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Full text of "Elemente der Phonetik und Orthoepie des Deutschen, englischen und ..."

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ELEMENTE 



DER 



PHONETIK 



UND 

ORTHOEPIE 

DES 

DEUTSCHEN, ENGLISCHEN UND FRANZÖSISCHEN 

MIT RÜCKSICHT AUF DIB 
BEDÜRFNISSE DER LEHRPRAXIS 

VON 

WILHELM IIETOR. 

ZWEITE VERBESSEKTE AUFLAGE. 




^HEILBEONN 

VERLAG VON GEBR. HENNINGER 

1887. 



JUL 26 1887 



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HARVARD 

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DEM ANDENKEN 



FELIX FRANKES. 



»... If our present wretched System of studying modern languages 
is ever to be reformed, it must be on the basis of a prelimlnary training 
in general phonetics, which wonld at the same time lay the foundation 
for a thorough practical study of the pronunciation and elocution of our 
own language — subjects which are totally ignored in our present scheme 
of education«. 

Henry Sweet. 1877. 



Aus dem Vorwort zur 1. Auflage. 



Ich weiss dieses Bnch nicht besser einzuführen, als durch 
die vorstehenden Worte aus der Vorrede zu Sweets »Handbook 
of Phoneticstf. Die darin ausgesprochene Überzeugung ist die 
meinige seit meinen ersten ernstlichen Lehrversuchen im Jahr 
1876, dem Jahr des Erscheinens von Sievers' »Lautphysiologie«, 
und ich habe sie seitdem in engeren und weiteren Kreisen 
nach Kräften zu bethätigen gesucht. So ist es denn gekom- 
men, dass bei zunehmender Ausbreitung der neuen Lehre von 
dieser und jener Seite die Aufforderung an mich ergangen ist, 
ich möchte doch versuchen, auf Grund der »Standard works« 
eine recht elementare und recht praktische »Phonetik« zunächst 
fttr die Hand der Studirenden und Lehrer zu liefern. Als ich 
mich zu Anfang eines die beiden letzten Jahre umfassenden 
neuen Aufenthalts in England (Liverpool) zu dem Unternehmen 
entschloss, hatte ich die Absicht, es bei einem Auszug, einer 
Zusammenstellung der wichtigsten phonetischen Resultate be- 
wenden zu lassen. Unterwegs stellte sich heraus, dass das 
Material denn doch nicht allerwegen so bequem aufzulesen, 
auch anderes, vorher nicht ins Auge gefasstes, nicht wohl bei- 
seite zu lassen war, und so bin ich, zugleich durch äussere 
Hemmnisse und Störungen aufgehalten, so spät ans Ziel ge- 
langt, dass ich auch in dieser Richtung viel von der gütigen 
Nachsicht der Freunde meines Buches erhoffen muss. Noch 
mehr gilt dies von meinen eignen phonetischen Aufstellungen, 
zu denen ich mich in Widerspruch mit den Ansichten anderer 
übrigens stets nur nach reiflicher Sachprüfung entschlossen 
habe. Die wichtigsten hierher gehörigen Punkte sind die An- 
ordnung der Vokale (bezüglich meiner Stellung zu Bell-Sweet- 
Stobm verweise ich noch auf die Nachträge) und die Bildung 



VI Vorwort. 

der Zischlaute. — Die benutzten Quellen, unter welchen selbst- 
verständlich SiEVEBs' »Grundzüge der Phonetik«, Sweets »Hand- 
book of Phonetics«, Bells »Visible Speecha und »Sounds and 
their Relations«, Ellis' »Early English Pronunciation« und 
Storms »Englische Philologie« oben anstehen, sind im einzel- 
nen zitirt. Die physiologische Einleitung (»Erster Teil«) beruht 
vorwiegend auf G. H. v. Meyebs Buch »Unsere Spraehwerk- 
zeuge und ihre Verwendung zur Bildung der Sprachlaute« 
(»Int. vdss. Bibl.« Bd. XLII). Die Abbildungen habe ich unter 
Benutzung von Illustrationen auch in Techmebs »Atlas« und 
Modellen in einer Weise skizzirt, die sie zur eventuellen Re- 
produktion an der Wandtafel geeignet macht. Fast allen im 
Buche genannten lebenden Lautforschem bin ich zugleich für 
mehr oder weniger direkte Unterstützung durch briefliche Mit- 
teilungen verpflichtet. Herr Prof. Sievers, Herr Prof. Storm 
und Mr. Sweet haben die Druckbogen freundlichst durchge- 
sehen und der letztgenannte mir noch rechtzeitig erwünschte 
Notizen für die Nachträge zugehen lassen. Ganz besonderen 
Dank schulde ich Herrn cand. phil. Felix Franke, der mir 
nicht nur manche wertvolle Litteraturnachweise und eigne Be- 
merkungen geliefert, sondern sich auch bei den letzten Bogen 
um die Korrektheit des Druckes verdient gemacht hat. 

Marburg a. L., im Mai 1884, 



Vorwort zur 2. Auflage. 



Dank der freundlichen Aufnahme, welche den »Elementen 
der Phonetik« von selten der Fachgenossen zu Teil geworden 
ist, hat sich schon zwei Jahre nach dem Erscheinen der ersten 
die Notwendigkeit einer zweiten Auflage herausgestellt. Da 
auch die mir bekannt gewordenen zahlrdchen Besprechungen 
durchweg im allgemeinen zustimmend gehalten sind, so habe 
ich mich zu wesentlichen sachlichen Änderungen um so weni- 
ger bewogen gesehen, als die in bezug auf einzelnes geäus- 
serten Wünsche und Vorschläge nicht selten auffällig mit ein- 
ander im Widerspruch standen. Die Umarbeitung, welche 
mehrere Partien erfahren haben, betriflft daher mehr die Form 



Vorwort. VII 

als den Inhalt. Immerhin wird man der neuen Auflage zuge- 
stehen, dass sie eine in vielfacher Hinsicht verbesserte ist. 
Der einleitende Abschnitt über die Sprachorgane hat seine aller- 
dings etwas knappe Fassung behalten, ist jetzt aber ausdrück- 
lieh als Einleitung bezeichnet. Mein Vokalsystem habe ich 
unter Berücksichtigung des mittlerweile, namentlich in Tkaüt- 
MANNS vortrefflichem Buche »Die Sprachlaute«, Vorgebrachten 
noch einmal nachgeprüft und kann nur bei meiner Auffassung 
beharren, so gross meine gelegentlich auch geäusserte Bereit- 
willigkeit war, sie bei gegenteiliger Überzeugung dieser zum 
Opfer zu bringen. Ich hoffe auch, dass in der gegenwärtigen 
Darstellung meines (als solches unveränderten) Systems nie- 
mand Entschiedenheit des Standpunktes oder Rücksicht auf 
die akustische Seite oder Dehnbarkeit bezüglich der Zahl der 
Vokalnüancen mehr vermissen wird. Der Plan des Ganzen ist 
derselbe geblieben; doch habe ich die nur uneigentlich so zu 
nennende Nasenartikulation diesmal nicht in einem besonderen 
Kapitel behandelt, sondern das Nötige in dasjenige über die 
Mundartikulation eingefügt. Femer hielt ich es für prakti- 
scher, die Listen über Vorkommen und Schreibung der Laute 
auf die einzelnen Paragraphen zu verteilen. Bezüglich der 
neuenglischen Lautgeschichte erlaube ich mir hier auf die Zu- 
sätze aufmerksam zu machen, die ich der Durcharbeitung der 
deutsch-englischen Grammatiken aus dem 17. und 18. Jh. ver- 
danke. Die Zeit zu einer ausführlicheren Behandlung der Syn- 
these (Satzphonetik etc.) in einem Elementarbuch, vrie das vor- 
liegende es ist, schien mir noch nicht gekommen, jedenfalls sind 
Forderungen wie die von »Notirungen zur Versinnlichung von 
Satzmelodien«, besonders wenn diese Notirungen für die Ge- 
meinsprache gelten sollen, leichter gestellt als erfüllt. Die 
Proben in phonetischer Schreibung zu Ende des Buches habe 
ich stehen lassen, obgleich von mehreren Seiten, namentlich 
seit Erscheinen von Sweets »Elementarbuch des gesprochenen 
Englisch«, Frankes »Phrases de tous les jours« und Passys 
»Le frangais parlä«, Ersatz durch eine grössere Anzahl trans- 
skribirter Stücke nach meiner eignen phonetischen Auffassung 
gewünscht worden ist. Der Zweck meiner Proben war und 
ist eben die Veranschaulichung verschiedener phonetischer 
Auffassungen, insbesondere auch von fremden Lautsprachen. 
Mustergültige Darstellungen des gesprochenen Englisch und 
Französisch zum Zweck der Einübung geben zu können, traue 
ich mir nicht zu; gerade die von mir mitgeteilten Proben 



vin Vorwort. 

mahnen zur Vorsicht nnd Bescheidenheit. Daher bin ich in 
orthoepischer Hinsicht auch im Text des Bnches jetzt lieber 
einheimischen Phonetikern gefolgt: für das Englische Sweet, 
dessen 9 Elementarbach «r eine so leicht nicht zn erschöpfende 
Fundgrube bildet, für das Französische Passy, der mir durch 
Eandbemerkungen zu den Druckbogen und durch briefliche 
Aufschlüsse unermüdlich seine Hülfe hat angedeihen lassen, 
wofftr ich ihm auch hier herzlichen Dank sage. Wer Übungs- 
stücke wünscht, den verweise ich, ausser den vorhin genann- 
ten Büchern von Sweet, Fkanke und Passy, auf meine Schrift 
»German Pronunciation«. — Zum Schlüsse sei noch dankend 
die nachdrückliche Unterstützung erwähnt, die mir neben mei- 
nem Freunde Kühn Herr W. Sünkinghaüsen, sowie meine Zu- 
hörer Dr. L. Fries und namentlich stud. phil. K. Führ wäh- 
rend des Druckes geleistet haben. 

Marburg a. L., im Oktober 1886. 

W. Vietor. 



Inhalt 

Einleitung. 
DES SPRACHOBGANE. 

Seite 

A. DI0 Sprachorgane Im allgemeinen. §1 1 

B. Die Atmungsorgane. § 2 — 4 2 

C. Die Artikulatlons- und Resonanzorgane. § 5—22 3 

I. Der Kehlkopf. § 5—11 4 

n. Der Mund. § 12—19 7 

m. Die Nase. § 20—22 9 

Erster Teil. 
DIE SPRACHLAÜTE. 

Vorbemerkung. § 23 10 

ISrstes Kapitel. Kehlkopfartikulation. *§ 24—30 12 

I. Laute mit Kehlkopföffnung. (Stimmlose.) § 24. . . • 12 
n. Laute mit Kehlkopfenge und Kehlkopfverschluss 

§ 25—30 12 

1; Laute mit Kehlkopfenge. (Stimmlose.) § 26. 27. . . . 12 

2. Laut mit Kehlkopfverschluss. (Stimmlos.) § 28—30. . 13 

Zweites Kapitel. Mundartikulation. § 31—126 15 

I Laute mit Mundöffnung. § 31—73 15 

1. Stimmhafte; Vokale. § 31—68 15 

A. Ohne Nasenresonanz: Keine Vokale. § 36 — 65 ... 37 

a. Gutturale. § 36—47 37 

1) Die w-Laute. § 36—39 37 

2) Die o-Laute. § 40-43 43 

3) Die O-Laute. § 44—47 53 

b. Palatale. . § 48—62 •...*. 65 

I. Nicht gerundete. § 48—55 65 

1) Die e-Laute inkl. ^Laute. § 48—51 65 

2) Die t-Laute. § 52—55 76 



X Inhalt. 

Seite 

n. Gerundete. (Umlaute.) § 56—62 85 

1) Die ö-Laute. § 57—59 86 

2) Die «-Laute. § 60—62 90 

c. Ghittural-palatale. (»Gemischtett, Mischlaute.) § 63 — 65 92 

B. Mit Nasenxesonanz : Nasalyokale. § 66- 68 99 

2. Stimmloae. (Ä-Laute.) § 69—73 103 

n. Laute mit Mundenge und MundverschlusB: Konso- 
nanten. § 74—126 107 

1. Laute mit Mundenge: Keibelaute. § 75 — 103 .... 110 

a. Gutturale und Palatale. § 75^81 110 

1) Z&pfchen-r. § 76 111 

2) Die gutturalen j- und c-Laute. § 77 — 78 113 

3) Die palataleny- und c-Laute § 79—81 119 

b. Dentale. § 82—99 125 

1) Die Zischlaute. § 83—89 125 

ß) Die &- und i-Laute. § 84—86 128 

P) Die z- und «-Laute. § 87—89 135 

2) Die */-Laute. § 90 147 

3) Die Liquiden r und /. § 91—99 148 

ß) Die r-Laute. § 92—95 149 

ß) Die ^Laute. § 96—99 154 

c) Labiale: vf. § 100—103 157 

2. Laute mit Mundverschluss: Verschlusslaute. § 104 

—126 162 

A. Ohne Nasenresonanz. § 104 — 116 162 

a. Gutturale und Palatale: g k. ^ 105—108 165 

b. Dentale: dt. § 109—112 173 

c. Labiale: b p. § 113—116 178 

B. Mit Nasenresonanz. § 117-126 .181 

a. Gutturale und Palatale: »j und n. § 118—120 ... 181 

b. Dentale: m. § 121—123 186 

c. Labiale: m. § 124—126 188 

Zweiter Teil. 
DAS SPKACHGEFÜGE. 

Vorbemerkung. § 127 192 

A. Artikulationsbasis. § 128—130 192 

B. Lautvsrhältnlsss. § 131—146 194 

I. Grundeigenschaften der Laute. § 131—146 194 

.1. Klang. § 131 194 

2, Dauer. . § 132—134 195 

3. Stärke. § 135—140 199 

.4. Höhe. § 141—142 208 



Inhalt. XI 

Seite 

II. Schallfülle der Laute. Silbenbildung. § 143 210 

HL Stellung der Laute. § 144—146 214 

Proben in phonetischer Schreibung 219 

1. Deutsch 219 

2. Englisch 223 

3. Französisch 228 

Wort- und Sachregister 232 



Verzeichnis 

der Abbildungen und Diagramme. 

Fig. 1. Medianschnitt durch Nase, Mund und Kehlkopf 3 

» 2. Kehlkopfknorpel von links 4 

» 3. Querschnitt des Kehlinnem 4 

» 4. Kehlkopf von oben 5 

» 5. Stimmritze (Schema) 6 

» 6. Schema der einfachen Vokale 16 

» 7. Schema der Vokale inkl. ö- und «-Laute 17 

» 8. Deutsche Vokalpyramide 20 

» 9. Brückes Vokaldreieck 20 

» 10. Hellwags Vokaldreieck (1781) 21 

» 11. Chladnis Vokalschema (1809) 21 

» 12. Du Bois-Reymonds Vokalschema (1812) 21 

» 13. Hellwags Vokalschema (1780) 22 

» 14. Hellwags Vokalschema (1783) 22 

» 15. Winteler-Sievers' Vokalschema 23 

» 16. Techmers Vokalschema (1880) 23 

» 17. Die Vokale auf Techmers Lauttafel (1885) 24 

» 18. Trautmanns Vokalsystem (1877) 25 

» 19. Trautmanns Vokalschema nach Klängen (1884) 25 

» 20. Trautmanns Vokalschema nach dem Kieferwinkel (1884) . 26 

» 21" Evans' Vokalschema 27 

» 22. Vokalschema des Deutschen, Englischen und Französischen 

(zugleich für die Ä-Laute) 107 

» 23. Konsonantenschema des Deutschen, Englischen und Fran- 
zösischen (inkl. Nasalkonsonanten) 190 



Erklänmg der phonetischen Umschrift. 

Allgemeine Nebenzeichen. 
(Beispiel: ti). 



f^ SS Verlust des Stiiiimtons. 

w SB hoher Zungenstand (»geschlos- 
sen«) . 

u B mittelhoher Zungenstand (»halb- 
offen«). 

ti. SS tiefer Zungenstand (»offen«). 

(u) SS Lippenrundung (bei sonst nicht 
gerundeten Lauten). 

(uj s Zurückziehen und Verbreitern 
der Lippen (wie bei den palatalen 
Lauten) . 



u SS Nasalirang (wobei der Laut als 
offen vorausgesetzt ist). 

ü SS Accent (Hauptton). 

ü s Lftnge (bei Buchstaben mit Ober- 
länge untergesetzt: l,, 

ü s= Accent und Länge (betonte 
Länge). 

u SS Accentmangel, unsilbige Funk- 
tion. 

/ steigender, — ebener, \ fallen- 
der Ton (Intonation). 



Lautzeichen. 



a BS frz. bos, auch engl. but. 

ä = frz. potte. 

ä = engl. pot. 

a =s engl. pat. 

b = nordd. 5ei, engl. 5y, frz. 5on. 

c = d. SLcJu 

c a= d. ick, 

d 8 nordd. äxi^ engl. <^, frz. doxxs.. 

6 s=s engl. ^Aen. 

e BS d. fött, engl, l^t, frz. dette. 

9 = d. gebiete. 

/ = d. /ar, engl, /or, frz. /ou. 

g =3 nordd. ^t, engl, ^o, frz. ^ant. 

A SS d. Mar, engl. Aere. 

* =s Aspiration (nach k, p, t), 

% SS nordd. bm, engl. btt. 
y SS nordd .ya, (häufig :) liefen (stimm- 
haftes c), engl, yet, frz. bten. 
j = (häufig :) nordd. la^en (stimm- 
haftes c), 

A; = d. Äann {k^), engL can [k^], 
frz. cou. 

; SS d. 2au, engl. /6w, frz. Zong. 

m =3 d. mir, engl, me, frz. mon. 

n = d. nie, engl, no, frz. non. 

hy rü SS frz. vi^ne. 



9{ = d. sinken, engl. sin^. 

= d. noch, frz. porte. 

ef BS d. kennen» frz. netif. 

/? B frz. de (wenn von ö geschieden). 

cß SS engl, hurt (lang). 

i? = d. i?aar (j?*) , engl, pea (p^), 

frz. j^eau. 
r = d. rauh, engl, row, frz. riebe. 
u (Zäpfchen-r) « (häufig:) d. rauh, 

frz. riche. 
« s= d. «Sklave, engl, so, frz. son, 
8 B d. «cAön, engl, sky, frz. cAat. 
< = d. tief (^), engl, town (<*), firz- 

^on. 
j5 =s engl. <Ain. 
u SS nordd. und, engl. book. 
V = nordd. u'ie, engl, t^ery, frz. vie* 
a (Stimmton) = engl. real. 
io s= engl, tre, frz. oui, auch md. 

trie, d. quer, achtrer. 
y = frz. lul. 
z s= nordd. le«en, engl, ea^, frz. 

ro«e. 
£ = nordd. lo^en, engl, viston» 

frz. j'eune. 



Einleitung. 
DIE StRACHORGANE. 



A. Die Sprachorgane im allgemeinen. 
§ 1. Die Grundlage für alle Sprachlaute bildet der aus 
der Lunge kommende Luftstrom: der Atem. Er ist gleichsam 
das Rohmaterial, welches beim Durchgang durch Kehlkopf, 
Mund und Nase vermittelst verschiedener schallbildender oder 
schallmodifiziiender Artikulationen zu den einzelnen Sprach- 
lauten verarbeitet wird. Als Sprachorgane kommen daher zu- 
nächst in Betracht die Atmungsorgane: Zwerchfell, Lunge 
und Luftröhre, als Erzeuger des zum Sprechen nötigen Luft- 
. stxoms; sodann die Artikulations- und Resonanzorgane: 
der Kehlkopf, der Mund und die Nase. Da die Nase zugleich 
als gewöhnlicher Ein- und Ausgangsweg der Luft beim Atmen 
und der Mund als Eingang des Speisewegs, sowie gelegentlich 
ebenfalls als Atmungsweg dient, so bleibt als eigens auf die 
Sprachbildung berechnetes Organ nur der Kehlkopf übrig. 

Anm« !• Zwerchfell und Lunge wirken beim Sprechen wie der Blasebalg, 
die «Luftröhre wie das "WinÖrohr bei einer Orgel-Zungenpfeife , der Kehl- 
kopf mit seiien Stimmbändern wie die Zunge einer solchen, während Mund 
und Nase dem. Ansatzrohr entsprechen. Die letzteren findet man daher in 
deutschen lautphysiologischen Werken häufig als »Ansatzrohr« bezeichnet. 

Anm« 2« Sehr instruktiv namentlich beim Klassenunterricht sind Kehl- 
kopf-, jungen- und Kopfmodelle wie die der Plastischen Anstalt von F. Eamm£ 
in Hamburg, St. Pauli (aus Papiermache und kolorirt; besonders zu em- 
pfehlen ist das » Kopfmodell I«, Medianschnitt des Kopfes inkl. Kehlkopf 
etc. in natürlicher Grösse). — Eine unmittelbar für den Unterricht be- 
rechnete Beschreibung der Sprachorgane nebst einer Anleitung zur Dar- 
stellung derselben an der Schultafel habe ich »Zeitschr. f. nfr. Spr. u. Litt.« 
II 1880 zu geben versucht. — Eine die Sprachorgane im Durchschnitt pa- 
rallel zu und in geringem Abstand von der Mittelebene nach Hnks dar- 
stellende Wandtafel hat neuerdings Techmer mit 32 Seiten Text »Zur 
Veranschaulichung der Lautbildung« Leipzig 1885 herausgegeben. Es ist 
auf der Tafel die offenste Stellung (für a) gewählt, die übrigen Artikula- 
Vietor, Phonetik, 2. Aufl. 1 



2 Einleitung: Die Spraehorgane. A. Im allgemeinen. fl — 4. 

tionen (Vokale und Konsonanten) sind an den entapreehenden Stellen an- 
gedeutet. Auf grössere Entfernung sind freilich die eingesetiten Lautbe- 
xeiehnungen wegen der dureh ihxe Menge bedingten Kleinheit nieht mehr 
deuüieh xu erkennen ; das Gänse ist gerade für den Elementarunterricht über- 
haupt etwas xu komplixirt. 

B. Die Atmungsorgane. 

§ 2. Der Sitz der Atmungsorgan^ ist die Brusthöhle : Ihre 
elastische, nach oben gewölbte Basis bildet eine Muskelplatte, 
das Zwerchfell. Den grössten Teil der Brusthöhle füllt die 
Lunge aus. Zwischen den rechten und den linken Lungen- 
flügel tritt von oben her die Luftröhre ein. Sie scheidet sich 
zunächst in einen rechten und einen linken Ast, um sich dann 
bis ins feinste in die Lungenflügel zu verzweigen. An den Aus- 
läufern sitzen die Lungenbläschen, in welchen der Gasaustausch 
zwischen dem Blut und der eingeatmeten Luft stattfindet. Durch 
dieses elastische Gewebe ähnelt die Lunge einem Sack, der 
durch eingcpressten Inhalt sich ausdehnt und nach Aufhören 
des ausdehnenden Druckes sich wieder zusammenzieht. 

§ 3. Beim gewöhnlichen Atmen beruht das Einatmen 
auf einer sich stetig wiederholenden Kontraktion (Verflachimg) * 
des Zwerchfells. Dadurch vergrössert sich der Brusthöhlenraum, 
und äussere Luft wird in die Luftröhre und Lunge eingesaugt, 
so dass die letztere den erweiterten Brusthöhlenraum völlig aus- 
füllt. Das Ausatmen erfolgt dann sozusagen von selbst, in- 
dem das Zwerchfell, unterstützt durch die auf den erhaltenen 
Druck reagirenden Baucheingeweide , in seine Ruhelage ^zu- 
rückkehrt. Einatmung und Ausatmung, die etwa «gleich viel 
Zeit in Anspruch nehmen, finden in der Regel durch die 
Nase statt. 

Anm. Das ruhige Atmen geht ohne laute Geräuschbildung vor sich, 
ist jedoch nicht völlig unhörbar. Auf abnormer Einatmung (Zwerchfell- 
krampf), beruhen das Schluchzen, Gähnen, Stottern, auf abnormer 
Ausatmung Niesen, Husten und Lachen. Gewisse Störungen des 
Atmungsprozesses in den Artikulationsorganen erzeugen Schnaufen, 
Schnarchen und Stöhnen als nicht sprachlich verwendete Geräusch- 
laute. Ebensowenig Verwendung finden in den zivilisirten Sprachen die 
Artikulationen des Schnalzens (Geräuschbildung) und Pfeifens (Ton- 
bildung). 

§ 4. Beim Sprechen ist der Atmungsprozess ein etwas 
andrer. Als an und für sich keine besondere Muskelthätigkeit 



§ 4. B. Atmungs Organe. C. Artikulations- und Resonanzorgane. 



erfordernd, eignet sich die Ausatmung zum Sprechen am besten 
und wird auch ausschliesslich dabei verwandt. Durch Beteili- 
gung der Muskeln wird die Dauer der Exspiration verlängert, 
ihre Stärke im ganzen, damit die Artikulation deutlicher wahr- 
nehmbar wird, erhöht und im einzelnen nach Bedarf geregelt. 
Dieser kontinuirliche Exspirationsstrom nimmt fast ausschliess- 
lich seinen Weg durch die Mundhöhle, welche nächst dem 
Kehlkopf alle Sprachartikulationen zu übernehmen hat. Auch 
beim Sprechen finden die auf das kürzeste Mass beschränkten 
tiefen Einatmungen durch die Nase statt. 

C. Die Artikulations- und Resonanzorgane. 



v^J o-J ■ ^ ■--. ^^^'^^ 




Fig. 1. Mediansclmitt dnrch Nase, Mund und Kehlkopf. 

a Nasenh&hle. 2> harter Qanmen. c weicher Ganmen. d Mundhöhle. « Znnge. /Rachenhöhle. 

g Zungenbein, h Kehldeckel, t Stimmritze. It Stimmband, l Schildknorpel, m Kehlranm. 

nn Ringknorpel, o Luftröhre, p Speiseröhre. 

1* 



4 . 



Einleitung: Die Sprachorgane. 



§5—7. 




I. Der Kehlkopf. 
§ &• Die Luftröhre läuft oben in den Kehlkopf aus. 
Seine Gestalt erhält derselbe durch den Schildknorpel oder 
Spannknorpel (»Adamsapfel«), dessen 
zwei Flügel vorn eine von aussen fühlbare 
und oft auch sichtbare Kante bilden, wäh- 
rend sie hinten so weit auseinanderstehen^ 
dass die Platte des siegelringförmigen King - 
knorpels oder Grundknorpels dazwi- 
schen Platz findet. Vorn ist der Ring- 
Fie 2 Kehlkopf- kuorpel als härterer, auf der Luftröhre 
a sciXUeL^i'^stV aufsitzender Ring leicht zu fühlen.' Nach 
^^'^dBin^irao"ef'^^*'* ^^®^ findet der Schildknorpel durch das 
mittlere (vordere) und die seitlichen (hin- 
teren) Zungenbein -Schildknorpelbänder einen Halt an dem 
Zungenbein, einem hufeisenförmigen Knochen, über dessen 
Gestalt man sich ebenfalls durch Betasten unterrichten kann. 
§ 6. Von der Platte des Ringknorpels nach der Kante 
des Schildknorpels ziehen sich die aus Muskelbündeln beste- 
henden Stimmbänder. Sie verlaufen nach rechts und links 
in die Seitenwände des Kehlkopfs und sind wie das ganze 
Kehlkopfinnere mit Schleimhäuten bekleidet. Die zwischen 
den Stimmbändern befindliche Spalte, die Stimmritze oder 
Glottis (der vordere Teil Bänderglottis, 
der hintere Teil Knorpelglottis oder 
Atemritze genannt) kann vermittelst der 
die Giessbecken-, Giesskannen- oder 
Stellknorpel bewegenden Muskeln ganz 
oder teilweise geschlossen werden. Diese 
Knorpel haben ungefähr die Gestalt einer 
dreiseitigen Pyramide. Mit der Grundfläche 
sitzen sie oben auf der Platte des Ringknor- 
pels, während eine Seitenfläche mit einem 
Stimmband verwachsen ist. Zur Spannung 
öKehkaum.^wTasciieSb&n- der Stimmbänder dient der untere Bügel des 
'''8chei''S1Suze!''" Schildknorpels und der ihn mit dem Ringknor- 
..stimmbänder./LTiftröhre. ^^j verbindende Ring-Schildknorpelmuskel. 
§ 7. Unmittelbar über den Stimmbändern befinden sich 
rechts und links in der Kehlkopfwand tiefe, nach oben gehende 




Fig. 3. Querschnitt 




§7 — 10. C. Artikulations- und Resonanzorgane. L Der Kehlkopf . 5 

Einbuchtungen, die Morgagnischen Taschen. Hierdurch 
erhalten die Stimmbänder den Charakter freiliegender spitz- 
winkeliger Kanten. Die über die Morgagnischen Taschen 
überhängenden Schleimhautfalten pflegt man als Taschen- 
bänder oder obere oder falsche Stimmbänder zu bezeich- 
nen. Im ganzen hat der obere Kehlkopfraum zwischen der 
Stimmritze und dem oberen Ausgang des Kehlkopfs die Ge- 
stalt einer bauchigen Höhle. 

§ 8« In dem mittleren Zungenbein-Schildknorpelband sitzt 
der Stiel des Kehldeckels, so dass dieser, eine löffelartige, 
im TJmriss herz- oder birnformige 
Knorpelplatte, hinter der Zungen- 
wurzel in die Höhe ragt und den 
oberen Kehlkopfausgang offen hält, 
so lange jenes Muskelband gespannt 
ist. Hebt sich jedoch, wie beim 
Schlingen oder Schlucken, der Kehl- 
kopf, so wird der Kehldeckel ge- ^4^.4. Kehlkopf von oben. 
senkt und verschliesst denselben, so JaÄe TLSJ'Äihen^^^^^^ 
da^s nichts in die »falsche Gurgel« ' '"'"'''.XftriJ^^''''''' 
oder »falsche Kehle«, d. h. in den 

Kehlkopf und die Luftröhre geraten kann. Der Kehldeckel 
lässt sich mit dem Finger erreichen, wenn man diesen den 
Zungenrücken entlang bis zur Zungen wurzel hinunterführt; 
doch pflegt sich bei dem Versuch Brechreiz einzustellen. 

§9« Beim gewöhnlichen Atmen ist der. Kehldeckel ge- 
hoben und die Stimmritze in ihren beiden Teilen geöffnet. Der 
Kehlkopf sorgt auf diese Weise für ungehinderten Durchgang 
der Luft, wie er schon durch seinen Bau verhindert, dass die 
Luftröhre in der Ruhelage ähtilich wie die Speiseröhre zusam- 
mengedrückt wird. 

§ 10. Eigentlich thätig wird der KehlkQpf beim Spre- 
chen. Bei der Bildung mancher Sprachlaute allerdings bleibt 
derselbe unbeteiligt, indem er dieselbe Rolle spielt wie beim 
gewöhnlichen Atmen, und nur ganz vereinzelt wird in lauter 
Rede ein durch Engen- oder Verschlussbildimg erzieltes Kehl- 
kopfgeräusch (»Reibelaut« oder » Verschlusslaut«, vgl. § 19) als 
Sprachlaut verwendet. Bei der Mehrzahl der Sprachlaute aber 



6 Einleitung: Die Spraehorgane. §10 — 11. 

ist die Mitwirkung des Kehlkopfs als Stimmerzeugeis von 
Wichtigkeit. Werden nämlich die Stimmbänder entsprechend 
genähert und angespannt, so ist der Atmujigsstrom im stände^ 




A 



Fig. 5. Stimmritze (Schema). 

a geöffnet (beim Atmen), b gesohlossen (z. B. bei Stimmbildung), c mit geöffneter Enorpel- 

glottis nnd geschlossener Binderglottis (beim Flüstern). 

dieselben als ein membranöses Zungenwerk durch rasch wie- 
derholte Stösse in tönende Schwingungen zu versetzen. Der 
so erzeugte Ton heisst Stimmton oder Stimme, und Sprach- 
laute, bei welchen die Stimme mitwirkt, stimmhafte oder 
tönende, die übrigen stimmlose oder tonlose Laute. 

Anm« 1. Es ist selbstverständlich unmöglich, den Stimmton ohne 
irgend welche Mund- und Nasenartikulation hören zu lassen. Doch pflegt 
man den mit möglichst neutraler, keine bestimmte vokalische Resonanz 
bedingender Mundöffnung gesprochenen Stimmton einfach als Stimmton 
oder' Stimme zu bezeichnen. 

Anm« 2* Beim Sprechen werden die Töne meist nur sehr kurze 
Zeit angehalten, die Intervalle sind im allgemeinen klein und die Klang- 
fülle gering. Beim Singen ist die Dauer der einzelnen Töne oft sehr be- 
trächtlich, die Intervalle sind grösser als beim Sprechen und die Klangfülle 
bedeutend, so dass die Verständlichkeit der Mundartikulation leicht dar- 
unter leidet. 

Anm« 3« Beim Flüstern wird die Stimme durch ein an den Stimm* 
bändem gebildetes Geräusch (Flüstersti mm e) von unveränderlicher Ton- 
höhe ersetzt, indem sich der Luftstrom bei geschlossener Bänderglottis 
durch die geöffnete Knorpelglottis drängt. 

§ 11. Die Tonhöhenskala der dem menschlichen Kehl- 
kopf überhaupt zu Gebote stehenden Töne umfasst etwa 4 
Oktaven (von E bis c^), beim einzelnen Individuum jedoch sel- 
ten mehr als 2 bis 2Y2 Oktaven. Die Höhe oder Tiefe der 
Tonlage im allgemeinen hängt ab von der Länge und Dicke 
der Stimmbänder, indem längere und dickere Stimmbänder (bei 
Männern) tiefere Töne, kürzere und dünnere Stimmbänder (bei 
Frauen und Kindern) höhere Töne bedingen. Verschiedene 



§ 11 — 17. C. Artikulations- und Resonanzorgane. I. Kehlkopf. IE. Mund. 7 

Tonhöhen innerhalb eines so gegebenen TJmfangs werden durch 
verschiedene Grade der Aiispannung dei Stimmbänder und der 
Sl^ke des Luftstroms erzielt. Gleiche Tonhöhe bei Verstär- 
kung oder Abschwächung des Tons durch energischere oder 
weniger energische Ausatmung wird dadurch erhalten, dass die 
anspannende Muskelthätigkeit gleichzeitig nachlässt oder zu- 
nimmt. 

Anm« Bei der gewöhnlich gebrauchten Bruststimme sind die Stimm- 
bänder fest aneinander geschlossen und schwingen in ihrer ganzen Länge 
und Breite. Die Register der Kopf-, Falsett- und Fistelstimme 
werden von den Theoretikern vielfach zusammengeworfen. Was die Sän- 
ger Kopfstimme nennen (im Sprechen der sog. Leutnantston?), ist, wie 
mir scheint, nur durch Verengung der hinteren Mundhöhle höher resoni- 
rende Bruststimme. Bei den höheren Registern der Falsett- und Fi- 
stelstimme schwingen die Stimmbänder in anderer Weise als bei der 
Bruststimme (Falsett? — entsprechend den sog. Flageoletttönen) oder nur 
zum Teil (Fistel?). Vgl. übrigens Gbützneb »Physiol. der Stimme und 
Sprache« 1879 S. 87 ff. Auch beim sog. Bauchreden wird zur Nachah- 
mung der aus der Feme nur wahrnehmbaren Obertöne eine gedämpfte Fistel- 
stimme (zum Teil Knarr- oder Quetschstimme) verwendet. Je höher die Fistel- 
töne, .desto entfernter lautet die Stimme. Vgl. Sievees »Phonetik« 3 S. 26. 

II. Der Mund. 

§ 12. Den unmittelbar über dem Kehlkopf belegenen 
Hohlraum pflegt man als Schlundkopf oder Rachenhöhle 
zu bezeichnen. Er bildet die hintere Abteilung der Mund- 
höhle. Von der vorderen Abteilung, dem eigentlichen Munde, 
ist er durch eine in der Regel herabhängende Muskelklappe, 
den weichen Gaumen oder das Gaumensegel (dessen Ende 
das vor dem Spiegel sichtbare Zäpfchen bildet) geschieden. 
Hebt sich beim Schlucken oder Schlingen das Gaumensegel 
nach der hinteren Rachenwand, während sich der Kehldeckel 
senkt, so zeigt sich der Schlundkopf deutlich in seinem Cha- 
rakter nicht nur als hintere Abteilung der Mundhöhle, sondern 
als Teil des Speisewegs überhaupt. 

§ 18. Beim Atmen hängt das Gaumensegel herab, so 
dass der Luftweg durch die Nase dem Atmungsorgan offen 
steht. Der Schlundkopf erscheint hierbei (wie auch beim ge- 
legentlichen Atmen durch den Mund) als Teil des Atemweges. 

§ 14. Beim Sprechen sperrt das Gaumensegel bei weit- 
aus den meisten Sprachlauten die Nasenhöhle gegen den Aus- 



S Einleitung: Die Sprachorgane. ■ §14 — 19. 

atmungsstrom vollständig ab. Nur bei einzelnen Lauten, den 
sogenannten Nasenlauten, wird dem' Luftstiom dei Eingang in 
die Nasenhöhle geöffnet, während zugleich der Eingang in den 
Mund meist völlig verschlossen wird. 

§ 15. Die vordere Abteilung der. Mundhöhle oder die 
Mundhöhle im engeren Sinne ist ein Hohlraum, dessen Decke 
durch den harten Gaumen des feststehenden Oberkiefers 
und dessen Boden durch die mit den beweglichen Unterkiefer 
verbundenen Weichteile gebildet wird. Vorn endigt die Mund- 
höhle mit der von den Lippen begrenzten Mundspalte, welche 
durch Muskelbewegung der verschiedensten Gestaltung fähig ist. 
Im Rande der beiden Kiefer sitzen die Zähne. Die Zahn- 
scheiden oder Alveolen der Oberzähne bilden eine er- 
habene Wölbung zwischen den Zähnen und dem konkaven, 
harten Gaimien. Der Übergang von diesem zu dem weichen 
Gaumen ist mit dem Finger leicht zu fühlen. 

§ 16. Mit dem Boden der Mundhöhle durch einen grossen 
Teil der einen Seitenfläche verwachsen und durch Muskeln mit 
dem Unterkiefer, dem Zungenbein und dem Schläfenbein verbun- 
den ist ein langgezogenes, abgeflacht kegelförmiges Muskelgebilde, 
die Zunge. Die andere Seitenfläche, der Zungenrücken, liegt 
frei nach oben. Die nach allen Seiten freiliegende Zungen- 
spitze ist nach vorn gerichtet. Das breite hintere Ende der 
Zunge, die Zungenwurzel, grenzt an den Kehldeckel. Li- 
folge ihrer reichen Muskulatur ist die Zunge und besonders 
die Zungenspitze zu den verschiedenartigsten Gestalts- und Orts- 
veränderungen befähigt. 

§ 17. Beim Atmen ist, wie bereits erwähnt, die eigent- 
liche Mundhöhle in der Regel unbeteiligt. Die Zahnreihen 
und die Lippen sind aneinander geschlossen und die Zunge 
füllt die Mundhöhle fast gänzlich aus. 

§ 18. In ihrer ursprünglichen Bedeutung zeigen sich die 
Mundteile beim Aufnehmen, Zermalmen und Schlingen der 
Speisen, also beim Essen und Trinken. 

§ 19. Auf der Beweglichkeit des Unterkiefers, der Lippen 
und vor allem der Zunge beruht zugleich die hervorragende 
Beteiligung des Mundes beim Sprechen. Dem in der Kehle 
gebildeten Stimmton oder dem stimmlosen Ausatmungsstrom 



§19 — 2 2. C. Artikulations- und Resonanzorgane. IL Mund. IIl. Nase. 9 

können durch verschiedene Gestaltung der Mundhöhle ver- 
schiedene Resonanzen gegeben (Laute mit Mundöffnung; 
stimmhafte: Vokale, stimmlose: h) odei es können beim Durch- 
gang des Luftstroms Geräusche erzeugt werden, mit welchen ein 
Stimmton in der Kehle verbunden sein kann (Laute mit Mund- 
enge und Mund verschluss; ersteres 9 Reibelaute« wegen der an 
den Wänden der Enge stattfindenden Reibung des Luftstroms, 
letzteres j) Verschlusslaute «). 

m. Die Nase. 

§ 20. Der Schlundkopf steht nach oben mit der Na- 
senhöhle in Verbindung. Diese ist ein fast gänzlich von 
Knochen Wandungen, nur nach aussen hin von Knorpel- 
stücken umschlossener Hohlraum. Ihren Boden bildet der 
Gaiunen. Der obere, engere Teil der Nasenhöhle ist das Ge- 
ruchsorgan, der untere, weitere Teil der eigentliche Atem - 
weg. Die ganze Nasenhöhle wird durch eine senkrechte 
Scheidewand, welche in der inneren Nase aus Knochen, in 
der äusseren aus Knorpel besteht, in eine rechte und eine linke 
Hälfte getrennt und damit die vordere Nasenöffnung in die 
beiden Nasenlöcher, die hintere in die beiden Choanen 
geschieden. 

§ 21. Ihrem Charakter als Luftweg entsprechend ist die 
Nase beim Atmeu durch Nichtheben des Gaumensegels hin- 
ten geöffnet. Der vordere Ausgang ist durch direkte Muskel- 
thätigkeit überhaupt nicht verschliessbar. 

§ 22. Infolge ihres Baues kann die Nase beim Spre- 
chen nicht zur selbständigen Erzeugung von Sprachlauten 
dienen, ist überhaupt keiner Artikulation im eigentlichen Sinne 
fähig. Wird ihr jedoch durch Nichtheben des Gaumensegels 
während der Bildung eines Sprachlautes Anteil an dem Aus- 
atmungsstrom gegeben, so bewirkt sie namentlich bei stimm- 
haften Sprachlauten durch ihre eigentümliche Resonanz eine 
merkliche Änderung in der Klangfarbe. Bei allen Lauten, zu 
deren Wesen diese nasale Modifikation nicht gehört, wird die 
Nasenhöhle durch Gaumensegelverschluss abgesperrt. 



Erster Teil. 
DIE SPRACHLAUTE. 



Vorbemerkung. 

§ 23. Will man nicht bei der Behandlung der Sprach- 
laute fortwährend zu umständlichen Wiederholungen genötigt 
sein, so bedarf es für jeden einzelnen Laut eines einfachen 
unmissverständlichen Zeichens, d. h. im ganzen eines phoneti- 
schen Alphabets. Die für das Deutshe, Englische und Fran- 
zösische gebräuchlichen Orthographien entsprechen dem wissen- 
schaftlichen Bedürfnis durchaus nicht, teils wegen ihrer In- 
konsequenz (vgl. z. B. deutsch t?or und far, englisch not und 
whot, französisch si und ici), teils wegen ihrer Unbeholfenheit 
und Unzulänglichkeit (vgl., zugleich als Beispiele der Inkonse- 
quenz, deutsch schön j engl. ^Äin, franz. mon). Im folgenden 
ist daher statt oder neben der gebräuchlichen Schreibung eine 
phonetische Umschrift in Kursivlettern zur Anwendung ge- 
bracht worden, welche die angedeuteten Missstände, soweit 
dies ohne typographische Schwierigkeiten angeht, zu vermeiden 
sucht (s. die Tabelle hinter dem Inhaltsverzeichnis zu Anfang 
des Buchs). 

Anm. 1. Ein vollkommenes phonetisches Alphabet wäre ein solches, in 
welchem jedes Zeichen den von ihm vertretenen Laut, bezw. dessen Arti- 
kulation, s3rmboli6ch zum Ausdruck brächte. Diese Aufgabe haben u. a. 
Brücke (»Über eine neue Methode der phonetischen Transskription« Wien 
1863) und mit weit grösserem Glück A. M. Bell (»Visible Speech«, »Sounds 
and their relations« u. s.) durch Konstruktion neuer Lautzeichen, ohne An- 
lehnung an das lateinische Alphabet, zu lösen gesucht. — Techmebs 
Noten-Artikulationsschrift (»Phonetik« Tab. VI) registrirt für jeden Laut 
das Verhalten der 5 — 10 Hauptartikulationsstellen durch entsprechend viele 
untereinander stehende Zeichen in einem 5-Linien-Sy8tem. 

Anm» 2« Auf das lateinische Alphabet gegründete phonetische AI- 



§ 23. I. Teil. Die Sprachlaute. Vorbemerkung, U 

phabete sind vielfach konstruirt worden. Erwähnung verdienen diejenigen 
von Lepsius (»Standard Alphabet for reducing unwritten languages and 
foreign graphic Systems to a uniform* orthography in European letters« 
2. Aufl. London 1863; vorher deutsche Ausgabe Berlin 1855), Kräuter 
(s. Fromanns »Mundarten« VII 1877 S. 305 ff.; »Lautverschiebung« S. IX f.), 
Ellis (besonders »Palaeotype«, s. »On E. E. Pronunciation« I S. Iff.) und 
Sweet (»Narrow« und »Broad Romic«, s. »Handbook of Phonetics« S. XX ff.), 
von denen die beiden erstgenannten wegen mancher diakritischen Zeichen 
schwer zu drucken, die letzteren (englischen) wegen ihrer Digraphen oder 
gar Trigraphen (Palaeotype) nicht streng phonetisch sind. — Die hier von 
mir angewandte Lautschrift weicht hauptsächlich in der Bezeichnung der 
Vokalqualität und -quantität, der Nasalirung und der Betonung von meiner 
früheren (z. B. »Engl. Schulgrammatik« I 1879) ab, weil hier eine grössere 
Anzahl von Nuancen zum Ausdruck zu bringen war, als jene für Schul- 
zwecke bestimmte, übrigens wesentlich von Traütmann »Anglia« I 1878 
übernommene Schrift ohne eine für den Setzer wie den Leser unbequeme 
Belastung der Buchstaben mit diakritischen Nebenzeichen es zu thun im 
Stande gewesen wäre. Wenn Krauter (»Z. f. d. Altert.«, Ana. XII 1886 
S. 125) meine neue Lautbezeichnung »prinziplos und unpraktisch« findet, 
so nennt sie Franke »Engl. Stud.« VIII 1885 S. 334 »eine, soweit dies* mit 
unsem Buchstaben überhaupt möglich, durchaus konsequente« und »leicht 
lesbare« Schrift, »die sich dem Kundigen von selbst erklärt«, und wendet 
sie wie Klinghardt »Engl. Stud.« VIII S. 307 ff. (vgl. auch ebenda S. 349) 
bei seinen Transskriptionen an. Mit dem »Vorrat gewöhnlicher Druckereien«, 
ohne dass man wie die Engländer zu Buchstabenkombinationen greift, eine 
konsequente Lautschrift herzustellen, ist eben leider nicht möglich. Einige 
Abänderungen in der Transskription habe ich mir auch diesmal wieder 
erlaubt. — Dass in phonetischen Werken verschiedene Transskriptions* 
Systeme zur Verwendung kommen, halte ich für kein Unglück, da sich je- 
der in eine nur einigermassen konsequente Lautschrift in kürzester Zeit 
einlesen wird. Ob bei dem einen und dem andern Phonetiker unter dem- 
selben Zeichen wirklich derselbe Laut verstanden wäre , bliebe doch immer 
erst zu untersuchen. — Zur direkten Benutzung iii der Schule will ich 
meine hier gebrauchte Lautschrift ebensowenig empfehlen, wie den übri- 
gen Inhalt dieses Buches. Ich bin sogar der Ansicht, dass es besser wäre, 
von der Anwendung einer Lautschrift in der Schule ganz abzusehen; in 
den Lehrbüchern ist eine solche einstweilen^ ein notwendiges Übel. 

Anm» 8» Die zahlreichen im Interesse einer allgemein nationalen 
oder internationalen Orthographiereform namentlich neuerdings wieder vor- 
geschlagenen »phonetischen« Schreibungen haben wohl durchgängig keinen 
streng wissenschaftlichen Charakter, indem sie trotz neuer Buchstaben 
etc. der herrschenden Schreibung zu weit gehende Konzessionen machen. 
Am bekanntesten ist Pitmans »Phonotypy«, mit vielen neuen Lettern, seit 
Jahrzehnten für das Englische in des Erfinders »Phonetic Journal« (jetzt 
Bd. XLV Bath 1886) und sonst im Gebrauch [entstanden unter Mitwirkung 
von Ellis 1844—1846, reformirt 1873). 



12 I. Teil. Die Sprachlaute. I. Kap. Kehlkopfartikulation. § 24—26. 

Erstes Kapitel. 
Kehlkopfartikulation. 

I. Laute mit Eehlkopföffnung. 
(Stimmlose.) 
§ 24* Ist die Stimmritze weit geöffaet, so passirt dei Ex- 
spiiationsstrom dieselbe geräuschlos. Sprachlaute können dann 
von ihr nicht gebildet werden. Wohl aber kann Öffiiung der 
Stimmritze Mund- und Nasenartikulation begleiten; selbstver- 
ständlich völlige Öffiiung nur bei Lauten, die nicht Enge oder 
Verschluss der Stimmritze erfordern, insbesondere nicht bei 
stimmhaften. 

IL Laute mit Kehlkopfenge und Kehlkopfverschluss. 
§ 35. Nicht als Laut für sich, aber als wichtiger Be- 
standteil vieler Sprachlaute ist hifer zunächst der Stimmton zu 
erwähnen, über dessen Bildung § 10 zu vergleichen ist. Die 
verschiedenen »stimmhaften« Laute sind im folgenden je nach 
ihrer Mund- {und Nasen-)Artikulation aufgeführt. 

1. Laute mit Kehlkopfenge. 
(Stimmlose.) 
§ 26. Wird die Stimmritze genügend verengert, so er- 
zeug*t die Reibung des Luftstroms an den Kanten der Stimm- 
bänder einen Kehlkopfreibelaut oder -hauchlaut, der mit dem 
des Spiritus asper des Altgriechischen nicht ohne weiteres 
identifizirt werden darf; als phonetische Bezeichnung können 
wir ' verwenden. Hier sind vielfache Abstufungen möglich. 
Die Exspiration kann stärker oder schwächer, die Verengung 
bedeutender oder geringer sein; die Exspiration kann sich 
während der Dauer des Lautes gleichbleiben oder merklich 
ab- oder zunehmen, die Verengung auf demselben Grade fest- 
gehalten, oder kontinuirlich bis zum Verschluss gesteigert 
werden; etc. Bei sehr starker Exspiration und Verengung wird 
der Laut zum Keuchen. 

Anm« Nach Seelmann »Die Aussprache des Latein nach physiolo- 
gisch-historischen Grundsätzen« 1885 S. 255 u. 262 war der griech. Spi- 
ritus asper kein selbständiger, dem Vokal yorausgehender, sondern ein mit 
dem Vokal gleichzeitiger starker Kehlkopf- (also wohl Knorpelglottis-?] 
r eibelaut. 



§ 27—29. I. L. mit Kehlkopföfifhung. IL Laute mit Kehlkopfejige etc. 13 

§ 27. Der Kehlkopfreibelaut scheint im Deutschen und 
Englischen, sowie im Französischen beim gewöhnlichen Spre- 
chen nicht vorzukommen; jedenfalls nicht als Laut für sich, 
sondern nur als Begleiter der Mundhauchlaute oder stimmlosen 
Vokale, die man in Übereinstimmung mit den gebräuchlichen 
Orthographien unter dem Zeichen h' zusammenfassen kann. 
In der Kegel scheint das h mit offener Stimmritze einzusetzen, 
so dass die Lautbarkeit desselben nur auf der Mundstellung 
beruht. Wir betrachten das h daher in dem Kapitel über 
Mundaitikulation. 

Anm* YgL Sieyebs »Phonetik« ^ S. 132 mit Bezug auf Bbijcke 
»Sprachlaute« ^ S. 9 (Mitte); 'sowie auch Bbücke »Transskiiption« S. 32. 
Wenn man sich bemüht, »das h vokallos und kontinuirlich hervorzubringen«, 
80 wird allerdings die von Czermak und Brücke beobachtete dauernde 
Verengung der Stimmritze stattfinden. Auch für das Englische gilt A ohne 
'-Laut mindestens als Regel; vgl. Ellis IV S. 1128ff. ; Sweet »Handb.« 
S. 63 f. ; Evans »Spelling Experimenter« II. S. 92. 98 (A » »simple breath«). 

2. Laut mit Kehlkopfvrersohluss. 
(Stimmlos.) 
§ 28. Wird die vorher fest verschlossene Stimmritze 
plötzlich durchbrochen, so entsteht ein . momentanes Knack- 
geräusch, der Kehlkopfverschlusslaut, fälschlich auch Spiritus 
lenis genannt; phonetische BezeicKnung: '. Der Laut selbst 
ist stimmlos, verbindet sich aber leicht sofort mit stimmhaften 
Lauten (Vokalen etc.). Eine starke '-Plosion findet beim 
Husten statt. 

Anm« Dieser Laut, Ellis' »check glottid« (IV S. 1130) Sweets »glot- 
tal catch« (S. 6 f.], SiEVEEs' »fester Einsatz« (3 S. 131), scheint mit dem se- 
mitischen AlepH etc. identisch zu sein. Der altgriechische Spiritus lenis 
war nach Seelmann nicht der Kehlkopfverschlusslaut, sondern ein schwa* 
eher (-wie der Spiritus asper ein starker) mit dem Vokal gleichzeitiger 
Hauch ( Kehlkopf r eibelaut). 

§ 29« Der Kehlkopfverschlusslaut ' geht im Deutschen 
regehecht dem Vokallaut voraus, auch in Zusammensetzungen, 
die noch als solche gefühlt vrerden: ein ^äin^ Verein fer^äyn 
oder f9r^ diu j aber herein heräin. Man kann sich von dem 
Vorhandensein des Lautes besonders leicht beim Flüstern über- 
zeugen. 

Anm« 1. Einen eigentümlichen Eindruck macht es, wenn Ausländer, die 
in ihrer Sprache keinen Kehlkopfverschluss verwenden (vgl. § 30) , beim 



14 I. Teil. Die Spraehlaute. I. Kap. Kehlkopfartikulation. § 29—^0. 

Dentsehtprechen das ' vernaehUMsigeii und die Wörter gleichsam ineinan- 
derlaufen lassen. Dies kommt übrigens aueh in deutschen Mundarten, na- 
mentlich bei Zusammensetiungen Tor {fird%n %\a\X fir^äin u. s. w.). 

Annu 2. Dass der Kehlkopfrerschloss — abgesehen Ton den eben er- 
wähnten Dialekten — wenn auch »regelrecht«, so doch nicht Immer anlau- 
tendem Vokal im Deutschen vorausgeht, sei gegenüber dem Einspruch 
KuNOHABDTs in seiner Besprechung meiner Schrift »Oerman Pronundation« 
UEngL Stud." IX 1885 8. 110 f.) ausdrücklich sugestanden. Sobald der 
Anlaut im Zusammenhang der Rede xum Inlaut wird, geht namentlich vor 
nicht betontem Vokal das ' um* so eher verloren, je weiter die Rede sich 
Tom feierlichen Vortragsstfl entfernt. Dies habe ich auch gerade in der 
von Klinghabdt besprochenen Schrift in den Transskriptionsproben sum 
Ausdruck gebracht; man vgl. besonders die Reden der Franziska, S. 119 
u. 121. — Ebenso wird das ' in der Regel beim Singen vermieden. 

§ 30« Dafi Englische wie das Französische verwenden 
den Laut ' in dieser Weise nicht. Im Französischen setzt im 
Yokalischen Anlaut sofort die Stimme ein, und ebenso im 
Englischen, wenn nicht der »leise Hauche (s. unter h) vor- 
hergeht. 

Aimi« 1. Das Fehlen des ' ermöglicht die im Französischen so ge- 
wöhnliche »Bindung« eines Endlautes mit dem Anfeuigsvokal des nicht 
durch eine Sprechpause davon getrennten folgenden Wortes, wobei viele 
in der Pause stumme Endkonsonanten lautbar bleiben: les amis Uz ämt* 
SB lezänü-^ mon ami man ämi' s monänd'. Dieselbe Erscheinung findet 
sich im Englischen , 'besonders deutlich s. B. in it is it {z = itiz, not at 
all nätatal » natatal 

Anm. 2. Die Vokalallitteration lasst vermuten, dass das Angelsäch- 
sische den Kehlkopfverschlusslaut gleich dem Deutschen besessen hat; 
doch ist er wohl schon in vomeuenglischer Zeit geschwunden. Über gele- 
gentliches Vorkommen im jetzigen Englisch s. unter A. 

Anm« 3« Dass der Kehlkopfverschluss im Französischen zur Tren- 
nung eines Vokals von dem Konsonanten der n&chsten Silbe gebraucht 
würde (nn predige etonnant ö pro'di-'&e'Ho'na, vgL »Zs. f. nfr. Spr. u. 
Litt.« II 1880 S. 59), ist mir nicht mehr wahrscheinlich; es setzt wohl nur 
der Stimmton vor dem Übergang zu dem Konsonanten aus, während dies 
im Deutschen und Englischen erst mit der Artikulation der Konsonanten 
selbst, bezw. vor stimmhaften gar nicht, geschieht 



§ 31—32. n. Kap. Mundart. L L. m. Mundöffn. 1. Stimmh.: Vokale. 15 

Zweites Kapitel. 
Mundartikulation. 

I. Laute mit Mundöffnung. 

1. stimmhafte: Vokale. 

§ 31. Bei den stimmhaften Lauten mit Mundöffnung be- 
schränkt sich die Mundartikulation darauf, beliebige Töne der 
Stimme durch Herstellung bestimmter Resonanzen im Mund- 
raum zu verstärken und dadurch dem Stimmton eine bestimmte 
Klangfarbe zu verleihen (daher Stimmlaute im engeren Sinne, 
Vokale). Die Tonhöhen der verschiedenen Mundresonanzen 
(die Eigentöne der Vokale) lassen sich am leichtesteijL beim 
Flüstern der Vokale erkennen, weil dann der Stimmton fehlt 
und sich nicht mit der Mundresonanz vermischen kann. — Die 
Vokale können durch Nichtherstellung des Gaumensegelver- 
schlusses nasalirt werden. 

§ 32. Die Mundresonanz wird vor allem bedingt durch 
die Stellung der Zunge, die sich im wesentlichen nach ihrem 
Verhalten zvl zwei wichtigen Artikulationsstellen bestim- 
men lässt: 1) dem Hinter- oder weichen Gaumen (hintere, 
gutturale — richtiger: postpartale — Zungen -Gaumen-. 
Artikulation) , 2) dem Vorder- oder harten Gaumen (vordere, 
palatale — genauer: antepalatale — Zungen-Gaumen- Arti- 
kulation). Die Bildung einer so kleinen Öffnung, als es, ohne 
wirkliche Reibung der durchstreichenden Luft zu veranlassen, 
möglich ist, an der einen und der anderen dieser Artikulations- 
stellen liefert die Resonanzen für zwei Vokalextreme: geschlos- 
senes u (guttural) und geschlossenes t (palatal). Es ist dabei 
vorausgesetzt, dass die nicht zur Herstellung der betreffenden 
Artikulation notwendigen Teile der Zunge — bei u die Vor- 
derzunge , bei i der hintere Zungenrücken — gesenkt . sind 
und sich daher mit der kleinen artikulirenden gutturalen eine 
grosse nicht artikulirende palatale Öffnung verbindet und um- 
gekehrt. Bei u ist der Resonanzraum im Munde am grössten, 
und die Resonanz am tiefsten (dunkelsten) ; bei i der Resonanz- 
raum am kleinsten, und die Resonanz am höchsten (hellsten). 



16 



L Teil. Die Spnehlaate. 11. Kap. MundaitikuUtioiL 



§33. 



§ 33* Mittlere, mediopalatale Zungenhebung ergibt 
Kesonanzen für a-Laute. Bei starker Hebung wird der Laut 
undeutlich, gequetscht. Wird der Zungenrücken nur bis zu 

Lippenöffnnng 














1 k 

c3 








^ 


<^. 






p 1 


1 




i liöelute . 


.<^ 


ry"^ 






^ 


höchst« \ 


(UeiBCtor) 


A 


V^ 








' (kleinster) 


5's 


niedrigst« . 


xZ 


^ 








Offi»^ 


. niedrigst« 


Ifl, 


^ 


N 




II 


^ (grösster) 


1 i 

fl 








t 


(grÖBsIer) J 












r 

1 

1 


1 






s 


Besonanzraiin 


1 





Resonanz 



Fig. 6. Schema der einfachen Tokale. 



einem Punkte gehoben, der etwa in dem durch die Figur an- 
gedeuteten Verhältnis von der t- und der w-Hebung entfernt 
ist, so entsteht die Besonanz für offenes, «reines« a. Vermit- 
telnde Stellungen ergeben auf der Linie i — a die Besonanzen 
stets offener werdender *- und e- (sowie «-jLaute, auf der Linie 
u — a die Besonanzen stets offener werdender u~ und o-Laute, 
bis von beiden Seiten die a-Stellung erreicht ist. Mit der ge- 
ringeren oder grösseren Zungenhebung korrespondirt in der 
Begel die Grösse des Kieferwinkels (also die Entfernung 
der Zahnreihen von einander). Hiernach ergibt sich das obige 
System. Da^sselbe geht aus von deutschen Durchschnittswerten 
der Vokale, die aber den entsprechenden englischen, französi- 
schen etc. so nahe stehen, das die eingesetzten Vokale als 
diese Werte mit einschliessend und die Gruppe oder Klasse 
der e-, w- etc. Laute repräsentirend betrachtet werden dürfen. 



§34 — 35. !• Laute mit Mundöffnung. 1. Stimmhafte: Vokale. 



17 



§ 34. Vbiaussetssung ist hierbei, dass die Heistellimg des 
für die gutturalen Vokale erforderlichen (grösseren) Besonanz- 
laums im Vordetmunde durch «Bundun^a, d. h. Vorstülpung 
der Lippen nebst Bildung einer Bundöffnung (am kleinsten bei 
geschlossenem u) unterstützt wird, wie dies die Begel ist (in 
der Figur durch Klammem angedeutet) ; andernfalls müsste bei 
den gutturalen Vokalen eine stärkere Zurückziehung und 
Senkung der Hinterzunge stattfinden, wenn die gleichen Be-: 
sonanzen erzielt werden sollen. In ähnlicher Weise kann die 
Wirkung des (kleineren) Besonanzraums im Vordermunde bei 
palatalen Vokalen durch Zurückziehen der Lippen und Her- 
stellung einer Längsöffnung verstärkt werden. 

§ 35. Wird Lippenrundung (wie bei u^ o) mit palatalen 

Lippenöffnung 



kleinste 






höchste 
(kleinster) 



niedrigste 
^ (grösster) 




höchste 
(kleinster) rpE^g* 



niedrigste f^'^ 
(grösster) ' 



Besonanzranm 



Kesonans 
Fig. 7. Schema der Vokale inkl. o- nnd ü-Lante. 

Vokalen («, e) verbunden, so entstehen Mischlaute (w, ö)mit 
charakteristischer Klangfarbe. 

Ein ähnlicher Klangeffekt kann durch verschiedenartige 
Zungenrundung, die sich auch leicht mit der Lippenrundung 
verbindet, event. durch Verbindung einer gutturalen, z. B. w-, 
mit einer palatalen, z. B. /-Artikulation (mit Senkung in der 
Mitte) erzielt werden. Auch diese Laute könnten in das 

Vietor, Phonetik, 2. Aufl. 2 



18 



I. TeiL Die Sprachlaute, ü. Kap. Mundartikulation. 



[35. 



System eingefügt werden. Da solche in den uns hier angehen- 
den Sprachen aber nur vereinzelt vorkommen, so werden sie 
hier nicht weiter berücksichtigt, sondern späterer Besprechung 
am geeigneten Orte vorbehalten. 

Anmerkungen zu den §§ 31 — 35. 

Anin* 1. Die Eigentöne des Mundraums für die einseinen Vokale 
J§31) sind vielfach, meist auf Grund der geflüsterten Vokale bestimmt 
worden; zuerst wohl von Reyhee (»Mathesis Mosaica« 1679). Die Ver- 
schiedenheit der Resultate zeigt die folgende (nicht vollständige) Zusam- 
menstellung. 





u 





a 


ä 


e 


i 


ö 


ü 


Reyher 


e 


g 


a—ei 


g^ 


ai 


e2 


— 


— 


Flörke 


c 


g 


Ol 


g^ 


ai 


c2 


ei 


g* 


Hellwag 


c 


eis 


disfis 


a 


h 


ci 


ggis 


b 


WiUis 


— 


c2es2,g2 


des2f3 


— 


d«-c5 


g^ 


— 


— 


Donders 


fi 


dl 


bt 


— 


cis3 


f3 


g? 


a2 


Helmholtz 


f 


bl 


d3 


d2+g8 


fl+b3 


f+d* 


fi+cis3 


f + gS 


Merkel 


d . 


fis 


a-h 


ai~d2 


d2— e2 


a2 


di-fisi 


ai 


König 


b 


bl 


b2 


— 


b3 


b* 


— 


— 


Grabow 


c2 


g^h. 


•d8 


g« 


b3 


d* 


g' 


hl 


Auerbach < 


g-b 


bi~c2e2 


a2 


a2 


a2 


c3 


g + c3 


g* + g^ 


fi 


aic2 


f2-b2 


c2-d2 


gl— ai 


fi 


gisL-ai 


ei— fi 


V. Zahn 


d— ci 


g~ei 


a-gi 


et— f2 


h»— £2 


c2— a2 


fi— c2 


gi^fi 




f2 


a2c3 


f8 


a3 


c* 


i* 


g3a3 


h3 


Trautmann 


g2 


h2d8 


g« 


h3 


. d* 


^ 


— 


— 




g2 


h2d3 


f8g3 


h3 


d* 


f* 


g3a3 


d* 



Das Nähere s. bei Tuautmann, »Sprachlaute« 1884 S. 29 ff. (wonach die 
obigen Angaben gegen die der 1. Aufl. z. T. berichtigt und ergänzt sind). 
[Die oben für Hellwag gegebenen Ansätze hat Trautmann aus der 
»N. Berl. Monatsschr.« Febr. 1804 entnommen, wo sie von einem Herrn 
Bs. mitgeteilt werden, und fragt dazu (S. 47) : »Stammen die Ansätze der 
obigen Tabelle von Hellwag selber?« »Wer istBB.? und wie kommt Br. 
zu seiner Kenntnis?«. Auf Grund des jetzt in meinen Händen befindli- 
chen phonetischen Ms.-Nachlasses Hjbillwags kann ich zwar nicht die bei- 
den letzten, wohl aber die wichtigere erste Frage beantworten. Einer Ab- 
schrift der Abhandlung von Flöeke a. a. O. 1803 liegt ein durchkorrigirtes, 
offenbar für den Druck bestimmtes Ms. -Blatt bei, worin Hell wag auf die von 
ihm in seiner Dissertation erwähnten Ansätze R£Y^£BS (wie in obiger Ta- 
belle) verweist und die Reihenfolge und das Verhältnis der Vokalresonan- 
zen nach seiner eignen Beobachtung mitteilt, jedoch ohne Angabe der Ton- 
höhen. Solche finden sich dagegen übereinstimmend mit der obigen Tabelle 
auf einem ebenfalls beiliegenden Blättchen, das auch »Hellwags Vokalen- 
• Schema« und »Reyhers Vokalentonleiter« — diese aber in der Form 



§ 35. I. Laute mit Mundöffnung. 1. Stimmhafte: Vokale. 19 

u, o langes a mittleres a kurzes a ä Ü e i 
c dis f a oi eis* dis* fi c^ 

sowie »Flörkes Tonleiter« (wie oben) enthält mit der Überschrift »Hellwags 
Vokalentonleiter, an mehreren Personen geprüft«. Auf einem andern Zettel, 
wie alles erwähnte von Hellwags Hand, aber ohne Bezeichnung, findet 
sieh die Vokalreihe mit übergeschriebenen Tonhöhen wie oben bei Hbll- 
WAG, darüber aber noch in zwei weiteren Zeilen die je um einen halben, 
bezw. einen ganzen Ton tieferen Werte (h c eis etc. und b h o etc.)] 
Traütmann erklärt S. 46 die Verschiedenheit ider Ansätze dadurch, 
dass jeder die ihm gerade geläufigen Vokale untersuchte, der eine nach 
einem tiefem, der andere nach einem hohem Normaltone mass, und der 
eine oder andere sich einfach irrte (besonders in der Bestimmung der 
Oktavenhöhe). Es scheint mir jedoch nicht, als ob Traütmann durch seine 
Besprechung der früheren und durch die Darlegung seiner eigenen Unter- 
snchungen wirklich dargethan hätte, »dass es mit den Tonhöhen der Vokale 
doch nicht ein so unsicheres Ding ist, wie manche mehien, dass im Gegen- 
teil ein bestimmter Vokal eine jederzeit feststellbare und nur diese eine 
Tonhöhe hat« (S. 50 f.). — Traütmann selbst findet (S. 50) bei Zahn, der 
die Flüsterstimme von 45 Personen prüfte, den grossen Abstand zwischen 
seinen höchsten und tiefsten Ansätzen auffallend : »die Werte iixr u a ö ü 
erstrecken sich über 7, die für ä gar über 9 ganze Ti^ne I « Er erklärt sich 
dies aus der Verschiedenheit der Aussprache bei den Untersuchten und 
bemerkt, d^ss bei seinen eignen Stimmgabel-Untersuchungen, die sich auf 
die Flüsterstimme von Hunderten von Personen bezogen, das Ergebnis »im 
ganzen das nämliche wie bei v. Zahn« gewesen sei: »abweichende Ton- 
höhen, wenn auch nicht so stark abweichende wie bei ihm. Jeder Vokal • 
zeigte eine gewisse Breite des Schwankens, und sein Gebiet hörte im all- 
gemeinen da auf, wo das der oder des Nachbarn begann. Die Werte für 
das, was den verschiedenen als u galt, lagen um g^, die fär o um h^« etc. 
Sind nun aber 'nach Traütmanns Bestimmung diese Mittelwert« nur 2, 
bezw. nur IV2 Töne von einander entfernt, so ist nicht abzusehen, wie 
Laute, deren Resonanzen 7 oder gar 9 ganze Töne auseinander liegen, den 
Eindruck des nämlichen Vokals — wenn auch verschiedener Nuancen des- 
selben — machen können, und zwar auch auf das Ohr eines und dessel- 
ben Untersuchenden, der sie andernfalls wohl nicht sämtlich unter diesen 
nämlichen Vokal subsumirt hätte. (Dass sich für die Auffassung verschie- 
dener Beobachter das Schwanken gar über mehrere Oktaven erstreckt, er- 
gibt sich aus obiger Tabelle). Nun gibt allerdings Traütmann selbst zu, 
dass die nämliche Besonanz, genauer: der nämliche »Grundhall«, für ver- 
. schiedene VokaUaute gut (so hat sein offenes ö dieselbe Besonanz g^ wie 
sein helles a, geschlossenes ö die Resonanz h^ wie ä oder offenes e, ü die 
Resonanz d^ wie geschlossenes e). »Dass sie bei gleicher Tonhöhe doch 
ganz verschieden klingen,, kann nur daher kommen, dass sie verschiedene 
Oberhalle haben, verschieden zusammengesetzt sind« (S. 36). Die verschie- 
denen Oberhalle beruhen auf der verschiedenen Gestalt des Ansatzrohres 
(vgl. a. a. O.). Eine ganz bestimmte Vokalnüance, sagen wir Trautmanns 
helles a (Resonanz g'^), setzt daher doch wohl eine ganz bestimmte Ge^ 

2* 



20 I- '^eU- ^^6 Sprachlaute. II. Kap. Mundartikulation. § 35. 

staltung des Ansatzrohres , mit andern Worten eine ganz bestimmte Stel- 
lung des Mundes etc. yoraus, die für alle Sprecher bindend sein muss. Ist 
es nun aber denkbar, dass bei gleicher Gestaltung, aber Tcrsehiedener 
Grösse des Ansatzrohres, z. B. bei einem erwachsenen Manne ukid bei 
einem £.inde, das Volumen der Mundhöhle das gleiche und die Höhe der 
Mundresonanz die nämliche (z. B. bei beider hellem a = g^) sei? — Wäre 
freilich durch Traütmanns Experimente bewiesen, dass dieses scheinbar 
Unmögliche dennoch Thatsache sei, so fiele der Einwand zusammen. Er 
hat aber nur gezeigt, dass die Resonanz der Mundhöhle bei der Stellung 
für tt unter anderm auf die Schwingungen einer vorgehaltenen g*-Gabel, 
bei geschlossenem o unter anderm auf eine h^-Gabel reagirt etc., was ich 
auf eigne Untersuchungen mit Tbautmaxms Stimmgabeln hin nur bestä- 
tigen kann. Aber dasselbe u reagirt auch bei h^, geschlossenes o auch 
bei g2 etc. Die von Tbautmann angegebenen Besonanzen können daher 
nicht als die den einzelnen Vokalen einzig entsprechenden, charakteristi- 
schen Tonhöhen b^rachtet werden. (Über das TRAUTMANNSche Vokal- 
system als solches s. u. Anm. 2) . 

Ein weiterer Spielraum als in den obigen Ansätzen wird den durch 
die BesonanzStellungen des Mundes bedingten charakteristischen Obertö- 
nen der Stimme, welche bei den lauten Vokalen mittönen^ von Grassmann 
zugestanden (Stettin. -Gymn.-Pr. 1854, »Ann. Phys.« 1877), dessen Unter- 
suchungen neuerdings durch solche von Lahr (»Wiedemanns Ann.« 1886) 
bestätigt worden sind. Nach Grassmann klingt bei w, ü und r nur je ein 
Oberton mit, der bei u von c* bis etwa c^ bei ü von da biä etwa e*, bei 
i von da bis zu beliebiger Höhe reicht, während bei den übrigen Vokalen 
■ in den Reihen tt o ä a, ü ö a und i e a die Zahl der Obertöne zunimmt 
und bei a 7 bis 9 beträgt. Dies stimmt aufs beste zu dem aus unsen» 
Vokaldreieck ersichtlichen Verhältnis der Vokale zu einander bezüglich 
ihrer Artikulation, insbesondere der Zungenstellung. 

Anm. 2« Ich nahm in der 1. Auflage S. 18 mit Sievers 2 S. 64 f. an, 
dass das hergebrachte deutsche Vokalsystem seit Hellwag die »drei Grund- 
vokale a, t, u in der Form eines Dreiecks oder einer »Pyramide« anordne • 

a 




Fig. 8. Deutsche Vokalpyramide. 
die z. B. bei Brücke in folgender Weise ausgebaut erscheint: 



a 

i t^ u* u 

Fig. 9. Brüekes Vokaldreieck. 



|d5. L Laute mit Mundöffnung. 1. Stinunhafte: Vokale. 21 

Erst nachträglich wurde ich bekannt mit der Abhandlung von Mi- 
chaelis »Über die Anordnung der Vokale« »Herrigs Archiv« Bd. LXV 
und LXVI, Sep.-Abdr. Berlin 1881, welche eine »Zusammenstellung der 
verschiedenen neuen Methoden die Vokale anzuordnen« von der ahd. Zeit 
bis auf SiEYEBS »Phonetik« gibt. Hier ersah ich aus S. 29 ff., dass bei 
C F. Hellwag, wo uns zum ersten Male ein Vokaldreieek (genauer: 
-fOnf- oder gar -Siebeneck) entgegentritt (»Bissertatio inauguralis physiolo- 
gico-mediea de formatione loquelae« Tüb. 1781), die Spitze a nicht nach 
oben, sondern nach unten gerichtet und das Schema 

u a i 

o ö e 

ä ä 

a 

Fig. 10. Hellwags Vokaldreieek (1781). 

eben gerade nach den Artikulationsformen angeordnet ist. 

Die Anordnung mit a als nach oben gekehrter Spitze findet sich erst 
bei Chladni (zuerst »Trait^ d'acoustique« Paris 1809 S. 70) 



b eu ^ 
6 L 6 

I I 1 

ou u % 
Fig. 11. Chladnis Vokalschema (1309). 

der ebenfalls hierbei die Artikulationsform insofern im Auge hat, als diese 
Anordnung die fortschreitende Verengung des inneren, bezw. äusseren Mun- 
des von a nach ou, u und i veranschaulichen soU. — Auch Du Bois-Rey- 
MOND, der (in den »Musen« 1812) das a nach der Seite, das t nach oben, 
das u nach unten kehrt, 

e-i 

^<—^ ü 

Q H 

Fig. 12. Dn Bois-Beymonds Yokalacliema (1812). 

woUte damit die aufgesperrte Mundhöhle oder die Kieferwinkel zur An- 
schauung bringen. Ich bemerke jedoch hierzu, dass in einem mit der 
I*^otiz »Aufsatz dem Herrn Prof. Lichtenberg übergeben im Sommer 1780 
in Göttingen« versehenen Ms. in Hellwags Nachlass m. d. T, »Entstehung 
der Buchstaben aus der Übereinstimmung ihres Lai^ts hergeleitet« von die- 
sem die Vokale in folgendem Schema aufgeführt werden: 



22 I' Tefl. Die SpndikiiUL IL Kap. Msndaitiksktiaii. § 35. 



a 


ö 


1 

1 
ü 


"« 


o 


1 

m 



aaf demea Foim CHUkina nach 39 und muf dessen Stellang Dr Bois- 
Reth 03a> nach 32 Jalirai wieder xoräckkoninien, nadidcm Hellwag selbst 
schon im folgenden Jahr 17S1 mit dem Schema der Dissertation einen so 
bedeatenden Sehritt Torwarts gemadit hatte. Ein eigentliches Dreieck war 
auch noch damit nicht erreicht, doch findet sich auch dieses bei Hellwag 
in einem Ms. •xum eigenen Gebrauch« gesehrieben im Apr. 1TS3 .nadidem er 
an sich, an Leichnamen und an dem »berühmten Joh. Beck« mit abnehm- 
barer kunstlicher Xase und ebensolchem Gaumen weitere Studien gemacht 
hatte) in folgender, in den Veriialtnissen allerdings wenig genügender 
Form: 

u ü 1 

o e e 



Tig. 14. HeUvags Tofadscliema (17^3). 

Im wesentlichen hielten an der HELLWAGschen Anordnung fest Kapp 
'•PbysioL der Sprache I, 1S36., Ellis >E88entials of Phoneties« 1848); Du 
Bots-Ketmoxd folgten Michaelis ,in seiner -Zs. für Stenogr. u. Or- 
thogr.« und a. a. O.; , Böhmeb ;in den »Bom. Stud.« I}, Techiceb (»Pho- 
netik« ISSO;; die meisten neueren wählten die CHLADXische Stellung [a an 
der Spitxe;. Vgl sur Geschichte des Vokaldreiecks Ellis »E. K P.« IY 
S. 1285 ff. 

Der Yon Sieyebs (i S. 38, s 8. 65;^ dem »deutschen Dreieck« gemachte 
und auch Ton mir 1. Aufl. S. 19 wiedergegebene Vorwurf, dass es »auf 
die Artikulationsform so gut wie gar keine Rücksicht nehme und damit 
die Möglichkeit raube, die auch für die Sprachgeschichte höchst Wichtigen 
Beziehungen der einseinen Vokale unter sich wie su einseinen Gerfiusch- 
lauten zu überschauen«, trifft daher nicht zu, am wenigsten bei der Hell- 
WAGschen Grundform. Vielmehr nehmen die Vertreter des »deutsehen 
Dreiecks« allerdings auch auf die akustischen Verhältnisse Bücksieht, wo- 
nach schon; Oleaeits (»Deutsche Sprachkunst« 1630} die Vokale in der 
Ordnung t, e, a, o, u zusammengestellt hatte (TgL auch Anm. 1}. 

Anm« 3« Winteleb (»Die Kerenzer Mundart« 1876) wich von diesem 
Dreieckschema ab, indem er die sog. Grundyokale (unter Teilung des a 
in zwei Nuancen) auf einer geraden Linie verzeichnete und die mit i-, 
bezw. ^Zungenstellung* und u-, bezw. o-Lippenstellung gebildeten ü- und 
^Laute in einer rechtwinklig zu jener stehenden Linie von der Mitte der 



§35. 



I. Laute mit Mundöffhung. 1 . Stimmhafte : Vokale. 



23 



Grundlinie abzweigen liess. In entgegengesetzter Richtung verlief die von 
Sietees ^ S. 44 hinzugefügte, aber ^ S. 71 wieder zurückgenommene Linie 
der Laute mit w-, bezw. o-Zungengtellung und t-, bezw. c-Lippenstellung. 
(Denkt man sich die Endpunkte u ü i statt wie bei Winteler durch Vier- 
telkreise durch gerade Linien verbunden, so ist statt des alten a-i-u-Dtei- 
ecks ein neues w-«-»-Dreieck hergestellt.) Das Schema erscheint bei Sie- 
vers 1 S. 44 in folgender Gestalt: 




Fig. 16. Winteler-SieTers' Vokalschema. 

Ein Bückschritt bezüglich des Verhaltens zu den Artikulationsformen 
war bei Winteler die rechtwinkelige Anordnung, insbesondere die Ver- 
zeichnung der Laute u a i auf einer geraden Linie , - da nun die direkte 
Veranschaulichung der Zungenstellung fehlte, wofür die von SiEVERS noch 
3 S. 76 als »Verbesserung« angesehene Kennzeichnung des a als neutraler 
Mitte zwischen u und i nicht entschädigen kann. Dagegen war die Hin- 
zufügung der; vierten Reihe durch Sievers von dem WiNTELERschen Sy- 
stem aus ein Fortschritt, freilich mehr ein theoretischer als ein praktischer, 
da Laute der vierten Reihe in den bekannteren Sprachen kaum vorkommen. 

Aniii. 4. Während Kräuter (»)Germania« N. |R. XI) wesentlich zu Win- 
teler stimmt, erscheint bei Techmer (»Phonetik« Tab. V) eine Modifikation 
des Vokaldreiecks mit nach der Seite gekehrtem a, wobei ein in die 
vierte Reihe bei Sievers gehöriger Laut y hinzugefügt ist: 




Fig. 16. Techmers Vokalschema (1880). 



24 !• Teil. Die Sprachlaute. IL Kap. Mundartikulation. § 35. 

Herrorheben muss ich jedoch, dass auf Techmers »Lauttafel sur Ver- 
anschaulichung der Lautbildung« 1885 die Anordnung der in den Mund- 
durchschnitt eingesetzten Zeichen für die einfachen Vokale etwa die fol- 
gende ist: ' 



A a X 
Fig. 17. Die Vokale anf Techmers Lanttafel (1SS5). 

(wobei A. r= frz. ä in pate, a »= d. a in Bah* M r= frz. a in patte; die accen- 
tuirten Buchstaben setze ich statt der TECHHERschen Zeichen), also zur 
HELLWAGschen Stellung zurückkehrt. Dagegen zeigt das mehr sehemati- 
sirte »Systema geneticum« der Vokale »Intern. Zs. f. allg. Sprachwiss.« I, 1 
S. 172 das SiEVEBS-TBAUTMANNsche Kreuz. 

Um zugleich das System der den »Tollkommen artikulirten« Vokalen 
entsprechenden »indifferenten« (»unvollkommen artikulirten«) Vokale zu 
veranschaulichen, bedient sich Techmer »Phon.« Tab. VII eines pyrami- 
dalen Raumgebildes, dessen Basis das System der vollkommenen Vokale 
bildet und dessen Spitze den indifferentesten Vokal darstellt: die indiffe- 
renten Vokale liegen dann in den Verbindungslinien zwischen den voll- 
kommenen Vokalen und dem indifferentesten Vokal; gleichmässig indiffe- 
rente in derselben zur Basis parallelen Schnittfläche. Diese Darstellung 
findet ihre Begründung darin, dass die extremsten Vokale die grösste Ver- 
änderung beim Übergang zur Indifferenz erleiden und dass die Intervalle 
der indifferenten Vokale immer kleiner werden, je grösser die Indifferenz ist. 

In seiner »Intern. Zs.« I, 1 S. 80 f. gibt Techmer kurz die Ergeb- 
nisse seiner akustischen Gruppirung. Er berücksichtigt wie Tratjtmaxn 
unter den Teiltönen der Klanglaute zunächst nur je einen, welcher beim 
Flüstern als besonders charakteristisch hervortritt, und von diesem nicht 
die absolute, sondern eine relative Höhe. Unter den »wohlartikulirten« 
Klanglauten nimmt nim nach Techmer das a, welches in deutscher, ita- 
lienischer u. a. Sprachen als das normale angesehen wird, akustisch in je- 
der Hinsicht eine mittlere Lage ein. »Ein System der Klanglaute, das 
dieser mittleren Stellung des a nicht Kechnung trägt, kann nicht natürlich 
genannt werden«. • Von a aus bestimmt er dann die übrigen Klanglaute, 
und zwar nach 7 Keihen, von denen wir nur drei, die a — t-, die o — w- und 
die a — i^Reihe zu berücksichtigen brauchen. Bei jeder nimmt Techmer 
drei Zwischenstufen zwischen a und der Endstufe an. Die Reihe a— » 
führt nach Techmer gleichstufig in die Höhe, die Reihe a — u gleichstufig 
in die Tiefe, die Reihe a—U wieder in die Höhe, doch weniger hoch als 
die erste, und ist von ihr durch die Klangfarbe geschieden. Die starke 
Betonung der mittleren Stellung des a und der Unterschied, dass die auf 
der Wandtafel (s. o.) nicht auf der direkten Linie a — w, bezw. a — * ste- 



§ 35. I. Laute mit Mundöffii\ing. 1 . Stimmhafte : Vokale. 25 

henden Laute a und jb hier je eine der gleichen Stufen bilden, bringt 
das Viereck der Wandtieifel von der akustischen Seite unserm Dreieck sehr 
nahe. 

Anin. 5. Tbaütmann der sich zuerst (»Anglia« I 1S78) mit einer Zu- 
sammenstellung der »10 Normalvokale« in der Weise Wintelebs 

■ ^ i 6 h a b 6 u 
o 

ü . 

Fig. 18. Traatman&fl Yokalsystem (1877). 

begnügte, hat sich jetzt (»Sprachlaute« S. 39) für die von SiEVERS s. Z, 
vorgeschlagene Anordnung in Kreuzform, unter Hinzunahme der vierten 
Reihe, entschieden, indem er wie Wintelee zwei «-Laute, jedoch abwei- 
chend von diesem nur einen ti-, U- und »-Laut (und nur einen entspre- 
chenden Laut in der vierten Keihe) ansetzt. Das System, welches sich, 
abgesehen von den hier nicht wiederzugebenden neuen Zeichen Tbautmanns, 
folgendermassen darstellt: 



S 

6 

u 6 b aä h 4 % 

6 

6 ■ 
ü 
Fig. 19. Trantmanns Yokalschema nach Klängen (1884). 

»unterscheidet sieh von den bisher aufgestellten erstens dadurch [?], dass es 
sich auf die geflüsterten Vokale gründet, zweitens dadurch, dass es har* 
monisch ist« (S. 45). Wie früher gezeigt wurde, hat nämlich Trautmann 
durch die Flüsterprobe die Kesonanzen der Laute u 6 b a 2i\B dcoi Septi- 
menakkord g2 h^ 6? f 9, die der Laute ä b 6 % als den eine Oktave höher 
stehenden Septimenakkord g^h^d^f^ bildend bestimmt; die Laute o 6 ü 
haben dieselben Resonanzen wie ä b i: g^h^d^ die Laute 6 6 ü dieselben 
wie a b öl ^21^2^3. Vgl. oben Anm. 1, wo ich über die Berechtigung dieses 
akustischen Systems schon meine Zweifel geäussert habe. • »Wie die Klänge 
selber so stehen auch die Oiel- [» »Mundhöhle nebst unterer Rachenhöhle 
und oberem Kehlkopf räum«] Stellungen, mittels welcher diese 14 Vokale 
hervorgebracht werden, in harmonischem Verhältnis« (S. 41). »Ordnen wir 
die vier Reihen mit Rücksicht auf die Bewegungen der Lippen, der Zunge 
und des Gaumensegels, namentlich aber mit Rüeksicht auf die Höhe des 
Kieferwinkels, so erhalten wir diese Tafel:« 



26^ I. Teil. Die Spraehlaute. II. Kap. Mundartikulation. § 35. 

ad 

006^ 

6 6 6 e 

u ü ü i 

Fig. 20. TraolmsMiB Yokalteheau mach, dem Kiefenrink«! (t884). 

»In jeder der vier wagerechten Reihen stehen vier Vokale Ton gleichem 
Kieferwinkel; nur in der obersten stehen bloss zwei: a und o« (S. 43). 
Es kann der TRAUTMANN'schen Yokaltheorie nicht zur Empfehlung gerei- 
chen, dass sie zur Darstellung der, wie angegeben wird, gleichmfissig har> 
monischen Verhältnisse einerseits in Hinsicht auf den Klang, anderseits in 
' Hinsicht auf die Artikulation der Vokale zweier yerschiedenen Schemata 
bedarf. Bemerkt sei noch, dass die Stellung (horizontale und vertikale 
Bewegung) der Zunge ein wichtigeres Moment der Artikulation ist, als 
der von Traütmann hervorgehobene Kieferwinkel. Wie man sich über- 
zeugen kann, indem man z. B. das Ende eines Bleistifts zwischen die 
Zähne nimmt, lassen sich alle Vokale in ganz ungezwungener Weise auch 
bei gleichem Kieferwinkel bilden. Vgl. auch SlEVEBS ^ S. 16 und S. 87. 
Auf Traütmakns erweitertes System S. 53 ff. gehe ich hier nicht ein. 

Ann^* 6* Auf zehn Normalvokale reduzirt wie bei Hellwag und 
bei Tkautmann »Anglia« I 1878, aber in Wintelers Weise in Halbkreise 
gestellt, erscheinen die Vokale bei Gutersohn: »Beiträge zu einer phon. 
Vokallehre« I 1882, II 1884. Mit den Zwischenstufen offenes und geschlos- 
senes o, bezw. e, ausser u a und t selbst und den aus u und i und den o- 
und e-Lauten sich ergebenden Vermittelungsvokalen ü, offenes und geschlos- 
senes ö glaubt Gutersohn »die den Hauptkultursprachen gemeinsamen 
Vokallaute, welche ausgesprochen verschiedene, deshalb leicht erkennbare 
Färbung haben«, in einer Klangskala zusammengestellt Alle weiteren. 
Abstufungen sind ihm blosse Abarten. Das akustische Prinzip betrachtet 
er als allein objektiv [?]. In letzter Linie kann nach Gutersohn auch 
Bücksicht genommen werden auf physiologische Verhältnisse (d. h. Artiku- 
lation) ; doch sei in dieser Beziehung mit grosser Vorsicht vorzugehen, weil 
[nur.^] hier vielfach subjektive Einflüsse sich geltend machen könnten. 

AniB« 7* Als ein vom akustischen Standpunkt ausgehendes, aber im 
wesentlichen zu dem deutsehen Vokaldreieck hinführendes System ist das 
von Evans in seinem »Spelling Experiment er« U 1882 gegebene zu erwäh- 
nen. Evans geht auf ein von Ellis in seinem »Alphabet of Nature« (1845) 
beschriebenes und vorher von Willis gemachtes Experiment zurück, wo- 
nach sich durch blosse Verschiebung eines Kolbens in einer offenen Röhre 
die den Vokalen t, e, a, o, u entsprechenden Kesonanzen herstellen lassen 
(» erfordert den kleinsten Besonanzraum ; durch allmähliche Vergrösserung 
desselben erhält man der Beihe nach die Besonanzen ftür e, a, o, u\ bei 
Zurückziehung des Kolbens über die ti-Stellung hinaus erscheinen — ohne 
Zweifel in Folge von Obertönen — die vorhergehenden Vokale in umge- 
kehrter Ordnung wieder: ieaouoaei). Evans fand, dass es ihm 
möglich war, bei allmählichem Zurückziehen der Zunge, ohne Beteiligung 



§ 35. 



I. Laute mit Mundöffiiung. 1. Stimmhafte: Vokale. 



27 



der Lippen der Keihe nach die einfachen Vokale i, e, a, o, u zu bilden. 
Als die wahre Ursache der yerschiedenen Qualität der fünf einfachen Vo- 
kale betrachtet er hiernach die verschiedene ' Länge des Mundrohrft von 
seinem Ausgang bis zu der linguopalatalen Öffnung, wo die noch unge- 
formte Stimme von der Kehle her eintritt. In der sog, Lippenrundung 
sieht er nur eine bequemere Verlängerung des Mundrohrs statt derjenigen 
durch das Zunlckziehen der Zunge in die normalen o- und M-Stellungen. 
Gemischte {mixed) Vokale entstehen durch Verbindung zweier linguopa-r 
latalen Öffnungen (bei keiner ist die Zungenhebung so hoch und bestimmt 
wie bei den entsprechenden »einfachen« Vokalen) und folglich zweier Re- 
sonanzräume : eines inneren zwischen den beiden Öffnungen und eines äus- 
seren zwischen der Torderen Öffnung und dem Mundausgang. Ich gebe 
hier Etans' Vokaltafel, ersetze jedoch seine phonetischen Bezeichnungen 
durch Ziffern: 



1. 3. 5. 7. 9. 11. 13. 15. 

engl, piano frz. eoape e. p^tty e. patten e. party e. palsy e. poroas it. polpa 



2. 
e. copy 



4. 

e. essay 



6. 
e. pear 



12. 
e. pod 



14. 
e. poetle j 



8. 10. 

e. past frz. pate 

1 18. i I 

e. parentar 

19. 20. ! 

e. h«r schwed. hör 

...21. 22. 23. 

frz. qn« e. cut frz. caur 

24. 25. 26. 27, 

d. ein« d. Höhle d. Hölle frz. deux 

28. 29. 30. 31. 32. 

e. end^d e. Gheshire gäl. loogh Lanca-law- Lanc.full 
shire /ftii 

.33. 34. 85. 36. 37. 38. 39.. 

e. gjddy welsch gyd d. grutig d. gültig frz. aigu schwed. gud schott. 
Fig. 21. Evans' Yokalschema. 



17. 
e. cruel 
16. 
pwU 



fiTtM'd 



Wie Evans selbst bemerkt, braucht man nur die Zeichen für die einfachen 
Vokale (1. — 17. in obiger Zusammenstellung; 1., 5., 9., 13., 17. sind die 
fünf »typischen Vokale« t, e, a, o, u) in die VTinkel der punktirten Linien 
zu versetzen, und ein Vokaldreieck nach bekannter Art ist hergestellt; 
wobei aber nicht zu vergessen ist, dass bei Evans mit den mixed Voka- 
len nicht die Mischlaute mit i- oder c-Zungen und ti- oder o-Lippenstel- 
lung — bezw. umgekehrt — der deutschen Systeme gemeint sind. Die 
geradlinige Anordnung der einfachen Vokale und die Verteilung derselben 
auf zwei parallele Linien (1. 3. 5. ... und 2. 4. 6. ...) ist von Evans der 
leichteren Übersichtlichkeit wegen gewählt. Das EvANSsche System hat 
hauptsächlich sein Verdienst darin, dass es im Gegensatz zu dem Bell- 
sehen (vgL Anm. 8) den Zusammenhang der Artikulationen mit den Klän- 
gen der Vokale betont, andrerseits aber den Fehler, dass es nur ungerun- 
dete Vokale als normal ansieht. Ungerundete Bildung ist weder für die 
allgemeinen o- und ti-Laute, noch für deutsche und französische ö- und 
ii-Laute die Kegel, wenn auch allerdings bei deutschem ö und U der Mo- 



28 I. Teü. Die Sprachlaute. II. Kap. Mundartikulation. § 35. 

dus »e- und t-Zungenstellung bei o- und ti-Lippenstellung« keineswegs so 
ausschliessliclie Geltung hat, wie die übrigen Systeme annehmen. 

Ann* 8« Ein VokalTiereck statt eines Yokaldreiecks tritt uns ent- 
gegen bei A. M. Bell (»Visible Speech- 1867; »English Visible Speech for 
the Million«, o. J.; »Sounds and their Relations« 1882). Das BELLsche 
System beruht ausschliesslich auf den Artikulationen der Vokale und nimmt 
keine Rücksicht auf den akustischen Effekt. Bell nimmt drei vertikale 
Hauptstellung»i der Vordenunge für vordere oder palatale [front) Vokale, 
drei vertikale Hauptstellungen der Hinterzunge für hintere oder gutturale 
(haeU) Vokale, und endlich drei vertikale Hauptstellungen der Vorder- und 
Hintersunge für gemischte oder guttural-palatale (mixed) Vokale an. Die 
drei vertikalen Hauptstellungen bezeichnet er jedesmal als »hoch« (Ai^A), 
»mittel« (mid\ und »tief« (low). Dies ergibt zunftehst neun typische Vokale : 

1 high-back 4 high-mixed 7 high-front 

2 mid-back 5 mid-mixed 8 mid-front 

3 low-back 6 low-mixed 9 low-front. 

Findet bei der Artikulation dieser ursprünglichen [primary) Vokale (die ich 
hier zur Erleichterung der Übersicht mit 1 a, 2 a etc. bezeichnen will) zugleich 
eine Ausdehnung (expansion) des weichen Qaumens und damit eine Er- 
weiterung der hinteren Mundhöhle statt, so erhält man die entsprechenden 
neun »weiten« (wide) Vokale (Ib, 2b etc.). Alle diese Vokale können 
durch Kontraktion der Lippenöffnung, wozu oft noch eine »Rundung« im 
Halse kommt, »gerundet« (rounded) werden (Ic, 2c etc.; »weit«: Id, 2d 
etc.) Der Grad der Rundung korrespondirt mit der Zungenhöhe: »hohe« 
Vokale haben die kleinste, »tiefe« die grösste Lippenöfihung. 

Dem System Bells sind beigetreten Sweet (»History of English 
Sounds« 1874; »Handbook of Phonetics« 1877 u. s.) Storm (»Englische 
Philologie« 1881; vorher norwegische Ausgabe: »Engelsk Filologi« 1878), 
Sievebs (»Phonetik« « 1881, » 1885), Schröer (»Über den Unterricht in- 
der Aussprache des Englischen« 1884; »Einleitung und Paradigmen zur 
Lehre von der Aussprache und WortbildiAig« 1885) ; mit beträchtlicheren, 
aber zum Teil wieder zurückgenommenen Abweichungen — worüber unten 
näheres — auch VTestern (»Englische -Lautlehre für Studirende und Leh- 
rer«, mit einem Auszug: »Kurze Darstellung der englischen Aussprache« 
1885; vorher norwegische Ausgabe: »Engelsk Lydlaere« 1882), während 
Ellis wenigstens die BELLsche Terminologie häufig anwendet, ohne sich 
von dem System völlig abhängig zu machen. — Auch Sweet weicht in 
einigen Punkten von Bell ab. Während dieser bei den intermediate 
oder mixed Vokalen die Qualitäten der back und front Vokale kom- 
binirt sein lässt, gibt Sweet nur an, dass sie eine »intermediate Po- 
sition« haben. Gegenüber der BELLschen Bestimmung, der von ihm 
tvide genannten Vokale — wozu früher bei Bell noch die Annahme 
einer Abspannung (relaxation) des Kehlkopfs kam — findet nach Sweet 
bei den »weiten« Vokalen geringere Konvexität des artikulirenden Teils 
der Zunge statt ; er sieht dieselben als die natürlichen an und ersetzt da- 



§35. I. Laute mit Mundöffiiung. 1. Stimmhafte: Vokale. 29 

her die BELLSche Bezeichnung der andern Klasse als primary durch die 
Bezeichnung narraw. Endlich definirt Sweet abweichend von Bell die 
»Bundung« als seitliche Kompression der Wangenpassage und Verengung 
der Lippenöffnung. Differenzen in der praktischen Verteilung der Laute 
zeigt die umstehende tabellarische Übersicht der 36 Vokaltypen mit Bells 
(B.), Sweets (Sw.), Storms (St.) und Sievebs' (Sv.) Beispielen. Statt der 
»Visible- Speech« -Zeichen bei Bell und der bei Sweet dafür eintre- 
tenden Transskriptionen setze ich 1 a, 2a etc. Die deutschen Übersetzungen 
der Termini sind diejenigen von Sieyebs. Bells Beispiele entnehme ich 
seinem neuen Buche »Sounds and their Belations« (1882), die Sweets 
seinem »Handbook of Fhonetics« (1877), [bezw. dem »Elementarbuch des 
gesprochenen Englisch« (1885)] ; die zugefügten Noten enthalten abwei- 
chende ältere Angaben. Storms Tabelle (»Engl Phil.« 1881) beruht auf 
der Sweets von 1877; ich gebe daher nur seine Zusätze und Verbes- 
serungen. Sievebs folgt Storm, den er (* S. 95) nur an zwei Stel- 
len ergänzt. Obwohl die Anhänger des BELLschen Systems betonen, 
dass man dasselbe praktisch erlernt haben müsse, um es beurteilen zu kön- 
nen, lasse ich, ohne dass dies bei mir der Fall gewesen ist, auch hier wie- 
der wie in der ]. Auflage, doch in etwas anderer Form, einige Bemerkun- 
gen über das System folgen, indem ich mich nach wie vor für berechtigt 
und verpflichtet halte, mich mit einer nun schon so oft schriftlich vorge- 
tragenen Theorie von solcher Bedeutung nach Kräften abzufinden. 

Es ist von vornherein anzuerkennen, dass Bell den Versuch gemacht 
hat, unbeirrt durch akustische Bücksichten die Artikulationen von nicht 
weniger als 36 Vokalen in ein System zu bringen, welches durch seine 
ganze Anlage xu einer schärferen Scheidung der Zungen- und der Lippen- 
artiknlationen und zur Erkenntnis einer von der Klasse der gerundeten 
palatalen Mischvokale (deutsch 5, ü etc.) ganz verschiedenen Klasse ge- 
mischter Vokale doppelter Zungenartikulation mit (norw. u etc.) oder ohne 
(nordwelsch u etc.) Mitwirkung der Lippen und daneben einer dritten Klasse 
nicht gerundeter Gutturalvokale (nach Bell engl u in but) geführt hat. 
— Einzuwenden aber ist gegen das ganze System: einmal, dass es, eben 
wegen der Nichtberücksichtigung der Klangwerte, nicht eigentlich ein Vo- 
kalsystem, sondern nur ein System der Vokalartikulationen heissen kann, 
und zweitens, dass es, obwohl von den gegebenen (englischen) Vokalen 
ausgehend, in seinem Ausbau vielmehr ein System der möglichen als der 
thatsächlich vorkommenden Vokalartikulationen ist Dass wegen des nicht 
gleichmässigen Verhaltens von Zunge und Lippen deutsches o und ü (§ 56 
Anm.; SiEVERS 3 S. 99) wie schwedisches o und u (vgL Sweet S. 153), fran- 
zösisches helles a in ma, ja sogar allem Anschein nach überhaupt die ge- 
bräuchlichen kontinentalen a- Laute (worüber weiter unten) trotz der 36 
Pl&tze kein Unterkommen finden, während manche der letzteren gar nicht 
oder nur an sehr zweifelhafte Inhaber vergeben sind, darf man allerdings 
nicht ohne weiteres dem System zur Last legen, da man auch von einem 
so reichhaltigen Vokalsystem nicht verlangen kann, dass es den gebräuch- 
lichen Lauten mehrerer Sprachen mit verschiedener Artikulationsbasis zu- 
gleich gerecht werde. Auch auf die zwischen Bell und Sweet vorkom- 



30 



I. TeiL Die Spraehlaute. IL Kap. Mundartikulation. 



35. 



BELLSche 





PnmaTy, 


(iVarrotr) . (Geschlossen.) 




Back. 
(Gutturale.) 


Mixed. i JPron«. 
(Guttaral-paktale.) i (Palatale.) 


1 


gSUsch laogh B. 


4ßJIighrmix0d-narraw: '• 7» JUgh-ßront-narrow : 
amer.her,strB.; nord- engL feel, frz. ftlle B. ; 
welsch tagt« i) Sw. ; j frans, ftnt i) Sw. ; + d. 
+ rass. syn. St. ; thn, ste St. 

I) Sckwed. «pp. ! ») »chott. n. geleg. engl, leel 


i 


2» Mid-hack-narrouj : 
engl, «p, ttirn B; engl, i) 
bf^t Sw. 

») geleg. engl. 


5* Mid-mixed-narrow : \ 
ir. genutne, reply, etc.; 
frz. d«, 1«, frz.tin*) B.; 
d. Gabe Sw.; +dftn. 
norw. Gave, schwed. 
gösse St. 

») +d.Zdt. 


8* Mid-froni-narrouj : 
engl 1. Element in 
n<nne, doy, schott. day, 
frz. est«) B.; frz. M^, 
Sw. + d. See St. 

i)fn. «t. s)d&a.«W«ii, schott. 
take. 


•c 


3* Lmo-back-narrow : 
schott. t«p 1) B. ; geleg. 
Schott, btit Sw. 

1) + Bchott. ont. 


6» Low-mixethuirratc : 
Somers. str, Cockney 
penny B. ; engl, btrd ; 

Sw. 


9* Low-front-narow: 
engl, let, frz. bAe, frz. 
v»n B. ; englair *) Sw. ; 
4- schwed. lÄra St. 
1) seil. n. gel. e. m0n. 



jRotfM^. 



^^ ' Ic High-hack-narrow- 
'§ round: eng.ooze,pooI, 
g^ I d. Buch; frz. towjotirs 
^. 'b.; frz. sot#t)Sw.; + 
•^ I d. du, it. span. tu St. 
I I) seh. n. gel. e. tool. 



4c High-mixed-narrow- 
round : nordir. too, 
\o6k 1) B. ; schwed. htis 
Sw. ; norw. (nicht 
schwed.) htis St. 

1) Schwed. M. 



7« Highrfi-ofä^narrotO' 
round: d. über, Glück 
B.; frz. lMne<)Sw.;+d, 
«her, dän. Lys. St. 

I) d. ühel, d&n. Lys. 






2c Midrhack-narrow- 
round: schott. go, am. 
ore , engl. 1 £1. in go 
B.; d. soSw.; + frz. 
seaUf it. dolore St. 



5« Midrmixed'narrou)' 
round \ Yorksh. come, 
ir. Dublin, frz.homme, 
onB. 



8c Midrfront-narrow' 
round: frz. dtl, hüi^ 
schott. gtide B. ; frz. 
pe« *) Sw. ; +d. sch<;D, 
Töne St. 
1) d&n. föle, d. schön. 



3c LoW'hack-narrow- 
round: engl, all, \aw, 
geleg. wash B. ; engl. 

saw Sw. 



6c LotO'front-norrou)' 
round', ir. her, str, 1. 
Elem. in ir. J, my, frz. 
an, en B. 



9c Low-froni-narrouh 
round', frz. peurjeune, 
d. schMie, St2rcke B. ; 
— Sw.*};nur: schwed. 
fffrST. 

1) d&n. störst, gel. d. €lötter 
(1874); frz. p««r (1877). 



35. 



L Laute mit Mundöffnung. 1 . Stimmhafte : Vokale. 



31 



Vokaltabelle. 



Wide. (Offen.) 



Back. 

(Gutturale). 


Mixed. 
(Guttural-palatale.) 


(Palatale.) 




Ib Highrbaek^ide: 
Cockney tip, twrn, engl, 
-tton, 'üouB , -geouB, 
-oMT, -er etc. B. *) 

I] geleg. engl, btit, engl, «ye 

Sw. 


4b High-mixed'Wide'. 
engl. Mturn, limtt, 
captatn, th^re, is, th« 
man, placas (Plur.), 
pwtty B.; geleg. engl, 
pretty «) Sw. 


7b Highrfront'Wide: 
engl. amer. tlH] B.; 
engl.btt, [1. El. in 86«; 
fflor]Sw.;-|-engl.p*ty, 
nordd. Ftsch St. 

>) + am. n««!. 


1 
1 


2b Mtd-back-wide: engl 
pa38,task,path, pothe- 
tic, [eye, now] B. ; fa- 
ther Sw. ; +it. padre, 
nordd. Vöter St. 


5b Mid-mixed- wide : 

engLalderman, Green- 

lond, -once, -a\, -ant, 

-able,a(Art-), oft auch 

-«r, -yrt) B.; «ye, [bet- 

ter]^ Sw. 

1) + Cockn. day. 

«) engl, father. 


8b Midrfront-wide: 

engl, care, -ment,-D«88, 

8chott.»llB.;dän.tr«i) 

+ d. Männer , ühre, 

engl. m«n St., [engl. 

men;8ay, Sw.] 

I) gel. engl. m«]i, dän. l^se. 


1 

1 


3b Low-back-wide: engl, 
arm, alms, father, seh. 
man *) B. ; schott. fa- 
ther^jSw.; +8üdd.Va- 
terST.sudo8td.VaterSv. 

M d. Kaiser, Hans. 

*) 8chw. fara, seh man. 


6b Lmo-mixed- wide : 
engl -er, -tV, -yr, -err, 
perform*) B.; bow^jSw. 

») + Cockn. «p. 
«) ßchott. «rr. 


9b Law- front - M?»<fe : 
engl, hat, ir. half, frz. 
vm^^ B.; engL man 
Sw. 

1) + scUott. eye^ Cockn. 
notr, our. 





(Gerundet.) 



1 <* jETt^A - hcuik - trtrfe - 
round i engl, foot, put, 
poorB.; engl. fttU, [LEI. 
in who; poor, d. mtiss] 
Sw. 



4d High -mixed 'toide- 
round: engl (colloqu.) 
awftil,nattire,forttinei) 
B.; [e.fal8ehood],schw. 
tipp^} Sw. ; nur : norw. 
htiska St. 

I) + am. do. g) — . 



7d High 'frfint ' wide- 
round: frs. t<ne, du^) 
B.; d. 8chi/tzen2) Sw.; 
-hdän. LystSr. 

1) Schott, boat (nonn). 

2) D&n. gynd. 






2«! Mid' mixed' Wide- 
round: engL oar, powr, 
door, BoreM B.; [e.low; 
boy], nordd.Stock^ Sw. 

I) +'rz. chatid. <) e. dog, 
gel. geh. no. 



5d Mid- mixed- wide- 
round: geleg. engl.elo- 
quence,.am. whole B. ; 
[e. fellow], frz. homme^) 
Sw. 4- norw. schw.dial. 
godt St. 
»)-. . 



8d Mid -front - wide- 

round: indiv.frz.d.i)B.; 

frz. peur«) Sw.; Ve^lker 

frz. p«wple St. + nie- 

derd. 8tfn = Sohn? Sv. 
») trt. Jet», seh. beot. 
2) d&n. en dor (1874); nordd. 
schön (1877)^ 



i 



g 



3<^ iotr- &aeX;- wide- 
roundx engl, on, off, or, 
boy, gew. wosh B; 
engl, not Sw. 



6d LwjD - hack - wide: 
round: engl. (ooUoqu.) 
occassion, consist, ir. 
not, Cockney ask, 
amer. Chicago B. 



9d Lmo -front - wide- 
round: Cockney out, 
notr 1) B. 

1) + schott. /*U. 



^ 
I 



32 I- Teil. Die SpneUante. 11. Kap. Mundartikulation. § 35. 

menden Differensen in der Bestimmung englischer Laute, wie u in tnm 
as 2a mid-biick-narraw B., 6a low-nweed-marrüw 8w., «i in air »- 8b 
mtd-ßrotU-iüide B., &= 9 a hw-ha^narrotc Sw. wül ich kein Gewicht legen, 
da sie in orthoepisehen Abweichungen ihren Grund haben mögen. Dage- 
gen muss es Bedenken erregen, wenn Bell einen fOr ein französisches oder 
deutsches (fireüich nicht für ein englisches) Ohr sich so deutlich kennzeich- 
nenden Laut wie fn. ü in du, b€Lt unter 8c mid-ßroni-narraW'raund setzt 
(wohin, wie Sweet Tcrbessert, fn. ea in peu g^ört), gleidiseitig aber d. 
ü in über als 7c hiffh-fiwU-narrouMround und fn. u in one, du, als 7d 
high-fratU^wide^ound (richtig : d. ü in schütBen^ beseichnet, femer d. ö in 
schone mit o in Stocke unter 9 c loW'h€i€k'-narrow-raund (hierher nach Stobm 
nur schwed. o in f5r) statt unter 8 c bringt u. dgL m. Entweder ist hier 
Bell selbst nicht im stände gewesen, die Artikulationen 7c, 8c, 7d und 
9 c mit seinen Hülfsmitteln (Gesicht und Gefühl) richtig zu erkennen und 
auseinander lu halten (dass deutsches o und ü allerdings sich nicht ganz 
in das System fügen, sei noch einmal zugestanden), oder er hat sich ent- 
schieden Tcrhört, was freilich mit dem Tom System gebotenen Nichtberüek- 
sichtigen der akustischen Seite nicht stünmen wOrde, mir aber doch ange- 
sichts der h&ufig entschieden englische Gehörsauffiassung yerratenden 
Transskriptionen deutscher und französischer Stücke z. B. in Bells »Sounds 
and their relations« wahrscheinlich ist Bell und seine Schüler werden 
auch schwerlich behaupten wollen, dass sie die Laute fremder Sprachen, 
auf das natürlichste Hülfsmittel — das Ohr — verzichtend, bloss vermit- 
telst eines Systems erlernt hätten, das sich gar nicht um die Laute als 
solche, sondern nur um die bei ihrer Hervorbringung stattfindenden Artiku- 
lationen bekünmiert, obwohl es freilich bei Bell, »English Vis. Speech for 
the Million« S. 4 heisst: »Vemacular readers of this System will acquire 
the pronunciation of Foreign Lanouages with native accuracy, without 
hearing them spoken, and from printed characters [d. h. den »Vis. Speech«- 
Zeichen] alone« und weiter: »Foreigners who master the sounds of the 
twenty-four key-words, will leam to pronounce English exacüy as it is 
spoken by those 'to the manner bom'.« Bezeichnend ist es, dass Stobm, 
in der Theorie ein Anh&nger von Belds System, praktisch dasselbe so gut 
wie gar nicht berücksichtigt, Lautnüancen als »heller« oder »reiner« oder 
»offener« bezeichnet, ja sogar von palatalem a u. dgL spricht und zu der 
Aussprache des engl u in but bemerkt, man solle »achtgeben, die Lippen 
offen zu halten, damit nicht ein ö daraus werde« (die nachfolgende Ver- 
sicherung, der Laut habe — nämlich nach Bells System! — »mit ö gar 
nichts zu thun«, steht damit eben in Widerspruch), während doch nach 
Bells System Lippenrundung das mid-hack-narrow u in but nimmermehr 
zu einem ö (d. h. zu einem gerundeten mid- oder /otr-/ro»<- Vokal), sondern 
nur zu einem o machen kann. 

Aber auch von seinem eigenen Standpunkt aus betrachtet, zeigt das 
BELLsche System mancherlei Schwächen. Sieht man näher zu, so sind die 
36 angeblich fest bestimmten Artikulationen des Systems gar nicht so fest 
bestimmt. Welcher Teil der Zunge mit front und hack gemeint ist, wird 
nicht genau gesagt; wir sehen nur, dass front den vorderen, hack den 



§ 35. • I. Laute mit Mundöffnung. 1. Stimmhafte : Vokale. 33 

hinteren Zungenrücken bedeuten muss. Ebensowenig erhalten wir feste 
Punkte für die Stellen am harten und weichen Gaumen, wo bei high-front 
und high-hack die Annäherung stattfindet. Die mit highj mid und low ge- 
meinten Abstände, namentlich der m*<^ Abstand, sind der subjektiven Ab> 
schätssung überlassen. Man hat von vornherein anzunehmen, das highj mid 
und low beziehe sich auf die ArtikulationssteUe selbst, d. h. die Annähe- 
rung der Zunge an den Gaumen, und die Linie high — mid — low bilde 
in diesem Sinne eine Senkrechte. Bell (vgl auch Sweets Nachtrag zu 
diesem Punkt »Hdb.« S. 211) erkennt aber im Text von »Sounds and their 
Kelalions« selbst an, dass für die /ron^Vokale die »Öffuung« zwischen 
der Zunge und dem Gaumen bei mid weiter rückwärts liegt als bei high, 
und bei low weiter rückwärts als bei mid (also die Linie der palatalen 
Artikulationen im allgemeinen in der Bichtung verläuft wie in meinem 
Dreieck!). Die Diagramme in »Visible Speech« weisen bei mid-front und 
erst recht bei low- front keine grössere Öffnung auf als bei high-front, 
nur liegt dieselbe bei mid weiter zurück als bei high, und bei low noch 
weiter, bei letzterem hinter der Mitte der ganzen Gaumenlinie von den 
Oberzähnen bis zu Ende des Zäpfchens. Das mid-front und low-front 
k.ann sich also nur auf den Teil der Zunge vor der >Ö&iimga (oder An- 
näherungsstelle) beziehen ; es fragt sich aber erstens, ob die bei mid und 
ebenso bei low zunehmende Senkung der Vorderzunge, wie sie in den 
Diagrammen zu sehen und durch ^lls Terminologie vorausgesetzt ist, 
der Wirklichkeit für die als Beispiele gegebenen Laute entspricht, und 
zweitens, ob diese Senkung (die ähnlich auch bei den 5<m;A;- Vokalen zu 
beobachten ist!) das Charakteristische der ^on^- Vokale bildet. Bei den 
iacÄ- Vokalen scheint hingegen wirklich die Linie high — mid — low als 
Senkrechte gelten und das high, mid und low sich auf die Annäherungs- 
stellen beziehen zt sollen. 

Die Bedeutung des mixed wird nicht nur von Bell und Sweet ver- 
schieden angegeben (s. o.), sondern ist auch bei Bell keine bestimmte. In 
Bells Diagrammen zeigen high-mixed und loto-mixed deutlich je zwei 
Hebungen der Zunge, von denen die hintere ungefähr derjenigen bei highn 
hack, bezw. low-hack, nicht aber die vordere derjenigen bei highrfront,. 
bezw! hw-front entspricht; vielmehr ist hier die Zungenspitze nach den 
Alveolen der Oberzähne hin gehoben, und zwar bei low-mixed etwas weniger 
hoch als bei high-^mixed. Bei mid-mixed ist keine solche doppelte Hebung 
2u bemerken; die Linie des Zungenrückens läuft der des Gaumens ziem- 
lich parallel, die Zunge ist in der Mitte am höchsten und die Annäherung 
an den Gaumen hier mindestens nicht geringer als bei high-mixed, (Dies 
ergibt bin gequetschtes a!). 

Dazu kommt die ebenfalls schon oben berührte Unsicherheit der Be- 
stimmung des Terminus wide, die dadurch noch vergrö9sert wird, dass 
Bell und Sweet gleichmässig angeben, beide Bildungen kämen in, der 
Praxis vielfach promiscue vor, und dass Sweet, nachdem er die englischen 
Vokale teils als eng teils als weit bestimmt hat, erklärt, die Enge sei bei 
allen englischen Vokalen ungewiss. Es haben sich daher auch nicht nur 
Nicht- Anhänger des Systems, wie Evans S. 57 f., Traütmann S. 70 gegen 
Yietor, Phonetik. 2. Aufl. 3 



34 I* Teil. Die Sprachlaute. 11. Kap. Mundartikulation. § 35. 

die »weiten« Vokale erklärt, sondern auch die Anhänger desselben äussern 
ihre Bedenken: vgl Sweet »Phon.« S. 10, Storm S. 57, Sievers 2 S. 79, 
3 S. 99. 

An letzterer Stelle gibt SiEVERS, der übrigens das von Sweet und 
Storm verbesserte System wie ^ g. 73 als »das vollkommenste«, so noch 
3 S. 99 als »das relativ vollkommenste« aUer bisher aufgestellten Vokal- 
systeme betrachtet, nicht allein zu, dass »einige der angeführten Kriterien 
z. T. noch etwas zweifelhafter Natur« sind und »dies namentlich wohl auch 
heute noch von der Unterscheidung der engen und weiten Vokale« gilt, 
sondern ferner, »dass die Tabelle über den Bestand der gerundeten Vokale 
keinen Anspruch auf allgemeine Gültigkeit haben ^ann« und »an die Stelle 
der einen Tabelle für * gerundete' Vokale ohne Zweifel SpezialtabeUen tre- 
ten« müssen ; unanfechtbar sei dagegen, wie ihm scheine, das Anordnungs- 
prinzip für die Vokale ohne aktive Lippenthätigkeit. Gibt Sieyers mit 
dem letzteren Zugeständnis die 18 gerundeten Vokale des Systems preis, so 
schrumpfen durch das erste die 18 nichtgerundeten »engen« und »weiten« 
Vokale thatsächlich auf 9 zusammen. Unter diesen 9 sind die gebräuch- 
lichen (englischen, deutschen, französischen etc.) o- und w-Laute, sowie die 
deutschen, französischen ö- und ej-Laute emgestandenermassen nicht ver- 
treten, und von den vorhandenen weiss man wegen der Unsicherheit einer- 
seits des narrow und widef andrerseits des mixed, sowie wegen der von 
Bell und Sweet anerkannten, aber in keiner VlTeise bestimmten Verschie- 
bung der front'IAaie nach low-hack hin, nicht, was man sich eigentlich 
darunter zu denken hat. VTas übri^ bleibt, und worauf die SpezialtabeUen 
zu gründen wären, ist etwa folgendes (mit »unb.« bezw. »gel.« bezeichne 
ich in den naheliegenden Sprachen nur in unbetonter Silbe bezw. gelegent- 
lich vorkommende Laute): 

Back, Mixed. Front 

High, Gel. u. unb. Welsch, russ., t-Laute. 

am., gel. u. unb. ^. 

Mid, unb. ^ 

a-Laute «r 

Low, engl, ir etc. ^ 

Ich kann nicht glauben, dass SiEVERS dieses noch dazu deutlich auf eng- 
lische Artikulationsweise (vgl. die a-Laute etc.) gegründete System noch 
lange dem von der deutschen (französischen etc.) ausgehenden, mehr prak- 
tisch wichtige Laute einschliessenden und, wenn es verschiedenen Sprachen 
dienen soU^ allerdings ebenfalls ergänzungsbedürftigen, aber mindestens 
ebenso ergänzungsfähigen deutschen System vorziehen wird, zu dessen Form 
es ohnehin, wie die Figur zeigt, stärker hinneigt, als man sich eingeste- 
hen will. 

Anm« 9. Eine Modifikation des BELL^schen Systems liegt vor bei 
"Western »Engl. Lautlehre« 1885 S. 4 ff. Zu den drei Hauptartikulationen 
hackf mixed und front nimmt hier "Westerx (wohl mit durch meine wieder- 
holten brieflichen Einwände veranlasst) noch eine vierte an, »bei welcher 
die Zunge ganz platt wie in der Ruhelage im Munde liegt, ohne dass sich 



§35. L Laute mit Mundöffnung. 1. Stimmhafte: Vokale. 35 

irgend ein Teil derselben über das Niveau der Zähne erhebt ; auch berührt 
der Zungensaum rings umher die unteren Zähne. Dies ist die Artikulation 
für die o-Laute«. Westebn stinmit hier, wie er sagt, mit den deutschen 
Phonetikern überein, da seines Erachtens die »-Laute in der heutigen Form 
des BELLschen Systems keinen Platz fänden. Western halt aber an der 
unverrückten back- oder /row^SteUung auch bei dem offensten ä oder « 
ausdrücklich fest (was in Bezug auf die front-Vokale sogar Bell selbst 
nicht thut), verwirft die Entwickelungsreihen i-e-tB-a und u-o-ä-a und er- 
klärt ausdrücklich, durch die Ansetzung einer besonderen a- Artikulation 
sei er nicht zu dem deutschen Dreieck übergegangen. — In einem »Naeh- 
tarag zu §§ 7 — 8« (S. 83 f.) sagt dann aber Western, er glaube jetzt, dass 
a-Laute sich sehr wohl als midr und low-hack bilden lassen, er glaube aber 
auch, dass dies nicht die einzige Bildungsweise der betreffenden Laute sei, 
die Übereinstimmung zwischen den Beschreibungen des a bei Trautmann 
und Techmer und der Bildungsweise seines eigenen natürlichen a habe 
ihn auf den Gedanken gebracht, dass bei Bell-Sweet eine Lücke vorliege ; 
weshalb er nun das System in jener Form für das Englische vollständig 
gelten lassen will. Zugleich verteidigt er in dem Nachtrag die Aufstellung 
der Grösse des Kieferwinkels als Kriterium. Es sei diese ein praktisches 
äusseres Kennzeichen der verschiedenen Vokalhöhen; auch habe er ge- 
glaubt, dadurch eine klare Vorstellung zu geben von dem Unterschied 
zwischen »offen« und »geschlossen« einerseits, und »weit« und »eng« 
andrerseits, indem im ersten Falle die Veränderung des Abstandes zwi- 
schen der Zunge und dem Gaumen auch mit der Veränderung des Kiefer- 
winkels verbunden sei, während im letzteren der Kieferwinkel unverändert 
bleibe«. Hieraus ergibt sich Westerns Auffassung der Termini »eng« und 
»weit« (vgL z. B. auch a. a. O. § 10 Anm. S. 7). Interessant ist, zu sehen, 
dass auch das norwegische a nicht wie nach Bell und Sweet das eng- 
lische als 6acA;- Vokal, sondern wie das deutsche gebildet wird, und We- 
stern eine Stelle für dieses gebräuchliche kontinentale, aber nicht-englische 
a im BELLSchen System vermisst. 

Anm« 10. Wogegen sich Western verwahrt, das finden wir bei Mi- 
chaelis, »Üb. d. Anordn. d. Vok.« S. 53ff. : den Versuch einer Vermittlung 
zwischen dem englischen Viereck und dem deutschen Dreieck, allerdings 
einer Vermittlung, die mir etwas gewaltsam erscheint. Es handelt sich um 
das Einordnen der 36 BELLschen Vokale in das mit a nach der Seite ge- 
kehrte Dreieck, welches bei Michaelis (»Thesen üb. d. Schreib, d. Dial.« 
1877 u. 1878) durch Einfügung einer mittelsten fünften Reihe zwischen die 
a — i- und a — »*' Reihe einerseits und die a — u- und o — w^ Reihe BrÜckes 
andrerseits (s. oben S. 20) sich in einen Fächer mit fünf von a als Zen- 
trum ausgehenden Strahlen verwandelt hatte. Diese fünf Strahlen identi- 
fizirt Michaelis mit den Reihen /ro»<, mixed, front-round, mixedrround, 
back^round; die fehlende back-Reihe, zu einer Spitze geformt, wird da, wo 
die fünf Strahlen (in den fünf low-wide-Vokelen derselben) zusammen- 
rücken, angeschoben oder auch der back-round-'Reihe als Nebenreihe bei- 
gegeben. — Auch Techmer hat wie er sagt (»Phpn.« S. 44) versucht, die 
Vorzüge der englischen Schule mit denen der deutschen zu vereinen und 

3* 



36 I. Teil Die Sprachlaute. IL Kap. Mundartikulation. §35. 

svischen beiden su yermitteln, doch habe ich bei ihm keinen wesentlichen 
Einfluss der ersteren finden können {vgl. oben S. 23 ff.). 

Anm« 11« Eine ungesuchte, aber wie ich glaube, um so suTcilässigere 
Vermittelung zwischen dem englischen Viereck und dem deutschen Drei- 
eck liegt vor in meinem Vokalschema, das von dem BELLschen Viereek 
ausgehend, sich im Laufe der Untersuchungen in ein dem Hellwags sehr 
nahe kommendes Dreieck y erwandelt hat, indem ich die mehr oder weni- 
ger horizontale Entfernung der artikulirenden Zungenhebungen Ton den 
Vordersfthnen mit Hilfe eines St&bchens abmass, sowie die Tertikaie Ent- 
fernung derselben Zungenhebungen Tom Oaumendach so genau wie mög- 
lich abseh&tste und beiderlei Abstftnde auf dem Papier yeneichnete. Im 
Gegensatz zu Bell (ygl. jedoch oben 8. 33 bezüglich der^VonMleihe) fand 
ich bei der Bildung der »einfachen« (paUtalen und gutturalen oder /ron^ 
und baek')\6kale: Rückgang und Senkung des artikulirenden Torderen 
Zungenrückens yon der »-Stellung am Vordergaumen durch die «-Stellun- 
gen zur a-Stellung ; (geringeren) Rückgang und Hebung des artikulirenden 
hinteren Zungenrückens yon der a-Stellung durch die o-Stellungen zur «- 
Stellung am Hintergaumen, bei gleichzeitiger »Rundung« der o- und u- 
Laute. Die deutschen und französischen ih und ü-haMte sind, wie auch 
Bell in Übereinstimmung mit den deutschen Forschem angibt, palatale 
gerundete Vokale, d. h. Laute mit palataler (e- und t-) Zungenstellung und 
zugleich Lippenrundung wie bei den gutturalen Vokalen {o und u) ; gleich- 
zeitig findet bei den gewöhnlichen deutschen ö- und i/-Lauten Zungenrun- 
dung statt, wodurch die Hebung der Vorderzunge bei ö etwas . geringer als 
bei e, bei ü etwas geringer als bei * ist (ygl. § 56). Die erwähnten Laute, 
und zwar ausser a, i und m je ein e, o, ö, ü sind allein in mein obiges 
Schema aufgenommen, das hiernach neben dem 36-steUigen BELLschen 
Schema allerdings sehr dürftig erscheinen mag. So sagt auch Franke in 
seiner anerkennenden Besprechung »iEngl. Stud.« VIII S. 334: »für die 
allgemeine Phonetik dürfte indessen das ViETORsche System nicht ausreir 
chen : schon die Vokale im engl, hird, hut passen nicht mehr recht hinein.« 
Ich erwidere hierauf, was in der 1. AufL nicht deutlich ausgesprochen 
war, aber gerade von Franke (a. a. O. S. 333;, sowie auch yon Güteb- 
SOHN (»Beitr. zu e. phon. VokaUehre« U S. 32) richtig anerkannt worden 
ist, dass die Vokalzeichen t, u, e etc. in meinem Schema nicht für einen 
fest bestimmten Laut, sondern für die Gruppe der »-, ti-, e- etc. Laute 
gelten, wenn auch unter dem t zunächst das extreme geschlossene t, unter 
u ein entsprechendes w, unter e mittleres «, mit andern Worten die Mittel- 
punkte der Kreise (ey. Halbkreise) zu verstehen sind, innerhalb welcher 
die höchsten Punkte der Zungenartikulation der i-, m-, e- etc. Laute fal- 
len. Es bleibt somit Sl)ielraum für ein mehr oder weniger offenes », Toii 
Verschiebung der Artikulationshebung nach e hin , für ein mehr oder Tfe- 
niger gesenktes t mit Senkung der Artikulationshebung nach unten etc. etc. 
Die Bestimmung der Artikulationshebung der Zunge auf einen Punkt kann 
ohnehin natürlich auf keine absolute Genauigkeit Anspruch machen. Diese 
ist um so weniger möglich, je offener die Laute, d. h.'je grösser die Ent- 
fernungen der Zunge vom Gaumen werden und je breiter der Zungenrücken 



§35—36. I. L. mit Mundöffn. 1. Stimmh.: Vokale. w-Laute. 37 

• 

artikulirt. Den grössten Spielraum, wie die grösste Artikulationsöffnung und 
daher die meisten Varietäten hat das a , bei welchem der mittlere ^ungen- 
rücken, d. h. die verhältnissmässig grösste Zungenfläche artikulirt. — Da ich 
bei meinen Messungen die mustergültigen deutschen Werte für V, a und u 
zu Grunde zu legen gesucht habe, so wäre mein System an Frankes Be- 
zeichnungen anschliessend ein nationales Klassensystem zu nennen. Von 
den deutschen Normal-, resp. Mittelwerten aus sind dann die in der Praxis, 
insbesondere im Englischen, Französischen etc. vorkommenden Laute nach 
Zungen- und Lippenstellung, sowie nach der Zungenform (Fkanke S. 332) 
zu bestimmen. Ganz besonders ist hier auf etwa vorkommende Kompen- 
sation der einen (normalen) Artikulation durch eine andere zu achten. — 
Nur der Wunsch, die Übersichtlichkeit nicht zu beeinträchtigen, hat mich 
auf die Einzeichnung einer grösseren Anzahl von Lauten verzichten lassen. 
Das System an und für sich verbietet dieselbe keineswegs. So Hessen 
sich, was Franke nur übersehen hat, die mw;««^- Laute Bells (sofern 
deren Artikulation eben feststeht!) etwa durch Eintragung des Lautzeichens 
je nachdem entweder an der Stelle der einen mittleren oder sowohl an der 
Stelle der palatalen als derjenigen der gutturalen Zungenhebung (ev. mit 
Exponenten ^ und ^ verzeichnen, und die nicht gerundeten &acA^ Vokale 
könnten natürlich ebensowohl neben den gerundeten o, u stehen, wie die 
gerundeten /ron^ Vokale ff, ü neben den nicht gerundeten e, », ja sogar, 
wo "nötig , etwa durch das Zeichen [ ] als mit Lippenlängsöffnung gebildet 
bezeichnet werden ; wollte man andeuten, dass o- und w-Laute, wie sie Evans 
beschreibt, ohne Lippenrundung mit weiter zurückgezogener Hinterzunge 
artikulirt sind, so brauchte man nur die Zeichen o und u unter Weglas- 
sung der Klammer C D entsprechend zu versetzen etc. — Um zu zeigen, 
dass das System wie auf das Verhalten der Zunge und der Lippen, so auch 
(ev.) des Kieferwinkels und der Resonanz Rücksicht nimmt, habe ich jetzt 
die betreffenden Angaben dem Schema zugefügt, ohne dass der Überblick 
des Schemas selbst dadurch gestört werden wird (vgL auch die Tabellen 
in meinem Schriftchen: »Die Aussprache der in dem Wörterverz. f. d. d. 
R. etc. enth. Wörter« 1885, S. 3 f.). Wenn man will, so lassen sich fem er 
rechts und links auch die Hebung der Stimmbandebene (Techmer »Phon.« 
S. 43), oben rechts die Hebung des Gaumensegels bei a, o, u (Trautmann 
»Sprachl.« S. 41) und falls man solche zu besitzen glaubt, die durch No- 
ten bestimmten Resonanzen der einzelnen Laute des erweiterten Systems 
in einer untersten Linie angeben. 



A* Ohne Nasenresonanz: Beine Vokale. 

a. Gutturale Vokale, 
1) Die w-Laute. 

§ 36. Derjenige unter den gutturalen Vokalen und unter 
den Vokalen überhaupt, dessen Artikulationsstelle am weitesten 
zurück liegt^ ist das u. Der hintere Zungenrücken ist bis nahe 



38 !• Teil. Die Sprachlaute. II. Kap. Mundartikulation. § 37. 

an den weichen Gaumen gehoben, der vordere Teil der Zunge 
ist nach unten und hinten gezogen. Im Vordermunde entsteht 
somit ein grösserer Besonanzraum, dessen Wirkung in der 
Regel durch Vorstülpung der Lippen und Bildung einer 
kleinen rundlichen Lippenöfihung (bei nur geringer Entfernung 
der Zahnreihen von einander) unterstützt wird. 

Die w-Resonanz ist die tiefste aller Vokalresonanzen. Auf 
sehr hohen Tönen spricht daher das u nicht mehr an. 

§ 37. Im Deutschen gibt es zwei nach Qualität und 
zugleich Quantität geschiedene t/-Laute. I. Langest^indu 
ist der geschlossene u-Lautj d. h. die Zungenhebung ist so 
stark, wie sie sein kann, ohne dass der Vokal in Gefahr kommt, 
sich in einen Reibelaut zu verwandeln (phonetische Bezeich- 
nung: ü'j du — - du'). Vor oder nach dem Hauptton tritt ausser 
im Anlaut oft Verkürzung zu w ein: Sudeten, Eänguru 'etc. 
Betont steht dieses w in hui, pfui. II. Kurzes u in und ist 
etwas offener, d. h. die Zungenhebung etwas geringer und zu- 
gleich weiter nach vorn geschoben, die Artikulation weniger 
bestimmt (die Differenz ist in der phonetischen Schrift ge- 
nügend durch Weglassen des • bezeichnet : w, und = Wmt). — 
Über u in au s. i?-Laute. 

Schreibung der deutschen w-Laute (preussische Schulprtho- 
graphie) : 

I. ü'A. u, und zwar a) auslautend: du etc., in Fremdwörtern 
auch im Nachton: Känguru etc. — b) vor Vokal in 
Fremdwörtern: Duo etc. (aber ui = u'i in hui pfui). 
— c) vor einfacher oder anlautfähiger mehrfacher 
Konsonanz: Bube, gut etc., auch vor eh = c : Buch, 
suchen etc., und vor fs = ä, wenn fs auch inlau- 
tend gilt: Fufs, Mufse etc.; so auch in der Vorsilbe, 
ur- : Ursache (aber u in Urteil, Urtel etc.) und der 
Nachsilbe -tTim : Reichtum etc. — d) vor rt = r^ in 
Geburt (aber u in Furt etc.) — e) vor st = st in 
Husten, pusten, Schuster, Wust (aber u in Brust etc. 

2. uh in verschiedenen Stellungen: Kuh, Buhle, Huhn etc. 

3. hu nach t in thun. 

3. ou in Wörtern aus dem Französischen: Beute, Tour etc. 

II.uA. u. a) vor mehrfacher Konsonanz: Mutter, und etc. 

(Ausnahmen s. I. 1. d); so auch in Urteil. — b) vor 



§ 37—38. I. L. m. Mundöffn. 1. Stimmh. : Vokale. w-Laute. 39 

einfacher auslautender Konsonanz in um» zum, oft in 
zur; fernet in Fremdwörtern wie Klub, plus, Bum, 
auch in den lateinischen Nachsilben -um, -us : Metrum, 
Fiskus; vor einfacher inlautender Konsonanz th = t 
in dem Namen Luther. 
2. DU in Wörtern aus dem Französischen: Deuche (auch 
mit ü')j Bessource etc. 

Anm« 1« Dialektisch kommt norddeutsch für kurzes u auch o vor, 
andererseits nähert sich mittel- und süddeutsch das kurze u im Klange 
dem geschlossenen langen u. In weniger sorgfältiger Aussprache geht das 
verkürzte u in Sudeten, Souper etc. häufig in die Nuance u über. 

Ahih« 2« Die Kürze in Geburt, Ludwig, Fuss, die Länge in Bum 
sind provinziell. 

Ahih« 3« Kürze des Vokals in der einsilbigen Form Zug neben Länge 
in Zuges, Züge etc. ist in Norddeutschland verbreitet, aber von der Bühnen- 
sprache mit Kecht nicht angenommen, da Länge vor geschriebener ein- 
facher Konsonanz auch sonst die Hegel ist. 



Anni« 4« Die älteren Grammatiker der gemein- nhd. Schriftsprache, 
wie Frangk »Orthographia« Wittenberg 1531, kennen nur ein einziges w, 
so auch ICKELSAMER in der »Teutschen Grammatica« (1534 in Augsburg 
erschienen?) und in der »Rechten "Weis« (2. Ausg. 1534, 1. 1527?) während 
z. B. KoLKOSS (»Enchiridion« Basel 1530) die süddeutsche Unterscheidung 
des u = t« (entsprechend mhd. uo) und u = w (mhd. ü, u) hat, die in 
den Drucken noch längere Zeit fortdauert. 

§ 38. Bei den englischen w-Lauten sind die Lippen 
weniger vorgeschoben als gewöhnlich im Deutschen, doch ist 
Rundung vorhanden. — Geschlossenes (u = w) ist kein regu- 
lärer Laut. Die gebräuchlichen Laute sind folgende. 

la. Der lange w-Laut in too setzt mit offenem oder 
mittlerem w (== w) ein, dessen Lippenrundung gegen das 
Ende des Lautes zur Stellung des konsonantischen w verengt 
wird: tüw. Wie andere Längen im Englischen wird dieses 
lange u vor stimmlosen Konsonanten verkürzt, ohne dass je- 
doch der diphthongische Charakter verloren geht: root rüwt. 
In unbetojiter Stellung geht das zugleich verkürzte erste Ele- 
ment in einen »gemischten« ^^-ähnlichen Laut über, indem 
sich mit der Hinterzungen- oder w-Hebung eine Vorderzungen- 
oder «-Hebung verbindet ; doch genügt als phonetische Bezeich- 
nung u : July dzuwläi (genauer dzüwläi). Im Auslaut fehlt 
dabei das «^-Element: value vt^lj'u (genauer vthljü). Vor dem 



40 I- "^eil. Die Sprachlaute. 11. Kap. Mundartikulation. § 38. 

unbestimmten Vokal a fehlt das zweite Element, und das ü ist 
weniger lang: cruel krüal; vor r = a wird der t^-Laut oft zu 
ö : poor p^üa^ p^öa. 

Ib. Derselbe Laut, erscheint in dem gewöhnlich so ge- 
nannten »langen ua mit /-Vorschlag (der oft nach Stimmlosen 
in den stimmlosen Reibelaut übergeht) in new njüWy tone 
fjüwnj tgütm. Unbetont verhält sich juto wie ütv. 

n. Der kurze w-Laut in bock ist oflFen wie der (nord-) 
•deutsche: buk. Vor einem stimmhaften Endkonsonanten wird 
das betonte u wie auch der Konsonant halblang gesprochen^ 
z. B. in pull p^ül. 

Schreibung der englischen w-Laute. 
la,. üw: 1. CO : too, spoon etc. (Ausnahmen s. 11. und o- und 
a-Laute. 

2. o, und zwar a) auslautend in de (ado), to, two, who. 
— b) vor stummem e in canoe, shoe (aber ä^ in foe 
etc.). — c) vor v = t? und s = z in move, prove; 
loBe, whoBe — d) vor m und mb = m in whom; 
tomby womb. 

3. ou, und zwar a) in you, jourjüa {jöa)\ through, youth, 
uncoutb, wound (»Wunde«), in einigen andern seltneren 
Wörtfern, den Namen Brougham brüwam, Ouse, Stour 
etc. — b) in Wörtern aus dem Französischen, wie tour ; 
Croup, group, soup; reute; rouge rdt^; auch im. Vor- 
ton: bouquet, buwkf^ei routine ruw^ijn etc. 

4. CBu in dem aus dem Französischen entlehnten Worte 
manceuvre manüwva. 

5. u nach r = r, 1 ='7, j = dz^ und zwar a) vor Vokal: 
ruin etc. , auch vor stummem e : blue etc. — b) vor 
einfacher (oder anlautfähiger mehrfacher) inlautender 
Konsonanz: rüde» luoid, jtiry etc., auch nach j = j 
in yule; oft auch nach s = «: super» assume etc.; 
nach s = ^ in eure Ma, — c) vor auslautender Kon- 
sonanz in ruth, truth. (Nach Dentalen.) 

6. eu und ew in denselben Fällen wie u: crew» lewd» 
Jew etc. , und nach eh in ehew ; y = y in yew ; so 
auch in Fremdwörtern wie rheiunatism etc. 

7. ui in denselben Fällen in bruisO; cruise, reoruit, fruit ; 
sluice; juice; oft in suit. 



§ 38. L L. mit Mundöffn. 1. Stimmh.: Vokale. u-Laute. 4 t 

Ib. jüw, 1. u (s. die Ausnahmen la. 5), und zwar a) vor Vokal, 
auch stummem e : due etc. — b) vor einfacher (oder an- 
lautfähiger mehrfacher) inlautender Konsonanz: duke, 
usage etc., in der Regel auch nach s = « : super-, 
assume etc. — c) vor ohs in dem Fremdwort fuchsia 
fgüw&a. — d) vor auslautendem gn in impugn ü. ä. 

2. eu und ew (s. die Ausnahmen la. 6): feud, dew etc.; 
in dem Fremdwort connoisseur auch -üa, 

3. ui (vgl. la. 7): nuisanoe, suit und Ableitungen. 

4. eau in beauty nebst Ableitungen. 

5. ieu und iew in adieu, lieu; view. 

IL u: 1 . CO , und zwar a) vor k = A : Ifbok etc. — b) vor 
d = c^ in good, hood, stood, wood (aber üw in food]. 

— c) vor t = ^ in foot, Boot. — d) vor 1 = / in wool. 
2.'u, und zwar a) vor 11, 1 = 7 in bull (bullock, bully ; 

bullet, bulletin, buUion), bulrush, bulwark, ^tOl, pull, 
pullet, puUey, pulpit, sowie in dem Namen Fulham. 

— b) vor sh = 5 in bush, bushel, oushat, oushion, 
push. — c) vor 88 und bz = z im Vorton in huzza, 
hussar. — d) sonst in put, butcher; pudding; ouckoo; 
sugar &üga] puas. (Meist nach Labialen.) 

3. o und zwar a) nach w = t^ in woman, wolf und Namen 
wie Wolsey, Wolv^rhampton. — b) in bosom. 

4. QU in oould hf^üdy should iüd^ would vmd. 

Alim« 1. Bein monophthongisches geschlossenes ü für die Länge ist 
veraltet. Storm gibt zu, dass langes u etc. nach dem Ende zu abge- 
schwächt sei, findet aber diese Modifikation so unmerkbar, dass er sie 
unbezeichnet gelassen hat (er schreibt uu\ Verdopplung = Länge) und 
sagt (S. 93) von dem u in füll ; »lang in fool«. Dies vräre, v^ie Svv:eet be- 
merkt, fall mit Dehnung des u statt des l. Ich finde den diphthongischen 
Charakter sehr merklich (so auch Sieyebs »Phonetik« ^ S. 142 und bei Storm 
S. 432) und glaube, dass Übergang zum Reibelaut am Ende in der That die 
Regel ist. Zur obigen Beschreibung vgL Sweet, »Elementarbuch« S. XXIV. 

Anm« 2« Kurzes u geschlossen zu sprechen, ist ganz unenglisch; 
fürl fiiifül (fall) ist schottische Aussprache, soveie ein gev^öhnlicher Fehler 
von Franzosen und anderen Ausländem, und w kommt dem Engländer vor 
wie der lange Laut in fool, weil dieser zu Ende geschlossener wird 
(Franzosen hören aus diesem ihrerseits wegen des offenen Elements zu 
Anfang ein ö heraus: s. v61ez-vd als französische Darstellung der eng- 
lischen Aussprache von voulez-vous bei Storm S. 21). 

Anm« 8« Das lange diphthongische üto (la) ist, wo die Schreibung oo 
vorliegt, aus älterem o-Laut, und zwar ö', entstanden. Der Übergang in ü' 



42 I. Teil Die Sprachlaute. 11. £ap. Mundartikulation. § 38--39. 

fand in der Zeit von 1550 — 1650 statt, die Entwicklung des Nachschlags 
tr (hier und in den übrigen FfiUen) erst in unsenn Jh. 

Anm« 4« Wo üw s u, eu etc. ist, hat es den froheren /-Vorschlag 
(Ib) nach cHi ^s ts schon im 17. Jh.: nach r ^ r im Anfang, nach 1 = / 
und i =i d£, sowie in sure erst im Laufe dieses Jhs. verloren. Nach 8 = « 
ist er im Verschwinden. 



5« Das triphthongische Jüw (Ib) «= geschriebenem u war nach 
Ellis (und Sweet) im 16. und 17. Jh. = {7, wo es geschriebenem eu, eixr 
entspricht, teils ebenfalls ü, teils eu (diphthongisch); beide Laute wären 
1650—1700 zu iu geworden. Nach Holthaüs (»Anglia« VIII S. 88 ff.) lau- 
teten sowohl das lange u als engl eu, ew im (und vor dem) 16. Jh. diph- 
thongisch, ersteres wie iu letztere wie ^, welches gegen Ende des 16. Jhs. 
anfing, in iu überzugehen; der Betonungswechsel {tu, ju statt iu] yoUzog 
sich nach Holthaüs vielleicht während des ganzen 17. Jhs. Nehmen wir 
zu den von Ellis und Holthaüs untersuchten Zeugnissen der englischen 
Grammatiker des 16. und der folgenden Jahrhunderte die von deutschen 
verfassten englischen Granmiatiken aus dem Ende des 16. und dem Anfang 
des 17. Jhi. hierzu, so finden wir für langes u bei Podensteineb »Clavis 
linguae anglicanae« 16S5 die Aussprache bezeichnet: »sicutiü«, bei Nicolai 
»Gramm, nova angl.« Gissae 1793: »ut apud Gallos ü, vel etiam iu«, bei 
Beuthjjer »Grundregeln über die Ausrede der engl. Sprache« Jena 1711 
(Vorrede.1713) : »wie ju«, Tiessen »Teutsch-Englische Grammatica« Frankf. 
a. M, 1712: »wie ü«, König »Engl. Wegweiser« London 1706: »wie ju im 
Teutschen«, ebenso Abmold »Neue Engl. Grammatica« Hannover 1718 und 
die späteren; für eu etc. bei den älteren iu, bei König 1715 und den fol- 
genden : »im Anfang eines "Wortes wie ju, iü der Mitten aber wie ein iu ; 
in der Leipz. Ausg. von 1748 nur ju. Eine ß-ähnliche »gemischte« Aus- 
sprache des üw kommt noch im Norden von England und in Schott- 
land vor und wird früher wenigstens neben ^m etc. bestanden haben. 

Anin. 6« Die kurzen u (II) sind ursprünglich, wo sie u geschrieben 
werden, dagegen, wo sie durch oo, ou dargestellt sind, aus ü gegen 1700 
verkürzt. Nicolai gibt oo in good, bock, foot als »u longum« wie in 
food; Beuthner und die folgenden als »kurtz u«. 

§ 39. Das Französische kennt nur geschlossenes w, 
und die Lippenrundung ist enger als bei deutschem geschlos- 
senem w, so dass in der Regel zugleich ein die w-Resonanz 
sehr verdeutlichendes, sich dumpfem Pfeifen näherndes labiales 
Reibegeräusch entsteht. Langes w (I.) findet sich z. B. in 
rouge rü'z\ kurzes (II.) in reute rü't. Im Auslaut wird der 
w-Laut (wenigstens zu Ende) oft stimmlos. 

Schreibung der französischen w-Laute. 
I. ü' : ou im Hauptton vor stimmhaften Reibelauten (r, «, z^ v^j) 
und tr^ vr : rouge, amour, poutre etc. ; sonst in toua tü's. 



.§ 39—40. I. L. m. Mundöffii. 1. Stimmh. : Vokale, ti-, o-Laute. 43 

II. u". 1. ou, wo nicht = ü' (und nicht konsonantisch). 

2. QU : goüt etc. 

3. aoü in aoüt (auch äü), 

Anm. 1« Französisches u wird der Qualität nach gewöhnlich deutschem 
u in du ganz gleichgestellt (so auch von Storm S. 21 : »in der That ist 
das frz. ou in doux mit dem ungetrübten deutschen u, kurz mit dem ge- 
meineuropäischen u identisch«). Einen Unterschied. erkennt Sweet (S. 123) 
an ; er bemerkt, frz. t und u seien sehr »hoch« und erhöben sich [mmounU] 
beinahe zu Konsonanten {j und w). Mir scheint der jedenfalls merkliche 
Unterschied für u nicht in der Enge der Zungen-Gaumen-Artikulation, 
sondern in der Stärke der Labialisirung zu liegen. — Die Gleichsetzung 
von kurzem frz. u mit deutschem u in Mutter bei FlÖtz ist ijicht zu 
billigen, da dieses, zumal in norddeutscher Aussprache, offener ist (§37.) 

Anm« 2« Über das stimmlose u am Ende vor Fausen vgL Kbäutek 
in der »Zs. für nfr. Spr. u. Litt.« 11 1880 S. 25. Er sieht in dem Laut 
»mediopalatales, ti-haltiges x« (Kbäuters Zeichen für den mediopalatalen 
stimmlosen Keibelaut) , wie in stimmlosem i von renie und stimmlosem y 
(= ü) von perdu unter gleichen Verhältnissen »t-haltiges i« (antepalataler 
stimmloser Eeibelaut) bezw. »y-haltiges ;r«. Ich kann den stimmlosen Ver- 
treter des w nicht als eigentlichen gutturalen (oder, nach BLräuter, »medio- 
palatalen«) Keibelaut auffassen, wenn auch gewiss die ti-Öffnung der Engen- 
bildung sehr nahe kommt; vielmehr scheint mir, wie gesagt, das labiale 
Element das Wichtige. Es ist sehr wohl möglich, dem Laut ein sich 
davon deutlich unterscheidendes (c), d. h. c mit starker Lippenrundung 
(Kräuters g), folgen zu lassen, z. B. Buch mit in entsprechender "Weise 
gesprochenem w, also hü'[c)y von boue hü' zu unterscheiden. Beachtung 
verdient auch, dass sich beim Flüstern im Französischen wohl i' in [c] 
(c mit i-LippensteUung), nicht aber w in (c) verwandelt (über f? beim Flüstern 
vgl. Kräuters Bemerkungen a. a. O.). Auch werden die stimmlosen Ver- 
treter der frz. auslautenden w, %' und ü' nicht bloss »im Affekt« gebraucht 
(wenn das Französische überhaupt je anders als im Affekt gesprochen 
wird); man vgl. das S m' (un sou;, dS' su' (deux sous) der Zeitungsver- 
käufer. 

Anm. 8« Das ou 'der Schrift wurde schon zu Anfang der nfrz. Zeit 
als u gesprochen. 

2) Die O-Laute, inkl. «-Laute. 
§ 40. Die Vermittlung zwischen den w-Lauten einerseits 
und den a-Lauten andererseits bilden die o-Laute, die sich 
nach beiden Seiten nicht bestimmt abgrenzen lassen. Es ge- 
nügt, die folgenden Nuancen herauszugreifen: mittleres o {= o), 
welches zwischen w und a nach Zungen- und Lippenartiku- 
lation und somit im Klange die Mitte hält, geschlossenes o 
(t= o')j halbsoweit von w als von a, offnes o (= o., Scheidung 



44 I. TeiL Die Sprachlaute. II. Kap. Mundartikulation. § 40—41. 

von für die gewöhnliche Praxis unnötig)^ halbsoweit von a 
als von w entfernt. Abweichung vorwärts und rückwärts von 
der u — a-Linie ist nicht ausgeschlossen. Sehr offenem o ähn- 
lich klingende Laute (= ä) werden mit Senkung der Hinter- 
zunge bis zur a-Stellung, und noch tiefer^ und gleichzeitigem 
Zurückziehen der Hinterzunge gebildet. Es empfiehlt sich, 
diese Laute hier mitzubehandeln. 

% 41. Das Deutsche unterscheidet ^.uch sein langes und 
kurzes o zugleich wieder qualitativ; die ]Länge (I.) ist ge- 
schlossenes (= Ö-), die Kürze (H.) mittleres bis offenes o (= o) : 
so z6'\ aber Sonne zons. Ausser im Auslaut wird d' vor odei 
nach dem Hauptton verkürzt zu o* (nicht o). — HI. Kurzes 
offenes o, genatier d, ist auch das erste Glied des Diphthongs 
eu, ftu (oi) in der Bühnenaussprache ; das zweite theoretisch ü 
oder t, praktisch offener (Typus: oü, 0% genauer uq, d§). Ich 
setze im folgenden oi. 

Schreibung der deutschen o-Laute. 
I. ö". 1. o, und zwar a) auslautend: so etc., in Fremdwörtern 
auch im Nachton : Duo etc. — b) vor Vokal in Fremd- 
wörtern: Noah etc. — c) vor einfacher oder anlaut- 
fähiger mehrfacher Konsonanz: Böse, Brot, Obrigkeit 
etc., so auch vor eh in hoch, vor fs = s, wenn fs auch 
inlautend gilt : blofs, stoüBen etc. , auch vor rt == f 
(t stumm) in dem Fremdwort Fort etc. Auch in Obacht 
^ö'bäct, ' — d) vor gt = c^n dem Fremdwort Vogt. 
— e) vor nd = nt (inlautend nd) in Mond. — f) vor 
st = st in Ostern, Trost, dem Fremdwort Kloster etc. 
— •■ g) vor ts = fo in dem eigentlich niederdeutschen 
Lotse. — h) vor bst, pst = pst in Obst und dem 
Fremdwort Probst. 

2. oo in den (aus dem Niederdeutschen entlehnten) Wörtern 
Boot, Moor, Moos. 

3. oh in verschiedenen Stellungen: roh, johlen, Ohr etc. 

4. ho nach t in Thon, Thor. 

5. oe in niederdeutschen Namen: Itzehoe, Soest etc. 

6. oi, ebenso: Grevenbroich, Troisdorf etc. 

7. ow in Bowle (= engl, bowl) und im Nachton in nie- 
derdeutschen Namen: Bredow etc. 

8. au in Wörtern aus dem Französischen: Sauoe etc. 



§41. I. L. m. Mundöffn. l.Stimmh.: Vokale. o-Laute. 45 

9. eau ebenso: Plateau etc. 

10. oa in dem englischen Toast (auch to'dst) und dem 
anglisiiend geschriebenen Goaks (engl, cokel). 

II. : u : a) vor mehrfacher Konsonanz : Gott, Sorte etc. (Aus- 

nahmen s. I. 1 c — h). So auch in Hochseit, Knoblauch, 
Vorteil. — b) vor einfacher auslautender Konsonanz 
in ob (vgl. I. Ic), von (vom); auch in fremden Nach- 
silben: Helios, Nabob etc. 

III. 0%: 1. eu : Heu, Leute etc. 

2. äu : gläubig, läuft etc. 

3. oi in einigen ursprünglich nd. Wörtern: Boi etc. 

4. ieu in dem ursprünglich französischen Lieutenant löit- 
nant (auch Leutnant). 

Aniii« !• Mittel- und süddeutsch nähert sich im allgemeinen das 
kurze o in der Qualität dem geschlossenen langen o. Dialektisch kommen 
Umkehxungen der Qualität vor: langes o für o' z. B. in Schwaben, kurzes o* 
[neben o in anderen Wörtern) am Niederrhein etc. Auch findet sich ganz 
offenes o (= o.) für die Kürze. 

Anm. 2* Mustergültig ist die Länge, nicht die alte Kürze, in Obst, 
Probst, Vogt, dagegen die Dehnung in ob provinziell, ebenso die Kürzung 
in Bobert. Qriechisches -ot, wie in Despot, hat o\ 

Anm« 8. Zur Quantität des. o in Hof, Lob, grob vgl. § 37 Anm. 3 
über u in Zug. 

Anm« 4« Über die Aussprache von eu, äu schreibt mir Prof. Sieyebs : 
»Hier schwanken die Dialekte besonders stark. Das Bühnen-ot ist äe 
oder äö, das letztere am gewöhnlichsten. Aber ich stimme mit Ihnen 
darin überein, dass ot [bezw. ot/?] zu setzen ist, sobald man ai statt ae 
zugibt; die Deutschen geraten selbst schon unwillkürlich in oö hinein.« 
Ich hatte in den Probeseiten eines von mir geplanten orthoepischen Wörter- 
buchs eu, wie hier angedeutet, durch oi wiedergegeben. Auf meine Bitte 
um Mitteilung abweichender Aussprachen und Ansichten liefen u. a. noch 
folgende Bestimmungen ein: UM mit sehr offenem ö erklärt Kräuter für 
den allgemein herrschenden Gebrauch; Leute, die oi für eu zu sprechen 
behaupten, habe er schon mehrfach getroffen, aber mit Ausnahme von 
Bayern u. a., die oft oi für ei setzten, niemals solche, die auch wirklich 
so gesprochen hätten; öü geben auch KWitsch für den Nordosten 
Deutschlands und Diederichs (Kheinländer) zunächst als seine eigene 
Aussprache (bestätigt für »Ripuarien« durch Nörrenberg in Bonn) ; Loh- 
meyer (Kassel) erkennt die Aussprache mit o. als »sehr weit verbreitet« 
an (das zweite Glied lässt er absichtlich unbestimmt), Grabow (Oppeln) 
betrachtet üü als »allein richtig« (Bühnensprache), und o.i bestätigen noch 
WiEBE (Hamburg) und Franke (Sorau). Vgl. meine »Zs. f. Orthogr.« III 
S. 26. 28. 42. Auch Kissling »Die Laute des Nhd.« (Bremer Progr. 1876) 
hat 0%, Die Verfechter des theoretischen (und pommerischen ?) öä scheinen 



46 I. Teil. Die Sprachlaute. II. Kap. Mundartikulation. § 41—42. 

im Aussterben. — Meine eigene Aussprache (Nassau] ist o^', genauer ae, 
(das sweite Glied Sweets »raised e«, e^ der Laut des y im engl pity, was 
mit Sweets Angaben über hannövrisches eu stimmt (die Osnabrücker Aus- 
sprache hört Sweet als ÖM mit sehr offenem ö; 9d, vielleicht 6d nach 
der BELLschen Tabelle). Welsche identifiziren mein eu mit ihrem oe in 
oeB). — Ein Unterschied in der Aussprache von eu und äu existirt nicht; 
was z. B. Benedix (»Der mündliche Vortrag« I 1873 S. 17) darüber sagt, 
ist unbegründet Auch geschriebenes oi lautet gleich. 



Anm« 5« Die alten Grammatiker sprechen von nur einem o-Laut 
(abgesehen von dialektischen ä für mhd. ä z. B. bei Kolross). 

Anm« 6« Über eu sagt Gottsched »Deutsche Sprachkunst« 6. Aufl. 
1776 S. 47: »Su muss mit etwas hohlerem Munde ausgesprochen werden 
als ei, z. B. Freude, nicht wie Freide, viel weniger wie Fraide; aber auch 
nicht wie Froide, wie einige Niedersachsen thun.« (Zitirt von Wilmanns 
»Kommentar z. preuss. Schulorth.« 1880 S. 69.) Zu Helbers Zeit (1593) 
gab es gemeindeutsch zwei Arten.von eu : 1. eu für mhd. öu ; 2. eü für mhd. 
iu (schweizerisch l.öu, äu, 2. ü). Das altem (nicht umgelautetem) iu entspre- 
chende eu wurde, wie Helber angibt, im Bayrisch-Schwäbischen »gleichsam 
oi bei mehrerem teil, bei anderen ui« gesprochen (»Syllabierbüchlein« ed. 
Roethe 1882 S. 32). 

§ 42. Im Englischen gibt es drei verschiedene ©-Quali- 
täten in betonter Silbe: die beiden sog. langen o in no und 
in lord und das kurze o in not. 

I. Das sog. lange o in no ist in der jetzigen Aussprache 
vielmehr ein Diphthong, und nicht, wie es noch immer in 
unseren Schulbüchern heisst, gleich dem deutschen geschlos- 
senen in so. Das erste Glied des Diphthongs ist in der 
Regel mittleres o (= o) wie im deutschen Sonne, nicht selten 
noch offener, während andererseits auch der geschlossene Ein- 
satz mit 0* noch vorkommt. Es ist regelrecht lang, wird aber 
vor Stimmlosen verkürzt. Das zweite Glied kann als unbe- 
tontes ^ bezeichnet werden, doch bleibt die Zunge in der 
o-Stellung, während sich die Lippen allmählich zur «-Rundung 
verengen. An unbetonter Stelle tritt für ou ein Diphthong 
mit einem »gemischten« ö-ähnlichen Laut (d) als erstes Glied 
ein (mit gleichzeitiger o- und e-Hebung): feüow feloUy hotel 
hoy,i^el. Also: no n6% node nöybdj aber note nout. 

IL Das zweite lange o in lord ist ein a-Laut (mit zurück- 
gezogener Hinterzunge): lad. Es ist identisch mit a in all 
dl, war wda oder aw in law id. Dies ist nach der herrschen- 
den Aussprache der ausschliessliche Laut von betontem o mit 



§ 42. I. L. m. Mundöffn. 1. Stimmh. : Vokale. o-Laute. 47 

folgendem r, wenn es überhaupt ak o gesprochen wird (und 
nicht vor rr, wie in Borry). Vor stimmlosen Konsonanten wird 
das ä halblang; z. B. in Short sät. — Eine einfache Länge ist 
streng genommen auch das ä nicht: es hat einen freilich sehr 
flüchtigen Nachschlag von 0. So ist lord genau genommen = 
läady all = dal. Der Nachschlag ist nicht als Vertreter des 
r zu betrachten, da er auch eintritt, wo kein r steht, wie eben 
bei all. Nur im Auslaut macht sich das r durch Verstärkung 
des a geltend, das dann fast den Eindruck einer vollen Silbe 
macht: vgl. law /a, läa mit lere ida. Folgt ein Vokal, so 
spielt das r seine anlautende Rolle : glory = ffldre. Gänzlich 
unbetont geht der Laut ä in denselben »gemischten« ö-ähn- 
lichen Laut (ö) über, wie das ö ia ö^ (I.): er betont da, un- 
betont öy your betont jua, unbetont jö. 

III. Noch um ein geringes offener (»weit« im Veigleich 
zu dem langen d — jedoch mag für beide Qualitäten die Be- 
zeichnung d ausreichen) ist das gewöhnliche kurze o in not, 
womit das a in what zusammenfällt : nu't, wät. Vor stimm- 
haftem Endkonsonanten wird das d wie dieser halblang, z. B. 
in dog dag. Vor ss = ä, Bt = st, Hol = p, S == f tritt statt 
des kurzen d lieber das lange (enge) d (IL) ein, z. B. in cross 
kräs, lost idsty cloth kldp, oflf df, — Unbetontheit verwandelt 
kurzes d ebenfalls in »gemischtes« ö, z. B. October öktö^ba. 

IV. Ein offener o-Laut, vielleicht a, nach Sweet jedoch 
dasselbe o wie in ^^ (I.), ist auch das erste Glied des Diph- 
thongs oi, oy in eil, boy; das zweite Glied ist ein Mittellaut 
zwischen i und e, Bezeichnung: 0% also öil, höi, 

Schreibung der englischen o-Laute. 
I. ö^: 1. o, und zwar a) auslautend: go etc. — b) vor Vokal, 
auch stummem e: poet, foe etc. — c) vor einfacher 
(oder anlautfähiger mehrfacher) Konsonanz : note, omen 
etc. — d) vor 1, 11, == /: patroll, roll etc. (aber d: 
doli, loll). — e) vor Id = Id : old etc. — f ) vor It = 
It : bolt etc. — g) vor Ist = Ist in bolster, holster. — 
h) vor Ik = A (1 stumm) in folk, yolk. — i) vor ss 
= « in gross. — k) vor st = st in gl^ost, host, most, 
post. — 1) vor th = jS in both, loth (= loath), quoth, 
sloth. — m) vor mb = m (b stumm) in comb. — n) vor 



48 I- Teil. Die Sprachlaute. 11. Kap. Mundartikulation. § 42. 

n = n und Konsonant in only, don't, won't. — o) vor 
b in Job. 

2. oa : oak, moan etc. 

3. ow : a) auslautend in blow, bow («Bogen«), bowl» crow, 
flow, glow, grow, know, low, mow, row, show, slow, 
snow, BOW («säen«), stow» Btrow (= strew), throw, tow, 
trow. — b) vor Vokal, auch stummem e, in Howard etc.; 
owe« — c) vor Konsonant nur in Ableitungen: own, 
flown, growth etc.; sonst in Snowdon. 

4. ou: a) vor stummem gh in dough, thoogh. — b) vor 
1 = / in Bool. — c) vor Id = /c/ in mould, Bhoulder, 
smoulder, — d) vor It := It in coulter, moult, poultice, 
poultry.. 

5. ew in sew, ahew (= show). 

6. eo in yeoman. 

7. oo in broooh. 

8. au in dem französischen hautboy h(^boi. 

9. eau in den französischen Wörtern beau, bureau etc. 
IL ä : 1. au: laud etc. 

2. aw : draw etc. 

3. a, und zwar a) vor 11 = /: all etc. — b) vor 1 = / 
im Auslaut in withal, appal, inthral, den Fremdwörtern 
jaekal, Bengal u. ä. — c) vor 1 =^ / als Auslaut des 
1 . Gliedes eines Kompositums in also, always, im Ver- 
ton in almost, already, almighty (alle zu all), in walnut, 
dem Fremdwort walrus (auch mit d); vgl. halberd, 
palfrey (auch €b) und dem Namen Galway. — d) vor 
Id = Id : bald etc. — e) vor Ik = A (1 stumm) : balk 
etc. — f) vor lo = k (l stumm) in faleon. — g) vor 
Im = Im in almanae. — h) vor Im = m (1 stumm) 
in halm (= haulm). — i) vor Is = Iz in palsy, mit 
stummem i in Salisbury. — k) vor Is = ?* in baisam. 
— 1) vor Ichi = Is in falehion. — m) zwischen w = 
w und r = a in war. — n) sonst nach w == «? in 
water. — o) zwischen wh = w imd stummem r in 
wharf. — p) zwischen qu = kw^ bezw. ktf, und stum- 
mem r in quart etc. — q) nach wr = r in wrath . 

4. o, und zwar a) vor auslautendem r = a : or, abhor 
etc. — b) vor auslautendem re (stumm): shore etc.; so 



§42. I. L. mit Mundöffn. 1. Stimmh.: Vokale. o-Laute. 49 

in o'er für over. — c) voi stummem r und Konsonant : 
form etc. — d) vor flf =s/ in oflf etc. — e) tot ft =/ 
in often. — f) vor ft == ft: soft etc. — g) vor sa = s 
in mosB etc. — h) vor st = st in flrost etc. — i) vor 
th = j5 in eloth etc. 

5. oa, und zwar a) vor auslautendem r = a : oar etc. — 

b) vor stummem r und Konsonant: board etc. — c) in 
broad (abroad) und groat (dies auch off). 

6. 00 vor auslautendem r = a in door, fioor. 

7. DU, und zwar b) vor siummem r und Konsonant in 
boum, court, (courteous auch mit ce)j course, gourd 
(auch ü)j moum, source — a) vor auslautendem r = a 
in four, pour. — c) vor ght = t : ought etc. — f) vor 
gh =/ in oough, trough. — g) in Gloucester glaster. 

8. i nach o = tö in dem Fremdwort memoir u. ä. (im 
Nachton). 

in. d : 1. o, und zwar a) vor auslautender Konsonanz: rob, 
pomp etc. — b) desgl. mit stummem e in gone, shone. 
— c) vor inlautender mehrfacher Konsonanz: sorry, 
oonfldent etc. — d) vor inlautender einfacher Konso- 
nanz mit folgendem y == I: body, copy. — e) desgl. 
mit io = ik : tonie etc. * — f) desgl. mit ace, ice, ise 
= 18 : solace, novice etc. — desgl. mit id = id : solid 
etc. — h) desgl. mit eign, in = m : foreign, robin etc. 
— r i) desgl. mit ish == iS : polish etc. (aber Folish mit 
5^). — k) desgl. mit et, it = tt : prophet, proflt etc. 
(aber obit mit du). — 1) desgl. mit al, el = al: modal 
etc. — m) desgl. mit er, ar, our = a : proper, scholar 
etc. — n) desgl. mit est = ist : modest etc. — o) desgl. 
mit age = idz : forage etc. — p) desgl. mehrfach sonst, 
namentlich wenn in der folgenden Silbe unbetonter 
Vokal (i oder a) folgt, auch in produce (Subst.), produet, 
project, proverb, provinee, provost. — q) desgl. in 
drittletzter etc. Silbe : ominous etc., auch poniard (aber 
sonst ö^, wenn i oder e und Vokal folgt: opiate, no- 
tion etc.). 
2. a, und zwat a) zwischen w = w, h) wh = «?,«;, 

c) qu = kw und auslautendem etc. Konsonant (vgl. aber 
n. 3. m — p, und die a-Laute) : was, what, quash etc. 

Vietor, Phonetik. 2. Anfl. 4 



50 I* Teil. Die Sprachlaute. II. Kap. Mundartikulation. § 42. 

d) in Warwlck wärik, — e) in ohap (»Spalt« etc.). — 
f ) yaoht jat — g) vor It = Z^ in halt etc. — h) vor 
l8 = h in false etc. 

3. au in cauliflower, laodanum, laurel (alle auch a). 

4. ou voi gh = X; in hough, lough, shough. 

5. ow in knowledge, aoknowledge. 
IV. oi'. 1. Ol: oü etc. 

2. oy : boy etc. 

3. uoy in buoy (auch = bwöfj, 

komm 1« BasB o in no jetst ganx allgemein in England als Diphthong 
gesprochen wird, darüber kann nicht der geringste Zweifel sein. Die eng- 
lischen Phonetiker' erkennen dieThatsache selbst seit Jahrzehnten an; auch 
Ellis' Widerspruch ist im Grunde ein Zugeständnis (s. meine Nachweise 
»Englische Studien« III 1879 S. 113f.). Nicht geschlossenes, sondern min- 
destens mittleres o scheint mir für das erste Glied jetzt vorherrschend, 
obwohl meist noch ersteres als der normale Laut angeführt wird; so auch 
von Sweet {»Handbook« S. 110), der aber zufügt, die »Enge« aller eng- 
lischen Vokale sei ungewiss und o in no könne auch »weit«., d. h. als o, 
wie im nordd. Stock, gesprochen werden, obwohl es gewöhnlich zwischen 
»eng« (^ o*) und »weit« in der Mitte zu stehen scheine; die Aussprache 
mit dem o in not oder lord nennt er (»History of English Sounds« S. 71) 
»volkstümlich« und nachher »eine eigentümliche Übertreibung«, die aller- 
dings auch bei Gebildeten nicht selten sei. Die Tendenz des Lautes ist 
jedenfalls die, sich von der Geschlossenheit zu entfernen. — Im Londoner 
(»Cockney«-) Dialekt lautet »no fast wie das gebildete now« (Stoem S. 7Ö); 
ich habe es auch von gebildeten Londonem gehört. Im »Elementarbuch« 
S. XXII ninmit jetzt auch Sweet den »weiten« o-Laut an. 

Anm* 2« Schwankung zwischen ^^ und ä zeigt betontes pro-; Pro- 
gramme wohl immer , meist auch progress , process , prologue (bei 
MÄTZNEi; alle mit o) haben jetzt öü. 

Anm. 3. Über o vor r vgl. »Engl. Studien« a. a, 0. und Stobm S. 93, 
wo Sweet erklärt: »I certainly make no distinction between moumtn^and 
morning. Scotchmen do, as also archaic Speakers in London, but it is 
certainly extinet in the younger generation«. [In der aus Ellis dort zitirten 
Stelle lies »oorn statt »Sdn; letzteres wäre eher deir von Ellis als für o in 
glory i>geschätztester« Laut bezeichnete »offene«, aber noch nicht mit a in 
call zusammenfallende o-Laut; was Ellis hier (1869) als die Aussprache 
älterer Leute anführt, ist geschlossenes o, doch fügt er hinzu, dass 
man andrerseits die Länge des o in not und das a in call oft in London 
hören könne.] Was Swebt von moumizig und morning sagt, gilt auch von 
bome und bom, den o in pork und fork etc. Die hier von unsem Wörter- 
büchern und zum Teil Grammatiken noch statuirten Unterschiede existiren in 
der mustergültigen Londoner Aussprache nicht mehr; doch werden im Norden 
von England etc. nicht allein diese Unterschiede beobachtet, sondern das aus- 
lautende, bezw. vorkonsonantische r noch als r-Laut gesprochen. 



§ 42--43. I. L. m. Mundöfin. 1. Stimmh. : Vokale« o-Laute. 51 

Aniii« 4. Den Laut des a in what etc. (bei Eixis und Bell die 
Nuance des a in call, nur kurz) lässt Sweet gewiss mit Becht in dem 
des o in not aufgehen. Ellis' und Stobms Bezeichnung des a in call als 
A, bezw. ä und des o in not als o, bezw. g reisst die Laute wohl zu weit 
auseinander; auch steht m. £. in der Regel die Kürze dem a etwas näher. 



n* 5« Die Diphthongirung des o in no, vorher ö', gehört, wie er- 
wähnt, der letzten Periode der Sprache an (doch ist das ^ in ow, ou — 
blow, 80ul — alt und sonst vor / — old, hold — in der Zeit 1550 — 1650 
aufgekommen). Die meisten dieser d' entwickelten sich in der Zeit von 
1550 — 1650 aus älterem offenen ö, bezw. a: nS' aus tut, mo'at aus mast. 
Die Schreibung oa für diejenigen langen o, welche einen o-Laut behielten, 
kam auf im 16. Jh., als die von da an oo geschriebenen in den u-Laut 
übergingen. 

Aniii« 6« Die jetzigen ä sind, wie bereits angedeutet, verschiedenen 
Ursprungs. Zum Teil desselben wie ö^, z. B. in more. Andere gehen auf 
(kurzes) o -{- r zurück und verdanken ihre letzte Entwicklung dem Voka- 
lischwerden und Schwinden des r in neuerer Zeit, z. B. in lord; wieder 
andere auf diphthongisches au, das vor / erst in der vorhergehenden Periode 
aus a entstanden, aber sonst älter war und in der Übergangszeit von 
1650 — 1700 zu ä wurde. In einzelnen Wörtern und nicht nur solchen, in 
denen sich der u-Laut aus früherer Zeit als der stammhafte erhalten hatte, 
wie xnoum, sword, sprach man (wie auch 16. — 19. Jh. in Borne, 17.— 19. Jh. 
in gold; für ö- im 16. Jh. ü (vgl. Storm S. 93). PODENSTEINER gibt noch 
1685 dem ou in moum, court den «-Laut, Beuthneb dem o in sword den 
Laut eines deutschen langen o. Die älteren deutsch-englischen Gramma- 
tiken bezeichnen den jetzigen a-Laut in firaud etc. bis in unser Jh. über- 
einstimmend als langes deutsches a (aa, ah); Podensteiner nennt a in 
all etc. ausdrücklich »a clarum«. 

Anm. 7« Die Kürze ä war offenes o schon in vomeuenglischer Zeit. 
Die deutsch-englischen Grammatiker im 17. und 18. Jh. beschreiben den 
Laut als Mittellaut zwischen a und o oder geradezu als a. 

Anm« 8« Der Diphthong o| war nach Ellis I S. 135 zu Anfang des 
18. Jhs. 0% und csi, im 17. oj( (in wenigen Wörtern ui, o^'), im 16. vor- 
wiegend 0% (daneben ui, ü/Q. Nicolai (1693) gibt oil = ail (a » Mittellaut 
zwischen o und a) ; Beuthner (1711) oiin coin, toll » oey (»dabei zu ob- 
serviren, dass man das o wegen der geschwinden Pronunciation kaum ver- 
nehmen kan«), aber wie aey in boy, joy, toy; Ttessen (1712) oi s ai (ai*); 
KÖNIG (1706) oi »wie im Teutschen«, aber boy = bay, oyl == eyl, deooy = 
dekeih; Arnold (17l8)oi, oy = ay, ai (»in zwo Silben«) ; König (1748)teils wie 
ay, teils »ein wenig mehr wie oy«; Moritz, EngL Sprl. * 1796 teils ai, teils ei. 

§ 43. Die fianzösi sehen o sind teils geschlossen, teils 
offen. Geschlossenes langes o (I.) steht z. B. in rose rdzy kurzes 
(ü.) in cotö ko'te\ Offenes langes o (DI.) in or dr, kurzes (IV.) 
in robe röb. Der offene kurze Laut ist, wie Bell bemerkt 
hat, nicht ganz das gewöhnliche o, sondern die Zungenhebung 



52 I. Teil. Die .Sprachlaute. II. Kap. Mundartikuktion. §43. 

ist etwas voigeschoben und wohl auch die Vorderzunge etwas 
gehoben, so dass der Laut einem »gemischtem wenigstens nahe 
kommt (nach Bell ist er geradezu narroto-round-mid-mixed, 
nach Sweet toide). Die Nuance bedarf kaum einer beson- 
deren Bezeichnung (etwa durch (J, Storm). 

Schreibung der französischen o-Laute. 
I. ö- : 1. o im Hauptton a) vor se = z: rose etc. — b) vor me 
= m : tome etc. — c) vor ne = n : sone etc. — d) vor 
888 = 9 in fosse, grosse (wenn »Gross«, auch o). 

2. 6 im Hauptton vor lautbarer Konsonanz: trone etc. 

3. au im Hauptton vor lautbarer Konsonanz . (ausser r = 
r) : sauf, aune etc. (aber o in Auch, Faul). 

4. eau ebenso : 6peautre etc. 

n. 0' : 1. o, und zwar a) im Hauptton, auslautend (auch vor 
stummer Konsonanz): zöro, mot etc. — b) im Vorton 
vor B = z: rosöe etc. — c) desgl. vor t = « : motion 
etc. — c) desgl. vor bb = « in adoBser, endosser, fos- 
Boyer (aber o in fossile). 

2. 6, und zwar a) im Hauptton, auslautend, vor stummer 
Konsonanz: tot etc. — im Vorton: o6t6 etc. 

3. auy wie 6 : döfaut, aussi etc. 

4. eau, wie au : rideau etc. 

HI. ö : 1. o, a) im Hauptton vor r = r, auch mit stummem 
e oder stummer Konsonanz : or, encore, bord etc. — 
b) vor ge = z in doge. 
2. au, wie o : Laure etc. 

IV. o: 1. o, vor auslautender lautbarer Konsonanz, auch mit 
stummem e : sol, robe etc. (vgl. aber I. H. HI.) 

2. au im Vorton in autel, meist in aurai etc. 

3. in der lateinischen Endung um : album etc., sowie in 
dem Fremdwort rhum. 

Anin« 1« Sehr bestimmt ist die Unterscheidung der geschlossenen von 
den offenen Lauten. Bisweilen sehwankt die Aussprache zwischen o* und 
0, wie in mauvais mo'vS, südfranz. Aussprache für move, aurai (-s, -t etc.) 
o'rS\ orS', autel und hotel oUl, otSl, roti ro-ti', roU\ aumone o'mon, 
omon, drolatique dro'lätik, drolati'k, trop tro', veraltet für tro. 

Anm» 2o Langes offenes o mit der »^-haltigen Nuance« gehört zu 
haben, was nach Storm S. 59 und Privatmitteilung von Franke (für o in 
encore in Genfer Aussprache) auch vorkommt, entsinne ich mich nicht, 
kenne diese mit Bestimmtheit auch für die Kürze überhaupt nur vor m 



§ 43—44. I. L. mit Mundöffh. 1. Stimmh. : Vokale, o-, a-Laute. 53 

und n. Auch die vulgär-englische Verwechslung des kurzen offenen Lautes 
mit engl, u in but scheint sich nur auf o vor m und n zu beziehen: wie 
bonne = engl bun, Sweet S. 23; Storm S. 72; übrigens identifizirt 
VoLNEY (1821) sein franz. o in odorat, hotte, molle, sei mit dem engl, u 
in nut, cut, hüll (s. Niemee »Die orthogr. Kef. -Versuche d. franz. Phon, 
des XIX. Jhs.« Rostocker Disß. 1882 S. 25). Die französischen Orthoepisten 
unterscheiden o in dot qualitativ nicht von o in mort (ViON gibt o in or 
sogar den kurzen Laut, wie in dot), und ebensowenig Plötz und Sachs, die 
es o in Gott gleichsetzen. Ellis hört den Laut in dot, homme nicht als 
>>mixeda Bondem als offenes o, wie kurzes deutsches o (I S. 95f.). Das 
lange offene o in mort klingt englischen Ohren gewöhnlich wie ihr eignes 
ä in more. Auch Brücke setzt die beiden Laute einander gleich, was 
Storm S. 20 tadelt; vielleicht hat Brücke die ältere, weniger offene Aus- 
sprache des engl, o im Sinn. 



Anm« 3« Da das o der Schrift in der Kegel lat. o entspricht, so ist 
es fast selbstverständlich, dass die Quellen des 16. Jhs. einen o-Laut für 
dasselbe bestätigen. Ellis III S. 824 u. s. schliesst, dass o gemeint sei. 
Nach Thurot »Prononc. fran9.« I 1881 S. 244 war im 16. Jh. o lang und 
geschlossen vor unbetontem e, stummem oder Schluss-s (cote, cote, gros), 
vor 8 = 2 (rose, rosier), rr (abhorre, abhorrer), ss lateinischer Herkunft 
(foBse, foBBÖ) und in Derivaten von Nomina auf -ob (d^BOBBe, endoBse) ; 
sonst kurz und offen, aber häufig geschlossen vor l, r und r 4- Konsonant. 

Anm« 4« Au war nach Ellis im 16. Jh. (au, tio) o' ; nach Thurot 
S. 425 schwankte es zwischen ao und ö', welches durchdrang. Der Unter- 
schied zwischen o und au war nach Beza »De Franc, ling. recta pron.« 
Genf 1584 sehr gering, wenn überhaupt noch vorhanden (»sie ut vel parum 
vel nihil admodum [au] differat ab o vocali«). 

Aniii« 5* In der Gruppe eau, bis dahin e'aUj e'ao, aö*, beginnt um 
1600 der «-Vorschlag zu verschwinden (Ellis III .S. 822; Thurot S. 434ff.), 
doch erhielt er sich in eau, Beau, Bceau etc. bis gegen Ende des 17. Jhs. 
Das Wörterbuch der Akademie wiederholt noch 1718 die Bemerkung der 
Auflage von 1694 über das Wort eau : »L'e se prononce un peu, bien que 
ce mot ne seit que d'une syUabe« (Thurot S. 438 f). Mundartlich noch 
jetzt häufig j6* s= eau, 8j6' « Beau etc. 

3) Die a-Laute. 

§ 4ti* Die a-Laute bilden die Vermittlung zwischen den V. 
gutturalen und den palatalen Vokalen. Als »mittleres« oder 
»neutrales« a (= a) ist dasjenige zu betrachten, bei welchem 
die Zungenartikulation durch den Schnittpunkt der durch die 
u- und o-Hebungspunkte einerseits und die i- und a-Hebungs- 
pünkte andrerseits gezogenen Linien bestimmt wird. Sie be- 
steht in einer massigen Hebung des mittleren Zungenrückens. 
Der Mund ist dabei in der Regel weiter als bei andern Vokalen 



54 !• Tefl. Die Spraehlaute. IL Kap. Mimdartikulation. § 44. 

geöffiiet. Durch höhere Zungenhebung wiid der Laut heller 
(= a')j durch Senkung tiefer (= a.), durch Zurückziehen der 
Zunge und Lippenrundung entsteht eine Nuance, die sich den 
offenen o-Lauten nähert (d, s. u. den o-Lauten), durch Vor- 
schieben ein nach €b hinneigender Laut (ä). 

AUB. WiNTELBE und SiEVEKS (1. Aufl.) betraehten das « als «-Basis, 
d. h. als Ausgangspunkt nur der gutturalen Vokale, wShrend sie för die 
palatslen eine «-Basis ^ («■ €b) «nnehmwi (s. § 35 Anm. 2). Vgl. hierzu 
SiEVEBS bei Stobm S. 427: »Die Meinung war, dass ohne Zuraeksiehung 
der Zunge aus der Differenslage kein «-Laut lustande komme, sondern 
ein entsdiieden nach ä su liegender Laut« So nimmt auch Tbaütmakn 
in seinem System ein helles a und ein dunkles a an. Bell, Sweet, 
Stobm, Sietebs (2. und 3. Aufl.), auch Ellis (ygL I S. 95) geben dem 
hellen a geradezu die mid-baek und dunklerem die low-hack Zungen- 
stellung der o-Laute im deutschen so, besw. engl, saw {narrow) und im 
d. Stock, besw. engl, not [wide], die sich yon den a-Lauten somit nur 
durch ihre »Rundung« unterscheiden. Ich finde, dass allerdings a in Be- 
zug auf die Zungenartikulation sich n&her zu den gutturalen Vokalen stellt 
(ygL das Diagramm S. 16), sehe aber bei natürlieher Aussprache der Reihe 
u — o' — o — o. — a (ohne abnorm grosse Mundöflhung) bei entsprechender 
Beleochtung deutlieh ein allmähliches Sinken und Vorschreiten der Zunge ; 
bei hellem ar Hebung ohne Rückgang, bezw. Hebung des mittleren, nicht 
des hinteren Zungenrückens. Die Ton Evans S. 64 mit einiger Vorsicht 
ausgesprochene Bemerkung, dass Vokallaute, die mit denjenigen in cat, 
eart, oaught wesentlich identisch seien, auch mit starker Annäherung der 
Zunge an passende Stellen des Gaumens gebildet werden könnten, finde 
ich bestätigt. Die Laute sind nur freilich »ohne ihre gewöhnliche charak- 
teristische Offenheit«, sozusagen gequetscht (oder um mit Ickelsamer zu 
reden: »wie sich ainer würget oder nötet zu Tndewen«). Li dem Bell- 
schen System ist die Mittellinie, welche den Winkel zwischen der guttu- 
ralen und palatalen Artikulationslinie teilt, mit Unrecht von den »gemisch- 
ten« Lauten ganz in Beschlag genommen (und zum Teil wohl deshalb die 
a-Laute ausschliesslich in die hintere Reihe Tcrwiesen); »gemischte« Laute 
treten nur ein, wenn eine doppelte Hebung der Zunge (mit mittlerer Sen- 
kung) stattfindet. Wie sonst iaoA;- Konsonanten durch Vorrücken all- 
mählich in /ron^- Konsonanten, z. B. a in ts, übergehen könnten, wäre 
nicht zu begreifen. Vgl. Sweet »Handbook« S. 25 über die Varietäten des 
a, wo dieser Sachverhalt thatsächlich anerkannt wird. Dass sich auch mit 
Hinterzungenhebung (ohne Lippenrundung) durch entsprechende Kompen- 
sationen a-Laute bilden lassen, soU nicht in Abrede gestellt werden ; mög- 
lich sogar, dass dies die gewöhnliche englische Bildungsweise ist (vgL oben 
§ 31 — 35 Anm. 8). Zu beachten ist jedoch der Widerspruch Evans', 
»Spell. Exp.« S. 59, wonach Evans die örLaute nicht nur nicht in Bell- 
scher Manier bildet, sondern (entsprechend meinen eignen Versuchen) durch 
Entrundung des o einen tiefen a-Laut wie im schott. man, franz. male, 
durch Rundung des a einen offenen o-Laut, wie in moraas erhält 



§ 45. I. L. m.Mundöffn. 1. Stimmh.: Vokale. a-Laute. 55 

§ 4&. Deutsches a, sowohl die Länge (I.) als die Kürze 
(II.), wild im allgemeinen in Norddeutschland heller (= a), 
in Mittel- und Süddeutschland »neutrak (== a) ausgesprochen. 
Die Bühnenpraxis hat auch hier wieder den norddeutschen 
Laut zum mustergültigen gestempelt (phonetische Bezeichnung 
der Einfachheit wegen: a). Also: Vater fätarj was väs. An 
unbetonter Stelle wird ä oft zu a. verkürzt: I>atum dätum, 
dati(e)ren datirdn. Die Kürze ist auch das eiste Glied der bei- 
den Diphthonge ei, ai (EIL) und au (IV.) (Typen: a% «^; ge- 
nauer: a^, ao), 

Schreibung der deutschen a-Laute. 
I. ä : 1. a, und zwar a) auslautend: da etc., auch im Nachton: 
Anna etc. — b) inlautend vor Vokal in Fremdwörtern : 
Baal etc. — c) vor einfacher oder anlautfähiger mehr- 
facher Konsonanz: laden, klar, Atreus etc. , auch vor 
dl =^ dl in Adler ; vor ch s= o in brach und ähnlichen 
Präteritalformen, brach (Adj.), Schmach, Sprache; vor 
fs = 5^ wo auch inlautend fs gilt, in als und ähnl. 
Formen, Frafs, Mals; Strafse und dem Fremdwort 
Spafs (dies auch a). — d) vor gd = et inlautend cd 
in Magd, seltener auch Jagd. — e) vor rt = r^ in Artj 
Bart, zart. — f) vor rz = rts in Harz, Quarz. — 
g) vor tz = ^^ in den Namen Glatz, Gratz. — h) vor 
tsoh s=r ts in Kladderadatsch (auch mit a) und den 
fremden Bratsche, Earbatsche. — i) vor pst = pst in 
dem Fremdwort Papst. 

2. aa in Aal, Aar, Aas, Haar, Paar (paar), Saal, Saat, 
Staat. 

3. ah : nah, Jahr etc. 

4. ha nach t in Thal, That, Unterthan, ebenso that, ge- 
than von thun. 

5. h-a in Thran. 

6. i nach p in Wörtern aus dem Französischen: Boudoir, 
Memoiren etc. 

7. aw in dem aus dem Englischen entlehnten Shawl. 
IL a : 1. a, und zwar a) vor mehrfacher Konsonanz: all, 

warten etc. — b) vor einfacher Konsonanz in ab, an 
(am), das, hat, man, was, Dam(hirsch), Walnuss (oft 
auch Walfisch etc.), Fremdwörtern wie As, Kap (dies 



56 I- Teil. Die Sprachlaute. U. Kap. Mundartikulation. § 45. 

auoh ä)j im Nachton: Eidam, Primas etc. (aber ä in 
Altar, Sultan). — c) vor anlautendem k, qu in Fremd- 
wörtern wie Fiaker, Tschako, Attaque. — d) sonst in 
Fremdwörtern: vor ph ==y in Metapher, vor t = ^ 
in Grammatik, vor 1 = / in GküA. — e) im Auslaut 
in den Interjektionen da, na. 
2. i nach o auslautend in Wörtern aus dem Fransösi- 
sehen: Ootroi, chamois etc. 
lU. ai : 1. ei : Ei, Seü etc. 

2. ai in Bai, Hai, Hain, Kaiser, Laich, Mai, Maid, Mais, 
maischen, Waid (Faibpflanze), Laib, Saite, Waise, Bain, 
den Namen Main, Maier etc., in Fremdwörtern wie 
Lakai, Detail = detdi etc. 

3. ey in Namen: Meyer etc. 

4. ay in Namen: Mayer etc. 

5. i in Strike = Streik (englisch). 
IV. au: au : Au, laufen, etc. 

Anm« 1« Neben dem »hellen, schulgereehten a«, wie es Palleske 
(»Die Kunst des Vortrags«) nennt, gibt es im Norden dialektisches vorge- 
schobenes o, wenn nicht ee (Hannover), ob (Braunschweig) etc. Die mitt- 
leren und südlichen Dialekte haben statt a zum Teil ä (Thüringen, Sach- 
sen, Österreich). 

Anm* 2* Die dialektfreie Aussprache verlangt den kurzen Laut in 
an 'ärif nicht drij nach nac (obwohl mhd. nach), das das (wie dass, 
welches dasselbe Wort ist], was väs, man mdn {= Mann, pronominal 
gebraucht) , auch in hat ?mt (trotz mhd. hat; , femer Damhirsch ddm 
(trotz mhd. tarne). 

Anm« 3« Dagegen muss die Beibehaltung der Kürze in den unflek- 
tirten Formen Bad, Qas, Qlas, Bad, Schlag etc. neben den flektirten 
Bades etc. mit dem verlängerten Vokal als allerdings noch verbrei- 
teter norddeutscher (auch hannövrischer) Provinzialismus gelten, da das 
regebechte ä in diesen Wörtern anderwärts durchgeführt ist. Dahin ge- 
hört auch mag, magst. 

Anm« 4* Arzt, Schwarte, Warze schwanken; die Dehnung wird 
wohl durchdringen (vgl. Art, zart — aber freilich hart u. a. mit Kürze — , 
ferner e vor r und Dental: Erde, Schwert u. a.), wie auch in Ma^d, 
Spass, stach etc. — Langes a gilt (trotz tz) in den Namen Qlatz, 
Qratz. 

Anm« 5o Die Substitution eines a [w, d] für auslautendes t = r und 
er = 9r (anderwärts hat sich dafür dialektisch auch ä entwickelt) ist durch- 
aus nicht mehr auf den Berliner »Leutnantsjargon« beschränkt und scheint 
stetig an Boden zu gewinnen; z. B. dir dia, sehr z4'a, Ohr 'd«, Uhr 
^üa, Kinder kinda. 



§45-46. I. L. mit Mundöffn. I. Stimmh.: Vokale. a-Laute. 57 

Anm« 6« Für ai findet sich dialektisch (Niederrhein, Prov. Preussen, 
Schwaben etc.) noch e8|, ei, und zwar sowohl für ai als für ei der Schrift. 
Dieser Unterschied ist ein bloss graphischer (trotz Benedix S. 17). Wenn 
Dialekte fQr schriftdeutsches ei, ai zweierlei Aussprachen verwenden, so 
thun sie dies nicht in Übereinstimmung mit der Orthographie, sondern 
auf Grund der verschiedenen Herkunft der Laute (ai aus mhd. ei; ai, ei 
aus mhd. i). 

Annsu 7* Mit a^ verhalt es sich ähnlich wie mit a^. Entsprechend 
ceif ei haben die Dialekte zum Teil noch ä^, o^. 



Anm« 8* Über die Aussprache des a sagt z. B. Helbeb 1593 : »A und 
werden in etlichen Landen grob vnd tümperlich ausgesprochen, in an- 
deren heiler vnd anmüetigem (S. 18). Eine etwas zu offenem o hinneigende 
Aussprache (ä) muss weit verbreitet gewesen sein, da Ausländer häufig 
darauf anspielen. So heisst es bei Beza (1584), zitirt bei Ellis III S. 820, 
Yon dem a, dass es die Deutschen »obscurius'et sono quodam ad quartam 
vocalem o accedente« aussprächen. Vgl. auch Dantes j6 für ja*, franz. 
wer do für wer da (Storm S. 34), sowie die Gleichsetzung von engL a 
in all mit deutschem langem a bei den älteren deutsch -englischen Gram- 
matikern. S. oben § 42 Anm. 6. 

Anm. 9* Bezüglich des ei, ai verlangt Gottsched 1776 S. 47 (bei 
WiLMANNS »Komm.« S. 71): »Ei muss weder wie ai gesprochen werden, 
wie es von einigen Oberdeutschen geschieht, die mein, Bein wie main, 
Bain hören lassen; noch wie ee klingen, wie man in Meissen thut, da 
viele Stein wie Steen, Bein wie Been, Kleider wie Kleeder sprechen. Noch 
ärger ist es mit den Schwaben und Bayern, Bein wie Boan und Stein wie 
Stoan auszusprechen. « Fbisch bei Bödikeb ed. Wipfel erklärt die Aus- 
sprache ai für noch sehr gebräuchlich im österreichischen und bayerischen 
Dialekt; auch »im Hochdeuschen« höre man »in mehreren Ländern« das 
ei fast als ai aussprechen, »denn es ist ein e apertum darinnen, so dem a 
nahe kommt«. Geschrieben werde ai nur noch in wenigen Wörtern (WlL- 
MANNS a. a. 0.). — Die zweierlei Laute waren zu Ende des 16. Jhs. im 
Mitteldeutschen unter ei zusammengefallen , während das Bayrisch-Schwä- 
bische noch ai (mhd. ei) und ei (mhd. i) schied und dem entsprechend das 
Schweizerische ei und y (Helber S. 24 ff.) 

Anm. 10* Für au wurde schon zu Helbers Zeit mitteldeutsch und 
bayrisch-schwäbisch ohne Unterschied der Herkunft au (aw) geschrieben 
(schweizerisch 1. ou für mhd. ou; 2. au für mhd. ä(w); 3. u für mhd. ü). 

§ 46« Im Englischen kommt nach der gebildeten Lon- 
doner Aussprache ausser langem hellem a (I.) in father fäda 
auch ein kurzer a-Laut (II.) selbständig vor: in nut nät etc. 
Beide Laute werden nach Bell und Sweet mit Hinterzungen- 
artikulation gebildet: das ä ist nach Bell low-back-tvide, nach 
SwBBT mid-back-vnde\ das a nach beiden mid-hack-narrow. 
Genau genommen ist das ä kein einfacher Laut^ sondern es 



58 I* Teil. Die Sprachlaute. II. Kap. Mundartikulation. § 46. 

hat einen Nachschlag von a, der aber wenig merklich und 
hier nicht berücksichtigt ist. — Das kurze a wird ander- 
wärts vielfach durch einen »gemischten« Laut (o?) mit geringer 
Vorder- und ebensolcher Hinterzungenhebung ersetzt: nut nmt 
statt not etc. Unbetont geht a bezw. o? in a über: bat betont 
hat (bcet), unbetont bat — Ebenfalls als a-Nüancen darf man 
ansehen die ersten Elemente der beiden Diphthonge in high 
und how, und jenen (Hl.) durch ai (das % Mittellaut zwischen 
i und e) diesen (IV.) durch au bezeichnen. Nach Sweet ist 
sowohl a in ai als a ia at^ »gemischt«, ersteres mid-mixed-wide, 
letzteres loto-mixed'tvide. In der That klingen beide in der 
Londoner Aussprache etwas nach ob hin. 
Schreibung der englischen a-Laute. 
I. a: a, und zwar a) vor stummem r im Auslaut oder mit 
folgendem Konsonant: far, art etc. (vor rr = r nur in 
Ableitungen, wie starry von star; soarce mit ce). — 
b) vor stummem r mit stummem e in are. — c) vor 
Im = m (1 stumm) : oalm etc. — . d) vor th = rf in 
father, rather. — e) vor If = / (1 stumm) : oalf etc. 
(halfpenny hSipeni). — f) vor Iv mit stummem e == v 
(1 stumm) : salve etc. — g) vor th = ^ : bath etc. 
(aber ce meist in hath; ee oder ei in scath). — h) vor 
flf = /: chaflf etc. — i) vor tt = ft : after etc. — 
k) vor SS = Ä : glass etc. (aber ei in bass). — 1) vor 
Bt = st: past etc., auch bei folgendem stummem e in 
oaste. — m) vor st = s vor l in oastle. — n) vor sk 
= sk : ask etc. — o) vor sp = jrp : grasp etc. — p) vor 
ns, nse, nee = ns : answer, dance etc. — q) vor neh 
= ns : brauch etc. — r) vor nd = nd in französischen 
Wörtern : demand etc. — s) vor nt = w^ : grant etc. — 
t) vor mp = mp in example. — u) sonst in fremden 
Wörtern (und Namen) wie drama, lama, rajah, saga, 
vase, dem -ade einiger Wörter, wie eharade, oharade» 
Cincinnati. 
2. au, und zwar a) vor gh =/ : laugh, draught, (= draft). 
— b) vor nee == ns : askaunoe etc. — c) vor nch = 
fü: launch etc. — d) vor nd = nd: laundry etc. — 
e) vor nt = 92^: aunt, daunt etc. (in 2 c — e ausser in 
aunt auch d). 



§ 46. I. L. mit Mundöffn. I. Stimmh. : Vokale. o-Laute. 59 

3. e vor stiunmem r mit Konsonant in olerk, sergeant» 
Hertford hdfad^ oft auch noch in Derby^ Berkeley, 
Berkshire. 

4. ea, ebenso, in hearken, heart, hearth. 

5. ah in ah (Interjektion). 

U. a: 1. u, und zwar a) vor auslautender Konsonanz: nut 
etc. — b) vor inlautender mehrfacher Konsonanz : butter^ 
muster etc. 
2. o, und zwar a) vor n = » in son, ton, wen (von win)^ 
mit stummem e in done, none, one wan, sonst honey» 
money, onion, vor n und Dental in front, wont, Lon- 
don, Monday, month, wonder, oozgure (»zaubemv), con- 
stable (andere mit con- schwanken), sponge. — b) vor 
me = m in eome, some, vor mb = m in bomb; 
sonst in stomach, Somerset; vor m und Labial in 
bombast, oomfit, oomfort, Company, oompass (andere 
schwanken). — d) vor ngue = ij in tongue; sonst in 
among etc., monk, monkey. — e) vor ve = v in 
above, dove, glove, love, shove, ferner in eover, oovey» 
govem, Oven, sloven (andere schwanken). — f) vor 
th = ^ in brother, mother, other, smother (aber ä in 
bother). — g) vor th = ^ in nothing. -^ h) vor z = 
z in ooE, oozen, dozen. — i) in twopenee iäpans. 

3. ou, und zwar a) vor gh = y* in ehough, enough^ 
rough, tough, slough (»Balg«). — b) vor r = r in courage^ 
flourish, nourish. — c) vor ble = bl in double, trouble» 
— d) vor ple = jt>/ in couple. — e) vor th = rf in 
southem u. ä. — f) vor s = ;; in cousin, housewife 
häzif (»Arbeitsbeutel«). — g) vor ntr =^ ntr in country . — 
h) vor ng = jj in young. — i) in touoh. — k) in joust. 

4. oo in blood, flood. 

5. oe in does (von do). 

m. ai: 1. i, und zwar a) auslautend vor stummem e: lie etc.^ 
in Fremdwörtern auch ohne e : alibi. — b) an betonter 
Stelle vor Vokal: dial etc., auch im Nebenton: trium- 
phal etc. — c) betont vor inlautender einfacher oder 
anlautfahiger mehrfacher Konsonanz : idol, migrate etc., 
desgl. auch mit stummem e : bite, fibre, auch im Nach- 
ton in -ile, z. B. crooodile, chamomile, reoionoile 



60 I. Teil. Die Sprachlaute. II. Kap. Mundartikulation. § 46. 

(Adjektive wie fertile auch mit t), in -ine etwa in co- 
lumbine, poroupine (Adj. 0% zum Teil t oder schwan- 
kend), in -ise, -ize mit ;?-Laut: realise etc. (so auch 
in saorifloe, meist mit 2), in -ite : appetite etc., in 
-ide : regicide etc. — d) vor stummem gh : high, night 
etc. — e) vor stummem c in indict. — f ) vor aus- 
lautendem nd = nd in germanischen Wörtern: bind etc. 
(aber wind «Wind« ausser in Versen mit t; femer i in 
kindred, windlass). — gj desgl. nt = n^ in pint. — 
h) desgl. Id = Id: mild etc. (aber i in gild, guild, 
build; ohildren, wildemess). — i) desgl. mh = m in 
climb. — k) desgl. gn = ;»: sign etc. — 1) desgl. st 
= 8t in Christ (aber i in Christian, Christmas etc.). 
— m) desgl. r = a in choir kwäfa. 

2. 7, und zwar a) auslautend im Hauptton und bei Verben 
im Nachton: üy, prophesy etc. (unbetont oft i in by, 
my, thy); auch mit stummem e in bye, rye. — b) vor 
Vokal im Haupt- und Nebenton: hyaointh etc. — 
c) betont vor inlautender einfacher oder anlautfähiger 
mehrfacher Konsonanz: t3rrant, hydra etc. auch mit 
stummem e: type, oyole etc. 

3. ei, und zwar a) vor stummem gh in heigho, height, 
sleight. — b) in either, neither (auch y). 

4. ey in eye, eyas, eyry. 

5. ai in aisle a|7. 

6. ay in ay oder aye ()>ja((; aber aye i^immera =s ei). 

7. uy in buy. 

IV. a^: 1. ou : out, plough etc. (vgl. besonders die 0- Laute). 

2. ow : now, owl etc. (desgl.) 

3. aou in dem Fremdwort caoutchouc (auch mit üw). 

Anni« 1« Das gebildete Londoner ä in father lautet etwa wie nord- 
deutsches in Vater. Über die Artikulation vgl. auch § 44 Anm. Das 
nordenglische und schottische lange a ist tiefer (es klingt mir sehr merk- 
lich dunkler als das mitteldeutsche ä). So auch das a der Cockneyaus- 
sprache. 

Anm« 2« Der ä-Laut in glass etc. (I. 1 e — s) ist seit Ende des vori- 
gen Jhs. volkstümlich, wurde aber durch Walkers Bemühungen (1791) in 
gewissen Kreisen durch <b verdrängt. Smart (1838 fF.) suchte durch Ein- 
führung eines künstlichen ä- Lautes (halblang) zu vermitteln. Alle drei 
Laute sind im Gebrauch. Vgl. Storm S. 106 ff. Letzterer bemerkt rieh- 



§46. .1. L. mitMundöffn. 1. Stimmh.: Vokale, a- Laute. Q\ 

üg: »Man kann z. B. in einer Gesellschaft die M&nner gkuUf die Damen 
glas (oder glas) sagen hören« (S. 108). — a ist noch in Gebrauch in Nord- 
england und in Amerika. 

Aniii. 3« Als Vertreter von -er, -ure etc. und des auslautenden r 
nach vollen Vokalen wird das auslautende a in »affektirter Aussprache« 
(Sweet S. 70) ähnlich wie deutsches -er durch einen o-Laut verdrängt, 
was schon Dickens und Thäckerat, wie die heutigen Witeblätter, durch 
die Schreibung -«11, -aw andeuten (vgl. Stohm S. 11 3 f.): ouUah s» oo- 
lour, pickchah n picture etc. Der Laut scheint mir wenigstens in der 
»«ti7e^«-Aussprache eher a. oder vielmehr ä. als d (Storm), wie denn auch 
Sweet »a«, d. h. den »low-back^wide« Laut setst (vgl. auch die Bezeich* 
Dung als aw) ; der vorhergehende lange Vokal wird, wenn er e oder t ist^ 
gekürzt, so dass here wie hiä,, hjä,^ fast wie ein allerdings etwas abson- 
derliches deutsches ja lautet; daneben gilt denn sonst Storms (unaffektir- 
tes) D^lä« ; langes u wird nicht nur verkürzt, sondern verschmilzt mit dem 
ä. zu ä: pooT ^ päf eine Aussprache, die -— bei Storm S. 114 mit Un- 
recht als bloss vulgär bezeichnet — von »Punch« (1883) einem »stceÜn in 
den Mund gelegt wird (s »paw«). Das von Storm a. a. O. angeführte, 
auch mir bekannte »pj99tt, »«^99« (pure, Bure) beruht wohl auf einer ähn- 
lichen Absorption des u durch folgendes a oder cb. 

kam* 4. Was Bell und Sweet über die Bildung des a in bat an- 
geben, kann ich nicht kontroUiren. Spreche ich selbst, was mir als jene 
a-Nüance des u in but vorkommt, so nimmt die Zunge die Stellung für 
a- ein, während der weiche Gaumen sich nach oben zurückdrängt und so 
hinter dem vordem Gaumenbogen eine konkave Wölbung entsteht. Ob 
dies etwa nur eine individueUe Bildungsweise ist, weiss ich 'nicht Der 
fragliche Laut steht ohne Zweifel kontinentalem und sonstigem kurzen a 
sehr nahe, woher auch z. B. in englischer Wiedergabe indischer Wörter 
u für indisches ä gebraucht wird (wie in piindit »Pandit« etc.). Da- 
durch dass der von mir in der 1. Aufl. f ür u in bat adoptirte »gemischte« 
Laut {<B] jetzt von mir durch a ersetzt ist, soll nur die von Sweet vertre- 
tene gebildete Londoner Aussprache auch in diesem Punkte durchgeführt 
werden. Wem es nieht darum zu thun ist , Londoner Englisch zu spre- 
chen, der darf mit vielen Gebildeten in andern Teilen Englands statt des 
a auch ce gebrauchen. In Amerika gilt ein Laut, der mir ein nachlässig 
.gebildetes, kaum gerundetes (mittleres) o zu sein scheint. Im Norden von 
England braucht man mundartlich noch f«. — Die Entwickelung des süd- 
englischen a ist insofern erfreulich, als sonst dem Englischen, das auch 
nicht allzuviele lange a kennt, der kurze o-Laut ganz fehlen würde. Aller- 
dings ist a von €B schwer zu unterscheiden; vgl. rag (rüg), rag (rag) etc. 

Anin« 5« Die Aussprache des »langen i« als äi, genauer ä.i, a% ist 
vulgär; das % geht auch ganz verloren; andererseits wird aji für ei ge- 
sprochen (take üme lautet fast wie tike tarm : Sweet »Handb.« S. 195.) 

Anm. 6« Für ou in now gilt vulgär €e^ (doch nimmt der Diphthong 
auch in gebildeter Aussprache diese Nuance an), für in no : ä^f so dass> 
no fast wie now lautet (Storm S. 76) . 



62 I- Teü. Die Spraehlaute. IL Kap. Mundaitikulatioii. § 46 . 

ÄMMm 7. Jetiiges ä vor r und Konsonant (hard etc.) war naeh Elijs 
im 16. Jh. ä, im 17. und 17. Jh. ä. Die deutsch-engliaehen GrammatikeB 
yor 1748 beschreihen a in hard, auch in eahn, als langes a (doch in art 
^kurzes a, wie a in rat nach Nicolai 1693, König 1706, in t>a^ bar 
nach Beuthner 1711). Bei König 1748 lautet a in bar etc. sowie vor r 
und Konsonant, »wie lang ä oder äh«. — Are lautete im 17. und 18. Jh. 
wie das a in oare. — Fflr fitther gibt Elus fOr das 16. Jh. n und ä, 17. Jh 
^ und äf 18. Jh. a. Beuthner ä, ebenso Arnold, der lateinisch beifügt 
(also wohl Zitat) : »Pronunciatur apud nonnuUos ut ä^ apud plurimos Tcro 
medium quasi sonum inter a & ä retinet, una cum syUabae produedone«. 
König 1748 hat ä wie in amen. — -_ Das a in half war nach Elub im 
^6. Jh. aa imd a, 17. Jh. a, im 18. Jh. ä und «; das a in danoe im 16. Jh. 
a, a und ea, 17. Jh. ä, 18. Jh. a etc. Bei König 1748 erscheint in den 
E&Uen I. 1 e — s die Beieichnung »a oder ah«. Das Weitere siehe oben 
Anm. 2. — Wörter wie hannt haben naeh Elus im 16. Jh. a, im 17. und 
18. Jh. d, daneben «. Iiaugh: 16. Jh. %A, Jdf, lae, 17. Jh. Ukf, la, 18. Jh. 
i^f, laf. TiESSEN (1712) nimmt laugh» annt» dannt yon der gewöhn- 
lichen Aussprache des au als »langes Bß aus und gibt den Vokal den 
Werta. König 1715 transskribirt »laflf«; König 1748 gibt fflr annt, dranght, 
laugh die Aussprache mit äh. — Der Vokal in heart etc. war nach Elus 
im 16. Jh. a, 17. Jh. «, 18. Jh. <e und a. Die deutsehen (Grammatiken Tor 
1748 erkUren das e für stumm, so dass a bs kursema; dodi ist der Laut 
nach KÖNIG 1706 »kurtses as« (während a in rash a >a im Hoehdeutsehen, 
•doch nicht mit so vollem Munde, und etwas kurts«). König 1748: ah. 

Anm. 8. Der Laut des u in bat war nach Ellis im 16. Jh. «; im 
17. Jh. kam OB auf. Der erste Zeuge für ob in but, borst ist Wälus 
(1653;, wie er (naeh Elus) der letite für 5 in tone ist. Er sagt yon dem 
Laut des u in but, es werde »sono obscuro« herrorgebraeht, sei gleich 
dem frani. eu in aervitenr und unterscheide sich von dem frans, weib- 
lichen e nur durch geringere Mundöffhung. Holthaus »Anglia« VUl 1885 
S. 124 ff. nimmt auf Grund der Zeugnisse bei Ellis die Aussprache a 
(vielmehr einen Laut mit e-Lippenstellung und o-Zungenstellung aus Traut- 
hanns vierter Reihe) schon für das 16. Jh. in Anspruch, und zwar für die 
nach Salesburt (1567) mit dem Laut von welschem u gesprochenen Wörter 
trust» bury, busy, Huberden. Dass welsch u hier » a, nicht wie heute 
ein {^-ähnlicher gemischter Laut sei, macht aber Holthaus keineswegs wahr- 
scheinlich (vgl. §65 Anm. 3). Die deutschen Grammatiker des 17. und 18. Jhs. 
geben die Aussprache kurz o (König 1706 : »bald den Laut eines teutschen 
Off) ; doch wird u nach Beuthner »vor denen Consonanten wie im Deutsehen 
gelesen«, so in ehurch, rub, bull etc., und nur »in etlichen Wörtern wie 
ein kurtz o«: but» bur, burst, curat. Dasu stimmt König 1715, der als 
Ausnahmen mit o die Wörter bum, butter, church anführt. — Das Ge- 
sagte gilt im ganzen auch für geschriebene« o &= a. Nach Podensteinsr 
lautet o 3= tf in come, some ; letzteres so auch bei Nicolai. Dagegen 
nach Beuthner kurzes o in above, come, done, dove etc., nur in wonder 
noch kurzes u, None, one hatten nach Ellis im 16. Jh. langes o. König 
1706 spricht one = wen, Tiessen = Öenn oder wenn, König 1748 none 



§ 46—47. I. L. mit Mundöffn. 1. Stimmh. : Vokale. «-Laute. 63 

mit o, oue &= wonn oder wann. — Das jetzt gleichlautende ou in tough 
war nach Ellis im 16. Jh. o^, 17. Jh. (s und 5', 18. Jh. os; in touch 16. Jh. 
u, 17. Jh. ü und cßf 18. Jh. os^ und <b. Beuthner lässt beiderlei Wörter 
mit u sprechen (above etc. mit o, s. o.), Tiessen mit o; König 1706 
double mit u, König 1715 und Arnold conrage, ootintry mit b; oouple, 
young, touch, nourish, double wie could mit u. Nach König 1748 
ist es in allen diesen Wörtern (wie auch vor r und Konsonant: acUoum 
etc.) »ein medius sonus inter u und o«. — Das oo in blood, flood war 
nach Ellis im 16. Jh. ü oder u, 17. und 18. Jh. ce. Die Deutschen 
geben kurzes «an; so noch König 1748. 

Aniii* 9« Das i s jetzigem ai wurde nach Ellis im 16. Jh. gleich- 
zeitig als langes offenes «, als ei und als t)ei gesprochen ; letzteres ist nach 
Ellis die gewöhnliche jetzige Aussprache, weshalb wir für sein csjl auch a% 
substituiren dürften. Im 17. und 18. Jh. blieb die Aussprache nach Ellis 
hierbei stehen. Die deutschen Grammatiker bestimmen den Laut als 
deutsches ei (Podensteiner und Nicolai griech. ei). — Dies gilt im ganzen 
auch für die andern Schreibungen des Diphthongs. Das stumme gh in 
high, height war im 16. Jh. noch gutturaler oder palataler Keibelaut. 
Xäther, neither schwanken im 17. Jh. zwischen <bj( {af}, e, 18. Jh. auch 
i-Laut (16. Jh. nach Ellis ei, ei). Nicolai gibt e, König 1706 ausdrück- 
lich kurzes e, ebenso Tiessen etc. — Buy 16. Jh. bei; König 1706 traus- 
skribirt bay, Beuthner bei, Tiessen b5 (»langes i«), König 1715 bau, 
Arnold bay, König 1748 wieder bei. — Oblige (Fremdwort) schwankt 
im 18. Jh. noch zwischen i und Diphthong. 

Anm« 10« Nach Ellis war das heutige of« im 16. Jh. o^. In der 
2. Hälfte des 17. Jhs. unterscheidet Wallis den Laut in house als zu- 
sammengesetzt aus »d Tel u obscuris et wa von dem aus »o apertum et tr« 
gebildeten in soul. Podensteiner bezeichnet demgemäss ou in house 
als »obscurius«, ou in soul als »darius« lautend. Nicolai liest ersteres »ut 
ai^, in cow, how, now, vow »ferö au«. König 1706 spricht ou und ow 
in stout, brown etc. »wie ou« (soul » sohl, grow » groh). Die Späteren 
wie au; doch fügt Arnold zu: »oder dunckles ou«. 

§ 47. Das Französische unterscheidet ein »neutrales«, 
lang (la) und kurz (Ib) vorkommendes a (= a) in Arne dm, 
pas pd und ein langes (IIa) und kurzes (IIb) helles, vorge- 
schobenes (palatales) a (= a) in rage räz, ma mi. — Beide 
a-Laute bilden mit dem Vorschlag w die »steigenden Diph- 
thonge« wa und toä, wofür meist oi geschrieben wird. 
Schreibung der französischen a-Laute. 
la. ä: 1. a, im Hauptton a) vor ble = &/: fable etc. (aber 
d in table, ötable, sowie in Adjektiven auf -able). — 
b) vor cle = k^ : miracle etc. — c) vor vre = v^ : 
cadavre etc. — d) vor sse, oe = s in passe, tasse, 
espaoe. — e) vor se = « : base etc. — f) vor mme 



64 I. Teil. Die Spraohlaute. IL Kap. Mundartikulation. §47. 

. = m in flamme. — g) im Voiton vor ß = r : raser etc. 
— h) vor 88 = 5 : pa88er etc. — i) vor mn = « in 
damnerr 
2. & im Haupt- und Yorton vor lautbaren Konsonanten: 
4ge, tftcher etc. 
Ib. a: 1 . a , im Hauptton im Auslaut vor stummem s : pas 
etc. — 2. im Vorton in -ation : nation etc. 
2. ä im Hauptton vor stummer Konsonanz: m&t etc. 
Ha. a : a, im Hauptton vor r, z, t?,y, : rare, rage, lave, ail etc. 
Hb. ö: 1. a, wo nicht einer der vorhergehenden Laute. 

2. e in femme, 8olennel, prudemment u. ä. 
nia. tm: oi (oy, oua etc.) und zwar a) nach r vor auslauten- 
dem r, Zj Zj v: croire, crois-je, oroise etc. (aber wa in 
rouage). — b) vor auslautendem/ ia ouaillee u. ä. 
in.b. wa : ebenso, und zwar a) nach r (vgl. Hla.), sowohl- in- 
als auslautend: roi, crois, froid etc. — b) in bois 
(Subst.}, mois, poids, pois, poix, noiz. 
IV a. wä: ebenso, vor auslautendem r, i, z, Vjj\ ausser den 

Fällen unter Hla.: noir, noise, boive etc. 
IV b. wd: ebenso, und zwar a) im Auslaut von Verben, ausser 
nach r: bois, vois etc. — b) in moi, toi, soi, und ge- 
wöhnlich wenn keine stumme Konsonanz folgt: soie, 
foi, foie etc. ; pouah. — c) vor ausl. Konsonanz ausser 
r, z, z, v,j: poil, öloigne, voile, douane etc. (aber 
wä in boite). 

Anm« 1« Ich halte das frz. lange a (I) für identisch mit mittel- und 
süddeutschem, z. B. meinem eigenen nassauischen a in ja, klar (vor Nasalen 
ist letzteres nasalirt). Der Laut ist (obwohl nicht labial, s: Stürm a. a. O.) 
merklich tiefer als engl ä in father, und es klingt daher frz. pas unge- 
schulten englischen Ohren wie engl, paw (nongtongpaw b n'entends 
pas bei Thackeray, s. Storm S. 35). Vielleicht geht Volneys (s. u.) 
Qleichsetzung der beiden Laute (a im frz. äme, age « a im engl, fall, 
law, 8. NiEMER S. 25) auf diese englische Auffassung zurück. 

Anm* 2* Das kurze helle ä (II) steht dem englischen <b in hat ziem- 
lich nahe, weshalb Volney das a im £rz. Paris, patte dem a im engl, 
pat gleichstellt. 

kam* 3« Die Verteilung der o-Laute in vorstehender Übersicht der 
Schreibungen bezieht sich auf die gebräuchliche nordfranzösische Aus- 
sprache. Die Orthoepisten geben zum Teil andere Werte. 

Anm« 4* Dasselbe gilt für die Aussprache des oi. Vulgär englisch 
swarry » soiröe, quaw dong = quoi done, twollet s= toilette bei 



§ 47 — 48. I. L. mit Mundöffn. 1. Stimmh.: Vokale, a-, e-Laute. 65 

Dickens und Thaceerat, aber auch bei Smart nUmwar für memolr; 
8. Stobm S. 117.) In der gewöhnlichen deutschen Wiedergabe des frz. oi 
-wird der Vorschlag w (als o'] zu sehr hervorgehoben, ide ja bei ins Deutsche 
aufgenommenen Wörtern o'a' mit halblangem o* die rezipirte Aussprache 
ist: to'a'Ut9j mefno'ä'r9n. 



Aiini« 5; Zu Anfang des 17..Jhs. begegnet schon die englische Auf- 
fassung des fangen a als ä, doch bemerkt Beza (15S4) ausdrücklich, dass 
es »clar^ et sonor^ gesprochen werde und von dem dunkleren deutschen 
Laut verschieden sei (s. § 45 Anm. 8). In -age war es nach dem Engländer 
Falsgraye (»Lesclarcissement de la Langue Francoyse« 1530] s ai; doch 
ist dies nicht als die Fariser Aussprache anzusehen (s. Lütgenau »Jean 
Ptllsgrave u. seine Ausspr. des Frzs.« Bonner Diss. 1880 S. 8). Danoeau 
(1694 — 1722] begnügt sich mit nur einem a in seinem Alphabet. (Vgl. 
DiDOT und NiEMEB.) Die Unterscheidung der zwei a findet s}ch bei Do- 
MEBGUE »La prononciation fran9oise« 1797 2. Aufl. 1806, dann bei Volney 
»L'alfabet europ6en« 1821. 

Anm« 6. Über die Geschichte des Diphthongen oi (Ellis S. 824 f., 
TmiBOT S. 352 ff.) handelt Rossmann :. »Französisches ot« Heidelb. Diss. 
1882. Er bemerkt, daSs die Aussprache oe ss oS, ^'e zu Anfang dieses Jh. 
noch vereinzelt vorkommt , während die Aussprache oa s= ^-ä', ^*ä im all- 
gemeinen trotz der Gegenbestrebungen der Grammatiker des 17. und 18. Jhs. 
zur Zeit der Volksherrschaft Ende des 18. Jhs. durchgedrungen war. Der 
Pariser Pöbel sprach so schon im 16. Jh. Die »korrekte» Aussprache war 
nach der Mitte des 16. Jhs. o'e aus älterem ce, o'e*, o*)(. In nicht wenigen 
Wörtern ist in der Zeit vor dem Übergang des ^'e zu ^'a der o-Vorschlag 
weggefallen, so dass die Aussprache e der Schreibung oi entsprach. Ende 
des 17. Jhs. gilt noch die Aussprache ^'e bei dem Völkemamen Fran9oi8 
im öffentlichen Vortrag, doch wird sie schon ein Jh. früher von H. Estienne 
für pedantisch erklärt. Der Vorname Fran9oi8 hat bekanntlich diphthon- 
gische Aussprache behalten. Chiflet (1691) und schon Oudin (1640} ver- 
langen »ausser in Fran9oi8 oi b « in connoitre, paroitre, droit (aber 
dro'd = »raison de Justice«), froid, ötroit, courtois» oourtoisie. Vau- 
GELAS (1647) gibt die Aussprache e in den meisten Völkemamen, in croire» 
croyance, oroitre, connoitre etc., aber o-e in boire, memoire, gloire, 
foire u. a. (auch avoine, wo dies die Hof-, e die Volksaussprache sei); 
o e in einsilbigen Wörtern (mit wenigen Ausnahmen, wie froid, orois» 
droit, Boit, mit e). In der Normandie noch e, in der Pikardie w<i, toe. 

b. Palatale. 

I. Nicht gerundete. 

1) Die e-Laute inkl. «-Laute. 

§ 48. Die e-Laute nehmen eine ähnliche Stellung ein 

zwischen a und i, wie die o-Laute zwischen a und «, doch 

ist die Linie ; in welcher sich die palatalen Zungenaitikula- 

tionen bewegen, länger als die bei den gutturalen Vokalen^ 

Vietor, Phonetik. 2. Aufl. 5 



66 I- Teil Die Sprachlaute, ü. Kap. Mundartikulation. § 48—49. 

e steht also weiter ab von a als o von a (daher ohne Zweifel 
die reichere Entwickelung der e-Laute . im Deutschen und 
Englischen ; auch dar Zeichen «, ä neben e gegenüber dem 
einzigen Zeichen o). Der artikulirende Teil der. Zunge ist der 
mittlere Zungenrücken. Die Lippenöffnung und der Kieferwin- 
kel sind bei den e-Lauten weniger gross als bei a, und desto 
kleiner ; je mehr der Laut von a entfernt ist und dem i sich 
nähert. Zurückziehen der Lippen zur Verdeutlichung des 
Lautes ist keineswegs die Regel. Wir unterscheiden ähnlich 
wie bei den o-Lauten die Nuancen e-, e (und €,)\ einen sehr 
offnen, nach Büdung imd Klang palatalem ä nahekommenden 
Laut bezeichnen wir durch ce. 

§ 49. Im Deutschen haben wir einen offeneren (= e 
bis e.) und einen geschlossenen (= e') e-Laut. Der erstere 
wird sowohl als Länge (= e, gewöhnlicher e.) wie als Kürze 
(meist e, nicht e,) gebraucht: Bär i^ (I.), fett/67 (11.). Der 
andere, geschlossene Laut kommt nur als Länge vor: fehlen 
fehn (III.), wird jedoch ausser der Tonsilbe, wie e in Fremd- 
wörtern, verkürzt: Theater '^e'dt9r, wie plaidiren pledtron, 
Schreibung der deutschen e-Laute. 
I. e (e,): 1. ä, und zwar a) auslautend (ausser etwa in bä, 
mä) nur im Nachton bei Fremdwörtern; Pylä etc. — 
b) vor Vokal:- sften etc. — c) vor einfacher (oder an- 
lautfähiger mehrfacher) Konsonanz: wäre, Bär etc., 
auch vor ch.= g in Gespräch, vor Is = s, wo fs auch 
im Inlaut steht, in Gteföfs, Gefräüi, gemälSy Gtosäfs, 
sowie vor dt = ^ in Städte.. — d) vor tsoh == ts in 
hätscheln, Grätsche etc. — e) vor chst == gst in nächst. 
f) vor tz = ts in Namen wie Königgrä.tz. 

2. äh: mähen, Ähre. 

3. hä nach t in Thäler, Thäter, unterthänig. 

4. h-ä nach t in Thräne. 

5. ai in Wörtern aus dem Französischen: Palais, Af" 
-faire etc. 

6. e ebenso: Barriere, Dessert etc. 

II. e: 1. e, und zwar a) vor mehrfacher Konsonanz: fett, sel- 
ten etc. — • b) vor einfacher Konsonanz in des, es, 
weg, wes, ferner in Fremdwörtern wie Des, Hotel 
etc. ; ferner vor ph == y in Stephan ; auch im Naxsh- 



§49. I. L.. mit Mundöffh. 1. Stimmh.: Vokale. «-Laute. 67 

ton in Elen, elend und in fremden Nachsilben wie in 
Sokrates, Bequiem etc. 
2. a, vor mehrfacher Konsonanz: Fächer^ Hände etc. 
TTT. e' : 1. e, und zwar a) auslautend in ade, mit folgendem 
stummem r in Bankier etc., auch im Nachton : Athene, 
Faksimile etc. (alles Fremdwörter). — b) vor Vokal in 
Fremdwörtern: Theodor etc. — c) vor einfacher (oder 
anlautfähiger mehrfacher) Konsonanz: Bede, schwer 
etc., auch vor dt = ^ in beredt. — d) vor rd = rd 
in Beschwerde, Erde, [G-eberde], Herd, Herde, Pferd, 
werden (nur die Formen mit e gedehnt), Namen wie 
Verden, Werder. — e) vor rt == rt in Schwert, wert. 
— f) vor rst = rst in erst. — g) vor h& = p$ in 
Kebsweib , Krebs. — h) vor bst = pst in nebst. — 
i) vor ts = ts in sfets, auch vor tz =z t$ in dem 
Namen Schwetz. — k) son«t in Hedwig, Dresden. 

2. eh : Beh, fehlen etc. 

3. ee in Beere, Beet, Heer, Klee, leer, Heer, scheel, 
Schnee, See, Seele, Speer; den ursprünglich nieder- 
deutschen G-eest, Krakeel, Lee, Teer; in Fremdwörtern 
wie Fee, Chaussee etc., auch im Nachton: Kaffee etc. 

4. e-h in Namen wie Kaiserswerth. 

5. hee in dem Fremdwort Thee. 

Anm« 1« Die offene Aussprache des langen ä (I) als mindestens -e, 
meist e. , in schulmeisterlicher Übertreibung nicht selten bis a ist fast all- 
gemein. Nicht so die durchgängige geschlossene des langen e (III). Hier 
wird vielfach die Herkunft zum Teil noch durch die Aussprache unter- 
schiedenj insbesondere das auf mhd. e beruhende e offen gesprochen; je- 
doch herrscht im einzelnen grosses Schwanken (vgl mit dem Folgenden 
Benedix und Hüss). Grabow (s. Herrigs »Archiv« XX 1875 S. 378 und 
»Zeitschr. für Orthogr.« III 1883 S. 41) nimmt 5 6-Laute (ausser langem ä) 
im Nhd. an; 1. geschlossen lang, in Lehm, aus ei; 2. geschlossen kurz, 
in Gesträuch» bekam [fällt meist mit 5 zusammen] ; 3. offen lang, in 
Qewehr [?], nehmen, aus i [§] ; 4. offen kurz, in senken, aus a, und in 
sterben, aus i [e] ; 5. e in unbetonten Endsilben. Dazu 6. langes ä [doch 
kaum volles «?]. Also drei lange e-Laute, davon zwei offen. Die Unter- 
scheidung zwischen ich sehe, ich gebe (mit Laut 4) und ich sähe, ich 
gäbe (mit Laut 6) wird dann illusorisch. Die nhd. Orthographie, die doch 
im ganzen der nhd. Orthoepie als Grundlage dienen muss (vgl. Raumer, 
»Verhandl. der zur Herst, gross. Einigung in d. d. Rechtschr. beruf. Kon- 
ferenz« 1876 S. 50), will dies offenbar nicht; sie wirft hingegen Laut 1 und 
3 zusammen, wie dies auch weithin schon in der Aussprache geschieht 

5* 



68 I. Teil Die Sprachlaute. U. Kap. Mundartikulation. §49—50. 

(durchaus nicht nur in Berlin und Umgebung , wie Grabow glaubt). Das 
Bestreben einer WiederveraUgemeinerung jener filteren Scheidung nach rein 
etymologischen Gesichtspunkten hätte sicherlich wenig Aussicht auf Erfolg, 
da für Volksschule und Publikum diese Gründe in nichts zerfallen. Die 
Orthoepie hat daher meiner Ansicht nach langes e durehgehends als e' in 
betrachten (vgl. auch Wilmanns »Kommentar« S. 66). Doch ist zu bemer- 
ken, dass vor r das e* die Neigung zeigt in e Überzugehen (wie ö* in ö). 

Aniii. 2« Über kurzes e und ä = e (oder e.) herrscht kein Zweifel; 
die Unterscheidung des & von dem e durch breitere Aussprache des erste- 
ren wie sie z. B. Benedix (beiläufig einer der Verfechter der drei «-Län- 
gen) vor- und andere nachschreiben, wird wohl kaum ausserhalb des Schul- 
zimmers gehört. Mundartlich kommt statt e auch e' Ton 

Annu 3« Der Übergang von Ems (Stadt) 'S'ms in 'hiu scheint be- 
siegelt. In werden, Erde, Schwert etc. verwendet die Bühnensprache 
den langen Laut (e) (vgl a vor r und Dental). In Krebs ist er sehr all- 
gemein. In Packet fordern ihn die amtlichen Schreibungen übereinstim- 
mend (neben Bankett, Kadett etc.). Mundartlich haben e noch erst, 
nebst, Hedwig. Das ä in Städte lautet im Süden kurz (e), im Norden 
lang (e.);'so auch meist auf der Bühne. 

Anm. 4« Kurzes e gilt in es V« — nichf '^'«, des dSs, weg vSc oder 
vSk, nicht so unbedingt in jenseit JSnzait {jinzajtt) ; her hi'r wird als er- 
stes Glied einer Zusammensetzung zu her: herein heräin, 

Anm« 5« Dialektisch wird e' bis e. (in Sehwaben, Schlesien etc.) auch 
für tonloses »Endungs-e« gesprochen; der überwiegende Gebrauch, auch 
der Bühne, verlangt hier 9 (§ 64). 

Aiim« 6« Die im 17. und 18. Jh. fizirte Orthographie, auf welcher 
nach dem oben Gesagten die moderne Entwickelung wenigstens der langen 
e-Laute beruht, sollte die e-Laute nach der Abstammung scheiden , indem 
ä als Hinweis auf eine Grundform mit a diente. Mangel an Sprachkennt- 
nis und Widerstand des Schreibgebrauchs haben jedoch die Durchführung 
des Gesetzes vielfach vereitelt (vgl. Bär aus mhd. bere, schwer aus mhd. 
swsere etc.). Wilmanns S. 57 ff. Diese Bestrebungen und Missgriffe be- 
weisen, dass die Aussprache des 17. und 18. Jh. eine strenge historische 
Scheidung der e-Laute nicht kannte. Auch im 16. Jh. durchkreuzen sich 
dialektische und etymologische Verschiedenheiten (vgl. ü. a. Helbek S. 18 f. 
22 f.). Die Schwankungen beginnen schon in mhd. Zeit. 

§ 60. Derselbe Parallelismus wie im Deutschen zeigt .sich 
auch im Englischen zwischen den e- und den o-Lauten, 
und auch im Englischen ist bei den ersteien die Zahl der 
Nuancen grösser. Den sehr offenen Lauten d und ä ent- 
sprechen die zwischen a und offenem e stehende Länge oder 
meist halbe Länge w, mit a-Nachschlag, der weniger deutlich 
vor r ist, in oare k^^a, Mary m^arl (I.), und die (»weit« gebildete) 
Kürze (B in fatyi^^ (IL). Neben ^ steht eine weniger offene 
Aussprache, mit der Länge von e in let (= e): T^ea^ tnSarL 



§ 50. 1. L. m. Mundöffn. 1. Stimmh. : Vokale. e-Laute. 69 

Das kurze e des Englischen (III.) unteischeidet sich nicht von 
deutschem kurzem e in fett (= e bis e.): let Ut. In unbe- 
tonter Stellung gehen €e iind e in den unbestimmten Laut a 
über: that ätkt, unbetont äat\ them. dSm, unbetont efam. Kur- 
zem e steht im Englischen kein o gegenüber. Dagegen ent- 
spricht dem diphthongischen ^^ in no ein paralleles ei in pale 
p^eil (IV.), dessen zweites Glied nur eine mittlere Stellung zwi- 
schen t und e erreicht. Vor Stimmlosen erleidet das e (wie ö 
in ö^) Verkürzung: late leit 

Schreibung der englischen e- und «s-Laute. 

I. ^: 1. a, und zwar a) vor aiislautendem re = a: care etc., 
auch mit stummem e vor dem r in der. — b) vor aus- 
lautendem r = a in char (»Tagewerk«). — d) vor r = 
a und Konsonant in soarce. 

2. ai vor auslautendem r =:^ a : pair etc. 

3. ea ebenso, in bear, pear, tear (^reissenff), swear, wear. 

4. e» und zwar a) vor auslautendem re == a in ere, there, 
where. — b) in e*er, ne'er. 

5. ei vor auslautendem r = a in heir, their (theirs). 

6. ey vor auslautendem re = a in eyre. 

7. ay vor auslautendem or = a.in mayor. 

IL ce: 1. a, imd zwar a) vor auslautender Konsonanz: fat etc. 
— b) vor mehrfacher inlautender Konsonanz: adder 
etc. — c) vor einfacher auslautender Konsoiianz und 
stummem e in bade, have. — d) vor einfacher inlau- 
tender Konsonanz und unbetontem i, z. B. -ic = tk: 
magic etc. ; -ice, -ace etc. == is : malice, palace etc. ; 
-id = id: arid etc.; -il, -ile = il: cavil, faoile etc.; 
-in, -ine = in: cabin, famine etc.; ish = ü: vanish 
etc. ; -it, -et, -ate etc. = it : habit, valet, palate etc., 
auch Thanet; -age = idz: adage etc. — e) desgl. mit 
a; z. B. -er, -or, -cur = a : gather, manor, valour 
etc., -el = al : travel etc. ; -am etc. = am : Adam etc. ; 
-em, -on etc. = an: cavem, baron etc.; -ent etc. = 
ant : talent et6. ; -ance etc. = ans : balance etc. -— 
f ) desgl. mit aus j'üw verkürztem ju , bezw. ia value, 
stature \x. ä. — g) in ähnlichen Fällen in drittletzter 
Silbe: family, natural etc., auch mit /-Laut nach dem 



70 I- '^^^ ^^6 Sprachlaute. IL Kap. Mundartikulation. § 50» 

Konsonanten: Taliant, oompanion etc. (aber ei in na- 
tion, oooasion etc. mit s und i), 
2. ai in plaid, raillery (beide auch e{j. 

in. a: 1. e, und zwai a) vor auslautendei Konsonanz: let etc. 
— b) vor mehrfacher inlautender Konsonanz: pencil 
etc. — c) vor einfacher inlautender Konsonanz in ähn- 
lichen Fällen wie 11. Id — g; z. B. — ausser mit y, 
ee = ij e: very, levee etc. — : polemio; menaoe; tep- 
id ; perish ; peril ; resin ; merit etc. — d] wie 11. 1 e : 
ever (aber ^' in fever, meter, Feter) etc.; medal; lern- 
en; tenant; (aber auch tj in legend u. a.) etc. — 
e) wie II.. If: nephew, tenure etc. — f) sonst mem- 
oir, record u. a. — g) in drittletzter und früherer Silbe: 
legaey, necessary etc., mit Zischlaut (früher sj): special, 
discretion etc. (aber Ij in region etc., wie in senior etc.). 

2. ea, und zwar a) vor mehrfacher Konsonanz, in breadth, 
breast, oleanly, cleanse, dealt, dreamt, health, leant, 
leapt, meant, realm, stealth, wealth, auch in dem 
Kompositum breakfast brekfast; in seamstress auch 
y ; ebenso vor ch == is in treachery, vor s = z (aus 
zj) in measure,. pleasure, treasure. — »• b) vor d = d 
in meadow, ready, Heading; bread, dead, dread, 
head, lead (»Bleia und Präteritum), read (Präteritum), 
spread, stead, thread, tread. — c) vor th = rf in 
feather, heather, leather, weather. — d) vor v = t? 
in endeavour, heaven, heavy, leaven. — e) vor & =^ z 
in peasant, pheasant, pleasant. '■ — f) vor 1 = / in 
jealous, zealot, zealous. — g) vor t = ^ in eat (Prä- 
teritum), 8weat,.tlireat. — h) vor th = /> in breath, 
death. — i) vor f = / in deaf. — k) vor p = j!> in 
weapon. 

3. eo in feoff; jeopardy, leopard ; Leominster lemsta, 

4. ei in heifer; nonpareil; Leicester lesta. 

5. a in any, many und den Namen Pall Mall p^el mel, 
Thames t^emz. 

6. ai in again, against (auch mit ei)] said, saith; wains- 
cot, waistkoat weskat, 

7. ay in says. 



§50. L L. mit Mundöffh. 1. StimxnlL: Vokale. e-Laute. 7t 

8. ie in friend. 

9. u in bnry (Bnry, -bury). 

10. » in Fremdwörtern wie JEtna. 
rV. €%: 1. a, und zwar a) vor Vokal: aorist etc. — b) vor in- 
lautender einfacher oder anlautfahiger mehrfacher Kon-> 
sonanz , auch mit folgendem stummem e, so auch vor 
Bte =i= ^^: laboxir, fate etc., chaste etc., auch in Hastings. 
— c) vor nge = ndz : stränge, angel etc. — d) vor 
mb = mi in cambric, Cambridge, Chamber. — f) vor 
nci = n j in anoient. — g) vor ss = ^ in bass. — 
h) in half^enny hSipant. 

2. ai : aid etc. 

3. ay : day etc. 

4. ei: vein etc. 

5. ey : grey etc. 

6. ea in break, steak, great. 

7. ao in gaol (= jail). 

8. au in gauge. 

Anm* !• Über das Verhältnis von ä zu €b vgl. §. 42, Anm. 4 über ^ 
und ä. Den Laut a für a in care gibt Sweet als jetzige Aussprache der 
gebildeten Londoner; Bell und Ellis setzen dafür die Länge von e in met. 

Aiim« 2« €S in pat und e, e. in pet sind ausser in dialektischer Aus- 
sprache deutlich geschieden; es ist ein gewöhnlicher Fehler der Deutschen, 
die beiden Laute unter e oder e. zusammenfallen zu lassen.* Engländer 
hören ihrerseits den Laut des €e (pat) in firanz. ä in patte (so auch um- 
gekehrt VoLNET), welches wir wieder mit unserem a* oder gar a, a. in 
matt zu identifiziren pflegen. 

Anm« 3« Das e in pet scheint mir in der Hegel wie das deutsche 
kurze e ^ e, nicht volles e. zu sein; letzteres habe ich im Norden von 
England gehört. Dass dieser breitere Laut low-front-narrow sein soll, 
wie Sweet (S. 24. 28) angibt, ist bei der gerade von ihm betonten »widenesan 
der engl Kürzen auffallend; ich halte ihn für einfach etwas offener (s= e.). 

Anm« 4. Wegen des Lautwertes von a in pale ist wieder § 42, 
Anm. 1 zu vergleichen. Wer sich noch nicht überzeugt hat, dass der 
Engländer kojn langes geschlossenes e (wie im deutschen See) kennt, 
braucht sich nur die ersten drei Buchstaben des Alphabets von einem 
solchen nach der in jeder »Qerman Grammar« zu findenden Anleitung zur 
Aussprache : ah, bay, tsay vorlesen zu lassen. Wer freilich die deutschen 
langen Vokale selbst dialektisch als Diphthonge spricht (wie man es in 
Saehsen hören kann), bei dem wird der Eindruck verloren gehen, aber er 
trifft ja dann mit dem, was er für lange Vokale hält, wenigstens praktisch 
das Richtige. Vgl auch »Engl Studien« HI 1879 S. 113 ff. 



72 I* TeU, Die Sprachlaute. II. Kap. Mundartikulation. § 50. 

Anm« 5« Jetziges «e f Or a in oare war, wie Ellis angibt, im 16. Jh. 
ä, 17. Jh. a, 18. Jh. e (wie naeh Ellis jetzt], d. h. hatte dieselben Laute 
wie a in pale. Von den deutschen Grammatikern des 17. und 18. Jhs. 
wird dies bestätigt — ai » ^ in pair lautete im 16. Jh. naeh Ellis a%^ 
17. und 18. Jh. e, das aber aueh im 16. Jh. yielfach schon gesprochen 
wurde. Die deutschen Grammatiken setzen den Laut deutschem ä oder äh 
gleich. — ea «a ^ in tear war nach Ellis im 16. Jh. schon e. Foden- 
STEiNEK (1685) und Nicolai (1693) unterscheiden den Laut in bear» swear 
nicht von langem e in bean« Nach König 1706 wird ea in bear »wie ein 
»h«, in forswear, wear »von etlichen wie ein lang e, von andern wie ein 
i ausgesprochen« (wie denn die meisten Wörter mit ea bei ihm zwischen 
diesen Lauten schwanken). Tiessen (1712) erklärt, das a werde »rerschwiegen« 
in bear, pear, swear, wie in vielen andern, die jetzt t;, e etc. haben. 
Bei KÖNIG 1715 ä in bear, swear, leam etc., aber eh in appeal, beast 
etc. Arnold (1817) gibt »langes e« in forswear, wear wie appeal etc.; 
aber »allezeit wie ein langes i« sei ea zu lesen in pear, wie in dear etc. 
Bei KÖNIG 1748 haben ausser bear, pear, tear, swear, wear, noch »eh«: 
beard, break u. a., die meisten Wörter mit ea einen »Mittelklang zwischen 
eh und ih.« — e = ^ in there etc. schwankt nach Ellis im 16. Jh., ist 
aber im 17. und 18. Jh. ebenfalls e. Nicolai (ob auch Podensteiner, ist 
unklar) verlangt i in where, there, wie in even; König 1748 transskri- 
birt there, where: ther, hwer (wie these: thehs, were: wer) während e 
in Eve etc. »fast wie ih« lautet. 

Aniii. 6« Bas kurze <ß hat sich in der Übergangsperiode 2. Hälfte 
des 17. Jhs. aus älterem a entwickelt. [Auf die Ansicht, dass me. a den 
Wert (B, wie ags. se und jetziges ne. kurzes a, gehabt habe, vgl. Wiss- 
mann, »King Hom«, S. 10; HooFE »Engl. Stud.« VIll S. 210ff. (nach 
MÖLLER) gehe ich nicht ein, doch vgl. man dazu das Folgende.] Poden- 
steiner bemerkt über kurzes a nichts. Nicolai: »ut a«: art, glad etc. 
KÖNIG 1706: »allezeit wie ein a im Hochdeutschen, doch nicht mit so 
vollem Munde, und etwas kurtz ausgesprochen«: rash, what etc. (hierauf 
folgt unmittelbar: »In folgenden Worten aber wird das a etwas langer 
und wie ein ah im Teutschen pronuncirt, als : small, call« etc.). Beuthner: 
»wie im Deutschen«: sad, barb etc. (»auch wie im Deutschen und zwar 
etwas lang« in baisam, father, water, wrath). Tiessen ebenso. König 
1715 wie 1706. Ganz ähnlich Arnold, doch e in man, can, am, and, 
hath, had, Gkerman, Qentleman (auch dass a in above, avise etc. »wie 
ein sehr geschwindes und schnelles e« ausgesprochen werde, »also, dass 
man es kaum höret», wird erwähnt). König 1748: »wie kurtz- accentuirtä«: 
hat (auch am, and, can), baron, famlly etc. (aber »wie kurtz a« in as, 
at, that wie in what, wash etc.) 

Anm« 7* Dass kurzes e s= e schon im 16. Jh. (und früher) diesen Laut 
gehabt, ist nicht zweifelhaft. Schwankungen fanden in einzelnen Wör- 
tern statt. Nicolai gibt 1 in ever wie in even ; ebenso Beuthner (»IflFer«), 
sowie in penny, pence, ten; ähnlich Tiessen. Auch König 1715: »iwer«. 
Arnold in yes. Nach König 1748 ist es = 1 in den unbetonten Vor- 
silben em-, en-, in end, Jemmy, yes, yesterday, yet, wie in pretty; 



§50. I. L. mit Mundöffn. 1. Stimmh. : Vokale. e-Laute. 73 

doch wird der Laut in pretty, end, yet in einer Anmerkung dahin be- 
stimmt/ dass er »ein Mittel-Klang zwischen i und e« sei; dies wird dann 
auch angegeben für « in ever(y)» together. — Das e =» ea ist nach Ellis 
im 16. Jh. aus e verkürzt worden. Podensteineb und Nicolai haben noch 
»ee« in deaf» wie bean; dagegen König 1706 die Kürze wie jetzt. Tiessen 
stellt die hierhergehörigen Wörter mit solchen wie bear, speak zusammen 
und transskribirt mit »e« (lang e). König 1715 wie 1706. — Das a in any, 
many schwankte im 17. und 18. Jh. zwischen €e und.e. — In agalnst sprachen 
nach QiLL (1621) »doeti interdum« ai^ doch »frequentius« e; im 17. Jh. in 
again(8t) e und e. — Die Aussprache s^d statt sajid für said erklärt GiLL 
für einen nordenglischen Provinzialismus. — Says war schon im 17. Jh. s^z; 
»facilitatis causa«, wie Coopeb 1685 bemerkt. — In friend schwankt im 

16. Jh. die Aussprache zwischen i und i, im 17. Jh. auch e. Podensteiner: 
i wie in grief« Beuthneb: »kurtz i« wie für ie in miBchief; so auch 
Tiessen. König 1715: »frend«. Arnold : »friend, friendly, friendship 
lesen manche wie i, manche aber wie e. friend oder frend« etcr. König 
1748: »wie kurtz i«. — Bupy hatte nach Ellis im 16. Jh. t (vgl. oben § 46, 
Anm. 8), später i und e, König 1715 und Arnold »börri«; König 1748 
»bürri«.. 

Anm« 8« Das »lange a« = ei war nach Ellis im 16. Jh. noch ä, im 

17. ä, im 18. e. Doch ist es fraglich, ob nicht langes a und ai zur Zeit 
Shakespeares schon einen langen <s-Laut hatte (vgl. auch Lummert, »Die 
Orthogr. der ersten Folioausg. der Shakespere'schen Dramen« Halle 1883). 
Die deutsch-englischen Grammatiken des 17. und 18. Jhs. geben die Aus- 
spi'ache als deutsches äh; z. B. König 1706^ »wie das sd oder das a mit 
zweyen Düpffeln, in dem teutschen Wort gebaehren, oder wie das ai im 
Frantzösischen«: »face sage faehs« ete. Interessant auch für die Aussprache 
des langen ea sowie die des deutschen eh 1. = mhd. e 2. = mhd. e ist 
die Anmerkung, welche 1748 zu der übereinstimmenden Angabe: »wie äh 
(oder ai in dem Französischen Wörtlein mala]« gemacht wird: »Dieses in 
der ersten Edition von 1727 [die Ausgabe von 1715 ist in liCipzig bei 
Joh. Friedr. Braun, diese von 1748 in Leipzig bei Carl Ludw. Jacobi er- 
schienen, »zum fünften mahl neu aufgelegt((; wohl beides Nachdrucke der 
Londoner Ausgabe, W. Freeman und B. Barker 1706] durch eh ausge- 
druckte a kan wohl nicht statt haben; weil wir im Teutschen das eh zu 
scharff, (wie das lange ea im Englischen; e. g. in wear und wean pro- 
nonciret wird), aussprechen; als in sehr, gehn, stehen etc. Man müste 
denn sagen, es werde bald ausgesprochen, als wie das eh in sehen, 
nehmen, geben etc.« Wo a vor mehrfacher Konsonanz jetzt = ei ist, wie 
in Chamber, galt im 16. Jh. im allgemeinen a, im 17. €e, im 18. ^ oder e, 
König 1748 spricht ehange, taste etc. mit äh, wie able. — Über ai und 
ay vgL oben Anm. 5. Die deutschen Grammatiken geben ä, äh. Nur Ni- 
colai (1693) spricht ay »ut ai« (say, may etc.), wogegen aiss e in left ! — Ei, 
ey = ei hat sich je nach der Herkunft verschieden entwickelt. Für 
ei(g) in feign, reign hat Beuthner ä; Tiessen aber spricht ei »wie ei 
im Teutschen« in feign, deign, weight, neighbour, eight; ä in eonvey, 
pnrvey, obey, they; König 1715 ei in weight, feign, deign, ä in eight. 



74 I- Teil. Die Spraehlaute. IL Kap. Mundartikulation. § 50—51. 

neighbonr; Arnold ei in feign» deign; König 1748 wie ei vor gh, gn 
und n, dagegen eh in obey, grey etc. — Bei ea «=» «£ in great etc. ist 
die Aussprache im vorigen Jh., statt zu i fortzuschreiten, bei i stehen ge- 
blieben oder darauf zurückgegangen. König 1706 fahrt break und great 
mit unter den Wörterh an, die — es ist die grosse Mehrzahl — zwischen 
e und i schwanken. Arnold lässt great »greitti wie bread »hreddt etc. 
sprechen; dagegen gehört break zu den Wörtern, in welchen es, »von 
denen meisten« wie langes e gesprochen wird (dies die Mehrzahl). Auch 
KÖNIG 1748 hat kurzes e in great, langes e in break» Steaks. 

§ 51« Auch im Französischen entspricht die Gruppe 
der ß-Laute derjenigen der o-Laute. Offenes und geschlosse- 
nes € sind deutlich geschieden. Das erstere, sowohl lang als 
kurz, ist meist volles e. (hier einfach e bezeichnet), z. B. rdve 
rSv (I.), mais me (II.). In nicht betonter Silbe gilt verkürzter 
Laut (halbe Länge, doch von der Kürze nicht scharf zu schei- 
den) : pecher pes€\ Der geschlossene 6-Laut kommt nur kuiz, 
bezw. halblang vor; z. .B. blö ble' (III.). Die Verbindungen 
der e-Laute mit vorangehendem i =j] wie in biere bj'Srj pied 
pge'j bezeichnet man wie die Verbindungen oi = ira, toä (§47) 
bisweilen als steigende Diphthonge. 

Schreibung der französischen e-Laute. 
I. e: 1, e im Hauptton vor auslautendem r = r, auch mit 
stummem Konsonant: fer, vert etc., oder rre = r: 
terra etc. 

2. e im Hauptton vor lautbarer Konsonanz: frdle, reve etc. 

3. e im Hauptton vor den stimmhaften Reibelauten r, z, 
Zj v: trere, these etc. 

4. ai, ebenso: air, chaise etc. 

5. ei im Hauptton vor z: neige etc. 

II. e: 1. e, im Hauptton vor auslautender Konsonanz ausser 
r = r: tel, bref etc., auch mit stummem e : teile etc., 
und vor r mit lautbarem Konsonant: herbe etc. 

2. e, wo nicht = e (I. 2). 

3. e, wo nicht =: e (I. 3). 

4. ai, wo nicht = e (I. 4, vgl. auch IH.) 

5. ay, auch mit stummem e: Fontenay, Haye. 

6. ey, ebenso: Ney, Leyde etc. 

7. a vor y =j und Vokal, im Vorton, payer, payons etc., 
doch in paysan jetzt er. 

8. e, ebenso: grasseyer etc 



§51. I. L. mit Mundöffn. 1. Stimmh.: Vokale. e-Laute. 75 

m. ß' : 1. e im Hauptton, a) vor stummer Konsonanz: parier, 
nez, pied etc. — b) in Fremdwörtern wie Te-Deum, 
viee(versa), veto etc. 

2. 6: hlif musöe etc. 

3. ai in j'ai und sonst in verbalem -ai: saurai, donnai 
etc. sais, sait, sowie in gai und meist geai, quai. 

4. «.in Fremdwörtern wie Scsevola etc. 

5. GB, ebenso: Moeris etc. 

Aiim« 1« Vgl. § 43 Anm. 1 über die o-Laute. — Sachs nimmt ausser 
dem »offenen« e vor r ein »halboffenes« in den übrigen Fällen statt unse- 
res e an und kommt bei Unterscheidung dreier Quantitäten so zu 6 offe- 
neren e- Nuancen (neben 3 geschlossenen). Diese 6 Nuancen sind ange- 
sichts der praktischen und theoretischen Schwankungen hier wenigstens in 
der Bezeichnung auf 2 reduzirt. Die Nuance e. scheint mir der gewöhn- 
liche Laut des offenen e im Französischen sowohl vor r als sonst, wenn 
auch grQSsere Öffnung vor r vorkommt. (Sweet gibt e in pere als low- 
front-narrow = engL ai in hair; e in dette als midrfront-wide = deut- 
schem e in Mensch, engl, eä in head). Wenn Stürm S. 20 sagt, dass S 
von e durch die Länge verschieden sei, so gilt dies wohl für einzelne 
Wörter mit e (fleche, m^che) neben ähnlichen mit e (beche, pSche], 
aber bei vous dtes, eveque, auch bei foret tritt (weil e hier im Auslaut I) 
Verkürzung ein, so dass foret und foret gleichlauten, während e z. B. in 
pere (vor r) gewiss ebenso- lang ist wie.^ in tdte imd viel länger als in 
feter (Plötz S. 58); femer ist das e in treve (vor v) ebenso lang wie e 
in reve. Maitre und metre werden (nach Passy) in der Aussprache immer 
unterschieden. 

Ajim. 2* Bei -^e (-ege) schwanken noch Aussprache und Schreibung. 
Die Form -ege führte die Akademie in der 6. Aufl. ihres Wörterbuchs 
(1835) für das ältere -ege ein; in der neuesten 7. (1878) wird dies wieder 
ausdrücklich erlaubt; Die gewöhnliche Aussprache ist e., doch wird auch 
daneben e* (was Störm S. 14 als »verschollen« bezeichnet) und e gespro- 
chen (Plötz S. 56). — Letztere Aussprache erkennt DiDOT S. 234 an (1868) 
und bemerkt, dass sein Vater (f 1836) und Oheim (f 1853) mehrere Bücher 
mit einem Zeichen für dieses e (e mit geradem Accent) in Wörtern wie 
College, seve, entierement gedruckt hätten. 



> 3« Die Aussprache der französischen e hat vielfach geschwankt, 
und die Bestimmung wird durch die Unsicherheit der Schreibung bis ins 
18. Jh. ungemein erschwert. Vgl. (ausser Ellis III S. 821 f. u. s.) Thurot 
S. 37 ff., nach welchem ich nur einige wichtige Punkte hier und in den fol- 
genden Anmerkungen notire. Zu Ende des 17. Jhs. waren fast alle ge- 
schlossenen e (und ie) der Tonsilbe vor gesprochenem Konsonant ohne 
stummes e bereits zu offenem e geworden ; oft auch schon bei folgendem e. 
Das e der Tonsilbe scheint in einigen wenigen Wörtern auf -eve, -ese, 
(leve, ach^ve, pese etc.) vor Vaugelas (1647) die Aussprache des tonlosen 



76 I. Teü. Die Spraehlaute. IL Kap. Mimdartikulation. § 51—53. 

fransöBischen e (» ö) gehabt su haben. Der offene Laut des e wurde 
schon frohe durch nachgesetstea b s. B. vesÜr k vöÜr, bezeichnet, neben 
der noch jetst gebräuchlichen Verdoppelung des folgenden Konsonanten: 
-esse, -ette, -eile etc. Der Gravis erscheint schon bei Stlvius (1531), der 
Zirkumflex bei DoLET (1540). ^ Der Diphthong oi (Ellis m S. 820f., 
Thubot S. 291 ff.), ursprftnglieh aji, war schon Mitte des 16. Jhs. ei oder 
offenes e; ei (Ellis ni S. 622 f., Thubot S. 338 ff.) verlor das t in der 
Aussprache früh im 16. Jh. (am längsten hielt sich das t in den Wörtern 
auf -eine); die Qualität schwankte. 

Aiiiii« 4* Die Endung -^e (-öge) gibt P^letieb 1549 mit offenem e, 
im 17. Jh. schwankt bereits die Aussprache. Li yielen Fällen erkennen die 
Grammatiker des 17. und 18. Jh. einen mittleren Laut zwischen e* und e an. 

Anni« 5* Die Pariser Aussprache der 2. PI. Fut der Verben (-res; 
mit offenem oder halboffenem e hielt sich bis gegen die Mitte des 18. Jh. 
In der 1. Sg. Ind. Präs. der Verba auf er, wo Vauoelas wie jetzt aime- 
Je etc. verlangt, wurde wohl Yorher ö gesprochen. Als Zeichen des ge- 
schlossenen Lautes dient z. B. schon bei Stlvius der Akut. 

2. Die »-Laute. 
§ 53. Die «-Laute verhalten sich zu den «-Lauten wie 
die e-Laute zu den o-Lauten. Die Artikulation besteht in An- 
näherung des mittleren Zungenrückens an die Mitte des harten 
Gaumens. Zurückziehen der Lippen findet meist nicht statt, 
kann aber zur Erhellung des Lautes mitwirken. Wird die 
Zunge so hoch gehoben, dass stärkere Hebung eine Enge und 
beim Durchgang der Luft Reibung herbeiführen virürde, so ist 
der Laut geschlossenes i (= f). Durch Senkung und Rück- 
gang auf der t — a-Linie wird der Laut offener (= t) und nähert 
sich dem e' ; bei blosser Senkung (dies könnte man »weite« Bil- 
dung nennen) entsteht ebenfalls ein breiterer Laut, der mit 
gleich grosser Öffnung wie e' gebildet sein kann, ohne den 
e-Charakter zu verlieren. 

Anm« 1. Zu dem letzten Punkt vgl. man Sweet »Handb.« S. 211 
(Sievers 3 S. 96) und das oben S. 26 f. über Evans' System Gesagte, dem 
Sweet hier auf Kosten des BELLschen eine Konzession macht. (Hiemach 
ist Sweet S. 110 f. über engl, kurzes e und i zu modifiziren.) Findet bei 
t und e überhaupt Zurückziehung der Lippen statt, so ist stärkere Zurück- 
ziehung (und breiterer Spalt) bei t, geringere bei e das Natürliche, wonach 
meine Angaben »Engl. Schulgrammatik« S. 1 und »Zschr. für nfrz. Spr. 
u. Litt.« IXI 1880 S. 48 zu verstehen sind (»schmaler Spalt« nur im Ge-. 
gensatz zu der »Rundung« bei u und'o). 

§ 53. Dem geschlossenen langen und offeneren kurzen 
u-JuSLut entsprechen genau im Deutschen geschlossenes langes 



§ 53. I. L. mit Mundo fih. 1. Stimmlu: Vokale, e-, «-Laute. 77 

(I.) und offeneres kurzes i (IE.): mir mt'r] mit mit. Vor dei 
Tonsilbe wird das lange i in der Regel verkürzt (= r) und 
fällt dann mit der Kürze i so ziemlich zusammen: Minute 
mrnü'tQj minü't9. Bei y in griechischen Wörtern schwankt die 
Aussprache ausser in einigen ganz volkstümlichen Wörtern 
(mit «-Laut) zwischen t und U, das letztere ist in gebildeter 
Aussprache das Gewöhnliche. 

Schreibung der deutschen i-Laute. 
I. r : 1. i, und zwar a) auslautend nur in Fremdwörtern wie 
Begeldetri, auch im Nachton: Kali etc. — b) vor 
Vokal im Haupfton, nur in Fremdwörtern: Alexandria 
etc. — c) vor einfacher Konsonanz' in Fremdwörtern: 
Mitra etc. — d) vor z = (s ia Fremdwörtern wie 
Hospiz etc. ' 

2. ie : die/ lieben etc. 

3. ih in ihm, ihn, ihnen; ihr, ihrer, ihrig. 

4. ieh in Vieh und Verbalformen wie stiehlt etc. 

5. y in Namen: Schwyz etc. und im Nachton in Fremd- 
wörtern wie Sherry etc. 

6. ee in ursprünglich englischen Wörtern wie Spieen etc. ; 
im Nachton: Yankee. 

TL, i: 1, i, und zwar a) vor mehrfacher Konsonanz: will, Kiste 
etc. — c) vor einfacher auslautender Konsonanz in 
bin, bis, hin, in (im), mit, den Komposita Himbeere, 
Singrün, in Fremdwörtern wie Cis, April etc.; im 
Nachton in -in , -nis und fremden Nachsilben : Freun- 
din, Wagnis, Doris etc. — c) vor inlautendem t = t 
in Kapitel, vor th = ^ in Zither (Fremdwörter). 
2. ie in Viertel, oft auch in (vierteilen), vierzehn, vierzig; 

oft in vielleicht, 
3. y häufig in Ägypten, unbetont in Tyrann, System u. ä. 



1« In Mittel- und Süddeutschland steht im ganzen [wie bei u) 
der kurze Laut dem langen näher, aber freilich dialektisch n4t für nicht 
u. dgl. m. Im Norden ist das kurze t oft unrein/ i. oder ü. (genauer viel- 
leicht high-mixed-wide , vgl. SiEVERS bei Storm S. 432). 

Anm. 2* Bei gi(e)b8t, gi(e)bt, gl(e)b ist sowohl der Sprach- als der 
Schriftgebrauch verschieden; es gilt teils r ie, teils i i. Trotz des besse- 
ren historischen Bechtes (s. jedoch Willmanns S. 123) des t i gilt das i* 
ie, wenigstens in Norddeutschland, für edler, wie bereits das QRiMMsche 
Wörterbuch IV, 1, 1666 »obschon widerwillig« anerkennt (Wilmanns 



78 I- Teü. Die Sprachlaute. U. Kap. Mundartikulation. §53. 

S. 122), und ist deshalb im preussischen Begelbuch yorgeschrieben , wäh- 
rend das bayrische, österreichische und schweizerische i, aber auch wohl 

— der- süddeutschen Aussprache gemäss — t yerlangen. Da der nord- 
deutsche Gebrauch hier wie sonst auf der Bühne den Ausschlag gibt, so 
werden wir uns für gifejbst ^'pst, gi!e)bt ffi'pt, gi(e)b ffi'p entscheiden 
müssen, ohne den kürzen Formen in der Umgangssprache ihre Berechti- 
gung abzusprechen. Ebenso Dienstag dins^äc, M'ns^äk, das sich jetzt 
an Dienst anlehnt, und Wiesbaden vi'sbädan, dem sein ie Verhängnis- 
voll geworden ist (lokale Aussprache vishad^n). Dagegen sind die gedehn- 
ten Formen fleng ß'^, gieng ^'9|, hieng Mjj, welche das österreichische 
Regelbuch verlangt und das bayrische noch duldet, nur provinzielle Ar- 
chaismen für fing/fjj, ging g{ii, hing hiii. Dialektisch ist Dehnung in 
hin: hin für Mn; eine schriftgelehrte Verirrung die Kürzung in wider 
vider neben wieder vi'd9r (beide Schriftformen dasselbe Wort), Bei Fremd- 
wörtern gilt in Mittel- und Süddeutschland kurzes i in JKTische, in Titel, 
wie in Kapitel, femer in der Endung -ik, auch wenn dieselb\3 betont ist: 
ebenso in -it, -ip, -iz{ Musik, Qranit, Prinzip, Hospis etc. 

Aiim* 3« Die Aussprache des y als i wird zwar von den meisten Aus- 
sprachelehrern verlangt und in den Volksschulen gelehrt, der »klassisch 
Gebildete«, lässt es sich jedoch in der Begel nicht nehmen, das y in ur- 
sprünglich griechischen Wörtern mit dem griechischen Laut (s= ü) zu spre- 
chen: phyaiach. fä'zis, Myrte nvirta, oder man gibt ihm einen Laut, der 
zwischen i und ü in der Mitte steht (d. h. nur unvollkommen gerundet 
ist). Vgl WiLMANNS S. 187; Huss S. 33. Diesem Zwitterlaut ist sicher 
kein Vorschub zu leisten, doch ist ihm die Lebensfähigkeit nicht von vorn- 
herein abzusprechen (vgl. § 46 Anm. 2 über das künstliche a im engl ask, 
welches es, wenn auch nicht in voller Büstigkeit, auf ein halbes Jh. ge- 
bracht hat). In Qips, Silbe, Kristall (auch Stil, aus lat stilus, welches 
nicht das griech. otOXo; ist, und Sirup aus dem Arabischen) hat i das y in 
der Aussprache und Schreibung verdrängt. Auch Ägypten hört man sel- 
ten mit dem t^-Laut, und in unbetonten gilben — wie in Tyrann, System 
wird meist statt U das bequemere i gesprochen, oder doch jener MitteUaut 

— Da es jetzt Mode wird, griechische Namen so griechisch wie möglich 
zu sprechen und zu schreiben (Kimon ^tmoitj Thukydides tu'l^ü'di'des 
statt Cimon tstmon, Thucydides tu'tsd'dt'des) , so hat die it- Aussprache 
des y alle Aussicht auf weitergehende Anerkennung. 



Aum« 4. Die Geschichte von giebst etc. gibt Wilmanns S. 122. Wie 
Sanders erklärt hiemach Heyse (1838) die gedehnte Aussprache für hoch- 
deutsch und schreibt daher giebst etc., während Adelung (1782) dies als 
veraltet bezeichnet. Gottsched (1776) schreibt giebst, giebt, gib; BÖDI- 
KER (1746) giebst, gib oder gieb; Schottel (1663) gibst, giebt, aber auch 
gibt. Ich füge hinzu, dass Helber (1593) noch gibt schreibt und auch 
die Form giebt nicht unter den Wörtern auffuhrt, welche damals bei Mit- 
teldeutschen mit unorganischen e (ie für i) vorkamen. Über dieses Deh- 
nungs-e klagt schon Ickelsamer, doch ohne Bezug auf gibt: >iltem das 
man den buchstabe, e, überal anhenckt, als sieben, viesch, vnd des wusts 



§53—54. I. L. mit Mundöffn. l; Stimmh.: Vokale. »-Laute. 79 

ynentlich vil, will ich nichts von schreiben. Es habens andere genugsam 
thon, Yö werden sich auch die teütschen hierinn nit Reformiem lassen« 
(S. 27 f.). Frangk, der in seiner »Orthographia« (1531) das Gemein-Nhd. 
zu Grund legt, führt unter den Wörtern mit ie auch sieben, -wiese» 
rieschy viesch auf und bemerkt zu ie im allgemeinen: »Des gleichen wie 
das h, also lengt auch das e, wenns nach dem i , am end eines worts odder 
Silben gesatzt wird« (bei Müller S. 98); auch das e bei jme, jne» jre 
etc. erklärt er für blosses Dehnungszeichen (jme, jne, jre = jhin, jhn, 
jhr). Über dng etc. bemerkt schon Adelung, dass kein Hochdeutscher 
mehr diese Formen dehne; Bödiker hat hing neben fieng, gieng; die 
Früheren ie. S. Wilmanns S. 123. 

Anin. 5« Der Schweizer Kolross bemerkt (1530), dass i in histori- 
schem ie »sin stimm behalt«, d. h. nicht konsonantisch wird, und zwar wie 
in dyeb» krieg u. s. w., so auch in ye, yederman, yedes (bei Müller 
S. 69. 76). Ohne Zweifel galt -ihm das ie noch überall als Diphthong 
(=s ie), wie es noch heute in süddeutschen Mundarten gebraucht wird. 

Anm« 6« Das y in griechischen Wörtern erkennt Heyse mit. der Aus- 
sprache ü nur in den nicht allgemein gangbaren ; Gottsched zieht durch- 
gängig den «-Laut vor. S. Wilmanns S. 187. Dagegen heisst es bei Hel- 
BER,*und zwar wirklich von dem y in griechischen Wörtern: »Wirdt nur 
wie ein i ausgesprochen«; doch erwähnt er, es sei »nach viler Gelerten 
sag« vor Zeiten wie ü gesprochen worden und deshalb schriebe man oft in 
latinisirten Namen y für deutsches ü: Tyringus, Tybinga etc. (S. 20 f.) 
Schon HüEBER (1477) schreibt silbn (bei Müller S. 11). 

§ 64. Im Englischen steht der Gruppe üw — ü (vor 
a = r) — w (§ 38) die Gruppe tj — t (vor a = r) — i gegen- 
über. Der. diphthongische Laut tj (I.), z. B. in me mij] setzt 
ein mit offenem % und geht durch stärkere Zungenhebung in 
konsonantisches j über. Wie in anderen Längen wird das 
erste Glied vor stimmlosen verkürzt: meet.mtjt. Das lange, 
genauer: halblange l (ü.) wird noch etwas offener gebildet; 
es steht nur vor t = a: fear f(a. Das kurze i (III.) , z. B. 
in fit fit, hat dieselbe Nuance wie l in tj\ Das unbetonte 
kurze I wie in very vert (IV.) entspricht etwa dem ersten 
Laut in la (11.), ist aber eher noch offener. 
Schreibung der englischen i-Laute. 
I. y : 1. e, und zwar a) auslautend im Hauptton in be, he, 
me, the, we. — b) vor Vokal: deist etc: — c) vor 
* inlautender einfacher oder anlautfähiger mehrfacher 
Konsonanz: otjo, equal etc., auch im Nachton: obso- 
lete etc. — d) vor auslautender einfacher Konsonanz 
in Fremdwörtern wie Antipodes etc. 
2. ee : fee, meet etc. 



80 l' Teil Die Sprachlaute. 11. Cap. Mundartikulation. § 54. 

3. ea: sea, beast etc. 

4. ie, und zwar a) vor auslautendem Id = Id: field etc. 
b) vor auslautendem t=zf: grief etc. — c) vor ve = 
V : believe etc., auch vor inlautendem y = v: grievons 
etc. — d) vor oe = * : pieoe etc. — e) sonst in mien, 
shriek etc. 

5. ei in cell, conceive u. ä. (dazu oonoeit u. ä.), inveigle, 
seignior, oft a,uch in either, neither und leisure; 
ferner in Eigennamen wie BLeith, Leigh. 

6. ey in key, ley = lea. 

7. eo in people. 

8. ay in quay. 

9. i in Lehnwörtern, und zwar a) vor auslautendem ne, 
n = n in fascine, maohine, magaiine, marine, rou- 
tine, tambourine u. ä.; oapuohin, ehagrin, palanquin 
u. ä. ; auch in czarina. — b) vor quo = k in antique, 
eritique, oblique, pique, unique. — c) vor gue = g 
in fatigue, intrigue. — d) vor oe = s in. oaprioe, po- 
lice. — e) vor se = « in ohemise. — f) vor 1, le = / 
in brasil, imbeoile. — g) in invalid (Subst. imd 
Verbum). — h) in suite. 

10. « in Fremdwörtern: C»sar etc. 

11. GB ebenso: antoaoi etc. 

II. l: 1 . e, und zwar a) vor auslautendem re == a : here etc. 
— b) vor inlautendem r = r: serious etc. 

2. ee, ebenso: career etc. 

3. ea, ebenso: ear, weary etc. 

4. ie, ebenso: bier etc. 

m. t: 1. e, und zwar a) vor auslautender Konsonanz: in, fist 
etc. — b) vor inlautender mehrfacher Konsonanz: bit- 
ter,- hinder. — c) vor auslautendem ve = t? in give, 
live. — d) in vorletzter Silbe vor einfacher Konso- 
nanz mit unbetontem «, i oder a, auch unbetontem 
juWy z. B. city etc., critik etc., Visit, frigate, minute 
mtnit etc., visage etc., chiisel etc., risen etc.; liver, 
vicar, figure etc., brigand etc., ribald etc., lizard etc., 
bigot etc., tribute etc., continue etc. — e) ähnlich in 
früherer Silbe: filial, iterate etc. — f) sonst in Namen: 
Cirencester siststa etc. 



§ 54. I. L. mit Mundöffn. 1. Stimmh. : Vokale. t-Laute. gl 

2. y, und zwar a) vor mehrfacher Konsonanz: hyssop» 
System etc. — b) sonst in Namen: Smyth, Plymouth, 
Sydenham etc. 

3. ee in threepence, breeches, Greenwich grinidzj oft 
auch in been. 

4. ie in sieve. 

5. ui in build (in guild, guillotine, guilt, guinea gehört 
das u zum g). 

6. u in busy. 

7. o in women. 

IV. I: 1. y auslautend, unbetont: very, city etc. 

2. ie in -ies (aus y): eitles etc., -ied (ausy): envied etc. 

3. ey : alley, honey etc. 

4. ay : Sunday, Monday etc., Namen wie Murray etc. 

In manchen Fällen wird hier statt I einfach i ge- 
schrieben. Es gehören noch hierher: 

5. 1 unbetont in levity, divorce etc., Nachsilben wie -ie, 
-ish s. oben III. 1 d, in -shire sia (oft sa) etc. 

6. e unbetont in deport, xepose, poet etc., boxes etc. 

7. ei in foreign, sovereign, forfeit, surfeit. 

8. ai in unbetontem -ain : captain etc. (oder a). 

9. a in unbetonten Nachsilben wie in village, purchase, 
fortunate. 

Anm« 1« Vgl.- § 38 Anm. 1 über die ganz analogen M-Laute. Stobm 
scheint d«r Unterschied des »langen t« in he von regulärem l wie z. B. im 
norw. ti (»zehn«) nicht erheblich. Mir lautet mein deutsches hie merklich 
yerschieden von engl, he; es setzt zu hoch ein, und es fehlf der Abschluss. 
Tkautmann schreibt den Laut als langes r, weil diese Aussprache (neben 
tr) noch häufig sei. 

Anm. 2« Weitere Bestätigung der offenen Aussprache des langen % 
vor r s. bei Stobm S. 92 f. Vgl. § 46 Anm. 3 über here. Eine ähnliche 
Bemerkung macht auch Trautmann »Sprachlaute<( S. 153. 

Anm« 3« Evans findet (S. 67], dass i in giddy »the smallest appre- 
ciable dash of w« enthalte, also »gemischt« sei und daher von Welschen 
ihrem y in sydd [nicht i in prin] gleichgesetzt werde. Ich habe diesen 
welschen Laut nicht nur für i in g^ddy» sondern auch für das erste i in 
divide u. dgl. von Welschen gehört. Ich setze noch eine bereits »Engl. 
Studien« III 1879 S. 110 von mir zitirte Stelle aus Ellis {IV S. 1105) 
hierher: »No Englishman naturally says (siks) [= «fA«]; it would sound 
to him like (siiks) [= stks] seeks; and few are able to produce the sound 
without much practice . . . This (i) [= i] is the touchstone of foreigners, 
especially of Komance nations«. Franzosen, denen der Unterschied zum 
Yietor, Phonetik. 2. Aufl. 6 



82 I. Teil. Die Sprachlaute. 11. Kap. Mundartikulation. § 54. 

Bewusstsein gekommen ist, versuchen es mit ihrem e s a*, von dem der 
Laut sich aber wohl durch Nichtzurückgehen (sondern nur Senken) der 
Zunge in der Bildung und jedenfalls merklich im Klange unterscheidet. 
Sonst gebrauchen sie wie die Süddeutschen dafür ihr 1 es r, so dass den 
Engländern ibr misB wie mees lautet etc.* 

Anm« 4. Von Schwankungen sind hier etwa zu notiren: legend» 
epoch, Premier, SBSthetics^ die in der ersten Silbe neben ij auch e haben. 
Der Artikel the lautet unbetont vor Vokalen '(^i, vor Konsonanten Öa: ihe 
earth Öi oßp, the sky da skdi. In den andern einsilbigen Wörtchen: be 
etc. tritt unbetont I ein oder tj bleibt. 

Anm. 5* Der kurze t-Laut geht nach Sweet in unbetonten Silben in 
ein »gehobenes« [raised) mid-front-wide e oder, und namentlich vor Kon- 
sonanten, in den highrmixed-ioide Laut über, der auch für das e in pretty 
und u in JuBt («gerade«) gewöhnlich sei (S. 110 f.). In »Broad Romic«- 
Umscbrift setzt er dafür e, wie in bed, im Elementarb. t« Da kurzes engl 
» auch sonst in der Kegel »gesenkt« [lowered] und die mid-front-tcide 
Nuance schwer davon zu scheiden ist, so würde % überall genügen. Um 
der ganz unenglischen Aussprache des auslautenden unbetonten y, ey etc. 
als t* (z. B. siü* statt HU) entgegenzutreten, setze ich hier lieber I (in 
der 1. Aufl. e)\ der Laut scheint auch nicht selten (ausser vor Vokalen?) 
volles e zu sein, wie in bed. Zur Dehnung neigt allerdings hier auch die 
englische Aussprache, aber die Nuance bleibt die offene : site» ; das Cockney 
diphthongirt sogar; so habe ich für wlndy die Aussprache windei mifei, 
wie etwa in deutlichem hoUday hä'lidei, gehört. 



Anm» 6* Die langen i ss tj, i (die Diphthongirung ist wieder mo- 
dern) scheiden sich im ganzen in zwei Klassen. Die eine entwickelt sich 
im 18. Jh. r aus e', z. B. deal, bis di^hin dH, wird dt^l. Die andere that 
dasselbe zweihundert Jahre früher — deed d^d wird schon im 16, Jh. did — , 
gleichzeitig mit der Verschiebung des seitherigen a (welches eben kein 
anderes ist, als das im 18. Jh. zu v verschobene der ersten Klasse) zu e*. 
Um die beiden Klassen auch in der Schrift zu unterscheiden, wurde es von 
der 2. Hälfte des 16. Jhs. an Gebrauch, für das im Laut noch e gebliebene 
e(e) nun ea zu schreiben (deal) , die seither gemeinschaftliche Bezeich- 
nung e oder ee aber dem neuen r-Laut zu belassen (deed). Konsequent 
ist dies jedoch nicht durchgeführt; auch verblieb die Bezeichnung ea dem 
um diese Zeit aus e verkürzten e in head etc. ; und als nun im 18. Jh. 
auch die durch die regulären ea repräsentirten e* in i* übergingen, wurde 
die orthographische Verwirrung noch grösser. Zu dieser nach Ellis gege- 
benen Darstellung stimmt, dass die deutschen Grammatiker des 17. und 
18. Jhs. sämtlich e in be etc. und e ein deed etc. als langes i anführen, 
während sich über ea folgendes findet : Podensteiner (1685) und Nicolai 
(1693) lassen ea in bean »uti ee« sprechen wie in bear, swear (and deafj. 
Nach KÖNIG 1706 wird es in den Wörtern, wo es nicht = kurzem e 
(bread etc.) oder vor r und Konsonant und in bear s sBh oder wie in 
heart, hearken =s kurzem sb ist, »von etlichen wie ein lang e, von andern 
wie ein i ausgesprochen« (unter diesen auch break, great sowie forswear. 



§ 54. I. L. mit Mundöfih. I. Stimmh. : Vokale. t-Laute. S3 

wear). Betjthneb (1711) gibt nur i an (alle Wörter jetat mit i;, i). 
TiESSEN (1712) hat nur in clear, dear, near, read, shears, spear, be- 
smear die Aussprache i, in den übrigen, zahkeicheren Wörtern (wo jetzt 
y\ tf a und e gilt) aber (langes) e. König 1715 lässt ea »in den meisten 
Wörtern wie das Teutsche eh« aussprechen (alle Beispiele ausser fear jetzt 
Ifj, während es »aueh in wenig Wörtern als ein i gelesen« wird: dear, 
paar, read (aber Präteritum »redd«, wie auch kurzes e in bread etc.). 
Auch bei Arnold (1718) haben die meisten Wörter, wo jetzt ea = y, t ist, 
noch langes e; langes i: beadle, beast, beat, beaeon, cheap, dean, 
cleave, deacon, deal, dean, deoease, deorease, disease, increase, 
Intreat, fear, lean, meat, preach, reap, speaJc, veal. König 1748 gibt 
für ea im allgemeinen an: »wie der Mittel-Klang zwischen eh und ih. Als : 
Beast, bihst, Meat, Feace etc.« und macht dazu die Bemerkung: »Das 
ea, wenn es lang ist, wird in einigen Worten dem eh, in andern dem ih 
ähnlicher ausgesprochen. Weil es aber von beyden Gattungen eine ziem- 
liche Anzahl giebet, und die Engeländer selbst nicht so gar genau darin- 
nen überein treffen, so wird sich ein Teutscher am besten helffen, wenn er 
sich einen Mittel-Klang zwischen dem langen eh und ih angewöhnet, der 
aber besser aus dem Qehör als Buch kan begriffen werden.« Von* hierher 
gehörigen Wörtern stehen dann unter der Ausnahme »ea wie eh«: beard, 
weary, unter der Ausnahme »ea wie kurtz e«: leash, weasand, yeast. 
— Das ie = %j, t ist meist schon im 16. Jh. = i. So nach Podensteiner 
in Chief, fleld, grief (auch friend); etc. — Ei =» i; lautete im 17. Jh. e 
(im 16. ai?) und ging im 18. in i über. KÖNIG 1706: »Lautet in etlichen 
Worten wie ein kurtzes e, als: neither, either, heifer, forfeit. In etli- 
chen lang, als: decelve, receive, inveigle, seize.« Dazu stimmen BEUTHr 
NEB und TiEssEN: »i verschwiegen«, König 1715: »wie ein lang e«, Ar- 
nold: »wie ein langes e«; aber König 1748: »wie ih«. — Zwischen ee, 
ei, ie schwankte zum Teil die Schreibung. — Quay schwankte im vorigen 
Jh. zwischen k^, ktoS, ki'y people sprach ma,n pipl schon im 16. Jh. (daneben 
im 17. axich p^l), — Das i = i; hatte ohne Zweifel stets einen langen »-Laut. 
König 1748, der diese Aussprache bestätigt, bezeichnet die angeführten 
Wörter: carine, fatigue etc. als »französische«. 

Anm« 7« Die Aussprache des regelmässigen betonten kurzen i (= t) 
ist sich seit der me. Periode gleichgeblieben ; vor dieser war es wahrschein- 
lich geschlossen (= »'*). Been bereits im 17. Jh. bin, 16. bi'n; bei 
breeches finden wir i im 18., bei threepence i und e schon im 17. Jh. 
Hziglaiid, jetzt ii^gland, i^iland, ist im 17. Jh. ifilasnä und i'filamd und hat 
schon im 16. ebenfalls t: {ijgland; pretty 18. Jh. t und e.; yes hat im 18. 
Busy, build haben im 18. Jh. t, wie jetzt, im 17. aueh u%, nach Gill 
(1621) »pro suopte cuiusque ingenio« t, »*, ei, ö, und wie Sweet, »Hist. 
of E. S.« S. 57 ff. sehr wahrscheinlich macht, (ebenso wie guilt, 17. Jh. 
gwüt, 16. guilty gilti) in der vulgären Aussprache ü. Women 18. Jh. 
wimin , 17. 16. wi'men, wlmen, tcitnen, 

Anm* 8« In unbetonter Silbe wird auslautendes -y (wofür bis ins' 
17. Jh. auch ie geschrieben wurde) von Nicolai als nach n.(ma]iy) und 
r wie i, nach 1 (godly) wie e lautend angegeben. König 1706: »wie ein i», 

6* 



84 I. TeiL Die Sprachlaute. IL Kap. Mundartikulation. § 54-55. 

(PoDENSTEiNER erwähnt, dass unbetontes y und ie promiscue gebraucht 
würden , gibt aber nicht an , dass die Aussprache eine andere sei als in 
yron etc., wo y »ut et graecorum«). Beuthneb will y »in vielsylbigen 
Nominibus Substantivis, Adjectivis und Adverbiis am Ende wie i« ausge- 
sprochen haben (z. B. in constancy, angry, pradently) , dagegen in godly 
»wie ei« und bei Wörtern die von lateinischen auf -tas herkommen, »wie 
e«: bonnty» army etc., wie auch in flrulnay (■■ fin^tlnea) , query; ey in 
honey, money, monkey »wie i«, aber in den andern: abbey, abbey etc. 
»wie ein e«. Hierzu stimmt wie gewöhnlich Tiessen. König 1715 und 
Arnold transskribiren -y (gelegentlich) L Letzterer sagt von -ey in abbey 
etc. , es werde etwas kürzer als in they etc., von einigen wie i »von andern 
wie e« gesprochen, in honey etc. »fast von allen wie i<r. Bei König 1748 
ist es in alley wie money »kurtz i«. — Die Kürzungen sind zum Teil 
schon alt; village vilidlL, Siinday scendi kommt im vorigen Jh. auf (17. 
Jh. -(Bd^, -de, 16. -adij -dojf. KÖNIG 1706, 1715, 1748 schreiben für car- 
riage »kaerr'sedsch«, »karrädsch«, »kärrädsch«; ebenso nominales -ate im 
18. Jh. 'it, 17. '(Bt\ toTfeit farfcet, fä'rfet findet sich neben fä'rßt etc. 
im 17. Jh. 

§ 55* Ebensovfrenig Nüanciiung wie das u zeigt im 
Fianzösischen das i. Es ist stets geschlossen (= r). Quan- 
titativ ist es teils lang (I.), wie in rive rtv, teils kurz (IT.), 
wie in vif vi'fj triste irrst. Mit den Kürzen sind hier wieder 
halbe Längen zusammengefasst, die sich von jenen nicht 
streng trennen lassen. 

Schreibung der französischen t-Laute. 
I. r ; 1. im Hauptton und zwar a) vor den stimmhaften Reibe- 
lauten r, Zj z^ t^j y* lire, rive etc. — b) im Hauptton 
auslautend vor stummem x in dix, six (aber dis, si'Sj 
mit lautbarem ä). — c) im Vorton in Verbalformen zu 
a): tirant etc. 

2. i im Hauptton vor lautbarer Konsonanz: abime etc. 

3. y, wie i : lyre etc. 

n. i". 1. i, wo nicht = r : lime etc. 

2. i ebenso: punit etc. 

3. y ebenso: tyran etc. 

4. ie, im .Auslaut: amie, vie etc. 

Anm« 1« Im Auslaut ist ie = v wie andre Vokale mit stummen e 
in neuerer Zeit verkürzt worden. Über i in Dieu, pied, y in payer, 
sowie das mouillirte 1 s. unter Konsonanten. 

Anm« 2« Der Laut des französischen i (y) hat nicht gewechselt. 



§56. . I. L. mit Mundöffii. 1. Stimmh.: Vokale. Umlaute. 85 

II. Gerundete. 
(Umlaute.) 

§ 66. Bei den gerundeten Palatalvokalen des Deutschen 
und Französischen verbindet sich die nach der gewöhnlichen 
Auffassung normale Lippenrundung der gutturalen o- und 
e^-Laute mit der Zungenartikulation der palatalen e- und i-Laute. 
Es scheint jedoch, dass bei den deutschen Lauten die letztere 
regelmässig eine Modifikation erfährt, indem die Vorderzunge 
durch das Bilden einer Vertiefung an der Rundung teilnimmt 
und die artikulirende Hebung demgem'äss etwas tiefer steht. 

— Palatal-gerundete Vokale (die man nach dem Vorgang der 
deutschen Grammatik als Umlaute bezeichnen kann, wobei 
ä freilich wegfallt) sind im Englischen nicht in Gebrauch. Die 
guttural-palatalen Laute (für welche in Übereinstimmung mit 
den englischen Phonetikern die Bezeichnung gemischte Laute, 
Mischlaute, am besten vorbehalten bleibt), wie sie für das u 
im engl, für und but, =fce, bcet häufig gebraucht werden, sowie 
auch der unartikulirte Stimmtonlaut z. B. der Endung -er = 
a, kommen jedoch in Artikulation und Klang den offenen 
ö-Nüancen nahe, bei d^nen die labiale Modifikation zurücktritt 
und die linguale überwiegt. 

Anm* Dass bei meiner Aussprache des geschlossenen ö in Öfen und 
des geschlossenen ü in Übel, welche ich für die bühnengemässe halte, die 
Zungenstellung nicht ganz dieselbe ist, wie bei e in ewig, bezw. i in Igel, 
davon habe ich mich durch den Augenschein und Experimente überzeugt. 
Die Vorderzunge bildet bei den gerundeten Vokalen eine ziemlich flache 
Längsrinne; das Zungenblatt ist rings etwas gehoben. Ein nach den 
Gaumen hin eingeführter Federhalter o. dgl. steht an der nämlichen Stelle 
der c-, bezw. t-Artikulation im Wege, wo dies für ö, bezw. ü nicht der 
Fall ist. Öffne ich den Mund etwas weiter, als dies für die Laute normal 
ist, so zeigt es sich, dass sich die flache Rinne nach oben rechts und links 
verzweigt und so eine nach drei Seiten hin eingebuchtete Vertiefung bUdet. 

— Evans, welcher, wie wir oben (S. 27) gesehen, Rundung als wesentliches 
Moment der Lautbildung nicht anerkennt, findet, dass Verwendung der 
gewöhnlichen Lippenmodifikation von o und u bei e und t, Unveränder- 
lichkeit der e- und t-Zungenstellung vorausgesetzt, kein ö und ü ergebe, 
sondern e oder « »followed by a labial whizz« (S. 66j. Ich höre die Laute 
in diesem Fall während ihrer ganzen Dauer eigentümlich modifizirt, jedoch 
ebenfalls nicht als eigentliches ö und ü ; um vollen ih und Ä-Effekt zu er- 
zielen, bedarf es einer abnorm starken Labialisirung. Wenn aber Evans 
ferner das Charakteristische der gewöhnlichen ö- und «-Laute in der Ver- 
bindung einer gutturalen o- oder w-Zungenhebung mit der palatalen e- oder 



86 I.Teil. Die Sprachlaute. 11. Kap. Mundartikulation. §56—57. 

i-Zungenhebung sieht, so ist er damit sicherlich im Irrtum. Bei unserm 
deutschen uhd ohne Zweifel auch bei dem französischen ö und ü ist, wie 
sich z. B. durch genügend weite Einführung des Zeigefingers konstatiren 
lässt, die Hinterzunge nicht gehoben, sondern gesenkt. Gleichzeitige 
Hebung der Hinterzunge bei t-SteUung ergibt mir den Efifekt des welschen 
u in tag^u oder y in gyd, das ja nach Bell und Sweet in der That diese 
htgh-mixed Artikulation hat. Dieser Laut wird von deutsch sprechenden 
Welschen wenigstens anfangs oft für ü substituirt, mit dem er eine aus 
der Bildung der beiden Laute wohl erklärliche Ähnlichkeit hat. Es findet 
hier wirklich ein Übergreifen der »gemischten« in die »palatal-gerundete« 
Klasse statt und umgekehrt; denn ö und ü sind in zweiter Linie allerdings 
auch »gemischt«, aber nur die Vorderzunge vor der artikulirenden palatalen 
Zungenhebung ist davon betroffen, während eine gutturale zweite Hebung 
nicht stattfindet. In erster Linie sind ö und ü ohne Zweifel als palatal- 
gerundete Vokale aufzufassen. — Das Ineinandergreifen der beiden Klassen 
wird natürlich um so stärker, je geringer die Labialisirung und je grösser 
die Öffnung des Lautes wird ; daher die so gewöhnliche und nicht geradezu 
falsche Auffassung des wohl meistens, wenn auch nicht in gebildeter Lon- 
doner Aussprache »gemischten« engl, u in but = h(kt als offenes ö. Ich 
möchte die von ihm jetzt zurückgezogene Angabe SiEYEBS*, ^ S. 124, dass 
dieser Laut »weiter nichts als ein iß mit passiver Lippe« sei, in dieser 
Beschränkung ausgesprochen in der That als berechtigt gelten lassen. Es 
sei noch darauf aufmerksam gemacht, dass Sweet in seiner weniger ge- 
nauen Umschriftsweise »Broad Romic« das nämliche Zeichen 9 für engl, u 
in but (obwohl nach Sweet = mid-back-narr(Av a, nicht = ce), ur in für 
(=a ce), er in better (= a), sowie für deutsches e in Gkibe (= 9) und end- 
lich ö in schön (» ö') und können (= ö] verwendet. 

1) Die ö-Laute. 

§ 67. Die ö-Laute haben im allgemeinen die Zungen- 
stellung der e- und die Lippenstellung der o-Laute; doch ist 
wenigstens im Deutschen die Zungenartikulation durch Teil- 
nahme an der Rundung modifizirt (vgl. § 56 nebst Anm.). 

§ 68. Die deutschen ö-Laute verhalten sich entspre- 
chend den deutschen o-Lauten (und ebenso den e-Lauten, nui 
dass es ebensowenig ein langes offenes ö wie ein Janges offenes 
gibt). Die Länge ist wie langes o und e geschlossen (= ö): 
schön so'n. Wie sich andere französische Vokale der deutschen 
Nüancirung anbequemen (vgl. Bebe r6'b9, Toilette i^o'a'leta), 
so lautet auch das ö der häufigen Endung eur, weil lang, ge- 
schlossen: Redakteur redakt^o-Vj obwohl im Französischen Ö. 
Die Kürze ist wie kurzes o und e in der Regel eine mittlere 
Nuance (= ö, seltener ö.): wölben volben. 



§ 58. I. L. mit Mundöffn. l.Stimmh.: Vokale. ^f-Laute. S7 

Schreibung der deutschen ö-Laute. 
I. ö' : 1. ö, und zwar a) auslautend nur etwa in dem ursprüng- 
lich niederdeutschen Bö ; vor stummem e in dem Fremd- 
wort Diarrhöe; im Nebenton in fremden Namen wie 
Tromsö etc. — b) vor Vokal wohl nur in Namen wie 
Sohröer etc. und im Nebenton in Fremdwörtern wie 
Böotien etc. — c) vor einfacher oder anlautfähiger 
mehrfacher Konsonanz: schön, böse etc., auch vor fs 
= « in Nöfsel. — d) vor rd = rd in Behörde. — e) vor 
rth i= rt im Namen Wörth (-wörth). — f) vor tz = 
ts in Flötz. — g) vor st = st in Ö8t(er)reioh. 

2. öh : Höhle, Öhr etc. 

3. hö nach t in thönem, thörioht. 

4. öy in dem niederdeutschen Namen Öynhausen. 

5. eu in Vt^örtern aus dem Französischen: adieü, Ingenieur 
^inze'njor etc., auch mit stummem e: Queue. 

6. GBu ebenso: Cceur. 

n. ö : ö vor mehrfacher Konsonanz : Köpfe, Mörder etc. 

Anm« 1« Süd- und mitteldeutsch ist der Unterschied des kurzen von 
dem langen ö in der Qualität wieder geringer; mundartlich (in Mittel- und 
Süddeutschland,- Ostpreussen etc.) wird oft statt des ö'-Lauts ein e-Laut 
gebraucht. Andrerseits kennt das Niederdeutsche (wie mich Dr. Herting 
in Schleswig erinnert) auch ein langes offenes d, wie z. B. in dem Namen 
der Stadt Plön in Holstein; aber auch schwäbisch ? in schön etc., eine 
Aussprache die — gerade bei ö' vor n — sogar ziemlich häufig vorzukommen 
scheint (wie SwEi^T »Sound Notation«, »Trans, of the Phil. Soc.« J880 — 1881 
8. 230 bemerkt, auch in Hannover), übrigens nicht in die Gemeinsprache 
gehört. — Für langes ö' in Behörde, Wörth, Österreich gilt provinziell 
auch kurzer ö-Laut. 

Anm» 2* Schwankung der Schriftsprache zwischen ö und e in be- 
stimmten Wörtern ist selten: etwa in nergeln, nörgeln; lecken (»wider 
den Stachel lecken«), locken;, JESTerz, Nörz; veraltet ist jetzt ergetzen für 
ergötzen. 

Anm« 3« Das o besitzt seine jetzige Aussprache schon seit vomeu- 
hochdeutscher Zeit. Helbeb (1593) erklärt das oe oder ö ausdrücklich für 
monophthongisch, und Ickelsameb (um 1534) bezeichnet ö als Mittellaut 
zwischen o und e. Ersterer führt unter den Wörtern mit ö manche auf, 
denen es etymologisch nicht zukommt (ähnlich auch Fuchsspebger u. a.), 
z.B. schröcken, HÖroldsstab, und zeigt, dass dialektisch häufig für Um- 
laut -e gebraucht wurde. In einigen Wörtern wechselt es nach Helber 
mit ü; ausser König, trökenen, Nömberg, Mönch, vermöglich, 
können, wo ü der mhd. Laut ist, wird auch pförtner genannt. So hat 
sich ö auch festgesetzt in gewönne, gönnen. Söhne, mögen. Wollen. 



88 I. Teil. Die Spraohlaute. 11. Kap. Mundartikulation. §58—59. 

findet sich wie das nhd. wollen neben wellen schon mhd. In mehreren 
Wörtern hat, wie neuerdings in ergötaen, seit dem 16. Jh. Übergang von 
e in ö stattgefunden; so bei Holle, IiöfPel, löschen, Iiöwe, schworen, 
wölben, zwölf. 

§ 59, Auch ö hat im Französischen teils den offenen 
(= öj genauer ö.), teils den geschlossenen Laut (= ö), und 
beide Laute sind sowohl lang als kurz oder halblang vorhan- 
den. Der lange offene Laut (I.) steht z. B. in peur por^ der 
kürzere offene Laut (II.) in neuf ndf^ je zö. Langes geschlos- 
senes 0* (III.) in creuse kroZj kurzes ö' (IV.) in fexifS' etc. 
Schreibung der französischen ö-Laute. 
I. S : 1 . eu und zwar a) vor .auslautendem r , re etc. == r : 
peur etc. — b) vor auslautendem ve etc. = v : fleuve etc. 

2. OBU vor auslautendem r etc. = r: coöur, mceurs. 

3. OB vor il etc. =/: oeil etc. 

4. ue nach c oder g, vor il etc. =j: accueil; orgueil etc. 
n. ö: 1. vor lautbarer Konsonanz (ausser den Fällen unter 

I., in. und IV.): seul, pleuvoir etc. 

2. GBu in GBUf. 

3. GB in GBülade, cBlllet, 

4. ue in cueillir etc. 

5. e, und zwar a) in den Wörtchen ce, de, je, le, me, 
ne, quo, se, te. — b) zwischen lautbaren Konsonanten: 
degrö, refus, porte-t-il etc. — c) auslautend in lors- 
que, paroe que, puisque, quelque, quoique. — d) une 
haie ü'nö e (he) oder ün he etc. 

6. ai in den Formen von faire : faisant, faisons, faisais 
etc. (sowie in den Komposita), ferner infaisable, fai- 
seur (in allen diesen auch e), oft auch in faisan. 

III. 0* : 1 . eu vor auslautendeiti se = z: creuse etc. ; auch vor 
le = /: meule (»Heuhaufen«) u. a. ; vor te = ^: meute, 
ömeute; etc. 
2. eü in jeüne. 

rV. ö* : 1. eu, und zwar a) auslautend, auch mit stummer Kon- 
sonanz: feu, veut etc. — b) vor Vokalen: bleudtre etc. 
— c) im Vorton, anlautend: Europe, Eugene etc. — 
d) im Vorton vor s = 5; : creuser etc. ,] vor t = ^ : 
ömeutier etc., vor d = c? : jeudi, vor n = « : döjeuner, 
vor r = r in heureux, peureux (hier auch 0). 



§59. I. L. mit Mundöffn. 1. Stimmh: Vokale. ^^-Laute. 89 

2. OBU auslautend: vobu, auch vor stummer Konsonanz: 
GBUfS, bcBufs. 

Anm« 1. Einer Bemerkung bedarf die Behandlung des »e aourch. 
Flötz »Anleitung« S. 39 findet, dass es »dem deutschen e in Müh-le, 
Bäum-e, Bor-ke, En-de sehr nahe« kommt, »sobald man es nur etwas 
schärfer betont, als in den deutschen Endsilben le, me, te, de geschieht«, 
und erklärt sich gegen die Bezeichnung durch ö. Ich hatte dem gegenüber 
»Zs. f. nfrz. Spr. u. L.« II 1880 S. 51 den Laut (wie oben) als mittleres 
ö bestimmt und in der 1. Aufl. dieses Buches durch q bezeichnet. Ich 
glaubte mit dieser Bestimmung um so mehr im Hecht zu sein, als Sweet 
(S. 123) das »e 8ourd<i qualitativ dem geschlossenen ö in feu gleichsetzen 
will, Stürm (S. 66) es hingegen für »dem offenen ö in peuple ähnlich oder 
gleich« erklärt. Letzteres ist nach den neueren französischen Phonetikern 
jetzt die Kegel. Passy schreibt mir: »Ebenso verschollen [wie die Länge 
der Vokale in du, vie, beau] ist der Unterschied zwischen offenem eu 
und .<? : cela und seul, je n'ai und jeune beginnen ganz gleich, nur kann 
Q elidirt werden, was aber hier und da in der Volkssprache auch für eu 
geschieht.« So schon bei JozoN »L'6criture phon.« S. 71 etc. Ich habe 
daher in der 2. Aufl. das q in ö aufgehen lassen. Jedenfalls ist der Laut, 
wenn auch vielleicht Zungen- statt Lippenrundung überwiegt, nicht wie 
Bell glaubt, gleich deutschem e in Gtabe »gemischt«. Von diesem ist es, 
wie auch Storm hinzufügt, merkbar verschieden ; dieses steht dem e näher 
und mag Franzosen allerdings »oft beinahe wie e« klingen, ohne dass man 
an die schwäbische Aussprache (§ 49 Anm. 5) des Lautes zu denken braucht. 
— Im Zusammenhang der Bede verflüchtigt sich oft das ö oder verstummt 
ganz; z. B. ^ö l krwd für ^ö lö krwd (je le crois), zö t l di' für ^ö tö 
lö di' (je te le die), mo pti't ämi- (mon petit ami) neben pöt{- etc. S. 
Plötz S. 40 f. — In den Endungen re und le mit vorhergehendem Kon- 
sonanten hört man nach Plötz ausser in der Bindung stets einen leisen 
Anklang des ö, Dass Wörter wie libre, pourpre, bible, boude nicht 
mit Unterdrückung des e gesprochen werden könnten, wie Plötz behauptet, 
ist jedenfalls nicht richtig, und Sweet wie Stürm erklären -re und -le 
für blosses r und /; EvANS für r und / nur nach Stimmlosen, sonst für 
stimmhaftes r und l, ebenfalls ohne Vokal. Nach Passy sind hier r und 
l sehr flüchtig (oft elidirt), nach Stimmlosen r, / (ev. zur Verdeutlichung 
rrö, llö), nach Stimmhaften rr, II (ev. zur Verdeutlichung röy lö). Offenbar 
hat hier Plötz das »vollere Austönen« der französischen Endkonsonanten 
ebenfalls als »dumpfes e« gehört, während er diese von Benecke vertretene 
Auffassung sonst heftig bekämpft (S. 44 ff). — Lassen wir das »vollere Aus- 
tönen« der Endkonsonanten einstweilen auf sich beruhen, so dürfen wir das 
mit keinem Accent bezeichnete e am Ende aller nicht einsilbigen Wörter (mit 
Ausnahme der oben gegebenen Komposita) und im Wortinnern für stumm 
erklären*, es sei denn, dass durch das Verstummen eine Härte entstände 
(also z. B. porte pdrt, aber porte-t-elle pörtö t il) etc. — In Versen wird 
das stumme e häufiger (der Theorie nach immer, was Passy ganz verwirft) 
und im Gesang regelmässig lautbar; vgl. Plötz S. 48. 



90 I. Teil. Die Spracfalaute. IL Kap. Mundartikiilation. §59—60. 

Abm« 2. So« vorher eö, «^, war ö selion um die Mitte des 16. Jh.; 
Tgl. auaser Elus m S. 823 f.} Thurot S. 442 ff. Im 16. Jh. finden 
Schwankungen zwischen ö und O statt. Wo ea auf Synkope eines da- 
zwischen stehenden Konsonanten beruhte, ist Ü durehgedmngen : 8ur» mür, 
jedoch 0: 'malheixiT, Für oa wird von Raillet 1664 wie Ton Dela- 
MOTHE (1592; die Aussprache ä (offen) verlangt. Wechsel zwischen eu und 
oa Tor r beruht auf Übertritt des Vokals der Tonsilbe in die unbetonte 
Silbe und umgekehrt in demeure» ^demonrer; demenrer; (treuve) trouve» 
trenvev etc. 

Abb« 3« Im 16. Jh. wurde das jetzt stumme e nach allgemeiner An- 
gabe noch gesprochen. Im Wortinnem zeigt es seitdem die Tendenz zum 
Übergang in S oder Wegfall. — ' Die Zeugnisse dafür, dass das jetit 
stumme e ganz (besonders nach /, r, oder Vokal) oder beinahe »imper- 
ceptible« sei, reichen bis in das erste Viertel des 17. Jhs. zurück; so lehrt 
der Belgier tan der Aa 1622: »lire, lege /tnr. Als Beispiele der Ver- 
stummung des unbetonten e einsilbiger Wörter hat OUDIK (1633): il n'y 
ac trois, poam contenter, ans polnt. Das »Austönen* der Endkonso- 
sonanten (mit oder ohne e) wird Ton einigen hervorgehoben. HABDriN 
(1757J nennt tel »dissyllabe dans la prononciation« ; BoiNDlN (um 1709) 
sagt, die Endkonsonanten könnten ohne Hülfe eines »petit e muet« nicht 
ausgesprochen werden, womit Mouboues, (1685) Bemerkung über die Aus- 
sprache von nobleaae, race zu vergleichen ist: »Cest commesiTon disoit 
nobUs, ras: faisant seulement sentir le son de 1' « un peu fort«. — Um 
1700 wird das e — abgesehen von der Aussprache in Versen — bereits 
allgemein für stumm erklärt. Ende des 18. Jhs. verhielt es sich damit wie 
jetzt. Nach de Wailly (1763) hat une nouvelle im Verse fünf, sonst 
drei Silben. Voltaire behauptet freilich gleichzeitig das stumme e noch 
zu hören. — Über den Laut geben die Quellen des 17. Jhs. an, dass das e 
»mollement«, »doucement«, »ä demy son« gesprochen werde, dass es »ne 
sonne point si haut que l'autre« etc. Martin (1632) vergleicht es mit dem 
deutschen e in gethan, die (wohl in Strassburg, wo Martin lebte), thue. 
Ähnlich wird derXaut im 16. Jh. als »faible, k peine perceptible«, »un peu 
obscur«, »mol et imbecille«, »mol et flac« bezeichnet. Da man ihn nicht 
mit dem des eu vergleicht, so wird er eher 9 als ö gewesen sein. Ellis 
dürfte mit seiner Bemerkung III S. 822 ganz recht haben : »The transition 
in case of the present e muet seems to have been (c, «, 9) [d. h. «*, 9, q] 
in French, and in German to have stopped generally at («), though [e] is 
still occasionally heard«. Palsgrave verlangt, End-e solle »be sounded 
almoste lyke an o and very moche in the noose«, was jedoch normannische 
Aussprache war (vgl. auch Lütgenau S. 9flf.). 

2) Die tV- Laute. 
§ 60. Wie die ö-Laute die Zungenstellung der e- und 
die Lippenstellung der o-Laute, so haben die w-Laute im all- 
gemeinen die Zungenstellung der i- und die Lippenstellung 
der w-Laute. Die Zungenartikulation ist aber in ähnlicher 



§ 61—52. L L. mit Mundöflfn. I. Stimmh. : Vokale. Ih, «-Laute. 9 t 

Weise wie bei den ö-Lauten durch Beteiligung an der »Run- 
dung« modifizirt (vgl. § 56 f.). 

§ 61. Die deutschen ü gehen den u und i durchaus 
parallel. Kurzes ü ist etwas offener als langes geschlossenes ü, 
Beispiele: kühn A/^un (I.), Sünde zutid» (II.). Wie deutsches ü 
wird das y ursprünglich griechischer Wörter behandelt: Lyrik 
lu'rtkj Bhythmus rutmtcs] doch steht daneben die Aussprache 
als i (vgl. § 53). Im Nebenton ist das lange ü' verkürzt: amü- 
siren ^amüzi'ran. 

Schreibung der deutschen w-Laute. 
I. ^' : 1 . ü, und zwar a) vor einfacher etc. Konsonanz : Hüne, übrig 
etc. — b) vor st = st ia düster, Nüster, Büster, wüst» 

2. üh : fühlen, kühn etc. 

3. hü nach t in Thüre. 

4. ui in dem Namen Duisburg u. ä. 

5. y in ursprünglich griechischen Wörtern, vor einfacher 
Konsonanz: lyrisch, Asyl etc. 

6. u wie ü in ursprünglich französischen Wörtern: Aper9a» 
Ouvertüre etc., auch vor stummem e: Revue etc., oft 
auch in Parfüm parfvrm (neben parfo, parfiv^. 

n. t^: 1. ü vor mehrfacher Konsonanz: Hütte, Fürst etc. 

2. y, a) ebenso, in ursprünglich griechischen Wörtern: Si- 
bylle, Myrte etc., im Nebenton: Satyr etc. — b) meist in 
dem ursprünglich englischen lynchen lungan [Unsdn). 

3. u, wie ü, in ursprünglich französischen Wörtern: Bud- 
get etc. 

Anm« !• Die Kürze ist süd- und mitteldeutsch geschlossener, fast 
gleicher Nuance wie die Länge; Ersatz der ü- durch die i-Laute ist dialek- 
tisch weit verbreitet. Verkürzung des Um dem ursprünglich niederdeut- 
schen düster u. ä. ist provinziell. 

Anm. 2« Kolross (Basel 1530) und Ickelsamer in der »Rechten Weis« 
(1527?), nicht aber in der »Grammaticac( (1534?) unterscheiden noch u, 
Mittellaut zwischen u und c, also wohl (offenes) ü (aus mhd. üe), und ü, 
Mittellaut zwischen u und t, also U' (aus mhd. lu, wofür gemeindeutsch 
eü, eu galt, und aus mhd. ü). Ickelsamer bemerkt in der »Grammatica« 
zu ü: »Vnnd diser laut ist der Walhen sprach gemain«. 

§ 62. Französisches ü verhält sich wie französischeste. 
Es kommt nur geschlossen vor und hat engere Lippenrundung 
als deutsches geschlossenes ü. Lang ist der Laut z. B. in ruse 
ru'z (I.) halblang oder kurz in durer düre'^ culte kült (11.). 



Ö2 LTeil. Die Sprachlaute.. IL Kap. Mundartikulation. §62—64. 

Am Ende in Pause geht wie bei u der Stimmton verloren; 
SU- für sü' (bu). Vgl. § 39 über u. 

Schreibung der französischen t^-Laute. 
I. ^'i 1. u, und zwar a) vor auslautendem r, re etc. = r: 
mur, dure, furent etc. — b) vor ge = « : ruse etc. — 
c) vor ge = i : juge etc. — d) vor ve = r : cuve etc. 

2. ü in sür, mür. 

3. eu vor auslautendem rent = r in eurent. 
n. ü- : 1. u, wo nicht = ir (I.) 

2. ü desgl. 

3. eu in eu, aus, eut. 

4. eü in eümes, eutes. 

Anm« Das französische u hat in neufranzösischer Zeit nur den i^'-Laut 
besessen. 

c. Guttaral-palatale. 
(»Gemischte«, Mischlaute.) 
§ 63. Findet bei der Artikulation eines Vokallautes eine 
gutturale und zugleich eine palatale Zungenhebung mit einer 
Senkung dazwischen statt, so entsteht ein Laut mit je nach 
dem Charakter der Hebungen »gemischtem« Klangeffekt. Solche 
Vokale kommen im Deutschen und Englischen nur mit wenig 
ausgeprägter Artikulation und daher unbestimmtem Klangeffekt 
und im Französischen gar nicht vor. 

§ 64. Im Deutschen gehört hierher nur das »tonlose e« 
(hier bezeichnet: a) in Vor- und Nachsilben, wie in Q-ebot gs- 
bö'tj Bitte bit9\ auch enklitischer Wörter (unbetont) wie es ds. 
Die Hebung der Zunge im ganzen scheint bei der gewöhn- 
lichen Art des Lautes etwas höher zu sein wie bei a, während 
sehr geringe gutturale und palatale Hebungen und eine eben- 
solche Senkung (Verflachung) zwischen beiden stattfinden. 
Durch geringe Abweichungen, die durch die folgenden Kon- 
sonanten mit bedingt sind, schwankt der Laut leicht nach e, 
a, oder ö ; vielleicht ist bei auslautendem e geringes Überwie- 
gen des e-Elementes die Regel. 
Schreibung des deutschen d. 

1 . e, und zwar a) in den Vorsilben be- und ge : Beweise, 
Gebot etc. (dafür auch e). — b) auslautend: Bitte, 
fühle, Manne etc. — c) vor 1 = / : Gabel etc., In = /w : 



§ 64. I. L. mit Mundöffn. 1. Stimmh. : Vokale, ü-, gemischte Laute. 93 

lächeln etc., It = It: lächelt, lächelte, lächeltest etc.^ 
iBt = Ist : lächelst etc. — d) vor m = m : Brodem, 
gutem etc. — e) vor n=z n: Wagen, essen, guten etc. 
— f ) vor T = r: Thaler, Wörter, guter etc., auch vor 
rm = rm: grösserm etc., m. = m grossem, zittern 
etc., rt = rt : zittert, zitterte, zittertet etc., rst = rst : 
zitterst etc. — g) vor s = s: alles, Fisches etc., auch 
vor st = Ä^: bittest, leiseste etc. — h) vor t = t: 
bittet etc. 
2. unbezeichnet, in Namen wie Vogl = Vogel etc. 

Anni« 1. In den Vorsilben be- und ge- ist e' noch vielfach im Ge- 
brauch (z. B. geböf}, doch wohl überwiegend 9 (nicht bei folgendem Kon- 
sonanten, wie in er-, ver-, zer-, wo der Laut e am Platze ist). Das im 
heutigen Französisch stumme £nd-e wird in entlehnten Wörtern wie deut^ 
sches behandelt : Bobe r6'b9 ; dagegen erhält griechisches und lateinisches 
e meist und besser vollen Lautwert : Circo tsirtse; T^romisoue promisku'e'. 
Über e" oder e für End-e vgl. § 49 Anm. 5. 

Anm« 2* In den Flexions- und Ableitungssilben el, em, en, er 
schwindet in den Umgangssprachen der Vokallaut oft ganz, während der 
Konsonant die Silbenfunktion auf sich nimmt: ritten ritn, handeln 
handln, schallend Sd'lnt, Büchelchen bä'^lcn, berittenen bsritn (wobei 
das sehr lange n durch zweimalige Schallverstärkung in zwei Silben aus- 
fällt) etc. (vgl.,u. a. Sievers S. 29 ff., Krauter S. 112). Dies ist aber 
durchaus nicht unbedingt der Fall. In meiner Aussprache bleibt z. B. der 
Mundverschluss bei nnen in nennen» tten in ritten nicht bestehen, und 
ich glaube, dass noch vielfach und nicht nur »auf der Bühne, der Kanzel,, 
der Tribüne« so gesprochen wird. Gar Formen wie »/öÄm«, »frdgn« (d. h. 
lebm, frägT^, der untergesetzte Punkt bezeichnet den Laut als vokalisch, 
d.h. silbenbildend), wie sie z. B. Kissling »Die Laute des Nhd.« S. 17 
verteidigt, sind in der That »sprachliche Unarten«, die — was die Vertei- 
diger von solchen in der Kegel übersehen — keineswegs den allgemeinen^ 
sondern (wie schon anno 1477, wo Hueber puechstam, und 1542, wo 
FcCHSSPERGER lebm, gebm schrieb) nur den provinziellen Usus für sich 
haben. Daneben hört man denn auch lern, frd^ und mit Nasalirung des 
Vokals l^, fräii; i^ für 9n kommt übrigens auch nach Zäpfchen -r vor: 
waren = väu^, 

Anm. 3. Für auslautendes er wird (wie sonst für auslautendes oder 
vorkonsonantisches r) häufig ein sich der r- Artikulation nähernder offener 
Vokallaut, auch geradezu ein ce-, tß- und besonders häufig (auch in Berlin) 
ein a-Laut gesprochen : Kinder statt kHnchr : ^^{ndce, k/^indce, J^inda, wie 
nur statt nur: nü'ce, nüa, nü'a etc. 

Anm» 4» Dass das »tonlose e« auf besondere Art, »schwach vnd 
gschwind«, ausgesprochen wurde und in manchen Silben stumm war, be- 
zeugt Helber S. IS; letzteres, »wan es der leste Büchstab im Wort ist,. 



94 i. Teil. Die Spraehlaute. II. Kap. Mundartikulation. § 64—65. 

oder wan es an dem end eins Worts nach ime hat die Sylb ren, len, ner, 
Tnd in den Sylben ge vnd be, mit wellichen die w5rter vomen gedoplet 
werden«. 

§ 66. Ein »gemischteiff Laut, bei welchem die Ziingen- 
hebung im ganzen etwa so tief steht wie bei a und ähnlich 
wie bei deutschem 9 die beiden Hebungen vor und hinter der 
Senkung nur gering sind, ist im Englischen der verbreitete 
und auch in Londoner Aussprache gebräuchliche Laut (I.) z. B. 
des ur in tum (Bezeichnung: ce\ turn = tcm). Der Laut hat 
sich überall unter Mitwirkung eines noöh geschriebenen r ent- 
wickelt, welches aber nur inlautend vor Vokal in Ableitungs- 
formen und auslautend in der Bindung noch eignen Lautwert 
l)esitzt, z. B. err ce, aber erring c»n^; her /ice\ aber her and 
me /icer an mij\ Für dieses lange ce, das ausser ur, er auch ir, 
our, er etc. geschrieben wird, ist auch ein auf der Grenze nach 
r hin stehender Laut mit Hebung der Zungenspitze bis nahezu in 
die englische r-Stellung, ja r selbst im Gebrauch. — Von w 
wenig verschieden, ohne bestimmbare Artikulation, ist der Laut 
(H.), welcher kurze Vokale, meist Gutturalvokale in unbetonter 
Stellung vertritt (Bezeichnung: a), z. B. ivory äivart^ stirup 
^tirap. Deutlicher nähert sich der Laut der ee-Nüance, wenn 
dem unbetonten Vokale ursprünglich und noch in der Schrift 
«in r folgt, z. B. better beta, bet(B\ es gilt hier häufig sogar 
das über den Übergang des langen ^ in r Bemerkte. — Ein 
ö5-Laut ist auch viel in Gebrauch statt des (südenglischen) 
a-Lautes in but etc.; hierher gehören auch genau genommen 
die Laute der ersten Elemente von ai in Mgh und a^ in now; 
vgl. § 46. Andere, nur stellvertretend vorkommende »gemischte« 
Laute sind das ö-ähnliche o [6) in unbetontem o^ aus öy, wie 
in fellow, sowie das w-ähnliche u [ü] in unbetontem Ju aus 
jüw in value; vgl. § 38 und § 42. 

Schreibung der englischen ce- und a-Laute. 
I. «: 1. ur, und zwar a) auslautend: für etc. — b) vor Kon- 
sonanz: tum etc. 

2. er, ebenso: her, fern etc. 

3. ir, ebenso: ür, bird etc. 

4. yr, ebenso: myrrh, myrtle etc. 

5. ear vor Konsonanz: eam, heard etc. (aber l in beard; 
vgl. ä). 



§65. I. L. mit Mundöffn. 1. Stimmh.: Yiokale. Gemischte Laute. 95 

6. OUT ebenso, in courtesy (bisweilen auch in courteous), 
(ad)joum (jonmal, jonmey), scourge. 

7. or ebenso , und zwar a) nach w = w: werk etc. — 
b) in attomey. 

8. Ol in colonel T^&nal. 

H. a (unbetont) : 1 . a , und zwar a) in den Wörtchen a (an) , 
am, and ai%d^ an^ as, at, can, had had (im Satzanlaut), 
arf, auch bloss dy have Äai?, ai?, has haz^ az^ «, m'äm 
(für madam), shall sal sl, than, that (»dass«), für be- 
tontes d in was, für betontes ä in are. — b) z. B. in 
abound, earess, agreeable (beide a), nobleman, giant, 
idea etc. — c) in ar (mit Schwankung nach oe und 
mit lautbarem r in der Bindung: liar etc.; auch vor 
Konsonanz: awkward etc. 

2. o, und zwar a) in den Wörtern from, of, some und 
für betontes üw in do, to (dies nur vor Konsonanten). 

— b) z. B. in oblige, polite, profess, conservatory 
(beide o), method, handsome, nation etc. — c) in or 
(vgl. ar, 1. c) in den Wörtchen for, nor, or; ferner 
z. B. in author etc., auch vor Konsonanz: stubborn etc. 

3. u, und zwar a) in den Wörtchen but, must mastj masj 
such, up, US (auch bloss s). — b) z. B. sublime, vo- 
luntary, columa etc. — c) in ur, ure (vgl. ar 1. c): 
sulphur, nature. 

4. ou, und zwar a) in den Wörtchen could kad, should 
sadj would wad, ad, d, you/a fjUy ju). — b) z. B. in 
famous, Flymouth etc., oft auch in borough, thorough. 

— c) in cur (vgl. ar 1. c) in dem Wort your; ferner 
z. B. in valour etc. 

5. e, und zwar a) in den Wörtchen the (vor Konsonant), 
them, then. — b) z. B. in bravery, current, prudence 
etc. — c) in er (vgl. ar 1. c) in her ha, a, there (auch 
there is dazy dcez), und für betontes ob in wQjre, ferner 
z. B. in weiter, pattem etc. 

6. ai, in Saint sant, san^ boatswain böuzan (auch bdut 
swein)] in Britain etc., besser i (I). 

7. i in tili talj tl, will aZ, /, ir (vgl. ar 1. c) in sir, ferner 
in elizir, meist auch in -shire. 



96 I. Teil. Die Sprachlaute. II. Kap. Mundartikulation. §65. 

8. yr (vgl. ar 1. c) in satyr etc. 

9. eir (vgl. ar 1. c) in their. 

Aniii« 1. Über Ellis' Aussprache des u in tum oder i in bird und 
andrerseits des u in bat vergl. Ellis IV S. 1156: »Whether, as I speak, the 
words bird, bf*d are distinguished otherwise than by the length of the glide, 
or of the (d), I am not sure; but as the short glide and (d) indicate a 
long vowel, the effect is that of (boad, bad)«. Wi« dort Ellis angibt, wür- 
den die Längen von fünf verschiedenen Schattirungen von (b, bezw. 9 fQr 
ir in bird gut englisch lauten , auch die Einfügung eines »faint trill« (für 
das r) das Wort nicht unkenntlich machen. Auffi&llig ist, das Bell wie dem 
u in but, so auch ur in tum die Nuance mid-hack-narrow zuschreibt 
(s. die Tabelle S. 30). Steht jedoch neben (b (für) nicht (b für u (butj, 
sondern die o-Varietät, so ist der Abstich merklich. Tkautmann (S. 167) 
betrachtet r-haltiges offenes ö der vierten Reihe (lang) als regulären Laut 
des ur in für etc. 

Anin. 2« In sorgfältiger Aussprache sowie im allgemeinen in weniger 
geläufigen Wörtern nähert sich der a-Laut mehr oder weniger dem von 
a vertretenen vollen Vokal: das a in abound flüchtigem <b, das o in 
oblige flüchtigem ä etc. Vor n geht das a oft ganz verloren, z. B. in 
nobleman» nation» prudence etc. — Das a, wie (b, ist 9 nahe verwandt. 
Ellis sagt von dem Laut IV S. 1 1 22 : »It is the same, or nearly so (for 
the exact shades of such obscurities are difficult to seize) as the obscure 
final e in German or Dutch«. Engländer pflegen in unbekannten deutschen 
Wörtern in der That dieses e als er (d. h. doch wohl zunächst als ihr 
englisches er = ä?, a) aufzufassen ; so sah ich nach dem Gehör Seumer 
für Seiune geschrieben und bei Anfängern oft Flexions-er statt e; manche 
haben auch die Neigung, ein imaginäres r vor anlautendem Vokal zu 
binden: hatter-ieh, aagter-er etc., was abscheulich lautet; vgL idear-of 
bei Storm S. 92. — Wird r-haltiges oj, bezw. ein r-Laut, statt a ver- 
wendet, so ist der Unterschied von 9 beträchtlich. — Über a als Vertreter 
des a = -er, -ure etc. wie des auslautenden r nach vollen Vokalen in 
»affektirter Aussprache« (Sweet S. 70) vgl. § 46 Anm. 3. 

Anm. 3« Zur Geschichte des u in tum vgl. diejenige des u in but, 
§ 46 Anm. 8. Ellis setzt auf Grund seiner Quellen — der erste Zeuge 
ist wieder Wallis (1653) — die Entwickelung des «-Lautes in tum eben- 
falls in die Zeit 1650—1700. Also tum 16. Jh. turn, 17. und 18. Jh. 
t<km. Die deutsch- englischen Grammatiken des 17. Jhs., Podensteiner 
(1685) und Nicolai (1693) bemerken nichts ausdrücklich über u vor r, 
doch sagt ersterer, wo von eh die Kede ist : iChurch... legitur tsohürtach«. 
KÖNIG 170§ führt bum wie butter, much als Beispiel für »bald den 
Laut eines teutschen o« an. BeüTHNER (1711) sagt: U wird vor denen 
Konsonanten wie im Deutschen gelesen, als : ohurch die Kirche tachurtsch; 
fernere Beispiele : us, rub, to pull, bull, much. »U in etlichen Wörtern 
wie ein kurtz o« ; Beispiele : but, bur, burst, curat. In aumame »wie i«. 
Nach Tiessen (1712) lautet u in bum »wie ein kurtz o», wie in but. 
KÖNIG 1715 nimmt von der Aussprache des kurzen u als »Teutsches u« 



§65. I. L. m. Mundöffn. 1. Stimmh.: Vokale. 05-Laute. 97 

nur aus: »burn (born) butter (botter) bury (börri) busy (büssi) chiirch 
(tschortsch)«. Doch transskribirt er purpose gelegentlich »porpos«. Nach 
Arnold (1718) ist das kurze u »der Mittel-Klang zwischen u und o, vor- 
nehmlich in Monosyllabis« ; »jedoch in einigen mehr wie o. als: Uß oss« 
etc., »in einigen mehr wie u. als: Cup, »cupp« etc. Zu ersterer Klasse 
gehören auch hurt, bum, ehurch, zur zweiten kein Wort mit r. König 
1748 lässt das u in ehureh = u in but »wie kurtz o« lauten. — Poden- 
STEINERS »tschürtsch« stimmt zu den Angaben von Salesbuby (1547 und 
1567J und Smith (1568), wonach u in diesem Wort wie welsches u (jetzt 
ü), fast wie deutsches ü, lautete (das Richtige bei Sweet, »Hist of E. S.« 
S. 57 ff.; nicht offenes », wie Ellis I S. 164, noch weniger ö' oder der ent- 
sprechende Laut in Traütmanns vierter Keihe, wie Holthaus »Anglia« 
Vni S. 125 glaubt). Daneben schon nach Smith auch u, welches auch 
GiLL 1621 gibt. Die späteren deutschen Zeugnisse lassen ausdrücklich u 
vor r mit dem Laut, bezw. einem der Laute des kurzen *u zusammen- 
fallen. Dieses scheint nach den deutschen Angaben ein Mittellaut zwischen 
u und o, etwa wie die amerikanische Aussprache des u in but, gewesen 
zu sein, der zum Teil nach m, zum Teil nach o hin schwankte. Der 
Übergang in oß ist hier noch nicht angedeutet, was ohne Zweifel durch Hin- 
weis auf das deutsche ö geschehen wäre (noch 1826 hat FiCK »tschortsch«). 
Anin. 4« Mit er verhielt es sich nach Ellis wie folgt: 16. Jh. herb 
h^by 17. Jh. hermit ^rmit, 18. Jh. herb Srb; doch her schon 17. u. 18. Jh. 
hckr, Beuthner (die früheren fanden wohl nichts Auffälliges in der Aus- 
sprache von er) sagt von e in defer, prefer: »wie ein kurtz ä: defär, 
prefär.« Ebenso Tiessen. König 1715: »wie im Teutschen«. Arnold 
fügt hinzu, es werde das e hier scharff ausgesprochen«. — Für ir standen 
nach Ellis z. B. folgende Werte: flrst 16. Jh. first^ 17. und 18. Jh./flBr«<. 
KÖNIG 1706 sagt von i, es laute wie ein e im Teutschen« in sir, girl, 
birth, mirth. »Und in dem Wort Bird, ein Vogel, sage Bord.« Also 
hier wie u in bum. Beuthner : »I, worauf ein r in einer Sylbe wie e, 
als: flrst, dirt.« Tiessen dergleichen: e in sir, flrst etc. König 1715: 
»Folget auf das i ein r, so wirds ausgesprochen, bald wie ein e, als : Sir, 
girl, birth, mirth, flrm, virtue. Bald wie ein ö, als : First, Shirt, bird, 
thirst, dirt, third. Dazu stimmt Arnold, der anstatt »wie ein ö« sich 
vorsichtiger ausdrückt: »mehr wie ein ö« und zu bird bemerkt: »Einige^ 
sagen gar bord«. Bei König 1748 heisst es von i, es laute »fast bald wie 
ein kurz e« in bird, birth, dirt etc. Moritz (1796) gibt Ö in dirt, bird, 
eirele. Walker (^ 1791) und Smart (i 1836) verlangen für ir wie für er 
noch die von derjenigen für ur = cer verschiedene Aussprache er. 

Anm« 5» Für or nach w schwankte nach Ellis die Aussprache wie 
folgendes Beispiel zeigt: word 16. Jh. würd, wörd, wu'rd, wcerdy 17. Jh. 
wcerd, 18. Jh. wurd, wcerd. Von den Deutschen bemerkt hier zuerst 
Beuthner, o in to word laute »wie im Deutschen langes ov, in cord etc.; 
aber »wie ein kurtzes o«, == o in not, in word, work. Nach König 1715 
»wie ein kurtzes o im Teutschen«, = o in copper, order etc. (dagegen 
»fast wie ein a« in bob etc.). Nach Arnold das o in world, word, work 
»wie ein kurtzes Teutsches o, oder wie ein dunckles geschwindes a«, = o 
Yietor, Phonetik. 2. Aufl. 7 



98 I- T^^^^' I)^e Sprachlaute. II. Kap. Mundartikulation. § 65. 

in möney, love etc. ;aber in bob, copy etc. »fast mehrentheils wie ein a«. ' 
Bei KÖNIG 1748 lautet o in word, work »wie kurtz o«, ss o in front, son 
etc. Also keine Andeutung eines u-Lauts, sondern langes oder kurzes 
o {(bV,. 

Änm. 6« Das ea in leam verhielt sich nach Ellis wie folgt: 16. Jh. 
lerfif Iv.rn, 17. Jh. leni, 18. Jh. lam, kern, le.rn. Nach KÖNIG 1706 ist 
ea in earl etc. (auch in beard) »wie ein 8Bh« (sonst, in bean etc., meist 
wie langes e oder i; zu sprechen. Bei Tiessen langes e (»e«). König 
1715 »wie ä/< s= ea in bear. Arnold: kurzes e; desgleichen König 174S. 
Hiernach wäre der Laut offenes e (ce\, zuerst lang, dann (zu e) yerkürzt. 
Dieses e (5) hat auch noch Walker etc. 

Anm. 7. In joumey etc. hat nach Ellis im 16. Jh u, im 17. und 
18. Jh. (B statt. Bei König 1706 laut hier ou »wie ein Teutsches u«; bei 
Bevthner ou in adjourn, eourteous »wie ein kurtz o« = ou in country; 
in joumey, soourge »wie ein kurtz u« = ou in touch. Letzteres so auch 
bei Tiessen. Beide ou, in joumey und adjoum, nach König 1715 »wie 
ein u«, = ou in couple, could« So auch Arnold. Nach König 174S 
ist ou in diesen Wörtern »ein medius sonus inter u und o,« ss ou in country, 
double«. Walker hat ce (u). 

Anm« 8. Die jetzt durch a vertretenen Vokale ohne r hatten im 
16. Jh. meist noch vollen Lautwert So lautete nach Ellis z. B. im 16. Jh. 
abundance abündauns, abundans, acceptable akseptabl, Christian kristian, 
personal personal (daneben -al vielleicht noch äl, \ obey oMi, ohdi etc., 
accustomed akustoined, aspiration aspirdsion, baron häron (aber z. B. 
bacon hdkn, button hutn)y blossom hloaurriy falaoiae fülsum; doubtfal 
doutful, famous fämus, ambitious amUsifM ; bargain bdrgain ; garment 
gdmunit etc. Dann im 17. Jh. für a wie in betonten Silben <©, im IS. Jh. 
auch schon ce (stomach atamcek, std^na'k) etc. — Ähnlich verhält es sich 
in den Verbindungen mit r. Im 16. Jh. lautet g^rammar gr&mmar^ back- 
-ward häckward; horror höror, stubbom stühorn; honour owMr, omr, 
wozu Gill (1021) allerdings bemerkt : »non honor nee onem, ähnlich colour 
kulor, küler; better heter, acre dker. Im 17. Jh. hier meist -fl?r, doch 
nach Jones (1701) z. B. neben f avour /r^'a?r auch fchür. Auslautendes 
-ure war nach Ellis im 16. Jh. noch ür: nature ^idtür; im 17. Jh. tritt 
auch hier cßr ein; für metoery netoar dann im 18. Jh. nUjcer bei BüCHANAX 
(1706), neUmr bei Sheridan (1780). — Podensteiner bemerkt, dass -ous, 
-our in Indus trious, honour, auch Creato;u)r, den u*Laut hat. Kach 
König 1706 lautet o wie e in maggot, anchor, mutton etc. (ebenso ai 
in bargain etc., aber nach Tiessen hier i). Nach Beuthner, mit welchem 
Tiessen im ganzen zusammen übereinstimmt, ist a = e in metal, female, 
particular, mustard; o = e in nation (Tiessen schreibt hier -on), an- 
chor, carrot etc.; u »kurtz« in picture (ohne Transskription; damit zu- 
sammen stehen deluge = deludsch, volume = vdlum etc.; Tiessen: 
»wie ein e«, »ganz kurtz«: nature = näter, picture = picter); our wie 
or (kurz) in honour etc. , ous wie us in righteous = reitius etc. Auch 
König 1715 hat z. B. e für o in anchor, portion = pohrssien etc.; 
ou = u in vicious etc. König 1748 will a = ä in about, general, 



§65 — 66. L Laute mit Mundöffn. 1. Stimmh. : Vokale. 05; Nasalvokale. 99 

grammar etc.; o in almond, bishop »wie kurz o« und »fast wie ein ge- 
schwindes e, oder verschlungenes o« in capon, lesson etc.; ou in armour 
»wie kurtz o« und -ous, »wo es gleichsam der Mittel-Laut zwischen u u. o 
ist«. — Die englischen Aussprache-Wörterbücher setzen noch jetzt nicht 
die vollen Lautwerte; doch -er = cer (ur) schon bei* Walker. Vgl. Anm. 7. 

B. Vokale mit Kasenresonauz : Kasalrokale. 

§ 66. Nasalvokale haben wir im Deutschen nur in 
französischen Lehnwörtern, es sind also im ganzen die näm- 
lichen wie im Französischen ; jedoch scheint in deutscher Aus- 
sprache Überali die Länge zu gelten, da die Laute in »oflener 
Silbetf stehen. Beispiele: Ballon bald, Nuance nü'ds9j Bassin 
basfj Trente-et-un träfe^o. Auch sind ^ und wohl weniger 
offen als im Französischen. Übrigens werden in norddeutscher 
und häufig auch in mitteldeutscher Aussprache die französi- 
schen Nasalvokale durch die Lautfolgen ojj, ajj, er^j öij ersetzt: 
balöf^j nü'ä9iS9, base?^j trarif e^^ 6ti. 

'Anm. 1« Ich hatte in der 1. Aufl. dieses Buches die (mittel- und) 
süddeutsche Praxis , welche die ' französischen Nasalvokale auch in deut- 
schen Lehnwörtern beibeihält, allein als mustergültige angeführt und dar- 
auf hingewiesen, dass — wenn sich auch ohne Zweifel fremde Laute in 
Lehnwörtern im allgemeinen den deutschen Lautgesetzen fügen und sich 
z. B. das offene ö in französischem -eiir im Deutschen, weil es lang 
ist, in das geschlossene verwandelt — doch gerade die norddeutsche Aus- 
sprache den im Gemeindeutschen nicht vorkommenden Laut £ für das g 
in Gtenie und j in Journal in unser Lautsystem aufnimmt, und hatte 
daran erinnert, dass die Nasalvokale im Französischen selbst in Nord- 
deutschland meist noch als ötj, otj gesprochen werden. Das Norddeutsche 
wird aber wohl auch in diesem Punkte durchdringen. Auch sind, wie 
Kräuter, »Zs. f. d. A.« XXX mir mit Recht bemerkt, oij, ötj etc. auch 
in Mitteldeutschland verbreitet; z. B. in nassauischer Volks- und Umgangs- 
sprache: Ballon = 5a/o7j, während in weniger geläufigen Wörtern freilich 
die Umgangssprache nur den Nasalvokal gebraucht. 

Anm« 2« Als unabhängige Sprachlaute in deutschen Wörtern kommen 
Nasalvokale nur in mittel- und süddeutschen Dialekten vor, wobei die 
Nasalirung dem Grad nach variirt, aber wohl durchgängig schwächer ist 
als im Französischen (vgl. Sievers 3 S. 101). Die Volksmundarten haben 
auch nasales i und w, wie in M' für hin, hin (Idn), nü' für nü'n (nun), 
sowie 9 für die Endung -en. — Abhängige (schwächere) Nasalirung von 
Vokalen vor Nasalkonsonant finde ich in der mir geläufigen nassauischen 
Aussprache des Deutschen als Kegel, habe sie aber auch bei Deutschen 
andrer Distrikte bemerkt: z. B. '/w für Hn (ihn), kam für kdm (kam) 
etc. Dieselbe Vorausnahme der Gaumensegelsenkung vor Nasalkonsonant 

7* 



400 I.Teil. Die Sprachlaute. II. Kap. Mundartikulation. §66—68. 

(meist n) hat bekanntlich auch sonst die Nasalvokale veranlasst ; der kon- 
sonantische Verschluss blieb nachher als nun entbehrlich weg. 

§ 67. Für die englische Aussprache lassen sich Nasal- 
vokale, ebenfalls in französischen Lehnwörtern, nur theoretisch 
ansetzen. Wirklich ins Englische übergehende Wörter nehmen 
sehr allgemein die anglisirte Aussprache är^ für q und (?, ati 
für ^, a?3j (und vielleicht a^) für ö oder gelegentlich dun für 
q an etc. 

Anm» So wird man meist hören: ^'<faA;a'9} s aide-de-camp, böu 
mof/^nd BS beau monde» haii vivaii » bon vivant, äiikaxi = encore, cdr^ 
famijl^en famille u. dgl. Für blancmange sagt man, wie Stobm 
S. 116 bemerkt, jetzt gewöhnlich bhma^iiL Wenn Storm sagt, in franzö- 
sischen Wörtern wie avalanche, encore dürften sich Ausländer nicht von 
der fehlerhaften Bezeichnung Smabts 8= eng irre machen lassen [so auch 
Walker: onkore', dem das Wort »perfectly French« und diese Aus- 
sprache die > original prononciation« ist], sondern müssten sie mit dem 
französischen nasalen a sprechen, so steht die Sache in der That eben so, 
dass die meisten übereinstimmend mit der fehlerhaften Bezeichnung spre- 
chen, manche es mit einem französischen Nasal versuchen, aber auf der 
Nuance mit ä haften bleiben (wie Storm und Sweet selbst zugeben) und 
nur wenige das korrekte a^ gebrauchen (wie Sweet selbst). Ich kann hier 
Storm ebensowenig beistimmen wie in seiner Warnung bezüglich der eng- 
lischen Aussprache von reservoir, memoir = r^zauoact, mSmwäa, die ich 
für geradeso fest und berechtigt^ halte wie imsere deutsche, ebenfalls un- 
französische: Reservoir rezervoär^ Memoiren me'mo'd'r9n. Bei enve- 
lope kommt auch die ganz englische Aussprache dnvelo^p vor. 

§ 68. Das Französische verwendet in seinem Laut- 
system vier verschiedene nasale Vokalnüancen, sämtlich offene, 
mit tiefer Zungenstellung gebildete Vokale, und zwar die fol- 
genden nasalirt: o in porte, mort (==<?); e offener als in perte, 
mer (= ^); Oß offener als in peuple, peur (= ö); a in lache 
(= q). Dabei ist nicht nur der Eingang in die Nase geöffnet, 
sondern der weiche Gaumen ist nach der Hinterzunge hin 
gesenkt, so dass gleichzeitig eine »gutturale Verengung« ent- 
steht. Die Laute sind lang, wenn auslautende Konsonanz 
folgt, vor dem Haupttbn halblang; z. B. kurz in rond, lang 
in ronde, halblang in rondeau. — In der Orthographie sind 
die einzelnen Nasalvokale in folgender Weise wiedergegeben, 
wobei im allgemeinen gilt, dass kein Vokal oder »h aspir^e« 
und kein m oder n folgt: 
I. (?, 9 : 1. on : on, rond, conte etc. (aber n = ;» in der 
Bindung). 



§68. I. L. mit Mundöflfn. I.Stimmh.: Vakale. Nasalvokale. IQl 

2. om : nom, comte etc. (aber nicht vor n, wie in Omni- 
bus, automne etc.). 

3. un in fremden Namen wie Günther, Sund etc! (aber 
= <? in Dunkerque und meist in Brunswick; meist 
un in Stralsund, Unterwald). 

U. qj q: 1. an, plante etc. (nicht vor n, wie in annöe etc.). 

2. am : champ, rampe etc. (nicht in danmer und in frem- 
den Namen wie Abraham, Agram etc.). 

3. en: en, dent etc. (vor Vokal = qn in. enivrer, enor- 
gueillir), ferner auch vor n in ennobüe, ennui, ennuyer 
etc., (nicht in fremden Wörtern wie amen, hymen, 
Buben etc.; vgl. auch IV.). 

4. em: temps, membre etc., auch vor m in emmener, 
nicht in fremden Wörtern wie döcemvir, Jerusalem 
etc.; vgl. auch III. 

ni. ^, f : 1. in: fin, mince etc. nach o = w: sein etc. 

2. im : grimper, limpide etc., nicht in Ephraim. 

3. yn: syntaxe etc. 

4. ym : thym, nymphe etc. 

5. ain : ötain, plaindre etc. 

6. aim : faim etc. 

7. ein : plein, feinte etc. 

8. en, und zwar a) in -ien, -yen : bien etc., Troyen etc. 
— b) in 6en : Europeen etc. — c) in den Formen mit 
ien von venir, tenir. — d) in fremden Namen: Ben- 
jamin, Bubens, Bengale etc., auch dem franz. Namen 
Agen. — e) in den Fremdwörtern agenda, pensum, 
Pentagone etc., meist in examen. 

IV. ö, ö: 1. un: un, emprunt etc. 

2. um: parfum etc. (in Humbert meist q); nicht in latei- 
nischen Wörtern wie album, pensum etc., triumvir, 
wo um = om lautet; so auch in rhum. 

3. eun : jeun. 

Aiim« !• Ein französischer Nasalvokal ist jedenfalls ein einfacher 
Laut, keine Lautfolge. Sievers nahm früher (^ S. 47 f.) an, dass die fran- 
zösischen Nasalvokale nicht während ihres ganzen Verlaufs sich gleich blie- 
ben, die Nasalirung vielmehr nach dem Ende hin stetig zunehme, ja viel- 
fach sich an den nasalirten Vokal wirklich noch ein gutturaler Nasal 
anschliesse (namentlich vor gutturalen Verschlusslauten). Dagegen finden 
Bell und nach ihm Sweet (»doch zweifelnd, vgl. Handb. 211«, Sievers 



102 I. Teil. Die Sprachlaute, ü. Kap. Mundartikulation. §68. 

2 S. 81) und Storm eine besondere gutturale Engenbildung zwischen Zun- 
genrücken und Gaumensegel; die deutschen (mundartlichen) Nasalvo- 
kale halten die beiden letzteren für rein nasal. Dass z. B. das franzö- 
sische am kä s= camp der Lautfolge ai^y das volksmundartliche nassauische 
a in kd= kein (die mir geläufige dialektische Umgangssprache der »Ge- 
bildeten« hat nur noch 9 s= -en und of s= ein) hingegen dem reinen a 
näher steht, glaube ich deutlich zu hören ; ahme ich in meiner Aussprache 
die beiden Nuancen nach, so scheint mir mehr die Aktion des weichen 
Gaumens als der Zunge den Unterschied zu bewirken. 

Anin« 2« Die Yokalnüancen der französischen Nasalvokale hat Stobm 
S. 58 f. wie oben im Text festgestellt, wobei er die o-Nüance jedoch nicht 
mit dem nach Bell und Stobm »gemischten« (»tf-haltigen«) o in bonne 
identifizirt haben will; das f gibt er als tiefer als das offene e, ja viel- 
leicht s 6f im engl, man ; ö endlich soU offner sein als das ö in peuple, 
benrre. Die englischen Phonetiker sind, wie Storm bemerkt, zum Teil 
über die Qualität der franz. Nasenlaute nicht recht sicher, und Bell stellt 
für die einzelnen Laute eine Menge Variationen auf. 



Anm« 3« Der erste französische Phonetiker, welcher die Nasalvokale 
ausdrücklich als einfache Laute anerkennt, ist Chifflet (1691) der erste 
welcher sie als »voyelles nasales« bezeichnet, Dangeau (1694), der nach 
Didot S. 244 ä für an in danser, e für en in bien, t [i?] für in in ingrat, 
o für on in bontö, ü für un in commun geschrieben haben will. Die Qua- 
litäten der Laute waren nach Dangeäus Zeugnis zu Ende des 17. Jhs. 
dieselben wie jetzt, nämlich nasales a, e, o, eu. 

Anin. 4« Palsgrave (1529) kennt nur nasalirtes an, on und Feminin-e. 
Dem i schreibt er nirgends nasale Aussprache zu und gibt an, dass das 
m in aimple und das n in payndre, fayndre (er setzt ein Trema auf das y) 
gesprochen werden. Das u in humble unterscheidet er nicht von dem in 
plus, nul, fus etc. Lanoue sagt, dass die Vokale in dam, ban, ruban 
— bien, moyen — deuin, raisin, faim, estain — renom, flanon, 
Saison — alimi, quelqu'vn, importun » nettem ent et auec le mesme son« 
gesprochen würden wie in bal, bac, char — destourbier, noyer — 
rauir, saizir — encor, tlirezor — obscur, dur. 

Anm. 5« Im Anfang des 16. Jhs. unterschied man (nach Thurot II 
S. 423 ff.) noch das m von dem n in der Aussprache von om, on etc. 
Um die Mitte des Jhs. sagt Meigret, dass man mehr dazu neige, je rons, 
tu rons, il ront als rom, roms, romt und pront, tens als prompt, 
temps zu sprechen, während gleichzeitig Beza (1584) bemerkt, die Fran- 
zosen gäben dem silbenauslautenden m und n nur einen halben Laut, so 
dass man das eine vom andern nicht unterscheiden könne oder vielmehr 
weder das eine noch das andere höre. Nach-SAiNT-LiENS (1580) lautet m 
zu Ende des Wortes und noch häufiger vor einem Konsonanten wie n, also 
nom, wie non. Vokal mit Nasalkonsonant vor m und n (ann, anmi etc.) 
war ebenfalls häufig nasalirt, ebenso die lateinischen Endungen um, em 
etc. ; seit dem 18. Jh. wie jetzt. 

Anm» 6* Palsgbave spricht das a in am, an lyke this diphthong 



§ 68—69. I, L. mit Mundöffn. 1. Stimmh. 2. Stimml. : Ä-Laute. 103 

au and somethyng in the noose«, ausser wenn .c, g oder p folgt (blanc, 
sang, champ) ; em, en lauten ihm »lyke an italian a and some thynge in 
the noose«. Die erwähnte Aussprache des am, an finden wir später im 
16. Jh. als nordwestlichen Provinzialismus. En = jetzigem a tiel in der 
2. Hälfte des 16. Jhs. in der Aussprache mit an zusammen; doch wurde 
landschaftlich der Unterschied noch länger aufrecht erhalten. Zu Anfang 
des 17. Jhs. machen die Grammatiker keinen Unterschied mehr zwischen 
en, em und an, am. Die jetzige Aussprache des en, em in lat. Wör- 
tern = f war gegen a Anfang des 17. Jahrhunderts durchgedrungen; spä- 
ter erst in em, en wie in Jerusalem, amen etc. — Das ent der 3. Pers. 
Plur. hatte nach Angabe einiger Grammatiker des 16. Jhs. noch einen 
schwachen w-Laut, die meisten erklären es für stumm. Eine mundartliche 
Aussprache als a kommt noch jetzt vor (Thurot II S. 441 f.). 

Anm« 7« Die von Palsgraye für ien angegebene 'Aussprache mit 
nasalem a wird später als Pariser Volksaussprache erwähnt. Meigret be- 
zeichnet einsilbiges ien mit geschlossenem, zweisilbiges mit offenem e, 
H. EsTiENNE und Beza scheint für jenes nasalen t-Laut, für dieses nasalen 
6-Laut zu verlangen. Andere setzen für en in ien nasales offenes oder 
geschlossenes e, oder auch nasales i an (so sagt DuEZ, ien laute » gleich wie 
auff Teutsch yingoder jing, als bien, rien« etc.}. Seit Ende des 17. Jhs. 
wird der Laut als nasales offenes e bestimmt. — In Eigennamen auf ien 
schwankt die Aussprache lange zwischen f und a; ebenso in Europeen. 
Ain lautete nach den Grammatikern des 16. und 17. Jhs. wie ein, und 
dieses nicht ganz wie in; vgl. über die Lautwerte, die Mourgues 1685 
zuerst zusammenstellen lässt, Thurot II S. 481 ff. Nasales i (= f) ist noch 
in französischen Mundarten erhalten. 

Anm. 8« On, om scheint bis gegen* Ende des 17. Jhs. wie nasales u 
gelautet zu haben: nach Palsgrave »almost lyke this diphthonge ou und 
some thyng in the noose«; spätere geben franz. ou. Dangeau hat die 
jetzige Aussprache und erklärt oun für provinziell (Thurot II S. 511 ff.). 

Anm« 9« Ob un vor 1650 einen ü- oder einen ö-Laut gehabt habe, 
ist wie Thurot II S. 542 angibt, schwer zu bestimmen. Ersteres ist wahr- 
scheinlicher. Für die 2. Hälfte des 17. Jhs. wird die Aussprache ö be- 
zeugt. Nach Dangeau war un lautlich »plutot un eu nasal qu*un u nasal«, 
doch gebe es provinziell einen Laut »qui tient du veritable m. « 

2. Stimmlose. 

(Ä-Laute.) 

§ 69. Passirt der Atemstrom, ohne dass gleichzeitig ein 
Stimmton gebildet wird, den Mund, während dieser eine Arti- 
kulationsstellung wie die bei der Vokalbildung verwendeten 
angenommen hat, so wird der Atem als ein Hauchlaut {= h) 
vernehmlich. Die Färbung dieses Hauchlauts ist je nach der 



104 I. Teil Die Sprachlaute. IL Kap. MundartikulatLon. §69—71. 

Mundsstellung verschieden, die in der Regel diejenige eines 
dem Hauchlaut folgenden Vokals ist, aber auch, wie nach 
»aspirirtqn« Verschlusslauten (s. d.) eine andre keinem bestimm- 
ten Vokal entsprechende Mundöffnung (im Gegensatz zu Mund- 
verschluss und -enge) sein kann. 

Die Aspiration nach Verschlusslauten wird in folgendem 
durch ^ ausgedrückt. Antevokalische Ä-Laute finden sich im 
deutschen und englischen, nicht aber im französischen Laut- 
system. Der charakteristische Unterschied zwischen deutschem 
h und englischem h liegt in der Art der Exspiration. 

Anm. Zur Litteratur über die »genetische Auffassung der gehauch- 
ten Vokale« vgl. Techmer »Phon.« S. 45 f. Dazu Sievers S. 81. Was 
wir als ha M, he hi etc. schreiben, ist genauer genommen eine Folge von 
stimmlosem (gehauchtem) a und stimmhaftem (eigentlichem, vokalischem) a, 
bezw. stimmlosem e und stimmhaftem e etc. Das Zeichen h mag um so 
mehr als bequemes Kollektivzeichen gelten, als wir uns nur des Hauches 
als solchen, nicht zugleich seiner Resonanz bewusst zu werden pflegen. 

§ 70. Das antevokalische deutsche h kommt ausser im 
Anlaut nur vor betonten Vokalen (entweder Hauptton oder 
Nebenton) vor: halt hält^ Anhalt anhält = ^ anhält \ die übrigen 
h unserer Orthographie sind stumm, und zwar ohne Ansehung 
ihrer Herkunft, ob stammhaft oder Dehnungszeichen: sehen 
ztdn, sieh zi'^ wie gehen gtdn^ geh ge\ — Beim deutschen h 
setzt bei noch offener Stinim ritze die Exspiration kräftig ein 
und nimmt vor oder mit dem Ertönen des sich sofort anschlies- 
senden Vokals an Stärke nicht ab. 

Anm. Stammhaftes h vor unbetontem e war zu Helbers Zeit (1593; 
noch lautbar, z. B. in ätahel, Schlehen, fliehen, das Dehnnngs-h wie in 
ehe, gehn, mühe etc. jedoch stumm. In einzelnen Wörtern, wie Elfen- 
bein, Ungarn, Hebräer u. a. hat der Gebrauch gewechselt. — Die Aus- 
sprache des nhd. h scheint stets dieselbe gewesen zu sein. Ickelsamer 
(um 1534) beschreibt den Laut als einen »scharpflfen athem, wie man in 
die hende haucht«. 

§ 71. Englisches h (in der gebräuchlichen Orthographie 
durch h bezeichnet) erscheint ebenfalls ausser im Anlaut (auch 
Satzanlaut) nur vor betonten Vokalen und geht bei enkliti- 
schen Wörtern vrie had ad (h(bd), has az {htkz)^ have av (ktkv], 
he y {Mj) , her a[r] (hce) , him im (htm) , his iz [hiz] , mit dem 
Aceent verloren; stumm ist das h der Schrift in heir, honest, 
honour, hour u. Abi. — Der englische Ä-Laut besteht in 



§ 71. . I. L. mit Mundöffn. 2. Stimmlose: Ä-Laute. 105 

einem Hauch, der weniger stark ist als deutsches h und sofort 
noch merklich schwächer wird, ehe der folgende Vokal er- 
tönt: hold hö^ld^ genauer h>&i/^ld oder <h>6y^ld. — Ein noch 
schwächerer A-Laut, der sog. »leise Hauch« (in der Ortjiographie 
unbezeichnet) geht in der Regel dem vokalischen Anlaut vor- 
aus, wobei das Maximum der Exspirationsstärke erst mit dem 
Vokal erreicht wird: cid 6yLH = h<öuld, 

Anm« 1« Die obige Darstellung des englischen h stimmt mit Sieyebs' 
(2 S. 111 und ebenso wieder 3 S. 132) Auffassung von Ellis' »jerk«. SiE- 
TERS bemerkt, nach der Beschreibung von Ellis S. 1130 würde er das 
englische h, welches sich deutlich vom deutschen h unterscheide, so be- 
zeichnen, aber nach den Bemerkungen von Sweet »Handb. « S. 65 scheine 
es, dass eher ein dem deutschen h ähnlicher Einsatz gemeint sei. — Si- 
cherlich meint Ellis nicht das deutsche, w^elches er als »flatus glottid« 
;=') oder »jerk« + »flatus glottid« auffasst, sondern in der That das eng- 
lische Ä; s. ausser IV S. 1130: I S. 5; IV S. 1373. Wenn aber SiEVEES 
sagt, bei Ellis' »jerk« beginne der »Hauch« mit einem raschen Exspira- 
tionsstoss, so entspricht das nicht der von Ellis gegebenen Definition, 
wonach der »jerk« (und somit das von Ellis als »jerk« aufgefasste ge- 
wöhnliche englische h] »without any interposed flatus«, eben wirklich als 
ein blosser »Ruck«, »Hub« oder »Stoss«, zu verstehen ist, etwa sa:>oder 
<> (SiEVERS* Übersetzung: »etwa gepuffter Einsatz« scheint mir nicht 
recht zutreffend). Sweet fasst den »jerk« als »jerk of the voice« auf; aber 
dies finde i<;h bei Ellis selbst nirgends bestätigt. Eins von beiden. Hauch 
oder Stimme, muss, wenn der »jerk« ein wirklicher Laut sein soll, trotz 
Ellis jedenfalls substituirt werden, und zwar ohne Zweifel der Hauch. 
Sweet bemerkt auch, er finde, dass wie bei seiner eignen, so auch bei 
Ellis' Aussprache des englischen h ein Hauch stattfinde, nur sei er bei 
Ellis auf ein Minimum reduzirt. Auf den Unterschied zwischen engli- 
schem und deutschem h geht Sweet (wie auch Storm, Evans etc.) nicht 
ein. Derselbe ist nicht zu bezweifeln, aber praktisch von geringer Bedeu- 
tung und bedarf in der Schule keiner Berücksichtigung. 

Anm« 2» Der »leise Hauch« (Purkinje) ist Ellis' »gradual glottid« 
(IV S. 1129), Sweets »gradual beginning« (S. 63) und Sievers' »leise ge- 
hauchter Einsatz« (S. 110). Wenn Sweet ihn für »die gewöhnliche Art, 
einen Vokal zu beginnen« erklärt, so ist dies nur für das Englische rich- 
tig. Evans' Bemerkung (S, 99) , slight ears werde von sly tears durch 
»the emphatic initial voice« unterschieden, ist wohlauf den »leisen Hauch« 
zu beziehen, wenn auch von EvANS (er gebraucht dafür einfach sein Zei- 
chen für » Stimme « : o) nicht so gemeint. Er identifizirt » emphatical initial 
voice« und nicht seinen »glottidal catch« (unser') mit dem arabischen Alif 
und dem griechischen Spiritus lenis, wie s. Z. Purkinje seinen »leisen 
Hauch« (vgl. aber § 28). — Das Vorkommen des »leisen Hauchs« im Eng- 
lischen erklärt den bekannten Gebrauch von blossem Vokal für h -+- Vokal 
(»dropping one's aitches«) bei ungebildeten Engländern : old für hold, air 



106 I. TeiL Die Sprachlaute, ü. Kap. Mundartikulation. § 71—73. 

für hair etc., und umgekehrt. Nach Storm S. 52 f. würde dabei im yo- 
kalischen Anlaut der »leise Hauch« (wie Sievers S. 131 korrigirt, ist füi 
»leiser Einsatz« in der StöUe bei Storm »leise gehauchter Einsatz « zu le- 
sen), für h anstatt h der Spiritus lenis [d. h. '] gesprochen. 

Anni. 3. Für das 16. Jh. gibt Ellis in S. 892 f. auf Grund seiner 
Quellen das h als stumm an in den Wörtern habit, habitation (schwan- 
kend) , honest, honour, honourable, hour 9Üer\ für das 17. Jh. 
(IV S. 1009 f.) als stumm in Heotor, hedge, heir, hemorrhoids , her 
(nach Konsonanten), herb erh, jM, heriot, hermit, hosannah, ho- 
stage, hour — nur dies und hourly nach Miege (1688) mit stummem h 
— und oft in him, his, homage, host; für das 18. Jh. nach Dyche 
(1710) das h als stumm in honour, honourable, herb, heir, honest, 
humble (doch nach andern auch lautbar in herb, heritable, humble;, 
nach andern auch in hostler, humor, hemorrhoids. Die Aussprache von 
herb, hospital, humble mit stummem h ist veraltet ; für hostler schreibt 
man jetzt der Aussprache entsprechend ostler. Zur Tendenz der Aus- 
sprache im allgemeinen vgl. Sweet »Handb.« S. 194: If English had been 
left to itself the sound h would have been as complety lost in the Stand- 
ard language as it has been lost in most of the dialects«. 

§ 73. Das Französische besitzt keinen Hauchlaut h 
als integrirenden Teil seines Lautsystems. Alle h der Schrift, 
gleichviel ob »h muette« oder »h aspiree« genannt, sind regel- 
recht stumm: h6ros e'rö- wie heroine e'ro'vn. 

Anm« 1. Vor einem stärker betonten Vokal (insbesondere nach einem 
schwächer betonten) tritt jedoch nicht selten ein schwacher Hauchlaut ein: 
la honte Id höt statt lä oty fLea,u ßehö' staXt ßeo' (Plötz »Anl. « S. 124, 
Sweet »Handb.« S. 124, Stürm »E. Ph.« S. 53. Ich habe auch aha dÄö 
so gehört). 

Anm« 2« Das verstummte »h aspiree« übt in der heutigen Aussprache 
noch die Wirkung aus, dass zwischen einem dem h vorhergehenden End- 
konsonanten und einem ihm folgenden Vokal keine »Bindung« (§ 30 Anm. 1) 
stattfindet und die Vokale a oder e des Artikels oder der Pronomina vor 
dem folgenden Vokal nicht elidirt werden. In der Normandie wird das »h 
aspiree« noch als Hauchlaut gesprochen; oft auch sonst im Affekt, z. B. je 
te hals zö tö he, weshalb Passy stets dafür h schreibt. 



Anm« 3« Auch die älteren französischen Grammatiker unterscheiden 
"Wörter mit aspirirtem und mit stummem h; Beza (1584) gibt eine lange 
Liste von Wörtern mit »ih aspiree«, die dasselbe noch sämtlich heutzutage 
besitzen (Livet »La Gr. franc. etc. au XVI e siecle 1859 S. 515). Ob die- 
ses h damals einen selbständigen Lautwert hatte, ist zweifelhaft; nach 
Beza wurde das h, wo es vorhanden war, sehr sanft gesprochen. Vgl. 
Ellis III S. 805. 831. Thurot II S. 397 ff. 

§ 73. Die nachstehenden Diagramme geben eine ver- 
gleichende Übersicht der Vokale des Deutschen, des Englischen 



§ 73-^74. I. L. m. Mundöfiii. 11. L. m. Mund enge u. -versohl. 107 

und des Französischen. Bezüglich der Anordnung der Vokale 
sind Fig. 6 und 7 (S. 16 und 17) zu vergleichen. Die fett 
gedrückten Buchstaben deuten die sowohl lang als kurz ver- 
kommenden Vokale an, die Pfeile die für die Zusammen- 
setzung der Diphthonge geltende Richtung. Für das Deutsche 
und Englische sind durch die Mundstellungen der Vokale zu- 
gleich die der antevokalischen Ä-Laute gegeben. 



e{8) 




iu) 
(ö) 


eiö) 


9 


(0) 



a 

Diphthonge: ai, ay^\ o%. 



i 


(u) 




e iö) 




ce a 
ce a d 


Diphthonge : 


ai, fl^; öt^; ejf; ot. 


i(ü) 


(W) 


€{Ö) 


(O) 




efiöö) (o){o) 

ä 
aa 





Fig. 12. Vokalschema 

1) des Deutschen. 2) des Englischen. 3) de s Französischen. 

(zugleich fftr die %-Lante). 

II. Laute mit Mundenge und Mundverschluss. 

Konsonanten. 

Stimmhafte und Stimmlose. 

§ 74. Ist die Mundartikulation eine solche, dass an irgend 
einer Stelle des Mundkanals eine Enge oder ein Verschluss 
gebildet wird, so verursacht der den Mund passirende Exspi- 
lationsstrom ein Geräusch, wobei auch die durch die Artiku- 
lation bedingte Resonanz nicht ohne Einwirkung bleibt, aber 
doch nur eine nebensächliche Rolle spielt. Bestimmte auf 
solche Art gebildete Geräusche werden als Sprachlaute ver- 
wendet (Geräuschlaute, Konsonanten ausser den Kehlkopf- 
lauten und Ä). Beruht der Laut auf der Reibung, welche der 



108 I. Teil. Die Sprachlaute. 11. Kap. Mundartikulation. . §74. 

durch die Mundenge sich drängende Atemstrom verursacht, 
so ist der Laut ein Reibelaut; beruht er auf der durch Ver- 
schluss bewirkten Hemmung des Atemstroms, bezw. auf der 
bei Öffnung des Verschlusses entstehenden Explosion, so ist 
der Laut ein Verschlusslaut. Verbindet sich mit dem Ge- 
räuschlaute ein Stimmton, so ist der Laut stimmhaft, im 
andern Falle stimmlos. Ein stimmhafter Verschlusslaut heisst 
auch nach kürzerer grammatischer Bezeichnung Media, ein 
stimmloser Verschlusslaut Tenuis. In der Kegel steht in der 
Praxis einem schwächer artikulirten stimmhaften Laut (Reibe- 
laut oder Verschlusslaut) ein stärker artikulirter stimmloser 
Laut gegenüber, die beide als selbständige Sprachlaute dienen. 
Es empfiehlt sich, solche Lautpaare in Verbindung mit ein-, 
ander zu betrachten und nicht (wie bei den Lauten mit Mund- 
öffnung) einerseits sämtliche stimmhafte, andrerseits sämtliche 
stimmlose Laute zusammenzustellen. Die verschiedenen Artiku- 
lationsstellen und -weisen, welche bei den Lauten mit Mundenge 
grossenteils denjenigen bei den Lauten mit Mundverschluss ent- 
sprechen, werden unten im einzelnen zur Sprache kommen. 

Anm« 1« Die Reibelaute werden auch Frikatiyä, Spiranten [über 
»Aspiraten« s. sogleich), Dauerlaute, kontinuirliehe Laute, die Verschluss- 
laute auch Schlusslaute, Schlaglaute, Stosslaute, Explosivlaute, 
Momentanlaute, Mutä genannt. Dem Ausdruck »Verschlus8laute<f entspre- 
chend könnte man die Reibelaute auch als »Engenlaute« bezeichnen. 
Traltmann sagt »Schleifer« oder »Klapper«. Bell und Sweet gebrauchen 
die Ausdrücke »open« und »shut (oder »stopped«) consonants«. — Sievers 
warnt mit Recht (3 S. 53) nachdrücklichst vor einer Vermischung der »Spi- 
ranten« mit den »Aspiraten«, worunter die neuere Phonetik nur Verschluss- 
laute mit einem der Explosion nachfolgenden Hauch versteht, während 
die hergebrachte Grammatik darunter nicht nur Aspiraten in diesem engeren 
Sinne (z. K. ^ + *), sondern auch noch Spiranten (z. B. /; und »Affri- 
katen«, d. h, Verschlusslaute + Spirans (z. B. />/), zusammenfasst, wie 
in der Lautverschiebungsformel TAM = Tenuis, Aspirata, Media. 

Anm« 2. »Stimmhaft« und »stimmlos« hat Trautmann für das 
gebräuchliche »tönend« und »tonlos« ^man sagt auch »Stimmlaute« und »Stumm- 
laute«' oder, einigermassen missverständlich, »stumme Laute<0 eingeführt. 
Die Sache ist damit viel besser bezeichnet und der Verwechslung von »ton- 
los« = »stimmlos« mit »tonlos« = »unbetont, unaccentuirt« vorgebeugt. 
Darunter ist natürlich immer, was die Worte besagen: »mit Stimme« und 
»ohne Stimme« (oder »Stimmton«) zu verstehen und nicht dafür »weich« und 
»hart« als gleichbedeutend zu substituiren. S. die folgende Anm. 

Anm« 3« Ein Laut kann »weich«, d. h. schwach artikulirt sein, ohne 
deshalb »stimmhaft« zu sein, und dies trifft bei den in Mittel- und Süd- 



§ 74. II. L. mit Mundenge u. Mundverschluss : Konsonanten. 109 

deutschland als »weich« betrachteten Konsonanten, (zunächst g, d, b, s)^ 
im allgemeinen aber sämtlichen Eeibelauten, auch den als »hart« betrachteten 
Reibelauten, ch, ss, seh (weniger f) der Schrift thatsächlich zu, die schwach^ 
aber stimmlos sind. Die so gebildeten Yerschlusslaute (für geschriebenes 
g, d, b, aber oft auch für p, t« k etc.) sind daher als schwache Tenu es 
zu bezeichnen. Sähe man als das Charakteristische der Tenues nicht die 
Stimmlosigkeit, sondern die Stärke der Artikulation an und dementspre- 
chend als das Charakteristische der Medien Qicht die Stimmhaftigkeit, 
sondern die geringere Schwäche der Artikulation, so könnte man, wie dies 
oft und auch in der 1. Aufl. dieses Buches geschehen ist, jene schwachen 
Tenues auch stimmlose (tonlose) Medien nennen. Es ist hiergegen 
aber nicht nur geltend zu machen, dass der Sprachgebrauch (und zwar 
auch der ausserdeutsche) die Ausdrücke Tenuis und Media in ersterem 
Sinne zu verwenden pflegt, sondern auch, dass es sich bei »stark« und 
»schwach« (wofür Sievers mit Winteler die Bezeichnungen »Fortis« und 
»Lenis« gebraucht), um relative Unterschiede handelt, und dass, wenn z. B. 
nach norddeutscher Aussprache das d in lade zum t in rate im Verhältnis 
von Lenis zu Fortis steht, dies Verhältnis auch dann noch dasselbe bleibt, 
wenn beide Laute unter gleichen Silbenverhältnissen gleichmässig verstärkt 
werden, wie in »Padde — Batte« (Franke »Engl. Stud.« VIII 1885 S. 336), 
wo auch nach SiEVERS in dem dd von Fadde eine (tönende) Fortis vor- 
liegt, das tt in Batte aber eben zu diesen dd gewissermassen wieder die 
Fortis bildet. Endlich ist z. B. von Kräuter »Zs. f. d. A.« XXX S. 124 
mit Recht hervorgehoben worden, dass oft, wo angeblich stimmlose Fortes. 
neben stimmlosen Lenes vorkommen, in der That die ersteren Laute Aspi- 
raten und Affrikaten — p^, ^, kg, kc — sind. 

Anm« 4« Für die fremdsprachliche Praxis ist zu bemerken : Wer nur 
solche stimmlosen »weichen« Laute zu sprechen gewohnt ist, hat darauf zu 
achten, 1) dass mit allen als stimmhaft geforderten Lauten der z. B. bei 
einem länger ausgehaltenen m, n, 7^ (= ng) oder / auch in süd- und mittel- 
deutscher Aussprache deutlich zii hörende Stimmton wirklich vorhanden 
ist, z. B. ein stimmhaftes s (= z) ein dumpfes Summen repräsentirt, und 
2) dass die als stimmlos verlangten stärker als die entsprechenden stimm- 
haften Laute sind. In einer süd- oder mitteldeutschen Klasse werden am 
besten die Stimmhaften förmlich eingrübt (die Eeibelaute auch im Chor 
lang ausgehalten!), zuerst dieses gesummte z, dann z, femer labiodentales 
V, englisches Ö, j\ j, endlich b, d, g. Es ist dann in der Regel ein für 
allemal gelernt. Richtige Anwendung dieser stimmhaften Laute ist im 
Englischen und Französischen unerlässlich. Die gesprochene Sprache 
bleibt sonst ein lächerliches und von Engländern und Franzosen oft genug 
verspottetes Kauderwelsch; ungefähr als wenn man im Deutschen alle g,. 
d, b durch die gewöhnlichen Lautwerte von k, t, p wiedergäbe. Ob bei 
den einzelnen Lauten genau die richtige — ^ z. B. dorsoapikale statt der 
dorsalen — Bildungsweise getroffen wird, ist von viel geringerer Wichtig- 
keit und stellt die durch Unterscheidung der Stimmhaften und Stinmilosen 
erzielte »Korrektheit« der Konsonantenaussprache kaum in Frage. 

Anni« 5« Auch in einer guten deutschen Aussprache, wie sie die- 



110 I. Teil. Die Sprachlaute. IL Kap. Mundartikulation. §74—75. 

Schule zu erstreben hat, sind meines Erachtens die stimmhaften Konso- 
nanten und somit Scheidung inlautender b, p; s, 88 etc. nicht zu entbehren. 
Auf der Bühne ist dies praktisch in ganz Deutschland bereits anerkannt, 
und es ist sicher, dass diese norddeutsche Sprechweise in immer weitere 
Kreise dringt (nicht zum wenigsten durch den Militärdienst; di« »Einjäh- 
rigen« erweisen sich besonders empfänglich). Vgl. meine Bemerkungen »Zs. 
für Orthographie«! I 1880--1881 S. 159 f., wo ich auch darauf hingedeutet 
habe, dass 1) das norddeutsche System mit seiner deutlicheren Unterschei- 
dung der »weichen« von den »harten« Konsonanten, seinem grösseren Reich- 
tum an klangvollen Stimmlauten und seiner Übereinstinmiung mit dem 
Konsonantismus der übrigen Kultursprachen an und für sich das vorzüg- 
lichere ist, zugleich aber auch 2) bei dessen Anerkennung für die Gesamt- 
sprache ein wirklicher Ausgleich zu Stande kommt, indem der hochdeutsche 
Süden (einschliesslich Mitteldeutschlands) die Wortformen — oder, wenn 
man will, die Sprache — , der niederdeutsche Norden die Lautinterpretation 
— die Aussprache — liefert. Unsere Mundarten mögen wir daneben in 
engerem Kreise weiter reden. 



1. Laute mit Mundenge: Beibelaute. 

a. Gutturale und Palatale. 

§ 75. Reibelaute, bei denen die Enge durch Annäherung 
des hinteren Zungenriickens an den weichen Gaumen herge- 
stellt ist, heissen gutturale — richtiger: postpalatale 
(Typen jc\ solche, bei denen sie auf Annäherung des vorderen 
Zungenrückens .an den harten Gaumen beruht, palatale — 
richtiger: antepalatale Reibelaute (Typen /p). Wie bei den 
Lauten mit Mundöffnung ist der Rücken der Zunge der arti- 
kulir ende Teil, die Bildungsweise also eine dorsale. Die 
c-Hebung entspricht der bei w, die f-Hebung der bei i, und 
ist nur eben bei den Reibelauten soviel höher, dass eine Enge 
und beim Durchgang des Ateins eine Reibung entsteht. Das 
Uvulare r (als solches hier durch jl bezeichnet), bei welchem 
die Engenbildung noch weiter hinten stattfindet als beim ge- 
wöhnlichen c (weshalb wir das x zunächst betrachten), lässt 
sich als eine Abart des letzteren mit dem eigentümlichen 
r-Charakter auffassen. 

Anm« Nach der hergebrachten Terminologie der griechisch-lateinischen 
Grammatik werden die gutturalen und palatalen Konsonanten und zwar 
wie die Beibelaute, so auch die später zu behandelnden Yerschlusslaute 
der Typen gk) unter dem Namen Gutturale zusammengefasst. Die An- 
erkennung der Palatale beruht auf der Sanskritgrammatik. Bell hat in 



§75—76. n. L. m. Mundenge: Reibelaute. Zäpfchen-r. Hl 

die englische Phonetik die Bezeichnungen »backa für guttural und »fronU 
für palatal auch in Bezug auf die Konsonanten eingeführt (vgl. oben S. 22). 
WiNTELER und SiEVEKS stellen die guttural-palatale Gruppe zugleich mit 
den sogenannten Dentalen als »Zungengaumenlaute« den Labialen (und 
Velaren) gegenüber. Die. physiologische und phonetische Differenz der 
Reibelaute {je undjp) und Nasalkonsonanten (g und «), sowie der Paral- 
lelismus mit den Vokalen verlangt eine Trennung, das physiologische und 
phonetische Verhalten der Verschlusslaute (gk) und die Geschichte der Laute 
eine Verbindung ; daher die obige Koppelung : »Gutturale und Palatale« im 
Gegensatz zu den »Dentalen« und »Labialen«. 

1) Zäpfchen -r. 

§ 76. Das Zäpfchen -r oder das uvulare r (= u) ist der 
Zitterlaut, welcher entsteht, wenn das Zäpfchen in Schwingun- 
gen versetzt wird. Meist ist der hintere Zungenrücken ge- 
hoben. Wird die Bildung einer Längsrinne, in welcher das 
Zäpfchen schwingen kann, unterlassen, so wird der Laut 
kratzend oder geht ganz in j, bezw. c über, indem sich Gau- 
mensegel und Zungenrücken an der Bildung einer Reibungs- 
enge beteiligen. Insofern ist die gewöhnliche Bezeichnung als 
»gutturales r« gerechtfertigt. — Der Laut ist in der' Regel 
stimmhaft, wie Zungen-r, wird aber wie dieses vor oder 
nach Stimmlosen auch häufig stimmlos. — Zäpfchen-r statt 
des Zungenspitzen-r ist in Deutschland vielfach und zwar vor- 
wiegend in den Städten in Gebrauch und ist in weiterer Ver- 
breitung begriffen. Für die Bühnensprache gilt noch das 
Zungen-r als das korrekte. In England kommt u nur als 
mundartliche oder individuelle (»Northumbrian burr«) Eigen- 
tümlichkeit vor. Für Frankreich ist es als Regel anzusehen, 
insbesondere gilt es in Paris wohl ausschliesslich, obwohl 
Zungen-r auch in Frankreich theoretisch noch den Vorzug hat. 
Vgl. im übrigen § 90 ff. über Zungen-r. 

Anm« 1« Dieser r-Laut ist genetisch als Stellvertreter von früherem 
Zungen-r anzusehen, neben -welchem er auch granunatisch noch keine 
selbständige Anerkennung gefunden hat. Evans hat (S. 101 f.) die inte- 
ressante (durch meine Versuche bestätigte) Beobachtung gemacht, dass 
dieses letztere ein »gemischter« Laut sei, indem ausser der Zungenspitzen- 
hebung eine Hebung des Zungenrückens nach dem weichen Gaumen hin 
stattfinde. So erhält die Substitution nicht nur eine akustische, sondern 
auch eine physiologische Erklärung. Hierdurch fällt auch ein neues Licht 
auf die so lange wiederholte und in neuerer Zeit so oft zurückgewiesene 
Angabe der älteren Orthoepisten, wie Walker und Smart, das9 das aus- 



112 I.Teil, Die Sprachlaute. II. Kap. Mundartikulation. §76. 

lautende r im Englischen guttural sei. EvANS sieht denn auch in der 
That in dem Laut des r in bard (stimmhaft) und in part, rampart 
(stimmlos) den »vocal continuant« zwischen unsilbigem ä und dem Reibe- 
laut j und c (ach-Laut) (ähnlich wie ich »Phon. Journal« XLI 29. Jan. 
1881 »Spell. Exp.« I S. 48fj, wie er einen »vocal continuant« »w^ zwischen 
ü und bilabialen v {w) annimmt etc. 

Anm« 2« Kissling, welcher ein gutturales r (mit Vibration des 
weichen Gaumens) als eine besondere dritte Varietät neben »uvualem« und 
Zungen-r anerkennt, findet (S. 10), dass ein durch zu starke Hebung der 
Zunge in »einen dem c sehr ähnlichen Eeibelaut« übergebendes gutturales 
r im Niedersächsischen gebraucht wird, wogegen Sievers* Angaben (S. 89) 
über das von Brücke, wie wir (§25 Anm. 2) sahen, als Kehlkopf-r bezeich- 
nete niedersächsische r eher auf den oben besprochenen dritten Halbvokal 
hindeuten. 

Anm« 3« Die meisten Leute sind sich nicht bewusst, ob sie Zungen- 
oder Zäpfchen-r sprechen, und hören wohl gar keinen Unterschied, selbst 
wenn das Zungen-r dem für Zäpfchen-r eingetretenen j oder c gegenübe^ 
steht. Ich erinnere mich, dass in einer grösseren Klasse mindestens ein 
halbes Dutzend Schüler ein mit deutlich gerolltem Zungen -r diktirtes 
Waaren als Wagen niederschrieb; selbstverständlich sämtlich solche, die 
selbst Zäpfchen-r oder dafür j (c), und inlautendes g ebenfalls als^, zu 
sprechen gewohnt waren. Ist das r nur schwach artikulirt, so ist die 
Unterscheidung allerdings nicht so leicht. Stark gerolltes oder geschnarrtes 
Zäpfchen-r dagegen fällt Zungen-r-sprechem auf. So mussten, um aus 
meiner nassauischen Heimat einen Beleg anzuführen, die Braubacher wegen 
ihres geschnarrten Zäpfchen-r den Keim über sich ergehen lassen (alle r 
uvular geschnarrt): »Zu Braubach auf der Kellerei stehn dreiunddreissig 
Kröppe (Kochtöpfe) voll iJeisbrei in einer J?eih'«. Jetzt greift auch bei 
uns das Zäpfchen-r immer mehr um sich, ohne jedoch hinter a recht zur 
Geltung zu kommen (in Wiesbaden höre ich in der Sprache des unteren 
Mittelstandes keinen Unterschied zwischen ja und Jalir, hat und hart). 

Anm« 4« Das Durhamer r (»burr«) hat nach Evans HS. 104 eine 
tiefere Basis als gewöhnliches Zäpfchen-r und wird bisweilen durch ein 
tiefes von sonstigem g unterschiedenes g ersetzt (vgl. hiermit Ellis 1 
S. 198j. 

Anm« 5« Unter »r grassey6« — eigentlich Bezeichnung des Zäpfchen-r 
im Gegensatz zum Zungen-r (vgl. Legoüv^ »L'art de la lecture«« 1877, ^ 
S. 59) — versteht man jetzt in der Kegel ein stark geschnarrtes Zäpfchen-r. 
So behauptet Jozon »L':^cr. phon.« S. 89, Feline habe das »r grassey^« 
der Provenzalen und Araber nur deshalb nicht in sein Alphabet, (»Biet, 
de la pron. franc.« 1851) aufgenommen, »parce que ce son est inconnu 
ä Paris et dahs le Nord de la France«, fügt aber ausdrücklich hinzu, 
dass jener Laut nur »un r ordinaire prolong6, et en outre träs-fort et 
tr^s-rude« sei. 

Anm« 6« Über die r-Laute und besonders die Geschichte der uvularen 
r ist sonst vor allem zu vgl. Trautmanns Untersuchung »Anglia« III 1879 
S. 208 ff. ; dazu Storm S. 98 f. und jetzt Traütmann »Sprachlautecc S. 24t 



§ 76—77. U. L. m. Mundenge etc. 1. Reibelaute. Zäpfchen-r; j und c. 113 

etc. Nach Trautmanns Untersuchungen ist der Laut zur Zeit der Pre- 
ziösen, um die Mitte des 17. Jh., in der Pariser vornehmen Gesellschaft 
aufgekommen und war gegen Ende des vorigen Jahrhunderts in Paris 
schon sehr verbreitet, wo er jetzt ebenso wie in allen grösseren Städten 
.Frankreichs durchaus herrscht. Nach Deutschland ist er vor wenig mehr als 
150 Jahren gekonunen. Über das Aufkoipmen des Lautes in Northumber- 
land lässt sich nichts feststellen. Das Zäpfchen-r ist in Northumberland 
im Rückgang begriffen. 

2) Die gutturalen^- und c-Laute. 
§ 77. Durch Verstärkung der «-Hebung des hinteren 
Zungenrückens nach der Mitte des weichen Gaumens entsteht 
eine Enge, welche als Artikulation für einen stimmhaften oder 
stimmlosen gutturalen Reibelaut dient (phonetische Bezeich- 
nung: stimmhaft j^ stimmlos c). Varietäten entstehen durch 
Vor- oder Zurückschieben der Engenbildung. — Im Deut- 
schen findet sich das stimmhafte j (I.) vielfach in nord- 
deutscher und wohl mustergültiger Aussprache für das (auch 
vor Liquida) inlautende g der Schrift nach gutturalen Vokalen 
(a, o, w), z. B. in Tage tä'j9 (daneben statt j- der Verschluss- 
laut ^). Das stimmlose c (II.) ist der unter dem Namen ach- 
Laut bekannte Laut des eh nach a, o, u^ z. B. in ach, äc, 
sowie, der j-Aussprache des inlautenden g entsprechend, des 
auslautenden g nach a, o, w, z. B. in Tag tä-c (daneben der 
Verschlusslaut h). 

Schreibung der deutschen j- und c-Laute. 
I. j : nur g, und zwar inlautend vor unbetontem Vokal nach 

a-, 0-, t^-Laut: Lage, Bogen, Kugel, Auge etc., auch 

vor stammhafter Liquida: Wagner etc. 
n. c: 1. ch nach a-, o-, w-Laut: Sprache, Loch, Buch, auch 

etc., auch in Fremdwörtern wie Achat, Achilles etc. 

(nie in der Ableitungssilbe -chen, wo- ch immer== p). 

2. cch in Bacchus u. Abi. 

3. g nach a-, o-, w-Laut, und zwar a) inlautend vor Kon- 
sonanz ausser stammhafter Liquida: Magd, Jagden, 
sagte et. — b) auslautend: Tag, Trog, Zug, Aug* (doch 
in der Bindung g' == j) etc. ' 

Anm« 1« Mittleres c, d. h. c mit Enge an der Mitte deis weichen 

Gaumens, scheint der regelrechte Laut nach den drei Vokalen auf der 

gutturajlen Seitenlinie unseres Vokaldreiecks (Fig. 6, S. 16). In meiner 

Aussprache bemerke ich bei ac, oc, uc keine Verschiebung der Enge. Auch 

Yietor, Phonetik. 2. Aufl. 8 



114 I. Teil. Die Spradilaute. U. Kap. Mundartikulation. § 7T. 

Brücke setst nur einen Laut an {z'^], ebenso Sievebs {z^]. Sweet, der 
die mittlere Stellung ausdrücklich für die nonnal-deutsche erklärt, be 
merkt, dass Variationen je nach dem Torhergehenden Vokal natürlich, aber 
nicht wesentlich seien. Kommen solche Tor, so ist aber nach meiner Be- 
obachtung nicht das c nach a der hinterste, das c nach u der vordente 
Laut, wie Sweet S. 53 nach Bei^l angibt, auch nicht das c nach a der 
mittlere Laut zwischen dem hintersten c nach u und dem c nach o als 
vorderstem Laut, wie Diederichs » Z. f. Orth. « III S. 2 findet, sondern die 
Reihenfolge ist von hinten nach Tom gehend uc, oe, ac. Etans hat die- 
selbe Ordnung, schwankt aber für c nach o zwischen der letzten (hinter- 
sten) und Torletzten Stelle und setzt mit seinem hintersten c-Laut deut- 
sches c nach o und u wohl sicher zu tief (abgesehen von dem tiefen 
schweizerischen und sonst oberdeutschen c, welches aber für durchaus 
mundartlich gelten muss). Die Widersprüche beweisen übrigens, dass man 
am sichersten geht, wenn man nur ein einziges e für das mustergültige 
Deutsch annimmt. 

Anni« 2« Ob die Reibelaute j und e (und was hier gleich dazuzuneh- 
men ist, j und p nach andern Lauten als a, o, u) statt g und k (Tage 
tdj9 oder tdj9, Ta« tdc oder täk^) für in-, bezw. auslautendes g anzu- 
erkennen seien, ist die bekannte Streitfrage, die u. a. wieder in meiner 
»Zs. f. Orth.« eingehende Erörterung gefunden hat. Ich habe meine An- 
sicht, dass die Antwort bejahend lauten müsse, so dass die mustergültige 
Aussprache des g die folgende ist: 

. im Anlaut überall: g (stimmhafter Verschlusslaut) 
im Inlaut/ ^^^^ ^' ^' ^' ^ (stimmhafter gutturaler \ ^ 

\ nach andern Lauten: j (stimmhafter palataler 



im Auslaut / ^^^^ a, Oy w. c (stimmloser gutturaler 
\ nach andern Lauten : c (stimmloser pah 



p (stimmloser palataler i-^ 



a. a. O. I 1881—82 S. 158 ff. zu begründen gesucht, und DiEDERiCHS hat 
in einem nachher auch separat erschienenen Aufsatze (Ȇber die Aussprache 
von sp, Bt, g und ng« Rostock 1882, 2. Abdr. Strassburg 1884) ebd. II 
S. Iff. unzweifelhaft bewiesen, dass der nord- und mitteldeutsche Reibe- 
laut bei weitem vorherrscht und dem Verschlusslaut ausser dem Süden 
nebst Schlesien nur kleinere Gebiete überlässt. Weitere Bestätigung in 
Bezug auf das Ostgebiet bringt Franke ebd. IH S. 65 ff. Nach Diede- 
richs' Nachweisen erstreckt sich die Reibelautaussprache des in- und aus- 
lautenden g linksrheinisch bis zwischen Ottweiler und Strassburg (vereinzelt 
bei Basel), rechtsrheinisch bis zwischen Rastatt und Karlsruhe, bis min- 
destens Heilbronn (vereinzelt südlicher) und weiter südlich als Nürnberg, 
(vereinzelt in Lindau im Bodensee). Im Osten läuft die Grenze, wie 
Kewitsch »Zs. f. Orth.« II S. 172 mitteilt, nördlich von Rawitsch; doch 
ist nach Franke (a. a. O.) in der Gegend von Sorau der Reibelaut nicht 
nur, wie sonst meist im Gebiete des Verschluss-g (wohl durch Angleichung 
an -Uch, -Uche vgl. Franke, »Engl. Stud.« VIU 1885 S. 335), in -ig, ige, 
sondern sogar anlautend in Fremdwörtern wie Georg, Gteneral« femer 
vereinzelt in sagt, guten Tag, Talg etc. eingedrungen, und in höherem 



§ 77. L L. mit Mundenge etc. 1. Eeibelaute. j und c, 115 

Grade in die Umgangssprache des Isergebirges. Lohmeter erwähnt »Zs. f. 
Orth.a II S. 190, dass er für inlautendes g auch in Österreich vorkommt. 
Zu den vorstehenden Angaben stimmen die Nachweise bei Trautmann 
»Sprachl.« S. 284 f., der auch bezüglich der »gut deutschen« Aussprache des 
% zu denselben Eesultaten kommt wie ich. 

Anni« 3« Die Verteilung der Beibelaute für in- und auslautendes g 
nach der Ansatzstelle ist in Nord- und Mitteldeutschland, also im ganzen 
Gebiet der Eeibelautaussprache, im allgemeinen so, dass in den oben im 
Text angegebenen Fällen die gutturalen Laute, j bezw. c, in allen übrigen 
die palatalen, j bezw. p, stehen. Nur in der Nordwestecke (Ostfriesland, 
Westfalen etc.) hingegen werden ausschliesslich die gutturalen Laute, j 
und c, verwendet, ohne Rücksicht auf die Beschaffenheit des vorher- 
gehenden Lautes; also j sowohl in Siege als in Tage, c sowohl in Sieg 
als in Tag. (In denselben Gegenden dient j oder c auch für anlautendes 
g, vgl. u.) In Westmitteldeutschland erscheint statt des zu erwartenden 
c nach Konsonanten (r, zum Teil nach 1 etc.) der sonstige Vertreter des 
geschriebenen y, nämlich unsilbiges )(, so in Nassau in Berge, Galgen, 
Metzger; in der Schule wird allerdings, als vermeintlich besser, meist die 
Aussprache f verlangt. Demgemäss ist auch mit dem^ der »Strosburjer 
Bilder« (1875) nicht, wie Trautmann »SprachL« S. 285 glaubt, stimmloser 
Reibelaut c, sondern unsilbiges { gemeint. 

Anm« 4. Es darf allerdings nicht unerwähnt bleiben, dass in dem 
oben abgegrenzten Keibelautgebiete ausnahmsweise Verschlusslaut statt 
Reibelaut erscheint. So z. B. im hannövrischen Deutsch für das inlau- 
tende g, während das auslautende Reibelaut ist: Tage tdg9_, Tag tdc, 
Siege zi'g9^ Sieg z^p etc. (vgl. Huss S. 23 f.) , in mitteldeutschen Gegenden 
umgekehrt (vgL Lohmeyer a. a. 0. S. 191). Auch hier wieder richtet der 
Widerspruch sich selbst. Dann haben wir ferner die Verschlusslautaus- 
sprache der »gebildeten« Opposition oder Reaktion in Qegenden, wo der 
Reibelaut auch für anlautendes g gebraucht wird. EIewitsch gibt an 
(ebd. III S. 43), das gehe so weit, dass er im Nordosten wiederholt getzt 
statt jetzt gehört habe, und ich konnte dasselbe vom Niederrhein ver- 
sichern. Der Grund liegt, wie ich ebd. bemerkt, offenbar darin, dass das 
dialektische anlautende j (oder^) für g in der Schule und sonst beständig 
korrigirt wird und dann im Bessermachen des Guten zu viel geschieht 

Aiim« 5« Dass sogar im Gesang der Verschlusslaut sich nicht mehr 
halten kann, beweisen die neueren Flugschriften musikalischer Fachmänner, 
iro in verzweiflungsvoller Kompromisswilligkeit unter Umständen Ta^ 
(trotz Auslaut!) und Tac^eläute, KönicA und Könige, Tugend und 
JjOcAik nebeneinander proponirt werden (vgl. »Zs. f. Orth.« I S. 158). Auf 
der Bühne ist die g-Aussprache, wie zu denken, ebenfalls ins Schwanken 
geraten. Theoretisch gilt ja wohl noch der Verschlusslaut; doch liess be- 
reits im Jahre 1878 oder 1879 ein Korrespondent der »Gegenwart« einen 
Notschrei ertönen über die mehr und mehr einreissende »Unsitte« der Reibe- 
lautaussprache (morjen, gejen) auf den Berliner Theatern. Im modernen 
Lustspiel und Konversationsstück wird jedenfalls auch auf den besten 
Bühnen von dem Reibe-g ausgedehntester Gebrauch gemacht. Dies halte 

8* 



116 I. Teil Die Sprachlaute. IL Kap. Mundartikulation. §77. 

ich auch gegen Krauters Bemerkungen »Zs. f. d. A.« XXX S. 129 ent- 
schieden aufrecht und wiederhole folgende Bemerkung aus den Nachträgen 
zur 1. Auflage: »Ich habe dieser Tage [1884] Gelegenheit gehabt, die 
»Meininger« in »Julius Cäsanc und »Fiesco« zu hören, und in Bezug auf die 
g-Aussprache beobachtet, dass in der gehobenen Diktion dieser Stücke in 
der Regel inlautendes g (wie in Hannover) als Verschluss-^, auslautendes 
(meist auch z. B. in sagt, sagte u. dgl.) als Reibe- c oder c gesprochen 
wurde; nicht ganz selten trat jedoch im Inlaut bei denselben Sprechern 
auch jj ein ; j ganz regelmässig in Formen wie heilige, ew'ge ; vereinzelt 
im Auslaut auch k; ich glaube, einmal sogar in pausa g ',Tag)«. Dazu, 
dass, wie Kräuter angibt, manche, auch »bekannte«, Nord- und Mittel- 
deutsche inlautendes g sprechen, vgl. Anm. 4. Bei den mit angeführten 
Schlesiern versteht sich übrigens das Verschluss-g von selbst. 

Anm« 6« Die überwiegende (ob wachsende, lasse ich dahingestellt] 
Majorität ist somit ohne Zweifel für die Reibelautaussprache des in- und 
auslautenden g. Dagegen kann, wie ich glaube, nicht aufkommen, was 
Lohmeyer a. a. O. S. 190 geltend macht: dass die Analogie der Lippen- 
laute für den Verschlusslaut spreche, indem die weitverbreitete (doch vor- 
wiegend nur mitteldeutsche!) Aussprache »i^« für inlautendes h (Liebe, 
Oabe) allgemein als nicht der Gesamtsprache angehörig betrachtet würde. 
Den Einwand, dass zu jenem w nicht der entsprechende Auslaut (/) sich 
entwickelt habe (wie niederdeutsch laiwe, laif) weist Lohmeyer damit 
zurück, dass auch solche Inkongruenzen] bei der g- Aussprache vorkämen 
(s. o.); aber diese Inkongruenzen können und sollen ja auch für nichts 
anderes gelten als (hannövrische, mitteldeutsche) Provinzialismen. — Auch 
die Rücksicht auf die durch Anerkennung der Verschlusslaute für in- und 
auslautendes g gesicherte Regelmässigkeit: »Anlaut 6, <f, ^, t?, z — In- 
laut 6, <?, ^, «?, z — Auslaut j?, <, k, /, «« kann an den Thatsachen um 
so weniger etwas ändern, als die ja doch einmal vorhandenen Laute j ja , 
p (ich), c (ach) bei dieser symmetrischen Anordnung leer ausgehen. 

Anm« 7. Ebenso wenig scheinen mir die zum Teil schon erwähnten 
Einwände Krauters, a. a. O. S. 127, zu bedeuten. Wenn mein angebli- 
cher »Versuch«, die Laute j und j »in Hochdeutschland einzubürgern«, 
deshalb »ganz hoffnungslos« sein soll, weil dieselben »ausschliesslich in 
Niederdeutschland vorkommen und kaum einem Drittel aller Deutschen 
geläufig sind«, so gilt dasselbe auch von den stimmhaften 6, <f, g, z, de- 
ren Anerkennung im mustergültigen Deutsch Kräuter selbst für das Rich- 
tige erklärt. Ist deren Einführung in Hochdeutschland möglich, so wird 
es auch die Einführung von j und/ sein, wenn sie auch »weder im Eng- 
lischen noch im Französischen vorkommen« und »niemand eigens dazu um 
sie einzuüben nach dem Norden reist oder besonderen Unterricht nimmt«. 
Beiläufig bemerkt, sind diese stimmhaften j und j inlautend zwischen Vo- 
kalen iTage, Siege) auch mitteldeutsch, z. B. in Nassau, ganz gewöhnlich, 
i^nd zwar auch für geschriebenes ch (Sprache, sieche), wie ich im Nach- 
trag zu S. 120 der 1. Aufl. anerkannt habe und hier ausdrücklich wieder- 
hole. Finden es die Süddeutschen wirklich lächerlich, dass wir kriegt 
kriecht, Bug Buch etc. durcheinander werfen, so können wir uns über 



§ 77. I. L. mit Mundenge etc. 1. Reibelaute, j und c. 117 

die süddeutsclie Verwirrung von Werg Werk nicht nur, sondern auch 
folge Volke etc. moquiren. Allerdings haben die Süddeutschen für ihre 
Trennung Ton kriegt kriecht die Herkunft und den Schriftgebrauch für 
sich, allein dasselbe könnten die niederdeutschen Bewahrer des »spitzen« 
sp st für sich geltend machen, wo Kräuter doch mit Recht anderer Mei- 
nung ist. Auch die »neuhochdeutsche Sprachgeschichte« kann uns zum 
Verschluss-g im In- und Auslaut nicht zwingen, wenn dieses eben nur in 
Süddeutschland und yereinzelt in Mittel- und Norddeutschland durchge- 
führt erscheint, das übrige Deutschland und gerade auch die Heimat der 
neuhochdeutschen Schriftsprache aber sich ablehnend g^en dasselbe ver- 
hält, wie denn auch (vgl. Kräuter a. a. O. S. 130j im süddeutschen 
Gebiet der Übergang oder Rückgang in den Verschlusslaut häufig unter- 
blieben ist. Vgl. auch — ausser den folgenden Anmerkungen — Traut- 
MAXN »Sprachl.« S. 318f. 



Anm« 8« Der c-Laut des ch in ach ist bekanntlich im Deutschen 
sehr alt. Die älteren nhd. Grammatiker scheiden davon keinen c-Laut in 
ich etc. Helber (1594) sagt S. 7, in- und auslautendes ch (ausser vor 
f habe »einen besondere ton: das nemlich das c schwach, wie ein halbes 
g, VD das h gleichsam gedoplet gehört wird«. Fuchssperger (1542) ver- 
anschaulicht den Laut in seiner etwas abgeschmackten Weise: »Ch macht 
den Pruckschlager oder holtzklieber durch den schlegelschlag keichen, 
krachen, vnnd wachen den Storchen» (bei Müller S. 173). Bei Kolross 
(1530j heisst es: »Item so hat das ch. sin vsssprechen vss.dem mu/id, glych- 
sam einer in die hand khucht, oder wie ein gans thüt die iunge hat, so 
so man gegen ir geedt ... ach, ech, ich« ... (ebd. S. 76). Ickelsamer 
(1527?) stellt das ch einfach dem g gleich: »Das ch für ein g« (d. h. es 
wird »im lesen verwandelt« und »für ein g gelesen«), was Jordan (»Leyen- 
schul« Mainz 1533) getreulich nachschreibt (ebd. S. 59. 116. 141). Den 
Laut des g aber beschreibt er »Grammatica« (1534) S. 12 (bei MüiiLER 
S. 128): »Das, g, [würdt gemacht] so die zung das eüsserst des gumens 
berurt, wie die Gens pfeysen wenns ainen anlauffen zubeyssen €tc.«, und 
fast wörtlich so in der »Rechten Weis« und bei Jordan. Ebenso soll das 
i, wo es soviel wie j ist, gesprochen werden: »Das i vorm a e o v für 
ain, g« (S. 26), womit auch Fuchssperger («glych einem g das lind ge- 
sprochen würt«, S. 69) und Kolross (»do das ... i. zum halben g. würt«, 
S. 75) übereinstimmen. 

Anm« 9« Hieraus ergibt sich, dass sowohl ch als auch in der Regel 
g (und i = ji Reibelaut waren; ob guttural oder palatal, können wir nur 
erraten; letzteres doch wohl bei i = J. Den Stiinmton hat Reibe-g gewiss 
ebensowenig wie ch (wie noch heute mitteldeutsch nicht) , während man 
ihn für i = j voraussetzen wird , da jetzt mittel- und süddeutsches j den 
Wert i (stimmlos?; hat, doch z. B. in Sachsen c und häufiger auch sonst in 
dem Wort ja, namentlich wenn es, gleichsam als Interjektion, mit kurzem 
a gesprochen wird. Vgl. auch oben bei Kolross: »zum halben g«, wobej 
freilich zu bedenken ist, dass Kolross' g Yerschlusslaut gewesen sein 



118 I. Teil Die Sprachlaute. IE. Cap. Mundartikulation. §77—78, 

^ird. — Das g war auch sonst nicht durchgängig Reibelaut So sagt 
IcKELsAMER »Grammatica« S. 26 (bei Müller S. 141) vom c, es gelte in 
lateinischen Wörtern auch »in der stym für ain, k, oder ain hart, g«; und 
vorher, S. 25 (S. 140): »Item, wer merckt auch nit, das ain ander vn har- 
ter, gl lautet in den w5rtem Oalilea, Gans, Gaul, dann in J5rg, Genus«, 
womit zu TgL ist FucHSSPEBGERs Definition als »ein genss zom [dies wäre 
freilich doch Reibelaut!] oder die stym eins linden keelschlags, dadurch 
die zung ein wenig vnd lind gegen der keelen oder halss goder, jm hake 
erhebt« (S. 172). Wir dürfen annehmen, dass, wie jetzt, so auch im 16. 
Jh. anlautendes g Verschlusslaut, in- und auslautendes Reibelaut war, das 
anlautende g vor palatalen Vokalen in Fremdwörtern aber Ausnahme bil- 
dete und ebenfalls als Reibelaut gesprochen wurde (s. o. Jörg, Gtenus, 
wo auch jetzt in Mitteldeutschland, im Osten wie im Westen, Reibelaut 
gilt: in der Lausitz jV^JrA; , j^'m« , in Nassau ee'örc, ci'nus. Wie zu er- 
warten, haben Helber (Freiburg) und Frangk (Breslau) auch (in- und) 
auslautend Verschluss-g. Erster er sagt von g S. 8, »seih eigner hall« 
werde« empfunden in soUichen Worten : Weg, steg, bug, zug, flug, klang, 
gang, berg, zwerg, stang, sträng, lang, sehwung, ver-trag, an-klag, ynbe- 
grüesst«, wo nur Yerschluss-g gemeint sein kann. Frakok (1531) stellt 
S. 104 die Regel auf, dass der Vokal einer Sohlusssilbe zu unterdrücken 
sei, wenn diese mit demselben Laut anfange wie die erste Silbe des fol- 
den Wortes — er spricht von »silben odder zungschlegen (so eines lauts 
sein)« — und exemplifizirt : »Als yndertlnig, gehorsam lautet besser, denn 
vnndert&nige gehorsam, bittend demuttig, denn bittende demattig, Vmb 
herbrig gebeten, denn herbrige gebeten, etc. « — Ich bin hier ausfiihrliclier 
gewesen, weil noch die Ansicht herrscht, »dass man«, wie Lohmeter 
S. 189 sagt, »seit Beginn der nhd. Zeit nie ernstlich und in weiteren Krei- 
sen daran gedacht hat, die thatsächliche Aussprache [der mitteldeutschen 
Mundarten] ldc9 Uc9 oder Idjd Uj9 als die regelrechte, die 'hochdeutsche' 
anzusehen ... »Man sprach«, meint Lohmeter, »den Reibelaut, war sich 
aber dabei der Inkorrektheit dieser Aussprache ebenso bewusst, wie der 
Brandenburger, wenn er jot statt got sagt« ... — Dem würden schon — 
von der von Luther bis Goethe gebräuchlichen Schreibung -gen für 
-chen u. dgl. gar nicht zu reden — die Reime der Dichter, von lag: er- 
saoh im »Theuerdank« bis auf Freiligraths Smaragd: 19'aoht und vei- 
terhin widersprechen. Goethe hielt den Reim neige: Sohmerzenareiche 
[ndicd: km^vt89nraic9, ev. ndjjdx 8mirts9nsraiJ9 ^ vgl. oben Anm. 7) gewiss 
ebenso für korrekt wie Schiller sein keck: weg. [kik: wik). Wie das, 
was der eine als Rheinfranke, der andere als Schwabe geschrieben hat, 
deutsch zu lesen ist, haben wir eben selbst auszumachen. 

§ 78. Im Englischen kommt der Laut c zwar nicht 
als anerkanntes Glied des Lautsystems, aber auch in südeng- 
lischer Sprache noch manchmal für gh in der Interjektion 
faugh, sonst = fä, vor, und wird in deutschen, schottischen 
und welschen Fremdwörtern mehr und mehr gebräuchlich. 



§ 78 — 79. II. L. mit Mundenge etc. 1. Reibelaute, j und c, j und c. 119 

Die schottischen und nordenglischen Mundarten verwenden 
den Laut (für gh) noch in grösserei Ausdehnung. — Über j- 
oder c-Laute für w und wh im Englischen und für unsilbiges 
ou, o im Französischen vgl. die labialen Reibelaute; über 
französisches c für auslautendes ou, sonst u\, s. oben bei den u- 
Liauten. 

Anni. Über gutturale und palatale Beibelaute im älteren Englisch 
vgl. § 46 Anm. 2. Ausführliches bei Ellis I S. 209 ff. 

3) Die palataleny und c-Laute. 

§ 79. Wie die gutturalen j und c zu w, so verhalten sich 
die palatalen Reibelaute j und q zu L Beide Laute, stimm- 
haftes y und stimmloses f, finden sich im Deutschen. Das 
erstere (I.) anlautend für j, z. B. ja^a, inlautend für g z. B. 
in I^el i'jel (daneben die Aussprache g) ; das letztere (H.) für ch, 
z. B. in ich «f, ferner inlautendem/ entsprechend für g im Aus- 
laut: Sieg zi'Q (daneben h\ 

Schreibung der deutschen j- und p-Laute. 
I. y : 1. j a) anlautend: ja, jung etc. — b) inlautend in nie- 
derdeutschen und fremden Wörtern : Boje, Major etc. 

2. g inlautend nach e-, t-, ö-, i^-Laut oder stimmhaften 
Konsonanten a) vor unbetontem Vokal: lege, läge, 
schweige, siege, beuge, zöge, lüge; Folge, Berge etc. 
auch bei Ausfall des % in Formen wie ew'ger etc.; 
nach stimmlosen meist q\ güt'ger etc. — b) vor stamm- 
hafter Liquida: regnen^ vgl. Begen; Vöglein = Vöge- 
lein etc. (aber f in regsam, schwankend in Zögling etc.) 

3. y in Fremdwörtern: Yankee/ewÄr, Yukatan etc.; loyal, 
octroyiren etc. 

4. i unbetont nach stimmhaften Konsonanten in Fremd- 
wörtern: Familie, Union etc.; nach stimmlosen tritt 
meist Q ein: Akazie, Nation etc. 

II. p: 1. ch, und zwar a) in- oder auslautend nach palatalem 
Vokal oder nach Konsonant: frech, Bäche, ich, reich. 
Sträucher, Köcher, Bücher, Schwelch, manch, Lerche 
etc.; so auch in Fremdwörtern: Abohase etc. (vgl. c). 
— b) überall in der Ableitungssilbe -eben: Bebchen, 
Fiscbcben, Böckeben, Mamacben, Frauchen etc. — 
c) anlautend in deutschen Namen wie Cherusker, 



120 I. Teil. Die Sprachlaute. 11. Kap. Mundartikulation. § 79. 

Childerioh etc. und in Fremdwörtern wie Chalkis etc., 
Gharaceen, Ghares, Charis etc., Charkow gdrkof, 
Gharon, Chäronea, Ghemie, Gheops, Cherson, Cher- 
sones, Chiasmus, Chiliasmus, Chimäre, Chios, Chiron, 
Chirurg, Ghlamys, Chrie, Chrysostomus u. ä., chthonisch 
etc., daneben auch ^* in Cherub, Gholiambe, Choriambe 
und meist in Chaos, Charta, nur selten h in China. 
2. g nach palatalem Vokal oder nach Konsonant, und 
zwar a) inlautend vor Konsonant: legt, liegt, zeigt, 
säugt, Vögte, trügt*, folgt, sorgt etc.; vgl. auch I. 2 
und 4. — b) aiuslautend: Weg, ruhig. Zweig, Zeug, 
Balg, Berg etc. 

Anm« 1« Die verengte t-Stellung scheint die gewöhnliche und »nor- 
male« Artikulation der j- und c-Laute. Mit Varietäten je nach dem Nach- 
barlaut verhält es sich ähnlich wie bei j und c, vgl. § 76 Anm. 1. DiE- 
DEBICHS hat in dem erwähnten Aufsatz und wiederholt nachher, besonders 
»Zs. f. Orth.« III S. 1 ff., die Ansicht ausgesprochen, dass der ich-Laut 
nicht ein stimmloses palatales j^ also f , sein dürfe, sondern guttural, »mit- 
ten zwischen den beiden Ansatzstellen, wo der Jot- und der Achlaut ent- 
stehen«, zu bilden sei. Auf meine an die Leser der »Zs. f. Orth.« gerich- 
tete Anfrage ist diese Forderung jedoch, wie erwartet, allgemein zurück- 
gewiesen und die gutturale Aussprache des eh nach i etc. für mundartlich 
'erklärt, auch die Unterscheidung des ch in Aachen ^c9n und Mamachen 
mamd'c9n, rauchen rd^C9n und Frauchen /rawc^w ausdrücklich bestätigt 
worden. — Wie Trautmann S. 281 bemerkt, wird in und südlich von 
Leipzig, sowie in ausgedehnterem Masse um den Mittel- und Niederrhein 
ein weiter vom als das »normale« j und c artikuliertes c gesprochen. Ich 
kann dies auf meine eigne (nassauische] Aussprache hin bestätigen. Der 
Übergang zu I ist meiner Aussprache fremd , doch in und um Frankfurt, 
wie von der Lahn rheinabwärts auffällig; wie in den Nachträgen zur 1. AufL 
S. 226 angeführt, lautete 1884 auch bei manchen der Meiningef Schau- 
spieler das c fast wie ^. 

Anm« 2« Im Anlaut kommt ch nur in Fremdwörtern vor (statt 
Chlodwig, Chlotar sollte man Klodwig, Klotar, wie Klotilde, schrei- 
ben und sprechen). Folgt ein Konsonant oder gutturaler Vokal, so ist 
auch hier in der Aussprache meist k eingetreten: Charakter, Chlor, 
Chronik etc. Ist dies nicht geschehen, so gilt, von Mundarten abgesehen, 
c (nicht c) : Chalkis, Chlamys, Chryses etc., wie in Chemie, Chios etc. 

Anm« 3« Das j der Schrift ist in norddeutscher Aussprache, wie auch 
meine norddeutschen Korrespondenten übereinstimmend versichern, stimm- 
hafter Reibelaut (=^1. In Mittel- und Süddeutschland wird vorwiegend 
unsilbiges t = ;{, sehr flüchtig, vielleicht ganz stimmlos, gebraucht : iäf iü^ 
zum Teil c, vgl. § 79 Anm. 4; endlich tritt, und zwar auch in Gegenden, 
wo kein Keibe-g =j gesprochen wird, also der Laut nicht auf Schulein- 



§ 79 — 80. II. L. mit Mundenge etc. 1. Reibelaute, j und c. 121 

flu SS beruhen kann, auch Verschlusslaut , im Norden g^ sonst k ein (vgl. 
Trautmann »Sprachl.« S. 288). Evans findet S. 98 in Übereinstimmung 
mit Ellis, dass der' Laut des Keibe-g in Könige von dem deutschet! j, 
welches er englischem y gleichsetzt, verschieden, letzteres n&mlich mit 
grösserer Öffnung (Enge) und weniger Reibung gebildet sei. Dies gilt also 
nicLt für die gewöhnliche norddeutsche Aussprache. 

Anm« 4* Dialektisch (z. B. in Koblenz) erscheint { auch statt ^ = g : 
U'i^n für U'j9n, Diese auch einem mitteldeutschen Ohr sehr unangenehme 
Aussprache ist, wie noch einmal bemerkt sei, mit dem im Text angesetzten 
j nicht gemeint, sondern der stimmhafte Reibelaut. Im übrigen vgl. über 
die Reibelautaussprache des g § 76 Anm. 1 . In den gebräuchlichen Lehr- 
büchern (sowohl für deutsche Schulen als für Ausländer) und sonst findet 
man häufig den Laut des ch in ich und event. auch das g in legen als 
»weich« im Gegensatz zu dem »harten« ch in ach bezeichnet, während 
zugleich auch d als der »weiche« Laut zu dem »harten« t gilt etc; wie 
denn überhaupt in Bezug auf die gutturalen und palatalen Reibelaute 
vielfach grosse Konfusion herrscht (so auch z. B. bei Benedix S. 38 ff.). 
Daher sei nochmals hervorgehoben: »weich« = »stimmhaft« ist Reibe-g 
(gleichviel ob guttural oder palatal) nur im Inlaut, ch (guttural oder pa- 
latal) niemals; »hart« = »stimmlos« ist g (guttural oder palatal) stets im 
Auslaut (Zug reimt ganz genau mit Buch, seigt mit leicht; wenn man 
Verschlusslaut spräche, wäre Zug genau = Zuk, zeigt = zeikt), ch über- 
all. Soll »weich« nur andeuten, dass der palatale Reibelaut ein glatteres 
Reibegeräusch ist, als der rauhere gutturale, so ist natürlich nichts weiter 
dagegen einzuwenden, als dass diese Bezeichnung (neben »weichem« d, 
»hartem« t etc.) eben sehr missverständlich ist. 

Anm« 5* Über c beim Flüstern vgl. § 39 Anm. 1 und § 55 Anm. 1 . 



Anm. 6* Die Geschichte der palatalen Reibelaute ist § 76 Anm. 2 ff. 
mitbehandelt 

§ 80. Im Englischen ist der stimmhafte palatale Reibe- 
laut j (I.) etwas »weiter«, d. h. mit geringerer Enge gebildet 
und in der Regel ohne deutliche Reibung; er steht am häu- 
figsten anlautend, durch y bezeichnet, wie in yes, und in der 
Verbindung ywt(? = u, eu etc., wie in due (vgl. § 38). Der 
stimmlose Laut p (II.) hat sich nur nach stimmlosen Lauten 
entwickelt und hat kein eignes Zeichen; er findet sich am 
häufigsten in dem Vorschlag des u in Wörtern wie tube etc. 
(vgl. § 38). 

Schreibung der englischen j- und p-Laute. 
I .; : 1. y» fast nur anlautend vor Vokal: yes, young etc. 
2. i, unbetont vor Vokal, nach stimmhaften Konsonanten^ 



122 I. TeiL Die Sprachlaute. II. Kap. Mundartikulation. §80—81. 

wie in onion, familiär etc. (daneben auch unsilbiges t; 
nach d: z), 
3. unbezeichnet in der Verbindung ^St«?, geschrieben u : 
use, due etc., eu : Europe etc., ew : new etc. (vgl. 
§ 38). 
n. p: 1. i, unbetont; voi Vokal nach stimmlosen Konsonanten, 
wie in ruffian etc. (daneben unsilbiges %] nach t oft s). 

2. häufig h in Wörtern wie hue, human etc. 

3. unbezeichnet, nach stimmlosen Konsonanten in der 
Verbindung ^w, geschrieben u : tube, acute etc., eu : 
feud etc., ew: pew etc. (vgl. § 38). 

Anin« !• In der 1. Auflage hatte ich das englische j in yes, rUie als 

unsilbiges i behandelt, was die Natur des Lautes allerdings nahelegt (s. o.); 
doch stelle ich den Laut jetzt lieber hierher. Es gilt hier, was Traut- 
mann S. 165 speziell über den Vorschlag im jütc bemerkt: »dass ein Kon- 
sonant vorliegt, sollte schon daraus geschlossen werden, dass man a unit, 
a use u. s. f. sagt, nicht an luiit u. s. f.«; femer ist zu beachten der von 
mir 1. Aufl. S. 29 f. anerkannte Übergang dieses Vorschlags in f nach 
Stimmlosen. Sweet, der den englischen y-Laut zu den Konsonanten 
rechnet, bemerkt übrigens ausdrücklich (»Handb.« S. 37), es werde oft, wie 
im Mittel- und Süddeutschen, zu einem Vokal abgeschwächt, und spricht 
nur dem norddeutschen j zu , dass es oft deutlicher Beibelaut (distinctly 
buzzed) sei. Nach Evans »Exp.« S. 108 steht y in yes als »vocal continuant« 
zwischen % und / Bell »Sounds a. th. r.« S. 25 stellt y in yet als »top 
Toice«-Konsonant zu dem stimmlosen p = eh im deutschen ich. 

Anm. 2« Ob unbetontes i in den Fällen I. 2 und IL 1 in j bezw. c 
übergeht oder nicht, hängt teils von dem vorhergehenden Konsonanten, 
teils von der Geläufigkeit des Wortes ab; am häufigsten tritt j ein in 
vielgebrauchten Wörtern nach / oder n vor den Endungen -an, ar, on etc. 
(Trautmann S. 175). 

Anm. 3. Dass ich wie Trautmann den Laut c in der Verbindung 
cüw nach Stimmlosen anerkannt hatte, ist in Anm. 1 erwähnt Bell, 
Sweet und Evans thun dies nicht; sie bezeichnen cüw vnejüw; dagegen 
schreibt Bell a. a. O. S. 25 dem Anlaut von hue den Laut des p wie im 
deutschen ich zu, was auch Evans »Exp.« 11 S. 97 und Sweet »Handb.« 
S. 37 wenigstens als »often heard« zugibt. Trautmann nimmt S. 187 »trotz 
der Einstimmigkeit der Wörterbücher« das h hier als stumm an. 

Anm« 4* Die Aussprache des y = y scheint in neuenglischer Zeit 
höchstens zwischen i und J gewechselt zu haben. Fodensteiner (1685) 
stellt es deutschem j gleich. Über J und c in andern Fällen vgL § 38 
Anm. 4if. 

§ 81. In Bezug auf die Artikulation stimmen zu den 
deutschen ; in Bezug auf das Vorkommen im ganzen zu den 



§ 81. II. L. mit MundeHge etc. 1. Keibelaute. j und c. 12$ 

englischen die französischen/- f-Laute, jener (I.) z. B. für 
y in yeu jo'^ für i in vienx ty'o-, dieser (11.) nach stimmlosem 
Konsonanten, z. B. für i in pied pQ^\ Wie hier vokalische r- 
Laute in palatale Reibelaute übergehen, so steht überhaupt 
das französische r, weil sehr geschlossen artikulirt, den Reibe- 
lauten nahe; im Auslaut erscheint für r oft f, das auch wie 
im Deutschen beim Flüstern dessen Vertreter ist (vgl. § 39). 
Ein flüchtiges y-Nebengeräusch folgt dem palatalen w, geschrie- 
ben gn, z. B. digne dinK 

Schreibung der französischen /- und t^-Laute. 
ly^ 1. y» vor Vokal, und zwar a) im Anlaut: yeu, yeuse» 
sonst fast nur in Namen, wie Yeres, Yen, Tonne und 
Fremdwörtern: yatagan, Yömen, York, srucoa, gleich- 
viel ob vor dem y elidirt und gebunden wird oder nicht; 
ebenso mit vorhergehendem stummem h: hyacinthe, 
hyene etc. — b) inlautend in den Verbindungen ay = 
aj in payen, sowie in Namen wie Bayard, Bayeux» 
Bayonne, Biscaye, Cayenne, La Fayette, Mayence; 
ay = ej sonst vor Vokalen : payer, payons etc., crayon, 
frayeur etc. ; so auch vor nicht besonders geschriebenem 
r in abbaye dbeji' ; ey = e;* : grasseyer, grasseyeur etc. ; 
(in ay, ey nicht vor stummem e im Inlaut, wie in 
payerai, payement, grasseyement) ; oy = waj , waj\ 
noyer, croyez etc.; uy = yrj\ yrj: ennuyer, essuyer 
etc. — c) auslautend mit stummem e etc. in den Ver-» 
baiformen paye, payes etc. (== paie, paies etc.), selten 
bei andern Verben. 

2. i, vor Vokal, und zwar a) anlautend nach stummem 
h in hieble, hier. — b) nach stimmhaften Konsonanten: 
vieuz, lion etc. 

3. i, zwischen Vokalen: aieul, naiade etc. 

4. ill, nach Vokal, und zwar a) inlautend vor Vokal: 
caillou, cueillir köß'Tj mouiller etc. (aber auch = Ij 
in meilleur, cuiller küyer). — b) auslautend vor stum- 
mem e: bataille, abeille, feuille, grenouille etc. 

5. U, nach i, und zwar a) inlautend vor Vokal: billard, 
tilleul etc., briller etc. (aber = / bei folgendem i: bil- 
lion, millier, imböcillite etc., in den Verben distiller, 
instiller, osciller, titiller, ferner / in villa, camarilla. 



124 I.Teil. Die Sprachlaute. IL Kap. Mundartikulation. § Sl. 

pusillaDime und andern fremden oder gelehrten Wör- 
tern; vgl. auch unter b. viUe und mille). — b) aus- 
lautend vor stummem e: fllle, famille etc. (aber = / 
in ville und damit zusammenhängendem: viUage und 
Namen wie LunevUle, Villefranche etc., auch in la 
Villette, Viller B-Cotteret8, Villersexel etc. ; / in nüDe, 
sowie in Millevoye etc.; / in oodicille, m^yrtille, pu- 
pille, tranquilie, vaudevüle u. a.; ferner / in den 
Namen Qilles, Lille, DeliUe; Aohille u. a.). 

6. il, auslautend^ nach Vokal: travail, soleil, fauteuil 
(oeil, recueil etc.), fenouil etc. (nicht in -oil = wäl). 

7. Ih inlautend in gentilhomme und einigen Namen, wie 
Merilhou, Milhaud (aber / in Milhau) etc. 

8. nicht besonders bezeichnet in gn s= nf; vgl. n, 

II. f : 1. i, vor Vokal, nach stimmlosen Konsonanten: pied, 
fier etc. 
2. ill, vor stimmlosem Konsonant: feuilleter u. ä. 

Anm« 1« Bas zu Anfang der Anm. 1 des vorigen § Gesagte gilt noch 
mehr bei den französischen palatalen Reibelauten, weshalb ich, statt nur 
auf den Übergang von i in vieuz, pied zum stimmhaften, bezw. stimm- 
losen Keibelaut ^ie in Anm. 1 zu § 55 der 1. Aufl. hinzuweisen, jetzt hier 
die betreffenden Laute als Beibelaute aufführe. Man beachte hier, dass 
vor auslautendem j, z. B. in feuille, wie sonst vor stimmhaften Reibelauten 
der Vokal lanj^ wird. Im Anlaut wird j = J etc. in französischen Wörtern 
als Vokal, in fremden teils als Vokal, teils als Konsonant behandelt: 
IVeuse, llii^ble etc.; d'York, aber le Yucatan etc.; l^ucca neben 
le yucca etc. 

Anm« 2« Dass in dem sog. mouillirten l (I. 4 — 7) in der heutigen 
gebildeten Aussprache keine Spur von / mehr enthalten ist, bedarf wohl 
keines Beweises mehr, wenn auch bekanntlich u. a. Litträ das Gegenteil 
— nicht behauptet, sondern verlangt. Siehe die Nachweise bei Plötz 
»Anl.« S. 7 6 ff. Gegen die von letzterem in der Bezeichnung durchgeführte 
Trennung des mouillirten 1 (= »j«) von dem unsilbigen i habe ich mich 
schon »Zs f. nfr. Spr. u. Litt!« 1880 S. 54 f. ausgesprochen 

Anm« 3« Das sog. mouillirte n = gpi (I. 8) ist zwar nicht, wie ich 
a. a. O. (zum Teil auf Grund von SiEVERS * S. 105) angenommen hatte, 
= w + jf , bezw. n H-j, sondern wesentlich palatales n ^^ n, doch erfolgt 
bei der Lösung des w- Verschlusses ein j-Geräusch, welches Passy »Le fr. 
parle« und Franke »Phrases de tous les jours« als volles j schreiben. Ich 
setze, zugleich mit Rücksicht auf die deutsche Neigung auslautendes ;', 
besonders nach Konsonant in c zu verwandeln (vgl. das häufige auch für 
französisch gehaltene Detail detdlc etc.), nur /. 

Anm. 4« Seit wann sich aus unsilbigem j(-Laut die Reibelaute j und 



§ 81 — 83. IL L. mit Mundenge etc. 1. Reibelaute, j und c. Zischlaute. 125 

c entwickelt haben, ist schwerlich zu bestimmen. Wie oben bemerkt, 
werden diese übrigens noch jetzt von manchen als % angesehen. — Das 
»1 mouill6« hatte nach frühen Quellen des 16. Jhs. den Wert U, 1%; zu Ende 
des Jhs. lautete es als palatales / (/ in der t-Stellung), wohl + i oderj. 
Meigret (1545 und 1550) und Ramüs (1562) haben ein besonderes neues 
Zeichen wie für mouiUirtes n so auch für mouiUirtes 1. Dass Littre u. a. 
noch Jj verlangen, s. oben Anm. 2. 

b, Dentale. 

§ 82. Unter dem Namen Dentale fasst man Laute zu- 
sammen, die mit der Zungenspitze (im weiteren Sinne, auch 
dem »Zungenblatt(f, d. h. der Oberfläche der Zunge hinter der 
eigentlichen Spitze) gegen den harten Gaumen, die Alveolen 
der Oberzähne oder die Zähne selbst artikulirt werden. Bei 
den dentalen Reibelauten wird die Enge teils mit dem vorde- 
ren Zxmgensaum (apikal), teils mit der Oberfläche des Zungen- 
blattes (dorsal), teils mit einem dazwischen liegenden Teile 
der Zungenspitze (dorsoapikal) gebildet. Die Artikulations- 
stelle liegt, wie bei den Gutturalen und Palatalen, so auch bei 
den meisten Dentalen in der Mittellinie des Mundes (mediane 
Bildung); bei den /-Lauten jedoch liegen die Engen zwischen 
den Seitenrändern der Zunge und den Backenzähnen (laterale 
Bildung). 

Anm. Die Bezeichnung Dentale ist allerdings nicht angemessen, aber 
als bekannter zusammenfassender Terminus wohl zu gebrauchen. Sievers 
2 S. 49, 3 S. 58 sagt für »apikal« (Michaelis, Techmer) »koronal«. Ich 
habe auf Techmers Bemerkungen »Int. Zs. « II S. 377 letztere Bezeich- 
nung, wie auch die von mir hinzugefügten Unterscheidungen »postkoronal« 
und »antedorsal« zu Gunsten der obigen zurückgezogen. 

1) Die Zischlaute. 

§ 83. Die Laute der beiden Kategorien, welche im Deut- 
schen durch s und seh repräsentirt werden, fasst man unter 
dem Namen Zischlaute zusammen. Das charakteristische »Zi- 
schen« scheint auf der Brechung des Atemstroms an den Zähnen 
zu beruhen, welcher bei s (seh) ein breiter, bei s (s) ein feiner 
(auf einen Strahl konzentrirter) ist. 

Anm. !• Zum Teil wegen der Menge der vorkommenden Varietäten 
bietet die Naturgeschichte der Zischlaute Schwierigkeit. Spezielle Auf- 
merksamkeit hat denselben Michaelis gewidmet, besonders in der Schrift 
"Über die Physiol. und Orthogr. der «-Laute« Berlin 1863, welche 1SS3 



126 I.Teil. Die Spraohlaute. IL Kap. Mundartikulation. §83. 

u. d. T. »Über die Fhysiol. u. Orthogr. der Zischlaute« in neuer Auflage 
erschienen ist. Er rechnet wie Sieyers u. a. zu den Zischlauten auch die 
Laute 9, p. Er unterscheidet »Halbzischer« (Typus a), wobei sich die Luft 
an der obem Zahnreihe bricht, und »Qanuischer« (Typus / «= seh), bei 
denen beide Zahnreihen getroffen werden (a. a. O. ^ S. 93). 

Ann. 2« Evans sieht (S. 97f.J das Charakteristische der Zischlaute 
in der »Mischung« zweier Reibegeräusche, oder mit andern Worten, dop- 
pelter Artikulation. Bei i wäre eine erweiterte (»relaxed«) c-Enge mit einer 
normalen ^-Enge, bei 8 umgekehrt eine normale c-Enge mit einer erwei- 
terten j&-Enge verbunden. Von der Keibung an den Zahnkanten spricht 
Evans (der in der Lage war, seine Untersuchungen nach Belieben mit und 
ohne obere Vorderzähne anzustellen) überhaupt nicht. Durch Versuche, 
bei welchen ein Luftstrom durch einen geschlossenen Baum mit weiterer 
Eingangs- und engerer Ausgangsöffiiung (wie bei s) und umgekehrt (wie 
bei 8) ging, fand Evans seine Beobachtungen bestätigt. Es ist interessant, 
zu sehen, wie hier Evans, insofern er i und 8 als »gemischt« betrachtet, 
wissentlich mit Bell und in Bezug auf I auch unwissentlich mit Bbücke 
zusammentrifft, dessen Definition des » als [«yj, d. h. gleichzeitiges 8 und 
€ ('2 S. 81 ff.), in Deutschland keinen Beifall gefunden hat (vgl. Sievebs 
2 S. 103}. Besondere Beachtung verdient es, dass Bell in seinem neuen 
Buche (»Sounds and their Relations« 18S2), ohne dass Evans dies wusste, 
der von diesem (1S83) gemachten Ausstellung entsprechend in der That 
seine »Visible Speech« Zeichen für 8 (jetzt point-mixed sc. with-frontf oder 
wie Bell jetzt bei den Konsonanten sagt, top] und i (jetzt top-mixed sc. 
with-point) vertauscht imd damit Evans' Definition im ganzen anerkannt 
bat (S. 26. 30). 

Anm. 3« Dagegen hat — oder hatte (1877) — Sweet geltend ge- 
macht , dass gleichzeitige front (z. B. c] und point (z. B. r oder p) Artiku- 
lation nicht ohne weiteres 8 oder 8 ergebe. Seine Bestimmung, das Zischen 
des 8 beruhe darauf, dass der Atem gegen (»on to«) die Zähne hin gelenkt 
werde, und zwar durch das »Zungenblatt« (die Oberfläche der Zunge hinter 
der Spitze), nicht durch die Spitze selbst (S. 39), ist von Sievebs 2 S. 101 
dahin ergänzt worden, dass dabei »die Zunge in ihrer Mittellinie zu einer 
schmalen mehr oder weniger engen Kinne eingekerbt wird«, womit alles 
Wichtige gesagt sein dürfte. Die von den Engländern in verschiedener 
Weise konstatirte Hebung der Vorderzunge scheint mir nur stattzufinden, 
damit die Kinne gebildet werden kann, welche den Atemstrahl gegen die 
Zahnkanten lenkt. Dass keine (übrigens auch bei f> p mögliche und mir 
geläufige) Annäherung an eine c-Enge stattzufinden braucht, beweist mir 
mein nassauisches «, wobei oft nur das Zungenblatt nach den Alveolen 
hin gehoben wird, so dass der Atemstrahl etwas von oben her auf die 
Mitte der Spalte zwischen den oberen und unteren Schneidezähnen trifft. 
Die untere Zahnreihe (genauer die beiden mittleren Schneidezähne der- 
selben) ist dabei nicht, was Michaelis als Bedingung ansieht, »ausser 
Spiel gesetzt«, weshalb ich seine Einteilung in Halbzischer (Typus s) und 
Ganzzischer (Typus s) nicht gelten lassen kann. Allerdings lässt sich « 
mit Senkung des Unterkiefers, ohne die Unterzähne, bilden, aber dies ist 



§ 83. n. L. m. Mundenge etc. 1. Reibelaute. Zischlaute. 1 27 

auch mit i der Fall. Heibung an scharfer Kante wird für deutlichen 
«-Laut nicht fehlen dürfen; Leute, denen die vorderen Schneidezähne 
fehlen, können freilich ein s bilden (vgL oben Eyans), aber nur ein un- 
vollkommenes. In sofern lasse ich auch gelten, was Techmeb in seiner 
Besprechung meiner 1. Aufl. »Int. Zs.« 11. S. 377 sagt: »Vf. darf das Reibe- 
geräusch an den eigentlichen supradentalen Artikulationsstellen [bei meinem 
s und 8 sind sie das nicht!] nicht übersehen, welches bei Leuten, denen 
die Vorderzähne fehlen, allein zur Unterscheidung der Zischlaute dienen 
muss.« Übrigens haben, wie Techmer a. a. O. bemerkt, seine stomatosko- 
pischen Figuren »Int. Zs.« I Tab. IV, 7 und 8 übereinstimmend gezeigt, 
»dass die Enge bei s [ss s] frontal breiter und gleichzeitig sagittal länger, 
bei 8 und seinen Abarten schmaler und gleichzeitig kürzer ist«. Vgl. 
»Anglia« VIEL S. 334, wonach Fbanke zugleich auch durch direkte Be- 
obachtung — »am einfachsten Selbstbeobachtung mit zwei Spiegeln« — 
meine Angaben bestätigt findet. 

Anm. 4« Das h ist nach Sweet dem 8 sehr ähnlich, hat aber mehr 
von dem »point dement«, d. h. die Zunge ist etwas weiter zurückgezogen 
und mehr aufwärts gerichtet, so dass die Spitze (tip) mehr in Aktion 
kommt (S. 39f.; vgL SiEVERS 2 S. 103f. 3 S. 123f.). Sievers (a. a. O.) ist 
davon nicht befriedigt. Wie er sagt, steht nur so viel fest, dass die 
Zungenartikulation des 8 stets etwas weiter rückwärts liege ; wahrscheinlich 
seien auch die Lippen an «der Modifikation des spezifischen Geräusches 
mehr oder weniger beteiligt; das Wesentlichste sei aber vielleicht bei allen 
/-Artikulationen die Bildung eines grösseren kesseiförmigen Raumes im 
Vordermunde. Nach meinen Beobachtungen treffen Sweets Bemerkungen 
für englisches 8 zu, nicht aber für 8 überhaupt ; umgekehrt ist die von 
Sievers herangezogene Beteiligung der Lippen beim englischen », wenn 
nicht (wie ich glaube) ganz ausgeschlossen, so doch unwesentlich (hierdurch 
vrird meine »Engl. Schulgramm.« S. 3 auf Grund von Sievers * S. 72 ge- 
machte Angabe hinfällig), und die zugleich auch von Storm (S. 43) ver- 
tretene Bildung eines Kesselraums, ja überhaupt ein nennenswertes Zurück- 
weichen der Vorderzunge gilt ebensowenig für i im allgemeinen wie die 
von andern betonte c-Hebung. (Bezüglich der Lippenbeteiligung vgL jetzt 
noch Techmer »Int. Zs.« I S. 180, n S. 377, wonach »Lippen Vorgang dem 
«, -rückgang dem 8 zur Verdeutlichung dient, beide Lippenartikulationen 
jedoch nicht notwendig sind«.) Spreche ich das, was ich für englisches s 
halte, so hebt sich die ganze Vorderzunge; sie bildet zunächst eine 
C-Hebung; der vordere Teil ist in sich rückwärts so zusammengezogen, 
dass die Zunge vom abgestumpft ist und eine Kerbe von oben nach unten 
über diesen Stumpf läuft, und ebenfalls dem Gaumen genähert; ein vor- 
derer Kesselraum ist hier wirklich vorhanden. Die Lippen sind passiv, 
d. h. massig geöffnet und nicht vorgestülpt. Bei dem mir geläufigen 
deutschen 8 hingegen ist die Vorderzunge nur sehr wenig gehoben und die 
Spitze nur sehr wenig zurückgezogen, die Lippen sind (wenn man will, 
zum Ersatz des Kesselraums) vorgestülpt. — Als das Wesentliche bei ^ 
kann ich nur ansehen, dass ein breiter Atemstrom sich an den Zahnkanten 
bricht. In der Regel sind es die Kanten beider Zahnreihen, wie man denn 



128 I. Teil. Die Sprachlaute. ü. Kap. Mundartikulation. §83—84 

bei aufeinandergeschlossenen Zahnreihen durch blosses Durchtreiben ^s 
im Munde nicht anderweitig modifizirten Atemstroms ein i heryorbringen 
kann; doch ist es auch möglich, mit Senkung des Unterkiefers und Ver- 
deckung der Unters&hne ein s zu bilden. — Die populäre Auffassung des s 
als »breiter Zischlaut« wäre somit vollständig gerechtfertigt. 

a) Die £- und «-Laute. 

§ S4. Das Deutsche kennt den stimmhaften breiten 
Zischlaut z (la.) nur in entlehnten, grösstenteils französischen 
Wörtern und behält die fremde Schreibung j, g bei: Journal, 
zurndl, Logis lozi'. Für die Verbindung dz in Fremdwörtern 
tritt wohl allgemein ebenfalls dies einfache z ein: Jockey 
zökai etc. Der stimmlose i (IIa.) ist häufig und wird in 
deutschen Wörtern meist soh geschrieben: Schall sdly Esche 
^esdj Busch büs. Denselben Laut hat s in deutschen Wörtern 
in anlautendem sp, st: Spitse spits9, sprechen spregsn, Stein 
htäin^ straucheln sträucdln. Die Verbindung ts (IIb.} kommt 
für tsch in deutschen Wörtern : Peitsche etc., auch für fremdes 
eh vor, das jedoch häufiger einfach s gesprochen wird: Check 
üekj sek etc. — Die Artikulation des deutschen z und s ist 
dorsal-alveolar oder dorsal-postdental; die Lippen wirken mit. 

Schreibung der deutschen i- und «-Laute, 
la. i : 1. j in französischen etc. Fremdwörtern, anlautend 
etwa in: Jalousie, Jargon, Jasmin (auch mit J)^ Jenny, 
Jockey, Journal, Don Juan d^zuqjj Jury (auch j) u. ä. 

2. g ebenso, anlautend: Gelee, Qendarm (zanddrm, auch 
6-), generös, Genie (aber g\ genial, Genius), genieren, 
Genre [zqr), ^Gentleman zent^lmenj Giraffe (meist g], 
*Giro; inlautend und auslautend: Adagio (meist ^adäzß), 
Agio (meist äzjö')j Arrangement, Bagage, Bandage 
u. ä. (auch 6'), changieren u. ä., Decharge, Doge, 
Eloge u. ä., Engagement u. ä., Gage u. ä., Ingenieur 
^inze-nj6'r)j Negligö, Orange, Begie (Begisseur, aber^: 
regieren), voltigieren. 

3. ge, ebenso, in Flageolet, Sergeant zerzänt etc. 

Ib. dz: ii g in Fremdwörtern: s. unter la. die Wörter mit*. 

IIa. i = \d) : 1. seh : schön, waschen, Fisch (aber = ^c^ = sg: 

Böschen) etc. 

2. s (=: j) anlautend (auch nach Vorsilben) vor p oder t: 

sprechen (besprechen). Stein (gesteinigt, versteinern) 



§ S^* n. L. m. Mundenge etc. 1. Reibelaute. .1 und i. 129 

etc.; auch in Fremdwöitern ausser in unveränderten 
modernen Eigennamen überall (auch wohl in Spaa, 
Spinoza, Staffa, Stambul, Steffens, nur s; Stuart; 
umgekehrt auch s: Spleen, nach Vorsilben etwa in: 
. Constantius, inspizieren (Inspektor etc.), Instanz, In- 
stitut (etc.), Instruktion, konstant (etc.), konstatiren, 
Konstitution, konstruieren (etc.), Perspektive, Pro- 
spekt, Bespekt. 

3. ch, in französischen etc. Fremdwörtern, anlautend: 
Champagner, *chartem, *Oheck, Chef, *Chester(käse), 
Chiffre, *Chika(baüm), *Chile, Chok u. ä., inlautend: 
Attache, Branche, Decharge, Beoherohe u. ä. 

4. sh, nur in englischen Wörtern: Shakespeare (seksjnr)^ 
Shawl [sät), Sherry (fcVr), Shetlands (Utlants) -InBohi^ 
Shrapnell (SrapnSljj ausser in Shlips (nicht engl.!). 

5. X (j) in Don Quixote (Quijote); beide dökriot). 
üb. tS: 1. tsch: Peitsche etc. 

2. ch in Fremdwörtern: s. unter IIa. die Wörter mit *; 
ferner in Quttaperoha (oft p). 

Anm. !• Die deutschen S scheinen sämmtlich dorsal (§ 80) und mit 
Lippenvorstülpung gebildet zu werden; die norddeutschen mit Hebung 
der Zungenspitze bis zu den Alveolen, also alveolar (Sievers 2 S. 104), 
die mittel- und süddeutschen ohne beträchtliche Hebung (postdental, vgl. 
§ 81 Anm.). Norddeutsches & schliesst sich dem if an; in Mittel- und Süd- 
deutschland kommt der stimmhafte Laut nicht vor, sondern es tritt « dafür 
ein, das jedoch überhaupt vielfach schwach lautet: Journal oder liumäl, wie 
sü'l9, M'h etc. und wie andere Keibelaute zwischen Stimmhaften oft stimm- 
haft wird. 

Anm* 2* Ob bei sp, st im Anlaut die »spitze« . Aussprache (= sp^ st) 
oder die, »breite« (= ifp, st) gemeindeutsch gelten soU, ist wieder eine, 
theoretisch wie praktisch übrigens im Grunde längst entschiedene Streit- 
frage. Die »spitze« Aussprache des anlautenden sp, st ist ebenso ein in 
Hannover, Hamburg etc. bestehender niederdeutscher, wie die entgegen- 
gesetzte »breite« Aussprache des in- und auslautenden sp, st ein in 
Schwaben etc. aufrecht gehaltener oberdeutscher Provinzialismus. Huss 
»Das Deutsche im Munde des Hann.« sagt S. 31 selbst: »Anlautendes sp, 
st werden in Hannover und andern norddeutschen Landschaften wie in 
engl, spendj stand und franz. special, statue, im übrigen Deutschland aber, 
sowie überall auf der Bühne, wie schp, seht gesprochen«. Wenn er zu- 
fügt: »Der Fremde hat hier die Wahl«, so wäre wohl zu erwarten, dass 
diese auf Huss' eigne Bemerkung hin zu Gunsten des sp, st ausfiele, 
wenn nicht eben das sp, st den Ausländem allein mundgerecht und diese 
Vi e 1 r , Phonetik. 2. Aufl. 9 



130 I. Teil. Die Sprachlaute. II. Kap. Mundartikulation. § 84. 

Ausftpraehe durch die Sdireibung begünitigt wäre. So halten bekanntlich 
die Engländer mit Z&higkeit an dem »hannöYrisdienff sp, st fest, wozu 
dann freilich noch das unausrottbare Vorurteil kommt, als sei das hannöT- 
rische Deutsch in allem und jedem »das beste«. Viele Gesanglehrer und 
musikalische Aussprachetheoretiker ziehen ebenfalls ap, st vor, und zwar 
weil es wohllautender sei. Das ist Geschmackssache. Angemessener wird 
ein Durchschnittsdeutscher sdiwerlieh die spitse Aussprache finden in 
Stellen wie: »Stolx will ich den Spanier«; »Denn wo das Strenge mit dem 
Zarten« etc. Jedenfalls hat auch bei sp, 8t nur der »mitteldeutsche Aus- 
gleich« Anspruch, fOr »deutsche« Aussprache zu gelten: Anlaut breit: 
sp-, 8t-\ Inlaut spitz: -sp-, -st-; Auslaut spitz: -sp, st. Nieder- 
deutsch wilre: Anlaut spitz: sp-, st-; Inlaut spitz: sp^, st-; Aus- 
laut spitz: -sp, -st; oberdeutsch: Anlaut breit: ^, it-; Inlaut 
breit: -sp-, -st-; Auslaut breit: -üp, -st. Durchaus verkehrt ist Bexe- 
Dix' von manchen nachgeschriebene Forderung (S. 36), das i müsse in sp, 
st »besonders weich genonmien werden, ähnlich dem französischen j in 
je«(!). Es ist ein s wie jedes andere. 

Annu 8. Zu dem deutschen fy, H im Anlaut haben sich auch hei- 
misch werdende Fremdwörter yerstanden: flpaBlren, Station etc. Nach 
fremder Vorsilbe ist ü noch nicht vöUig durchgedrungen ; man spricht / 
z. B. in Bespekt, Inspektor, oft in Instanz, Institut u. a., aber s in 
Instinkt (wegen stinken P), femer s, wo es sich mit vorhergehender Kon- 
sonanz leicht verbindet: Abstinenz, abstrakt u. dgl., aber auch in 
Bespirator, Besponsorien (so auch in korrespondiren), Bestauration 
etc. — Fremdwörter mit sk im Anlaut fanden im Deiitschen nicht ihres- 
gleichen, da deutsches sk hier längst zu seh == i geworden ist; daher 
hielt sich das fremde sk in der Aussprache: Sklave, Skandal, Skelett 
Skribent (auch Beskript, subskribiren etc.), und so durchaus (Skat 
mit I u. ä. konmit vor, ist aber nicht mustergiltig). Ebenso sl s= «/ in 
Slave etc. '_ 

Anm« 4. Der breite if-Laut wird von den älteren nhd. Grammatikern 
bezeugt. Nach Helber (1593) S. 7 haben die Buchstaben soh in derselben 
Silbe »einen geschwinden, vermischeten, besonderen ton oder hall«. Iceel- 
SAMEB »Grämmatica« S. 24 (bei Mülleb S. 139) erkennt die Einlautigkeit 
des seh und meint: »Es . . . solt nur ain ainiger buchstab sein, dan es 
hatt auch nur ain ainigen laut oder stym, one alle taylte verenderung«. 

Aninu 5« Dasselbe »grob sibeln vn zischen« schreibt Ickelsamer auch 
dem 8, d. h. f, in seh, se, sp, st, sq zu. Wenn unsere nhd. Orthographie 
spreehen, stehen neben sehlagen, sehmeeken, sehneiden, sehwimmen 
(mhd. und noch jetzt ndd. überall s statt seh) hat, so ist das eben eine 
nur ihr, nicht der Sprache, zur Last fallende Inkonsequenz. Der Schwabe 
Meichssneb gibt 1538 in seinem oft aufgelegten Handbüchlein (bei Mülleb 
S. 163) die Schreibregel: »Es mag ouch vilmaln ch vermitten vnd ge- 
schriben werden, Swalbach, Swytzer, slag, slafftrunk, vnnd nit Schwalbach, 
Schwytzer etc.«, während er ohne Zweifel hier, und bei anlautendem sp, 
st nicht minder, it sprach. Ähnlich Fbank (1531): »Widderumb aber ist 



§ 84-^85. n. L. m. Mundenge etc. 1. Reibelaute. « und «. 131 

dtes kein abbrach, sondern für gnug, ynd ein zierd angenohmen, so wei- 
lands etüiehe buehstaben vbersehen werden, als das cb jnn diesen vnnd 
der gleichen, sprach, Sprech, storch, straus, für schprach, schprecht, schtorch, 
schtraus etc. Vnd ist Ein gemeine. Kegel. Wenns p odder t nach 
dem seh, von rechte gefordert, so wirds eh vermieden, vnd das p odder t 
schlechts zunehst ans s gesatzt, wie jtzt gesehen. Des gleichen haldens 
ettlich auch, mit dem 1 vnd w wenn sie nach dem seh gehen, das sie das 
eh meiden, vnd schreiben also Slesier, Sweidnits, Sweitzer, für Schlesier, 
Schweidnitz, Schweitzer etc.. Welches aber nicht so vasst als Jens, jnn 
vbung ist« (bei Müller S. 104). Huebeb (Landshüt 1477) schreibt swaoh, 
ggmaoh, wie sprach, sten. — Die Niederdeutschen übertrugen ihr ge- 
wohntes sp, st' umsomehr auch auf das Hochdeutsche, als sich der Usus 
sp", 8t- und nicht Bchp-, seht-, wie sohl- etc. zu sehreiben entschieden 
hatte (wie Kbautek bemerkt, weil die Verbindungen sp-, st- im Latei- 
nischen so häufig waren; wohl auch wegen des sperrigen scl^pr-, schtr-). 
Aber sie sprachen auch »/, «m etc. Noch Schottel (»Haubt Sprache« 
Braunschweig 1663) meint, zwischen 8 und tr, /, m, n »könnte das ch wol 
ausgelassen werden«, da »solches weder die Buchstabirung, noch Ausrede 
des Wortes« erfordere, und empfiehlt Sweigen, Slagen etc. »Es kann 
auchwol seyn, fügt er hinzu, dass in diesen Worten . . . einem Oberländer 
der Tohn und Ausspruch änderst vorkomme und laute als einem Nieder- 
sachsen oder Niederländer, und was der eine für unnötig hält, der andre 
als nötig und zierlich achte« (S. 197). Also: hie Weif, hie Waiblingen! 
Entweder «p-, st-, und dann auch «/-, «w-, «w-, 8v-\ oder il-, hn-, ifn-, h-, 
und dann auch Ip-, H-» 

§ 85« Im Englischen erscheint der einfache stimm- 
hafte Laut z (la.) nur, wo die Orthographie noch s mit fol- 
gendem Falatalvokal (oder u = ursprünglichem ju) verzeichnet, 
firüherem zj entsprechend, an dessen Stelle eben z getreten 
ist, und zwar folgt der «-Laut unmittelbar dem betonten Vokal: 
Vision vHan, pleasure pUza, Viel häufiger ist die Verbindung 
dz (Ib.). Diese Aussprache hat j in allen wirklich englischen 
Wörtern joy äzoi, June diüvm etc., häufig g vor geschriebenem 
Palatalvokal: age ^dz etc. — Der stimmlose Laut h (IIa.) 
wird meist durch sh dargestellt: sheep sijp, rash r<k& etc.; 
ferner durch s (nach Konsonanten), s^, o, t vor Palatalvokal 
(und vor u = urspr. ^S), und zwar nach dem Hauptton; etc. 
Sehr häufig ist wieder die Verbindung ts (Hb.), wofür ge- 
wöhnlich ch steht: ohuroh tioets etc.; auch tch in soratoh 
ikrtkth u. a. ; in einigen Wörtern ist U aus tj = t vor Palatal- 
vokal (oder u) nach dem Ton entstanden, wie in righteous 
räitSas, nature neitsa etc. Die Verbindung kh (II c.) beruht 

9* 



132 I. TeiL Die Sprachlaute. IL Kap. Mundartikulation §85. 

ähnlich auf ksj =■ zi etc. in anxioiis u. ä. — Die Artikulation 
der englischen ^if-Laute ist doisal-alveolaT-fpalatal). 

Schreibung der englischen i- und j-Laute. 
la. i: 1. si, inlautend vor Vokal nach betontem Vokal: oc- 
casion, cohesion, viaicn, confüsion etc. (vgl. i). 

2. B» inlautend, in -nre = a: nach betontem Vokal: plea- 
sure, oomposure, usual {jütezual) etc. 

3. in dem französischen rouge. 

Ib] di: 1. j» anlautend und inlautend; jar, injore etc. 

2. g: a) anlautend und inlautend voi e, i, y: gender, 
giant, stingy .etc. (vgl. g). — b) auslautend vor stum- 
mem e nach Vokal oder Konsonant: age, College, 
Obligo etc., divulge, ohange etc. — c) in g^ol = jail. 

3. ge, inlautend zwischen Vokalen: pigeon, advantageoos 
etc. 

4. gi, inlautend zwischen Vokalen: religion, contagious 
etc. 

5. gg, inlautend nach Vokal voi e: exaggerate, suggest 
etc. 

6. dg, auslautend nach Vokal, vor stummem e: edge, 
ridge etc.; auch in judgment u. ä. 

7. di vor -er = a: soldier. 

8. d vor -eur, -uro = a : verdure, grandeur. 
IIa. s: 1. sh : sharp, shine, rash etc. 

2. si : a) inlautend nach Konsonant Und vor unbetontem 
Vokal: pension, Fersia, controversial etc. — b) nach 
Vokal: Asia. 

3. s(e), inlautend vor Vokal: caseouB, nauseate. 

4. 8 : a) anlautend vor betontem u : sure Ma^ sugar suga. 
— b) inlautend nach Konsonant und vor unbetontem 
u: censure, sensual sensual etc. 

5. Bsl, inlautend vor unbetontem Vokal: passion, expres- 
sion etc. (aber z: abscission). 

6. ss, inlautend vor unbetontem u: issue u. ä. 

7. sc(i), inlautend: ascii, ascians; conscienoe, oonscious. 

8. ti, inlautend vor unbetontem Vokal: nation, patient, 
Position, ambitious, captious, substantial , partial 
(aber partiality j9ä5{^/«YI, ingratiate ingrej^eit u. ä.) etc. 
(vgl. th). 



§ 85. n. L. mit Mimdenge etc. 1. Reibelaute* z und f 133 

9. c(i), inlautend voi unbetontem Vokal: Decii; social, 
efficacious, vieious, logioian, aneient, provincial etc. 
(abei wohl nur $%: pronunciation). 

10. ee, inlautend voi unbetontem Vokal: ocean, farina- 
ceous etc. 

11. ehe, inlautend vor unbetontem Vokal: lunoheon, tmn- 
eheon etc. 

12. ch: a) auslautend nach / und n: filoh, pineh etc. — 
b) anlautend etwa in folgenden Fremdwörtern: ehagrin, 
Chaise, chamade , chamois, Champagne, ohampaign, 
ohandelier, ohaperon, oharade, charlatan, iohateaa, 
ohemise, Chevalier, chioane, ohivalry u. ä. — c) inlau« 
tend desgl. in: capuchin, cartouch, machine, mar- 
chioness. 

üb. (s : 1. ch: chafT, choice, beech, approaoh etc. (vgl. j, k] 
stumm in draohm, yacht). 

2. tch, inlautend und auslautend: satchel, Scratch, witch 
etc. 

3. te, vor unbetontem Vokal : courteous, duteous, piteous, 
plenteous, righteous etc. 

4. ti vor unbetontem on, nach ^-Laut: question, mixtion« 

5. t vor unbetontem u: creature, nature (natural), ven- 
ture etc. 

IIc. H: 1. xi, inlautend vor unbetontem Vokal: anxious, con- 
nexion etc. 
2. X, inlautend vor unbetontem u: luxury. 



1. Die Thatsache, worauf die Schreibung so vielfach hinweist, 
dass englisches £ und ü auf zi und 8%, bezw. zj und »f {8c), beruhen, stimmt 
zu der in das palatale Gebiet übergreifenden Artikulation (vgl. § 82)« Das 
Bestreben, in die ^-Stellung schon vor vollendeter Aussprache des z oder 
8 überzugehen, führte naturgemäss zu £ oder /. Noch leichter erklären 
sich die häufigen d& und U aus dzj und tsf, da hier nicht nur das nach- 
folgende J, sondern auch das vorhergehende d oder t (mit Hebung des 
Zungenblattes) das z oder 8 palatal beeinflussen musste, während bei df 
und if einfach der Verschluss zur Enge verschliffen zu werden brauchte, 
damit der breite Zischlaut zu Stande kam. Gleichwohl ist d& für df nur, 
wie oben angegeben, vor auslautendem a-r eingetreten, sonst bleibt cjf; so 
in Indian, educate [dz in amerikanischer und vulgärenglischer Aussprache) 
So auch tc und nicht ts in -tude, -tute : latttude, Substitute. 

Anin« 2« Die Aussprache lU, nU für -Ich, -nch ist nicht mehr in 
Gebrauch; vgl. Stobm S. 115. Ich bemerke dazu, dass Smabt in seinem 



134 I. TeiL Di« Spraehlaute. II Kap. Mundartikiilation. §85—86. 

EnÜmgiwerke »Gr. of Engl Fron.« 1810 (S. 216) eben&Us U, nü he- 
Yorzugt. 

Aniii« 3* Über natnre, verdiire (und meet you, would yon mit 
ts, t^\) YgL Stobm S. Ulf. Auch hier hat Smart 1810 fOr t(iire) Ü, 
nicht wie 1838 ff. das pedantische -iHür) oder -Uj^ür); er gibt Aature, 
leoture, fliture, allerdings in »eolloquial pronuneiation«, als na'-tshur, 
lek'tshur, fu'-tshur (S. 162). — Tronttor sckwankt: ßra'nda und ßräntia 
(auch frä'ntiia u. a.). 



4* Der einfache £-Laut wird nach Ellis I S. 218 von den eng^ 
lischen Orthoepisten allgemein erst gegen Ende des vorigen Jh.. anerkannt: 
Fbanklin (1768) scheint ihn nur im FransOsischen zu kennen. 17. Jh. 
Vision i^zton, 16. Jh. ocoasion okäzion, okdmon, pleaBore plSsBr, Doeh 
haben Oooper (1685) und der Franzose MiEGB (1688) schon den £-Lsut. 
Die Verbindung <2I galt schMi im 16. Jh.: age de& etc. 

Anm« 5« Auch « » ah, <if k oh finden wir im 16. Jh. Der Übergang 
aus «tf, tt etc. in § war zu Ende des 17. Jh. yoUst&ndig. Nach Jones (1701) 
war xKiction, nation . . . sounded, acsTum, nashon . . .«, »ocean, sounded 
oahtm» ; Tor betontem ü war « zu seiner Zeit häufiger als jetzt: ausser cragar, 
eure gibt er aasome, eonsuBLe, emraa, pnisve, Bue, met, snit u. a. 
Tgl Ellis I S. 215. Jedoch spricht Fodensteinbb (1685) td in aetion etc. 
noch sif in mixtion noch U; ebenso Nicolai (1693). Dagegen bei König 
1706 absolution = absoluschion, virtucus ^ yirtschus etc. 

§ 86« Dei stimmhafte Laut ;^ ist im Fianzösichen 
häufig. Er wird bezeichnet durch j und voi q, i (y) auch 
durch g, wofür vor a, o u ge steht: jardin iärd4y loger hze', 
pigeon pi'zo, — Per stimmlose Laut i (11.) hat die Bezeich- 
nung oh: ohapeau iäpö\ — Die Bildung scheint dorsal-post- 
dental. 

Schreibung der französischen i- und j-Laute. 
L i: 1. j, anlautend jabot» jouer» jeter, rejeter etc. 

2. g, a) anlautend vor e, i, y: gdne, gigot, gypse etc. 
(vgl. ff); ebenso inlautend: loger, mugir etc.; auslau- 
tend mit stummem e: rage, gorge etc. 

3. ge, anlautend: geai, George, GeofTroi; inlautend: 
mangea, pigeon, gageure 'etc. 

n. j: 1. oh, charmant, chdne, ohoiz, marohand, coohon 
etc. ; auslautend mit stummem e : pdche , biohe etc. 
(vgl.*). 
2. soh in Fremdwörtern; anlautend: sohah (= ahah, chah), 
Bchako, schamane, schel(l)ing, (= Shilling), i^chib- 
boleth, Bohiites (= ohiites), sohirfcing (=;s shirtiiig)i 



§ 86 — 87. L L. mit Mundenge etc. 1. Reibelaute. & und if; z und s, 135 

sohisme, soMste, sohlague, Beho(o)ner, 8ohotti8c(li) 
(auch sk) u. a., auch in Namen, wie Sohaffhouse, 
Soh^häraeade, SohiUer (vgl. k)\ auslautend in kirsoh. 
3. sh desgl.; anlautend in Bheiif(f), 6lirapnel(l), shuddy 
(vgl. Boh), und Namen, wie Shakespeare hkspt'r, shiva, 
Shyiook H'l6k\ iiüautend in fashionable (auch mit s^ 
oder engl.). 

▲bbi« 1« Wie SiEVEBS 2 8.' 104, » S. 125 vennutet» sind die franzö- 
sischen.! und if wie die mittel- und süddeutschen / mit gesenkter Zungen- 
spitze« gebildet. Der französische Phonetiker PicoT betrachtet J und eh 
als Palatale, z und 8 a^ß Dentale, womit § 81 Anm. zu vergleichen ist; 
FouKNi^ rechnet jene zu den »linguo-palatines moyennes«, diese zu den 
»linguo-palatines ant6rieures« (JozoK S. 94). Jedenfalls sind diese wie die 
übrigen dentalen Beibelaute »more forward than the English ones« und 
wie alle französischen Konsonanten »narrow« (Sweet S. 124). 



Annu 2* Sowohl j als ch hatten die gegenwärtigen Laute schon im 
16. Jh. Ellis III S. 831. Bamtjs schlug 1562 ein einfaches Zeichen (c) 
für eh vor. Didot S. 192. 

ß) Die z- und «-Laute. 
§ 87« Den stimmhaften 2;-Laut (L) hat deutsches s 
(j) im Anlaut vor Vokalen und im Inlaut zwischen Vokal oder 
Liquida und Vokal: so z6', reisen, rätzan, Binse binzo etc. 
— Der stimmlose «-Laut (IIa.) gilt für s (f, ij in allen übri- 
gen Fällen, ausgenommen bei anlautendem sp, st (7= sp, st 
§ 82), sowie füi das ss (ff) und lis (|): Skelett skeUi, Srbse 
^erps9j List list, Moos mö'S] reissen (rei£sen) rdisany Fuss (Fufs) 
fü's, Süss k^üs. — Die Bildung ist ante-dorsal- oder dorsal- 
alveolar. — Für die Verbindung ts (IIb.) steht häufig z, tz: 
zu isü', Katze k^dtsOy auch o vor Palatalvokal und t vor un- 
betontem i und Vokal: Cis tsis, Nation natsgö'n] für ks (IIIc) 
auch x; Hexe hiks», lEax mdks etc. 

I. 2; : 1. s (;= f): a) anlautend vor Vokal: satt» sehen» Sünde» 
Sauce etc., auch nach Vorsilben und in Zusammen- 
setzung: Versehen, Absieht, folgsam etc. (nach Stimm- 
losen oft s), — b) inlautend vor Vokal nach Vokal 
oder Liquida: lesen, Elisabeth» Linse etc. 

2. z in Fremdwörtern: Bazar» Gaze» Vezier. 

3. zz in Wörtern aus dem Italienischen: Skizze etc. 
IIa. «: 1. s (= f, 6) : a) anlautend (= j) in Fremdwörtern vor 



136 I. Teil. Die Sprachlaute. 11. Kap. Mundartikulation. § 87. 

Konsonant: Soene» SkiBBe, Smaragd, Sphäre, Instinkt 
etc. (vgl. S). — b) inlautend (= f, «) vor Konsonant: 
fasten» Liste, ist, rast, Sspe, Knospe, Teleskop u. ä. 
(mit f). — c) nach Konsonant ausser Liquida (vgl. z): 
Eidechse, Erbse, Häcksel, auch Fremdwöitern: Bhap- 
sode u. ä. (mit f). — d) überall auslautend: Haus, bis, 
Kindes, Gleichnis, Atlas etc.; auch voi konsonantisch 
beginnenden Ableitungssilben und in Zusammensetzung: 
Häuschen, Häschen, Hausthür, Freiheitskrieg etc. 
(überall ^). 

2. SS (== ff), inlautend zwischen Vokalen nur nach kur- 
zem Vokal: wissen, Kresse, Gleichnisse, Kasse etc. 

3. fs (= §) : a) inlautend (nur nach langem Vokal): Grü&e, 
reifsen etc. — b) auslautend nach langem oder kur- 
zem Vokal: Grufs, Hafs, milsachten etc. 

4. in Fremdwörtern (franz.): Annonce, Assooiö, Balance, 
Chance, Police u. ä. 

5. 9 desgl.: Fafon etc. 

IIb. ts : 1. ts (= tf, td): Lotse, Bätsei; ferner häufig mit 
Flexions-s: rätst, rietst etc. (mit tf) ; Hochmuts, Bo- 
berts etc. (mit t^). 

2. tts mit Flexions-s: Tritts, Baretts etc. 

3. dts, ths ebenso: in Namen: Bodenstedts, Ereiligraths 
u. ä. 

4. ds ebenso: Konrads, Biohards, Bads, Walds, Accords 
etc.. 

5. z: zu, Zange, Schmerzen, reizen etc., Akazie, Horaz, 
Beiz etc. 

6. tz, inlautend und auslautend nach kurzem Vokal: 
schwitzen, Katze, Schutz, Moritz etc. 

7. c in Fremdwörtern (lat.): Cäsur, codieren, Cichorien 
Cylinder etc. ; Aceent, Aocise, Ascet, Beoensent, Be- 
oitativ etc. 

8. ti ebenso, vor unbetontem i = g: Aktie, Nation, Ac- 
quisition, Auktion etc. 

He. ks: (= fö), Schranks, Werks etc. 

2. cks (= df, dd): klecksen (mit df); Klecks, stracks, 
Bocks etc. (mit Öd). 

3. gs (= g«), üvLgQ ßüksj (aber Tius& ßü'cs). 



§ 87. n. L. m. Mundenge etc. 1. Beibelaute. z und «. 137 

4. z, Axt, Faxe, Hexe, Nix (Nixe), auch in Fiemd- 
wöitern: Xaver, exakt, Expedition, Max etc. 

5. ohs (= äf]j äf^), inlautend, wo s zum Stamm gehört, 
in: Achse, Achsel, Büchse, Deichsel, drechseln, Ei- 
dechse, Fechser, Flechse, Ochse, Sachsen, wachsen, 
wechseln, Weichsel, Wichse (mit äf\)] auslautend: 
Buchs(baiim), Dachs, Flachs, Fuchs, Laohs, Luchs, 
sechs (mit d^6). 



1* Die norddeutschen Laute sind antedorsal- (Zungenspitie ge- 
hoben), die mittel- (und süd-?)deutschen dorsal-alveolar (Zungenspitze hinter 
den Unterzähnen); Ygl. § 81 Anm. Die Unterscheidung des stimmhaften 
Yon dem stimmlosen Laute ist in Mittel- und Süddeutschland unbekannt; 
für z und s steht stimmloses, aber vielfach schwaches «, das zwischen 
Stimmhaften allerdings meist in z übergeht: reisen und reissen rdi99n, 
rdtz9n etc.; manche meiner nassauischen Landsleute haben ausschliesslich z 
als indiyiduelle Eigentümlichkeit. 



2* Woraufhin die süddeutschen offiziellen Regelbücher (Bayern, 
Österreich, Schweiz) ihre Scheidung eines weichen und eines harten «-Lautes 
vorgenommen haben, weiss ich nicht. Im bayrischen Regelbuch stimmen 
die Angaben zu der norddeutschen (sicher nicht bayrischen) Scheidung z — «, 
und von s in Haus z. B. heisst es nur, dass es vor vokalischer Nachsilbe 
den weichen «-Laut habe. Das österreichische wie das schweizerische Regel- 
buch aber bezeichnen ein solches Au«laut-s (9), dem inlautend s (f) ent- 
spricht, geradezu als weich. Alle betrachten g ebenso wie Jf als hart. 
[Zu vgL sind in Bezug auf die Schweiz die Angaben Wintelbrs (S. 47 f.) 
über die «-Laute der Kerenzer Mundart des Kanton Glarus, wonach die 
»harte Lenis «« ahd. s, selten got. t, ahd. z; die »spirantische Fortis« s» 
got. t, ahd. z (zz), sowie ssj entspricht]. Dass das österreichische Büchel- 
chen auch dies und was als Beispiele für »weiches «« gibt, ist etwas ver- 
dächtig. Man möchte fast glauben, dass in bekannter Manier nach der 
Schreibung s (f, 9) für den weichen, ss (f[), Tb (g) für den harten Laut erklärt 
weiden ist, wie denn manche Süddeutsche drei »Laute« unterscheiden : wei- 
ches \, 9, mittleres g und hartes |f ; so das württembergische Regelbuoh von 
1861 (Kraz) und noch neuerdings Henne am Rhtn, »Zs. f. Orth.« I S. 155, 

Anm« 3. Die physiologische Verschiedenheit des »ß« von ss und Aus- 
laut-B hat nun allerdings in neuerer Zeit ihre Verteidigung gefunden, und 
zwar durch Michaelis in der angeführten Schrift über die «-Laute (1863). 
In der 2. Aufl. (1883) sagt er von dieser Abhandlung (S. 63): »Durch die 
Unterscheidung des marginalen ß [»an dem untern, hintern Rande der 
obem Schneidezähne«] vom alveolaren « [»an dem vordersten rauhen Teile 
des Gaumens«] habe ich die HETSEsche Regel physiologisch zu begründen 
gesucht«. Diese Regel, 4 von 45 (!) überhaupt mitgeteilten «-»Kanones« 
umfassend : 



138 I. TeiL Die Sprachlaute. IL Kap. Mundartikulation. §87. 

1. »althey wache« Schreibung: »off, ^aff, ^affc, Raffte, f^^f{l\äf — guj, 

gttße, fußt. 

2. »mittelheysesche« Schreibung: 9to[«, f^% ^af«te, ^Sfdlid^, Raffen, (äfft 

— gttfi/ gttßc. fttßt 

3. »neuhey Besehe« Schreibung: $af«, (SfsU^ (f« hier Ligatur), l^affe, 

l^ajft, l^offte, Beffte — gng, gitße. 

4. »modifiiirteHeyseBchc Schreibung: grofe, gteg, (äffe, (afd, (afdt, (af9te 
hat aber unsweifelhaft' nur die Bedeutung einer orthographischen Regel. 
Michaelis (^ S. 36) sagt selbst, dass Heyse den »physiologischen Unter- 
schied zwischen s und ß nicht erkannte«. Da Miohaelis (mit Qbimm) an- 
nimmt, dass nach kurzem Vokal und Konsonanten »die früher marginale 
Artikulation [seit Mitte des 13. Jhs.] in die alveolare zurückgewichen« 
sei, so entspricht sein marginaler j9-Laut nur unserm g bs mhd. z nach 
langem VokaL Dennoch schreibt (und spricht?) er Koliroß (« »Rhodon- 
tracius«! also kö'lrca), Fuohßperger u. &. 

Anin* 4* Die Qegenüberstellung von stimmhaften z und stimmlosem 
8 nach norddeutscher Art ist Ton der mustergültigen Sprache der Bühne 
etc. anerkannt und dringt immer weiter vor, so entschieden auch noch von 
mittel- und süddeutscher Seite gelegentlich dagegen opponirt wird. 



5« In der Yon^ Michaelis a. a. O. in Auszügen mitgeteilten 
Litteratur über die «-Laute gehen die Angaben teils aus von der Physio- 
logie, teils und zwar vorwiegend von der Sehreibung der «-Laute. Man 
muss daher vor Missverständnissen auf der Hut sein. Auch sind die Spe- 
kulationen über die Aussprache de» ahd. und mhd. z (;) und die Empfeh- 
lungen des »historischen ß« durch die GBiMMsehe Schule nicht mit den 
nhd. Laut- und Schriftthatsachen zu vermengen. Einen unverdächtigen 
physiologischen Nachweis für das thatsächliche Vorkommen eines beson- 
deren Lautes für ; s= ß kann ich in der langen Beihe von Zeugnissen über 
die «-Laute von Gkeoob von Toubs bis auf — meine Wenigkeit nicht 
finden. — Viele Angaben tragen phonetische Unfähigkeit oder historisch- 
grammatische Befangenheit oder beides an der Stime. Wie neuerdings 
Sievers, Bbücee, Kbauter, Humpebdinck, Thausing, Lepsiüs u.a. das 
9 (ff) und I lautlich zusammenfallen lassen und Bumfelt dafür hält, »dass 
das deutsehe ß mit dem stimmlqsen alveolaren s und franzosischen s, c, 9 
identisch sei«, so war auch Baumeb 1837 »bereits der [nach Michaelis] 
falschen Ansicht, dass, wo das aus t hervorgegangene z reine Spirans ge- 
worden, es damit eo ipso das gewöhnliche s geworden sei«. (Michaelis 
S. 51). Wie die Historiker sich zu der Frage stellten , sieht man aus 
Grimms Worten (1822): »Ich versuche einmal, diesem fehler [nach kurzem 
Vokal CT für den Inlaut ß] auszuweichen, da mir wirklich scheint, daß die 
Unterscheidung miffen (carere), gebißen (morfus), maffe (maffa), haße (odio) 
feinhörigen immer noch angemuthet werden dürfe« (ebd. S. 40). Man vgl., 
wie W. Wackernagel, zuerst (1827) ein Anhänger dieser bekanntlich von 
Grimm selbst (seit 1832) aufgegebenen ß-Schreibung, sich später gegen die 
Behelligung »mit einer alt- oder mhd. Unterscheidung von 88 und sz« er- 



§ 87. n. L. m. Mundenge etc. 1. Reibelaute, z und e, 139' 

klärt: »hier ist der Buehstabe gar ein toter, und die Unterscheidung le- 
diglich eine des Schreibens, in keiner Art mehr des Sprechens« (ebd. 
S. 57). 

Ann* 6* Im 17. und 18. Jh. bezieht sich etwaige Scheidung deutlich 
aul die Quantität des Torhergehenden Vokals, bei Norddeutschen hier und 
da auf Vorhandensein des Stimmtons : Gottsched z. B. »hat«, wie Michae- 
lis b^aierkt, »noch keine Ahnung von dem Unterschiede [zwischen b und 
ß]. Meist wird § ausdrücklieh für hartes oder doppeltes f erkl&rt. — Im 
16. Jh. fehlt in den Drucken vielfach eine besondere Bezeichnung des ß, 
oder die Schreibung schwankt. Laubentius Axt&elius (1573) teilt mit» 
dass für das »doppelte 8« in baft »a quibusdam Saxonibus« [Niederdeut- 
schen , die nach der Orthographie aussprachen] t$ gesprodien würde [wie. 
ich es öfters von Deutsch lernenden Engländern gehört habe]. 

Ama« 7* Sonst wird nur von einem einzigen «-Laut geredet; doch 
gibt Koutoss eingehendere Schreib- und Sprechregeln. Hiemach war es 
»also in bruch kumen, dz man wo das f. sanfft godt, ein i daran hängt 
... Exemplum »log [Rose], xo^matt^n, l^oß, moß, toß, l^ag [Hase], trag 
[Nase]...« Dies stimmt zu dem süddeuts^en »weichen s« z. B. des dster> 
reiehischen Begelbuehs; d. h. es ist Auslauts-s nach langem Vokal Er 
fügt hinzu: »Du magst auch wol an das doppel f. ein } schryben, wo ein 
wort mittelmässig starck vff das f. godt Exemplum. (^ttdfgen, SO^dfgen, 
l&fgcii, grUfgett, Pi?f6e». — Es stodt auch das kurtz 8. artlich vnd wol am * 
langen, im Tssgang, so mans dupplieren mftss. Exemplum. fci^Iof^, fci^of9, 
f^Cüf9, f|»lf9, geloifd etc. in mitten aber so mans soll dupplieren, stond die 
langen bass, als tDtffm, ©J^ffenButg« (ebd. S. 9). — Die.^gemeyne regel« 
für das »Duppliren« war bei Kolboss sicher die, dass es nach kurzem 
Vokal zu geschehen habe. Man beachte, dass sein Schluss-f9 für den Laut 
in gewiss (mhd. s) grade so gut steht wie für »ß«, und dass er selbst )i>g 
(ans) grade so schreibt wie l^ug (Haus). Bei den Wörtern, wo er fg setzt, 
ist sehr wahrscheinlich unbestimmte, bezw. halblange Quantität des Vokals 
anzunehmen : bei lassen ist bekanntlich (wie bei Waaser, goss etc., muss» 
müssen) die Kürze, bei den übrigen die Länge durchgedrungen. Zur süd- 
deutschen Schwankung in diesem Funkt Tgl. man noch Radlof: ... »wo 
man durchaus nicht weiss [nämlich bei der Schreibung ss], ob man zu 
lesen und zu verstehen hat: groffc %^^t, nach der Mimdart der Oberteut- 
schen, oder groge güge...« (ebd. Sl 39); femer Gkimh: 9 Seit ß als wirk- 
liehe gemin. erschien ... legte man ihm die Wirkung aller übrigen gem., 
nämlich vokalyerkürzung bei und wandelte lä^en in laßen ..., ja nach 
einiger ausspräche sogar groe^er in größer etc.« (ebd. S. 40); endlich die 
Behandlung der Vokale in floss, goss, sohoss, biss etc., als lang im 
württembergischen Regelbuch (ebd. S. 62). 

Anin« 8« In Bezug auf die mhd. und'ahd. Aussprache des jetzigen 
ß nur eine kurze Bemerkung. Paul betont, wie ich glaube, mit Recht 
gegen Scheker, ahd. s könne sich Ton 2; nicht durch Stimmton unter- 
schieden haben, wenigstens nicht in der Verdoppelung und im Auslaut. 
Schliesst er dann aber, der Unterschied müsse auf der Artikulationsstelle 
beruhen, weil gegen z = fe die Analogie von f und oh spreche, so möchte 



140 LTeiL Die Spraehlaute. IL Kap. MondaztikulAtion. §87—88. 

ich Prfimisse imd Folgerung in Zweifel sieben. Im heutigen Deutsch, um 
nur Näehfltliegende« su erwähnen, haben wir Tidfadi anlautendes / statt 
p/ (Pferd) neben ts (za) und wenn nicht affirisirtem [ke, kc], so doch aspi- 
rirtem k (A^) (kann, Kind;. Es ist sehr wohl begreiflich, dass ts das t 
eher naeh langem als kunem Vokal yeilor. Warum hier su einem »ge- 
lispelten «c (oder einem andern besonderen «-Laut) als Zwischenstufe zu 
greifen wfire, sehe ich nicht ein. £s mödite sieh auch schwer wahrschein- 
lich machen lassen, dass ein solcher Laut, wie Paul angibt, »fast noth- 
wendig die Übergangsstufe su dem heute gesproehoien alveolaren oder 
dorsalen «« su gl eich sein musste. 

Ana* 9. s, c, ti, x galten im 16. Jh., wie jetit; doch war s nach 
IcKELBAMER in Zion, Enm u. dgL «» « (S. 27, bei Müfleb S. 141, vgl. 
S. 12S;; ähnlich bei KoLBoes, der auch das, was erwähnt. 

§ 88. Auch im Englischen findet sich sowohl der stimm- 
hafte Laut z als der stimmlose s: beide meistens durch s be- 
zeichnet. Doch hat der stimmhafte Laut z (la.) auch sein 
eignes Zeichen z (im Anlaut nur dies), wie in zeal zijl. Es 
gilt dafür s namentlich, wo es eine Flexion darstellt, nach 
Btimmhaftem Laut: wails tceilz, dancez dänsiz] in einigen ein- 
silbigen Wörtchen im Auslaut: as, haa, his, was; in mehreren 
Zeitwortformen neben gleichgeschriebener Nominalform, wie 
olose, use etc. In Tielen Stellungen hat die Aussprache sich 
bei einer Reihe von Wörtern für z, bei einer anderen für s 
entschieden: nach de-, pre-, re-. Die Verbindung gz (IIa.) 
hat ausser der Bezeichnung gs auch das einfache Zeichen z 
vor betontem Vokal: anxie^ etc. — Das stimmlose s (IIa.) 
bezeichnet s im Anlaut: set sei: als Flexions-« nach Stimm- 
losen: lots lats, bakes' beiks] sonst nach stimmlosen (z. B. 
gipsy), und im Inlaut meist auch nach stimmhaften Konso- 
nanten (z. B. diversity) und oft (besonders in lateinischen Wör- 
tern) nach Vokalen (z. B. decisive). Ferner steht häufig ss: 
passage, dress etc.; e und sc vor e und i: cite, scene etc. 
Der Buchstabe x hat r^elmässig den Lautwert ks (üb), wofii^ 
sonst auch ks etc. steht: box, exhibition (s. o.). — Die Bil- 
dung der Laute ist postkoronal-alveolar. 

Schreibung der englischen z- und 5-Laute. 
la. z: 1. z, zeal, maze etc. 

2. zz, inlautend und auslautend: buzz, buszard etc. 

3. s : a) inlautend nach betontem Vokal, auch mit Liquida, 
und vor -y = ?: easy, rosy, palsy, pansy etc. — 
b) nach stimmhafter Konsonanz in: absolve (auch Sj 



§ 88. II. L. m. Mundenge etc. 1, Keibelaute. z und s, 141 

und so stets absolute, absölution» absolutory etc.), 
erimson, damsel, damson, observe (observant etc.) — 
c) nach Vokal und yoi -and, -ant: thousand ; peasant 
u. ä. — d) ebenso vor -ation, -ition: aecusatiQn, Po- 
sition etc. — e) vor -ioal: musioal, physioal etc. — 

f) vor -ance in: complaisanoe, defeasance (vgl. s). — 

g) vor stimmhaftei Konsonanz ausser in dis-, mis-: 
husband, oosmetio, prismatio, grisly etc. (pismire 
auch s) , . aber auch in dismal, femer oft dis- vor be- 
tontem Vokal: disarm» dishonest etc. (auch s) und 
stets di^ease dizijz (neben deoease disijs). — h) nach 
untrennbarem re- (d. h. wo nicht re = »wieder«^ 
»nochmals« ist und das Simplex in übrigens gleicher 
Bedeutung vorkommt): resemble, reserve, resident» 
resist,: resolve, result etc. (jedoch s\ researoh, resi- 
lient, -nee, resource, resuscitate; schwankend: reso- 
nant, -nee. — - i) nach untrennbarem de-: desert, de- 
serve, desire (vgl. «). — k) nach der untrennbaren 
Präposition pre- in; presenoe, present (sowohl in 
prezant als prizini) etc. (aber s: presentiment) , pre- 
serve, preside, President etc. (aber wohl s: presidial), 
presume, presumption etc. (vgl. s). — 1) auslautend 
als Flexions-8 nach Vokal oder stimmhafter Konso- 
nanz: way8,agrees, faces, laoids, lives etc., has, bis, 
is, was. — m) ebenso as. — n) in der lat. Endung 
-es: series u. ä. — o) mit stummem e: ease, raise, 
enfranohise, noise etc. (vgl. s). 

2. 88, inlautend in: dessert, dissolve (dissolvent etc., dis- 
soluble, dissolute, dissolution] , hussar (huzä)^ hussy, 
possess etc.; soissors« 

3. so, discern (auch s). 

4. e, sacriflce, sufftoe (stkkrifaiz^ säfaiz, beide auch s). 

5. X, anlautend in griech. Namen: Xenophon, Xerxes u. ä. 
Ib. gz: t. gs: bags, figs etc. 

2. gues: catalogues, fatigues etc. 

3. X, inlautend vor betontem Vokal: anxiety, exact, ex- 
aggerate, exalt, examine, example, exasperate, 
exemplar u. ä., exempt, exert, exhale, exhaust, ex- 
hibit, exhilarate, exhort, exile (Verb; Subst. eksail)y 



142 I. Teü Die SpneUirate. ü. Kap. Mundartikiilatioii. §88. 

exist, exoneraie, exorbitant, exordinm, exotic, exult, 
exuyii (andere, meist weniger gebtäuchliche Wörter 
haben ks oder schwanken). 
IIa. s: 1. •: a) anlautend überall: saad, est, seil etc.; auch 
nach trennbaren Vorsilben (d. h. wenn auch das Sim- 
plex in entsprechender Bedeutnng rorkommt): rasest, 
resign (»nochmals zeichnentf), proMippose etc. (vgl. z). 

— b) inlautend nach Konsonanz: absurd, subside, 
gipsy, morsel, misstrelsy etc. (vgl. z). — c) auch 
nach Vokal, wenn dieser nidit betont ist, yor y: he- 
resy, jealonsy etc. — d) stets in -some: handsome etc. 

— e) stets vor -ary (-ory), -Ity, -ire: adrersary, ani- 
moaity, oonolnaiVe etc. — f) nach der untrennbaren 
Präposition pro- vor Vokal: proseeuta, prosalyte, pro- 
sody, prosododOBia. — g) nach pre- in: presage, pre- 
sentiment (auch bei »trermbaremt pra-: preaignify). — 
h) in der untrennbaren Präposition dis- vor nicht be- 
tontem Vokal (vgl. z) und vor Konsonans: disarray, 
disobey (aber z: disease), disband, disoord, display 
etc. — i) stets in der untrennbaren Präposition mis-: 
misapply, misuse, miscarry etc. — k) nach de- in: 
desicoate, desiderate, design, designate, deaist, de- 
solate, desudation, desuetude, desoltoiy (auch bei 
jitrennbaremff de-: desulphorate). — 1) vor Stimmlosen: 
rascal, lisp, f oster etc. — m) vor -is in griech.-Iat. 
Wörtern: basis, thesls, orisis etc. — n) vor -ance in: 
abaissance, obeisance, nuisanoe (vgl. z). — o) auslau- 
tend wo nicht Flexions-s nach Vokal oder stimmhafter 
Konsonanz (vgl. z): yea, this, thus, us, basis, Christ- 
mas, various, admits, grasps, Chiefs etc. — p) vor 
stummem e in: base, case, ohase (auch purehasej, 
erase (aber z: rase); Chersonese, obese, geese, de- 
oease, orease, de- (in-)orease, grease (Subst. ; als Verb 
z)j lease; con- (pre-joise, Faradise, rise (Subst.; meist 
z) (mit ai)j anise, mortise, praotise, premise (Subst. 
premis] als Verb primdiz), travise, treatise (mit i); 
Adjektive auf -ose: morose etc.; dose (aber als Verb 
z\ auch so Plur. houses ^ hä^ziz)y dose, metamor- 
phose (mit oü), purpose (mit a), goose, loose ; choüse, 



§ 88. n. L. m. Mundenge etc. 1. Reibelaute, s und z. 143 

douse, grouse, mouse (Subst.; als Veib z)^ souse; 
use, abuse (als Subst.; als Verben z), diffuse (Adj.; 
als Verb «), exouse (Subst.; als Verb z) — Adj. auf 
-use: obtuse, etc., hypotenuse. -r- q) ferner in -Ise: 
fialse» eise etc. — r) -nse: transe, dense etc. (aber z: 
cleanse). — -rse: verse, oourse, purse etc. 

2. 86, inlautend und auslautend: disseot, glass, glassy 
etc. (vgl. z). 

d. so, anlautend und inlautend vor e, i (y): soene, soent, 
soience, sotntillate etc. (aber sk: soeptio, seirrhus); 
desoend, abcind etc. (vgl. z), 

4. c : a) anlautend und inlautend vor e, i, y: cell, civil, 
plaoid, oyole etc. — b) auslautend mit stummem e: 
place, fürnaoe, praetioe, glanoe, announoe, foroe etc. 
(vgl. z), 

5. soh, anlautend in sohedule (auch Sj sk)j sohism. 

6. ps, anlautend psalm, pseudograph, psychology etc. 
IIb. ks: 1, ks, walks, asks etc. 

2. cks: paoks, stioks etc. 

3. ghs: houghs etc. 

4. ques: oritiques etc. 

5. ohs: stomaohs etc. 

6. ks: cakes, pikes etc. 

7. X, inlautend: exit, ezplode, dexterous etc. (vgl. gz, ks)\ 
auslautend: fix, box etc. 

Anni« 1« Das engUsclie 8 (und z) scheint von den deutsehen und.fran- 
rzösischen Lauten weniger verschieden (vgl. § 81 Anm.) als die übrigen Den- 
tale, die fast den Eindruck von zerebralen oder supradentalen (mit zurück- 
gebogener Zungenspitze gebildeten Lauten) machen. Nach Sweets ausdrück- 
licher Versicherung (bei Storm S. 42) ist englisches s wie d, l, »formed on 
the gums just behind the teeth; sh and r a little further back, but not 
more so than in German«. Das Letztere gilt höchstens für das Nord- 
deutsche. Das engL s ist nach Sweet und Stobm »weiter« gebildet, als 
das deutsche und französische. Dazu bemerkt SiEVERS S. 102: »Ausser- 
dem scheint mir beim norddeutschen a die ganze Vorderzunge mehr kon- 
vex und gewölbt zu sein, während das englische s mehr eine Art Übergang 
zur koronalen Artikulation darstellen mag«. — Der »physiologisch angeb- 
bare Unterschied«, welchen Michaelis (S. 53) zwischen englischem (und 
französischem) s und c und »zwischen ihren fundz« finden will, erscheint 
durch nichts begründet; Michaelis sagt auch selbst, dass die Franzosen 
4ind Engländer ihn nicht anzuerkennen pflegen. 



144 I. Teil. Die Sprachlaute., n. Kap. Mundartikulation. §88—89. 



2* Eine scharfe Unterscheidung ;der stimmhaften von den 
stimmlosen Lauten ist wesentlich ; nicht selten werden zwei Worte so unter- 
schieden ; YgL ausser use (Verb) und use (Subst) u. ä. : peas (pease) und 
peace, disease und deceaae etc. — Die regelmässige Pluralendung und 
die Endung der 3. Sg. Präs. Ind. ist hiemach 

1) nach Stimmhaften z: dogß, 

2) nach Stimmlosen «: cats, wozu 

3) kommt iz oder ez nach Zischlauten: foxes, horses 

(vgL meine »Schulgrammatik« S. 8. 25). Dieser Thatsache unbeschadet 
sei jedoch hier erwähnt, dass nicht nur auslautendes s in der Begel (wie 
Ellis öfters erwähnt) genauer zs ist, d. h. stimmlos endet (wie anlauten- 
des z im Deutschen nach Sweet sz), sondern der Stimmton im Auslaut 
auch ganz yerloren geht und der Laut, zu einem von » immerhin deutlich 
unterscheidbarem z und zwar wohl 2 wird. 

o • 

Anm* 3* Besonders ist zu merken auf die stimmlose Aussprache des 
8 in den Fällen IIa. Ic— s. Bei trans- schwankt der Gebrauch: Sweet 
spricht z in transaot, transgresB (bei Stobm S. 126); transition = 
trcBHsi&an (nach Sweet auch trienzihn), so auch absoission, zur Vermei- 
dung zweier stimmlosen Zischlaute. — Für das c in sacrifice, sufdce 
gibt CuLL in Oloilyies Wörterbuch die regelmässige Aussprache 8, 



Aniil* 4* Die Laute z und s scheinen vom 16. bis 18. Jh. im ganzen 
dieselbe RoUe gespielt zu haben, wie gegenwärtig; s. Ellis I S. 215 ff. 
Über das Verhalten zu & und I vgl. § 83, wonach zt, ai statt I und k 
theoretisch noch bis Mitte des 17. Jhs. galt. — Über z und 8 in romani- 
schen und klassischen Wörtern vgl. Storm S. 100. 

§ 89. Ein gleiches Lautpaar zs findet sich im Franzö- 
sischen. — Der stimmhafte Laut z (la.) hat teils die Be- 
zeichnung z: zele zSl, teils steht dafür s; fast nur zwischen 
Vokalen: maison mezq, tobb rö'Zj so auch in der Bindung sonst 
stummes z, s und x; ausserdem ist x nur selten z. — Für 
den stimmlosen Laut s (IIa.) gilt der Buchstabe s in andern 
Fällen, insbesondere im Anlaut: sei selj estimer estrme'j VÄnus 
ve'nü's., ebenso ss durchaus und c und sc vor e, i (y), vor 
andern Vokalen 9 ; x in wenigen Wörtern ; t vor i in gewissen 
Ausgängen. — Auch die Verbindungen gz (Ib.) und ks (IIb.) 
werden durch x bezeichnet ; in der Regel ist x. = ks, — Die 
Bildung von zs im Französischen ist dorsal-postdental. 

Schreibung der französischen z- und s-Laute. 
la. 2;: 1. z: a) anlautend: Zaire, zöro, zigzag, zone, Zürich, 
Zwingle zy^g^ etc.; inlautend: Balzac. — b) auslau- 
tend in gäz, Berlioz, Buloz, (Santa-)Cruz , und stets 
in Bindung: allez-y, chezeux etc. 



§89. L. m. Mundenge etc. I.Reibelaute, z^; Laute. 145 

:2. s: a) inlautend zwischen Vokalen: posa, poser, posons, 
JCalesherbes etc. (vgl. s), — b) nach Liquida in Alsaoe, 
l>alsaminB, trans- (auch transit etc., aber s: transir, 
Transylvanie). — c) nach Vokal auslautend mit stum- 
mem e: rase, rose, .ruse etc. — d) auslautend stets 
in der Bindung: des .(Bufs, vous etes, las Champs 

• Elysees etc. 

3. a) inlautend (und auslautend) in deuxieme, dixieme, 
dix-huit, dix-neuf. — b) auslautend stets in der Bin- 
dung: aux armes, chevanx arabes etc. 
Ib. ffz:^: a) anlautend in (griech.) »Namen: Xavier, Xerxes 
etc., auch Ximenes (oder k), — b) inlaiilend in ex- 
vo| Vokal (auch stummem ii); exaot, exhiber etc. 
Pa. s: i. s: a) stets anlautend: salon, sei, sonnet, sou etc. — 
b) nach oder vor Konsonant: absolu, conversation, 
espörer, assistanoe etc. (aber a;: in dem fremden Na- 
mtcn Mesmer). — c) zwischen Vokalen in gisons (-ez, 
-entr, -ant, -als etc.). — ^ d) in Zusammensetzung, wo es 
ein Wort beginnt: prösöance, monosyllabe, parasol, 
resigner (»wieder zeichnen«, aber rösigner »verzichten« 
nüit z\ auch prösomptuenx mit z), auch in Namen: 
Desaix, Lesage (=Le Sage), Lesaint etc. — e) aus- 
lautend nach Vokal in es (auch = ^, fils (1 stumm; 
veraltet: fr), gibus, jftdis, lis (aber ß* »Lilien im Wap- 
pen«), OS ö's (Sg., auch ÖS und o-, Plur. meist o*), plus 
(allein stehend meist; sonst plu')^ tous (alleinstehend), 
vis. — f) desgl. in den Fremdwörtern aloes, agnus, 

• floigelus, argus, atlas, as »Ass«, bis, blocus, chorus. 
orocus, gratis, ithos, judas, omnibus, pathos, prospec- 

, .tus, röbus, rhinocäros, tumulus,.syllabus, vasistas. — 
g) desgl. in griech.-lat. u. ä. Namenendung: Argos, 
Cyrus, Xerxes etc. — h) auch in einigen modernen 
Namen: Arras, Qil(Ruy-)Blas, FrÄjus, Havas, Hondu- 
ras,, Ladislas, Las Gases, Lorris, Senlis, Sieyes, Va- 
dius, Vaugelas, Venceslas, Ximenes.u. a. — i) bis- 
weilen in Judas. -- k) nach Nasalvokal in cens, bis- 
weilen in gen» (alleinstehend), meist in sens, und den 
Namen Camoöns, Flourens^ Mons, B(h)eims, Bubens 
u. a. — 1) nach Kons, in laps, moBurs (auch noch 

Vi etoT, Phonetik. 2. Aafl. 10 



146 I. Teil Die 8prachlaute. n. Kap. Mundartikulation. §89. 

mar), und den Namen LesBepa, Mars (nicht in Cinq- 
Mars) u. a. (nicht in Thiers). 

2. 88 : a) inlautend: oasser, dissiper etc. — b) auslautend 
mit stummem e: oa88e/ mou88e etc. — b) sonst in dem 
Fremdwort strasB. 

3. so = anlautend und inlautend voi e, i, y: scene, scie» 
soie, scythe, esoient etc. • 

4. o : a) anlautend und inlautend vor e, i» y : oesser, ciel, 
pygne, laoer, pröcis» acoepter etc. — b) auslautend 
mit stummem e: raoe, force etc. 

*5. 9 anlautend und inlautend vor a, o, u: 9a, firan9ais, 
le9on, re9U etc. 

6. X : a) in aoizante, dix-aept. — b) in den Namen 
Xaintrailles, Auxerfe, Auzois, Auzonne, BruxialleB^ 
(belg. Aussprache: ks), Uzelles, Xerzes; oft auch in 
Aix, Cadiz. 

7. t : a) inlautend vor i ausser nach s oder z in Nominal- 
formell, wo 1=7=/, f vor betontem Vokal: initial, essen- 
tiel, patient, fonetion etc. (aber t: ^tiage ü. ä., gali- 
matias, Chrötien, chrätien etc., und soutien u. ä., auch 
in Critias). — b) in den Verben balbutier, diffiärentier» 

. . iniüer. — c) In nominalem -tie nach Vokal: aristo- 
oratie, prophötie, Böotie, auch in ineptie, inertie. 

Anm. !• Die französischen z s unterscheiden sich wie die norddeut- 
schen von den englischen durch engere Bildung, weshalb sie feiner klingen 
als diese (vgl. Storm S. 43). Die Enge findet zwischen dem Zungenblatt 
und der Hinterwand der Oberzähne statt, während die Zungenspitze sich 
hinter den Unterzähnen befindet; die Bildung ist also eine dorsale wie bei 
dem mitteldeutschen s (Sievebs > S. 102, Michaelis »Zischlaute« S. 88).*^ 
Über den angeblichen phonetischen Unterschied zwischen b und o, 9 vgl. 
§ 88 Anm. 1. . . ^ 

Aiim« 2« Für die Aussprachepraxis ist besonders zu beachten, dass 
-se nach Vokal = z, aber s zwischen Liquida (auch Nasal) und Vokal = s 
ist : danse, danser etc. (nur ausnahmsweise wie im Deutschen z in tran- 
sitif, Alsaoe u. e. a.), femer die Fälle, wo s zwischen Vokalen nicht s, 
sondern 8 darstellt (in Zusammensetzungen, wo s eigentlich janlautet : pre- 
seance u. dgl. — neben pressenür etc. mit as — , femer in g^is- von 
g6sir). 

Anm* 3* Meiobet (1550 ff.) unterscheidet z und «, und, wendet wie 
ToRY 1529 9 für c (vor a, o, uj = « an (Sylvius setzt dafür 1531 o mit 
übergeschriebenem s oder ssj; für diction wollte er diccion, für mani- 



§89 — 90. L. m. Mundenge etc. ; I.Reibelaute. 8 J5- Laute. 147 

festation manifestacion schreiben. Der Bestand der «-Laute war also 
um die Mitte des 16. Jhs. im ganzen derselbe wie jetzt. Das Flural-s war, 
wie man aus Eamus' Beformorthographie (1562) ersieht, stumm. Dabei 
galt 8 bis Ende des 18. Jhs. als Dehnungszeichen oder »etymologischer 
Buchstabe«, wie noch jetzt in est »ist«. — Vgl. Thukot II S. 17 ff. u. s, 

• 2) Die d- und J5-Laute. 
§ 90. Wird die Rinnenbildung der z s-Laute unterlassen, 
im übrigen jedoch deren Artikulation beibehalten, so ent- 
stehen gelispelte Laute, wie die im Englischen gebräuch- 
Uchen, als th geschriebenen Laute (phonetische Bezeichnung: 
stimmhaft ^, stimmlos p). Man nenn^ diese gewöhnlich inter- 
dentale Laute; jedoch ist eine solche Bildung (Zungenspitze 
zwiischen den Zahnen) weder für die ^^-Laute überhaupt, noch 
auch speziell für die englischen charakteristisch; vielmehr 
werden letztere in der Regel post dental, d. h. mit Enge 
zwischen der (apikal artikulirenden) Zungenspitze und der 
Rückseite der vorderen Oberzähne gebildet. — Der stimm- 
"hafte Laut ^ (I.) hat im Englischen statt z. B. in thou ^äUy 
this ^is, brother hrdta^ der stimmlose Laut p (11.) in thin^ti^, 
breath hrep etc. Nach langem Vokal geht auslautendes p vor 
der Pluralendung s in einigen Substantiven in & über (also 
ths = ^2): bath häp^ baths hätz. 

Schreibung der englischen d- und ^-Laute: 
I. d : th : a) anlautend im Stamm des Pronomens der 2. Person: 
thee, thine, thou, thy. — b) anlautend in den den- 
talen Demonstrativstämmen: than, that, the, their(s), 
them, then» thenoe, there, these, they, thither, those, 
though, thus. — c) inlautend in allen ursprünglich 
deutschen Stämmen: brethren, brother, clothes, either 
(neither), farther, f arthing, father, feather, further, 
gather, heathen, hither, mother, northerly, northern, 
pother, rather, southerly, southern, together, wether, 
whither, wither, worthy. — d) stets vor stummem e: 
bathe, breathe, soothe etc. . — e) in den Pluralen 
baths, laths, mouths, oaths, paths, ii^eatha (also ths 
= 6z), — f ) auslautend in booth , mouth (Verb ; als 
Subst. p\ smooth, with (beneath jetzt p\ 
11. / : th : a) anlautend wo nicht = d (vgl. L): thank, thin, 
thumb etc. — b) inlautend in nichtdeutschen Stäm- 

10» 



148 I- TeU. Die Sprachlaute. U. Kap. Mundartikulation. § 90^91. 

men: authority, method, panther etc. (auch in nothing, 
wie in thing). — c) auslautend bath^ faith, doth, 
breath, length, birth, wldth etc. (vgl. ff). 

Anm« 1« Das ^Wesentliche scheint mir bei den (T- und /-Laoten das 
Fehlen der Rinne, nicht wie Sweet »Handb.« S. 39 angibt, Verwendung 
der Zungenspitze (tip) statt des »Zungenblatts« ; denn auch dorsale 6 und 
p^ lassen sich bilden. Techmer »Int. Zs.« II 1885 S. 377 (vgl. I 1884 
S. 180 u. 183} 'besteht diesen meinen Angaben gegenüber auf seiner An- 
sicht, es sei bei der Bildung der »Lisplaute« das Wesentliche die »Zungen- 
Zahnartikulation«, welche ein Reibegeräusch nur an dcQ Zähnen und nicht 
gleichieitig noch in einer supradentalen Enge, wie bei den Zischlauten 
[vgl. Techmebs Bemerkungen* gegen mich : § 83 Anm. 3] bedingter. Itk 
entgegne, dass auch supradentale Ö und p möglich sind, wenn nur die 
Rinne fehlt, und verweise auf die soeben zitirte Anm.* Bei sehr »weiter« 
Bildung geht p fast in h über; I think wird I hink (Sweet a. a. 0.}, 
nicht selten tritt für j$ auch dajs ähnlich lautende/ ein: baf statt bath etc. 
— Ob die Enge zwischen der Zii^ge und der Rückseite der Zähne (post- 
dental) oder dem Zahnfleisch (alveolar,, »supradental«) oder dem imteren 
Rande der Zähne (interdental) hergestellt wird, ist von untergeordneter 
Bedeutung. Letztere, von Ausländem, die überhaupt einen i^^-Laut spre-- 
chen, wenigstens anfänglich in der Regel angewandte Art empfiehlt sich 
vielleicht sogar zur Einübung in der Schule als die deutlichste ; bei grösserer 
Sprachfertigkeit stellt sich die bequemere postdentale Bildung wohl von 
selbst ein. Unter keiner Bedingung sind* die in deutschen Schulen für 6 
und. p noch immer grassirenden «-Laute zu dulden. Jeder Schüler lernt die 
richtigen Laute sehr leicht, wenn nur der Lehrer seine Schuldigkeit thut. 

Anm« 2« Nicht nach allen langen Vokalen geht p im Plural in Ö 
über; so nicht in tniths, birthB, fourths, eighths, welch letzteres mit 
Ausfall des p oft ^ts, -wie sixths siks, elevenths alSvns (Sweet, »Handb.« 
S! 114) und clothes oft ä/^ä lautet (vgl. Storm S. 99f. llOf.). 



Anm. 3. Mit den Lauten verhielt es sich im 16. Jh. wie jetzt, nur 
dass with statt toiö = wip war, wie hier und da noch. — Ausser wo 
jetzt, war th = ^ noch z. B. in'antheme, apothecary, author, throne 
und -in einigen Wörtern , wo nun t steht, wie thea, threasure, Thuscany. 
Ellis I S. 219. 

3) Die Liquiden r und /. 

§ 91, Die r- und /-Laute unterscheiden sich in mehr- 
facher Hinsicht" jron den übrigen xReibelauten^r, dürfen ihnen 
aber doch beigezählt werden. • Das deutsche, englische und 
französische Lautsystem stellen stimmhaftes r und stimmloses 
r (i*), stimmhaftes l und stimfliloses l {{) nicht als selbständige 
Laute einander gegenüber , sondern kennen funktionell nur 



§ 91—92. IL L'm. Mundenge etc.* 1. BeibeUute. r-Laute. 149 

einen r-Laut und nui einen /-Laut, die beide ift der Regel 
stimmhaft, unter Umständen a\Lch stimmlos auftreten. Bei der 
Verwendung des Stimmtons genügt eine sehr laxe Eügenbil- 
dung, da schon ein^ solche dem Ijäut seine charakteristische 
Resonanz verleiht. So gebildete r und / treten (wie die Nasale) 
mit den Vokalen in Charakter und Effekt in eine Klasse. 
Stärkere Engenbildung und deutliche Reibung findet fast nur 
b^ stimmloser Bildung des Lautes statt. 



Die eigentümliche Zwittematur der »Liquida« ist in der tradi- 
tionellen Orammatik anerkannt. Weitere Momente hat die vergleichende 
Sprachforschung und die neuere Phonetik beigebracht (vgl. Sievers 2 S. 41 
3 S. 69 ff.). Wenn nun SiEVERS bei der Gruppirung nach dem akustischen 
Werte die Liquida mit den Vokalen und Nasalen als »Sonore« (reine 
Stimmlaute) den »Qeräuschlauten« gegenüberstellt, so hat dies gewiss seine 
Berechtigung. Es ergibt sich dabei jedoch der (von SiEVERS ^ S.. 104 zum 
Teil aner^Annte) Missstand, dass das, was, wenn nicht der Sprache selbst, 
so doch der allgemeinen Auffassung als ein und derselbe L^ut erscheint, 
zum Teil in diese, zum Teil in jene der beiden Hauptjgruppen von Lauten 
gehört. . Es erscheint hiemach rätlicher, in hergebrachter Weise die Li- 
quiden den Konsonanten beizuordnen, und zwar derjenigen Abteilung, 
welcher sie bei deutlicherer Artikulation beitreten, d. h. den Reibelauten. 
So spricht auch SiEVERS selbst, wo von dem liquiden (nicht spirantischen 1) 
r die Rede ist, von »Enge« und »Engenbildung« (2 S. 85, 3 S. 106) und hebt 
(2 S. 92, 3 S. 113) hervor, dass der spezifische ^Klang durch »einen gewissen 
Grad der Enge der Ausflussöffnungenk bedingt. ist, — da man auch alle 
Vokale bilden kann, indem man die Zungenspitze an den Qaumen andiUckt. 
^- Die von mir hier befolgte Einteilung nach der Artikulation: »Laute mit 
Mundöffnung« — »mit Mundenge« — »mit Mundverschluss« weist sie eben- 
falls an diese Stelle. — Die r- und /-Laute und Nasale als »Mittellaute« 
für sich zu 'gruppiren, wie ich es nach Traütmanns Vorgang in meiner 
»Engl. Schulgrammatik« etc. gethan habe, lässt zwar ihre Zwischenstellung 
hervortreten, aber die Frage, was denn dag Wesen der Laute sei, unbe- 
antwortet — Man nennt die Laute r und /, wie auch die r-Laute allein, 
auch »Zitterlaifte« (Evans bezeichnet r als »vibrant«, / als »liquid«); jedoch 
gehört Zittern weder zum Wesen des / noch des r. 

a) Die r-Laute. 

§ 92. Bei der Bildung der Zungenspitzen-, Zungen- oder 
dentalen r wird eine Enge zwischen der erhobenen eigent- 
lichen Zungenspitze und — wenigstens iu den hier in Be- 
tracht kommenden Sprachen — in der Regel den Alveolen der 
Oberzähne gebildet. . Das deutsche und französische Zungen-;- 
ist zugleich gerollt, d. h. die Zungenspitze wird durch dön 



150 I- l'eiL Die Sprachlaute. 11. Kap. Mundartikulation. § 92—94. 

ExspirationsstTom in Schwingungen (Zittern, Flattern) versetzt. 
Dies ist bei dem englischen r-nicht der Fall. Gleichzeitige 
gutturale Hebung des hinteien Zungeniückens scheint durch 
das Emporrichten der Zungenspitze bedingt zu sein* Das r 
ist hiernach ein »gemischter« Laut. . . 

* Alim« Vgl. auch zu der gutturalen Hebung der Hinterzunge das über 
uvulares r Gesagte, § 75 und Anm. — Für »gerollt« sagen die englischen 
Phonetiker »trilled«. 

§ 93. Das deutsche Zungen-r ist wohl abgesehen vom 
Auslaut durchgehends deutlich gerolltes Alveolar-r.. Es ist im 
allgemeinen stimmhaft und ohne deutliches Reibegeräusch. 
Vor oder nach Stimmlosen geht der Stimmton nicht selten 
ganz oder teilweise verloren. Im Auslaut tritt für -Sr, -er viel- 
fach ein 0?-, a- oder auch ^-Laut ein, die jedoch noch keinen 
Anspruch auf orthoepische Anerkennung machen können. 
Hiernach darf man alle geschriebenen r und (nach" kurzen 
Vokalen) rr (und ebenso rh und rrh in griechischen Wörtern) 
gleichmässig als r ansehen. 

Schreibung der deutschen r-Laute. 

1. r: Babe, führen, schwer etc. 

2. rr inlautend und auslautend nach kurzem Vokal: harren, 
wirr etc. 

3. rh in Namen wie Rhein, Rhense etc. und in griechi- 
Wöitern: Rhabarber, Rhapsode etc. 

4. rrh, ; desgl. : Diarrhöe, Katarrh etc. 

Anm. 1. Vgl. § 76 und Anm. über uvulares r und § 45 Anm. 5 über 
a {(b) für r, 9r im Auslaut. Dass a in Dialekten nicht nur ÜYulares, son- 
dern auch dentales r yertritt, weist wieder auf die auch bei dentalem r 
vorhandene gutturale ZungeQhebung. Wo a für ar erscheint, ist- 9 vob 
dem nahverwandten a absorbirt. Doch eflchwindet 9 in der Umgangssprache 
auch oft, wo r-Laut bleibt: fdtr (oft r) statt /^for, auch •nach Nichtden- 
talen: zier (sicher) statt zic9r etc., was von manchen mit Unrecht als 
mustergültige Aussprache betrachtet wird (vgl. § 64 Anm. 2). 



Anm« 2« Das gerollte Zungenspitz en-r ist der hergebrachte nhd. Laut 
ICKELSAMBR Sagt »Grammatica« S. 12 (bei Müller S. 128); »Das r ist ain 
Hundts buchstab, wan er zornig die zene blickt vnd nerret, so die zung 
kraus zittert«. — ' Uvulares r findet> wie § 76 bemerkt, erst, neuerdings 
Eingang. • 

§ 94. UngeroUtes Alveolar-r ohne deutliche Reibung gilt 
im Englischen nur vor Vokal im Anlaut,. Inlaut für r, rr 



§ 94. II. L. m. Mundenge etc. 1. Reibelaute. r-Laute.. 151 

(rh, rrh): right rditj very vSrly parrot p<krat etc.; auch nach 
Konsonanten: grow gr6^ etc.^ doch findet namentlich nach d 
oder t grössere Verengung und» infolge dessen Reibung- statt, 
und zwar nach Stimmlosen unter gleichzeitigem Verlust des 
Stimmtons: dry drä% try träi {t]räi)j aber auch z. B. bei grease 
grijs und increase inkrijs {inkpjs) etc. Besonderer Bezeich- 
nung bedürfen diese -spirantischen r-Laute jedoch kaum. — 
Auslautendes r, sowie inlautendes r vor Konsonant haben in 
gebildeter siidenglischer Sprachig keinen wirklichen r-Laut 
;mehr, sondern sind zu dem' unbestimmten Vokal a geworden 
(§ 65), doch kommen hierfür wie für ur, er, ir mundartlich 
r-Laute vor. In der Bindung vor anlautendem Vokal tritt 
.stets der r-Laut zu dem a:* better beta^ aber better and better 
betar an beta\ here hta, aber here and there Mar an ^ea. 
Schreibung der englischen r-Laute. 
1. *: a) anlautend: rag, rig, rob etc. — b) inlautend nach 
anlautender Konsonanz: brim, cry, throw etc. — c) in- 
lautend nach* Vokal: arable, admiral, forious etc. — 
d) inlautend nach Konsonant: angry, sobriety etc. 
* 2. rr : a) inlautend nach kurzem Vokal: barrel, »mirror, 
sorry etc. — b) inlautend nach langem .Vokal in Ab- 
leitungen : starry, erring etc. 

3. rh in Namen: Bhine, Bhone und iu griechischen Wör- 
tern: rheumatism, rhomb, rhythmipal etc. 

4. rrh, desgl.: catarrh, diarrhcBa. * 

Anm. 1. Wie Sievers ^ S. 87, 3 s. 107 bemerkt, sind beim englischen 
r wahrscheinlich die Yorderen Partien der Zunge massiger geformt, oder 
dasselbe ist ^weit« gebildet [vielleicht beides?], tr (tried) lautet fast wie Ü 
{dhide). — Der sonst sehr auffällige Übergang des anlautenden Zungen- 
spitzen-r in w .«= «^ in der Stutzeraussprache ä la Lord Dundreary (z. B. 
stvewj "wong« für very wrong) erklärt sich wohl* wieder, aus der gleich- 
-zeitigen gutturalen Hebung der Hinterzunge, und zwar bis in die u-Lage ; 
statt der Zungenspitzenartikulation verbindet sich dann damit — in ge- 
wohnter Weise — die u-Labialisirung. — Evans, welcher auf die gutturale 
Hebung bei Zungen-r zuerst aufmerksam gemacht hat (vgL jedoch Elus 
I S. 201), hält (S. 102) das gewöhnliche alveolare r fttr * + j (gleichzeitig), 
das^ mit erweiterter Artikulation (relaxed), das Ö etwas hinter der normalen 
Position und in der Kegel mit aufgerichteter Zungenspitze gebildet. Da- 
neben erkennt er im Englischen ein mit dem vorderen Zungenrücken 
(tongue-front) gebildetes , also palatales r s=^ j '\- j an, das man oft von 
»careless or mincing Speakers« in London höre, manchmal als unabhängigen 



152 * I- Tefl. Die Sprachlaute. II. Kap. Mundartikulation. § 94—95. 

Laut, aber meist als abh&ngigen nach dem gutturalen Verschlusslaut (green 
grass). Es scheint fast, als ob hiermit jenes »iw« in »vewy« gemeint sei, 
welches sonst Evans wie Sweet (ob auch Ellis, weiss ich nicht) über- 
gangen hätte. Wie ich den Laut auf der Bühne gehört habe, machte der- 
selbe keinen palatalen Eindruck, sondern entsprechend der Schreibung der 
Witzblätter den eines w» w, 

Änm. 2. Über a für r ygL § 65. Dass Ausgänge wie -er (better) 
und -a (idea) lautlich wirklich zusammenfallen, beweist das Vorkommen von 
r-Bindung auch bei -a, wo gar kein r yorhanden ist: aidiar av (idea of) 
statt aidia av und sogar beim Deutschsprechen nach a fiir deutsches 9, wie 
in Bagter -er (vgl. § 65). 

Ahih« 8« Nach a etc. ss «, e etc.* » t, oo etc. = ü, ie etc. s ai, 
ovr etc. SS t^f entwickelt sich vor dem r-Laut ein a: Mary mSaA, mate- 
riaX tna^rial, boorish dilarü, flery/ajjarl, fiowery^^farl, während nach 
ä in Btarry stäri, ä in glory glari, cd in erring c^tij u. dgl. das a absor- 
birt erscheint. 

Anm. 4t« In schottischer, irischer und weUpher Aussprache ist nicht 
nur das anlautende r gerollt, sondern ein gerolltes r wird auch für aus- 
lautendes r (statt a) gebraucht. — Ein ungeroUtes r mit Rückbiegung der 
Zungenspitze bia hinter die Alveolen, kakuminales oder — nach der Sans- 
kritgranmiatik — gewöhnlich sogenanntes zerebrales (engliscih: inverted) 
r wird im Westen von England und Kent (Sweet »Handb.« S. 38) und 
ebenso in Amerika gesprochen, und zwar, wie oben bemerkt, auch in sil- 
biger FujiktLon: ar (sir), brd (bird), hrd^eexd) für «ce, bced, hosd, aueh 
prü (pretty) für pritt oder priü mit high-mixed Vokal (Sievebs » S. 85, 
3 S. 105). 

Anm. 5* Ellis erklärt sich I S. 202 ausser Stande , zu bestimmen, 
wann die jetzige Unterscheidung von anlautendem und auslautendem r (5=r 
und a) Platz gegriffen häbe^ Wahrscheinlich ist dieselbe nicht alt, da, wie 
Ellis erinnert, für a provinziell noch jetzt r gebraucht wird, .Sweet setzt 
die Schwächung des auslautenden r zu einem blossen »vocal murmur« in 
seine »late modern period« (von 1700 an, worauf noch eine nicht näher 
bestimmte »latest period« folgt], da in diese Zeit die Umwandlung von 
Vokalen vor auslautendem r, wie ir, er, csr =^ cer, cea, cb, fällt; är, 5a, 
beruht vielleicht auf erhaltenem ar statt ar [? vgl. § 46 Anm. 3] ; gel^ent- 
lieber Übergang von er in ar (der auf gutturale Hebung bei r schliessen 
lässt) kommt schon von 1560 — 1660 vor; hart, smart (»Hist. of E. S.« 
S. 62, 67 ff.). Anlaut-r war früher gerollt: Ellis I S. 196 ff. ~ Die älteren 
deutschen Grammatiker versichern, dass englisches r wie im Deutschen 
laute, nur auslautendes -re wie er in mitre etc., und r ist nach Abnold 
(1718) stumm in mart, borough, partridge, parlour, scaroe, nach E.ÖNIO 
1748 in horse, parlour, partridge, thirsty. 

§ 95. Soweit im Französischen noch Zungenspitzen-r 
gesprochen wird (vgl. § 76), ist es gerolltes Alveolar-r. Wie 
das vielfach statt seiner verwandte Zäpfchen-r ist es stunm- 



§ 95/ . II. Laute m. Mundesge etc. 1. Eeibelaute. r-Laute. j 53 

haft (I.), ausser im Auslaut (-re) nach Konsonanten: rire W*r, 
porter porte' etc.; hier aber stimmlos (II.): offre (>/y,-suore sukr^ 
libre li'bi' etc. Wie r lautet rr (rh, rrh)> doch ist rr in einer 
Anzahl von Wörtern und Formen = rr, r, mit Schwächung 
und Wiederverstärkung. 

Schreibung der französischen r-Laute» » 

I. r [rr] : 1. r : a) anlautend und inlautend: rien, parole, mer- 
credi etc. — b) auslautend stets ausser in -er: ccBur» 
finir, vouloir etc. — c) bei er in amer, eher, cuiller» 
enfer, ither, fer, fter (Adj.), hier, mer, in den Fremd- 
wörtern aster, cancer, hamster, magister*, steamer, 
thaler, in Namen wie Esther, Jupiter, Schiller u. ä. 
— d) in -ers in univers, vers (envers), Anvers (belgische 
Aussprache qvers). 

2. rr, inlautend: terrine, carre etc. (aber rr, r in corro- 
borer, corroder, courräi(8) etc., error und erreur, 
horreur und horrible, interregne, irr-, mourrai(s) etc., 
narrer etc., querrai(s) etc., terreur und terrible, sowie 
in dem Namen Verses.) 

3. rh. in Namen wie Bhin, Bheims und griechischen 
Wörtern: rhetorique, rhinoc^ros etc. 

4. rrh in griechischen Wörtern: diarrhöe etc. (aber rr, r 
in Burrhus, Pyrrhus). 

II. ^: auslautend nach Konsonant: offre, libre etc. 

Anm» 1. Vgl. über Zäpfchen-r im Französischen § 76. Man vgl, 
was Legouv^ «L'art • de la lecture« ^ S. 60 ff. über den Kampf der fran- 
zösischen Bühnensprache gegen das Zäpfchen-r' erzählt, mit Palleskes 
»Jugendgeschichte meines R« im ersten Kapitel seines Buches »Die Kunst 
des Vortrags« 1880. — Über das stimmlose r = -re im Auslaut vgl. § 59 
Anm. 1 . . 

Anni* 2« Das r hat in nfr. Zeit keinen andern "Wert gehabt. Dass 
es in -er im 1 6. Jh. noch lautete, erwähnen die" Grammatiker. — Über das 
Aufkommen des Zäpfchen-r vgl. § 75 Anm. (zu Ende). Ellis erwähnt 
(I S. 198) eine Angabe Palsgraves, wonach »they of Paris do sounde 
somtime r like «, sayeng pazya for parya, paztsien for pariaien, chaize for 
chayre, mazy for mary/and suche lyke«, und fragt, ob hiermit Zäpfchen-9* 
gemeint sein könne. Wenn dies der Fall wäre, so reichte* das »grasseye- 
ment« also bis 1^0 zurück. Doch bemerkt mir Sweet, dass nach H. NicoL 
Übergang von r in «im Pariser Französisch zweifellos sei , wie denn auch 
das englische Chaise es beweise, r- Vgl. Thurot II S. i46ff., 269 ff.* 



154 LTeiL Die Spraolilaute. 11. Ki|>. Mundartikulation. §96—98 

/J) Die /-Laute. 

§ 96/ Bei den /-Lauten findet Engenbildung zwischen 
den Seitenrändern (oder auch nur einem Seitenrande) der Zunge 
und den Backenzähnen statt (laterale Artikulation, vgl. § 82}, 
während die Zungenspitze einen mittleren — in der R^^l 
alveolaren^ — Verschluss bildet. 

Ann« Die englischen Phonetiker nennen di^s mit swei Engen gebil- 
dete (reguläre) / »divided«. — Wirkliche Engenbildung, wenn auch nicht 
deutliche Eeibung bedingende, ist notwendig, wenn der ^Klang entstehen 
soU (vgl. § 91 Anm.). 

§ 97. Deutsches / ist alveolar, in der Regel stimmhaft 
und ohne deutliche Reibung. Meist ist die Hinterzunge dabei 
gesenkt. 

Schreibung des deutschen /. 
1.1: Land, eilen, Feld etc. 
2. 11 nach kurzen Vokalen: .fallen, still etc. 

Anm* !•* Wie die dentalen Yerschlusslaute scheint norddeutsches / 
apikal, Süd- und mitteldeutsches dorsal gebildet. Sweet sagt S. 44 : »The 
Middle German 'dorsal' / is a very forward (l)«, d. h. palatales /. Dies 
trifft bei meinem mitteldeutschen / nicht zu. Ich bilde den Verschluss an 
den Alveolen und Vorderzähnen; der Zungenkörper Yerhält.sich dabei so 
passiv wie möglich; die Vorderzunge ist nach den Alveolen und Zähnen 
hin gestreckt, ebenso wenig ist die Hinterzui^e gehoben. Evans betrachtet 
also mit Unrecht eine gutturale Hebung der Hinterzunge als ein Charak- 
teristikum auch der /-Laute (S. 104). 

Anm. 2. Über silbiges / für 9l s= el vgl. § 64 und § 93. 



Anm« 3« Die Aussprache des / hat im Nhd. wohl keinen Wechsel 
erfahren. Ickelsamer »Grammatica« S. }2 (bei Müller S. 128) scheint ein 
palatales /, zugleich mit Zurückziehung der Lippen, ähnlich wie meist 
beim t, zu. beschreiben : »Das, /, ist ain. zungen buchstab, die' zung wirt 
obe an den gumen getruckt, so sich der mund gleich zu lachen vn fr51ig- 
kait schickt«. 

§ 98. Auch englisches / wird alveolar gebildet, doch 
scheint gleichzeitige gutturale Hebung der Hinterzunge wenig- 
stens bei auslautendem / die Kegel, wodurch der Laut einen 
dunklen Klang erhält. Nach und vor Stimmlosen wie in play, 
feit etc. geljt wohl der Stimmton verloren, und es tritt dafür 
deutliche Reibung ein. 

Schreibung der englischen /-Laute. 
*1. 1: low, children, oll etc. 



§ 98. II. L. m. MunAen^e etc. 1. Reibelaute. /-Laute. 1*55 

• 

2. U inlautend und auslautend: a) nach kurzem Vokal: 
hoUow, puU etc. — b) nach (jetzt) langem Vokal (oder 
Diphthong): all, roll etc. 
Ein stummes 1 wird geschrieben in could, should, would, 
häufiger zwischen ä und f oder m half, psalza etc. und zwi- 
schen ä und k (talk etc.). 

Anm»«l« Der AlTeolarrerschluss entspricht dem bei englischein dund 
i. — Sweet (»Handb.« S. 45) hält das englische l für in der Mitte stehend 
zwischen palatal und guttural modifizirtem /: »The English (1) is formed 
without palatal modification, but without gutturality«. Ich höre wenigstens 
das auslautende englische / entschieden als guttural modifizirt und spreche 
es mit massiger Hebung der Hinterzunge. Eine solche bestätigt Evans 
nicht nur für das Englische, sondern er hält sie, wie erwähnt (§ 97 Anm. 1)-, 
sogar für ein wesentliches Merkmal aller ^Laute, und zwar eine weiter 
als die bei r zurückliegende Hebung (die bei / entspricht auf seiner Vokal- 
linie dem «-Punkt, die bei r dem'a-Punkt). Er verweist u. a. darauf, 
dass das englische able von manchen Phonetikern als »etbuh gehört wird, 
und dass in familiärer Sprechweise die vordere Artikulation für / in Wör- 
tern wie milky help manchmal unterbleibt und statt des / ein halbvoka- 
Hsches gutturales w lautet, welches auch eintrete, wenn man la sich zu 
sagen bemühe und gleichzeitig die Vorderzunge niederhalte. So sagt auch 
Sweet selbst »Hist. of E. S.« S. 74, in den "Wörtern children und milk 
(wie er dort angibt, als »ohuldren« und 'nnyulo« gesprochen) sei das i 
durch das ^ zu t# gutturalisirt und labialisirt worden. Vgl auch Anm. 3. 



II« 2« Über silbiges 7 in able etc. vgl. § 65 Anm. 1. Ob man 
solches in phonetischer Praxis gelten lässt, ist mehr eine Frage der Form. 
Ellis nimmt silbiges / an, schreibt es aber (1), d. h. eben al (* = a,* Stimme, 
»simpile voice«). Sweet schreibt in »Narrow Romic« (litl), in »Broad R.« 
. (litl) = little, aber (groefe^kAl), (graefekal) = graphical. Formen wie idle 
— Idol, bridle — bridal, mettla — metal lauten aber ohne Zweifel in 
nicht gekünstelter Aussprache gleich (Storm S. 103). Femer hat das -al 
etc. nach Vokalen, wie in real, keinen andern Laut als -al in bridal. 
Schreibt man hier den Stimmton vor dem / (z. B. rial), was jedenfalls be- 
quemer und deutlicher ist als irgend eine Kennzeichnung des l als »silbig«, 
so kann man auch hrdidal etc. schreiben« 



Arnn* 3« Der Ausfall des / in half, psalm u. ä. gehört dem 18. Jh. 
an. Der Übergang* von dl (all) in dy^l^ old (cid) in 6^ld u, dgl. fand in 
der Zeit von 1550 — 1650 statt. Vor Konsonanz fiel das / in dy^l, bezw. 
(2. Hälfte des 17. Jhs.) al aus: BuLLOKAR (1580) gibt für talk die Aus. 
spräche tdalk, GiLL (1621) talk »potius quam« tak. Das ^/ war vielleicht 
nur guttural • modifizirtes l oder / mit «-Hebung, kaum mit «-Lippenrun- 
dung> wie Ellis glaubt: »Both French and English seem to have had a 
tendency to labialise (l) into (lu?) [d. h. eben labialisirtes /] after (a, o). 



156 I. Teil Die Sprachlaüte. 11. Kap. Mundartikulation/ §98^99. 

that is they rounded the Ups eitber duriog the Yowel or just as it glided 
into the cpnsoDant« (I S. 193). 

II« 4* Silbiges / in able etc. nimmt schon Salesbubt 1547 an. 



§ 99« Dem französischen r entspricht insofern das fr an-, 
zösische l, als auch dieses* in der Kegel stimmhaft, nur 
nach Konsonanz im Auslaut stimmlos ist: lire K'r^ aller die' 
etc. ; table t&bl etc. ^— *In den Verbindungen -11-, -ill-, -lle-, 
-il, -üle nach Vokal gilt oft der /-Laut (»1 mouilli«), selten bei 
einfachem 1 (vgl. § 81).' — Die Artikulation des /-Lautes 
scheint alveolar vrie im Deutschen.' 

Schreibung der französischen /-Laute: 
!./(//): 1. 1, long, vouloir, civil etc. (vgl. / == 1 mouilli, femer I 
stumm in: baril, chenil, coutil, courtil, cul<Le-8ac 
u. ä.; Als, fusil, gentil (vor Kons.; Fl. immer), nom- 
bril, outil, persil, pouls, souroil, soiil, ferner in den 
Namen: AmaiQd, Boursault, Chatelbrault, Gkiultier, . 
Girault, Hörault, Perrault, Bochefoucauld.) 
2. 11, inlautend, auch vor stummem e: seUer, falloir, eile 
etc. (vgl. y = 1 mouill^) ; ferner ist U = // in allögorie, 
allögresse u. ä., allöguer, alläuia, allitöration, allo- 
cation u. ä. mit alle-, allusion u. ä., alluvion u. ä., 
belli-, bellte, bellis, oolligation u. ä., oolUsion, oollo- 
dion, colloque, colloquer, ooUuder u. ä., ell6bore, 
ellipse etc., fallacieuz, flagellant u. ä., ill-, intelligent 
u. ä., oscüler, palladium, pallier etc., pusillanime, 
vaciUer etc.; auch den Namen: All6ghany, Bellöro- 
phon, Pallas u. a. 
II. l : 1 nach Kons, auslautend vor stummem e: fable etc. 

Anm« !• Sweet, welcher sein englisches / für normal ansieht (vgl 
§ 98 Anm. 1), schreibt »Handb.« S. 45 dem französischen / palatale Zungen- 
hebung zu. Stürm erkennt englisches / als halb guttural und findet S. 74 
in dem französischen das normale /. Ich kann nur bemerken, dass mir 
französisches l mit dem mir geläufigen deutschen identisch yorkommt. 

Anm. 2.- Das von Sweet angegebene Stimmloswerden des / nach 
Konsonanz im Auslaut bestätigt Stokm und erwähnt dabei, dass es nicht 
(wi« isl. hl) mit starkem Hauch gesprochen werde. In der Umgangssprache 
verstummt dieses / oft ganz: tdb für idbl etc., wie kdt für kdtr (quatre). 



Anm« 3« Über die Entwicklung de^ »1 mouille« vgl § 81 Anm. 4. Die 
'Aussprache des / hat im ganzen in nfr. Zeit nicht gewechselt. 



§100—101. n. 1. m. Mündenge etc. 1. Reibelaute. r/-Laute. 157 

c. Labiale: vf. 

§ 100. Die labialen Reibelaute haben zum Teil labio- 
dentale Bildung; d, h. die Enge wird dabei durch Aufisetzen 
der Oberzähne auf die Unterlippe hergestellt, zum Teil bilabiale, 
d. h. die Enge wird mit beiden Lippen gebildet. Jene Bil- ' 
düng herrscht vor bei denjenigen Lauten, die sich auf das 
labiale Beibegeräusch beschränken (stimmhaft t?, stimmlos /), 
diese bei solchen mit deutlicher, .fast oder ganz vokalischer 
Zungenartikulation (mit w- oder M-ähnlicher Zungenartikulation 
(stimmhaft w, stimmlos ^, mit ti- oder ij- ähnlicher Zungen- 
artikulation stimmhaft y, stimmlos y). 

Ahm* Die BeTorzugung der labiodentalen Artikulation bei den eigent- 
lichen Reibelauten gegenüber der bilabialen bei den Yerschlusslauten (aus 
denen jene grösstenteils hervorgegangen sind) hat, wie Sieyebs ^ S. 99 be- 
merkt, wohl ihren Grund in der geringen Lautstärke der bilabialen Beibe- 
laute. Bei den Lauten mit Vokalresonanz tritt diese unterstützend ein. 

§ 101. • Das iDeutsche verwendet den stimmhaften la- 
biodentalen Laut V (I.) . für das geschriebene w und in roma- 
nischen Fremdwörtern auch v, wie alle stimmhaften Konso- 
nanten ausser den Liquiden nur im An- und Inlaut: was väs, 
Elavirer kla'vi'r. Die Reibung bei deutschem v 'ist sehr gering. 
— Für das w in der Verbindung schw und das.. u in der Ver- 
bindung qu wird vielleicht ausschliesslich statt des labioden- 
talen V bilabliales w (übrigeiis ohne entschiedene Zungenarti- 
kulation) gesprochen, welches meist den Stimmton verliert; 
Qual kväl, Schwester ivesUr wäre also genauer kwäl^ 8west9r, 
Venn nicht kwäl, sifester, doch darf man wohl die Bezeich- 
nung V gelten lassen. — Der stimmlose labiodentale Laut f 
(IL) ist meist durch f (fi), seltener nur durch v und fast nur 
in griechischen Fremdwörtern auch durch ph bezeichnet: fiel 
und viel ft'ly laufen Id^fan^ Fhilosoph Jl'lo'zö'f, 

Schreibung der deutschen v- und y-Laute. 
I, V : 1. w: a) anlautend: Wasser, werden, weit etc. — b) in- 
lautend in Iiöwe, Möwe und den Fremdwörtern Kara- 
wane, Krawall, Lawine. -^ c) nach 8ch==Ä (genauer 
Wj bezw. w]:. Schwester, schwarz etc. 
2. V in Fremdwörtern: a) anlautend: Vase, Verdikt, 
Vikar, Vokal,' vulgär etc. — b) inlautend: oval, N'o- 
velle, Proviant, nervös, Livree etc. 



158 L Teil. Die Spraehlaute. II. Kap. Mundartikullation. § 101. 

3. u, nach q ^ k (gehauer tOj bezw. w) an- und inlau- 
tend: quaken, Quelle, Quirl; bequem, auch in Fiemd- 
Wörtern: Quadrat, Quotient etc.; Äquator, Acquisi- 
tion etc. 
'II. y^:l. f, Faoh, Hefe, auf etc.; auch in Fremd wörteni: 
Fasan, Elefant, Elfenbein etc. 

2. ff, in- und auslautend nach kurzem Vokal: Affe, Riff, 
Effekt etc. 

3. v: a) anlautend in den deutschen Wörtern: Vater, ver-, 
Vetter, Vieh, viel, vier, Vläme, (= Flame), Vlieüs, 
Vogel, Volk, voll, von, vor, vorder (Adj.), zuvörderst, 
vom. — b) in den Lehnwörtern Vers, Veilchen, Veit, 
Vogt. — c) in deutschen Eigennamen: Vamhagen, 
Verden, Vischer, Vofs etc. — d) inlautend in Frevel, 
meist auch in den Fremdwörtern brave, Sklave. — 
e) auslautend überall, nur in Fremdwörtern: brav, 
kursiv, relativ, Substantiv etc. 

4. ph: a) in dem deutschen Epheu. — b) in Fremdwör- 
tern: Philosoph, Emphase etc. 

Anin« 1* In «Mittel- und Süddeutschland gilt vorwiegend statt des 
norddeutschen v bilabiales tc, das ohne Rundung oder Yerscliiebung der 
Lippen und ohne wirkliche Beibung, zugleich auch (wie tp in Sw, kw) ohne 
u-Hebung der Zunge gebildet ist.^ Nach SiEVEBS (bei Stöbm S. 425) »wird 
einfach ein schmaler Spalt zwischen den Lippen gelassen«, was auch zu 
meiner Aussprache des Lautes stimmt. Wie ebenfalls Sieyebs (^ S. 150) 
hervorhebt, ist' mitteldeutsches to nicht nur in Bezug auf IteibungsgeVäusch, 
sondern auch auf Dauer zu einem »Gleitlaut reduzirt, indem der Stimmten 
erst in dem Momente einsetzt, wo der Übergang zum folgenden Laut be- 
reits beginnt«. Ich trage kein Bedenken, mein im Zusammenhang der 
Bede verwendetes Anlaut-«? geradezu als stimmlos zu bezeichnen; was 
mit lang angehaltenem w und direkt angeschlossenem a D|^cht keinen 
fremdartigen Eindruck, eher *tod8 mit langem (stimmhaftem) to, — In ähn- 
licher Weise doppelt »reduzirtes« v findet sich nach Winteler S. 30 f. imd 
Sie VERS S. 150 öfter in Oberdeutschland und der Schweiz, auch wohl in 
Norddeutschland. So betrachtet Krauter auch das anlautende deutsche 
w als labiodentalen »Stimmlaut mit örtlicher Berührung« (Krauters w) im 
Unterschied von dem labiodentalen »tönenden Reibelaut« (Kräuters o; beide 
Laute kommen nach ihm vor im frz. vive »wiv«), 

Anni« 2. Auf die bilabiale Bildung des u in qu und w in schw ist 
jedenfalls kein orthoepisches Gewicht zu legen; der akustische Effekt 
ist kaum ein andrer; die bilabiale Bildung ist namentlich nach i eben be- 
quemer. 



§101—102. II. L. m. Mundenge etc. 1. Reibelaute. »/-Laute. 159" 

Anm« 8* Die fremden v werden in Mittel- und Süddeutschland wie 
die einheimischen behandelt, also / gesprochen : /o'kälf klaft'r, wie dies 
auch beim Lateinischlesen vor nicht allzulanger Zeit noch gebräuchlich 
war. Die Verteidiger jener Aussprache sollten bedenken, dass in diesem' 
Funkte nicht nur die sich stetig yerbreitende norddeutsche Praxis 'sondern 
auch die »Kichtigkeit« gegen die' unsrige ist. Allerdings sind die Wörter 
jetzt deutsch und als solche möglichst zu behandeln, aber wir haben die- 
selben der fremden Sprache (Lautsprache) entlehnt und nicht das fremde 
Lautzeichen durch unseren gewöhnlichen Lautwert desselben, sondern den 
fremden Lautwert durch den ihm zunächstkommenden deutschen wieder- 
zugeben, soweit sich nicht in früherer Zeit der hochdeutsche Sprachge- 
brauch anders entschieden und festgesetzt hat^ So hat z. B. t? allgemein 
den /-Laut in Veilchen, Veit , Vers, Vogt, auch wohl vorwiegend in 
Pulver (dies nach dem preussischen Kegelbuch S. 17 mitv); auch brave^ 
Sklave kommen in Norddeutschland mit / vor. 

Ahiii* 4» Anlautendes pf verliert in norddeutscher Aussprache meist 
das p und lautet einfach/ Pferd /^^,. Pflaster ^(i«^ar (preuss. Regel- 
buch S. 8). Hier dürfen wir Süddeutschen wohl unser pf einstweilen noch 
als das Korrektere ansehen. Verschiedene Aussprache des f je nach der 
Herkunft — sei es nun, dass für f = nd. f, v inlautend gradezu v und / 
nur für f = nd; p gesetzt (Briefe bri'V9 u. dgl.) oder ein »schwächeren 
und ein »stärkerer« /-Laut unterschieden wird (wie von Paul »Mhd. Gram- 
matik^ S. 5) — gehört nicht der Gesamtsprache an. 



II« 5« Die älteren nhd. Grammatiker beschreiben den Laut des vr 
ohne Zweifel als to {w?). Helber (S. 9) nennt es »ein mittelding zwischen 
f , Tnd aller VMckem b«. Ickelsamer sagt über die Aussprache des vir 
S. 13 (bei MÜLLER S. 128].: »Das, w, wie mä in ain hayss essen bl&st«; 
ähnlich JoRDAN (S. 114) und »Rechte Weis« (S. 56). Inlautendes b (welches 
in Süd- und Mitteldeutschland noch jetzt meist to lautet) wird dem w fast 
oder ganz gleichgestellt. Helber schliesst jedoch auffallender Weise das 
Buslautende b ein, z. B. in ab, klob, halb. 

Anm« 6* Das / hatte, wie Ickelsamer ausdrücklich erkläi:]t, die 
labiodentale Aussprache: Das, / würdt geblasen durch die zene, auf die 
yntem lebtzen gelegt« (»Grammatica« S. 12, bei Müll^ S. 128). Sowohl 
v als ph werden f gleichgesetzt. Hueber (S. 9 ff.) schreibt vater, vleisB, 
vilippy an fang (einmal vorkommendes cenwang ist wohl Schreibfehler; 
sonst ist sein w gleich jetzigem w). Kolross (S. 76) gibt unter den Bei- 
spielen für V aa/ Venedig, Vit, Vinoentz, vogt; das Wort Ibhew oder 
Ipheuw wiU er mit ph wie in ripphun gesprochen haben; »in alten 
brieffen« kommt, wie er angibt, ph für pf vor : phund, phennig. Unter- 
scheidung Yen f s= nd. f, v und ff &= nd. p in der Aussprache finde ich 
nur bei Frangk (S. 100): »Diese wort, hofeman, hefen, teufel etc., haben 
ein f, hoffen, teuffen, helffen etc., zwey ff, Solchs lernt die ausspräche«. 

.§ 102. Im Englischen gilt das stimmhafte labiodentale 
V (I.), auch im Anlaut mit deutlicher Reibung gebildet, im An-^ 



1 60 I- Teil. Die Spiacblaute. U. Kap. Mundartikulation. § 102. 

In-, und Auslaut meist für das v der Schrift: very verij llver 
liva^ serve iscev. Das stimmlose labiodentale f (11.) hat in 
der Regel das Zeichen f, auch ph etc.: und fd%ndy differ rfi/a, 
philosophy ßlasafl. — Ausserdem verwendet das Englische 
noch ein stimmhaftes bilabiales to (III.) mit t^-Zungenhebung, 
aber ohne deutliche Reibung, meist für geschriebenes w: wet 
wSt etc. Der entsprechende stimmlose Laut ist für geschrie- 
benes wh, wie in which, in Südengland, wo wh wie w = w 
lautet, nicht mehr gebräuchlich, doch tritt derselbe (für t^j 
nach Stimmlosen ein, z.^ B. twenty twentl (genauer ttpenü). 
Schreibung der englischen Laute v und fj w und {ip), 
I. V : 1. v: a) an- und inlautend: vain, vivid, ever etc. — 
b) auslautend nur mit stutnmem e in live, move, 
twelve» serve etc. 

2. f in of . 

3. ph.in nephew, Stephen (Stephenson).* 

II. /: 1. f in foll, free, profit, after, deaf, life -etc. 

2. ff in- und auslautend: suffer, off etc. 

3. ph in Fremdwörtern: philosophy, triumph etc. * 

4. gh in ehough Üäfy cough kaf^ draught dräft (= draft), 
enough anäfj laugh Idf, rough rdfj slough släf ())Balg(r), 
tough tdf, trough traf. 

III. w : 1. w: a) anlautend: wet, water etc. — b) inlautend 
nach stimmhaftem Konsonant: dwarf" etc. — c) in- und 
auslautend in den Diphthongen eix = üw^ juw (s. 
diese). — d) w nach Stimmlösen (genauer: tp): twelve, 
thwart, swim etc. 
2. wh, anlautend: what, which etc. 
8. u: a) nach q = k (genauer: tf): queen, quack etc. — 
b) in den Diphthongen u = üw, juWj eu = ütOj juw 
etc. (s. diese). 
Das vor r im Anlaut geschriebene w (write, wrong etc.) 
ist stumm, ebenso das w in who (whose, whom), whole, ferner 
in two, answer, sword. 

Anm* 1* Die englischen v und / sind den norddeutschen gleich, ab- 
gesehen von der deutlichen Eeibung des anlautenden v im Englischen. 

Anm* 2* Über das Hierherziehen der in der 1. Aufl. als unsilbiges u 
behandelten Laute w und tf vgl. § 80 Anm. 1. Der Laut des qu ist nach 
Ellis nicht kw oder ktc, sondern {k), labialisirtes k (I S. 186 f.). Zu achten 



§ 102—103. II. L. m. Mundenge etc. 1. Reibelaute. t7/-Laute. Igl 

ist darauf, dass nicht auslautendes v nach deutscher Art in / verkehrt 
wird : have ist »= hdv mit halblangem r, nicht /: loves s= Mvz etc. 

Aiiiii« 3« Süddeutsche sind geneigt, ihr w «= U7 (w) sowohl für eng- 
lisches V = f , als auch iüi 'W == w zu gebrauchen. Es ist weder das eine, 
noch das andere, es fehlt auch für letzteres die u-Hebung der Zunge und 
die Lippenrundung (vgl. § 101 Anm. 1). Praktisch empfiehlt es sich, das 
englische w als unsilbiges u zu hehandeln. 



II. 4« Englisches v und f (und ph) scheinen in ne. Zeit stets ihre 
Jetzigen Laute gehabt zu haben. Der Laut / in whereof wird noch jetzt 
von einigen verlangt; in of hat ihn Wallis (1653), wie im 16. Jh. Smith 
und BuLLOKAR, während Gill (1621) »ov frequentius, of docti interdum« 
angibt. — Nephew schwankt im 17. Jh. zwischen / und r. — Iiaugh, 
tough hatten im 17. Jh. schon /, oder gh war stumm; das gh in draught 
wurde nach den Orthoepisten weder im 17. noch im 18. Jh. gesprochen; 
im 16. Jh. galt überall noch der c-Laut. Vgl. Ellis I S. 219 und die 
Listen iin IIL und IV. Bd. 

Anm» 5« Das w =^ w hatte schon im 16. Jh. den jetzigen Laut, wh 
l)is in unsere Zeit den Laut w, der im Norden von England noch ge- 
bräuchlich ist, während in Schottland oft sogar (c) dafür eintritt. Die 
alteren Orthoepisten betrachten to ah u, tp als hu ; so der Walliser Sales- 
BURT (1547), Smith (1568), Hart (1569);° hingegen hat Gill (1621) nicht 
nur besondere Zeichen für konsonantisches w und J, sondern er erkennt 
auch w als einfachen Laut. an. (Ellis I S. 184 ff.) Die Deutschen be- 
schreiben w als lateinisches u (Podensteiner), als ou (Nicolai), oder 
stellen es stillschweigend oder ausdrücklich (»das w lautet insgemein wie 
im Hochteutschen« KÖNIG 1706, woneben »das v Consonans wie in andern 
Sprachen gebraucht« sein soll) dem deutschen vr gleich. Nach König 1748 
»wie im Teutschen mit vollem Munde«r. Das "wh wird als =s hw angegeben, 
nach Beuthner (1711) ist es zu sprechen »wie hu, aber ganz kurtz«; auch 
TiBSSEN hat hu. — Das w in anlautendem wr verstummte gegen Ende 
des 16. Jhs., ebenso das w in who etc., sowie in two, answer; etwas 
später in Bword, das bei Price (1668) swcerdf bei Beuthner wie »sudrd« 
lautet; Cooper (1685) sürd, Tiessen (1712) »sörd«. 

§ 103. Auch im Französischen sind das stimmhafte 
labiodentale v (I.) wie das stimmlose f (11.) in der Kegel 
deutliche Reibelaute wie im Englischen. Beispiele: vin t?^', 
vive vi'v ; fin /f, vif vif. 

Neben diesen labiodentalen Lauten hat das Französische 
noch zweierlei bilabiale Reibelaute: ein w mit starker Lippen- 
rundung und w-Zungenhebung (III.) wie in roi rwä^ und ein 
y mit ebensolcher Lippenrundung und «^-Zungenhebung (IV.) 
wie in ruine ryrn. Nach Stimmlosen werden beide Laute 

Yietor, Phonetik. 2. Aufl. n 



1&2 L Teil. Die Sprachlaute. 11. Kap. Mundartikulation. § 103—104. 

Stimmlos (genauere Bezeichnung : ^, becw. y): point pti>4i p^4 
(m.), puls pyt-, pyir {IV). 

Schreibung der französischen Laute v und f, w (tp) imd y [y]. 
1. t) ; 1. v: a) an- und inlautend: venir, savoir, vivre etc. — 
b) vor stummem e: veuve, suave etc. 

2. f: neuf in der Bindung. 

3. w in Fremdwörtern wie wagon, Warrant» Wallon u. sL 
n. /: 1. f: feu, cafi, rafle, tarif, oarafe etc. (f auslautend 

stumm in le boDuf gras, boDufs» meist cerf und stets 
cerfs, ohef d'oDuvre» olef, oft in nerf und stets nerf- 
f6rure und in Namen mit Nefuf-). 

2. ff inlautend: effet, siffler etc. 

3. ph in Fremdwörtern: philosophe, dauphin etc. 

4. y auslautend in fremden Namen: Bomanov u. ä. 

in. to (und ^): ou in oui etc.; s. ferner tra, wd § 47, w^ § 51. 
IV. y (und y): u vor Vokalen: lui, muet etc. (nach Stimm- 
losen y: puls, tuer etc. 

o 

Ahiii» 1« Dass Krauteb anlautendes franz. v wie anlautendes deut- 
sches w als »Stimmlaut mit örtlicher Berührung« auffasst, ist § 101 Anm. 1 
erwähnt Sweet stellt es (S. 41) mit dem engl v ausdrücklich dem schwä- 
cheren deutschen w gegenüber. Über auslautendes v gilt dasselbe wie das 
über das englische § 102 Anm. 2 Bemerkte. 

Anm« 2. "Wegen to (tp) und y (y) vgl. § 80 über j und e. Nach 
Stürm (S. 69), der erwähnt, dass das u in lui jetst von französischen 
Phonetikern, wie Havet (»Romania« III S. 321), als der dem ü in lu ent- 
sprechende Konsonant angesehen werde, ist dasselbe wesentlich identisch 
mit dem schwedischen u in hus (s. die Tabelle S. 20 f.); er bemerkt, dass 
es sich vom gewöhnlichen französischen u im Klang sehr wesentlich unter- 
scheide und wie ein halb konsonantischer Zwischenlaut Yon u und ü klinge 
Wie LÜTGENAU »Franco-GaUia« I S. 314 angibt, liegt hier DissimilationB- 
tendenz vor. 

AHm. 3; Die Laute v und / haben ihre jetzige Geltung schon zu 
Anfang der nfr. Zeit. VgL Ellis III S. 831 und DiDOT, insbesondere 
über die Geschichte des ph, S. 40 ff. etc. 

2. Iiaute mit MundvemohlusB. 

Verschlusslaute. 

§ 104. Wie bei den Reibelauten, so stehen sich auch bei 
den Verschlusslauten in der Praxis meist ein weniger energisch 
gebildeter stimmhafter und ein in der Kegel mit grösserer 
Energie artikulirter stimmloser Laut gegenüber (vgl. § 73). 



§104. II. L. mit Mundenge etc. 2. L.m. MundyerschluBS. VerBchlusslaute. 163 

Jener heisst nax;h grammatischer Terminologie Media, dieser 
Tenuis (beide zusammen auch Mutä). — Schwache Tenues, 
wie sie das Mittel- und Süddeutsche statt der norddeutschen 
Medien, also für geschriebenes b, g, d, aber vielfach auch für 
die Tenues (und zum Teil Aspiraten) p, k, t verwendet, machen 
leicht den Eindruck von Medien, weshalb die schwachen mittel- 
und süddeutschen p, k^ t häufig als stimmlose oder tonlose 
Medien bezeichnet worden sind (so auch hier in der 1. Aufl.). 
Sieht man, was ohne Zweifel vorzuziehen ist, das absolute 
Moment des Vorhandenseins des Stimmtons, nicht das relative 
Moment geringerer Stärke als wesentlich bei den Medien an, 
so ist die Bezeichnung unpassend. — Aspirirte, mit starkem 
Atemstoss hervorgebrachte Tenues (pf^^ ^, hf^) verwenden das 
Deutsche und Englische regelmässig vor betontem Vokal, oft 
aber auch sonst an betonter Stelle, besonders im Auslaut, wo 
auch das Französische, dessen Tenues sonst rein sind, Aspira- 
tion kennt. — Bei der Artikulation der Verschlusslaute ist zu 
unterscheiden 1. Bildung des Verschlusses, 2. Lösung desselben. 
Lautlich kommt im Anlaut nur das erste Moment, im Auslaut 
oft nur das zweite in Betracht, indem die andere Hälfte der 
Artikulation langsam und unmerklich vor sich geht; im Inlaut 
hingegen beide; fällt zwischen die Bildung und die Lösung 
des Verschlusses eine Pause, so entsteht ein langer, bezw. 
geminirter Verschlusslaut. — Folgt auf den Mundverschlusslaut 
ein gleichartiger Nasalkonsonant, wie bei im, pm^ dn, in etc., 
so dauert oft der Mundverschluss auch während des letzteren 
ununterbrochen fort. An die Stelle der somit wegfallenden 
Mundverschlussöflhung tritt dann, auch für die akustische Auf- 
fassung, die Öffnung des Gaiunensegelverschlusses beim Über- 
gang zu dem Nasal. Solche Verschlusslaute mit velarer Öff"- 
nüng nennt man velare Verschlusslaute. 



1. Vgl. Bum Vorstehenden § 74 nebst Anmerkungen, sowie 
Krauters Ausführungen »Zs. f. d. A.« XXX 1886 Anz. S. 123 f. Wie 
Kräuter hier hervorhebt, treten die »angeblichen Lenes« p, t, k nebst 
Beibelauten der Süd- und Mitteldeutschen nicht bloss für b, d, g, b, g^ 
sondern (wie ich selbst zugegeben) auch für p, t, k, ss, oh ein, und — 
was mehr sagen wiU 7- sind nicht immer schwächer als die sog. Fortes 
der Franzosen ; nach Kräuter ist elsässisches p in Ball stärker als fran- 
zösisches p in FariB, appelle, noch stärker z. B. die p, t, k der Trierer,* 
wie denn in manchen Sprachen die b, d, g stärker sind als die p, t, k« 

11* 



164 I. Teil. Die Sprachlaute, ü. Kap. Mundartikulation. § 104. 

Wenn ich 1. Aufl. S. 139 angegeben habe, dass von mir mit mitteldeutscher 
(nasaauischer) »Lenis« gesprochenes ducal von Engländern als »dugal«, eben- 
solches . apres von Franzosen als »abrfes«, wie überhaupt meine »Lenes« als 
Medien gehört wurden, so kann ich meine Angabe in den Nachträgen 
S. 226 der 1. Aufl. dahin erweitern, dass in meiner heimatlichen Aussprache 
auch Yerschlusslaute zwischen Stimmhafteh selbst in der Hegel stimmhaft 
werden, im übrigen, wo nicht Aspiration eintritt, sehr schwach sind. — 
Innerhalb derselben Sprache oder Mundart wird der Eindruck der schwachen 
Tenues als Medien meistens dadurch unterstützt, dass daneben aspirirte 
Tenues stehen, die für die geschriebenen p, t, k beim Schriftdeutsch- 
sprechen im Anlaut überall, in meiner nassauischen Aussprache aber auch 
mundartlich in bestimmten Wörtern eintreten (z. B. thun mundartlieh mit 
schwachem t : tü'n, Schriftdeutsch : tH-n, Torm mundartlich und* Schrift- 
deutsch t^ürm). So sind auch im Welschen b, g, d schwache Tenues, p, 
• c, t aspirirt — Für die tonlosen Medien treten ausser Sieyers 2 S. 95 f., 
^ S. 11 6 f. besonders noch Winteler (»Kerenzer Mundart«) und Hoffory 
(»Zs. f. vgl. Sprachf.« XXV S. 419 ff.) ein. Sievers bemerkt mit Recht: »Es 
ist in dem Streit um die Tenuis-Media-Frage viel unnützer Eifer ver- 
schwendet worden. Es ist an sich höchst gleichgültig, ob man von ton- 
loser Fortis und Lenis oder in umgekehrter Reihenfolge von starkem und 
schwachem tonlosem Laute sprichtcc Nicht minder richtig ist es (vgl. 
oben), »dass in allen Sprachen, wo tonlose und tönende 5, d, g neben ein- 
ander bestehen, die ersteren als nächste Verwandte der tönenden Mediä, 
nicht als Abarten der unaspirirten Tenues empfunden werden«. Wenn ich 
trotzdem jetzt von der »tonlosen Media« zur »schwachen Tenuis« überge- 
gangen bin, so ist dies in der Erwägung geschehen, dass durch diese Be-. 
zeichnungsweise eine klarere Sonderung der Begriffe herbeigeführt wird. 
Sachlich habe ich meine Auffassung in keiner Weise geändert. 

•Anm. 2. Besser als »tonlose Media« in den Begriff der Media, lässt 
sich die »aspirirte Tenuis« in den Begriff der Tenuis einschliessen, da hier 
wirklich eine mit einem Hauch verbundene Tenuis vorliegt Gewöhnlieh 
gebraucht man dafür den einfacheren Ausdruck Aspirata (nicht Spirans! 
vgl. § 74 Anm. 1), wie für die . Verbindung einer Tenuis mit gleichartigem 
Reibelaut den Ausdruck Affrikata. Nach Kräuter gilt die »Aspirata« 
und für k die »Affrikata« im Anlaut vor betontem, d. h. stark gesprochenem 
Vokal. Sie kommt aber auch im Auslaut und im Inlaut vor, und zwar 
bei Emphase, wie mir Sieyfrs • und Kräuter selbst bestätigen (so sägt 
auch dieser »Zur Lautv.« S. 88 : »Wenn wir die lautlichen Elemente von 
Hauptteil scharf hervortreten lassen wollen, so sprechen wir käupththml«). 
Es ist eben die stärkere Exspiration, welche sich geltend macht. 
Vor einem andern Konsonanten geht der Eindruck der »Aspiration« zum 
Teil oder ganz verloren, weil die Exspiration in der Bildung eben dieses 
Konsonanten (Reibelautes) absorbirt wird, vgl. passen und prassen, teile 
und Zeile etc. Es hat allerdings seine Bedenken, hier denselben wegen 
des auf dem folgenden Vokal liegenden starken »Accents« stark exspirirten 
Verschlusslaut mit Kräuter in dem einen Fall ph, th, in andern p, t zu. 
schreiben (phäsan ^ prdsan, tMjik — tsdib), insbesondere, wenn der Accent 



§104 — 105. II.L. m. Mundenge etc. 2. L. m. MundverschL Verschlussl. : gk. 165 

auf dem Vokal bezeichnet wird. Wenn die Aspiration natürlich auch erst 
nach (mit?) der Öffnung des Verschlusses vernehmlich wird , so hat sie 
doch gewiss nicht den Charakter eines besonderen Sprachlautes. Dazu 
kommt, dass, wie SiEVERS ^ S. 116, 3 S. 137 bemerkt, die Stufen der Aspi- 
ration sehr mannigfaltig sind, und dass, wie oben erwähnt, in der Em- 
phase auch an andern Stellen als vor dem den Wortton tragenden Vokal 
aspirirt wird; so besonders im Auslaut und zwar vorwiegend gleich nach 
dem betonten Vokal, also oft bei betonten einsilbigen Wörtern, z. B. tott 
Um den Gegensatz zu den ieinen Tenues des Französischen und den »schwa- 
chen« Tenues des Mittel- und Süddeutschen hervortreten zu lassen, habe ich 
jedoch jetzt die regelmässig eintretende Aspiration vor betontem Vokal 
durch * (zum Unterschied von dem selbständigen Hauchlaut h) bezeichnet: 
passen p^daan, ' teile i^dil». — Die regelmässige wie die emphatische 
Aspiration ist nicht auf das Deutsche beschränkt. Im Englischen finde 
ich mit SiBVEBS die an- (und ausjlautenden Tenues aspirirt, und nicht 
einmal sehr schwach, und schreibe daher two t^üw, pit p^it etc. Dialek- 
tisch ist diese Aspiration gesteigert, und es finden sich auch Affrikaten, 
z. B. im Englisch der niederen Klassen in Liverpool: tsüw (das ü wohl 
»gemischt«) a pSnl für two a penn^r, tsithits (eher als tsithits) für Tit-bits, 
auch pcenUamaim für pantomime etc. Emphatische Aspiration habe ich 
oft auf der Bühne gehört, auch sogar bei (stimmlos werdenden] Medien, 
wenigstens un Auslaut, so z. B. d6^! für dead! — Was das Französische 
betrifft, so glaube ich bei einem Phonetiker gelesen zu haben, dass der 
auslautende Konsonant in dette u. ä. aspirirt sei. Das mehrerwähnte 
»Ausklingen der Endkonsonanten« wird bei stimmlosen wohl auf dasselbe 
hinauslaufen. Bei Emphase wenigstens (die sich freilich im Französischen 
schwer abgrenzen lässt) möchte ich die Annahme der Aspiration gelten 
lassen. Dass im Französischen dieselbe im Auslaut und nicht im Anlaut 
erscheint, hat seinen Grund in der französischen Betonung, die im allge- 
meinen nach dem Ende, zum mindesten des Satzes hin fallt, während sie 
im Deutschen vorwiegend den Wortanfang trifft und im Englischen bei 
Einzelwörtem das deutsche, im Satze vielfach das französische Prinzip 
gelten lässt (weshalb auch im Deutschen entschiedene, im Englischen 
sch>¥ankende, im Französischen höchstens gelegentliche antevokalische An- 
lautexspiration = h). Die Frage über Aspiration hängt überhaupt mit der- 
jenigen über Betonung aufs engste zusammen und wird bei Behandlung 
der letzteren wieder zur Sprache kommen. 

a. Gutturale und Palatale: gk. 

§ 106« Verschlusslaute mit Verschlussbilduug zwischen 
dem Zungenrücken und dem Gaumen sind guttural odier pala- 
tal, je nachdem der Verschluss am weichen oder am harten 
Gaumen stattfindet. Die Artikulationsstelle liegt jedoch in 
der Praxis der neutralen Mitte, d. h. der Grenze zwischen 
dem weichen und dem harten Gaumen, wenigstens bei den: 



166 I. Teil. Die Sprachlaute. IL Kap. Mundartikulation. §105—106. 

palatalen Verschlusslauten soviel nahei als bei den entsprechen- 
den Reibelauten {je — j q)^ dass man die Unterscheidung der 
gutturalen von den palalalen Verschlusslauten im allgemeinen 
ignoriren und beide Arten (unter der Bezeichnung g k) zusam- 
menfassen darf. 

§ 106« Wird im Deutschen die Beibelautaussprache 
des in- und auslautenden g (§ 77) als' berechtigt anerkannt 
(andernfalls steht auch g für inlautendes g wie in Tage ^äg9 
statt ^äj9^ Siege zi'gB statt zi^jd)^ so bleibt für den stimm- 
haften guttural -palatalen Verschlusslaut g (I.) die Verwendung 
für g der Schrift im Anlaut und für gg im Inlaut: gut gü% 
Gift gift^ Egge ^eg9 etc., wozu das wie Anlaut-g behandelte 
g vor betontem Vokal im Inlaut von Fremdwörtern tritt: 
Agathe ^agätdy Ägypten 'egipton: — Der entsprechende stimm- 
lose Laut kj vor oder auslautend nach Tonvokal und empha- 
tisch ))aspirirtft = k^ (vgl. § 104) (II.), hat meist die Bezeich- 
nung k, unmittelbar nach kurzem Vokal ok : Kohle }^6'h\ 
Birke hirk9, keck J^6k, Soll Auslaut-g nicht Reibelaut sein, 
so tritt auch hier k ein; vgl. § 77. In Fremdwörtern gilt 
häufig ausser vor Palatalvokalen c (cc): Clique kliko, Accord 
^al^6rt\ auch wie in Clique qu und ferner ch: Chor 1^6'r etc. 
Die letzteren Bezeichnungen finden sich auch in deutschen 
Wörtern in den Verbindungen qu = kv {Jcw\ vgl. § 101) und 
chs (d^f, i^i) = ks\ Quelle wie Quantum; Achse, Fuchs etc. 
Die Verbindung ks hat auch in einheimischen und fremden 
Wörtern häufig das Zeichen x: Hexe, Max. 

Die Artikulationss^elle des g und k ist in der Kegel die 
Mitte des weichen Gaumens, wird jedoch vor oder nach Pala- 
talen mehr oder weniger nach vorn verschoben. 
Schreibung der deutschen g- und A-Laute. 
I. ^ : 1. g: a) anlautend in allen deutschen und den meisten 
fremden Wörtern: ganz, geben, Gilde, Gosse, gut, 
Gras etc.; auch in Zusammensetzung: vergeben etc. — 
b) inlautend vor betontem Vokal in Fremdwörtern: 
Agathe, regi(e)ren, Ägsrpten etc.; oft auch vor Nachton: 
Biga, Rigi etc. — c) inlautend vor Konsonant in 
Fremdwörtern: Beglement, Agraffe, Regress etc. 
2. gg inlautend nach kurzem Vokal in ursprünglich 



§ 106. I. L. mitMundenge etc. 2. L. m. Mundyerschl. VerBohluBsl. : gh, 167 

niederdeutschen Wörtern: Bagger, Dogge, Egge, Flagge, 
Boggen, schmuggeln etc. 
3. gu: a) in dem Namen Guerike. — b) anlautend in 
den fremden Wörtern Guerilla g&Hljä^ Guido, guiUo- 
chi(e)ren, Guillotine gi^'o'ti'ne, Guinea ffrnS'ä, Guinee 
ffi'nS'y Guipüre, Guirlande, Guitarre. — c) inlautend 
ebenso: Drogue, Intrigue etc. 
n. ky hezw. i^ : 1. k: kahl, denken. Schrank etc., auch in 
Fremdwörtern: Kanal, Nektar, Musik etc. 

2. ck: a) in- und auslautend nach kurzem Vokal: Backe, 
keck etc. — b) sonst in Namen wie Vinoke etc. 

3. ch: a) in der Verbindung ohs (s. o. unter «). — b) an- 
lautend in Fremdwörtern und Namen: Chaloedon (Mi- 
neral), Chaldäa, Chamäleon, Ohan (= Khan), Ohaos 
(auch p), Charakter, Chasaren, Chemnitz, Chladni, 
Chlodwig (= Elodwig) u. ä., Chloe, Chlor, Chlorus, 
Cholera, Chor (Choral etc.), Chrestomathie, Chrisam, 
Christ (Christus), Chrom (chromatisch), Chronik u. ä., 
Chur. — c) inlautend in dem Fremdwort Melancholie. 

4. q(u), s. o. unter t? = u. 

5. e in Fremdwörtern: Campagne, Flaoon, Cognae (= 
Cognak), Adjeotiva etc. 

6. CO desgl.: Accord, Accusativ etc. 

7. cq(u) desgl.: Acquisition etc. 

8. g: a) in flugs ßüks, aber Flugs ßü'cs. — b) in dem 
fremden bugsi(e)ren. 

9. gg, auslautend in dem Fremdwort Brigg. 

Anm. 1. Wie Sievebs ^ S. 53. 98 bemerkt, sind die gewöhnlichen deut- 
schen gk »vordere Gutturale« (« »^i«, »^i«) d. h. an gleicher Artikula- 
tionsstelle wie deutsches eh s c gebildet, vor den palatalen Vokalen aber 
die Artikulation meist weiter nach yom Tcrsohoben, jedoch mit starken 
dialektischen Unterschieden; »hinteres« »k^« hat SiEVERS von Schweizern 
gehört und sonst gelegentlich als individuelle Eigentümlichkeit beobach- 
tet Nach Trautmann S. 283 »pflegt der Verschluss vor a genau am Hin* 
tergaumen, vor e und i auf der Grenze des Hinter- und Mittelgaumens, 
vor o und u auf der Grenze des Hintergaumens und Gaumensegels gebil- 
det zu werden«. Meine eignen gk sind in der Begel in der c-Stellung 
gebildet , vor Palatalvokalen an der Grenze des harten und weichen 
Gaumens. 

Anm. 2« Ober die Aspiration des k vgL § 104. — Nach Kräuter» 
der fraher selbst hier aspirirtes k {^ »khti) annahm, ist k vor betontem. 



16S I. Teil Die ßprachlaute. 11. Cap. Mundartikulation. §106—107. 

Vokal affrixirty also s kc, k^ (welch letztere« wirklich palatales k voraus- 
setzt). Diese Aussprache scheint mir nicht die vorherrschende. 

Aiim« 3« In süd- und mitteldeutscher Aussprache tritt an die Stelle 
des ^ die schwache Tenuis .(» stimmlose Lenis«) k (vgl. § 104); auch das 
A; 3s k etc. im In- und Auslaut, sowie vor Konsonanten (und nicht selten 
vor Vokalen) im Anlaut wird schwach artikulirt, so das« z. B. Boggen 
•und Bocken, Gram und Kram gleichlauten. 



Anm« 4« Die süd- und mitteldeutschen Grammatiker des 16. Jhs. be- 
ziehen sich ohne Zweifel auf dieselben Laute, die jetzt in Süd- und Mit- 
teldeutschland in Gebrauch sind. Ickelsamer stellt »Grammatica« S. 13f. 
(bei MÜLLKR S. 129 f.) neben die Lautpaare bp. dt^ als drittes der »gants 
haimlichen oder stum buchstaben« nicht gk. , sondern kq. , bemerkt aber 
nur zu den beiden ersteren, dass b und p, bezw. d und t sonst » gleich « 
seien, aber p »herter« als b, und t als d, während er k und q yöllig gleich- 
setzt und das q für »ganz ynnStig ynd Tnnütz« erklärt; gewiss nur deshalb» 
weil sein s gewöhnlich Reibelaut war (vgl. S. 109). 

Aniii« 5« Das o hatte im 16. Jh. denselben Wert wie jetzt; auch ch 
= k wird mehrfach bezeugt; so von Helbeb (S. 7) in Ghriatoff, chole- 
risch, ohronik, Ghurfurst u. a. (= »kh«), von Kolboss (S. 76) in Chal- 
deer, Chanaan, Gherubin u. s. w. Helbeb bemerkt ferner, dass chs, 
wo es Btammhaft ist, »wie ejn lindes kB« ausgesprochen werde und gibt 
als Beispiele: Ochs, füchs, flachs, wachs, ach-sel, Sach-sen, wir wach- 
sen, ir wach-set, wech-sel. Kolross erinnert (S. 77) daran, dass es »nit 
recht« sei, x .für gs wie in gaang, gsell u. ä. zu schreiben, sagt aber 
nichts über chs, während bereits Hueber (S. 10) dies einschliesst: »Item 
das X mag nit genent werden wan dar für stet gs oder chs Ex™ gesamikch 
fuchs«, aber doch vielleicht es mit Reibelaut sprach (wie gesannkch, 
schreibt er auch kchranckch, akcher, sakch, neben saoh, swach, ge- 
mach). Ickelsamer stellt das ch in wachsen dem in trachten gleich: 
»Wa aber ain mitstymer dem, ch, volgt, so reymbt sichs bas, alss wach 
sen, trach ten, da lautet es vil senffter« (S^ 32, bei Müller S. 145). 

§ 107. Das englische stimmhafte ff (I.) hat wie das 
deutsche gewöhnlich das Zeichen g, in- und auslautend auch 
gg: gift fftftj bog beffj beggar bega, egg eff etc.; bisweilen 
steht gu, in der Regel vor Palatalvokalen: guest ff est j noch 
seltener gh: ghost ffö^st etc. — Der stimmlose Laut k (11.) 
wird ebenfalls wie im Deutschen bezeichnet, am häufigsten 
e und k: keen ^^e;!^, sick stk, can i^tkn^ aceuse akgüwz, chord 
k/^äd, queen kwij'n etc.; dazu kommt gh in wenigen Wörtern. 
— Die Artikulationsstelle wird von dem Nachbarlaut beein- 
flusst. Der Verschluss wird breiter, d. h. mit grösserer Fläche, 
gebildet als bei deutschem ff und kj weshalb die Laute einen 
jodickeren« Eindruck machen. Das k ist wie im Deutschen, 



§ 107 . I. L. m. Mundenge ete. 2. L. m. Mundversdil. VerschluBsl. : gk. 169 

jedoch nicht ganz so staik, voi Tonvokal und meist auch aus- 
lautend aspirirt. 

Schreibung der englischen ff- und A-Laute. 
I. ^ : 1. g: a) an- und inlautend vor a, o, u oder Kons.: 
garden, God, goose, gush, bigot etc., great etc. (aber 
stumm in an- und auslautendem gm, gn). — b) vor 
e, i (y) anlautend in gear, geese, geld, get, gewgaw, 
gibberish, gibbose, gibbons, giddy, gift, gig, giggle, 
giglet, gild, gill (9Kieme((), gimlet, gimp, begin, gird, 
girl, girth, give, glssard. — c) desgl. inlautend in 
anger, auger, eager, flnger, linger, conger, longer 
(longest), stronger (strongest), younger (youngest) (vgL 
ng = jj). — d) auslautend: bag, beg, big, bog, ioeberg 
etc. 

2. gg, in- und auslautend: dagger, biggin, egg etc. 

(Tgl. d£). 

3. gu: a] an- und inlautend: guard, guest, guido, roguish 
etc. — b) mit stummem e: plague, fatigue, rogue etc. 
(vgl. ng = n). 

4. gh in ghastly (aghast), ghost; burgh (burgher). 

5. X = ffZj s. o. unter z. 

II. ky bezw. ^: 1. k: kale, keen, koran, book, talk, cake, 
link etc. (stumm in anlautendem kn). 

2. ok, in- und auslautend nach kurzem Vokal: flicker, 
duck etc. 

3. c: a) vor a, o, u oder Konsonanten: cake, oot, coil, 
cube , Boope ; vacate , rancoür , vaccinate etc. ; vor e : 

. sceptio. — b) auslautend: almanac, musio etc. (c stumm 
in indict, victuals). 

4. cc, inlautend vor a, o, u: accord, accuse etc. 

5. eh: a) anlautend in chalcedony, chaleography, Chaldee, 
chalybeate, chapieleon, chamomile, ehaos, character» 
chasm, chemi8t(ry), Chersonese, ehimera, Chirograph 
u.a., Chloride u.a. (chloroform), choler (eholera), ohorus 
(Choral etc., auch chorography), ohord, chrism, Christ 
(Christen, Christian, Christmas) und überall vor r, 
chyle, ehyme. — b) inlautend in ache, anchor, anoho- 
ret, anarchy, arehangel, archetype, arohiepiscopal u.a. 



170 I. TeiL Die Sprachlaute. IL Kap. MundartikulatioD. §101 

(auch arohiteot), arohivea, oateohism, draohma (abei 
draohm drtkm)j ooohleary, eoho, iohor, maohinatioii 
(abei 8: maohine etc.), mechanic, orohestra, scheine, 
school (soholar etc.). — c) auslautend in conchy distich 
u.a., epoeh, eunuch, hierai'eh, mastioh (=mastic) u.a., 
Fentateueh, stomach. 

B. q, an- und inlautend toi u: quaint, queen, liquid etc. 

7. qu: a) anlautend in qu^drille {kadrüjj quoif, quoit. — 
b) inlautend in conquer, coquette, etiquette, ezche- 
quer, liquor/masquerade, piquant. — c) mit stummem 
e in antique, burlesque, casque (= oask), cinque, cri- 
tique, grotesqucy mosque (== mosk), oblique, pique. 

8. gh in hough, loogh, shough, 

9. X = Aä, s. o. unter s. 



II« 1« Nach Eyans (S. 81 ff.) sind die ^A;-Laute in keep, geese; 
cast, gasp; caU, gaU, sfimmtlich guttural, auch das erste Paar nicht pa- 
latal, nur dieses »advanced«, das zweite »normal«, das dritte »retracted« in Be- 
zug auf die ArtikulationssteUe. Dies heisst jedoch zunächst nur, dass auch 
k in keep und g in geese nicht mit dem vorderen, sondern dem hinteren 
Zungenrücken gebildet werden, und Evans bemerkt ausdrücklich, dass 
»gutturales« k bis beinahe in die Stellung des Vokals t vorrücken könne. 
Dass k vor oder nach i nicht ganz bis zur i-SteUung vorgeschoben ist, 
scheint auch daraus hervorzugehen, dass bei der Verwandlung eines sol- 
chen k in den Reibelaut kein c, sondern (gerade wie z. B. meiner eignen 
deutschen Aussprache) ein »vorderes« c entsteht, wie es die Engländer fast 
ausnahmslos beim Deutschsprechen statt c verwenden. Das breitere Auf- 
setzen der englischen g und k erhellt besonders aus der näheren Ver- 
wandtschaft mit d und t (die eben auch ihrerseits »dicker« artikulirt wer- 
den, als es im Deutschen geschieht). Ich habe Engländer selbst sagen 
hören, es sei schwer, at least von ac least zu imterscheiden , bezw. zu 
verhüten, dass jenes in dieses übergehe, wobei freilich in Betracht kommt, 
dass k wie t vor l oft lateral explodirt. 

Anm« 2« Abnorm tiefes (reverted) k und g kommt nach Evans un- 
ter Umständen in Wörtern wie quell, sanguineous (jedoch nicht in san- 
guine) vor. Dass Ellis qu nicht als Lautfolge, sondern als »labialisirtes 
k betrachtet fz. B. I S. 208) »the lips being opened simultaneously with 
the release of the k contact and not after it« s. § 102 Anm. 2; ähnlich 
fasst er das gu in language etc., wofern nicht g in fj aufgeht. 

Anm« 3* Unsere bekanntlich ausserordentlich konservativen englisch- 
deutschen und deutsch-englischen Wörterbücher geben zum Teil noch die 
veraltete (und Cockney -) Aussprache gyarden, kyind für garden, kind 
etc., mit am harten Qaumen angesetztem Verschlusslaut (und sekundärem 



§107 — 108. ILL.m.Muiidengeetc. 2.L.in.MuiidyeTschl. YeischlussL: ^A;. 171 

y =y> c?) vor QutturalTokal, vor der wohl kaum erst gewarnt zu werden 
braucht. 



Aniii« 4« Die soeben erwähnte palatale Aussprache des g oder k vor 
Gutturalvokal kann Ellis nur bis ins 18. Jh. zurückdatiren, scheint jedoch 
geneigt, sie für älter zu halten (I S. 230 f. u. s.). Die deutschen Gramma- 
tiken Tor 1750 erwähnen sie nicht. — Im übrigen sind die Laute während 
der neuenglischen Periode stabil geblieben; doch schwankten die Wörter 
hougli und lough im 18. Jh. zwischen dem A^Laut und /-Laut für das 
alte c (vgl. § 46 Anm. 7). 



n« 5« Von anlautendem kn- sagt Jones (1701), dass es »may be 
sounded A;m, während er gn- als n gibt. Im 16. Jh. lautete kn- nach allge- 
meinem Zeugnis noch km know knöy^ etc., und wahrscheinlich auch gn 
noch gn. Ellis I S. 208. Mehr Licht auf die Geschichte des anlauten- 
den gn und namentlich kn werfen die deutsch-englischen Grammatiken. 
PoDENSTEiNEB (1685) gibt gnaw mit als Beispiel für den ^Laut. Nach 
Nicolai (1693) lautet k vor n in know etc. »ferö ut t.« Nach König 
1706 wird es hier »als ein d ausgesprochen, doch muss das d ganz wenig 
gebeert werden« (knight = dneit etc.). Beuthnee (1711) und Tiessen 
(1712) sprechen es »wie t« (knife = tneif), König 1715 »wie ein d« (knave 
= dnäv), Arnold »wie ein gelindes, weiches d« (knave = dnehv); von g 
vor n bemerken beide, dass es »in der Mitten oder am Ende eines Wortes 
nicht gehört »werde (sign, arraignement), entsprechend den Angaben der 
Früheren, bezeichnen aber so wenig wie diese das g vor n im Anlaut als 
stumm. Dagegen schliessen sich bei König 1748 den Beispielen mit stum- 
mem g in auslautendem gn auch gnats, gnaah an. Hier heisst es denn 
auch von k, »dass maus nicht ausspricht, wenns vor n steht« (knight «= 
neit). Zu dem Übergang von k in i vgl. oben Anm. 1 zu Ende. 

§ 108. Das Französische bezeichnet den stimmhaften 
Laut g (I.) in der Kegel durch g und vor palatalen Vokalen 
(e, i, y) durch gu: gant gq^ guerre g&r. Für den stimm- 
losen Laut k (II.), im An- und Inlaut stets unaspirirt, sind 
die gewöhnlichen Schreibungen c (co), qu (cqu), camp kq* qui 
ki', — Die Ansatzstelle verschiebt sich je nach dem Nachbar- 
laut und scheint auch bis zur i-Stellung vorzurücken. Wird 
sonst stummes g gebunden, so geschieht dies als k^ z. B. long 
usage Iqk ü'zäiy rang ölevö rqk e'lve\ 

Schreibung der französischen g- und A-Laute. 

I. ^ : 1. g: a) an- und inlautend vor a, o, u oder Konsonanten 

ausser n: gant, wagon, sanglant etc., sowie sonst in 

fremden Namen wie Gesler, G^yser etc. (g stumm in 

doigty vingt). — b) inlautend vor n in den gelehrten 



172 I- Teil. Die Sprachlaute. II. Kap. Mundartikulation. § 108. 

Wörtern agnat, oognat, diagnostio, göognosie, iaex- 
pugnablOy igne, Wörtern mit igni-, rögnicole u. ä. (g 
stumm in eignet, Clngny, Begnard, Regnaud, Regnauld, 
Begnanlt, alle drei auch hJ ) (meistens ist gn = nJ), — 
c) auslautend in joug und Fremdwörtern wie grog, 
pouding, zigzagy Schleswig u. ä. 

2. gg inlautend vor a, o, u oder Konsonanten: waggon, 
aggluüner etc. 

3. gu vor e, i (y): a) an- und inlautend: guerre, languir 
etc., aber u = y vor e oder i, sowie in aiguüle, ai- 
guiser, arguer, lingid- u. a. und den Namen Guide, 
Guise, bisweilen Guizot; u = t^ in linguAl und fremden 
Namen wie Guadeloupe etc. — = b) vor stummem e: 
harangue» longue etc. 

4. c in seoond (u. Abi.); ozar. 

n. A : 1. o: a) an- und inlautend vor a, d, u oder Konsonanten: 
oamp, oour, cri, aetif etc. — b) auslautend: lac, avec, 
duc, arc etc. (aber e stumm, ev. als k gebunden, in 
bano, blanCy broc, caoutöhouc, clerc, croo, auch ac- 
croo u. ä., öohees »Schachspiel«:, eatomao, flanc, franc, 
Franc, Jone, lacs »Schnur«, marc, vainc(s) ; nicht immer 
in donc, pore).. 

2. ec, vor a, o, u oder Konsonanten: accabler, accli- 
. mater etc. 

3. qu vor Vokal: quand, qudte, liquider etc.; auslautend 
mit stunimem e: eveque etc. 

4. cqu inlautend: acquörir, aoquitter etc. 

5. q, auslautend in cinq (nicht immer), coq (q stumm in 
ooq d'Inde). 

6. k in Fremdwörtern: k(h)an, köpi, Kilo, knout etc. 

7. oh: a) in griech. Wörtern vor Konsonanten: chlore, 
chretien etc. — b) ferner in archa- (auch patriarchat 
u.a., aber s: patriarche), archö-, arehi^piseo-, archonte, 
catöchu-, chaos^ chceur, chol- (ehol6ra), chor- (auch 
anaohorite), öcho, euchar-, inchoatif, malachite (auch 
«), orch- (orehestre), soholie (= seolie), seholiaste (= 
sc.), trochöe (auch I). — c) sonst in füchsia, liehen, 
loch. — d) in griech.-lat. u. ä. Namen wie Achaie, 
Chöops, Ohersbnese, Oohosias, Antlöchus, Baruch 



§ 108—109. n. L. m. Mundenge etc. 2. L. m. Mundverscbl. VerschluflsL : ^ä. 1 73 

(aber S z. B. in Aohille, Anchise, Archimede, Golohide, 
Rachel). — e) in modernen Namen wie Fiesohi, Ma- 
ohiavel, Miohel-Ange, Munioh, Offenbaoh, Utreoht 
ü'irei u. ä. (aber oft s: Blücher, und stets in maehia- 
ve'lique etc.). 

8. x: a) in dem fremden Namen Xeres. — b) in ex- 
vor 08, ei: excoder, exoiter etc. 

9. g, auslautend: bisweilen in bourg; sonst in der Bin- 
dimg. 

Anm. !• Ellis (IS. 206) und Evans (S. 90j bemerken, dass der 
französische Ä-Laut vor t (und, wie erster er zufügt, auch e) palatal seu 
Dazu stimmen die von Storm (S. 103) angeführten Angaben der französi- 
schen Orthoepisten Nodier, Landais, Lesaint, wonach »z. B. guö, gu^re, 
queue beinahe wie gpiie, guiere, kieu klingen, aber so, dass k, g mit i 
zu einem Laut Terschmilzt«. Storm, der die englische Auffassung nicht 
erwähnt, hfilt die Laute für die »gewöhnlichen Torderen Gutturalen öder 
hinteren Palatalen (Sievers 61), die vor i, e vorkommen, z. B. in engl, 
king, give, nicht Verschmelzungen mit j wie engl, ä*, ^*« (in der veralte- 
ten Aussprache von kind, gard). Der akustische Eindruck in qui etc. 
ist jedenfalls der eines sehr vorgeschobenen, palatalen k. In grand, cran 
u. dgl. kommt nach Evans vielleicht das extra weit zurückgeschobene g 
und k vor wie gelegentlich im englischen BangaineouB> quell (vgl § 107, 
Anm. 2). Nach Passy sind palatale gk nur mundartlich. 



Anm« 2« Die g und k scheinen seit dem 16. Jh. in ihrer Geltung im 
ganzen keine Änderungen .erfahren zu haben (Ellis UI S. 831), doch 
wechselten im Anlaut und Inlaut in nicht wenigen Wörtern o und g: 
canif, ganif; gonfanon, cpnfanon; Beeret, segret etc.; in second ist 
die Aussprache g bei geschriebenem c erhalten. Auslautendes c war im 
16. Jh. im allgemeinen lautbar, verstummt aber zum Teil in manchen Wör- 
tern (besonders vor Konsonant); in sac, tabac, estomac, almanac, brac, 
aveo, bec, pic, espic, fic, cric, basilic, arsenio, coq, floc, eroc, 
broc, free, bouo, duc, mameluc, parc, clerc, porc, turc. Nach 
Nasalvokal zeigt das c seit dem 16. Jh. Neigung zum Verstummen 
(blaue, donc etc.). — gn schwankte im 16. Jh. zwischen gn und «, der 
Gebrauch entschied sich im 17. Jh. (Thtjrot II passim.) Auslautendes g, 
in Wörtern auf ang, eng, ourg, gesprochen wie c, hat seit dem 16. Jh« 
die Tendenz zu verstummen. Bonsard reimt defend mit rang, blond 
mit long. 

b) Dentale: dt. 
§ 109. Wird eine dentale Enge (§ 82) in einen Verschluss 
verwandelt, so entsteht die Artikulation eines dentalen Ver- 



174 I- Teil. Die Spraofalaute. U. Kap. Mundartikulation. § 1O9--110. 

schlusslautes {d odei t). Praktisch entspricht im ganzen dei 
Verschluss der d ^-Laute der Enge der z «-Laute. 

§ 110. ImDeutschen hat der stimmhafte dentale Vei- 
schlusslaut d (I.) nur das eine Zeichen d, z. B. da da, leiden 
ldid9nf die Verdopplung dd (nach kurzem Vokal) in ursprüng- 
lich niederdeutschen Wörtern, wie Kladde, Troddel. — Der 
stimmlose Laut t (11), im Anlaut und sonst vor betontem 
Vokal, oft auch im Auslaut t^ (§ 104), wird meist durch t (tt), 
th, seltener dt, im Auslaut auch d bezeichnet: treu tröij ret- 
ten ret9n, Stadt Stdt, und ^ünty Thal ^dl. Die Verbindung 
(Af&ikata) ts wird häufig durch e (ta), in Fremdwörtern auch c 
ausgedrückt: zu, Satz, Cäsar etc. (vgl. § 87). — Die deutschen 
dt sind teils dorso-apikal, teils dorso-alveolar gebildet. 

Schreibung der deutschen d- und ^-Laute. 
L d 1. d: anlautend und inlautend: da, du, drei, müde, lei- 
den etc. 
2. dd inlautend nach kurzem Vokal in ursprünglich nie- 
derdeutschen Wörtern: Kladde, Troddel u. a. 
n. t, bezw. t^: 1. t tauchen, reiten, Wort etc. 

2. tt inlautend und auslautend nach kurzem Vokal: ret- 
ten, matt etc. 

3. th a) in Namen: Bertha, Günther, Mathilde, Theo- 
bald, Theodorich, Walther. — b) in Fremdwörtern: 
Thee, Thing u. ä., besonders in griechischen: Thema, 
Anthologie, Homöopath etc. (h als Dehnungszeichen 
in Thal, Thon, Göthe u. ä.). 

4.. d a) überall auslautend: und, irgend, Magd, Biohard 
etc. — b) vor konsonantisch beginnendem Suffix: Eids, 
endlich (vor lieh oft d)^ kleidsam, Beredsamkeit etc. 
— c) in Fremdwörtern oft inlautend vor Konsonant 
ausser Liquida: Adjektiv, Adverb etc. 
5. dt: Stadt, sandte, wandte, beredt, gesandt, be-, ge-, 
verwandt, lädt u. ä. 
Anm. 1. Vgl. § 82 f. — Nach Trautmann S. 282 und 302 spricht 
die Nordwestecke überwiegend »obere«, das übrige Deutschland »mittlere« 
und »untere« d und t. 

kam» 2. In Süd- und Mitteldeutschland gilt für d die schwache Te- 
nnis (stimmlose Lenis) t^ welche, ähnlich wie das schwache k in das des 
k, Ä*, auch in das Gebiet des t, t^ übergreift; vgL § 106 Anm. 3. — Auf 



§ 1 1 — 1 1 1 . II. L. mr Mundenge etc. 2. L. m. MundveischL VerschlussL :dt. 175 

die nahe Verwandtschaft des ^-Yerschlusses mit der «-Enge deutet unsere- 
jetsige Orthographie noch bei t =s ^ Tor unbetontem i in Fremdwörtern wie 
Nation ^ natsjon u. ä. , während bei zss u die Herkunft aus t nicht 
direkt ersichtlich, aber allbekannt ist. 



n« 2« £s ist anzunehmen, dass d und t sowie die Verbindung U^ 
schon im 16. Jh. die heutige Geltung hatten. 

§. lll. Auch der englische stimmhafte dentale Vei- 
schlusslaut d (I.) erscheint in dei Schreibung nur als d (im 
Inlaut auch dd): do düWj adder (kla^ bed bed] der stimmlose; 
Verschlusslaut t (U.), vor Anlaut und sonst vor betontem Vo^ 
kal, oft auch im Auslaut i\ als t (tt): teil t^ely matter mektaj 
in verbalem -ed nach Stimmlosen, auch als d und selten als 
th. — Die Artikulation des d und t ist alveolar und zugleich 
dorsal-palatal (» supradental «) . 

Schreibung der englischen d- und ^-Laute. 
L d : 1. d: dog, modest, bed etc. (vgl. t), 

2. ed auslautend nach Stimmhaften ausser d bei Präteriten 
und Partizipien: wooed, stayed, beUeved^ breathed etc.. 
(aber -ed = ed, id bei den Adjectiven: aged »betagt«, 
erabbed, jagged, ragged, rugged, soragged, und mit 
-ly oder -ness: advised-, amazed-, assured-, avowed-, 
oomposed-y oonfused-, deformed-, designed-, diffased-,. 
diseerned-, dispersed-, feigned-, indisposed-, reserved-^ 
resigned-, resolved-, unconcerned-, unreserved-). 

3. dd inlautend und auslautend: udder, riddlOi odd etc. 
n, t, bezw. t^ : 1. t: teil, critio, bot etc. 

2. tt inlautend und auslautend nach kurzem Vokal: mat- 
ter, butt etc. 

3. th: a) in Thames, Thomas, thyme; asthma. — b) nach 
stummem ph in phthisis (phthisio, phthisical). 

4. (e) d auslautend nach Stimmlosen ausser / bei Präte- 
riten und Partiasipien: stuffed, asked, faced, dressed,. 
rushed etc. (aber -ed = ed, id bei den Adjektiven : 
naked, wioked, wretehed, und mit -ly oder -ness: 
dispersed-, flxed-, perplexed-). 

Anni« 1« Dass die englischen Dentale dem Ohr fast wie zerebrale^ 
d. h. mit zurückgebogener Zungenspitze am Yordergaumen gebildete Laute 
Yorkommen, ist § 88 Anm. 1 erwähnt worden ; ebenso, dass Sweet auf dem 
alveolaren Charakter derselben besteht Dass englische d und t aber nicht 



176 I. Teil Die Sprachlaute. IL Kap. Mundartikulation. § 111-^112. 

identisch mit norddeutschen alTeolaren d und t sind, lässt sich leicht 
hören. Die Aufklärung gibt Sweet selbst in einer von Stobm S. 113 mit- 
geteilten Bemerkung : »English i not only in näture but also generally (as 
in net) is often formed not only by the point but also the flat of the 
tongue just behind the point — it has therefore an approximately palatal 
character«. Die englische Zunge setat eben wieder breiter an als die 
deutsche oder französische; vgL § 107 Anm. 1. £s kommt mir vor, als ob 
— w&hrend allerdings die Zungenspitze sich an den Alveolen befindet — 
der wirkliche Verschluss oft mit dem Zungenblatt am vordersten Teil des 
Gaumens, also dorsal, hergestellt würde, wodurch der ^-Laut vorderem k 
eben sehr nahe tritt Ich möchte vorschlagen, jene englische Artikulation 
der dt »supradental« zu nennen, statt diese Bezeichnung, wie es z. B. 
Stoem thut, als überflüssigen Doppelgänger des freilich sehr unpassenden, 
aber doch einmal eingebürgerten »zerebral« zu verwenden. In englischen 
Dialekten kommt übrigens auch wenn nicht wirklich zerebrales, so doch 
(dorso)-apikal-palatal gebildetes d und < vor (Evans S. 80). 

Anm« 2« Die Verbreitung des d und t war im 16. Jh. dieselbe wie 
heute. Über die Entwickelung der Zischlaute in -dier, -dure, -tion, -tions, 
-ture vgl. § 85 Anm. 4. — Ellis I S. 203. 230'f: 

§ 112. In der fianzösischen Orthographie erscheint 
der stimmhafte Verschlusslaut d (I.) ebenfalls nur als d: dire 
rff-r, bände bäd. Das stimmlose t (II.), im Anlaut und Inlaut 
unaspirirt, hat die Bezeichnung t (tt): tirer ti're'j parte pert^ 
attendre ätäd^^ in Fremdwörtern auch th. Ebenso hat sonst 
stummes, in der Bindung lautbares d den ^-Laut: grand hemme 
grat 6m, repond-il re'pot vl^ — Die Artikulation scheint dor- 
sal-postdental zu sein. 

Schreibung der französischen rf- und ^-Laute. 
I. d : 1. d : dj) anlautend und inlautend: dans, dire, dindon, 
poudre etc. — b) vor stummem e: guide,. bände etc. 
— c) auslautend in sud und in fremden Namen wie 
Alfred, Bagdad, David, George Sand u. a. (nicht im- 
mer in Madrid). 
2. dd inlautend: addition etc. 
II. t : 1. a) anlautend und inlautend: temps, tirer, t4ter, 
peixitre etc. — c) auslautend nach Vokal in aeonit, 
brut, but (am Satzende etc.), ohut, dot, fait (am Ende 
etc.), fat, granit, net, preterit, soiti sot (Subst., oft);, 
ferner in den fremden deficit, knout, mat, transit, 
ut, Vermont und in fremden Namen wie Lot, Beirout, 
Josabet u. ä. — d). nach Konsonanten (meist k oder s) ' 



§ 112. II. L.in. Mundenge etc. 2. L. m. Mundversohl Verschlussl. : dt. 177 

abject, abrupt, oorreot (ino.), direot (ind.), est DÜsten«; 
exaot, Indult, infeot, lest, ouest, rapt, striot, taot 
(cont.), sowie in dem Fremdwoit whist, und in Namen 
wie Belt, Brest, Buoharest, Emest, Soult u. ä» 
2. tt inlautend: attaque, attendre etc. 
• 3. ^A in Fremdwöitern the&tre, lithographe, allopathe 
etc.; auslautend ohne e in zenith und in Namen wie 
Judith, Fruth u. ä. 

Anm« 1« Die französischen d und t machen den Eindruck enger und 
Yorgeschobener Dentale. JozoN sagt nur (S. 95), dass die Zunge und die 
Zähne, und besonders die Oberzähne, die Hauptrolle bei ihrer Artikulation 
spielen. In Evans' Tabelle (S. 80) erscheinen sie mit der Bildung »tongue* 
point to teethff. Nach Sweet (S. 47) sind sie dental, oft auch interdental 
Stobm bemerkt, dass t vor unbetontem t wie in (piti6) fast palatal werde, 
doch habe er auch in Wörtern wie utile, pratique, partie oft eine teil- 
weise Assibilation gehört, und sogar bei dt zuweilen eine Spur davon, wie 
in indique, dire. Auch Franke hat, wie er mir mitteilt, z. B. Sympathie 
mit solchem palatalisirten t gehört. 

Annu 2« Genaues über die Bindung des d als ^ bei PlöTZ S. 1331 
und Benecke S. 145. 

Anm« 3« Die beiden Laute sind im ganzen in nfr. Zeit stabil ge- 
blieben. Ellis in S. 881. Doch ist (nach Thurot II S. 235 u. s.) zu 
bemerken, dass t und d in gewissen Wörtern wechselten, z. B. brigantin, 
brigandin; quadrain, quatrain; verde, verte — (letztere Form ist be- 
kanntlich statt der regulären verde geblieben) etc. 

Anm« 4« Was das sogenannte »euphonische ta in a-t-il etc. betrifift, 
so sprach man im 16. Jh. wie jetzt ein t nach der 3. Fers. Sg. Fräs. Ind. 
der Verben avoir, aller: a, va, wie im Fut.: parlera, und im Fräs. 
Ind. der Verben auf er, vor on, il, eile, jedoch ohne dasselbe zu schrei- 
ben. Doch galt es nicht für fehlerhaft ira il u. dgl. zu sprechen, und die 
Dichter schrieben nicht selten vous sambl' il etc. Doch wird noch im 
16. Jh. die Einschiebung des t vorgeschrieben. Ende des 17. Jhs. (vgL 
Chifflet) schwankte der Schreibgebrauch noch zwischen Apostroph und 
Bindestrich. 

Aanif 5« Auslautendes t war vor Konsonant schon im 16. Jh. im 
allgemeinen stumm, doch lautete dasselbe nach den nicht immer überein- 
stimmenden Angaben der Grammatiker des 17. Jhs. stets noch in fat, mat 
(im Schach), net, fait, fouet. Bot, dot, chut, but, lut, rat, zest, lieurt. 
Vor Vokalen wurde das auslautende t im allgemieinen gesprochen, doch 
war das t in et schon zur Zeit Falsgbaves stumm. Im 17. Jh. schwankte 
der Gebrauch sehr. Im 18. Jh. unterscheidet man zwischen Vortrags- und 
Umgangssprache. Nach stummem 8, nach au oder Nasalvokal wird ge- 
wöhnlich nur in Verbalformen gebunden. In den Fluralen auf -ent wurde 

Vietor, Phonetik, 2. Aufl. 12 



178 I. TeiL Die Spnehkate. IL Kap. Moiidartikuktion. § 112--114. 

anfuigt das t durchaus gesprochen, im 17. Jh. nur beim Vortrag. In der 
Pause bestand die Tendenz, nach betontem kursem Vokal das t zu spre- 
chen bis ins 18. Jh.; dagegen yerstummte das t im 16. Jh. nach Nasalvo- 
kal, im 17. Jh. nach a oder e mit stummem 8. Seit dem 16. Jh. zeigt sich 
die Neigung zum Verstummen nach r. — In gelehrtoi Wörtern wurde t 
in Wörtern, die auf solche der lateinischen 4. Deklination oder Adjektive 
auf US, a, um lurückgehen, und das Torangehende o (exaet, aapeet etc.), 
8 (Christ) etc. in der Regel gesprochen. 

Annu 6« Das »epenthetische dn (sonst beibehalten) schwand gegen 
Anfang des 17. Jhs. in den Formen tindrent, vindrent. Oüdin (1640) 
erklftrt das d fOr stumm; doch wird die Aussprache mit d von Vauqelas 
noch 1647 (als weniger gut) neben derjenigen ohne d erwähnt 

Ann« 7« Auslautendes d wurde, wenn überhaupt, als t gesprochen. 
Vor Konsonanten war es stumm, lautete aber nach Regnieb vor Vokalen 
fast immer in quand , in Adjektiyen Tor dem Substantiv (grand homme 
etc.) und weniger entschieden bei umgekehrter Stellung (firoid horrible 
etc.). Doch war das d nach r in sonrd bereits stumm; nach CmFLsr 
auch in liard, oanard etc. In der Pause yerstummt das d früh nach Vo- 
kal (auch NasalTokal) ; Beza (1584) spricht noch t in gaiUard, paiUard, 
lard, wo es nach Chiffabd im folgenden Jh. selten oder schwach gespro- 
chen wurde. Nach der 1. Aufl. des Wörterbuchs der Akademie lautet da» 
d »tant soit peu, mais plustost comme un i que comme un <{« in fard^ 
leopard, hasard. 

c Labiale: bp, 

§ 113. Dei Verschluss der labialen Verschlusslaute bp 
wird allgemein durch Aufeinanderschliessen der beiden Lippen 
hergestellt, ist also bilabial; nur in der deutschen Verbindung 
pf pflegt das p wie das folgende / mit Aufsetzen der Ober- 
zähne auf die Unterlippe — labiodental — gebildet zu werden 

§ 114. Im Deutschen kommt der stimmhafte bilabiale 
Verschlusslaut b (I) nur an- und inlautend vor und wird nur 
durch b (bb) bezeichnet: bei Jaj, aber '46^, Ebbe VJa. — Der 
stimmlose Verschlusslaut p (II.), im Anlaut und sonst vor be- 
tontem Vokal, oft auch im Auslaut p^, hat die Bezeichnung 
p (pp), im Auslaut auch b: Paar^^dr, Rappe rdp9j ob 'op. La- 
biodentales jo wird, wie erwähnt, in der Verbindung j!j^ verwandt^ 
und zwar weil das folgende labiodentale f dies bequemer 
macht, z. B. in Pferd, Kopf. 

Schreibung der deutschen J- und p-Laute. 
I. b: 1. b anlautend und inlautend: bei, blau^ Liebe etc. 
2. bb a): inlautend nach kurzem Vokal in ursprünglich 



§114 — 115. II.L.m. Mundenge etc. 2.L.m.MundTerschl. YerschluBsl. : bp. 179 

niedeideutschen Wörtem: babbeln, Ebbe, Bobbe u. a. 

— b) in andern Fremdwöitern: abbreviieren etc. 

II. p, bezw. j^: 1 . p inlautend und in Fremdwörtern auch an- 
und auslautend: Paar, Pferd, rupfen, Polykarp etc. 

2. pp inlautend und auslautend nach kurzem Vokal in 
deutschen und fremden Wörtern; Bappe, Trupp etc. 

3. b : a) überall auslautend: ab, ob, Leib, Brwerb etc.; 

— b) vor konsonantisch beginnendem Suffix: bleibt, 
Korbs, leiblich (vor lieh oft J), strebsam etc. — c) sonst 
vor Konsonant in Fiemdwöitein: Abt etc. 

Anm« 1. Für b gilt in Süd- und Mitteldeutschland wieder die schwache 
Tenuis (»stimmlose Lenis«) p und zum Teil auch für p = |?, p\ insbesondere 
auch im Anlaut Tor Konsonant, so dass Blatt lautet wie platt etc. Für 
inlautendes b wird in Mitteldeutschland in den Mundarten, der Umgangs- 
sprache und vielfach beim Sprechen des Schriftdeutschen das bilabiale w 
verwendet. 

Annu 2« Im Norden und zum Teil in Mitteldeutschland wird vielfach 
für anlautendes pf nur / gesprochen; vgl § 101 Anm. 4. Diese Aussprache 
ist z. B. in Nassau, wo die Volksmundarten anlautendes p nicht zu pf 
verschoben haben, beim Sprechen des Schriftdeutschen die gewöhnliche: 
Pferd = f^t, Pfand === fünt etc.; auch in der mundartlich gefärbten 
Umgangssprache der Gebildeten ist in gewissen Wörtem nur / für anlau- 
tendes pf möglich, z. B. in Pferd, während in anderen, z. B. in Pftind 
das p^ der Yolksmundarten noch vorkommt, aber mehr und mehr durch / 
verdrängt wird (wie inlautendes p für pf durch pf), 

Anm« 3« Im 16. Jh. bestanden dieselben Verhältnisse. Nach m 
wurde in der älteren Orthographie oft ein b, bezw. p angefügt, dem je- 
doch kein Lautwert entsprach, wie z. B. Helbeb S. 6. 9 bezeugt : umb, 
kompt etc. 

§ 115« Im Englischen gilt der stimmhafte Laut b (I.) 
für das b (bb) der Schrift: but bat, babe b^ib, ebb Sb, — Der 
stimmlose Laut p (I.), im Anlaut und sonst vor betontem Vo- 
kal, oft auch im Auslaut p^, hat die Bezeichnung p (pp): 
put p^utj proper präpa^ happy hJapl ; sehr selten ph. — Die 
Artikulation beider Laute ist stets die bilabiale. 
Schreibung der englischen i- und j9-Laute: 
I. i : 1. b: but, babe, public, tub etc. (stumm in den Verbin- 
dungen bt und mb: debt, subtle, lamb etc.). 
2. bb inlautend und auslautend nach kurzem Vokal: 
hubbub, atubble, ebb etc. 

12* 



180 L Teil. Die Sprachlaute. 11. Kap. Mundartikulation. §115—116. 

n. Pj bezw. p^ : 1. p : pool, proper , map etc. (stumm anlau- 
tend vor Uy t, b: pneumatic, ptarmigan, psalm, sowie 
zwischen m und t: tempt, empty etc. , ferner in re- 
oeipt und dem Fremdwort oorps). 
2. pp inlautend nach kurzem Vokal: happy, supper etc. 
'3. ph in diphthongy (triphthong; beide seltner auch/j, 
naphtha, ophthalmy (seltner /). 

Aniii.: !• Die Aussprache des englischen b und p bietet nichts Be- 
merkenswertes. In oupboard kdbad, raspberry ist das p vor h ge- 
schwunden. Nur orthographische Bedeutung hat das b in debt, lamb 
u. ä. und das p in tempt u. ä. 

Anm. 2. Die Laute bp haben in neuenglischer Zeit stets dieselbe 
Bolle gespielt. Ellis I S. 230 f. 

§ 116, Im Französischen erscheint der stimmhafte 
i-Laut für geschriebenes b (bb): bon 5q, robe rob, abbaye 
dbeji'. Der stimmlose jö-Laut gilt für p (pp): point/?^^, troupe 
trü'p, frapper frdpe\ Beide Laute haben bilabiale Bildung. 

Schreibung der französischen i- und jo-Laute. 
I. h \ 1. b : a) anlautend und inlautend: bain, habile, fabri- 
que, libre etc. (b stumm in Doubs, Fabvier ^ Iiefebvre). 

— b) vor stummem e: robe, tombe etc. — c) auslau- 
tend in Fremdwörtern wie club, nabab, Achab u. ä. 
(b stumm nach Nasal: plomb etc.). 

2. bb inlautend abbaye etc. 
II. jp: 1. p : a) auslautend und inlautend: pain, lapin/ com- 
prendre, pourpre etc.). (p stumm in baptdme etc., 
eheptel, eompte, dompter, exempt, prompt, soulpter, 
sept, temps). — b) vor stummem e: troupe , trompe 
etc. -^ c) auslautend in Fremdwörtern wie in eap, 
hanap, jalap, julep, auch in den Namen Alep, Gap. 

— d) in der Bindung auch in beaueoup, trop. 
2. pp inlautend: frapper etc. 

Anm« 1« Auch in der französischen Orthographie wird bisweilen 
stummes, meist »etymologisches« b oder p geschrieben: Doubs, plomb, 
baptSme, temps etc. — Das auslautende b hinter m ist stumm und wird 
auch nicht gebunden. 



%• Die Aussprache der beiden Laute war in nfrz. Zeit im all- 
gemeinen die gleiche. Ellis in S. 831. Jedoch schwankte der Gebrauch 
in einigen' Wörtern zwischen p und b: paille, balle (sie]; capriole, ca- 



§ 1 1 6 — 1 1 8. n. L. m. Mundetige etc. 2 . L. m. Mundv erschL Verschlussl. : 13 «. 1 8 1 

briole; couple, couble; Jacobin, Jaeopin etc. und zwischen b und v: 
abeille, aveille; courbe, courve etc, Epenthese des b fand statt z. B. 
in flambe neben flamme etc. 

Änm» 3» Das anlautende p war, wie zu denken, auch im 17. Jh. 
lautbar in cap, hanap, jalop, Julep, femer in grip, galop, sep (cep) . — 
Vor einem Vokal war auslautendes p im allgemeinen stumm, doch meist 
lautbsur in beaucoup, trop, nach einigen auch in coup, loup, camp, 
sirop. — Seit dem 16. Jh. neigt auslautendes p in der Pause zum Ver- 
stummen. Als zum Teil noch lautbar wird es von den Grammatikern des 
16. und 17. Jh. angegeben in drap, trop, galop, sirop, Julep, loup, coup» 
beaucoup, camp. 

Anm. 4« Das auslautende b in plomb, Colomb war schon im 16. Jh. 
verstummt. In den hebräischen Namen auf b war es lange Gebrauch, das 
b y erstummen zu lassen, oder wie in Jacob, Job wie p zu sprechen. Im 
18. Jh. kam jedoch der Laut h dafür auf. 

B« Yerschlnsslante mit Kasenresonanz : Kasalkonsonanten, 

Stimmhafte und Stimmlose. 

§ 117. Die zur Bildung von Nasalen mit Mundverschluss 
(Nasalkonsonanten] angewendeten Yeischlüsse sind in der 
Praxis im ganzen die nämlichen wie die bei den einfachen 
Mundverschlusslauten g und k, d und t, b und p. Während 
die letzteren den Charakter momentaner Laute haben, ermög- 
licht es die nasale Öffnung der Nasalkonsonanten, diese so 
lange auszuhalten wie Reibelaute oder Vokale. In der Regel 
sind die hierher gehörigen Laute mit dem Stimmton verbunden, 
nur ausnahmsweise geht dieser durch besondere Einflüsse ver- 
loren. 

a. Gutturale and Palatale: ri und h. 

§ 118. Den deutschen ^ä;- Lauten entspricht der Nasal 
ij, dessen Verschluss ebenfalls gewöhnlich an der Mitte des 
weichen Gaumens, nach Palatalvokalen jedoch weiter vorn, 
etwa an der Grenze des harten und des weichen Gaumens, 
gebildet wird. Dieser nur in- und auslautend verwandte Laut 
wird durch ng, vor k (und in Fremdwörtern auch vor g) durch 
blosses n bezeichnet: lange /aTj», lang /«jj, denken deriken. 
In Fremdwörtern hat auch g vor n öfters die Geltung ;j (ge- 
mäss der bis vor kurzem bei uns üblichen Aussprache des 
Lateinischen), z. B. Agnes 'a^jwcÄ, Signal zirinäL Endlich werden 
die französischen Nasalvokale in Lehnwörtern in norddeutscher 



182 LTeil. Die Spraehlaute. II. Kap. Mundartikulation. §11S. 

Aussprache duich die entspiechenden Lautfolgen: afj fiii an und 
en, eil für in, ofj für on, öfi fiii un, um ersetzt; für um steht 
öjj wohl nur im Auslaut in Parfüm, da für inlautendes am, 
om etc. am, om etc. einzutreten pflegt: Chambre gamie, 
la'hombre etc. In Süd- und Mitteldeutschland steht für an, 
on etc. der französische Nasalvokal. Vgl. § 66 Anm. 1. 
Schreibung des deutschen ij. 

1. ng, in- und auslautend: singen, lang etc. 

2. n, ebenso: a) vor "k. = k: sinken. Dank etc.; in Namen 
auch vor ok = A: Vineke u. ä., ferner in Fremdwör- 
tern vor o, q etc. = k: Salamanoa, inquiri(e)ren etc. 
— ^ b) in Fremdwörtern vor g = ^: Albalonga, Gkmges 
u. ä. 

3. g vor n in Fremdwörtern aus dem Lateinischen: Magnet, 
Signal etc. 

4. n iii norddeutscher Aussprache in den Verbindungen 
an, en, in, on etc. = französischem Nasalvokal in 
französischen Wörtern: Chance idfjs», Entree 'a^tre'j 
Bassin baaeti^ Ballon balöfi etc. (jedoch 6'n in Bataillon, 
Garnison, oft auch in Balkon), Trente-et-un träiit e' 6^. 

5. m in gleichem Falle, im Auslaut z. B. V^xtüm. parßri 
(auch parf&'tn), 

Anm. 1« Nach Stobm S. 47 wird das franz. gn (»mouillirtes n«) an 
der Grenze des harten und des weichen Gaumens artikulirt, das »sich dem 
germanischen ng« zwar »nähert«, sich aber doch deutlich davon unter- 
scheidet. Ich finde jedoch, dass ich den Laut des ng z. B. nach i, grade 
wie den des k nach i, an dieser Stelle bilde, ohne dass die so gesprochene 
Verbindung ing (t;j) den Eindruck des französischen -igne in vigne mit 
»mouülirtem n« [h] machte. Dies ist allerdings der Fall, wenn ich dieses 
Torgeschobene 7} einem der Gutturalvokale folgen lasse, denen sich in 
iiatürlicher Aussprache das »normal« gutturale 9{ anzuschliessen pflegt Es 
kommt hierbei übrigens in Betracht, dass auf französisches h meist ein flüch- 
tiges ^ folgt (vgl §120). 

Anm. 2m In einem grossen Teil Ton Norddeutschland lautet auslau- 
tendes ng wie f^k (lang » lärik)^ während inlautendes ng nur landschaftlich 
im Nordwesten (Westfalen) ds rig vorkonunt (laAige «= Wgp»). Dass die 
Volksneigung und Sprachentwicklung für das einlautige 9] ist, hat DiEDS- 
SICHS in seinem mehr erwähnten Aufsatz »Zs. f. Orth.« 11 1882 S. 58 ff., 
Sep.-Abdr. ^ S. 20 — 21, nachgewiesen. — rig wird nur in Fremdwörtern wie 
Albalonga, Ganges u. dgl. am Platze sein. Der Gebrauch schwankt; in 
Nassau spricht man nc, so auch Diphthonge. 



§ 11 8— 119. I. L. m. Mundenge eto. 2. L. m. MundvenehL VerflchlussL :dt. 1 §3 



n« 3« Die Substituirung von ^ für an nach Qutturalkonsonanten 
und Zäpfchen-r wie in 2<f{9{, zi^ für e^^^n (Bingen), d^k^ für d^k9n 
(denken), vär^ für vär9n (waren) oder auch für n vor solchen Konso- 
nanten, wie 'uTiglÜk für *ünglük (Unglück), 'dfikoimn, bezw. *dijkom für 
'dnkanwn (ankommen) kann ich nur für Kachl&ssigkeiten halten, die man 
mit Unrecht den vielen auch in der Umgangsspraehe hier sorgfältiger Aus- 
sprechenden als musterg^tig anempfiehlt. 

Audi. 4. Die Aussprache des gn unterliegt ebenfalls provinziellen 
und andern Schwankungen; in Westmitteldeutschland hört man neben 
^dTines, sii^näl oft noch 'dcnee, atcnäl, anderwärts Verschlusslaut für g, für 
Signal auch französireud sinjdl etc. In französischen und italienischen 
Wörtern ist diese Aussprache nj (in Westmitteldeutschland ni mit flüchtigem 
i, weiter östlich nc) die gebräuchliche: Champagner hampdnj9r, Campagna 



Anm. 5. Über ng = 9; im 16. Jh. vgL Iceelsameb S. 24 (bei Müller 
S. 139): »Ain mercklicher vnd deutlicher mangel ist auch an den buchstabe, 
n, md, g, in den wßrtem Engel, angel, franck, da h5rt mä weder das, n, 
noch das, g, volkomlich, sondern man h&rt auss jrer zusamen schmeltzüg 
vil ain ander gethfin vn stim« . . . Femer bemerkt er S. 25 (S. 140) : »In 
den Worte Agnes, Ignatius, Magnus, würdt auch mehr vnd ettwas anders 
in der ersten silben gehört dan die buchstaben schlecht geben, aber disen 
mangel . . . hebt das nach geende, n, fein auff«. Helbeb S. 8 setzt klang, 
gang u. ä. unter die Wörter, wo der »eigne hall« des g (ss g, bezw. k) 
»empfunden« werde. 

§ 119. Auch im Englischen finden sich dieselben Varie- 
täten des Jj-Lautes wie der ^A-Laute: Der Laut ij kommt wie 
im Deutschen nicht im Anlaut vor. Er wird bezeichnet wie 
dort durch ng, vor g = ff und k eto. = k durch n: long /«'jj 
(genauer /a ^), singer sifja^ flnger fi^ffa, think pt^k. Für aus- 
lautendes -ng steht die Aussprache ij fest; inlautendes ist, ab- 
gesehen von ndz (wie in stränge), teils jj (singer), teils f^ff 
(finger). 

Schreibung des englischen ij. 

1. ng : a) auslautend: hang, sing, long etc. — b) inlau- 
tend in Ableitungen auf ing und er (hier nur Sub- 
stantive): hanging, singer etc.^ 

2. n: a) nach betontem Vokal vor g = ff: anger, finger, 
Single, English etc. (in anlautendem eon- meist nur, 
wenn dies betont ist: eongress mit ij neben oongressive 
mit n: köj^ffreSj kanffresiv etc., doch auch im Vorton 
in eongregation). — b) vor k, o, eh, q etc. = k: think» 



184 !• Teil Die Sprachlaute. 11. Kap. Mundartikulation. § 119—120. 

punotual, anohor^ oonquest. — c) vor x =: S {k vor s 
verstummt) in anxious. — d) vor dk = ^ (mit stummem 
d) in handkerohief htktikatsif. 

Anm« 1« EVAKS S. 95 gibt als Beispiel für die drei Hauptvarietäten 
(»forward«, »normal«, »backward«) des englischen ^ Bing, sang, «ong. Der 
in linguist gebrauchte ^{-Laut wird nach Evans in linguietic aufgegeben, 
weil es unter den Umständen nicht möglich sei, ein eben so tiefes ij zu 
bilden wie das nun in derselben Silbe vor dem tiefen to sich entwickelnde 
tiefe Qt indem der Verschluss des letzteren nasale ÖfEhung verhindere. — 
Vor Stimmlosen wie in think, amongst etc. ist der Laut, wie Bell und 
Evans bemerken, in der Regel stimmlos (oder hinter Tonvokal nach Evans 
nur halb stimmhaft). 

Anm. 2« Mundartlich wird statt des einfachen ri vielfach rig gebraucht, 
so dass ng in Binger wie in flnger lautet, ring » riiig etc.; umgekehrt 
ist n für 9{ vulgär häufig in der Endung -ing. 

Anm. 3. Ellis I S. 192 erwähnt Gill (1619) als den Ersten, der ij 
als selbständigen Laut anerkannt zu haben scheine. Ellis hält es für 
wahrscheinlich, dass ng seit dem 16. Jh. gesprochen worden sei wie jetzt, 
ist jedoch im Zweifel, ob nicht für jetziges 13 zum Teil r^g gegolten habe. 
Vgl. § 83 Anm. 2 über -ng- == nd^. Die Endung -ing der Partizipien und 
Substantive wie »«, nicht wj zu sprechen, lehren Beuthner (1711) imd 
TiESSEN (1712), nicht hingegen die von mir zu Rate gezogenen übrigen 
deutschen Grammatiker vor 1750. Aknold gibt (1718) wie die Formen 
stronger »strangger« von etrozig »strangg«, yonnger »jungger« von young 
»jungg«, so auch einging »singging« von sing »sing« neben begging »beg- 
ging« von beg »beg« etc. als Beispiele dafür, dass g »hart pronuncirt« 
werde, »in denen Derivatis von denjenigen Wörtern, so mit einem harten 
g endigen«, sprach also wohl strarig wie stra tigert jurig wie juriger, femer 
Hrig und siiigiii, Abnold (1748) will das g in auslautendem ng und Ab- 
leitungen »wie gelindes g« gesprochen haben : king »king«, kings, kingly ; 
long, longer etc., während g in game, good etc., »wie gh oder wie das 
Leipziger g<^ lauten soll, wofür er auch »gk» als Transskription gebraucht, 
und zwar wie für g in bag »bagk«, begger »begker«, so auch in anger 
»ängker«, gingle »dschingkel«; er sprach also wohl lörier, 

§ 120. Das Französische verwendet kein gutturales ij, 
sondern den palatal, nicht weiter rückwärts als höchstens an 
der Grenze des harten und des weichen Gaumens, gebildeten 
Nasalkonsonanten (phonetische Bezeichnung: n)^ dem sich ein 
flüchtiges j anschliesst (= nß). Auch dieses französische rP 
erscheint nur im In- und Auslaut. Geschrieben wird dafür 
gnj, dem auslautend stets stummes e folgt: rögner re'hJe'j Co- 
logne koloTP. . Vor Konsonant bleibt das / meist weg. 



§ 120. L. m. Mundenge etc. 2. L. m. Mundverschl. Verschlussl. ; ^ n. 185 

Schreibung des französischen n. 

gn: a) inlautend vor Vokal: sgneau, rögner, lorgnon 
etc. (aber gn = ^n. in gelehrten Wörtern wie agnat, 
ignö etc.; s. unter g, § 1Q8). — b) vor auslautendem 
stummem e: oampagne, regne, digne etc. 

Anm» 1« Das französische »n mouill6« wird von Deutsolien meist 
als nj oder ni aufgefasst, vgl. Plötz' Bezeichung mon-tä-nj* und Be- 
neckes mon-tän-i«, und die Germanisirungen Bretagne bre'tdnj9, Cham- 
pagner hampdnjdr etc. Ich war, ohne ein einfaches palatales h a priori 
abzulehnen, »Zs. f. nfrz. Spr. u. Litt.« 11 1880 S. 36 ebenfalls geneigt, das 
»n mouill6« für n + Halbvokal % gelten zu lassen, und Sweet, der wie 
Ellis und Evans den Laut als palatal anerkennt, hält noch daran fest^ 
dass »like (L) [palatales /] it is followed by (j)«. Die französischen Phone- 
tiker erklären es meist für einen einfachen Laut (so auch Thubot II S. 292, 
der Havets Definition adoptirt: »L7 et \n mouiI16es sont des consonnes 
simples qui diff^rent de 17 et de l'n en ce qu'on les articule dans la m^me 
r^gion de la bouche que Vt consonne, c'est-ä-dire au moyen de la langue, 
dans sa r6gion moyenne, et du palais osseux, et elles n'en diff^rent que 
par lä«}. Ich setzte deshalb in der 1. Aufl. einfaches palatales n; jedoch 
nehme ich mit Sweet, Franke (»Phrases de tous les jours« und »Ergän- 
zungsheft« S. 50) und Passy (»Le fran9ai8 parl6«) jetzt palatale Bildung 
des Nasals und zugleich Nachschlag von %, bezw. j an. Stobm erklärt 
franz. gn für an der Grenze des harten und des weichen Gaumens gebildet 
und nennt es daher »wesentlich ein mouiUirtes i}«, während das eigentlich 
palatale h im Südromanischen zu finden wäre. Das auslautende e hinter 
gn ist nach Stobm meistens hörbar, wird aber sehr flüchtig ausgesprochen. 
Dieselbe Beobachtung machte ich »Zs. f. nfr. Spr.« a. a. O. und bemerkte 
dabei, dass einen wesentlichen Bestandteil des »n mouiUS« dieses flüchtige 
6' nicht ausmacht. 



2« Franzosen verwechseln mit ihrem fd häufig das deutsche 
und englische ij, z. B. englisches sitig mit franz. signe; vgl. § 118 Anm. 1 
und Storm S. 47. Die Engländer ersetzen es in der Regel durch »dentales« 
n, z. B. Cologne s koldy^n, wie Stobm angibt, bezw. kaldy^rit woneben ich 
auch haUn gehört habe. 



3« Nach Ellis ni S. 830 muss das mouilHrte gn zu Anfang 
des 17. Jhs. dieselbe Aussprache gehabt haben, wie jetzt, und man hat dies 
mit Thübot II S. 307 auch für das 16. Jh. anzunehmen; auch den Nach- 
schlag i oder j erwähnt Palsgrave: »the reder shall sounde an i shortly 
and confusely, betwene the n and the vowel folowynge«. Meigbet und 
Rahüs haben in ihren Reformalphabeten ein besonderes Zeichen für »n 
mouüldff, nämlich das dem griechischen 97 ähnliche geschwänzte n (9;). 
Maufas tadelt bereits im 17. Jh. die Deutschen, welche, »essayans ä pro- 
noncer cette syllabe disent onnion, minion, vinie (wie der Deutsche Spalt 
schreibt, der auch vorschreibt, man soUe gn wie deutsches ikj sprechen) 



186 I.Teil. Die Spraohlaute. II. Kap. Mundartikulatioii. §120—122. 

. . . il s'en faut beaueoup que cette prononciation Boit bomie«i yenichtet 
aber auf eine Beschreibung des richtigen Lautes: »on le doit apprendre 
par Foüye plustot que par preceptes«. Thubot S. 309. 

Anm» 4« Palsobaye nimmt slgne und rögne, mit den Verben signer 
und regnte, Von der mouillirten Aussprache aus und verlangt, dass man 
aie spreche »as they be written onely«. Boeh war sonst das g yor n, wo 
das g auf o (cygne) oder g (digne) beruhte, stiimm, wie in der damals 
gewöhnlichen (daneben ni und seit dem 17. Jh. vorwiegend wie jetzt gn) 
französischen Aussprache des Lateinischen (nach Scalioeb sprach man 
magnus >= »mannus«). Dass seit dem 16. Jh. die Aussprache zwischen n; 
und n schwankte, wird für agneau, enseigner, regne (r^gner) , re(g)naTd, 
cygne, digne, maligne, benigne, Ableitungen vom lateinischen aignum, 
wie deB8i(g)ner, röaigner etc. Ton den Grammatikern bezeugt In den 
gelehrten Wörtern wechselten n, tu und gn, wie in der Aussprache des 
Lateinischen; die Ausspräche rü ist nur in den häufiger gebrauchten durch- 
gedrungen. Wo gn auf ni beruht (oompagnie, ivrognerie, Pologne, 
Clugny, vignoble etc.) schwankte der Gebrauch zwischen n und rd, 

b. Dentale: n. 

§ 121« Der dentale Nasalkonsonant (= n) hat im Deut- 
schen denselben Verschluss wie die deutschen d- und ^-Laute. 
Nach Stimmlosen wiid der Laut oft ganz oder halb stimmlos. 
Er hat die Bezeichnung n (nn): nein ndin^ nennen nemn, 

Anm« !• Sweet S. 46 bemerkt, sehr vorgeschobenes palatales n sei 
das mitteldeutsche dorsale n. W&hrend ich meine mitteldeutschen dorsalen 
i [d) kaum, wie Sweet femer annimmt, als sehr vorgeschobene palatale 
Laute anerkennen kann, scheint mir bei n in der That Neigung vorhanden 
zu sein, das Zungenblatt auch an das Gaumendach hinter den Alveolen 
anzusetzen; jedoch ist eben bei dorsaler Artikulation ein breiteres Auf- 
fietsen natürlich und konunt nur vielleicht bei dem flüchtigen «iS^Yexsehluss 
nicht so zum Bewusstsein. Ln allgemeinen werden der n- und J^Ver- 
schluss dieselben sein. — Nach Tsautmann S. 290 sind »die deutschen n 
nicht selten mittle und sogar untere, wenn die umgebenden Laute diese 
Stellung begünstigen; nur die Nordwestecke spricht überwiegend oder 
immer obere w.« 

Anm. 2. Für -en =: an wird oft n, für -nen, -nnen ss nvn oft Ti 
gesprochen; vgL § 64 Anm. 2 über 9. Über Ersata des n, 9n durch f| oder 
m s. diese. 

Anm. 3« Das n scheint in nhd. Zeit keinerlei Wechsel erfahren lu 
haben. 

§ 122. Die Zungenartikulation des englischen n ist 
dieselbe wie bei englischem d oder t Vor und auch nsujh 
Stimmlosen wie in hint, sneer etc. verliert eng damit verbun' 



§ 122—123. I.L.IXL Mundenge etc. 2.L. m»Mundver8ch. Verschlussl. : g«. 187 

denes n in der Regel den Stimmton. Die Bezeichnung ist n 
(nn). Beispiele: nine näinj manner m^na, 
Schreibung der englischen w-Laute. 

1. n: name, linen. man etc. (stumm auslautend nach nL* 
hymn, solemn, autumn etc.) 

2. nn, inlautend nach kurzem Vokal: banner, running etc. 

Aiim. !• Nach Evans geht nach dem betonten Vokal der Stimmton 
nur halb verloren, also impatient mit stimmlosem n, hint mit halb 
stimmlosem. 

Anm« 2« Auch im Englischen war die Aussprache des n .während der 
letzten drei Jahrhunderte dieselbe. Silbiges n wie m {== an, am) wird schon 
im 16. Jh. anerkannt; BuLLOKAB hat sogar besondere Zeichen dafür (m, n 
mit Akut). Ellis I S. 191. 

§ 123. Bei französischem n ist die Verschlussbildung 
übereinstimmend mit derjenigen bei französischem dt. Es wird 
geschrieben n und nn. Beispiele: neuf nSf^ toumer twrne'j 
bonne bön. »Doppeltest, d. h. langes n wird statt des sonst 
fiir nn geltenden einfachen n in »gelehrten« Wörtern: Inno vne' 
etc. und Namen gesprochen. Vor Konsonanten ausser n und 
auslautend bezeichnet das n mit dem vorhergehenden Vokal- 
zeichen einen Nasalvokal (§ 68), doch tritt in der Bindung 
der w-Laut ein, wovor der Nasalvokal schwächer nasalirt er- 
scheint: un 6j aber un aml Sn ämVj fast Sn ämv\ es wird auch 
vielfach der vorhergehende Vokal als gar nicht nasal ange- 
sehen und z. B. ün ämv gesprochen. — In fremden Wörtern 
und Namen hat oft auslautendes n nach Vokal den Lautwert 
«, wie in amen amen, hymen vmen\ selten gilt umgekehrt vor 
Vokal oder zweitem n Nasalvokal, wie in onivror qni'vre 
(auch änrvre'), ennui qnyi', 

Schreibung der französischen w-Laute. 
1. n: a) an- und inlautend vor Vokal: neuf, bomer etc. 

— b) vor stummem End-e: aune, toume etc. - — c) aus- 
lautend nach Vokal in Fremdwörtern: abdomen, amen, 
Eden, hymen, spöoimen u. ä.; ferner in fremden Namen 
wie NlÄmen, Buben, Philoposmen etc. — d) desgl. in 
der Bindung das n der sonst als Nasalvokale gespro- 
chenen Verbindungen in en, mon, on, son, ton, un. 

— e) ebenso bei Adjektiven vor dem Substantiv: bon 



Igg I. Teil Die Sprachlaute. II. Kap. Mundartikulation. §123—124. 

ami etc. — f) ebenso in bien und rien vor einem dem 
Sinn nach damit zusammengehörigen Wort: bien appris, 
rien entendre, 
2. nn: a) inlautend vor Vokal: donner etc. (lang.= ^ in 
Anna, annales, auch in annuel, annezion und andern 
Wörtern mit ann-, bienn&I etc., innö, innoTation etc. 
und fremden Namen wie Annibal, BrennuB, Cinna 
etc.). — b) voi stummem £nd-e: donne etc. 

Anm. 1« Über die Nasalvokale s. oben § 68. — Genaueres über die 
Aussprache Ton nn und die Bindung des n s. bei Plötz S. 75. 141 f. und 
Benecke S. 96. 149 ff. 

Anm« 2« Mit der Aussprache des n a n seheint es sieh im 16. Jh, 
im ganzen yerhalten zu haben wie jetzt Doch wechselte im An- und In- 
laut n hier und da mit 1: lentille, nentille; marle, mame etc.; auch 
mit m: nuque, muque etc. Enivrer und ennui repräsentiren die im 
16. Jh. gebräuchliche Aussprache des -en vor Vokal oder Nasal So sprach 
man auch bLi ins 17. Jh. Wörter wie Anna mit Nasalvokal vor dem n. 

Anm. 3« Die Bindung des n auslautender Nasalvokale fand seit dem 
16. Jh. ziemlich unter denselben Bedingungen statt wie jetzt, dagegen 
schwankte der Gebrauch hinsichtUch des vorhergehenden Vokallautes. 
Meigeet hörte en allant als » hn nallant« mit offenem aber wohl nasa- 
lem ^ in en. Saint-Liens gibt die Aussprache von bon er als »hon nor«, 
Beza beschreibt die von s'en est all6 als » »s'en nest all^.« Ellis m 
S. 826. Im 17. und 18. Jh. wird teils Nasalvokal und n, teils reiner Vo- 
kal und n verlangt; meist das erstere, doch auch fln er = »fi-nor« bei de 
LA Touche, divin esprit = »divi-n-esprit« bei Antonini. Boulliette 
tadelt die von manchen gelehrte Aussprache »bo-naini«, »u-necu« undviU 
nur »divi-namour« für divin amour als gebräuchlich gelten lassen (dage- 
gen malin esprit = »malin-nesprit«). 

Anin. 4« Über die Aussprache des n in Wörtern wie amen, sowie 
über das stumme ent in der 3. Fers. Plur. vgl. § 68 Anm. 2. 

c. Labiale: m. 

§ 124. Der deutsche labiale Nasalkonsonant m hat den 
bilabialen 5p-Verschluss. Er hat die Bezeichnung m oder mm: 
mein mäinj kommen kömarij ihm 'rm. Gelegenheit zum Stimm- 
loswerden nach Stimmlosen hat das m nur nach anlautendem 
seh = s (Schmerz) und in Fremdwörtern nach s = s (Smaragd), 
t = t (Tmesis). 

Schreibung der deutschen m-Laute. 
1. m: mein, Name, atmen, fremd, arm etc. 



§ 1 24 — ^126. .1. L. m. Mnndenge etc. 2. L. m. Mundv erschl. V erschlussL : m. 189 

2. mm, in- und auslautend nach kurzem Vokal: immer, 
Kamm etc. 

Anm. !• In Bezug auf die Bildung dieses natürlichsten aller Laute 
(Stimmton — oder für stimmloses m nur Ausatmung — bei Ruhelage der 
Sprachorgane) herrscht in Praxis und Theorie Übereinstimmung; nur dass, 
wie Evans zunächst für das Englische bemerkt, oft Tor / {j^f) labiodenta- 
les m statt des bilabialen vorkommen wird, z. B. Kymphö, Txltunph* 
Nötig ist dies jedoch ebensowenig wie die von Evans angenommene Alter- 
native, hinter bilabialem m dann auch bilabiales / zu sprechen. Ich bilde 
in meiner Aussprache fast gleichzeitig den bilabialen m- Verschluss und 
dahinter die labiodentale /-Enge. 

Anm. 2« In orthoepischer Hinsicht ist die Anwendung des m für n 
vor Labialkonsonanten und für en = 9n nach solchen zu erwähnen, z. B 
'dmbVtm, 'dmbl'tn für 'dnhrt9n (anbieten), fämf füi f^nf (fiinf), g^brny 
gSbm, gim für gS'b9n (geben), k^ für k^man (kommen) etc. VgL hierzu 
§ 118 Anm. 1 und § 121 Anm. 2. 



Anm. 3. Das m hatte im 16. Jh. dieselbe Geltung. 

§ 126. Auch im Englischen ist das m bilabial wie b 
und p gebildet. Geschrieben wird wie im Deutschen m oder 
mm: my mdij summer sdmaj name neim. 

Schreibung der englischen m-Laute. 

1. m: may, famine, name, arm etc. 

2. mm, inlautend nach kurzem Vokal: summer, gUm- 
mer etc. 

Anm« 1« Vgl. die Bemerkungen § 124 Anm. 1*. — Mit stimmlosem 
m verhält es sich wie mit stimmlosem i^ und n. Vgl. § 119 und 122. 



2» Der m-Laut hat in neuenglischer Zeit nicht geschwankt* 
Über silbiges m im 16. Jh. vgl. § 122 Anm. 2. 

§ 126. Französisches m ist wie deutsches und eng- 
lisches bilabial. Seine Bezeichnung ist m oder mm: mon mo, 
blämer bläme'y forme ferm. In einigen »gelehrten« Wörtern 
und Namen wird mm (sonst = m) »doppelt«, d. h. lang, ge- 
sprochen : immortel i'fnortel etc. Zur Andeutung eines Nasal- 
Yokals dient m unter denselben Umständen wie n, wird aber 
nicht wie dieses in der Bindung selbständig lautbar. Vor 
zweitem m gilt dennoch Nasalvokal in emmener qmne'j und 
m lautet im Auslaut als m in fremden Wörtern und Namen 
wie Jerusalem ze'rü'zälemj album dlböm. 



190 ^ '^^^' I^o Spraehlaate. II. Kap. Mundartikulatioii. § 126. 

Schreibung der französischen m-Laute. 

1. m: a) an- und inlautend: mer, blimer etc. — b) voi 
stummem End-e: dame, arme etc. — c) auslautend in 
fremden Wörtern (sonst Nasalvokal): Abraham, Jiror 
salem etc., vgl. § 68. 

2. mm: a] inlautend vor Vokal: nommer etc. (langes m 
in Wörtern mit imm-, sowie den Namen Emma, Em- 
manuel, Bmmaüa; in emmener ist em = q). 

Anm* 1. Wegen der Nasalvokale TgL § 68 ; über orthoepisehe Ein- 
zelheiten Plötz S. 75 und Benecke S. 95. 141. 



Ana« 2» Selbstfindiges m scheint im 16. Jh. gegolten lu haben wie 
heate. Wenn Ramus auslautendes m, wie in Nom» Bam, Arrierebam, 
als »liquide« beseiehnet neben dem als »fenne« angegebenen anlautenden 
m in ICarie, Martsrr, so kann damit kaum etwas dem ebenfalls »liquide« 
genannten n in Ck>mpalgnon, Espalgnol entsprechendes, sondern wohl 
nur in den vorhergehenden Nasalvokal mehr oder weniger aufgehendes m 
gemeint sein. VgL Ellis I. S. 825 und hier oben § 68, Anm. 5. 

Aam« 3« Mit emmener verhfilt es sich wie mit eimui; § 123 Anm. 2. 
Wörter wie Abraham hatten im 16. Jh. Nasalvokal (vgL oben § 68 
Anm. 6), der in Adam geblieben, sonst noch im 16. Jh. durch reinen Vo- 
kal und m verdrängt worden ist. 



Labiale p PaUUle GnttunJe • S? 



dtlrn- .. 



gkn 

je M 



labiod. : vf 
bilab. : bp [w] m 



Gebräuchliche Verbindungen : ts, pf, kto ; j mit VokaL 



dtlrn 
dzsih 



labiod.: vf 
bilab. \hpwm 



Gebräuchliche Verbindungen di, <l, ktD\j mit Vokal. 



§ 126. I. Laute mit Mundenge etc. 2. Laute mit Mundverschluss. 191 



dt Ir n '"' 
zsU 



gkij 



labiod. : vf 
bilab. : bp wy m 



Gebräuchliche Verbindungen : j, lo, y mit Vokal (auch Nasalvokal). 

Fig. 13. Konsonantenschema 
1. des Deutschen. 2. des Englischen. 3. des Französischen (inkl. Nasalkonsonanten). 



Zweiter TeiL 

DAS SPRACHGEFÜGE. 

§ 127« Bei dei voistehenden Betrachtung der Sprax^h- 
laute haben wir einen jeden derselben als isolirt dastehendes 
Individuum ins Auge gefasst. Nun zeigt es sich bei der Ver- 
gleichung, dass alle Laute einer und derselben Sprache etwas 
gemeinschaftliches Charakteristisches in ihrer Artikulationsweise 
haben, oder so zu sagen auf derselben Artikulationsbasis 
(Operationsbasis) gebildet sind, und diese wird für die behan- 
delten Sprachen zu bestimmen sein. Sodann erscheinen die 
Sprachlaute in der Sprache eben nicht isolirt, sondern als 
Glieder eines Lautkomplexes, der meist mit andern 'zu einer 
Gruppe von Lautkomplexen vereinigt ist, und für jeden Laut 
kommen die Eigenschaften: Klang, Dauer, Stärke und 
Höhe in Betracht, durch welche er zu den andern Lauten 
im Verhältnis steht, sowie die hieraus resultirende für die 
Silbenbildung wichtige Schallfülle (Vernehmbarkeit). End- 
lich sind die Lautverbindungen zu berücksichtigen, welche ein 
Sprachlaut je nach seiner Stellung mit dem vorhergehenden 
oder nachfolgenden oder beiden Nachbarlauten eingeht. 

A. Die Artikulationsbasis. 

§ 128. Die Bestimmung der Artikulationsbasen wird voi- 
läufig wesentlich auf Vergleichung beruhen müssen, wobei als 
Ausgangspunkt die eigne, deutsche, zu dienen hat. Eine 
allgemein deutsche Artikulationsbasis ist freilich nur eine fast 
bedenkliche Abstraktion, da die Mundarten auch in dieser 
Hinsicht bedeutend von einander abweichen, und ähnliches 
gilt vom Englischen und Französischen. Immerhin ist es 
möglich, durch einige charakteristische Züge den Unterschied 



J 128—130. A. Die Artikulationsbasis. 19J 

zwischen der englischen oder französischen und der deutschen 
Artikulationsbasis zu kennzeichnen. 

Anm. 1. Man vgl. die Angaben bei Sieyers (^ S. 83), der wohl zuerst 
auf die Wichtigkeit der Erkenntnis eines gemeinsamen, die Stellung der 
einzelnen Lautsysteme charakterisirenden Prinzips hingewiesen hat: »hat 
man die richtige Lage, gewissermassen die Operationsbasis, einmal gefun- 
den und versteht man dieselbe beim Wechsel verschiedener Laute festzu- 
halten, so folgen die charakteristischen Lautnüaneen der Mundart [oder 
Sprache] alle von selbst« (a. a. O.). 

Anm« 2« Plötzlicher Wechsel der Artikulationsbasis (ich ziehe diesen 
vohl zuerst von Franke gebrauchten Ausdruck vor) ist unbequem, wie 
sich z. B. beim Zitiren englischer Worte in deutscher Rede oder umge- 
kehrt zeigt* Abwechselndes Lesen und Übersetzen fremdsprachlicher Sätze 
im Unterricht ist daher physiologisch (wie psychologisch) unnatürlich; jeden- 
falls wird die Erlernung der fremden Aussprache dadurch erschwert. 

§ 129. Die englische Artikulationsweise unterscheidet 
«ich von der deutschen im allgemeinen durch Zurückziehen 
und Verbreitern der Zunge, Vorschieben des Unterkiefers und 
in Verbindung hiermit sehr geringe Beteiligung der Lippen an 
der Lautbildung; es gilt gradezu als Regel, die Lippen mög- 
lichst wenig zu bewegen. Die Folge dieser für die deutsche 
Auffassung trägen und unbestimmten Artikulation ist der 
Mangel an »engen« (geschlossenen) hohen Vokalen und »engen« 
Konsonanten. 

Anm« Auch die Neigung zur Diphthongirung, die Trübung des Vo- 
kals vor auslautendem r und das Vokalischwerden des letzteren, die Be- 
einflussung des a durch vorhergehendes w = «? u. a. m. wird zum Teil auf 
der breiten und langsamen Zungenartikulation beruhen. Über das Verhält- 
nis zwischen k und t vgl. § 107 Anm. 1. 

§ 130. Die französische Artikulationsweise entfernt 
sich von der deutschen in entgegengesetzter Richtung. Die 
Zunge neigt zu vorgeschobener, enger und bestimmter Artiku- 
lation, und die Läbialisirung ist sehr energisch. Daher das 
Fehlen »weiter« w-, e- und i^-Laute, palatales n statt des guttu- 
ralen 5j etc. Eine Eigentümlichkeit ist die häufige Nasalirung 
der Vokale. 

Anm« Die extreme Verschiedenheit der französischen und der engli- 
schen Operationsbasis erklärt z. B. die Schwierigkeit, welche die Engländer 
empfinden, dem französischen Vokalismus mit seinen engen und stark ge- 
rundeten Lauten, dem palatalen w u. a, gerecht zu werden. 
Vietor, Phonetik. 2. Aufl. 13 



194 Zweiter Teü Das SprachgefQge. B. Lautverhältnisse. § 13U 

B. Lautverhiltnisse. 

L Qmndeigensohaften der Ijaute« 
1. Klang. 

§ 131. Obgleich die Vorführung und Einteilung der Laute 
in dem vorhergehenden Teil dieses Buches wesentlich auf 
Grund ihrer Artikulation, nicht des akustischen Effekts, erfolgt 
ist, so ist es doch der Natur der Sache gemäss mit steter Eück- 
sieht darauf geschehen, inwiefern die Bildung der Laute den 
Klang, als die wichtigste Eigenschaft derselben bedingt. So 
war bei Besprechung der Mundartikulation bezüglich der stimm- 
haften Laute mit Mundöffnung (Vokale) zu erwähnen, dass hier 
im Munde nur bestimmte Resonanzräume hergestellt werden^ 
die dem Stimmton seine Klangfarbe verleihen; bezüghch der 
Laute mit Mundenge und Mundverschluss (Konsonanten), dass 
bei diesen infolge der im Munde gebildeten Engen oder Ver- 
schlüsse beim Durchgang des Ausatmungsstromes ein Geräusch 
(Reibung, Explosion) entsteht, weshalb die Konsonanten zu- 
gleich auch als Geräuschlaute und die mit einer Enge gebildeten 
als Reibelaute bezeichnet wurden (Übergang von Vokal zu 
Konsonant, z. B. von t zu /, findet mit Eintritt der Reibung 
statt); die Mitwirkung der Nase bei der Lautbildung wurde 
als auf Hinzutreten der Nasenresonanz beruhend dargestellt ^ 
etc. Auf die Versuche, die Eigentöne der Vokale festzustellen, 
war näher einzugehen, wenn auch zum Schluss die Ansicht 
ausgesprochen werden musste, dass absolut feste und charak- 
teristische Eigentöne für die einzelnen Vokale nicht nachzu- 
weisen sind. Dass auch bei der Bildung der Konsonanten 
Mundresonanzen mitwirken, wurde erwähnt, zugleich aber be- 
merkt, dass dieselben hier von untergeordneter Bedeutung sind. 

Anm« Bezüglich der Resonanz bei Geräuschlauten sagt Techmek^ 
»Phon.« S. 49, der Totaleffekt dieser Resonanz könne nur gering sein, 
»weil regelmässig auf einander folgende Impulse (Schwingungen) sich ge- 
genseitig mehr stören, als verstärken. « Jedoch ist es, wie Techmer S. 160 
bemerkt, »von Wichtigkeit für die Charakteristik des Geräusches, oh in der 
Menge gewisse Töne besonders hervortreten oder nicht; so treten bei dea 
Zischlauten z. B. sehr hohe Töne heraus. « Auch die Bestimmung der kon- 
sonantischen Eigentöne ist versucht worden, zuletzt von TraüTMANN 
»Sprachl.« S. 7 7 ff. Hiemach ist die Mundhöhle bei y und y aufg- ab- 
gestimmt, bei w und w (mitteldeutsch) auf e^ -j- g^, bei v und ^ auf f 3, bei 
Ö und /» auf g3 H- h^, bei z und s auf a^, bei z und i auf a^ -|- d* -}- a*, bei 



§ 131— <132. I. Grundeigenschaften der Laute. I.Klang. 2. Dauer. ]95 

spirantischem r und r auf f 3 + a^, bei vorgeschobenem y und e auf f *, bei 
j und c auf f 3, bei Zäpfchen-r und -r auf d^. Die Laute sind also nach 
der Höhe der »Qrundgeräusche« zu ordnen, wie folgt: 



yy, Zpfch. -^r, wto, ^spir. rr>, dp, zs, £if, vorgesch. je, mittl. Je. 
{ jc ) 
-Sweet »Handb.« S. 51 ordnet (mit Ausnahme der Laute /und/ nach 
Bell)^ ohne Tonhöhen anzugeben : 

w,(e), Kehlkopf-r,hint.ü,mittl.c,labiod./< ~^'*M> r, l,*,hint.c,J5,mittl.ü,vord.ü. 

Techmer urteilt S. 49: »War die Bestimmung der yokalischen Eigentöne 
eine missliche Sache, so ist das noch mehr bei den konsonantischen der 
Fall.« Allgemeinere Gültigkeit könnten auch richtig bestimmte Werte 
schwerlich beanspruchen ; übrigens scheint für alle praktischen Zwecke das 
Wesen der einzelnen Konsonanten auch ohne Bücksicht auf die Besonanz 
yoUkommen genügend bestimmt zu sein. 

2. Dauer. 

§ 132. Ein zweites Moment, das für den Wert eines 
Lautes ins Gewicht fällt, ist seine Dauer (Quantität). Für 
unsre Zwecke genügt im allgemeinen die alte subjektive und 
relative Unterscheidung kurzer oder einfacher (z. B. u) und 
langer Laute (z. B. w), woneben dann gelegentlich noch halb- 
lange Laute anzuerkennen sind. Die als untergeordnete Glie- 
der von Diphthongen auftretenden sog. Halbvokale (z. B. ^) 
sind nicht einfach als in der Dauer auf ein geringeres Mass 
als die normalen Kürzen (etwa die Hälfte) reduzirte Vokale 
aufsufassen, sondern sie bezeichnen den Punkt, in welchem 
die Lautfolge den geringsten Stärkegrad und wenn der Diph- 
thong ein »fallender(( (>) ist, ihr Ende erreicht. Der Diphthong 
a^ = au ist also nicht eigentlich eine Verbindung von a = 
kurzem a und u = noch kürzerem w, sondern die Verbindung 
aller beim Hingleiten von a nach u berührten Laute. Der 
letzte Laut kann sogar beliebig lange angehalten werden, ohne 
dass der diphthongische Charakter verloren geht, wie z. B. 
häufig bei der deutschen Interjektion au d^ das ^ verlängert 
wird: d^. 

Obwohl gemeinjbin nur bei den Vokalen anerkannt, finden 
Quantitä,tsunterschiede ebenso gut wie bei den Vokalen auch 
bei den Konsonanten statt. Auch die oft Momentanlaute ge- 
nannten Verschlusslaute sind nicht ausgeschlossen. Ihre Dauer 
ist die der Zeit, welche . zwischen der Herstellung und der 

13* 



196 n. Teü. Du Sprachgefage. B. Lautrerhaltnisse. § 132-133. 

Öffnung des YerschluiBses liegt. Nur im Woitanlaut können 
dieselben in der That nichts anderes als Momentanlaute sein, 
da hier die Bildung des Verschlusses nicht vernehmlich wird 
und der Laut als solcher also erst mit der Yerschlussöffaung 
ins Dasein tritt. Andrerseits ist es möglich (nicht notwendig], 
Yerschlusslaute im Wortauslaut ohne hörbare Explosion zu 
bilden und so den Laut auf die nach einem Vorlaut hörbare 
Verschlussbildung zu beschränken, in welchem Falle der Ver- 
schlusslaut ebenfalls ein wirklicher Momentanlaut ist. Lange 
Verschlusslaute machen übrigens um so leichter den Eindruck 
geminirter Laute, als, wie soeben erwähnt, Verschluss oder 
Öffnung allein unter Umständen als Verschlusslaut gelten kann 
und auf das Öffnen eines langen Verschlusslautes ein grösseiei 
Nachdruck gelegt zu werden pflegt. Durch neuen Nachdruck 
erhalten auch lange Liquiden etc. den Wert von Geminaten 
(s. die Beispiele § 153). 

Anin« Nach Brücke verhalten sich lange Vokale zu kurzen =1,67, 
nach Kräuter = 1,50 : 1 (vgl. Techmer S. 72 f.). Wie Sievers 2 S. 161 
bemerkt, darf man dies etwa für die deklamatorische Aussprache der nhd. 
Schriftsprache geltende Verhältnis nicht als das allgemein gültige ansehen. 
— Sievers macht S. 176 nachdrücklich darauf aufmerksam, dass Gemi- 
nata und langer Konsonant streng von einander zu scheiden seien. We- 
sentlich ist für erstere die »Diskontinuität der Exspiration^, die auch bei 
Vokalen wie Barlaam , Zoologie zur Zweiteilung eines Lautes dient (vgl 
§ 143 über die Silbe). 

§ 133. Für das Deutsche genügt es, in Tonsilben lange 
und kurze Vokale zu unterscheiden, z. B. Längen in war, gross, 
Kürzen in satt, nooh. Die Längen, die ausser ä und e nur 
geschlossene Vokale sind, stehen a) im Auslaut, betont odei 
unbetont, z. B. ä in da, Emma (in »offener Silbe«). Kurz ist 
im Auslaut nur das unbetonte 9, ferner a in na, da, ja (als 
Interjektionen gebraucht). — b) vor einfacher oder anlautfähiger 
mehrfacher Konsonanz, z. B. r in ihr, Mitra (in »offener Silbe«, 
wenn noch ein Vokal auf die Konsonanz folgt: ihrig = ih-rig, 
Mitra = Mi-tra etc.). — c) seltener in anderen Fällen vor nicht 
anlautfähiger mehrfacher Konsonanz, z. B. ö* in Mond (in »ge- 
schlossener Silbe«, die auch bei Antritt von Vokal igeschlossen« 
bleibt, häufig jedoch ursprünglich offen gewesen ist). La Neben- 
silben erleiden ^-irtuelle Längen in der Regel Verkürzung «u 
halber Länge oder zu wirklicher Kürze, wie die a* in Sekretär 



(,, 



§ 133. I. Grundeigenschaften der Laute. 2. Dauer. 197 

odei die r in Militär. Die gebräuchliche Orthographie ver- 
doppelt nach inlautender und oft auch nach auslautender 
Kürze^ wo nicht Position stattfindet, das Konsonantenzeichen, 
z. B. satt, füllen ; die Länge wird nicht selten durch Dehnungs-Ä, 
durch Vokalverdopplung und andre Mittel angezeigt: Mehl» 
Saat, dieser etc. 

Im Englischen gelten im ganzen dieselben Regeln, doch 
sind, abgesehen von den zahlreichen Fremdwörtern, durch kon- 
sonantische Einflüsse etc. mancherlei neue Fälle dazu gekom- 
men, andrerseits aber auch die Zahl der vollen einfachen 
Längen, teils ebenfalls durch Einwirkung der Konsonanten, teils 
durch Eintritt von Diphthongirung reduzirt. Nach Sweet gilt 
jetzt folgendes. Lange Vokale stehen im Englischen nur in 
starkbetonten (seltener auch in mittelstarkbetonten) Silben, und 
zwar a) im Ausla.ut, z. B. ce in err, für. — b) vor stimmhaf- 
ten Konsonanten, z. B. ä in hard, a in all. Ausser den ge- 
nannten: ö, äj ce, denen genau genommen ebenfalls ein, 
wenn auch wenig bemerkbarer und deshalb nicht weiter zu 
berücksichtigender a-Nachschlag folgt, hat das Englische keine 
einfachen Längen; vielmehr schliesst sich, wo nicht a folgt, 
dem »langen m der Reibelaut Wj dem ))langen u der Reibelaut 
y, dem »langen o« halbvokalisches ^, dem »langen en eben- 
solches i an, die von der Dehnung des vorhergehenden Haupt- 
lautes mitbetroffen werden, so dass in dem üw von who, dem 
ij von he, dem du von rode, dem ei von pale jedes der beiden 
Glieder eine halbe Länge bildet. Vor Stimmlosen werden die 
Längen ä, a, ce, ebenso wie die Diphthonge üw, Ij] ö^, ei zu 
halben Längen verkürzt, auch in Nebensilben wie im Deut- 
schen zu halben Längen oder Kürzen reduzirt; so ä in hart, 
ö^ in wrote (vor Stimmlosen); ä in almighty (im Vorton). 
Halblang sind im Englischen auch betonte Vokale vor aus- 
lautendem stimmhaften Konsonanten (der ebenfalls halbe Länge 
erhält), z. B. cb in bad, i in is (diese Dehnungen sind in der 
phonetischen Umschrift nur ausnahmsweise bezeichnet). Halbe 
oder ganze Länge hat in langsamer Rede das auslautende I in 
pity, steady etc. 

Das Französische hat lange Vokale: a) in der Ton- 
silbe vor den stimmhaften Reibelauten r, z, 2, t?, /, z. B. e in 
faire, ü' in rase, a in nage, r in rive, in feuille; so auch 



/ 



198 ILTefl. Dm SprmehgefOge. B. LantrerhihniBse. §133—134. 

stets in Zusammensetsuiigeii mit -je : dis-je = di'z etc. — b) Die 
Laute a, o*, ö, sowie die Nasalyokale sind auch vor andern 
Konsonanten lang. Dabei ist zu bemerken, dass die Bindung 
nicht veilängert, z. B. pas id = pdz i'si' mit kurzem a; so 
auch möchante = me'iätj aber michant et Yüain = meiqit) 
e' vi'le mit kurzem q. Die übrigen Vokale kommen vor andern 
Konsonanten als stimmhaften Beibelauten mit Ausnahme von 
e nur sehr selten lang yoi, z. B. « in suprdme, i* in abime, 
ü' in tou8. — Im Auslaut sind alle Vokale kuiz; einzige Aus- 
nahmen six 8(\ dix dt' füi si'Sj dis, z. B. in six cheyaux, dix 
maisona. In vorletztei Silbe sind Längen seltner; sie finden 
sich ebenfalls z. B. vor r und z, wie in baren, raaer. Sonst 
schwanken vielfach die französischen Vokale zwischen halber 
Länge und Kürze. Vor stärker betontem Vokal sind u*, i 
und ü' zu Konsonanten geworden: Louis Itov^ lien Ijf, loi 
lyi' etc. 

Anm. !• Sieyebs^ S. 161 unterscheidet: überlang (%. B. bot), lang 
(boten), halblang (in deutschen Mundarten vor Liquida« Nasal oder Spirans 
-H Konsonant etc., engl, gelegentlich in god, mad, wo Sieveks jet»t zwei- 
felt; mir scheint sogar volle Vokallange vorzukommen), kurz (hatte) und 
dazu vielleicht noch reduzirt (Gleitlaut zum folgenden Vokal). — In Bezug 
auf die absolute Geltung von »lang« und »kurz« weichen Sprachen und 
Mundarten beträchtlich ab ; man vgl. langgezogenes niederrheinisches oder 
braunschweigisches geben mit dem viel kürzeren nassauischen etc. 

Anm« 2« Meine Angaben über englische Vokalquantität sind nach 
Sweet »Elementarbuch« S. XVIIIf. modifizirt, diejenigen für das Franzö- 
sische beruhen auf freundlichen Mitteilungen von.P. Passy. Derselbe be- 
merkt mir bezüglich der auslautenden sonst als lang bezeichneten Vokale: 
»Solche Formen wie du, vle, beau sind wohl lang gewesen, sind es aber 
nicht mehr.« 

§ 134, Die Konsonanten sind im Deutschen in dei 
gewöhnlichen Aussprache kurz, und zwar sowohl die mit dop- 
peltem als die mit einfachem Vokalzeichen geschriebenen. 
Lange, bezw. geminirte Konsonanten kommen jedoch in der 
Zusammensetzung oder beim Zusammenziehen zweier Wörtei 
vor; z. B. mitteilen, Faokkorb, wo selten zwei Explosionen 
angewandt werden, sondern der Verschluss für das eine t oder 
Ä, die Öffnung für das zweite gilt; ähnlich Tauffeier, Baum- 
meise, Stillleben mit durch erneuten Nachdruck zweiwertig 
gemachtem oder einfach verlängertem f^ m oder /. Bei weniger 
sorgfältigem Sprechen treten häufig die einfachen Werte ein. 



J 134—135. I, Grundeigenschaften der Lante. 3. Stärke. 199 

Dagegen zeigt sich im Englischen ein bestimmter Unter- 
schied konsonantischer Längen und Kürzen. Lange (halblange) 
Konsonanten sind alle diejenigen, welche nach einem betonten 
kurzen (halblangen) Vokal auslauten, so das p in map mekp 
(genauer mckp) , das t in hit hit (genauer AU) , das « in us o« 
(genauer äJ) , das 2; in ia iz (genauer u) etc. ' Diese auslau- 
tenden Konsonanten bleiben lang, auch wenn noch stimmhafte 
Konsonanz folgt, z B. build ist genauer bezeichnet bifdj landB 
l^ndz, Fälle wie ripe pear, wild duck, prim man werden 
behandelt wie deutsches mitteilen, Baummeise. 

Ln Französischen sind lange Konsonanten zweifelhaft, 
abgesehen von den doppelt oder geminirt gesprochenen 11, mm 
in Wörtern wie illögal, immense, und ähnlich beim Zusammen- 
treffen gleicher Konsonanten im Aus- und Anlaut. Doch ist 
vielleicht auslautender Konsonant nach kurzem Vokal mit 
Trautmann als lang zu bezeichnen. 

Anm. Vgl. SiEYEBS 2 besonders S. 162 f. und 176. Die Bestimmungen 
über die Quantität der englischen Konsonanten lieferte Sweet in der 
»Academy« 3/4 80, wo der erste der festgestellten Punkte lautet: »In every 
monosyllable or final [accented] syllable either the Towel 6r the consonant 
is long« (bei Storm S. 434). Zur obigen Darstellung sind wieder vergli- 
chen Sweet's neuere Angaben »Elementarbuch« S. XVIIIf. Von der Rich- 
tigkeit seiner Angaben kann man sich leicht durch das Ohr überzeugen» 
auch wenn man Engländer, die noch nicht auslautendes deutsches b, d, g; 
etc, als Stimmlose zu sprechen gelernt haben, deutsch reden hört (Hand 
hdfid statt hdnt etc.) — 

3. Stärke. 

§ 135. Laute 7 Lautkomplexe und Gruppen von Laut- 
komplexen pflegen in der Bede nicht gleichmässig stark her- 
vorgebracht zu werden, sondern es findet ein Abnehmen (>, 
Decrescendo) oder Arischwellen (<, Crescendo) des Exspirations- 
drucks statt, womit in der Regel die Energie der lokalen 
Artikulatipü (bei Konsonanten) übereinstimmt. Li Bezug auf 
die Teile eines Lautes oder einer Lautgruppe etc. sind daher 
verschiedene Grade der Stärke zu unterscheiden. — Bei Unter- 
suchungen in Bezug au£ Lautstärke empfiehlt es sich, zu 
flüstern, da hierbei die sonst leicht störenden Stimmtöne weg- 
fallen. 

Anm« Die Bezeichnung »Stärke« gebrauche ich jetzt mit Kräuter 



200 IL Teil. Das Sprachgefüge. B. Lautverhältnisse. § 144—145. 

statt »Nachdrucke »Nachdruck« besagt soviel wie Exspirationsstärke^ 
deutet aber zugleich auf die begriffliche Hervorhebung (vgl. engL »stress«). Die 
häufig statt »Stärke« gebrauchten Ausdrücke »Accent« und »Ton (Betonung)« 
sind zweideutig (vgl. § 136) und müssten jedenfalls als exspiratorischer 
und emphatischer Accent oder Ton näher bestimmt werden, auch werdea 
»Accent und »Ton (Betonung)« meist nur auf die Vokale, bezw. Silben- 
träger bezogen. In letzterem Sinn wird man die genannten Ausdrücke^ 
sowie »Betonung«, »Tonsilbe« im Zusammenhang wohl dulden müssen. 

§ 136. Bei den klangreichen und geräuschlosen Vokalen 
fallen die Stärkeunterschiede des Exspirationsdnicks am meisten 
ins Gewicht. Man pflegt hier den relativ höchsten oder höheren 
Stärkegrad als Accent, Betonung (nicht = Tonfall!) oder 
Ton (nicht = Stimmtoni) und die davon betroffenen Vokale 
accentuirt oder betont zu nennen. Wenn man von einem 
Silbenaccent redet, so fragt es sich für die Praxis nur, 
welcher Art der Accent ist, und falls die Silbe mehr als einen 
Vokal enthält, welcher den stärkeren ^ccent hat; — wenn der 
erste von zwei Vokalen, so bilden diese einen »fallendena, im 
umgekehrten Falle einen »steigendena Diphthong. Der am 
stärksten betonte Vokal eines Wortes hat den Wortaccent 
oder Wortton und steht in der Tonsilbe, die übrigen (im 
j)Vor«- oder »Nachton« stehenden) haben verschieden abgestufte 
Nebenaccente , bezw. sind unaccentuirt oder unbetont. »Ein- 
facher ist es, direkt starke, mittelstarke (oder halbstaike) und 
schwache Silben zu unterscheiden« (Sievers ^ S. 182). Weit ab- 
stehende Extreme in der Exspirationsstärke führen leicht zur 
Verwandlung unbetonter Vokale in die unbestimmten Vokal- 
laute 9j a etc., andrerseits lassen sie für verschieden abgestufte 
Nebenaccente Raum und begünstigen die Bildung zusammen- 
gesetzter Wörter. 

In analoger Weise spricht man bei dem stärkstbetonten 
Vokal eines Satzes von Satzaccent oder Satzton, neben 
dem ebenfalls Nebenaccente zu unterscheiden sind. Häufig 
gebraucht man die Ausdrücke Wortaccent und Satzaccent auch 
in dem weiteren Sinn von Wortaccentuirung und Satzaccen- 
tuirung. 

Materiell sind Wort- und Satzaccent, wie aus dem vorher 
Gesagten erhellt, als exspiratorischer, ideell, weil zur Be- 
griffshervorhebung dienend, als emphatischer Accent zu be- 
zeichnen. In letzterem Umstand ist es begründet, dass der 



§ 136—137. I. Grundeigenschaften der Laute. 3. Stärke. 201 

Wortaccent, wenn auch, wie im Deutschen, allgemein ge- 
sprochen der Nachdruck auf die den Wortsinn tragende Stamm- 
silbe fällt,, sich den höheren Zwecken des Satzaccents unter- 
ordnen muss. Gewisse Wörter (Prokliticä und Enkliticä) 
verlieren unter Umständen ihren Accent, wie denn überhaupt 
in phonetischer Hinsicht die Worte im Satz aufgehen und 
dieser nicht sowohl aus Worten, als aus Sprachtakten besteht, 
die auf die Wortabteilung keine Rücksicht nehmen; so ist 
»gib mir das Buch her« phonetisch (nach Sievers ^ S. 179) 
entweder »gibmirdas — Büohher« oder »gibmir — dds — 
Buchher« oder ^)gibmirdasBü — ohher« oder ))gib mir das Bu 
— ollher(^ 

Anin« SiEVEBS 3 S. 163 ff. unterscheidet in Bezug auf den Sübenaccent 
eingipflige und zweigipflige SUben und bei den »eingipfligen« Sil- 
ben den energisch oder stark geschnittenen und den schwach ge- 
schnittenen Accent: bei dem ersteren, der im Bühnendeutschen seinen 
Sitz auf den meisten kurzen Vokalen hat, wird der Vokal durch den fol- 
genden Konsonanten noch in dem Momente seiner grössten Stärke abge- 
schnitten; bei dem letzteren, welcher den meisten unserer langen Vokale 
und Diphthonge, sowie den Vokalen unbetonter Süben eigen ist, tritt die 
Abschneidung des Vokals erst in einem Momente ein, wo dessen Intensität 
bereits sehr geschwächt ist. »Zweigipflige« Silben finden sich nach Sievers 
namentlich in den »singenden« Sprachen oder Mundarten; im Bühnen- 
deutsch imd im Englischen wohl nur am Satzschluss. — Für unsere 
Zwecke reicht die Andeutung des Haupttons im allgemeinen aus; als Be- 
zeichnung behalte ich den vorwiegend so verwendeten Akut bei. — Sie- 
vers bemerkt S. 182, dass die Unterscheidung der drei Stufen: starke, 
mittelstarke und schwache Silben sich mit Lachmanns Unterscheidung von 
Hochton, Tiefton und Unbetontheit deckt und macht mit Recht gegen diese 
Namen geltend, dass es sich hier nicht um Höhe und Tiefe (Tonhöhen), son- 
dern um Stärke und Schwäche handelt. 

§ IST. Auch für die Konsonanten ist der Grad von 
Exspirationsstärke von Bedeutung. Dieser richtet sich im 
ganzen nach dem Grad von Exspirationsstärke, welchen der fol- 
gende oder vorhergehende Vokal im Moment des Anschlusses 
erreicht. — Auf den Einfluss energischer Exspiration scheint 
mir zurückzuführen : 1) Übergang stimmloser Verschlusslaute in 
Aspiraten und Affrikaten, 2) Übergang stimmhafter Konsonanten 
in stimmlose, 3) Entwicklung und Bestehen energischer Ä-Laute, 
4) Entwicklung und Bestehen des Kehlkopfverschlusslauts (vgl. 
§ 28), 5) im Zusammenhang damit Bestehen des »tonlosen e« 
im Auslaut. 



202 n. Teil. Das SprachgefQge. B. Lautyerhfiltnisse. § 137—138. 



Nftheres über die einselnen Punkte 8. in den folgenden Para- 
graphen nebst Anmerkungen. 

§ 138. Im Deutschen herrscht in der Silbe und im 
Wort der Betonungsmodus > (Decrescendo) vor. Die drei 
Diphthonge ai = ai, ei, öff = au, 0% = eu, äu (vgl. § 41. 45) 
sind auf dem ersten Vokal betont. Der Wortaccent liegt in 
nahezu allen wirklich deutschen Wörtern auf der Stammsilbe, 
als der Sinnsilbe, und diese ist, von leichten Vorsilben wie 
l>e', ge-, ver- abgesehen, die erste Silbe des Wortes: Heiligung 
häiHfuriy arbeitete ^ärbaitata, Tonsilben werden stark hervor- 
gehoben. Die unbetonten Vokale sind, wie in dem letzten 
Beispiel, daher vielfach in »unbetontes e« (= 9) übergegangen. 
Ferner sind mehrfach abgestufte Nebenaccente und somit lange 
Zusammensetzungen möglich. Das erste Glied eines Kompo- 
situms hat gewöhnlich den Hauptaccent, weil es gewöhnUch 
das individualisirende ist: z. B. Sonntagsheiligung zontägshai- 
lijuri {zönfägshdilijutijj aber nach gleichem Prinzip Jahrhundert 
järhünd9rt (järhündert). Selten ist schwebenbe Betonung: stein- 
reich Stdinrdicj bitterböse btt9rb6'z9. Die stimmlosen Ver- 
schlusslaute gehen im Anlaut vor, im Auslaut nach betontem 
Vokal in Aspiraten über: Kind k^intj tot t^öt, Pack p^dk] 
und neben energischem Anlaut-A, wie in Halt hdlt, hier 
M-Ty hat sich der anlautende Kehlkopfverschlusslaut behauptet: 
echt 'Sgtj alle ^db. Diese Erscheinungen bleiben auch vor 
Nebenaccent in Geltung: Sohosskind h&sJ^int [sö'skf^int)^ An- 
halt ^anhält i^dnhdU), unecht ^Megt {^ürCegt), Im Satz geht 
nicht selten der Wortton verloren, und manche Wörter (En- 
oder Prokliticä) haben neben den vollen (schweren) abge- 
schwächte (leichte) Formen; z.B. er ^&r\ V, V (»r), der rf^-r; 
der^ d9r etc. 

Die Satztakte fallen oft mit den Wörtern zusammen und 
haben daher auch oft die Betonung >. Im Satz gilt umge- 
kehrt in der Kegel < (Crescendo), da das Subjekt meist dem 
Prädikat vorausgeht und letzteres als das Individualisirende 
den Satzaccent trägt; z. B. »ich schreibe«, »der Hund be'Ut«, 
»er ist krank«. Steht ein Objekt beim Prädikat, so ist dieses 
das bestimmt machende Wort und erhält daher den Satzton: 
»ich schreibe einen Brief«. Bei zusammengesetzten Zeiten, 
in invertirten und Nebensätzen macht der Accent die Wort- 



§ 13S. • I. Orundeigenschaften der Laute. 3. Stärke. 203 

Umstellungen mit, und das < verwandelt sich in > oder < >. 
Das attributive Adjektiv hat einen etwas schwächeren Accent 
als das Wort, dem es zugeordnet ist: »die kindliche Liebe« 
(aber: »die Liebe der Einderff, »zu den Kindern«). Gegen- 
überstellung bringt, grade dem Prinzip der Sinnbetonung ge- 
mäss, äusserlich Abweichung von der Schablone der Wort- und 
Satzbetonung: »zergehen, nicht vergehen«, »ist er krank (oder 
sie)?« etc. 

Anm« Vgl. SiEVEBS ^ S. 178 ff. und bei Fallesee das Kapitel von der 
Betonung, S. 100 f., über die aspirirten Tenues Kewitsch in der »Zs. f. 
Orth.« IV Nr. 2f. — Ich sehe in der Betonung (d. h. der starken Exspi- 
ration) der Stammsilbe die Ursache der aspirirten (d. h. bei offener Stimm- 
ritze stark exspirirten) Tenues im deutschen An- und ev. Auslaut, sowie 
auch des festen h und gleicherweise des anlautenden Kehlkopfverschluss- 
lautes. Im Zusammenhang damit steht wohl die Erhaltung der »tonlosen e« 
und das Stimmloswerden der Konsonanten im Auslaut* Qrade so natür- 
lich wie z. B. in Ohaucers to take eure wey das sonst noch lautbare 
unbetonte e von take (=s tdh) vor dem nicht durch '-Verschluss gedeck- 
ten Vokal verstummte (to' tdk ür todi), und wie dies unter gleichen Um- 
standen im Französischen geschah (vgl. ma petita amie mä ptitämi-), bis 
denn die Verstummung auch das vorkonsonantische Auslaute-e ergriff, so 
erklärlich ist die Erhaltung des »tonlosen e« im Deutschen vor dem ton- 
unterbrechenden '-Verschluss : diese alte Eiche d{'Z9 'älta 'ätc9. Ebenso 
bleiben die stimmhaften Endkonsonanten in dem keinen '-Verschluss ken- 
nenden Englisch oder Französisch vor Anlautvokal sozusagen inlautend 
(vgl. soiind eyes sdti^nd diz, la grande armee lä gräd ärnU'), während im 
Deutschen der vokalanlautende '-Verschluss den Stimmton abschneidet 
und die folgende starke Exspiration ein Absetzen nötig macht, wodurch 
das Stinunloswerden nahe gelegt wird : und immer ^unt Hmar, Zur Unter- 
stützung dieser Auffassung dient der Umstand, dass, wo im Deutschen 
einmal bei engerem Zusammenschluss vor unbetontem Vokal der '-Ver- 
schluss wegbleibt, wie im Englischen und Französischen der stinmihafte End- 
konsonant den Stimmton behält, z. B. hab' ich hob ie. Umgekehrt geht 
auch gelegentlich im Englischen bei starker emphatischer Betonung in 
Pausa, wo kein Anschluss an folgenden Vokal möglich ist, der Stimmton 
verloren, und dead ded wird d^t, und t dann femer wie im Deutschen 
t^] (das* anlautende d auch t, s. u. Anm. 3). 

Anni. 2« Sievers erklärt die »Neigung, im Auslaute tönende Ge- 
räuschlaute durch tonlose zu ersetzen«, aus der »Schwierigkeit, Stimmton 
und Geräusch genau gleichzeitig abzubrechen (2 S. 212). Bestände die Schwie- 
rigkeit wirklich, so bliebe doch unerklärt, weshalb sie sich im Deutschen 
geltend macht, aber nicht, und zwar nicht mehr, im Englischen; denn 
im Angelsächsischen scheinen stimmhafte Konsonanten im Auslaut stimm- 
los zu werden (vgl. lamp für lamb, feit für feld, -hat für -häd, sint 
für Bind, -nc für -nj, h für 5, Sievers »Ags. Gramm.« S. 75). Ich sehe 



204 II. I^efl. Das SpnchgefOge. B. Laatrerb&ltiiisse. § 138-139. 

die ErUlrung im Vorhandeiiseiii und Niehtvoifaaiidensein des '-Verscliliuges. 
Dom dieser im Angelsfiehsischeii , wie noch heute im Deutsehen, ezistirte, 
ist Tou Tornherein wahrscheinlich und wird durch die angelsächsische AUit- 
teration noch yiel wahrscheinlicher ; denn der angebliche Stabreim zwischen 
beliebigen anlautenden Vokalen kann denn doch nur Stabreim zwischen 
den allerdings ungeschriebenen Kehlkopfrerschlusslauten sein. Dass der 
'-Verschlass allm&hlieh yerschwand, dürfte auf dem Herabsetzen des Nach- 
drucks auf Anlautsilben unter der Einwirkung der entgegengesetzten fran- 
zösischen Betonungsweise ;<0 beruhen. 

Ann» 3« Das oben angefahrte Beispiel Ut, U^ zeigt übrigens, dass 
Stimmyerlust bei sehr starker Exspiration auch anlautend (rückwärts iso- 
•lirt) vor Vokalen eintreten kann; es scheint, als ob der Ezspirationsstrom 
gewissermassen keine Zeit hätte, die Stimmbänder für die Konsonanten- 
bildung in Schwingungen zu yersetzen. Darf man an gleiche Einwirkung 
der schwachen Tenues (»stinmilosen Medien«) und sonstigen stimmlos ge- 
wordenen Konsonanten ober- und mitteldeutscher Mundarten (tu' statt du- 
etc.) denken? Allerdings fallen manche dieser Mundarten jetzt keineswegs 
durch besonders nachdrückliche Betonung auf. Doch verdient es Beach- 
tung, dass die Welschen und Hochschotten, ebenfalls Gebirgsbewohner, die 
englischen Medien und stimmhaften Heibelaute durch stimmlose Laute zu 
ersetzen pflegen (vgl. »the tevil and his tarn«, »good worts« etc. im 
Munde des welschen Pfarrers in den »Merry Wives«; mir scheinen die 
welschen g, d, b schwache Tenues). Wenn Sweet mir hierzu bemerkt: 
»I do not find that the Welsh confuse t and d in their own language« 
und auf seine Artikel »Spoken North Welsh« (»Transact.« 1883—4) und 
V Sound Notation« verweist, so kann ich hinzufügen, dass ich von densel- 
ben Sprechern, welche die schwachen Tenues (für d etc.) verwandten, auch 
ganz entschiedene Aspiraten (für t etc.) gehört habe. Angesichts dieses 
Parallelismus ist man fast versucht, hier die Folge der durch das Bei^- 
steigen habituell gewordenen energischen (stossweisen) Exspiration zu 
sehen (?). 

§ 139« Die englische Betonungsweise ist der deutschen 
sehr ähnlich. Die Diphthonge sind wie die deutschen Dfallende« 
oder Decrescendo -Diphthonge; a{ = i, ö^ = ou^ oj* = oi, 
ou = Oy ei = 9k etc. Auch im Wort herrscht der Modus >, 
und wie im Deutschen' fällt der Hauptaccent meist auf die 
erste Silbe, ja das Englische hat dieses Prinzip auch bei vielen 
Fremdwörtern durchgeführt: z. B. holinefls h(^ines, memory 
memarl Der Hauptton ist weniger stark als im Deutschen, 
dem entsprechend aber auch die Nebenaccente. In unbetonten 
Silben tritt für ehemals gesprochenes a, o, u, wie auch für er 
etc. regelmässig das unbestimmte a ein: Arab draby almoner 
(klmana etc. Zusammensetzungen sind auch im Englischen 
häufig, wenn auch oft getrennt geschrieben; Hauptaccent auf 



§ 139. . I. Grundeigenschaften der Laute. 3. Stärke. 205 

dem ersten Glied (>) war wie im Deutschen die Regel, doch 
gibt jetzt Sweet für die Kompositionsbetonung im allgemeinen 
in logischer Beziehung die Regel: gleiche (schwebende) Be- 
tonung (=) trennt, ungleiche (gewöhnlich >, seltener <) ver- 
bindet die durch die Zusammensetzung ausgedrückten Begriffe. 
Daher steht nach Sweet die schwebende Betonung (=): a) in 
der Verbindung Substantiv und Substantiv, wo das erste Glied 
attributiv ist, z. B. steel pen, garden wall (jedoch auch hier 
> bei Benennungen von Naturgegenständen, wo die beiden 
Begriffe zu einer Einheit verwachsen sind, z. B. butterfly, 
blaokbird j» Amsel«, wogegen blaek bird »schwarzer Vogel« 
mit =; ebenso Zusammensetzungen mit street im Gegensatz 
zu. solchen mit read, Square etc.) — b) bei Adjektiv oder Ad- 
verb und Adjektiv, z. B. good looking, twenty-five. — c) bei 
unzertrennlicher Komposition, wo das untrennbare Glied eine 
deutlich ausgeprägte Bedeutung hat, z. B. undo, thirteen. — 
d) in Interjektionen, wie hallo, bravo. — e) iq fremden Namen 
wie Berlin, Chinese. — Die Betonung > gilt a) wenn durch 
die Zusammensetzung ein kausales Verhältnis, eine Handlung 
oder ein Phänomen ausgedrückt wird; z. B. rainbow, Walking 
exeursiony earth quake. — b) bei schwebend betontem Kom- 
positum als Attribut vor einem Substantiv; z. B. thirteen men. 
— Die Betonung < hat statt a) bei formelhafter Verbindung 
von Substantiven durch of, z. B. bill of fare. — b) bei Titel 
mit Name, z. B. Mr. Smith. — c) bei Ausrufungen wie good 
moming. 

Aspiration der an- und auslautenden Tenues vor oder 
nach hauptbetontem Vokal finden wir ebenfalls, wenn auch 
nicht so stark wie im Deutschen, — so ist two = ^üw^ not 
oft^= na^ etc. — Anlaut-A ist entschieden schwächer als das 
deutsche und vielfach in Gefahr, verloren zu gehen (vgl. § 71), 
und Kehlkopfverschlusslaut ist unbekannt (vgl. § 30). Auslau- 
tendes »tonloses e« ist denn auch seit Jahrhunderten verstummt, 
und auslautendes a schützt sich, auch wo nicht = er, or etc., 
vor Anlautvokal oft durch angehängten r-Laut : idea of aidiar- 
av (vgl. § 94 Anm. 2). — Enkliticä sind häufig; für a, o, u 
tritt wie im. Wortkörper a eiQ, auch bisweilen für andere Vo- 
kale, daher die vielen Doppelformen wie and dnd und and 
{an), tcoTdfräm undyram, us äs und as etc. 



206 n. Teil. Das Sprachgefüge, B. Lautverhältnisse. § 139. 

Die Satzbetonung hat im Englischen ebenfalls das Prinzip 
der Sinnbetonung. — Die Satzbetonungsextieme stehen sich 
übrigens so viel näher £^s im Deutschen , dass man oft im 
Zweifel ist, ob nicht z. B. Subjekt und Prädikat, evenl. Sub- 
jekt, Prädikat und Objekt gleich stark betont sind und man 
es nicht statt mit einem Crescendo (<) mit schwebender Be- 
tonung (=) zu thun hat (die bei attributivem Adjektiv und 
folgendem Substantiv deutlich ist), auch versinken die Neben- 
accente viel eher in Accentlosigkeit; vgl. nthe bock whieh he 
gave metf und »das Buoh, welohes er mir gab«, wo whieh so 
gut wie unbetont ist, welches dagegen einen Nebenaccent 
trägt. — Bei Gegensätzen dient im allgemeinen wie im Deut^ 
sehen der Accent zur Gegenüberstellung. 

Anm« !• Das Englische ist im ganzen der deutschen Betonung treu 
geblieben. Die Eigentümlichkeit der flüchtigen und unbestimmten Aus- 
sprache unbetonter Vokale fällt auf, .wenn ein Engländer deutsch spricht; 
niemand nimant oder Kanone kanöm mit deutlichem a u. dgl. ist ihm 
fast unmöglich, immer wieder heisst es ni'mant, kanöm etc. Wir Deutsche 
sind natürlich umgekehrt zur deutlichen Aussprache der unbetonten Vo- 
kale im Englischen [d etc. statt a) geneigt. Beides findet auch auf en- 
klitische Wörtchen Anwendung, Vgl. die Proben am Ende dieses Buchs^ 

Anm« 2. Zur Betonung der Komposita vgl. Sweet »On the Laws of 
Stress in Compounds«, »Phil. Soc.'sProc.« June 6, 1879 (»Trans.« 1880—1 
»Proc.« S. 4ff.). Er tmterscheidet »strong (a*), medium (a:), and weak (a) 
stress« und fünf Betonungen zweisilbiger Komposita: »1) st'eel pen, 
2) sn*ow b:all, 3) E'ngland, 4) m:ank*ind, 5) Saint John (snd'zhon)« 
und erwähnt, dass man 1) gewöhnlich mit 4) zusammengeworfen habe. 
Vgl.^ damit Sweets Bemerkung »Sound Notation« (a. a. O. S. 234) über 
die Schwierigkeit der Auffassung des »level stress« namentlich auch für 
Deutsche, die für plumpudding (p'hmp'udiq) entweder (plBmp-.udiq) oder 
mit den englischen Lexikographen (p:lBmp*udiq) sprächen (in letzterer 
Weise hörte auch ich den »level stress«, ehe ich Sweets Angaben ken* 
nen lernte). Die obigen Angaben beruhen auf Sweets »Elementarbuch« 
S. XLVIff. 

Anm« 3« Dass im Englischen, obwohl von den englischen Phoheti- 
tikem nicht anerkannt, aspirirte Tenues gesprochen werden, ist § 104 
Anm. 2 erwähnt, zugleich auch, dass wenigstens mundartlich die hoch- 
deutsche Verschiebung von t in ts auch auf englischem Boden sich voll- 
zieht (t^-o tsttw für tiiw etc.). Über gelegentlichen Stimmverlust stimm- 
hafter Konsonanten in der Emphase vgl. ausser § 104 Anm. 2 noch § 1^8 
Anm., sowie die letztere Anm. zugleich über '-Verschluss im Englischen. 

Anm« 4t* Über die englische Satzbetonung ist noch immer Walk£K 
und namentlich Smabt (zuerst » Gramm, of Engl. Pron. « S. 305 ff.) mit 
Nutzen zu vergleichen, von den Neueren besonders Bell, z. B. »Standard 



139—140. I. Grundeigenschaften der Laute. 3. Stärke. 207 

Elocutionist«, neue Ausgabe S. 10 — 14. Nach Smart sind in dem Satz 
»Avaro covets wealth« alle drei Wörter, Subjekt Prädikat und Objekt, 
gleich stark betont. Das Beste jetzt bei Sweet »El.« S. XL VIII, wo- 
durch die wesentliche Übereinstimmung mit dem deutschen Gebrauch be- 
stätigt wird. Decrescendobetonung ist wegen des Fehlens der im Deut- 
schen gebräuchlichen Gruppen Objekt-Infinitiv, Objekt-Partizip-Infinitiv, 
Objekt -Zeitwort {dies im abhängigen Satz) jedenfalls seltener im Engli- 
schen, weshalb Engländer beim Deutschsprechen, wie ich oft beobachtet 
habe, die letzten Glieder solcher Gruppen zu stark betonen und meist gar 
nicht imstande sind, den Unterschied zwischen dem deutschen »>•« und 
ihrem eigenen »=« oder »<[« herauszuhören. 

§ 140, Sehr abweichend von den deutschen sind die 
französischen Betonlingsverhältnisse. Wie bei den (uneigent- 
lichen) »steigenden Diphthongen« wäj wa = oi, je' = .ie, w^ 
= oin, j^ = ien etc., (deren Abgrenzung gegen die zweisil- 
bigen Vokalpaäre wohl unmöglich ist) das Crescendo (<) gilt,, 
so auch bei der Wortbetonung: der Wortaccent liegt auf der 
letzten sonoren Silbe; z. B. Jamals zäme, pardonner pdrdone\ 
considöration kqsrderasjq. Dieses abstrakte Verhältnis erfährt 
jedoch in der Praxis der Bede vielfache Einschränkung, indem 
hier auf die erste Silbe ein Nebenaccent zu fallen pflegt, der 
akustisch besonders hervortritt, wenn damit Tonerhöhung ver- 
bunden ist, nicht selten aber auch wirklich den normalen Wort- 
accent an Stärke übertrifft; so namentlich bei langer vorletzter 
Silbe, wie in baren, ehei härq als bärqj beauooup, eher hö'ku^ 
als bo'kü' etc. Das rhetorische Element spielt eine weit grössere 
Rolle als im Englischen und besonders im Deutschen. 

Anm« 1« Die vorstehenden Angaben beruhen auf der vortrefflichen 
Ausführung bei Storm S. 77, die sich hauptsächlich gegen die zuerst von 
dem Deutschen Rapp und dem Franzosen Cassal, jetzt von englischen 
Phonetikern vertretene Auffassung richtet, dass »the word-stress is gene- 
rally on the first syllable« (Sweet). Auch Passy «Le fran?. parl6« S. IX 
bestätigt, dass der übrigens wenig markirte Ton stets auf die letzte Silbe 
des isolirten Wortes fällt, in zusammenhängender Rede auf die letzte Silbe 
der Wortgruppe {des Sprachtaktes). Der höhere Ton auf der ersten Silbe 
ist besonders irreführend, da in den germanischen Sprachen höherer Ton 
und grösserer Nachdruck verbunden zu sein pflegen. So macht einem 
deutschen Ohr die im Englischen nicht regelmässig, aber in deklamatori- 
scher Rede höhere Betonung des Prädikats vor dem Objekt, des Adjektiva 
vor dem Hauptwort etc. (vgl. § 134) zugleich den Eindruck stärkerer Accen- 
tuirung, und Holy OhoBt z. B. so gesprochen lautet wie Holy Qhost^ 
obwohl ohne Zweifel der Nachdruck auf Ohost liegt. Grade so hörte ich 
vor Jahren im Th6&tre fran9ais »M. Poirier« ausrufen »quel mariÄge!* 



208 n. Teil. Das Sprachgefage. B. Lautverhältnisse. § 140—141. 

quel m&riage!« obwohl sehr wahrscheinlich nur der Ton auf der ersten 
Silbe des zweiten mariage. höher, nicht auch zugleich der Nachdruck 
grösser war als in der letiten Silbe. Besonders geneigt, den höheren 
Nebenaccent als stärkeren Hauptaccent auÜEufassen, sind wir Deutsche wie 
die Engländer beim Ausgang von Alexandrinern, besonders wenn das letzte 
Wort drei Silben und in der letzten stummes e hat; z. B. »la lol que Je 
t'impoBe«, »un horrible melange«. 

Anm« 2* Zu der Erscheinung, dass bei vorletzter langer SQbe (wie 
in baron) der Nebenaccent auf dieser oft den Hauptaccent überwiegt, er- 
innere ich an deutsche Formen wie »ttxmälibar«» »imBaglich«. Der nor- 
male Hauptaccent ist hier gewissermassen nicht imstande, die schwere 
Nebensilbe zu tragen. VgL das oben über »leyel stress« im Englischen 
Gesagte, § 139 und Anm. 2. Dieses »=s« ninmit jetzt Sweet »Sound Nota- 
tion« a. a. O. als Übergang von »<« zu »>« für das Französiche als Tor- 
herr sehend an. 

Anm. 3« Im allgemeinen fasst das deutsche Ohr den Hauptton auf 
der letzten Silbe richtig auf, wie die ins Deutsche aufgenonmienen Wör- 
ter beweisen (doch ist z. B. nassauische Betonung: GhÄussee, Bureau etc.); 
nur sind wir eben geneigt, beim Französischsprechen unsem deutschen 
Wortaccent mit Tonerhöhung zu verwenden. Bis zur Erkenntnis und An- 
eignung der französischen Betonung der zusammenhängenden Bede ist es 
freilich noch ein weiter Schritt Wie wiederholt angedeutet, greifen auch 
hier Accentuirung und Intonation beständig ineinander, leider in ganz and- 
rer Weise als im Deutschen und Englischen. 

4. Höhe. 

§ 141, Stimmhafte Laute, und es kommen hier beson- 
ders, aber keineswegs ausschliesslich, die Vokale in Betracht, 
müssen eine gewisse Tonhöhe (Intonation) im musikalischen 
Sinne besitzen. Für die gewöhnliche Rede ist es charakteri- 
stisch, dass die Stimme bei keinem Laut auf einem bestimmten 
musikalischen Ton verweilt, sondern beständig entweder in die 
Höhe oder in die Tiefe gleitet. Festhalten je eines und des- 
selben Tons für jeden Laut verwandelt die Rede in ein Rezi- 
tativ oder in Gesang. Immerhin kommt der ebene Ton (— ) 
gelegentlich in der Rede vor; viel. häufiger sind der steigende 
(/) und der fallende (\) Ton, und von zusammengesetzten 
Tönen werden besonders der steigend-fallende (a) und der 
fallend-steigende (v) Ton verwendet. Nun fragt es sich 
ferner, zwischen welchen Intervallen sich das Steigen und Fallen 
bewegt, und welches die Tonhöhenverhältnisse im ganzen Wort 
und im Satze sind. Endlich ist die Stimmhöhe des Satzes im 



§ 141 — 142. I. Grundeigenschaften der Laute. 4. Höhe. 209 

ganzen, die Stimmlage, zu beachten, welche eine hohe, mitt- 
lere oder tiefe sein kann (bei Frauen und Kindern ist die 
absolute Stimmlage höher als bei Männern; vgl. § 11). — Die 
Bestimmung der Tonhöhe bietet grosse Schwierigkeiten, be- 
sonders wegen der grossen BewegKchkeit der Intonation in 
der gewöhnlichen Rede. Die Schwierigkeiten werden zum 
Teil beseitigt, wenn man die zu prüfenden Worte und Sätze 
mit geschlossenem Mund zu sprechen sucht, wobei die stimm- 
losen Laute wegfallen und an die Stelle aller Stimmhaften ein 
auf die ganze Dauer des Wortes oder Satzes sich erstreckendes 
m tritt. 

Anm. Die zur Bezeichnung von Verhältnissen der Exspirationsstärke 
dienenden Namen »Ton«, »Betonung«, »Accent« (§ 136) werden auch in 
Bezug auf die Tonhöhe (englisch »pitch«) angewandt, wodurch leicht Miss- 
Verständnisse herbeigeführt werden. Die letztere Geltung ist übrigens be- 
kanntlich die ursprüngliche, und auch unsere Accentzeichen (^^^) gaben 
zuerst nicht Nachdrucks-, sondern Stimmhöhenverhältnisse an. Da im 
Deutschen stsgrkerer Nachdruck und höherer Stimmton gewöhnlich zusam- 
mentreffen, so erklärt sich der Bedeutungswechsel. — Die oben angege- 
bene m-Frobe habe ich bei Untersuchung der Tonhöhe praktisch gefunden. 
Man befreit sich auf diese Weise von den verwirrenden Resonanzen der 
Mundhöhle und störenden Geräuschen. 

§ 142« Die Intonation, besonders der einfache fällende 
und steigende Ton, hat wenigstens im Deutschen und Eng- 
lischen fast nur die Bedeutung einer gesprochenen Interpunk- 
tion. Der fallende Ton ist bejahend oder behauptend, der 
steigende fragend oder die Bejahung (Behauptung) vorbereitend; 
im zweiten Glied einer Disjunktivfrage fällt der Ton. Die 
zusammengesetzten Töne dienen mehr zum Ausdruck von 
Affekten; der steigend -fallende ist widerspänstig- verdrossen, 
der fallend-steigende warnend. Auf einsilbigen Wörtern, wie 
ja, so, wie etc., kann, wenn sie einen ganzen Satz vertreten, 
die Intonation dieses ganzen Satzes zusammengedrängt werden. 
Die Intervalle sind hierbei, von mundartUchen Eigentümlich- 
keiten abgesehen, in der Regel nur gering; wie es scheint, oft 
kleiner als ein halber Ton. Grössere Intervalle dienen weniger 
im Deutschen als im Französischen (grosse Terz?) und bei 
deklamatorischem Vortrag im Englischen (Quarte?) sozusagen 
zur Koloration, indem der höhere Ton auf Silben mit Neben- 
accent tritt und ein Gegengewicht gegen den Hauptaccent 

Yietor, Phonetik. 2. Aufl. 14 



210 n. TeiL Das SpnehgefÜge. B. Lautrarhftltniflse. §142^-143, 

bildet; so s. B. im FraxuEÖnschen honneur, jamais, maariage 
mit höherem Ton auf dei ersten oder entretient mit solchem 
auf der ersten und zweiten Silbe, im Englischen >Holy Ghostc^ 
«honour and gloryt, ihe left his country« mit solchem auf 
Holy, honour und left. 

Ämm* 1. Nach Helmholtz »Tonempfindungen« &. 375 (bei Techmer 
S. 68 f.) pflegt das Ende eines bejahenden Saties Tor einem Punkte »da- 
durch beseichnet su werden, dass man Ton der mitüeren Tonhöhe aus um 
eine Quarte ftUt. Der fragende Schluss steigt empor, oft um eine Quinte 
über den Mittelton ... Accentuirte Worte werden ebenfalls dadurch her- 
vorgehoben, dass man sie etwa einen Ton höher legt als die übrigen.« 
Trots der gewichtigen Autorität ist es mir nicht möglich, in meiner eignen 
Aussprache Ton einfachen Sätzen wie: • Scheint die Sonne f< »Die Sonne 
scheint« grössere Intervalle als aUerhöehstens einen halben Ton (über und 
unter dem Ton a) su entdecken , ohne dass , wie ich glaube, meine Into- 
nation besonders eintönig wäre. Ich gestehe aber, dass ich in der Be- 
stimmung dieser beweglichen ineinandergleitenden Intervalle keineswjegs 
sicher bin. Der fransösische höhere Vorton vor dem Hauptaccent lautet 
mir meist wie die grosse Ten, und aus dem pathetischen Deklamations- 
intervall des Englischen höre idi die Quarte heraus. Welchen Eindruck 
das abwechselnde längere Anhalten sweier bestimmten Töne macht, kann 
man bei einem webchen »prayer meeting« erproben; bei dem »Welsh fire> — 
die Welschen selbst nennen es »hwyl« — ist das Intervall das des Kuckuck- 
rufs, die kleine Ten. 

Anm« 2« Sweet bemerkt in seiner Besprechung der Tonhöhe im Eng- 
lischen • Elementarb.« S. LI u. a. noch, dass in Aussagesätsen das Subjekt 
mit steigendem oder ebenem, das Prädikat mit fallendem Ton gesprochen 
werde, jedoch in einem abhängigen Satse auch das Prädikat steigenden 
Ton habe und der Ton erst am Schluss des ganien Satsgefüges falle. 
Dies gilt auch für das Deutsche. Dagegen finde ich die Angabe, dass 
Fragesätze, die mit einem Fragewort eingeführt sind (was ist los f, what's 
the matter P], mit fallendem Ton gesprochen werden, für das Deutsche und 
auch für das Englische nicht so unbedingt sutreffend. 

Anm. 8« Über die in rheinpreussischer und zum Teil sonst in nord- 
deutscher (und englischer?) Aussprache übliche »gebrochene« Intonation 
von Vokalen und Liquiden in gewissen Wörtern vgl. DiEDERiCHS »Unsere 
Selbst- und Schmelzlaute (auch die englischen) in neuem Lichte« Strass- 
bürg 1886. 

n. Schallfülle der Laute. Silbenbildnng. 

§ 143. Der Grad der Schallfülle eines Lautes hängt 
von verschiedenen Faktoren ab: Vorhandensein oder Fehlen 
des Stimmtons; grösseres oder geringeres Vorwiegen desselben 
je nach der Resonanz oder dem Geräusch, das ihn begleitet; 



§ 143. n. SchallMlle der Laute. Silbenbildung. 21 1 

beim ^Fehlen des Stimmtons grössere oder geringere Deutlich- 
keit (Schärfe) des Geräusches je nach der dabei verwandten 
Artikulation. Die grösste SchallfüUc besitzen die Vokale als 
Stimmlaute mit Resonanz und MundöfFnung, und unter ihnen 
die grösste wegen der grössten Mundöffnimg das a, etc., ihnen 
am nächsten stehen, die stimmhaften Liquiden und Nasale als 
Stimmlaute mit Resonanz und wenig verengtem Munde oder 
mit Nasenöffnimg bei geschlossenem Munde, dann folgen stimm- 
hafte, endlich stimmlose Reibelaute und Verschlusslaute. Be- 
sonders treten die stimmlosen Zischlaute («, 6) wegen ihres 
scharfen Geräusches hervor. Bei sonst gleichwertigen Lauten 
kommen für die Schallfülle in Betracht die Unterschiede der 
Exspirationsstärke, Tonhöhe, Quantität (namentlich bei Voka- 
len), ev. der Artikulationsenergie (bei Konsonanten). Die Ver- 
nehmlichkeit eines Lautes ist durch seine Schallfülle bedingt. 
Die klangärmsten, k, t, p, allein zur Rede verwandt, würden 
schon auf kurze Entfernung hin nicht mehr zu verstehen sein, 
ffj d, b auf etwas grössere etc. Klangarme Laute gewinnen 
weiter reichende Deutlichkeit durch Anlehnung an klangrei- 
chere. Die klangreichsten, die Vokale, sind nicht nur selbst 
auf die grösste Entfernung hin vernehmlich, sondern auch im 
Stande, auf eine grössere Entfernung hin einer Anzahl sich 
vorn oder hinten an sie anschliessender Laute Deutlichkeit 
zu verleihen. Sie bilden somit abgesehen von ihrem eignen 
Klangwert einen Zusammenhalt für die klangschwachen Nach- 
barlaute, d. h. sie sind die Träger einer Silbe. Mit dem 
Namen Silbe bezeichnet man dann auch einen isolirt oder 
neben gleichwertigen Lauten stehenden Vokal oder ev. einen 
andern klangreichen Laut. Hat sich soviel an den Silben- 
träger angeschlossen, als er tragen kann, so fällt ab, was keinen 
Hülfsvokal sich zu verschaffen weiss, oder nicht selbst Schall- 
stäjke genug besitzt, um sich selbst als Silbe geltend zu machen 
(vgl. esprit u. ä.). Letzteres können die Liquida inkl. Nasale, 
die im Deutschen, Englischen und Französischen jedoch, ausser 
etwa in Literjektionen wie brr Jr, nicht als Sinnträger in 
hauptbetonten Silben erscheinen, sowie die (stimmlosen) Zisch- 
laute, in gleicher Weise bei Interjektionen verwendet: hst pst ^ 
hsoh hs etc. Konsonanten zwischen Vokalen haben in der 
Regel (nicht immer) einen doppelten Halt^ d. h. sie gehören 

14* 



212 11. Teil. Das Spraehgefüge. B. Lautrerhältnisse. § 143. 

zu beiden Silben. Eine überall zwischen Silbentiägem durch- 
geführte Silbentrennung muss sich vieler willkürlicher Zer- 
reissungen schuldig machen. Die deutsche Praxis trennt, 
während die Ausspracheweise dieselbe ist, z. B. 9lei-dend(r, die 
englische i^lead-ing«; an und für sich ist eins so richtig und 
so falsch wie das andere, denn das d gehört hier wie dort zu 
beiden Silben. Damit soll nicht gesagt sein, dass eine Sprache 
oder ihre Grammatik kein Recht hätte, sich ein System der 
Silbentrennung zu bilden ; nur wird man eben, wo ein solches 
vorliegt, zuzusehen haben, ob und wieweit die Sprache oder 
die Ghrammatik die Urheberin ist. Im allgemeinen darf wohl 
die Regel gelten, dass keine Silbentrennung einen phonetischen 
Wert hat, mit der nicht die Grenze zweier Sprachtakte zu- 
sammenfallen kann. 

Anm. 1. Der Begriff Silbe ist sehr mannigfach definirt worden. Vgl. 
Techmeb S. 80 ff. Sievers 2 S. 156 hält die Definition »für die praktisch 
am besten yerwertbare, welche sagt, dass unter 'Silbe' eine Laut- 
masse zu yerstehen sei, welche mit einem selbständigen, kon- 
tinuirlichenEzspirationshub hervorgebracht werde«, fügt aber 
gleich hinzu, dass » damit diese Laute aber wirklich als eine Einheit wahr- 
genommen werden«, »sobald die Silbe aus mehr als einem Laute besteht. 
sämtliche Übrige Laute in einem von ihrer natürlichen Art der Exspira- 
tionsbewegung abhängigen Verhaltnisse einem einzigen Laute untergeord- 
net werden« müssen. Diese Einschränkung seheint mir die vorhergehende 
Definition als solche umzustossen. In dem Zusatz wird nun aber einer- 
seits die Silbe als ihren Bestandteilen nach bekannt vorausgesetzt (»so- 
bald die Silbe aus mehr als einem Laute besteht«), andrerseits die neue 
Bedingung der Unterordnung etc. wieder von der Exspiration abhängig 
gemacht (»in einem ... von der natürlichen Art der Exspirationsbewegung 
abhängigen Verhältnisse«). Ich sehe nicht, dass hier etwas anderes übrig 
bliebe als eben die Unterordnung nach einem von der Schallfülle abhän- 
gigen Verhältnisse. Dass der »eine selbständige, kontinuirliche Exspirations- 
hub« übrigens in der That nicht das punctum saliens ist, scheint mir schon 
dadurch bewiesen, dass niemand eine mit einem einzigen solchen Exspi- 
rationshub gesprochene Reihe von Vokalen, wie etwa aiaiai für eine oder 
as mit neuem Hub auf 8 für zwei Silben ■ erklären wird. Man vgl. was 
Sievers selbst S. 173 von Wörtern wie fasse, Kamme, alle sagt: »Hier 
liegt zweifelsohne die Grenze in dem Konsonanten, d. h. weder vor noch 
nach demselben; aber die Intensität in beiden Silben ist derartig abge- 
stuft, dass der Konsonant gleichmässig auf beide Silben verteilt 
zu sein scheint, dass ein Punkt schwächster Exspiration nicht wahrzuneh- 
men ist, vielleicht auch in "Wirklichkeit an dieser Stelle nicht existirt; 
denn nach § 26 [der eben zitirte] genügt der Durchgang durch einen Laut 
von geringerer natürlicher Schallfülle bereits, um den Eindruck der Mehr- 



§ 143. n. Schallfalle der Laute. Silbenbildung. 213 

silbigkeit hervorzurufen«. — Obgleich Lütgenaü in seiner Besprechung 
der 1. AufL »Franco-Gallia« I S. 315 findet, es würden hier von mir in 
die SlEVEBSsche Definition der Silbe Schwierigkeiten hineingetragen, welche 
in derselben gar nicht Torhanden sind, hat doch SiEYERS jetzt ^ S. 179 ff., 
während er die obige Definition beibehält, die Bedeutung der diesergestalt 
bestimmten Silbe auf die einer Exspirationssilbe (exspiratorischen Silbe) 
oder Druck Silbe beschränkt und daneben auf die Ton mir geltend ge- 
machten Argumente hin auch Schallsilben anerkannt, »deren Begren- 
zung von der Abstufung der natürlichen Schallfülle ihrer Elemente abhängt«; 
er gesteht ausdrücklich zu, dass es »für unsere Wahrnehmung gleichgültig 
ist, wie eine Diskontinuität in die Schallstärke einer Lautmasse gebracht 
wird (ob durch zeitweiliges Herabsetzen des Exspirationsdrucks oder durch 
Abdämpfung eines Lautes gleicher Druckstärke)«. 

Anin. 2« Auch Sweet legt dem Nachdruck in der Silbenfrage zuviel 
Gewicht bei, wenn er aus dem Umstand, dass die Franzosen nicht, wie die 
Engländer »a name« und »an aim«, so etwa — um Storms Beispiel bei 
der Besprechung von SwEETS Ansicht (S. 76 f.) zu gebrauchen — »leg b6- 
nes« und »les aones« unterscheiden können, folgert, dass die Franzosen 
keine Silbentrennung kennen. »Daraus folgt noch nicht«, wie Storm be- 
merkt, »dass sie keine Silben haben«, — »die Franzosen fühlen sehr wohl, 
wo die Silben anfangen«, und zwar, mochte ich hinzufügen, weil in ihrer 
Sprechweise die Vokale meist sehr bestimmt sich an den vorhergehenden 
Konsonanten anlehnen, von dem folgenden aber, und hier allerdings ausser 
durch Abbrechen des Stimmtons vor demselben (§ 30 Anm. 1) auch durch 
den auf ihn fallenden erneuten Nachdruck abheben. 

Anm« 3« Bei der Aufeinanderfolge zweier gleichen Vokale wie in 
Barlaam, Zoologie ist es sogar ganz gewöhnlich (man könnte ja auch 
z. B. ' dazwischen treten lassen) einzig das Herabsetzen (und Wiederver- 
stärken) des Exspirationsdrucks, welches die »Zweisilbigkeit« bewirkt, aber 
nur deshalb, weil es das nächstliegende Mittel ist, den Eindruck einer 
Unterbrechung eines sonst fortdauernden einzigen Lautes hervorzurufen. 
Bei »geminirten« Konsonanten (wie in Baununeise, Stillleben) ist dieses 
Mittel unnötig, weil die vorhergehenden und folgenden Vokale die Mehr- 
silbigkeit schon allein und viel deutlicher zum Bewusstsein bringen ; daher 
die häufige Vereinfachung der geminirten Konsonanten {stile'bdn) ; und wenn 
dieselben beibehalten werden, so geschieht dies in der Kegel nicht der 
Silbentrennung zu Liebe, sondern weil der Sinn die Beibehaltung wün- 
schenswert macht {bdt^maiz9 könnte sein = Baumeise statt Baununeise) ; 
aus gleichem Grunde unterscheidet man im Englischen »a name« mit 
schon auf dem n beginnenden Nachdruck von »an aim« (vgl. übrigens 
»at all«, »at home« mit Nachdruck auf t wie »atall«, »a tome«, Sweet 
S. 90, und andrerseits die häufige Verwischung des Unterschieds z. B. von 
an + Vokal und a + n und Vokal etc. durch Nichtbetonen des n etc.). 



214 II. Teil Das Sprachgefüge. B. Lautrerhältnisse. § 144. 

HL Stellung der Iiaute. 

§ 144* Es erübrigt noch eine kurz zusammenfassende 
Betrachtung der Beeinflussungen, welche die Laute durch ihre 
Stellung erfahren, je nachdem sie — im Inlaut — rück- 
wärts und vorwärts mit diesem oder jenem andern Laute ver- 
bunden sind oder — im Anlaut und Auslaut — nach dei 
einen oder andern Richtung isolirt dastehen; wobei auch zu 
berücksichtigen ist, inwiefern im Zusammenhang der Rede 
durch Aneinanderschluss der Wörter sich der An- und Auslaut 
in den Inlaut verwandelt. Im allgemeinen gilt der Satz, dass 
bei der Berührung zweier Laute die beiden Lauten gemein- 
schaftlichen Artikulationsbewegungen thunlichst nur einmal 
ausgeführt werden (Wintklbr). Nicht selten werden Artikula- 
tionsbewegungen (durch Vorausnähme) auf den vorhergehenden 
oder (durch Beibehaltung) auf den folgenden Laut ausgedehnt. 
So werden z. B. Laute stimmlos, bezw. stimmhaft durch den 
Einfiuss benachbarter stimmloser, bezw. stimmhafter Laute; 
mouillirt oder palatalisirt durch Vorausnähme einer t-Zun- 
genhebung; gerundet oder labialisirt durch Vorausnahme 
einer t/-Lippenrundung; etc. — Auch viele dem historischen 
Lautwandel angehörige Vorgänge, die grossenteils in der ge- 
bräuchlichen Orthographie abgespiegelt, aber selbstverständlich 
nicht nach dieser allein zu beurteilen sind, erklären sich durch 
die erwähnten Tendenzen. 



Vgl. besonders Sievebs Absehnitt IIl »Kombinationslelirea und 
IV »Lautwandel« (2 S. 107 ff. 196 ff.) und Winteler S. 131 ff. Mit den Fra- 
gen, »wie ein nach rQckwärts oder vorwärts isolirter Laut seinen Anfang, 
resp. sein Ende findet« (Sieyers S. 107) beschäftigt sich die Lehre von 
den Lauteinsätzen und -absätzen (engl, »initial« und »final glides«). 
Für unsere Zwecke schien es mir möglich, dieses Kapitel aus der Laut- 
lehre auf die Einreihung des anlautenden Kehlkopfyerschlusslautes (»fester 
Einsatz«) in das Lautsystem (§ 28 ff.) und einige wenige an die Behandlung 
des h (eyent. Kehlkopfreibelaut , »gehauchter Einsatz«) sich anschliessende 
Bemerkungen (§27 und § 71, vgL besonders Anm. 1) zu beschränken. 
Ebenso wenig habe ich es für nötig gehalten, die Lehre von den Laut- 
übergängen, engl, ebenfalls »glides« (Lauteingänge und -ausgänge, 
»on-gUdes« und »off-glides«) , d. h. denjenigen Lauten, »welche erzeugt 
werden , wenn der Exspirationsstrom fortdauert , während irgend ein Teil 
der Sprachorgane aus der festen Stellung für einen Laut in die feste Stel- 
lung für einen andern Laut übergeführt wird« (Sievebs a. a. O.), hier m 
erörtern, da diese Übergangslaute sich eben von selbst ergeben und »in 



§ 144—145. m. Stellung der Laute. 21S 

der Regel nicht zu gesonderter Wahrnehmung« kommen. Auch die zuerst 
von Sievers (^ S. 85 u. s., ^ S. 147 ff.) systematisch behandelten und so be- 
nannten Reduktion serscheinungen — Reduktion des Reibungsgeräu- 
sches Yon Spiranten; Reduktion von Dauerlauten zu Gleitlauten; Reduk- 
tion tönender Laute zu tonlosen (Stimmreduktion) — brauchen nach gele- 
gentlicher Berücksichtigung bei der Lautbetrachtung hier nur eben erwähnt 
zu werden, gehören übrigens zum Teil auch in das Kapitel yon der Be- 
tonung. — Für die Berührungen von Spraehlauten und die dadurch ent- 
stehenden Veränderungen gebraucht man häufig die dem Sanskrit entlehnte 
Bezeichnung Sandhi. 

§ 145. Wii betrachten zuerst die Bedeutung der Stellung 
für die Vokale. 

Im Deutschen kommen Vokale im Anlaut streng ge- 
nommen nicht vor, da entweder dem anlautend geschriebenen 
Vokal der -Verschluss vorhergeht oder durch Anschluss an 
das vorhergehende Wort der Anlaut in den Inlaut verwandelt 
wird, z. B. will ich vä Hg oder ml ig = vilig. Auslautende 
Vokale mit Ausnahme des j»unbetonten e« (= 9) sind regelrecht 
. lang (z. B. ja jä, Anna 'awä, Juni jü'nVy 

Im Englischen gehört hierher das Stimmloswerden von 
j nach Stimmlosen, wie in pure pgüa für pjüa\ die Dehnung 
und Qualitätsveränderung von m in a vor gewissen Konso- 
nanten, wie in past päst^ dance dam (§ 46); andrerseits die 
Tendenz zur Kürzung der diphthongischen Längen vor Stimm- 
losen, wie in fate feit, poke p6^kJ die gelegentliche Dehnung 
kurzer Vokale vor stimmhaften auslautenden Konsonanten statt 
der letzteren (§ 133) u. ä. Besonders auffällig ist die Beein- 
£ussung der Vokale durch folgendes r, d. h. a, in Qualität 
und Quantität; vgl. ausser den früheren Perioden angehörigen 
Spaltimgen fax f da neben fat f(kty fBxeföa neben taXefeit etc. 
die vor r ;= a im heutigen Englisch eintretende Senkung von 
ü und d (§ 38 und 42). 

Im Französischen haben wir ebenfalls die Erscheinung 
des Stimmloswerdens von j\ w und y nach Stimmlosen, wie 
in pied pje-, pge', und auch hier hängt die Qualität und die 
Quantität der Vokale zum Teil von den folgenden Konsonanten 
ab, wie die offenen Längen vor r und andern stimmhaften 
Reibelauten z. B. in rare rdr, ferfSr, mort m6ry heure 6r etc., 
vor V, z. B. in fleuve^oi?, das geschlossene lange ö in Meuse 



216 n. TeiL Das Spraehgefflge. B. LantverhältniBse. § 145--146. 

mo'z, leudes lo'dy sonst Dehnung vor z, z, r, v, z. B. in rose 
rü'Zf neige niZj lire li'r, prouve prüv u. dgl. m. 



II« 1* GewisBermassen ist die KOrse aller kurzen Vokale [etwa 
mit Ausnahme von 9 yon den als Interjektion gebrauchten Lautformen dd^ 
jd für da. Ja) im Deutschen durch die den Laut plötzlich abschneidende 
folgende Konsonanz bedingt , welche auch die Klangfarbe des Vokals be- 
einfiusst. Dies zeigt sich deutlich z. B. vor auslautenden Konsonanten, 
wie z. B. in ab *dp, wo oft gar kein konsonantisches Geräusch zustande 
kommt, die eigentümliche Modifikation am Schlüsse des Vokals aber den 
Eindruck des Konsonanten hervorruft (SiEVEBS ^ S. 133). Der Einfluss des 
r auf vorhergehende Vokale zeigt sich auch vielfach in deutscher Aus- 
sprache, besonders bei langem e und o, die] vor r selten so geschlos- 
sen lauten wie in andern Fällen. Unter den Erscheinungen von vokaH- 
schem Lautwandel, welche die Geschichte der deutschen Sprache darbietet, 
ist von besonderer Wichtigkeit die des (i-) Umlauts, welche MouiUining 
der folgenden Konsonanz vor ursprünglichem i der Endung voraussetzt 
(vgl. SiEVERS « S. 210). 

Anni« 2* Den aus der englischen Lautgesohichte bezüglich des Ein- 
flusses von r (jetzt » a) auf vorhergehenden Vokal angeführten Beispielen 
Hessen sich noch manche ähnlicher Art anreihen, welche die Orthographie 
meistens nahelegt; man vgl. z. B. noch den Einfluss von l in cahn ^m, 
all dlf die Entwicklung der a-Laute für geschriebenes a nach tv , wie in 
water toäta, quash kwaa u. m. a. 

Anin« 3« Entstehung von (^Lauten aus au und von e^Lauten aus a» 
durch gegenseitige Annäherung der beiden Glieder der Lautpaare au, ai 
zeigt wie das Englische (z. B. in saw sä, pair pSr) so auch das Franzö- 
sische: z. B. aune d'n, mais m^, und ähnliche Erscheinungen bei andern 
aus Diphthongen entstandenen Vokallauten. 

§ 146. Auch die Konsonanten sind in mannigfacher 
Weise von ihrer Stellung abhängig. 

Im Deutschen (und Englischen) sind wie bei der Be- 
sprechung des Accents bemerkt wurde (§138) anlautende Tenues 
im Anfang und auslautende am Ende der Tonsilbe aspirirt; 
diese Aspiration unterbleibt jedoch meistens im Anlaut, wenn 
dem Verschlusslaut ein Reibelaut vorhergeht; z. B. Tier mit 
Aspiration ^tT, aber gewöhnlich Stier iti'r ohne solche etc. 
Auch vor anderem Verschlusslaut, wie in Ptolemäus p^^o'feT»^, 
wird nicht aspirirt, und vor Reibelauten, wie in zu tsü'j kommt 
die Aspiration nicht zu gesonderter Wahrnehmung. Ausser 
Liquiden (/, m^ n, jy, r) sind im Auslaut nur stimmlose Kon- 
sonanten gestattet; so lautet z. B. d in Lande (im Inlaut) dj 
aber in Land (im Auslaut) t: Idnda, länt etc. Dasselbe Gesetz 



§146. III. Stellung der Laute. 217 

gilt im Inlaut vor Konsonanten aussei den Liquiden, und im 
allgemeinen auch voi diesen, wenn dieselben nicht mehr zum 
Woitstamm gehören, sondern ein ableitendes Suffix beginnen; 
z. B. liebte U'ptBj aber lieble li'bl9 (von liebeln), hing^en 
wieder lieblieh liplig. In Fällen wie lieb' ich li'b ig steht 
der Konsonant nicht eigentlich im Auslaut, sondern im Inlaut; 
daher hier b und nicht p. Stimmloswerden sonst stimmhafter 
Laute zeigt sich z. B. in der Komposition, wie dem häufigen 
ps für pz (Absicht u. ä.), bei Liquiden häufig in der Verbin- 
dung mit Stimmlosen, bei r auch wohl im Auslaut; z. B. durch 
dü^g statt dürg (vgl. § 93). Bei Zusammentreffen zweier glei- 
chen (stimmlosen) Verschlusslaute wird der Verschluss nur 
einmal gebildet und geöffnet^ aber länger angehalten als beim 
einfachen Laut; not thun n&t ^ü'n wird nö'^ü'n mit langem t 
(vgl. § 134). Dies erstreckt sich unter Übertragung der Kehl- 
kopfartikulation des einen Lautes auf den andern auch auf 
Fälle wie hast du, wofür mit völliger Assimilation oft Ao^^ü^ 
(jedoch auch häsdü' etc.) gesprochen wird. Vor gleichartigem 
Nasal, z. B. bei Ätna ^etna, tritt für die Mundexplosion Öffnung 
des Gaumensegelverschlusses ein. Zwischen gleichartigem 
Nasal und folgendem andern Konsonanten geht der Verschluss- 
laut oft ganz verloren, z. B. pumpte pumta statt pümptd, be- 
sonders wenn der dritte Konsonant ein verwandter Reibelaut 
ist, wie bei Lanze länUa, Idma. — Modifikation der Mund- 
artikulation tritt z. B. ein bei pfj wo das p wegen des folgen- 
den f wie dieses in der Regel labiodental statt bilabial gebildet 
wird; oder bei k oder t vor ?, wo häufig nur laterale Explosion 
stattfindet, der mediane Verschluss aber für l fortdauert. Vor- 
ausnahme der Gaumensegelsenkung verursacht den Übergang 
von Signal zignäl in zifjnäl u. ä. Ein Beispiel der Beein- 
flussung eines Konsonanten durch vorhergehenden Vokal liefert 
die Aussprache des ch (p nach palatalen Lauten, wie in ich 
'/^; c nach gutturalen, wie in ach ^äc) und ganz allgemein die 
Aussprache von k und ff vor Vokalen (vgl. § 106). 

Pas Englische beobachtet im Auslaut das Gesetz, dass 
betontem kurzem Vokal langer Konsonant folgen muss, z. B. 
hit hit ist in Wirklichkeit hü (vgl. § 134). Auslautende stimm- 
hafte Reibelaute verlieren gegen das Ende hin den Stimmton 
(z, ij d, V sind genau genommen zs, zh^ dpj vf). Bei enger 



218 II. Teil Das SprachgefQge. B. Lautyerh&ltnisse. §146. 

Konsonantenverbindung gilt die Regel: stimmhaft zu stimm- 
haft, stimmlos zu stimmlos, die sich z. B. in der Bildung des 
Plurals odei der 3. Sg. Präs. Ind. mit s und der Bildung des 
schwachen Präteritums mit ed zeigt: bida bidzj bits bits; lagged 
kkffd, laoked l€kkt Auch die Liquiden zeigen vor oder nach 
Stimmlosen gleiche Neigung zum Stimmloswerden wie im 
Deutschen, z. B. clean lautet oft klijn^ dense de^ etc. Auch 
Doppelkonsonanten und Verbindungen von Nasal und Vei- 
schlusslaut werden ähnlich wie im Deutschen behandelt: less 
Beal lautet oft wie les 9tß^ has seen wie hiks a^n etc. 

Für das Französische ist besonders zu erwähnen die 
durch folgenden Vokal (auch in der Bindung) bedingte Laut- 
barkeit mancher sonst stummen Konsonanten; vgl. z. B. petlt 
pöti* mit petita pötvt und petit a petit pöti^t ä pt%\ attend-il 
ätqt-^'l\ femer das Stimmloswerden von r und l im Auslaut 
nach andern Konsonanten: perdre perd^, cercle serkl (vgl. 
§ 95. 99). 

AUB* 1« über das deutsche AusLautgesets und die Aspiration von 
an- und auslautenden Venchlusslauten im Deutsehen und Englischen vgl. 
§ 138 Anm. — In der Behandlung ursprünglich stinunhafter Konsonanten 
vor andern Konsonanten im Inlaut herrseht bei den überhaupt stimmhaften 
und stimmlosen Konsonanten unterscheidenden Norddeutschen keine Übe^ 
einstimmung. Vor -lieh gilt meistens die stimmlose Aussprache (lieblich 
H'plic), dagegen hört man ausser Idebling ü'pUii vaitp oft tt'bliii mit h etc., 
und wie Voglein fi*jla%n (besw. fi'glain) , wo das l sugleich sum Wort- 
stamm gehört, j {g) also wirklich inlautet, auch BÖslein rd'zlain mit s, 
Büblein hühlain mit h und in manchen ähnlichen Fällen den stimmhaften 
Laut , durch den noch wirksamen Einfluss meistens eines ehemaligen e 
zwischen diesem und dem Suffix. Es scheint mir unbedenklich, hier über- 
all den oben im Text angegebenen Modus als Regel su befolgen. In we- 
nig sorgfältiger Aussprache zeigt sich die Assimilationstendenz begreif- 
licherweise in viel grösserer Ausdehnung. Auf mf für nf (nfj und h^ fOr 
k9n (-ken), pm für pen (-pen) u. dgl. ist bereits § 118 Anm. 3 u. s. auf- 
merksam gemacht worden. Wie Sievers 2 S. 139 bemerkt» erstreckt sieh 
Assimilation letzterer Art nicht auf das Englische. 

Anm« 2« Durch Heranziehen des Lautwandels der letzten Jahrhun- 
derte Hessen sich die angeführten Fälle wieder sehr bedeutend vermehren. 
Es sei nur an die stummen Konsonanten der englischen und französischen 
Orthographie erinnert, die (namentlich die letzteren) freilich zum Teil (wie 
z. B. das B im engl. Island oder das x im franz. npix) nicht auf normaler 
Entwickelung der Schreibung beruhen, sondern der oft nur vermeintlichen 
Etymologie zu Liebe eingeschwärzt worden sind. 



Proben 

in phonetischer Schreibung. 

1. Deutsch. 

I. 

Die grossartigen Entdeckungen der historischen Grammatik 
über die organische Entwickelung der Laute konnten zu dem 
Oedanken verführen, es lasse sich auf diesem Wege feststellen, 
welche Umwandlungen unsere Laute hätten eingehen sollen, 
xind demgemäss unsere Rechtschreibung umformen. Allein 
eine genauere Erforschung unserer Lautgeschichte zeigt, dass 
jene so genannten organischen, das ist streng physiologischen 
Lautwechsel vielfach durchkreuzt sind durch solche von rein 
historischem Charakter, welche sich jeder lautgeschichtlichen 
Konstruktion entziehen. Die Gesetze, welche die Sprach- 
forschung in betreff des regelmässigen Lautwandels gefunden 
hat, können deshalb nur in solchen Fällen ausnahmsweise be- 
nutzt werden, in denen Schreibung und Aussprache noch 
schwankend sind. 

1. dt' j ffrö's'äriijan, 'entdekuijan ^ derr ^ hist6"ns9n ^ gra- 
mdtiky ü'bor, di', 'orffänisa, ^entvikdluti^ dS'r^ Id^ta, köntan, tsü'y 
d&m, gadärikan^ ferfü'rdn^ ^es, Idsa, zig^ ^d'^f^ dt'zam, vS'ja, 
fesÜtehn^ velge^ ^ümvandlution^ ^ünzara, Id^ta, hetan^ 'dinffd'an, 
zahn, ^üntj de'mgemSSy ^ünzdre^ regüraiburi, ^ümforman, ^aläin, 
'äina, ganä^araj ^erförmti^ ^ünzdrar^ lä'^tgdsigtOj tsäigt, däSy jS'n9j 
z6', genanten, ^orgänüan, das, ^ist, htreri, fü'zi'O'lö'jüan, läy^t- 
veksdlj fi'lfac, durgkroitst, zint, dürg, zölgd, fon, rdyn, histö'- 
risam, karäktar, velga, zig, je' dar, lä^tgaUgtligan, konstruktsjö'n, 
'enttsi'an, di', gazetza, velga, di', sprdcforhuri, Hn, hatref, des, 
rejalmesijen , Idy^tvandals, gafündan, hdt, kdnan, deshalp, nü'r, 



220 Phonetische Proben. 

Hn, zölgaUf fehn^ 'd^snämsvaiz^j bsnüUt, te'rd9n, 'in, de-nan^ 
srdiburij ^ünt^ ^d^sspräca, noc, ivdfjkantj zint, 

2. dr"gr6'8^ärtij9n-^entdekufi9n der- (dar) histö'riian -gra- 
mdtik ^ü'bar-di'^^orgämh-entvikalufi'der- [der) Id^ta kontm- 
tsu' - dem - {dam) gaddtik^n- ferfü'ran , 'e* - {'m) Idsa-zi^ <^%f- ^*'- 
zam-ve'ja festitehnj velga-'ümvandluqan ^unzara-ld^ta heian- 
dinge' an- zolan^ 'unt-de'mgamSs 'unzara-regtSraibu^ 'ümforman. 
^aldin 'aina-genduare-'erföriufi ^unzarar-ldutgaügta tsdigt, das- 
je'na-zö'-gandntan ^orgänisan, das-iat-Hrifi-fü'zjo'U'jüdn laut- 
veksal ß,'lfac'durgkr6it8t''zint durg-zöl^ fan-rdin-hist&risdm' 
kardkiar, velga-zig-ji'dar Idt/^tgaHgÜigan konstruktsj6'n ^entsim. 
di'-gezetsSj velga-dr-ipräcforsuti Hn-batrif -des- (das) re'jdl- 
mesijm-ld^tvandah gdfündan-hatj kSnan-desAalp tm'r-Hn-zolgan- 
fehn ^dy^nämsvaiza-bdnutst'-ve'rdan, Hn-dSnan irdibufj-unt-'d^s- 
hpräcB noc-svdijkant'zint. 

Meine eigne Aussprache, normalisirt (dialektfrei). 1. Jedes "Wort für 
sich, mit Angabe des Wortaccents, wie es etwa beim langsamen Diktiren 
der einzelnen Wörter lautet (Wörterbuchstil, »Vocabulary Style«). — 2. Zu- 
sammenhängende Rede, mit Einteilung in Sprachtakte, aber ohne Wort- 
zerteilung und ohne Unterscheidung der Haupt- und (wo angegeben) Ne- 
benaccente, sorgfältige Aussprache (Vortragsstil). Die eingeklammerten 
Formen gelten bei etwas weniger sorgfältiger Aussprache. Beide Piobea 
ohne Angabe der Intonation. 

n. 

Es ist doch so schön, an den Frühling des Lebens zurück- 
zudenken, in sein Inneres zuiückzuschauen, sich zu erinnern. 
Ja, auch im schwülen Sommer, im tiüben Herbst und im 
trüben Winter des Lebens gibt's hier und da einen Frühlings- 
tag, und das Herz sagt: mir ist's wie Frühling zu Mute. Ein 
solcher Tag ist's heute — und da lege ich mich auf das weiche 
Moos im duftigen Wald und strecke die schweren Glieder aus 
und schaue hinauf durch das grüne Laub in das unendliche 
Blau — und denke: wie war's doch in der Kindheit? 

1. e,8 ist do'c SO' sö.n wn den frü'Ufi des le'benz tswrü'k" 
tsu'detiken, in saXn indres tswrü'ktsu'sa'üenj si'g isw e.ri'nam. 
jäj a'üc im stvü'len sö'mar, im trü'ben he.rbst wnd im ka'lten 
tüinter des le'benz gibts hVr wnd da a.tnen frü'liiista'j, wnd da's 
he.rts sa'ct: mrr ists wr frü'liij tsw mwta. aXn sölcar tä'j isU 



Phonetische Proben. 221 

JiQite — wnd da le'jd i'g mvg aruf das W9.tcd mö's im duftigen 
wa'ld wnd streke di' swe^ren gli'der ä'üs wnd sä'üa hina'üf 
dwrc da's grü'ns la'üb in das wnendlicd bla'ü — wnd deijkd: 
wi' wa'rz do'c in der kindheXtf 

2. ^eS'ist-doc-zo' so'n, ^an-den-ldan^lfru'liti-des- (das-) IS'- 
bans tswruktsu'derikanj ^in-zainr-^imres tswruktsw sauen, zig-tsw- 
'er^inarn, jä, ^auc 'im- (-imyiv&'ldn-zomdr , 'im-truban-herpst 
^unt-im-kältan-vintar-des [das-) IS' bans gipts-M-r-unt-dä 'ainan- 
jTU'li^stäCj ^unt-i^unr)das-herts zäct : mvr''{mrr-)istS''Vr-fru'- 
U^i tsw-mü' ta . ^ain-zolgar-tdc ^ists-hoite — ^unt-i^un")dä'{da)leja- 
Hg-mig ^a'^-das-väiga-m&s Hm-dufüjan-vält ^unt- streka-dr- 
sv&ren-gU'dar-^aus ^unt-sät^a- hinauf durg-das-gru'na-lä'^p ^in- 
dc^-un^eniliga-bldu — ^unt-i^unr')dS9ika : vi'-{m'-)värs-doc Hn-der- 
{dar-)ktnthait ? 

1. Umschrift von Bells »Yisible Speech« Darstellung, »Sounds and 
their Relations« S. 88, »pronunciation of German govemess, Ladies' College 
Brantford, Ont.«, ohne Angabe der Betonung und Sprachtakte etc. Zur 
Wiedergabe der BELLschen Vokalwerte bemerke ich, dass t* = 7», i ss ?*>, 
a- = 2b, 9 = 5», a. = 5b, e- = 8», c = 8b, e. = 9», a = 3b, w = Ic, w = Id, 
ii' = 7c, Ä = 7d, o- == 2c, = 2d, ö == 5c, o. = 5d, ö' == 8c, p s= 6^, ö. = 9c. 
BELiiS a'ü ist = meinem a^, das für atf steht. — 2. Meine Aussprache 
wie bei voriger Probe 2, 



m. 

Du bist wie eine Blume Mir ist, als ob ich die Hände 

So hold und schön und rein; Aufs Haupt dir legen sollt', 

Ich schau' dich an, und Betend, dass Gott dich er- 

Wemut halte 

Schleicht mir ins Herz hinein. So rein und schön und hold. 

1. 'dw bistvia'e^ne ^blü'ma — mrri^ sta'lsopi^ gdi henda 

'zö' holtunt ^sdnunt^ra'en\ — a'o/s ha'optd^vr le-gan zolt\ 

— ig sa'odig a'n — unt be'tantdas goldiger halta 

^ve-m^Wt 

Sla'egtmrrins hertshin a'en\ 'zö' 'ra'enunt 'sonunt ^holt\ 



222 Phonetische Proben. 

2. / dü'^bist — \v%''ain9'- /" mi'r-'tst, — \'a&-'op-Vjj- 
blü'fM d%'-hend9 

'/ zö'^h6li/*unt''i6'n\'unt- / — ^ay^B-hay^pt-di'TAe'jdu- 
rdin; zolt, 

— / ^ig-SoU-di^-än, \ / / bS'tant, / das-fföt dig- 
^unt'VS-mü' t *erhdlt9 

— \ilaigt'mrr-in8-herts- / zd'^din / ^unt-io'n ^unt- 
kinain. holt, 

1. Umschrift von Sweets Wiedergabe in »Broad Romie«, »Hb. of Phon.« 
S. 138, YgL S. 133, mit Angabe der Betonung (durch ' b Hauptaccent »after 
the Symbol of the stress dement» [P], wofür ieh ', und durch : »s Neben- 
accent, wofOr ich ' setze), der Spraehtakte (durch Zusammenschreiben) und 
der Intonation (durch die von mir beibehaltenen Zeichen / — \ ). Mit 
Sweets are, a'o ist dasselbe gemeint wie mit meinem ai, of^. — 2. Meine 
eigne Aussprache wie bei I. 2 und II. 2, aber mit Bezeichnung nur eines 
Hauptaccents bei jedem Sprachtakt und mit Angabe der Intonation vor 
jedem Sprachtakt. Die Zeichen / — \ sind ein sehr dürftiges Mittel zur 
Bezeichnung des Tonfalls, zwingen dafür freilieh auch nicht zu einer schwer 
zu erreichenden Genauigkeit. — soll nicht absolutes Oleichbleiben der 
Tonhöhe ausdrücken, sondern nur die Extreme / und \ yermeiden. Die 
»mittlere Tonhöhe« glaube ich nur bei rd|n, hinain, hdli zu erreichen, und 
bei dem 9 yon hl&m» (ebenso spreche ich manchmal hSnd») nach unten zu 
überschreiten, aUes andere hingegen höher zu sprechen. Die grössten 
Intervalle scheinen mir stattzufinden abwärts bei \ blA'n» (ct. \ hind9)y 
denmächst bei \ HMs-hinainf aufwärts bei / h&tmt Ungesuchte Varia- 
tionen ergeben oft beträchtliche Abweichungen (wie z. B. bei hind», wo ich 
statt \ auch manchmal fast — spreche). Übrigens kommt mir nicht nur 
Sweets Intonation, sondern auch seine Einteilung in Sprachtakte, sowie 
seine Betonung fremdartig vor. In dem Accent auf a.t'f»^ -arlsopi^cdi 
hendßy •d'i'r le'g9n zolt sehe ich eine Bestätigung meiner Bemerkung über 
die Eigentümlichkeiten der englischen Accentuirung § 139 Anm. 4 zu Ende. 
Kewitsch (Landsberg a. W.) , der auf meine Bitte ohne Kenntnis meiner 
Version die seinige mir niedergeschrieben hat, setzt Hauptaccent auch auf 
legen, betont aber sonst wie ich, weicht auch in der Lautbezeichnung: 
kaum mehr als graphisch ab. 



IV. 

Nehmt hin die Welt! rief Zeus von seinen Höhen 
Den Menschen zu; nehmt, sie soll euer sein. 
Euch schenk' ich sie zum Erb' und ew'gen Lehen; 
Doch teilt euch brüderlich darein. 



Phonetigche Proben. 223 

Da eilt^, was Hände hat, sich einzurichten; 
Es regte sich geschäftig jung und alt; 
Der Ackermann griff nafeh des Feldes Früchten, 
Der Junker birschte durch den Wald. 

1. nemt hin di velt! rif tsö'äs fan setnö'n höö'n 
den mö'nSö'n tsu; nemt, si sol o'üö'r $am. 
o'üc iö'nk ig st tsum erb und e'Vjö'n le'ö'n; 
doc ta'Ut o'üc brüdö'rlig da'ra-m. 

da' a'Utj vas hendö' ha% sig a'tntsurigtö'n ; 
es re'jtö' sig ffö'hfttj tung und a-U; 
de'r a'kö'rma'n grif nac de's feldö's früctö'n, 
der lunkö'r biritö' durg dö'n vald, 

2. he'mt''hin-di''Velt! ri'f-tsois fon-zainon-ho'sn 
den-mSnhn-tsü' ; nS'mt, zV^-zol-^oipr-zain. 
^oig-hetik-ig-zi' tsum-erp 'unt-'e'vj'an-le'an; 
doc-täilt-^ oig bru'd9rHgHlarain, 

dä-dilt, vas-hend^hat, zig-^ dintsu*rigt9n\ 
^es-rS'gts-zig gaUftig jüti-^unt-dlt ; 
der-äkarman grif-nac^eS'feld98 frügt9n, 
der-^/üfikar -birSta-durg ddn-mlt 

1. Umschrift von ViONS Wiedergabe in seiner phonetischen Sehreibung 
(mir freundlichst handschriftlich mitgeteilt). Ober ö' vgl. Französisch IV^ 
— 2. Meine eigne Aussprache (Vortrag), mit Einteilung in Sprachtakte, 
und Angabe der wichtigsten Accente. 



2. Englisch. 

I. 

At twelve o'clock we went below, and had just got through 
dinner, when the cook put his head down the scuttle, and 
told US to come on deck and see the finest sight we had ever 
Seen. 'Where away, cook?" asked the first man who went up. 
*'0n the larboard bow." And there lay, floating in the ocean, 
several miles off, an immense irregulär mass, its top and points 
covered with snow, and its centre of a deep indigo colour, 
This was an iceberg, one of the largest size, as one of our 



224 Phonetische Proben. 

men said, who had been in the northern ocean. As far as 
the eye could reach, the sea in every direction was of a deep 
blue colonr, the waves ninning high and fresh, and sparkling 
in the light; and in the midst lay this immense moimtain 
island, its cavities and Valleys thrown into deep shade, and 
its points and pinnacles glittering in the aii. 

1. M tüih o-kl6k Uli üent belöü, tknd fukd dz&st got prm 
dineTy uen de kuk put hiz hid däün de skcetel, tknd töüld ces tu 
kcem 6n dek (knd sü öefdineat sMt d<kt ö« hthd ever sttn. ueir 
€BÜei, kükf (hskt de ferst mtkn hüü üent (kp. 6n de hkrhourd 
bau, Jeni detr lei, ßoütiq in de aüi€eny aevercsl mdÜz of, dn 
imSns irregiulcer meksj its top tknd points kSßverd üid snöu, and 
its senter 6v d dilp indigoü k&lor, Öis üoz dn disberg^ üom 
6v de Ifkrdzest säizj eez üoen 6v äur min sed hüü hmd biin in Se 
nördem öüScen, Sz ftkr Sz Se dt küd ritts, de sit in everi 
direkion üoz 6v m dnp blüü k<klor, de üetvz rcknifj hat dsndfris^ 
Jend spfkrklifi in Se lätt; tknd in de midst lei dis imens mdünten 
diltsndy its ktkvitiz tknd vtkliz proün intu diip Seid, tknd üs 
points (knd pimeklz gliterifj in de etr, 

2. at tüelv oüklok üi üent bilöü, an-^d dzmst got pruü dinar^ 
üen da kuk put hiz hed dann Öa skoßtl, an toüld as ta koem on 
dek an sU da fainest satt Sat üid evar sttn. t^er aüei^ ktiJif 
askt da foerst mcen huü üent oep. on da larboärd bau, an dear 
letj ßoütiri in di oüsan, several matlz o/*, an imens iregtular mas^ 
its top an pomts kceverd üid snoü, and its sentar an a diip 
indigoü kcelar, dis üaz an äisbarg^ ücm ov da lardiest smz, az 
üoen av aür men sed, huü-ad bin in da nordam oüsan, az far 
az di at kud ritis, da sii in everi diriksan üoz av a düp bluü 
koßlar, da üetvz roßni^ hoA, anfres^ an sparklifj in da lait; an 
in da midst lei dis imens maünten atland, its kcevitiz an vaeliz 
proün intu diip Seid, an its points an pinaklz glitariri in di 
ear. 

Meine Umschrift, nach den in den »Specimens of Seven Proposed Or- 
thographie Schemes«, hsg. von der »English Spelling Reform Association« 
(1883) in je siebenfacher Orthographie gegebenen Darstellimgen. 1. »Mr. 
IsAAC Pitman's Orthoepy«; d. h. jedoch vielmehr: mit nicht mehr Laut- 
unterscheidungen, als in PiTMANS Reformorthographie vorgesehen sind. 



Phonetische Proben. 225 

Wenn z. B. uSfr für where, Ukrho^rd für larboard und kkrtßiett far lar« 
fi^Bt erscheint, so ist damit nicht gesagt, dass Pitman hier wirklich eii^ 
e|>, €Br und o^r spräche, sondern nur, dass er in seiner Schreibung das 
erste e in where nicht von a in fate, das a in larboard nicht von a in 
fat und das oa in board nicht von oa in oak unterscheidet. Für ei und 
a^ wie für if und uto gebraucht Pttmak einfache Zeichen. In den Substi- 
tuirungen der diphthongischen Werte bin ich den Wiedergaben von Sweff 
und Etans gefolgt (die übrigen der 7 Proben lassen durch ungenaue Be<* 
seichnung wie Pitman die Frage offen). Die konsequente Beseichnung der 
unsilbigen Vokale sowie die Aocente habe ich zugefügt; letztere mit des- 
halb, um darauf aufmerksam zu machen, dass die gegebenen Lautwerte nicht 
im Zusammenhang der Bede gebräuchliche sind. — 2. »Mr. A. JT. Ellis's 
Colloquial Orthoepy«. In der Interpretation dieser ELLisschen Orthoepie 
schliesse ich mich wieder Sweet und Eyans an. Ellis lässt bekanntlich 
in seiner Aussprache keine Diphthonge » eji, ofi, ifj uw gelten, sondern 
glaubt 0% o*, V, ü* zu sprechen. Ich habe auch hier die unsilbigen Vokale 
durch ^ etc. bezeichnet, sonst aber keine grössere Genauigkeit ange- 
strebt als die Originale, also weder mehr Accente noch Sprachtakte ange« 
geben. Man beachte, dass das von Ellis und daher auch von Sweet und 
Evans in ihrer Wiedergabe beibehaltene Auslaut-r in der jetzt in Südeng- 
land gebräuchlichen mustergültigen Aussprache stumm ist, bezw. als ^ 
lautet. 



II. 

It is natural in every man to wish for distinction ; and 
the piai^e of those who can confer honour by their praise, is, 
in spite of all false philosophy, sweet to eveiy human heart; 
but, as eminenee can be only the lot of a few, patience of. 
obscurity is a duty, which we owe not moie to our own 
happiness than to the quiet of the world at large. Give a 
loose, if you are young and ambitious, to that spirit which 
throbs wiüiin you; measure yourself with your equals, and 
learn from frequent competition the place which nature has 
allotted to you; make of it rio mean battle, but strive hard; 
strengthen your soul to the search of truth, and foUow that 
spectre of excellence which beckons you on, beyond the walls 
of the World, to something better than man has yet done. 

1. it iz ncet'Ju-rcel in e.-voß-ri mcen üi wis fdä dis-tifik" 
svn\ cend &i pre'tz dv Öo'uz hw kcBfi Mn-fceä d-nvä ba't 6eä 
pre'iZj izj in spaii dv o^l fo^U fr-lär-sor-fi^ swi't tu e.-ra-n 
^'-'incBn haat\ bvt, cbz e.-mi-ne.ns kcen bv o'ün^li dt* lät dv 9% 

Yietor, Phonetik, 2. Aufl. 15 



226 Phonetisehe Proben. 

;QrS*, per%'4e,m dv äb^J^'ü^-ri-ti iz 9. dju'^tiy tpiti toi' o'ü ml 
moä tu a'üä o'ün h^B-fi-ine^s 6€en tu 6X kwa't^e.t dv tt wMd 
mt laäd£, giv 9, lü'8, if jw an jvti cend eembi-ivs, tu ötet 
spi-rit igiti prdbz tcidin jw ; mcr-zua juia-aelf totd jua l'-kwälz, 
cBnd Icß&nfrdm fri'-kwe.nt kdm-pi'-ti'ivn St ple'ts tpüs ne'x^tjm 
h€Bz €B'-ldr-te.d tu jur\ me'ik dv it no'ü mVn htB-tl, bvt sira*h 
kaäd] stre,fipe.n jua soiU tu di' sceäti dv trü'p, €end fdrh'ü 
Scet 8pe.k't(Ba dv e,k'Se.-le,n8 tptti be ^ktmz jw dn, bt'-jdnd St 
wOjlz dv dt toDold, tu svm^piti le.-tcßä öeen maen hcBz je,t dvn. 

2. ü-tz-msfiüraJ in-e-vari-m^en tu-wü-fooHiistifikhun'y cend 
dt-pfe'tz gV'do'üz'hU'k€Bn-konf(Br'dmua^b9ji--da,är'pfe'tz iz in- 
spa'it^v-^^lrfo^yi'ßläsoifi^ suü't tth-e.vari gwm9.n-haät] bvt, az- 
e.mineT^s i9.n-'b\^'imli^''ldt-^-9.''fiWf pe'lie^i-^^dbsMu^ti ut- 
^i-dUc'ti tfiti-tot-^'ü ndt-'moä''tü-^,üä'0*ün'h€Bpine$ da.n-tü-Öt" 
itpa'l€t'gV'&t'tDt>äld'9.t'laädi, giv-d.-lu's^ if-junWOrjvii-djni- 
eembiifus, tö^6€et'^pirit ffiti-p^dbz^undinjü] meaüä-jüäse.lf tmd" 
für^ihwolz 9,nd-4€Mn fg'otnr-fii'kujent-io.mpUihun Öt-ple'ls tgiti- 
neJitiü(ik-h9,z-9.ldted~tü'jü; m0'ik'gv-it'no''mVn'b(B(l^ btut'St^a'iih 
haäd; stre.fipen^jüa-so'ül tü^dt'StBati'gV'tpi'P , B.nd-fdW^cBt" 
8peM9.r-gv-eJc$elen8 tpits-be.ktunz'jü'dn, bijdnd-^-^dJz-gv-dv- 
wväldy tu-stnnpifj'be.tQ.ä Öa.n-fiuen-ha.Z'je.t^dvn, 

Meine Umiehrift von Bells Darstellung in »Visible Speech« -Zeichen 
(»Sounds and their Rel.« S. 72 f. 76 f.). Die Lautseiehen wie bei Deutsch 
n. 1; dazu konunen taalb, IT— 4b, 9 m 2», €BB*6t», <8>-i9b, ii«i4d, 
0, BS 3e, w&hrend a » 3<i gerechnet ist, g ■■ 6«^. Mit i, ü, a sind Bellb 
»top glide«, »lip and back glide« und »point glide« wiedergegeben; a, 
acBvoiee. — 1. »Vocabulary Style«, mit Silbentrennung. — 2. »Collo- 
quial Style «t mit Angabe der Sprachtakte, Beide ohne Angabe der Be- 
tonung etc. 

m. 

The wiitten and printed representation of the sounds of 
language by means of characters which axe insufficient both 
in kind and number, and which must therefoie be combined or 
modifiedy if we would give a graphical symbolisation of the 
phonetic elements with only some degiee of exactness and 
convenience, has been from all times, for nations as well a« 
individuals, linguistical students not excepted, one of the most 



PhonetiBche Proben. 227 

necessary, and one o£ the most difficult o£ pioblems, and has 
consequently scarcely ever been happily solyed. 

— Üa rünan printedr^ eprazan te'tsanav&a 8^(a)nzav Icetigwedz 
— heX mvjmav ktBrektaz'ig'iüari^nsa ßianP-Vo'öpin ka.tndan 
rmmba / — andxg' iüma%i [andxg' ithmas) ^e.af[a)V%*jkam h0Änd[a) 
mddi ^fdXd / — ifm'Jtfmdg'iva grcefehaWifnbah.t ze-uanv^a 
'fo'ö nete'k elimants — we^ ö'önU ^svmde ffrl'javiff zcektnesankan 
[zceknesankan) vl'Jnjans / — kaz bvjnfram 'o, l t9.tmz / — 
/a ^ne'üanzaz üoelazi'nde^indiuaVz / litj gwisUkal s^utodants-- 
nätek s^täd / tüonvaitam^o'öst ^nesesre — and vnmavitam^o'öst 
'difekaltav prdbletnz \ — andaz MiwekwaniU 8ke.asli ^evab'i'jn 
hcepele 8äiod\ 

Genaue Umschrift von Sweets »Narrow Koniie«i » Handbook « S. 115 f. 
(Anfang: — dhA rttinAn printe^dreprAzAn teihshAnAvdhA scshAurmzAY 
l^igwe^ds^ Wegen der Bedeutung der Zeichen vgl. II, doch ist hier 
a stets = »voioe<-f^deff, (a) » voioe-glide-round«; durch e bezeichne ich 
Sweets e^ b »raised ««, durch 6 sein o< « »raised o; ' » Hauptaecent. 
' a= Nebenaccent, wie bei Deutsch HI. Vgl. mit dieser Probe die Dar- 
stellung in »Broad Eomic« bei Sweet S. 116 (Anfang: — dha ritn^n 
printedr'eprdzen teishanav^ßie saun(d)zav foqgwej)» sowie die der Ausspra- 
chen von Ellis, Haldeman (Amerikaner), Sweet und Smabt in »Palaeo- 
type« bei Ellis IV S. 1206 f. (Anfang nach Ellm: Dh«-r»-t'n tm-prrntyd 
re:prtzent«e*sh«n v-dhv-sa'u'nz vv-lae'qwyd zh sh. Haldeman: Dhe Lritn 
ynd pLrml^d Lreputzentee'shyn yvdhe udwndz yv leeqgwtdzh. Sweet : 
Dh'- rt*tn -'n - prtute^d - rsipr'z'nt^sh'n -*v-dh' 8a>a)'o*ndz -V - Ibb* qq - gwe^dzh. 
Smart|: Dho» rtt'n 9»nd prtnted rep:rizent^eLi'ahen av dha» sdaundz ev 
laBq*gwe«dzh). 



IV. 

In a diear-*nighted December In a dieax-*nighted December, 

Too happy, happy tree, Too happy, happy brook, 

Thy bianches ne'ei lemembei Thy bubblings ne'er lemember 

Their green felicity: ApoUo's summei look, 

The north cannot undo them, But with a sweet foigetting, 

With a sleety whistle through They stay their crystal fret- 

them; ting, 

Nor frozen thawings glue them Never, never petting 

Fiom budding at the piime. About the frozen time. 

15* 



228 Phonetisehe Proben. 

Ah! would 'twere ao with many 
A gentle giil and boy! 
But were there ever any 
Writhed not at passed joy? 
To know the change and feel it, 
When there is none to heal it, 
Nor numbed sense to steal it, 
Was never said in rhyme. 

in-a drta^' aited'de . . . semba — in-a drlorn aüed-^le . . . aemha — 

tuw 'Juepe 'JuBpe trij \ two 'haepe 'hmpe bruk \ 

— ^ai bränsez ne'a're.,,memba — itai bablifizne'a'^e,,,fnemba 

— ^ea grijn-fe.^.lisete \ — a,,.pohuz sama luk\ 

— ^a ndjP'kan.,,not'an ... — bat toiif^a $imjt-fa,,,getiii 
duw-&am 

— wi&-a slij'te rpisl pruto-ifam\ — (tei stei-ifea kristal fretifi \ 

— noa frauzn pö^itiz gluw- — neva neva peti^ 
Ü'am 

-^ fram baditi-at^&a praim\ — a.,.baut-&a frouzn taim\ 

a wud-iwu aour-wiö mene 

— a dzentl gal-an bot \ 

— bat wa-dar evar ene 
raidd-not-at päsed diot / 

— ta nou'da Üeindz^an ßß^t \ 
' wen-öar-iz nan-ta hiß-it \ 

— noa named sens-ta stiß-it \ 

— was neva sed-in raim \ 

Meine Umsehrift von Sweets »Broad Komic«, S. 119 f. SwEETS 
Digraphen habe ich wieder durch je ein Zeichen wiedergegeben, wo nur 
ein Laut gemeint ist; für sein d, welches in »Broad Komicv das « und das 
A von » Narrow Romic« (s.o. HI) vertritt, setze ich a. Die Wortabteilung 
habe ich zugefügt, an der Accentuirung jedoch (der Sache nach) nichts 
geändert. 

Fianzösisch. '^ 

I. 

Sur . le penchant de quelque agr^able colline bien om- 
brag^e, j'auiais une petite maison lustique, une maison blanche 



Phonetische Proben. 229 

avec des contievents veits. J'auiais pour coui une basse-coui, 
et poui äciuie une etable avec des vaches, afin d^aroir du 
laitage, que j'aime beaucoup. J'auiais un potager poui jardin, 
et poui parc un joli veiger. Les fruits, ä la discr^tion des 
promeneurs, ne seraient ni compt^s ni cueillis pai mon jardinier: 
ox cette petite prodigalit6 serait peu coüteuse, parce que j^au- 
rais choisi mon asile dans quelque province 61oign6e, ou Ton 
voit peu d'argent et beaucoup de denr^es, et oü legnent Tabon- 
dance et la pauvrete, 

sür, Ig^ pq^q[tj dg, kelJcg^ ägre'äblg, koling, bt^-n-qbrdze'g, 
Z'orez, üng^ pgtitg, mezoj rüstikg^ ilng, mez^, blqsg^ dvei^ de[z, 
kgtrgvq[Zj ver[z» z-ore[z, pur, hur, üng , hasg-kur, e, pur, 
e'kiirig, üng, e.tählg, dvek, de[z, väsg[z, äfq, d-dvuer, du, letdzg, 
kg, z-emg, hoku, z-orez, q, potäze'[r, pur, zdrdq, e', pur, pdrk, 
9, zoU, verze'[r, le[z, früi[z, d, lä, diskre'stg, d€[z, promgnör[z, 
ng, sgreg[tj ni, kqte\z, ni, koii[zj pdr, mo, zärdime'[r: or, setg, 
pgtitg, prodiffäiite-, sgre[f, pö'^ kutö'zg, pdrsg-kg, z-orelz, küezi, 
mo-nr-azüg, dq[z, kelkg^ provqsg, elüehe'o, u, l-g, vüe[t, pö', 
d-ärzq[t, e', lo'ku[p^ dg^ dqreö[z^ e', u, rehg[t, l-äbgdqsg, e', 
lä, po'vrgte\ 

Meine Umschrift nach JozoNS Darstellung in seiner phonetischen 
Schreibung, S. 214, ohne Angabe des Accents, der Quantität etc. Alle i 
sind natürlich = •*, alle w = w, alle ü = ii'. Die Bindestriche, welche 
einem Apostroph entsprechen, habe ich für JozONS Apostroph eingesetzt; 
die übrigen Bindestriche stehen so bei JozoN. Da dieser, wie die Probe 
zeigt, jedem Wort diejenige Aussprache gibt, die es im »Wörterbuchstil« 
für sich allein gesprochen haben würde, auch die nur in der Bindung gül- 
tigen Laute stets schreibt, so habe ich die Wörter durch Kommata ge- 
schieden und die stummen Endbuchstaben durch [ abgetrennt. 



Meliere, par la force comique des situations, par la verve 
de son style, par mille d^tails plaisants, sauvait ä la represen- 
tation la tiistesse du sujet, et restait fidele ä la devise de la 
comedie, qui ne corrige qu'en riant. On riait dans la salle, 
mais on gardait au fond de Tarne une impiessioa grave. Meliere 
6tait lä tout entier, et Tid^al de la comedie 6tait trouv6. 



230 Phonetisehe Proben. 

m6lje.rj p9.r-'l9.'/o^8'kotni'k^'^'tÜ9,8''d, p^.r-h.'^e.rV'd'Sö' 
8Ü'l, pa.r-'fnrl'de'tä'li-plezc^, 809et^,^h,^r9pre*zcite.8j6 b.'tri'ste.s- 
dü-^ze*, e''re.8te^'de'l 9,^b,d9vrz-^b.-k6,ine'di* ^ kvm kö^rVi- 
kok-ri'o,, ö''ri'e'do,^h,''89,l; mez-ö^ga-rde o'-fd^d9-lä'in ün- 
qpre.8jg^r9,v, mölje.r e'te-lä' iu'ir-oijer e*'lvde'9j^d^h,-Jcoiinerdv 
e'te-tru've'. 

Genaue Umschrift von Bell » Visible Speech« Wiedergabe (eigne Aus- 
sprache) , »Sounds and th. K.« S. 87 f. Mit 6 ist 5^, mit 6. 5^ gemeint; g 
ist s= 6c. Vgl. im übrigen Deutsch II und Englisch II. Zu beachten ist 
besonders das häufige a. für ä (sogar in Balle s 99 J und in representation 
sss r9pr0'zpf9,8jo, grave « gr9.v, wo ä sehr wohl stehen könnte, femer ^ 
für q, ü tmn W; was alles der Aussprache ein charakteristisch englisches 
Kolorit verleiht. 



m. 

Le maiquis n'6tait pouitant pas un homme de genie. H 
6tait savant, mais savant sans sp^cialit6, k moins qu'on ne reuille 
appelei ainsi une grande abilit6 poui certains ouvrages sans 
utilit6 aucune, dont nous aurons assez souvent lieu de parier 
plus tard, et qui avait absorb6 jusqu^ä la passion^ jusqu'ä la 
monomanie les dix deini^res ann6es de son existence. 

— U'-m' a'rkV-nete.-pu'rta pa'Z'Cm'6,m'-d9-ze'nr\vl'ete.' 
sa'va^ / — me.-sa'vä'Sq-spe'st'ali't^' \ a'-mtoqkö-'n-vöj-'ä'pler' 
^.si' / ün-ffrqd'ä'bi'lrte' pu'r''8e,rt^.Z''U'vrä'£ sqZ'-ü'ti'Ute' 
o'kü'n / dQ'nu'z-o'rQZ'-a'8&-swvil'-ljö'-d'pa'rle'-plü-{ü'r / ^'-kt- 
a'veJ'&'psorbe' zü'sk-ä'-lä'-pä'sjQ zü'sk-a'-la'mö.nö,ma'nv / 
le'dv-de'rnje,rz-a'ne'-d-sö,n-egzvsfqs \ 

2. lö mäjkr n e'te pujtq paz ö.n ö.m do ie'ni'. vi e'ie 
sävq /, me sävq sq spe'svalvte'\^ d mö'q. k q n vöi' äplej 
^,81' / ü'n gjqd äbilrte' pwj sejt^.z ü'vjäz sqz ü'ti'lvte' o'kü'n /, 
dg nu'z ojgz dse' su'vq liö' d päjle' plü' täj /, e* kv dvet 
dpsojbc zü'skd Id pdsi'Q /, £ü'8kd Id mö.nö.-mdni' / le' dr 
dejni-ejz dne' d sö.n egztstq8. 

Umschrift von SwEETS Darstellung 1. in »Narrow Romic«, »Handbook« 
S. 130. (Erste Zeile: — leh" miarrki'netfiepurrtagp-azaehnohmdeh zheni'^V. 
Das <B s=» 6», ^. s= 9c ; die übrigen Zeichen wie vorher. Für Sweets rr » 
»trilled r« (für alle r) schreibe ich einfach r. Die Wortteilung habe ich 



Phonetische Proben. 231 

xugefQgt. Man beachte die Betonung und Tgl. § 139 Anm. 4. — 2. In »Re- 
vised Romic«, »Trans, of the Phil. Soe.« 1880—1, S. 229. (Anfang: U 
ma^ki n ete pu^tan paz CBn öm da ;eni). 



IV. 

En EuTope! en Euiope! — Esp^iezi . . . Plus d'espoii! 

Tiois jmixs, teur liit Colon&b, et je toua Wappne im mondel . . . 

Et son doigt le montrait, et son oeil, poui le vair, 

Per^ait de ITiorizon rimmensit^ profonde. 

n marche, et des trois jours le piemiei joui a lui; 

n marche, et rozizon lecule deTant lui; 

n marche, et le jour baisse. Avec Tazur de Tonde 

L'azui d'un ciel sans borne ä ses yeux se confond. 

n maiche, il marche encoie, et toujouis: et la sonde 

Plonge et leplonge en vain dans ime mei sans fond. 

qn d'rop! qn o-rop! — eape're'! . . . plü d espüa'r! 

trüa' zurj lör di koh, e- iö' vu don g mgd! .... 

e' 80 düa lö* mgtre, e' sgn öf, pur lö* vüarf 

perse dö' l orizg l immqsite' profgd. 

il ma'rSy e* de' trüa' iur lö' prömVe- zur a' lüt; 

il ma'r^y e* l orizg rö'külö' dö'vq lUi; 

il tna-ri, e' lö' zur bes. a'vek.l a's^r dö' l gd 

l a'zür d q äiel sq lom a* sex l3' so' kgfg. 

il ma'ri, H ma'rS qkor, e' tuiur: er W sqd 

plzß e' rö'pigz q vq dqz iinö' mer sq fg. 

Umschrift Ton VlONS phonetischer Wiedergabe (handschriftlich). Alle 
«, ti und ü sind als i% w und ü' zu verstehen. ViON- unterscheidet kein 
ü und H', sondern sieht den Laut in Je als Kürze von dem in- Jeane an. 



Wort- und Sachregister. 

(Von Karl Fahr.) 



Deutsches Wortregister. 



Aachen 120. 

Aal 55. 

Aar 55. 

Aas 55. 

ab 55. 179. 

abbreviieren 179. 

Abchase 119. 

aber 178. 

Absicht 135. 217. 

Abstinenz 130. 

abstrakt 130. 

Abt 179. 

Accent 136. 

Accise 136. 

Accord 166. 167. 

Accords 136. 

Accusatiy 167. 

ach 113. 116. 117. 

Achat 113. 

Achilles 113. 

Achse 137. 166. 

Achsel 137. 

Acqui8itionl36.158.167. 

Adagio 128. 

ade 67. 

adieu 87. 

Adjectiva 167. 

Adjektiv 174. 

Adler 55. 

Adverb 174. 

Affaire 66. 



Affe 158. 
Agathe 166. 
Agio 128. 
Agnes 181. 
Agraffe 166. 
Ägypten 77. 78. 166. 
Ähre 31. 66. 
Albalonga 182. 
Akazie 119. 136. 
Aktie 136. 
Alexandria 77. 
all 56. 
alle 202. 
alles 93. 
Altar 56. 
amüsieren 91. 
an, am 55. 56. 
anbieten 189. 
Anhalt 104. 202. 
ankommen 183. 
Anna 55. 215. 
Annonce 136. 
Anthologie 167. 
Aper9u 91. 
April 77. 
Äquator 158. 
arbeitete 202. 
arm 188. 

Arrangement 128. 
Art 55. 56. 
Arzt 56. 
As 55. 



Ascet 136. 
Associ^ 136. 
Asyl 91. 
Athene 67. 
Atlas 136. 
atmen 188. 
Ätna 217. 
Atreus 55. 
Attache 129. 
Attaque 56. 
Au 56. 
auch 113. 
auf 158. 

Auge, Aug' 113. 
Auktion 136. 
Axt 137. 

B. 

b& 66. 
Baal 55. 
babbeln 179. 
Bacchus 113. 
Bäche 119. 
Backe 167. 
Bad, Bades 56. 
Bads 136. 
Bagage 128. 
Bagger 167. 
Bai 56. 
Balance 136. 
Balg 120. 
Balkon 182. 



Wort- und Sachregister. 



233 



Ballon 99. 162. 
Bandage 128. 
Bankett 68. 
Bankier 67. 
Bär 66. 68. 
Barett« 136. 
Barlaam 213. 
Barriere 66. 
Bart 55. 
Bassin 99. 182. 
Bataillon 1^2. 
Baummeise 213. 
Bazar 139. 
be- 92. 
Beere 67. 
Beet 67. 
Behörde 87. 
bei 178. 
bekam 67. 
bequem 158. 
Beredsamkeit 174* 
beredt 67. 174. 
Berg 120. 
Berge 119. 
berittenen 95. 
Bertha 174. 
Beschwerde 67. 
besprechen 128. 
betend 228. 
beuge 119. 
bewandt 153. 174. 
Beweise 92. 
bin 77. 
Binse 135. 
Birke 166. 
bis 77. 136. 
Bitte 92. 
bitterböse 202. 
bitte(s)t 93. 
Blatt 179, 
blau 178. 
bleibt 179. 
blofs 44. 
Bodenstedts 13&. 
Bogen 113. 
Boi 45. 
Boje 119. 



Boot 44. 

Böotien 87. 

böse 87. 

Boudoir 55. 

Bowle 44. 

brach 55. 

Branche 129. 

Bratsche 55. 

brav 158. 

brave 158. 159. 

Bredow 44. 

Briefe 159. . 

Brigg 167. 

Brodem 93. 

Brot 44. 

brr 200. 

Brust 38. 

Bube 38. 

Buch 30. 38. 113. 116. 

121. 
Büchelchen 93. 
Bücher 119. 
Buch8(baum) 137. 
Büchse 137. 
Budget 91. 
Bug 116. 
Bügel 148. 
bugsieren 167. 
Buhle 38. 
Busch 128. 



Campagna 183. 
Campagne 167. 
Cäsar 174. 
Cäsur 136. 
cedieren 136. 
Chalcedon 167. 
Ghaldäa 167. 
Chalkis 119. 120. 
Chamäleon 167. 
Chambre gamie 182. 
chamois 56. 
Champagner 129. 183. 
Chan 167. 
Chance 136. 182. 
changieren 128. 



Chaos 120. 167. 
Characeen 120. 
Charakter 120. 167. 
Chares 120. 
Charis 120« 
Charkow 120. 
Charon 120. 
Chäronea 120. 
Charta 120. 
chartern 129. 
Chasaren 167. 
Chaussee 67. 
Check 128. 129. 
Chef 129. 
Chemie 120. 
Chemnitz 167. 
Cheops 120. 
Cherson 120. 
Chersones 120. 
Cherub 120. 
Cherusker 120. 
Chester(käse) 129. 
Chiasmus 120. 
Chiffre 129. 
Chika(baum) 129. 
Childerich 120. 
Chile 129. 
Chiliasmus. 120. 
Chimäre 120. 
China 120. 
Chios 120. 
Chiron 120. 
Chirurg 120. 
Chladni 167. 
Chlamys 120. 
Chlodwig 120. 167. 
Chloe 167. 
Chlor 120. 167. 
Chlorus 167. 
Chlotar 120. 
Chok 129. 
Cholera 167. 
Choliambe 119. 
Chor, Choral 166. 167. 
Choriambe 119. 
Chrestomathie 167. 
Chrie 119. . 



234 



Wort- und Saehregister. 



Chrisam 167. 
Christ 167. 
Christus 167. 
Chrom 167. 
chromatisch 167. 
Chronik 120. 167. 
Chryses 120. 
Chrysostomus 119. 
chthonisch 119. 
Chur 167. 
Cichorie 136. 
Cimon 78. 
Circe 93* 
Cis 77. 135. 
Clique 166. 
Coaks 45. 
CcBur 87. 
Cognac 167. 
Constantius 129. 
Cylinder 136. 

J). 

da 55. 56. 174. 196. 
Dachs 137. 
Damhirsch 55. 56. 
Dank 182. 
das 55. 56. 
datieren 55. 
Datum 55. 
Decharge 128. 129. 
Deichsel 137. 
denken 167. 181. 183. 
der 202. 
Des 66. . 
des 66. 68. 
Despot 45. 
Dessert 66. 
Detail 56. 
Diarrhöe 87. 150. 
die 77. 
Dienst 78. 
Dienstag 78. 
dies 137. 
Diphthonge 182. 
dir 56. 
Doge 128. 
Dogge 167. 



Don Juan 128. 
Don Quizote 129. 

Doris 77. 
Douche 39. 
drechseln 137. 
drei 174. 
Dresden 67. 
Drogue 167. 
du 30. 38. 174. 
Duishuzg 91. 
Duo 44. 
durch 217. 
düster 91. 



Ebbe 178. 179. 

echt 202. 

Effekt 158. 

Egge 167. 

ehe 104. 

Ei 56. 

Eidam 56. 

Eidechse 136. 137. 

Eids 174. 

eilen 154. 

ein 13. 

Elefant 158. 

Elen 67. 

elend 67. 

Elfenbein 104. 158. 

Elisabeth 135. 

Eloge 128. 

Emma 196. 

Emphase 158. 

Ems 68. 

endlich 174. 

Engagement 128. 

Entree 182. 

Epheu 158. 

er 202. 

er- 93. 

Erbse 135. 136. 

Erde 56. 67. 68. 

ergötzen (ergetzen) 87. 

erst 67. 68. 

Erwerb 179. 

es 66. 68. 



Esche 128. 

Espe 136. 

essen 93. 

eWge, ew'ger 116. 119. 

ewig 85. 

exakt 137. 

Expediton 137. 



Fach 1^. 
Fächer 67. 
Fa9on 136. 
Faksimile 67. 
fiiUen 154. 
Familie 119. 
Fasan 158. 
fasten 136. 
Faxe 137. 
Fee 67. 
Fechser 137. 
fehlen 66. 67. 
Feld 154. 
fett 66. 
Fiaker 56. 
fiel 157. 
fing 78. 
Fisch 31. 128. 
Fischchen 119. 
Fisches 93. 
Fiskus 39. 
Flachs 137. 
Flacon 167. 
Flageolett 128. 
Flagge 167. 
Flechse 137. 
Flöt« 87. 
Flugs 136. 167. 
folge 117. 
Folge 119. 
folgsam 135. 
folgt 120. 
Fort 44. 
Frafs 55. 

Frauchen 119. 120. 
frech 119. 
Freiheitskrieg 136. 
Freiligraths 136. 



Wortr und Sachregister. 



235 



fremd 188. 
Freude 46. 
Freundin 77. 
Frevel 158. 
Fuchs 137. 166. 
fühlen 91. 
fQhle 92. 
fuhren 150. 
füllen 197. 
fünf 189. 
für 10. 
Fürst 91. 
Furt 38. 
Fufs 39, 135. 



a. 



189. 



Gabe 30. 86 
gäbe 67. 
Gabel 92. 
Gage 128. 
Gala 56. 
Ganges 182. 
ganz 166. 
Gas 56. 
Gaze 135. 
gebe 67. 
geben 166. 
Geberde 67. 
Gebot 92. 
Geburt 38. 39. 
Geest 67. 
Geföfs 66. 
Gefr&Ts 66. 
geh 104. 
gehen 104. 
Gelee 128. 
gemäss 66. 
Gendarm 128. 
General 114. 
generös 128. 
genial 128. 
Genie 128. 
genieren 128. 
Genius 128. 
Genre 128. 
Gentleman 128. 
Genus 118. 



116. 



Georg 114. 
Gesäfs 66. 
Gespräch 66. 
gesteinigt 128. 
Gesträuch 67. 
gethan 55. 
gewandt 174. 
Gewehr 47. 
gewönne 87. 
gi(e)b, -st, -t 77. 78. 
Gift 166. 
Gilde 166. 
ging 78. 
Gips 78. 
Giraffe 128. 
Giro 128. 
Glas 56. 
Glatz 55. 56. 
gläubig 45. 
Gleichnis 136. 
Gleichnisse 136. 
Glück 30. 
gönnen 87. 
Gosse 166. 
Göthe 174. 
Gott 45. 
Gram 168. 
Grammatik 56. 
Granit 78. 
Gras 166.. 
Grätsche 66. 
Gratz 55. 56. 
Grevenbroich 44. 
grob 45. 
grofs 196. 
gröfserm, -n 93. 
Grufs 136. 
Grüfse 136. 
Guerike 167. 
Guerilla 167. 
Guido 167. 
guillochieren 167. 
Guillotine 167. 
Guinea 167. 
Guinee 167. 
Guipüre 167. 
Guirlande 167. 



Guitarre 167. 
Günther 174. 
gut 38. 166. 
gutem 93. 
guten 93. 
guter 93. 
guten Tag 114. 
güfger 119. 
Guttapercha 129. 



ha 104. 
Haar 55. 
Häcksel 136. 
Hai 56. 
Hain 56. 
Halt 202. 
halt 104. 
Hände 67. 
handeln 93. 
harren 150. 
hart 56. 112. 
Harz 55. 
Häschen 136. 
Hafs 136. 
hat 55. 56. 112. 
hätscheln 66. 
Haus 31. 136. 137. 
Häuschen 136. 
Hausthür 136. 
he 104. 
Hebräer 104. 
Hedwig 67. 68. 
Heer 67. 
Hefe 158. 
heilige 116. 
Heiligung 202. 
Helios 45. 
her 68. 
Herd 67. 
Herde 67. 
herein 13. 68. 
Heu 45. 

Hexe 135. 137. 166. 
Himbeere 77. 
hin 77. 78. 99. 
hing 78. 



236 



Wort- und Saehregister. 



hoch 44. 
Hochmuts 136. 
Hochzeit 45. 
Hof 45. 
Höhle 87. 
HöUe 88. 

Homöopath 15. 174. 
Horaz 136. 
Hospiz 77. 78. 
Hotel 66. 
Huhn 38. 
hui 38. 
Hüne 91. 
Husten 38. 
Hütte 91. 



ich 116. 119. 121. 
Igel 85. 119. 
ihm 77. 99. 188. 
ihn 30. 77. 
ihnen 77. 
ihr 77. 196. 
ihrer 77. 
ihrig 77. 
immer 189. 
in, im 77. 
Ingenieur 87. 128. 
inquirieren 182. 
Inspektor 129. 130. 
inspizieren 129. 
Instanz 129. 130. 
Instinkt 130. 136. 
Institut 129. 130. 
Instruktion 129. 
Intrigue 167. 
irgend 174. 
ist 136. 
Itzehoe 44. 



ja 57. 112. 116. 

119. 196. 215. 
Jagd 55. 
Jagden 113. 
Jahr 55. 112. 
Jahrhundert 202. 



117. 



Jalousie 128. 
Jargon 128. 
Jasmin 128. 
Jenny 128. 
jenseit 68. 
jetzt 115. 
Jockey 128. 
johlen 44. 
Journal 128. 
jung 119. 
Juni 215. 
Jury 128. 

Kadett 68. 
Kaffee 67. 
kahl 167. 
Kaiser 31. 56. 
Kaiierswerth 67. 
KaU 77. 
kam 99. 
Kamm 189. 
Kanal 167. 
Känguru 38. 
Kap 55. 
Kapitel 77. 7a. 
Karawane 157. 
Karbatsohe 55. 
Kasse 136. 
Katarrh 150. 
Katze 135. 136. 
Kebsweib 67. 
keck 118. 167. 
Kimon 78. 
Kind 202. 
Kinder 56. 93. 
Kindes 136. 
Kiste 77. 
Kladde 174. 
Kladderadatsch 55. 
klar 55. 
Klavier 157. 
Klecks 136. 
klecksen 136. 
Klee 67. 
kleidsam 174. 
Klodwig 120. 



I Kloster 44. 
! Klotar 120. 
{ KlotUde 120. 
! Klub 39. 
i Knoblauch 45. 

Knospe 136. 

Köcher 119. 

Kohle 166. 

kommen 188. 189. 

Königgratz 66. 

können 86. 

Konrads 136. 

konstant 129. 

konstatieren 129. 

Konstitution 129. 

konstruieren 129. 

Kopf 178. 

Köpfe 87. 

Korbs 179. 

korrespondieren 130. 

Krakeel 67. 

Kram 168. 

Krawall 157. 

Krebs 67. 68. 

Kresse 136. 

kriecht 116. 

kriegt 116. 

Kristall 78. 

Kugel 113. 

Kuh 38. 

kühn 91. 

kursiv 158. 

Kufs 135. 



lächeln, -st, -t, -te,-te8t 

93. 
Lachs 137. 
lade 109. 
laden 55. 
lädt 174. 
Lage 113. 
läge 119. 
Laib 56. 
Laich 56. 
Lakai 56. 
Land 154. 216. 



Wort- und Sachregister, 



237 



Lande 216. 

lang 181. 182. 

lange 181. 182. 

Lanze 217. 

laufen 56. 157. 

läuft 45. 

Lawine 157. 

lecken 87. 

Lee 67. 

leer 67. 

lege 119. 

legen 121. 

legt 120. 

Lehm 67. 

Leib 179. 

leiblich 179. 

leicht 121. 

leiseste 93. 

Lerche 119. 

lesen 135. 

Leute 45. • 

LTiombre. 182. 

Liebe 116. 178. 

lieben 77. 

lieble 217. 

lieblich 217. 

liebte 217. 

liegt 120. 

Lieutenant (Leutnant) 

45. 
Linse 135. 
List 135. 
Liste 136. 
Livree 157. 
Lob 45. 
Loch 113. 
locken 87. 
Löffel 88. 
Logis 128. 
löschen 88. 
Lotse 44. 136. 
Löwe 88. 157. 
loyal 119. 
Luchs 137. 
Ludwig 39. 
lüge 119. 
Luther 39. 



lynchen 91.. 
Lyrik 88. 
lyrisch 91. 

mä 66. 

mag 56. 

Magd 55. .56. 113. 174. 

Magnet 182. 

magst 56. 

mähen 66. 

Mai 56. 

Maid 56. 

Maier 5i6. 

Main 56. 

Mais 56. 

maischen 56. 

Major 119. 

Mamachen 119. 120. 

man 55. 56. 

manch 119. 

Mann 56. 

Manne 92. 

Männer 31. . 

Mafs 55. 

Mathilde 174. 

matt 174. 

Max 135. 137. 166. 

Mayer 56. 

Meer 67. 

Mehl 197. 

mein 188. 

Melancholie. 167. 

Memoiren 55. 

Metapher 56. 

Metrum 39. 

Meyer 56. 

Militär 197. • 

Minute 77. . 

mir 77. 

mifsachten 136. 

mit 77. 

Mitra 77. 196. 

mögen 87. 

Mond 44. 196. 

Moor 44. 

Moos 44. 135. 



Mörder 87. . 
Moritz 136. 
Möwe 157. 
mühe 104. 
Musik 78. 167. 
mufs 31. 
Mutter 38. 
Myrte 78. 91, 

na 56. 19ß. 

Nabob 45. 

nach 56. 

nächst 66. 

Nacht 118. . 

nah 55. 

Name 188. 

Nation 119. 13.5. 136. 

nebst 67. 68. 

Neglige 128. 

nehmen 67. 

neige 118, 

nein 186. . 

Nektar 167. 

nennen 95. 186. 

nerg.eln (nörgeln) 87. 

nervös 157. 

Nerz (Nörz) 87. 

nicht 77. 

Nische 78. 

Nix, Nixe 137. 

Noah 44. 

noch 196. . 

Nöfsel 87. 

not thun 217. 

Novelle 157. 

Nuance 99. 

nun 99. 

Nüster 91. 

Nymphe 189. 



ob 45. 178 
Obacht 44. 
Obrigkeit 44. 
Obst 44. 45. 
Ochse 137. • 



179. 



238 



Woitr und Saehregigter. 



Octroi 56. 
octroyieren 119. 
Öfen 85. 
Ohr 44. 
Öhr 56. 87. 
Orange 128. 
Ostern 44. 
ÖBt(er)reieh 87. 
Ouvertüre 91. 
oval 157. 
Öynhausen 87. 

P. 

Paar (paar) 55. 178.179. 
Pack 202. 
Palais 66. 
Paket 68. 
Papst 55. 
Parfüm 91. 182. 
Peitsche 128. 129. 
Perspektive 129. 
Pferd 67. 159. 178. 179. 
Pflaster 159. 
pfui 38. 
Pfund 179. 
Philosoph 157. 158. 
physisch 78. 
plaidieren 66. 
Plateau 45. 
platt 179. 
plus 39. 
Police 136. 
Polykarp 179. 
Primas 56. 
Prinzip 78. 
promiscue 93. 
Propst (Probst) 44. 45. 
Prospekt 129. 
Proviant 157. 
Ptolemäus 216. 
Pulver 159. 
pumpte 217. 
pusten 38. 
Pylä 66. 

Quadrat 158. 



quaken 158. 
Qual 157. 
Quantum 166. 
Quarz 55. 
Quelle 158. 166. 
Queue 87. 
Quirl 158. 
Quotient 158. 



Rabe 150. 
Rad 56. 
Rain 56. 
Rappe 178. 179. 
rast 136. 
rate 109. 
Rfttsel 136. 
rfttst 136. 
rauchen 120. 
Recensent 136. 
Recherche 129. 
Recitativ 136. 
Redacteur 86. 
Rede 67. 
Regeldetri 77. 
'Regen 119. 
Regie 128. 
regieren 128. 166. 
Regisseur 128« 
Reglement 166. 
regnen 119. 
Regrefs 166. 
regsam 119. 
Reh 67. 
Rehchen 119. 
reich 119. 
Reichtum 38. 
reisen 135. 137. 
reifsen 135. 136. 137. 
reiten 174. 
Reiz 136. 
reizen 136. 
relativ 158. 
Requiem 67. 
Reskript 130. 
Respekt 129. 130. 
Respirator 130. 



Responsorien 130. 
Ressource 39. 
Restauration 130. 
retten 174. 
Revue 91. 
Rhabarber 150. 
Rhapsode 136. 150. 
Rhense 150. 
Rhein 150. 
Rhythmus 91. 
Richard 174. 
Richards 136. 
rietst 136. 
Riff 158. 
Riga 166. 
Rigi 166. 
ritten 93. 
Robbe 179. 
Robe 86. 93. 
Robert 45. 
Roberts 136. 
Röckchen 119. 
Rocken 168. 
Rocks 136. 
Roggen 167. 168. 
roh 44. 
Röschen 128. 
Rose 44. 
Route 38. 
ruhig 120. 
Rum 39. 
rufen 179. 
Rüster 91. 

8. 

Saal 55. 

Saat 55. 19^7. 

Sachsen 137. 

sften 66. 

sagt, sagte 113. 114. 

116. 
s&he 67. 
Saite 56. 
Salamanca 182. 
sandte 174. 
satt 135. 196. 197. 
Satyr 91. 



Wort- und Sachregister. 



239 



Satz 174. 
Sauce 44. 13^. 
sftugt 120. 
Scene 136. 
Schall 126. 
schallend 93. 
scheel 67. 
Schkg 56. 
Schmach 55. 
Schmerz 186. 
Schmerzen 136. 
Schmerzensreiche IIB. 
schmuggeln 167. 
Schnee 67. 
schön 10. 30. 86. 87. 

128. 
schöne 30. 32. 
Schofskind 202. 
Schrank 167, 
Schränke 136. 
Schröer 87. 
Schuster 38. 
Schutz 136. 
schützen 31. 32. 
Schwarte 56, 
schwarz 119. 
schweige 119. 
Schwelch 119. 
schwer 67. 68. 150. 
Schwert 56, 67. 68. 
Schwester 157. 
Schwetz 67. 
schwitzen 136« 
schwören 88. 
Schwyz 77. 
sechs 137. 
See 30. 67. 
Seele 67. 
sehe 67. 
sehen 104. 135. 
sehr 56. 
Seil 56. 
Sekretär 196. 
selten 66. 
senken 67. 
Sergeant 128. 
Shakespeare 129. 



Shawl 55. 129. 
Sherry 77. 129. 
Shetlands-Inseln 129. 
Shlips 129. 
Shrapnell 129. 
Sibylle 91. 
sicher 150. 
sie 30. 
sieche 116. 
Sieg 115. 119. 
Siege 115. 116. 166. 
sieh 104. 
Signal 181. 182. 183. 

217. 
Silbe 78. 
singen 182. 
Singrün 77. 
sinken 182. 
Skandal 130. 
Skat 130. 
Skelett 130. 135. 
Skizze 135. 136. 
Skkye 130. 158. 159. 
Skribent 130. 
Smaragd 118. 136. 188. 
so 44. 135. 
Soest 44. 
Söhne 87. 
Sokrates 67. 
Sonne 44. 

Sonntagsheiligung 202. 
sorgt 120. 
Sorte 45. 
Souper 39. 
Spaa 129. 
Spafs 55. 56. 
spazieren 130. 
Speer 67. 
Sphäre 136. 
Spinoza 129. 
Spitze 128. 
Spleen 77. 129. 
Sprache 55. 113. 116. 
sprechen 128. 
Staat 55. 
stach 56. 
Stadt 174. 



Städte 66. 68. 
Staffa 129. 
Stambul 129. 
Station 130. 
Steffens 129. 
Stein 128. 
steinreich 202. 
Stephan 66. 
sterben 67. 
stets 67. 
stiehlt 77. 
Stier 216. 
Stil 78. 
stül 154. 
Stillleben 213. 
Stock 31. 54. 
Stöcke .30. 32. 
stofsen 44. 
stracks 136. 
Strafse 55. 
straucheln 128. 
Sträucher 119. 
strebsam 179. 
Strike 56. 
Stuart 129. 
subskribieren 130. 
Substantiv 158. 
suchen 38. 
Sudeten 38. 39. 
Sultan 56. 
Sünde 91. 135. 
System 77. 78. 



Tag 113. 114. 115. 
Tage 113. 114. 115. 116. 

166. 
Talg 114. 
tauchen 174. 
Teer 67. 
Teleskop 136. 
Thal 55. 174. 
Thaler 93. 
Thäler 66. 
That 55. 
that 55. 
Thäter 66. 



240 



Woit- und Sachregister. 



Theater 66. 


um 39. 


Volk 158. 


Thee 67. 174. 


und 38. 174. 


Volke 117. 


Thema 174. 


unecht 202. 


Völker 31. 


Theobald 167. 


Ungarn 104. 


voll 158. 


Theoderich 167. 


Unglück 183. 


voltigieren 128. 


Theodor 67. 


Union 119. 


von, vom 45. 158. 


Thing 174. 


Unterthan 55. 


vor 10. 158. 


Thon 44. 174. 


unterthänig 66. 


vorder 158. 


thönern 87. 


Ursache 38. . 


vom 158. 


Thor 44. 


Urteü 38. 


Vorteil 45. 


thöricht 87. 


Urtel 38. 


Vofs 158. 


Thran 55. 




vulgftr 157. 


Thräne 66. 


V. 




Thucydides (Thukydi- 


Vamhagen 158. 


W. 


des) 78. 


Vase 157. 


Waarcn 112. 


thun 38. 164. 


Vater 31. 55. 158. 


wachsen 137. 


Thüre 91. 


Veilchen 158. 159. 


Wagen 93. 


Tier 216. 


Veit 158. 159, 


Wagner 113. 


Titel 78. 


ver- 93. 158. 


Wagnis 77. 


Tmesis 188. 


Verden 67. 158. 


Waise 56. 


Toast 45. 


Verdikt 157. 


Walds 136. 


Toilette 86. 


Verein 13. 


Walfisch 55. 


Töne ZO. . 


vergeben 166. 


Walnufs 55. 


tot 202. 


Vers 158. 159, 


Walther 174. 


Tour 38. 


Versehen 135. 


wandte 174. 


Trente-et-un 99. 182. 


versteinern 138. 


war 196. 


treu 174. : 


verwandt 174. 


wäre 66. . 


Tritts 136. 


Vetter 158. 


waren 183. 


Triumph 189. 


Vezier 135. . 


warten 55« 


Troddel 174. . 


Vieh 77. 158. 


Wär»e 56. 


Trog 113. 


viel 157. 158. 


was 55. 56. 137. 157. 


Troisdorf 44. 


vielleicht 77. 


waschen 128, 


Tromsö 87. 


vier 158. 


Wasser 157. 


Trost 44. 


vierteilen 77. 


wechseln 137. 


trügt 120. 


vierzehn 77. 


Weg 120. 


Trupp 179. 


vierzig 77. 


weg 66. 68, U8. 


Tschako 56. 


Vikar 157. 


Weichsel 137. . 


Turm 164. 


Vincke 167. 182. 


weit 157. 


Tybinga 78. 


Vischer 158. 


Werden 67. 


Tyrann 77. 78. 


Vläme 158. . 


werden 67. 68. 157. 


Tyringus 78. 


Vliefs 158. 


Werg 117. 




Vogel 158. 


Werk 117. 


TT. 


Vogl 93. 


Werks 136. 


Übel 85. 


Vöglein 119. 


wert 67. 


über 30. 


Vogt 44. 45. 158. 159. 


wes 66. 


übrig 91. 


Vögte 120. 


Wichse 137«. 


Uhr 56. 


Vokal 157. . 


wider 73* 



Wort- und Sachregister. 



241 



wieder 70. 


X. 


Zeug 120. 


Wiesbaden 78. 




Zither 77. 


will 77. 


Xaver 137. 


zittert, -te, -tet, -st 93. 


wiU ich 215. 




zöge 119. 


wirr 150. 


Y. 


Zögling 119. 


wissen 136. 


Yankee 77. 119. 


Zoologie 213. 


wölben 86. 88. 


Yucatan 119. 


zu 135. 136. 174. 216. 


wollen 88. 




Zug 39. 45. 113. 121. 


Wort 174. 


Z. 


Züge, Zuges 39. 


Wörter 93. 




zum 39. 


Wörth 87. 


Zange 136. 


zur 39. 


Wust 38. 


zart 55. 56. 


zuvörderst 158. 


wüst 91. 


zeigt 120. 121. 


Zweig 120. 




zer- 93. 


zwölf 88. 



Vietor, Phonetik. 2. Aufl. 



16 



Englisches Wortregister. 



a (Art.) 31. 95. 
abaisance 142. 
abhor 48. 
able 155. 
abound 95. 96. 
aboye 59. 
abroad 49. 
abscind 143. 
abciBsion 132. 144. 
absolute 141. 
absolutio!! 141. 
absolutory 141. 
absolve 140. 
absurd 142. 
abuse 143. 
accord 169. 
accuse 168. 169. 
accusation 141. 
ache 169. 
acknowledge 50. 
acute 122. 
adage 69. 
Adam 69. 
adder 69. 175. 
adieu 41. 
adjoum 96. 
admiral 151. . 
admits 142. 
ado 40. 

advantageous 132. 
adversary 142. 
adyised 175. 
aer 69. 
ffisthetics 82. 
^tna 71. 



after 58. 160. 

again 70. 

agaiast 70. 

age 131. 132. 

aged 175. 

aghast 169. 

agreable 95. 

agrees 141. 

ah 59. 

aid 71. 

air 30. 32. 

aisle 60. 

alderman 31. 

aUbi 59. 

all 30. 46. 47. 48. 155. 

197. 
alley 81. 
almanac 48. 169. 
ahnighty 48. 197. 
almoner 204. 
almost 48. 
alms 31. 
already 48. 
also 48. 
always 48. 
am 95. 
amäzed- 175. 
ambitious 132. 
among 59. 
amongst 184. 
an 95. 

anarchy 169. 
anchor 169. 184. 
anchoret 169. 
ancient 71. 133. 
and 95. 205. 



angel 71. 
anger 169. 183. 
angry 151. 
animosity 142. 
anise 142. 
announce 143. 
answer 58. 150. 
anthem 148. 
antipodes 79. 
antique 80. 170. 
antoeoi 80. 
anxiety 140. 141. 
anxious 132. 133. 184, 
aorist 71. 
apothecary 148. 
appal 48. 
appetite 60. 
approach 133. 
Arab 204. 
arable 151. 
archangel 169. 
archetype 169. 
archiepiscopal 169. 
architect 170. 
archives 170. 
are 58. 95. 
arid 69. 
arm 31. 189. 
art 58. 

as 95. 140. 141. 
asoians 132. 
ascii 132. 
Asia 132. 
ask 58. 
asked 175. 
aska(u)nce 58. 



Wort- und Sachregister. 



243 



asks 143. 
assTime 40. 41. 
assured- 175. 
asthma 175. 
at 95 

at least 170. 
attomey 95. 
auger 169. 
aunt 58. 
author 95. 148. 
authority 148. 
autumn 187. 
avowed- 175. 
awful 31. 
awkward 95. 
ay 60. 
aye 60. 

B. 

habe 179. 
bad 197. 
bade 69. 
bag 169. 
bags 141. 
bakes 140. 
balance 69. 
bald 48. 
balk 48. 
baisam 48. 
banner 187. 
baron 69. 
barrel 151. 
base 142. 
basis 142. 
bass 71. 
bath 58. 147. 
baths 147. 
be 79. 
beard 94. 
beast 80. 
beau 48. 
beauty 41. 
bed 175. 
beech 133. 
been 81. 
beg 168. 169. 
beggar 168. 



148. 



begin 169. 

beÜeye 80. 

believed 175. 

beneath 147. 

Bengal 48. 

Berkeley 59. 

Berkshire 59. 

Berlin 205. 

better 94. 151. 152. 

bids 218. 

hier 80. 

big 169. 

biggin 169. 

bigot 80. 169. 

bill of fare 205. 

bind 60. 

bird 30. 94. 96. 152. 

birth 148. 

births 148. 

bit 31. 

bite 59. 

bits 218. 

bitter 80. 

blackbird 205. 

blood 59. 

blow 48. 

blue 40. 

board 49. 

boatswain 95. 

body 49. 

bog 169. 

bolster 47. 

bomb 59. 

bombast 59. 

book 40. 41. 169. 

boorish 152. 

booth 147. 

bom 50. 

borne 50. 

borough 95. 152. 

bosom 41. 

both 47. 

bouquet 40. 

boum 49. 

bow 48. 

bowl 48. 

box 140. 143. 



boxes 81. 
boy 31, 47. 50. 
brauch 58. 
brasil (brasil) 80. 
bravery 95. 
brayo 205. 
bread 70.1 
breadth 70. 
break 71. 
breakfast 70. 
breast 70. 
breath 147. 148. 
breathe 147. 
breathed 175. 
breeches 81« 
brethren 147. 
bridal 155. 
bridle 155. 
brigand 80. 
brim 151. 
Britain 95. 
broad 49. 
brooch 48. 
brother 59. 147. 
Brougham 40. 
bruise 40. 
build 60. 81. 199. 
bull 41. 
bullet 41. 
bulletin 41. 
buUion 41. 
bullock 41. 
bully 41. 
bulrush 41. 
bulwark 41. 
buoy 50. 
burlesque 170. 
bureau 48. 
burgh 169. 
burgher 169. 
Bury 71. 
bury 71. 
bush 41. 
bushel 41. 
busy SU 

but 29. 30. 32. 58. 94. 
95. 179. 
16* 



244 



Wort- und Saohiegister. 



butcher 41. 
butt 175. 
butter 59. 
butterfly 204. 
buy 60. 
buzz 140. 
buzzard 140. 
by 60. 
bye 60. 



cabin 69. 
CsBsar 80. 
cake 169. 
cakes 143. • 
calf 58. 
call 50. 
calm 58. 
cambric 71. 
Cambridge 71. 
can 95. 168. 
canoe 40. 
caoutchouc 60. 
caprice 80. 
captain 31. 81. 
captious 132. 
capuchin 80. 133. 
caress 95. 
care 31. 68. 69. 71. 
career 80. . 
cartouch 133. 
case 142. 
caseous 132. 
casque 170. 
oaste 58. 
Castle 58. 
catalogues 141. 
catarrh 151. 
catechism 170. 
cats 144. 
cauliflower 50. 
cavern 69. 
cavil 69. 
cell 80. 
cell 143. 
censure 132. 
chaff 58. 133. 



chagrin 80. 133. 
Chaise 133. 
chalcedony 169. 
chaloography 169. 
Chaldee 169. 
chalybeate 169. 
chamade 133. 
Chamber 71. 
chameleon 169. 
chamois 133. 
chamomile 59. 169. 
Champagne 133. 
champaign 133. 
chandelier 133. 
change 132. 
chaos 169. 
chap 50. 
chaperon 133. 
char 69. 
character 169. 
charade 58. 133. 
charlatan 133. 
chase 142. 
chasm 169. 
chaste 71. 
chateau 133. 
chemise 80. 133. 
chemistry 169. 
Chersonese 142. 169. 
chevaUer 133. 
chew 40. 
Chicago 31. . 
chicane 133. 
chide 151. 
Chiefs. 142. 

children 60. 154. 155. 
chimera 160. 
Chinese 205. 
Chirograph 169. 
chisel 80. 
chivalry 133. 
Chloride 169. 
Chloroform 169. 
choice 133. . 
choir 60. 
choler 169. 
Cholera 169. 



169. 
142. 



Choral 169. 
chord 168. 
chorography 169. 
Chorus 169.. 
chough 59. 160. 
chouse 142. 
chrism 169. 
Christ 60. 169. 
Christen 169. 
Christian 60. 
Christmas 60 
church 131. 
chyle 169. 
chyme 169. 
Cincinnati .58. 
cinque 170. 
Cirencester 80. . 
cite 140. 
eitles 81. 
city 80. 81. 
civü 143. 
clean 218. 
cleanly 70. 
deanse 70. 143. 
Clerk 59. 
cUmb 60. 
close 140. 142. 
cloth 47. 148. 
dothes 147. 148. 
cochleary 170. 
cohesion 132. 
coü 169. 
College 132. 
colonel 95. 
columbine 60. . 
column 95. 
comb 47. 
come 30. 59. 
comfit 59. 
comfort 59. 
companion 70. 
Company 59. 
compass 59. 
complaisance 141 
composed- 175. 
composure 132. 
conceit 60. 



Wort- und Sachregister. 



245 



conceive 80. 
conch 170. 
concise 142. 
conclusive 142. 
confident 49. 
confused- 175. 
confusion 132. 
conger 169. 
congregation 183. 
congress 183. 
congressive 183. 
conjure 59. 
connezion 133. 
connoisseur 41. 
conquer 170. 
conquest 184. 
conscience 132. 
conscious 132. 
conservatoiy 95. 
consist 31. 
constable 59. 
contagious 132. 
continue 80. 
controversial 132. 
copy 49. 
Corps 180. 
cosmetic 141. 
cot 169. 
cough 49. 160. 
could 41. 95. 155. 
coulter 48. 
country 59. 
couple 59. 
courage 59. 
course 49. 143. 
court 49. 

courteous 49. 95. 133. 
courtesy 95. 
Cousin 59. 
Cover 59. 
covey 59. 
coz 59. 
cozen 59. 
crabbed 175. 
crease 142. 
creature 133. 
crew 40. 



crimson 141. 
crisis 142. 
critic 80. 175. 
critique 80. 170. 
critiques 143. 
crocodile 59. 
cross 47. 
Croup 40. 
crow 48. 
cruel 40. 
cruise 40. 
cry 151. 
cube 169. 
cuckoo 41. 
cupboard 180. 
current 95. 
cushat 41. 
cushion 4L 
cyde 60. 143. 
czarina 80. 

D. 

dagger 169. 
damsel 141. 
damson 141. 
dance 58. 215. 
dances 140. 
daunt 58. 
day 30. 71. 
dead 70. 
deaf 70. 160 
dealt 70. 
death 70. 
debt 179. 180. 
decease 142. 144. 
Decii 133. 
decisive 140. 
decrease 142. 
defeasance 141. 
deformed- 175. 
deist 79. 
demand 58. 
dense 143. 218. 
deport 81. 
Derby 59. 
descend 143. 
desert 141. 



deserve 141. 
desiccate 142. 
desiderate 142. 
design 142. 
designate 142. 
designed- 175. 
desire 141. 
desist 142. 
desolate 142. 
dessert 141. 
desudation 142. 
desuetude 142. 
desulphorate 142. 
desultory 142. 
dew 41. 
dexterous 143. 
diarrhcea 151. 
differ 160. 
diffuse 143. 
diffttsed- 175. 
diphthong 180. 
dis- 141. 
disarray 142. 
disarm 141. 
disband 142. 
discem 141. 
discemed- 175. 
discord 142. 
discretion 70. 
disease 141. 142. 144. 
dishonest 141. 
dismal 141. 
disobey 142. 
dispersed- 175. 
display 142. 
dissect 143. 
dissoluble 141. 
dissolve 141. 
dissolvent 141. 
dissolute 141. 
dissolution 141. 
distich 170. 
diversity 140. 
divide 81. 
divorce 81. 
divulge 132. 
do 30. 40. 95. 175. 



246 



Wort- und Saohiegitter. 



does 59. 
dog 31. 47. 175. 
dogs 144. 
doli 47. 
done 59. 
don't 48. 
door 31. 49. 
doBe 142. 
double 59. 
dough 48. 
douse 143. 
dove 59. 
dozen 59. 
drachm 133. 170. 
drachma 170. 
drama 58. 
draught 58. 160. 
draw 48. 
dread 70. 
dreamt 70. 
dress 140. 
dressed 175. 
dry 151. 

Dubliu (irifloh) 30. 
duck 169. 
due 41. 121. 122. 
duke 4]. 
duteous 133. 
dwarf 160. 



eager 169. 
eagle 169. 
ear 80. 
eam 94. 

earth quake 205. 
ease 141. 
easy 140. 
eat 70. 
ebb 179. 
echo 170. 
edge 132. 
educate 133. 
e'er 69. 

efficaceous 133. 
egg 168. 169. 
eighths 148. 



either 60. 80. 147. 
eleyenths 148. 
elixir 95. 
eloquence 31. 
eise 143. 
empty 180. 
endeavour 70. 
enfranchise 141. 
English 183. 
enough 59. 160. 
envied 81. 
epoch 82. 170. 
equal 79. 
erage 142. 
ere 69. 

err 31. 94. 197. 
erring 94. 151. 
eunuch 170. 
Europe 122. 
eve 31. 79. 
ever 70. 160. 
exact 141. 

exaggerate 132. 141. 
exalt 141. 
ezamine 141. 
example 58. 141. 
exasperate 141. 
excuse 143. 
exemplar 141. 
exempt 141. 
exert 141. 
exhale 141. 
exhaust 141. 
exhibit 141. 
exhibition J40. 
exhilarate 141. 
exhort 141. 
exile 141. 
exist 142. 
exit 143. 
exonerate 142. 
exoperate 142. 
exorbitant 142. 
exordium 142. 
exotie 142. 
explode 143. 
expression 132. 



exult 142. 
exuvii 142. 
eyas 60. 
eye 31. 60. 
eyre 69. 
eyry 60. 

E. 

faeed 175. 

faces 141. 

facile 69. 

faith 148. 

falchion 48. 

falcon 48. 

fall 160. 

false 50. 143. 

familiär 122. 

family 69. 

famine 69. 189. 

famous 95. 

far 58. 215. 

fare 215. 

farinaceous 133. 

farther 147. 

f arthing 147. 

fascine 80. 

fat 68. 69. 215. 

fate 71. 215. 

father 31. 57. 58. 60. 

father (schottisch) 31. 

fatigue 80. 169. 

fatigues 141. 

faugh 118. 

fear 79. 

feather 70. 147. 

fee 79. 

feel 30. 

feigned- 175. 

fellow 46. 94. 

feit 154. 

feoff 70. 

fem 94. 

fertile 60. 

feud 41. 122. 

fever 70. 

fibre 59. 

field 80. 



fiery 152. 

figs 141. 

figure 80. 

filch 133. 

fiUal 80. 

find 160. 

finger 169. 183. 184. 

fir 94. 

fist 80. 

fit 79. 

fix 143. 

fixed- 175. 

flicker 169. 

flood 59. 

floor 49. 

fiourigh 59. 

flow 48. 

flowery 152. 

flown 48. 

fly 60. 

foe 40. 47. 

folk 47. 

food 41. 

fool 30. 41. 

foot 31. 41. 

for 95. 

forage 49. 

force 143. 

foreign 49. 81. 

forfeit 81. 

fork 50. 

form 49. 

fortunate 81. 

fortune 31. 

foster 142. 

four 49. 

fourthg 148. 

foxes 144. 

free 160. 

itiend 71. 

firigate 80. 

from 95. 205. 

front 59. 

frontier 134. 

frost 49. 

fruit 40. 

fuchBia 41. 



Wort» und Sachregister. 

Fulham 41. 
füll 31. 41. 
für 94. 197. 
fiirious 151. 
furnace 143. 
fumace 143. 
further 147. 
future 134. 

a. 

galway 48. 
gaol 71. 132. 
garden 169. 
garden wall 205. 
gather 69. 147. 
gauge 71. 
gear 169. 
geese 142. 169. 
geld 169. 
gender 132. 
genuine 30. 
get 169. 
gewgaw 169. 
ghastly 169. 
ghost 47. 168. 169. 
giant 95. 132. 
gibberish 169. 
gibbose 169. 
gibbous 169. 
giddy 81. 169. 
gift 168. 169. 
gig 169. 
giggle 169. 
giglet 169. 
gUd 60. 169. 
gill 169. 
gimlet 169. 
gimp 169. 
gipsy 140. 142. 
gird 169. 
girl 169. 
girth 169. 
give 80. 169. 
gizzard 169. 
glance 143. 
glass 58. 60. 143. 
glassy 143. 



247 



glimmer 189. 
glory 47. 50. 152. 
Oloucester 49. 
glove 59. 
go 30. 47. 
Ood 169. 
gone 49. 
good 41. 

good locking 205. 
good moming 205. 
goose 142. 169. 
gourd 49. 
goyem 59. 
grandeur 132. 
grant 58. 
graphical 155. ] 
grasp 58. 
grasps 142. 
grass 152. 
gprease 142. 151. 
great 71. Iß9. 
green 152. 
Oreenland 31. 
Oreenwich 81. 
grey 71. 
grief 80. 
grivouB 80. 
grisly 141. 
groat 49. 
gross 47. 
grotesque 170. 
group 40. 
grouse 143. 
grow 48. 151. 
growth 48. 
guard 169. 
gude (schottisch) 30. 
guest 168. 169. 
guide 169. 
guild 60. 81. 
guillotine 81. 
guilt 81. 
guinea 81. 
gush 169. 

H. 

habit 69. 104. 



248 



Wort- und Baehr^^iiter. 



habitation 104. 

had 95. 104. 

halberd 48. 

half 31. 155. 

halfyenny 58. 71. 

haUo 205. 

ha(u]lm 48. 

halt 50. 

handkerchief 184. 

handsome 95. 142. 

hang 183. 

hanging 183. 

happy 179. 180. 

hard 197. 

hart 197. 

has 95. 104. 140. 141. 

has geen 218. 

HastingB 71. 

hat 31. 

hath 58. 

hautboy 48. 

have 69. 95. 161. 

he 79. 81. 104. 

head 70. 

health 70. 

heard 94. 152. 

hearken 59. 

heart 59. 

hearth 59. 

heathen 147. 

heather 70. 

heayen 70. 

heavy 70. 

Hector 106. 

hedge 106. 

heigho 60. 

height 60. 

heir 69. 104. 106. 

help 155. 

hemorrhoids 106. 

her 30. 94.95. 104. 106. 

herb 106. 

here 80. 81. 151. 

here and there 151. 

Hereford 59. 

heresy 142. 

heriot 106. 



heritable 106. 
hennit 106. 
hierareh 170. 
high 58. 60. 94. 
him 104. 106. 
hinder 80. 
hint 186. 187. 
his 104. 106. 140. 141. 
hit 199. 218. 
hither 147. 
hold 105. 
holiday 82. 
holinesfl 204. 
hollow 155. 
holtter 47. 
Holy Ohost 207. 
homage 106. 
honest 104. 106. 
honey 59. 81. 
honoui 104. 106. 
honourable 106. 
hood 41. 
hoises 144. 
hosannah 106. 
hospital 106. 
host 47. 106. 
hostage 106. 
hostler 106. 
hot 175. 
hotel 46. 
hough 50. 170. 
houghs 143. 
hour 104. 106. 
hourly 106. 
houses 142. 
housewife 59. 
how 30. 58. 
Howard 48. 
hubbub 179. 
hue 122. 
human 122. 
humble 106. 
humour 106. 
husband 141. 
hussar 41. 141. 
hussy 141. 
huzza 41. 



hyaeinth 60. 
hydra 60. 
hymn 186. 
hypotenuse 143. 
hysaop 81. 

L 

I(ir.) 30. 
iceberg 169. 
ichor 170. 
idea 95. 152. 
idle 155. 
idol 59. 155. 
Ü131. 

imbecüe 80. 
impatient 187. 
impugn 41. 
in 80. 

increase 142. 151. 
Indian 133. 
indict 60. 169. 
indisposed- i75. 
ingratiate 132. 
injure 132. 
inthral 48. 
intrigue 80. 
invalid 80. 
inveigle 80. 
is 141. 199. 
issue 132. 
iterate 80. 
it is 14. 
iterate 80. 
ivory 94. 

J. 

jackal 48. 
jagged 175. 
jar 132. 
jealous 70. 
jealousy 142. 
jeopardy 70. 
Jew 40. 
Job 48. 
Journal 95. 
joumey 95. 
joust 59. 
joy 131. 



Wort- und Sachregister. 



249 



judgment 132. 
Juice 40. 
July 39. 
June 131. 
Jury 40. 



169. 



kale 169. 
keen 168. 
keep 170. 
kindred 60. 
Keith 80. 
key 80. 
know 48. 171. 
knowledge 50. 
koran 169. 

Ii. 

labour 71. 
lacked 218. 
lagged 218. 
lama 58. 
lamb 179. 180. 
lands 141. 199. 
late 69. 
laÜiB 147. 
latitude 133. 
laud 48. 
laudanum 50. 
laugh 58. 160. 
launch 58. 
laundry 58. 
laurel .50. 
law 30. 46. 47. 
lead 70. 
leant 70. 
leapt 70. 
lease 142. 
leather 70. 
leaven 70. 
lecture 134. 
legacy 70. 
legend 70. 82. 
Leicester 70. 
Leigh 80. 
leisure 80. 
lemon 70. 



lengih 148. 
Leominster 70. 
leopard 70. 
less Seen 206. 
let 30. 69. 70. 
levee 70, 
levity 81. 
lewd 40. 
ley 80. 
liar 95. 
lie 59. 
lieu 41. 
life 160. 
limit 31. 
linen 187. 
linger 169. 
linguistic 184. 
link 169. 
liquid 170. 
liquor 170. 
lisp 142. 
little 155. 
live 80. 160. 
liver 80. 160. 
lives 141. . 
lizard 80. 
logician 133. 
loU 47. 
London 59. . 
long 183. 
longer 169. 
longest 169. 
look 30. 
loose 142. 
lord 46. 47. 
lore 47. 
lose 40. 
lost 47. 
loth 47. 
lots 140. 
lough 50. 170. 
love 59. 
loves 161. 
low 48. 154. 
lucid 40. 
luncheon 133. 
luxury 133. 



50. 



M. 

machination 170. 
machine 80. 133. 170. 
magazine 80. 
magic 69. 
malice 69. 
man 31. 187. 
manner 186. 
manceuvre 40. 
manor 69. 
map 180. 199. 
marchioness 133. 
marine 80. 
mart 152. . 
Mary 68. 152. 
maiquerade 170. 
mastioh 170. 
material 152. 
matter 175. 
may 189. 
mayor 69. 
maze 140. 
me 79. 

meadow 70. . 
meant 70. 
measure 70. 
mechanic 170. 
medal 70. 
meet 79. 
meet you 134. 
memoir 70. 
memory 204. 
men 30. 31. 
menaoe 70. 
merit 70. 
metal 155. 
metamorphose 142. 
meter 70. 
method 95. 148. 
mettle 155. 
mien 80. 
migrate 59. 
mild 60. 
milk 155. 
minstrelsy 142. 
minute 80. 
mirror 151. 



250 



Wort- und Saefaregiflter. 



miB- 142. 
misapply 142. 
miiearrj 142. 
mlBuie 142. 
mixtion 133. 
moan 48. 
model 49. 
modest 49. 175. 
Monday 59. 81. 
money 59. 
monk 59. 
monkey 59. 
month 59. 
moming 50. 
morose 142. 
morsel 142. 
mortise 142. 
mosque 170. 
moBs 49. 
most 47. 
mother 59. 
mould 48. 
moult 48. 
moum 49. 
mouming 50. 
mouge 143. 
mouth 147. 
mouths 147. 
moye 40. 160. 
mow 48. 
Murray 81. 
music 169. 
musical 141. 
must 95. 
inuster 59. 
my 30. 60. 
myrrh 94. 
myrtle 94. 



147. 



189. 



N. 

naked 175. 
name 30. 187. 189. 
naphtha 180. 
nation 70. 95. 96. 132. 
natural 69. 133. 
nature 31. 95. 131. 133. 
134. 



nauseate 132. 

neeetsary 70. 

nc'er 69. 

ndther 60. 80. 147. 

nephew 70. 160. 

new 31. 40. 122. 

night 60. 

nine 187. 

no 31. 46. 61. 

nobleman 95. 96. 

node 46. 

noise 141. 

none 59. 

nor 95. 

northerly 147. 

northem 147. 

not 10. 31. 46. 47. 50. 

51. 205. 
not at all 14. 
note 46. 47. 
nothing 59. 148. 
notion 49. 
nouriflh 59. 
novice 49. 
now 31. 60. 61. 94. 
nuisance 41. 142. 
nut 57. 58. 59. 



oak 48. 

oar 31. 49. 

oaths 147. 

obeisance 142. 

obese 142. 

oblige 95. 96. 132. 

oblique 80. 160. 

observant 141. 

observe 141. 

obsolete 79. 

obtuse 143. 

occassion 31. 70. 132. 

ocean 133. 

October 47. 

odd 175. 

o'er 49. 

of 95. 160. 

off 31. 47. 49. 160. 



often 49. 
oil 47. 50. 154. 
old 47. 105. 
omen 47. 
ominous 49. 
on 31. 
one 59. 
onion 59. 122. 
only 48. 
oose 30. 
opiate 49. 
ophthalmy 180. 
or 31. 47. 48. 95. 
orchestra 170. 
ore 30. 
ostler 106. 
other 59. 
ought 49. 
our 31. 95. 
Ouse 40. 
out 31. 60. 
oven 59. 
owe 48. 
owl 60. 
own 48. 

P. 

packs 143. 
pair 69. 
palace 69. 
palanquin 80. 
palate 69. 
pale 69. 71. 197. 
palfrey 48. 
Fall Mall 70. 
palsy 48. 140. 
pansy 140. 
panther 148. 
Paradise 142. 
parlour 152. 
parrot 151. 
partial 132. 
partiality 132. 
partridge 152. 
pass 31. 58. 
passage 140. 
passion 132. 



past 215. 
pat 71. 

path 31. 

pathetic 31. 

paths 147. 

patient 132. 

patroll 47. 

pattem 95. 

pear 69. 

peace 144. 

peas (pease) 144. 

peasant 70. 141. 

pencil 70. 

penny 30. 

Pension 132. 

Pentateuch 170. 

people 80. 

perfonn 31. 

peril 70. 

perish 70. 

peiplexed- 175. 

Persia 132. 

pet 71. 

Peter 70. 

pew 122. 

pheasant 70. 

philosophy 160. 

phthisis (-ic, -icial) 175. 

piece 80. 

pigeon 132. 

pikes 143. 

pinch 133. 

pint 60. 

piquant 170. 

pique 80. 170. 

pismire 141. 

piteous 133. 

pity 31. 46. 197. 

place 143. 

places 31. 

placid 143. 

plague 169. 

plaid 70. 

play 154. 

pleasant 70. 

pleasure 70. 131. 132. 

plenteous 133. 



Wort- und Sachregister. 

plough 60. 
Plymouth 81. 95. 
pneumatic 180. 
poet 47. 81. 
poke 215. 
polemie 70. 
police 80. 
polish 49. 
polite 95. 
pomb 49. 
poniard 49. 
pool 30. 180. 
poor 31. 40. 61. 
pork 50. 
por cupine 60. 
Position 132. 141. 
possess 141. 
post 47. 
poultice 48. 
poultry 48. 
pour 31. 49. 
praotise 142. 143. 
precise 142. 
Premier 82. 
premise 142. 
presage 142. 
presence 141. 
present 141. 
presentiment 141. 142. 
preserve 141. 
preside 141. 
President 141. 
presidial 141. 
presignify 142. 
presume 141. 
presumption 141. 
presuppose 142. 
pretty 31. 82. 152. 
prim man 199. 
prismatic 141. 
pro- 50. 
process 50. 
produce 49. 
product 49. 
profess 95. 
profit 49. 160. 
Programme 50. 



251 



progress 50. 
project 49. 
prologue 50. 
pronunciation 133. 
proper 49. 179. 180. 
prophesy 60. 
prophet 49. 
prosecute 142. 
proselyte 142. 
prosody 142. 
prosopopoeia 142. 
prove 40. 
proverb 49. 
province 49. 
provincial 133. 
provost 49. 
prudence 95. 96. 
psalm 143. 155. 180. 
pseudograph 143. 
psychology 143. 
ptarmigan 180. 
public 179. 
pudding 41. 
puU 40. 41. 155. 
pullet 41. 
pulley 41. 
pulpit 41. 
punctual 184. 
pundit 61. 
purchase 81. 142. 
pure 215. 
purpose 142. 
purse 143. 
push 41. 
puss 41. 
put 31. 41. 179. 

Q. 

quack 160. 
quadriUe 170. 
quaint 170. 
quart 48. 
quash 49. 
quay 80. 

queen 160. 168. 170. 
quell 170. 
question 133. 



252 



Woit- vnd Saehregiater. 



quoif 170. 


retum 31. 


sanguineous 170. 


quoit 170. 




■atchel 133. 


quoth 47. 


Rhine 151. 


satyr 95. 


B. 


rhomb 151. 


saw 30. 


Rhone 151. 


says (saith) 70. 


rag 61. 151. 


rhythmieal 151. 


scarce 58. 69. 152. 


ragged 175. 


ribald 80. 


scath 58. 


raillery 70. 


riddle 175. 


scene 140. 143. 


rainbow 205. 


ridge 132. 


Boent 143. 


raise 141. 


rig 151. 


soeptie 143. 169. 


rajah 58. 


rigbt 151. 


schedule 143. 


rancour 169. 


righteous 131. 133. 


scheme 170. 


rascal 142. 


ring 184. 




rase 142. 


ripe pear 199. 


Scholar 49. 170. 


rash 131. 132. 


rise 142. 


school 170. 


raspberry 180. 


risen 80. 


science 143. 


rather 58. 


road 205. 


scintülate 143. 


read 70. 


rob 49. 151. 


Bcirrhus 143. 


Reading 70. 


robin 49. 


scissors 141. 


ready 70. 


rode 197. 


soope 169. 


realize 60. 


rogue 169. 


scourge 95. 


realm 70. 


roguish 169. 


scragged 175. 


receipt 180. 


roll 47. 155, 


Scratch 131. 133. 


reconcile 59. 


root 39. 


sea 80. 


record 70. 


rosy 140. 


seamstress 70. 


recruit 40. 


rouge 40. 132. 


See 31. 


regicide 60. 


rough 59. 160. 


seignior 80. 


region 70. 


route 40. 


senior 70. 


religion 132. 


routine 40. 80. 


sensual 132. 


reply 30. 


row 48. 


Sergeant 59. 


repose 81. 


rüde 40. 


series 141. 


reseat 142. 


ruffian 122. 


serious 80. 


research 141. 


rüg 61. 


serve 160. 


resemble 141. 


rugged 175. 


set 140. 142. 


reserve 141. 


running 187. 


sew 48. 


reserved- 175. 


rushed 175. 


shaU 95. 


resident 141. 


ruth 40. 


Sharp 132. 


resign 142. 


rye 60. 


sheep 131. 


resigned- 175. 




shew 48. 


resilient 141. 


S. 


shine 132. 


resin 70. 


sacrifice 60. 141. 144. 


shoe 40. 


resolve 141. 


saga 58. 


shone 49. . 


resolved- 175. 


Said 70. 


shore 48. 


resonant 141. 


Saint 95. 


Short 47. 


resource 141. 


salve 58. 


shough 50. 170. 


resuscitate 141. 


sand 142. 


should 41. 95. 155 


result 141. 


sang 184. 


Shoulder 48. 



Wort- und Sachregister. 



253 



160. 



flhove 59. 
show 48. 
shriek 80. 
sieve 81. 
sign 60. 
sing 183. 184. 
Singer 183. 184. 
Single 183. 
sir 30. 95. 152. 
sir (irisch) 30. 
sixths 148. 
sleigh 60. 
sloth 47. 
slough 59 
sloyen 59. 
slow 48. 
sluice 40. 
smooth 147. 
smother 59. 
smoulder 48. 
Smyth 81. 
sneer 186. 
snow 48. 
Snowdon 48. 
so 46. 

sobriety 151. 
social 133. 
soft 49. 
soil 142. 
solace 49. 
soldier 132. 
solemn 186^ 
solid 49. 
some 59. 95. 
Somerset 59. 
son 59. 
song 184. 
■800t 41. 
soothe 147. 
sore 31. 
sorry 47. 49. 
soul 48. 
soup 40. 
source 49. 
souse 143. 
southem 59. 
sovereign 81. 



151. 



sow 48. 
special 70. 
sponge 59. 
spoon 40. 
spread 70. 
Star 58. 

starry 58. 151. 152. 
stature 69. 
stayed 175* 
stead 70. 
steady 197. 
Steak 71. 
stealth 70. 
Steel pen 205. 
Stephen 160. 
Stephenson 160. 
sticks 143. 
stingy 132. 
stirup 94. 
stomach 59. 170. 
stomachs 143. 
stood 41. 
Stour 40. 
stow 48. 
Strange 71. 183. 
Street 205. 
strew 48. 
strow 48. 
stubble 179. 
stubbom 95. 
stuffed 175. 
sublime 95. 
subside 142. 
substantial 132. 
Substitute 133. 
subtle 179. 
such 95. 
suffer 160. 
suffice 141. 144. 
sugar 41. 132. 
suggest 132. 
suit 40. 41. 
Suite 80. 
sulphur 95. 
Summer 189. 
Sunday 81 i 
super 40. 



super- 41. 
supper 180. 
sure 40. 42. 132. 
surfeit 81. 
swear 69. 
sweat 70. 
swim 160. 
sword 160. 
Sydenham 81. 
System 81. 



talent 69. 
talk 155; 169. 
tambourine 80. 
task 31. 
tear 69. 
teil 175. 
tempt 180. 
tenant 70. 
tenure 70. 
tepid 70. 
Thames 70. 175. 
than 95. 147. 
Thanet 69. 
thank 147. 
that 69. 95. 147. 
thausand 141. 
the 79. 82. 95. 147. 
thee 147. 
them 69. 95. 
the man 31. 
their 69. 95. 147. 
theirs 69. 147. 
them 147. 
then 95. 147. 
thence 147. 
there 69. 95. 147. 
there is 31. 95. 
these 147. 
thesis 142. 
they 147. 
thin 10, 147. 
thine 147. 
thing 148. 
think 183. 184. 
thirteen 205. 



254 



Wort- und Saehregifter. 



147. 



this 141 147. 
thither 147. 
Thomas 175. 
thorough 95.. 
those 147. 
thou 147. 
though 48, 
thread 70. 
threat 70. 
throne 14S. 
trough 40. 
throw 48. 151. 
thumb 147. 
thus 142. 147. 
thwart 160. 
thy 60. 147. 
thyme 175. 
tili 95. 
to 40. 95. 
together 147. 
tomb 40. 
ton 59. 
tongue 59. 
tonic 49. 
too 30. 40. 
touch 59. 
tough 59. 160. 
tour 40. 
tow 48. 
trans- 144. 
transact 144. 
transe 143. 
transgress 144. 
transition 144. 
travel 69. 
travise 142. 
treachery 70. 
tread 70. 
treasure 70. 
treatise 142. 
tribute 80. 
tried 151. 
triphthong 180. 
triumph 160. 
triumphal 59. 
trouble 59. 
trough 49. 160. 



trow 48. 
tnmeheon 133. 
tnith 40. 
tniths 148. 
try 151. 
tub 179. 
tube 121. 122. 
tone 40. 

turn 30. 32. 94. 96. 
twelye 160. 
twenty 160. 
twentyfiye 205. 
two 40. 160. 205. 
twopence 59. 
type 60. 
tyrant 60. 

U. 

udder 175. 

unoonoemed- 175. 

unoouth 40. 

undo 205. 

unique 80. 

unreserved- 175. 

up 30. 93. 

U8 30. 95. 142. 194. 205. 

usage 41. 

use 122. 140. 143. 144. 

usual 132. 



yacate 169. 
vaccinate 169. 
yain 160. 
yalet 69. 
valiant 70. 
valour 69. 95. 
yalue 39. 69. 94. 
yanish 69. 
yarious 142. 
yase 58. 
yein 71. 
yenture 133. 
yerdure 132. 134. 
yerse 143. 

yery 70. 79. 81. 151. 
160. 



yeat 50. 
yiear 80. 
yiciona 133. 
yictuala 169. 
yiew 41. 
yillage 81. 
yisage 80. 
yision 131. 132. 
yisit 80. 
vivid 160. 
yoluntary 95. 

W. 

wails 140. 

wainaeot 70. 

waisteoat 70. 

Walking excuraion 205. 

walks 143. 

walnut 48. 

walruss 48. 

war 46. 48. 

Warwiek 50. 

was 49. 95. 140. 141. 

wash 30. 31. 

water 48. 160. 

waya 141. 

WC 79. 

wealth 70. 

weapon 70. 

wear 69. 

weary 80. 

weather 70. 

welter 95. 

were 95. 

wet 160. 

wether 147. 

wharf 48. 

what 10.47.49.51.160. 

where 69. 

which 160. 

whither 147. 

who 31. 40. 160. 

whole 31. 160. 

whom 40. 160. 

whose 40. 160. 

wicked 175. 

width 148, 



Wort- und Sachregister. 



255 



wild duck 199. 
wildemess 60. 
will 95. . 
wind 60. 
windkss 60. 
windy 82. 
witch 133. 
with 147. 
withal 48. 
wither 147. 
wolf 41. 
"Wolsey 41. 
Wolverhampton 41. 
woman 41. 
womb 40. 
women 81. 
won 59. 
wonder 59. 
won*t 48. 59. 



wood 41. 
wooed 175. 
wool 41. 
work 95. 
worthy 147. 
would' 41. 95. 155. 
would you 134. 
wound 40. 
wrath 48. 
wretched 175. 
wreaths 147. 
write 160. 
wrong 160. 
wrote 197. 



Xenophon 141. 
Xerxes 141. 



yacht 50. 133. 
yeoman 48. 
yes 121. 122. 142. 
yew 40. 
yolk 47. 
you 40. 95. 
young 59. 121. 
younger 169. 
youngest 169. 
your 40. 47. 95. 
youth 40. 
yule 40. 



Z. 



zeal 140. 
zealot 70. 
zealoufi 7.0. 



Französisohes Wortregister. 



abbaye 123. 180. 
abdomen 187. 
abeille 123. 
abhorre 53. 
abhorrer 53. 
abüne 84. 198. 
abject 177. 
Abraham 101. 190. 
abrupt 177. 
abflolu 145. 
aocabler 172. 
accepter 146. 
acclimater 172. 
accroc 172. 
accueil 88. 
Achab 180. 
Achai'e 172. 
achfeve 75. 
Achüle 124. 173. 
aconit 176. 
acqu^rir 172. 
acquitter 172. 
actif 172. 
addition 176. 
adosser 52. 
Äge 64. 
Agen 101. 
agenda 101. 
agglutiner 172. 
agnat 172. 185. 
agneau 185. 186. 
agnus 145. 
Agram 101. 
aha 106. 
ai'eul 123. 
aiguille 172. 



aiguiser 172. 
ail 64. 
aim^-je 76. 
air 74. 
Aix 146. 

album 52. 101. 189. 
Alep 180. 
Alfred 176. 
Afghani 156. 
all^gorie 156. 
allegresse 156. 
all^guer 156. 
aliauia 156. 
aller 156. 
allez-y 144. 
alliUration 156. 
allo- 156. 
allocation 156. 
allopathe 177. 
allusion 156. 
alluvion 156. 
almanac 173. 
alo^B 145. 
Alsace 145. 146. 
Äme 63. 64. 
amen 101. 103. 187. 
amer 153. 
amie 84. 
amour 42. 
an 30. 

anachorite 172. 
Anchise 173. 
angelus 145. 
ann- 188. 
Anna 188. 
annales 188. 
ann^e 101. 



annexion 188. 
Annibal 188. 
annuel 188. 
AntioehuB 172. 
AnTers 153. 
aoüt 43. 
are 172. 
areha- 172. 
areh^ 172. 
archi^pisoo- 172. 
Archim^e 173. 
archonte 172. 
ArgoB 145. 
arguer 172. 
argus 145. 
aristocratie 146. 
arme 190. 
Amauld 156. 
Arras 145. 
arsenic 173. 
as 145. 
aspeot 178. 
asBistance 145. 
aster 153. 
aÜaB 145. 
attaque 177. 
attend-il 218. 
attendre 176. 177. 
Auch 52. 
aum6ne 52. 
aune 52. 187. 216. 
aurai 52. 
aurai(8, -t) 52. 
auBsi 52. 
autel 52. 
autonme 101. 
aux armes 145. 



Wort- und Sachregister. 



257 



Auxerre 146. 
Auxois 146. 
Auxcnne 146. 
avec 172. 173. 
avoine 65. 



Bagdad 176. 
bain 180. 
balbutier 146. 
balsamine 145. 
Balzac 144. 
banc 172. 
bände 176. 
bapt^me 180. 
baril 156. 
baron 198. 207. 
Baruch 172. 
base 63. 
basilic 173. 
bataille 123. 
Bayard 123. 
Bayeux 123. 
Bayonne 123. 
beau 198. 

beaucoup 180. 207. 
bec 173. 
b^che 75. 
Beirout 176. 
Bell6rophon 156. 
belli- 156. 
bellie 156. 
bellis 156. 
Belt 177. 
Benjamin 101. 
benigne 186. 
Bengale 101. 
Beotie 146. 
Berlioz 144. 
böte 30. 
beurre 102. 
bible 89. 
biche 134. 
bien 101. 102. 188. 
bien appris 188. 
biennal 188. 
biere 74. | 

Vietor, Phonetik. 2. Aufl. 



billard 123. 
billion 123. 
bis 145. 
Biscaye 123. 
bUmer 190. 
blanc 103. 172. 
bl6 74. 75. 
bleu&tre 88. 
blocus 145. 
Blücher 173. 
boeuf gras 162. 
boeufs 89. 162. 
boire 65. 
bois 64. 
boite 64. 
boive 64. 
bon 180. 
bon ami 187. 
bonne 53. 102 187. 
bonte 102. 
bord 52. 
bomer 187. 
bouc 173. 
boucle 89. 
boue 43. 
bourg 173. 
Boursault 156. 
brac 173. 
bref 74. 
Brennus 188. 
Brest 177. 
briller 123. 
broc 172. 173. 
Brunswick 101. 
brut 176. 
Bruxelles 146. 
Bucharest 177. 
Buloz 144. 
Burrhus 153. 
but 176. 
büt 32. 

C. 

9a 146. 
cadavre 63. 
Cadix 146. 
caf6 162. 



caillou 123. 

camarilla 123. 

Camoens 145. 

camp 102. 171. 172.181. 

campagne 185. 

canard 178. 

Cancer 153. 

caoutchouc 172. 

cap 180. 

carafe 162. 

carr6 153. 

casse 146. 

casser 146. 

cat6chu- 142. 

Cayenne 123. 

ce 88. 

cela 89. 

cens 145. 

cercle 218. 

cerf 162. 

cerfs 162. 

cesser 146. 

chaise 74. 

champ 101. 103. 

Champs-Elysees, les — • 

145. 
chaos 172. 
chapeau 134. 
charmant 134. 
Chdtelbrault 156. 
chaud 31. 
chef-d'oeuvre 162. 
ch^ne 134. 
chenil 156. 
Ch6ops 172. 
cheptel 180. 
eher 153. 
Cherson^se 172. 
chevaux arabes 145» 
chez eux 144. 
chlore 172. 
choeur 172. 
choix 114. 
Chol- (chol6ra) 17Z, 
Chor- 172. 
chorus 145. 
Chr^tien 146. 
17 



i 



258 



Wort- und Sachregister. 



chr6tien 146. 172. 
Christ 178. 
chut 176. 
ciel 146. 
Cinna 188. 
cinq 172. 
Cinq-Mars 146. 
civü 156. 
clef 162. 
clerc 172. 173. 
Club 180. 
Clugny 172. 186. 
coc 173. 
cochon 134. 
codicille 124. 
cceur 88. 153. 
cognat 172. 
Colchide 173. 
College 75. 
colligation 156. 
collision 156. 
coUodion 156. 
coUoque 156. 
colloquer 156. 
colluder 156. 
Cologne 184. 
Colomb 181. 
commun 102. 
compagnie 186. 
comprendre 180. 
compte 180. 
comte 101. 
connoitre (für connaitre) 

65. 
consid6ration 207. 
conte 100. 
conversation 145. 
coq 172. 
coq dlnde 172. 
correct 177. 
corroborer 153, 
corroder 153. 
cöte 53. 
cöt^ 51. 52. 53. 
coup 181. 
cour 172. 
courrai(8) '153. 



courtü 156. 
courtois 65. 
courtoisie 65. 
coutil 156. 
cran 173. 
crayon 123. 
creuse S8. 
creuser 88. 
cri 172. 
cric 173. 
Critias 146. 
croc 172. 173. 
crocus 145. 
croire 64. 65. 
crois 64. 65. 
crois-je 64. 
croitre 65. 
croyance 65. 
croyer 123. 
cueillir 88. 123. 
culller 123. 153. 
cul-de-sac 156. 
culte 91. 
cuye 92. 
cygne 146. 
CyrvLS 145. 
czar 172. 



dame 190. 
damner 64. 101. 
dans 176. 
danse 146. 
danser 102. 146. 
dauphin 162. 
David 176. 
de 30. 88. 
d6cemvir 101. 
d^faut 52. 
defend 173. 
deficit 176. 
degr6 88. 
d^jeuner 88. 
DeHlle 124. 
demeure 90. 
demeurer (demourer)90. 
dent 101. 



Desaix 145. 
des oeufs 145. 
disosse 53. 
des8i(g)ner 186. 
dette 75. 165. 
deuxiäme 145. 
deux sous 43. 
diagnostic 172. 
diarrh6e 153. 
diction 146. 
Dieu 84. 
diff6rentier 146. 
digne 123. 185. 
dindon 176. 
dire 176. 177. 
direct 177. 
dis-je 198. 
dissiper 146. 
distiller 123. 
dix 84. 198. 
dix-huit 145. 
dixiäme 145. 
dix-neuf 145. 
dix-sept 146. 
doge 52. 
doigt 171. 
dompter ISO. 
donc 172. 
donnai 75. 
donne 188. 
donner 188. • 
dot 53. 176. 
douane 64. 
Doubs 180. 
drap 181. 
droit 65. 
drölatique 52. 
du 32. 

du 30. 32. 198. 
duc 172. 173. 
Dunkerque 101. 
dure 92. 
durer 91. 



eau 53. 
6checs 172. 



Wort- und Sachregister. 



25» 



•6cho 172. 
Eden 187. 
effet 162. 
eile 156. 
^ll^bore 156. 
ellipse 156. 
^loigne 64. 
erneute 88. 
^meutier 88. 
Emma 190. 
Timmanuel 190. 
Elmmaüs 190. 
emmener 101. 189. 190. 
^mprunt 101. 
en 30. 187. 
eneore 52. 
endosse 53. 
endosser 52. 
enfer 153. 
enivrer 101. 187. 
ennoblie 101. 
ennui 101. 187. 
ennuyer 101. 123. 
enorgueillir 101. 
«ntendre 188. 
entiferement 75. 
entretient 210. 
envers 153. 
^peautre 52. 
Ephraim 101. 
Ernest 177. 
erreur 153. 
error 153. 
^s 145. 
escient 146. 
espace 63. 
esp^rer 145. 
espic 173. 
essentiel 146. 
essuyer 123. . 
est 30. 146. 
est (Osten) 177. 
Esther 153. 
estimer 144. 
estomac 172. 
et 30. 
etable 63. 



6tain 101. 
et6 30. 
6ther 153. 
^tiage 146. 
6troit 65. 
eu 92. 
euchar 172. 
Eugene 88. 
edmes 92. 
eurent 92. 
Europe 88. 
Europ^en 101. 103. 
eus 92. 
eut 92. 
eütes 92. 
6vöque 75. 172. 
exact 145. 177. 178. 
examen 101. 
exender 173. 
exciter 173. 
exempt 180. 
exhiber 145. 



fable 63. 156. 
fabrique 180. 
Fabvier 180. 
faim 101. 
faire 197. 
faisable 88. 
faisais 88. 
faisan 88. 
faisant 88. 
faiseur 88. 
faisons 88. 
fait 176. 
fallacieux 156. 
falloir 156. 
famille 124. 
fard 178. 
fashionable 135. 
fat 176. 
fauteuil 124. 
feinte 101. 
femme 64. 
fenouil 124. 



fer 74. 153. 215. 
ferme 189. 
f^ter 75. 
feu 88. 89. 162. 
feuüle 123. 124. 197. 
feuilleter 124. 
fic 173. 
fier 124. 153. 
Fieschi 173. 
fiUe 30. 124. 
fils 145. 156. 
fin 101. 161. 
fini 30. 
finir 153. 
flagellant 156. 
flamme 64. 
flanc 172. 
fl6au 106. 
fläche 75. 
fleuve 88. 215. 
floc 173. 
foi 64. 
foie 64. 
foire 65. 
fonction 146. 
Fontenay 74. 
force 146. 
foret 75. 
for6t 75. 
fosse 52. 53. 
foss6 53. 
fossile 52. 
fossoyer 52. 
fouet 177. 
Franc 172. 
franc 172. 
fran9ais 146. 
Franfois 65. 
frapper 180. 
frayeur 123. 
Fr6jus 145. 
frßle 74. 
irhie 74. . 
froe 173. 
froid 64. 65. 
fuchsia 172. 
furent 92. 
17* 



260 



Wort- nnd Saehregister. 



fuB 102. 
fusil 156. 



gageure 134. 

gai 75. 

galimatias 146. 

gaillard 17S. 

galop ISl. 

gant 171. 

Gap ISO. 

Gaultier 156. 

gaz 144. 

geai 75. 134. 

g^ne 134. 

gens 145. 

gentil 156. 

gentilhomme 124. 

Geoffroi 134. 

geognosie 172. 

George 134. 

George Sand 176. 

Gesler 171. 

Geyser 171. 

gibus 145. 

gigot 134. 

Gilles 124. 

Gil Ruy-)BUs 145. 

Girault 156. 

gisons [-ez, -ent, -ant, 

-ais) 145. 146. 
gloire 65. 
gorge 134. 
goüt 43. 
grand 173. 
grand hemme 176. 
granit 176. 
grasseyement 123. 
grasseyer 74. 123. 
grasseyeur 123. 
gratis 145. 
grenouille 123. 
grimper 101. 
grip 181. 
grog 172. 
gros 53. 
grosse 52. 



Guadeloupe 172. 
gaene 171. 172. 
guide 176. 
Guide 172. 
Guise 172, 
Guizot 172. 
Günther 101. 
gypse 134. 

habfle 180. 
hamster 153. 
hanap ISO. 
harangue 172. 
hasaid 178. 
Havag 145. 
Haye 74. 
herbe 74. 
heroTne 106. 
h^ros 106. 
heure 215. 
heureux SS. 
heurt 177. 
hieble 123. 
hier 123. 153. 
hemme 30. 31. 53. 
Honduras 145. 
honneur 210. 
horreur 153. 
horrible 153. 
hötel 52. 
hotte 53. 
Humbert 101. 
humble 102. 
hyacinthe 123. 
hyöne 123. 
hymen 101. 1S7. 



ici 10. 
igne 1S5. 
igne 185. 
igni- 172. 
illegal 199. 
imb^cillite 123. 
imm- 190. 
immense 199. 



immortel 189. 
inchoatif 172. 
indiqne 177. 
Indult 177. 
ineptie 146. 
inertie 146. 
inexpugnable 172. 
infect 177. 
ingrat 102. 
initial 146. 
initier 146. 
inn^ 187. 188. 
Innovation 188. 
infltiUer 123. 
intelligent 156. 
interr^ne 153. 
irr- 153. 
ithos 145. 
iyrognerie 186. 

J. 
Jabot 134. 
Jacob 181. 
jadis 145. 
jalap 180. 
jamais 207. 210. 
jardin 134. 
je 88. 

je le crois 80. 
je n'ai 89. 
Jerusalem 101. 103. 

190. 
je te hais 106. 
jeter 134. 
je te le dis 89» 
jeudi 88. 
jeun 101. 
jeune 89. 
jedne 88. 
Job 181. 
Jone 172. 
Josabet 176. 
jouer 134. 
joug 172. 
Judas 145. 
Judas 145. 
Judith 177. 



Wort- und Sachregister. 



261 



juge 92. 
julep 180. 
Jupiter 153. 



k(li)an 172. 
k6pi 172. 
kilo 172. 
kirsch 135. 
knout 172. 176. 



lac 172- 
lacer 146. 
lache 100. 
lacs 172. 
Ladislas 145. 
La Fayette 123. 
la honte 106. 
languir 172. 
lapin 180. 
laps 145. 
lard 178. 
Las Cases 145. 
Laure 52. 
lave 64. 
le 30. 88. 
le^on 146. 
Lefebvre 180. 
Uopard 178. 
Lesage 145. 
Lesaint 145. 
les amis 14. 
Lesseps 146. 
lest 177. 
leudes 216. 
IhYe 75. 
Leyde 74. 
liard 178. 
libre 89. 153. 180. 
liehen 172. 
lien 198. 
Lille 124. 
lime 84. 
limpide 101. 
lingual 172. 



lingui- 172. 
lion 123. 
liquider 172. 
Us 145. 

lire 84. 156. 216. 
lithographe 177. 
loch 172. 
loger 134. 
long 156. 173. 
longue 172. 
long usage 171. 
lorgnon 185. 
Lorris 145. 
lorsque 88. 
Lot 176. 
loup 181. 
Louis 198. 
lui 162. 198. 
Luneville 124. 
lut 177. 
lyre 84. 

M. 

ma 29. 63. 
Machiavel 173. 
machiav61ique 173. 
Madrid 176. 
magister 153. 
mais 74. 216. 
maison 144. 
maitre 75. 
malachite 172. 
Malesherbes 145. 
malheur 90. 
maligne 186. 
mameluc 173. 
mangea 134. 
manifestation 146. 
marc 172. 
marchand 134. 
mariage 210. 
Mars 146. 
mät 64. 
mat 176. 
mauvais 52. 
Mayence 123. 



me 88. 

m6chante 198. 

m6chant et yilain 198. 

möche 75. 

meilleur 123. 

membre 101. 

memoir 65. 

memoire 64. 65. 

mer 100. 153. 190. 

mercredi 153. 

M6rilhou 124. 

Mesmer 145. 

metre 75. 

meule 88. 

Meuse 215. 

meute 88. 

Michel- Ange 173. 

Milhau 124. 

Milhaud 124. 

mille 124. 

Millevoye 124. 

millier 123. 

mince 101. 

miracle 63. 

Mceris 75. 

mceurs 88. 145. 

moi 64. 

mois 64. 

moUe 53. 

mon 10. 187. 189. 

mon ami 14. 

monosyllabe 145. 

mon petit ami 89. 

Mons 145, 

mort 53. 100. 215. 

mot 52. 

motion 52. 

mouiller 123. 

mourrai(s) 153. 

mousse 146. 

muet 162. 

mugir 134. 

Munich 173. 

mur 92. 

mür 90. 92. 

mus^e 75. 

myrtille 124. 



262 



Wort- und Sachregister. 



nabab 180. 
nage 197. 
naiade 123. 
narrer 153. 
nation 64. 
ne 88. 

neige 74. 216. 
nerf 162. 
nerf-f6rure 162. 
net 176. 
neuf 88. 187. 
Neuf- 162. 
Ney 74. 
nez 75. 
Ni6men 187. 
noblesse 90. 
noir 64. 
noise 64. 
noix 64. 218. 
nom 101. 102. 
nombril 156. 
non 102. 
noyer 123. 
nul 102. 
nymphe 101. 

O. 

Ochosias 172. 

odorat 53. 

cell 8S. 124. 

ceillade 88. 

oeillet 88. 

ceuf 88. 

oeufs 89. 

Öffenbach 173. 

offre 153. 

Omnibus 101. 145. 

on 30. 100. 187. 

or 51. 52. 53. 

orch- (orchestre) 172. 

orgueil 88. 

OS 145. 

osciller 123. 15G. 

ouailles 64. 

ouest 177. 

outil 156. 



P. 

paie 12 ^>. 

paiea 123. 

paiUard 176 

pain ISO. 

Palladium 156. 

Pallas 156. 

pallier 156. 

parasol 145 

parc 173. 

parce que 88. 

pardonner 207. 

parfiim 101. 

Paris 64. 

parier 75. 

paroitre(furparaitre) 65. 

parole 153. 

partie 177. 

pas 63. 64. 

pas ici 198. 

passe 63. 

passer 6 t. 

pathos 145. 

patient 146. 

Patriarchat 172. 

patriarche 1T2. 

patte 64. 

Paul 52. 

paye 123. 

payement 123. 

payen 123. 

payer 74. 84. 123. 

payerai 123. 

payes 123. 

payons 74. 123. 

paysan 74. 

pdche 75. 134. 

pöcher 74. 

peintre 176. 

pensum 101. 

pentagone 101. 

perdre 218. 

periu 43. 

pfere 75. 

Perrault 156. 

persil 156. 

perte 100. 176. 



pöse 75. 

petit 218. 

petite 218. 

peu 32. 

peuple 31. 89. 102. 

peur 30. 88. 100. 

peureux 88. 

Philopcemen 187. 

philosophe 162. 

pic 173. 

pied 74. 75. 84. 123. 

124. 215. 
pigeon 134. 
piti6 177. 
plaindre 101. 
plante 101. 
plein 101. 
plomb 180. 
pleuvoir 88. 
plus 102. 145. 
poids 64. 
poil 64. 
point 162. 180. 
pois 64. 
poix 64. 
Pologne 186. 
porc 172. 183. 
perle 89. 100. 
porter 153. 
porte-t-eUe 89. 
porte-t-il 88. 
posa 145. 
poser 145. 
poser 145. 
posons 145. 
pouah 64. 
pouding 172. 
poudre 176. 
pouls 156. 
pourpre 89. 180. 
poutre 42. 
pratique 177. 
pr^cis 146. 
pr6s6ance 145. 146. 
pr^somptueux 145. 
pressentir 146. 
pret^rit 176. 



Wort- und Sachregister. 



263 



prioit (für priait) 65. 
prodige 6tonnant 14. 
proph6tie 146. 
prompt 180. 
prospectus 146. 
prouve 216. 
prudemment 64. 
Pruth 177. 
puls 162. 
puisque 88» 
punit 84. 
Papille 124. 
pusillanime 124. 156. 
Pyrrhus 153. 



178. 



quai 75. 
quand 172. 
quatre 156. 
que 88. 
quelque 88. 
querrai(8) 153. 
quete 172. 
qui 171. 173. 
quoi donc 64. 
quoique 88. 

B. 

race 90. 146. 
Rachel 173. 
rafle 162. 
rage 63. 64. 
rampe 101. 
rang 173. 
rang 61ev6 171 
rapt 177. 
rare 64. 215. 
rase 145. 
raser 64. 198. 
r6hus 145. 
re9u 146. 
recueil 124. 
refus 88. 
Regnard 172. 
Regnaud 172. 
Regnauld 172. 
Regnault 172. 



134. 



r^gne 185. 186. 

r6gner 184. 185. 186. 

r6gnicole 172. 

renard 186. 

renie 43. 

rejeter 134. 

r6pond-il 176. 

resigner 145. 

r6signer 145. 186. 

r6ve 74. 75, 

R(h)eims 145. 153. 

rh6torique 153. 

Rhin 153. 

rhinoc6ros 145. 153. 

rhum 52. 101. 

rideau 52. 

rien 153. 188. 

rien entendre 188. 

rire 153. 

rive 84. 197. 

rohe 51. 52. 180. 

Rochefoucauld 156. 

roi 64. 161. 

RomanoY 162. 

rond 100. 

ronde 100. 

rondeau 100. 

rose 51. 52. 53. 144. 145. 

ros^e 52. 

rosier 53. 

r6ti 52. 

rouage 64. 

rouge 42. 

route 42. 

Ruhen 101. 187. 

Ruhens 101. 145. 

ruine 161. 

ruse 91. 92. 145. 197. 

216. 
rut 177. 



S. 



sac 173. 
sais 75. 
sait 75. 
salon 145. 
sang 103. 



sanglant 171. 
(Santa-) Cruz 144. 
sauf 52. 
saurai 75. 
saToir 162. 
ScsBVola 75. 
Bceau 53. 
scöne 146. 
Schaff house 135. 
schah 134. 
schako 134. 
Schamane 134. 
Sch6h6razade 135. 
schel(l)ing 134. 
schihholeth 134. 
schiites 134. 
Schiller 135. 153. 
schirting 134. 
schisme 135. 
schiste 135. 
schlague 135. 
Schleswig 172. 
scholiaste 172. 
scholie 172. 
scho(o)ner 135. 
schottis(c)h 135. 
scie 146. 
sculpter 180. 
Scythe 146. 
se 88. 

seau 30. 53. 
second 172. 173. 
secret 173. 
sei 144. 145. 
seller 156. 
SenUs 14^. 
sens 145. 
sep 181. 
sept 180. 
seul 88. 89. 
86ve 75. 

Shakespeare 135. 
sh6rif(f) 135. 
Shiva 135. 
shrapnel(l] 135. 
shuddy 135. 
Shylock 135. 



264 



Wort- und Sachngister. 



si 10. 


tasse 63. 


troure 90. 


Sieyes, Siey^s 145. 


t&ter 176. 


trourer 90. 


siffler 162. 


te 88. 


Troyen 101. 


Signet 172. 


Te-Deum 75. 


tuer 162. 


simple 102. 


tel 74. 


tumulus 145. 


sirop 181. 


teile 74. 


turc 173. 


six 84. 198. 


temps 101. 176. 180. 


tyran 84. 


soi 64. 


tenir 101. 


IT. 


soie 64. 


terre 74. 




soin 101. 


terreur 153. 


un 30. 187. 


8oir6e 64. 


terrible 153. 


un ami 187. 


soit 65. 


terrine 153. 


une 32. 


soit! 176. 
soixante 146. 
soi 52. 


tÄte 75. 
thaler 153. 
th^Ätre 177. 


une haie 88. 
une nouvelle 90. 
univers 153. 


soleil 124. 
solennel 64. 


thfese 74. 
Thiers 146. 


un sou 43. 
Unterwald 101. 


son 187. 
sonnet 145. 
80t 176. 
sou 30. 145. 


thym 101. 
tiUeul 123. 

tirant 84. 
tirer 176. 


ut 176. 
utile 177. 
Utrecht 173. 
Uxelles 146. 


soül 156. 


titiUer 123. 


V. 


Soult 177. 


toi 64. 


vaciUer 156. 


sourcil 156. 


toileUe 64. 


Yadius 145. 


soutien 146. 


tombe 180. 


vaiDC(s) 172. 


sp^cimen 187. 


tome 52. 


vasistas 145. 


Stralsund 101. 


ton 187. 


vaudevüle 124. 


strass 146. 


t6t 52. 


Vaugelas 145. 


steamer 153. 


tourne 187. 


Venceslas 145. 


striet 177. 


tourner 187. 


venir 101. 162. 


SU 92. 


toujours 30. 


V6nus 144. 


suave 162. 


tous 42. 145. 198. 


vermout 176. 


Sucre 153. 


tranquille 124. 


Verrös 153. 


sud 176. 


trans- 145. 


yers 153. 


Sund 101. 


transir 145. 


vert 74. 


supr^me 198. 


transit 145. 176. 


vestir = vitir 76. 


sür 90. 92. 


transitif 146.^ 


Veto 75. 


syllabus 145. 


Transylvanie 145. 


veut 88. 


Sympathie 177. 


travail 124. 


veuve 162. 


syntaxe 101. 


träve 75. 


vice (versa) 75. 




triste 84. 


vie 84. 198. 


T. 


triumvire 101. 


vieux 123. 124. 


tabac 173. 


trochde 172. 


vif 161. 


table 63. 156. 


trompe 180. 


vignoble 186. 


tacher 64. 


tröne 52. 


viUa 123. 


tact 177. 


trop 52. 180. 


village 124. 


tarif 162. | 


troupe 180. 


ville 124. 



Wort- und Sachregister. 



265 



Villefranche 124. 
Villers-Cotterets 124. 
Villersexel 124. 
Villette, la — 124. 
vin 30. 31. 161. 
Tingt 171. 
Tis 145. 
Tive 84. 161. 
Tivre 162. 
TCBU 89. 
Toile 64. 
Tois 64. 

Touloir 153. 156. 
Tous 6tes 75. 145. 

W. 

Waggon, wagon 162. 
171. 172. 



Wallon 162. 
Warrant 162. 
whist 177. 



Xaintrailles 146. 
Xavier 145. 
X6rfe8 173. 
Xerxes 145. 146. 
Ximenös 145. 



yacht 123. 
yatagan 123. 
Yemen 123. 
yeu 123. 



yeuse 123. 
Yeres 123. 
Yon 123. 
Yonne 123. 
York 123. 
yucca 123. 

Z. 

Zaire 144. 
zöle 144. 
zenith 177. 
z6ro 52. 144. 
zest 177. 
zigzag 144. 172. 
Zone 52. 144. 
Zürich 144. 
Zwingle 144. 



Sachregister. 



Accent (Betonung, Ton) 200. 209. 

ach-Laut 113. 117. 

Affrikaten 108. 164. 

ai (deutscheB) 55 ff. 

a-Laute 53 ff. 

Alveolar-r, gerolltes 149 f. ungeroU- 
tes 150f. 

Anlaut 214. 

Ansatzrohr 1. 

apikale Lautbildung 125. 

Artikulation 1. 

Artikulationsbasis ( Operationsbasis) 
192 f. 

Artikulationsorgane 1. 3 — 10. 

Artikulationsstellen 15. 

Aspiraten 108. 164. 

Aspiration, regelmässige 165. em- 
phatische 165. 

aspirirte Tenuis 163 f. 

Assimilation 217. 

Atem 1 f. 

Atemritze 4. 

Atemweg 9. 

Atmen 2. 5. 8 f. 

Atmungsorgane Iff. 

au (deutsches) 55 ff. 

äu (deutsches) 44 ff. 

Ausatmen 2. 

Auslaut 214. 



Bauchreden 7. 
Betonung 209. 
bilabiales w 158. 



Bindung des Endlauts 14. 
Brusthöhle 2. 
Bruststimme 7. 



Choanen 9. 

Crescendo der Exspiration 199. 

D. 

dänisch: dör 31. föle 30. Gave 30. 
Ifißse 31. Lys 30. Lyst 31. Steen 
30. störst 30. fiynd31. trie3]. 

Dauer des Lautes 192. 195—199. 

Dauerlaute 108. 

Decrescendo der Exspiration 199. 

dentale Nasalkonsonanten 186 ff. 

dentale Reibelaute 125 ff. 

dentale Verschlusslaute 173 ff. 

Diphthong, steigender 200. fallen- 
der 200. 

dorsale Lautbildung 125. 

Drucksilbe (Exspirationssilbe) 213. 



ebener Ton 208. 

ei (deutsches) 55 ff. 

Eigentöne der Vokale 15. 

Einatmen 2. 

eingipflige Silben 201. 

e-Laute (inkl. oe-Laute) 65 ff. 

emphatischer Accent 200. 

e muet 90. 

End-e 93. 

enge (geschlossene) Vokale 193. 



Wort- und Sachregister. 



267 



enge Konsonanten 193. 
Enkliticä 201. 
e sourd 89. 
Essen 9. 

eu (deutsches) 4 4 ff. 
Explosion (und Beibung) 191. 
Explosivlaut 108. 
Exspiration 2. 164. 
exspiratorischer Accent 200. 

F. 

fallender Ton 208. 

faUend-steigender Ton 208. 

falsche Gurgel 5. 

Falsettstimme 7. 

f-Enge, labiodentale 189. 

Fistelstimme 7. 

Flattern (Schwingungen) 150. 

Flüstern 7. 

Flüsterstimme 7. 

Fortis 109. 

Frikativä 108. 

Q. 

g (deutsches) 113 ff. 166 f. 

Gähnen 3. 

gälisch: laogh 27. 30. 

Gaumen, weicher 7. harter 8. 

gelispelte Laute 147 ff. 

geminirte Laute 196. 

geminirte* Konsonanten 213. 

Geräusche 9. 

Geräuschlaute 107. 

Geruchsorgan 9. 

gerundete (labialisirte) Laute 214. 

Giessbecken-, Giesskannen- oder 
Stellknorpel 4. 

Glottis 5. 

grasseyement 153. 

gutturale Reibelaute HO. 

gutturale und palatale Nasalkonso- 
nanten 181 ff. 

gutturale und palatale Verschluss- 
laute 165 ff. 

gutturale Vokale 37 ff. 

gutturale (postpalatale) Zungen-Gau- 
men-Artikulation 15. 



guttural-palatale Vokale (Mischlaute) 
85 ff. 

H. 

halblange Laute 195. 

Halbvokale 195. 

h aspir^e 106. 

»harte« Laute 109. 

Hauchlaut 103. 

h-Laute 103 ff. 

h muette 106. 

Höhe des Tons (Tonhöhe) 192. 208 ff. 

Husten 3. 

L 

ich-Laut 119 ff. 

i-Laute 76 ff. 

Inlaut 214. 

interdentale Laute (d/-Laute) 147 ff.^ 

Intervalle 209. 

Intonation 208 ff. 

italienisch: dolore 30. padre 31. tu 

30. 
i-ümlaut 216. 



j (deutsches) 119 f. 218. 



kakuminales (zerebrales] r 152. 
Kehldeckel 5. 
Kehlkopf 1. 4-7. 
Kehlkopf artikulation 12—14. 
Kehlkopf-r 112. 

Kehlkopfreibelaut (-hauchlaut) 13. 
Kehlkopfverschlusslaut 13. 
Kieferwinkel 16. 
Klang der Laute 194 ff. 
Konsonanten 107 ff. 
Kopfstimme 7. 
kurze Laute 195. 



labiale Nasalkonsonanten 188 ff., 
labiale Reibelaute 157 ff. 
labiale Verschlusslaute 178 ff. 
Labialisirung eines Lautes 214.. 



268 



Wort- und Sachregifter. 



labiodentale Bildung 157. 

labiodentales m 189. 

Lachen 3. 

lange Laute 195. 

laterale Artikulation 154. 

laterale Bildung 125. 

Lautabsätze 214. 

Lautausgänge 214. 

Lauteingänge 214. 

Lauteinsätze 214. 

Laute mit Kehlkopf enge 12 f. 

Laute mit Kehlkopf enge und Kehl- 
kopf verschluss 12. 

Laute mit Kehlkopf Öffnung 12. 

Laute mit Mundenge (Reibelaute) 
llOff. 

Laute mit Mundenge und Mundver- 
schluss (Konsonanten) 107 ff. 

Laute mit Mundöfihung 15 ff. 

Laute mit Mundyerschluss (Ver- 
schlusslaute) 162 ff. 

Laut mit Kehlkopfverschluss 13 f. 

Lautübergänge 214. 

Lautverhältnisse 194—218. 

Lautwandel 214. 

Lenis 109. 

Lippen 8. 

Liquida (r u. 1) 148 ff. 

1-Laute 154 ff. 

1 mouiU6 124. 

Luftröhre 1 f . 

Lunge 1 f. 

M. 

Media 108. 163 ff. 
mediane Bildung 125. 
Medianschnitt des Kopfes 3. 
mediopalatale Zungenhebung 16. 
Mischlaute (ü, ö) 85. 
Mischlaute (gutt-pal.) 85. 92 ff. 
Modelle von Kehlkopf, Zunge und 

Kopf 1. 
Momentanlaute 108. 
Morgagnische Taschen 5. 
mouillirtes gn 185 f. 
mouiUirtes 1 124. 
mouillirtes n 124. 182. 185. 



Mouillirung eines Lautes 214. 
Mund 7—9. 

Mundartikulation 15 ff. 
Mundhöhle 71 
Mutä 108. 163 ff. 
m-Versehluis, bilabialer 189. 



Nasalkonsonanten 181 ff. 

Nasalvokale 99 fil 

Nase 9 f. 

Nasenartikulation (Nasenresonanz) 

99 ff. 181 ff. 
Nasenhöhle 9. 
Nasenlöcher 9. 
n mouillS 124. 182. 185. 
nord welsch: tagu 30. 
norwegisch: hus 30. huska 31. godt 

31. 

O. 

oi (franz.) 65. 

o-Laute (inkl. a-Laute) 43 ff. 
ö-Laute 86 ff. 
Operationsbasis 192. 

P. 

palatale Keibelaute HO. 

palatale Vokale 65 ff. nicht gerun- 
dete (Umlaute) 65 ff. gerundete 
(Umlaute) 85 ff. 

palatale (antepalatale) Zungen-Oau- 
men- Artikulation 15. 

Palatalisirung eines Lautes 214. 

Pfeifen 3. 

phonetische Alphabete von Bell 10. 
Brücke 10. EUis 11. Kräuter 11. 
Lepsiusll. Pitmanll. Sweet 11. 
Techmer 10. 

postdentale Lautbildung 147. 

Prokliticä 201. 



Quantität des Lautes 195 ff. 

B. 

Rachenhöhle 7. 
Keduktionserscheinungen 215. 



Wort- und Sachregistei. 



269 



reguläres 1 154. 

Reibelaut (Spirans, Frikativa) 9. 108. 

110 ff. 
Resonanzen 9. 15. 
Resonanzorgane 1. 3 ff. 
Ringknorpel (Qrundknorpel) 4. 
r-Laute 149 ff. 
Rundung der Lippen 17. 

S. 

Sandhi 215. 

Satzaccent (Satzton) 200. 
* Schallfülle der Laute 192. 210 ff. 

Schallsilbe 213. 

Scheidewand der Nase 9. 

Schildknorpel, Spannknorpel, Adams- 
apfel 4. 

Schlaglaute 108. 

Schluchzen 3. 

Schlundkopf 7. 

Schlusslaute 108. 

Schnalzen 3. 

Schnarchen 3. 

Schnaufen 3. 

schwache Tenuis 109. 

schwach geschnittener Accent 201. 

schwedisch: fara 31. för 32. gösse 
30. hus 30. 66. lära 30. upp 
30f. 

s-Enge 175. 

Silbe 211 f. 

Silbenaccent 200. 

SilbenbUdung 211 ff. 

Silbenträger 211 f. 

Silbentrennung 212. 

silbiges 1 93. 155. 

Singen 7. 

sp (deutsches) 129 ff. 

spanisch: tu 30. 

Spirans 108. 

Spiritus asper 13. 

Spiritus lenis 13. 

Sprachgefüge 192—218. 

Sprachlaute 10—191. 

Sprachorgane 1 ff. 

Sprechen 2 f. Off. 



st (deutsches) 129 ff. 

Stärke des Lautes 192. 199 ff. 

stark geschnittener Accent 201. 

steif^ender Ton 208. 

steigend-fallender Ton 208. 

Stellung der Laute 192. 214 ff. 

Stimmbänder 4 f. 

stimmhafte (tönende) Laute 6. 108. 

Stimmlage 209. 

stimmlose Fortis 164. 

stimmlose (tonlose) Laute 6. 108. 

stimmlose Lenis 164. 

Stimmlose (tonlose) Media 109. 

Stimmreduktion 215. 

Stimmritze (Glottis) 4. 

Stimmton (Stimme) 6. 

gtöhnen 3. 

Stosslaute 108 f. 

Stottern 3. 



Taschenbänder 5. 

Tenuis 108. 163 ff. 

Ton 209. 

Tonhöhe (Intonation) 192. 208 ff. 

Tonhöhenskala 6. 

tonlose (stimmlose) Media 109. 

tonloses e 92 f. 

Tonsilbe 200. 

Trinken 9. 

t-Verschluss 175. 

U. 

u (engl., Mischlaut) 94. 
u-Laute 37 ff. 
ü-Laute 90 ff. 
Umlaute 85 ff. 
unsilbiges i 124. 
u-Resonanz 38. 
uvulares r 111 ff. 

V. 

Velare Verschlusslaute 163. 
Verschlusslaute (Explosivlaute, Mutä) 

9. 108. 162 ff 
Verschlusslaute mit Nasenresonanz 

181 ff. 



270 



Wort- lud Sttchregutet. 



Vokale 15 £ 

Voludfyfftein , deutoehe« 201 toh 

ChlAdiii21. Do BoU-Reymottd}!. 
VoluUyiiteiii Ton : Bell 28 ff. Bracke 

20. ETans27. Hellwag 21. 2^ 

MiehaelU 35. Sierert 19. 22. 

Teckmer 23. 24. Trautmaim 25. 

26. Winteler-Sieren 23. 

W. 

«weiche« Laute lOSf. 

welich: gyä 80. sydd 27. tagu 86. 

Wortaccent (Wortton) 200. 

Z. 

Z&hne 8. 



Zakmeheiden AlTeolen S. 

Zftpfcken-r (aTnlaies r, lllC IdX 

serebrdea (kaknminalra, r 152. 

Ziichen 125. 

Zischlaute 12501 

Zittern Sehwingangen) 150. 

Zunge S. 

Zungenbein 4. 

Znngenblatt 126. 

Zungen-r (dentales r) 149 £ 

Zungenracken 8. 

Zungenspitze 8. 

Zungenwunel 8. 

aweigipflige Silben 201. 

Zwerchfell 1 1 



»0 
25 



Druck von Breitkopf & HirUl ia Leipzig. 



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