüber Zipp. , dass ,, die Adj. auf en aus 
dem Deutseben" in keiner Weise dekliuirt würden, z. B. Verach- ' 
temen leskeri jaka <les Veracliteten — seine — Au^en. Mit 
weni«:en allenfallsig'en Ausnabmen, etwa z.B. zin^ermen runz- 
lieb (eig-. wobl: zerrissen), findet sieb das Suff, nur an Fremd- 
w^örtern, als: blundscbemen (verirret) vom Poln. btadzie': bu- 
klemen g-eseblossen vg;], frz. boueler ; andry wurzlemen eing-e- 
wurzelt, plettemen und sebterkemen g'eplättet, gestärkt (vom 
Zeu^e): farbemcn g-efärbt, neben lerbervaf färben; segermen 
g-esäet von seg-ervaf; vernag-Iemen vernag-elt, bassemen g*c- 
basst, stemplemen g-estempelt, viertbeilcmen g-evicrtbeilt, ver- 
botemen verboten, verlassemen verlassen, lademen g'eladen^ 
piebemen, g-epiebt, tscbernaebemen g-estirnt von einem Subst.^ 
meng'lemen und mengleg-o (matt), vgl, vollkomnig*o (vollkommen) 
u. s. w., vielleiebt aus Poln. mdlee' (sebwacb, obnmäebtig- werden). 
— Ausser Zipp. nur wenig-e Beispiele. Cbirijimen Part. Pass. 
(Advanced. Adelantado) von cbirijimar v. a. n. (To advanee) 
Bw. ist nicbt beweisend wegen des m aueb im Inf. — (üoje- 
men (trotzig*) Utw. s. im Lex. Aueb cbojemen Graff. und 
BIscb. u. eböli (fei). — Bei Biseb. überdem noeb scbuhimen 
(ausg'ekebrt) u. g-unsebemen s. Lex. — tsebajemen (Frost) als 
Subst. Biseb. neben tsaiaf; Ist vielleiebt Verweebselung mit 
dem Suff, -pen: jedoeb aueb g-ojimen Zorn Utw. — Ann' caj 
rat wena tume bailauter ebojermenn amandte Diese Naebt wer- 
det ibr eucb alle «an mir ärg-ern (!br werdet sein zürnend mir, 
also PK); — te wello Dass würde er, kreuzig'cmen g-ekreu- 
zig-t LG. 

b) Adj. Manebe Adj. erbalten den, wie es scbeint, sla- 
wiseben Zusatz eines k o. Vgl. Böbm. z. B. bladky g-latt, wie 
glatko glatt Zipp., Böbm. kratky kurz, lebkj leieht, Poln. 
l**kki , wie lako lUw. Dobr. Böbm. Spraebl. S. 75. So frisch- 
ko IViscb, freudig Zipp., munter Rtw.; glinöko (brübbeiss) 
M'obl aus glübend, aber selineko (anständig) aus sinnig, u. ganz- 
ko ganz, sebr Biseb.; Zipp. falsebko falseb, platko platt. 
Aber aueb Subst. z.B. pelzki Pilze Biseb., wie aueb Pilzk in 
Elbing; baiilla 1 laufen : wanzka Wanze; mizka Mütze; betseh- 
ka (Tonne) aus Poln. beezka Zipp.; plotsdika Nasenstüber 
Biseb. , pusebka Wldb. , Büebse d. i. Flinte. Pusebinka Tabaeks- 
blase Biseb., vgl. cpvaovvt (follis). Emborka f.. Im pl. e, Ei- 
mer Zipp. Ventka Angelrutbe, vgl. Poln. w?da Fisebangel; 
puppka Puppe; Biseb. lisebka mit Adj. lisebkeskero , als wäre 
es mase., Poln. liszka f. von lis Fucbs. — Ausserdem Adj. 
auf itko Zipp. und diko Bisch, mit scheinbar Griecb. Gepräge, 

7 ^ 



100 * IL Grammatik. 

wie z. B. mollevitko (bleiern), N^r. fjto'kvßlxixog. Bei Pclim. 
nur die Adv, Sasitl^a (g-erinanice) und czoritlia (furtini); bei 
Zipp. fratervitkes (fälschllc])) von fralervitko verrätherischer 
Mensch, falsich (unstr. aus Verrätber) mit einem Lab., wie 
auch in stacbliwitko xegarja (dtacbliclite Hutlien), fi^ajevitko 
zähe (z. B. Käse), aber sonst ohne denselben kernitko körniclit, 
postiiko love Postg:eld, aschgrauetko aschgrau li. s. w. Auch 
bei Bisch, tschiiwerwitteko schwül, wohl von Schauer (Gewit- 
terschauer). Besonders g-ern werden mittelst dieses Suff. Me- 
tousiastica gebildet, als Zipp. elfenbeinitko Elfenbein (eig*. wohl 
das Adj. davon) , pochtenitko cholleva leinene Fusssocken, 7an^ 
nitko transuri ein zinnerner Teller. M>izitko uro Weizen- 
mehl; di'owitko kurmen Haferg-rütze tdzof aus dem Slaw.), 
grikitko k. (aus dem Lith. g-rikkai) Buchweizen- und hirsitko 
k« Hirsen -Grütze. Gywitko felda Kornfeld, dzowitko f. Som- 
merfeld, brakakef. Br«ichfeld. — Ileerelitko (s. chrichil) Erb- 
sen-, g-hjwitko Korn-, puklitko (von phoklo) Gersten-, dzo- 
witko Ilaber-, weizutko Weizen- phoss Stroh. — Linditko 
basta Lindenbast. — Weiutraubitko*ruk (Weinstock), und eben- 
falls mit ruk (Baum): pennachitko r. Nussbaum, lindetko, 
tanetko, fichtetko r. Linde, Tanne, Fichte, wlda und widitko 
ruk Weidenbaum , aber eichlin^ero ruk Eichbaum (von: Eichel), 
wie Bisch, widedikko ruk Weide, eicheldiko ruk Eiche, aber 
auch porrschossengero ruk Zwetschenbaum. — Uebereinstim- 
mend g:ebrauclien Zipp. und Bisch, das g^enannte Sulf. bei Gen- 
tiladjectiven. So Zipp. Brabanditko Brabantisch; Eng-llschitko 
.Eng'iisch; Ijatinitko rakerpen Lateinische Sprache; Waldschitko 
rakerpaster (von der französischen Sprache), als Adv. wal- 
tschetkes (französisch, eig*. wälsch). Kuritko g'ajo kurischer 
Mann; Turkuttko manusch, Turko Türke; Ssafsetko ^ajo, ein 
deutscher Mann, Ssafsetko |i?| g-aji d. Frau, Ssafso ein Deut- 
scher; Preufsitko tenmi oder Preifsing-ero temm Prcussen; Pol- 
lakitko t. oder Tschiballo temm Polen; Hollanditko temm Hol- 
land. — Ob kaisertikko (des Kalserthums Luc. HI. 1.) und app' 
ebräisch = bipoltikko (auf jüdisch) LG., Morin bloss ikko 
Suff:? — Bisch. Hollandikkotemm (tautolog-lsch darin zweimal: 
Land, und weg-en des schliessenden d leicht abweichend) Hol- 
land , Holsteinodikkotemm Holstein , Meklenburg^odikkotemm 
Meklenburg- ; Mehradikkotemm Mähren ; Scheitzedikkotemm 
(Schweiz) Helvetien; Walschodlkkotemm Frankreich: Tschiwäl- 
lodikkotemm Polen ; Kelladikkotemm Bussland s. ob. S. 53. Chha- 
rodikkotemm Sachsen (von ch'haro Schwert, weg'cn der beiden 
Schwerter im Wappen), wie g-raieskero temm Braunschwe|^ 
(vom Pferde auf der Landesmünze) und panlneskero temm (Was- 
serland) Britannien. Bei Zipp. jedoch dral e Saxe oder, dral 



B. Wortbildung. 101 

Saxitko . temtn aus Sachsen. Noch bei Bisch. Dschowajani- 
dikkotemm Hessen, d. h. e\g, llexenlaud, sei es nnn durch 
absichtlichen oder unwillkürlichen Missversland des deutschen 
yanfens. — Bei Dorph unter dem , nach S. 30. ei^. Arah. ma- 
ti'ni (Staat, Reich) == Martine, 3lattine v.Grolni.: JUw.Meklen- 
burg" Böftels-matini d. h. BüfTelsland (vom Ochsenkopf im Wap- 
pen) und Uöd-M. l)änemark, Blaa-M. Preussen, JIvid-M. 
Oesterreicli von der Farhe der ^lontirung-, wie auch hei v. 
Grolm. z. B. lohwene Ballmacker weisse , d. h. österreichische, 
Soldaten. — Auch hei Bw. Lalord Portug^al *^the red land*, 
was aber an den Namen fürLith. ankling-t; s.o. — An das Beng'aL 
dik (regio), mittelst dessen auch Plur. g^ehildet werden, zu 
denken verbietet der offenbar ad ject. Gebrauch, den nur Bisch., 
wie aus dem Zusammenschreiben mit temm zu schliessen , über* 
sah. Für Preussen hat dieser Boroherrjeng-ero temm von Bo- 
roherro (Preusse ; ob grosser Herr? s. S. 54.). 

c) Subst. ce) 3Iotion mittelst des Slaw. Suff. Poln. ica, 
Böhm, ice (I)obr. Böhm. Spracht. S.43.), auch Walach. Cle- 
mens S. 16. Diez R. Spr. II. S. 295. So scliwigaritza Schwie- 
g'erin; ballitschi Sau von balo (doch s. auch balicho niasc. Bw. 
11. s. w. im Lex.) Rtw. — Graff. Ms. baschahasgriza , pl. e, 
Spielerin von bascliabasg'ro ; baschdardiza f. von baschdardo 
(der nicht Wort hält). — Nach Pchm. S. 11. ica bei einig-en 
einheimischen Wörtern z.B. lurdica Soldatenfrau; czorica Die- 
bin. — Bisch, je leachusitza Wöchnerin s. Lex.; biaweskTitza 
Braut; nonnitza Nonne; servantitza = frz. servantc, wie wal- 
lettetza (Magd) Luc. 1.38. von wallette pl. (Diener) 54. Fr.; penr- 
scheritza Schäferin, aus perrschcri, Frz. berger (vervecarius), 
pl. p.arrscheere Jjuc. IL 15. ; g-ertschomaritza Wirthin (Böhm. 
krcViUiarzka) von gertschomari = Poln. karczmarz; pipoltitza 
Jüdin von pipölto; amnieza Säugamme. — Zipp. peskarizzii 
Unterthauin von peskaris; hachizza Bäuerin von hacho; mi- 
schizza Mäusin von mischo u. a. — Dazu kommen dann noch 
die sachlichen Fem. Slaw. Ursprungs mit jenem Suff., als 
Zipp. dschewiza Harz = Poln. zywica; temlizza Finsterniss. 
— Siehe auch pernica, meritscha, gotschniza (Korb) u. k.; 
ulicha Strasse; buttitscha Angel =s Böhm, vdice; boshitza 
Weinachten (Rtw.); schebniza Wldh. = Poln. szubienica. — 
Nach Pchm« machen die Subst. auf is im f. ka, als verbirka 
Tänzerin, czaplarka Wirthin, die auf os aber ina (nach den 
Beispielen vielm. kiAa), als narodoskifia Freundin von narodos 
mit Beibehaltung des os, Saskiaa eine Deutsche von Sasos. 
Vgl. die Beispiele der movirten Fem. auf ka und kync im 
Böhm, bei Dobr. S. 47. z. B. Ne'mkyne' eine Deutsche. 



102 IL Grammatik«, 

ß) Dem. Pchiii. S.U. Die Dem. der (immer fremden) 
Subsi, auf is und os haben iczkos; die Fem. -ka, als sila- 
bic'/kos kl. Zan »:e , paliuniczkos Bärtchen , savarlczkos kl. Zaum 
von Wörtern auf is ; haran^iczkos kl. Glocke , foriczkos Städt- 
chen, telenticzkos kl. Kalb, lanciczkos kl. Kette, Saslczkos 
kl. Deutscher, von solchen auf os; aber auch, ausser der Ke- 
gel, ruveczkos Wölfchen (Böhm, wlczek) S. 61. von ruv; ca- 
ne^czkos S. 22. von Böhm, cank m. Gebiss. . Sodann Fem. von 
Wörtern, die zufolg-e S. 23. fremden Ursprunges , cuknidka von 
diknida Nessel; bunetka von buncta Mütze, aber' im Vz. ci- 
piczka Iläutchen, haziczka kl. liock, hiintoviczka kl. Kalesche, 
klejiczka Schlüsselchen von cipa, hazika, hlintova, kleja. Sie- 
he die Böhmische Deminutiv- Bild ung^ bei Dobr. S. 48 IT. von 
§.70. an, alsec/ek, jczek, f. ka, eczka, iczka u. a. llieher 
geehören auch i pivitzka aus Böhm, pigawice (sanguisuga) Zipp. 
und weweritzka (sciurus) Bisch., Böhm. Dem. wcYrenAiczka. — 
Zipp. sind selbst die beiden Dem. beiGrellm. unbekannt, und er 
sag^t: „Dem. giebts in der Sprache nicht, ausser denen, die 
von den Lithauern entlehnt sind, z. B. mro prahluzza [o?] 
mein Brüderchen; — mro kamlo dhad mein lieber Vater.^^ Bei 
Alter hireca , rcczori (anas) nr. 163. , cikndro (klein) nr. 207. 
neben t1kno (niedrig) nr. 205. Bei Grellm. retschori von retze 
Ente; balora (ob o hinten st. a?) Ferkel, und so auch Dph 
retshori ; balora. Viell. auch papinori Affe Grellm. aus Pavian. 
' — Bisch. S. 50. bahlöro Ferkel = baldro Pchm. , und ranora 
Zweig- (s. rann Gerte) aus Szujew S. 126. Bei diesem S. 128. 
raklori kleines 31ädchen von rakll; wie rakloro ein Bürschchen, 
rakldri kl. Mäckhen Pchm. — churord das Füllen vgl. Zipp. 
' kürold., so wie auch Bw. curoro (Colt. Potro), Ilind. kurra 
vgl. Kurd. kurreh; gurunori das Kalb, von g'uruni Kuh; bei 
Pchm. guruvoro kl. ()chs, guruvnori kl. Kuh, — Sehr frag- 
' lieh dscharrö Söhnchen und dschari Töchterchen (s. o. S. 78.) 
neben dschau, dschei, wie czävoro kl, Kind Pchm. und Bw. 
chaboro von chabo (hoy) und chabori (a girl). Ob auch Sz. 
134. denszoro penebo Uegenbogen'^ — Bei Bw. Calö und Ca- 
loro (A Gypsyj wie Puchm. romoro das Männchen und das 
Zrg-euuercheu und romr^dri das Weibchen; jeroro (Ile-ass) s« 
Lex. ; mlnchorö m. (The bully of a prosiitule), von minchif« Fer- 
ner Adj. uebord (small, young) von nebo (new); ternoro, 
(young, new); chinord (small, little); chororo (poor), vgl. 
Iltw. tschororo Armuth (nicht hinten mit i, wie doch Grellm. 
S. 293.)« Lalorö Portugal (the red land) von lald roth. -^ 
^'ostard (so mit a). Cuartiiio v. Nostu. Cuarto. — M^uigel an 
Dem. behauptet ausser Zipp. und Rüd. 1. 72. auch v. Heister 
S. 65. Er kenne nur eins: tschiricloro Vögclchen. — Aus- 



B. Wortbildung. 1Ö3 

m 

drücklich g'iebt Puchin. -oro m., -ori f. als DciuImitiV« En- 
dung^ für Subst. und Adj. S. 11. 12. an. Z. ß. kirvo (Gevat- 
ter): kirvdro ni.; kirvi ((levatterin): kirvori, und 8auo, i 
(dünn), sanuro, i (etwas dünn). — S'/ukar (rein): szukaro 
(sclir. -ai'oro): s/iukiiri: s/ukarori. — Au^ensdielnJicIi ist dies 
SulT. ursprün^licli Walacli., wo or ni., oare f. deminuirend g-e- 
braucht wird. Dlez U. S))r. IJ. S. 261. Dag^eiii-en bruiiito in. 
s= Sp. cabrito von bruiii 1*. = capra nach dem Span. Diez 
S. 303. Viel!, aucli obiribito nu (A cricket. (ürilio), wo/u Bw. 
Sskr. tsbirikii verg'leicbt. Im Span« cbirrlar von unangenehmem 
Vogelgesange. 

y) Die Lat. Endung arius (v^l. Dicz U. Spr. IL 286 
•^287.J, yi- «^r? Deutsch er. So bei Ko^. Aurari (Lat. aura- 
rii) und Rudari (Höbui. rud.t Erz, 3Jetall|, Ursari, Lingurari 
s. p. 62. (jertscbomari liiscli. = Pohl, karczmarz« — jagari 
Förster (eijc. Jäger), becbsiri Becher Ktw., becbaris Zipp. — 
Zipp. Italienaris, Uvmaris Uömer, und selbst (iricharis (iric- 
che, Lettinaris Lateiner s, o. S. 53. Prolessiorien: miliaris, 
linnewewaris , mauraris, gerbahris. tisriiaris* ()ber-])atarls 

fd. i. Oberpater) Pabst. Audi: tu hal IVataris du bist falsch 
Verräther), pL l'ratarja*, bedintarja Bedienten« Ssaiwarls, pl. 
fsalwarja Zaum , bei Pchm. savaris. — Bisch. Italienaris , tisch- 
lari, feldscherari , heuchlari Heuchler, und auch vielh durch 
J)ruckrebler e st. a: tammpukerl Trommelscbläger, nicht aus: 
Pauker, sondern von tammpuk, Sachen: u bohrari Bohrer; 
trichtari Trichter; schneppäri Sclinepper; kritzäri Kreuzer (cru- 
cigcr); chliistarri, bei Sz. S. 128. syntari (Kasten) von un- 
gewissem Ursprünge. — Pchm. czaplaris (c^uipo) und gunariä 
(Gänsericb, vgl. Engl, gander), das wohl nicht DC. /r^raQ?], 
noch Böhm, hauser Dobr, Sprclil. S. 37. , kouas S« 40. , Wa- 
laclu gu'scanu (länserich von Ung. kan (mas). Bei Dorph Ta- 
taris (Moor, Neger) aus Tatar. 

d) Wie entlehnte Fem. gern im Zig. auf a enden, so finden 
sich für 3Iasc. die Sulf. as, os, us, is, es neben o. Graff. 
S. 49. erwähnt als solcbe m^isc. mondo , stuhlo , Mond , Stuhl, 
aber als fem. sterna, tisclia selbst dem abweichenden Ge- 
schlechte dieser Wörter im Deutschen zum Trotz. Jm Vorbe- 
richt zu den lUw. Beitr« heisst es: „Die hier nicht befindlichen 
„Wörter sind ganz und gar deutsch, wozu nur, wie schon 
„bei alo, Aal, ein o gesetzt worden;*^ das Buch hat jedoch 
S. 37, z.B. kalbo, Kalb, o flachso Flachs und sowohl hanfa 
(der Hanf) als wuUa (die Wolle) nebeneinander. Zipp. be- 
merkt: „Die Endungen us, os, es sind, wie es scheint, Zei- 
chen des Acc. von Nom. auf o und i;" allein nicht füglich 
kann man dies glauben, und es gewinnt vielmehr den An-=- 



104 II. Grammatik. 

schein, als seien diese Endung'en entweder noch Ueherhleihsel 
des Sskr. -s im Nom. sing-., oder im Geg-ensatze zu dem fem« 
a von den Zigeunern aus der Neugriechischen Sprache aufg'e- 
nommen und später 'über Europa verbreitet. Merkwürdiger 
Weise zeigt sich sogar im roth welschen Jargon Dänemarks 
das SufT. es in ganz ähnlichem Gebrauche, wovon bei Dorph 
unter anderen folgende Beispiele: feldes Feld, vantes Wand, 
aber wanta JMauer Rtw. Beitr. , bandes Band ; purges Schwein 
aus: borg; sjames (membrum virile) d. i. Scham; knaeppes 
Knopf; holtes (IJolz) und strades (Strasse) aus den plattdeut- 
schen Formen holt, strate; nökke-iokkes (Festhalte -Loch d.i. 
Geßingniss); funkes-kambes (aus Funke und Poln. kamien 
Stein); diskes Altar, aus Tisch; dustes Mehl aus Engl, dust 
(Staub), wie Deutsch -Rtw. Staub, Staubert, Stabert, d. i. 
Mehl , von Grolm. ; ruskes Stroh , Ilalm , vielleicht nicht sowohl 
Engl, rush (Binse), als Deutsch -litw. Uauschert, Rauschihig 
(von rauschen) Stroh, v. Grolm.; krölles Ilaar, Wolle, vgl. 
Dan. kröller kräuseln, und Deutsch -Rtw. Straubert, Sträu- 
bert, 'Struppert d. i. Haar; blankes Branntewein wohl, wie 
„ein Klarer, Bitterer ^^ vom Dan. blank (hell, weiss); iluskes 
1. sflusk, Deutsch -Rtw. Flössel (nrina), 2. Wässer, Fluss, 
D. -Rtw. Flossert; kllppes eine Schcere vom Dan. kllppe (ton- 
dere); bolis, cn By, nach S. 30. = noXtg; galonis Fenster, 
Zipp. jaalin wohl aus vdXtvog; domes (domus); cultes vgl« 
Lat. culter, Frz. couteau; pultes (Grütze) wohl aus Lat. puls^ 
tis, aber alones, allein (vgl. Engl, alone) scheint mittelst es, 
wie die Zig. Adv., gebildet. Ob nun die Uebereinstimmung 
in Anfügung gedachten SufTixes Folge der Entlehnung absei- 
ten der Dänischen Gaunersprache aus dem Zigeunerischen sei, 
oder auch allenfalls umgekehrt, steht dahin; jedoch würde die 
letztere Annahme wenigstens aller Wahrscheinlichkeit entbeh- 
ren. Bemerkenswerther Weise aber längt das zuerst genann- 
te Idiom aus dem Dänischen entnommene Wörter durch An- 
hängung von -taris Dorph. S. 30., wahrscheinlich zu glei- 
chem Zwecke, als die Zigeuner von Estremadura, nämlich zu 
deren Unkenntlichmachung , Sjian. Wörtern hinten uncho anfü- 
gen. Bw. II. p. *1I1. — Eine grosse Anzahl der Slawi- 
.schen^ Ins Zig. übergegangenen Wörter im Voc. Petrop. und 
daraus Alter, und MIthr. I. 247. IV. 85. haben selten us 
8. B. pnjus (truncus) aus Poln. pien', Russ. rienb , eine aus- 
serordentlich grosse Anzahl davon aber os suffigirt, z. B. gra- 
dos, Poln. grad, R. FpaAb Hagel; mostos (pavimentum) Al- 
ter nr. 194., nach Mithr. I. 244. angeblich Multan. mos, aber 
vielm., nebst most Bisch., aus Quss. MdciiiL Brücke, vgl. 

MocniHinb pflastern ; senkos (ramus) , aus Russ. c vkI) Zweig, 



I 

> 



B. Wortbildang. 105 

Pol«. s?fc Ast, Knorren und Mithr. IV. 86. mit unvereinbaren 
Slaw. Ww. vg"!. Bei Alter z. B. rdwos* (fossa) nr. 120. aus 
Russ. pösl), Polu. röw; xaros (aestus) nr/llS. aus U. iKapl»; 
g'olunibos' (colnniba) nv. 164. , niisclias' (nuis) nr. 156. wohl 
durch Druckfehler st. nilsclios Mithr. IV. 85.; palcos Fing-er 
nr. 22. aus d. R. — Allein die Endung- tritt eben so g-ut auch 
zn deutschen Ww. und solchen andcrweitig-en Ursprung-s. 
Sog-ar schon in der ältesten Quelle, bei Vulcanius, werden 
vodros (lectus) und troupos (corpus) aus dem Sl._, aber, ohne 
s, krall (rex); sodann buchos Buch, foros Stadt, papieris (pa- 
pyrus), wie Bisch, papiri Dute, g-efunden. — In der Wldh. 
Beschr. wirthus Wirth ; hanberburschus Ilandwerksbursch ; 
schustarls Schuster; doctoris (Arzt); ob auch kiras (Käse) so 
zu deuten? — Bei Rüd. mantus Mond; schnablus Schnabel 
im Nom., aber o flammus (flammam) im Acc, also aus einem 
Fem. gebildet. — Bei Grellm., ausser mehreren schon er- 
wähnten Wörtern, die er aufg-enommen hat, noch ek-ezerös 
(eintausend) aus jek (1) mit Ung*. ezer (1(K)0) Pchm. S. 13. 
Auch Im Vü. vitsig-osz (peccatum Acc.) aus üng^. vetsefg*; 
ändrö tsaszosz (in horam) aus Sl. qac Dobr. Inst. p. 101.^ 
ändro cserosz (in coelo) S. 316. ed. 2. , aber auch S. 288* 
tscherofs Himmel, Walach. ceriu. Kalschis Hosen, Grellm. 1., 
Sz. kaPtschi ist viell, PI. — Bei Kog*. schubbus (rohe), vg-l. 
Ital. g-iubba. — In Liefland nasosNase, boffus Schenkel (wohl 
eig". Hüfte), warbe oder warbus Zehe aus Esthn. warbe; kal- 
pos (in Kockora kalwos) Kalb; tschwetös Weizen vg-1. Lith. 
kwe'tczei ; bobbus Bohne aus dem Slaw. ; kagarus Knochen vg-I. 
Ng-r.; saponis Seife; foras Stadt; graüs (einsylb. ausgespr.) 
König-, ofTenb. mit Unterdr. von 1; g^lasos Spieg-el (aus Glas). 
Ob auch ang^oris Kehlkopf, pawus Bein; ajatschiwas Lebben 
d.h. wohl saure Milch (Lab, coagulum), da = Syr. Z. mäst; 
big-giis Gerste, sirus Osten, botnos Norden, worus Frühling' 
(aber börrus Jahr s. bersz) ; hadus Hase (ob d st. s?) — 
Auch in Eng-l. Quellen, nämlich bei Bryant woodrous, wie 
Harr, vadras (lectus); foroose (urbs); pappus (avus); molous 
(lead; vg-1. fiohßog)^ aber auch ravoo or ravoos (Heaven, 
wofür ich eher: raveu, Rabe, muthmassen möchte) und selbst 
sharrous (the head) als gehörte es zu Hehr, rosch. Zipp. zu 
scharos' (g-lobus) Alter nr. 74. : „ es mö^e wohl o schero der 
Kopf sein." So auch bei Harr, kukalis (Knochen), salaverls 
(Zaum) und kralis (lord or chlef), wie Bry. crellis (a king-), 
vg-1. DC. 7(QdXi]g, aber eig-. Slaw. Auch Harr. S. 555. preo- 
podus (story, second of a house), angeblich von Hind. pre, 

^^J^J, First , und päd Aj A place or Station. Ob viclm. Z. pre 
(auf) mit Engl, abode? — In den Rtw. Beltr. kein Beispiel, 



106 IL Graiiimatik. 

indem W>v., wie ritteri (Kürassier, eig*. ttltter), clusiurl (Klo- 
ster), pepperi Pfeiler = Pclnn. papros, NgT. niniQi; walduri 
Altar, Zipp. altorus, wie im Litli.; becliari^ Becher, Zipp. 
becharis; sappuiii Seife, Pclim. sapiinis, hier hinten des s 
entbehren. Das ist nun überhaupt mit vielen solchen Wörtern 
der Fall, dass sie bei einigen Autoren mit, bei andern ohne s 
erscheinen, was sicli aber schwerlich mit dem Gebrauche des 
Wisarga's im Sskr. vergleichen lässt. So hat denn auch Alter 
z. B. die aus dem Slaw. stammenden Ww. dziwo (miraculum) 
nn74.; dciko (spiritus, Geist) nr. 70. und rozo (secale) nr.l41. 
ohne 8. — Bei Bisch, nur Jtaiienaris (s. ob. Suff, aris unter 
y) und dootoris (Arzt, Doctor), wie auch Wldh. und, etwas 
niodidcirt, dociaris Zipp., aber, ohne s, professori Professor, 
papiri (Düte s. o.) u. s. w. 

Borrow hat, im Verhältniss xur Masse des von ihm 
gesammelten Wortvorraths , nur wenige Beispiele, wie drupos 
ni. neben triipo (body); cundus und baricuntus aus Sp. conde 
(Graf); craliis (rex) sogar mit dem Fem. crallisa; peperes m. 
Pfefl'er; foros und foro; chiros und chiro (Zeit), aber auch die 
Fem. resis und eresia Weinberg: boquis und boqui Hunger. 
Bucos m. (Leber) ist doch wolil nicht PI., wie Pchm. büke 
(viscera)? Morchas (skin, hide); chaseos m. (Exercise. Ejerci- 
cio): chibos und chibihen (Life.). Ob p1.? Vgl. noch pracos 
Btaub, grecos Sünde Luc. aus dem Sl. Bw. , u. prachos (arena) 
Alter nr. 102. 3Iaramfios m. Fenchel vgl. (.lagu^ov ; juuios m. 
(a lamb); gras und graste (equus) neben gra; gres (100) ne- 
ben grey m. (Century, Siglo); cjuira, quiralis f. (caseus); Ro- 
malis f. (A Gypsy dance); pecalis f. (French silk). Ohne s 
z. B. curraco m. (corvus); papiri (pa])yrus) und die Fem. so- 
libari und repaAi. Auch aulfallender VVeise das Pron. rel. sos. 
Sonst z. B. das span. Suff, ddr in munrabaddr (Esquiladdr) und 
ostiladdr (Ladron). Auch: ero in tirajero (Zapatero); chonero 
(Barbero). Difiator (Doctor) vgl. diiiar (Dar). — Desto reicher 
an Wörtern dieser Gattung erweisen sich Zipp. und Pchm., 
in welches ersteren Handschrift sehr oft ein s der ersten Hand 
ausgestrichen worden, so dass es eine Correctur der Kraus'- 
schen Auffassung durch Zipp. zu sein scheint; das mag nun 
aber bloss auf mundartliche Verschiedenheit deuten, wonach 
mithin Kraus und Zipp. gleich Rocht hätten. So bei Zipp. 
konungus (König), zimmermannus (Zimmermann); serös (See, 
JMeer) vgl. Poln. jezioro , Lett. esars ; rumus Raum , wie Lith. 
ruinias; schmydus = Schmidt, und kovalus ^ Poln. kowal; 
aaros, pl. e Aehre; fs«asterno naglus (naglo) eiserner Nagel, 
auch goschdschis, Poln. gwözdz (clavus), wie Zig. gwozdos 
Alter nr. 177«; paramifsus und paremifso Mäbrchcn aus naQa- 



I 



B. Wortbüduug. 107 

fivd-i; biUus (o biklio) FliiitenlkU^el , vg-l. DC. ßonta; koprus 
(kopro) Kupfer; svaeios, swieto (Welt), aber sueti f. Bw., 
Poln. swiat; ^iirjaiikos (Schlund), but gurjaiika PI.; hornos 
Ilorn; g^nojos und g'oojo Mist, Poln. g'ndy; risus und riso, 
Bisch, reiso Rem (ory/a); niakkus (o uiakk»), niakkeskero, 
uiakkc, Bisch, niako, Böhm, niak (papaver): emberis Ing'werj 
rapanis und rapanuH Uübe; schwertus Schwert; baro schlofsos 
Schloss (arx); korakkos Krähe und kurakkuH Habe; levvus (o 
Icwo) Löwe; o niischus (mischo), uiisclieskero, mische 3Iaus 
aus dem Siaw. , doch bemerkt Zipp. , dass mischus Acc. sei. 

— Von Pchm. werden S. 11. 20. 22. die masc. auf os, is als 
fremd bezeichnet, wie sich dies auch von den oben bemerkteu 
Dem. auf iczkos (fem. iczka) von selbst versteht. Dazu kom* 
nien dann noch die Gerundia auf -indes bei ihm, welches auch 
ein erborg'tes Suff, sein dürfte. 3lit us hat Pclmi. papus aus 
nannoQ s. Lex. und mit as hart'as, pl. a S. 21. aus Ng'r. 
Xak^iug Schmidt, wie auch mit a der PI. zu kokalos (Kno- 
chen), Dämlich kokala pl. ( Würfel j, und zu petalos, sapunis, 
wo^eg^en sonst zufolge S« 22. die fremden auf os und is den 
PI. -=-{ bilden. „Die fremden Subst. auf s mit vorhergehendem 
Voc. behalten im Gen. den Voc. bei: papus: papuskero, lan- 
cos: lancoskero, sapunis: sapuniskero ^^ bemerkt Pchm. S. 20.9 
^voYon bei Zipp. vielleicht auch einige Spuren, als z. B. o 
papOy Gen. paposkero (nicht papesk«), PI. pape; truppos (und 
o truppo). Gen. -poskero, PI. pe Uumpf Zipp., aber Bisclu 
trupeskro Kamlsol mit e. Zipp. o mrasos und mraso, G. mra- 
soskero, Frost. Sonderbarer ist die Angabe Puchmayers, dass 
die auf os im Voc. sing, ona haben , als Petros : Petrona, 
cane'czkos: cane'czkona, harangos : harangona; — ein Gebrauch, 
von welchem bei keinem andern Autor sonst ein Beispiel vor- 
kommt. 1. Auf os: Petros, Czechos (Czech), Sasos (Deut- 
scher aus : Sachse) , Jeziszos Jesus S. 80. Uiuckos m. (eia 
Gulden), Böhm, re^^nsky m. Id. aus: Bheinisch. — Aus dem 
Ngriech. petalos (doch petali f. Bw.); kokalos, cocal m. Bw. ;, 
foros. — Slaw. popelos Asche S. 10.: trupos; chodnikos Fuss- 
steig, Böhm, chodnjk m. ; telentos Kalb; kerestos Kreuz, Vng. 
kereszt ; lancos Kette , Vng* läntz : cziripos Scherben , Sl. qpen 
Dobr. Inst. p. 186., Ung.czerep, Böhm, strzep; binos Sünde 
S.22., vgl. S. VI. üng. bün (peccatum, delictum) und Böhm, 
wina f. Schuld, sind ursprünglich Slaw., aber ins Ung. ein^ 
gewanderte Wörter. — Ilrobös Grab S. 53. und hrantos Grand 
mit h für g- nacli Böhmischer Gewohnheit. — Funtos Pfund. 

— Jarpos, bei Grellm. arpa Gerste, aus dem Türk. — Ilrmi'- 
szagos ein Wetter, neben te herminal (tonat), p. VI., w^ohl 
vom Böhm, hrom (Donner)^ hrzeme'nj (Donnern, Gedonner), mit 






108 ' IJi* Grammatik. 

dem aus Adj. Noni. abstr. bildenden Ung*. SufT. sag* (spr. 
scbahg) Parkas S. 17. Ung*. sind mog'os (der Obstkern) aus 
Vng. mag- (Same , Korn, Hülsenfrucht) ; dylos Mittag* aus Ung*. 
del; barang'os, Üng*. haran^ Glocke p. VI.; belos, üng*. bely 
Ort, Platz Ib.; dombos s. u. cumbo; kepene'g'os Mantel, Ung*. 
köpönyeg* (ye s= Böhm, c'), Walach. cepeneag* Diez R. Spr. 
IL ^8. Noch unerklärt: ketovos Quasten , wo nicht zu Poln. 
kntas g'ehörig'. Batohos der Ranzen. Ilabanos der Ball (mjcz). 
Talubos Zahnfleisch. — Sukos S.U. ohne. Ang-abe der Be- 
deutung*. — Narodos Freund , etwa aus Böhm, narod Volk? — 
S. auf is: tamboris Tambour. Szog'oris, bei Zipp. schwo- 
gahris, aus Ung*. sog-or Schwag-er, vg*!. Bisch, schöne Schwan. 
Czaphiris, üng*. czaplar Wirth. Bug-aris (m.?) Spinne, üng*. 
bog'ar ein Wurm; aber bajnma f. Bug*. Chinche Bw. — sa- 
Taris Zaum aus aahßagi DC. — Simiris der Riemer, aber o 
fsemyri Riemen, aus üng". sziv? oder sag'marius? — Verbiris 
Tänzer. Etwa zu Beriä (a dancer or tumbler) Harr, p.532.?? 
— dranxuris, Zipp. o tranfsüri Teller, frz. tranchoir. — g-a- 
raszis Groschen. — silabis Zang-e, 1)C. ^vXaßtov* — amonis 
(ohne Geschlechtsang-abe) , Rom. &f,i6vi. — pahunis Bart. — 
Hievon zu trennen sind dives m., Dorph deis. Tag*, Sskr« di- 
vasa; balovas m. Speck; und bei Bw« manus Mensch, s. Lex. 
i) Neben vielen Fem. auf a, z. B. auf ica, ina, ka S. 11., 
die in bei weitem überwieffcndem Verhältnisse fremden ür- 
nprung-s, während -i, g-leich dem Sskr. -i, eine Menge ein- 
heimischer Fem. gebührt, weiss Pchm. nur id'a Kleid S. 21., 
Waare S. 41.; pelenda Nuss, und verda, bei Bisch, wortin 
B. s. w. , der Wagen , auch tyszera (wenn nicht a falsch st. o) 
Rosstäuscher , als masc. zu nennen, und von seinen, so wie 
Zippel's und Borrow's Angaben lässt eich auf die' zahlreichen 
Fremdwörter auf a bei Bisch, und in den Rtw. Beitr., welche 
beide das Geschlecht nie mit bemerken, der Schluss ziehen, 
dass auch bei diesen dieselben weiblich sein werden, welche 
Annahme in der That auch nur bei wenigen Wörtern Anstand 
erregt, als Bisch, kam^la, Zipp. kamela Kamee! ; stirna Kater, 
aber Rtw. wohl richtiger Katze; wisla Wiesel; krokodilla;- 
oroschläna Löwe; purikka Esel. Einige männliche Eigennamen 
auf a s. 0. S. 51. — Bei Bw. dient a zuweilen zur Motion,, 
als amala(Compatiera) aus amal (Companero); ballestera (Paloma) 
aus - stero (Palomo), Gr. ntgiax^Qu; bedora und bedori eia 
Mädchen, aus bedoro Knabe ; crallisa (regina) wohl nach Roman. 
Muster aus crallis (rex); vgl. debla (Dlösa) aus dobel (Dies). 
Docurdanza (Maestra) aus m. docurdo. Jichanca (Gypsy-wo- 
nian) v. Jichanco ; piribicha (female lizard) v. plribicho. Quim- 
bila aber ist Company von qulmbilo (Gompanlon). Sonst sind 



B. WortbihlDog. 109 

die Wörter auf a überhaupt wciblicli, seien sie nun fremd oder 
ursprüng^lich Indisch oder zweiieliiafien UrsjH'ung'.s. Alleinige 
Ausnahmen g'ra m. Pferd, und chindonia Butcher (d. h. wohl: 
Fleischhauer; ei^. g^eiiauenes Fleisch habend; hinten mit ab- 
g'eworfeneni s, wie in: baliba); pechisla (Sexton. Sacristan); 
plajista v^l. Suff, ista ni. Diez II. ;U8. (Smuggler of tobacco). 
Ajua m. Halter. Cabestro. Zig*. Ww. aus dem Indischen sind 
z.B. aquia; liquia; traqulas pl. = dracay; dua, duga; chucha; 
lacha; entlehnte aber astra (Lat. astrum), azia, Pers. L^f; 

quingulna ((/ocina): ungla (Lat. ungiila), cumorra (aus camera); 
juica = Wiege; melig-rana «. s. w. — Bei Zipp. giebt es 
viele Fem. auf a, die in der Sprache, woraus sie erborgt wur- 
den, ein davon verschiedenes Oleschlecht hatten, worüber sich 
nicht zu verwundern, da dies auch nicht bloss umgeliehrt bei 
Slasc. auf o vorkommt, sondern auch in andern Sprachen häu- 
fig der Fall ist, z. B. das Abenteuer u. s. w. aus Rom. 
adventura, aventura s. J. Grimm Frau Aventiure S. 1 fg*. und 
Gramm. III. S. 557 ff. So i taka Dach, vg-l. Bisch, diknl 
dacha (kl. Dach) F>ker; i gifta Gift; i zelta Zelt, aber zelta 
Hütte lUw. ; i meda Meth; i kelltra Keller; i berg-a Berg*;' 
i flyfsa Fluss; auch Pchm. buneta f. (Frz. lebonnet), und nm- 
g-ekehrt Zipp. o hofto, pl. e die Hüfte. Ob die Thiernamen 
elenta, hirscha, rehja, luksa, taksa, fuksa (Rtw. Beitr. renarda, aus 
dem Frz., und lischka aus dem Sl. Bisch.) bei Kraus ein dem 
deutschen gleiches Geschlecht besitzen, oder, der Endung* ge-' 
mäss, weiblich sein sollen, ist nicht angemerkt. Ausdrückliche 
Masc. auf a finde ich in den Zippeischen Papieren nicht, wohl 
aber viele Wörter auf a als Fem. oder ohne Geschlechtsangabe, 
jedoch keins von Personen. Doch i fsamenza Geschlecht und 
jek fsamenza Verwandter (an einem a* 0. wohl fälschlich -zo 
durch Migs verstand , da es doch eig*. Instr. = die mit uns!). 
Siehe aber o kova, also m., Zipp. neben kova f. Ding* Pchm. 
Auch bluma, pl. e die Blume! — Oftmals scheinen die auf- 
geführten Formen auf a nicht Sing*., sondern Plur., was ich 
z. B. von folgenden in den Iltw. Beitr. vermuthe: bussicha 
Sporn s. buzech f. , im pl. a Pchnu S. 23. — shornia Stiefel, 
Pchm. szkorne' f. sg*. — tabba Prüg^el, Pchm. dab f. — jua 
Laus, Pchm. xuv f. — kirja Ameise. — zirja vg-l. Zipp. fsirrja 
pl. V. fsyr f., Knoblauch. — vendria Darm. — packa Flügel, 
Pchm. pchakh, pl. auf a S. 23. Demnach muss man sich hüten, 
diese nicht mit dem Sing-, zu vermengen. Und so auch wohl 
bei Bisch, morja Erdbeere; dikkni rehdinga Radieschen, porr- 
schössa Zwetschen, landinja Linse, mohlipia Büchsenkug'el , 
katwileja Ducaten, sanja (eig-.wohl: dünne) Aal; schdka (ge- 
nae) Alter nr. 26* vg^l. Lett% schohkis Kinnbacke; u. a. — 



110 IL Grammatik« / 

Nach PcTim. S. 23. liaben, abwoicheud von den sonstig-en Fem., 
die iin Pliir. a annehmen, folg-ende fremden Tr^^prnng's i (bei 
Zipp. eini^, kaum abweichend, e): bikovi pl., aus Ung*. beko; 
buneta; cerlia; cipa (Zipp. ph e); ciiknida fZipp. jedoch pI. 
zigudnja); ^el'va; hlintova; koliba; talpa; xaniba, Zipp. pL 
dschanibe. Folg-lich, mit Ausn. von macxik Knedel, pl. ma- 
cziki S. 77., scliliessen sie sämmilich auf a, wohing'eg'en von 
Pchm. nur i'hilava das Obst als den Flur, auf a bildend ang-e- 
geben wird , wahrscheinlich aber sclion selbst Flur. ist. Ob 
dieser Flur, nun von sämnitlirhen Fremdwörteni auf a Gültig-- 
keit habe« weiss ich nicht, lässt sich aber mit g-rosser Wahr- 
scheinlichkeit vermuihen. Siehe noch he^eduva, kestuva, le- 
pedova, leketova, die aus Ung*. hegedu; kesKtva; lepödö und 
Icpedö: lei:ötöm fich binde an) u. kötö (der bindet) mit, dem 
Ung-. gewohnter >'crbreiterung: des labialen Voc, wie auch in 
bikovi aus beko s. ob. und hlintova aus Walach. hinten; so- 
dann ßiscli. g-uttup; und Bw. manu u. manupe (Man); ollarüb 
Wolf. Auch hand*a; kereka oder kareka; maczka; marha aus 
dem Tug-.: krczma, hazika, ohne Geschlechtsangabe, aber 
wahr^ch. Fem., humna, izba, vika aus dem Slaw.; auch wohl 
pena f. Welle aus Böhm, pcna f. Schaum, Faum. — Kleja« 
fdoch nicht pl.?) Schlüssel; patuna, tj naxovva; grambola f. 
{xQ^fißaXov). — Zuletzt noch bogina f. (etwa pl.?) Focke; 
duma (f.?) Sprache, u. kova f. Dliig, doch o kowa m. Zipp. 
Zu jenem fem. a, abgesehen davon, dass a auch im 
Sskr. fem., konnten sowohl das Ngr., z. B. funda; pinne- 
fltehra Taube Bisch., i risa Wurzel Zipp., als das Koman., z.B. 
nallsa, Ital. lesina ; garda ; liwra, Htw. libra Pfund ; lisarta (frz. 
lezard u?., Ital. lucerta f.); bariporta Pforte; jeschka, Ital. csca, 
aber bei Zipp. dschagva, Poln. zagiew Zunder; gampana; 
kappa; gnhscha Kropf, \^'alach. gusza f.; lowina, Walach. 
olaVina' f.; schmengtana Rahm, Walach. smentena f., und auch 
das SlaM'. z. B. bei Alter brona (occa) nr. 166.; nn'xa (li- 
mes) nr. 167., Buss. MeH^a f*; böczka (cadus) nr. 174.; dzirka 
nr. 118., B« /k^iioKa ^m Poln. dxiurka Loch, aber auch- blata 
(lutum) nr. 105., B. boldto n. Sumpf; s. noch Bisch, plasch- 
ta, lunka, truna, den Anlass geben. — Im Tng. giebt es 
zwar Subst. auf a, die aber bei gänzlichem Mangel gramma- 
tischen Geschlechts in dieser Sprache, gegen das Geschlecht 
indifferent sind. — Bei den Liefl. Z. perga Berg; stunna 
Stunde; farba Blut = Farbe in der Jägersprache; sihta Sieb 
vgl. Poln. sito; isba Zimmer aus dem Sl.; poorta (Pfbrte) 
Thor; stabüla Flöte aus Lett. stabbule. — Deutsche Wör- 
ter besitzen im Fem. kein a, aber dessenungeachtet haben de- 
ren die Zigeuner in grosser Anzahl hinten mit a, und zwar 



B. Wortbildung. 



111 



auch oft dann, wenn diese im Deiitsclien Masc. und Neutra. Z.B. 
bei Bisch, sclilida Schlitten ; ieista Schuhleisten : nioräschta Mo- 
rast, Sumpf; torfa Torf; somä Saanie; säfta Saft: zie^la Zie- 
g:el; maga Mag-en; kimla Kümmel: drohta- Drath. — Wettera 
Wetter; rada Rad: harza Harz; sieha Sieb; mohla Maal; 
plastra s, Zugpflaster. Hei Zipp. sar^a Sarg*; damma Damm; 
blashal^a, ellbog-a, schwefla, zinna, me.ssin^a u.v.a. Akra 
Feld (aus Acker); netha d.i. ein Eid; bria Brei, Papp; bes- 
na Besen Rtw. Beitr. Ja selbst bei Bisch, psalma Psalm, 
pnlsa Puls, püdra Puder. Noch unerklärt oder ung-cwiss ih- 
rem ürsprun«^e nach: g-errscha; missera; bineha; potissa; pur- 
rada; tschantella, wie Utw. tschambona Tabackspfeil<^ ; bari 
lissia Todesang-st (Plur.?); p^da Ding-; vilunsa Spinnrad; re- 
ka Reihe, raicha Ruthe; zeicha Neige; rotscliola Rock*, du- 
me|i^a Kittel und bei Sz. Ijan'ka Mannsrock; pahrda Schnur, 
Band, barta Brand« Grapschejuna Bisch., i g-elschka g-rossc 
Eidechse und i kokurdal.a. Zipp« — Sin^a f. (sing-ing- , niusic) 
Bw. aus dem Germanischen. 



2. Geschlecht und Molion. 

Zippel bemerkt zu Grellm.: „Dass die Zig*. Sprache nur 
2 Geschlechter habe, ist richtig-, auch dass die Nomina, die 
sich auf i endig-en , [meistens , s. sp.] weiblichen Geschlechts 
sind: aber unrichtig*, dass sich alle Subst. g^en. f. auf i endi- 
gen und alle übrig-en masc. wären." Pchm« S. 10. !!• sagt 
ebenfalls, dass der Rome nur 2 Geschlechter habe: das männ- 
liche und das weibliche, Ersteres bezeichne der Voc. o , letz- 
teres 1; doch sei i bei Leblosen manchmal männlich: vödi die 
Seele, wie auch p. 72. o vödi. — Nicht anders Graff. S. 22. 
85. z. B. Job er (wo b wohl blosse Erweiterung' des o ?) , joi 
sie; aber auch koba der und koja die, viell. mit sufligirter 
Demonstrativpart. a. — Ebenfalls bei Szuj. S. 130. die Adj. 
parnd, i weiss; kald, i schwarz; wjneto, i blau; g'ug-lo, I 
süss; koblo, i weich u. s. w. — Syr. wuddä (Alter), wuddih 
(Alte), Licfl. Zig*, puur oder purom [offenb. mit rom Mann], 
und pru romni (Alte). — Auch Bw, z. B. Calli (A Gypsey 
woman) von Galö m. ; arari und camhri (gravida); fendo, i 
(g'ood); jircal, i (hermoso, a); lachd^ i (bonus, a); majaro, i 
(j.iaxaQiog, m); pindorro, i (Muchächo, a). 

Geschlcchtsunterscheidung* 1. mittelst besonderer Wörter, 
als bei Zipp. kakko Ohm; bybi Muhme; baschno Hahn, kachni 
Henne ; prahl Bruder, pheen Schwester; jedoch plani von plal, plan, 
piano Bw. ; sog-ar scg-riton (ultimo) , seg-ritin (ultima). 2. Durch 
Beifüg'ung' der Wörter morsch (mas) und dschuvli (femlna) 



112 H. Grammatik. 

* 

Zipp., iiiithiii wie imBeng'., unter sonstig'en Motionen, die mit- 
telst purusha (Mann)^ und stri (Weib). Meudiesi, A Conipanion 
to Jolinson's Dict. iaEng*!. and Beug*. Vol. II. p.5. Scklelerm. l'Infl. 
p. 59. S. auch BindselTs g-elelirte Abb. über das Gescblecht 
in dessen Sprachverg-l Abb. Hainb.1838. So elcnta morsch ein. 
Hpiesser, elenta dschuvli ein Elendtbier; morsch grei Hengst; 
m. giiruv ein Boll. Dies geschiclit, wenn das Nomen unter 
einer Endung beide Geschlechter begreift, sagt Zipp. Bei Bisch, 
morsch Hengst, Widder, u morsch Eber ohne Zusatz, und mit 
Bolcliem bloss chewreskero morsch Rammler (Hasenmännchen). 
— Auch bei Harr, juvu manush (weiblicher Mensch) und gaji 
(woman) neben gäjo (man). — 3. Slaw. Suft*. -ica u. s. w, 
8. ob. — 4) Zipp. sagt: „Wenn das masc. sich auf i [d.h. wohl 
DIphth?] oder einen Cons. endet, so ist gemeiniglich im Fem. 
die. Endung -ni.^^ Dies ist nun ein dem Hindustani (Tassy, 
Rudim. p. 39.) sehr geläufiges Motionssuffix, welches schon 
in den Sanskr. ^^'örtern patni (norviu) und (,Mwani, ludrani, 
Rudrani, (,'aliräni, VarunVini sein >'orbild findet. Auch im 
Hindi z. B. sinha (lion), sinhani (lioness); im Beug, hatni (a 
fe.nale elephant) von hati; waghi und waghini (weibl. Tiger) 
Ton wagha; rani (regina) von nidshä s. John 3Iendies Vol. H. 
p. 5. — lieispiele: curcumni (vacca) Lud., Engl. Zig. gou- 
yinee 31ärsd., grumni Graff. S. 40., guruni v. guru Ochs Sz., 
^uurmni Iltw. , gurunji v. guru Dph. , gurumni, G. gurumnia- 
Ire Kuh von gurov Ochs, guroweskero tschep Ochsenzunge, 
und Zipp. auf die Anfrage von Kraus, ob die Kuh gurumni 
oder guruvni heisse, „der Name laute gurumni (sie!)", wo- 
gegen Pchm. allerdings, und zwar regelrechter, guruvni von 
garuv (nicht gurav) bietet. Auch juribäni f. Bw. v. juru, 
S« Lex. — Ferner graschni (ecjua) v. grei (equus) Zipp., 
garani v. gara Sz., grasni v. gray lUw., grasni Pchm., grani 
Bw. Ausserdem bei Zipp. rhuvni (lupa) von rhu; ritschni 
(arsa) v. ritsch; baletschni Sau, von baletscho Schwein, Borg; 
bakrinni 3Iutterschaf von bakkro Hammel; aber bakri Schaf 
V, bakro Widder Pchm. Auch vgl. kachni (galliha) mit Frz. 
coq. — Personen: manuschni Weibsbild von manusch; romnl 
Frau, auch lUw., Pchm., rumni Dph., romnin Bisch., aber, 
ohne n, romee Bry. , romi Bw. , u. s. w. von romm Mann; 
chulani Frau v. chulai Mann Sz. wie julaiii (31istress) v. juläy 
Ew.; raschinni (Priesterin) von raschei Zipp., wie rascheni 
(Aebtissin) Bisch, v. raschai (Abt); Utw. lubni Hure = lumi, 
lomia mit m st. bn, Bw., neben lubkano rom Hurer. Uhani 
Frau, Dame neben rei Herr Zipp.; Harr, rani Lady. Princess 
(a great lady). Queen, v. rae iLord (a gentleman), Hind. f 

räl (s. Mirkh. In Wilkeni Auct. ad Clirestoni. Pers. p. 10.), 



B. Wortbildung. 113 

auch Vulc. eraül u« s. w% Bei Tassy I. ]. Hindost. L>.L (roi), 

A^j (reine) pour rddschni (Sanscr.), also aus rftdschan und 

demnach eig-. zu 5. gehörig:, Bw. hat fthrig^ens eraj (Cabal- - 
lero) und erano (Scnor) neben dtm Fem. erani (Senora). Aus- 
serdem paparuni (a via) neben bispapard (avus); beluni (queen); 
baluni f. (Wild-goat, chamois); braji und bracufii (A sheep) 
neben braco m. (Mutton); bruni (A she-goat), vgl. peujo 
(He-g-oat); jcrini und jem f. (She-ass); gozoni f. (young* 
niare). — Puhsnin Geiss Bisch«, neben puczum m. Ziegen- 
bock Pchm. — Endlich 5« durch Umwandlung des o in i 
(im Sskr. i). Z.B. quiribo, iBw. , kirvo, i Gevatter, in, Pchm«, 
kirivvi Zipp. — czaj (filia) aus czavo (filius) Pchm. — Sz* 
dscharro Söhnchen , dschari Töchterchen , vgl. Puchm. rakloro, 
1 ; und dschau Sohn , dschei Tochter Sz. ; raklo (servus, Junge 
In genere), rakli f.; auch Harr, raklo (boj) und irrig mit t: 
rakto (joung man) , rakli ( joung woman , girl) ; raklin Weibs- 
bild Bisch. — pchivlo, i Wittwer, e Pchm., i phibli romnf, * 
i phibli, pl. phibja, G. phibliakro Zipp. — pirano, 1 Gelieb- 
ter, e Pchm., pirenno m. Geliebter und pirinni Braut Zipp. — « 
Daad (patcr), aber dei (mater) Zipp. — Auch bibi (Muhme); 
mami Grossmutter; tschobachani Hexe; Bisch, pohrin Schwä- 
gerin. — Unter Thieren z. B. dschuklo Hund , dschukli Hündin 
Zipp. maczo ein männl., maczi ein weibl. Fisch Pchm. — 
Auch Pchm. die Fem. czarvi Huhn, Wldh. czschabrin; muri 
Gans; bachtali Fledermaus; sapli Eidechse. Zipp. buglonakis- 
kri Ente; 1 kommarri Mücke aus Poln. komar« Pchm. mat'hin 
Fliege; papin Gans; Zipp. jek kiri, 1 kirlin (formica); i birlin 
(apls). — Bei Bw. zi f. (Hen); fracasia f. (Sow), aber fracaso 
m. (bog); sichä (female monkey) von semuche ni. — manclajt 
(Princesse) von manclaj (Prjnce); auch clasma (Queen), Ma- 
nusardi (woman) von manus m« Sonderbar jai)uni t* Ratte^ 
aber gabuno m« Maus« 

Fem. auf i haben bei anderen oft in, und Wldh. sogar * 
n'g (s.p.86.vgl.Tassjp.38.); jedoch geht dasn zuweilen auch in 
die übrigen Casus mit ein. Z. B. Pchm. zumin (sumi Bw.) , ar- 
min, khurmin, parasztovin, pajtrin, mat'hin, papin, karfin 
(Bisch, graffni) , auch chanig f. , Zipp. hahnin (Brunnen). Auch 
avdin f., angui f. Bw., aber Zipp. o gvyn (Honig) als m« 
I wering Kette Zipp., wercklin [ob werekJin ?J Bisch. — Zipp« 
i kirlin (formica), birlin (apis), wendrin (Darm), mufsin (bra- 
chium) , murin (bacca) , katlin (Scheere) , i jaalin (Fenster), 
aber o waalin (Glas). I cholen Zipp., chh'olin Zorn Bisch«, 
aber masc. jollin Bw. I jaswin Thräne Zipp. , avs f. Pchm« 
I butin Arbeit Zipp«, und Iowe butlneske (Lohn), als wäre es 

8 



112 II. Grammatik. 

• 

Zipp., mitliin wie imBeng*., unter, sonstig'en Motionen, iüe mit- 
telst purusha (Mann)^ und stri (Weib). Mendies, A Companion 
to Johnson's Dict. inEng-l. andBeng-. Vol. II. p. 5. Sckleieim. Tlnfl. 
p. 59. S. auch Bindseil's g-elehrte Abli. über das Geschlecht 
in dessen Sprachverg-l. Abh. Harnb. 1838. So elenta morsch ein 
Spiesser, elenta dschuvli ein Elendthier; morsch grei Heng-st; 
in. guruv ein Boll. Dies geschieht, wenn das Nomen unter 
einer Endung- beide Geschlechter begreift, sagt Zipp. Bei Bisch, 
morsch Heng^st, Widder, u morsch Eber ohne Zusatz, und mit 
solchem bloss chewreskero morsch Bammler flla^^enmannchen). 
— Auch bei Harr, juvu manush (weiblicher 31ensch) und g-aji 
(woman) neben g«äjo (man). — 3. Slaw. Suft*. -ica u. s. w, 
s. ob. — 4) Zipp. sagt: „Wenn das masc. siel» auf i [d.h. wohl 
Diphth?] oder einen Cons. endet, so ist gemeiniglich im Fem. 
die. Endung- -ni." Dies ist nun ein dem Ilindustani (Tassy, 
Rudlm. p. 39.) sehr geläufiges 31otionssuf(ix, welches schon 
in den Sanskr. Wörtern patni (norviu) und ^'iwani, Indrani, 
Rudrani, (^akräni, Vaninani sein Vorbild findet. Auch Im 
Hindi z. B. sinha (lion), sinhani (lioness); im Beug-, hatni (a 
fe.nale elephant) von hati; waghi und wilghini (weibl. Tiger) 
von wagha; rani (regina) von nldshä s. John 31endies Vol. 11. 
p. 5. — Beispiele: curcumni (vacca) Lud., Engl. Zig*, gou- 
vinee 31ärsd., gnimni Gralf. S. 40., g-uruni v. gurii Ochs Sz., 
guurmni. lUw. , g-urunji v. g-uru Dph. , gurumni, G. gurumnia- 
kro Kuh von gurov Ochs, guroweskero tschep Ochsenzunge, 
und Zipp. auf die Anfrage von Kraus, ob die Kuh g-urumni 
oder g-urnvul heisse, „der Name laute g-ürumni (sie!)", wo- 
gegen Pchm. allerdings, und zwar regelrechter, guruvni von 
guruv (nicht gurav) bietet. Auch juribani f. Bw. v. juru, 
S. Lex. — Ferner graschni (equa) v. grei (equus) Zipp., 
garani v. gara Sz., grasni v. gray lUw., grasni Pchm., grarii 
Bw. Ausserdem bei Zipp. rhuvni (lupa) von rhu; ritschni 
(arsa) v. ritsch; baletschni Sau, von balctscho Schwein, Borg; 
bakrinni Mutterschaf von bakkro Hammel; aber bakri Schaf 
V. bakro Widder Pchm. Auch vgl. kachni (galllha) mit Frz. 
coq. — Personen: manuschni Weibsbild von manusch; roninl 
Frau, auch Rtw. , Pchm., rumni Dph., romnin Bisch., aber, 
ohne n, romee Bry. , romi Bw., u. s. w. von romm Mann; 
chulani Frau v. chulai Mann Sz. wie julaiii (Mistress) v. juläy 
Bw.; raschinni (Priesterin) von raschei Zipp., wie rascheni 
(Aebtissin) Bisch, v. raschai (Abt); lUw. lubni Hure = lumi, 
luniia mit m st. bn, Bw,y neben lubkano rom Ilurer. Rhani 
Frau, Dame neben rei Herr Zipp.; Harr, rani Lady. Princess 
(a great lady). Queen, v. rae Lord (a geutleman), Hind. f 

räl (s. Mirkh. in WilkeUi Auct. ad Clirestom. Fers. p. 10.), 



B. Wortbildung. 113 

ancli Vnic. erati! u« s. w« Bei Tassy I. 1. Hindost. L>4^ (rol), 

^(^ (reine) ponr rddschni (Sanscr.), also aus rftdschan und 

demnach eig*. zu 5. gehörig*, Bw. hat ftbrig'ens eraj (Cabal- - 
lero) und erano (Senor) neben dtm Fem. erani (Senora). Aus- 
serdem paparun! (avia) neben bispaparö (avus); beluni (queen); 
baluni f. (Wild-g-oat, chaniois); braji und bracuni (A sheep) 
neben braco m. (Mutton); bruni (A she-goat), vgl. peujo 
(He-goat); jerini und jcni f. (She-ass); g>ozoni f. (young 
niare). — Puhsnin Geiss Bisch«, neben puczum m. Ziegen- 
bock Pchm. — Endlich 5. durch Umwandlung des o in i 
(im Sskr. i). Z.B. quiribo, iBw., kirvo, i Gevatter, in, Pchm«, 
kirivvi ZIpp. — czaj (filia) aus czavo (filius) Pchm« — Sz. 
dscharro Söhnchen , dschari Töchterchen , vgl. Puchm. rakloro, 
1; und dschau Sohn, dschei Tochter Sz. ; raklo (servus. Junge 
in genere), rakli f.; auch Harn raklo (boj) und irrig mit t: 
rakto (joung man) , rakli ( joung woman , girl) ; raklin Weibs- 
bild Bisch. — pchivlo, 1 Wittwer, e Pchm., 1 phibli romnf, ^ 
i phibli, pl. phibja, G. phibliakro Zipp. — pirano, i Gelieb- 
ter, e Pchm., pirenno m. Geliebter und pirinni Braut Zipp. — « 
Daad (pater), aber dei (mater) Zipp. — Auch bibi (Muhme); 
mami Grossmutter; tschobachani Hexe; Bisch, pohrin Schwä- 
gerin. — Unter Thieren z. B. dschuklo Hund , dschukli Hündin 
Zipp. maczo ein männl., maczi ein weibl. Fisch Pchm. — 
Auch Pchm. die Fem. czarvi Huhn, Wldh. czschabrin; muri 
Gans; bachtali Fledermaus; sapli Eidechse. Zipp. buglonakis- 
kri Ente; 1 kommarri Mücke aus Poln. komar« Pchm. mat'hin 
Fliege; papin Gans; Zipp. jek kiri, i kirlin (formica); i birlin 
(apis). — Bei Bw. zi f. (Hen); fracasia f. (Sow), aber fracaso 
m. (bog); sichä (feniale monkey) von semuche m. — manclaji 
(Princesse) von manclaj (Prjnce); auch clasma (Queen). Ma- 
nusardi (woman) von manus m« Sonderbar jai)uni f. Ratte^ 
aber gabuno nu Maus. 

Fem. auf i haben bei anderen oft in, und Wldh. sogar ' 
n'g (s. p. 86. vgl. Tassy p. 38.) ; jedoch geht das n zuweilen auch in 
die übrigen Casus mit ein. Z. B. Pchm. zumin (sumi Bw.) , ar- 
min, khurmin, parasztovin, pajtrin, mat'hin, papin, karfin 
(Bisch, graffn!) , auch chanig f. , Zipp. hahnin (Brunnen). Auch 
avdin f., angui f. Bw., aber Zipp. o gvyn (Honig) als m. 
I wering Kette Zipp., wercklin [ob wereklin ?J Bisch. — Zipp. 
i kirlin (formica), birlin (apis), wendrin (Darm), mufsin (bra- 
chium), murin (bacca), katlin (Scheere), 1 jaalln (Fenster), 
aber o waalin (Glas). I cholen Zipp., chh'olin Zorn Bisch., 
aber masc. jollin Bw. I jaswin Thräne Zipp. , avs f. Pchm. 
I butin Arbeit Zipp., und lowe butlneske (Lohn), als wäre es 

8 



114 II« Grammatik.' 

m. Bisch.; 1 giistrln Zipp« = angrusti (Ring) Pchm. ; gerraf 
tschupninäha, klatschen Bisch, von i tschupn! Zipp. — Bisch, 
thorin Band, Pchni. dori; pirin Bottich; niomelin (candcla) und 
i niomelines Acc. s. yerlösch^n, beleuchten; pohrin Schwanz; 
mörtschin Haut; g-othin Gehirn; tschutschin (niamraa) und deaf 
tschutschines (säug-en); tschurin Messer; kangrin Kirche; gan- 
glin Kamm; kossamaskrin Kleiderbürste. Brösln Thau Sz. S. 
auch tronimen. Aber auch die masc. o panin Wasser; o kli- 
din Schlüssel Zipp. und die m. postin , skamin , kolili Pchm. — 
Durlin m. (Police - archer. Corchetc), zerecin m. (Sausage), 
manchin m. (Treasure); sarquerin m. (Large pan); sarracatin 
m* (Huckster). — cremen f. (Sskr. krimi) Bw. , aber krmo 
Pchm. 

Demnach sind also die Wörter auf i, einschliesslich -in, 
das einigermassen an - ni erinnert , bei Pchm. F e m. Nur pani 
Wasser masc. S. 21. 45. (auch Dem. panori m. trotz dem 
End-i), und o panin Zipp., koba pani Graif. S. 38. 41. vgl. 
Sskr. Neutr. päniya, mithin durch Kürzung aus diesem. Pani 
jedoch fem. Bw. Dschaw 1 wortineha Bisch, u. fahren, also 
etwa f.? Doch verda m. Wagen bei Pchm. — Dann vodi m. 
zufolge S. 10. ausdrücklich m., auch 2*2. und o vddi (Athem) 
S. 72., allein im Vz. S. 50. vddi f. und Dem. vod'öri f. das 
Seelchen« Laczo vödi ! g-ute Seele S. 59. Gleicherweise o 
fsy, elg. wohl dsi Ilcrz, Seele Zipp. und koba dschi Graff. 
S. 41. Auch calochin und carlo m. Herz Bw« garlochin m., 
aber ochi f. — Eben so werden muj der Mund, sviri Jlammer 
(aqiVQf)j jerni (qiv^, Feile) und klidi, Zipp. o kljdin (xXudöj 
S. 21. als masc. mit Plur. auf a, dagegen im Vz. als fem. an- 
g^cg-eben« Mul f. Bw. Saray (a sergeant) Bw., raj, raszaj 
masc. als Personen Pchm., ja Bw. gollori (Male animal), 
wie gorbi = goruy (Ochs) m. trotz dem 1. — Auch szoszoj 
ni. der Hase Pchm.; somnakaj m.? — Bouchoy, bozuchoj m. 
(A bear); cambrai m. (Dog). Chiguay m. (Louse). — Bei 
Zipp. o fsapuni = sapünis m. Pchm., japune m. , aber sam- 
jruni f. Seife Bw\; o transuri = Pchm. dranxuris m., so wie 
andere derartige Wörter, denen hinten s g-ebührt (s. ob.), 
machen weniger eine wirkliche als vielmehr eine Schein -Aus- 
nahme. — Gleichfalls sind bei Bw. bei weitem die Hauptmasse 
derer auf i Fem. Ausn. gi m. (wheat), was gekürzt, wie 
cho fem. (barley), Ps. ^ä.; berji m., Pchm. bersz (annus); 
bengue, bengul = beng- (diabolus) Pchm., wo der Vocal 
viell. bloss wohllautlicher Zusatz, wie in caste m. (A stidf), 
gate m. (Shirt) = gad m. Pchm., aruje, luey und jeru m. 
Wolf; singe m. Bw., szing f. Hörn Pchm.; yaque, yaquero 
m. (FIre); panche(5); oclaje und manclay; arate m. (blood), 



B. Wortbildang. 115 

aber rat! f. = Pchm. rat' f.; bierc m. (Frz. verre); cajque 
(nobody), jcqiie (onc); batane es petano in. Calf; curque 
m. = Pchm. kurko; chube m. st. xuv f. Pcbm. ; chiique, cha- 
quel ni. (dog-); g-ule ni. (siigar, siriip). Auch chipe, chipl 
f. = czib f. Pchm.; chique f. 1. Earth, ground 2. Butter, 
v^l. Puchm. czik f. Koth, cziken m. Fett, wie chono m« 
Month neben czon m. Mond Pchm. ; chancle f. (knee) = czang^ 
f. Pchm.; doji und doj f. (Fault) s. Lex.; baji f. (luck) st. 
bacht f. Pchm. ; cani f. (Span, oreja) st. can m. Pchm. ; cheti f» 
(Olive - oil) s. Bisch.; yustique, s. Zipp. kustik; gtvc L (snow), 
Pchm. jiv m.; jebe und jebi (f.?), Hole == chev !*• Pchm.; 
jumcri f. Bread Bw. vg-l. Pchm. chumer ni. Teig*; naqui f* 
(Nostril) Bw., vg-1. Pchm. nakh m» (Nase); porsumi f., Pchm. 
purum Zwiebel; pujumi, pajumi f. s Pchm. puszum f. Floh; 
bifi f. (snow), Ps. Oja; rani f. Pchm«, aber ohne i: ran f. 

Bw. Ruthe. — Masc. auf 1, ausser den schon früher erwähn- 
ten: g^orberi (Farmer. Cosechero.), Inolobi (hermit), bedra- 
jami (giant), discoli (disclple); lipend! (Fool, ig-norant per- 
son) ; b u J endi (B u j arron) ; tas a r b a n i (Mason. AI b a n i I) ; ber- 
sali (ob m? Spj. Espia). Barsali, Barsane und Jardani (John« 
Juan). — Marcurl (cat), janbri (toad), berdeji (lizard), ca- 
carabi (cijow). — Brejim. (Field). Grej^ri, eng-rejeri ni. (Aspa- 
ragus). Tiraban! m. (Shoe). Macfoy m. (A clove for ea- 
ting*), jorpoy m. (Wool) 5 musley m. (Lamp) ; grey m. (Centu- 
ry); ob auch sonaeal (Gold) m.? Partie, querdl (done), doch 
wohl eig. f.? Indess auch mulani Adj. (Sad. Triste), plescari 
(clear) , brabani (vallant). 

Masc. sind die w^enlg'en auf n bei Bw., vg-1. u. Lab.; 
nämlich eru, eruquel (Oelbaum) vg'l. ruk Zipp. Fufu m. (A 
well), ju m. (paper); nostu (small coin), lunberu (lantern), 
juni(abull), g'uruju (dissolute fellow), lluslu s. S. 120.,yeru (wolf ), 
barbalu (physician), manu und maru (a man), quisobu m. (Mo- 
neybag-, vg-l. quisi f.), aber fem. machunu f. (Fish - market) 
viell. li yerdr. st. !, und pelan})ru f. (Pen), challu f. (LIe« 
Mentira), beribu f. (multltude), v^l. barlbu Adj. (Much). „0 thd 
der Rauch. Die anderen in u sind Fem.^^ Zipp. Vg'l. i dschü 
Laus, i fsu Nadel, I phu Erde neben Pchm. Fem. xur, sur, 
pchuv. Doch auch Zipp. rü, pl. räa, G. -Jveskero Wolf. 

Im Sanskr. keine Nomina auf e, aber bei Bw, viele, 
sowohl Subst. als Adj. Masc. Gabine (Frenchman) von Gavin 
f. (France); Londond (Eng-lishman, aus London); Lalore (A 
Portug-uese) aus Lalorö (Portug-al); Gorotun^ (Estremeno); 
abertune (foreig-ner). Quig-uinibe (a cook) von quinguina f. 
Küche. Soronje (sorrowful) von soronji f. (sorrow). Parni 
(white or silver money) von pamo (white). — Crisirne N. pr. 

o 



116 n« Grammatik. 

(Christo), Gresond (Jdsu Christo), Noyme (N*oe), Simprofie (Jose). 
Pendehrc (Diciembre) , unstreitig (vgl. ob. S. 10.) von pendär 
= penär (sp. dccir, hablarj, Nastibrc (Novicnibrc) aus 
nasti adv» (No); Nutibe (Jünio) und mit Redupi. Nunutibe (Ju- 
lio), Tangle (April). Sonst Ibrain m. (Febrero); Inerin m. 
(Enero) ; Tivbunian m. (May) ; Olorbar ni. (Octübre) aus otor 
(8); Jurtibar m. (Septiembre) ; Querosto (Agosto); Casidazo 
m. und Loriazo ni. (Marzo). Bunco ni. (Sunday. Domingo). 
Guergerc, Gerjeres (Tuesday, Martes), Siscunde (Miercoles), 
Sirguedes,. -dis (Id.), Lemitre und limitren (Liines), Candie 



ligote (bat), batane (calf), chillndröte (Sparrow. Gorriön), 
chalendre (tiger), erlebe (Pig, swine), semuche (monkey), 
guajalote (iurkey , peacock) , lore (gnat) , fingule (Kind of gnat. 
Cagarröpa), persifuye, perifuye (Worm, reptile. Bicho), ocri- 
anse (dies zweif. Geschlechts, aber f. oropatc. Ant). Gras 
und graste m. Bw., grast m. Pchm. Masc. sind siroque 
(Hemp), leprefete (parsley), arite (lentil), luquindoae (Cy- 
press-tree), lole und lolo (Lo ve - apple) , gulupe m. (cot- 
ton). Reche ni.? (Cane, reed). Almedalle f. (almendra), 
lachipe f. (silk). Jurcpe m. (Prison, tribulation) ; penaspe m. 
(Blunderbuss. Trabuco); garipe (zw. Gesehl.) Scab, auch che 
f. (Id.); gancibc f. (Avarice). Chachipe, st. -penf.? und chipe 
f. (Truth), charipe f. Bed (aus dem Pers.). Brijindope m. 
(Mighty rain, deluge). Buquepd (zw. Gesehl.) Account, In- 
formation given to the ministers of justice. Asisprole m. (Brass. 
Bronce), atudiesalle m. (Steel. Acero); orosque (copper), le- 
batem. (Flint.Pedernal). — Saracate (Tailor), aracatem. (guard); 
rande (thiel), tellorre (minister), tebleque(god), duquende (A spi- 
rit, ghost. Du ende), peniche (the holy ghost), tiliche (Lo- 
ver) vgl. orteli f. (Love), traisne (The post, Courier); narsi- 
chisle fa dwarf), coplemande (coward), coutiquc (Neighbour), 
Icgrente m. (A gallant. Galan), rumijele m. (Pilgrim). Bu- 
faire m. (A King's evidence, informer, cat. Soplön, gato). 
Olune (zw. Gesehl.) und delune f. (Sickle). Lucrarre (Large 
jar. Tinaja); Guachedre (Manger. Pesebre); Alochique (Mail- 
let. Mazo); Labane (Purple, a red cloak); Masune (Skirt. 
Falda); Drante und dräute (Ink); Patupire (staircase); ülique 
(Festival. Fiesta); ülaque (One of the districts into which a 
town is divided. Barrio); Bestale und besti (Seat; vgl. auch 
das Part, bestique. Seated) sind zweifelhaften Geschlechts. 
Gabicote m. und criscote m. (a book), gresdehe m. (Stove. 
Anäfe), gae m. (Wlne-press. Lagar), nafre m. (Thread), 



B. Wortbildang. 117 

sarqiiere ni. (Glass, oop), pondonö ni. (Mattres.^i. Colclidn), 
berdoche ni. (Coach, Sp. Co che), wie gclichc in. (Corde. Cor- 
del) nehen g-ilö zw. Geschl. (Kind of rope. Sd^a) und jele f. 
(Id.) Estuche m. (Sword. Espada). Estache ni. (vg*!. masc. 
sombrero Im Span.) neben städl fem. Pchm. ; japiine ni. (Soap), 
yustique m. (Girdle), ZIpp. kustik; simache und i zw. Geschl« 
(Sig-n), und azimache f. (Id.); almensalle und niensälle f. (Table. 
Mesa), also einige mit e st. i. — Paratute m. (liest), ob: 
über Alles? — Estonquele m. (A weig-ht. Peso, nnd daher 
estonqueleta = Peseta). Oy^ue m. (Lodging- for soldiers. 
Cnartel), coyme m. (Farm-house. Cortijo). Ortalame m. und 
ostah'que ni.? (Piain, (ield. Campo). Macolotende m. (Sea). 
Otarpe m. (The heavens), auch tarpe m. Prcvarengue (m. ?) 
Hölle. Carbe m. (Dike. Malecdn.). Inerique nu (Protection, 
shelter). Jayere m. (Money). Grose m. (Forest, mountain). 
Sane und sonsane m. (sausage). Sinchule m. (Uoll of tobacco, 
clg-arr). Servichc m. (Morning- - star), Postc m, (Bosom), 
pinpore m. (Lip. Labio). Siele m. (Age, SpJ siglo). Quele 
m. (Dance), aber quelebao (l)ancer). Uejeleudre m. (a pro- 
verb), sonst jandeblaban. Linaste m. (31otive). Dinaste ni* 
(Glass.) Conche m. (Anger). Buque m. (Point. Punto). Cocole 
m. (Number). Bique m. (Edict. Cartel), dinople m, (Ilarm, 
damage. D a n o). Tornasibe m. (Pride, passlon. Sober b i a), aber 
tornasibä f. (Rag'e, anger. Ilabia). 

Fem. Nacle (Fire). Jesame (Waistcoat). lege (Mass. 
Misa). Pastimache (Footstep. Pisada). Gole (Shout, cry) 
v^l. Zlpp. — Furune (Favour). Chique (i. Earth. 2. But- 
ter). Büste (The act of sticking* or joining- together. Peg-a- 
dura). Lembresque (Lic, error). Charnique (Life). Pasque 
f. (The half. Mitad). Retreque f. (Pestilence, plague). Uul- 
lipate f. und rullitaqne (Wheel. Rueda). ünunique f. (Coufe- 
8 i d n) ; und so wahrsch. auch Fem. Bridaque (A break, rupture. 
Quiebra) undTaquibaque (Baqueta) durch Metath. des Sp. — 
Troecane (Work, deed). Cende (Lig'ht). Bausale (Cause). Chiche 
(Face). Enjalle (Memory). Bastarre und tabastorre (The right 
band). PerdiiSe f. (Musket. Escopeta)« — Graff. S. 38. koba 
dschurje, der Stich. 

JLiq, t.N, Masc. sind bei Zipp. und Pchm. die Nom. abstrJ 
auf -pen und -ben, allein bei Bw. öfters Fem. So mati- 
pen (l)runkennefs); merdipen (Wound. Matadiira. Vg'l. merdo 
Sick); meripen (Death), chipen f. und chibiben (zw. Geschl.) 
Life; mestepen (Life. Woher?), nasallipen (Sickness), najipen 
(Loss, perdition), rauditiipen (A writing) von randar (to wri- 
te), lachipen (Goodnefs), golipen (Health. Woher?), bestlpeii 
(Wealth, riches. Woher?), chungalipcn (what is ug-ly , heavy), 



118 IL Grammatik. 

chorrip^n (Evil, wlekednefs)^ coripen'(TroQble, affliciion. Wo- 
her?), cstaripci f. (Prison. Carcel) mit 1 weg-en Anklang'es an 
das Span, — Masc. jedoch duquipen (Grief. Dolor), ching'ari- 
pön (War, battle), pandipen (Dung-eon, prison), paruipen 
(Exchang-e, barter) und paripen (Dang-er); und, ung'ewlsser 
Herkunft, casinoben Höilc, costipen (Tbe summer) und cbal- 
cUpen (Feuerstahl). Araquerepenes pK (Sayings. Dichos) 
und Balbalipenes (rä äyu&a) Luc; ob m.? — aquirinien f. 
(Affection) neben aquirindoj (Affected), chajamenfi (Prudence, 
bashfulnefs) , estormen f. (Pardon, renüssion), aber m. irsi- 
m^n (Information. AyIso), jerisimen fem. (Blessing-)* Pumen 
m. (Shoulder), dumen m. (Loin. Lome). 

Sonstig'e Fem. pchen (soror), zen (sellaj, len (flu- 
vius) , men (collum) , czercheh (stella) Puchm. , i than die Rei- 
he, und i rhdn s= I^uchm. rani Ruthe, ! khan Geruch, i tschan 
Knie Zipp. = Puchm. czang- f. — Bw. rin f. (Nöria), cali- 
sen f. (Death), casian f. (Wood, timber, im Sp. maderal, 
mericien f. (yard, court, aber tandal Id. m.), pajin f. (Partj, 
triman f. (Alms, charity), roin und rolH f. = Puchm. roj 
Löffel, chon f. (Beard, chln) vgh chor m. Dieb 2. Barthaar 
Puchm., dundun f. (Light). Lon f. (Salt), aber Ion m. Pchm. 

Postan m. (Skin) vgl. postin m. Pelz , Puchm. , bostan 
m. (Linen), Puchm. pochtan m. ; tchan m. (Tuch) Puchm. = 
chan m. Bw. Chopön m. (Quince), candon m. (Gompanion)^ 
bardon m« (Reason. Razdn), islcön m., aber epicön f. (Cor- 
ner. Esquina), chuchipon m. (Suet, grease), oranpiön m. 
(Watch), ojomdn und ogomdm. (Estdmago), tronfarön m. (Stock. 
Tronco), mancdnm. (Hedge-hog), carmujonm. (31ouse.Raton), 
plata und platamugion (Cioak. Capa) zw. Geschl. , butron m, 
(Abyss, a deep hole). Alcarran m. (Drone. Zangano), machl- 
can und machioo m. (a cat), jandeblabän m. (Prorerb), milan 
m. (1000), Oman m. (Hole, pit), barban m. (Wind). Brostil- 
dan m. (Mayor, justice of peace. Alcalde). Trujan m. (Tobac- 
co), Tabuman m. (May). Surdan f., aber surdete m. (World). 
Rifian ni. (Danger). Men (person, honDur), welches Geschl.? 
Morquilen m. und qullen m.? (Mentula). Jebilen m. (Hole, 
well), ob zu len f. Fluss? Jubichen m. (Gaspächo). Jojenan 
und ^ Jojerian m. (Captain. Capitan) etwa zu jerö (Head). Oben 
(Winter) m.? vgl. jevend m. Puchm. Czikcn Fett m., czon 
m. Mond, Zipp. o tschonn Mond; kan m. Ohr; kolin m. Brust, 
skamin Tisch, lon m. Salz, mochte Truhe und werda m. (Wa- 
gen) s« Lex. Sonst noch zw. Geschl. gin Zahl und absin 
Stahl Puchm., und Sersen N. pr. (Spaln), so wie Picon (la 
Mancha); auch gachaten (Cup, brasier). 



B. Woitbildaag. 119 

2. 3t Masc. caiii ßw, und Pchni« kham m. (sol), auch 
Graffl S. 46. niasc. Droii, drua m. = droin Pdiiiu^ o dronun 
Zipp. Sichcu m. (King-doni) , aber clicn f. (Eartli, laud), je- 
doch chiin in. (King-doni , couniry), Pchnu thein Herrschaft m. 
S. 82. Rom (a husband). Pchni. charkom in. (Kupfer) , mom 
m. (Wachs), puczuni ni. (capcr), purum f.? (cepa), bei Zipp. i pd- 
rum, Bw. porsumi f. (Union). — puszum f. (pulex), i puschum 
Zipp.; Cham f. (Gesicht) ß\v., vgl. Zipp. i tschamm Wang^e 
(o tschamm, Backe); lim f. (Uota) Pchm.; Zipp, i kuzum Ma- 
g-en, pischum f. Wolle. 

3. R, Masc* Espandador (Barranco) , caste - randador 
m. (Pflug-); munrabador (Esquilador) und ostiladdr (Ladrdn)/ 
pe'rbttraor (creator) und von marar mit dem g-leichen, nur Bis- 
similations halber veränderten Suff, maraol (Assassin). Jundu- 
nar (soldier), solter (Escribano), barader m. (Alcalde, eig*. 
major); canbuter (Sorcerer. Hechicero). Jurtibar (September) m« 
Cotdr m. (A piece), Pchm. koter, gotter m. Graff. S. 47« 
— Bear, bearbal m. (Wind). Car m. und Jar m. (Heat). Eru- 
cär m. = Sp, Olivär. — Putar m. (Pozzo, vgl. Lat. puteus), 
cobler m. (Elbow). Usur m. (smoke). Liter m. (InscriptloUi 
Sp. letrcro). Lanbar m. (Law-suit). Langar m. (Coal), 
Pchm. angar m. , o anger Zipp, — juter, juti (vinegar) zw. 
Geschl. — Char m. (1. Heaven. 2. Egypt), aber char (grass) 
f. , wie Pchm« czar f. , Zipp. i tschaar Gras , o tschaar Asche ; 
auch Liefl. Zig. utschar Asche. — Bur m. (Mountain), aber 
bar f. (stone) Bw. , allein bar m. Stein Pchm. Bar f. Zaun 
Pchm«, koja bar Graff. , i bär Zipp., i haar Liefl. Z., bal f. 
Garten Bw., so wie auch bal f. (Haar) Bw., aber bal m. 
(Haar) Pchm. — sar, sas m. (Iron); und sar m. (gar1ick)| 
allein sir f. Pchm. und i fsyr Zipp. — Por f. Bw., pdr m« 
Feder Pchm. S. 46. , aber fem. S. 23. , Zipp. o polir und i 
porr (Feder), aber auch i porr, Liefl. /ppor (Nabel), s. Bw. 
po m. und pos (zw. Geschl.) Belly; ponas pl. (Bowels) = 
pora Pchm. — o peer m. Bauch Zipp., per m. Pchm. — Dar 
Furcht f. Pchm., i daar Zipp., aber dar, dal, dau m. Bw. — 
Ger f. Krätze Pchm., i gheer, gheeriakro Räude Zipp., guel f. 
(Itch) Bw. — aar f. (das Haar) Pchm. — zor f. Pchm., i 
Soor Zipp, Stärke. — i khür (calx p.) Zipp. und i schväär 
(habena) = Pchm. savaris, m. — Opucher f. occasion Bw. — 
Pchm* m. agor Ende, aklior Nuss, czor Dieb; vüdar m. , aber 
duvar Thür S. 72. zw. Geschl. und Bw. bundal f.; chuchur 
Schwamm; chumerm. Teig, Bw, jumerif.Brot; kherHaus, auch 
m. Graff« S. 43. ; sastcr m. Eisen, pchar m. Taffeit, tover m. Beil, 
koter m. Stück; PI. mutera Harn zw. Geschl., Pchm., von o 
motter Zipp. 



120 IL Grammatik. 

4« !/• Masc« Derel Gott, xnkel Hund, pchral Bruder, 
t'lil Schmalz, truszel Kreuz Pclmi., aber trijul f. Bw. ; ciral 
m. der Quark; cbnchil in. Erbse. — Chabal (son), Gerinel 
(Miguel), maraol (s. r), perdobal m. (A debauchee). Gel ni. 
(Ass) und guel ni. (Donkey). Von zw. Geschl. norical (Snail. 
Caracöl). Amal, mal m. (Companion), arispejal m. (metal), 
rochimel m. und chibel ni. (a river), clonel m. (Pink. Clav^l); 
cocal ni. (bone), brajial ni. (Hospital). Berbal m. (Picture), 
berbel m. (Looking-g-lass). Pesqnital m. (Pleasure), ternasi- 
hi\ m. (Worth, valour), pul ni. (bridg-e), curriel m. (Trade, 
businefs), o tal m. und o tarpe (The heavens), tandal m. (Yard, 
eourt), lel m. (The world), lanchicol m, (Charcoal -dust), je- 
nebd m. (Cloak), jil und jir m. (Cold), wie szil m. (die Käl- 
te) Pchm., jil m. (Wheat), jal m. (Dog-al> Brijindai (Rain) 
m.? Mol m. (H'ine) Bw., aber f. Pchm., i niohl Zipp. — 
Pchm. barvol m. Wuchs; lil m. Pass, Licfl« Z* o liin (also 
Diss« n st. 1) Buch, aber li f. (Paper, a letter). Zw« Geschl« 
chumel Brodkrume Pchm. — Fem« Bundal und g-uel s. ob. r« 
Chumajayal (Grinders); estaripel (Carcel); puchel (Life). Sl- 
taescorial f. (Alcarraza) Bw. — Mel f. Schmutz Pchm«, i meel 
(Staub) Zipp. — ambro! f. Pchm. S. 22.^ i brohl Zipp. — ril 
f. (crepitus v.) und bul f. (nates) , aber rilo m. und zw« Geschl. 
bul Bw. — Barval f. Pchm., ! balval Zipp., auch i prawul 
(Wind) Bisch, u. windstill, allein Bw. bearbal m., s. ob* r, 
— l belwel Zipp«, i brewul (Abend) Bisch. — i pall (Brett); 
i fsauel Ehe, Schwur Zipp, — szol f« PfilfPchm., i szoj Zipp, 
^ — Dschutschull Brunnenkresse Bisch, ung'ew, Geschl., lluslu.m. Bw. 

Subst. mit anderen Cons. sind bei Bw. selten, weil sie 
sich hinten mit Voc. , so z^ B. e , bekleidet haben. 

1. Outt. Masc. kak Vetter, beug- Teufel; nakh Nase; 
szach m. Pchm., aber i schach (Kohl) Zipp., wie 1 penn ach, 
Nuss, g-eg-enüber dem ni. pelenda Pchm«; 1 tombuk, Trommel, 
neben koba tabuk Graff. S. 42. ; 1 kustik Gürtel , neben yusti^ 
que m, Bw.; q ri|k Baum Zipp., vgl. eru, eruquel m. (Olivo) 
Bw. — Fem, bei Pchm. burnek eine Handvoll; drakh Traube; 
inaczik, pl. i, Knedcl; sung Geruch; szing Hörn; czang, Bw, 
chanclef«, i tschann Zipp., Knie; chanig Brunnen, Bw. aljefiiquef. 
Brunnen; auch dort ohne k neben i dorik. Band, Zipp., wie Bw« 

Juisi f« (Bolsa) neben i kifsik (Beutel) Zipp. ; dumuk, Faust, zw, 
ieschl. , neben i dummuk Zipp. Ausserdem bei Zipp. als Fem. 

i kotschiak Knopf; i rlk Seite; l tschik Koth, Bw. chique f. 
(Earth, g^round), wie ebenfalls Pchm. koczak, rik, czik; i 
jakk, Bw, aquia f., Pchm. jakh und Gratf, S« 41. jäk f. (ocu- 
lus), so wie i jaag-, Graff. jak f. (ignis), aber yaque m. Bw., 
Jakh, mit nicht ang'egebenem Geschlechte, bei Pchm. Ferner 



B. Wortbildung. 121 

Fem. Pclmi. bazecli Sporn; cirach es I Urach Zipp. Schuh; 
bokh Hung'er , dukh Schmerz , pchakh Flügel , likh Nisse , Bw. 
liqala f., mit Ihren Parallelen bei Zipp. 

S. Palat. Arczicz Blei m. Pchnu — *l<ax f. Schande, 
Sebam Ib., I Udsch Zipp«, lächa f. Bw. Nur dies letztere Ist 
Indischen Ursprunges, und man darf sich Ober die geringe An- 
zahl dieser Wörter nicht verwundern, da wenigstens im Sskr. 
der schliessende Pal. eine Veränderung erleiden niOsste. 

3. Dent. Masc. Grast Pchm., graste ni. Bw., Pferd; 
kaszt Holz Pchm., caste m. Bw. ; vast Hand, Pchnu, o w^ast 
Zipp., aber bas f., pl. bastes Bw. ; szut, Essig, Pchm., o 
Schutt Zipp.; czekat Stirn, piszot Blasebalg Pchm.; gad Hemd 
Pchm., gaad Zipp., gate m. Bw. ; Pchm. dad Vater, dand 
Zahn, parind Matratze, jevend Winter. — Tchud m. , Milch, 
Pchm., aber chuti f. Bw. ; dud, Licht, m., aber dut f. Bw.; 
rat m., Blut, Pchm., aratc m., aber rati f. Bw. Dagegen 
rat' f., Nacht, Pchm., i rat Zipp., rachi f. Bw. — Bacht f. 
Pchm. , Zipp. , baji f. (Luck) Bw. — Pchurd f. , Brücke , Pchm., 
i purt Zipp. 

4. Zischt. Pchm. Masc. khas Heu ; chas der Husten, 
aber pichiscas f. (Cough), das viell. ein Comp., Bw. ; dives 
Tag, pchus, auch Bw. pus m., Stroh. Balovas m., Speck, 
Pchm«, aber baliba f. Bw.; mas m. Fchm., o mafs. Fleisch, 
Zipp., allein Bw. maas f., auch mang f. und mansenquere f., 
Meat, flesh. Femer Bw. sas m. (Iron), gris m. (Cold) und 
gras m. (Horsc); zw. Geschl. gres (Hundred), und pajilas (A 
ball. Pelöta) ; Peris N. pr. (Cadiz). S. noch ob. Sulf. auf s. 
Fem. avs, Thränc, Pchm., li jaswin Zipp. Rias f. (Damsel), 
chumasconas f. (Harlot); anis f. (Wasp) Bw. — Pchm. ves» 
m. Wald, auch u wesch Gralf. S. 42.; kesz m., Seide: bers» 
m., Jahr, Pchm., bcrji m. Bw., o bcrsch Zipp.; mursz Mann, 
und manusch Pchm., manus Bw. Bei Zipp. i trusch Durst; i 
trasch Angst; i doosch Schade, Schuld, Bw. doj, doji f. 
(Fault). — Dyz f. Schloss (arx) Pchm. — Lendriz f. Partrid- 
ge; luriandez f. Thunder; orioz m. Wolf Bw. 

5. Lab. Zipp. o phnmb Eiter; o fsapp Schlange, Pchm. 
sap m.; o rupp, Pchm. rup, und, wahrscheinlich mit präfiglr- 
tem masc. Art. Licfl. Z, urrub oder rubawo, Syr. Z. urcb, 
Silber. — Fem. bei Pchm. chIp Stürze 5 czib Zunge, Zipp. i 
tscheb, Bw. chipe, chipi f. und uchi f.f dab Schlag, Wunde, 
Zipp. i däb. — Masc. (vgl, ob. u) ye-ref m. (The colour, 
form) Bw.; bei Pchm. gav = gao m. (Village, town) Bw,; 
nav Name = nao m. Bw. , lav Wort , Zipp. ; drahb Zipp. 
= drao , grao m. Bw. ; . bijav m. und bov m. Pchm. Div m. 
Korn' Pchm., ghyv Getreide Zipp.; jiv m. Schnee, Pchm., 



122 II. Graininatik. 

allein gWe (Niere) f. Bw, — Zipp. o taav Zwirn , auch Pchm. 
S. 22. tchav m. Faden , jedoch f. S. 49. — Pchm. niasc. tchuv 
.Rauch; g'uruv Ochs; ruv Wolf. — Fem. 1 patuv Elirc, Zipp. 
— i poov Zipp.> etwa pl. f. pchova Pchm. — Pchm. chevf., 
Zipp. i cheev, vg*!. jebe, jebi f.? Bw.; cholov f., Zipp. i 
cholluv; pchiiv f., Zipp. i phü; snv f., Zipp. i fsü, Graff.' 
koja sub; xof f. Hafer, Zipp. idschoov, und auch, trotz dem 
o, cho fem. (Barley) Bw«; xuv f., Zipp. i dschü, aber m. 
chube Bw. 

3. Aecht Zigeunerische Suffixe. 

ä) Mi« Lfq. 

a) Ano, eno, jno, uno, auch kano, kuno and tuno 
bilden von Verb, und Nom. g'rösstentheils Adj., zum Theil 
aber auch Sub st., bes. Fem. auf i. S. Pchm. S. 11. — Auch 
Part. PrAt. Pass. auf no, wie im Sskr. na. 

Gralf. Ms. hag-g'eno jeder, pl. hag-g-ene jeder von meh- 
. reren , hag'gc alle ; und hadeno gehoben , neben hado , woge- 
gen Zipp. hadadö (gehoben, geholfen). — Pukk'no der Ver- 
räther LG. — Trashino grausam (eig. wohl furchtbar) ; tscho- 
wigani Hexe; dumino alber (dylino Pchm., dlnalo unvernünf- 
tig* Zipp.), wipreyne (ausfallen) eig. wohl 3. pl. Perf., nango 
bloss, st. Sskr. nagna Rtw.^— Zipp. fsuno Traum; pokoino 
firicdsam aus dem SL, zigno hurtig; die Part, schtynö ge- 
sprungen, pynö g'etrunken, lynö genommen Ttrotzdem] bei 
Pchm. Perf. mit I : piTom , lil'om) , d vno gegeben (s. dav), z. B. 
kettene dyine (zusammengegeben) getraut pl., brischendo dyi- 
no geregnet, plima dyinö geschwommen (Regen gegeben; 
Schwemme gemacht), und daher nach Pchm. S. 17. Perf. auf 
djnom von Verb, auf dav, als pchurdyno aufgeblasen, - ni 
das Wiesel S.U., pchurdend schwindsüchtig, darapßcht Zipp.; 
khandjno Pchm., aber kandeld (stinkend) Zipp«; kandini Schwe- 
fel Grellm.; kandeno dienstfertig, bikandeno ungehorsam Zipp«, 
avry zirdeno ausgerissen Zipp., vgl. Perf. trdyaom Pchm. — 
Chang-ane (Awake) ; dara&o (Fearful) von dar ; dicani f. (Win- 
dow) Bw. von dykhav; ducand (Compassionate. Compasivo) 
Bw., thuganö, thugeno, thugenno betrübt, traurig Zipp.; pi- 
rano der Geliebte Pchm.; wendsanno mafs trocken Fleisch (ge- 
räuchert) neben wendschkirdd getrocknet Zipp.; pazanno, pa- 
zenno gläubig Zipp«, bipatzeno (Aberglauben) Rtw., allein 
vielmehr der Etym. nach : ungläubig. Gooheno (betrügen) Rtw. 
ist vielm. Nomen. Chocheno betrüg'erisch, betrüglich,' Lügner, 
gelogen, fabelhaft Zipp., ch'hacheno Windbeutel, s. auch Per- 



B. Wortbildaug. 123 

rücke Bisch. — Jojana f. (Deceit, He) Bw. V^l. boltani f. 
(Turn. Vuelta) wohl aus dem Span. Worte, Fulani (Dirtl- 
nefs) nebst fulald (a dirty fcllow) y. ful ni. (Dung*). Juntuntf 
(Listener) v. junär. — Phuranno alt, purenno baufällig' z.B. Alt 
Haus, keer Zipp.; purno alt (natus) Luc. II. 42., pur'ni f. II. 37. 
yg'l. terno jung*; Pchm. zeleno g'rün, sapano nass, czaczuno 
eig'en,' u. Zipp. tschatschenes (g-ewlss) Adv« Romano Zig-eu» 
nerisch Pchm., romöno (ich lebe in der Ehe), etwa: mit ei- 
nem Manne versehen, MLat« virita? Bisch. Romani f. (The 
Rommanj lang'uag'e) Bw.; Corajanö (Moro, Moruno) v. Co- 
rajai pl. (The Moors) Bw. Gurveno mafs Ochsenfleisch, Zipp,, 
guruvano Adj. (Rind-), baläno Adj. (Schweine-) Puchm.; 
barenno steinicht, steinern Zipp., bariino (von Stein) Pchm., 
barno tscharo irdene Schüssel Rtw.; pareno kowa Seidenzeug-, 
kescheluno, kexeluno seiden Zipp. vg-l. pabeiuno ruk Apfel- 
baum Zipp., poband Bw. von phabui, bachtaluno, bachtallo glücklich 
Zipp. Phosseno strohern Zipp., s. Bisch. Sirohhütte; kaschteno 
Zipp., gaschteno Rüd. I. 71., aber im Mithr. I. 248., wohl 
fälschlich mit r, kaschtero, bei Pchm. kasztuno hölzern, 
kasztiini Kochlöffel. Sasteno, wohl mit r hinter t, Zipp., sa- 
strüno eisern, aber strastuni f. Pfanne Pchm. — Gattskinno 
Teutschcr Rtw., Gätschkenis. (Germanice) Bisch. Lubekano 
hurisch, geil, unzüchtig* Zipp., Rtw. lubekano üppig*, lubkano 
rom Hurer; Pchm. lubikano Hurenjäger u. lurdekäno soldatisch. 
Tschorachannes (insgeheim, occulte) von tschorachano Zipp.; 
czorlkäno m."^ Dieberei Pchm. Rajkäne miszi herrscliaftliche 
Mäuse Pchm. S. 72. vg^l. Rtw. rinkeno (Adel) eig-. wohl Adj. 
Mulekano manusch ein sterbender Mensch Zipp., muläno todt 
Pchm., mulanotannes (sterbend) Adv., wie fsandotannes (lachend) 
Zipp. Devlekuno g'öttlich, christlich, bidevlekuno gottlos Zipp. 
Ang-aruno Kohlen-, khasuno Heu-, jarpuno Gerste-, charkiino 
kupfern (ej. m) tchanuno tuchen, cakluno Glas-, czonuno 
Mond-, sapüno v. der Schlang-e, grastüno Pferd-, maczuno 
Fisch- Pchm. vgl. machunu f. (Fish - market) Bw. Bibolduno 
jüdisch, gaxuno Bauer-, ratüno Nacht-, tajsuno S. 48., ber- 
szeküno jährig*, aber bersziino jährlich , jekedivesiino eintägig 
S. 13., tritodivesuno dreitägig-, adadivesuno heutig- Pchm., s. 
Vü. ; theifsetuni rat (gestern Nacht) Zipp. — upruno der 
obere, teliino untere, keritüno Haus- Pchm., keerethuni gaji 
wirthschafüiche Frau Zipp., kehreduno Vaterstadt, tschiaf keh- 
reduno wohnhaft machen (einheimisch) Bisch. — duro duno 
(fremdes Land), je duroduno (Wanderer) Bisch, und daher 
durotunes pl. (shepherds, herdsmen), weil man in Spanien mit 
den Heerden umherzieht. Gorotune m. (Native of Estremadura) 
S.115. — Tellethunl püh (das niedrige Land) Thal Zipp., tele- 



1 24 IL Grammatik. 

duno' irupo Unterleib Bisch. , s. Biscli. Unterhosen und Lud. ti- 
bialia. Telletuni perni/za (Unterbett) Zipp., vf^\, Ucberzug- 
Bisch. — (De man scherandüni g'ebt mir ein Kopfkissen Zipp., 
vgl. Rtw. tscherandoskry. Bernizza Pfühl.) — Apralatuno 
tschinepen Aufschrift Zipp. , praaltuni tschinnepen Ueberschrift 
LG. Pralduno pralende (d.i. Obere, über sie) Oberherr; pra- 
dano (wohl 1 ausgelassen) räi Lehrmeister, u pral don(f mui 
(der obere Mund) Gaumen. — Glandiino der vordere, glan- 
duno law Vorname, -foro Vorstadt, glanduni isma Vorzimmer 
Bisch, von a glan (vor) Zipp. Gilletuno, auch glaletuno der 
erste, eig. wohl der vorderste, vgl. S. agra Spitze, Hindust. 

^\ (devant) = Sskr. agre (an der Spitze). Glantuno Vor- 
hof, glantuno tiwes Passeste der Rüsttag des Passah; Jesuni 
aber maschkeratuno Jesum aber mitten inne; balltuno der letzte 
LG. — Bei Bisch, praldiine jakka na dikela mischto u. über- 
sichtig, wörtlich: überstellende Augen sieht nicht gut. Palla- 
duno Schenkel; ob eig. Oberbein, so dass r fehlte? oder zu 
palletuno letzter Zipp.; palälldüni dukka Nachwehen« 

/?) Mit valo (Sskr. wala): doschvalo mangelhaft, fehlerhaft, 
auch schädlich Zipp. — god*avel (so) verständig, pervalo bauchig, 
czorvalo bärtig Pchm. — ratvaliö, ratvelo blutig Zipp. u. ratvalo 
blutig Pchm. neben ratvarav (etwa ej. 1?) ich mache blutig. 
Fraglich sind narvvelo Narr lUw., bengvald aberwitzig; barveld 
Zipp. = barvaio reich Pchm., barvol der Wuchs Id., nasvalo 
(ansul, nasalo Bw.) krank Pchm« u. a., aber gelvalo kropfig 
von gel'va Kropf; pativalo ehrlich, getreu s. Vz. pachibalo 
Bw. (honest). Mit alo Pchm«: sziiäio, i kalt, tschillilio (er- 
kalten, frieren) Rtw., w^ohl Adj.; bachtalo Pchm. = bachtalio 
(unglücklich bibachtelo) Zipp. glücklich; bokhaio hungrig, bo- 
kelo, bokello begierig, hungrig Zipp., bockillo (Geiz) Rtw.; 
Gzikalo kothig; limalo rotzig, limmallo Zipp.; zoralo stark 
(sorolo hart Bisch.), sorelo gestärkt, sorello stark Rtw. u. s. w. ; 
meralo schmutzig; kahnalo (von der Henne); tchuvalo Rauch- 
tabak, chibalö (cigar) Bw. Szerali Kopfmütze, Rtw. tscheerlj, 
Bw. jeralli; piszalo Mühle. Czibalo Richter von czib Zunge, 
Sprache; xambali Ente, wohl von zamba Frosch? — Zipp. 
hat truschalo durstig vgl. Rtw. truschilo (Durst), karallo dor- 
nicht, kandalo gestunken, kandelö (Compar. -delidir) stinkend, 
kohrallo blind, langallo, langalo lahm^ langelo hinkend, lahm. 
Ob auch dschungalo hässlich, abscheulich, dschungelö unflätig? 
Vgl. chungo, chungalo (Ugly, heavj. Fco, pesado) Bw. Di- 
nello dumm, rasend, dinalo unvernünftig Zipp. Kurlodukallo 
heisch [am Halse schmerzhaft] Rtw., banielo wässerig Graft*. 
Ms. j dschorelo arm Id. Dajiralo m. (Trembling. Temblor) von 



B. Wortbildang. 125 

dajirar. — Bei Irr. kanduloo (ill-smelling', spoilt) und dee* 
nuloo (mad). — Gerclo räudig* lUw. — Dromälis pl. (Carricrs, 
muleteers) , ronialis f. (A Gypsey dancc). Chetalli f. (Olive) 
neben cheti (Olive -oll), bestali u. besti (seat, chair, saddle, 
bench). Beralli f. neben bero m. (Galley). Chabal (son) neben 
cbabo (a boy, a cbild), nebel (new), cbuquel u. chuque (dog*), 
chinel u. chino (a person of official rank), brijindal (rain, 
shower) neben briszind Fchni., eru und erucjuel (Olive -tree) 
Bw. vgl* rukh Baum. — Debel (God) vgl. Sanskr dewa. — 
Gribule (rig'orous) von grlba (rig'our), muleld (niortal), perelalo 
(füll). Curelö (Trouble, pain. Trabajo, pena) neben coripen f. 
(Trouble, affliction. Tribulaciön, ailiddn). Manusalo (valiant, 
powerful), wohl von nianus (a man), Estoriel (Rendido) von 
cstoriar (rendir). — Fchni. monieli Wachskerze. — Zipp« i 
fsauel (die Ehe) von Sskr. ^ap« 

b) Participialsuffix. 

Die Bildung- des Part. Frät. Pass. ist eine dreifache: 
1) mittelst to, wie im Sskr. z. B. suto liegend, tato warm 
Pchm., oder mittelst eines daraus deteriorirten do (vgl. Essai 
sur le Fall p. 184.) z. B. mardo, i g'eschlag-en Pchm. st. mar'to 
abgethan LG.;^erdo (to fill up) Harr. = pcherdo voll Pchm. 
S. Pchm. S. 19., und später das Perf. , welches vom Part, ge- 
bildet wird. Tschingerdo (uneinig) Bisch. 2) Mittelst no s. 
ob. 3) Mittelst lo, entsprechend dem Sskr. bhawila u. Slaw. 
Formen, wesshalb auch hinter n, obschon wohllautlich, wie 
uvdgogy gleichsam ein Doppelsuflix dlo, etwa durch Polonis- 
nius dl st. 1. S. Lex. godli; gudlo. Rtw. pandluliel gesiegelt, 
Pchm. pchandlo verschlossen; pand'lo gewickelt Luc. IL 18., 
kandlo folgsam 51. Fr., wo aber d schon in der WurzeL — 
Dagegen tschindlo beschnitten Luc. IL^l^, dschindlo geschrie- 
ben I\^ 4., auch tschinndo 10 v. czinav; pendlo gesagt IL 20., 
audio geführt Luc. IV. 1., kindlo gerechnet LG. Bei Zipp. 
dschindlo gcwusst, gindlo gezählt, chchindlo geschissen, 
schundlo gehört, und fsandlo gelacht vgl. Pchm. S. 18. asan- 
diTom ich lachte von asav. — Kosslö gewischt, aber Perf. 
kost'om Pchm. 3 doschlo gemolken; paschlo liegend (paaschlo 
Id. Luc. IL 12.); fsunglo gerochen vgl. sungl'om; manglö ge- 
beten, Pchm* manglo ausgebeten, vgl. mangl'om; maklo be- 
schmiert vgl. makhrom; diklö gesehen; ziklo gewohnt^ latslo 
gefunden, dschalö gegangen. Mulö abgestorben Zipp., vgL 
Pchm. murom, und pelo er ist gefallen, vgl. peFom, v, merar 
und perav. Kamlo geliebt, leutselig, günstig, vgl. kaml'om. 
Tamlo dunkel; schuvlo dick, geschwollen; schutio sauer^ — 



126 n. Grammatik. 

Pchm. miiklrf losg'elassen vg^l. itiukrom. Sikrärar !c1i lehre; 
rorärav ich beweine ; tasrövav ich ertrinke ; g-ilovav ich singe« 
Participial Suffix an Nominen. 1) Von Adj. pu- 
rado reraltet, barbarido £^ewaltsam feig-, wohl barbarisch), 
nane kehndo unermüdet Bisch, vg*!. Zipp. kyno matt. Ko- 
redo (blind) aus Pers. ^ Harr., aber Zipp. küralo. — 

Zipp. blavato (blau), Bisch, blavädo, auch jälodo g-rün s. 
Lex. Vg-1. z. B. Böhm, popelaty (aschfarben) Dobrow. S. 72. 
8) Von Subst. Hieher viell, Roomdichel (romsches Volk) 
S.37. — Londo g-esalzen Pchm. — tschettdo ölig", von tschett 
Oel; cheachhewdo hohl, y. cheachhew Loch ; ano temmdo inlän- 
disch aus ano temm im Lande; dummbado temm g'ebirg'ig' (eig*. 
hägelicht Land); pahlodo (sauisch) von pähk) Schwein; duk- 
kedo wund (wie dukkepenn Wunde) Bisch., dukkedo schmerz 
lieh (nafslepen) Zipp. vg-l. dukhita. Lassen, Gloss. und Etym. 
Forsch. H. 543 tf.; bipakedo (ungestraft) von paki Strafe 
Bisch. Fclheschnodi Wolke (eig. Blitz -begabt), s. üng. — 
Subst. auf do, di von Partie. Puchm. kalardi Küche d.h. 
die geschwärzte von kal'arav, vgl. choFardo erzürnt. — mu- 
radi Barbiermesser. Pchm. S. 11. — pchosadi Gabel. — Bw. 
bajatia (a bell). — Zipp. naschaddi Galgen vgl. Pchm. nasza- 
do getödtet u. s. Harr, to hang. — schuladi Besen, schulindi 
Zipp. — Harr, boshto, boshta (Saddle). — S. tati Stube {^\^. 
die warme) im Lex. — Ob kockarida der Rülps, Pchm., und 
karodi Krebs? 

c) Gerundialsuffix. 

Die Üng. Part. Fut. als tanitando (welcher lehren wird) 
von tanitö lehrend, halandö (welcher sterben wird) von bald 
sterbend u. s. w. (Parkas S. 93.) können wohl nicht den Ur- 
sprung gegeben haben. Wahrscheinlich ist das Zigeunerische 
Suff, aus dem Walach. Partie, (s. Clemens §. 110 IT. S. 213. 

z.B. MapHN4, sterbend^ moriens) entstanden. Diez, R. Spr. 
II. 211. nennt es Gerundium, welches an die Stelle des Par- 
ticips getreten sei, und zwar ist der Gebrauch der Romani- 
schen Gerundia sehr entsprechend dem des Zig. Gerundiums. 
Viele Beispiele der Art in Bw*s. Lucas. Bei Puchm. S. 18. 
§. 28. ist vom Transgressiv Präs. auf indes die Rede ; siehe 
über den Ausdruck Dobr. Böhm. Sprachl. S. 219. %. 85. Ist 
nun das os adverbial oder fremd? Kerd'om odova terdindos 
Ich habe es gethan stehend. Czinel beszindos Er schreibt 
sitzend. Mangel pes pchürindos (wohl pchir.) Er betet, in- 
dem er herumgeht. Daher rührt denn auch unstreitig das 
Perf. auf -andll'om Pchm« S* 18., z% B. asandiPom, von Zipp. 



B. Wortbildang. 127 

fsandio, g'elacht. Vgl! bei diesem noch rhinadjo geflogen ' 
(vielm. eig, gepflügt, ygl. Poln. orae), wo da9 Sutf. doppelt 
scheint aus no + do; und nirasandd gefroren, aus dem Sl.; 
pazzandd geglaubt. Nacli Zipp. ist das Part. Präs., wenn 
es sich auf dui endigt, Gerundium, als rauandui im Weinen, 
dschavandui im Gehen. Dschavendui naschade (andro dschaben) 
im Gehen oder gehend verloren sie. Jov avjas zitternd ui im 
Zittern kam er, jol avle zitterndui. Awjas jov adry zittern- 
dui ; rakerndui ; schunnandui , d. h. zitternd , im Reden , Hören 
ist er hereingekommen. Jol avle mangendui, sie kamen im 
Bitte«. Kliandui pelo (reitend ist er gefallen). — Karendui 
resfjum schiessend traf ich; pl. karendui jol resfle. — Keren- 
dui i piri pelc trujal, im Kochen fiel der Topf um. — Ke- 
rendui tschinjum mro guschto adri im Machen schnitt ich mir 
in den Finger. — rodendui lazjum suchend habe Ich gefun- 
den; hannadui 1., grabend u. s. w. (wohl hannandui von nie 
hannevava ich grabe, hanadjum ich habe gegraben). — Zipp« 
hat in Betreff der Endung an aduy (dort) gedacht, und sie 
mag allerdings auch local sein mit Uebergang In temporale 
Bedeutung. Uebrigens hängt die Frage, ob das Präsential^^ 
part. auf ando (vgl. Sskr. ant, aber Prakr. und Pali anto, 
Burn. et Lassen, Essai p. 183.) mit dem Gernndialsuff. wirk- 
lich verwandt sei, mit der gleichen Im Lat. zusammen, wo Ich 
sie glaube verneinen zu müssen. Et. F. II. 239. — Ken- 
dando ein Lesender; kendandui im Lesen (Gerundium), me da- 
va totte I mommeli ich gehe dir ein Licht. — Naschando pa- 
ning, fliessend Wasser; fsungando riechend; dikkendo sehend, 
im Sehen; schunnando hörend, im Hören. — Partie, billando 
schmelzend, ist aber Act.; blllado geschmolzen. Gerund, an- 
dro biilepenn. Auch billandui ist aber activ! Neutr. billand- 
jevava ich zerschmelze. — Mulandjui, andro mulepenn, mula- 
notanes penjas im Sterben , sterbend hat er. gesagt. — bar- 
djando (ob das erste d vom Part, Pass. ?) gewachsen, auch 
barjado von barjevava ich wachse. — Chandui (chavendui, 
was schlechter scheint, von der zweiten Hand) peijas im Es- 
sen fiel er, chandotannes (das d von der zweiten Hand getilgt) 
im Essen. — Adv. terdetannes peijas tehele im Stehen Ist ci^ 
niedergefallen. — Auch Adv, wawer tschandes s. verbessern 
Bisch. Auch Pchm. und Zipp. , welcher letztere es aus atschav 
(ich bleibe, bin) erklärt. — Bw. pirando (Lover), ulandi, Ha- 
ken zum Aufhängen, sobindoy (sleep), vgl, Sskr. swap; ba- 
randi (Back, Shoulder) viell. von Sskr. bhri (ferre). — Zipp. 
schullndi Besen; Btw. breshindo Begen, aber tscherendoskry. 
Bernizza Pfühl (ob eig. Kopfkissen?). — Zweifelhafterer Art 
sind folgende ^ei Bw.: -Pajandi f. (Guitar), etwa pass. von 



128 n. Grammatik. 

pajabar (To toacl, feel); aqnirindoj^AlTccted), rgl. aquiri- 
men f. (Affection); sulando (Loose, lig^^t, easj. Suelto) yiell. 
dem Span. W. sich anschliessend ^ wie treniendo (Dang-er), 11- 
ganda f. (Tassel. Börla), vg-L allg-ata f. (Slde. Lado), aus 
Sp» Wörtern stammen. Nag'uerindoj f. (Idle discourse. Con- 
Tersaciön); reblanduy (second). Choji und chojinda (Petti- 
coat) s. Lex. u. cz.; chirinda und chiringa (Orange), nach Bw. 
In Moorish China; pispindi . (Pcpper) s. ob. S. 95.; hrinda 
(Pera, fruta), vg'l. Pchm. amhrol, Birn im Lex., und perin- 
dola (Ball. Bala). Mirindia (Mientras) wahrsch. durch Transp. 
aus dem Sp. g-ebildet. Cuarinda f. (Cuaresma), hujendid(Bu- 
jarron) haben den Anfang*, Duquende m. (Ghost Du ende), eig*. 
Slav. Herkunft, den Schluss des entsprechenden Span. Worts, 
Ostelinda s. Lex. 

Auch nennt Zipp. die Constr. von andro mit dem Nom. 
Abstn Gerundium. Z. B. Jov muijas andro dschaben er starb 
im Gehen. Andro dschawenn pejum im Gehen fiel ich; a. dscha- 
ben peijas ist er gefallen; andro morr.epen peijas (pene sie 
sind gefallen) andro paning im Waschen fiel er ins Wasser; 
andro kerepen jov muijas im Machen ist er gestorben; andro 
tschinnepen fsutjas adry Er ist im Schreiben eingeschlafen; 
andro chaben (oder chamaha, mit Essen) thasQijas im Essen 
ist er erstickt. Jov pelo andro kellepenn er fiel im Tanzen 
(Part, pl. pele; auch peijas, was einerlei). — Andro üben 
nasche^jum im Nehmen habe ich verloren; andro diben im 
Geben; a. schunnepen im Hören; a. mangepen im Bitten; a. 
ÜBiaben im Lachen, fsandui Id. Andro scholepen peijum tehele 
im Fegen fiel ich nieder; a. piben im Trinken, a. ziggepen 
im Zeigen, a. tscbenepen im Schneiden, a. naschschepen im 
Laufen , a. naschepen im Verlieren. — Bei Pchm. steht S« 76. 
andro nasvalipen in einer Krankheit« 

d) Nom. abstr. 

werden zufolge Pchm. S. 10. und 19. theils von Adj., theiis 
von Verb, mittelst ben und pen masc. gebildet. Nach S. M. 
nehmen sie im Gen. und D. pl. und im Abi. und Soc. beider 
Kahlen a für e auf. Cziniben (Brief), Abi. czinibnastar, Soc. 
czinibnaha. Flur. Gen. czinibnangero , Dat. czinibnange, Abi. 
czinibnandar, Soc. czinibnan^a. Bisch, hat überall nur - penn, mit 
Ausnahme von ch'habben (Essen) und bibcn (Trinken), dage- 
gen Graff. ben mit Ausnahme von tarnepen (Kind) und bol^ 
pen! — Bei Pchm. haben die Vcrbalia gewöhnlich ben, die 
A4}ectivalia aber pen. 



B. WortbildoDg. 120 

Zipp. Xom. Dscbyben das Leben. 

Gen. Dschjniaskro. Dat. Dscliymasje. 

Acc.[?] Dschyniaske. Cliochcpaske hom beng-valo, zum 

Liig'cn bin ich dumm. 
Abi. Dschyniaster hl hut paschal, vom Leben ist viel 

vorbei« 
Instr. Dschvniaha honite preiskervav^ ich niuss es mit 

dem Leben bezahlen. V^l. Me humte pocinav, 

ich muss zahlen Pchnu S. 31. 

Im Hindi g-iebt es Noni. abstr. dieser Art: khiläd'apana (wan- 
tonness, lasciviousness) von khilad'a (Wanton Adj.); nitshapa- 
na (baseness); bälakapana fboyhood); tshhinälapana (whore- 
dorn) von tshhinala (whorc) ; d'äyanapana (witchcraft) von 
d'äyana (witch); auch rand'apä (widowhood) von randa (wi- 
dow); bud'häpa (old-ag-e). Im Mahr. Abstract substantives 
are formed by aflixln|2r P^n; als lenkuqian (childhood), maha- 
tärapan (old age) Carey, Gramm, p. 32.; Kennedy Dict* 
P. ll. p. IL z. B. niipana n. (Eg'otism ; boasting) von min (ich). 
Auch im Malab. -pän, wie es scheint, als Infinitivendung' 
(Alter, Sskr« Spr. S. 197.): z.B. g-rehlpan, elpan (accipere), 
sneliipan (amare) , vehipan , bharipän (vehere) , patschipan (co- 
t}uere) etc. Rührt nun dieses p von dem Sskr. Cansativum 
(Bopp. Gr. er. r. 519. und als Subst. saty^pana =x= satyAkriti, 
Ratification of a bargain, eig*. Wahrmachung) und vom p in 
den Indischen Töchtersprachen (s. Benfey, Gr. Wurzellex. 
S. XL) her, so dass man darin das Sskr. neutr. Sulf. -ana 
(vgl, die Deutsche Infinitivendung*) oder das Hindust, -nä zn 
suchen hätte? Tschumoben (Kuss) stimmt nur scheinbar rück- 
sichtlich des b mit Sskr. tschumb-ana. An Sskr. -twam ist 
wohl entfernt nicht zu denken,^ eher noch an Sskr. -man, Lat. 
-men. S. ob, S. 99- tschajemen. Borrow Vocab. p. 84.: 
„Pen A particle frequently used in the Gypsy lang'uag'e Uk 
the formation of nouQs; e. g*. chuug-alipen ug'liness or an 
ugly thin^; in which word the particle pen is atHxed to 
chung-alo ug'ly." Ausserdem z. B. Randinipen f. (A writin^) 
neben randar (to write). Romandinipen f. (A maria^e, bri- 
dal). — Viell. jachapen (Food. Comida) zw. Geschl., vom 
Sskr. khadya (Food), woher Hindust. L^L^ khäjü m. Name 

of a sweetmeat like pye-crust. — nasallipen (sickness). — 
najipen f. (Loss , perdition). — nieripcfn (dead). — merdipen 
(wound) V. merdö (sick), — matipen (drunkenness). — du- 
quipen (Grief. Dolor). — chlng-äripen (War, battle). — chip^n 
f. und chibiben (Life) u.a. S. ob. p. 117. — chachlpe f. (Truth) 
und chipe f. Id. soll nach Bw, True tong-ue sein aus diipe f. 

9 



130 II. Grammatik. 

(Tongiie), was aber gewiss unrichtig. Garip^ (zw. Geschl.) 
Scab. Postilla; vgl. im Lex. ger. S. nocb lin Lex. jurepem. ; 
lacbipe f. und gulupe m. Beribu f. (nuiltitude) , aber baribii 
(nuioh). Bei Grellni. S. 316. 2. baribo im VU. wahrscheinlich 
magniiiido, wie baruben (Grösse) Rttd., und 8.294. 2. me- 
ribn Tod, vielleicht mit Abfall des n, wie Sskr. uäma ans 
näman u. s. w. Es heisst bei Zipp. : «^Die sich auf pen endi- 
gen, können auch im Nom. auf pa auslauten, als pokonepa 
oi?J^'. Ruhe o pokoinepen, von pokoino (poln.) ruhig. Nan 
li man keek pokoinepa ich habe keine Ruhe oder Frieden. — 
kingepa Friede, Ruhe; vgl. Lager: tschiben ein Bett, te 
kingerwamm man, mich zu ruhen; te kingervaf ruhen. Vgl. 
Bisch, kicheäf rasten, keno müde. — Menglepa oder -pen 
Ohnmacht; s. S. 99. Menglepaskero. Wasche menglepaskc 
naschti tschum terdo wegen der Ohnmacht konnte ich nicht 
stehen bleiben (st. atschjum). — Bisch, prisserpa Vater 
Unser neben prisserpenn Ohrenbeichte, prisserpa und prisser- 
penn Gebet. Gunschepa Zehrung. — Bei Alter nr. 59. so- 
wibö (somnus); nr. 71. möribö (mors), also hinten der Nasal 
mangelnd, wie in bolibö (coelumj. — Grellm. piiropa und pu- 
rana Alter, aber Zipp. phürepen, vgl. ob. Hindi bud'hdpa 
(Old-age). — Bei Ludolfus cheleue (tripudiare) , haue (come- 
dere), guigiebe (cantare) ist wohl eher pers. 1. praes., — Das 
Geschlecht ist, mit geringen Ausnahmen , männlich bei Zipp. 
und Pchm., aber Fem. bei Bw., und einzeln bei Frenkel. 
Zipp. sagt : „Die Wörter , die sich auf N endigen [doch un- 
streitig mit Ausnahme des ephelkystischen] , sind masc. Baro 
naslepen, pl. naslepenna Krankheit — baro tschovkerben, pl. 
bare tschovkerpenna Zauberei ;^^ und in der That sind alle 
Beispiele auf ben und pen bei Zipp. masc — Auch sind sie 
männlich nach Pchm. S. 20. , jedoch cziben das Bett fem. 8.37.^ 
aber masc. mit Flur, czibena S. 21., wie latscho tschibena gute 
Betten Zipp. — Aus dem s der Singulard^rivaten bei Bisch, 
und Graif. folgt das männliche Geschlecht für die Primitiva 
nicht minder. 

Auszuscheiden sind mehrere Verbalphrasen mit dem 
Acc. Plur. des Refl. pen (se), die aber dennoch zuweilen 
irriger Weise von den Sammlern , z. B. Bisch. , als Nom. abstr. 
auf pen sind aufgefasst worden. So bei diesem richtig 
tschingerpen Zank, Zwist, Streit, allein tsc hinger wene- 
pen sie zanken sich (nicht: Gefecht, Zweikampf), wie bei 
%ipp. sprichw. Kohn pes rädo (gern, aus dem Lith.) tschin- 
g^rla, ado te kinnel peske filizzen Wer gern sich zankt, der kaufe 
sich ein Landgut; eig.A. PI. — Gelag bibene pen (sie betrin- 
ken sich) neben biben Trinken, Getränk Bisch., piben Pchm. Bei 



B. Wortbilduüg. 131 

Zipp. me pjava man matto ich besaufe mich, Jol pjne pcn 
matte sie haben sich besoffen, vgl. Böhm, napiti se (sich satt 
trinken) Dohr. S. 119. Ehen so im Sing*, jahk-dela-pes 
(Feuer g-ieht sich d.i. entsteht) Flamme Bisch. — MarrnS- 
penn Schlacht Bisch., yg]. te maharaf schlachten Zipp. Al- 
so: sie schlag'en sich. Vgl. Alter nr. 186. märjenapje (pu- 
gna, Schläg-erei) und czing'ardena (rixa, Streit, Zank) nr. 185., 
d.h. sie haben gezankt. — Karnapen Name Zipp. Eig*. sie 
nennen sich. Vgl. Er heisst N., karna les N. (sie nennen ihn 
N.) Zipp. Kcharna (uomen) Alter nr. 54. , d. i. nominant. Do-^ 
we kardas Johannes , der hiess J. (3. Fers. Ferf. Act. durch 
Germanismus) Job. I. 6. Fr. — Zipp. n. Streit kurnapen, 
wozu er sagt, dass es nichts sei. Es heisst wohl eig.: Sie 
schlagen sich. Dagegen kurepen Schlägerei, paskero, pena« 
Tschingerpcn Zänkerei, paskero. Krieg kureppen, G« paskero, 
pena von tc kuraf. Das Schlagen, der Schlag kurepen. — 
Zipp. u. Ehe hat: „Lineppen heisst das Nehmen ,^^ eig. 
wohl: sie haben sich genommen. lipen Gewinn, Nehmen, 6. li- 
paskero von te laf nehmen. Mitv, worüber s.S. 138., o livepen* 
das Nehmen, Heirath. So auch Zipp. u. Ileiraih: livepen das 
Nehmen, aber auch kamenapenn sie wollen heirathen. Vgl. Ib. 
n. verlobt: Mee kamaha meen wir wollen uns (sc. heirathen), 
d. i. verloben uns. Parplepen hoes len sie haben Verlöbniss 
gehabt ; parplepen pyine sie haben Verlöbniss getrunken. Vgl. 
S. 137. — ü. vereinigt : V e r d r a g 1 e p e n sie haben sich vertra- 
gen. Jol hl meschto ketteny sie sind gut zusammen (wie misch- 
toge. Concordia. Alter nr. 192. , entweder: gut zusammen, oder 
zu sehr, mischtope als Subst. Abstr.). Jol rakardle penn ketten^ 
sie haben sich zusammen beredet. Chchellevena pen sie He- 
ben sich , von chchellevava ich spiele , chchellado gespielt, 
verliebt. — Bei einzelnen dieser Verbindungen ist zweifelhaft, 
ob das Verbum in der 3. Pers. Präs. oder Per f. stehe. Son- 
derbar ist gornelepenn Geläute Bisch., und doch wohl ein 
Adjectivale. Vgl. Zipp. e kambane korna, sie schlagen die 
Glocke; me kurava oder zirdava e kambane, ich laute, ziehe 
die Glocke. Siehe noch ob. kurnapen. — Erdbeben PubfeskS- 
ro trisslolepenn, was , dem voraufgehenden Adj. nach zu 
schliessen, Subst. sein niuss, während die Form eher für eine 
dritte Person Sing, nach Cl. II. spräche. Ygl. auch das BOhm. 
Recipr. trzasti se, zittern, beben, und zeme' trzesenj Erdbe- 
ben. — Bei den nachfolgenden Artikeln ist thellweise zweifel- 
haft, ob es Abstr. seien vom Partie. Prät. Pass., oder 
verbale Phrasen mit der 3. Pers. PL Prät. Ac4., welche mit 
dem Plur. von jenem Partie zusammenfällt. Sikerdewena (sie 
werden unterrichtet) ist Part, mit 3. pers. von avav. Vgl, 

9 * 



132 IL Grammatik. 

'is. B. Rtw. Beiir. dcle-tschedom-man, liefen (cfg*. nieder habe 
Ich ^ele^t mich), wie deleczedonian' Alter ur. 232. ; g'ojurdoman 
Aerg'erniss (eig*. ich habe geärgert mich) , tsharenanian preisen 
(eig. sie loben mich) u. a. So nun auch bei Bisch, rikkerdi- 
pen n, verzönrern. — Trauung sollojerdepönn , neben Hai tu 
söllojerdo? Bist du getraut? Siehe Ili fsaulchardi, sie sind 
getraut, oder i fsauel lyne, sie haben die Trauung (Schwur) 
bekommen. Zipp. — V^ergleich gunschedepenn ketene; s. gun- 
Bcheaf pes bar wallettes verdingen sich als Knecht. Diese 
beiden sind reci|)roke Handlungen, also höchst wahrsch. mit 
dem ttefl. versehen. — Genugthuung dohagerrdcpenn von do- 
ha (dosta) (genug) Zipp. und gerrdo hl (geschehen, eig. es 
Ist gemacht). — garadopenn Hinterhalt Bisch, s. gahreaf ver- 
stecken, verwahren, gahradum ich habe verwahrt, Zipp. ga- 
redo versteckt. — Plesserdepenn Belohnung scheint wirklich 
Subst., etwa vom Part., oder mit dav, ich gebe? — Zipp. 
mit dl durch Slawismus, s. Part., mardlepenn neben märepen, 
mardlipen i\1ord, und rakadiipen dlespräch, entweder auch 
"vom Part., oder: sie haben sich gesprochen. S. vor. S. 

Graffunder S. 50. irrt, wenn er das Masc. koba tar- 
n^pen *) das kleine Kind* (s. Bisch. Jugend , und diknepenn ein 
Kleines, unter : niedlich) mit koja pen (Schwester) combinirt. Un- 
geachtet er S. 40. selber: u tschatschaben (die Wahrheit) = 
Pchm. czaczipen (Gerechtigkeit) hat, ist doch von ihm, un- 
streitig weil er die Verbalabstr. dieser Art mit Unrecht für 
Infinitive hielt, übersehen worden , dass solche Formen auch 
von Adj. vorhanden sind. Uebcrhaupt bin ich veranlasst zu 
glauben, dass die sog. Inf. bei GrafT. S. 40. und 49 — 50. zum 
Theil bloss der irrigen Ansicht von derlei Formen ihr Dasein 
verdanken. Tschiwaben (liegen) S. 40. steht neben tschiben 
(Bett). Bulepen Ib. ist seinem Ursprünge nach zweifelhaft. 
Dschaben (gehen) S. 18. s. u. — Adj. aus solcherlei Subst. 
*S. 11. wabasgro, gri, pl. e, von waben (werden), auch: kom- 
mend Ms. und gehend S. 22. Chadschabasgro (brennend) und 
chaba^gro (essend) von chapenn Speise Luc. III. 11. Fr. , wor- 
in Graff. mit Recht das Accusativzeichen des Sing. Masc. er- 



*) Vgl« Hindust. qJ ^^^j^jawln-pan or panä s. m. (Touth) 

Shakesp. Dict. p« 286., und sogar p. 2'id. ^^y^, Ij^* iarun^ - pan 

Youlli, pubcrty. — p. 190. Hd. ^-^ pan, terniinalion , affixed io 
nouns , answeriug to liie English terminations sliip, hood, ness 
elc, as ^. Ji) J (däs ^ quadripunkliit) latak-pan, Cliildhood. 

Baniy:! pan, Tlie business of a Lii (Kaufmann). Hind. Uj pan^, 
A termination of tlie same iinport. 



B. Wortbildung. 133 

lilickt^ indem die Noin. auf ben fast säiniiitlich männliches Ge* 
schlecht haben. S.39. vg-l. 22. koja chanias^ri (der Tisch , s* .. 
Bisch, anrichten) stammt unzweifelhaft aus chaben (Eßscn) mit 
m st. bn (s. ,ob. S. 93.) /aber mas (Fleisch) darf man darin 
nicht suchen. ])atterwahas/;^ro (wärmc'nd) vg-l. Pchm. tat'arav 
(wärmen), auch wohl dadderman^ru (lanterne) Kog*. In den 
F renker sehen Texten: Anno leste his u dschjpenn In ihm 
war das Lehen Joh. I. 4.: pardo fsoow'penn voll Schlafs; tiri. 
cammapenn dein Wille; job stejas pree 1 priesterpaster , er 
stand auf vom Gebete ; ieskro schitzeba , sein Schweiss (vgl. 
schwitzen) hinten ohne n; pukk'penu Klag-e; ann u ^arnpenn. 
im Verborg-enen ; tire rakkerpenn deine Sprache LG., wie les- , 
kri r. seine Uede Luc. IV. 32.; trän u chojpen aus Neid; i 
tschinnepen die Schrift; con hi trän u tschatschopen (auch 
Joh. T. 17.), dolla schunnena miru rakkerpenn Wer aus der 
Wahrheit ist, die (PI.) hören meine Stimme. Rohedas tukke- 
paster Er weinte bitterlich (eig*. : vor Schmerz) LG. Leskre 
'tschukrepenn, jek schukkrepcnu (Acc. ; Herrlichkeit) Joh I. 14. 
Caia soorlopen diese Macht — und lakri (also fem., wie caia, 
und zwar sowohl vorn als im - i) schukkerpenn , und ihre llerr- 
lichkeit Luc. IV. 6. , wo auch: taw ola, ich gebe sie (ola wohl. 
f.). — Adj. daraus in LG. marupaskro Uebelthäter; mereban<-- 
gre PI., Mörder; kurupangre wallette Kriegsknechte, und als 
Sing, mulukuurupaskro Todtschläger; tschatschopaskro (Wahr- 
sager) oder turkupaskro Prophet. 

liüd. S. 71. kennt nur Adjectivalia, als: schukkerbeA 
Schönheit, puriben Alter, baruben Grösse. 

Rtw. aus Vb. und Adj.: ttackerpeu Sprache. Schucke- 
rakerben-hi-koles (beredt); eig. : Pulcra oratio est ei. Gab- 
ben Speise; tshewerben Wunsch (wohl eig. Wurf!); thowej^- 
kerben zaubern (fälschl. Zaum); kellipen Spiel; stiben Sprniig; 
pandopeu binden ; g atsherbcn ßrand ; stakerben Tritt ; tsho- 
waben Wäsche; peckebcn Braten ; tschimaster ewig (eig, Abi. : 
vom Leben). Tschaben Gang; mangipenn Gebet; tschingrc- 
hen Zank; tshingerben Streit, Hader, Kampf; tschinnebeu .: 
Wunde, tschinniben Schramme, tshinnepen Hieb« Bashopen 
Klang. Tschummoben Kuss. Kuroben Krieg,, treffen (sehr. Tr.), 
Schlacht und davon guromaskro Soldat, kurumaskro Krieger, 
(auch kutwnas'ki-o Wilos, bei Alter nr. 190., wo nur t st. r 
falsch ist), curomangri Fussvolk; s. noch u» S. 143« Sowopen La- 
ger, Gochobeu Lügen. Mcraben Tod S. 39. und Meribben Pe-' 
stilenz. — tsatshobeu Hechten^ neben tshatsho Recht, also 
vom Adj. odttr Subst. Naaswlipen Seuche; buchlippen Plata; 
goswropen List, und goswrepen Weisheit. Tschoriropen elend 
(sehr. Elend). Mehrere Bei^p. hei Grellm. daher outlehntt -^ 



\ 

/ 



134 n. Grammatik. 

Ad}, gljnpaskro Sänger; kcropnskro Koch; mang'opaskro Pra- 
eher; pordepaskri Pfeife. 

Alter ;ir. 1S9. kuroheii', kag'riben (Bellnm, Kriege). 
— Gaben' and töchaw' (quod comedam) Esca, Speise, nr. 181. , 
vgl. chabben nr. 2*27* und chabe (wo es lächerlicher Welse mit 
esse, sein, verwechselt) nr. 2*23. Richards, p. 478. hat sein 
chabben, worin cb nicht Eng*!, ^u sprechen, durch Verniitte' 
lung* Grellm.'s daher. 

Szuj, viell. keines. Zweifelhaft wenig'stens beschima 
(In nido), welches viell. ein Slaw. Sulf. enthält, und g-redep- 
chabon (Bisch, g-rcdepjapenn wohl Verschlimmbesserung) , das 
schwerlich hu^ Poln. gorac brennen, sondern: „Häuser bren- 
nen'* von tohribovav Pchm. Eher noch Zauberer dschanimag-- 
koru (ff etwa n, wie im Grierh.?) Adj. von einem Abstr. aus 
nie d^chanaw (ich wei.^s), oder zu dschowajani Hexe? 

Dorph hat shurepenn oder nach Dänischem Muster: 
shureri (Tyverl) s. Lex. u. cz.; gab(^n (Spise); stilepenne r. 
(Arrest) und klirobaskero (en Arrestforvarer) etwa: Schlies- 
ser mit r st. t aus frlitaf schliessen Bisch.? 

Bryant: hj^tchoriban (to burn), miraban (death)<, com- 
moben (l^^O' calabeen (muslc, elg*. Spiel), hocleben (hatred). 
Ob auch careoben (copper)? aus x^^^^f^^f ^^^^ ^^^ Schla- 
g'cn? Cauliben (Black, wohl als Ncutr. das Schwarze, vgl. 
Gouloe Soot, und nicht mit Sskr. warifa), techeben (truth), 
tattaboeq (sumnier) von tattoo (warm). Ferner mormingro (a 
barber) von Sskr. nlud^ Plastomingree (a couch)? Peomin- 
gxo (etwa vom Trinkon?)? und baulo paramattee (zu malto 
trunken?). Poomingro (a peach, Pfirsche)? Posomlso, gree 
(a spur) doch wohl zu pchosavav (ich steche) Pchm. und et-^ 
wa; der stechende Absatz, Tritt (Engl, gree), so dass Iso 
st. Isco = eskro stände, wie der Druqkf, pesko st. peskro 
Pchm, S. 79. ? 

Harrlot; Rokrabin (languago), aber rokramen (conver- 
satlon, doch wohl kaum „wir sprechen uns'< darin?) von 
rokra (to chat schwatzen, to spoak), auch rokra, I spoke (?)• 
-»- Kämoben (friendsbip) und kam (de^sire) ; Bisch, gam(ip^nn 
(Wunsch), — Häb (viclm. comedo), haben fvlctuals). Cram 
(to) -haro baro: but bähen häbina (eating mnch); s. chaben 
Speise, ZIpp. Daher Harr, häbenengro (cook). — kuraben, 
kuren (combat), deren das letztere wie given Chant (to sing) 
und bei Bry, campen (to fig-ht vgl» kämpfen), dicken (sight), 
dände en (to bite) wohl Ein Wort, u. s, w. — Kinoben, chia 
Cut, V, clip, reap (to cut)? Tepauben Health (jour good) Ist 
wohl kein hieher gehöriges Subst,, noch auch te als Poss, 
(dein) au erklären, sondern vielmehr als te (ut), und etwa; 



B. Wortbilduug. 



135 



ut bibant, oder ut bibaiis? — A<1j. kuruniengro (A soldier); 
bashoniang-ri (fiddlc, violon) vonGraff. S, 40. baschabeu dieMiisik, 
baszaviben das Spiel Pclini. ; staromangro (prisoner), ygL Pdim. ' 
stariben der Arrest. Peaniangri (letränli, p. Bisch. PorcellaD, 
Also, ausser häbeneng'ro , sogar Adj. mit iii. st. bn. — 

Zipp. sag-t: 9, Von den Verbis aus dem Imper. [bloss 
äusscrlich; in Wahrlieit vielm. unmittelbar aus der Wurzel] 
werden Noni. geniadit, deren Endungen ben oder pen; z.B. 
kür schlage, kurepen das Schlagen, die Schlägerei; dschyvuv 
lebe! dschyben das Leben; kli reite, klyben das Reiten; dscha 
gehe, dschaben das Gehen.^^ Vgl. über die Casus ob. S. 93. 
1. Auf ,ben folgende Verbaiia von vocalischen Wur- 
zeln: dschaben, pl. benna Gang, G. dschamaskero uianusch 
ein gehender 3Iensch; o fsaben Lachen, fsamaskro lächerlich, 
avrj fsamaskro höhnisch (auslacherisch). — o chaben (chä- 
pen), pl. bena, 6. maskero Speise, Essen; Pclini. S. 72. tre 
chabena deine Speisen von chaben ohne Geschlechtsangabe. 
Zipp. chamaskro frässig s. ob. S. 132.; chamaha mit dem Es- 
sen; "Chamaske fürs E. z. B. ausgeben; chamaster vom E.; 
theifsirlakke chamaster, vom (de) ITrühstück. — o tschiben, 
Lager , Bettstelle , eine Streu , posfeskero tschyben Strohlager, 
G. tscJiiniaskero , pl. benna. -^ o dschiben, pl. benna das Le- 
ben. Dschimaskro lebhaft; bedschimaskro leblos Zipp. Apo 
tschiwepenn (auf das Leben) lebenslang Bisch. Schukkerpen 
bi tschatscho dschymaster Schönheit ohne Tugend (gerechtes 
Leben), mre dschimaster mein Lebelang Zipp.; Rtw. Beitr. 
tschimaster ewig* S. 12., und Tinmian tsliiniaster apri butln 
tshl^de, und mich auf ewig (eig. auf Lebenszeit) auf die Fe-* 
stung (eig. zur Arbeit) haben sie gebracht. So auch tschi- 
master ewig Bisch., dschimaster Mithr. IV. 91., .und, als ihm 
unbekannt, mit w: tschiwaster Pchm. S. 5L aus Grellm., bei 
dem aber vielm. S. 296. das Wort auch mit m steht. Bei 
Zipp. „Me tschava (ich bleibe) — ewig* — oder — mre dschi- 
master (mein Lebelang) dschydo (lebendig), d. u Ich werde 
ewig leben. Ssa jek [in Einem fort], nur fort, beständig, 
immer. Dschinki mro dschyben , ewig , d. i. bis zu meinem Le- 
ben.^^ Ferner bei ihm im VU.: ada dschimaster dschin ko 
dschiben, von Ewigkeit in Ewigkeit; ko, wofür andro von er- 
ster Hand, scheint die Präp. ke mit dem Art. o, also dschin 
ko, bis zu dem. — Me na dikjum mre dschimaster Ich habe 
mein Tage nicht gesehen. Zipp. — Dschipaster ewiglich , Luc, 
I. 55., aber tschimaster Ib. 33. Fr. — fsyben das Nähen. — 
dyben, der Schlag in gcnere; s. dav ich gebe; daher di- 
paskro freigebig, — pipen (o piben) das Trinken; ada pyben 
hi avry pynu,. ausgetrunken* — klybeu das Reiten, Abi» klj- 



130 n. Grammatik. 

masier s. ob. S.OS.^ aber auch klipaster; kliinaskero Reuter, 
pL kliiuangreri« — o scbtyben, G« schtymaskro , welcher auch 
als Adj. stellt; andro schtyben Im Spring'en. — o lipenn Ge- 
winn, Nehmen, Gen. lipaskero, aber auch o Hvepen (s. we- 
gen des y unten Pchm.) das Nehmen, Ileirath. — Es erg-iebt 
sich hieraus, dass nur wenig'e ausnahmsweise ein p zeig^en, 

2. Alle ttbri/sren.auf pen, welche, Zipp. zufolg'e, s. ob. 
S.93. im Nom. PI. pena, im G. paskero haben, den er von 
deji früher besprochenen Formen auf pa erklären zu können 
meint, a) von Verben: Bakriskeri (eines Hammels) pasch- 
wering'eri (der Rippen) pekkepena (PL Braten) Hammelrip- 
pen. Pekkepaskri spyfsa Bratspiess; pekkepaskri, oder pek- 
kepang-cre, g-oja Bratwürste. Bisch, pekkamäskri Tiegel; pe- 
kibnaskeri Bratröhre, von pekiben der Braten. — zirdepen ein 
Zug*, und daraus: Sielen zerdapang'ri (e zerdapang'cri pl.), und 
Bg*. zerdepaskeri. Tschyv tu zerdopang'eri apro g'rende, leg* 
die Sielen auf die Pferde. Zerdepaskoro schello ein Sielen- 
strick, und schello zerdapang'ereskero Siele , Strang-; eig-. wohl: 
Strang* von einem Zug'pferde; also mit doppelter 'Ableitung*, s. 
n», die Jedoch z. B. in: lig'g-erpaskero dummo, eines Lastträ- 
gers Rücken, vernachlässigt worden. Zipp. Vgl. trdjpnaske- 
ro grast. Pchni., zertamangero grai Zugpferd, zertamäskeri 

Elastra Zugpflaster Bisch. — Pchm. cziniben m. S. 20. 37. 
trief» Zipp. o tschennipen Wunde, d.i. Schnitt; tschinnepas- 
kro Sclireiber, schneidend, -kri tschuri schneidendes, scharfes 
Messer; tschinnepaskri tatti Schreibstube, tschinnepaster vom 
Schreiben. Bisch, tschin^penn Narbe, Wunde, Schmarre; tschi- 
nemaskri Sohneide, u tschinnemaskri (der masc. Art. n in Wi- 
derspruch mit dem fem. End-i) Hippe, tschinepaskro Schnit- 
ter u. s.w., aber tschinäpaskerjo Schreiber, Advocat, tschine- 
paskcri chamaskri Schreibtisch. — Zipp. Me lijuni e tschinne- 
pen (A«c.) andro kurepen, ich bekam eine Wunde in der 
Schlacht, mit einer Präp., wie kie keriben zur Arbeit Pchm. 
S. 62. Me vijum andro temni wasch o kinnepen te bikkepen, 
ich bin ins Land gekommen des Kaufens und Verkaufens we- 
gen. Bikepaster to kinnepaster, vom Verkaufen und Kaufen, 
s. Bisch. Auction; baschepaster , kellepaster vom Spielen (der 
Abi. im Sinne des Lat. de); dikkepaster vom Besehen; 
•0 ladepen Herberge, ladepaster vom Nachtlager. pleis- 
kerpen Bezahlung (plcisferpen Bezahlung, Lohn), pl- -pe- 
na; preiskerpaster vom Bezahlen. tschakerpcn Decke (Ton 
auf ult.) ; hingegen to dschakerpen das ist ein Warten! 
S. wegen to auch Pchm. S. 34.; o fsungepen das Riechen; 
o schunnepen Gehör, pl. penna; o haijepen Empfindung, Mei- 
nung; o banjepen Wuchs; o kbamlepcn das Schwitzen. Jol 



B. Wortbildung. 137 

khammjele Perf. [eig*. 3. pL vom Part.] , von nie khamjevav^, 
mir ist von der Sonne heiss, ich schwitze; o g'hihbepen Sin- 
g'en, Stimme s. Bisch. Vers, g'abepaskero ein Säng-er Zipp. j g'ije- 
pängri Schüler (wohl pl.) Bisch»; o tschingerpen Zänkerei^ ^tschin- - 
gerpaskro zänkisch; o rakerpen Rede, Redensart, paskero^ 
pena Sprache, rakerpaskro beredt; o kiirepen Krieg-, Schlä- 
g'erei, kurapaskero Feuerstahl von kuraf schlag-en. — o had-^ 
depen Hülfe; o zikkerpen Lehre, zikkerpaskero Lehrer, Ge- 
lehrter, bizikkerpang^eri Ung-elehrte, s. Bisch. Schulmeister, Kanr 
tor, sikchemäskro, u. -kri Schule. scharepen, schareppen, 
meskero Ruhm; o chochepen, wie Bisch, achhachepenn , Lüge; 
tschöüvkirpen Hexerei, tsowkirpen Zauberei, G. kirpaskero; 
pazzepen das Glauben, Borgen (credere), bipazzepaskro un- 
gläubig; parkirpen Dank, parkirpaskro dankbar, bik. un- 
dankbar; o still, u.schtillepen, o schtaripen Gefangenschaft; O 
pariasfupen, perjasfepen, na Scherz, Spass, wohl vom Verb« 
und nicht Subst. Andere, deren venu, männliches Geschlecht 
nicht ausdrücklich durch Vorsetzung des Artikels hervorgeho- 
ben worden : kellipen das Spiel , von te kellaf spielen mit Kar- . 
ten; kellepen, paskero, pena Spiel; kellepangri sind die Kar- 
ten, auch die Tänzer, Karepen Schufs; pennepen Rath; pa-- 
repen Tauschhandel , parepaskro tauschend ; prindschkerpen 
Bekanntschaft (Acc); meripen der Tod, merepaskro sterb- 
lich, bimerepaskro unsterblich; märepenn (mardlepeppen) , o 
mardlipen Mord; tschummepen der Kuss, von tschummevava 
ich küsse« Chatschkerpen Entzündung. 

ß) von Adj.: o schuvlipen, G. schuvlepasliro Geschwulst; 
täteppen Wärme, thatepen Hitze, G. paskero, pl. na; o 
tamlepen Finsterniss ; barwelepen Reichthum ; kamlepen Lie- 
be, Gefallen (Acc); barepen Höhe, elg. Grösse; wolnepen 
Freiheit (aus dem Sl.); bangepen L^nrecht; gudlepen Süs- 
sigkeit; latschepen Tugend; phurepen Alter; ternepen Ju- 
gend; schukkerpen Schönheit; prepnopaster vom geschickten 
Aensseren Gespr. 10. aus prepno geschickt (etwa nQimov'i^i 
dschunglepenn Hässlichkeit ; khorelleppen Blindheit, v. koh-* 
rallo blind; kaschekeppen Taubheit, von kaschekko taub. Jak- 
kingero parrlipin das H^lssc im Auge (s. Bisch, pärrnepenn 
Kalk) mit 1 st. n. Von einem ähnlichen Subst. gebildet in 
denken ist brunemaskro bräunlich. Nafslepen Krankheit (warme 
und kalte); wasche nafslepaske naschti awjum Krankheit we- 
gen konnte ich nicht kommen. fsastupen, o fsastepen, 6* 
fsastepaskro Gesundheit. Mo del mro devel tro fsastupen, es 
gebe dir mein Gott deine Gesundheit. Tre fsastepaske, mre 
reia Auf eure Gesundheit, mein Herr! tumare fsastopaske auf 
eure Gesundheit« pjrrepen Brautschaft ^ Ueirath; von plren-« 



138 n. Grammatik. 

HO 9 pjrenna Bräutig'ani, pyrevava ich bin verliebt , also n un- 
terdrückt, oder direkt aus Sskn pri? thiilepen, tulHpen das 
Fett, G. paskero; g-urwenu (Rinder-) tulipen Talg*; in der 
Weise, wie auchGur. mafs Rindfleisch, ballutschnu mafs Schwei- 
nefleisch, und zwar entw. so, dass von jenen Wörtern das 
erste Adj. (s* S. 123.) oder Subst. im Lith. G. PI. auf ü. 
meschtepen Wohlthat, Nutzen, Gefallen, Güte^ mee kerdum 
tokke meschtepen, ich habe dir Gutes gethan. Tschatschepen 
das Recht, Gerechtig-keit, Wahrheit; tschatschupen Rechts- 
gang*. Rikkerava tschatschupen ich bekomme, behalte Recht. 
Me lava tsch. Ich krieg-e Recht; tschatschepaskro rei (Rich- 
ter) , pl, tschatschepang-ere ; e tschatschepaskro - keerister vom 
Gerichtshause (kommen); tschatschopaskero aufrichtig-, bi- 
tschatschopaskro ungerecht. Adj. mangepaskro der Bettler. 
Tschybingero tapfer (eig*. widersetzlich von tschivaf). Ku- 
schepaskrö der Schinder, kuschcpaskre g*reis (Schindmähre) 
^Acc., vg-1. Pchni. kuszvalo. Thauopaskro Wäscher; raue- 
paskre jaswa gewcinte Thränen ; naschepaskro flüssig*. Ssaue- 
paskro, fsauopaskro schläfrig- von o fsauepen Zipp., sovibeu 
der Schlaf Pchm. aus S. swap ; aber i fs.iuel die Ehe von ^ap. 
Allein fsavepaskro kurzweilig*, fsamaskro lächerlich, von asa~ 
▼Iben das Lachen Pchnu Rigodsworepaskro ohne Klug-helt. 

Puchm. a) Von Verben: asaviben das Lachen S. 55.; 
baszavlben das Spiel; g-ilaviben Gesang" S. 62., szulavibnas- 
k^ri Besen, bei Bisch, schulemäskri ; also mit einem erweitern- 
den V, aus Conj. IV., wie es scheint. Chaben Essen; piben 
der Trunk, das Trinken. Cziben das Bett; s. o. S. 130. we- 
^n des Geschlechts. Roviben das Weinen; soviben der Schlaf, 
sovibnastar aus dem Schlafe; bikniben Verkauf; vicziniben das 
Geschrei; pociniben die Bezahlung*; vakeriben die Sprache; 
cziniben Brief; czoriben Diebstahl; hamziniben das Gähnen; 
pchucziben Frage; keriben die Arbeit, keribnaskero Arbeiter, 
Gesell; aber -i Haue, als wäre es von Sskr. krit; keliben 
Tanz, Komödie; kuriben der Krieg*; kosziben das Fluchen, 
Zank. Meriben Tod S. 54.; Bisch. merapang*re sterblich, PI. 
oder -g-ro? Mariben Schlacht, Schlägerei; Bisch, marepan- 
g^rf pl. Schlachtvieh. Pekiben s. ob.; siklariben die Lehre; 
stariben Arrest; pcheribnaskeri Flinte , vgl. pcherdo, voll; ra- 
zlpnaskeri Bachstelze; cidibnaskere pl. die Wag'e. Mit pen 
jedoch, wie es scheint ausnahmsweise, man^ipen das Bitten, 
eine Bitte, S. 19., 43., und mangipnaskeri Gebetbudi 2. Bett- 
lerin, — pchurdipen Athem. 

• ß) von Adj.: zoralipen Festigkeit; barvalipen Reichthum; 
laxvakeriben rnverschänitheit S, 60. , im Acc. murdvalipen Aaa 
64. 9 und peskro dylinipen ihre Thorhelt68» Tatipen Wärme; 



B. Wortbildung. 139 

sznbipen ]!>ürre. Da^ipen Läiig-e'; von dhig-ö Alter nn il7«9 
welches aber ein dem SL entlehntes Adj. Ist, und nicht Ion* 
gritudo bedeutet; dasselbe gilt von eher' ang'ebllch Tiefe =3 
choripen; bng'ld, bulhailo Breite » buchlipen; uczo, pral'y 
nicht aliitndo, sondern: altus, supra. Koripen Blindheit; nan-' 
g-ipen Nacktheit; laczipen Güte; czaczipen Gerechtigkeit; gso«* 
ripenArmuth; szuviipen Geschwulst; sastipen Gesundheit S.IO»; 
nasvällpen Krankheit; sapanipen Nässe, Morast; uzlipen 
Schuld. — Mit ben unter den Adjectivalien als Ausnahmen: 
ucziben Höhe, pchuriben Alter und pchariben Schwere. 

y) Von Subst.: bengipen Hölle, von beng" Teufel; vidi, 
czikniben das Schmelzen, von cziken Fett, wo nicht verbal. 

Bisch. a)von Verben: 1 brewijakeri ch'habben Abend- 
brod (s. jedoch Abendmusik u«), als wäre es fem., was doch 
sonst nicht der Fall Ist, und auch Acc. chhabbenes Speise, wie 
masc. s. anrichten, verköstigen, neben chhabben Acc. s. zube- 
reiten. Pallo chaben bellwiakro (nach dem Abendessen) Zipp. 
Nebst biben (Getränk, Trinken), wovon bimangre PI.? (Kaf- 
feekanne, Porcellan), die einzigen mit ben. — Sonst tschi- 
wepenn Leben, auch als Acc; tschipenn Bette s. Wochenbet- 
te, Brautbett, Ueberzug, Pchm. cziben; dschapin Tritt; do- 
bapenn Bleiche, döwepenn Wäsche; riwepenn Anzug, u ri- 
wepenn Kleid, Pchm. uripen m. Kleidung; rowapenn Geheule; 
paschopenn Musik, brewijakero p. Abendmusik, s. Lex.; gä-* 
mäpenn Liebe (segamepenn Vorliebe), Wille, W'unsch, und — 
kammapen Schuld ; patschapenn Verdacht , Vertrauen , Zutrauen^ 
u. putschepenn Frage , Verhör, Untersuchung s. vorlesen, audh 
gerraf patschepennes protocolliren , dessen a wohl in u umau- 
bessern; ferdepenn Wurf Bisch., tscheverpenn Acc. Zipp«; 
schunepenn Gehör; gurepenn Krieg; mäkkepenn Salbe, vgl. 
Pflaster makkämaskrl (z. Auflegen). Stilepenn Gefängniss; sti- 
l^penn Arrest, s. einkerkern; glltepenn Fessel; piro pikepen 
(freier Verkauf) Auction, pikkämäskro Krämer Bisch., bikeni- 
paskero Kaufmann Zipp. ; tschorcpenn Dieberei. — Mischto räk- 
kerpenn (Rath), -pennes Acc. s. Rede, reizen, rakkerpemi 
(Rede, s. Antwort) im Acc, Wortwechsel Acc, Stimme, 
Sprache, Urtheil, rakkerpen tschorajannes Gemurmel, troi^ 
des Adv., s. lispeln, doch wohl nicht hier als Verbum. D*- 
von rakkerpaskero Hill Wörterbuch, u. rakkerpaskro Schwä- 
tzer. — Garepenn Scheibe, garepenn Schuss, buschkeskero 
jarepenn Büchsenschuss , Bisch. Tradcla kanipaskro der Jär- 
ger jagt, karepaskeri, auch puschka Flinte ZIpp. — Manga- 
penn Bitte, s. Urlaub; mangemaskero lihl Bittschrift, m. maro 
Bettelbrod, mangepaskro Bettelmann, mangemangre Bettelleute 
(keine Redupi,!). Puchm, mangipnaskeri eine Bettlerin 9, Ge- 



140 II. Gramm atik« 

bctbiich. — Lödepcnncs Acc. s. Naclitlag-er, Quartier , g'^rraf 
rattlodepeuncs übernachten; Zipp. Herberg-e o ladepen apri rat. 
-— Prisscrpenn Gebet, s« ob. ii.pa; tschinepenn Wunde u.s.w.^ 
8« ob, u, verwunden. Tsching-erpenn Zwist, Streit, Zank. — 
Hugchinepenn Durchfall. Ob mit hukaf kauern, oder Poln. buk 
Knall, oder mit blossem Art. u (o?), s. Puchm. chinav. — 
K^Uepenn Tanz, Spiel; kellepangri, als käme es von einem 
PL, Schauspielerin, aber kellepaskro Schauspieler, Komödiant, 
anch Tanzboden ; erzkellepaskro Erzspieler , s. Hanswurst, Ta- 
schenspieler. — T^lepenn Ziel. Viell. aus dem Niederdeut- 
schen, vgl. Holl. doelen (zielen). — (iopöpenn Zukunft. Wo- 
her? Bei Zipp. ado zyro, ke wela, die Zeit, die kommt (zu- 
kOnftige). 

/?) Von Subst. tschikkepcnn (Sudelei) von einem Snbst«? 

— Dukkepenn Wunde. — Kadepenn (Geblüt), aber rattepenn 
(Dunkelheit). Mahlepenn CameradschaCt, s. Gesell; käkepenn 
Freundschaft, s. Vetter, Geschlecht. — maromängero Becker, 
wohl von maro (Brod), aber zunächst von einem: Gebäck be- 
sagenden Collectivnm? — gerraf simedopennles, s. pfänden 
(oder von einem Adj.?). Dantepenn Gebiss. Sarfapenn Wild, 
von serfa, frz. cerf. 

y) Von Adj., als z.B. Farben: jalopenn Epheu, s. jälodo 
^ün, dikno jalopenn Lauch. — o schelltepenn Dotter, von 
schelte gelb. — parrnepenn s. o. — lolopenn Zinnober. — 
Röndepenn Kreis, von Zipp. rundo, rund; engepenn Klause 
(wohl eig. Enge) u. hillepenn Schein (wohl eig. Helle). — 
Schilcpenn Kälte; tattopenn Wärme ; o durepenn Gegend. — Bä- 
ropen Grösse, Wuchs; pesscpenn Beule, von pesso dick. Pes- 
sepenn dicht. Ib. ist w^enigstens kein Adj. — Tschoriropenn 
Elend, unzweifelhaft als Subst«, vgl. czoripen Armuth Pchm. 
Choropenn Abgrund, chorepc^nn Tiefe. J)iknepenn, ein Klei- 
nes, s. niedlich, u. vgl. Jugend; puropender, vom Alter, s. 
altersschwach. New^penn Neuigkeit. Päschepenn Spalte, s. 
Riss, zertheilen. Gotschweropenn Kunststück, s. verständig. 
Mischtepenn (eig. Gutes) s. Lex.: mischekepenn Gefahr; nas- 
selpenn, s. Wassersucht, Pest, Seuche, unheilbar. Pokkole- 
penn Hunger, tatto pokkelepenn Ileisshunger. Tulepen Netz 
(etwa Omentum ?) , vgl. Schmalz , Ohrenschmalz. Schukker- 
penn, Bisch. S. 17. Glanz, rar, Pracht, Zierde. Tschatsche- 
penn, Verhör, s. zeugen, abhören. Penn* u tschatschepcnnes 
(sage die Wahrheit) u. bekennen ; s. Bisch. Wahrheit , Recht. 
Derivata a) Nom. ag. Diirgepaskro Wahrsager, q. v. 

— gerepäskro Gar koch, Koch. — hitschepäskro Träger." — 
siwapaskrl (Näherin) von siwawa ich nähe, aber suwiakro 
(Schneider) von suw Nadel Bisch., fsimaskro Schneider, pl. 



B. Wortbildang. 141 

fsimang're von fsjben das Nähen Zipp., aber sivibnaskero der 
Schuster 2. der Fingerhut Pchm. — rakkeuiaskro Flurschätsiy 
8. Waclithaus. Vg^l. VVache, Nachtwache. Hindi rakshaka (war- 
den, subst.)- Kinaniaskri (?) Prophet: ci^. wohl: Erzähler; oder 
wegen des End-i Fem. Bisch. — Von chatschkerpen (Ent- 
zündung*) Zipp. bei Bisch, ch'hatscherpcoskro Branntweinbrenner. 
Ob auch cifhatscherpaskeri g'atschin Amme, s. Wehmutter (als 
wärmende Frau, fovens*^). Clihatschermaskcro saster Brenn- 
eisen, wie bakermaskero saster Brecheisen, s. Brennglas a« 
s. w. ; chadschabas^ro brennend GrafT. S. 22. , wabas^ro g'e- 
hend Ib. u. a. S. ob. S. 132. 

ß) Sachen, bei Bisch., wie es scheint, bloss mit m, als: 
dikemaskro Spieg-el, wie speculum vom Sehen, q. v. — por- 
tamaskro Blasrohr, s. Tiompete, Posaune; portamaskri Fag-ot; 
portamangri (als pl.?) Blasebalg-, s. Lunge. — kossamäskrin 
Kleiderbürste, s. Schuhbürste, Strieg-el. — bari chhamaskri 
Tafel, s. Tisch. — chliinemaskri Abtritt; Pchm. chindibnan- 
g-ero von chiuav; mit eingeschobnom d, s. ob. — jaremäskri 
Frack, aus: gahreaf verstecken?? — pollaniaskero lihl Ge- 
burtsbrief, Taufschein. — sollog-ermaskeri giisterin Trauring-.— 
Ziemlich ungewöhnlich butsungemäskri Nelkenflor, s. Lex. sung. 
— Hköllemaskerl gatschin Trödelfrau, neben liköllo Trödel, 
Markt, vg*!. ob. Bäcker. — pedamäskro (Rosenkranz) wohl ' 
von peda Ding- wegen der vielen Beeren, und nicht aus: 
beten. 

e) Sog. Genitiv« 

Einen Genitiv im wahren Sinne des Worts besitzt die 
Romsprache so wenig, als unter den Europäischen Sprachen 
z» B. die Magyarische, und unter ihren indischen Lands- 
männinnen die Mahrattische, Penjabi, Ilindustani. Was 
Zippel*), Puchmayer, Bischoff u. A. so nennen, ist viel- 
mehr, wie schon die Berl. Monatsschr. S.377. und Graf- 
funder S. 22. richtig erkannt haben, ein possessives, 
bloss den Genitiv zuweilen ersetzendes Adj., das durch An- 
fügung von gro m. , gri f., gre pl. an den Acc. sowohl Plur. 
als Sing. **) entstehe« — Carey Mahr. Gr. p. 15. nr. 8. vom 

^) Bei diesem ist einmal zu manuschiskro menschlich , die naire 
Bemerkung gesetzt: ,,Die Adj., -welche von den Subst. gemacht 
werden, sind der Genitiv derselben.*^ Gerade umgekehrt! Es kann 
aber eine Sprache, Avie das Beispiel obiger Sprachen überzeugend 
lehrt, recht Avohl einer eignen Genitiv - F'orui entrathen. Auch be- 
greift sich^ dass fast von jedem Nomen im Zig. Derivata auf krO 
vorkommen. 

**) Der Sing, hat regelrechter hinter dem harten (dumpfen) Zisch— ■ 
laute der Cass. obl. die entsprechenden Mulä k, t^ dagegen hinter 
dem weichen n des PI. auch die müderen g, d. 



142 n. Grammatik« 

Mahr.: The Gen. is properly an Adj., and yaries in its g'en- 
der to agree.with ilie subst., to which it bclon^s. It is for- 
med hy afCxing- tschd for the masc. ^ tschi for the fem«, 
fscliä for the neuter, and ischd for al] ^enders. So z. B. 
S* 17. The Gen. m. is d^wätschd, f. dewätschi, n. d^- 
wdischa, and comm. d^watschd (folglich dlvinus, a, um 
für: Dei = Zig. devlcskero m., -keri f.). The pl. Is fomied 
in the same mannen Vg-l. d^wantschd, i, a, d (Deoruni), 
dem entsprechend im Zig*, devlengero ni., -geri f. g-ebildet 
werden müsste. — Im Hindust, nach G. de Tassy, Hudim. 
p. 33.: On emploie LT [kdj, si le nom qui gouveme le ge- 

nitif est an nom. sing.; ^T [kl], s11 est k un cas oblique du 

sing., ou au plur., et ^S [ki], s'il est f^m.; on dit alnsi: 

m 

Ijjj \f Jli*{^ Je perroquet de Ja princesse [eig. gewisser- 
massen : der prinzessin - liehe Papagaj] ; ^^XjS ^ß^\OyM Ja 

fille du marchand*^ isy^^ L5^'^b '^* cJievaujc du rot [re- 
gil equij, wofür man Zig. relskeri greia sagen könnte. Der 
sog. HIndust. 6. zeigt nun zwar im Sing, kein s vor dem k, wie 
der ZIg. Possessiv-Genitiv aus Wörtern männlichen Geschlechts, 
aber in Uebereinstimmnng mit dem Zig. Flur, einen Nasal, als : 
Sing. ^ ^ 1/ ^ (des Hauses), aber Flur. ^ ^ LT q«>j^ 

(der Häuser), wie Bisch, kehreskero gatscho Hausherr, keh- 
riskeri gätschln Hausfrau, kehreskero chhabben Hausmannskost, 
Bw. querescaro (Steward, butler), und vom Flur, bei Harr, 
kerengro House keeper (nmid, wie er hinzufügt, in welchem 
Falle aber hinten st. o das fem. i sich gebührte). HIndust. 
^ \J*jk (Gen. s. m., s. v. a. anni), vgl. Zipp. berschlskero jähr- 
lich. Es ist hieraus deutlich , dass die genannten Spra- 
chen, wenn auch nicht in der Wahl des Suffixes, doch in der 
Art seiner Verwendung bei diesem Genitivadj. auffallend zu- 
sammenstimmen; und diese Aehnllchkeit erstreckt sich dann 
noch welter auf die vocallsche Genus - und Numeralbezeich- 
nung, welche ged.'^chtem SuiT. hinten beigegeben M^orden. Letz- 
teres sehr natürlich, da sowohl Im Hindust, als Im Mahr, und 
Zig. *) das Adj. vor dem Subst. elg. keine casuellc Abbeu- 
gnng erhält (s. u, Adj.), jener vermeintliche Genitiv aber in 
Allem adjectivischen Charakter behauptet. „Die Fossessiva, 
sagt Bisch. S. 15. , bleiben in den Casus unverändert ,^^ well 
das Nennwort schon hinlängliche Casuszeichen am Ende foe- 



**) Auch z. B. im Ungar, nlciit. 



B. Wortbildung. 143 

kommt, meint Zipp. So entspricht also dem Schinsse des Hin- 
dust, kü, ki, kl (Zig-, kro N.ni.; kre vor Cass. ol)I. \u PL, jedoch 
Fem. vor Cass. obl. kra; Nom. Fem. kri), z. B. das Adj. 
atschtschä (bonus), «itschtsclil (einmal Plur. boni im N., und 
zweitens vor allen Casus obl. m. der beiden Zahlen, z. B« 
N. atschtsclii bit1 g>ute Söhne, im D. atschtschi bii'i kü einen 
guten Sohne, atschtschi bit'ün kü |i;'uten Söhnen); im Fem. 
atschtschi bit'i eine g-ute Tochter, atschtschi bitlyan g-ute 
Töchter. Zig. «aber sagt man z. B. leskro pchral sein Bruder, 
leskre pchraleste seinem Bruder, PI. leskre pchrala seine Brü- 
der; im Fem. leskri pchen ?eine Schwester, leskre pchena 
seine Schwestern, vor den Cass. obl. f. aber zufolge Pchm. 
S. 24. a: leskra pcheriatc seiner Schwester Dat., was eben 
80 vom Adj. g-iit. Als Subst. lassen die Mahr. Adj. nach 
Carey S. 34. eine besondere Flexion zu. Eben dies g-ilt von 
^gegenwärtigen Zig. Adj., ja diese lassen sog^ar in eini^n 
Fällen bemerkenswerther Weise eine abermalige Wiederho- 
lung- desselben SuO*., behufs einer neuen Derivation, zu. So 
nicht bloss von den Possessivpronominen mro, mri (meus, mea) 
11. s. w. die angeblichen Gen. mreskero, f. mrakero u. s. w. 
Pchm. S. 25., sondern auch curomangreing-ro barder (militam 
summus) Oberst. Rtw. — WehschengSreng^ro g-öwa (venato- 
rum, eig". der Waldmänner, res) Jägerei, neben wehschesfaro 
(venator) aus wehsch (silva); chareskreskero parr Mühlstein. 
Bisch. — Schello zerdepangereskero (Sielenstrang*) s. ob., und 
von pettalin^ero (Schmidt), tschatschepaskro (Richter) Gen. 
auf - reskero , wie pandiakereskero von pandjakro (Amtmann) 
nach Zipp. 

Besitz ist stets ein zwischen Person (Besitzer) nnd 
Sache (Besitzthum) obschwebendes Verhältniss, und mithin 
nach der doppelten Richtung* hin einer, g-enerisch - nume- 
ralen, und, beim Pron., auch personalen (Pers. 1. 2. ä) 
Unterscheidung- sowohl der Person als Sache nicht allein fähi^, 
sondern auch bedürftig- *"). Man vg-1. später die Pron. Pops» 
und, beispielshalber, kaskero Pchm. u. kohneskro (w^em g-e- 
hörig-, Lat. Poss. cujus, a, um) Zipp.; Graif. S. 23. koles»- 
gro, i sein, seine, PL kolesg-re; kolag-ro, i ihr, ihre, PI. ko- 



*) Mehrere meiner Vorganger scheinen zu glauben, als müssten 
sie den Schlussvocal mit dem Num. oder Genus des Besitzers con— ' 
gruent setzen. Z. ß. Bisrh. S. 16. nianuscli^skei-o des Menschen, aber 
manusch^nger/ der Menschen, während ersleres auf ern Fem. bezogen 
-keri, lelzteres einem Masc. beigegeben, regelrecht nur - gero lau- 
ten dürfte. Die Verworrenheil rührt daher, dass man sich von der, 
mit der Muttermilch eingesogenen Vorstellung Tom abendländischen 
Genitive nicht loszumachen yerstand. 



144 IL Grammatik. 

•hgre; und kolengro, i ihr^ Ihre (von Mehreren), PI. kolen^e. 
Auch Zipp. leskero dad^ leskeri dei (ejus, sc. viri, pater, 
maier), lakero dad (ejus, sc. fem., patcr); leng'cro dad (eoruniy 
earuni pater), leng'eri dei (eoruin niater) u. s^ w. lieg'cl ist 
nun, dass Derivata dieser Art, in so fern sie von Wörtern 
im Sin^. masc. stammen, s-kero, s-kro, s-g-ro {gew. 
mit e vor s), wo aher Ton solchen im Sing-, fem., a-kero, 
a-kro,a-gro zeigen; während solche, Pluralformen ent- 
stammende Adj. gemeinschaftlich vor der Gutt. en enthalten: 
en - gero ni., i f., e pl« Vielleicht verleitet durch den allerdings 
sonderbaren Mangel der sonst so üblichen Form auf eskero 
bei ihm, hat sich Ilarriot zu der völlig- irrigen 'Behauptung* 
fortreissen lassen: Fellow (man) Engro; a person, man, or 
fliing; used as an affix to other words, as^'Ber-eng-ro 
(Sailor); gri-engro (Horse-soldier; ganz falsch p. 555. 
dasselbe W. Soldier*s horse tibersetzt, also mit ähnlicher ver- 
kehrter Umdrehung' als Fürstenthum, s. uns S. 70.). Vgl. 
Pchnu grasteng^ro (ein Pferdemarkt), bei welchem eine Her- 
leitung vom Sing, vollkommen lächerlich wäre (kein Markt 
von einem Pferde!); Rtw. gringiball Pferdehaar, wohl mit 
Verlust eines r hinter dem zweiten g*. Daher kommt denn 
auch bei Harr, die schlechterdings zu missbilligende Zerlegung 
solcher Wörter, indem der Trennungsstrich rechtmässig nur 
unmittelbar vor gro stände. Im Sanskr. ist die Aufnahme von 
Casus, als erstes Glied, in Compp. gewöhnlich genug, und 
somit auch hier gerechtfertigt, wo sich an den Acc. Sing*, m. 
u. fem., sowie PL jenes, unzweifelhaft dem Sskr. - kara (mil- 
chend), Pers. -g'er, Lat. z. B. ludiccr oder -crus? entspre- 
chende Suff, gro heftet. So hat das Hindi eine Menge der- 
artiger Bildungen zur Bezeichnung von Professionisten, 
als ^ilpakära (workman), rathakara (wheel - wright) , pat'akära 
(weaver), ghad'ikäraka (watchmaker), lipikära, g'ranthakilra, 
granthakartta (writer), swam'akara, gekürzt sonara (gold- 
smith), lohära'^) (smith) u. s. w. Nicht anders im Zig., s.u. 

Zuweilen haben auch Fem. entweder aus blossem Irr- 
thum, oder weil man sie vielmehr wirklich als Masc. auffasste^ 
B. B. parnemoskro weissmündig-, von muj f. Pchm. s. u., der 
Reg'el entgegen, m eiche nur Masc. im Sing*, ein s g'önnt, den- 
noch diesen Zischlaut (vgl. S. 113. 114.) in Ableitungen von 
ihnen eingeführt, z. B. Bisch, kangrinäskero waletto Kirchner, 
neben kangrinakero tomo Kirchthurm, und, ohne n, kang'eria- 



*) Etwa daher auch die Bengal. Gen. auf ^r, z. I). g'on^r. (ho- 
minis), die sonst freilich auch an den Nom. Flur. : g'on^rä ^honiines) 
u. ,•. w. erinnern ? 



B. Wortbildaog. 145 

k^rd tann Altartticli; ratteskero Bisch., aber ratslakro (noctar* 
nus) Zipp«, jahkeskero parr Fenervstein Bisciu, s. Graff. S. 23.; 
meneskero Klimmet, von men f. Pchm., wie auch im Abi. ch'ha« 
maskriester Bisch, u. abblasen. — Wichtig-er ist oftmals die 
Walil zwischen den Sing-nlar- und Plural -Derivaten. Z.B, 
jenes: foroskeri Städterin, aber dies: ^aven^eri Dörflerin- 
Pchm. S. 71., von zwei Mäusen, vielleicht im Gefühl, dass 
auf eine Stadt mehrere Dörfer kommen. Es Ist zuvörderst 
einleuchtend, dass, mit Ausnahme von Eins und der Ordin.^ 
also jekeskro (unius viri), duiteskero lav (secundi dictum) Zipp», 
sämmtliche Herleltung'en von , z. B. panxen^cro , eftan^ero, 
biszen^ero (ein Fünfer, Siebener, Zwanzig^er) Pchm., oder Zu- 
sammensetzungen mit Card., z. B. trynfachingero schnuro eine 
dreifache Schnur, trynekking-ero dreieckig-, schtaarekkin^ero 
mochtin eine viereckige Dose Zipp., ein Plurale erfordern. 
— Auch ist In anderen Fällen die Wahl nicht g-l eichgültig', 
wenn gleich man mit ihr es nicht immer streng nimmt. So 
wirci. umgekehrt von Abstr. meistens nur das Singulare 
zum Vorschein kommen, als : Zipp. cholinjakro zornig, ärger- 
lich, empfindlich, verdriesslich , baro cholinjakro unversöhnlich, 
patuvakro höflich, bidoschakro unschuldig, döschjakro schäd- 
lich, nachtheilig, duchakro geistlich, alle mit fem. Vorder- 
gliede, aber masc. bjaveskri rachemni ein hochzeitlich Kleid, 
Fl. grechingero sündhaft, lasterhaft. Puchm, kerlbnaskero Ar- 
beiter. Ferner Beisp. mit doppeltem Plur. , wie mangeman- 
gre (Bettelleute) Bisch, u. s. w. s. ob. — Wo ein Körper- 
glied bloss einfach vorhanden, pflegt auch das Adj. in der 
Regel nur ein Singulare, im entgegengesetzten Falle ein Plur. 
zu sein. Beispiele: Zipp. stumpnakeskro stumpfnasig, bange- 
dummeskero [ krummrückig J bucklig; Puchm. kalenakheskero 
schwarznasig, bangeszereskero krummköpfig, bipereskero ohne 
Bauch; dagegen pärnebalengero weisshaarig, pärne- u. käle- 
dandengero (weiss-, schwarzzähnig) , kaiejakhengero schwarz- 
äugig, wie Zipp. jakkingero sehend, Rtw. Beltr. bijakkingro 
blind , allein doch Puchm. bijakhakero ohne Augen , bikanes- 
kero ohne Ohren, gleichsam als werde mit Negirung des ei- 
nen dieser Zwillingspaare auch das Vorhandensein keines der 
beiden gesetzt; denn sonst heisst es biangusztengero ohne 
Finger, u. s. f. Jedoch bei Bisch, auch ganneskro Ohrring* 
(kanengro Hase, Harr.), was, insofern Ein Ring nur Einem 
Ohre angehört, nicht unrichtig ist, sogar wasteskero tscharo 
Uandbecken, wohl zu getreu nach dem Deutschen. Latsho- 
seskro s. ob. S. 70. Mre wastiengri butin meiner Hände Ar- 
beit, aber auch sheringre love Kopfgeld, weil es nicht bloss 
von einem Kopfe erhoben wird. Rtw., neben u shereskro der 

10 



\ . 



146 n« Grammatik. 

Böden (zu Hftnpten) Bkich«, xmi dem nicht sehr correcten sehe- 
Teskri platza (Schädelsiätte) LG.; menin^ro, weil er an meh- 
rere -Hälse zn gehen hat, der Renker. Rtw. Beitr» — Balepaskro 
(himmlisGli) Zipp. natürlich bloss als Singulare, und eben so 
unter monotheistischen Völkern devleskero (divinus) s. Lex« — 
Von Yerwandtschaftsnamen: Graff. S. 22. Rom, Acc. 
romes, Adj. romesgro männlich, wie rommeskro Zipp.; ronini, 
Acc romnia , Adj. romniagro weiblich , wie , mit weiblicher En- 
dung, romniakri Zipp. Femer vom Acc. pl. romengro, 1, e, 
Ton Männern herrührend, wie dadingero väterlich Zipp.; und 
von romnien: romniengro, 1, e von ^Weibern herrührend. — 
Zipp« mre penjakri , praleskri kangli (meiner Schwester , mei- 
nes Bruders Kamm); mre romniakro maaro^ dschiben, tschov- 
kerpen, schwogaris (meiner Frau Brot, Leben, Hexerei, Schwa- 
ger), mre romniakri, penjakri tschei (meiner Frau, oder Schwester, 
Xochter^. Mro [meus, ob: mre, meae?J romniakro prahl des 

I meines f] Weibes Bruder; mre romeskro prahl des Mannes 
Iruder; dahdeskro prahl Vatersbruder; prahleskri romni Bru- 
dersweib ; prahleskro tschawo, -kri tschei (Bruders Sohn, 
Tochter), tschaweskro tschawo , -kr! tschei (Enkel, in). Dop- 
pelter PI. prahlingeri, penjingeri tschawl (Bruder r-, Schwe- ^ 
sterkinder). Bisch, dadeskiro, dajakSro pral (Vaters-, Mut-* 
ter- Bruder) Oheim; brahleskero, pehnjakero tschawo (Bruder-, 
Schwester -Kind) Neffe, und prahleskeri tschai, pehnjak^ri 
tschei, Nichte; romjakero brahl Frauenbruder; tschawengere 
tschawe (Kindee^kind , aber PL); tschakero tschawo (Enkel), 
^keri tschari (Enkelin) kann etymologisch nur: filiae lilius, fi- 
liola heissen, — Rtw. tschakrorum [Tochtermann] Eidam ; pen- 
ga kro tschawo (falsch abgetheilt, und irrig Enkel übersetzt, 
da es vielmehr nur Schwestersohn bezeichnen kann). Schon ' 
yerbessert bei Puchm. S. 51., Gralf. S. 56. die von Grellro« 
8. 295. aus den Rtw. Beitr. aufgenommenen Dades kruppraal, 
dades kripeen (Vaters Bruder, Schwester), wie auch dades 
-krutem (Vaterland). Tschawes. Krohshavvo (sehr, tschawes- 
kro tshavvof Sohneskind), und richtig tshakro tshavo Toch- 
tersohn, tsakri tshai Tochterkind. Shwigarizakri te siifftsha- 
farl (socrus et pri vignae imC). — Kleidungsstücker trupes- 
faro Schnürleibchen, Weste, Kamisol Bisch.; meniakro diklo Hals- 
tuch Zipp. , nakeskero d« Schnupftuch Bisch, u. Zipp. , moskero 
diklo (wie It. fazzoletto von facies) Zipp. Allein Doppelplur. 
herrjengre Gamaschen Bisch. ; wastingeri Zipp. und wastaen- 
gri Wldh. Handschuhe; tschangingeri Schürze Zipp.; pahsch- 
peringre (Pantoffeln , vgl. Halbstiefel ) , musiengro Jacke 
Bisch., von den beiden Beinen, Händen, Knieen, Füssen, Aer- 
meln. -^Gewerb treibende erhalten je nach der Natur des 



B. WortbUdimg. 147 

Gewerbes bald Sing'ularia bald Pluralia zur Bezeichnung*: mit- 
unter jedoch nicht g-erade mit allzu streng'cr Genauig^keit, und 
man wundere sich darüber nicht, da sich dem Aehnliches z.B. 
auch in Deutschen Conipp. als Bürstonhinder, Kleidermacher 
(PK Bürsten, Kleider) und doch z.B. Kammmacher, Wurstma- 
cher (vom Sing".), Gänsehirt, Zleg^enhirt, neben Kuh-, Schaf- 
hirt dg-l. wahrnehmen lässt. Sehr richtig* z- B. Bisch, mule- 
reng-ero g-adscho Todteng-räber, i mulering-eri pcda Bahre, aber, 
weil bloss auf Einen ausg-estellt, mulcreskero lihl Todtenschein. 
Ferner matsching'ero g-atscho, Zipp. maczenjero Fischer, aber 
sonderbar Puchm. mäczeskero. — Vom Schniiedehandwerk, das 
-die Zig*, sehr häufig' betreiben, ausser kovalus (Poln.), hart'a's 
(Ng'r.), iusmitö, chlpaloBw., schmjdus (Deutsch) Zipp., noch viele 
Ausdrücke: tschurengero g'atscho 31esserschniidt, graflnieng-ro 
Nag'clschmidt , pettaläng-ro Hufschmied, Schmied Bisch. , petta- 
ling-ero. Gen. reskero, PU re Schmidt Zipp., und eben so sa- 
string'hero(forgeron) Kog-., vom Pl.sastera (d.h. wohl: jedes ei- 
serne Geräth) und nicht von saster (Eisen) Puchm. — Verdang-ero 
WagTicr , vod*eng-ero Riemer, chölovengero Ilosenmacher, 
kang'leng'cro Kammmacher, charcng'ero Schwertfeg'er , pirang-ero 
Töpfer u.a. Puchm., dagegen bei Zipp. zweimal: „pjrjingero 
[dies ausg^estrichen] , o pyriakro der Töpfer, PI. pyring^ere," 
aber doch auch tyrachin^ero schon im Sing*., und but tyra- 
chingeri, Rtw. tirichg'ing'ro Schuster; Bisch, g-atteng'ro Schee- 
renschleifer ; puhsieng'ro, pahleng-ro, papijeng-ro (Ziegren-, 
Schweine-, Gänsehirt) S. 58., baucoring^ro (a shepherd) Bry. 
Dag-eg-en suwiakro Schneider (also hier: mit der Nadel arbei- 
tend, und nicht: Nadler) Bisch.; wehscheskro s. ob. Zipp., 
wesheskro Jäg-er, weshiskro Förster; jareskro Müller Rtw., 
aber Puchm. jareng'ero Mehlhändler; Bisch, tschammerdeskero 
chareskro Papiermühle, trotz chareskro gatscho Müller, jah- 
reskero ch'habben, wie tutheskero eh. (Mehl-, Milchbrei), tu- 
theskero panin (Molken), maseskeri summin (Fleischsuppe), 
Bw. maasquero m. (Shambles, public market -place), aber ma- 
senquere f. (Meat, flesh) und maasens^oro (mit o vor r; Car- 
nicero). Bisch, masengro Fleischer, Schlächter, Metzg-er, Zipp. 
mafsingero, Rtw. masseng-ro Fleischer, Pchm. masengero , Harr, 
masengro (Butcher, s. auch meat -man), folglich einstimmig* 
als Plurale, wahrscheinlich der verschiedenen Fleischarten we- 
gen. — Pchm. hart'askeri Schmiedin, wie narodoskeri Freun- 
din, als eine Art Motion aus hart'as, narodos> 

Harr, levenangro (Brewer, beer -man), Pchm. lovineskero 
V. einem Fem.; chähengro (shoe-maker) etwa mit Verlust von r, 
vgl. Pchm. cirachengero u. Lex.; kashtengro, wie Sskr. tshheda- 
kara (Wood-cutter), Pchm. kaszteskero Zimmermann, -r! f. 

10* 



148 IL Grammatik. 

Schanfely Biscli. ^aschtcD^Sro gAwa Holzwerk, Rtw. kashtes* 
kro Corporal, wc^cn seines Stockes. — yag'engro (Gnn, mus« 
ket or fire-arms), yag-engri (Canon, eig*. Fire-thing'), Brj. 
yaccogaree (An arrow or any thing" niissive), Irv. p. 55- 
ja^euguree (anv insirnnieni connected with fire), und Kog*. 
yog'^ramangri (fusil), das also von einem Ahstr. auf benaus- 
g'ehen muss, wohl schwerlich zndaykarie, Ichschiesse; Zipp* 
Jaagakro schtetto Feuer -Hecrd (Stätte), Gralf. S.23. jäkia^^ 
gTO feurig, Bisch. jahk^sLero parr (wie von einem ni. , s. o.). 
Periascoro, penaquero Brcindtewein, Span, agu'-ardiente, also 
wohl aus pani (agua) und jaquero (Feuer); das s in der er- 
sten Form entw. liieher g'ehörig', oder, zugleich mit e, wegen 
penasco (Felsen) gewählt, so dass alsio auch wieder scherz- 
haft an den Feuerstein erinnert werden sollte. Diebesspr. 
pena (Brandy) iL 150. — Mutengri (d. 1. nach Harr, aqua 
micta, mithin von mütera pl.) Thee; verängri (Faggot) zw. 
Ursprungs, und pabengro s. u. 

B w. Als Plurale ob. niaasengoro. Sonst z. B. poresca- 
rö (Governor of a town, Sskr. puri), wie Rtw. caweskro 
Amtmann, von gav Dorf; pondesquero (PontiTice, cabo), wie 
mir scheint, eine Umbildung aus dem Span. Worte, welches 
eig. Brückenbauer, wo nicht Brückenopferer nach einem alten 
Römischen Gebrauche bezeichnet, s« Voss. Etjmol. ed. 1662. 
p. 400. Wirklich entspricht -quero dem Lat. -fex' in der 
Bedeutung, und wahrscheinlich nur, Indem man den Sinn des 
ersten Gliedes (pons, Span, puentc) nicht mehr fühlte, blieb 
derselbe, mit Ausnahme des d, un verwandelt. Plätesquero 
(Court. Pätio), wohl wegen der Lautähnlichkeit des Span, 
patio mit plato scherzhaft aus diesem gemacht. — Probosquero 
(Pregonc^ro) ; viell. mit ähnlichem Anfange als das Span. Wort 
und dann mit einem, allein des Span. Worts wegen b für m 
seigenden Deriv. aus mui (Boca), vgl. baremoskro Rtw«, 
Prahler, Grossmaul s. S. 70. 

Bry. hat einige, jedoch zum Theil unsichere Beispiele, 
nämlich baucoringro s. ob. ; givengro (harvest) ; congrogre (et- 
wa das erste g st. d? Sulphur); bringeree ( A waistcoat, wohl 
von bar, Bosom, Harr. vgl. ob. Kleidungsstücke, und g nicht 
Engl., sondern wie Deutsches g auszusprechen). — ilieher 
wohl lesco, thee (soul), vermuthlich, nach Ausstoss des r, = 
leskro dsl sein Herz, ohne Komma. — Covascorook (laurel^, 
vgl. Rtw. kjrjisfackro ruck (Kirschbaum). — Tophis, con (a 
chimney) verm. Ein Wort aus tooph (smoke), vgl. thuvesko 
(wohl bloss zufällig ohne'r) <als Gen. von thu Rauch Zipp«; 
das n etwa Acc. sg. — Crellis escochare (a palace); da im 
Liefl. Zig. tscheer Haus angegeben wird, wohl crellisesco 



B. Wortbildung. 140 

cliarc (rcg^fa doinns). — Posonifso, grec (a spur), worin viel- 
leicht zwei znsanimeng'eliörjg'C Wörter, Eng-L gree Tritt, mit 
einem Possessiv -Dcriv. aus einem Abstr. von pchosavav, ich 
steche, zu suchen. Es niüsste dann iso st. isco = -eskro 
stehen; ist aber das Ganze ein cinzig;cs Wort, so wäre grec 
als Suff, zu betrachten. — Yocne coenue (Eye-brows), s« 
Lex. pchuw'jae, ist dunkel, und auch nicht sicher, ob etwa 
ein AdJ., wie Zipp. jakkingero, seilend, s. ob, darin ver- 
steckt )ie«:e. 

Licfl. Zig. maarsko bau (Back-, eig. Brot -Ofen), 
kwaämos balwaäkkia Windmühle; und viell. kaaktski wen^ 
(Leinwand; das zweite ist Webe, Gewebe, s. Lex. kaszt), 
mithin auch ohne r, was aber gewiss blosse Ungenauigkeit 
der Mundart oder de^ Sammlers» — Bw. Debles - chinday 
(Madre de Diös) hat entweder gar den Gen. des ersten Wor- 
tes zu blossem s einschrumplen lassen, oder dieser Buchstab 
ist Nachbildung des Span. Dios aus Zig. Devel, dem sonst 
übrigens das s mangelt. 

RtM\, ausser melireren schon angeführten, pubiackroh 
gajo (vom f. pchuv) Ackersmann ; kachmiakriack Hühnerauge 
[sehr, n st. m]; baleskrebal [SchweinehaarJ Borsten; zcfniakro 
(Alter nr. 144. tsefinäkro) Fisch |Hg. squamiger]; gosgro klug* 
= Zipp. godjakro, godswaro; pireskro Häscher; bijakkingro 
blind (vom Fem. jakh); latshiia Wingro (sehr, latshilawingro), 
s. Lex., u. gibescropos (Aehre) ob. S. 70« 

Zipp., in grosserer Annäherung an den Gen., wenn 
man will, z. B. Paniaskero (a st. e in einem masc. auffallend; 
Pchm. paneskero Wasser-; Bw. paniscara f. Wassermelone) 
te puhvakro rei des Wassers und der Erde Herr. 1 reiskerl 
dei die Mutter des Herrn, reiskeri raklc des Herrn Knaben, 
e rengeri rakle der Herren Schüler (sie); dagegen, wie es 
scheint, schon der Stellung nach die wahre Natur der Form 
verkennend, a. e. a. 0.: Dei reiskei» die Mutter des Herrn, 
wo noch die Congruenz richtig, aber auch diese falsch in 
Rakle reiskero, was -ker^ lauten müsste« — Kohnoskri hi 
adda bilda? Wessen [wem gehörig] Bild ist das? A hi mre 
kakeskeri, Rateskeri , es ist meines Vetters, des Raths, sei- 
nes. 31e verwundervava man perdal schukkerpen ada waalin- 
jcskro Ich verwundere mich über die Sauberkeit dieses Spie- 
geiglai^es. 31rc schwakke (jeder; daher das folg. Wort ein 
Sing.) divesfeskri butin, meine tägliche Arbeit. Gill shaare 
nianuschengere jakka (vor Aller Augen, zur Bezeichnung von: 
publice), vgl. Pchm. narodoskeri savorc miszengeri Freundin 
aller Mäuse S. 62., und bibacht (fem.) ole czorengero [»?], 
das- Unglück jener Armen (pauperum). S. 67. — Bisch.: u 



150 n« prammatik. 

goUa gatscheskero gowa (jenes - Mannes Sache) s. anspflän-^ 
den; ch'hatscherieskero ischomoni (Brandtweins etws^). — 
Frenkel: Kleophaseskri romni (Kleophas Weib), wie jek dis- 
leskri kröne eine Dornen- (eig. Distel-) Krone. Caipbas 
Scbwäber übersetzt durch i Caipbas pennjakkr* Rom (Scbwe- 
Btermann), wo höchstens das i vor Caipbas dessen oblique 
Natur andeutet« Hai tu i biboldengero Künnug'o? Bist du 
der Juden König? Pirrjakrobub elg*. Topf- Acker, was, um 
Töpfersacker zu bedeuten, das Adj.-Suff. noch einmal hätte 
setzen müssen s« o.; i pirrjeng-ro (gadscbo ausgestrichen) akker 
(IdO^ ratteskrolowi (Blutgeld), rateskro pub (Blutacker), ratteskre 
troppe (Blutstropfen) , dschateskri dumba (Oelberg). Toi dran, 
von alleweile wela (Darum, von nun [allewcilej an wird sein) 
tschaweskro tschawo (des 3Ienscben [vielm. des Sohnes oder 
Kindes!] Sohn) peschto (sitzend) pasch' tschAtscho wasto (zur 
rechten Hand) soorlo Dewies. Das letzte bedeutet nicht: der 
Kraft Gottes; denn das erste Wort ist Adj., und das zweite 
sonst Acc. sg. (Deum), aber hier wohl versehen mit deut- 
scher Genitivendung, wie j eck tschai Arons Luc. 1. 5. u. sonst, 
weil man mit dem im Zig« mangelnden Gen. ins Gedränge kam« 
Dair pendenn-le hailauter (Da sprachen sie alle): Hai tu cann' 
tschawo Depleskero? Bist du denn der Sohn Gottes, eig. 
der göttliche? — Vgl. noch im Pendschabi (Carey p. 20. 21. 
nr. 27 — 29.) den zweigeschlechtigen Gen., und p. 22. nr. 3 
^—5. u. 7 — 8. die eben so sich gestaltenden Adj. Sogar das 
plnrale, und auch hier von Carey für plural gehaltene r^, 
welches sowohl masc. Adj., als die sog. Gen. vor Subst. in einem ' 
obliquen Cas. Sing, am Ende empfangen, stellt sich in Ue- 
bereinstimmung mit dem Zig. -e der Adj. und Gen. im PI. 
und vor masc. Cass. obl., wie bare manusza (niagni viri PL), 
bire manuszeskero (als Gen. sg.), und leskre pchrala (ejus fra- 
tres), leskre pchraleskero (seines Bruders) u. s. w. 

lieber die Beibehaltung des vor s vorhcrgelicuden Vocals von 
Wörtern auf u s , o s , i s s. S. 107. Vgl. z. B. Zipp. tropposkero 
leiblich, fleischicht; auch im Dat. paggoske mrasijas, es ist zu 
Eis gefroren. — Das j wird in den Cass. obl. manchmal aus- 
gelassen nach Puchm, S. 20. , wie z. B. raj , D. raske ; muj 
hat D. moske. Nach Zippeis Bemerkung machen die Masc. 
in ai und ei den Gen. verschieden mit Beibehaltung oder Weg- 
werfung des End-i; jedoch werden von ihm auch derartige 
Fem. angegeben« So Masc. rci, pl. reia. N. o rei, G. reis- 
kero, raskero. D. reiste, raste; relske und raske für den 
Herrn (Raieske s« Bisch« u. achten, raieste u. anlachen, ra^jes- 
kero n. Amthaus). Acc. reis, ras, z. B, dsha ko baro ras geh 
aum- grossen Herrn (wo sonst der Nom« zu stehen pflegt). 



B. WortbUdang. 151 

AM. refster, rastef. Soc. c reirsa, rarse. yg^l. sp. die Parf« 
dig'men. — rascbey Pfaff, Priester, pl. rascheia, 6. raschas-^ 
kero. — ächoschai, but schoschcaija oder schoschaia ; scho- 
Bchaskero, Gen. pI. schoschingero ; Hase. Dine schoschas ka* 
rie, haben sie dem ^asen den Schuss gegeben. — > o gtej^ 
pI. greia -greiskero. Bisch, graieske u. abzäumen, s. andi 
Rosshändler. Bei Zipp. freister (vom Pferde), Acc. greis 
(equam), green (cquos), grelster tehele vom Pferde herunter. 
Rtw. gringibali Pferdehaar. — o fsaunekai, kai; kaske- 
ro Gold; Pchm. somnakaj, u. davon somnakaskero Goldschmid. 
— o nai, ija, auch naia; naieskro Nagel, Klaue. — ' o mul| 
muija, mufa; moskero; fürs Maul moske s. Decl. Bei Pchm. 
muj f., aber trotzdem pärnemoskero weissmündig, zoralemos- 
kero hartmäulig u. s. w. — Fem. i dej, but dcya, G. dakro 
Mutter, Rüd. L 73. dakri. — i tschai, tschaia, tschakero 
Mädchen, tschater von dem Mädchen, und anch Rtw. tsha- 
krorum Eidam, tshakro tshawo Tochtersohn, so dass GralT. 
S. 56. mit Unrecht eine Zusammenziehung aus tschaiagro an- 
nimmt. S. ob. — ruy (i roj — roja), roja, G. rojakro Löf- 
fel. — ffoji, goj' — goja, G. gojakro Wurst. — I heru! 

Fuss, pl. hera, G. herrlakro, heriakro; '^Pchm. cheroj f. B^iiiy 
pl. ch^ra S. 68. — baj f. Ermel, pl. a Pchm. — i pabnl 

pabiakro, but paba, Apfel Zipp. ; s. Lex. Harr, pälengro cet. 

4. Zusammensetzung. 

Wenn auch die Romsprache nicht entfernt an die unge- 
heuere Lebensfülle und Schöpfungs-Mannichfaltfgkeit hinan-«- 
reicht, welche das Sanskrit in der Zusammensetzung entfaltet, 
so darf jener doch nicht die Compositionsfähigkeit überhaupt 
abgesprochen werden. Freilich hält sie sich in einem viel en- 
geren Gebiete, und hilft sich in Ermangelung besserer Mittel, 
wie das ebenfalls compositionsarme Latein , nämlich durch Bei- 
fügung von Adj. zu einem Subst. S. z. B. Bisch, u« Braten: 
pekko mas (gebraten Fleisch), papin pekki (Gans, eine gebra- 
tene; wohl mit Nachstellung des Adj. wegen des Deutschen: 
Gänsebraten), ferner chewresk^ro pekko mas (leporina assa. 
4;aro) , gur^mno p. m. (Rindsbraten , vgl. gürewcno mas, Rind- - 
fleisch) und pekko pahlcio (wohl mit i st. n s. S. 138.) mas,. 
Schweincbr., auch jörko (Kalb im N.) p. m., Kälberbr. — \' 
^Aus derClasse der Determ. namentlich solche mit bl (ohne), 
al$ bibacht (Unglück) Pchm.; bikandeno ungehorsam, wider- ^^-^ 
spänstig, bisoriakro unvermögend, bipatuvakro unhöflich Zipp« 
PolokesAdv.(sachte)vonloko(leicht)Pchm. — Possess. giebt 



IS2 IL Grammatik« 

et in ^osser AnzahL Ausser vieleii, schon frfilicr erwähnten 
Beispielen noch einigte: bikokalengöro ohne Knochen; sztar- 
yarbiszeberszengero pchüro (octogenarlas senex) Pchni. S. 53..; 
kalevasteng^ro (schwarzhändig*) u. a. Pchm. * — stahrplrengre 
pL? (vierfüsslg') Bisch* , vg*!* Sskr. tschatnshpada. 



ۥ W^orthiegung. 

1# Substantiv. 

d) Bildung des Pliiralnominatlvs. 

Im Zig. ist vom Du«, \ile roni Neutrum, keine Spur 
mehr, und das Aufgeben jenes Num. theilt es mit mehreren 
Jttngeren Sprachen, als dem Beng. Schlelerm. llnfl. p. 54. , 
dem Pendschabl Carey p. 13. , dem Mahrattischen , Illndustani 
n. s. w. Daher verbindet sich auch selbst die Zweizahl mit 
Pluralformen , wie duj kerlbnaskere m., zwei Gesellen Pchm. 
S. 63., duj miszi f., zwei Mäuse S. 69. — Dui pire (zwei 
Ffisse), dui manetenge (vor 2 Monaten) Rüd. — Die Singu- 
lar-Endung des Subst. bei Harr, doe kani p* 546. und doe 
bUlo p. 5^8. (Twp fowls, hogs) scheint incorrect« 

Der Plur. hat, wie im Ung., in den Cass. obl. , we- 
sentlich dieselben Flexionasuffixe als der Sing., so dass er 
sich, nicht anders wie das Geschlecht, lediglich an der Stelle 
zwischen dem Thema und Suffixe kund giebt. Auch hierin 
offenbart sich eine grosse Aehnlichkelt mit den Töchtern des 
Sanskrits. Nämlich im Beng*. stehen hinter dem: dig als Plu- 
ralzeichen, die gewöhnlichen Singularendungen Schlelerm. 1. K 
p. 55. ; und eben so gelten Im Pendschabl für den Plur. die- 
selben Schlusssuffixe als für den Sing. Carey p. 14. nr. 10« 
Charakteristisch für die Zig. obliquen Pluralcasus sowohl bei 
Fem. als Masc. (mit Ausnahme des Acc. , s. sp.) erweist sich 
die Sjlbe cn vor der Casualtermination , welche, im Gegen- 
satz zu dem Sing., für dessen k, t. Im PI. vielmehr g*, d 
eintauscht, und Im Instr. stets den alten Zischlaut zeigt, der 
im gleichen Casus Sing, meist zu h verderbt worden. Aller Wahr- 
scheinlichkeit nach Ist jenes en Im Zig. für den Acc. pl. (im m. 
en = Sskr. an, während das f. auch im Zig. gewöhnlich, so we- 
nl^ als im Sskr., auf ein n Anspruch hat) zu halten; jedoch ver- 
dient auch wohl noch besondere Beachtung der Umstand , dass 



C. Wortbiegung« 15S 

In den Pluralfornien mehrerer Indischer Volkssprachen eine Na- 
sallrung* des Themas eintritt, als z. B« Im Mahr. (Carej 
p. 15. nn 10.: The PI. is fontied hy inakin^ the vowel, which 
precedes the aflix, nasal), im Penjabi z. B. ^ala (a word) 
fem., pl. ^alan (words), niati (mind) 1'., maliri (minds), aber 
auch vor den SiilF. der Cass. ob!., wie kawite (Irom a poet)y 
kawiäiite oder kawArite (irom poets) , vom Nom. kawi (a poet), 
pl. kawi (poets). Ob sich nun diese Ei<i:enheit etwa dem Per- 
sischen pluralen ^\^ welclies regelrecht nur belebten Wesen 

zusteht, verg-leiclie, oder mit dem oft phonetisch vor mehreren 
Casussuif. eing-eschobenen , allein kcinesweg^s auf den Plur. ein- 
geschränkten Nasale (z. B. im Nom. PI. neutr.) im Sskr. ir- 
gend eine Berührung habe, wüsste ich nicht mit Bestimmtheit 
zu entscheiden. 

Uns bleibt demnach lediglich noch im PI. Feststellung 
der Nominativ-Endung als eine jetzt abzutragende Oblie- 
genheit übrig. Nimmt man insbesondere die PI. auf i ^) aus, 
welches, zufolge Pchni., in Fremdwörtern sowohl auf os 
ni. als a f. an die Stelle dieser Endungen tritt, so stellt sich 
bei ihm als Hegel heraus, dass von 31a sc. auf o die PI. auf 
Cj von anderen, nanientlich consonan tisch auslautenden 
Masc. hingegen auf a, und auf den zuletzt erwähnten Vocal 
auch die Fem. enden. Einen Schlussnasal finde ich aber 
nirgends ausser den Pron.: amen (wir, uns), tumen (ihr, 
euch) als Nom. und Acc; jon (sie, ii, eae) N., len (eos, eas) 
A.y und pen (se) Acc. pl. , wie diese Formen bei Pchm. lau- 
ten. — Es hält nicht schwer, dieses e und a auf das Sskr. zu- 
rückzuführen. 31an darf nur a als entw\ dem neutr. a der 
Veden oder dem Sskr. as entsprechend betrachten, indess 
so, dass des letzteren Sibilant gleichsam durch ein Wisar- 
ga verhaucht wäre, wogegen freilich, wenigstens im Fall 
der NichtVerschmelzung mit thematischen Vocalen, das Zig. 
Sing., das auch aus Sskr. as entstand, abstäche. Zur 
ErkLlrung des e aber , weiches aller Wahrscheinlichkeit 
nach lang ist , böte sich die Sanskr. masc. Pluralenduug 
mehrerer Pron. um so füglicher an, als auch Latein und 
Griech. nicht bloss bei Pron., sondern auch bei Adj. u. Subst« 
der zweiten Decl. sich der Parallelen zu jenem e bedienten. 
Ohnehin haben z. B. auch Penjabi und 31ahr. dem masc. ä =: 
Zig. im Sing, gegenüber dafür im PI. e; als Penj. ghot'd 



*) Etwa cnlslanclen aus den jelzt mit gleichem Yocal nusgcsproclicneti 
Ngr. Pluraleticluiigcn Oi und ai>g% Rechtfertigen würde sich dies bei 
Voraussetzung der Richtigkeit unserer iS. 104. geäusserten Vermu- 
thung in Betreff solcher Fremdlinge. — - Oder Slawisch? S.u. S. 159. 



154 n. Grammatik. 

(eqnas), pl. ghoi'i, wie Hindust. L^^, ?!• l5/->P (/ q«adri- 
pQnctirt); Malir. sasara (a husbands or wife's father), pl. sa- 
sard. Abgesehen von Nasaliijung* im Nom. PI., findet sich 
dann für Fem. und Ncutr. auf ä in g-edachtem Casus ein ä, als 
niwä vom Sing, näwa (a boat), säiryä von salri (a wifes 
sister) u. s. w. im Mahr., nicht aber im Penj., und dürfte also 
wohl gleichfalls dem Zig. plur. a entsprechend gesetzt werden. 

Mehrere misskannte Plur. auf a habe ich bereits S. 109* 
^sammelt. Holen wir noch mehrere Pluralformen nach, wel- 
che als solche entweder nicht erkannt oder mindestens nicht 
aufgeführt worden. 

Wldli. wohl weringa silberne Kette als PI., vgl. Zipp. 
werinja, PI. von i w^ering, aber Rtw. weringi Ketten [so!J. 
Halba Strümpfe, vgl. Pchm. cholova Beinkleider S. 23., Bw. 
olibias (Medias); vgl. Sz. kaPtschi die Beinkleider. Mericle 
Agtsteine; zschabe Knäbchen; loby Geld, Bisch« lowe Geld, 
Münze, Baarschaft, eig. Geldstücke, vgl. duj love Pchm. S.79. 

Alter nr. 15.gadxe (homines), obschon auch nr. 14. fälsch- 
^llch u. homo. — Czabo, czabe (puer) nr. 12., wovon das 
aweile PI. — Pleme (fluctus, Wellen) 101. — Viell. cerhenje 
nr.77. neben czergön'i (stella), Sz. tscherganja Sterne, Pchm. 
czercheha f. S. 23« — Bala (crinis) nr., 25. , Sz. ewala Haare, 
von bal m. Pchm., Zipp. o bäl, -a. — Viell. sind von balo 
und bala (sus) 153., bakrö, bakra, bakera (aries) 150. die 
Formen auf a Pluralformcn der Fem. bali (porca) , bakri (ovis), 
und auch 152. scheint grea PK (equi) von gra, grai. Ob auch 
53. godla (vox) neben godl'i (clamor) 55., und kurlä (clamor) 
neben k'lrlö (guttur) PK, oder Acc. sg.? 

Szuj. punre Füsse, G raff. S. 37. pire, Pchm. pre S. 21. 
klö pre zu den Füssen S. 31. von pro. — epora Federn , von 
pör nu Pchm.; nan hi keek poora aduy es sind keine Federn 
da, und Acc. pl. : fsasti tschinnoeha tu poora Könnt ihr Federn 
schneide^? Zipp, — anguschta Finger, neben, anguschto m. 
Pchm., guschja Bisch., guschte, PI. von o guschto Zipp. — 
kana Ohren, allein kan Sg. und PK Pchm. — kolincf Brüste, 
kolina m. Pchm., o koolin, Hnjia Zipp. — jakcha das? Auge, 
Pchm. jakb f. — ganr^ das? Ei, vonjarom. Pchm., gcrriakere 
giikte Ameiseneier Bisch. — diwe Tage, wohl verstümmelt, 

neben e divesfa Zipp., divesa m. Pchm. S. 21. — pchuwjae 
(supercilia) , Alter nr. 21. durch Druckfehler now'ja, Puchm. 

pchova, Hindust, ^cj^, pl. von ^^ Tassy p. 35. — Ob 

auch krygsk Eis (etwa : Eisschollen) , tscharjae Gras , limnjae 
Himmel (coeli), vgl. Bw. caycs (Ileavens. Cielos), tamoljae 
Ueberschwemmung? 



C. WortbiegDjig« 155 



Bisch, öfters CoUectiva. So wallMI Gesinde, von 
\hiio Knecht; und so auch viel], u rathc Gesindel [Rotte ?], 
Spitzbube; 1 ]a\\M Gemeinde , Pöbel wohl eher Fem. Sing**! 
als PI. — Gcrrme Gewürm PI. von g'errmo Wurm, kirroo Ma-^ 
de, vgl. Böhm, czerwi m. pl. (Gewürm). — Paswcre Gerip-' 
pc, von phSchwSro Kibbe, Zipp. pasch warro, -rec, Bw. pa-* 
jorias (Ribs). Ob auch gerraf a gawa gowa pähschia (ma* 
eben diese Sache halb oder zu Hälften? zerthellen)? — 
Gatsche pcrde (voll Mensphen) bevölkert; perde ch'eachhebla 
(voll Löcher) durchlöchert , allein der angebliche Inf. pcrde- 
cheachhewaf ist Unsinn. — Schüttle Gurke (PI., oder Fem. auf e 
st. i?) d. h. sauere, von schudio sauer. — butldir göppi (viel- 
mal) s« kope Graff. S. 48. — tschorengrc Wiedertäufer, vg^l. 
giessen. — paschomangre Chor (Musiker) ; biawengere Braut- 
leute, neben biaweskro Bräutigam; pessaperrengre (Dlckbäu- 
che) Obrigkeit, aber pralduno p^ssapcreskero Oberamtmann. 

— Herrjengre Gamaschen ; paschperengre Pantoffeln , s. pahsch 
schkornia Halb-, Schnür- Stiefeln, von szkorne Pclim.; saste- 
reskero dirachia (Schlittschuhe). — gogalengrl pcdi (Knochen- 
dinger) Würfel, Pchm. PI. kokala; aber Bisch, im Sing, dan- 
tengeri peda Zahnstocher. — Etwa mohljengeri Ranken (wohl 
nicht Fem. Sing., s. Rebe); sunge Blume; ganzke tschlrkuU 
(ganze Vögel) Gefieder? — Ausserdem mit a: gurSmja Horn- 
vieh, vgl. Zucht-, Schlachtvieh; Pchm. S. 3*2. g-uruva Och- 
sen; Zipp. Heerde horta (haufka) but gureva viel Vieh. — 
Pallja da baiki (Bretter und Balken) Gerüst; bari chhistarja 
(grosse Kisten, vom Sing, ch'histärri) Waarenlager; wenterja 
Gekröse; vgl. Bw. porias (bowels). — Tschuwa Ungeziefer, 
dschuhwa Wanze, von tschuwLaus, Zipp. i dschü, PI. dschua* 

— gerrTa Ameise. — rapaja Cichorien. — Dschamja Wange, 
naja Nagel (am Finger). — Momeja (Lichter?) Wachsstock« 

— Diikka die Wehen, von dukk Schmerz. — Wochengeri 
wählla Fensterscheiben, von wahlin Glas, Flasche, Zipp. o 

. waalin, -inja Glas. — latsche parrja (gute Steine) Juwelen, 
von latscho parr Diamant, Pchm. bar m. Stein. 

Bei Bw. der Nom. PI. spanisirt auf as, os, es und is: 
manronas Bags (for bread), gandias (f)ross, siftingsj, pctal- 
las (horse - shoes) von petali f., luas (Pesetas, coins), siarias 
(knees), canrias f. pl. (Fatigas), cangrias f. pl. (Heels of 
shoes), caniaranchas f. pl. (Buttons), Cj\chas f. pl. (Scissors« 
Tijeras), bullas f. pl. (Grey hairs) , cherdillas (Las estrellas), 
challas (Ear- rings), chuvias (Puriadas), berallas f. pl. (Bee- 
hives), palomias (Caderas), erraderas (Lechugas), espibias 
(Castairias) , j erlas (Piernas). Farafais (Botönes); Pisabais (He- 
billas). ~ Busnos (Tormentos), odoros (Zölos), drescos (Cal- 



. r 



156 IT. Grammatik. 



los), asirios Pron. pl. (Those. Aquellos). — Acores (Nueces), 
balun^s (Pantalones) , bobes« (Habas)« Corncs (Botioes). S4- 
ces (Cadenas) vgl« Pc]ini. sastera. Ndqucs (Cu^rnos). Lcr«- 
nös, lircstres (Leiters. Letra«^). Eriiies (iMarränos). Eres (Men 
not of tbe Gypsy caste). Cales pl. von Calö (Gjpsey). Du- 
rotunes (Shepberdsj. Bares del mol, N. pr. : Val de penas^ 
Imcbstb. Perias del vino (Tlie rocks of the wine). Araqiiere- 
p^nes (Sajing's. Dichos); ob dies für inasc. oder, weil solcbe 
Wörter auf pen bei Bw. gewöhnlich fem., für fem. sprechend ? 
Majares m. pl. (Los Santos). Masirong-es neben sg. niantröji 
- f. (Munecas), Solares pl. (Pantaloons , trowsers), solares pl. 
(Powers. Poderes). Jalares^ (Breeches. Calzönes). Sosimbres 
• (Eye-lashes); Simbrcs (Eyc-brows. Cejas). Berrinehes pl. 
(Limones). Catane, pl. catanes Adj. (United, assembled. Jun- 
te, jiintos). — Jarambelis (Rags. Träpos). Cocälis pl. (Ifud- 
sos) von cocal m. Uedundis (Chickpeas. Garbänzos). Tala- 
rdris (Vestidos). Grcstis (Breeches. Calzönes). Apncheris 
(Los vivos). Dromälis (Carriers, muleteers; menofiheroad). 
Andoriles (Strings, garters. Ligas). Perdinelcs (Mnsketeers. 
Escopeteros) von perdiiie (Musket). Goneles (Garments, li- 
nen. Vestidos, ropa). Bordeies (Christians). Janreles (The 
genitals). Miirciales vom Sing, murcia f. (Arms. Brazos). Ja« 
racanales (Guards, officers of the revennc). Duqueles (Do- 
bloons. Doblones). Ist etwa in einigen der letzterwähnten 
Formen ein Vergleich mit manuschelia (die Menschen) Bi.<ch. 
S. 16. oder mit dem Plural vocative auf -ale Pchm. gestattet? 

Aber auch, viell. theilweise als Reste alter Flexion, ohne 
b: Roma pl. (The husbands). — Enpirre (Pednes), vgl. ob. 
pire (Fasse); pcle (Eggs, the genitals). Fire (Gorriones). 
Busme (The Gentiles) PI. v. Busno. Crejete pl. (Pecados). — 
Dani pl. (Dientes). Bretegeli f. pl. (l)elicias). — Tirajai pl. 
(Slioes) neben sing, tirabafii m. Corajai pl. (The Moors) ne- 
ben sing. Corajariö. Chai pl. (Children, fellows, Gypsies) von 
chabo. Dracay f. pl. (grapes) = traquias. Senjen pl. (Es- 
panöles). 

Zufolge Pchm. S. 23. haben 6 männliche Subst. den Nom. 
. Sing, und PI ur. gleich. Nämlich 1. czorDieb. Te xan, dass 
gehen, ani o czor ani mangipaskero, wederDiebe [ein Dieb?] noch 
Bettler S. 73. — PcPas maskar czor, fiel unter die Diebe 
S. 78. 79. — Zipp. „ der Dieb o tschoor. Der Bart e tschoora. 
Gen. tschoringero ist der pl. von o tschoor, der Dieb. Tschoora 
heisst die Diebe, auch der Bart.^^ Czarä (so mit 2 a!), czor'(barba) 
Alter nr. 31. 2. vast makeren (manus ne laborent) S.68* Vgl. 
Ann' tiro vas in deine Hände ( ob elg.lland?) LG. mit S. 56. tat'arav 
vast wärme ich die Hände Ib. — wast sing, und pl. Gralf.S.23* 



C. Wortbie^ng. 157 

Ancb Harr. p. 544. bat Juzo yast (clear bands), wo sich fragt, 
ob der PL genau sei, wogegen das -o. des Adj. allerdings 
streitet* vast Hand Zipp* Me tscbiimevava tre wasta ich 
Lasse eacb (deine) Hände. Acc. pl. — M'asto als Sin^* s. Rüd. 
nr. 11*, wenn niclit o Art. zum fol^. 3. ^rast Pferd. 
Bisch, i graja hi na<3chie die Pferde sind durchgegangen s. 
durchgehen. Zipp. haro grei, pl. hari greia, fem. bari grasch- 
nl, pl. bare grasclinia. 4* ma'^zkar o dand zwischen den Zah-> 
nen. Pchm. S. 56. Dani pl. ßw. Zipp. dant Zahn, pl. danda. 
dand, dandeskero, -a; ßerichtigung zu Rüd. i tschib te 
danda hi andre niui die Zunge und die Zähne sind in dem Munde« 
Harn p. 555. danyas (tooth). Ob im Acc. sing.? 5. kan 
Ohr« Rüd. nr. 16.: aber kek gan (aber kein Ohr, so dass es 
sing« sein kann), bei Zipp. : aber keek kanna, aber keine Ohren« 
Szuj. kana Ohren, aber dandai (Zähne) st. jakcha Augen? Im 

Hindust« ebenfalls ^If (auris) für sg. u. pl. Tassy p.37. 6« Rom« 

S. ob. S. 40 f., aber auch PI. roma B\v., Zipp. u« s. \v. Bei 
diesem im Sing, ausdrücklich rom, aber nicht o romo hinten 
mit 0, wie Berl. 31onatsschr. S. 354. u. ßisch. S. 3., ich 
glaube, irrig angegeben wird. — So auch Rtw. S. 37. 3lare 
nianash tshingerwenes ketteni, meine (wohl: unsere) Mitge- 
sellen zankten sich immer (das letzte Wort nicht im Texte), 
aber Zipp« pl. manuscha. Hailauter manusch (alle 31enschen) 
Job. I. 9. als Acc. Pasch' depleste und toll' manusch (bei 
Gott und den 3Ienschen) Luc. H, 55.; put put manusch (eig*« 
viel viel Mensch) für: die ganze Menge des Volks I. 10., und 
sogar, wie man sieht, aus Verlegenheit, wie Volk zu über- 
tragen sei, je latscho (ein gutes) put manusch (für: Volk) 
17. s. Lex. — Graff. S. 38.: „rai, Herr, hat im N. PI. rai," 
wogegen Zipp. PI. reia von rei, und Pchm. S. 21. raja« GraJIT« 
S. 39. soll ruk m. im PI. sowohl ruk als ruka haben, allein 
Zipp. ruk, kcskero, D. rukestc, Abi. rukester, pl« rukka. — 
Andre panx bersz (in fünf Jahren) Pchm. S. 31. könnte Ma- 
gyar, und Türk. Construction sein, wonach man hinter Cardin, 
gern den Sing. st. PI. setzt. Sonst hat Pchm. S. 21. PI* 
bersza, wo es jedoch aus Versehen: Teufel übersetzt worden. 

Im Hindust, jedoch ist ^j^^ Jahr, sowohl sing, als pl. Tassj 

Rud. p. 54. Bei Frenkel steht zwar auch oft der Nom. Sing*, 
st. PI., allein, wie es scheint, vielfach aus blosser Unge- 
nauigkeit. Vgl« schtarochtodesch barsch pur'ni (84 J. alt, von 
einer Frau) Luc. H. 37., deschduj barsch purno (12 J. alt) 
42., aber hakko barsch (alle J.) 41. wohl elg. jedes J., wie 
hako tschiro Immer (Jederzeit) 37.; efta barsch 36«, wie 
pantsch manet I. 24- 7 d« I. 7 J. 7 5 3Iouate - lang« Ochto 



I" 



158 II« Gramm atiH« 

tiwes (8 Ta^e) II. 81. , pall' colle tiwcs und ann* coli tiwes 
(nach, und: in den^ Tagen 1.24.25.), aber i tiwesse (die Tage) 
IL 43. und pali' Irin tiwessende, auch tiwcss, nach dreien T. 46. 
Bariterraschaj Hohepriester HI. 2«, hallauter coli' laab II. 19., 
lauter toll' lab, alle diese Worte, Acc 51. neben caw* lab, 
das Wort, 17. 50. , pasch' coli mal, bei den Gefährten 44., aber 
ghuz wunderlich Ib. pasch' toll' malas (mit s!) und brin- 
Schede., wogegen niit dem Dat. teil' (eig. sub, aber nicht 
inter) toll' maiende und brindscherdente 45. — Diese Plur. 
Bcheinen sämmtlich nur durch Apokope mit den Singularnomi- 
nativen zusammengeworfen. Man darf aber nicht als bemer- 
lenswerth übersehen, dass auch mehrere Sanskr. Volksidiome 
dieselbe Erscheinung darbieten, wie z. B. Mahr. Nom. mann- 
sja und g'ana (nien) gleichlautend mit dem N. Sing. Carey 
p. 14. 15. 

Auf kommen nur Masc. vor, und diese erhalten im 
K. PI. zufolge GrafT. S. 38. 39. zur Endung: e. Bei Frenkel 
X. B. i lurdec die Kriegsleute IH* 14., sikkermaskri Lehrer 
11*46., i parrscheere die Hirten 18.20., leskre put balre ihre 
Heerde, eig. ihre vielen Schafe 8., fälschlich für Acc. PL, wie 
put tschawe viele Kinder 1. 16. Tlkle Tücher LG. Wenn Graff. 
S« 39. an PI. dschukia neben Sing, dschuklo Anstoss nimmt, als 
wäre es Fem., und für den PI. ruk und ruk(\ gemeinschaftliches 
Geschlecht vermuthet, so ist das unrecht, indem nach Pchm. die 
consonantisch auslautenden Masc. ganz gewöhnlich auf a aus- 
gehen, und so auch die cons. Form xukel den PI. auf a bil- 
det. Pchm. S. 21. Bei Zipp. o dschuklo, -kle, aber, so wie 
dcvel nach Pchm. a. a. 0. im PI. a hat, so o devel, ausge- 
strichen haari dewcia, alle Götter, und in das viell. um nichts 
richtigere: sshare devle umgebessert. Graff. 31s. angeblich 
debel und koba liel, ferner mursch Mann, koba gascht Holz, 
Acc. tes, pl. gascht N. PI. wie Sing. So sollen nun auch 
nach Pchm. S. 21. 22. diese 3 auf o, nämlich patavo Strumpf 
(Bisch, pattewe Socke wohl PI.), szelo Strick, und lovo ein 
Geldstück im PI. auf a auslauten. Zu lövo findet sich aber 
selbst bei Pchm. S. 43. der PI. Idve Geld, wie ann tumaro 
love an eurem Solde Luc. III. 14., und bei Zipp. o schello, 
leskero, PI. le, auch lee geschrieben. Seil, Strick (vgl. Fem. 
jele Bw.). — Sonst haben auch bei Pchm. alle übrigen auf 
im PI. e, so wie auch bei Zipp., nur dass dieser diese En- 
dung als zwischen den Lauten e und i schwankend angiebt* 

„Die Subst. endigen sich auf einen Cons., oder auf o, 
i und a. Die sich auf einen Cons. oder auf i enden, habeff 
Im PI. a, die aber auf o, haben e oder s; als gadscho ein 
Deutscher hat gadschi ss e. Gadscha [vielm. 1 oder Acc« ?J eine 



C. Wortbiegmig. 150 

Deatsclie, hat gadscha. (An e. a. St. : grajo, pl. pat graji ; fen* 
gaji, bat g'aja.). Aus rosa wird ro8i>* 31it der letzten An-> 
gäbe stimmt auch z.B. Graff. 3Is. madrella, pl. e KartoffelD» 
bascbabas^iza, pl. e Spielerin, koja ^rotschniza, pl. e Korb : koja 
bema Acc. ma, pl. me Groschen: allein mehrere anoh mit ia, 
als koja beda Ding:, Acc. u. pl. bedia (s. Bisch, peda): koja 
bodissa, Acc. sa, pl. sia Tasche: koja chaigrera Pfennig:, Acc 
n. pl. eria. Koja delija, Acc. u. pl. ja Strumpf [wohl bloss 
PI.]. Luc. 111. 11. Fr. duj rotschoole 2 Röcke von rotschola 
LG. — ZIpp. likka -i Bast, Borke; jek droppa Tropfen, 
bari droppe (g-rosse Tropfen) PLitzreg:cn, LG. ratteskre troppe 
Blutstropfen; i plima, me Schwemme: jek mui 31cile, dai 
mie; i tug:a 3Iühe, but thug-e: i redlikkake (ralikkl) 31öhren; 
i dschamba -e Frosch; i korba Korb, pl. korbe; i schürna, e 
Scheune; i wolka, e Wolke: 1 panischocha, e Strumpf; thura, 
but thurec Locke: 1 g-odla - g:odle Lärm; i zocha, e Kleid; 
i cepa, pl. zepe flaut: i bi^sa Rohr, bi^ja Rohrstock, pl. bise; 
xiber 1 stirna, -nja Katze, indess koja sterna, pl. e, wie koja 
margodscha, pl. e (Id.) Graff. Ms. Bei ihm S. 39. von koba 
madschka (Id.) PI. kola madschke, was aber um seines e 
willen keinesweges masc. zu sein braucht. Ueber koja radscha 
s« Vz. 

Nach Pchm. haben, in Uebereinstimmung' mit Zipp., alle 
auf Cons., so wie aufs auslautende Masc. u. Fem. im PI. a, 
mit Ausschluss der Fremdwörter auf es und ts m. und a f., 
die bei ihm t haben, und, wohl durch Slawismus, wo i nicht 
fein sein soll, ^, als: kockarida, pl. dy Rülpsen S. 29.; udy 
Glieder, Böhm, audy 67. ; duj miszi, Böhm, dwe* myszi 2 Mäuse 
69., wie Zipp. mischus (mischo) -i, und G. scheskero, ph 
mische; andro poly in Feldern 75.; narody Freunde 66. von 
narodos. — Vom cons. auslautenden niaczik ausnahmsweise 
macziki Acc. pl. , wie Böhm, knedijky. — T'hilava das Obst, 
soll auch im PI. a haben S. 23., vasz o t'hilava für das Obst 
54. — Auch hat Pchm., seiner sonstig:en Angabe zuwider, 
nicht bloss von sapunis und hart'as den PI. auf a (d. h. doch 
wohl nicht hinter dem s?) und zu den Sing-, kokalos und pc- 
talos die PI. kokala Würfel, petala Hufeisen, mithin so wie 
Zipp. Knochen kokollo -lli, aber auch o kokallo, G. kokalles- 
kero, pl. kokaija; und o petallo -petaljia Hufeisen. — Von 
Wörtern auf os, us (s. ob. S. 110.) bei Zipp. korakkos -i 
Krähe, auch o korakko, keskero, ke; truppos Leib, o truppo, 
peskero, truppe (truppe die Leichname, Leiber LG.); o papus, 
papo, paposkero, pl. pape Grossvater; bikkus Kug-el, o bikko, 
but bikkl Fiintenkugel, keskero, ke; makkus Mohn, o makko, 
makkeskcro, makke; paramifsus Mährchen, paremifso, mifses- 



160 n. Grammatik« 

lero, messe; o lojos, eskero, loya Talg* aus dem LHIi* Da- 
neben aber doch aoch: o pag-^knis, gnnjia Kinn; ^rjankos 
Schlund, but gurjanka; foro, eskero, forja Stadt; rapanus, jek 
rapanis u.repani, pl. njia, G. ncskero Rübe; pepperi, perjia, pep- 
, pereskero Pi'cffer ; i schvaar [also f.?], rja Halfter, v^K Pchm. 
savaris; und so auch wohl Maare bedintarja, unseie Bedienten* 

Graff. Fem.: romnla Weiber (romja LG.J, rania Her- 
rinnen; ferner baria Gärten, subia Nadeln, von bar und sub, 
-welche bei Pchm. zwar auch a, allein ohne i zu haben schei- 
nen, und ohne i: jaka Augen, niiri jakka meine Aug-en Luc. v 
II. 30. Fr., Pchm. jakcha S. 68., Zipp. jakka, PI. v. i jakk, 
Auge, aber PI. jaa^a Feuer von jaaff. — Ms. dschubia von 
dschub Weib. „Tschiale [so!] Mädchen, PI. von tschai g'C- 
fanden, vielleicht gebräuchlicher als tschaia.'^ S, manuschelia 
die Menschen ob. S. 56* Leskre heerja Nom. , und i herja 
die Beine im Acc. , vom Sing*, kek heri kein Bein LG.; chera 
Ftisse Pchm. S. 68. von cheroj f.; Zipp. pl. hera, aber auch 
herui das Bein, herriakro, rja. — i tschangja die Kniee Acc, 
i g^oolja die Brüste LG. neben kolin m. Pchm«, also mit Un- 
terdrückung* des n, aber auch i barr (uteri, die Leiber) hinten 
ohne a. Mit momeija, fsauwja, kaschte mit Fackeln, Schwer- 
tern, Standen. LG.— Bei Pchm. z. B. rakPa die Mäg-de S.62., 
aber rakle Knaben 53.; Zipp. i rakli pl. rakja, auch lija, 
Ma^d, Mädchen. Pchm. erklärt sich nicht näher darüber, ob 
auch selbst Fem. ohne I dieses zuweilen Im PI. erhalten. Er 
hat ronma von romni; pchena S. 69. vgl. 23. von pchen, Zipp. 
peen (pheen) -a, an einer andern Stelle penjakro, penja. — - 
Ferner kahria Geflügel, von kahni Henne, Zipp. PI. kachnja 
von kachni; bakrija Schafe durch Erweiterung* nach der Regel 
S. 24. von bakri ; mat*lia (muscae pl.) , mat'hen (muscas , als 
*Acc. eines Belebten) S. 77. von mat*hin f. , wie Zipp. i maz- 
lln, la, G. matziakro, PI. matzja, maznja. — Als Acc PI. 
larfa (clavos) von karfin S. 76. ; bokol'ora (Buchteln) von bo- 
koPori; barora Zäune von barori. — Nach ZippeFs ausdrück- 
lichem Zeugnisse bekommen Wörter auf g, k, ch im PI. kein 
i; viell. weil diese Gutt. zu nahe an j, g grenzen und sich 
desshalb einer solchen Mouillirung entziehen. Man vgl. sung, 
^ pl. a Pchm.; chanig f., pl. a s« u. -in; czang f. Knie; ohne 
eine Bemerkung über den PI. Pchm.; i tschann, tschaniakro^ 
nga, und tschangakro, PI. tschanga Zipp. — Weiter bei Zipp. 
die Fem. i rikk, kakro, rikka Seite; 1 bok, bokka Hunger; 
i dukk, dukka Schmerz; i phakk, phakka Flügel; i likk, lik- 
ka Nüsse; 1 kifsik, kifsikka Beutel; i tombuk, tombeka Trom- 
mel; i kotschiak, kotschik, kotschikka Knopf; dummuk, dum- 
meka Faust; 1 dorik (dori), PI. dorija Band^ Luc. lU. 16. i 



C. Wortbiegang. 161 

• 

torja leskrc tjracha die Riemen seiner Scbuhe (der Gen. nicht 
ausgedrückt); i tschupoi, niakro, pnja Zipp. von czupni, cziip-> 
nik Pchm. — Fem. busach, pl. cha Sporn; tyrach, pl. cha 
Schuh; i schach^ a Kohl (szach m. Pchm.)^ i pennach, a 
Nuss (pelenda m. Puchm.). 

Bei Pchni. steht von S. 21— 22. ein Vz. cons. Masc« 
mit Pi. auf a. Ausserdem z. B. pchraPa Brüder S. 75. , wie 
Zipp. o präl, pl. la; andro vesza in die Wälder 75., Zipp. o^ 
Weesch, scheskero, scha; PI. balevasa th'o chrichila Speck 
und Erbsen 9 neben dem Sg*. koterdro balevas ein Stückchen 
Speck (im Vz. balovas) und czulo chrichil ein wenig- Erbsen 
70.; Zipp. ballawas -sa, o herill -riella. — Ebenso Zipp.: 
keer-but keera, aber im Hindust. ^^ (domus sg. et pl.) Tas- 

sy p. 33.; o peer, reskero, a Bauch; o motter -ra Urin; o tauer 
Axt, PI. thaura; o paar -ra Seide; o kotter Stück, -era, 
jedoch LG. duj kotter; chocher, chochera Pilz; o angar -ra Koh- 
le. — liel Brief -lila; o kiral Käse, PI. kirala; o bäl -a 
Haar; o njal, nyalla Sommer; o temm, but temma, Land; o 
dromm (Gasse; eig. Weg), PI. dromma, mithin so wie ob. 
Roma. — stoppen - na Flachs ; o schtammen , stamena Stuhl ; 
o tann Zeug , neskero , na ; czonn , büt czonna Monat ; o tschi- 
ben -na Lager; o chaben -bena Speise und so die übrigen 
auf ben; o gvyn Honig -gvyna,* aber «auch das Fem. avdin 
Pchm. mit PI. auf a. — khaas - a Heu ; phus - a Stroh ; bersch 
-scheel berscha 100 Jahr, dui berscha 2 J. — o kascht -bat 
kaschta Holz; o wuscht -ta Lippe; o tschekkat, -katta Stirn; 
thüd Milch -thuda; o dhAd Vater, -dhada; o dand, -dan- 
da Zahn; o wend, -wenda Winter. — o kakk (angeblidi 
auch kako), PI. kakka Vetter; nak -nakka Schnabel; o beng* 
Teufel, - ga. — ritsch Bär - a. — Ssap, but fsappa Schlan- 
ge; drahb, PI. drahba wahrscheinlich doch m.? Kraut; o ghiv 
-va Schnee; boof -boowa Ofen. Von gürow Ochs -but gü- 
rewa, Pchm. guruv, PI. a, als Zipp. Mulee e gürewa Vieh 
crepiret, kammela te merrn will sterben. Dagegen gtlrumnl 
Kuh -but gurumnja. — Postin Pelz ist bei Pchm. m. mit 
PI. auf a, und so auch Zipp. o pdsten, posteneskero , postena^ 
allein an e. a. St. auch postinja. So vndar m. mit a Pchm., 
o wüder, reskero, ra Thür, aber auch wüderja. — Zuletzt 
noch schoschai Hase, but schoschaija; rei -rciaHerr, u.s.w. 
— Masc. mit anderen Voc. , als o, zum Schlüsse, die 
ebenfalls a im PI. haben, bei Pchm., nämlich jerni, sviri, kli- 
di , vödi , panl s. S. 108. Bei Zipp. z. B. o klidin , dineskero, 
dinja, aber auch klydja Schlüssel, aber klidi m. et f« Schloss, 
und dagegen kleja f. (etwa PL?) Schlüssel Pchm.; o panin 



162 II. Gramniatik. 

oder panin^9 panjSskero, panja. Auch id^a Kleid, und rerda, 
woher verdangero Wagner, sollen im N. PI. auf a auslauten, 
, mithin doch wohl dem Sg. gleich. Für letzteres Zipp. o wor- 
din, neskero, nja. 

Noch weniger als für Conjugationen zeigen sich logi- 
sche oder physische Kategoricen, die etwaigen Declina- 
tionen entsprächen, wie doch z. B. hei Num. , (^cnus u. s. w* 
^ der Fall ist, und mithin ist eine Mehrheit wahrhaft unter- 
schiedener Declinationen in keiner Sprache gerechtfertigt, und, 
genau die Sache angesehen, auch nicht vorhanden. Desshalb 
braucht man auch im Zig. nicht von mehreren Declinationen 
zu reden, obschon sich für die leichtere praktische Ueber- 
sicht auch hier deren aufstellen Hessen, wie denn auch Zipp. 
versucht hat. Dies sind aber in der Rücksicht seine Worte: 
„Alle Nom. masc. in o, deren bei weitem die grösste An- 
zahl ist, haben im Plur. e, im Gen. S. eskero nach weg'ge- 
worfenem o (s. Pchm. S. 20.). — AllcFem. Ina haben im 
PI. e (i Pchm. S. 23.). — Alle Nom. Masc, die sich auf 
einen Cons« endigen, setzen im N. PI. hinzu a, im G. s. es- 
kero, wie gvyn, gvyneskero, pl. gvy na. Ausn. die auf 
ben und pcn (pL bena, pena) wegen der Cass. obl. s., näm- 
lich G. maskero, paskero. — Alle Fem. auf einen Cons. 
setzen im PI. hinzu ia odcjr ja; im G. s. akero [doch s. u. 
lakero]. Ausn. s. sp. [Auffallend stimmt mit Obigem der Hin- 
dust. PI. Schulz. Gr. p. 8.] 

Es Hessen sich demnach vler-Decl. machen: 

1. Die erste begriffe die Masc. In o, G. eskero, PI. e. 
In welcher auch das e der Hauptvocal In den Endungen der 
Obrigen Casus bleibt. 

2. Die zweite umfasste die Fem. In a, G. akero, PI. e. 

3. Die dritte Masc, die sich auf einen anderen Vocal, 
oder auf einen DIphth., oder Cons. endigen. G. eskero, 
Pl. a. Hier machen die Wörter auf ben, pen die voirhin er- 
wähnte Ausn. Die wenigen Wörter auf i, in so fern als sie i 
vor a In j verwandeln. [Dies letztere ist , ich gestehe es, 
mir nicht recht deutlich. Solche masc sind z.B. o dsi Herz, PI. 
dsia. Ferner semiri, pl. semirja Riemen ; rapani, neskero, njia Rübe.] 

4. Der vierten gehören die Fem. an, die sich auf s, 
t« *) oder einen Cons. endigen, und den G. lakero oder ja- 

♦) I bildet viele weibliche Suhst., vgl. ob. S. 126. und Pcbm. 
S. lt., als: parni Kreide von pa'rno vreiss, dagegen parno Kalk, 
Papier, u parno Bleiweiss, als m. Bisch. — ka'li Wagenschmier 
Pchm. von kalo schwarz. -- loli rolhe Rübe Pchm., i I6li Rolh- 
lauf Bisch. — i talti Stube, von tatlo warm Zipp., wie Pchm*. 
sxiliCli das Fieber von sziiaJo> aber auch masc* sziiaiestar aus dem 



C. Wortbicgnng. 163 

keroy den PI. Ja bilden. liier sind aber anszunehmen die Wör^ 
ter, welche g*, k, ch zur Endung* haben, ald welche das I 
weg'werfen [eig. wohl nie besessen haben]." 

Demnach hätten bei Zipp. sämmtliche Fem., mit Au8-> 
nähme derer, welche im N. Sing*, aul' a und Gutt.' ausgehen, 
im PI. ia oder ja^ während bei Pchm. wohl nur die auf i, J, 
und allenfalls, mit Mouillirung*, s. ob. S. 89 f., einlg-e auf n^ 
1, r. Da nun i eine ganz gewöhnliche Feminalendung- ist, 
konnte sich i oder j leicht auch in , eig*. dem Thema nach con- 
sonanti.sche Fem. einschleichen , wie z. B. bei Zipp. i rhän Ra- 
ihe, njakro, nja, Puchm. mit i: rani, pl. a, Gerte; Graff. Ms« 
„koja rann Uutiie, rania [A. sg**? oder PI*?J wie bei rani Her- 
rin." Bei Zipp. rhani Dame, ranjakro, PI. rhanja. Uebrig'ens 
erg-iebt sich aus den Zippeischen Beispielen, dass doch kei- 
ncsweg's alle Fem. ein 1 oder j im PI. aufg'enommen haben* 
S. in Betreff des folgenden Vz. von Fem. noch S. 113 ff. 

Lab. Zipp. i tscheb, bakro, but tscheba (also ohne Ü), 
Pchm. czib, pl. a, Zunge. — chip, pl. a, Stürze Pchm., 
cVhipp Bisch. — dab, Acc. pl. daba (vulnera) S. 79. Pchm., tap- 
pa wohl PI. u. Hieb, Prügel, aber tappja s. fühlen, von tapp 
Schlag*, Knall Bisch. — cholov, pl. a Pchm., i cholluv, vjakr0| 
va Hosen Zipp.; aber püchli ch'hollobeja Bisch, u. weit. — 
chev, pl. a Pchm., i chcev, chchcv, G. vjakro, PI. chewja 
Zipp., ch'eachhebia u. durchlöchert, pl. v. cheachhew Loch' 
Bisch. — xov, pl. a Hafer (der Flur, wohl nach Slawischer 
Welse bei Materialia) Pchm., i dschoov, vakro, va Zipp. — xuv 
ohne Ang-abe des PI. Pchm., i dschu, vakro, -a, auch dschua* 
kro, PI. dschua Laus Zipp., tschuwa Ungeziefer Bisch. — 
suv, pl. a Nadel Pchm., PI. subia Graff., i fsii, viakro, nvja; 
pchuv, pl. a Erde, i phii, phüvjakro, phuvja Zipp., aber jek 
puh 1 Meile: phujakro, phuja; dui puvja 2 Meilen. — pchova 
pl.; ob f.? (supercilia) Pchm,: pchuwjae Sz., I poov, iakro, 
pl. ja , auch povakro , povia Zipp. Dag-eg-en z, B. masc. o 
taav, veskero, va Zwirn Zipp. — Dent. rat*, rat'akero, pl. 
a Pchm. S. 24. vgl. ob. S. 87., i rat, ratsiakro, ratsja Nacht 



Keller, eig. aus dem Kallen S. 70. So auch czipgerdo m. Bohrer 
z. H. neben dem Fem. muradi Scheermesser. — i kirki (eig. der 
Biltere, von kiiko) und ch a t sc h kerd i f. (adusta) Brannlewein; 
i thuli Schmand (Pchm. tchulo dick;; i chordi Häcksel (Pchm» 
churdo klein, zerbrö(;kelt). Zipp. — Pclim. buchli TafiTelband, 
wohl von buchio breit, vgl. Zipp. bugli doiik ein breil liand. — 
kandini Schwefel Grellm. zweilelhafl, weil Ausg. 1. S. 224. noch, 
momeli (also stinkendes Licht, von kliandyno Pclim.) , dabei stellt. 
— pchurdyni ^eig. aufgeblasen) "Wiesel ; kaszlüni {eig, höl- 
zern) Löffel, und strastuni Pfanne, yiell. aus sastrüno eisern 
Pchm. — Ueber -in al« Feminalendung vgl. S. 113. und sp* Adj. 

11 * 



164 n« Grammatik« 

Zlpp.9 koja rad, Im Acc. und Plan erst radsclia, womit GralT. 
Ms. seine falsche Angabe koja radscha als Nom. selbst be- 
richtigt. — Der A^ibHirung widerstehen, vermuthlich ihrer 
Doppelconsonanz wegen, bacht, G. bachtiakro, pl. bachtja und 
bachja Glück; i purt, G. purtjakro, purtja Zfpp., pchurd, 
pchurd*akero Pchm. S* 24. Brücke; und so auch niasc. o poch- 
ten , pochtja Leinwand Zipp., pochtan m., PK a Pchm. — i 
Jaswin, wiakro, PI. jaswa Zipp., avs f., pl. a Thräne Pchm. 
— dyz (arx), PI. a Pchm. — Cercbr. i doosch Schande, 
Schuld, schiakro, seh ja, aber auch schakro, scha; i trusch, 
Bchakro, scha Durst; i trasch, traschakro, auch lakro Angst 

Zipp. — Pah i lädsch Schaam, schiakro, schja Zipp», lax f. 
ohne Angabe des PI. Pchm. 

Liq. I brol, brohliakro und brohlakero, P]., ohne i, 
brohla Zipp., ambro!, pl. a BIrn Pchm.; wahrsch. koja bor- 
lin, pl. borlia, von Graff. Ms. zwar in der Bedeutung: Gans 
angemerkt, was aber wohl ein blosses Schreib versehen , da es 
dort zwischen Apfel pabin und Gans bapin steht. Vgl. i bir- 
lln, nja, G. birnjakro; a. e. a. 0. jek birlin eine Biene (apis), 
Plur. but birnja Zipp., brli Pchm. ohne Angabe des PL, pär- 
reni Bisch. — i mohl, mohjakro, müja Wein Zipp., mol, pl. 
a Pchm. — i meei, liakro, Ija Staub Zipp., mel f. Pchm. mit 
pl. auf a? — Barval, pl. a Pchm., i balwal, balvijakro, via- 
kro, pl. balwija, Wind, aber i belwel, behvijakero, pl. wija 

Abend Zipp. — 1 pall Brett, palliakro, paljiakero, pajakro, 
pl. pajja Zipp., vgl. S. 89. Bisch. Bei Zipp. masc. o bal -a, 
G. bäleskero Haar, aber bal m. Pchm., bal f. Bw. ohne An- 
gabe des PI. Vgl. S. 154. — Bar m. Pchm., der den PI. 
nicht anglebt, u. bär (lapidem) Graff. S. 41. bar f. Bw. s. o. 
8.119., bar, reskero, ra Zipp., aber parrja s. Juwelen 
Bisch. Dagegen bar f. Zaun , PI. a , vom Dem. barora Acc. 
PI. S,78., bal f. Bw., koja bär, pl. baria Garten Graff. S.39.41., 
i bär Garten, Zaun, G. riakro, PI. ria, auch barija; i baar, 
riakero, barja Zaun, Zipp. — czar f., pl. a Pchm., tscharjae 
wohl pl. Sz., i tschar, tschariakro und tscharr, riakro Gras, 

i tschäär, rja Gras; Asche, aber o tschaar, reskero, ra Asche 
Zipp. — por f., pl. a Pchm. S. 21., aber im Vz. pör m. 
Fohm., i porr G. porakero riakro, pl. rja und pora, aber 
auch phoor, pohr, phooreskero, ra Feder Zipp. Sonst pora 
(Eingeweide), doch wohl PI., aberweichen Geschlechts? Pchm., 
i porr, -orja, G. poriakro Nabel Zipp. Ferner pöri f., pl. a 

Schweif Pchm., puri, -a oder i phoori, porriakro, porrija 
Schwanz, und i bohri, riakero j borrja Schwägerin oder des 



C. Wortbiegang. 165 

Weibes Schwester. Zipp. — sir f., ph a Knoblauch Pchiu., i 
fsyr, fsirjakero, fsirja Zipp. — aar f. , pl. a Haar Pchm. — 
sftor f. Stärke, wovon kein PI. bemerkt, Pchm., i soor, ria- 
kro , rj[a Kraft Zipp. — g'er m. , pI. a Krätze Pchm. ^ i ghicr, 
g'eeriakro Räude Zipp. — dar f. Furcht Pchm., dar u. s. w. masc. 
Bw., ohne Angabe über den PI., i daar, pl. ja, G. daaria^ 
kro Ang'st Zipp. — i klior, khürlakro, pl. -rja, khorja Hak- 
ke- am Fusse, Ferse Zipp. — i schväär, rja, G. schvaariakro 
Halfter, neben fsalwäris, warjia, reskero Zaum Zipp., savarla 
m. Pchm. — czam, pl. a Gesicht Pchm. , pcsse dschamja dicke 
Backen Bisch., i tschamm, tschammiakro , tschamnja Backe 
Zipp. — i purum, purumjakero, pl. pürema Zwiebel Zipp* 
-^ puszum f. Wie PL? Pchm., i puschum, makro, pl. pu-> 
schuma Floh, aber pischum f., auch i poschum, makro, ma 

Wolle Zipp. — i kuzum, makro, PI. mnia Mag-en, allein auch 
kuxVum Blase, PI. büt küxmi (so hinten ohne a aufg-eführt) 
Zipp. — i thann, niakro, na die Reihe; i khann, khanjakro, 
pl. khanja Geruch Zipp. — pchen, pl. pcheiia S. 69, i peen, 
penjakro, penja Schwester Zipp. — zen f. PI. nicht ang-eg-e- 

ben Pchm., i seen, niakro, sennja Sattel Zipp. — Men f., 
pl. a Pchm., i meen, menjakro, mecnja Hals, Genick Zipp. 
— Als masc. Ion Pchm. (fem. Bw.) und so auch Zipp. o lonn, 
neskero, pl. lona. 

Fem. auf in und i (vgl. S. 113 f.): armin, pl. a Kraut 
Pchm. , i armen , arminjakro , pl. amija Zipp. — khurmln , pl. a 
Brei, Hirse, Pchm., kurmen, kurmjakro, kurmniakro, pl. kurmja 
Zipp. — zumin, pl. a, und so wohl auch zumina Suppe Pchm. 
S. 73« eher Acc. pl. als sg*., i summen, G. summlnjakro, pl. 
summinja cet« Zipp. — lamnja -nji Schritt; verbessert: jek 
lammjin, lamja, jakro Zipp. — pajtrin Blatt, pl. pajtra Pchm. 

S. 24. , i patrin , patrio jakro , pl. nja (patrja) und auch patren, 
pl. paternja Zipp. — i papin, papinjakro, papinja Zipp. von 
koja bapln Graft*. Ms. und papin f. Gans, ohne Pluralang'abe, 

Pchm. — 1 häning- , hahnin Quell , hahnjakro , Fl. hahnin ja und 
hahnija; auch Brunnen bannig-, pl. hania Zipp., chanig', pl. a 
Pchm. — I cholen, cholinjakro, cholinja Zorn Zipp., chölf, 
pl. a Pchm. — i kirlin, auch kirjin, G. kirn jakro, und, mit 
ausg-estrlchener zweiter Sjlbe^ kirlin jakro, PL kirn ja; auch 
jek kiri, but kirja Ameisen Zipp., mithin g-leichend dem kirja 
ntw., gerria Bisch., die schon früher von uns als PI. aufi^e- 
führt worden. — Der Verlust des 1 auch in i katlin, katja,, 
katjakro Zipp. , und wahrsch. aus dem apok. PI. (vg'l. les. d- 
seaux) bei Bisch, gatt Scheere, und daraus das plur. gatten*: 



166 n. Grammatik. 

gero Scleercnsclileifer, aber zu S. 43. von Graff. Ms. jetzt 
für gada! (forficem) die sonderbare^ Formen ^«ag'^eni und g-ag-- 
^wiy deren gg wobl dem aus tl entstandenen j g'leicb gelten 
soll/ — i kangli , kan^ja , kangjakro Kamm Zipp. , kangli , pl. 
a Pchm.; und so aucb, mit Aufgeben des 1: i pandli, pl. 
pandja Amt [eig. Verschluss]; i ghyli pl. gyja, G. gyjakro 
Lied Zipp. — i marikli, G. marikjakro, ja Kuchen Zipp., 
marikli, pl. a Pchm. — i pirilli, rilljakro, pirillja Kammer 
Zipp», prali, pl. a Pchm. — momeli, pl. a Kerze Pchm., mom- 
meli, mommejakro, mommeja Zipp., momelinja Lichter (s. Ge- 
stirn) , aber auch mom^cha ob. S. 88. , von momelin Kerze , des- 
sen Acc. sg. i mümelines, s. verlöschen u. vgl. ausblasen 
Bisch. — i wendrin Darm, pl. wendrija Eingeweide, Fleck 
fdle), wendriakro Zipp. , wenterja Eingeweide, Gekröse, Darm 
(vielm. Därme) ob. S. 155. neben Sg. weuterin Nabelschnur 

-. Bisch. — I mufsin, mufsnja Arm, Aermel, mufsniakro, dul 
mufsnija oder mufsinja, % oder beide Arme Zipp., laf ano 
mufsina umarmen Bisch, (eig. in die Arme nehmen), welches 
trotz dem unstreitig incorrecten Art. masc. sg. o in ano PK 
ist, und nicht Acc. sg., weil einen solchen die Präpp., nicht re- 
gieren. So auch app leskre [sehr, peskre] mufsja, auf seine 
Arme Luc. IL 28. Fr. Bei Graff. Ms. „koja mussin, Acc. u. 
PI. ia, ebenfalls arme Weib;" allein ich muss ihm widerspre- 
chen: nur das auch erwähnte koja dschorelin bedeutet die Ar- 
me (pauper), aber das vorhingenannte : Arm (brachium). — i 
murin (Bisch, morin Erdbeere) , pL murinja Beere , G. sg. mu- 
rakro, pl. mnringeri, aber auch, sonderbarer Weise, i müra, 
riakro, pl. mure Zipp. — Folgende 6, die bei Bisch, im Sing, 
auf -in enden ob. S. 114., bei Pchm. aber auf i mit Plur. auf 
a, hat Zipp. in dieser Gestalt: i tschutschi, tschiakro, tschja 
Euter; tschuri, riakro, urja Messer; khangeri, G. mit oder 

ohne e: khangeriakro, PI. ngria Kirche; goodi, iakro, dja 
Verstand, Gehirn; poori, riakro, ja Schwanz; i pyri, riakro, 
Irrja Topf Zipp. , Bisch, pirin Bottich , aber pihri Topf, Pchm. 
piri S. 46., oder pjri. Bei Graff. Ms. koja pirin, Acc. u. PI. 
piria, wozu die Bedeutung- nicht angegeben ist, hat wohl kei- 
nen anderen Sinn. — Ausserdem noch bei- Pchm. mort'hi, Bisch. 




den Wörtern, in so fern sie<bei Pchm". vorkommen, fehlt die 




C. Wortbiegang. Ift7 

fOr die Arbcity aber lowe butlneske Lobn Bfsch.-von butloi 
Pcbm. buti Arbeit; i sclitadi, schtadiakro, p1. sclitadja, GralT. 
Ms., unter Hinweis auf den Wegfall des n bei diesem und bei 
anderen auf -in abfallenden Fem. (s. sp. Acc. , und uns S. 90.)| 

koja stadin, Agc. und PI. dia Hut; I tschavcrin, vrinjakro, 

vrinja Küchlein, Pclim. czarvi Huhn. — Nach der Weise von 
romna Pchm., bei Zipp. bibi, jakro, PI. ja Muhme; mami, 
maniiakro, pl. nianijia Grossmutter; kirivvl, kirivjakro, kirev- 
ja Gevatterin; rakli, kjakro, ja Mädchen; i phibli, phibliakro, 
phibja Wittwe; i tschobachani , niakro Hexe, und pirinnl, pi- 

rinjakro Braut, aber masc. o tschobachano , neskero und plr- 
renno, neskero; lubni Hure, pl. lubnja und lubniakro czawo 
Bastard. — Ferner kacbni, nja, niakro Huhn, Pchm. kahna 
Gefläg-el; bakrini, kinja Mutterschaf, Pchm. bakri, PI. bakri- 

ja^); 1 graschni, g-rafsnja, grafsniakkcro Stute; balitschniy 
nihjakro, tschja Sau; gurumni, niakro, nja Kuh, Bisch, gü- 
reaijä ob. S. 155. — Zuletzt noch bei Zipp. i rachemni, chem- 
jakro, chemja das Kleid; i ganni, niakro, ja Schooss; i rafs- 
nl, niakro (vgl. Lth.) Thau ; armendjini, dinjakro, dinja Fluch; 
schulindi, schulindjakro , ja Besen; fsemaddi, jakro, dja Pfand; 
kakevvi (Bisch, gägewi) Kessel, pl. kakevja, kakewiakro;' 
kiavvi, vjakro, vja Pflaume, vgl. Pchm. t'hilava Obst; kare- 
paskeri, pl. karepangria Flinte ; phuvjingeri Kartoffel (eig. ter- 
restris), G. geriakro, pl. gerija, wofür aber noch phuvjingere 
angegeben wird, mit dem sonderbaren Zusätze, dass es e ha- 
be, well es ein Nominale sei. Vielmehr kam es wohl bloss dem 
Zig. nicht darauf an, das Wort auch allenfalls masculinisch zu bilden. 

*) Pchm. 5« 38. e): ,, Einige belebte Weibliche, ▼on welchen' die 
Männlichen [muss wohl umgekehrt heissen : die Ton M.] auf o aus« 
gehen, nehmen im PI. in den Cass. obl. [ob: und in den C. P] ij 
an: bakri, Nom. PI. bakri ja, 0. bakri jengero^ Acc. bakrijeo 
u. s. w**^ Ich weiss nicht, -wie iriel auf diesen verwirrten Satz zu 
geben ist. Wichtig würde nur die Erscheinung sein, wenn sie mit 
R. 52. Bbpp. Gr. sanscr. übereinstimmte, wonach Poljsjllaba mit 
2 Conss. vor dem i dieses nicht, w^ie oft in anderen Fällen zu j| 
sondern mit Verbreiterung zu ij umwandeln. Auch z» R. buglona— 
kiskri (Rreitschuabel) PI. - nakingrija Enten Zipp. würde passen^ 
allein viele andere Beispiele, und ich bin nicht so kühn zu behaup- 
ten , als ob aus blosser Unaufmerksamkeit der Beobachter, wider- 
streben der Regel , wie freilich auch z. K» im 8skr. samaptjarlh^i 
r.ryaha, stryadshiwa : bald an dem Zusammenstoss Yon mehr als 2 
Conss. keinen Anstoss nehmend, bald einen Consonant, z* B. 1, n^ 
Yor dem j unterdrückend, andere Male auch einen Hiatus mit i 
durchaus nicht scheuend. S. ob. im Texte. Zippeis Schreibung 
übrigens ist oft unbehülflich , obschoo sie meistens doch nur dea ^ 
Laut des franz. gne ausdrücken soll* 



168 n. Grammatik. 

i) Casus. 

d) Nominaiivu» und Accuaaiivus, 

In diesen Casus stellt sieb der wichtig'e, und in vielen 
Sprachen sonst irg-endwie grammatisch beobachtete Unterschied 
zwischen Belebtem und Unbelebtem heraus. So nehmen 
In Europa die Slawischen Sprachen auf vorerwähnte Unter- 
scheidung Rücksicht. ^) Indess, obschon das eine oder andere 
Zigeuneridiom sich auch hierin mag* von dort haben in etwas 
bestimmen oder doch auf sich einwirken lassen: so viel bleibt 
l^ewiss, dass auch in Indischen Sprachen bereits ein An- 
lass sich zeigt zu jenem , der Geschlechtsunterscheidung sich 
beiordnenden Analogen. Zuerst erwähnen wir das sonst mit 
der Romsprache in keiner näheren Beziehung stehende Telu- 
gVL^ worüber Campbell (Teloogoo Gramm, p. 44. nr, 158.) 
sich dahin äussert: „It is of great importance that the reader 
ghould constantlj bcar in mind that in nouns denoting inani- 
mate things, the nominative is generally nsed for the ac- 
cusative, and the accusative for the ablative, but that this 
Is not the case with nouns denoting animate objects.^^ Dann 
Mahrattisch zufolge Carey, Mahr. Gramm. p. 14.: „The Acc. 
of words signifying animals is fornied froni the Nom. by af- 
flxing 8 (wie im Zig. Slasc. des Belebten) or Id. Words sl- 
gnifying in animate substanccs takc no inflection in this case, 
unless they are personified. If personified they are inflectcd 
llke masc. or fem. nouns.^^ Man vgl« z. B. Ambä (a mango), 
PL imhi für N. A. und D. , aber Sg. N. d<$wa (Dens) , A. D. 
d^wfts und d^walä (Deum, o); PI. N. d^wan (Dil), A. D. 
d^wäPls'und dciwäKla (Dcos, Diis). — B. Schnlzlus, Gramm. 
Hingest, p. 79*: ^^Apud Indes , verba cum nominibus composi^ 
taj non requirunt stricte accusativum casum, saltem ejus ter- 
minationem non postulant cum rigore, sed Ulis suflGcit rem in- 
dicasse; etiam in usu est nominatlvum loco accusativi eupho- 
Qlae gratis admittere/^ wovon Ib. Ilamarl rozi (nostrum pa- 
hem; wegen des folgenden, eben so ausgehenden Dativs, für 

*) S. «. B. Schleierm. TlnflueDce p. 78. Bindseil, Sprachvergl. 
Abb. S. 503. 510. und t« Chamisso }1awaii.sr:he Spr. S. 11. 16.22. 
Mir liegt hier nur besonders daran, die häufige Nichtunterscheidung 
des Nom. und Acc. (d. b* von Subj« und Obj.) bei leblosen 
' Dingen Im Slawischen geltend zu machen , welche mit dem Zusam— 
menfallen eben jener beiden Casus im Neutrum aller Indogerma- 
nischen Sprachen harmonirt, das seinerseits ja auch nur ein Abbild 
des Unbelebten zu sein bestimmt ist. -<- Wo im Zig. der Unterschied 

Sar nicht oder nur lax beobachtet wird, z. B. wie es scheint, bei 
en Zigeunern Deutschlands , mag dies als eine> durch den Einfiuss 
fremder Rede yeranlasste Entwöhnung gelten. 



'l 



C. Wortbiegnns. 160 

rozika) hamnaku (nobis). Auch von dieser Bemerkung, so 
wie von dem Uebereinlauten von Dat. und Acc« (p. 8.) diirfea 
wir seines Orts Anwendungen maclien auf das seinerseits nicbt 
selten in ähnlicher Weise verfahrende Rom. Denn nicht nur 
(s. S.175 f.) vermengt sich oft der Zig. Dat. mit demAcc, son- 
dern man begegnet auch oft in dieser Sprache hinter Verben 
der ^Gestalt des Nom. in der Geltung vom Acc. 

Nach Pchm. S. 20. 24. machen sowohl die Masc. als 
Fem* in beiden Numeri Nom. und Acc. überein, wenn das Wort 
Lebloses bezeichnet, als karialo (caro, earnem), pl. kariale, 
und N. A. pajtrin (folium), pK pajtra (foliaj. So ferner e dar 
f. (metnm) S. 78., avdin (f. , auch o gvjn Acc. Zipp.) the mom 
(m.) Honig und Wachs im Acc. S. 69. und so olegis the mol 
(Oel und Wein) , also selbst bei einem Worte auf is S. 79. ; 
öri (die Uhr), nav (den Namen) S. 62.; tover m. (securis, m) 
S. 57 ff. ; czulo chrichil , xov the koterdro balevas (ein wenige 
Erbsen, Hafer, und ein Stückchen Speck, im A.) S. 70., o 
päni (aquam), wie Hindust. nach Hadlej (A co.mpendioas 
Gramnu p. 24.) : „The Acc. (which is not distinguished from 
the Nom., as in Persian) preceedes the Verb also (nämlich wie 
der Dat.), as ^ ^L Pauneeday, water give thouy as 

does also the Nom. But when the Verb is to liave a relative ' 
effect on the snbsequent noun, the Dative is used for the 
Acc, as Chookeraj ko (gewissermassen : puerum ad) mut (^171 
ne) mar (Imper.). Don*t beat to (the) boy„^* Auch im Acc 
PL, ausser anderen.Beispielen ob. S. 160., tre terne bersza (ja* 
veniles tuos annos) Pchm. S. 70. , aber als von einem Belebten, 
mat'hen (muscas) neben mat'ha (muscae) S.77. Den mange (Dant 
mihi, nicht mande, vgl. S. 76.) zumina (jus), kokala (ossa), 
kariale (carnem), maro (panem), die also, unstreitig, mit Aus- 
nahme des letzten, dem PI. angehören, wie auch S.74.: Ich 
ertrage szil Kälte, giva Schnee (nives), briszinda (pluviam), 
tatipena (aestuni) , wohl alle bis auf das erste. — Im VIT. bei 
Grellni. mandro (panem), vitsigosz (peccatum), amare bezechn 
(nostra peccata). 

Zipp. äussert sich in Betreff der Sache so: „Die En- 
dung des Acc. ist wie des Nom. bei allen leblosen Dingen. 
Dagegen haben alle masc. Wörter für Belebtes die or- 
dentliche Endung des Aoc. es, os (z. B. troppos), so wie 
auch bei den Benennungen vernünftiger Creaturen, die 
weiblichen Geschlechts sind, der Acc. seine besondere Endung 
a oder ja hat; als: Me dava totte (Ich gebe dir) daades, 
tschirikles, kures, den Vater, Vogel, ^das Füllen, aber o 
themm, gaav, keer, o dsi, kann, khals, o mafe das 



170 IL Grammatik. 

Land, Dorf, Haas, Herz, Ohr, Heu, Fleisch, o waalin das 
Glas (wahlines Bisch, u. umstossen) , o maaro (auch maro für 
panem Bisch, u. einbrocken). — Fem. pyrinja, kirivja, da 
(sponsani , comniatrcm , mairem) , aber kake vvi den Kessel (ca- 
cabuni), i mommeli ein Licht, pandli Amt, und nun sog'ar, der 
obigen Angabe gemäss, kachni, papin, kirlin, i dschu die 
Henne, Gans, Ameise, Laus. Es ist also noch ein zweiter 
Geg'ensatz zwischen vernünftig'en und vernunftlosen 
Wesen aufg-estellt, dem aber (s. u. die Masc.) noch mehr zu- 
widerg-ehandelt wird als dem ersterwähnten, so dass uns nicht 
andere Stellen bei Zipp. verwundern dürfen, wo es z. B. 
heisst: De (Gieb) kachnja Tg'allinani) wie rakja (fliiam) das Mäd- 
chen; ritsches, ritschnja (ursum, am); greis, graschnja (equum, 
am); me dava tot ada rakles Ich gebe dir den Jungen, und 
mithin, was auch einmal mit ausdrücklichen Worten geschieht, 
ein blosser Unterschied zwischen lebendigen und leblosen Fem. 
festgehalten wird. An einem Orte wird freilich wieder die 
Regel mit neuen Worten so gefasst: „Von Menschen wird 
der Acc. nach seiner eigenen besonderen Endung gebraucht: 
aber andere Sachen [also hier ohne die obige .Einschränkung 
auf weibliche Thiere ausser den fem. Sachwörtern] haben 
Acc. und Nom. gleich. Als: e peenja me dava totte (sororem 
ego do tibi), da (daja Graff.), die Mutter, mamja, bebija, lub- 
ija, tschobachanja , die Grossmutter, Muhme, Hure, Hexe 
geg^enüber den oben bemerkten Thiernamen kachni u. s. f. Von 
sonstigen Fem. Dö tri meen (gieb deinen Hals), i pennach 
(nncem); de 1 seen akkey Gieb den Sattel her, H i seen Nimm 
den Sattel ; i rhan (virgam), also verschieden von rhanja , Pchm. 
a [e?] rana (mulierem) S. 63., wie pchüra (die Alte) 60. von 
pcndri; i tschamm die Backe. 

Im Masc. Me dava totte o pyro den Fuss (pires GraflT. 
S.37.), puklo Gerste, o koro die Kanne, o ducho den 
Athem, und sonstige, nicht in o ausgehende Masc: o tschaar 
Asche ; o mochten (mochto m. Pchm.) , o khamm , o keesch die 
Dose, Sonne, Seide; o kiral, o perr, den Käse, Bauch; o 
chocher den Pilz (PI. chochera mit Acc. chocheren angege- 
ben); parr, Graff. u bar (lapideni); mro läv mein Wort 
(laves Bisch, u. verändern), ada chaben das Essen, ada \y\ 
(lihles Bisch, u. umschreiben) das Buch, also mit der Bemer- 
kung ZippeFs in Einklang, dass bei leblosen Dingen mit oder 
ohne Pron. die Endung des Acc. dem des Nom. gleichkomme. 
— Aber: e hachos, papos den Bauer, Grossvater; wroggos 
den Feind (vgl. Lith. Nom. wargas), und blikkos, tschelantos 
das Ferkel , Kalb , matschos den Fisch (Nom. maczo m. Pchm.). 
E pyrennes den Bräutigam) rommes, gaajes, den Mann; kl- 



I 

C. Wortbiegang« 1 71 

revres den Gevatter; roatsching-eres , mafsing'ereäi , weeseUsH 
keres den Fischer , Fleischer, Förster* Mulares das Gespenst 
(also wie ein Lebendes g'enommcn). Tschirililes den Vogel, • 
e baschnes (Puchm. basznes S. 63.) den Hahn; e kures das 
Füllen; e dschiikles, c ritsches, e g'uruves den Hund, Bären^ 
Ochsen. Auch o fselwendo Härin^, obgleich ein Lebendes, 
ist in der Reihe der Acc. aufgeführt; es mflsste aber wohl 
hinten mit s schiiessen. — Auf eine Anfrage, ob auch der 
Acc. pl. die Endung des Noni. habe, er^icdcrt Zipp. : „Bei 
den Leblosen nicht. Doch ists einerlei, ob en oder a,^^ wor- 
in ein Verschen zu stecken scheint, so nämlich dass entweder 
nicht zu streichen oder Lebendigen zu lesen sein möchte. 
'Als Acc. PI. steht in obiger Reihe ghywa (also nicht mit 
-en, obschon es Masc* S. 121. ist, und Bisch, l'erdaf o gib- 
wes im Sg. hat u. worfeln) Getreide, entsprechend dem Lith« 
Sprachgebrauche, der Getreidebenennungen gern in Pluralform 
setzt (Comm. Lith* IL 31.). Kizi dra«iba lijal tu adrj? Wie 
viel Arznei habt ihr eingenommen? Mro dad kcrla but butja 
Mein Vater thut viele Werke. Me lljum dcschedui chadweja 
(Sg. jek chadweli) Ich habe ein Dutzend Ducaten gewonnen. 
Annen mange cholc vva Bringt mir die seidenen [?J Strümpfe, aber 
An mrl cholur akey Bring mir meine Hose her. Keer e 
kotschikka zu Mach die Knöpfe (Sg. jek kotschik) zu. Mör . 
avrj o wälinja, ke te ven ganz dschudsche Spüle die Gläser 
aus, dass sie ganz rein seien. De e transurja te tschurja te 
e gafli Gieb Teller, Messer und Gabeln (von i gafla) her. 
Annadoo zyro chaha mee tikne pasteite Unterdess wollen wir 
die kleinen Pasteten essen , wie im Nom. : Tikkne pasteite hoes 
meschto Die kl. P. waren gut. Leincr (so mit n , vgl. S. 96.) 
mande tro haamadle te schpillav mre baala apry, kanna tu 
kammoeha Leihet mir euere Haarnadeln, meine Haare aufzu- 
stecken, wenn es euch beliebt. Me na dschinnav bntidir, tsir 
schtaar oder pansch lava, ke me avryal zikjijum Ich weiss 
nicht mehr als 4 oder 5 Wörter, die ich auswendig gelernt 
habe. Ligger tu ada liela apro postos Trag diese Briefe auf 
die Post. Mekkjal (zweite Hand n st. 1) tu adda kaschta 
trujal te kerrn Habt ihr die Rahmen (Hölzer) darum machen 
(ut faciant) lassen? De meen latschi mohl, latschi lovyna (Sg.), 
deh meen pasche phabba te brohla (PK), kyl te kiralla (PI.?)* 
Gebt uns guten Wein, gut Bier, dabei (dazu) Acpfel und 
Birnen , Butter und Käse« — Mit - e z. B. Mee annava tumenge 
bakringero paschwerre Ich bringe euch einige Hammelrippen. 
Anjan mre karepangere toha? Habt ihr meine Pistolen mitge- 
bracht? Pen, ke te denn meen parne plachte, poringeri dikkle 
(Federtücher, vgl. ann pochtan Ukkle^ in leinene Tücher LG.)} 



« , 



172 n. Grammatik. 

Befehlt 9 dass man uns weisse Betttüclier gebe. Keeren mange 
gielghjgle leng-stedir Macht mir die Steigbäg'el länger; das Wort 
lautet eben so im N. Fl. Bisterdum te kinnaf pulvre (Sg. N. 
pnlrra) te bikke (Sg-. N. blkkus) Ich habe vergessen , Pulver 
und Kugeln zu kaufen. Dagegen von belebten Wesen: 
1, Personen: Pennena,- ke maaro baro scherlskero eftaver 
oder ochtaverdesch tausento lu red den bitschevcla dschln ko 
Italia Man sagt, dass Ihre königl. Maj. 7 oder 8000 M. nach 
I. senden werde, vom N. PI. luredde. Romjen te pochten na 
komte kinnen pasche keek dhdd, Weiber und Leinwand muss 
»an bei keinem Lichte kaufen. Latscho lav te mjdschach kel- 
lepen chnena but temen te phdrenn Ein gutes Wort und böses 
Spiel betrügt die Jungen und Alten viel. 8. Thiere: Le e 
rengere grenn Nimm der Herren ihre Pferde. Deh men terne 
ischaverjin, schoof terne tauben Gebt uns junge Hühner, 6 
J. Tauben, sallata, schoof wachtle oder raphünere (also Deut- 
scher PI. sanimt dem Zig.!) te leyarke Salat, Wachteln oder 
Rebhühner und Lerchen (bei diesen fremden Vogelbenennun- 
gen, also trotz Tauben, was aber auch ganz deutsch sein 
könnte, wo nicht der N. PI. Ada taube , allein Luc. II. 24. auch 
doj terne Tauben, dagegen zeugt, der Xom. s{. Acc). 

Rtw. hüten (multos), thrlnen (tres) von Menschen S. 38«, 
wie dujenn (ambos) Luc. II. 16. Bei einem Unbelebten, zwar 
der Regel zuwider, pleifserdum (d. i. pleifskerdum , ich habe 
bezahlt Zipp.) ewurdlnes (den Wagen) Fuhrlohn; sonst aber 
jnit ihr im Einklang: shero dine tele (den Kopf haben sie ge- 
than herab), köpfen, wie: neigetass job towa schere, nelgete 
er das Haupt LG.; givv tshindedrc, Getreide (wie u gib den 
Weizen Luc. III. 17.) haben sie geerntet, u. Erndte; Jath- 
Billaw-dias, er hat ein gutes Wort gegeben, u. erschmei- 
cheln , wie cow law (das Wort) Luc. II. i 7. , allein lawes (den 
Namen) Bisch, u. verändern; drom nashedum Ich habe den 
Weg verloren u. Irre , wie u tronim (viam) Luc. IIL 4. 

Frenkel: lobete depless (Deuni) Luc. H. 28«, wie adda 
«lanuscha, ke mre dewlis kamena, die Menschen, welche mei- 
nen Gott lieben Zipp. ; pesckres (suum; regelrecht müsste das 
Schluss - s fehlen) jccto tschawes Ihren ersten Sohn IL 7. ; 
tire heilandes 30.; Deplos tiru ress (Gott, deinen Herrn) IV. 
8., aber auch incorrect: Tu bunte Dewel tiro ral nlt ver- 
sjuchewefs Du sollst Gott deinen Herrn nicht versuchen 11.; und 
|e stilldo (einen Gefangenen) LG. Miru dschi (wodi) erha- 
dawa [ist 1. pers. sing. Ich erhebe!] i ress (dominum) I. 46. 
a ress II. 38.; andann coli' manuschess Ihr habt diesen Men- 
schen gebracht (also auch im Sing, gegen Graif. S. 40.), wie 
je ronimes einen Menschen, toUa hauptrommes den Ilauptviann. 



C. Wortbiegnng« 



173 



— Towa barr (u bär Grafik S. 41.) den Stein, je bara barr 
einen grossen St.; tikkehnes towa hantakko, sie beschauten 
das Grab; n truppo den Leichnam; pochtan Leinwand, andenn 
leske Schutt, brachten ihm Essig*; fülledas jek schwamma,* füllte 
einen Schwamm LG. Tow' liwro (librum) und u liwro (über) 
Luc. lY. 17. 20. ; tow' mischto barrsch (das gute Jahr) I res» 
(des Herrn; gewiss incorrect!) 19.; peskre wast (seine Hän- 
de) 40. und so auch hallauter manusch (alle Menschen) Job. 
I. 9. 9 neben manusclienn, Menschen Luc. V. 10. u. das Volk 3», 
wie Graff. Ms. zu S. 40. bemerkt: „Manusch als Accus, mtf- 
nuschen mit deutlichem Accent auf ult. gefunden. Cf. Matih. 
XIV. 14. ; '^ leskri rick seine Seite, i barni tschocho ein weiss 
Kleid, lejafs job panin (nahm er Wasser) ; pikkedenn i tschang- 
ja, beugten die Kniec, dejenn less dschamtinja gaben Ihm 
Ohrfeigen, und len less u rohro, und nahmen das Robr,' 
und kurdenn damit leskro schere, und schlugen damit seiH 
Haupt. LG. 

Bei Graff. blitzt nur einzeln die strengere Regel durch, 
während Ihm zufolge auch viele Wörter für das Leblose der 
Flexionswelse belebter Wesen sich anschliessen. Er ist sich 
des eigentlichen Gesetzes nicht vollkommen bewusst geworden; 
sonst sähen wir vielleicht auch bei ihm grössere Schärfe in 
Unterscheidung der beiden Classen. Jedenfalls Ist ihm aber 
davon schon eine beachtcnswerthe Ahnung -aufgegangen, wie 
sich aus seinen handschriftlichen Worten des Inhalts ergiebt: 
„Auch bei Verbis act. wird der Acc. des Gegenstandes häufig, 
namentlich bei Fem., so dunkel, dass man immer nur den Nom. 
hört, und sagt man den Acc«, so befriedigt man die Zigeuner 
damit häufig nicht, und sie verlangen die Nominativ - Form.^ 
1) Belebtes: romes (virum), pl. romen (vires) und romnia, 
Pchm. romna (mullerem) , Acc. pl. romnien (mulieres) S. 38. ; 
koba rai, Acc. res (raies verstanden, aber wohl nicht ge- 
bräuchlich), pl. rai [so!J, und dazu das Fem ranja (dominam); 
daja (aber da Zipp. , matrem) , tschaja (filiam) S. S7. Graff. 
Ms. koba debel^ Acc. debles, pl. debel [so steht da!], koba 
chojemen, es (der Böse), also gegen die von Zipp. aufgestellte ' 
Regel ob. S. 99. 2) Unbel ebtes: a) innerhalb der Regel 
maro (panem) S. 45., u tschatschaben (verltatem) 40., wie ke 
me tokke o tschatschepen te pennav. Euch die Wahrheit %n 
sagen Zipp.; dair me i tschatschopenn fsikkewapp, dass ich 
die Wahrheit bezeuge LG., gegenüber von tschatschepenne« 
Bisch. S.. 103. 108. ; gerraf tschukkeleskero rakkerpennes 
(Qundestimme machen), bellen, vgl. ob. S. 139. Bisch., der 
selbst aber auch z. B. je lätscho mischtep^nn (eine Labung) 
als Acc. hat, wie kohn dyas les o karepenn? Wer hat ihm 



174 n. Grammatik. 

den Schuss g'Cg'ebcn? Zipp« Job k'rda soorlopenn, Er übet 
Gewalt Luc. 1.51. Fr., und Acc. auf pen Pchm., s. ob. S,138. 
ß) sonst ausserhalb derselben: diveses (dieni) S. SS., pires 
(pedeni) ä7. , als Fem. jaka (oculum) u. a. S. 39. Diese sind 
dann auch noch im Ms. vermehrt z. B. mit Acc. chome- 
res, von koba chomer die Brodkrume; tschör pI. tantum, Acc» 
tschören Bart; koba dschi Herz, Acc. dschcs; koba mui, Acc. 
iDuies, p1. mui; koba g'äscht Holz, Acc. tes, pl. g-ascht, wie 
Bisch» tschiaf g-aschtes zimmern; koba g-and [das d falsch?] 
Ohr, Acc. ganes; koba stamin Stuhl, Acc. ies, ien; koba liel 
oder lil, Acc. liles, N. pl. wie .der sg-.; ferner koba riben 
und koba g-letschan, Acc. -es angehängt, etwa jenes = uripen 
Kleidung' Pchm. , und dieses s. v. a. Schlüssel? denn die Be- 
deutung* hat Grair. beizufüg-en vergessen. Sonderbar aber wä- 
ren koba wuder Thür, Acc. eria, und koba wurdin Fahrzeug*, 
Acc. dia we^en des Acc, der, man möchte ihn nun «auf PI« 
oder Sg-. deuten, doch nur feminal sein 'könnte in Widersprudi 
mit dem Nom. Ausserdem hat nun GralT. Ms. noch mehrere 
Acc. und PI. auf ia von Fem., als koja drommin (Thaler), 
Acc. u. PI. mia; koja pabin (Apfel), pabia, pl. paba(?); koba 
fitadin, Acc. u. PI. dia Hut u. s. w., deren erste Function 
wenig-stens nicht ausser allen Zweifel g-e.stellt scheint. 

Bisch off's Beispiele sind theilweise richtig-, wie nicht 
bloss g-erraf walettes bedienen (eig-. den Diener machen), ter- 
nen (pullos) s. ausbrüten, und jekes (unum) s. umbringen, 
zersprengen, wie avres (alium) Pchm. S. 63. , und jeka (unam) 
g. Missheirath, von Personen, sondern auch, mit Gleichheit 
Ton Nom. u. Acc, vom Leblosen: Le' tukke tschiro Nimm dir 
Zeit S. 43«, diklo siwela atren, sie säumt das Tuch, wie 
Zlpp. Deh man nakeskero diklo Gebt mir ein Schnupftuch u. 
8. w. Sawares (habenam) u. zäumen, möglicher Weise die 
Nominativform auf -is, mit leichtem Wechsel in der Aussprache. 
Es giebt hier aber auch der Ausbougung-ep gt^nug, als gowes 
(rem) s« bekommen, Bubenstücke macheu, und A jow a g-err- 
das but g-öwen (multas res) u. ruhmvoll. Scheres (den Kopf) 
8. enthaupten, auskämmen; lohwes (Geld) s. ausleihen, um- 
wechseln, vorauszahlen; wahlines (Glas) s. umstossen; riippes 
(Silber) s. umschmelzen ; tullepennes (Schmalz) s. schmälzen. — 
Auffallender finden sich F c m. mit der masculinaren Accusativ- 
endung-, wie, ausser denen S. 114., z. B. g-erraf patibas (vgl. 
S. 1Ä2., honorem facere) beehren; g-erraf lowines Bier (s. 
lovina f. Pchm.) machen; guraf g-rafnes (annag-eln); devles- 
keri patscherdes (göttliche Beichte, s. patscherdi Abendmahl); 
tuwielles, als wäre es vom Masc. tchuvalo Pchm., aber tu- 
wielli Bisch. Taback s. ausrauchen; je plotschkes (fem.?) ein 



C. Wortbiegimg. 175 

Sdinfppchcn p. Bisch. Corrig*. — Völlig' aus aller Analogie 
heraus fällt aber in: Laf ronijes (ein Weib nehmen) ii. bewei- 
ben, ronijes, welches sog-ar als Belebtes sich mit der Masca- 
linarendung* - es st. a behaftet zeigt. 

Pchni. S. 19. Acc. Sing-, m. -es^ f. -a, z. B. romna 
(niulierem), baFa (porcam) S, 24., Acc. PI. m. - en^ f. - a; 
allein wenig-stens beim Belebten finde ich auch hier nur den 
Acc. pl. auf en, also z. B. roniiien (mulieres), bakrijen (oves) 
der Casualendung- nach übereinstlniniend mit dem Masc. , wäh- 
rend im Sskr. Pluralacc. das n durchaus nur auf Masc. ein- 
geschränkt ist, im Mahr, dag-egcn nicht nur z. B. A. D. dö- 
wäns (Deos, as; DiivS, Deabus) und im Fem. ätyäns A. D. pL 
von atya (a father's sistcr), sondern sogar auch, rücksichtlicli 
des im Zig*, nur dem Masc. zuständigen s, eben so sehr A. 
D. Sing, ätyas Fem. als dewas (Deum, o) einander sich 
nähern. Ausser den schon S. 152. erwähnten neue Instanzen 
genug, um noch in Betreff etwaiger Einerleiheit der erwähn- 
ten Formen mit dem Zig. die Frage schwebend zu erhalten. 
Den Zig. Acc. Fem. Sing, auf a an Sskr. ä-m Decl. I., und 
scheinbar denselben Pluralausgang an das Sskr. as ebenfalls 
der I. fem. Decl. anzureihen, in der Weise, dass Anuswara 
und Wisarga sich allmälig verloren hätten, wäre eine an sich- 
sehr wohlfeile und überdem historisch bis jetzt durch Nichtil 
unterstützte Vermuthung. Das accusative s bleibt- vom rein 
Sskr. Standpunkte ein ungelöstes Räthsel, wiewohl sich schwer- 
lich an seiner postpositionellen (partikelartigen) Natur zweifeln 
lässt, so wenig als bei den Suffixen der übrigen Casus. 

Dativ und Accusativ scheinen in mehreren Indischen 
Volkssprachen nicht so streng geschiedene Kategorien, dass 
sie nicht hie und dort entw^eder ganz oder theilweise zusam- 
menflössen (s. S. 169.) , und dies mag denn auch wohl der 
Grund sein , wesshalb man im Zig. zum Oefteren einem Dative 
begegnet, wo man nach unseren Begriffen einen Acc zu er- 
warten ein Recht hätte. 

So haben einmal die Zippeischen Papiere, wie Bisch« 
S. 16., im PI. als D. manuschin (en), Acc. manuschinde (ge), 
während vielmehr umgekehrt jenes Acc, das zweite der zwie- 
fache Dat. ist, wie dies denn auch sonst eben da der Fall zu 
sein pflegt. Dergleichen Verwechselungen nun, von denen ich 
nicht weiss, ob sie der Sprache selbst oder vielleicht nur 
einer irrigen vorgefassten Meinung des Schriftstellers zur Last 
fallen, s. bei Bisch, folgende: Me andum wastes da pihrende 
Icter tele, Ich habe Hand und Füsse von ihr gethan d.i. sie Ver- 
stössen ; 1 pehrjende da i tschahrende (die Töpfe u. Schüsseln) 
u, aufwaschen; rotscholinde (Röcke) u. ausbürs^ten; gahrönde . 



V 176 n» Grammatik« 

(ova) s. ausnehmen ; tradena lende (sie verjagten sie); patschii- 
wa les dui irommendc Ich leihe ihm ^ Thaler (wo les eig*. 
Ace.) Q. verleihen; gerraf dant^ndc, zahnen; gerraf schakkeri 
[n st. a?] rakkerpennende (machen schöne Reden) u. schmei- 
cheln; gerraflas schukkere la wende (er machte wohl: ich 
mache ihm schöne Worte) n« überreden ^ allein sogar pennaf 
latsche kwenge, warnen« 

* Wirklich in streng Zigeunerischem Sprachgehranche ge- 
gründet scheint eine häafige Anwendung* des Acc. statt 
Dativs, insbesondere bei Pron., und gern da, wo sich in 
anderen Sprachen ein Dat. der Person mit einem Acc. der 
"" Sache verbände. Ein solcher Doppelaccusativ z. B. häufigst 
bei dav: Meken te das e gren (equos) e busecha (calcaria) 
Lasst uns den Pferden die Sporen' geben; de les (cum st. ei) 
e busecha Gieb ihm die Sporen; deh e reis (dominum) tc pjcl 
Gebt dem Herrn zu trinken, wie Luc. II. 23. i ress (dem Herrn) 
geheiliget; nie homte das nafsweles adrj draba Wir müssen 
dem Kranken Arznei geben. Randschkirr mander (eig. von 

mir) i skornja tehele Zieh mir die Stiefeln aus; pale homte 
dschas tu, tc dikes, darnach sollst du gehen und sehen (ut 
videas), ape (= ob) gren (equos) khas (foenum) dijan (dede- 
rlnt) Zipp. I pokk'len dela put cowa (den Hungrigen g-iebt er 
viele Sachen) Luc. I. 53. Mangdass les, job detell (ille ut 
det) les (eum) towa truppo Jesu, und bat ihn, dass er ihm 
gebe den Leichnam, job cammceles detell (er wollte ^ dass er 
gebe) len (sumant, oder aus Versehen: len, d. 1. eos, st. les, 
enni?) delap (herab, der Schluss aus dem Deutschen). LG. -— * 
I. dejas less kek rakkepenn, I. gab ihm keine Antwort. LG. 
Dienetas deples, dienete Gott Luc. IL 37., aber lächerlicher 
Weise: les putinn (ihm Arbeit) st. ihm dicneten 1.74.; k'renn 
kekkes gewalt Thut Niemandem Gewalt HL 14. Schwakko 
tschiriklcs fahnohla leskeri nesta Einem jeden Vogel (eig. Acc.) 
gefällt sein Nest. Zipp. — Den Dat. der Person findet man 
namentlich auch oft in der Redensart Mihi est res für Habeo 
rem. I fuchsa (schwerlich Nom., obschon die deutsche Con- 
struction dazu hätte verleiten können, sondern Acc. st. Dat.) 
hl butidir fsir jek chew Der Fuchs hat mehr als Ein Loch. 
E matsches shi jakka (pisceni st. piscl — sunt ociili). Nan hi 
man (me st. mihi) keck love Ich habe kein Geld. Zipp. Na- 
türlich kann das Besitzthum hiebei vernunftgerecht nur im Nom. 
stehen, allein die Deutsche und die Zig. Construction scheinen 
sich zuweilen vermengt zu haben, so dass man thörichter 
Weise dafür auch den Acc. sich gestattete; und selbst auch 
der Nom. für die besitzende Person ist mir aufgestosscn« Man 



C, Wortbiegang. - 177 

vgl» bei Zipp. .„Mang'C trebohla maares, auch maaro, cam 
Acc. et Noiii.$^^ d.h. Ich brauche Brot (niaaresj, oder: pa- 
nis (niaaro) mihi opus est. So ferner neben einander bei Bisch. : 
man de [Dat.] hi (mihi est), Ich habe, z. B* o parr (den 
Stein, die Krankheit dieses Namens), in welchem Falle Fchm«, 
ausser man, den Dat. auf mange zu setzen befiehlt. Gow^ 
hi miro. Die Sache ist die meinige u. Eigcnthum; baro gh- 
wa hi man Ich habe grosse Noth; a gollis [eum sL eij hi 
but gowa (Ei sunt niultae res) u. begütert; vgl. auch u. ver- 
waiset; a gollis hi je bari thorin, diesem ist eine grosse Ge- 
sellschaft, u. Anhang; a gollis hi je baro tucho Er hat einen 
schweren Athem, aber u. röcheln: a jowa (Er, als Nom. !) 
hi baro tucho; a jow a hi latscho niui Der hat ein gutes 
Mundwerk. A jow a hi recht peskero tschi Begeistert, wohl 
nicht, wie Bisch, übersetzt: der hat es recht in seinem Her- 
zen, sondern: recht sein Herz. Vgl. a gollis hi recht tscha- 
tscho tschi Beherzt, Ihm ist ein recht wahres Herz, aber nane 
leske tschi Kleinmüthig; Zipp. Les [eum] nanhi keek dsi, 
ke te del karie e pistolaha Er hat das Herz nicht, die Pistole 
loszuschiessen [dass er einen Schuss gebe mit der Pistole]. — 
Ho hi tüte? (Was ist dir?) Was hast du vor? Tute hi bari 
dschohr Du hast einen tüchtigen Bart Bisch, u. Schnurrbart, 
wofür Pchm. tuke oder tut (Acc. u. Gen. S. fo.) setzen wür- 
de nach S. 30. — A j o w a (Nom.) hi nur jek j a k a s (ocu- 
lum) Der hat nur Ein Auge u. einäugig; a gawa foro (haec 
urbs) hi (est) schukker p 1 a z e s (einen Platz , Acc. !) Diese 
Stadt hat eine schöne Lage Bisch. S. 64. Denn j o n n (ii) 
hisslen (erat eos st. iis) keek platza auni kerrtschima Lnc. 
IL 7. Ja sogar, mit doppeltem Acc. u. answachsen Bisch, 
S. 33.: A gollis hi apo leskero truppo je possess (Ei, eig. 
eum , est in ejus , — es niüsste peskero , d. I. suo , heissen — 
unus gibber; buchstäblich: gibberem). — Tu (du st. dir) 
tVelles (esset) kek soor praal mandte, Du hättest keine Macht 

über mich LG« 

t 

/J) Vocaiivut» 

Puchm. hat S. 19. im, Sing, für Masc^ eja, für Fem. 
ije, z.B. czirikleja (o avis) und Fem. romnije (o mulier), im 
PI. für beide Geschlechter äle angesetzt, als: czirikläle und 
romnale. Inzwischen scheint sich der Vocativ zuweilen mit 
dem Nom. zu vermengen 5 denn neben czirikleja S. 20. steht 
S. 77. veszoro und czirlklo Wäldchen, Vogel, und 
S. 61. mro czavoro mein Kind, sowie neben romnije S. 22. 
77. im Rtw. niiri konili romni ! S. 37. und Pchm. S. 70. czori 
du Arme; Zipp. blbi liebe Muhme. Ferner kirveja Gevatter 

12 



» , 



178 



n. Grainiuatik. 



S. 76*9 czaveja mein Kind S. 65., aber Graff. S. 54. miro 
iscliabo (mi fili),'tu, tscliawo du, Kindlein! Luc. I* 76. Fr.; 
Zfpp. niro tschavo! nie pennava toke mein Sohn, ich befehle 
dir; Bisch. S. 31. tschawo. Manuszeja, Mensch, Pchnt. S. 56., 
manusch Bisch* S* 16., c^' tu manusch o du Mensch, aber auch 
manuscheia schunia! MenF?ch, höre! Zipp., v^l. pchenta (gelt !) 
Pchm. S. 34. , mit einem interject. SulT. 

Graff. S. 39. hat pralea oder praleja (mein Bruder) 
Yg\. bei Harr. p. 589. pala (brother) durch ihn vgl. mit Hind. 
pälä '^L a son. Brother (come) Xe pala. GralT. weiss damit 

nichts anzufangen, es ist aber der Voc. = pchral'a Puchm. 
S« 73. 74« Weiter wird von GralT. bemerkt, dass pen Schwe- 
ster zu peneja nicht habe ausgebildet werden können, sondern 
es sei miri pen (meine Schwester) dafür eingetreten. Letzte- 
res ist nun aber nicht eigentlich Vocativ, sondern Nom. , denn 
pcherie Ist der Voc. nach Pchm. S. 72. , wiewohl auch Bisch. 
S. 16. pehn (o Schwester) aufführt. Zufolge Pchm. S. 24. c) 
haben nämlich einige Fem. im Voc. e' : pchen : pchene S. 72. ; 
papin: papine, was im Grunde nicht sehr von ije abweicht. 

Bisch. S. 16. unterscheidet auch gajo (o Mann), pehn 
fo Schwester) und die pl. manuschelia (als Nom. u. umgeben), 
Sinte, pehnja nicht vom Nom. Dscha, tschawo Geh, Junge s. 
aufmachen. Dscha' tu dikno grapodo Geh du kleine Kratzbür- 
ste, wo auch grapöda mit a hinten als Nom. (frz. crapau- 
de) steht. 

Nach Puchm. S. 20. c) haben einige Masc. im Voc. sing. 
a: devel: devla; raj: raia; dad aber dad (mithin wie Nom.), 
dade und dadeja. Miru dat! mein Vater! aber auch datta! 
LG. — mro devla o mein Gott! S. 34. Bei Zipp. szwietto 
dievel! lieber [eig. wohl: heiliger] Gott! o devla! Ach! o 
Gott! devla! o Gott, s. Redensarten sich zu beklagen, za 
verwundern.* Unter Interj. o mro devel o Gott! wie Mro de- 
vel mein Gott, im Nom. Im Voc. Mro devel, schun man höre 
mich. Nom. und Voc. mro dad mein Vater, mri dei meine 
Mutter. — Harr. God-Midovel, midavel, p. 547. — Engl. Zig. 
Midevol, midaval; üng. Zig. dievla, Span, devcr; oteber 
(d. I. mit dem Art. o, wie o-chi, soul) p. 585. — Arakhel 
mro devel, Gott bewahre! Pchm., wie o bolloben tc rackel 
tutt, der Himmel bewahre dich Rtw., u. xa mre devleha gehe 
mit Gott Pchm. S. 75. Also ist das Possessivsuff, damit häu- 
fig verwachsen, ähnlich wie in Monsieur, Madame u.s.w. — Graff. 
Ms. Ei devla, i tschiale Ei Gott, ihr Mädchen etc. und zu 
S. 49. „Debel wird selten allein genannt, fast immer mit dem 
Zusatz mor' (maro),^^ also nach Graff. noster; ob aber nicht 



C. Wortbiegnng. 179 

vielmehr mens, tni? Vg\. mor dewel (Dens) Joh. I. ]«8«, ab&t 
inaro dewel (eig*. noster Deus) pitschedas je rommess (niisit 
-virum) 6. 

Grellm. S. 315. 316. im VU. Ausg. 2. hat dade (wie 
ohen Pchm.) und muro dad ; und im dritten : amaro de] (noster 
Deus). Allein in den Paradigmen ist Nom. und Voc. gleich, 
hur dass letzterem o vorgesetzt worden. . • 

Pchm. raja S.20. , raja mro mein Herr 52.; Zipp. o 
reia o Herr! mre reia o mein Herr! rei«ile Voc. pl. neben e 
rela (domini), ob Nom.? Mre reia Gespr. l., aber mro rci 
Gespr. 2. , u. mre reia ib. dreimal. Mre reia, mro reia u. mro 
rhei Gespr. 3. Latschi rad, mre reia! gute Nacht, ihr (?) 
Herren! Gespr. 14. 15. 16., aber latschi belval, reiale! guten 
Abend, ihr Herren! Gespr. 16. Mre reiale! Ib. u. 15. Zig, 
turne reiale Hurtig-, ihr Herren! — rakle ihr Kinder! Bei 
Zipp. im PI. Krik (oder avry) tume mate dschukle! Weg, ihr 
besoffenen Hunde! Auch: tume tschatschopangeri ihr Gerech- 
ten! und unter Redensarten, seine Liebe zu erkennen zu ge- 
ben: mro dsi, mro kamlepen mein Herz, meine Liebe! mro 
kamio dsi, mro kohno kamlidir dschjben mein liebes Herz, 
mein liebstes Leben! Mro shaaro kamlepen, fso me kamava, 
mein Alles, was ich liebe. 

Nach Pchm. S. 20. d) haben die Fremdwörter auf 
OS im Voc. sing, ona: Petros: Petrona; caneczkos: caneczko- 
na; harangos: harangona. Vgl. auch vesza, vesza zelenone 
(Wald, Wald, grüner!) S.78. , wo das Adj. auch wenigstens 
fremd aus dem Böhm, zclenj. Ist das etwa die abgestumpfte No- 
minativform mit nachgestelltem interjectionellen na (da hast!^, 
das Pchm. erwähnt? Das Mahrattische z. B. präfigirt und suf- 
figlrt im Vocativ die Interjectionalpartikel , z. B. rä, ard für 
masc, ga, ge, aga, age für Weiber, wie aga-mäya und 
mäya-ga (o Mutter) Carej p. 80. 81. — Doctare Arzt! Luc. 
IV. 23. Fr. — Pchm. S. 65. m o r e mein Lieber. Graif. S. 39. 
47. mala, male Camerad! Ob ersteres etwa = mro rei mein 
Herr! Zipp.? Doch s. monro (amicus) Bw. Im Lex« 

y) Daiivua, 

Es giebt zweierlei Formen, die man als Dative be- 
trachten kann, nämlich eine mit dem Suif. ke (ge) und die 
andere mit te (de), 

. L Zipp. „Der Casus, welcher sich im Sing, auf ke und 
„im PI. auf ge endigt, könnte füglich der Dat. sein. Es steht 
„ z. B. zwar Me dava tote ich gebe dir , aber bei dem Verb, 
„pennava sagen: me pennava toke ich sage dir.^^ Bei Pchm. 

12* 



* * 



180 



IT* Grammatik. 



inzwischen auch bei dav, Ich gebe, z. B. 69. 73. 76. (|^a- 
dschenge^ mange, roninake). Bisch, de man s. Branntewein ; 
aber: de man de s. bezahle mich, und Bürste. Dijum les leste 
(Ich habe es ihm geg-eben) s. hing'eben; aber mit niang-e u. 
beherbergen, und me [mir?J dejas mang-e (dedit mihi) u. be-* 
händigen. — Zipp. de man, gieb mir, auch de mande; de 
meen g^eb uns, auch de meende; penn mange sag mir, penn 
meenge, sage uns, kämm meen liebe uns. Me penjum leske 
J^tokke) tschatschupen Ich habe ihm (dir) die Wahrheit ge- 
sagt. Gille peskro mcrepen penjas mange Vor seinem Tode 
hat er's mir gesagt« Sso jov penjas tnmenge? Was hat er euch 
gesagt? Jov na penjas mange tschi Er hat mir nichts ge- 
sagt. Penn e reiske Sage dem Herrn. Ssawc manuschisge ti\ 
adöwa pennjal Welchem Menschen hast du das gesagt? Akulla 
nianuschä mange pendlee Jene Menschen liaben mir gesagt. 
Tow pendas les menge, der hat es uns verkündigt Job. I. 18. 
Sogar: t'p'neun app' manuschenge, dass sie sagen zum Volke 
(ad homines), wo trotz der [überflüssigenj Präp. , welche sonst 
den anderen Dat. erforderte, sich der erste nicht werfen lie.-s. 
Aber auch: pendas app' lente LG. Penn tu leske, ke na ra- 
kerwell jov keekeske (zu keinem) Sage ihm, dass er das 
nicht ausplaudert. Mro tschavo ! me pennava tokke , te dschas 
andri schüla, me versprechervava tokke, te kiunav tokke 
(für dich) nevo lielo Mein Sohn, ich befehle dir. In die Schule 
zu gehen. Ich verspreche dir ein neues Buch zu kaufen. — 
Gjrafir. S. 35. hat me penaba duke (nicht dude), was er, wie 
Ich glaube, nicht ganz genau: Ich spreche mit (eher: zu) 
dir' übersetzt, und me versprechewaba duke (nicht dude, was 
dem Deutschen angemessener scheinen könnte). — Pchm. S. 73. 
Pchend'as ruv xukleske, und^: pchen mange, — so tuke pchene- 
las S. 65.; kaj czavoreske — vakt^rel pchendjndos leske, dasi? 
zum Kinde sie spreche, sagend zu ihm. Ferner lake pchend'as 
sprach zu ihr. S. 61., aber S. 63. pchende kia pesto- (Sing. !) 
sie sprachen zu sich, wo also eine Präp. vorangeht. Pendafs 
app' leste = leske Luc. IV. 5. — Bisch, penndo wljas mange 
u. Nachricht. S. auch Name, zureden, mittheilen. Dagegen 
rakerdas mande s. vertröstet; r. gatscheha s. anreden, wie 
Zipp. Na rakerjas jov tumenfsa adolester Hat er nicht mit 
euch davon geredet? Graft*. S. 37. me rakkerwaba kola rom- 
niaha, ich spreche mit der Frau, dumenzer mit euch; und me 
penaba duha Ich spreche mit dir S. 35. — Pchm. S. 65. te 
na lavenge napat'andile keribnaskereske napat'av (nicht zu 
glauben den Worten eines ungetreuen Gesellen ^ eig. wohl: 
verbis sodali als doppelter Dat.); mixecheske te pat'al (dem 
Bösen zu glauben) S. 76. Zipp.: Me pazzava tot, me fsasti 



C. Wortliiegnog. ^ 181 

pazava tot Ich g-laiib* euch, man kann euch wohl g-lauben ; paz 
man g"Iauhe mir. Aber mit lester (von ihm): ahborg'cn Bisch. 

— Zipp. To hi fedidir, e dewliskc tc drabervaf, fsir kan- 
gcri te keraf Es ist besser, Gott anzubeten (zu Gott zu be- 
ten), als eine Kirche zu bauen, welcher Satz darum doch nicht 
Graflund«r's Ilerleitun^jr von ker (Haus) aus keraf unterstützt, 
y^l. noch Schulzii Gr. Ilind. p. 69. — Ada manuschaha tokke 
bcczewawa liel Mit dem Menschen werde ich dir (ein) Buch 
schicken. Me beczadjum addo naswale manuschin^e te chall 
Ich habe diesen kranken 31enschen zu essen geschickt Kipp. 

— Pchm. S. 67. Tuke but chibinel, dir viel fehleU Zipp. 
Mang-e trebbohla f'socha, einen Rock habe ich nöthi^; tok- 
ke — niaaro du branchst Brot, leske — u. s. w. Meenge 
nianusching-e trebbohla fsaaringe maaro wir Menschen haben 
allesammt („Sonst wird shaaro nicht declinirt. Im Nom«, Gen. 
und Dat. heisst es shaaro.^^ Zipp. Doch s. Pchm. S. 25,) Brot . 
nöthig*. — Latscho dives tokke, mre rei Guten Tag", mein 
Herr! u. Aehnliches Zipp. — Bjeda (Lith,) nien^e tsohora ma- 
nusching>e Weh uns armen Leuten ! Zipp, — Pchm. S. 70. Pa- 
rikerdos [das Schluss-s wie im Gerund., oder = sei?] mre 
dcvleske, Dank Gott! Vg^I. Bisch, Seelenmesse mit: Laterne. 

Weiter sag-t Zipp.: „Sonst steht der C.isus auf -ke als 
Dat. commodi auf die Fra»-e: für wen, wem zu Gut, auch 
auf die Frag^en: um welche Zeit? um wie viel? wie 
theuer?" Zipp. fsoske adava? (Cur hoc?) — Rtw. hoske • 
warum, hosky aber. Debleskj dela Almosen (eig*. wohl: er 
giebt um Gottes willen). — Deploskekasten Gotteskasten (für 
Gott) , kjndenn lowcnge Sie kauften für Geld LG. ; i reske dem 
Herrn Lik\ L 18., mare dadeski schwör edass (unserem Var- 
ter geschworen hat) 73. — Zipp. devliske (pro Deo) s. Bisch, 
bekehren. Ferner patuvakke für die Ehre. Manuschuske, pU 
manuschinge. — Um des Sinnes willen daher auch wohl bei 
Zipp. nach wasche (vgl. Sskr. wa^\i, Gr. i'xijri) der Casus 
auf ke, und nicht, wie bei den übrigen Präpp. (s. sp.) der 
auf - te , wie denn auch selbst zufolge Pchm. S. 32, bei v^asa 
z. B. vasz tumende. So Zipp. M^asche manuschnske des Men-^ 
sehen wegen, wasche dahdeske, wegen des Vaters, w. nasle^ 
paske , wegen Krankheit , w. dariakke , traschakke wegen 
Furcht, Wasche mange meinetwegen, tokke, leske, f. lake, 
pl. meenge, tumenge, lenge als Commune (ihrentwegen). Pchm. 
S, 33. te xal jarze^ke, nach Mehl gehen (d. h. wohl eig.: we^ 
g-en, um es zu holen). Zipp, tre fsastepaske, auf eure Ge- 
sundheit! — Graff. S. 34. Der dscheske, dscheski oder dsches- 
ko (vgl. Grellm. S. 300. gadzsko , gadzengo hinten mit o , aber 
kaßdjake, kafidjenge) bedeutet wohl: 5, für deine Seele." •-.»• 



182 IL Grammatik. 

Biscli. Hi niike (ohne n!) Er ist fflr mlcli, u. Untertliaii. — 
Peske hi. Ilal tu tuke? s. mündig. — Siehe auch: muthwil- 
11^. — Bestinmiung' wofür: Zipp. meschto tan rachimjakke 
Gut Tuch zum Kleide. Bisch, lowe butineske Lohn, lowe i 
pakiaske (als m.?) Geldstrafe. Gisikk low^ske Geldbeutel; 
g'awa [^owa] sihnaske (ni.?) Kttchen^eschirr. Walctto bodik- 
k^ske (m.?J Ladendiener. Chareskero nielleleske (ni.?) Kaf- 
feemühle. 8. Köchin, Pfropf, Knopfloch. — Brischindo ^anzko 
temmeske L<andre^en, wo doch wohl der Dat. local: durchs 
g'anze Land. — Tschitsche.ske (für nichts) umsonst. — rikke- 
vaf narbuleske (fflr einen Narren halten) necken, Schabernack. 
S« verwechseln. Bisch. — Zipp. Pasche Schpaniuste rikkervela 
ies fsir jeSpaniuske, bei den Spaniern [S^.] hält man ihn (wie) für 
einen Spanier u. s. w. Gespr. 10. — Delapes jekeske (giebt 
sich für einen aus) s. Quacksalber. Mangawa tuke Ich bitte 
für den (vielm. für dich) u. Fürbitte. Bisch. — Von der Zeit: 
Pchm. S. 33. jekhvär diveseske, einmal des Tages, jekhvär 
berszeske, einmal im Jahre. — Zipp. N'avjal tu cyruske Du 
bist nicht zur (rechten) Zeit {gekommen. Ssaaro zyruske zu 
aller Zeit. Ada zyruske (um diese Zeit), ada wettrake bei 
diesem Wetter, vgl. Bisch, doska (damals) , Luc. L 35. tolles- 

. ke (darum). Tume avena noch zyruske dost aduy Ihr werdet 
noch zeitig* genug dahin kommen. Ich werde auf den Mitt- 
woch: mittwochoske oder schirodake (Deutsch und LIth.), pa-< 
rischtovenjakke (auf den Freitag) kommen. Vava ada tscho« 
noske auf den Monat, -berschiske aufs Jahr komme ich. Thei-* 
fserlakke, morgen früh, und Theifsa bellwejakke awawa, mor- 
gen Abend werde ich kommen. — Von Vergangenem eben so, 
wie vorhin vom Zukünftigen, als: A hi schon fsave dui ber- 
sohinge (dui berscha) Es sind schon ganze 2 Jahr. Me mek- 
kjnm len (sie, die Stühle) akanna jeVc tschoneske te keeren 
Ich habe sie erst vor einem Monate machen lassen Gespr. 13. 
Tryn dywosinge, schtaar« berschinge (vor 3 Tagen, 4 Jah- 
ren). Schtare divesenge vor 4 Tagen z. B. schunjum habe 
Ich gehört. So auch dschowe diwesenge (vor 6 Tagen), jek- 
ke bersch de dui manetenge (vor einem Jahr und 2 Monaten), 
was Zipp. durch berscheske — tschonninge verbessert bei Rüd. 
1.65., der fölschlich In enge eine Postposition (vor) erblickt. 
In Betreff des e an den Zahlwörtern s, Pchm. S. 84. §, 39. 

. — Zipp. Herbestoske, Frühjahroske awjias, des Herbstes, 
Frühjahrs. Auch mit Präpp. , die aber wohl eig. Conipos«, 
als paschedivesseske um Mittag. Gillo pasch divesseske Vor- 
mittags, pallo p. d. Nachmittags, glall i belwal vor Abends. 
Balviakke. Pasch e ratsiakke um Mitternacht. Pall i pasch rat, 
nach Mitternacht; glall i p* r., vor M. Jov echt Inge (also 



C. Wortbicgnog. 183 

aach bei Zahlen!) avjas Er kam um 8 Uhr. — Bisch. Vor 
Alters: i pure tscherrien^e (in alten Zeiten). 

Preis wofür: Zipp. So dijal tu ada rachlninjakke? 
Was hast du für den lioek ^e^^eben'^ Me dijiim jek tronimen 
adalakke Ich habe ^e^eben einen Thaler dafür (sc. eine Elle, 
kahni, Band). Kizi uiee homte preiskervas e le mojenge? 
(s. e le reister, von dem Herrn, u, Abi.) Wie viel müssen 
wir für den Wein (pl.) be/iablen? Schof gurosche jcke g^laa- 
soske, buteljakke, 6 Groschen für ein Glas, die Bouteille. Dik, 
fso toke avela (seht, was ihr haben müsst) mender, für (eig*. 
von) uns, te maare raklenge, te maare gren/^o, für unsere 
Diener und unsere Pferde. — Bisch, u. entjung'fern: gerrdas 
las st. la? romniake, lubliniake (er hat gemacht sie zum Wei- 
be, zur Hure). — Puchni. : kana has raske Saturnos als war 
Herr Saturn (kdyz b'yl panem S.) S. 67. und raske t'avav 
Herr sein S. 75. , wo es nach dem Slawismus Vertreter des 
Instrumentalis zu sein scheint. — Nedvedoske dem Bären (ent- 
g-ehen) S. 64. Ehi vasz odova ruveske Es hielt dafür der 
Wolf S. 60., vgl. eben so 64. mange, tuke (mir, dir) sc. 
trüben S. 52. 

F r e n k e 1 : Penn coli' barcske , tVello maro Spricb 
zum Steine, dass er Brot werde Luc, IV. 3., pendafs app' leste 
:?= Jeske ohne Präp. 5.; me pennawa tumenge Ich sage euch 
25.; man pitschedafs (me misit), u evangelium i tschoorlenge 
(payperibus) pendass (falsch st. t' pennaw , ut dicam) ; i fso- 
fsemen (vgl. S. 99.) dschjengre (als Poss. , die, welche ein 
s^crstossnes Herz haben; müsste aber als Acc. pl. auf en aus'- 
gehen) fsasto tk'rawwelenn (sanos ut faciam eos), fpredje^ 
wapp toirstilldenge (dass ich predige den Gefangenen), toi 
Jon pire t'wenn (dass sie los sein sollen), und coorlenge, toi 
tikken (und den Blinden, [dass] sie sehen), und toll' cai 
baasch kurdenn hi (und die da entzwei geschlagen sind; das 
n in der Perfectform wohl fehlerhaft), toi jon frei und ledig 
t'wen IV. 18. His lenge kandlo, er war ihnen unterthan II. 
51. — Jon mangdenn les collenge Sie baten ihn für sie (es 
bedeutet: pro iis, während der Text pro ea erforderte) IV^ 38. 

Pchm. in der Redensart: mange e hi, tuke, aber auch 
man , tut (s. Acc.) 31ihi , tibi est S. 30. , z. B. ruveske ehas 
bokh(lupo erat fames) S, 60. , nanickmankissila (nicht mir istKraft) 
entkräftet Htw, S. 11., nells mange mischto (nicht war mir gut, 
stand ich viel aus). Allein Graif. hat S. 30.31. mit dem zwei- 
ten Dat.: Mande, dudde, dumende hi. Zipp.: Kohn hoes ada- 
va, kohneste ado dsi hoes Wer ists gewesen, der das Herss 
gehabt hat? Bei Sz. jematscheste si (pisci sunt, ein Fisch 
hat). Ma keer mange mro schero tatto Mache mir lueinen 



184 II. Grammatik. 

Kopf nicht warm. -^ Rtw. tscliing'crwam - man^i kasht Ich haue 
mir II0I/4 S. 38. , und so auch viell. liminaug'i (sehr, n st. u) 
schaflcn. Nähsle penge Sic sind davon (für sich) gelaufen 
S. 37. 

Die Erklärung dieser Dativform anlangend, bemerke ich, 
dass lladley (A compendious Gramm, p, 33.) nicht bloss ^ 

kay, /br als Ablativpostposition, sondern auch y^l^ J^ kay 

paufs , to {ncar to), ausser dem gewöhnlichen Dat. auf yf ko, 

io füf denjenigen Fall als Dat. angiebt, wenn es sich um ei- 
nen locomotiven Sinn, auf Personen angewendet, han^ 
dele, als z. B. Sauheb kay paufs jaou Go to the master, aber 
Sauheb ko day, Give to the master. Ob das nun ähnliche 
Partikeln seien, scheint die Frage. Bei paufs wenigstens möchte 
das kay die oblique Cenitivendung sein, da auch im Penj. 
pilsa (aside) u. a. Pcirtikclu sich mit dem Casus auf d<^ in 
gleicher Weise verbinden , als prabhude pasa (near the master ; 
eig. wohl: an des Herrn Seite) Carcy Penj. Gr. p. 21. nr.30. 
— In Betreff des Mahr, bemerkt Carey p. 99. : ^/fhe Acc. in 
# is sometimes used, especially in the gerunds of verbs, to 
denote for, for the purpose of^ on account of etc. Ear* 
karäyas, for the purpose ofdoing. — S.sp. dieZig,Präp. ke. 

II, Pchm. S. 20«: „Geht vor dem Subst. (Gleiches gilt von 
dem Adj., dem Für- und Zahlworte) im Singular 1- Dative ein 
Vorwort vorher, so wird das k in t verwandelt, selbst wenn 
das Vorwort versteckt ist: Byxowoste. Melnikoste, nach By- 
d'zow, nach Melnik.^^ Auch Jeru/ialamatar Jerichoste S. 78. , 
appe 1 Jerusalem, app Jerusalem Luc. II. 41. 4*2. Fr. vgl. Rtw. 
Francfurt tatter wium te gaijum apro Newoforo von Frankfurt 
bin ich nach Neustadt gereist S. 37. — Graff. S. ä4. Me 
dschaba kola romesde ich gehe zu dem Manne, wie Zipp. Me 
dschava raste ich gehe zum Herrn. Avrete «inderwärts hin 
Pchm. S. 33. Vgl. avias kie leste Er ging zu ihm. Kotte (wo), 
patersiatte Beichte (zur?) Rtw. Ote (there) Bw. 

Bw. callieaste (yesterday) doch wohl Dat. von callico 
(Dawn), aber sonderbarer Weise nicht auf -ke, wie oben bei 
Zipp. Andre leskc in ihm (wohl irrig st. leste) Pchm. S. 57., 
vgl. andre leste, in dasselbe S. 73. -<^ Kogaln. hat die Dat. 
wuddruHltschiro und hapristitschiro [sehr, n st. des ersten r] 
Tems de coucher [lit], de diner. 

Puchm. St 26. §• 44. „Steht vor dem Fürworte eine 
Präp. , so wird k in t und g in d verwandelt, als kia peste 
zu sich, wie kia turnende S. 18»; angal tute vor dir; pre len-* 
de auf sie; pal mande, pal amende nach mir, nach uns; pagi 
leste, kte neben ihm, ihr; tel turnende upter euch.^^ 



C. Wortbiegiing. 185 

Rtw. aper mande Aber mich S. 38.; pal mande Voigt 
(hinter mir); pas lottc (bei ihr) sotam (dorniivl) Beischlaf, 
pashmonde tshela Beistand, eig*. bei ans oder mir bleibt er. 
Aber mit Subst. z. B, shinandro meraben bis in den Tod S.38.y 
andre sawe in Allem Ib, , apro dnim uuterwe^es S. 37. 

Bisch, apo mande s. belastet; palall wawerkende (nach 
einander); und mit Sahst, apo peskeri romjate s. eifersüch- 
tig'; apo tschang'önde perawa a. knieen, also aach vor PI. 

Graf f. S. 35. Me waba basch dude (ich komme zu dir), 
aber S. 41. dieReg-el, dass nach Präp. entweder die Form des 
Nom. oder die Dativform auf - de , wie sie dort lautet , stehe« 
Vgl. Pchm. S. 31. die Präpp. , hinter denen das Sahst, ge- 
wöhnlich in der Nominativform, das Pron. aber in der mit -te 
erscheint, jedoch auch z.B. kia rat'ate gegen Abend, kia sa- 
' Torestc zu Allem, wie kia tute, mande, lende. 

Frenkel: Pasche mendte anter uns Job. I. 14. gla(n) 
mandte vor mir 15. g'lan depleste vor Gott Luc. I. 6. masch- 
k'rallende unter einander II. 15. g'lan i hallauter mannschenge 
[-de? Ob weg-en g'lan, vor, verwechselt mit: für?] vor allen 
Völkern. 11.31., wie glan i manuschende vor das Volk 1. 80. 
Delall i tschuwiente, i romijende unter den Weibern I. 28., 
42.; ann tire maljennde 61. Pra' collatte manusch p'nena,'über 
welche die Leute sag'en 36., pasch' latte 56., ann latte 58. ^ 
app' latte 61. bei, an, zu ihr. 

Bei Zipp* auch z. B. pali thuga awela freuda nacih der 
Traurig'keit kommt Freude; tellal o wast unter der Hand; aber 
ebenfalls : awle apry Jeke (das e s. Pchm.) woltatte sie kamen 
auf einmal u. zugleich; pasche (das e wohl Art., vg-l. Pchm. 
angale jepasz rat vor Mitternacht S. 31.) dato, bei der Mut* 
ter; pasche dädeste beim Vater, ko daad zum Vater; p. der-« 
liste neben Gott, andry raklesti im Knaben. (Dagegen die sog. 
Gerundia, als andro liben im Nehmen u. s. w. ; s. ob. 'S. 128. 
immer mit Nom.). Andr,e gadschesti in den Mann, dra],e g. 
aus demM., perdal e g, durch den M., anne gadschesti (oder 
ste) an dem M., pal e g. nach dem M., cipry e g. auf dem 
M., gill e g. vor dem M., pasche g. bei dem M., prezzal e 
g. wider den M,, aber dschin ko gadscho bis zum Mann, bl 
gadscheskro ohne den Mann, und wasche gadscheske (so!) 
wegen des Mannes. Ferner: an e mande an mir; gille man- 
de vor mir , aber wasche mango oder miri strahl meinetwegen, 
praleskeri strahl des Bruders wegen ; dschin ke nie bis zu mir, 
bi miro ohne mich. Perdal mande adava lijas Durch mich hat 
er das bekommen. Andry (andre) mande in mir, dral e man- 
de aus mir, prala mande über mich (ob eher: uns? oder: 
mir?), dagegen wasche mange meinetwegen, and angeblldi 



186 ' n. Grammatik. 

selbst pasche mange (ob -de?) bei min Pala koneste pu- 
tschela jov? Nach wem frag*! er? pala toite, mande. Perdal 
kohneste klag-ervela jov? Ueber wen klag*! er? Jov na kla- 
g'ervela perdal keekiste, über niemand. Te wesf key wesf, 
fshi Dewel ke tu (sonderbar hier beim Pron. der Noni. Oder: 
pasche totte) Du seiest, wo du seist, Ist Gott bei dir. Auch 
ke tu Bisch, u. einfinden, aber ke nie zu mir s. einladen, 
Zipp. av ke me komm zu mir; atsch ke me bleib bei mir. 
Bisch, gl j w a bei dem s. angenehm ; und Luc. IV. 30. Job 
kejafs maschkerlendte trän jon (durch sie, was freilich im 
Deutschen Acc. und Nom.) wekk d. i. hinweg*. Im Plur. 
Bisch, u. Hosen: mer ch'hollob hl g-otterende (in Stücken), 
was auch u. zerbeissen, zerfleischen, zerkratzen, zerquetschen, 
siertreten. Gottcg-otterende stückweis. Ob redupl. ? — Drusche- 
linde queer .(eig*. ins Kreuz, vgl. druscheleng'ero tromm Queer- 
. g'asse). Ob : zehnfach dehsche garter^ende , vierfach u. s. w. 
hieher? A g-owa hi stahr g>undschiende Es hat 4 £cken. 
Duije duijende 2 und 2, paarweise. — Zipp. fsa haufkinde 
avry naaschle, sie sind [fsa: wohl: alle] haufenweise heraus- 
gelaufen. — Ausserdem Bisch, bari dukende u. empfinden; 
gurumniende (vaccas) u. melken u. s. w. mit llinüberstreifen in 
den Acc. PI.; q. v. — Mare datender (unseren Vätern) Luc. 
1.72. und praal hallauter malienderr, über alle Nachbaren 66. 
haben hinten fälschlich r, und sollten Dat. sein auf de. 

dy ^4blativus, 

Rtw. Katterweha (woher, eig*. woher kommst du?) S. 35., 
Francfurt tatter [wohl Ein W.J, von Frankfurt. Shamauder [n 
st. u] oder: shaswavverkinder scheiden. Tschammauder [n st. 
n] meiden. Kuremang-render von Soldaten S. 38. Butricker- 
welimander (Ehre) , d. I. viel halten sie von mir. Kolester da- 
vor (bewahren) S. 39. Putzshakolüster Zeuge (quaerc ex eo) 
S. 36. Tschimaster ewig- (eig*. vom Leben). — Zipp. i bal- 
wal avela thoisferlatter der \Vind kommt von Morgen, belvi- 
Jatter von Abend, ratsiatter von Mitternacht, (dral o pasch- 
dlves von Mittag). Jov hi pascho paning apry damma, na 
dar e purtijater Er wohnt am Wasser, auf dem Damme, nicht 
weit von . der Brücke. Mee vaha e tschatschepaskrckeerister 
Wir kommen vom Rathhause (Gerichtshause). -* Pchm. khe- 
restar aus dem llause, w^e Jeruzalamatär Jerichoste S. 78., 
veszestar aus dem Walde S. 63. , szilalestar aus dem Keller; 
forostar aus der Stadt S. 70. , und Zipp. foro forester oder 
forester apro foro von Stadt zu Stadt; o mangepaskro dschäla 
wüderester apro wiider, von Thür zu Thür. Leter (wohl la- 
ter) s. Verstössen Bisch. Tutar kia mande (von dir zu mir) 



C. WortbicgiiBg. 187 

PacTuB. S. 52. ; harester ans welcher (Arbeit) S. 69. ChoUe 
kasztanatar Sie sprang-en vom Stahle S. 72. — - Zipp. e Dew- 
Uster hi shaaro, von Gott ist Alles. — nianoschender Biscli. 
Q. Abart, bescheiden. — A jowa nadschal^la peskero pnro- 
pender (Er kann nicht gehen von seinem Alter) altersschwach, 
nnd nie honi kinopaster (ich bin von Müdig'keit) s. ennfldet* 
Bisch. — But manuscha nierena thugindcr» (viele Menschen 
sterben vor Traurigkeit). Mango niauusch pretterla, ke daft- 
rater zittrola Mancher drohet, der vor Furcht zittert Zipp. — 
Chatschkerde tschave traschena jaag'atter Verbrannte Kinder 
ffirchten das Fener (eig. vom Feuer) Id. Vgl. Pchm. S. 64. 
yarehostar te daral etwas fürchten; S. 72. vikatar pes daran- 
dile (ob dem Geräusche erschraken sie)*, aber iauch daraha 
darandile vor Furcht erschraken. Vgl. Bisch, verabscheoeny 
verbargen. — Bisch, a goHster (bei diesem) s. anfragen, wie 
auch oben Btw. Zeng'e, und Pchm. zanibiczkatar pes pchucae» 
las (ex parva rana quaesivit) S. 67., aber z. B. auch TalP 
patschdenn less Luc. 111.14. — Beim Pass. pchurdynatar 
(vom Wiesel) S. 61. 62.; his pendlo i rcstcr, 'gesagt ist vom 
(Lat. ab) , Herrn Luc. 1. 45. — Chudav ergreifen steht mit dem 
Abi. (bemächtigte sich der Axt, Icstar) S. 59. vgl. S. 70.,-i- 
Me hom kohn o bibachtellidir mannsch shaaro manuschinder Ich 
bin der unglücklichste (von) unter allen Menschen Zipp. Ta-« 
tar zoraledcr (te fortior) Pchm. S. 73. , und acz tutar tchb- 
ledet sei noch so fett (eig. fetter, als du — jetzt bist) 75. — 
Jekh ole dujendar (einer von diesen zweien) 64., wie Luc. IV, 
26. pasch kek collender zu keinem von Ihnen; kek lender de- 
ren keiner 27. Zeit: Puchm. S. 33. dives divesestar (von 
Tag zu Tag) , S. 68. divesestar (von heute an). Zipp. Ada 
divefsester dschin thcifsa, von heute bis morgen. — Stoff: 
I schwalba kerla peskeri nesta puhjatter, die Schwalbe macht 
ihr Nest von Erde. Zipp. — Im Sinne des Lat. de: Zipp. Sso 
rakervena manuscha nevo kovester (voq neuen Dingen; doch 
Sing.)? Was sag't m<an Neues? — Ssoster avela akanna ra« 
kerdo? Wovon wird jetzt gesprochen? Na rakkervena tschl-^ 
tschester (von nichts; vgl. Pchm. nihostar = Böhm, niczeho^ 
von nichts), adolester (davon, de ea re), lagerater (de obsl« 
dione, Lager), pokoinopaster (de pace). A hi tschatscho, fso 
manuscha e le reister N. pennena? Ist es wahr, was man 
von dem Herrn N. sagt? Sso pennena lester? Was sagt man 
von ihm? Na rakerjas jov tumensfa adolester Hat er nicht 
mit euch davon geredet? Me naschti pennava adolester noch 
tschl Ich kann noch nichts davon sagen* Gaxendar (de ho- 
miaibas) Puchm. S, 61^ I momelujatter (de lumine) Job. L 7» 



- r 



188 n. Grammatik. 

Graff. S. 34. Me waba kola romesder Icli komme von 
dem Manne. — S. 43» ^adcr wolier (angeblich auch : daher, 
von da) und präpositlonal : gader koja chamasgri von dem Ti- 
sche = ch^haniaskriester Bisch. Auch Bisch, g'atter mro tru- 
po -von meinem Leibe , s. abg-ürten u. vgl. abhülsen. Gattro 
-Btammin vom Stuhl Luc. L 52., catter u Jordan, und beim 
Poss. catiei* towaGei«;to, vom Geiste IV. 1«, catter deele, von hin- 
Aen hinunter 9. 

Frenkel: Ilada tut weg* mander Luc. IV. 7. I manusch 
dschjwela nit kokorefs marester, der Mensch lebt nicht vom 
brot allein, sondern catter '(von) jedem Lab, d. 1. sondern von 
jedem Worte, deplcster (von Gott) Gottes 4.; appi jek tikkni 
domba i dumbester (also m. neben fem.), auf einen Hügel 
(kleinen Berg) des Berges (vom Berge) 29. Je bolltho tscha- 
wes 1 tatesder (von Gott)^ den eingebornen (eig. einen getauf- 
ten, wodurch hier immer geboren übersetzt worden) Sohn 
des Vaters Job. L 14. Mafsester vom Fleische, mor deplester 
von Gott 13. Von 1 englender von den Engeln Luc. 11. 21. 
Ist nicht der Sg. , wie im Texte, und überdcm müsste: von 
fehlen , welches , als Präp. , ohnehin nur den Dat. zu sich neh- 
men könnte. 

Zur Erklärung böte sich, ausser der Ablativendung t im 
Sskr., und dem io Im Pali st. der Sskr. Adverbialendung tas 
s Lat. tus (z. B. coelitus , radicitus) Essai sur le Pali p. 108. 
auch noch der Pei\jabische Abi,, z. B. janat^ (from a man), 
dar, so dass also in der That nur das r unerklärt bliebe, 
, welches man aber eben so auch im Instr. hinten angesetzt be- 
achten wolle. — Das de oder te des Dativs könnte anderer 
Art, z.B. Sskr. adhl (ad), sein, wofür es auch Bopp nimmt. 

i) Locaiivus, 

Puchm. S. 33. „Oft nehmen die Wörter e an: te xal 
khöre, ghangere nach Hause, in die Kirche gehen. Jevende 
ini Winter; linaje Im Sommer.^^ Vgl. auch tele (unten) mit dem 
Sskr. Loc. tale. Vielleicht rati Nachts, von rat Nacht, wie 
divese bei Tage neben celo dives (den ganzen Tag) S. 73« 
und divete S. 74. am Tage (wohl falsch t st. ») ; tiwesse und 
ratti, Tag und Nacht. Adv, Luc. II. 37. Auch ZIpp. ada dives 
(heute), schwakko dives täglich (eig, wohl jeden Tag, nicht 
alle Tage). 

Zipp. Me dschawa keerd Ich gehe nach Hause. Sso hl 

' tot ada stnndakke koere te keeren? Was habt ihr um diese 

Zeit zu Hause zu thun ? -^ Kehre, heim Luc, I. 56., und sogar 

anni kehre (domum) 11.43. Fr. — Bei. Bisch. Dann dscha- 

hamen data kehren u. dann« Ob dala = dann , oder eine Präp» 



C. WortliiegnnI;« / 



180 



pala (aacli oder wieder?)? Dann bleibt aber immer der AcCt 
kelires befremdend. Ist dala etwa Pron. and kebres verstfim- 
melter Dat.? — Zipp. Me avava wende Ich werde auf den 
Winter kommen, sonst nyallara (im Sommer), wendara (im 
Winter) mit dem Suff. ra. Auch pariscbtovene (am Freita^^)* 
Zipp. u. spät: belv^ly, d.h. wohl eig*. am Abend, wo nicht 
= Bellwal hi es ist Abend ; vgl. schon bari rad bis Es war « 
schon spät. — '• Radi awjas Er Ist bei der Nacht g'ekommeiiy 
divesfa bei Tag'e. Letzteres kann wohl nicht füg-lich der Nom. 
PI. e divesfa von dives sein, sondern entweder ungenau auf- 
gefasster Loc. mit a st. e, oder etwa der Instr., wie Pchln. 
rat'aha morgens? Zipp. hat aber auch divesfara des Tages* 
Auf den Sonntag, apro kurko, auch kurkara (letzteres auch: 
am Sonntag) ; was wohl nicht zu erklären wie die Multipl. nich 
jeker (niemals) u. s. w. 

C) Inatr, s, Sociat. 

Zipp.: „Ha und fsa ist die ElKdung des Abi. lar 
Beantwortung der Frage womit. Ich brauche das doppelte , 
sf, weil das s hier scharf ausgesprochen wird. Mansfa mit 
mir, tuha mit dir, Icha mit ihm, laha mit ihr. Mensfa mit 
uns, tumensfa mit euch, lensfa mit ihnen.^^ Jene beiden Eib- 
dungen sind vermuthllch nicht verschieden, nur dass hinter v 
sich der Zischlaut erhalten hat, dagegen hinter Voc. in k 
übergegangen ist, ähnlich wie im Sskr. das s verbi subst. im 
Pass. zu h geworden. Jedoch bei Zipp. auch greissa, pl.^ 
grenzah, und reisfa, erasfa, pl. reiinsfa, ransfa. Die Schärfe 
des Zischlautes anlangend, ist aber zu beachten, dass Rtw. 
dafür z steht in : rickorwena manza (sie halten es mit mir} , 
Anhang, vgl. Zipp. Szir jckeha fsir e waw^eha te rikkervaf 
Mit einem sowohl als mit dem anderen halten ; und tschvvake- . 
nenza (gemein) eig. wohl: mit Allen, worin auch noch das 
doppelte, viell. durch Druckversehen entstandene en befremd- 
lich. S. ob. S. 122. Ja Pchm. hat sogar dafür einen eig-nen 
Schriftcharakter 9 gewählt, als man^a (man-tsa) S. 9. Vgl* 
Sskr. sa- (mit) und Pchm. chut'aha (mit Appetit) s? Böhm. • 
chutj S. 72., wo das s jedoch vorangeht. Zipp. Tri pottisfja 
^ shi schwakko wolta pherde fsa (mit, oder: lauter, alle) klein 

kova Ihr habt eure Schubsäcke allezeit voll Kindereien. 

Graff. nimmt daran Anstoss, dass die übrigen Postpor 
sitionen an die Form des Acc. zu treten pflegen, nämlich -ke^ 
-te, -tar, ja sogar -^-a Pchm., hingegen ha nicht, und ver- 
muthet S. 37. , es möchte vor diesem nur das Accusativzeicken 
ausgefallen sein, so dass duha eig-. dud-ha^ und z. B« pireha; 
'^ pires - ha g-elautet haben müsste. Nicht gerade nothwendig. 



100 IL Grammatik. 

Et hat übrig'ens fdr den Plur. eine hinten* mit r versehene Form 
(s. ob. Abi.): pirenzer mit den Füssen, dumenzer mit euch. 
Aach bei Frenkel: wastcnser karrdo mit Händen gemacht, 
bare coolenzer mit g'rossem Geschrei, manuschenser mit dem 
Volk LG., lenzer (cum iis) Luc. 11. 51., aber lenser (ihnen, 
bei pennav) IV. ^1., und, ohne r, lense 1.82. und Dali' we- 
Jas Jesus lense appe je kehr Da kam J. mit ihnen zu einem 
HoCeLG. Ausserdem finde ich es nur bei Bisch, wieder, 
nämlich: dantaraf dantenser (knirschen mit den Zähnen); pal- 
linser mit Brettern s. verschlagen; lihlenser s. Steckbrief. Ja 
-sogar bei GrafT. S. 37« im Sing, manzer, mit mir, wie kerdas 
manser Er hat mir (eig. mit mir) gethan Luc. 1. %6. Bei Bisch, 
'manser zu mir S. 33., vgl. mitnehmen, zugleich, aber: mit 
uns (?) S. 109. und: von mir S. 18. Allein man^a mit mir 
Pchm. S. 24«, jav man^a komm mit mir S. 70. vgl. 74. — 
Zipp. Adv.: pral dschala mansfa trujal tschatscho dseha der 
Bruder geht mit mir vertraulich (mit rechtem Herzen) um« Ey! 
tu fsaha mansfa (du spassest, lachst mit mir) El, Ihr scher- 
zet. Avry hi menfsa, mee ham naschade Es Ist aus mit uns, 
wir sind verloren. Krik tumensa bidschüdscha romniensa! Weg 
mit euch unreinen Weibern! — llieher gehört wohl mri fsa- 
menza meine Freundschaft Fem. , miri jek fsamenza einer mei- 
ner Freunde. Gespr. 5. (ist die Stellung der Wörter richtig?). 
Selbst: karik avie tri fsamenza? Woher sind deine Freunde 
' (eig. Freundschaft) gekommen? Zipp. Es scheint nämlich eig« 
CO bedeuten: mit uns, etwa wie Griech. ot afiq>l ItkaTtava 
Plato und seine Schüler,, dann aber zum Subst. geworden, 
weshalb sogar S. 192. : peskere fsemenzinsa (mit seinen Freun- 
den), das mithin dreimal sa (mit) enthielte. — Graff. S. 35. 
Me penaba duha ich spreche mit dir, wie Fem. me rakker- 
waba kola romniaha S. 37. ich spreche mit derFrao, miro ro- 
meha mit meinem Manne, wie jek rommehe, Luc. 1.27., lakro 
rommehe mit ihrem Manne 11. 3B. Eben so nirgends mit -einer 
Spar einer Dent. vor h: Pchm. tuha S. 25. — Zipp. Ma bl- 
Bter tu, annes toha jek zitrona Vergiss nicht, eine Citrone mit- 

» xubringen (mit dir). Kohneha me te rakervav? Mit wem soll 
ich reden? (wegen des te vgl. Graff. S. 45.) Adoleha, mitde- 

. nen (eig. wohl: mit dem, welcher), kohn toha rakervena die 
mit euch reden w^erden (wohl PI. st. Sing.!). — Frenkel: 
u ra j hi tua der Herr Ist mit dir Luc. I. 28.; tua ti rakke- 
wapp, un tukke cowe ti p'napp, mit dir zu reden und solches 
20 verkündigen. 19. I laweh^ Simeon, mit Namen Sim. 11. 25. 
▼gl. I. 5. Mit fasten und pristerbaha , mit Fasten und Beten. 
11.37. panjehe mit Wasser 111. 16. Graff. S. 36. pireha mit 
dem Fusse, miro pireha mit meinem Fusse« Auch Zipp. pir^- 



C. Wortbicgnog« 



1»! 



ha; jeke preha mit Eibem Fusse Puclmi. S.53.; äni va&rteliay 
ani preha (rührte sich) weder mit der Hand noch mit Aem 
Fasse S. 64. Vasten^a S. 57. mit den Händen, vgl. Bisch. 
aufgeräumt« — Fedidir e pireha te schpillaf , na e tschebaha 
Es ist besser, mit dem Fasse als mit der Zange anstossen» 
Zipp. Sprüchw, — Garaf heraiaha strampeln Bisch. Porrjiiha 
mit dem Schwänze s. wedeln. Ib. Gerraf schereha (machAi 
mit dem Kopfe) nicken, vgl. miro schereha GrafT. S. 36. — 
Me parkirvava tot mre dseha ich danke each herzlich (mit mei- 
nem Herzen) Zipp., lacze jileha mit gatem Herzen Pochm. 
S. 79. — Zipp. Tume, ke.tame han dschudsche tamaro dsester 
Ihr , die ihr rein seid an (eig. von) earem Herzen. 

B|isch. s. Kettenhund, Livree (mit Silber); Gerate 
(mit Bart); peskere guschjaha (mit seinen Fingern), eipy 
wie es scheint, incorrecter PL u. Meineid. Sastereha s. mef»- 
sein. Vgl. pflügen, pudern, einsalzen, einseifen, abdrescheOy 
vergolden, versilbern, verhungern, verdursten. ' Tschordas 
silaha (mit Gewalt) s. Raub. Nane latscho butinaha (nicht . 
gut mit Arbeit) faul. Je gatscho baereha Bärenführei". 

Puchm. te mcfrel bokhaha Hungers sterben S. 71. Vi- 
kaha mit Geräusch 72., chochbvlbnaha mit einer Lüge 60* ^ 
mizeha (vielm. mizecha, und nicht Instr.) radaha durch einen 
bösen Rath S. 63», vgl. mizecheha na xaha dür, mit Bösem 
kommst du nicht weit 33. — Duj gcle duxene (ob du-xene^ 
zwei -gegangen aus xa, geh?) dromeha S. 65., vg*!. 63«; 
auch S. 79. gePas oda dromeha Er g-ing* diese Strasse. — 
S. 75. : xa mre devleha! Gehe mit Gott! Miro debleha GralT. 
S. 36. Dewleha mit Gott, u. atsch devleha, me hom tro raklo 
Gott befohlen, Ich bin euer Diener. Zipp. — Graijeha (mit 
dem Pferde) Bisch, s. nachjagen; Zipp. (ausgestrichen: grei- 
steraha) grelssa (!) , pl. grenzah mit Pferden. 

Zipp.: „Ausser dem Abi., der (das Weg'nehmen) von 
ausdrückt, glebt es noch einen, der die Frage womit? be- 
antwortet." Ich werfe mit dem Stein Tschorovava baraha (bar 
der Stein);, jek bareha dui tscheverpen (wohl -na?) te keraf 

mit Einem Steine zwei Würfe thun. Panjiaha mit dem Was- 
ser, Gen. panlaskero [obg'leich doch masc], s. bei I. derX 
Gebote. — chamaha pokoino mit dem Essen Tchaben) zufrie- 
den ; salbaha maklo mit Salbe beschmiert. Dik tu adda jak- 
kaha Sieh du mit dem Auge, jakenza mit den Augen. 

Masc. Ado manuschaha mit PI. manuschinfsa 
dem Menschen 
tschaweha, rakleha mit -* tschawenfsa, raklenfsa 
dem Knaben 



t • 



102 



IL Graniinatik« 



Fem. penjäha mit der Schwe- PI. penjinfsah 
ster 
tschaha, rakjaha mit — tschajinfsa, rakjinfsa. 
dem Mädchen 

Cardio (wohl poln. dl st. 1) o panschto peiijas, ke jov 
kämm tc raker' CarlV. sag'te, er wollte (wolle?) reden: Span- ^ 
jTttkes Devleha Spanisch mit Gott, Italienaritkes peskere fse- 
menzfnsa Italienisch mit seinen Freunden (s. ob.), Ssasfitkes 
peskere mydschach manuschinsa Deutsch mit seinen schlechten 
Leuten [Feinden? Es ist da der Satz verg'essen], Waldschit- 
kea romjinsa Französisch mit den Frauen (fälschlich steht dort 
der Sing*.). Dik, ob me toke tschimmone (oder tschimmone- 
ha) shasti hadava Sieh, ob ich dir worin dienen (was, womit 
helfen) kann. Ssoha annoeha tu tro zyro krik? Womit ver* 
treibt ihr euch die Zeit? (eig*. bring'st du deine Zeit hin, fort). 
Ziroha dena pes wohl Mit der Zeit wird sichs wohl geben. 
Pchm. S.19.: Soc. m. s. eha, fem. aha; pl. m. und 



Sin^. 

N. dewel, mro devel 
A. dewlis, mre dewlis 
V. mro dewel! 
D.I. dewliste, mre devlisti 
D.^. mre devliske 
Abi* dewlister, mre d. 
Instr. mre devleha 
G. dewHskero, mre 
devliskero lav. 



c) Paradigmen. *) 

a) Belebtes, 

Zipp. 



Plur. 

dewla 
dewlitt 

dewlinde 

dewlinder 

dewlengeri 



Bisch. '^*) 



N. gajo 
V. g-äjo 
A.I. g-äjes 



*) In Betreff der CasushenenHungen Iierrsclit Lei melireren Au- 
toren grosse Verschiedenheit. Dies gilt insbesondere 1. Tom Instr. 
oder Soc, den einige sehr unbequem Abi. 2. nennen. 2. rück- 
sichtlich Acc. und Dat* Den Casus auf -ke habe ich zum Dativ- 
gezogen ^ da er unmöglich aus dem Grunde, "weil die Präp. für im 
Deutschen den Acc. regiert, Acc. 2. genannt werden darf. Ueber- 
dem kommt er ja in Tielen Beziehungen dem sog. Dat. commodi 

**) "Vgl. Berl. Monatsschr. S. 377. 



CL Wortbieg^ug. 



103 



f. enfft.^ Als csiriklcha; roiunaba (wie Graff. S. 37. roiunia* 
ha): cziriklenfa; roinnenfa (ronijinsa ZIpp. ob.). Cainibnaba 
(mit dem Briefe), PI. czinibnan^a; Fem. pajtren^a und poh»- 
khen^a S. 77.; g'önoro loven^a ein Beutel mit Geld. — Pros*- 
S. 74. man^a mit mir, amen^a mit ans; leba, laha mit ihii^ 
ibr, PI. len^a (com iis als Commune). Kaha mit wem; soba 
womit, niszoba mit nichts. — Mericwardig' wegen des ss auch 
nachVocalen: sossa (qua re, womit) und kanesa (per quem) 
Alter nr. 256—7. 

Das SulT. ist zu vgl. z. B. mit Nal. XII. 7. : Damayantyi 
saha (mit der Damajanti; äbnlicb Ib.y. 6.: VdidarbhyA sa^ 
hitö Cum Vaidarbbia conjunctus), wo also saha dem Instr. 
nachgestellt worden, wie im Lat. mecum u. s.w. Eben so 
Hindust, meresat, bamaresat (mecum, nobiscum). Schulz. Gr; 
Hind. p. 88. Aucb bei Hadlej p. 83. oLm saatji (with), aber 

p.85.: Ooskoo ch anbuk aaj mar, Beat (to) bim with [elg*. 
from] a whip. Ygh Bisch, tscbupninaha (scutica) u, peitschen. 



c) Paradigmen« 





«) 


Zi 


slebii 
ipp. 


es. 


• 


Sing. 






Plur. 


N. 


manusch 






manuscha 


A. 


manuschus n, sches 






manuscbin (en) D.? 


V. 


manuscheia ! 






^ 


D.I. 


manuschusti 






fmanuschin- 
tde(ge) A.? 


D.8. 


manuschuske 






Abi. 


manuschuster 






manuschinder 


Instr. ado manuschaba 






manuschittsfa 


G. 


manuschiskero 
[oder Q st i?] 


Bi 


scb. 


manuschengeri 


N. 


manusch 






manusch^lia (S. 33.) 


V. 


manusch 






manusch^lia 


A.I. 


manuschas 






manuscbin D.? 



« 



sehr nahe. Ich heisse ihn daher lieher, in Ermangelung eines bes- 
sern Titels , durchweg Dat. 2. Wenn aber selbst die wiihre Ao^ 
cusatiTform, z. B. Öfters bei Zipp. , Batir genannt wird, so xUhrt 
das von einer oben dargelegten GebrauchsTerniengung beider Casat 
her, die jedoch auch in den Namen zuzulassen mir durchaus ua-« 
räthlich erschien, wesshalb ich mir in diesem Betracht, wie aucb 
in Anordnung der Casus, einige Abänderungen erlaubte. 



104 II. 


Orammatit 




SInff. 

Abl.l. gaj^ster 
Abl.S. graj^ba 


1 


Plor. 

ff 


N. gAdscba 
A, c g^ädsches 
V. .tu g^adscbo 
D.I. e g^adschesti 
D.2. e g'adscheske 
Abi. e gadscbester 
Instr. e gadscheba 
G. e gadscbeskero 


Ztpp. 


e gddscbe 
e g-adschen 
gadscbe 
e gädscbende 
e g-adscbenge 
e gadscbender 
e gadscbensfa 
c gädschengero 9 r! 


N. rakloy Knabe 


zipp. 


raklce 


A. rakles 




raklen 


D.t. raklesti 


■ 


raklen [?] 


Abi. raklester 




raklender 


Instr. rakleba 




raklensfa 


G» rakleskero 




raklengeri z. B. lila. 


N. tscbavo, Sobp 




tschavi 


A. -es 




-en 


D.I. -esti 




-en [?] 


AbL - ester 




-ender 


Instr. tscbaveha 




tschavensfa 


6. - eskero 




-engeri 


N. dad, Vater 




e daada 


y. »o Hi 




— 


A. e dades 




e daaden D.? 


D.I. e dadeste 




daadende A«? 


D.2. - -ke 

Ab), e 1e daadester 




dadinge 

e le daadender 


Instr. e dad^ha 




e daadensfa 


G. e dadeskerc» 




e daadengero 


Masc 


ROd. 


Fem. 


N. dad 




dai, LG. dai, def 


A. dades 




da 


V. — 




— 


D.I. dadeste 




dadi, LG. dattee 


D.2. — 




~~ 


Abi. mre dadester 




dater 



C WortbiegiBig« 



19S 



A.C. manusch^ske 
D. uianusch^ste 
AM. 1. manoschister 
Abl.S. manaschäha 
G, inaDttsclii8k%ro 



g'adzo 
g'adzo(!) 
^adzo 



Grellm« 



Zipp. 



N. 

A. 

V. 

D.I. 

D.2. g^adzko 

Abi. g^adzestar 

Instr. g'adze«e[?] 

G. gadzeskero 

Jf. rakll, Mädchen 

A. rakja 

D.I. rakja [?] 

Abi. rakjater 

Instr. rakjaha z.B. awawa 

G. rakjakero, raktjakri 

N. tscbaiy Tochter 
A. -a 

D.I. -a[?] 
Abi. -ater 
Instr. tschaha 
G, -akero 

N. i dci, Mutter 
V. dei 

A. e da 
D.I. e datte 
D.2. (mre) dakke 
Abi. e datter 
Instr. e daha 
G. dakero, e dakri 

ZIpp. 
N. rei ; Luc. I. 45. u raj 
A. e reis, ras; 1.46. i ress 
y . refa j o mre rela I II. S9. raj ! 
D. 1. reiste, raste; 1. 76. i^lah u reste 
D. 2. e reiske, e raska 
Abi. e reister, e raster^ L 45 J rester 



Plur. 
manasch^ng^ A.S.? 
manasch^nde A«L? 
manuscbinder 
manuscheliaha [?] 
manosching'eri 

g'adze 
gadze (!) 
gadze 

gadzengo [wohl el] 
g^adzendar 
g'adzense 
g'adzeng'ero 

rakjah 
rakjin D.? 
rakjinde A.? 
rakjinder 
rakjinsfah 
rakjing-eri 

tschaia 
-aiin D.? 
-aiinde A.? 
r aiinder 
-ayinsfa 
- aiin^erl 

e deia 

deja 

deiin 
e deien D.?, deünde 
e deiing'e D.? 
e deiinder 
e deiensa 
dejingeri, e deiingeri 

e reia 

c reien, rann 
reiale! 

reilnde, rande 
reiinge, ränge 
reiinder, rander 
IS* 



196 


n« Grammatik. 


Masc. 




Fem. 


Instr. — 




— 


G. dades [?] 


« 


dakri; Luc. 1. 15. takLro, 
IL 81. dakkro. 


Sff. 


Graff. 


PL 


K. rom Zipp. 


rom 


rom Zipp.romma 


A. romes — 


rommes 


rom — rommen 


V- — — 


[o niro rom] 


— -« — . 


D.I. romesde — 


romesti 


romende — — 


D.8. romesge — 


rommeske 


— — romingc 


AbL roniesder — 


romester 


romender — roniinder 


[nicht Gen.] 

Instr. romeha — 






rommeha 


— — — 


G. romesgro — 


romeskero 


romengro — rommengeri 




Pchm. 


/ 


Tg. cziriklo, Vogel 




czirikle 


A. czirikles 




cziriklen 


V. czlrikleja 




cziriklälc 


D.I. — 




— 


D.S. czirikleske 




cziriklenge 


Abi. cziriklestar 




cziriklendar 


Soc. czfrikleha 




cziriklen^a 


G. czirikleskero 




cziriklengcro 




Bisch. 


t 


N. pehn, Schwester 


pfcnja 


V. pchn 




pehnja 


A. 1 • pehn ja 




pehn Jen D«? 


A.«. pehjäskef?] 




pehnjenge 


D. pchnja [?| 




pehjende A.l ? 


Abi. 1. pchnjatcr 




pehnjinder 


Abl.S. pehnaha 




pehnjäha [?] 


G. pehnjakero 




pehnj^ngeri 


* 


/}) Lebloses. 




1. Masc. Zipp. 


N. gnschto, Pchni. anguszto 


guschte 


V. gnschto 




guschte 


A. gnschto 




guschten 


D.I. guschteste 




gnschtende 


D.2. guschteske 




guschtenge 


Abi. guscbtester 




guschtender 


Instr. gnschteha 




guschtensfa 


G. guschteskero 




guscbtengero 



C. Wortbiegnng* 



107 



Sing. Plur. 

lustr. reisfa, e rasfa reHnsfa, ransfa 

G. reiskcro, raskero; L43. reskro, rciingcro^ rang'ero 

I. 38. U. 83. reskri f. 

Puclmi. 



romna 

ronincn 

romiSiäle 



Graff. romnla 
— romnien 



N. romni Graff. romni 

A. romiia — romnia 

V. romnije — — 

D.I. — — romniade 

D.8. romnake — — 

Abi. rominatar[so!]— romniadar i'omnendar 

Instr. romnaba — romniaba romncn^a Zipp. romjinfa 
G. roninakero — romniag^o romneng'ero Graff. ronniengro 



romnengc — — 



— romniende 

— romniender 



N. ffrei, Pferd 

A. g'rcis 
V. — 

D.I. g'reiste 

D.«. — 

Abi. greister 

Insti; g'reissa 

G. greiskero 

N. peen 
V. (Pclini. pchene) 

A. penja 

D. 2. pcn jake 

D. 1. penjatte 

Abi. penjater 

Instr. penjaha. 

G. penjakero 



Zipp. 



Zlpp. 



ffreija 

greieuj e grena 

grende 

g^reilnder, grender 

grcnzah 

greng'eri 

penja 

pen jin (angebl. -Jinde, - ge) 

penjinge 

penjinde (angebl. penjin) 

penjinder 

penjinnsfah, penjinzab 

penjingeri. 



ß) L'ebloses* 

1. Masc. Zipp. 



N. uiabaro, Brot 

V. — 

A. maares (aucb maaro) 

D.I. niaareeti 

D.«. — 

Abi« niaarester 

liistr. — 

G. niabareskero 



maare 

maaren (auch e maare) 
maarende 

maarender 

maarengeri 



108 H. Grammatik« 


Sliiff. 




Plnr 


N. keer, Haus 


■ 


e keera 


A. keeres 




keeren 


D.I. keeresti 




..« 


D.S. keereske 




-i-. 


Abi. kerester 




.^ 


6. keereskerp 




keerengero 


N. njaly Sommer 




njala 


A. njales 




njalen 


D.I. njalesti 


« 


-— 


D.2. nyaleske 




njaleng'e 


Abi* Djalester 




njalender 


Instr. njaleba 




nyalensfa 


6» njaleskeri 




njalen^eri 


N. V. A. tscbrben , das 
D. tschimaste, ke 


Lager 


e tscbjbena 




tsobjmande, ge 


Abi. tschymaster 




tscbjmander 


Instr. tscbjmaba 




tschjmansfa 


6. tschimaskero 




tscbymangeri 


N« dsi, Her^ 




dsija 


A. dses 




dsin (dsya) 


D.I. dscsti 




dsende 


D.2. (dscbes^e Graft 


Ms.) 


«— 


Abi« dsester 




dsender 


Instr. dsfeha 




dsinsa 


G. dseskero 




dseng^erl 


N« Q wast, Hand 




wastba 


A. - es 




-sten 


D.I. -esti 




-stende 


Abi. --ester 




«•stinder 


Instr. -eba 


, 


— i. 


G. wasteskero 




^engeri 


Ni. troppo, Leib 




troppe 


V. troppo! 




troppe! 


A. troppo (troppos) 


troppe oder -j 


D.I. tropposte, ancb 


-peste 


-pende 


D.S. -poske, -^ 


^ke 


-ffc 


Abi. tropposter. 




tropp^nder 


Instr. troppoba 




troppensfa 


G. tropposkero, troppeskero 


troppeng^ero 



^» 



C WorÜtißgng. 



IM» 



Siiiff. 


Plor. 


N. chocher, Pili 


cbochera 


A. chocher 


cbocbera, dhocheren 


D. 1. choehereste 


chocberende 


D.2. cbochereske 


chocberenge 


Abi. chocberester 


chocberender 


G« chochereskero 


chocherengero 


N. gvyn, Honig 


but gvyna 


A. gvines 




D.I. gvinesti 




D.2. gvineske 




AbL gvineüter 


• 


Instr. gvineba 


■ 


G. — 


gvlningero 


N#V.A. pekkepen, Bratea 


pekkepena 


D. pekkcpaste, ke 


pekkepande, ge 


Abi. pekkepadter 


pekkepander 


Instr. pekkepaha 


pekkepansfa 


6» pekkepaskero 


pekkepangero 


N. muj, Mund 


e mulja 


A. mos 


mon 


D. 1. niostl 


-^ 


D. 2. moske 


muyenge 


Abi. moster 


monder 


Instr. moha 


monfsa 


6. moskero 


muljlngero 


N. phaguni (pagAnis) 


phagunja 


A. -nis 


gujen [?J 


Dat.l. -neste 


-jinde 


Abi. " nester 


-ge 


Instr. -neba 




6. -neskero 


-Jingero 


N. plyma fem. 9 Schwemme 


plyme 


V. — 


-*- 


A. plyma 


plyma [a?] 


D.I. pljmatte 


plymande 


D.2. -ke 


-ge 


AH. plymatter 


plymander 


Instr* -aba 


- anfsa 


G. plymakero 


plymangero 



200 



IL GraniHiatik. 



Sin^. S. Fem/ ZIpp. Plnr. 



N. 


i tschep, Zang« 


tscbeba 


A. 


tscheba 


tscheben 


D.I. 


tschebate 


— 


D.t. 


tscbebakke 


tscheben^e 


Abi. 


tschebatter 


tschebender 


Instr. 


tschebaba 


tscbebensfa 


G." 


e tschebakrl 


tschebingeri 


K. 


* 

dorik, Band 


dor^a 


A. 


dorikja 


dorjin D.? 


D.I. 


dorikja [?] 


dorjinde A«? 


Abi. 


dorikjater 


dorjinder 


Iisfar. 


dorlkjaha 


dorrjfnsfa 


6. 


dorrjakero 


dorglngeri 


N. 


I armand jint ) Flach 


armandinjia 


A. 


wie Nom. 


armandfag in O« oder A. ? 


D.I. 


armaiidinjatte 


— . 


ii.1t. 


armandinjakke 


-dinjinge 


Abi. 


armandinjatter 


- dlnjinder 


iBütr. 


armadinjaha 


-dliyinsfa 


6. 


armandinjakro 


- diqjingero 




i meen, Hals 


menja 


V. 


*— 


mmmm 


' 




/^ 


A, 


meeii ' 


menja 


D.I. 


roenjatte 


menjinde 


D.t. 


menjake 


menjin^e 


Abi. 


meqjatter 


menjinder oder 
- minder (j hart!) 


Instr. 


-jaha 


menjinsfa 


G. 


meiy'akto 


men^in^ero. 




Grellm. 


Hg. N. kafidt Tisch 
A. kafidi 
V. kafidi! 
D. kafi4}ake 
AbL kafidjatar 
Instr. kafidise [?] 


• 




G. kafidjakero. 



C. Wortbiegaog. 



201 





Sing. 


2. Fem. 


Plur. 


N. 


i tschamm, Backe 




tschamja 


A. 


— 




tschanija 


D.I. 


-jatte 




-jindc 


D.S. 


-jAc 




-jinffc 


Abi. 


— 




-jinder 


Instr. 


— 




-jinsfa 


G. 


tscbamjajakero [wohl Ein 


tschanijingero 




ja falsch!] 




• 


N. 


maarekli, Kuchen 




niarekia 


A. 


marekli (anch niiurekia) 


niarekia 


D.I. 


märekiatte 




niarekin, kjin D.? 


D.«. 


-kiakke 




niarekinge 


Instr. 


marekiaba 




marekinlTa 


G. 


mSreklakro 




mareking'erl 


N. 


i butin y Arbdt 




butja 


A. 


butin u. butja 




butja 


D.i. 


c buijatte 




, butjinde 


D.S. 


e butjakke 


■ 


-ge 


Abi. 


e butjatter 




ele butjinder 


Instr. 


. e butjaba 




bntjinsra 


G. 


e bntjakro 




butjing'ero 


N. 


i täflen Tisch 




e ta0a 


V. 


tu taflen 




turne tafja 


A. 


1 taflen (nicht c 


tafla!) 


e tafja 


D.I. 


e taflatte 




e taflinde 


D.S. 


e taflakke 




e taflin^e 


Abi. 


e taflatter 




e taflinder 


Instr. 


c taflaha 




e 1e taflinsfa 


G. 


e taflakero 




e taflingeri 






Grellm. 


• 


PI. 


N« kafida (kafidja Ausg>abe 


1.) 




A. kafidja 








V. kafidja! 








D. kafidjcngc 








Abi. kafidjendar 




* 




Instr. kafidjase [? 








G. kafidjakero 


n 





202 IL Grammatik. 

Wenn Zipp. zu Grellm. S. SOS. bemerkt : ,, wie er sicli 
auf eine Verg'leichnn^ der von Grellm. zam Beispiele ange- 
fabrien Wörter nicht einlassen könne, weil, Gen. und Abi. * 
augg'enomnien , fast keine Casusendung* mit den durch ihn er- 
frag-ten übereinstimme, und desshalb lieber der Autorität sei- 
nes Zig-euners folg-e, welcher die ^nalog-ie in seinem Declini- 
ren möglichst beibehalte,^^ so ^glaube ich doch darauf erwiedern 
BU müssen, dass die Abweichungen, einige, pben durch Fra- 
gezeichen angedeutete entschiedene Fehler abgerechnet, von 
minderer Erheblichkeit sind. Die Endung des Dativs auf sko, 
und des Instr. auf Be auch im Sing, habe ich In Verdacht, 
als seien sie, dem Ilindustani zu Liebe, des letzteren paralle- 
len Formen von Büttner durch Nachhülfe ein wenig näher ge- 

' brächt; denn der Dat. heisst überall -ske und nicht sko, mit 
o wie der Hindust. auf ko; und auch im Instr. bleibt sonst se 
dem Sg. nach Yocalen gewöhnlich fremd. Recht übrigens hat 
Zipp.^ unstreitig, wenn er das Paradigma baru balo (ein gros^ 
ses Schwein) aus dem Grunde verwirft, weil, Abi. und Instr. 
abgerechnet, das Subst. ja nur eine einzige Endung behalte. 
Dasselbe steht übrigens auch, mit geringen Verschiedenheiten 

.Rad. 1.73. — Zippe] Selbst hat dafür: 



Sg. 

N. baro baletscho 

V. tu baro baletscho! 

A. bare baletsches 

D.I. bare baletschesti 

D.S. bare baletscheske 

AM. e le bare baletschester 

Instr. bare baletscheha 

6« bare baletscheskero I 



PI 

bare baletsche 
tumebare baletsche ! 
barebaletschen 
barebaletschende 
bare baletschenge 
e Ic bare baletschender 
e bare baletschensfa 
barebaletschengero, -rK 



2, A dj ec tiv. 

d) Flexion. 

Gr^lf. S. 23. bemerkt, keine Adj. , ausser denen auf 
o m., i f. und e PI., zu kennen. Allein nicht nur hat er 
/selber im Ms. schukker schön, Pchm. szukär, wie auch Im 
Fem.: sala a joi a schukker raklin ano goUa schukker raieste 
Das schöne Mädchen lacht den schönen Herrn an Bisch. S.S8., 
während Pchm. von aver (alius) als Fem. avri im WB. an- 
giebt; sondern es finden sich überdem, abgesehen von vielen 
Adj. auf Cons., namentlich el, bei Bw., deren bei Pchm. S. 12. 
folgende: mi7'ech, böse, schlimm, das S. 57. im Gegensatze 
SU. dem Adv. läczes (bene) unverändert bleibt, und zufolge 



C. Wortbiegang. 203 

Zipp. In der Form mjdscliacli (fibel) ein IndecL sein soll. Bd 
diesem auch z. B. adava hi tschatscho, ke mydschach hi kerdo 
Das Ist gewisslicli fibel gethan. Kucz theuer; pchoj nidita- 
wfirdig'; sik g'eschwinde; dar weit und chor tief. Elnl^ 
dieser Wörter indessen mögen der Strenge nach mit raekr 
Grund Adv. als Adj. heimsen müssen. Ssir dür hi Gnmbinna? 
Wie weit ist. G.? Hahni hi choor, der Brunnen Ist tief, PI. 
bat choor hahninja. Zipp. 

Gcrraf (facere) verbindet sich in der Weise von Coq}. 
III. sehr 0$ niit einem Adj., welches aber, ohne Röcksidit 
auf Unterscheidung des Belebten vom Unbelebten, gleichsan 
In starrer neutraler Indifferenz das im Acc. für Unbelebtes gel- 
tende o festhält, selbst, so scheint es, wo es sich um Fen. 
oder eine Mehrheit handelt. Tulokerdum (ich habe fett 
macht) Rtw. u. mästen; gerraf les tschalo (reddere eum 
tnrum); g. gnio versttssen; g. schuscho säubern; g. meUdo 
wichsen. Me dava man nit prinscherdo s. unkenntlldi 
Bisch. — Demmen Barrabam piro Gicb uns B. los LG«; 
u tschawes — paaschlo (infantem — jacentem) Luc. II. IS. et 
16. — Kerr perdo o ghono Mach den Sack voll. Jek gh^ 
ralo bakro kerla shaaren bakren gheralo (also hier auch beim 
PI.) Ein räudig Schaf macht die ganze Ileerde, eig. alle 
Schafe, räudig, ke apry tschaar dschana, die aufs Gras ge- 
hen, kc andry jek stanja hi, die in Einem Stalle stehen. Zipp* 
Kerdafs len fsasto, er machte sie (cos) gesund Luc. IV. 4O.9 
kerdenn parrdo duj schiffe Sie machten voll die zwei Schiffe 
V. 7. Keeren mange steigb jgle lengstedir oder : kurzidir Macht 
mir die Steigbügel länger, kürzer. — Sonst freilich aach 
zuweilen mit e im PL: Hatschdafs len fsode Er fand sie 
schlafend LG., kanna-^ na kerna dschudsche pen Wenn de 
nicht machen rein sich; na kerna ada cholewa akkia bügle 
fsir vago czyringe Man macht die Hosen nicht mehr so weit 
als vor Diesem. — Viell. Fem. Sg.: Krezzaris a hi nina do-*- 
leske (der Krätzer Ist auch dafür, dient dazu), i karepaskrl 
dschudsche [e st. I?] te kerm, das Gewehr rein zu machen. 
Vgl. Me kammaves, ke tc vel mri karepaskrl dschudschekerdi 
Ich wollte, dass mein Gewehr geputzt wäre. Zipp. ^ 

Sehr bcmerkenswcrther Weise erhalten die Adj., .'ein- 
schliesslich die Possessivpro n. (Bisch. S. 18.), die sog. 
Genit. (s. ob. S. 142f.l50.)9 der Artikel und die Zahlen, ' 
In so fern diese alle nicht einen unabhängigen Substantiven 
Charakter übernehmen, keine eig. Flexion nach Fällen 9 son- 
dern, ausser einer üblichen Unterscheidung derselben vom Nom., 
welche sich vor allen Cass. obl. der hinzutretenden Snbst. 
gleich bleibt, eine blosse Geschlechts- und Numeralbezelch- 



204 n. Graintiiatik. 

niuig'« Aber selbst diese erleidet, — was bei dem sonstigen 
Wechsel von o, u oder e, i im ersten Gllede von Compp., 
sowie in Derivaten vor dem ableitenden Sulf., als namentlich 
h&nfig' vor dem ben und pen (S. 128 ff.), nicht zu verwun- 
dem, — so mancherlei Schwankungen und Incorrecthciten, dass, 
wie viele Irrthümer in Betreff dieser, leicht stumpf ins Ohr 
fallenden Laute man auch den Sammlern aufbürde, doch Eini- 
ges möchte auf Rechnung- der, selbst lax gewordenen Sprache 
XU setzen sein. Von dem Verschwimmen aus o in u, oder 
aus e in 1 nicht zu reden, welches sich rein lautlich genügend 
rechtfertigt: so hat doch eine Verwechselung jener beiden 
Paare unter einander ihr Bedenken, da sich mehrere gram- 
matische Unterschiede an die L a u t - Verschiedenheit knüpfen. 
Dies Bedenken hebt sich vielleicht in etwas dadurch, dass 
erstens nur beim Belebten ein strengerer Gegensatz zwischen 
SabJ. und Obj. im Acc. casuell sich herausstellt, beim Unbe- 
. lebten derselbe schwindet, und überhaupt der Nominativ im 
Zig«, wie z. B. auch im Ung. , da er eigentlich eines beson- 
deren Flexionszeichens entbehrt oder doch dessen (o aus Sskr. 
a-s) verlustig geworden, somit mehr von der Natur eines 
anflectirten, aber eben desshalb auch in alle Fälle fügsameren, 
allgemeineren Thema's besitzt, als eines, auf ein bestimmtes 
eoges Gebiet beschränkten Casus. Auch in Zendischc Compp. 
and in den Superlativ sind oft, unverträglich mit der logi- 
schen Möglichkeit, statt des Thema's, gleichsam zu Themen 
erstarrte Nomin. auf ö eingedrungen, welche Erscheinung zu 
Aufhellung der unsrigen passend von uns herbeigezogen wer- 
den mag. So begegnet uns im Zig. überaus oft hinter Präpp. 
nicht allein der Dativ auf -te, sondern <iuch die Form des 
hier natürlich eine oblique Geltung habenden Nominativs, 
und nicht anders bei Masc. als Art. ein o, was cig. bloss 
Nominativ sein sollte, in obliquen Casus, wo immer e stehen 
roflsste, ja sogar, wenn auch ohne Zweifel widerrechtlich, zu- 
weilen vor PI. (vgl. Graff. S. 28. 29.) und Fem., deren cr- 
sterem der Strenge nach e^ dem zweiten im Nom. sg. i ge- 
bflhrt. S. Art. 

/ Im üng-arischen z. B. auch werden die attributiven Wör- 
ter vor Subst. nicht flectirt; allein diese Sprache geht darin 
noch viel weiter, als das Zigeuneridiom, indem sie auch Nü- 
neral - und Geschlechtsunterschiede (Geschlecht fehlt ihr ja 
überhaupt) unbeachtet lässt: so dass also die Congruenz des 
Attribut! vs mit seinem Subst. nur ein Postulat ist, was sich 
grammatisch nicht hervorgiebt. Graff. hat, wie die übrigen, 
den Unterschied für Sg. m. o, f. t, PI. comm. ^; allein die 
oblique Form für den Sg« scheint ihm entgangen, da er S*S3* 



C. Woi-tliiegnDg; 205 

z. B. sowohl kola dattcrwabas^ro [richtiger wäre - e] wasteb- 
der bat, als im N^ koba datier wabasg^o wa^t. Im Ms. tn, 
S. 39. beisst es aber bei ilim: „Cbomeresgro (Brod) nnd 
chamasgri (Tisch) werden nicht declinirt, sind also Adj. ge* 
blieben. [Ist nicht g-eg-riindet; s. z. B. Bisch, u. abblasen]. 
Diese Adj. behalten ihre Eig^enheit der UnTeränderlichkeit' in 
den Casus, eine Unveränderlichkeit , die sich auf den Art. 
iiberträg't. (S. koba m., koja f., Cass. obl. kola S. 28.). Me 
geraba koja chamasgri Ich mache den Tisch ,^^ wo mir gleich- 
wohl koja falsch scheint, wenn auch chamasgri als Unbelebtes 
hier die Nominativform beibehält. Zum Beweise des Gegen* 
theils, nämlich dass Adj., wofern sie wirklich substantivfsdi 
gebraucht werden, anch substantivische Flexion erhalten, stehe 
hier aus Zipp. das Paradigma von Baro scheriskero (König, 
wörtlich der grosse Häuptling oder Capitän); G. scheriske* 
riskro (vgl. S. 143.); D. scheriskereste u. eske; A. scherte- 
keres; Abi. scheriskerister ; Abi. 2. scheriskereha. PI. sche- 
ringerl; G. scheringero [gewiss falsch! s. G. Sg. u. Fem. Pl.J; 
D. scheringeringe pennava ich werde sagen; A. scheringeren 
niangjum Ich habe die Könige gebeten; Abi. scheringerinder; 
Abi. 2. scheringerinsfa. — Scheriskeri die Königin; G. sch<i- 
riskerijakkro ; D. scheriskerijakke (angeblich, aber gewiss falsch, 
so auch der A.); Abi. scheriskerijatter ; Abi. 2. scheriskere- 
jaha. PI. scheringerje ; G. scheringerjingeri ; D. schcringer- 
jingere [die Endsylbe wohl zu tilgen]; Abi. scheringerjender ; 
Abi. 2. scheringerjensfa. Die Uebersetzung: königlich bei 
baro scheriskero, also gleichsam: „dem hohen Haupte znge-. 
hörig, ^^ liesse sich auch verthcidigen , aber a. e. a. 0. stqht 
ausdrücklich dafür: König. — Nane laczes, mixecheske'.te 
pat'al Es ist nicht gut (bene), dem Bösen zu glauben. PchiUi, 

s. 76. ^' .::^^: 

Auch Zipp. (wie Bisch. S. 17.) bemerkt, dass die 
Adj. nicht declinirt würden, dazu aber, dass die ni. auf' o 
[Bisch, a. a. 0. durch Druckf. a] im pl. i [wohl blosse Varia- 
tion st« e 8. Parad.], f. auf t hingegen im PI. e erhielten, als 
hart roma (grosse Männer), bar^ romnia (gr. Frauen). Sonst 
z. B. baro gaaf (gr. Dorf), bari patuv (gr. Ehre); die maso. 
Baro naslepen und tschovkerpen , PI. bare naslepenna, tschov- 
kerpenna. — Am genauesten und sichersten scheinen aber die 
Angaben bei Pchm. S. 24. §• 39., wonach im N. o m. , i f., 
PI. e, vor allen Cass. obl. aber im Sg. wie PI. e eintritt 
mit alleiniger Ausnahme des Fem. Sg., dem a [bei Zipp. auch 
hier e] zukommt. Beispiele hievon G. tykna romnakero; D. 
peskra romnake (seiner Frau) S. 76.; tel jekha dabate unter 
Einem Schlage 77. i andre chora pustinate in eine tiefe Einöde 



206 



n. Grammatik. 



6& A. ola ^avcngera rakFa die DorQung'fer 71. Abi. avra 
pchurdifiater von einem anderen Wiesel 62. — Anf g^leicbe 
Art wird der Comp. u. Superl», wie auch die Zahlwörter be- 
handelt, als N, bareder, jekb manusz, G. baredere, jekhe 
nannszeskero ; Fem. N. tykneder, jekb romni, G. tyknedera, 
jekba romnakero. Pcbni. ib. 

Eine g'länzende Uebereinstininiung* mit dem Gebrauche 
mehrerer Sanskritiden ! Im Mahr, zufolge Carey p. 34. nr.4«: 
Adjectives have no inflection of cases^ unless put absolutely, 
or instead of a subst. The Adj. g'enerally forms a Compound 
Word with its Subst. — Penjabl (Carey p. 22—23.): Adj. 
do not require the terminations of cases when the subst. is 
expressed. Adj. varj in g'cnder and number to agree with 
their substantives. The pl. m. of adj. which end in d (=s 
Zig*, o), is made hj substituting' S for the flnal. E {ß also 
entsprechend dem Zig*, e) is substituted for the final d of 
masc. Adj., when they are constrncted with a neun in anj 
case Singular except the Nom. JElr. söhan^ purusanü 
(pufcrum virum). Adj. with a final ä or f sufTer no change in 
the sg. number (auch die Fem. auf i^ dies also in Abweichung 
Tom Zig^. The pl. ni. of Adj. In » is made by an, and that 
of those ending in i2 by ian, when they are constructed with 
a Subst., in any case except the Nom. (auch abweichend vom 
Zig.). Ferner p. 97. unter Verweisung auf p. 23. : The Adj., 
when not in the nom. case, Is commonly compounded with its 
Sahst., on which account the termination of the case is sup- 
pressed. — - A noun in the gen. case, is to be considered as 
an Adj., and varies with the gender of the Subst.. with which 
it is constructed. Z. B. prabhüdä ghöd'ä (the master's 
horse), pl. prabhüdd ghod'd (the master*s horses). Fem. 
prabhudi wata (the master's word), pl. prabhüdian wä- 
tÄn (ob. wätam? vgl. p. 15. r. 14.; the master's words). — 
Acc. jandd^ putrand (a man's son), pl. janddlan pu- 
trAnii (a man's sons). — Instr. fem. jan^di putrin^ (by 
a man's daughter), pl. jan^diäii putriännd (by a man's 
daaghters). — Desgleichen Hindust, bei Hadley p. 26 ^. 
N. et Acc. j^ t^ burra ghur (a great house), aber Voc. 

-j? ^^ ^ Oh burray ghur; G. Burray ghur kau; D. Burray 

£^kar ko. PI. Sub [omnes] burray ghur cet. Vgl. das Zig. 
Parad« sogleich. Allein im Fem. ohne Veränderung N. und Acc. 
Goree chookeree (a fair girl); D. goree chookeree ko; PI. N. 
goree chookereeaun cet. — Siehe auch G. de Tassy p. 37. 
und oben S. 143. , wo aber achhd (bonus) u. s. w. als mit der 
harten aspirirten Palatalis rersehen zu denken Ist. Tassy hat 



C. Woi-tbiegnDg. 207 

flbrig'ens Aehnliches auch schon bot I.^^ eqnas (, Überall 
quadrlpanktirt!), F. ^y^ equa; PI. ^^y^ equl; ^L,^ 

eqnae- Dat. sg». ^^^ eqiio, y^^ cquae; PL yf^^^y^ 

eqiils, y!^vsyhy^ equabus cct.; also bei einem movirteii 
Subst. 

Neben der gewöhnlichen Motion der Adj., nämlich 
o m«, f f. entdecke ich spurweise noch eine zweite hinten 
nasalirte. Segriton (ultimo), - tin (ultima) Bw, — Ferner 
GralT. Ms. koja dschorelin eine arme Frau, und baschdardla 
von baschdardo (der nicht Wort hält), die auch allenfalls an 
die deutsche Motionsendung- -in erinnern. Sonst hat das Hin- 
dust, bei Tassy p. 38. nicht nur z. B. ^L (jardinifere) von- 

^U (jardinier), sondern auch: Les adj. termin^s par ( ou ^1 

chang'ent, au f^m., cette termination en t ou ^J, also ganz 

entsprechend dem Zig-. Segriton, -tin vorhin. 

V) Comparatlon. 

Der Com par. wird übereinstimmend mit dem Sskr.^ Mahr, 
u. s.w. auf tara und Griech. auf iiqo gebildet, wogegen es 
für den Supcrl. keine eigene Form giebt, vielmehr dieser aus 
dem Compar. oder Posit. mittelst eines Zusatzes hervorgeht. 
Selbst Bw. hat wenigstens die Adv. butdr, butre (More; mas) 
und feter (bettcr). Das A d v. scheint hier nicht verschieden vom 
Adj. Wenigstens hat Zipp. duridir (weiter) und zigidir (ge- 
schwinder) als Ad V.; gledidir näher (eig. weiter vor, sc. rük- 
ken). Kohne godsweridir nie kerdjum Ich habe am klügsten 
gethan. — Adv. Qual. Adava me fsasti kerava lokkes (dag 
kann ich leicht machen) — lokkidlr (leichter) — kohne lokidir 
(am leichtesten), üebel mydschach — mydschachedir ärger — 
kohne kovidir am ärgsten. Vgl. kovidir (wohlfeiler) Gespr. 16. 
und s. u. Puchm. 

Rtw. butter (mehr). Latscho angeblich: besser, aber 
S.89. latschoturdiwes (oder: Gut dein Tag?) Sei gegrtisst! 
wie sie nach Bisch, u. Begrüssung latschidir diwes (einen bes- 
sern Tag!) bei der Ankunft sagen. Rtw. barder (grösser) 
S. 5. 23. u. Abt, Oberst. 

Rfid. S. 78. baru gross, bareder grösser, o bareder der 
grösste (vgl. plus grand , le plus grand). 



208 n. Grammatik, 

Sznj. L 130« hat: schwer schwerer schwerst 

pchard, f.I pchareder farte pcharo 

leicht leichter leichtest 

lotcho lotcheder farte lotcho. 

S* 134. Pan! prastal (das Wasser läuft vgl. sik prastal Pchm. 
S. 71.) andy lenjae (in dem Flusse) farte (schnell), und na 
farte langsam (nicht schnell, wie na fsyg* lang'sam Zipp.). Dem 
entspricht im Walach. forte sehr, allerdings (aus Lat. fortis), 
forte lungu (längst), forte micu (kleinst), forte inalta' (höch- 
ste). Merkwürdig ist daselbst auch die Verbindung mit dem 
Abi. des verglichenen Gegenstandes, die ganz der Lat. Struk- 
tar entspricht. Nämlich: Otschon bareder tscherganjätar Der 
Mond grösser als die Sterne (eig. Sing.: als ein Stern), zjk- 
neder jekchamaster (sole minor). Wdrtowa (o()^^?) sostaste- 
der styngoncster (von der Linken), wofür bei Rüd. soreder 
(fortior) her serfo (quam sinistra). 

Bisch, sikidir erst, zuerst (eig. rascher), wohl Adv. 

— A jowa wijas fedidir Der Ist besser geworden s. bessern. 

— Hunte gerrawa nie gawa gowes fedidir awrl Ich muss mei- 
ne (eig. die) Sachen ausbessern. — Nächster: a jowa hl mor 
fedidir Der ist mein Nächster ; vgl. Zipp. jek latscho manusch, 
ein guter Freund u. ob.S. 192. — Gerraf bäridir verlängern 
(grösser machen), g. diknidir (mindern), g. göwa diknidir 
verkürzen. — N asselpenn wijäs mischikkidir u. verschlim- 
mern. — gerraf schukkeridir verschönern. — g. bütidir 
mehren, vermehren. Unter: vergrössern: A gawa gerrela 
gowa butidir, ho nane hi Er macht die Sache grösser, was 
nicht Ist, d. i. qu'il n'est, als sie ist. 

Pchm. S. 12. Compar. auf e-der, welche Endung wohl 
nur zufällig an den Abi. anklingt, trotz der Structur des Comp, 
mit dem Abi. Der Superl. bildet sich hier nach Slawischer 
Weise durch Anwendung von Poln. nai Bandtke S. 141., Böhm. 
ney z.B. najbuter (am meisten), Böhm, neywice S. 55«; so 
najfeder, was das Beste, Böhm, co neylepszjho S. 71«, najba- 
reder der grösste S. 75. — Pchm. hat inzwischen auch buter 
(von but viel) = butidir Bisch., wie feder (besser) = fedi- 
dir Bisch. , vielleicht durch Kürzung. 

Belsp.: chdr tief, choreder, najchoreder; 

laczo gut feder besser, najfeder besste; 
mixech arg, holeder ärger, najholeder; 

wogegen doch auch latschidir besser Bisch, und mjdschache- 
dir ärger Zipp., jedoch dies mit abweichendem Superl. oben. 
Rat'aneder früher (am Tage) S. 63. neben rat'aha (früh Mor- 



C. Wortbi^ong. 209 

g'ens) setzt .wohl ein intermediäres Adj« anf ino rorans. Pro 
g\y (sonst jiv) p&rneder, weisser als der Schnee, eig. tiber 
den Schnee S. 32. — Mit Ab!,, wie ob. bei Sz., tntar zo» 
raleder (te fortior) S.73. Etwas anderes: Acz tutar tchole- 
der the szukarcder, sei noch fetter und schöner als du (jetzt 
bist) S. 75. — Holede'r meg* beng" (ärg-er als der Teufel) 
S. ^. enthält wohl das Ung*. mig noch , adhuc st. etiam , mit 
Weglassung von: als, welches im Ung. durch die Postpos« 
-nal (bei) ausge^rttckt wird. Meg feder — nieg* sal tu, nocb 
ein besserer , als du bist S. 77* Meg buter noch mehr S. 67. 
Meg" rat'aneder meg ag'oder noch früher denn zuvor S. 63. s« 
avgoder. Ob Abi.? — Mange nane buter czak trin czon (pl. 
oder der sing., wie im Ung. bei Zahlen?) mir ist nicht mehr, 
nur (als) 3 Monate 8.53. Na rakl'as-czak jekhe basznes 
nicht fand , nur einen Hahn (nihil — nisi) S. 57. Vgl. Niszt 
nakerel, czak chal the pijel. Nichts er mache, als esse und 
trinke. Mithin steht czak für: „als^^ nur hinter Neg. Zipp. 
Akka mato tschi na kerla fsir pjela^ dieser Trunkenbold thut 
nichts als trinken. — Auch die Compar. und Superl. werden 
nicht eigentlich flectirt (s. ob.), vgl. z. B. Pchm. S.75. naj- 
baredere raske den Zusatz des e. 

Zipp. Mischto gut. Comp, fedidir. Divjidir (wilder) 
von einem Slaw. Worte, wie lengstedir, kurzidir (länger, kür- 
zer), aus dem Deutschen, nämlich ersteres aus dem Superl.: 
längst vgl. Bisch, u. neben = längs. -— Kuttidir weniger, 
von kutti wenig. — Nan hi hargidir Es ist nicht länger. — 
Na dschinnav butidir, fsir (Pchm. würde hier dos Ung. czak 
haben) schtaar oder pansch lava Ich weiss nicht mehr als 4 
oder 5 Wörter. Butir, fsir tschatscho hi Es ist mehr als zu 
wahr. Bei Bisch, sor'lidir — harr (als) s. abhärten. Zipp.: 
„baridir na jov grösser, nicht (als) er; jov hi barldir fser 
nie Er ist gröfser als ich; jov awjas wagedir fser me Er ist 
eher gekommen als Ich.^^ Jek latscho manusch hi fedidir, na 
scheel fsamenze (also pl.) Ein guter Freund ist besser, nicht 
(als) 100 Verwandte. Fedidir daf palal Besser nachgeben 
[dass ich nachgebe], na andry dösch te vaf, nicht (als) zu 
Schaden kommen. Auch Pchm. S. 73. : Man ehi feder odoj 
Mir ist lieber dort — neg (Böhm, uei) adaj, als hier u. s.w. 
Im Lett. leelaks ne [oder ne kä, d. h. auf keinerlei Weise] 
sirgs grösser (eig. gross, emphatisch) als ein Pferd (nämlich: 
nicht ist). Nach Stender Lett. -Deutsches Lex. S. 176. steht 
nämlich ne nach Compar. für: als. Auch im Lith. findet sich 
liach Compar. ne kaip (auf keine Weise), neng* Mielcke Gr. 
S. 174. — in einer logisch leicht zu rechtfertigenden Weise! 

14 



210 IT. Grammatik. 

.Superl. Konc zig'g-edir (am leichtesten, eig. am schnell- 
sten, sc« zu erlernen, von einer Sprache) , wo das e etwa Zu- 
satz ,' vgl. oh. — Ada romni hi hachtall^rdir (also Fem. !) , fsir 
okko (vgl. schau! a. e. a. St. auch oko) tschai. Aber im Su- 
perl. Me hom kohno hachtallerdir (a. e. a. St. bachtelledir 
ohne r, was wohl richtiger) Ich bin der glücklichste. Tu 
dikkoeha adey kohn o fedidir tanna Sie (Vous) sollen hier die 
Jbesten Tücher sehen. Kohn o fedidir und kohn fedidir steht 
einmal nebeneinander, und zwar ersteres beim pL tanna, so 
dass kohn o, wenn es genau wäre, kaum Art. sein könnte. 
Vgl. Adelung, Mithr. L248. So auch im Vocativ: Mro kam- 
lo dsi, mro kohno kamlidir dschjben JMein liebes Herz, mein« 
liebstes Leben! Vgl. Bisch. S. 17. pralgamlidir (über -lie- 
ber) = gohngamlldir (der liebste), von gamlidir (lieber), 
gamlo (lieb). 

Graff. Mä. hat feddeder (melior), budder (mehr, fer- 
ner) aus buth (viel), wie Ilindust. bahutarä Adj. (Manj, 
very, much) und bahnt Adj. (much, many) Shakesp.; und 
flchukkerder von einem conson.! schliessenden Adj. schuk- 
ker. schön. Dagegen hat GrafT. S. 24. die Angabe, d<iss sich 
die beiden Geschlechter durch Beibehaltung der Sexualendung 
jo. und i vor dem Comparativzeichen unterschieden, als z.B. 
puro-derm. und puri- dir f. (älter). Auch koja tschai hi tarni- 
dir, bar (= fser Zipp.) koja dai. Möglich, dass diese Be- 
merkung auf feinerer Beobachtung beruht, da nämlich der Fall 
mit Bopp Gr. crit. r. 249. übereinträfe ; möglich aber auch, 
dass hiebe! ein Irrthum obwaltet, indem keiner der übrigen 
Autoren davon etwas weiss. Frenkel: puteter mehr Luc. 
in. 13. puterter mehr 16. putteter LG.; sooreter ein Stärke- 
rer; soorliter heftiger Adv. LG.; u baruter rom der Ober- 
hauptmann, baruter raschaj Hohepriester, i purenter die Ael- 
testen, von pureno. Puchm. und Sz. haben stets vor dem 
pomparativsufflxe den Vocal e. Bisch, ein kurzes i auch selbst 
lii) piasc, und sogar bei schükkehdir (schöner), Zipp. endlich 
ebenfalls i und nur ein paar Male e, welche beide Laute bei 
ihm fast immer schwanken. Mithin dürften e und i wohl für 
lilosse Stellvertreter des häuGgen, übrigens gegen das Ge- 
schleclit indifferenten a vor: tara im Sanskr. gehalten werden 
müssen. — Bw. Aver butcr silnd que menda L. HL 16. 

Eine Superlativform , bemerkt Graff. , habe er nicht fin- 
den können , sondern dafür entweder 

1. bala purp der „noch älter.^^ Das Ist nun wohl Hindi 
.bhalä.== bhadra (good), wo nicht Hindust, bala (gut) Berl. 
DlQttatsschf. Bd. 21. S. 372., ähnlich dem verstärkenden Ge- 
brauche des Franz. bjen ; oder aber^ falls etwa ein r ausfiel, 



; C. Wortbiegong« 211 

dasselbe 9 was Biscb. S. 17« pral in pralgamlidir (der liebste) 
und pral baridir dewleskSro tscIiawa[o?] (iibcrgrosser himmli«* 
scher Knabe) Erzeng'el ^ neben dewleskero tschawe Engel [PL? 
oder tscliawo?] — Wolilkaum: baro schukker tan sehrscbö-^ 
nes Tuch, obschon baro: ^oss Zipp. vgl. auch: schwer. 
Oder: 

2. Durch Vorsetzen von kono und auch selbst bei höchster 
Steigerung- von kono kono vor den Compar. Dies kono^ 
das bei Fem. sich in koni verwandele, habe er durchaus ifl 
keiner anderen Verbindung- finden können« Es grenze an kon 
(welcher), dürfe aber nicht damit verglichen werden. So ist 
es nun aber doch genommen von Bisch. S. 17., der übrigens 
gohngamlidir (gleichs. Wer ist mir lieber?) ohne o (gohn, 
nicht gohno) hat ; und dies stimmt fiberein mit Mithr. L S48* 
aus der Berl. Monatsschr. „To ask which is greateat? it Is 
sufQcient to say (^ ^^ kone burra, which {is) great?^' sagt 

Hadlej 1. 1. p. 28. Da Rüd. o bareder (der grosseste) hat, 
wie gluno, o duito (der erste, zweite) u. s. w. L 66, so 
muss das o hinter kohn doch wohl Art. sein; dieses selber 
aber Fragpronomen, was um so weniger anstössig erscheint, 
wenn man die überaus häufige Verwendung dieses Pron. im 
Sanskr. bei Composlten in Erwägung zieht. Kaum darf man 
kohn baridir als: quovis major, omnium maximus denken, in- 
dem man sonst das Pron. etwa im AbK erwarten müsste. Eher 
passte ein Vergleich mit Puchm. S. 71. Lixal lake s o najfeder 
Sie bringt ihr, was das Beste (ist), wo das: so jedoch kaum 
überflüssig steht. Kohn gilt übrigens wohl gleich dem Hindi 
käuna (who), aber auch: what, z.B. What daj of the week 
is this: Adscha kauna dina häi? Heute welcher Tag ist? Im 
Hindi bei Adam u. Worse Adj. Burä, with s^, foÜowing 
the neun — thus, Us-s£ (Lat. illo; us bedeutet: him) 
käuna burä häi? (quis pejor est?) Who is worse than he? — * 
Worst Adj. sabas^ (unoquoque) burA (pejor), oder bur6s4 
burä (schlechter als schlecht) , wie atshtshh^s^ atshtshhä (best) 
von atshtshhä (good). Unter: better wird: sä als Comparativ- 
zeichen angegeben; wie mich dünkt, ist dasselbe aber die 
Präp. SÄ (with), nämlich um die Vergleiehung womit zu be- 
zeichnen, etwa so wie im Ngr. naqu. 

Namentlich bei Bisch, werden Comp, und Superl. von 
baro häufig zur Umschreibung gebraucht, wie auch schon der 
Pos. z. B. baro paschamäskri ano kängrin (grosses Instrument 
in der Kirche) Orgel. Ob. S. 71. — Baridir krahl (Slaw.) König, mit 
Comp., und gohn b. krahl Kaiser, mit Superl. — b. wch- 
scheskro Forstmeister und gohn b. w. Oberforstmeisten b« 

.14* 



212 n. Graminnfik. 

tschor Räuber^ und gohn b. tsch. (grösster Dieb) Räuberhaupt- 
mann. — Erzen/Q^el s. ob. — baridir ra! Baron, wie ZIpp. o 
baridir rei Befehlshaber (der grösste Herr) zu Grellm. Bari- 
dir raschai Oberpfarrer s. auch Pabst; bariter raschaj Hohe- 
priester Luc. III. ^. Für : Abt je baridir raschai (ein g'rösse- 
rer Geistlicher); Aebtissin (mithin auch Fem.) i baridir ra- 
sch^ni ano kangerin, die grösste Geistliche in der Kirche. — 
Eben so mit barder s. Rtw. Abt und Oberst. — Regierung* (s. 
u. Criminalgericht) gohn b. krisni (höchstes Gericht). — Dom : 
g. b. kangrin (grösstc Kirche). — g-. b. pänin Weltmeer, — 
Drillich: gohn bciridir pochtam (grösste oder vielm. schwerste? 
Leinwand), aber Zwillich: duipahsch-pochtamm (zweifache L.). 
— So auch gohn latschidir tuwielli (allerbester Taback) Knaster. 

c) Adv. auf es» 

Aus Adj. werden Adv. auf es gebildet, deren Endung* 
sich allenfalls für einen Acc. Sg* Masc. in neutralem Sinne 
halten Hesse, ähnlich dem primum u. a, im Lat., so wie den 
adverbial gebrauchten Acc. (ßopp. Gr. er. r. 684.) , z. B. ka- 
run am bahu (miserabiliter multum) Nal. X. 28. , im Sskr. Sonst 
mag" man auch allenfalls die Mahr. Adv. circumst. als asa 
(thns), tasa (in that manner), kasa (in what manner?) u. s. w. 
.Carej p. 139. wegen ihres Zischlautes berücksichtigen dürfen. 
Zipp. akkiakes (soj z. B. Akkova na kerela akkiakes, fser tu 
kiroeha Jener thut das nicht, was du thust, aberRtw. kiacke 
(so, auf diese Weise) S. 38. , ke tshorero, te-, so arm, dass 
Ib. — Pchm. S. 68. chämes kurz; bares sehr 57.; tchules 
dick 49.; silales [sehr, fz.] kalt 65. S.34.: dylines dumm; 
zorales stark. Bisch, sorolis s. verrammeln, vermauern, Zipp. 
sorelles, dfeskeres fest^ kühnlich, mannhaftig' [eig. herzhaft]; 
polokes, sachte, langsam und davon das Dem. polokdros (ganz 
pachte; so wenigstens hinten mit os S.65.), Bisch, polokes 
8. leise, einschleichen, durchschleichen, pollokes langsam, Rtw. 
lockes langsam, leise [so zu sehr. st. leist]; lokes Rtid. 
S.67.; Zipp. lokkes leicht; auch aus dem Slaw. tiches' (lente, 
sachte) Voc. Petrop. — Ferner czaczes wahrlich Pchm., 
wie Tu rakardjal tschatschcs Du hast recht geredet, aber: „g'C- 
wiss, recht, in der Wahrheit" mit einem zwischentretenden n 
(s. Compar. rat'aneder) : tschatschenes , z. B. Jov tschatschenes 
awela Er wird gewiss kommen. Vgl. schardenes löblich , rühm- 
lich, und Harr. Romanes (Gypsy language), Zipp. Rommenes 
Zigeunerisch , waldschitkes Französisch , Bisch. gAtschkSnis 
(Germanrce). — Bisch, tschorajannes verstohlen, heimlich, 
SU fortschleichen, meuchelmorden, lispeln, Gemurmel^ wie Zipp. 



C. Wortbiegang. 213 

tscborachannes Insgeheim, occulte von tschorachano. — Ga- 
dschätsdies rechts , g'as^rwes links mit einem Präf. u. ab, und 
sarwes trlall 8.77. wahrscheinlich links herum und nicht: 
,,ring's h.^^ bedeutend, obschon man an Sskr. sarwa (all) er- 
innert wird, dessen Parallelen im Zig*, schaaro, haaro Kipp.^ 
savoro Pchm. u. s. f. jedoch dem Laute nach beträchtlich sich 
davon entfernen. S. ob. S. 69. — Zipp. bemerkt -es aus- 
drücklich als Adverbialendung-: tschales (aflatim, eig-. satt), s. 
Bisch, ausschlafen; banges unrecht; kamles freundlich; g-ods- 
weres klüglich; barveles reichlich; fsanes dünn, bugles breit, 
schuyles dick, lengstes lang; paletunes, endlich, zuletzt vgl. 
Jov avjas o paletuno Er kam zuletzt, eig. der Letzte; koke- 
res abgesondert, allein, wie Luc. IV. 4. kokeress. Frenk. — 
Auch vom Partie, fsandes oder fsandotannes (lachend, vgh 
S. 127.) von fsando; wawertschandes naschtl ^la adava An- 
ders kann das nicht sein von (a)tschava bleiben, Rtw. wawer- 
tscliaudes anders [sehr, n st. u]. Bisch, u. unausbleiblich, um- 
kleiden, Pchm. avriezandes S. ^. 6L Femer Zipp. Jov zik- 
kerdjes (gewiss docte und nicht docuit, trotz der grossen üe- 
bereinstimmung mit dieser Perfectform Pchm. S. 65.) rakardjad 
Er hat gelehrt gesprochen. Die Gerundia auf -indos könn- 
ten möglicher Weise auch eig. adv. sein; s. ob. — Neben 
laczes (bene) Pchm. S. 65. 68. steht mlz'ech 8. 57. , und neben 
szukares schön S. 61. 68., rein 48. bei Zipp.: Hände man 
schukker te fsaanes Kämme mich schön und fein; aber Ada 
fsocha tschela tokke schukker Dieser Rock steht euch sehr 
wohl; jov schukker rakardjas Er hat schön geredet. Nämlich 
zufolge Pchm. 8. 34. nehmen die Adv., so von Adj. ohne 
Endvocal herkommen (vgl. 8. 12.) , kein - es an : „To hi kucz 
Das ist theuer, to hi niizech, das ist übel," wie Zipp. Na vela 
akkia kutsch preiskerdi (Der Garten) wird nicht so theuer ver- 
kauft. 8o Pchm. 8. 33. 47. sik, geschwind, bald. Zipp. : Av 
tu fsjg Komm du bald! Jov avjas zirgidir [viell. das r in- 
eorrect; oder durch 31etath. aus 8skr. fighra, Adv. ^ighram?] 
fser me Er ist geschwinder gekommen, als ich; fsikketer (eher) 
har (als) — Luc. II. 21. Fr.; so dass mithin der Comp, auch 
ohne besonderes Abzeichen adverbial gebraucht worden. — 
Zipp. hat mischto [so!] oder tschoreres (bene vel male); und 
tschoreres keredjum Ich habe schlecht gekocht. Sonst hat er 
aber als Beispiele des Adv% nicht bloss latscho-es, sondern 
auch meschto-es; und sogar Bw. mistos [so mit os] Adv. 
Well. Bien. üebrigens erscheint gerade dieses Wort in der 
adj. Gestalt dennoch häufig mit adv. Geltung, wie: Geratjas 
. o ghyy meschto Das Getreide ist gut gerathen. Tu kerdjan 
meschto Du hast wohV gethan. Kanna apry fsoste jov rik-<- 



212 IL Grammnfik. 

tschor Räuber^ und gohn b« tsch. (grösster Dieb) Räuberhaupt- 
mann. — ErzeniQ^el s. ob. — baridir rai Baron, wie Zipp. o 
baridir rei Befehlshaber (der g'rösste Herr) zu Grellm. Bari- 
dir raschai Oberpfarrer s. auch Pabst; bariter raschaj Hohe- 
priester Luc. ni. ^. Für: Abt je baridir raschai (ein g'rösse- 
rer Geistlicher); Aebtissin (mithin auch Fem.) i baridir ra- 
sch^ni ano kangerin, die grösste Geistliche in der Kirche. — 
Eben so mit barder s. Rtw. Abt und Oberst. — Regierung (s« 
u. Criminalgericht) gohn b. krisni (höchstes Gericht). — Dom : 
g. b. kangrin (grösste Kirche). — g-. b. pänin Weltmeer. — 
Drillich: gohn biiridir pochtam (grösste oder vlelm. schwerste? 
.Leinwand), aber Zwillich: duipahsch-pochtamm (zweifache L.). 
— So auch g'ohn latschidir tuwielli (allerbester Taback) Knaster. 

c) Adv. auf es» 

Aus Adj. werden Adv. auf es gebildet, deren Endung* 
sich allenfalls für einen Acc. Sg. Masc. in neutralem Sinne 
halten liesse, ähnlich dem prinium u. a. im Lat., so wie den 
adverbial gebrauchten Acc. (Bopp. Gr. er. r. 684.) , z. B. ka- 
irun am bahn (miserabiliter multum) Nal. X. 28. , im Sskr. Sonst 
mag man auch allenfalls die Mahr. Adv. circumst. als asa 
(thus), tasa (in that manner), kasa (in what manner?) u. s. w. 
.Carey p. 139. .wegen ihres Zischlautes berücksichtigen dürfen. 
Zipp. akkiakes (soj z. B. Akkova na kerela akkiakes, fser tu 
kiroeha Jener thut das nicht, was du thust, aberRtw. kiacke 
(so , auf diese Weise) S. 38. , ke tshorero , te - , so arm , dass 
Ib. — Pchm. S. 68. chärnes kurz; bares sehr 57.; tchules 
dick 49. ; silales [sehr, fz.] kalt 65. S. 34. : dylines dumm ; 
zorales stark, Bisch, sorolis s. verrammeln, vermauern, Zipp. 
sorelles, dfeskeres fest^ ktihnlich, manuhaftig [eig. herzhaft]; 
polokes, sachte, langsam und davon das Dem. polokdros (ganz 
pachte; so wenigstens hinten mit os S.65.), Bisch, polokes 
8. leise, einschleichen, durchschleichen, pollokes langsam, Rtw. 
lockes lang;sam, leise [so zu sehr. st. leist]; lokes Rüd. 
S. 67. ; Zipp. lokkes leicht ; auch aus dem Slaw. tiches' (lente, 
sachte) Voc. Petrop. — Ferner czaczes wahrlich Pchm., 
wie Tu rakardjal tschatsches Du hast recht geredet, aber: „ge- 
wiss, recht, in der Wahrheit" mit einem zwischentretenden n 
(s. Compar. rat'aneder) : tschatschenes , z. B. Jov tschatschenes 
awela Er wird gewiss kommen. Vgl. schardenes löblich , rühm- 
lich, und Harr. Romanes (Gypsj language), Zipp. Rommenes 
Zigeunerisch , waldschitkes Französisch , Bisch, gatschk^nis 
(Germanrce). — Bisch, tschorajannes verstohlen, heimlich, 
s. fortschleichen , meuchelmorden, lispeln, Gemurmel^ wie Zipp. 



C. Wortbiegang. 213 

tscborachannes Insgeheim , occulte von tschoracLano. — Ca- 
dscbatgches rcclits, g^s^rwes links mit einem Präf. u. ab, und 
sarwes triall S. 77. wahrscheinlich links herum und nicht : 
9, fing'S h.^^ bedeutend, obschon man an Sskr. sarwa (all) er-* 
innert wird, dessen Parallelen im Zig*, schaaro, haaro Kipp«, 
savoro Pchm. u. s. f. jedoch dem Laute nach beträchtlich sich 
davon entfernen. S. ob. S. 69. — Zipp. bemerkt -es aus- 
drücklich als Adverbialendung- : tschales (aflatim, cig*. satt), s. 
Bisch, ausschlafen; bang'es unrecht; kamles freundlich; g>ods- 
weres kläglich; barveles reichlich; fsanes dünn, bugles breit, 
schnvles dick, lengstes lang; paletunes, endlich, zuletzt vgl. 
Jov avjas o paletuno Er kam zuletzt, elg. der Letzte; koke- 
res abgesondert, allein, wie Luc. IV. 4. kokeress. Frenk. ^ 
Auch vom Partie, fsandes oder fsandotannes (lachend, vgl. 
S. 127.) von fsando; wawertschandes nascht! ^ela adava An- 
ders kann das nicht sein von (a)tschava bleiben , Rtw. wawer- 
tscliaudes anders [sehr, n st. u], Bisch, u. unausbleiblich, um- 
kleiden, Pchm. avriezandes S. 33. 6L Femer Zipp. Jov zik- 
kerdjes (gewiss docte und nicht docult, trotz der grossen üe- 
bereinstimmung mit dieser Perfectform Pchm. S. 65.) rakardjad 
Er hat gelehrt gesprochen. Die Gerundia auf -indos könn- 
ten möglicher Weise auch eig, adv. sein; s. ob. — Neben 
läczes (bene) Pchm. S. 65. 68. steht miz'ech S. 57. , und neben 
szukares schön S. 61. 68., rein 48. bei Zipp.: Hände man 
schukker te fsaanes Kämme mich schön und fein; aber Ada 
fsocha tschela tokke schukker Dieser Rock steht euch sehr 
wohl; jov schukker rakardjas Er hat schön geredet. Nämlich 
zufolge Pchm. S. 34. nehmen die Adv., so von Adj. ohne 
Endvocal herkommen (vgl. S. 12.) , kein - es an : „To hl knca 
Das ist theuer, to hi niizech, das Ist übel,^^ wie Zipp. Na vela 
akkia kutsch preiskerdi (Der Garten) wird nicht so theuer ver- 
kauft. So Pchm. 8. 33. 47. sik, geschwind, bald. Zipp. : Ar 
tu fsjg Komm du bald! Jov avjas zirgidir [vielL das r 
eorrect; oder durch 31etath. aus Sskr. fighra, Adv. 
fser me Er ist geschwinder gekommen , als Ich ; fiilkkeier (< 
har (als) — Luc. II. 21. Fr. ; so dass mithin der 
ohne besonderes Abzeichen adverbial gebrauch 
Zipp« hat mischto [so!] oder tschoreres (beae rcf 
tschoreres keredjum Ich habe schlecht gekodtf» 
aber als Beispiele des Adv. nicht blofw 
auch meschto-es; und sogar Bw. 

Well. Bleu, üebrigens erscheint ipemÄr 

adj. Gestalt dennoch häufig mit adr« tkItmtßL ^"^jfiSl^ o\i 

o ghjv meschto Das Getreide bA tmi 
meschto Du hast wohl gethMu 




214 II. Grammatik. 

« 

kerla^ talla joy resfela mesdito Wenn er auf etwas hält, dann 
triifl er ^t. Zipp. vgl. Bisch, u. übersichtig« Obschon Adj., 
sind doch yiell, durch Germanismus, Luc. L 6. Jon bis bakke 
da] mischto Sie waren alle beide fromm, und 7. pureno, alt, 
unverändert geblieben. 

3. Zahlen, 

Die Zahlbenennungen , worüber von Diefenbach A. L* Z. 
S. 559— 560. Zusammenstellung-en gemacht worden, bezeich-^ 
nen allein schon einigermassen den Weg, welchen die Zigeu- 
ner nahmen, von Indien durch Persien nach Europa und zwar 
zuerst den Donauländem (Griechenland) hin , auf eine nicht un-^ 
beachtet zu lassende Weise; und es bleibt ein höchst bemer- 
kenswerthes Factum, dass einige Neugriechische Zahlwörter 
sich im Zig. so festgesetzt hatten, dass sie über alle Euro-r 
päische Länder bis zu den Säulen des Herkules und zur Ost- 
see von dem wanderlustigen Volke mit fortgetragen wurden. 
Auf der langen Reise hat das romsche Zahlensystem, das er-« 
bellet aus mehreren Zeugnissen, eine nicht unbeträchtliche Ein- 
busse erlitten. Es ergänzte sich aber, namentlich in den hö- 
heren Regionen, entweder aus den Sprachen der durchzoge- 
nen Länder, oder auch durch eine Art Wiederschöpfung, wel-r 
che, obschon auf anderer Grundlage ruhend, als die von der 
Jüdischen ausgehende Zahlenbeneunung bei den Gaunern (s. 
den Anhang zu y. Grolman, WB. der Spitzbuben -Sprache 
S. 136 if^, und davon unabhängig, doch mit dieser einen ent-^ 
femten Vergleich darbietet, und an sich in das Wesen der 
sprachlichen Zahlbezeichnung einige nicht uninteressante Blicke 
rergönnt, 

„Die Kinder wussten, sagt Graf f. S.48*, wenig von 
den Zahlen und die Behandlung des Wenigen fiel bei der allzu 
scheinbar fremden Einmischung höchst unsicher. Kann sein, 
dass in Ursprachen, kann sein, dass in den Wanderungen die 
Lösung des Räthsels liegt, das die Zahlen darbieten. Meine 
Zigeunerkindor zählten nur bis 30.^^ Im Ms, kennt er jedoch 
überdem schel = scheel (100) LG. , wie Fr, Luc, IV. 2. schtar-« 
desch (40), IL 37, schtarochtodesch (84). — „Weiter (als 
900) können sie nicht zählen, weil sie nichts haben, was so 
viel betrüge*^ heisst es bei Szujew; ja Harr. p. 585. be-^ 
merkt sogar schon hinter 6: Bejond these numbers 1 could 
nerer proceed with any success. Bei den LiefU Zig. ver- 
dient Beachtung der Mangel von 6* 7* 8., sowie der addlti-^ 
ven 16. 17. 18; S6. S7. S8 u. s. w., und multiplicativen Zah-r 
len 60* 70« 80, dazu deren Ersatz mittelst esthnischer Be-^ 
nennungen. Ochta würde man eher für 8 als 9 halten; allein 



C. Wortbiegmrg. äl6 

es scheint dies kein Irrtlinm der Sammler ^ sondern ein wirkli- 
ches Hinaufrücken der 8 auf den Plat'i; von 9, welclics darcb 
das Esthnische, lautlich nahe dranstossende ühheksa (9) ver- 
anlasst sein mag*, wofür auch das a in ochta elnigermassen 
spricht. — Die aus Danilowlcz zu den Seetzen*schen Pa- 
pieren beig-ehrachten Zahlen europäischer Zigeuner sind keine 
andern als die bei Grellni. S« ^6. Ausg*. 2. Es wirft aber 
Kruse nicht mit Unrecht die Bemerkung hin, wie in dem Yerz. 
Vieles mit dem Griechischen übereinkomme , und wahr- 
scheinlich durch die Nähe des griechischen Kaiserstaätes im 
XV. Jahrh. seine Erklärung finde. Neugn sind: broto- 
chindado (erstgeboren) , brotoro L.^ brotobo, brotoboro (ngä^ 
zog) und brotomucho m. (Primo-hermano), -i f. (Primayöra) 
Bw. — efta z. B. Luc. II. 36. Fr. = l^ra, obschon auch 
Pers. heft, aber ohne schliessendes a; hingegen in der Bedeu- 
tung: Woche zu vgl. mit Pers. hefteh* — ochto z. B, L.II. 
81. Fr. = o/Tw. — ennia u. s. w. = hvia, Ivvta; enia 
L. II. 36. Bw. , wo im Gr. Inra steht. Mithin 3 von den Zah- 
len, die sich auch in Liefland anders gestaltet haben! —r De- 
que L« = dlxa, — trianta Rüd» = tqiulvtuj XkiiM aus 
Lat. triginta, weil überall vor n ein a steht, und in driganta 
Graff. das g = j bloss aus i sich entwickelt hat. — saran- 
da Sz. = aaQavTa. — Auch erfolgte die durchgreifiende 
Nachstellung der Einer hinter die grösseren Zahlen wohl 
nach Neugr. Einflüsse, wo man zwar iWcxce, ddSexUj aber 
StxanivTi, dexaf^ u. s, w., ferner elxotn Iva, Svo u. s. w. sagt. 
Jedoch stimmt bei den Zahlen über 80 hinaus damit auch das 
Persische (Vullers Inst. r. 151.), z. B. Pers. bist i| jek 
(81), bist u du (88), und, da u hier das copulative und 
bezeichnet, wird man nicht bloss das u in uis-u-jak (81) 
u. s. w. bei den Sjr. Zigeunern, eben so wie the unä te 
(und) bei Pchm. und Zipp. , sondern auch das u bei Pchm. upd 
Sz. oder o bei Zipp. in der Ueihe zwischen 10 — 80 (sogar 
bish u desh 30 Br j.) als das copulative zu nehmen habend wo- 
g'egen das i bei Rüd. , und bei Anderen noch andere Vpci^le 
an dessen Stelle, vielleicht entweder auf andere Partikeln , wie 
etwa Poln. / und Span, y (et) Bw., oder Böhm, a (und), v 
(bei), möchten zurückg-eführt oder für rein phonetisch gehal- 
ten werden müssen. Sonstige Pers. Einflüsse lassen sich er- 
kennen, wo nicht in 80 bisph, das besser mit Hindi, bisa, 
als mit dem Pers«, noch um, ein t reicheren bist stimmt, so 
doch, in den, freilich nur. bei Grellpi. voirfindlichen si (30), 

Pers. 1^^, und pendsjah (50) = Pers. ^^-^W» ja^ wenir 
man will , in dem j und dem Mangel der Nominativendung voi| 
jek (1) neben Hindi £ka. S. auch noch die MultipK 



.« 



21(V 



H« Grammatik. 



jikak I 

3 tarann ; Ous. 

teran 
Star; Ous. 

ishtar 
5 pendsch 

Gltsobesch 



7 
8 



10 
11 

12 



13 
14 



16 
17 

la 

19 
20 
21 
22 
23 
30 

40 
50 
60 
70 

80 



90 



S«etzen 



baut 
asch 
nau 

dass 
dassjikak 

dass - di 



dasstaninn 
dassftdr 



15 dasspendsch 



dasstschesch 

dasshaut 

dassasch 

dassnau 

uis 

uisujak 

uisudi 

u^sutarann 

tlatin 

arbeia phie- 

m^nn 
chamszin ph. 

szitlin pli. 

szebbeth ph, 

tmantn ph, 
tisse'/'n ph. 



Szujew S. 124. | Pchm« 



je'k 

di 
trin 

schtar 

pansh 
schow 

efra 

ochto 

i^DJae 

desch' 
descbui^k 

deschudi 

deschutrin 

deschuschtar 

deschupansh 

deschuschoTT 

deschuefta 

desohuochto 

deschuienjae 

bisch' 

bisch'i^k 

bisch'di 

trjaenda 

schtardescha, 

saranda 
zanschdescha 

ip?i 

schowdescha 
eftadesoha 

ochtadescha 
[s. Bisch.] 

jenjaedescha 



jekh 

duj 
trin 

sztar 

panx 

SZOT 

efta 

ochto 

en'a 

desz 
deszujekh 

deszuduj 



deszutrin 

deszuszlcir 

deszupanx 

desznszoT 

desz efta 

deszochto 

deszen'a 

bisz 

biszthejek 



trianda 
duarbisz 

jepasz-szel 

triTarbis? 

eftarardesz 

sztarrarbisz 
en'avardesz 



Rtw. 



dui 
trien, 

A. thrinen 
staar 

pantsh 
tshowe 

efPta 

ochto 

eiiga 

deesh 
deshejeck 

deshadui 



deshistaar 
desfopanshi 



desh enga 
biish 



d) C a r 

Uad. S.63« 



triande 
starweldesh 

tshowerdesh 
efftawerdesh 



jeck, jek, 
Art. je 

dui 
trihn 

schtahr 

pantsch 

schob ; S. 65i 
dschow - e 
efta 
ochto 
eija 

desch 
deschijek 

deschidui 



deschitrihn 

deschischtar 

deschipantsch 

deschidschob 

deschiefta 

deschiochto 

descheija 

bisch 

bischijeck 

bischidui 

trianta 
starweldelsch 

pantschwer- 

desch 
dschober- 

desch 
eftawerdesch 

ochtOTver- 
desch 

eijawerdesch 



/ 



& Wortbiegang» 



d i n a 1 I a. 



Z^pp, 



jek 



dui 

trin^ tryn 

scKtaar 

pantsch 
schoofyScIioov 

dfta 
ochto 
^nja^ engia 

desch 
d^8cbo-jek 

d^scHo ' dui 



d^scho - trjn 

ddsclio - 

schtaar 
d^scho ' 

pantsch 
d^scho- 

schoof 
d^scho' efta 
d^scho-ochto 
d^scho-engia 
bysch 

bysch te jek 
bysch te dui 
bysch te trin 
tri an da 

«chlarwell- 

desch 
panlschwerr- 

desch 
schowerdescl 
eftawerdesch 



ochtawer- 
desch 

engiawer- 
desch 



stsir: 



(Lett.) 

tschetteri 
pandsch 



Liefl. Zi$u 



iak 

dui 
trien 




kuus 

seize 
kahisa 
ochta (sie !} 

desch 
deschejack 

deschedui 



deschetrien 

deschestaar 

desche - 
pandsch 

a 

M 

descheochta 
bisch 

bishe ajak 
bishe dui 
bishe trien 
triana 

schavrardes 
pa~ scheel 



I 



Esthn. 



Bisch. S.17.IL Wh 



217 



hw. |HiiidinachAdaa. 



trischelda 
[30X3?] 



jek , Art. je 

dui 
trin, tri 

stahr 

pansch 
schohb 

^fta 

ochto 

enja 

dehsch 
dusche jek 

d^schSdui; 
d^sch^d^i 
(Dutzend). 

d^schetrin 

d^schSstAhr 

deschepansch 

d^scheschohb 

(^fta d^scha) ? 

desch' ochto 

dehschenja 

bihsch 

bisch jek [?] 

trianda 

stahrwal- 

d^sch 
Ischansd^- 

scha[s.Sz*] 

schohbdescha 

^fla d^sclia 
[wohl 70, 
nicht 17] 

ochtodSscha 
enjaddscha 



yequeL.yieqiie, 
iesque , ies 
Art. ie(unL. 

dui 

trin 

estar, L. star 

panche; L. 

IX. 13. pansch 
Job; L. zoi 



gka 

du , dri 
lina , tri 

tschara , 
t8chiu,tschatiira 

paotscha 
tshha: , shat' 



efta 

olor, ostor 

en'ia , esn'e ; 

L. nu 
esden, L. deque 

esdenyyesque; 

L. oDce Sp. 
esden y duis; 

L. duideque 

esden y trin 

esden y oslar 

esden y panche 

esd«¥n y j6be 

esden y esler 
esden y ostor 
esden y esn'e 
bis ; L. bisch 



bian [23!] 

Irianda ; 

L. sineho 
estardi;L.qua- 

renta Span. 
L. IX. 14. ein- 

cuenta Sp. 
joberdi 
esterdi ; L. se- 

tenta Sp. 

ostordi ; L. b- 

chenta Sp. 
u* otorentahjbr. 
esn'erdi ; L. 
noyentaSp* 



seita, saptfl 
at'ha, asbt'a 
naii, nawa 

dara, dasa 



Cdwadaija, 
{ baraha 

Orayodaija, 
\ tSraha 



pänadaraha 

Csbad'i 
^sulahi 



asha 
a 
sataraha 



unnisa (20-* 1) 
bisa 



tisa 



tscbaffsa 

patschäsa 

sal'ha, shasht'i 
satlara, saptati 



218 



n. Orammatfk. 



I|j8k !jek' 

Sdui; Fr. dij. L. III. 

8. V. 8. 
3 drin; Fr. trin LG., 

L.I.56. IV. 85. 
4sUlir 
öbansch; Fr. pantscb pansch' 

L.I.84. 
sliöb noo [?!] 



7 

8 

9 

10 

11 

12 

80 

30 

40 

100 

1000 



Graff. S; 48. 



J. 



Alter S. 158. 



Marsdeu S. 386. 



U EHgl, Zig 



2. Tüik. 



dan' [so!] 

trin' 

schtar* 



efU 
ochdo 
ennia 
desch 
desch jck 
deschdui n. s. w«; 
L. 11.42. descliduj. 
bisch 

driganda; drinkope 

desch 
schtardesch L. lY.S. 

sehe! Ms«; scheel LG. 



fte, öfta 
ochto 
cnija 
döscV 



aick, jek 
dooee 

trin 

shtar^staur^stau 

pange 

shore 

heftaa 

henja 
desh 



zig 



ycck 
duj 

trin 

shtiar 
panch 

shove 

eftä 
okto 
enia 
desh 



schel'; tel'[?]; 

desch desche; 

desch' werschel; 

ökeccros 



Pchm. 



"l jckhto 

Sdujto^ aver 

3 trito 

4 sztarto 

5 pänxto 

6 szovto 

7 eftato 

8 ochtato 

9 eaat o 
lOideszto 



ZI 



PP' 



wago; gilletu- 

no, glaletuno 
duito 

•^ tritto^ tretto 

- schtarto 

panschto 

schowto 

eftarto 

ochtarto 

engiarto 

deschto 



4) r 

Frenkel 

jectoLG.,L.II.7.,ijecto8. 
wawcrr LG, 
tritto LG* 



schobt^to L.L26.36. 

appo ochto tiwes L. 1. 5& 
eiljato LG. 



C. WortbiegODg« 



219 



Bry. S. 393, 



ycc 
dae 

trin 

stör 
peng- 

sho 

afta 
oitoo 
ennc^h 
desh 



Harr» 



yck 
duc, doe 

Irin 

stär 
panj 

shov 



bish 

blsh n desh 

dup bisha 



d 1 ü a 1 i a. 

Bisch» 

jecto; ^landuno 



Jeff 
dai 

tri 

stah 
paunch 

sbef 



trihnto 

stalirto 
panscbio 



Rright 

Png. Zig« 



Grellin. 1. u, 2. 



jek, ckl.; jek2. 
duj, doj !•$ duj 2. 

trin 9 tri 1.; trin 8. 

schtar, starl«; scbtAr 
pantsch, pansch 1.} 

pantsch 
tschowc, schow, sofl«; 

tscliow 
cftä 1.; efta 
ochto 1.; okhtö i 

enja, eija 1.; nah, ei\]a 
desch, des !•; desch 



(schtarwcr- 
descli) Kog. 



(sero) Kog. 



Rüd, XI. Grellni. 



gluno 

duito 

trito 

schtarto 



hischy bis, hesch 1«; 

bisch 
trianda , tranda 1 ; tri- 

waldesch , si 2. 
siarweldesch , saranda 

1.; starwaldesch 2. 
schel , tschei, sei 1»; 

schcl 2. 
deschwerschel , ekeze- 

ros 1.; deschwarschel, 

ekezcros 2. 



Bw. 



brotobo cct, 

duisquero, duincho L. ; 

rehlandny. Ovaver L. XXni.40, 

trinchero ; L, XXIV. 7. trlncho; 
trino L.; brodelo Bw« 



zobio^ f//iObia L. XXIIL44. 

otorö L* !• 59. 

nubia f. L. XXUI. 44. 



220 n. Grammatik. 

Card. Nicht bloss haben-, Pchm. S. 13« zafolg'e, alle 
Noiii* und Adj. ein e ' vor dem 2« Worte In Compp. , sondern 
sie nehmen auch nach S. 24. (vgh ob. S. 182. 203.) vor Cass. 
obL ein e hinter sich, wovon nur jekha Fem. im Geg'ensatz 
von jekhe Masc. eine Ausnahme macht. Wo die Zahlwörter 
absolut stehen, ist auch die gewöhnliche Abwandlung* zuläs- 
sig, und natürlich für jekh die sing«, als Gen. m. jekheskro, 
t jekhakro; A. jekhes m., jekha f.; D. jekeske (ob. S. 182.), 
fttr alle übrigen die plur., als A. thrinen u. s. w. S. 172. 
D.Ada greja naschena andre schtaarinde Diese Pferde laufen im 
Galopp [eig. auf allen Vieren], draberna traben, dschana po- 
schakker gehen sacht. Zipp. Toi trnschulldenles jon Da kren- 
sigten sie ihn, und lebe i duj merebengre fAcc. müsste -en 
'sein], und mit ihm die 2 Uebelthäter, jek tschatseho, und jek 
app sarwo, den einen [richtiger jekes] zur Rechten, den an- 
dern zur Linken. LG« — Gen. S.52. 145. und bei Zipp. Ili duijin- 
^ero koova Das sind Zweier (duorum) Sachen; triningero, 
schtArIngero , pandschingero , schoovingero , eftfngero, ochtin- 
gero (3 — 8), scheelingero (100) cct. Zipp. Sollte daraus nicht 
vielleicht, nach Abwnrf des r, die sonst in den syrisclien Be- 
nennungen der Wochentage S. 78. so räthselhaft erscheinende 
Sjlbc ge entstanden sein? — Sonderbar ist der Einschub ei- 
nes s bei Bw. in: iesque, ostor, estiia, esden (ob das n, 
welches nicht vom Span, dit^z herrührt, noch Nachhall, wie 
im Latein, decem u.s.w.?); aili befremdendsten gewiss aber in 
ester (s. 17. 70.) , was kein Druckfehler , nämlich f für f , sein 
kann, wofür es in der That in e/lawerdesch (70) bei Grellm. 
Ausg« 1. und Bisch, zu halten, sondern sich vielmehr an Span. 
Bliic näher anschliessen möchte. Von diesem Einschub, der 
Im Romanischen nicht ungewöhnlich (Diez, Rom. Spr. II. 
267.) , war schon S. 95. die Rede« 

1. Jekh wird durch Wegfall der Gutt., welcher eben so 
auch z.B. im Ital. si aus Lat. sie, und Engl. J aus Goth. l'k 
sich ereignet hat, zum indefiniten Artikel hinauf subliniirt, wie 
Im Pcrs. der postponirte Artikel (Wilken. Inst. p. 21.) aus 

Jek entstand , wofür unter Anderem noch der kurdische Gebrauch 
mst-^k (un pugno) aus mst (pugno) u.s.w. zeugt. Nach 
Diefenb.: bei Bw. yeque, pl. ycques, f. yeca; yesque, les. 
Bef Bw. yeque auch unbestimmter Art. und quidam. Manu i 
yieqoe, irgendjemand (manu = Mann); bei Zipp. Jemand jek, 
einer« Hindust, ans dem Pers. ^^ yak (One, a, an) Sha- 

kesp. Dict. — Bloss k ist von jek geblieben in wawerkende 
II. s. w» (s. sp.), in ähnlichem Sinne als man im Hindust, nach 
dem Pers. ßJJu yakdigar Adv. (One another) Shakesp. sagt. 



C. Wortbiegang. . 221 

Keek (^ovSeig), welches negativ gebraucht wird, allein regel- 
recht wohl nicht ohne Beifügung einer Negation, wie Pers. 
^^Xj (aliquis) mit Neg. nemo, nullus Vullers, Inst« p. 102«, im 
Hindi nahiri (no) und köinahin, kutshhanahin (nobody, none). 
Deutsch kein, nein rücksichtlich ihrer Verbindung mit: ein, ist 
höchst wahrscheinlich entweder mittelst eines AbleitungssulT., 
wie Hindi ^käki Adv. (singly) oder mittelst einer Redupi. , wie 
Hindi dkaeka (each) und Hindust, jekjek (jeder), daraus ent- 
standen , und zwar so , dass das Wort vorn durch Aphärese 
verstümmelt ward. 

2. D u j stimmt besser zu Sskr. Xeutr. und Fem. dw^ (dno^ 
duae) , als m. d wan — im Hindust, beides ^^ — , könnte aber 

auch Walach. döi sein. — Duis bei Bw. u. 12. scheint das 8 
als Pluralzeichcn auf Anlass des Span, dos angefügt zu haben« 
— Dig wawcr, zwei andere LG. — Mendui (beide) Bisch, 
ist wohl nicht: uns zwei zu deuten, wie es mir früher schien, 
sondern, nach Dicfenbach's schöner Bemerkung, nichts als Wa- ' 
lach, amandöi = ambi (Clemens, Wal'ach. Gramm. S. 77.)* 
Soduj (beide) Pchm«, scheint zusammengesetzt, wie fso jek 
(singulatim) Zipp., und zwar mit dem sonst mit a vorkom- 
menden fsa (mit u. s. w.) ; über duxene (mitsammen) vgl. ob« 
S. 191. Hier noch die Frage, ob es du (2) sein könne mit der 
Pers. Pluralendung ^L:>. Vullers Inst. reg. 119.? 

3. Trin vergleicht sich am nächsten mit dem Sskr. neutr« 
trin'i. Ephelkystisch , wie sonst wohl an Fem., scheint -nnicht, 

da es sich z. B. auch im Hindust. Qrt^' zeigt, welches r ein- 

gebüsst hat. 

4. Sztär neben Sskr. tschatwiri n. (Hindust. ^b^) hat von 

der Palat. bloss das zischende Element festgehalten unstreitig 
wegen des nachfolgenden t, dann aber noch den Labial aus- 
gestossen. Schtar-raj Vierfürst L. III. 1. 19. u. s. w. Fr. 

5. Wenig vom Sskr. abweichend. Disk, nach Roberts 6^ 
hält Diefenb. für Verwechselung mit 10. 

6. Szov oder tschow mit Grellm. stimmt in BetrelT der 
Kürzung am Ende mit Pali tcha, Hindust. ^:;> st. Sskr. chai' 

(six) Essai p. 87. , das o aber z. B. mit dessen Gestaltung im 
Sskr. shod'a^a, Hindust. ^y^ (16); v ist blosse Erweiterung 

des labialen o. 

7 — 9, s. ob. als fremd, nämlich Griech., was schon Mars- 
den als merkwürdig aufGel. Auch eftan [eftau?] Woche ist 
bemerkenswerth ; denn , obschon ins Hindust, das Pers. ^xäP 

aufgenommen worden, ist doch ssmih die Hindi-, oU# diellh)- 



222 II. Gframinatik. 

dastaniform für 7 9 womit das Zig*, aagenschclnlich nicht 
stimmt; s. ob. — Bei asch (8) Seetz. lässt sich streiten, ob 
es eine aus dem Pers. oder Indischen (Sskr. ascht'a, Hindost. 
4th [th cerebr.]) entstellte Form sei; nu (9) Luc. Bw. könnte 
Pers. , aber auch z. B. erst Romanischen Ursprungs sein. 

lÖ. Desz ^ Sskr. da^a, so dass mithin dessen Zischlaut 
wohl weder vom Slaw. noch Romanischen herrührt. 

An additiven Zwischen zahlen, ausser den schon in der 
Tabelle enthaltenen, füge ich noch bei: Zipp. hat auch : deesch 
u jek 41. n. s.w. Graif. bisch jek 21.; bisch dui 22, Ferner: 

24 25 

Zipp. bysch te schtaar — pantsch 

Seetz. uisu star — pendsch 

LieO/Zieg*. bishe star — pandsch 

26 27 28 29 

Zipp. — schoof — efta — ochto — engia 

Seetz. — tsches ch — haut — as ch uis nau 

Liefl. Zieg*. ^^ ' Esthn. "" bishe ochta. 

Zipp. trianda te jek (31); schtarwelldesch te jek (41), seht, 
tc dui (42); schöwerdesch te jek (61) etc.; Rüd. eftawerdesch 
jek (71); eft. dui (72); egawerdesch-eia (99); Zipp. scheel 
te jek, Bisch, desche descha jek (101); deschwerscheel te 
jek (1001). 

Bei den höheren Einheiten ist zu bemerken: 

1. dass Seetzen von 30 — 90 Arabische Zahlen hat, je- 
doch mit dem räthselhaften Zusätze phiemenn. Auch sinebo 
berjis (30 J.) Luc. III. 23. Bw. befremdet, wenn gleich sein 
Anfang-anPcrs.A.rf (Hindust. y*^^*) erinnert. Nebo, neu, zu b.? 

2. deren oftmalige Bildung* durch ganz einfache Zusammen- 
stellung der Einer, umgekehrt wie bei den Zwischenzahlen, 
vor die Zehn, deren Form descha in diesem Falle jedoch ein 
Plur. sein muss , nach Analogie z. B. von schtaar tschonna (4 
Monate) Zipp., wesshalb ich efta descha, das wäre 7 Zehner 
(70), auch nicht mit Bisch, für 17 halten kann. 

3. durch Vorsetzung von MultipHcativen auf var oder wer 
vor die Vollzahlen, so jedoch dass bei der Drei- und Vier- 
zahl (das zweite r in schtarwerdesch 40 Kogalnitschan ist 
gewiss blosser Druckfehler) wegen des zweiten, in ihnen be- 
reits enthaltenen r Dissimilations halber 1 st. r vorgezogen 
ward. S. ob. S. 92. und 3Iultipl. Grellm. hat, ausser einer 
Reihe auf -dis in Ausg. 2«, in beiden Ausgaben solche durch 
Moltiplication mittelst wer oder in Ausg*. 2. war g-ebildete hö- 
here Einheiten, nämlich pantschwardesch (50), tschowardesch 

/(60), eftawardesch (70), okhtowardesch (80), cnjawardesch 2. 





I 



C. Wortbiegung. .223 

a. eijawcrdcsch 1. (90). Bei Zfpp. auch so^ar noch höher 
hinauf z.B. schiaarwclscheel 400; pantschwcrschoel 300, Bw. 
pansch cicnios L. als hybride; schowerscheel , Btw. tsowshel 
600; eftäwerschecl 700; ochtawcrschecl , Bisch, ochtoschehl 
800; engiaw erscheel 900. Einige Beispiele unter den ange- 
führten veriangen eine Multiplication, ohne dass diese aus- 
drücklich hervorgehoben wäre, und dies gilt nun noch von 
dui scheel Zipp. , dujszel Pchm. , duischel Rüd. und daraus 
wohl duischel, deischel Grellm. 1., duischel 2., [aber bisch' 
descha (20 Zehner) 800 Sz., und trynscheel 300 Zipp., bei denen 
man etwa hinter scheel, wie oben bei descha, ein plnr. a 
hätte erwarten mögen. — Grellm. 1. pontsandis und panda [?] 
50; schoandis 60; enjandis 90, worin an vor dis = Ung. 
tiz (10) scheint nach dem Muster Ung. Zahladj. auf an, on, 
en, als öten, hatan, kilentzen (ihrer 5, 6, 9) Parkas Ung. 
Gn S. 33. aufgenommen zu sein. Wäre das an etwa die 
Deutsche Präp. , so hätte es natürlich höchstens Addition haben 
herbeiführen können. — Für 50 wird in Liefland und Böhmen 
auch: ein halbes Hundert gesagt; — mithin durch Division. 

Hundert Rtw. tshell, Pchm. szel, Rüd. scliel. Bisch. 
sch^hl, Zipp. scheel entspricht am genauesten dem Afgh. szel 
nach Dorn, sonst sil (100). Ungenau ist wohl schehl fttr 
Schock, d. i. 60, bei Bisch. Bei den Zig. Lieflands szei und 
bei Sectzen szei. phiemenn (das Punct vielleicht zu tilgen, und 
das beigefügte Wort etwa semitisch: in Wahrheit, genau, ge- 
rade?) erinnert an das ans ^ata gekürzte Hindi sau oder sAf. 
Deschdescha (10 Zehner) hat Sz. ; Bw., ausser dem Sp. cien- 
to, cien, ein elgcnthümliches Wort: gres s. Diefenb. A. L. 
Z. p. 560. 

Tausend: chischehl Bisch, ist entweder schehl (100) 
mit ^/x«, oder, etwa in verwirrter Welse mit x^^^h verbun- 
den. Bw. hat das romanische milan m. Ekezeros (ein -tau- 
send) Grellm. ist wohl aus dem Voc. Petrop«, wo ökeceros 
nach Alter steht, genommen, und entweder, wie das Hindust, 
eck huzaur bei Hadlej componirt aus jek (1) mit Pers. .ti0 

c=: Sskr. sahasra, oder mit dem Ung. ezer (1000), woraus 
sich auch wohl sero Kog. erklärt: auf das Ung. Wort deutete 
wenigstens die HInznfügung des, vielleicht erst auf Europäi- 
schem Boden gewachsenen Suff, -os, s. ob. S. 105«, welches 
auch das aus dem Slaw. entlehnte tisicos (1000) Pchm., aber 
nicht das Deutsche tausento Zipp. zeigt. Ebenfalls multipllci-, 
rend: Rüd. deschwerschel , Alter desch'werschel , Zipp. desch- 
werscheel (10 X 100) 1000; Zipp. duiwer deschwerschel (2 mal 
10 mal 100) oder dui tausente manuscha 2000 Menschen ; tri-* 



224 n. Graiuinatik. 

/ 
I 

wen [triwer ?J descb werschel 3000, und schtarwel descbw. 4000 ; 
Bw. panschjazare SOOO L. IX. 14« [man beachte darin j^p]^ de- 

qne mil 10,000 L., und bisch mil 20,000 L. XIV. 31. = Zipp. 
bisch deschwerschel ; Zipp. cftaver oder ochtawerdesch tausen- 
to liiredden, 7 — 8000 Soldaten Acc. ; schtarvel desch tausento 
40,000; ochtayer desch tausento 80,000; schtarwel schel desch- 
wer schel (4 mal 100 zehn mal 100) 400,000; Bw. tasquino 
m. (Milldn). 

4. Begeben wir nicht ohne lebhaftes Interesse auch sog'ar 
einer Zählung* nach Zwanzigern. So Brj. bish u desh {20 
und 10 = 30), ganz wie Gael. deich 'ar fhichead Stewart 
Gael. Gr. ed. 2. pg. 66. , Irisch deich air fhichit E. O'C. GaeL 
(i. e. Irish) Gr. p. 60., Welsh deg ar ugain (aber 13 Triar- 
ddeg = Ir. tri-dheg) Pughe, Welsh Gramm, ed. 2. 1832. 
p. 106. , 10 über 20 = 30. Ferner Br j. due bisha (2 Zwan- 
siger =s 40) , wie Gael. da fhichead (40) , tri fichead (60) ; 
Ir. da fhichit (40), deich air da fhichit (10 über 40 » 50), trj 
fichit (60), celtre fichit (80); Welsch deugain (40), deg a 
deugain (50) , trigain (60) u. s« w. ; BBret. Legonidec Gr. p. 60. 
djiou-ugennt (40), hannter - kannt (demicent = 50, wie oben 
im Zig.), tri~ugcnnt (60), dek ha triugennt (soixante-dix, 
70), pevar-ugennt (quatre-Tingt, 80), dek ha pevar-ugcnnt 
(90). Fände sich dies bloss bej Bryant, so setzte man die 
Erscheinung leicht auf celtischen Einfluss ; indcss hat nicht bloss 
Szujew in Russland bisch' descha (20 X 10 = 200), sondern 
auch Pchm. für Böhmen dieselbe Zählungsmethode in 40, 60, 
80, z.B. sztarvärbisz (4x20; Engl, auch fourscore), womit 
Frz. quatre- yingts (das beweist sein plur. s For Subst.) we- 
nigstens nur in so fern stimmt, als es 4 Zwanziger, aber 
schwerlich quater viginti besagt. Nach Zwanzigern rechnen 
noch ausserdem viele Völker; so in Europa, ausser den Kel- 
ten (Lor. Ilervas, Aritmetica delle Nazioni, Cesena 1786. 
pg.l28.), die Vasken p. 116 — 7., ferner die Albanesen 
(Hall. Jhb. 1836. S. 462.); in Afrika die Mandinga-, in 
Amerika die Othomi-, Mexikanische, Cora-, Yuca- 
tan- und die Sprache von Darien; in Asien aber, nach Her- 
vas pg. 15., bloss l'Ibcro-Grunischi (Georgisch), wie er 
es nennt, und in dem Catalogo delle ling-ue nr. 252. pg. 155., 
gestützt auf einige Wortähnlichkelten, dem Iberisch -Baski- 
schen in Europa verwandt glaubt. (Die Osseten des Kau- 
kasus rechnen nach einem Octodecimalsysteme. Kohl , Reisen in 
Südrussland Th. I. S. 308. vgl. 297.). In diesem letzten Pun- 
cte irrt Hervas wenigstens in so fern, dass sich aus Alex. 
Bornes, Kabul Leipz. 1843* auch noch das Vigeslnudsystem In 



C. Wortbie^ng. 225 

der ICaffir spräche hinzufügen läset, nämlich: dowaschl (40)| 
trcwaschi (60), chatawaschi (80), d. h. 8x20; 3x20; 4 X 20 
aus waschi (20), das etwa za Sskr. win^ati stimmt, oder 
zu Sanskr. dwida^a (Twenty, two ten) IlalL Jhb. a. a. 0. 
S. 511., als aus du +- dosch (2x10), etwa mit Dualendung*^ 
entstanden. Die Gründe der Zählmethoden bis 5, 10, 20, 
hergenommen vom menschlichen Leibe (1 Hand; 2 Hände; die 
Finger und Zehen beider Hände und Füsse), hat schon Her- 
vas sehr richtig angegeben, woher denn auch, ihm zufolge 
Arltm. p*16., die Benennungen im Guarani popelet (mano- 
una) 5, wie In vielen anderen Sprachen Amerika's Hand st. 5 
Her vas p. 11.; pomocoi (mani-due) 10; mbambiabe (mani- 
piedi-ancora) 20; im Lule ts-elü-yauom (tutte-mani-pie- 
di) röhren. Ja, man ging so weit ^ um jener Aeusserlichkeit 
willen, bei grösseren Zahlen nach Menschen zu rechnen, als 
im Yarura: cani pumk (un uomo) 20; lioeni pumi (due uo- 
mini) 40 1. L, und andere Beisp. p. 138. Das Sprichwort, 
keine Fünfe zählen zu können, lässt sich auf mehrere Völker 
in so weit anwenden, als sie, so zu sagen, ein pentadi- 
seh es Zählungssystem befolgen, wonach bei ihnen schon über 
5 hinaus eine Weiterbildung der Zahlwörter mittelst der nie- 
deren Einer zu Stande kommt, wie sie der übrigens sowohl 
von mir Hall. Jhb. 1838. S. 470., als jetzt von Schwarte e, 
Altes Aeg. Th. I. S. 2003 ff. in dieser Hinsicht bekämpfte 
Lepsius (Sprach vgl. Abh. Berl. 1836.) sogar für das Decl- 
malsystem zu erzwingen versucht hat. Es genüge als Bet- 
spiel aus der Gramm. Wolofe, par J. Dard die Fulah- 
(p. 148.), und die Wolo fische Sprache (p.26.) in Afrika, 
wogegen weder die Bambaras oder Mandingo's p. 146., noch 
die Sarajoul^s (Serawalls, Seracolets) p. 149. jenem Systeme' 
huldigen. Es heisst demnach im Fulali: 

1. go 6. diego (5 + 1) 11. sapo c go 

2. didi (redupl.) 7. diedidl (5 + 2) 12. sapo e didi 

3. tati 8. dietati (5 + 3) u. s. w. 

4. naj 9. dienai (5 + 4) 19. sapo i dl^nal ' 

5. die 10. sapo 20. nogasse. 

30 — 90 mit voraufgehendem tiapande, was also 10 vertreten 
muss, vor tati, nai u. s. w. — Im Wolof. dhiouroum benne 
(5 + 1) 6, u. s. w. bis dhiouroum nianette (5 + 4) 9; fouk 
10, fouk ak benne 11, fouk ak dhleurum nianette 29 (ak be- 
deutet: avec p. 152.); nianette fouk (4 X 10) 40; dhiouroum 
benne fouk (60); dhiouroum nianette fouk (5 + 4 X 10) 90. 
Sonderbar Ist Im Wolof. flberdem die Anfangssylbe ni In nlare 
8; niatte 3$ nianette 4. 

15 



226 IL Grammatik. 

Ordin. werden nach Pchm. nnd.den Ucbrlg^en^ kaum 
mit Ausn. von 1. 2*^ Rämmtlich durch Anführung- von to an 
die Cardinalzahl g'chiUlct, und dies auch zuweilen flectirt, als 
tretteskero, duiteskero lav na schunjuni, des Dritten, Zweiten 
Wort habe ich nicht gehört, wie vageskero von Fag-o, vg*!. 
Hindi a^ra (the Orst), worauf ich auch o g^luno u. s. w. be- 
ziehen möchte. Jenes to stimmt mit Sskr. tha-s z. B. sztärto 
mit Sskr. tshaturtha, Ilindust. L^^^ (quartus) , wie mit Gr. 

Tog, Lat. tus, Poln. ty u. s. w. , welche SulT. jedoch keines- 
wegs, wie es mit dem Lith. tas und dem Deutschen -te mei- 
stens der Fall ist, allen Ordinalformen zustehen. Zipp. hat 
Gespr. 11. kizzido (quotus?) und will jekto nicht eben als 
sehr g-ebräuchlich anerkennen. In ajekto, aduito scheint das 
a blosses Versehen; richtig hfit auchRüd., Grellmann's Quelle, 
dafür als männlichen Art.; wesshalb bei dem zweiten z. B. 
an Wälach. adda (secundus) Clemens S. 73. zu denken sich 
von selbst verbietet, üebrig'ens g*iebt Bisch., als von ihm 
selbst erfragt, a jetto [so!] für: einfach, also allenfalls ver- 
g"leichbar dem Pers. biCj (simplex) Vullers Inst. p. 86. — 

Belsp. aus Zipp. deschojekto, wie Pchm. deszujekhto u. s. w. 
11.; de.'ichoduito 12.; dcschotrinto und deschotritto 13.; de- 
schoschtarrto und deschto |so!] schtarto 14.; deschopanschto, 
L. III. 1. deschpantschto, Bw. im L. panschdecima 15.; de- 
schoschowto und deschosofto 16.; aber: descheftardo , de- 
schochtardo, deschengiarto 17. 18. 19.; bischto, Pchm. biszto 
SO.; bischto jekto, duito cet. 21. 22.; trijanto, L. III. 23. 
triando 30.; trijanto jek, oder: trijanto o wag-o 31.; trijanto 
duito cet. 32.; panschwerto deschto. Pchm. jepaszszelto 50.; 
scheelto, Pchm. szclto 100. j duischelto 200.; tretto schelto, 
schtarto schelto 300. 400.; deschto schelto 1000.; decto 
schelto jek 1001. 

Distrib. werden, zufolge Puchm., nach der Weise von 
duj the duj (eig. zwei und zwei: bini), trin the trin (trini) 
gegeben; nach Bisch. S. 17. aber durch Beifügung von je 
z. B. jekje (je einer), wozu man noch etwa duije duijende 
(paarweis) ob. S. 186. füge. In letzteren glaube ich das Zig. 
jek zu finden, welches als unbestimmter Art. in der gekürz- 
ten Form je vorkommt. Dies wird um so wahrscheinlicher 
durch den Persischen Gebrauch. Hlenach nämlich dient nicht 
bloss die Wiederholung des Sing, der Card, als yek yek (sin- 
guli), dii di\ (bini) u. s. w. in Gemässheit mit der von Puchm. 
bemerkten Zigeuner -Weise, oder bald das einmalige, bald 
zweimalige Setzen des Plur. vom Card., als yekan oder ye- 
kän yekan (singuli) u. s. w. zur Bezeichnung distributiver Zah- 



L ■ 



C. Wortbiegnng. 227 

len, sondern auch die Anbängesylbe g&n^ z. B. jeg&n st 
yck-gän, dü^an u.s.w. (Vullers r. 158.), welche selbst nichts 
anders sein dürfte als niutlllrtes yekan (sing'uli). Duije duj- 
jende bedeutete hienach wörtlich : „je zwei zu je zweien " vgl. 
Eng-l. hy two and two (Paar und Paar), Indem die letztere 
Form als Dat. Plur. trefflich zu der auch geminirten Form got- 
tegotterende (stückweise) (s. unter Dat.) stimmt. Eine Nach- 
stellung des Deutschen je funquam) wäre, wie an sich un- 
wahrscheinlich, so auch noch tiberdem in Widerspruch mit der 
Flexion in duijende, vorausgesetzt, dass j nicht etwa bloss 
eine phonetische Entwickelung aus I wäre. Aber auch die et- 
waige Meinung, welche in jenen Formen eine dem Lith. dweji, 
treji (bini, terni) gcmässe Bildung sucht, fände in den eigent- 
lich Slawischen Sprachen kaum eine Stütze , da in diesen z. B. 
Poln. dwoje, troje (ihrer Ä, 3; 8, 3 von verschiedener Art) 
vgl. Bandtke Poln. Gramm. §. 177., Dobr. Inst. p. 340* als 
sog. Collectiva diversi generis gelten; und überdem kennt jene 
Zig. Form nicht etwa Zipp. in Lith., sondern bloss Bisch, in 
Eisenach. — Im Lith. und Slaw. z.B. Poln. (Bandtke S. Sil. 
Mielcke S. 61.) bedient man sich der Präp. po für Distr., und 
so auch Zig. bei Sz. S. 134. pe wastende po pansch (Lith. po 
penkis, Poln. po pie^c zu 5) anguschla (an jeder Hand 5 Fin- 
ger), während sowohl Rüd. als Zipp. In dieser Redensart, in 
Uebereinstimmung mit dem Deutschen, nichts als das Card, 
bieten. Auch Zipp. hat fsa po jek einzeln, zu einem, tschyv 
fsa po dui leg zu zwei, pokutti (zu bisschen für sensim). S. 
noch fso jek (singulatim) und fsa jek (jedesmal) u. saro (all). 
Zerthellt — fsa pro päsch [zu halb] gene krik sie sind zer- 
thellt weggegangen. Ssa to dui dschana Sie gehen zu 8, to 
trin, to schtar. Ob st. po verhört, oder plattd. to = zu? — 
Noch kommen, weniger estar (4) und esden y ostar (14) mit 
0, weil ihm schon im Sanskr. r gebührt, als vielmehr otor, 
ostor (8), und noch auffallender esden y ester (17) neben 
efta (7), ferner estardi (40), joberdi (60), esterdi (70), ostordi 
(80) und esncrdi (90), endlich bei Zipp. die Oid. von 7 --9 
wegen ihres r In Frage, da von 4 an im Lith. die Distr. 
ketweri (quaterni), penkeri ((juini), szefseri (seni), septineri 

(septeni), afstuneri (octoni), dewineri (noni), jedoch von nur 
seltenem Gebrauche, mit den Slaw., jedoch neutralen Collect., 
z. B. Poln. czworo (ihrer vier), siedmioro (ihrer 7)ii. s. w., 
Russ. bei Heym S. 71. nur von Personen, in Berührung ste- 
hen. Allein die grössere M^ahrscheinlichkeit spricht dafür, bei 
den angegebenen romschcn Formen lieber tiuf eine Entstellung 
aus den Multipl. zu rathen, indem das w dieser letzteren ein- 
schwinden konnte , wie nicht nur jeker bei Zipp. , sondern auch 

15 * 



228 II» Grammatik. 

das Card. 4 = Sskr, tschatwärah =3 Pali tschattäro Essai 
p. 90. dartbun. So mag* denn z. B. ostor aus ostordi fS mal 
10), wo es g'anz an seiner Stelle war, allmäli^ auch zu un- 
passenderen Stellen liinabg'e£;^litten sein. 

Graff. S. 53. Deniare dui (euer zwei), S. 48. mare dui 
(wir 2), dumare drin (ihr 3). Zipp. niaare hi tryn (unserer 
sind 3); niaare, tumaare, lindere hi trin akl^ey (unser, euer, 
Ihrer sind 3 hier).. — Duierleie hi (zweierlei sind) Bisch, mit 
deutscher Endung*. — duipahsch zweifach, z. B. duipahsch 
pochtam Zwillich, von pahsch halh Bisch., aber jektopash 
(1^/2) Rtw., eig-. ein und ein halb. — Stahrgart ärgende, vier- 
fach, dehscheg'artergende, zehnfach. Bisch, sind Dat. Plur. (s. 
ob. S. 186. und vgl. rücksichtlich des letzten g* sp. wawer). 
Diese adv. Ausdrücke Hessen allenfalls an g-artiri, frz. quar- 
tler Viertel denken, oder an das Sulf. krat Slaw. und Lith. Mul- 
tlpl. (Grimm, Gramm. III. 233.), wobei aber doch eine Schwierig-- 
keit bliebe in der Antepenultima^ falls man nicht darin entwe- 
der rik (Seite) oder ein zweites Multiplicativsuff. (s. u.) oder 
endlich einen ähnlichen Schluss als in hailauter zu suchen den 
Muth hat. 

Multipl. Adv. 1. mit var, vgl. u. Pron. saro, ferner 
oben die Ordin. von 40 an, und S. 92. Bisch, duwer und Rtw. 
duber doppelt, und daraus Grellm. Zipp. jekwerr, auch jeker 
(semel), noch jeker (noch einmal), Pchm. jekhvär (einmal) 
nebst prejckhvar (auf einmal) ; duiwerr, Pchm. duvär (bis); 
trywell, Pchm. trivär, S. 49. trinvar (tcr); Zipp. starrwel 
(quater); panschwerr (quinquies); Pchm. deszvär (decies), 
biszvar (vieles), szelvär (centies). Dies erklärt sich aus Hin- 
di ekawara (once), Hindust. ».Üo. (All at once, once) Sha- 

kesp.; döwara (twice) ; triwara, tiwara, trttiyawara (thrice) 
und Beng-. tinawad'a (thrce times) Mendles p. 17. u. s. w. , so 
dass Bopp nicht Unrecht haben mag", die Lat Monatsnamen Se- 
ptembris u. s. w. rücksichtlich ihrer Endung herbeizuziehen, 
üebrigens stimmt das Zig*, so trefflich rücksichtlich seines w 
(bloss In duber ein b) zum Hindi, dass es kaum einer Erin- 
nerung- an das Persische L , welches im üebrigen nahe ^enug* 

licg-t, bedarf 9 z. B, Vullers Inst. p. 86. L uj5lj> (semel), jii ^^ 
(bis), auch selbst im Ghilek bpL Ouö (centies) Chodzko , Speciin. 
p. 545. — 2. mit dem Roman, wolta, als Rtw. schwakiwolta 
(allezeit), und Zipp. schwakko wolta (jedesmal), but wolte (oft), 
viele Male. Kizl wolta (richtiger wolte? quoties) awjan tu 
adej? Wie viel mal bist du da g-ewesen? Me akkia kizzi 
wolte (so viel mal; toties) me [ob das zweimalig-e me, ich, 
richtig?] vjum adej. Jeka wolta (semel), wo das a rlchtlg^er 



G. Wortbiegung. 



229 



(s. ob.), als das e ia apry Jekke woltattc (Dat.; auf einmal, 
zug'lcicli); diii weite (bis), trynwolte (ter), dess wolte (de- 
€ies) nach dem Ital. una volta, due volte cet. Grlinni, Gramm. 
in. 233. So auch noch bei Zipp. i wago wolta (zum ersten 
Mal), wawer w., 1 tritto wolta (zum andern, dritten Male). — 

3. mit k ö p e GrafT. S. 48. z. B. drin kope desch (3x10 = 
30), ferner In der LG. duj koppe (bis), trin koppe (ter), wa- 
wer koppe (abermals), nodi jek koppo (noch einmal; so mit 
o , folg'lich als Sing-.) , und Bisch, butg'oppi (oft) , bütidir göp- 
pi (mehrmals, vielmal). Man könnte dies etwa für einen Lo- 
caiW (im Haufen) von Ung*. kepe (Capctiae. Acervus frug'um; 
yg], Böhm, kopka, Häufchen) zu halten sich versucht fühlen; 
doch wahrscheinlicher ist es Plur. und mit Diefenb. auf Ngr. 
xonul (xonuTg) zu beziehen, das demnach, wie sonst dixa (po^ 
gaTg, ßoXuTg g-ebraucht wäre, und dem Gebrauche von Schlag*, 
Franz. coup, Lith. sykis (Comm. Lith. H. 65. Grimm. HL 232. 
Schmidt, Westerw. Idiot. S. 163.) für: mal entspräche. — - 

4. „Begai f. icpfj/Lugla L.LS.^ andr^ desqueri b. (Ihrerseits) 
XIV. 12., andi.ir en b. u}gavT(ag XX. 31., quantas bcgais (wte 
viele Male) XHL34., efta b. (septies) XVU. 4." Diefenb. — 

5. Chumia f. (Turn, Urne. Vez) Bw. 



4« Pronomen. 

a) Persönliche Fron. 

Zipp. bringt als Berichtigung zu Grellm. folgendes Pa- 
radigma bei: 

Fers. 1. 

. Sff. Fl. 

me mee, amee *) 



N. 
V. 
A. 
D.l, 



man menn 

mande (man) mende (men) 
D. 2. mange menge 

Abi. niander mender 

S. mansfa mensfa 

G. 



Fers. 2. 

Sg. Fl. 

tu turne 

ey tu turne 

tot tumen 

totte tumende (tumen) 

tokkc tumeng'e 

totter tumender 

toha tumensfa 

tiro tumäro 



miro-rl maro**) 

Die Abweichungen bei Grellm. sind nicht sehr bedeu- 
tend, und wohl ziemlich alle Formen acht, nur dass sie nicht 
gerade immer denjenigen Casus angehören , unter deren Titel sie 

*) sfAmee^ amaare etc. ist auch recLt^ doch nicht so gebräuch- 
lich" Zipp. 

•*) Z.B. hi dai, unser sind zwei. Vgl. S. 228. 



230 n. Gmmmatik. 

gebracht worden. Ucber das; ang'eliäng'tc Iii ?. n* Poss. Ganz 
falsch scheint der D. tnmen^ole (vpLis) in Betreif wenigstens 
des Ausganges, falls dieser nicht etwa ein /.weites Pron. golc 
oder ole [voLis istis?] einschlicsst. — N. sg. und pK unter- 
scheiden sich hei Zipp. zuweilen nicht gehörig, z.B. Me tscho- 
ro manusch Ich armer Mensch ! Me tschorc manuscha Wir ar- 
men Menschen ! Sonst z. B. Mee dui , wir beide. Das Ver- 
löschen des a im Plur., welches aber noch z. B. überall bei 
Pchm. erscheint, durch Aphärese hat diesen Numerus sehr ent- 
stellt, und, richtet man nicht auf den Vocahinterschied sein 
beständiges Augenmerk, in eine zu leicht störende übergrosse 
Nähe gebracht, welche sich überdies etymologisch nicht recht- 
fertigt, indem im Plur. 1. und 2. pers. das m keineswegs 
wurzelhaft ist^ wie im Sg. 1. pers., sondern der Einscbub- 
sylbe sma oder shma im Sskr. entspricht, welche nach den 
Gesetzen des Pali und Prakrit sich in mh umsetzte. Essai 
sur le Pali p. 96., z.B. Pali toumhe (vous) p. 118., Prakr. 
eben so p. 179. als Neubildung aus dem Sing. st. der Sskr. 
Vedaform yushme Hoefer, Pracr. dial. p. 169., Lassen, Inst, 
ling. Pracr. p. 399., und amh(i = Ved. asme (nos) p. 163. 

— So auch im Mahr, min (I), A. D. mala cet. , aber PI. 
ämlii (we) , A. I). amhas , ämliälä (us) , und tum (ihou) , A. D. 
tula cet. , PI. tumhi (ye or you) , A. I). tumhas , tumhalä (you ) 
U.S.W. Carey p. 41. — Ferner Penj. mäiii (I; vgl. ähnliche, 
wenn auch oblique Formen im Prakr. Hoefer p. 161.) — änii 
(we); A.mäirinu (me), — amanü (us); G., dem Zig. sehr ahn- 
lii^, möra (mine), allein PI. amada (ours); tu (thou) — tumi 
(ye)5 G. terA (thine) — tumada (yoiir). — Hindi main (IJ 

— harn (onrselves), hamara (our, ours); tu (thou) — tum, 

tumhi (yourself) nach Adams, und Hindu st. ^j« (Je, moi), 

^ (nous); yi oder ^ (Tu, toi), ^ (vous) Tassy p. 40., 

vgl, auch ob. S. 49. — Zugleich erhellet nun hieraus , dass 
der Singularnom, me (ego) gleichwie in vielen Indischen 
Mundarten und im Persischen, nach Aufgebung des als Soli- 
tär neben den obliquen Casus stehenden Sskr. Nom« ahani, 
auch im Zig. aus letzteren, gewissermassen als deren regel- 
mässiges Haupt, her vorgeschossen ist; und welter, wie sich 
die oben S. 153. berührte Nasalirung der Nominativ-For- 
men im PI., wie bei Grellm. amen, men (wir) und tumen ne- 
ben turne (ihr) wohl nur als aus dem Acc. in jenen Casus ein- 
geschlichen vertheidigen lässt. Sonst hat diese übrigens nicht 
bloss Pchm. (amen, tumen z.B. S. 72.)? sondern auch Bisch. 
S. 18. men (wir, uns), ferner z. B. men — men (wir -r- uns) 



C. Wortbiegnng. 2^31 

u. verschH'ören 9 als N. ü. versdiwclg^n; dann; führen; be^ 
g-leiten; berathschlagen ; als A. u. bekehren, ankleiden; allein 
nichts desto wenig-er iiiir tume (ihr) neben A, turnen. — Bei 
Szuj. S. 130.: Me, tu, wow Ich, du, er, PI. amy, tum', 
wony. — Alter nr. 247 — 254.: JVlö, tu, juw', jub' oder 
wow' Ich, du, er; junc [dies wohl eher PI.J und jui (sie; ea^ 
lila); aniö, jamer', scho (wir), tumö, tumer' (ihr; vos), jund, 
on' [vg*!. Russ. oni], woren (11, Uli. Sie) mit dem Dat. Tingö 
(lis). Von diesen sind jamer', tumer*, viell. selbst das sonst 
sehr räthselhafte woren? Poss.; allein scho weiss ich bei der 
Unräthlichkelt einer Vereinigung- mit Russ. nasz' (noster) g'ar 
nicht »n deuten. — Die Flexion der Pron. ist, wenige Eigen- 
heiten abgerechnet, nicht verschieden von der, welcher die 
Subst. unterliegen. Daher hat der Plur. das übliche -en, 
z. B. anienge, tunienge, lenge, ja auch der Sg., mit Ausnah- 
me von Pers. 1. 2., sein -es, als peske, leske u. s. f. Dieser 
Umstand aber verdient, so dünkt mich, aus dem Grunde be- 
sondere Beachtung, weil sich auch bei einigen Pron. des Hin- < 
dustani jener, in diesem Idiome beim Subst. nicht vorfindliche 
numerale Gegensatz (vgl. ob. S. 153. 192 IT.) mittelst Zischlaut und 
Nasal zeigt. Es könnte sich gedachter Gegensatz nämlich eben 
so allmällg im Zig. erweitert haben, als es z. B. im Prakr. 
Locative (Lassen, Institt. p. 304.) oder mit der Sanskr. masc 
Pluralendung >^ der Fall ist, welche, obschon dort nur dem 
Pron. zuständig, im Griech. und Lat. als o/, i eben so sehr 
In Subst. und Adj. blüht. So in den, sich sehr charakteri- 
stisch durch die Voc. t und u unterscheidenden Hindust. Pron. 

der Nähe und Ferne, als &j yih (This; celui-^i), ^c^.y^ 

(These; ceux-^i), D. sg. yT ^J^5, pl. ^ qJ; und «^ wuh 

(That; celui-lä), \^^ we, ^^ win = ^t un (Those; ceux- 

lä), D. sg. ^r ^J^t, pl. jj^^i kann doch jene numerale Anti- 
these auch lautlich nicht gleichgültig sein. Während übrigens 
In der 2. Pers. der Sg. lediglich aus dem ursprünglichen The- 
ma seine Casus bildet, hat derselbe hingegen in der ersten 
für den obliquen Casus man zum Grunde gelegt, was viel- 
leicht, in welchem Falle die Flexion innerhalb der sonstigen 
Analogie bliebe, dem Prakr. Acc. mam = Sskr. mam gleich 
kommt, oder aber sich dem reduplicirten Thema mama (vgl. 
Lat. sese, quisquis ; und vielleicht selbst den Zig. A. tot, wenn^ 
er nicht zu dem D. gehört), aus dem im Prakr. mehrere Ca- 
sus dieser Person hervorgingen (Lassen, Institt. p.330.), und 
woraus von Bopp sogar der Persische Nom. ^ hergeleitet 



232 n. Grammatik. 

wird, anschllesst. Uebrigens läuft neben öer gewöbnlich Ton 
Pr&pp. reg'ierten Prononiinalform auf -te, de noch eine des 
Nasals entbehrende kürzere her, als b^i Pchni. pre ma auf 
mich S. 26. 76. ; Bisch, g-e me zu mir 8. morgen , an mich s; 
anlocken, ke me zu mir s. mahnen, aber, viell. irrige, de me 
za'mir u. bestellt. Desgleichen Zipp. Schoes ke me Er war 
bei mir; ke pe zu sich (s. Refl.), welches pe Zipp. bald Acc. 
bald Noni. nennt, un^^treitig* damit im Gedränge, weil den Zig. 
Präpp. sonst nicht der Acc, sondern, ausser dem D., nur die 
Form des Nonu zu folgen pflegt. Ob übrigens darin Mee 
dschaha teisfa teisfirlakke ke jov (Wir wollen morgen früh 
sa ihm gehen) sich rechtfertige, möchte ich nicht zu bestimmt 
behaupten. 

Spuren der Flexion des Pron. scheinen selbst da erhal- 
ten, wo das Subst. sie einbüsste. Bei Harr, finde ich im 
Subst« wenigstens keine andere Andeutung einer Flexion als 
etwa res (nobleman), welches Acc. sein könnte; daneben aber 
mehrere aus dem Pron. So: Muk man chumer tote (Let me 
■ klss jou). Ov dande man (He has bit; doch wohl: me), 
aber, ohne Nasal: Ma dande ml (Don't bite me). Man de 
(me) p. 551. Mege (us) p. 556. etwa D«? vgl. p. 550. Jas 
omingo (Let 's go) u. a. verderbte Formen sp. u. Imper. 
Simcnsa (relation, kin) enthält wohl den Instr.: „die mit 
vns,^^ nämlich das sa (sat, mit, Bw.) prä- und sufGgirt, wie 
im Span, conmigo (con mit Lat. mecuni). Vgl. racamansoe ob. 
S.37. — Perakfa tut (Thank thee) p.556., vgl. Pchm. S.70. 
— Tute angeblich: Tiiou p. 535., wofür allenfalls Tute ta- 
no juvu (Art thou a maid?) spräche; allein leicht könnte es 
vielmehr in Wahrheit bedeuten: Estne tibi juvenis puella? 
oder aber tute enclitisch die Fragpartikel te (s. Conjunct.) ent- 
halten. Ja tuki (Go, thou), chatucue Luc. V. 14. kann, vor- 
ausgesetzt, dass es nicht etwa, wie Rtw. nähsle penge (au- 
fugerunt sibi), hier als wirklicher Dat. fungirt, doch unter 
keiner Bedingung etwas anderes sein als Dat. , mag dieser nun 
auch wie tucue (Thou. Tu) Bw. vgl. Luc. 1.92. wirklich 
zum Nom. umgestempelt sein. Bei Mango kin las (I will 
baj) p. 540. ist nur las (es) deutlich, aber nicht, ob mange 
(sonst: mir) pronominal sein soll oder verbal von mang (to 
beg). Etwa: Verkaufe mir es, oder: Bitte, verkaufe es? Kin 
kann regelrecht nämlich nichts als Imper. sein. Ja puch las 
(Go, and ask) p. 537. 547. enthält sicherlich noch einen Pro- 
nominalacc: Erfrage es, oder, falls die gewöhnliche Construc- 
tion jenes Verbums mit dem Abi. hier nicht beachtet wurde: 
Frage ihn. Achipaleste (Bloss) s. Lex. Jin elali (I know 
them) ist wohl eher Jinela-li, Er kennt sie (oos st. len; 



C. Wortbiegang. 233 

oder eam?), wo nicht mit nacbgestelltem fem. II Im Nom«: 
^Sie kennt. Di (slie) als Fem. zu ada ZIpp«, s. sp. 

Aus Bw. ^rösstenilieils durch Diefenb. gesammelt: men- 
da (I) z.B. Luc 1.18. XXI. 8.; men (Mine. Mi); mu {fj^^Tg)' 
III. 14.; andre amang-ue (^y V^i'^^)} ^^^^ ^^^^ ^^^^ ^^^ 8. D. 
st. des nach Präp. üblichen D* 1. Luc. LI., penaron ä aman- 
gue (nuQidoaav fj^ih"^)^ wie auch sonst der D. 8. bei diesem 
Verbum z. B. a tucue 45., aber a mangue (ff toi) 3., ftoi 
und TiQog fie 43. diriado a mangue IV. 6. wie I. 13* a tu- 
cue (oo/), opre tucue (inl ai)^ de tucue (von dir) 
35.9 majari tucue tvXoytjiu^vf] av - 42. Als Acc. araquelaran 
mangue majari ftaxa^toval fu 49. De mangue XVI. 8. S«) 
wie de tucue 8. Con a-mang-ue (bei mir) XV. 31., o Eraoo 
con tucue o xvgwg fikjä aov I. 88. Que terelas tucue con 
amangue IV. 34. con amangue f^eä^ ^^iwv IX. 49. Die Form 
con tusa, die höchst interessant sein würde, weil sie noch 
gleich dem Span, contigo zum Ueberflusse con mit dem Instr. 
verbände, führt Dief. aus Bw. an, doch habe ich sie leider 
nicht finden können. Minrio pron. posa. (Mine. Mio) }. 43. , Im 
Fem. minri romi, fj yvvii fxov 18., wie tirl romi 13. von 
tiro bucos 11.35.; ä minres canes (an meine Ohren) 1.44«; 
tirias (tuae) XV. 89.; a mar es (nostri). Nonrro (Nuestro) 
ist ein Bastard aus dem Span, mit dem Zig., und nu Acc. sg^ 
(me) hat auch wohl vom Sp. Plur. seine Färbung, wie auch 
tun chabo (dein) XV. 30., sun (sua f.) z. B. su men (Usted) 
und tun men Luc. I. 45. gewiss unter Sp. Einflüsse standen* 
— Einer glaubhaften Deutung haben sich bis jetzt entzogen 
die sonderbaren Pluralformen 8. Fers. ; nämlich s a n g u e (vfuTg)^ 
worin, mit Ausnahme des s, das sich etwa auf os oder vos 
zurückführen Hesse, vielleicht Alles ausserhalb der Wurzel 
fällt. Es steht z. B. im Nom. XL 39. , ferner ysna de sangoe 
(avaivfiLv) 48 ff., sangue penelo (\lyb)vfuv\ also noch in alter 
Weise als Dat.) XXI. 3., penö a sangue (iXaXriOfv vfiTv) XXIV. 
6., sangue (vfuig)^ enre sangue (iv vfuv) XXII. 86. — Sos 
na sinela contra sangue, por sangue sinela. IX. 50. (euch, 
nicht: uns nach einer verschiedenen Lesart). — Bros m., bras 
f. (Vuestro) mag sich gleichfalls an des Spanischen Wortes 
ersten, zu b verwandelten Buchstaben lehnen, das Suff, aber 
acht Zig. sein, wie desgleichen in jire (vuestro) Luc. HL 
14.: sat jIre jayere, jotg oipwrioig vftwv; jires retes Bw, = 
t'mare netze Fr. V. 4. ; andre' jires canes Bw. = glan tumaro 
kann [PI.?] Fr. IV. 81. jires batuces nax^Qtg vfiwv XI. 47. 
48., aber als Fem. sat yeque de. jiresias (als wäre an 
das Masc. die Feminalendung neu angetreten) angustias hl rwv 
iaxjv)i(ov vfißv 46. Das Sskr. ydjam u. s. w. ins Interesse 



234 iL Grammatik« 

m lielien nfclit wagt^nd, stelle leb noeh die Frag-e, ob nicht 
die Höflicbkeit |n gegenwärtige Pron. des Zigenneridionis 
etaiig« Verwirning* gebracht habe. Um nicht davon za reden^ 
iiss ich namentlich bei ZIpp. hänfig den Piur. des Fron, und 
Verb, finde, wo die angeredete Person doch nur Eine ist, — 
ienn die Gespräche sind nach Pepiier's Iranz. Gramm, gemacht, 
tad es soll daher der obige Ausdruck das Frz. vous wieder- 
geben — möchte doch immerhin einig'es Gewicht darauf au 
legen sein, dass In vielen Indischen Sprachen Betreffs des 
Pronominalgebrauchs die Etiquette oft nicht weniger wunderli- 
che Wege eingeschlagen hat, als in neueren Sprachen Euro- 
pas. Siehe, ausser meinem Art. Indogerm. Spr. S*33. Gramm. 
Person S. 60. , z. B. Campbell Teloogoo Gramm, p. 15 sqq. 
' Hadlej p. 29. und vgl. den Brauch der Aeg*. Hierog-ljphik 

SChanip. Gr. Eg>. pg. 249 sqq.), neben Ich z. B. bald noch 
lann, Frau, bald das Zeichen eines Königs, Gottes u. 
8* w. zu setzen, um dadurch gleichsam auf eine in die Augen 
springende Weise den Rang des Redenden anzudeuten. 

Rtw. in dem Briefe: nie ich, mann mich, auch mir: z.B. 
tschilhimann Zitter (eig. frigus mihi est), wie Zipp. man hl 
schyl, mich friert. — Apermande (über mich), mange (mir), 
nre wastiengrl (meiner Hände), aber in mare manusch, mare 
siga ist das erste Wort fälschlich: mein st. unser übersetzt, 
80 wie auch kai me gaij.am niedre, wo wir (nicht: ich) ge- 
kehrt ein [das ni in niedre ist noch zum Vb. hinttberzuzie- 
lien]. Abi. lias mander S.U., entrissen (eig. er hat genom- 
nen von mir); Soc. rickorwenamanza ob. S. 189« Tutt dich. 

Rüd. I. 74. 77.: Me ich; man meiner,*) mir, mich; 
mander von mir; mange meinetwegen [für mich]. Me wir, 
mende unser, men uns, niender von uns, mense mit uns. — 
Tu du; tute deiner, dir; tut te [wohl Ein Wort und von dem 
▼oraufgehenden nicht verschieden] dich; tuke deinetwegen; 
tuter von dir. Tnnieihr; tuinendeeuer; tumen euch; turnender von 
ench; tumensemit dir, euch [erstercs wohl nur im höflichen Sinne]. 
Bisch. S. 18. hat einige Formen , die ich, vom Vf. selbst 
geschaffen zu sein, in Verdacht habe. Dahin gehört Gen. men- 
geri unser, das zwar mit lengerl Teorum) in Analogie stände, 
aber das ächte niaro , z. B. maro gowa (unsere Sache) S. 95. 
sa verdrängen nicht geeignet ist, zumal Blsclu selbst tuniSro 
(euer) als 6. aufstellt fn Ueberelnstimmung mit Zipp. moare, 

*^ Ancli Pcliiu. hal als Gen. man, pl. amen; Int, p1. tumen, al* 
.lein kaum nach einer besonderen Befugniss^ da bei den übi:igeQ 
Fron, stels das Foss. als Gen. angegeben -worden. Noch sonderba- 
rer nehmen sich die Dati?formeu ni. leste^ f. leti^ pl» l^nte als an- 
gebliche Gen. 3. Fers, bei Bisch, aus. 



C. WortMegung; 235 

tamaare, llng'crc — hi trtn akkcj Unser, ener, llirer sind 8 
hier. Falsch ist ferner niake (für mich) als Acc. II., vgl. ob.' 
S. 182.; denn dafür ist das hier unter den Dat. gebrachte 
niange Vorhanden: die Analogie mit tuke (für dicli) trttgt Za-^ 
letzt mass ich gegen manser, als ob es: von mir bedeute Bt» 
mit mir und gegen die Instrnmentalbildung mit -ha mich er-- 
klären. — Einige Beispiele: Barkewaman Ich bedanke mlck^ 
wie Zipp. parkirvaman , mre reia ; hi man , mande hi (wie aucli 
bei Graff.) und mange hi (wie Pchni, S. 30. Mango ehi , man 
avela u; s. w.) s. Noth, haben, besitzen. Mange (mir) s. be- 
weiben. De man u. mande ob. S. 180«, wie me dava tute 
Ich biete dir [nicht: ihm] dar vgl. Leben, teste deaf, überge^ 
ben, leste mekaf überlassen, neben leske dejum les s. ver- 
schenken. — Tute bei geben, aber tuke bei pennawa; s. hol- 
des u. Rath, und tuke auch u. besinne dich. Hi tute? (Hast 
du?) s. Taufschein. Hochewa wa tute Ich trotze dir. — Acc 
tut (dich) s. wiedersehen, kämmen, kennen, vom vorigen, wie 
es scheint, lautlich nur durch den Mangel des Endvocals, ge- 
netisch aber vielleicht dadurch unterschieden, dass es redupll- 
cirt sein möchte, Während tutte die Partikel -te in sich 
schliesst. Abi.: putschäw.a tuter (ex te quaero). 

Zipp. Na haijoha tu man, fso me tokke pennava Ver- 
stehst du mich nicht, was ich dir sage? Deh mande zig ak- 
kej Gieb mir geschwind her. Tu mange schon scheel woltä 
penjal Du hast es mir schon 100 mal gesagt, wie Me pen- 
nava tokke noch jek wolta Ich sage es dir noch einmal. — 
Instr. Kammeha tu mansfa te dschasf Willst du mit mir (me- 
cum) gehen ? Bei Pchm. S. 74. man^a (mecum) , amen9a (no- 
biscum) und auch Gr'ellm., bei dem in 1. 8. der Sing, fehlt: 
amense, mense mit uns, tumense mit euch; sonst aber leha 
mit ihm, laha mit ihr. Befremden thut nur, dass bei ihm auch 
selbst der Sg. gadzese (mit dem Menschen),* PI. gadzense; ba- 
ri balisse (mit dem grossen Schweine) , PI. balense die sigma- 
tische Gestaltung darbieten. Falsch sind unstreitig Bischoff *8 
maneha, menaha mit mir, uns; tutereha (den Corrigendis zu- 
folge schwerlich Druckfehler; wahrsch. aus dem Abi. tutar, 
aus dir, Pchm.), tumenaha mit dir, euch; lenäha (st. len^a 
Pchm.), mit ihnen. Dass, ausser dem PI., sich fast einzig 
Im Sg. man^a (mecum) s. oben S. 189. der Zischlaut erhielt, 
hat wohl bloss Im voraufgehenden Cons. seinen Grund, der 
diesen, statt des Hauches hinter Voc, festbannte. Ob aber 
dos Sskr. saha (mit) sich gewissermassen hier in zwei Hälften 
gethcilt habe, darüber, so wie in Betreff der Frage, ob das 
End-r einiger Formen viell. aus Sskr. sa mit artha (vgl. 
Hindi s&tha, with) herrühre, s. ob. Instr. Möglicher Webe 



236 IL Grammatik. 

bätte stell aber das Saff. sclon mit dem Dcat. (also mande + 
0a, and nicht man-sa) verbunden 9 was theils in Ueberein- 
Btinmung' stände mit der üblichen Rection der Präpp., theils 
aber auch das 9 Pchm« = z (d. 1. ts) Graff. und scharfes s 
8. ob. S. 189. Zipp. trefflich erklären würde. Gewiss irrig* 
soll der Soc manser, g'leich dem wirklichen Abi. mandcr, bei 
Bisch. S. 18.: 99 von mir^^ bezeichnen; vielmehr ist dessen 
wahrer Sinn kein anderer als der von manser LG., manzer 
firaff.; ja Bisch, selbst hat manser (s. ob. S. 190«) z. BüJow 
wijas gleichsik manser ano föro Er ist zugleich [eig. ^Vohl: 
f^kichrasch] mit uns [muss wohl: mir heissen!] in die Stadt 
gekommen. — Im PI. Zipp.: Homte das meen e devliste Wir 
mttssen uns Gott ergeben. Mekken aprj niende te dikkas Lasst 
uns auf uns sehen! Menge hl meschto te pennas Wir haben 
l^t sagen« — Acc Me mangava tut Ich bitte dich, V:gi..Bisch. 
v« bitten; rakk tot Hüte dich; aber mit anscheinender Ver- 
wechselung zwischen D. undA«: Dscha, tschiv totte te fsauel 
Geh, leg dich schlafen; adaleske me tott na dava tschi Dafür 
will ich dir nichts geben. Me hom toke andry schwakke kot- 
teriste [in jedem Stücke] kammlo Ich bin euch zu allen ge- 
Alligen Diensten bereit (= willig). Sso kamena turne? Was 
wollt 'ihr? Rakenn turnen Hütet euch. Sso jov penjas tu- 
menge Was hat er euch gesagt? Turnender (ex vobis) z.B. 
pntschaf (quaerere, fragen). Me hom anna turnende drovent 
pandado Ich bin euch sehr verbunden [an euch gebunden]. 

Graff. S. 30. u. Frenkel: Me ich; man mich, z. B. 
ine ^uraba man Ich schlage mich, vgl. Bisch, beugen, biegen; 
mange, duge, lesge für mich, dich, ihn Ms.; mande hi (mihi 
est), am mandte an mir Lud. 45.; bar Vnange u rai pendass 
ti pennapp me, wie mir der Herr (zu sagen) befohlen hat 
LG«; und Ms. koba hi mander, das ist von mir. LG. dejenn 
tot mande sie haben dich mir überantwortet; mander (de me). 
PI. me wir, men uns, aber mende, mender unbelegt. Les- 
kro rat wela paalmenndte und praal mare tschawende Sein 
Blat komme [kommt] über uns und unsere Kinder. Helfer tut 
selber und men Hilf dir selber und uns; prenn praal mende 
Fielet über uns! tschakker men Bedecket [eig. Sg.] uns! Men 
lii (nobis est) kek künnugo (nullus rex), har coli' kaiseress 
(durch Anacoluth: nisi Imperatorem, sc. habemus). LG. — In 
Pars. 2« du wahrscheinlich durch Germanismus mit d. — A.dud, 
%• B., du gureha dud, du schlägst dich, von Graff. wegen des 
nahen Anklangs an den Dat. angezweifelt; bei Frenkel ge- 
nauer: man hi soor tut kreuzigen Ich habe Kraft, dich zu 
kreuzigen, neben: cowa man tuttc praldejass, der mich dir 
überantwortet hat, also stt des D. dudde Graff. Bei diesem 



Ci Wortbiognng. 237 

Ms. noch dag'e = tiikke Luc. I. 45. Auch tntter von dir , wie 
niandcr (de nie) LG. , st. des unsichern dadder Graft. Für den 
Soc. duha (vg-l. ob. S. 189.) darf man schwerlich mit GraK 
dnd-ha als Composition mit dem Acc. vermnthen, welches 
eben so wenig* vorkommt ^ als ein etwaiges piresha st. pireha 
(mit dem Fusse) u. s. w., in welchem vermuthlich gerade dess- 
halb kein s vor h voraufgeht, weil diesem Casus nrsprttng'Uct 
selbst schon überall ein Zischlaut zustand. Anch würde aiia 
die Doppelung von dudde nicht als Acc. mit de gelten trots 
man -de. Plur. dume ist mit Unrecht von Graff. in du me zer- 
schlagen , wenn gleich nur die erste Sjlbe darin radikal M; 
tumee, temmeh LG. — D. dumende, wie LG. Rowenn praal 
tummende und praal tuniare tschawe Weinet über euch und 
eure Kinder; pasch tumende, zu euch. — D. tnmenge, eadi, 
Luc. IV. 85. Dumenzer, mit euch, S.37., dumende, dumender 
bloss erschlossen. Pall tnmaro cowa nach eurem Gesetz L6. 

Pchm. S.84. Me; G. und A. man; mange mir; man- 
dar aus mir; man^a mit mir; pal mande nach mir. PI. ainen 
N. G. A.; D. amenge; amandar [etwa amendar?] aus nnsj 
amen^a mit uns ; pal amende nach uns , mamuj amende uns ge- 
genüber. — Tu; G. A. tut; D. tuke (z.B. tuke ehi, aber tat 
avelas); tutar aus dir, S. 52. von dir her; tuha mit dir; aiH> 
gal tute vor dir, S. 77. andre tute in dich. Tumen N.G. A.; 
tumenge ehi; tumendar aus euch; tumeufa (vobiscum); S. 18« 
kia tumende zu euch. 



b) Pron. possessiva. 

Das besitzliche Pronomen stimmt gewöhnlich seiner Bil- 
dung' nach mit dem poss. Adj. oder sog. Gen. s. ob. S. 141 ft» 
überein; als, um dort vergessne Beispiele aus der Waldh. 
Beschr. hier noch nachzutragen , mit: gurmastcrom (d. i. Zipp. 
kuremaskro mit roni Mann) Soldat; paschemascru Spiellente- 
[eig. Sg.]; themmescrou L<indknecht im Amt, und pirescroa 
S. 148. 156. Büttel in der Stadt, Stadtkuecht (vgl. Rtw. Hä- 
scher und Bisch. Pedell), aber auch von einem PL meneng^e- 
rou Scharfrichter. — Die beiden ersten Pers. hingegen ha- 
ben eine abweichende Bildung,* welche sich als ganz Indisch 
erweist, aber auch hier öfters für den Gen. genommen worden, 
als Hindust. La-« = Zig. miro (mens), ^^ s Zig. mrc vor 

obl. Casus , ^^-yo = Z. mir! (mea) ; PI. ^^X^ cx;'-^ ^J^ = 

Zig. maro, e, i (noster, nostra). Eben so f^^'(tuus), t^lf»? 
(vester) s Zig. tiro, tumaro u. s.w. Da die Poss. der hei- 



238 n. Grammatik. , 

^ den ersten Personen vielleicht um Ihres Gegensatzes willen ^em 
SU einer comparativcn Form hinnel^ren (rj^hegog, noster, un- 
ser n. s. w« s. meinen Art. Gramm. Person in der grosseir 
Hall. EncycL S.59.), so scheint mir diese ^ auch hier statt za 
finden, nach Analog-ie des Sskr. adha-ra (Inferior) u. a. Vgl. 
Bopp, V^l. Gramm. S. 486. — Grcllm. hat S. 306 ff. eine 
TollständIg'e Flexion dieser Possessivpron. , allein es treffen 
mehrere Gründe zusammen, mir jene vermeintliche Flexion als 
bloss ersonnen zu verdächtig'en. Vor Subst. findet keine ei- 
gentliche Flexion statt s. ob. S. 142. und ZIpp. sp. mre u. s, 
w», an deren statt, mit leichter Abweichung*, für den g'icichen 
Fall, obschon sie es Gen. nennen, Rüd. S. 75. meri, tiri und 
Grellm. meri, teri (meines, deines) sehr richtig- angeben. ^) 
Pchm. Indessen nennt §• 43. Gen. mreskero, treskero, fem. 
mrakero, trakero u. s. w. als übereinstimmend mit der Sub- 
Btantivflexion , welche aber, ausser der Bedeutung: der meini- 
ge u. s. f. doch nicht leicht bei unseren Poss. zum Vorschein 
kommen könnte. Ueberdem müssen Grellmann's angebliche For- 
men D. A. merlge, terlge, Abi. merider, terlder, Soc, terise 
mit deinem, PL marige, tumarige; marider, tumarlder, Soc. 
tnmarise . zum Höchsten befremden wegen ihres Mangels an dem 
sonst üblichen s im Sg. Masc. und dem n im PI. Sodann hat 
der angebliche Genitiv der Personalpron. bei Grellm. Immer 
ein hi angehängt, als mrohl, amerohi; trohi, tumarohi; wozu 
noch der Abi« tutar - hl neben tuter kqmmt. Es könnte einem 
dabei etwa die Sskr. Enklitika hi lyd^) oder noch lieber das 

HIndust. <^ hi adv. or emphatick affix. Vcrj exactlj 

%• B. walsä-hi In the sanie manner. Wahl he himself, that 
rcry; Hindi mala u. mälnhi, auch apnehl (Myself), apahi 
(jourself) u. s. w. einfallen. Nichts jedoch von dem Allen: 
es ist bloss ein misskanntes hi (est) daran getreten, wie z.B. 
Bisch, gowä hi miro (die Sache ist mein) s. ob. S. 177. oder 
Graff. Ms. koba hi mander (das Ist von mir), nur mit vorauf- 
gehendem Verbum, sagen. Zuletzt muss auch noch miro, was 
neben maro; noster bedeuten soll, in dieser Pluralbedeutung 
verworfen werden; wogegen sich noch eher maare (meine, 
st« mire), wie es einmal Zipp., inzwischen gewiss auch irr- 
ihümlich, angiebt, vertheidigen Hesse. 



*) Miro pireha (PI. mire pirenzer) Graff. und lakro rommcKe mit 
ihrem Manue u. s. w. s. ob. S. 190. möcbten in Betreff des nomin. 
••o at. e wolil bloss auf Rechnung ungenauer Auffassung zu setzen 
fein. Dasselbe gilt dann Termutblicb umgekehrt vom Noni. tirerum 
(dein Mann) Rtw. S. 39» Richtig z. U« mre devleha Fchm» s. ob. 
8. 178. 



C. Wortbicgnng. 230 ^ 

Bisch, liicrö, mer, f. nierl (meus^ a); ttro. Cor (woU 
enthalten In der Be^rUssiingisrorniel s. ob. Conipur.), fem. tlrl - 
(tuns, a); niaro (noster) S. 95.; leskero^ f. i (ejus vir!) mi 
peskero (suus) sein, nach dein von mir ang'euierkten Unterschie- 
de; laskero (das s scheint falsch, oder das a sollte genauer e 
sein, vgl» niuteraskero pihri Nacht/äpeschlrr u. ob. S. 144.) 
scheint wohl nicht synonym mit lakero (ejus feminae), Ihr. 
Die hinten rocallos bleibenden Formen vergleichen sich wohl* 
mit dem Zusätze mnr' (nach ihm maro; ich denke lieber am 
den Sing, miro, mro mein), der nach Graff. Ms. fast Immer 
in Begleitung von Debel gebraucht werden soll s. ob. S. 178. | 
sodann aber einigermassen mit den, um das r gekommene« 
Formen mu, mi (meus, a), die statt miro, I, jedoch bloss 
(ähnlich dem Griech.) unter Beifügung des Artikels, z. B» 
koba mu dschi (das mein Herz), zufolge Graif. S. ^9. Iq Ge- 
brauch wären. Tover mno (Hacke meine) Pchm. S. 38. hat 
wohl bloss durch Druckfehler n st. r. — Rfld. hat miro meiiiy 
tiro dein; maro unser, tumaro euer; leskro sein, lakro Ihr, 
PI. lengro. — Puchmayer's mro, i 'und tro, i entbehres 
dagegen des ersten Vocals durch Synkope; sonst Ist bei ihn 
amäro, I (noster, ra), tumaro, i (vester, ra; das Fem. z. B. 
S. 56.); leskro (ejus viri), lakro (ejus fem.), pl. lengro (eo- 
rum) S. 58., aber reflexiv peskro, I (suus, a); obschon Ich 
den Unterschied , offenbar wegen des Deutschen , nicht in allex 
Quellen streng beobachtet finde z. B. Luc. IV. 24. Fr.: kek 
turkepaskro hi anni leskre [es niQsste peskre heissen] dadeskri 
temm angenehm. 

Bw. s. ob. Desquero, pl. es m. z. B. L. IX. 14., des- 
queri 1. 9., pl. desquerlas (earum) fem. ist nach Bw. pron. 
pers, inßec. Of him, bis. Del, sü, und mit Hindust. Iska 
vgl Man könnte glauben, als sei es statt des sonst üblichen 
leskero aus der Span. Partikel de gebildet; wahrscheinlicher 
dünkt mich eine Herleitung von ada (hie) s. u. 

Zipp. zu Grellm.: N. V. miro, mro m., mir!, mri f«, 
im G. und alle übrigen Casus Im Sg. und PI. hindurch mire 
oder nire (mein), nuäre (unser); tre, tumare; leskere u. s. f., 
wobei nur auflällt der Mangel jener sonst von Pchm. aufge- 
stellten Regel, wonach die Fem. Im Sing, von Cass. obL 
nicht mit e, sondern a schliessen. Eben so: tiro, tro m., 
tiri, tri f.; niäro, i (noster, ra), tumaro, I (veater, ra); lec- 
kere, rl (ejus viri), lakero, rl (ejus f.), lengero, ri 
(eorum, earum), z. B. mit däd, del. Als: Adava hf 
mro däd Das ist mein Vater; Yoc mro däd, o maro däd. 
Mri del, o märl de], o meine, o unsere Mutter. Nom. mirl, 
uuäri ) tiri oder tri u, s. w. dei. Im PL Mlre (mei)^ maare 



240 II« Grammatik. 

(iiostrl); tre, tfre (taf), tnmare (restrl)^ Jeskero [e^ dada« 
BIre, mire; märe; tire deija, deia. Sonst z. B. mre, maare; 
trc, tire 9 tamare; leskere u. s. w. verbanden mit: dadeskero, 
dakro (meines n. s« w. Vaters, m. Matter) keer, lav (Haas, 
Wort), — dadeng'eri (m. u. s. w. Väter) keera (Häuser); — 
deijin^ero lav, deijin^eri zoche (nu u. s. w. Mütter, Worte, 
Kleider). — D.I. Annamre cct. dadeste, datte, deiinde (in m. 
«• s. w. Vater, Mutter, Mttttern); D. 2. -dadeske, dakke, 
nre deiinge penjnm (dixi). — A. -dades, da z. B. karava 
rufe Ich. — Abi. -dadester, datter, delinder lijam (accepi). 
— Instr. -dadeha, daha, delensfa hom ketene apro jek keer, 
alt u, s. w. wohne Ich zusammen. Vgl. Bw. L. XIV. 26. Si 
yeque ablUela a nhangue So jemand zu mir kommt, j camela 
(und liebt) desquero batu, y dal, y romi (seinen Vater, Mut- 
ter, Frau), y chabores, y plalores (Kinder, Brüder; Demin. 
nach S. 102.), y p^ndchias (Schwestern), y aun tambien des- 
queri chipen (und auch dazu sein Leben), n'astis que (nicht 
mög^lich dass) sinele discipulo de mang^ue (er sei ein Jungfer 
von mir). N. Sg*. Mro; tiro, tro (dies angeblich auch Voc); 
tumaro präl (mein, dein, euer Bruder). PI. Mire; tire, tre; 
tamare praala. G. Tre präleskero, PI. praalengeri; tumare 
praaleskcri. Sonst D. Tre prälestl, eske, PI. praalende, ge; 
A. präles, praalen; Abi. prälester, prälcha und praalender, 

Sraalensfa. — Mri; tirl, tri; tumari peen (meine, deine ^ euere 
chwester). PI. Mre, tre penja. G. Tre, tumare penjakrl^ 
ang'eblich auch Im PL so. D« Tre penjatte, pl. penjinde u. 
8. w. S. 197. — Ferner N. Mro, miro rom (mein Mann), mrl, 
nlri romni (meine Frau) vgl. Pchm. S. 24. tjkni romni. N« 
o mro rom; o mrl romni. G. mre rommeskcri (meines M.)) mre 
romniakri (meiner F.)« PL N. mire romma, G. mire romengerl 
(m. M.); N. mire romiiia, G. mire romningeri (m. F.). Sonst 
noch Im Sg. m. mre rommes, romniestl, eske, rommester, ro- 
meha ; f. mre romnia, romniatte , romniakke, romniatter, 
romaiaha« 

r) Pron. refL 

Das Pron. refl. ist gen. comm., hat aber auch Pluralfor« 
men. Bei Pchm. vertritt der Sing-. denPlur« mit, wie im Lat., 
Deutschen und Böhm., und findet sich auch nach Siaw. Weise 
auf Pcrs« 1. und 2. angewendet. §. 50. S. 29. Zu erklären 
aus dem appa, dpa Indischer Vulgärsprachen z. B. PendschabI 
Ape (aus Sskr« fttman). Lassen Or. Ztschr. IV. 449. G. de 
Tassy, Gr. Hindoust. p. 41. B. Schulz, p. 26. Mahr, ^pan'a 
(seif; respectful pronoun of the third person) vg-L Carejr 
p. öOi dpan'ibs A. et D.; 



C. Wortbic^n^. 241 

Ss. pestrel (ob Liberos saos? oder: sua? mater os- 
calatnr), s. ob. S. 88. 

Pvchm. S.S5. — Gen. peskcro. D. peske uod peste. 
Acc pes sich. Abi. pestar aus sich. Soc. peha mit .sich. — 
S. 63. pchende kia pcs 8 mal : sprachen za sich 1. die Gesel- 
len S. die Mä^de, also pl. m. und f. — S. 67. pchenen kia 
peste (udi die Glieder masc)^ rusKte pes (sie er%ürnten sich)^ 
S.^68. peskro djlinipen (ihre Thorhelt; nicht pen^ro!) und 
dyne pes andre käriben, gaben sich in Arbeit; aber ag. Pro 
pesko [kro] grast (auf sein , eines Mannes , Pferd) S. 79. and 
peskre gtixenge, seinen Leuten S. 59. — S. 73. Ruv th*o 
xakel rakhle pes andro vesz. Ein Wolf und ein Hund trafen 
sich im Walde. — Eem. Sing« S. 66. zamba f. (der Frosch) 
pchurdynas pes blies sich auf. — PI. Fem. MisyJ vikatar pes 
darandile Die Mäuse ob dem Geräusch fürchteten sie sich. — 
Ko avteskerestar terd'ol, peskrestar avel Wer um Fremdes 
stehet (stogj)^ um das Seinige kommt. S. 75. — S. 29. Me 
man asarav, tu pes asares, jov pes asarel Ich lobe mich, da 
— dich (eig. sich) u. s« w., PI. amen pes asaras, tumen pes 
asären, jon pes asaren. Asar tut oder pes Lobe dich! Da- 
her erklärt sich denn auch wohl S. 33» Graff. mau onel' pes 
,,es ahnt mir,^^ wo pes gewissermassen ipsum? 

Rtw. hinter Verben: Perf. 3. pers. Risserdas-pes än- 
dern; puzzerdas-pes entschliessen; tscliedas- pes empören; lub- 
bekirdas-pes ehebrechen. In der ersten Pers. ranserdumman 
entkleiden. — Femer s. ob. S. 184. die sonderbare Verbin- 
dung: nähsle penge Sie sind davon (eig. für sich) gelaufen; 
vgl. okia davon, weg Pchm. S. 78. Tun fe ha chibado tucae 
sasti [fem.] : Chatucue (geh du) andre paz. Luc. VU. 50. ent- 
hält auch die Dativform! 

Graff. S. 33. der Acc. pes sg. ; pen p). vgl. les, len 
S. 87. und Hindost. Nom. s^[ (Sskr. ätma) moi-, toi-, lui-, 

soi-m^me, und mit einem Zischlaute hinter sich: ^^jxa ^jn^^I 

Entre nous, vous, cux. Tassy 1. 1. Als: u grei hadeP pes 
pre Das Pferd hebt sich auf. Jon scharena pen Sie loben sich, 
(vgl. ob. Puchm. so eben und Rtw. ob. S. 132.). 

Zipp. Jov kamela pes und les, Er liebt sich und ihn* 
Jol kamena pen , Sic lieben sich. E dada , e deija kamena pen 
Die Väter, 3lütter lieben sich. Aber 3fc man kokeres kama- 
va Ich liebe mich selbst (me ipsum). Tu kamoeha tot. PI. 
mee kamaha meen, tume kamena tumen. S. G. peskero. D. 
peste und peskc. Ungelehrig: Na mekkcla peste zikker Kr 
iässt sich nicht lehren. Acc. pes und auch pe mit der Präp. 
kc (ad, zu) s. ob. S. 186.; ke pe, zu sich, sowohl Im Sing, 

16 



242 IL Grammatik. 

«la PL JoT yela ke pe Er kommt zu sich; jol avena kc pe 
Sic kommen zu sich. Mro dcvel zirrdela marc dsija kc pe 
fiott kann unsere Herzen zu sich ziehen. Abi. pesier; Soc. 
p6ha. Baro scheriskero dschala peskerc Inrcdenfsa Der Kö- 
nig' geht mit seinen Soldaten einher. Im PI. G. pengero und 
•A. 4>en. Manuscha lena ping-ero dschiven kokörre Die Men- 
schen nehmen ihr Leiien sich selbst (s. Bisch, entleiben). Kan- 
na manuscha p engere grechender na kerna dschudsche p^n, 
talla na wena andre balepen Wenn die Menschen von ihren 
Sünden sich nicht reinigen, so werden sie nicht in den Him- 
mel kommen. Eben so Bisch«: pengere pallia ruppewena 
awri Sie raufen sich ihre Haare aus. — Acc. Schwakko ma- 
nnsch homte tschaleven (pl.) pen, te kenden kascht Ein jeder 
Mensch (wie Lat. quisque mit Plur. und daher pen) muss sich 
rühren, Holz zu lesen. Ada manuschin (Acc.) nan hi kcek 
gedanke, ke jol te andrj fo?] devliste te kerenn penn Diese 
Menschen haben keinen Sinn, dass sie sich an Gott kehren 
(aus dem Deutschen oder: machen?). 

Bisch, hat fälschlich pes, pen A., pester Abi., pes- 
k^ro S. 18. nicht von les, len u. s. w. geschieden. A. pl. Gu- 
rb]h [Gur^na?] pen Sie balgen sich; ferdena pen, sie werfen 
sich S. 43. u. s. w. Vgl. u. dem Suff. -pen ob. S. 130 fl. 

Frenkel: Schütteldas peskro schere , Er schüttelte Fein 
Haupt. Lejas joi [sie, eig. ea st. eamj (cow) tschawo pasch 
peste. Nahm sie der Jünger zu sich. Peschtenipenn jon 
kett'ne Sie setzten sich zusammen, und Petrus peschtasspess 
pasch lente, und P. setzte sich zu ihnen. Und tatterdass pes, 
und wärmte sich. K'rellepess-künnogo Er macht sich zum Kö- 
nige. Delle pende, (sie theilten) unter sich. LG. 

B w. bedient sich in dessen Ermangelung Romanischer 




Sp. mismo nach der Ital. Gestalt: medesimo. — De sun dai 
(ihrer Mutter) 1. 15., andre sus chibeses 7. vgl. 55. Aus- 
serdem desquero, wie Diquelaron sa' desquerias aquias, sa- 
hen mit Ihren Aug'en 8. 

d) Pron. 3. Fers. 

1. Er, Sie, Es. Graff. S. 31. bemerkt, das Pron. 
lo m. (er), 11 f. (sie), le pl. nicht anders als dem Verbum 
hi (est) nachgesetzt gefunden zu haben. — So nun auch, 
and gewissermassen durch Enklise angewachsen, bei Bisch. 
Gcrik hillo (weg* ist er) u. umkommen; «chukker hi lo tru- 



C. Wortbiegnog. 243 

pister (schön Ist er von Körper) ii. g'estaltet, s« auch auf- 
recht. Hi lo siklo n« verwöhnen. — Zipp. "^3 bessert nicht 
allein bei Grellm. schukrohllo (trocken) In schukka hl lo 
(trocken ist es ; das r etwa aus schuktg-eraf ^ trocknen j ZIpp. ?)y 
bharahilo (schwer) In baro hi lo (er ist gross, lo st« jovi 
warum nicht vielmehr pchäro , schwer?! um, — was auch viel- 
leicht bei warjuhilo Kalb (Vng. borjii) und bulhäila breit ne- 
ben buchlo geschehen dürfte, — sondern liefert ausserdem 
eigne Beispiele, als: Bot shi lo zag (viel Ist es zäh), wie 
but zohr hl les (viel Kraft ist ihm, hat er) und Ssavl butln 
hl la? Was für Arbelt hat sie? Auch: Grel dela schkornija, 
ke blies (hilles) schtaare heera Stolpert doch wohl ein Pferd, 
das 8 [muss helssen: 4] Fttsse hat. Hier also les, la A. st« 
D. — Einmüthig: Sshaare apro jek läv hllle Sie sind alle 
auf Ein Wort (vgl. uno ore), d. h. einstimmig. Chewja hi 
adrj Es sind Löcher drin. Pasch hille (hl le) Sie sind ent- 
zwei (halb), nämlich cholevva die Strümpfe. Akiakke hl le 
nieschto So sind sie (dIeAermel) recht. Jol fanohla [1 st. n?] 
man nina le Sie gefallen mir auch (le neben jol also wohl üin- 
tologisch), mithin auch hinter einem concreten Verbum. So- 
dann hinter Perf. Bot zis le (bot shaes le). Sie waren sehr. 
Gespr. 5«, wie Bisch, bis -11 u. ankitten. Auch Zipp. Lo- 
dschandui muijas 11 Im Gebären starb sie, wie Rüd. S. 6S. 
wias-li. Bisch. pejas-Io u. tiefsinnig; das pes lo u. ver- 
stohlen; duffejas-lo u. erstickt; s. nodi einwiegen. Len^li 
u. ausschöpfen wahrsch. Part. Prät. st. 3. PI. Prät. (sie haben 
genommen) mit obigem li; so auch etwa verdschanelo (ver- 
blüht) erklärlich als Sie sind vergangen? und mehrere Präs. 
3. Pers. s. sp. Vb. — üeberaus häuflg, und in mancherlei Ver- 
bindungen,, besonders gern im Nachsatz, wo Im Deutschen das 
Pron. dem Verbum folgt, bei Frenkel z. B. am Perf. hisle 
Jon, waren sie; kuurdennle jon, schlugen sie; k'jennle paale, 
welchen sie zurück ; giass 1 o Job (also noch zum üeberflusse job, 
wie so eben jon im PI.), ging er Luc. L 9. Har tikkdafs 11 
less, da sie ihn sah 29.; kjassii bale kehre jol, ging sie 
wieder heim 56.; pendafsli, sprach sie LG. Und mukkdassla, 
und verliess sie (eam). Und fsikk schtcjassle pree, und de- 
nedafs len, und bald stand sie auf und dienete ihnen L.IV.39. 
Ho kerdasslo? Was hat er gethan? Cotte wejennle Da sie 
kamen, cammelcslo (hier am Im per f.) nit bijell, wollte er 



*) Graff. Ms. Lielet koba lii soro lo u. koja Li sori li (stark); al- 
lein die Trennung, wie das i in sori, leucLlen mir wenig ein. S. 
das Adj. bei uns S. 124., dessen SuiF. allerdings pronominal sein 
mag. 



16* 



244 



IL Grammatik« 



es nicht triiikon. — Am Prüs. Jon dschanncna nit^ ho! k'rcnnle 
. äie wissen nicht, was sie thun. — Am Conj.: d'pijello, %ü 

trinken (dass trinke er, oder er es?); hoske [etwa te einsu- 
. schalten?] merel-lo, waftm er sterben sollte; te wello, dass 

er werde, te wennle, dass sie würden LG« 

Dies , und der artikelarti^e Gebrauch von e 1 e vor Cass. 
obl. bei %ipp*9 wie %. B. e le reister (de doniino) ob. S. 187., 
e le niojen^e (für den Wein) S. 183« und andere Beisp. in 
den Parad. S. 194. 201. 202. machen es unwahrscheinlich, dass 
hillo = Sskr. bhawila sei, als Partie, gleich pielo, i Graff. 
S.38*, der in diesem, vielleicht nicht mit Unrecht, als Suff« 
ein Pron. lo, H erblickt. — Als Acc. mag hieher gehören 
Lopennawa (kur/i! Ne multa — ) Rtw., wenn es: „Ich sage es 
(letzteres sonst durch: les ausgedrückt)^^ bedeutet, und nicht 
etwa Acc. ist 7«u laveha (mit Einem Worte) = charnes (kur%!) 
Pchm. S. 68. — Augenscheinlich ist lo, li, le der wirkliche, 
wenngleich bloss in enklitischer Stellung beibehaltene N o m. %i| 
den Formen, an deren Spitze man jetzt jov (is), joj (ea), 
Jon (ii, eae) Pchm.; Job, joi, jon GrafT. und Frenkel; jöv, 
joj', june und jun Kraus; jov, joj, jol vgl. ob. S. 91. Zipp.; 
Job, joi, jole Grellm. S. 305.; jow, joi, jole Bisch., und zu- 
folge S. 15. a jow a masc, a joi af. (da er, sie da) gestellt 
sieht. Teber den vermuthlich falschen obll(|uen Gebrauch die- 
ser Formen s. ob. S. 186. Bisch, hat S. 84., wie auch Küd., 
joi, sie (ea mulier), allein die als entlehnt aufgeführten jole 
(aus Grellm.) und wony (Sz.) bedeuten zwar auch: sie, aber 
als PI. Ajawa (das) u. Ebenbild ist entweder bloss leise Ab- 
weichung von agawa u. Wille, oder aber zu vgl. mit: ähn- 
lich A jowa pitschola (etwa aus Poln. widiiec, sehen, nach 
Conj. II. S. 97.?) bar me Er sieht aus wie ich. — Harr, 
p. 538. Ov (he). — Szuj. S. 130. wow er, wo i sie (ea), 
PI. wony, wohl rücksichtlich des w ein wenig slawisirt. S. 
auch Alter ob. — Sogar noch bei Bw., allerdings mit 
spanisirter Endung, junos — sos diquelaron (die, welche 
sahen) L. I. 2. ; o Debel de junös (aiiiov) 16. ; dui de 
. jjunos (dvo i^ avicav) XXIV. 13., ä junos, sat (mit) junos 15. 
u. s. w. — Will man eine Vergleichung mit Illudust. »^ wuh 

oder ^^u;o He, that, it, she, pl. ^^ we Thejr, those Sha- 

kesp. Dict., Gen. pl. 1/ ^f u. s. w. , dessen Stamm dem Zend. 
ava sich nähert, nicht gelten lassen, so darf doch vielleicht 
an das Mahr, ha (this), PI. h^ (these) ruckslchtlfcli- seiner 
obliquen Casus erinnert werden, die überall als Stamm ya, 
z.B. A. et D. yas, yala m. und IIa f. (to thls) Carey, Mahr. Gr. 



C. >yortb]Cgiing. 24S 

p.45. »ei^en, welches, trotz seiner demonstrativen Natur, mit 
dem Sskr. relat. ya wiirzelhaft KusamnienfHllt. Das j der mei- 
sten rom^chen Formen würde g>edachteni Stamme näher treten^ 
und doch der o-Laut sanimt dem labialen Cons. im Sing-, m« 
keines weg'es dieselben jenem. entfremden, indem es auch im Sslin 
vorkommenden Falles als yd auftritt, dessen Vocal sich leicht 
XU einem Cons. verbreiterte« Joi als Fem. aber dürfen wir, 
dächte ich, entweder aus dem Sskr. Masc. vö oder aus dem 
f. yä (quaej etwa mit dunklerer Aussprache des k durch un- 
organische llinzufüg'ung' der Feminalendung - i entstanden wäh- 
nen. Ich erinnere nur %• B. an Itah noi, voi aus nos, vos 
mit Ital. PluralsufT., oder Gr. vwl' aus vd mit erneuter Dual- 
endung^, am passendsten aber an Lat. quae N. sg-. f. aus 
qua (in: si qua) mit dem Sskr. MotionssulT. -I. Bopp's Er- 
klärung' von Job aus Sskr. ayam, also b st. m, wie thub Rauch 
sU Sskr.' dhümas , kann ich nicht billigen , und glaube auch jon 
nicht von job trennen zu dürfen , wenngleich einzelne Formen, « 
wie namentlich on* neben junö (ii, illi) Alter nr. 147. ins Sla- 
wische hinüberspielen. — In Betreff des lambdakistischen 
Stammes, der auch in mehreren, weiter unten zu Qirwähnenden 
Pron. den zweiten Platz einnimmt, möchte es schwerer halten. 
Ihm Indische Parallelen zur Seite zu stellen. Noch wenig-er - 
wäre eine Berufung auf das Lat 11 le gestattet, die einzig zu- 
lässig erscheint in den elg. Spanischen Artikelformen bei Bw., 
wie: le penö, einev avjM XIV. 17., les {ngig avrovg^ penö 
XXIV. 17. las (iis mulieribus) 11. d lo [es? oder: ihnen?] 
penö I. 22., a1 Erario inl Kvqiov I. 16., le {nQhg airr^v) 61« 
u. s. w. Dem widerstreitet der schon in den Slawischen Län- 
dern und sonst weithin sich zeigende Gebrauch. — Ein, Jeni ~ 
obigen , bei Zipp. vorkommenden sehr entsprechender Gebrauch, 
obschon ole mit o, ebenfalls in obliquen Casus bei Pchm. 
soll hier Platz finden. Ole duj diese beiden (Aexte) A. PI. 
m. S. 59. ; jekh ole dujendar (ex iis anibobus) 64. vgl. ob. 
S. 149. ole czorengero; im Sing, ola (t7;v) Pchm. S. 71., ole 
korkoreha (eo ipso, sc. sc nutriat) 67. 

Die Formen bei Grellni. S. 305— 6. sind nicht volU 
zählig, sonst aber, die ungenaue Unterordnung* unter die Ca- 
sus abgerechnet, untadclhaft. Was er D. nennt, fällt g-auz 
mit dem dort davon getrennten A. zusammen, nurdass man 
für las (ihm) auch les mit e schreiben muss. 31an vgl. nani 
les tschi te kern Er hat nichts zu Ihun [eig. faciantj, wie 
müssig: Nan hi leste butln Er hat keine Arbeit Zipp. u. A. 
ob. S. 176. Wirkliche Dat. sind, was er unter Gen. aufführt; 
— ein schlimmerer Irrthumy als wenn Graff. S. 34. die Al)lfi- 



246 II« Grammatik. 

tlvfonaen (etwa wc^en des Deutschen Gebrauches der Präp« 

, Ton) zu Gen. macht! 

Bisch, hat die von Grellm. herübergenommenen Irrtha-* 
mer noch durch zahlreiche eig'ne In diesem Pron. S. 18. ver- 
mehrt, so dass sein verwirrtes Zeug für Unkundige völh'g* un- 
brauchbar geworden. Las st. les (ihm) u. überreden, und 
viel ärger las (eam; bei Grellm. richtig: la) u. entjungfern; 
linde (eos) s. ob. S. 176.; die abgeschmackten Instr. leaha 
(mit ihr) st. laha Grellm., und lenäha(mit ihnen) st. len^a Pchm. ; 
femer leti angeblich G. (ihrer), und Abi. leter (von ihr; vgl. 

. Verstössen) st. lati, later Grellm.: das falsche laskSro st. des 
daneben gestellten richtigen lakero (ejus femlnae) und der an- 
gebliche A. 2. laske st. D. lakke (für sie) Zipp. , endlich die 
Verniengung dieses Pron. mit dem Red. zeugen wahrlich von 
grosser Unachtsamkeit^ wo nicht von noch etwas Schlimmeren. 
Bloss seinen Gen. PI. lengeri [vor Masc. jedoch natürlich len- 
gero], und die Hinzufügung von leske u. vorgreifen, und Me 
pendum leske lis (dixl ei illud) u. bekanntmachen, Fl. len- 
ge (ihnen) u. vorwerfen kann man, als stichhaltige Neuerun- 
gen, billigen. Dass leste D. und nicht G. sei, hätte er aus 
seinen eignen Bcisp. bei deaf, mekaf übergeben, überlassen, 
apo leste (auf ihm), überladen, ersehen können. Der Soc. 
dschaf leha u. begleiten. — Oft wird les neutral für Es ge- 
braucht, als De les avty u. herausgeben; gerrles mekles (thu 
es, lass es) Entweder oder; u. unversehens S. 93.; me pa- 
tschawalis Ich glaube es S. 54. — Graff. Ms. „Les wird für 
das Neutr. gebraucht: Man onela les Mir ahnt es.^^ Eine von 
den unendlich vielen buchstäblichen Uebersetzungen ; denn les 
kann nicht Nom. sein, den doch vernünftiger Weise diese Re- 
densart verlangt. 

Rüd. leskre tschawen (liberos suos — doch heisst's 
eig. ejus vir! — mater); lakro rom, lakri tschai (ejus f. ma- 
ritus, filia); kamele la (amat eam) und dativisch la hi (ei f. 
est), la has (ihr ward), wie la onela (ihr ahnt), Graff. S. 33.; 
sonst D. basher lati (bei ihr), wie Rtw. pas lotte [o st. a]; 
Frenkel pasch' lattc, app latte (zu ihr) Luc. L 28.35. u. s.w. 
s. ob. S. 185.; Szuj. lätc, latj (ihr) als D., ausser latiri 
(ejus mulieris, sc. filia). Im PI. D. Tingö (iis, illis) Alter 
nr. 854. 

Graff. S. 34. und Frenkel, von denen der zweite den 
ersten ergänzt: Und jon wunderten pen loskri fsikkerpenn (nicht 
G., sondern A.), denn leskri rakkerpenn bis soor'lo L.1V.32.; 
lakro, L36., Pl.Iakre58.1engre(eorum) 77. — D. app* leste (zu 
ihm) oft, pasch* leste (bei, zu ihm) IL 40., IV. 40. (falsch 
pasch' les V. 1.) und Fem. latte vorhin, besser als bei Graff. mit d ; 



C. WortbiegDOgr 



247 



lesdc, lade, wo^fccn bei diesem richtiger lende ab pasch* 
lente (zu ihnen) I. 79. Als 2. D. Icske (für ihn) IL 97. y leng^e 
kandio (ihnen folgrsam) 51. A. les, la, len GraflT.; hei Fr. 
z. B. kerdass la fsasto, machte sie (eam) g'esund lY. 40.9 
Tg"], wegren des anreränderten Adj. ob. S. !M)3*$ sikerdass len - 
(cos) und auch Hilschlich dafür jon (11 , bloss unstreitig* wegen 
des doppelsinnigen Deutschen: sie, das auch A. sein kann) 
IV. 31. Im Abi., st des, GraflT. nicht vorgekommenen sog* 
Gen. (lesder, lader, lender) g-anz richtig z. B. Icster (de ee) 
IL 38., IV. 14., later (von ihr) L 3a, lender (ab iis) U. 15.. 
Ueberdein noch als Soc lebe (cum eo), lense (cum Iis) LG. 
vgl ob. S. 190. 







Sg. 


Zipp. 


PI. 




masc. 




fem. 


comm. 


N. 


jov 




joi 


jol 


G. 


leskero, 


1; c 


lakero, i; e 


leng'ero, i; e 


D.I. 


leste 




latte 


lende 


D.«. 


leske 




lakke 


Icngc 


A. 


les 




la 


len 


Abi. 


lestcr 




latter 


lender 


Soc 


leha 




laha 
Pchm. 


lensfa 


N. 


Jov 




j«i 


Jon 


G. 


leskero 




lakero 


lengero 


D.I. 


leste 




... 


lende 


D.2. 


leske 




lake 


lengc 


A. 


les 




la 


len 


Abi. 


lestar 




latar 


lendar 


Soc. 


leha 




laha 


len^a 



Der von Pchm. S. 25. zwischen dem sog*. Gen. und dem Poss. 
gemachte Unterschied, dem zufolge letzteres die synkopirte, 
erstercs die volle Form wäre , z. B. leskero seiner , leskro sein, 
Icngro ihr (corum) S.55. scheint mir durchaus nichtig* und werth- 
los. Avl'as kia leste S. 79. vgl. 64. Pre leste 76. — Angal 
lende pes Iclas (Böhm, sc bral), entgegen ihnen (iisviris, ih- 
nen beiden) kam Ib. — Ehi lenge avdin (est iis mcl) S. 76. 
— Dyiias les lenge, gab ihn (den Beutel gonöro m.) Ihnen 
(den Räubern) S.66., aber dynas les (dedit cum st. ei) len 
(eos, die beiden Aexte, m.) S. 59. — S. 5«. kaml'as (sing.) 
pes lenge te pijel (sg.), der Wolf und das Lamm wollten 
trinken (Böhm, chte'lo sc gim pjti) , eig. wohl : jeder für sich. 
Etwa st. penge (sibi)? — Beide Dat. S. 79. Has leske vass 



I ' 

248 ' II« Grammatik. 

leste starost'a (fuit ci caiisi illias cura). — S. 58. leske mt 

- Mercuris (ei, s. cüi' — vg^l. Zipp. ke unter Relat. — nonen 

M.) — S. 39. sikaiTas leske pes, er %eigte ihm bicIi. — So 

{es leske kerd'as (Bölini. co se mu stalo?) was ilim g>esche- 
en se! ? S. 58. , wie S. 39. so pes kerd'as , was geschehen 
seL — S. 68. leng'e (ihnen) zileng^e (Adern), ihren Adern, 
den Adern, welche ihnen. La (den Mantel) f. S. 77. len 
(eas) Pchm. S.77., auch (Nägel, karfa) f. S.7& — lestar 
S. 64. $9. — JeLh tendar (einer von ihnen , m.) , S. 54. wohl 
rerdiiickt st. lendar. 

Zuweilen concrescirt proklitisch die Präp. niit dem 
Fron., als bei Pchm. S. 63. te leste (unter ihm) st. tel leste 
S« 32. — F renket: wejas Pilatus wrin g-lannende Es kam 
Pilatus heraus /«u ihnen LG. Alli (also wohl an mit 11 , s. ob.) 
jak, ins Feuer Luc. III. 9., alleslcro muj = ann leskro niuj. 
Ins (in sein) Angesicht. LG. — Bisch, u. neigen, glanöste 
(vor ihm) mit Unterdrückung des 1 sogar, vgl« glan peste 
(vor sich) S. 93. und Pchm. S. 31. angal leste (vor ihm). — 
Paschalleste s. Mi.^shcirath. — pralcste (über ihn) s. 
unüberwindlich. — Pralduno pralende Oberherr. — pra- 
l^nde (über sie) s. einsegnen, vgl. Segen. — So auch 
Harr. Me deval achipaleste God bicss yon (wohl him) 
d. h. Mein Gott, bleib — über oder bei? — ihm! — Auch 
mit anderen Pronn., als Puchm. kiodova, zudem, S. 34.; 
pro da, darauf (d. i. sprach) S.33., aber pro odova (darauf) 
8.^6.; pr odova (dabei) S. 63.,* proda c%aro auf die Schüs- 
sel S. 77. , a n d r d V a , in dem , S. 72. 73. , während dem, 
S. 74. Andrada CAoripen, in dieser Arniuth, S. 70« An- 
drakadava kher, in diesem da Hause, S. 61., vgl. akad'a 
(desgleichen) mit ad*a (so) S. 80. Ob auch viel!, kado, czac.o 
(Ita, sie. Ja; czaczo eig.: wahr). Alter nr. 258., nakade, nanö 
(Non. Nein) nr. 239. hieher? — ZIpp. Palladowa awela Er 
wird nach dem (nach diesem, Adv.) kommen. Harga schon 
giliadowa, scho;i lange vorher. Me penjuni tokke schon gil- 
ladowwa Ich habe gesagt dir schon vordem (Pchm. av- 
goder). 

,2. Das Pron. relat. wird häuGg mittelst der Part, ke, 
entweder allein oder in Verein mit einem Pron. ausgedrückt. 
In welchem letzteren Falle ke die verbindende Kraft im 
Relativum übernimmt, das demonstrative Pron. aber zum Trä- 
ger der Abbeugung wird. So Zipp. Nan hi keek rose 
akkia schukker Es ist keine Rose so schön, ke (die, eig. 
wohl : dass sie) na jeker (nicht einst) verwelkdla. Te rakkel 
man o Devel manuschinder, ke man gil mre jakka latscho lav 
dela [sg.] [und?J pallo mro dummo fratarja hi, Gott be- 



C. Wortbiegntig. 249 

»rahre mich yor Leuten, die vor meinen An/^en gute Worte 
^eben [o^iebt], and hinter meinem Rücken falsch (Verräther, 
pl. von frataris) sind. A hl bekkarja [vom Sg. bekkaris] (ke 
maaro pekkena, die Brot backen), ke schpanschitko fsapuneha 
kema, ko [dass der] teig'o apry dschaLa Es g'iebt Bäcker, die 
das Brot mit spanischer Seife aufg'ehen machen (machen, dasg 
der Teig: aufgeht). Verläumderisch : ke wawerister mydschach 
rakerla, der von einem Anderen Böses spricht; vgl. zukünf- 
tige ob. S. 140. Auch Acc: ke schwakko nianusch dikkjas te 
dschinnel, was ein jeder Mensch gesehen hat und weiss (pu- 
blik). „Ke heisst qui, quae, quod. G. ni. ke leskero, f. ke 
lakero (cujus). D. ni. ke leste, f. ke latte (cui). ' A. ke les 
' (quem), ke la (quam).^^ Zipp« Ada manusch, ke me les 
maaro dijum, schoes ke nie theisfa Der Mensch, dem ich 
(gleichs. quod ego ei) Brot gegeben habe, war gestern bei 
mir. Ada m., ke me les theisfa mangjum, man na kandijas 
Der M., den ich gestern gebeten habe, hat mir nicht ge- 
horcht» Ada m. , ke melester rakerdjum Der M., von dem 
Ich gesprochen habe. Ada ni., ke me leha dschava Der M., 
mit dem ich gehen werde. — PI. Ada mänuscha, kohnenge- 
ro, auch ke lengero ada koola hi, aduy na vena paale Die 
M., deren diese Sache sind, kommen nicht wieder her. — 
So auch etwa bei Bw. L. XII. 43. Lacrd, sos pur [d. L 
wann] abiliare o Erano, le alachäre andiar querelando [sos 
welcher; le ihn = welchen]. Bei Frenkel bemerke ich aus- 
serordentlich häufig statt des Relativums, das Denionstr. cow, 
PI. colle, coir, s. u., verbunden mit der Part kaj, als 
LG.: Türke men Christe, con hin towa, cow caj (der) kur- 
dafs tut? Weissage uns, wer ist der, der dich geschlagen 
hat? Ich vergleiche die relative Kraft der Goth. Part, ei u. 
s. w. z. B. für die 3. pers. sa-ei, so -ei, that-ei (der, die^ 
das da; Lat. qui, quae, quod) Grimm IIL 15 If. 

Bisch, ge, welcher, z. B. a gawa hi — ge (das Ist • 
-», welcher) S. 30. 48 (Erbe). 08. Jeka, ge (unam quae) u. 
Missheirath ; dik u mui ge (also A.J gerrela Sieh das Gesicht, '. 
das er macht u. Miene. A gawa hi nier göwa, ge liun te 
gerrawäles Das ist meine Sache, dass ich muss thun sie 
(Pflicht), wofür man auch sagen könnte: welche (quam) ich 
u. s. w. „A jow a leskero tschi hi gegc niaudc Er ist auf^ 
richtig gegen mich, wörtlich: da er da, dessen Herz ist für 
mich," nach Bisch. S. 31. — De (welcher) Uüd. I. 75. ent- 
weder Druckfehler, oder st. der. 

Puchm. S. 76. Ehi gäxe, have ehi lenge avdin an- - 
dro muj Es giebt Menschen, welche es ist ihnen Honig im 
Munde, also durch zwei Pron., und eben so Graff. Ms.: 



250 n. Grammatik. 

m 

,,Sabc Icndc, wcldie haben. Der D. wflrde diirdi sabe al- 
lein nicht auszadrOcken sein.^^ Sodann F renket Cow ness 
foi hi (der da hat; eig*. cui sunt) entweder st. coones (elg*. 
qaem st. cai) L. IH. tl. oder wie: Cow les cai nanni keek, 
der keinen hat, (Ib.) Keek tickdass nior Dewei [der N. falsch 
st. A. wegen der Unbestimmtheit in: Gott]: cow (der) jeboi- 
lodo tsdiawo, cow ke (der) peschela ann i dadeskro kool, 
tow (der; y£;:l. u. odova) pendas les meng'c. Joh. 1. 18. 

3* Als Neatr. mit der Bedeutung' was sowohl in fragen- 
dem als verknöpfendem Sinne so oder ho vgl. ob. S. 93. 

Zipp. d) fragend: Säoh? (quid?) Sso hi, fso dela? 
Was ist's, was giebt's? Sso te vel adava? Was soll das be- 
deuten? Sso vela akkia but kova kerdo? Warum [was] wird 
80 viel Wesens gemacht? — Acc.: Sso kamena turne ?^ Was 
wollt ihr? Sso pandevoeha tu adöfcha? Was dünkt euch da- 
Ton [eig. damit]? Sso, fso pennocha tu? 0, was sagst du? 
— D. Ey, fsoske tu na keroeha adava? Ei, warum thnst da 
ias nicht? Ssoske schpilleha tu man tri ellbogaha? Warum 
stosst ihr mich mit^ dem Ellbogen? Ssoske na weha tu? War- 
«m kommst du nicht? Ssoske adava? (Cur hoc?). Ssoske 
kl adava meschto? Wozu dient das (ist's gnt)? Unstreitig 
yerschmol'/ien mit einer Präp.: Poske (bisdass), wie apposte, 
wobei? Lud. 18. z. B. Atsch devleha, poske nieen pale di- 
kaha, Gott befohlen, bis wir uns wieder sehen. Auch: weil, 
X* B. Me ada rat na anjum meschto perdal, poske mro kurlo 
dakejas Ich habe die Nacht nicht gut zugebracht, weil mir der 
Hals wehe that. ' Tu hom te wesf, poske [auch: phoske] tu 
niange penjal Du mnsst kommen, weil du mir gesagt hast. 
-— Instr. Uakli, fsoha keroeha tu tre bala krezza [c?] Jung- 
fer, womit kräuselt ihr eure Ilaare? Ssoha deha karie? Mit 
was schiessest du? ft) relativ z. B. fso bukkoske trebbohla, 
was zur Leber gehört; fso trebbohna [PI.?] pasch o draaba, 
sar Aiücnei gehörig; fso pasch o beero trebbohla, zum Schiff 
gehörig; fso preiskerdo fsasti vela, was bezahlt werden kann 
(xahlbar); fso baro beeriskero panin hi (was eines grossen 
Schiffes Wasser ist), oder: i flysfa, kej beero fsasti dschala 
(ein Fluss, wo ein Schilf gehen kann), schiffbar. Im Acc: 
Sso tu rakervocha, adava hi vonze fsaaben Was du redest^ 
das Ist nur ein Lachen, d. 1. lächerlich (fsauopen, der Schlaf). 

Wldh. So rackerwcha? Was redest du? Hau pieke- 
weha? Was willst du verkaufen? 

Rtw. Ilo spinderde, was sie- gesponnen hatten , als Re- 
lat. Iloske (warum), hosky (aber). 

Bisch. Ilo, was, s. aufmerken, verfluchen. Apo hoste 
kl, worauf (eig. auf welchem ist). Hoske, warum, wofiir. 



C. Wortbiegnng: 251 

Alter: So (qnid^ was) and sossa (qaa re) neben dem 
persönlichen kandsa s. ob.' S. 193. 

Frenkel: Tschi --ho! kardo hl, nichts, was g'emacht 
ist Joh. I. 3. Hol? was? L. 1. 67. Hol trän? aber anch: 
hoske? Warum? LG. — jjHoi (was) bei Frag-en und reflexiv 
[relativ] ^^ und „hoha, womit ,^^ von hol und ha, wie ^oder 
für g-oider" Graff. Ms. — Bemerkenswerth ist hierin dasr 
nachtönende 1, was doch sonst feminalen Charakter zu haben 
pfleg't; sollte es etwa eine Partikel sein? 

Bw. Sos (Pron. relat. Who, that. Que). Sog^ar Im 
PI. fem, z. B. Luc. XXIV. siras sos — (die, welche), as ave- 
res, SOS — (die übrigen, welche) 10. und 14., aber auch 
niasc: ä junos sos — (zu denen, welche) XIX. 24. junos sos 
sinaran segritones XIU. 30. Allein der scheinbar spanisch- 
plur. Form zum Trotz, steht es auch oft Im Sing*. z.B. o ter- 
noro, sos sinaba (das Jnng-e, welches da war) 32.; k ocona 
g-au, SOS sineia de niamui (zudeniDorfe, das geg-enüber liegt) 
30. — Damit verbunden: sos que Adv. (Where. Donde), 
rücksichtlich des vielleicht präpositionalen SulT. [etwa -kej 
an Andüque (Whitlier. Adonde), nov-j L. VlIL 85., du que 
(Id.) XVIL 17. von wahrscheinlich anderem Pron. s. sp. — 
Sarsos (So that. Con que) mit sar (Con); persos (Porque), 
presas Id. z. B. Luc. IX. 14. 24. 25. 26. mit den Präpp. 
per (For, by. Por) und prc (For, Por); endlich aunsos 
(Aunque). 

Pchm. S.25. N. V. so (was), Neg*. niszt (ni(Ats); G. 
soskero (wessen); D. soske (wem) , aber hoske (warum) S.40.) 
Neg*. nihoske; Abi. sostar (woraus), Neg*. nlhostar; Soc. soha 
(womit), Neg*. niszoha, welches ganz verschieden von szoha^ 
Un^. soha (niemals) S. VI. u. 48. Dem fügt sich wohl die 
Qualitativpartikel sar, har (wie) Pchm. an, die bei Graff. 
har (gleich^ als) S. 43. und Jiar (wie Lat. Ita in Betheurungs* 
formein) S. 44. und nach Ms. auch bar (als) bei Compar. und 
von der Zeit (als); Rtw. hirr (wie); Alter sV (quomodo) 
nr. 270. u. s. w. lautet. — Schulz. Gr. Hindost. p. 78. hat 
IT^ (sicut), aber neihl-sarka (ne) p. 38., das sich etwa, wie 

Lat. ut ne, Gr. onwg firj fassen Hesse. Ob dies einen Ver<" 
gleich zulässt? Ausserdem bietet er p. 77. vgl. 15. ein post- 
ponirtes^^ so für Qui, wogegen bei Shakesp. Hindust. DIct« ' 
p. 454« „Illnd. ^j^ 8u sometimes used for ^^ ao^ He, she, It^ 

they cet." Wollte man nun unser Zigeunerwort hieran, oder 
gar an das Sskr. demonstr. so (o) anknüpfen, wogegen des- 
sen Interrogative Natur zwar, aber nicht seine relative sich 
auflehnt, so käme noch insbesondere sein durchaus neutraler 



252 n. Grammatik. 

Gebraacli, namentlich g^eg-enübcr dem ^anz eig'entlieh persön- 
nchen Sskr. so [lad Ist: es], al^ sich einer solchen Zusam- 
menstellung henig- widersetzend, gar sehr in Betracht. Wahr- 
scheinlich gehört es zum folgenden von ebenfalls mir noch un- 
klarem Ursprünge, aber umgekehrt persönlichem Gebrauche. 

4» Ilawo, hawl hl, Welcher, welche Ist's Bisch. S.104. 
-» Szaro hal (qui es) Grellui. VU« 

P c h m. S« 25. Hav 0, i, Im Ungar. Dial. savo, I , welcher, 
e, mit Flex., wie czirlklo ob. S. 196. Havl fragend z. B. 
8.68.; havo (welche Axt? und daher, wie N.) Acc. S. 59. 
Relativ havo (welcher) S.79., Ilthi, havl (arbor, quam) als 
Acc. Fem. S. 55. 

Graff. S. 24. 25. hatte erst bloss sabi, sawi f. (wel- 
che), Im Ms. aber sabo, I, PI. e, welcher, als Relat. — 

Frenkel: Hab' gruss lii cow'? Welch ein Grnss Ist das? 
L.L29t Acc. Dair cow lab parrdo wela, fsawo (quod, als Unbe- 
lebtes) caj Job pendafs Auf dass das Wort erfället werde, 
welches er gesprochen hat, aber: fsawes nie dschumewawea, 
welchen Ich küssen werde. Schwerlich ganz rictitig: pirode- 
Jass les, hawo [Acc.?J cammelles lo Er hat freigegeben Ihn, 
welchen sie wollten [der Form nach vohl : es, das Volk, woll- 
te im Sg.] LG. 

Zipp. sagt: „Kohn und fsawo bedeuten glelchviel,^^ 
und fügt hinzu, dass von fsawo gelte, was von kohn, näm- 
Ifeh dass es nur als Subst. flectirt werde, also vor Subst. 
ohne Flexion bleibt, z. B. von fsawo grel im Gen. fsawe 
preiskero pori hi lengsto, welches Pferdes Schwanz ist lang. 
Kohn mannsch, — kohn (oder fsawi) romni — adava tokke 
penjas Welcher Mensch — welche Frau — hat dir das ge- 
sagt? Ssawo, was fttr einer, quis. Deh tu e greis adrjr, 
Spanne das Pferd an! Was für eines? Ssawo? — Ssir, 
apro fsawo kova, jov tot tschordjas? Wie, auf welche Weise, 
hat er dich bestohlen? — Ssawo nianusch shi adej, welcher 
Mensch ist hier; fsawo hl adda manusch, was ist das für ein 
Mensch? Ssawo hl dava? was Ist das für einer (qualls)? 
Adava hl akkia fsawo das ist ein solcher (talis). Akkia 
fsawo manuschus, einen solchen (vgl. solch mit welch; denn 
akkia helsst: so) M. Akkia fsjiwo koova, solche Dinge. Mä- 
re rakja (A. st. D.) hl akkia fsawo hart wasta. fsir okko harr 
Unsere Magd hat so [solche] harte Hände, wie ein [jener?] 
Stein. Adawa hl akesfawo nasflepenn Das Ist so eine 
Krankheit. Ssawl wundra! Welch ein Wunder! I! fsawo 
Bchukker koova! 0, welch ein schönes Ding! Ssawi freuda, 
patuf! Welche Freude, Ehre! Ssawo bachtelo dives hl dava! 
Welch ein glücklicher Tag ist das! Im Masc fsawo, eskro, 



C. Wortbiegang« 253 

esti, es, estcr, eha; PI. fsawo mannscha h! adej (sind hier)^ 
fsawcn^eri, fsawcndc, fsawen, Abi. fsawendcr lijal tu? MII 
[vielni. von] welchen hast du bekommen? Ssawinäa tu dschaha« 

5. Bw. „Coin Ptan. relatn Who. Qui^n. Hind. kaun,^ 
Co in Tlg; h. HL 7., de coin ov 16. Coin T/; 1.66.; PI. opr< 
CO in es (I9' oig) XIII. 4. Das Wort hat in der Aussprache 
eine leise Färbung vom Span, ang'enommen, entspricht aber 
sonst dem Ilindust. ^p^ iaun, pron. who? which? what? 

oder^ io (im Brs^) pron. who? auch Mahr, kdna (who?) 

Carey p. 49. — Zipp.: ,,kohn wird declinirt, wenn es sub-- 
stantivisch gebraucht wird ; sonst nicht, als Kohna manusches- 
kero hi adava grey^ welches M. ist das Pferd? kohna mi- 
nuschiste dijal ada ^reis? kohna manuschus bitschijal.^^ Kohm 
hi adey? kohn hl dava? Wer ist da? Wer ist es? Kohai 
tokke penjas? Wer hat dir das g-esagi? — dewcl, kohm 
meen rikkerla, Gott, der uns erhält. Itschep, kohn mydschach 
rakerla, shi armandiini Die Zung'e, welche lästert, ist ver-' 
flucht. Also auch relat. — Kohneskero hi akko g'reiy 
Wessen ist das Pferd, wie colleskrl t'well, Wess er sein soll 
LG., yielL mit Istn. — Kohneskete (wohl nicht Frag- 
partikel, sondern Versehen für: tu) penjal Wem hast du*s ge- 
sagt? — Kohn hoes adava, kohn es te ado dsi höes? Wer 
ist's gewesen, der das Her/ gehabt hat? Kohneste tu dQal 
adava Wem hast du*s gegeben? — Kohnes tu bitschejal 
Wen hast du geschickt? — Kohnestartu lijal Von wen 
hast du bekommen? — Koncha tu avjal Mit wem bist du ge- 
kommen? PI. kohne manuscha; G. kohningero; D. [der Fonv 
nach A.] kohnen manuschln addowa tu dijal. Welchen M. hast 
du das gegeben? Acc. kohnen; Abi. kohnender^ Soc kohnen- 
sa, kohne manuschin^a, oder fsawwo manuschinsa, mit welche«- 
Menschen ? 

Graff. S. 86. doba, kon, derjenige, welcher; aber 
interr. Ms.: „gon (nicht kon) bei Fragen: welcher ^^; com 
(quis?) L. III. 7. Fr. S« auch ob. den Superl«, bei welcheii 
aber Graff. im Ms. noch an den Armenischen Gebrauch 
(Jhb. für wiss. Krit. 1836. Jan. Nr. 13.) erinnert. — Rtw. 
koohn wer (quis?) — Bisch, gohn wer. Gohnhigai? Wer da? 

Pchni, S. 25. hat nicht allein im N. ko (wer) ohne n, 
mithin entsprechend dem Pali oder auch, in gewissen Verbim-- 
dnngen, dem Sskr. Merkwürdig erachte ich auch das a Im 
den Cass. obl. (und nicht, wie sonst, r), was vielleicht sich 
hier, wo das Wort kein besonderes Fem. hat, geltend ma-r 
eben durfte. N. ko. G. kaskero. D. kaske. A. kas wen 
S. 54. (vgl. ob. las , ihn). Abi. kastar aus wem« S. kaha mU 



254 IL Grammatik. 

wem. Ko wer S.64., aber kedova^ welcher S.42.9 welches 
offenbar also mit der relativen Part, ke, oder mit dem Pron« 
ko sieb verbündet bat« — Mit Litb. Vorscblage: billekay 
(irgendwo), billisfer (erstwie, v^l. Litb. bille kaip). Sonst 
B* über die Indef.: vareko jemand, vareso etwas, vare- 
havo, ein gewisser, varebar (so so), varekaj irgendwo 
o. s. w. ob. S. 92. — Aucb Bw. quicbi Adj. Adv. (As 
many as), Pcbm. keci, Zipp. kitzi? Biscb. gitscbi (wie viel), 
rlelleicbt darcb Assibllation entstanden aas Sskr. kati (qnot), 
woranf Sbakesp. aucb liindust. LuT kitnä und [xT kittä (How 

m'any) znrOckleitet. 

Aas diesem Pron. entspringen nnn viele Partikeln 
a) viell. kaj Conj. dass 2. dann Pcbm. s. sp. und b) local 
o) mit einem i , das an die Sskr. Locative (s. ob. S. 188.) ge- 
mabnt, Pcbnu varekaj (alicubi), nikaj, Zlpp. amgedrebt kelny 
(nasquam) ; aucb bei diesem , ausser key wenn (kanna) , kejr 
wo, wobln? key dscbana? Wo gebt ibr bin? kej lljan tume 
(oder: karik anjan tume; im Sg. anjal tu) ada kraftmeblo, 
Ban bi latscbo. Wo babt Ibr die Stärke gebolt, sie taugt 
niclits. — kai (ubi) Alter nr. 260. — Dowa keer (das Haus}, 
kai (worin), kolester (vor dem), kai (wohlnein) me wlum, 
leb gekommen bin Rtw. — Geitschalia bingeben (elg. Wobin 
liebst dn'O Wldb. — Gai bal? Wo bist du? Gai dschaha? 
Wobin willst [elg. gehst] du? Biscb. Kay bal tu? Wo bist 
da? key tu dscbaba akkia zig? Wo gebst du bin so ge- 
«scbwind? key dscbala jov, joj? Wo gebt er, sie bin? dscba- 
na jol? geben sie? kej koeba tu? Wo willst du bin reiten? 
Zipp. ß) kotte (wo) Rtw.; cotte wejcnnle, da (quuni) sie 
kamen LG., olTenbar mit Dativendung S. 184., allein mit be- 
merkenswerthem Mangel (aucb in der nächsten Nummer) des 
Zischlauts, falls man nicht die Form für weiblich nimmt. — 
Y) katbar woher, wodurch, nlkathar, nirgends durch , vareka- 
thar, irgend wodurch Pcbm. — Katterweha, gurko, woher, 
JUw., offenbar das erste Wort: ünde vcnis? — Ist gurko et- 
wa: Herr, wie xvq u. a. F. = xv^te DC. , und dazu aucb 
klrvo (Gevatter) zu stellen? Oder ist das Komma zu tilgen, 
and enthält ein zu gurko noch hinüberzuziehendes a (diese 
Woche)? Eben so gatterhall (Wohnort) Bisch, s. ob. S. 70. 
and vgl. göwaball (Rang; eig. wohl: Der bist du), sich er- 
klärend aus: Gatter bal tu? Von wannen bist du? LG. Kate- 
ra Woher (kommst du?) Zipp. Gatter dschaha awri u. wor- 
aus. Bisch. Gader wela? Woher kommt er? Wela gader Er 
kommt daher (offenbar durch Aphärese: wela'g., oderwel 'ag.'i 
B.Db.S.188.Abl. ö) kärlk avela jov? Wo kommt erber? Karlk 



. » 



G. WortbiegQBg. 255 

avena turne? Wo kommt ihr her? bedeutete!^. wohl: aafwdclifr 
Seite (rik)? Doch s. die Prüpp. — c) temporal: a)ködö (vgl. 
Sskr.kada), koli (qaando) Alter nr. 266« /^kana wann(akana, 
jetzt), yarekana manchmal, nlkana niemals Pchm. (kajvta, wann, 
und nikava niemals S. 33. sind Druckfehler). — kanna fquan* 
do), kdna? wann? (akanna Nun, Lat. nunc) Zipp. — Man 
vfci* noch die Demonstr. a ^anna (jetzt) Bisch., axani (nunc) 
Alter nr. !267. , wohl zu yerbessern aus dem g'leichbedeutendem 
akana Grellm. WJ. Gana (jetzt) Graff. Ms. Akanna nur (mo- 
do) Zipp. IIo kerdafslo cann UebelsV Was hat er denn Ue- 
bels gethan? LG. Endlich acana, aocana Adr. (Now. Aho- 
ra) , desde acana (unb rov vvv) L. I. 48. mit falschen Erklä- 
rungen aus dem Pers. und Sanskr., während aber zu untersn- 
chen bleibt, ob man hierin nicht Span, a mit cana f. (Ilora. 
auch Gampana) Dw. zu suchen habe, so dass es dem Spaa* 
Ahora analog stände. Ueberhaupt aber möchte noch die Fra- 
ge sein , ob zwischen diesem Subst und der Partikel ein ver- 
wandtschaftlicher Zusammenhang anzunehmen , und welchem voh 
beiden die Priorität einzuräumen sei. Stammte z. B. die Part, 
aus dem Subst., so Hesse sich deren Anknüpfung an dag 
Pron. In Zweifel ziehen, 

6. Ehe wir weiter gehen, wollen wir zuvor eine sich oft 
in den Sprachen wiederholende Erscheinung kurz berühren, 
wonach der räumliche Gegens^atz zwischen II i e r und Dort, 
Diesem und Jenem, Nähe und Ferne auch ins Gehör fällt durch 
die Vocalunterschehiung, welcher gemäss sehr sinnig dem Nä- 
heren und desshalb Helleren ein hellerer, dem Entfernteren 
und desshalb mit Ohr wie Auge schwerer Erfassbaren der 
dunklere und dumpfere Laut zugetheilt worden. Man vgl., 
Beispiels halber, üng.: ez (dieser), az (jener). — Im Ghl- 
lek t^^f &? j-*-I assee be aossee „from one side of the river 
to the other" Chodzko, Spec. of Pers. Poetry p. 536.; L! 
ara (here) , \^^\ ora (there) p. 544. ; y aia (here) , »^\ 4ia 

(there), wie auch Pers. ^jt (hie), ^ (ille). — Wolo fisch 
biley (celui-^i), baley (celui-la) Dard, Gramm. Wolofe 
p. 3. u. a. p. 31., doch vgl. p. 36. — Tamil: iven (this 
man), aven (that man), im Telugu: virfd'u und vand'u. 
Ellis Note to the Introd. of CampbelVs Teloogoo Gr. p. 70. 
— Malab. nach Alter, Sanskr. Spr. S. 198.: evide (ubl), 
Ivide, inghe (hie), avide, anghe (illic); eppol (quan- 
do), ippol (nunc); enghene (quomodo), anghene (ita, 
gic). — Hindi: yaha, waha (this, that), yahäm, wa- 
him (here, there), idhara, udhara (hithcr, here; thither, 



2ä6 IL Grantmatik« 

tliere)^ idbaray adhara (hcrc and tliere). Hiiidnst« g«^ 

U (hie), ^^\ US (nie); ^\ in (is, Istc), im Fem. ini son- 
derbarer Weise durch illa wiedergegeben, ^^t un (ille), umi 
(illa) Schulz. Gr. p. S3— S5. 

Im Zig*. lässt sich dieselbe Wahrnehmung machen, nar 
dass ich zweifelhaft bin, ob sich nicht gar fn seinen Demon- 
fltrativiiron. der dreifache Gegensatz des Lat hie (mir nahe), 
igte (dir nahe), ille (beiden fern) vorfinde. Man beachte 
hier nun die Antithese im a (e) und o (u), deren ersteres die 
Nähe, das zweite die Ferne anzuzeigen bestimmt Ist. VgL 
Pchm. adaj (hier), odoj (dort). — Voc. Petr. adäi (hie; 
hier), odoi (illic; dort). — Rtld. ojol [j st. g?J dort, agei 
hier 1.76. — Bisch. 1. a gai, agai, hier, und a gatter 
Aw', hieher (](onim!); o gai (da) u. rückständig. S. a gotte 
dort; dahin (s. ungehindert), vgl. mit gade (hier, hieher) 
Gralf. S. 43«; akkote (ty), dorthin, wie wäwerte anderwärts, 
Zipp., neben bis catte, oder bis gatte, bis hieher. LG.— 
Zipp. adey, da; akey, hier, hieher (De i seen akkej Gieb 
den Sattel her); akoy dort, auch: da, daselbst; akuy und 
okoj dort. — Gralf. S. 44. koi dort, da, S. 15. 16.: dahin, 
hin; im Ms. zu S. 46. : „goi, dort, goider von dort. Ob ga- 
der, gaider?^^ Ferner: „koi dort, goi Wurst; doch Ist mir 
goi, dort, wegen gai, wo, wieder wahrscheinlich geworden^^ 
«. a. e. a. 0.: „goider (koi der ausgcätrichen) wird fast 
wie godder, daläge fast wie dagge [matri?] gesprochen,^' al- 
lein Ich niuss mich doch entschieden, wenigstens von Seiten 
der Etymologie, überall für it, und nicht g, erklären. — 
Frenkel hat z. B. Toi his je baar, toi trin kijas Jesus, Da 
war ein Garten, darin ging J. Judas, cow kaj (eig. wohl: 
der da) pukkedas les, dschandas coi (hier fem. Art.) Jegag 
nina, J., der Ihn verrieth, wusste den Ort auch. Und har 
Job toi hin wejafs, penndass job app' lente, Und als* er da- 
hin kam, sprach er zu ihnen: Peschenn turnen kai Setzet euch 
hie, jak raha (so lange) me dschaha [wohl Versehen st. dscha- 
wa] coi hin und priesterwawa , bis dass ich dorthin gehe 
und bete. Atschenn kaj, und atsch pre (elg. Sg.: bleib 
auf) manser, bleibt hie und wachet mit mir. Und job kejas^ 
l'wawre koppc, ball toj. Und er ging zum andern Male, 
abermals, hin. Tlkke, Job hl caj, cow caj man pukk'dass. 
Siehe, er Ist da, der mich verräth (elg. Perf.) LG. Hls coi, 
war da. L. 11. 13. Und coi [quuni, also temporal] jon kett'ne 
hls, pendafs P. app' lende Und da sie versammelt waren, 
sprach P. au ihnen. Toi [tum] kaardenn [PI.] i ganzo haufa 



C* Wortbiegnng« 



257 



Da scbrle der glänze Haufe LG« Recl^t schlagend stellt sich 
der Gegensatz heraus in der Bezeichnung des Hinundher 
Tgl. sp. die Conj. the (und). Zipp. akkej t'okkuy (hinund- 
wieder), eig. hier und dort; oknj tekkay (hin und her) z. B. 
jov naschela (er läuft). — Pchm, adaj th'odoj (hin und 
her) S. 33. 60., vgl. S. 64., wo adaj th'cdaj [ob th'odoj, 
oder the*daj, wie so eben tekkaj doch wohl für: te kay?] her 
und hin, viell. also mit Wiederholung desselben Pron. , 

wie Bisch, u. schielen : agai da agai [hiehin und hiehin], 

dahin und dorthin. Tolleske, dall job fsikkerdafs jak ti jak 
annu tscheela Biboldengro tem, damit dass er gelehret hat hin 
und her [ob eig.: so und so, s. sp. ?] im ganzen jüdischen 
Lande LG« — Ferner in: Zipp. Akka rigk (diese Seite; 
vgl. akarik, von hier) dschin akuy (von hier an bis dort- 
hin); apekai rik diesseit, apokuj rik jenseit, vgl. apowa- 
werik Bisch, und prew. Rtw. (jenseit), eig. auf der anderen 
Seite. Vgl. auch Zipp« dscha, dscha krik Fort, fort, geh, 
geh, und Dsan [schreib dsch.] krik akarik Gehi^weg von 
hier; s. sp. Präpp. Auch wohl okia (fort) Pchm. scheint 
comp, mit kia (zu) und buchstäblich : illuc , nicht hinc zu be- 
sagen. — Apokaija rik (diesseits) , apokuija rik (jenseits) 
Zipp. ist augenscheinlich das femin. Pron. hinter apo (auf) 
mit dem Fem. rik (Seite). Bei diesem findet sich nämlich Fem. 
akka, akkaija romni (doch wohl, wie Räd. ageie romni: 
Haec mulicr) und akkujja, akuija romni (iiia mulier), auch 
okko [so hinten mit >o!| jenes (Mädchen), wie addo manuschn! 
(dieses Weibesbild) neben adda manusch (der Mensch). — 
Ausserdem: „1. Ada (hie, Lith. tas zmogus), der, G. ada- 
leskero. 2. Akka (is, LiUi; fzis 7m.), akkava, auch ak- 
ka, dieser, akava. G. akkaleskero. 3. Akkova (iHe, Lith. 
ans), akova jener, akova das da. G. akkoleskero. PI» 
akolla (illi) als Subst.^^ HIebei scheint aber in Betreff von 
ada (hie) und akka fis) die Verwechselung' statt gefunden zu 
haben, dass umgekehrt zu jenem: is, zu diesem: hie gestelU 
werden müsste. — Auch Graff. Ms. zu S. 96. 28. giebt eine 
dreifaclie Form, jedoch ohne ihre Bedeutung: !• gaba, gaja 
mit ga; gai. 2. goba, goja mit go; goi. 3. doba, 
doja mit do; (hier ohne Beigebung einer Partikel, welche er 
aber z. B. aus Frenkel: toj [t ungenauer st. d] hätte ergän- 
zen können). — Rüd. L 75. ajowe, ajoje (der-, dieselbe); 
agei [so!j, f. ageie (dieser, e). 

„Koba, wahrscheinlich doch goba, nicht selten go- 
wa gesprochen, fem. goja, hat noch viel Räthselhaftes. Na- 
mentlich ist es merkwürdig, dass es nicht nur, wenn für un- 
ser das (dieses) — vgl. Matth. XIV« 13. — gebraucht, auch 

17 



258 n« Grammatik« 

im Acc. Bg^ (koba) ^oba behält, sondern anch fm Acc mit 
Adj. verbunden ebenso ^oba behält. Z. D« Ich nehme das 
€rünc, me laba koba senelo, während: me laba kola sche- 
res, ich nehme das Haupt; kola romesg-e hal du misclido doha 
Für den Mann bist du i^ut g'cnug-; kola romeha sei dschaha 
du, mit dem M. kannst du g^ehen. V^l. kola romniaha^ mit 
der Frau. S. 37." Handschriftliche Worte Grafifunder's za 
S. 88. — Dabei entsteht nun die Frag-e , ob nicht dies Pron. 
zuweilen zu einem wirklichen Subst. geworden, so dass man 
sich dann auch wenig'er über die sonst auffälli§^e Flexion z. B. 
von göwa Sache ob. S. 174. zu verwundern hätte. Ich meine 
1. ko va f. (l)ing') Pchm. Ssharo kowa Dewel dijas Gott hat 
Alles [eig*. jede Sache] g'eschaffen Zipp. u. s. w. 2. Das 
viell., trotz dem Mang-el des s, ursprünglich ablative koter 
Stück Pchm. (glchs. davon etwas). 3. kola (Kleid) richti- 
ger wohl PI. Rtw. ; „PI. koola die Kleider überhaupt (jek 
fsocha, ein Frauenkleld)" ZIpp.; Acc. Icskre koola (seine Klei- 
der) LG.; coneles L. XXIV. 4. — Man vgl. kowa (das) 
Rtw. mit towa (das) Acc. L. H. 12., ferner Hallauter towa, 
(alle Dinge) hl trän colleste (durch dasselbige. N. cow- 
his, dasf. war Job« I. 2.) karrdo, und ohne cow* hi tschi 
Jcarrclo , hoi kardo hi Job. L 3. Auch Ib. 10. anno [towa aus- 
gestrichen] cowa, durch dasselbige; L. I. 53. aber: put cowa 
(viele Sachen = Güter). — Vielleicht haben diese Formen 
Aphärese eines a erlitten, welcher Buchstab etwa das stren- 
ger unterscheidende Merkmal Vota obigen Interrogativstamme 
abgäbe. So steht caba I^on. dem, (This. Este) z. B* on 
caba foro (In this city) Bw. II. 84. neben dem gleichbedeuten- 
den acaba; acoiAdv. (Here. Aqul), also, dem strengeren 
Gebrauche entgegen, mit o st. a etwa um des Sp. aqul willen ? 
Acatan Adv. (Hither. Aca) etwa das Sp. Wort mit Zipp. 
than (Reihe) oder ein alter Dat. auf -te diesmal mit nachge- 
stellter Präp. an oder Ung. Suff.? — Die demonstrative 
Kraft des a als Präf. erprobt sich in den Bezeichnungen des 
Heute (hodle; im Sskr. a-dya mit dem Pronominalst a) u. 
s« w., als z. B. Bw. a-chib^s, s. v. a. Pchm. ada-dives 
(heute), wie adalinaj (heuer); Fr. caw* diwes L. H. 11.; Sz. 
aw-diwe (wohl mit Unterdrückung der Gutt. vorn); Rüd. ka 
dive9 (vgl. ihn auch S.76., wo die Verwirrung so zu lösen: 
ka dIwes, agawe dlwes heute; teisce gestern, morgen s. Lex.) 
durch Aphärese des a; Graff. S. 44. gaba divcs (heute) = 
a gawa diwes Bisch. S,57., wie im Fem. a gaia brewul 
(diesen Abend) u. einladen. Ada dives tro tschora nan hi 
tehele kerdc Ihr seid heute nicht barbirt (dein Bart , PI. , ist 
nicht herunter gemacht). Me ada theisfirla lazjum ada rakja ke 



C. WortbiegUD^. 259 

joj c bala dral e peskere pbowa zirdejas Ich babe diesen Mor- 
gen das Mädchen ang-etroffen , als sie sich die Haare aus den 
Aug-enbraiincn raufte. Zipp, Vg"L Bis app cow diwe?, ann tow* 

— (Bis zu dem Tage, an welchem — ) L. I. 20.; pall* colle 
Uwes, nach den Tagen 24.; ann' coli Uwes, in den Tagen 
25.; Graff. koba dives S. 38* neben koja rad Ms. zu.S. 39. — 
Sodann Bw. a-rachi Adv. (Last night. Anoche), was man als 
spanisirt deuten könnte, stände dem nicht Sz. d-rati (gestern 
Abend; eig. wohl: diese [verwichone] Nacht), entgegen. 
Mri jakk ada zelo rat na kerdjum zu Ich habe die ganze Nacht 
kein Auge zugethan. Cai rat, ann caj rat (in dieser Nacht) 
LG., vgl. anno coj coora, har tub kerrdas (unter der Stunde, 
während er Rauch machte) L. I. 10. -^ Das a scheint nun 
aber auch eine locale Endpartikel, entsprechend den Zusätzen 
in oS^ly frz. celui-^i u. s. w., was, es scheint mit Grund, 
schon Bisch. S. 15. andeutet, indem er sagt, „statt des Artl^ 
kels [?] bediene sich der Zig. des Fürworts mit vorgesetztem 
und angehängtem Bindewort, z. B. a jow a (da er da), a 
joi a (da sie da).^^ So erklärten sich wenigstens die obigen 
Nominativ -Formen mit a sowohl hinter Masc. als Fem. Des 
letzteren Charakter i verschmolz leicht mit dem vorhergehen- 
den Voc. zu einem Diphth. , oder kräftigte sich um Aufhebung 
des Hiatus willen zu j. Der labiale Cons. des Masc. (w, v 
oder b) liesse sich, wenigstens hinter dem labialen o, auch 
nur als eine Verbreiterung dieses Vocals ansehen; vor wel- 
cher Erklärung jedoch mich noch theils acaba u.s. w., theils 
das doch kaum ein rein wohllautliches b, w enthaltende sabo 
u. s. w. zurückschreckt. — Noch vgl. man: alales (da hast 
du es) Bisch., wohl der Imper. le (nimm) mit les (es) und ei- 
nem demonstraUven a vorn. Wldh. : Alcadrejgaris sob 
Da hast den Dreier (dreygaris s. ob. S. 103«) , dessen ca ent- 
weder den oder allenfalls einen (jekhe) ausdrücken muss. 
Sob steht wohl für: te sob (zum Schlafen), da te (dass) oft 
sich mit der scheinbar imperat. Form des Verbums verbindet« 

— Mag sein, dass nicht minder das oft vor hi (ist) erschei- 
nende a Zipp. , € Pchni.; und a bei Part., welche bald mit, 
bald ohne dasselbe erscheinen, als avrj, draussen, awryall 
auswärts, apallall hinterwärts u. s. w. einen ähnlichen Werth 
(da) hat. Vielleicht auch , wofern man nicht an Hindnst. änkh, 
Sskr. akshi (oculus) sie anknüpfen will, hielier, als pronomi- 
nalen Ursprungs mit Locativendung , Ake (Ecce, en. SiehJ 
Alter nr. 273., und daher Mithr. I. 245., womit schlecht nr. 230. 
das angebliche ake (caedere; schlagen. Etwa: hacket) 
sUmmt. Gewiss ganz interjectionell ist Ehe! (Böhm. Hie!) 
Pchm. S. 58. H e acol (sieb da) , ISov L. XIII. 30. 35. Bw. ; 

17 * 



260 II. Grammatik. 

könnte allenfalls he das Verbam [est] sein? VgL Zipp. Oke 
hi je baro spigio Da ist ein grosser Spiegel ! D i k 
(schau ; vgl. auch oidik je gowa Schade ! eig. sieh eine Sa- 
che!) Bisch, ist ein Imper. = Hindi dekha, sonst 16 See. /n- 
terj. Bei Zipp. öke dik, avela Sieh da, er kommt; also ver- 
bunden mit 99 oke, welches heisst Ecce! en! Da Ist's; Lith. 
fztay kur!^' Sonst Ok awena Romma, Dort kommen Zigeu- 
ner. Oke! rare reia Da Ist es, mein Herr! Oke hi tot jek 
chadwilge Da habt ihr einen Ducaten. Oke a hi tro djnaris 
Da ist euer Diener u. s. w. Des Walach. jaca, jacate, auch 
jat^, siehe! gedenke Ich, ohne einer Beziehung desselben za 
dem Zigeunerworte mich versichert zu halten. 

Als demonstrative Modalpartikel wahrscheinlich dem 
conjunctiven kaj [dass; gleich dem Lat. ut, wie, dass] Pchnu 
entsprechend: akeake hi (so ist's) u. widerlegen. Na [st. 
ma] gehr' tut akSake Verstelle dich nicht so, doch wohl: ma- 
che, (wie gerr* tutt ket^ne [mach' dich zusammen], marschfer- 
tig), und nicht von gahreäf (verstecken). Keake da keäke [so 
und so] veränderlich. Akeake (so) u. unausbleiblich« Damit 
der Bedeutung nach nicht sonderlich stimmend: immer* Akeake 
but (so sehr) S. 75. Bisu^h. Te vam me anna tro stetto , to 
me keraves akkia te akkia. Wenn ich an deiner Stelle wä- 
re, würde ich es so und so machen. Dschakkerven akkia 
harga, poske me wawa Wartet so lange, bis ich komme. Ak- 
kia fsir tu tro lav rikkervoeha, akkia me kerava, fso tu kam- 
moeha Wofern du dein Wort halten wirst, so fern werde ich 
auch thun, was du haben willst. Akkiakes [mit Adverbial- 
endung s. S. 212. und redupl.] geljas adava So Ist das zuge- 
gangen. Jov akkia zig muljas, ke mee na pandejaitf adova 
Er ist so plötzlich gestorben, dass wir das nicht geglaubt ha- 
ben. Akia but (so viel) Zipp. = adecl Pchm, Akkia fsavc 
mannschin [A. st. D.] na dela mro devel tschi Solchen M. giebt 
Gott nichts. Zipp. s. ob. fsavo. — Rtw« k lacke (so), wie 
Graff. Ms. ^^giage und gial: Ita und etwa (so)% der^n das 
letztere sich an andial, andal Adv. (Thus. Asi) Bw. anzu- 
reihen, und mittelst der Adverbial -Endung -al, s. sp., (je- 
doch auch andiar L. XH. 43.) gebildet scheint. Ob ad'a (so) 
s= akkia? s. S. 88. Sonst weisen ad'a (so) Pchm. S.SS«, 
od'a (ob bloss aus Versehen mit o?) S. 66. nebst akad'a (des- 
gleichen) s. ob., auch allenfalls auf das, mit d auftretende 
Pron. zui-ück. Noch hat Pchm. avoka (so) S. 68., das doch 
nicht etwa Rtw. wawa (mit) einschliesst? — Frenkel hat oft 
jak' (so), was z. B. an Poln. jak (wie) erinnert, doch mag j 
bloss ein Vorschlag sein durch Angewöhnung an das Slawische, 
welches ^elne Vocale zu Anfange nicht liebt« 



C. Wortbiegnng* 261 

Die Aug^enblfcls weiter za besprechenden Pron« haben 
mit joF, joi und seinem Zubehör das Gemeinsame , dass der^ 
Nom. Sing*, m. u. f. sich exclasir geg'en die übrig'en Casito 
verhält, indem derselbe das in letzteren zam Vorschein kom- 
mende I, mit Ausnahme des oben erwähnten Falles der Enkli- 
se und einiger bei Bw. , wie ondole, f. ondolaja (El, 
ella), von sich fern hält; etwas anders steht es um den X* 
PI. Nicht einmal eine Abweichung' macht der stetig* vor allen 
Cass. obl. (niclit Immer beim Acc.) fortlaufende Gebrauch ei- 
ner festen Form, z.B. kola Graft., da wir früher e le Zipp., 
ole Pchm. auch in dieser Weise verwenden sahen, während 
hier wie dort in freier substantiver Stellung* wirkliche Fle- 
xion statt findet. Sonst dürfte auch noch wohl das 1 in Nom. 
und Voc. PI. (S. 160. 177.) z. B. i tschiale! ihr Mädchen! Graif. 
einige Beziehung- za der zuletzt erwähnten Form haben. — 
Nur, glaube ich, weil er von der irrigen Ansicht ausging, 
dass koba (der), koja (die) Artikel sei, während es mir 
vielmehr als ein emphatischeres der, die (derjenige u. s. w.) 
gilt, nur diese vorgefasste Meinung möchte Gratf. S. 28. an 
Auffindung der Casus dieses Pron. gehindert haben, obschon 
er gleichwohl dem zum Trotz das Poss. kolesgro , kolagro 
(sein , ihr) , PI. kolengro (ihr) S. 23. 32. sehr richtig anglebt. 

Beachtung verdient sein Anstoss an dem sonst feminalen 
a des kola wenigstens im Sg. m. und PL, wofür nicht nur 
nach der Puchmajer*schen Regel S. 205. kole mit e stehen 
müss.te, sondern auch bei Graff. S. 39. vgl. ob. S. 158.\ ver- 
bunden mit den Berichtigungen, wirklich: kol^ dschükla (die 
Hunde) steht. Desgleichen Colle kei lejenneles pre Wie 
viele da nahmen Ihn auf — Job. 1. 12. und Colle ham Wel- 
che sind (also ham, eig. sumus, wir sind, verwechselt mit: 
sie sind) 13., colle rom, coli* kai rikkerwenes les, ver- 
spotteten les, die Männer, die ihn hielten, verspotteten Ihn 
LG., imd, wie es scheint, abgestumpft vgl. ob. S« 158., z.B. 
coir wallette die Knechte LG., deP colT manuschende unter 
den Menschen L. L 25. So auch von der nahverwandten Form, 
Rüd. agale schtar tschawe (diese 4 Knaben); Pchm. S. 71. 
akale marhendar f. (von diesen Sachen), aber pre kale len 
(über den Fluss) S. 75. wohl prekal (durch) mit dem Art. c, 
— Me gunschewawa a gal a butjäha mer lohwe tele Jch tra- 
ge [vgl. ausrotten] mit dieser Arbeit meine Schulden ab u. 
abarbeiten. Bisch. — Rakkerwehe tu tschi colenge [etwa PL: 



zu jenen Dingen], Antwortest 
pennela [PI. richtiger pennena 



du nichts zu dem, hol calle 
app' tutte? was diese wider 



dich zeugen? LG. Tran call' harr [Sg.?] Aus diesen Steinen 
L. IIL 8. — Gleichwohl ist ein a zum Schlüsse das gewöhnlir 



2e2 



IL GFammatik. 



diere, was mlcli, da ohneTiin das a in diesen Pronominen so 
oft über Gebühr ^eg'en die Gewohnheit des Subst. auftaucht, 
auf die Yermiithiing' bringt, ob nicht auch dieses a als ein 
Localanhäng'sel ^efasst werden müsse. — Bisch.: G. a 
g-olla g-atscheskero gowa, jenes Mannes Sache, s. auspfän- 
den. D. apo a^olla wawereste (auf den anderen) s. ankla- 
gen, und ein anderes Bcisjp. ob. S. 202. — Im PI. subst. A 
golla hi auseinander g'erde (Sie sind aus einander gemacht) 
n. Ehescheidung*. A g-olla dodi g-awa g-athes awri Sie [un- 
streitig fem., und zwar im PI., da dodi hinten i st. e hat als 
Part. Perf. , und im Sing, agoia zu erwarten stände] haben das 
Hemd ausgewa^ichen. Adj. Lawa a golla ganzke gahrende 
Ich nehme alle Eier s. ob. S. 175. Tu hajedam [n?] agolla 
tappja (fem.) Du hast die Schläge gefühlt. Dik' har marena 
gölla gatschen akeäke but Sieh, wie sie die Leute so sehr 
quälen* Hun te rodeha a golla wawer manuschen Er ranss 
(vielm. du musst) die andern M. aufsuchen. — Vgl. Zipp. 
Me be^^chadjum akulia manuschin andre khangeri Ich habe 
jene M. in die Kirche geschickt. N. Akulia manuscha mange 
pendlee Jene M. haben mir gesagt. G. Akulia manuschin- 
gero godswripen hi baro Jener M. Klugheit ist gross. 

ßw. Ocoia ovTog L. I. 32.; ocola, sos (is qui) X. 37« 
Coin de ocolas trin rig ovv tovtcov tqiwv] Majaro ocola la- 
crd, sos — MaxüLQiog 6 dovXog ixetvog ^ ov — XII. 43., aber 
ocona sineia, del que sinela randado, oviog laxi neQi s yi- 
yQanrai VII. 27. , ocona manu ovrog 39. De ocola, sos (des- 
sen, welcher) X.36. Ocolo, also mit o am Ende, tovto V.6.8., 
wogegen, mit scheinbarer Feminalendung, ocolas abilläron (ii 
venerunt) 7., vgl. de ocolas buchias, andre que (jener Sa- 
chen , worin) L 4. Ocola matejo chibes (an demselbigen Tage) 
XXIV. 13.; andr^ ocola mateja ocana, h avifj rrj üqu X. 21.; 
aber desde ocona chiros anb rov vvv (von dieser Zeit an) V. 
10. Ysna de ocolas sos [dies sonst bei Fem. sehr abste- 
chend!] dinela de mamisarar andre ocolas chibeses ! Wehe de- 
nen, welche zu saugen geben in jenen Tagen! XXIV. 23., 
aber oconas sinelan chibeses (das sind die Tage) 22. Ue- 
berhaupt öfters die Formen mit n: para ocona sueti, über je- 
nes Volk. XXI. 23.; o nao de ocona, der Xame von ihr, 1.5.; 
a lanarte ocona nueva lachi (zu bringen dir diese gute Neuig- 
keit) 19.; oconas berdes (die Schiffe) von berdo m. V. 3. 
Pur Jesus junelo ocono (Als Jesus das hörte) VIL 9. vgl. 
39. Deren n kann, weil es ja auch im Sing, erscheint, nicht 
füglich den Piuralwerth von junos Bw. = jon (sie) haben; 
noch weniger aber wohl mit dem in akana (jetzt) u« s. w. in 
Gemeinschaft stehen. Uebrlgens entdecke ich, ausser >Bw.} 



C. Wortbiegang. 263 

nur noch ein paar Spuren dieses Pron. fn der LG, Ha wo 
[Acc.?J cammena tumee teile cann dujende, ha wo tawo [st. 
dav?] nie ttimenn [A. st. D.] piro? Welchen wollt ihr unter 
diesen Zween, den ich euch soll losgeben? Man hl kek 
schuld an cowa rat (an dem Blute) canna tschatscheste (die- 
ses Gerechten; eig*. Dat.)« Sollte n darin mundartlich für 1 
stehen, wie auch jon und jol unter einander wechseln (ob. 
S. 910? I hibolldo [PI. c?] dlleg^ole [sg. Praes.] und penn- 
denn: Mukkeh' tu call es wrin, Jak' hal tu i kaisereskro mala 
nit. Die Juden schrieen [eig*. der Jude giebt Geschrei] und 
sprachen: Lassest du diesen los [heraus], so bist du des Kai- 
sers Freund nicht Tschall [abeat], weg k aal ehe Hinweg" 
mit diesem! wie: Weg*, weg* cool ehe, weg", weg* mit deml 
LG. Bei Graf. S. 33. Gaba (der da), g-aja (die da)^ jm A. 
g'ales, f. gala; im D. sicherlich galesde, galade, aber nicht 
gadeles, g'adela, was GralT. auch als eine, jedoch von ihm 
nicht erforschte Mög'lichkeit hinstellt* — Sollte durch das an 
die Spitze dieses Absatzes g^estellte Span. -Zig*, ocola auch 
etwa ein 1 im N. Sing*, bei Bisch, sich rechtfertigten lassen ? Ich 
möchte es bezweifeln. „Okulo tschang-ela Er ist aufgewachte^ 
bei diesem S. 32* enthält erstens kein Prät. , sondern Präs. , 
und auch okulo erregt Verdacht, ob es z. B. nicht etwa das 
obige öke Siehe! (Lat. eccum, elhim) einschliesse. — Ferner 
S. 30: A galla hi pabuiender schuhko gewa (wohl göwa, 
Sache) übersetzt : Das ist gedörrtes Obst [eig. von Aepfeln 
eine trockene Sache] u, Apfelschnitzc , vgl. eindorren. Nicht 
vielmehr zu schreiben: A gawa (das) s. z. B* Apfelbaum Ib., 
oder A galla hi zu übersetzen: Ei niulieri est — ? — Arznei- 
glas: A golla hi wahlin te [dass? und? da?] tschiwena n 
trab atren Das ist [etwa: Sie hat?] das Glas, worin sie Arz- 
nei thun. — Zipp. Akko lureddo, aliuija romni (llle miles, il- 
la niulier) man fahnöhla (milii placet); aliein dazu einige Bei- 
spiele, von deren Riclitigkeit man sich schwer überzeugt» 
Nämlich: akuija[?] romniakri zocha he te kny Jener Frau Rock 
ist zu kurz [zu nicht ausgedrückt, denn das zusammenzuschrei- 
bende: tlkni heisst bloss: kurz]. Akkuijo[?] romeskri schtadi 
he rundo Jenes Mannes Hut ist rund, Deh tu ghaad akuw- 
wo [?] nango manuschus [A. st* D.] Gieb ein Hemd jenem 
nackten Menschen. Akulles latsches rakles me kammava 
(Jenen guten Knaben habe ich lieb) , worin die Accusativen- 
dung des Pron. sowohl als des Adj. falsch ist. Endlich Akul- 
lo [der letzte Voc. kaum richtig] manuschuster me lejum te 
pjiell Von jenem M. habe ich Geld [eig* zu trinken^ also: 
Trinkgeld] bekommen. An einer zweiten Stelle heisst es: 
,yAkka und akkawa heisst: dieser; akkowa: jener mit 



264 n. Grammatik. 

dem Unterschiede von a und o; beides wird nicht declinlrt/^ 
was wohl In dem Sinne zu verstehen Ist, dass ^el adjectlvem 
Gebrauche vor Nonim. sich nur die Eine unveränderte Form 
(welche, wird verwirrter Welse nicht genau angegeben) 
vorfinde, nicht aber In dem, dass sich jenen Nominativen in 
den obliquen Casus eine Form mit 1 zugeselle, und sie mithin 
80 vereinzelt stehen. Es heisst aber Akkawwa manusch man- 
gt penjas (Dieser Mensch hat mir gesagt), mit dem Beifu- 
g'cn: G. D. A. akka. Sg. akka manusch dieser M., PL akka 
manuscha diese M, Im Fem. akka, auch akkaija romni 
diese Frau; mit dem Zusätze: „wird nicht decllnirt; G. D. A« 
Abi. akalla,^^ was, wie ich glauben muss, sich jedoch auch 
auf das Masc. und den PK vor Nomm. erstreckt* — Dann 
Sg. akkowa manusch, PL akulla manuscha [doch wohl: illi?]; 
akujja romni jene Frau , PL akalla [doch wohl aktilla?] ro- 
sinla jene Frauen, akkullo [a?] romniakro hl tikno Jener Frauen 
[wohl älterer Gen. sg., nicht PL] Leben Ist kurz. Anderwärts 
bei Zlpp.: „Ssir me toha räkerjum. Da Ich mit dir redete, 
awjias ado (addo) manusch, so Ist der Mensch gekommen; 
eben so: akk* awjias cet. (akko jener M.); akk' awlee addo 
manuscha, so kamen jene Menschen. Ssir me addo schun- 
jnm, tschinjum o liel Nachdem ich das gehört hatte, so hab' 
ich den Brief geschrieben,^^ woraus man allenfalls schliessen 
könnte, als sei akk' das Interjectionelle : Sieh!, und in: an- 
drakadava khdr (In diesem da Hause) — Pchm. S. 61. und 
s. ob. Concrescenz, — bloss In Eins zusammengerückt. Inter- 
essant in dieser Beziehung Ist noch bei Sz. otkadai tschlrikli 
(dieser Vogel) als Fem. Will man nämlich das t darin nicht 
ohne allen Grund für müssig halten, so l^ann man In ihm eine 
dreifache Comp, aus den Pron. oda, aka und dem Fem. zu 
ada suchen. 

Substantivische Flexion der beiden Wörter: 
ä) Sg. N. Akkava, auch akka, hi adey Dieser ist hier; 
f. akkeija oder akeia. — G. akkaleskro (f. akkala- 
kro) wasth hi baro Dieses Hand ist gross. — D. Deh ak- 
kalesti [akalla wird als D« fem. angegeben, Ist aber eig. 
der zuweilen dativisch gebrauchte Acc] lowe Gieb diesem 
Geld. — A. Bitschuf akalles (f. akalla) avry Schick diesen 
heraus. — Abi. Akkalister (f. akkallater) lijum gu- 
rumnja Von diesem habe ich eine Kuh bekommen. — Soc 
Akkaleha (f. akallaha) dzawa Mit diesem gehe ich. — Im 
PL gemeinschaftliches Geschlecht: N. Akalla (m. f.) hi adey 
Diese sind hier. — G. Akkalengero^ akkalingerl wasta 
hi bare Dieser [herum, harum] Hände sind gross. — Acc. 
Bltachuf tu akkaleu (f. eben so, oder: akka romnia) avry 



■ C. Wortbiegung. 265 

Schick diese heraus, und auch in dat. Geltung: 'De tu akka- 
len (m. f.) niaaro Gleb diesen Brod. — Abi. Ak):alender 
lijum schoschas Von diesen habe ich einen Hasen bekommen. 
Akkalinsa nie dzava (Cum bis eo). 

b) Sg. N. Akkuva n'awjas Jener ist nicht gekommen. F. 
akuija. — G. Akkuleskro, akkoleskero, f. Akulla* 
kro. — D. Akullesti, akkoleste (f. akulla) de Ipwe. — 
A.Akulles, akkoles (f. akulla) bitschuf tu äwry. — AbL 
Akullester, akkolester (f. akullater) lijum adava Von 
jenem habe ich das bekommen. — r- Soc. Akulleha, akkole- 
ha (f. akuliaha). — PL N. Akulla, akolla nanhi adej 
Jene sind nicht hier. F. akuja [?]. — G. Akkuleng-ero^ 
akolingero (m. f.). — A., angeblich auch D. Akullen. — 
Abi. Akullender. — S. Akullensa. 

Rüd. Agawe rom, tscheriklo (dieser Mann, Vogel). 
— - Fem. Ageie [adeia Zipp. in derselben Verbindung] romni, 
tschai (Haec mulier, puella). — PI. agale s. ob. 

Bisch. Es ist eine bemerkenswerthe Erscheinung , dass 
bei diesem Schriftsteller sich Im N. Masc. Sing, allein die 
Form a gawa (zuweilen bloss gawa) mit a in der Mitte fin- 
det, nicht die mit o, von welcher Regel mir nur die einzige 
Ausnahme S. 106. u. wohlriechend aufgestossen : A go wa 
hl latscho gowa dekandela Das ist eine gute Sache, die [so, 
als eine Entstellung des deutschen Worts nehme ich die vom 
Verbum abzutrennende Sylbe de, wofern nicht dafür ge: wel- 
che zu schreiben?] riecht. Dagegen S. 93. u. unverdaulich: 
A gawa gowa nane latscho ano perr (Diese Sache ist nicht 
gut im Bauche). Selbst jene eine Stelle könnte ein blosses 
Druckversehcn sein, gleich dem o vojr gawa S. 33. : Glisela o 
gawa peskero [nicht etwa tov, sondern «iro^, tavTov] greues 
[vgl, Zipp. greis] awri (Er reitet sein Pferd aus), welches 
auch in dem sonst freilich durch den N. grai einer irrigen Auf- 
stellung durch Bisch, verdächtigen: glisaf a gawa grai wirk- 
lich seinen Platz behauptet. Unmöglich lässt sich dies auf 
Rechnung blinden Zufalls setzen. Denn, während sowohl das 
Fe min. Sg. als die obliquen Casus jenes, wenigstens vor- 
auszusetzenden a gowa mit ö in reicher Fülle sich darbieten, 
bei dem eben besprochenen Mangel des N. aber wie hauptios 
erscheinen, so schrumpft eine weitere Abwandelung von a 
gawa mit a bis auf a gala butjaha und a gaia brewul, s. ob«, 
auf Nichts zusammen, so dass dieses als Haupt seinerseits 
keinen langen Schweif hinter sich her zieht. Fast möchte man 
wähnen, es sei durch das Fallenlassen von a gowa einer Ver- 
uiengung des Pron. mit gowa (Sache) , mit welchem sich über- 
aus oft gerade das Pron. a gawa verbunden zeigt, aus dem 



266 n. Grammatik. 

I 

Wege g-egang-en; wodurch Inzwischen keincsweg's die grosse 
Au'^breitung' der o-Foriii auf Kosten, wie es scheint, der an- 
deren mit a in den übrigen Fällen zugleich erklärt ist. — LG. 
steht: Job put'^chdass lester cow' caw Er frag'te Ihn (aus 
ihm) mancherlei; eig*. : jenes dieses, mithin im Acc. Turne an- 
dann coli* manuschefs pasch* mandte, har cow u manusch [so 
öfters für: Volk, wie es scheint neutral, und daher nicht mit 
Accusativforni] kerell deele [mache oder: kehre ab?], und 
tikkdafs [die 3. sg>. Perf. , passt nicht, also wohl: Siehe! mit: 
das],' me verschundomm glan tumende und hatschawa ap* 
coir manuscheste kek caw cowa (und finde an dem M. der 
Sachen keine), coli* tume les pukk'dafs [wohl pukk'dan]. 

Mit Präpp. : Tran g'äwa wahlin (o waalin m. Zipp.), 
aus diesem Glase s. austrinken. Ano gäwa kehr s. unbewohnt; 
vgl. Gratf. koba ker S. 41. u. 42. Me hom gege a g-äwa gö- 
wa (geg-cn diese Sache) s. dagegen, vg-K widersetzen, zuwi- 
der. Apo g-awa pub (auf diesem Boden) S. 91. hat wohl nur 
dem Ge.^chlechte des deutschen Wortes zu Gefallen das masc. 
Fron, neben dem pchuv f. Pchni. (Fem. Tran gola, aus die- 
ser Pfeife, s. aufrauchen). 

Masc. Nom. A g-awa (derselbe) S. 42. Von Personen 
(der, er; Lat. is) s. anwerben, lernen, hexen. Ferner: gawa 
tschukkel [Gralf. S. 39. koba dschuklo] der Hund s. beissen. 
A g-awa grai [Graft*. S. 38. koba grei] das Pferd, wie f. a 
^oia tschanteila die Pfeife, u. beschlag-en. — Auch bei unbe- 
lebten Dingen, deren Benennungen männliches Geschlecht ha- 
ben. A g-awa temin, wohrtin, stammen IHeses Land, dieser 
VTeg, Stuhl S. 28. 36.37. A g-awa tromm hi dur triall [Die- 
ser Weg" ist weit um] Umweg-. A g-awa hl je ruk [koba ruk 
Graff. S. 39. , o ruk Zipp.] Das ist ein Baum , s. Apfelbaum. 
Vg-I. unheilbar, Wille, nnd a jawa [j st. g] u. Ebenbild. — 
Kova (ein Ding-), welches doch wohl nicht als Plur. gelten 
kann , ist bei Pchm. fem. ; allein bei Bisch* verbindet sich g-owa 
mit Masc, ja hat selbst Masculinarendungcn , wie A. -es. 
Daher nicht bloss im N. Sg. a gawa g-owa Es [ea res] s. 
Wie, dauern, selten, einfrieren, zusammenhängen, sondern 
auch selbst im 

Acc. [cam rem], wobei man mit Recht frag-en könnte, 
warum nicht lieber eine Form mit 1 zum Vorschein komme, 
üebrigens wüsste ich, ausser vom Unbelebten, nirgends im 
Masc. Sg". einen solchen , dem Nom. g-leichenden Acc. nach- 
zuweisen. A g-awa ganzko g-owa [jV. oder A.?] s. ausrotten. 
Acc: diese Sache u. appelliren, darbieten, unbewusst; das 
u. dann, vorhersehen; es u. einsammeln, unbegreiflich, ein- 
packen. Angeblich PI. u« aufheben, wo es aber Sg.-so gut 



C. Wortbiegung, 267 

wie ob. S. 208. und tiri [i f., oder st. e?] gowes u. durch- 
suchen. Auch sog-ar : a gawa göwea ang'cblich : etwas u. be- 
kommen; vielleicht so auch u. unentbehrlich: Me na tschi [ne- 
queo] dawa göwa [etwa daw Conjunct. mit a göwa?] Ich kann 
nichts [nicht etwas?] g'eben. Vgl. noch Gerraf baro g'owes 
(machen g'rosse Sache) Unfug' treiben; oder durchbringen u* 
ob. S. 174. — Ausserdem: a gawa mahro (pancni) s. an- 
schneiden u. t)b. S. 170. 173*9 gawa panin (aquani) s. aus- 
schütten, wie im Nom. koba p. Graff. 8, 38., aber auch: ga- 
wa gathes (das Hemd) s. auswaschen, von o gäd m. Zipp. 

Fem. Nom. A goie [wohl a goia] hi j^ lublin s. Bei- 
schläferin, wie a goi a s. unkeusch. A joi a ob. S. 202. muss, 
da dieses nur subst.: sie bezeichnet, unstreitig in a goi a ver- 
bessert werden; seine Stellung ist nämlich dieselbe, wie in: 
a goia dikni sungc (die kleine Blume) s. aufblühen. A goia 
kachnin (diese Henne) s. ausbrüten. — Obschon 8. 205. von 
mir koja im Acc. angefochten worden, und wiewohl es mir 
immer noch als ein Solökismus erscheint, hat doch die Spra- 
che einen solchen Gebrauch, gerade wie bei a gawa, zuweilen 
vom Leblosen sich gestattet. So Frenkel: Rhidennless coje 
purpurplaascht' wrin Sie zogen Ihm den Purpurmantel aus LG. 
Mukkennmenn kann didschjass [Sinite nos nunc ut — eamus] 
palall (anni) Bethlehem, und coie paramifse tlkkafs [eam hi- 
storiam cernamus], coia caj wejass hi [hi überflüssiger Zu- 
satz], (die da geschehen ist), coie kai men u raj pendafs 
(die uns der Herr kund gethan hat). L. H. 15. Und pesch- 
denn joi [eam, sc. coronam] ap'leskre schero Und setzten sie 
[was freilich im Deutschen auch N.] auf sein Haupt. LG. — 
Noch wunderlicher aber bei Bisch, dies Pron. bei, in der That 
weiblichen Subst., die doch männlichen Ausgang zeigen, 
vgl. ob, S. 174. Danterwawa a goia pendleaches Ich beisse 
auf die Nnss. Port* awri a goia momelines Blas aus das 
Licht. A goia ganzki [i f.] ch' hatschertlnes , den ganzen 
Branntwein s. austrinken, vgl. ausrotten ob. — Dagegen ohne 
Subst. ein regelrechter Acc. für Dat. : A jowa siladas a golla 
[eam] Er Gewalt that ihr s. nothzüchtigen« Pra* co Hatte 
(de qua) s. ob. S. 185. 

Sing. Nom. Masc. Mor dewel bis cow(oder: u) lab 
Gott war das Wort Job. L 1. Tikken,' cow hi tumaro kün- 
nugo Seht, das ist euer König. LG. Auch Cowo Engio, der 
Engel L. L 19. — Fem.: Toi (die; ea) L. H. 37. Coi 
schtakkerdass ninna paschall ann' col^ cooro Dieselbige trat 
auch herzu zu derselbigen Stunde 38« Coia u. toia rotschoo- 
la (der Rock) LG. C a i mit a steht L. I. 27. , und zwar rela- 
tiv: Pasche leddiki tschaj, cai pess jek rom9iehe verrakkedab 



268 n. Grammatik. 

Za einem ledig'en Mädchen , das sich mit einem Manne ver- 
sprochen hatte, — Acc. Ag'oUis [ihn oder denV] s. aus- 
zanken, auslachen, unversöhnlich. In dativer Anwendung-: A 
g' Ollis patschjuni lohwes Dem hahe ich Geld geliehen, s. 
ausleihen u. ob. S, 177. Unter: Vollmacht die schwer zu ver- 
stehende Redensart: A gollis dela gowes a goia pral. Bisch, 
übersetzt: „Er gibt ihm Vollmacht in der Sache." Wo richtig, 
müsste das Satzsubject im Verbum liegen; allein was soll: a 
g'oia sein? Ich übersetze lieber: Ei dat rem (nämlich eine 
Schrift) ea [sc. mulier] in hac causa. Pral (über) glaube ich 
für: „darüber" dreist nehmen zu dürfen, indem Bischoff 's agai 
(da) bei palall (dahinter) , deläll (darunter) , glan (davor) , 
maschkerall (dazwischen), im Grunde nichts weiter als derber 
Germanismus ist, und überdem Bisch, doch selbst nichts desto 
weniger paschall durch: dabei, dazu wiedergiebt. So auch 
L. IV. 29. deele (hinab) neben coi pru [darauf; in quo mon- 
te]. — koles (ei) lUw. ob. S. 133. — tollester (ejus; cig*. 
Abi.), coli es Petrus [cui P.] u cant delekurdo, dem P. das 
Ohr abgehauen hatte. Darin beachte man erstens das Partici- 
pium kurdo statt der dritten Pers. Sing'. Perf. , entsprechend 
-dem beim PI. dieser Person fast stetigen Gebrauche: kurde u. 
8. w. ; zum andern aber das t in cant (vgl. Graft Ms. koba 
l^and, Ohr, aber im angeblichen Acc. ganes ohne d) nach ei- 
ner, im Deutschen nicht ungewöhnlichen Heranziehung einer 
dentalen Muta durch n wie: niemand, Mond u. s. w. So auch: 
schunt raliha (schon lange) L. I. 7(). — Dat.l. akkoleste 
(et) Zipp« So Bisch, bei Präpp. goliste s. anhauchen, an- 
schwärzen, nachschleichen. Apo g-o Hoste s. deuten, lauern, 
Ycrkaufen; prahl a goliste s. besiegt, vgl. beherrschen. D.2. 
A goliske s. Begrüssung, vgl. Dank. A goliske nane jek 
(für den ist keiner, etwa: willkommen) s.. Menschenfeind. A 
jow a nane goleske (der ist für diesen nicht^ ä. missgünstig*. 
A golleske mela „ er hat mich gern " s. streicheln ; etwa : Ihm 
ich (me) lieb (Poln. miiy)? Vgl. a golleske (ihm) u. behülf- 
lich. Tschiwena a golliske Sie legen ihm, u. einimpfen. — 
Abi. Cow his, CO 11 est er cai pendom Der war es, von dem 
ich gesagt habe Job. I. 15. Iloi te keramme kann [denn] i 
Jesus, CO lest er pendlo wela: Job hi Christus. Was soll 
Ich denn machen mit J. , von dem gesagt w^ird, er sei Chri- 
stus? LG. Kolester Rtw. s. ob. S. 186. — Instr. wahrschein- 
lich Bisch, u. wetten : Me hun te gerräha je gowa (Wir müs- 
sen machen eine Sache) mettetu [ich und du] ketene [zusam- 
men] golleha [damit, darin V]. Bischoff 's Zusatz: „wer un- 
ter einander gewinnt " Itegt in den Worten nicht. — P 1 u r. : 
glan collende^ vor die — (relat.) h. IL 18. Rodena turne 



C. Wortbiegnng« 260 

man, jale mnfcken Collen Suchet ihr mieh, so lasset diese 
g'ehen. Me hom [dieses hom, ich bin, überflüssig'] 'naschedom 
kekess nit coHender, coIT caj [Amisl nulluni eorum quos] 
tu man dejal [tu mihi dedisti] LG. 

7. Der vorig-en Pronominalreihc zur Seite läuft eine zwei- 
te 9 die gleichfalls lautlich, und eben so unzweifelhaft von Sei- 
ten des Begrilfs in einen Gegensatz zerfällt, der sich jedoch in 
letzterer Beziehung^, bei der grossen Relativität des Raumes, 
nicht immer gleich scharf markirt ans Licht stellt. Uehrigens 
ist, wie dort eine Gutturalis, und zwar den sichersten 
Quellen nach Xr, und nicht g-, so hier eine Dentalis und zwar 
wahrscheinlicher d als /, der den rocalischen Unterschied (a 
— 0) tragende Grundlaut. Eine Herabsenkung von t zu d 
wäre bei diesen Pronominen so leicht möglich als z. B. bei dem 
cömparativen -der, und so auch eine allenfallsige Beziehung 
zu dem Sskr. Pronominalstamme ta in Frage zu stellen, der 
ja wenigstens auch mit i vor sich auftritt. Dagegen möchte 
Ich nicht an das Sskr. a d - a s — so ist dieses Neutrum, wie 
id-am, Lat i~d, illu-d zu theilen! — und an Zend. dem 
(lui) anknüpfen- Bopp's Zend. ddem (lui) und adäm (eile) 
(Vgl. Gr. S. 184. 188.) nämlich hat Burnouf, Obss. sur la 
^amm. compar. de Mr. Bopp p. 10. als ungültig' verworfen. 

1. Zipp. N. ada (der). G. adalcskero. D. 1« adaleste. 
D. 2. adaleske (dafür). A. adales. Abi. adalester. Instr. ada- 
leha. PI. N. addala. G. adalingeri. Ada , wie auch oda s. If«, 
scheint Commune, aber das vielleicht bloss mundartlich hin- 
ten ein wenige dunkler gesprochene: ado (s. auch ako, okke, 
jener, e ob.) nicht minder. Z. B. adda oder ado tschoro ma- 
nusch (der arme Mensch!), ado hi tschatscho (das ist wahr), 
ada romni, addo manuschni (diese Frau, dieses Weibsbild), 
sogar PI. Fem. ado wawer romnia (reliquae mulieres). Ado 
manusch ; adda rakli , adda rakja (dieser M. ; dieses und diese 
Mädchen) hi schukker (ist , sind schön). Auch sonst vor Subst. : 
Bitschu adda rakles awry Schick diesen Jungen heraus. Me 
lijum adda manuschuster lowe Ich habe von diesem M. Geld 
bekommen. PI. Adda manuscha hee g-odsware Diese M. sind 
klug. Adda manuschengeri barwelippen hi baro Der Reich- 
thum dieser M. ist gross. Me beczadjnm addo naswale manu- 
schinge te chall [sg.] Ich habe diesen kranken M. zu essen 
geschickt. Ada naswale manuschinder na schunjum kek law 
Von diesen kr. M. habe ich kein Wort gehört. Ada renge 
(den Herren) D. PI. — Daneben, also in demselben Verhält- 
nisse, wie akava neben akka, odova neben oda, besteht ein 
Nom. adava z. B. Adava hi fsawo Das ist ein solcher, s. ob. 
fsavo. Auch neutral: Adava hi g^udlo Das ist süss. Adava 



270 H. ^ Grammatik. 

liomtc wdl wawertschandcs Dieses ninss anders sein. Adava 
hi ado kova Das ist das Uebel [eig^. die Sache]! — Vorn 
gektrzi: Davva Iii mange kanilo Das ist mir lieb. Davva 
hi nieschio Das ist gut. — Fem. Ey, fsavi mohl hi adeia! 
Ei, was für ein Wein ist das! Adeia hi jek schukker [also 
ohne fem. -i] tatti* Das ist ein schönes Zimmer, wie Ada 
tatti hi avry kordi schukker tanninsfa Das Zimmer ist wohl mit 
Tapeten [cig. mit schönen Tüchern] ausgeschlagen; und masc. 
Adava schtammen hi mange buglo Der Stuhl ist breit [eig. 
wohl : für mich z u breit]. Mc na dikjum noch keek schukke- 
dir boof, fser adava Ich habe noch keinen schönern Ofen gesehen, 
als diesen. Me na dikava keek schukkerpen annada boof, 
Ich sehe keine Schönheit an diesem Ofen. — Gen. Adala- 
keri zocha (hujus, sc. mulieris, vestis). — Sonderbar, dass 
sich , ausser den schon besprochenen Formen : an d r a d a czorl- 
pen (in dieser Armuth), andrakadava kher (in diesem -Hause 
da) Pchm. und otkadai (haec fem.) Sz., keine weitern Spu- 
ren pronominalen Gebrauchs dieser Wörter bei den ande- 
ren Schriftstellern finden; man müsste denn noch mehrere vorn 
, durch Aphärese entstellte Formen lieber hicher als unter II, 
bringen. So das Fem. di (she) Harr. — Vielleicht selbst 
desquero (sein) B w. , obschon Zipp. adaleskero dafür haben 
würde. S. noch Poss. — Besonders aber die mit Präpp. ver- 
wachsenen Pron. annado, an de u. s. w. bei Szuj. Vgl. 
selbst bei Zipp. apo do kova (auf die Weise), anua da wesch 
mirdarja rikervena pen Im Gehölze halten sich Mörder auf. — 
Derivata übrigens hievon haben sich in Menge erhalten, selbst 
wo der pron^ Gebrauch verschwunden sein möchte. Nämlich 
Pchm. a) Quant.: adeci (soviel), na adecl (nicht nur) S.60., 
adecivar (sovielmal), wie keci (quot), kecivar (quoties). 

— b) Tempon: adadives (hodie). So auch Bisch, dala 
(unterdessen) , Zipp. t h a 1 a (damals) , kanna — tala (wenn — 
so) u. s. w. s. Conj. Auch Bisch, d 6 s k a (damals , seither. 
Jemals , vormals) vgl. S. 182. , wenn auch viell. von H. Köre 
wejas , d a i - , die Stunde ist kommen , da (qua) - , auch t o i 
(tum) mit 0. LG. — c) Loc. : kaj — adaj (wo — da) S. 76.; 
adaj (hier) Pchm., adey (da) Zipp. ~ Adathar (hier- 
durch), wie k a t h a r (wodurch), avrethar (anderswodurch) als 
Abi., wo nicht vielmehr Sskr. Ortsadv. auf -tra entsprechend. 

— A d a r d e (hier) Pchm. steht rücksichtlich seines r allein ; 
sollte es das Zig. Dativsuff, enthalten , und das r sich ähnlich, 
wie in Sskr. a-tra (Here, herein), sich deuten lassen? — 
Zipp. Adarik, (von) hier. Kanna dschaha tu adarik krik? 
Wann gehst du von hier weg? Die beiden letzten Wörter aus 

' rik (Seite). Vgl, Akarik weha tu? Woher kommst du? Ako- 



€. Wortbiegung. 271 

rik (von dort her; gleichsam: illo latere). Jov wela afco rflik 
Er kommt von dort her. 

II. P c h m. : d a Art (der) S. 45. 9 was sich , wie ob. ada, 
durch oda paramisa (diese Fabel) S. 61. als Commune erweist. 
Als Masc. : Pasz oda helos (an dem Orte) , Instr. oda dromeha 
(auf dieser Strasse) S. 78. Acc. oda hijabachabneskero (diesen 
Umsonstesser) S. 68. — Weiter N m. d v [so hinten ohne 
a] , havo , der , welcher (von einem Menschen) S. 80. To odo- 
va pchend'as 66. (Dieses sprach er ; B^hm. To to rzekl), wo es 
doch wohl auch N., nicht A. (Vgl, wegen des to z. B. To 
baro schukker schtammena Das sind sehr schOne Stühle. Zipp.) 
To [wohl das Fragwort: te] hi odova oda tro? Ob ist diese 
[nämlich tover m. , die Axt] die deinige? Odova oda (diese es). 
Ani oda (auch nicht die) S. -^8. Te jov odova avelas , havo 
[Acc] mukFas. 59. Ob diese es wäre, welche er ausgefassen 
hat. Darin ist jov (er) , auf die Axt bezogen , etwas befrem- 
dend. Odova vertritt hier das Deutsche e s , wie in : Acz tu 
odova vaj tro pchral Sei du e s oder dein Bruder. Wirklich 
neutral ImN. : Soha man [Böhm. sehe !j xidaravas , uz [schon, 
S. 570 odova okia Womit ich mich nährte , schon das dahin* 
Amenge inke odova frinelas Uns noch das anstünde S. 54. 
Im A. Szund'as odova ruv Es hörte das der Wolf 61. Trin 
czave odova dykhle Drei Knaben es sahen 53. — Eben so 
Graff. doba, kon, derjenige, welcher S. 86. ^ und Rtw. 
S. 37. dowa keer 5 kai — (das Hau^, worein). — Frenkel: 
Tow bis jek tschawo Adams , tow bis deples L. III. 38. und 
nnzählige Male eben so v. 23—28. Tow (der) 1. 32. D w e 
kardas J. (der hiess J.) Job. I. 6. Cow ke — tow (qui — is) 
18. Catter towa geisto, vom Geiste L. IV. 1., praal towa, 
öb^r das IL 33. — N. Fem. Havi hi odoja gödi? Was ist 
das für ein Verstand ? Pchm. S. 68. Je wawer , d i a penn- . 
dafs app'coir co [?] coj bis: Cow hi jeker [gebildet von jek nach 
dem Deutschen: einer] cowlender^ und bis pasch coli* Jesus. 
Eine andere , die sprach zu denen , die da waren : Dieses ist de- 
ren einer, und war bei J. LG. Toi [ea, sc. mulierj L. 11.36., 
wie joi (sie) , toi (die) 37. Ann heiligkeit und tschatschopenn, 
coj [quam, also A.J job latscho karela, die er gut heisst I. 75. 
Bari freude, coi [quam] hallauter manusch lena [sie erhalten] 
wena [sie werden ; ein durch den Mangel des Inf. aus Irrthum 
herbeigeführter Solökismus!] Eine grosse Freude, die alle Men- 
schen erhalten werden. IL 10. Toj trän I. 78. (durch welche) 
kann auch mit dem Adv. , s. u., verbunden: „dadurch ^^ be- 
zeichnen. — Vor Subst. in einem obliq. Casus z. B. tolle 
Josepheste (dem J.), tolla hauptrommes (den Hauptmann) 
LG. 



272 II. Grammatik. . "'^ 

Sabstant. Flexion: Acc. Dow'hi, dolles tap- 
perwenn Der ist's , den greifet LG. , und mit dativem Gebraa- 
dht: tolles hi (dem ist) LG. Tow dela tooles, der g'ebe dem, 
L. III. 11. Tolles dschidenn u tnischschul pro Dem leg-ten sie 
das Kreuz auf LG. — Dat.: Ehi odoleske bersz Es ist dem 
ein Jahr Pchm. S. 52., vg-1. auch od^ leske, havo (dem, wel- 
' eher) 79. Mehr adverbial : darum , daher 45. , desshalb 57. , 
weil 61. , Vg*]. Zipp. Do leske men'avjum, fsirr me shasto . 
na hommes Dessweg'en, darum bin ich nicht g'ckommen, weil 
ich krank [nicht g^esundj g-ewesen bin. Jov hi mydschach ma- 
nusch, doleske me les na zikkerrava buiir Er ist ein schlechter 
M . , darum will ich ihn nicht mehr lehren. — So auch Fr. 
Doleske cai — Darum , dass L. I. 20. Tolleske dair sikker- 
dass (damit dass er g^elehret hat). Toleske cammawa me les 
kurawa [d. h. ich scMag'eJ und piru mukkell LG. Darum will 
ich ihn züchtigen und loslassen ; welcher Satz nicht g-anz cor- 
rect ist , doch vg*!. die Ueberschrift : Pilatus camel Jesum piru- 
mukkela [3. pers. sg*. Praes.] , P. will J. loslassen. — Abi.: 
Je kakko t o 1 1 e s t e r , ein Gefreundter dess. LG. — Odolestar 
(daraus) Pchm. S. 53. , von ihnen [eig*. wohl Sg*. : davon] 55. 
Vgl* ZIpp, , jedoch vorn mit a (vg-l. ob. S. 187.): Te rakker 
tot mro devel adolester Gott behüte dich davor, aber Rtw. 
S. 39.: Te rackel tutt — kolester, kai — , Behüte dich 
davor, worin — . — Fem. odolatar (von ihm, sc. dem 
Baume, lit'hi (.) Pchm. — Instr.:odoleha (mit dieser, sc. 
Axt; tover m.) Pchm. S. 58. — Gen.: dolleskro lab Dess 
Name L. L 13. 31. 

P 1 u r. Pasch' d o 1 1 a , coli' cai less trascheena , bei denen, 
welche ihn fürchten L. I. 50. Und fsikk bis coi pasch' Englo i 
puut coIa poIPpaskri Heerschaaren , toll' — Und alsbald waren 
da bei dem E. die vielen himmlischen H. ; die — II. 13. We- 
jenn ninna duj wawer cai audio (Es wurden aber auch zween 
andere hing-eführt) , dolla bis merebangre (die Uebelthäter 
waren) , wenn [wohl tautolog'isch : sie würden] jon lebe niar'to 
te wenn le [dass würden sie] , dass sie mit ihm abgethan wür- 
den. Toll die (eae mulieres). Dat. Dell' t o 1 e n d e (inter 
eas) LG. — Pchm. Ko o d e trinendar (wer von den dreien) 
S. 79., wogegen sonst ole bei Zahlen. Vgl. Jek i deschdu- 
jender, der Zwölfen Einer. LG. — Seines u wegen, und dem 
anlautenden a zum Trotz (s. eben: adolester) doch wohl liie- 
her bei Zipp. Ad u IIa (sc. poora, vgl. ada pohr, diese Fe- 
der) nan hi tschinde, Die sind nicht geschnitten. Desgleichen 
als F e m. Sing. ^Te rateskero göj [Fem.] , kej hi a d o j a ? 
Und die Blutwurst, wo ist sie? Auch einmal ohne genauere 
Angabe: >,adoJ£t dieselbe illa adeia.^^ Aber anderwärts; 



C. Wortbißgnng. 273 

akoja (Lith* annoji), adeia (Lith. szl, diese), akela (Litk. ta, 
die), wobei, dem beigesetzten Masc. nach zu schllessen, Ue 
beiden letzteren die Bedeutnng'en umtauschen müssen. — A^« 
adul apry (darauf, In dem Sinne von: hinter dem). Zlpp« 
Ferner: odoj dort Pchm. S.33. 45.; odoi dort Bisch.: oth^ 
Grellm. VU.; atschidoy (warten) Rtw«, eig*.: Bleib da! Toi 
paschall, dazu (praeterea) L. II. 16* Toi dran, darum (dess- 
halb). Toi tik tu Da siehe du zu. LG. Auch rein temporal : 
toi, oder: toi cai, da- (quum) L* IL 17« — r So täuschend die 
Aehnlichkeit mit Böhm, kde (ubi) u. s. w« Dobrowskj Böhm« 
Sprachl. S. 145., so darf man diese doch nicht herbeiziehen^ 
Indem sie -de zum Suffixe haben , während bei den Zig', das d 
schon im Stamme Hegt* Auch nicht Ungr. oda, dahin; ide, hieben 
Bw. mit noch einem n vor d, als zerfielen sie in zwei 
Pron., was ohnehin der FaU sein mag, die Pron. demonstr. 
1) Andoba (Thls* Este) und daher vielleicht an dal (so), 
und auch, des nicht ganz einhelligen Sinnes ungeachtet, an* 
düque (Whither. Adonde) s. o. 8. Ondoba (angeblich von 
ganz gleichem Sinne als andaba) mit einem Fem. ondolaya 
(She. Ella), dessen Suff* wenigstens sich trefflich zu den obi- 
gen Fem. schickte, obschon Diefenb. auch einen PI. ondo- 
layos, sie, bemerkt haben will, den ich nicht habe wieder 
auffinden können. — Sodann Ondole (Ile. El) als masc, und 
ondoquel, otoba (That. Aquel), deren ersteres sich nach 
dem Span, gebildet zu haben scheint. — Ady.otan (Alrea- 
äj. Ya) viell. zu vgl. mit acatan (Hither. Acä) ob. Oii 
(There, jonder. Alli, alla) z.B. Ixit L. XIIL 28., chibados 
ot^ (liegend da) XXIV. 12«, entweder mit Dativendung vgl. 
ob. S.184., nach Analogie von Rtw. kotte (wo), oder = 
odoj Pchm., toi Fr. Allein im Hindust, finden sich auch ot 

mt (There, thither), wie ot it (Here, hither). Shakesp. DIct. 

p.l2», v:>sr Jta^ Wher^ ? whither? p.583. — Durch den leisen 

Unterschied von a und e gesondert: aotar (Yonder. Alla), 
aoter (There. Alli); dazu noch ein sonderbares Belga (The- 
re. Alli). Ob dem Suff, nach mit Hindust, i-dhar (Here), 
u-dhar (There), oderSskr. amu-tra u«s.w. zu vergleichen? 

8. Bw.: Bazin Pron^ dem. PI masc. These. Estos, Ba- 
zan Id. f. Estas. — Asirios Pron. ph Those. Aquelles. 
Dazu mit auffallendem o : s i r ö (ea , sc muUer) L. I. 29. , xo2 
avfri (ipsa), de siro (von ihr; avT fi) 36.,* allein im PI. mit 
a: siras, sos [so mit o], Eae mulieres, quae; sat siras (aiv 
avTaig) XXIV. 10., wie sat junos (avv airoTg) 15., sunparal 
a siras (vor ihnen) 4. „Yiell. aus dem Rom# nach Analogie 



274 II. Grammatik. 

des Ind/^ Diefeiib.; was ich so verstehe, dass nach dessen 
Bfelnung' es etwa vom Span. Ilefl. ausgehe mit dem Zig*. Pos- 
•scssivsuffi — Trln Adj. (So niuch so. Tanto); trän Adv. 
"(So much. Tan); tra-bare (So g-reat. Tan grände); t ra- 
mist os Conj. Adv. (Also, as M^ell. Tambien) mit mistos 
(Well), kaum doch Verderbniss ans Span. Tan. 

9. Das Deutsche man, Frz. on, wird, wie im Lat«, 
durch verschiedene Personen umgangen. So z. B. a) durch 
die 3. PL, wie auch Nal. I. 16. Zipp.: Sso pennena nevo? 
Was sagt man Neues? Akanna ligema bügle dorja Es ist 
jetzt die Mode, breites Band zu tragen (man tr&gt, sie tra- 
gen jetzt), b) PI. 1. Unter Redensarten, sich zu beklagen: 
Homte vel meschto! (Es muss gut sein). Sso keroeha! (du) 
Sso keraha mee (wir). Geduld! Was soll man machen, was 
Ist zu thun? llomte vas pokoino (Wir müssen ruhig sein) 
Man muss Geduld haben. Ilomte das meen devliste Man muss 
sich (wir — uns) in den Willen Gottes (eig. bloss : Gott) er- 
geben. Penn mange, ob mee adava naschti dschinnos? Sa^ 
mir^ kann man das nicht essen (vielmehr: ob wir das nicht 
wissen können)? Sogar L. IL 87. Fr. durch wunderliche 
Yermengung: tikkr'en jon leske (dass sie thäten fär ihn), har 
man k'raha (wie man pflegt), d. h. das Deutsche, vielleicht 
mit Zig. mee (nos) verwechselte man mit k'raha (facimns). 
c) Sg. 8. Homte kammes e dschukles wasche leskere reiske 
Man muss (du musst) den Hund liebkosen wegen seines Herrn. 

10. K am oni jemand Zipp. Cormuni Adj. (Some. Algü- 
no) Bw. — Dazu als Neutr. tsomoni Rtid.; tiächommoni 
Rtw. S.38.; tschomöni Bisch. S. 66. 110.; tschomoni 
(etwas) Zipp. ; kek andafs tschomone app' leste Man hat nichts 
(Keiner — etwas) auf ihn gebracht LG.; chl^noni s. f. (Any 
thing. Cualquicr cosa) Bw. — Wahrscheinlich genu^ stellt 
sich eine Zusammensetzung dar, des Fragpron. und etwa des 
indef. Sskr. -tschit mit einem zweiten, mir noch nicht recht 
deutlichen Factor, da an das bei Bw. oft vorkommende manu 
(Mensch) zu denken, ofienbar das neutrale Wort nicht zulässt. 
Allenfalls wird man an Hindust. ^ tfuinh (Mouth, face) oder 

Pers. LiUmanä (Resembling, like) erinnert. Bei G. de Tassj 
Gr. p. 43. Hind. Indef, für Pcrs. y" (quelqu'un) , für Sachen, 

Engl, geschrieben: Jcuchhy ^y (quclque chose), — Einen 

leisen Anklang bietet noch timuni neben timuchl Adj. (Sa- 
me. Mismo). Bw. 

11. Korkoi'o, f. korkori (ipse, a; selbst) mit der ge- 
wöhnlichen subst« Flexion P c h m. S. S5. Sako acz {mg. 2. 



C Wortbiegnag. 275 

perp, Imp.] — korltoro vasa pcstc Ein Jeder sei selber fttr 
sieb S. 65. Korkoro the korkoro (g-anz allein) S. o3. ; folg^licb 
nach äbnüchen Begriffsfibergäng'en , wie Griecli* avrog (1* selbst 
2. für sich selbst, allein); Vng. mag'a (ipse, solus); Malaj« 
kita sindiri (moi-m^me), dir! kita (nie ipsuni), sa- 
örang dir! (seol) cet. Schleierm. Ilnfl. p. 562. Im Deut- 
schen: all -ein, d. b* von allen (nur der) Eine. •— Bw.: 
Col^oro Adj. (Alone. Solo), aber corcorria f. (Solltude), 
womit inclobo (Ilermitage) and Inololobi (Ilermit), die 
Bw., wohl kaum richtig-, mit Rnss. inok vergleicht, schwerlich 
etwas g-emein haben. Corroro (One-eyed. Tuerto) verwei- 
se ich auch zu koro (coecus); und nur' cor i (insula), vgl. 
isolirt, käme etwa in Frage. — kokero (allein) Rtw., gtikSro 
kehr [einzelnes Haus] Einsiedelei Bisch. — Zipp. kokuro, ko- 
kero (allein) Adj. Flexion: N. kokero, f. -1 (solus, a); G. 
kokereskero; D. kokeresti; A. kokeres (De tu les kokeres; 
A. st. D.); Abi. kokerester; lester kokeris, von ihm allein 
(bekommen habe). PI. Comm.kokeri. Kokeres (abgesondert, al- 
lein) Adv., und letzteres auch wohl g'ogg-eres Graff. Ms. ohne 
Ang-abe des Sinnes. Me dschava kokero Ich gehe allein, fem. 
kokeri. PK Freuda te thug-a na vena kokere Freud' und Leid 
kommen nie allein. Eingezogen: Jov dschivela peske kokero 
(er lebt fttr sich allein), (vgl. Bisch, neutral). Jov kokero (ille 
Ipse); andri pöste kokero (in semet ipso). Keck na lela pes- 
ke kokero Niemand nimmt sich [sibi] selbst. Jov dela pes ko- 
kero Er giebt sich [sc] allein. Me hommes kokkSro Ich bin 
selbst gewese;!. Mire prahala bis kokkerofe?] andre fohro 
Meine Brüder sind selbst In der Stadt gewesen. Me sclnm- 
jum mree kokkere kanneha Ich hab's mit meinen eignen Ohren 
[eig. Sg".] gehört. Me anjum man kokeres [Acc. oder Adv.j, 
Ich habe mich selbst g-ebracht. Mag das vordere r durch 
DIssim. entweder unterdrückt oder zu 1 geworden sein, immer 
hat das Wort den Ansehein einer Reduplication ^ die mit dem 
Deminutivsuff. und Sskr. ökas (Ilaus) wohl nichts zu schaffen 
hat. Diefenb. denkt, wohl bloss in Ermangelung eines Bes- 
seren, an Sskr. küt'a u. küt'astha. Eher entschlösse ich mich 
zu einer Vereinbarung mit Hindi ^käki, auch akelä, k^wala 
(Alone, Single, solitarj), Sskr. iiäUn Id., vgl. ob. S.2%1. 

12. a) Saro (All. Todo), Sskr. sarwa [der Vergleich mit 
Pers, jJjM falsch !] B w. PI. z. B. as sarias generaciones , nä-^ 

aai al yeveai L. I. 48. — Zipp.: haaro (vgl. wegen des h 
S. 93.) Alles. Schaaro [richtiger a". e. a. St. fsalire] manu- 
scha, alle M.; schare kettene, alle zusammen. Sshare avlc 
sehtelde, fsir jek fslr o wawer Sie wurden Mann fär Momi 

18* 



27d IL Grammatilu 

gefangen [eig. alle, wie der eine wie der andere]. Andry 
fsaahro swieto (allenthalben) hl o Dewel In der ganzen WeU 
ist Gott. Schaaro stetinde [an allen Stätten], allenthalben. 
Ssaaro andre jek [Alles in Eins], Lat. snmmatim. Mre love ayle 
«haare tschorde Mein Geld ist all (gänzlich) gestohlen worden. 
JoF hi fsharo devlekuno Er ist ganz fromm. — Andre sawe 
(in Allem, eig. wohl PI.] Rtw. S.39. — Pchm. S. 13. «5. 
savoro, f. -1 (all) mit ganz regelrechter snbst. DecL ihat 
wohl r vor v eingebttsst, nnd sich mit einer zweiten, doch 
wohl nicht demin. Endung (vgl. nr. 11.) bekleidet. Vgl. Hindi 
B&rk (entire), sdrä, saba, auch sagrä (whole), sarwa, saba^ 
Bkfk (all), Sskr. sarwa, sarba; Fall sabba Essai p. 91. — 
b) Wahrscheinlich von dem erweiterten Sskr. sarwaka (All, 
everj): Rtw. schwi^kivolta (allezeit), sdiwakokowa (allerdinge), 
tshwakenenza gemein s. ob. S. 189. 'Von haggeno, jeder, 
Graff. s. ob. S« 122. — So auch Zipp. schwako (jedweder); 
schwakkodiwes (täglich), mre sdiwakkedivesfeskri butin (mei- 
ne tägliche Arbeit), schwakko wolta (immer)', worin also noch 
die Lab. sich getreuer erhielt. — Diese mangelnd in sako 
Pchm., und desshalb die Aehnlichkeit mit Tscheremiss, sakai 
(jeder) Or. Zeitschr. IV. 139. bloss zufällig. — Hako tschiro 
(immer) L. 11.37. Fr., wie hakkotschiro (jederzeit), hakkodi- 
ves (täglich) von hakko Bisch., hako (jeder) Rttd. Hakke 
thäler, dumba, alle Thäler, Berge L. III. 4. -^ Mit Ungar. 
Schreibung, d.h. gy für dj im Vü. Grellm. u. Mithr. IV. 90. : 
szekogjes (quotidie), da gjes (wie in a-gyesz, heute s. 
ob.) =s dlves (Tag) Pchm. Nicht minder szekovar (alle- 
zeit), sowie, mit gleicher Bedeutung, szekovarl in den 
VU., deren Schluss mit derMultlplicationsendung (s. ob.) stimmt, 
vielleicht aber am » auch noch ein locativ- temporales oder'pl. Suff, 
besitzt. An Walach. dre (vom Lat. hora) ist trotz des ähnli- 
chen Gebrauchs von Ahd. stunt Grimm III. 231. schwerlich 
zu denken. — , c) Hallauder, Acc. -deren (alle). Versteck- 
ter Comparativ? fragt Graff. Ms. Ich glaube kaum: mir wäre 
es eher ein Abi., nach Analogie von Sskr. sarwatas,. so 
dass es mithin 1 st. r eingetauscht hätte, (vgl. auch garter- 
gende ob. S. 186.); oder sa- (com) mit dem Deutschen: 
lauter (z. B. lauter gute Dinge sind das u. s. w.) verbun- 
den. Jon karenes lauter (Sie riefen alle) LG. selbst ohne den 
üblichen Anfang ; allein sonst auch z. B. hailauter (alle) L. I. 
64. 66« 67. Gatter alleweile dejas pess Pilatus hailauter mühe, 
Jesus wrin ti mukell Von da an gab sich P. alle Mühe, J. 
loszulassen LG. Anni hallauter gab [eig. Sg.} i trujall dschit- 
te temmes [der Gen. Yiach dem Deutschen] In alle Oerter des 
umliegenden Landes L.IV. 87., prallende lauter, über sie alle 



a Wortbiegnng. 277 

36., ap' hallautereiide, auf alle. 40. — ZI p p. : lauter ket^e, 
mannlchfaltig* ; fshalauter kettene^ alle zusammen ohne Un- 
terscbf)^; fshaare kettene. In einer Summe; ketteny zusam- 
men. Ssalauter oder hal. kettene (alle zusammen) , u. a. e. a. 
0. „überall — ' halauter (fsalauter helsst Alles) <^| kalauter^ 
^anz, sämmtlich. — Bisch, halauter, ganz, sämmtlich. Auch: 
^erraf göwa lauter k^tene [machen eine Sache ganz zusammen] 
zurttsten; anaf lauter k^tSne, zusammenbring-en ; kuraf lauter 
kM^ne [schlagen zusammen, etwa: sich?], zusammenrotten. — 
Rtw«: hailauter (omnes) S.38.; hallauter (Alles), z.B. hai- 
lauter Uni [sie haben Alles geraubt] u. plündern; hallanter 
(Ende); aber trotzdem nicht aus Sskr. anta (Ende), sondern 
n verdruckt st. u (vgl. Es ist alles aus, zu Ende)« — d) Ei- 
ne kürzere, aber nicht nothwendig gekürzte Form: Harr» sa 
(all). — Bry.: sawjaw (for ever), d.h. wohl: für's ganze 
Leben (gava or geeva Life). — Zipp. fsa jek (immer, 
jedesmsd, allezeit, stets) eig« wohl: in Einem fort. Ssa pro 
pasch gene krik Sie sind zertheilt weggegangen; fsa hauf- 
kinde (haufenweise) ob. S. 186.; Isa po jek (zu einem) ein- 
zeln; fsa to dui dschana Sie gehen zu 8 n. s« w. s. Distrib. 
Mo dikkav me kay te dikkav, to hi fsa schukker Ich mag 
hinsehen, wohin ich will^ so ist es allenthalben [genauer wohl : 
Alles] schön. Ap akkia oder akkia meraha, fsa jek hi. Ob 
wir so oder so sterben , ist gleichviel , d. h. wohl : AUes Eins, 
Engl. *% Is all one, einerlei. Auch: fsa jek hi Es ist gleich. 
Vgl, Bisch, hachöke hi Es ist mir ß] einerlei, wohl mit ch 
st. j , sowie h st. s. — Auch enthalten in : %apposhoker (all- 
gemach), TgLbe tschucker Rtw., betschukker (langsam) Rüd., 
poschukker (sacht), aber bischukker (unschön) Zipp., also in 
dem Sinne, wie mau; ,, all- gemach ^^ selbst, und „ganz sacht, 
leise ^^ u« dgl. sagt. — e) Wie sich in unagy Lat« cunctus 
(aus com, cum), omnis (Sskr. amä, zusammen) zwischen den 
Begriffen der Allheit und Gemeinschaftlicbkeit ein vermitteln- 
der Faden hinzieht, so darf man auch wohl ohne Scheu hier- 
an Wörter für: „mit^^ reihen. Ausser der Endung des So- 
ciativHS und: i fsamenza Geschlecht, PI. -e Verwandte s. 
ob. S. 190., ferner amal, mal (companiop), welches sich dem 
Pers. ^Ufi» vergleicht, und etwa noch einigen Wörtern mit vo- 

calischem Anfange bei Bw«.: Sar, sat (With. Con), sar- 
menda (with me), sarsalo (With bim. Con el), sarsos 
(So that. Con que), die sich s&u Hindi: satha, sahita, ei 
(with) u. 8. w. stellen. 

13. Aver ein anderer, fem. avri Pchm. — Aver, 
vel (Other, another), vielleicht auch dabei (jemand; vgl. 



278 n. Grammatik. 

Lat. aliquls mit allus) L., und anch etwa htehcr abcrtune 
(Foreig'ner, foreign), wena s. v* a. Lat. pere^riaus (einem 
anderen Laude angehörig) and nicht vielmehr au: Ausländer 
vom Adv. abri (Out, abroad) vgl. ob. S. 123* So Bw., 
der nicht ganz unrichtig Sskr. apara herbei/iieht, womit z.B. 
Ahd, auuar, auar (iterum, autem cet.) Alafsm. Fragm. Tbeot. 
1841. Gloss. übereinkommt. Genauer stimmt unstreitig Sskr« 
awara (Posterior, hinder, last), woher Hindi, nach einer 
nicht streng regelrechten Gontractiou , a u r a (other) , Hindust, 
bei Shakesp. ^^ aur Gonj. And, also. Adj. JMoro, other. 

(iLiL^t aur eJc (Another; separate, distinct, eise), w^omit nicht 

bloss lesque avel (Cno a otro ; wo iesquc doch wohl schwer- 
lich Dat.) Bw. , und jequc sat o aver (der eine mit dem 
anderen) L. XXIV. 15. , sondern auch die sogleich zu erwä- 
genden Reciproka eine schwerlich abweisbare Harmonie bieten, 
letro (Another. Otro) Bw, ist offenbar dem Span. Worte aus 
leque (one), s. Art., nachgebildet; auch cata (Every) scheint 
Sp. cada, wofern nicht zu catan^ (united, assembled) gehörig. 
— - Dagegen mit einem w vom, Avelches fast auf llednpL 
rathen lässt, Graff. Ms. waber Adv.? ander. Koba wawer 
tschiben, das andere (ewige) Leben. Wohl nicht, wie Graff. 
vermuthet, aus avav (venio). — Bisch. z.B. u. verwichen. 
Unter: übereinstimmen: A j6^ a rakkerwela bar o wawer, 
der spricht, wie der Andere. — Dat. je wawereske u. ver- 
wechseln. — S c. A goia rikkerwela je waw^rfeha Sie hält 
es mit einem Anderen, u. unkeusch. — AbL Zipp, u. ver- 
läumderisch: ke wawerister mydschach rakerla, der von einem 
Anderen Böses spricht. »- Put wawres [wohl die Endung nach 
dem Deutschen] putteter , und viel Anderes mehr L. HL 18. 
— PI. e le wawer Zipp. — Aosaveres fores jomte tam- 
blen quo menda [icli] penelo o chiin de Debt4 Bw. = Me 
hunte ninna wawre fohro [Sg.] u Evangelium pennapp catter 
reich dcpleskro L. IV. 43. Wawrenn (alios) , glan wawrender 
(prae aVüs), wawrenser (cum a]iis)LG. — Adv. wawer wol- 
ta Zlpp. , i wawre koppe (zum anderen Male) LG. Ferner 
Zipp. wawer te (anderwärts) = Pchm. avrete, anderswohin 
vgl. ob. S. 184., w^enigstens rücksichtlich des s nicht stim- 
mend mit avreste Pchm. sogleich, und völlig verschieden vom 
Deutschen: -wärts. — Tu homte keroes adava wa- 
w er t sc band es Du musst das anders machen Zipp. vgl. 
ob. S. Äl3. — Im reciproken Falle steht entweder 
1. jek ausdrücklich, als: jek pasz avreste Pchm. S. 32., jek 
avrcs S. 63. (jedoch jckes — jekes, den einen — den an- 
dern, Bisch, u. versprengen), auch Zipp. jekes e wawerester 



C. Wortbiegimg* 270 

eisen von dem anderen. Tradela jek [elg- N.l i wawerester,. 
er zerstreut (ja^t einen von dem andern) Lue. f. 51. 2. ver- 
wachsen hinten mit wawer» Jene Beisp* sind nämlich be- 
weisend dafür ) indem man nicht füglich rik TSeite) darin su- 
chen kann, wie: apowawSrik, jenseits, (v^l. an^ränzen) 
von u wawer, je^er; und überdem heisst im Hindi Another 
AdJ. nicht bloss: anya, sondern auch aura (^ka, wie Im 
Deutschen mit umgedrehter Stellung' einander, im Sskr« 
aber durch Redupi. anjonyam pratl (g^egen einander) u. 
B. w* — Zipp. (rücksichtlich der Gutt« vgl. noch Bisch, stahr- 
gärtärgende vierfach): prezzal wawerkeste, gegen einan- 
der, mit dem Sing., wie Zipp. Keek ruh na chala wa Wer- 
kes Kein \^'olf frisst den anderen, wo also nicht bloss keek, 
sondern auch wawerkes das Zig. jek (einer) einschliesst. 
Zwar hat keek keine Pluralformen, allein das hindert nicht-, 
dass sich hier jek hinter wawer Im Plur. zeige s. ob. — • Da- 
her LG. Naschehna i wawerkender (die Schafe) laufen ansein- 
ander; doch Erst hisle jon chojmen appi wawreste Zuvor wa- 
ren sie einander feind. — Rtw. Shaswavver Kinder 
(scheiden) u. daraus Grellm. zhas wawer, kinder, was nach 
Zipp. =z dschas wawerkinder (lasst uns von einander gehen), 
bei dem auch Me lava len wawerkinder Ich nehme (scheide) 
sie voneinander. — Bisch, pralwawerk^nder (übereinander). 
Nur durch Irrthum steht der Abi. hinter einer Pr^p«, wenn 
nicht das r fälschlich hinter den Dat. getreten, wie ob. 
S. 186. und apo pester u. Angewohnheit, wofern nicht aus 
apo peste (an sich) lester (von ihm) zusammen geschmolzen, 
Bisch. Pasch pester, zu sich, anni Sunder wastester. In die 
Hände [Sg.J der Sünder LG. Richtig dagegen Bisch.: palall 
wa werkende (nach einander), apo wawerkende u. verrathen. 
Acc. tapperdam wawerkenn u. antreffen« 



5« ArlikeL 

Wenn wir das allein von Graff., Jedoch, wie Ich glau- 
be, fälschlich als Art. aufgestellte, und auch in den Frenkel- 
schcn Texten in dieser Eigenschaft nicht yorGndliche Pron. 
koba (ille), koja (illa), s. ob., ausschliessen , welches höch- 
stens dem Deutschen betonten der, die entspricht, bleibt uns, 
ausser dem Indefinitart., für den definiten zur Betrach- 
tung ein allerdings artikelartiger Vorschlag tibrig, der jedoch 
stets, etwa mit alleiniger Ausnahme von Bw., bei welchem 
der PI. nach Span. Weise ein -s annimmt, aus einem blossen 
Voc. besteht, und bei streng^ richtigem Gebrauche , der aber 



28Q n« Grammatik. 

htlneswegB Immer so^ar yon den Zi^, selbst beobachtet m 
werden scheint , je nacb den Sexual- und Numeralunterscbie- 
den, sowie in seiner Stellung* vor den Cass. obl., etwa mit 
Ausnahme seines Sitzes nach Präpp., in ähnlicher Weise als- 
das Adj* variirU D. h. im Nom. o (oder u) masc. , und i f. 
8g.; im PL beider Geschlechter e (ungenauer: f), und ror 
obl. Casus e (minder gut: i) lautet. Graff. S. 39. läugnet a 
Im AxL] indess finde ich ihn naturgemäss einigemale bei Pchm* 
Im Fem. der Cass. obl, als S. 63. a rina (die Frau); a da- 
raha mit Furcht S. 73. , aber ohne dasselbe S. 72. ; jedoch ist, 
abweichend vom sonstigen Gebrauche bei Pchm^, ob. S. 805«, 
hier e das gewöhnliche. — Aus Graff. Ms. zu S. 88. ge- 
winne ich folgende Bemerhung: „Es scheint, dass dieser ans 
Endvocalen gebildete Art. doch einen dem Deutschen unbe- 
stiinmten: ein verwandten, mit koba rerglichen leichteren 
Sinn [sehr wahr!] habe. Matth. XIV. 15. Gaba them hi o 
them „Diese Gegend ist eine Gegend ^^ zeigte in dem Yer- 
Btändniss der Zig., dass o von jek (ein) nicht fem lag. Soll- 
te der Art., wie die Adj. des Acc. und damit der Decl. über- 
haupt entbehren, und eine yom Pron. zurückgezogene Form 
sein? d-er, d-ie, d-as?^^ An ein solches Ablösen des Art. 
Ton dem Schlüsse der Nomina gestehe ich nicht glauben zn 
können« An eine etwaige Herttbernahme aus dem Ngr. o, ^ 
zu denken, wage ich auch nicht, weil dazu das o und i viel 
zu tief mit der gesammten Sprache verwachsen sich darstel- 
len. Was hindert uns aber, im o (sonst entsprechend dem 
Sskr. a-s im N. masc.) den regelrechten Nom. zu dem, im 
Sskr. bloss in obl. Cass., wie^ a-sja, a-smin, vorkommenden 
Pronominalstamm ä, und i als eben so regelrechten N. Fem, 
anzusehen, dem auch im Sskr. wirklich ein, nur nicht mehr, 
als solches, fühlbar gebliebenes I in iy-am (vgl. si =s sa) 
zur Seite geht? Einverstanden mit Graff. vermisse ich nicht 
eine besondere Form des A<5c. beim Art. (etwa im m. sg. 
es, im pl. en lautend), weil dieses der Natur des Art., der ja 
hier stets, wenigstens als solcher, nur vor einem Nora, statt 
haben dürfte, widerspräche. Auch zeigt der eig. definitive 
Art. (davon sogleich) häufige Vermengung mit dem indefiniten, 
der wohl eig. immer je, als Kürzung aus jek (unus; s. ob. 
Zahlen), lauten sollte, sei er nun Masc. oder F., wie je manusch 
I laweha S. fein M. mit Namen S.) L. IL 33., jek mom'li 
fein Licht) 33., je turkepaskri, eine Prophetin, und jek tschal 
Ph., eine Tochter Ph. 36. dicht neben einander; im Masc. 
Je turkepasskro i praaleskro, ein Prophet des Höchsten [Obe-* 
ren] L 76.; für je tschawo Josephs, fsawo bis jek tschawo 
Eli III. 33. -^ Bisch, je wawSr^ha (mit einem anderen) o. un- 



C. Wortbiegiuig« 281 

keascli. Fem«, i* B. je lublin (eine BebcUftferhi) Blscli«; Je 
schin^ingri (cornuta) eine Ziege Grellm. S* 826. 1. Der PL 
fehlt diesem naiarlich ganz; eine besondere nngeknrzte Form 
hätte er aber von jekh (Jekhe m«, Jekha f.) herfibernehmen 
müssen, konnte es sich aber, wie das erste Beispiel zeigt, 
auch an der gekürzten genügen lassen. Graff. zufolge soll 
das Fem. im N. sg. t, sonst aber in den Cass. obl. (also 
nicht: a) und im ganzen PI. schwankend i und e haben. 
Mag eben so gnt sein , wie Im N, für das Masc sing, o oder 
i», im PI. f und e. 

Das e und i des Sg. neben dem wahrscheinlich durch 
Länge völlig davon verschiedenen e des PI. hat kein Beden- 
ken ; wohl aber befremdet (vgl. ob. S. 804.) die Behauptung, 
dass in allen männlichen Cass. obl, beider Zahlen unein- 
geschränkt auch und n gültig seien neben e und i. Gleich* 
wohl Bnde ich dafür allerdings Belege, wiewohl keine genü- 
gende Rechtfertigung. Fast scheint es, als dienten mitunter 
diese flüchtigen Hauche mehr als Laute einem bloss unter- 
geordneten Zwecke, dem des Wohllauts, — » um von einem 
Worte leichter zum anderen hinüberzugleiten. Das möchte ich 
namentlich in ihrer Stellung zwischen Präp. und deren Com- 
plement geltend machen, wo sich die Präp. gleichsam auf dem 
Vocale an das regierte Nomen hinanschaukeln lässt, wie durch 
ehi ähnliches Mittel die flexibeln Attributiva es thun in Be- 
treff ebenfalls des Nomons, worauf sie sich beziehen. 

Bisch: S. 15«: Der Art. wird selten gebraucht, und 
scheint daher anderen Sprachen entlehnt [?]. Je heisst ein, 

nnd ui der, t: die. Statt des Art. [nein; wenigstens die 
hier aufgeführten stehen immer, auch bei Bisch, selbst, bloss 
personal] bedient sich der Zig. häufig des Fürworts mit 
vorgesetztem und angehängtem Bindeworte, z. B. a jow a, 
da er da; a Joi a da sie da^^; vgl. ob. Pron. 3. pers. Nicht« 
desto weniger hat er doch eigentlich gar nicht so überaus 
selten den Art. Z. B. bei Wörtern, die bei Anderen als 
Masc. gelten: o dikno.[e?] tschawes (den kleinen Knaben) s. 
auferziehen; o wuhteras (januam) s. aufmachen; n chihbas 
(nivem) u. abschütteln; dijahamen u dewlesk^ro druschules qi 
Absolution, vgl. einsegnen, was, von Bisch, irrig übersetzt, 
etwa so viel heisst : Wir geben uns (genauer wenigstens müss- 
te: du giebst: deha mit e lauten; vgl. ledoch Biseh. S. 80t) 
das göttliche Kreuz (signum cruds). Also o auch im Acc 
A j6w a hl i bengester pischdo Er ist vom Teufel besessen; 

1 gihw^ha mit dem Getreide s. abdreschen; i wortin^ha mit 
dem Wagen s. fahren; wie Rtw., mit dem Subst. 'Verschmol- 
zen im A. e-wnrdines ob. S. 178. ~ Im Fem. Acc i romja 



282 IL Gminmatik« 

(iixorem), 1 pnsdifca (die Flinte) 9 f lunka (das Gras) s. ein- 
sperren, abdrücken, Abinäber ; I sarrman (einen Eid) möglicher 
Weise nicht Fem», sondern Masc; i g'anzl^i tuwieiles (den 
glänzen Taback) u. ausrauchen, der masc Endung* des Sahst, 
»am Trotz dennoch f. Abgttrten : i p^da (rem) , aucli p^des ; 
femer abhüisen: A ganna gunsch^wen' gatter i rihili [Sg*] i 
pedende [vgl. ob. 8. 176.J tele 'Jetzt macht von den Erbsen 
die Hülsen ab; also hier beim PL 

Pchm. hat kaszt (Holz) S. 57. ganz indefinite; auch 
nedvedos ein Bär. Vor obL Cass. «, z.B. e bakröres das 
Lamm, A. von bakröro 53.; e guruves, einen Ochsen 66.; 
e xukleste (cani) 74.; aber, vielleicht weil unbelebt, o pani 
(aquam) 52., jedoch auch e roj (einen Löffel) f. 56.; e lit'hi 
(einen Baum) f. 53.; e dar (Furcht, Acc.) 77«, sogar im N. 
e romni das Weib Ib. — PI. e gaxenge, den Leuten 69*; |e 
laczenf;a, mit den Guten (also eig. Adj.) 53.; ygl. e paj- 
tren^a, e pchakhen^a, mit Blättern, Flügeln 77. 

Frenkel: u charo, ein Schwert, im N. L. H.35., u 
tschiru, die Zeit 6., n kaiser dela, der Kaiser giebt 1., u 
befehl , der BeCehl HL 8. ; u raj , u dewel bipoldo der- Herr^ 
der Gott [bipoldo ungetauft, Jude, als Nom, soll hier lächer- 
licher Weise: Israels vertreten!] L68.^ glanareste, vordem 
Herrn 76.; i ress dem Herrn IL 23., anni (anno) gesetz 1 
reskri (i ress) im Gesetz des Herrn 23. S4. ; im A. u gib 
den Weizen , aber i spreu die Spreu HL 17« ; I mulester des 
Todes (eig. vom Todten) I. 80, — PI. N. i parscheere , die 
Hirten H. 18. 80. ; A. I beiden (paganos) IL 38. VielL gar 
■eibständig : Und tall' i tcuu co w opfer Und dass s i e gäben 
das Opfer IL 24. — Fem. i dei , die Mutter [eig. wohl N. st. 
A.] IL 23., trän I rat anno tiwcs, aus der Finsterniss an den 
(d. i. aniio) Tag IL 32., anni wüste, in der Wüste HL 2. — 
Im PI. glan i hallauter manuschenge, vor allen Völkern IL 31. 
Tgl. L 80. wohl nur das der Präp. angeklebte i. — ü tower 
hi schund [schon, mit müssigem dj i rukka [A. st« D.] appi 
reddltschiene [vgl. Frz. racine, vom Lat. radix] tsclüdo Es 
Jst schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt HL 9. 

B w. hat O art. def , (The. El.) Ex. gr. can (El sol), 

und daneben o, auch or, Pron. pers. (He. EI.) Pers.^t. Fer- 
ner als 6. sg. dieses Art. e. Sodann le properlj^ the gen. 
sing, of the art. 0; tdso the acc: it frequentlj serves 
for the nom.; e. g. le pray (the mountain); le ran (the 
rod); ie trujacai (the grapes). Aber les gen. ph of the 
ari* O. In seinem Lukas jedoch sieht es noch etwas bunter 
ans. Z. B. o trupos [Acc] e Erauorö %b awfia xav KvqIqv 



C. WortbiegoBg. 283 

XXIV* 3. ; a bar [f.] riv Ud^ov 2. Ocono slnela o Crallk es 
Chuti OvTig ioTiv o ßaatXtvg rcüv ^lovdaiwv XXIIL 38. ; auck 
opre ö iii avTio Ib. ; sat ö avv avr^ 32. ; und o , avzov 39« 
als Pron. Enrun o s mules , unter den Todten XXIV. 5. ; os 
mules Ol vtxQol XX. 37. ^ es dui randes, die beiden Uebeltbä- 
ter Acc XXIII. 33^ a os bures roXg ogea 30. Auch pron. 
OS araquerö, sprach zu ihnen, na os impidais, hindert sie 
nicht XVIII. 16. Na sineia Debel es mules sino es rivos 
&ebg öi ovx lart vexgwv , uXXu ^civTCov XX. 38. as cadchias 
sosy yvvaixeg a"uveg XXIU. 55. yg\* I. 28. a sares os averes 
näai TQig Xoinoig XXIV« 9. as averes al Xoinal 10. nao 
e bedori der Name der Jungfrau I. 27. Menda a lacri e Era- 
noro ^Idov rj dovXij yvqIov 38. 9 aber a salutacion de M. %hv 
a07iaG(jiov rijg M. 41. Os sares que as junelaban, as ujara- 
ban Alle, welche sie (buchias, die Geschichten) hörten, er- 
warten sie 1.68. Auch bei Poss., z. B. mibao e tiro tru- 
po xaQTibg rijg xoiXiag aov 42. a Dai e minrio Erano ij 
fifJTTjQ rov xvQiov (J.OV 43., also, wie koba nui dschi mein 
Herz Graff. S. 29. , obschon L. I. 46. minri ochi eng-randece al 
[also als Acc.!] Eraao MeyakvvBi ^ y^Xi^ fiov rhv Kvqiov, 
yrenn man nicht das in ochi mit dem Subst. verwachsene o in 
Anschlag bringt. 

Zipp. sag-t: „Die Sprache hat wohl keinen Artikel, 
M elcher dem Nomen ausdrücklich vorg'esetzt werden müsste; 
doch wird im Anfange der Rede dem Nom. und Acc. [!J der 
Masc. o und der Fem. i im Sg*. , welche sich im PI. zu e ver- 
ändern, vorgesetzt Die Adj. , welche bei den Subst« stehen, 
endig-en sich in beiden Generibus auf eben diese Buchstaben, 
so auch die Präpp. und Adv., w^enn sie dem Nomen unmit- 
telbar vorgesetzt werden. Letztere aber [d. h. doch wohl die 
Subst.?] behalten ihre gewöhnlichen Endungen bei den Cass. 
ob].; die Adj. aber haben bei allen Cass. obl. in beiden Num* 
e zur Endwig," vgl. Pchm. §. 39. — Ebenfalls Zipp.: „Mein 
Zig. sagte den Art. o und i niemals, wenn er ein Wort nann-« 
te, ich schreibe es aber, um das Genus zu bezeichnen, voran« 
[Er kommt aber in den Texten bei Zipp. oft genug vor!]. 
Die Adj. und Adv. aber endigen sich nach Verschiedenheit 
des Genus des darauf folgenden Subst. auf o und i, oder in 
den Cass. obl. auf e." Zuletzt: „Die Voc. des Art. iiiesseir 
mit dem, dem Nomen vorstehenden, sich> auf einen Voc. «oder 
y endigenden Partikeln, Präpp. und Adv. zusammen." Die 
Einschränkung auf Partikeln mit bestimmter Endung halte ich 
für ungegründet, wie z. B. sogleich Kann'o prül avela, to 
wela mischte Wenn [Zig. kanna, hinten mit a] der Bruder 
kommen wird, ist es gut. 



284 II. Grammatik. 

Der Art. concresclrt nun sehr häufig* 1. mit dem 
nachfolgenden Sahst«, S. mit' einem vorherg'ehenden Worte, 
als der Conj. te und Präpp. Wenn der Art. mit einem 
Sahst, zusammengeflossen ist, hat man ihn öfters als solchen 
misskannt und für einen unabtrennbaren Bestandtheil des Suhst. 
gehalten; man muss aber riele schdnhar vocalisch anlautende 
Snbst. im Lex. yielmehr unter d^ Conss. aufsuchen, s. Beisp« 
IL Voc. aus Bw. 

Bei Bw. aber sowohl a als e, o, u Im Nom. z. B. ajo- 
joy neben jojdy Hase ; arajay und erajay Mdnch ; erani (lady) 
neben m. erano (Lord, master); u-chi (anima) und o-chon 
fmensis). So auch Harr, aus dem Span. Zig-, ochi (soul) und 
derer, o-teber (g^od) p. 585. = Epgl. Mt-derol, mi-daviJ 
(mein Gott). 

Bry. yabesch (a year), jakorah (an hour) s. Lex, 

Bisch, isaia Melkfass neben saija Eimer; s. auch ja* 
cch&ro Dolch, jejhadenin Nösel. 

Rtw. jeckotter Stück, ygl. Bisch, jeg^otter Ohrläppdien; 
Jemia Meile. 

Szuj. S. 134. Je-dei (streng genommen: eine, nichtt 
die Mutter); je-ttschei latiri (Tochter ihre): je -matscheste 
si (einem Fische sind)? jekchamester (ob jek-ch. oder je- 
kch.? Sole, als die Sonne), ygl« e kamester hi chatschkerdo, 
von der Sonne verbrannt Zipp. und Alter nr. 75. cham^, kam', 
ö-kani. Auch Sz. otschon der Mond; ewala die Haare; 
epora die Federn, Poln. piöro; ejag* das Feuer. 

Voc. Petr. Pu, bu, pube und jepebn (Erde) Alter 
BT. 97. , pu (ager) nr. t95. Alo , law' (verbum) nr. 58. 

Grellm. S. 891. 9. tsap, u-sap Schlange, Drache; 
cpas, wesch S. t^* Halbinsel, wo das erste Wort = je-pasa 
(ein halb) Pchm., pahsch Bisch., und so auch wohl Pchm. 
Jerni (Feile) aus Ngn Qtvt] jedoch kaum jevend Winter. — 
Im YV. bei Grellm. Tiri hl 6 Inme Dein Ist das Reich, tirl 
hin ezor Dein ist die Kraft; ändral o dschni^galo, aus dem Bö- 
sen. — Hirecza (Ente) Alter nr. 163. wohl mit"hi (Ist) und 
gisterna neben stirna (Katze) Alter nr. 155. auch zweifelhaft. 

Concrescenz mit der Conj. the (und). Zwar nie thc 
tu Ich und du; avoka th*amen, so auch wir; aber rat th'o tru- 
pos Blut und Leib S. 34. Sonderbarer Weise haben die Ue- 
Berschrlften bei Puchm. immer nur vor dem zweiten Subst« 
einen Art., als ruv th'o bakrdro, der Wolf und das Lamm; 
ruv th'o xukel, der Wolf und der Hund; beide in üeberschrift 
o. Text. Oslos nasvälo th'o ruv Der kranke Esel und der 
Wolf. Im Fem. mit e: ruv th'e pchuri, der Wolf und die 
Alte; bachtali th'e pchurdyni, die Fledermaus und das Wie- 



C. Wortbiegnng. 28& 

• 

sei; hand'a th'e brll^ die Ameise und die Biene. — Auch 
so^ar vor Eig'ennamen : kaszteskera tli*o Merkuris, der ZIm* 
mermann and Merkur ^ während im Text für den Nom, bald 
Merkuris bald o Merkurls sieht, S. 65. im Texte: Jaiios th'p 
Petros Johann und Peter. — Auffallend o vor Plur* Im Mai^c. 
und Fem., als pchiiro th*o räkle der Alte und die Knaben, 
wie im Text S. 73. raj th'o räkle der Herr und das Gesinde; 
g'äxi th'o räkl'a die Hausfrau und die Mägde; p^r th'o ud7 
der Bauch und die Glieder* Bloss xukel the koter kariala 
ist eine Ueberschrift ohne Art; wenigstens ist koter masc 
und schwerlieh th'o zu schreiben, ygL the koterdro S« 70. 
Auch th'o xukela ^und die Hunde S. 72.; o rast Acc. pL die 
Hände S. 56. Im Text S. 73. jedoch o balevasa th'o chH- 
chUa Speck und Erbsen, ferner ani o czor (ob Sing«, oder 
PI. nach S. 28.?) ani mangipnaskere, weder Diebe [ein Dieb?] 
noch Bettler. YgL auch ohne Art. die Beisp. ob. S. 169. 

Zipp* dagegen hat: mo te mro prahl; o dhad t'o 
präl; dhad t'l iey (ti dej); o piranno t'i piranni; i pl- 
ranni t'o piranno; o devel t'o manuscha, Gott und die Men- 
schen, also auch im PU — Mi batus y min dal (Mj parents) 
Bw. U. 14. 

Rtw. Jecktopash (anderthalb, eig.jeck, Eins, t*o pasb, 
und die Hälfte; nicht zu verwechseln mit jekto, der erste). — ^ 
Mare ziga to terno kalbo Meine [unsere?] Ziege und das 
junggebome Kalb; wo das o In to Art« Sonst o flachso te 
hanfa te wulla Das Flachs, Hanf und die Wolle. Tschiel 
niste (wohl bis te) midschach wettra Kälte war und schlecht 
Wetter. — Sonst N« o bolloben der Himmel. — Nach Präpp. 
Androffaster cordo (in Eisen geschlagen), wie Androffaster 
angeblich Fessel. So auch mit Fem. andririck Seite (latus), 
eig. an der Seite (andr' i rick). Shinandro meraben, bis In 
den Tod. Andr^ sawe, in allen Dingen. 

Bisch. Masses da goicha (Fleisch und Würste) S. 31«; 
wastes da pihrende Hand und Füsse S. 99«; tschies da trupes 
Seele und Leib S. 97. ; büschka da elf häro Flinte und Säbel 
S. 38.; rom da romnin (Mann und Frau) Paar; unbestimmt, 
daher wohl ohne Art. Dagegen : i pehrjdnde da I tschahr^nde 
(die Töpfe und Schüsseln) S. 32. 



6. Präposition. 

Die Präpp. stehen entweder mit dem Dat. auf -te, 
oder mit dem N o m i n. s. ob. S. 204. ; und zwar statistisch 
die Sache genommen, so, dass die beiden Casus rücksichtUch 



286 II. Grammatik. 

Pron. und Bubst, slclt uiiig^ekelirt verhalten , d« li* der Dat. 
beim Subst. so selten ist als beim Pron. häofig*, and der Nom. 
bier so selten als dort bäiffi^. Wir haben früher damit Pro- 
homina verwachsen g'efnnden; oft, sehr oft aber auch fst 
mit der Präp. ein Artikel verschmolzen, was sich an seinem, 
nicht immer nach der streng'cn Reg-el wechselnden Schlussvo- 
cale erkennen lässt , und schon im Vorig-en Zipp. g^anz richtig* 
Hervorgehoben hat. Vgl. Pchm. S. 31. Graff. S. 41. — Vor 
Pron. (doch s. u. Art. doch Beisp. vor dem Poss.) bleibt, 
wie billig, der Artikel weg, und so auch vor dem Zahl- 
Worte jekh; so dass etwa vorkommende g'egentheilige Bei- 
spiele doch nur als Verderbniss gelten zu müssen scheinen. 
So z. B. bei Pchm. regelrecht: pre leste an ihn S. 76«, an 
ihm 80., pre peste auf sich 56., vasz peste für sich 68., an- 
dre tote in dich 77., andre leste (in dasselbe, sc. Haus) 73., 
pal mande hinter mir her 74. , angal lende entgeg-en ihnen 64«, 
upr^ pre leste über ihn, auch pre jekh knrko, auf eine Wo- 
che, neben sonstigem pro, und tei jekha dabate unter einem 
Schlage. Fr, app' jek wüste platza L. IV. 4S. Ausbeugpun- 
g-en mit o : pro leste auf ihn S* 55. , wie anno leste in ihm 
Job. 1. 4. Fr.; andro jekh kher, in ein Haus 56., klo jekh 
kher zu einem Hause 60., andro panx bersz in 5 Jahren 31. 
Mit e bei Zipp, ob. S. 185. — Bisch. z.B. glan peste n. 
imvorsichtig'; glan mande u. Vorbedeutung', begegnen, g'egen- 
w&rtig. — Fr. App' leste zu ihm L. IV. 12. , auf ihn *0. , 
app' lende zu ihnen 23.; pasch' leste, latte zu ihm, ihr 39. 
40., pasch' mandte bei mir 18., anntolleste an dem 111.22. 
Praal cow hailauter dschidafs Job Johannes schtilldo. 20. Ann* 
toUeskro wast, in desselben Hand 17. Ann' lengro dschji in 
ihrem Herzen 15. ann' tumaro lowe an eurem Solde 14. ann' 
tow' liwro in dem Buche 4. Maschk'rall delF lente, mitten un- 
ter sie IV. 35. Glan tumaro kann, vor eueren Ohren 21. 

Vor P s s e s s. Pchm. : pre lengro asavipen [m.] the pre 
peskeri lit'hi f., an ihr Lachen und seinen Baum, wo auch 
das 0, i und nicht das obl. e, a zu beachten S. 55.; pre les- 
kro laxvakeriben über seine Unverschämtheit 60. Andre tro 
kan in dein Ohr 65. , andre tri chev f. , in dein Loch 71. , aber 
andre [etwa andr'c?J chev, ins Loch 72.; andre amare terne 
bersza in unseren jungen Jahren 54. — Bei Bisch, ano und 
apo hinten mit dem o In allen Lagen, was kaum vollkommen 
richtig" sein möchte, wofern nicht Art. und Präp. so innig- 
verschmolzen , dass man den ersten in letzterem . nicht mehr 
spürte, was doch bei den Deutschen sowohl als Romanen, 
z. B. Frz. du, au (= de, a le). Deutsch: Im, vom u. s. w. 
trotz der g*rossen Entstellung* immer der Fall blieb. Ano mor 



C. WortbieguBg. 287 

tscW (In meo corde) g. Sngstlicli, Aerger, Freude, Herzeleid; 
ano nior wast s. behändig'en , wie auo wast s« behiiinich, Ge- 
hilfe; ano mor g'owa s. ruhen lassen , yg^L apo niiro g-öwa bei 
meiner Sache s. behaupten; ano peskero schSro In seinem Kopfe, 
s. albern, eigensinnig, betrübt, vgl« Dünkel, wie apo schöro 
auf den Kopf S. 41* Ano peskero tschl (in seinem Herzen), 
apo pesker! romjate (auf seine Frau) u. eifersüchtig, folglich 
N. und D. Ano peskro ganzko trupo s. nichtswürdig. Apo 
peskero nak s. Brille. Apo mer chhollob s« annähen. Apo 
tor mischtepenn s. anrathen. — Ano gawa kelir und apo gäwa 
pub f. s. ob. Pron.; apo gäwa rnk an diesen Baum, s. auf- 
hängen, vgl. apo ruk u. pfropfen; apo gäwa göwa s. tiberle- 
gen, ziehen« Apo goia tuwiölli f. (an dem Tabacke) s. er« 
quicken« — PI. apo pesk^re herula, auf seinen Beinen s. auf- 
recht. — Bei Pron, apo goliste s. ob. Pron., apo Icste s. 
satteln, zuwerfen. Apo mande s. Ausschlag, belastet, ver- 
kleinern, anmessen. Schun' apo mange s. zuhören, wohl mit 
dem falschen Dat. , vgl. das Richtige u. anhören. Pl.^ apo 
mende ptna, sie haben uns überfallen; pfena wäre 3. PI. Präs., 
es muss in pene gebessert werden nach Rtw, S. 88. pene a])er- 
mande (sie sind hergefallen über uns). Apo mende u. ankla- 
gen ist: auf uns [nicht: alle, noch diclij. Daselbst aucK 
apo a golla [agollaj wawereste auf den andern, wie PI. apo 
wawerkende s. verrathen, und vgl. anlachen. Apo je wa'wer 
diwesseste (auf einen anderen Tag) künftig; ano je baro go- 
wfeste, in einer grossen Verlegenheit; also selbst vor dem In- 
dcf. Art. — Auch bei Eigennamen finde ich nicht selten 
den Artikel, falls man den Zwischenvocal anders dafür halten 
darf. So Graff. 3Is.: hasch [nach] i Bleicheroda, und dazu 
die Bemerkung: „Die Städte sind Fem., wie es scheint: koja 
Bleicheroda." — Bei Frenkel nicht bloss: praal 1 Herodias 
(über die H.) L. Hl. 19., sondern auch anni Capernaum, anno 
fohro gen C, in die Stadt [man beachte die Vocahmterschie- 
de!] IV. 31. und anni K. 23., anni Nazareth, gen N. 16., an-^ 
ni Israel anni Eliae tschiro 25. [das I von anni im letzten 
Beispiel freilich wider Erwarten]. Ein ftchönes Beispiel von 
Genauigkeit bietet trän 1. ohne Voc. Dscha wrin trän leste 
Fahre ans von ihm 35. S. mit Voc. a) masc. Tran u fohro, 
aus der Stadt hinaus 29., wie trän u pollipen, aus dem Him- 
mel HI. 21. b) fem., und zwar zusammengeschrieben: trän! 
Syrien , aus Syrien IV. 27. ; trani fsikkerpaskri aus der Schule 
38. _ Und Job wejas anni fsikkerpaskri [in der Schule 20.J 
pair peskri gewohnheit app' kurkoskrotiwes Und er ging in 
die Schule nach seiner Gewohnheit am Sabbath 16. Ann' len- 
gre fsikkcrmangre [ob -grIaVJ, in ihren Schulen 15. Praal -i 



288 IL Grammatik. 

schnkker mii latsche lab [s^.?], coIFa kaijas9 [s^.] tra leskre 
[etwa n von trän durch Assimilation im 1 nnterg'egangen?] 
mal 22. — Danehen aber anni öfters mit, doch wohl wider- 
rechtlichem i: anni g'anzo temm im glänzen Lande 52«, wie 
anti leskre dadeskri temm 24*9 anni Simonis kehr in S.'s 
Baus 38. 

Grüff. S. 41* siehe Beispiele von Präpp. sowohl mit 
dem Dat., als der Nominativform. An letzterer Anstoss neh- 
mend, äussert sich Zipp. einmal so: „Es sind manche wun- 
jderliche Sachen in der Zigeunersprache, welche der Ideen- 
verbindung in anderen Sprachen widersprechen; z.B. dass da 
der Nom. steht, wo doch der Acc. stehen sollte, als: ko dhad 
(ad patrem).^^ Wir haben bereits versucht, diese doch im 
Grunde in den Sprachen namentlich ohn^ eigentliche Flexion 
' nicht ungewöhnliche Erscheinung auf ihre Gründe zurückzufüh- 
ren. Merkwürdiger Weise aber bricht der sonst beim Ge- 
brauche von Präpp. so ungemein wichtige Unterschied von 
Ruhe und Bewegung, so viel ich urtheilen kann, nirgends 
im Zig. sprachlich hervor; was vielleicht noch von der un- 
vollkommenen «Gestaltung desSskr. und seiner .Töchter in die- 
ser Hinsicht herrühren mag. Fehlt ja auch dem Sskr. Loca- 
tive die Schärfe im Auseinanderhalten des Wo und Wohin. 
— Graff. ma€ht nun in Betreff des Art., wenigstens den Bei- 
spielen nach zu schliessen, den Unterschied, dass er entweder 
t (nicht oder u) oder kola vor masc« Dat., vor männliche 
Nom. dagegen o oder u setzt. Z. B. Me tscJhiberwaba u bar 
ab i romesde, und: ab o rom Ich werfe den Stein auf den 
Mann. Ab o schere (in caput), ab i scheresde (in capite); 
an kola weschesde (in den Wald) u. s. w. Sollte ihm bloss 
entschlüpft sein: balo popesde und sogar balo kola popesde 
(hinter dem Ofen) neben balo pop? Bisch, palal u pow (so 
wird: Alkofen, nach falscher Eiym. übersetzt) und ano pow 
8m einheizen. — Im Fem. i z. B. an i isema (in dem Zimmer) 
11. a. — Das einzige Beispiel vom P 1. bei ihm ist S. 43. 
maskr^ ruka zwischen den Bäumen, wo das e wohl den pl. 
Art. vorstellt. — Kraus fragt: „Maschker o danda ist ja 
doch der PI. Warum o?", und Zipp., zur Erwiederung dar- 
auf, ändert o in e. Allein eben so Pchm. S. 56. maszkar o 
dand, wie andre vast, in die Hände, maskar [maszkar?] czor 
ohne Art. ; s. PI. ob. S. 156 f. Bisch, maschkere mende , un- 
ter uns, s. verstohlen. — Zipp. Ada bakro maschke [masch- 
kr'e?] rhuinde hoes (oder: shoes) Dies Schaf ist unter den 
Wölfen gewesen. — Maschkre dui schtameninde te beschaf 
[ut sedeam; oder: beschas, sedeamus] tehele Sich zwischen 
% Stahle setzen. 



C* Wortbiegiing. ^ 28© 

tVüd. I tschib de o dant [also zweimal bd de derArt., 
und sog'ar o bei dem PI. s. ob. S. 157.] hi ander o mui. DIe&r, 
sowie maschkre o mu! (in der Mitte des Gesichts), zeug-t für 
männliches Geschlecht des Worts gegen S« 114* ob.; desglei- 
chen aber auch bei Pchm, o muj (das Maul) Acc, andre muj. 
Im Munde S, 75« 76«, andral o muj, aus dem M. 31., kla 
leskro mui 64., wie ano leskero mui Bisch, u. zäumen, und 
apo mui unter erblassen, erröthen. — - Andro paka, auf den 
Flügeln, Rüd. mit o, allein Zipp. mit e: andr^ phakka, Sz» ' 
pe pchatln. — Im Fem. für andro leskri nesti bei Zipp. rich- 
tiger: andri •>— nesta. Kanna tu sed andrl jaag tschoroeha, 
wenn du Oel Ins Feuer giessest. — Auch andro hacko wast, 
an jeder Hand [folglich selbst vor einem Fron.], wie Pchm. 
prekal o vast, durch die Hand. — Pro schere, auf demKopfe^ 
aber Sz. pe schere. Pro boliben masc. ^ auf die Welt $ aber 
Fem. pri puh auf die Erde, vgl. Sz. pe pchi^ae, Pchm. pre 
pchuv S. 32. 61«, aber Rüd. hi pre, er Ist auf, wacht« — An- 
ter tschutschi. In den Brüsten [wohl Sg.j; bascher [hasche?] 
lati bei ihr, Sz. paschalä [etwa ausnahmsweise mit Acc. beim 
Pron.; oder paszal, adverbial genommen?] neben talalatj, d. h. 
wohl: unter ihm [dem Vogel, da tschlrikli das Weibchen]. — . 
Sonst bei Rüd« o tschawo, o panin, o rat das Kind, Wasser, 
Blut, nak die Nase. Im Acc. o tu, o flammus den Rauch, 
die Flamme; ferner o matscho [Zipp. e matsches] und o [e 
Zipp.] rukkes hi, d. i. pisci, arbori sunt, mit N. und A. nach 
S* 176 — 7. — Im Fem. i jak das Feuer; i dschadschl mussi * 
der rechte Arm; I janger PI.? die Kohlen. 

Brjk „Drowned Adra, panee paddee,^^ unstreitig das 
Komma zu tilgen und eig. : ins Wasser gefallen, wie p; 388. 
„Dron panee jal To bathe": Ins Wasser gehen; — vielleicht 
auch mit Art« 

Regelrecht findet sich bei Pchm. votMaelc. 0, vor Fem.- c 
(bd anderen Autoren gewöhnlich I), Im PI. jedoch j sowie 
auch selbst zuweilen beim Fem. sg,^ sonderbarer Weise für 
beide Geschlechter o, also im ärgsten Widerspruche mit Gfäff; 
S. 89. ; als : xa vasz o guruva Geh um die Ochsen ; te kh^lel 
vasz ö löve, m. pl.^ ums Geld spielen; vasz o t'hilata [Fem; 
S. 83.] th*o tina [Fem.^ vgL Böhm, stjn]^ für das Obst und 
den Schatten [beides wohl Sg;]. Prekal o vesza m.^ durch 
die Wälder, wie andro veszj in den Wald; pal o polji pal 
o vesza (Böhm, po poljch, po lesjch. In Feldern und Wäl- 
dern) S. 73., andro vesza, andro polj in die Wälder^ in die* 
Felder 75* Pro barvale^ über die Reichen S. 67. ; pro gaxe 
auf die Leute 74. Andral o jakha f. (aus den Augen) neben 
andre jakh (Im Auge) ; o jakha (oeuli) 68« Auch b^ira Fem/ 

19 



290 ' n. Grammatik. 

Sin^. andro rat (bis in die NacU) 69., jcdocli andre jepäsze 
rat, bis in Mitternacht 31. und prekal e rat, über die Nacht 
32. — Selbst bei Masc: pre kher aufs Haus 73«, andre di* 
ves bis in den Tag 31. — 

Bisch, hat z. B. Masc. Gamäpenn gege u teJhm, Va- 
terlandsliebe, im PI. latscho tscheno gcge i manuschende [ein 
guter Mann gegen die M.] Menschenfreund; apo tromm (un- 
terwegs , eig. iiuf dem Wege^ wie apro drum Rtw. , pro drom 
Pchra.), ano perr im Bauche, s. unverdaulich Bisch., wie 
pro pdr auf den Bauch Pchm. S. 67. , tel o per bis unter den 
Bauch. — Fem. dschawäwa pral 1 port u. Brücke. Auffal- 
lender Weise werden ano und apo ganz unbekümmert um die 
Natur des nachfolgenden Substantivs bei Bisch, gesetzt, so 
dass man fast, das o als zu dem Körper der Präp. gehörig 
zu betrachten, sich versucht fühlt. So Pchm. S. 32. pasze 
ghangeri bei der Kirche, Graff. S. 31. hasch i chamasgri bei 
dem Tische , aber Bisch, ano kangrim [sehr, n st. m] s. Altar, 
Orgel, opfern, apo ch'hamaskri, auf den Tisch s. anrichten. 
— Nicht minder: ano sohr s. zwingen; ano summin s. wür- 
zen; ano turali s. anbohren. Apo baridir krisni s. Criminal- 
gericht; apo chhistari (an die Lade; wohl eher m. als f. s. ob. 
S. 103.) s. Anlegeschloss. Dschaf apo pujatte s. rutschen 
vgl. ob. S. 89. 120. — Noch andere Beisp. ob. S. 185. und 
ano druschulende (ins Kreuz) s. Kreuzweg u. vgl. S. 186. 

Bei Zipp. Masc. z. B. o thulepen dral o kokallos, das 
Mark im [genauer wohl: aus dem] Knochen, wie Pchm. pro 
morszos aufs Meer, pro mechos auf dem Moose, andro hro- 
bos im Grabe, kio oslos zum Esel, kio lancos an die Kette, 
pro szipkos auf Hagedorn S. 77. — Oder : o ritsch hi andro 
weesch Der Bär ist im Walde, wie Graff. an u wesch, In dem 
W., an kola weschesde, in den W., Pchm. andro vesz, in 
einen W. S. 65. , in einem W. 66. — Fem. Zipp. andri baar, 
in dem Garten, wie Pchm. S. 31. pal e bar, im G.; Zipp. pa- 
scheli baar, an den Zaun; stakker perdeh' baar Steig über den 
Z.; perdeli felda über Feld. Zipp. im Vü.: fsir andro [m.] 
bollepenn nina fsir apri [f.] püh. To mange avela fedidir 
ano tschiben fser paschi taflen Es wird mir besser Im Bette 
als bei Tische sein. Dscha tu pirdel o keer Geh durchs Haus, 
perdel I fljsfa, durch den Fluss (andro flusse Rüd. = andri 
fljssa Zipp., in dem Flusse) und, bei einem Pron., pirdal les- 
krc kirnepen shi jov tschoraro, wegen seiner Faulheit ist er 
arm. tschiriklo rahla andro, tello bolepen, der Vogel fliegt 
am, unter dem Himmel. Tschlrikle hl dschide t. b. Die Vögel 
leben unter dem Himmel. 



C. Wortbiegung. 201 

Pchm. Fem.: T^le strecha, unter das Dach, aber tel 
pani, unter das Wasser; andre chora pustinate, in eme 
tiefe Einöde (iiier also mit Dat.), aber andre chor (in die 
Tiefe) bei einem neutral g-enommenen Adj., wie andre bare- 
der [also bier, wider Pchm.'s Regel , obne Scbluss-e] mi- 
2'ech, in g'rösseres Uebel, vgl, Soc. niizecbeba, und kio go^ 
d*avel, zur Weisbeit S. 68. — Ferner Andre dar, in der Furcbt 
S.72.; andre bacbt, bibacht, im Glück, Ung-lück; andre positi 
(in die Tascbe, Frz. poche?) 65. Pre kale len f., tiber einen 
Fluss, [ob kalePron., oder prekal e, durch? s. ob.] 75., rgh 
kie lendri, zum Bächlein 52. Pres czar f., auf der Weide 
66. ; ob s verhört , oder s. v* a. Böhm, przes , über S. 75. ? 
— Andre krczma, in die Herberge. Vgl. Wldh. Zhandrt 
wirtha luminr, zum Biere gehen S. 148., d.i. Zha Geh, andri 
wirtha, in das Wirthshaus (werda S. 150.), also mit fem. f. 
Lumino S. 147. ist Bier; und so entweder in luminc das c st. 
verdruckt, oder c allenfalls das Dativsuff. ke. — Rtw. Bo- 
tin andri pub ob. S. 70. 

1. Ab, auf, Graff. und Fr. app* z. B. unrichtig mit dem 
Acc: äpp' coli dumbenn, zu den Bergen; bei Bisch, bestän- 
dig (s. ob. u. vgl. ano) hinten mite: apo, auf, an, was viel- 
leicht dem Sskr. api, schwerlich aber upa entspricht. Im Hin- 
dust, als Postpos. asman-po (in coelo) Schulz. Gr. Hind. 
p.73.; pahar-po (in monte) p. 55. 77. Bisch, patschaf apo 
bengeste, dewlSst^, an den Teufel, Heiland glauben. Apo 
rai zu, bei dem Herrn s, anklagen, verklagen j apo mange 
(auf mich) mit falschem Dat. u. verrathen. Apo pasch tromm, 
auf den halben Wegj s. begleiten; apo wawer temm s. an- 
grenzen ; bandaf apo werkelin [f. ?] , anketten ; apo kehr s. an- 
lehnen; apo parr s. wetzen; apo lihl s. versiegeln; apo märo 
s. nagen; apo wohrtin s. aufladen. Diklo apo schero (Tüchel 
auf dem Kopfe) Schleier. Temporal: apo je waVer diwcs- 
seste (auf einen anderen Tag) künftig. — Viell. pe, wofern 
dies nicht aus pre entstanden , z. B. pe wastende (in manibus) 
Sz. s. ob. — Bei Pchm. kein Beisp. — Zipp. Keera hl ape- 
kai rik flysfa. Die Hänser stehen diesseit des Flusses. Blek- 
ka hl apekai rik Gumbinna, Blekcn liegt diesseit G. Wehlau 
hi apokuy rik Insterburga, W. liegt jenseit I. Apokaijarik 
diesseits , apokuijarik jenseits. Bisch, apege abseits ; apo wa- 
wer rikk seitwärts; apegewawer rigatti (auf die andere Seite, 
Dat.) dschanela i wortin^ha (gehen sie? mit dem Wagen) u« 
abfahren. Dass in einigen dieser Formen der pronominale Ge- 
gensatz von Dies und Jenes sich ausspricht, ist beim Pron. 
erörtert worden; möglich wäre indess auch, dass lu: apege 
eine Zasammensetaang nicht sowohl mit a gai (hier) als viel- 

19* 



202 IL Grammatik, 

mehr mit der Präp. kc (zu) anzunehmen wäre ; doch nmss das 
Deutsche: ab wohl jedenfalls aus dem Spiele bleiben. 

2. Ada panig" perla tehele, fsa po kutti [g^anz bei We- 
nigem] Das Wasser verläuft sich (fällt allniählig). Geheim: 
ke les keek na haijejas, na dikjas, dass ihn keiner g-emerkt, 
gesehen hat; lov kerdjas poschukker, er hat's so in der Stille 
gemacht. S. ob. S. 227. 277. 

3. Apro Zlpp. Keek naschti raala apro thurmo Keiner 
kann auf den Thurm fliegen [eig. pflügen]. rhei hi beschto 
apri berga Der Herr sitzt auf dem Berge. Steiger tu apri 
tacha Steig du aufs Dach. Me makkium man aprie dewHste 
Ich habe mich auf Gott verlassen. Apri rad Bei der Nacht. 
Baro scheriskero apro wawer bersch pennela, te na dschan 
ela[?] hache aprie scharwerka Der König wird aufs andere Jahr 
befehlen , dass die Bauern nicht ins Schaarwerk gehen. Apre 
tschatscho, serwo wast, zur Rechten, Linken; apri dui rigga, 
auf beiden Seiten. Jow dschallah langalo apro oll [alle!] dui 
rigga Er geht lahm auf allen beiden Seiten. merepen fshi 
apro fsaarindc Das Sterben ist allgemein (bei Allen). Genauer 
wohl hinten mit e: Apre Ischanja te perel, auf die Kniee fal- 
len; viell. auch lUw. aprotschanga Stoss [efg. wohl: auf die 
Kniee]. E Fuksa laurela aprie kachninde Der Fuchs lauert auf 
die Hühner. Pri u. apri, auf. Ssir awjal tu apri? Wie bist 
du herauf gekommen? Aufwärts: Dscha tu apri, tehele Geh 
hinauf, herab. Me schpillava man apry Ich schürze mich 
auf; aber Homte fsav apral Ich muss darüber lachen. Apry 
me hadawa, ich hebe auf; apry kerdo, olTcn, geölTnet. Apri 
jek l'ar = Pchni. prejekhvar, auf einmal ob. S. 228. — Rtw. 
ob. S. 185. apro Newoforo, nach Neustadt, und mit Fem.: 
apri butin (zur Arbeit). Auch prac auf, prewavverick (auf 
der andern Seite) jenseit , und pro te (auf dass , Lat. ut) , wie 
pree tair (auf dass) L. IL 35. , pree ti panndapp , dass ich 
aufbinde HL 16. I gräber k'jass pre (oder : i hantakke kere- 
na pen pre), und stejenn pree put truppe. Die Gräber thaten 
sich auf, und es standen auf viele Xeiber. LG. Bei Graif. 
Stc pre! Steh auf! Me staba pre Ich springe auf. — Rüd. 
1.77. pre, auf. — Bisch, aprfe, auf, adverbial bei vielen 
Verben , s. z. B. anschneiden , blühen , einsteigen , Zugbrücke. 
Pralapre, oben drauf; awripr^, herauf. — Pre, apre (above); 
apre (up, upper); pude apre äg (Blow up the fire); pandi to 
pre (Bind it up); dcy apre (To read, wohl zu dav, geben, 
und nicht zu Hindi adhyäya Reading) ; preopodus s. ob. S. 105. 
Harr., bei welchem diese Beisp. , vergleicht Hindi upar .j^t^ 
Sskr. uparl, und Pers. bar. Hindust, gumaske uper (In lur- 



C. Wortbiegung. 293 

ritn) , aber auch eine Präp. per. Schulz. Gr. p. 55. ; ieruer 
Walach. pre (an , auf) u. s. w. , so dass in Betreif des ür- 
sprung's lind der Verwandtschaft dieser Wörter Zweifel ent- 
stehen niög'en. Die Formen ohne Vocal vorn können diesen 
verloren hahen ; um aber z. B. apre mit Sskr. upari zu ver- 
gleichen , müsste man in jenem das a, welches schwerlich, 
etwa durch o in opre (oben) VU. bei Grellm. hindurch, aus 
dem u des letztern hervorg-eg-ang'en wäre , etwa als neuen Zu- 
satz g'eltend machen. Nun konunen aber auch wirklich Präpp. 
mit einem o oder u in der ersten Sjlbe vor, die g-ewiss mit 
upari einhellig- sind, nämlich Bw« opre Adv. (Above. Enci- 
ma), aupre Adv. (Above. Arriva) , was auch ayore bedeu- 
tet. — Bei Pchm. upre Adv. (oben), aber u pre pre, über, 
z. B. mande (über mir). GePas upre pro kaszt Er stieg* hin- 
auf auf einen Baum (pro kaszt, auf dem B.) S. 64., wie Bisch. 
Apre dschawa apo rukk Ich klettere auf einen Baum., welches 
Belsp. , auf einen etjmolog-ischen Zusammenhang* zwischen apre 
und apo zu rathen, einig'es Recht g-äbe. Pro g-av auf dem 
Dorfe; pro morzos aufs Meer; pro kuriben in den Krieg; pro 
jevend im Herbst [eig-. Winter]; pro — g-ilaviben auf den Ge- 
sang*; pro ^ast zu Pferd, aufs Pferd, aber vor dem Pron. 
pre pesko [peskro] grast auf sein Pferd, pre leskro laxvake- 
ribcn über seine Unverschämtheit. Pro czäro auf die Schüs- 
sel , mit Pron. proda czaro , vg'l. vasz oda jaro , um das Mehl. 
Bei Fem. pre khurmin , auf den Brei ; pre kucz kasztuni , auf 
einen kostbaren Stuhl. 

Als Adv. davon: praT (altitudo) Alter nr. 115. — 
Bral, über, Rüd. — Rtw* praal darben [sehr, droben}, über, 
hoch und: eppraal, empor. Auch prahl -tschas (es ist überg-e- 
blleben) Rest, vg-1. Bw. paratute [wohl Ital. : über Alles] Re- 
ste. — Harr, pral (sky). -r- Zipp. will das Wort mit Recht 
nicht als „Höhe, hoch, darben ^^ g'clten lassen; pral sei: oben, 
apral: oberhalb; z.B. Dscha apral, aduy läzoeha Geh oben [?], 
da wirst du es linden; ma rode tellal, rode apral Such en 
nicht unten, such es oben. Prahle schtarr divesa awava lie- 
ber 4 Tage werde ich kommen« — Graff. Msis bral, über 
und oben, Frenkel: anuu prahl, in der Höhe L. II. 14.; 
paalmandte [so, ohne r!] s. ob« S. 236. Praal dele, von obea ' 
herab. LG. — Bisch, prahlmende halauter, über uns Alle, s, 
beherrschen; prahl a goliste s. besiegt; pral a gawa gowa, 
über diese Sache s. verdriessen ; pral g5wa , für die S. , s. 
abgeben, und vgl. Vollmacht.. Pralwawerdiwes (übermorgen, 
vorgestern), eig. über den anderen Tag; aber Zipp. pale- 
theisfaste übermorgen, so bis p. (was war vorgestern) . mit 
pale, hinter, Pralbut überflüssig, vgl. Superl. S. «11. Pral- 



294 II. Gmtntnatik. 

tromm Rückwege, vielleicht irrig* mit r. — Pclini* pral, za; 
pral päni, zu Wasser, wie Bisch, dschaf [dschawa oder a 
zum folgenden ?j a pral panineste, durchschwimmen. Vgl. ob. S. 989. 

4. Bw.: pro prep. For Por. Pr^sas Conj. Because. — 
Per prep. For , hj. Por. P e r s o s Conj. (Sp. Porque). — 
Pa prep. For. Para. — Londe prep. For, bj. -^ Vgl.oh. Pron. 

5. Prekal Pchm. S. 46.: durch, z. B. prekal o kher durchs 
Haus, prekal e len durch den FIuss vgl. auch pre kalc Jen 
ob* Pron. — Preko, in Stücke, S.53. , etwa comp, aus pre 
mit ko als Praep. oder Pron.? Vgl. ob. !S. 258« 

6. Pirdal, hinüber Rtw. — Zipp, Perdal (trans). Ge- 
genüber: akey perdal mande [da über mir], Bisch, a gaiper- 
tall gegenüber, und überfahren: pertalldschaf; aparrtall, her* 
über. Tow' kurko pnrdall, den Sabbath über LG. — Zipp. 
tschiriklo ralia perdal mande, perdal mro scheero Der Vogel 
fliegt über mich, über meinen Kopf, Me dava totte perdal tri 
tscham (pral tri tsch., eig*. über), pasch o kann Ich gebe dir 
an die Backe , vor's Ohr. — Auch : durch z. B. Dscha per- 
dall tremmo Geh durchs Haus [eig. Hausflur]. Verschwen- 
derisch: Sshaaro perdal annela Er bringt Alles durch. Perda- 
lo kinepen voeha bar vallo Durch Kaufen wirst du reich; per- 
dal o dschaben avoeha kino Durchs Gehen wirst du müde, 
Perdal 1 dosch lela godswero zlkkerpen Durch Schaden [erhält 
man eine weise Lehre] wird man klug. Perdal tumende, durch 
euch. Perdal totte menge addo shaaro meschtopen awjas Durch 
dich ]g|t uns alles das Gute gekommen. Bare schereskereskerl 
(vgl. S. S05.) tschei pirdal lakero latschwerepen awela bari 
patuf Des Königs Tochter wird durch ihre Gutheit grosse Ehre 
bekommen; avela hier, wie Graff. S.54«, durch Germanismus: 
bekommen, statt dass es sonst den Dat. der Person [der T. 
wird kommen, zu Theil werden] neben sich haben sollte. — 
Vgl, noch per das [stranger] Harr, mit Sskr. para (alius). 

7« Pala, nach, Rüd. L 77. -^ Zipp.: pale mro dummo, 
hinter meinem Rücken. Pale, nach; pale, hernach; pal, hin-^ 
ten$ palletuno, der letzte; i paletuni manuschni, die letzte 
Frau, Awjas pal mande Er ist nach mir gekommen. Dscha 
pale mande Geh hinter niir. Pale wawa Darnach werde ich 
kommen, Jov hi palal terdo Er steht hinten. Vago awjiaa 
mro prahl, pale awjias mri peen, pallal awjias mro dh^d Zu^ 
erst kam mein Bruder, darnach m, Schwester, zuletzt m. Va-^ 
ter. Kahna wocha tu paale? Wann wirst du wiederkommen? 
Antwort: paali [ausgestrichen , und dazu bemerkt : paale heisst: 
zurück, te pennen, zu sagen]. Me homte dschivas pale dew-^ 
liskero law Wir müssen leben nach [secundum] Gottes Wort. 
Dewel kamel^^ ke tu te d'zaä pallo tschatschopen, Gott will^^ 



C. Wortbieguiig. 295 

dass du g^ehcst nach der Gcrechiig-keit , d. h. dass du gerecht 
seiest. Pallo pasch diwes Nachiurttag-. Pallat (pallo) mere- 
pen awela o dives i tschatschopaskero Nach dem Tode wird 
der Gerichtstag' kommen« Paletheisfaste (übermorgen / ehege- 
steru) ; der ungewöhnliche Dat. auf - te so auch ob* S. 184. , 
und andra kurkiste, die andere Woche Zipp. , bissleste, zu- 
weilen, Bisch. — Alter nr. 260. Paltasja (post, postea), 
vgl. tasja (ante , prius). — Pall' laki'o jungfrauschaft Luc IL 
36. j palall cow gesetz , nach dem Gesetz IL 27* Tall job u i 
truschschull Jesu pallal hidschell hunte, dass er das Kreuz Jesu 
nachtragen musste [Präs. ?]. LG. Balal hinten , balal oder balo, 
auch balu pop, hinter dem Ofen Graff. ; ,,bale, wieder" Ms. — 
R t w. pale zurück , wieder ; palmande s. ob. S. 185. ; pallal 
hinter; humtimockes tsappale [du musst lassen: Geh zurück], 
weichen. — Bisch, pahle, zurück, zuletzt; palltschiaf, ver- 
schieben , vgL umkehren ; paläll, nach s. auch appelliren ; agai 
^palall , dahinter ; Zipp. apallal , hinterwärts. Mit Dat. paläll 
goliste s. nachgehen , nachschleichen ; p« l^st e s. nachjagen ; p« 
tiite s. nachreden. — B w. Paldumo (Hunchback) , palal (Be- 
hind. AtrÄs , detras) , apala (Rücken) IL * 128. , apalä Prep, 
(Bchind. Detras) , Sskr. apara und als Insepar. : parä (retro), 
deren r mithin zu 1 geworden. — P c h m. Pal hoste wonach ; 
pal late nach ihr. Pale , hernach , S. 59. dann ; papale , wie- 
der S. 33. 58.; vgl. Sz. pale pale, darnach. Pal o bersz nach 
einem Jahr ; pale vika f. ? nach dem Lärmen ; pal e pchuv auf 
der Erde ; pal e bar te pchiral , im Garten [eig. wohl : hinter 
dem Zaune] herumgehen ; pal e czaj , durch die Tochter S. 31« 
Pal o bolipen, in die Welt (gehen) S. 63, ; pal o polj, in Feldern. 
8. Pasche dcwel, bei Gott Joh. L L, pasche mendte un- 
ter uns 14., pasch* Jesus, zu J. LG. Graff. basch bei, zu, 
an; z. B. basch dude zu dir, basch i chamasgri bei dem Tische, 
basch pop , an dem Ofen. Nach Zfpp. lautet die Hindust. 
Präp. pasf, bei s. ob. S. 184., eben so im Lith. ; Lebedeff aber 
hat S. 70. pash (Sides of the belly), was wohl aus Sskr.pär^;- 
wa stammt. — Zipp. Jov hi pasche mande Er ist nahe bei 
mir; atsch pascha mande Bleib bei mir. Pasch o kinepen 
hellte vel but godi Zum Kaufen gehört viel Klugheit. Pascho 
gosdwerepen avela but Zur Klugheit gehört [eig, kommt] viel. 
Deh tu pasche da dorikja noch jek endo Gieb du zu dem Bande 
[wohl PL] noch ein Ende. Tu hal pasche mande beschto Da 
sitzest neben mir* Sshaare tschawe te tscheia shi terde pasche 
dahtte Alle Söhne und Töchter stehen bei der Mutter. — 
Pchni. Pasz mande neben mir; pasz o kher neben dem Hause, 
pasze ghangeri neben der Kirche. Pasz o läczo chäben, bei 
gutem Essen; pasz oda helos, an dem Orte. -^ Bisch, pa- 



296 IL Grammatik, 

* fsM^hämende s. beigesellen; pasche mande s. einstecken» «^ 
RtWf pasche Nähe: yg\* auch ob. S, 185. Ist in den Re^ 
dcnsarten bei Harr.: Sov, lasa (To cohabit); spark [etwa 
Sskr. sprihä?], lasa (To sleep tog-ether) etwa das Sskr. Ver- 
bum: lash, las zu suchen, oder, nach Til^ng' des Komma's, 
ein signiatischer Soc. lasa, mit ihr? — Zipp. paschal o foro* 
4e [te?] dschaf, bei der Stadt vorbeireisen. Paschall, zu, 
Bisch. Paszal (um) Pchm. , als : paszal o i'oros , um die Stadt 
herum ; paszal e jakh , ums Feuer herum ; paszal amande, uni 
UB9 herum. — Cow darrdo toipaschall catter leste parrdell, 
imd colle cal bis pasch^ leste, der dabei stand gegen [von da] 
ihm über, und die bei ihm waren. LG. 

9. Bw. Adv. Paque (Near, at band. C^rca), sunpacel 
Id. , welches mit Sskr. samipa schlechterding's n|cht vergleich- 
bar, und apajenar (To approach) stimmen vielleicht zum 
vorigen. 

10. Pchm. maszkar zwischen, unter, z. B. m. amende, 
zwischen uns; ni. mande the m. tute, zwischen mir und dir. 
— maschker mendte, unter uns h* I. 69. — Bw. majara 
(Half, middle). Ob aus Sskr* madhya (medius) oder Böhm, 
mezi, zwischen? — Zipp. Maschkera da ghyf hl plewwa 
Unter (zwischen) deip Korne ist Spreu. Maschkeral Gumbinna 
te Nibudza hi Blekka Zwischen G. und N. ist B. — Rtw. 
maschkeral Mitte, zwischen. — Mehr Bcisp. s. ob. 

11. Rtw. trujum, um. Tschamengitrojum , spazieren ge- 
hen ; etwa das Subst. abstr. mit mcn st. ben , und gl Präp. , 
oder das Verb, mit einem Pron.? — und k*jenn triumm 
baale, und wandlet^ wieder um LG., anscheinend eine Comp, 
mit dem Deutschen : um , ohne dass es doch mit diesem oder 
Fz. autour verwandt sein möchte. Jedoch trujall, um, Adv. 
L. n. SQ. %!• trujull lende, um sie, 9. truiieste Jordan, uni 
den Jordan Hl. 3. J. risserdaspess trnijell pasch' lente, J. 
wandte sich um zu ihnen. LG. — r Zipp. trujal, um, auch als 
Präp. Ligger les trujjal p kcer Führ' ihn ums Haus. Na 
^ha trujjal, Geh nicht herum u. geradcswcgs. Umgäng- 
lich: Jov bi akkia sawo manusch ke fsasti dschaha leha tri^al 
Br ist ein solcher M. , mit dem wir umgehen können. Sphu- 
ker tc dizul trujal (es ist schön hernmzusehen) Es ist eine 
gute Aussicht, vgl. truij^ll (umher) Bisch, u. Aususicht. — 
Bisch, trichemande [di st. j oder 1?], um mich, s. umgeben. 
D&ichaf tifiall , herinngehen. Triall gelo pali Er ist umgekehrt, 
s. ob. S. 71. 

18. Kattcr Cyrene, von Cyrene. Cow cai — katter W 
[etwa Art. st. i?] leide k'jass, der vom Felde kam. Cattcy 
caw' tachU'Q) von nun aß. Ab deele catter u truschsch^ll Steig 



C. Wortbiegung. 297 

herab vom Kreuz ; und wejenn tikkdee catter pulen [und wnr* 
den von Violen gesehen; puten nicht Acc, sondern mit deut^ 
scher Endung-] , und erschienen Vielen. LG. vgl. ob. S. 18& 

13. Tale (Below), Hindi ^ vgl. ob. S. 188. Chiv 

tale (Hide below) Harr. — Tele Adv. , unten ; Präp. tel , un- 
ter. Tel ö per, bis unter den Bauch; tel o skimin, unter 
dem Tische 5 tel e pchuv, unter der Erde; tel jekha dabate^ 
unter einem Schlage; tel mande, unter mir. Pchm. — Rtw. 
Paijasteli Abfall oh. S. 70. ; gazdias tele Es brannte ab ; dele 
tshala (es geht unter) , senken ; dele - tshedonunan [nieder habe 
Ich gelegt mich], liegen. Vgl. auch enthaupten, köpfen. Tel- 
lal drunter. — Bisch. T^le pub gehlo, versenkt; telepubo un- 
terirdisch. Tele Adv., ab, herab, herunter, nieder, los, vgl. 
gunscheaf pral tele [oben unten] , abdachen. D^lall i luhren- 
de, unter die Soldaten, s. anwerben. Deläll, unten, Adv. s. 
Abeudgegend, abhängig. Telezuss, unterwärts, wahrschein- 
lich mit einem Walach. Worte, das dem Lat. deorsum ent- 
spricht. — Bw. ä teils Adv. (Below. Abajo) wohl mit dem 
a vom nach dem Span. \id. Ostele. — Voc. Petrop. tölö 
(sub ; unter) , telo (humile). — Graff, Ms. „Von der Präp. de-p 
le, herab, das Adv. delal, unten, herunter; vgl. dala, dann^^; 
den Vergleich mit dala [doch wohl aus dem Pron« ada] hebt 
übrigens jener ursprüngliches t, und nicht d, auf. Delle- 
wawrende, unter einander. Job hi delli maribangre kindlo Er 
ist unter die Uebelthäter gerechnet. LG. — ZIpp. Teheli, te- 
le unten; jov hi tele, er ist unten. Tschin tehele Schneid' ab. 
I futra nan hi neyi , schon tehele liggerdi Das Futter ist nicht 
mehr neu, sondern abgetragen. Bosch tu tehele! Setzt euch 
nieder! Kli tehele e greistcr Steig ab vom Pferde. Kien 
tehele ada grender Steigt ab von den Pferden. Teil I phd, 
unterirdisch. maaro hi tello hcera Das Brot Ist nnter den 
Füssen. Tellal gehld, versenkt, untergegangen | t. awjas 
schpeldp Er ist untergesteckt, untergeschoben. 

14. T ö V d (super ; über) Alter nr. 264. 

15. Zipp. Halles ke me, du warst bei mir. Chotsch [Sl.] 
na kamoeha mensia te chall [ut comedat], to fsasti tschoeha 
doch ke mce |Noni.] Ob du gleich nicht mit uns essen willst, 
so kannst du doch bei uns bleiben. Vgl. ob. S. 186« 232« Me 
hom teisferla ke mro pr<äl Ich bin frühe bei meinem Bruder 
gewesen [eig. Präs.]. Mit Art. : Ko forus dschiava , nach der 
Stadt gehe ich. Av ko dad, ki dei Komm zum Vater, zur 
Mutter. Av keko manuä,ch, manuscha Komm zu dem, den 
M.; wie es scheint, redupllcirt, und qiithin dem, aus den| 
Deutschen erborgten goge Bisch, u. dagegen gäuzUch uut 



298 II. Gmminatik. 

Ter¥randt. Auch möchte das Böhm, k, ke, ku (zu) mit Un- 
recht herheigezog^cn werden , falls, wie wir muthmassten , die 
Dätivendnng auf - ke mit dieser Präp. eins sein sollte. Im 
Hindi findet sich unter To Präp. ko und ketani (vg^l. Zig, 
ketene,. zusammen) angeg-ehen. — Bei Bisch«: ge me, zu 
mir, s. Morgen, aber, vielleicht durch Druckfehler, de me u. 
bestellt, ge mer römnin, hei meiner Frau, s. Beischlaf. Gan- 
dakomande, Gehorche mir, könnte allenfalls: ,.Höre auf mich^^ 
bedeuten, aber freilich auch in der Mitte nicht eine Präp., 
sondern: Kommando, oder das Pron. ako [in jener Sache] ein- 
schliessen. Ferner hieher die erste Sjihe in g* a dschätsches, 
. ^as^rwes (rechts, links) mit dem Adr., nicht etwa einem 
Acc. Vielleicht auch: apeg-e (abseits) s. ob., und g'C-rik 
(fort, weg) Bisch«, Zipp. Dscha, dscha krik Fort, fort, geh, 
geh, Dsan [dsch.?] krik akarik Geht weg von hier; dafern 
nämlich das Wort elg*. „zur Seite ^^ bcsag-t^ und nicht etwa 
vorn ein Pron. enthält. Möglicher Weise kitene, zusam- 
men, doch s. Lex. — Pchm. hat dafür: kia, kio, kie 
(bei, zu), wie es scheint, mit dem Unterschiede, dass kia 
(aber auch mitunter kie) ohne Artikel, also namentlich vor 
Pron., kio vor Masc. und kie vor Fem. steht« So z.B. kia 
mande zu mir , kia tute bei dir , kia peste zu sich , kia' lende 
zu ihnen, kia savoreste zu allem, kia late zu ihr [Böhm, k 

S] und so auch selbst vor fem. Subst. kia rat'ate, geg-en 
bend. Kia hoste S. 70., kia nihoste zu nichts 69«, aber kie 
hoste S. 56. , wozu ; kia und kie leste S. 79. , kia leskro muj 
zu seinem Munde, kia peskro keribnaskero zu seinem Mitge- 
seilen S. 64., kia peskri pchenorj, zu ihrer Schwester, un- 
streitig des Pron. halber, da sogleich hinterdrein kie miszorl, 
kie gavcngeri S. 70. — Kio tover zu der Axt 5 kio oslos 
zum Esel; kio lancos an die Kette, kio skamin bei Tisch, 
Masc, ja sogar, trotz des Zahlwortes, kio jekh kher zu ei- 
nem Hause S. 60. Wohl ungenau : kia chaben zum Mittag's- 
essen S. 55. , ki^ keriben zur Arbeit 62. , oder ohne Art, — 
Fem.: kie bfli zur Biene; kie buti zur Arbeit 5 kie len am 
Bache 59. 

16. An (in) Gralf. , z. B. an u ker in dem Hause, an i 
isema in dem Zimmer. Ob etwa uvd oder Deutsch an, wie 
bei Bisch, u. anblasen, anfrieren, angeben, ankleiden, anlö- 
then? — Bw. on prcp. (In. En) und eure, enrun Adv« 
(Within. Dentro), enrrar (To enter. Entrar) viell. durch 
Roman. Einfluss. E n r e c a r (Within us) etwa mit demselben 
Suff, als maszkar? — A (in) Alter nr. 153. dem Sl. wo ent- 
sprechend g*esetzt; a mor schere (in meinen Kopf) Bisch, u. 
verstimmt, wahrscheinlich durch Assim. aus an. — Anno an- 



C. Wortbiegiing. 299 

fango Joh. LI., anno u rati, in der Finsterniss S., worin das 
und 11 schon der Wiederholung* halber, dann aber anch yoir 
einem Fem. äusserst bedeniclich erscheinen. Ann i dadeskr« 
kool in des Vaters Schooss 18. Anno, ainni kangri in den 
Tempel L. IL 27. , wovon nur das zweite richtig* ist. Anno 
temm in die, der Welt Job. L 9. 10., anno cowa durch da»- 
selbige Ib., anno leskro = beslo'o Egocowa in sein Eigen* 
thum [eigne Sache] 11. Anno teste 4. und ann' leste ss 
airi leste [das i räthselhaft] , in ihm L. IL 25. Anni =: alll 
Jttdaea in Judäa, und so alli [etwa an mit dem Pron. li, oder 
bloss durch mundartlichen Wechsel zwischen n und 1?] neben 
anni häufig IIL 1 — 3. — Bisch, hat nie anders als ano hin- 
ten mit o: Ano foro s. zugleidi, reisen; tromm ano foro, ano 
gahb Gasse, aher baro tromm apo foro Landstrasse. Ano 
schitepenn, tatt^peu (in der Kälte, Wärme) s. abhärten. Ano 
stil^penn s. einkerkern; ano cheachew ins Grab s. beerdigen; 
ano wehsch s. versammeln. Ano panin im Wasser s. abglü- 
hen, vgl. einweichen; dschaf ano panin baden, vgl. oh. Brjr« 
Dschaf ano wiwer temm s. auswandern* Deaf ano parno [ge-« 
hen in weiss] , verzinnen ; tschiaf pehtsches ano gowa [legen 
Pech , Lat. picem , auf die Sache] verpichen. Anaf ano pacht 
[wohl bipacht, bringen in Unglück], Schaden zufügen; was 
schwerlich Annahme einer Beziehung der Präp. zu : anaf recht« 
fertigt. — Anna mro stetto an meiner Stelle, an e mande an 
mir. Kanna me anna Italia avava , talla me kammava kl Roma 
Wenn ich in L sein werde, will ich nach Rom reisen. Zipp» 

17. S zu j, hat: an de koline in den Brüsten; an dy len^ 
Jae im Flusse; and 7 latire beschima in seinem Neste. Eat* 
weder steht das nun für : andre mit Verlust des r, oder das de 
Ist pronominal zu nehmen, wie Zipp. But kaufleute awle ann 
ada fohro, gywa te kinnen Viele Kaufleute sind In die Stadt 
gekommen , Getreide zu kaufen. Anna do [etwa an' ado ?] zj- 
ro, ke mee chaha, homte baschevoes tu In der Zeit, da wir 
essen, musst du spielen. — Andre Adv. Prep. (In, within« 
En, dentro), Pers. .Oo(, Sskr. antareBw.; vgl. Hindust, mere 

ander (intra me) Schulz. Gr. p. 22. 54 IT. , 79. — Rüd. ander, 
anter , andre in , auf. — Pchm. andre ; andre m. , andre f, (in), 
z. B. andre moribeu [a st. o] In der Sehlacht S. 54. , andre 
keriben in die Arbeit 68, , wie pro k. auf die A. 69« , andre 
J1I0 im Herzen ; andre gav im Dorfe , wie pro gav auf d. D« , 
andre rajkäno kher; Fem. andre kalardi in die Küche. -^ Zipp. 
Me homte dschas andre keer Wir müssen ins Haus gehen ; 
tri dei hi andry peskero keer butjiugeri Deine Mutter ist in 
ihrem Hause arbeitsam* Andri monde In uns. Sshare gebne 



300 II. Grammatik. 

Midro baro behro Alle haben das Schiff bestieg'en. Meschto 
andri [o?] balepen te wcsl', oder: vaf Es ist gut, -im Himmel 
sein [dass du seiest , oder: ich sei]. Andre liel kenderaf, im 
Bach lesen« Andry raklesti im Knaben. Andry tryne stun- 
dinde (berschinde) avaya Innerhalb 3 Stunden (Jahren) werde 
ich kommen. I matsche hi «andry päsch nezza Die Fische sind 
im halben Netze. Adry [ohne nj devliskri laveste In Gottes 
Namen* 

18« Rtw. dree (in), andre sawe kolester, kai [wo] me 
wium a d r e in Allem , wohin ich hereing-ekonimen S. 39. , do- 
wa keer , kai me gaijam niedre [m noch zum Verb.] , Das 
Haus, wo wir eingekehrt waren. 37. Nanishidre [nichts drin], 
tedig. Givv - tschinde - dre Ernte. — Zipp. a d r y drinnen, 
, hinein. Dscha adry Geh hinein. Akkowa tchijas mange bare 
thiige adry Jener hat mich sehr betrübt. Lijal tu draaba adrj 
äabt ihr Arznei eingenommen? Adre te lanskervaf, einsal- 
zen; aber auch: andre lando masfa, eingesalzen Fleisch. Liel, 
kedre drabberwena, ein Buch, darin sie beten; Gebetbuch. 
Bot shi drovent pepperi adry Es ist sehr viel Pfeffer drin. 
Dral mit der angeblichen Bedeutung: in, doch wohl: aus. — 
Trin hinein. L. I. 28. , toi trin darein [in eum hortumj LG. 
Ob aus dem Deutschen: drin, darin? wie Bisch. Nane tschi 
drin [nichts ist drin], leer; gaiomarogerreuadrln, wo das Brot 
«ie machen drin s^ Backtrog. Graff. Ms, dren (darin), drän 
(aus innen). Indess atr^n, bei Verben: ein-, herein; ändra 
atrön, inwendig, Bisch, 

19. A n d r a 1 , aus , Pchm. , z. B. andral o vast , o mu j 
aus der Hand, dem Munde. — Zipp. Dral e mende aus uns, 
dral e manuschuste aus dem M. Dral e peskro kokero schero 
^lo jov tellal e lürende Er ist aus seinem eignen Kopfe [frei- 
Willig] unter die Soldaten gegangen. Ma dscha dral o stetto 
Gehe nicht aus der Stelle. — Graff. hat S. 43. wrin und dran 
(aus); ja beide vereinigt: Zerdc wrin dran niiro piro Ziehe 
heraus aus meinem Fusse, wie Dscha wrin trän lestc Fahr 
auB von ihm L. IV. 35.; Grellm. S. 316. avri andral d 
dschungalo (Heraus aus dem Bösen); Zipp. avrydral o 
fohro na preiskervena keek akzisa Ausserhalb der Stadt be- 
fahlen sie keine Accise, neben Andral t) fohro, innerhalb d. 
Ste» Unter: befreit Jov avjas dral i (fem.) bjida avry Er isi 
ans dem Elend herausgekommen. Vgl. auch eine doppelte 
Präp.: Dcwel dralo [e?J grabe meen apri dschanguwela Gott 
wird uns aus den Gräbern aufwecken Zipp.; upre pro Pchm. 
■7— Vielleicht auch als Compos. hieher bei Bw. bartrabe 
Adv. (Without. Fuera. Moorish - Arab. barra), und, wohl mit 
Advcrbialsuff. , wie atelis (Below), gros (Before. Span. Au- 



C. Wortbiegnog. 301 

tes), ghycYos und g^ajere (Always) vielleicht aus hako ([je- 
der} mit dem Temporalsuff« -ra ob. S. 189., ayes (Yet, ae- 
vertheless. Aun), auch bartrahes (Contrariwise. AI reve»), 
das in Betreff des Schlusses an das Span. Wort erinnert. — - 
Tran coir tschaweste, ans dem Kindlein L. I. 67., trän u miij, 
durch den Mund 70. — Tran o temm aus dem Lande s. land- 
flüchtig*, trän issaija (aus, nicht; mit dem Eimer) s« ausschö- 
pfen; trän mor g'öwa aus meiner Sache s. scheltern. A jowa 
tschorela i g'atschengre Iowe trän lengere g-issik awri Er stiehlt 
der Leute Geld aus ihrem Beutel heraus u. Beutelschneider, 
mit doppelter Präp«, wie unter ausrauchen, austrinken, aus- 
kratzen, abzäumen. Bisch. 

20. Abri (aus) Rüd. L 77. scheint Adv. , wie wrln 
Graff. s. ob. S. 86. — Bw. abri Adr. Out, abroad. Fuera, 
z. B. abri del sepulchro L. XXIV. 9., sicherlich nicht Pers« 
.uKj , eher Sskr. wahira , Hindi bahara (abroad) , in welchem 

Falle es auf Sskr. wahis, und nicht, wie aver (allus) Pchm., 
und vielleicht Bw. abertune (Forei^ner) , auf Sskr. awara zu- 
rückg-ing-e. Walach. afara, draussen, das etwa, wie Span, 
fuera. Frz. hors zu Lat. forls gehörig', kann g-ar nicht !a 
Betracht kommen. — Rtw. wry draussen; wrltscliiav ya schniz- 
zen (wohl nicht zu Sskr. wri^tsh, sondern : ausschneiden, üvry 
te tschinnaf Zipp.); shutkerwric, rein, etwa: rein heraus oder: 
Koth (Lith. szudasjT mach heraus ? Wiprejne Ausfallen , eig", 
Perf. 3« PI., enthaelt wohl die Präp. ohne r, Dissimilations hal- 
ber. — Bisch. Atschöwri aussen, ist atsch, bleib, und awri 
vorn mit o. Awri heraus s. abg-leiten. — Zipp. avry, draus- 
sen. Trahde tu dzukles avrj Jag' den Hund hinaus. Avry 
kerla man Er macht mich aus, er schimpft mich. Me andri 
tryn divesfende nich butir, fsir rat tschun§:erjum avrj Ich ha- 
be in 3 T. nichts als Blut ausgeworfen. Mri racheml hi fuk-< 
sakri zcppaha avry tschoddi Mein Rock ist mit Fuchspelz ge- 
füttert (ausgelegt). — LG. Kejas wrin Er ging hinaus. Har 
les andenn wrin Als sie Ihn hinführten. Graff. Ms. Me ran- 
dschewaba kola, delija wrin [wohl : Ich ziehe die Kleider, Strümpfe 
aus] und zu S. 44. „wrin würde doch wohl heissen: aussen.^^ 

21. Angal (vor) Pchm. z. B. angal o kher, vor dem 
Hause, wie Graff. glau u ker Dass. u. vor das Haus; auch 
glan vorn; Ms. wrin glän u ker draussen vor der Kirche [?]• 
Glan u manuschende vor dem Volk LG.; das u vor dem PI. 
wohl wegen des Deutschen. — Bw. anglal Adv. (Beforey 
forward. Delante), anjella Prep., gres Prep. Adv. (Be- 
fore. Antes). Ob Sskr. agr^ (an der Spitze) und Hindust, 
ange (ante) Schulz, p. 55. , wonach Rüd. fälschlich beim Dat. 



302 n. Grammatik. 

PL auf eine Präp. eng'e g'eschlossen hat, — Rtw» gilmande 
eatg'eg'cn (eig-. vor mir); g-ill vor, erat; glitte pali hin and 
ker (elg*. vor - und rttükwärts) ; g'illkinnawa vorkaufen ; g-ill- 
keraba anfang-en. — Biäch. g-lan voran, a g-lan vor, hervor, 
vom, vorher« Glan mande s. beg-eg-nen, geg-enwärtlg, Vor- 
bedeutung; glan peste s* unvorsichtig'; g-lan goliste s. nachei- 
fern* Diklo glan mui s. verschleiert, ohne Art«, aber g-lan 
o wuhter s. verrieg-cln, vg-l. kio vudar bei der Thür Pchn», 
gascht g'lan g. oder saster glan s. Gitter von Holz, Eisen« — * 
Zipp. Ghilemande hi Er ist vor mir. Gille peskro (oder Gillo 
allein) merepen penjas mange Vor seinem Tode hat ers mir 
gesagt. Ghille maro fohro gela leske akiakes Vor unserer 
Stadt hat sich dies zugetragen (ist's gegangen ihm so). Jov 
b! g 1 a l e jakka Er ist vor den Augen (gegenwärtig). Aglal 
adova hoes bari balwal Vorher war ein grosser Wind. Mee 
harn terdee gill mree deweliste Wir stehen vor unserem Gott. 
Dza tu ghille leste Geh du ihm entgegen. Jov mange aglal 
Feig, wohl : mir mit Adv. = Lat. coram] Er hats vor mir 
(mündlich), gille fshaarinde (vor Allen; öffentlich) penjas, ge- 
sagt. phuklo barjohla gille jakka Die Gerste wächst vor 
den Augen (zusehends). Aglal e bare scheriskeriske [-te? 
vgl. ob. S* 185.] avle birgarja klisti Vor dem Könige kamen 
die Bürger geritten; adui apry avjas o baro scheriskero, dar- 
auf kam der König; perdal adova e baro scheriskero [? s. ob* 
S. 805.] wordja , über das des Königs Wagen [PL]. S. noch 
ob. S. 184. 

S8« Rtw. wawa (mit), viell. eig. Ich komme (mit)? — 
Bw. Sar, sat (With. Con) s. ob. Pron. saro S. 877. 

83. Bi (sine) Alter nr.871. — Bi (ohne) Pchm. Bei die- 
sem S. 38. Bimander , bitumendar ohne mich , euch , also mit 
Abi.; sonst angeblich mit dem Gen., was aber eig. Adj. sind, 
wie bigod'akero ohne Verstand ; als Fem. bidarakeri ohne 
Furcht 78., bibachtali Jinglücklich 70. Ferner noch, nach altem 
Gebrauche, in bikenav, ich verkaufe, bijav Hochzeit, wo das 
Sskr. wi in einem etwas anderen Sinne bietet. — Bisch, pi 
(ohne). Maga hi bi chhabben, Magen ist ohne Essen (mit 
Nom«), nüchtern. Bitschawe (ohne Kinder; PI. oder F.?) unfrucht- 
kar. Bitahro unerschrocken; bipakedo ungestraft. — Ganz 
eig. Comp* s. ob. S. 151. Bei Zipp. Bitschatschupen fiaju- 
atltia); bibacht Unglück; bibachtalo (infelix); bigodsworepen 
. (inprndentia) , bidosch Gegensatz von dosch (culpa). Bigo- 
diakro unwissend (eig. ohne Hirn)f bedschimaskro leblos; bi^ 
tsehatschopaskro ungerecht u. a. ob. S. 137.; bimanusehiskro 
namensM^hlich ; bisorello unvermögend; bifsasto ungesund; blla- 



C. Wortbiegnng. 303 

dschwerdo unverschämt , auch unhöflich ; bifsylklrdo ungezwun- 
gnen, Yon fsylkiryava ich zwing-e, thue Gewalt; bipin^chkerdo 
unbekannt; na te di/jul, auch bi tc di/jul (nicht zu sehen) 
unsichtbar. Bi dewliskro naschtl keraha tschi Ohne Gott (eig. 
gottlos) können wir nichts machen. Bi d. naschti weha sasto 
Ohne Gott kannst du nicht gesund sein. Sehr uncorrect: Bi 
devliskero te rodas (Ohne Gott zu suchen) , me naschti les la- 
zaha (können wir ihn nicht finden). Eher erträglich: Bi pi- 
niaskero mender trusch na dschala Ohne Trinken wird der Durat 
nicht von uns gehen. Bi marapaskero o troppos, nan hi keek 
fsastupen Ohne Waschen des Leibes ist keine Gesundheit. Po- 
schuker, poschuker bi godliakro Sacht, sacht, ohne Lärmen. 
Bidariakkro (sine metu), bidoschakkro (innocenter). Schukker- 
pen bi tschatscho dschymaskro shi fsir mohl ke nan hi latschi, 
Schönheit ohne Tugend [gutes Leben] ist wie der Wein ohne 
Geschmack [der nicht gut ist]. Bi fsanienzingero te dschyraf 
hi pasch dschyben Ohne Freunde zu leben ist ein halbes Le- 
ben. Keek te na dschinnaf hi thugepeskero dschjben; bl 
godswarepaskro te dschivaf, nan hi keek tschatscho dschyben 
Nichts zu wissen, ist ein elendes Leben; ohne Erkenntniss 
(Klug-heit) leben ist kein rechtes Leben. Tu naschti keroeha 
adava bi doschjakro Du kannst das nicht ungestraft thun. 

24. uä (von) Bisch., wenn richtig, wohl aus Böhm, o 
(von, an). 

23. Längs (an) Graff. aus dem D. längs. — Bisch, längs 
(neben), langsmande mor gatscho (neben mir mein Mann} 
Nachbar, wie Zipp. w^ägo, kohneste pasche mro kheer les- 
kero kheer hi Der erste, welcher neben meinem Hause sein 
Ilaus hat. — Gow cai glan langst k'jass, der vorüberging^. 
Coir aber längs vorbei k'jenn, die aber vorüber gingen LG« 

— Zipp. Adv. lengstes (lang*). — Ferner aus d. D.: durch 
je gottareste s. Bisch, filtriren; durch leste durch ihn Joh.L7« 

— Auch gegc (gegen) Bisch., als gegc mande s. Feind, 
aufrichtig ; gege tute s. Vertrauen ; gege mor d^wleste s. Ab- 
lass. Auch u. widersetzen , widersprechen. 

26. Rtw. shinandro meraben, bis in den Tod. — Zipp. 
dschin (bis; Lat. tenus). Dschakker dschin theifsirla (theis- 
fa) Warte bis morgen. Ado zjruster an dschin ko endo (A 
principlo ad finem). Me dschava adej dschin apro wawer 
bersch Ich bleibe hier bis aufs Jahr. I dorik rissela dschbi 
ki kangeri Die Schnur reicht bis an die Kirche. To dschala 
mange dschin ke mro dsi — perdal mro dsi Das geht mir bis 
ans Herz, durchs Herz. Dschin zigldir manuschus te pazas, 
to mee les vago homte pintschkervas Ehe [eig*. Bis eher] wir 
emem trauen, müssen wir ihn erst kennen lernen Akka ri^k 



y 



304 II* GrammatiL 

dschin akay Von hier an bis dorthin. Mor dcvel dschin akey 
meen haddejas Gott hat bisher uns g>choIfen (akkia dur, so 
weit). — In Betreif der Etyniolog-ie wttsste ich höchstens 
Böhm, ax', bis, Pchm. S. 67. als etwas Einschläg'ig'es zn nen-^ 
nen. Zipp. hat noch puko (bis) und poski, welches letztere 
ich in vielen Beispielen , aber nur für ,,bis dass^^ als GonJ. 
(s. Präp. mit hoske ob. unter Pron. Interrog*.) finde* — Reifser- 
dass anni duj kotter , praal bis deelewrin , zerriss in 2 Stücke 
Ton oben an bis unten aus. LG. 

27« Bei Bisch, als untrennbare Part, se- zur Bezeichnung^ 
des Uebermasses , welche nicht sowohl dem Deutschen zu, als 
vielmehr dem Poln. za, zbyt z. B. mit wielky (zu gross) 
Bandtke Poln. Gr. S. 148. zu entsprechen scheint. Sebut, 
fibermässig, sehnt lohn (zu viel Salz) versalzen als Adj* vg-I. 
auch überladen; sebuti üeberg-ewicht , vg-l. pralbut, zuviel, 
überflüssig*. Se-räha (zu lang-e) s. verzög-ern; se-tatto 
(zu warm) s, abkühlen; se-g'amepenn Vorliebe. Zwar er- 
innert Diefenb» an se als mundartliche Aussprache für zu , und 
selbst die Abschwächung* des u in demen (ihr) Gralf. S. 53. 
liesse sich g-eltend machen ; allein Zipp. bietet : überflüssig* — 
zu but, ferner Nan hi zu but Das ist nicht zu viel. Nan hl 
tokke krago zu (bot) hoch? Ist ^ich der Kragen nicht zu 
hoch ? Man^e hl ada zocha tikni (zu klein) , zu enga , Mir ist 
dieser Rock zu eng'e. Nan hi i musfnja zu bug-le Sind] di^ 
Aermel nicht zu weit? Ado hi but (ausg-estrichen : all) zu 
kutsch Das ist allzu theuer. Bots drovent , g'ar sehr ; dessen 
erstes Wort Indess schwerlich ein nachg-estelltes se cfinschliesst« 
Bots but zu viel; drovent but sehr viel. Ada farba fanohla 
man oder (statt aber ; viell. verhört) nan hi sörelld, botfsi fsaano 
Diese Farbe g'efällt mir wohl, aber das Tuch ist nicht stark 
genug j es ist gar zn dünn. Möglich, dass fsi hier das Verb* 
öubst. 3* pers. wäre. Vg-l. eng-e. — Bots hi dfovent kettene 
(allzusehr zusammen). Me tschidjum mro koro tehele , bot sh! 
thato Ich habe mein Futterhemd abgelegt weg-eü der grossen 
Wärme [es ist sehr warm • oder : poske hi drovent thato}« 

88« Vasz (um; nach) Pchm. , z.B. vasz peste, für sich 
S. 68.; vasz pchüre berszä, in den alten Jahren 67^ steht bei 
Pchm. , wie alle übrigen Präp. mit dem Dat. auf te , dagegen 
befi 2iipp^ mit ddm äüf -^ke, wölcht^r auch besser zu dessen Be- 
deutung stimmt. S. ob. S. 181. — Ghodzko (Spec. of the po- 
pulär poetry öf Persiä) p. 581. hat aus dcfm Maz^nderanf: 
Lr«3 PI ^€fsse ,jfor, for the säke"; we find the säme i^ord in 
common - spokefn Perslan, as ^ ^if^\y vassei- men „for 
ne^S Uwfi«r45 vassei-sbuma „for your sake^^ etc< -=- 



C. WortbiegQBg. 305 

Ob ^ damit und mit 8sfar. waca (vgl* um — wOlen) ein Zosjun- 
Benhan^ anzonehmen, steht dahin. Hindiist« Merewaste, Iuh 
marewaste (propter me , nos) Sdiulzii Gr. p* 28. ; ferner bap- 
kewaste (propter patrem) p. 65. 9 imanke talimke waste je 
kama (propter veram relig-ionem hoc faciendom) p. 5& ; ho* 
nekewaste (propter fieri) p.29. ; kiswaste (cur?) p. 78.| is- 
waste (igitar) p« 64. , auch wohl waste (propter, quia) p 61. 
Mehrere dieser Formen enthalten aafenscheinlich den Gen«, 
wie auch LebedeiT p« 5« Hhodaka (ke) waste (For a goi)y 
PL Ilhoda-sabka- waste. Im Penjabi bei Carey p. Sl. 96. 
wasatc (for) und ^sat^ (therefore) p. 96., was etwa auf -t^ 
als Ablativ - Endung* schliessen liesse. — Zipp. wasche udsch- 
le, Schulden wegen. Olro dewel niujas waschcc manuschinge 
Mein Gott ist fär die Menschen gestorben. Wasche devliske, 
ma keer les, Um Gottes willen , thue es nicht« Wasche mari 
^lauba me bomte adava te keraf Wegen unseres Glaubens Ist 
dieses zu thun. 9, Wegen, halben, sagt Zipp. , heisst wasche, 
auch schträhl, jedoch wird ersteres vor-, letzteres nachge- 
setzt, z. B. wasche toke (oder: tirl schtral) kerdjum les Dei- 
netwegen hab' Ichs gethan.^^ Das zweite erfordert den Bei- 
spielen zufolge stets ein Poss. vor sich, wodurch es sich als 
Subst« erweist« Z.B. mirl, leskcri, maari, tumaari, lengeri 
schträhl Meinet-, seinet-, unsernt-, eurent- , ihrenthalbcn. 

Mit den Präpp. berühren sich eine Zahl Adv. auf -al, 
welches Suff, ich zwar nicht für Ungar* auszugeben wage, 
jedoch mit mehreren Ung. Adv. auf die Frage wo? holf 
wie al-öl (unten) vgl. Estn. al (unter, unten), alla (un- 
ter, hinunter, darunter); elöl (vorne), Estn. ecl (vor, vor- 
aus, vorweg); felöl (oben), fei (über), Estn. peal (auf, drü- 
ber); belöl (darin) vgl. belem (In mich) u.s.w.; hatül (hinten) 
von hat, Rücken; keresztü^'l (queer durch) von kereszt (Kreuz), 
in auffallendem Einklänge betreffe, nur dass freilich, als der 
Präpp. haar und an deren Stelle Postposs« verwendend. In 
diesem Betracht das Ungar., wenig'er zum Zig. als zu anderen In- 
dischen Yolksmundarten , z. B. Mahr. Carey p. 140. , stimmt. 

1. Apral oben; aprahl von oben; aprall tchel^ von oben 
herunter. Zipp. — Bisch, a pral über, s. auch oben. Agal 
pral, empor; pralnaschaf überfliessen. Delall da pral (drunter 
und drüber) s. Schneegestöber, verheeren, verwüstet« 

S. per dal. Kanna me te dschaw i Stallupocna , talla me 
hom te dschaw pcrdli Kattenowa Wenn ich reise nach Stallu* 
^önen ^ nun so muss ich reisen über K. 

3. pallal: Chatsch ada hoine manuschin annada sweto 
thuge hl, tala jol penn doch freuderna pallal Obgleich die 
frommen Menschen in dieser Welt Traurigkeit haben , so wer« 

SO 



306 JI. Grammatik. 

den sie sich doch freuen darnach (zuletzt). Apallal, Unter- 
wärts yg-l. päle , nach. Jov thelsfa pale avjas Er Ist g'estem 
wiederum gekommen. — Palal de junos L. XXI. 8« Bw. — 
Rodaf palal , unter - [eig*. wohl : nach -] suchen. Bisch. 

4. pa schal: Kanna o zyro mree thugengero wela pau- 
schal , taila dives freudeskero awena anua mande Wenn die 
Zeit meiner Trübsale wird vorbeig'eg'angen sein , so werden die 
Tage der Freude an uns? herankommen« — GralT. Ms. „basdial, 
Tgl. hasch, bei^^. Pasche truschuU, beim Kreuze, paschall, 
dabei. LG. — Bisch, paschall , bei , dabei , dazu ; paschall, zn $ 
a paschäll , herbei. 

5. p r e z z a 1 (contra , versus) wohl aus p r e z z e [Slaw. ?] 
mande , gegen mir , nach Zipp. E Preisfe streiterdepen prezzal 
Oesterreichinde Die P. haben wider die 0. gestritten. Tschjy 
tu tot prezzal leste Setz dich gegen ihn. — Stallupehna prez-- 
zal hi theifsirla St. liegt gegen Morgen. Prezzal I ball wall, 
gegen Abend. Me na dzinava , fsir me prezzal tokke [totte] 
te kerav tre paturakke , ke tu prezzal mande keroeha Ich weiss 
nicht, wie ich mich gegen dich verhalten soll für deine Höf- 
lichkeit, die du mir erweisest. 

6. m a s c h k e r a 1 1 , in der Mitte , z. B. jov hi terdo Zipp. 
— Agai maschkerall, dazwischen, Mitte; maschkerall ano ratt, 
Mitternacht. Bisch. — Graff. Ms. „ maschgro vgl. Adj. [doch 
wohl eher mit concrescirtem Art«]; maschgral (auch mit k), 
zwischen." 

7. trujal naschaddo, umherlaufend. Zipp. 

8. agai delall, darunter. Delall hirul Schienbein Bisch«, 
vgl. Pchm. tele-khakh, die Aechse (Böhm, podpazdj). — CoUa 
iellal hi , die Niedrigen L. I. 58. Toi bis galla delall [Da war 
Galle drunter] LG. Die Formen mit d sind wohl bloss Folge 
ungenauerer Aussprache , und nicht einer etym. Verschiedänheit, . 
begründet im Sskr. adhara (inferior), dem Deutschen Thal u.s.w. 

9. adrahl, einwärts, innerlich; adral, inwendig. Adrahl 
hi duk, der Schmerz ist Innerlich« S. ob. andral. 

10. dral, ans, etwa In Beziehung mit dem ablativen -ter? 
Akka baschtardo na kerla keek meschtepen drale peskero mj- 
dschechepen Dieser Schelm thut nichts Gutes aus seiner Bos- 
heit. Zipp. 

IL a V r y a 1 , auswärts , auswendig (z. B« lernen) , awrj- 
jal, äusserlich, aus avrj, aus, dranssen. 

12. angal, vor, Pchm. — Jov lijas pes sorelles aglal, 
te dschal fsa jek andri khangerl Er hat sich fest vorgenommen, 
immer in die Kirche zn gehen. 

13. dural 1 (procul; von weitem her) aus iAr weit, na 



C. Wortbiegnng. 307 

dor, nicht weit, Zlpp«, vgl. Rtw. nannldar, Näiie. — Stejenn 
turall j sie standen von ferne. LG. 

14. peesal, za Foss, Zipp., aber Pchm« als AdJ. peszo 
(zu Fnss) j als Adv« S. 33w j vgl. Poln« pieszy. Me fsasti 
dschaha peesal, oder kliste, oder e wurdineha Wir können 
reisen zu Fuss oder reitend oder mit dem Wag-en. Zipp« 

15. muijall (in den Mund), z. B. fsaare g-reia U mujal 
dyine Alle Pferde sind aufjg^ezäumt. Zipp. — \gh Pchm» ma- 
m u j , gcg-enüher ; Bw. de mamui (In front. De freute). Zipp. 
Geradesweg's: Dscha mamuj totte Geh geg-en dir (oder: ge- 
rade zu). 

16. wäsdall Bisch., unerwartet, s. Lex. Vgl« „bei der 
Hand sein u* dgl,^^ 

17. czoral, heimlicher Weise, Pchm. S. 33* — Zipp« 
tschorachanes , heimlich. Jov fsir tschdr gäo krik Er ist, wie 
ein Dieb, weggegangen. 

18* sunpacel (near) Bw., vgl. üb. Präpp. 8. 9. — 
chiros sinela sunparal, 6 xaiQog ijyyixe L. XXI^S. ; sos se 
mequelaran dicar (die sich Hessen sehen, indatfjaav) sunparal & 
siras (avvaTg) XXIV« 4. , vgl. para tucue XV. 29. 

7« Conjunction. , 

1. Kanna u. dala. Letzteres bei Kogaln. alors übersetzt, 
wohl nach Graff. S. 17. 44. (dann), viell. vom Pron. ada s. ob. --^ 
Bei Zipp. oft im Nachsatze nach kanna — talla, wenn — so. 
Z. B. Kanna ada swetto na vela: talla tschela o dschiben dschi- 
master Wenn diese Welt nicht sein wird : so bleibt das Leben 
ewig, vgl. S. 135. Kanna me draberyava, talla homte tschen 
tume schtill Wenn ich bete , mtisst ihr bleiben still. Kanna mee 
chaha,. talla tumensa nascht! rakkervaha Wenn wir essen, so kön- 
nen wir nicht mit euch reden. — Dalla nun i hirrdo 3= kur' 
pangrewalletto [e?] Jesum truschscheldenn , lejen jon leskre 
coola. Da nun die Kr. J. gekreuzigt hatten , nahmen sie seine 
Kleider. Dali' pendass , Da antwortete er. LG. Häufigst aber 
bei Fr. auch im Sinne von: dass. Dair fangedell jon an, les 
ti pukk'wenn, und penndenn: Celles hatschamen, dalP job I 
manuschenn kelek'rell (wohl telek. vgl. Har cow u manusch 
kerell deele , als der das Volk abwende) und pendass Da fingen 
sie an, ihn zu verklagen, und sprachen: Diesen finden wir, 
dass er das Volk abwende, und sprach: Me ti tafs 1 kaiser 
kek lowe, dass wir geben dem Kaiser kein Geld. S. nr. 8. 

2. Bei Zipp. 1 (so) im Nachsatze. Kanna tu sa jek tuga- 
woeha , to vela anna to [tro ?] troppos but nasflepen Wenn du 

«0* 



306 If . Grammatik. 

immer traurig bist , so kommen an deinen Leib viel Krankheiten. 
Kanna jol love preiskirdle, to mekk (mekenn) len los Wenn 
sie das Geld bezahlt haben, so lass (lasst) sie los, Kanna 
schwakko divesfcskeri butin kerde hi , to tokke wolno , ratti te 
kingerwes tot (oder: ke tu ratti te k. t.)- Wenn eines jeden 
Tages Werke g^ecndigt (fertig-) sind, so ists dir frei, des 
Nachts dich zu ruhen. Kanna akuja na keravela jatscherkia 
[Poln.] , to nie homte bokjawas Wenn jene nicht Mus kochen 
wird, so werden wir hungern müssen. Kanna manuscha na 
pazzena, to jol homte dschan tschetscheske Wenn die Men- 
schen nicht glauben werden, so werden sie gewiss umkommen 
(zunicht gehen). Akolla te kern latsche butin , o [Poln. a] kan- 
na na, to jol.ko dewcl naschti tschena Jene sollen gute Werke 
thun, wo nicht, so können sie bei Gott nicht bleiben. Rikkerwen 
turne e dewllskro lava , o kanna na , to vena andry hella Haltet 
Gottes Gebote, wo nicht, so werdet ihr in die Hölle kommen. 
Kanna chochenno i saulecherla , to na trebaha mee lis te pazell 
(oder: te pazas) Wenn der Lügner auch schwöret, so müssen 
wir ihm nicht glauben. — Cliodsch [Poln.J o hoino manusch 
tschorero hi , to nan hi jov bibachtallo te thuganno Obgleich 
der Tugendhafte arm ist, so ist er nicht unglücklich und elend. 
Chadsch nie beschte hamm andro tamlepen , to hi o devel märi 
mommeli Ob wir gleich in der Finsterniss sitzen , so ist doch 
Gott unser Licht. — Sser zig me tschinaha , to zikerwaha me 
fedidir (te tschinnen) Wenn wir oft (geschwind) schreiben , so 
lernen wir noch besser schreiben. — To ist Slawischen Ur- 
sprungs. Vgl. to (Böhm, to) , dieses , als Acc. Pchm. S. 66. , 
das, als Nom. S. 67. und vgl. ob. S. 181. — üebrigens scheint 
die Anwendung einer solchen Partikel , welche auch öfters fehlt, 
vor dem Nachsatze, baarer Germanismus; aus welchem Grunde 
dann auch jak (so) bei Frenkel und akkia bei Zipp. in ähn- 
licher Stellung vorkommen. Z. B. Hi job cow: Christus , jak 
dschja [eig. 8. Pers. Imper. , nicht 3.] job Ist er der Chr. , 90 
steige er. LG. — Ssir turne ada butin kerdijan , akkia turne lena 
preiskerpen Weil ihr dieses Werk verrichtet habt, so werdet 
ihr den Lohn bekommen. Ssir tume dewliskero tschatscho lav 
zigkijan, akkia lijan butidir godi Weil ihr Gottes wahres Wort 
gelernt habt, so habt ihr auch mehr Verstand [bekommen]. Zipp. 
3. Ta Conj.(Arid.Y.)Bw. — Sz. tai, litw. te, und. Rüd. 
d e (und, aber). — The, und, auch, Pchm. S. 34. z. B. Me the tu, 
ich und du ; avoka th'amen , so auch wir. — Zipp. Jov te me, 
er und ich; akkiakes te apri phü, so auch auf Erden, vgl. 
Grellm. Vü. — Toleske, dall job fsikkerdafs jak ti jak Damit 
dass er gelehret hat hin und her. LG. Sonst pflegt bei Fr. das 
Deutsche und za stehen. Graif. giebt S. .17. dad du, und 



C. Wortbiegnng. 300 

iüj was aber unstreitig: da du hefssen muss, unbeachtet er 
auch im Ms* dat anführt,, welches allenfalls mit Sskr. tatthd 
(so) zusammengehalten werden könnte. — Bisch, niette-tu 
(ich und du) u. wetten. Sonst da (und) s* z. B. ausnehmen, 
Antwort, fuhren, Fussfall, Verstössen, vertiefen, verwaist.— 
S. noch oben Goncrescenz mit dem Art. — Etwa Sskr. atha 
und daher Pchni. the mit Aspir. , oder Penjabi ti, at^, aru 
(And, also) Carejr p. 96.? Bei Zipp. auch Poln. i als Ue- 
bersetzung* ies Lat. et — et z. B. Mro dhad hi sorello i hi 
barvallo Mein Vater ist stark und reich. Mro dewel na dijas 
akanna [wahrscheinlich durch Verwechselung' von : n u n , jetzt, 
mit nur] shaaro , jov i rikkerla shaaro poske da divessester, 
Gott hat nicht allein Alles erschaffen, sondern er erhält auch 
Alles [bis in die Ewig'kelt?]. 

4. T e (wenn) Pchm. S. 18. §. 27. u. S. 34. , z. B. Sz?j 
pocinelas , czak te kamelas Er könnte bezahlen , wenn er n^^ 
wollte; te hi kh^re, wenn er zu Hause ist. Le tuke, te kii^ 
mes, wenn du willst. S. 78. Te avela, wenn kommen wird. 
61. Har mulano ^avelas [Impf.], als wenn er todt wäre. 
64. .Te na mange avela sloboda, nakamav f avav Soll ich 
nicht haben die Freiheit, nicht will ich — sein. 75. Auch bei 
Zipp. Te na well mro devel, to shaaro homte merahes. Wenn 
Gott nicht wäre , so müssten wir alle sterben. Vg-l. ob. S. 260. 
— - Eine Frag'e kann durch Inversion, wie im Deutschen, 
ausg(edrückt werden z. B. Graff. S. 47., oder durch te als 
Frag'part. Bei Pchm. S. 71. T'avela, kommt er? Te som, 
bin ich? Te akana? ob jetzt? 67. Ko xanel, te na— Wer 
weiss , ob nicht S« 54. So auch Zipp. , jedoch zusammen mit 
dem Deutschen ob in indirekten Frag-en, als: Putsch tu, ob 
te line e love Frage, ob sie das Geld bekommen haben. 
Dikkas, ob te hi meschto [Adv.] kerdi Lasst ups sehen, ob 
(der Rock) g-ut gemacht ist. Dik! apt [wohl st. ob t'} awle 
shaare andri khangeri, oder na Sieh, ob alle in die Kirche 
g^ekommen sind, oder nicht. Auch allein: Af jov peskero lav 
rikkerla, ob er sein Wort halten wird? -^ Hieher auch wohl 
Bisch, dehi (ob) mit hi, wie Pchm. te hi xido, vaj na, ob 
er lebe oder nicht S. 64. ; denn , trots^dem dass sein d an Wa-< 
lach, de (ob), de a^', wenn ich, de nu, wenn nicht, erinnert, 
möchte es doch wohl Indischen Ursprung'S sein, viell. durch 
Aphärese entstellt aus Sskr. yadl (wenn)« Im Hindi jadi und 
^'o (if) , weiches letztere auch Pron, That. Hindust, to ys 

(si) Schulz. Gr. p. 62. liegt wohl gänzlich seitab. -^ GraflT. 
S. 17. 46. hat di (wenn, „viell. auch — wann" Ms.), z. B. 
Di wela u nijal , me zerdaba Wenn kommt der Sommer , üeh^ 






310 IL Grammatik« 

ich fort In: Me gamaibes di wab Ich möchte kommen, whrd 
es wohl rlchtig'er für ^^dass^^ als „wenn^^ genommen« Vgl. 
Bisch. A jowa gam^la te mekela u. s. w. s. vermiethem 
Pchm. Kamav te xay Ich will gehen S. 18. , te xral [xal?] 49. 
— Bw. Bus, pur Adv. When. Cuando. 

5. Te, dass, damit Bisch. Ob Pers. b', Sskr. ^atfaä? 

Oder mit dem vorigen (wenn = gesetzt dass) gleich? — 
Felde, auf dass, verbunden mit dl z. B. Feidej^di welo (mit 
Pron.lo? oder Particip?), Damit er komme Gran. Ms«; etwa 
aus Frz. afin que'i^ — Te nane (dass nicht, ne)'s. untersa- 
gen. Bisch. So auch Zipp.: Rakk tot, te na chadschklrr 
tot i jaag Hüte dich , dass dich das Feuer nicht brenne , und 
Dikenn , te na perr jov andry chew Seht , dass er nicht in die 
Grube falle; worin auch das regierte Verbum als Imper. aus- 
sieht. Ach te vel mro präl fsastewesto ! Ach , dass mein Bru- 
der gesund werde! Zipp. Te avel und tavel (ut veniat) 
Grellm. VIT. Natti [also hier mit der Neg. vorn!] well [wohl 
st. wenn] leskre tschawe und les tschoorenn und t' p'nenn [V 
also Wiederholung der Gonj.] Auf dass nicht seine Jünger kom- 
men und stehlen ihn und sagen LG. Dschannen tume nit, toi 
[da] me f wapp anno towa , caw mim dadeskero hl ? L. II. 49« 
Siehe noch später den Gebrauch bei humte (oportet) und auch 
selbst ohne dieses mit gleicher Geltung z. B. Na, job ti karell 
J. Mitnichten! Er sollJ. heissen. 1.60. — Rtw. bolloben 
to rackel tut Der Himmel bewahre dich! Ke tshorero, te 
wiam hallauter nange, so arm, dass wir [fast: nicht übers.] 
alle nackt wurden; s. ob. S. 818* Oder hunte di kaw [st. ke- 
rav?] te kinnav tschommonl Oder ich muss machen [?] und kau- 
fen etwas [im Deutschen steht da: durch Handel und .Wan- 
del], pre te [auf dass] bikkcwaw pale, ich's verkaufe wieder- 
um, te [und] de [etwa noch zubehörig zu hunte, mithin: ich 
muss denken?] derkerwaw, te [dass] ernährwaw man klacke^ 
dass ich ernähre mich so. 

6. -ta als Suff, hinter Imper. , wie es scheint, mit empha^ 
tischem Sinne. 1« pchenta Gelt (Böhm, wid') z. B. Pchm. 
S« 71.; eig. Sprich! -.- 3. Zipp. Schunta Höre; und Besch- 
ta Ei so sitz doch! Bosch tehele! Setzen Sie sich! was ge«- 
sagt wird , wenn sich ein paar zanken (wohl ironisch : um in der 
ruhigen Haltung des Sitzens und bloss verbis den Streit abzu- 
machen). 

7. Ke (ki?), dass, Graff. S. 35.46. Job penela, ke (ki?) 
dickelales Er sagt, dass er sieht ihn. Batsch, ki hi tscha<^ 
tscho Glaub', dass es wahr ist. -^ Toi Pilatus tikkdass, ke 
«ascbto (das o wohl Art« st: er? Oder blosses Verseben st. o?) 



C. Wortbiegung. 311 

'tschl kVeeles DaP« sah, dass er nichts schaffeic (nicht konnte 
etwas than) LG». — Bisch. Pennäwa g'e hi tsch&tscho s. ver- 
sichern; vgl. üherzeug'en. Ge nane s« aussterben. "Ge nane 
dikela les, dass ihn nicht sieht einer s. nnsichtbar« Als Re- 
lat, z. B. S. 102. gbwh ge — (res, quam, oder: ut eam) 
Tg-I. ob. S. 848. Im Belutsch, ki 1. als Interr. (quis?) 2. re- 
lativ, 3. Conj. s= dass Lassen, Or. Zeitschr. IV. 444. Hindi 
ki (that) als Conj. „Ilindust. ^ Fron. How many? Conj. 

That, or, either^^ Shakesp. Bei Frenkel cai Lda, 2.*dass 
L.iL25« Cai tikkdennle jon, cai Job schon bis niulo, da sie 
sahen, dass er schon todt war. Und cowa dscbannell, cai 
Job pendafs cai tschatschopenn , cai tumee ninna patschenn. 
Denn cow' bis, tow [das st. dass!] i tschinnepenn parrdo 
wela. Und derselbige weiss, dass er die Wahrheit saget f auf 
dass auch ihr glaubet. Denn solches ist geschehen^ dass die 
Sdirift erfüllet würde. LG. s. Pchm. ob. 254. — Pchm. ka| 
dass (utinam) und kaj te (dass, ut) S. 34. Kamel, kaj te 
pijas Er will, dass wir trinken. Pchen leske, kaj te xal Sag' 
ihm, dass er gehe. S. 64.: kaj natromal, dass er nicht 
darf. — Bei Zipp. : Ke me na hom fsoto, fso me dschangalo 
Weil ich nicht bin schlafend, so [fso etwa die deutsche Part., \ 
oder: I^om, ich bin?] bin ich wachend. E niannscha merrna, 
ke but mohl pjena Die Menschen sterben, dass (weil) sie viel 
Wein trinken ss Ssir jol but mohl pjena, akkja merna jol (So 
sie — so sterben sie). VU. bei Grellm. : Ketirin-o t*hin 
Denn dein ist das Reich. Mre heera dukana akkia, ke me 
naschti dschava Meine Beine schmerzen so , dass ich nicht ge- 
hen kann. Allein: Me naschti dzäwa, kerne hom langalo Ich 
kann nicht gehen, weil Ich lahm bin, mit der Bemerkung, 
dass ke eig. dass bedeute; was aber nicht einen doppelten 
Gebrauch hindert, wie beim Lat. quod. Ueberdem könnte es , 
hier auch für: da (weil) genommen sein, wie in Jov avjas, 
ki kambana schon ochto kordjas Er .kam, da (als) die Glocke 
schon 8 geschlagen hatte = jov avjas oditinge Er kam um 
8. Sonst aber im Sinne von: dass. Z. B. Schunnava, ke 
baschno dela godia Ich höre den Hahn schreien. Me schun- 
jnm, ke joj' dijas Ich habe gehört, dass sie gegeben bat. 
Mec dsdiinjam, ke jov avjas Wir wissen [Perf.], dass er gekom- 
men ist. Maro dhad betschijas lileha äpo mande, ke maro terne- 
dir präl naschas kiik Unser Vater hat mir gemeldet [mit dem 
Briefe zu mir geschickt] , dass der jüngere Bruder entflohen 
ist. Ssaare manuscha gindle [Perf.], ginnena [Praes.] adrj 
[ein, hinein, um er -zählen auszudrücken?], ke jov muijas 
Alle erzählen es, dass er gestorben ist. Me na kamava, ke 



312 II. Grammatik« 

timie adava tc fceren loh will nicht, dass ihr dies that. Eine 
solche Verbindung beider Partikeln in Einem Satze Ist g^ar 
keine Seltenheit* Zwar iarf man nicht dafür anführen: Adava 
hi akkia fsawo kova Das ist eine solche Sache, ke mekkela 
pes les te llgger, oder: te ligg'erel, dass sie lässt sich tra- 
gen, weil hier te mit dem Verb, den Inf. zu vertreten hat; 
wohl aber z. B. Me pennava tokke, k e t e dschas andre fohro 
Idi befehle dir, dass du in die Stadt g'ehest. Mang'ava, ke 
te das man Ich bitte dich, dass du mir gebest« Me na ka- 
mava, ke tume adava te kerenn Ich will nicht, dass ihr die- 
ses thut* Ich wünsche — dass ich möchte getrunken haben: 
ke me te pijumes; dass du trinkest — ^ ke te pjes u« s. f. 
Negativ: Ich wünschte — dass Ich nicht gekommen wäre: ke 
na vjnmmes me, ke na vjalles (dass du nicht — ) n« s. w* 
Rakken tumen, ke na keren keck (nich jek, nichteine) gracho 
Hütet euch, dass ihr nicht Sünde thut. Kandinn tume e dew-* 
lis, ke na w61 tumen keek dosch Gehorchet Gott, dass euch 
nicht ein Schade begegne. Diken tumen aglal, ke te na ke- 
ren adava, meken tume adava terdo (lasst es stehen) Seht 
euch wohl vor, dass Ihr das nicht thut« Sogar auch hier 
noch mit te; Ma mekenn [Lasst nicht zu], ke tschawe te na 
chochewenn Verhindert es, dass die Kinder (nicht) Lügen re- 
den« E wudra homte wann apro buklo dine , ke te na tschorm 
e tschöra Die Thüren müssen zugeschlossen [unter Schloss 
gebracht] werden, dass die Diebe nicht stehlen« 

6. Dala, unterdessen. Bisch, vgl. ob. S. 870. Von viel 
häufigerem und mannichfaltigerem Gebrauche bei Fr. : Dali pen«*- 
dafs Pilatus Da sprach P« Dali' pendenn i bipoldo [e?] app' 
leste: me hunte kek maardo [kek ist N* und maardo = ge- 
tödtet , mithin der Satz unrichtig] ; - dall' pardo well u lab Je- 
su, dall Job turkerdass, fsawo mulo [todt, nicht Tod] Job 
wela [wird, durch German«] mujell. Da sprachen die Juden za 
ihm: wir dürfen niemand tödten; dass also erfüllet würde das 
Wort J,, da er deutete, welches Todes er sterben würde. 
Vielleicht entsteht die Bedeutung: dass, nur durch Unterdrük- 
kung von te, z, B. dall' ti [da dass?] dschannenn tumee, 
dass ihr erkennet. Weless [wäre] miru praawelpenn [elg. 
Reichthum] catter caw' temm [elg. Land], mlre wallette wela 
[eig. er wird] tschingerwenn [sie kämpfen], dalT me [ich] 
i biboldo [istN. Sg«, nicht D. PL] nit dejenn [sie gaben] ti-* 
well [dass er werde] LG. Dieser verworrene und am Schlüs- 
se durchaus irrige Hatz soll zuletzt bedeuten: Meine Diener 
würden kämpfen , dass ich den Juden nicht überantwortet wür-^ 
de; „dass nicht" wäre aber vielleicht richtig^durch : „dall'- 
nit-ti-" ausgedrückt, — S. oj). nr. l. 



C. Wortbiegnng. 313 

9. Sserr, fslr, wie, als, Zipp. yg\. ob. S.S51. a) Bei 
Compar. s. ob. Z. B. Zipp. Papin pi buttir, fser trywelly 
wohl: Gans, trink mehr als dreimal. Me homte keras men sm 
mre devlyste Wir müssen uns zu Gott bekehren (an G. ma- 
chen) wag'edir, fser jol meen marla, eher als er uns strafet 
(eig*. tödtet; doch wirds überhaupt von allen ^Strafen gehraucht)« 
Me homte das nastwcles adry draha, ehr ke [ehe dass] 
merrla Wir müssen dem Kranken Arznei geben, ehe er stirbt« 
O devel hi godsweridir, fsirr shaaro manuscha, Gott ist klü- 
ger als alle Menschen. Nan hi keek haridir patuf , fsir mree 
devliskere patuf Es ist keine grössere Ehre als Gottes E. 
Nan hi keek fedidir meschtepen, fsir o fsastepen Es ist keine 
bessere Gutthat, als die Gesundheit. Akka (auch: akkava) 
boino na kerla tschi, fsir mre dewlis kandela Dieser Fromme 
thut nichts, als dass er Gott gehorcht. Akka chocheno na 
kerla tschi, fsir te chochewel Dieser Mensch thut nichts, als 
betrügen (lügen). Ada haschtardeskro gaji na kerna [1 st. n ?] 
tschi , fserr te sauell Dieses Schelmes Weib thut nichts , ate 
schlafen. Akka dinello ne [na?] kerla mange tschi, fsir bu- 
tin Der Narr macht mir nichts , als Arbeit. Ssirr butir me 
zigjawaha, fsir butir godi me laha Je mehr wir lernen, desto 
mehr Verstand bekommen wir. — b) Ueberhaupt verglcl-* 
chend und modal: Ada hauptmannus awjas, dikias meea 
shaaren, dijas man chaarö.* Le, penjas, ada chaaro, ligger, 
fsir latscho lureddo, o kurepen. Der Hauptmann kam, sah uns 
alle an, gab mir ein Schwert. Nimm, sagte er, dieses 
Schwert, führe, wie ein guter Soldat, Krieg. Sser [tempor.] 
joF penjas, geijas pale andro peskero keer Da er dasgesagt, 
ging er wieder in sein Haus* Ssir vela adaya, ke tre tscha- 
ve na barjohna bare? Wie kommt's, dass deine Kinder nicht 
gross wachsen ? Ssir drovent jov tot kordjas Wie sehr hat 
er dich geschlagen« I bibacht akkia zig perdal ameende, fsir 
i balwal, avjas Das Unglück ist wie ein Sturm über uns ge- 
^ kommen. Her u. fsher harga? (quamdiu?). Ssir harga czoeha 
andro fohro? Wie lange bleibst du in der Stadt? Ssir buglo 
hi i flysfa? Wie breit ist der Fluss? Ey fsir dukäla adda- 
wa Ei, wie sclimerzt mich das? Ssir, mro rei! Wie, mein 
Herr! — Bei Harr. p. 548. Sarishen [How d'ye do)? o« 
Sser dschana tukke Zipp., ganz der Deutschen Redensart: 
Wie geht's Euch? entsprechend, Dschana ist übrigens 
schwerlich 2« pers. PI. , sondern 3« Sg. mit n st, 1. So z. B. 
bei Zipp. auch: Mange dschala meschto Mir geht's gut« 
Pchm. S. 70. Hak tuke xal (Wie dir es gehet?), worin hak 
doch wohl r haben müsste , trotz dem Poln. : j a k sie niasz» 
Aeque: Ssir mc rakkervava, akiake me tschinnava 'So wie 



314 ' tl. Grammatik. 

ick rede 9 so schreibe ich aucli. Parlier: Ssirr Jol hajola, ak- 
kia rakkörla [Sg.?] Wie sie es yerstehen, so reden sie audi. 
Ssirr o kam apri dschala, akkia o czon apri dschala. So wie 
die Sonne aufg'eht, so geht auch der Mond auf. Ssir drovent 
me les mangjum, akkia drovent kerdjas pes, ke jov na vjas 
Wie sehr idi ihn gebeten habe 9 so sehr hat er sich gewei- 
gert [sich gemacht 9 dass er nicht gekommen] zu kommen. 
Ssir kizzi wolte me tot dikjum, akkia klzzi wolte me man 
perdal totte freuderdum Wie oft ich dich gesehen habe, so 
oft habe ich mich über dich gefreut — Ferner: fser — fser 
{et — et) 9 als: Ssir niee homte traschas e devlister, fsir me 
bomte kammas e devlis Wie wir Gott fürchten müssen, so' 
Bussen wir ihn auch lieben. Tri dei hi fserr hoini fserr 
schnkker [vgl. ob. S. 902.] Deine Mutter ist so wohl [sowie] 
tagendhaft, als auch [so] schön. Mee dschinnas, fserr jov 
awjas, fserr peskero üdschlo preiskerjas Wir wissen, dass er 
sowohl gekommen ist, als auch seine Schulden bezahlt hat. 
Mee schunaha , ke fserr bitschede gaa jen , fserr fohro bauer- 
üe Wir haben gehört, dass sie sowohl Leute geschickt, als 
aach die Stadt gebauet haben. — Grellm. VIT. S zart hin 
andre therosz kethjn t'he pre phu = szär andre csc^rösz 
chldö te phe phu Wie im Himmel, so auch auf Erden. Des* 
gleichen: Szar, t'hamin te ertingiszama rebezecha [sehr. 
aniare b.]s te am^n kid^ ertinaha [ut nos ita etiam remittimus]. 
Augenscheinlich hat sich darin the (auch) sowohl mit szar 
(wie), als ke (so) vgl. ob. S. 212. 260., nur freilich bei et- 
was auffallender Abweichung der Form, vereinigt. Das !te 
erachte ich aber als die Gonj. (ut), welche hier passend in 
den Bitten (es gesdiehe, es soll geschehen) auftritt. S. sp, 
Immte. — Bw. bietet: Sarta, sata Adv. How, as, why. 
Cdmo; u. Sasta z. B. L. I. 34. XXII. 29. XXIV. 5, 15. (As, 
bow, until. Como, hasta), welches bedeutsam an Span, hasta 
anklingt, vielleicht aber doch in dem -ta entweder das Sulf. 
Nr. 6., oder auch the (etiam) aufbewahrt hat. — c) Tem- 
poral, wie auch öfters im Deutschen: Sser mro Devel o 
svetto dijas, jov haes (bis) selig, freudewitko Wie Gott die 
Welt geschaffen hat, war er selig, freudig vgl ob, S. 100. 
264. Sso wela adorik, fserr akulla e lowe na dena? Was 
wird daraus werden, wenn [sowie] jene das Geld nicht ge- 
ben? — Har Job pendafs, k'jass Job bale wrln pasche 1 bi- 
boldende Da er das gesagt hatte, ging er wieder hinaus zu 
den Juden« Har aber Pilatus u lab Galilaea schundafs, pu- 
ischedafs job, hi Job trän G.? Und har job schundafs u. s. w. 
Da aber P. das Wort G. gehört hatte, fragte er: Ist er aus 
G.? Und als er vernahm n. s. w. Har put (wie viel) LG. 



C. Wortbiegiing. 315 

Jake ralia har nie dschiwalia, so lange als wir leben L. h 74« 
d) Causal: Ssir turne ada butin kerdijan, akkla turne lena 
preiskerpen Weil ihr dieses Werk verrichtet habt, so werdet 
ihr den Lohn bekommen. Ssir turne dewliskero tschatscho lav 
s!g:kjijan, akkia lijan butidir godi Weil ihr Gottes wahres 
Wort gelernt habt, so habt ihr auch mehr Verstand [bekommen]« 

10« Poske Zipp. ist offenbar ein tempor. Dat. Vgl. S. 182. 
Schon harga zyruske homte vjalles Du hättest schon vorlängst 
gekommen sein sollen. Wawer zyringe [in anderen Zeiten] 
shoes e manusclw devlekünedir Vorzeiten waren die Leute 
frömmer. Wawer zjruske [zu anderer Zeit] venes butidir ma- 
nuscha apro likkello Sonst pflegen [vlelm. Imperf. zur Bezeich- 
nung des Habituellen, wie Im Gr. der Aor.] mehr Leute auf 
dem Markte zu sein. Es stammt aber von einem Pron. (s* ob« 
S. 850.) , wozu sich ohne Zweifel eine Präp. , jedoch wohl 
mehr In adv. Sinne, gesellt hat; sonst wäre nur der Dat. auf 
-te sprachgerecht. An eine Comp, des Deutschen bis mit 
Zig. ke (dass) darf schwerlich gedacht werden. Poske me 
ada liel kerava, keer mange ado meschtepen, tschjv tu ada 
waver ketten j Unterdessen, da ich diesen Brief fertig mache^ 
thnt mir den Gefallen und legt diese anderen zusammen. Me 
atschava adey, poske akowa awela Ich werde hier bleiben^ 
bis jener kommt. Akka tschei (terni manuschnl, junge Per- 
son) tschela, poske joj merla Jene Jungfrau wird bleiben, bis 
sie stirbt« Andri da temm awela kureppen , poske e Challed- 
de krik dschana In diesem Reiche wird so lange Krieg selO| 
bis die Russen abziehen. Me mre dha [A» st. D.] k-andavava^ 
poske me la dikava Ich werde meiner Mutter folgen [gehor- 
chen?], bis ich sie sehe. tschorero dschakerla, poske o 
barwello les tschimmohne dela Der Bettler wartet, bis der 
Reiche Ihm Almosen (elg. Etwas) giebt. E peskarja homte 
dschakerwell [Sg.?], poske baro scheriskero lenge pennela 
Die Unterthanen [müssen] warten, bis der König befohlen bat 
[Ihnen befiehlt]. 

11. Chodsch, obgleich, Zipp. = Poln. choc. Z. B« 
Chadsch me tut mangjum, ke te woesf, tu doch n'avjal Ob 
ich dich gleich gebeten habe, dass du kommest, so bist du 
doch nicht gekommen. Chodsch o mjdschach manusch drab- 
bervela, mro dewel les doch na schunnela Obgleich der böse 
Mensch betet, so höret Ihn Gott doch nicht. Chodsch o hei- 
no manusch merrla, to jov hl dschido Obgleich der Fromme 
stirbt^ so lebt er noch. Chodsch o bibachtallo fsala, nan hi 
lis freuda Wenn der Nothleidende auch lächelt, so hat er doch 
keine Freude. — Bw. auasos Span, aun mit sos s. oben 
S. S51. 



\ . 



316 IL Grammatik. 

'12* 99B011C oder vonze helsst: nur^^ Zfpp. Z.B. Toke 
bl bone te pennes Du darfst nur befehlen [Etwa Poln. byle, 
wenn nur?]. Tu trebboha vonze te pennes mang'e. Da 
brauchst nur zu befehlen. Im PK Turne trebehna vonze te 
pennen. Penenn fonze Sagtet nur. Me kaniava tokke vonze 
du! lava te pennen [niuss „ te penav '' heissen , sag't mit Recht 
Zipp. Der Text hat die 3. Pers. PI. wohl durch Verwechse- 
lung' mit dem Deutschen] Ich will dir nur zwei Worte sagen. 
Ssavo adda rei, ke fonze akanna tnha rakerjas? Was ist das 
für ein Edelmann, der mit euch allererst redete? Deh e reis 
te pjel. Me fonze akanna pijum. Gebt dem Herrn zu trinken« 
Idi habe eben [wohl: nur eben erst] g'etrunken. Leichtsin- 
nig: Ke wawerister [ausgestrichen: tschitschester] tschi na ri- 
kerla, der sich nach keinem richtet (eig-. von einem Anderen 
nichts hält), ke fonze e wawer avrj fsäla, der den [die?] An- 
deren nur auslacht. — Schwerlich doch aus: von u. zu? — 
Pchm. czak, nur, aus Ung. tsak. 

13. Ninna, auch, z.B. L. 1.-36. Fr., Herodes ninna nit, 
H. auch nicht. LG. — Rtw. S. 38. nina (auch). Menlna 
pcndum, Beifall [eig. Ego etiam dixlj. — Zipp. nien, nina. 
Btwa eine doppelte Neg., wie Lat. nee non? Penn tu man- 
gel trebbe (corrigirt: trebbevava) turnender nina te putschen 
[die 3. Pers. PI. wohl incorrectj? Sag' mir doch, kann niaa 
endi auch fragen? Nicht nur, sondern auch: Na dijas mro 
Dewel manuschus [A.] kokeres troppo, nyna dsl, Gott 
bat dem M. nicht allein den Leib, auch die Seele geg'eben. 
O zikkerdo na tschinjas kokero ada liel, jov njna tschidjas 
[Perf.] avry ada Der Lehrer hat nicht allein das Buch ge^ 
schrieben, er legt es auch aus. 

14. Na hat, ausser dem neg. Sinne, auch den von: Da 
hast! Pchm. S. 44., als eig. Böhm. Interj. Dobr. Böhm« 
ßprachl. S.159. Vgl. ob. S. 179. — Graff. Ms,: „Na'a (mit 
dartibergesetztem Kürzenzeichen und Acut), nein. Das e ist 
ein ausgestossenes kurzes Stöhnen, schwer zu beschreiben, 
kaum den Zig*, nachzusprechen. Naä (zweimal a zu sprechen), 
freilich", also in diesem Sinne etwa Gr. vai'i — Harr, 
p. 539. Ne pala Brother (come). — Zipp. Ne dik (Nun 
siehe); shaaro manuscha avle tschetsiske Alle Menschen sind 
%u nichts g-eworden. Ne kanna! mre reiale (Wohlan [jetzt?], 
ihr Herren). Meken maare pirilli [Sg.?] te dikas Lasst uns 
nnsere Kammern besehen. Ne te tschinn akanna schtaar kubn-^ 
ja tehele Nun denn, schneidet 4 Ellen ab. Wohl aus dem 
Deutschen: Na! — Bw. isna! Therc Is. Hay. Ysna de 
Bangue Wehe eudi L. XI. Bjeda [Lith.: Elend] tumenge 
luanuschinge , ke tmuee e dewllskro lava na rlkkervena Weh' 



C. Wortbiegnng. 317 

each Menschen , die ihr Gottes Worte nicht haltet. — 8. noch 
ob. S. 259. Okke schtär dublatio chadweja, de man avrj^ fso 
man^e trebohia [was mir zukommt] Da sind 4 doppelte [Du- 
caten]; g-ebt mir das Uebrig'e wieder heraus. Okke ahi, mro 
rhei! Da ist es, mein Herr! 

15. Tanii unkav am^n (Sed sume nos) Grellm. Vü. Ob 
e!^. Sine (muk) veniam (av)? Ueberaus häufig* steht das 
Wort bei Bw. Tami (aber, di) L. I. 13. IX. 27. 32. u. s.w., 
wie es scheint, immer nur zu Anfang^e der Sätze« 

16. Somia que, Iva L. I. 4.; somia querelar limbidiar, 
imoTQexfjai 17. Somia que na — Vva ^ei} VIII. 12. Vg-1. IX. 
62. lacho somia o chim de Debel cv^cto^ elg rijv ß, rov &tov, 

17. Ewe, kaum, Bisch., viell. Walach» abe, kaum, we- 
nigstens eher als die von Dief. vg*!. D. eben u. Sskr. ewa. 
— L e d V a , kaum , Pchm. S. 72. ist Sl. , z. B. Poln. ledwie, 
ledwo* — Für „kaum, schwerlich ^^ nach Zipp. kein Ausdruck. 
Me na pazzava, ke nie avava Ich g^laube nicht, dass ich kom- 
men werde s Ich werde kaum kommen. 

18. Vaj, oder, Pchm. ist wohl eher Ung*. vagy, als das 
Sskr. postponirte -wa = Lat. -ve. — „Aber, oder'^ Rttd« 
I. 77. , was vielleicht , da das zweite Glied einer Disjunction 
ein Anderes, aufstellt, zu dem Pron. nr. 13. ob. S. 277 ff. 
gehört. Sonderbarer ist, dass bei Zipp. öfters oder nicht 
bloss für: aut (= oder), sondern auch: autem (aber) vor- 
kommt; in welchem zweiten Falle es etwa st. eines dunkler 
gesprochenen: aber verhört wäre? Sigler tu zu mire laveha^ 
oder wafaha Siegl' es zu mit meinem Namenszuge oder mii 
dem Wappen. Tschinjal [auch -n als PI.] tu nina ado gaaf 
[das Dorf] te kanna do zj^ro [diese, vgl. ob. S. 263., oder: 
die jetzige?] Habt ihr auch den Ort und die Zeit aufgeschrie- 
ben? Me pandavava, uga; oder mro lav noch na tschijum 
[scripsi, allenfalls auch: coUocavi] tellal Ich glaube, ja; aber 
ich habe meinen Namen noch nicht unterschrieben. Hl mesch- . 
to, oder i farba na fahnohla man Es ist wohl gut; aber die 
Farbe gefällt mir nicht. Akej hi jek kotter helledir tan Hier 
ist ein helleres Stück Tuch. Ada cet. s. ob. S. 304. 

19. Inke, noch, Pchm. Etwa Ital. anc^ra, anco? 

20. Igen, sehr, Pchm. aus dem Ung. 

21. Bw. Ayes (Yet^ nevertheless. Aiin). — Pur, bns, 
Adv. When. Cuando. — Mus, brondo Conj. But, yet. Pe- 
ro. • — Bus [vgl. buter] Adv. et Conj. More, but, jet. Mas, 
pero. Debiis Adv. (Over and above. Demas). — Oclin- 
de Adv. Then. Entönces, (Dem Klange nach D. PI., etwa 
von einem Pron.?). — Disde Adv. üntll. Hasta. — Ende 



318 n. Grammatik. 

Adr. prep. Sfnce, after, from. D^sde. — Londe, Prep. For, * 
by. Por. 

92. Intcrj. oi, eÜ Graff. Ms. v^L ob. S.S60. Hindust. 
^t wi Interj. Oh. Shakesp. 

Affirmation und Negation. 

I. Ani (ja) Sz.; bei Keinem sonst weiter. — Uva (im 
Texte einmal ava) Conj. 1. aber 2. ja Pchm., was an das 
Ung*. ligj (Ita, sie. Ja, also) erinnert , den Zwilling'sbnider 
von igy (auf diese Art) ^) ; um so mehr , als sich wirklich 
auch in dem Zig. Worte verschiedentlich g* zeigt. Harr. p. 557. 
4 V (yes) und ava pala (Yes brother) , was , trotz dem Man- 
gel des Komma, doch wohl: Ja (nicht: komm), Bruder, und 
nicht: Ja -Bruder bezeichnen soll. Oba Graff. Ms.; ue, 
ja Rttd. I. 77.; ua ja, wahr Rtw«; oa oa ja, ja von Heister 
S. 144.; ou, ja, in der Gaunerspr. Wldh. S. 158«; owa ja, 
und pennäwa owa (ich bejahe) Bisch. -» Bei Zipp. da, ug'a, 
Ja. Ua me homes aduy Freilich bin ich da gewesen. Me paz- 
aäva, Uga — Na Ich glaube: Ja, Nein. Me tschivava, uga, 
— me penara, uga Ich wette, ja — ich sage, ja. Abi tot 
patrone^ Habt ihr Patronen? Uga, nina Drätbikke Ja, auch 
Dräthkugeln. — Bw. Unga Adv. z.B. L. V11I.12. Yea, tru- 
\jy jes. Si. In the Engl. diaL, Anka. Bw. denkt dabei 
wahrsch. an Sskr. dm Part, of assent (yerlly, amen), obgleich 
bei ihm äma [schwerlich = Hindi häm Yea, yes] gedruckt 
steht. Unga {a^rjv) am Schlüsse des Luc, wie piho in dem 
einen der Grellm. VU. Anaranlä, anariana Adv. Amen, 
80 be it. Etwa: bei der Jungfrau Maria (eraiii Lady)? Aro- 
mali Verily, indeed. Bw. — Voc. Petr. kado (vgl. nakade, 
Dein u. ob. S. S60.), czaczd (Ita, sie. Ja). Das zweite 
Wort = Tschatscho Es ist wahr. Doch hi tschatscho Es ist 
dennoch wahr. Tschatschenes , uga Gewisslich, ja. Zipp. 

II, Negation, worüber im Allg. zu vgl. Hippel. Ce- 
gielski. De Negatione Diss. quum philos. tum gramm. com- 
par^ BeroL 1840. Grimm HI. S. 708 ff. 

Bw. Na Adv. (No), Engl. dial. Naw. Sskr. na, pers. 
Li. — Nanai, nasti (Adv. No); z.B, L. I. 60. nanai, sino 

*) Nach Parkas , Ung. Sprachl. I8l6. S. 98. ist dagegen iSgy (auf 
jene Weise), also yersehen mit demselben Suff, als hogy? (wie?), 
und dem Laute nach differenziirt , wie ob. S. 255. Vgl. auch noch 
in letzterer Beziehung: ott, ottan (dort), itt, itten (hier), imitt 
amött (hier und da); oda (dahin), ide (hieher)^ imide^ amoda (hin 
und her); arra (dadurch), erre (hiedurch). 



C. WortbiegDiig. 319 

(Span.), nein, sondern. — „Ne Adv. No, not. Sanskr. nahL^ 

— Necautc Adj. Nonc, not one. Kingiin; s. caute Id. — 
Nardlan Adv. Never. Nunca. Ob allenfalls zu vg-l. mit 
adarde (hier) Pchm.? — Cayque ni. Nobody, vg-l. Rtw* 
nanni keek (niemand); ohne Neg*. z.B. L. T.Gl«, aber — qne 
na lo penasen ä cayquc IX. 21. — Chi s. f. et Adv. 
Nothing". Nada. Chichi s. Id. Query ^ anything« Pers. ja:^. 

Vielleicht zusamiinenhang'end mit tschomone, etwas, Graff!» 
Ms. s. ob. S. 274. Auch Rtw. thitshi, nichts, wohl za 
sehr, tsh st. th. Mit Neg.: Presas na sinela [nicht ist] chi 
w'astls [etwas nicht mög-lich] para Un - debel L. I. 37. — 
Nausardan Adj. (Vlle. Vil) viell. comp, mit Sp. usar [nicht 
zu gebrauchen]. 

Alter nr. 259. nanö, nakade (nein); nr. 207. nanö- 
but' [nicht viel], wenig* yg'l. ZIpp. Nan hl but Es Ist nicht* 
viel; nr. 222« nanilalsch [sehr, tsch st.lsch], naschukar' (male; 
schlecht). 

Szuj. Na, nein; naschukar, böse, von schukar, guU 

— A [Poln*: und, aber, auch] kanä nenai [sed aures non sunt]» 

Harr* p. 351. Money (JVe nomore): Neni man no- 
boto, DeloYO [offenbar falsch st* no botoder Im Compar.]« 
Yg^K Bisch, n. ausbeuteln: Mande hl nane [also mit: hü] bu-^ 
tidir je chhayera lowe Ich habe keinen Heller Geld mehr. 
Zipp. Nan hl man keek love [PL] Ich habe kein Geld. — 
Harr, hat p. 551. neben na (Lat. non) In prohlb. Sinne ma, 
(Lat. ne), z. B. p. 544. Ma-karo, ja [eig*. Nc fac, 1] Do not 
so ; p. 338. Mä dande ml s. ob. S. 232. Im Sskr. verhalten 
sich eben so na (non) und mä (fi?;) zu einander; z.B. mk 
kuru (Do not), Pers. ^^yC«, Hlndust. vä^w^Mat karo (Ne fadte) 

Schulz. Gr. p. 79. Auch Im Belutsch, ma prohibitiv Or. Zeit^ 
sehr. IV. 460. u. nai, nin (non est) 437, S. noch EtjmoL 
Forsch. I. 106. 112. 

Grcllm. Me nadschanau (nescio). — Im III. Vü. zwar 
nä~lldscha (ne inducas), aber Im II. richtig-er: ma-lisza. 
Vgl. Pchm. S. 68. mälixan (ne portent). Uebrig-ens kommt na 
auch bei Zipp. und Bisch» zuweilen durch Germanismus In pro-- 
hlb. Sinne heim Iniper. vor. 

Rtw. Na, nein. Neils (non fuit) s. ob. S. 183«; 
viell. zu sehr, h st. 1, oder Y pronominal (es). — RedupK 
nannidur Nähe (nicht weit); nanllatsch böse (ob mit latsho, 
gut s. sp., oder schamlos, mithin zu ladshawa, angeblich 
Schaam, aber elg. 1. Pers. Präs., u. latsh, Schande, gehö- 
rig?); nanigoswro toll; nanimishdo Gefahr (nicht gut); nane- 
les-keek-sy, zag (pusillanlmls) ; nanick-manki-lßla, ent- 



320 II. Grammatik. 

kräftet (vfelL ck = hi, ist; oder: nanni keek, niemand, ge- 
ktir/it; mithin: Non ullnm mihi robur). V^l. ob. S. 183.25a 
— *• Hidier Nahisbenda, stumpf? Dann mtisste aber wohl h 
8t. n verdruckt sein; es zum folg-enden zu ziehen [etwa: es 
kann nicht schneiden], verbietet der Mangel einer Perso- 
nalendung' hinten. — Nashdidekela , blind (eig. er kann nicht 
sehen), aber nahihunnela taub, nahirackerwela stumm, wohl 
^ f^leichfalls: Er kann nicht hören, reden. Nahiwium (ich 
konnte nicht kommen; Perf.), Ausflucht. — Prohibitiv: Mas- 
soob, wachsam (eig*. ne dormi; yg\. sob, schlaf. Graff. S. 47.) 
— Mappentshie verschwiegen (eig. Sei v. ; ne die quid- 

?[uam) vgl. Bisch, verschwiegen. Pchm. S« VIII. : Ma pchen 
Sag nicht), Zipp. ma pen nich je lav butidir Sag' nicht 
(nicht) ein Wort weiter. 

Rüd. Ne (nicht). Ne schunele (sie hört nicht), wor- 
' aus Grellm. S. 300. fälschlich „Ich h. nJ' macht; vgl. Bisch, 
schunela nit (er hört nicht) , taub. — Tschi , nichts. — S. 67. : 
aber kek gan (s. ob. S. 157* Na wohl ausgelassen); s. auch 
S. 75. jek jemand, kek kein, wozu Hindust, jekas und jek 
ncl verglichen worden. 

Graff. Ms. zu S. 41.: „Ma — nicht, unterschieden 
Ton kek. Ma choche budder Lüge nicht mehr. Ma drann n 
ker Nicht aus dem Hause, [d. h. wohl imperativisch : Du sollst 
nicht!] Dagegen Me honi kek dikno [d. L wohl: kein Kleiner 
s= nicht klein].^^ Graff. nimmt fälschlich kek für nicht st. 
kein. Das erhellet nicht bloss aus dessen Flexion, sondern 
z. B. auch aus Zipp. Keek manusch na anela akkia fsavo 
bengelo kova Kein Mensch würde solche Thorheit vorbringen. 

Zipp. Me pandevava, na. Ich denke, nein. Ke na 
chochevava Dass ich nicht lüge; aber Ma rakker akia but. 
Rikker tro mui. Red' nicht so viel; halt' dein Maul. Me (ver* 
bietervava) pennava [sage] tokke , ke te na rakkerves Ich ver- 
biete dir, mehr zu reden. Me traschava, te na [Lat. Constr«] 
Tel mro schere denalo Ich fürchte, Im Haupte [mein H* möch- 
te] verwirrt zu werden. Ma keer mre kanna perdo Mach' mir 
die Ohren nicht voll. Ma tschalaven adava Rührt das nicht 
an. Na, mro rei! Nein, mein Herr! Na kanimena butidir? 
Wollt ihr njchts mehr? Na, dosta. Nein, es ist genug. Me 
na kammava les nit Ich will's nicht haben. Ada taube nan hi 
kerede [coctae oder factae?; roh: bivant] Die Tauben sind nicht 
g*ar. Tu na chaha, mre reia. Du isst nicht, mein Herr. Nan hi 
man keek aptita (pasche, dazu); me hom kjno Ich habe kei- 
nen Appetit; ich bin müde« Kohnes rodena tume? Mee na 
rodaha keekes. Wen sucht ihr? Niemanden. Sso rodoehatn? 
Me [na?] rodava tschi. Was sucht ihr? Ich suche nichts. 



& Wortbiegaiig. 821 

AHaleske me lot na dara tsclil Ich will dir nicht das Gerin^r^ 
sie dafür g'eben« Sso l^erena tume? Mcna kerava tscIii« Was 
nacht ihr? Nichts. Sso kerela [Perf* kerdjas] jov? Jov na 
kerela (auch: kerla) tschi, ke me d^chinnava? Was «achter? 
Nichts, dass ich's weiss« Na patsctjas keek palianiande? Hat 
niemadd nach mir gefragt? Me na klagervaTa perdal tschl 
Ich klage über nichts* Nanhi tot aday tschi avrj te tschlyes 
Do hast daran nichts auszusetzen.— Zipp. hebierkt: ,,3Ne~ 
gationen negiren stärker ^^, was ja auch im Lith«, Rnss«, Gn 
n. s. w« oft der Fall ist. Bi hdkingero me na naschti rivava. 
Ich kann mich ohne Haken nicht kleiden.^ Eine doppelte, sich 
nicht aufliebende Neg. auch bei Bisch, n. Yorbedeatong, Ver- 
wand, Pfuscher. Femer bei Pchm. z. B. ks^ — naszti nik^ 
(dass — nicht kann nirgendhin) S. 64. kaj — nihostar pes 
nadiudel, Böhm, übersetzt: z'e — niczeho se netkne (dass sie 
nichts nicht anrührt) S. 70. Petros buter ani nadel s^koI, P. 
weiter gar nicht nicht gab Mucks (ani übersetzt Pchm. : weder 
nach dem Böhm«, wo ani sowohl dies als „gar nicht ^^ bedeu- 
tet); ani naczalavela, und rührt nicht an (ohne zu rühren) 
S. 77. Job. I.SO. Fr.;. Tikkehe [eig. videa oder: videbis], tu 
wela [eig. Es wird; überflüssiger Germanismus!] nit rakker- 
wess naschte Siehe, du wirst nicht reden können. — S. 64» 
Ani — ani (weder — noch); bei Bisch« aber nane — na- 
ne s. ältemlos, vgl. verwaist« Zipp.: Jov mange na ker- 
djas nich meschto, nich [ans dem D.: nicht] mjdschach Er 
hat mir weder Gutes nodi Böses gethan. Me na dikjnm mre 
dschimaster akkia fsave divjidir [Cömpar.] greis, fser adava 
ke hi [als dieses da ist] Ich habe mein Tage kein so lieder- 
lich [wildes] Thier gesehen* Na kamela aglAl, na k« palal 
Es will weder vor sich, noch hinter sich. Italienaris naa 
hi baro, nan hi tikno Der I. ist mittelmässig (von Statur). 

Bisch* Na, nane, nein s« bestreiten« Verneinen: 
rakkerwäwa ' nane. Das nane auch bei Pchm. == Böhm« ne^j 
S.?2. scheint rednplicirt, und schliesst vielleicht nicht bloss 
logisch , sondern materiell zuweilen hl fi^) ein 9 das aber frei- 
lich zumOefteren ausdrücklich daneben steht: Bisch, hi nane s« o. 
Zipp. nanhi. N'a, nane, nanit, nicht; deren das letztere 
wohl das nit Deutscher Mundarten für: nicht enthält. Na 
tschan^la nit but [gleichs. Nescit non multum], Pfuscher, s« 
Quacksalber. Nane schwende [nicht heilig, oder: er ist nicht^ 
h.] Ketzer; nane romodino (nicht verehlicht) ledig; nane la- 
tsche (schlecht). Tschilatscho , widerspenstig ; tschilatschi 
[nichtsnutzig] nationa Lumpfnvolk; wodurch aber Zippel's Her- 
leitung des Namens Tsdiiballo (Pole) ob. S. 54. schwerlich 
Unterstützung empfangt« -*- D6«ka-Ba nie, sdiwerUdi ver-* 






323 n. Grammatik. 

V 

btmdeii mit a ginaa. Jetzt , sondern doska, |enial9 (s« oK. 
8«t70«; aacii: döska-bis, nealidi, eig*. damals war*s) mit na« 
— - Nane-keake (unmöglicli) , d. h. wohl: nicht in irg^end 
einer Wdse ; Pchm. S. 65. na ad'a (nicht so) vgh ob. & S60. 

. — - Tscbiy nichts, bedarf wohl eig-., wie keek und Lat. qnld- 
quara, nllas n.s.w.9 bei spracbrichtig-eni Gebrauche eines ne- 
gativen Zusatzes 9 der indessen zuweilen, wohl aus Unacht- 
samkeit, fehlt: z. B. Joh. I. 3. tschi , keek 18«, und zweimal 
L. I. 7. Len bis keck tschawo Sie hatten kein Kind. — Bisch« 
putschela tschi (s. ungläubig), aber: ge na. patschela jek nit 
(nicht einer) s. Yorwand« Leer: nane tschi drin (ob. S. 300.) 
sr Rtw. nanishidre, ledig. Oede und leer: a gai (da) näne 
tschi Bisch., wie Graff. Ms. Gade hl tschi Hier ist nichts. 
Na gerrela tschi (Er thut nichts), müssig; s. scheitern. 
Nani jek (nicht Einer) s. z. B. Menschenfeind. Ano giwa 
kehr hl nane Jek [niemand; sogar mit: hü] s. unbewohnt. A 
Jowa nadschala paschall jek^ste [Er geht nicht zu Einem], un- 
gesellig. Nane je tronim agai [nicht Ein Weg da], unweg- 
sam. Agai naw6Ia Je kam [dahin kommt keine Sonne], schat- 
tig. AgolHs nane ge däde [Nom.! s. ob. S. 178. 194.] ge 
ik\ [Er hat weder Vater noch Mutter; ge wohl st. je, ein], 
Terwaist. So ersetzt Bisch, das ihm abgehende: keek. Beisp« 
Ton aller Art Neg. s. noch unter Un-. Prohlbitiv: ma( 
z. B. Ma choier tut [ärgere dich nicht] Massige dich, wie 
ZIpp. Ma choj^Jer man Aergere mich nicht; ma choljef tu les 
ti. IS. w. Sonst aber auch: NachhacV net Lüge nicht! mit 
doppelter Neg., und zwar nicht: ma, wie Zipp. ma chochuv. 
Auch z. B. Bw. L. XVIII. 80. Na marelaras, fi^ <povivafjg ceU 
Trasch (tut) nit Fürchte dich nicht L. L 3a Fr. nach dem 
Deutschen. — Es ist nur eine incorrecte Art, sich auszudrflk- 
ken, wenn Pchm. S. 18. sagt, die Neg. na gehe Im Imper. 
in ma über, da die Verschiedenheit beider Wörter eine abso- 
lute und nicht bloss mundartliche Ist. Vgl. Ma ker Thue 
nicht Pchm.; ma keer lis [Thue das nicht!] Bei Leibe nicht! 

« mit Harr. ob. Pchm. S. 72.: NIszt tut madar (Im Geringsten 
nicht dich nicht fürchte). S. 68. oft ma hintereinander: Niszt 
leske niadas (ne demus ei quidquam), — ma mislin (ne co- 
gitet) , maxan (ne eant) , niszt mallxan (ne quidquam portent), 
ma k^ren (ne laborent) ; aber S. 68. Nadyne les niszt te cfaal 
Sie gaben ihm nichts zu essen. Niszt leske nakerd'as S. 64. 
-^ ZIpp. Me mangiiya tot drorent, ma keer lis Ich bitte dich 
sehr, thue das nicht. Me mangava totte[?], ma av kjno Ich 
bitte dich nur, werde nicht müde. Aber: Me m. tut, te na 
res diwjo [PI. ven tunie diwjl] — dass du nicht wild seiest« 
Ma peer Falle nicht. Zig, ma trasdtenn Gesdiwlnd^ fflrciitei 



C« WortbicgoR^. 323 

encb nicht. Trascb devllsler [Abi.] , keer tschatsr ho ^ inä trasdl 
kekiister Förchte Gott 9 thue Recht, scheue Niemand« Aber 
aoch mit na (wohl durch Germanismus): Na putsch tu kekist^ 
[NaI. IL Ende steht der Acc] Frag'e nicht jemand. Na dscha 
trujal Gehe nicht herum. Auch bei Pchm. s. ob« S. 180. , so* 
wie bei den Uebrig-en jedoch steht beim C n j. auch Im pro- 
hlb« Sinne na; s. ob. 

Pchm. na, nein, S. 83« 66. Nasal ss Böhm, neg^y 
(non es) 67, , nane laczes (non rede) 66« Kana na sungelas^ 
nachal, als er nicht spürte, nicht isst 64. EhI tube, vaj nane 
Hast du, oder hast du nicht 50. Vaj na (necne?) 64. Nl- - 
kana niemals; nikaj nirgends; nikathar nirgends durch. Vgl. 
Böhm, ne, nein, nicht; nikdj, nikda nie, niemals; nikde nir- 
gend; nie Adr. nichts. Hindust, ^^a^ nabln (No, or not), 

Hindi nahiu (No) und nachgestellt z. B. kadhinahin (Never), 
kutshhanahin (Nöthing) s. ob. S. 821. — Zipp. : Na lazoehä 
keinj akkia schukker Du wirst es nirgends so schön finden: 
8. ob. 254. Na jeker [nicht ein einziges Mal ob. S. 228.] tot 
niinhi [tibi non est] n Ich schuli, nich fsaani Du hast ftie 
weder groben noch feinen (Streusand) Gespr. 11. Me na pen- 
nava (nicheker, keinmal), ke nanhi tschatscho Ich sagte [vielnu 
Präs.], dass das nicht wahr Ist. Vgl. Sskr. na — karhitschlt 
(non — unquam) NaI. I. 21. — Niszt Adv. Nichts neben czl 
Id., z. B. Na ne mange czi Ich habe nichts. Alange nane czl 
Mir Ist nichts. S. 37., halte ich entweder für die verderbte 
Aussprache ni seht st. nichts im Deutschen, oder wohl noch 
besser für Slawisch, z.B. Russ. nitschtö, dem freilich im 
Böhm, und Poln. nie (Nichts) ohne t gegenübersteht. In Be- 
treff des sz st. tsch vgl. sztar (4) S. 221* Man verwechsele 
dies ja nicht mit nashdi- und nahi- (kann nicht) ob. Rtw..; 
nane fas [? s. sp.] me te pennawa Ich bin imfähig zu reden 
Bisch.; Pchm. naszti, GrafT. S.45. naschde, Zipp. nasch- 
ti resp. neben szaj, sei, fsasti. Die Flexion jenes Wortes Ist 
Pchm. S. 25. diese: N. und A. niszt; D. nihoske und nihoste ^ 
u. s.w. ob. S. 231., wodurch es sich, wenigstens in seinen 
obliquen Cass., als mit Zig. so (was) componirt verräth, was 
selbst vom N. niso Sz. u. dunkel gilt, wogegen niszt falls 
dem Russ. entsprechend, ans der Neg. mit Russ. tschtö 
(was) bestände. — Ganz anderen Ursprungs däucht mir czi. 
Harr, hat: ^^chl (Nothing), Pers. chize n^^ pro sja^U^^, 
und Gast. Lex. p. 921. _.ja:^ Aliquid , res aliqua. Quicquam. 
Cum verbo neg.: Nihil. Vgl. Pali kin-tschl (quelque cho- 
se) Essay p. 89., woraus erhellet, dass es auch mit dem 
Sskr., Indefinita bOdendenSuff. -tschit überelnstiramen mdch- 

«1* 



324 n« Grammatik. 

fty welches Idi nebst Pers. «^^ Belalscb* cllal (was) Or. 

Zeiischr. IV. 444. als Neatralfonii bctraclite zu dem Zend. 
mi^ö'is (ne quis) Bopp. Y^l. Gr. S. 571. S. noch ob. 8.1274. 
s. B. Lijal tu tschimone adry, te piir^reves? Hast da was 
eing'enoninien, zu pur^lren? — Flexion: N. Na tschas tschf 
aprfil Es ist nichts übrig geblieben. Zipp. Vgl. ob. S. 893. 
Homte schtilles latscho dsi [vgl. Bisch, tschi, Herz!], na 
yela -toke tschi [nicht kommt dir etwas] Du musst guten 
Muih fassen, es wird nichts zu bedeuten haben. — A. Me 
[na?] pennava tschi Ich sage nichts, aber Joj napennela tschi 
Sie sagt nichts. Me naschti pennava adolester noch tschi Ich 
kann noch nichts davon sagen. Tu na chaial tschi Du hast 
nichts gegessen; wie Job chaiass tschi Er ass nichts L. iy.%. 
Fr. Me na schunjum tschi Ich habe nichts gehört, und wohl 
durch die Gemination eniphaüischer : Me na schunjum adolester 
tschitschi Ich habe nichts [eig. wohl: ganz und gar nichts, 
nihil prorsus] d.'ivon gehört. — D. Ma keren tumen tsche- 
tscheske Bekümmert euch um nichts [macht euch um nichts 
sc Sorge]. Jov tschitscheske na kamela te kandevel Er wOI 
ganz und gar, schlechthin, nicht gehorchen. Ganz und gar: 
Shaaro tschitscheske awjas Sie sind [vielm. Sg.] ganz und gar 
zu nichte gegangen , also ohne Neg. , wie Tschitscheske awjas 
kerdo Er ist zu nichts gemacht, vernichtet. Vergänglich: 
Nane tschi mensfa, schon tschitscheske avaha Es Ist nichts mit 
uns, wir werden schon zu nichts. Zipp. — Bisch, tschitsdies- 
ke, umsonst; vgl. Lauter tschi latscho, vergebens (elg.-: Al- 
les nicht gut, nützlich, d.i. unnütz), wie Lat. nequldquam. 
Pchm. S. 69. : Tro keriben nane kia nihoste Deine Arbelt 
nicht ist zu nichts [nütze]. Adv. tschitscheske (Inutiliter) 
Zipp.*). — Abi. Na rakkervena tschitschester Man 
spricht (loquuntur) von nichts. Zipp. — Pchm. S. 70. nfltostar. 

Sonderbarer Weise, obschoa selbst in Spanien cayque 
vorkommt, z. B. Cayque sinela lacho, sino Un-debel colcoro 
Ovdiig aya^bg, d fiij dg o d^eog L. XVIII. 19., scheinen we- 
der Bisch, noch Pchm. keek zu kennen. Letzterer hat S. 53. 
Mange nane nihavo pchral Ich habe keinen Bruder, un4 
S« 66. Nane leske nihave narody Er hat keine Freunde, 
aus havo, welcher. — Jener aber setzt dafür nane jek, nie- 

*) Vergebens, umsonst (gratis, frustra) bei Zipp. durcb darm<S = 
* Böhm, darmo, umsonst, ohne Entgelt [Russ. darom' d. h. geschenks- 
weise, wie Lat. grati« für blossen Dank; D. umsonst s. v. a. um ein 
Sonstiges als das Gewöhnliche, d. h. nichts] ausgedrückt z. K. Darmo 



C, WortIliogiiMg. 32S 

mand, el^, ovdi efg (auch nicht Einer) ^ ovdifg (telner), z. B. 
S.33. gc nane man biitidir jek, so dass nicht Ist mir mehr 
Einer, u. s. ob, — Selbst ZIpp. verschmäht nicht zuweilen 
jek (einer, jemand) neben keek, als z. B. Me tot na choche- 
vava nich jek gdroscha tehele Ich will euch nicht Einen Gro- 
schen übersetzen (ablögen), aber: Me na lava keek g. butl- 
dir Ich nehme keinen Gr. mehr. Nanhl keek g-. teliele te kn- 
res Es Ist nicht ein Gr. (davon) abzuschlagen. Auch na je- 
her (niemals) s. ob. 

Demnach scheint keek eine Redupllcatlon von jek 9. 
ob. S. S21. 975. 279., ähnlich, wie ob. tschltsehi und 
S. 260. akeake"^) (so). Im Sskr. findet sldi so durch Gemi- 
nation: ^kälka (Singlj, one byone; vgl. iki Sola Nai. X.) 
und davon als Adv. ^k^Ika^as (singulatim) Nal. 1.86.; ja auch 
In Hindi dka, wiederholt, bedeutet Singly Adv. u. eadh; und 
Adam DIct. Engl. - Hindi p. 189. hat unter Some Adj. ^kMha, 
koi, kaAlka [zu lesen: k^ika?]. Folglich muss man keek et^ 
wa mit Frz. aiicun (allquis unus) zusammenhalten; und es 
sdieint, dass, wie zum Lat. ullus, quisquam, elgentlldi erst 
noch, eine Neg. hinzutreten müsse, um Ihm vollständige Ver- 
neinung mitzuthellen. Beispiele, wo eine solche Neg. mangelt, 
sind entweder Folge von Nachlässigkeit, oder so zu beur- 
thellen, wie Frz. personne, rien (rem), pas, poInt (passus, 
punctum) , Jamals u. s. w. , wenn sie , ihrer eig. positiven Be- 
deutung zum Trotz, In einzelnen Verbindungen ohne Neg. 
dennoch wirklich negativ stehen. Z. B. A^drj dewleküne 
stcttinde te dschaf , keek mydschach manusdius [na einzu- 
schalten?] kerela dewlekuno An hellige Orte gehen [dass ich 
gehe] macht keinen Gottlosen heilig. — Graff. hat S. 45. sehr 
richtig : Me n a schdc laba k e k maro Ich kann kein Brot neh- 
men; allein ich besorge, er irrt. Ms. zu 48.: „Job kek hl 
gade Er ist nicht hier; man darf nicht sagen: Job hi kek- 
gade, weil kek als „kein^^ nicht zu gade gedacht werden 
kann,^^ indem in beiden Fällen nur na, oder bei Frenkel nit 
(nicht) der angemessene Ausdruck wäre. S. 47. heisst es ; 
„Auch die einfache Verneinung kek — Gegensatz von jek 
eins — steht dem Verbo nadi. **) Doch bin ich freilich nur 
darüber sicher, dass es heisst: Mande [na?] hi kek trupo Ick 

^) Jake, desgleichen, auch im Nachsätze (fürs so) jake, >ak* LG.> 
L* IV. 3., und oft für: IIa, sie. ImRuss. to und kak ' (so) Im; Nach- 
sätze (Hejm Russ. Gr. §. 344.)^ wesswegen auch to im Zig. ob, ron 
gleichem Gebrauche* 

**) Ist zwar nicht absolut^ indesslTieien Beispielen nach, richtig.' 
Uebrigenis nehmen na — kek, na«— 'tschi ^ern> wie JLat« no -* ^uidem^ 
andere Wörter ji wischen sich» 



326 If. Gi-Hinmatik. 

htbe keinen Leib, niclit darüber, ob osbeiissen könne: Koba 
trnpo U kek Der Leib ist 'nicht>^ üffeubar heisst nun kek 
keineswe^es: nicht, sondern: keiner, da es deelinirt werden 
kann, wenn ihm g'leich Sexualunieriachied nnd PI« va fehlen 
scheinen»' lieber das Letztere wird man sieh nicht verwun- 
dern bot der Erwägung', wie es ja eig« die Eins bezeichne. 
Dessenungeachtet ist ihm, obschon ihm eine, ja selbst in man- 
chen subst« Noipinativen verwischte Plaralendung gleich der 
Lat« nni (s. Freund, Lex.) abgeht, der Standort vor Flur« 
iinverwehrt. Abgesehen von Beisp., wie Nan hi man keek 
Ifve, worin der PL love (Geld) begrifflich eine Auffassung 
als Sing, siulässt, giebt es deren auch sonst genug, als: Nan 
lil keek poora aduy Es sind keine Federn da. Nan hl les keek 
pettalli Es hat keine Hufeisen. Te na von tot keek wawer 
devla [PI. auf a auch nach Pchnu S. XL von devel] pasche 
mande Du sollst keine andre Götter haben neben mir. Auch 
Im A.: Romni na zirdela keek tschaaven Die Frau zieht keine 
Kfaider, aber Gurunmi na annela keek tsdielantos apro swietto 
Die Kuh bringt keine Kälber [bloss SgJ] zur Welt — Ist 
unfruchtbar. — Die adj. Natur des Worts, wäre sie zweifel- 
haft, be wieso sich auch sonst, z. B. durch seine zwischen 
Präp. und Nora, eingeklemmte Stellung: na •— pasche keek 
[nicht bei einem] dhüd ob. S. 172. Frenkel hat z. B. ke)[ rom- 
mester L. L 34. Lescro Koen. = Raz weP kek Ende , hoere- 
wel nit pre Seines K. wird kein Ende sein ; es wird nicht auf- 
M^ren 33* Pasch* mor depleste hi kek dageska (vgl. doga 
ob. S. 89.) unmöglidi. 3?. Joi leta kek tschawo [sie bekommt 
lein Kind; daher wohl N. st« A.] 36« » wogegen Graff. S. 51. 
kola wela i tarnopen eig. s« v. a. Ihr [A. st. D.] wird ein 
Kleines sc, z« TbelU Bei Zipp* „Zwillinge: Jek romni awle 
PK, oder Part, im Fem.: sie hat bekommen?] dui tadiawen 
unwidersprechlich Acc. PI.: S Söhne] <^. Daraus erklärt sich 
denn auch wohl Ib. S. 54* t tarni romni well tarno rom [we- 
gen der Unentschiedeuh^it des Deutschen: Mann als A. oder 
N» viell. beibehalten st. romes] Die junge Frau bekommt einen 
jungen Mann. Naeh acht Zig. Welse rottsste romni im D.^ 
oder doch wenigstens im Acc, und statt des Partie« weil f. 
vielmehr wela [wlrd,^ kommt] stehen. Graff*. Ms.: 

Goi delal hi schncker tschai, 

(Dort unten ist ein schönes Mädchen)] 

Hi la "0 kek dad kek dal, 

Hi la kek pral kek pen, 

*) Es mUsse lade (ei) heissen , meint 6ra£f.; aitlit iiÖÜiig> dala 
(eam) ala Aco. ganz richtig gesagt wird sufolge ob. S« 176. 



C. WortbiegiiJi^. 327 

(Sie hat keinen Vater, k. Matter, 

Sie hat k* Bruder, k. Schwester) 

— — — — nlen. *) 

El DeUa, i tschiale, hoi nie gerdom, 

(Ei Gott, ihr Mädchen, was hab' ich unternonimcu/ 

I romniagro romes me iejom. 

(Eines Weibes Mann hab' ich ^genommen!). 

Noni. Man na preiskirla keek Mir bezahlt keiner. — . 
Adadfres nan hi man keek ziro Ich werde heute nicht Zeit 
haben. — Nan hi man keek butin (non est mihi ulins labor), 
wobei i butin ais Fem. zn merken« — Nan hi keek kova Es 
ist nicht nöthig*, e\g. keine Sache (opus, fp/oy). Yg*!. fso 
kerena tnmen [Acc.], nan hi kek baro gowa? Was wundert 
[eig. macht] ihr euch, es ist ja keine grosse Sache. — Gee« 
Im IX. Gebote: Te na kammes tu keek e wawer manuschis- 
kero keer Du sollst nicht [nt ne] begehren eines anderen M. 
Haus, aber im X«: Keek e waweriskero manuschnskero romnfa' 
[mnlierem}. — A. z. B. S. 176. — D. 1. S. 186. Hoffährtig, 
yermessen Buino; na dela pale keekiste tschi [eig. Er giebt 
Niemandem in etwas nach] Er fragt nach keinem was. D. t. 
Na — keekeske, zu Keinem, sc« sagen. — Abi. Ma trasch . 
kekister s. ob. 



8. Fmiuinm 
a) Sog. Infinitiv. 

Eine Infinttiv-Form besitzt die Sprache nicht, so. 
sehr dies auch nach den (jedoch nngenauen) Angaben der 
Sammler den Schein gewinne. Zwar haben die Spanischen 
Zigeuner bei Borrow den Inf. auf ar, z.B. nac&r u. naqueMr 
(Sp. pasir), najar (huir), najabar (perd^r) und reflexiv: ar- 
se z. B. jorgar-se (divertirse); ausnahmsweise auch einmal 
mit -er: aopler . (abrir) ; allein diese Herübemahme des Inf. aus 
dem Span, beweist um so weniger etwas, als die Spanischen 
Zigeuner ganz die Conjugation der Landessprache auf die ih-' 
rigc übertragen haben , s. ob. S. 79. — G r a f f u n d e r hat 
bloss irrthamlich die Abstract- Nomina auf -ben (s. ob. S. 132.) 
dafür angesehen, was nicht zu verwundern ist, da im Deu- 
tschen jeder Inf. als neutrales Subst. gebraucht werden kann. 
Die von ihm mir mitgetheilten Texte bedienen sich auch nicht 
der erwähnten Formen statt des Infinitivs, sondern umschrei* 



*} BloM def Reim ist toh Giaff. au%ezeicbnet. 



S28 IL Grammatik. 

bea denselben , wie dies aack sonst geschielit, mittelst te (dass), 
oder, nütWe^Iassung' dieser Partikel, diircb den Conjundiv: z.B. 
JohJ. 12. Soor, mor depleskre tschawe wena [wenn?] (potestaer, 
mei Del llberi fiani). Soor, tut wrin ti makkapp oder ti dapp 
Macht, dich loszulassen oder loszug'oben« LG. vgl. ob. S.876. 
•— Luc. I. 17. pasch' mor depleste annell i dschj (ad Denm 
convertat cor). — Me hom pitschedom (sum misl; sehn pitsche« 
do, missus), tua ti rakkewapp s. ob. S«, 190« Und, wenn 
Graff. Ms. gurdo wabcn hi feddeder, har gprab' Geschlagen^ 
werden ist besser, als (es) thun, hat, so ist grab ohne Apostr« 
der Conj. mit Weglassung von te: ut fadam. — In den Yo- 
cabnlaren findet man oft sehr verschiedenartige Yerbalfor- 
pen durch den Inf. widergegeben, wodurch man sich aber 
nicht irre machen lassen darf» Am buntesten sieht es in den 
Rtw, Beitr. aus. Z.B. 1. Im per. risser (wenden), tsckeb- 
ber (werfen), durker (wahrsagen), shinger (schelten), racker 
fRedei yielm. rede) neben rackcrvava 1. pers« s.praes. (plaa<- 
'dam)i pea (Antwort; vielm« die), massoob (s. ob. S. 380), 
mnck (lassen); naash (lauf), aber naash (fliessen), obschoa 
beides der Form nach gleich, und nasl^jum (entrinnen; eig« 
evasi); dika (siehe, mit aiweifelh. a) o. dick (acht d.h. gieb 
Acht ; dagegen ochto acht , als Zahl) ; atschidoy (s, ob. S. 873.) ; 
tshobe (waschen) neben tshowaben (Wäsche); tschammauder 
(sehr, dscha mander, g'eh von mir) meiden (ob. S. 1S6.); 
hnmtl -^ mockes Tsappale (oportet sinas : I retro) ob, S. 895» 
— - 8. 1. Pers. Präs. neben dem Imper. Piava (bibo) und pl 
(blbe); stavva (hüpfen), stawa (salio) und stie (sali) springen* 
T^chinnawa (Holz sägen) und tschin (schreiben, schneiden). 
Songawa, sung riechen. Beshavva (sedeo), besh (sede) sitzen. 
— 3. Katterweha, ob. S. 834. — 4. Präs. 3. z. B» dele 
tshala ob. S, 897. vgl. blind u, s. w. 380. Duckallah (es 
schmerzt) weh! Dela Er glebt u. Almosen, Plur« tsha^ 
rena m^^n (laqdant me) preisen; drowerwena (l^^en, beten). 
-^ 5. Im per f, kamelea-de-perl (er wollte fallen; de, dass, 
mit Conj.), straucheln, Tscbingerwenes (sie zankten) S. 37« 
Er unterscheidet im Teilte die Formen mit a von denen ohne 
dasselbe als Ind* und Conj. Präs. ss. B, pennawa ich sage, 
me tschawa ich bleibe, aber; bunte di kaw te kinnaw, pre te 
bikkewaw j^ale , te rackel ob. S. 310« PI. s h a s wawerkinder 
(gebn wir auseinander!) ob, S. 186. — 6. Per f. 1. plaissar- 
dum bezahlen) preiterdun dräqen; bundum erhören; pagerdum 
entzweihauen; packjum brechen; llum, empfangen, gewinnen, 
3« Sing, tschindas anschreiben; risserdas-pes ändern; pozias 
bersten; lias* mander (abstulit a me) entrissen (so!), wie bi- 
tsclildas (mislt) geschickt; mujos (mortuus est) sterben, neben 



C. WortbieguBg. 320 

nieria (morüiir) Tod, nierla oder mojas Tode, was wohl: todt 
heissen soll, und niardas (inierfecii) iddten. 3. Plur. shero- 
dine-tele (sie g-abcn den Kopf herunter) köpfen, und im Sln^« 
tschero-dias-tele (er hat den Kopf gegeben herunter) ent-' 
haupten ; pene , sie sind gefallen S« 38» — Abgesehen von 
dem unkritischen Mischlings- Vocabulare Grellmann's, hat man 
öfters 1* die 2. Sing* Imper., als die einfachste, aufgegrif- 
fen, wie namentlich bei Harri ot, einzeln auch bei Szujew, 
s. B# tschuminde (küssen) neben me tschumindar (idi küsse), 
geschehen. JÜ. Die 3. Präs. Conj«: z* B. bei Szujew 
pchurdal (blasen) neben me pchurdaw (ich blase); rowel (wei- 
nen); zjrdal (saugen). Auch wahrsch. benel (gebären) und 
akoschelp (sich zanken), nur dass das 1 auch In erster Fers, 
ne benelem (ich gebäre) und me koschelpe (pe Ist reflexivj 
bei Pchm. koszav idi zanke) Befremden erregt, ErklärliCB 
wird dies daraus, dass, nach Zippeis Bemerkung, dessen Zi- 
geuner, sobald ihm ein Deutscher Inf. genannt wurde, diesen 
mit der 3« Conj. Sg. und PI. übersetzte, und diese Person 
mit te z. B. te czorel (ut furetur) u. s. w. Pchm. 8. 18. 87« 
häufig den Inf. rertritt. Auch bei Harr, die Form auf eii 
wohl 3. pl. Conj. 3. Die 1. Präs. Sing«, und zwar auf 
av, nicht ava, hat Puchmajer, übersetzt sie aber audi . 
richtig als Präs., während Bischoff die gleldie Form, nur 
mit af st. ay, vielmehr als Inf. wiedergiebt Jedoch sieht 
man es mehreren solcher vermeintlichen Inf. bei Bisch, deutlich ' 
genug an, dass er sie nicht erfragte, sondern theoretisch, 
nicht immer mit Glück, erschloss. Was auch Bisch. S. 19. 
einwende, es giebt, ausser der Umschreibung mit te, weiche 
der neugr. mittelst v& (<Va) entspridit, im Zig. keinen Inf«, 
wie nicht allein Mithr. I. 249. , sondern auch von ZIpp. und 
Puchni. S. 18. §. 30. vollkommen riclitig eingesehen worden. 
Noch Kraus hatte bei Jenem te mit Unrecht an Engl, to und 
Deutsch zu vor Inf. gedacht. 

In Betreif nun der, den Inf. vertretenden Structur 
stellt Puchm. als Regel auf: 1. Dass beim Präs. dieselbe 
dem Subj. in Zahl und Person congrueut sein müsse, als z. B, 
kamav te xav (volo ut eam), kames te xas (vis ut eas), ka- 
mel te xal (vult ut eat), kamas te xas (volumus ut eamus), 
von denen die jedesmalige zweite Form zufolge S. 26« In -^ 
die. (!) Praes. sein soll. Doch z. B. S. 57. : Na des mange 
te czorel Nicht lässt du midi stehlen (ut furetur), 2. Stehe 
dagegen das bestimmende Yerbum in einer anderen Zeit, so 
setze man für den Inf. stets die 3. Sing. ^ Per s. Präs., als 
xava (Fut.) te sovel Ibo (ut dormiat) dormitum. Sd auch 
Zipp. Ssawo zyro gcijan tu te fsauel? Welche Zeit seid 



330 II. Grammatik. 

Ihr (Du) 0chlafcn gegB,ngi)nl Dsclia, isMv toUe [A.?J te 
Isaiiel, Geh, le^ dich sciilafen. V^l. pasjüwal' (dormire) Alter 
p» 135. hieher mit Präf«, oder zu [laszlo (iieg'end) Pudim«? 
Femer hei Pchni. auch im Imper. : De mande te pijel (Da mihi 
«i bihat, st hiham, L e. bibcudum). — LG. dejas less t* pillf 
er gab ihm sa trinken» Ob nun diese Distinction streng* zu 
Behmen, möchte ich nicht %n bestimmt behaupten« — Zipp. 
I^emerkt, sein Zigeuner sei auf die Frage , ob ^^Gieb mir su 
essen: te chall, oder: te chav^^ heissen müsse, bei ersterem 
▼erbiieben , welches also wohl impersonaliter gebraudkt werde. 
Der Inf. werde stets durch te mit dem Gonj. (so!) vertreten, 
s. B. Akanna hi paaro te dschal (ut eat sc quis, man), es ist 
j.etsU. schwer %n gehen* Jov kerdjas meen te fsan (ut rideant) 
Er hat uns au lachen gemacht. Nan hi keek ziro, ta chall 
Bs Ist keine Zeit nu essen; hi ziro menge (uns), ta chas (ut 
oowedamus). Ob t'adial, vgl. Rfld. ? Lijum man te chall (ut 
iNMiedat) Ich habe mir genommen zu essen« Me dar tot ta 
(wohl te) chall, te pjell Idi gebe dir zu essen, zu trinken. 
De tu ada mon te chal (Da his oribus, ut comedat; im Sing.). 
Ble shalauter — mri butin — dijum te naschjul (wohl eontr. 
Con*. st. naschjevel, ut amittat) Idi liabe Alles — meine Ar-< 
belt — verloren gegeben. Vgl. Conj. tc avel naszadi Pchm. 
8.61. Jov (sehr, jon) gene te mangen (ut mendicent) Sie 
fdnd bitten gegangen. Peskro maaro dschala te mangaf 
(«t mendlcem, schon von Zipp. in te nmngel verbessert) Et 
geht sein Brot betteln. Vgl. Pchm. S. 19. gei'as te mangel 
Chr ist betteln gegangen, und Graff. S. 54. i romni dschala, 
manger Die Frau geht betteln (gebt, bettelt), wo viell. man- 
gel ohne Apostroph als Conjonctiv, vor dem te fehlt, zu deu-« 
ten. — Weiteres s. Conjunctlv. 

i) Tempp. und Modi. 

In Betreff der Benennung und Bewerthung der Tempp. 
■ id Mbd> zeigt sich bei den verschiedenen Autoren eine 
auffiiilende Differenz, welche sich kaum völUg ins Gleiche wird 
bringen lassen. 

Zufolge Bisch. S. 19. gäbe es nur 2 Tempp. 1. Praes. 
(gerrawa u. s. w«), 2. Praet. (gerrdum), aber kein Fut. Sonst 
aber 3. den schon besprochenen Inf. (gerraf) und 4. Imper. 
AUela Conj. Präs. z. B. merl (moriatur) s. abärgern, Imperf. 
(s. u.) und Plusquamp« sind gewiss bloss von Ihm ftbersdben, 
well sie mehr in die Sjntax eingreifen. 

Puchm. bietet 1. als Praes. die Form auf av, 2. als 
Fut. die auf ava E.& caivav: c)2iivava. Viele B^isp, vom Fat. 



O Wortbicgoig. 331 

S. 54. j 3. als f »iperf. für die währende y unvollendete Hand- 
lang* ein 8 hinter seinem Fat. z. B. czorava: czoravas (idi 
stahl) y 4. Perf. auf d'om und loni , und durch llinzufüguilg' von 
as zu demselben 9 & Plusquamp. z. B, biczad'omas (mlseraai} 
aus biczad'om (misi)) 6. Imper.^ 7. Conj..und Inf. die Fom 
auf av mit te (dass). Puchm. macht sonach, selbst In den 
Texten, keinen Unterschied zwischen Ind. und ConJ« Praes» 
und hebt die längere Form für das Fut. auf, z. B. Hoske czt* 
kal'ares? Warum trübst du? und Nasztl te czikaFarav loh 
kann nicht trüben. Pchenel (er spricht), keren (sie machen) 
S. 5S. — Hieboi scheint eine Täuschung obzuwalten* Eine 
besondere Futuralform wird sonst nirgends anerkannt, viel- 
mehr öfters bemerkt, dass ledlglidi der Zusammenhang erra- 
then lasse, ob das Präs. oder Fut« gemeint sei; und ttberden 
würde schwerlich vom Fut. das Imperf. ausgehen. Demnadi 
sdieint die Form auf ava vielmehr Ind« Praes. , mit gelegent- 
lich auch futnralem Gebrauche; dagegen av In Wahrheit de0^ 
sen Gonj. Für Letzteres zeugt nämlich nicht bloss seine Ver- 
bindung mit te, sondern auch der Umstand, dass Pers. 1. und 
8. pL im Imper. ganz denen, hinten des a entbehrenden glei- 
dien, welche bei Puchm. unter av stehen; denn ganz unzwei- 
felhaft verrathen sie sich dadurch als conjunctiven Geschlechtg» 
Schon Graff. bemerkt S. 13«, dass sich guren schlaget, pe- 
nen redet, vom Präs. Pers. 9« pl. nur durch den Mangel des 
a unterscheide. S. auch Zipp. 

Zippel unterscheidet. Indem er Fut. und Inf. längnel, 
folgende 4 Tenipp.: 1. Praes* ä) Ind. ava (zuw. als Fut), 
Ä) Conj. av ohne den Schlussvocal , r) Imper. *. Perf. Ind.- 
auf djum. Dagegen 3. und 4. Imperf. und Plusquamp. , z. B. 
keraves und kerdjummcs , die aber beide C o n j. (!) sein sollen. 

Bei Graff. erscheinen, nach Abzug des oben bespro« 
ebenen vermeintlichen Infinitivs auf ben und des zufolge S. II« 
fehlenden Fut., folgende Formen; 1. Praes. Ind. auf aba. f. 
Praes. Conj. auf abes. 3* Praet. Ind. auf om (d. 1. Perf.), 
4. Praet. Conj. auf omed. 5. Imper. — Augenscheinlich sind 
hier der sog. Conj. Praes. =s Conj« Imperf. Zipp. und Conj« 
Praet. «s Conj. Plusquamp. Zipp. Vermisst wir4 die kürzere 
Form auf av, die ich jedoch S. 17. 46. In der Redensart Me 
gamabes di wab (nicht waba) „Ich möchte kommen ^^ entdecke, 
um so mehr als Graif. im Ms. me gamabes, di wab' kol (wo 
der Apostroph zu tilgen) für: „Ich wollte, ich wäre da^^ 
giebt, und daraus avl einen conditionalen Gebrauch von nw 
waba [vielm. wabi] schliesst Ja S. 81. dürfte auch wohl 
Me gamabes di waba diadscbido richtigcNT w^b lauten. 



332 IL Grammatik. 

Ans den Frenker&rchen Texieq ersieht man Folgi^n- 
des: 1. Das Praes« zeig't 'sich in einer längt^ren (ava) nnd 
kürzeren (av\ Gestalt, nnd zwar darf man die erstere als 
Praes. Ind. (Fnt.), die letztere als Conj. ansprechen, obwohl 
sich nicht eben strenge Conseqnenz in deren Gebrauche her- 
aasstellt. Beispiele: pers.1. Me kammawa kurrabbles und kab' 
[wohl dab oder k'rab] les piro. Ich will ihn züchtig'en (Scilla- 
en) nnd machen (g'eben?) ihn frei. LG. Hol te keranie [sehr, 
kerav me]? Was soll ich thun? Nit moll — pree ti pan- 
dapp Nicht werth , dass ich anfbinde Luc III. 16. Cammara 
(volo, Ind.) ti tapp (st. dav, also ohne a: ut dem) tntte me 
(tibi egoy M e tawola (sehr, daw' ola : Egt> do eani) und Me 
cammawa (yoIo) als Ind. Luc. IV. 6. Me biaboless dann ? Ich 
trinke ihn dann? [nicht anders als dass ich u. s* w.J, unstrei- 
tig biab Conj. (bibam). Hunte pieab (Ich muss trinken). LG. 
— pers. 2 Jak tu caromehe me appriesterweha (So du willst 
mich anbeten; beides Ind.), jak t' well (ut sit) lauter tiro 
(Alles dein). L. IV. 7. Als Conj. unstreitig, mit Weglas- 
sang Ton te: Tu priesterwefs (Du sollst anbeten) deples tim 
ress, und less kokerefs dienewefs. 8. Tu bunte nit versudie- 
wefs Du sollst nicht versuchen. IS. Tu wejall, men t* ma- 
rel^. Du bist gekommen , uns zu tödten. 34. Im Ind. , wie im 
Soc. , hinten mit e st. des a bei den Uebrigen: Dschannehe 
(Da weisst). Kehr, bar tu kereh' immer Thn, wie du pflegst, 
eig. thuest immer. Kann' mukkeh tu — dsehaana [eig. eunt; 
nadi dem Deutschen!] Nun lassest du — fahren. L. II. 29. 
Und priestcrdafe , i kora hi sick wrin [die Stunde ist schnell 
aas] , tiwell did^chall [dass sie komme und gehe ; Conj.] ; mlro 
cammehe [?] dat ! [mein lieber Vater !] , dschalla es [geht e s], 
und tu fsci k'rehe hallauter [und du kannst machen Alles], jak 
le cawa biebaskro katter mandte. Und betete, dass [so es 
möglich wäre — fehlt], die Stunde vorüberginge u. s. w. 
Kakkerweh' cow tutter selbst?. Rodest du das von dir selbst?' 
Patseheh' , tu , me fsei manggaba nit ? Glaubst du , ich könnte 
nicht bitten '? [Beides Ind.]. Ssoweh' tu ? Schläfst du ? Ho 
pntschehe mander [Abi.] doleske? Putsche dolen [Acc], colle^ 
sdiuntenn less. Was fragst du mich darum? Frage die, die's 
gehört haben. Hoske knree tu man ? Warum schlägst du mich 'i 
LG. Als Fut. wehe (du wirst sein) L. I. 76. , wo auch : dalla 
in t* kercfs (dass du bereitest), und deles (und gebest: Conj. 
Pfät. V?). Pukkowehe (wirst du verläwgnen). Nach dem 
Deutschen: tu wehe [wirst] — fcareia [er hcisst, was wohl 
eig. 3. PI. sein soll mit n st. 1, weil sicli diese im Deutschen 
vom Inf. nicht unterscheidet] L. 1.76. — pers. 3. Ind. Pukk'- 
welle tut Er vcrräth dich ; lela ^ dschala, . annela Er nimmt, 



C. Wortbiegnng. ' B83 

V 

g«ht, brln^. Camelle LG.^ karela Job. I. 15* , peschda 
18., dschiwela L« IV. 4. Er will, ruft, sitzt, icbt. Leachte^ 
wela Es scheint Job« I. 5. Wcla Er wird , und als Fut. : Be 
wird kommen Ib. 15. Charo wela (ein Scbwert wird dring^n^ 
cig". g-cben), prec tair — offenbar wela [Ind.!] L. IL^., 
dair caw tscliawö tscbindlo ti well 21. Job penncela Er wird 
befehlen. Tiri romni Elisabeth, wela je tschawo tut boHtlio 
[durch Anakoluth eig*.: Es wird dir ein Sohn getauft]. Und 
tu wela [3. sg-J les [es, nidit: defs] deprc [darüber; näm-^^ 
lieb als hybride Comp, mit D. da] freude u. wonne, und pat 
wela [sg-. st. wena] praal [über] leskri boUdbo pess freuen. 
Job weele [wird] baro wele [soll: sein, werden bedeuten] 
g'lan u raj; mol u. soorlo pani biela [er trinkt] job nit welä 
[wird] ; und wela anni takkro harr u bell. Geisto praal leste 
wela [über ihn kommt] u. s. w. L. L 13^-15. Hallauter 
(hakko) mafs wela [wird] tikkdo [gesehen!] u beiland deples 
L. III. 6« — Dagegen Conj. : Katter welle [Ind.] cowa mange 
{W^oher kommt mir das] , de well [Conj. dass kommt] i det 
niire reskro wela [Ind.; wohl zu tilgen] pasch' mandteV L. T« 
43. Petrus peschtass pcs pasch lente, pre tall' job tikkell, 
caj wrin dschjall , und tatterdas pes pasch' i jak. P. setzte 
sich zu ihnen , auf dass er sähe , wo es hinaus wollte , und 
wärmte sich bei dem Feuer. Har cai dschal zu? Wie soll das 
zugehen ? L. I. 34. Dali job pitschewell , dass er schicke* 
Und wejafs , dalla job i mule tschingerwell Und es kam , dass 
er mit dem Tode rang LG. J. wejas, te rakkeweli J. kam, 
dass er spreche Job. I. 7* Cammeles Jesum piro te doli Er 
wollte J* frei geben. Hunte dschjall jake Es nrass also ge- 
ben. Job bunte merell Er muss sterben, und : ti mujall Er soll 
st; letzteres, wie S. Perf. klingend, vgl. tu wejali fvenistf) 
L. IV. 34. Und har job erfahredafs less catter u hauptrom-^ 
mester [also catter mit Abi. ! ] , jak pendafs job , Joseph hunde 
lelles [soll nehmen ihn], und penndafs, man [das Deutsche: 
man] bunte u truppo tolle Josepheste dedafs [wohl: ut denms? 
vgl. ob. S. 274.] Und als ers erkundet hatte u. s. w. LG. — 
PI. 1. Ind. Me denkewaha Wir denken. Jake camroaha mon 
patschawoless [dem w nach 1. sg. mit Acc], so wollen wir 
ihm glauben LG. Jake raha har me dschiwaha, so lange als 
wir leben L. I. 74. Job praasdafs mor depless ; ho brauch* 
waha men [st. mee?] tur'ter tschatschopenn? Er hat Gott ge-»* 
lästert; was brauchen wir weiter Zeugniss? LG« Conj.: dall 
- tschiwafs , dafs wir legen. Mukk men dschjas Lasst uns 
gehen; mukk te tikkas, lasst [uns] sehen; mukkenn menn kann 
dl dschjass. — und tikkas Lasst uns jetzt gehen — und se- 
hen« L« IL 15« Hol ti.k'rass me? sss Hol bunte tikkarass^ 



334 II» Graimmatik. 

MC? Was BoHen wir tlian? L. IlL 10. IS. IV. 34, Haute me 
I fmw'ja karafs maschkerall ? Sollen irlr mit dem Schwerte 
darein schlagea ? — % Ind. Cowness rodeena trane ? Wen s«- 
dwt ihr? Ho patschena tnmeh'? Was danket eueh? [eig*. 
Was meint ihr?]. Patschenne lea nit Ihr g'lauht es nicht* 
Tarne penenneles Ihr saget*s. Tume rakkewene, rakkerwenne^ 
Makkenne, cainmena Ihr sprecht , antwortet, lasst, wollt« Har 
taaiee dschanneela [1 st. n?] Wie ihr es wisset. Durch Ger- 
Manismus : Tumee wena hatschcena Ihr werdet finden L. IL 
Ifti, wie lena wena Sie werden nehmen 10. Me curawa I 
pascheress, un 1 (wulleng^ere) baickre coli' heerde nascheh- 
Be i wawcrkender wena Ich werde den Hirten schlagen, und 
die Schafe der Heerde werden sich zerstreuen. Sonst aber 
B« B. Tume tikkehna 1 mannschengro tschawo [N. st. A.] 
peschto catter i tschatscho wast [a dextera] cow soorlo [kein 
Gen.!] Ihr werdet sehen des M. Sohn sitaend zur Rechteil 
Am Allmächtigen LG. Conj. : Dalla tume nit di prenn (s= pe- 
Jenn), dass ihr nicht falleU Cai tumee ninna patschenn, auf 
dass auch ihr glaubet. LG. Man ti tapperwenn , dass ihr mlcli 
fanf^et, wie Imper. PL tapperwenn , annen (greifet , führet}* 
Camen [warum hinten ohne a?] tume fsowenn und ruhewenn? 
Wollt ihr schlafen und ruhen? — 3. Ind. Jon dschana wrin, 
sie fahren aus. L. IV. 36. Hoi kallo pennela [ 1 st. n] app* 
tatte, was diese gegen dich zeugen. LG. Conj.: Andenn less 
aanl J«, talF jon les (glan) i ress annenn [dass sie ihn vor 
den Herrn brächten] L. II. 82. , und talF i tenn, und dass sie 
irftben S4.9 Ukk'renn jon leske^ dass sie thäten fiir ihn. t7« 
T' well (es werde) j natti well [nn ?] leskre tschawe (dass nidit 
kommen seine Jünger) und less tschoorenn und t' p'nenn , und 
stehlen ihn und sagen. Mukk lenn [sine eos], jon [ii] doch 
jak' tur [so ferne] di k'renn [machen; ut faciant]. DalF fan- • 
l^ell [1 st. n?] Jon an, les ti pukk' wenn Da fing'en sie an, 
Hin au verklagen« 

3. K e i n F u t. rgl. Graff. S« 16. , indem dieses entweder 
durch das Präs. , oder in falscher Nachäfrung* des Deutschen 
wiedergegeben wird. So z. B. L. III. 17. : Ann' tolleskro wast 
U i witschepaskrischulTIa , und job wela [wird] peskri tennö 
fegewell [er feg^e], und wela u gib ann peskro fsurnja [d. i. 
Scheune] hidschpen [hier einmal das Abstr. Tragen st. des 
Infi] , und i spreu wela job chatscherdo [eig*. verbrannt ; nicht 
der Inf. ! ] mit ewigen jak. 

3. Imperf. , und zwar auch zuweilen conjunctir, jedoch 
nicht immer. Z. B. Cow — rakkerdass, weles mischte, dall Der 
rieth, jes würe gut, dass — LG. Job weles, er wäre L. IIK 
1&, Job wehes [ob Plusqpf.?] II. 44. Mit Ausnahme etwa 



C WortbiegoBg. 335 

des sehr zwelfelliaften : Tu tarehes nit i^laii depleste? Dtf 
fOrchtest dich aach nidii vor Gott? bloss Beispiele von 9.8g* 
ind PI. g'efuDden, was aber ledig-lidi Sache des Zufalls »i 
sein scheiBt. 8g. : sikkerweles , er lehrte L. IV. 15. camniee- 
les, er wollte 16« hoske u knrfco anfang'eles , well der Sab- 
bath anbrach [anfing^]. Und pair trin tiwessende atschdenn joA 
les anni kangri peschten [pesdito oder -tes?] maschkro tolf - 
fsikkermaskri , [d a s s fehlt] Job dschunneeles app' lende und 
patscheeles len. Und lauter , toi [die, jedoch sa ea, nicht ob, 
il] less dsdiunnceles [1 wohl ung'enau st. n], verwundrewea- 
nes pen leskre rerstande u. leskre penn [ist nicht: Antwort^ 
sondern Imper., vgl. ob. S.S94.] IL 46 — 7« U manusch aber 
tschjenn [Perf. 3* PI.] darrte paschall , und tikkehnes [Imperf.]^ 
nnd i bariter-raschaj und colle tschinnepangre und bariter 
spotteten [^anz Deutsch!] les manuschenser Das Volk aber 
stand dabei und sähe zu; und die Hohenpriester , 8chriflg«~ 
lehrten und Aelteslen spotteten sein mit dem Volk [mit des 
Leuten]. Aber mit Zi^. Endung*: Ninna spottewelles les I. 
lurrde und andenn [Perf.] leske schutt und pennden. Es ver- 
spotteten ihn auch die Kriegsknechte und brachten ihm Esslfr 
und sprachen. Cawa aber kerelles tschl Unrechtes Dieser aber 
[ei^. that] hat nichts U. g'chandelt« Har tii^kdafs [Perf.] *— ^ 
tow' Job cammelles les [der er liebte ihn « den er ob. S. 249.], 
penneles job app* leskri dei (dattee; sprach er zu seiner Mus- 
ter): Romnjatte [ist nicht Voc. , sondern Dat.], tikk cawa hl 
tiru tschawo. Toi pallal, har J. dschannelles les, toi sdios 
hallauter parrdo nndomm [vielm. audio, wie es etwas später 
helsst, d. h. erfüllt, g^ebracht » vollbracht] his, toi i tsdiln'- 
pen pardo wela Darnach , als J. wusste , dass schon Alles 
vollbracht war, dass die Schrift erfisllet würde. Cow kareles 
B., der hiess B. Har job dschiweeles Da er noch lebte. 
Har Job pescheeles (Als er sass), pitschedass leskr' romnd» 
[romni?] pasch leste (schickte sein Weib zu ihm). Toi kaar- 
denn [Perf. 3. PL] I g^anzo haofa Da schrie der ganze Haufe, 
aber: jon kaarenes [Impf.] Sie schrieen. Femer: toi kaardafs 
Pilatus Da rief P., aber: P. penneeles, P. spradi. Aber joH 
tschitpe [Part. Perf.: sie lag^en] app' leste bare coolenzer, und 
kaarenzles (Aber sie lagen Ihm an mit grossem Gesdirel, und 
riefen) — und lengro und u bariterraschaj coole weles putte- 
ter, (und Ihr und der Hohenpriester Gesdirel ward häuflger). 
Tschochanefs , denn job trascheeles glan I biboldengre Helm- 
lidi, denn er fürchtete [sich] vor den Juden. Denn job 
dschanneeles , denn er wusste. LG« — PL: Lennes, sie nah- 
men. Job. LH. neben dem Perf. lejenneles pre (nahmen ihn 
auf) IS. Meinterwenes [mit t aus dem Deutseben Iniperf, und 



336 II. Grammatik. 

f Bach S. 06. ob. 9 t^I. gliderto, g'escMossieii L. IV« SS.], 
patscheencs , sie meinten L. IL 44. CoUe rom , coli' kai rik- 
kewenes [Imperf.] les, verspotteten les, und tschakkerdenn 
leskro miij, und dejennes [nicht Plusqpf«, sondern wohl Perf« 
mit es st ies, i|ini] i tschammeiini [Sg*.] Und die Männer, die 
J. hielten, verspotteten ihn, und verdeckten sein Angesicht 
und graben ihm Backenstreiche. Ssowenes , sie schliefen ; pc^ 
nenes, sag-ten; taarenes, erschraken. KJenn [Perf.] und tik- 
kehnes, sie kamen und^beschaaeten. Pescheenes penn — » und 
tlkkdenn, sie setzten sich und sahen zu; Jon kjenn baalo und 
kerdenn, sie kehrten um und bereiteten. LG. Also oft mit 
> Perf. untermischt, wie auch im Ssltr. die Präteritalformen oft 
mit einander abwechseln, ohne dass man bis jetzt so streng 
Unterschiede der Bedeutung', als im Griech., in ihnen zu ent» 
decken im Stande gewesen. Zuweilen mit Unterdrückung ei- 
nes e vor s: praasens les, sie lästerten ihn. Und jon pesch- 
ten [Perf.] coi, und denns garrda (gaben Acht, hüteten) less. 
LG. Dschannens les , sie wussten es. L. IL 43' Durch Ver- 
wechselung von I mit n: rhodewelles les, sie suchten Ihn 44. 
neben rhodewennes les 45.; rakkerwelles , sie sprachen. Roo^ 
denn falsch z., doj hi [ti, oder: ki?j marelles les (dass sie 
ihn tödteten; mithin wohl als Conj.), und hatschdenn kekk. LG. 
4. Perf. Sg. 1. Kerrdom (feci) ; pendom, raklterdomm (di- 
xi); tschindom (scripsi); verschundom (ich habe verhört); 
bikkerdom (docui)i nasdiedom (amisi); pukkedom (prodidi); 
wejom (veni). — S. Iloske kerdall? (Cur fecisti?) L. IL48.; 
patschdall (credidisti) I. SO.; bar tu pendall (wie du g'esa^ 
hast) 38. Caw tiwes, an' caj rat, tall gole u paschno duj 
koppe, hi [?] tu trin koppe pendal [dixisti], tu prinscheweha 
nan nit [du kennst mich nicht], Heute — wirst du mich drei- 
mal verläugnen. Hoske tu verlafsedal man? Warum hast da 
mich verlassen? VTejall, dcjall (venisti, dedisti). — 3. Ker- 
das (fecit); pendass (dlxit, Inquit); andas (duxit) IV. 5.9.; 
dschandass (scivit) ; putschdass (interrogavit) ; pitschedass 
(mislt); mnckdass (sivit); schtakkerdas, preiserdass, rakker- 
dafs (trat, pries, sprach) IL38. ; fsikedas (hat gewiesen) lU« 
7.$ rikkerdass (sie behielt); vertrauedass (er vertrauete); wa- 
^dass (wagte); denkedafsless Pilatus, gedachte P.; Icindas 
[emit] ; hatschtass lenn (er fand sie) ; dschum*dafs less (er küs- 
sete ihn); choierdass les (es gereuete ihn); tatterdappes [das 
erste p wohl mit Unrecht st. des s der ersten Hand] , er wärm- 
te sidt; plataspess (erhing sich); witscherdass (er warf); 
pristerdafs (er betete); soorledass (stärkte); chochadafs (läug*- 
nete); peschdafs (sass); tikdafs (sie sah); zarrdetass (zog*); 
pr^asdals (er hat gelästert)} thodass (wusch); naachdas» and 



C. Wortbiegajug« 337 

naschjass (cocurrit); kaardass (er rief) neben kar^as (er hiess); 
stass pree, stakkerdass ani maschdrall, putschdas J. and pen* 
das (stand auf, trat in die Mitte, fragte J. und sprach) LG. 
His (war). Tschejass (er blieb) L. II. 43. , wejas (er ward, 
kam); dejas (dedit); chaiass (er ass) IV. 2. Stejas pre (stand 
auf) 16. vg-l. ob. stafs, wie lejas neben las (er nahm) LG., 
lejas zu (er nahm zu) L. II. 52. Trefsias (er zitterte), trafs- 
jas pes (er fürchtete sich). Pejas (er fiel); hailauter leskre 
wenterja [PL] p*jass wrin (all sein Eingeweide ist ausgeschnt« 
tet worden, e\g. ist gefallen heraus). KJass (er ging) und 
kaijass (wich) L. IV. 13. Mujass (er verschied), ob scboa 
rahha mujass (ob er längst gestorben wäre?). — PI. 1. rho- 
detam (wir h. gesucht) L. II. 48. Hol bari cowa schundamn 
(auch von Zweien LG.) me anni K. Wie grosse Dinge ha- 
ben wir gehört zu K. ? Antam (wir brachten) LG. — 8. 
schundann (a^divistis); tumeandann (ihr habt gebracht) ; tschi- 
dann (ihr legtet); k'jann (ihr seid gegangen). Auch hier mit 
I st. n : rodetall tume man L. II. 49. — 3. pendenn (dixerunt), 
rakkerdann (sie sprachen) ; mangdenn (sie baten) vom Sing« 
mangdass; pntschden less (sie fragten ihn); tikkdenles (sie 
sahen ihn); priesterdennles (beteten ihn an); atschdennless (fan- 
den ihn); ranschedennless wrin und rhidennless (sie zogen ihn 
aus und legten ihm an); dejennles (gaben ihm)* Dalla stak- 
kerdenn jon pasch' leste und dschjdenn 1 wast app' i Jesus 
und tapperdcnn less Da traten sie zu ihm und legten die Hän- 
de an J*.und griffen ihn. Tschungerdenn , peschdenn, andenn, 
mukkdenn, sie spieen, setzten, führten, verliessen. Karden, 
sie riefen; kurden, sie schlugen; kerdenn, sie machten; auch . 
als Plusqpf. Har — kerdenn (als sie vollendet hatten) L. IL 39», 
wie har jon Jcsum pannedenn (als sie J. gebunden hatten), 
neben panndenn les (banden ihn) wohl mit Unterdrückung ei- 
nes d , wie in rooden (sie suchten) vom Sg. wrin rotedass (er 
wählte aus). Ssooden, sie schliefen; hajedenn, sie verstan- 
den. Wejenn, sie kamen, wurden, und wejal (sie waren ge- 
kommen) LG. K'jenn, lejen, stejen pre, pejen Sie gingen, 
nahmen, standen auf, fielen. Tejen tschurje, sie haben ge- 
stochen (Stich gegeben). His (sie waren, und: er war). — 
Diese dritte Pluralpers. weicht sonderbarer Weise von der 
bei Pchm. ab , welche in einem blossen Part. PI. auf e be- 
steht, während sie hier, wne im Präs., auf -en ausläuft. Un- 
geachtet nun genannte Endung mit dem Deutschen zutrifft, und 
desshalb auch wohl viele Deutsche Formen , wie denkeden (sie 
dachten), pikkedenn (sie beugten), hutetan (sie hüteten) vgl; 
Sg. wart«tas (er wartete) u. s. w. in den Text aufgenommen 
worden, darf man doch schwerlich dabei an Germanismus den- 

2» 



338 n« Grammatik« 

keB) srnnal da bei Pchm, das -en -es 3. PL ImPIusqpf. sich 
darauf stützt üebrigens hatancb Graff* wejen (fuerunt) ne- 
ben wejan (fuistis^) ; perden (sie fielen) S. S7. ^ majen (sie sind 
gl^störben) 44*9 ja Rüd. S. 76. sogar: schundan, pian durch 
alle 3 Plural -Pers. hindurch, was sich leicht daraus erklärt, 
dass die 1. Pers. regelrecht auf m^ also doch auch auf einen 
Na^al, endet. Spuren, wo auch das blosse Part, die 3. Perf. 
Vertritt, kommen vor, jedoch eig*. nur in passivem Sinne, wie 
tschitee (sie lagen, eig. collocati) neben: bis dardee, sie stan- 
den (sind gestellt), colla toi plaade bis, die da gehenkt wa- 
fen. — üebrigens weicht die Bildung des Perf. nicht sei-' 
ten von der bei Pchm. ab. Dazu noch hommes (ich bin ge- 
wesen), hammes (wir sind gewesen) neben hom (sunt), harn 
(gnmus); halles (du warst) neben ball (es); bis (er war, sie 
sind) neben hi (est, sunt). 

ö. Das Plusquamperf. scheint ganz zu fehlen; wenig- 
stens finde ich es fast immer durch das Perf. vertreten; als: 
oow les pukk'dass, der ihn rerrathen hatte. Toi J. lejass 
towa Schutt Da J. den Essig genommen hatte. Cow hi [i?] 
Wawrenser Aufruhrern stilldo wejasslo [gefangen war er], coli 
anni Aufruhr je mirepenn kerdasslo (die in dem Aufruhr einen 
Mord begangen hatten; eig. 3. Sg.) LG. 
- 6. Imperat. Penn, sprich L. IV. 3.; mukk, lass 9.; 
atsch , halt 34. ; ab , steig [eig. komm] ; tschin nit , schreibe 
.nicht; tikke, tik siehe, tikkenn, seht zu; hada tut, hebe dich 
iy.8.; kehr, thn, k'renn, thut; akkeh len temeh hüter. Da 
habt ihr [vgl. ob. S. Ifö9.], len less turne cai, nehmet ihr ihn 
hin; le, nimm; annen, fähret; tapperwenn, greifet, wieConj. : 
Man ti tapperwen, dass ihr mich fanget; dschann' hin, geht 
hin; rowenn, weinet. — Zuweilen scheint die 2. Sing» audi 
für 3. zu stehen, z. B. Cowa beer less piro Der erlöse ihn 
nun. Vgl. ob« S. 308. 310. Indess scheint öfters auch, in 
Ermangelung einer besondern Form, sog. der Ind. [wohl im 
fiit. Sinne st. des Conj.] zu stehen, wie: wela (komme) ob« 
S. 236., kereena (bereitet) , k*reena (machet) L. IIL 4. , dessen 
Schluss-a fehlen müsste. 

Vulc. Praes.: Piaui (ego bibo), dessen n inzwischen 
auch, nach damaliger Schreibung, für v stehen könnte; piela 
(ille bibit); piassa (nos biblmus), plefsa kan (vos bibitis)« 
Bemerkenswerth ist bierin, dass diese Perss. sämmtlich mit a 
schliessen; so namentlich auffallend PI. 1«, zwar nicht an sich 
Wegen des s im Ind., welche Eigenheit es mit der Form bei 
Pchm. thellt, wohF aber wegen des a dahinter, weil dieses 
sonst nur hinter dem h von -aha steht Die 2. PL würde 
gana aus der Analogie heraustreten, und man darf daher vielL 



C. Woiihkgmg. . 330 

schreibeil : pls akan [bibas nunc]. S. a. Rfld, Bei Vulc. p^ 1Q& 
unten ist kascht [d. h. in Wahrheit: Holz] sonderbarer We^ 
se durch ,yTu bibis^^ wieder^reg-eben ; allein die Zi^eunerfofM 
dafür ist yermuthlich ausg-efallen, und hätte p. 104. den ande- 
ren Perss. beig^efiigi sein sollen. WichUg muss man diese 
Stelle achten .weg^en der so alten Gewähr von einig-en Perso* 
nalendnn^n. In: Ser buchos? (Qnoniodo noniinarls?) mit 
Span, ch scheint ans CI. IL, dessen, dankt mich, immediati- 
ver Charakter (wie heisst du ? S. Lex. pchuczar) herfiberge^ 
nonimen. S. ob. S. 98. Weg^n Lud. vgl 130« 

Wldh.: 1. Praes. Ob. S. SSO. 254. tschaha mit % 
sonst e vor h , in S. Sg'* So pas cha sia u. reden , heisst 
wohl eig*. : Was fragst du ? vorausgesetzt , dass man in den 
3 Absätzen Bjn Wort vor sich hat. — Timenscha ela teU 
(Kopf abschlag>)^n) wird zu schreiben sein: Ti (dass) men (der 
Hals) sdiaela (Zipp. dschal als Conj. : er g-ehe) teli (ab)« Na^- 
schela (entlaufen) ist g^ewiss : currit« — Rengalena (einem den 
Staupbesen geben) halte ich für zusammengeflossen /lus renga 
mit lena: Ruthen bekommen sie. Renga mit g* st j kann 
Acc Sg. oder PI. sein; vgL ob. S. 163« — 2. Imperai. 
Mockstil Lass stehen; stil nicht etwa Deutsch: still 9 sondern 
Conj. V^l. uszt'ay im Lex. u. stawa. Zsack (padte dich) 
v^L ob. S. «91. 96.S59. mit tuke (dir) oder okia (fort)? 

Bisch. 1. Praes. : Sg>. 1. Dschawa (eo) u. abgehen; 
dawa s. darbieten; dikawa (video) s. unversöhnlich; portawa 
s. abblasen; patschawa s. abborgen. Me welawa Ich empfinde, 
wohl sehr verderbt st. hajaf (fühlen) , Pdim. chaFovav oben 
S. 89v wenig'steus eher als aus awaf (Ich bekomme st. kom- 
me). Parawawa s. abhandeln; denkewawa (ich denke); ^mrri- 
wawa (ich drücke ab); mutterwawa (i^^h harne). Als Fut. ki- 
nawa (ich will kaufen) u. einkaufen; g'errawa tuke lis Ich will 
dich's lehren [eig-. dir machen] s. drohen. Auch wohl: gerri» 
ha les doi (Thue es doch) S. 43. eig-« Du wirst es dodh 
(hoffentlich) thun. Im Conj. Hunte dschaf (ich muss blei- 
ben) s. lauern; ohne a am Ende, wie in allen Verben bei 
ihm , die er im vermeintlichen Inf. aufführt. Sonst hat Bisch, 
auch den Ind. bei bunte als da wa u. abgeben , h. gerrawa s. 
ausbessern. Hun te läwa a g^ollis garda (Ich muss nehmen 
ihn in Acht) 9 te nane naschela (dass er nicht fortläuft) s. be- 
wachen. — 2. Tu dschaha (du gehst) S* 42. , dikeha Du 
siehst an = dykheha (Du wirst sehen) Pchm. S. 70. neben 
har dykhes (wie du siehst) 73. Har kar^ha tu ? Wie heisst du ? 
s. Vorname. Auch öfters da, wo man eher den Conj. erwar- 
tete, als: Hunte tschanaha Du miisst wissen. Tu na hun te 
rakkeraha löske gege law Du sollst mir [ihm!] nicht wider*- 



340 n. Grammatik. 

ipreclen [reden ^e^n das Wort}; te rakkerwaha (dass da 
mgest) s. Ruh. Han te aw^ha (wes; als Conj.) Du musst 
kommen s. gegenwärtig; fälschlich hat Bisch, es, wie audi 
w^ha (du kommst) u. Gefahr, für 3. Sg. gehalten. Ein Irr- 
thum liegt auch gewiss in den Art. weigern, widerrufen. A 
ganna kamela te penneha Er will jetzt sagen , kann dies nur . 
bedeuten, wenn man durch Aenderung des h in 1 die 2. Pers« 
sur 3. Sg. macht. Na ganiela te gerraha , angeblich : Er wlirs 
nicht thun, würde, da nicht a, sondern e Yor I stehen müss- 
te, selbst hiedurch noch nicht ins richtige Geleise gebracht 
Ohne Aenderung aber würde es bedeuten : Er will nicht , dass 
wir es thun; so dass bloss die Uebersetzung falsch scheint. 
— 3. dschalä (er geht) s. Abendgegend, anklagen; sala (sie 
lacht); gerrela (er macht) s* anbohren, Bader, Miene, roü- 
fsigj dikela s. unvorsichtig ; perela (er fällt) s. baurällig ; tscho-* 
rila (er stiehlt) S. 38. , aber auch : er füllt an ; latschela (er 
•chämt sich) s* blöd ; patschela (er glaubt) s. Aberglaube, Ab-* 
götterei;, kand^la (eig. es stinkt; angeblich: Aasgeruch); 
danterwela (er beisst) s. abbeissen; chatschöla tele (es brennt 
ab) ; sikjola , Er lernt Oft zeigt sich der Ausgang gewisscr- 
massen verdoppelt, wobei man, etwa an das angehängte Pron. 
lo u. s. w. s. ob. S. S42 ff. zu denken , versucht wird. Vgl« 
u« einwiegen: te sowela le dikno tschawo, dass schlafe es [?] 
das kleine Kind. So tschiwfela (er legt; nicht Perf.) n. An- 
legeschloss, aber tschiwelela u. Brille. Gunschewela Er 
grenzt an; gunschewelSla Er misst an. Dschal^la (er 
geht) s. fliegen, altersschwach, Kanzel st. dschala. Wele- 
la (er kommt) s. auszanken, ausliefern, abgeführt Pokawe- 
Ula Er klagt an; annel^la Er bringt u. durchbringen; schun- 
nelela Er lauscht; bandMela Er bindet an, etwa ihn (den 
Hund)? Ind. st Conj. gai de [te, dass] wela, wohin er kom- 
men soll s. hinterlassen; hünte daela (er muss geben) S. 35; 
Wirklicher Conj. merl (ut moriatur) s. abärgern. — PI. 1. 
Daha (wir geben an); läha men (wir nehmen) s. Abendmahl, 
einsammeln; dscfaaha (wir gehen) s. baden, begleiten, durch- 
schleichen, führen. Zertiihamen Wir ziehen s. wegziehen; 
riwaha men an Wir kleiden uns an. Portaha, wir blasen. 
Guraha, wir klopfen. Hadaha, wir heben ab. Tschinäha Wir 
schneiden; tschiwaha s. einpacken. Bakaha, wir brechen s. 
abbr. Anaha s. schwierig. Prisserwäha, wir beten; sikker- 
wiha, wir lernen. Stahara (wir angeln) Ist wohl verdruckt 
st staraha (capimus). U. berathschlogen : A. ganna rakker«« 
wahä men ketene Jetzt reden wir miteinander [also men wohl 
Mf.; wie Dschahamen leha Wir gehen mit ihm n. begleiten, 
nicht A., wie u. bekehren: Hunte dahamen dewleske], ho k£- 



C. Wortbiegimg. 341 

iimha [wohl a st. S] te g*erraha men^ was wir wollen, dass 
wir ihnn. Aucli mit hunte : Hun te putschaha men Wir mtissen 
anfragen; nie luinte g-erraha s. wetten; me hunte meraha (wir 
müssen sterben), aber auch nieras, d. i. Conj. Hun te ro- 
de was (wir müssen suchen) s. appelliren, yg-l. rodawUia 
(wir suchen durch). — 2. Turne g'crrena, d^na Ihr macht, gM 
S. 20. g-anz wie Pers. 3« PI. — 8. Dena sie g-eben , vgl. blö- 
ken, lernien; te döna les, dass sie ihm geben werden s. ver- 
willigt. L^na (sie nehmen) s. nachspüren; stena, sie sprin- 
gen. Tsdiiwena, sie lehnen, pflanzen, richten an, impfen 
ein, thun hinein s. Arzneiglas* Dowena, sie waschen auf« 
Beköna, gohena, glitewena, sie backen, betrügen, schliessen 
an. Gerrena, sie machen s« Backtrog, einheizen, einmachen; 
kir<$na s. abglühen. Garrena u. meisseln ist wohl PI. (sie ma- 
chen), wie u. schielen dikena (sie sehen), trisserwenalis (sie 
rütteln ihn), ch'hochew^näla Sie längnen es, obschon sie Blsoh« 
als Sg. übersetzt. Aach wohl ann^nalis Sie bringen es [und 
nicht: er bringt] u. ordnen; vgl. anena u. einkerkern, und 
anenela n. einärndten. Auffallende, vermuthlich zum Theil aaf 
Wechsel von 1 und n (s. ob. S. 91.) beruhende Bfldungen: 
WenSle Sie kommen u. anmarschirt; dschanela Sie gehen 
n. abfahren, vgl. d seh an a n. durdicinander; dagegen tscha« 
nelapes halauter (Da wimmelt alles) wohl nicht} Da gehen 
sich (pes ist nämlich Sg.), sondern: Da rührt sich (vgl« 
Pchm. czilavav, ich rühre) Alles. Tschenchena Sie legem 
n. beerdigen, vgl. ob. tschiwena. Rikewelena s« feilhal- 
ten, wohl mit transponirtem 1 st. r st. rikkerwena, sie halten. 
Vgl. kellena ob. S. 91. Gurela pen, sie balgen sich [\ st; 
n] vgl. ob. S. t31, — 2, Imperf. 1. Sg. (Conj.?): Me hun 
te garewas man a gellster Ich musste mich für ihn verbflr-r 
gen (vielm, wahrscheinlich : vor ihm verbergen; also ein Miss- 
verständniss !). -r- Hun te ris&erwas lawes Er hat (woM: 
ich habe) den Namen verändern mt|ssen. — Im p erat. un4 
Per f. s. sp. 

Rüd. bat 1. Praes. Ind. hinten mit e, nur hinter h 
mit a: Sg. l.Kerawe, dawe, darawe Ich mache, gehe, fiirchts 
S. 70. , aber me dschana (Idi weiss) sollte sicherlich noch ehi 
w hinter sich haben. Me schunawe> piawo (audio, bibo) 
S. 76. — 2. Schuneha, pilie (hier doch e!), verschieden von 
l.-Pl. durch den Voc. vor h. -^ 3. Scbunele, pile; fstele Er 
springt; sale, lacht; achale, Isst; tsehele, bleibt; naschelo^ 
läuft, fliesst; beschele, sit%t, setzt sich; merele, stirbt; ka^ 
me)e, liebt; tschummedele^ küsst; rowele, weint; fsowele^ 
schläft; aus Cl. IL: chatschole (s. Bisch. Kolik u. vgl. )er-» 
nen), (Igote, brennt, fliegt; ghiowele (Cl. IV*?)) eiiigt. 



342 IL Grammatik« 

Tsdiikalele (wohl impcrsonal : ^esen er^rreift), er nieset. Ne 
kamele zeriele (Sx. zyrdal richtiger als Conj. hinten ohne 
Voc.) Es will nicht saugen; ne dschanel (dies Wort steht oft 
in GonJ. Form) dschale kommi (Rom. axofxi) Sie' kann noch 
■idit gehen« Vgl. jedoch liinion mit e auch: Me karaawe te 
Wiawe, piawe Ich will hören, trinken. — PI. 1. mit a vor 
h: Me schnnaha, piaha; me dikkaha (wir sehen); aber ent- 
weder durch Contr. aus -waha, oder st« des Conj. -was: 
Te me rakkerwa (dass wir reden) S. 66. — 2. Tume sehn- 
sene, pleno. — 3. Jole schunene, piene, aber aus Cl. II« 
waxono bal ob. S. 98. — 2. Im p erat. Te schun, pis Höre, 
trinke. Das vor dem Imperat. überflüssig scheinende te steht 
noch anch so ob. S. 316. — 3. Ist te pis (ut bibas) der 
Oonj«, vgl. Grair. S* 47. Im Plur. te schunene [schunen?]) 
pin Höret, trinket. — 4. Per f. Me dikkigom Ich sah*> man- 
ge kerdomles Meinetwegen habe ich es gethan S. 77. ; dias 
(es gab) S. 69. ; has (erat) neben hi (est). Durch Germanis- 
MOS mit Hi (sie ist) — wiasli [d. i. yenit ea], gekom- 
men S. 65. 

Alter enthält mehrere Verbalformen , jedoch oft ohne 
4Ie streng richtige Uebersetzung. So mehrere 1* Sg. Präs« 
mit und ohne te (dass), in welchem erstoren Falle man die 
Phrase Infinitiv zu nehmen berechtigt ist Im Falle übrigens 
hinten kein a stobt, lässt sich auf den Conj., sonst auf den 
Ind. rathen. Tö-chaw (esca) nr. 181«, te^chau [ut come^ 
dam], chan; Imperat. cha; haue, gana [comedunt?], aber 
ohabben Nom. abstr« nr« 227. — Te-pau, piäu, piawa (bi« 
bere); Imper. pi nr. 228. Vgl. noch tepauben ob. S. 135« 
Tqkuu (fundere) nr. 241, wohl te mit tschoraf (giessen) Bisch., 
mithin ohne r. «— Tö-gjabas' [wahrscb. ut canamus] neben 
g'juwawa (cano) nr. 229. — Lau, Lawa, Tele [letzteres 
wohl: lawa tele Ich nehme ab, ohne Komma; oder te (s. ob.) 
mit dem Imper, le , nimm] d. i, Sumo , accipio nr. 233, — > 
LMdxäu , hiczawa (porto) , aber Iciauna wohl nicht 3. PI., son- 
dern eher 1. Sg. , etwa mit dem Zusätze na (als Interj. da! 
als Präp. : auf n« s. w.) oder wa st. una zu lesen, nr. 235. -^ 
Keräu (coquere) nr. 242. — * C^iniu (resocare, sdndere) nr, 
X37. — Aowau angeblich ululatus nr. 57. =: Pchm. rovav (ich 
weine). -^ Czxlwäwa (nicht vita, sondern: vivo) nr. 68. -"^ 
Sowawa (nicht somnus, sondern: dormlo) nr« 59«, vgl. 232. 
sowan (jacere, decumbere), auch dele- czedoman', s.ob.S*297.y 
als 1. Sg. Perf» — ^ Kamau , kamam' (amare) nr, 234. , über 
deren aweites s. Sa, Bariowau (nldit statura, sondern: cre- 
sco) nr. 69. als Verb, nach CL IL ; aber nach III. : wosiddrau 
(rohere) nr* 236.; siiakirau (serere, säen) nr« 233. ;> pacUAfr« 



€• WortbieguDg« 



343 



rau (ararc) nr. 239. und als 3. PK scbnmiskirna (nfclii strcpl- 
ius, sondern: Sie machen Geräusch) vg*]. ob. S. 131. Etwa 
auch zorna (poientiaj| nr. 65. verbal zu fassen? — 3.Sg'. Issi 
(est) nr.243.; schniiör (er hört), aunju (wohl russificirte 1. 
Pers. Sg*. st. gzunav) ur. 48. angeblich: Anditus. Gehilr; eben 
60 diköl' Visus. Gesicht nr. 49.; chandöla (es oder er? riecht) 
Odoratus. Geruch nr. 51. Kamela (amat, nicht: anior) nr. 60. 
Merla (moritur), Per f. inoüas' (mortuus est), nicht mors, was 
vielm. bloss möribö nr. 7h Pasjuwal' (dormire) nr. 231. — 
Imper. Pöda (da) wohl mit Slaw. Präf. z.B. Russ. podat', 
g-eben, überreichen; terdiöw' (sta) nach Conj.IL? Ew', Ixa 
(I, ito); das 2. wohl eher: trag-e s. ob.^ falls man nioht das 
1 streichen darf. 

Szujew bietet, in beachtenswerther Uebereinstimmung 
mit Pchm. , 1. Präs. 1. auf aw, 3. auf 1 Im Sg. und 2« ^ 
auf n im PI. als hinten gekürzt dar ; die übrigen Formen ab-^ 
weichend. S. 130. me kamay (ich will); tu kamj (du willst) 
st. -es oder -eha Pchm,? Wow kamy (er will) ist sehr 
'zweil'elhaft , da im Texte diese Person 1 zeigt, als Tschumin- 
dal (sie küsst) ;. beschel (er sitzt) von byschaw (ich sitze), ba- 
schli (er setzt sich); rowel, weint; prastal, läuft; viell. nach 
Cl. U. pabol (brennt), na duschol niso (wirds dunkel; elg« 
nicht wird gesehen nichts); und allenfalls nach IVt wurawef^ 
er fliegt. — PI. 1. amy kamaw (wir wollen) und amy di«* 
kaw tchu (wir sehen den Rauch). Russ. Zig. kak ml tutte 
kamama (How we love jou!) nach Bw. I. 9.,* worin das 
Schluss~ma unstreitig :=? wir, das a in penult« aber aus aha 
contrahIrt, weil h im Russ. mangelt. S. ob. kam am' im Voo. 
Petrop. — Pers. 2. tumy kamen imd 3* wony k^en,^ wie 
Pchm. — Auch bariön (crescunt; vgl. Bisch, schwellen) ygL 
ternon (sie werden jung) Pchm. nach Cl« IL , wie bariowau 9. 
ob. 2. Imper. Bysch (setze dich). 3, Perf, 1, Me kam«^ 
mom, vgl. Pchm. kaniFoni (ich wollte),, vgl. diklo me (sah. 
ich), wohl: diklom me. 2i tu kamljae. 3. wow kamjl, 
aber, scheinbar besser mit 2, stimmend, benjae (sie gebar) 
neben benel (gebären ; eig, 3. Sg. Praes,) und me benelem (ich 
gebäre; merkwürdig das m; und daher viell. 1. Sg. Per f., 
welcher Ansicht auch 1 entgegenkäme; sonst wäre dieses wohl 
aus 3. aufgenommen; doch s, sp, die Verba auf -lar Bw.), 
wozu auch bijanTja (Puerperium) Alter nr. 193., vorm. mit 
Slaw« Refl, versehen, und aus Sskr. wl + g'an Westerg. Radd« 
}ing« Sanscr« 11, p. 195. entstanden, gehören möchte. — Pl.l. 
amy kamll (etwa Part. PI.?). 2. tumy und 3.wony mit kaniyiu 

Harr,: trasela (Coward; eig. Er fürchtet). Die An- 
führung der Verba bei Harr, findet mristensi im Imper. Sg. 



844 II. Grammatik. 

bUU^ z.B. pi (to drink); öfters abör auch In anderen, rlel- 
fach räthselhaften Weisen. Perdo (to fill up) ist vielm. Part. 
Prät, Pass. Vgl. Toi wejass parrdo , da ward erfüllt. LG; — 
To Cook keravit, haben (wohl Komma zu tilgen, denn .ha- 
ben Ist Essen) und Warm (to heat) t a 1 1 a v i t, tetto. Vg-l. Ko- 
^In. wusrit (jetter). Etwa l.Prae3.u.Imper. mit Engl, it (es)? 
.-*- Perakra tut (Thank thee) viel!, mit Vertust von v hinter 
a, s. Lex. — Kämelo (I love) ist viel!. = kamrom (amavi) 
Pchm., oder, wenn man hinten a st. o liest: amat — lin 
elali (I know them), wohl eher Ein Wort (Er kennt) mit 
süffig. II (st. len d. i. them) ? — Del, de Blow (a knock) 
wohl 3. Sg* Praes, und Imper. (dat, wo nicht det; da, sc, 
verbera, s. Lex.), — Vgl. Catch La [Imper.], lam [cepl, 
ceplniDS? oder lav niitme, nehme ich?] lal [capit?]. Caught 
1 e l vgl. Pchm. Part. Prät. — Beval p u d e Blows (as the wind) 
würde , wenn es 3. ^g. Präs. oder überhaupt verbal sein soll- 
te, das Flexionszeichen entbehren. Desgleichen Ov dand« 
[Perf, ?] man (he has bit me]. Ferner Mängar [wohl mit 
Engl. Suff.] ave Beggar Is Coming, neben Imper. av (come). 
Sonst Aväta (to come) und Gajo &vate (A person is co* 
ming) von mir unklarer Form, falls nicht etwa l st. t zu 
Bchreiben. S. noch ob. S. 134« u. sp. Imper. — Am auffal- 
lendsten stellen sich mehrere Formen auf -en dar, was 
schwerlich' mit der Hindust. Infinitiv ^Endung -^nii zusammen-- 
gehalten werden darf, sondern vielmehr mit der 3. PI. Präs. 
Conj. sich in trefflichem Einklänge befände, zumal solche 
Phrasen (mit te vor ihnen) Infinitiv gefasst werden können, 
Broll, quarrel: Chingaren, angeblich Hind. L9.5C.^, Hindi 

dshhagad'ä (quarrel Subst.) ; der Vergleich scheint unrichtig, 
und an Zig. czingerav (vgl. Sskr. tshhi Abuse, reproach) ge- 
dacht werden zu müssen. Von verwandter Wurzel Harvest: 
Chinnane giv; (lit.) Cutting (wohl nicht Partie!) wheat. 
C h i n en (Chopper v. Knifc , als Subst,). — P I r e n Walking, 
walk, Hind. Ij;-^ p'imä. — C hur an (Cozen, to cheat), 
was mit Hind, ^^^^ chori Theft, roguery, stealth vgl. wor- 
den. •— Fortuno (telKng) Duroken (forcseeing) angeblich 
Hind. j^O (far) u, gym (knowlcdge), was in Betroff des 
letzteren wenigstens unrecht ist, s. Lex. -^ Häen (to chew 
V* Eat) , Hind. UL^T — Mush j ä e n be [Präp. oder EngL 
tobe?] nashko (Man going to be hung. Vgl. näshko Hang, 
hung, und Alter; noschka Jugum). Neshi ven,* (N. 
ahstr., oder von einem Verbum nach CI. IV.?), neshan 
(Han^ng), — Jiven (Life, living). — Rov, roven 
(to cr;r) und ma ro v (I ory) neben Pchm. rovibon (das Wei- 



C. WörtWegung. 345 

nah) , rovav (ich weine) ,v Hindust, [S^y Ist nun rovcn etwa 

3. PI. (ut plorent = plorare) oder verderbt ans roviben? — 
,,Kaniadc, Ranian s. q. To marry." Ob zu k^moben, 
Freundschaft? Ist kamade Part, Perf. st. 3. Perf. PI. (Sie ha- 
ben g-eliebt , oder : g-ewollt) ranian etwa Acc, pl, vires ? Viell. 
ist aber de sr. v. a. und, oder noch eher: dass und ranian 
eine davon abhäng'ig'e conj. Verbalform. 

Audi Bryant's Verbalformen sind zum Thcil sehr 
wunderlich , wenngleich sie mitunter ihren wahren Werth 
durchschimmern lassen. Shunaloe (shunalee Rieh.) Hearing'; 
bocolee Hungry; shillaloe Winter sind wohl jedenfalls 
Adj. nach dem Muster derer ob. S. 124. : allein peola (to drink), 
obschon von.Bry. mit Pers. »JLo (a cup) verg'licheft, g'laube 

ich mit Sicherheit für: bibit zu nehmen. Vlell. auch inBecas- 
sin and discaioc (to sec) das 8. Wort = cernit. Jal (elg-. 
eat) 8. ob, S. 289. in drou panee jal Bry. , wofür Rieh. ung*e- 
nau Drowei paneeja,e bietet^ darf g-ewiss nichts wie dieser 
thut, mit Hindust, jul (Sskr. dschala, Wasser) verglichen wer- 
den. Javomal [jamoval Rieh.] eo panee (A bath) scheint 
ebenfalls nicht tchovav s. Lex. y sondern irgendwie mit xaV| 
s. Bisch, baden, in Verbindung zu stehen, wenn auch viell. andei^s 
als socmaloe (smell) mit sungav (ich rieche), indem dies 
mit dem Engl. Smell selber versetzt aussieht. Jaw, parafs 
(to walk) enthält gewiss xa (geh) etwa mit 2. Sg-« Conj. von 
pchirav (ich gehe) Pchm. , vgl. spatzieren gehen , oder mit per-> 
jas (Spass) s. ob, S. 94», also: zum Spasse, Vergnügen gehen? 
Sonst erklärte sich auch parafs, für sich gedacht, allenfalls als; 
Eamus. Vgl. u. S. 46. Jasia vallacal'(To commänd) schlösse 
möglicher Weise vorn eine Aufforderung ein , s. Harr. Imper. ; 
vall-acai könnte „ Er komme dahin ^^ bedeuten, und dürfte man 
gar st, iasia die Schreibung: penjas jov [dixit, jussit] muth? 
massen, so wäre die üebersctzung gerechtfertigt. Water [vgl. 
^aoter There ob. S. 273.J jam [schwerlich , da vom Fliegen die 
Rede ist, Pers. 1. von xavj perall [über, durch, auch beim 
Fliegen ob. S. 294.] To flj. Noch schwerer zu entziffern i 
Avesi [awjas, er kam, etwa mit to, d. i. zu?] to jallow 
To faint. — Prasthem (to run); moughem [sehr, n st. 
ii] Topray; towamah (To wash); und lasthom (Foond) 
sind unstreitig 1. Perss. , jedoch bleibt zweifelhaft, ob, wie 
vom letzten fest steht, im Perf. als Sg., oder PL Präs., wo 
nicht gar, freilich gegen die sonstige Analogie, mit afQgirtem 
singularen -m (ich)« Viell. 1. Sg. Präs. hawlaw (the 
feeling) s. v. a. chaVovav s. ob. S. 89. ; liecaw (letters) vgl. 
Sskr. llkk'(9<aribere)j; sallaw (to laugh) = eimabai fliaba (Idi 



\ 



346 tl. Graiiiinattk. 

lache) Graff. S. 14.; sovanow (Sleep^ or to siccp) etwa sovav 
(ich schlafe ; suno, Traum); chollow (to eat; vgl. tschcälo, saU 
oh. S.89.9 aber auch Engl, to swallow), und sovochoUo (to 
swear), das sich seltsamerweise lautlich damit berührt, wenn 
^eich die Persische, auch im Kurdischen (Garz. p. 155.) vor- 
kommende Redensart : jusjurandum devorare qO.^ JUT^jm 

(s. das damit verwandte Zig*, fsauel im Lex«), sowie die ana- 
loge Türk.: juramentum bibere (Clod. lex« Türe. p. 312.) 
kaum einen ernstlichen Verg'leich zulassen. Racamansoe S. 37. 
wohl rakker (loqucre) mit Unterdrückung' des r, wie öfter bei 
Brj.*), and amen^a (nobiscum) Pchm. — Deas man ang'cb- 
lich Give, wahrsch. aber: Des, oder: dedit mihi. Codes- 
nan (Beat bim) verm. kurdas (also r erloschen) man, d.i. 
Terberavit me. Jonadafs (to awake) halte ich für 3. Sg*. 
Pcrf., s. Lex., von dschangudum. Zipp. — AconterrÄc(to look) 
etwa aus Eng*!, encounter (begegnen; mithin: erblicken?)« — 
Shfrn (to hear) wäre, falls es nicht Druckfehler ist, statt des 
flblfchen Imper« schun, in Betreff des r höchst merkwürdig, 
well dieser, in den Indischen Volksmundarten unserem Ver- 
bum abgenommene Laut im Sskr. ^rTn'6mi (audio) vorkommt. 
Das n würde auch an dicken (Sight), givellan (To sing) 
neben gillee or givelli (A song) s. ob. S. 89. erinnern, und 
diese Hessen, wie die Harriot'schen Analoga vgl. ob. S. 134., 
entweder eine Erklärung als 3. PI. ConJ. oder auch als 2. 
' PI. Imper. (Conj.) zu. — Man sieht: die so höchst unzuver- 
lässigen Data der Engl. Sammler In Betreff des Verbums ma- 
chen bis jetzt eine genügende Aufhellung desselben für den 
Boden von England unmögUch, 

a) Imperativ. 

Pchm. hat in Cl. I. czor stiehl; ker mache S. 18.; dykh 
sieh 58«, madjkh nicht siehe 71-, madar fürchte nicht 78.; 
acz sei, bleib 89.35. 7*2.; pchen, sprich 63.; in II. ternol, 
was al^er vielmehr 3. Sg. Praes. wäre, und verdruckt scheint 
fär ternov, vgl. ob. terdiow' (steh) aus dem Voc. Petr.; III. 
avsar weine; IV. biczav schicke; garuv bewahre 72. — Zu- 
folge §. S9. hat der Imper. bloss die 2. Sg. eigenthümlich, 
Indem er 1. und 2, PI. vom Präs. [Conj.] entlehnt. Z. B. 1. 
Ho vel adova Es sei so [eig. das], av dschas Wohlan, wir 
wollen reisen [komm, reisen wir!]. Dikkas, oder auch Mekcn 



*) Wooda (a door), Pchm« Todav. — SasKlaa (Iron' , PcKin. FI. 
sastera. — Ovayo devus (d. b. den anderen Tag; Art. o mit w^ wer 
ob. S. 278.) To-morrow. — Doejave (the sea), aber dorioTe or 
doriobb (a riTer). -<- FinO} paiaft CgOf>d sport). YgL ob. &• 94» 



C. WortbiegHBg. 347 

[S. Pers.] — te dikas Lasst uns sehen, li^has (eamiis) Rtir« 
8. ob« S. 879. Javas ! Lasst uns g'ehen ! Pdim. S. 74. nebea 
jav, komm 55. 70« Madas (ne demus), s&^ro ma mIsHn (Ca- 
put ne cogritet), chera' maxan (pedes ne eant) u. s. w. 68* 
Da 8. und 3. PI. gern der Form nadi zusammenfallen, mag 
hieraus sich erklären, wenn auch im Sg. die 8. Pers. Impen 
stellvertretend für di'e 3. Platz ergreift, wie z. B. in mlslia 
(vg*!. kostin , koste du S. 55.) , savoro acz korkoro (ein jeder 
bleibe selbst) und geg'enwärtig' auch häufig' im Deutschen« 
Sogar tritt g'ern in manchen Fällen jene Imperativform 8* Pcrs. 
Sg. statt des Conj. (s. u.) auf. — Der Imper«, heisst es hei 
Pdim., stellt die Wurzel dar, indem man av wegnimmt; aber 
von den einsylbigen dav, kav (schi;. xav) , chav, lav ent- 
springen: De, gieb S. 19.78.; xa, geh 38.56.75.; da iss 
71.; le nimm, da! 34. 58, 78. Es lehrt ferner §. 47., wie 
die Verba mit auslautendem d in der Wurzel im Imper. 8. Sg. 
dahinter ein e annehmen, als chude greif; trade jage; trde 
zieh, trde, xa okia, pack dich fort S. 34«, und eben so zer-* 
de, zieh Graff. S. 43«, nach Zipp. von zirdava: zirdeh tii| 
und vom gleichbedeutenden zirdevava: zirduf tu CI. IV. Zipp, 
sagt: „Die sich auf dava endigen, haben im Imper. d^, als 
zirde von zirdava.^^ So auch trade, jage; tschadde tot, brich 
dich (vome); tschorde, wirf; pande tu, binde; rande, kratze; 
bände, kämme; kande tu man, folge mirGespr. 6.; kende, 
lies; purde, blase; rode, suche. Ferner hadde hilf^ hebe; 
Bisch, hat^, hate s. aufheben, aufhelfen; hada heb L. IV. 8. Fr«, 
wie z. B. Sskr. wad -^ a (rede) u. s. w, -^ Dscha' tschawo band' 
o wuhteras apre Geh' Junge, mache die« Thür auf; port' awrl 
(blase aus) bei Bisch, beweisen wohl desshalb nichts für die 
Regel, well derselbe den Apostroph ziemlich willkührlich zu 
setzen scheint. Z. B. Dscha', aw' atren Herein, vgl. dschi* 
glan Gehe voran, dscha tele Gehe herunter. A gatter aw*, 
hieher; aw' palall, komme nach (u. nach); aw* mit (eig.wohl: 
komm, nämlich: mit! vgl. ob. S. 308. nr. 88.); aw* dik s. 
Aussicht wohlan; dik, sieh u, Miene; aber tikke Fr. u. vgl« 
ob. dika u. dik Rtw. AtscV agai Bleib hier, s. zurückbleiben; 
atsch' doch s. besänftigen, halt« An' agai Gieb's her, eig« 
Bring her. Dscha' tu s. Kratzbürste; latsch' tuke Schäme 
dich; le' tuke s, Bedenkzeit; le tut garda (nimm dich in Acht) 
S. 101., legard', merke auf s. ob. S. 71. Tschakker' tut Be« 
decke dich, rissertut Drehe dich herum. Fert' u; tchip' [sehr« 
tschip'] u ; penn' u (d. h. mit nachfolgendem Art.) s* abschüt«» 
teln; einfkdeln; bekennen, Wahrheit. Sohun' mol Höre (ein) 
mal u. anhören. Tschor' gawa panin [vgl. Zipp. tschoor] ii. 
«uflficbiitteB ; aber Tschod' atresi Schenke ein, wohl eher 8. 



348 II. Grammatik» 

Sg* Conj«> (Er sclieoke ein) , oder V entweder st. les (es) oder 
h (sie). — Pat*av macht nach Pchni. pat'a, batsch Graf. s. 
ob. S. 87*9 paaz Zipp. Sonst aber nimmt t* znfolg^e Pohm., 
ein i nach sich^ wodurch also t weich wird: nszt'av: usztl 
(surg'e) Tg"!. Graff« ste; chut'ay: chnti (sali). 

Harr. Chiv puv (Hide it in the g-round). Av (come). 
Ja kir (Go and do); ma-liaro (Do not so) ob« S.319.; ja 
pncb las ob. S. 23*2. Muk man chumer [auch dies. 2. Wort 
wahrsch. Imper. 3. Sg*. st. Conj.] tote, Let me kiss jou. — 
S0V9 spark [etwa Schottisch Spark^ einen Fleck machen, be- 
spritzen. Motherbj] s. 6b. S. 296. sind vielL nur äusserüch 
Imper«; wäre z. B. ein l in dem nachfolgenden lasa unterg-e- 
gan^en, so hielte ich sie für 3. Sg-. Präs. — Mä dande mi 
(Oon't bite me), also auch mit Voc. hinter d nach der Pchm« 
Regel. — Eben so Pandi to pre (Bind it up), dessen to 
ich nicht sowohl mit dem Böhm, to ob. S. 308. , als yielm« mit 
einem der Pron. S. 269 ff. um so eher zusammenstelle, als sieh 
bd Brj. die aus Versehen dort ausg^elassenen Pron. acayat 
(this) und acavo (that) finden, deren ersteres noch einen 
Verwandten zu obigem to (etwa ado) einschliesst. — Statt 
Chan-dapre (Cover) schreibe Chand apre oder chanda pre 
(decke drauf), so dass es entweder apra (above) Bry. oder 
pre im vor. enthält. — PI. t. Conj. mit imperativem Sinne: 
Ne pala (He, Bruder ob. S. 316.) jasa mcgo (Brother, 
let US g'o; rch schreibe jas, d. i. eamus, und ziehe das £nd-a 
noch zu mego = Engl, us s. ob. S. 232.) , tichinnSsa meg'e 
(and cut; sehr, ti, und, chfnnäs, d« i« desecemus, mit: ameg'e 
sa US?) bete giv (a piece of wheat; d. h. wohl nicht ein 
Stück Weizenackers, sondern bete » Engl, bit. Bisschon? s. 
Lex.). — So auch wohl Pära, v«äsä (Change) als Ein 
Wort: Lass uns wechseln! — Jaso ming'o (Let's go) ent- 
hält hinten wohl eig. einen Dat. PI. mit n, wie Ja tuki (ge^ 
wisserm. Geh dir) ob. S. 232. 

Zipp.: „Die zweisylbigen Verba auf ava, ausser ra- 
ra, dzava [doch auch wohl fsava, chava, rhawa], haben im 
Imper. i, als chnava, icli betrüge, schetsse, chni tu! So auch 
lava.^^ Li pi adda lovyna, dik, fsir schmekkohla Mmm, trink 
das Bier, sieh, wie es schmeckt. Daraus erklärlich Lepl (to 
drink) bei Ousely^, falls man nicht in le einen pron. Acc. s. 
ob. sucht. — Graff. pi, trinke. — . Le, nimm, auch Bisch. 
Q. abzäumen [so st abzäunen] S. 26.: le a g-owa sawari träne 
Ipraieskero mui awri Nimm den Zaum aus des Pferdes Maule 
heraus; femer S. 31. 72. (le gar da Obacht, nicht etwa mit 
Frz. Art« , sondern : Nimm in Obacht) 101. 102. vgl. auch ver* 
Inuthel« Pchm. le dal vgl. ob« S. 859. ~. De, ffiebj midk 



C Wortbiegnngl 



340 



Pclim. , Biscli. De les äwri GicVs heraus , de tiro tschi (Gieb 
dein Herz) Sei offenherzig-. Zipp. de, PL denn. S. VU. — 
Dscha, Pchm. xa, Bisch, S. 76. 101. 104. 109. — Cha, |ss, 
Pchm. S. 71. — Sa, lache, Zipp. fsa. — Ste pre, steh aaf 
Graff. S. 43., Zipp. schti, spring- vgl. ofi. S. 70. — Zipp. 
rha (flieg) von rhava; rau (weine), thau (wasche, vgl. tsho- 
be, waschen Rtw.) von rauava, thauava. — GrafT. S. 11. Wc, 
werde, gewöhnlich ab! = Pchm. jav, Zipp. af komm! Af tu 
hoino Sei du fromm. Awenn tumee Werdet ihr! 

Graff. Ms.: Tschaliker, decke; chadscher, brenne; 
tschatscher, rede wahr; bleifser oder blefser, bezahle, und 
S. 11. rakker, sprich; stakker, tritt; pagger, brich; auch 
wohl durke, prophezeie, bei Zipp. durkirr tu, PI. durkirwea 
tume von ddrkirvaf, nach Cl. III. Ausserdem noch hinten mit 
e: nakke schluck; choche lüge; aber sonst einsilbig: pcn^ 
sag; sob, schlafe; gur, schlage; gam, liebe. Ganz Deutsch: 
fliesse, denke S. 12. vgl. 35. — Im VU. ertine (remiUe). 
Auch malifza ob. S. 319. , dessen - a sich durch Pchm. S. ^ 
rechtfertigt. Sonst beantwortet Zipp. die Frage, wie lidsclic- 
vava, ich trage, im Imper. laute, mit: lidsche tu. 

Bei Zipp. haben die Verba aus Cl. I. einen ein»yl- 
big'en Imper., doch daruv von darava (timeo). Zirdava^ 
auch zirdevava (Ich ziehe) hat, je nach diesen verschiedenen 
Cl., Im Imper. zirdeh (vgl. ob* die Verba mit dem Char. d) 
und zirduf tu. R im Imper. haben picht bloss solche aus 
Cl. I., sondern auch die, welche noch dahinter -vava beslz- 
zen, und so aus CL III. und IV. bei Pchm. gemischt sehe!-* 
nen. Der ersten Art: schaar lobe; tscharr lecke; tschoor 
stiehl; niaarr, schlachte, von scharava u.s. w. ; der zweiten: 
draber, bete; rlkker, halte; tschlnger, schelte, von drab^r- 
vava H. s. w. Sogar, wie ker (fac), bei den Compp. mit ke-> 
rava, die aber in diesem Falle -klr vava erhalten, als: Bar- 
jirr tu, erziehe, von barjirvava; päskirr, begrabe, vergrabe^' 
von pAskirvava; rlschkirr, kehre, von rlschkiryava u. s. f. '^— 
CL II., bei Zipp. Im Präs« -jevava, hat Im Imper* uv, al» 
chadschjuv tu, brenne, von chadschjevava; thasjuv tu, er- 
trinke, von thasQevava; chamjuv tu, gähne, von chamjevavn' 
u. s. w., woraus dann wohl die Richtigkeit unserer oben aus- 
g-esprochenen Vermuthung fliesst, dass es teroov (nicht ter^ 
nol) heissen müsse. Uebrigens wird, der neutralen Bedeutung^ 
dieser Classe wegen ^ der Imper. In ihr nicht zu häufig vor- 
kommen. 



350 IL Grammatik« 

ß) Personalendon^en. 
Praes. Imperf. 

a) Sg.l. av h) av-a av-as 

8. es eh-a eh-as (h st s) 

3.-1 1-a 1-as 

PL 1. as ah-a ah-as (h st s) 

8. -n n-a n-as 

3. -n n-a n-as 

Praes. Perf. 

Sg**!. fiioni, körn Beng* holt som-as 

%. sal, hal — hois sal - as 

3. (fsi ; issi)^ hi — hoj h - as 

PI. !• sam, liam — hol sani-as 

8. San , han — hoo san - as 

3. (fsi), lii — hon h - as 

Perf. Plusquamperf. 

S^I.l. d'-om (I-oniu.s.w.) d'om-as 

8. d'-al dcl-as 

3. d^-as de'h-as (h st. s) 

PI. 1. d'-am d*am-as 

8. d'-an d'en-as 

3. de (d-en) d'en-as 

Begleiten wir diese Tabelle mit einigen erklärenden Be- 
merkungen : 

1. Das m des Snhstantiwerbunis som^ hom, dem wir 
Vergleichs halber das BengaL Correlat yom Sanskr. bhawAmi 
beigegeben haben ^ ohne damit eine für das Zlg>. näher liegen- 
de Identification von som nnd selbst hom (ob. S. 94.) mit Sskr. 
asml (sam) u. s. w. ausschliessen zu wollen, führt auf die 
^Yernrathung, es möge auch -av für Sskr. ä-mi stehen. 

8. In 8. -« nnd A-a vgl. sich dem Sskr. si. Sonderbar 
Jedodi ist das 2 in s a I , hal (du bist) ; ist aber yielleicht^ 
Tgl. den Plur.9 elg. aus 3. eingedrungen , dem, nur freilich 
gerade Im Verb, snbst. nicht, ein 1 gerecht ist. Es mochte 
aber der Sprache ein zwiefaches s , nämlich 1. der Wurzel, 
% der Person missHlHig yorkommen, und dies mit ein Anlass 
sur Personalyerschiebung werden. Seiner Verbindung mit dem 
I Verb, subst. wegen hat auch das Perf. in 8. Sg. jenes I. 

3. Das / In 3. schllesst sich an das Pron. 1 o , II (is , ea), 
wie schon Graif. S. 33. treffend vermuthete. Vgl. ob. S. 848 
ff. — Hi (est, sunt) Ist arg verstümmelt. 

4. Die Pluralendung 1. Pers. as und aha erklärt sich 
viell. aus Sskr. asmd (nos) vgl. ob. S* 830., wofern nicht 



C« Wortbiegon;. 351 

gar aus dem jäonderbaren Zigr* scho (no») bei Alter, und vor 
der 1. PI. bei Grelliu« S. SIS., was aber Zipp. nicht g-elteH 
lassen will, sondern es vielmehr für Verwechselung* ausgiebt 
mit dem Deutschen schon (jam), vgh z. B. ob. S. 324. 
schon — avaha. *) Erwägt man aber s a m (Ssisr. smas) , so 
fiArt dies auch etwa auf eine Verderbung aus der Sskr. Plu- 
ralcndung 1. Fers, d-mas durch Verlust des, ja auch in 
1. Sg. des Sskr. Atman. geschwundenen -m. Nach Graffutt- 
ders ausdrücklicher Angabe S. 53. ist In k e r S b a die Penul- 
tima lang, verm. wegen Sskr. ä-mi. Das Gleiche gilt doch 
wohl auch von dem a In 1. PI«, und hierauf mag denn der ja 
nicht zu übersehende Unterschied derselben von der, bis auf 
ihr e so nahe daran stossenden 2. Sg. beruhen. Bei Puchnu 
8. Sg. czores, ternos, avsares, biczaves je nach den IV Conj., 
allein In 1. PK mit -as: czoras, ternovas, avsäras, biczavas;, 
ferner -eha 2.Sg.: -aha 1. PI. So Pers. 2. chudeha (da 
angreifest) S. 76. , tchoveha (du ausgeben wirst) 79, , aber, 
auch chaha (du essen wirst) 71. Daneben djkhes 73«; csi- 
kaVares 52.; xanes 71. Bei Zipp., der In 2. Sg. Präs. Conf« 
es in oes, ves In voes umzuändern gebietet , führt z. B. 
auf: DIkkaha, fso men doeha belviakke tachall [mit ConJ« 
te]? Nun lasst sehen (wir wollen sehen), was wirst du uns 
zum Abendessen geben? Haijoha (vgl. wegen des o ob. 
S. 89.) tu iwalschidko tscheb meschto? Versteht ihr die 
Franz. Sprache gut? Kande tu man, [tu wohl mit Unrecht 
hier eingeschaltet] movel [lass es kommen] to [sehr, tot, dir; 
dessen t bloss des nachfolgenden Cons. wegen onterdrfldrt 
worden] dsl (le tokke dsi, fasse dir Muth) te (ausgestrichen) 
rakker, ma dik tu [sieh nicht], ob tu meschto, oder tschoreres 
rakervoeha Folget mir, seid nur beherzt, und redet, ohne 
dass Ihr Acht gebet, ob ihr wohl oder übel sprechet. Kanna 



*) Bei difcser Gelegenheit werde einer Angabe Brjant's 'gedacl^i 
die, falls sie auf sicherem Grunde ruht, hoher Beachtung werth er- 
scheint, i (masc* Touee; (fein), youesee -wäre also, ihm zu- 
folge , ein, dem Geschlechte nach unterschieden««, zwiefaches Ich^ 
wovon die Yarura - Sprache (vgl. A. L. Z. März 1839. nr. 54. S.' 431.} 
bis dahin das einzige bekannte Heispiel war. 13ry. hat auch bootse^ 
(great) neben boot (much) , und Richardson setzt dies dem Hindust. 

buhot (Shakesp. vi^^-^ hahut) ^ Much, numbers, ersteres aber, icb 
weiss nicht mit welchem Rechte, einem Hind. buhotsee [In thel femini- 
ne] (Great, a great deal) gleich. Man sehe inzwischen bots oh» 
S. 304. — Eine andere Sonderbarkeit bei ßrj. ist „Shan (He and 
she)'' ; ob Sskr. dschana (Mensch).? Mit dem Zischlaute in sh ult.% 
[etwa Dat. auf -te?], sheree, aioosee [oder aioesee ?] -vgl. da« 
Ghilek ob. S. 255.^ die Ady. Here bezeicbnen sollen^ wohl ohneZusam- 
menbang. 



352 IL Grammatik. 

akkiaka [e?] rakkerava^ to man schvakko manusck avry fsali- 
la. Wenn ich so rede, so werden alle Leute meiner spotten. 
Na dschlnnes [von diesem Verbum steht oft der Conj. st« 
Ind. s. Pchnu S. 71.] tu, ke mee tschoreres homte raker- 
yas [Conj.! 2. Sg-« rakervoes], poske mee meschto rakker- 
yaha [Ind.!]. Wisset ihr nicht, dass, wenn man [eig:. wir] 
V wohl will reden lernen , man anfangen müsse , übel zu reden I 
Ranschkirr mander 1 skomja tehele; pale homte dschas tu, 
te dikes, ape gren khas d^an [d. i. dederunt] Zieh mir die 
Stiefeln aus ; darnach sollst du gehen und sehen , ob den Pfer- 
den Heu gegeben sei. Te dschas, te lig^g-ervoes e gren 
te pjell te te [und dass] dikoes, ke len dschöy dela [de- 
na? oder; det, sc. quis?j Ihr sollt sie zur Tränke führen, 
und Acht haben, dass ihnen Haber gegeben werde. Ssir zig 
[Germanismus! als bald!] ayaha Wir wollen alsbald kommen. 
Mekcn meen te dschas te chasf [ut eamu$ ut coenemus], 
ke te vas mee zyröha andre tschiben. Lasst uns zum Abend- 
esgen g'chen, auf dass wir zu rechter Zeit zu Bette kommen. 
De panig*, meen te morras. Gebt Wasser her, uns zu 
waschen. Mee kammaha te beschas tehele; mekk menn 
pasche taflen te beschas. Lasst uns [wir wollen] uns nie- 
dersetzen; lasst uns zur Tafel sitzen. — Aehnlidbe Unter- 
iBchcidungen finden sich auch bei den übrigen Autoren. Rüd. 
und Fr» s. ob. — Ow^ha (eris), owaha (erimus) Grellm., 
wie Graflf. du weha, wehes: me waha, wahas; Zipp« tu 
ayoelia, v^sf: mee ayaha, yafs. Tu woeha (du wirst sein); 
kanna tu mekkeha (wenn du es zulassest), kanna kamoeha (te 
kames Pchm. S. 18.), wenn es euch beliebt. Graff. S.äO.: 
du gineha (du zählst) , me kelaha, g^uraha (wir spielen, schla- 
ffen); 8.14.: saneha (rides), sanaha (ridemus); pieha (bibls).~ 
— Auch Bisch, hat zuweilen das Richtige, als Har hatscheha 
tut? Wie befindest du dich? Dikeha (du siehst an) und di- 
kaha (wir sehen) u. Aussicht. Kareha (du heissest) S. 102. 
Dagegen kellaha 2. Sg*. u. 1. PI. u. ausspielen^ gerräha (fa- 
cis , facimus) S. 20. Tsclianaha tu (yerstehst du ?) s. Teutsch ! 
tu haiewaha man (du yerstehst mich). Riwäha nien an Wir • 
kleiden uns an. Tschinaha — apr^ (Wir schneiden an); g'u- 
raha (wir klopfen an); rakkerwähä s. berathschlagen , aber te 
rakkerwaha tu (dass du sa^st) u. Rath; tschiwaha s. einpak- 
ken, lagern; zertahamen s.* wegziehen; anäha (wir bringen) 
u« schwierig'. Selbst bei Zipp. einmal : tu annalia (du holst), 
mee annaha (wir holen). Eine wirkliche Ausnahme schei- 
nen die Verba mit -a im Im per. zu machen, Indem in Ihnen 
beide Perss. entweder bloss durch das Pron. oder durch einen 
etwaigen Quantitätsuntersdiied des a sjch von einander soii- 



__ ^ 

C« WoriUegmg. 953 

dent So Bisch, tu dschaha (du g^ehst), aber dscliiAa nen 
(wir g^hen) unter: dann^ baden. So ferner saha (rides, ride- 
mos) Graff. S. 14.; chaha (comedis). ZIpp.: Mee dsdaba te^ 
spazirevel [3. sg-.] Wir wollen spatzieren gehen. Nan hl 
meschto, ada zjruske (ada wettrake, bei diesem Wetter) ayiy 
te dschas (ut eamus? oder: eas?) Es ist nicht gut, um diese 
Zelt Auszüge zu machen. GraiT. a. a. 0. tu deha (das), 
Pchm. 8.34. deha (dabis); allein daha (das) Bisch. S.9S., als 
1. PL S. 36*9 wie laha men (wir nehmen) S. 46. ZIpp. : Zlkk&t 
meschto, oder 1 6 h a d&ba Lerne gut, oder du bekommst Schlägt« 

5. und 6. scheinen so zusammengefallen, dass sich der Sskr. 
Unterschied PI. S. tha und 3. anti aufhob; Tgl. Beng. hoA 
(estis), hon (sunt); koro (facitis), kor^n (facTunt) in BetrelF 
der 3. PL, welche gewissermassen auf die Stufe dritter PL 
des Sanskr. Imperf. -an (Gr. -ov) herabgesunken Ist. Schwer- 
lich darf man rücksichtlich des n an tumen, gew. tume (tos) 
und Jon (11, eae) denken; noch auch, um för das räthselhafte 
-n der 2. Pers. einen Anklang zu gewinnen, an Malab. nl 
(tu), ninghel (vos), vgL gnin (ego), gnanghel, auch n^ 
(nos) und tanghel (Uli). 

7. Das Imperf. nebst dem Prät. somes [wohl nicht eig*. 
Perf., sondern auch Imperf.], und das Plusqpf., verhalten 
sich zu Präs. und Perf. so , dass an die letzteren in allen Per- 
sonen -as tritt. Diese Endung halte ich nun fUr Sskr* &sa 
(fuit) In dem periphrast. Perf., oder auch , wenn man dies vor- 
zieht, für das &a (erat) derVeda's, und es bezeichnete dem- 
nach, z. B. czorav-as: „Ich stehle^ war, sc. einmal der Fall ^, 
und czord*om-as: „Ich habe gestohlen, war^^ VgL. Sskr. snuu 
Ngr. «7;ta, «i;^«^ u. s. w. y(>at//« (scripsl, sisti u.s.w.); &ik(o, ^^- 
Xag u. s. w. ygatf/ei , aber auch &dXu yQu^^fta oder yqaqxa , &i^ 
Xei yQ^^jiQ oder yQoi(p]jg u. s.w. (scribam, es u. s. f.) u. A., 
wo Immer das eii^e der beiden Elemente Inflexibel erscheint. 
— Das Perf. aber lässt sich nicht als eine Verschmelzung 
des Part. Prät. Pass. mit hom (sum) u. s« w. verkennen, 
ganz wie Im Deutschen: Ich bin gegangen, gewandert; Lat. 
hortatus sum. Böhm, bjl sem (Ich bin gewesen), aber auch 
mit act. Part, psal sem (Ich habe g'eschrleben) vgl. Dobr. 
S. 131. , und Plusqpf. bjl sem psal. Dagegen Pass. psano 
g'est (es Ist geschrieben) u. s. w. S. 133. Pers. j»Ju%ü pü- 

schid.-em u. s. w. Vullers, Inst. Pers. p. 117 sq.; Beng. hoi- 
jaczhl (j'ai etc^) aus hoif^ hoija (etant, ayant eti^) mit &czhl 
(je suis) Schlelerm. l'Infl. p. 64. Im Mahr. (Carej^ p. 61. 
nr. 10. und p. 68.) drückt man das Perf. so aus : „Durch mich 
U.S. w. (Instr.) gethan. [ein. nadi seinen GeschiediterA «nterr 

«3 



354 II« Grammatik* 

scUedetefl Part.] Ist — dies oder das^S ^'^ i>a Griech. X^ 
Xcxra/ f4oi V« 8. w. Z. B. Mj-i, twä, tyl^n^; tyäht (von 
mir, dir, ihm; ihnen) ki\&, (factus) hhi (est) = I have, 
thou hadst, he hath, they have done. Mykn bäjakds pähila 

IMihi mnliereni visHm sc« est], aber Mykn bAjal^d pdUli [Mi- 
li nulier visa] p. 130. In 1. und 2. PI. steht da^g^ für 
den Instr. der Nom. , also: ämhi, tnmhi (nos, tos) k^\k 
khi We, ye hare done. Im Penj. (Carcjr p. 39.) eben so, 
nor dass anch in 1. 2. PI. der Instr. steht ^ z. B. Imperf. amä- 
mi, lomAn^ (durch uns, euch) kitd (gethan, sc. ist). Bei In- 
trans. jedoch kommt der Nonu für das Subj. in Anw-endung*: 
m&in sdt4 (m.), söti (f.) I siept; mitin sotähdmm., so- 
iih&m f. I have sIept; eig. Ein Geschlafener, c bin ich; v^^L 
2Ag. s u t*o m (dormivi) Pchm. . Das Perf. der Trans, (p. 4t,) 
zeigt dem Plusqpf. (p. 43.) gegenüber die Sonderbarkeit, dass, 
während letzteres, wie es scheint, allein sprachgerecht: mdinndy 
amÄnd(a me, nobis) a. s. w. kitasi (factum erat) In sich das si =3 
h&isi (erat)3.Sg. festhält, das Perf., dem Instrum. derPron. 
zum Trotz, das an das Part, getretene Präs. des Sabstantiv-. 
verbums nach allen Perss. flectirt, gleich dem, übrig'ens mit 
dem Nom. versehenen Perf. Intrans. Z. B. niäinn^ cet. kitdhäm 
(gewisserm. ifiol nenoii]ftivog dfii') I have done. Steckt nua 
nicht etwa in dieser Aufstellung Carej*s ein Versehen, so 
mflsste man darin eine VerimiDg des Sprachgeistes selber arg- 
wöhnen. — Aus diesem Allen erhellet, dass nicht, wie Pcbm. 
§. 31. behauptet, das Zig. Part. Prät. Pass. vom Perf. 
stammt; vielmehr gerade umgekehrt, wobei nicht daran An- 
sioss genommen werden kann, wenn jenes Part, im finitcn 
Perf. nur acttve Geltung zeigt. Giebt doch auch das Dentsdie 
pass. Präteritalpart. freilich bei Transitivverben nur In Ver- 
bindung mit: Haben, und nicht: Sein die Umschreibung* fittr 
das active Perf. Erklärlich wird hieraus das - a 1 2. S^. im 
Perf. (aus hal , sal). Ferner der Zustand der beiden 3. Perss. 
Diese haben sich nämlich nicht mit hi (erat, erant) verbun- 
den, sondern die sing, statt dessen entweder einfach mit dem 
-as des Imperf., oder mit has (erat), d. L hi + as, woher 
dann auch wohl die Läiig'e des a in der 3. Sg-. Prät zufolg« 
Graf. S. 53. Die plur. aber, ausser wo sie in -en, viell. 
durch eine Verirrung' in das Zig*. Präs. oder gar Deutsche 
Prät. auf -ten, ausläuft, läs^t es sich, wie Im Sskr. die 3. 
Fut«, z. B. d&td (daturus, a, um sc. est) u. s. w., am Part. 
PI. auf -e genügen, wie dies anch zuweilen ^\e 3. Sg*. thut 
— Wie übrig-ens der Mangel oder das Erscheinen eines 
Schlnss-a einen Modal- oder Temporal - Unterschied be- 
wirkt Ykü^tn soll , erklärt sldi nicht aus dem Sskr. , su^ welchem 



ۥ WortMegHii^. , 355 

die tttiTiercn, con9onaiitis<^li abfallenden Formen ofTenbur besser 
stimmen, als die hinten mit -a. LIesse sich dieser Vocal et- 
wa als eine Verbalverstflmmelang' (est, erlt) nachweisen, so 
begriffe sich z. B. czorav-a, ähnlich den Formen mit -as, 
allenfalls als: farer est, erlt.=3 furor, furabor. Oder sollte 
fsr efg. tempor. - locatlre Bedeatung* haben ? S. ob. S. 2S8« 

y) Conjnnctir. 

1. Es Ist sonderbar, dass einzelne Verba sich für den Ind. 
des Conj. zu bedienen scheinen. So bemerkt Zipp.: „Der 
Conj. von kammara: mc kammar, tu kammoes, jol [joy?] 
kamel , kammas , kämmen , jol kämmen helsst auch : Ich bin 
schuldig ,^^ mithin wohl In dem Sinne: Ich habe versprochen, 
dass Ich wolle, sc bezahlen« Zipp. fQg>t hinzu: „Man 
setzt aber auch, wenn ein Missverstand zu besorgen Ist, 
udschlo (schuldig*) hinzu. Z. B. kameil les udschlo Er Ist 
Ihm schuldig; tunie kämmen mann Ihr seid mir schuldig. Tu-^ 
me homte kammenn man Ihr mässt mich lieben , aber mit dem 
Znsatz ndschle heissfs: Ihr müsst mir schuldig sein. Vgl. 
Lat. debere und Deutsch Schuld von sollen. Indess auch kam- 
mava Rtw. s. ob. S. 70. — Femer, nicht bloss: Mro zikker- 
paskero pennena [PK] 9 ke schon pasch dschlnel [sciat sc. 
qnis] adolater [von Ihr, sc. der Sprache], kanna drjst hom- 
mes [fni] Mein Sprachmeister sagt j dass man sie schon znr 
Hälfte weiss, wenn mau dreist ist. Kanna schukker hi wetra, 
talla homte dschfnnas, ke mjdschach wetra avela. Wenn 
schön Wetter ist, muss man wissen, dass das böse kommen 
wird. Kanna me kamava te rakkervav, talle homte dschinnav 
me kntti Wenn ich reden will, so nrass Ich etwas [elg. ein 
wenig] wissen. Auch: Na dschinnes tu fso [d.i. was =s 
etwas] nevo? Wisst ihr nichts Neues? Na dschinen, na 
pennena Man weiss es nicht, man sagt es nicht; ali^o soga^ 
3? PI. Ind. neben Conj. D schauen manuscha, fsoske? V^eis^ 
man, warum? Me na dschinnav, fsoske ada doctarls na 
vela? Ich weiss nicht, warum der Doctor nicht kommt? Vgl. 
ob. S. 209. Na dschinnas mee, fso andre fsastepen hl, 
fsir ke nafsvelo [e?] ham. Man weiss [l.Pl.] nicht, was an 
der Gesundheit ist, als wenn man krank ist [l.Pl.]. Ssavt 
mohl hi deia [das a davor wieder ausgelöscht!]? Was f^ 
Wein ist es? Me na dschinnav, mir! jek fsamenza [jek 
miri?] raange bitschidjas. Ich weiss nicht, einer meiner Freun- 
de hat Ihn mir geschickt. Vgl. dschannen turne nit? ob. S. 310. 
Mee dschinnas 314. Jov dschinnala, kej jov hi beschto (Er 
weiss, wo er 'Sitzt), allein auch: Jov dschlnnel [€oif).] peiä 

83* 



356 n. Granimatik. 

aduj adrj te lazel Er weiss sich da dria zu finden. Kohn te 
rakkel dscliionel (-naia), addo dschimiel but; doch add« 
dschinnel batir^ koha fsasti ischela schiel pasche Wer au re- 
den weiss , der weiss viel ; doch weiss der mehr , der schwei- 
gen [bleiben still dabei] kann. ^Me na dschinnava (Ich weiss 
nichi) als Berichiig'ung' des von ihm [mit Unrecht] für verhört 
g-ehalteneu Grellni. Me nadschannau. Anscheinend also bloss 
In Fragen und mit Neg. Indess auch zuweilen anders« Na 
bat, me dschinnava kutti Nicht gar wohl, Ich weiss fast nichts 
(wenig). Zipp. Dschannell (er weiss) ob. S. t49. Sit., aber 
Erfahren (AdJ). : Jov o swietto geijas trujal Er Ist In derf^] WeK 
herumgegangen. Jov bat dschinela Er weiss vIeL Jov rode- 
jas andro swietto Er hat die Welt besucht [cig. wohl: in der 
W. gesucht]. Tu dschinnoehs schon meschto te rakkervel Ihr 
fangt an , >yohl zu reden [du welsst schon gut : ut loqnator]. 

C. Bei te ob. S. 310. Z. B. zur Bezeichnung des tnt 

Busecha te llggervaf [dass \d\ trage] , te na kiaf, Sporen tra- 
gen und nicht reiten. In. allgemeineren Sätzen ist daher 
zuweilen die i«Sg., als gewissermassen Vertreter von man 
(s. ob. S. 274.), gerechtfertigt An mre devliste te pazzaf 
[dass ich an meinen Gott glaube], ashi devllskri butln An Goit 
glauben, Ist Gottes Werk. Keeraf [st. te k.] latschl bntia, 
shi drom ko bolepen Gute Werke thun, ht der Weg z«m 
Himmel. Tschoro kova latscheske te bikkevaf Etwas Schledi- 
tes für etwas Gutes kaufen. Fedidur e pireba te sdiplllaf , aa 
[nicht s. ob. S. 209,] e tschebaha Es Ist besser mit dem Fas- 
se, als mit der Zunge, anstossen« Fedldlr kok eres te dschav, 
fsir mydschach manuscheha Besser ist allein zu gehen, als 
[mit einem schlechten Menschen] keine gute Gesellsdiaft ha- 
ben. < Te dschakervaf te na vaf [müsste dies etwa 3. Pers. 
sein ?] ; andro tschiben te paschjevaf , na fsauaf Warten und 
nicht kommen; Im Bette liegen und nicht schlafen. Mescbto 
te dienervaf, te doch na te fahnevaf Wohl dienen und doch 
missfallen. Ssir jekeha fsir e wavereha te rikkervaf Mit Ei- 
nem sowohl als mit dem Anderen halten. Te llggervaf i 
plaschta apro schwakko peko Den Mantel auf beiden Schul- 
tern [jeder Seh.] tragen. I plaschta te liggerv.if apo do pe- 
ko, karik i balwal avela Den Mantel nach dem Winde [woher 
der Wind kommt] hängen. — Adova me kamava, te adoleske 
kerava me i butin [Das will ich, und darum thue Ich die Ar- 
beit], ke mee devliske te fahnevaf, kc me keek bangepen te 
na kerav , ke me schwakko manuschiske te dynervav te mesch- 
ta [hl grachingero , d. i. ohne Sünden] te merav Das ist mein 
Verlangen und Thnn, Gott Wohlgefallen, kein Uüredit Ikaii, 



C. WortbiCÄniiff« 367 

jedermann dienen und selig- sterben. Desgleichen 2. Sg-.: Te 
na kamnies tu butlr, fso nan bi [Beg-ehre nicht nielir, als^ elg*. 
was, nicht Ist] Mehr beg-ehren, als billig ist. Adova na 
tschcla^ ke tu dral o Lurlo te (sas Es steht Cibel, aus rollen 
Halse zu lachen. Vgl. ob. S. 213. In Betreff des Inf. be- 
merkt aber Zipp. in einem Schreiben an Kraus: ,,Es ist wohl 
ausser Kwelfel, dass dieser Sprache der Inf. ganz fehlt. Ich 
habe diesen Gedanken schon zuletzt äussern wollen: aber ihn 
der von Ew. >V. angeführten Beispiele wegen, welche das 
Gegenthell anzudeuten scheinen, noch zurückgehalten. Nach 
näherer Erkundigung und nochmaliger Vorlegung der von Ew. 
W. angezeigten Formeln, weiset es sich aus^ dass zum Thell 
mein Zig. geirrt, zum Theil auch der Con). für den Inf. ge- 
halten worden. Bi bntjakro nan hi roanuschus tschi , peskero 
dschyben te rikkervel [nicht: rikkervav Lsg.] Ohne Arbelt 
hat der Mensch [eig. der arbeitlose M. hat] nichts, sein Le- 
ben zu unterhalten [suam vitam ut sustentet]. (An e. a. St« 
io [tc?] rikker mit drüber geschriebenem -vaf. Von dem 
Beisp. ob. S, 31*. wird gesagt:) Ligger Ist hier nicht der 
Inf., sondern der apostrophirtc Conj. [?J. Mein Zig, blieb 
hier beständig d.tbei , dass er Recht habe. Dies zeigt auch 
die folgende Phrase : Tschuredingensfa dijas les tc merr. Der 
Imper. von nierava, ich sterbe, heisst: nier tu!; tc merr 
aber oder te merl ist der Conj. Te nier tirdcll [sehr, te 
dell] todtschlagen. Vgl. Lex. u. merav. Wenn ich, den un- 
bestimmten Modus zu wissen, meinem Zig. Formeln aufgab, 
oder überhaupt nur von einem Worte im Deutschen oder Lf- 
thauischen Inf. die Uebersetzung in seine Sprache ihm abver- 
langte, so w^ar seine Antwort beständig der Conj. In der 
3. Sg. oder PI." Vom PI. Beisp.: Te billcwen, schmelzen. 
Avrj te dschan (herausgehen); te fsauen (;3clilafcn). Vgl. ob. 
Harr. Im Sg. te chall (essen), te sali u. I. te lV:af (lachen), 
te chnell u. 1. te chnaf (cacare), te kill, kiaf (reiten), te 
fsungell, sungaf (riechen), mujall te dell, oder: te daf (auf 
zäumen) , te farewell , Mrewaf (fahren) , te marell , maraf 
fschlachten) , 1. Präs. Ind. me märavva. Te kurlll, kuraf 
(schlagen). Den Sg. hat so auch häufigst Pchm.; und ein 
solcher, wenn gleich auf 2. bezogen, rechtfertigt sich wohl 
durch die Allgemeinheit der ausgesprochenen Sentenz. Kia 
hoste adaj te nidrel [ut moriatur]? Wozu (willst d Hehler 
sterben? S. 71. Te k^rel ker, to xalas [Imperf], Bauen 
[dass du bauest] ein Haus, ginge an. 53. Passivisch: Pvnas 
pe» — te vakörel, liess sich [eig, gab sich] bereden [eig. 
wohl: dass ihn jemand berede]. — Einige Ungenauigkeiten im 
Gebrauche der 1. Conj. Sg» sind wohl mich durph dcA Sim- 



358 DL Grammatik« 

^1 des laf. herbeigeführt; als z* B. Mro iQvel dijas meen 
näri ^od! te leskero lav, dschimaskero dschiben te rodaf 
[ut qaaeram] , Gott hat uns onsem Verstand . and sein Wort 
gelben, das ewig-c Leben zu suchen« Mro i, dijas ada ma- 
nuschin (G. hat die Menschen g'eschaffen; eig^. g'egeben^ wenn 
nicht von Sskr. ihk)^ te keraf [incorrect: ut ego laliorem], 
st. ke te kerrn, butin [dass sie sollen arbeiten]. Umgekehrt 
steht falsch die 3. PL z. B, Me hom but drystldir (Ich bin 
Tiel kühner [dreister]), fsir avry zikkerdo (als geschickt, eig« 
aasgelernt), te rakkerven (zu reden; wörtlich: ut loqnan- 
tor). Me kammawa te resfenn Ich wilFs treifen; im Sg.: 
Baro wild ghrei hl; me k. te kell [eingeklammert: laf als 1. 
Sg« reiten, oder: nehmen?] Das Pferd ist sehr wild; ich wilFs 
reiten (zahm machen). Me k. te tschinnell (oder: te tschfai- 
nav) i poschum Ich will scheeren die Wolle. Me k. andro 
thd te blaawel (-vaf) Ich w* in den Rauch- aufhängen. Zipp. 

3. Die Absicht bei Verbis movendl. Xava te sorel Ich 
werde schlafen gehen Pchm. — Zipp.: Kizzi avoela jov, tot 
te zikkervel Wie oft kommt er, euch zu unterweisen? Me 
avjum te kinnaf Ich bin gekommen zu kaufen [ut emam]. Bat 
kaufleute awle ann ada fohro, gywa te kinneu Viele Kaufleote 
sind in die Stadt gekommen, Getreide zu kaufen [ut emant]. 
Jov vela te merel (oder Imper.: te mer') Er kommt zu ster-* 
ben. Akorik avela paale (von wo er wird kommen wieder), 
tschatschepen te rikkerwcl (oder: te rikker, ut judicet) e 
le mulinge te dschydinge (Gericht zu halten für die Todten 
und Lebendigen). — Theisfa awena bare schereskeskeri [sehr, 
-kreskeri] bare rela Morgen werden des Königs Räthe [gros- 
se Herren] kommen, o tschatschepen te keren [te rekkervenn], 
Gericht zu halten. — Adda paning te peeren, avena scheel 
romnjia Dieses Wasser zu schöpfen, werden 100 Weiber kom- 
men. — Sso hi tot ada stundakke keere te keren? Was habt 
ihr um diese Stunde zu Hause zu thun [ut faciatis]? Ale hom 
te var aduy, aprj mre zikkerdlste te dschakervaf Ich niusa 
da sein, meinen Sprachmeister zu erwarten, 

4, Imperativ oder optativ verwendet, bald absolut 
ohne ein regierendes Verbum, bald von einem solchen abhän- 
gig, wie z.B. namentlich oft von dem verstümmelten Imperat. 
mo (d. L Lat* sine, lass), welches dem eben so häufig ge- 
brauchten Lith. I a i entspricht. Mo rakker flmper. S.] Er rede ; 
mo vel [Conj.] Er sei. Jov kamela te rakker [-vel drüber 
geschrieben] latinitkes gille zikkergindc Er will Latein reden 
vor Gelehrten. •«— Kohn kamela, kc wäver meschto lester te 
rakerwcn [ut loqnantur], adova ma mo raker' mydschach c 
wawerister [Sg, S, 278.J Wpr will, dass mm Gptes yon ihn 



a Wortbieguiig. ^9 

reden soll« der rede nichts Böses von Anderen. Vgl. ok 
S« 310. Hedensarten, (jiiteö) su wönschen: Mo prosdiker tot 
mro dcvel (GoU verg-eb es dir). Te rakker [Iniper. S.] g* ok: 
272. ZIpp. , aber Pobm. arakhel [Conj.] mro devcl [Gott be-. 
wahre !J S. 34. ; Biscli. Mor dewel rakkelales Mein Gott ver-^ 
hüte [elg^. wohl Ind.] es; wie — dela tute {G. gebe dir) n« 
lieben. Zipp.: Mo de! tot mro devel bat bacht; — tro fsa- 
stepen (Gott gebe dir viel Glück; deine Gesundheit). Mr«. 
d. mo tschel tokke pasche; mo haddel tot (G* stehe dir bei; 
helfe dir). Te haddel tot mro d. (Es helfe dir unser G*). 
Mro d. mo vel toha (G. sei mit dir). Me wünschkervava, \m 
tokke te vel shalauter meschto Ich wünsdie dir alles Vergnü- 
gen ; vgL ob. S. 97. Wunschervava , ke te del tot mro d&-. 
vel bacht 9 fso tu kokeris kanioeha [dir Glück gebe, was 4« 
selbst wünschest] Ich wünsche, dass dich Gott nach solbstel«' 
genem Vergnügen beglücken möchte. — Te lell tot o heu§. 
Dass dich der Teufel hole! Dewel mollell [lass nehmen] tot|. 
Gott hole dich, wobei noch: Me kammava te lell [Ich wün-^ 
sehe", dass er nehme] bemerkt worden. Te d^ll tot i butin :ie 
merr [Es gehe dir — den Tod] Dass dich der Donner er- 
schlage! Te kürnjus tu! Dass du verfaulest! — Ausdruck 
der Höflichkeit: Penn tu niange* Befehlet mir. Mo trebol. 
tro rakkles [Acc. vgl. oh. S. 177.] tokke ^ fser tokke fahnoUt 
Brauch deinen Diener [eig. sine usus fiat tuum servum tibQ^ 
wie dir's gefällt. Mo dschal Er gehe! Mowell jov adry La^Hl 
Ihn hereinkommen! Mo vel adoleske schon akkiakes Es mag 
dem also sein. Mo vel fser vela, mee les bald schnnnalui 
Dem sei, wie Ihm wolle [es ist], wir werden es bald erfahr 
ren. Zipp. Vgl. Bisch, mowell' peske [Lass es sein für sich], 
Meinetwegen. Honite meras, mo vel hargo [a?] mq vel sfcl^ 
Es muss gestorben sein früh oder spät [Wir müssen sterben^, 
lass es sein lang, I. e. s. schnell]. Lazaha märo, mo vä# 
key vaha Wir finden allenthalben [wir seien, wo* wir siud]» 
Brot zu essen. Te lav fso te lav andro mro muy , to U- 
mange kirko Ich nehme, was ich will, In den Mund, so isl*g[ 
mir bitter. Vgl. ob. S. 277. — So aiK^h mit mek, das stel» 
von mo fast nur in dem höheren Grade etymologischer Klar-r; 
helt unterscheiden möchte : Mekk adava te tschel ! Lass daa- 
bleiben ! Mekk man te kerav Lasst [lass] mich machen. Mekb 
men akkiakes te keras Lasst uns so machen. Zig! mekke» 
apry mende te dikkas Nun, lasst uns auf uns sehen. Mefc; 
meen te fzig te vel kerdo Lasst uns mit Lust ein Ende ma»». 
eben [dass schnell es werde gemacht]. Mekk men kl butiK 
te dschas, ke te vas krik Lasst uns zum Werke schteliM^ 
[dass] lasst uns fort machen* Melj^A i^ 4as e grea [A«].e 



SM IL Grammatik« 

btsfdM [te ras dorldir krik, dass wir können weiter kom- 
mefk\j te zi^idir te kias Lasst nns den Pferden die Speren 
gdien j und ^esdiwinder fort reiten. — ^ Duiver mekjum man 
schon rat te knr Ich habe mich schon zweimal zur Ader las- 
sen [ei^. dass er Blut schlage; Imper.j« Mekk man te pjell 
Lass mich trinken. Me mekkava te pj^Il Ich lasse tr. Me m. 
— les te merel; — tot te meres Ich lasse Ihn, dich sterben» 
Jov mckkela man te merav Er l&sst mich sterben. Kohn mek- 
kene [PI.] te butschin [3. Pl.J? VTer lässt fragen? Eben so: 
nee mekkava (u. me mekjum) te b. Ich lasse fragen (habe 
fr« lassen). Zipp. — Ilantakko , hawo job mukkdafs ann' jek 
Ms hauerwell (kVell) Ein Grab, welches er in einen Fels hat- 
te hauen (machen) lassen [eig. ut incidat, faclat sc. qnis]; also 
ameh s=s Frz. faire. LG. Mekkennmenn kann didschjas [di st. 
te] pallal (anni) B. L. II. 15. — Bisch. A jow a kela [sehr* 
■mkela, vgl. vermiethen] te tschln^la [scribit als Ind.] tschies 
da trupes gerik Der lässt sich [fehlt!] Seele und Leib rer- 
sehreiben [sehr. fort]. 

& Te daf tachall (speisen); — te pj^ll (tränken). Mam- 
ma dela te [Pron.?] tschawes [A. st. D.; oder -te ausgelas- 
sen?] te pJell Die Mutter giebt dem Kinde zu trinken. De 
meen te pjel [bibat] Gieb uns zu trinken. Vgl. Pchm. S. 19. 
Te daf te chall (futtern). De greis to [te?] cball Gieb dem 
Pferde zu fressen. Adawa hy, fso te chall, Das ist Futter 
M fressen. 

0. Kamava entweder mit gleichem oder ungleichem Subj. 
Me kamave te hunawe (Ich will hören) R ü d. s. ob. ; wo das 
t. Verb, auch Ind. sein könnte. 

Pchm.': Kamav te czines (volo ut scribas) S. 18. Ka- 
mel, kaj te pijas (vult ut bibamusl. Kaml'as (Perf.) te xanel 
& W.; kamlas [Perf. oder Imperf.f] te del 70. Sie wollte er- 
fiihreni geben; kamVas les te chudel Er wollte es erhaschen 
75* Kamindos te barvaPol (Cl. II.}, te lel, wollend reich wer- 
den 54. , erhalten 59. Nakaniav t*avar Nicht will ich sein 75. 
Kamav te xav Ich will gehen §. 30. ; kames te xas ; kamel to 
xal. PI. kamas te xas; kamen tc xan. Vgl. u. Zipp. — Mo 
les kamav te mukav (Ich will ihn lassen) te terd'ol (dass er 
stehe SS stehen) S. 19* Mo kammava dni rege [d. 1. Reihen] 
kotscheka andr j mrl choluv te mckav te keren, oder : te tschi- 
ven [ut faciant, oollocent] Ich will 2 Reihen Knöpfe an moine 
Hose machen (setzen) lassen. Me k. te makkaf man apie 
[a^e? vgl. ob. S. S92.] dewiiste Ich will mich auf Gott ver- 
lassen. Andre mro piro kammena niange [D.] rat te mekken 
Sie wollen mich am [an meinem] Fusse zur Ader [eig. Blut] 
lassen« Zipp. Un Jon wlakedenn leskro I [1] tadcss (Und sie 



C, WortWegniig, ^ 8(H 

wfnkten seinem Vater), bar Job te karell less [scbwerücb x»- 
sammen als Imperf.j cammeles mukela (wie er ibo wollte liels- 
seil lassen; wörtlicb: wie er, dass er belsse, ihn wollte lässt) 
L. I. 6«. Fr. 

Biscb. mit Ind. Na g'ameba te pennaha les? [Das a 
In p. nng'enauer als das e in g-.] Willst du die Antwort ver- 
weigern [nicht sagten es]? — 8. 104. Na g'amela te g-errah« 
Scbwerlldi: Er wiH's nicht tbun, sondern: Er will, da^s wir 
oder d u (vg-l. S. Ä>.) u. s. w. — ü. wlderrnfen : „Aclfache- 
das , ag'anna gamcla te penneha u tsch. , d. b. Er hat ^elog^en^ 
jetzt will er die Wahrheit sagi^n^^; allein entweder su schrei- 
ben: pennela (dicit), oder: Er (der Richter) will, dass d« 
u. s. w. — S. 37. Ho kemaha [kam.] te gerraha nien , was wir 
thun wollen. — S. 30. Me kawa [sehr, kamawa] te ^errela (te 
tschinela) mang'e je pultines ku moskro Ich will mir ein At- 
testat vom Schulzen hier machen (schreiben) lassen. Ist kn 
beim? ob. S. 297. mit moskro Schultheiss (etwa der sog;. Gen. 
von muj s. Lex.) Bisch., in welchem Falle der Schreibende 
ein Aliquis sein mösste; oder, durch bloss irrthämllche Tren- 
nung' , = knremaskro (Schulze), was v. Bohlen angemerkt 
hat? S. noch ob. S. 310. 

Zipp.: „Das Fut. wird ansg'edrückt durch das^Präi)., 
oder durch das Hälfswort te kammaf, wollen; z. B. Me da- 
ya, oder: me kammava te daf Ich werde geben.^^ Vg*]. ki^mj 
in Sskr. Denom. Bopp. Gr. crit. r. 581. — 1. Me na kamma- 
va te wisf nasfwelo Ich will nicht, dass du sollst krank sein. 
Vgl. S. 312. Me kammava (Ich will) — te daf schoja (pfei- 
fen); — te rywaf, oder: te rywell (anziehen); i — te mor^II 
(waschen) ; le [vg-l. ob. S. 244.] masfe [PI. ?] te pekinn [at 
assent] , das Fleisch braten. — 2. Karomeha tu mansfa te 
dschasf? (Willst du mit mir g-ehen?) Me dzava g'ernto [et- 
wa eine Art Snperl. ?] Ich g'ehe sehr gern. Tu kamjal [b 
von zweiter Hand] , ke me toke te pennav [dass ich dir sag-e], 



kizzinge [D. pU' 
dir lassen kann 



me toke fsasti mekkava [um wie viel ich es 
ado me toke penjum. Sie haben den g'e- 
nauesten Preis zu 'wissen verlangt; den hab' Ich Ihnen ge- 
sagt. «— Kamela te rasful [Coig. II.] ; — te dell fsapeuno ; — 
te per [Imper.] pachlinn Es wUl thauen; regnen (Nässe ge- 
ben) ; reifen (Reif fallen). — 3. tschiriklo. kamola te ker [Im- 
per.] pesgi [i). ; auch : pes A.] gencsta [Genist ; richtiger 
wohl: je nesta] Der Vogel will sich ein Nest machen. Me 
penjum leske o tschatschupen , aber jol [jov?] ne kammela te 
schuncll Ich habe Ihm die Wahrheit gesagt, aber er will nidii 
hören. Dewel man[?] kamehla man te rakkell, Gott will mich 
beschütuen« Dicwei kammela ado mahuscbin te patuvaf [1. 



802 n. GraittJttatilu 

Sg.'il]^ kon mamMch« iure devlis patuv dela [n ai. Ij, GoU 
will die M. [wieder] ehren, die ihn ehren. S. Rüd. ob. «— 
PL 1. Kanimaha te chas Wir wollen essen« — - 3. Mire rakle 
kammena tachall [ut comedat] Meine Kinder lielien zn esisen 
[essen g'ern]; nanilien [non e»i iisj keek kova pa84;he len^eri 
bittin. Sie haben aber keine Lust sra arbeiten [bei ihrer Arbeit]. 

Ich will sterben u. 8. w. bei ZIpp. : 

S^. Me kammava te nierav 

Tu kamoeha te meroes 

Jov kamela te merel 

PI. Me kaniaha te meraä 

Tome 9 jol kaniena te meren« 

Me kanimaves [Imperf.] ke me meerav Ich wünschte, das» ich 
stiirbe ; — " ke me te mojunimes [Plusqpf.] , dass ich g^estorben 
wäre; — ke tu te keroehes, dass du machen möchtest; — 
ke te vel tschatscho, dass es wahr wäre. 

Ich wollte ^ehen u. s. w. : 

Sg. Me kammaves te dschav 

Tu kammoehes te dschas 

Jov kanieles te dschal 

PL Mee kanimahas te dschas 

m 

Tome, jol kammenes te dschan. 

Ich wünschte, dass ich nicht gekommen wäre u.s. w.: 
Bg*. Ke na vjummes me [Plusqpf.] 
vjalles tu 

— — vjahas jov 
PL Tjammes mee 

— — yjannes tome 

— — vjahas |ol [vgL 3. Sg.] 

Sg. ke te pjav me*) ke me te pyunmes ***) 

— — pjes tu **) — tu — pijalles 

— — pjel jov — jov — pijabes 
■ PL pjas mee — mee — pijames 

pjen tume — • tume — piannes 

— — pj^n jol — jol — pinahas. 

Ilienach beurtheile man GrafT. Ms. zu S^ 10.: ^jDie kl- 
fedte Wiegand übersetzte: Me gamabes, di homeses [das 
eine -es gewiss falsch!] koi Ich wollte, ich wäre da; aber 
Sophie i^agte, es hiesse: — di homes koL Adelheid und 



*) Jol [jovp} mangela man, ke -^ Er bittet mioK, das« — 

**) Ich wünsciie -^'dass du trinkest (Conj. Präs.). 

***) leb wünsche «- dass ich möclite getrunkea haben (Plfisqpl.)« 



C.. Wortblegnugt 369 

Friedrich sag^n: — di wab' koi, denn „di honies kql^^ hels-» 
se: Ich wäre dag'ewescn; so dass es scheint, als ob Me.w«- 
ba auch der Conditionalls von ,, ich bin '' sein kdnntek^^ •— Ue^ 
ber wab als Coiy. s. ob. S. 331* Die Verninthun^ bei Gra& 
S. 21*9 dass sich auch ^^Me gamabes, di wab es [Impert] 
eh. Ich wünschte, wenn ich gebrannt wäre^^ sagen lasse, ei^ 
hält wenigstens durch Zipp. keine Unterstützung. — Oke aU 
tro djnaris; kaninioeha tu, ke te liggervel jov e lieia apr«! 
posto? Da ist Euer Diener; wollt Ihr, dass er die Briefe nuak 
der Post trage? Kanna kamoeha tu, ke mee dui te dschas. 
ke jov [ob. S« 232.] V Wann willst du , dass wir beide zu Um 
gehen? Auch gelbst der Conj., wo wollen bloss logis^ 
vorhanden i^t : Tu na homte voesf [S. Sg. Conj.] däranno^ 
kanna tu i walldschittko tscheb te zigkjevoes Man muM 
(auch) nicht furchtsam sein , wenn man die Französisclie Sprik* 
die lernen will. Zipp« Hol ti k'rass cammehe? (Quid, ut fa^ 
ciamus, vis?). L. IlL 4. Fr., v^l. ob. S. 332. 333. — Rüd. oh, 
S. 328. 

7. Mang:ava, te dschangevenn [ut suscitentj meen teuH 
ffrla apry Lass uns morgen zeitig* aufwecken, ich bitte euc^i 
darum. Me mangava tot, ke te dilckes man ada wolta per- 
dal Ich bitte eudi,^ meiner zu schonen [dass du mich diesmal 
übersehest]; — te Icinerves mange jek schtiknadla (mir ei«e 
Stecknadel zu leihen)* Me m. turnen, leinerven [hier Imp^r«, 
möglicher Weise aber auch Conj.] tumen mande tumare katli% 
te tschinnav mre naija tehele Ich bitte, leihet mir eure Schee^ 
re, meine Nägel abzuschneiden. Vgl. ob. S.312. — Fanobr 
la tot, te probirewesf ada fsocha apry tutte? -^ Beliebt's (Ga^f 
fällt's) dir, den Rock anzuprobiren? Me pennawa -toke (Idi 
befehle dir) , te naasches u. leske (ihm) , te naaschel (zu lau«: 
fen). Doctarls penjas mange, ke te pjav moli:a Der Arzt ktii 
mir Molken zu trinken verordnet. Dscha, pen e feldsclieriskei 
te vel te pandel man Geh , sa^' dem Feldscheer, dass er kom- 
me und mich verbinde. Zipp. Pchen leske, kaj te xal Sagf 
ihm, dass er gehe. Pchm. 

, 8. Kaj latschi mohl hi, to na trebbe [vgl.. ob. 8.98.] 
keek kränze avry te blaaven [3. PI.] Wo guter Wein ist^ 
darf man keinen Kranz aushängen. Vgl. ob. S* 316« Tu has 
drovent patuvakro; me haijuvava kutti, na trebbohla man tf 
chochevav. Ihr seid gar höllidi; ich verstehe ein wenig, dai 
darf ich nicht läugnen. Zipp. — Natromas okia te xaa? 
Nicht darfst du fortgehen? Pchm. S. 74. Kai pes natromal 
buter — te daral, dass er nicht darf mehr — fürchten. 64. -tt- 
Mange avela zu [Mir kommt's zu],^ te dav tokke i patuv Es 
gebührt mir. Euch zu dienen [die Ehre. zu geben]* — . Ada- 



M4 



IL Grammnfik» 



ru schtameii hl mAng« [d. I. mir] bii^Io Dieser Leiinstahl ist 
brelU Vg^j meschto te kinjervcs tot apry Ja, es lässt sich 
gtit darauf ruhen (Er ist gut, dass du dich darauf ruhest). 
Meii^ bl meschto te pennas te te keras (Wir haben gut sa^ 

Sn und machen); o beero doch na dschala bi kercpaskero 
as Schilf g'eht doch nicht ohne lluder; wohl clg,: ohne Ar- 
ftfk). Adava hi: kanna mann^ch pes meschto na rikkerla, te 
leske love nanhi, to naschti kerla jov tschi (d. i. Wenn ein 
M. sich nicht gut h&lt und kein Geld hat, so kann er nichts 
avsrichten). *- A hi drovent paaro, akkia but rakkerpea 
[Sg.t] ke te haijun [C1. II. PI. 3., wo nicht 2. Pers.] Es 
tat sehr schwer, so viel Sprachen zu verstehen. Vg'l.ob. S.330. 
•— Mre reia, me na honi ziklo, ke me harg'a toha te din- 
gvrvav Ich bin nicht g'ewohnt, lange [ndt dir] su dingen. 
Nischti »ikkervava (gewenerrava) man, te ligg-crvar heerin- 
gtn dorija Ich kann mich nicht gewöhnen, KniebMnder sta 
trag'en.' Bisterdura te kinnaf pulvre te bikke Ich liake Pul- 
Ter und Kug'eln zu kaufen vergessen. Ligger tu ada liela 
apro postos, te ma bister, ke to prei.skewoes postitko love 
Trag diese Briefe auf die Post und ver&iss nidit, das Post-» 

geld zu bezahlen. Tu bisterjal te aniies Ion toha [vgl. ob. 
• 190.] e rettingingi Du hast vergessen ^ Salz mitzubringen 
M den Radiesen (Rettigen). — Kanna tu dral o wesdi hal, to 
dik, ke te dscnas tu [ut eas] apro serwo wast Wenn Ihr 
ans dem Gehölze kommt, so gebt Acht, dass Ihr euch auf die 
Hake Hand wendet Jol dizohna, fsir neve te ven Sie 
scheinen ganz neu zu sein [sehen aus, als wären sie neu]. — 
Keer tu, ke ta chasf mee zig Macht, dass wir bald essen. 

— To dosta, ke tu loeha [Ind.] te rakerves [Conj.] Das ist 
genug, um anzufangen (dass du nehmest) zu reden. Le tot 
andr j jak [Nimm dir ins Auge vgl. Pchni. S. G2.] , te na del 
tot lattedjni Gebt Acht, dass es Euch nicht einen Schlag gebe^ 

Der Conj. scheint im Ganzen mehr in Fällen zu stehen, 
wo eine auf den Willen bezogene Möglichkeit hervor- 
gehoben werden soll, als dass ihm z. B. hinter den Verbis 
sentiendi et declarandi Raum gegeben wtirde. Z. B. 
Pennena, ke meschto rakervena Man sagt (dicunt), dass ihr 
gni redet; mithin hier, abweichend von der Bedeutung des 
Befehlens (s. ob.), mit Ind. — Me fsaulchir vava fser 
Irav manusch, ke me keek trommen na gewinner vava (Ich- 
schwöre es, wie ein braver Mann, dass ich nicht einen Tha- 
imr davon ge^^inne), oder: ada tanneske bntir na lijum, fsir 
rooll (fttr dies Tuch mehr genommen habe, als es werth Ist). 

— Me denkervava, ke zu but mangoeha Mich dünkt, dass 
Ihr zu viel fordert« — Me pazzava, mre reia^ ke to per«» 



C Wortbit gnig. 36fl 

dal mro rakkerpen g^edioha leb glaube, m. H., dass Sie mÜ 
meinem Gerede Mitleid haben. 

Sod«inn scheint, wo im Deutschen das Fat. g'esetst wor- 
den, immer auch die läng-ere Form den VoriSU^ erhalteii m 
haben. Z. B. Aveia lesikC k a m 1 o , ke tu les rodeba Bs wiri 
Ihm lieb sein, wenn Ihr ihn besuchen werdet. — Me pa»-* 
devava, ke fahnola tot ada fsocha Ich glaube, dass Eadi 
der Rock gefallen wird. Me p., ke meen o devel hadela Ich 
hoffe, dass Gott uns holfeu wird. Schunj,an tu jekester, k0 
vela kurepen? Habt Ihr von jemand gehört, dass wir Krieg 
bekommen werden? Pas&oeha tu, ke meen avela pokolno- 
pa? Glaubt Ihr, dass wir werden Frieden bekommen 1f Me 
pazava, u4 Ja. Me p., ke vela k. Und ich glaube, wir wer- 
den Kr. b. Ssoske pazoeba tu adava? Warum glaubt Ihr 
das'^ Ke me schunjum, ke maare luredde ketteny dschaM 
Weil ich gehört habe, dass unsere Völker marschiren [Soldur 
ien xusanimen gehen] werden« Kanna, pandavene jol, ke hart 
scberiskero krik dschalaV Wann, meint man, dass der König 
abreisen werde? 8so pennena, kay Jov dscbala? Wo [was] 
sagt man, dass [wohin] er hingehen wird? — Na putsch im 
keekister, kanna tu schon hajoha, ke tokke job o tscha- 
tschepen na pennela Frage nicht jemand , wenn du schon mer-: , 
kest, dass er dir die M^ahrhelt nicht sagen werde. — Dik- 
ken kokeri, mre reiale! fso turnen fahnohia Seht selbst wä^ 
ihr Herren, was euch gefallen wird. 

In wie weit etwa von einem Conj« Prät die Rede sehi 
könne, wird man aus dem Folgenden ersehen. 

J) Imperf. 

Zipp.: Sg« 1« Me kammaves Ich möchte IlebeMj 
me k. butidir [mehr] Ich wollte lieber (mallem). Me k., kf 
te vav me leha prindschkerdo Ich möchte ' mit ihm bekanik ' 
sein. Sso kamoeha tu, mre rheia? Was verlangen Sie, wl 
H.? Me k. je schukker te meschto tan rachimjakke Ich woll- 
te gern ein schön und gut Tuch zum Kleide haben. Me k, 
ke te vel [sei] tschatscho, fso manuscha pennena (Ich wolltei 
dass es wahr wäre, was die Leute sagen); to me dschls- 
naves, fso na dschinnav (so würde ich wissen, was ich ilcht 
weiss). Me tschivaves man wohl andry Ich möchte wokl 
etwas wetten (eig. mich setzen ein; tschlmoneste , um etwas). 
Te vam me [st. vav nie durch Assim. vgl. ob. S. S35. t6^ 
332.] anna tro stetto, to me keraves akkia te akkia Weaa 
ich an deiner Stelle wäre , so würde ich*s- so und so mach^. 
Pennena, ke jov karedjno hi apro merepen. Man sagt, dasa 



306 II. Grammatik; 

er tttdtiich verwundet [auf den Tod g'escliossen] ue\. Me dro^ 
rent grechevaves leske (auch: mang'e avel^s leid Das 
flNilUe mir leid sein) , Ice jov hi lioino niannsch leb würde ilin 
sehr bedauern; denn er ist ein braver, ehrlicher Mann. — - 
B. Kizi pnlvra bi tot ana tro bornos! Wie viel Pulver habt 
Ibr in eurem Home? Kizi wolta ladervoebes tri karepaskeri 
ada pnivrater? Wie viel Mal ladest du [wohl: pflegest, kannst, 
•der möchtest du L] von dem Pulver. — 3. Gemeiniglich: Sso 
BNinuscba rakervena, aveles but woUe tschatscho Was die 
Leiite reden, ist oft wahr [pHegt wahr zu sein; s. venes 
8. PI. ob. S. 315.]« Kanna te na vel [Conj. Präs«} adda rakja 
ada bango nak, to vel es schukker rakli Wenn dieses Mädr- 
cben nicht eine so krumme Nase hätte, so würde sie ziemlich 
[■lebt ausgedrückt] schön sein. Mekk mcn te keras tschinione 
Lacnst uns also [vielm.: etwas] machen. To vela fedidir, 
kanna me adava te keras [Conj.] Es wird besser sein, wenn 
wir das machen. Aveles adava wohl fedidir, fsir me adara 
le keras? Möchte es besser sein, wenn wir es so machten ? 
— PI. 1. Merahes ob. S. 309. — S. Tume kerenes fe- 
didir , feir etc. Ihr würdet es besser machen , wenn n. s. w« 

Pchm. Sg« 1. Te — uprd pcburdevas, szaj avavas 
Wenn ich aufbliese, könnte ich sein S.66. Xid'aravas but 
hfrsza Ich ernährte viele jfahre S, 58. (2 mal), also wohl im- 
perfectiv im Sinne der Slaw. Gramm« — 2. Kana salaa suto 
Als du lägest. 65. — 3. Parikereles (Er dankte, Böhm, de- 
kbwal), aber Perf. parlkerd*as (bedankte sich, Böhm, pode*- 
kowal); pchenelas (erzählte), rovelas (weinte 58. 59., diw 
narovelas, kaum er nicht weinte 74.; kaj rovel, dass es wei- 
ne 60.), hoske rovelas? (warum er weinte?), te jov odova 
avclas (ob diese es wäre? pchendjndos ksg avelas, sagend, 
dass er wäre 57.; allein kaj czäczes avl'as leskero [p. ?j, 
^s wahrlich wäre die seine, ist unstreitig ei^. Perf., dass 
gewesen ist) 59. Mang'clas (er bat; auch 61.62.), kaj uszta- 
vclas [Böhnu z'cby — budll) 57. Kerelas (sie arbeitete; vgl« 
auch 76.), usztelas (pflegte aufzustehen, Böhm, wstawala), 
n^i^^velas (Böhm, budila) 62. Amenge irinelas (uns anstün- 
deX54. Rodelas (er suchte) 60., tchovelas (pflanzte) 53., 
pcnurdelas (blies) 56., pchenelas (sagte) 65., pchuczclas 
(fragte) 67.76*, cbudelas (schöpfte, sc. Atbem) 72., ,misli- 
nelas (dachte , vgl. ob. S. 98.) 66. , xanelas (sie wusste) 70«. 
Ca^gerlas (er baute) 57., ist entweder Imperf. und e durch 
Sjnkope ausgefallen, oder Perf. mit T. Vgl. kamlas (si^ 
wollte), 70. — PI. 3. Lenas te denas Sie würden nehmen , wenn 
map [2. oder 3. PL] ibnen gäbe. S. 18. Asenas (sie lachten^ 



C. WortbicgMg. 397 

54« jCholarenas (sie wurden Kornfg), kana aroka pelienettas 
(als 60 sie redeten) 63. 

€) Plusquamperf. 

Zipp. Sg*. 1. Te vel [Conj. Praes.] adava (^schai^lm,' 
io me andro tfkkno zyro bnt «ikkjijumnies Wenn dem so' 
wäre, so wOrde ich in kurzer Zeit viel gelernt haben. — %* 
Homte vjalles ob. S. 315. -^ 3. Kohn adova pandejahasy 
pazejahas, pennjahas? Wer würde das g^edacht^ ge-r 
glaubt, gesagt haben? . • . . 

Pchm. Saro — pes rado barv aTirdehas, der — 
sich gern bereichert hätte S. 60. Leperd'as pre peskrl lit'hl, 
havi tchod'ahas Er erinnerte sich seines Bannies, welchen: 
er gepflanzt hatte 55. Auch Pass« 8. 57.: Kana m bassn« 
favTahas naszado, mangelas Als schon der Hahn sollte' 
(ausgedröckt dinrch: te) geschlachtet werden, bat er u. s. w«- 
•7- Zuweilen steht an dessen Statt das Perf., z. B. kana- 
pchend'as fda er gesagt hatte, wie Lat« postquam dixit). 

Graff. S. 46«: Di gnrdas (gurdahes?) man job, gur-^ 
domes nie les Wenn geschlagen hat (hätte) mich er, hSMe 
geschlagen ich ihn. Vgl. S. tO. 

Augenscheinlich wechselt In diesen Präteritalformen mli' 
dem conjunctiven, oder wohl richtiger conditionalelr 
Gebrandic auch nicht selten ein indikativer ab, welcher' 
letztere eher die Grundlage des ersten gebildet haben möchte, - 
als umgekehrt. Man vergleiche In dieser Hinsicht z. B. Krö«* 
ger's Buch: Von der Folge der Zelten u. s. w. und Ober iem 
Gebrauch der Präterita des Indicativs anstatt der con- 
dltionalen Zeitformen. Brannschw. 1821. S. 333 ff. z« B« pote-. 
ram, oportebat, debul, non debueram u. s. w. 

C) Xothwendigkelt, Möglichkeit. 

Die genannten Kategorieen der Modalität erhalten imi 
Zig. Ihre Bezeichnung durch Indecllnabilla, von denen: 
schwer zu entscheiden Ist, ob sie etwa adverbialen Werth ha-" 
ben möchten (nothwendiger, möglicher Welse; Poln. ha, nie; 
Ixa Es Ist leicht möglich, nicht möglich), oder vielmehr ver-^i 
balen gleich den Lat. necesse est, oportet, fas est, licet, de^> 
cet U.S.W. S. fiber den verwickelten Gegenstand Dlefen^ 
bach Berl. Jhb. März 184«. S. 379— 380. 

Vorab werde bemerkt, dass die S. 310. besprochene 
Conj. te, ganz für sich allein mit einem Conjunctlr.- 
(seltner Im per.), die Macht besitzt, ein Sollen oder Mü9- 



368 IL Grammatik. 

seil Missudrackcn , was vielleicht als eine kryptische (d. lu 
logrisch durch ein, so cing-eleitete Sätze reg^ierendes zweites 
Verboni zu ergänzende) Redeweise gleiten mag'. Mit dem Im- 
per. z.B. Schwaicko devlckuno manusch te banschker [eig'« 
Er beug-e] peskere tschanna, kanna jol mre dcvHs godla dela 
Eia jeder fromme Christ soll die Knlee beug'en, wenn er Gott 
anruft. Te annaf me 1 schinka addejr? Soll ich den Schin- 
ken herbringen [hier zusammengeflossen mit dem Interrog. tc 
8.309.]? Sso me kerava [PI. 1. keraha]? Was soll ich ma- 
dien? Eig. Fut.^ vgl. Pchm. S. 57. So auch Zipp. Me les- 
kero prindschkerpen tuke kerava Ich will Euch seine Bekannt- 
schaft zuwegebringen. Me keraha les, kanna meen jeker zyro 
avelas Wir wollen's thun, wenn wir einmal Zeit haben. Me 
adava dosch na kerava Ich werde diesen Fehler nicht begehen. 
Allein Sso me te lav adry? Was soll Ich einnehmen T Sso 
me te tschlvav aprj da chew? Was soll ich auf die Wun- 
de legen? Kohneha me te rakkerwav? Mit wem soll Ich 
reden? Andri jek stundatte paale te vava ich will in 1 St. 
wieder kommen ^ muss aber wohl genauer: Soll ich n.8.w. 
als Frage genommen werden , und hat wohl der futur. Geltung 
wegen nicht fvav. — 2. In den X Geboten: Tu te na [vgl. 
Lat. ut ne] t seh eres [vgl. czores Pchm. S. 86.] Du sollst 
nicht stehlen [dass du nieht stiehlst!]. Tu tri fsauel te na 
phagges Du sollst deine Ehe nicht brechen u. s. w« Fer- 
ner ^ abwechselnd mit Imper.: Schunn, dik, denker, aber te 
tnches schtell; to tschoeha tu andre pokolnepen Höre, sie- 
he , denke , aber schweige [du musst bleiben still] ; so bleibst 
d« im Frieden. 3. fsimaskro te annell zig ada tauenni 
fsocha Der Sdinelder soll das tuchene Kleid bald bringen 
[dass er bringe!]. — PI. l.Meemre devlis te kammas per- 
dal fshaaro, te schwakko manuschus fsir meen kokeres [Adv.] 
Wir sollen Gott über Alles lieben, und unsern Nächsten [je- 
den M.] wie uns selbst. — 3. Tevenn pokoino Ihr sollt 
zufrieden sein. Vgl. Mekken man pokoino; me kerava ke tume 
hmte ven p. Lasst mich zufrieden ; Ich werde machen , dass 
Ihr sollt z. sein. — 3. Akolla te kerrn latsche butln Sie 
müssen gute Werke thun. — Irvlne nach Diefenbach's rich- 
tiger Erklärung: Beug dl [sehr. B. di] waladoki [I. e. diabo- 
Itts ut veniat tibi] pur! Devil take jour bellj! eig. der Teu- 
fel fahre dir [in den] Bauch. — Bisch. Megijum [cepi; oder 
st. dijum d. i. dedi?] leske law, gai de wela Ich hab' ihm 
hinterlassen das Wort, wohin er kommen soll. Das de darin 
ist nun, der bloss ungenau aufgefassten LautabweichuQg un- 
geäditet, offenbar nicht vepsdiiedeu von te, z. B. In Penndum 
l^e te wila Ich habe gesagt ihm, dass er komme S. 46. 



C, Wortbiegmig. 369 

v^l. 31. An dieser Identität macht mich selbst nicht der u« 
einimpfen ang-e^ebene Satz irre: A g-anna tschiw^na a g'ollis- 
ke [Jetzt legen ^ oder: schneiden? sie ihm]^ tc nane de wela 
leske botja [dass er keine Blattern bekommt; oder g'^nauer 
wohl: bek. soll]. Nämlich entweder ist in üblicher Weise ob* 
S. 312. ke nane te zu schreiben , oder auch die Lesart S. 310. 
richtig-, und das erste te bloss zum Behufe der Unterordnung 
unter den Hauptsatz g-esetzt. Yg-I. ob. S. 263. wahlin, te — • 
De mande (Gieb mir) — mor dikles te kossäwa man tele (dass 
ich mich abtrockne) S. 23. ; — te gunschewawa (dass ich bür- 
ste) u. Bürste. Te nane naschela (dass er nicht wegläuft) s. 
bewachen. Awfela jewawa [sehr, ke , oder te wäwa] gerik 
Es kommt [wird geschehen] , dass ich loskomme u. hoffen ,. wo- 
für fälschlich Bisch, awaf angiebt. Da sich bei Bisch, hinter 
te und ge gewöhnlich auch im Präs., wie Im Perf. überhaupt 
bei Jedem, der Ind. zeigt, so wundere man sich nun auch 
nicht über die Anwendung desselben Modus nach jenem impe- 
rativen t e nicht allein , sondern oft selbst nach humte eben da. 
D e trialldschiaf Idnäha (einsalzen ; eig» umlegen mit Salz) ver- 
tritt meines Bedünkens einfach den Inf. und beweist also auch 
für Identität dieses de mit te« Ausser diesen hat nicht allein 
Frenkel Beispiele dieses Gebrauchs (s. ob. S.333.), sondern 
auch Graff. S. 45. „Me de laba [lab?] Ich muss nehmen.^^ 
l)es Letzten Rathen auf den Imper. de (gieb) scheint mir 
nicht glücklich, und in hunte, naschde kann ich eben so 
wenig Imper. erkennen: vielmehr stellen sie sich meinen Au- 
gen als hinten mit der Partikel te verknüpft dar,* so da.ss von 
deren ersterem nichts Anderes, nur voller und bestimmter, be- 
sagt würde , als von gedachter Conj. in dem obigen Falle. 

Formen: 

1. Nothwendigkeit: Bw. Aroinali [wahrlich] jomto 
[ist noth] solamcnte [Sp.] yeque buchi [Eine Arbeit] L. X. 42., 
und mit que: Jomte que o chaboro c manu sinele entre- 
guisardo cet. , ort det rbv vlov rov avd-Qwnov naQaSod-rjvai. 
— Pchm. Hum te xav Ich muss gehen. — ZIpp. Homte 
z. B« mekkes tot rat Du musst dich zur Ader lassen; vgl« 
Rtw. humti'mockes ob. S. 295. Jedoch nach Bisch. S. 19. 
vielmehr hun te zwischen Pron. und Verbum, und gleichfalls 
Graff., wie Fr.: hunte, und Hannlkel: hunde mit «, 
das ich mit Diefenb. als blosse Anbcquemung des ursprüngli- 
cheren m an das nachfolgejndc / betrachte. — Die Neg. ge- 
schieht durch Versetzung von na. 



24 



370 n. Gntminatil^ 

S. Möglichkeit: 

a) Affirm. b) Ncg-at. 

Pchm. szaj ohne: te: (szti?) — naszti 

Zipp« hasti, fshasti — naschti, na hasii 

Rtw. — — naschdi, nah! ob. S.320. 

Fr. fsei, ha! ob. S. 93. — naschte 

GrafT. sei ohne: te; Ms. — naschde, nei 

haschde 
Bisch, faste (sehr, fsaste), — r nascht!, nane faste 

schasdi u. tschasd! 
Bw. astis Adj. — n'astis. 

Zipp. berichtet, vcrg^ebens sich bei seinem Zig*, um nä- 
here Auskunft über die anffailenden Constructionen bemüht sa 
haben, welche mit diesen Indeclinabiiien entstehen. Ja eben 
80 wenig* sei in irgend einem Stücke seiner Erwartung durch 
einen Bauer entsprochen worden, der in früheren Jahren mit 
Zig. Umgang gehabt und ihre Sprache angeblich ganz fertig 
habe reden sollen. „Dieser drückte das homte durch: mc 
mutte, tu mutte [augenscheinlich die plattd. Form st. muss*)], 
und das fsasti durch: me kanna, tu kanna, jov kanna aus, 
welches schon alles Deutsch, aber um nichts verständlicher ist. 
Ssasto heisst sonst gesund.^^ Etwa gleichermassen : stark, 
vermögend? und das Lat. sane als Part, nicht ohne eine ge- 
wisse Analogie? Auch bemerkt Pchm. S. 31., dass für: hum 
te auch schon musinav [d.i. ich muss; ob. S. 98.], z.B. 
musinav te xav (ich muss gehen) vorkommt $ hier also doch 
nicht impersonal! 

« * 

Etymologisch sind diese Formen schwer zu erklä- 
ren , wenn gleich ihr syntaktischer Gebrauch gerade nicht sehr 
auffällt. Mit te u. s. w. vergleicht, meinen wir, treffend Die- 
fenb. den elliptischen Gebrauch des Xgr. vi, Frz. que u. s.w. 
^et und der Imper. de (gieb) könnten nur unter Voraussez- 
zung, dass dem Worte ursprünglich die Media zustehe, in Er- 
innerung gebracht werden, wogegen aber die jetzt von uns 
hervorgezogenen Stellen bei Zipp. hinlänglich zeugen. Dess- 
halb wollen wir uns auch weder durch die Lat Analogleen: 
fac, age, noch durch das Zig. mo (lass) selbst, s. ob., 
von der wohlbegründeten Ueberzengung abwendig machen las- 
sen, dass wir es hier mit einer wirklichen Part, zu thun ha« 
ben, die auch in humte, fsasti suffigirt, zuweilen sogar 
noch einmal hinter ihnen frei wiederholt erscheine. Es soll 



*) U.Last: Adagrei mutte [gebessert in : homte] liggerr [Lmper.], 
baro parepen Das Pferd mus« eine scb-vrere Last tragen. 



C. Wortbiegnng. * 371 

uns selbst nicht einmal der Hfndnst« Gebrauch : Pak karna 
hone deo Sanctificetur (eig*. Date sanctificare, s. sanctifioa- 
tionem, esse) und karna hone deo (Fac fieri) Schulz« Gu 
p. 75. einen Aug'enblick aus d^r Fassung* bringen. Unzweifel- 
haft ist femer te dem früher besprochenen te (dass) Identlsdi; 
allein, so glaublich beider etymologischer Ursprung* aus einem 
Pron. ist, auf das Sskr. ta hrauchen sie, des Deutschen 
dass (= Sskr. tad, welches aber bloss pron. bleibt) ungeach- 
tet, nicht zurückzugehen. — Bei huni te Hesse sich an Sskr. 
„bh^wja (im Neutr. bhäwyam) What must, will or ought 
to be^^ denken, wenn man den Eintausch von h st. bh In 
dessen Wurzel berücksichtigt. Z. B. Beng. hon (sunt), hodn 
(Fetat d'dtre), im Hindi hond (To be, exist) Schleierm. Hnfl. 
p. 65. 66. , und sogar: ämake jdit^ hoj Je dois aller (11 
m'est ä aller; vgl. Lat. eundum est) p.69., nebst dem, verm. 
gleichstämmigen Mahr, hawd f. (Need; want; occasion for). 
Befremdend bliebe meines Dünkens nur das min huoi. Das 
Sskr. Neutralsulf. hat sonst nirgends im Zig*, auch nur eine 
Spur seiner Beibehaltung zurückgelassen, und kommt daher 
kaum in Betracht; ein passendes Derivativsuft. mit m (etwa 
Sskr. ma, man) würde auch nicht leicht für unsern Fall nach- 
weisbar, wenn auch schon das glaublichste, seia; endlich aber 
die von Diefenb. versuchte Zusammenhaltung mit Zig. hom 
(ich bin) und mit den fälschlich ihm gleichgesetzten Formen 
jom, jum bei Bisch, (s. ob. S. 90. und Lex. u. lav) an dem 
Umstände sdieitern, dass sich hieraus allerdings wohl eine 
Verbindung des hnmte mit der 1. Sg. (g'Ieichsam: Ich bin, 
dass ich thue; habe zu thun) begriffe, aber keine einzige mit 
einer der übrigen Personen. — Szaj Pchro., sei Graff*. Hesse 
sich möglicher Weise z. B. aus Hindi sädhya (possible); 
oder: sahya (suff'erable) , im Sskr. To be borne or suffered; 
equal or adequate to; powerful, streng; oder: Sskr. ^akya 
(possible, practicable, to be effected or done) deuten. Wirk-» 
lieh dient im Hindust, s eck na (can, to be able) zum Aus- 
drucke des Könnens, und zwar in der Form des Part Präs. 
seckta, z. B. Hum aetbar kurna secta ny (I belief niake 
cannot); Angreazee toom khuyna secta (English jou can 
speak), Hadley Familiär phrases p. 5.) unku pane neihi 
secte (illum invenire non possumus, eig.: non potentes) 
Schulz. Gr. p. 70. Unter Maj im Adam*schen Hindi -Vocab. 
wird gesagt, dass man sich dazu des Yerbums sakanft 
(Sskr, 9ak) bediene, oder May, when it signifies lo be per- 
mitted, is also expressed by tschahanä (to need), das wohl 
bloss sehr zufällig an das einmalige tschasdi bei Bisch, er- 
innert. It may bCj hogd^ hoya (letzteres wohl entstellt 

«4* 



372 IL Oraminatik. 

ans Sskr. bhdwya s. o.; Hindi höaa, sauibhawa Possi- 
ble, und hd-sakand To be po^siblc). Vg^l. Ib. „Oug'lit, r. 
.fjwp« Tschabije, kartawja wa äwa^jaka wa utschlta ho^ 
b4" nnd ^^Must, v. tmperf. [f st. f.?] Awa^ja hai; tscha- 
biy^; tbus, This must be done, yaba karna awa^ya hM wi 
tschahiy^ wA hoga ", nnd Sskr. awa^yaka (nccessary). — Han- 
delte es sich bloss um Erklärung* der kürzeren Form szaj, so 
dürfte man sich vielleicht bei der Wahl eines der drei oben, 
inittelst -ya g^ebildeten Adjectivformen zum Behufe von des- 
sen Deutung" beruhigen. Nun lässt uns aber der noch uner- 
klärte Schluss von fsasti, hasti keineswegs schon das 
Haupt befriedigt aufs Kissen niederlegen. Will man der Ana- 
logie wegen mit humte auch in fsastl die Part, te anneh- 
men, so könnte allenfalls das mit sah ja gleichstäramlge Sskr. 
sahas (strcngth, power) zu Hülfe gezogen werden; allein 
dewissheit gewährt diese Vermuthung, wie leicht einzusehen, 
durchaus nicht. Aufgegeben jene Analogie, wozu man sld 
freilich ohne Zwang* nur ungern versteht , bietet sich aber Sskr. 
asti (est) zur Erklärung an; etwa in ähnlicher Weise, wie 
Lat. est für licet, oder auch in seiner Verbindung mit dem 
Part. Necess. (faciendum est), Gr. i^ean u. s. f. Die Negm ■ 
nascht! kann man freilich aus na-|-hastl oder fsasti, 
wie nei aus der Neg. mit hai, verschmolzen annehmen; 
möglich schiene jedoch die einfache Neg. mit der 3. Sg*. 
des Verbi subst. Vgl. Sskr. „ndsti tnd. Nonexistence, 
not so, it is not^^ mit dem nasti (No) der Span. Zig-, ob. 
S. 318.; ferner Hengal. noj, noh^, nah^ (11, eile n'est 
pas) Schieierm. Tlnfl. p. 70. ; insbesondere jedoch , auch in Be- 
treif des Sinnes, Mahr, „nasti a. r. Impossible^^ bei Kenne- 
dy I. p. 04., aber nasti Id. IL p. 46«, verglichen mit astis 
(Possible) bei Bw. Zig. doha und dosta (genug) Hesse 
vielleicht auch bei den kürzeren, das / entbehrenden Formen 
auf eine Entartung des zweiten s (nach Ausstossung* des t) 
zu h und selbst gänzliche Verflüchtig*ung rathen; eine Fragte, 
deren Entscheidung jedoch mit der schwierigen über die wah- 
re San^ikritwnrzel von Zig. som, hom (ob asmi, oder bha- 
wanii?) zusammenhängt. Vgl. hoch sp. Zig. Nan hl te trasches 
(Non est quod timeas). — Auf die oben angedeutete Mög-licb- 
keit einer Beziehung* dieser Wörter mit sasto (gesund) g«- 
hen wir der selbst etymologisch räthselhaften Natur dieses 
Wortes wegen nicht weticr ein ; wollen jedoch noch eines , we- 
nigstens anklingenden Persischen Wortes gedenken. Schajed 

JuU (decet) , Praes. verbi ^yü^Jj^ , Imper. ijCi Decere , di- 

^nom, necesse esse. Wilkenii Inst, und Vullers Inst, p« 160 — 



C. Wortbieguog. 373 

161., woselbst auch Structuren mit dem lof. sich finden* 
Schajistch »XmJj^ Dlgnus, aptas, utilis. — Aehnliche CoH'* 

striictionen im Ung*. s. bei Parkas S. 33. Neugr* nQinei (de- 
cet} va (dass) rd xdfiw, ]]g, j] , (Ofiev u. s.w. Ich muss, da 
musst — thun. Oder (vg^l* ob. kamava) : /iif thatioqu) v& rj 
xAfico ; TJfATioQiig vä to xdfitjg u. s. f. Ich kann j du kannst 
nicht — das thun. 

Gebrauch. Nach Zipp. wird zu homte das Präs. ^ 
Imperf. und Plusqpf. im Conj., das Perf. aber im Ind., zui 
fsasti hing'Cg'en stets der Ind. g'esetzt. *') Und so ist auch 
Mlthr. I. 249. Me fasti [sehr. Tasti] Ug'gervava Ich kann tra- 
gen ^ im Ind. ^ allein mit Conj. Me homte dschav Ich muss ge- 
hen, ang-eführt. — - Da^eg'en macht nun Pchm., seiner Un- 
terscheidung' zwischen den Formen auf -av und -ava getreu, 
den, vermuthlich willktihrlichen Unterschied: Me humte poci- 
nav Ich muss zahlen, aber Me h. pocinara Ich werde zah- 
len müssen. Sonst steht aber immer die kürzere Form, 
und selbst bei szaj , z. B. szaj x a v Ich kann gehen. — Um- 
g'okehrt findet sich bei Bisch« in der Reg>el die Iftng'ere 
Form, nur zuweilen bei hunte beide. — So setzt auch Graf f. 
ohne Unterschied nur die läjigere Form; jedoch, möchte ich 
argwöhnen, mehr aus Unachtsamkeit, als der Wahrheit ge- 
treu, indem Frenkel s. ob. S. 332. nicht nur oft die conj. 
Form hinter hunte bietet, sondern img-Ieichen die indik. hin- 
ter fsei. Z.B. Mor dewel fsei (oder: hai) k'reela.Gott 
kann machen. L. III. 8. vg\. tu fsei k'rehe ob. a. a. 0. Nasch- 
te' helferwelle ob. S. 96. 

Pchm. zufolge werden jene Wörter entweder bloss mit 
einem Pron. verbunden gebraucht, oder auch in der sonst 
üblichen Stellung vor einem Verbum. Beispiele : Me, tu, 
jov szaj; me naszti, me humte, me na humte. S. 70.: Pra- 
stal, so szaj Sie läuft, was sie kann. — Te kames, szaj 
man^a xas; avoka tuke szaj laczes avel Wenn du willßt, 
kannst du mit mir gehen; so kann dir gut sein. S. 74« ^-^ ^zaj 
te chudel , (der Tod) kann erreichen. 54. -^ kaj la naszti mu- 
kel, dass sie nicht könno sie la*ssen 61. — kaj jon hum to 

*^ niebei hat Zipp. Tergessen, dass docli auch fsasti z. B. beim 
Impeirf. steht, wie ob. S. 310. Fr., und bei Pchm. S* 34.: Szaj poci-.. 
nelas , czak te Icamelas Er könnte zahlen, wenn er nur Tvollle. -»*- 
Sonderbar ist nur, dass gerade vom Tempus der Möglichkeit, oder 
dem Conj. , nicht fsasti, sondern homte begleitet -vrird , ivas viel- 
le^ht unserer obigen Yermuthung fördersamst entgegenkommt, es 
möge in fsasti allerdings die, ohnehin gewöhnlich in e, und nicht I, 
auslaufende Part, te mangeln, und sonach deren Rectioo eines indi- 
rekten Modus eben Ton ihm ausgeschlossen sein. 



374 II« Grammatik« 

keren^ das9 sie mOssen arbeiten 67. — Talanabham l^aras. 
Vielleidit mössen wir sein. 69. ; worin etwa talinav (ich trefTe^ 
errathe , für : vielleicht) zusammengeflossen mit hum i\ 

Graf f. S. 16. 44. Debel hunte hi, oder: wela (Gott 
Bothwendi^ ist). Me bunte batscbaba leb muss glauben. Du 
sei pieha Du kannst trinken. Me naschde laba keek maro Ich 
kann nehmen kein Brot« Me naschde piaba Ich kann trinken, 
yielm. k. nicht, wie auch im Ms. naschdi; allein affirmativ: 
Me haschde piaba. Die schon von Bisch, g'emachte Bemer- 
kung t dass diese Ausdrücke zwischen Pron. und Verb, mitten' 
Inno ständen , kehrt auch bei GrafT. wieder. Sonst bemerkt er- 
sterer noch, dass oft dem Verbum, namentlich in diesem Fal- 
le, das Pron. angehängt werde. 

Zipp.r Praes. 

1) Me hom te dschaf *) S) .— meerav ^ 
Tu — dschas •>- meeroes 

Jov -— dschal — - merell, oder: merr 

Mee — dschas — meeraa 

Tume -Uschan - meeren 

Jol — j — meeren, oder: merim*. 

Praet. 
1) Me hom te geijum **) t) — muijum **) 

Tu — geüan [1 ?J — muijal 

Jov — geijas — muijas 

Me? — geijam — muijam 

Tume — geijan — muijan 

Jol — gene — müle. 

Dagegen mit Ind. durchweg; 

Praes. Praet. 

Me sfasti liggervava ***) — liggerdjum 

Tu ~ liggervocha — liggcrjan [*. PL] 

Jov — Uggerna [1 st* n?] — liggerjas 

Mee — liggerwaha — liggerjam 

Tume — Uggerna — lig^erjan 

Jol — uggerna — ligerde. 

Neg.: Nascht! tscbava Ich kann nicht bleiben; z. B. 
me hom akkia kyno, ke naschti tscbava hargidir aprj heera 
terdo Ich bin so müde, dass ich nicht länger auf den Füssen 

*) Ich muss gehen ; — fterheo. 

**^ Ich habe müssen gehen ; — - sterben. « 

***) Ich kann tragen. Vor dem Perf. ist zwar shasti gesohriebeni 
jedoch darum in nicht« Ton sfasti unterschieden. 



C. Wortbiegang. 375 

stehen kann. Me honi drowent kjhno Ich bin sehr müde. Me 
na seht! [so getrennt bei Kraas] tschawa bntir terdo Ich k. n* 
läng'er stehen. Na sditi tschoeha hargidir terdo? Kannst da 
nicht läng-er stehen? Praet. naschti tschum st. atsclijuni Ich 
konnte nicht bleiben; n. tschal, tschas. PI. n. tscham, tschann, 
tschle. H'^asclie nieng'lepaske naschti tschnm terdo Wegen der 
Ohnmacht konnte ich nicht stehen bleiben. — Passiv: Uner- 
träg'lich: Adaya naschti vela lig-gerdo (das kann nicht getra- 
gen werden), bot shi baaro (es ist zn schwer). Unzählig: 
fso naschti vela gindio [g>ezähltj vg^l. ob. S. 250. ,,Das Wort 
fsasti, welches mit dem Indianischen sikkta Aehnlichkeit 
hat, wird mit dem Indik. constmirt und bleibt in allen Tempp., 
Perss. nnd Nunim. unverändert; daher es wohl kein Zeltwort 
sein kann [Folgt nicht daraus !]. Z. B. Me fsasti kendav j ken- 
dejnm Ich kann, konnte lesen (colligere)/^ Naschti awium 
Zipp. ob. S. 137. vgl. mit Rtw. nahiwium ob. S. 3^. Zwar 
mit Conj. einmal: Ada dives nan hi man keek ziro, ke fsasti 
te rodaf les Ich werde heute nicht Zeit haben, ihn zu besu- 
chen; indess ist derselbe hier wohl von: ke — te abhängig, 
wie z. B. in dieser Phrase: Dscha mange dral o rom, ke te 
dikav man andre schpiglo Geht ein wenig zur Seite [mir aus 
dem Wegc]^ dass ich mich im Spiegel besehen kann [eig. 
bloss: besehe]. Hingegen: Me chaijnm akkia bnt, ke me pa- 
schedivesfeske naschti chava [Fut.] Ich habe so viel geges- 
• sen, dass ich nicht zu Mittage werde essen können. FUr: 
können, d. i. wissen (savoir) steht te dschinnav , vgl. Röd. 
ob. — Sg. 1. Me fsasti, oder: hasti, hadava Ich kann heben. 
Ssasti me tot hadava Kann ich Euch einen Dienst erweisen 
(helfen)? Na hasti (oder: me naschti) dava Ich kann nicht 
geben. Me n. tschalevava man Ich kann mich nicht rühren, 

vgl. ob. S. 242. Vgl. Ilindust. LXw J^ (pouvoir marcher) 

Tassy, Rud. p. 69., wie Sskr. ^^aknomi nebst tschal (to trem- 
ble, to shakc or totter), tschalana (w]iat goes or moves). 
Auch Pchm. naczalad'as, er riihrte nicht S. 64., Präs. nacza- 
lavela 77., Part, czalado 64. = Zipp. tschaledo, (bewegt, 
gerührt). Bei diesem auch u. unbeweglich : Naschti tschaleve- 
ha Du kannst ihn [z. B. den l^tein] nicht rühren. Me prezzal 

[gegen s. ob. S. 306., vgl. Poln. przcciw, Sl. npoTHBir 
(contra) Dobr. Inst. p. 599.; Altpreuss. emprjki, entgegen; 
Lett. prett; Lith. priefs, gegen, wieder] tri patuf naschti da- 
va keek rakerpen Ich kann [gegen] Euere Höflichkeit nicht 
beantworten [keine Antwort geben]. Me fsasti mro servo 
wast akkia but brauchervava fsir mro tschatscho wast [also 
nicht fem.?] Ich kann meine linke Hand so gut gebrauchen als 



370 n. Grammatik« 

die rechte. — S. Ta man fsastl pazzoeha, ke joj drovent 
schukke'r hi Ich kann dich verstchern [eig. du kannst mir glau- 
ben], dass sie sehr schön ist. Ssasti (99 tu trebbe^^ ausg'e- 
^faricheu) pennoeha, ko [ke mit Art] ghyv parno hi Du darfst 
nur noch sag'en, dass der Schnee nicht [im Zig. fehlend!] weiss 
ist« Alre reia, av adrj; tu dikkoeha adej kohn o fedidir 
tanna, fso andrj Berlina fsastl loeha. Ssikkuf man kohn fedi- 
dir, ke tot hi. M. H., kommen Sie herein; Sie sollen hier 
die besten Tuche sehen , die In B. zu bekommen sind [die du 
b« kannst]. Zeigt mir das beste, welches Ihr habt. Nascht! 
rodaroeha keek fedidir fsamenza tokke avrj fsir latschepen 
Du kannst dir keinen bessern Freund aussuchen als die Tugend. 
3* Nan hi keek cholin akkia barl, kohn perdal e devliskri sor 
nascht! avela tellal kendedo Es ist kein Zorn so gross, wel- 
cher nicht durch Gottes Kraft könnte unterdrückt werden. 
Allmächtig: Khon fshäro fsasti kerla (der Alles kann machen). 
PL 1. Mit dem gut fertig zu werden: Manusch, kohneha mee 
mcsehto trujal fsasti dschaha (mit dem %vir gut umgehen kön- 
nen), vgl. ob. S. 296, Ada flysfa [A?] nan hi schwakko 
stetto chor [eig. diesem Flusse ist nicht jede Stelle tief]; 
ashi nina schtetto ke fsasti dschaha perdal : auch Stellen [eig. Sg.], da 
ilian durchwaten kann. Ssir mee fsastewesthec hames (wie wir 
noch gesund waren), mee sfasti freuderwäha moen, (damals) 
konnten [vielmehr wohl ungenau: Präs. st. Prät.] wir uns ' 
freuen. 2* Ssc^sti mekkena meen ladepen? Könnt Ihr uns [ein • 
Nachtlager überlassen] hier beherbergen? 3. I dandingerl duk 
h! drovent mydschach; nascht! rikkerna avrj Der Zahnschmerz 
füt sehr arg; sie können [Ihn] nicht aushalten. 

Homte bei Zipp. bald allein, bald noch überdem mit 
einem, wie man glauben möchte, tautologischen tc: Sg.l. Me 
homte to dschaf akev na dur te rodevaf jekes Ich muss hier 

t nicht wpit] in der Nähe jemand besuchen gehen, — 8. Tu h. 
:andeyoes tre dades [A.] Du musst deinem Vater gehorchen. 
Tu h. voes noch butidir Du m, noch öfter kommen. Tu na 
homte chQJe wisf [wohl Ein Wort!] Du musst nicht böse wer- 
den. rascheske te dokteriske homte pennes tschatschepen 
Dem Beichtvater (Priester) und Arzte muss man nichts rer- 
gchweigen [tsches pasche schtill, bleiben dabei, oder zur 
Hälfte V, still, so dass also noch die Neg. beizufügen wäre], 
eig.: die Wahrheit sagen. -^ 3. Elend: tschorerro but homte 
rikker<[Imper.] avrjr Er muss viel aushalten» Verhaftet: Jov 
homte tschel adoleske (er muss dafür stehen), homte lel pes 
aglal (er muss sich verantworten, gestellen). Kohn andro 
phürepen kamela godswero te vel, adova homte zikkervel an-^ 
4ro ternepen Wer im Alter will klug sein, muss in der 4u-< 



C. Wortbiegung. 377 

g'end lernen. Kanna manusch kamela te dschyven [eig*. vl- 
yant] fsasto, meschto i [Poln. : auch] harg^a, te wawer manu- 
sching'e apro meschtepen [andern M* zum Guten] , to homte 
del peskero troposte iachal na zu but Wenn ein M. gesund, 
vergnügt, auch lang und nützlich leben will, so muss er sei- 
nem Leib mit Maass [nicht zu viel] zu essen geben. Je kur- 
rallo na homte fsann [rideant; ob vielm. 1?] je langeles avry 
Ein Blinder muss sich über einen Hinkenden nicht aufhalten 
[ihn nicht auslachen]. — PI. 1. Draberpaha homte dschas gil( 
mre dewliste Man muss sich mit Gebet Gott nahen [vor G. 
treten]. I tschatschopaskeris mee homte das 1 patnf Den Rich- 
ter müssen wir ehren. Mee h« keras mare butin i'shaare fseha 
Wir müssen unsere Arbeit von [mit ganzem] Herzen thun. 
Mee homte butir te denkervas, fsir te rakervas Man muss 
mehr denken als reden. Mee e devliste homte te dinervas; 
adava hi: mee homte e devlis te kammas te leste kandas Wir 
müssen Gott dienen; d. 1. wir müssen Gott lieben und ihm ge7 
horchen. — Na pennela jov tokke, ke schwakko wolta wal- 
dschitkes homte rakkervas (Conj. dass wir müssen)? Sagt 
er euch nicht, dass man allezeit Französisch reden müsse? 
Uga, mre reia, pennela mange but wolte Ja, m. H«, er sagt 
es mir oft. Ssoske na rakervoeha [Ind.] tu? Warum re- 
det ihr denn nicht? Vgl. ob. S. 190. Mc rakervaves 
[Imperf.] , oder [s. ob. S. 317.] ine na trebbava Ich wollte 
wohl reden, aber ich getraue mich [cig. darf] nicht. — Ssa- 
vo drom homte las Was für einen Weg* muss man nehmen? 
Kanna tume pasch i berga aveua, to homte dschan [2. PI.] 
tume apro tschat^cho wast Wenn ihr nahe an den Berg- kommt, 
müsst ihr euch auf die rechte Hand halten [gehen]. Na homte 
dschas"^) i berga apry? So muss man denn nicht den Ber^ 
hinauf gehen? Na, nan hi keek vayer berga, fser jek tikni 
higla andre wesch Nein, es ist kein anderer Berg, als nur ein 
kleiner Hügel, in dem Gehölz. Tu naschti dordjoha Ihr könnt 
nicht irren. (Me dordjevava, dordejum, dordjuf tu; „ver- 
büstern ^^ durch ZIpp, erklärt ; viell. aus Lett. durtees , anstos-» 
sen, stolpern, it. fehlen). — 3. Ehrwürdig: Kohnoste wawer 
manuscha homte den i patuf (Welchem andere M. Ehre geben 
müssen). Vgl, ehrerbietig: Me les i patuf dava Ich ^^^ 
ihm Ehre. 

Bei Bisch, sind der Spuren des Conj. hinter hun to 
nur wenige; s. ob. S. 339 ff. Me hun te putsch af a g-awa 

*) Dagegen als 2. ^^, im Conj.: Penuaya tokke, ke dava hi do- 
sta;' homte chas adava anna tro c)si £& ist genug, sag' ich Euch^ 
Ihr müsset es ^tqr yerbeissen [yerschlucken \ eig. in Dein Her^ es^eoj^ 



378 n« Grammatik. 

gowa palall Ich muss [Bisch, ung'cnaa: wir müssen; vg>L 
potschäha ob. S. 341.] der. Sache nachfrag'en ; me [sonst bei 
Biseh. men] hun te rode was ob. S. 341. vg'1. bid. te rodas 
[Solökismus st Derles te na r. Wenn wir Gott nicht suchen] 
303. Das w erklärt sich ans te rodeyaf Zipp. neben rodaf, 
woher rodeha (da wirst besuchen) = Bisch, llun te rode ha 
[Ind.] Du niusst [Bisch, er muss] aufsuchen. — Garewas, 
kann nicht 1. PI. sein, dem widerspricht das man (mc): der 
Ahl. steht bei ihm , wie hinter fürchten , und kann nicht : f ü r 
bezeichnen , was ja durch den Dat. auszudrücken wäre. S. ob. 
S. 341., wo es richtig* als Imperf. gefasst worden. Sein w recht- 
fertigt sich nämlich durch golirew^na les (sie verhehlen ihn). 
Als Perf. 3. Sg*. müsste es d haben, vg-l. Pchm. S. 66. ga- 
md'as pes (er versteckte sich) von Bisch, g-ahradum (ich habe 
rcrsteckt). — Viell. muss so risserwas (s. ob. Imperf.-), 
und prinschewas nian nit (Er hat mich nicht erkannt) u. 
verkennen, durch Verwandelung- des w in d berichtigt werden. 
in bei weitem überwiegender Zahl dagegen hat Bisch, 
aach hinter bunte den Ind. und es bemerkt dieser überdem 
S. 80. : „ Oft wird auch das persönliche Fürwort dem Zeit- 
worte angehängt, besonders wenn sollen und müssen aus- 
^drückt werden soll , z. B. ich muss machen : me hun te ger- 
rawa me.^^ Vgl. ob. S. 339. und abärgern. So auch: Sg. 1. 
Me hom te [also dieses gegen Bischolf's eigne Angabe!] 
dschawa me but poköni (Ich muss viel bleiben still) u. dul- 
den.