(navigation image)
Home American Libraries | Canadian Libraries | Universal Library | Community Texts | Project Gutenberg | Children's Library | Biodiversity Heritage Library | Additional Collections
Search: Advanced Search
Anonymous User (login or join us)
Upload
See other formats

Full text of "Entomologische Zeitung"

2_ p. METCAUF 



^^ 




LIBRARY OF 




1085- 1©56 



Eiitomologisclie Zeitniig 

herausgegeben 

von dem 

entomologlsclien Vereine zu Stettin. 



Rcdaclion: In Commission bei den Buchhand- 

A Dohrn Vereins-Präsidenl '""^e" von E. S. Mittler in nerlin. 

U. a. UOnrn, vereins-Frasideni. f r. F 1 e i s c h e r . und D y k in Leipzig. 

K, 1. 15. Jahrg^ang:. JanuaT 1854. 



lobalt: Neujahrs -Xenien. Vereinsangeiegenheiten. De Filippi: Ana- 
tomisch -Physiologisches. Elditt: ijber Thysanuren. Kraatz: 
über Carabi. Habelmann: Teredus opacus n. sp. Graf Man- 
nerheim: Noch ein Wort über Eiuzeln-Beschreibung. 



Harmlose Xeujährs -Xenien 

entomoIogischeQ Geschwistern und Stiefgeschwistern 

geboten 

von CA. D. 

Dlfficile est, saiiram non scribere. 

I. 

U ohl mag- ich den Manierlichen und Ftinen, 

Die nicht mit Firnis» blos laKirt erscheinen, 

Von Herzensgrunde gerne n«ich vereinen. 

Doch bin ich auch bei Derben, nothfalls Groben, 
Falls mit Humor sie bona fide toben, 
Bisweilen ganz vortrel'üich aufgehoben. 

Es ist nicht eben allezeit behädi^lich, 

(Selbst einem Seneca wär's baar unmö<r|ich,) 

Stets lainmesfromm zu bleiben und verträglich: 

Natur schuf Dornen uiit^und ohne Rosen, 

Erlaubte Abwehr für gewissen losen 

Unfeinen Uebergriff der Ohnehosen. 



H. 

l^tayobia, siibalpinisrhe«! Yf>il('hen 

Mit den herzbelliörenden Schclmenaugen, 

Die zu allen niöo^lichen Listen taugen, 

Edelweiss mit dein zierlichen Kiisiheninäuicheu — 

Willst du keck der Juno Gebote üclilen'? 

Nicht des Slaveu ehiiche Slavia werden"? 

Nicht des Siegerhündigers Schmachtgeberdea 

Mit was mehr erwiedern als mit Geflechten? 

Hüte Dich, der Isis erpichte Kiisler 

Dem Trotzköjjfchen folgend so heimzuschicken, 

Sonst zur Strafe glückt es, Dich zu bestricken, 

Einem unbezieferten Erzphilister! 

in. 

In manchem Gau des Vaterlands spielt man mit d«:ut sehen 

Karten, 
Den "welschen völlig analog giebts auch vier Farlienarten: 
Von diesen will ich eine hier in Knillelreime stellen, 
Carreau nennt man in Frankreich sie, in Potsdam heisst sie 

Schellen. 
Zu oberst sieht der König da — vom Daus ist erst die Rede, 
Wenn sich die Zehne wagt heraus in deutscher Kartcnfrhde. 
Der König führt, wie anderswo, das letzte ^Yort sainint Zepter, 
Und jeden der sich mausig macht zum Stichverliesse schleppt er. 

Nach seiner Majestät folgt dann nicht wie am .Seines Iran de 
Die Dame, durchaus anders ist's im deutschen Yalerhuide : 
Statt einer Schönen folgt bei uns als Hauptgedulds-Erprober, 
Ein wirklicher unheimlicher hochfeiner Schellen-Ober. 

Secretum ist sein Element, drin wie ein Fisch er sei lalzet — 
Ein Punkt nur ist's, von welchem er gern anerliähnlich falzet: 
„Sein nicht genug erkannter Werfh" — die Welt, die nndank- 

bare, 
Kam über sein gigantisches Verdienst noch nie ins Klare. 

Im Molochdienste ist er grau, urgrau avant la lettre, 
Zum Rosstausch beinah zu bekannt und sehr gescheut als Retter, 
Homonymie (frei von Kritik) hat er dick aufgespeichert — 
Nimm Dich in Acht, gelahrte Welt, dass er Dich nicht be- 
reichert! 

Aegjptsche Bücherbrütanstalt hegt er in seinem Hanse; 
Wo er ein Buch ergattern kann, gleich sperrt er's in die Klause. 



Der Eior sind es inaasslos \iel, <lie er sich unforlueitct — 
Dass nur nicht faule Omelette slalt Küchlein vsini hereilet I 

Was für die Knappschaft or j^clhan, das wird die Welt 

fifahicn 
Vielleicht just nicht in nächster Zeit, ?o doch nach hundert Jahren. 
Das goldne Vüess der Schellcnziinft — kein ni^ihologseher 

Drachen 
Kann es mit solcher Peinlichkeit gewissenhaft hevvachen. 

Zur Drachenvvacht fühlt um so mehr er sein Genie hefenert, 
Als zu dem goldnen Schellen- Yliess kein Hilrchcn er gesteuert. 
Natüilic]«, wer so rein sich hielt von californschen Thalcn, 
Der hat snit Recitl das grosse Maul, Oekonoiiiie zu ralhen! 

Knilfelniuse, höie auf mit Olier- Klatschgeschichten, 
Das Gallenmnnnlein ist zu klein, von ihm gross zu herichten. 
Schweig von der Zunft-Maculatur, an der er ward zum Riltcr, 
fioil gab das Amt und den Versland, drauf reimt sich Band nicht 

bitter. 

Vom Schellen -Unter, Cwcisch Valet^ ist pflichtgemäss 
zu melden, 
Da«;s er zwei Fächer cullivirt, Liebhaber wie auch Helden : 
An Rang dem Ober nnterthan, an Witz weit überlegen, 
Sticht er mit scharfer Feder viel, doch niemals mit dem Degen. 

Ein eingeseiftes Ferkel hältst Du leichter fest am Schwänze 
Als diesen Sireithahn im Turnier mit dialektscher Lanze: 
Flink wie ein Parther reisst er aus, um Dir recht mit Ergötzen, 
Wo Du's am wenigsten geglaubt, eins tüchtig zu versetzen. 

Auf halben Wind versteht er sich mehr als auf straffe 
Segel, 
Das Feuer der Verlegenheit beisst nie auf seine Nägel ; 
Wer ihm gelassen opponirt, den hat er bald im Magen, 
Als Päpstlein kann er Widerspruch nicht sonderlich ertragen. 

W^o drei und vier rerträglich sind, da wird es brav ihn letzen, 
Mit Deuteln hier und Sticheln da sie möglichst zu verheizen. 
Doch all sein Geist und eitler W^itz, was kanns dem Edien nützen, 
Und wer incertas Sedes hat, wie soll der Edle sitzen'? *). 



♦) Unglaubiicties Plagium aus Gölhe's sänftlichen Werken, mit Aus- 
lahnie des eitel, das ich vollkommen unterschreibe. 

Anm. des Setzers. 

1* 



Halt ein, o Muse, hall — ich seh mit Schrecken gar verwanden, 
Du bringst am Ende die Quatrains bis auf ein halhes Hundert! 
Die Harnisch -Poesie darfst Du nicht endlos übertreiben, 
Uns möchte sonst Freund Leser kaum ein wohlgewogner bleiben. 

IV. 
— — Drauf thät' ich einen Backergesellen 
Mir in mein Ziefermuseum bes'ellen, 
Und sprach zu ihm: „mein lieber Mann, 
Sie sind's just, den ich brauchen kann : 
Hier haben Sie etliche hundert Caraben 
Aus Norden und Süden, Lappland und Schwaben, 
Die Racker spielen all' in einander 
Wie Mäusedreck und Coriander! 
Nun wollen wir flugs Scheidlern und Prejsslern 
Ohne weitres zusammen schmeisslern ; 
Den Hampei wie den Rothii 
Hole sogleich die Seh — nothiij 
Den carinthiacus domini Moll 
Sperren wir ein, der Kerl ist toll ; 
Die sämmtliche Violacerei 
Erklären wir für vogelfrei, 
Und annihiiiren bis zu crenalus 
Diese einfach local versetzten Flatus. 
In jenen Backtrog — alier gemach! 
Das wäre eine verwünschte Sach', 
Wenn wir sie an den Nadeln Hessen I 
Drum erst heraus mit allen Spiessen, 
Und dann, dann sollen Sie wacker knelen, 
Wenns sein muss, mit dem Fuss drauf treten, 
Und aus dem gründlich zermalmten Brei 
Mir construiren vorurtheilsfrei 
Den eigentlichen Ur- Caraben, 
Damit wir endlich das Grund -Beest haben, 
Von welchem das andre Lumpenpack 
Curios variirt, bloss zum Schabernack 
Der armen ?<u 2;eti plus Beschreiber 
Und synonymischen Warzenvertreiber. 
Sollt' uns der Ur-Caraibe gelingen. 
So können wir's leicht dann weiter bringen, 
Und reduciren zuletzt cum gloria 
Die ganze verzwickte Käfer- Historia. 
Catalogus coleoplerorum 
Bekommt den Zusatz obsoletorum, 
Und mit den vielen corrupten Namen 
Ist's dann zu Ende. Pereant, amen!" 



An den 
Tillus Asinius ]¥a80» 

Akademiker, unbeständigen Secretair, etc. 
derzeil iniguae mentis. 

Til- eselein, Tileselein, 
Wer flösste Dir die Selilaulieit ein, 
Dass Du den Brief nicht angenommen, 
Der Dir so billig zugekommen? 
Mit einem Thaler warst Du quitt — 
Jetzt spielen sie Dir schlimmer mit, 
Nun setzt es Nase über Nase, 
Und Du wirst Na so ohne Phrase! 

Doch nicht zu tief die Ohren hänge, 
Du warst schon schlimmer im Gedränge: 
Ein Kraftgenie wie Deinesgleichen 
Wird nicht so leicht die Segel streichen. 
Noch giebt es Leute, die nicht wissen, 
AVas Du der Scham hast abgebissen, 
Die Deinen diplomat'schen Ehren 
Nicht debite den Rücken kehren, 
Und die Dein schwach verschämtes Betteln 
Belohnen mit Reichsguldenzetteln. 



Doch kommt „Postvorschuss" wieder an, 
So lös' ihn ein, Du Biedermann, 
Sonst hast Du wieder Schererei 
Mit der vertrackten Polizei! 
Für heute friss, Tilesel G. 
Den Calix dieser Xeniendistel. 



Hoc solnm genas adnlatlonis supcrerat! 



^ereii]san^ele;g;enheitcii. 

Zur Ersparunj^ des Raumes hiilt es die Rcdaclion für an- 
gonipsscn, ii'ir diesinal von dem Alidruck dos ganzen Veizcich- 
nisscs der Yeicinsiiiiljilipder alizusehen und nur die Namen der- 
jenigen Herren liier aufzuführen , welehe enlwe<ler dem Vereine 
im Laufe «les vorigen Jahres l)eige!:e((!n sind, oder deren Namen 
in dem letzten Verzeichnisse aufzuführen vergessen worden. 

Ehren-Mitglieder: 

Se. Kftnigl. Hoheit der regierende Grossherzog von Olden- 

b u i- g. 
Herr Dr. Chr. Aubö in Paris. 

Mitglieder: 

Herr Dr. Caesar praUf. Arzt in Bremen 

„ Dr. Calwer in Slulfgart 

„ Dr. Candeze in Liege 

„ Dr. Chapuis in Liege 

„ Stud. phil. Czech in Breslau 

„ Dr. Egg er K. K. Hofwundarzt in Wien 

„ E. Frings Fabrikant in Uerdingen 

„ Dr. F u r p a u d e B e .i a r e g a r d in Paris 

„ Frische Kaufmann in Naumburg 

„ Gerhard in Hamburg 

„ Baron von Hausmann in Botzcn 

„ Dr. Kajser in Halle 

„ Dr. K ratter Kreisphjsieus in Zloczow (^Galizien) 

„ F-r. Malirz Rethnungs-Adjunrt in Ofen 

„ Ed. Menetries Intendant in Petersburg 

„ Meyer-D ür Hauptm. in Burgdorf (Schweii.) 

„ Meyer Cand. phil. in Hamburg 

„ Micklitz Forstmeister in Gross-Lobraing (Judenbarg) 

„ Nagel Pastor zu Gatersleben 

„ von derPlanitz auf Neidsohülz bei Naumbarg 

„ Reer Kaufmann in Petersburg 

„ Dr. Ritter Haupllehrer am Gymnasium in Marburg 

„ Ph. Russ Lehrer in Hanau 

„ Ritter von S ae h er-Ma so ch K. K. Hofrath in Prag 

„ Ritter von Sa che r-Mas o c h K. K. Hofrath in Pesth 

,. Joh. Sch;isehl K. K. Hütlonbeamfcr inFörlach (Kärnthen) 

„ Schultz Oberlehrerin Berlin 

„ Professor Dr. Stein in Tharand. 



Wissenscliaftlicbe Mittlieiinngen. 

ßreve Riassunto di alcune ricerche anatomico-fisiolo- 
giche sul haco da seta comunicate dal professore 
De Filippi alla societä delle seien ze biologiche 
di Torino nella tornata del 13 Luglio 1853. 

Kurzer Bericht über einige anatomisch-physiologische 
Untersuchungen über die Seidenraupe, der Ge- 
sellschaft der biologischen Wissenschaften in Turin 
in der Sitzung am 13. Juli 1853 vorgetragen vom 
Professor De Filippi. 
(Aus (leui i(alienisciien übertragen von C. A. Dohrn.) 
(Die natlistehende kleine, aber nach ihrem Inhalte höchst 
wichti2;e Ahhandiung ist dein Üebersetzer unter Kreuzband mit 
dem Poststempel Torino zugegangen, ohne weitere Angabc des 
Absenders. Demselben sei hicdurch der verbindlichste Dank aus- 
gesprochen. Die Arbeit steht in der nächsten Beziehung auf die 
im April 1853 in dieser Zeitung mitgetheilte des berühmten Ver- 
fassers und werden die l^eser in Betreff der Uebertragung ersucht, 
die damals motivirte Bitte um Indulgenz auch hier an ihrem 
Platze zu finden.) 

Oie Hölle (tegumento). Sie besteht aus vier strati (Lagen) 
welche, von Aussen gerechnet folgende sind : 

I. Strato omogeneo (homogenes Stratum) sehr subtil und 

durchsichtig. 
II. Str. pergamentaceo (pergamentartiges Str.) mit Rternigen 
Zellen (angeblichen Knochenkörperchen, corpuscoli ossei 
Plattner's. Diese beiden Straten, welche sich beim 
Häuten erneuern und aus Chitin bestehen, sind während 
der Zeil ihres Entstehens das Resultat eines sehr schö- 
nen Aggregats von Zellen des Epiteliums, welche in- 
dess sehr schnell in homogene Substanz sich auflösen. 
!II. Str. di grandi cellule (Str. grosser Zellen) mit dichter, 
körniger, undurchsichtiger Materie; dies vertritt die 
Stelle des malpighischen Netzes. 
lY. Str. sottile elastico granuloso (feines elastisches gekörn- 
tes Str.) besät mit durchsichtigen kleinen Schläuchen 
ohne Kern, mit Tracheen versehen: es stellt das Corium 
vor. Gleich dem vorigen besteht es aus Protein und 
wird von kaustischer Pottasche afficirt. 
Fettsfewebe (tessuto adiposo). Es ist gebildet ans eckigen Bl.'Ut- 
chen (lobi fogliacei angolosi), welche unter sich an den Ecken 
verbunden sind. Es enthiilt kleine Zellen mit Fettkügelchen, 
welche einen durchsichtigen Kern cinschliessen, und zwischen 
den Zellen Prolcinstoff (materia intercellulare proteinica). 



,r * 

Das Fett ist nicht leicht in Seife «u verwandeln (diffieiU 
mrnie säponißcabile). Diese BliUtchen Tcrknimnern (si atro- 
fizzano) ixWnyWv^ zu Ende «les Riiuponsladiiims. Die Felt- 
blällrhen d<'r Puppe und des Siluiii'llt'ilin«^s sind nen^cbildele. 

Das FfU verzehrt sieh im Innern der Blüllchen seilier, 
welehe nach und nach dtiiclisiiliiiir werd-n mit jriossen 
Kernen (nuclei), um welche herum man oft noeh die M 



em- 



bran der kleinen Zelle unzerslort bemerkt. Das DIattehen 
(lobq), welehes ieh früher (Mem. analomieo-fisiolouirhe su-li 
insciii ver-l. Ent. Z(-. 1853 April Taf. 1. Fi-. 14) als ein 
Dnisensärkehen des Magens ab;,n'bildet habe, (womit es die 
.nrössl«! Aehnlichktit hat,) ist gerade eins von diesen enlfet- 
lelen Fellblällehen. 

Terdausystcin (sistema digerente) lesteht aus einem hnrzen 
üesopha;i;us, einem langen Ventrieulus und einem ftleirhfalls 
kurzi-n Intestinum. Die Wände dieses itanzen Traetus be- 
slehen 1) äusserlieh aus eineui Muskelsiratum, gebildet aus 
ftlallen Querfibern und grossen geriefelten Längsfibern (fibre 
lovgitudinali rigate) , welehe miteinander durch schiefe Aus- 
läufer der Muskelhaut verbunden sind (fra loro unite da 
propagini trasverse del miolemma): 2) innerlich aus einem 
Drüsensiralum mit grossen Zellen, matt (lassamentej verbun- 
den tlunh Infercellularsubstanz. Dies innere Stratum er- 
neuert sich periodisch : das ältere wird digeiirt. 

Ausser den malpighischen Gefässen sind mit diesem Sy- 
stem keine Jindern Dnisen-Apparale verbunden. Die ihätigsle 
Aufsaugung (assorbimento) des flüssigen Jissimilalionsfähigen 
Theils der Nahrung erfolgt in demjenigen Theile des Inte- 

; slinums, welcher unmillelbar dem Rectum vorhergeht: dort 

} nimmt die Excrementmalerie feste Gestalt an. 

Pulsircndes Gefäss (vaso pulsante). Es wird gebildet ans 
einer sehr sulMilen, librosen, zusammenziehbaren Wandung. 
Es hat keine Klappen (valvole) in seinem Innern. Es wird 
nicht llanquirt (fiancheggiato) von regelmässigen Muscular- 
hnolen (ali muscolari), sondern von eigenthümlichen hohlen 
Muscnlarfibern, welche sich verzweigen und netzartig verbun- 
den sind. Die sichtbaren Querriefen (rigature trasverse) des 
dünnem Theils dieser Fibern werden noch deutlicher durch 
die Beihülfe von aufgelöstem Aeidum nilricum. 

Im letzten Stadium der Raupe erzeugen sich in der Höh- 
lung dieser Muskeln viele Kernzellen, die sich nachher bei 
dem SchmeKerlinge grösser entwickeln und in der Form von 
lältchen an den Fibern hängen, die ihre Höhlung verloren 
aben und zusammengeschrumpft sind. 

Die Beobachtung Malpighi's, welche von allen Zoo- 
tomen bestritten und falsch interpretirt worden ist, habe ich 



Tollsllindig besfäfi^t gefunden, dass nehmlich der Bludauf 
im pulsiienden Gefäss der Puppe in der Richfung alfernirt, 
bald vermöge einiger Pulsationen vom After nach dem Kopfe 
zu, bald vice versa. 
Tracheen. Es ist nitbt möglich, mehr als eine Art Tracheen 
zu erkennen, geschweige ausser ihnen noch andre Respi- 
rationsorgane. Agassiz' entgegengesetzte Ansicht ist irr- 
thiintllcb. 

Die Luftzuführung (aereazione) zu den Organen durch 
die Tracheaigcfiisse ist entschieden eine locale. Einzig und 
allein in den nervösen Ganglien findet eine Veischlingung 
der Trachten von der rechten und von der linken Seite 
statt; in allen librigcn Organen ist vollkonimne Gesondert- 
heit längs der Mittellinie der beiderseitigen Tracheen. Es 
ist falsch, was man allgemein über die freie Circulation der 
Luft durch die ganze Länge der beiden grossen Seiten- 
stäuiine annimmt, welche längs der Stigmenlinie laufen. In 
jedem Abschnitt dieser Stämme zwischen je zwei Stigmen ist 
ein ringförmiges Spalium, oder besser gesagt ein Knoten 
(Sphinkter nach L)fonnet), in welchem der Spiralfaden unter- 
brochen wird; an seiner Stelle findet man sehr viele kleine 
Spitzchen , nach der leeren Stelle des Knotens gerichtet 
(punte dirette nel vano del nodo) ; die Luft hängt an diesen 
öjiitzchen in der Art fest, dass sie einen tappo bildet, wel- 
cher neuer Luft den Zutritt wehrt. 

Zwar sind Anastomosen der Trachealzweige der Rechten 
mit denen der Linken vorhanden, im Yerhältniss zu Zahl 
und Ort mit den nervösen Centren ; aber beständig findet 
sich in Correspondenz mit diesen Anastomosen ein Knoten, 
welcher den üebertritt der Luft von einer Seite zur andern 
verhindert. 

Diese Beobachtungen vervollständigen die von mir bereits 
der K. Akademie derMedicin mitgetheilten Experimente über 
die Wirkungen des theilweisen oder totalen Verstopfens der 
Stigmen. *) 



*) Das Resultat der Experimente ist folgendes. Vcrschliesst man 
mit passendem Mastix alle Stigmen der Seidenraupe, so erfolgt unmitleibar 
totale Lahmung und demnächst der Tod. Schliesst man auf beiden Seiten 
die 4 oder 5 vordem Stigmen, so trilTt die Lähmung die correspondirende 
Region; das Gleiche erfolgt, wenn man die Operation mit den 4 oder 5 
hintern Stigmen vornimmt; nur das Segment bleibt in seinen Functionen 
unverletzt, welches dem den olTnen Stigmen zunächst liegenden Paare der 
verschlossnen correspondirt. Verstopft man in der Mitte des Körpers drei 
symmetrische Stigmen jederseits. so manifestirt sich die Lähmung sofort in 
dem Theile, welcher mit dem Paare der Mittelstigmen correspondirt. 
Schliesst man aber alle Stigmen einer Seite und lässt die der andern un- 



10 

DrCsgigc Orn^ane (organi ghiandolari). Die huldcn l.io^en 
und gcwiindnon Tuljcn des serittorio vereinigen sii-h in einem 
einzigen Condurl in der trafila ; in diesen Conduct münden 
noeli die kleinen Ausfsihriingscanäle zweier Dnischen, welche 
bisher dem Auge der Zoolomen enfg.ingen und ollV'nb;ir da- 
zu beslimmt sind, der peripherisehen Parlie des Scideniadens 
eine neue Substanz zuzufiiluen. 

Das Serit(oiio verkiimmert bei d^iu SehmeUerlinge, jedoch 
verschwindet nicht ganz. Seine Ueberbleib?el sind zu er- 
kennen in den beiden rothgelben Drüsen zu i)eiden Seiten 
des Ventricuhis; in meiner erwähnten Abl»and!iing (S. 126 
d. vor. Jahrg.) habe ich sie irrthiimiich fiir Aussonderungs- 
ora;ane der Feuchtigkeit gehalten , mit welcher der Schmet- 
terling den Cocon sprengt. 

Zwei andre Drüsen, welche von Einigen für Speichel- 
drüsen gehalfen werden (auflösende Dr. Lyonnet's) ergiessen 
das Pioduct ihrer Absondernng in die 3Iundliöhle. Sie sind 
bei der Raupe, welche sich zum Spinnen anschickt, sehr 
entwickelt, dahingegen veikümmert, wenn sie eingesponnen 
ist. Ihre innere Höhlung ist beständig mit Luft gefüllt, 
welche durch die Mastication eingedrung« n ist. Es ist sehr 
zweifelhaft, ob diese Drüsen wirklich Speicheldrüsen sind. 

Unter der Cutis der Seidenraupe sind zahlreiche Bläs- 
chen (veschichette) zerstreut, welche unter sich durch Verlän- 
gerungen der äussern zarten Membran verbunden sind; na- 
mentlich bei den Tracheenklumpen (cespiti clelle irachee) von 
denen sie zahlreiche Verzweigungen erhalten (dai quali rtce- 
vono copiose diramazioni). Diese Organe, welche Spren- 
gel und Schroedf^r van der Kolk für Lungen erklären, 
sind wahre Drüsen ohne Ausführungscondact ; bei dem 
Schmetterlinge sind sie verkümmert. 
l^ervcBisysiem. Ich richtete nieine Untersuchung speciell auf 
das System der sphinchnischen Nerven, welches bekaniitlich 



berührt, fco erleidet die Raupe keine Alteration weder in der Sensibilität 
noch in den Bewegungen, obschon in diesem Falle die Muskelraasscn einer 
ganzen Seite von dem Ztilrilt der Luft abgesperrt sind. 

Die Verschlingunj? der Tracheen der rechten mit denen der linken 
Seite findet njr in der Ganglienkctle stall; jedes Ganglion nimmt ausser- 
dem Trach<a gefässe von den beiden zunächsiliegenden Ganglien auf. Die 
Paralysis ü uch Vertrhlufs der Stigmen ist die \^'irki!ng des gehemmten 
Zuflusses der Luft tn den nervösen Ganglien. 

Von riieser totalen oder par'iialen Lähmung, vean sie auf die ange- 
deutete Art bewirkt worden, werden die freiwilligen Sluf-koin und das 
Rürken^tefäss betroiTen . nicht aber die Fibern des Intesfinaltubus, in wel- 
chem man, besonders in der Gegend drs Oesophagus, forlwährend kräfligA 
Contractionen bemerkt, 

Note des Autors. 



11 

in zwei Thcile gesondert ist, ein Theil symmetrisch, der 
atulie un]);iar. Zum ersloren 2,cliören zwei Ganj^lien, welche 
an jeder Seite des Oesophanus lie«ien und Zweige nach dern- 
sellien so wie nach «len Muskeln des Venliiculus alischicken. 
Von dem zweiten, (dem unpaaren Tlicile), habe ich nichts 
weiter heohachien Iu3nnen als einige sehr feine oesophagische 
Filamente, welche aus dem Ganglion frontale kommen. Aller 
Bemühung ungeachtet vermoclile ich nicht irgend eine SjMir 
des nickiaufenden Nerven zu finden, welchen Brandt (Isis 
1831 Taf. 7, Fig. 3) beschrieben und abgebildet hat. Genau 
an dersciiien Sielle fand ich dagegen vier Trachealzweige 
in einen gemeinsamen Knoten vereinigt, der den Anschein 
eines Ganglion hat, aus welchem vier Nerven auslaufen. 

Die Unterscheidung eines Systems splanchnischer von 
einem Systeme animalischer Nerven auch bei den Insekten, 
wurde, naHidom sie bereits analomiseh bewiesen war, durch 
mich auch physiologisch festgestellt, insofern aus meinen 
Experimenten sich das Resultat ergab, dass das Verschliessen 
dei- Stigmen Paralysis nur bei denjenigen Muskeln hervor- 
bringt, welche Nerven aus dem animalischen, und nicht bei 
denen, welche sie aus dem splanchnischen Systeme erhalten. 



Einlei lang 

eur Monographie der 'Fhysanuren 

von ra. I.. SIldKt, 

Lehrer an der höhern Töchterschule zu Königsberg in Pr> 

Wenn die Entomologen in der neuesten Zeit die meisten 
Bezirke des grossen Gebietes ihrer Wissenschaft scharf ins Auge 
gefasst und über dieselben ein helles Licht verbreitet haben, so 
befinden sich doch einzelne Insekten-Ordnungen noch in solchem 
Dunkel, dass diese, jenen gegenüber, kaum vorhanden erscheinen 
könnten. Zu diesen, noch zu wenig bekannten Insekten darf ich 
wohl mit Recht die Poduren zählen, was um so mehr auffallen 
rouss , als dieselben nicht etwa zu den seltensten Erscheinungen 
gehören, sondern gerade zu den verbreitetsten und massenhaft vor- 
kommenden Insekten zu zahlen sind, da sie sich auf dem Wasser, 
wie auf dem Lande, in und auf der Erde, im feuchten und trock- 
nen Boden, in Thälern und auf Höhen, vereinzelt und in grossen 
Gesellschaften finden. Es bleibt daher der Grund in einem an- 
dern Umstände zu suchen. Die wenigen Entomologen, die sich mit 
diesen Thieren gründlich beschäftigten oder noch befassen, stim- 



12 

men darin überein, dass der zarte Körperbau den Fan^, wie die 
Un(ersu(linng erschweren und dass dazu noch der Uehelshmd 
hoiiiine , dass diese Thiere nicht zu conserviren seien. Obgleich 
ich beniiibt war, die Literatur dieses Theiles der Entomologie 
genau kennen zu lernen, ja von Allem, was darüber geschnoben 
worden , mit Ausschluss der weniger bedeutenden Arbeilen Notiz 
genommen liabe, so ist mir doch nicht eine Bemerhung bekannt 
geworden, die die genannten Uebelstände in Abrede gestellt hätte, 
\ielmehr bedauert selbst einer der gründlichsten Forscher, näm- 
lich Nicolet, dass diese Thiere sich nicht conserviren lassen. 
Daher schien mir zunächst nölhig, zur Beseitigung dieses Uebel- 
standes beizutragen, damit dann ein allgemeineres Augenmerk auf 
diese Tiiiere auch zur genauem Kennlniss derselben, so w'e ihrer 
Aufgabe im Haushalt der Natur führe. Und ich freue mich, dass 
mein Jahie langes Suchen endlich mit Erfolg gekrönt ist und ich 
im Stande bin, das bezeichnete Hinderniss zu beseitigen und einen 
AVeg anzugeben, auf dem man die Poduren vollkommen gut 
erhalten und die Beobachtungen wiederholen kann, um Irrlhümer 
zu beseitigen. 

Allerdings ist der Körper der Poduren zu wenig consi- 
Ktent, als dass er nach dem Tode eine genügend erkennbare 
Forut beibehalten sollte, vielmehr schrumpft der getrocknete Kör- 
jter in solchem Grade zusammen, dass kaum einzelner Theile 
Charaktere erkannt werden können, woher die so conservirlen 
Thiere nicht den geringsten Werth haben. Höchstens dürften die 
grössern Arten, deren Epidermis etwas fester und besonders reich 
behaart ist, etwas brauchbarer erscheinen, allein auch sie repräsen- 
liren das leitende Thier so unvollkommen, dass eine zuverlässige 
Bestimmung an ib.nen scbupriich vorgenommen werden kann. So 
besitze ich Poduren aus der anerkannt schön conservirten Win- 
them'schen Sammlung, die aber, auf Nadeln gespiesst und zn- 
sammengetrocknet nur höchst allgemein zu beurlheilen sind. 
Vielleicht aber tbut man besser, wenn man die Thiere in Spiri- 
tus legt"? — Auch dieses Mittel kann ich nicht empfehlen, da in 
der Flüssigkeif Manches verloren geht, was zum Erkennen we- 
sentlich nöthig ist. Dazu kommt endlich noch, dass das Ergrei- 
fen der zarten Thiere stets mit geringerni oder bedeutenderem 
Verletzen der Thiere verbunden ist, indem ein leiser Druck den 
Körper qucischt oder die Bekleidung laedirt. Ich bemühte mich 
daher die Tbiere einzufangen, ohne sie anzutasten, und zwar liess 
ich dieselben, wenn sie von den Pflanzen mit dem Schöpfer auf- 
gefangen waren, in ein Glas hineinspringen, befanden sie sich 
dagegen auf Pilzen, Baumstnbben, Baumstämmen u. a. 0. a. , so 
»iussten sie zuert in den Beutel, um dann auf gleiche Weise in 
das Glas befördert zu werden. In dem Glase nun konnten die 
Thiere ungestört umher kriechen ; wie aber sollten sie conservirt 



13 

werden? — Wie die Natur conservirt.' wozu die Bernsfein- Ein- 
sthliisse den niitliigen Fingerzeig- f?ebcn , also mit Hülfe eines 
zweckmässigen Harzes. Nach verschiedenen Versuchen hlieh ich 
bei einer Auflösung von Pammarharz in Alkohol stehen, die was- 
serhell und fest genug ist, um das Thier einzuschliessen. Die 
Anwendung desselben ist nun folgende: Oblonge Glastäfelchen 
zur Aufnahme des Thieres und quadratische zu Deckblätlchen 
liegen in Bereitschaft , das Glas mit dem Fange wird geöffnet 
umgekehrt auf einen weissen Papierstreifen gestellt, die herausge- 
krochenen Thiere weiden vereinzelt mit Uhrgläsern bedeckt und 
das Hervorschliipfen einer zu grossen Zahl aus dem Fangglase 
verhindert. Darauf wird das oblonge Glas auf seiner Milte mit 
einem Tropfen jener Harzlosung beschenkt, das ührglas abge- 
hoben, die befeuchtete Seite des Glases dem Papier zugewendet 
und dem Thiere so nahe gebracht, dass es, einen Sprung thuend, 
in der Flüssigkeit sich befindet und das währt nicht lange, denn 
kaum hat man den Lacktropfen dem Thiere zugewendet, so machen 
unfehlbar Luftdruck und Dünste dasselbe scheu, so dass es sich 
schnell durch einen Sprung zu befreien sucht, der, zunächst auf- 
wärts gerichtet, das Thier unbedingt in die Flüssigkeit, also an 
seinen Bestimmungsort führt. Nun kann man mit der Nadel die 
Lage des Thieres reguliren, das Deckblätlchen auflegen und das 
Präparat in horizontaler Lage trocknen. Uebelstände, die nicht 
selten auftreten, sind freilich die Luftblasen, welche bei der Ex- 
spiration des Thieres im Harze sich bilden und am Körper selbst 
ablagern, so dass solche Körpertheilc nur mangelhaft betrachtet 
werden können; allein, eilt man mit dem DeckbläKchen nicht zu 
sehr, lässt man die Thiere erst vollkommen aasathmen und führt dann 
die Blasen mit der Nadel nach den Rändern derHarztläche, wo sie zer- 
platzen, so wird auch dieser üebelstand beseitigt. In anderer 
Weise wirkt die Zusammenziehung der Harzmasse störend, weil 
dadurch zugleich auch das dazwischenliegende Thier eine Quet- 
schung erleidet, jedoch lässt sich dem Uebel dadurch leicht vor- 
beugen , dass man feine Glasstreifchen ungefähr von der Dicke 
des Thiers zu beiden Seiten unter das Deckblättchen schiebt. 
Aber es ist dieser Üebelstand durchaus nur ein relativer, in so 
fern er gerade innere Organe zur Ansicht führt oder äussere Theile 
deutlicher hervortreten lässt, die sonst nicht zu bemerken wären. 
Ich glaube daher, dass die leichte Behandlung unfehlbar durch 
grössere Uebung auch zu vollkommenen Resultaten führen wird, 
wie ich deren nicht wenige bereits aufzuweisen habe. Ana- 
tomische Präparate dieser Thiere habe ich auf gleiche Weise 
aufbewahrt und bin daduich in den Stand gesetzt, meine 
Beobachtungen zu wiederholen und wo nöthig zu berichtigen. 
Damit nun die Sammlung solcher Präparate zweckmässig 
aufbewahrt werde, habe ich Kästchen, deren innere Höhe 



14 

Höhe nur unhedontctul die Ureile der oblongen Glaslafeln über- 
trifft; eine Scheidewand tlieilt den Raum in 2 Thrile und die 
Längs wände lialien in massiger Enlfernung (■orrc9jjon<lirende 
Furchen, in welche nur die oblongen Gläser gesclioben wenli'n, 
so dass sie darin aufrecht und fest stehen und , u»it den» Deckel 
i!,edeckt, vor störenden Einfliisscu hinlänglich geschlitzt sind. 

Dass die auf solche Weise von mir gesammelten und auf- 
bewahrten Podiiren den lebenden völlig gleich kommen, in Form 
und Colorit geniigfnd und bequem zu betrachten und unter dem 
Mikroscop zu behandeln sind, liat mehrjähiige Erfahrung mich 
gelehrt, und ich bin durchaus nicht den Misslichkeiten ausgesetzt, 
welche einzelne Entomologen in ihren Forschungen störten oder 
andere ganz davon zurückschreckten. Daher kann ich die l)e- 
zeichnete Metliode nur empfehlen und es würde mich freuen, 
wenn auch diejenigen sie acceplirten, welche bereits ohne dieselbe 
auf diesem Gebiete viel geleistet. Dieses k»'nnen zu leinen, ist 
zur Bearbeitung des eigenen Fanges dringend nöthig und ich 
glaube, dass mir davon nichts entgangen ist, habe aber auch er- 
kannt, wie im Ganzen zerstreut die einzelnen Arbeilen sich vor- 
finden und zwar alle neuern ausserhalb Deutschland. Daher schien 
es mir nöthig, wenn die Aufmerksamkeit auf die Poduren wach- 
gerufen und dicsellien auch in Deutschland ermittelt werden sollen, 
das durch langes Suchen zusammengebrachte literarische Material 
aufzuzählen und auf deutschen Boden die Arbeiten anderer Na- 
tionen zu Verpflanzen, damit wir dadurch in den Stand gesetzt 
werden, die deutschen Poduren damit zu vergleichen und die Be- 
namungen zu adopliren oder mit Sicherheit neue Formen aufzu- 
steilen. Hienach wäre also zuerst die Literatur selbst zu nennen, 
die allmälig sich entwickelnde Kenntniss dieser Thiere nachzu- 
weisen und endlich die sj'stematische Zusammenstellung des Be- 
kannten nach den einzelnen Arbeilen zu geben. 

Literatur und Beleuchtung derselben. 

Von den hier verzeichneten Büchern sind diejenigen, die 
ich genau durchzunehnien Gelegenheit hatte, mit einem Kreuz (f) 
bezeichnet, die andern lernte ich nur aus Citaten kennen; geordnet 
sind dieselben nach der Zeitfolge : 

1. (I) Molleri, Dan. Guil., Meditalio de Insectis quibusdam 

Hungaricis prodigiosis, annö proxime praeterito ex aere 
una cum nive in agros delapsis. Francofurti ad Moenum 
apud D. Fieret. 1673 (Duodez). 

2. Frenzel, Disserlatio de Insectis Novifolii in Hungaria cum 

nive delapsis. Resp. Roeberus. Wittenberg. 1673 (Quart.) 

3. (t) Raygeri, D. Caroli, Observatio (LXXXIX) de veriui- 

jbus cum nive cadentibus. Miscellanea curiosa medico-phjsica 



15 

ncftdemiac naturae i'uriosorum , sive Ephenicridium tnedico- 
plusicarum germanica ruiii annas quarlus et quinliis. Anni. 
16'73 u. 1674. Francofurti et Lipsiae. Anno ]67ü (Quart). 

4. (f) Camerarii Observatio (XXX.) ile vetniilms nivalilius. Mis- 

ccllanea curiosa sive Eplienieriduni niedito-phvsicaium ger- 
nianiacaiuui acadeniiae Caesareo-Leopoldinae. Naturae cu- 
rioRoruuj decuriae lll. Annus quintus et sextus. Anni 
1697 H. 1698. Franrofurti et Lipsiae. 1700 (Quart). 

5. (f) De Geer, Ron och Observation öfver snia Insecter sojü 

kunna liAppa i hö|i;den. Velensk. Acad. Handl. 1740. p. 
265 — 281. (Uebersetzung von Goetze, Bd. 7. p. 11 — 19. 
Quart). 

6. De Geer, Experimenta et observationes de parvulis inseelis, 

quil)us Podurae uouien est. Act. Soc. Scient. Upsal. 1710 
p. 48 ff. (Quarl). 

7. De Geer, Beskrifning pa en Insert kallad Podura. Vefensk. 

Acad. Haude. 1743. p. 239 ff. (Dans ses propr. nieuioires. 
Tom. 7. p. 35 -39.) 

8. De Geer, De Podura fusca ^lobosa nitida, aulennis longis, 

articuüs plurimis. Sclnved. Acad. 1743. p. 239 ff. Quarl). 

9. Trump hius. De nigris vermibus super nive visis (Podure). 

Commerc, Norimberg". 1745. p. 23. 

10. Hanow (M. €.). Von Scbnecwürmern. Frank. Sammlung. 

4. Bd. ]). 54. (Vor Nr. 11 gehörig, da von D. Bezug dar- 
auf genommen). 

11. (f) Deiius (D. Heinr. Friedr.). Von Schnee-Würmern. 

Fränkische Sammlung von Anmerkungen aus der Naturlehre 
Arzeneigelahrlheit, Oekonomie und den damit verwandten 
Wissenschaften. 19. Stück. Nürnberg. 1758. p. 54 — 6i. 

12. (f) Sulzer (J. H.). Die Kennzeichen der Insecten nach 
Anleitung des Königl. Schwed. Ritters Carl Linnaeus, durch 
24 Kupfertafeln erläutert und mit derselben natürlicher Ge- 
schichte begleitet. Zürich. 1761. p. 178 u. 179 (Quart). 

13. (t) Sehastiani (Georg. Christ.). Insecta vulgo fere 

ignota ad aquas Mattiacas IV. Id. januarii 1769 super nive 
reperta. Acta Soc. Hassiacae. A. 177 J. p. 52—57. (Ent- 
halten in: Neues Hamburger Magazin. 63. Stück, p. 246 
bis 255. Leipzig 1772.) 

14. (f) Müller (Otto Friedr.). Zoologiae Danicae Prodro- 

mus, scu animalium Daniae et Norvegiae indigenarum cha- 
racteres, nomina et synonjma. Havniae 1776. p. 183 (Oct.). 

15. Linnaei (Carol.). Sjstema naturae. Editio 13. cur« 

J. F. Gmelin. Lips. 1788. Vol 9. (Octav). 

16. (f) Yillers (Carol. de). Caroli Linnaei Entomologia, 

faunae sueciae descriptionibus aucfa. Tom. IV. Lngduni. 
1789 (Octav). 



16 

17. Fal)rioiiis (Otto). Podnrae itiinns notite et pnlicis nova 

spocies. Nov. Act. Sor. Hafn. Tom, II. p. 296. cum fig. 

18. Fabi'icius (Job. Chr.). Entomolo2,ia sjstcmatica emendata 

et aucta. Tom. VIII. Hafniae 179>-94. 

19. Latreille, Prdcis des caracteres gi^neiiques des lusecles. 

Paris 1796. p. 173. 

20. Herbst (Joli. Friedr. Wilh.). Nafurgeschiclite der un- 
gefliigelten Insecten. Berlin 1797 mit Kupfern (Quart). 

21. Laiuarck, Systeme des nniiunux snns vertebres. Paris 1801, 

p. 1S3. 

22. (t) Latreille (P. A.). Genera Crusfaceorum et Insectorum. 

Tom. I. Parisii ISOli. p. 163 — 167 (Octav). 

23. Cuvier, Regne animal. Tom. III. Paris 1817. p. 158. 

24. (t) AViegmann (A. F.). lieber Enlsfebung von Entomo- 

stracen und Podurellen aus der Piiestlevschen grünen Materie. 
(Ans den Nov. Act. acad. Leopold. X.' 2. XI. 2.) Bonn 1821 
und 1823 (Quart). 

25. (t) Cuvier, das Tbierreich etc. Aus dem Französiscben 

frei übersetzt von Schinz. III. Bd. Stuttg. 1823. p. 210. 

26. (f) Kirby und Spence. Einleitung in die Entomologie. 
Deutsch von Oken. Stuttg. und Tübingen. 1823-33. 

27. La treill e, De l'organisation exterieiire et compar^e des 

Insectes de Tordre des Thysanoures. Nouvelles Ann. Mus. I, 
p. 162. 1832. 

28. (f) Boisduval et Lacordaire Faune Entomologique des envi- 

rons de Paris. Tom. I. Paris 1835 (Duodez). 

29. (f) Tompletön, Thysanurae Hibernicae , or Descriptions 

of such Species of Spring-tailed Insects. (The Transactions 
of the Entomological Society of London. Vol. I. London 
1836. p. 89 ff. 

30. (f) Burmeister (Herrn.). Handbuch der Entomologie. 
Berlin 1838. Band IL 

31. Bourlet (M. l'abb^), Memoire sur les Podures. Extr. des 
Mäm. de la Soc. roy. des Sc. , de l'Agric. et des arls de 
Lille. 1839. 

32. (f) He r r ich-Sch aeffer, Insecta Ratisbouensia. Separat- 
Band aus Füinrohr naturh. Topographie v. Re»ensburg. 
Band III. 1840. Poduridae von Koch. p. 352—359. 

33. (•}•) Bourlet, Observations sur une notice publice sur les 
Podurelles dans le no. 64 de la Bibliolheque universelle de 
Geneve: (Ann. de I. Soc. Entomol. d. Franc. Tom. XL 
Paris 1842.) 

34. (f) Nie ölet (H.). Recherches pour servir a l'histoire des 
Podurelles. Extrait des nouveaux raemoires de la Soc. 
belvötique des sciences naturelles. Vol. VI. Neucbatel 
1842. 



17 

35. Bourlet, Memoire sur les Podurelles. Extrait des •VIem. 

tie la" Soc. loy. et centrale d'a^rieulluie, stiences et arts du 
dep. du Nord, seante a Douai, annees 1841 — 42. (Douai 
184 3. Odav.) 

36. (-;-) Waga, Description d'un insecte aptere qui se trouve en 

(|uantile aux etivirons de Varsovie (Achorutes liielanensis). 
Ann. de I. Soc. Eniomol. d. France. Tom. XI. Paris 1842. 

37. Dennj (Henry). Monographia Anopluroruni Britanniae, er 
an cssay cn the British species of parasile Insecis, published 
under the patronage of the British associalion. VVith 100 
mai'nified fi»ures. London 1842 (Oclav). 

38. (f) Lucas (IVl. H.). ühservalions snr les travaux qui de- 

puis Latreille ont ete puhlies sur l'ordre des Thjsanoures et 
parliciiliereinont sur la famille des Podurelles. (Ann. de la 
Soc. Entomologique de France. 2. Serie. Tom. I. Paris 1843. 

39. (t) E rieh so n. Bericht ülier die Leistunj^en der Entomo- 

logie im Jahre 1841. Wieginann Archiv. Berlin 1843. 
p. 122-125. 

40. (f) Histoire naturelle des Insectes apteres par Walkenaer 

et Paul Gervais. Tom. 111. Paris 1843. 

41. (•}•) Erichson. Bericht liher die Leistungen der Entomo- 

logie im Jahre 1842. Wiegmann Archiv. 1844. p. 126. 

42. (Ij Erichson. Bericht ülter die Leistungen der Entomo 
\ logi.« im Jahre 1843. Wiegmann Archiv. 1845. p. 81. 

43. (f) Nie ölet, Essai sur une Classification des Thjsanures. 

1S46. Dans les Annales de la Societe Entomologique de 
France. 2. Serie. Tom. Y. Paris 1817. p. 325-395. 
Aus dem vorangehenden Verzeichniss hieher gehöriger 
Schriften lässt sich mit Deutlichkeit das allmälige Auftreten 
der Kennlniss der Podaren wahrnehmen, i»her auch erkennen, 
dass erst von Linne und De Geer das Genus Podura aufgestellt 
wurde, während unfehlbar friihorn Beobachtern diese Thiere nicht 
unbekannt blieben. In sämmtlichen, aus dem 17. Jahrhundert 
aufgefiihrti-n Schriften, die von sogenannten S c h n ee w ii r m e r n 
liandeln, finden wir nämlich nach den noch diirftigen Beschreibungen 
und Abbildungen solche Formen, die uns zu jener Verrnuthung 
berechtigen, und besonders ist es das Buch von Moller (an- 
tiquarische Seltenheit), welches neben den Miltheilungen über eine 
bestimmte Erscheinung in Ungarn auch zugleich Betrachtungen 
des Verfassers enthält, welche deutliche Blit-ke in jene Zeit thun 
lassen, den Stand der Wissenschaft cnaraklerisiren und die Herr- 
schaft des Aberglaubens documentiren. Die auf dem Schnee ge- 
fundenen, wunderbar gestalteten und auf 2 Platten durch Holz- 
schnitt dargestellten Thiere, von denen einige unbedingt an Poduren 
erinnern, wurden für solche angesehen, die mit dem Schnee vom 
Himmel herabgefallen, und das Ereigniss galt als eine Yorbe 

2 



18 

dealung- widerwärtiger Ereignisse, woher der Verfasser seinen 

Beriihrnut folgenden Versen scliliesst: 

Talia Caelicolae oasiiro tnslia regne 
Si"na dal.ant, saevi(|ue aderant gravia omnia fall. 
Frenzel und Rajger behandeln dasselbe Ereigniss und letz- 
terer weist darauf hin, dass schon zu Arisloieles Zeilen Wurmer 
auf Schnee gefunden (Aristotel. lib. 5. de Hist. Anim. c. 19), 
dass auch ÜIjss. Aldrovandus lil>. 6. de Insectis c 9. davon 
handelt. Jedoch ist seine Beschreibung mangelhaft und d.e b. öl 
ab-ebildeten Thiere stehen an Deutlichkeit und Genauigkeit jenen 
Maliers bedeutend nach, auch lassen mehrere weniger aul Tüdu- 
ren als auf Käferlarven schliesscn. — Camerarius berichtet über 
Jn gkiches Ereiuniss aus dem Jahre 1696, will aber in en 
Thieien Mückenn.rven erkennen. In gleicher Weise sprechen 
sich Trumphius, Hanow, Delius und Sebastiani ans und wir müs- 
sen in ihnen hei Vermulhungen stehen bleiben. Erst De beer 
entdeckte 1737 die Podura (nach dem Uebersetzer Goefz. Fuss- 
schwanzthierchen") und beschrieb einige Arten ,n den Schwedi- 
schen Abhandlungen vom Jahre 1740, p. 265 so wie in den 
Schriften der Upsalischen Gesellschaft 1 740, p. 48 da, wie er selbst 
sagt, vor ihm noch Niemand dieser Thiere gedacht hat. „Man 
findet sie", sagt De Geer, „auf Bäumen und Pflanzen, aber auch 
auf den stehenden Wassern, sogar auf dem Schnee, wenn es riert. 
Andere wohnen auf sandigen Wiegen, ^^o.s.c su-h '" ^ Wn 
Häufchen versammeln, die in der Ferne wie Hauichen Sth.ess- 
pulver aussehen, denn insgemein gehen sie truppweise zusammen 
und leben in Gesellschaft." Er theilt dieselben nach der Vei- 
schiedenheit der Fühlhörner in 2 Familien ein, von denen die 
erste beinahe gerade 4gliedrige Fühlhörner, die ^vve.le aber 8_e- 
brochene, vielgliedrige Fühlhörner haben. Beiden Fami.en bleibt 
der Name Podura, zur ersten gehören b Arten, zur zweiten 1 Ait. 
Auf diese Arten näher einzugehen, erscheint mir um so weniger 
nöthig, als einzelne durch die gegebenen Merkmale nicht deutlich 
o-enug charakterisiit werden, andere aber von den Enloinologen 
aufrecht erhalten und noch genauer erörtert wurden. - bulzer, 
der 1761 zu Zürich seine „Kennzeichen der Insekten nach An- 
leitung Linne's" herausgab, erwähnt S. 178 u. 179 <les Pflanzen, 
flohs (Podura), beschreibt denselben und n.mmt^ßezuo_^aurDe Gee.^ 
auch giebt er ein Bild desselben auf Tab. ^?^"- .F'--/.^- .'• , 
b * doch ist in beiden eine bestimmte Art mit Sicherheit nicht 
zu 'erkennen und nur b* erinnert an P. pUunbea. Dass ledoch 
durch De Geer's Abhandlungen die Entomologen auf d,e Poduren 
aufmerksam geworden waren, entnehmen wir aus Muliers Zoo- 
logiae Danicae Prodromus, worin derselbe Iwb schon 17 Spe- 
cies aufführte, die er durch kurze Di^'S"«^«" ^^^f ^'K^^'J^'^'**^'." J 
aus Linn6's Sjsteina natuiae, ed. 13. cura Gmelm 1788, woiin 



19 

heieifs 7 Species von Lepisnra und 31 Speoies von Podura auf 
geziililt werden, welche diejenigen De Geei's und Müller's in sich 
schliessen und überhaupt alles bis dahin Bekannte namhaft machen. 
Deshalb mögen dieselben hier folgen; 
Lepisma 

1. sacharinum. Fbr. 5. linealum. Fbr. 

2. poivpns. Fbr. 6. poljpus (scutafum) Müller. 

3. lerrestre. L. 7. minulum. Müller. 

4. viliosum. Fbr. 
Podura 

1. viridis. L. 17. lignorum. Fbr. 

2. polj'pus. L. 18. itionura. . Schranck. 

3. atra. L. 19. rufescens. Wulfen, (f) 

4. pluml)ea. L. 20. viridis. Müller. (|) 

5. minufa. Fbr. 21. mofitans. Müller, (f) 

6. nivalis. L. 22. svlvatica. Müller, (f) 

7. vaga. Fbr. 23. nemoralis. Müller, (f) 

8. arborea. L. 24. aquatica. Müller. 

9. villosa. Fbr. 2.5. crystallina. Müller, (f) 

10. cincta. L. 26. longicornis. Müller. 

11. pusilla. Fbr. 27. palustris. Müller, (f) 

12. aquatica. L. 28. lanuginosa. Müller, (f) 

13. finetaria. L. 29. crassicornis. Müller, (f) 

14. ambulans. L. 30. maritima. Fbr. (f) 

15. signata. Fbr. 31. humicola. Fbr. (4) 

16. annulata. Fbr. (f) 

Yillers beschränkt in seiner Linnaei Entomologia, Tom. IV. 1789 
die Zahl der Podura-Arten auf 24, indem er die 12 mit (f) be- 
zeichneten Arten verwirft und dafür folgende 5 neue Arten auf 
führt : 

Yillers nro. 17. livida. GeoiFr. (=annulala. Fbr.) 

18. annularis. Geoffr. 

19. viatica. Gootfr. 

20. violacea. Geoflr. 
24. termiformis. Scop. 

In diesen, so wie in den andern Werken finden wir also 
übereinstimmend die Beibehaltung der zwei Gattungen: Lepisma 
und Podura, bei denen nun die Species = Namen und — Anzahl 
eine difierirende ist. Erst zu Anfange dieses Jahrhunderts wird 
eine genauere Revision und Classification vorgenommen und zwar 
gebührt Latreille das Verdienst, die Basis für die spätem Arbei- 
ten geliefert zu haben. Sein Werk: Genera Crusfaceorum et 
Insectorum. Tom. I. Parisii 1806, enthält die Insecta aptera in 
4 Legionen getheilt, deren 4., die Apterodicera , in 2 Ordnungen 
zerfällt, deren erste Thysanura, deren zweite Parasiti genannt 
werden. Latreille theilt "die Ordnung Thysanura in 2 Familien: 

2* 



20 

Lepisinenae und Podurellae und scheidet jede wieder in verschie- 
dene Genera: 
Familiii prima: Lepismenae: 

Genus: Lepisnia Linn. spec. saccharina. Lin. 
Genus: Machilis Latr. spec. pol)'poda. Lin. 
Familia secunda: Podurellae: 

Genus: Podura. Lin. spec. plumbea. Lin. 
Genus: Saivnlhurus. Latr. sner. fuscus. Lalr. 

viridis. Lin. 
Latreilie's Arbeit wiederholt sich mit wenigen Veränderungen in 
Cuvier's Regne animal. Tom. 111. 1817, p. 158, daher gehen 
yf\v hierauf nicht näher ein. begegnen aber jetzt schon Foiscluin- 
aen über die Entstehung dieser Thiere. A. F. Wiegiüann be- 
richtet in den Nov. Act. acad. Leopold. X., 2. XI., 2. 1821 Ins 
1823, dass die Podurellen aus der Priestlev'schen grünen Materie 
entstehen und sucht seiner Meinung durch Beglaubigungen An- 
derer ein Gewicht beizulegen. Da dieselbe an dem bezi-chnelen 
Orte ausgesprochen, so wird jeder eine gründliche Untersuchung 
Torausset'zen , jedoch überzeugt man sich leicht von dem Gegen- 
Iheil, wenn nian den einzelnen Experimenten folgt. Mit den 
dreis'siger Jahren bricht endlich eine neue Zeit an, in der nicht 
•wie vorher das einmal Aufgestellte mebr oder weniger getreu 
aufbewahrt, sondern eine kritische Sichtung vorgenommen wird, 
und auf di<'sem Gebiete bege-.nen wir zunächst Templeton. Seine 
Arbeit: Thysannrae Hibernicae. or descriplions of such spenes 
of spring -tailed insecls (Podura and Lepisma, Lin.) as l.ave been 
observed in Ireland, enthalten in den Transactions of the Ento- 
mological society of London. Yol. I. 1836. pag. 89 — 98. 
Nach einer Einleitung, welche Westwood der Mitlheilung dieser 
Arbeit in der Yersammlung am -2. und 7. Juli 1834 voraiisehickte, 
und die die Bedeutung dieser Thysannrae in Ansehung ihrer Or- 
ganisation und svstematisjhen Stellung hervorhebt, finden wir von 
Templeton die Irischen Species der Thysannrae beschrieben und 
abgebildet. Zuerst stellt er die Familie der Lepismad le Leach 
auf, scheidet sie in die 2 genera Lepisma Lin. und Forbicina 
Geoff, zählt zu dem erstem sacharina Lin. und zum andern poly- 
poda Lin., und fü-^t noch das 3. Genus Petrobius Leach. mit der 
Spec. maritimus Leach. bei. Die 2. Familie Poduradae Leach, 
enthält das von Templeton neu geschaffene Genus Orchesella mit 
den 2 Species filiformis und cinda, dann die Gattung Podura. Lin., 
die neben einer Linne'schen 6 neue Species enthält, nämlich 
(p. 94 u. f.) plumbea. Lin., nitida, nigro-ma.-ulata , alliO-cincta, 
cingula, fuliginosa, stagnorum Tempi., und endlich das 2. neue 
Genus: Achorutes mit den Spec. dubius und muscorum. Tem- 
pleton beschliesst seine Arbeit mit der Beschreibung dreier Spe- 
cies von Smynthurus, die schon \on Fabricius aufgestellt waren 



21 

lind fügt 2 Tafeln höchst gelungener Abbildungen bei, durch 
welche seine Beschreibungen vorlheiihaft unterstützt werden. Es 
ist somit diese Arbeit der erste Versuch, die Gattung Podura nach 
den darin vorkonnnenden Formen in mehrere Gattungen zu spal- 
ten, da Latreille's Abhandlung der Gattung Smjnthurus gerade 
die Form betrüFt, welche oifenbar den Tjpus einer npuen Familie 
verrätb. Was Tcmpleton mit guten Gründen geschaffen, hält 
Burmeister in seinem „Handbuch der Entomologie," Band II., 
Seite 443 (erschienen 1838) aufrecht, und bezweifelt nur die Rich- 
tigkeit der Charaktere von Orchesella Tempi, aber weist auch 
zugleich den Thysanuren eine andere Stelle im Systeme an, in- 
dem er sie zur 3, Zunft seiner 2. Ordnung, also der Gjmnognatha 
(Kaukerfe) macht und zwischen die Mallophaga (Pelzfresser: 
2. Zunft) und Orlhoptera (Geradflügler: 4. Zunft) stellt. Zugleich 
sondert er aus der Gattung Podura autor. die neue Gattung Lipura 
aus, zu welcher er die P. ambulans L. und fimetaria zählt. Die 
Lepismatidae führt Burmeister dagegen auf 2 Gattungen zurück, 
deien ers!e Machilis La!r. die Genera Petrobius Leach und For- 
bicina Leach als 2 Subgenera einschliesst, die 2. aber Lepisma 
auf. ist. Hiernach führt Burmeisfer folgende Thysanuren auf: 

I. Fam. Poduridae. 

1. Gatt. Lipura. Burm, 

1. ambulans. L. 2. fimetaria. L. 

2. Gatt. Achorutes. Tempi. 

}. aquatica. L. 2. muscoram. Tempi. 

3. Gatt. Podura auf. 

A. Podura Burm. 1. grisea De Geer. 2. arbo- 

reaDe G. 3. albocincta TempL 
4. minuta. Fabr. 

B. Choreutes. Burm. 5. plumbea. L. 6. ligno- 

rum. F. 7. nitida. Tempi. 
8. villosa, Geoß". 9. cingulafa. 
Tempi. 10. nivalis. L. 11. va- 
riegata. Guer. et Perch. 

4. Gatt. Orchesella. Tempi. 

1. filicornis. Tempi. 2. cincta. Tempi. 

5. Gatt. Smjnthurus Latr. 

1. fuscus. Latr. 2. viridis. GeofFr. 3. signa- 
tus. Geoffr. 4. poljpodus. Lin. 

II. Fam. Lepismatidae. 

1. Gatt. Machilis Latr. 

A. Petrobius Leach. 

1. annulicornis. Latr. 2. maritima. Latr. 

B. Forbicina Leach. 

3. poljpoda. L. 4. gigas. Burm. 5. vi(- 
tala. Burm. 



22 



2. Gatt, Lepisina auJ. 

A. 1. Sacharina. L. 2. rollaris Bvirm. 3. aiirea 

Leon Duf. 

B. 4. viilala. Fbr. 5. ciliala Ldon Duf. 6. vil- 

losa. Fbr. 

(Schluss folgt.) 



Äiir Gattung Carabus 

von 
*i. Hrantz. 



In der vierten Auflage des Catalogu.s Coleopteroruni Europae 
finden wir eine Reihe von Arten mit einem * versehen; es sind 
diejenigen, deren SelhstständigUeit dem Herrn Verfasser, wie er 
im Vorwort angiebt, sehr zweifelhaft scheint und die wahrschein- 
lich mit dem im Verzeichniss vorhergehenden vereinigt werden 
müssen. Besonders zahlreich sind sie in der GaKung Carabus ; 
ein Beleg dafür, dass trotz der allgenteinen Voiliel>e für dieselbe, 
mannichfache Zweifel über die Artberechligung der einzelnen 
Species l)is jetzt unerledigt geblieben sind. 

Allerdings mögen die Rrafle einer Privalsammlnng nur sel- 
ten ausreichen , um das gerade in dieser Galtung besonders ge- 
suchte und theuere Material in Massen zu beschaffen, andrerseits 
scheint bei den Entomologen im Allgemeinen und vielleicht auch 
liei den wenigen, die über ein bedeutendes Maleiial in der Fa- 
nilie «ler Caral»icini zu verfügen haben, mehr das Bestrehen vor- 
zuherrschen, viele neue Arten zu publiciren als die bekannten 
zweifelhaften kritisch zu sichten. Wehhe Varieläten-Reihen Avür- 
den sich unter den caucasischen und siitirisclien Carabi aufstel- 
len lassen, und wie Manches ist noch selbst unter unseren euro- 
päischen Arten zu reducirenl 

Seit SulFrian's Arbeit über die Verwandlenreihe des Carahns 
Violaceus Linn. ist kein zweiter so umfangreicher Versuch an- 
gestellt worden, obwohl gewiss fast s.'imrniliche Entomologen der 
Durchführung desselben Beifall und Anerkennung nicht versagen 
und das Bedürfniss zu demselben sich deutlich durch die Menge 
der als zweifelhaft bezeichneten Arten zeigt. Ob die folgende 
Darstellung einen Theil <ler herrschenden Zweifel beseitigt, will 
ich dem Urtheile der Einzelnen überlassen; mein einziger Wunsch 
ist der, dass die Aufmerksamkeit dem angeregten Gegenstande 
und elwaiö-e den meinii^en wider- 



23 

sprechende Beobachtungen überhaupt zur Sprache gebracht wer- 
den. Ausser der Benutzung- der Königlichen Sammlung wurde 
dieselbe besonders durch (\\c freundliche Unterstützung des Hrn. 
Dr. Schaum gefördert, dem ich eine Reihe schätzenswerther Mit- 
theilungen verdanke. — 

Nach den Andeutungen im Stettiner Catalog muss C. Illigeri 
Dj. mit C. Kollari Palliardi , ferner Preyssleri Duft. C. Hampei 
Küster, C. Rothii Dj. , und C. excellens Fabr. mit C. Scheidleri 
vereinigt werden. Diese Vereinigungen sind meines Erachtens 
einerseits zu reduciren und zwar dahin : dass C. Hampei Küster 
aus der Verwandtenreihe des C. Preyssleri SufF. unbedingt aus- 
gechlossen ist (er muss mit C. comptus Dj., von dem er eine 
grosse Varietät ist, vereinigt werden) andrerseits zu erweitern, 
und zwar in der Art: dass C. Prejssleri Duft. Scheidleri Fabr. 
Kollari Pall. llligeri Dj. excellens Fabr. als Local -Varietäten 
einer einzigen Art zusammenfallen. C. Rothii bin ich , trotz der 
von mehreren Seiten entgegenstehenden Meinung geneigt, für eine 
eigene Art zu halten. Bevor ich zur näheren Begründung des 
Gesagten schreite, halle ich einige Avenige Worte über die Be- 
griffe Art und Varietät für nicht überflüssig'. 

Man ist berechtigt, eine Reihe von Local-Varietäten zu einer 
einzigen Specics zu vereinigen , wenn sich vollkommene Ueber- 
gänge von der einen zur anderen deutlich nachweisen lassen, 
mögen auch die ex tre m enFo r m e n noch so auffallend 
von einander abweichen. — Zu einer Local -Varietät ge- 
hören die auf einem bestimmten grösseren oder kleineren Ter- 
rain sich vorfindenden Exemplare einer Species; in denselben 
wird sich stets ein bes ti m m ter En twi ckelungs-Mo- 
dus, bedingt durch locale Einflüsse, vorfinden. Die- 
ser Entwickelungs-Modns giebt der Stammart das sie als schein- 
bar nebengeordnete , d. h. von ihr selbst verschiedene Art, 
characteiisirende Ansehen, wird aber andrerseits in seinen stets 
vorkommenden Abweichungen die Verwandtschaft zu den übrigen 
Local-Varietäten erkennen lassen. 

Den unter den Local-Varietäten nun wiederum vorkommen- 
den Grössen- und Färbungsverschiedenheiten, die zwar auch häufig 
Varietäten genannt werden , wollen wir hier diesen Namen nicht 
beilegen. Was endlich die Benennung einer solchen auS meh- 
reren Local-A arietäten gebildeten Species anbetrifft, so nimmt man 
wohl am zweckmässigsten den Namen , welcher der zuerst be- 
schrieberi>n Local-Varietät zugetheilt ist. 

Das vorher erwähnte Vereinigen mehrerer bisher für ver- 
schiedene Species gehaltenen Thiere zu einer Art, das Ueber- 
ftihren der einen in die andere, ist nun allerdings lediglich ein 
Werk sn!)jectiver Anschauung, und wäre es daher sehr gut denk- 
bar, dass durchaus abweichende Ansichten über die Affinität ver- 



24 

schiedener Thiere sich pellend mai-blen , djiss also .solclic 
Yereinigungsveism-he unler den Gesichtspunkt loinei Hy- 
pothesen, ohne Anspruch auf a 1 1 ji e in e i n e Aneikennunii, fielen, 
mithin der Saclie im Grunde weni^- nutzten. Die lieste Weise, 
nach meinem Dal'iirliallen, il m Voiwurl'e zu entnehen, lieteiojiene 
Formen zufiilli«!,er Ucliereinslimmunnen halber zusammenj;estellt 
zu hahen, ist: möglichst deutlich z» zei^-en , wie die eine Form 
sich aus der anderen entwickelt hat, und welches die Giund- 
form ist, aus der die iil>rii!,en Formen hciii,eleilet sind. Pieini C 
Tiolaceus Linn. z. B. zeigt die Grundform die ganze Oheriläche 
der Deckschilde mit feinen Körnchen dicht I)esät; diese Körnchen 
werden allmühlig langer, es zeigen sich Spuren von 3 Reihen 
GrüU'lien, zwischen denen »lann die Körner zu Längslinien zu- 
sammenfliessen, diesen gesellen sich secundiire und tertiäre Slrei- 
fcn zu, welche stärker und stärker hervortretend, die Sculptur 
der letzten Stufe , des C. purpurascens Dj., bilden, wie Sulfrian 
dies deutlich nachgewiesen hat. — 

Ganz anders ist nun die Grundform, sowie die Art ihres Ab- 
Knderns beim C. Scheidleri Fabr. Hier hat die Grundform bei- 
nahe glatte F'liigeldecken , auf denen sich circa 14 feine regel- 
mässige Punkireihen, deren Zwischenräume ilach, der 3te, 7te «. 
Ute in der Regel mit 8 bis 9 vertieften Punkten versehen sind *). 
Diese Punktseihen werden nun etwas stärker, zugleich unregcl- 
mässiger, die Zahl der vertieften Punkte zwischen den 3 ge- 
nannten und den übrigen wächst , sie werden, da au« h die 
Zwisrhenräume sich niehr und mehr zu wölben beginnen zu sogenann- 
ten Kettenjtunkten ; je stärker die Streifen sich wölben, um so mehr 
müssen die Punktreihen in den Hinterzrund tre:en, sie schwinden 
zuletzt ganz. Dies ist in wenigen Worten der Enlwickelungs- 
Modus des C. Scheidleri Fab., er liegt so klar vor Augen, «lass 
man .^ich aus ihm alle Sculplur-Abweichungen wird vollkommen 
erklären können ; auch bei der jetzt folgenden Charakteristik der 
einzelnen Formen werde ich mich möglichst kurz fassen und be- 
merke , dass die jeder einzelnen lieigelegten Eigenschaften die 
der grossen Mehrzahl der Individuen angehörige sind, dass aber 
auch ni«ht seilen Exemplare vorkoujmen und vorkommen müssen, 
die mit gleichem Rechte der einen wie der anderen Local-Varielät 
zugesellt werden können, oder auch in der Grösse zwischen zwei 
sonst verschieden grossen Formen die Mitte halten. 

I. Fingeldecken mit circa 14 feinen, regelmässigen 
Punktreihen, deren Zwischenräume flach, bisweilen leicht ge- 
runzelt sind, der 3le, 7te, Ute in der Regel mit 8 — 9 vertieften 



*) Ich bemerke hierbei, dass der Zwischenraum zwischen dem ersten 
Punklslreifen und der Nalti nicht mitgerechnet ist. 



25 

Punkten verseilen. Gewöhnliche Farbe bläulich schwarz mit 
veilchenblauem Rande. 

C PB-eyssleri Duft. — Diese Form findet sich vor- 
zugsweise in Schlesien und Röhnicn. Eine in der Regel nicht 
unbedeutend grössere, lebhafter gefärbte Form des C. Pre)ssleri 
Duft, ist: 

C. Zawadzkii Friw. — Findet sich vorzugsweise in Un- 
garn, und ist bald kupferrolh, bald bläulich oder mehr erzfarben 
mit veilciicnblauem , kupfenofhom, oder grüngoldenem Rande der 
Flügeldecken und des Halsscbildes. 

U. Die Punkts! reilen der Flügeldecken sind etwas gröber 
und zugleich unregelmässiger, namenilich nach der Spitze 
hin; die Zvxisclicnräunie ilach gewölbt, glalt oder leicht ge- 
runzelt, mit itllcren unfeibreciienden Keüenpunklen ; gewöhnliche 
Farbe der Oberseile blau oder grün. 

€. ScSieidler &"'a!>r. — Diese Form findet sich häufig 
in Oeslerrcich. Farbenabänderungen sind: 

C. virens Sturm. Nach einer grünen, etwas grössern 
Form aus Ungarn von Stnrm beschrieben, und längst als sjno- 
njm mit C. Scheidleri Fabr. bekannt. 

C. purpuratus Sturns. Nach derblauen, \ ioletlen Form, 
wie sie sich meist um Wien findet, von Sturm beschrieben. 

C. aeneipennis Sturm.; grün mit violettem Rande der 
Flügeldecken. 

111. Die Punktsireifen der Flügeldecken werden in Folge 
der stark gewölblt^n Zwischeniäume immer unregelmässiger 
und sind oft d**m Verschwinden nahe, diese selbst sind vielfach 
von Kellenpunklen unterbrochen. Diese Form kommt vor als: 

1. C. liuBlnri Pal!, im Banat ; die Exemplare sind 
in der Regel grösser, flacher, breifer (namentlich das Halsschild) 
als die des C Scheidleri Fabi. , die Farbe der Oberseite meist 
bläulich mit kiipferrolliem oder violetten» Anfing. Vollkommene 
Uebergänge zum C. Scheidleri Fa!)r. in F'orm des Körpers , des 
Halsschildes und der Flügeldecken-Sculptor sind nicht selten. 

2. C. IlÜgeri Bej in Croatien ; den C. Kollari oft 
noch an Grösse übertreffend, von lebhaft blauer oder giüner 
Farbe, in der Regel ohne jede Spur von Punktstreifen, ein Um- 
stand, «ier vornehmlich Dejean veranlasst haben mag, im C. llli- 
geri eine eigene Art zu erkennen, der ihm als Varietät des C. 
Kollari Pall. übeisandt wurde. 

3. C. excellcna Fabr. (Goldeggii Meg.) in Podolien, 
und fast im ganzen südlichen Russland ; meist nur halb so gross 
als C. Kollari Pall. von derselben etwas flachen Form, bald mit, 
bald ohne Spuren von Punktslr;'ifen ; in der Färbung sehr ver- 
änderlich, bald ganz kupferroth , bald blau mit goldenem Rande, 



26 

oder schwarzblaii mit rotligoldenein Rande , oder grün mit rölh- 

lichem Rande u. s. w. r^ t^ n • 

Ich vermag im C. excellens Fahr. ]<eine vom L. Kollari 
Fall, verschiedene Art zu erkennen, so wahrscheinlich dies auch 
auf den ersten Blick scheint. Die unterscheidenden Art -Merk- 
male der Carabi hasiren hauptsächlich auf Form und Sculptur, 
wenig oder gar nicht auf Grösse und Färbung. In wiefern C. 
excellens Fabr. und Kollari Fall, in Grösse und Färbung von 
einander abweichen, brauche ich wohl weiter nicht auseinander- 
zusetzen, einen Unterschied aber in der ganzen Körperform und 
der Fliigeldeckensculplur zwischen beiden aufzufinden, ist mir bis 
letzt nidil gelungen. Ja selbst auch der Unterschied in der Grösse 
ist nichts weniger als stichhaltig, da ich mehrere vollkominene 
Mittelformen vor Augen gehabt; ich erinnere hier nur an einen 
analogen Fall in der Gattung Carabus, nämlich an C. comptus 
Dej. und C. Hampei Farr., die Streifenbildung beider lässt keinen 
Zweifel an ihrer Identität übrig und doch ist der eine fast immer 
doppelt so gross als der andere; der eine vorherrschend schwarz- 
blau, der andere vorherrschend grün. — 

Carabus Rothii Dej. aus Siebenbürgen, ebenfalls als Va- 
rietät zum Scheidleri Fabr. zu ziehen, nehme ich für den Augen- 
blick noch Anstand; denn einmal finden sich bei ihm statt der 
13 erhöhten Streifen der Flügeldecken, die man bei allen Varie- 
täten des C. Scheidleri Fabr. deutlich herauszählen kann, stets 
15 und mehr, deren letzter dem Ausrande der Flügeldecken stets 
bedeutend ferner liegt, als der letzte der 13 Streifen beim C. 
Scheidleri Fabr.; andrerseits zeigt sich bei ihm eine Neigung 
zur Regelmässigkeit in der Streifenbildung die beim C. Scheid- 
leri nicht vorkommt. Die mir vorliegenden Verschiedenheiten in 
der Streifenbildung des C. Rothii Dej. sind folgende: 

a. Sämmtliche Zwischenräume erhaben, vielfach von Funk- 
ten unterbrochen ; diese Form nähert sich allein dem C. Kollari 
Dej. und excellens Fabr. an, hat zwischen beiden in der Grösse 
die Mitte, unterscheidet sich aber constant durch die grössere 
Zahl der Streifen. 

b. Die Zwischenräume: 1, 3, 5, 7, 9, 11, 13, 15 treten 
deutlich stärker hervor als die dazwischen liegenden; alle sind 
häufig von Ketlenpunkten unterbrochen. 

■ c. Zwischenraum 1, 5, 9, 13 gar nicht von Funkten unter- 
brochen, 3, 7, 11, 15 ziemlich regelmässig, wodurch der Küler 
ein an den C. consitus erinnerndes Ansehen erhält. 

Von diesen 3 Formen ist mir die erste am seltensten vor- 
gekommen. 



27 

Eine neue Art 
der Häfergattung Teredus Oej* 

beschrieben 
von P. MHbelmann. 

Melirvvöchentücher Aufenthalt in dem poujmerschen Badeort 
Misdroj auf der Insel Wollin während der Monate JuM und 
August d. J. j^ah mir Gelegenheit, in der mit Buchen und Eichen 
hewachsnen Umgegend nach Käfern zu suchen. Ich fand in die- 
ser entomologischen ßeschäl'tigung an Herrn Assessor Pfeil 
einen Genossen, und die gemeinsauien Excursionen wurden ziem- 
lich eifrig hedieben. Es sei mir gestattet, über unsre Ausbeute 
eine Mitllieilung zu machen, und zwar um so mehr, da ich glaube 
die Käferfauna Deutschlands mit einer neuen guten Art bereichern 
zu können. 

In südwestlicher Richtung von Misdro)' befindet sich in einer 
Fichfenwaldung, in gleicher Richtung mit dem Meeresstrande ein 
mit lippigem Moose überzogenes Moor, dessen Rand von mehr 
reren allen Eichen umgeben ist. An einer solchen, an welcher 
sich später Diaperis boleli und Triphyllus punctatus fanden, liefen 
zwei Stück Leptinus testaceus Müll. ; ein glücklicher Zufall wollte 
es, dass die ergiebige Stelle am nächsten Baum gefunden wurde, 
an dessen Fasse einige Filze standen, die am Rande ausgeholter 
Wurzi'ln wuchsen; weniger an dieser mir unbekannten Pilzart als 
an den innern Wänden jener Wurzelgänge wurde Leptinus in 
ziemlicher Anzahl gefangen. Interessant war es, ihn im Fang- 
glase pfeilschnell auf und ablaufen zu sehen, während er sich 
in der Freiheit nur mit massiger Geschwindigkeit bewegte. Andre 
ausgelegte Pilze erwiesen sich für Leptinus erfolglos, doch moch- 
ten sie Tachinen angelockt haben, von denen einige Stücke ge- 
fangen wurden. 

An jenen Eichen fand sich ferner Cistela ceramhoidesL., Allecula 
morio Fbr.,Prionychus alerF.Pentaphyllus teslaceusF., Hypophloeus 
castaneus Fabr. und fasciatus Fabr., Tenebrio obscurus Fabr., 
Ljaiexylon navale Linn., Anobium cinnanomeuui Sturm, Drjoph- 
Ihorus lymexvion F., X)lophilus oculatus Pajk., Gnorimus varia- 
bilisLinn., Osnioderma eremita, Limonius bipustuiatus Lin., Tachi- 
nus silphoides L., Catops umbrinus Fr., Scjdmaenus Godarti Latr., 
Batrisus venustus ßeicli,, Tjrus mucronatus Panz. , Cül)dium 
filiforme Fabr., von Teredus nitidus Fabr. i Stück, und von 
der unten beschriebenen Art Teredus eine ziemliche Anzahl. 

Am östlichen Rande jenes Waldes und am Strande erwiesen 
sich alte Buchen ebenfalls sehr ergiebig. Unter der Rinde fand 
sich an einer Stelle Anobium piumbeuni 111., doch leider nur in 



28 

abgestorbenen Exemplaren vielfach vor, ferner Triplax russiea 
Lin. , Pla(yrrbiniis laliroslris Faltr. . Synebila jiiji,liin(lis Fabr., 
Cicones varie_»alQS Hellw. , Dipiocoelus f;ioi Gaer. , Myoetothares 
brcvis Panz. , barbata Lalr. , axillaris (?) Payk. , ^lji<'lopba>;us 
inultipunctadis Hellw., aloinarius Fabr., (juadripustiiladis Lin., 
ni'i.rinus Germ., Abraeiis «ilobosus E. H. , einij^e Bolelopbagus 
arinatus Fabr., Omaüiun shiatum Grav. , 1 Sdick Leiesfes senii- 
nigra Gjll. und vielfach Oxvpoda togala Er. und Orcliesia mi- 
cans III. im Mulm am Fusse einer allen Buche Cjphon serricor- 
nis Müll., Ptenidiiim Gressneri Gillm. 

Am Strande fanden sich in grosser Anzahl Aegialia are- 
naria F., Heliopafes gibbus Fabr., Anthiciis bimaciilatus III., 
Crvptohjpnns pulchellus (?) Linn. , Anoncodes rufiventris J^cop. 
ein wahrscheinlich neuer Malachins, Cneorrhiniis sp., Saprinus qua- 
dristriatus Payk. und Yar. rugiceps, nitidulus Fabr., Anisotoma 
ciliaris Schm.; in geringerer Zahl oder einzeln Bembidium pal- 
lipes Dft., Saprinus me'allicus Fabr., aeneus Fabr., rugifer Gyll., 
rotundatus Pajk., Nacerdes uielanura Lin., Colenis dentipes Gyll. 
u. A. ni. 

Von Misdroj in östlicher Richtung wurden an Klafterholz, 
an Buchen , Eichen und Kiefern gefunden Calops picipes Fabr., 
nigricans Spnc. , nigrita Er., rotundicollis Kelln., niorio Fabr., 
fumalus Spnc, Staph)'linus cbalcocephalus Panz., Ocjpus cuprcus 
Rossi, cjaneus F., similis F., picipennis Fabr., Quedius lateralis 
Grav., Silpha carinata 111., Aspidiphorus orbiculatus G)ll., Plega- 
derus caesus Herbst, Scaphidium quadrimaculatum Oliv., Cer^lon 
angusialum Erichs., Crjptarcha strigata F., Pocadius ferrugineus 
Fabr., Thalycra sericea Er., Th^inalus limbatus Fabr., Tillus 
elongatus Lin., Clerus rufipes Brhm., Melandrja canaliculata F., 
Hallomenus affinis Pajk. , Hjpulus bifasciatus Fabr., Uloma cu- 
linaris Fbr., Phosphaenus hemipterus Fabr., Anthribus albinus L., 
Endomychus coccineus Linn., Lycoperdina succinda Linn., ferner 
noch in dortiger Gegend Homalola cinnamomea Grav. , validicor- 
nis Mark., terminalis G)ll., elongatula Grav., sodalis Er., lugens 
Ksw., linearis Grav., Oxvpoda corlicina Er., ruficollis Er. , mjr- 
niecophila Mark,, cuniculina Er., Aleochara morion Grav., ob- 
gcurella Grav,, Tachjusa atra Grav., Boletochara lunulata Pa^k., 
Placusa pumilio Grav., Mjrmedonia humeralis Grav., Philonthus 
Limaculaliis Grav., splendidulus Grav., Harpalus neglectus Er, 
Aniara sp., Limnichns versicolor Wahl., Bvrrhus murinus Fabr., 
Microsphacra corlicalis Redt., Djtiscus punctnlatus Fabr., Colym- 
betes Pavkulli Er., Hjdroporus geminus Fabr., Nosodendron fas- 
ciculare Ol., Plafydema violacea Fabr., Malachius pulicarius F., 
Dict^opterus aurora Fabr. und affinis Payk., Agrilus bi- 
ffultatus Fabr., Melanophüa tarda Fabr., Ancylochira octo- 
gallata Linn., flavoniaculata Fabr., punctata Fabr., Chry-so- 



29 

bothrys affinis Fbr. , Diacanthus cruciatus Linn., und nietallicus 
Paylc, Monolianunus sutor Linn., Hamnialochaerus lieros Fabr. 
und ceido Linn., Cl)'tus detritus Linn., und arietisIJn,, Lepfura 
scutellata Fabr., Ei'coptogaster pjgmaeus Gyll. Am Yietziger 
See, wekben die Swine gleiib bei ihrem AusIriUe aus dem Haff 
bildet , liess sich von dort aufgerichteten Rohrbiindein eine gute 
Beute lioffen, welche denn auch unter andern lieferte: Dromius 
longiceps Dej. , Demetrias unipunctatus Germ., Odacantha mela- 
nura Linn., Leistus rufescens Fabr. und spinilabris Fahr., An- 
chomenus pelidnus Er., Honialola nigella Er., Hvpocjptus disco- 
ide.us Er., Olophrum fuscum Grav. , Philonthus rubidus Er. und 
salinus Kie^w. , Bledius subtorraneus Er., Olihrus geininus III., 
Corjlophus cassidioides Marsh., Anthicus gracilis Panz. Psanim- 
oecus hipundatus Fahr. 

Wenn (b<r Jagderlra;^ nicht noch bedeutender war, so mag 
der Grund wohl in der weniger warmen Witterung- dieses Jahres 
zu suchen sein, wie denn auch der Strand nach Mitlheilung des 
Herrn Pfeil nicht so viel Ausheute lieferte, als in einem früheren 
Jahre. Naheliegende Landseen, der Strand mit seinen Dünen, 
lehmiger, mooriger und sandiger Boden, üppigster Waldwuchs, 
ein Bestand an sehr allen Eiciien und Buchen, geben der Fauna 
eine grosse Mannigfaltigkeit, so dass die dortige Gegend wohl 
verdient, den Entomologen bekannter zu werden. Ich schliesse 
mit der Beschieiliung des bereits gedachten Colydiers , d n ich 
nach Vergleich mit der im Berliner Museum von Erichson seiher 
geordneten Familie für neu zu hallen berechtigt bin. 

Teredus opacus, Hahelmann. 

Filiforniis, cjlindricus , parum nilitlus, castaneus, capite subtilius 
profhoraceque subliliter punctalo, eljtris punctato-siriatis, antennis 
pedihasque rufis. Long. 2 Liu. 

Schmaler als Teredus nitidus, mit lilngercm Halsschilde, ähn- 
lich der Gestalt und den Yerhällnissen eines Nemosoma ; dunkel- 
braun, wenig glänzend. Der Kopf namentlich und das Hals- 
schild sind dicht und fein punktirt, letzteres ist düj)pelt so lang 
als breit, bis zur Mitte gleichhreit, nach hiuten wenig verschmä- 
lert. Die Flügeldecken sind deutlich bis nahe zur Spitze punk- 
tirt gestreift, mit sehr feinen Punktreihen in den Zwischenräumen, 
an der Spitze flach abgerundet. Fühler und Beine sind rolh. 

Der Aufenthalt dieses Käfers ist in alten Eichen, an denen 
er aus sehr kleinen senkrechten Bohrlöchern hervorkömmt. 

Berlin im September 1853. 

Paul Uabelmann 



30 

DtMii vorstehenden Berichte meines gesrhäfzten Freundes 
Hrn. Ha bei mann über den Käferfaui? in Misdroy erlaube ich 
uiir in wenigen Worten diejenigen Käfer anzureihen, welche ich 
ausschliesslich fing und welche bisher noch nicht erwähnt sind, 

Athous rufus in 2 Exemplaren; das eine fand ich in einer 
frischen Sandgrube, das andere auf einer mit Kieferstiimpfen be- 
setzten Wiese im Grase kriechend. Ferner siebte ich aus dem 
in einer liohlen Buche befindlichen Laube Eurvporus picipes. 
Am Fusse von Buchen fing ich 3 Exemplare des scliönen, auch 
in der Provinz Preussen vorkommenden, in den meisten Samm- 
lunü,on als ein echter Sibirier figurirenden Caralius marginalis, 
auf Buchenslümpfen Tropideres niveirostris. Unter Steinen f:>nd 
ich mehrere Stück Ocypus olens; auf Eichcnstubbcn 2 Exemp- 
lare Slenura villica; in einem Fabrgeleise Sta[»bylinus fulvipes; 
am Strande kroclien, von don Wellen herangctiiobon , mehrere 
Species Donacia, ferner Acidota crenala in ziemlicher Anzahl, 
Cassida murraca und vitlata , Lema brunnea, Coccinolla ocellata, 
hieroglyphica, tigiina etc., Adimonia rustica, Cobiphus sophiae, 
Byrrhus dorsalis etc. In Ellersliiuipfen f;ind ich Anchomenus 
livens, Stoinis pumicatus, Patrobus exca\atus und man.'herlei noch 
nicht bestin\mte Elateriden. Endlich käscherle ich Malthinus fla- 
Tcscens und fand an den Wurzeln von Buchen Calodera nigri- 
coUis. Der Grund dieser besondern Ausbeute liegt darin , dass 
ich mehrere Wochen vor Herrn Hab el mann in Misdroy an- 
langte, zu einer Zeit, wo namentlich der Strand dem Sammler 
bessere Jagdbeute auslieferte. 

Stettin Ende September 1853. rfeil, 

Gerichts -Assessor. 

Noch ein Wort über 

Einsein ' Meschreibiing 

vom 
Grafen OTnnnerlielm. 

(Wenn dieser Artikel, gleich mehreren von verschiedenen 
Seiten eingegangenen, nur gegen die Tendenz des vor einem 
halben Jahre" in diesem Blatte erschienenen Artikels des Herrn 
Dr. Schaum gerichtet wäre, so würde ich analoger Weise den ge- 
ehrten Herrn Verfasser ersucht haben, die Sache auf sich beru- 
hen zu lassen. Da aber Specialia darin vorkommen, welche theils 
vom Autor aus dem Gesicht-punkle der Selbslvertheidigung an- 
gesehen werden, theils als factische Berichtigungen entomologischer 
Data gelten können, so hielt ich mich zum Abdrucke für ver- 
pÜichtet. C. Ä. D. 



31 

Im Juni-Heft des vorigen Jahrganges dieser Zeitung, hat 
es (lern Herrn Dr. Schaum gefallen „gegen die Bekanntmachung 
einzelner Arten" ein Anathem in das entomologische Publikum 
hinauszuschleudcrn. Seinem dictatorischen Auftreten wurde auch 
sogleich in derselben Nummer der Zeitung auf eine schlagende 
Weise von den Herren Hering und Dohrn begegnet. — Ich hätte 
deshalb wohl Anstand genommen, diese Polemik weiter fortzu- 
setzen, hätte Herr Dr. Schaum in seinen Angriffen nicht gerade 
den russischen Entomologen einen Handschuh zugeworfen. — 
Beschreibungen einzelner Gallun^en und Arten sind, nach Herrn 
Schaum's Ansicht, „der Ballast der Wissenschaft", und nament- 
lich den russischen Entomologen ist es von ihm als eine grosse 
Schuld angerechnet worden, dass sie mit diesem schwerfälligen 
Corpus delicti die entomologische Literatur „überschwemmten." 
Sofern diose Vorwürfe nicht russischen Entomologen, sondern 
„den" d, h. allen „russischen Entomologen" gemacht werden, 
muss ich wohl ohne Bedenken annehmen , dass das von Herrn 
Dr. Schaum gelallte strenge Urlheil auch gegen meine entomo- 
logischen Schriften gerichtet wird, besonders weil gerade ich 
(und sonst Niemand unter den russischen Entomologen) als Wie- 
dertäufer eines bereits bekannten Käiers (Änomala luculenta 
Erichs.) in der Ausbesserungs-Lisle des gelehiten Heirn Doctors 
hervorgehoben werde, ja sogar an der Spitze dieses Verzeich- 
nisses stehe. Danke ergebenst, Herr Doctor, für diese mir er- 
theilte Auszeichnung! 

Einem Manne, dessen „bibliographische Kenntnisse nicht 
gerade seine schwächsten sind", wie Herr Schaum zu seinem 
Selbstlobe äussert, sollte es wohl nicht entgangen sein, dass ich 
mich mit Käfer -Beschreibungen hauptsächlich in faunistischer 
und ntonographischer Beziehung abgegeben habe. Meine letzten 
Arbeilen für die entomologische Literatur beschränken sich auf 
eine Käferfauna der Russisch -Amerikanischen Länder und zwei 
Hefte faunistischer Beiträge zur Kenntniss der in Ost- Sibirien 
vorkommenden Coleoptera. Ohne irgend eine Absicht, mich auf 
diese Weise „durch einige Mihi's unsterblich zu machen", dachte 
ich mit meinen Arbeiten die Naturgeschichte der Insekten gewis- 
sermassen zu fördern und konnte mir schwerlich vorsteilen, dass 
die Entomologie durch gedachte Beschreibungen Ost-Sibirischer 
Käfer-Arten mehr gefährdet sei als durch die „Diagnosen einer 
grösseren Zahl auf entoniologischen Reisen entdeckter Species", 
die Herr Dr. Schaum von seinem ausgesprochenen Anathema 
gefälligst ausschliesst. Dass Svnonymie nie vermieden werden 
kann, „wenn auch alle Species-Fabrikation nur im monographi- 
schen Grosshandel zugelassen wird", wie Herr Dohrn so treffend 
sich geäussert hat, ist wohl eine ganz unläu^bare Sache. Im 
Gebiete der Entomologie stehen die Monogr a plien ebensowohl 



32 

aTs Wiedertänfer vorher bekannter Arten du, wie die Besihreiber 
einzelner Species. Als itli eine An o mala Daurica taufte, 
war die von Erichson hesclirieheno A. luculenta mir noch un- 
hekannt; das Heft seiner Insekten D .' u l s ch land s , wo die 
Diajinose der fraglichen Art sich vorfindet, war noch niclit im 
Buchhandel erschienen, als ich mein IVIanuscri|»t der ersten Lie- 
ferun««- der Coleopteres de I a S i Ij e r i e Orientale bereits 
zum Druck abgegeben halte. Auch Herr Dr. Schaum bestätigte 
meine A. Daurica in s'inem Jahresberichte, und erst später 
hat er die Gefälligkeit gehabt, meinen Irrlhuiii zu berichtigen. 
Er halte doch inzwischen immer Gelegenheit, im Berliner Museum 
»ich über diesen Gegenstand aufzukläien ; m i r hielt es aber schwer, 
dahin zu wallfahrlen , um die etwa mögliche Identität zwei<'r ver- 
schieden benannter Insekten aiiszumitleln. — Das Unheil, das ich 
der Entomologie durch die doppelle Benennung zugefügt, ist frei- 
lich nicht gross, und den Namen A. Daurica nebst Mihi 
streiche ich gerne ohne Bedenken, sobald ich überzeugt bin, dass 
Herr Dr. Schaum die nach Pallas in Süd-Russland eitthnimische 
A. luculenta Erichs, mit meiner jenseits des Baikalsees häufig 
vorkommenden A. Daurica genau verglichen und sie mit ein- 
ander vollkommen identisch gefunden hat. 

Wenn man die Umstände unparteiischer erwägt, als Herr Dr. 
Schaum es zu thun scheint, so dürfte die aus Russland der en- 
tomologischen Literatur drohende „Ucberschwemmung" nicht eben 
sehr gefährlich sein. Diese Literatur ist bis jetzt in Russland 
zicmlidi lieschränkt und dürftig gewesen. Was die descriplive 
Entomologie betrifft, so findet sie sich innerhalb der, fast in ihrem 
Entstehen unterbrochenen Entomographia Rossica , der Memoiren 
und Bullelins der Moskauer naturforschenden Gesellschaft und 
der Petersburger Akademie der Wissenschaften hau!)tsächlich be- 
gränzl, wozu nur noch die Essais enlomologiques von Hummel, 
der Anhang zu Ledebours Reise von Gebier und eine Bearbei- 
tung der Carabicinen und Hvdrocantharen des Caucasus von 
Chaudoir und Hochhuth sich gesellen. Zwar hat kürzlich Herr 
V. Motschulsky auch eine Zeitschrift unter dem Titel Essais 
e n 1 m 1 g i fj u e s herauszugeben angefangen ; allein weil der Hr. 
Dr. Schaum" überhaupt keine Rücksicht auf die Motschulskvschen 
Publicationen zu nehmen scheint, dürfte diese Zeitschrift eigentlich 
nicht besonders zur Schwere desentomologischcnBallasts beitragen*). 
(Scliiuss folgt.) 
*) In der Monographie der Mallhiniden, welche diese Zeitschrift ent- 
hält erwähnt Hr. v. Motschubky eines Hapaloderus (Molsch.) dep res- 
sicollis Mannerh. aus Finnland, den er vor einigen Jahren m memer 
Sammlung mit diesem Art-Na ■ en bezellcll gesehen, v. Kiescnwelier hat 
die Species jetzt als Malthodes fl a vogu t ta • us charaklerrsiil; folglich 
ist meine frühere Benennung zu streichen, was ich auch bereits gelhan haiie. 
Druck TOD F. HcsseiiUud iu Stettin. 



Kiitoniologi^clie SBeitimg 

herausgegeben 

von dem 

entomologischen Vereine zu Stettin. 



Redaction: In Commission bei den Buchliand- 

C. A. Dohrn, Vereins-Präsident. '""8«° ^«« f' «• Mittle r in Berlin, 

' Fr. Fleischer, undDyk in Leipzig. 



N^. 2. 15. jaiirs^ang. Feftmar 1854, 



Inhalt: Vereinsangelegenheiten. Jahresrechnung. — Elditt: über Thy- 
sanuren. (Schluss.) — Mannerheim: üeber Einzeln -Beschrei- 
bung. (Schluss.) — Kraatz: über Carabi. — Schläger: Kritische 
Bemerkungen zu einigen Wickler- Arten. — Errata. 

IFereinsangelegeEiheiten. 

In der Sitzung vom 15. December 1853 trug- der Unter- 
zeichnete ein Schreiben Sr. Exe. des Herrn Ministers v. Räumer, 
d. d. Berlin, 13. December, vor, laut welchem 

Se. Majestät der König geruht haben, dem entomo- 
logischen Vereine auf das Immediat-Gesuch des Unterzeich- 
neten vom 29. October die Summe von Einhundert Thalern 
jährlich auf fernere fünf Jahre zu bewilligen. 
Diese Mittheilung wurde von der Versammlung mit dem 
lebhaftesten Danke entgegengenommen. Der Unterzeichnete führte 
an , dass er zur Motivirung seines Gesuches besonders auf den 
Umstand sich bezogen habe, dass der Verein bis zu Ostern 1853 
sich eines Lokals im Gjmnasio bedienen durfte, dessen mancherlei 
Mängel wegen des erheblichen Wörtchens gratis weniger accen- 
tuirt worden. Das interimistische Lokal habe wegen beschränkten 
Raumes gleichfalls nicht auf die Dauer behalten werden können. 
Er habe also geglaubt, durch die Anlage einer für die Bedürfnisse 
des Vereins und dessen Sammlungen zunächst vollkommen aus- 
reichenden Lokalität in seinem neuerbauten Hause und durch das 
Anbieten dieses Lokals zu einer nach hiesigem Maassstabe 
entschieden billigen Miethe sich ein unbestreitbares Verdienst um 
den Verein zu erwerben. Hierin habe er sich freilich zu seinem 
herzlichen Bedauern arg getäuscht, sofern es Einem der geehrten 

3 



34 

Herrn Vorstan(lsniilglle(]or -efallen habe, den in der SIfzang am 
8 September Gensrlmiui- gefassten ßescbluss, durch welchen jenes 
Anerbielen daiikend angenommen worden, in der Sitzung am 
e November durch eine Interpellaiion anzufechten. Üs seien Irei- 
lich die darin aufgestellten Bebauplungon über angebliche Form- 
fehler einfach und schlagend durch die \ereinsstatuten widerlegt 
worden — wie es denn überhaupt befremden raasste, für die 
Procedur am S.September plötzlich andere Principien reclamirt 
zu sehen, als die, welche in der analogen Sitzung- vom 7. April 
1853 befolgt und von dem geehrten Mitgliede derzeit nicht be- 
mängelt wurden. Auch hätten in der Sache sämmtliche hiesige 
VorsUinds- und Vereins -Mitglieder mündlich und schriftlich eine 
der Ansicht des geehrten Mitgliedes positiv entgegengesetzte Kr- 
klärun» abnegeben. Jedenfalls sei es nun dem Unterzeichneten 
erfreulTch /dass das anscheinend oelig m acul ir ende jener 
Interpellation - um ein entomologisches Bild zu brauchen - 
durch den Aether der erneuerten Königlichen Subvention voll- 
ständi-' beseitigt werde, jener Interpellation , welche voraussetzlich 
ohne üntersteliune: oeflissentlichcr Persönlichkeit und fremder Ein- 
flüsteruno- nur auf^dem reinsten, rücksichtslosesten Interesse an 
einer haushälterischen Verwaltung der Vereinsfinanzen lussen 
konnte, wenn-leich der Herr Interpellant nicht genug erwogen 
hatte dass der Verein 1843 (conf. die Rechnungslegung m der 
März-No. 1844) ein Minus von circa 150 Rthlr. hatte, und wenn- 
gleich er ziemlich genau wissen konnte, wessen Bemühungen 
das ietzioe Plus von circa 4000 Rthlr. zuzuschreiben sei. Doch 
nein' üirer diesen letzteren Punkt muss offenbar bei dem Herrn 
Interpellanten eine totale Unkennlniss der \ereinslage obgewaltet 
haben da er seine Motion mit der einigermassen auffallenden 
Behauptuno- introducirte, durch eine Miethe von 100 Rthlrn. wur- 
den die Zinsen des Vereinskapitals absorbirt! ....,, ^ . 

Jedenfalls ist dem Vereine auf die nächsten fünf Jahre ein 
für seine Zwecke ausreichendes, den bisherigen unbedingt vorzu- 
ziehendes Lokal gesichert, ohne dass die befürchtete Zinsen- 
absorption eintritt T und es lässt sich vermuthen dass die immer 
noch '^toi" ende ZahJ der Mitglieder und der hierdurch voraus- 
sichtlich %tei-ende Absatz der Zeitung der Administration auch 
ferner Mittel "und Wege an die Hand geben werden , einer Dete- 
rioration des gegenwärtig befriedigenden Znstandes der Vereins- 
finanzen vorzubeucfen. . _ 

Sodann wurde auf den Antrag des (inzwischen von Posen 
hierher versetzten) Herrn Appellationsgerichtsrathes Dassel be- 
schlossen, durch Vermittelung des Herrn Oberpräsidenten von 
Pommern „die Ertheilung der sogenannten kleinen Corporations- 
reehte" für den Verein nachzusuchen. Es würde dies nemlich 
für die hypothekarische Unterbringung des Vereins - Kapitales 



35 

auf den Namen des Vereins eine unumgänglich noth wendige 
Form sein. 

Zu Mifgliedern wurden in derselben Sitzung aufgenommen: 
Herr Johannes von Ba rth ol o maei, Kaiser), russischer 
Garde-Oberst, Ritter etc. zu Tiflis, 
„ Hermann Trapp, Pharmaceut in Giessen. 
In der Sitzung am 12. Januar 1854 gab der unten fol- 
gende Rechenschaftsbericht des Herrn Rendanten Dieckhoff 
und die in der Ausgabe aufgenommene Position von 86 Rthlr. 
Remuneration zu einigen Bemerkungen Veranlassung. Es wurde 
anerkannt, dass die Fassung de's Vereinsbeschlusses vom 10. Juni 
1852 (abgedruckt Seite 258 der Zeitung desselben Jahres) wegen 
Zahlung einer Extra-Remuneration in zwei Raten von 25 Rthlr. 
ganz deutlich die Auslegung ausgeschlossen habe, als solle diese 
Remuneration den Charakter einer regelmässig fortlaufenden er- 
halten. Der Unterzeichnete machte darauf aufmerksam , dass eine 
solche Fixirung dem Grundprincipe unserer Association durchaus 
nicht adaequat sei, dass eine frühere Abweichung von diesem 
Principe, dessen Unzulässigkeit eigentlich schon in der jährlichen 
Beamtenwahl ausgesprochen sei , mancherlei Incongruenzen nach 
sich gezogen habe, und dass er auf keinen Fall in der Sitzuno- 
vom 6. November den Antrag auf ein Donumhon. von 36 Rthl?. 
gestellt haben würde, wenn er gewusst hätte, dass jener Vereins- 
beschluss vom 10. Juni 1852 einer irrigen Interpretation unter- 
legen hätte. 

Die Versammlung beschloss, bei dem Princip stehen zu 
bleiben, dass sämmlliche Vereins-Mitglieder ihre Vereins-Aemter 
nach wie vor Scientiae et Honoris causa verwalten — wobei natürlich 
nicht ausgeschlossen wird, dass nach Massgabe der bürgerlichen 
Stellung des Einzelnen und der factisch bewiesenen Bemühung 
für das Vereins- Interesse, so wie nach Massgabe der finanziellen 
Lage der Vereinskasse es dem Vorstande unbenommen bleibt, 
Remunerationen zu decerniren. Bei der im vorliegenden Falle 
bereits geschehenen Ausgabe solle es für diesmal sein Be- 
wenden behalten. 

Demnächst wurde dem Herrn Rendanten über die Rechnungs- 
legung 1853 Decharge ertheilt und auf des Herrn Prof. Hering 
Vorschlag zum Milgliede aufgenommen: 

Herr Eugene Bei Her de la Chavignerie, Beamter bei 
dem Justiz-Ministerium in Paris. 
Die von unserem Mifgliede Herrn Winnertz in Crefeld 
als Geschenk für die Vereinssammlung eingesandte reiche Sen- 
dung einer Reihe von Typen seiner in unseren Schriften be- 
schriebenen Dipteren erwarb sich durch die saubere Behandlung 
der zum Theil äusserst zarten Minutien allgemeine Bewunderung. 

C. A. Dohrn. 
3* 



36 

Debersicht 

der Einnahmen und Ausgaben des entomologischen 
Vereins im Jahre 1853. 

EI innabine. 



Capital -Bestand vom Jahre 1852 . 
Cassen- Bestand „ „ 1852 

Zinsen 

Geschenk Sr. Majestät des Königs . 
Zeitung, ältere und neueste Jahrgänge auch 

Linnaea 

Verkauf von Käfer-Katalogen . . 
Rückerstattungen von Porto etc. . 



. Rthlr. 


3650. 


25. 


— . 




209. 


1. 


1. 




176. 


21. 


6. 


. 


375. 


— . 


— . 


h 


608. 
73. 


3. 
15. 


10. 




6. 


„ 


7. 


26. 


— . 


Rthlr. 


5101. 


2. 


11. 



Ausgabe. 



Bachhändler-Rechnungen . . . . . . 

Druck und Papier der entomolog. Zeitung . 

Linnaea, von der Buchhandlung zum Aus- 
tausch etc. entnommen 

Druck des Käfer-Katalogs, Restzahlung . 

Buchbinderarbeit 

Artistische Beilagen 

Porto 

Gratification und Remuneration f. d. Herrn 
Bibliothekar und Conservator . . . 

Remuneration für den Schulwärter (noch 
pro 1852) und Botenlohn . . . . 

Miethe 

Saldo einer Buchhandlung 

Zurückgezahltes Asservat 

Umzug und Einrichtung des Vereinslokals . 

Büreaubedürfnisse und Quittungssterapcl . 

Capitalbestand, Ende 1853 

Cassenbestand pro 1854 _;_ 



Rthlr. 



48. -. 

246. 11. 

94. 15. 

10. — . 

17. 17. 
108. — . 

88. 13. 

86. — . 

18. -. 
36. — . 
13. 20. 
25. — . 
43. 3. 

5. 21. 

4177. 15. 

83. 6. 



Stettin, den 1. Januar 1854. 



Rthlr. 5101. 2. 



I.. A. Dieckhoff, 

Rendant des Vereins. 



37 

Wissenschaftliche Mittheilnngeo. 



Einlei tung 

sur JfKonographie der Tliysanuren 

von K. L. £lditt, 

Lehrer an der böbern Töchterschule zu Königsberg in Pr. 

(Forlsetzung.) 

Im Jahre darauf (1839) erschien des Abt Bourlet Memoire 
sur les Podures. Nachdem Bourlet die äussere Organe der Po- 
duren beschrieben, stellt er eine Tabelle zur Anordnung' der 
Gattungen zusammen. Hiernach theilt er die Poduren in 2 Ab- 
theilungen, deren erste mit Schuppen bedeckt, die andere ohne 
Schuppen ist. Die erste Abtheilung enthält 2 Gattungen, die 
zweite 3 Gattungen. 

1. Abtheilung: 1. Gatt. Ma er o toni a. Bourlet mit 4 Arten, 
von denen 2 neu: 

1. plumbea. L. 2. nigra Bourl. 3. longicornis niltr. 

4. ferruginea Bourl, 

2. Gatt. Lepidocjrtus Bourl. 
1. curvi colli s Bourl. 

2. Abtheilung: 1. Gatt. Heterotoma Bourl. mit 10 Arten, von 
denen 6 neu: 

1. flavescens. 2. villosissi raa. 3. livida. 4. cri- 
stallina. 5. grisea. 6. pul chri cornis. 7. musci. 

8. vaga. 9. quadri punctata. 10. cincta. 

2. Gatt. Isotoma Bourl. mit 12 Arten, von denen 8 neu: 

1. villosa. 2. viridis. 3. coerulea. 4. bifasciata. 

5. trifasciata. 6. arborea. 7. nivalis. 8, rubicauda. 

9. cursitans. 19. fenestrarum. 11. fusiformis. 
12. violacea. 

3. Gatt. Hypogastrura Bourl. mit 1 Art: 
aquatica auct. 

Hierauf folgt des Verfassers Erklärung über das schon von 
Latreille gedeutete und von Burmeister „Cjlindrische Warze" 
genannte Bauchorgan (tube gastrique), so wie über die Spring- 
gabel, aber auch Erörterungen der Lebensweise, Stände und 
Entwickelung dieser Thiere. Bourlet sagt von jener „Cjlinderi- 
schen Warze" dass sich das Thier mit derselben an senkrechten 
Flächen halte, indem es hier einen luftleeren Raum mache, dass 
dasselbe eine Flüssigkeit daraus absondere , mit der es den 
Schwanz und die Rinne anfeuchte, ja dass endlich dasselbe beim 
Herabfallen nach dem Sprunge die schwachen Beine unterstütze, 
so dass wir dasselbe mit ihm als luftpumpendes, saftaussondern- 



38 

des und fallschirmartij^es Organ ansehen sollen. Freilich bleibt 
B. den Nachweis dafür schuldiij; (und verfällt somit in den von 
ihm an De Geer gefädelten Fehler, welcher von Sraynthuros an- 
hiebt, dass er sich mittels klebriger Faden halte); denn er hätte 
die innere Organisation zu diesem Zwecke verfolgen und zeigen 
müssen , dass Tracheen oder andere Organe in diese Warze 
übergehen. Was die Springgabel betriiFt, so ist auch deren 
Funktion nicht in das hellste Licht gestellt. Wenn Bourlet aber 
überzeugt ist, dass die Poduren von Feuchtigkeit leben, so liegt 
darin eine Verkennung ihrer Organisation, die in Bezug auf die 
Mundtheile Kauwerkzeuge erkennen lässt. In Feuchtigkeit leben 
dieselben allerdings am Liebsten, was die zarte Beschaffenheit 
des Körpers auch voraussetzen lässt, und in der That giebts 
solche Arten, welche auf der Wasseroberfläche leben und nicht, 
wie Bourlet meint, dort nur zufällig hingekommen sind. Eben 
so zweifelt Bourlet daran, dass die Poduren Eier legen und hebt 
Erfahrungen hervor, die dagegen sprechen, so dass wir anneh- 
men , er stimme Wiechmann's oben erörterter Ansicht bei , w enn 
wir voraussetzen könnten, dass er von dessen Abhandlung Kennt- 
niss genommen, ohne deren zu erwähnen. Aber wir wollen 
hierdurch des Verfassers Verdienst durchaus nicht schmälern, 
sondern gerade seine Bemühung anerkennen, eine bessere Kennt- 
niss dieser kleinen Thiere anzubahnen und dieselben in geeignet 
erscheinende Gruppen zu bringen. — Im Jahre 1840 erschien in 
Färnrohr's naturh. Topographie von Regensburg eine Aufzählung 
der in jener Gegend beobachteten Poduridae von Koch , die jedoch 
hier nur vorübergehend angeführt werden kann, weil die kurzen, 
meistens ungenauen Diagnosen durchaus nicht zweckdienlich zu 
erfolgreichen Vergleichung erscheinen. Unter den 46 aufgeführ- 
ten ist eine nicht geringe Zahl von Koch geschaffen, ohne dass 
er sich genau um die bereits vorhandenen Arten bekümmert hätte; 
eben so überflüssig erscheinen auch die von ihm aufgestellten 
neuen Genera Paidium und Blax. Erwähnenswerther erscheint 
dagegen die von Nicolet 1841 im 32. Bande der Bibliotheque 
universelle de Geneve , nouvelle serie , gegebene Notiz über De- 
soria saltans, die ich kennen zu lernen nicht Gelegenheit hatte, 
die aber von Bourlet in einem Artikel der Annales de la Societe 
Entomologique de France, Tom. XI. pag. 45 — 48. Paris 1842, 
beleuchtet wird. Aus dieser Beleuchtung entnehmen wir zunächst 
die Kenntniss, dass Nicolet neue Genera geschaffen und seine 
Forschungen über Poduriden dahin ausgedehnt hat, dass er die 
innere Organisation Beobachtungen unterworfen und zu erfreu- 
lichen Resnlfaten gelangt ist. Wenn Bourlet diese Bemühung 
eine delikate und schwierige nennt, so wird ihm jeder darin bei- 
pflichten , der solche mikroscopische Beobachtungen vorgenommen, 
schwerlich aber möchten seine vornehmen Zweifel Beistimmer 



39 

finden, wie denn auch Erichson in seinem entomologischen Be- 
richt V. J. 1846 p. 127 mit Recht von Herrn Bourlet hervorhebt: 

Verfasser verdächtigt die Beobachtnugen von Nicolet über den 
inneren Bau dieser Thierchen, weil es ihm selbt nicht gelungen, 
unter dem Mikroskop das Geringste davon wahrzunehmen. Das 
kann wohl sein, denn um mit dem Mikroskop etwas auszurich- 
ten muss man auch mit dem Mikroskop umzugehen wissen. 
Von Nicolet, der als Zeichner an vielen zool. Arbeiten mitgewirkt 
hat darf man erwarten, dass er in mikroskopischen Untersuchun- 
gen bewandert ist." — Wenden wir uns jetzt zu der ausgezeich- 
netsten unter den neuern monographischen Arbeiten auf diesem 
Gebiete, welche den Titel führt: Recherches pour servir a 
l'histoire des Podurelles par H. Nicolet. Quart, 88 Seiten, 
9 Tafeln , Nouveaux memoires de la societe helvetique des scien- 
ces naturelles, ohne Jahreszahl (Separatdruck aus den Neuen 
Denkwürdigkeiten der allgemeinen Schweizer-Gesellschaft für die 
gesammte ^Naturwissenschaft. Band 6, Seite 50 if. Neuchatel 
1842.), von welcher Monographie Nicolet in der Versammlung der 
Schweizer nalurforschenden Gesellschaft zu Zürieh Proben yor- 
le°^te am 3. August 1851. Die Arbeit beginnt mit allgemeinen 
Betrachtungen über die Podurellen , denen eine Classification 
folgt, welche, auf äussere Merkmale gegründet, sehr natürlich 
und übersichtlich erscheint, und nach welcher die Familie der Po- 
durellen in 9 Gattungen zerfällt, die nach der analytischen Me- 
thode in einer Tabelle charakterisirt werden. Dass Nicolet weder 
Burmeisters noch Bourlet's Arbeit kannte ^ entnehmen wir aus dem 
Umstände, dass er nur Templetons Arbeit berücksichtigte. Er 
stellt daher unter seinen 9 Gattungen 5 neue auf (Anurophorus, 
Desoria, Cyphoderus, Tomocerus, Degeeria) und acceptirt von 
den vorhandenen Achonetes Tempi., Podura Auct. ex part., Or- 
chesella Tempi. , Smynthurus Latr. In den nun folgenden Ab- 
schnitten über die Lebensweise und Entwicklung der Podurellen 
lernen wir den scharfen Beobachter kennen, der die kleinen 
Thierchen genau verfolgte und ihnen Manches ablauschte, wovon 
man vorher keine Ahnung hatte. Ja er drang tiefer ein in den 
Entwickelungsprozess , indem er das Ei untersuchte und den Era- 
brjonen-Zustand verfolgte, so dass er im Stande war, die Em- 
bryologie dieser Thiere zu liefern. Daran schliesst N. die Ana- 
tomie der Podurellen, indem er von den äusseren Organen aus- 
geht und von den inneren das Nervensystem, den Verdauungs- 
apparat, die Respiration und Blutcirkulation auseinandersetzt, so 
dass wir dadurch ein vollständiges Bild der gesamraten Organi- 
sation erhalten. Das darauf folgende Kapitel enthält die Classi- 
ficationen und Beschreibung der Gattungen und Arten, so dass 
sich also in dieser Beziehung Nicolet eine weitere Aufgabe stellte, 

als Terapleton, der nur neue Arten beschrieb. 



40 

Nicolei theilt silniinllichc Podiiiellen in 2 Abiheilungen: 
1. Ablli. Körper lineaiiscli : A. ohne Sprinf^schwanz: 

1. Gatt. Achoneles Tempi. 

1. taherculatus Nie. 

2. Gatt. Anurojiliorus Nie. 

1. fimelarius L. 2. laricis Nie. 
B. Ein Springschwanz : 

3. Gatt. Podura Auct. 

j- Keine Haken am Ende des Körpers 
1. aqualica De Geer. 2. similata. Nie. 3. cyanoce- 
phala Nie. i. cellaris Nie. 
•j-f Zwei Haken am Ende des Körpers 
5, arniata Nie, 6. rufescens Nie. 

4. Gatt. Desoria Agassiz 

f ]. glacialis Nie. 2. virescens Nie. 3. tigrina Nie. 

4. fulvomaculata Nie. 5. cinerea Nie. 
-}"}- 6. cjlindrica Nie. 7. viatica L. 8. pallida Nie. 

9. ebriosa Nie. 10. annulata Fbr. 11. riparia Nie. 
12. fusia Nie. 

5. Gatt. Cyphodeirus Nie. 

1. capueinus Nie. 2. gibbulus Nie. 3. lignorum Fbr. 
4. pusillus Lin. 5. aeneus Nie. 6. agilis Nie. 7. par- 
vulus Nie. 8. albinos Nie. 

6. Gatt. Tomoeerus Nie. 

1. plumbeus L. 2. celer Nie. 

7. Gatt. Degeeria Nie. 

1, nivalis Lin. 2. disjuneta Nie. 3. corticalis Nie. 
4. platani Nie. 5. pruni Nie. 6. elongata Nie. 7. eru- 
dila Nie. 8. lanuginosa Nie. 9. margaritaeea Nie. 

10. muscorum Nie. 11. domestica Nie. 

8. Gatt. Orehesella Tempi. 

L melapoeephala Nie. 2. villosa L. 3. fastuosa Nie. 
4. unifasciala Nie. 5. sjlvatica Nie. 6. bifaseiala Nie. 
2. Ablh. Kugelförmiger Körper: 

9. Galt. Smynfhurus Latr. 

1. signatus Lalr. 2. oblongus Nie. 3. viridis Fbr. 

4. fuseus GeofFr. 5. ornatus Nie. 6. Coulonii Nie. 
Mithin bringt Nicolei sämralliehe Podurellen in 9 Gattungen, die 
wieder in 54 Arten zerfallen. Beigegeben sind der Monographie 
9 Tafeln mit guten Abbildungen, vor welchen die ersten 4 zur 
Anatomie gehören und äusserst sauber gearbeitet sind , die letzten 
5 stellen die einzelnen Species dar. 

In demselben Jahre (1842) liess Bourlet sein 2tes Memoire 
erscheinen unter dem Titel: Memoire sur les Podurelles par 
Mr. l'abb^ Bourlet, extrait des memoires de la soci«5fe royale et 
centrale d'agriculture, sciences et arts du d^parlement du Nord, 



41 

seant ä Douai , anees 1841 et 1842. Mit Bedauern bemerken 
wir, dass Bourlet von Nicolets fleissiger und gründlicher Arbeit 
keine Kenntniss genommen, sondern mit neuen Schöpfungen auf- 
getreten ist und die Verwirrung in der Sjnonjmie vergrössert 
hat. Zunächst theilt er die Podurellen in 2 Tribus: Podurides 
und Smynthurides. Die Podurides zeigen im Yergleich zu denen 
seines ersten Memoires (1839) folgende Abänderungen: das Ge- 
nus Macrotoma Bourl. ist durch eine 5te Species vermehrt (M. 
spiricornis Bourl.), die Gattung Lepidocyrtus ist um 2 Species 
vermehrt (L. argentatus und rivuiaris Bourl.) und zählt also 3 Spe- 
cies; die neu aufgestellte Gattung Aetheocerus Bourl. enthält 
9 Arten: rufescens, cristallinus, griseus, pulchricornis, cinctus, 
rufofasciatus , dimidiatus , aquaticus , sämmtliche Namen von Bour- 
let gegeben; die Gattung Podura auct., im vorigen Memoire gar 
nicht vertreten, enthält hier 11 Species von denen 5 neu sind: 
villosa und viridis auct., bi- und trifasciata Bourl., arborea , ni- 
valis und annulata aud., palustris Lin. , cursitans und argento- 
cincta Bourl. , violacea Geoffr. , die Galtung Hypogastrura Bourl. 
bringt zu der 1. Art des vorigen Memoires (aquatica Bourl.) noch 
3 Species murorum , agaricina und fuscoviridis Bourl. , die 
neue Gattung Adicranus Bourl. begreift die 2 Species fime- 
tarius Auct. und corticinus Bourl, Die andern Gattungen 
sind unverändert geblieben. Die Smjnthuriden , im ersten 
Memoire noch nicht behandelt, theilt Bourlet nach der Zahl 
der Antennenglieder in 2 Gattungen: Smjnthurus und Dicjrtoma. 
Die Gattung Smjnlhurus begreift 9 Arten, von denen 4 neu sind: 
vii idis Latr. , fuscus Latr. , bilinealus , aquaticus , lupulinae und 
pallipes Bourl. Die Gattung Dicjrtoma enthält 2 Species: atro- 
purpurea und dorsimaculata Bourl. Die darauf folgende Beo- 
bachtungen über die tube gastrique , über den Springschwanz 
u. s. w. sind eigentlich nur Wiederholungen des im ersten Me- 
moire bereits Mitgetheilten. — Ebenfalls im Jahre 1842 wurde 
das Genus Achorutes durch eine neue Species (bielanensis) be- 
reichert durch Waga, der darüber folgenden Artikel veröffentlicht : 
Description d'un insecte aptere qui se trouve en quantitö aux en- 
virons de Varsovie, par Mr. Yaga in den Annales de la societe 
entomologique de France. Tom. XI. Paris 1842 pag. 264—272. 
In derselben Sitzung der Gesellschaft (7. Septbr, 42) zeigt Paul 
Gervais unter mehreren Thieren auch Anourarosea als neue 
Species einer Gattung, die er an Stelle der Gatt. Achorutes Nie. 
setzt. — Von dem ebenfalls 1842 zu London erschienenen Werk 
von Denny habe ich leider nichts erfahren, dasselbe auch nicht 
zur Ansicht erhalten können, woher ich mich gleich zu einer 
sehr verdienstlichen Arbeit wende, die das Jahr 1843 bringt; wir 
finden dieselbe ebenfalls in den Annales de la Societe entomolo- 
gique de France. Deuxiene Serie. Tom. I.Paris, 1843. pag. 269 bis 



42 

298 unter dem Titel: Observations sur les travaux qui depuis 
Latrellle out ^te publica sur l'ordre des Thjsanures et particu- 
lierement sur la faniille des Podurelles, par M.H.Lucas (Seance 
dn 7. Juin 1843). Da dem geehrten Verfasser Tom Präsidenten 
der Gesellschaft, Milne Edwards, die Aufforderung geworden, 
über das Memoire sur les Podurelles par Bourlet 1842 zu berich- 
ten, hält derselbe für nöthig; zuvor die auf diesem Gebiete er- 
schienenen Arbeiten von Lalreille ab zu durchmustern, besonders 
die letzten Memoiren genau zu charakterisiren und zuletzt die 
schwierige Arbeit zu unternehmen, Licht in das Dunkel der Sy- 
nonymie zu bringen, da meistens jeder der zuletzt genannten 
Monographen von den Vorarbeiten keine Nöliz genommen , sondern 
die eigenen Schöpfungen publicirte. So hatte Nicolet von Bourlets 
M^m. 1839 keine Kenntniss genommen, Bourlet in seinen zweiten 
Mem. 1842 keine von Nicolet, mithin war es natürlich, dass die 
Speciesnaraen zu einer solchen Zahl anwuchsen, die die Sjnonjmie 
immer weniger erkennen liess. Um nicht Wiederholungen ein- 
treten zu lassen, da wir später gerade auf diese synonymischen 
Erörterungen eingehen müssen, wollen wir hier nur bemerken, 
dass Lucas die Theilung der Familien, nach Bourlets \organge, 
in 2 Tribus vornimmt, nämlich in Podurides und Smynthurides, 
und diejenigen Genera anführen, die nach seiner Prüfung Be- 
stand haben : 

I. PoduTides Bourl. 
1. Gen. Tomocerus Nie. (Macrotoma Bourl. Podura auct. ex 
parte) mit 6 Species. 
Lepidocyrtus Bourl. mit 3 Spec. 
Orchesella Tempi. (Heterotoma und Isotoma Bourl. 
1839. Aetheocerus Bourl. 42. Podura auct. ex part.) 
Podura auct. ex parte. (Isotoma Bourl. 39.) mit 

19 Spec. 
Desoria Nie. (Podura auct. ex parte) mit 12 Spec. 
Cyphoderus Nie. mit 8 Spec. 
Degeeria Nie. (Isotoma Bourl. Podura Bourl. Podura 

auct. ex part.) mit 11 Species. 
Achonetes Tempi. (Hypogastrura Bourl.) mit 7 Spec. 
Lipura Burm. (Anurophorus Nie. Adicranus Bourl. 
Podura auct. ex parte) mit 4 Species. 
II. SmynthurideH Bourl. 
Smynthurus Latr. (Podura auct. ex parle) mitllSp. 
Dicyrtoma Bourl. mit 2 Species. 
zerfallen nach Lucas die Podurellen in 12 Genera 
mit 90 Species, wenn gleich nicht in Abrede zu stellen ist, dass 
manche Species vielleicht noch gesondert werden wird, die Lucas 
als Synonym erschien; doch bleibt dem Verfasser die Aner- 
kennung, dass durch seine gediegene Arbeit Ordnung in das 



2. 
3. 


Gen. 
Gen. 


4. 


Gen. 


5. 
6. 

7. 


Gen. 
Gen. 
Gen. 


8. 
9. 


Gen. 
Gen. 


10. 
12. 


Gen. 
Gen. 
Somit 



43 

Gewirre gebracht und ein Grund gelegt ist, auf dem Andere 
sicherer fortbauen können. 

Eine ähnliche werthvolle Arbeit erschien darauf in der 
Histoire naturelle des Insectes Apteres par M. le baron Walckenaer 
(ou Nouvelles Suites a Buffon) Tom. III. Paris 1844 und zwar 
die Podurellen bearbeitet von Paul Gervais. In der Einleitung 
spricht derselbe zunächst über die systematische Stellung der 
Podurellen, einer Familie der Ordnung Thjsanures, welche La- 
treille 1796 als Classe aufstellte und einreihte zwischen seine 
Suceurs (Gattung Pulex) und Parasites (Ricinus und Pediculus), 
die die nächsten zu seinen Acephalen sind, die darauf Arachniden 
genannt wurden. Sie machten bei Fabricius einen Theil seiner 
Sjnistaten aus. 1806 liess ihnen Latreille denselben Platz, aber 
trennte nach Lamarck's Beispiel die Insekten von den Arachniden 
und zählte sie, nicht wie dieser den Arachniden, sondern den 
Insekten zu. Später fand er in ihnen eine grössere Verwandt- 
schaft mit den Myriapoden und setzte sie unmittelbar nach diesen 
in die Reihe der Insekten. Diese Anordnung rechtfertigt er in 
einem besonderen Memoire, das 1832 erschien, aber Fabricius 
hatte die Thjsanuren den Neuropteren genähert und de Blainville 
adoptirte diese Ansicht, indem er sie für unregelmässig gestaltete 
Neuropteren ansah, in dem Sinne, dass sie Apteres bleiben, denn 
die Physiognomie der Larven ist bei ihnen eine constante, wäh- 
rend sie bei den meisten anderen Arten derselben Ordnung ver- 
änderlich ist. Die Thysanuren sind also Neuropteren, die in der 
Entwickelung stehen geblieben sind. Gervais will das vollkommen 
gelten lassen fiir die Lepismen, aber nicht für die Poduren. 
Nach diesen einleitenden Bemerkungen geht Gervais zu der spe- 
ciellen Betrachtung der beiden zugehörigen Familien über, näm- 
lich zu den Podurelles und Lepismes. Eine allgemeine Charak- 
teristik der Familien und der Lebensweise dieser Thiere folgt 
die Anatomie derselben mit besonderer Berücksichtigung der Ar- 
beiten Latreille's, Bourlet's und Nicolet's , dann die Classification 
und Beschreibung der Genera und Species. Ueberblicken wir 
diesen Theil, so gewinnen wir daraus folgendes Resultat: die 
Familien und Gattungen folgen bei Gervais in nachstehender 
Ordnung und zwar die Gattungen mit Bezeichnung der Zahl der 
aufgeführten Arten : 

I. Familie: Podurelles. 

1. Gatt. Smynthurus mit 13 Spec, denen 2 Species mit den 

Gattungsnamen Dicyrtoma Bourl. zugefügt werden 
und eben so 1 Smynth. aus Georgien, also zusam- 
men 16 Species. 

2. Gatt. Podura, zerfallend in 8 Gruppen: 

1. Gruppe: Macrotoma Bourl., Toraocerns Nie. mit 6 Sp. 

2. ., Lepidocyrtus Bourl., Cjphodeirns Nie. mit 9 Sp. 



44 

3. Gruppe: Orchesella Tempi. Heterotoma BourJ. (partim). 

Aetheocerus BourJ. (part.) mit 10 Spec. 

4. ., Heterotoma Bourl., Aetheocerus (partim) mit 

12 Spec. 

5. „ Isotoma Bourl., Desoria und Degeeria Nie, 

Podura Bourl. mit 38 Species, die wieder in 
3 Abtheilungen zerfallen. 

6. „ Achorutes, Tempi., Hypogastrurus Bourl., Po- 

dura Nie. mit 12 Spec. 

7. „ Lipura Burm. mit 4 Spec. 

8. „ Anoura Gerv. Achorutes Nie. mit 2 Spec, so 

dass also Gervais Gattung Podura 93 Species 
zählt, denen zum Schlüsse noch Podurelles 
incertae sedis und P. fossiles beigefügt sind. 
II. Familie: Lepismes. 

1. Gatt. Machilis mit 2 Gruppen: 

1. Gruppe: Petrobius Leach mit 2 Spec. 

2. „ Forbicina GeofFr. (part.) mit 4 Spec. 

2. Gatt. Lepisma mit 2 Untergattungen: 

1. Untergatt. Lepismina mit 4 Spec. 

2. „ Lepisma mit 10 Spec. 

3. Gatt. Nicoletia Gerv. mit 2 Spec. 

4. Gatt. Campodea mit 1 Spec. 

Mithin theilt Gervais die Podurelles in 10 Gattungen (die 
Gruppen als Gattungen gerechnet) mit 109 Species und die Le- 
pismes in 4 Gattungen mit 23 Species, so dass von ihm also 
132 Thjsanuren beschrieben werden. Gervais hat das Verdienst, 
mit Berücksichtigung der von ihm erschienenen Arbeiten eine 
gründliche Revision derselben, so wie eine vollständige Darstellung 
dieser Ordnung nach allen Seiten hin geliefert zu haben, wodurch 
abermals ein bedeutender Fortschritt gemacht worden ist. — Wir 
haben nun nur noch eine Arbeit näher zu betrachten, nämlich 
die von Nicolet in den Ann. d. 1. soc. entom. de France im Jahre 
1847 erschienene unter dem Titel : Essai sur une Classification 
des Insectes apteres de l'ordre des Thysanures par H. Nicolet. 
(Seance du 25. Mars 1846.) 

N. beginnt seine Essai mit dem auch von uns schon aus- 
gesprochenen Bedauern, dass die ziemliche Gleichzeitigkeit der 
Beobachtungen eine Verwirrung herbeigeführt , die nicht leicht zu 
beseitigen ist und er knüpft seine Reflexionen an die von uns 
eben besprochene Arbeit in Walkenaer's Insectes Apteres. Aber 
so sehr auch N. das Verdienst des Verfassers (P. Gervais) wür- 
digt, so macht er doch zugleich auf die Seiten aufmerksam, die 
am wenigsten auf eine Beipflichtung Anspruch machen können. 
Hiervon wollen wir nur die Beibehaltung des Genus Heterotoma 
Bourl. hervorheben, welches bei unserm Bericht über seine Mera. 



45 

(1842) nur aus dem Grunde nicht beleuchtet wurde , um Wieder- 
holungen vorzubeugen. Wahrlich , was die schöpferische Kraft 
eines Beobachters zu leisten vermag, das zeigt uns dieses von 
Bourlet aufgestellte und von Gervais aufrecht gehaltene Genus 
Heterotoma, dessen Character in der Ungleichheit beider Antennen 
nach Gliederzahl und Länge von Bourlet gefunden worden. So 
viel sich auch B. bemüht, den Gedanken an eine Verstümmelung 
zu verscheuchen , so umständlich er auch seine Beobachtungen 
beschreibt, wir können darin doch nur eine Anomalie finden, die 
nach unserem Wissen noch Keinen so kühn machte , darauf ein 
besonderes Genus zu gründen. Nicolet setzt die Gründe für 
solche anomale Erscheinungen deutlich auseinander und hebt da- 
durch jeden Zweifel. Darauf geht derselbe zur Classification der 
Ordnung Thjsanurae über, die er nach Anderer Vorgang in die 
2 Tribus zerfällt, nämlich in die Lepismides und Podurides, 
welche wieder in 3 Gruppen zerfallen, nämlich in die Smjnthu- 
relles, Podurelles undLipurelles, welche er in einer analytischen 
Tabelle übersichtlich zusammenstellt. Diese Einiheilung wollen 
wir hier nicht weiter auseinandersetzen, sondern zum Vergleich 
mit den früheren Arbeiten nur die Schlussresultate namhaft 
machen. Die Lepismiden werden in 4 Gattungen mit 45 Species 
aufgeführt. Der Poduriden erste Gruppe oder die Smjnthurellen 
begreift 2 Gattungen mit 26 Species , die zweite Gruppe oder die 
Podurellen begreift 7 Gattungen mit 92 Species, die dritte Gruppe 
oder die Lipurellen begreift 2 Gattungen mit 13 Species, so dass 
Nicolets Arbeit die Thjsanuren in 2 Tribus, 15 Gattungen und 
176 Species darstellt, und zum Schlüsse noch eine tabellarische 
Uebersicht über dieselben nach ihrer geographischen Vertheilung 
beifügt. 

An das Ende der Beleuchtung der diese Thierordnung be- 
handelnden Schriften gelangt, haben wir uns überzeugt, dass 
ein volles Jahrhundert dazu gehörte, um Thiere , die uns zahl- 
reich umgeben, aus dem tiefsten Dunkel an das hellere Licht 
zu ziehen. Allein, vvie die beiden letzten Decennien im Verhält- 
niss zu den früheren die Forschungen auf diesem Gebiete mehr- 
ten und beschleunigten, so werden die kommenden noch grössere 
Resultate erwirken, wenn erst den einzelnen Entomologen, die 
bisher allein thätig waren, noch andere sich anschliessen und 
der jetzt übliche Austausch eigener Erfahrungen vor jenen Um- 
wegen und Abwegen bewahrt, die den raschen Fortgang früher 
hemmten und manche sonst werthvolle Arbeit in Vergessenheit 
kommen Hessen. 



46 



Noch ein Wort über 

Einsein - Beschreibung 

vom 
Grafen Mannerhelm. 

(Schluss.) 

Wenn man jetzt die in Russland erschienenen Besclireibun^eu 
einzelner Gattungen und Arten in eine VVagescliale bringt und 
in die andere, was entweder Deutschland, oder Frankreich, oder 
noch mehr England in gleicher Beziehung hervorgebracht, so 
stellt es sich gewiss heraus, dass der sogenannte Ballast im 
Schaumschen Sinne für diese andern Länder mehrfach den russi- 
schen überwiegen muss. 

Es ist nicht ohne Mitleid , dass ich Herrn Dr. Schaum be- 
daure, „einen ganzen Morgen" seiner theuren Zeit verwendet zu 
haben auf die Auseinandersetzung der „Citate einiger in den 
rassischen Bulletins und Memoiren beschriebenen Cryptoce- 
phali" für seinen Freund Suffrian. Da ich vermulhlich zu die- 
ser Stimmung übler Laune dem gelehrten Herrn Doctor Veran- 
lassung gegeben habe, indem die erwähnten C ryp to ce phali 
dem Herrn Dr. Suffrian gerade von mir zur Beschreibung mit- 
getheilt worden sind, so erachte ich es nölhig zu erklären, dass 
die fraglichen russischen Cryptocephali aus dem noch nicht 
kritisch geordneten Theile meiner Sammlung und meistens mit 
Angabe der Namen , unter welchen ich sie bekommen hatte, 
ohne geringsten Anspruch auf die Erhaltung dieser Benen- 
nungen, herausgenommen wurden. Nun waren bis jetzt nur 
in den Memoiren und Bulletins der Moskauer Gesellschaft und 
der Petersburger Akademie in sehr wenigen Abhandlungen, 
ausserdem aber blos in den Essais entomologique Hummels 
und in Geblers Anhang zu Ledebours Reise - Beschreibungen 
einiger Cryptoc e p halus- Arten enthalten; die kritische Mühe, 
die Herr Dr. Schaum dabei gehabt haben kann, war also nicht 
gross genug, um eine Jeremiade über Russische entomographi- 
sche Verhandlungen hervorzurufen. Bei dem gegenwärtigen 
Zustande der Insektenkunde dürfte wohl mehr als „ein ganzer 
Morgen" nötliig sein, eine Homalota gehörig zu bestimmen, 
nach den vielen monographisch ergänzenden Bearbeitungen, 
welche diesen winzigen Thieren zu Theil geworden sind — 
obgleich diese Veibesserungen, Ergänzungen und Zusätze gerade 
in beträchtlichem Maase von den entomologischen Freunden des 
Herrn Dr, Schaum, den Herrn von Kiesenwetter und Kraatz 
herrühren, . 



47 

Ich leugne den Vorzug monographischer Arbeilen nicht, 
besonders wenn sie von Meisterhand wie Lacordaires*) und Mul- 
sant's mit bekanntem Fleisse und Umsicht geliefert werden, ich 
leugne eben so wenig die Schädlichkeit, welche aus der Be- 
kanntmachung einzelner Arten dem entomologischen Systeme im 
Allgemeinen erwächst, wenn die Beschreibungen, wie es^ leider 
nicht selten geschieht , mit dem grössten Leichtsinn und in einem 
Latein gepfuscht werden, welches schwerlich zu verstehen ist**). 
Aber ich bin weit davon entfernt, die Meinung des Herrn Dr. 
Schaum zu theilen, wenn er den monographischen Bearbeitungen 
einen so ausschliesslichen Vorrang einräumen will, dass davon nur „die 
Auseinandersetzung nah verwandter und bisher vermengter Arten, 
die sorgfältigen Beschreibungen einzelner sehr ausgezeichneter 
Formen und die Diagnosen einer grösseren Zahl auf entomologi- 
schen Reisen entdeckter Species", eine Ausnahme machen dürfen. 
Ist denn jetzt irgend eine Monographie vollständig und erfüllt 
auch nur eine einzige vollkommen die conditio sine quanon 
des Herrn Dr. Schaum , d. h. „die genaueste Bekanntschaft mit 
der gahzen Familie, mit den verwandten Gattungen, mit 
allen Arten desselben Genus"? Die Antwort hierauf wird nicht 
schwer, denn wir finden täglich, dass neue Species entdeckt 
werden in bereits monographisch verhandelten Gattungen. Sollen 
denn diese bei Seite geschoben und als non avenues betrach- 
tet werden , bis eine neue Monographie derselben Gattung in Zu- 
kunft erscheint? Das wäre doch die logische Folge des von 
Herrn Dr. Schaum ausgesprochenen Verdammung«- Ürtheils ge- 
gen andere Art die Insekten im descriptiven Sinne zu bearbeiten, 



•) So ist es z. B. Herrn Professor Lacordaire gelungen, die mannig- 
faltige Sculptur der Flügeldecken bei den Ch lamys- Arten durch die be- 
wunderungswürdige Beschreibung so auseinander zu setzen, dass die Be- 
stimmung dieser schwierigen Species auf eine ungemeine Weise erleichtert 
wordeo, ist. 

") Unter vielen will ich als Beispiel nur hier citiren: 

Stigmodera cruentata, nigro-aenea, m argine thoracis 
flava testacea; elytris cruentatis, basi flava testacea, 
etiamsi basale portionesuturaeetmarginis. Ann. de la Soc. 
ent. de France. 1852. p. 253. 

Auch kann ich hier einen Beweis über die Ungenauigkeit hinzufügen, 
wie frühere Bearbeitungen eines verhandelten Gegenstandes zu Rathe gezo- 
gen werden, aus der Linnaea entomologica T. VIII. p. 160., wo es heisst: 
»Cecidomyia Aurora v. Mannerfeld: Akten der Moskauer Akademie 
Th. VI.« 

Da die Abhandlung von mir ist und nicht in den Akten der Mos- 
kauer Akademie , sondern in den Memoiren der Moskauer naturforschenden 
Gesellschaft vorkömmt, kann ich diesen Missgriff berichtigen, der wenig- 
stens beweist, dass der verdienstvolle Verfasser die von ihm citirte Be- 
schreibung nicht gelesen hat. üebrigens giebt es in Moskau keine andere 
Akademie als die Medico- Chirurgische. 



48 

als durch Monoo^raphien. Und würde nicht „der Ballast" der In- 
sektenkunde viel schlimmer vermehrt durch Monographien auf 
Monographien einer und derselben Gattung mit den daraus erfol- 
genden Wiederholungen, als durch Einzeln-Beschreibungen, welche 
jene Monographien bloss ergänzen'? — Unter den jüngsten Mo- 
nographien will ich hier als Beispiel nur der der Malthinen des 
Herrn v. Kiesenwetter erwähnen. Obgleich dieselbe allerdings 
eine vortreffliche Erscheinung im Gebiete der Insektenkunde ist, 
so macht der verdienstvolle Verfasser gewiss nicht Ansprüche, sie 
als eine vollständige, d. h. alle Gattungen und Arten dieser 
Sippe enthaltend, anzusehen. Es kann ja auch nicht anders sein, 
da er weder die sämmtlichen Arten des reichen Berliner Museums, 
noch tjpische Exemplare der Pajkullschen und Gjllenhalschen 
Beschreibungen zur Ansicht gehabt hat. J)ie nächste Folge hier- 
von wird wieder Sjnonjmie werden und Namensveränderungen, 
gerade ebenso wie bei der von Herrn Schaum so streng getadel- 
ten Bekanntmachung einzelner Arten. Und derselbe muss unfehl- 
bar bei allen Monographien eintreffen, wenn der Verfasser über 
schon beschriebene Species entscheidet ohne Autopsie der Origi- 
nal-Stücke der früheren Arbeiten. So hat der hochverdiente 
Dr. Suffrian die Linneische Chrysomela s anguinolenta be- 
stimmt, während in Schweden, wo der Begründer der systema- 
tischen Naturgeschichte diese Art zuerst taufte, nur Chr. luci- 
dicollis Küster vorkömmt, die also identisch mit sanguino- 
lenta Linne sein muss. Nein, in unserer Zeit gewährt nicht 
einmal die monographische Bearbeitung, wie sie betrieben wird 
und nach Möglichkeit betrieben werden kann, vor Synonymen 
eine hinreichende Bürgschaft. Und wie sollte es möglich sein, 
da nicht einmal unseres Alt -Vaters Scarabaeus stercora- 
rius seinen ehrlichen Trivial-Namen hat behalten können I Als 
der verewigte Erichson ein Species-Kleeblatt aus diesem bildete, 
geschah es offenbar ohne hinlänglich zu untersuchen, welcher 
der drei Factoren der eigentliche Linneische stercorarius sein 
müsste; in Schweden und Finnland wird nur der putridarius 
Erichs, gefunden , wenigstens kömmt nur diese Art in älteren 
und neueren Sammlungen dieser Länder als stercorarius 
Linne vor. 

Stockholm, den 1. December 1853. 

C. Ckrat Mannerheim. 



Nach bereits beendetem Druck des vorstehenden Artikels 
geht der Redaktion noch ein Schreiben des Herrn Grafen Man- 
ne rheim zu, in welchem er noch folgende Nachträge dazu 
liefert : 



49 

Bei der Aufzählung in der Januar No. S. 32 der russischen 
Schriften, welche descripfive Entomologie enthalten, fehlen die 
„Verhandlungen der linnländischen Societät der Wissenschaften." 

Ferner ist in der Feluiiar No. S. 47 zwischen „entdeckter 
Species eine Ausnahme machen würden" und 
„Ist denn bis jetzt eine Monographie vollständig" einzuschalten: 

Hat nicht die mit so vielem Koslenaufwande heraus"-eo-e- 
hene Monographie der Cetonien von Gory und Percher°ou 
gerade Herrn Dr. Schaum zu einer grossen lohenswerthen 
Arbeit Anlass gegeben, um Verbesserungen auf Verbesserun- 
gen zu schichten, darunter sogar manche Verbesserungen des 
von ihm selber schon Emendirten? Welchen wissenschaftlichen 
Werth soll man den monogiaphischen Leistungen Hope's und 
selbst Burmeister's zur Kenntniss der Lucaniden beilegen, wenn 
man die neulich in den ParistM' Annales de la Soc. entom'. 1853 
p. 67— 8'J erschienenen , an Sjnomie überreichen Berichtigungen 
des Herrn Reiche liest? Konnte dies bei einer monogr. Be- 
arbeitung jener Riesen der Käferwelt nicht vermieden weisen — 
was soll man denn über die ausschliessliche Vorzüglichkeit der 
monographischen Bearbeitung denken und was hat man bei Mo- 
nographieen microscopischer Kerfe zu erwarten? 



Bemerkungen über Carabi 

von «. Kraatx. 
II. 

Als zweifelhafte Arten sind im Stettiner Catalog angegeben 
C. Hoppei Germ, und alpinus Dej. neben C. sylvestris Fabr., als 
dessen Varietät C. alpestris St. genannt ist. In ähnlichem Sinne 
spricht sich Redtenbacher (Fauna Austr. p. 72 in der Note) aus, 
indem er von C. sylvestris Fabr., augustatus St., Hoppei Germ! 
und alpestris St. die Vermuthung ausspricht, dass sie sich mit 
der Zeit wohl als blosse örtliche Abänderungen des C. sylvestris 
Fabr. herausstellen würden. Dem pflichten auch v. Kiesenwetter 
und Märkel (Stelt. Ent. Zeit. IX. p. 315) bei, indem sie jedoch 
die schon früher (Slett. Ent. Zeit. VII. p. 100) von Schaum ge- 
machte Berichtigung anführen, dass C. angustatus Panz. nur 'ein 
dunkles Exemplar von C. Linnei sei. An der letzt citirton Stelle 
sagt Schaum; „C. alpestris St. Tab. 65. 6. ist von Dejean 
irrig zu Hoppei Genn. gezogen; es ist eine auf dem Schneeberge 
bei Wien vorkommende, alpine Form des C. sylvestris, die durch 
ein schmäleres und etwas kürzeres Halsschild von der Stammart 
abweicht. C. Hoppei soll sich an jenem Orte nicht finden, er 

4 



50 



passt auch seines breiten kurzen Halsschilües und seiner bauchi- 
gen Flügeldecken wegen nicht zu der Sturmschen Altbildung." 
Aus diesen Worten geht deutlich hervor, dass Schaum damals 
C. sylvestris Fabr. und Hoppei Germ, lür verschiedene Arten 
hielt; dass er diese Ansicht indessen im Laufe der Zeit geändert, 
zeigt' die Stellung des Hoppei Germ, im neuen Kataloge, als 
zweifelhafte Art hinler C. sylvestris Fabr., der daraui folgende 
C. alpinus Dej. scheint ihm ebenfalls zum ('. sylvestris Fabr. za 
gehören, wie das beigefügte Sternchen zeigt. 

Ich bin bezüglich der Arten: C. sylvestris, alpeslris und 
Hoppei schon lange der Ueberzeugung gewesen, dass sie nur 
als Local- Varietäten einer Art zu betrachten, eine Ueberzeugung, 
in der ich namentlich durch auf dem Brocken selbst gesammelte 
Exemplare des C sylvestris, die den vollkommensten Uebergang 
zu den in Kärnthen gesammelten C. Hoppei machen, bestärkt 
bin. Bezüglich des C. alpestris theile ich die Dejean'sche An- 
sicht, indem ich den Käfer trotz seiner schlanken Figur näher 
dem C. Hoppei als dem C. sylvestris verwandt finde. C. nivo- 
su9 Godet ist nach einigen von Heer an die königliche Berliner 
Sammlung mitgetheilten Original -Exemplaren eine etwas kleinere, 
als die bekannte grosse Form des C. sylvestris, mit unregel- 
inässiger Sculptur. Was endlich den C. alpinus Dej. anbetrifft, 
so bin ich in neuerer Zeit der Ansicht geworden, das'^ er nur 
als eine Varietät des C. sylvestris zu betrachten sei. Diese Ue- 
berzeugung wird sich jeder leicht verschaffen, wenn er eine 
grössere Reihe aus der Schweiz stammender Exemplare des t. 
sylvestris und alpinus vergleicht; mir sind wenigstens Exem- 
plare nicht allzuselten vorgekommen, die mit demselben Rechte 
der einen wie der andern Art beigesellt werden konnten. So 
schwer man sich auf den ersten Blick entschliessen kann, C. 
Hoppei und alpinus für dieselbe Art zu halten , wird man doch 
nicht abstreiten können, dass beide Arten in den C. -sylvestris 
total überoehen. Zwei Grössen aber, die einer dritten gleich sind, 
sind untereinander selbst gleich; mit anderen Worten: zwei 
Species, von denen deutlich nachgewiesen, dass sie in eine 
dritte überspielen, können fernerhin nicht als sell.sJstandige 
Arten, sondern nur als Local -Varietäten dieser dritten Art ange- 
sehen werden. Gehen wir etwas näher auf das Vorkominen der 
besprochenen Art ein, so finden wir, dass C. alpmus die i5|»>e>'"« 
des C. sylvestris im Westen, C. Hoppei bald Spielart, bald Ver- 
treter des C. sylvestris im Osten ist. Beide Varietäten gränzen 
sich übrigens nicht scharf ab, sondern sie finden sich nebenein- 
ander und tragen alsdann mehr oder weniger den Entwickelnngs- 
Typus, den die Art dort hat, wo sie in Masse auftritt. Wah- 
rend C. Hoppei hauptsächlich Kärnthen zum Staramquartier hat, 
findet sich C. alpinus auf den Höhen der Schweiz und Italiens, 



51 

beide spielen in den C. sylvestris über, der eine als C. alpestris, 
der andere als C. nivosus Godel. Das Characteristische beider 
Racen ist in Kurzem Folgendes; 

1. C. Hopp ei ist gewölbter, die Flügeldecken bauchiger, 
die grösste Breite derselben in der Mitte liegend , mit kürzerem, 
breiterem , gewölbterem Halsschilde und meist regelmässigen 
Streifen der Flügeldecken, von denen diese drei, welche durch 
die der Art stets eigenthiimlichen 3 weitläuftigen Reihen grösserer 
Punkte unterbrochen werden, von derselben Stärke, wie 
die übrigen F 1 üge Id ecken s t reifen zu sein pflegen. 

3. C. alpinns ist im Allgemeinen viel flacher, das Halsschild 
schmaler, länglicher und daher schlanker, die grösste Breite der 
Flügeldecken liegt hinter der Mitte, die Punkte der erwähnten 
3 Punktreihen sind in der Regel deutlich stärker als die 
übrigen, ferner bleiben einige der zwischen den gekettelten 
Flügeldeckenstreifen liegenden Streifen meist ganz, wodurch eine 
dem C. Hoppei fehlende regelmässige Streifenbildung der Flügel- 
decken entsteht, die vornehmlich geneigt macht, den C. alpinus 
für eine eigene Art zu halten. Von der Unhaltbarkeit dieser An- 
sicht überzeugt man sich indess wie schon erwähnt leicht, wenn 
man viele Schweizer Exemplare des C. sjlvestris und alpinus 
vergleicht. 

Bis jetzt habe ich nachgewiesen, wie C. Hoppei und alpi- 
nus in den C. sjlvestris überspielen, es bleibt mir jetzt noch üb- 
rig zweier Carabi zu erwähnen, welche gewissermassen nicht als 
Varietäten der Stammart C. sjlvestris, sondern als Varietäten der 
Spiplarten Hoppei und alpinus zn betrachten sind, und in einem 
ähnlichen Verhältnisse zur Stammart stehen, wie zum Beispiel C. 
Zawadzkii Friv. zum C. Scheidleri Fabr. Die eine derselben 
ist der, meines Wissens nach, bisher von Allen für eine eigene 
gute Art gehaltenen C. carinthiacus St. Es kommen in Kärnthen 
nicht selten Exemplare des C. Hoppei vor, die in der Form schon 
mehr an C. alpinus erinnern, indessen mit meist unregel- 
massigerer Sculptur der Flügeldecken, bei denen die zwischen den 
gekettelten Streifen liegen«len Flügeldeckenstreifen nicht ganz, 
sondern vielfach durch Punkte unterbrochen sind, wodurch die 
Sculptur der des C. Hoppei ähnlich wirdj doch sind die geket- 
telten Streifen immer noch deutlich stärker als die übrigen, was 
bei dem gewöhnlichen C. Hoppei nicht der Fall ist, wo alle 
Streifen ziemlich gleich stark sind. Diese Exemplare zeigen kei- 
nen einzigen specifischen Unterschied vom C. carinthiacus . son- 
dern sind das Bindeglied, welches diese Käfer mit C. Hoppei 
vereinigt; sie zeigen dieselbe charakteristische Form des Hals- 
schildes, die dem C. carinthiacus eigen ist und sind von ihm 
lediglich durch geringere Grösse unterschieden. Man wird unter 
einer grösseren Reihe des C. carinthiacus stets Exemplare finden, 

4* 



52 

bei denen ganz deutliche Spuren der je 3 erhabeneren geketlel- 
teu Fliigeldeckenstreifen sich vorfinden, die auch von Dejean in 
der Beschreibung der Fliigeldeckensculptur des C. carinihiacus 
erwähnt vserden. 

So wie nun C. carinthiacus eme grosse alpine bisher nur 
an wenigen Punkten aufgefundene Form des C. Hoppei ist, exis- 
tirt eine höchst interessante, unbeschriebene grosse Varietät vom 
C. alpinus, welche ich von Herrn Dr. Schaum erhielt, der sie 
in 4 Exemplaren in den Seealpen sammelte; sie ist doppolt so 
gross als die gewöhnliche Form des C. alpinus, besonders flach, 
das Halsschild verhältnissmässig sehr breit, die Hinlereckcn sehr 
deutlich aufgebogen, die Streifen der Flügeldecken nicht stark, 
sehr regelmässig, die gekettelten kaum stärker als die übrigen. 
Es zeig-t diese Yarietät dos C. alpinus, in dessen Fliigeldecken- 
sculptu'r sich eine grössere Neigung zur Regelmässigkoit in der 
Streifenbildung ausspricht, diese Neigung ebenfalls in erhöhtem 
Massstabe; ganz wie sich beim C. Hoppei in der Fliigel- 
deckensculptur die vorherrschende Neigung zur Unregelmässig- 
keit in der Streifen - Bildung ausspricht. Die Vario'ätenreihe 
des C. svlvestris Fabr. ist somit am besten folgendermassen grup- 
pirl: C. carinthiacus Sturm, alpestris St., Hoppei Germ., syl- 
vestris Fabr., nivosus Godet, alpinus Dej. 



Kritische Bemerkungen 

zu 

einigen Wicklerarten 

von ■ 
Fr. Schläger, Diakonus in Jena. 

Frölich beschreibt in seiner enuraeratio Tortricura regno 
Würtembergico indigenarum p. 19. einen Wickler mit dem Na- 
men Niveana und citirt dazu Fabricius : Entom. sjstem. t. Hl. 
p. H. pag. 267. nr. 118: Pjralis nivoana. Obschon in der Samm- 
lung des Fabricius ein Exemplar dieser Art nicht vorhauden ist, 
so hat er sie doch mit wenigen Worten so genau characterisirt, dass 
man nur Treueriana Hiibn. tab. IG Fig. 100 darunter verstehen kann, 
wie auch Fröhlich diese Art zu seiner Niveana zieht. Fabricius 
hat seiner Art folgende Diagnose gegeben: alis anticis argenteis 
stria:is duabus obliquis elevatis, margine postico nigro-punctato. 
Wenn nun auch Fröhlich iu seiner aufgestellten Diagnose: alis 



53 

anticis niveo-argenteis opacis, linea media transversa panctisque 
sparsis elevatis scabris, etwas abweicht, so kann dies nicht be- 
fremden, da diese Art, wenn auch nicht auffallend, doch etwas 
variirt und, wie ich an einer sehr beträchtlichen Anzahl von 
Exemplaren meiner Sainmlun<j^ wahrnehme, eben so oft ohne 
als mit schwarz punktirtem Hinterrande vorkommt, vrorauf über- 
dies schon Fröhlich selbst aufmerksam gemacht hat durch den 
Zusatz in seiner Beschreibung: saepe poslice punclis minutissi- 
mis nigris. Merkwürdig ist es nun , obgleich Fröiich schon 
das Richtige erkannte und die Treueriana E. 10 des Wiener- 
Verzeichnisses nichl citirte, dass spätere Autoren dennoch in 
den Irrthum verfallen sind, es sei diese Treueriana gleich mit 
der Niveana des Fabricius und Fröiich. So Treitschke, s.S. 
Bd. S. 93, der zwar Fabricius nicht citirt, gleichwohl aber des- 
sen Diagnose abschreibt; Duponchel, s. hist. nat. des L^pi- 
dopt. t. IX. p. 135, Catalogue melhod. p. 292; Guenöe, s. 
Europ. Microlep. index method. p. 9. Dieser Irrthum ist zu- 
nächst wohl durch Hübner veranlasst worden, welcher die tab. 
16 fig. 100 abgebildete Art für identisch mit Treueriana der 
Wiener hielt. Darum citirte auch schon llliger in seiner Aus- 
gabe des Wiener Verzeichnisses 2. Bd. S. 62 Hübner's Treue- 
riana, dem Zincken trotz der Versicherung C har p en ti er's, 
s. die Zünsler, Wickler u. s. w. S, 74., dass Hübner's Treue- 
riana eine ganz andere Art sei, dennoch beistimmen will. Im 
Wiener Verzeichnisse, S. 130 Fam, E. nc. 10 wird aber Treu- 
eriana bestimmt als w e is sg rauh öcker ige r, schwarzge- 
fleckter AVickler. Diese Diagnose passt auf die erwähnte 
Niveana gar nicht und Treitschke hätle vor allen Anderen den 
Irrthum beseitigen können, da er an den zwei noch gut erhaltenen 
Exemplaren der Schiffermüllerschen Sammlung, die er sah, die 
Angabe von Charpenfier bestätigt finden musste. Fischer von 
Röslerstamm, der diese Sammlung mehrmals verglichen hat, 
versichert, dass die beiden Exemplare mit Hübner's Treueriana 
gar keine Aehnlichkeit haben. Das erste Stück ist blau, weiss- 
lich mit vielen schwarzen Flecken und Stricheichen und hat 
Aehnlichkeit mit Hübner's Squamulana Fig. 93. ; das zweite ist 
weniger schwarz gefleckt, hat aber mehrere schwarze Striche, 
welche hin und wieder rolhbräunlich gerandet sind, und einige 
Aehnlichkeit mit Hübner's Squamulana, Fig. 92., wenn man die 
grüne Farbe dieser Figur abrechnet. Auf beide Arten passen die 
W^orte des Wiener Verzeichnisses. Mit Recht hat daher auch 
Herri ch - Schaffe r in seinem Texte zu den Wicklern die 
Treueriana des Wiener Verzeichnisses zu Teras asperana gezogen; 
aber der Name Treueriana für die von Hübner Fig. 100, abge- 
bildete Art kann nicht stehen bleiben, er muss dem älteren Niveana 
weichen. Schon Hübner in seinem Verzeichnisse bekannter 



54 

Schmetterlinge, S. 386 hat deshalb ilen Namen Treueriana auch 
wieder angezogen und diese Art, da er den Namen Niveana be- 
reits anderweit verbraucht hatte, Mulzeriana genannt. Allein da 
diese Art unzweifelhaft die Niveana des Fabiirius ist, und somit 
dieser Name der älteste, so muss er auch wieder hergestellt 
werden. 

II. 

Fr6lich im angef. Werke beschreibt pag. 19. und 20. 
zwei Wickler unter den Namen A b i 1 dg a a r d a n a und V a r i e g a n a. 
Was die erstere Art betrifft, so lässt sich aus der Beschreibung 
mit Sicherheit entnehmen, dass er die von spiiteren Autoren als 
Abildgaardana aufgeführte Art gemeint habe. Den Namen legte 
er aber dieser Art bei , weil er sich auf Fabricius stützte und 
dessen Abildgaa»dana, Ent. sj^st. UI. , II. p. 276. Nr. 138, dazu 
citirte. Bei der /vveiten Art, Variegana, bezieht es sich ebenfalls 
auf die gleichr.rtmige Art des Fabricius, s. Ent. syst. III., II. p. 
254 Nr. 50, und stellt da/.u als Varietät dessen Asperana a. 
a. 0. p. 269 Nr. 114. Treitschke, s. 8. Bd. S. 268, ent- 
lehnt die Diagnose von Frohlich's Abildgaardana und vereinigt 
damit dessen Variegana, also auch die drei erwähnten Arten des 
Fabricius, indem er dafür folgenden Grund angiebt: „Wer die 
„zahllosen Abänderungen von Abildgaardana zu vergleichen Gele- 
,',2;enheit hat, wird sich leicht überzeugen, dass Cristana und N}c- 
"t^merana Hbn. Fig. 55 und 240, dem Anscheine nach weit von 
Ineinander stehende Abbildungen, dennoch als die nämliche Art 
"zusammengehören." Wie Treitschke, so hat auch Diiponchel, 
8. Catal. method. p. 291., diese drei Arten des Fabricius, oder 
was dasselbe ist, die beiden Arten Frohlich's unter Abildgaardana 
vereinigt, ol>schon er früherhin ebenfalls zwei Arten annahm, 
Feronea Abildgaardana und Asperana, s. Hist. nat. des L^pid. 
t. IX. p. 159 S. Guenee dagegen hat, s. Index method. p. 10, 
wieder eine Trennung vorgenommen und zwar in folgender Weise: 
Abildgaardana Fabr. 138; Frfil. ; Tr.; Dnp. 

Cristana Hbn. F. 55. 

Variegana W. V.-, Fabr. 
Nyctemerana Hbn. F. 240. 

Asperana Fabr. ; Dup. 

Variegana Fröl. 
Er sagt in einer Anmerkung zur Rechtfertigung dieser aufge- 
stellten Trennung, dass er niemals aus der Raupe der Abildgaar- 
dana, obschon sie bei ihm häufiig vorkomme, eine Nvctemerana er- 
80gen habe. Dennoch ist er in seiner Ansicht nichts weniger als 
«ieher; ja er fordert sogar zu neuen Unfersiubungen auf, weil 
{;«lz jener Wahrnehmung an der Ranpenzucht doch Nvctemerana 



55 

mit Abildgaardana in Begattung gefunden worden sei. Neuer- 
dings hat Herri ch-Schäffer in seinem Texte zu den Wick- 
lern Guen^e's Trennung festgehalten und zwischen Beiden noch 
eine neue Art, Insignana, gestellt, die ich nicht kenne. Nach 
einer mündlichen Besprechung jedoch hat er jetzt ebenfalls die 
Ueberzeugung, dass beide Arten zusammengehören. Zwar habe 
ich diese Art aus der Raupe gezogen; die nicht nur, wie 
Treitschke 10. Bd. 3. Abth. S. 137 angiebt, an Aepfel- und Birn- 
bäumen lebt, sondern auch nach richtiger Beobachtung der Lie- 
nig, s. Isis 1846 S. 263, an Haseln und Rüstern, und wie ich 
zuversichtlich hinzusetzen kann, an Hainbuchen; aber ich will 
nicht behaupten , dass ich beide Arten erhalten habe. Dennoch 
bin ich fest überzeugt, dass Beide nur zu einer Art gehören. 
Der Besilz einer ziemlichen Anzahl sowohl aus der Raupe gezo- 
gener, als auch im Walde und an Zäunen von mir gefangener 
Exemplare giebt mir Gelegenheit, die üebergänge von Abildgaar- 
dana zu Njctemerana genau und deutlich zu verfolgen. Da über- 
dies N^-ctemerana mit Abildgaardana zu gleicher Zeit und an 
gleichen Orten sich findet, so muss ich TreitschKe's Ansicht bei- 
stimmen und Abildgaardana als die Stammart, Nyctemerana als 
Varietät dazu bezeichnen. 

Eine andere wichtige Frage drängt sich aber nun auf, was 
Frölich unter seiner Abildgaardana und Variegana verstehe und 
welcher Unterschied, wenn man von Letzterer die Var. ß. „alarum 
anticaium parte ochroleuca immacnlata" trennt, zwischen Beiden 
statt finde? Hält man sich zunächst an die von Frölich selbst 
angeführten Citate aus Hübner, so wäre Abildgaardana die Cri- 
stana Hbn., Fig. 55. und Variegana die Nyctemerana Hbn., Fig. 
340. Allein hier muss offenbar eine Verwechselung stattgefunden 
haben, denn die angezogenen Figuren stimmen nicht mit der 
Diagnose und Beschreibung Frölich's. Nach der Diagnose der 
Abildgaardana sind die Vorderflügel dieser Art rauh, die vordere 
Hälfte silberweiss mit einer braunen, doppelhöckrigen Makel, die 
hintere Hälfte rostbraun, mattbraun gewölkt, mit einem aschgrau- 
lichen, schmalen Querstreifen. In der Beschreibung jedoch wird 
die erwähnte Makel bestimmt als litura fusca dorsalis e punctis 
fasciculato-squamosis, demnach als ein Wisch. x\us dem Zusätze, 
dass der Kopf braun, der, Rücken schneeweiss und ungefleckt sei, 
ergiebt sich allerdings Abildgaardana, aber keinesweges in der 
Weise, wie sie Hübner Fig. 55. als Cristana abgebildet hat. 
Denn dieser Figur fehlt gänzlich die erwähnte striga terminalis 
cinerasccns; auch ist an ihr keine litura fusca dorsalis, sondern 
eine ganz bestimmte macula zu sehen. Was Frölich beschreibt, 
ist allerd'ngs eine Varietät der Abildgaaidana , bei welcher die 
Makel als ein verwischter Fleck erscheint und vor dem Hinfer- 
rande ein weissgrauer dünner Streif herunterzieht. 



56 

Die Variegana wird dagegen von Frölich in folgender Weise 
bestimmt: Vorderflügel rauh, die vordere Hälfte blassgelblich mit 
einer braunen Innenrandmakel , die hintere Hallte braun mit 
schwarzen und aschgrauen Zeichnungen. In der hierauf folgen- 
den Beschreibung giebt Frölich selbst den Unterschied an mit 
diesen Worten: Geslalt und Grösse der Vorigen, von der sie sich 
unterscheidet durch die an der Basis breit blassgelblichen oder 
gelblichweissen Vorderflfigel, eine grössere, oft fehlende Makel 
und durch die dunkelpurpurrothe, aschgrau gemischte hintere 
Hälfte derselben, welcher der schmale aschgraue Querstreif vor 
dem Hinterrande fehlt. Der Kopf ist auch hier braun, der Rücken 
schneeweiss. Diese Angaben stimmen bis auf den blassgelben 
Theil der Vorderflügel mit Hübners Cristana , Fig. öö., aber 
kelnesweges mit Njctemerana Fig. 240. Was Frölich beschreibt, 
ist ebenfalls Abdilgaardana ; ich besitze Exemplare, die ganz ge- 
nau mit dieser Beschreibung übereinstimmen und, wenn man sich 
das weisse Feld an Hübner's Cristana etwas braungelblich denkt, 
auch ganz genau mit dieser. Die Figur ist nur insofern verfehlt, 
als Hübner derselben einen weissen Kopf gegeben hat. Der 
ganze Unterschied besteht demnach nur in der gelblichen oder 
weisslichen Färbung der Yorderflügel , in der schärferen und 
abgegrenzten oder mehr verwischten Innenrandsmakel, die bei der 
Varietät gänzlich fehlt, und in dem Vorhandensein oder Mangel 
der striga terminalis. Bei reinen Stücken ist die hellere Färbung 
noch mit der gelblichen Decke überzogen und die, Makel tritt be- 
stimmt hervor; bei etwas verllogenen Stücken schwindet mit dem 
gelben Ueberzuge gewöhnlich auch die bestimmte Abgrenzung 
der Makel und es entsteht hieraus ein verwischter Fleck. Eben 
so wechselt bei Njctemerana die Färbung. Es ergiebt sich da- 
her, dass eine Artverschiedenheit nicht vorhanden sei und dass 
Frölichs Abildgaardana und Variegana vereinigt werden müssen. 
Das Citat aus Hübner zu Variegana, nämlich Njctemerana, Fig. 
240., muss zu der Varietät ß gesetzt werden. 

Hieran knüpft sich nun die Erörterung einer andern Frage 
Ton kritischer Wichtigkeit, was man nämlich von den bei Fröh- 
lich und allen späteren Autoren hierzu allegirten Arten des Fa- 
bricius zu halten habe? 

Fabricius hat seinen Arten folgende Diagnose gegeben: 
Abilgardaana, ent. syst. I. c. Nr. 138, alis anlicis cinerascenti- 

bus apice ferrugineo fuscis. 
Variegana, I. c, Nr. 50, alis albis macula communi dorsali 

marginirjue postico fuscis. 
Asperana , J. c. Nr. 114, alis anticis basi albis apice fuscis 
scabris. 

In der Sammlung des Fabricius Aufschluss über diese Ar- 
ten zn erlangen durch Ansicht der zur Beschreibung vorhanden 



57 

gewesenen Exemplare ist eine nichtige Hoffnung, da sie sämmt- 
lich fehlen. Aus den niitgetheilten Diagnosen allein liisst sich 
nichts Bestiniintes entnehmen. Nun fügt Fabricius aber selbst 
zur näheren Unterscheidung noch folgende Angaben hinzu: 

Abildgaardana; der Leib braun, Vorderfliigel von der Ba- 
sis bis zur Mitte silbergrau (cinereo- argentatae), jedoch an 
der Basis selbst mit einem rostbraunen Wische; von der Mitte 
bis zur Spitze rostbraun; vor dem Hinterrande ein aschgräij- 
lieher Querstreif. 

Variegana; Kopf und Rücken weiss, Hinterleib ins Gelb- 
liche ziehend; Vorderfliigel mit einer braunen, schwarzbestäub- 
ten Makel auf der Mitte des Innenrandes; Hinterrand braun 
mit dunkleren Flecken. 

Asperana; der Leib braun; Vorderfliigel an der Basis wei.ss 
und ungefleckt; an der Spitze braun; rauh durch erhabene 
schwarze Punkte; Hinterfliigel aschgrau. 

Fasst man die hier mitgetheilten Merkmale schärfer in's 
Auge, so ergiebt sich keineswegs so gewiss, als es Treitschke 
hinstellt, die Uebereinstimmung dieser drei Arten. Am leichtesten 
ist Asperana zu erkennen; denn die weisse Fläche von der Basis 
aus, die rein und ungefleckt dargestellt wird, die braune, durch 
erhabene einzelne schwarze Punkte rauhe Fläche der hinteren 
Hälfte der Vorderfliigel weist entschieden auf Njctemerana hin. 
Aber bei Abildgaardana und Variegana lassen sich die Angaben 
nicht gut vereinigen. Was soll bei Abildgaardana der braune 
Wisch an der Basis, litura in ipsa basi ferrugineo-fusea, bedeu- 
ten? Wenn ferner wirklich Variegana richtig durch die braune 
Makel in der Mitte des Innenrandes bezeichnet wäre, was jedoch 
durchaus falsch ist, so könnte unmöglich jener Wisch und diese 
Makel ein und dasselbe sein. Ist diese Makel, wie sie allerdings 
vorkomnit, bei Varietäten auch verwischt, so miisste sie doch an 
derselben Stelle bleiben, also auch in medio doisi und nicht in 
ipsa basi. Unter den Letzteren kann man sich doch nur eine 
verwischte oder verfliessende Stelle an der Wurzel selbst vorstel- 
len. Bei Cristana Hbn. Fig. 55, welche damit identiticirt wird, 
ist aber von einer solchen litura in ipsa basi nichts zu sehen. 
Ferner ist es auffallend, dass weder in der Diagnose noch in der 
Beschreibung der Abildgaardana der erhabenen Schuppen auf den 
Vorderlliigeln gedacht wird. Dazu kommt überdies noch die An- 
gabe : alae anticae a basi ad medium cinereo-argentatae oder ci- 
nerascentis. Bei den reinsten Stücken ist das Feld an der Brust 
braungelblichweiss und erhält nur hinter der Makel und kaum 
ein wenig höher, als diese reicht, etwas dunklere, graue Bestäu- 
bung, so dass es in keinem Falle heissen könnte: a basi ad 
medium cinereo-argentatae. Bei abgeflogenen Stücken wird da- 
gegen das Wnrzelfeld rein weiss, wie an Hübner's Cristana, und 



58 

aach hieranf passt also jene Angabe uichf. Ans dem Allen er- 
giebt sich, dass die Abildgaardana des Fabricius onsre Art nicht 
sein kann. 

Was Yariegana betrifft, so i'itiit Fabricius selbst dazu das 
Wiener Verzeichniss Farn. E. Nr. 6 und die Schifferinüilersche 
Sammlung. Im Verzeichnjss wird diese Art bestimmt als: gelb- 
lich weisser Wickler mit düsterer Innen randmakel 
nnd buntem Un f e rrand e." Es ist unerklärlich, wie llliger 
hierzu Hübner's Yariegana Fig. 10 ciliren konnte nnd mit Recht 
hat schon Charpentier auf diesen Missgriff hingewiesen , s. 
die Zünsler n. s. w. S. 71. Charpentier bemerkt zu dieser Ya- 
riegana a. a. 0.. „sehr richtig vermuthete Laspejres, dass Hüb- 
ner's T. cristana Fig. 55 hier gemeint sei;" ja er setzt noch 
hinzu; dass Fabricius diesen Wickler recht gut beschreibe. Da- 
gegen bemerkt aber wieder Zincken a. a. 0., Anm. 88, dass 
die Yariegana des Fabricius und demnach die des Wiener Ver- 
zeichnisses eine ganz andere, obgleich sehr nahe verwandte Art 
sei, nämlich die Nyctemerana Hübn. Fig. '240, wozu auch noch 
die Asperana des Fabricius gehöre. Jedoch sagt er ausdrücklich, 
dass Hühner's Figur zu gelb und überhaupt zu grell dargestellt 
sei; die wirkliche Farbe sei gelblich milchweiss , der Hinterrand 
in der Regel gescheckter (bunter) und die Gemeinmakel stärker. 
Allein wo ist diese Gemeinmakel an Hübner's Njctemerana zu 
finden? Wenn er auch hinzusetzt: „als Abänderung kommt die- 
ser Wickler auch ohne Gemeinmakel vor und diese ist die As- 
perana des Fabricius," so hätte er hier gerade noch anfügen sol- 
len : und Nyctemerana Hübner's. Yollkommener Aufschlnss ist 
demnach hieraus nicht zu erlangen. 

Fischer von Röster stamm hat nun bei der neuen von 
ihm vorgenommenen Revision der Schiffermüller'schen Sammlung 
gefunden , dass sich unter Yarieg«ina ein Exemplar noch erkenn- 
barer Cristana Hbn. Fig. 55 , aber daneben noch ein Exemplar 
nngespannt und ohne Leib von Ambiguana Treit. und Fröl. vor- 
finde. Er behauptet nun, dass die Worte der Theresianer nur 
auf Ambiguana passen. Nach seiner Meinung soll jedoch Fabri- 
cius die erste Art beschrieben haben; demnach findet er ganz 
richtig, dass die Abildgaardana des Fabricius nicht gut zu unse- 
rer Art passt. Ich begreife in der That nicht, wie diese Be- 
schreibung des Fabricius von Yariegana mit Abildgaardana stim- 
men soll, da sehr auffallende Unterschiede erwähnt werden. Aus- 
drücklich heisst es, caput et thorax alba, abdomine flavescente. 
Wohl hat Zincken a. a. 0. dies schon bemerkt, aber sich hier- 
über leicht hinweggesetzt, indem er diese Angabe nur als eine 
Uebertilung ansieht. Dennoch wäre selbst damit nur wenig ge- 
wonnen, da ferner etwas Anderes der Abildgaardana gradezu wi- 



59 

anticae niaeula rommuni in inedio dorsi fusca afomis nigris. 
Bei Abbildgaardana sitzf die Makel niemals auf der Mitte des 
Innenrandes, sondern weiter nach der Basis zu; anch ist sie nicht 
mit schwarzen Atomen, sondern mit erhabenen Schuppen besetzt. 
Endlich heisst es : margo posticus fuscus. Bei Abildgaardana 
ist die hintere Hälfte und nicht nur der Hinterrand braun Aus 
dem Angeführten ergiebt sich , dass auch die Variegana des 
Fabricius nicht unsere Abildgaardana sein kann. Demnach ist 
blos Asperana des Fabricius zu dieser Art zu ziehen und zwar 
zur Yarietät Nyctemerana ; die beiden anderen Citate aber sind 
noth wendig zu streichen. 

Um dieses Resultat ausser allen Zweifel zu setzen, ist nur 
noch nachzuweisen, welche Arten Fabricius gemeint ha!je. Was 
nun die Yariegaua zunächst betrifft, so giebt zur richtigen Be- 
stimmung derselben die Schiffermiiliersche Sammlung den besten 
Fingerzeig. Das zweite unter dem Namen Variegana dort befind- 
liche '^tück ist, wie schon erwähnt, nach Fiseher's Versicherung 
diejenige Art, welche Treitschke als Ambiguana beschreibt, s. 
Bd. 8., S. 282. Ueber diese Art hat Zell er bestimmten Anf- 
schlnss gegeben in der Isis 1847, S. 740. ff. und nachgewiesen, 
dass Treitschke Hoffmannsegg's Posterana damit meine. Die ge- 
nauere und umsichtigere Beschreibung dieser Art findet sich eben- 
daselbst. Auf diese Art passt nun die Beschreibung der Varie- 
gana bei Fabricins ganz gut; denn sie hat, was der Abildgaar- 
dana fehlt, nämlich einen weissen Konf und Rücken, während bei 
Abildgaardana der Kopf braun und nur der Thorax weiss ist. 
Hiibner's Cristana, Fig. 55., ist verfehlt, da der Kopf ebenfalls 
weiss ist, obschon er braun sein sollte. Ferner passt auf diese 
Art die Angabe: niacula communis in medio dorsi fusca atomis 
nigris; denn der bindenartige, bis zur Mitte der Flügelbreite oder 
bis zur Flügelfalte sich erhebende Fleck befindet sich wirklich 
auf der Mitte des Innenrandes und kann füglich als t-ine Makel 
bezeichnet werden ; auch die schwarze Bestäubung fehlt hier nicht. 
Endlich stimmt mit dieser Art auch das zuletzt angegebene Merk- 
mal genau zusammen, dass nämlich der margo posticus braun 
ist und nicht wie bei Abbildgaardana die ganze hintere Hälfte 
der Vorderflügel ; auch ist hier der braune Hinterrand mit dunk- 
leren Flecken versehen. Hieraus ergiebt sich klar, dass unter 
der Variegana des Fabricius nur die Posterana Hoffmg. oder die 
Ambiguana Treit. verstanden w erden kann , welche Art nach der 
oben mitgetheilten Ansicht Fiseher's anch den Theresianern als 
Variegana gegolten hat. 

Wenn es leicht war, über Variegana ins Reine zu kommen, 
schwieriger wird es bei der Bestinunung von der Abildgaardana 
des Fabricins. Eine sorgfällige Prüfung und Vergleichung hat 
mich jedorh zu einem befriedigenden Resultate geführt, so dass 



60 

ich auch hierüber keinen Zweifel mehr hege. Nach der Ver- 
sicherung der Frau Pastorin Lienig, s. Isis 1846,, S. 262., 
die sich auf die Raupenzucht sdilzt, sollen Favillaceana und 
Schalieriana zu einer und derselben Art gehören. Ich habe von 
ihr mehrere Exemplare erhallen, unter denen sich auch zwei 
Varietäten befinden. Die Vereinigung von Favillaceana und Schal- 
ieriana kann ich aber nach meinen bisherigen Erfahrungen nicht 
bestätigen. Favillaceana kommt bei uns in grosser Menge vor, 
und ich habe sie nicht nur in einer beträchtlichen Anzahl von 
Varietäten gefangen, sondern auch aus Raupen an Eichen und 
Hainbuchen gezogen. Eine Abänderung jedoch, die der Schalie- 
riana nahe käme, habe ich niemals erhalten, noch in unserer 
Gegend gesehen. Die mir übersandten Exemplare waren von der 
Lienig als Favillaceana bestimmt, sind aber nichts anderes als 
Schalieriana. Die beiden erwähnten Varietäten gleichen ziemlich 
Hiibner's Schalieriana, Fig. 288. Hiibner's Bild ist nur in der 
Färbung abweichend; meine Exeniplare , beide ganz überein- 
stimmend, haben von der Basis bis zur Mitte eine helle, asch- 
grauliche Farbe mit einigem Glänze, so dass sie ganz treffend 
cinerascentes, oder cinereo-argentatae bezeichnet werden können, 
wie es auch Fabricius gethan hat. An der Wurzel selbst befin- 
det sich ein brauner Fleck, der in die hellere Färbung überfliesst, 
und somit verwischt erscheint, so dass derselbe nicht besser be- 
zeichnet werden kann , als wie es von Fabricius geschehen ist : 
litura in ipsa basi ferrugineo - fusca. Dieser verwischte Fleck 
fehlt Hübner's Bilde gänzlich. Von der Mitte bis zum Hinfer- 
rande ist die Farbe rostbraun: nur vor dem Hinlerrande selbst 
zieht ein schmaler Streif von derselben Farbe, wie sie die vor- 
dere Hälfte der Flügel führt , herunter und stellt somit die von 
Fabricius erwähnte striga margirialis cinerascens dar. Bei Du- 
ponchel findet sich eine etwas gelungenere Abbildung dieser Va- 
rietät von Schalieriana in seiner histoire naturelle des Lepidop- 
tires, tom. IV., ])l. 243., Fig. 8. Fabricius giebt Dänemark als 
das Vaterland seiner Abildgaardana an; die Frau Pastorin Lienig 
zog ihie Exemplare in Lievland ; beide stammen also aus den 
nördlichen Gegenden Europa's. Ich zweifle nach diesen Ergeb- 
nissen nicht im Geringsten, dass Fabricius diese Varietät der 
Schalieriana beschrieben habe, 
Merkmale genau dazu stimmen. 

Demnach ergiebf sich Folgendes : 

Abildgaardana Fiöl., Treil., Dup. = Crislana Hbn. Fig. 55. 

Abildgaardana Fbr. = Schalieriana Var. 

Variegana Fabr. \VV. = Posterana Hffmg. oder Ambiguana 

Treil. 
Variegana Fröl. - Abildgaardana Treil. 



61 

Variegana Fröl. var. ß = Njcleiiieraiia Hl>n. Fig. 240. 

Asperana Fabr. = Nyctemeiana Hbn. Fig. 240. 
Die Sj'nonjmen dei- verschiedenen Autoien müssen also diesen 
Angaben gemäss beiichtigt weiden. 

111. 

Unter die bis jetzt noch nicht erkannten Wicklerarten ge- 
hört auch Frölich's Psorana i. a. W. p. 20., Nro. 11. Cilirt 
finde ich sie nur von Guenee im Index methodicus, pag. 9. , wo 
sie unter den Species inoerfae sedis hinter dem Genus Lopto- 
gramma aufgeführt ist; aus dieser Stellung geht hervor, dass 
Guenee sie noch nicht erkannt hat. Frölich beschreibt diese Art 
in folgender Weise: die Vorderflügel rauh und aschgrau mit einer 
schwarzen Linie in der Mitte, welche sich von der Wurzel bis 
zur Flügelmitte erstreckt; auf der aniieren Hälfte befinden sich 
zwei braune, rauhschuppige, schmale Querstreifen. Wenn man 
einigermassen mit den vielen Abänderungen der Scabrana und 
Sparsana, welche zu einer und derselben Art gehören, bekannt 
ist, so drängt sich bald die Vermuthung auf, dass Frölich in 
seiner Psorana eine solche Varietät beschreibe. Auf die bis jetzt 
vorhandenen, mir bekannten Abbildungen, auch die von Herrich- 
SchäfFer mit eingeschlossen, passt aber diese Beschreibung nicht. 
Durch meinen ansehnlichen Vorrath von gezogenen Exemplaren 
der Scabrana bin ich im Stande, über Psorana Auskunft erthei- 
len zu können. Ich besitze fünf Exemplare, welche aus Raupen, 
die an Weiden lebten, erzogen worden sind und aschgrau, hier 
und da hauptsächlich zwischen den beiden Querstreifen, heller 
grau gefärbte Vorderflügel haben, wie sie Frölich in der Be- 
schreibung als cinereae griseo-subnebulosae bestimmt. Von der 
Basis bis zur Mitte der Flügel zieht eine ganz gerade schwarze 
Linie, wie sie Frölich in seiner Diagnose als Hauptunterschei- 
dungszeichen erwähnt und dann noch genauer in der Beschreibung 
als eine linea media longitudinalis secta nigra bestimmt. Ferner 
ziehen über die Flügelbreite zwei schmale, aus dunklen, erhabe- 
nen Schuppen bestehende Streifen; der erste in der Nähe der 
Basis , der zweite ziemlich in der Mitte etwas schräg nach dem 
Innenwinkel zu gebogen. Zwei Exemplare haben diese Streifen 
ganz deutlich, die drei anderen aber besitzen sie nur schwach in 
Andeutungen derselben durch einzelne Schuppen. Was Frölich 
angiebt, stimmt mit jenen ersten zwei Stücken genau zusammen: 
praetereaque strigis duabus e punclis elevatis fuscescentibus, qua- 
rum altera pone basin, altera in medio longior subarcuata. Aus- 
serdem ist die hintere Hälfte der Vorderflügel mit einzelnen er- 
höhten Punkten besetzt, wie dies ebenfalls Frölich richtig bemerkt 
bat. So stimmen alle angegebenen Blcrkmale ganz genau und 



62 

es ist demnach keinem Z weifel unterworfen, dass Frolich bei der 
Beschreibung seiner Psorana eine solche Varietät der Scabranu 
vor sich halte. Psorana ist folglich als Varietät zu Scabrana zu 
stellen. 

IV. 

Unter dem Namen Cristana beschreibt Frölich i. a. W., 
S. 21., einen Wickler, welchen er durch folgende Diagnose cha- 
racterisirt: alis anlicis brunneo - fuscis: fascia baseos ohsoleta 
niargineque postico flarescenti -albidis, tuberculo baseos elevato, 
Ihorace niveo. In der weiteren Boschreibung giebt er zu diesen 
Merkmalen noch an, dass der Kopf braun sei und die Hinler- 
Hügel glänzend dunkelaschgrau; ferner dass anf den Vortlor- 
flügeln weisse, sehr verloschene Linien, hauptsächlich in der Nähe 
des Innenwinkels sich befinden. Er citirt dazu Hübner's Com- 
bustana, Fig. 234. Allein zu diesem Bilde passt der ausdrücklich 
hervorgehobene schneeweisse Rücken nicht. Ferner zieht Frölich 
die Cristana des Fabricius, s. Ent. syst. III., IL p. 2(i7., Nr. 
109., und die des Wiener Verzeichnisses, s, Farn. D. Nr. 10. an. 
Auch Fabricius beruft sich bei Beschreibung seiner Cristana auf 
die des Wiener Verzeichnisses , so wie der Schiffermüllerschen 
Sammlung. Die Theresianer bezeichnen ihre Art als „dunkel- 
braunen Wickler mit weissem Innen r and e:'' II t ig er 
in seiner Ausgabe, S. 57., allegirt sonderbarer We\se dazu Hüb- 
ner's Cristana, Fig. 55.. welche gar nicht passt und, wie schon 
oben nachgewiesen wurde, unsere Abildgaardana ist. Schon Las- 
peyres hat auf diesen Irrthum aufmerksam gemacht und mit Recht 
verlangt Charpentier, s. die Zünsler u. s. w., S. 61., dass das 
Citat aus Hübner bei Illiger durchaus gestrichen werden müsse. 
Von der Cristana in der Schiffermüllerschen Sammlung giebt 
Charpentier an, dass sie die Grösse und fast noch eine beträcht- 
lichere von Hübner's Combustana, Fig. 234., und auch sonst 
einige Aehnlichkeit mit ihr habe, aber dennoch eine ganz andere 
sei. Zinken, s. a. a. 0. Anm. 75., stimmt hinsichtlich des 
Citates bei Illiger Charpentier's Ansicht völlig bei; diigegon aber 
stellt er die Meinung auf, es möchte die Cristana der Theresianer 
in Contbuslana oder Aquilana Hbn. Fig. 23 i und 235 zu suchen 
sein. Da er Hübner sämmlliche auf der 37. Tafel abgebildete 
Wickler geliefert hat, so giebt er selbst noch eine Beschreibung 
beider Arten und sagt von Combustana Folgendes aus: „An T. 
„combustana, Hbn. Fig. 234., sind die Vorderflügel rauchschwarz, 
„in schiefer Richtung gegen helles Sonnenlicht dunkel kirsehroth, 
„der Länge nach verloschen brandgelb gestricht; der Innenrand 
„ist in beträchtlicher Breite blass brapdgelb, exalbido-flavescens, 
„zu der dunklen Grundfarbe weiss erscheinend, und in der Mitte 
„des Flügels dicht über dem weisslichen Innenrande liegt ein 



63 

.,giosser erhabener Punkt von aufstehentlen Härchen oder Schuppen; 
„am Vorderrande nahe der Einlenkung sieht man den Anfang 
„einer breiten brandgelben schiefen Querbinde, welche aber kaum 
„die Mitte der Fliigelbreite erreicht, allezeit sehr verloschen ist 
„und an den mehrsteu Exemplaren fast ganz fehlt. Die Hintei- 
„Hiigel sind weissgrau glänzend. Der Kopf schwarzbraun, der 
„Rücken weiss (niveus). " Aus dieser genaueren Beschreibung 
ersieht man, dass Hübner's Bild nicht als ein gelungenes betrach- 
tet werden darf; denn an ihm ist der Rücken nicht weiss, son- 
dern braun und der Schuppenwulst steht nicht in der Flügelmitte, 
sondern näher der Basis zu. Frölich's Beschreibung stimmt bis 
auf die Lage des erhabenen Punktes mit der Beschreibung 
Zinkens genau zusammen. 

(Fortsetzung folgt,) 



Berichtigung der Sruekfebier 

in der Besclireibung : Nassauische Ameisen 

vom Proressor §chenck. 

(Jahrgang IBöS. Mai, Juui, Juli. September.) 

S. 187 Nr. 33 lese man bidens 6tatt lidens. 



190 Zeile 


6 


von 


unfen 


zu lesen .* 


Segment 1 und 2 meist 
















fast kahl. 


191 


,, 


Ü 


„ 


,. 


,, 




grossem statt grossen. 


192 


" 


10 


" 


oben 


'' 




diese grösser , als die A. 
und mit lang u. s. w. 






18 










Fugen des Thorax. 


« 


„ 


24 


„ 


„ 


„ 


„ 


Fugen des Thorax. 


„ 


„ 


17 


» 


unten 


^. 


„ 


Fugen des Thorax. 


193 


„ 


4 




oben 


setze 


man 


hinter glänzend ein Komma. 


„ 


„ 


15 


„ 


» 


zu lesen : 


wenigen statt weniger. 


194 


„ 


19 


,, 


unten 


M 


^, 


dicht „ dichter. 


" 


" 


16 


" 


» 


füge 


man 


hinter hell hinzu : oder ganz 
wasserhell. 


„ 


,, 


5 


,, 


„ 


lese 


man 


Hinterrand des Prothorax. 


195 


„ 


6 


n 


oben 


^^ 




Vordertheil des Frothorax. 


197 


^, 


18 




,^ 


,, 


,^ 


exsecta. 


» 


„ 


5 


„ 


„ 


„ 


n 


Hinterkopf statt Hinterleib. 


225 


» 


15 


,, 


j, 




^^ 


von statt an. 


226 


H 


15 


j» 


oben 


lese 


man 


Segment 1 am Ende bräun- 



226 


Zeile 


7 


227 




1 


'• 


„ 


9 
14 
17 
10 


228 


„ 


6 

1 


" 


" 


17 
11 


229 




11 
1 


231 


„ 


25 

17 

7 



64 

S. 226 Zeile 7 von unten lese man des Metalhonix stall und 

Melalhorax. 
oben streiche man das Comuia hinter Segment. 
„ lese man meist braun statt weissbraun. 
„ setze man nach grober ein Semicolo». 
unten lese man einer statt einem. 
„ „ „ Dornspilzen statt Dornspitze. 

„ „ „ lobicornis. 

oben setze man nach querrunzelich ein Semico- 
Ion, nach blauroth einComma. 
„ lese man schief statt scharf, 
unten „ „ einer „ einem. 

„ „ „ an den Hinterrand, 

oben „ „ vorderer Kopflheil. 

,, „ „ Dornenspitzen des .Meta- 
thorax. 
unten streiche man das Comma hinter schmal. 
„ lese man gelben statt schwarzen, und 
iii»e hinter der Abtheilung 
b. in Zeile 6 von unten die 
Nr. 17 hinzu. 
,, ,, 1 „ ,, streiche man die Nr. 17. 
232 „ 8 „ oben setze man hinter braunrolh ein Comma 

statt eines Semicolons. 
„ „ 9 „ „ lese man vornen statt voran. 

„ Dornspilzen statt Dornspitze. 
„ n. sp. statt n. op. 
„ vornen „ vornan. 
„ schwarzbraunen statt schwe- 
felgrauen. 

296 „ 9 „ unten füge man hinter 3 noch bis hinzu. 
„ 8 ,. „ setze man an das Ende der Zeile die 

Nummer 7—12. 

297 „ 1 „ oben lese man keulenförmig stall beuleniurmig. 

298 „ 4 „ „ schiebe uum hinter „gleich" noch ein : 

„Fühler 13 gliediig." 

„ „ 8 „ „ lese man vor slalt an. 

12 

„ „ 14 „ „ „ „ etwas statt oben. 

299 ,, 9 „ ,, „ „ kurzen statt Aiigfii. 
„ „ 1 u. 2 von unten lese man Kiefer und Oberkiefer 

slalt Kiefern u. Oberkiefern. 
30 „1, 2, 14 und 17 lese man vornen statt vorne. 



11 
14 
17 
20 



Druck von F. He s sei 



Kntomolo^isclie Zeitung 

herausgegeben 

von dem 

entomologischen Vereine zu Stettin. 



Redaction: In Commission bei den Buchhand- 

C. A. Dohrn, Vereins-Präsident. '""8^" ^«" ^- «' Mittle r in Berlin. 

' Fr. Fleischer, undDyk in Leipzig. 

K^. 3. 15. Jaiirgrangr. März 1854. 



Inhalt: Vereinsangelegenheiten. — Schläger: Kritische Bemerkungen zu 
einigen Wickler-Arten. (Schiuss.) Fairmaire: Apteranillus, 
nov. gen. — Le Conte: Classification der Histrini. — Hagen: 
die Kupfer zu Scopoli's Ent. carniol. — Zell er: lieber Zygaena 
Ephialtes. — Suffrian: Synonym. Miscellen. — Intelligenz. 



^ereinsangelegenheiten. 

In der Sitzung am 2. Februar wurde als Mitglied aufge- 
nommen: 

Herr Rudolph Tür k, K. K. Beamter in Wien. 

In Betreff des von Herrn Leon Fairmaire für die Zeitung 
eingesandten Artikels über Apteranillus wurde beschlossen, ihn 
in der Originalfassung' abdrucken zu lassen, da die französischen 
Termini Technici mit den lateinischen fast identisch sind. 

Für die Vereins-Bibliothek gingen ein: 
Mejer-Dür, Verzeichniss der Schmetterlinge der Schweiz. 
L Abth. Tagfalter. Mit Berücksichtigung ihrer klimatischen 
Abweichungen nach horizontaler und vertikaler Verbreitung. 
(A. d. XII. Bd. der Denkschr. der allgem. schweizerischen 
Gesellschaft f. d. gesammten Naturwissenschaften.) 
Bericht über die zur Bekanntmachung geeigneten Verhandlungen 
der Akademie der Wissenschaften zu Berlin. August 1853. 
Enthält: Dr. Hagen, über Neuropteren aus Mossambique. 
Neue Arten sind: Termes mossambicus, incertus; Chrjsopa 
venusta; Micromus timidus; Ascalaphus laceratus ; Paipares 
citrinus; moestus, tristis ; Myrmeleon leucospilos , quinque- 
maculatus. 

5 



66 

G. Ma^r, Ueber die Abtheiliing der Mvrniiciden, und eine neue 
Galtung derselben. (Mvrnius eniarginatus Sclienck. =r= Stron- 
g^-lognathus lestaceus Mavr.) Mit Taf. (A. d. Verhandl. d. 
z. b. Vereines III. 1853).' 

Geschenke der Herren Verfasser. 

Bulletins de l'Acadeiuie rojale des sciences, lettres et beaux- 
arts de Belgique. Tora XIX. Part III. 1853. Tora XX. 
Part I. et II. 1853. Bruxelles. 

M^moires couronn^s et menioires des savants etrangers, publies par 
l'Acaderaie rojale des sciences et belles-lettres de Belgique. 
Collection in 8. Tom V., I., II. et VI., I. Partie. 1853. 

Memoires de TAcademie royale des sciences et belles-lettres de 
Belgique. Tom. XXVII. 1853. 4. 

Annuaire de l'Academie royale des sciences et belles-lettres de 
Belgique. 1853. Enthalten nichts Entoniologisches. 
Durch Tausch erworben. 

Bericht des naturwissenschaftlichen Vereins des Harzes für das 
Jahr 1852. 

Durch Tausch erworben. 

Linnaea entomologica. Bd. VIII. Berlin 1853. Mit 4 Taf. 

Jahrbücher des Vereins für Naturkunde im Herzogthuni Nassau. 
Heft IX. I. u.U. Abth. Wiesbaden 1853. Enthält: Schenck, 
Beschreibung der nassauischen Arten der Familie der Falten- 
wespen. (Vesparia, Diploptera). Derselbe, Nachtrag zu 
der Beschreibung nassauischer Bienenarten. C. L. Kirsch- 
baum, Bemerkungen über Miscus campestris Latr. ; Conops 
chrysorrhoeus Meig. ; Oligoneura anomala Koll.; und Capsus 
prasinus Fall. 

Durch Tausch erworben. 

Schenck, Beschreibung nassauischer Bienenarten nebst Nach- 
trag. Derselbe, Beschreibung nass. Faltenwespen. (Separat- 
abdr. a. d. n. Jahrbüchern.) 

Geschenk des Herrn Verfassers. 

Bulletin de la Societe Imperiale des naturalistes de Moscou. 1852. 
Heft III. Enthält: Eversmaun, Fauna hjmenopterologica 
Volgo - Uralensis (Continuatio.) Heft IV. Manne rh ei m: 
Insectes Coleopteres de la Siberie Orientale, nouveaux ou 
peu connus. 1853. Heft I. Pop off, Quelques observations 
sur quelques nouvelles especes d'insectes, ddcouvertes dans 
la province Transbaicalienne et les environs de Kiachia, 
pendant les annöes 1846 — 1850. 

Bulletin de la classe phjsico-mathematique de l'Acaderaie imperiale 
des sciences de St. Petersburg. Tome XI. 1853. Enthält 
nichts Entomologisches. 

Durch Tausch erworben. 



G7 

Olto Bremer iilid William Grej, Beiträge zur Schmetler- 
lihgs- Fauna des nördlichen China's. Sl. Petersburg 1853. 
Geschenk der Herren Verfasser. 

Annales de la Societe entomologiqne de France. III. Serie. 
Tome I. 1853. Premier Trimestre. 

Enthält: L. Dufour, Un mot sur la femelle du Galeodes 
barbara. P. Milliere, Obseivalions relatives a lempreinle 
d'un Hemiptere fossile. V. Signoret, Revue iconographiipie 
des Tettigonides. L. Buquet, Description d'une nouvelle 
espece de Longicorne. J. Curtis, Notices sur la larve de 
l'Elater pomorum. A. Labouihene, Descriptions de plusieurs 
nouvelles especes du genre Gjretes. Schaum , ^uelijues 
observations sur le travail de M. Jacquelin-Duval : De Bem- 
hidiis europaeis. Reiche, Notes synonjmiques sur les Pecti- 
nicornes. Note sur l'Hybosorus arator etc. SufFrian et 
Fairniaire, Monogr. des Chrjsomeles d'Europe. P. Lareynie, 
Description de trois nouv. especes de Ptiniores. De MarseuJ, 
Essai monograph. sur la faniille des Histerides. 

Deuxieme Trimestre. Enthält: De Marseul, Essai monographique 
sur la famille des Histerides. (suite.) Bigot, Note pour servir 
de coraplement et de correction a l'Essai d'une Classifica- 
tion generale et sjnoptique des Dipteres. Bellier de la 
Chavignerie, Nöte sur le Sat} rus lissa. Y. Signoret, Revue 
iconographique des Tettigonides. (suite.) 
Durch Tausch erworben. 



Wissenschaftliche litt hei luugen. 



Kritische Bemerkungen 



einigen Jf^ichlev" Jlrten 

von 
Fr. Schläger, Diakonus in Jena. 

(Schluss.) 

IV. 

Was nun aber die Theresianer unter ihrer Cristana ge- 
meint haben, ist von Fischer von Rösslerstamm nach seiner Re- 
vision der Schiff ermüllerschen Sammlung erst genauer festgestellt 
worden. Er fand daselbst noch zwei ganz gut erhaltene Stücke ; 
das eine mit fast rein weissem, das andere mit weisem, grauge- 

5* 



68 

streifteni Innenrande, wie an Hiibner's Cristana Fig. 176. Diese 
Figur stellt nach seinem Urtheile richtiii: die Art der Sammlung' 
vor; statt des weissen (in dem mir vorliegenden Exemplare des 
Hübner ist es ein aschgrauer) Mittelpunktes der Abbildung steht 
aber dort ein erhabenes schwarzbraunes Sehuppenbüschelchen. 
Fischer meint daher, Charpentier müsse diese jenen Exemplaren 
sehr ähnliche Figur zufällig überschlagen haben, wozu der zwei- 
mal im Hübner vorkommende Name oder die schlechte Abbildung 
vom Exemplar des Wiener Museums beigetragen haben möge, was 
er aber gefunden haben würde, liätte er das damals schon er- 
schienene Hübnersche Verzeichniss bekannter Schmetterlinge zu 
Bathe gezogen, wo Cristana S, V. ein und dasselbe mit Cristana 
Fig. 176. angegeben werde. Da ich Charpeutier's Exemplar des 
Hüboerschen Werkes vor mir habe und er sich höchst wahr- 
scheinlich bei seiner Vergleichung der Schiffermüllerschen Samm- 
lung desselben bediente, so ist mir klar, warum er Cristana 
Fig. 176. zu Cristana W. Y, nicht citirte. Die Figur ist ganz 
verfehlt; der Innenrand, mit der übrigen Fläche der Yorderflügel 
ganz gleich gefärbt, führt nur von der Basis bis zum Hinterwin- 
kel eine ganz dünne, gerade gelbe Linie, über welcher sich in 
der Mitte ein runder, aschgrauer Fleck befindet. Trotzdem steht 
durch Fischer's Angaben fest, dass Cristana des Wiener Ver- 
zeichnisses und Hübner's Figur 176. eine und dieselbe Art sind. 
Fabricius versieht seine Cristana mit folgender Diagnose: 
alis anticis fuscis, raargine interiori albo punctoque medio-fasci- 
culato elevato; sie stimmt demnach ganz genau mit der Cristana 
des W^iener Verzeichnisses. In der Beschreibung erwähnt er 
jedoch , dass sich auf der Mitte der Vorderflügel ein punctum 
album e fasciculo pilorura elevatorum fuscorum befinde, und Kopf 
und Rücken weiss sei. Diese Abweichung verschlägt aber nichts, 
da Cristana ebenfalls mit rein weissem Schuppenbüschel vor- 
kommt und bei den Varietäten mit einem weissen Innenrande auch 
wohl einen weissen Kopf hat. Es steht demnach fest, dass auch 
die Cristana des Fabricius mit der des Wiener Verzeichnisses 
eine und dieselbe Art sei. Zwar weicht Zincken in dieser Bezie- 
hung ab , da er auch in der Cristana des Fabricius Hübner's 
Combustana, Fig. 234. erkennen will, obschon er an dem weissen 
Kopfe Anstoss nimmt. Es erklärt sich jedoch diese Abweichung 
durch die Annahme, Fabricius habe nach dem weissen Rücken 
voraussetzend , auch den Kopf für weiss angenommen, da ohne- 
dem die Stirnhaare und Taster beim Fangen leicht in Unordnung 
gerathen und dann über die wahre Farbe dieser Theile in Unge- 
wissheit lassen könnten. Allein, obschon sich in der Sammlung 
des Fabricius kein Exemplar der Cristana mehr vorfindet, so ist 
es doch mehr als wahrscheinlich , dass er wirklich eine Cristana 
and zwar eine Varietät derselben, wie sie Duponchel hist. natnr. 



j)(. 244, Fig. 6. und Heirich-Schätfor, Port, tab. 4., Fig. 26. als 
Lefebriana abgebildet haben, beschrieb, wenn man an diesen 
Bildern die kleinen weissen Punkte von dem Hinterrande entfernt. 
Diese Varietät hat Kopf und Rücken weiss. 

Vergleicht man nun mit dieser von Frölich selbst angezo- 
genen Art die von ihm beschriebene und Hübner's Combustana, 
Fig. 234., gleichgestellte, so ergiebt sich , wenn mau den oifen- 
baren Fehler in der Diagnose entfernt, und statt margine postico 
liest margine interiori, allerdings einige Aehnlichheit; der Innen- 
rand ist hell, der Rücken weiss, ein Schuppenbüschel liegt auf 
den Vorderfliigeln. Treitschke, 8. Bd. S. 254., sagt aber: 
;,Herr D. Frölich, S. 21. No. 14., zog im Vertrauen auf Zincken's 
„Angaben gleichfalls Cristana und Combustana innig zusammen; 
„seine Beschreibung gilt nur von der Combustana und das Citat 
„Cristana Fabr. muss gestrichen werden." Er sieht also in der 
Combustana eine andere Art, nämlich eine Varietät der Sparsana. 
Nach dieser Erklärung aber ist es auffallend, dass Treitschke bei 
der Beschreibung seiner gleich nachher folgenden Sparsana der 
Cristana von Frölich gar nicht wieder gedenkt, obschon er Hüb- 
ner's Combustana Fig. 234. citirt. Guenee, der richtig Scabrana 
und Sparsana in eine Art zusammenzieht, führt allerdings Hüb- 
ners Combustana und Frölich's Cristana als dieselbe Varietät zu 
Scabrana auf, aber er ist noch nicht sicher und versieht sie des- 
halb mit einem Fragezeichen; s. Ind. method. p. 11. Duponchel 
und Her rieh -Schaff er haben Frölichs Cristana nicht ange- 
zogen, obschon der Erstere zu Sparsana, s. Calal. method. p. 291, 
und der Letztere zu Scabrana Var. 4. Hübner's Combustana citi- 
ren. Fischer versichert, Hübner's Combustana, welche Zincken 
für eine Varietät der Cristana halte, komme wirklich in einer 
Varietät mit weisslichem Innenrande vor, gehöre aber zu Sparsana. 
Wäre auch zunächst die Angabe Frölich's, dass die Vorderflügel 
seiner Art versehen wären mit einer fascia baseos obsoleta, noch 
nicht entscheidend, da diese Binde sieh auch an Varietäten von 
Cristana findet, so giebt doch der Zusatz: tuberculo baseos elevato 
den Ausschlag; denn dieser Schuppenbüschel liegt bei Scabrana 
immer an dem Rande der Binde, welcher der Basis zugewendet 
ist, und nicht in der Mitte der Flügel ; ferner die Angabe , dase 
die Vorderflügel praeter characteres supra raemoratos lineolis 
obsoletissimis albis praesertim ad angulum posticum externura 
gezeichnet wären. Bei Cristana finde ich die Fläche vor dem 
Hinterrande nicht in solcher Weise, während bei Varietäten von 
Scabrana nicht selten der Aderlauf in der von Frölich angege- 
benen Art hervortritt. Demnach muss Frölich's Cristana als 
Varietät zn Scabrana gezogen werden. 



70 



V. 



Frölich's Gerinarana, p. 24. No. 22. , gehört ebenfalls 
7A\ den Arten, welche bis jetzt noch nicht erkannt worden sind. 
Er giebt dieser Art folgende Diagnose : alis anticis scabris rufo- 
ferrugineis nigro-punctatis; fascia baseos irregulari posticeque 
albidis, posticis cinereis. In der folgenden Beschreibung fügt er 
dazu, dass diese Art seiner Hastiana, d. i. der Varietät Bvrin- 
gerana Hbn. Fig. 61 und Buringerana Hbn. Fig. 216, nahestehe, 
aber nur die halbe Grösse derselben erreiche , dass ferner der 
Vorderrand auf der oberen wie auf der unleren Seite der Vorder- 
fliigel sehr schwach gelb punctirt und der Kopf mit dem Rücken 
rostbraun sei ; endlich dass die Unterseite der Hinterllügel in's 
Weissliche ziehe und braune Punkte führe. Er selbst citirt dazu 
Hübner's Logiana Fig. 217., welche Hübner in seinem Verzeich- 
nisse bekannter Schmetterlinge, S, 384., mit dem Namen Falsana 
belegt. Fischer von Rösslerstamm sagt hierüber: „jene Art, die 
..wir bisher für Logiana in den Sammlungen haben, ist nicht so 
„gross als die Logiana des Wiener Verzeichnisses, die Hübner als 
„Trisfana Fig. 50. abbildet. Die Flügel haben gleiche Breite bis 
„zu dem fast stumpfen Hinteriande; das Grau ist etwas dunkler, 
„mehr rauh, mit kleinen erhabenen Schüppchen; die Vorderrand- 
„n)akel erreicht nicht die Spitze, ist mehr dreieckig und schwarz- 
„braun, am Vorderrande mit etwas hellerem Braun gemischt. 
„Diese letztere Art kann nur auf Hübner's Logiana, Fig. 217., 
„angewendet werden; obschon diese Abbildung eine zu grelle 
„Grundfarbe hat, so giebt es doch Abänderungen, die sich dazu 
„hinneigen. Da Hübner's Logiana, Fig. 64., hierher nicht gehört, 
„die Logiana des Wiener Verzeichnisses mit Hübner's Tristana, 
„Fig. 50. nnd Favillaceana Fig. 62. eine und dieselbe Art sind, 
„folglich auch Treitschke's Favillaceana und Logiana in Eins ver- 
„schmelzen, unsere jetzige Logiana aber den Namen verändert hat, 
,.so müsste sie auch den von Hübner für seine Figur 217. ange- 
„nommenen Namen Falsana erhalten." Hübnei's Abbildung in 
meinem Exemplare entspricht insofern der Beschreibung nicht, 
als auf derselben der hellere Theil der Vorderflügel nicht weiss- 
lich, sondern strohgelb ist, und nur an der Basis, aber nicht vor 
dem Hinterrande als Binde erscheint. Nun soll nach Fischer 
diese hellere Färbung zwar auch verfehlt sein; nach seiner An- 
gabe ist sie noch dunkler grau als bei Hübner's Tristana, Fi- 
gur 50. ; dann aber ist Frölich's Germarana auch nicht diese von 
Hübner späterhin Falsana genannte Art, denn an ihr ist der 
hellere Theil der Vorderflügel weisslich (albida). Auch entspricht 
die Gestalt der dunkleren Färbung der Angabe Frölich's nicht. 
Fischer bestimmt sie als dreieckige Makel, während Frölich sagt: 
alae anlicae rufo-ferrugineae. Wäre jenes Merkmal seiner Art 



71 

eigeo {gewesen, dann hätte er sicher sich so ausgedrückt: alae 
anticae albidae, macula triangulär! et cetera. 

Guenee ist über Gerniarana noch ungewiss; er zieht sie 
zwar zu seiner Teras Proteana und obschon er die Hübnersche 
Logiana, Fig. 217., als sichere und unzweifelhafte Varietät auf- 
stellt, dennoch versieht er das Citat aus Frölich mit einem Frage- 
zeichen, s. Ind. meth. p. 12. Proteana Var. C. — Herrich-Schäf- 
fer ist über die Hübnersche Logiana, Fig. 217., auch noch nicht 
ganz in's Reine, denn er citirt sie mit einem Fragezeichen zu 
seiner Teras Logiana, Hbn. Fig. 64. Aus allen Citaten lässt 
sich daher zur Bestimmung von Frölich's Gerniarana nichts ge- 
winnen. Durch ein Exemplar in meiner Sammlung sehe ich mich 
in den Stand gesetzt, dieses Dunkel aufzuhellen und Germarana 
sicher zu erkennen. Frölich beschreibt unter diesem Namen eine 
Varietät der Sparsana und hat ganz Recht, wenn er sagt : aflinis 
T. Hastianae, nämlich Hübner's Buringerana Fig. 216. Nur die 
verschiedene Grösse hat ihn getäuscht, diese Varietät selbst darin 
wieder zu erkennen; denn er sagt ausdrücklich: at duplo minor. 
Diese Angabe trifft ganz genau mit dem von mir gezogenen 
Exemplare zusammen. Die Vorderflügel sind wirklich rostbraun, 
nicht so dunkel als bei Hübner's Buringerana, Fig. 216., und 
schwarz punktirt. An der Basis befindet sich eine weissliche 
Binde und eben so ist die Fläche vor dem Hinterrande gefärbt; 
da diese hellere Färbung von der braunen nicht scharf und regel- 
mässig getrennt ist, so kann sie ganz passend als eine fascia 
irregularis bezeichnet werden. Auch die übrigen von Frölich an- 
gegebenen Merkmale stimmen genau zu. Dass Frölich hierzu 
Hübner's Logiana, Fig. 217., citirte, hat wohl lediglich seinen 
Grund darin gehabt, dass diese Figur einmal in der Grösse der 
Germarana glich, dann aber auch in der Zeichnung allerdings 
einige Aehnlichkeit zeigte; das Braune streckt sich jedoch an der 
Germarana weit mehr nach dem Hinterrande zu. Demnach ist 
Frölich's Germarana als Var. zu Sparsana und zwar zur Burin- 
gerana zu stellen. 

VL 

Treitschke citirt zu seiner Tortr. ochreana, s. 8. Bd. 
S. 84., Frölich's Ochreana und Hübner's Wickler gleiches Na- 
mens, Fig. 134. Er hat sicher keine Prüfung darüber angestellt, 
und sich lediglich nur leiten lassen durch das gleiche Citat, wel- 
ches Frölich seiner Art beisetzte, und obschon dieser ausdrücklich 
bemerkt, dass das Hübnersche Bild nicht gut sei, Treitschke 
selbst auch findet, dass sich an seinen selbstgefangenen frischen 
Stücken der weisse, erhabene Punkt nicht zeige, dessen Frölich 
gedenke, dennoch hat er nicht weiter nachgeforscht, ob Frölich's 
Ochreana nicht eine ganz andere Art sei. Duponchel, s. 
bist, natur. tom IX. p. 95. und Catal. m^thod. p. 287., hat die 



72 

Citate ebenfalls nur naclijreschrieben, denn er zieht Frölicb's Art 
ohne alles Bedenken zu Treitschke's Ochreana. Dass sie diese 
aber nicht sein könne , ergiebt sich bei schärferer Prüfung. Die 
Hübnersche Ochreana hat zu ihrer Grundfarbe ein Gelb, das sich 
zum Goldgelb hinneigt, weshalb auch Treitschke gut diagnosirt 
hat, indem er die Vorderflügel aureo-llavae bezeichnet. Frölich's 
Ochreana dagegen ist rostbraungelblich (ferrugineo -llavicantes), 
also mehr ins Rothe oder Braune hinüberziehend. Hübner's 
Ochreana führt eine dunkelbraune Quei binde, welche von der 
Mitte des Vorderrandes durch die ganze Flügelbreite bis vor den 
Hinterwinkel am Innenrande sich erstreckt; und mit dieser ver- 
einigt sich in der Mitte ein gleichfarbiger Fleck, welcher hinter 
dieser Binde und zwar zwischen ihr und der Flügelspitze in der 
Mitte des Vorrandes beginnt. Frölich's Ochreana dagegen hat 
einen dunkelbraunen Bogen am Vorderrande, von dem ausdrück- 
lich twigegeben wird, dass der Schatten davon nur selten bis zum 
Innenwinkel reiche, weshalb eben auch Hübner's Figur nicht gut 
sei. (Umbra arcus costalis in angulum ani raro descendit.) 
Hübner's Ochreana hat, wie schon Treitschke richtig bemerkt, 
keinen weissen Mittelpunkt; Frölich's Art dagegen führt einen 
solchen und dieser wird sogar als ein Hauptmerkmal in der 
Diagnose angegeben: puncto elevato discordali niveo. Hübner's 
Ochreana erscheint im Juli; Treitschke fing diese Art Mitte Juli; 
Frölich's Art dagegen fliegt im Frühling, schon im April. Ferner 
stellt Frölich seine Ochreana als der Adspersana verwandt dar, 
wovon Hübner's Figur sowohl als auch der Schmetterling selbst 
nichts Verwandtes zeigt. Endlich gesteht Frölich selbst auch zu, 
dass seine Art, wenn auch wenig, doch in der Grösse von Hüb- 
ner's Ochreana abweiche. Aus diesen Gründen leuchtet hinläng- 
lich ein, dass Frölich's Ochreana mit Hübner's Ochreana nicht 
eine und dieselbe Art sein könne. 

Guenee hat das Richtige getroffen, indem er sie, s. Ind. 
method. p. 12., unbedenklich zu seiner Proteana, der Treitschke- 
schen Ferrugana, zieht. Sie schliesst sich an die Varietät Tri- 
punctala an. Dass Frölich Hübner's Tripunctata, Fig. 128., nicht 
anzog, ist ganz leicht zu erklären, weil diese Abbildung sehr 
schlecht gerathen ist. Ich habe unter einer Menge von Exempla- 
ren kein einziges, welches trotz der verschiedenartigsten Abwei- 
chungen und Uebergänge zu Hübner's Figur stimmte. Die rost- 
braungelblichen Vorderflügel , der braune Bogen am Vorderrande, 
der nicht bis zum Innenwinkel reicht, der aber nicht selten aus 
den drei Punkten entsteht, der weisse Discoidalpunkt, die kleinen 
dunkeln Strichelchen und Pünktchen stimmen genau zu Ferrugana 
und es ist somit keinem Zweifel unterworfen, dass Frölich eine 
Varietät dieser Art beschrieben habe. 



73 
Beschreibung 

einer neuen Käfergattung 

ans der Familie der Staphylioen. 

Von Xteon Vairmaire» 

A^pteranillus, 

Caput oblonguin, trianguläre, coecum. Antennae abdominis 
medium attingentes, articulis l.et3., fere aequalibus, Jongioribus. 
Pa]pi articulo ultimo claviformi. 

Tete oblongue triangulaire sans jeux, cT une surface 
plane, Impression longitudinale au milieu. 9 Surface plane. 
Palpes assez iongs, dernier articule claviforme. Antennes longues 
atteignant le milieu de labdomen, un peu claviforme a l'extremite; 
premier articule grand, claviforme, le deuzierae plus petit, 1» troi- 
sieme presque aussi grand que le premier, les cinq suivants a 
peu pres d'egale grandeur, les neuvieme et dixieme un peu plus 
courts, plus larges, le onzieme ovalaire aussi grand que les 
neuvieme et dixieme reunis. Corselet oblong, ä peine plus large 
que la tete, aussi large en avant qu'en arriere, bords anterieur 
et posterienr arrondis ainsi que tous les angles ; au milieu un 
large et profond sillon bifurque a la base. Eljlres plus larges 
que le corselet et de moitie plus courtes, extremite tronquee, angle 
sutural arrondi. Pas d'ailes. Abdomen largement reborde, un 
peu plus etroit a la base que les eljtres , s'elargissant vers 
le milieu. Tibias et tarses greles: f«murs epais, pattes postä- 
ri eures plus grandes. 

Ce nouveau genre offre presque tous les caracteres du 
Mjrmedonia et le facies de la M. canaliculata. II en differe par 
l'absence des yeux, la longueur et la proportion des articies des 
antennes. 

jS.» Hohrnii. Long. 2 lin. 

Supra depressns, totus pallide flavo testaceus, antennis pe- 
dibusque pallidioribus, punctulatus, aut potius dense ac tenuiter 
asperulus: prothorace utrinque leviter impresso. 

Cette curieuse espece qui augmente le nombre des insectes 
anophthalmes, provient des environs de Tanger et je suis heu- 
reux de pouvoir la dedier ä notre digne President comme un 
emoignage de Sympathie et de sincere amitie. 



74 

Literarisches. 



Von C. A. Do hm. 

Nächste Veranlassung za diesem Artikel giebt das Ver- 
sprechen in No. 12. des vorigen Jahrgangs dieser Zeitung, wo 
Seite 407. genauerer Bericht über die Entoinologica in den Bü- 
chern versprochen ist, welche uns die Sniithsonian Institution im 
Austausche gegen unsere Piiblicationen zugesandt hat. Ich be- 
ginne mit den Proceedings of the Academy of natural sciences of 
Philadelphia, Vol. VI. 1852., und werde die darin enthaltenen 



I.*) 

Andeutungen zu einer natürlichen Classification 

der Käferfamilie Histrini, 

von John L. Le Conte, M. Dr. (pag. 36. 1. c.) 

Selten ist ein von dem berühmten E rieh so n behandelter 
Gegenstand der Verbesserung fähig. Nicht ohne Widerstreben 
und Bedenken sehe ich mich nach genauem Studium der nord- 
araerikanischen Hister-Arten genöthigt, wichtige Modilicationen zu 
der von ihm angenommeneu Eintheilung**) vorzuschlagen. 

Der grosse Zuwachs in der Zahl unserer Arten seit der 
Herausgabe der Hister- Monographie meines Vaters***) hat mich 
mit manchen Abweichungen der Structur bekannt gemacht, welche 
zu unwichtig sind, um darauf besondere Genera zu gründen, aber 
doch durchaus uicht in die von Erichson aufgestellten Gattungen 
passen. Einige dieser anomalen Arten habe ich im o. Bande der 
Annalen des Ljceum of natural history beschrieben. 

Sorgfältige Vergleichung solcher Formen mit den Arten, 
denen sie durch augenfällige Charaktere sehr nah verwandt sind, 
hat mich zu der Annahme berechtigt, dass die Gattungen in die- 
ser Gruppe unnöthig vervielfacht sind , sofern dabei Theilungs- 
principien obgewaltet, welche keinen generischen Werth haben, 
ja kaum hinreichen, kleine Speciesgruppen abzusondern. 

Hiebei habe ich besonders den Bau der Tibiae im Auge, 
welcher in der Erichson'schen Eintheilung einen so wichtigen 
Factor abgiebt. Theils wegen der Schwierigkeit, einen so un- 
deutlichen Charakter, als ihn die Form der Taisalgrube an den 
Vorderschienen bietet, zu Grunde zu legen, theils wegen der 
entschiedenen Mannichfaltigkeit im Bau der Hinlerschienen bei 



*) wörtlich übertragen. 
**) Klug's Jahrbücher für Insektenkunde. 
***) Major Le Conte, Boston Journal of Natural History vol V. pag. 32. 



75 

mehreren Galtunoen habe ich mich veranlasst gesehen, die Cha- 
raktere zu verwerfen, welche von diesen Körpertheilen herge- 
nommen sind. Die speciellen bezüglichen Abweichungen werden 
unten bei den Gattungen Hister und Saprinus vollständiger er- 
örtert werden. 

Ich folge Erichson , indem ich die Gattungen in drei Grup- 
pen sondere, je nach der Stellung des Kopfes und der Gestalt 
des Prosternum. Folgendes wäre die Tabelle der besonderen 
Genera : 

A. Caput porrectum. 

A. Caput porrectum : prosternum antice non lobatum. 

Mandibulae dentatae Hololepta Payk. 

Mandibulae dentatae , prosternum latum 

planum Phjlloma. Er. 

Mandibulae dentatae, prosternum elevatum, 

subacuminatum Oxysternus. Er. 

B. Caput retractum, prosternum antice valde lobatura, 

a. Scrobiculi antennales antici. 

1. Tarsi antici unguiculo unico .... Cyplurus. Er. 

2. Tarsi onines biunguiculati. 
Mandibulae porrectae, antennae sub frontis 

margine insertae, capitulo 3-articulato Hister. Lin. 

Mandibulae porrectae, antennae sub frontis 
margine insertae, capitulo solido, trun- 
cato Hetaerius. Er. 

Mandibulae retractae , antennae in frontis 
margine insertae, capitulo 3-articulato, 
rotundato Epierus. Er. 

Mandibulae retractae, antennae in frontis 
margine insertae, capitulo 3-articulato, 
truncato Tribalus. Er. 

b. Scrobiculi antennales medii , laterales. 

Antennae articulo 8^° laliore Dendrophilus.Leach, 

Antennae articulo 8"° non latiore. . . . Paromalus, Er. 



Note 1. Die Gattungen Phylloma, Oxysternus, Cypturus , Tryponaeus 
fehlen in Nordamerika. 

Note 2. Mit Hister ziehe ich auch die Genera Omalodes Er., Plaly- 
soma Leach., Piaesius Er. und Piacodes Er. zusammen. Zwar 
habe ich die beiden letzten nicht untersucht, aber in der Be- 
schreibung finde ich keine ausreichenden Trennungsgründe. 

Note 3. Hister brunnipennis Rand, und eine nene Art rechne ich zu 
Hetaerius. 

Note i. Mit Saprinus verbinde ich Pachylopus Er. 



76 

C. Caput retractuiu, piosternuni antice non lobatuni. 
a. Antennae sub frontis inargine insertae. 
Mandibulae exsertae; scrobiculi antennales 

antici Caerosternus. n. '^. 

Mandibulae exsertae ; scrobiculi antennales 

ad prosterni latera siti Saprinus. Leach. 

Mandibulae cljpeo obtectae Trjponaeus. Er. 

b. Antennae in frontem insertae. 
Scrobiculi antennales inedii, laterales, pro- 

sterno subproducto Teretrius. Er. 

Scrobiculi antennales ad prosterni latera siti . Plegaderus. Er, 

Scrobiculi antennales antici Onthophilus. Leach. 

Scrobiculi antennales medii, laterales, pro- 

sterno truncato Abraeus. Leach. 

Hister Linne. 

Ich schliesse in diese Gattung Omalodes und Platjsoma 
mit ein; sie sind nur auf leichte Unterschiede in der Form der 
Tibiae basirt, Plaesius und Piacodes müssen wahrscheinlich mit 
dazu gezogen werden; ich finde wenigstens ausser Differenz der 
Dornen an den Hinterschienen kein Trennungsraerknial. 

Die Hinterschienen sind in dieser Gattung iui Allgemeinen 
breit, nach aussen mit zwei Reihen Dornen bewaffnet; zuweilen 
ist eine Reihe von Börstchen an der hinteren Seite der Tibien so 
deutlich, dass sie einer dritten Reihe von Dornen ähnlich sieht; 
zuweilen (Hister arcuatus Saj) ist die ganze äussere Oberfläche 
der Tibien rauh durch ungeordnete Dornen; bei Hister costatus 
(n. sp.) sind die Hinterschienen schmal und die Dornen sehr fein. 
Gewöhnlich sind diese Schienen am Aussenrande nicht gezähnt, 
indess bei H. sexstriatus Lee. haben sie vier deutliche Zähne. 
Bei den Arten, welche zu Omalodes und Platjsoma gerechnet 
werden, sind sie gezähnt; die Zahl der Zähne bei letzteren ist 
veränderlich , die Zähne häufig undeutlich. Bei einigen kleinen 
Species aus der Gruppe von H. subrotundus, welche zu Erich- 
son's dritter Division gehören, sind sie durchaus glatt. Die hin- 
teren Fiisse (posterior feet) sind glatt, die mittleren mit einem 
einzigen Zahn am Apex bewehrt bei H. corticalis Lee. Omalodes 
Harrisii Lee. hat die Hinterschienen breit, sehr flach gedrückt 
und fein gesägt. 

Die Yorderschienen sind breit, flach und am Aussenrande 
mehr oder minder deutlich gezähnt, gewöhnlich mit einer Reihe 
sehr kurzgliedriger Dornen; auf der vorderen Fläche ist eine 
Grube zur Aufnahme des Tarsus. Der Innenrand dieser Grube 
ist deutlich abgegrenzt, der Aussenrand bei den meisten Arten 
undeutlich , etwas deutlicher bei den zu Omalodes gerechneten 



77 

Arten. Einige Arten Plalysoma haben einen deutlichen Aussen- 
rand , bei anderen (H, carolinus Paj-k.) fehlt er. Mit Ausnahme 
der grossen tropischen Arten, welche wohl füglich eine Division 
für sich bilden , könnte man die Hister-Arten nach der folgenden 
Tahelle ordnen. Wo ein innerer Randstreif des Thorax vorhan- 
den ist, ist er vollständig und dehnt sich längs des ganzen 
Thorax-Apex aus , der äussere Randstreif endet jedesmal an der 
Vorderecke. 

A. Thorax Stria marginali interiore integerrima, antice ambiente, 

* Thorax Stria marginali margini valde approximata. 
Thorax Stria marginali unica; (tibiae posteriores dentafae.) 

Omalodes. Er. ... 1. 
Thorax striis marginalibus duabus ; (tibiae post. valde com- 

pressae serrulatae.) 2. 

* Thorax Stria marginali interiore a margine remota. 

a. Thorax margine ciliato; (scrobiculi antennales non 

profundi. ) 

Tibiae posteriores dilat.itae 3. 

Tibiae posteriores tenues 4. 

b. Thorax margrae glabro ; (scrobiculi antennales profundi ) 

a. Tibiae posteriores subdentatae 5, 

b. Tibiae posteriores biseriatiui spinulosae. 
f Mesosternum emarginatum. 

ce.Epipleurae excavatae unistriatae. (tibiae anticae 
multidentatae) 6. 

/S. Epipleurae non excavatae, pluristriatae. 
Tibiae antice parce dentatae, epipleurae bistriatae . 7. 
Tibiae antice parce dentatae, epipleurae tristriatae . 8. 
Tibiae anticae serrulatae vel muticae, epipleurae 

bistriatae ..... 9. 

ff Mesosternum truncatum. 

Epipleurae bistriatae 10, 

Epipleurae angustissimae, unistriatae IK 

B. Thorax Stria marginali interiore nulla. 

f Mesosternum truncatum; prosternum bistriatum. 
Prosternum striis parallelis: (thorax Stria exteriore nulla, 

corpus depressum . . 12. 
Prosternum striis convergentibus : (thorax Stria exteriore 

distincta vel nulla, corpus convexum) . 13. 
ff Mesosternum emarginatum: prosternum estriatum. 
(Platjsoma Leach.) 
Prosternum postice planum, (corpus depressum) . . .14. 
Prosternum postice compressura et marginatum , ( corpus 

cvlindricum) 15. 



78 

Die in den Vereinigten Staaten gefundenen Species verthei- 
len sich wie folgt: 

1. entspricht Erichson's Omalodes; bei uns kommt nur H. 
(Omalodes) borealis Lee. vor •, 

2. enthält nur H. planipes Lee. Ich hatte diese Art früher 
Harri sii genannt, alier der Name aiuss wegen der gleich- 
lautenden Species in Gruppe 6 geändert werden ; 

3. enthält H. arcuatus Say ; binotatus Lee. ; laevipes Er. und 
eine neue, arcuatus nahstehende Art ; 

4. ist auf eine sonderbare noch unbeschriebene Art aus Mexico 
errichtet, H. costatus , bei welcher die Streifen der Elytra 
durch erhabne Streifen ersetzt sind ; 

5. enthält eine californische Art, H. sextriatus Lee. (Ann. 
Lyc. 5.); 

6. enthält H. interruptus Beauv. (obtusatus Harris) ; raerdarius 
Payk., imumnis Er.; Harrisii Kirby; diversus Er. (stygicus 
Lee.) ; foedatus Lee. ; eognatus Lee. ; marginieollis Lee. ; und 
eine neue Art; 

7. enthält H. dispar Lee; indistinetus Say; depurator Say und 
eine neue Art; 

8. H. spretus Lee. ; curtatus Lee. und zwei neue Arten ; 

9. H. civilis Lee. ; coenosus Er. frfecisws Lee.) ; punetifer Payk. ; 
abbreviatus Fabr. ; bifidus Say ; vielleicht auch H. repletus 
Lee, der noch nicht untersucht ist. Ob H. punetifer wirk- 
lich nordamerikanisch ist, bleibt zweifelhaft; das einzige 
bisher gefundene Stiick war vielleicht eingeführt; 

10. H. sedecimstriatus Say; amerieanus Payk.; exaratus Lee. 
und zwei neue Arten; 

11. enthält nur H. bimaculatus Linn. (obliquus Say); 

12. H. venustus Lee. und H. corticalis Lee. Kleine Arten , die 
wie Platysoma aussehen. Die hinteren Tibien sind fast glatt. 
Bei H. venustus ist der Lobus des Prosternums kürzer als 
bei allen andern mir bekannten Arten; 

13. H. subrotundus Er. und H. vernus Say. Kleine convexe 
Arten, deren eine auf dem Thorax eine ganze, die andere gar 
keine Marginalsiria hat. Eine neue Art aus Mexico hat 
diesen Randstreif abgekürzt; 

14. enthält die kleinen ilachen Arten, welche nach Erichson's 
Begrenzung das Genus Platysoma Leaeh bilden; mit mehr 
odei' minder deutlich gezähnten Hintersehienen. Unsere nord- 
amerikanischen Arten sind : H. carolinus Payk. ; depressus 
Payk. ; parallelus Say ; coarctatus Lee. ; und eine neue 
Art; 

15. Cylindrische Species, den vorstehenden nah verwandt; H. cy- 
lindricus Payk.; attenuatus Lee; graeilis Lee. (cylindricus 
Er., frontalis Say). 



79 



Caerosternus (nov. gen.) 

Caput deflexum, mandibulis retractis sed non obtectis acutis. 
Antennae sub frontis luargine insertae, funiculo filiformi, capitulo 

triarticiilato, ovali, coiripresso, apice subtruncatof 
Prosternuin latuiu quadraluiu , utrinque truncatuui; spobicuH an- 

lennales angusü profundi ad angulum thoracis ujferne^siti. 

Tibiae anlicae coiupressae , subdiJatatae, posteriores tenues 

glabrae ; tarsi posteriores non recepti. 
Der Körper ist kuglig, sehr convex ; das Abdomen perpen- 
dicular herabgebogen an der Spitze; die Geissei der Fühler fa- 
denförmig, das erste Glied länger und etwas dicker als die übri- 
gen; das Prosternum ist sehr breit, hinten abgestumpft, vorn leicht 
gerundet; die Fühlergruben sind sehr tief, liegen an den Yor- 
derecken zwischen der obern und untern Prothoraxfläche und sind 
seitlich offen. Ich kenne nur zwei Arten 1. C. (Tribalus) ame- 
ricanus Lee, und 2. C. laevissiraus, letzterer mit sehr 
glatter, glänzender Oberfläche, mit Epipleuren, welche weniger 
schroff eingebogen sind als bei C. americanus, und nui^zwei sehr 
feinen seitlichen Streifen. Die Dorsalstreifen derEljtra sind un- 
deutlich. Länge 10'". Die Art wird in Cuba gefunden und 
wurde von Poej gesandt. Der Körper dieser Art ist schmaler 
und gehobner als der vorigen. 

iSaprinus Leach. 

Die Hinterschienen dieser Gattung sind gewöhnlich nur 
massig erweitert; der äussere Rand ist mit drei Reihen Dornen 
besetzt ; einige Arten der neunten Gruppe haben 4 verwirrte Rei- 
hen (S. palmatus); andre haben die ßedornung ziemlich dicht und 
mehr ausgedehnt CS. suicifrons). Aus Anlass dieser Veränder- 
lichkeit bin ich geneigt, Erichson's Pachjlopus mit dieser Gat- 
tung zusammenzuziehen, wenngleich der besondere Sexualcharak- 
ter, dessen er erwähnt, bei keinem Saprinus existirt. Jedenfalls 
müsste die Gattung Pachjlopus, wenn sie für die von Erichson 
ihr zugewiesenen Species aufrecht erhalten werden soll, noch auf 
andere als die von ihm angegebenen Charaktere basirt werden. 

Die mir bekannten Arten lassen sich folgenderjpaassen 
gruppiren : 

A. Caput antice non marginatum; prosternum compressnm, 

elevatum , planum ; epipleurae tristriatae. 

Prosternum striis utrinque divergentibus ,.. '. 1. 

Prosternum striis antice conjunctis, postice parallelis. . . 2. 

B. Caput antice non marginatum; epipleurae bistriatae. 
Prosternum transverse convexum, striis nuUis . . . . . 3. 



Prosternum transverse convexuui, anlice utiinque foveatum, 

striis parallelis, antice abbreviatis 4. 

Prosternum transverse convexuiu, non foveatuui, striis antice 

divergentibus 5. 

Prosternum transverse convexum , antice utrinque foveatum 

striis remotis divergentibus . 6. 

Prostfeqium c*bmpresso-earinatum, striis remotis divergentibus 7. 

C. 'Caput antice raarginatum, prosternum striis valde 
approximatis, postice divergentibus, antice non divergentibus. 

Prosternum compressum, striis integrls, antice convergentibus 8. 
Prosternuih compresso-carinatum, striis conniventibus, sae- 

pius indistinctis 9. 

Die nordamerikanischen Arten würden sich hiernach sö 
Tertheilen : 

1. enthält zwei californische Arten S. alienus Lee.-, S. diseoi- 
dalis Lee. Letztere Art nähert sich einigermaassen der Ab- 
theilung C. , sofern bei einigen Exemplaren eine schwache 
Spu]?'.der dop elten Linie bemerklich ist, welche sich an der 
Stirn der zu C. gehörenden Arten befindet; 

2. S. deletusLec; S, interceptus Lee; 

3. interstitialis Lee, eine sonderbare länglijche Art mit fast pa- 
rallelen Streifen der Eljtra; 

4. S. obscurus Lee; pectoralis Lee, paeminosus Lee, sämmt- 
lich californisch ; 

5. S. lugens Er. (californicus Mannerh.) ; oregonensis Lee ; 
imperfectus Lee; irapressus Lee; infaustus Lee (piceus 
Lee olim); pensjlvanicus Er., und drei neue Arten; 

6. S. Vonformis Lee ; assimilis Er. ; niinutus Lee ; placidus Er. ; 
insertus Lee; obductus Lee; ciliatus Lee; vinctus Lee; 
luridus Lee; scissus Lee; und eine neue Art; 

7. S. vestitusLee; fimbriatus Lee; plenusLee; vitiosusLee; 
lubricus Lee ; coerulescens Lee ; sämnitlich californisch und 
drei neue Arten, zwei aus Missouri, eine aus Georgia; 

8. S. sphaeroides Lee (bigener Lee olim); fraternus Lee; 
matcus Say (Hüter m.); estriatus Lee; bigemmeus Lee; 
uifl ("ine neue Art; 

9. enjhält Arten von der Seeküste, die man nach dem Bau der 
Hinterschienen in zwei Gruppen theilen kann: 

a, mit drei Reihen Dornen S. patruelis Lee; lucidulus 
• Lee; 

b. ^t zahlreichen verwirrten Dornen S. dimidiatipennis 
Lee (Yar. Hister pabnatus Saj) ; sulcifrons Mannerh. ; 
serrulatus Lee; gaudens Lee Diese Arten wurden von 

mir (Ann. Ljc. ISaf. Hist. 5.) zu der Gattung Pachjlopus gebracht. 



81 

Öie Epipleurfen der letzteren sind mit drei Strieeü bezeichnet. 
Bei S. dimidiatipennis sind die Scliienendornen nicht so zahl- 
reich als bei den anderen und bilden vier leidlich unterschiedene 
Reihen. 



Die Kupfer zu 

&copolfs Entoniologia CarnioUca 

besprochen von H. Hagen. 

Zu den ij,rössten Seltenheiten der entomologischen Literatur 
g'ehören die Kupfer zu Scopolis Entomologia Carniolica. Nach- 
dem ich lange vergebens danach gestrebt hatte, sie vergleichen 
zu können, ist endlich mir ein im Privatbesitz belindliches Ex- 
emplar zugänglich geworden. Ein hochverehrter Gönner und 
Beförderer meiner Arbeiten, Herr M. C. Sommer in Altona, hat 
mir gütigst diese kostbare Seltenheit anvertraut, wofür ich mir 
nochmals meinen Dank abzustatten erlaube. 

Die einzige Nachricht, welche sich auf eigene Ansicht der 
Kupfer gründet, find^'t sicli in Fuesli : Neues Magazin für Ento- 
mologie 1785 tom. II. p. 364 von einem Dr. D — s. in Florenz. 
Hieraus schöpfte S. Boehmer Bibliolheca etc. II. II. p. 164 seine 
Kenntniss. Percheron Bibliographie II. p. 58 copirt nur Boeh- 
mers Worte , und giebt wohl aus Versehen statt 43 Tafeln nur 
42 an. Engelmann Bibliolheca p. 510 citirt schlechthin „43 tab< 
aen." neben dem Werke; Alle übrigen mir zugänglichen Werke 
schweigen ganz darüber. 

Bei Fuesli finden wir angegeben , dass Scopoli selbst, un- 
zufrieden nüt der nachlässigen Ausführung seiner sauberen Zeich- 
nungen durch den Kupferstecher, das Unternehmen aufgegeben 
habe. Die fertigen 43 Tafeln sind nie in den Buchhandel ge- 
kommen und waren schon 1785 in Wien nicht für Geld zu haben* 
Das Monitum auctoris , in welchem Scopoli die Herausgabe der 
Kupfer ankündigte, finde ich den meisten Exemplaren der Entora. 
Carniolica als letztes Blatt beigefügt. Das von mir untersuchte 
Exemplar stimmt in allem mit den Angaben bei Fuesli überein, 
nur sind nicht, wie dort gesagt wird, 815 Insekten abgebildet. 
Apis ferrestris No. 815 ist das letzte abgebildete Insekt, während 
eine Anzahl früherer Nummern fehlen. Die Tafeln sind zum Theil 
noch unvollendet und bei einigen die Hälfte weiss geblieben , um 
die fehlenden Nummern nachzutragen. Es sind 43 Tafeln vor- 
handen, nur die erste und dritte ist paginirt, die letztere auffälli- 

6 



82 

ger Weise als Tal>. II., wälirend die fortlaufenden Nuniniein sie 
als dritte erkennen lassen. Nur diese heiden führen den Namen 
des Kupferstechers „X. Winkler Sc." Zu den Coleopleren _2;e- 
hören 10, Orthopfera 3, Heniiptera 2, Lepidoptera 2O1/2, Neu- 
loptera 3, Hjmenoptera 41/2 Tafeln. Die Tafeln sind octav, 
genau im Format der Entomolog-ia Carniolica, die Insekten darauf 
in Lehensgrosse und mit der fortlaufenden Nummer des Werkes 
versehen. Nur bei vier Tafeln mit Eulen und Tiihellen fehlt diese 
Nummerangabe. Die Anzahl der Figuren ist grösser als die der 
laufenden Nummern , da die beschriebenen Varietäten, sexuelle 
Verschiedenheiten, die Unterseite des Thieres oft besonders, jedoch 
stets unter der Hauptnuramer, dargestellt werden. Bei den Schmet- 
terlingen ist oft die Unterseite beigefügt. Ich kann dem Bericht- 
erstatter bei Fuesli nicht beistimmen, wenn er die Kupfer für 
schlechter als die bei Frisch hält. Viele erheben sich über die 
Mittelmässigkeit, und einige sind sogar als gelungen zu bezeich- 
nen. Dass, wie bei Fuesli vermuthet wird , einige von einem 
ungeübteren Künstler gearbeitet sind, scheint unzweifelhaft; hieher 
gehören die nicht numerirten Figuren und überhaupt der letzte 
Theil der Tafeln. Dagegen sind die Orthopteren und die grös- 
seren Coleopteren gut zu nennen. Die kleinsten Coleoptera sind 
etwas vergrössert. Bei der unbezweifelt bleibenden Wichtigkeit, 
welche Scopolis Arbeit hat, wäre es zu wünschen, dass die oft 
unsicher nach seinen Beschreibungen zu bestimmenden Arten 
durch Vergleich seiner Abbildungen näher begränzt würden. In 
den meisten Fällen werden dieselben einen guten Anhalt gewäh- 
ren, oder wenigstens das unter solchen Umständen auch schon 
wichtige negative Besultat liefern , ..diese oder jene Art bei Sco- 
poli gehöre nicht zu der bis jetzt dafür gehaltenen." Ich habe 
mich bemüht, für seine Neuroptera diese Prüfung zu unteruehmen, 
wobei mir eine Sendung Neuropteren aus Krain, die ich durch 
Herrn Brauers Vermittelung erhielt, sehr zu statten kam. Zuvor 
erlaube ich mir eine Anzeige der auf den Tafeln fehlenden Num 
mern zu geben , woraus sich die abgebildeten von selbst ergeben. 

Bei" den Coleopteren fehlt No. 11, 38, 39, 43, 44, 
46 bis 53, 61, 62, 64, 69, 83, 88, 89, 97, 109, 114, 134, 
135, 155, 184, 195, 220 bis 274, 298, 303, 305; also 
76 Nummern. 

Bei den Orthopteren fehlt No. 316, 324, 329; also 
3 Nummern. 

Bei den Hemipteren fehlt No. 335, 342, 354, 391 und 
Aphis und Chermes 396 bis 4)6; also 27 Nummern. 

Bei den Lepidopteren No. 451, 476, 490, (dann folgen 
für die Arten 502 bis 532 zwei nicht numerirte Tafeln niil 
Darstellung von 28 Arten; es fehlen hier also 3. worunter sicher 
No. 502), 576, 603, 622, 635. Dann folgen auf einer nicht 



83 

nunierlrlen Tafel 25 AI>l)iltJiint>eti , welclift zu 643 bis GG6 «e- 
liören, wovon also 9 Aifen fehlen. Da die fünf Alucitae 672 bis 
676 sänimtlicb abji^ebildet sind, so ii,eböien die fehlenden Ar(en 
den Tineen an. Im Ganzen fehlen also bei den Lepidopteren 
19 Allen. 

Bei den Neuropteren fehlt No. 685 bis 687, 699 bis 702; 
also 7 Ai'len 

Bei den H j m en op f e len fehlt No. 713 bis 718 (alle Cy- 
nips), 723, 727, 732, 734, 735, 73S, 750, 759, 761 bis 765, 
767, 774, 776, 777, 782, 787, 790, 803 bis 805. Es fehlen 
also 29 Arten. 

Da No. 815 die letzte abn;ebildete Art ist und von den 
früheren 160 fehlen, so finden sich auf jenen 43 Tafeln nui- 
654 Arten darü^estellt. Die fehlenden Arten sind übrigens nicht 
immer die seltenern, sondern wunderbarer Weise oft solche, die 
im Text als häufig" bezeichnet werden; so ist der einzige fehlende 
Papilio P. Rapae. Die bedeulenden l^ücken bei den Käfern ent- 
stehen otlenbar durch das gänzliche Fehlen zweier Tafeln, die 
alle Coccinella, Tenelirio und einige Carabus enthalten sollten, 
und bei den Hemipteren durch den Mangel einer Tafel für Aphis, 
Chermes, Thrijis. 

Für die ungemeine Seltenheit dieser Kupferlafeln zeugt 
noch der Umstand , dass sie meines Wissens von keinem Ento- 
mologen se bst in den speciellslen monographischen Arbeiten an- 
geführt worden sind. Vielleicht ist das von mir verglichene 
Exemplar allein vom Untergange gerettet. 

Ich erlaube mir hier die Resultate zu geben, welche ich 
aus einer Vergleichung der Beschreibungen mit den Kupfertafeln 
für die Neuroptera erzielt habe. Eine Anzahl Phrjganiden, Ephe- 
meren und Perliden von Schmidt in Krain gesammelt und mir 
durch Brauer gütigst mitgetheilt, hat mich dabei wesentlich un- 
terstützt. Für die übrigen Familien habe ich Angaben von 
Brauer benutzen können. 

No. 446. Papilio Macaronius. Nach Schmidts Mit- 
theilung fliegt um Idria und überhaupt in Krain nur eine Art von 
Ascalaphus. Es scheint noch zweifelhaft, ob A. hungaricus von 
A, koljvanensis Laxmann Rbr. getrennt werden muss. Um Wien 
fliegt nur A. hungaricus, in Ungarn kommen beide Arten vor, 
wie mich eine Sendung ungarischer Neuroptera von Frivaldskv 
überzeugt hat. In Albanien und Griechenland, Türkei, Kaukasus 
bis Sibirien fliegt A. koljvanensis (= oculatus Brülle, dubius 
Eversman'?). Die Hauptunterschiede beider Arten bildet bis jetzt 
die dunklere Färbung der Flügelflecke und der schwarze Augen- 
ring bei A. koljvanensis, so dass (wenn beide Arten zusammen 
gehören) er eine stärker ausgeprägte Farbenvarietät bilden würde. 
Vorläufig trenne ich nach Untersuchung einer zahlreichen Anzahl 



84 

von Stücken helder Arten ilieselljen, da mir Üehecgangsstufeii 
noch niclit vorkamen. Es vprhleil)t dann dieser Art der ältere 
Name A, Macaronius Scopol! mit dem Synonym A. hungaricus 
Rhr. Da diese Art allein um Wien fliegt, wie Brauer versichert, 
so würde auch P. Coccajus des Wiener Verzeichnisses hierher 
gehören. Das Original in Schill'ermüller's Sammlung ist 1848 
bei der Erstürmung Wiens verbrannt. 

Scopolis Abbildung ist schlecht, jedoch entscheidet die 
Zeichnung der Yorderflügel, bei welchen die dunkeln Flecken aus 
kleinen aggregirten Punkten gebildet werden, während bei A. ko- 
Ivvanensis die grossen dunklen Flecken stets ununterbrochen und 
ohne gelb gefunden werden, ferner die wenigstens auf dem linken 
Unterflügel helle Flügelspitze , und endlich die Versicherung 
Schmidt's, dass bei Idria, dem Fundorte Scopolis, nur die eine 
nntgetheilfe Art fliege, für A. hungaricus. Selbst im Falle des 
Zusammengehörens der früher erwähnten beiden Arten verbleibt 
Scopolis Name als der ältere, da Laxmann erst 1770 schrieb. Es 
ist übrigens zu bemerken, dass in Scopolis Beschreibung zweimal 
alae posticae apice nigro gesagt wird , was mehr auf A. kolvva- 
nensis passt , und aus den angeführten Gründen als ungenau be- 
zeichnet werden niuss. 

No. 677. Libellula grandis. Die Abbildung ist schlecht, 
bezeichnet jedoch deutlich einen männlichen Cordulegaster, und 
das „nucha flava" der Beschreibung entscheidet sicher für C. 
annulatus. In der Grössenangabe muss es statt ,,alae ant. long. 
7 lin." heissen „unc. l lin. 7.", wie aus der Vergleicbung der 
Grossenangaben bei den übrigen Libellen und aus der Grösse 
der Figur deutlich wird: Ueber die daselbst beschriebene Larve 
habe ich mich früher ausgesprochen. Die Citate aus Linne, 
Roesel, Poda sind falsch. Ueber das Vorkommen von C. annu- 
latus in Krain habe icli sonst keine Bestätigung, bei Wien ist 
nach Brauer C. annulatus viel seltener als der häufige C. bi- 
dentatus. 

No. 678. Libellula d e p r e s s a. Beschreibung und 
Abbildung bestätigen die Bestimmung. Die angeführten vier Va- 
rietäten sind nur Altersstufen. Ich besitze diese Art aus Dal- 
niatien, also noch südlicher. 

No. 679. Libellula 4-macuIata. Nach Beschreibung 
und Abbildung richtig bestimmt. 

No. 680. Libellula vulgata. In Selys Revue des 
Odonates habe ich diese Art zu L. coerulescens gezogen. Die 
Abbildung ist schlecht und könnte zu L. cancellata oder L. brun- 
nea gehören. Für die letztere Annahme spricht die Grössenan- 
gabe und das „thorace coeruleo" der Beschreibung. 

No. 681. Libellula virgo. Var. 1 ist nach der Ab- 
bildung (ohne Nummer) C. virgo cT; Var. 3 ist C. splendenscT; 



85 

Var. 6 C. splendens $. Die letztere Figur ist überaus verfelilt. 
Die drei anderen Varietäten sind nicht abgebildet, 2 und 5 sind 
wohl jiing^ere Altersstufen von C. virgo cT, 4 C. virgo $. 

No. 682. Li be Hula puella. Es findet sich hiezu die 
Abbildung eines grösseren Lestes, dessen nähere BestiHiniung 
unmöglich ist, um so mehr, da alle 7 europäischen Arten in Un- 
garn und also vielleicht auch in Krain angetroffen werden, und 
höchstens das Vorkommen von L. macrostigma zweifelhaft ist. 
Die Grössen-Verhältnisse der Figur schliessen nur L. virens aus. 
Merkwürdiger Weise scheint keine der acht von Scopoli beschrie- 
benen Varietäten einen Lestes zu bezeichnen und zur Figur, die 
nur die Nummer 682 führt, zu passen. Die nähere Bestimmung 
jener acht Varietäten ist erst möglich, wenn die sämnitlichen 
Agrion- Arten Krains bekannt sind und selbst dann wohl un- 
sicher. Es scheint durchaus unwahrscheinlich, dass der No. 8 
wirklich das Pterostigma fehle, wie Scopoli angiebt. Wahr- 
scheinlieh bezeichnet sie ein sehr junges Weibchen, worauf auch 
die „margines seguientorum all»idi" hinzudeuten scheinen. Bei 
solchen eben ausgeschlüpften Stücken ist dann das Randmal kaum 
sichtbar.*) 

No. 683. Ephemera vulgata. Die von Schmidt ein- 
gesandten Krainer Neuroptera enthielten E. vulgata L. Pictet und 
E. Danica Mueller. Pictet. Die Worte Scopolis „abdomine al- 
bido, incisuris singulis subtus lineolis binis longitudiualibus ni- 



') Anmerkung. Es ist auffällig, dass von einem Schriftsteller, der 
Scopoli an Glaubwürdigkeit nicht nachsieht, Stroem Nye Sämling 
af del Kongl. Danske Vidensk. Selsk. Skrifter tom. II. 1783 p. 90 
noch eine europäische Libelle ohne Pterostigma beschrieben wird. 
Ich verdanke diese Mittheilung Herrn Schioedte. No. 130. Libel- 
lula pumila testaceo fusca, alis hyalinis, puncto marginali nuUo. 
Sie ist kaum den dritten Theil so gross als die gewöhnlichen oder 
mittelmässigen, also sehr klein. Die Farbe überall dunkel. Seilen 
mehr rothbraun , Hinterleib unten rothbraun mit helleren Rändern 
der Glieder. Flügel russfarbig, doch zugleich etwas gelb, wenn sie 
zusammengehalten werden. Keine Randpunkte wie bei den übrigen 
Libellen, sondern zwei feine Haken im After; Füsse dunkel. Drei 
Stücke von dieser wurden mir aus dem Saeter -Thale zugebracht, 
alle glichen sich völlig." Es will mir nicht gelingen, diese norwegi- 
sche Art auch nur annähernd sicher zu deuten. Zunächst dachte 
ich auch hier an unreife Stücke, deren Flügel mitunter ähnliche 
Färbung zeigen, also etwa an Lestes. deren Männchen die beschrie- 
benen Haken besitzen, doch pflegen solche Stücke stets helle Füsse 
zu haben, während hier ihre Farbe dunkel sein soll. Da drei gleiche 
Stücke untersucht sind, kann an eine Täuschung nicht gedacht 
werden. Vielleicht gelingt es dort einheimischen Entomologen . dies 
Räthsel zu lösen. Auch der Zweifel, „ob das Thier wirklich eine 
Libelle sei", fällt fort, da die übrigen Beschreibungen jenes tüchti* 
gen Forschers beweisen, dass er im Linneischen Systeme gut zu 
Hause war. — 



86 

j»;ris" Jiuu'heu es unzweilelhaff , dass er die E. Danica beschrie- 
ben habe. Scopolis Abbilduni;; ist schlecht und zei.^^l unjtefleckte 
Flügel , jiasst aber sonst auch besser zu E. Danica. Es wird 
sich übrigens die Wichtigkeit dieser Bestimmung leicht nachwei- 
sen lassen, da ohne Zweilei bei Laz selbe noch beute so häufig 
fliegen wird als zu Scopolis Zeit, und ihr Verbrauch als Dünger 
wohl noch Anwendung linden mag. Es ist meines Wissens bis 
jetzt übersehen, dass schon 174G P. Collinson in den Philos. 
Transact. vol. 44. p. 329 einen Bericht über ihi- massenhaftes 
Auftreten in England, nebst ihrer Metamorphose und Abbihlung 
der Imago geliefert hat, 

No. 684. Ephemer[a gemmata. Scopolis Abbildung 
ist ganz unbrauchbar und ze'gt nur, dass hier eine giossc Baetis 
Art gemeint sei. Schmidts Sendung enthält glücklicher Weise 
eine Art, die mit den Angaben Scopolis so genau übereinstimmt, 
dass ich an ihrer Identität keinen Zweifel hege. Sie fehlt in 
Pictet, Rambur , Burnieisler, Stephens und ich verspare mir ihre 
genaue Beschreibung für einen späteren geeigneten Ort. Ob 
Müllers Eph. gemmata Prodr. No. 1646 wirklich Scopolis Ait sei, 
kann ich noch nicht entscheiden ; doch macht das Citat aus 
Geoffroy tom II. tab. 13. lig. 4 (eine Cloe) das Zusammengehören 
sehr zweifelhaft. 

Die drei folgenden Arten fehlen in den Kupfertafeln. 

JNo. 685. Ephemera albipes. Die alae villosulae be- 
zeichnen die subimago einer weiblichen Cloe. Unter den über- 
sandten Arten passt keine hieher und Pictet hat ihre Deutung 
nichl versucht. Die von ihm beschriebenen Arten lassen sich nicht 
mit Scopolis Angaben vereinen. Ich vermag eine nähere Bestim- 
mung nicht zu geben. 

No. 686. Ephemera c ul i cifo r mis. Die Imago einer 
niännlichen Cloe. Pictet zieht diese Art frageweise zu seiner 
C. litura. Nimmt man an, dass Scopolis Beschreibung nach 
einem todten Stücke entworfen ist, wo dann die im Leben schwe- 
felgelb gefärbten Augen schwarz geworden waren, so ist die 
Identität nicht unmöglich. Auch liier fand sich unter den über- 
sandten Stücken nichts vor. Vielleicht nur Imago der vori- 
gen Art. 

No. 687. Ephemera parvula. Die Imago einer Cloe, 
und da die Augen einfach ruß genannt werden, ohne wie bei E. 
culiciformis der tubercula zu erwähnen, wohl ein Weibchen, un- 
geachtet die Farbe des Hinterleibes mehr für ein Männchen 
spricht. Pictet vereinigt sie frageweise mit C. pumila, und die 
Identität ist nicht unmöglich. Die gesandten Exemplare enthiel- 
ten sie nicht. 

No. 688. Phryganea striata. Zwei Männchen der 
Sendung bestätigen vollkommen mein früher über diese Art 



87 

(Linnaea t. V. p. 368) gegebenes Urtheil. Die damals angeregten 
Zweifel in Betreff der geringen Grössenangabe Scopolis ver- 
schwinden, da, wie ich jetzt sehe, die angegebene Zahl immer 
nur die Länge der Flügel bezeichnet, und stets nur der ersten 
Art jedes Ordo (also bei Neuropteren p. 259) das „alae anticae" 
beigefügt ist. Die übrigens sehr schlechte Abbildung widerspricht 
meiner ^Deutung nicht. Scopolis sehr genaue Beschreibung trifft 
vollständig zu , um seine P. striata mit jener von De Geer be- 
schriebenen dei- P. grandis verwandten Art und wohl auch mit 
P. striata Linnes zu vereinen. 

No. 689. Phryganea albicornis. Die Beschreibung, 
Abbildung und übersandle Stücke aus Krain bestätigen hier die 
Art als Odontocerus albicornis Pictet, Stephens etc. 

No. 690. Phrj'ganea rufricrus. Die Beschreibung, 
Abbildung und ein Pärchen aus Krain bestätigen die Richtigkeit 
meiner Bestimmung in d. Enton.ol. Zeit. 1852 p. 231. Synonym 
sind Neuronia fusca Steph. und Anabolia analis Kolen. Als jün- 
i-eres unausgefärbtes Stück gehört hiezu nach Vergleich der Type 
bligotricha chloroneura Rambur, früher von mir als differente 
Art angesprochen. Auffällig bleibt es immer, dass Scopoli bei 
der Angabe „tibiae nigrae'', die nur auf die vier Vorderfüsse 
passt, der hellüelben Farbe der Hinterschienen keine Erwähnung 
thut, doch passt alles übrige so gut, dass ich an der Identität 
nicht zweifle. Scopolis Name verbleibt dieser Art. 

No. 691. Phryganea ferruginea. Es stehen der 
sicheren Deutung dieser Art mannigfache Schwierigkeiten ent- 
gegen. Besonders sind drei Punkte der Beschreibung hervorzu- 
heben: „alis anticis obiter reticulatis", „abdomen punctis nigris 
laleralibus tot, quot ejus segmenfa" und „sexus alter maculam 
albidam rotundam communem, puncfaque albida 5-6 in margine 
externo alariim anticarum." In Betreff der ersten Angabe finden 
wir, dass nur bei dieser Art das Wort „reticulafao" angewendet 
wird, während sonst die Adern der Phryganiden als ,,venae" be- 
zeichnet werden. Eine Phryganide mit netzförmigem Geäder 
existirt nicht, und ich gestehe, dass Scopolis Beschreibung mich 
um so mehr darauf führte, die Chaetopteryx villosa für seine 
P. ferruginea zu halten, als die lange Behaarung der Oberflügel 
ohne Loupe besehen eine Art Netzwerk darstellt. Auch die Um- 
risse der Figur entsprechen im Allgemeinen denen von C. villosa, 
und die angegebene Reticulation besteht in einer Menge dicht- 
gestellter Transversalen, welche so gezeichnet sind, dass sie die 
nächstfolgende Querader nicht erreichen, also recht gut Haare 
darstellen können. Im Widerspruch mit der Beschreibung finden 
sie sich auch auf den Unterflügeln in der Abbildung. Allerdings 
sind die Haare bei C. villosa anders gestellt und ihr fehlen m 
beiden Geschlechtern die weissen Punkte am Aussenrande der 



88 

Oberflügel. Derselbe Umstand verbietet auch an Dilar zu denken, 
dessen Flügel ein ähnliches Netz zeigen. Ueberdies ist sein 
Vorkommen in Krain noch nicht nachgewiesen (er fliegt sicher 
in der Türkei), und Scopoli würde weder die merkwürdigen ge- 
kämmten Fühler der Männchen, nocl« auch die lange Legeröhre 
der Weibchen übersehen haben, auch scheint die Abbildung 
sicher eine Phrjganide vorzustellen. Gegen die Annahme, dass 
Scopolis Art ein Sericostomum sei , da einige Arten in Betreft" 
der weissen Flecken ähnliche sexuelle Differenzen zeigen, spricht 
der völlige Mangel einer auch nur annähernd „reticulate" zu 
nennenden Zeichnung. Dagegen zeigen zwei grössere Hjdro- 
psychen und eine Rh)acophila eine fein schachbrettartige Flü- 
gelzeichnung , die sich selir gut mit den Worten „alis anticis 
obiter reticulatis" vereinigen lässt, und gerade für diese Gattun- 
gen wird das „abdomen punctis lateralibus tot, quot ejus seg- 
menta" am besten, wenn auch stets gezwungen seine Anwendung 
linden. Die Worte „tota ferruginea" passen nur auf die erwähnte 
Rhjacophila (vielleicht R. nebulosa Steph.) und da mir nur das 
Weibchen vorliegt, weiss ich nicht, ob jene weissen Punkte in 
den Oberflügeln der Männchen angetroffen werden. Jedenfalls 
scheint mir P. ferruginea eine in ihre Nähe 'gehörende Isopalpe 
zu bezeichnen. Scopoli fand sie im Mai in Wäldern ferne vom 
Wasser. 

No. 692. Phrjganea bimaculata. Auch diese Art 
ist sehr zweifelhaft. Nach der Grössenangabe , mit welcher die 
Abbildung genau übereinstimmt, ist sie die grösste der von Sco- 
poli beschriebenen Arten. Unter den mir eingesandten Arten war 
das Weibchen von Chaetotaulius striola Kol. als Scopolis Art 
bezeichnet. Die Grössenverhältnisse sind jedoch zu different, um 
ohne weiteres diese Bestimmung zu acceptiren. Sonst fand sich 
keine Art vor, die mit Scopolis Beschreibung vereinigt werden 
könnte, was mich um so mehr befremdet, als Laibach für den 
Fundort der P, bimaculata angegeben wird , und Schmidt dort 
sammelt. Ich möchte mir vorläufig die Vermulluing erlauben, 
dass Chaet. decipiens Kol. die wahre P. bimaculata sei. Kole- 
nati hatte sie von Schmidt aus Laibach erhalten, unter den mir 
zugesandten Sachen ist sie jedoch nicht vorhanden. Die Grösse 
ist übereinstimmend, und die Besdueibung zutreffend, da, wenn 
ich in der Bestimmung von Kolenatis Art mich nicht irre, 
Stücke angetroffen werden, deren Vorderflügel mit Ausnahme der 
Stigma ziemlich einfarbig sind. Auch die Abbildung enthält 
dann nichts Widersprechendes. 

No. 693. Phrjganea varieg:ata. Es ist diese Art, 
welche gleichfalls der mir übersandten Phryganiden fehlte, schon 
von Pictet sehr richtig als die gleichnamige Hydropsvche gedeutet. 



89 

Die Abbildung ist riiclU gelungen, jedoch der Bestimmung nicht 
widersprechend. 

No. 694. Phryganea tineoides. Abbildung und Be- 
schreibung der Fühler bezeichnen sie als Mystacide. Ich glaube 
diese Art in zwei mir gesandten Stücken sicher zu erkennen, und 
behalte mir ihre genaue Beschreibung- vor, da mir ihre Bestim- 
mung nach andern Schriftstellern nicht gelingen will. 

No. 695. Phryganea obfuscata. Nach mir über- 
sandten Stücken halte ich diese Art für Aspatherium fuscicorne 
Kol. DieAbbildung widerspricht dem nicht. 

No. 696. Phryganea fuliginosa. Pictet citirt sie als 
synonym mit seiner Mystacides nigra Linn. , worauf schon Sco- 
poli hindeutet. Die Färbung der Fühler bezeichnen sicher eine 
Mysfacide , ihre Kürze (in der Abbildung) ein Weibchen. Ich 
glaube in einer kleinen übersandten Art, deren Identität mit der 
Linneischen sehr zweifelhaft ist, Scopolis Art zu erkennen, und 
werde sie später beschreiben. 

No. 697. Phryganea testacea. Ich wage diese Art 
nicht näher zu bestimmen, der Abbildung zufolge möchte sie eine 
Rhyacophila (Tinodes?) oder eine kleine Mystacide sein. 

No. 698. Phryganea pyrali na. Auch liber sie kann 
ich nichts Näheres angeben, doch machen die in der Abbildung' 
kammförmig angedeuteten Fühler es wahrscheinlich , dass sie, 
wie die beiden folgenden Arten nicht zu denPryganiden, sondern 
zu Psyche gehören. 

Die beiden folgenden Arten fehlen in der Abbildung. 

Nr. 699. Phryganea dubia ist Psyche graminella. 

No. 700. Phryganea pec tini co rni s ist Psyche api- 
formis var. abdomine rubro nach Zeller. cf. Entom. Zeit. 1851 
p. 338. Anmerk. 

Die folgenden fünf Arten „alis planiusculis" gehören zu den 
Perliden, 70L und 702. sind nicht abgebildet. 

No. 701. Ph ryg-anea Marti a. Die Angabe „abdomen uiuti- 
cum" weist sie zu Nemura, und sie ist sehr möglicher Weise N. 
variegata Pictet, die sich in der Sendung vorfand, und unter 
allen übrigen am besten zur Beschreibung passt. Scopolis An- 
gabe „ in aquaeductibus Idriensibus Martio " wiid übrigens 
leicht an Ort und Stelle die Wahrheit ernutteln lassen. 

No. 702. Phryganea regel a ti onis. Es passt zu Sco- 
polis Angabe genau eine kleine Leuctra , die ich für L. fusci- 
ventris Pictet halte. 

No. 703. Phryganea grammatica. Newmans Be- 
hauptung und Pictets Vermuthung, dass sie mit Chloroperla vires- 
cens identisch sei , werden durch die Abbildung und übersandte 
Stücke als wahr erwiesen. Es verbleibt ihr also dieser Name. 



90 

No. 704. Phryganea tri punctata. Da Fourcrojs 
Werk später als Scopoli erschienen ist, und GeofFroy noch keine 
Species- Namen kennt, so verbleibt der Isopteryx flava Pictets 
der Name Scopoiis. Die Abliildunjj: stimmt mit den äbersandteu 
Stücken. Es ist immerbin auftilllig und einer neueren Unter- 
suchung werth, dass Poda seine P. grammatica und GeolFroy die 
P. flava aus Larven in Phryganiden - Röhren erzogen zu haben 
behaupten. 

No. 705. Phryganea maxima. Pictet hat wohl unbe- 
zweifelt Recht, wenn er diese Art zu seiner P. marginata zieht; 
<lie Worte „Thorace nigro, marginato" beweisen dies zur Geniige. 
In der Beschreibung der Larve scheinen allerdings die Zeich- 
nungen mehr mit jener von P. bipunctata übereinzustimmen, und 
Pictet zieht sie hieher. Da ich die Larve von P. marginata nicht 
besitze, wage ich hier kein Urtheil. In der Sendung aus Krain 
fanden sich beide Arten vertreten, und die Abbildung ist nicht 
"•enau genug, um daraus mit Sicherheit einen Schluss zu machen. 
Jedenfalls wird die Angabe des Fundortes Idria hier meine An- 
sicht (dass P. maximal P. marginata sei) bestätigen können. 

Für die übrigen Arten lagen Krainer Insekten mir nicht vor. 

No. 706. Herne robi US f ul vicephal us. Beschreibung 
und Abbildung bezeichnen unzweifelhaft Osmylus maculatus. 

No. 707. Hemerobius flavus. Unter allen bis jetzt 
bekannten Arten passt hieher nur Chrysopa vittata und die ihr 
so nahe stehende C. integra mihi. Da letztere sich durch den 
nicht ausgeschnittenen Vorderrand der Flügel unterscheidet, und 
die Figur bei Scopoli obwohl schlecht, doch ziemlich deutlich 
einen solchen Ausschnitt zeigt, ziehe ich H. flavus zu C. vittata. 

No. 708. Hemerobius chrysops. Die sehr dunkle 
Abbildung bietet keine Auskunft, Da die Angaben der Beschrei- 
buug nicht widersprechen, halte ich sie für C. perla Schneider. 
"^ No. 709. Hemerobius perla. Auch hier giebt die Ab- 
bildung keinen Aufschluss; ich würde sie unbedenklich zu C. vul- 
garis Schneider ziehen, doch macht mich Scopoiis Angabe stutzig, 
dass sein Thier Kohlgeruch nicht verbreite, während derselbe 
fdoch gerade bei dieser Art sehr deutlich ist. 

No. 710. Panorpa communis. Die Abbildung passt 
in sofern nicht zur Beschreibung, als die Binde vor der Spitze 
unterbrochen ist und aus zwei grösseren Punkten besteht. Es 
ist Männchen und Weibchen abgebildet, beide sollen wohl P. com- 
iuunis darstellen. 

No. 611. Raphidia ophiopsis ist, wie Schneider rich- 
tig bemerkt, R. notata F. Die Abbildung ist unkenntlich. 

No. 712. Raphidia Mantispa ist R. styriaca Poda, 
dessen Abbildung besser gerathen. 



91 

No. 1032. Terines puls a t oiiu lu ist ohne Zweifel die 
l)ekannte Ar(. 

No. 1033. Ter in es sjlvaruui weiss ich nicht zu deu- 
ten. Vielleicht eine Poduride, doch sollen die Fühler einglie- 
derig- sein. 

No. 1034. Ter nies floriim ist wohl ein Thrips oder 
vielleicht auch eine Poduride. 

Allerdings sind durch obigen Versuch noch hei Weitem 
nicht alle Zweifel über die Neuroptera Scopolis gelöst. Hoffent- 
lich werden Enloinologen, die in denselben Gegenden sammeln, 
die mir dunkel gebliebenen Arten lösen können. Es wäre von 
grossem Interesse, wenn sicJi in gleicher Weise ein Entomologe 
Steiermarks daran machen mochte, die in Podas verdienstlichem 
Werke beschriebenen Neuroptera zu entziffern. 

Einer Mittheilung Brauers zufolge enthielten die von Schmidt 

gesauinielten Neuroptera folgende von mir nicht untersuchten Arten : 

Chrjsopa vittata W., perla L. Sehn., vulgaris Sehn., formosa 

Brauer, aspersa W., septempunctata W., Osmvius chrvsops L., 

Drepanopterjx phalaenoides L. 

Hemerobius c)lindripes W. , micans Ol?, intricatus W. , va- 
riegatus W., limbatus W., pjgmaeus Rbr.. hirtusL., affinis W., 
Myrmeleon tetragrammicus F. , formicalvnx Br. , spec. dubia, 
— Mantispa stjriaca P. 

Raphidia ophiopsis Sehn., aflinis Sehn., notata F. — Sialis 
lutaria Br. Panorpa germanica L.'l 

Ein mir eingesandtes Verzeichniss der von Schmidt in Krain 
gesammelten Libellen führt 40 Arten auf. Da mir die Bestim- 
mung einiger zweifelhaft scheint, theile ich ihre Namen vorläufig 
nicht mit. Unter den von mir selbst untersuchten Krainer Neu- 
ropteren waren 53 Arten Phryganiden, 15 Ephemeren, ISPerliden 
enthalten. 

P. S. Nachträglich finde ich noch in Drvanders Katalog 
von Banks Bibl. II. p. 225 Folgendes: 

Adsunt in nostro exempl. (Scopoli) tabulae aeneae , quas 
describit K. E. von Moll, Beob. Berl. Gesellsch. Naturf. 
Freunde vol. 3. p. 286 — 295, sed desunt tab. 13., 16. 
et 18. hie tantum 40 tab. habemus. 

Moll kann ich leider hier nicht vergleichen, doch scheint 
aus dieser Notiz hervorzugehen, dass auch Exemplare mit durch- 
wea; numerirten Tafeln existiren. 



92 



lieber Zygaena £phialtes 

von 
Prof. P. C. Zeller in Glogau. 

Vor zehn Jahren veranlasste mich das einzelne Erscheinen 
einer Zyg. Ephialtes mitten unter der hier häufigen Zyg. Peuce- 
daui, und zwar in Begattung- mit einem Männchen der letzteren, 
diese zwei Arten einer genauen Yergleichung zu unterwerfen, 
aus welcher ich den Schluss zog, dass sie nur eine einzige aus- 
machen.*) Von dieser Behauptung hat weder Herrich-SchäfFer, 
noch Lederer, noch Hejdenreich Kenntniss erlangt; sie ist ganz 
ohne Einfluss auf die Ansicht über das Verhältniss der beiden 
als Arten behandelten Zjgänen geblieben. Heydenreich hat 
S. 22 seines Catalogs Peucedani unter Nummer 176, Ephialtes 
unter 222; Lederer führt sie in seinem systematischen Verzeich- 
niss S. 71**) zwar dicht hinter einander auf, aber als unzwei- 
felhafte Arten; Herrich-SchäfFer, der sie sehr weit trennt (Peu- 
cedani S. 39. 32., Ephialtes S. 48. 59.), giebt unter Peucedani 
eine Notiz, die ihn zur Aeusserung einer Bedenklichkeit über die 
Sicherheit der Artverschiedenheit hätte veranlassen können: „seine 
Yar. C. von Peucedani fliege bei Wien unter Ephialtes , und 
Peucedani komme doch dort gar nicht vor." — Obgleich mir 
das allgemeine Stillschweigen über meine Behauptung" einer Ver- 
werfung gleich schien , so glaubte ich doch nicht davon abgehen 
zu dürfen , zumal da ich in Herrichs Notiz eher eine Bestätigung- 
sah. Mehr bestärkten mich meine seither gemachten Beobach- 
tungen. Im Jahre 1849 fing ich einen einzelnen Ephialtes d", 
der mitten unter den häufigen Peucedani flog, ohne dass es mir 
gelang, mehr Exemplare jener so leicht in die Augen fallenden 
Färbung- zu entdecken. Das Exemplar hat ausser den rothen 
Wurzelflecken nur drei weisse, in der Mitte rolh bestäubte auf 
den Vorderflügeln, und auf den Hinterflügeln nur den einen 
weissen hinter der Mitte. — 1850 fand ich wieder ein einzelnes 
Männchen von Ephialtes, das auf den Vorderflügeln den sechsten 
Fleck klein und schwach angedeutet zeigt , dieses aber sass in 
engster copula mit einer kräftigen Peucedani $ an einem Gras- 
halm, und da es Abend war, so hätte das Paar sicher in diesem 
Zustande bis zum nächsten Morgen verharrt. 

So habe ich also in hiesiger Gegend in einem Zeitraum 
von 20 Jahren mehrere Tausend Peucedani gesehen und darunter 



') Entern. Zeitung 1844. S. 46. 

^) Verhandlungen des zoologisch -botanischen Vereins in Wien 1852. 



93 

nur drei Ephialtes, wovon zwei — ein Mlinnclien und ein Weil»- 
clien — sich mit Peucedani begattet hatten. 

Wenn hieraus schon mit Sicherheit hervorgeht, dass Ephi- 
altes nur eine bei uns seltene, weiter nach Süden häufigere Va- 
rietät der Zyg. peucedani ist, so würde ich diesen Gegenstand 
doch noch nicht wieder besprochen haben, wäre nicht die Sache 
im verflossenen Jahre durch die Zucht zur unumstösslichen Ge- 
wissheit geworden. Freund Lederer meldete mir: „Herr Dorf- 
„meister in Brück an der Ruhr liat aus den Eiern einer Zjg. 
„Ephialtes $ alle Uebergänge za Peucedani gezogen; ich habe 
,.die Schmetterlinge selbst gesehen, and es bleibt kein Zweifel 
„mehr über das Zusammengehören beider Arten. Dass Filipen- 
„dulae in Transalpina, und diese wieder in Medicaginis übergeht, 
„glaube ich Ihnen schon früher geschrieben zu haben." 

Herr Dorfmeister, der mit nicht genug zu rühmendem Fleiss 
Raupen erzieht, nicht um Artikel für den Handel, sondern um 
Aufschlüsse über die Natur zu erhalten, hat in den Verhandlungen 
des zoologisch - botanischen Vereins 1853 S. 178 die Resultate 
seiner Zucht von Zjgänenraupen veröffentlicht. Zufolge dieses 
Berichts hat er über 200 Eier von einem Peucedanipärchen und 
gegen 300 von zwei Ephialfesweibchen erhalten und die Räup- 
chen mit der grössten Sorgfalt aufgezogen; die Nahrung für 
beide war Coronilla varia, die es bei Glogau auch nur sein kann. 
Fast alle Peucedaniraupen und über 40 Ephialtes überstanden 
die Ueberwinterung. Die Hälfte gelangte zur vollen Grösse. End- 
lich erschienen „aus Peucedani- und Ephialtes- Eiern viele Peu- 
cedani, die zwar alle variiren, aber sämmtlich Peucedani näher 
stehen als Ephialtes." 

Es wäre nun sehr zu wünschen, dass Herr Dorfmeister 
seine Beobachtungen recht im detail und namentlich mit genauen 
Beschreibungen und Abbildungen der Fiaupen, an denen viel 
mehr Mangel als Ueberfluss ist, geben möchte. Ueber den Win- 
ter- und Sommerschlaf, auf welcTien letzteren ich in der Zeitung 
1844 S. 38 die Aufmerksamkeit zu lenken suchte, und der auch 
in seinem Bericht angedeutet ist, hat er ohne Zweifel manches 
Interessante mitzutheilen. 

Bei Linne giebt es blos Sphinx Ephialtes, und Sphinx 
Peucedani bei Esper ist jünger. Obgleich letzterer Name die 
unzweifelhafte Stammart bezeichnet, so wird man wohl um so 
weniger Anstand nehmen dürfen, den Namen der Varietät als 
den ältesten der ganzen Art zu ertheilen, als Peucedanum so 
wenig für diese Art die Nahrungspflanze ist wie Scabiosa und 
Lonicera für die Zjgänen Scabiosae und Lonicerae. 

Wie schon in Lederers Worten angedeutet ist, stehen die 
Artrechte mehrerer anderen Zjgänen auf keinem festen Grunde, 



94 

Zu tlio?=en scheue icli mich nicht meine Zvgiina Svracusia liinzu- 
zufiigen und selbst die Artverschiedenlieit der Trifolii von Loni- 
cerae scheint mir nicht ohne Anfechtung- bleiben zu sollen. Ich 
hoffe mit Bestimmtheit, dass sich die Artenzahl des Renns Zv- 
gäna noch bedeiilend reduciren wird. 



Synonymische Miscellaneen. 

(S. Entomolog. Ztg. 1853. No. 7.) 

IV. 

Ueber die Curculionen-Gruppe der Cionidcn habe ich in 
der Ent. Ztg. 1847. S. 299 und 301 einige Bemerkungen mit- 
getheilt, ohne jedoch die daraus für die Gattungs-Nomenclatur 
sich ergebenden Resultate bestimmt heivorzuhoben. Ich hole dies 
daher jetzt im Kurzen nach. 

Die von Clairville aufgestellte, nachher von Latr ei 1 le, 
Illiger und allen namhaften Entomologen der späteren Zeil 
aufgenommene Galtung Cionus ist zuerst von Ger mar (Mag. 
IV. 299.) durch sichere Merkmale charakteiisirt worden. Das 
Hauptmerkmal bildet die nur ögliedrige Fühlerschnur und die 
verhältnissmässig grosse eiförmige oder längliche, durch «las Zu- 
sammenwachsen einer grösseren Gliederzahl gebildete, undeutlich 
gegliederte Keule, die zwar gewöhnlich 4gliedrig erscheint, aber, 
wie schon Germar richtig angiebt , bei genauerer Untersuchung 
die beiden letzten Glieder noch durch feine Ringe getheilt, und 
daher den ganzen Fühler als aus der normalen Zahl von zwölf 
Gliedern zusammengesetzt erkennen lässt. Germar unterschied 
in dieser Gattung nach überwiegend habituellen Merkmalen fünf 
verschiedene Gruppen, und Schönherr (Disp. meth.) bildete 
aus denselben drei Gattungen, so dass Germars erste Rotte die 
Gattung Cionus, die zweite, dritte und vierte die neue Gattung- 
Gymnetron, und die fünfte die neue Gattung N an ödes (später 
von Schönherr Nanophyes genannt) ausmachte, und letztere 
noch durch ein dazwischen geschobenes , fremdes Element , die 
den Lixen zunächst verwandte Gattung Mecinus, von den 
übrigen getrennt wurde. Die Absonderung der Nanoden begrün- 
dete Schönherr auf eine nur dreigliedrige Fühlerkeule; die 
Merkmale seiner Galtungen Cionus und Gymnetron (Gen. et Sp. 
Cure. IV. 722. und 743.) sind indess der Art, dass, wenn man 
die mit sub-, paullo oder p au Hat im bezeichneten Eigen- 
schaften einander gegenüberstellt und das Uebereinstimniende 
ganz beseitigt, am Ende Nichts als die schon von Germar her- 
vorgehobenen habituellen Abweichungen übrig bleiben, und daher 
beide Gatlunaen unbedenklich wieder vereinigt werden müssten. 



95 

Will man sie jedoch beibehalten — und dies möchte, dn sie 
einmal existiren, bei der ohnehin schon so grossen Arienzahl 
beider Gattungen räthlich sein — so bietet die etwas abweichen<ie 
Gestalt der bei Cionus gekrümmten, bei Gjmnetion fast geraden 
Fühlerrinne , sowie die abweichende Stellung des bei Gymnetron 
immer, bei den Cionus nur bei den 9 einer kleinen Abtheilung 
vorhandenen Schienendorns ein für alle Fälle sicheres Unter- 
scheidungsmerkmal dar. Dagegen ist bei Nanodes die Fühler- 
keule nicht als dreigliedrig, sondern als undeutlich viergliedrig 
zu bezeichnen, da, wie schon grosse Exemplare von Nanodes 
lythri zeigen, sich an dem oberen grösseren Gliede nicht undeut- 
lich eine Scheidung in zwei Glieder wahrnehmen lässt. Uebri- 
gens steht diese Gattung durch den Habitus, wie durch die un- 
bewehrten Schienen und die verwachsenen Krallen zu den ächten 
Cionen in viel näherer Verwandtschaft als zu Gvmnetron. 

Aber auch in dem Schönherr'schen Umfange enthalten die 
beiden letztgenannten Gattungen noch fremdartige, davon zu son- 
dernde Beimischungen. Bei Cionus werden dieselben repräsen- 
tirt durch unsern Cionus fraxini , welcher bei habitueller üeber- 
einstimmung mit den übrigen Cionen von denselben durch eine 
schmale, seichte Rüsselrinne zwischen den Yorder- 
hüften und die nur einhakige Kralle abweicht, und deshalb 
eine neue Gattung bilden muss. Ich nenne dieselbe Stereony- 
chus: von europäischen Arten gehört zu ihr noch, wie ich mich 
durch Untersuchung des Originalexemplars überzeugt habe, der 
von v. Kiesenwetter auf dem Montserrat entdeckte und in den 
Ann. de Fr. 1851. S. 047. beschriebene C. gibbifrons, ebenso 
(nach Germars Sauimlung) Cionus notatus Schh. IV. 735. n. 15. 
vom Cap , und vermuthlich noch eine oder die andere der von 
Schönherr beschriebenen Capensischen Arten. — Aus der Gattung 
Gymnetron dagegen muss Germars Cionengruppe C. (a. a. 0. 
S. 308) und die damit identische Schönherr'sche Stirps 3. (a. h^ 
0. S. 770) ausgeschieden werden; die darunter begriffenen Arten 
(G. longirostris Schh., graminis Gyll., plantaruni Gyll., campa- 
nulae L. u. a.) besitzen nirht allein eine deutliche Rüsselrinne 
zwischen den Vorderhüften, sondern auch vollständig getrennte 
Krallenhaken, während dieselben bei Gymnetron fast zur Hälfte 
verwachsen sind und dadurch eine nur einhakige, bis über die 
Mitte gespaltene Kralle bilden. Für die aus jenen cryptorhyn- 
chischen, zugleich in der Gestalt der Fühlerkeule abweichenden 
Arten habe, ich vorgeschlagen den Namen Cleopus wieder auf- 
zunehmen , mit welchem früher von Megerle und Dejean die ganze 
Gattung bezeichnet worden war. 

Eine, alle hier obwaltendenden Verwandtschaftsrücksichten 
beachtende Reihenfolge jener Gattungen aufzustellen habe ich 
mich bis jetzt vergeblich bemüht; vielleicht aber möchte die 



1)6 

nachstellende noch am meisten den an eine solche zu machenden 
Anspriichen j> enüa:en , weil durch sie die am Entschiedensten von 
dem Typus der Gruppe abweichenden Formen an die äussersteti 
Enden der Reihe gelegt werden, während sie sich allerding;» 
wieder durch die gemeinsame Rüsselrinne zwischen den Yorder- 
hiiften l)erühren. 

1. Krallen zweihakig, getrennt. (Schienen seitlich gespornt.) 
CleopusMeg. 

2. Krallen zweihakig, verwachsen. 

a) Schienen seitlich gespornt. Gymnetron Schh« 

b) Schienen (bei dem cT immer, meist auch bei dem $) 
unbewehrt. 

oc, Fühlerkeule undeutlich 4gliedrig. NanodesSchh. 
ß. Fühlerkeule deutlich 4gliedrig. Cionus Clairv. 

3. Krallen einhakig (Schienen unbewehrt). S t e r e o n y c h u s m. 



Intelligenz. 



Der Unterzeichnete besitzt ein sehr gut erhaltenes Ex- 
emplar von: 

Naturljke en naar te leeven naauwkeurig gekleurde afbel- 

dinge en beschrvvningen der Cicaden en Wantzen (itc. door 

Caspar Stoll. Amsterdam 1780. Quarto. Pappbaiid. 

Er wünscht dieses Werk zu verkaufen oder gegen ihm fehlende 

Lepidoptera oder ein lepidopterisches Werk auszutauscheil und 

bittet, sich direct zu wenden an 

von Prittwitz, 
Rechts-Anwalt zu Brieg. 



Für l£äfer-!Saininler. 

Mehrfachen Anfragen zu genügen bemerke ich , dass ich 
gern bereit bin, Preisverzeichnisse sicilianischer, wie anderer 
europäischer Käfer zuzusenden, wenn die Herren Sammler so 
gefällig sein wollen, zuvor ihren Sammlungs-Catalog einzusenden. 
Dadurch wird es leichter, Lieblingsfamilien zu berücksichtigen 
und Neues anzubieten. Von Exoten reiche Auswahl ; Microco- 
leoptera mit richtigen Bestimmungen. Für defecte Exemplare — 
falls sie nicht überhaupt verbeten werden — ermässigte Preise. 

Joh. Ed. mUller, 

Naturalienhändler, Landsbergerstr. 31. 

Berlin. 



Druck "piiii F. n^ssenUnO in Stettin. 



üiitomologi^elie Zieitniig 

herausgegeben 

von dem 

eiitomologischen Vereine zu Stettin. 



Redaclion: 
C. Ä. Oobrn, Veieins-Prasident. 



I«!.4. 



In Commission bei den Buchhand- 
lungen von E. S. Mittler in Berlin, 
Fr. Fleischer, undDyk in Leipzig. 



15. JalirgasKi 



April 1834. 



Inhalt: Vcrcinsangelegenheilen. — Siebold: über Zwitterbildung. — 
Klug: Note zu den auf Taf. 3. Jahrgang 1853 abgebildeten Her- 
maphroditen. — Siebold: über die Fadenwürmer (vierler Nach- 
trag). Kraatz: Coleoptera des Ahrthales. — Errata. Intelligenz. 



Vereln§an^elegeEiheiteii. 



In der Sitzung am 9. März wurden als Milglieder aufge- 
nommen : 

HcrrFilippo de Filippi, Professor der Zoologie in 
Torino (Turin). 
„ Vincenzo Ghiliani, Conservator am zool. Museum 

ebendort. 
„ von Harold, Lieutenant im Kgl. Infanterie-Leib- 
Regiment in München. 
„ Anton Karsch, Professor der Naturgeschichte au 

der K. Akademie in Münster. 
„ Dr. Stricker, Kreisphjsicus in Greifenhagen. 
„ Kaufmann Wilhelm Weber in Hamburg. 
Von den bereits in der Sitzung am 7. November 1849 bei- 
getretenen Mitgliedern sind folgende durch ein Versehen des 
Extrahenten in die Verzeichnisse der Januar - Nummern 1852, 
1853 und in den Nachtrag (Januar-No. 1854) nicht eingetragen: 
Herr BaU'Inspector Becker in Oldenburg. 
„ Professor Dr. H. Frey in Zürich. 
„ Karl Reutti (jetzt in Lahr): 
„ Kreiswundarzt Schmidt in Wismar. 
„ Professor Dr. M. Seubert in Karlsruhe. 
„ Dr. 0. Seyffer in Stuttgart. 

7 



98 

Wissenschaftliche Mittheilungen. 



Ueher die ZiwitterMldung der Insccten 

von 
Professor C. Th. von SIeboId in München. 

Wenn man die versdiiedeuen Beschieibunuen von Insecten- 
Zwittern, welche durch ch s e n h e i m e r *) , G e r ni a r 2), K I u g 3), 
RudolpJi i *), B urineis ter 5) und L a cordai r e '•) ziisannnen- 
gestellt worden sind, mit Aufmerksamkeil nachliest, so wird man 
sich überzeugen, dass trotz sehr zahlreiclier Beispiele diese Ab- 
normität unter den Insecten nicht so häufig vorkommt, wie es 
auf den ersten Blick den Anschein hat, denn eine Menge von 
Insecten sind als Herniaphroditon aufgeführt, welche mit einem 
wahren Zwitter gewiss gar nidits gemein haben , sondern nur 
eine unsymmetrische Deformität an ilirem Körperbau darbieten. 

Durchmustert man die durch halbseitige Monstrosität un- 
symmetrisch gestalteten Insecten, so wird man meist solche Feh- 
ler an ihnen entdecken, die sich nach der älteren Einiheiliing der 
Missbildungen in die Rubrik der monslrositas per defectuni 
oder per excessum unterbringen lassen. Bei denjenigen In- 
secten, an welchen die Geschlechlsverschiedenhcit äusserlich durch 
stärker oder geringer entwickelte Theilc des Körpers , z. B. der 
Fresszangen, Fühler, Augen, Flügel oder Beine ausg- sprochen 
ist, erinnern aber gewisse Missbildungen an die eine oder die 
andere Geschlcchtsform und verleiten so zu der Annahme, dass 
ein solcher äusserer halbseitiger männlicher oder weiblicher Ha- 
bitus auch einen entsprechenden halbseitigen inneren m.innlichen 
oder weiblichen Baa der Geschlechtsorgane anzeige. Es kann 
aber diese Annahme sehr täuschen, denn wenn auch bei gewissen, 
mit äusseren nicht unmittelbar die Geschlechtswerkzeuge betref- 
fenden Geschlechfsverschiedenhciten ausgestatteten Insecten äus- 
sere Theile eines männlichen oder weiblichen Individuums in ihrer 



>) S. dessen Schmetterlinge von Europa. Th. 4, 1816. pag. 187. 

*) S. dessen Beilrag zur Geschichle der Hermaphrodilen unter den 
Inseclen. in Meckei's deutsch. Archiv f. d. Physiolugie. 1819 
pag. 366. 

») S. dessen Bemerkungen bei Gelegenheit der Zergliederung eines 
Zwitters der iMelitaea Didyma, in den Verhandlungen der natur- 
forschenden Freunde zu Berlin. 1829, pag. 368. 

«) Ueber Zwitterbildung, in den Abhandlungen der k. Aka iemie der 
Wissenschaflen zu Berlin aus dem Jahre 1825. (Berlin, 1828.) 
pag. 50. 

i) S, dessen Handbuch der Entomologie. Th. I. 1832. pag. 337. 

6) S. dessen Inlroduction ä l'Entomologie. Tom. II. 1838. pag, 428. 



Form an die Gestalt des anderen Geschlechts erinnern, so steht 
es nocli immer dahin, oh mit dieser halhseiligen Deformität zu- 
gleich auch eine solche innere Abweichung- in der Organisation 
verbunden ist, welche einer halbseitigen Entwickelung beider Ge- 
schlechter entspricht und zu einem wirklichen Monstrum gynan- 
dromorphum erhoben werden kann. Unterwerfen wir die Be- 
schreibungen der Schmetterlingszwitler einer genaueren Aufmerk- 
samkeit, so werden wir dabei meistens erwähnt linden, ,dass der 
Hinlerleib des beschriebenen Zwitters sich ganz wie der eines 
Männchens oder eines Weibchens verhallen habe. Dies lässt 
schliessea, dass der Hermaphrodilismus nur ein oberflächlicher, 
äusserlicher, vielleicht gar nur ein scheinbarer gewesen ist, denn 
wenn an den inneren Geschlechlswerkzeugen ebenfalls ein halb- 
seitiger Ucrmaphrodilismus vorhanden gewesen wäre, so hätte 
sich dies an der Mündung der inneren Geschlechtswerkzeuge 
durch gleichzeitiges Vorkommen halbseitiger männlicher und weib- 
licher Begattuugsorgane aussprechen müssen. 

Leider sind dergleichen fragliche Zwitterbildungen nur 
immer als unantastbare Kabinetsstücke betrachtet und keiner nä- 
heren anatomischen Untersuchung unterworfen worden, durch 
welche allein ein richtiges Urtheil über solche Deformitäten ge- 
wonnen werden kann; es war daher Budolphi nicht zu ver- 
argen, wenn er sich über die mangelhafte Behandlung eines so 
interessanten Gegenstandes in folgender Weise aussprach i) : „Man 
„war ehemals von dem Sammeln so eingenommen, dass man 
„darüber nicht selten den Geist desselben verkannte, und ich habe 
„oft beseufzt, dass die Entomologen nie einen solchen Zwitter 
„anatomirt hatten. " 

Es existiren bis jetzt nur zwei Nachweise über das Ver- 
halten der inneren Geschlechtsvverkzeuge bei Insecten -Zwittern. 
Der eine Nachweis rührt von Rudolph! selbst her 2), den ande- 
ren haben wir Klug zu verdanken. Beide betreffen Schmetter- 
linge, nämlich G;istropacha Quercifolia und Melitaea Didyma. 
Die anatomische Zergliederung wies an beiden Thieren eine seit- 
liche Zwitterbildung nacli , mit welcher zugleich äusserlich eine 
fast auf alle Theile sich erstreckende seitliche Verschiedenheit 
verbunden war. 

Fast alle übrigen Insecten, welche bald mehr, bald weniger 
oberflächlich als Hermaphroditen beschrieben worden sind, gehören 
den Lepidopteren an, nur zwei Coleopteren befinden sich dar- 
unter 5 es ist dies ein vönKlug^) beschriebener und abgebildeter 



") A. a. 0. pag. 54. 
*) Ebenda, pag. 55. 

3J A. a. 0. pag. 365. Taf. XV. Fig. 1. Es ist dasselbe Monstrum 
auch von Asmuss (Mcnstrosilales Coleopterorum. Dorpati 1835. 
pag. 68. Tab. X.) aufgeführt und kopirt. 

7* 



100 

Lucanus Cervus und ein von Ger mar*) nur beiläufig erwähnter 
Rhizotrogus solstitialis. Ersterer zeigte an Mandibeln, Maxillen, 
Fühlern und Beinen unverkennbar rechterseifs männliche und 
linkerseits weibliche Bildung; ob die eigentlichen Geschlechls- 
werkzeuge dieses Käfers durch eine entsprechende seitliche Zwit- 
terbildung ausgezeichnet war, darüber fehlen die Angaben, und 
doch konnten nur letztere allein über das wirkliche Vorhandensein 
eines Herrnaphroditisnius den Ausschlag geben. Höchst mangel- 
haft lauten aber die Notizen über den zwitterhaften Rliizotrogus 
solstitialis, denn sie bestehen nur darin, dass Germar angiebt, 
er erinnere sich, irgendwo einmal eine solche Melolontha gesehen 
zu haben, welche einen männlichen und einen weiblichen Fühler 
gehabt habe. Obgleich Burmeister^) und AsmussS) diese 
Melolontha als Heimaphrodit erwähnen, so möclite ich doch be- 
zweifeln, ob an derselben wirkliche Zwitterbildung vorhanden war. 
Mein Zweifel wird besonders dadurch bestärkt, indeyi ich vor 
Kurzem durch den Studirenden, Herrn Kranz, eine hier gefangene 
ganz ähnliche Melolontha vulgaris in die Hände bekam, welche 
rechts einen männlichen und links einen weiblichen Fühler an 
sich trägt, sich aber im übrigen ganz wie ein Maikäfer-Männchen 
Terhält. Ich war natürlich sogleich nach dem Empfang dieses 
Monstrums begierig, über den Zustand der inneien Geschlechts- 
werkzeuge desselben Aufschluss zu erhalten, und erweichte den 
aufgespiessten und getrockneten Käfer in Weingeist; ich lüftete 
hierauf seine Flügel und schnitt vom Rücken aus den Hinterleib 
so weit auf, dass ich den Inhalt desselben vollständig heraus- 
nehmen konnte. Zur Beruhigung derjenigen Sammler, welche 
dergleichen Unica als ein Noii mc tangere in ihren Schränken 
zu verschliessen pflegen , muss ich hier hinzufügen , dass ich 
nachher die Flügel wieder aneinanderlegte und den Küfer aber- 
mals trocknen Hess, wodurch er wieder sein früheres, makelloses 
Ansehen vollständig erhielt und würdig erschien, in der bestens 
conservirten Käfersammlung aufbewahrt zu werden. Ich hebe 
dies besonders hervor, um zu zeigen, dass durch Vornalime ana- 
tomischer Untersuchungen an Inseclen nicht jedesmal das ganze 
Object verbraucht oder durch Verlust des Ansehens zur Aufbe- 
wahrung unbrauchbar wird. 

Die Hinterleibs-Eingeweide jenes Maikäfers, obglt'ich durch 
Verschrumpfung und Eintrocknung sehr entstellt, liessen an den 
Resten der gewundenen Nebenhoden und am vollständig entwickel- 
ten Penis ohne Spur von Eierstöcken so viel erkennen, dass ich 
es hier nur mit einem einfachen männlichen Insecte zu thun hatte. 



>) A. a. 0. pag. 366. 

2) A. a. 0. pag. 341., hier unrichtig als Melolontha vulgaris bezeichnet. 

8) A. a. 0, pag. 71. 



101 

Ich darf woM ein besonderes Gewicht auf den Umstand legen, 
dass das den männlichen Melolonfhen eigenthümliche und sehr 
umfangreiche hornige Penis- Gerüste in meinem Monstrum ganz 
in der normalen Grösse und Form vorhanden war und dass sich 
an demselben durchaus keine Verkümmerung der linken Seite 
zeigte, welcher äusserlich das verkümmerte linke Fühlhorn ent- 
sprach. Nachdem ich mich nun durch die innere Untersuchung 
von dem männlichen Geschlechte dieses Maikäfers überzeugt 
hatte, verglich ich auch alle äusseren Theile desselben genau 
normal gebildeten Männchen und Weibchen der Melolontha vul- 
garis, wobei sich herausstellte, dass jenes Monstrum in Bezug 
auf Bildung der Beine vollständig einem Männchen entsprach, 
seine Tarsen waren länger, seine Tibien schlanker und seine 
Schenkel schmächtiger als die eines Weibchens. 

YoiT einer Zwitterbildung fand sich also nichts weiter vor 
als der linke Fühler. Aber auch dieser hielt nicht Stich, als 
ich denselben mit den Fühlern von weiblichen Maikäfern zu- 
sammenhielt, denn es zeigte sich, dass derselbe gar kein weib- 
licher, sondern ein männlicher per defectum monströs gebildeter 
Fühler war. Das erste Glied dieses linken Fühlers nämlich er- 
schien etwas schmächtiger als das an der rechten Seite, und das 
dritte Glied desselben zeigte sich ausserordentlich verkürzt und 
mit dem vierten Gliede verschmolzen ; es waren nicht sechs, 
sondern wirklich sieben Keulenblätter, wie bei den Männchen, 
vorhanden, die aber ihrer Kürze wegen allerdings an die Füh- 
lerkeule der Weibchen erinnerten. An der Vorderseite des ver- 
schmolzenen dritten und vierten Gliedes ragte ein starker Höcker 
hervor, welcher an dem dritten Gliede der normalen männlichen 
Fühler nur schwach angedeutet ist, dagegen einem ebenfalls 
starken, an dem vierten Gliede der weiblichen Fühler vorhan- 
denen Höcker entspricht. Dieser Höcker und die Kürze der 
Fühlerkeule waren also die einzige Veranlassung, welche an dem 
monströsen männlichen Maikäfer eine Aehnlichkeit mit einem 
Weibchen hervorrief. Dass diese Aehnlichkeit mit keiner Ver- 
schmelzung der beiden Geschlechter zusammenhing, hat die Un- 
tersuchung nachgewiesen. Möge dieses Beispiel die Entomologen 
hei dem Aufsuchen von Zwitterbildungen zur Vorsicht aufTordern. 



102 

Nole zu den aaf Tafel HI. des Jahrg. 1853 der entoui. Zeitung 
ahgobildeten 

Bertnaphroditen 

von 
Geh. Rath Professor Dr. «"riedr. Stlug. 

Zwitlerliilduriüen sind immer nur vereinzelte . seltene Er- 
scheinungen. Sie kommen unter den Insekten vt'rliiiltnissmässig 
noch am häufigsten hei den Lepidopteren, besonders den Tag- 
schmetterlingen vor. Bei den Sphingen scheinen dieselben auf 
die Gattung Smerinthus beschränkt zu sein, unter d«'n Spinnern 
konunen Zwitter aus fast allen Gattungen, namentlich Liparis, 
Lasiocampa, Saturnia, Pjgaera u. s. w. vor. Den Zwitter einer 
Noctua gesehe:; zu haben, kann ich mich nicht erinnern, wohl 
aber den einer Geometra, die Fidonia piniaria. Von Pjraliden und 
Wicklern ist mir zur Zeit noch kein Zwitter bekannt, von Tineen 
der einzige der T. (Chimabachc Hiibn.) fageüaF., v\elchen die Ab- 
bildung darstellt und der I ei der aulfallenden Yerschiedenheit 
der Fliigelbildung beider Geschlechter wohl um so leichter be- 
merkt werden musste. Die Abbildung bedarf keiner Erläuterung. 
Sie ergiebt hinreichend deutlich, dass die rechte Seite die weib- 
liche, die linke die männliche ist. An den Fühlern und Palpen 
habe ich keinen bemerkenswerthen Unterschied finden können. 
Der Hinterleib hat das Ansehen des weiblichen, doch neigt sich 
die Theilungsliuie mehr der männlichen Seile zu; die hiesige 
Sammlung erhielt diesen merkwürdigen Zwitter von Hrn. Hagen 
in Hamm, der ihn daselbst gelangen oder gezogen hat. 

Ich übergehe die andern Insektenordnungen, welche, mit 
Ausnahme weniger Coleopteren , so weit wie bekannt, noch keine 
Zwitter geliefert haben und gebe dagegen in Beziehung auf Hj- 
menopteren , aus welcher Ordnung ich bisher nur einen nord- 
amerikanischen H^laeus mit einem männlichen und einem weibli- 
chen Fühler gesehen habe, von dem merkwürdigen, auf der Tafel 
ahgebildeten Ameisenzwitter, welchen die hiesige Sammlung der 
Güte des Entdeckers, Herrn Oberförsters Tischbein in Herrstein 
bei Kirn, verdankt , eine ausführlichere Beschreibung. Es hält 
derselbe, was die Form betrifft, nicht streng die Mitte zwischen 
dem männlichen und weiblichen Geschlecht, insofern zu letzterem 
die arbeitenden Ameisen oder Geschlechtslosen zu rechnen sind. 
Einem solchen flügellosen Weihchen gehört, nach der Bildung 
des Thorax u. s. w. die ganze rechte, dem Männchen, doch nicht 
ausschliesslich, die linke Seite. Am Kopf ist die Trennung ent- 
schieden und deutlich. Die Eigenthümlichkeit des männlichen 
Geschlechts zeigt sich hier in der Grösse des Auges. Nebenauges und 
der höheren Einlenkung und dunkleren Färbung desFühlers. Ausser- 



103 

dem ist reclils der Kopf mit Einscliluss des Kopfschildes, der Man- 
dibe! und Palpen lebhaft rothgelb, der übrige Kopf schwarz, dieselbe 
rotligelbe Färbung haben auf der rechten Seite der Thorax, die 
Hinterlei bsschuppcn und die Basis des folgenden Abschnitts. Die 
rechte Seite ist, wie es nicht anders sein kann, flügellos, es 
gleichen aber die Flügel der linken, nach ihrer Ausdehnung, 
helleren Färbnng, namentlich der Nerven und des Randmahles, 
mehr den weiblichen als männlichen Flügeln. Die Beine sind 
auf beiden Seiten gleich. Die Hinterleibsschuppe hat eine merk- 
würdige Form. Sie ist ziemlich tief ausgerandet, fast ausge- 
schnitten, wahrscheinlich daher, weil der Theil der männlichen 
(zugleich schwarzen) kleiner und namentlich niedriger ist, als 
der der weiblichen. Der Hinterleib ist nach der Spitze hin mehr 
nach links gezogen, es ragen an der Spitze die männlichen 
Geschlechtsorgane deutlich hervor. Die getheilte Färbung zeigt 
sich auf der unteren wie auf der oberen Seite. Welcher Art 
der gegenwärtige Zwitter angehört, ist bei der grossen Achn- 
lichkeit der verwandten Arien kaum mit Sicherheit zu bestimmen. 
Herr Oberförster Tischbein überschickte zugleich mit demselben 
ein Männchen und ein Neutrum der F. sanguinea Lalr. und es 
ist daher wohl anzunehmen , dass er mit ihnen zusammen ge- 
funden worden ist.*) 



Unzweifelhaft; vergl. Ent. Ztg. Jahrgang 1851. pag. 295. Red. 



JJeJter die Waäenwürtner der Insecten. 

(Vierter Nachtrag.) 

Von 

Professor C. Th. von Siebold in München. 

Indem ich seit mehreren Jahren die Naturgeschichte der 
Fadenwärmer unausgesetzt verfolge, bin ich von Neuem im Stande, 
einen Nachtrag zu meinen früheren Mittheilungen über diesen 
Gegenstand *) hinzuzufügen , zumal da ich auch in der letzten 
Zeit mich der Theilnahme verschiedener Entomologen an diesen 
Untersuchungen zn erfreuen hatte. 

Zuerst muss ich die Bemerkung vorausschicken , dass ich 
als Insecten -Fadenwürmer hier nur diejenigen Parasiten der In- 
seeten in das Bereich meiner Untersuchung und Betrachtung 
ziehe , welche frei in der Leibeshöhle der Insecten wohnen , zu 
einer beträchtlichen Länge als Schmarotzer heranwachsen und der 



') Vergl. diese Zeitung Jahrgang 1842., 1843., 1848. und 1850. 



104 

Helminihen- Ordnung der Gordiaceen angehören. Die vielen an- 
deren, Iheils den Verdauungscanal , theils die Leibesliöhle der 
Insecton bewohnenden Helniinlhen, welche meislens die Länge 
einiger Linien selbst im ausgewachsenen Zustande nicht über- 
schreiten, bleiben hier unberücksichtigt, sie gehören, mit Aus- 
nahme der immer noch sehr räthselbaffen Gregarinen, alle der 
Ordnung der Nematoden und Trematoden. Seit meinem letzten 
Berichte über die Fadenwürmer der Insoclen ist das Sjstema 
Helminthum von Diesing erschienen, welcher in dem zweiten 
Theile dieses Werkes (Vindolionae. 1851. pag. 83.) die Gordia- 
ceen als A2Jrocta (ano nullo) den Nematoden* als Froctucha (ano 
instruda) gegenüber abgehandelt hat. Da sich Diesing um die 
Lebensweise dieser Parasiten wenig gekümmert und auf die Ent- 
wickelung derselben gar keine Rücksicht genommen hat, so ist 
ihm jede Fonii dieser Inseclen- Schmarotzer als eine besondere 
Species erschienen, während doch alle Gordiaceenarfigen Insecten- 
Parasiten als noch nicht vollkommen entwickelte Helminthen-For- 
men betrachtet werden müssen, deren Species -Charactere erst 
hervortreten, nachdem sie durch Auswanderung und Häutung in 
ihr letztes Enlwickelungsstadium getreten, welches derlmago der 
Inseclen entspricht und allein zur Feststellung von Gattungs- und 
Art-Characteren geeignet ist. Es kann uns aus diesem Grunde 
nicht wundern, wenn Diesing unter Gürdius 118 Arten und 
unter Mermis 17 Arten aufführt, von denen er nur 4 Arten als 
sicher hinstellt und die übrigen 131 Arten noch zur näheren 
Untersuchung und Begründung empfiehlt. Dass von diesen letz- 
teren Arten der grössle Theil als selbstständige Arten werden 
eingehen müssen, davon überzeugt man sich hei Musterung dieser 
Species sehr bald, denn Diesing hat fast jedes Individuum 
dieser Gordiaceen nach dem verschiedenen Wohnorte zu einer 
besonderen Art erhoben. Derselbe hat sich dabei sogar die 
Mühe gegeben, hier und dort an den fraglichen Species einige 
Artcharaktere hervorzuheben, indessen ist keiner dieser Cha- 
raktere bei näherer Prüfung stichhaltig. 

Wenn man längere Zeit hindurch und unter Benutzung 
eines reichhaltigen Materials diese Insekten -Parasiten mit Auf- 
merksamkeit beobachtet, so gelangt man am Ende zu der Ueber- 
zeugung, dass die Gordiaceen - Gattungen in unserer Umgebung 
nur sehr wenig Arten bieten, und dass diesen wenigen Arten als 
Schmarotzer in Bezug auf ihren Wohnort sehr weite Grenzen 
gesteckt sind; mau kann sie in dieser Hinsicht den polyphagen 
Ichneumoniden- Larven an die Seite stellen. Am meisten ver- 
breitet ist mir Mermis albicans vorgekommen, welche ohne 
bestimmte Auswahl unter Coleopteren, Orthopteren, Dipteren und 
Lepidopteren sich ihren Wirth aufsucht, ja sogar in einer Lan- 



105 

genschnecke , in Suceinea amphibia, schlägt sie nach meinen 
Erfahrungen nicht selten ihren Wohnsitz auf. *) 

Was die geographische Verbreitung der Gordiaceen betrifft, 
Minss ich bemerken , dass diese Parasiten der Insekten in den 
Hochgebirgen ebenso häufig und verbreitet Torkomnien, wie in 
der Ebene. Herr v. Frantzius hat den Gordius aquaticus in 
ziemlicher Menge in den Langbathseen bei Ischl angetrofft'n. 2) 
Diese Goidien kommen zum Theil durch Heuschrecken in's 
Wasser, indem lelzlere bei ihrem Umherspringen zufällig auf 
Wasser fallen und hier von Forellen weggeschnappt werden. 
Frantzius fand im Magen frisch gefangener Forellen halbver- 
daute Acridien , aus deren Leibe Gordien hervorr.igten. Auch in 
den Bächen bei Meran traf Frantzius Gordien an, welche den 
Fischern dort unter dem Namen Eifers wohlbekannt sind. 
Höchst wahrscheinlich werden diese mit den Heuschrecken in 
den Yerdauungskanal der Salmoneen übergetragenen Gordiaceen 
nicht verdaut, sondern unversehrt durch den After der Fische 
wieder ausgestossen. Auch von Fröschen und Kröten , welche 
mit ihrem Inseklenfutter Gordiaceen verschluckt hatten, sah ich 
letztere unversehrt wieder abgehen. In der Gegend von Berch- 
tesgaden scheinen die Gordiaceen ebenfalls nicht selten vorzu- 
kommen; ich verdanke Herrn Beneficiat Pirngruber mehrere 
Exemplare des Gordius aquaticus, welche in der genannten Ge- 
gend gesammelt wurden; ein männliches Individuum davon war 
im Verdauungskanal einer Forelle gefunden worden. Bei Herrn 
Apotheker Mack zu Reichenhall, von welchem die Thiere jener 
Gegend fleissig gesammelt werden, sah ich mehrere grosse 
Exemplare jenes Wurms , welche derselbe aus Berchtesgaden er- 
halten hatte. Mir selbst wurde während meines letzten Aufent- 
haltes zu Berchtesgaden im verflossenen Monat September ein 
lebendiger 20 Zoll langer männlicher Gordius aquaticus zuge- 
sendet, der in der Nähe des Hintersee's am Fusse der Reiteralp 
in dem Wassertroge eines laufenden Brunnens entdeckt worden 
war. Dieser Fund veranlasste mich , sogleich diejenige Gegend 
am Hintersee aufzusuchen, von welcher aus der genannte Brun- 
nen mit Wasser gespeist wird, um die dort vorkommenden Or- 
thopteren auf ihre gordiaceenartige Gäste zu prüfen. Ich fing 
an den steilen Wänden, mit welchen sich die Reiteralp am Hin- 
tersee erhebt, eine Menge Gomphocerus- Arten ein, und fand 
auch wirklich mehrere Gordiaceen in ihnen, jedoch gehörten sie 
alle der Gattung Mermis an. 



') Vergl. meine Beiträge zur Naturgeschichte der Mermithen in der 
Zeitschrirt für \^is£enscba^tiiche Zoologie. Jabrg. 1853. pag. 2(il. 
») In derselben Zeilschrift. Jabrg. 1851. pag. 341. 



106 

Auch in Nordamerika ist das Vorkommen der Gordiaceen 
nach den Mittheilungen des Halsey^), Harris 2), Leidj ^j und 
Girard*) sowohl frei in Gewässern sowie als Schmarotzer in 
verschiedenen Insekten beobachtet worden. 

Aus verschiedenen mir zugekommenen brieflichen Anfragen 
habe icli entnehmen müssen, dass es manchem Entomologen un- 
erklärlich erscheint, wie die Gordiaceen durch diiecte Einwande- 
rung in diejenigen Larven und Raupen gelangen sollen, welche 
von Anfang ihres Lebens an in Knospen und Früchten auf- 
wachsen, oder welche niemals die Bäume und das Gesträuch, 
auf welchen sie leben, verlassen , indem sie schon als Eier so- 
gleich an diese für sie bestimmte Futterorte gelegt werden. Auch 
in mir sind hierüber Zweifel und Bedenken aufgetaucht, die ich 
jedoch in meinen Beiträgen zur Naturgeschichte der Mermithen 
in folgender Weise zu beseitigen gesucht habe 5), „Obschon wir 
darüber, wie die Mermithen- Embryone in die Raupen der Apfel- 
und Birnmotte gelangen, noch keine direkten Beobachtungen be- 
sitzen, so glaube ich doch nicht, dass wir deshalb genölhigt 
sind, um diese Erscheinung zu erklären, unsere Zuflucht zur 
Generatio aequivoca zu nehmen. Wir wissen, dass eine Menge 
niederer Thiere oft fern von dem ihnen zugewiesenen Aufent- 
haltsorte das Ei verlassen und diesen erst durch verhällniss- 
mässig weite Reisen aufsuchen müssen. Von den Singcicaden 
z. B. ist es bekannt, dass die Weibchen ihre Eier unter die 
Rinde hoher Bäume versenken, und die daraus hervorgeschlüpfte 
Brut sich von dort in die Erde hinab begeben muss. Warum 
sollte nicht auch den Mermithen -Embryonen ein Reisetrieb ein- 
gepflanzt sein"? Könnte man sich nicht vorstellen, dass die 
Mermithen -Embryone, wenn sie an der Erde keine passenden 
Thiere zum Einwandern vorfinden, an den Stämmen und Aesten 
der Sträucher und Bäume hinaufkriechen bis zu einer Stelle, wo 
sich junge Insektenlarven eingenistet? Im Frühlinge ist zu ge- 
wissen Zeiten Stunden und Tage lang die ganze Oberfläche an 
Bäumen und Sträuchen mit einem feuchten Duft beschlagen , der 
jenen zjirten und kleinen Würmchen gewiss ein passendes und 
hinreichendes Medium ist, welches ihr Fortkriechen unferslützt 
und sie während ihrer Reise vor dem Vertrocknen schützt." 



») Vergl. Silliman's American Journal of science. Vol. 39. 1840. 

pag. 295. 
') Vergl. the Proceedings of Ihe Academy of natural science of 

Philadelphia. Vol. V. 18.m pag. 98. 
') S. dessen Report on the insecls of Massachusetts injurious to 

Vegetation. Canibiidge. 1841. pag. 155. 
') Ebenda. Vol. V. Nr. II. 1851. 
») S. die Zeitschrift für wissenschaftliche Zoologie. Bd. V. 1853. 

pag. 203. 



107 

In dieser oben ausgesprochenen Ansicht hat mich noch der aas- 
gezeichnefe Helinintholo'^ Creplin bestärkt, welcher, nachdem 
derselbe meine Beiträge zur Naturgeschichle der Merraithen ge- 
lesen , mir kürzlich aus Greifswald darüber Folgendes geschrie- 
ben: „Ihre Meinung, dass die kleinen Mermithen an den Stämmen 
und Zweigen der Bäume und Sträucher in die Höhe kriechen, 
an welchen sich die beireffenden Insektenlarven aufhalten, theile 
ich. Ich habe dieselbe längst gehegt und wurde in ihr durch 
den Umstand bestärkt, dass ich einmal mehrere Fuss hoch von 
der Erde an einer Pumpe hier in der Stadt ein, wenn ich nicht 
irre, etwa zolllanges Specimen von einer Saenuris-Art (Regen- 
wurmart) zwischen einer Masse von Oscillatorien fand , welches 
doch wohl an der Pumpe hinaufgekrochen sein musste — viel- 
leicht im jüngeren Aller." 

Eine grosse Ueberraschung bereitete mir Herr Dr. Hess- 
ling im verflossenen Oktober durch Ueberbringung eines 23 Zoll 
langen und lebendigen Weibchens von Gordius aquaticus, welches 
eine Sennerin zu Schliersee im bayrischen Gebirge vor Kurzem 
unter verschiedenen Krankheitserscheinungen ausgebrochen hatle. 
Da ich mich nicht erinnerte, je von einem solchen Falle etwas 
gehört oder gelesen zu haben, ersuchte ich Herrn Dr. Hess- 
ling, mir eine nähere Mitlheilung über diese Krankengeschichte 
zukommen zu lassen. Derselbe hatte die Güle , folgende Notizen 
darüber herbeizuschaffen. 

„N. N. , 22 Jahre alt, die Tochter wohlhabender Bauers- 
leute in Schliersee, von robustem Körperbau, erfreute sich einer 
ununlerbrocheoen Gesundheit. Die Menstruation stellte sich in 
ihrem fünfzehnten Jahre ohne alle Beschwerden ein, und erlitt 
niemals irgend welche Slörungen. Im Januar 1853 erkrankte sie 
mit folgenden Erscheinungen. Das immer blühende, rothbackige 
Mädchen wurde blass , ihre sonst heilere Gemüthsstimmung wech- 
selnd, bald ausgelassen, bald tief melancholisch, verbunden mit 
unsäglicher Angst vor auszustehenden Gefahren , mit bedeutender 
Unruhe und einem Ziltern des ganzen Körpers ; dabei ein pene- 
tranter Hinterhauptschmerz, zeilweise asthmatische Beschwerden, 
häufig eintretende Lachkrärapfe, oft stundenlanges Schluchzen 
und Gähnen, leichte Horripilationen, krampfhafter, ungleicher 
Puls. Gastrische Aifeclionen fehlten gänzlich : weder eine Nei- 
gung zum Erbrechen, noch wirkliches Erbrechen, noch Appetit- 
losigkeit. Die Frage nach dem Genüsse irgend einer ihr be- 
wussten Schädlichkeit verneitile die Kranke auf das bestimmteste. 
Der in Schliersee befindliche Arzt behandelte sie als H)'sterische 
mit Nervinis, welche mit Ausnahme kolikartiger Schmerzen im 
Unlerleibe das Uebel besserten. Nach dreiviertel Jahren brach 
dasselbe von Neuem hervor; die genannten Symptome kehrten 
mit vermehrter Vehemenz zurück, das Zittern der Gliedmassen, 



108 

die Angstgefühle, die Athemnoth worden unertrSglich. Da sich 
jetzt auch Appetitlosigkeit, Brechneigung bei starkem gelMichen 
Zungenbelege zeigte , wurde ein Brechmittel gereicht. Mit der 
vierten Vomiturition kam zum grossen Schrecken der Patientin 
jener Gordius zum Vorschein. Sogleich nach seiner Entfernung 
liessen sämmtliche nervöse Erscheinungen nach , und das Mäd- 
chen ist gegenwärtig so gesund und kräftig wie vorher. Die 
Menstruation , welche seit der ersten Erkrankung ausgeblieben 
war, hat sich gleichfalls mit regelmässigem Tjpus wieder ein- 
gestellt." 

Ich muss hier zuerst bemerken, dass ich diesen von einem 
Menschen abgegangenen Gordius aquaticus nicht als einen Hel- 
minthen des Menschen, sondern nur als einen Pseudn-Helminthen 
desselben betrachten kann, denn dieser Wurm hat sich im aus- 
gewachsenen Zustande, nachdem er aus irgend einem Insekte 
ausgewandert war, in den Magen jenes Mädchens offenbar nur 
verirrt. Es ist derselbe höchst wahrscheinlich entweder mit einer 
Speise oder mit Getränk von dem hysterischen Mädchen ver- 
schluckt worden. Mit einem Apfel, den das Mädchen etwa ge- 
nossen , wird wohl jener Wurm nicht in den Magen desselben 
gelangt sein, da die kleinen Ranpen der Apfelmotte schwerlich 
einen 23 Zoll langen Gordius beherbergen können. Eben so 
wenig will ich annehmen , dass eine Heuschrecke oder irgend 
ein anderes Jnsekt, welches zufällig einen Gordius bei sich 
gehabt , von dem Mädchen verzehrt worden sei , obwohl es be- 
kannt ist, dass hysterische Frauenzimmer zuweilen von einem 
unnatürlichen und unwiderstehlichen Appetit auf ganz absonder- 
liche Dinge geplagt werden; giebt es ja sogar hier und dort 
einzelne Personen, welche, ohne hysterisch zu sein, Maikäfer 
und Spinncnleiber mit Appetit verspeisen. Viel wahrscheinlicher 
ist es mir, dass jenes Mädchen den Gordius während des Was- 
sertrinkens an einem Brunnen verschluckt hat. Ich berufe mich 
auf den oben von mir erwähnten Fall , dass ein solcher Gordius 
in dem AVassertroge eines laufenden Brunnens gefunden wurde. 
Die Anwesenheit eines Gordius in einem Brunnentroge lässt sich 
ganz gut erklären, wenn man daran denkt, dass ein solcher 
Wurm, nachdem er sein bisheriges Wohnthier durch Auswande- 
rung verlassen hat, sehr leicht in eine Quelle gerathen kann, 
aus welcher derselbe in ein Brunnenrohr fortgeschwemmt wird. 
Auf diese Weise könnte sich der freilich sehr seltene Zufall er- 
eignen, dass ein solcher fortgespülter Gordius an der Mündung 
des Brunnenrohrs von einem durstigen und trinkenden Menschen 
hinuntergeschluckt würde. Nehmen wir dies in vorliegendem 
Falle an, so fragt es sich weiter, ob der verschluckte Wurm die 
verschiedenen vorhin aufgeführten Krankheitserscheinungen in 
jenem Mädchen hervorgerufen habe. Ich hege die üeberzcugung, 



109 

dass ein Goidius nicht im Stande ist, durch seine Anwesenheit 
im menschlichen Magen jene Zufälle zu erzeugen, an welchen 
die erwähnte Patientin zuerst im Januar vorigen Jahres gelitten 
hat. Das ganze Bild jenes Zustandes deutet auf eine Entwicke- 
lungskiankheit des Mädchens hin, welche sich sehr häufig durch 
die beschriebenen hj'sterischen Zufälle kund giebt. Dass kein 
fremder Körper im Magen des Mädchens bei jenen im Januar 
aufgetretenen nervösen Leiden sich beiheiligte, das geht aus dem 
gänzlichen Mangel einer Störung der Verdauungsfunctionen her- 
vor. Da aber die wiederholte Erkrankung des Mädchens gerade 
in die Herbsfzeit fällt, während welcher die Gordien ausgewach- 
sen sind, ihre Wohnthiere verlassen und mithin viel eher, als 
im Winter, in ein Brunnenwasser gelangen können, so ist es 
höchst wahrscheinlich, dass nicht im Januar, sondern erst im 
Oktober darauf der ausgebrochene Gordius sich in den Magen 
jenes Mädchens verirrt hat, durch welche fremdartige Magen- 
reizung alsdann auch verschiedene Verdauungsbeschwerden (Ap- 
petitlosigkeit, Brechneigung, gelblicher Zungenbelag) veranlasst 
wurde, die nach Entfernung des fremden Körpers aus dem Ma- 
gen sogleich verschwunden sind. Dass neben den erwähnten 
Yerdauungsbeschwerden der Wurmreiz die früher vorhandenen 
hysterischen Nerven-Zufälle auf indirectem Wege wieder zurück- 
rief, kann bei der an Hysterischen bekannten Reizbarkeit nicht 
auffallen. 

Von van Beneden wurde aus Loewen im vorigen Jahre 
ein merkwürdiges durch Gordiaceen veranlasstes Phänomen ge- 
meldet i), auf welches ich hier aufmerksam machen will. In der 
Nacht vom 31. Mai zum 1. Juni kamen in den Gärten der Stadt 
eine zahllose Menge fadenförmiger Würmer von vier bis fünf 
Zoll Länge zum Vorschein. Ihre Anzahl war so gross, dass man 
mit Leichtigkeit einige hundert Stück innerhalb einer halben 
Stunde sammeln konnte. Mehrere Personen, welche am Morgen 
diese Gärten betraten, waren über diese Erscheinung erstaunt 
und neigten sich zu dem Glauben hin, dass während der Nacht 
ein Wurmregen stattgefunden habe, zumal da sich in der That, 
nachdem es seit mehreren Tagen nicht geregnet hatte, in der 
Nacht vom 31. Mai auf den 1. Juni ein Gewitter und reichlicher 
Regenguss über der Stadt entleert hatte. Van Beneden, wel- 
chem viele dieser Würmer zur Untersuchung überbracht worden 
waren, erkann(e in denselben Mermis nigi-escens , welche keines- 
wegs vom Himmel gefallen, sondern aus Insekten ausgewandert 
wandert waren und sich in der Erde eingenistet hatten. Die 
durch den Gewitterregen angefeuchtete Erde mochte sie aus der 



In den Bulletins de TAcademie roy. des sciences et belles lettres 
de Bruxelles. Tom. XX. 1833. Nr. 7. 



110 

Tiefe an die Oberfläche derselben j^eloekt haben. Von van Be- 
neden wurde die Ver!uu(hunf>- a us «es p rochen, dass diese Mer- 
inithen aus den Larven der Maikäicr lierriihren könnten , was er 
um so mehr glaube, als von ihia in verschiedeneu Larven dieser 
Käfer wirklich Merniilhen angetroffen wurden. 

Aus einer von Balsanio Crivelli verfassten Abhand- 
lung*) entnehme ich, dass Mermis albicans in der lonibardischen 
Ebene sehr häufig vorkömmt, und dass dieser Wurm unter dem 
Namen Gringo oder Filo den dortigen Landleuloii bekannt ist. 
Balsamo Crivelli hat aber die Bezielmngen dieses Wurmes 
zu den Insekten nicht gekannt und beschreibt denselben als einen 
neuen Wurm in folgender Weise : 

Autoplectüs protognostus: B. c. 

Vermis corpore longissirao filiformi, elastico , anlice sum- 
iDopere attenuato, capite subacuminato, ore terminatus ovali, iu- 
testino simplici, postice obsoleto, ano uli videtur nullo. 

Foemiuae. Vulva ignota, ovaria quatuor lateralia, funi- 
culos simulantia, duo superiora, inferiora duo , ova nondum 
evoluta visa. 

Marcs. Duplici virga praediti, foeminis adultis multoties 
minores. 

Der Verfasser hebt die Merkmale licrvor, wodurch sich der 
Autoplectüs von Filaria, Gordius und Mermis (nigrescens Dej.) 
unterscheidet, und giel)t eine anatomische Beschreibung des 
Wurms, welche jedoch in jeder Beziehung verfehlt ist. Derselbe 
hat zwar bei den Männchen die doppelte Piuthe wahrgenommen, 
die innere Organisation derselben aber ganz unrichtig aufgefasst, 
auch scheint derselbe gar keine entwickelte Weibchen der Mer- 
mis albicans beobachtet und die noch geschlechtslosen Individuen 
dafür genommen zu liabcn , deren zellenhaltige, der inneren 
Fläche der Körperhaut anliegende Stränge von ihm als weibliche 
Fortpflanzungsorgane beschrieben wurden. Die der Abhandlung 
beigegebene Tafel enthält höchst dürftige und unvollkommene 
Abbildungen. Mich nimmt ein solches Verkennen der Structur 
eines den Gordiaceen angeliörigen Tliieres nicht Wunder, da ich 
mich durch jahrelange Studien dieser Thiere überzeugt habe, 
wie schwierig der ron dem bisher Gekannten völlig abweichende 
Bau der Gordiaceen herauszufinden ist. Es verdient daher eine 
um so grössere Anerkennung, dass Herr Dr. Meissner sich 



') S. dessen Sloria del genere Gordius e d'un nuovo elminto An- 
toplectus protognostus detto volgarmenle Gringo o Filo 
dai cüDtadini lombardi in den Memorie dell' J. R. Istiiuto Lom- 
bardo di scienze lottere ed arti. Vol. II. Milano. 1845. pag. 3. 



in 

der schwierigen Aufgabe unterzogen hat, die Anatomie der Mer- 
uiis albicans auf eine höchst gründliche Weise darzulegen *), 
welche allen denjenigen , die sich mit helminthologischen Studien 
beschäftigen , als eine wahre Muster - Arbeit empfohlen wer- 
den kann. 

Theils durch eigene Beobachtung, theils durch gütige Zu- 
sendung von Material und briefliche Notizen kann ich das Ver- 
zeichniss derjenigen Insekten, welche von Gordiaceen heimgesucht 
worden sind, in den folgenden Blättern wieder vermehren. Die- 
jenigen Insekten, welche dabei erwähnt, aber schon früher als 
Wirthe der Gordiaceen von mir aufgeführt worden sind, habe ich 
mit einem f bezeichnet. Ich muss bei dieser Gelegenheit aber- 
mals hervorheben, wie sehr mir daran gelegen ist, die von andern 
Entomologen als Insekten -Schmarotzer beobachteten Gordiaceen 
näher untersuchen zu können, da in manchen Fällen sich leicht 
Täuschungen und Irrungen einschleichen können; namentlich 
werden verschiedene fadenförmige Theile, welche den Insekten 
zuvreilen anhängen oder aus ihrem Innern hervorragen, mit sol- 
chen Gordiaceen verwechselt, die in der Auswanderung begriffen 
und nur zum Theil erst aus einem Insekte hervorgekrochen sind. 
So muss der von Herrn Dr. Geramingcr beschriebene Psalli- 
cerus ibex~) als Wirlh eines mermisartigen Wurmes gestrichen 
werden, da ich nach eigener Untersuchung dieses beschriebenen 
Exemplars nichts anderes als ein Paar Pflanzenfasern, äusserlich 
an dem Käfer feslklcbend, gefunden habe. Ebenso wurden mir 
kürzlich neun Carabiden in Weingeist zugesendet, welch« sammt- 
lich Gordiaceen beherbergen sollten; aus den von dem Einsender 
auseinandergerissenen Leibern dieser sechs männlichen Laufkäfer 
ragte aber gar nichls anderes hervor, als der Darmkanal und 
die beiden weissen wurmförmigen Nebenhoden, von welchen die 
letzleren wahrscheinlich mit Fadenwürmern verwechselt worden 
sind. 

Ein anderer Pseudo-Gordius wurde mir durch Hrn. Keller 
in Freiburg übergeben, nämlich ein Männchen von Paedisca cor- 
ticana, aus dessen Hinterleibsende ein neun Linien langer zarter 
Fadenwurm hervorragte. Bei näherer Besichtigung und Unter- 
suchung mittelst eines Mikroskops stellte es sich heraus, dass 
dieser angebliche weissliche Fadenwurm nichts anderes sein 
konnte, als der lange dünne Stiel eines Spermafophor (Saamen- 
schlauchs3), welcher bei den Tortriciden ausserordentlich lang 



•) S. dessen Beiträge zur Anatomie und Physiologie der Mermis 
albicans, in der Zeitschrift für wissenschaftliche Zoologie. 1833. 
pag. 207. Taf. XI. bis XV. 

2) S. diese Zeitung. Jahrg. 1849. pag. 64. 

^) Vergl. mein Lehrbuch der vergleichenden Anatomie, pag. 637. 



112 

ist, indem er dem ebenso langen und gewundenen Eingange zur 
BegaUungstasfhe entsprieltt i). Wahrscheinlich hatte dieser wäh- 
rend der Begattung in dem Eingange der Bursa copulatrix sich 
bildende Stiel des die entleerte Samenmasse enthaltenden Sper- 
matophors sich nicht von den männlichen Geschlechtsdrüsen ge- 
trennt, und war von dem Männchen nach vollendeter Begattung 
aus dem weiblichen Begalfungsgange wieder mitherausgerissen 
worden. 

Arachnida, 

l.Yon Creplin wurde mir in einem Briefe gemeldet, dass 
er aus dem thüringer Walde eine Lycosa vorax Waick. erhal- 
ten habe, deren Hinterleib einen grossen starken und mehrfach 
gewundenen Fadeuwurni enthielt. 

Coleoptera, 

Nach einer von A. Halsey an Charles Lee in New 
York gemachten MittheilungS) hat der erstere in Käfern und 
anderen Insekten oft Filarien angetroffen. 

f Carabus vi ol accus F. 

Professor C. Fuss^) sah aus einem in Weingeist gewor- 
fenen Exemplare dieses Käfers einen 6 Zoll Jangen schwärzlich 
braunen und runden Wurm mit gespaltenem Schwanzende her- 
Torhängen ; hiernach war dies ein männlicher Gordius aquaticus. 

t Harpalus ruficornis F. 

Derselbe*) bemerkte in der Sammlung des Herrn Bielz in 
Hermannstadt einen Harpalus ruficornis, aus dessen Afterende 
ein dunkler Wurm, wahrscheinlich ein Gordius, hervorragt. 

f Pro c rüste s coriaceus F. 

Herrn Bencficiat Pirngruber zu Gninwald bei München 
verdankt meine Sammlung ein Exemplar dieses Käfers, von 
dessen Afterende fünf mehrere Zoll lange Individuen des Gordius 
subbifurcus herabhängen. 



') Dergleichen langgestielte Spermatophoren von Clivina fossor hat 
Stein in seiner vergleichenden Anatomie und Physiologie der 
Insekten (pag. 91. Taf. I. Fig. IX. und XIV.) beschrieben und 
abgebildet. 

*) Vergl. Silliman's American Journal of sc. a. a. 0. 

3) Ueber Fadenwürmer der Insekten, in den Verhandlungen und 

Millheilungen des siebenbürg. Vereins für Naturwissenschaften zu 

Hermannstadt. September 1850. pag. 132. 
*) Ebenda. 



113 

2. Harpalus hottentotla Dft. 

f Oniaseus in das Cr. var. depressus Ziegl. 

Herr Dr. Mess hatte die Güte, mir diese beiden, mit Gor- 
diaceen behafteten Caiabiden mitzulheilen, welche bereits Herr 
Dr. Gemmin^er erwähnt hat i). Ich erkannte au beiden Faden- 
wiirmern den Gordius subbifurcus. 

t m a s e u s n i g i- i t a F. 
Ich besitze ein Exemplar mit Gordius subbifurcus. 

t Oniaseus melanarius III. 
3. Poe cilus lepidus F. 
Diese beiden, ebenfalls von Herrn Dr. Gemminger bereits 
erwähnten Laufkäfer 2), deren nähere Untersuchung ich seiner 
Güte verdanke, enthalten einen Gordius subbifurcus. 

f P e 1 r b 1 a p 1 i d e s Cr. 

Ein mit Gordius aquaticus behaftetes in Mähren eingefan- 
genes Exemplar dieses Laufkäfers erhielt ich durch die Güte dea 
Herrn Zebe jun. zu Volpersdorf in Schlesien. 

4. Zabr US gl b bus F. 

lonicus sah zu Fermoj in Irland aus dem Hinterleibs- 
ende eines weiblichen Zabrus gibbus, nachdem er denselben zur 
Tödtung in Weingeist geworfen hatte, zwei ohngefähr 5 Zoll 
lange gordienartige Fadenwürmer hervorkriechen 3), 

Orthoptera, 

An den Orthopteren sind wahrscheinlich die frühesten Be- 
obachtuns^en über das Schmarotzen der Gordiaceen gemacht wor- 
den. Wie nahe verwandt der Gordius aquaticus den Insekfen- 
lilarien von älteren Naturforschern betrachtet worden ist, geht 
aus folgender Bemerkung des Nehem. Grew hervor*): 
The Hair-Woi'me. Vermis setarius. 

'Tis little thicker than a Horse-Hair or a Hogs-Bristle; of 
a light flesh-colour, and about ^j^ of a foot in length. 
'Tis commonly believed, but erroneouslj, that this sort of 
Insect is notliing but a Horse-Hair animated. By some, (hat 
thev are bred out of Locusts. 



') S. diese Zeitung, Jahrg. 1849. pag. 64. 

2) Ebenda, pag, 63. 

3) S. the entomological Magazine. Vol. III. 1836. pag. 176. 

*) Vergl. dessen Musaeum regalis societatis. London. 1686. pag. 177 

8 



114 

Vielleicht gehört auch die noch ältere Notiz von Aidro- 
vandi hieher, welcher in dem sechsten Buche seiner Insekten- 
Geschichte i) erzählt: Gignitur vermiculus circa fauces Locustaruin 
posteaquam pepererint , qui eas strangulat. Es würde dies die 
älteste Nachricht über Insekten -Fadenwürnier sein, wonn nicht 
Aldrovandi noch Folgendes hinzugefügt hätte: Est et Araneus 
in Phalangii genera connumeratus, lanuginosus, capite grandis- 
simo, quo dissecto inveniri scribit Yincentius vermiculos duos. 
Ich gab mir Mühe, die von Aldrovandi nicht näher citirte 
Stelle des Vincentius Bellovacensis, welcher nach Bo eh in er 
(Bibliotheca scriptorum historiae naturalis. Tom. I. pag. 2"23.) 
zwischen 1264 — 1290 gestorben sein soll, auf der hiesigen 
Staatsbibliothek nachzuschlagen, um vielleicht weitere Notizen 
über die beiden Vermiculi zu erhallen, fand aber in dem Spe-^ 
culum naturale des Vincentius (^Vol. II. Liber XXI. Cap. 167.) 2) 
nicht mehr als dieselben Worte, welche Aldrovandi daraus 
angeführt hatte. 

Fuss3) sammelte in Siebenbürgen mehrere Orthopteren in 
ein Glas, tödtete sie mit einigen Tropfen Holzgeist und fand 
später im Glase einen 5" 1'" langen Fadenwurm , der aus einem 
dieser getödteten Orthopteren hervorgeschlüpft war. 

Forficula auricularia L. 
Der Ohrwurm scheint sehr häufig von Gordiaceen heimge- 
sucht zu werden. Zu den schon früher angeführten Beobach- 
tungen kann ich noch folgende hinzufügen. Benj. Maund hat 
eine Filaria Forficulae beschrieben«), von welcher er zwei bis 
drei in einem Ohrwurm angetroffen. Herr Pfarrer Jacke 1 
theilte mir kürzlich mit, dass er im verflossenen Somni.-r in der 
Nähe von Nürnberg die Ohrwürmer unsäglich häufig mit Filarien 
behaftet gefunden habe. Dies munterte mich auf, während mei- 
nes Aufenthaltes zu Berchtesgaden im vorigen Monate auf die 
Ohrwürmer der dortigen Gegend Jagd zu machen, wodurch ich 
vierzehn drei bis vier Zoll lange Merrailhen erhielt, von denen 
zwei und drei Individuen in einem Ohrwurme beisammensteckten. 
Auch in Holland werden die Ohrwürmer von Gordiaceen bewohnt, 
wie aus einem von Bennet und Olivier zusammengestellten 

1) De Animalibus Insectis. Francofurt. 1623. pag. 271. 

i) Das von mir benutzte Exemplar dieses seltenen Werkes enthält 
weder die Angabc eines Druckoites, noch einer Jahreszahl; von 
Boehmer wird eine Nürnberger Ausgabe mit der Jahreszahl 1483 
angeführt. 

3) A. a. 0. 

*) Vergl. the zoological Journal. Vol. V. 1835. pag. 263, 



115 

Namensverzeichnisse der in Holland einheimischen Würmer her- 
vorgeht 1). 

f ßlatta Orientalis L. 

Das Vorkommen von Fadenwiirmer« in dieser Schabe meldet 
D e s 1 n §• c 1» a m p s 2). 

t Locusta. 

Von Harris 3) vvird das Vorkommen der Fadenwürmer 
in nordamerikanischen Locusten erwähnt; er selbst hat 3 bis 
4 Stücke aus einer einzigen Locusta hervorgezogen. 

f Locusta V i r i d i s s i m a L. 

Ein mehrere Fuss langer Fadenwurm ist von B(l ran ger ^) 
im Waadllande innerhalb der Bauchhöhle eines grünen Gras- 
hüpfers gefunden worden. 

5. Bradjporus OnosPall. 

Die Aussage der Bewohner Siberiens, dass, wenn die ge- 
nannte Heuschrecke ins Wassser geworfen würde, aus dem After 
derselben Würmer hervorkriechen, wird von Pallas •''j auf Gor- 
dius bezogen. 

-|- Bar bitist es serricauda Charp. 

Ein männliches Exemplar dieser Heuschrecke, ans deren 
Hinferleibsende eine Mermis hervorragt , verdanke ich der Güte 
des Herrn v. Frantzius, welcher das Insekt bei Meran einge- 
fangen ha(te. 

f Oedipoda. 

Die schon früher von mir erwähnte Beobachtung des Zi- 
nanni habe ich jetzt im Original nachlesen können 6). Es wur- 
den von Zinanni in der Leibeshöhle einer Heuschrecke drei 



S. die Natumkundige Verhandelingen van de Hollandsche Maal- 
schappy le Haarlem. XV. 2. 1826. pag. 24. Nr. 4. 
In der Encyclopedie methodique: Histoire naturelle des Vers ctc 
Tom. II. 1824. pag. 396. 

A. a. 0. Seine Miltheilung darüber lautet: „ihey (Locusts) are 
subject to be attacked by certain Ihreadlike brown or biackish 
Worms (Filaria) resembling in appearance Ihose calied horse-hair 
cels (Gordius). 

S. die Verhandlungen der schweizerischen naturforschenden Ge- 
sellschaft bei ihrer Versammlung zu Basel 1838. pag. 214. 
Vergl. dessen Spicilegia zoologica. Fascic. IX. 1772. pag. 17. 
Vergl. diese Zeitung. Jahrg: 1850. pag. 334. 

8* 



116 

mehrere Zoll lange Fadenwüriner gefunden, die sich a!ioi" weder 
aus der gegebenen Beschreibung, noch aus den Abbildungen 
näher bestimmen lassen. 

6. Tgtrix subulala L. 
Ein in dieser gemeinen Heuschrecke aufgefundener mehrere 
Zoll langer Fadenwurm ist von Serres abgebildet worden i;. 

7. A c h e t a a b b r e v i a t a Serv. 

Nach Girard2) sind in dieser nordamerikanischeu Grvlle 
Gordiaceen gefunden worden. 

8. Libellula variegata Hag. 

In der Bauchhöhle dieser Libelle hat Brauer Gordien 
angetroffen ^), 

j- Libellula flaveola L. 

Seljs-Longchamps 4) hat den Hinterleib dieser Libelle 
von einem langen Fadenwurm stark ausgedehnt gesehen, ohne 
dass das Insekt dadurch am Fliegen war gehindert worden. 

JUytnenoptera, 

9. Athalia spinarum F. 
Folgende interessante Mittheilung verdanke ich Hrn. W in- 
ner tz in Crefeld: „Im verwichenen Herbst (1853) ei>cbien in 
mehreren Landgemeinden hiesiger Umgegend auf Brassica Rapa 
in zahlloser Menge eine bisher noch nicht wahrgenommene 
schwarze Raupe, welche in einzelnen Fluren alles Rübkraut 
verheerte. Diese Erscheinung, wie neu sie auch in hiesiger 
Gegend war, wurde mir erst in der letzten Hälfte des Oktober 
bekannt, nachdem fast alle Larven plötzlich verschwunden waren. 
Es gelang mir noch einige aufzufinden, allein sie starben sehr 
bald im Zwinger, und bei näherem Nachsehen zeigte es sich, 
dass sie an Eingeweidewürmern gelitten hatten, welche auch 
wohl die Ursache des bald erfolgten Todes gewesen sind." 



') S. dessen Observations sur las usages des diverses parts du tube 
intestinal des Insectes. in den Annales du Museum d'hist. natur. 
Tom. XX. pag. 369. PI. 21. (16.) Fig. 7. - Die sing hat in 
seinem System der HelmintJien (II. pag. 97. Nr. 65.) das \Volin- 
thier Acridium subulatum mit Acridium tuberculatum veiwecliseit. 

2) Vergl. the Proceedings of the Acad. of nat. sc. of Philadelphia. 
Vol. V. Nr. II. 1851. 

3) S. Diesing: Systema Helminlhum. II. pag. 98. Nr. 69. 

*) S. dessen Revue des Odonates ou Libellules d'Euiope. 18.)0. 



117 

Ich erltannle in den beiden mir von Herrn Winnertz 
gütigst übersendeten vertrockneten Raupen die Larven der Athalia 
sjnnariwi F. (antifoliae Pz.) und in den drei beigefügten aus 
diesen Larven ausgewanderten Fadenwürmern Mermis albicans. 

Annierivung, Die Notiz über die verheerende Verbreitung der 
Larven von Athalia spinarwn in der Umgegend von Crefeld 
war mir um so bemerkenswerther, als mir in demselben ver- 
flossenen Sommer mehrmals Zeitungsnachrichten aus der 
Schweiz und dem südlichen Frankreich aufgeslossen waren, 
welche von dem grossen Schaden berichteten, den zahllose 
schwarze Raupen auf den Rübfeldern jener Gegenden ver- 
ursacliten. Es muss der verflossene Sommer auf die Ent- 
wickeliing und Yermehrung dieser Blattwespe ausserordent- 
lich günslig eingewirkt haben, denn auch in Berchtesgaden 
fand ich hinter dem Hause, welches ich während der Herbst- 
ferien bewohnle, ein mit Reitigen bepflanztes Feld von den 
schwarzen Tiarven der Athalia spinarum sehr stark befressen. 
Es scheint, als ob diese Blattwespen -Larve sich im ver- 
wicliencn Jahre zum ersten Male auf unserem Festlande in 
so nachdieiligor Ausbreitung gezeigt hat, während dieselbe 
Larve als Rübenfeind auf dem benachbarten Insellande längst 
die Aufmerksamkeit der englischen Entomologen auf sich 
gezogen hat. In den bewährtesten deutschen Schriften über 
Vertilgung schädlicher Insekten ist der Athalia spinarum mit 
keiner Svlbe erwähnt i), dagegen hat die englische Literatur 
klassische Abhandlungen über dieses schädliche Insekt auf- 
zuweisen -). Wie bekannt dieses Insekt in England sein 
muss, beweisen die vielen Namen, womit dort dieses Thier 
in seinen verschiedenen Lebenszuständen bezeichne! wird ; 
als Larve lieisst dasselbe: Uack palmer, black canker, blacJc 
slug , black Caterpillar , negro oder nigger , als Blattwespe 
trägt es den Namen: yelloio Fly , saio-fly of the Turnip. 



') Vergl. Beuche: Naturgeschichte der schädlichen und nützlichen 
Garten -Insekten. Berlin. 1833. 

Kollar: Naturgeschichte der schädlichen Insekten in Beziehung 
auf Landwirlhschaft und Forslkultur. Wien. 1837. 
Auch Hartig (die Familien der Blaltwespen. Perlin. 1837. 
pag. 283.) giebt von Athalia den Larvenstand als unbekannt an. 

^) Vergl. Yarrell: Some Observations on the Economy of an Insect 
deslructive to Turnips, in the Transactions of the zoologicai 
fcociely of London. Vul. IL P. I. 1837. pag. 67. 

Newport: Observations on the Anatomy, Habits and Economy 
cf Athalia Centifoliae. Prize Essay. London. 1838. With a Plale. 



118 

f Formica. 

Aus den Beobachtungen Gould's, deren Spence und 
Kirby nur ^anz beiläutig; gedacht haben*), scheint hervorzu- 
gehen, dass in England die Ameisen häufig von Fadenwiirniern 
geplagt werden -). 

IJepidoptera, 

Dass den Theresianern das Vorkommen von Gordien in 
Raupen schon bekannt war, ersehe ich aus dem Verzeichniss 
der Schnn'lterlinge der Wiener Gegend (1776. pag. 12.) 

In einer brieflichen Miuheilung meldete mir Herr Registra- 
for Schreiner aus Weimar, dass ihm aus ganz trockenen und 
bereits schon ein und mehrere Jahre in seiner Sammlung aufbe- 
wahrten Schmetterlingen Filarien hervorgekommen seien. Es ist 
dieses Phänonien auch an Käfern beobachtet worden und leicht 
dadurch zu erklären, dass die Gordiaceen zu ihrer Existenz nur 
einen geringen Grad von Feuchtigkeit bedürfen, der sich in der 
gegen die Aussenwelt fast hermetisch abgeschlossenen Leibes- 
höhle gewisser abgestorbener, aber schwer trocknender Insekten 
wohl vorfinden kann. Was die Lebensdauer der Gordiaceen an 
«ich betrifft, so habe ich mich selbst überzeugt, dass dergleichen 
Würmer jahrelang in massig feuchter Erde fortleben können. 

10. Endromis Versicolora L. 

Nach Brahm's Behauptung 3) ist die Raupe dieses Spin- 
ners ausnehmend schwer zn erziehen, und wenn man sie er- 
wachsen aufsucht, so ist sie grösstentheils mit Fadenwürmern 
nod Schliipfwespenlarven besetzt. 

f Notodonta Ziczac, 

Mehrere aus den Raupen dieses Spinners hervorgekrochene 
Fadenwürmer, welche mir hier von dem Gymnasiasten Herrn 
Kranz überbracht worden sind, habe ich als Mermis albicans 
erkannt. 



') Vergl. deren Einleitung in die Entomologie. IV. pag. 238. 

*) In Gould's Account of english Ants (London. 1747.) heisst es 
pag. 63: Amongst ottier incidents ihat (end to lesscn and destroy 
Anl-Flies, it is observable Ihat abundance of them aie demolished 
by a withe and long kind of worm , which is oflen mel with in 
their bodies. You may frequenlly lake three from the insides of 
the iarge, but seldom more than one from a small Anl-Fly. 
These worms lie in a Spiral form, and some of iheni may be ex- 
tended half an inch. 

3) S. dessen In seklenkal ender. II. pag. 527. 



119 

11. Gastropacha Rnbi L. 

In der Raupe dieses Spinners wurde eine Mermis von Dr. 
Ploe(z zu GreifswaJd gefunden*). 

12. Gastropacha Neustria L. 

f Liparis Chrysorrhoea L. 

Während des feuchtwarmen Jahres 1811 zeigte sich die 
Filaria trnncata nach einem Berichte des Professor PHeninger 
zu Stuttgart 2) in den Raupen der genannten Spinner so häufig, 
dass unter 10 Exemplaren gewiss 9 damit behaftet waren. Wenn 
es die Nacht über geregnet hatte, fanden sich Morgens auf der 
feuchten Erde seines Gartens ganze Knäuel ausgekrochener Fi- 
larien halb in die Erde eingebohrt. Gemeiniglich hatte eine Raupe 
nur eine Filaria von 4 — 6 Zoll Länge bei sich, häufig aber auch 
2 und 3, bei einer fand PI ieninger 7 von verschiedener Grösse, 
bei einer sogar 40 äusserst zarte, von 1/2 bis 1 Zoll Länge. 
Ich muss diesem Beobachter beistimmen , wenn derselbe hervor- 
hebt, dass die Feuchtigkeit des Jahrgangs zur leichteren Ent- 
wickelung und Verbreitung der Filarien -Embryonen beitrug und 
denselben das Aufsteigen aus der Erde an den befeuchteten 
Baumstämmen hinauf erleichterte, um jene Ranpen, welche die 
Bäume freiwillig nicht verlassen, zu erreichen. 

13. Pjgaera Bucephala L. 

Eine Mermis albicans , welche aus der Raupe dieses Spin- 
ners hervorgeschhipft war, verdanke ich Herrn Curatns Kausch 
in Breslau. 

14. Mamestra Pisi L. 

Ueber das Vorkommen von Fadenwurmern in der Raupe 
dieser Eule ist von Cornelius eine Beobachtung mitgetheilt 
worden 3), Auch ich erhielt durch die Güte des Herrn Kranz 
mehrere Fadenwürmer, welche aus Raupen derselben Eule her- 
stammten und von mir als Mermis albicans erkannt wurden. 

15. Heliothis Delphinii S. V. 

Esper sah aus zwei Raupen dieser Eule einen Gordias 
aquaticus hervorkriechen *) 



') Vergleiche Creplin inWiegmann's Archiv für Naturgeschichte. 

1851. I. pag. 304. 
*) S. Würtembergische naturwissenschaftliche Jahreshefte. 1852. 

Heft 2, pag. 255. 
ä) Vergleiche diese Zeitung Jahrgang 1849. pag. 62. 
*) S. dessen europäische Schmetterlinge in Abbildungen, Theil IV. 

Z. pag. 667. 



120 

16. Cocullia Arlemisiae S. V. 

Von En^ramelle wird ansegelten i) , dass die Raupen 
dieser Eule in gewissen Jahren einer Krankheit unterliegen, wo- 
bei ihnen zwei bis drei kleine Würmer (eine Art Gordius) aus 
dem After schlüpfen. 

17. Cucullia Tanaceti S. V. 

Herr Prof. Zell er in Glogau Iheilte mir gütigst mehrere 
Exemplare der Mermis albicans mit, welche derselbe aus Rau- 
pen der Cucullia Tanaceti erhalten halte. 

18. Catocala Sponsa S. V. 

Zwei ziemlich ausgewachsene Exemplare der Mermis albi- 
cans aus einer Raupe dieses rothen Ordensbandes verdanke ich 
gleichfalls der Aufmerksamkeit des Herrn Curatus Kausch in 
Breslau. 

f Platjpterjx Falcula S. V. 

Nach einer mir gemachten brieflichen Mittheilung des Hrn. 
Professor Apetz in Allcnburg hat derselbe aus einer Raupe 
dieser Eule vier Filarien zugleich hervorkommen sehen. 

19. Acidalia brumataH. 

Das Vorkommen einer Filarie in diesem Spanner hat mir 
Tor einiger Zeit Herr Präsident Dohrn gemeldet. 

20. Acidalia dilutata H. 

Aus der Raupe dieses Spanners wurden l bis 1 1/2 Zoll 
lange Mermithen von Dr. Ploetz in Greifswald dem Dr. Creplin 
lebend übergeben 2). 

MMemiptera. 

21. Corizus Hyoscyami L. 

Fuss^") fand im September 1847 in Hermannsladl auf 
Salvia glutinosa einen Corizus H)oscyami, der in einem Gläs- 
chen durch ein Paar Tropfen Holzgeist getödtel wurde. Anderen 
Tags ragte durch die Hüfte des linken Vorderbeins dieser Wanze 
ein gelblichweisser, zwirnfadenarliger , walzenförmiger Wurm 
1/4 Zoll heraus, der dann weiter herausgezogen wurde und im 
Ganzen 2" 3'" lang war. 



') S. dessen Papillons d'Europe. Vol. VI. pag. 128. 
*) Vergl. Wiegmann's Archiv. 1851. I. pag. 393. 
3) A. a. 0. pag. 132. 



121 

T Aphrophora spuinaria Genn. 

Den Besitz eines Exemplares dieser Schau mcicade, aus 
deren Hinferleihsende eine Merinis hervorragt, hahe ieli der Güte 
des Hrn. Oberlehrer Bach mann in Instcrburg- zu verdanken. 

mptera, 

22. Ce cid oiiiyi a. 

Schon vor längerer Zeit hat mir Hr. Pfarrer Hoff nie ister 
zu Nordhausen bei Kassel brieflich mitp^etheiit, dass aus einer 
] 1/3 Lin. langen und wahrscheinlich noch unbeschriebenen Gall- 
mücke mit bloss schachbrettartig gefleckten Flügeln , während er 
sie auf die Nadel gespiesst, eine 4 bis 6 Lin. lange Filarie 
hervorgequollen sei. 

23. Bibio Marci M. 

Lyonnet 1) entdeckte in der Larve dieser Fliege einen 
zarten Wurm von 1 Lin. Länge, den ich nach der vergrösserten 
Abbildung zu urtheilen, für einen jungen Fadenvvurm halten muss. 

24. Scatophaga stercoraria M. 

Von Schubärt^) wurde ein Exemplar dieser Fliege ein- 
gefangen, deren Hinterleib ungemein stark aufgeschwollen war; 
anderen Tags hatte sich ein 14 Zoll langer Fadenwurm daraus 
hervorgearbeitel. 



MittheiluDgen 

über 

die Coleopteren' Fauna des Ahrthales 

von «. Kraatz. 

In der September-Nummer 1853 macht Herr Mink auf die 
Fangweise des Hjdroporus delicatulus aufmerksam und knüpft 
an deren Miltheilung die Bemerkung, dass der Käfer unter ähn- 
lichen Verhältnissen gewiss auch sonst wo im südlichen Deutsch- 
land vorkommen möge. Ohne dieser Vermuthung direct wider- 
sprechen zu wollen , kann ich doch nicht umhin zu hemerken, 
dass gerade das Ahrthal ausser dem Hvdr. delicatulus eine Reihe 
anderer Käfer bringt, die sonst weit umher in der Runde nicht 



') Vergi. dessen Recbcrches sur Tanatomie et les metamorphoses 

de ditrerentes especes d'Insectes. Paris 1832. pag. 62. PI. VII. 

Fig. 14. 
2) Vergl, Verslag van de zesde allgemeene vergadering der nederJand- 

sche enlomologische Vereeniging, besonders abgedruckt aus dem 

Algemeenen Konst- en Lelterbode. 1850. 



122 

vorzukommen scheinen und der Fauna derselben ein höchst 
eigenthümliches Gepräge geben. Die Ufer der Mosel sind arm 
im Vergleich zu denen der Ahr, wenngleich auch hier die schö- 
nen Chlaenius festivus und agrorum , die ich unweit Coblenz 
sammelte, nicht vorzukommen scheinen. Auf zwei Excursiouen, 
(die eine sehr ergiebige, Mitte Mai, die andere Mitte Juni 1851) 
welche ich nach dem Ahrthale unternahm , erbeutete ich ausser 
einer Reihe weiter verhreiteter Ar(en einige ganz neue , einige, 
die sonst nur in Oesterrcich vorkommen, und einige, die ich 
bisher nur aus Lyon erhalten habe. Indessen ist die auf diese 
Weise und durch Mittheilungen befreundeter rheinischer Entomo- 
logen erlangte Kenntniss der Coleopteren- Fauna des Ahrihales 
immer noch eine mehr als liickenhafle. Vielleicht regt die fol- 
gende Miftheilung die auf die Erforschung ihrer Provinz so eifrig 
bedachten rheinischen Entomologen zur öfteren Wiederholung 
einer Excursion an , die in entomologissher und vielfach anderer 
Beziehung stets reiche Belohnung verspricht. Wahrscheinlich 
weiden dieselben auch noch einen fleissigen Collegen , Herrn 
Fuss in Ahrweiler, dort antreffen, den ich bei meinem damali- 
gen Besuche die Freude hatte, kennen zu lernen. 

Es wäre ein verfehltes Unternehmen, in diesen Blättern 
eine weitläufige Aufzählung aller im Ahrthale vorkommenden 
Käferarten geben zu wollen; es wird nur darauf ankommen, das 
Seltenere und Interessantere nach eigenem Ermessen hervorzu- 
heben und jedem nicht ganz unerfahrenen Entomologen wird es 
nicht schwer werden, die Spreu vom Weizen zu sondern. Ich für 
mein Theil machte es mir bei meinem Aufenthalte in dem Ahr- 
thale (der sich leider nur auf eine tüchtige Vor- und Nachmittags- 
Excursion erstreckte) zur Haupt -Aufgabe, die am Ufer der Ahr 
selbst unter Steinen und auf dem Sande vorkommenden Thierchen 
zu sammeln und blieb in meinem Streben nichts weniger als un- 
befriedigt. Da fast jedes Flussufer sein Eigenthümliches in der 
Verschiedenheit der Arten selbst oder ihres localen und numeri- 
schen Vorkommens bietet, so will ich alles Erhebliche, was ich 
dort erbeutet, aufzählen, mit ungefährer Angabe der Anzahl. 
Durch die Beschreibung einiger neuen Arten wird vielleicht die 
Aufmerksamkeit auf die sonst weniger beachteten Thierchen gelenkt. 

I. Unter Steinen oder auf dem Sande im Son- 
nenschein umherlaufend, kam vor: 

1. Trechus longicornis St. (littoralis; Dj. Ein Exemplar un- 
weit Aldenahr unter einem Steine. 

2. Bembidium areolatum Creutz (20), pulicarium Dj. (2), 
4-signatum Duft. (2), aerosum Erichs. (1), rupestre 111. (1), 
fasciolatum Duft. (30), tibiale Duft. var. minor ['?] (50), 
olivaceum GyW. (3). 

3. Lionjchus quadrillum Duft. (1). 



123 

4. Hoinalota giacilicoinis Er. (12). Bisher nur ans Oester- 
reich , neuerdings, wenn ich nicht irre, auch von Herrn 
Mink aus Crefeld mifgelheilf. 

5. Homalota fluviatiiis mihi (gagatina Re)' in liU.). Selten. 
Ausser den Exemplaren von der Ahr besitze ich nur noch 
aus Ljon von Rej mitgetheilte. 

6. Homalota fragilis mihi. Seilen. Ausser den Exemplaren 
von der Ahr ebenfalls nur aus Lyon mitgetheilte. 

7. Homalota fragilicornis mihi. Nur 2 Exemplare vom Ahrufer. 

8. Homalota subtilissima mihi. Selten. 

9. Homalota deplanata Grav. Selten. Sonst hauptsächlich 
in Oesterreich und Frankreich zu Hause. 

10. Philonthus rufimanus Er. (70 Exempl.), prolixus Er. (15), 
Philonthus atratus Grav. (var. coerulescens Boisd.) 8 Ex. 

11. Lathrobium angusticolle Er. 12 Exemplare unter Steinen; 
ein herrlicher Käfer, der auch hauptsächlich in Oester- 
reich sich findet. 

12. Lithocharis ripicola mihi. 1 Exemplar unter einem Steine. 

13. Paederus ruficollis Payk. (20). 

14. Trogophloeus dilatatus Er. (20). 

15. Thinobius longipennis Heer. (2). 

16. Deleaster dichrous Grav. (1). 

17. Geodromus nigrita Müll. (12). 

II. In der Ahr, am Ufer unter und an den im 
Wasser befindlichen Steinen fanden sich: 

18. H)'droporus delicatulus Schaum. (6). 

19. Ochthebius foveolatus Geim. ['?] (30) nebst mehreren Hydraena. 

20. Elmis parallelepipedus Müll. (10). 

21. Parnus luridus Er. In Mehrzahl im Monat Juli. 

22. ,, Viennensis Heer. In ziemlicher Anzahl ira Mo- 
nat Juli. 

23. Cyphon deflexicoUis Müll. Auf Steinen am Ufer der Ahr, 
im Monat Juli ; ich fand den Käfer unter ganz ähnlichen 
Verhältnissen auch im Harz. 

III. Von mir interessant scheinenden Käfern, 
die ich im Ahrthal sammelte, nenne ich ferner: 

24. Leistus spinibarbis Fabr. Unter Steinen unweit Ahrweiler. 

25. Bryaxis xanthoptera Reich. In Gesellschaft von Cephen- 
nium thoracicum M. et K. und Mniophila muscorum E. H. 
unter Moos auf der Ruine von Aldenahr. 

26. Cerophjtum elateroides Latr. 1 Ex. an einem Obstbaum. 

27. Tillus 1-fasciatus F. 2 Ex. gekötschert. 

IV. Herr Fuchs theilte mir folgende beiAhr- 
Weiler gesammelte Käfer mit: 

28. Staphjlinus chalcocephalus F. 

29. Philonthus lepidus Grav. 



124 

30. Aphodius elevafus Ol. Seilen im Frühjahr. 

31. Phosphaenus hemij)(('ius F. Nicht seilen. 

32. Clerusi-maculadis F. Nicht seilen an juni-en Fichtenstöcken. 

33. Apate capillafa Dahl. In Ge.sell!^chaft von Tilliis 1-fas- 
ciatus an Weinpfählen. 

34. Lachnaia longipes F. 

Y. Die im A li r t li a 1 e g e s a m m e 1 1 e n , schon er- 
wähnten neuen Arten sind folgende: 

Homalota fluviatilis mihi. Dejjressa, nigra, suhnitida, con- 
fertini subtiliter punctata, antennis ienuibus concoloribus , pedibus 
testaceis, thorace fere transverso, coleopteris angustiore, medio 
canaliculato basique foveolato , abdomine supra fere con/ertim 
segmenio quinto praecedentibus minus dense functato. — Long' 
11/4 lin. 

Homalota gagatina Rej in litt. Slafura et summa affinitas 
H. gracilicornis Er., sed dimidio fere minor, elytris concoloribus 
etc. faciie cognosci polest. 

Anlennae capite thoraceque longiores, tenues , apicem versus, 
haud incrassatae, nigrae, articulis 1 et 2, 3 — iO inter se aequa- 
libus, elongato ohconicis, ultimo elongatö - ovato , praeccdente 
ses(|ui majore. Caput thorace paulo angustius, hasi constric- 
tum , subtiliter punctulatum, fronte medio plerumque ieviter fo- 
veolata. Thorax coleopteris angustior , longitrdine paulo latior, 
basin versus haud angustatus apice Irnncatus, confcrtim subtiliter 
punctatiis, basi foveola, medio canalicula tnagis minusve pro- 
funde impressa. EIvtra thorace pardo longiora, depressa, subti- 
lissime confertissimeque punctata, nigro-fusca. Abdomen minus 
subtiliter et confertim, segmenfum quintum praecedentibus paulo 
minus dense punctatum. Pedes testaceis, femoribus picescentibus. 

Am Ufer der Ahr im Sonnenschein umherlaufend in sechs 
Exemplaren gesammelt; von Herrn Rey als H. gagatina sibi 
(sous-presse) eingesandt; der Name konnte indessen, da er bereits 
von Baudi an eine Art dieser Gattung vergeben, nicht beibe- 
halten werden. 

Der Käfer hat denselben Habitus und dieselbe Punktirung, 
wie H. gracilicornis Er., ist indessen iiur halb so gross, mit 
kürzerem Halsschild und nicht helleren Fliigeldt'cken. Nah ver- 
wandt im Bau und namentlich der Halsschildbildung ist er mit 
der H. divisa Märkel ; ausser der AltdoDiinalsegmentbildung der 
Männchen unterscheiden sich die Weibchen beider Arten leicht 
durch die Fühlerbildung: diese sind bei der H. divisa'^weit^stär- 
ker und gedrungener, das dritte Glied fast doppelt so lang als 
das vierte; auch ist die Lebensweise heider Thiere wohl immer 
verschieden, indem H. divisa als Verwandle der H. socialis Payk. 
sich meist in Pilzen und modernden Stolfen findet, H. fluviatilis 
mihi gewiss stets Uferkäfer sein wird. 



125 

Hoinalola //-a^iZis mihi: Depressa, nigra, subnitida , con- 
fertim subüliter punctata, antennis tenuibus concoloribus pedibus 
testaceis , tliorace subquadrato, coleoptei'is ungustiore, plerumque 
canaliculato basique foveolato , abdomine supra confertim segmento 
quinto praeeedentibus paulo minus dense punctato. — Loiiy- 1 lin. 

Praecederiti ai'linis sed diniidio un'nor, tliorace paulo lon- 
i'iore, hasin versus paulo anguslioie hand difficile distin»uenda. 

Depiessiuscula, nigra, suhnilida, dense su!)liliier griseo- 
puhescens, puhe minus sericante. Anlennae capite thoraceque 
paulo Jongiores, lenues apicem versus liaud iucrassatae, nigro- 
fuscae, articulis 2 — 10 elongato-obconicis, inier se suhaequaiihus, 
ultimo elongato-ovato. Caput ut in praecedente. Thorax coleopte- 
ris paulo angustior, latitudine vix brevior , basi laterihusque 
leviter rofundalus, basin versus paullo angustatus apiee trunca- 
tus, confertim subtilissime punctulatus, hasi rarius foveola ob- 
solela, niodio canalicula magis minusve profunde impressa 
inslructus. Eljira thorace dindclio longiores depressiuscula, nig;ro- 
fuscas subtilissime conicrtissimequo punctata. Abdomen supra 
confertim subtiliter, segnientum quintum praeeedentibus minus 
dense puncfalum. Fedes testacei. 

Am Ufer der x\hr ziemlich selten, bei Lyon nach Rej nicht 
selten. Der Küfer verhält sich gerade so zur H. fluviatilis wie 
diese zur gracilicornis Er. Er unterscheidet sich von ihr durch 
das längere, weniger breite Halsschild, die wenii^er schlanken 
Fühler, deren Glieder in einem anderen Liingenverhältniss stehen; 
mit sonstigen beschriebenen Arten ist er nicht leicht zu verwechseln. 

Hom. thinobioides mihi. Depressiuscula, nigra, subnitida, 
omnium subtilissime conferiissimeque 2)^i'nctata, antennis concolori- 
bus , 2-)edibus testaceis, thorace subquadrato , coleopterla *ix an- 
giiätiore, jjlerumque canaUcidato basique leviter foveolato , abdo- 
mine lato creberriiac et 8ubtili$«!jiiue piiiictiilato. Long 1 lin. 

Statura H. vilis Er, sed paulo major, densius sericeo- 
pubescens, antennis validioribus , thorace canaliculato, abdomine 
subtilius et confertissime punctato facile cognosci potest. 

Linearis, depressiuscula, nigra, subnitida, omnium dense 
subtilissimeque punctata, griseo - pubescens. Antennae capitis 
thoracisque longitudine, fortiores quam in praecedente apicem 
versus band incrassatae, nigrae, articulis 2 — 10 inter se aequali- 
bus , elongato-obconicis, idtimo elongato , irraecedente duplo fere 
longiore. Caput thoracis fere latitudine, basi constrictum , sub- 
tiliter punctulatum , fronte medio plerunuiue leviter foveolata. 
Thorax coleopteris paulo angustior, latitudine haud brevior, la- 
tcribus subrectis, medio canalicula sat perspicua impressus. 
Kljtra thorace sesqui fere Jongiora, nigra subopaca, subtilissime 
confertissimeque punctata. Abdomen undique subtilissinia confertissi- 
meque punctatuin, nigrum. Pedes testacei, femoribus picescentibus. 



126 

Ich habe die Beschieibunj^ dieser Art, die um Leipzig 
nicht sehen vorzukommen scheint, hier ebenfalls gegeben, weil 
sie wahrscheinlich auch im Ahrthal gemeinschaftlich mit der vo- 
rigen vorkommen wiid ; wenigstens sammelte Herr Rev beide bei 
Lyon; das Thier ist auf keinen Fall etwa eine Varietät der vor- 
hergehenden, wie Rey vermulhete, sondern beide hinlänglich 
schon durch die Punktirung des Hinterleibes unterschieden. 

Hom. fragilicornis mihi: Depressa, nigro -fusca, subnitida, 
densius suhtiUter sericeo-jnihescens, omnlum subtilissime 'punctata, 
»ntenniM filiformibus fuscis , pedibus flavo-testaceis , thorace co- 
leojJteris angustiore , subquadrato , media parum canaliculato, 
abdomine toto subtilii^xiiue confertim piinctulato. — Long 1 lin. 

Statura H. fragilis, punctura H. thinobioides, antennis mullo 
longioribus sat distincta. 

Antennae capite thoraceque duplo fere longiores, apicem 
versus haud incrassafae , fuscae , articuUs omnibus inter se aequa- 
libus, elongato - obconicis. Caput ut in H. fragili. Thorax co- 
leopteris paulo angustior lalitudine haud brevior, depressus basi 
lateribusque leviter rotundatus, basin versus vix angustatus, medio 
obsolete canaliciilatus, densius sericeo-pubescens. Elytra thorace 
sesfjui fere longiora, depresse, fusca, Abdomen supra omnium 
confertim subtiliter punctulatum, longius dense sericeo-pubescens. 
Pedes flavo-testacei. 

Ausser 2 von mir am Ahrufer gesammelten Exemplaren 
dieses durch die verhälfnissmässig sehr schlanken Fühler ausge- 
zeichneten Käferchen ist mir noch kein anderes zu Gesicht gekommen. 

Hom. subtilisshna mihi: Linearis depressa, fusco -picea, 
subnitida, omnium subtilissime punctulata , aiitenniü teniiibus 
pedibuMqiie f iisco - tesf act'i« , thorace subquadrato, coleopteris 
parum angustiore, plerumque medio canaliculato, abdomine toto 
subtilissime punctulata. — Long 2^5 lin. 

Statura H. macellae Er. sed multo minor, eljtris longioribus. 

Antennae capitis thoracisque longitudine , apicem versus 
paulo incrassalae, articulis 1 et 2, 3 et 4, 5 — 10 inter se aecjua- 
libus, his praecedentibus paulo crassioribus , ultimo oblongo- 
ovato, totae flavo-testaceae. Caput Ihoracis latitudine, depressum, 
subquadratum, obsolete canaliculatum , ore testaceo. Thorax co- 
leopteris parum angustior, latitudine haud brevior, lateribus sub- 
rectis , basi apiceque parum rotundatus , depressus obsolete cana- 
liculatus, sericeo-pubescens. Eljlra thorace sesqui longiora, 
confertissime obsoletissimeque punctulata, sericeo - pubescentia. 
Abdomen fuscum, basi apiceqne plerumque dilutius, densius 
subtiliter punctulatum. Pedes testacei. 

Am Ufer der Ahr 1 Exemplar, selten bei Cassel und in Baiern, 
häufiger, wie es scheint, um Leipzig und Lyon; durch ihre Klein- 
heit, helle Färbung und zierliche Gestalt hinlänglich ausgezeichnet. 



127 

Lithochai-is ripicola mihi: Ferruginea, capite oblongo, sub- 
tiliter punctato , subruguloso , fusco , tliorace toto deiasiiiH tiubü- 
Ifggime punctato, linea media longitudinali'laevi , elytris thorace 
sesqui fere longloribus. — Long" 2 lin. 

Statura et suiuma affinitas L. lusculae Mannh., antennis 
minus pilosellis thoraceque omnium aequaliler subtilissime punc- 
tafo facile distingiienda. 

Der L. fuscula Mannh. sehr ähnlich, indessen durch die 
überall gl eich massig' dichte und äusserst feinePunk- 
tirung des Halsschildes, welches dadurch etwas glänzender 
erscheint als bei der L. fuscula , sowohl von dieser wie von der 
L. brunnea Er., rufiventris Nordui. und der ferruginea Er. leicht 
zu unterscheiden. Diese Punktirung des Halsschildes hat sie nur 
mit der L. diluta Er. gemein, bei der indess Form, Färbung und 
Punktirung des Kopfes eine ganz andere ist. Am Ufer der Ahr 
unter Steinen sehr selten. 



Intelligenz. 

Herr J. Reinhardt, Curafor der zoologischen Abtheilung 
des K. Museums in Copenhagen — der wissenschaftlichen Welt 
rühmlichst bekannt als einer der Naturforscher, welche mit der 
Dänischen Corvette Galathea die Erde umsegelt haben — beab- 
sichtigt, eine dreijährige Exploration der bisher in botanischer 
und entomologischer Hinsicht noch wenig oder gar nicht unter- 
suchten brasilischen Provinzen Minas Geraes , Gojaz und Mato 
Grosso auszuführen. Es sollen dazu Actien zu 300 Thalern 
preuss. in der Art ausgegeben werden, dass 100 Thaler juänu- 
merirt werden. Dafür erhält jeder (entomol.) Actionair zwei bis 
dreitausend Insekten, zahlt alsdann die zweite Rate mitlOORthlr. 
und erhält in dieser Weise gegen 8 — 9000 Insekten für seine 
300 Thlr., woraus sich ein Durchschnitt von ca. 1 Sgr. für das 
Stück ergiebt. 

So wenig der Unterzeichnete im Allgemeinen solchen Unter- 
nehmungen das Wort zu reden geneigt ist, weil sie häufig- von 
Leuten begonnen werden, welchen es an den unerlässlichen Vor- 
bedingungen eines erträglichen Resultates gebricht, so treffen im 
Gegentheile bei Herrn Reinhardt so viele günstige Umstände und 
Bürgschaften zusammen, dass sein Plan thunlichste Unterstützung 
verdient. In Betreff der vortrefflichen Haltung der von Herrn 
Reinhardt in tropischen Ländern früher gesammelten Entoma wird 
es genügen, zu sagen, dass Herr Weslermann, dessen aus- 
gedehnte Sammlungen wahre Muster von Sauberkeit \\i\A Eleganz 
sind, mit der Conservation der Reinhardt'schen Sendungen voll- 
kommen zufrieden war. 



128 

Annieldungcn zur TJieilnalime an dem Unternehmen, welches 
wenn es zu Stande honuut, mit Eintritt des Frühjahrs begonnen 
werden soll, sind direet an die Eingangs genannte Adresse des 
Herrn J. Reinhardt zu richten. Die Einzahlung der voraus zu 
bezahlenden 100 Thlr. kann durch das Haus Schmidt & Le Maire 
in Copenhageu geschehen. Sollten Yereinsmitglieder es vorziehen, 
Bestellung und Geld l'rankirt an den Untei zeichneten einzusen- 
den, so ist er zur kostenfreien Beförderung nach Copenhageu 
gern erbötig. 

Stettin, den 12. März 1854. 

C. Ä. Dohrn. 

Der Unterzeichnete wünscht zu kaufen: 

Panzer Fauna Germaniae Heft 73 — 90. 
Kirby Monographia Apum Angliae. 
Christii Hjmenopteja. 
Anträge sind zu richten an 

Dr. liriechbaumer, München, Rindermarkt 15. 



I§chönherr's Monographie 
der Curculionen wird zu einem ermässigten Preise zu kaufen ge- 
sucht. Wer das Werk abzulassen geneigt ist, wolle dies Herrn 
M. Bach, Lehrer am Progymnasium in Boppart gefälligst schreiben. 



Berichtigung^ einiger Iftruekfehler 

in der Einleitung zur Monographie der Thysanuren von Elditt. 



pag. 15. 


Ze 


le 17 v. 0. s 


lalt Haude 


lies Han dl. 






, 8 V. u. 


„ Otto 


„ 1 h 0. 






5 V. u. 


„ L i n n a e i 


„ (i)Linnai. 


„ 16. 


, 


, 3 V. 0. 


„ F a b r i c i u s 


„ (■|-)Fab ric i US. 


„ 19. 




9 V. u. 


„ nun 


„ n u r. 


„ 37. 




16 V. 0. 


„ n i 1 t r. 


„ auct. 


„ 39. 


' 


17 v.u.) 
3v.o.i 






„ 40. 




„ A c h n e t e s 


„ Achorutes. 


„ 42. 


, 


11 v.o.) 






„ 40. 




4 v.o. 


,. taberclatus lies 


l üb e rc u 1 atus. 


„ 19. 


\ 


19 v.o. 


„ fusia „ 


f usca. 






15 V. u. 


„ melapocephala 


s. melanocephala. 




, 


7 V. u. 


„ vor 


„ von. 


„ 44. 


' 


3 V. 0. 


„ A e t h e c e r u s 


„ Aetheocerus. 
Bourl. 




5 


, 19 v.u. 


„ von 


„ vor. 



Druck von F. Uesseiilaiid in Stettin. 



IBütoiiiologi^elie SKeitung 

herausgegeben 

von dem 

entomologischen Vereine zu Stettin. 



Redaction: In Commission bei den ßuchhand- 

C. A. Dohrn, Vereins-Präsident. ^^^^'IJZtr'^- ^'i5'?^ '» ««^'"'- 

' rr. tleiscner, undDyk in Leipzig. 

K. 5. 15. Jahrg^ang:. la! 1854. 



Inbalt: Vereinsangelegenheiten. — Meyer: über coconlose Ameisen- 
Puppen. — Correspondenz. — Dutreux: Pap. Ajax ein 
Europäer. — M o e s c h 1 e r : ein neuer Spanner. — L e C o n t e : 
Synopsis der Parniden. — Suffrian: synom. Miscellen. — 
Kriechbaumer: Hymenopterologisches. — Nachruf. — Errata. 

ITereinisangelegeiiheiteu. 

In der Sitzung am 9. März wurden als Mitglieder aufge- 
nommen : 

Herr Camillo Rondani, Professor in Parma. 
„ Dr. Paul Schuh mann, prakt. Arzt in Reichenbach 

in Schlesien. 
„ Dr. A. Gerstäcker, Adjunct am K. Zoologischen 

Museum der Universität in Berlin. 
„ Jacqu elin D uval in Paris. 
„ Ho ff mann, Professor am Lj-ceum in Bamberg. 

Eingegangen für die Vereinssammlung: 

16 Nummern Formiciden. 
Geschenk des Herrn G. L. Majr in Wien. 

Für die Vereins-Bibliothek ist eingegangen: 

J. A. Boisduval , Lepidopteres de la Californie. ( Extrait des 
Annales de la Societe entomologique de France. Aoüt 1852.) 
Geschenk des Herrn Verfassers. 
L. H. Fischer, Conspectus sjstematicus Orthopterorum Europae. 
Lipsiae 1853. Engelmann, 
fleschenk des Herrn Verlegers. 

9 



130 

Berichte über die Verhandlungen der Gesellschaff zur Beförde- 
iun,o- der Naturwissenschaften zu Freiburg i. Br. No. 1. 
Dechr. 1853. 
Archiv des Vereins der Freunde der Naturgeschichte in Mecklen- 
burg-. Heft 7. Herausgeg'. von Ernst Boll. Neubranden- 
bura,. Enthält: F. W. Glasen, Uebersicht der Käfer Mecklen- 
burgs. (Erste Hälfte.) 

Verhandlungen des nafurbistorisehen Vereins der preussischcn 
Rheinlande und Westphalens. Hcrausgfg. \. Prof. Dr. Budge. 
X. Jahrg. 111. u. IV. Heft. Bonn 1853. 

Enthält: Förster, Eine Centurie neuer Hvmenopteren. 
(}_ [0 Decade. Coelioxys Latr., eonstricta, cretensis, diplo- 
laenia, echinata, coronata, polycentris, macrura, haemorrhoa, 
erjthropya, emarginata, apiculata, uiicrodonta, divergens, 
tissidens, fraterna, digljpha, alata, aurolinibata, trinacria, 
tricHspidata. Chrysis triniaculata, sjbarita , ilavitarsis, lam- 
prosoma, cingulicornis, compta, lazulina, cvanochroa, janthina, 
aureola, chrysoprasina, Rosenhaueri , cingulata, taeniophrjs. 
Chrjsogona nov. gen. gracillima. Cleptes aerosus. Notozus 
nov. gen. Frivaldskii , pyrosonius , bidens; consfrictus, ano- 
nialus. Hedychruni huulentuni , curvatum , chalconotum ; 
EUampus chrjsoiiotus, iiiflainniatus, generosus, blandus, prae- 
sfaus-, Noniia hungarica. 
Bach, Bemerkungen über die Käfergattung Chlorophanus. 

Correspondenzblatt des zool. uuneral. Vereins in Regensburg. 
Vll. Jahrg. 1853. Regensburg. Dr. Herrich-Schäffer, Preis- 
verzeichniss aussereuropäischer Schmetterlinge. 

Denkschrift zur Feier ihres SOjährigen Bestehens, herausgegeben 
von der schlesischen Gesellschaft für vaterländische Kultur, 
Breslau 1853. 4to. Enthält: K. Letzner, Beiträge zur Ver- 
wandlungs-Geschichte einiger Käfer. (Heterocerus laevigatus 
Pz., Chrjsoniela cochleariae Fabr. et Suff., Hjdrophilus ater- 
rinius Eschsch., Simplocaria semistriata Fbr. , Chilocorus 
renipustulatus Scrib., Pentaphvllus testaceus Redt. 

Th. v. Sieböld und A. KöUiker. Zeitschrift für wissenschaftliche 
Zoologie. V. Bd. H. und 111. Heft. Leipzig 1853. Ent- 
hält: Th. V. Siebold, Beiträge zur Naturgeschichte der Mer- 
luithen. Dr. C. Gegenbauer, über Phyllosoraa. 
Durch Schriftentausch erworben. 

H. Loew, Neue Beiträge zur Kenntniss der Dipteren. Erster 
Beitrag. Programm der K. Realschule zu Meseritz. 1853. 4. 

D. Fächer,'' Ueber die Käfer in den Umgebungen von Sagritz 
und Heiligenblut. (A. den Jahrb. d. naturhist. Museums in 
Kärnten. II. Jahrg.) 

Geschenke der Herrn Verfasser. 



131 

Wissenschaftliche littheiiungen. 



TFelber coconlose Jlmeisenpuppen 

von Herrn Cand. phil. Meyer in Hamburg. 

Die in der Familie der Ameisen aulFälligen Eigentliümlidi- 
keilen des Einspinnens, dass nämlich die Arten der Gattung 
Formica ihre Verwandlung im Cocon, die Myrmiceen dagegen 
ohne denselben zu bestehen pflegen, dass ferner selbst bei einer 
und derselben Art Formica mitunter zur selben Zeit, in derselben 
Colonie verschiedene Larven frei oder eingesponnen sich ver- 
wandeln, fordern, um hinter den Grund dieser im Insektenleben 
so autfallenden Erscheinung zu kommen, eine allgemeinere Auf- 
merksamkeit, als man bis jetzt dem Gegenstand geschenkt hat. 
Die Thatsache selbst, obwohl von jedem Beobachter, der speciell 
seine Aufmerksamkeit den Ameisen schenkte, bestätigt, ist den- 
noch nur wenig in's Gemeinbewusstsein der Wissenschaft über- 
gegangen. Diese Erfahrung iässt es mir gerechtfertigt erscheinen, 
auf den Grund eigener Anschauung und mit einem geschichtlichen 
Hinweis auf die früheren Beobachtungen diese Erscheinungen 
von Neuem einer gemeinsameren Beachtung zu empfehlen, auch 
ehe es mir gelungen ist, die Erklärung dazu zu linden. Ver- 
einte oder bessere Kräfte als die meinen mögten wohl eher zum 
Ziele führen. Die letzte Erscheinung namentlich bietet sich dem 
Suchenden nicht aller Orten und oft nur vereinzelt zufällig dar; 
verallgemeinerte Aufmerksamkeit auf diesen Gegenstand hebt die 
Wahrscheinlichkeit häufigeren glücklichen Findens. 

Ich beginne mit der Geschichte dieser Beobachtungen, in- 
dem ich die betreffenden Stellen der Schriften und Alles, was ich 
zur Characteristik der beobachteten Arten dienend vorfinde, mit- 
theile. — King in Philos. Transact. 1667 kennt drei Ameisen- 
arten in England, nur von einer Art giebt er eine genauere Be- 
schreibung, und diese verwandelt sich im Cocon (Film.). Gould 
(Account of the Engl. Änts 1747) beschreibt auch die uneinge- 
sponnenen Larven der rothen Ameisen (vielleicht Myrmica rubra). 
Es heisst bei ihm S. 49: „Zu bemerken ist eine auffallende Va- 
riation in den Aurelias der rolhen Ameisen. Wenn die Würmer 
in ihre Verwandlungsperiode eintreten, hüllen sie sich nicht gleich 
den übrigen in ein Gewirk oder eine Hülse (Tissue or Shell), 
sondern liegen regungslos und dem Anschein nach empfindungs- 
los da. In einigen Tagen sehen sie weisser aus als gewöhnlich 
und nehmen in solcher Weise allmälig die Form der Ameisen 
an. So ist die Vorsehung nicht gebunden an besondere Gesetze, 
sondern kann, bei einer überraschenden Verschiedenheit doch zum 

9 * 



132 

selben Ziele führen." — Etwas früher schon spricht Leuwen- 
hoek, Epist. d. 9. Sept. 1087, pag. 107. von Ameisen, die 
sich ohne Gespinnst verwandeln, — S wain m er d am, dem haupt- 
sächlich Myrmiceen zu seinen Beobachtungen vorlagen, betrach- 
tete gerade den einmaligen Fund eingesponnener Larven bei 
einer Formica als die auffallende Weise. Er bezeichnet die be- 
obachtete Myrmica als eine in Erde und an Graswurzeln bauende, 
auf den Feldern und in den Gärten Hollands, auch der Umgegend 
Amsterdams vulgäre Art; die einmal in der Nähe Amsterdams 
mit eingesponnener Larve gefundene Formica (wie die Abbildung 
zeigt) lässt der Grosse und Angabe der gelben Farbe nach auf 
Formica flava vermuthen. Er sagt darüber: „Verum id prae- 
primis heic notatu dignum erat, quod Njmphae harum formicarum 
vermiculi aeque, ac Borabjces , Folliculum contexant , quo con- 
clusi intus in Nvmphas mutantur." Bibl. Nat. Bd. 1. S. 297. — 
Meiner Beobachtung nach sind in nicht beholzten und nicht san- 
digen Gegenden die Formiceen seltener, und die Mjrmiceen lie- 
ben Gärten und Häuser; demnach scheint es mir natürlich, dass 
sich dem S w a m m e r d a m in Holland besonders Myrmiceen zur 
Beobachtung darboten. Hieraus erklärt sich denn auch S wam- 
mer da m's Verwundern, dass man den Ameisenwurm Ei nenne, 
da er doch auch von der Form des Ei's nicht die Spur habe. 
In seinem Schelten über die spissa ignorantia dieses Vergleichs 
und die barbaries der Marktverkäufer, die diesen Namen aufge- 
bracht, haben wir ein kleines Beispiel, wie leicht ein Naturforscher 
von der ihn umgebenden Natur in seinen Ansichten zu sehr be- 
stimmt werden kann. Geoffroy (Insect. Tom. II., pag. 420.) 
folgt in der Annahme von Cocons nur jener vereinzelten Beobach- 
tung S warn m e r d a m 's, er selbst hat keine Gespinnste ange- 
troffen. — De Geer endlich nennt es eine leicht zu machende 
Bemerkung, sich von dieser Verschiedenheit der Verwandlung zu 
überzeugen, und seitdem nun ist man, da die ferneren Beobachter 
es zumeist mit Formiceen zu thun hatten, gewohnt geworden, das 
Einspinnen als die bekanntere Erscheinung genannt zu sehen. 
De Geer beschreibt zwei Arten, bei denen er diese Arten ohne 
Gespinnst sich verwandeln sah. Die eine nennt er die braunrothe 
Ameise (Mem. Bd. 2., Th. U. S. 333.); es ist nach ihm Linne's 
F. rubro-testacea, oculis punctoque sub abdomine nigris Syst. 
Nattir. ed. 12., pag. 963., mim. 7.; wahrscheinlich 31. rubra. 
Die zweite Art nennt er die dunkelbraunrothe Ameise, mit brau- 
nem Kopf und Hinterleib , Stachel und 2 Dornspitzen am Brust- 
schild; es ist nach ihm L.'s F. caespitum; abdominis petiolo 
binodi, priore subtus, thoraceque supra bidentato, (Syst. Nat. ad 
12., pag. 963., n. 11.), er fand sie im Juli unter der Borke einer 
alten halbfaulen Tanne in einer' kleinen Colonie und verfolgte 
ihre ohne alle Bedeckung vor sich gehende Verwandlung (s. D. G. 



133 

a. a. 0. S. 335.) — Bei Latreille zuerst finde ich es mit Be- 
stimmtheit ausgesprochen, dass die Larven der Ameisen ohne 
Stachel (also die Formica) sich einspinnen , die der bestachelten 
(also Myrmica) nicht; er bespricht die Nymphe der letzteren als 
vollkommen nackt, im Uebrigen aber den eingesponnenen gleich 
und als mit fortschreitender Entwicklung dunkler werdend (Mst. 
des Fourm., S. 71). — Weniger bestimmt begrenzt Hu bor 
(Eecherches sur les moeurs des F. , S. 78.) diese beiden Arten 
der Verwandlung, indem er die als Ausnahme betrachtete 
Coconlosigkeit nur bei Ameisenarten vorkommend nennt, die einen 
Stachel und zwei Knoten haben, ob aber bei allen diesen, blieb 
wenigstens ungesagt. — Dies mag Oken, der besonders die 
Hub ersehen Beobachtungen mittheilte, veranlasst haben, zu 
sagen; „unter den Ameisen mit zweiringligem Bauchstiel gebe es 
mehrere Arten, die wirklich nicht spönnen". (Allg. Naturgesch. 
Bd. V., Th. IL, S. 925.) — In Cuvier's Heg. Anim. les Ins. 
Bd. 2., S. 165. ist der Verschiedenheit nur allgemein erwähnt, — 
Westwood in seiner Mod. Classißc. of Insects, tom. II. S. 228. 
spricht wie Latreille die eingesponnenen Larven den stachel- 
losen Ameisen, die uneingesponnenen den bestachelten zu. — 
Prof. Schenck in den Jahrb. des Vereins für Naturkunde im 
Herzogtlmm Nassau, 8. Heft, S. 75. sagt, die Puppen der Myr- 
miceen seien eingesponnen. Bei 3 Arten Myrmiceen habe ich die 
Larvenentwicklung mehrfach verfolgt und die Puppen stets cocon- 
los in allen Stadien gefunden. Nicht so constant aber fand ich 
bei den Formiceen das Einspinnen, ja hier tritt nun der sonder- 
bare Fall ein, dass das Einspinnen selbst in derselben Art, in 
derselben Colonie und zur selben Zeit mit Coconlosigkeit variirt. 
Deutungsversuche in Betreff dieser Sonderbarkeit haben 
schon zu mancherlei Muthmaassungen, aber nicht zur Eikenntniss 
geführt. — De Geer, bei dem ich die erste Bemerkung darüber 
finde (a. a. 0. S. 321.) sah dies bei einer Ameise, die er als 
eine glänzend schwarze, mit dem Schüppchen auf dem Stiel be- 
zeichnet. Er stellt sie zusammen mit Linne's F. (fusca) cinereo- 
fusca, tibiis pallidis (Syst. Nat. pag. 963., n. 4.j; mitGeoff.'s 
(Ins. Tom. IL pag. 428. n. 5.) fourmi toutebrune , und Raj's 
F. media, nigro colore splendens (hist. Insect. pag. 69.). 
De Geer beschreibt sie näher: „ganz glänzend, schwarz, etwas 
ins Braune fallend, die Füsse brauner als der Körper; man 
muss sie die Grossen nennen, um sie von einer kleineren, sehr 
ähnlichen Art, die sich auch häufig in der Erde findet, zu unter- 
scheiden, sie stehen in ihrer Grösse zwischen den Holz- und 
rothen Ameisen." Weiter schreibt er darüber: „Als ich am 
„19. Juli die Borke eines alt gefällten und halbfaulen Baumes 
„abriss, fand ich darunter eine zahlreiche Familie schwarzer 
„Ameisen von dieser Art, mit vielen Larven, Nymphen und Co- 



134 

„cons. Der Larven waren niclit viel, weil sich die meisten schon 
„in Nymphen verwandelt hatten. Ueberhaupt waren sie, wie bei 
„anderen Arten, ganz weiss und überall, wie die Larven der 
„•gelben Ameise, mit zarten Härchen bewachsen. Das Merkwiir- 
.,digste aber war dieses , dass ein Theil der Nymphen ganz blos 
„und frei lag, viele aber im Gespinnsie eingeschlossen waren. 
„Die freien Nymphen waren ganz weiss; die Augen aber braun, 
„und übrigens alle Theile in der gewöhnlichen La:ne. Aus diesen 
„werden ungefliigelte Ameisen oder geschlechtslose Arbeiter. Es 
„giebt also Larven von F. in einer Familie, davon einige sich 
„Gespinnste, andere aber keine machen, welches mir sehr nierk- 
„würdig schien I" — Latreille sah dasselbe bei einer Art, die 
er Noircendree nannte. Seine Charakteristik derselben ist fol- 
gende: „Cinereo-nigra ; anlennarum prirais articulis pedibusque 
rubescentibus; squama magna, subtriangulari, stenuuatibus Iribus."' 
„Elle a la foiuie de la fourmi fauve. Le corps est d'un noir 
un peu cendre, luisant, presque glabre et alonge. La premiere 
piece des antennes et les deux on trois articies suivans, sont 
d'un rougeatre fonce. Le devant de la lete est eleve en carene; 
les trois petits jeux lisses sont visibles. L'ecaille est grande, 
tenant le niilieu entre la figure ovee et la figure triangulaire , le 
milieu ,du bord superieur est un peu eleve et un peu concave. 
L'abdomen est pres!|ue globuleax, et un peu velu a son extremite. 
Les pattes sont d'un rougeatre fonce, avec le bas des cuisses 
d'un brun obscur." „Die schwarzgraue Ameise", sagt er, „findet 
sich in ganz Europa, sei es unter Steinen, Moos, Rasen, oder 
am Fusse von Bäumen. Sie läuft sehr rasch. Ihr Nest ist fast 
ganz in der Erde; in demselben liegt mitunter die Larve eines 
Scarabaeus , wahrscheinlich einer Cetonia oder Melolontha, was 
eine bekannte Beobachtung ist."' — Zur Sache selbst bemerkter, 
dass mehrere Nynjphen nackt gewesen, während die anderen 
eingesponnen dalagen. Aber, meint er, es könnte möglich sein, 
dass die ersteren einige Zeit vor den anderen von der Hülle be- 
freit worden wären, und dass ihn das getäuscht habe. — So 
sieht auch besonders Hub er die Sache an. Er bezieht sich auf 
De Geer's und Latr.'s Beobachtung und sagt, dass er dieselbe 
sehr oft wiederholt und sich auch von der Richtigkeit der Muth- 
niassung Latr.'s überzeugt habe, indem er sehr oft die Ar- 
beiter der noir - cendrees, wie der fourmis mineuses den Cocon 
der Nymphen wenig Zeit nach dem Beginn der Metamorphose 
habe abreissen sehen. Er macht darauf aufmerksam , dass die 
Larven, denen er selbst frühzeitig ihren Cocon abgezogen, nie- 
mals sich gut entwickelt hätten (Hub er Rech. S. 85.). — 
Oken (a. a. 0. S. 925.) meint, es geschehe dies nicht, um sie 
schneller zur Entwickelung zu bringen, da die Arbeiter ihnen 
doch das Puppenhäutchen zur Bedeckung Hessen , vielleicht sei 



135 

es nur ein Veisehcn in dein allzugrosseu Eifer; walirscheinlich 
gingen solche Puppen zu Grunde, wenigstens sei dieses der Fall, 
wenn man selbst den Puppen noch so sorgfältig das Gespinnst 
abziehe." — Prof. Schenk (a. a. 0. S. 18.) luuthniasst eben- 
falls, die Sache auf diese Weise erklären zu können; er fand 
uneingesponnene Puppen neben den eingesponnenen bei F. san- 
guinea Latr. (dominula Njl.), F. cunicularia Latr. und F. 
fusca hatr. (nigra F ör st. , glebarla J>iy].) , für die Characte- 
ristik dieser Art verweise ich auf Heft 5. u. 7. der entoniol. 
Zeit. V. J. — Westwood, der das Factum gleichfalls bestätigt, 
lässt sich auf keine Mutlimassung zur Erklärung ein. Er sagt 
(a. a. 0. Bd. 2., S. 228.) „F. fusca, our common small brown 
„garden ant has afforded me manj opportunities of confirming- 
„Latr.'s curious Statement, that sometimes the pupae are naked 
„and at others enclosed in a cocoon. The precise reason for 
„this difference has still to be ascertained." 

Leider ist es auch mir bis jetzt nicht gelungen, den Grund 
dieser Erscheinung zu erkennen, ich kann daher nur das Factum 
selbst in der Weise schildern, wie es sich mir gezeigt hat, hoffe 
jedoch durch fortgesetzte Beobachtung das bis jetzt nur Gemuth- 
masste bestimmter ergründen zu können. 

Ich habe die gemischte Lage eingesponnener und uneinge- 
sponnener Larven an zwei Arten zu beobachten Gelegenheit ge- 
habt. Wie Latreille, Njlander, Fo erster oder Herr 
Schenck sie benamen würde, jst zu entscheiden mir noch nicht 
gelungen, zumal mir auch von beiden zuverlässige Exemplare der 
Geschiechtsameiscn fehlen. In Ermangelung also eines bekannten 
und allgemein gültigen Namens füge ich eine unter dem Simplex 
nach den gesonderten Theilen gemachte Beschreibung der Arbei- 
ter beider Arten bei. 

No. L F. (?) zu Neustadt-Eberswalde im Sande. 
Fühler. Geissei llgh'edrig, das Ute Glied spitz, dicht weiss- 
bräunlich behaart; der Schaft weniger und heller rofh- 
bräunlich. 
Mund thei I e. Die Mandibeln lichtrothbraun mit vereinzelten 
weissbraunen Borstenhaaren, die Maxillen vor der Taster- 
insertion ( also an der Spitze ) hellbräunlich und geborstet, 
unten dunkel , Unterkiefertaster Ögliedrig , dunkelbraun, 

mit weissbraunen Borstenhaaren gewimpert ; Lippeutaster 
4gliedrig dunkel; — Unterlippe Lellbräunlich, Kinn dunkel. 
Kopf länglich. 

Unters. Backen dunkelrothbraun, glänzender als die übrigen 
Theile, geringe Behaarung- mit vereinzelteren weissbraunen 
Borstenhaaren, diese besonders am Hinterrande des Kopfes. 
Obers, dunkelbraun, fein behaart, nur sehr vereinzelte hell- 
braune Borstenhaare. Der Vertex ziemlich gewölbt, Rand 



136 

des Hinferhaupfs gerundel, mehr oder weniger ausgebucli- 
iet-, Augen weit nach hinten. — Ränder der Kopfleiste 
bei der Insertion der Fühler gegen den Kopf aufgeworfen, 
die Leiste nur kurz mit auch gegen die Oberlippe etwas 
vertieftem Dreieck. Die Oberlippe ziemlich gross, Mittel- 
kante scharf, am Grunde derselben ein dem Dreieck der 
Kopfleiste correspondirendes kleineres Dreieck, die Ober- 
lippe gegen die Mitte zu gewölbt, Rand mit weissen Bor- 
stenhaaren besetzt. — Die Mittelrinne der Kopfleiste schwach 
vertieft bis zum Isten Nebenauge. 
Hals. Unterseite rothlich braun. 
Beine dunkelrotbbräunlich. 

Vorderb. Coxa länglich birnförmig, stärker geborstet als das 
Femur, und dieses stärker als die Tibia, an der ein ein- 
gebogener Dorn steht; erstes, oder Grund-Glied der Tars. 
gebogen und am Rande behaart. 
Mittelb. Coxa, Tibia und Tarsus geringer in Breite und 
Dicke als beide Vorderbeine, aber Femur, Tibia und Tar- 
sus länger; Borsten am Femur und Coxa spärlich, ander 
Tibia statt des Dorns nur eine stärkere Borste, das erste 
Tarsenglied nicht gebogen, auch nicht so behaart wie die 
Vorderbeine. 
Hinterb. noch länger, besonders Tars., das 4te Tarsenglied 
am kleinsten, an der Tibia mehre vereinzelte Borstenhaare, 
sonst wie vorhergehend, die Coxa wieder etwas compacter. 
Stumpf aschbrauner als der Kopf, vieles stärker, dicht mit 
weissen Härchen besetzt, namentlich an der Seite. An dem 
seitlichen Obertheil des Prothorax einige weissbraune Bor- 
stenhaare, auch am Mesothorax und Metathorax hie und da. 
Prothorax etwas schmaler als der Kopf, Mesothorax ver- 
schmälert, unterseits bräunlicher und glänzender; — Rücken- 
linie ziemlich in einer Fläche , nur bei den Stigmaten des 
Mesothorax etwas vertieft. 
Stiel röthlicher braun; — Schuppe, Basis des Dreiecks ge- 
rade, etwas verdickt, von der Färbung des Rückens, dicht 
behaart, weitstehende weissbraune Borstenhaare an allen 
Rändern ersichtlich. 
Hinterleib dunkelgraubraun, wie Kopf und Rücken, die Rän- 
der der Ringe heller braun. Oberseite dichter behaart und 
deshalb auch nicht so schwach glänzend wie die Unterseite; 
einzelne weissbraune Borstenhaare auf allen Ringen, beson- 
ders auf den letzten. 
Diese Ameisen hatten im Kiefernwalde bei Neustadt auf 
einem sehr sandigen Hügel ihre Löcher und Trichter gemacht, 
der Hügel war fast ganz grasleer und gerade solche Stellen hat- 
ten diese Ameisen iresueht. Ueberall sah man ihre kleinen 



137 

Löcher, hier g:e])äuf(er, dort weniger beisammen. Sie warfen 
keine Hügel auf und machten, so weit ich hei dem losen Sande 
entscheiden konnte, keine langen Gänge; meist führten einige 
kurze Löcher zu einer trichterartigen Vertiefung, in der Ameisen 
und Larven lagen. Die ersteren entschlüpften gestört nie in 
Gänge, sondern suchten nach Aussen in grosser Schnelle zu ent- 
kommen. — Am 13. Juli fand ich in einem dieser Trichter eine 
Anzahl uneingesponnener Arbeits-Larven. Am 24. Juli wieder in 
Neustadt führte ich Prof. Ratzeburg an diesen Platz; — der 
erste aufgedeckte Trichter zeigte nur eingesponnene Larven, 
der Cocon war sehr dünn und durchsichtig; aber ein paar Span- 
nen davon enthielt zu unserer Verwunderung ein Trichter Beides, 
eingesponnene und uneingesponnene Njmphen, und, wie mich 
dünkt, sowohl in mehr als in weniger vorgeschrittenen Stadien; 
die in Spiritus gelegten Exemplare sind leider alle schon im 
letzten Entwicklungsstadium , so dass ich keinen bleibenden Be- 
leg habe, dass die damals nackten Njmphen auch in den früheren 
Stadien nackt waren. Meine baldige Abreise von Berlin verhin- 
derte mich , die Sache weiter zu verfolgen , doch war Professor 
Ratze bürg so gütig, über seine an diesen Colonieen fortge- 
setzten Beobachtungen mir brieflich zu berichten, und mir zu er- 
lauben, dieselben hier mitzutheilen. Prof. Ratze bürg hat die 
Erscheinung selbst noch wiederholt an derselben Stelle während 
des Augustmonates beobachtet und wahrgenommen, dass mit her- 
anrückendem September die nackten Njmphen häufiger wurden, 
so dass im September nur noch nackte Njmphen zu finden waren. 
Ende September hat auch dort das schlechte Wetter die Löcher 
verschwemmt und die Ameisen schon tiefer in die Erde sich zu- 
rückziehen lassen, Brut ist nicht mehr vorhanden. 

Mittlerweile habe ich in Harburg, einem Ort in der Nähe 
Hamburgs jenseits der Elbe, eine zweite Art gefunden (am 24. 
Aug.), die dieselbe Eigenthümlichkeit zeigte. Die Beschreibung 
des Arbeiters ist folgende : 

No. 2. (F. [■?] in Harburg bei Hamburg auf dem Felde.) 
Fühler. Geissei llgliedrig, äusserstes Glied etwas länger, ei- 
förmig; Schaft heller bräunlich als die Geissei gegen ihre 
Spitze. 
Kopf. Scnlptur lederartig gepunkf, fein behaart: Färbung ver- 
schieden, Backentheile bald heller, bald dunkler, mitunter 
hell bräunlich bis hart an die Augen, mitunter schmutz- 
brauner, Scheitel und Kopfleiste immer dunkler, gleich der 
Farbe des Hinterleibs, ebenso das kleine dreieckige Feld- 
chen zwischen der Fühlerinsertion; die Kopfleiste etwas ge- 
hoben , am Anfang bei der Insertionsstelle der Fühler etwas 
abschüssig, auf ihr eine glänzendere schmale Mittelrinne zum 
ersten Nebenauge. Die Oberlippe gewölbt, gerundet, bräun- 



]38 

Hell. Die Unterseite in der Mitte naeli dem ausgebuchtetcn 
Vorderrand zu hellbriiunlich, wie der Fiihlerschaft. Hinter- 
rand des Kopfes leicht ausgebuchtet, Kopf breiter als der 
Stumpf. 
Beine: Farbe braun. 

Vorderb. Coxa ziemlich stark, birnförmig , etwas dunkler; 
am Ende der Tibia der gekriiuunte Dorn; Beine fein be- 
haart, mit einigen längeren Haaren, namentlich an den 
Beugungsenden der Flexionsseite. Vor dem Dorn an der 
Innenseite der Tibia 5 kleinere Dorne zum Oten eigent- 
lichen hin in zunehmender Grösse. Das erste Tarsenglied 
etwas über die Hälfte des ganzen Tarsus lang, etwas 
gekrümmt, an der Innenseite borstig behaart. 
Mitte Ib. Coxa kugliger birnförmig: Femur und Tibia etwas 
länger als beim Vorderbein. Tibia weniger verbreitert im 
Verhältniss zum Femur als beim Vorderbein; an der Tibia 
ein gerader Dorn ; Tarsenglieder nicht so borstig gehaart, 
erstes Glied gerade, Länge wie beim Vorderbein. 
Hinterb. Die Tibia dünner und länger als bei den vorher- 
gehenden, kein hervorstehender Dorn an derselben. Die 
Tarsenglieder in Ausdehnung und Beborstung wie die 
Mittelbeine, die 4 letzten Glieder schärfer von einander 
abgesetzt. 
Halstheil sehr winzig. 

Stumpf schmal. Prothorax nicht sehr erhaben, heller bräun- 
lich , besonders in einem seitlichen Streifen, hiei- an den 
Coxen, so wie oben an dem Kopf gegen ein dunkleres 
schmutzgraubraun abstehend. Prothorax, Mesothorax und 
Metathorax hellbräunlich und nur an den Rändern und 
nächster Umgebung der Coxen ein wenig dunkler. Meta- 
thorax ziemlich gekuppt. 
Die Schattirung der Stumpftheile ist nicht bei allen Indi- 
viduen gleich , nur das scheint Stich zu halten , dass der 
Vertex und die Coxen durch dunklere Färbung gegen die 
Stumpftheile abstehen. Vereinzelte Borsten , am wenigsten 
auf Mesothorax, am meisten auf Prothorax; dichtere Behaa- 
rung spärlich, nur nach den Coxen zu ersichtlicher. 
Stiel hellbräunlich. Schuppe oben dunkler braun, ausge- 

randet. 
Hinterleib. Unters, schmutzbraun glänzend, Ränder der 
Ringe hellbraun, Genitalringe röthlicher braun, helle Härchen 
auf dem Unterleib nicht dicht, auf der Seile dichterer Ueber- 
zug solcher Härchen. An den Afterschuppen längere Borsten. 
Die Obers, dunkler braun, die Ränder fast weissbrauu, der 
weissbraunen Behaarung wegen weniger oder gar nicht 
dänzend. 



139 

Diese Ameisen bildeten auf einem freien , sandigen Felde 
vor einem Kieferngehölz an Graswurzeln eine kleine Colonie, ich 
fand nur diese eine mit Larven und überhaupt nur noch einzelne 
Colonieen derselben Art in der Nähe. Auch diese Ameisen waren 
sehr rasch. Uneingesponnene und eingesponnene Njmphen lagen 
in der Colonie ungefähr zu gleichen Theilen. 

In Rücksicht auf die Erklärung ist, wie schon gesagt, bis 
jetzt nur von Wahrscheinlichkeiten zu reden. Die mehrfach aus- 
gesprochene Muthmassung, dass den nackten Nymphen verfrüht 
der Cocon abgezogen sei, hat wenig für sich, nichts weiter ei- 
gentlich als Hubers leichte, nicht genug mit Rücksicht der 
Nebenumstände beschriebene Beobachtung; dagegen ist es weder 
Piof. Ratze bürg noch mir jemals gelungen, die abgezogenen 
Cocons in den kleinen leicht zu übersehenden Colonieen aufzu- 
finden, obgleich ich den Sand einer ruhigen Besichtigung im 
Hause unterzog. Zur weiteren Bestimmuog der Wahrscheinlich- 
keiten geben meine Beobachtungen mir nicht die Berechtigung, 
über ein etwaiges Verkümmern der Sublingual -Speicheldrüse (in 
der Makel, Müll er 's Archw, 1846, S.^22., das Spinngefäss 
vermuthet) habe ich mich bislang noch nicht vergewissern kön- 
nen, und selbst, würde sich ein solcher herausstellen, wie es 
nicht gerade unwahrscheinlich ist, so würde doch für dieses Yer- 
kümmern selbst ein weiterer Grund aus den zeitweiligen Lebens- 
bedingungen dieser Larven zu suchen sein. Jedenfalls zeigt die 
Erscheinung, wenn sie nicht äusserlich durch die Arbeiter ver- 
anlasst wird , ein Variiren , ob es ein krankhaftes ist, nmss der 
Verfolg der Entwicklung bekunden, und über diesen habe ich 
keine Beobachtung machen können. Prof. Ratzeburg schrieb 
mir darüber: „Ich halte die Hüllenlosigkeit für eine Abnormität, 
„die in einer verspäteten Jahreszeit eintritt, da sie gegen den 
„Herbst immer mehr hervortrat. Sollten die Spinngefässe, welche 
„den nackten Individuen gewiss nicht fehlten, nicht vielleicht leer 
„gewesen sein'? und könnte man dies nicht mit einer trägen Er- 
.,nährung der träger werdenden Arbeiter in Zusammenhang bringen? 
„Die üeberjährigkeit bei gewissen Lepidopteren (bes. ■pinivora) 
„wäre das passendste Seitensfück zur Hiiilenlosigkeit, denn beide 
„möchten auf mangelhafte Ernährung zurückgeführt werden kön- 
„nen. Eine Hüllenlosigkeit bei einer zweiten Insektengattung 
„wüsste ich in der That nicht nachzuweisen. Wenigstens kommt 
„es nur äusserst selten vor, dass eine Raupe einer folliculen 
„Species ohne Hülle sich verpuppt. Bei der Bombyx pini, 
„welche ich immer in grösster Menge erzog, ist es mir einige 
„Male vorgekommen." — Nur das möchte ich hiezu bemerken, 
dass von einer verspäteten Jahreszeit hier nicht in dem Sinne die 
Rede ist, als sei es mit verspäteter Brützeit gleichbedeutend , da 
Ameisen-Arten erst im Juli ihre Brut bekommen; auch möchte 



140 

ich, da eben der Juli der Briitemonal ist und schon im Beginn 
desselben die nackten Larven, wenn auch seltener sich fanden, 
die nähere Bedingung des Coconmangels nicht unbedingt nur mit 
der Späte der Jahreszeit in Verbindung bringen; die grosse 
Hitze des Juli und August, wie die Regentage des Herbstes kön- 
nen dem Leben und der Ernährung der Ameisen gleich nachthei- 
lige Witferungszustände sein, wie man denn auch foctisch bei 
beiden einige und gerade diese Ameisen in ihren Wohnungen 
sich verborgen haltend wahrnehmen kann , dagegen ich andere, 
wie z. B. die F. fuUginosa auch jetzt noch bei Sturm und Regen, 
und selbst am dunkeln Abend , ihre gewohnten Wege machend 
beobachte. — Mag dem nun so oder anders sein, gleichviel ; mein 
Wunsch war nur, zur näheren Ergriindung der ursächlichen Be- 
dingungen hierait aufzufordern. Gut mögte es sein, zunächst be- 
sonders die stehende Verschiedenheit des Einspinnens und der 
Coconlosigkeit ( bei Formica und Myrmica) ins Auge zu fassen, 
da dies zu beobachten ja die Gelegenheit sich häufig bietet. Die 
Ergriindung dieser Sache ergäbe vielleicht einige nähere Anhalts- 
punkte, sich über die nächste physische Ursache des Nicht-Ein- 
spinnens überhaupt eine Ansicht zu bilden. Und schon diese 
Thatsache, dass in einer Familie verschiedene Gruppen in ihrer 
Bildungsgeschichte auf solche Weise differiren , ist eine auffal- 
lende; — ich wüsste dabei als an etwas Aehnliches nur daran 
zu erinnern, dass bei den Infusorien z. B. die Familie der Vor- 
ticellinen in der Gattung Spirochona eine gepanzerte Form hat, 
Stentor und Vaginicola Gehäuse bilden und bei Vorticella sich 
Encjstirung findet und auch in anderen Familien dergleichen Bei- 
spiele vorkommen, wie Dr. Cohn in seinen „Untersuchungen über 
die Encjstirung der Infusorien" nachgewiesen hat. 

J. Meyer. 



Hamburg, im October 1853. 
Nachträgliche Note des Autors. 

Ich bin seither in meiner Lecture noch auf einige Punkte 
geführt , welche mir zur Vergleichung dienlich scheinen — das 
von Ratzeburg beobachtete Encystiren der Anomalon Larven 
neben der gewöhnlichen Nacktheit der Ichneumonlarven (Ichneum. 
Band 3, Seite VII.) und das Einspinnen von Megatoma undatum 
neben dem gewöhnlichen Auskommen der Dermestiden-Larven in 
ihren Nahrungssubstanzen und der gelegentlichen Coconlosigkeit 
von Megatoma (s. Westwood Introd. I., Seite 159.) 



141 

Note der Redaction. Vorstehende Arbeit des Herrn 
Cand. philosophiae Mejer wurde vor dem Drucke den Herren 
Professor Sohenck in Weilburg und Gustav L. Mayr in Wien 
vorgelegt, um sich gefälligst über das darin berührte Factum zu 
äussern. Herr Schenck schreibt darüber: 

„Die Abhandlung behandelt einen gewiss sehr interessanten 
Gegenstand, und wird , wenn sie auch nichts zur weiteren Auf- 
klärung der besprochenen Beobachtung liefert, doch zu weiteren 
Nachforschungen darüber Anregung geben. Einen Grund des 
Vorkommens gespinnstloser Puppen bei Formica-Arten vermag ich 
ebenso wenig anzugeben, als Herr Professor Kirschb aum , dem 
ich die Abhandlung mittheilte. 

Die Hypothese Ratzeburg's mochte wohl zu beseitigen sein; 
da man solche Puppen schon im Mai und Juni antriiFt. Ich habe 
sie indessen nur bei Formica sanguinea, cunicularia und fusca 
Latr. beobachtet, theils noch ganz weiss, theils schon ziemlich 
gefärbt. Sie fanden sich immer gesondert von den eingesponne- 
nen. Reste der Gespinnste habe ich noch nicht dabei gefunden, 
wohl aber dergleichen oft in Ameisennestern gesehen, in welchen 
junge, noch nicht ausgefärbte x\meisen sich befanden, wiewohl 
ich auch häufig in diesem Falle nichts von Gespinnstresten habe 
linden können. Wahrscheinlich werden die aufgebisseneu Cocons 
doch l)ald von den Ameisen entfernt. Aibeits- Ameisen habe ich 
öfters {in geschlossenen Gespinnsten nagen sehen, ohne Zweifel, 
um den Puppen das Ausschlüpfen möglich zu macheu oder doch 
zu erleichtern; denn auch ohne Hülfe von Arbeitern kriechen 
Ameisen in Schachteln aus den gesauimelten Pup|(enhüllen. Mit 
gespinnstlosen Formica -Puppen habe ich noch keine Probe ge- 
macht, wohl aber mit den stets gespinnstlosen Mjrmica-Puppen, 
die mir in Schachteln stets vertrockneten, selbst wenn sie in der 
Entwickelung schon bis zur Färbung vorgeschiitten waren. So- 
wohl Herr Kirschbaum als ich werden diesem Gegenstande unsere 
besondere Aiifuierksamkeit widmen." 

Herr Gustav L. Mayr erklärt die ihm vom Autor zuge- 
sandten beiden Species (vergl. die Abhandlung) für Formica 
fusca Latr. und F. cunicularia Latr. Einen erklärenden Grund 
der auch von ihm mehrfach beobachteten Thatsache weiss er 
nicht anzusehen. 



Correspondens, 

Folgende Mittheilungen werden den Lesern der Zeitung, 
namentlich den Coleopterologen interessant sein : 

Von Professor Lacordaire ist der erste Band seiner 
Genera coleopterorum bei Roret in Paris erschienen; der zweite 



142 

ist unter »ier Presse , und den lelzlcn ülterarlieitel der Verfasser 
so eben, um die neuesten \eränderunjj,en nachzutragen. 

Herr Jacquelin Duval, von welchem in den Annales de 
la Soc. ent. de France die geschätzte Arbeit über die Bembidien 
geschrieben ist, will in Verbindung mit dem berühmten Insekten- 
Zeichner Migneaux die ,.Genera des Coleopteres d'Europe" in 
Lieferungen lierausgeben. Das Werk ist auf 80 Lieferungen, 
jede zu anderthalb Franken berechnet. 

Herr Leon Fairmai re beabsichtigt, eine Käferfauna 
Frankreichs zu schreiben, ähnlich in der Art, wie Lacordaire 
dies (in Gemeinschaft mit Boisduval) 1835 angefangen, aber nur 
auf die Umgebung von Paiis beschränkt, auch nur die 4 Fami- 
lien Carabicinen, Hjdrocantharen, ßrachelytra und Sternoxen be- 
arbeitet hatte. 

Herr Dr. Candeze in Liege, einer der ))eiden Autoren 
der kürzlich erschienenen Aufzählung der bisher bekannten Käfer- 
larven, ist Willens, einem sehr fühlbaren Bedürfnisse dadurch 
abzuhelfen , dass er eine Monographie der gesanimten Elaterideu 
unternommen hat. Es ist zu hoffen, dass diese Arbeit des Schü- 
lers von Lacordaire unter den Augen und mit dem Beirath des 
Meisters eine wohlgeralhene werden wird und es wäre löblich, 
wenn durch reiche Zusendungen von Material aus den öffent- 
lichen und den grössein Privat -Museen die Arbeit des Herrn 

C. A. Dohrn. 



rjh'Vi^fT» — 



Ue1>er das Vorkommen des Papiiio Ajaoc 
in Huropa. 

Von A. DutreUX in Luxemburg. 

Weder Boisduval, noch Duponchel halten den Ajax für eine 
europäische Art. Jener giebt Nord -Amerika als sein Vaterland 
an, dieser erwähnt ihn gai- nicht. 

Hingegen bezeichnet Lucas, hisfoire naturelle des Lepidop- 
teres d'Europe, 1845, S. 9. den Ajax als aus dem Griechischen 
Archipel stammend und liefert eine ziemlich genaue Zeichnung 
dieses Schmeiterlings, der ihm durch einen englischen Reisenden 
zugekommen war. 

Es ist mir im vorigen Jahre gelungen, diesen schönen und 
seltenen Falter meiner Sammlung einzureihen, und icli kann ganz 
zuverlässig den Fundort als europäisch angeben , und mich in 
dieser Hinsicht auf den Sammler und bekannten belgischen Bo- 
taniker Herrn Ch. Mathieu in Brüssel berufe» 



143 

Er schreibt mir nehiulich: 

„Je m'empresse de vous dire que le pap. Ajax a ete 
pris pres de Faro dans les Algarves (Portugal) le 11. 
Aout. 1838. Parmi les deux individus , que fai vus, 
je n'ai pu prendre , que celui que vous avez inaintenant 
je n'en ai pas rencontre d'autres. 

Je sais que la presence de ce lepidoptere a ete contestee 
en Europe. Mais ceci s'est presente pour plusieurs especes 
et cela n'a pas empeche que le fait finit souvent par devenir 
certain." 
Es stellen sich bei einer genauen Vergleichung' dieses Fal 
ters mit meinem amerikanischen Exemplar einige Differenzen 
heraus, welche ich hier angeben will. 

1. Mein Exemplar {^) ist kleiner als das amerikanische. 

2. Die Grundfarbe ist weisslich gelb, beim Amer. spielt dieselbe 
ins grünliche über. 

3. Die breite schwarze Qnerbinde, welche durch die beiden 
Flügel herabzieht, enthält beim europäischen Falter einen 
länglichen, scharfen gelblichen Streifen, der vom oberen 
Rande des Oberflügels bis an die Nervure inferieure de la 
cellule discoidale sich erstreckt. 

i. Dieselbe Binde ist beim europ. Exemplar, (namentlich auf 
den Unterflügeln) viel schmaler als bei dem Nordamerikani- 
schen. 

5. Der rothe Fleck am innern Rande der ünterflügel besteht 
aus zv»'ei neben einander liegenden Rondellen, wovon die 
innere kleiner 'und tiefer liegt und die durch einen schma- 
len schwarzen Strich getrennt sind. 

Bei dem Amer. Ajax ist der rothe Fleck auf der Ober- 
seite einfach, aber auf der Unterseite doppelt. 

6. Zwischen diesem rothen und dem ersten blauen mondförmigen 
Fleck, der darauf folgt, zeigt mein portugiesischer Papilio 
einen scharf gelben Theil, der beim Ausländer nur sehr 
schwach angedeutet ist. 

7. Endlich sind die Schweife (les queues) viel schmaler; an 
der Basis gelb eingefasst und bis zur ebenso weissen Spitze 
durch und durch aelblich bordirt. 



Ein neuer Spanner* 

Pcrlcallia (Elnnoinos) Freitagaria. m. 

Unter den Schmetterlingen, welche ich aus dem Nachlasse 
meines verewigten Freundes, des Herrn Lehrers Freitag in Sa- 
repta, erhielt, befanden sich drei Exemplare eines Spanners, 



144 

angeblich Evonjniaria , welche jedoch diese Art nicht waren. 
Herr Keferstein, dem ich sie zur Bestiuimung zusandte, erklärte 
sie für eine neue Art und sprach seine Ansicht über ihre Stel- 
lung- dahin aus, dass das von Herrich-SchälFer aufgestellte Genus 
Pericallia (Ennouios Tr. , Therapis HüIj.) der passendste Platz 
für diese Art sei. Trotzdem mein Spanner von der einzigen Art 
der genannten Gattung, P. Evonjmaria in manchen Punkten ab- 
weicht, lasse ich ihn fürs Erste hier stehen, eine andere Stellung" 
im S^'stem Herrn Herrich-SchälFer anheimstellend, dem ich meine 
Exemplare zur Aufnahme in sein Werk zugesandt habe. 

Ueber die früheren Stände, Flugzeit etc. kann ich für jetzt 
nichts mittheilen, doch hoffe ich, durch meine Freunde in Sarepta, 
die ich auf diese Art aufmerksam machte, Näheres zu erfahren. 

Pericallia Freitag^aria. 

Alis anticis emarginatis supra thoraceque griseis; limbo 
praecipue anteriori, fasciaque brunneo -griseis, in medio macula 
reniformi; alis posticis subrotundatis pallide luteis striga macu- 
lisque obscurioribus, antennis maris subcrenulatis, feminae fili- 
formibus. — Patria Russia meridionalis. 



Kopf, Thorax und Hinterleib mausgrau. Vorderllügel des 
Mannes grau, durch zwei Querstreifen die vom Vorderrand nach 
dem Innenrand gegeneinander laufen , in drei Felder getheilt. 
Der innere Strich ungefähr das Drittheil des Flügels abschnei- 
dend, ist nach aussen bogenförmig geschwungen. Der äussere 
Streif, am Vorderrand nur halb so weit von der Flügelspitze ent- 
fernt als der innere von der Wurzel des Flügels , zieht sich ge- 
rade nach innen bis auf die innere Mittelrippe und von dieser 
einen stumpfen Winkel bildend, etwas nach innen gebogen bis 
zum Innenrand , so dass das Mittelfeld am Innenrand nur '/s 
Theil so breit erscheint wie am Vorderrand. Beide Streifen sind 
braungran. — Im Mittelfeld steht eine grosse braungrau umzo- 
gene Nierenmakel mit der Grundfarbe ausgefüllt, die von der 
Vorderrandsrippe bis auf die innere Mittelrippe zieht. Der Hin- 
terrand ist braungrau angelegt, der Mondfleck dunkel braungrau, 
nach innen von vier schwärzlich- braunen zusammenhängenden 
concaven Fleckchen begrenzt und von der Flügelspilze bis auf 
Rippe 5 ziehend. Die braungrauen Franzen sind durch eine 
feine bräunliche Linie von den Flügeln getrennt. Die Hinter- 
llügel sind bleichgelb gegen den Innenrand und die untere Hälfte 
des Hinierrandes bräunlich bestäubt mit einem verloschenen braun- 
grauen Querstrich. Die Franzen sind bleichgelb. Beim Weib 
ist das Mittelfeld der Vorderflügel zum Theil dunkel biaungrau 
bestäubt und z\far so, dass die braune Färbung vom äusseren 
Streif sich schräg nach dem inneren herunterzieht und nur die 



145 

Hälfte des Midolfeldes iiiii Vordeirancl <^rau gefärbt isf. Die 
Makel ist mit etwas lieferen! Grau als das der Giundfailie aus- 
gefüllt. Der Hilllerrand ist Ijieit d unkel braun j; ra ii , nach innen 
vertrieben angelegt und von den schwarzen Strichen des Mond- 
fleckes zeigen sich nur die zwei gegen die Fliigelspitze stehen- 
den deutlich. Auf den Hinterdiigeln ist der Querstrich dunkler 
als beim Mann. Die Unterseite aller Flügel ist bleichsirohgelb 
mit feiner dunkler, gegen den Hinlerrand verdickter Bestäubung, 
der Innenrand der Flügel fast weiss, ohne alle Bestäubung. Von 
den Querstreifen Aei Vorderlliigel ist nur ^\ev äussere mit dem 
Strich der Hinterllügel parallel laufend, dunkel braungrau, und 
auf den Rippen in feinen Ecken vorspringend sichtbar. Die 
Makel der Vorderllügel erscheint als länglicher Fleck von der 
Färbung der Streifen und die Hiiiterflügel zeigen einen gleichen 
Mittelpunkt. — Die Fühler des Mannes sind schwach gekerbt, 
die des Weibes ganz fadenförmig. Länge 1.3 — 18 Linien. 

Moe.scbler. 



Synopsis der Parniden der Vereinig^ten iStaaten 

von John L. Le Conte*). 

Da ich aus den später anzugebenden Gründen die Ansicht 
gewonnen habe, dass die anomale Gattung Eurypalpus in die 
Familie der Parniden gehört, so finde ich es nöthig, der Erich- 
son'schen Diagnose eine neue zu substituiren. 

Antennae frontales , non capitatae ; oculi rotundati, man- 
dibulae retractae ; coxae anticae vel subcylindi-icae, vel glo- 
bosae, acetabulis e prosterno et metathoracis episternis com- 
positis receptae ; pedes ambulatorii , tarsi ö-articulati, cylin- 
drici, unguiculari maximo, unguibus validis armato ; trochan- 
teres simiüices ; abdomen 5 — 7 articulatum , ariicuUs ante- 
rior ibus immobilibus. 
Besonders characlerislisch für diese Familie ist die Struc- 
tur der Tarsen, welche die Arien befähigt, sich an feste Gegen- 
stände in stark fliessenden Gewässern fest anzuklammern. Man 
kann die Familie in 3 Gruppen theilen. 



*) Fortsetzung'der Jahrg. 1853., Seite 407. versprochenen Artikel und 
des in der März-Nummer 1854 bereits gegebenen. Das Original be- 
findet sich in den Proceedings of the Academy of natural sciences 
of Philadelphia Vol. VI., pag. 41. und ist vorliegend von mir im 
Auszuge und nur da wörtlich übertragen , wo der Verfasser seine 
Abweichungen von der Erichson'schcn Disposition der Parniden auf- 
stellt und motivirt. C'. A. Böhm. 

10 



146 

Divisio I., Eurypalpini. 

Caput exsertum, ore infeitio, iabro distincto, inlcr anteiinas 
transverse elevatum; coxae antioae transversae , trochanlino valtle 
conspicuo; paraplcurae appondiculatae; abdoinen 7-ailiiulaluiii. 
Eurypalpus Dej. 

Antennae senalao 11-aiticulatae ; jsalpi ma\illares vaide 
elongali, aiticulo ultimo latiore, serurifoi lui , apice subacuto ; 
labiales brevissimi, ailiculo ullinio minulo subulato.^ 

Diese eii-euthiimliche Galluiig wird in Dejean's Katalog zu 
Anfang- seiner Malacodermata neben Cvphon aufgestellt: sie 
scheint mir nieht in diese Verwandlstbaft zu geboren. Ericbson, 
weither vermutblich das Insekt nicht kannte, (,?) brachte es in 
Agassiz' Nomencl. Zool. auf Dejean's Autorität ebenfalls za Orphon 
obvvohl mit einigem Zweifel.' Eine scharfe Yergleichung mit 
anderen Gruppen hat mich überzeugt — obwohl es schwierig 
ist, Affinitäten nach irgend welcher Richtung zu entdecken — 
dass dies Insekt der Parniden-Familie zugezählt werden muss. 

Der Körper ist flach, nach vorn verschmälert, hinten stumpf 
abgerundet. Die Mandibein sind klein, spitz und gänzlich ver- 
borgen durch das breite gerandete Labrum ; das Kinn ist trape- 
zoidal, die Ligula kurz, viereckig, und leicht gerandet au der 
Spitze. Das Prosternum ist vorn abgestumpft , nach hinten in 
eine scharfe Spitze verlängert, welche in eine enge Grube durch 
die ganze Länge des Mesosternnms ausläuft. Die vorderen 
Coxen sind denen von Ilelichus gleich, die hinteren etwas lami- 
nirt und innen erweitert wie bei Helichus, jedoch an der Basis 
zusammenstossend; die Parapleuren sind an der äusseren Hinter- 
ecke breit abgestumpft und das Parallelogramm durch eine grosse 
dreieckige Platte geschlossen. Das Abdomen ist siebengliedrig, 
die drei ersten Segmente sind unbeweglich , das fünfte lief aus- 
gerandet, das sechste zurückgezogen, so dass nur die Spitze 
sichtbar ist, das letzte Segment ist beinah rund; an den Tarsen 
(feei) ist das letzte Glied viel länger als die andern vier zusam- 
mengenommen und hat starke einfache Klauen. 

Die Larve gleicht scheinbar einem Trilobilen und ist von 
De Kay als ein Schaalenthier unter dem Namen Fluvicola Her- 
licki beschrieben. Sie lebt beständig im Wasser und athmet 
durch Branchialfäden, deren stärkster aus dem Anus koiiiiiil. Eine 
vollständige Beschreibung derselben und der Pupa steht in 
Agassiz' Lake superior. Sie steht in nächster Yerwandschaft 
zur Elmis Larve, Erichs. Dentschl. Insekten pag. 525. 

Das vollkommene Insekt lebt an Gebüschen über fi'.-ssendem 
Wasser; man findet es auch kriechend über feuchte Steine in 
Strömen; die Unterfläche des Körpers ist seidig mit feinem roth- 
gelbera (fulvous) Haar, gerade wie bei Helichus. Die einzige 



147 

bis je(zl heltannte Art ist in New -York und Pensjlvanion ge- 
l'undeii. 

Eurvpalpus Le Contei Dej. 

Suljclepressus , ator , snhtiliter puncdilatus et pubescens, 
tliorac'e antice foitiler angustato, basi bisinuato, angulis posd'cis 
acutis, eljtiis inarginafis, lineis elevatis niiiius dislinctis ; pcdibus 
lufis. Long 2. 

Divisio II., Dryopini Er. 

Cüxae anlirao Iransversae, trocbantino conspicuo, abdoinen 
5. artirulatum. 

La ra. 

Caput porrerluin, subtus non obfectum ; anlennae simplices 
elongalae. 

Körper länglich naeb vorne verschmäiert und f;ist spitz. Der 
Kopf horizontal; das erste Glied der Antennen cjlindriseh, etwas 
länger und dicker als die unter sich gleichen zwei folgenden ; das 
vierte etwas kürzer; die übrigen (wahrscheinlich gesägten; fehlen 
dem einzigen vorliegenden Exemplar. Das Labrum gross und 
breil, vorn rund, kaum gerandet ; die Mandibeln leicht an der 
Spitze gerandet. Das Mentum trapezoidal, die Ligula breil, vorn 
altgestiimpft. Das Prosternum mit einer kurzen S])ilze hinten, 
welche in eine Rinne des Mesosternums passt; die mittleren 
Coxen massig getrennt, die hintern an der Basis zusammenstos- 
send , wenig und allmälig nach innen erweitert. Beine wie bei 
Helichus. Ober- u, Unterseite des Körpers mit sehr feiner Behaarung. 

Diese Gattung scheint das gesuchte Mittelglied zwischen 
dem sonderbaren Eur^palpus und den ächten Parniden zu sein; 
Abdomen, Coxen und die Füsse genau wie bei den letztern, nur 
die langen einfachen Antennen sind anomal. Zwar giebt es kein 
breites, unbedecktes J^abrum in dieser Division, doch findet es 
sich bei Elmis , Macronvchus etc. der nächsten Division , von 
welcher Lara durch die transverse Form der vorderen Coxen 
ausgeschlossen wird. Der Thorax ist nach vorn stark verschmä- 
lert, die Hinterecken spilz; das Schildchen gross, zugespitzt; 
die EIvtra fast parallel, am Apex abgerundet. Die bisher be- 
kannte einzige Art ist ans Sacramento in Californien. 

L. avaia, olivaceo-picea, thorace confertim grosse punc- 
tato, lateribus bisinualis, disco elevato, canaliculato, margine an- 
tico late depresso, eljtris nitidis subtililer striato punctatis, pone 
basin oblique impressis. Long 3'". 

Lutrochus Er. (Ins. Deutschi. 509.) 

L. 1 Ute US Le Conte, Texas. 

Pelonomus Er. 

P. obscurus Le Conte, südliche und westliche Vereinigte 
Staaten. Sehr selten, merkwürdig durch die Haare, welche nicht 
nur den Körper, sondern auch die Augen bekleiden. 

10* 



148 

Hei ich US Er. 
A. Elytra vitta sulurali nitida, feie glahia, 
H. strialus, basalis, foveatus, suturalis und fastigialus Saj 
(Parnus). 

B. Elyira aequaliter pubescentia. 

H. productus, litbophilus Er., giiensis. 

Divisio 111. , Eliiiini Er. 

Coxae anficae subglobosae; abdomen 5-articuIafum. 

Limnius Müll. Er. 

L. fastiditus, elegans, biviftatus (Dej.?), (|uad:inotalus Say 

(vittalus Melsb.) 

Stenelmis Dufour. 

St. sinuafus, crenatus Saj, bicarinatus, pusillus. 

Macron) cus Müll. 

M. glabralus Sa), lateralis Melsh. 

Ancyronyx Er. 

A. variegatus Er. 1. c. 5'2'2 (Macronycb, variegatus Germ.; Sturm 

Caf. tab. 2, \l, Elmis cinctus Say. 

Wenngleich nicht eigentlich zu dieser Familie gehörend, 

doch die folgende wegen naher Yerwandschaft hier Anschluss 



nia* 



finden 



Georjssus Latr. 
G. pusillus. 



Synonymische JUiscellaneen 

von Schulrath Dr. §uffrlAn in Münster. 

V. 

(Fortsetzung.) 

Unter den von Herrn Hand sc buch in den letzten Jahren 
aus Siideuropa mitgebrachten Käfern befinden sich zwei, welche, 
bei aller Aehnlichkeit mit den Individuen unserer Gegenden, doch 
mit denselben nicht so vollkommen übereinstimmen, dass ich für 
deren Zusammengehören unbedingt eintreten möchte. Ich will 
sie daher in dem Folgenden näher bezeichnen und damit einer 
genaueren Beobachtung empfehlen. 

Der erste ist ein Apion von Carthagcna , an Gestalt, 
Grösse, Sculplur und Färbung unserem Apion malvae Aut. täu- 
schend ähnlich, und mir daher auch früher von Prof. Ger mar 
als dieser Art angehörig bestimmt worden. Während jodoch unser 
deutsches A. malvae stets bei beiden Geschlechtern einen, nach 
abgeriebener Behaarung glänzend schwarzen nur an der Spitze 
mehr oder weniger deutlich ins Pechbraune überspielenden Rüssel 
zeigt (auch Olivier Ent. Y. 38. n. 56 bemerkt ausdrücklich: La 



149 

frompe est noire) , ist derselbe bei jenem spanischen Käfer hell 
gelbrolh, nicht von der Farbe der Beine abweichend. Einer sol- 
chen Varietät gedenkt keiner der von mir Terglichenen Schrift- 
steller, weitere Unlerschiede weiss ich jedoch an dem Thiere 
nicht aufzufinden. Vielleicht sind Andere darin tJ,liicklicher. 

Mit mehr Wahrscheinlichkeit glaube ich ein Agonum aus 
Sardinien als eigene Art befrachten zu dürfen, welches bei aller 
üebereinstimmung mit A. marginalum sich doch auf den ersten 
Blick durch eine tief spangrriue , des metallischen Schimmers 
fast ganz entbehrende, und dadurch gegen den rein gelben Sei- 
fenrand uui so mehr abstechende Fäibung der Deckschilde be- 
merklich macht. Dabei ist das bei A. niarginafum pechbraune 
oder nur auf der Unterseile ins schmutzig Gelbliche fallende erste 
Fühlerglied bei dem sardinischen Käfer rein und licht lehmgelb, 
und dieselbe Farbe zeigen die ganzen Beine, welche bei A. mar- 
ginatum nach den mir aus sehr verschiedenen Gegenden vorlie- 
genden Exemplaren, sowie nach allen Autoren von Fabricius und 
llliger bis auf Erichson und Heer herab nur gelbe Schienen, da- 
gegen pechschwarze Schenkel, und meist sfark gebräunte, oft 
selbst schwärzliche Fussglieder besitzen. Gleicher Weise ist bei 
jenem der gelbe Seitensaum des Halsschildes besonders hinter- 
wärts breiter und deutlicher, und die Schwiele, welche bei A. 
marginafum die Hinterwinkel des HalssL-hildes als kurze stumpfe 
Höcker hervortreten lässt, ist bei dem sardinischen Käfer so un- 
scheinbar, dass dessen Halsschild geradezu als hinten jederseits 
abgerundet bezeichnet werden kann. Ob diese, bei zwei mir vor- 
liegenden Stücken durchaus gleichen Abweichungen von dem ge- 
wöhnlichen A. marsinalnm sich auch beim Vergleiche einer grös- 
sern Anzahl von Exemplaren bestäligen werden, wird allerdings 
erst die Zukunft lehren müssen; sollte sich, wie ich glauben 
möchte, der vorstehend beschriebene Käfer als eine selbstsländige 
Art bewähren, so könnte man ihn als A. flavocinctum bezeichnen. 
Eine Var. marginati, die sich auf ihn beziehen liesse, habe ich 
bei den Schriftstellern vergeblich gesucht. 



VI. 

Im Jahrgang 1851 dieser Zeitung, S. 271. 5. ist von Hrn. 
Dr. Schaum nachgewiesen worden, dass Herr Lacordaire in 
seiner Monographie der Phytoph. das 9 der Orsodacna nigricollis 
Oliv, unter dem Namen 0. mespili als eine eigene Art beschrie- 
ben habe. Es würde dies einem so ausgezeichneten Insekten- 
kenner nicht widerfahren sein, wäre ihm nicht (wie dies aus sei- 
ner Darstellung der Gatlungsmerkmale von Orsodacna Phjtoph. 
I. 69. 70. hervorgeht) entgangen, dass der Geschlechtsunterschied 
sich hier nicht bloss in dem grössern Körperbau des $ , sondern 



150 

auch vielmehr in der abweichenden Beschaffenlieit des Endgliedes 
der Vordertastcr ausspriclil, welches hei dem cT breil verkehrt 
kegeliörmig- oder selbst beillörmi-?, bei dem 9 schmaler, walzen- 
förmig oder eiförmig, vorn gerade aligesdizt erscheint, und des- 
halb zur Unterscheidung von Arten hier nieht brauchbar ist. Ich 
habe diese Verschiedenheit bei 0. cerasi schon in der Eni, Ztg. 
1845, S. 327, n. 6. angedeutet, und sie seiulem auch bei anderen 
Arten ihv Gattung bestätigt gefunden. 

In derselben Weise, wie 0, nigricollis und niespili scheinen 
mir nun auch noch zwei andere, von Lacordaire als selbst- 
stiindige Arten beschriebene Tiiiere, nämlich 0, vittata Sav 
und ü. tri vittata D e j. , als cT und 9 verbunden werden zu 
müssen. Unter einer Anzahl von Exemplaren beider Arten aus 
den Vereinigten Staaten habe icii auch Slüi ke unler Händen ge- 
habt, die der F'ärbung nach zu der einen, nach Grösse, Sculptur 
und Tasterbildung zu der anderen gereciinet werden miissen, und 
dadurch die Ueberzeugung gewonnen, dass die Farbe zur Unter- 
scheidung nicht anwendbar ist, dass die Käl'cr vielmehr, gerade 
wie unser deutscher 0. cerasi , von schmutzig gelbgriinen Ex- 
emplaren zu Stücken mit mehr oder minder deutlich braunen, 
selbst schwarzbraunen Längsbinden, zuletzt selbst mit lirauner, 
auf jeder Flügeldecke nur noch einen leichten , immer mehr ver- 
schwindenden Längswiscb zeigender Oberiläche abändern. Nach 
Beseitigung dieser F"arbenverschiedenlieit bleibt für 0. triviltata 
nichts mehr als ein etwas grösserer Körpei-, ein eilörmiges, ge- 
rade abgestuztes Endglied der Yorderfaster und stark punclirto 
Deckschilde, für 0. vittata eine geringere Grösse, bcilförmiges 
Endglied der Vordertasler, und sehr grob, stellenweise längsreibig 
punclirle Deckscliilde , indem die Angabe Cmr Diagnose: ..elvlris 
crebre et profunde puncfato striatis" durch die Beschreibung wie- 
der wesentlich reclificiit wird. Das hier obwaltende Vcrhälfniss 
würde sich wahrscheinlich dem Scharfblicke Lacordaire 's 
nicht entzogen haiien, halte derselbe von beiden Arten eine grös- 
sere Anzahl von Exemplaren vor Augen gehabt: er konnte aber 
von 0. vittata nur wenige, von 0. trivittata nnr ein einziges Sinrk 
vergleidien , und hat iui lelzern das 9 ganz richtig erkannt. 
Nach meiner Ansicht liildet 0. villata Say das d^, 6. trivittata 
Lac. das 9 einer und derselben Art, und die Donacia afra Mi^lsh, 
Ahr, , in welcher schon Kunze (N. Hall, Sehr. 11. 4. 5().) eine 
Orsodacna erkannte, und woiin ihm auch L a co rdair e (Phvioph. 
]. 86. Nr. ö.) beipflichtet, Jialte ich [Ahrens giebt dem Käfer 
21/2'" Länge und ein keilförmiges Endglied der Taster, gedenkt 
auch der grobrunzligen, undeutlich läugsreihigen Punktirung i\v\- 
Deckschilde] nur für eine Varietät des r^ rechnen zu dürfen, 
bei welcher der gewöhnlich vorhandene gelbliche Längswisch auf 
den Flügeldecken gänzlich geschwunden ist. Die Svnonvmie dei- 



151 

Ar(, ivelclier der Nfiiiie 0. vittata Say als der älteste verbleiben 
iiniss, wäre daher 

r s d a c n a vittata Say. 
d 0. vittata Say Journ. ol" the Ai-. of nat. sc. Phil. 
111. 430. (1823). Lac. Ph.ytoph. I. 71. Nr. 2. 
0. ariiK-niacae Germ. Ins. sp. 526. Nr. 707. (1824). 
A^ar. tota iiij>;ra: Donacia atra Ahr. N. Hall. Sehr. I. 
3. 46. Nr. 27.^ 
9 0. trivittala Lac. Phyloph. I. 71. Nr. 1. 
Das Vaterland des Käfers bilden vorzugsweise die mittleren 
unter den östlichen Landschaften von Nordamerika , namentlich 
Pennsvlvanien ; er scheint sich jedoch noch bedeutend weiter 
nach Norden auszudehnen, wenn, was mir wahrscheinlich, die 
vveii,en ihrer uni^eniigenden Beschreibungen noch nicht enträth- 
selten, von Saj, Newman und Kirby aufgestellten Arten, 
welche Lacorda ire a. a. 0, S. 8i — 86. Nr. 1 — 5. aulFiihrt, 
wenigstens zum Theil als Farbenabunderungen der C. vittata 
angehören. 



vn. 

Der in den Sammlungen unter dem Namen Malacosoma 
lepida Dej. bekannte, in Siidrussland und Sibirien einheimische 
Käfer hat das Schicksal gehabt, innerhalb und ausserhalb seiner 
Heiniath vielfach verkannt und deshalb mit einer ganzen Reihe 
von Namen beschenkt zu werden, ohne dass es bis jetzt .Jemand 
der Mühe weith geachtet hätte , seine Svnonjmie einigermassen 
zu sichten, und damit die eigentlich dem Thiere zukommende 
Benennung festzustellen. Wundern muss man sich allerdings 
darüber, dass auch die russischen Entomologen mit den Bestim- 
mungen ihrer eigenen Landsleute wenig bekannt gewesen zu 
sein scheinen. 

Die erste Erwähnung des Käfers finde ich bei Gebier 
in Ledebours Reise durch das Altaigebirge (Berlin 1830), wo er 
il. 2. S. 219. n. s. untei- dem Namen Galleruca luteicollis 
aufgeführt, und in folgender Weise kenntlich diagnosirt ist : 
„Oblonga, nigra, eljtris punctatis violaceis, thorace abdomineque 
fulvis Long 'd'". lat. l^ji". Darauf folgt eine ausführliche Be- 
schreibung. Gebier, der das Thier bei Barnaul und am Irlisch 
auf Hemerocallis flava und anderen Pflanzen gefunden, hat diese 
Benennung Sjjäter wieder fallen lassen und (Käf. Südwest. Sibir. 
[1848] p, 339. Nr. 6.) den Dejean'schen Namen angenommen, 
wie er auch in anderen Fällen bei Benennungen , die er früher 
mit kenntlichen Beschreibungen publicirt, aus einer uns jetzt kaum 
begreiflichen Ehrfurcht vor Dejean's Autorität gethan hat. 



152 

Deiunüchst ist derKüftr wieder besiliiifhen vonKiynicki 
in (Ion Biill. de Mose. Y. (1832) p. lÜG. Er ist luer be- 
zciclinet als 

Gall. cvanoptera: iii2,ra, iborace laevissiino ahdomineque 
rufis, eivtris iiiollünis, vai^e pimcfalis, cyaneis. — G. lusitanica 
Oliv., cui babilu pioxiiiia, paullo minor. Loii«;. S^/^'" ; lal.li/3'". 

Auch diese Dia<>n()so is( treilond, weiset dem Tbiere zu- 
gleich diircli die Beziignabihe auf Oliviers Käfer die ricblif^e 
s^'sfeinatiscbe Sfellun;;- an, und der mit ibr verbundene Name 
winde als der allein berecbligte bleiben miissen, wenn die R<'f;el, 
dass der von dem Autor selbst verworfene Name aufiife^eben 
werden müsse, ihre Geltung- beliallen soll. Es scheint jedoch, 
dass ein von einem iSchriltsleller einmal mit einer kennllichen 
Beschreibung bekannt gemachlei Name dadurch zu einem öffent- 
lichen Eigenlluim wird, an dem der Autor nur aus bestimmten 
Gründen und nicht nach Willkür und Laune ändern darf; und 
wenn dieser Grundsatz Anerkennung findet, so muss die Art den 
Namen G. luteicollis Gebl. behallen, da ein Grund für dessen 
Aufgeben weder von dem Autor angegeben, noch sonst ersichtlich isl. 

Diese zweite Benennung scheint in Russland eben so wenig 
bekannt geworden zu sein als die erste, denn im Jahre 1837 
bcschreilit Faidermann (Fauna transcauc. II. p. 335. Nr. 530.) 
den Käfer zum dritten Male als Malacosoma triumphans 
mit der Diagnose: 

„Sublineari-clongata, supra glabra, nitida; capile, antennis, 
pectorc pedibusf}ue piceo-nigris , thorace lacvissimo polito abdo- 
mineque laefe saturate rufo-Iuteis, elvlris c^anels, creberrinje 
concinne punctalis. Long. 31/5'"; lat. li/.,'"." 

Dieser etwas weitschweifigen und viel Entbehrliches enthal- 
tenden Diagnose folgt der Zusatz: ..Inter majores nostrales hujus 
generis et facile pulcherrima; slatura et fere magniludo G. lusi- 
lauicae Oliv., et coiore G. nigricorni Fab. subsimilis", und dann 
noch eine ausführliche Beschreibung. Die beigegebne Abbildung 
Tab. XII. Fig. 5. ist ganz uiikenntlij-h und schlecht. In dem 
dritten Bande der Faun, franse, p. 244. (vom Jahre 1838), wel- 
cher den Calalog der transkaukasischen Käfer bringt, citirt F. 
bei seiner Art freilich die iMal. lepida| des Dejean'schen Cata- 
logs; von Krynicki's Benennung aber weiss er Nichls, und in 
Deutschland sind alle drei Beschreibungen unbekannt oder un- 
beachtet geblieben: wenigstens findet sich in den beiden ersten 
Auflagen des Stettiner Catalogs nur der D e je an'sche Name vor. 
Erst die dritte (von 1819) enthält wenigstens den Krjnicki'- 
schen Namen; dasselbe Jahr bringt aber auch noch die vieite 
Beschreibung, und zwar in Küsters Kaef. Europ. XVI. Nr. !>2., 
wo das Thier nun endlich als Malacosoma lepida n)it der 
Diagnose : 



153 

„Nigra, inf'ra griseo-}»ubesfetis , (liorare iiilido altdoinineque 

flavo-rufis, elydis dense pundalis viridihus. Lonj«-, 3'"; 

lat. 1V3'".; 
aufgefiilirt und, jodoch ohne Bezugnahnio auf die rnssischen An- 
(oicn , l)oscliiiolien worden ist. Letzteres darf um so weniger 
aiiffailcn, als ich iin Jalire 184G den Küfer von Hrn. H o e Ii li u th 
in Kiew (also aus Russiand selbst und von einem der ausge- 
zeiehnelslen dortigen Entomologen) unter der D e je a n'schen Be- 
nennung und ohne Hindeiitung auf die russisclien Schriftsteller 
zugesendet erhielt. 

Die Notiz ül)er die I<Ientität von Küster's und Kry- 
nicki's Käfer findet sieh bereits in Dr. Schaums Jahresbe- 
richt für 1849. S. 19(3. und danach ist auch der erstere in die 
vierte Auflage des Stetliner Calalogs als Synonymie zu dem letz- 
teren untergebracht. Aber auch dieser muss nach dem Bemerkten 
mit dem alleren Ge b le r'schen vertauscht werden, und die Sy- 
nonymen ordnen sich, wie folgt: 

Galleruca luteicollis Gi hl. 
Galleruca cyanojilcrii Krvn. 
Malacosoma triiiinphans Fald, 
Malacosoma le|)ida Gebl. Küster, 
wobei Dejean's Autorität, als die eines blossen Cafalogs- 
namens, ganz in Wegfall kommt. 



Myrnenopteroloifisches 

von Dr. Kriechbnuiner in Alünchen. 
I. 

Dahl!»onrs ..Hvmeno[)teia Europaea''. Vol. 11. 
Dieser längst erwartete Band, die Chrvsiden enthaltend, ist 

endlich erschienen. Es sind darin 213 Arten beschrieben, die 

in folgende \'l Gattungen untergebracht sind: 

Cleptes . . enthält ö Arten, davon 5 Europäer. 
Heterocoelia „ 1 ., » — „ 

Omalus . . „ 7 ., „6 „ 

Elampus. . „ 9 „ „ 8 '„ 

Holo|»}ga . ,. 6 ., „3 

Hedrychum .. 24 „ „ 19 „ 

Chrvsis. . „ 142 ,. „ 68 

Spintharis „ 3 ., ,. — ., 

Slilbum . . „ 3 „ „3 

Spina'ia ..,,!„ „ 1 „ 

Euchraeus ,, 7 „ „4 „ 

Parnopes . „ 4 ,, ,. 1 „ 

213" ,, ., Tis" „ 



154 

Von den Exoten , die der Verfasser nach der Vorrede zum 
ersten Band nicht erschöpfen, sondern der natürlichen Verbindung- 
wegen nur Iheihveise mit aufnehmen wollte, liat Asien 25, Afrika 
Gl, Amerika 29, Australien l Art geliefert. Klein -Asien hat 
jedoch mehrere Arten mit dem südöstlichen, Nord-Afrika mit dem 
südwestlichen und südlichen Europa gemein. Die in Europa 
fehlenden Gadungcn Ileterocoelia und Spintharis sind hisher nur 
aus Afrika bekannt. 

Von den 118 Europäern kommen etwa 50 in Deutschland 
vor; die Gattungen Spinolia und Parnopes sind da noch nicht 
gefunden worden. 

Die weiteste Verbreitung zeigt Stilbum splendidum, welches 
in Oesterreich, Süd-Europa, Klein-Asien, Ostindien, am Scnenal 
und in Weslindien voikommf. — Ueber ganz Europa und Nord- 
Amerika ist Chrvsis nitidula verbreitet. 

Einige europäische Arten gehen sehr weit nach Norden, z. B.: 
Cleptes nitidula bis 60 o. 

Omaliis auratus bis in die Nähe des Polarkreises. 
Elampus Panzeri bis 65 o. 
Hedjchium roseum bis 60 o. 
Chrjsis fulgida bis zum Nordkap. 
Chrjsis bicolor bis Nord-Lap|»land. 
Den) Norden Europa's eigenthümlich sind: Hedrvchum me- 
tallicum, integrum; Chrjsis Gyllenhali , unieolor, soluta, Zetter- 
stedti, wiihrend dagegen etwa 60 Aiten dem Süden allein an- 
gehören. 

An einzelnen oder von einander sohr entfernten Lokalitäten 
wurden gefunden : 

Elampus coeruleus, in Taurien und Preussen. 
Iledvchrum Zelleri und purpurascens in Schlesien. 
Chrvsis tarsafa und aeruginosa bei Berlin. 

„ aerata bei Chur in der Schweiz. 
Hedychrum coriaceum in Italien und Finnland. 

„ femoratum und Chrvsis mediocris bei Wien. 

Chrvsis succinctula, bei Genua und Berlin. 

,. spltMididula, in Süd-Europa und Schweden. 
,, bicolor, in den Mittelmeergegendeu u. Nord-Lappland. 
„ incrassata, auf Corsica und bei AVien. 
Euchraeus 6-denfatus bei Paris. 

Zwei Arten erscheinen im Text und iiti systematischen 
Verzeichniss unter verschiedenen Namen, nämlich: 1) Hedvchrum 
maculatum und Zimmermanni, 2) Chrjsis neglecia und intcgrella. 

Ausser etwas grösserem Format und Druck zeichnet sich 
dieser Band noch durch 12 Tafein mit Gattungsrepräsentanten 
und viele, die wichtigen Sculpturverhällnisse erläuternde, dem 



155 

Texte heigodriickle Holzschnilte aus , wodurch ein etwas liöherer 
Preis nicht unbilli«;' erscheint. Ein Urlheil über die Arbeit selbst 
abzugeben geziemt einem l^clirling dem Meister gegenüber nicht. 



II. 

Notiz über Megacli i le. 

Die Megachilen lassen sich in 2 selir naliirliche Abtheilun- 
gen bringen, wovon die eine aus den Arten gebildet wird , deren 
Männchen erweiterle, die andere aus denen, deren Miinnchen ein- 
fache Yordertarsen haben. Die iVlännchen der ersten Abiheilung 
.sind selir leicht von einander zu unterscheiden, aber dennoch 
schwer nach den Büchern zu beslimnien, weil das für die Unter- 
scheidung leichteste un 1 sicherste Merkmal (so weit meine Er- 
fahrungen reichen) entweder gai' nicht oder nicht deutlich genug 
angegeben ist. Dieses Merkmal besteht in einer für jede Art 
characterislischen Zeichnung auf der Innenseile der Yorderschen- 
kel. Die dänischen und englischen Entomologen könnten sich 
das Yerdienst erwerben, die betreffenden Arten in den Satnmlungen 
von Linne, Fabricius, Kiib) u. s. w. zu uniersuchen und durch 
Hekannlmachung <les Resultats die Arien sicher zu stellen. Die 
Männchen der andern Abiheilung sind wegen des Mangels dieses 
Meikmah etwas sciiwercr zu unterscheiden, doch bieten hier die 
Zähne oder Ausschnitte <!es lelzten Hinlerleibsringes , so wie die 
Bildung des vorlelzten Baiichringes nebst dem Endglied der Füh- 
ler und der Yeitheilung i\vr Behaarung gute Unterschiede. Die 
Weibchen können fast nur nach der Aehnlichkeit der Behaarung 
7,\\ iliien Männchen gefunden, unter sich iheiiweise auch durch 
die Farbe der Bauchbürste und die Länge der Tarsen unter- 
schieden werden. 

in. 

B e m e r k u n g e n ü b e r ,. E p h i a 1 1 e s m a n i f e s t a t o r. " 

Ylan sollle nichls weniger erwarten, als dass die grössten 
Allen unserer Schlufifwespen noch Zweifel bei der Beslimmnrg 
verursaihen könnlen, Und dennoch ist dieses der Fall, firaven- 
horst (III. |). 231.) kam schon mit oben angegebener Art wegen 
vernteinliicher Uebergangsformen zu nahe verwandten Arten in 
Yerlegenheit, und Ralzeburg hebt noch im dritten Bande (p. 108.) 
«Üe noch nicht gehobenen Schwierigkeiten der Unterscheidung 
hervor. 

Durch genauere Yeigleichung der von mir gefangenen Ex- 
emplar«! mileinander und mit denen der Sieboid'schen Sammlung 
glaube ich zu einem befrietligenden Resultat in Bezug auf obige 



156 

Art gelangt zu sein. Demnach blieben mir nach Ausschliessung 
aller jener Arien, die entweder ganz einfache, cjlindrische Hinter- 
loibsringe oder deutlich entwickelte Höcker auf denselben haben, 
zwei grössere, bei genauerer Vergleichung sicher und leicht von 
einander zu unterscheidende Arten, die Anspruch machen, zum 
oben bezeichneten manifestalor zu gehören und die auch von 
den meisten bisherigen Autoren mit einander vermengt wurden. 

Da es noch zweifelhaft ist, ob Linne's Ich. manifestator 
auf eine dieser Arten überhaupt und ausschliesslich angewendet 
werden kann, so finde ich mich genölhigt, beiden neue Namen 
zu geben. Dieselben characterisiren sich auf folgende Weise: 
1. Eph. imperator (manifestator Gr. part.) 

Niger, pedibus rulis, femorum posticorum apice summe, 
tibiis larsisque posticis plerumque fuscis, tarsis tibiis longioribus, 
alis silaceo-hvalinis , basi et sqnamulis rufis, stigmate nervisque 
fuscis, abdomine segmentis 1 — 5 elongalis, 3 — 5 supra subrhom-^ 
beo-depressis, $ terebra tertia corporis parte longiore, tenuissiraa, 
valvis subpilosellis. 

Long. 9'" (terebr. paulo supra IT") — 18'" (terebr. 25"0. 

Unter den deutschen Schlupfwespen sicher die grössle, we- 
nigstens längste Art, ausserdem durch die abgerundet rhombische 
Yerllachung des Rückens der mittleren Hinterleibsringe ausge- 
zeichnet, an welchen überdies gewöhnlich beiderseits unter und 
vor der Milte ein kleiner Dornhöcker sichtbar ist. Von der fol- 
genden Alt unterscheidet sich diese überdies durch die schlankere 
Beschaffenheit der Körpertheile , besonders den viel dünneren 
Bohrer und die schmäleren, kürzer behaarten Scheiden. Das cf 
noch schlanker und kleiner als das $ , ausserdem mit diesem 
übereinstimmend. 

11 ? und 2 cf vom Mai dis Jnli um Chur an Zäunen 
oder Waldrändern von mir gefangen, (also sicher ein Feind der 
Holzinsekten), darunter obiges Riesenexemplar von 18'"; 2 $ 
aus Tegernsee ; 1 $ in v. Siebold's Sammlung aus Danzig (mit 
der folgenden Art vermischt). 

2. Ephi altes rex (manifestator Gr. part.). 

Niger, pedibus rufis, tibiis tarsisque posticis longitudine 
aequalibus, rufis aut fuscis, alis flavescenti - hyalinis, basi et 
squamulis rufis, abdominis segmentis 1 — 5 oblongis , 3 — 5 
utrinque obsolete tuberculalis, 2 terebra fere tertia corporis parte 
longiore, valvis pilosellis. 

Long. 10'" (terebr. 13%"') — 14'" (terebr. 19'"). Bei 
zahlreicheren Exemplaren werden sich grössere Abweichungen in 
der Länge ergeben. 

In allen Verhältnissen weniger schlank als die vorige Art, 
namentlich der fünfte Hinlerleibsring kaum merklich länger als 
breit, dieser und die beiden vorhergebenden auf dem Rücken auch 



157 

ein wenig; verflacht, in der Mitte beiderseits rundliche weni^ er- 
habene Höcker. Flügelinal roth oder braun, so auch die hintern 
Schienen und Tarsen. Bohrer deutlich stärker, und Scheiden 
breiter und länger behaart, als bei iniperator. 

2 9 aus dem südlichen Baiern (1 v. Tegernsee) ; 4 $ in 
V, Sicbold's Sammlung aus Danzig. 

Auf die undankbare und sehr häufig ganz fruchtlose Be- 
mühung, die Sjnonjmie zu untersuchen, kann ich hier nur theil- 
weise eingehen: 

Da in der bei Villers (III. p. 167.) angeführten Beschrei- 
bung Linne's (Ins. Suec. 1608.) von der Grösse gar nichts 
gesagt ist, der Bohrer als oft noch mal so lang als der Kör- 
per, dieser einfach als cvlindrisch und die Beine als ganz roth 
angegeben sind, so erscheint es mir als sehr ungevviss, ob über- 
haupt eine dieser beiden Arten gemeint ist. Diese Unsicherheit 
wird noch vermehrt durch die Worte: „In fasciculo foliornm 
Salicis foramen dentibus rodebat etc. etc. ", während doch beide 
obige Arten als Feinde der Holzinsekten bekannt sind. — Die 
V. Yillers beigefügte Bemerkung: „Variat magnitudine , variat 
color abdominis" lässt sogar Verwechselungen mit Arten aus der 
zweiten Gruppe Gravenhorst's vermuthen. 

Scopoli (Carn. 285. 751.) giebt S^/^'" an, in der Be- 
schreibung sagt er aber: „Abd. fere unciale etc., aculeus unciam 
et lin. 9 long. Letztere Grösse, sowie besonders die Worte: 
„Alae Costa nigra, pallide rufo puncto interrupta" lassen eherauf 
die erste Art schliessen. 

Fabricius (S. P. 113. 3.) giebt kein Merkmal an, das 
nicht auf beide und noch andere Arten passte. 

Schrank (Ins. Auslr. 356. 719.) lässt es bei der geringen 
Grösse (71/3'", Bohrer 8'") als sehr zweifelhaft erscheinen, ob 
er eine dieser beiden Arten vor sich gehabt: seine Diagnose passt 
fast auf jeden schwarzen Ephialtes. Sein compunctor A. (I. B. 
II. 269. 2067.) ist noch kleiner (61/2'", B. 71/2'") und dessen 
Identität mit einer dieser Arten noch weniger wahrscheinlich. 
Völlig unbegreiflich ist aber, wie Schrank damit ein Insekt mit 
so verschiedenen Längenverhältnissen , wie sein compunctor B. 
(13"', B. l^/n'", wenn letzteres kein Druckfehler ist), mit A. zu 
einer Art verbinden konnte. Sein compunctor Ins. Austr. 357. 720. 
gehölt sicher wieder einer anderen Art an, er misst ^^ji"'. 
Bohrer 71/2'". 

Panzer 's Figur (In. Germ. XIX. 21.) lässt keine dieser 
beiden Arten bestimmt erkennen und wird auch durch den Text 
nicht sicher gestellt. 

Gravenhorst's Diagnose und Beschreibung der Bohrer- 
scheideu passt auf die erste Art , die Beschreibung des Hinter- 
leibs, „tuberculo laterali obsolete" auf die zweite, die Bemerkung 



158 

paa;. 231. „inanifestatoris individua sogmeiitis paulo I)ievioiilnis 
suhluberculatis elr." iiiclit deullicli die Venncngung- heider zu 
erkennen. Die Worle endlicli: „Anileus variiis corporis longi- 
tudine" scheinen sidi auf eine drille daniil vermengte Arl zu 
beziehen. 

Die Entonioloi^en, denen die Orii^inalsainniluna^en von Linnd, 
Fahricius elc. zugvini;lirh sind, werden liierniil eisucht, durcli genaue 
Unlersuchunj^ der belrelTenden Exemplare obige Zweifel zu lösen. 

Zugleich benüize ich diesen Anlass, den Lepidoplerologen, 
die U)it Raupenzncht sich beschäftigen, anzuempfehlen, allenfalls 
ausschlüpfende Ichneumonen nicht aus Aerger fortzuwerfen , son- 
dern mit Angabe der Raupe oder Puppe, aus di'v sie sich ent- 
wickelt liaben, aufzulx'waluen oder einem Collegen, der sich mit 
Hymenopteren beschäfligt , zuzuscJiicken, um allmälig zur Kennt- 
niss der dieselben beherbergenden \Yirlhe zu gelangen. 



Nachruf- 

Unser Verein hat einen schmerzliclien Verlust zu beklagen, 
mein lieber hochverehrter Freund, Karl Jacob Alexander 
von R e nnenka mpff , Oberkamnierherr Sr. K. Hoheit des 
Grossherzogs von Oldenburg, ist am 9. April d. J. in Oldenburg- 
sanft entschlafen"^). 

Nachstehende biographische Skizze ist von einem dort 
lebenden Freunde des Verewigten abgefassl luid giebt in kurzen 
Umrissen die Hauptuionicnle der Laufliahn des verehrten Todten. 

„Am 9. d. M. in den Vormillagsstunden verlor Oldenburg 
einen seiner geistreichsten und bedeutendsten Männer in dem Ge- 
nannten. Derselbe, aui 29. Jan. (9. Febr.) 1783 auf dem Slamm- 
schlosse Heimet in Liefland in sehr glücklichen Verhüllnissen ge- 
boren, genoss mit seinen beiden ihn überlebenden Brüdein die 
sorgfälligste Erziehung eines Hauslehrers, kam sodann in das 
Erziehungs-Institul des bekannten Fessler in Berlin, das er jedoch 
schon 1798 auf Befehl Kaiser Pauli, verlassen musste, um nach 
der Heimalh zurückzukehren. Hier besuchte er ein Jahr lang die 
erste Klasse der Rigaschen Donischule und bildete sich ferner 
seit 1801 in Berlin durch Privatunterricht bei Ancillon, Fichte etc., 
kehrte wieder nach Liefland zurück, ward in der Rilterschafts- 
kanzlei angestellt und später 2 Jahre lang Landgerichtsassessor 
Das letztere Amt legle unser RennenkampfF 1805 wegen Kränk- 



*) Bei dem Eingange dieser Trauerkimde war der Druck dieser Num- 
mer fast beendet. 



159 

ler Blmnenbacirs , Bouterweck's, Fiorillo's die Universität Göltin- 
gen, lebte eine Zeit lang- in Lausanne, Genf und Cojspet, 1807 
und 1808 in Italien, nainentlicli Floienz, Genua, Rom und Neapel, 
wo er mit Willielm v. Humboldt, Rauch, Zoe:;a , Thoivvaldsen, 
Kniep u. a. in viell'ache Beriiliiung- kam, 1809 in Paris, wo 
Fürst Kurakin , Graf Sclilalnendorf, Alexander v. Humboldt nur 
zu nennen sind, um die Kreise zu bezeiebnen, in denen er ausser 
dem Hofziikel zu verkelsren pllegte. Im JalirelSlO nach Peters- 
burg- zurückgekehrt, entwarf er einen Plan einer Erziehungs- 
anstalt für jüngere Staatsdiener, derselbe kam jedoch nicht in 
der Ausdehnung zur Ausführung, sondern es ward nur ein kai- 
serliches Lyceum in Zarskoje - Selo daraus. Dessenungeachtet 
übernahm er freiwillig den Untenicht der Literaturgeschichte 
und Aesthetik , da es an einem Lehrer derselben mangeile. 
Im Jahre 1812 trat er als Rittmeister und Adjutant des kom- 
mandirenden Generals Graf Walmoden in die russisch - deutsche 
Legion und machte den Krieg bis zur Auflösung derselben mit, 
ward durch eine eigenthümliche Verkettung der Umstände 1814 
als Major Adjutant des damaligen Erbprinzen , nun verstorbenen 
Grossherzogs von Oldenburg Paul Friedrich August , der als 
Gouverneur von Esthland den Grund zur Befreiung des Bauern- 
standes legte. 

Mit dem Erbprinzen, den er lieben geleint halte, kam 
von Rennenkamplf nach Oldenburg und stieg im Hofdienste 
nach und nach bis zum Oberkammerherrn, ward vielfach mit 
dem höchsten Vertrauen beehrt und selbst zu Sendungen zar- 
tester Natur gebraucht, so dass sich zwischen Herrn und Diener 
in dem vierzigjährigen ununterbrocheneä Umgänge eine gegen- 
seitige Anhänglichkeit und Zuneigung fest gegründet halte. 

Ausser dem Studium der Aesthetik in ihrer praktischen 
Richtung halle sich von RenncnkamufF speciell den Naturwissen- 
schaften zugewendet, die er vorzüglich deshalb von Tage zu 
Tage lieber gewann, weil er durch dieselben immer mehr und 
mehr die Weisheit und Güte Gottes bewundern lernte. Diesen 
Neigungen und Studien vorzüglich hat Oldenburg die Begrün- 
dung, Aufstellung und Zugängliohkeit der verschiedenen wissen- 
schaftlichen und künstlerischen Sammlungen zu verdanken und 
wird auf diese Weise sein Wirken noch lange erspriessliche 
Frucht tragen. 

Unter seinen verschiedenen, zum Theil französisch geschrie- 
benen Werken sind die wichtigsten: „Ueber Pius VII. und dessen 
Excommunicalion Napoleons. St. Petersburg, 1813." „Umrisse 
aus meinem Skizzenbuche 1827. 1828." „Beschreibung Tisch- 
beinscher Gemälde", so wie die Aufsätze über die sogenannten 
Dendriten, in denen er den Ansichten anderer Naturforscher ent- 
gegentrat. 



160 

Nafhdein sich von RennenKampiF mit dem Hoffräulein Ca- 
roline von Dalwigk vermälill hatte, liot er seiner »eliebten Mutter 
an, hei ihm zu wolinen , und so lel)te er das scliönsle , iniiijiste 
Familienlehen , aus dem der Tod in kurzer Frist drei Glieder, 
Gemahlin, Muller und die zweite Tochter abforderte. Fünf Kin- 
der üherlehen den verehrten Vater. 

W'iv, die wir dem Verstorbenen näher standen, so wie die 
Armen, denen er mit warmem Herzen, so weit immer seine Kräfte 
reichten, hülfreich zur Seite stand, werden noch lange den herben 
Verlust und die Lücke schmerzhaft empfinden, die sein Scheiden 
uns verursachte." 

Ich habe (aus persönlicliem und ununterbrochenem brief- 
lichem Verkehre mit dem Verewigten) dieser Skizze noch liinzu- 
zufügen, dass bei der Gründung des auf Rennenkampft's Vorschlag 
und Betrieb vom verstorbenen Grossherzoge dotirten naturbistori- 
schen Museum's in Oldenburg auch für die Entomologie in specie 
durch den Ankauf der Oppernjannschen Sammlung gesorgt wurde. 
Zwar waren die Lieblingssludien R.'s mehr auf das mineralogi- 
sche Fach gerichtet — und in diesem besitzt das 0. Museum 
sehr werlhvolle Suiten — aber bei R.'s lebendigem Interesse für 
jede naturwissenschaftliehe Richtung war Er (unter fleissiger Bei- 
hülfe des unermüdet thäligen Custos Herrn Wiepken) unablässig 
bestrebt, auch die Lücken der entomischen Partie nach Möglich- 
keit auszufüllen. 

Ich kann mich schliesslich nur der Ueberzeugung von Her- 
zen anschliessen, welche in der vorstehenden Skizze dahin aus- 
gesprochen ist, dass Rennenkampffs vielseitiges edles Wirken 
noch auf späte Zeit hinaus erspriessliche und gesegnete Frucht 
im Sinne des geliebten Säemannes tragen wird. Ihm sei die 
Erde leicht! C. A. Dohrn. 



:E r r a t a. 

In dem Aufsätze des Herrn Geh.-Rath Prof. Dr. Klug über 
Hermaphroditen lies: 

Seite 102, Zeile 14. der Fidonia statt die Fid. 
„ 25. Hupe statt Hagen. 
„ 26. Halle statt Hamm. 
„ 28. mir bekannt statt wie bekannt. 
Seite 103, „ 4. Hinterleibsschuppe st. Hinlerleibs- 

schuppen. 
Seite 119 und 120 soll es nicht Br. sondern Herr Plötz 

hcissen. 



Druck vou F. Hessenlaad in Stettin. 



Eiitoniologiisclie Zeituns 

herausgegeben 

von dem 

entomologischen Vereine zu Stettin. 



Redaclion: In Cornmission bei den Duclihand- 

C A Dohrn Verpins Präsident '""^e« von E. S. Mittler in neriin, 

t. A. ÜODrn, Vereins-Prasident. f r. F 1 e i s c h e r . und D y k in Leipzig. 



i\^ 6. 15. Jalargang. JunI 1854. 



Inhalt: Vereinsangelegcnheiten. -— Le Conte: nordamer. Eucnemiden. ~ 
Zeller: Literarisches. — Kr a alz: überStaphylinen. — Elditt: 
Literarisches. Aufzählung dei von Chapuis und Candeze be- 
schriebenen Käferlarven. — S trübin g: Malachius fallax. — In- 
telligenz. — Berichtigungen. 



irereimsangelegenlieiteii, 



la der Sitzung am 11. Mal wurde als Milgüed au%e- 
aouuucn: 

Herr Alexander Becker in Sarepta. 

Nachträglich ist zu bemerken , dass der Vorstand in der 
Sitzung am 6. April beschlossen hat, sich bei der Exploration 
des inneren Brasiliens durch Herrn Custos Reinhard in Copen- 
hagen mit einer Actie zu betheiligen. 

Für die Vereins-Bibliothek ist eingegangen: 
Annales de !a Societe entomologiqne de Frauce. 3. Serie. Tom. I. 
Troisieme trimestre. 1853. 

V. Signoret, Revue iconographique des Tettigonides. (siiile.) 
L. Dufour, Signalement de quelques Hjmenopteres algeriens. 
Melanges enlomologiques (suite). P. Milliöre, Note sur une 
Variete de la Gtiophos obscuraria. H. Lucas , Revue du 
genre Trichosoma. J. Curtis, Notioo sur la larve de l'Elatcr 
rhombeus. Reiche, Espece nouvelle (!<; Coleopterc (Thau- 
masus). Schaum , Observatioiis sur le groupe dys Pana- 
geites, L. Buquet, Deux especes nouvelles de Longicornes. 

11 



162 

De Marseul, Essai inouographique sur la famille des Hisle- 
rides (suite). 

Yerhandlunj-en des zoologisch-holanisrlien Veioins in Wien. Bd. II. 
1852. Mit 6 Tafeln. Wien, niaumüller's Hof buchhandig. 
Enthält: Fr. Biauei-, Ueljer den Fat l»en\vecl)sel von Clirj- 
sopa viilj'aiis Silin. G. Mayr, Zwei neue Wanzen aus 
Kordofan. Linino^elon Fielieii und Leüiocerus oordofanus 
(mit '2 Taf.) L. Miller, Drei neue Staphjlinen der AViener 
Ge}^end (Paedeius vulgaris; Aleorliara nii!,iipes ; Mef-arthrus 
affinis;. Fr. Brauer, Ueber eine neue unbekannte Insekten- 
larve. Khevenhiiller Melscli , Entonioloj'iselie Üntersueliung' 
der Adelsberger Hiilile. Cl. Hauipe , Neue Leplura (Lep. 
Kratteri). E. Heger, Beobaehlung über Scato|»se. J. v. Hor- 
nig, Erste Stände von Anthopliila rosina. G. Mayr, Abnorme 
Haargi'bilde an Nelirien. G. Frauenfeld, Ueber einen Runkel- 
rübenverwüster (Agrotis segetuin). V. Kollar, Neuere Be- 
obachliingen über den Weinwickler. J. Lederer, A'ersucli die 
europäischen Lepidopteren zu ordnen, I. Ropaloceren, H. He- 
leroceren. Derselbe, Ueber Gvinnanrjla canella und Sper- 
mafophora Hornigii. Mann, Beschreibung eines neuen Span- 
ners und einer neuen Sdiwabe (Eupithecia Mayeri u, Adela 
Albicinctella). J. v. Hornig, Ueber die ersten Siände von 
Anlhophila mendaculalis, Aeidalia rufaria und H^psolophus 
Lentniscellus. G. Mayr, Einige neue Ameisen (Forniica 
austriaca, Tapinoma nitens, Oecophthora subdentata, Acro- 
coelia rufipes, Schmidti). 

Bd. HI. 1853. Mit 15 Tafeln. Enthält: J. Mann, Notiz 
zu Lilhosia depressa und helveola. A. Pokorny, Entoniol. 
Ausbeute der Karslhöhlen. G. Frauenfeld, Neue Zeckengat- 
tung (Eschatocephalus gracilijjes). J. Majer, Bcf' hreibung* 
der Raupe von Pemp. cingilclja. J. Hoffntann, Ueber ocsler- 
reicliische Käfer. G. Mendel, Ueber Verwüstung am Garten- 
rellig durch Raupen (Boijs margaritalis). A. Hampe, Cara- 
rabus Adonis. H. Kalkbrunner, Ueber Oliorhvnchus ligustici. 
G. Dorfmeister, Ueber Melitaea. F. Biauer, Ueber Myrmc- 
coleon-Larven. Derselbe, Lebensweise des Bitfacus tipula- 
rius. R. Schiner, Entomol. Ausbeute der Krainerg'rotten. 
G. Frauenfeld, Ueber einen Pflanzenauswuchs 'an> Gamander, 
erzengt durch Laccometopus clavicomis u. Teucrii. G. Dorf- 
meister, Beobachtungen über einige Zjgaenen. Dr. R. Schiner 
und Dr. J. Egger, Dipterologische Fragmente I. bis III. 
G. Majr, Beiträge zur Kenntniss der Ameisen und Beschrei- 
bung' neuer. F. Lederer, Anordnung der Spanner. Der- 
selbe, Lepidopterologisches aus Sibirien. G. Majr, Ueber 
die Abtheilung der Myrmiciden. Dr. J. Egger, Beiträge zur 



163 

nälicren Kennlniss der Biaula cocca Nilzscli. J, v. Hornig-, 
Uebcr die ersten Sländo einiger Lepidojtleren. G. Dorf- 
moisler, Ciu'uliia seopariae, enloinol. Beilrai»;. 

Tlie Transaciioiis of ihe eiiloniological Sociely of London. New 
Seiies. Vol. 11. Pari Ml. 18.33. J. W'. Douglas, Contrl- 
Imlions lo tlio Natural Hisloi'v nl" Brilisii Microlepidoplera, 
F. Sniid!, Monograj)li of llie Goniis Crvptoeerus, belonging 
to ihe Group Crvploceridan — Family Myrniicidae — Di- 
vision Hymenoptora Heteroüvna. G. R. Waierhouse, A Re- 
\ision ot die Svnonvniie ol' (he ßrilisli Species oflheColeop- 
lerous Genera Hjdrochus and Oclilhehius. J. 0. West- 
wood, Descriplions of sonie ncw Species of Coleoplera froni 
C)liina and Ceylon. 

E. Newnian, Tlie Zoologisf. i\o. 135. Jan. 1854. Enthält: 
H. T. Stainton, Reniarks on tlie Larvae of Oecophora and 
Elacliista. 
,, No. 136. Februar 185 5. Enthält: J. Scott, A fevv Notes 
on (he Necessitv for rearing all the Tineidae and other 
sniall Groups. Ä. M. Norman, The Cholera Flj. 
„ No. 137. 31ärz lS5i. 

Sämnillich durch Schrificnlausch erworben. 

A. Karsch , De Coreihrae pluniicornis inetamorphosi. Adjecta 
tabula. Monasterii Guesfphalornm. 1854. 4. 
Geschenk des Herrn Verfassers. 



Wissenschaftliche Mittheilimgen. 



Synopsis der ducnemides des gemässigten 

IVord - Amerika'^. 

Von John It. JLe Conte'). 

Obschon mehrere Entomologen die vorliegende kleine Küfer- 
gruppe für eine besondere Familie ansehen, so finde ich doch, 
nach genauer Untersuchung, dass sie nur eine Section der zahl- 
reichen Elateridenfamilie bildet, und dass zu einer eigentlichen 
Ausscheidung kein Grund vorhanden ist. 



Foitsetzung der Artikel vergl. März - Nummer 1854 dieser Zeitung. 
Pioceediijgs of the Academy of natural sclences of Philadelphia 
Vol. VI., pag, 45. Im Auszuge übertragen. 

C. A. Dohrn. 
11* 



164 

Wie Erichson in Geiiiiai's Zfilstluifi für Entomologie II., 
179., anfuhrt, ist der cliaraetorisiisclie Unterschied zwisrhen Ela- 
leriden und den nächsiverwandton Familien in der Lockerheit der 
GliedtMuni; zwisclien Prolhorax und Mesoihorax zu finden. Zur 
Ermönlicliiin,"- einer freieren ßeweguni^ ist der Hinterrand oder 
der eingeliouene Tlieil des Prolhorax mehr oder weniger erweitert 
oder toncav, um über den entgegenstehenden Theil des Meso- 
thorax zu gleiten. 

Dieser Charakter, wenngleich theoretisch plausibel, ist doch 
bisweilen nur schwierig festzustellen und weniger entwickelt bei 
den Eucnemiden als l)ei den typischen Elateren ; indessen liabe 
ich ihn bei schärferer Beobachtung immer entdeckt. In den Gat- 
tungen Cebrio und Cerophvtum fehlt er durchaus; Cebrio 
weicht ausserdem ab durch seine hervorragenden Mandilieln und 
Cerophylum durch seine Hinterschenkel, welche an der Extremi- 
tät der veriüngerten Trochanleren eingelenkt sind und niclit an 
deren Basis oder Seile , wie bei den Elaleriden und den meisten 
übrigen Käfern. Obwohl mir die Affinität der Gattung Cerophj- 
tum noch nicht klar ist, so glaube ich doch, dass sie sowohl 
von den Elaleriden als von den Cebrioniden auszuschliessen ist. 

Die Bupresliden unterscheiden sich von den Elaleriden da- 
durch, dass der Hinteirand der Unterseite des Thorax direct an 
das mesotlioracische Segment angienzt. Andere untersclieidende 
Charadere sind noch: die Vereinigung des ersten und zweiten 
unleren Abdominalsegmenls , deren Sutur nur an der Seite sicht- 
bar ist; feiner die Gestalt der Augen, welche bei allen Bupresli- 
den transverse Form haben, bei allen Elaleriden durchweg rund sind. 

Um die Eucnemiden mit den typischen Elaleriden in eine 
Familie zu schliessen wäre die Definition etwa folgende; 

Coleoplera ]ienlamera nnlennis serratis, mandibulis relractis, 
oculis rotundatis; prolhorace inferne mesosteriium superatJe; ace- 
tabulis anlicis parcis rotundalis, in prosterno sitis, poslice valde 
hianlibus: coxis posticis laminatis, troclianleribus simpiicibus; ab- 
domine 5-aiticulalo, segmentis omnibus distinclis. 

Nach derBilduni^ des Sternuui und der Frons lässt sich 
diese Familie in mehrere Gruppen theilen, deien erste und leich- 
teste, die Eucnemiden, so zu sondern wäre: Clypeus vor den 
Antennen ausgebreitet, Labrum verborgen, der Kopf stark ab- 
gebogen, Prosternum vorn nicht gelappt (lobed, lobatum). 

Die amerikanischen Galtungen wären so zu ordnen : 
A. Tarsi non laminiferi. 
a. Thorax marginafus subtus non sulcatus. 
L Palpi tenues, articulo ultimo vix crassiore. 
Pedes fortiter compressi (anlennae minus 

approximatae Melasis Oliv. 

Pedes tenues Tharrops Lap. 



165 

2. Palpi nrficulo nliimo (lila(a(o (saepius 
fiocariforiiii). 
cc. Caput siib oculis non sulcatum. 
Laminae fecirices inagnae intus sen- 

6im (lilalatac E u rj p Ij chus. 

Laminae tectrices intus subsubilo 
(lilatafae. 

Tarsi articulo quaito siinplioi. . Epiphanis Es. 
Tarsi articulo r|uarto Ijievilorloljato Emathion Lap. 
Laminae tectrices intus quadrangu- 

Jariter dilatatae Anelastes Kb. 

ß. Caput sub oculis valde sulcalum. 

Laminae tcctiices anguslatac . . . HvIocharcsL. 
b. Thorax marginatus, subtus ad latera 
sulcatus. 
Antennae tenues articulo terlio sequentibus 

longiore Fornax Lap, 

Antennae tenues articulo tertio non longiore Jsarthrus. 
Anlcnnae valde serratae vel pectinatae . . EucnemisAhr. 
r, Thorax margine inten uplo , vel luedio 

obsolcto. 
Sulci antcnnales ad prosterni marginem sili Mi c r o rh agu s Es 
ß. Tarsi subtus 1 a m i n i f e r i. 

Sulci anlennales laterales Galba Esch. 

Es leuchtet mir nicht ein, ob die Division A, welcbe Gat- 
tungen mit und ohne Tarsalanhänge enthält, natürlich ist; aber 
da ich keine Gelegenheit hatte, eine Gattung der Division B zu 
untersuchen , so wollte ich die von allen früheren Entomologen 
adoptirte Disposition nicht antasten. Geleitet durch das Studium 
anderer Elateren bin ich geneigt zu glauben, es wäre besser, die 
Division B unter die vorigen zu vertheilen, Galba zunächst 
Eucnemis in die Subdivision b. und das (brasil.) Genus Pte- 
rotarsus Tor Mi c r o r h ag u s in die Subdivision c. zu stellen. 
Melasis Oliv. 
M peclinicornis Melsh., Pennsylvania, Ohio. 

Tb a r r ps Lap. 
Th. ruficornis Say, Missouri. Th. obliquus Say, Ohio. 

Eurjplychus Le Conte. 
CIvpeus ad apicem rotundatus ; antennae articulo primo 
elongato, terlio praecedente longiore, 4-8 subaequalibus crassitie 
paulo longlorüjus, 9 — 10 latioribus et (riplo longioribus, 11 ite- 
rum longiore elongato - ovjili. Palpi articulo ultimo dilatalo, 
triangulari; prosteinum poslic«; prominens, mesosternum profunda 
excavatum; lil)iae calcaribus apicalibus distinclis ; tarsi tenues, 
articulo primo elongato; laminae tectrices coxaruiu posticarum 
intus gradalim valde dilatatae, apice subacutae. 



Der Körper ist rogeliiiässi^- ^e\völl»t (regularly arched), 
eiiiigennasscn breit (moderately xc'tde) für diese Familie, iind ver- 
sehinälert sieli vom Thorax ali, welcher vorn selimal, an den 
Seiten j^-ernndet ist. Der Habitus ist genau der .eines Anipedus. 

E. heleroccrns Sav , Pennsylvania. 

K p i j)]i a n is Eselis. 

Das Inseki, \selelies ich als zu dieser Gattunp; ■iehörii;; an- 
sehe, unlersciieitiet sich von dem vorhergehenden durch das dritte, 
kaum verlänH,erte Glied der Antennen; «lie vier End-filieder sind 
bei dem cT _i;l('ic]imässiü,' erweitert (cnlarged) und jedes un.ü,efähr 
doppelt so lang- als das siebcnle ; die Platten (pleite.^) der liinlern 
Coxen sind nach innen pl()lzli<h erweitert und an der Spitze; breit 
abgesMinipIt. Ich kann d.is letzte Glied der Palpen nicht unter- 
suchen, Melches von Escliscliollz als eiförmig beschiieben wird. 

E. crislatus, New-York. E. canaliculatus , Pennsylvania. 
L. cornulus- Eschs. Silhka, mir unbekannt. 
E m al h io n Lap. 

Diese Gattung- i^t ilvr voiigen sehr ahnlich, der Unterschied 
beschränkt sich darauf, dass hier eine leichte Verlängerung des 
vierten Tarsengliedes an der untern Seile stattfindet, und dass 
die Vorragung- des Prosternums spitz, bei Epiphanis stumjif und 
gerundet ist. Bei den (f sind die letzten Antennenglictler 
etwas erweiteil. 

E. Atropos Sa); J^ouisiana. E. peneirans, Geoigia. 

Anelastes Kirbj. 
A. Drur)i Kirby, Guc-rin. Guerin reclinet diese Gattung 
zu den äcliten Elaleriden , Erichson (Agassi» Nomencl. Zool.) 
bringt sie zu den Cebrioniden. Indess gehört sie der Form des 
Cljpeus halber noihwendig in die vorliegende Gruppe. Das 
Prosternum ragt kaum liinlerwärts vor; (iie I'laden der liinter- 
coxen sind plötzlich erweitert durch den Zuwachs eines vier- 
eckigen Stückes. 

A. Latreillei, California. 

H y I c h a r e s I.,atr. Guer. 
H. nigrieornis Saj, Ohio. 

F'ornax Lap. ('Dirliagus Eschs.) 

F. bicolor Me'sh. New -York. I''. baditis Melsh. Pennsvl- 
Tania. F. cj-lindricoilis Sav , Illinois, Georgia, Pennsylvania. 
F. striatus, Georgia. > 

I sa rf h ri! s Le Conte. 
Antennae tenues, exlus paulo incrassalae, articulis CNlindii- 
cis, 2—12 subaequalibus, undecimo paulo lont-iore. CPalpi invisi). 
Thorax sublus ad niarginem profunde sulc.sfns: coxarum posli- 
earam laminac tectrices inlas modice dilatatae, ad apiceni late 
rolundatac ; tarsi tenues, articulo juimo elongalo, 2 — 4 gradalln» 
brevioribus, quarto vix dilatato. 



167 

Diese Gatliing dilleiiit von Fornax durch das diiüe Fiiiilei- 
•j^lied, weklics nicht j;rösser als das zweite und vietle isf, und 
durch die hinteren Coxalpladen , welche innen weniger erweitert, 
und am Apex breiter gerunJel sind; das >ierle Tarsenglied ist 
minder erweitert. 

J. sjuetus, Lake Suporior. Dies ist der vou mir im Kata- 
loge zu Agassiz' Lake Superior beschriebene Fornax spretus. 
Euc nemi s Ahrens. 

a. Antcnnae serratae, larsi articulo quarlo simplici 
E. cljpeatus Say, Penns_ylvania. 

b. Antennae serratae , tarsi articulo quarlo breviter lobalo. 

E. amoenicornis Say, südliche und mittlere Staaten. Die 
Antennen sind subflabellatae \i\ beiden Geschlechtern; bei einigen 
Exemplaren (vermulhlich 9) ist der Thorax an den Seiten etwas 
gerundet. Der ganze Habitus ist so der eines ächten Eucnemis, 
dass ich auf diese Jeichte Abweichung in Fühlern und Tarse« 
keine neue Galtung gründen mochte. 

Microrhagns Eschs. 
M. imperfectus, New-York. M. subsinaatus, Georgia. M. 
Iriangularis Sa)-, südliche und wesliiche Staaten. Auffallend ist, 
dass Guerin (Ann. Entomol. See. ¥\\ I., 187) diese Art zu Eu- 
cnemis bringt, da doch Saj ausdrücklich anführt, dass die Fühler- 
grube der Mille der Brust nahe liegt. M. humeralis Sav, Penn- 
s}'lvania. 

Galba Eschs. 
G. (Dendrocharis) flavicornis Guerinj Ann. Soc. Fr, IL, 
Serie L, 193. lab. 6, Fig. 60, 61. Georgia; ich habe diese schöne 
Art noch nie gesehen. 

Folgende Arten sind mir unbekannt und d'e Gattungen 
zweifelhaft, zu welchen sie gehören: 

Eucnemis quadricollis Saj , wahrscheinlich Melasis. (Trans. 

Am. Phil. Soc. 6, 186). 
Eucnemis fronlosus Saj, ibidem , wahrscheinlich gar nicht aus 

dieser Gruppe. 
Eucnemis calcealus Sa} , ibid. Die Beschreibung der Fühler 
passt durchaus auf meinen Isarihrus sprelus, aber von die- 
ser Art ist das vierte Tarsenglied nicht unterwärts gelappt. 
Dirhagus rußj)es Melsh. Pr, Ac. Nat. Sc. 2, 150. Die Slirne 
soll einen Längs- Eindruck haben; dieser Charakter wäre 
ungewöhnlich bei Fornax. 
Eucnemis muscidus und unicolor Say L c. sind Perolhops 
mucidus Erichson (Germ. Zeilschrift HL", 117). Das Geuns 
Perolhops ist schwierig zu stellen. Von der vorliegenden Gruppe 
wird es durch den vorragenden nicht eingebogenen Mund ausge- 
schlossen. Von den typischen Ebiteren weicht es ab durch den 
vorn ver!>reiterten Clypeus. verborgnes Labrun» und durch das 



168 

Fehlen des vordem Lobus nin Prostermim. Am uatiirlichslen 
scheint Perothops als besondere Gruppe, Anelastes und die Ehc- 
neiuiden mit den lypisrhen ElaJeriden zu verbinden. 



Wjiterarisches 

von Prof. P. C. Zeller. 

I. 

Beschreibung neuer Europäischen Schmeflerlingen, die weder im 
Rösel noch Kleenianu beschrieben stehen, herausgegeben von 
G. J. Gladbach. 
Erster Theil. Frankfnrih am Main 1771. 4. 
Einem im letzten Jahrgang der Zeitung*) von mir erschie- 
nenen Artikel über Lepldoplera fictitia verdanke ich es, dass Dr. 
H;igen die Güte hatle, mir das sehr seltene Gladbachsche Werk, 
das den obigen Titel führt, zur Ansicht zuzuschicken. Ich über- 
zeugte mich dadurch, dass die in Fnssly's Magazin I., S. 293., 
milgelheilten Beurtheilungen sehr treffend sind. Man sollte nicht 
glauben, dass zu Ende des vorigen Jahrhunderts solche Bilder, 
die auch der geringsten Spur von Natürlichkeit entbehren, wie 
auf Tafel 19, '22, 23, publicirt werden konnten. Esper, Scriba 
(im Journal) nnd Bergsträsser haben das Werk citirt. Gladbach 
hat sehr wohl gethan, dass er seinen Schmetterlingen keine latei- 
nischen Namen gab, ausser wenn er die von Andern ertheilten 
dafür wussle, nnd dass er nach dem in der Vorrede ausgespr^ch- 
ncn Planp „sich niemalen mit Beschreiliung der Farben bei den 
b'climetterlingen aufzuhalten", keine weitern Merkmale für seine 
Arten mitlheilfe, als diejenigen, die wir in den ilinminirten Figu- 
ren sehen, „auf deren Vollkommenheil nach der Natur sich die 
Hochgeschätzten Leser verlassen können". (I) Wir sind da- 
durch der Mühe überhoben , wegen Gladbachscher Ancienniläls- 
rechte weillauftige Untersuchungen anzustellen, denn dass in dem 
Werke manche für seine Zeit neue Art vorkommt, ist gewiss. 
Es wird zur Befriedigung der Wissbegier derjenigen, die das 
Werk nicht kennen, hinreichen, wenn ich die Arten mit ihrem 
Namen aufzähle und ein Ikispiel der Gladbachschen Behandlung 
des Gegenstandes gebe. 

l)Des Eissvogel sein rammerad . tiib. ]. fig. 1 — i. S. 5. = 
Sat^'rus Hermione. 

2) Die Feld-Venus, tab. 1. fig. 5. 6. S. 6. = Sat. Semele (f. 

3) Der grosse Klotzer. tab. 2. fig. 1 - 4. S. 7. = Sat. Phaedra. 

*j Seite in. 



169 

4) Der PetersiJgen - Vogel, (ab. 3. fig. 1—4. S. 8. = Pleris 

Daplidice. 
5) Der Messing- Glanz, (ab. 3. flg. 5 — 7. S. 9. = Plusia 

chrysitis. 

6) Die Sainme(bor(l, (ab. 4. 6g. 1—4. S. 10. = Epinephele 
Ti(honu8. 

7) Der sechszehnäugige Tagvogel, (ab. 4. fig. 5. 6. S. 10. = 
Epinepliele Hvporan(biis cT. 

(ab. 5. fig. 1^2. S.U. = Epinepb. HjperaiKhns $. Dazu 
koniin( noch (ab. XXXV. fig. 1. 2. S. 77. eine augenlose 
Varie(ä( unter dem Titel : der ohnäugige Tagvogel. 

8) Der blaue Handvogel, tab. 5. fig. 3 — 6. = Lycacna Eu- 
phemus cf , doch entljehr( fig. 4. der Randpnnkte auf der 
Unterseite. 

9) Die braune Art, (ab. VI. fig. 1.2. S. 12. = Ljc. Erebus ?. 

10) Das Bienen-Vö2:elchen, (ab^. VI. fig. .3—6. S. 12. — Polyoin. 
Dorilis Hufn. fChcG 0.) 

11) Der Dreszdnrr Blaue, tab. VII., fig. 1. 2. S. 13. = Ljc. 
Icarus Hufn. (Alexis 0.) 

12) Das schwarze Eck, (ab. VH. fig. 3-6. S. 15. = Leucophas. 
sinapis. 

]3)Das grosse Y, (ab. VIII. fig. 1—4. S. 16. = Pararga 

Megaera. 
14) Das rothe Schillergen, tab. VIII. fig. 5-6. S. 17. = Po- 

lyomin. AIciphron Rottenb. (Hipponoe 0.) 

15) Die rare Esula, tab. IX. fig. 1. 2. = Deileph. galii. Dazu 
tab. XXXII. fig. 1-3. S. 71. Die Raupe und Puppe. 

16) Der kleine rare weisse Blausieb, tnb. IX. fig. 3. 4. S. 19. 
= Bomb)x pupillata Esp. 

17) Der weisse Ochs, tab. IX. fig. 5. 6. S. 20. == Zerene 
marginata, 

18) Das kleine Augenvögelchen , tab. X. fig. 1 — 4. S. 21. = 
Coenonympha Pamphilus. 

19) Das kleine Schwalbenschwänzgen, tab. 10. fig. 5. 6. S. 21. 
— Thecia rubi. 

20) Die kleine Diana, (ab. XI. fig. 1. 2. S. 22.= Brjoph. 
glandifcra. 

21) Das kleine gelbe Ordensbändgen, tab. IX. fig. 3-4. S. 23. 
= Anar(a heliaca. 

22) Der Ogra- Vogel, (ab. XI. fig. 5-6. S. 24. = LeucanJa 
pallens. 

23) Das kleine Steindeckergen , (ab. XII. fig. 1. 2. S. 24. = 
Euciid. nii. 

24) Das schöne grosse schwarze Kind, (ab. XII. fig. 3. 4. S. 25. 
-•— Mania maura. 



170 

25jDas Mancliclten-Vögt'^on, lalj. 12. fi». 5. 6. S. '26. = Geoiii. 

sp.. iriii- unkennllifli. 
2U)I)..r Wiiidi-, (alj.XlU. %. 1.2. S. 29. = Sj.hinx convoivuli. 
27) Das Goldhluiiipn - MöM^^en, Phalaena Tinea chnsanlhemi, 

(al). XIII. lii;-. 3 -G. S. 32. ni()i( zu erkennen; es ist alier 

zui'oli'e der Angaijen über die Lebensweise niöglieh, dass 

Choreufis pariana vor»csk'lit sein soll. 
28} Die Halbfraiicr; fal). XIV. fig. 1.2. S. 33. = Cid. ocellala (?) 

Diese und die folgende ü,ehen als eine Arl. 

29) Die Halbhauer,' tab. XIV. %. 3. i. S. 33. =r Zeicnc 
adsislata. 

30) Die Halblrauer, (ab. XIV. ü'^. 5. G. S. 33. = Cid. alcheniillafa? 

31) Die Halblrauer, tab. XIV. iig. 7. 8. S. 33. = Cid. nionlanala. 

32) Die Haibtiauer, (ab. XV. fi-. 1. 2. S. 33. = Cid. iluc(ua(a. 

33) Die Halbdauer, (ab. XV. li-. 3. i. S. 33. = Eras(r. alra- 
(ula? Alle diese Halbdauern sind sehr sdiieclit abüebildcf. 

34) Der rare Bun(fieck, (ab. 15. lig. 5. G. S. 3i. =^ Deiopeia 
pulcliella (puk'lira 0.) 

35) Der grünblaue Fliegenvogel, der Taubenlials . tab. XVI. fig, 
1 — 3. 8. 35. =j= Ino sta(iecs. 

30) Die rosenro(be Binde, Plial. (in. l'asoia rosea , (ab. XVI. fig. 

4. 5. S. 35. = Penipclia carnella var. vitta costali flava. 

37) Das rase Rosenvögelgen, tab. XVI. fig. 6.7, S. 36. = Ca!- 
ligenia miniafa (rosea 0.) 

38) lier Fiolitenspanner, tab. XVII. fig. 1—6. S. 36. = Bupalus 
piniarius. cf $ , Raupe und Puppe. 

39) Das Pulvervögelgen, (ab. XVIll. fig. 1. 2. S. 38. = Noct. 
sp. ungefähr mit der Vorderfliigelgestalt der Galleria niel- 
lonella. 

40) Der schwarze Erdvogel, tab. XVÜI. fig. 3. 4. S. 39. = Nort. 
sp. unkenntlich , mit sonderbarer Unsvmmetrie in Grösse, 
Geüder und Zeichnung der Fliigel. 

41; Der rare Scheckflügel, tab. XVIII. fig. 5. 6. S. 39. = He- 

lioihis dipsacea. 
J2)Das kleine Achtergen, tab. XVIII. fig". 7.8. ,S. 40. = Noct. 

spec, unkenntlich. 
43) Das Duppe, tab. XIX. fig. 1-3. 8.41. r= Cvmat. flavicornis. 
4i)Der Mohr mit weissen Fliigelspilzen , lab. XIX. fig. 4. 5. 

5. 41. = Odezia ehaerop!ijl!a(a. 

45) Das grosse Y, (ab. XIX. fig. 5. C. S. 42. — Noct, spec, 
ganz unkenntlich, 

46) Der gelbe Vter, tah. XX. fig. 1. 2. S. 43, = Xanthosetia 
Zoegana. 

47) Das Männgen vom grossen Eissvogel, tab. XX, fig. 3. 4. 
S. 44. = Limenit, popnli cf. 



]71 

48) Das Firmament -Vöorelgcn, lab. 20, fig. 5. 6. S. 40. = 
Pvrans(a jmrpuralis ('?). 

49) Das Kavscr-Yügt'lgen, tab. XXI. fig. 1-7. S. 47. = Ci- 
daria bilineala mit Ran;?« und Puppe, aber jene hat nicht 
eine Spur von Aohnlii-likeil mit der wahren Bilineafaraupe, 
und „Sililehon" stlieinen ein erdiditett'S Fu(!er zu sein, da 
sie ganz am Boden lebt und hauptsäehiich Sauerampfer frisst. 

50) Das 1/1 PerleiimuKer-Yügelgen, tab. XXII. fig. 1. 2. S. 48. 
= Argynti. Eufibrosyne. 

51) Das Weibgen vom Goldvögelgen , Papil. Argiolus foemiiia ; 
der Dukalenvogel, das Weibgen tab. XXII. fig. 3. 4. S. 49. 
= Lyc. Virgaureao 2. 

52) Der Würirel-Vogel, das Weiligen, Phal. quadrala foem. ; das 
Viereck, das Weibgen tab. XXII. fig. 5. 6. S. 50. = Li- 
Ibos. f|t!a{lra cf*. 

53) Der kleine gelbe Sücif tliigel, tab. XXII. fig. 7.8. S. 50. ^ 
Aeid. aurcolaria. 

5^) Der 150 Perlenmuder-Vogel, (ab. XXIJI. fig. 1. 2. S.51.= 
Argvnn. S<lenc? Der sitzende Schmetlerlini^ sielit aus, als ob 
er wenigstens 5 Flügel hat. 
5} Der rare granlichweis.'^e Spanier, (ab. XXIII. fig. 3. 4. 
S. 52. = Boarm. crcpnsoularia? 

56) Der S-Vogcl, (ab. XXIII. fig. 5. 6. S. 52. =: Plaljpt. fal- 
eataiia? 

57) Der gelbe Muschenfiiigel , tab. XXIV. fig. 1. 2. S. 53. = 
Spanner oder Lilhosia'? 

58) Das schwarze PerlenmuKer - Yögelgen ohne Perlenmu(tcr 
(ab. XXIV. fig. 3. 4. S. 54. = Melit. Ar(emis. 

59) Das rare kleine ro(he Schiiiergen , mit seinen sehr langen 
Fühlhörnern, (ab. XXIV. fig. 5. 6. S. 54. = Adela Degee- 
rella (die gcliie Binde ist vor der Fliigelmit(e). 

G0;Der Haibcarfun, (ab. XXIV. fi;,-. 7. 8.^8.55.='? Sieht noch 

am meis(en wie ein Spanner aus. 
Gl) Der rare kleine Hermelin-Vogel, tab. XXV. fig. 1—6. S. 57. 

= liarpyia bifida mit Raupe und Ptijipe. 

62) Der 18äHgige Tagvogel oder Manrer- Vogel, (ab. XXVI. fig. 
1 4. S. 5'». = Pararga Maera Y'ar. Adrasta. 

63) Das rare kleine Glassvögelgen, Sphinx cnliciformis-, der 
MückenschmeKerling, tab.' XXVI. fig. 5. 6. S. 60. == Sesiu 
(ipuliformis. 

54) Das rare kleine Glasvügelgen mit dem rolhen Ringel, Sphinx 
cnliciformis cnni anii,ulo (I; rubro; der Mnckenschmetterling 
mit dem rothen Ring-, (ab. XXVI. fiü;. 7. 8. S. Ol. = Sesia 
m}0|(aeformis Bkii. (mutillaeformis 0.) Sie ist kleiner dar- 
ges(ell( alsf die vorige. Da Gladbach bei jeder SchmeKer- 
lingsart den Preis angiebt, üir den er sie verkauft, z. B, 



172 

diese Sesie für 3 Gulden, Odcz. ohaerophjllafa für 5, Deiop. 
pulchella für 10, so darf man sich nicht wundern, bei dieser 
raren Sesie zu lesen: flieget im Monat Julio Abends an 
den Jasniinhecken. 

65) Das »cmeine goldne 0, Papil. Palaeno; der Silbcrpankt 
tab. XXII. %. 1. 2. S. 02. = Col. H^alc cT. 

66) Das Hirsebiirtgen, lab. XXVII. fig. 3-6. S. 63. = Ema- 
turga atomaria <? 1$. 

67) Der rare Canonen-Vogel . tab. XXVII. fig. 7. 8. S. 63. = 
Notod. bicolora, 

68) Der Blauling, das Weibgen; Papil. Argus foem. ; das Weib- 
gen vom blauen Silberauge, tab. XXVllI. fig. 1. 2. S. 64. 
= Lyc. Argus $ ? (Hat keine Silberaugen.) 

69) Der schwarze Uäugige Tagvogel, tab. XXVIII. fig. 3—6. 
S. 65. = Erebia Medea cf $. 

70) Der Achtziger, tab. XXlX. fig. 1-5. S. 66. = Caradrina 
alsines mit Raupe und Puppe. 

71) Das kleine Perlen-Hühngen, tab. XXIX. fig. 6. 7. S. 67. = 
Ennychia pollinalis (mit goldgelben Flecken abgebildet). 

72) Das ro(h und schwarze Landkärtchen , Pap. Prorsa Levana 
mas. et focmina, (ab. XXX. fig. 1—4. S. 67. = Van. Prorsa 
mit 2 — 3 rothen Querlinien der Hin(erflü<;el. 

73) Der rare rothblaue Cirkelvogel, tab. XXX. fig. 5. 6. S. 68. 
=- Zvg. Minos. 

74) Der Spatzendreck, tab. XXX. fig. 7. 8. = ? Es scheint 
ein Wickler sein zu sollen, den Scharfenberg in Scriba's 
Journal S. 231. für Linuj's Phal. oxjacanthella erklärt. 

75) Das blaue Ordensband, tab. XXXI. fig. 1 — 5. S. 69. = Cat. 
fraxini mit R und P. 

76) Der ganz rare grüne Silbervogel, tab. XXXII. fig. 4. 5. S. 
73. = Cucull. arlemisiae. 

77) Der rothe und der blaue Schiller, das Weibchen tab. XXXIII. 
fig. 1—4. S: 74. == Apatura Ilia (fig. 1. 2. Var. Cljlie) 9. 

78) Der Silberstrich, das Männchen, (ab. XXXIV. fig. 1. 2. S 
76. = Arg. Paphia cT. 

79) Der grosse gemeine Tagvogel, das Weibchen, Pap. brassicae 
föm., der Kohlweissling das Weibchen, lab. XXXIV. fig. 3. 4. 
S. 76. = Pieris brassicae 9. 

80") Der schwarze achtzehnäugige Tagvogel, Pap. Ligea tab. XXXY. 
fig. 3-6. 8. 78. = Erebia Medusa. 

81) Der kleine gemeine weisse Tagvogel, Pap. rapae mas. et 
foem., der Rübenweissling (ab. XXXVI. fig. 1-6. S. 69. = 
Pieris rapae cf 9 mit R. und P. 

82) Der Fenchelvogel das Männlein, Pap. Machaon mas., der 
Page das Männchen (ab. XXXVI. fig. 7—9. S. 80. = Pap. 
Machaon cf. 



173 

Da auch iu der Fiissljsclien Reoension nicht mehr als 36 
Tafeln eivvahnt werden, so hat das Werk ohne Zweifel mit der 
36sten sein Ende erreicht. 

Als Beispiel der Gladhachschen Behandlungsweise gebe ich 
das üljer die Espeische Bomhjx pupillata Gesagte. „Der kleine 
rare weisse Blausieb, tab. IX. fig. 3. 4. 
§. 1. Dieses ist ein ebenso nettes als sehr rares Nachtvögelgen 
dritter Classe, dessen Raupe bishero noch unbckennt ge- 
blieben. 
§. 2. Im April findet man dasselbe, aber nicht alljährlich und 
sehr einzeln auf den Schaafrippen oder Millefolio, das auf 
den Wiesen stehet, allwo es gemeiniglich sich sehr tief 
auf die Erde verbirgt, und dahero schwer zu bekommen. 
Soviel mir auch bekannt, ist es noch in keinem Autore 
abgezeichnet zu finden. 
§. 3, Weil Männgen als Weibgen von der Ober- als Unterfläche 
einerlei aussehen, indem das Männlein durch seine etwas 
stärkere und bärtige Fühlhörner, auch dünnern Hinlerleib 
von dem Weiblein, dessen Leib dicker und die Fühlhörner 
viel dünner, sich unterscheidet, -so habe solches auch nur 
zweimal abmahlen lassen, wie solches aus der fig. 5. u. 6. 
zu ei sehen. Dieses hat keinen gewissen Preis." 
Wie man hieraus ersieht, beruht Esper's Angabe: „es soU 
ferner diese Raupe, nach vorläufigen Erzählungen, ich kann sie 
aber nicht für zuverlässig erkennen, sogar filzigle Haare wie eine 
Bärenraupe führen", nicht auf der gedruckten Gladbachschen 
Mittheilung. Esper's (im Text nicht cilirle) Abbildung weicht 
von der Gladbachschen etwas ab, indem sie weniger spitze Vor- 
derflügel, eine weisse Grundfarbe auf beiden Flächen aller Flü- 
gel und viel grössere Augenflecke hat. Dies erklärt sich dadurch, 
dass er sein Bild nach der ihm zugeschickten Originalzeichnung 
lieferte. 

Gladbach's wenige Raupenbilder sind jämmerliche Carrika- 
turen und betreffen solche Arten, deren Naturgeschichte längst 
genügend bekannt ist. Seine Nachrichten über die Lebensweise 
sind ungenau und zum Theil , wohl absichtlich, falsch. Da nun 
die schon Espern sehr verdächtige Bombjx pupillata in einer 
Nachbildung der Originalzeichnnng, also besser als im Gladbach- 
schen Werke geliefert, da die einzige von Gladbach selbst mit 
einem wissenschaftlichen Namen versehene Tinea chrjsanthemi 
(mit kammförmigen cT Fühlern, weshalb sie in Scriba's Journal 
S. 239 neben Masculella aufgeführt wird) nicht zu erkennen ist, 
so thut man wohl nach Treitschke's Vorgang Recht daran, das 
ganze Machwerk als eine Kinderschrift zu betrachten und in 
wissenschaftlichen Werken künftig zu ignoriren. 



174^ 



JI. 



Beiträge zur K^chusetterliugs- Fauna 
des nördlichen ChinA's, 

bearbeitet und heiausgegeben von Otto Bremer und Vrilliam C*rey. 

St. Petersburg. 18r)3— 54. 

Die Herrn Dr. Tiirtariiioll" und Gasclikewitscl! halten, ohne 
selbst Entonioiogen zu sein, ihren Aufenlliall in Peking (welches 
liier immer Pckin yeschriehen wird) zu llcissigem Sammeln der 
Jnseeten der Umgegend Ijenulzt. Die lejMdopleioiogisclie Auslieute 
wird liier auf wissensehai'tlieiie Weise l)os|Moi-lien iwxl dadurch 
eine doch einigermassen zusaüiincnliangende , wenn auch jeden- 
falls sehr lückenhafte Uehersicht der SchmeUerlinge einer Ciiine- 
sischen Lokalität gegeben. Merkwürdiger Weise nennen die Ver- 
fasser ihren Beitrag eine Bereicherung ihrer Fauna. 

Die 151 aufgeführten Arten !)ieten ein bnnles Gemisch 
europäischer und echt exotischer Arten, als Zeichen, dass die 
sibirische Fauna, die sicl^ von der nord- und mitteleuropäischen 
nicht trennen lässt, am Südrande der mongolischen Hochebene 
der südasialischen Fauna den Platz einzuräumen beginnt. Ein 
Theil der dort vorkommenden Europäer zeigt daher Abweichungen 
von der ursprünglichen Fäshung und Giösse; wahrscheinlich 
würden sie noch allgemeiner beobachtet werden, wenn man mehr 
Material zum Vergleich erhalten wird; möglich auch, dass das, 
was jetzt blosse Varietät zn sein scheint, sich als eigene, nur 
ähnliche Art erweist. 

Als dort vorkommende Enropäir werden genannt: Pap. 
Machaon; Pieris rapae, daplidice; Leuc. sinapis : Rhodoc. rhamni ; 
Arg. Adippe, Laodice; Melit. l'hoebe; Didvma; Van. c-albuni, 
cacdui; Lim. aceris, Lucilla; Apat. llia ; Saf. Phaedra, Oedipus, 
Amarvllis; Thecia spini, w-album ; Polyomui. Hippothoe, Phlaeas; 
Lyc. Poivsperchon , Fischeri, Battus, Pjlaon, Argus; Thanaos 
Tages — Sphinx convoivuli; Deil. Elpenor; Macrogl. stellatarum; 
Prociis pruni ; Lilhos. griscola; helveola; Lip. Salicis, aiiriilna; 
Coss. lignipeida; Ptiiodont. palpina; Acroiiyc!. cuspis; Had. 
chenopodii ; Agrot, sulFusa ; Heliolh. dipsacea^ ilava ; Plusia mo- 
neta, iota; Catoc. paranvmpha; Ophiusa Algira; Aspil. arenacea- 
ria ; Zer. ulmaria; Bot. aeruginalis, arcualis, hyalinaiis, polvgo- 
nalis, cinctalis; Hyp. palpalis. Wenn auch hiervon manches 
eine eigene Art ist, so bleibt doch kein sehr bfdeutendes Ueber- 
gewiclit in der Zahl der Asiaten über die Europäer. 

Dass unter den Nicliteuropäein viele neue Arten sein wür- 
den, liess sich erwarten. Als solche sind genannt: Sericinus 
fasciatus, Greji. Melitaea raaculala. Liuienilis Alwina. Satjrus 



175 

Menelriesii, Motsduilsk)i. Tlictla caerulea, niieans, fusca. Eu- 
(laiims bifascialus , giidalus. Slerojics unirolor. Hespeiia siib- 
h)alina, venata. Sjiichfus iiiaculadis. — Ainpcloiiliaga lubiginosa. 
Amlnilix St'hauHelbcrgeri. Thyreus caiulata. Siiierinllms Tata- 
rinovii, Gasdikevvitscliii. Lilliosia nielitans, ni^ropoda, striata. 
Caüii^enia sanivuinea. Sotina mieans, flava. Chelonia alba. Sa- 
tuniia iindulata. Pyj-acra assiuiilis, flavesccns. Aoionjela lutea. 
Mvthimua juteonjacuiala. Caiadr. I)islr%ala. Placod. fuscoiiiacu- 
laia. Aniplii|)yra subri^^ua. Holiotli. flava. Plus, albostriafa. 
Thyas bclla. Caloc. Abaiuita, ainata. Ophiusa obscura, — Phi- 
lobia cineieaiia. Boarui. inoralaiia, albosi^naiia. Aniphid. pan- 
thciinala. Aspil. Irislrij^aria. — Bolys quadiiiiiaculalis. Hypaena 
fuscaiis. Nvmpbula bisliigalis , quadiipunctalis. Sie sind mit 
lateiriisi'lirr Diai!,nose und deutstlier Bescbieibun;^- versehen. 
Notizen über Lebenssveise und Flui^zeit fehlen, wie leider ge- 
wöhnlich l»ei exotischen Arten; nur bei Anipelopli. rubiginosa und 
den Saturn. Cjnthia und Paphia finden sich ein paar dürftige 
Notizen. 

111. 

läepidopterologisches 

aus !§sl>irien. 

Mitgetheilt von Jfiilius Jjederer, 

So viel ich weiss, giebt es nur Beschreibungen einzelner 
neuer Arten aus Sibirien, die, wie viel sie auch zur Vervollstän- 
digung der systematischen Kenntniss der Lepidoptern beitragen 
mögen, zur Erkennfniss der Beschaffenheit der Fauna überhaupt von 
geringem Nutzen sind. Hier eihalfen wir nun durch den rühmlich 
bekannten Lepidopterologen Lederer einen selir dankenswertlien Auf- 
satz, woraus wir die Gewissheit erlangen, dass die Fauna" der uner- 
messlichen Länderstrecke, die der Nordabhang Asiens bildet, völlig 
mit der nord- u. mitteleuropäischen übereinstimmendes Gepräge hat. 
Er enthält ein Verzeichniss der Arten, die der fleissige Kindermann 
in den Gegenden des obern Irtisch in den Vorborgen des Altaige- 
macht hat. Nach einer sehr interessanten Schilderung der Lo- 
kalität aus Kindermanns Feder folgen die Arten in systemati- 
scher Reihenfolge mit Bemerkung der Abweichungen, die sie von 
den europäischen Formen zeigen, und genauer Beschreibung der 
neuen, die auf sieben Tafeln nach Geyer, nach Ober- und Un- 
terseite, schön und, soweit ich die Originale kennengelernt habe, 
sehr kenntlich abgebildet sind. Die neuen Arten sind: 

Limenit. Helhnanni , Sydyi; Satyrus Heydenreichi. Epialus 
nubifer; Psyche detrita; Lithosia flavociliala ; Graphophora Kol- 
lari, insignata ; Chersotis melancholica, Stentzi , rana ; Agrotis 
trucuienta; Oacocnemis strioligera, caiupicola, Hadena veterina, 



176 

nrcta, Alfaica, egena , inops ; Chaiadrina fongj^stii , iiiorosa, 
Xanthia zelotypa, vulpecula , H)pena tristalis; Sjnopsia strictaiia; 
Boarmia bifuminaria: Gnophos ophlhalmicala ; Enbolia scinilutata; 
Phasiane biparata; Cidaria serpenlinata, ravaria, fluidata; Eu- 
pithccia despectaria; Tortrix aerosana; Crambus quadrifidellus; 
Eudorea sibirica; Fuaiea proxiiiia. Ausser von allen diesen Ar- 
ten sind aucb noch von Ljc. Cvane Ev., Hadena Eversnianni 
Led. (obesa Evcrsin, — welcber Name wegen NocI. obesa Bdv. 
zu ändern war), Epischnia adultella M(zn. und Mjelois Sedako- 
vella Ev. Abbild unjicn gegeben. 

Die übrigen Namen sind aus der in Lederer's drei sjste- 
inatiscben Arbeiten (Tagfalter, Scbwärmer und Spinner, Spanner) 
befolgten Nomcnelatur; da sie, auf strengere Beachtung der An- 
ciennitätsrecbte als bisher gegründet, nicht selten von den jetzt 
gebräuchlichen abweichen, so sind die letztem zur Vermeidung 
jeglicher Irrung beigefügt worden. Unter den Noctuen finden wir 
das neue Genus Oncocnemis mit Angabe seiner Merkmale, 
und zwei neue Gattungsnamen Mixocharis und Thalpochares für 
Genera, deren bisherige auch in Guenees neuestem Noctuenwerk 
beibehaltene Namen schon anderweitig vergeben sind. 

Dieser Aufsatz befindet sich im Jahrgang 1853 der Wiener 
Verhandl. des zool.-botanischen Vereins, S. 351 —380, ist aber 
auch in einem Separatabdruck mit eigener Beziftcrung der Seiten 
erschienen. 

Da Lederer durch fernere Zusendungen reichliches Material 
zur Vervollständigung seiner Arbeit erhalten hat, so ist es sehr 
wünschenswerth, dass er fleissig fortfahren möge, die Wissen- 
schaft durch seine tüchtigen Leistungen zu bereichern. 



Bemerkungen über Staphißlinh 

Von G. Kraatz. 
II. 

in den 1852 zu Paris erschienenen Opuscules entomolo- 
gi(jue par E. Mulsant, sind pag. L5— 40. die Beschreibungen von 
22, grossenlheils auf franzüsisdiem und schweizer Boden gesam- 
melten Homalota gegeben, lieber einige derselben habe ich erst 
vor Kurzem (Stett. Ent. Ztg. XIV. Nr. 10.) synonymische Auf- 
schlüsse gegeben; jetzt sind durch die Güte des Herrn Rey auf 
meine Bitte die Typen zu sämmtlichen Arten in meinen Händen. 

So sorgfältig die Beschreibungen auch entworfen sind, mit 
Berücksichtigung eines Unterscheidungsmerkmals, welches selbst 
in Erichsons „Genera et species Staphylinorum" in dieser Gat- 
tung wenig oder gar nicht benutzt ist, fällt doch die Hälfte der 



177 

ilort |)ulilicii(cn Arien mit schon fn'ilier liescliiicbenen zusammen. 
Das orvviihnlp Ütitersclioidiin^smillel lio»t in der Bildung- des \e\2- 
len Abdoniinalspjinients der Männchen, welches l)ei den verschie- 
denen Arten sehr aljweichend geformt ist. Zwar besitzt ein 
Theil der Homalolao fnsiformes und mehrere mit H. elongata 
verwandte Arten, so wie diese seihst, keine oder kaum merkbare 
Abweichuni^en in der Aliijoiitinaibildunir beider Geschlechter, in- 
dessen ist es mir anderseits fast ausschliesslich nur mit Benutzunj« 
der Abdominal-Sen^menls-Bilduna^ gelungen, die äusserst schwie- 
rigen um H. socialis Pa)k. grup|iirlen Arten genau zu scheiden. 
Wer sich mit der Determination der Homaloten beschäftigt , ver- 
gleiche daher vor Allem genau die letzten Abdominal -Scgnienle, 
und suche zuerst die Männchen lierauszufinden , in welchen die 
Charactere der Species viel deutlicher hervortreten. 

Jetzt zu den einzelnen Arten selbst, die für den deutschen 
Entomologen von um so grösserem Interesse sind, da sie meisten- 
theils auch in Deutschland vorkommen und nicht etwa lediglich 
den Orten angehören, wo sie von« Beschreiber gesammelt sind. 

1. H. micans Muls. (Op. Ent. I. IG). Diese durch die 
lielle Fiihlerbasis, wenig dichte und ziemlich deutliche Punclirung- 
des Halsschildes, kurze Flügeldecken und die ziemlich weitläuftige 
Punktirung der 4 ersten Abdominalsegmente ausgezeichnete Art 
vermag ich nicht von der II. hvpnorum Ksw. zu unterscheiden; 
die Erhabenheit auf dem 2(en Äbdominalsegment des Männchens 
ist nur schwach und dürfte nicht seifen ganz unbemerkbar sein, 
wie es bei einem aus Süddeutschland stammenden Exemplar der 
H. hvpnorum, welches unzweifelhaft mit der H, micaus Muls. 
identisch ist, der Fall ist. 

2. H. subalpin a Muls. (i)\i. Ent. I. 17.) Eine neue, 
auf dem Mont Pilat, Bugey, Grande- (hartreuse vom Autor ge- 
sammelte Art, welche ich aus Süddeutschland besitze: sie sieht 
der H. hvpnorum Ksw. am nächsten, ist jedoch etwas kleiner, 
mit kürzerem Endgliede der Fühler , weniger stark punctirlen 
Flügeldecken, einzelner punctirtem Hinterleibe, und durch das ver- 
hültnissmässig stark ausgebuchtele letzte Hinlerleibssegment vor- 
züglich ausgezeichnet. 

3. H. longicollis Muls. (Op. Ent. I., 18). Es kommen 
von der H. languida Er. zwei Hauptformen , eine grössere und 
eine kleinere vor, die mir bis jetzt specifisch zu scheiden noch 
nicht gelungen ist, die erstere hei uns die verbreitetere, die letzlere 
hier weniger häufig, namentlich um Leipzig vorkommend; diese 
ist es, welche von Mulsant als H. longicollis beschrieben und 
für verschieden von der H. languida Er. gehalten wird; ich 
glaube indessen, im Besitze einer grössern Anzahl beiJer Spiel- 
arten, unter denen sich vollkommene Uebergänge in der Grösse 
und der Bildung des letzten Abdominalsegments beim (f finden, 

12 



178 

die Tollkoinmeuc Identität boidcr htliaupten zu können; von den 
beiden mir von Rey niil^^eilieilten typischen Exemplaren üheitrifft 
das 2 <len cT fast um das Dopj)elte an Grösse, und er seihst 
hesass nur l Exemplar der H. languida Er. Die grössere Spiel- 
art kommt nanientliih bei Berlin in Wäldern unter feuchtem 
Laube vor, die kleinere habe ich ausser von Leipzig von Mun- 
ster, Elberfeld, Crei'eld, Düsseldorf. 

4. H. brunnipes Muls. (Op. Ent. 1. 20). Das von Rey 
eingesandte Männchen ist ein frisches Exemplar der weit ver- 
breiteten H. palustris Ksw., welclie durch ihren Glanz, zierliche 
Form und namentlich die Abdominalbildung des Männchens (letz- 
tes Segment sanft dreieckig ausgeschnitten) leicht zu erken- 
nen ist. 

5. H. atricapilla Muls. (Op. Eni. L 21). Eine aus- 
gezeichnete neue Art; die auch in Oesterreich , Hessen und am 
Rhein, aber überall selten vorkommt und gewiss noch weiter ver- 
breitet ist. 

G. H. producta Muls. (Op. Ent. 1.22.) Identisch mit H. 
luridipennis Mannh. Siehe Stettiner Ent. Zeit. XIV. p. 329. 

7. H. incisa Muls. (Op. Ent. L 24.) Von der H. so- 
dalis Er., welche ich stets an zwei längslinienartigen Eindrücken 
an der Basis des Halsschildes erkenne, nicht ^ erschieden; die 
Färbung der Fühler und des ganzen Thieres überbau, ;l, ist je 
nach dem Grade der Ausfärbung sehr verschieden; ich besitze 
auch ein sonst ausgefärbtes Exemplar mit ganz hellgelben Füh- 
lein. Der Käfer liebt die Feuchtigkeit, namentlich modernde 
Pilze; ihm sehr verwandt ist eine noch unbeschriebene Art (hu- 
meralis mihi in litt) mit meist heller Schullerccke, gewölbterem 
Halsschilde und sanft gerundetem, gekerbtem letztem Hinterleibs- 
segmentc des Männchens, die sich an ähnlichen Lokalitäten findet. 

8. H. livida Muls. (Op. Ent. L 25.) Ich h;i!)e diesen 
Käfer früher mit der H. picipennis Muls. verwechselt ; er ist 
neu und kommt an verschiedenen Punkten Deutschlands, nament- 
lich in Thüringen und Schlesien nicht selten vor. 

9. H. inrpressicollis Muls. (Op. Ent. L 27.) Iden- 
tisch mit H. divisa Märkel. Siehe Sfettiner Entomol. Ztg. XIV. 
pag. 329. 

10. H. brevicornis Muls. (Op. Ent. I. 28.) Ich ver- 
mag den Käfer nicht von der H. incrassata Muls. (Op. Ent. I. 
32.) zu unterscheiden; beide sind an demselben Orte gesammelt, 
auch stimmen die Beschreibungen in den wesentlichsten Punkten 
vollkommen überein. Eine ausgezeichnetere, sonst unbeschriebene 
Form, die auch in Sachsen, Thüringen, Baiern, aber überall 
selten vorkommt. 

n.H. albopila Muls. (Op. Ent. I. 29.) Eine recht aus- 
gezeichnete neue Form vom Strande des Meeres, die gewiss öfter 



179 

aufgefunden worden wird und leiclit mit der Aleoehaia obscureila 
verwechselt weiden kann, von der sie indessen dureh (laclieie 
Gestalt und schwüehere PuniMirun»' leicht zu unterscheiden ist. 

12. H. picipennis Muls. (Op. Ent. I. 31.) Iden- 
tisch mit H. nivalis Ksw. Der Name ist übrigens schon doppelt 
von Gvllenhal und Mannerheim vergeben. 

13. H. incrassata Muls. (Op. Ent. I. 32.) Neue Art. 
Siehe No. 10. 

14. H. foveola Muls. (Op. Ent. 1. 33.) Identisch 
mit der seltenen H. aulumnalis Er., welche durch ihre eigon- 
thiimliche Punktirung viel Aehnlichkeit mit einer Oxypoda hat. 

15. H. pallens Muls. ( Op. Ent. I. 35.) identisch mit 
H. macella Er. Siehe Slett. Ent. Ztg. XIV. p. 330. 

16. H. pusilla Muls. (Op. Ent. I. 36.) Eine zierliche 
neue, der H. exilis nahe stehende, Art. 

17. H. raontana Muls. (Op. Ent. I. 38.) Idenlisch mit 
der vielfach verkannten und schwer zu unterscheidenden H. co- 
lata Er. 

18. H. laevana Muls. (Op. Ent. I. 39.) Eine neue, 
von mir bei Bonn im Walde unter Excrementen in ziemlicher 
Anzahl gesammelte und auch weiter über Deutschland verbreitete 
Art, zu den Verwandten der H. atramentaria gehörig, und durch 
die Abdominalbildung des cT recht ausgezeichnet; doch ist in der 
Mulsant'schen Abbildung (taf. I., lig. 12.) der Ausschnitt etwas 
zu gross angegeben, er ist nie halbkreisförmig, sondern erreicht 
nur die Grösse eines weit geringeren Kreissegments. Ich hebe 
dies hervor, weil man nach der gegebenen Zeichnung die Männ- 
chen der H. laevana leicht mit den« Weibchen einer noch unbe- 
schriebenen alpinen Homalola verwechseln könnte , die eine ähn- 
liche Abdominal-Segment-Bililung besitzt. 

19. H. sericea Muls. (Op. Ent. I. 41.) Eine neue, 
last über ganz Deutschland verbreitete kleine Art, durch die kräf- 
tigen Fühler und die letzten glatten Hinterleibs-Segmenle ausge- 
zeichnet, aber bei mangelnder Pubescenz leicht zu verkennen. 

20. H. basicornis Muls. (Op. Ent. I. 42.) Von dieser 
hübschen neuen, an eine Gvrophaena erinnernden Art kenne ich 
ausser den Rej'schen nur noch zwei von mir bei Berlin gesam- 
melte Exemplare. Im Bau steht der Käfer der H. clanculn Er. 
am nächsten. 

21. H. parens Muls. (Op. Ent. I. 45.) Eine in der 
Grösse sehr veränderliche Art, die namentlich im südlichen 
Deutschland (auch am Rhein) nicht selten, bei uns sparsamer 
vorkommt. Sie gehört nicht in die Gruppe der H. fungi, sondern 
zu den kleinsten Verwandten der H. socialis Paj-k. Unter den 
Re)''schen zugesandten beiden Exemplaren befindet sich auch ein 
Männchen, welches der Autor indessen übersehen zu haben scheint. 

12* 



180 

Das letzte Hinleileiltsse;^moiit isl liei den jiiösslen Exemfilaicn 
3mi»l ansgeschniden, in der Miltc slumpftircieckij:,-, an den Seiten 
spitz dreiecki»; von den datluirh] entstehenden 4 Zinken sind 
die äusseren spitz, die inneren nielir stumpf al)ii,eschnillen, schwach 
verdickt. Ich hal)e den Küfer vielfach als H. modcsta mihi in 
litt, verschickt. 

Nachschrift. Da sich der Druck der vorliegenden Be- 
merkungen einige Zeit verzögert hat, hin ich in den Stand ge- 
setzt, die mir angenehme und für den Leser nicht unwichtige 
Mittheilung machen zu können , dass der Autor seihst die ihm 
von mir brieflich mitgelheillen Ansichten iiher die Haltbarkeit der 
einzelnen Arten, bis auf wenige Diflferenzpunkle vollkommen theilt. 
Diese sind: 

ad. 3. Rej ist geneigt, H. longicollis sibi und H. languida 
Er. für verschiedene Arten zu Jialten , auf die Grössen und Ab- 
domiualsegments-Bildungs-Verschiedcnheit sich stützend. Letztere 
erklärt sich einfadi dadurch, dass die höckerartigen Verdickungen 
am Rande des Abdoininalsegmenls , welche die Form desselben 
bedingen, bei der H. languida etwas breiter und flacher, bei der 
H. longicollis höher und spitziger sind , — hierauf basirend, 
kann man die scheinbar verschiedenen Bildungen leicht aufein- 
ander zurückführen. 

ad. 12. Rej sagt von seiner H. picipennis: „lous mes cx- 
emplaires sont plus etroits, les el)'trcs sont plus courtes , plus 
fortement poncluees, le prothorax est plus deprime, Ics pattes et 
les antennes sont plus pales que daiis les individus de la Nivalis 
recus de Kiesenwetter." Leider besitze ich im Augenblicke keine 
Original-Exemplare der H. picipennis Rey, glaube indessen, dass 
H. picipennis doch wohl nur eine Local-Varietät sein wird. 



in. 

Unter den vonThomsson in der „Oefversigt af de i Sverige 
funnn arter af slägtet Homalota (Oefversigt af Kongl. Vetenskaps 
Äcademiens Förhandlingar 1852. p. 131^ — 116.) angeführten Ar- 
ten, befindet sich eine Reihe neu beschriebener Homalota, von 
denen der Autor auf meine Bitte mir den grössten Theil zur 
Ansicht mitzutheilen die Güte hatte. Icli habe über dieselben 
Folgendes mitzutheilen . 

1 . H m a 1 t a b r a c h y p t e r a T h o m s s o n. ( Oef. af 
Kungl. Vet. Ac. Förh. 1852. p. 132.) Schon im vorigen Jahre 
hatte ich (in der Stett. Ent. Ztg. 1853. p. 330.) diese Species 
für identisch mit der H. caesula Er. erklärt. Glückliclier Weise 
fügte ich einige Exemplare der H. cacsnla Er. einer Sendung 
an Herrn Thomsson bei, mit der Frage, ob er darin ebenfalls 



181 

seine Honialola bracliyptcra erkenne? worauf ich zur Antwort 
erhielt: 

„Ho'"'ilo(a brach^'ptera ist richtig bestimmt, al)er nicht 
„identisch mit H. caesula Er. , denn ich habe «las Original-Ex- 
„emplar selbst untersucht; ausserdem sai>t Ericbson: „thorax 
„coleopteris angustior, laferibus subrecds, fortiter et late 
„can al i c n I atus, was nicht auf meine Art eintrifft." 

Hierauf habe ich, und zwar in etwas ausführlicherer Weise, 
weil ein für die Determination einer grossen Reihe von Homalota 
wichtiges Princip berührt wird, zu erwidern: 

Honialola brachyptera ist dennoch identisch mit der H. cae- 
sula, deren einziges typisches Exem|ilar ich mehrfach genau ge- 
prüft habe, weil der angegebene Haupt-Unterschied beider Arten, 
das Vorhandensein oder Nicht-Vorhandensein der Rinne auf dem 
Halsschilde, kein haltbarer ist. Auch Rey , der eine neue, 
noch unbeschriebene Art für H. caesula Er. hielt, wollte in den 
von mir übersandten Exemplaren der H. caesula Er. diese Art 
nicht erkennen, sondern erwiderte: ,, J'avoue que ma caesula ne 
va pas Ji la description, mais la votre ne peut non plus s'y 
adopter, a cause de cette phrase : thorace fortiter canali- 
culato, ce qui n'est pas dans votre insecte." — 

Die Rinne auf dem H a 1 s s c h i 1 d e einer Reihe von 
Homalota ist kein constantes Merkmal; sie ist aller- 
dings bei den Arten, welclie Neigung zur R i nn en bildu ng 
verrathen, in der Regel vorhanden, häufig aber auch niclit. Man 
Itat sich daher wohl zu hüten, zu viel Gewicht auf dieses Merk- 
mal zu legen , wenn man nicht in unausbleibliche Irrthümer ver- 
fallen will. Bei der Homalota divisa Märkel , excavata Gyllenh. 
und bei einer grössern Reihe der H. caesula Er. kann man sich 
leicht von der Wahrheit des Gesagten überzeugen. 

2. H m a I 1 a p u n c t i c e p s T h o m s s o n. (Oef. af Kong). 
Vet. Ac. Förh. 1852. p. 133. 

Eine sehr sorgfältig beschriebene, gute neue Art. Ich be- 
sitze ausser den schwedischen Exemplare aus Helgoland (Riehl!) 
Pyrmont (Grimm.'), Venedig (Schaum!), Smyrna (Schaum I), 
Hyeres (Rey). 

3. Homalota tenuicornis TJiomsson. (Ocf. af 
Kongl. Vet. Ac. Förh. 1852. p. 134). 

Dem einen mir eingesandten, nicht recht wohl erhaltenen 
Exemplare zufolge scheint mir die Art neu zu sein. Sie ist der 
H. hjpnorum Ksw. sehr nahe verwandt, scheint indessen durch 
schlankere Fühler, dunklere Färbung etc. verschieden. 

4. Homalota latiuscula Thomsson. (Oef. af Kongl. 
Vet. Ac. Für. 1852. p. 134). 

Weniger schlank als die übrigen Verwandten der H. elon- 
gatula, auch weniger gleichbreif, durch die ziemlich kurzen Füh- 



182 

ler, opaken Flügeldecken elc. ausgezeiclinel. Eist wenn der cf 
bekannt ist, wird sich die Art gut characterisiren lassen. 

5. Homaloiit uliginosa Thoinsson. (Oef. af Kongl. 
Vet. Ac. För. 1852. p. 135.) Siehe Stetfiner Ent. Ztg. 1853. 
pag. 329.) 

6. Homalota arvicola Thomsson. (Oef. af Kongl. 
Vet. Ac. För. 18o2. p. 135.) 

Eine der H. pagana Ei-, selir verwandte neue Art, von der- 
selben vornäiiilich durch krüfligeren Bau , kräftigere Fühler, 
deren 2les bis 4 (es Glied innen behaart sind, unter- 
schieden. Die Abdominal -Segment -Bildung des cT der bei der 
H. pagana sehr «ähnlich. 

7. Homalota fucicola Thomsson. (Oef. af Kongl. 
Vet. Ac. För. 1852: p. 137). 

Ich vermag diese Spccies von der H. umbonata Er. nicht 
zu unterscheiden und würde mir schwer erklären können, was 
Thomsson dazu veranlasst, in dem typischen Exemplar eine neue 
Art zu erkennen, wenn mich nicht die Anfangsworle seiner Be- 
schreibung: „H. umbonatae similis et aftinis, distincta tarnen vi- 
detur, thorace canaliculalo magisque depresso" ntit 
grosser Vk'ahrscheinlichkeit vermulhen liessen, dass ihn der schon 
oben erwähnte Glaube dazu veranlasst, die Rinne auf dem Hals- 
schilde sei ein specifischer Unterschied. 

8. Homalota grisea Thomsson. (Oef. af Kongl. 
Vet. Ac. För. 1852. p. 137). 

Bevor ich über diese Art, von der Thomsson sagt: „statura 
omnino H. elongatulae " referire, iM'ill ich einige Worle über 
H. elongalula Grav. Er. und deren Veiwandte voranschicken. 
Diese fast überall häufige Art, von der Erichson eine Reihe von 
Varietäten aufzählt, die iheils Varieläien, theils specifisch ver- 
schiedene Arten umfasst, zerfällt vornämlich in 2 Species , von 
denen die eine überall häufig vorkommt (H. elongalula Grav.); 
die andere dagegen sich vornämlich am Rande überschwemmter 
Wiesen im Frühjahr findet (H. terminalis G}ll.) Gjllenhal hat 
dieselbe, wenn man von der Grössenangabe, die sich auf sehr 
grosse Exemplare bezieht, absieht, durc-haus treffend beschrieben; 
sie ist durch stärkeren Glanz, hellere Färbung, durcli gleichbreite, 
mehr (7lindrische Gestalt, kräftigere Fühler, fast immer gerinntes 
Halsschild und hellere Hinterleibsspifze von der H. elongatula 
Grav. unterschieden. Thomsson scheint beide Arien noch nicht 
specifisch unterschieden zu haben, denn er führt H. (erminalis 
G;y1l. als synonym mit H, elongalula Grav. G}ll. an. Von der 
H. terminalis G)ll. exislirt nur eine ganz dunkel gefärbte Varietät, 
in welcher derjenige, der H. elongalula Grav. und terminalis G)'ll. 
von einander geschieden hat , leicht die letztere wiedererkennt. 
Wem diese Scheidung noch nicht gelungen, dem wird das Thier 



183 

einen besonders fienular(i»en Eindruck machen, der denn auch 
Thomsson wahrscheinlicJi veranlasst hat, den Käfer als H. grisea 
sibi zu beschreiben, als dessen Fundort er übrigens ebenfalls den 
für H. terminalis Gjil. charactcristischen, „in humidis graniinosis 
(euipoie vernali" ana;iebt. Iili besitze ausser den Original-Ex- 
emplaren vornämlich bei I^cipzig gesammelte Exemplare der H. 
grisea Thomsson. 

9. Homalota aridula Thomsson. ( Oef. af Kongl. 
Vet. Ac. För. 1852. p. 139.) 

Die eingesandten Original - Exemplare haben meine (Stett. 
Ent. Ztg-, 1853. p. 329) geäusserte Vermuthung-, dass der Käfer 
mit H. divisa Märkel identisch sei, bestäligt. 

10. Homalota planicollis Thomsson. (Oef. afKgl, 
Vet. Ac. För. 1852. p. 139.) 

Thomsson hat H. immersa Er. mit irgend einer anderen 
Species verwechselt, wie hauptsächlich aus den Worten in der 
Diagnose: „ abdomine parce forliter punclato " hervorgeht, und 
H, immersa Er. als planicollis sibi beschrieben. Der Käfer, von 
dem Ericiison nur 1 Exemplar vor sich gehabt, scheint weit ver- 
breitet, aber überall sehr seilen zu sein. Thomsson fand ihn am 
ausfliessenden Baumsafle. 

11. Hom al ta succico la Tho mss on. (Oef. af Kongl. 
Vet. Ac. För. 1852. p, 141). 

Thomsson hat, wie ich auch bereits gethan, unter den Ver- 
wandten der H. socialis Payk. zunächst 2 Species unterschieden, 
von denen er die eine für die ächte H. socialis Pajk, hält, die 
andere am ausiliessenden Safte der Bäume lebend, als succicola 
sibi beschreibt. H. succicola Thomsson ist aber nichts anderes, 
als H. validicornis Märkel, welche ich für die ächte H, socialis 
Vsiyk. zu halten geneigt hin. Thomsson dagegen hält ein der 
H. validicornis Märkel nahe verwandtes Thier, welches ich eben- 
falls am ausiliessenden Baumsafte gesammelt und als H. trinotata 
mihi an meine Freunde versendet habe , für die ächte socialis 
Pajk. — Nach meinem Dafürhalten haben die Beschreiber der 
H. socialis Pajk., sowie Paykull selbst, gewiss stets mehrere ver- 
wandle Arten mit einander verwechsell. Jetzt, nachdem eine ge- 
nauere specifische Scheidung der unter H. socialis Payk. vereinigten 
Species, die Erichson noch nicht gelungen, nicht eben mehr un- 
möglich bcheinf, halle ich es für durchaus rathsam , den Collec- 
liv-Namen H. socialis ganz und gar fallen zu lassen und die im 
Laufe der Zeit aus der Collecfivart als selbstsländige Species 
ausgeschiedenen Arten, unter den ihnen von ihren Beschreibern 
ertheilten Namen aufzunehmen. 

12. Homalota merdaria Thomsson. (Oef. af Kongl. 
Vei. Ac. För. 1852. p. 141.) 

Der Autor hat diese Art mit Unrecht wohl von der H . 



ISi 

sericans Grav. getreanl; vera:Ieii'lit man dio Diagnosen, so sieht 
man wieder als die Hauptdifferenz bei beiden , den Thorax der 
einen als „transversim subfjuadratus", den der andern als „bre- 
vjusculus basi foveola ca n ali enia*iue abbreviata im- 
pressus" bezeichnet. 1< li vermag in allen unter Pilzen , in 
Mist e(c. «esammelitn Exemplaren der H. sericans Grav. nur 
diese eine Art zu crlicnnon, weUlie das Eigenlhümliohe hat, dass 
die Crenuiirun»' des Abdominal - Scj^mcnls bein« cf keine gleich- 
massige ist, sondern die Zahl der ZäJinchen bei vollkommen 
übereinstimmenden, an derselben Lokalität gesammellen Exempla- 
ren von fi — 10, ja 12 variirt, so dass die einzi?lnen Zähnchen 
nur mit Mühe von einander zu' scheiden. In Pilzen gesammelte 
Exemplare dieser Art schickle mir Thomsson als H. agaricorum 
sibi in litt. 

J3. Homalota pilicornis Thomsson. (Oef. af Kongl. 
Ve(. Ac. För. 1852. p. 142.) 

Eine gule neue, der H. picipennis Muls. verwandle Art, 
durch rauh behaarte Fühler etc. ausgezeichnet. Der Hinlerrand 
des letzten Abdominal-Scgments beim Männchen schwach crenulirt. 

14. Homalota fungicola Thomsson. (Oef. af Kgl. 
Vet. Ac. För. 1852. p. 143.) 

Auch eine der Verwandten der H. socialis, welche im Ha- 
bitus, Stärke der Fühler und «Icr Punktirung vielfach variirt; der 
Käfer lebt namentlich im Miste, ist fast überall liäufig und wurde 
von mir als H. longicornis G^-ll. ? verschickt. 

15. Homalota nigricornis Thomsson. (Oef. af 
Kongl. Yet. Ac. For. 1852. p, 142.) 

Eine gute neue Art, von der übrigens auch Exemplare mit 
nicht vertieften« Halsschildc vorkommen; ich fand sie ebenfalls 
einzeln bei Berlin am austliessenden Eicliensafte. Auch schickte 
Kahr den Käfer aus Tyro\ ein. 

lÜ. Homalota monticola Thomsson. (Oef. af Kongl. 
Yet. Ac. För. 1852. p. 143.) 

Eine durch die Abdominalbildnng des cT sehr ausgezeichnete 
Art, die ich einzeln aus Oesterreich, Baiern und Tyrol erhielt, 

17. Houjalota intermedia Thomsson. (Oefv. af 
Kongl. Yet. Ac. Föih. 1852. p. 145.) 

Yon mir bei Bonn auf dem Venusberge unter Mist im 
Walde in ziemlicher Anzahl gesammelt -, sonst habe ich den Kä- 
fer von keiner andern Seite erhalten. Die von mir an Thonisson 
gesandten Exeajplare erklärte derselbe für intermedia sibi. 

18. Homa Iota fi me t a ri a Thomsson, (Oef, af Kongl. 
Yet, Ac. För, 1852. p, 146,) 

Ist identisch mit H, subsinuata F)r,, einer der seltneren und 
durch den ausgeschweiften hinteren Flügeldeckenrand ausgezeich- 
neten Arten. 



185 



IV. 
Bemerkungen über Oyropbaena Mannb. 

1. Gjrophaena congrua Er. Im Harz und in Schlesien 
nicht sehen; das Männclien, welches Erichson noch unhekannt 
war, zeichnet sich durch 4 Längsfällchen auf dem vorletzten 
Hinlerleibs-So^inente aus, während die Hinlerccken des lefzfern 
wie hei den verwandten Arten zahnailig erweitert sind. 

2. Gyrophaena lucidula Er. Ich Jiahe dies Thier 
noch nie, wie die nieislen veiwandten Arten in grösserer Zahl in 
l'ilzen bcisainnjen gefunden, sondern stets einzeln im Brieselanger 
Forste aus abgefallenem Laube ausgesiebt. 

3. Gyrophaena siricfula Er, In Schlesien in Mehr- 
zahl von Herrn Oberförster Zebe gesammeli; die Männchen 
haben 6 erhabne Längsfältchen auf dem voiletzlen IIinferl<;ibs- 
Segmenle. Ob die von Erichson zur Gyrophaeiia polita gezoge- 
nen Cilale oline Weiteres zu dieser Art zu ziehen seien, scheint 
mir in sofern fraglich, als gerade G. sfriciula die weiter verbrei- 
tete und liäufiger vorkommende von den beiden sehr ähnlichen 
Species : polila Grav. und sfriciula Er. ist. Für diejenigen, 
denen nicht beide Arten zum Vergleiche zu Gebo!e stehen, (ich 
erhielt bisher G. jjolila Grav. nur aus Oesferreich durch Herrn 
Grafen Ferrari zugesandt) bemerke ich, dass G. polifa Grav. am 
leichtesten an den 7 letzten gl ei ch brei ten Fiihlergliedern zu 
ei kennen ist, während bei der G. sfrictula Er. die Glieder vom 
iten an, allmählig stärker werden. 

4 . G y r p h a e n a p u 1 c h e 1 1 a Heer. T e s t a c e a , c a - 
p i t e a b d m i n i s fj u e c i n g u 1 o , e I j 1 1- i s ad a n g u 1 o s e x - 
t e r i r e s a p i c i s p i c e i s , p !• o n o t o I a e v i g a t o , in d i s (! o 
p a r c e , s e d p r- o f u n d e p n n c t a t o , b a s i m a r g i n a t o ; e I y- 
fris parce puncfulafis. Long. 1 i/g lin. 

Ich habe hier die Heer'sche Diagnose einer Art wieder- 
holt, deren Vorkommen nicht auf die Schweiz beschränkt ist, 
sondern wehhe ich auch im Harz gesammelt und ans der Stet- 
finer Gegend bekoinmen habe ; Dr. Sfierlin sammelte sie hei 
SchafFhausen. 

Der Käfer steht in der Mitte zwischen der H. gentilis Er. 
und der G. affinis Mannerh. ; von der eisten unterscheidet ersieh 
durch etwas geringere Grösse, einfarbig gelbe Fühler, fast glatte 
i^^lügeldecken und die dicht punctirfen und behaarten letzten Hin- 
feileibs-Segmente ; die G. affinis Mannerh. übertrifft er dagegen 
an Grösse, ist auch nie so dunkel gefärbt wie diese. Der Käfer 
ist hellgelb, Kopf, Hinterecken der Flügeldecken und der grösste 
Theil der beiden vorletzten Abdominal - Segmente schwarz. Die 
Fühler sind einfarbig gelb. Das Halsschild wie bei den ver- 



180 

wandten Arien. Die ersten Hinterleibs -Segmente sparsam und 
kaum Ijcmerkbai-, die letzten dicht und fein punktiit und behaart. 
Beim Männchen findet sich auf dem vorletzten Hinteileibs-Segmenle 
pine aus zwei nach hinten p^enäherten , lüngs erhabenen Fältchen 
n-cbildete schwach hufeisenförmige Erhabenheit. (Das cf der G. 
affinis hat nur ein einfaches Höckerchen.) Beim letzten Abdomi- 
nal -Segment springen die Hinterecken zahnförmig hervor, ganz 
ähnlich wie bei der" P. affinis Mannh., doch sind die Zähnchen 
bei dieser spitzer; bei beiden Arten findet sich übrigens in der 
Mitte des durch die Zähnchen gebildeten Ausschnittes ein drittes 
schwach hervorspringendes. Auf der hiesigen königl. Sammlung 
befinden sich 2 Exemplare dieser Art als G. elegantula Mannh. 
nov. spec. 

5. Gyrophaeua exigua Heer. Bei genauerem \cr- 
gleich der Beschreibung dieser Art glaube ich mit Bestimmtheit 
i» ihr die H. notha Er. zu erkennen, da alle angegebenen 
Momente genau passen. Dass auch Gjrophaena pilosa Hampe 
mit dieser Komalola zu vereinigen sei, ist bereits von Schaum 
(Stctt. Ent. Zeit. XIV. p. 218.) angegeben. 

6. Ich lasse schliesslich die Beschreibung einer zierlichen 
neuen Art folgen , die ich bei Heidelberg au Baumschwämmen 
in drei Exemplaren gesammelt: Gyrophaena lacvicollis 
mihi: Nigro-picea, thorace lacvi, eljtris ano pedi- 
busque brunneis. Long y2 ^in. G. boleti L. pacne 
longior at multo latior, statura minus depressa et colore Oligotae 
apicatae Er. haud dissimilis. Corpus nigro-piceum, minus nili- 
dum. Antennae capitis thoracisque longitudine, articulo tertio 
secundo multo minore, quarto praecedente paulo crassiore, 5 — 
10 aequalibus, transversis , ultimo praecedente duplo fere lon- 
giore siibacnminato. Caput laevc, nigro-piceum, ore rufo brunneo. 
Thorax coleopteris angustior, latitudine plus duplo fere brcyior, 
lateribus levissime rolundatus, basi tenuiter marginatus, im- 
punctatus, vix couspicuc alutacens itaque minus nitidulus 
brunneus. El;ytra thorace sesqui fere longiora, depressiuscula, 
minus dense subtiliter punctata, subtilissiuie pubescentia, brunnea, 
angulo apicis exteriore fusco. Abdomen nigro - piceum , apice 
dilutius, laeviusculum. Pedes brunnei. Durch geringere Grösse, 
unpunktirles Halsschild und etwas breite Gestalt der Gattung 
Oliifota sich annähernd , durch den Habitus im Allgemeinen, die 
Fühler- und Fussbildung aber unzweifelhaft als eine Gyrophaena 
sich herausstellend. 



187 

Literatur. 



Catalog^ 
der bekannten Käfer " Idurven, 

(Referat von H. L. Elditt in Königsberg i. Pr.) 

Wenn die Kenntniss der Coleopteren" Larven noch immer 
eine sehr heschränlde ist, so darf man den Grund dafür nicht 
in den Coleopteren -Sammlern suchen, meinend, dass sie iliren 
enlomologischen Genossen auf dem Gebiete der Lepidopteren im 
Eifer nachstehen, die schon lange mit den früheren Zuständen 
der Schmetterlinge in den wesentlichsten Formen bekannt sind. 
Vielmehr steht die Thatsache fest, dass die Ermittelung früherer 
Zustände der Käfer in den meisten Fällen nur durch Umstände 
herbeigefühlt werden kann, welche von keinem, auch nicht dem 
eifrigsten Forscher zu bestimmen; dass ferner vor allem die 
Mehrzahl der Käferlarven , wenn dieselben in ihren Wohnsitzen 
angetrotfen und der natürlichen Stelle entrückt worden, meistens 
untergeht und eine künstliche Zucht nicht zulässt. Demnach 
muss eine Erweiterung der Kenntniss der Käfer- Larven allge- 
mein angestrebt und darin die Möglichkeit gefunden werden, auf 
einer Seite das Leben der Käfer in den verschiedenen Stadien 
kennen zu lernen, auf der andern aber auch die wesentliche Un- 
terstützung bei der natürlichen Classification der Käfer zu ge- 
winnen. Zur Lösung dieser Aufgabe das Seine beizutragen , ist 
also Jedes Pllicht, daher finden wir denn auch in entomologischen 
Zeilschriften die einzeln herbeigetragenen Bausteine. Wem aber 
stehen die Schriften alle zn Gebote, iVie diesen Stoif behandeln? 
und doch würde es nölhig erscheinen , damit man nicht die 
schwierige Arbeit der Laivenbeschreibung unnöthig wiederhole. 
Es war daher ein dankenswerthes Unternehmen, als Erichson 
die bekannten Käfer -Larven in Wiegmann's Archiv zusammen- 
stellte, und es liess dieser Anfang hoffen, dass er zu neuen 
Forschungen auffoidern werde. Ohne uns nun auf Untersuchun- 
gen hieiüber einzulassen und die Verdienste derer namhaft zu 
machen, denen die Kenntniss der Käfer-Larven Bereicherungen 
dankt, wenden wir uns gleich zu dem Werke, das unsern Wün- 
schen entsprochen hat und gewiss auch anderen Coleopterologen 
höchst willkommen erscheint. Der Titel desselben heisst: 
Catalogue des Larves des Coleopteres, connues 
j u s q u ' ii c e j o u r a v e c d c s c r i p t i o n de p 1 u s i e u r s 
especes noavelles, par IUI. F. Chapuis , Docteur 
enm^decinc et en sciences naturelles, et M. E. Can- 
deze, Docteur cn medecine. (Extrait des Memoires de 



188 

Ja Soci<i(e Rojale des Scieuces de Liege, Tome YIII.) Liege, 
Juillct 1853. 8. broch. Pag. 313. 

Die beiden Herren Autoren haben , wie wir aus dem Vor- 
worte ersehen, seit Jahren beim Käl'er-Samnieln ihr Augenmerk 
auch auf die Larven gericlitet und bei diesem Bemühen die 
kräftigste Unlerslülzung des Prof. Lacordaire erfahren; daneben 
wurde ihnen die bereitwilligste Unterstützung von Pariser entonio- 
logisehen Notabilitäten , so dass sie sieh nicht nur eines reichli- 
chen Larven-Materials zu erfreuen liatten, sondern aucl« litera- 
rische Quellen sich erschliesson sahen, die Vielen freutd blieben. 
Diese begünstigenden Umstünde veranlassten die Herren Autoren, 
auch Andere von diesen ScJiätzen geniessen zu lassen und der 
von ihnen entworfene Plan, einen Larven - Cafalog zu schreiben, 
kam zur Ausführung. Zunächst waren dieselben bemüht , der 
Anordnung Erichson's (Wiegmann Archiv 1847. 1. p. 60.) zu 
folgen , welche derselbe nach Latreille getroffen ; dann wollten 
sie besonders die einzelnen Familien gut characterisiren, und 
wählten dazu neben der besten vorhandenen Beschreibung zu- 
gleich die bildliche Darstellung; endlich durften sie nichts über- 
sehen, was über Käferlarven veröffentlicht, darum nahmen sie 
selbst noch Fragliches auf, zugleich , um zur Wiederholung der 
Untersuchung aufzufordern. Was die Arbeil selbst betrifft, so 
übernahm jeder einen bestimmten Theil, der dann wechselnder 
Prüfung unterworfen wurde, ehe er zum Druck gelangte. 

Nach einer klaren, die allgemeinen Charactere der Käfer- 
Larven erläuternden Einleitung (S. 11 — 21), von Herrn Chapuis 
verfassf, folgt nun die Beschreibung der Larven nach oben be- 
zeichneter Anordnung und zwar, so viel als möglich, die Familien- 
Charactere zur Einleitung in die der einzelnen Genera , welcher 
dann die bekannten Species beigefügt worden sind. Nachdem 
ich das Buch genau angesehen und auch einzelne Thcile zu 
einem andern Zwecke gründlich geprüft habe, muss ich darüber 
Folgendes erklären : 

Das oben bezeichnete reiche Material ist mit dem regsten 
Interesse und auf die gewissenhafteste Weise benutzt worden. 
Die genauen Beschreibungen Anderer, so wie die eigenen, sind 
übersichtlich geformt und scharf im Ausdruck gehalten, so dass 
dieselben dem Zwecke vollkonuuen entsprechen, besonders da die 
Hauptformen in sauberen Lithographien beigegeben, welche nach 
Zeichnungen des Herrn Candeze gefertigt und in 9 Tafeln dem 
Buche angehängt sind. AVir besitzen somit in dem Werke einen 
zuverlässigen Wegweiser duich das Gebiet der Käferlarven-Kennt- 
nlss; und wenn in den)selben auch nicht alle Larven vollständig 
noch einmal beschrieben worden, was offenbar das Volumen ver- 
grössert und mit ihm die Uebersicht beeinträchtigt hätte, so wird 
doch die Antwort auf Fiagen, wie sie so häufig vergeblich ge- 



189 

stellt werilen, ob nämlioli die Larve dieses oder jenes Käfers be- 
kannt ist, hier mit Bestimmtheit zu erlangen sein, so dass in dem 
spet'ieilen Falle dann auch das Fehlen der Beschreibung- weniger 
zu bedauern ist. 

Mochte das Angeführte zum Studium des vorliegenden 
empfehlenswerlhen Werkes auftordern, besonders auch dazu bei- 
tragen, dass immer nachhaltiger den Larven die Aufmerksamkeit 
zugewendet werde und deren Kenntniss immer mehr und sicherer 
wachsei leh schliesse mit einer Aufzählung der beschriebenen 
Larven, woiiei folgende Zeichen gebraucht sind; 

? hinler der Species bedeutet, dass die Beziehung der Larve 

zu dem Käfer noch zweifelhaft ist; 
l hinter der Species erklärt diese Beziehung für entschieden 

unrichtig ; 
* vor der Species deutet an, dass die genauere Untersuchung 
nicht thunlich war oder fehlt. 



Coleopterorum cogni 

€icindelctac. Proerustes. Bon. 
coriaceus. Fbr. 

C a r a b u s. L. 
auronitcns. Fbr. 
depressus. Bon. 
hortensis L. 

Calosoma. Web. 
sjcophanla. Fbr. 
inquisifor. L. 
auropunctatum. Payk. 
scrutator. Fbr. 

NebrJa. Latr. 
Germari. Heer, 
brcvicollis. Fbi'. 
Onjophron. Latr. 
*limbatum Fbr. 

Ch laen ius. Bon. 
spec. dub. 

Dicaelus. Bon. 
*violaceus. Bon. 

Calathus. Bon. 
latus. Dcj. (!) 
Sphod rus. Clairv. 
leucophthalraus. L, 



Cicindela L. 

campestris L. 
h^brida L. 
Eucalüa. Guer.- 

Men. 
*Boussingaullii. Guer. 

Men. 
Meg acephala Ltr. 
curta Reich. (?) 
Martii. Pertv (?) 
Spixii. Brülle. (?) 

Carabiei. 

Galerita. Fabr. 
Lecontei. Dej. 

Anthia. Weber, 
sexguttata. Fbr. (!) 
P a s i m a c h u s. B o n. 
elongatus. Le Conte. 

Ditomus. Bon. 
Bucephalus. Oliv. 

Cj-chrus. Fbr. 
rcjstratus. L. 



tae. 

Pri 8 to njch us. Dj. 
terricola. Illig. 
Mormolvce. Hgb. 
*ph)'llodes. Hagenb. 

F e r n i a. L a t r. 
striola. Fbr. (?) 

Zabrus. Clairv. 
gibbus. Fbr. 

Amara. Bou. 
trivialis Dff. (?) 

Aep US. Leach. 
Robinii. Laboulbene. 
Cil len um. Leach. 
Leachii. Dej. 

Sytiscitae. 

Djtiscus. L. 
marginalis L. 

Cjbister. Curt. 
Roeseli. Fbr. 

Acilius. Leach, 
sulcatus, L. 
Note rus. Clairv, 
crassicornis. Müll. 



190 



Oyriiiites. 

gen. et spec. vacant. 

SEydi'ophili. 

Hydrophil us.Geof. 
piceus. L. 

Hydrous. Leacli. 
caraboidos. L. 
Helo plii lus. Muls. 
lividus. Forst. 

Philhjdius. Sol. 
*liicolor. F. 
iiielanoieplialus. Fl)r. 

Sp er die US. Fb r. 
omarginadis. Fhr. 
eil tli e bi usLeacb. 
granulatus. Dej. (?) 
Enicoce rus. Curt. 
viridi'aeiieus. Steph. 
S phaeridi u iii.Fbr. 
spec. diib. 

Silpliales. 

Necrophorus. Fbr. 
liuiuator. Fbr. 
vespillo. L. 

Silplia. L. 
aipina. Bon. 
atrata. L. 
thoracica. L. 
grisea. 
obscurn. L. 
opaca. L. 
oiientalis. Brüll, 
Necrodes. Wilk. 
lidoralis. L. 

Catops. Fbr. 
'"fuscus. Gjll. 

Pselaphii. 

Claviger. Prej sl. 
fovcülntus. Müll. 

iStaphylini. 

AI eochar a. Grav. 
*fuscipes. Grav. 



Honialofa. Manli. 
spec. dub. 

Tach V porus.Grav. 
cellaris. Grav. 
(Conurus lilloreus Lin. 
Erichs.) 

Tachinus. Grav. 
huineralis. Grav. 
Xan th ol in US. ühl. 
piinctiilatus. Gy]\. 

Staphylinus. L. 
maxiliosus. L. (?) 
inurinus. L. 

Ocjpus. Müll, 
olens. Müll. 
Phil onthus.Leach. 
aeneus. Rossi. 
polifus. Fbr. (?) 
(^uedius. Leach. 
dilafatus. Fbr. 
fulu,idas. Er. 
fuliginosus. Grav. 

Osorius. Leach. 
incisicriirus. Lalr. 
Platysthetus.Mnh. 
morsitans. Mannh. 

Ox}telus. Grav. 
sculptus. Grav. 
Mi cral jmnia. Wst. 
brevipenne. Gyl\. 
Zi ro ph rus. Daliii. 
longicornis. Lecord. 
Prognatha. Latr. 
(juadriiornis. Lac. 
Megarthrus.Krby. 
spec. dub. 
Prot ein US. Latr. 
brevicollis. Er. 

llisterini. 

Hololepta. Pajk. 
(juadridentata. Fbr. (?) 

Hister. L. 
merdarius. Ent. Hft. 
cadaverinus. Pajk. 



Trichopterygia. 

T r i c h p t e r > X . 
Kirby. ' 
intermedia. Gillm. 
.limbata. Chev. (?) 

I Anisotouioidae. 

L i d c s. E r. 
I hunieralis. Fbr. 
' Ägathidium. lllig. 
' seminuluni. L. 

I mitiflulariae. 

j E p u r a e a. Er. 
j *obsoleta. Fbr. 
j Soronia. Er. 

grisea. L. 
j Pocadius. Er. 
I *ferrugineus. Fbr. (?) 
I Ips. Fabr. 
, qnadripuslulata, Fbr. 
I R h i z p h a g u s Hbst. 
j depressus. Fbr. 

Ncinosoma. Latr. 

elongata. Latr. 

T r g s i l a. 1 i v. 

niauritanica. L. 
Peltis. lllig. 

*grossa. L. 

T h y in a lus. L a t r. 

linibatus. Fbr. 
Colydii. 

S y n ch ita. Hei w. 

'''juglandis. Fbr. 
Auloniuni. Er. 

*sulcaluiii. Oliv. 
Colydiuni. Fbr. 

castaneuni. Hrbst. 

elongaluni. Fbr. 

filiforme. Fbr. 
Cerjlon. Latr. 

histeroides, Fbr. (?) 

Paussidae. 

P a u 8 s u s. L. 
bifasciatns. Koll. 



191 



Ciicujides. 

Prostoinis. Lalr. 
inandibularis. Fhr. 
C u c u i u s. F b r. 
liaemalodes. Er. 
Lacmophlo eu sDj. 
*ater. Oliv. 

Brontes. Für. 
planatus. L. 

Sil van US. La(r. 
sexdenfalus. Fhr. 
suiinamensis. L, 

Cryptophagides. 

Ciypto phagu s, 
H r I) s (. " 
pilosus. G)ll. 
l)'t'operdi. Gyll. 
cellaiis. Fhr. 
hiifus. G}ll. 
denfatus. Hrhsf. 
A 1 111 a r i a. K i r l> j. 
nigripennis. Paylt. 

DiphjIIup. Dej. 
lunatus. Fbr. 

liathridii. 

Latliridi us, HIjst. 
lardarius. L. 
porcafus. Hibsf. 
iiiinufus. L. 
CorticariaMnuh. 
pubesceiis. lllig. 

Mycetopliagides. 

Mycetopliagus. 
Helw. 
nmltipunctafus. Helw, 
*quadripus(ula<iis. L, 
Triphj'llus. Meg. 
punctatus. Fbr. 
Jieruiestini. 

Dermestes. L. 
luurinus L. 
lardarius. L. 
undulatus. Braluu, 



Attagenus Latr. 
pellio. L. 
Schaefferi. Hrbst. 
megatoma. Fbr. 
Trogo denn a. Latr. 
spec. dub. 

Tiresias. Steph. 
serra. Lin. 

Anthrenus. Geof. 
muscorum. Fbr. 
scrophulariae. Fbr. 
varius. Fbr. 

T rill od es. Meg. 
liirtus. Fbr, 

Byrrhii. 

Nosodendron. Ltr. 
fascicnlare. Oliv. 

Byrrhus. Fbr. 
pilula. Illg. 
SiinplocariaMrsh. 
semistriata. Fbr. 

Parnidac.' 

El Ulis. Latr. 

aeneus. Müll. 

lilliophilus. Genn. (?) 

Macronycluis.Mll. 

* quadritubcrculalus 

Müll. 

Ileterocei-idae. 

Heterocerus Fbr. 
niarginalus. Fbr. 

liainellicornia. 

D )- n a s t e s. 
Hercules. L. 
dicljotonius. Oliv. 
Atlas. Fbr. 
Gideon. Fbr, 

Or jctes. Illg. 
Silenus. Fbr. 
Grjpus. Illg. 
nasicornis. L. 



s in d e r ni a. L e - 

pell et Serv. 
ereniita. Scop. 
* scaber. Palis. de 

Beauv. 
G n r i m u s. L e p e 1 1 

et S e r v. 
nobilis. L. 

T ricinus. Fbr. 
fasciatus. Fbr. 

V a I g u s S c r i b a. 
heniipterus. L. 

Ce tonia. Fb r. 
speciosissinia. Hrbst. 1 
aurala. L. 
marniorata. Fbr. 
aenea. Gyll. 
fastuosa. Fbr. 
An mala. Koppe. 
Frischii. Fbr. 

P h V 1 1 p e r t li a. 
' Kirby. 
horticola. L. 

Ani sop lia. Meg. 
fruticola. Fbr. 
Pelidnota. Mac-L. 
punctata. Fbr. 
Chrj'sina. Kirby. 
macropus. Francill. 
Po Ijphjlla. Harris 
fuUo. Fbr. 

Melolontba. Fbr. 
puncticollis. Dej. 
vulgaris. Fbr. 
solstitialis. L. 
ruficornis. F. 
inarginipes. Muls. 

Macrodac tvl u 9. 

Latr. " 
subspinosus. Fbr. 
Serica. Mac-L. 
brunnea. L. 
Ho pli a. lilig. 
aulica. L. (?) 

Geotrupes. Latr. 
stercorarius, L. 



192 



A teil diu S.W ehe v. 
sacer. L. 

Del toclii lu m. Er. 
brasillense. Biirm. 

Si sjpli US. Lat r. 
*Schaeffeii. L. 
On tliop hagus.Ltr. 
tauriis. L. 
vacca. li. 

A p )i (I i u s. I i I i g'. 
fimetaiiiis L. 
conjugatus. Pnz. 
nigiipe;'. Fbr. 
hiinaciiladis. Fbr. 
pecari. Fbr. 
inquinaliis. Fbr. 
lividus. Oliv, 
fossor. L. 

Trox. Fbr. 
arenariiis. Fbr. 
carolinus. Dcj, 

Passal US. Fbr. 
interruptus. Fbr. (?) 
punctiger. Lcpeli el 

Sorv. 
cornutus, Fbr. 
distinrtiis. 

L u c a n u s. L. 
cervus. L. 
saiga. (?) 
alccs (?) 

D r c u s. Mac-Leaj. 
parallele|»ipc(liis. L. 
P 1 a( jcerus. G e of. 

* caraboides. L. 
Cerucbus. Mac-L, 
larandus. Panz. 

Si n od en d ron.Fbr. 
cjlindricum. L. 
Figulus. Mac-L. 

* slrialus. Fbr. 
Aesalus. Fbr. 
scaral)aeoides. Fbr. 

Buprcstides. 
Stern ocera. Esch. 
chrjsis. Fbr. 



Eucbronia. Serv. 

giganlpa. Fbr. (?) 

Psi lopt er a. Serv. 

atlenuata. Fbr. (?) 
I Cap nod i s. Eschs. 

tciiebrionis. Fbr. 
Dicerca. Eschs. 

bcrolinensis. Fbr. 

divaricata. Say. 

cuprea. Chev. 

costicollis. Chev. 

Cha I CO ph ra.Serv 

mariana. Fbr. 

virginica. Hrbsf. ('?) 

Fabricii. Rossi. 

Eurj Ib jr ea. Serv, 
I qiiercus. Hrbst. 
I L a ni p r a M c g'. 
jfesliva. L. 

rutilans. Fbr. 
Pt osima. Serv. 

novenuiiarulala. Fbr. 

C h rvso b th ry s. 

E s c li s. 

chrjsostignia. L. 

denlipes. Germ. 

feinorafa. Fbr. 

fulvogiittata. Harr. 

Harrisii. Hentz. 

An tbaxia. Esc bs. 

quadripiinclafa. Fbr. 

luanca. Fbr. 

Dipl» ucrania. Dcj. 

aiiriflua. Hope. 
Agri I US. Meg. 

fagi. Ralzb. ('?} 

Aubei. Lap. et Gorj. 

nocivHS. Ratzb, 

angustulus lllig. 

tenuis. Ratzb. 

bigultatus. Fbr. 

derasofascialus. Ziegl 

viridipennis. Lap. et 
Gorj. 

sexguttatus. Hrbst. 

cinctus. Oliv. 



Coraebus. Lap et 

Gorv. 
amelhjslinus. Oliv. 

I E2ueneuiidc.«i. 

j Melasis. Oliv. 
! flabellicornis. Fbr. 

daterides. 

{ Mel anot us.EscIis. 

Iniger. L. 

I riifipes. Hrbst. 

I Agry pnus. Eschs. 

I atomarius. Fbr. 

j fuscipes. Fbr. (?) 

A d e 1 c e r a. L a t r, 
I varia. Fbr. 
j Lacon. Lap. 
j murin US. L. 
j AI aus. Eschs. 

orulatus. Fbr. 

Pyrophorus. lllig. 

* noctilucus. Fbr. (?) 
A thous. Eschs. 

undulalus. Payk. 

rhombcHS. Oliv. 

hirtiis. Hrbst. 

Campylus. Fisch. 

mesomelas. Schmidt. 

linearis. Fbr. 
Elater. L. 

sanguineus. L. 

fulvipennis. HofFrii, 
Ludius. Latr. 

ferrugineus. L. 

Agriotes. Eschs. 

obscurus, Gyll. 

segetis. Bjerk. 

lineatufi. L. 

sputator. F. 

Cebrionites. 
Cebrio. Oliv. 

gigas. Fbr. 

Atopites. 

A 1 p a. F b r. 

cinerea. Fbr. 



193 



Cyphonidne. 

C jphon. Pa V k. 
pallidus. For. 
E u c i n e 1 11 s. Schupp, 
meridionalis. Cast, 
E urypalpus. D ej. 
Leconlei. Dej. 

Ijauipyrides. 

Lainpyris. L. 
noctiluca. L. 
italica. L. 

Phosphaen us.Lap, 
hemipterus. Fbr. 
A »p isoma. D oj. 
candelaria. Reich. 

Drilus. Oliv. 
Diauritanicus. Lucas, 
flavescens. Fbr. 

Ijycides. 

Lycus. Fbr. 
sanguineus. Fbr, 

Telephorides. 

Telephorus. Schff. 
rufus. L. 
fuscus, L, 
lividus. Fbr. 
Malthinus. Ltr. 
biguttatus. Pajk. 

Melyrides. 

Malachius. Fbr. 
serricornis. Parr. 

Bjturus. Fbr. 
tomentosus. Fbr, 
Clerii. 

C 1 e r u s. F b I , 
alvearius. Fbr. 
apiarius. L. 
formicarius. Fbr. 
Buquetii. Lefebvr. 



Opilo. Latr. 
moliis. L. 
domesticus. Stria. 
Tillus, Fbr. 
unifasciatns. Lalr. 
Co rjnet es. Pa )• k. 
! ruficollis. Fbr, 



Ptiiiior«'^. 

Ptiuus. L. 



Ifur. L. 

I imperialis. Fbr. 

Tricorynus. Wath. 
' Zeae. Waterh. 
' A n b i u ru. Fbr. 

tessellatum, Fbr. 

nigrinum. Er. 

striafuni. Oliv. 
i abietis. Fbr. 
: Dorcat oma. Hrbst, 

dresdensis. Hrbst. 
■bovistae. Ent. Hft. 
' rubens. St. 

A p a t e. F b r. 

capucina. Fbr. 
! sinuafa. Fbr. 
! sexdentata. Oliv, 
I Dnfourii. Latr. 

Francisca. Fbr, 

bispinosa. Oliv, 

Lymexylon, Fbr, 

dermestoides. L. 
> navale. L. 

Cioidae. 

C i s. L a t r. 
boleti. Fbr. 
i Jaquemartii. Meli. 
' laminatas. Er, 
iMelliei. Coq. 
alni. G)ll. 

Xylögraphus. Dj 
bostrichoides. Duf. 
Rh pal odontus. 

Mellie. 
perforatus. Gjll. 



j KnnoarthroD. 

L. Redtb. 
I cornutum, GyW. 

! Tenebrionites. 

I Akis. Fbr. 

I punctata. Thunb. 

I Blaps. Fbr. 

I oblusa. Strin. 

I mortisaga. Fbr. 

1 falidica. Illg. 

1 producta. Dej. 

I p ;i t r u Ol F b f . 

I pvgmaeum Dej. (1) 

'Crvplicus. Latr. 

I glaber, L. 

' Pentaphjllus, 

I Meg. 

j testaceus. Gyll. 

D i a p e r i s. G e o f, 
i boleti. L. 
j aenea. Pa}k. 
' Ulonia. Meg. 
1 fagi. 

H jpoph I oeu s. Fb. 
bicolor. Fbr. 

T e n e b r i o, L. 
inolitor, L. 
' obscurus. Fbr. 

Helops, Fbr. 
' caerulous. Fbr. 
; lanipes. Fbr. 
ater. Fbr. 

' Cistela. Geof. 
ceraiiiboides. L. 

M y c e 1 c h a r e s. 
i Latr. 

linearis. Gyll. 
axillaris. Latr. 
ficapularis. Gyll. 
Bolitophagus, 
Illig. 
1 agaricola. Fbr. 
üffelandryadAe. 
Dircaea. Fbr. 
discolor. Fbr. 
13 



194 

Melaud r^ a Fbr. 

seriata. Fbr. 

Serropalpus. 

Illig. 

rufipes. I 

ich es i a. La ( r. 
luieans. Fbr. 
H a 1 1 iB c n u s. 
Hellw. 
fasciatus. Payk. 

Oedeineritae. 

e (1 e m e r a. 1 i v. 
viridissim;». L. 
dispar. Duf. 
seladonia. Meg. 

N a c e f d e s. S t e v. 
luaritiiiia. Coq. 

Calopus. Fbl. 
flerralicornis. Fbr. 

Diljlus. Fisch, 
laevis. Fbr. 

Itagrianae. 

Lagria. Fbr. 
hirta. L. 
grandis. Seh. 

Pyrochroides. 

Pylho. Latr. 
depressus. G)ll. 
Pyrochroa. Geof. 
coccinea. L. 
rubens. Fbr. 
pectinicornis. L. 

IWordellinae. 

Mordella. L. 
aculeata. L. 
fasciata. Fbr. 
pusilla. Gyll. 

Anaspis. Geof. 
raaculata. Fourcroj. 
Rhipiphorus. 
• Fbr. 

biinarulaUis. Fbr. 



Metoecus. Dej. 
* paradoxus. L. 

Symbins. Sand, 
blaltarum. Sund. 
Horia. Fbr. 
maculata. Fbr. 

Meloidae. 

Meloe. Fbr. 
proscarabaeus. L. 
cicatricosus. Leach. 

Ljtta. Fbr. 
vesicatoria. L. 

A pal US. Fbr. 
bimaculatus. Fbr. 

Sitaris. Latr. 
humoralis. Fbr. 

Salpiug-ides. 

Rhinosimus. 
L a t r. 
roboris. Fbr. 

j Cnrculionltes* 

Bruch US. L. 
pisi. L. 

Falderuianni. Mann, 
ppclinicornis. L. 
rnricornis. Gorni. 
curvlpes. Lalr. 
pandiuii. Blanch. 
B rac hy tars US. 
Seh.- 
scabrosus. Fbr. 
varius. Far. 
Alticopus. Villa. 

Seh. 
I Galeazzii. Villa. 
j Cratoparis. Dej. 
I iunatus. Fcr. 
! Ap oder US. Oliv. 
j corjli. L. 
Attelabus. L. 
icurculionides. L. 



Rh ynchit es. 
Hrb^t. 
betniae. L. 
rupreus. Seh. 
alliariae. Pajk. 
bctuleti. Flu-. 
Bacchus, L. 
populi. L. 

Apion. Hrbst. 
eraerae. L, 
radiolus. Kirbv. 
iiücieola. Porris. 
ulieis, Goureaii. 
apricans. Htbst. 
Sayi. Seil, 
llavipes. Slev. • 
llavitoinoralnin. Hili.sj. 
Ar rhen dos. Slov. 
soptentrionis. Hrbsl. '? 
Poly d rosu s. Gern». 
j oblongus, Flir. 
eervinus. L. 
' H viobi US. Ge I in. 
; abielis. Fbr. 
pales. Hrbsl. 
' Plinthus. Germ, 
ealiginosus. Fbr. 
Phytonoinus. Sch< 
runiieis. L. l 

planlaginis. L. 
inurinus. Flu-. 
[lollux. Gyll. 
arundinis. Fbr. 
vieiae. Gyll. 
Phyllobiiis. Germ, 
oblongus. L. 

tiorhy nch US. 
Genn. 
sulcatus. Seh. 
aler. Hrbsl. 

Lixus. Fbr. 
i paraplecticus. L . 
turbatus. Gyll. 
juncii. Daht. 
Iiardanae. Ziegl. 
filifonnis. Fbr. 



195 



octolineaUis. Oliv, 
{^emcllatus. Gjll. 
angustalus. Fbr. 

Larinus. Scli. 
inaculosus. Besser, 
inaurus. Oliv. 
R h i n c y 1 1 u s. 
Ger in. 
lalirostris. Lalr. 
Pissodes. Germ, 
notatus. Hrbsl. 
strobi. Saj. 
piceae. lllg. 
iiercjniae. Hrbst. 
pini. L. 
T ]i a m n p h i 1 u s. 
Seh. 
violaceus. L. 
Erirhinns. Seh. 
festacae. Hrbst. 
Brachonyx. Seh. 
indigcna. Hrbs(. 
Anthononius. 
Germ, 
pomorum. Seh. 
pyri. Koll. 
druparuin. L. 
ineurvus. Oliv, 
pedicularius. L. 
uJmi. Gyll. (?) 
A n 1 1 i a !• In n u ?. 
BiUb. 
Zamiae. Thunb. 
Bai an in US. Germ 
nueum. L.' 
glandium, Marsh, 
salicivoius. Seh. 
eerasorum. Gyll. 
Phylohius. Seh. 
notala. Schlipp. 
Orchestes. 111 g. 
eeufellaris. Oliv, 
fa^i. Slcph. 
alni. Fbr. 
ulmi. D. 
fjuereus. L. 



x\nchoniis. Seh. 
eribrieollis. Coq. 

B arid ins. Seh. 
ehloris. Zieftl. 
ehlorizans. Müll, 
trinolahis. 
pieinus. Germ, 
cupriroslris Fbr. 
eaernlescens. Sturm. 
Cryptorh y ne hus. 

Illig. 
lapathi. L. 
I Mononynehus. 
I (Schupp.) Seh. 
I pseudo-acori. Fbr. 
Cleogonus. Seh. 
Fairmairei. Co(|. 

Ceutorhynehus. 

(Schlipp.) Seh. 
contraetus. Marsh, 
assimilis. Payk. 
maeula-alba. Hrbsl. 
sulcicoUis. Gyll. 
I Conotrac helus, 

Latr. 
inenuphar. HrbsJ. 
argula. Fbr. 
i C Jon US. Clairv. 

scrophnlariae L. 
I verbasei. Seh. 
I thapsus. Fbr. 
i olens. Fbr. 
I ungula(us. Germ. 
1 fraxini. De Geer. 
{ C 1 e p u s. M e g. 
: linariae. Pnz. 
I affinis 

1 Gy mnae 1 r on. Seh 
I villosus. Seh. 
j * verbasi. Seh. 

Coniatus. Germ. 
j ehrysoehlorus. Lue. 

Nanophyes. Seh 
i * tamarieis, Dej. 
iMecinus. Germ. 

eollaris. Germ. 



S itophilu 6. Seh. 
granarius. L. 
oryzae. L. 

Calandra. Fbr. 
Sommcri. Burm. 
R h y n e h p h r u s. 

Hrbs(. 
palmarum. L. 

Rhina. Lalr. 
nigra. Drnry. 
Sphenophorus. 
Seh. 
liratus. Seh. 
saechari. Guilding 

i Bostrichides. 
Piatypus. Hrbsf. 
eylindrus. Fbr. 
Boslri chu s. Fbr. 
typographus. L. 
larieis. Fbr. 
orthographus-Dft. 
ecmbrae. Heer. 
ptenographus, Duft, 
curvidens. Germ, 
chalcographus. L. 

/ bidens. Fbr. 

\var. quadridens. 
Haas, 
var, trepanatus. 
Nördl. 
I autographuB. UUr. 
i bicolor. Hrbst. 
! villosus. Fbr. 

acuminatus. Gyll. 
1 bispinus. Dft. 
I inonographus. Fbr. 
' dispar. Helw. 

dactyliperda. Panz. 
i exesus. Harris. 

pini. Say. 

pinastri. Bechst. 

Kaltenbachii. Bach. 
Cryphalus. Er. 

abielis. Rtxbrg. 
13* 



196 



piceae. Rfzbrg. 
tiliae. Fbr. 

C r} p t u r g u s. Er. 
pitjographus. Rtzbrg. 
fagi. Nördl. 
Lichtenstcinii. 
Rtzbig. 
cinercus. Hrbst. 
pusillas. G}ll. 

Xyloteres. Er. 
lincafus. Gvl). 
domesticus. L. 
Saxt'senii. Rtzbrg. 

Scol j fus. Geo ff 
infricatus. Korb, 
multistriafüs. Marsh. 
P3'ginaeus. Fbr. 
haemorrhous. Mg. 
pruni. Rfzbrg. 
riignlosus. Koih. 
earpini. Er. 
destructor. Oliv, 
slrobi. Peck. 
pvri. Peck. 
ainjgdali. Gu<?r-Men. 
Po Ijg raphu s. Er. 
pubescens. Fbr. 
Phloeolribus. 
L a ( r. 
oleae. Latr. 

Hy lesinus. Fbr. 
öleiperda. Fbr. 
vitfatus. Fbr. 
crrnatus. 
fraxini. Fbr. 
varius. Fbr. 
spartii. Nördl. 
Dend roctonus. 
Er. 
hederae. Schrndf. 
micans. Kugel. 

H j 1 u rgu s. Er. 
ligniperda. L. 
denfatus. Sav. 
piniperda. L. 



I Hylastes. Er. 
Ifrifolii. Müll. 
a(er. Payk. 
I pallialus. G3II. 
! iiitiicularius. Rtzbrg. 

! liongieornia. 

S p n d ) I i s. F" b r. 

biiprestoides. Fbr. 
I P r i n u s. G e f. 
' foriarius. Fbr. 
; dainioornis. 
I E r g a l e s. Fbr. 
j faber. L. 

! Cerambyx. L. 
I cerdo. Fbr. 

heros. Fbr. 
• ^vs( rote ra. Serv. 
' * globosa. OÜT. 
\ Cal Hd i um. Fb r. 

luridiim. Fbr. 

violacemii. Fbr. 
: A s e m u m. Erichs, 

sJriafum. Fbr. 
I Clyfus. Fr. 
j ariefis. Fbr. 
I arcualus. Fbr. 

G r a c i I i a. S e r V. 
I pygmaea. Fbr. 
i Parmena. Meg. 

pilosa. Söl. 

Lamia. Fbr. 
\ fex(or. L. 
I amputator. 
I rubiis. Fbr. 
i Mo'riiiius. Serv. 
I lugnbris. Fbr. 
I L e i p u s Serv. 
I * nebulosus Fbr. 

Astynoinus. D e j. 

aedilis Fbr. 
Pogoii oche r IIP. 
Meg. 

* pilopus. Fbr. 



Saperda. Fbr. 

carcharias. (Fbr.) L. 

scalaris. (Fbr.) L. 

populnea. (Fbr.) L. 

linearis. Fbr. 

gracilis. F'br. 
I punctata. Fbr. 
j virescens. Pnz. 
' Agapanl hi a. Serv. 
jirrorala. Fbr. 
] cardui. Fbr. 
j Rhagiuiii. Fbr. 
j inquisifor. Fbr. 
j indagator, Fbr. 

bifasciatuni. Schrank. 
! Salicis. Fbr. 

putafor. Peck. 

L c p ( u ra. L. 
I scutellala. Fbr. 
; S t rangalia. Serv. 
i elongala. Rossi. 

auralenfa. Fbr. 

calcarata. Fbr. 
; G r a in m p 1 c r a. 

Serv. 
\ ruficornis. Fbr. 

i Chrysomclina. 

j Haeinonia Meg. 
j * equiseli. Fbr. 
I Curlisii. Lac (non 
I Gyllenhalii.) 
D naci a. F b r. 

crassipes. Fbr. 
I * inenyanfhidis. Fbr. 

leninae. Fbr. 

sagittariae. Fbr. 

Crioceris. Geo f. 

merdigera. L. 

brunnea. Fbr. 
i 12-panclala. Fbr. 
j asparagi. L. 
' L e nt a. F b r. 
, melanopa. L, 
|cyanella. Fbr. 

trilincata. Oliv. 



Ca SSI da. L. 

ausfriaca. Hrbst. 
chloris. Suffr. 
denlicollis. Suifr. 
ef|ucslris, Fbr. 
fenuginea. Fbr. 
languida. Corn. 
inurraea. L. 
macalafa. L. 
nebulosa. L. 
obsoleta. Illg. 
14 maculata. Lalr. 
rubiginosa. 111g. 
sangiiinosa. Crculz. 
(igrina. De Geer. 
vibex. L. 
viridis. L. 
bengalensis. Grav. ef 

Seh. 
anipulla. Oliv. 

Hispa. L. 
rosea. 

qnercifoliac. 
suturalis. 
vitfata (Harris). 

Haltica. L. 
neinorum. L. 
vilivora. Sillim. 
erucae. Fbr. 
olerai-ea. Fbr. 
Jiemispliaerira. Dft. 

Cyrtonus. Dal in. 
rotundalus. Dej. 

Ti inarcha. Meg. 
(enebricoea. Fbr. 

Ch rjsom ela. h. 
fulgida. Fbr. 
haemoptera. L. 
violacea. Fbr. 
americana. L. 

Lina. Meg. 
populi. L. 
Iremulae. Fbr. 
scripta. Fbr. 
aenea. L. 



jEscheri. Heer. 

(var. collaris. Suffr. 
dorsalis. Fbr. (?) 
Gastro physa. 
Chev. 
Poljgoni. L. 

P h r a 1 r a. Chev. 
vitellinae. L. 
betulae. L. (?) 

Helodes. Fbr. 
aucla. Fbr. 
phellandrii. L. 
Gonioc tena. 
Chev. 
rufipes. Pajk. 
quin(|aepunc{ata. Fbr. 
S p a r 1 p h i 1 a. 
Chev. 
sexpunctata. Fbr. 
lilura. Fbr. 

C 1 a p h u s. Meg. 
harbarus. Fbr. 

Lnperus. G eo ff. 
spec. dub. 

Galernca. Geoff. 
fanaceti. Fbr. 
alni. L. 
nj'inpheae. L. 
rapreae. L. 
viburni. P.i^'k. 
rnstica. Schall. 

E u m 1 p u s. Fbr. 
vitis. Fbr. 

Clylhra. Laich, 
quadripnnctata. L. 
laeviusciila. Rlzbrg. 
palmata. Lac. 
tristigina. Lac. 
vicina. Lac. 
quadrimaculata. L. 
Iloralis. Oliu 
longiraana. L. 
huioeralig. Seh. 
distingaenda. Roseah. 
meridionalis. Lac. 
octosignafa. Fbr. 



197 

Por ople u ra. Lac. 

iBonstrosa. Burm. 
Lac. 

L a in p r s m a. 

Ki rby. 
, spec. dub. ' 

ICryptocephalui. 
I ' Geoff. 
I labiatus. L. 

r2-punctatus. Fbr. 

bipunctatus. L. 

corjli. L. 
|sericeus. L. 
\aureolus. Suffr. 

inoraei. L. 

vitlatus. Fbr. 

pini. L. 

gracilis. Fbr. 

ininutus. Fbr. 

hieroglyphicus. Fbr. 

Erotylenae. 

Ischjrus. Chev, 
quadripunctalu». Oliv. 

Äegithus. Fbr. 
surinaraensis. Fbr, 
Trip lax. Pajk. 
nigripennis. Fbr, 

Engis. Payk. 
rulifrons. Fbr. 
Mycetaea. Steph. 
hirta. Marsh. 

Clypeastrae. 

rthoperus. 
Steph. 
piceus. Steph. 
C 1 y p e a s 1 e r. And 
lateralis. Marsch. 
Cl a in b u s. Fisch, 
enshainensis. Westw. 

Kndomychides. 

Endoinychus. 
Web. 
coecineos. Fbr. 



198 



Ca 1 j plobium. 

Villa. 

Kunzei. Aube. 

L^co perd in a. 

Latr. 

faseiata. Fbr. 

Coccinellidae. 

A n iso sti c(a. 
Ch e V. 
19-puncfa(a. L. 
Iflalia. Muls. 
livida. De Gcer. 
bipunc(a(a. L. 
Coc cinella. L. •»• 
7-punc(a(a. L. 



|biero»lyphica. Fbr. 
! olivetorum. Cosl. 

I Myrrha. Muls. 
\ 18-gut(a(a. L. 

j Mjsia. Muls. 
j oblongoguKafa. L. 
j Anati s. Muls. 
locellala. L. 
i Hal>'zia. Muls. 
\ * 16-gulfata. -L.. 

Prop jl ea. Muls. 
14-punc<a(a, L. 

j Thea. Muls. 
|22-puncfala..L,. 



Chilocorus. 
Leacb. 
bipuslulatus. L. 
caefi. 

semipustulafus. 
Scriba. 
uva. Stil. 

Epi 1 achna. Ch ev. 
Argus. Fourcroj. 
cbrjsoiuclina. Fbr. 

Lasia. Hope. 
globosa. Schneid. 
S c V m n u s. H r I) s f. 
* ininiinus. Pajk. 
Coccidula. Meg. 
scujellafa. HrbsJ. 



Malachius fallas Strübiog. 

Viridis, capile suiuftio niarginc flavo, thoracis angulis an- 
teriaribus, elytrorum marulis duobns, margineque exteriore rubris. 
long. 3'". 

An Grösse den kleineren Stücken des M. aeneus F. gleich, 
dunkelgrün mit starken» Fcllglant und feiner grauer Behaarung. 
Die Fühler sind dunfhaus schwarz, nur die Spitze des 1. Glie- 
des scheint röthlich ; das 2te und 3te Glied ist kleiner, das 4te 
am breitesten , die folgeuden schmaler und an Breite abnehmend, 
die 3 letzten einfach. Der Kopf wie bei M. aeneus cT zwischen 
den Augen eingedrückt, in der Mitte grubenartig verlieft, der 
{»usserste Vorderrand wie die Oberlippe gelb. Halsschild ganz 
wie bei M. aeneus. Die Flügeldecken sind sehr fein gerunzelt; 
ein breiter, rother Fleck an d^r Schulter zieht sich bis fast auf 
die Hälfte der Flügeldecken hinunter, wird aber spitzer und 
lässt in seiner letzten Hälfte das Grün der Flügeldecken zwischen 
sich und den ruthen Aussenrand treten, welcher den Schulterfleck 
mit dem breiten, rothen in der Mitte nach vorn erweiterten Flecken 
der Spitze vei bindet. Das Roth ist etwas mehr gesättigt, als 
bei aeneus. 

Möglicherweise ist der Käfer nur eine (allerdings ziemlich 
von der Normalform abweichende) Abänd"e*rung des M. aeneus 
und steht dann zwischen dieseuNormalform und der von Erichson 
in den Entomographien S. 67. beschriebejien, bei welcher nur 
die Spitze und ein schmaler Aussenrand roth bleiben. 



199 

Alle Stücke, welche ich gesehen habe, ungefähr 10, von 
denen ich 3 seihst besitze, zeigen die obige Fühlerbildung- und 
slnuunen theils aus dem Warthebruch bei Posen, wo der Käfer 
an Kornähren gefangen ist, theils aus Neustadt-Eberswalde ohne 
nähere Angabe der Pflanze. 

Erfurt. Strübing, 



Intelligenz. 



Der den Mikrolepidopterolögen rühmlichst bekannte Herr 
Maler Jos. Mann (derzeit auf einer Excursion nach lll^rien 
begriffen) ersucht die Redaction un« die Anzeige, dass er seine 
bisherige Wohnung (Hunds(hurm) auf Jakobi d. J. (Juli) verlässt 
und dass seine Adresse alsdann lauten wird : Wien, Vorstadt 
Wieden, Langegasse No. 736,, im zweiten Stock. 



Bericht! Illingen. 

In den Bemerkungen über J5trtph)'lini (Ent. Zeit. 1853. 
p. 329.) ist in der vierten Zeile des über Homalota luridipennis 
Mannerh. Gesagten , hinter H. elongatula ein Punkt zu setzen 
und die Worte einzuschieben: „Sie ist indessen von 
derselben". 



Seite 150 Zeile 1 von oben statt auch lies noch. 

5 „ unten „ keilförmiger „ beilförmijf. 

20 „ oben ,, gelbgrünen „ gelbgrauen 

3 „ unten streiche rechnen zu dürfen. 



Druck von F. Hesseiilaiid in Stettin. 



Eiütoniologii^elie Zeitung 

herausgegeben 

von dem 

entomologischen Vereine zu Stettin. 



Redaction: In Commission bei den ßuchhand- 

r k n«»...« v^n«.„<= D-öe.-^n,.. lungen von E. S. Mittler in Berlin, 

C. A. Dobm, Vereins-Prasident. p,i?i„:c/,hor ..„^n.,!, .•„ i -,•„ • 

' rr. fleiscner, undDyk in Leipzig. 



K. 7. 15. Jahrg^ang:. JuH 1854. 



Inhalt: Dohm : Literarisches. — Osten - Sacken : Dipterologisches. 
Leconte: Synopsis der Anlhiciden. — Rio schier: Südrussische 
Falter. — Intelligenz. — Tafelerklärung. 

Wissenschaftliche Mittheilungen. 
IjUerarisches. 

Histoire naturelle des Insectes. (Suites h Buffon.) 



Genera des Coleopteres ou Expose raethodique el erilique de 
lous les genres propos^s jtisqu'iri dans cet ordre d'in- 
secles par M. Th. Lacordaire. 

Tome premicr contenant les familles des Cicind^letes, 
Caraliiques , Djtiscides , Gvrinides et Palpicornes. 
Paris, lijjrairic encjclopödique de Roret, rue Haute- 
feuille No. 12. 1854. 



Die Bibliothek des Vereins ist in diesen Tagen durch die 
Güte des Verfassers mit dem ersten Bande des vorstehenden 
Werkes beschenkt worden und ich halte es für meine Pflicht, 
die zahlreichen Coleopterophilen unter unseren Lesern speciell 
darauf aufmerksam zu machen. 

Der Verfasser sagt in der Vorrede : 

„Eine allgemeine Abhandlung über ^ie gesammte Käfer- 
ordnung ist im gegenwärtigen Zustande der Entomologie 
eine Arbeit von solcher Ausdehnung, dass ich mich nicht 
ohne langes Zögern und ohne gerechtes Misstrauen in meine 

14 



202 



Kraft «lazu entsclilos.s. Endlich den wiederholten Aufforde- 
ruDgen des HeraHsj!;elit'is dor Suites ä Buffon nachgebend 
musste ich mich fragen , welcher Plan am hosten zu befolgen 
sei , um das Werk einigcrmassen nützlich für die Wissen- 
schaft und werth der Aufnahme in die Suites zu machen. 

Zunächst halle ich eine Art Elemenlarbuch schreiben 
können, in welchem die Classification dieser Insekten der 
biologischen Auseinandersetzung untergeordnet war. Dabei 
halte ich mich begnügt, die hauptsächlichsten Genera zu 
citiren , einige neue zu errichten und die auffallendsten Arten 
zu beschreiben. Dieser Plan wäre leicht auszuführen ge- 
wesen , aber das hiess einen längst ausgefahrenen Weg von 
neuen» betreten und ich wies diese Idee sogleich zurück. 

Sodann konnte ich mit schon grösserer Kühnheit ver- 
suchen, eine eigene Methode zu begründen, und mit Be- 
nutzung des unbeschriebenen, in den Sammlungen überflüssig 
vorhandenen Materials neue Gattungen in Masse zu errich- 
ten und alle mir zugänglichen noch unbeschriebenen neuen 
Arten zu beschreiben. Aber abgesehen davon, dass ich mich 
dabei nicht in den vom Herausgel)er gewünschten räumlichen 
Schranken hälfe hallen können , so wäre das auch eine Un- 
ternehmung ohne ersichtliches Maass gewesen: ich darf 
nicht ausser Acht lassen , dass weitaussehende Unternehmun- 
gen mir vielleicht nicM mehr auszuführen vergönnt sind. 

Endlich blieb mir ein dritter Weg übrig. Mir scheint, 
die Wissenschaft bedarf jelzt weit weniger neuer Methoden 
und neuer Gattungs- Aufstellungen , als vielmehr der Ver- 
einigung ihres nach allen Seilen zerstreuten Materials, eines 
Inrentaiiums, so zu sagen, ihrer Reiclilhümer, mit einem 
Worle, sie muss wissen, wo und woran sie eigentlich ist, 
wenn ich mich dieser Phrase bedienen darf. Die enfomolo- 
gische Literatur ist bereits ungeheuer und wird es täglich 
mehr. Einige Enlonjologen beherzigen das nicht genug; 
unter denen , die es erwägen , giebt es gewiss viele , welche 
wegen äusserer Umstände sich von einer Arbeil bloss des- 
halb abschrecken lassen , weil sie die vorher noihwendigen 
Untersuchungen und Studien nicht zu bewältigen sich ge- 
trauen. Daraus entstammt auch, ausser andern fatalen Fol- 
gen, die erschreckende Zunahme der Sjnon)niie, dieses 
wahren Aussatzes der Naturwissenschaften. Ein Werk nun, 
welches den eben gedachten Entomologen jene nothwendigen 
Untersuchungen und Studien , wenn auch nur theilweise, er- 
sparte, ein solches Werk, dächte ich, könnte ihnen von 
entschiedenem Nutzen sein, vorausgesetzt dass es möglichst 
vollständig mit genauer Bezeichnung der benutzten Quellen 
ausfiele. 



203 

Nach reiflicher Ueberlegung entschied ich mich für 
diesen letzteren Plan." 

Soweit der Verfasser. Ich kann mich fiiglich enthalten, 
üher das Werk und soine Ausführung mehr zu sagen, als dass 
es seines Autors würdig ist. Mit dem colossalen Fleisse, mit 
der minutiösen Gewissenhaftigkeit, mit dem entschiedenen Berufe 
zur Naturgeschichte, welche allen seinen bisherigen Arbeiten den 
Stempel der Classicität aufdrücken , und welche es tief bedauern 
lassen, dass er durch äussere Umstände genölhigt wurde, die 
Vollendung der ausgezeichneten Monographie der Phjtophagen 
vorläufig zu suspendiren, ist auch das vorliegende Buch reich 
ausgestattet. Es enthält auf 475 Seiten gr. Octav die Charaktere 
von ungefähr 900 Gattungen aus den oben im Titel angegebenen 
fünf Familien, handelt von ihrer natürlichen Gruppiining, be- 
spricht zugleich in gedrängter Kürze die Synonj-mie, nimmt auf 
die ersten Stände Rücksicht, und giebt in den Noten einen den 
Sammlern exotischer Käfer höchst schätzbaren Nachweis der in 
letzter Zeit seit dem Erscheinen des Catalogue Dejean und spä- 
terer Monographieen hier und da zerstreuten Einzelnbeschreibungen. 

Das ganze Werk ist auf drei Bände berechnet. Aus einem 
Briefe des Verfassers, meines geehrten Freundes, entnehme ich, 
dass der zweite Band druckfertig ist, und dass er eine noch- 
malige nachträgliche Revision des im Manuscript bereits fertigen 
dritten nächstens zu beenden hofft. 

Allen wissenschaftlichen Coleopterophilen kann ich die An- 
schaff'ung des Werkes als eines s«/hlechthin unentbehrlichen nur 
dringend empfehlen: die Abfassung desselben in französischer 
Sprache kann für Leser, welche dieses Idioms unkundig sind, 
kaum ein Hinderungsgrund sein, da es sich überwiegend um 
stereotyp wiederkehrende technische Ausdrücke handelt , welche 
meistens in der französischen leichten Aenderung den lateinischen 
Stamm erkennbar beibehalten. C. A. Dohrn. 



üipterologisches aus St, Petersburg*) 

von 

Freiiierr C. R. Osten • Sacken. 

I. Ueber den Bau des letzten Hinterleibs-Segments 

bei Limn obien-Män neben, mit Berücksichtigung 

der Classification. 

Die Bildung der Aftersegraente der Kerfe ist bereits bei 
mehreren Ordnungen zur Classification benutzt worden. Die 
Dipterologen haben diese Kennzeichen ebenfalls nicht übersehen. 

*) Hierzu Tafel I. 

14* 



204 

Unter Anderen ha( hekanntlicli Scliuinmel in seiner vortrefflichen 
Besclireiljung der Tipula- Arien Schlesiens eine ziemlithe Anzahl 
Analspomenle aljgel»ilde(. 

Die äusseren männlichen Genifalien der Limnobien sind, 
meines Wissens, bis jetzt fast unbeachtet »eblieben, obgleich 
wegen des einfachen Baues derselben die Beobachtung ihrer ein- 
zelnen Theile viel leichler ist, als bei Tipula. Ein Zufall führte 
mich im Laufe des vergangenen Sommers auf den Gedanken, die 
Analsegmente aller mir vorkommenden Limnoliion- Männchen zu 
untersuchen, und so gut ich konnnle, abzuzeichnen. Leider war 
die Jahreszeit schon sehr vorgerückt, daher ich nur einen klei- 
nen Theil der bei uns gewöhnlichen Arten im frischen Zustande 
bekommen konnte. (Trocken sind nämlich diese Genitalien viel 
weniger kenntlich , und oft ganz verunstaltet, *) 

Um die Aufmerksamkeit anderer Di|»terologpn auf denselben 
Gegenstand zu richten, will ich das Resultat meiner Untersuchun- 
gen, so mangelhaft es auch ist, hier wiedergeben. 

Vergleicht man auch nur oberflächlich die männlichen Ge- 
nitalien bei einer gewissen Anzahl Arten frisch eingefangener 
Limnobien*), so wird man sehr bald gewahr, dass die zahlreichen 
Modificationen dieser Theile sich auf zwei Grundformen zurück- 
führen lassen. 

L Als Beispiel der ersten Form nehme ich die Genitalien 
von L. imperialis cT**). (Fig. l. Aufgesperrte Afterzange, von 
oben. Fig. 2. von der Seite.) Es sind zwei fleischige Organe 
DD., welche, auf der Basis GG. sich bewegend, wie Zangen- 
hälften gegen einander schliessen. Ihre Innenseite endigt beider- 
seits mit der schnabelförmigeti hornigen Spitze EE.; die ebenfalls 
hornigen, sanft gebogenen Haken CC. scheinen nur mit den 
Basalsegmenten GG. zusammenzuhängen und an DD, nur fest 
anzuliegen , da sie, bei geringerer Spannung der weichen Theile, 
dieselben überragen. Unter drv Zange befindet sich das grilfel- 
förmige, an der Spitze sanft niedergebogene Organ A. (Fig. 2.); 
in der Mitte zwischen beiden die weichen, retractilen Theile N. 



*) Ich nehme Limnobia Im weitesten Sinne, mit Einschluss von 
Rhipidia. Glochina, Symplecta etc. 
*^) Die Genitalien dieser Art bilde ich hier um so lieber ab, als 
Herr Low sie nach trockenen Exemplaren beschrieben hat und 
daher keinen richtigen Begriff von denselben giebt. Die Beschrei- 
bung lautet fLinnaea T. V, p. 403.): „Die äusseren männlichen 
Genitalien bestehen aus zwei ziemlich grossen, bräunlichgelben, in 
einen oberwärts zurückgekrümmten Haken auslaufenden Lamellen, 
und aus einem unteren, griffelförmigen , dunkelbraunen Organe," 
Diese Beschreibung ist mir erst im Laufe vergangenen Sommers 
aufgefallen und sie bestimmte mich eben , die Genitalien der Lim- 
nobien genauer zu untersuchen. 



205 

Bei versclnedenen Arten erleidet diese Grundform mannig- 
faltige Veränderungen. Meistens sind die Zangenhälflen DD. im 
Yerhültniss zu den Basalsegmenten GG. grösser, länglicher, oft 
nierenförinig und dann besonders beweglich (z, B. bei Rhipidia 
niaculata). Oft sind die Schnäbel EE. den Anheftiingspiinltten 
der Zange etwas näher befestigt (Fig. 3. Limn. decora Släger*) 
von oben) und meistens mit ein Paar starken Borsten versehen 
(Fig. 3. FF.). Letztere scheinen bald aus demselben Punkte zu 
entspringen, wie auf beigefügter Figur, bald einander parallel 
und zugleich sehr genähert (Glochina aufuninalis Stäg. ; mehreres 
über die Genitalien von Glochina s. weiter unten) , bald von ein- 
ander entfernt (L. modesta)**). Bei Rhipidia niaculata ist statt 
jener Borsten auf jedem Schnabel ein zierlicher, ziemlich langer 
horniger Fortsatz , der am Ende fein gezähnelt ist. 

Die Zacken CC. sind bald mehr, bald weniger gebogen, 
auch bei einigen Arten stärker und von der Zange unabhängiger 
als bei anderen. 

Der Griffel A. ist wenig veränderlich und scheint bei dieser 
ersten Grundform überall voihanden zu sein. 

Die weichen Theile, die den'Raum zwischen der Zange 
und dem Griffel ausfüllen, bieten oft ein Paar spitze, nach oben 
gebogene Zähnchen, die am besten von der Seite sichtbar sind. 
Ich habe sie bei Rhipid. maculata, Limnob. decora etc. bemerkt 
(auf Fig. 3. sind sie von beiden Seiten von A. angedeutet). 

Am meisten entwickelt und fast zu grossen Zacken ausge- 
bildet sind diese Zähnchen bei L. tripunclata M. , nigropunclafa 
Schum., macrostigma Schum. etc., Arten, die eine geschlossene, 
auch in anderen Hinsichten (Fiihlerbildung, Nervenverlauf etc.) 
ausgezei<:hnete Gruppe bilden. Hier sind die Afterzangenhälffen 
weniger fleischig und der Länge nach gleich breit; die Zacken- 
theile CC. sind an ihrem Ende angeheftet und ragen frei hervor. 

n. In der zweiten Grundform werden die fleischigen , be- 
weglichen Zangenhälflen DD. durch viel weniger bewegliche, 
häutige, trockene, und daher nach dem Tode sich besser erhal- 
tende Theile ersetzt. Characteristisch für diese Gruppe scheint 
auch die Abwesenheit des Griffels A. zu sein. Als Bei- 
spiele dieser Form können dienen die bei Schummel (T. 5. Fig. 
5. 6.) abgebildeten Genitalien von L. rivosa, und ich gebe (Fig. 4.) 



Diese Art scheint mir von trinotata Hgg. gar nicht verschieden. 
Beruht nicht vielleicht die Angabe „aus Portugal • bei Meigen 
auf einem Irrthum ? Schummel führt dieselbe Art als in Schlesien 
heimisch an. 

Diese Art hat ausserdem an der inneren Seite der Zangerihälfent 
beiderseits eine Menge kurzer Börstchen, welche eine ordentliche 
Bürste bilden , die wahrscheinlich zum festeren Anklammern 
dienen soll. 



206 

das Aftersegment von L. tiliaris Schra. von unten. DD. sind 
inwendig hohl; CC. und EE. sind hornig und wahrsrjieinlich 
mit den ebenso hezeicimeten liornigen Theilen der ersten Form 
analog (oder richtiger liomolog). 

Hier auch gitl»! es zahlreiche Verschiedenheiten. Die hor- 
nigen Theile CC. sind bei L, barbipes am Grunde sehr dick, 
das Ende ist zugesiiitzt. Bei L abdominalis Stacg. (der L. ni- 
gricollis M. verwandt) ist diese Spitze zweizähnig. 

Versncht man nun, die Limno)>ien nach diesen beiden 
Grandformen der Genitalien des </ in zwei Gruppen zu scheiden, 
so wird man leicht gewahr, dass diese Gruppirung sich auch an 
den übrigen KörpertlieiUMi rechtfertigt, dass sie also die Erfor- 
dernisse einer natürlichen Eintheilung erfüllt. Diese Gruppen 
versuche ich folgendet niassen zu characterisiren : 

Erste Abt hei hing. Die äusseren Genitalien des c/* 
bestehen hauptsädilirli aus 2 fleischigen, weichen, sehr 
beweglichen Z a n g e ti h ä I fte n und einem unter denselben 
befindlichen und g r i i'f el fö r m ige n Fortsatz. Keiner der 
G a b e 1 ä s t e des N e b e n r a n d e s gabelt sich wieder.*) 
Fühler meist 15- oder I4gliedrig. Hieher gehören ein grosser 
Theil der ächten IJmnobion (im Sinne Macquart's) (z. B. nigro- 
punetata , tripunctata , modesta , morio , inusta , Chorea , imperia- 
lis Lw. etc.), Rhipiflia und Glochina. 

Zweite Abtheilung. Die äusseren Genitalien des cT 
bestehen hauptsächlich aus 2 paarigen , häutigen, festen, 
inwendig mehr oder weniger ausgehöhlten T h e i - 
Jen. Hornige Fortsätze ragen heraus. Einer der Gabel äste 
d e r N e b e nr an d a de r gabelt sich wieder.*) (Gewöhn- 
lich der erste; sehr selten, wie bei L. rivosa, der zweite.) 
Fühler meistens IG-, selten ITgliedrig. Hierher gehören Lim- 
nophila Macq. , Idioptera, Symplecta, Pedicia und einige Arten, 
die sonst immer mit den ächten Limnobien (im Macquart'schen 
Sinne) angeführt wurden , in einer natürlichen Eintheilung davon 
getrennt, und mit Limnophila in derselben Abtheilung verbunden 
werden müssen. Sobhe sind: pilosa Schum,, ciliaris Schum., 
zonata Zelt., und wahrscheinlich auch die mir unbekannten svl- 
vatica M., pilipes F., umbripennis Schum., lüeridiana Släg. etc. 

Weit davon entfernt, diese Eintheilung .ils abgeschlossen 
hinzustellen , bin ich überzeugt , dass die genaue Untersuchung 



Ich gebrauche Schummeis Terminologie, Diese Gabelader ist für 
die Classification viel wichtiger, als diejenige, worauf die Galtung 
Limnophila gegründet ist. Und doch wurden in den meisten 
Werken die Unterabtheilungen der Gattung Limnobia auf die 
An- oder Abwesenheit dieser letzteren Gabel , nicht der ersteren, 
{«grftndel I 



207 

einer giössoron Anzalil Arten, als mir zu Gebole standen, manche 
Veränderungen an derselben nothwendig machen wird: dass statt 
ätwei Hauptabtheilungen vielleiclit drei, vier oder mehr ange- 
nommen werden; dass die Charakteristik derselben in Manchem 
geändert wird u. s. w. Doch glaube ich im Ganzen den richti- 
gen Weg eingeschlagen zu hal)en , ind(Mn ich jene Einiheilung 
auf den Bau der Genitalien gründete, und zugleich auf die 
Gabeln der ersten Neb e n r a n dad er mehr Gewicht legte, 
als auf andere Gabeln, Zellen oder Quernerven. Bewährt sich 
diese Eintheilung , so wird man einige weitere Refoiinen vorneh- 
men müssen, um die obdachlos gebliebenen Arten der zweiten 
Abtheilung (ciliaris, pilosa, zonata etc.) in neugebildeten Gattungen 
unterzubringen, und einige alte Gattungen besser zu definiren. 
Vorsicht ist dabei vor Allem nöthig, um nicht in neue Fehler zu 
verfallen. Man thäte wohl, damit anzufangen, die Zahl der be- 
kannten europäischen Arten ins Klare zu bringen, und die schon 
bedeutend angehäuften Sjnonjmen wegzuiäumen I (Einen Beitrag 
hierzu glaube ich weiter unten geliefert zu haben.) 



Glochina habe ich in die erste Abtheilung eingereiht: 
im Nervenverlauf stimmt sie mit L. modesta vollkommen über- 
ein*); das männliche Aftersegment aber ist höchst eigcnthümlich 
gebildet, obgleich man auch hier den Tjpus der ersten Abthei- 
lung wiederündet. Glochina scheint mir eine besondere kleine 
Gruppe unter den Limnobien zu bilden. Ob sie als Gattung gut 
delinirt ist, bleibt dahingestellt. Die Sgliedrigen Taster, die 
diese Gattung auszeichnen sollen, scheinen mir kein hinreichen- 
des Zeichen, da das fünfte Glied, wegen seiner Kleinheit, bei 
anderen Limnobien leicht zn übersehen ist. Bei L. barbipes 
z. B. glaube ich dassellie schon bemerken zu können. Die Ge- 
nitalien werden hier vielleicht ebenfalls den Ausschlag geben. 

Ich kenne nur zwei Arten, Gl. stigmatica und autumnalis 
Stäg. Die ^ Genitalien letzterer Art bilden den Uebergang zur 
gewöhnlichen Form. 

Fig 5. und 6. stellen ihre Genitalien von der Seite und 
von unten vor. D. ist die Zange; bei C. fängt der gewöhnliche 
hornige Haken an. A. ersetzt wahrscheinlich den Griffel. Bei 
DD. sind zwei nebeneinanderstehende konische, unbewegliche, 
an der Spitze mit langen Haaren bewachsene Fortsätze. Diese 
Organe scheinen Glochina zu charakterisiren, denn bei Gl. stig- 
matica finden sie sich wieder. 



■*) Glochina autumnalis ist der L. modesta so ähnlich, dass ich 
niv'ht umhin kann zu glauben, ein Theil der von Schummel cr- 
A^ ahnten Varietäten letzterer Art gehöre zu Glochina! (Mehreres 
darüber weiter unten.) 



208 

Bei Gloch. sligmatica (%. T. von der Seite*]) ist D. ver- 
hftltnissm.'issig grösser als gewöhnlich , und seheint mit einer 
zarten, weissen, blasenartigen Membran überzogen. Die hornigen 
Theile (auf der fig. nicht sichtbar, aber EE. und CC. der anderen 
Figuren entsprechend) sind ungewöhnlich gross, ragen wie Ge- 
weihe einander entgegen , und kreuzen sich mit ihren Spitzen, 
selbst wenn die Zange am weitesten aufgesperrt ist. Sie sind 
mit 2 Borsten verschen, und halien am Grunde einen starken, 
nach Innen gerichteten Ast. Neben jedem dieser Geweihe ent- 
springt noch ein horniger Grifl'el. M. auf der fig. ist eine zweite 
Zange unter der ersten (d. h. ein ebenfalls paariges Organ.) 0. 
auch paarig und mit Haaren bewachsen, ist schon bei G. autum- 
nalis beschrieben. A.. ist der Griffel. 

Die Figur zeigt alle diese Theile etwas auseinandergespannt; 
im gewöhnlichen Zustande nicken sie näher zusammen und bil- 
den den kolbigen, sonst bei Limnobien gar nicht vorkommenden 
After, dessen 3Ieigen erwähnt. (Vol. VI. p. 279.) 

Glochina bietet einen augenfälligen Beweis dessen, wie un- 
zureichend eine blos auf das Flügelgeäder begründete Classifi- 
ration sein würde. Bei einer derartigen Eintheilung müsste 
Glochina in derselben Unterabiheilung mit L. modesla stehen. 



Ich glaube genug gesagt zu haben, um die Mannigfaltigkeit 
im Baue der Aflersegmente des (^ bei Limnobia zu beweisen. 
Die Erleichterung, welche für die Classification aus der Benutzung 
dieser Kennzeichen entspringt, ergiebt sich von selbst. Nicht 
nur die Eintheilung der Galtung Limnobia in naturgemässe Unter- 
abtheilungen, sondern auch die genaue Abgrenzung dieser Gat- 
tung von den ihr am nächsten stehenden wird dadurch erreicht. 
Autoritäten wie Meigen und Zetterstedt haben es nicht vermocht, 
Erioptera von Limnobia scharf zu trennen. Vielleicht findet sich 
das gesuchte Kennzeichen zur Unterscheidung <lerselben an den 
Analsegmenten. (Weiter unten erwähne ich eines merkwürdigen 
Falles der Verwechselung dieser Galtungen.) 

Die Untersuchung der Genitalien der Limnobien ist nicht 
schwierig. Ein gelinder Druck auf den Hinterleib eines frisch 
eingefangenen Exemplars zwingt dassellie die Afterzange aufzu- 
sperren. Eine gute Lupe ist dann zur Untersuchung hinreichend. 
Mögen sich bessere Zeichner als ich mit diesem Gegenstande 
beschäftigen und ihre Zeichnungen herausgeben, ohne erst abzu- 



''] Diese Seitenansicht giebt einen schwachen Begriff von dem höchst 
verwickelten Bau dieser Theile; mein Zeichnertalent reicht nicht 
hin . dieselben auch von oben und unten einigermassen erträglich 
zu slrizziren. 



209 

warten, dass diese Untersuchungen Vollständigkeit erlangen. 
Durch dieses, nach meiner Ansicht, verkehrte Streben nach Voll- 
ständigkeit , geht für das naturwissenschaftliche Publikum manche 
interessante Beobachtung yerloren. Im Grunde ist ein richtig ge- 
schildertes Factum vollständiger, als ein ganzes System: denn 
jenes kann man durch die Beschreibung erschöpfen, an einem 
Sjstem ist immer etwas zu verbessern. 

Erklärung der Tafel. 
Fig. 1. Genitalien des cT von Limnobia imperialis, von oben. 
Fig. 2. Dieselben, von der Seite. 
Fig. 3. Genitalien des <^ von Limn. decora Stäg. (trinotata 

(Hgg. ?) 
Fig. 4. Dieselben von L. ciliaris Schum. (Eriopt. trivialis M. ?) 

von unten. 
Fig. 5. Der untere Theil der männlichen Genitalien von Glochina 

autumnalis Stäg. 
Fig. 6. Dieselben Genitalien von der Seite. 
Fig. 7. Genitalien des cf von Glochina stigmatica von der Seite. 



II. 

Synonymische Bemerkungen und Zweifel. 

Erioptera trivialis Meig. = Erioptera cinerascens Meig, = 
Limnobia ciliaris Schunnn. 

Eine Limnobia steckte bei mir eine geraume Zeit ohne 
Namen. Da sie gar nicht selten ist, besonders im Herbst, so 
merkte ich büld, dass ihre Flügel bald mit, bald ohne Mitlelzelle 
vorkommen. Endlich, als ich Schumiiiels Beschreibung der schle- 
sischen Limnobien bekam , bestimmte ich die meinige , und zwar 
ganz sicher, als ciliaris Schumn«. Schummel erwähnt auch des 
oftmaligen Fehlens der Mittelzelie. Zufällig bemerkte ich, kurze 
Zfit später, im Kaiseilichen ^hiseiim , unter den wenigen dort 
befindlichen Nemoceren, die von Moigens Hand bezettelt sind, 
eine Erioptera trivialis, die mit meiner L. ciliaris i'ibcreinslimmte. 
Ich schlug im Meig'>n nach, um die Beschreibung zu vergleichen; 
sie passte vollkomnjen. Die Erioptera trivialis befindet sich aber 
unter den Arien ohne Mittelzellen ( Ablh. A. Meig.); auf die 
Exemplare derselben Art mit einer Mittelzelle ist jene Beschrei- 
bung nicht anwendbar. Auf diese Exemphire bezieht sich die 
Beschreibung der Er. cinerascens Meig. (Abth. C. mit der Mit- 
telzelle.) Beide Beschreibungen sind unter sich vollkommen über- 
einstimmend, und unterscheiden sich nur durch An- oder Abwesen- 
heit jener Zelle. 

Es wäre demnach Erioptera trivialis Meig. = cinerascens 
Meig. = Limnobia ciliaris Schum. 



Schummel nennt diese Art häufig; bei uns ist sie es eben- 
falls; wahrscheinlich auch in ganz Deutschland. Wie wäre sie 
Meigen nie vorgekommen*? Ans Obigem folgt, dass er sie eben- 
falls kannte, aber für eine Erioj)(era hielt, und ausserdem die 
Exemplare mit und ohne MiltclzelN? als besondere Arien beschrieb. 
Schummel hingegen, mit seinen Limnobien beschafligl, hielt sie 
für eine solche, fand sie naliirlich unter Meigen's Limnobien 
nicht, und beschrieb sie von Neuem. 

Ich verfolgte dieselbe Art in anderen Werken , und fand 
folgendes : 

Walker, in seinem Catalog der Dipteren des britischen 
Museums hat Er. cinerascens in Ablh. A. (a discoidal cell.) und 
Er, trivialis in Abth. AA. (no discoidal cell.) ganz richtig , nur 
eins könnte befremden : letztere steht in der Unterabtheilung a., 
wo die Adern der ganzen Länge nach behaart sind. Meigen 
aber sagt ausdrücklich in seinen beiden Beschreibungen: Nerven 
nur an der Spitze haarig. Am Ende hätte Walker Recht; die 
Haare oder Schuppen reiben sich bei dieser Art sehr leicht ab; 
bei wohleihaltenen Exemplaren aber erstreckt sich eine feine 
Behaarung bis weit oberhalb der Spitze. Walker kannte Schum- 
mers Werk nicht, konnte also auf die L. ciliaris nicht fallen. 

F. Rossi (Zweiflügler Oesterreichs, Wien 1848.) erwähnt 
Eriopt. frivialis; die cinerascens versetzt er aber in seine neu- 
gebildete Gattung Cheilotrichia, die sich durch Anwesenheit der 
Mittelzelle auszeichnet. Rossi benutzte, wie es scheint, Schura- 
mels Werk ebenfalls nicht. 

Am sonderbarsten hat es Prof. Zettersledt, der Meigen und 
ISihunnnel zugleich benutzte. In seinen Diptera Scandinaviae, 
einem seiner Yollsländigkeit wegen jedem Dipterologen , beson- 
ders im Norden, unschätzbaren Werk, finde ich Er. trivialis 
unter den Arten ohne Mittelzelle, Er. cinerascens unter denen 
mit der Mitlelzelle, und endlich auch Limnob. ciliaris unter den 
Limnobien ebenfalls mit einer Mittelzelle. Bei Gelegenheit von 
Eriopt. cinerascens sagt er übrigens: valde similis E. trivial!, 
et praeter a r e o I a m d i s c o i d a I e m p a r u m d i s c r e p a t. 
Das scheint mir ein offenbarer Beweis der Identität der Exem- 
plare, die Prof. Zetterstedt unter diesem Namen beschrieb, mit 
ciliaris Schumm. , der anderen Kennzeichen zu geschweigen, die 
auch übereinstinutien. Es bleibt also nur anzunehmen, dass Prof. 
Zetterstedt unter dem Namen ciliaris Schmnm. eine ganz andere, 
Sehr verwandte Art beschrieben hat, denn es ist kaum glaublich, 
dass ein so erfahrener Dipferolog eine und dieselbe Art unter 
3 verschiedenen Namen in sein Werk aufgenommen hätte. 

Stäger kenne ich nur aus Zettersfedt's Citaten; sonderbar 
ist, dass die Varietät mit der Mittelzelle, Eriopt. cinerascens, 
nach der Bemerkung am Citate, bei Stäger : ad species absqae 



211 

area discoidali relata; unil lung^ekehrt, die Er. trivialis (ohne 
Mittelzellc) inier species areola discoidali jnaeditas relata I 

So weit meine Yonnuthungen ülier diese Sjnon^'mie ; so 
sehr ich für meinen Theil von ihrer Richtigkeit überzeugt hin, 
so brauchen sie doch einer weiteren Besläligung , um in der 
Wissenschaft zu gellen. Deshalb bin ich so frei, diejenigen 
Entomologen, diein der Lage sind. Original - Exemplare von 
Meigen und Schummel vergleichen zu können , zu ersuchen, sich 
über jene Yermuthung in dieser Zeitung auszusprechen. Ist sie 
richtig, so bleibt noch die Frage übrig, ob die besprochene Art 
zu Erioplera oder zu Limnobia gehört? Ich habe ihrer oben, in 
meinem Artikel über die Aftersegmenle der Limnobien, als zu 
dieser Gattung geliörig, erwähnt: allein ich gestehe, dass sie 
den Limnobien meiner zweiten Gruppe eben so nahe steht wie 
den Eriopteren, und dass, wie gesagt, eine strenge Scheidung 
dieser Gattungen noch zu linden ist. 

Ist es eine Limnobia, so wird sie heissen müssen: Lim- 
nobia trivialis Meigen (denn eine L. cinerascens giebt es schon) 
nnd ihre Svnonjmie wird sein : 

Limn. trivialis M. 
Syn. : Eriopt. trivialis Meig. 

Eriopt. cinerascens Meig. 
Limn. ciliaris Schumm. 



G J c h i n a a n t u m n a 1 i s S t ä g. = L i m n o Im a m o d e s t a 
Seh um m. Yar, «, c, f. 

Si'hummel erwähnt einiger Varietäten («, <^, ?,) der L, mo- 
desta Wicd., bei welchen das erste Fühlerglied gegen die Regel 
braun, und das Randmal dunkler als gewöhnlich ist; bei einigen 
Exemplaren dieser Abarten fehlte der vordere Quernerv der 
Miltelzelle, bei anderen hatte die Biegung der INebenrandader ein 
nacjj innen gerichletes Zähnchen. 

Ich halte auch unter einer Menge Exemplaren von L. mo- 
desta eine Anzahl bei Seite gesteckt, bei weichen diese Kenn- 
zeichen sich vorfanden; selbst die rein zufälligen trafen ein. 
Später erkannte ich diese Exemplare für Glochina, und allem 
Anscheine nach Gl. autumnalis Stäger. Die Genitalien dieser 
Art habe ich beschrieben; an den haarigen Büscheln (Fig. 5. 00.) 
die sie auszeichnen, kann man diese Glochina, selbst in trocke- 
nen Exemplaren , leicht unterscheiden. 



213 

III. 

Bemerk nngen über Lininobia imperialis Loew, und 
Beschreibung einer neuen, ihr verwandten Art. 

Im V. Bande der Linnaea beschrieb Herr Loew als Limn. 
imperialis eine neue , ihm von mir in mehreren Exemplaren mit- 
gclheilte Ar(. Da <liese Art bei uns häufig ist, so bin ich im 
Stande, jene Boschreibung durch ein Paar Erläuterungen za 
vervollständigen. 

Herr Loew sagt : „Hinterleib und Thorax zeigen hin und 
„wieder ziemlich lebhaft grün gefärbte Stellen, so dass es scheint, 
„als ob das Insekt im Leben eine solche Färbung gehabt habe." 
— Der Hinterleib ist nämlich beim lebenden Insekt mit einem 
grünen Saft angefüllt, der an mehreren Stellen durchscheinend 
ist; nach dem Tode bleiltt dieses Grün besonders am Thorax, 
über den Hinterhüften bemerklich; beim Weibchen auch 
am Ende des Hinterleibes. 

Herrn Loew's Beschreibung der Genitalien des (/ habe ich 
bereits oben berichtigt. 

Diese, wegen der Querader, welche beide letzte Längs- 
adern verbindet, ausgezeichnete Art ist in der Umgegend von 
St. Petersburg im August, bis Mitte September (a. St.) nicht 
selten, stellenweise sehr gemein. Desto sonderbarer ist es, dass 
sie bisher anderswo nirgends gefunden worden zu sein scheint*). 
Noch merkwürdiger aber ist der Umstand, dass mit ihr an den- 
selben Orten und fast zu gleicher Zeit (mehr gegen Anfang Au- 
gust) eine andere, sehr verwandte und ähnliche, aber bestimmt 
verschiedene Art vorkommt. Da diese Aehnlichkeit leicht zu 
Verwechselungen führen könnte, besonders im Falle man die 
zweite Art zuerst fände, so lasse ich die Bpschreibung dieser 
Art hier folgen, und wiederhole Loew's Diagnose der imperialis, 
mit einigen, wegen der neuen Art nöthigfn Zusätzen: 

Limnobia imperialis Loew. cT. 9. Alis flavescen- 
tibas, brunneo - ocellatis, inlerstitiis ocellorum im- 
maculatis; (nervo longitudinali ultimo cum penultimo nervulo 
transverso conjunctis). 

Limn. caesarea n. sp. </. $. Ali s al bicantibus, 
brnnneo-ocellatis, i n tersti ti is ocellorum plus minusve 
br u n n e o-macu lati s; (nervo longitudinali ultimo cum penul- 
timo nervulo transverso conjuncio). Long. corp. 3 — ^/^ lin. — 
longit. alae S'/o— '4^4 ''"• 



*) Während meines Aufenthaltes in Wien, vergangenen "Winter, 
habe ich in der, jetzt im K. K. Naturalien -Cabinet befindlichen, 
V. Winthem'schen Sammlung von Dipteren ein Exemplar der L. 
imperialis gesehen. Es steckte ohne Namen, aber mit einem 
Zettel, worauf „Lyon" stand. Ob er den Fundort oder den Na- 
men des Gebers (?) bezeichnet, ist mir unbekannt. 



213 

Einer Rhipidia inaculata nicht unähnlich; an Grösse (wie 
Limn. iniperialis) veränderlich, im Durchschnitt aber kleiner, du 
sie die grösslen Exemplare derselben an Länge nie erreicht. 
Der Körper gleicht dem der L. iraperialis; an den Flügeln sind 
beide Arten sehr leicht zu unterscheiden. 

Kopf bräunlichgrau; Rüssel, Taster und Fühler schwarz- 
braun; letztere 14gliedrig; die Glieder an Grösse abnehmend; 
das letzte länger und schlanker als die übrigen. 

Thorax gelbbraun, in der Mitte des Rückens eine gleich- 
farbige Strieme, die durch 2 seilliche, oft undeutliche, bräunlich- 
gelbe Flecke gebildet wird; diese Flecke dehnen sich meistens 
nach vorne, über das Collare und nach hinten, bis zum Schild- 
chen aus. Rücken glatt, ziemlich glänzend, graugelb oder gelb- 
grau (je nach der Stellung gegen das Licht) schillernd. Brust- 
seiten und Hinterrücken braun, grau schillernd. Schwinger 
bräunlich, am Grunde und an der Spitze heller. Hinterleib braun. 
Beine sehr schlank, gelbbräunlich, die Spitze der Schienen und 
Füsse dunkler, vor der Schenkelspitze ein breiter schwarzbrauner 
Ring, (Bei trockenen, und besonders allen Exemplaren, erschei- 
nen alle Körpertheile mehr ins gelbe gemischt. Die grüne Fär- 
bung, die bei L. imperialis stellenweise vorkömmt, ist hier kaum 
beraerklich.) Die Flügel sind weisslich ('nicht gelblich, wie bei 
imperialis), mit dunkelbraunen Augenflecken, deren Pupillen vor- 
zugsweise auf den Queradern und den Theilungsstellen der 
Längsadern liegen, und deren Zeichnung mit L, imperialis voll- 
kommen übereinstimmt (Linnaea, Tom. V. , tab. IL, fig 15). 
Die Zwischenräume d e r A ugenf lecken sind mit klei- 
nen, mehr oder weniger dunklen und dichten bräun- 
lichen Flecken bestreut. Bei dichter gefleckten Exempla- 
ren verfliessen diese Flecke mit den Augenflecken und machen 
deren Zeichnung undeutlich. Der charakteristische Quernerv ver- 
bindet auch hier (wie bei imperialis) die beiden letzten Längsadern. 

Ich habe 6 We'bchen und 12 Männchen dieser Art ver- 
glichen. Sie kommt mit L. imperialis zugleich vor, aber wie es 
scheint nur in der ersten Hälfte August und viel seltener. Charac- 
ristisch für sie ist die Veränderlichkeit der Flügelzeichnung, da- 
hingegen unter 30 — 40 Exemplaren von imperialis, die ich be- 
sitze, nicht der geringste Unterschied in derselben zu bemerken ist. 



%u 



Synopsis der Antbiciden in den 
Vereinigten Staaten. 

Von Dr. John Le Conte. 

Bevor ioh diesen Artikel (als Fortsetzung der in den No. 
März, Mai, Juni d. J. ge^elienenj folj^en lasse, heincrke ich, dass 
Dr. Le Conte in den Proeeedings of the Acad, of Philadelphia 
1852. pag. 5'». einen Artikel über einige von Woodhouse in Mis- 
sourj und Neu-Mexico gesanunelle neue Käfer giebt, aus welchem 
ich als sjsfeinatisch wichtig nur die Notiz hervorhche, dass Le 
Conte das von Laporte errichtete, von den früheren Coleopterolo- 
gen meistens nicht adoptirtc Genus Eurydera für gut charak- 
terisirt erachtet und deshalb den Namen Euryderus Zahroides 
Le Conte in Nothopus (Le Conte) umändert. Als neu beschrie- 
ben werden: Cicindela cuprascens, tarsalis, cuntatilis, 
Lachnophorus elegantulus, Chlaenius vafer, Eleodes sul- 
cata, Myodes (Myodites) sc aber, Acmaeodera variegata, 
Dicerca Wood hou sei, Pristilophus pun cli c o 1 1 i s. 

Ich lasse nun den I. c. pag. 91. aljgedruckten Artikel über 
die nordanterikanischen Anthiciden im Auszuge folgen, wörtlich 
nur dasjenige anführend, welches allgemein Systematisches oder 
Abweichendes von der Ansicht Laferte's in dessen bekannter 
Monographie enthält. C. A. Dohrn. 

Obwohl es erst drei Jahre her ist, dass M. de la Ferte 
Senectere seine sehr schöne und fleissige Monographie über 
Anthicus veröffentlichte, so haben sich doch schon seitdem die in 
unserm Gel)ie!e wohnenden Species der Zahl nach heinahe ver- 
doppelt. Die meisten davon habe ich bereits in den „Annais of 
the Ljceum of nat. history of New-York" und in Professor Agassiz' 
Werk über den Physical Character of Lake Superior publicirt. 
Was ich zunächst beim Studium dieser Gruppe im Auge hatte, 
waren einige Arten der Gattungen, welche Laferte mit den Anthi- 
ciden verband, z. B. Siereopalpus und Eurjgenius. Indess nach 
aufmerksamer Untersuchung dieser Genera gewann ich die Ueher- 
zeugung, dass sie (zusanimt Macratria Newm. [scrib. Macrarthria] 
welche letztere Gattung passend mit Scraptia zu verbinden wäre), 
überhaupt aus der Anthiciden-Gruppe ausgeschieden werden müs- 
sen. Stereopalpus und Eurygenius gehören zu denPyrochroiden, 
deren Synopsis ich nächstens geben werde. 

Nachdem ich nun die Anthiciden noch um eine neue Gattung 
vermehrt habe, achte ich es für nützlich, die in verschiedenen 
Werken zerstreuten Beschreibungen in Form einer Synopsis zu- 
sammenzustellen, so dass die Charaktere der einzelneu, in natür- 
liche Rcihefolge gebrachten Arten übersichtlicher erscheinen. 
Merkwürdig ist, dass von allen amerikanischen Arten nur eine 



21S 

(Notoxus ujonodon) beiden CondneiJlen geuieinsam ist. Anthicua 
floralis, iUesseit und jenseit ircfundeu, wurde wahrscheinlich 
mit Handelsartikeln eingeführt. Ferte erwähnt auch dessen Vor- 
kommen in Californien. 

Ueher die Affinitäten dieser Gruppe weiss ich nur wenig zu 
sagen. Einige Autoren vermeinen, es bestehe eine Verwandtschaft 
zwischen Anthiciden und Scjdmaenen, doch scheint dies mehr 
eine Aehnlichkeit der Form wegen bestimmter Lebensweise als 
eine ächte Affinität zu sein. Abgesehen von der Differenz 
der Palpen und Einlenkung der Antennen ist bei Scjd- 
maenus das Prosternum gänzlich von den seitlich eingebogenen 
Theilen des Thorax gesondert, während bei Anthicus alles in 
einem Stück ist. Die wahre Verwandtschaft scheint die mit den 
Pyrochroiden zu sein, von denen sie nur durch die Form der 
Parapleuren abweichen, welche Itei Anthicus triangulär, bei den 
Pyrochroiden parallel sind. Auch ist bei letzteren das Kinn we- 
niger schmal und nicht so bestimmt abgetrennt wie bei Anthicus, 
die Antennen sind den Augen gegenüber und denselben sehr nahe 
inserirt, die Augen sind gross und mehr oder minder ausgerandet, 
reichen weit auf die Unterfläche des Kopfes und stossen meist 
auf dem Scheitel zusammen. 

Danach würde sich die Diagnose der Anthiciden Tribus so 
stellen : 

Coleoptera heteromera, capite postice valde coarctatö, collo 
distinctissimo; oculis intogerrimis , lateralibns ; mandibulis 
apice emarginatis ; abdomine 5-articiilato, articulis liberis; 
parapleuris triangularibus; coxis anlicis contiguis; unguibus 
simplicibiis. 
Die nordamerikanischen Gattungen stehen in folgender Ver- 
wandtschaft: 

A. Antennae articulo undecimo simplici. 
Thorax cornutus; tarsi articulo quarto bilobalo Notoxus. 
Thorax simplex; tarsi articulo quarto bilobato 

antennae moniliatae, femora incrassata . . Tomoderus. 
antennae non moniliatae; humeri indistincti Formicomus. 
humeri distincti . Anthicus^. 
B. Antennae articulo undecimo elongato, 
quasi diviso. 
Thorax simplex; articulo tarsorum quarto 

simplici Tanarthrus. 

Notoxus Geoflroy. 
1. N. anchora Hentz, Laf. Lee. 2. N. conformis Lee. 
3. N. cavicornis Lee. 4. N. serratus Lee. 5. N. monodon F. 
6. N. apicalis Lee. (monodon Lee. olira). 7. N. marginatus Lee. 
8. N. subtilis Lee. 9. N. bifascialus Lee. 10. N. bicolor Say, 
Laf., Lee. 



216 

Speties, welche mir unbekannt sind: 

N. Pilali Laf. Texas; N, planicornis Laf.; N. talpa Laf. 
N. elegantulus L. aus Californien. 

Tomoderus Lafertö. 

Diese Gaffung unterscheidet sich durch ihre subnioniliforinen 
Antennen und Feinora clavata ; das vierte Tarsenglied ist zwei- 
lappig wie bei Anfhicus. 

1. T. inferruptns Laf. 2. T. constrictus Saj, Laf. 
\Forinico7nus, Laferte ) 
\Formicilla, Le Conte. ( 

Diese Gruppe ist von den ächten Anfhicus nur deshalb ge- 
trennt, weil sie ovale, convexe Eljtra ohne vortretende Schulfern 
und stärker keulförmige Schenkel hat. Ich habe sie in Paren- 
these gesetzt, weil ich diese Gaffung nicht für stichhaltig ansehe. 

1. A. scilulus Lee. 2. A. niundus Lee. 
Anthicus, Pajkull. 

Wenngleich die von Laferte getroffene Disposition die pas- 
sendste sein mag, wenn man es mit den Arten der ganzen Erde 
zu thun hat, so schien sie mir doch einiger Veibosserung fähig, 
wenn es sich nur um die Arten in Nordamerika bandelt. Ich 
habe deshalb versucht, unsere Anthicus in homogene Gruppen 
zu sondern, so dass dadurch die Diagnosen kürzer und die De- 
terminationen erleichtert werden. Folgende Tabelle scheint die- 
sen Zweck ohne wesentliche Beeinträchtigung der Affinität zu be- 
fördern: 

A. Caput non granulafum, tibiae calcaribus fere obsolelis. Thorax 
basi marginafus. 

a. Capite rotundato, occipite non inipresso, palpis articulo ultimo 
niaximo , ihorace postice constricto , elvfris basi impressis. 
Sp. 1—3. 

b. Capite rotundato, occipite breviter impresso, thorace postice 
constricto, elytris basi impressis. Sp. 4 — 6. 

c. Capite rotundato, occipite non impresso, thorace postice 
raodice constricto, eljtris non impressis : corpus minus pubes- 
cens, Sp. 7 — 9. 

d. Capite subquadrafo, thorace elongafo, trapezoideo ; corpus vfx 
pubescens. Sp, 10 — 13. 

e. Capite subquadrato, thorace plus minusve trapezoideo, eljtris 
non impressis; corpus longius pubescens. 

1. Capite postice rotundato thorace subcampanulato ; anten- 
nis tenuibus. Sp. 14 — 18. 

2. Capite postice truncato, pone oculos non angustato, ocu- 
lis prominulis. Sp. 19 — 36. 

3. Capite postice truncato, pone oculos non angustato, 
oculis parvis, cljtris lateribus rotundatis, humeris ferc 
nullis. Sp. 37. 



217 

B. Caput non granulafuni, tibiae calcarilius ohsoletia, Jhorax hasi 

non marginadis. Sp. 38. 

C. Caput trianguläre, granulatum ; tüiiae calcarihus valde distinc- 

tis ; thorax ovalus hasi inarginatus. Sp. 39 — 40. 

1. A. obscurns Laf. 2. A. nitidulus L. 3. A. elegans Laf. 
4. A. tenuis Lee. 5, A. fonaicarins Laf, 6. A. cinetus Say, 
Laf. 7. A. anneclens Lee. 8. A. ealifornicus Laf. 9. A. rejec- 
tus Lee. 10. A. floralis Pajk , F. Laf. Var. A. basilaris Saj. 
11, A. vieinus Laf. 12. A. ihoracieiis Laf. 13. A. eonfinis Lee. 
14. A. horridus Lee. 15. A, eribratus Lee. 16. A. diffieilis Lee. 
17. A. confusus Lee. 18. A. luleolus Lee. 19. A. seabriceps 
Lee. 20. A. ephippium Laf. 21. A. flavicans Lee. 22. A. ru- 
fulus Lee. 23. A. cervinus Laf. (= A. bifaseiatus Saj, A. ter- 
minalis Lee., A. bizonatus Laf.) 24. A. piiiietHJatus Lee. 25. A. 
Haldeinani Lee. (= A. quadrigutfafus Hald.) 26. A. quadriluna- 
tus '? Laf. 27. A. biguttnlus Lee 28. A. nigritulus Lee. 29. A. 
obscurellus Lee. 30. A. latebrans Lee. 31. A. spretus Lee. 
32. A. nanus Lee. 33. A. eellulus Lee. 31. A. pubescens Laf, 
35. A. fulvipes Laf. 36. A. eorticalis Lee. 37. A. inaritimus 
Lee. 38. A. coracinus Lee. 39, A. pallens Lee. 40. A. gra- 
nularis Lee. 

Species, welche mir unbekannt sind: 

A. exilis, ietericus, laetus, nielaneholieus, pusillus, squa- 
mosus: lugubris, impressipennis, texanus, säinintlich von Lafertö 
beschrieben. A. pallidus Saj, (Laf. 275). 
Tanarthrus Le Conte. 

Diese Gattung wurde von mir im 5. Bande der Ännals of 
the Lyceum of Natural Historj auf ein sonderbares Insekt ge- 
gründet, welches den Anschein eines Zuphium hat. Sorgfälligere 
Untersuchung hat mich gelehrt, dass auch mein ebendaselbst be- 
schriebener Anthicus alutaceus zu diesem neuen Genus gehört ; 
der Schimmel an den Exemplaren hatte mich derzeit an dem ge- 
nauen Erkennen der Gattungscharactere gehindert, welches fol- 
gende sind: 

Antennae in frontem insertae, sub -12-articulatae , articulo 
llmo elongato, quasi diviso, intermediis turbinatis. Tarsi arlicu- 
lis cjlindricis, quarto minore non bilobato ; eljtra depressa, apiee 
truneata, abdomine breviora; corpus depressum, capite magno, 
oculis parvis , palpis articulo ultimo triangulari, angusto , tibiis 
Omnibus apice longius bic.ilcaratis. 

1. T. salinus Lee. 2. T. alutaceus Lee. 



15 



Senierhungen 
KU einigen südrussischen Falterarteu. 

Durch mehrjilhrioen Verkehr mit dem südlichen Russland 
in enlomologischer Beziehun»- kam ich in den Besitz vieler dor- 
tigen SchiuelterliDg:e , unter wclcJien sich auc)> manche gemeine, 
in Deutschland verhreilele Art licfaml. Diese letzteren Arten 
weichen, zum Theil durch klimatische Verhältnisse hedingt, von 
den in unsern Gegenden Constanten Formen in Grösse and Fär- 
bung ab, so dass icli nicht mit Unrecht glaube, dass es den 
Lepidojiterologen nicht unangenehm sein wird, auch diese bekann- 
ten und gemeinen Arien in der nachfolgenden Aufzählung ange- 
führt zu sehen. Ueber die früheren Stände mancher seltenen, 
Russland eigenthiimliclien Arten, hoffe ich in nächster Zeit 
Nachricht geben zu können, da mir hierüber Mittheilungen zuge- 
sagt sind und ich auch ausgeblasene Raupen und Puppen von 
dort erwarte. 

Die nachfolgende Aufzählung ist nach dem Sjstem von 
Herrich-SchäfFer geordnet. 

Rhopaloeera. 
Papilionidae. 
nryinplialidae. 
Melitaea. 
Artemis Fabr. Die Exemplare von Artemis, welche ich 
aus dem südlichen Russland erhielt, sind jedenfalls mit Var. Des- 
fontainesi , welche im südlichen Spanien vorkommt, identisch. 
Meine Exemplare zeichnen sich besonders von Artemis durch 
gelbe Flecke vor dem Hinterrande der Vorderfliigel, welche den 
schwarzen Punkten der Hinterflügel entsprechen, aus, doch sind 
sie bei meinen Männern auch in Zelle l — 3 vorhanden, während 
H.-S, angiebt, dass sie erst von Zeile 4 an zu bemerkf n wären. 
Ein solches Weib hat Boisd. Icon. hist. p. 23. 1. 2. abgebildet. 
P ho ehe Fbr. Unlersclieidel sich wenig von meinen deut- 
schen Exemplaren. Ein Weib, das var. Aetherie H. zu sein 
scheint; ist durch erhöhtere Färbung und wenige schwätze Zeich- 
nung der Oberseile merklich von den übrigen Exemplaren unter- 
schieden. 

Tri via W. V. Meine Exemplare gehören zu var. Fas- 
celis Esp. und unterscheiden sich von Trivia durch brennendes 
Roth und schärfere stärkere Zeichnung sowohl der Ober- als 
Unterseite und ansehnliche Grösse. 

Didyma Fabr. Von der gewöhnlichen Didyma bedeutend 
abweichend. Grösse von Phoebe, Mann brennend orange mit 
sehr wenig schwarzer Zeichnung, die schwarze Fleckenbinde der 
Hinterflügel vor den Randmonden erscheint nur als einzelne feine 
Punkte. Ebenso findet sich auf der Unterseite der Vorderflügel 



21§ 

nur sehr wenig, und feine schwarze Zeichnun";'. Das Gelb auf 
den Hinferfliigeln ist blasser. Die beide orange Fleckenbindon, 
welche bei der gewöhnlichen Didjnia aus mehr oder weniger deut- 
lich getrennten Flecken bestehen, sind hier gleich breit, durch 
die Rippen kaum oder gar nicht getrennt , so dass sie als zusam- 
menhäni;,ende Binden erscheinen. Beim Weil) ist die Färbung 
der Oberseife der Vorderfliigel durch die breite und starke schwarze 
Zeichnung, welche sich gleichsam über die rolhe Färbung ver- 
breifet, bräunlich. Auf der Unterseite zieht sich die gelbe Fär- 
bung am ganzen Vorderrand als gegen die Wurzel verschmä- 
lernder Streif hin, doch frift die dunkle Zeichnung der Oberseite 
nicht hervor. 

Ich erhielt früher diese Varietät als var. Orientalis von Straube, 
angeblich aus der Tiirkej. 

Argynnis. 

Lathonia. L. Von dem gewöhnlichen Falter nicht ver- 
schieden. 

Pandora. H. dem ungarischen Falter gleich. 

Daphne. Fbr. Nur durch lebhaftere rofhe Färiiung aus- 
gezeichnet. 

N i b e. L. ) Beide Arten durch sehr lebhafte rothe Färbung 

Adippe.Fbr.j ausgezeichnet. 

Vanessa. 

Jo. — C. album. Polychloros. Antiopa. Cardui. 
in den gewöhnlichen Formen auftretend. 

liiinenitis. 

LuciUa. Fbr. Der gewöhnliche Falter. 
Apatura. 

Ilia. Fbr. Ein Pärchen in sehr kloinen , sonst nicht ab- 
weichenden Exemplaren. 

Var. Bunea. Ein einzelnes Weib, welches ich erhielt, 
scheint zu dieser Abänderung zu gehören. 

I§atyridae. 

Arge. 
Clotho. Hb. Aenderf nicht bedeulend ab, ein Exemplar 
ohne Augen auf den Hinferfliigeln gab ich an das Berliner Mu- 
seum ab. 

Var. Cleanthe. H. Scheint uiir nach meinen Exempla- 
ren eine ganz unbedeutende Abänderung zu sein. 

15* 



220 

Galathea. L. Von dem gevNÖhnlichen Faller nicht ver- 
schieden. 

Var: Procida. Hbst, in Uebergängen zur Sfaminart. 

Yar: Galenc. 0. Zwei Männer unter einer Anzahl Exem- 
plare von Galathea, von denen sie sich fast nur durch die auf 
der Oberseite der Hinterlliigel fehlenden Augen unterscheiden. 

lürebia. 

Afer. Fbr. In der Grösse und in der Augenzahl der Yor- 
derfliigel abändernd. Dass Zelle 1 c. der Hinterlliigel ein dop- 
peltes Auge habe, bemerke ich weder auf der Ober- noch Unter- 
seite an meinen Exemplaren (wie Herrich - Schäffer angiebt.j 

l§ntyrus. 

Proserpina. W. V. Scheint um Sarepta sehr verbreitet 
zu sein. Die meisten Exemplare sind von ausgezeichneter Grösse. 
Zwei Männer, welche sich durch ihre geringe Grösse auszeichnen, 
haben einen rosaröthlichen Anflug der Fleckenbinden. 

Hermione, L. In mehreren Exemplaren von Sarepta er- 
halten. 

Ale Jone scheint daselbst zu fehlen. 

Anthe. Boeb. Ein Weib zeichnet sich durch die lebhaft 
ockergelbe Färbung der Binden aus. 

Bris eis. L. Nicht wesentlich von unserm Falter ver- 
schieden. 

S e m e I e. L. Ebenfalls der gew iihnlichen Form gleichend. 

Arelhusa. Fbr. Zwei Exemplare variiren von der ge- 
wöhnliehen Arethusa durch ihre geringere Grösse, und durch die 
sehr kleinen verloschenen Flecken der Vorderfliigel, welche auf den 
Hinterlliigeln ganz fehlen. 

Statilinus. Hbst. Von dem gewöhnlichen Falter nicht 
verschieden. 

Bryce. H. Ein Paar, nach der Bestimmung des Herrn 
Keferstein unbezweifelt diese Art. 

Cordula. F. Einige Männer unterscheiden s'ch nicht 
bedeutend von meinen Französischen Exemplai en. Herricii-Schäifer 
hat die Unterschiede dieser und der vorigen Ait sehr ausführlich 
auseinandergesetzt. 

Elphinephele. 

Hjperanthus L. Nicht verschieden. 

Eudora. Fbr. Einige Weiber zeichnen sich durch die 
l)lasse Färbung des lichten Feldes der Vorderfliigel aus. Ein 
Mann variirt bedeutend von der gewöhnlichen Form. Während 
der Mann für gewöhnlich auf der Oberseite einfach dunkelbraun 
ist, führt dieses Exemplar die gelbe Randbinde und den gelb an- 



221 

geflogenen Diskus der Vorderfli'igel wie die Weiber. Die Binde 
wird unter dem einen, blinden Auge von der Grundfarbe durch- 
brochen, so dass ersferes in einem abgesonderten orange Fleck 
steht. Auf den Hinterflügeln findet sich die helle Binde, welche 
bei manchen Weibern sich zeigt, ebenfalls, wenn auch mehr ver- 
loschen. Die Unterseite weicht nur insofern ab, als auf den 
Vorderfliigeln die lichte Binde wie beim Weib nach innen durch 
eine dunkle Linie begrenzt wird. 

Janira L. Nicht verschieden. 

Arcania L. Ebenfalls nicht abweichend. 

Leander. Das Weib hat bei meinem Exemplar auf der 
Unterseite der Vorderfliigel im Innenwinkel einen schwarzen Fleck, 
welcher das Ende der vor dem Saum herlaufenden Bleilinie 
bildet. 

Fararga. 

Clymene Fbr. Meine Exemplare sehen sich alle gleich 
und variiren wenig oder gar nicht. 

Triphysa. 

Phryne Oh. Durch sehr viele Exemplare dieser Art bin 
ich in den Stand gesetzt, die verschiedenen Abänderungen dieses 
Falters, welche Zeller in der Eni. Ztg. IX. Jahrg. pag. 309 schon 
angiebt, genau anführen zu können. 

Var. a. Die Vorderfliigel auf tier Unterseite in der Mittel- 
zelle ohne länglichen weissen Fleck. Die Miltelzelle der Hin- 
lerflügel mit einem beiderseits zugespitzten Fleck von der 
Farbe der Rippen und mehr oder weniger gross. 

Diese Fern» ist als Slammart zu betrachten, denn die mei- 
sten Exemplare, besonders die Männer, gehören ihr an. 

Var. b. Sowohl Vorder- als Hinterflügel mit einem weissen 
länglichen Fleck in der Mitlelzelle. Diese Zeichnung ist mehr 
den Weibern als den Männern eigenthümlich. 
(Zeller's Var. C. kenne ich in Natur nicht.) 
Var. c. gehört in Betreff der Zeichnung der Unterseite zu 
var. b. Die Augenflecke der Hinlerflügel treten auf der Ober- 
seite als scharfe schwarze Punkte hervor. 

Var. d. zu var. a. Auf den Hinterfliigeln findet sich vor 
der Mittelzelle gegen den Aussenrand ein rundlicher weisser 
Fleck, von dem auf der Unterseite nichts zu bemerken ist. 
Als Abnormität betrachte ich ein cT, welcher ausgeschweifte 
Vorderflügel hat. 

Ein Exemplar von T. Dohrnii Zell, habe ich unter den 
vielen aus Südrussland erhaltenen Exemplaren von Tircis noch 
nicht finden können. 



222 

Pieridae. 

L e u c p h as i a. 



Sinapis. L. 



P i e r i s. 



Brassicae, Naj)i, Rapae. Säiniiitlitli in der gewöhn- 
lichen Form erscheiiiencl. 

A n(li c h ari s. 

Daplidice. L. Ein Exemplar von ausgezeichneter Grösse 
und Frische der Farben. 

Eupheme. Esp. Das Weil) nicht immer mit rolhgelbem 
Schrägfleck- in der Fliigelspilze. 

('o I i a s. 

Hyale. L. Von unserem Falter nicht abweichend. 

Neriene. Fisch. Eine Varietät des Weibes, die mir oft 
vorkam und auch in Melirzahl von mir versendet wurde , erwähnt, 
so viel mir bekannt, kein Schriltsteilei'. Für gewöhnlich sind 
beide Geschlechter gleich gefäibt, nämlich citronengelb ; die Ab- 
änderung des Weibes ist giiinlichweiss, wie die Weiber von 
Hyale, von denen sie sich jedoch durch eine mehr glänzende 
Färbung und durch schärfer schwarzgefärbten Aussenrand aus- 
zeichnet. Mit Worten lässt sich der Unterschied zwischen diesen 
grünlichweissgefärbten Weibern von Neriene und denen von Hyale 
weniger deutlich machen, man muss Exemplare beider Arten 
vergleichen, um sogleid) den Unterschied, welchen der ganze 
habitus ergiebt, deutlich zu erkennen. Männer von dieser Fär- 
bung sind mir nie vorgekommen. — Noch ei wähne ich zwei 
Weiber dieser Art, das eine von gewöhnlicher Färbung, das 
andere grünlichweiss , welche nur von der Grösse von Lyc. 
Arion sind. 

Edusa. L. Ein Paar zeichnet sich durch seine bedeu- 
tende Grösse und seine abweichende Färbung aus, welche mit Chry- 
solheme übereinsfinimt , von der sich die beiden Exemplare durch 
ihre Grösse hinlänglich unterscheiden. 

Chrysotheme. Esj). Ein Mann, von dem gewöhnlichen 
Falter nicht verschieden. 

I<yeaenidae. 

Ly caen a. 

Argiolus L. Unserm Falter völlig gleichend. 
Daphnis. W. V. Einige ganz mit dem gewöhnlichen 
Falter übereinstimmende Exemplare. 



223 



Alexis. Fbr. Nicht verschieden von dem gewöhnlichen 
Falter. 

Boisduvalii. Zwei Männer glanbe ich zu dieser Art 
ziehen zu müssen; da mir von Eros und Eroides d.enötingen 
Exemplare zur Yergleiehun- fohlen, so gebe uh ihre Beschrei- 
bung so ausführlieh wie möglich. 

Grösse von Icarius. Vordern.igel nicht so spitz wie bei 
Eros und Alexis. Das Biau gleicht am me.slen dem von 
Daphnis (d^). Die Rippen sind weisslich angeflogen « esgleK^en 
,lpr Vorderrand , welcher sich von der Wurzel nach der Fh.gel- 
„,itle verschmälernd weiss besläubt zeigt. Der bau... ziemlich 
breit schwarz. Die Innenhälfte der Franzen grau daljer diesel- 
ben sehr kurz erscheinen. Hinlerfliigel auf dem bäum mit 
schwarzen Flecken zwischen den Rippen. Die rothen Flecke 
der Hinterfliigel auf der Unterseile spitz ""d sehr hoch gelarbt. 
Wurzel fast gar nicht grünlich angellogen. M.ttelmond der Hin- 
terflügel deutlich schwarz gekernt. 

Icarius. Esp. Ein Mann, welcher von dem gewöhnli- 
chen Falter keinen Unterschied zeigt. 

Pvlaon Fisch. Das Weib scheint seltener als der Mann 
zu sein, wenigstens erhielt ich unter vielen Männern nur ein 
einzelnes Weib, es zeichnet sich durch die grossen hochrothen 
Randflecken auf der Oberseite aller Flügel vor den Weibern der 
verwandten Arten aus. 

Aegon. Brkh. j ti^.,,ein^.n „.i, den deutschen Exemplaren 
Hyles. ^- y- / jieser Arten übereinzustimmen. 



Amjntas. Fbr. 



Polyommatus. 



Circe W Y | 

Hippothöe. L. ' Zeigen keinen Unterschied von den 

Thersa mon. Fbr.[ gewöhnlichen Faltern. 



Phlaeas. L. 



Thecla, 



Rubi L. j 

Spini. W. Y. i 

Pruni. L. f {^on„„pn ebenfalls mit den deutschen 

W. album. Kn. ; Ext^mpl. dieser Arten überein. 

Betulae. L. ' 

Ilicis. 0. 

Q u e r cus. L. 



224 

Papilionacea. 

Papilio. 

Machaon. L. Ein Weib zeichnet sich durch die Stärke 
nnd Schärfe der schwarzen Binden und Rippen aus. Auf der 
Unterseite sind die blauen FJecke in der Binde sehr deutlich und 
in Zelle 3. bis 5. stehen drei rostrothe dreieckige Flecken. 

Boritis. 

Mneinosjnc. Die russiechen Exemplare sind etwas grö- 
sser und ist der Irinenrand der Hinteriliigel weniger schwarz be- 
stäubt als gewöhnlich. 

Heeperidae. 

S y r i c h t h u s, 
Cri be 1 1 u ni. Kind. 
Sidae. Fbr. 

Carthami. ) Diese beiden Arten weichen von den ge- 
Alveolus. ) wohnlichen Faltern nicht ab. 

He sp e ri a. 

S)- Ivan US. F. Der gewöhnliche Faller. 

Comma. Ein Weib zeichnet sich dadurch aus, dass die 
meisten Flecken auf der Unterseile der Hinterfliigel tief schwarz 
eingefasst sind , desgleichen die Flecke in der Spitze der Vor- 
derfliigel. 

Line a. Fbr. ) 

Lintola. 0. ) ^^" gewöhnlichen Fallern gleichend. 

IIeter©«cera. 

Co s si dae. 

Ligniperda. Fbr. Ein einzelnes $ unterscheidet sich 
nicht von unserem Falter. 

Tertbra. W. V. Scheint um Sarepta nicht gerade sel- 
ten zu sein. Unter einer sehr bedeutenden Anzahl "von Exem- 
plaren, die ich vergleichen konnte, fand wh nur in der Grösse 
einige Abänderungen. Die ge-wöhnliche Grösse ist 21/2 Zoll. 
Doch besitze ich auch Weiber von 3 Zoll und dariibei" Ein 
Mann misst nur I3/4 Zoll, dies ist aber unter ca. 100 Stücken 
das einzige so kleine Exemplar. 

Em d agria. 

Pantherin US. 0. Ein einzelner Mann. Da ich nur 
zwei Exemplare (9 $) aus Deutschland zur Vergleichung habe, 
kann ich übtr einen etwaigen auffälligen Unterechied nicht urtheilen. 



225 

Ziygaenidae. 

P r c r i s. 

Globulariae. Ein 2, das mit meinen Exemplaren die- 
ser Art iibereinslimmt, 

Statices, L. Ein Mann stimmt mit derYar. Gerjon. H. 
iiberein. 

Z ^^ g a c n a. 

Min OS. W. V. Meine Exemplare stimmen mit den hiesi- 
gen Stücken meiner Sammlung iiberein. 

M e I i 1 1 i. E s p. Mein einzelnes Exemplar aus Sarepta 
stimmt so ziemlich mit einigen deutschen Exemplaren iiberein, 
obwohl es auch wieder einige Unterschiede zeigt, doch bestimmte 
es Herr Keferstein als wahrscheinlich zu dieser Art gehörig. 

Sedi. Fbr. Mein einziges Exemplar gehört wahrscheinlich 
zu den am characteristischsten gefärbten Stücken dieser Art und 
ist mit keiner verwandten Zygaena zu verwechseln. Alle Flecke 
sind zusammengeflossen , so dass die Grundfarbe sich nur in 
einem schmalen Streif von der Mitte des Vorderrandes am Hin- 
terrand hin, längs dem Innenrand, bis an die Wurzelflecke hin- 
zieht und nur zwischen dem ersten und zweiten und dem zweiten 
bis dritten Fleckcnpaar in einer Ecke gegen die Mitte des Flü- 
gels hervortritt. 

Laeta. Esp. Von meinen ungarischen Exemplaren nicht 
abweichend. 

S yn 1 m i s. 

Phegea. L. Ebenfalls keinen wesentlichen Unterschied 
von dem gewöhnlichen Falter zeigend. 

iSphingidae. 

M a c r ogl ossa. 

Fuciformis. L, Ebenfalls nicht abweichend. 
Croatica. Esp. Scheint wenig oder gar nicht zu variiren. 
Gorgon. H. Meine Exemplare weichen nicht von ein- 
ander ab. Ist um Sarepta sehr selten. 

Stell atarum. L. Nicht abweichend. 

Sphinx. 

Porcellus. L. Nicht abweichend. 

Linea ta. Fbr. Ein Weib, welches sehr leicht gezeichnet 
und mit breit weiss angelegten Rippen. 

Euphorbiae. L. Ein sehr grosses, leicht gezeichnetes 
Exemplar. 

Convolvuli. L. Nicht abweichend. 



226 



iSatiirnidae. 

Saturnia. 

Spini. W. N. Ein g;inz gewöhnlich gezeichneter und ^e- 
färbler Mann. " 

Ga st r pacha. 

Ilicifoiia. Ein sehr niatlgezcichnotes Weib, mit sehr 
grossem viereckigen, fast weissen Fleck der Vorderfliigel. 

Qucrcifoiia. L. Gewöhnlich gefärbte Exemplare. 

Castrensis. L. Bedenlend heller als die deutschen 
Exemplare, besonders die Männer. 

Quercus. L. Gewöhnlich gezeichnet. 

Neu Stria. L. Ebenfalls nicht abweichend. 

Trifolii. W, N. et Var. Medicaginis. Borkh. Er- 
hielt jch in zahlreichen Exemplaren aus Siidrussland und habe 
ich in einer Reihe von 8 Exemplaren die schönsten Uebergänge 
\om dunkelsten Rolhbratin bis zum reinsten Gelb vor mir. Da 
noch immer über die Aitrechte von Medicaginis die Akten nicht 
geschlossen sind , erlaube ich mir hurz die verschiedenen Ueber- 
gänge anzuführen. 

Var. a. dunkelroihbraun ohne Spur einer lichten Binde. 
Mittelpunkt deutlich, d". 

Var. b. dunkelrothbraun mit verloschener, nach innen 
dunkel angelegter Binde der Vorderfliigel und deutlichem Mittel- 
punkt, d', 

Var. c. dunkelrothbraun mit scharfer gelber Binde der 
Vorderfliigel, die weder nach innen, nuch aussen dunkel ange- 
legt ist. Mittelpunkt kaum erkennbar, c/'. 

Var. d. lichtroflibrann mit schmaler Binde der Vorderflü- 
gel, die meist dunkel angelegt ist. Mittelpunkt klein und un- 
deutlich. $. 

Var. e. rolhbraun mit besonders gegen den Vorderrand 
verdickter gelber Bestäubung und deutlicher, nach innen dunkel 
angelegter Binde. Mittelpunkt gross und deutlich. cT. 

Var. f. lichlrolhbraun mit ziemlich gleichmässig vertheilter 
feiner gelber Bestäubung. Binde nach aussen vertrieben, nach 
innen dunkel angelegt. Mittelpunkt klein, doch deutlich. Auf 
den Hinterflügeln folgt die Binde der Vorderflügel, doch sehr 
verloschen und nach innen dunkler angelegt, fort. 9. 

Var. g. rothbraun mit viel gelber, am Aussenrand verdickter, 
Bestäubung und breiter Binde, die nach innen von einem dunkel- 
rothbraunen Streif der Grundfarbe angelegt ist. Mittelpunkt klein, 
in einem durch die gelbe Bestäubung scharf begrenzten Fleck 
der dunkeln Grundfarbe stehend. Hinterflügel lichtrolhbraun, an 
der Wurzel gelb bestäubt. Die Binde der Vorderflügel ist nach 
innen und aussen verloschen , fortgesetzt. 9. 



227 

Yar, h. Vorderflii'-el lehninell). Der Saum, der bei allen 
fniheren Formen lidiler als die Fiüjuel ist, erscheint hier dunkel- 
rothbraun. Der lichte Stiieh ist nicht zu erkennen, destomehr 
tritt die innere Begrenzung- als schmaler dunkelrothbrauner Strich 
in der gelben Grundfarbe hervor. Mittelpunkt deutlich rolhl)raun 
eingefasst. Hinterniigel rolhbraun, nur gegen die Wurzel gelblich 
bestiliibt, Saum licht rolhbraun, der Streif der Vorderfli'igel deut- 
lich und nach innen dunkel begrenzt fortgesetzt. cT. 

Die Färbung des Thorax und Abdomen richtet sich hei 
den verschiedenen Exemplaren stets nach der Farbe der Yorder- 
fliigel. 

Var. a. oder b. gegen Yar. h. gehalten , würde allerdings 
zwei sehr verschiedene Arten zeigen, während die dazwischen 
liegenden Formen (die ich aus einer nicht unbedeutenden Zahl 
Exemplare ausgesucht habe) eine feste Scheidungslinie zu ziehen 
unmöglich machen und kaum erlauben, Yar. Medicaginis als 
constante Abart aufzuführen , da eine Färbung so in die andere 
übergeht, dass es unmöglich ist, anzugeben, wo Trifolii aufhört 
und Medicaginis anfängt. 

IVotodontidae. 
Uropus. 

Ulmi. W. V. Von meinem Wiener Exemplare nicht ver- 
schieden. 

Phalera. 

Bucephala. L. Keinen Unterschied von der gewöhnlichen 
Art zeigend. 

Pygaera. 

Curtula. L. Einige sehr licht gezeichnete Exemplare. 

I^iparidae. 

Orgyia. 

Dubia. Tausch. Aendert (Mann) in der Breite der gelben 
Streifen und der Umgranzung des Milielilecks der Yorderflügel 
mehr oder minder ab. Ob das Weib gänzlich ungellügelt ist, 
vermag ich nach meinem Exemplare nicht anzugeben, denn Alle, 
die mir in die Hände kamen, waren des Kopfes und Thorax be- 
raubt und aufgeblasen. Bei spätem Sendungen werde ich mir 
untadelhafte Weiber zuschicken lassen. Die Raupe, welche so- 
wohl von Orgjia wie Liparis abweicht, werde ich, da ich gegen- 
wärtig keine genfigenden Exensplare von Raupen dieser beiden 
Gattungen zur Yergleichung zur Hand habe, auf eine spätere 
Gelegenheit zur Beschreibung aufsparen. Abgebildet hat sie 
Frejer in seinen Beiträge». 



228 

Dasychira. 

Fascelina. L. ) Beide Arten weichen von den gewöhn- 
Pudibanda. L. ( liehen Formen nicht ab. 

liiparis, 

.fall 
Dispar. L. ( gefärbt. 

Porthesia. 

Auriflua. Fbr. Ein Mann variirf in sofern, als die Ober- 
seite der Vorderfliigel fünf schwarze Flecken führt. Zwei davon 
stehen in der Mitte des Flügels, zwei im Innenwinkel und eins 
gegen die Fhigelspitze. 

Chelonia. 

Infercisa. Fbr. ( Spectabilis. Tausch. ) Variirt unbe- 
deutend iu der stärkeren oder schwächeren Anlage der braunen 
Fleckenbinden der Yorderflügel. Scheint um Sarepta eine der 
gemeinsten Chelotiiciden zu sein. 

Hebe. L. Wie gewöhnlich gezeichnet. 

C aja. L. Ebenso. 

Villi ca. L. Ebenfalls nicht abweichend. 

Parpurea. L. Die gewöhnliche Art. 

Calliinorpha. 

Hera. L. Meine Exemplare sind sehr gross und feurig 
gefärbt. 

Pulchra. Esp. Etwas lebhafter als die deutschen Ex- 
erapl;,re gefärbt. 

Jacobeae. L. Den gewöhnlichen Exemplaren dieser Art 
gleichend. 

Crnophria. 

Quadra. L. Von der gewöhnlichen Art nicht abweichend. 



]¥octuidae. 

SSoinliycoidae. 

D e m a s. 

Corjli. L. Die vielen von Sarepta erhaltenen Exemplare 
weichen nicht wesentlich von dem deutschen Falter ab. 
(Cyinatophoridae.) 
Cyinatophora. 

Flavicorni s. L.) _,. ..i r i ü i 

Q^. Y i Die gewohnlichen Eulen. 



229 

Biloba. 

Coer ul eoc e ph ala. L. Nicht abweichend. 
)$imyra. 

Argeiitacea. H. S. Ein einzelner Mann. Die Eule ist 
jedenfalls auch um Sarepta sehr selten. 

Tendinosa. Friv. Sicherlich hat Zeller nicht Unrecht, 
wenn er diese Art von den Eulen weg und zu den Spinnern ge- 
setzt sehen will. Jedenfalls inüsste ein neues Genus für sie er- 
richtet werden, denn von den bis jetzt aufgestellten passt auf sie 
keins derselben. Hoffentlich wird Herr Zeller, dem ich einige 
Exemplare zur genauen Untersuchung zugesendet habe, ihre Stel- 
lung im System fest begründen und das Resultat in diesem Blatte 
veröffentlichen. 

Af^ronycta. 

Leporina. L. Tri den s. Pse. Rumicis. Auricoma 
Aceris scheinen nicht abzuweichen. 

Mitliiinna. 

Virens. L. Ebenfalls nicht verschieden. 
Orthosia. 

Miniago. Boisd, Der Mann mit fadenförmigen Kamm- 
zähnen der Fühler. Bei meinen Exemplaren ist nur die braun- 
ausgefüllte Nierenmakel deutlich erkennbar. 

Caradrina. 

Cubicularis. W. V.) Die gewöhnliche Zeichnung und 
• Aisines. Brkh. j Färbung. 

Xanthia. 

Rufina. L. Nicht verschieden von der gewöhnlichen Art. 
lieucania. 

Pallens. L. ) ^. , ,. , . 

Albipunctata. Fbr. / ^''' gewöhnlichen Arten. 

iSynia. 

Musculosa. H. Ein einzelner Mann. 

Mycteroplus. 
Puniceago. Boisd. Nur ein Paar. Selten um Sarepta. 

JXonagria, 
Sparganii. Esp. Cannae. Fr. Paludicola. weichen nicht 
von den gewöhnlichen Exemplaren ab. 



2^ 

Siantboecia. 

El- hü. Brkli. Mit meinen süddeutschen Exemplaren über- 
eiuslimnjend. 

Den ti gern. Ev. (Dianfhi. H.) Ein einzelnes Paar. Um 
Sarepta seilen. 

Fil ig rani in a. Esp. Nur wenige, unter sich ganz ühei- 
einstimmende Exemplare. 

Compta. Fbr. Die gewöhnliche Art. 

Polia. 

Peregrina. Tr. Nur zwei, ganz gleichgefürbte Exempl. 

Chenopodii. F. Nur durch etwas lichtere Färbung der 
Yorderfliigel von meinen hiesigen Exeinplaren verschieden. 

Tcstacea. W. V. Ein sehr dunkelgefärbtes und scharf 
gezeichnetes Exemplar. 

Atriplicis. L. Nicht abweichend. 

Cappa. H. Die Exemplare variiren unter sich nur sehr 
unbedeutend. 

Brassicae. L. Wie gewöhnlich. 

Oleracea. L. i ^, 

Pisi. L. ( E'^«"^«- 

Suasa. W. V. I 

Rcmissa. H. j ^«• 

Apamea. 

Err at ricul a. H. (Suffuruncula. Tr.) Ein einzelnes Ex. 
]¥euria. 

Hirta. W. Bis jetzt erhielt ich nur Männer, unter cirfa 
100 Exemplaren nicht ein Weib. Die Erzieliung der Raupe soll 
nicht ganz leicht sein und findet sich dieselbe in manchen Jahren 
fast gar nicht, in anderen in Menge. Die Exemplare variiren 
in der Grösse und in der dunkleren oder lichteren Färbung der 
Vorderfliigel. 

P p u 1 a r i s. F. Von der gewöhnlichen Art nicht verschieden. 

Typica. L. Ebenfalls nicht abweichend. 

Taracha. 

Opalina. Esp. Nur einige Exemplare, die unter sich 
nicht variiren. 

Cleophana. 

Linariae. F. Die gewöhnliche Art. 

Dipterygia. 

Pinaslri. L. Wie sewöhnlicJ». 



231 

Cloantha. 

Per spi ci I lari s, L. Ebenso. 
Xylina. 

Exoleta. L. } Beide Eulen nicht im Geringsten von den 
Yetusta. H. | gewöhnlichen Arten verschieden. 

Con sp i ci II a ri s. L, Ebenso. 
Rhizolitha. W. V. Ebenso. 

Cuctillia. 

Magnifica. Boisd. Jedenfalls sehr selten, denn ich er- 
hielt erst ein einziges Exemplar dieser prächtigen Eule. 

Santonici. H. Ebenfalls nicht gemein, denn ich erhalte 
sie zwar alljährlich, doch nie in Mehrzahl. 

Abrotani. W. V. Die gewöhnliche Art. 

Leranthemi. Ranib. Ein einzelnes Exemplar. 

Abs int hü. L. Die gewöhnliche Art. 

Dracunculi. Ev, Ein einzelner Mann. 

Incana. Ev. Einige untereinander ziemlich übereinstim- 
mende Exemplare. 

Cineracea. F. Ich erhielt bis jetzt nur. 2 ganz über- 
einstimmende Exemplare. 

Tanaceti. W. V. Ein einzelner Mann. 

Chamomillae. W. V. Mit meinen deutschen Exempl. 
übereinstimmend. 

Spectabilis. H. Eine in ihrem Total -Habitus von den 
übrigen Cucullien sehr abweichende Art, die sich Abrostola nä- 
hert und den besten Uebergang zu diesem Genus bildet. Einige 
wenige Exemplare. 

Lactucae. Esp. i 

ümbratica. L. \ ^'« gewöhnlichen Eulen. 

Lactea. F. Nur zwei Exemplare. 

Splendida. Cr. Argjrea. Kind. Selten, nur wenige Ex. 

Argentina. Fbr. Scheint von den russischen Cucullien 
die am häufigsten vorkommende Art zu sein, wenigstens erhielt 
ich von ihr stets die mehrsten Exemplare. 

Gonopteridae. 
Gonoptera. 



Cerastidae. 
Cerastis. 

S a t e I ii t i a. L. Die gewöhnliche Art. 



232 

Vaccinii. L. Durch die (lutikeichokoladcnbraune Färbung 
der Vorderflügel von meinen deulsi hon Exemplaren verschieden. 

Auiphipyi-idae. 

Li vi da. Fbr. ) _^. ... ,. , ^.. . 

Tetra. Fbr. ( ^'^ gewöhnliche Färbung. 

Triphaena. 

Subseqiia, Yar. Consequa H. Zeigt keinen Unter- 
schied von anderen Exemplaren dieser Varietät. 

(Schluss folgt.) 



Intelligenz, 



Von Bo he man 's Cassididae Toui. IL sind dem Vereine 
einige Exemplare zum Verkauf übergeben, welche gegen porto- 
freie Einsendung von 2 Thlr. 15 Sgr. zu beziehen sind. Für 
denselben Preis sind auch Exemplare des L Bandes zu haben. 



Ii:rkläruug der Tafel I. 1834. 

Die Tafel enthält ausser den pag. 209. erläuterten Dipte- 
ricis noch die Abbildungen dreier in dieser Zeitung beschriebe- 
nen Käfer. 

8. Apteranillus Dohrni Fainnaire. Jahrg. 1854. p. 73. 

9. Teredus opacus Habelmann. Jahrg. 1854. pag. 29, 
10. s p h )' a a e n e i p e n n i s Kriechbaumer. Jahrg. 1848. p. 163. 



Druclk von F. Hessenland in Stetti 



Eotoinologii^elie Leitung 

herausgegeben 

von dem 

eiitomologisclien Vereine zu Stettin. 

Redaclion: In Comniission bei den ßuchhand- 

C. A. Dohrn, Vereins-Präsident. '""8^" \«" ^- «• Mittle r in Berlin. 

' Fr. Fleischer. undDyk m Leipzig. 



i\'. 8. 15. Jahrgang:. iUgUSt 1854, 



lahalt: Vereinsangelegenheiten. — Gersiäcker: neue Apionen. — 
M ö s c h 1 e r : Südrussische Falter. (Schi.) — Anzeige. — Berichtigung. 



Vereinsangelegenheiten. 



Professor Boh Olli an, Infendant des enfomoloi^isrlien Museums 
der Königl. Akademie der Wissenscliaflen in Stockholm bei. 
Herr B. wird gemeinschafllioh mit dem Unterzeichneten eine 
wissenschaftliche Reise über Belgien nach London und Paris 
machen. Während dieser, voraussichtlich mehrere Monate in 
Anspruch nehmenden Abwesenheit werden die Herren üieckhoft*, 
Pilsch, Lincke und Krüger die Angelegenheiten des Vereins be- 
sorgen. Die geehrlen auswärtigen Mitglieder des Vereins worden 
hievon mit der Bitte in Kennlniss gesel/J, Aiifiriige und Besorgun- 
gen, bei welchen die persönliche Milwirkuug des Unterzeichneten 
in Anspruch genommen wird, bis zum September auszusetzen, 
weil voraussichtlich die Rückkehr von der erwähnten Reise nicht 
früher stattfindet. 

Nach der mündlichen Miflheilung des Herrn Prof. Boheman 
befindet sich Herr Graf Manneiheim, der wegen einer schweren 
Krankheit die ärztliche Hülfe des berühmten Dr. Huss in Stock- 
holm in Anspruch genommen hat, noch immer in einen« bedenk- 
lichen Zustande, wenngleich die äusserste Gefahr vorüber scheint. 

Herr Westerinann zeigt an, dass die Abreise des Herrn 
Reinhard nach Brasilien in diesen Tagen stattfinden wird. 

Yon Herrn Winnerlz in Crefeld ist der Vereinssammlung- 
Cecidomjia juniperina mit der von ihr erzeugten Galle eingesandt 
worden. 

;: 16 



234 

Die käufliche Erwerliung von zehn Cendnien defpriiiinirter 
Mino-Hjnienoplereii fiir 25 TJialcr für die Vereinssaminlnnj^ 
wurde von dem Vorstände oenehmii'L 



Wissenschaftliche Mittheihmgen. 

Beschreibung neuer Arten der Gattung 
Apion Herbst 

von Dr. A. G^t^rNtaecker, 

Adjunct der zool. Sammlung der Universität in Beilin. 

Bei der Durclisiclil und ßesliniinung der Apionen des Ber- 
liner Museum fand sich eine nicht unhefrüeliliclie Anzahl noch 
unbeschriehener Arien, welche zu veiöflenilichon mir umso vviin- 
sehenswerllier ersdiien , als seit den) Erscheinen von ScJiönherr's 
Curculionen diese Gaftnng fast «anz unbeachtet gebliehen ist. 
Von den verschiedenen Welttheilen lieferte natürlich Europa als 
der am meisten durchforschte einen verhältnissmässig nur gelin- 
gen Beitrag; doch fanden sich auch hier noch neue Allen, von 
denen 2 dem Norden, die übrigen dem Süden angehören. Zu 
den 38 Amerikanischen Arten trug die meisten Columbien (19) 
hei, welches auf Microcoleopteren so vorzüglich von Moritz durch- 
forscht worden ist; von den übrigen stammen 6 aus Nord -Ame- 
rika, 3 aus Mexico, 2 aus Portorico, 8 aus Brasilien. Die 4 
afrikanischen Arten sind sämmtlich südlich. Von den 9 asiati- 
schen stammen 4 aus Klein- Asien, 3 von Ceylon, 1 von Java, 
1 aus China. 

Was die Anordnung der Arten betrifft, so sah ich mich 
der leichteren üebersicht wegen veranlasst, die von Germar und 
Schönherr eingeführte Eintheilung nach der Insertion der Fühler 
anzunehmen, ohne dieselbe dadurch im geringsten sanctionircn zu 
wollen. Schon bei Belrachfung der europäischen Species wird 
die Künstlichkeit dieser Eintheilung jedem bald einleuchten , in- 
dem dadurch oft die aller verwandtesten Arten getrennt werden, 
2. B. Apion dispar von Hookeri , hjdrolapathi von violaceum, 
pubescens von seniculus u. a. ; nimmt man nun erst auf die exo- 
tischen Arten mit Rücksicht, so erweist sich dieselbe durchaus 
als unthunlich. Es muss einem späteren Monographen überlassen 
bleiben, die Arten dieser durch den Reichlhuni ihrer zierlichen 
Formen so interessanten Gattung in natürliche Gruppen zu sondern. 

Den Herren Dobru und Kellner , welche mir zur Bereicherung 
der vorliegenden Arbeit ihre Vorräthe mit der grössten Bereitwil- 
ligkeit übersandten, sage ich hiernill meinen Acrbindlichsleu Dank.* 



235 



* Rüssel p f r i e 111 1 ö r in i g 

]. Apion oerdo. 

Diagn. Nigrum , opMCiim, griseo-pnl>os('cns, antennaruin 
articulo basal! leslaceo , rostro aplcc alferniafo, snltlus gibbosö, 
fronte inier oi'ulos slriala: tliorace posfice profunde bisinualo, an- 
(ice altenuato, eonfcrtiiu pnnctafo, canaliculalü: elvlris obovatis, 
punc(a(o-sulcalls, inlersliliis planis, sublilifer fiansvorse nigulosis. 

Long, (i-osd-, exci.) 1 '/4 lin. 

Apion cerdo. Ericbson i. iil. 

Dem Ap. subulatun« Kirlty an Grösse und Geslalt sehr 
ähnlich, in der Bildung des Rüssels jedoch dem Ap. pomonae 
am nächsten verwandt. Schwarz, matt, besonders auf der Un- 
terseite dicht grau behaart. Der Rüssel ist ein wenig länger als 
das Halsscbild, an der Wurzel stark verdickt, an der Unterseile 
gegen die Mitte hin stark erweitert, dicht runzlig punktirt, an 
der Spitze jifriemförmig verdünnt, platt; beim cT ist die Spitze 
etwas kürzer und dicker als beim 9. *) 

Die Antennen sind zwischen Mitte und Wurzel des Rüssels 
eingelenkt, das erste Glied stets, zuweilen auch des zweite roth- 
gelb. Der Kopf ist zwischen den Augen jjunklirt und mit vier 
feinen, durchgehenden, vertieften Tiängsstreifen versehen, durch 
welche drei deutliche, schmale Längsleisten gebildet werden. 
Die Augen sind gross und hervortretend. Der Thorax ist ein 
wenig länger als breit, am Hinlerrande deutlich zweibuchtig-, an 
den Seiten bis zur Mitte fast gerade, dann plötzlich nach vorn 
verengt, auf der Oberseite stark und gedrängt punktirt, hinten 
mit einer deutlichen Miticlfurche. Das Schildchen ist klein, läng- 
lich. Die Flügeldecken sind verkehrt eiförmig, ziemlich hoch 
gewölbt, mit vortretenden Schultereckcn, e rausch warz , breit punk- 
tirt gefurcht, die Zwischenräume elten , fein r|uerrunzlig. Die 
ganze Oberfläche ist fein und sparsam grau behaart. Die Beine 
sind schwarz, dünn weislich behaail. 

Diese Art steht in der Mille zwischen Ap. pomonae einer- 
und Ap. suliulatum und Marshami andrerseits. Von den beiden 
letzteren unterscheidet sie sich durch den an der Unterseite stark 
erweiterten Rüssel und durch mattere graue Färbung, von Ap. 



Kirby und Germar haben beim verwaudieu Apion pomonae die 
Geschlechter verwechselt, indem sie angeben, beim Männchen sei 
die glatte Spitze des Rüssels länger und schärfer zugespitzt. Man 
kann sich bei der Häufigkeit des Thieres, welches man oft in Be- 
gattung antrifft, leicht vom Gegentheil überzeugen; auch würde 
dieser Fall eine Ausnahme von der allgemeinen Regel sein , dass 
dem Weibchen dieser Gattung stets der längere Rüssel eigenthüra- 
lich ist. 

16* 



286 

pomonae, Grösse und Farbe ausgenoniiiien, durch stärkere Pank- 
firang des Thorax und die vertieften Längsstreifen der Stirn ; von 
allen dreien durch die ganz gelbe Färbung des ersten Fiihlergliedes. 
In Deutschland , wie es scheint, allgemein verbreitet; ich 
habe Exemplare aus der Umgegend Berlins, vom Rhein, aus 
Sachsen, Thüringen und Steyermark vor mir. 

* * Rüssel cvlindrisch, Antennen nahe der 

Basis desselben eingelenkt. 

2. Apion dentirostre. 

Diagn. Oblongum , nigrum, subnitidum, parce griseo- 
pubescens: rostro longo, valldo, arcuato, basin versus utrinque 
fortiter dentafo : anlfnnis longis, crassiusculis : thorace cjlindrico, 
apicem versus paullulum altenualo, parce subtiliterque punctato, 
postice canaliculalo: t^lvlris o)»longo - ovalibus , cyaneis, subliliter 
punclalo-sulcalis , inleistitiis latis, planis, subfilissiaie rugulosis. 

Long, (rostr. exci.) 1 1/2 l»"- 

Dem Ap. gibbirosire GjH. durch die Bildung des Rüssels 
zunächst verwandt, doch um «lie Hälfte grösser und in den Flü- 
geldecken etwas länglicher. Der Körper ist gestreckt, schwarz, 
mit feiner grauer Behaarung nur sparsam besetzt, etwas glänzend. 
Der Rüssel ist kräftig, ziemlich stark gebogen , so lang als Kopf 
und Halsschild zusammen , an der Basis stärker , gegen die Spitze 
hin schwächer runzlig punktirt , über der Einlenkungsstelle der 
Fühler beiderseits in einen breiten, dreieckigen, abgestumpften 
Zahn erweitert. Die Fühlhörner sind lang und stark, schwarz, 
dicht grau behaart, die Keule schmal, länglich. Der Kopf ist 
zwischen den Augen tief eingedrückt , runzlig punktirt, weisslich 
behaart, die Augen wenig hervortretend. Der Thorax ist cj'lind- 
risch, ein wenig länger als breit, nach vorn in geringem Grade 
verschmälert, am Hinterrand fast gerade abgeschnitten, die Ober- 
seite ziemlich fein und sparsam punktirt, die Punkte weissliche 
Härchen tragend , hinten mit einer feinen Mittelrinne. Das Schild- 
chen ist sehr klein, rundlich. Die Flügeldecken sind länglich 
eiförmig, ziemlich hoch gewölbt, bei den Schultern um die Hälfte 
breiter als das Halsschild , an den Seiten gegen die Mitte hin 
kaum erweitert, nach hinten allmählig verschmälert und gemein- 
sam ahgerundct; dunkelblau, fein punktirt gefurcht, die Zwi- 
schenräume sehr breit, flach, fein lederart'g gerunzelt. Die Beine 
sind kurz und kräftig, schwarz, dicht grau behaart. 

Ausser der Grösse unterscheidet sich diese Art von Ap. 
gibbirostre G^ll. durch die viel stärkere, zahnartige Erweiterung 
des Rüssels, durch etwas längeres, viel feiner und weitläufiger 
punktirtes Halsschild und vorzüglich durch die feineren Furchen 
und breiteren Zwischenräume der Flügeldecken ; die Zwischen- 



237 

räume sind nämlich hier mindestens dreimal so breit als die Fur- 
chen, bei Ap. gibbirostre hingegen kaum doppelt so breit. 
In Andalusien von Wahl aufgefunden. (Mus. Berol.) 

3. Apion Orientale. 

Diagn. Oblongum nigrum, parce pubescens, rostro mcdi- 
ocri , crasso, nitido, basin versus utrinque in dentem obtusum 
dilatato: thorace ijlindrico, profunde sed parum dcnsc punctato, 
fovea postica impressa: eljtris oblonge -ovaüitus, cyaneis, subli- 
liter punctato -sulcalis, interstiliis planis, seriatim punclulatis. 

Long, (rostr. exci.) 1 1/5 lin. 

Dem Ap. gibbiiostre an Grösse und Gestall sehr ähnlich, 
durch die Punktirung des Rüssels , des Halsschildes und der 
Flügeldecken indessen wohl unterschieden. Der Körper ist läng- 
lich, schwarz, dünn grau behaart. Der Rüssel ist von der Länge 
des Halsschildes, dick, massig gebogen, über der Einlenkungs- 
stelle der Fühler jederseifs in einen stuujpfen Zahn erweitert, an 
der Basis dichter , nach vorn sehr w e i 1 1 ä u f i g und f e i n p u n k- 
tirt, glänzend. Die Fühler sind ziemlich kurz und dick, die 
Keule zugespitzt eiförmig. Der Kopf ist zwischen den Augen 
nicht eingedrückt, sondern vollkommen eben, der Länge 
nach deutlich gerunzelt. Der Thorax ist vollkommen cvlindrisch, 
so lang als breit, nach vorn nicht verengt, der Hinterrand gerade 
abgeschnitten; die Oberseite etwas glänzend, mit ziemlich liefen, 
doch weder grossen noch gedrängt stehenden Punkten bedeckt, 
vor dem Hinterrande mit einer tiefen rundlichen Mittelgrube. Das 
Schildcheu ist klein, rundlich. Die Flügeldecken sind länglich 
eiförung, massig gewölbt, bei den Schultern fast um die Hälfte 
breiter als das Halsschild , an den Heilen bis zur Mitte ein wenig 
erweitert, dann allmählig verengt und gemeinsam abgerundet; 
dunkelblau, fein punktirt gefurcht, die Zwischenräume sehr breit, 
flach , sehr fein lederartig gerunzelt und mit einer ziemlich regel- 
mässigen Reihe feiner Pünktchen lieselzt. Die Oberfläche ist mit 
sparsamen, feinen Härchen bekleidet. Die Beine sind kurz und 
stark, grau behaart. 

Bei Smyrna, von Helfer aufgefunden. 

4. Apion armatum. 

Diagn. Elongatum, nigrum, opacum , parce subtiliterqae 
pubescens, antennis pedibusque piceis: rostro mediocri, arcuato, 
basi acute denticulato : thorace cjlindrico, postice truncato , mar- 
gine antico clevato, supra crebre punctato: eljtris oblongis, 
fortiter punctato -striatis, interstiliis angustis, convexiusculis, 
subliliter transverse rugulosis. 

Long, (rostr. excl.) 1 lin. 



238 

^ Den kleineren Exemplaren des Aji. gibbirostre Gyll. an Län- 
ge gleich, doch besonders in den Flügeldecken beträchtlich schma- 
ler; schwarz, matt, sparsam und fein grau behaart. Der Rüssel 
ist etwas länger als Kopf und Halsschild zusammengenommen, 
dick, ziemlich stark gebogen, an der Basis verdickt und über 
der Einlenkung der Fühlhörner jederseits mit einem kleinen, spitzen 
Zähnchen hcwairnel ; am Grunde dichter, nach der Spitze hin 
allmählig weitläufiger und feiner punktirt. Die Fühler sind lan»-, 
massig stark, dunkel pechbraun , die Keule eiförmig, gross. Der 
Kopf ist dicht punktirt, zwischen den Augen kaum merklich nie- 
dergedrückt; diese sind ziemlich gross und etwas hervortretend. 
Das Hai Schild ist nur wenig länger als breit, vollkommen cyWn- 
drisch , nach vorn äusserst schwach verengt, der Hinterrand gerade 
ahgeschnillcn, der Yorderrand etwas aufgebogen; die Oberfläche 
ziemlich dicht, doch nicht grob punktirt, \or dem Schildchen mit 
einem undeutlichen Grübchen. Das Schildchen ist klein, punkt- 
förmig. Die Flügeltlecken sind langgestreckt (etwa 'd\U mal so 
lang als das Halsschild), schwach ^gewölbt, bei den Schultern 
um ein Dritlheil breiter als das Halsschild, an den Seiten gleich 
breit, nach hinten allmählig verengt und an der Spitze stumpf 
zugerundet; Die Oberfläche matt, schwarz, tief punktirt gefurcht 
die Zwischenräume kaum breiter als die Furchen, schwach ge- 
wölbt, fein querrunzlig. Die Beine sind ziemlich kurz und dünn, 
pech braun. 

Zwei Exemplare aus Nord-Deutschlan«l , von Erichson ge- 
sammelt, im Berliner Museum. 

5. Apion Kasbekianum, 

Diagn. Elongatum , nigrum, opacum , parcc subtiliterque 
pubescens, roslro longo, arcnalo, anteunis pedibusqnc castaneis: 
thorace cjlindrico, crebre punctato, poslice obsolete foveolato, 
eljtris angustis, punctato -sulcatis, interstitiis convcxiusculis, sub- 
tiliter rugulosis. 

Long, (rostr. cxcl.) 1 1/5 lin. 

Apion Kasbekianum Kolenati i. lit. 

Der Körper ist langgestreckt, schwarz, matt, sparsam und 
fein grau behaart. Der Rüssel ist merklich länger als Kopf und 
Halsschild zusammengenommen, kräftig, stark gebogen, bis auf 
die äusserste Spitze, welche glatt und glänzend ist, dicht runzlig 
punktirt, dunkel rollibraun ; über der Einlenkungsstelle der Füh- 
ler bemerkt man einen feinen, eingegrabenen Läugsstrich. Die 
Fühler sind näher der Basis als der Mitte des Rüssels eingelenkt, 
lang und ziemlich dünn , pechbraun , lang behaart, das erste Glied 
verlängert, die Keule längli«h eiförmig. Der Kopf ist dicht runz- 
lig punktirt, die Augen klein, nicht hervortretend. Der Thorax 
ist klein, nur wenig breiter als der Kopf und nicht viel länger 



239 

als bieif, cjliiuliisih , iiacli vorn nicht Aerengt, diclit runzlij^ 
punktirt, vor dem Sihildthen mit einem verwischten Grübchen. 
Das Schildchen iijt klein, |junklförmig-. Die Flügeldecken sind 
etwa 31/2 mal so lang- und bei den Schultern last um die Hälfte 
breiter als der Thorax, an den Seilen gleich breit, nach hinten 
allmählig verschmälert und an der Spitze gemeinsam abgerundet; 
die Oberfläche malt, schwarz, punklirl gefurcht , die Zwischenräu- 
me kaum breiter als die Furchen , etwas gewölbt, sehr fein leder- 
arlig gerunzelt. Die Fasse sind mit Einschlnss der Hüften rothbraun. 
Vom Cauciisus. 

6. Apion anisorhjnchum. 

Diagn. Oblongum, rufo-brunneum , parco subtiliterque 
pubescens , antennis tarsisque nigricantibus : rostro cT brevi, cras- 
sissimo , 9 longissimo, lenui ; ihorace subcvlindrico, apicem ver- 
sus angustato , parce punctulalo , postice canaliculato: eivtris ob- 
longo-ovalibus, pundato- sulcalis, interstitiis angustis, subtilis- 
sime rngulosis. 

Long, (roslr. exci.) l'/4 — IV2 ''"• 

Der Körper ist länglich , oben und unten rothbraun , mit 
sehr feinen und kuizen weisslichen Härchen sparsam besetzt. 
Der Rüssel ist in den beiden Geschlechtern von sehr verschie- 
dener Form. Beim cT ist er von der Länge des Halsschildes, 
äusserst dick und plump, von der Seite gesehen den Kopf an 
Dicke übertreft'end , dicht und fein punktirt, glänzend, die Punkte 
je ein weissliches Härchen tragend, an der Spitze glatt. Beim 
9 ist es mehr als doppelt so lang als das Halsschild , cyVm- 
drisch, dünn, massig gebogen, an der Basis dicht, nach der 
Spitze hin allmählig weilläuliger punktirt. Die Fühler sind nahe 
an der Basis des Rüssels eingelenkt, beim cf kurz und dick, 
beim 2 lang und dünn, dunkel pechbraun, an der Wurzel etwas 
heller. Der Kopf ist in beiden Geschlechtern fein punktirt, die 
Augen beim cT viel grösser und hervortretender als beim $ 
Der Thorax ist fast cylindrisch , an den Seiten nur sehr schwach 
erweitert, nach vorn etwas mehr als nach hinten verengt, die 
Oberfläche dicht punktirt, mit einer kurzen Mittelfurche nach 
hinten. Das Schildchen ist Klein , rundlich. Die Flügeldecken 
sind länglich eiförmig, massig gewölbt, an der Spitze einzeln 
abgerundet; die Oberfläche punktirt gefurcht, die Zwischenräume 
schmal, fast eben, fein gerunzelt. Die Beine sind besonders 
beim cT kurz und kräftig, hell rolhbraun, die Tarsen schwärzlich. 

Von Buenos Ayres. (Mus. Berol.) 

7. Apion longulum. 

Diagn. Elongatum, nigrum, opacum , parce subtilissi- 
meque pubescens, antennis piceis, pedibus totis croceis : rostro 
longo, tenui, fortiter arcuato , nitido: thorace lateribus rotundato, 



240 

ann're posliceque oonstricto , snpra parte subtiliterqoe punctato: 
elvtris angustis, punctato - sulcatis , interstitiis planis , seriatim 
punctulatls. 

Lon^. (rostr. excl.) 1^3 Jin. 

Der Körper ist schmal, schwarz, matt, mit sehr kurzen 
lind feinen weisslichcn Härchen sparsam besetzt. Der Rüssel ist 
länger als Kopf und Halsschild zusammengenommen, stark ge- 
krümmt, dünn, glänzend, glatt, von der Basis bis zur Eiulen- 
kung- der Fühler etwas verdickt. Die Fühler sind dicht vor den 
Augen eingelenkt, hell pechbraun, die beiden ersten Glieder ver- 
dickt , die Keule lang zugespitzt. Der Kopf ist fein und dicht 
punktirt, zwischen den Augen etwas niedergedrückt, diese sind 
kuglig gewölbt, merklich hervortretend. Das Halsschild ist so 
lang als breit, am Hinlerraude leicht zweibuchfig, an den Seilen 
stark gerundet erweitert, vor der Spitze stärker, an der Basis 
schwächer eingeschnürt, auf der Oberfläche ziemlich stark ge- 
tvölbt, sparsam und fein punktirt, mit kurzen weisslichen Här- 
chen sparsam besetzt, mit einer feinen , aber tief eingegrabenen 
nach vorn abgekürzten Miltelfurche. Die Flügeldecken sind we- 
nigstens dreimal so lang als das Halsschild, massig gewölbt, 
gleich breit, mit zurücktretenden Schulterecken, erst weit nach 
hinten verengt und an der Spitze einzeln abgerundet; ihre Ober- 
fläche tief punktirt -gefurcht, die Punkte je ein Härchen tragend, 
die Zwischenräume eben, nicht viel breiler als die Furchen"^ mit 
einer regelmässigen Reihe feiner Pünktchen. Die Beine sind mit 
Einschluss der Hüften rothgelb, die letzten Tarsenglieder ein 
wenig gebräunt. 

Nur ein Exemplar, in Brasilien von Sello aufgefunden. 
(Mus. Berol.) 

8. Apion chalceum. 
Diagn. jNIgrum, subnitidum , cinereo-pubescens , anten- 
narum arliculo primo flavo , tibiis omnibus rufis : rostro breviore, 
nilido: thorace brevi, convexo , lateribus ampliato, parce pun- 
ctato, el)lris oblongo-ovalibus. aeneis , punctato- sulcatis, inter- 
stitiis planis, subtiliter rugulosis. 
Long, (rostr. excl.) 1 lin. 

Dem Ap. civicum Germ, an Gestalt sehr ähnlich: schwarz, 
ziemlich glänzend , oben und unten grau behaart. Der Rüssel 
ist nur etwa von der Längo des Halsschildes, stark gekrümmt, an 
der Basis dichter, nach der Spitze zu allmählig weitläufiger punk- 
tirt , glänzend. Die Fühler sind dicht vor den Augen eingefügt, 
massig lang, schwarz, das Basal^lied lebhaft gelb. Der Kopf 
ist zwischen den Augen runzlig punktirt , diese massig gross und 
hervortretend. Der Thorax ist kürzer als breit, gewölbt, an den 
Seiten gerundet erweitert, nach vorn verengt und vor der Spitze 
eingeschnürt, der Hinterrand gerade abgeschnitten, die Oberfläche 



fein und nicht diiht punktirt, vor dem Schildchen mit einer klei- 
nen länglichen Grube. Das Schildehen ist klein , rundlich. Die 
Flügeldecken sind länglich oval , an den Seiten fast gleich breit, 
nach hinten schnell verengt, an der Spitze einzeln abgerundet; 
die Oberseite lebhaft erzfarbig, durch die graue Behaarung etwas 
matt, punktirt -gefurcht, die Zwischenräume breit, llach, fein 
lederartig gerunzelt. Die Beine sind kurz und kräftig, schwarz, 
metallisch glänzend, dicht behaart, die Schienen sämmtlich 
rothbrann. 

In Mexiko von Schieiden gesammelt. (Mus. Berol.) 

9. Apion murinuni. 

Diagn. Brcve , nigrum, albido - pilosum , rostro longo, 
fere recto, laevi , nitido, capite inter oculos leviler impresso, 
Ihorace hrevi , postice bisinuato , lateribus paullo ampüato, iipici-m 
versus consiricto, supra subtiliter punctato , canaliculato, eivtris 
ovatis, punctato - sulcatis, interstitiis angustis , convexiuseulis, 
subtiliter rugulosis. 

Long, (rostr. exci.) 1 lin. 

Der Körper ist gedrungen, schwarz, unten dichter, oben 
sparsamer mit langen weisslichen Haaren bedeckt. Der Rüssel 
ist beim 2 so lang als Kopf und Halsschild zusammengenouimen, 
beim <f kürzer; cylindrisch, an der Basis etwas verdickt, glatt, 
glänzend schwarz. Die Antennen sind dicht vor den Augen ein- 
gefügt, schwarz, ziemlich dünn, die Keule länglich. Der Kopf 
ist zwischen den Augen leicht eingedrückt, metallisch glänzend, 
fein und sparsam punktirt, weiss behaart. Die i'\ugen sind gross 
und hervortretend. Das Halsschild ist kürzer als breit, an den 
Seiten nach hinten zu gerundet erweitert , vorn stark eingeschnürt, 
der Hinterrand deutlich zweibuchtig, die Oberseite schwach me- 
tallisch glänzend, fein und sparsam punktirt, hinten mit vertiefter 
Mittellinie. Das Schildcheu ist abgerundet dreieckig. Die Flü- 
geldecken sind eiförmig, mit vortretenden Schulterecken, an den 
Seiten zuerst gerade . gegen die Mitte ein wenig erweitert , dann 
allmählig verengt und zusammen abgerundet; die Spitze erscheint 
ein wenig ausgezogen; die Oberfläche stark punktirt -gefurcht, 
die Zwischenräume schmal , etwas gewölbt, fein lederartig gerun- 
zelt. Die Beine sind schwarz, weiss behaart. 

Ebenfalls aus Mexiko. (Mus. Berol.) 
10. Apion nodirostre. 

Diagn. Oblongum, nigrum, snbnitidum , parcc subtilis- 
«inieque pubescens , rostro mediocri , basi incrassato , supra ca- 
naliculato, fronte trisulcata, thorace subcjlindrico , apicem versus 
attenuato, subtiliter punctato, eivtris nigro - aeneis , punctato- 
sulcatis, interstitiis subconvexis, laevibus. 

Long, (rostr. excl.) 1 — l^/j lin, 



242 

An Gestillt dem Ap. rufirostre Fabr. nicht unähnlich, doch 
etwas grösser und vorzii<5lich breiter. Der Körper ist länglich, 
schwarz, etwas glänzend, äusserst fein und sparsam behaart. 
Der Rüssel ist ungefähr so lang als Kopf und Halsschild zu- 
sammengenommen , elwas vor den Augen über der Einlenkungs- 
sfelle der Fühler Knotenartig verdickt, am Grunde sehr grob und 
lief punktirf, mit einer oberen und zwei seillichen Längsfurchen, 
welche sämmilich auf der verdickten Stelle endigen. Die Fühler, 
nahe der Basis eingelenkt, sind ziemlich kurz , schwarz , die bei- 
den ersten Glieder ^Uuk verdickt, die Keule zugespitzt eiförmig. 
Der Kopf ist sehr grob und tief punktirt , die Stirn mit drei 
Längsfurchen , von denen sich die mittlere in die obere des Rüs- 
sels fortsetzt. Dsr Thorax ist etwa so lang als breit, am Hinter- 
rande zweibuclitig, an den Seiten fast gerade , nach voru all- 
mählig verengt, fein und nicht dicht punktirf, mit einem sehr 
verwischten Eindruck vor dem Schildchen. Das Schildchen ist 
klein, abgerundet dreieckig. Die P'lügeldecken sind oval, stark 
gewölbt, mit aufgeworfenen Schulterbeulen , an den Seiten massig 
gegen die Mitte erweitert, nach hinten allmählig verschmälert, 
und an der Spitze gemeinsam abgerundet; die Oberfläche dunkel 
metallisch, fein punktirt gefurcht, die Zwischenräume merklich 
gewölbt, glänzend, glatt. Die Füsse von gewöhnlicher Länge, 
pechschwarz. 

Aus Florida. Von Herrn Dohrn gefälligst zur Beschrei- 
bung mitgetheilf. 

11. Apion laticolle. 

Diagn. Breve, uigrum , subopacum, sericeum, anteunis 
piceis , pedibus anticis tibiisque posterioribus ruhs: rostro va- 
lido, arcuatü , fronte obsolete canaliculalo: thorace transverso, 
antice angustato, postice bisinuato, supra crebre punctato , ca- 
naliculalo, eljiris subglobosis. punctato- sulcatis, interstitiis pla- 
nis, disperse punctulalis. 

Long, (rostr. exci.) ^/^ lin. 

Von sehr kurzer und gedrungener Gestalt, schwarz, fast 
mall, mit sehr feinen goldglänzendeu Häichen bedeckt, welche 
der Oberfläche einen erzfarbigen Schimmer verleihen. Der Rüs- 
sel ist miltellang, kräftig, gebogen, in ziemlich regelmässigen 
Längsslreifen punktirt, glänzend. Die Fühler sind nahe vor den 
Augen eingefügt, pechbraun. Die Augen sind gross und kuglig, 
so dass die Stirn zwischen ihnen sehr schmal wird; dieselbe ist 
mit einer etwas undeutlichen Längsfurche versehen. Das Hals- 
schild ist an der Basis mehr denn um die Hälfte breiter als lang, 
an den Seiten erweitert, nach vorn stark verengt und einge- 
schnürt, der Hinferrand zweibuchlig, die Oberfläche ziemlich ge- 
drängt grubenartig punktirf, jedes Grübchen mit einem goldglün- 



243 

zendea Härchen ; vor dem Schildchen verläuft eine kurze , .iber 
tiefe Längsrinne, und vor dem Hinterrande eistreckt sich ein 
deutlicher Quereindruck fast über die ganze Breite des Hals- 
schildes. Das Schildchen ist klein , rundlich. Die Flügeldecken 
sind sehr kurz, fast kreisrund, mit etwas hervortretenden Schul- 
terecken, hoch gewölbt, an der Spitze stumpf zugerundel, die 
Oberliäche punktirt, gefurcht, die Zwischenräume flach, fein zer- 
streut punktirt. Die Vorderbeine sind mit Ausschluss der Hüften 
ganz, an den hinteren nur die Schienen und Tarsen rothbraun, 
die ScJienkel schwarz. 

Am Orinoco von Moritz gesammelt. (Mus. Berol.) 
12. Apion subglobosum. 

Diagn. ßreve, obscure aeneum, subtilissime griseo- 
pubescens, roslro breviore, arcuato , fronte canaliculato , thorace 
(ransverso, lateribus ampliato, apicem versus attenuato, postice 
bisinuato, snpra minus crebre punclato, canaliculato, el)'tris sub- 
globosis, punctafo-sulcatis , interstiliis convexis, subtiliter pun- 
ctulatis. 

Long, (rostr. exci.) «/j lin. 

Der Körper ist kurz und gedrungen, schwarz, sehr fein 
und sparsam grau behaart, die Oberseile dunkel erzfarbig. Der 
Rüssel ist ziemlich kurz, gebogen, sehr fein und sparsam punk- 
tirt, matt glänzend. Die Füliler sind dicht vor den Augen ein- 
gelenkt, schwarz, die Keule zugespitzt eiförmig. Der Kopf ist 
zwischen den x\ugen dicht und lief punktirt, in der Mitte mit 
einer deutlichen Längsrinne; die Augen sind gross und ziemlich 
hervortretend. Das Halsschild ist um ein Drittheil kürzer als an 
der Basis breit, an den Seiten nach hinten gerundet erweitert, 
vom verengt und eingeschnürt, am Hinterrande zvveibuchtig; die 
Oberfläche nicht sehr dicht und etwas unregelmässig punktirt, 
vor dem Schildchen mit einei- abgekürzten Mitteliinne. Das 
Schildchen ist klein, rundlich. Die Flügeldecken sind kurz und 
breit, fast kugelailig gewölbt, an den Seiten gerundet erweitert, 
nach hinten schnell verengt und abgerundet, doch so, dass von 
oben gesehen die Spitze etwas aus dem Kreisbogen nach hinten 
hervortritt; die Oberfläche ist lief punklirt-gefurchl , die Zwi- 
schenräume deutlich gewölbt, sehr fein punktirt. Die Beine sind 
massig lang und stark, schwarz, fein behaart. 

Aus Nordamerika. (Mus. ßerol.) 

13. Apion metallicum. 

Diagn. Obscure aeneum, subnitidum, albido-pubcscens, 
rostro mediocii, arcuato, thorace brevi , lateribus rotundato, api- 
cem versus anguslato, postice bisinuato, supra crebre atque 
profunde punclato, eljtris ovalis , punclato - sulcatis, interstiliis 
planis, subtiliter rugulosis. 

Long, (rostr. excI.) ^,'4 lin. 



244 

Dem Ap. vicinura Germ, in Grösse und Gestalt sehr ähn- 
lieh, doch in den Flügeldecken etwas schmäler; dunkel erzfar- 
hen , etwas glänzend, unten dichter, oben sparsamer weisslich 
behaart. Der Rüssel ist massig lang, etwas gebogen, fein punk- 
(irt, von der Basis bis zur Mitte weisslich behaart. Die Fühler 
sind dicht vor den Augen eingelenkt, kräftig, schwarz. Die 
ytirn ist zwischen den hervortretenden Augen dicht runzlig punk- 
tirt. Das Halsschild ist um ein Drittheil breitp;- als lang , an 
den Seiten gerundet erweitert, vorn verengt und eingeschnürt, der 
Hinterrand zweibuchtig ; die Oberfläche dicht und tief punktirt, 
hinten mit einem kurzen eingedrückten Strich. Das Schildcheu 
ist rundlich. Die Flügeldecken sind eiförmig, an den Seilen 
ziemlich gleich breit, hinten gemeinsam abgerundet, auf der Ober- 
fläche punktirt gefurcht, die ZwischenräuuJC flach, fein gerun- 
zelt. Die Beine sind kurz und kräftig, dicht weisslich behaart. 

Aus Florida. (Mus. Berol.) 

14. Apion bicolor. 

Diagn. INigrum, glabrum. nitidum, antennarum basi pe- 
dibusrjue piceis: rostro longo, tenui, nitido: capile fhoraceque 
aeneis , hoc brevi, lateribus rotundato- ampliato, inargine posticö 
bisinuato, supra disperse punctato, postice canaliculato: elytris 
breviter ovatis, punctato -sulcatis. interstitiis planis. laevibus. 

Long, (rostr. exci.) 

* 

Der Körper ist gedrungen, glänzend schwarz, auf der 
Oberseite glatt. Der Rüssel ist lang und dünn, stark gebogen, 
glänzend schwarz, glatt. Die Fühler sind dicht an der Basis 
eingelenkt, ziemlich lang gestreckt, schwarz, die ersten Glieder 
pechbraun. Der Kopf ist lebhaft erzfarben, äusserst fein und 
verworren punktirt, zwischen den hervortretenden Augen mit zwei 
Längsreihen grübchenartiger Punkte gezeichnet. Das Halsschild 
ist merklich kürzer als breit , an den Seiten gerundet erweitert, 
vorn verengt und eingeschnürt, der Hinterrand zweibuchtig; die 
Oberseite hell erzfarbig glänzend, äusserst fein und dicht ge- 
körnt, ausserdem mit zerstreuten grübchenartigen Punkten be- 
deckt, hinten mit einer undeutlichen Mittelrinne; der Hinferrand 
zeigt eine Reihe feiner eingestochener Punkte. Das Schildchen 
ist klein , halbkreisförmig. Die Flügeldecken sind kurz eiförmig, 
hoch gewölbt , bei den Schulterecken um die Hälfte breiter als 
das Halsschild , an den Seiten bis gegen die Mitte hin etwas 
erweitert, dann allmählig verengt und an der Spitze gemeinsam 
abgerundet; glänzend schwarz, punktirt -gefurcht , die Zwischen- 
räume breit, flach, glatt. Die Beine sind dünn, pechbraun, und 
so wie Brust und Hinterleib weisslich behaart. 

In Columbien von Moritz gesammelt. (Mus. Berol.) 



245 

15. Apion lamiginosum. 

Diagn. Breve, obscure aeneuiii, pubescens, pectore, 
rostri basi pedihusqne dense albo-pilosis: (horace (ransveiso, 
antice attenuato iiec non constriclo , inargine antico elevalo , su- 
pra crebre punctato, postice foveolalo: elj-lris breviler ovatis, 
punctato-sulcatis, interstitiis planis , sublilissiiue serialiin pun- 
ctulatis. 

Long-, (rostr. excl.) 2/3 — ^/4 lin. 

Von kurzer, gedrungener Körperforin , dunkel erzfarbeu, 
durch feine, aber ziemlich dichte Behaarung mad. Der Rüssel 
ist etwas länger als das Halsschild, gebogen, bis über die Mitte 
hinaus mit langen weissen Haaren dicht besetzt , die Spitze glatt, 
glänzend schwarz. Die Fühler sind an der Basis des Rüssels 
eingelenkt, schwarz, ziemlich lang, die Keule gross, länglich 
eiförmig. Der Kopf ist ziemlich dicht punktirt und zwischen 
den Augen weiss behaart , diese gross und hervortretend. Das 
Halsschild ist um ein Drittheil breiter als lang, am Hinterrande 
zweibuchtig, an den Seiten schwach gerundet, nach vorn ver- 
schmälert und dicht vor der Spitze eingeschnürt, der Vorderrand 
aufgebogen ; die Oberfläche dicht punktirt , mit einem rundlichen 
Grübchen vor dem Schildchen. Das Schiidchen ist rundlich. 
Die Flügeldecken sind kurz eiförmig, massig gewölbt, bei den 
Schultern fast um die Hälfte breiter als das Halsschild, an den 
Seiten gegen die Mitte hin kaum erweitert, nach hinten allmählig 
verschmälert und stumpf zugerundet; die Oberfläche punktirt- 
gefurcht, die Zwischenräume fast eben, malt, mit sehr sparsamen 
und undeutlichen, eine unregelmässige Reihe bildenden Pünkt- 
chen besetzt. Die Brust ist dicht kreideweiss behaart, die Beine 
ziemlich lang, weisslich behaart. ' 

In Columbien von Moritz aufgefunden. (Mus, Berol.) 
16. Apion angulatum. 

Diagn. Nigrum , subnitidum , parce subtilissimeque pube- 
scens, rostro longo, arcuato, supra obsolete canaliculato : tliorace 
lateribus rotundato, antice constricto , obsolete punctato: eljtris 
ovatis, subtiliter punctato-sulcatis, interstiliis convexiusculis, 
laevibus. 

Long, rostr. excl. 'j-^ lin. 

Schwarz , matt glänzend , äusserst fein und sparsam grau 
behaart. Der Rüssel ist ein wenig länger als Kopf und Hals- 
scUild zusammengenommen, gekrümmt, nur an der Basis äusserst 
fein punktirt, auf der Oberseite mit einer seichten, aber ziemlich 
breiten mittleren Längsfurche , die sich bis zum Anfange des letz- 
ten Drittheiles erstreckt, in der Mitte ihrer Länge jedoch unter- 
brochen ist. Die Fühler sind kurz, schwarz, an der Basis ein- 
gelenkt, die Keule oval. Der Kopf ist klein, die Augen nicht 
hervortretend. Das Halsschild ist etwas breiter als lang, an den 



246 

Seiten gerundet erweitert, vorn stark veren«»t und deutlich hreit 
eingeschnürt, am Hinterrande gerade abgeschnitten, auf der Ober- 
seite sparsam und sehr leicht punktirt. Das Schildchen ist sehr 
klein, punkiförnjig. Die Flügeldecken sind eiförmig, massig 
gewölbt , mit stark vors|)ringenden Schulterbeulen , am Grunde 
um ein Drittheil breiter als das Halsschild, an den Seiten gegen 
die Mille hin merklich erweitert, dann allmählig vorengt und ge- 
meinsam abgerundet; die Oberlläche fein punktirt -gefurcht , die 
Zwischenräume breit, etwas gewölbt, glatt. Die Beine sind 
pechschwarz, grau behaart. 

Aus Brasilien. (Mus. Berol.) 

17. Apion latifrons. 

Diagn. Breve, cinereo-nigrum , opacum , paree albido- 
|>ilosum, rostro mediocri , paruni arcnato , apice nitido: thorace 
iateribus subrotundato , antice alfenuato , supra obsolete punctato, 
postice foveolato: eivtris breviter ovalis, punctato -sulcati^, inter- 
stitiis planis , subtilissime rugulosis. 

Long, (rosir. exci.) ^^j |in. 

Von gedrungenem Bau, grauschwarz, nuitt, mit weisslichen 
Härchen sparsam besetzt. Der Biissel ist kaum so lang als Kopf 
und Halsschild zusammengenommen, schwach gebogon, auf der 
Oberfläche nahe der Basis mit einem erhabenen \Yulste, fein 
punktirt, die Spitze glatt, glänzend. Die Fühler sind nahe der 
Basis des Rüssels eingelenkt, schwarz, die Keule eiförmig. Der 
Kopf ist sehr breit, mit den Augen bieiter als der Yorderrand 
des Halsschildes, die Stirn nach unten geneigt, fast quadratisch, 
«leutlich punktirt. Das Halsschild ist etwas breiter als lang, an 
den Seiten in der Mitte massig gerundet erweitert , nach vorn 
verengt, jedoch kaum merklich eingeschnürt, am Hinterrande 
zweibuchtig; die Oberfläche seicht und niciit dicht punktirt, hin- 
ten mit einem länglichen Grübchen. Das Schildchen ist deutlich, 
gerundet. Die Flügeldecken sind kurz eiförmig, ziemlich ge- 
wölbt, bei den Schullern fast doppelt so breit als das Halsschild, 
an den Seiten gegen die Mitle hin nur schwach erweitert, eben, 
alhnälig verengt und gemeinsam abgerundet, die Spitze selbst 
etwas ausgezogen; die Oberfläche punktirt - gefurcht , die Zwi- 
schenräume ganz flach, malt, sehr fein lederartig gerunzelt. Die 
Beine sind massig lang, pechschwarz, weisslich behaart. 

Ebenfalls aus Brasilien. (Mus. Berol.) 
18. Apion rhomI)oideum. 

Diagn. Breve, nigrum, subnitidum, parce subtiliterque 
pubescens , pedibus anlicis laete ferrugineis: rostro fortiter ar- 
cuato, laevi, niti<lo : thorace truncato-conico, supra subtiliter 
punctato, poslice Ibveolato: eljtris breviter ovatis, punctato -sub- 
sulcatis, interstitiis planis, latis, subtilissime rugulosis. 

Long, (rostr. excI.) ^/-j lin. 



247 

Fast von der Form eines Balaniniis, vorn und hinten zuge- 
spitzt, schwarz, etwas glänzend, fein und sparsam, auf den Flügel- 
decken reihenweise grau behaart. Der Rüssel ist so lang als 
Kopf und Halsschild zusammengenommen , sehr stark gebogen, 
glatt, glänzend schwarz. Die Fühler sind dicht vor den Augen 
eingelenkt, schwarz , die Keule länglich eiförmig. Der Kopf ist 
mit den Augen so breit als der Vorderrand des Halsschildes, die 
Stirn etwas gewölbt , mit einigen grossen Punkten besetzt. Das 
Halsschild ist an der Basis wenigstens um ein Drittheil breiter 
als lang, abgestutzt kegelförmig, die Seitenränder geradlinig, der 
Hinterrand schwach zweibuchtig, die Oberfläche fein und äusserst 
seicht punctirt, vor dem Schildchen mit einem rundlichen Grüb- 
chen. Das Schildchen ist klein, punktförmig. Die Flügeldecken 
sind sehr kurz eiförmig, stark gewölht, bei den Schullern etwas 
breiter als das Halsschild , an den Seiten gleich hinter den 
Schulterecken etwas erweitert, schon vor der Mitte sich wieder 
verschmälernd und an der Spitze gemeinsam abgerundet; die 
Oberfläche ziemlich fein punktirt, gefurcht, die Zwischenräume 
breit, flach, äusserst fein gerunzelt; in der Milte jedes Zwischen- 
raumes verläuft eine Reihe feiner, nach aussen gerichteter Här- 
chen. Die Beine sind kurz und dick, die vorderen hell rostfar- 
ben, mit Ausnahme der Hüften, welche, so wie die beiden hin- 
teren Paare pechschwarz sind. 

In Columbien von Moritz gesammelt. (Mns. Berol.) 

19. Apion granulum. 

Diagn. Breve , afrum , glabrum, subnitidum , antennis 
libiisfjue piceis, rostro brevi, subarcuato: Ihorace transverso, lafe- 
ribus amplialo, antice angustato, supra confertim ac profunde 
punctato : elytris breviter ovatis, punclato-sulcatis, interstitiis con- 
vexiusculis, serialim punctulatis. 

Long, (rostr. exci.) 1/2 ''"• 

Sehr klein und gedrungen, tief scliwarz, glatt, etwas glän- 
zend. Der Rüssel ist kurz, schwach gel)ogen, auf der Oberfläche 
reihenweise punktirt, die Spitze glatt, glänzend. Die Fühler sind 
dicht vor den Augen eingelenkt , j)echlirann , die Keule länglich 
eiförmig. Der Kopf ist zwischen den Augen grob punktirt, diese 
kuglich und stark hervorgequollen. Das Halsschild ist um ein 
Drittheil lireiter als lang, an den Seiten gerundet erweitert, nach 
vorn verengt, jedoch nicht eingeschnürt, am Hinterrande zwei- 
buchtig, tief und gedrängt punktirt, mit einem Grübchen vor dem 
Schildchen. Dieses ist klein, punktförmig. Die Flügeldecken 
sind kurz eiförmig, massig gewölbt, bei den Schultern um ein 
Drittheil breiler als das Halsschild, an den Suiten nicht erweitert, 
vom letzten Drittheil ihrer Län«;e an allmählig verengt und ge- 
meinsam abgerundet; die Oberfläche punktirt -gefurcht, die Zwi- 



schenrjiume ein «ouig gewöllil, mit einer Reihe feiner Piinktrhen. 

Die Beine sind kuiz und dick, schwarz, die Schienen pechhrann. 

Am Orinooi» von Morilz aufgefunden. (Mus. Bernl.) 

20. Apion parvulum. 

Diagn. Breve, nigium, parce suhlilissimeque griseo-pu- 
bescens, rostro mediocri, arcualo , nitido: thorace transverso , la- 
teribus arapliato, anlice atlenualo, obsolete punrtato, posJice fo- 
veolato : eljfris hreviler ovafis , punefafo -suloatis, inlersliliis pon- 
vexiusrulis , subtilissirae rugulosis. 

Long, (rostr. exci.) vix 1/2 lin. 

Noch etwas kleiner als das vorige, und durch den lungeren 
Rüssel, die Behaarung und die gerunzelten, nicht punktirten 
Zwischenräume dei Flügeldecken unterschieden. Der Körper ist 
schwarz, matt, äusserst fein und sparsam grau behaart. Der 
Rüssel ist beim c/" so lang als das Halsschijd , beim cf etwas 
länger, massig gebogen, auf der vorderen Hälfte glatt, glänzend, 
an der Wurzel durch dichte Punkfirung matt. Die Fühler sind 
dicht vor den Augen eingelenkt, schviarz, die Keule länglich ei- 
förmig, zugespitzt. Der Kopf ist zwischen den Augen dicht punk- 
tirt, diese massig gross und hervortretend. Das Halsschild ist 
um ein Drittheil breiler als lang, am Hinterrande undeutlich zwei- 
buchtig, an den Seiten nach hinten gerundet erweitert, nach vorn 
verschmälert, auf der Oberfläche nicht sehr dicht uud ziemlich 
seicht punktirt , die Tunkte je ein greises Härchen tragend, vor 
dem Schildcheu mit einem rundlichen Grülichen. Das Schildchen 
ist klein, lundlich. Die Flügeldecken sind kurz eiföruiig, ma- 
ssig gewölbt, bei den Schultern ein Drittheil breiter als das 
Halsschild, an den Seiten gegen die Mitte hin schwach erwei- 
tert, dann allmählig verengt und gemeinsam abgerundet ; die Ober- 
fläche punktirt -gefurcht, die Zwischenräume fast schmaler als die 
Furchen, ein wenig gewölbt und sehr fein (pierrunzlig. Die 
Beine sind ziemlich kuiz , schwarz. 

Aus Cülumbien. (Mus. Berol). 

21. Apion scolopax. 

Diagn. Obiongum , atrum, glnbrum, subnitidum, antenna- 
rura articulo basal! lestaceo, pedibus piceis, rostro mediocri, pa- 
rum arcuato , nitido: thorace c)'lindrico, subtilissime ruguloso, 
opaco: elytris obovatis, punctato-snicatis , interstitiis convexis, 
sublaevibus. 

Long, (rostr. excl.) Yu '•"• 

Länglich, tief schwarz, unbehaart , schwach glänzend. Der 
Rüssel ist ein wenig länger als das Halsschild, schwach gebogen, 
äusserst fein und zerstreut punktirt, glänzend schwarz. Die Fühler 
sind dicht vor den Augen eingelenkt, pechschwarz mit gelbem 



249 

Wurz^lgliede, die Keule gross, länglich eiförmig. Der Kopf ist 
fast so breit als das Halsschild, sehr fein gerunzelt, die Stirn 
schmal und etwas ausgehöhlt, die Augen gross. Das Halsschild 
ist kaum länger als breit, vollkommen cjlindrisch , am Vorder- 
und Hinterrande gerade abgeschnitten, äusserst fein lederarlig 
gerunzelt, matt, mit sehr verwischten Spuren zerstreuter Punkte. 
Das Schildchen ist klein , punktförmig. Die Flügeldecken sind 
verkehrt eiförmig, hochgewölbt, bei den Schultern kaum breiter 
als das Halsschild , an den Seilen bis zur Mitte stark erweitert, 
dann verengt und stumpf zugerundef ; die Überfläche punktirt ge- 
furcht, die Zwischenräume gewölbt, glänzend, fast glatt. Die 
Beine sind glänzend pechbraun. 

In Aragua von Moritz gesainaielt. (Mus. Berol.) 

22. Apion vile. 

Diagn. Oblongum , nigrum , glabrum, subnitidum, rostro 
mediocri , leviter arcuato: ihorace lateribus fere recto, postice 
bisinuato, supra disperse punctato ncc non foveolato: eljtris 
oblongo-ovalibus, punctato -sulcatis, interstitiis convexiusculis, 
subtilissime rugulosis. 

Long, (rostr. ecxl.) ^/^ lin. 

Dem Ap. seniculus Kirby im Umriss nicht unähnlich , 
länglich, schwarz, unbehaart, etwas glänzend. Der Rüssel ist 
etwas länger als Kopf und Halsschild zusammengenommen, leicht 
gebogen, an der Basis sehr dicht, nach vorn zerstreut punktirt, 
die Spitze glatt, glänzend. Die Fühler sind dicht vor den Augen 
eingelenkt, schwarz, an der Wurzel pechbraun, die Keule läng- 
lich. Der Kopf ist äusserst fein und dicht gekörnt , mit einigen 
unregelmässigen Längsfurchen zwischen den Augen; diese sind 
klein, nicht hervortretend. Das Halsschild ist fast so lang als 
breit, an den Seilen fast geradlinig, nach vorn etwas verengt, 
am Hinterrande zweibuclitig, die Ol)erfläche zerstreut und nicht 
tief punktirt , mit einem Grübchen vor dem Schildchen. Dieses 
ist klein, punktförmig. Die Flügeldecken sind länglich eiförmig, 
bei den Schultern fast um die Hälfte breiter als das Halsschild, 
an den Seiten bis zum letzten Dritlheil ihrer Länge fast gleich 
breit, dann allmählig- verengt und stumpf zugerundet ; die Ober- 
fläche punktirt -gefurcht, die Punkte in den Furchen sehr un- 
deutlich, die Zwischenräume ein wenig gewölbt, äusserst fein ge- 
runzelt. Die Beine sind schv^^arz, ziemlich dünn, die Vorder- 
schienen etwas verlängert. 

Aus Nord - Amerika (Baltimore). In der Sammlung des 
Herrn Dohrn. 

23. Apion brevicorne. 
Diagn. Breve, nigro-piceum , opacum, parce subtiliterque 

17 



250 

griseo-pubeseens, femöribus late croceo-annulatis, rosfrö brevi, 
fere recto, basi incrassafo: antennis bievissimis: ihorace lateribus 
levifer lolnndalo ; anlice ronstricto , supra profunde punctato, 
postice foveolato: el}tiis dilule piceis , punctato -snlcalis, inter- 
stitiis planis, transverse rugulosis. 

Long. (rosl. excl.) l^U lin. 

Von kläffiger, gedrungener Gestalt, pechschwarz, fast uiatt, 
fein und sparsam grau behaart. Der Rüssel ist so lang als das 
Halsschild, an der Basis stark verdickt, tief punktirf und an 
den Seiten gefurcht, matt, hei der Kinlenkungsstelle der Fühler 
plötzlich verdünnt, platt, glänzend. Die Fühler sind zwischen 
der Basis und Mitte des Rüssels eingelenkt; schwärzlich, äusserst 
kurz (merklich kürzer als das Halsschild), die Glieder mit Aus- 
nahme des ersten sämmtlich kurz knopfförmig, die Keule oval, 
stumpf zugespitzt, pechbraun. Der Kopf ist mit einigen grossen 
und tiefen Punkten besetzt, die Augen gross, jedoch nur wenig 
hervortretend. Das Halsscliild ist merklich breiter als lang , an 
den Seiten schwach gerundet, nach vorn allmählich verengt und 
vor der Spitze breit eingeschnürt, am Hinterrand tief zweibuchtig; 
die Oberfläche grob, jedoch nicht gedrängt punktirt , vor dem 
Schildchen mit einem tiefen, länglichen Grübchen. Das Schild- 
chcn ist deutlich, oval. Die Flügeldecken sind heller pechhraun, 
fast verkehrt eiförmig, massig gewölbt, hei den Schultern min- 
destens um zwei Drittheile breiter als das Halsschild; mit aufge- 
worfenen Schulterbeulen, an den Seifen bis hinter die Mitte all- 
mählig erweitert, an der Spitze stumpf zugerundet; die Ober- 
fläche kettenartig punkfirt-gefurcht, die Furchen flach mit ziem- 
lich entfernt stehenden Punkten, die Zwischenräume ganz eben, 
fein querrunzlich. Die Beine sind kurz und stark, pechbraun, 
ein breiter Ring um die Mitte der Schenkel lebhaft rofhgelb. 

Nur ein Exemplar aus Brasilien. (Mus. Berol.) 

24. Apion cinereum. 

Diagn. Breve , nigruni , dense albido-pilosum, antennarum 
basi, femöribus tibiisque laete ferrugineis: rostro tenui, subrecto: 
thorace brevi , margine postico bisinuato , supra crebre punctato, 
elytris breviter ovatis , punctato -sulcatis, interstitiis planis, sub- 
tilissime rugulosis. 

Long, (rostr. excl.) 1^/4 lin. 

Dem Ap. viciae Pa^k. an Gestalt sehr ähnlich; doch um 
die Hälfte grösser, Der Körper ist kurz und gedrungen, schwarz, 
mit weissen Haaren dicht bekleidet. Der Rüssel ist etwas länger 
als das Halsschild, fast gerade, nach vorn allmählig zugespitzt, 
auf seiner hinteren Hälfte weiss behaart, an der Spitze glatt, glän- 
zend. Die Fühler sind an der Basis des Rüssels eingelenkt, 
kurz und dick, schwarz, weiss behaart, die zwei ersten Glieder 



251 

verdickt; rostfarben, die Keule kurz und gedrungen. Der Kopf 
ist zwischen den ziemlich grossen Augen dicht weiss behaart. 
Das Halsschild ist etwas kürzer als breit, an den Seiten schwach 
gerundet, nach vorn stark verengt, am Hinlerrande deutlich zwei- 
luichtig; die Oberfläche dicht punktirt, gleichmässig mit kurzen, 
weissen Härchen bekleidet, vor dem Schildchen mit einer kleinen 
Grube. Das Schildchen ist klein, eiförmig. Die . Flügeldecken 
sind kurz eiförmig, massig gewölbt, mit vortrelenden Schulter- 
eckeu , vorn um ein Drittheil breiter als das Halsschild , an den 
Seiten ziemlich gleich breit , nach der Spitze zu allmälilig ver- 
engt und gemeinsam abgerundet; die Oberfläche deutlich punktirt 
gefurcht, die Zwischenräume eben, fein lederartig gerunzelt, mit 
weisser Behaarung, die in der Gegend des Schildchens dichter 
erscheint, bedeckt. Die Füsse sind ziemlich stark, gleichmässig 
weiss beharrt; die Schenkel und Schienen hell rostfarben, die 
Hüften, Trochanteren, Kniee und Tarsen schwarz. 

In Carolina von Zimmermann aufgefunden. 

(Mus. Berol.) 

25, Apion ensirostre. 

Diagn. Nigrum, opacum, albido-pilosum , pedibus testa- 
ceis, coxis , gennbus tarsisque plus minusve nigricantibus: rostro 
longo, tenui , basi utrinque denticulato: thorace brevi , lateribus 
rotundato, apicem versus anguslato , supra crebre punctato: eljtris 
ovalibus, punctato-sulcatis , inlerstitiis angustis, convexis. 

Long, (rostr, exci.) ^/^ Jin. 

Etwas kleiner und besonders schmaler als das vorige, schwarz, 
niatt, ziemlich dicht weisslich behaart. Der Rüssel ist etwa so 
lang als Kopf und Halsschild zusammengenommen, wenig ge- 
krümmt, an der Basis über der Einlenkung der Fühler jederseits 
in einen undeutlichen Zahn erweitert, nach der Spitze zu dünn, 
fadenförmig; die Oberfläche ist an der Basis fein und dicht punk- 
tirt, weiss behaart, die Spitze glatt, glänzend schwarz. Die Füh- 
ler sind zwischen der Basis und Mitte des Rüssels eingelenkt, 
ziemlich kurz, schwarz, grau behaart, die Keule klein, stumpf 
zugespitzt. Die Stirn ist schmal, dicht weiss behaart, die Augen 
gross, hervortretend. Das Halsschild ist deutlich kürzer als 
breit; nach vorne stark verengt, an den Seiten sanft abgerundet, 
der Vorderrand gerade abgeschnitten, der Hinlerrand deutlich 
zweibuchtig; die Oberseite dicht und gleichmässig punktirt, weiss 
behaart, mit einer flachen, rundlichen Grube vor dem Schildchen. 
Dieses ist klein, rundlich. Die Flügeldecken sind eiförmig, bei 
den Schultern um ein Dritlheil breiter als das Halsschild, an den 
Seiten gleich breit, an der Spitze gemeinsam abgerundet; die 
Oberfläche punktirt gefurcht, die Punkte in den Furchen undeut- 
lich, die Zwischenräume kaum breiter als die Furchen , gewölbt, 

17* 



252 

fein qnerrunzlig; die kurzen weissen Härchen bilden reoelmässige 
Liiugsreihen. Die Beine sind gelb, die Hüften, Kniee und 
Tarsen mehr oder weniger geschwärzt. 

In Colunibien von Moritz entdeckt (Mus. Berol.) 

26. Apion subaeneum. 

Diagn. Aeneum , subnitidum , antennarum basi pedibusque 
croceis, genubus tarsisque nigricantibus : rostro breviore, arcuato : 
thorace subcjlindrico, dense subtiliterqne punctato, postice foveo- 
lato, eljtrls subtiliter punctato-siilcatis, interstitiis convexiusculis. 

Mas rostri apice croceo. 

Long, (rostr. exci.) 2/^ — '^j^ lin. 

Hell erzfarben', matt glänzend, mit kaum wahrnehmbaren, 
äusserst feinen und kurzen Härchen sparsam besetzt. iJer Rüssel 
ist beim cf kurz und dick , kaum länger als der Kopf, kräftig 
gebogen, fein und dicht punklirtund behaart, an der Basis pech- 
braun, die vordere grössere Hälfte rothgelb; die äusserste Spitze 
selbst wieder bräunlich. Beim $ ist er ein wenig länger 
als das Halsschild, massig gebogen, äusserst fein und weilläufig 
punktirt, malt glänzend, ganz metallfarben. Die Fühler sind 
dicht vor den Augen eingelenkt, kurz und dick, hell pechbraun, 
das erste Glied rothgelb. Der Kopf ist dicht und grolt punktirt, 
die Augen gross und hervorgequollen. Das Halsschild ist so lang 
als breit, etwas flach gedrückt, hinten fast gerade abgeschnitten, 
an den Seiten äusserst schwach abgerundet, nach vorn etwas 
verengt, oben dicht und ziemlich fein punktirt, hinten in der Mitte 
mit einem ovalen Grübchen. Das Schildchen ist klein, rundlich. 
Die Flügeldecken sind eiförmig, massig gewölbt , b^i den Schul- 
tern um die Hälfte breiter als das Halsschild , von den Seiten 
gegen die Mitte hin beim $ viel stärker erweitert als beim c/, 
dann allmählig verengt und gemeinsam abgerundet ; die Überfläche 
fein punktirt gefurcht, die Zwischenräume ein wenig gewölbt, 
äusserst fein lederartig gerunzelt. Die Beine sind lebhaft roth- 
gelb, Kniee und Tarsen schwärzlich. 

Auf Portorico von Moritz gesammelt. (Mus. Beiol.; 

27. Apion laevirostre. 

Diagn. Nigrura, subnitidum, parcesubtilissimeque pubes- 
cens, pedibus croceis, coxis , genubus tarsisque nigris: rostro 
longo, tenui, nitido : thorace lateribus rotundato, ante apicem con- 
stricto , postice bisinuato , supra crebre punctato : eljtris ovatis, 
punctato-sulcatis, interstitiis convexiusculis, subtiliter rugulosis. 

Long, (rostr. excl.) ^/^ lin. 

Schwarz, matt glänzend, sehr fein und sparsam grau be- 
haart. Der Rüssel ist etwas länger als Kopf und Halsschild zu- 
sararaengenommen. cylindrisch, slnrk gebogen, glänzend schwarz 



253 

glatt, nur an der Basis mit feinen, zerstreuten Punkten besetzt. 
Die Fühler sind nahe der Basis des Rüssels eingelenkt, dünn, 
schwarz, an der Wurzel pechbraun, die Keule länglich eiförmig. 
Der Kopf ist zwischen den Augen mit einigen grossen Punkten 
besetzt; die Augen sind gross, kuglig, seillich stark hervortre- 
tend. Das Halsschild ist etwa so lang als breit, am Hinterrande 
zweibuchtig, an den Seilen g»;rundet erweitert, nach vorne ver- 
engt und deutlich eingeschnürt, der Vorderrand schwach aufge- 
bogen; die Oberfläche dicht gedrängt punktirt, vor dem Schild- 
chen mit einem länglichen, platten Giübchen. Das Schildchen 
ist klein, rundlich. Die Flügeldecken sind eiförmig, massig ge- 
wölbt; bei den Schultern um ein Dritlheil breiter als das Hals- 
schild, an den Seiten nicht erweitert, von der Mitte an sich 
allmählig verschmälernd und an der Spitze stumpf zugerundet ; 
die Oberfläche fein punktiri gefurcht, die Zwischenräume schwach 
gewölbt, fein gerunzelt. Die Beine sind rolhgelb , die Hüften, 
Kniee und Tarsen schwarz. 

In Columbien von Moritz entdeckt. (Mus. Berol.) 

'28. Apion piceirostre. 

Diagn, Nigrum , griseo-pubescens , roslro anfennarumque 
basi piceis; pedibus testaceis, genubus tarsisque nigricantibus : 
rostro longo, arcuato, nitido: oculis magnis, prominentibus: tho- 
race transverso, lateribus paullo auipliato, antice attenuato, postice 
bisinuato, supra crebre punctato: elvtris breviter ovalis, punctato- 
sulcatis, intersfitiis angustis, convexis. 

Long, (rostr. exci.) ^/^ lin. 

Von der Grösse des Ap. atoniarium 0)11., schwarz, ziemlich 
dicht grau behaart. Der Rüssel ist beim 9 so lang als Kopf 
und Halsschild zusammengenommen , beim cT bedeutend kürzer, 
ziemlich dünn , gebogen , glänzend, hell pechbraun, an der Basis 
etwas dunkler. Die Antennen sind dicht vor den Augen einge- 
fügt, schwarz, an der Basis pechbraun. Der Kopf ist zwischen 
den Augen glatt, hinter denselben mit einigen grösseren einge- 
stochenen Punkten besetzt; die Augen sind sehr gross und her- 
vorgequollen , an Breite den Vorderrand des Halsschildes über- 
treffend. Das Halsschild ist etwas breiter als lang, an den Seiten 
etwas erweitert, nach vorn verengt, am Hinterrande zweibuchtig; 
die Oberfläche dicht punktirt, mit einer länglichen tiefen Grnbe 
vor dem Schildchen. Dieses ist deutlich sichtbar, dreieckig. Die 
Flügeldecken sind kurz eiförmig, beim 9 fast verkehrt eiförmig, 
bei den Schultern merklich breiter als das Halsschild, an den 
Seiten bis über die Mitte hinaus schwach erweitert, dann all- 
mählig verengt und an der Spitze stumpf zugerundet. • Die Ober- 
fljiche punktirt gefurcht, die Zwischenräume sehr schmal und 
und deutlich gewölbt, schwach bleiartig schimmernd. Die Beine 



254 

sind blassgelb, die Hüften pechbraun, die Kniee tind Tarsen 
schwärzlich. 

Am Orinoco von Morilz gesammelt. (Mus. Berol.) 

29. Apion luteirostre. 

Diagn. Nigrum, subopacum , subtilissime pubescens, an- 
tennis podilinsque tolis flavis : Ihorace transverso, lateribas rotun- 
dalo, antice alfeniiato, supra crebre punctato, foveola postice im- 
pressa : eh tris ovalis , punctato - sulcatis , interstitiis angnslis, 
convoxis. 

Mas rostro Inteo, 

Long, (rostr. exol.) 1/2 lin. 

Notii kleinor und besonders schmaler als das vorige, schwarz, 
fast, nia(f, mit sehr kurzen und feinen goldglänzenden Härchen 
bedeckt. Der Riissol des cT ist von der Länge des Halsschildes, 
etwas dick, krumm gebogen, hellgelb, die äusserste Spitze pech- 
braun; der des $ ist merklich länger, dünner, stärker gebogen, 
ganz pechbraun. Die Fühler sind an der Basis eingelenkt, ganz 
gelb, das zweite Glied verdickt, die Keule länglich. Der Kopf 
ist zwischen den Augen punklirt, diese massig hervortretend. 
Das Halsschild ist um ein Drittheil breiter als lang, an den Sei- 
ten nach hinten zu erweitert, vorn verengt und deutlich einge- 
schnürt, dicht punktirt, mit einem mittleren Grübchen und einem 
etwas verwischten Qu^reindruck vor dem zweibuchtigen Hinter- 
rande. Das Schildchen ist undeutlich, rundlich. Die Flügeldecken 
sind eiförmig, in der Mitte kaum breiter als bei den Schultern, 
an der Spitze einzeln abgerundet; die Oberfläche punktirt ge- 
furcht, die Punkte je ein goldglänzendes Härchen führend, die 
Zwischenräume schmal, gewölbt, mit einer Reihe gleicher Härchen 
besetzt. Die Beine sind mit Einschluss der Hüften gelb. 

Ebenfalls am Orinoco. (Mus. Berol.) 

30. Apion castaneipes. 

Dii'gn. Breve, nigrum, parce subtilissimeque pubescens, 
anlennarum basi podibusque obscure ferrugineis: rostro brevi, 
arcuato , crebre pandalo: thorace poslice bisinuato, antice atte- 
nuato levilerque conslricto, supra obsolete punctato, canaliculato : 
elvtris fortiter puncfalo-sulcatis; interstitiis elevatis, angustissimis. 

Long, (rostr. exci.) Vo^'Vs ''"• 

Durch Grösse und Gestalt dem Ap. atomarium Gjll. ähn- 
lich , jedoch in den Flügeldecken beträchtlich kürzer. Der Rüs- 
sel ist kurz und stark, kaum länger als das Halsschild, gebo- 
gen, dicht, nnd ziemlich stark punktirt. Die Fühler sind nahe 
den Augen eingelenkt, dünn, schwarz, die beiden ersten Glieder 
dunkel rostfarben und etwas verdickt, die Keule länglich eiför- 
mig. Der Kopf ist zwischen den Augen grob und runzlich punk- 



255 

tirt, mit einer erhabenen Längslinie in der Mitte; .die Augen sin(? 
gross und seitlich hervortretend. Das Halsschild ist so lang als 
breit , wenig gewölbt , am Hinterrand zweibuchtig , an den Seiten 
nach hinten schwach erweitert, nach vorne verengt und vor der 
Spitze leicht eingeschnürt ; die Oberfläche mit grossen aber seich^ 
(en Punkten bedeckt, welche je ein äusserst feines und kurzes 
weissliches Härchen tragen, in der Mitte mit einer nach vorn 
verwischten Längsfurche. Das Schildchen ist undeutlich, punkt- 
förrai"-. Die Flügeldecken sind kurz eiförmig, hoch gewölbt, bei 
den Schultern mehr als um die Hälfte breiter als das Halsschild, 
bis hinter die Mitte gleich breit, dann schnell verengt und spitz 
zulaufend; die Oberfläche sehr breit und tief punktirt gefurcht, 
die Punkte je ein ziemlich langes, greises, niederliegendes Här- 
chen tragend; die Zwischenräume sehr schmal, leistenartig erha- 
ben. Die Beine sind schmutzig rostgelb, die Hüften und Tar- 
sen schwarz. ,„ , , , • i. . 
Diese durch die Sculptur der Hügeldecken ausgezeichnete 
Art wurde am Orinoco von Moritz aufgefunden. (Mus. Berol.) 

31. Apion ampullula. 

Diagn. Oblongum , nigrum , griseo-pubescens , antenna- 
rum basi, femoribus tibiisque testaceis : rosfio breviore, crasso, 
crebre punctato: thorace transverso, lateribus amplialo, ante api- 
cera cdnstricto, supra crebre punctato: elvtris ovalibus, punctato- 
sulcatis, interstitiis convexis, transverse rugulosis. 

Long, (rostr. excl.) 1 lin. 

Länglicb, schwarz, fast matt, dünn grau behaart. Der 
Rüssel ist ziemlich kurz und kräftig', stark gebogen, dicht und 
deutlich punktirt, diese wenig hervortretend. Das Halsschild ist 
etwas breiter als lang, an den Seiten gerundet erweitert, vor der 
Spitze stark und breit eingeschnürt, der Hinterrand fast gerade 
ab"-eschnitten ; die Oberfläche ziemlich stark und dicht punktirt, 
die Punkte je ein greises Härchen tragend , hinten mit einem 
kleinen Grübchen. Das Schildchen ist klein, eiförmig. Die Flü- 
geldecken sind oval, bei den Schultern merklich breiter als das 
Halsschild, an den Seiten bis zur Mitte allmählig erweitert, dann 
verengt und ari der Spitze stumpf zugernndet; die Spitze selbst 
ist deutlich ausgezogen; die Oberfläche ist punktirt -gefurcht, die 
Zwischenräume doppelt so breit als die Furchen, deutlich ge- 
wölbt, fein querrunzlich. Die Beine sind gelb, die Hüften und 
Tarsen schwärzlich. /„t r» i \ 

Nur ein Exemplar aus Brasilien. (Mus. Berol.) 

32, Apion nigro-aeneum. 
Diagn. Oblongum, nigro-aeneum, opacura, parce subtili- 
terque- puliescens, femoribus testaceis: rostro valido, fortiter ar- 



256 

cualo, bas^ deplanato, apice nitudo: thorace c^flindnco, ante api- 
ceni consIrVio, supra parce punc(ulato: eljtris ovalibus, pnncfato- 
sulcatis, inlerslitiis planis, subtilissioie rugulosis. 

Long^. (lostr. exel.) 3/5 lin. 

Länglich, raachschwarz, glanzlos, mit schwachem Bronce- 
schimmcr, sparsam und fein behaart. Der Rüssel ist kaum so 
lang als Kopf und Halsschild zusammengenommen, kräftig, stark 
gebogen, an der Basis oben flachgedrückt, bis zur Mitte hin rei- 
henweise fein puuktirt, die Punkte weisse Härchen tragend, die 
Spitze glatt, glänzend. Die Fühler sind nicht weit vor den Au- 
gen eing**ienkt, lang-, schwarz, die Keule stumpf zugespitzt. Der 
Kopf ist dicht und fein punktirt, die Augen gross , hervortretend 
Der Thorax ist fast cj-lindrisch , ein wenig länger als breit , an 
den Seifen in der Mitte sehr schwach erweitert, vor der Spitze 
schwach eingeschnürt; die Oberfläche zerstreut, fein und seicht 
punktirt, die Punkte kurze weissliche Härchen tragend; vor dem 
Schildchen ein kaum bemerkbares, verwischtes Grübchen. Das 
Schildchen ist klein, punktförmig. Die Flügeldecken sind eiför- 
mig, bei den Schultern fast um die Hälfte breiter als das Hals- 
schild , an den Seiten gegen die Mitte hin etwas erweitert, dann 
allmählig verengt, die Spitze ziemlich stark ausgezogen; die 
Oberfläche punktirt-gefurcht , die Punkte je ein Härchen tragend, 
die Zwischenräume eben und durch äusserst feine Rnnzelung 
matt. Die Beine sind dünn und lang, die Schenkel gelb, die 
Hüften, Trochanteren, Kniee, Tibien und Tarsen pechbraun. 

Ellenfalls aus Brasilien. (Mus. Berol.) 

33. Apion annulafum. 

Diagn. Nigrum, subnitidum, subtilissime cinereo-pube- 
scens, femoribus croceo-annulatis : rostro longiore, basin versus 
dilatato, lateribus carinato: thorace truncato-conico, lateribus fere 
rectis, postice profunde bisinuato, parce subtiliterque punctulato: 
eljtiis ovatis, gibbis, nigro-aeneis , punctato-subsulcafis , infer- 
stifiis latis, fere planis, subtiliter rugulosis. 

Long, (rostr. exci.) IV3 ün. 

Von kräftigem, etwas gedrungenem Bau, schwarz, matt 
glänzend, sehr fein und sparsam grau behaart. Der Rüssel ist 
so lang als Kopf und Halsschild zusammengenommen, schwach 
gebogen, am Grunde erweitert und etwas flach gedrückt; die 
Oberseite ist nach der Spitze zu fein punktirt und glänzend, an 
der Basis grob gerunzelt und malt, mit zwei stärker ausgeprägten 
erhabenen Längsleisten vor den Augen und einer schwächeren, 
kürzeren in der Mitte. Die Fühler sind dicht vor den Augen 
eingelenkt, derb, ganz schwarz, mit verhältnissmässig sehr dün- 
ner Keule. Die Stirn ist dicht runzlich punktirt, die Äugen gross 
und etwas hervortretend, gelbbraun. Das Halsschild ist abge- 



257 

stutzt kegelförmig, an den Seiten fast gradlinig; der Hinterrand 
lief zweibuchtig ; die Oberfläche cäusserst fein, nur bei starker 
Vergrösserung erkennbar punktirt , die Pünktchen zerstreut und 
sehr seicht, je ein feines Härchen tragend. Das Schildchen ist 
deutlich, kreisrund. Die Flügeldecken sind eiförmig, hochge- 
wölbt, bei den Schultern fast um die Hälfte breiter als das Hals- 
schild, mit hervortretenden Schulterbeulen, an den Seiten bis zur 
Mitte schwach erweitert, dann allmählig verengt und an der Spitze 
gemeinsam abgerundet ; die Oberfläche schwärzlich erzfarben, fein 
punktirt-gefurcht, die Zwischenräume sehr breit , fast flach, fein 
lederarlig" gerunzelt und ausserdem äusserst fein und unregcl- 
mässig punktirt. Die Beine sind schwarz, ein breiter Ring in 
der Mitte aller Schenkel lebhaft rothgelb. 

In Brasilien von Sello aufgefunden. (Mus. Berol.) 

31. Apion macrophthalmum. 

Diagn. Nigrum , snbnitidum, albido-pilosum , antennarum 
basi pedibusque testaceis: thorace transverso, lateribus ampliato, 
apice angustato, margine postico profunde bisinuato: eljtris bre- 
viter ovatis , punctato-sulcatis , interstitiis planis , subtilissirae 
rugulosis. 

Mas rostri apice laete ferruginco. 

Long, (rosir. exci.) 2/4 lin. 

Dem Ap. vicinum Kirbj an Gestalt nicht unähnlich, gedrun- 
gen, schwarz, mit mattem Bleiglanz, dünn weiss behaart. Der 
Rüssel des cf ist etwas kürzer als Kopf und Halsschild zusam- 
mengenommen, sehr kräftig, massig gebogen, fast bis zur ts.lze 
fein punktirt und mit reihenweise gestellten Härchen bekleidet, 
an der Wurzel schwarz, die vordere grössere Hälfte hell rost- 
roth, die Spitze selbst wieder schwarz. Die Fühler sind dicht 
vor den Augen eingelenkt, massig lang, pechbraun, das erste 
Glied gelbroth, die Keule länglich, zugespitzt. Der Kopf ist 
zwischen den Augen dicht punktirt, weiss behaart; die Augen sehr 
gross, kuglig gewölbt, stark hervorgequollen. Das Halsschild 
ist an der Basis beträchtlich breiter als lang, nach vorn stark 
verengt, an den Seiten nach hinten zu gerundet erweitert, der 
Hinterrand lief zweibuchtig und zu beiden Seiten des Schildcliens 
aufgebogen; die Oberfläche dicht, fast zusammenfliessend punk- 
tirt, mii einer nach vorn abgekürzten, ziemlich tiefen Mittelfurche. 
Das Schildchen ist deutlich, kreisrund. Die Flügeldecken sind 
kurz eiförmig, bei den Schultern am breitesten, an den Seiten 
allmählig nach hinten verengt und an der Spitze gemeinsam ab- 
gerundet; die Oberfläche punktirt-gefurcht, die Zwischenräume 
ziemlich breit, flach, sehr fein querrunzlig, mit einer Reihe weit- 
läufiger feiner Pünktchen. Die Beine sind blassgelb , die Hüften 
schwärzlich. 



258 

Nur ein männliches Exemplar , nm Orinoco von Moritz auf- 
gefunden. (Mus. Berol.) 

35. Apion cevlcnicura. 

Diagn. Rufo-brunneum, opacum, albido-piiosum, an- 
tennis pedibusque festaceis : rostro longo, lenui, nitido, thorace 
laleribus paullum ampliato, antice attenualo leviterque consiricto, 
ciebre puncfato : cljlris ovalibus, subtiliter punciato-sulcatis, re- 
gione scntellari , fascia postica abbreviaJa vitJaque lateral! obliqua 
dense albo-pilosis. 

Mas rostro breviore, apice ferrugineo. 

Long, (rostr. excl.) 2|g = 3y^ Jjn. 

Dem Apion vernale durch Grösse und Färbung nahe ver 
wandt; längiicli, rothbraun , die Flügeldecken ausgenommen am 
ganzen Körper gleichraässig dicht weiss behaart. Der Rüssel ist 
beim $ länger als Kopf und Halsschild zusammengenommen, ge- 
bogen, diinn, glänzend rolhbraun, beim (^ viel kürzer und stär- 
ker, matt, die vordere Hälfte rostroth , bei beiden an der Basis 
fein punktirt und dünn weiss behaart. Die Fühler sind sehr laug 
und dünn , zwischen Basis und Mitte des Rüssels eingelenkt, 
blassgelb mit schwarzer, schmaler Keule , das erste Glied ist stark 
verlängert. Der Kopf ist dicht punktirt, weiss behaart, die Augen 
klein und nicht merklich hervorragend. Das Halsschild ist etwas 
breiter als lang, an den Seiten gerundet erweitert, nach vorn 
verengt und eingeschnürt, der Hinterrand undeutlich zweibuchtig; 
die Oberfläche fein und dicht punktirt , gleichmässig und dicht 
weissgelblich behaart, vor dem Schildchen mit einer deutlichen 
Grube. Das Schildchen ist durch die Behaarung verdeckt, rund- 
lich. Die Flügeldecken sind ein wenig verlängert eiförmig, ma- 
ssig gewölbt, bei den Schultern fast um die Hälfte breiter als 
das Halsschild, an den Seiten ziemlich gleich breit, hinter der 
Mitte allmählig verengt, an der Spitze gemeinsam abgerundet; 
ihre Oberfläche fein punktirt gefurcht, die Zwischenräume breit, 
ganz flach, matt, die Gegend um das Schildchen, eine breite, seitlich 
abgekürzte Qnerbinde hinter der Mitte und eine von dieser schief 
zur Schulter verlaufende Längsbinde dicht weiss, filzartig behaart. 
Der Aussenrand und die Spitze der Flügeldecken sind ebenfalls, 
aber sparsamer behaart. Die Unterseite und die Beine sind dicht 
weiss behaart, letztere blassgelb, mit bräunlichen Hüften. 

Auf Ceylon von Nielner gesammelt. (Mus. Berol.) 

36. Apion argentatum. 

Diagn. Oblongum , nigrum, squamulis viridi- argenteis 
dense vestitum, antennis pcdibusque testaceis: rostro longo, te- 
nui , nitido: thorace lateribus rotundato , antice attenuato leviter- 
que consfricto : eljtris oblongo-ovatis, vix sulcatis. 



259 

Long, (roslr. excl.) ^^4 Hu. 

Länglich, schwarz, mit grünlich -silberglänzenden Schüpp- 
chen, besonders auf der Unterseite dicht besetzt. Der Rüssel ist 
etwas kürzer als Kopf und Halsschild zusamniengenommen , ma- 
ssig gekrümmt, an der Basis etwas verdickt, nach vorn diinn, 
sehr fein und zerstreut punktirt, glänzend pechbraun. Die Fühler 
sind dicht vor den Augen eingelenkt, massig lang, ganz rothgelb 
die Keule länglich eiförmig. Der Kopf ist fein runzlig punktirt, 
die Augen wenig hervorragend. Das Halsschild ist etwas breiter 
als lang, an den Seifen gerundet erweitert, nach vorn stark ver- 
engt und undeutlich eingeschnürt, am Hinterrande zweibuchtig; 
die Oberfläche fein runzlig punktirt und wie der Kopf und die 
Basis des Rüssels mit zerstreuten silberglänzenden Schüppchen 
besetzt. Das Schildchen ist klein, punktförmig. Die Flügeldecken 
sind länglich eiförmig, schwach gewölbt; bei den Schultern kaum 
breiter als das Halsschild, an den Seiten bis zur Mitte sanft er- 
weitert, dann alimählig verengt und gemeinsam abgerundet, die 
Spitze deutlich ausgezogen ; die Oberseile nicht sichtbar gefurcht, 
ziemlich dicht mit länglichen silberglänzenden Schüppchen bedeckt. 
Die Beine sind ziemlich kurz und dick , lebhaft gelb , die Hüften, 
Trochanteren und Tarsen schwärzlich. 

Aus Sicilien. (Mus. Berol.) 

37. Apion bivittatum. 

Diagn. Ovatum, nigrum, dense cretaceo - villosum, an- 
fennarum basi pedibusque laete ferrugineis : thorace transverso, 
lateribus amplialo, supra crebre punctato: el^tris ovatis, punctato- 
sulcatis, sutura vitta laterali fulvo-cinereis. 

Long, (rostr. excl.) 1 lin. 

Dem Ap. genistae Kirbj zunächst verwandt, doch bei glei- 
cher Länge beträchtlich breiter, und durch die grobe, filzartige 
Behaarung leicht zu unterscheiden. Der Rüssel ist lang, gebo- 
gen, sehr fein und zerstreut punktirt, pechbraun. Die Fühler 
sind dicht vor den Augen eingefügt, pechbraun, das Wurzelglied 
und die Spitze rostroth. Der Kopf ist breit, dicht punktirt, die 
Augen etwas hervortretend und kuglig. Das Halsschild ist um 
ein Dritfheil breiter als lang, an den Seiten gerundet erweitert, 
nach vorn stärker als nach hinten verengt, am Hinterrande leicht 
zweibuchtig; die Oberfläche ziemlich fein und dicht punktirt, und 
so wie der Kopf mit dicken , schuppenartigen, weissen Haaren 
bedeckt. Das Schildchen ist klein, punktförmig. Die Flügel- 
decken sind kurz eiförmig, massig gewölbt, bei den Schulfern 
um ein Drittheil breiter als das Halsschild, an den Seiten fast 
gerade, hinter der Mitte alimählig verengt und gemeinsam abge- 
rundet; die Oberfläche punktirt gefurcht, viel dichter und gröber 
als das Halsschild behaart , kreideweiss. die Nafh und eine ziem- 



•260 

lieh breite Längsbinde nahe am Seitenrand gelbgrau. Die Unter- 
seite ist sehr dicht weiss behaart : die Beine sind kurz und dick, 
rostfarben, die Hüften, Trochanteren und Tarsen schwärzlich. 
Aus Portugal. (Mus. Berol. 

'*** Rüssel c T I i n d r i s c h , Antenne« nahe der Mitte 
desselben eingelenkt, 

38, Apion dentipes. 

Diagn. Oblongnm, nigro-aencum, fere glabrum, coxis, 
femoribus tibiisque anticis testaceis, bis intus acute dentatis: 
anlennis arliculo basal! valde elongato : thorace subc^lindrico, 
crebre punctato, postire canaliculato : eivtris ovalibus, pnnclato- 
subsulcatis , interstitiis fere planis , subtilissinie rugulosis. 

Long, (rostr, exci.) I1/4 ün. 

Dem Ap. apricans Hbst. in Grösse und Gestalt zunächst 
verwandt, doch ein wenig schlanker; der Körper ist schwärzlich 
erzfarben , glänzend, fast glatt; nur bei starker Vergrösserung 
bemerkt man äusserst feine und kurze, zerstreute Härchen, Der 
Rüssel ist etwas länger als Kopf und Halsschild zusammenge- 
nommen , schwach gekrümmt, bis zur Einlenkung der Fühler 
ziemlich dick und oben etwas liachgedrückt, vor diesen plötzlich 
verschmälert, an der Unterseite gegen die Mitte hin bauchig er- 
weitert; die Oberfläche an der Basis matt, dicht und deutlich 
punktirt, der übrige Theil glänzend, mit feiner weitläufiger Punk- 
tirung. Die Fühler sind sehr lang und dünn, in der Mitte des 
Rüssels eingefügt, pechbraun, das erste Glied sehr verlängert, 
die beiden folgenden länglich , die übrigen knopfförmig, mit langen 
abstehenden Haaren besetzt, die Keule dünn, lang zugespitzt. 
Die Stirn ist breit und flach , von deutlichen Längsrunzeln durch- 
zogen, die Augen klein, nicht hervorragend. Das Halsschild ist 
fast um ein Drittheil länger als breit, au den Seiten bei der Mitte 
schwach gerundet erweitert, nach vorn ein wenig verengt, der 
Hinterrand gerade abgeschnitten ; die Oberfläche dicht punktirt, 
hinten mit einer Miltelrinne, Die Flügeldecken sind etwas ver- 
längert eiförmig, massig gewölbt, fein punktirt -gefurcht, die 
Zwischenräume flach, sehr fein querrunzUg, mit mattem Seiden- 
glanz. x\n den Beinen sind alle Hüften und Schenkel, so wie 
die Vorderseite der vorderen Schienen hellgelb gefäi bt , die Kniee, 
die hinteren Schienen und die Tarsen schwärzlich. Eine sehr 
eigenfhümliclie Bildung zeigen die Vorderbeine: der Schenkel ist 
«n seiner Unterseite nach der Mitte zu erweitert und zeigt da- 
selbst einen stumpfen höckerartigen Zahn ; die Schiene ist schwach 
nach innen gebogen , nahe der Basis mit einen) grossen , spitzi- 
gen, nach unten gerichteten Zahne bewaffnet, unter diesem halb- 
kreisförmig ausgeschnitten und gegen die Spitze erweitert; das 



261 

erste Glied des Tarsus ist sehr verlängert, so lang als die übri- 
gen zusammengenDinmen. 

Diese ausgezeichnete Art stammt aus Sicilien; wahrschein- 
lich ist das beschriebene Exemplar ein cT. (Mus. Berol.) 

39. Apion melanarium. 

Diagn. Oblongum, atrum , glabrum, subnitiduni , rostro 
longo, arcuato: thorace cj-lindrico, crebre punctato, profunde 
canaliculato: el_ytris ovalibus, punctato - sulcatis , interstitiis fere 
planis , subtilissime rugulosis. 

Long, (rostr. exci.) 1 lin. 

Von der Grösse und Gestalt des Ap. ononidis G^il. , tief 
schwarz, unbehaart, schwach glänzend. Der Rüssel des c? ist 
fast so lang als Kopf und Halsschild zusammengenommen, ge- 
bogen, an der Basis dicht, nach Torn allmählig weitläufiger und 
feiner pnnktirt. Die Fühler sind nahe der Mitte des Rüssels 
eingefügt, pechschwarz, an der Wurzel bräunlich durchscheinend, 
die Keule dick, länglich eiförmig. Der Kopf ist schmal, zwischen 
den Augen mit einigen grösseren Punkten besetzt; die Augen 
sind klein, nicht hervortretend. Das Halsschild ist cvlindrisch, 
nach vorn sehr schwach verengt, am Hinterrande zweibuchtig, 
auf der Oberfläche dicht, aber nicht grob punktirt, mit einer 
fast durchgehenden , nach hinten tiefer und breiter werdenden 
Mittelfurche. Das Schildchen ist klein , punktförmig-. Die Flü- 
geldecken sind oval, ziemlich hoch gewölbt, bei den Schultern 
um die Hälfte breiter als das Halsschild , mit aufgeworfenen 
Schulterbeulen, an den Seiten bis über die Mitte hinaus schwach 
erweitert , dann allmählig verengt und gemeinsam abgerundet, die 
Spitze stark ausgezogen; die Oberfläche punktirt -gefurcht, die 
Punkte in den Furchen undeutlich , die Zwischenräume fast flach, 
äusserst fein gerunzelt. Die Beine sind schlank, ganz schwarz, 
die Vorderschenkel stärker, die hinteren schwächer keulenförmig 
verdickt. 

Nur ein männliches Exemplar aus Nordamerika. (Mus. Berol.) 



Semerhungen 

zu einig^ea südrussischen Falterarten. 

( Schluss.) 

Agrotis. 

Pyrophila. W. V. Die gewöhnliche Eule. 
Ravida. W. V. Von meinen deutschen Exemplaren nicht 
verschieden. 



262 

Sagittifeia. H. Meine beiden Exemplare sind nicht 
aschgrau wie gewöhnlich; sondern rostbraun, nur gp-.pn den 
Vorderrand grau bcsläubf. 

Trilici. L. Ausgezeichnet dunkelgefarbte Exemplare mit 
verloschener Zeichnung der Vorderfliigel. 

Aquilina. W. V. Zwei sehr scharf gezeichnete Exem- 
l»Iare mit breitem, weiss angeflogenem Vorderrand und weissen 
nur gegen den Saum etwas bräunlich angeflogenen Hinferflügeln. 

Grammiptera. Ramb. Cancellata. Kdm. Elegans.^Ev. 
Meine Exemplare stimmen in der Zeichnung und Färbung voll- 
kommen untereinander überein. 

Suffusa. W. V. Die gewöhnliche Art. 

Valligera, W. V. Ein Exemplar zeigt keine Spur von 
den beiden Querlinien. 

SToctua. 

C. n i g r u m. L. Von der gewöhnlichen Art nicht verschieden. 
Heliothidae. 
Heliothis. 

Scutosa. F. Von der gewöhnlichen Eule nicht verschieden. 

Dipsacea. L. Ebenfalls wie gewöhnlich gefärbt. 

Peltigera. W. S. Meine Exemplare zeigen unter ein- 
ander keinen wesentlichen Unterschied. 

Boisduvali. Rb. (Incarnata Thdm.) Sämmtliche Ex- 
emplare stimmten in Farbe und Zeichnung mit einander überein. 

Delphi nii. L. Keinen Unterschied von der gewöhnlichen 
Art zeigend. 

Plusiidae. 
Plusia. 

Gamma. L. ) n- • l i- l r, . , 

Circumflexa. L. D.e gewöhnliche Zeichnung und 

Chrjsitis. L. j F^^'»'"°S zeigend. 

Celsia. L. Ein einziges Exemplar. Selten. 

Ophiusidae. 
Catephia. 

Leucomelas. W. S. Der gewöhnliche Falter. 
Catocala. 

Neonympha. Esp. Die Exemplare weichen nur in der 
dunkleren oder helleren Färbung und mehr oder minder starken 
Zeichnung von einander ab. 

Nu 1 1 1 ^^ i ^'*^ gewöhnlichen Falter. 



263 

Pacta. L. Zwei Falter cT u. $. Bis jetzt seheint diese 
Art noch nicht so weit südlich gefunden zu sein, wenigstens 

finde ich ihrer nirgends als eines Bewohners Siidrusslands ge- 
dacht. 

Sponsa. L. | y^jj jg^ gewöhnlichen Faltern nicht 

Promissa. For. abweichend. 

Fraxini. L. ) 

Ophiusa. 

Craccae. Fbr. Der gewöhnliche Falter. 

Acontidae. 

Acontia. 

Solaris. W. V. In mannigfaltigen Varietäten, wo beson- 
ders die weisse Färbung sehr vorherrscht. 

Goniatidae. 
Kuclidia. 

M). L. Ein Weib, fast doppelt so gross wie die gewöhn- 
lichen Exemplare und alle Binden der Hinterfliigel weiss. 

Triquetra. \V. V. Die gewöhnliche Eule. 

Munito. H. ~ Angulosa. Ev. 

Unter meinen Exemplaren befindet sich eine bemerkenswerthe 
Varietät. Färbung wie gewöhnlich, Vorderfliigel bis auf den nur 
schwach angelegten Fleck gegen die Flügelspitze und den dunk- 
ler angeflogenen Saum ohne alle Zeichnung, die Binde der Hin- 
terflügel so stark wie bei den andern Exemplaren. 

Hypaenidae. 

Agrophi la. 

Sulphurea. L. Die gewöhnliche Art* 

lieptosidae. 
lieptosia. 

Regularis. H. Ein einzelner Mann, mit der Beschrei- 
bung von Herrich-Schäffer gut übereinstimmend. 

Inamoena. H. Variirt in der mehr oder weniger scharfen 
Anlage der Zeichnung. 

Aglenidae. 

Micra, 

A m e n a. H. Einige ziemlich übereinstimmende Exemplare. 
Paralella. Ev. Ein mit der Beschreibung bei Herrich- 
Schäffer gut übereinstimmendes Exemplar. 



264 

Pusllla. Ev. Die Giundfaibe meines einzigen Exemplars 
ist stark auf olivengriin zieliend , sonst stimmt die Besthieihung 
bei Herrich -Scliäffcr sehr ^ut. 

Purpurina. Fhi. Die Exemplare weichen wenig von 
einander ah. 

nrycteolidae. 

Cloeopliora. 

Präs i nana. L. Die gewöhnliche Art. 

Brepliidae. 

Ureplios. 

Parthenias. L. Die gewöhnliche Eule. 



Dies wären sämmtliche Makroplern, die ich (mit Ausschluss 
der Spanner) his jetzt aus dorn südlichen Russland erluihen nahe. 
Zwar besitze ich auch Spanner und Microj)teren in Mehrzahl, 
darunter wahrscheinlich einige neue Arten. Da ich aber diesen 
Winter eine Sendung erwarte, welche besonders diese kleinen 
Thiere umfassen wird, so verschiebe ich die Publikation sämmt- 
Jicher Arten bis zu späterer Zeit. 

Herrnhuth im October 1853. 

Heinrich Benno :raoeHcliler. 

liUerariiscIie Anzeigte. 

So eben ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu 
beziehen : 

IStaiidiiiger, O., De scsiis agri Berolinensis. c. 2. (abulis 
gr. 8. geh. Preis 20 Sgr. 
Berlin, im Mai 1854. Aiigii!«t llirsciivrald. 



Berietitigung. 

In den Bemerkungen über Staph)']ini sind folgende Druck- 
fehler zu verbessern : 

Seite 176 Zeile 10 von unten statt entomologique lies ento- 

mologiques 
177 „ 5 „ oben ,, H. elongata lies elon- 

gatula 

179 „ 7 „ unten ,, H. parens lies H. 

confornus 

180 hinter Zeile 6 von oben ist einzuschieben: 

22. H. parens Muls. (op. Ent. I. 44.) Wahrscheinlich neue Art. 
Seite 182 Zeile 16 von untei^ statt urafassl lies umfassen. 
182 „ 4 ,,«T»iÄgn statt um lies nur. 
^84 „ ^<|:p,i.,il,9M??9Blai&P'We9n's lies livida. 
iRs9 i-!>h i'nu luE .'f 'A .»ili 



Druck von F. Ucssenla 



V)^«yhi^'/9'"r>'»bn9minil?ini9iedjj 



Entoiiiologisclie üKeitiiiig 



lieransgegeben 

von dem 

entomologlsclien Vereine zu Stettin, 

Redaction: In Commission bei den ßuclihand- 

r k n»»». X7 n • A^r,, hingen von E. S. Mit (1er in Berlin. 

C. A. Dohrn. Verems-Pras.den.. irp^Fieischcr. undDyk in Leipzig. 



IV^, 9. 15. Jahrgang. September 1854, 



Inhalt: Gerstäcker: neue Apionon. (Schluss.) — Zell er: Exploration 
scientiüque de l'Algerie. — Hagen: Notizen. — Kraatz: Notiz. 
Intelligenz. 



Wissenschaftliche Mittheilungen. 

Besehreiltung ueuer Arten der C^attuny 
Apion JUerbst 

von Dr. A. C^erstaecker, 

Adjunct der zool. Sammlung der Universität in Berlin. 

( Schluss.) 

40. Apiön chr^'socoinum. 

Dlagn. Nigruiu, opacum , subtilissime piibescens, anlen- 
narum basi pedibusque testaceis : rostro raediotri , leviter arcuato, 
dense subtiliterque punctato: thorace cjlindrioo, poslice truncato, 
sat dense punctato: eljtiis ovalibus, punctato -sulcatis, interstitiis 
convexis, disperse punctnlatis. 

Long, (roslr. exci.) '-^j^ jin. 

Schwarz, matt, die Flügeldecken schwach metallisch schinj- 
mernd , mit äusserst feiner , goldglänzender Pubescenz dünn be- 
kleidet. Der Rüssel ist massig- lang, schwach gebogen, durch 
dichte und feine Punktirung matt. Die Fühler sind nahe der 
Mitte desselben eingelenkt, pechbraun, die ersten beiden Glieder 
gelb , die Keule länglich eiförmig. Der Kopf ist dicht und deut- 
lich punktirt, die Augen etwas hervortretend. Der Thorax ist 
oj'lindrisch , so lang als breit, vorn und hinten gerade abgeschnit- 
ten, an den Seiten geradlinig, die Oberseite ziemlich dicht und 
gleichmässig punktirt. Das Schildchen ist klein, eiförmig. Die 
Flügeldecken sind eiförmig, hochgewölbt , mit etwas zurücktreten- 

18 



268 

den Scliulterecken , an den Seilen gegen die MiUe hin erweitert, 
nach hinten ziemlich schnell verengt und an der Spitze gemein- 
sam abgerundet; die Oberfläche fein punktirt gefurcht, jedes 
Pünktchen ein goldgliinzendes Härchen tragend , die Zwischen- 
räume gewölbt, sparsam und sehr fein punklirl. Die Beine sind 
ziemlich lang und dünn, mit Einschluss der Hüften gelb, nur die 
letzten Tarsenglieder schwärzlich. 

In Columbien von Moritz gesammelt. (Mus. Berol.) 
41. Apion gracile. 

Diagn. Oblongum, supra lucide aeneum, antennis pedi- 
busque piceis : rostro breviore, modice arcuato, subtiliter punctu- 
lato, fronte bistriafa : thorace cvlindrico , ante apicem leviter con- 
stricto, supra confeslini puncfulato : eljtris ovalibus, convexis. 
punctalö-sulcatis, inlerstitiis convexiusculis , sublaevibus. 

Long, (rostr. excl.) -j^ lin. 

Der Körper ist länglich, oben gjünzend und hell erzfarben, 
glatl. Der Rüssel ist bedeutend kürzer als Kopf und Halsschild 
zusammengenommen, etwas breit und flach gedrückt, massig ge- 
bogen, glänzend, fein und zerstreut punctirt. Die Fühler sind 
bei der Mitte des Rüssels eingelenkt, dünn, pechbraun, die Keule 
zugespitzt eiförmig, schwärzlich. Der Kopf ist dicht punctirt, 
mit zwei feinen Längsrinnen zwischen den Augen. Das Hals- 
schild ist so lang als breit, cvlindrisch , an der Basis deutlich 
verengt, vor der Spitze eingeschnürt, am Vorder- und Hinter- 
rande gerade abgeschnitten, fein und ziemlich dicht punktirt. 
Das Schildchen ist klein, punktförmig. Die Flügeldecken sind 
fast länglich eiförmig, hochgewölbt, mit hervortretenden Schulter- 
beulen, seitlich gegen die Mitte hin etwas erweitert, dann sehr 
ftUmählig verengt und an der Spitze gemeinsam abgerundet; die 
Oberfläche fein punktirt gefurcht, die Punkte in de:i Furchen 
nur vorn deutlich, nach hinten fast ganz verschwindend , die Zwi- 
schenräume ein wenig gewölbt, glänzend, fast glatt. Die Beine 
sind massig lang, pechbraun , die Vordeischenkel etwas verdickt. 

Auf Ceylon von Nietner entdeckt. (Mus. Berol.) 
42. Apion nitidulum. 

Dingn. Oblongum, nigrum, nitidum, rostro mediocri sub- 
arcuato: thorace cjlindrico, antice posticeque leviter constricto, 
supra subtiliter transverse ruguloso: eljtris ovalibus, gibbis, sub- 
tiliter puncfato-sulcatis, interstitiis planis, subtilissime rugulosis. 

Long, (rostr. excl.) ^/j lin. 

Dem vorigen an Gestalt sehr ähnlich , doch durch etwas 
längeren, dünneren Rüssel, kürzere und gewölbtere Flü-i.eldecken, 
so wie durch die tief schwarze Farbe unterschieden. Der Kör- 
per ist schlank, glänzend schwarz, glatt, die Flügeldecken mit 
schwachem bläulichen Scheine. Der Rüssel ist fast so lang als 



269. 

Kopf und Halsselilld /usainmeiigenoiiiinen . schwach gebogen, fein 
und zerstreut punktirt, glänzend schwarz. Die Fühler sind nahe 
der Mitte des Rüssels eingelenkt, dünn, scliwarz, das erste Glied 
verlängert , die Keule langgestreckt. Der Kopf ist durch äusserst 
feine und dichte Punktiruny matt, mit zwei feinen, vertieften 
Längsstrichen zwischen den Augen; diese sind klein, nicht her- 
vortretend. Das Halsschild ist cylindrisch, last um ein Drittheil 
länger als lireit, an den Seilen fast gerade, vorn und hinten leicht 
eingeschnürt, der Hinterrand leicht zweibuchtig, die Oberfläche 
fein querrunzlig. Das Schildchen ist klein , punktförmig. Die 
Flügeldecken sind eiförmig, sehr hoch gewölbt, bei den Schultern 
fast doppelt so breit als das Halsschild, mit aufgeworfenen Schul- 
terbeulen, an den Seiten leicht gerundet, nach hinten allmählig 
verengt und gemeinsan« abgerundet; die Oberfläche sehr fein punk- 
tirt -gefurcht, die Zwischenräume breit, flach, äusserst fein quer- 
gerunzelt. Die Beine sind lang und dünn, schwarz, die Schen- 
kel gegen die Spitze hin Schwach keulcnföriu'g verdickt. 

Ebenfalls von Ceylon. (Mus. Berol.) 
43. Apion angusticolle. 

Diagn. Anthracinum, glabrum, nitidum, rostro medlocri, 
niodicc arcuato, subtiliter punctulato, fronte obsolete impressa: 
thorace elongato, cylindrico, posticc truncato, lateribus ante me- 
dium constricto, supra dense subtilissimeque punctulato, posticc 
foveolato: elytris ampliatis, subtiliter punctato-sulcatis, interslitiis 
latis, planis : subtilissime rugulosis. 

Long. Crosfr. excl.) '»/g lin. 

Der Körper ist blauschwarz , glatt , glänzend. Der Rüssel 
ist kaum länger als das Halsschild, dünn, massig gebogen, glän- 
zend , an der Basis sehr dicht und fein, gegen die Spitze hin 
weitläufiger und deutlicher punktii t , vor jedem Auge mit einer 
kurzen Seitenfurche. Die Fühler sind hinter der Mitte eingelenkt, 
massig lang, schwarz, die Keule zugespitzt eiförmig. Der Kopf 
ist äusserst fein und dicht punktirt, zwischen den Augen mit ei- 
nem kleinen, rundlichen, etwas verwischten Eindruck, Die Au- 
gen treten nicht hervor. Das Halsschild ist langgestreckt, wenig- 
stens um die Hälfte länger als breit, am Vorder- und Hinterrand 
gerade abgeschnitten, an den Seiten fast geradlinig, vor der 
Mitte seicht zusammengedrückt*), äusserst fein und dicht punk- 
tirt, mit einem rundlichen, flachen Grübchen etwa am Anfang des 
letzten Drittheils seiner Länge. Bei gut erhaltenen Exemplaren 
bemerkt man auf der Oberseile äusserst feine und kurze , zer- 



^} Schönherr sondert die Arten mit seitlich eingedrücktem Halsschilde 
unter dem Gattungsnamen Piezotrachelus ab; es erscheint dieses 
rein äusserliche Merkmal um so weniger wesentlich, als sich bei 
Betrachtung einer Reihe von Arten die mannigfachsten Uebergän- 
ge auffinden lassen. 

18* 



«70 

streute Härchen. Das Scliildchen ist klein , stumpf dreieckig. 
Die Flügeldecken sind kurz eiförmig, hoch gewölbt, mit aufge- 
worfenen Schulterheulen, fast doppelt so breit als dasHalsschild, 
seitlich nach der Mitte hin gerundet erweitert, nach hinten schnell 
verengt und an der Spitze gemeinsam abgerundet; die Oberfläche 
fein punktirt- gefurcht, die Zwischenräume flach, sehr breit, fein 
lederartig gerunzelt. Die Beine sind lang und dünn , schwarz. 
Vom Cafl'ernlande. (Mus. Berol.) 

44. Apion longicolle. 

Diagn. Oblongum, atrnm, glabrum , subnitidum, rostro 
longissimo, tenui, arcuato, fronte elevata: thorace elongato , c^- 
liudrico , ante apicem subconstricto , subtilitcr punctulato : eljlris 
ovalibus, convexis, subtiliter punctato- striatis, interstiti's planis, 
subtilissime rugulosis. 

Long, (rostr. exci.) l^/j lin. 

Dem vorigen durch die langgestreckte Form des Halsschil- 
des nahe verwandt, doch doppelt so gross und durch langem 
Rüssel und Deckschilde unterschieden. Der Körper ist länglich, 
tief schwarz , glatt, matt glänzend. Der Rüssel ist sehr lang, 
bedeutend länger als Kopf und Halsschild zusammengenommen, 
dünn , kräftig gebogen , bei der Einlenkungsstelle der Fühler et- 
was verdickt, an der Basis mit zwei tiefen Seitenfurchen, fein 
und nach der Spitze hin allmählig weitläufiger punktirt. Die 
Fühler sind hinter der Mitte des Rüssels eingefügt, laug und 
dünn, schwarz, die Keule verlängert und scharf zugespitzt. Die 
Stirn ist zwischen den Augen stark kissenförmig gewölbt, fein 
und dicht punktirt ; die Augen klein und nicht hervorragend. Das 
Halsschild ist sclimal und langgestreckt, mehr denn um die Hälfte 
länger als breit, am Hinterrande abgerundet, an den Seiten fast 
geradlinig, vor der Mitte seicht eingeschnürt, fein und zerstreut 
punktirt. Das Schildchen ist kurz dreieckig. Die Flügeldecken 
sind oval, hochgewölbt, mit aufgetriebenen Schulterbeulen, vorn 
um die Hälfte breiter als das Haisschild, an den Seiten bis hin- 
ter der Mitte allmählig erweitert, dann verengt und an der Spitze 
gemeinsam abgerundet; die Oberfläche fein punktirt -gestreift, die 
Zwischenräume sehr breit, flach, fein lederartig gerunzelt, matt 
glänzend. Die Beine sind ziemlich lang und dünn, schwarz. 

Vom Cap der guten Hoffnung. (Mus. Berol.) 
45. Apion conicicolle. 

Diagn. Anthracinum, glabrum, nitidum, rostro longo, basi 
deplanato, subtiliter punctulato, apice nitido , fronte angusta, ex- 
cavata: thorace truncato-conico, postice bisinuato, apice constri- 
cto, disperse punctulato: eljtris ovatis , gibbis, humeris elevatis, 
subtiliter punctato -striatis, interstifiis latissimis, planis, sublaevibus. 

Long, (rostr. excI.) ^/^ lin. 



271 

Der Körper ist blauschwarz , glatt, glänzend, Rüssel, Kopf 
und Halsschild mit srliwachem Erzschiiniuer und mit äusserst 
feinen und kurzen goldglänzenden Härchen sparsam besetzt. Der 
Rüssel ist so lang als Kopf und Halsschild zusammengenommen, 
hei der Einlenkung der Fühler mit einem oberen Querbuckel, 
an der Basis flachgedrückt und seitlich gefurcht, fein und 
dicht runzlig punktirt, die Spitze glatt, glänzend. Die Fühler 
sind ziemlich laug und dünn, schwarz, die Keule langge- 
streckt und scharf zugespitzt. Die Stirn ist schmal, ein wenig 
ausgehöhlt, sehr fein punktirt, die Augen gross aber seitlich we- 
nig hervortretend. Der Thorax ist etwa so lang als breit, abge- 
stutzt kegelförmig, an den Seiten fast geradlinig, vor der Spitze 
seicht eingeschnürt, der Hinterrand zweibuchtig; die Oberfläche 
undeutlich und zerstreut punktulirt. Das Schildchen ist deutlich, 
stumpf dreieckig. Die Flügeldecken sind eiförmig, hochgewölbt, 
mit aufgeworfenen Schulterbeulen , an den Seiten wenig erwei- 
ert, nach hinten allmühlig verengt und gemeinsam abgerundet, 
die Spitze selbst etwas hervorgezogen ; die Oberfläche tief blau- 
schwarz, glänzend, sehr fein punktirt gestreift, die Zwischen- 
räume sehr breit, flach, nur äusserst fein lederartig gerunzelt, 
so dass sie bei massiger Yergrösserung fast glatt erscheinen. 
Die Beine sind lang und dünn , schwarz. 

Vom Cap der guten Hoffnung. (Mus. Berol.) 

46. Apion tumidum. 

Diagn. Anthracinum, glabrum , nitidum , rostro longo, 
arcuato, basi snbtilissime punctulato, fronte angusta, excavata: 
thorace truncato-conico, apicem versus utrinque fortiter constricto, 
supra subtiliter ruguloso: elytris breviter ovatis, gibbis, subtiliter 
punctato - sulcatis, interstitiis latissimis, convexiusculis, sublacvibos. 

Long, (rostr. exci.) 1 lin. 

Dem vorigen an Gestalt sehr ähnlich, doch in den Flügel- 
decken breiter, blauschwarz, glatt, glänzend. Der Rüssel ist 
langer als Kopf und Halsschild zusammengenommen, stark ge- 
bogen, glänzend schwarz, an der Basis durch äusserst feine und 
dichte Punktirnng etwas matt, jederseits vor den Augen mit ei- 
ner deutlichen Furche. Die Fühler sind näher der Mitte als der 
Basis eingelenkt-, ziemlich lang und dünn, schwarz. Der Kopf 
ist so wie die Augen sehr klein, durch äusserst feine und dichte 
Punktirung matt, die Stirn etwas ausgehöhlt. Das Halsschiid ist 
abgestutzt kegelförmig, an den Seiten fast geradlinig, vor der 
Spitze mit einem seitlichen, besonders über den Vorderhüften 
sehr tiefen Eindruck; die Oberfläche massig gewölbt, an der 
Basis etwas flach gedrückt, äusserst seicht und etwas nnregel- 
mässig punktirt, die Punkte hier nnd da scheinbar zu Runzeln 
znsammenfliessend. Das Schildchen ist klein; punktförmig. Die 



272 

Flügeldecken sind kurz cilönuig , sehr liocli gewölbL so dass 
sie von der Sei(e »eselien vollkoninien knglig erscheinen ; der 
andere Theil der Nadi ist zwischen den Schultern abschüssig» und 
scheint daher vertieft; die Oberfläche sehr fein punklirt gefurcht, 
die Zwischenräume sehr breit, ein wenig- gewölbt, äusserst fein 
lederartig gerunzelt, fast glatt erscheinend.' Die Beine sind lang 
und schlank, ganz schwarz. 

Von Java. (Mus. Berol.) 

47. Apion clavipes. 

Diagn. Anthracinum , glabruni, subnitidum , rosiro longo, 
njodice arcuato, punctato, apice nitido, fronte angusta, excavala: 
thorace elongalo, cylindrico, anlice poslicequc truncato, apice 
lateraliter constricio, ruguloso-punctulato : elytris subglobosis 
subtilissime striatis, jiedibus longissimis, femoribus clavatis. 

Long, (rostr. excl.) I1/3 lin. 

Der Körper ist blauschwarz, platt, matt glänzend. Der 
Rüssel ist etwas kürzer als Kopf und Halsschild zusammenge- 
nommen , massig gebogen , an der Basis etwas flach gedrückt, 
von der Einlenkungsstelle der Fühler an nach vorn allmäblig 
verschmälert, an der Basis dichter, nach der Spitze hin allmäh- 
lig weitläufiger punktirt, vor dem Auge jederseits mit einem er- 
erhabenen Längsfältchen , welches an der Basis der Fühler 
endigt. Die Fühler sind bei der Mitte des Rüssels eingelenkt, 
schwarz, die Keule länglich, zugespitzt. Der Kopf ist sehr 
klein, die Augen gross, aber wenig hervortretend, die Stirn 
zwischen denselben sehr schmal ausgehöhlt, durch äusserst feine 
Punktirung matt; der Schei!cl ist deutlich punklirt. Das Hals- 
echild ist wenigstens um die Hälfte länger als breit, cvlindrisch, 
am Vorder- und Hintenande ganz gerade abgeschnitten, nach 
vorn ein wenig verschmälert und vor der Spitze seitlich einge- 
schnürt; die Oberfläche seicht und nicht ganz dicht punktirt, 
matt, jeder Punkt ein äusserst feines und kurzes, nur bei star- 
l<er Vergrösserung bemerkbares Härchen tragend. Das Schild- 
chen ist kreisrund, deutlich sichtbar. Die Flügeldecken sind 
kurz eiförmig, sehr hoch gewölbt, so dass der Hinterleib von 
der Seite gesehen vollkommen kugelförmig erscheint, an der 
Basis nicht breiter als das Halsschild und daselbst niederge- 
drückt, die Schulterbeulen ziemlich weit nach hinten zurücktre- 
tend: stark aufgeworfen. Die Oberfläche ist seidenartig glänzend, 
mit schwachem bläulichen Scheine , die Streifen sehr fein , nur 
nni Grunde etwas verlieft und undeutlich punktirt, nach hinten 
sehr flach werdend und hier und da mit feinen, nadelrissigen 
Qnerstrichelchen durchzogen ; die Zwischenräume sind sehr breit, 
flach, fein lederartig gerunzelt. Die Beine sind sehr lang, glän- 



273 

zend schwarz, dicht punktiit, die Schenkel gegen die Spitze 
kexilenartig verdickt. , u r» i 

Aus Hongkong und Birma. In der Sammlung des Hrn. Dohrn. 

48. Apion natalensc. 
üiagn. Oblongum, nigriim, subopacum, rostro longo, ar- 
cuato basi incrassalo, antennis l)icvibus: thorace truncato-conico, 
antice atlenuato, lateraliter iatc constricto, disperse punctulato, 
clytris oblongo-ovalibus, compressi-s , gibbosis , humens eleyatis, 
supra punclalo-slriatis, inl.Msfitiis planis, transverse rugulosis. 
Long, (rostr. excl.) 11/4 — 1 7! >'"• 

Apion natalense Germar i. lit. t> ■ 1 

Der Körper ist länglich, fast matt, schwarz. Der Rassel 
ist so lang als Kopf und Halsschild zusammergenomnten , von 
der Basis "bis gegen die Mitte hin verdickt und fast vierkantig, 
über der Einlenkungsstelle der Fühler mit einen. Querbuckel ver- 
sehen, vor diesem dünn, c^lindrisch : die Oberfläche seicht und 
besonders fein punktirt, an der Basis jedorseits vor dem Auge 
mit einer tiefen , sich nach vorn vcm schmälernden und be, der 
Einlenkun- der Fühler endigenden Furche. Die Fühler sind 
kurz, schwarz, die Keule ist gross, länglich eiförmig, scharl 
zugespitzt. Der Kopf ist etwas gewölbt, die Augen massig her- 
vortretend. Das Halsschild ist etwa um ein Drittheil länger als 
an der Basis breit, abgestutzt kegelförmig, am Hinterrande fast 
-erade abgeschnitten, an den Seilen vor der Mitte stark und breit 
eingeschnürt, oben zerstreut und fein punktirt, mit einem leichten 
Eindruck vor dem Schildchen. Dieses hi oval, deutlich. Die 
Flügeldecken sind länglich eiförmig, in der Mittellinie des Rückens 
sehr hoch gewölbt, gegen die Seitenränder hin sehr stark ab- 
schüssig, mit hervprtreilenden Schulterbeulen, an den Seiten fast 
trleich breit, hinten aemeinsam abgerundet, die Spitze deutlich 
hervorgezogen; die Oberfläche punktirt-geslreift , die Zwischen- 
räume flach , matt glänzend , fein querrunzlig. Auf der ganzen 
Oberseite bemerkt man bei starker Vergrösserung äusserst feine 
und kurze, zerstreute graue Härchen. Die Beine sind lang und 
schlank , schwarz. . 

Das $ unterscheidet sich vom o' durch etwas breiteren 
Hinterleib und durch dünneren und längeren, an der Spitze mat- 
teren Rüssel. 

Von Port Natal. 

Die Art ist dem Ap. gibbosum Hbst. äusserst ähnlich; bei 
«bleicher Länge ist Ap. natalense jedoch um ein weniges schraä- 
fer, die Flügeldecken fallen von der Mittellinie des Rückens ge- 
gen die Seiten hin steiler ab, und erscheinen daher mehr zu- 
sammengedrückt; endlich sind auch die Streifen auf denselben 
feiner und seichter , die Behaarung der Oberflächer feiner und 
sparsamer. 



274 



49. Apion paiadoxiim. 

Diaj^n. JNigruni, opacum, parte alhido-pilosiim , roslio 
longo, niodiee aicuato, fronte angiisla , canaliculala : thorace la- 
•feriljus amplialo, antice anguslafo , niarginc poslico bisinuato, 
siipra crebre punctafo, oanaliculafo : olylris ovatis, pundalo-sul- 
tatis, inlerstifiis convexiusculis , rag-ilosis, libiis mediis dilafatis, 
intus excavatis, longe ciliatis, feinoribns posliris incrassatis. 

Long, (rostr. excJ.) 1 lin. 

Der Körper ist etwas gedrungen, schwarz, mait, unte» 
dichter, oben sparsamer weisslich behaart. Der Rüssel ist so 
lang als Kopf und Halsschild zusauinien , massig gebogen , in 
der Mitte ein wenig verdickt, fein und sparsam punktirt, gliin- 
rend. Die Fühler sind nahe drr Mitte eingelenkt, dünn, schwarz. 
Die Stirn ist sehr schmal, runzlich punktiit, mit einer deutlichen 
Längsfurche, die Augen sind gross und hervortretend. Das Hals- 
schild ist so lang als an der Basis breit, an den Seiten gerun- 
det erweitert, nach vorn verengt und stark eingeschnürt, am Hin- 
terrand zweibuchtig; die Oberfläche dicht punktirt, \or dem 
Schildchen mit einer abgekürzten Mittelrinne. Das Schildchen 
ist länglich dreieckig. Die Flügeldecken sind eiförmig, massig 
gewölbt, mit abgerundeten Schniterecken, an den Seiten nur 
schwach gegen die Mitte erweitert, dann allmählig verengt und 
gemeinsam abgerundet, die Spitze schwach ausgezogen; die Ober- 
fläche punktirt gefurcht, die Zwischenräume ein wenig gewölbt, 
qnerrunzlig. Die Beine sind von sehr eigenlhümlicher Bildung: 
die vorderen sind in ihren einzelnen Theilcn sehr verlängeit. 
Die Mittelschiencn sind S förmig gekrümmt, flachgedrückt, mit 
einer äusseren convexen und einer inneren ausgehöhlten Fläche; 
die letztere ist dicht mit langen, weissen Haaren besetzt; die 
Spitze ist in einen grossen scharfen, nach innen gerichteten 
Zahn erweitert. Die Schenkel der Hinterbeine sind wie bei den 
Haltica- Arten stark keulenförmig verdickt, glänzend. 

Nur ein Exemplar, von Schieiden in Mexico entdeckt. 
(Mus. Berol.) 

50. Apion leptorhvnchum. 

Diagn. Breve , nigrum ; opacum, subtilissime griseo-pu- 
bescens, rostro longissimo, tenui, nitido: thorace transverso, la- 
teribus rotundato, ante apicem constricto, snpra crebre et pro- 
funde punctato, postice canaliculato : eljtris breviter ovatis, pun- 
ctatato sulcatis, iiiterslitiis convexis, subtilissime rugulosis. 

Long, (rostr. excl.) 3/^ Jjn. 

Gedrungen, schwarz matt, sehr fein und sparsam grau 
behaart. Der Rüssel ist beim 9 fast um die Hälfte breiter als 
Kopf und Halsschild zusammengenommen, beim cT etwas kürzer, 



275 

dünn, glänzend, an der Basis sfäikei, nach der Spitze hin all- 
mählich schwächer, weitläufig, fast reihenweise punklirf. Die 
Fühler sind näher der Mitte als der Basis cinii,elenkt, lang und 
dünn, schwarz, die Keule schmal und lang. Der Kopf ist grob 
punklirt, die Stirn mit einigen undeutlichen Längsfurchen , die 
Augen seitlich hervorragend. Das Halsschild ist fast um die 
Hälfte breiter als lang, an den Seiten gerundet erweitert, vor 
der Spitze stark eingeschnürt, mit aufgebogenem Vorder- und 
zweibuchtigem Hinterrande ; die Oberfläche ziemlich grob und 
dicht punktirt, die Punkte je ein Härchen tragend, vor dem 
Schildchen mit einer kurzen aber tiefen Mittelfurche. Die Flügel- 
decken sind kurz eiförmig, ziemlich hochgewolbt, bei den 
Schultern etwa um die Hälfte breiter als das Halsschild, an 
den Seiten bis zur Mitte kaum merklich erweitert, dann schnell 
verengt, fast zugespitzt, an der Spitze gemeinsam abgerundet; 
die Oberfläche tief punktirt gefurcht, die Zwischenräume schmal, 
gewölbt, sehr fein gerunzelt und ausserdem noch fein, fast rei- 
henweise punktniirt. Die Beine sind massig lang und dünn, 
schwarz. 

In Colunibien von Morilz gesammelt. (Mus. Berol.) 

51. Apion glabratum. 

Diagn. Atrum, glabrum, subnitidum, rostro longo, arcuato, 
subtiliter punctalo, supra sat crebre punctato, postice foveolato: 
elytris ovalis , subtiliter punctato - sulcatis, interslitiis planis, 
latissimis. 

Long, (rostr. excl.) -/j lin. 

Dem vorigen nahe verwandt; jedoch durch den Mangel der 
Behaarung und die sehr feine Furchung der Flügeldecken leicht 
zu unterscheiden. Der Körper ist ziemlich gedrungen, tief 
schwarz, glatt, etwas glänzend. Der Rüssel ist merklich länger 
als Kopf und Halsschild zusammengenommen, stark gekrümmt, 
dünn, an der Wurzel gedrängt, nach vorn zerstreut und fein 
punktirt. Die Füliler sind zwischen der Basis und Mitte des 
Rüssels eingelenkt, dünn, schwarz, die Keule länglich eiförmig 
scharf zugespitzt. Der Kopf ist breit, die Stirn nüt einigen 
grossen, in zwei Reihen stehenden Punkten besetzt, die Augen 
gross und etwas hervortretend. Das Halsschild ist um ein Drit- 
Iheil breiter als lang, an den Seiten gerundet erweitert, nach 
vorn stark vereng., am Hinterrande zweibuchtig, ziemlich gedrängt 
punktirt, vor dem Schildcheu mit einem rundlichen Grübchen. 
Das Schildchen ist deutlich sichtbar, gerundet. Die Flügeldecken 
sind eiförmig, massig gewölbt, bei den Schultern fast um die 
Hälfte breiter als das Halsschild , an den Seilen schwach erwei- 
tert, nach hinten allmählig verengt und gemeinsam abgerundet; 
die Oberfläche sehr fein punktirt gefurcht, die Zwischenräume 



276 

sehr breit, ganz flach, äusserst fein querrunzlig, mit seidenar 
figeni Schimmer. Die Beine sind sehr schlank, schwarz. 

Ebenfalls aus Colnmbien. (Mus. Berol.) 

Ich trage kein Bedenken, dieser Art dem Namen Ap. gla- 
brafum beizulegen , da das von Germar unter diesem Namen be- 
schriebene Thier mit Ap. loti Kirby zusammenfällt, und die Ger- 
mar'sche Benennung nicht einmal als Synonym in Gebrauch 
gekommen ist. 

ö'2. Apion aduncirostre. 

Diagn. Breve, nigrum , subnitidum, parve sublilissimeque 
grisoo-pubescens, rostro mediocri, basi crassiorc, apite nitido: 
thorace transverso, lateribus rotundalo, antice attenualo, supra 
crebre pundafo, poslice fovoolato: elytris brevifer ovatis, pun- 
cfato-snlcatis, interslitiis convexiusculis. subtilissime rugulosis. 

Long, (rostr. exci.) 2/j Jin, 

Dem vorigen ähnlich, doch durch den viel kürzeren, nach 
vorn plötzlich verengten Rüssel leicht zu unterscheiden; von kur- 
zer, gedrungener Gestalt, schwarz, matt glänzend, mit äusserst 
feiner und sparsamer grauer Behaarung bekleidet. Der Rüssel 
ist nur wenig länger als das Halsschild , ziemlich gebogen , von 
der Basis bis zur Einlenkung der Fühler dick, vor diesen plötz- 
lich verdünnt, doch nicht zugespitzt; die Oberlläche an der Ba- 
sis dichter und stärker punktirt, die Spitze glatt, glänzend. Die 
Fühler sind nahe der Mitte des Rüssels eingelenkt, schwarz, 
das Wnrzelglied pechbraun, die Keule eiförmig. Der Kopf ist 
schmal, die Stirn mit einigen grossen und tiefen Punkten besetzt, 
die Augen gross. Der Thorax ist um ein Drillheil breiter als 
lang, hinten gerade abgeschnitten, an den Seiten gerundet er- 
weitert, nach vorn verengt und deutlich, wenn auch nicht tief 
eingeschnürt; die Oberfläche zien)lich gedrängt punktirt, die 
Punkte je ein greises Härchen tragend , vor dem Scliildchen mit 
einem länglichen Grübchen. Das Schildchen ist klein , punkt- 
förmig. Die Flügeldecken sin«! kurz eiförmig, massig gewölbt, 
bei den Schultern um die Hälfte breiter als das Halsschild , bis 
zur Mitte sanft erweitert, dann allmählig verengt und gemeinsam 
abgerundet, die Spitze selbst etwas ausgezogen; die Oberfläche 
punktirt gefurcht , die Zwischenräume ein wenig gewölbt, sehr 
fein querrunzlig und mit kaum bemerkbaren, zerstreuten Pünkt- 
chen besetzt. Die Beine sind langgestreckt, schwarz. 

Ebenfalls aus Colunibien. (Mus. Berol.) 

53. Apion picipes. 

Diagn. Oblongum, nigrum, opacum, parce albido-pubescens, 
antcnnis pedibusque piccis; rostro longo, arcuafo, subtiliter pnn- 
ctato: ihorace cylindrico, anlice posticequc truncato : supra disperse 



277 

puiictalo : civfris ovalibus, punelato - siilcalis . Intorsliliis planis, 
siibfilissimc rugulosis. 

Long, (roslr. exci.) -ij ''"• 

Liinglich , matt schwarz , sparsam mit kurzen , weisslichcn 
Härclien besetzt. Der Rüssel ist etwas kürzer als Kopf und 
Halsschild zusammeugenommen , gebogen, fein und nicht dicht 
pnnktirt, matt glänzend. Die Fiihler sind nal)e der Mitte des 
Rüssels eingefügt, pechbraun, die Keule eiförmig, schwärzlich. 
Der Kopf ist schnial, zwischen den Augen äusserst fein und dicht 
punktirt, die Augen klein, nicht hervortretend, von einem Kranze 
weisslicher Härchen umgeben. Das Halsschild ist so lang als 
breit, C}lindrisch , an den Seiten vollkommeu gerade, nach vorn 
nur sehr schwach verengt, vorn und hinten gerade abgeschnitten, 
auf der Oberfläclie zerstreut und fein punktirt, mit bicifer, glatter 
Mittellinie. Das Schildchen ist äusserst klein, punktförmig. Die 
F"lügeldecken sind oval, hocligewölbt , bei den Schuh(Mn um die 
Hälfte breiter als das Halsschild, an den Seiten zuerst fast gleich 
dann merklich erweitert, hinter <ler Mitte allmählig verengt, und 
gemeinsam abgerundet, die Spitze ein wenig ausgezogen; die 
Oberfläche breit punktirt gefurcht, die Zwischenräume kaum breiter 
als die Furchen, flach, sehr fein gerunzelt. Die Beine sind 
schlank, pechbraun, weisslich behaart, die Hüften und Tarsen 
schwärzlich. 

In Columbien von Moritz gesammelt. (Mus. Berol.) 

öi. Apiou acneicolle. 

Diagn. Oblongum, nigrum, subnitidum , allndo-pilosum, 
rosfro brevi , crasso , capilc thoraceque obscure-aeneis, hoc cylin- 
drico, sat crcbre punclato ; postice canaliculato ; civtris o'valibus, 
ryaneis, subliliter punctato-sulcatis , interstitiis planis, disperse 
pnnctulatis. 

Long, (roslr. excI.) 1 •/:? lin. 

Dem Ap. violaceum Kii bj nicht unähnlich . jedoch durch 
Färbung und Punktirung des Halsschildes, so wie durch etwas 
kürzere und höher gewölbte Flügeldecken unterschieden. Der 
Körper ist länglich, unten schwarz, matt, oben erzfarben, weiss- 
lich behaart, mit blauen Flügeldecken. Der Rüssel ist kurz und 
dick, erzfarben, an der Basis dicht und stark punktirt, die -vor- 
dere Hälfte glatt, glänzend. Die Fühler sind zwischen Basis 
und Mitte eingelenkt, kurz und dick, schwarz, die Keule gross, 
länglich eiförmig. Der Kopf ist zwisclien den Äugen dicht runz- 
lig punktirt, diese nicht hervortretend. Das Halsschild ist cjlin- 
drisch, um ein Drittheil langer als Incif, am Vorder- und Hinter- 
rande fast gerade abgeschnitten, die Oberfläche ziemlich dicht 
und tief punktirt, vor dem Schildchen mit einer kurzen, tief ein- 
gegrabenen Furche. Das Schildchen ist ausseist klein , pnnkt- 



278 

förmig. Die Flügeldecken sind e(was verlängert eiförmig , massig 
gewölbt, bei den Schallern doppelt so breit «iIs das Halsschiid, 
von den Seifen bis zur Mitte schwach erweitert, dann allraählig 
verengt und gemeinsam abgerundet; die Oberfläche zit'mlich fein 
punktirt- gefurcht, die Zwischenräume breit, vollkommen eben, 
fein und zerstreut punktirt. Die Beine sind kurz, schwarz, grau 
behaart. 

Bei Smvrna von Helfer aufgefunden. (Mus. Berol.) 

55. Apion velatum. 

Diagn. Oblonguni laete aeneum, aibido-pilosum , rosiro 
breviore, recto , nitido, thorace subcvlindrico, antice posticeque 
trnncato, supra profunde punctato , basi foveolato: eljfris oblongo- 
ovalibus, punctalo-sulcafis, interstitiis planis, seriatim punctulalis. 

Long, (rostr. excl.) -j-i lin. 

Von der Grösse des Ap. seniculum Kirb}', länglich, hell 
erzfarben , ziemlich dicht weiss behaart. Der Rüssel ist wenig 
länger als das Halsschild, ziemlich dick, last gerade, platt und 
glänzend, dunkel metallisch. Die Fühler sind zwischen Basis 
und Mitte des Rüssels eingefugt, massig lang, schwarz, die 
Keule zugespitzt eiförmig. Der Kopf ist dicht punktirt, zwischen 
den Augen mit einer schwachen Längsfurche; dicht weiss be- 
haart; die Äugen sind klein, nicht hervortretend. Das Halsschild 
ist etwas länger als breit, fast c)lindrisch, an den Seiten nur 
äusserst schwach erweitert, nach vorn ein wenig verengt und 
leicht eingeschnürt; am Vorder- und Hinterrande gerade abge- 
schnitten; die Oberfläche nicht gedrängt, aber ziemlich tief punk- 
tirt, hinten in der Mitte mit einem rundlichen Grübehen. Das 
Schildchen ist äusserst klein, punktförmig. Die Flügeldecken 
sind länglich eiförmig, massig gewölbt, bei den Schultern we- 
nigstens um die Hälfte breiter als das Halsschild, an den Seiten 
fast gleich breit, nach hinten allmählig verengt und gemeinsam 
abgerundet; die Oberfläche punktirt gefurcht, die Zwischenräume 
ganz flach, mit einer Reihe feiner Pünktchen besetzt. Die Beine 
sind kurz, erzfarben glänzend, weiss behaart. 

Ebenfalls von Smyrna. (Mus, Berol.) 

56. Apion Portoricanum. 

Diagn. Obscure aeneum, subopacum , glabrum, antenna- 
rum basi, apice pedibusque laete ferrugineis: rostro brevi , crasso, 
suhtiiiter punctato: thorace laleribus vix ampliato, supra confer- 
tissime punctato, postice canaliculato: elytris ovatis, subtiliter 
pnnctato-sulcatis , interstitiis convexis , subtilissime punctulatis. 

Long, (rostr. excl.) 2/3 — 1 lin. 

Dem Ap. marchicnm Hbst. im Habitus sehr ähnlich, dun- 
kel erzfarben, fast malt, unbehaart. Der Rüssel ist beim cf so 



279 

lang als das Halsschild, dick, sehr dicht und verworren punk- 
tirt, grünlich erzfarben , glänzend, an der Spitze rostroth durch- 
scheinend; beim $ etwas kürzer als Kopf und Halsschild zu- 
sammengenommen, matt pechbraun, äusserst fein und etwas 
zerstreut punktirt. Die Fühler sind zwischen der Basis und 
Mitte des Rüssels eingefügt, pechbraun, das erste Glied und die 
Keule roslgelb. Der Kopf ist breit und dick, ziemlich dicht 
punktirt, die Augen etwas hervorgequollen. Das Halsschild ist 
fast so lang als breit, an den Seiten sehr schwach gerundet, 
nach vorn etwas verengt, am Hinterrande leicht zweibuchtig, auf 
der Oberfläche sehr gedrängt , hier und da zusammeufliessend 
punktirt, vor dem Schildchen mit einer kurzen Längsfurche. Das 
Schildchen ist deutlich, gerundet. Die Flügeldecken sind eiför- 
mig, massig gewölbt, bei den Schultern merklich breiter als das 
Halsschild, mit etwas aufgeworfenen Schulterbeulen, au den Sei- 
ten besonders beim 9 nach der Mitte hin erweitert, dann allmäh- 
lig verengt und stumpf zugerundet , die Spitze ein wenig ausge- 
zogen; die Oberfläche fein punktirt-gefurcht, die Zwischenräume 
breit, gewölbt, sehr fein gerunzelt und ausserdem noch mit zer- 
streuten Pünktchen besetzt. Die Beine sind kurz und dick, beim 
cf heller, beim 2 dunkler rostgelb, die Hüften, Kniee und Tar- 

ebräunt. 

Auf Portorico von Moritz gesammelt, (Mus. Berol.) 

57. Apion contractum. 

Diagn. Breve, cinereo-nigrura, albido-pubescens, anten- 
nis pedibusque obscnre ferrugineis: rostro longo, arcuato nitido: 
thorace transverso , laleribus subrotundato, antice constricto , su- 
pra confertim punctato, postice foveolato, eljtris brevissime 
ovatis , punctato - sulcatis , intcrstitiis planis , obsolete seriatim 
punctulatis. 

Long, (rosfr. exci.) '^/^ lin. 

Sehr kurz und gedrungen , dem Ap. sorbi Hbst. verwandt, 
grauschwarz, matt, mit feiner, weisslicher Behaarung bekleidet. 
Der Rüssel (des Weibchens?) ist länger als Kopf und Halsschild 
zusammengenommen, dünn, stark gebogen, glänzend pechbraun, 
glatt. Die Fühler sind zwischen der Basis und Mitte des Rüs- 
sels eingefügt, dünn, rostfarben, das erste Glied stark verlän- 
gert, die Keule zugespitzt eiförmig. Der Kopf ist breit, mit 
einzelnen grösseren JPunkten besetzt, die Stirn schmal, die Au- 
gen gross, aber nicht hervortretend. Das Halsschild ist an der 
Basis fast doppelt so breit als lang; an den Seiten schwach ge- 
rundet, nach vorn stark verengt und fein eingeschnürt, am Hin- 
terrande zweibuchtig, die Oberfläche dicht runzlig punktirt, mit 
einem tiefen rundlichen Grübchen vor dem Schildchen. Dieses 
ist deutlich , abgerundet dreieckig. Die Flügeldecken sind sehr 



280 

kurz eiföruiig, ziemlitli sfaik gewölljl, l»ei d«n Schultern merk- 
lich breiter als das Halsschiir], an den Seiten bis über die Mitte 
hinaus fast gleich breit, dann allmähii'r veiengt und stumpf zu- 
j;erundet; die Oberfläche punktiri - j^eliircht, die Zwischenräume 
flach, mit sehr verloschenen, reihenweis gestellten Pünktchen. 
Dil' Beine sind ziemlich kurz, rosiroth, weiss behaart, die Hiif- 
lon , Kniee und Tarsen schwärzlich. 

Ein einzelnes Exemplar aus Aragua, von Moritz gesam- 
melt. (Mus. Berol.) 



Eccploraiion scientijique 

de rAlg(5rie, pendant les annes 1840 — 1842, 

publie par ordre du gouvernement. 

Zoologie. III. Paris 1819. 



Iiepidopterologie. 

Dieses Werk, von welchem Erichson in seinem Bericht 
über die entomoiogischen Leistungen im J. 1816 S, G und Schaum 
in dem über 1849 S. 149 spricht, werden sich wenige deutsche 
Entomologen anschaffen können, ja, sie werden die blosse An- 
sicht desselben für einen besonderen Glücksfall betrachten dürfen. 
Wenn sie berücksichtigen, dass der entomologische Atlas, in 
breitem Folio, von Crustaceen 8, Araclmidcn 22, M^riapoden 3, 
Hexapoden (Lepisma, Orchesella) 2, Coleopteren 47, Orthopteren 
4, Hemipt. 4, Neuropteren 3, Hvmenopt. 19, Lepidopteren 4 
und Dipteren 6 wohlgefüllte , auf das Sauberste ausgeführte Ta- 
feln enthält und der Text auf das Splendideste gedruckt ist, so 
mögen sie leicht den Grund einsehen , warum das Werk in die 
wenigsten Bibliotheken gelangen kann. Ich habe njich überzeugt, 
dass der lepidopterologische Inhalt sich auf wenige Bogen zu- 
sammenziehen lässt. Indem ich diesen Auszug liefere, glrtube 
ich, die Ansicht des Prachtwerks wenn auch nicht völlig, da die 
Abbildungen dem hier und da mangelhaften Text nachhelfen müs- 
sen, doch für die meisten Fälle ganz entbehrlich zu machen. 
Mit diesem Zweck verbinde ich einen zweiten. Meigen hat kein 
Bedenken getragen, die Dipteren, welche Fabricius aus der Ber- 
berei beschrieb, unter die Europäer aufzunehmen. Auch Herrich 
Scheffer hat in seinem grossen Schmcttcrlingswerk manche Art 
aus Kleinasien unter den Europäern abgehandelt. Alle diese 
Arten haben ein so europäisches Gepräge . dass sich mit Recht 



281 

ei'wai(e» liisst, dass , wenn sie nichl sclion auf europäischem 
Grunde entdeckt worden sind, pie noch dort zu finden sein wer- 
den. Yon gleicher Beschaffenheit sind die in der Exploration 
vorgeführten Arien. Nehmen wir einige wenige aus (Anthocha- 
ris, Cigaritis), die vielleicht als ächte Transatlantische Producte 
sich nnr nach Algerien vciirrt haben und nun dort sporadisch 
leben, so hat dieser so bedeutende Theil von Nordafrika die 
grosste Ucbercinslimmung mit dem südlichen Europa. Man 
kann nicht einmal sagen , dass in Algerien zwei Faunen um die 
Oberhand kämpfen . sondern man sieht die südeuropäischen in 
voller Herrschaft, und durch die Einmischung von ein paar 
heterogenen Arten so wenig getrübt, wie jede andere Fauna durch 
das Vorkommen einzelner Producte des Nachbargebietes. Hat 
aber Algier eine so rein südeuropäische Natur, so kann es mit 
der übrigen Berberei nicht anders sein. Die Ueberzeugung nun, 
dass die nordafrikanischen Producte nicht länger von den Samm- 
lungen europäischer Arten ausgeschlossen werden dürfen, zu 
fördern , ist das zweite Ziel bei der Mittheilung des Auszuges. 
Ich würde die ganzen Küsten des Mittelmeeres für völlig homogen 
erklären, wenn ich nicht durch die Ansicht einiger Arten von 
der syrischen Küste, die ich meinem Freunde Lederer verdanke, 
sehr bedenklich gemacht würde. Idmais fausta, Erebia (vielmehi 
ein eigenes Genus der Hipparchien) Asterope, Pieris Mesentina, 
Poljonunatus Acamas , Zinckenia (Spoladea Guen.) recurvalis, 
Hypena revolutalis*) — wahrscheinlich noch mit einer Mehr- 
zahl anderer — auf den geringen Raum von Bejrut zusammen- 
gedrängt, scheinen nicht das Verhältniss zur Gesammtfauna ein- 
zunehmen, wie es sich bei den Algierern zeigt. Ich glaube, dass 
hier an der Südostecke des Miiteluieeres der Uebergang der 
südeuropäischen Fauna in die der tropischen Gegenden gemacht ist. 
Wenn man den lepidopterologischen Ergebnissen der Explo- 
ration auch ansieht, dass sie nur als Nebensache behandelt wor- 
den sind d. h. dass Lucas weder mit den Lepidoptern gründlich 
bekannt ist, noch sich ihr Sammeln sonderlich hat angelegen 
sein lassen , so ist doch soviel daraus zu erkennen , dass die 
Algiersche Fauna, wie die der Küsten des Miiteluieeres über- 
haupt, ihre lepidopterologischen Producle nicht ohne grossen 
Zwang, ohne Mühe und Schweiss des Sammlers, hergiebt. 
Hundert und sieben und siebzig Arten sind doch ein sehr dürf- 
tiges Resultat einer Exploration, die sich über die verschieden- 
sten Gegenden Algeriens und in gar nicht zu beschränkter Zeil 
erstreckte! Und von diesen 177 Nummern sind mehrere fremde 
Beobachtungen, mehrere sogar nur Varietäten! Mit Bestimmtheit 



*) Vom Cap — aiicrolepid. cafTr. pag. 10 — wo in der Beschreibung 
durch ein Versehen ad costam descendit statt dorsum descendit steht. 



282 

jässt sich behaupten, dass der hei weileiii a,rossle Theil der 
Arten durch künftige Beoliachter zur Kenniniss der entomolog^i- 
schen Welt gelangen wird. 

Aus der Beschaffenheit meines Auszugs wird man zum 
Theil erkennen, wie es möglich war, den Inhalt von 68 Folio- 
seiten ohne Weglassung von etwas Wesentlichem auf einem so 
kleinen Raum wiederzugeben. Um jede Besorgniss, dass doch 
Wichtiges weggelassen sein möchte , bemerke ich , dass das 
schöne Papier in der Exploration auf die verschwenderischste 
W^eise benutzt ist, und dass Lucas bei den bekanntesten Arten 
eine Menge Citale gegeben hat, die ich als ganz überflüssig über- 
gehen dürfte. 

P. C. Zeller. 



S. 345. I. Papilio podalirius nur um Constanline und La- 
calle im April und Mai gefunden, und zwar nur die Varie- 
tät Feisthamelii Dup. 

(Anm. Der General Levaillant hat sicti bemüht in den Annales 
de la See. entern. 1848 p. 407 zu beweisen, dass Pap. Feisthamelii eine 
eigene Art sei; er hat die Raupe und ihre Verwandlung beobachtet und an 
der ersteren gefunden, dass sie grösser als die des gewöhnlichen Pap. Po- 
dalirius und oft mit braunen Flecken bestreut ist. Die Unterschiede 
an den Faltern übergeht er, sie als bekannt voraussetzend. Mit Recht 
spricht Lucas in den Annales 18.')0 p. 83, dass das oft nichts beweise; 
er geht die Unterschiede der Falter durch und kommt zu dem Schluss, 
dass sie entweder unerheblich seien oder durch üebergänge verwischt wer- 
den. Allein, so ausführlich er ist, so übergeht er doch gerade diejenigen 
Momente, auf die es mir vorzüglich anzukommen scheirit. und die ich 
ziemlich vollständig in der Isis 1847 auseinander gesetzt habe. Er schweigt 
ganz darüber, ob der rostrothe Rogen (den Feisthamelii auf den Hinter- 
flügeln am Schwanzwinkel hat, imd der schmal und gleichbreit ist. sich 
stark abwärts krümmt und der Spitze des darunter liegenden Flecks eine 
abwärts zeigende Richtung giebt,) sich allmählig in den rostgelben Fleck 
des Podalirius ändert, (welcher sich nach innen erweitert, viel breiter ist 
und die Spitze des darunter liegenden schwarzen blaubestäublen Flecks 
nach einer ganz andern Richtung hin zeigen lässt). Wenn mein Siciliancr 
Zanclaeus auch einen rostgelben Fleck hat, der sich abwärts krümmt und 
hinten erweitert und schmäler ist als bei Podalirius und breiter als bei 
Feisth. , so steht diese Reschaflenheit zwar in der Mitte, ist aber nach 
beiden Seiten hin so abgegrenzt , dass sie viel weniger als Rindemittel für 
zwei Varietäten denn als Character für eine dazwischen stehende, also dritte 
An gelten kann. Um nicht zu weitläufig zu werden, so schweige ich über 
die Körperbehaarung, die schwarzen Hinterleibsstreifen, die Länge der 
Hinterflügelschwänze, den Winkel, den der Ausschnitt unter dem Rostfleck 
bildet und erkläre nur die Sache für noch gar nicht so ausgemacht, wie 
Lucas sie ansehen will, dass Feisthamelii keine eigene Art sei. Auf die 
Veränderlichkeit des Machaon hätte sich Lucas nicht berufen sollen; denn 
dieser Falter gehört zwar zu Papilio, steht aber dem Podalirius in jeder 
Rücksicht äusserst fern , so dass seine Veränderlichkeit gar nichts beweist.) 



283 

2. Pop. niHchaon seltener, um Algier im April, um Con- 
stantine im Mai , nach Levaillant auch bei Oran. 

S. 346. 3. Thais rumina p. 1. fig. 1. eine Yar. so gross 
wie Mnemosyne mit sehr dankler, lebhaft gelber Grundfarbe. 
Sehr verbreitet im Osten und Westen von Algerien, doch 
nicht weit ins Innere hinein: nicht selten bei Oran und 
Algier, hauptsächlich aber bei Hippöne und Lacalle im 
Febr., März n. April; sie fliegt nicht schnell und setzt sich 
gern an die Blüthen des Asphodelus ramosus. 
4. Pieris rapae sehr verbreitet in Algerien im März und 
April: sehr reichlich um Oran, Algier, Constantine, Bona 
und Lacalle. 

S. 347. 5. Pieris brassicae ebenso gemein, an denselben 
Orten und zu gleicher Zeit. 

6. Pieris dajjlidice nicht sehr gemein um Lacalle. 

7. Anthocharis belemia im Mai bei Bougia, auch in 
Aegjpten. 

8. A. glauce viel gemeiner als die vorige, im Frühling um 
Algier uud Lacalle. 

S. 348. 9. A. belia besonders im Frühling- manchmal auch im 
Sommer, um Algier, Constantine und Lacalle. 

10. A. ausonia nur 2raal im Mai bei Bougia. 

11. A. Charlonia Donzel Annal. IL, pl. 8 fig. 1 um Emsila 
gefangen. 

12. A. Levaillantii pl. 2 hg, 1 2: alis flavo - sulphureis, 
anlicis subtiliter rubescente maculatis, puncto discoidali api- 
ceque nigris, hoc linea maculari flava transversim separato, 
posticis flavo - snlphureo - subvirescentibus , infra nigricanti- 
bus, viridi fortiter irroratis, quinque alboque (?) maculatis; 
capile thoraceqne nigris, flavn-virescente-pilosis, hoc antice' 
piloso-rubescente ; abdomine flavo virescente, nigro subtili- 
ter irrorato , antennis pedibusque fulvis. Nahe der Char- 
lonia. In den Annales 1850 S. 92 wird die Art noch aus- 
führlicher definirt und nach beiden Geschlechtern besehrieben; 
auch bemerkt hier Lucas, dass in der Explor. nicht das 
cT, sondern das 2 beschrieben und abgebildet ist. — Auf 
den Hochplafeaux des Djebel-Amour von Levaillant entdeckt. 

S. 350. 13. A. Douei pj. 2 flg. 3 sehr häufig- um Oran* 
Algier und Lacalle vom Februar bis Anfang Mai, als Stell- 
vertreterin der A. Eupheno, von der L. sie für specifisch 
verschieden hält, wobei er sich auf die von Pierret Annal. 
V., p. 367 gegebenen Unterschiede beruft, die aber Lederei- 
(Wiener Zool. botan. Vereinsschrift 1852 S. 31) nicht gel- 
ten lässt. 

14. A. Nouna Luc. pl. 1 fig. 2 cT 9 alis supra albis , ad 
basim nigro aspersis, primis antice macula aurantiaca, nigro 

19 



284 

marj-injila in cf, biiiiarsinala in 9 soeundis ad marginem 

iiigio pumtalis, aus inIVa albidis, piiinis ad basiu anticeque 

flavescentibus, scnindis Jlavis, nigro aspersis, in femina 

vitfa nigresH'nle extus hiangulari , antcnnis albis supra nigro 

annulatis corpore siipra nigro , inIVa pedibusrino albis. Neben 

A. Delphinia geliörig, bei Oran im Juli und April, von 

Levaillanf cnldeckl. 

S. 352. 15. Ptljodocera Rhauini pl. 1 Hg. 4 (Fühler und 

Bein) um Algier, Philippeville , Ilona, besonders in den 

Gehölzen der Seen Tonga und Honbeira bei Lacalle im 

März und April mit ihrer Varietät Cleopatra. 

Anni. Lucas nimmt also die Irtendität von Rhamni und Cleopatra 

als ausgemacht an, während ich in der Isis 1847 sie bezweifelte und 

Lederer, der beide Arten in Andalusien zusammen traf, sie ("Wien, Zoo). 

bot. Vereinsschrift 18.52 S. 33) noch hezweifell. Ich wünschte. Lucas hätte 

sich darüber ausgesprochen, ob ihm Bindeglieder vorgekommen sind. 

16, Colias edusa pl. 1 lig, 5 (Fühler und Bein) — mit der 
Var. Helirc häuHg um Algier und Lacalle im Frühling und 
in einem grossen Theil des Sommers. 

17. C. hjale nur aufgenommen, weil Boisduval im Spee. gen. 
sie als nordafricanisch auilührl. 

S. 353. 18. Argynnis pandora um Oran von Levaillant 
angetroffen im Mai und Juni. 

19. Melit. didyina ziemlieb verbreitet von März bis Mai bei 
Oran, Algier, Bona und Laealle. (Ueber ihre Abweichungen 
von der gewöhnliehen Didyma kein Wort.) 

20. Melit. äetheria Hbn. iig. 873 — 878, pl. 2. fig. 2 $. 
Bei den angetroffenen Individuen ist die rothgelbe Grund- 
farbe viel stärker gebräunt als bei der typischen Art, aucli 
sind die schwarzen Flecke grösser und stärker ausgedrückt. 
— Um Conslantine ziemlich seifen Mitte Mai auf den dürren 
Höhen am Rande des Rununelllüsschens. 

Ann). Die Abbildung sfcllt ein giosses, blasses Weibchen der 
Phoebe vor, bei dem an der Wurzel der Hinterflügel auf der Unterseite 
nur 3 schwarze Punkte und nicht deutlich genug gegeben sind. 
S. 354. 21. Yanessa cardui sehr gemein das ganze Jahr 
durch überall. 

22. Charaxes iasius nur um Algier und Laealle, Hiegt schnell 
und selzt sich auf die höchsten Bäume, manchmal jedoch 
auch an die Saft ausschM'itzenden Stellen der Stämme. 

23. Arge iues ziemlich gemein im Apiil und Mai im Osten 
und Westen von Algerien. 

S. 355. 24. Arge clotho? pl. 2 fig. 4. Nur zwei Exemplare 

(eins im April bei Bugia gefangen; eins aus Sieilien) die 

Lucas mit Zweifel nur für climatisehe Varietät der Clotho 

ansieht, bei welcher das Schwarze vorherrscht. 

Anm. Es ist nur eine grosse Galalea!, Mie meine sicilische 

Galatea $, nur mit gelblicher Grundfarbe und auf den Hinterflügeln mit 



285 

drei grossen , brauiigelb breitgeraudeten Augen gegen den Scbwanzwinkel 
als ganzen Untcischied ; denn die Unterseite weicht gar nicbt ab. Dass 
hier an keine clolho zu denken ist, zeigt schon die Miltelzelle der Vorder- 
flügel, die Iteinen Querstrich hat, sondern hell ist wie bei Galatea und 
Lachesis. 

2ö. Sutyrus Abd-el-K ader pl. 2 iig. 3 9 — nicht sehr 
gemein, besonders heim Löwenberue östlich von Oran, 
solnver zu i'ani>en. Lucas •■ielit nur ilie Unterschiede des 
2 von dem in den Annaies Vi. pl. 1 Hg'. 5-6 durch Pierret 
l)eschriebenen c/' „dieser ausgezeichneten Art, die ihren Platz 
nahe bei Coidula hat." 
Anm. Mir scheint sie auch wirklich nichts als Cordula zu sein; 
ich habe aber zu wenig Cordula und keinen Abdelkader, um mehr als 
einen Verdacht gegen die Arlverschiedenheil aussprechen zu können. 
S. 356. 26. Satyrus Fidia sehr gemein im Juli und Augnst 
um Lacalle auf dürren, felsigen, hohen Plätzen, 

27. Sat. fauna um Oran zu Anfang März (I) nur einmal am 
Djebel Santa Cruz. 

28. Sat. brjseis nur einmal Ende Juni beim Seliflager (Pro- 
vinz Constantine). 

29. Sat. janira mit der Varietät Hispulla ziemlich gemein um 
Algier, Philippeville, Constanline, Lacalle vom April bis 
Juli auf ziemlicb steilen , sclialtigen Stellen. 

S. 357. 30. Sat. ida nicht seilen den ganzen Frühling und 
einen grossen Theil des Sommers durch um Constanline, 
Milah und besonders in den grossen Korkeichenwälderu von 
Lacalle; auch bei Oran ziemlich reichlich. 

31. Sat. pasiphae an denselben Stellen, aber weniger häufig. 

32. Sat. megaera um Algier, Bugia und Constanline vom April 
bis Juni, gern an sehr steilen Stellen. 

S. 358. 33. Sat. aegeria im Frühling ziemlich reichlich um 
Algier, Philippeville und Lacalle, aber nur die Yarietät 
Meone, 
Stellen aufhält. 

34. Sat. arcanius, wozu Arcanioides Pierret. Annal. VL , p. 
306. pl. 12 fig. 5 als Yarietät gezogen wird , um Lacalle 
im Juni und Juli auf dürren Hügeln, um Oran von Levail- 
lant angetroffen. 

35. Sat. pamphilus, wozu Ljllus Esp. als Yar. gezogen 
wird, nur um Lacalle reichlich gefunden an den schattigen, 
kräuterreichen Stellen. 

S. 350. 36. Thecla aesculi nicht sehr gemein in den Wäl- 
dern der Seen Tonga und Houbeira im Mai und Juni. 

37. Th. rubi pl. 1 fig. 7 (Kopf) viel verbreiteter, nicht selten 
im April und Mai besonders bei Algier, Bugia, Constanline, 
Bona und Lacalle; bei Oran fand sie Levaillant. 

38. Po lyoui malus ballus pl. 1 fig. 10 (Fühler) sehr gemein 



28fi 

um Algier, Hugia, Conslanline, Bona und Lacalle; um Oran 
von Levaillant gefunden. 

S, 360. 39. Pol V omni, ni au li tani cus Luc. pl. 1 flg. 3 
(leg. 9.) 0^ 9. ■ 

Alis in mare supra iuseis, aüamen primis fusco subfulve- 
scentibus, magna aica fulva in mare, alis anticis infia in 
ntroque soxu fulvis nigro punclatis, secundis fuscis nigro 
puncfatis ad basim in inaro f'orliler nigresccnlibus ; anlennis 
fuscescentihus supra aniiulatis, [laipis, capile, thorace pedi- 
buscjue fusco-pilosis. ISoben Balliis gcliorig, ohne rofhgelbe 
Flecke an» Scliwanzwinkel der Hinteilliigel des cT und auf 
der Unleiseile in beiden Gesclilechtern dunkelbraun, slalt 
grün; beim 9 liegt der rofligelbe Fleck der Hinterfliigel im 
Mi((elfelde sfalt gegen den Innenwinkel. — Las cf »ns der 
Gegend von Algier, das $ zu Anfang Mai bei Bugia. 

S. 361. 40. Pol VC mm. phlaeas im Osten und Westen Alge- 
riens sehr verbreitet vväluend des ganzen Frühlings und 
eines grossen Tlieils des Sommers. 

41. Ljcaena baetica ziemlich selten im Mai und Juni bei 
Bugia und Milah. 

42. Ljcaena telicanus um Bugia im Mn'i nur 3 Exemplare. 

43. Lvc. hjlas, wozu Lyc. abencerragus Pierr ( (Annal, 
Yl. pl. 1 fig. 7 p, 21) als Yar. gerechnet wird , um Con- 
stanline und Bona im April und Mai, 

S. 362. 44. Lyc. agestis einmal Mitte Mai bei Algier. 

45. Lyc. alexis ziemlich gemein um Algier, Constantine, Bona 
und Lacalle , den ganzen Frühling hindurch und in einem 
grossen Theil des Sommers. 

46, Lyc. argiolus nicht sehr geyiein im Frühling und Som- 
mer, um Bona, Lacalle und 13ugia, 

47. L}'c. theophrastes Fahr. pl. 1 fig. 6 im April und Mai 
sehr verbreitet bei Constantine und Lacalle ; bei Oran von 
Levaillant häufig gefunden. 

48, Cigaritis siphax (leg. Sjjjhax) Luc. pl. 1 fig. 8 cf $ 
(mit dem Namen Zerjthis siphax). (Das Genus ( ygaritis 
Boisd. charakterisirt Lucas in den Annales 1850 S. 97 fol- 
gendermassen : „Fühler giade , schwach weiss geringelt, am 
„Ende )nit einer gestreckten, spindelförmigen, abgestutzten 
,, Keule ; Taster sehr verlängert, weit über den Kojjf hervor- 
„slehend, die ersten Glieder sehr lang, nnten mit Schuppen- 
,, haaren bekleidet; das letzte viel kürzer, schlank, von den 
5, vorhergehenden scharf gesondert, in eine abgerundete Spitze 
„auslaufend und kaum mit Schuppenhaaren bekleid<'t; Augen 
„oval, ziemlich aufgeblasen, mit meist weissen Schuppen- 
,, haaren eingefasst, Thorax ziemlich kräftijj. Hinterleib 
„kurz, halb versteckt durch den Innenrand der Hinterflügel, 



287 

,,die in der Ruhe keine Rinne bilden. Discoidalzelleu aller 
„Flügel olFen. Aussenrand der Hinferfliigel leicht gczühnelt, 
,, Sehwanzwinkel zienilieh lief ausgekerbt, die Seiten dieser 
,, Auskerbung- gewölinlich mit (>ineni Schwänzehen versehen. 
,,üie Flügel auf der Unterseite gewöiinlich mit metallischen 
,, Flecken geschmückt. Krallen aller Füsse klein. - Die 
„Arten sind dem Norden und Süden Afrika's eigen." Wenn 
Ljcaena Acamas Klug Symbol., wie ich nicht bezweifle, zu 
diesem Genus gehört , so hat es eine noch weitere Verbrei- 
tung; denn diese Art findet sich bei Beirut, von wo ich sie 
durch die Güte des Herrn Lederer erhielt, und noch tiefer 
nach Asien hinein in den Wüsten am Kisil-kouni , wo Leh- 
mann sie fand (Descript. des Insectes recueillis par feu M. 
Lehmann par Menetries in den Mein, de l'acad. de Peters- 
bourg VL, p. 6L 740)]. 

Cig. sjpliax, alis supra fulvo-ferrugineis , fusco nigre- 
scenle marginatis in area fulva nigro punclatis , alis anticis 
infra fusco-ferrugineis , griseo cinerascente marginatis, nigro 
maculatis, punctisflavo-argenteo('?) ornatls, posticis omnino gri- 
seo cinerascentibus,punctis llavo-argenteis, maculis griseo cine- 
reis; antennis cinerascentibus, fusco annulatis, capite thoraccque 
griseo-pilosis; abdomine supra fusco , infra pedibusque albido- 
pilosis. Feinina mari non dispare, nisi alis infra vix flavo-argen- 
feo maculatis. Aus der Verwandtschaft derZeuxo; ziemlich selten 
mit dem ziemlich schnellen Fluge derLjcaenen, auf den dürren, 
steilen Hügeln bei Constantine und Lacalle, im Mai und Juni. 

S. 364. 49. Cig. Zohra Donzel Annal. 2"'<' serie tomc V. pl. 
8 lig. 5 — G , pag. 528 — im westlichen Algerien am Dje- 
bel-Ämour von Levaillant entdeckt. 

50. Cig. Massinissa (leg. Masinissa) Luc. (Sie ist in den 
Annales 1850 p, 99 pl. 2 fig. 2 weitläuftiger definirt und 
beschrieben, wesshalb ich die Angaben der Exploration über- 
gehen kann) — auch von Levaillant in den Thälern des 
Djebel-Amour entdeckt. 

S. 365. 51. Hesperia linea um Algier und Constantine im 
Frühling und in einem grossen Theil des Sommers. 

52. Hesp. lineola nur bei Constantine im Rummelthale zu 
Ende Mai dreimal. 

53. Hesp. actaeon um Milah Mitte Juni nur 2mal gefunden 
an dürren, unangebanten Stellen. 

S. 366. 54. Sy rieht US malvae (malvaruni) im Frühling in 
einem grossen Theil des Sommers um Oran , Algier, Con- 
stantine und Lacalle auf bewaldeten und cultivirten Stellen. 
55. Syr. alveus Dup. Suppi. 1 p. 312 pl. 50 fig. 1 — 2 im 
Winter und Frühling um Algier, Constantine und Lacalle 
besonders in hergigen Lokalitäten. 



288 

56. Syr. onopordi Rnmb Aiidaius, \). 27 pl. 8 fig, \'i linuial 
im August bei Algier; ausserdcin nur als Andahisisih und 
südfranzösisch bekannt. 

57. Sjr. therapnc Dup. Suppl. 1 p. 264 pl. 42 lig. 9—10 
einmal bei Algier zu Ende July. 

S. 367. 58. Sesia b ros i for in i?; H. im Mai einigemal bei 
Algier. 

59. Ses. philantiformis im Juni bei Cons<an(ine und Milah, 

60. Ses. ten th r e din if r m i s im Mai um Hippone an Slräu- 
chern einige Exemplare. 

61. Ses. sirphiformis (leg. syrpliif.) Luc. pl. 2 üg. 7 (in 
natürlicher Grösse von oben). Länge 13 Millimeter, Flü- 
gelsp. 221/2. Capite palpi-'^que flavo anreo-pilosis , antennis 
nigro-fuscis ; ihorace nigio-violaceo , antice supra infrarjue 
flavo; alis anlicis, nervi;ra coslali mediaque fusco-nigrican- 
tibus, in medio fusco maculatis atque flavo-aureis: alis 
posticis anlice flavo-aureo marginalis , nervuris nigricantibus, 
£n)bria in utroque fusca ; abdomine nigro - violaceo, flavo- 
annulalo , sropulis nigris , media attamen flava ; pedibus 
nigro - \iolaceis, tibiis flavo-pilosis afque nigro - annulatis. 
Etwas ähnlich der Ichneumoniformis und ihr verwandt. Kopf 
und Palpen mit schön goldgelben Haaren bekleidet, ausser 
im Gesicht, welches gelb ist. Fühler braunschwarz. Thorax 
violettschwarz beschuppt , mit gelbem Ring am vordem Theil 
und gelbem Bande an jeder Seite, unten und an den Seilen 
gelbbeschuppt. Auf den Vorderflügeln ist die Randader, die 
ganze Medianader, die des Ajticalwinkels und dieser selbst 
schwärzlich braun; nur die Discoidalzelle ist durchsichtig, 
durch einen schwärzlichbraunen Querfleck unterbrochen, 
hinter welchem ein goldgelber Fleck folgt, der in die Zwi- 
schenräume der Adern des Apicalwinkels dringt. Unterseite 
ganz wie die Oberseite. — Hinteiflügel durchsichtig, am 
Vorderrande goldgelb gesäumt; die Adern schwärzlich, die 
Franzen wie die der Vordcrflügel *. Hinterleib violettschwarz, 
die Schienen durch gelbe Haare rauh und am Ende schwarz 
geringelt. (In der Abbildung sind die Vorderllügel und die 
Franzen der Hinterflügel zimmtbraun; die klare Mittelzelle 
bildet ein längliches, gegen die Basis gespitztes Dreieck; 
hinter der breiten Queraderbinde ist ein ovaler, klarer Quer- 
fleck, von 2 Adern durchschnitten und vom Innenrande wei- 
ter abstehend als vom Vorderrand. — Meine Sesia Loewii 
ist es nicht.) 



*) In meiner Abschrift steht inlerieures, was jedenfalls ein Schreib- 
oder Druckfehler ist. 



289 

Im Juni in den Wäldern des Tongiiscos bei Lacalle 2nial 
gefangen. 

S. 368. 62. Scs. oii g lossae form i s Luc. pl. 2 fig. 5 (in 
nafiirl. Grösse von oben, a — d Kopf, Fühler und Beine 
vcrj;« rosse rt). Länge 13 Mill., Fhigelsp. 2L 

Ferrugineo-pilosa, (horaii! nigro virescenle meKallico, lon- 
gifudinaliler ferrugineo - (lividalo; aus anticis (ransversim 
fnsco-niaculafis, apice nervurisque fuseis, piloso-Sfjuaiuosis, 
flavo auralis ; pos(i<is norvmis fuseis, sparsini squanioso- 
pilosis , flavo-auralis , ünibiia siipra infraque fusca ; abdomine 
njgro virescenle, seguienlis ferrugineo albofjue annulafis, 
infra omnino ferrugineo; pedibus nigris, piloso - ferrugineis, 
antennisque nigro-violaceis, ferrugineo annula(is. 

Kopf schwarz, oben und im Gesicht mit rostfarbenen, 
ziemlich langen Haaren beldeidet und nur hinter den Augen 
mit gelblichen Haareii, Die 2 ersten Palpenglieder sind ganz 
mit rostgelben (ferrugineux jaunafre), verlängerten Haaren 
bedeckt, das letzte hat gelbe, sehr kurze. Fühler violett- 
schwarz, mit rostfarbenen, schuppenföimigen Haaren gerin- 
gelt, am Ende sdiwarz. Riickenschüd metallisch grünlich- 
schwarz, vorn mit solchen Schuppenhaaren gefranzt , oben 
mit 3 rostfari)enen , aus so gefärbten Haaren gebildeten 
Längsbinden; unten melallisch grünlich schwarz, an jeder 
Seile mit einem schuppenhaarigen rostfaibenen Fleck. Vor- 
derflügel durchsichtig, die Adern, die Oberseite der Ränder, 
ein grosser Querfleck und die Spitze braun, bekleidet mit 
goldgelben Schuppenhaaren ; Unlerseile wie ohen. Hinter- 
flügel duichsichtig mit braunen Adein , hipr und da mit 
einigen goldgelben Scliuppenhaaren. Franzen aller Flügel 
oben und unten braun, mit goldgelben Schuppenhaaren 
spärlich bestieut. Hinterleib oben grünlich schwarz , ab- 
wechselnd rostfarben und weiss geringelt, unten ganz 
melallisch glänzend mit solchem, doch nicht glänzenden 
Afterbusch. Beine schwarz mit rostfarbenen Haaren beklei- 
det. [Auf den Voiderflügeln ist die Spitze des klaren Drei- 
ecks fast um die ganze Länge des Dreiecks von der Flü- 
gelwurzel entfernt. Hiiilei' dem Queraderbande ist eine 
klare Binde, breiter als das Queraderband, schmäler als 
ihre Entfernung vom Hinlerrande, die Gegenränder nicht 
erreichend, von 4 Längsad'rn durchzogen; Grundfarhe dun- 
kel rostbraun , am Innenrande gegen die Wurzel heller]. — 
Beim Setiflager zwei Exemplare heim Keschern in den hohen 
Kräutern. 

S. 369. 63. Sesia ceriaeformis Luc. pl. 2 fig. 6 (Oberseite 
in natürl. Grösse). 

Länge 9 Mill., Flügeisp. 16. Capiie, anlennis palpisqne 



290 

nigris , Ihorace abdomincque nigro viiesicntibus , hoc supra 
tantuin nigro cjaneo-violaceo annulalo, scopulis nigro-viola- 
ceis, media aUamen ferruginpo-auranliaca ; alis anticis fusco- 
nigricantibus, fenugiueo - auiantiato iiiaculatis posliccque 
marginatis; alis posliiis transhu-enfibus, neivuris nigris; 
pedibus nigro cyaneo-violaceis , fibiis ferrugineo - auranliato 
pilosis. Sie gehört neben Stomox3'formis [.']. Kopf, Palpen 
und Fühler schwarz, Thorax und Hinlerleib grünlich schwarz; 
diese Farbe kommt von kleinen Schuppenhaaren, zwischen 
welchen man andre violettbiauschwarze bemerkt, die, am 
Hinterrand jedes Ringes regelmässig geordnet, machen, 
dass der Hinterleib auch diese Farbe hat, unten ist er ganz 
schwarz. Die Aflerbüsche sind violettschwarz mit Ausnahme 
des mittelsten , der orangercstiarbig ist. Yorderflngel schwärz- 
lich braun, am Yorderrand mit einigen violettblauen Schup- 
pen; nur die Mittelzelle ist durchsichtig; sie ist aber durch 
einen schwärzlichbraunen Fleck unterbrochen, dem ein ande- 
rer, viel kleinerer, orangerostfarbener folgt; der Innenrand 
ist mit letzterer Farbe gesäumt; der Fleck der Flügelspitze 
ist schwärzlich braun , hier und da mit einigen orangerost- 
farbenen Schüppchen geziert ; die Unterseite ist ganz wie 
die Oberseite. Hinterflügcl durchsichtig; Adern schwarz, 
Franzen wie an den Yorderflügeln braun. Beine violettblau- 
schwarz; Yorder- und Mittelschienen hauptsächlich rauh 
durch verlängerte, orangeroslfarbene Haare [im Bilde sind 
die Yorderflügel braun; gegen die Sj)itze dunkler, am Innen- 
rand hellrolh j das schmale klare Zcllendreieck ist um seine 
ganze Länge von der Flügelwurzel entfernt ; das Querader- 
band ist an der äussern grössern Hälfte hellroth ; der darauf 
folgende klare Fleck ist etwas schmäler als das Querader- 
band, wenig länger, viereckig, von zwei Längsadern durch- 
schnitten. Alle Schienen hellroth.] Bei Uran zu Ende März 
am Djebel Santa Cruz. 

S. 370. 64. Macroglossa stellatarum nicht sehr selten 
im Mai und Juni im Osteu und Westen Algeriens. 

65. Deilephilaeuphorbiae pl. 2 üg. 8 (sehr gross, statt 
Grün Braungelb). 

Aus Puppen , die im Juli bei Algier gefunden waren , im 
September ausgekrochen. Alle ausgekrochene Exemplare 
weichen von den Europäern durch die blassen Farben auf 
den Flügeln und dem ganzen Körper ab. Thorax und Hin- 
terleib wie bei den Europäern , nur die Unterseite des letz- 
tem olivenfarbig statt blassroth. Flügel auf der Oberseite 
hell aschgraulich (gris cendr4 clair) statt rölhlich grau, mit 
Ausnahme der Hinterflügcl, die sehr leicht rosig angellogen 
sind ; unten sind sie schwach olivenfarbig aschgrau. 



291 

S. 505. 65. b. Deil, ti tJij iii ali um Algier vo» Levaillant 
angetroffen; bisher nur als Bewohner Siidspaniens und Ma- 
deiras angezeigt, auf den Kanarisehen Inseln sehr gemein. 

S. 371. 66. D. celerio einmal zu Anfang März bei Bugia 
lodt unter den Rindenstücken eines Olivenbaums angetroffen. 

67. D. linenta etwas dunkler und lebhafter gefärbt als die 
Europäer, am Djebel Amour von Levaillant angetroffen. 

68. Sphinx convoivuli bei Algier im Mai gefangen. 

69. Acherontia afropojs zur Anfang Mai bei Algier und 
Bugia einigemal. 

S. 372. 70. Zj'g. algira Dup. Suppl. 11., pl, 7 lig. 6 sehr 
reichlich in den ersten Tagen des März bei Algier, Con- 
slantine. Bona und Lacalle. 

71, Zjg. orana Dup, Suppl. II., pl. 12 lig. 8 nur bei Orau 
am Ostabhang des Djebel Santa Cruz zu Anfang März 
zweimal. 

72, Zyg. zuleima Pierret Annal. VI., p. 22 pl. 1 Hg, 8 — 
ziemlieh gemein zu Ende VViuteis und durch einen grossen 
Theil des Frühlings um Oran, Algier, Constanline, Bona 
und Lacalle. 

73, Zvg. Valentini Bruand Annal. 2 serie IV, p. 201 pl. 8 
lig. 1 — bei Constantine von Valentin Devoisins gefangen. 

S. 373. 74. Zyg ludicra Luc. pl. 3 lig. 1, Länge 81/2 Mill., 
Fliigelsp. 20. Corpore pedibusque nigris, anlennis nigro- 
subviolaceis, alis anticis fusco subvirescente tinctis, longi- 
tudinaliter rubro-trivittalis biniaculatisque , nervuris iimbria- 
que nigris; posticis rubris, Hmbria nigra. Der Valentini 
etwas ähnlich , aber kleiner. Kopf wie die Tasfer schwarz 
und mit schwarzen Haaren bekleidet. Fühler schwarz, 
sehwach violettlich. Thorax schwarz, ganz mit schwarzen, 
ziemlich verlängerten und wenig «lichten Haaren bekleidet. 
Vorderfliigel schmäler als bei Valentini, braun, leicht grün- 
lich angelaufen; Adern und Franzen schwarz; sie zeigen 
drei rothe Längsbinden , von denen 2 aus der Flügelwurzel 
entspringen, und die, welche nahe [unterhalb] der Median- 
ader liegt, viel weiter reicht als die den Vorrand einneh- 
mende; die dritte nimmt die Discoidalzelle ein; über deren 
Disco-cellularader sie hinausreicht; auf diese Binde folgen'2 
rothe, längliche Flecke, einer über dem andern, [im I5ilde 
ist nur einer zu sehen , welcher den Hinterrand am Innen- 
winkel berührt]. Die Hinterlliigel wie die Aderu|sind roth, 
schwarzgefranzt. Unterseite ohne Auszeichnung, ausser dass 
auf den Vorderflügeln das grünliche Braun durch Roth ersetzt 
ist. Hinterleib und Beine schwarz. — Bei Oran, 

75. Zyg. Cedri Bruand Annal. 2. serie IV. p. 202 pl. 8 fig. 2 
— um Algier von dem Offizier Cedre entdeckt. 



292 

76. Prodis cognata (Rambur.) Luc. pl. 3 flg. 2, Länge 
11—12 Mill., Fliigelsp. 30—33. Alis anliois, capite abdo- 
inineque viridi aiiratis , priinis infra sec undisquc cinerascen- 
tibus a<que cincrascenfe iimbriatis; anlennis elongatis, cxili- 
bus, viiidi-auiato-subcyaneo-finctis denlibusque fuscis; pedi- 
busque elongafis, femoribus viridi - auralis , fibiis tarsisque 
cinerascentibus. Grösser als Slatices, dieser sehr ähnlich. 
Yorderfliigel oben, Thorax, Ober- und Unterseife des Hin- 
terleibes viel heller goldgriin als bei dieser, auch die Vor- 
derlhigel unlen und beide Seiten der Hinferflügel viel heller 
grau; die Kränzen aller Flügel nicht goldgrün, sondern sehr 
hellgrau. Fühler viel gestreckter, viel weniger dick, Schaft 
grün, obenauf sehr leicht blau angelaufen; die Zähne ziem- 
lich dunkelbraun, weniger gestreckt und liesonders weniger 
gedrängt als bei Statices. Beine auch schlanker und 
gestreckter, an den Hüften sehr hell goldgrün, an den 
Schienen und Tarsen^liedern wenig dunkel grau. Nur bei 
Constantine am Südabhang des Djeltel mansourah im Mai 
ziemlich selten . bisher nur als südspanisch angezeigt. 

Anm. Weder die Gesialt der Flügel noch die der Fühjcrspilze 
\vird von Lucas beschrieben I Nach dem Bilde sieht man, dass die Art 
nicht zu Statices , sondern in die Nähe von Giobulariae gehört. Nur diese 
hat Lederer (s. Wiener Zool. bolan. Zeitschrift 1852 S. 105) in Andalusien 
gefunden. Ich vermulhc daher, dass auch die Lucassche Cognata nichts 
mehr als eine helle Varietät von Giobulariae sein wird, wie ich sie von 
Lederer zur Ansicht erhielt. 

S. 374. 77. Procris ciitana Luc. pl. 3 fig. 3, Länge 6 — 7 
Mill., Flügeisp. 18 — 20. Alis anticis nigrescenlibus ad 
basim anticequc viridi tinctis , alis posticis supra infiaque, 
anticis infra subnigrescentibus ; capite, Ihorace abdoniineque 
viridibus, antennis viridi cvanescentibus denlibusque nigris. 
Kleiner als Globularia<! , welcher sie ein wenig ähnelt. 
Vorderllügel schwärzlich, am Ursprung und am ganzen 
Vorderrand stark dunkelgrün bestäubt. Hinteriliigel oben 
und unten und Vorderllügel unten ziemlich leicht schwärzlich 
angellogen. Kopf, Thorax und der ganze Hinterleib ziem- 
lich stark dunkelgrün bestäubt. Fühler dunkel bläulichgrün, 
die Zähne, welche sie an jeder Seile zeigen, matt schwarz. 
Das Weibchen ganz wie das Männchen ; die P^'ihlerzähne 
matlschvvarz und sehr wenig markirl (fort peu marquees). 
Um Constantine am Abhänge des Koudiat-Ati, an den Sten- 
geln der höhein Kräuter, in den ersten Tagen des Mai, 
etwas gemeiner als die vorige. 

Anm. Sie hat viel kürzere Flügel und Fühler als Ampelophaga; 
die Farbe ist auf dem Bilde schwärzlich und an allen Vorderrändern gelb- 
bräunlich angeflogen. 



293 

S. 375. 78. Eucliclia pulchra iibeiall in Algerien das ganze 
.lalir (liirch sehr häufig. 

79. Emjdia coscinia ziemlich selten am See Houbeira bei 
Lacalle im Juni. 

80. Callimorpha dido Wagner Reise in A!gier III. p. 209 
pl. 9 — bei Oran von Dr. Wagner entdeckt. 

S. 376. 81. Trichosoma nia u ri ta ni cum Lac. pl. 3 fig. .5: 
alis anticis siipra infraque nigro-fuscis , ad marginem extus 
[i. e. ad costani] macuüs 2 albido - ilavescentibus ornalis ; 
alis secnndis supra infraque et angulo anali flavo-auranliacis 
(hoc fortiter fusco - nigro marginato), macula trianguliformi 
fuscaque ornatis; capite ihoraceque nigris, llavesconte pilo- 
sis^ abdomine supra nigro, infra piloso-flavescenle clongatis, 
fiavescentibus, setis nigris. (d^j. So gross wie Tr. baolicum 
und neben dieses zu stellen. Nur einmal in den Kork- 
eichenwäldern am See Houbeira bei Lacalle Mide Juni. [Da 
die Diagnose dieser leicht kenntlichen Art so ausführlich wie 
eine Beschreibung ist, so halte ich eine Ueberselzung der 
letztern für libcrllüssig]. 

82. Trieb, algiricum Luc. pl. 3 fig. Ü; flavescente fimbria- 
tum, alis primis supra nigro - subllavescente linctis, tiavo 
transversim trajeclis [i. c. fascia media ochracea dorsum non 
tangenle], puncto flavescente ad apicem ornatis: infra flavis, 
antice nigrescentibus , alis secundis supra infraque tlavis, 
vllla [i. e. fascia] niaiginali lata nigrescente; capite, thorace 
abdoniineque nigris, flavescenfe-pilosis ; anlennis flavescenti- 
bus, fortiter pcdinatis. cT. So gross wie Tr. corsicuin und 
diesem sehr analog. Bei einer Varietät ist die Binde der 
Vorderflügel fast verlosehen und zeigt sich nur als ein klei- 
ner Querfleck. — Bei Algier im Mai von Canfener gefangen. 

S. 377. 83. Chelonia pudica nur einmal bei Lacalle in 
den hohen Kräutern der Sümpfe von Ain-Dreah in» Juni. 

84. Li pari s dispar im Mai in den Gehölzen am Tongasce 
bei Lacalle. 

S. 378. 85. Liparis chrjsorrhoea gemein in den Kork- 
eichenwäldern von Lacalle im Frühling und während eines 
ziemlich grossen Theils des Sommers. 

Anm. Bei Messina habe ich im April ein Raupennest dieser Art 
au Aibutus uredo gefunden, was ich in meinem Aufsatz über Sicilische 
Schmetterlinge Isis 1847 zu erwähnen vergessen habe. 

86. Orgjia antiqua nur einmal im Juni in den Eichenwäl- 
dern am Houbeirasee. 

87. Bombyx cocies bei Bona ein $ in den ersten November- 
tagen an einem Olivenslamni ; die Raupe, der von Trifolii, 
sehr ähnlich, zu Ende Juni auf dem Küstenginster gefunden 



294 

verpuppte sich Ende Juli, und eiu JSchiueKerliu^- «'ischien zu 

Anfaiij>' Oc(oheis. 
88. Bomb, pliilopalus Donzel Annal. 2""^ seile II. pl. 8 ti». 

2 — bei Consfantine von« Hauptmann Cliailon i»el'an;j,en. 
S. 379. 89. Lasioeampa suberifolia Dnp. SuppI IV. pl. 

57, nur einmal am Stamm einer Korkeiche im Juni am 

Tongasee bei Laealle. 

90. Megasoma repandum — bei Messerghin zu Ende Mai 
ziemlich reichlich von Levaillant angelroüen. 

91. Saturnia atlantica Luc. jil. 3 Hg. 4. Alis infra supra- 
que non disparibus, primis cinerascentibus , anlice subtilis- 
sime albo-maculatis, postice fusco-cinerascentibus, fulvescenlc 
marginatis, in mcdio fortiler nigro lunatis, oculo nigrescenle, 
pupilla lunnlala translucente irideque Hava, hac intus rubre 
bilunnlata, basi fusca, vilta transversali angustata antice 
rnfo tincta, posticeque sai fortiter donticulata; alis secundis 
similibus anticis , attamen vittis antice posliceque fuscis, 
vilta postica fortiter denticulata; capite thoraceipie fuscescen- 
tibus, anlice albis postice(|ue aibo rubroque annnlatis ; abdo- 
mine supra fnlvo, albo atuuilato, infra albido snbcinerascente, 
lateribus utrimquc ö- rubescenle macnlatis, antennis llavis. 
(Zu dieser ächten Sesqiiipi'daldiagnose fiige ich bloss die 
Bemerkung, dass die Art der Pyri sehr ähnlich ist und sich 
durch die schärfern und spitzem Zähne der Hinterflügel- 
binde, die scharf gelbgesäiimle Iris der Augenflecke und den 
breiter weissen Rand der Flügel unterscheidet.) Nur ein 
Männchen wurde in den Korkeichenwäldern am Tongasee an 
einem Eichenstamm zu Anfang Mai gefunden. 

S. 381. 92, Co SS US ligniperda um Algier, die Raupe wurde 
im Februar in einem Johannisbrotstamm gefunden und gab 
erst nacli 18 Monaten im August den Schmetterling. 

93. Zeuzera aesculi einmal im Jnni an einem Pistacicn- 
stamme bei Milah. 

94. Acronyeta rumicis nicht sehr selten im Mal und Juni 
bei Algier. 

S. 382. 95. Spintherops spectrum nicht selten im Mal 
und Juni bei Laealle. Die Raupe an Genista maritima auf 
den Dünen. Das Cocon ist weisslich und der Länge nach 
durch 5 bis 6 Ginsterzweige beschützt. Metamorphose der 
Raupe Mitte Mai, das Auskriechen erfolgt Eiule Juni. 

96. Triphaena orbona (comes 0.) in den Wäldern am 
Tongasee aus Gesträuch geklopft. 

97. Triphaena pronuba einmal beim Constanline im Mai. 

98. Agrotis saucia bei Algier im Juni. 

S. 383. 99. Hadena chenopodii um Bona im Mai einmal. 



295 

100. PhlogoplioiH meliculosa im April und Mai bei Oran 
und Algier. 

lOl.Eriopus Latreillei i» den Wäldern am Houbeirasee. 

102. Episema hispida um Algier zu Ende August einmal. 

S. 384. 103. Epis. orana Luc. ph 3 iig. 7. Länge 13 Mill., 
riügelsp. 30. Alis anticis supra fiisco linctis : in medio 
vitfa fusca trajectis , antice birufescenic maculatis, fimbria 
fusco riibesccnte septemque nigro maculala; alis secundis 
albicanle cinerasccntibus, in medio fasciola arcuafa, fusca 
ornalis; alis primis infra fuscis, secundis albicanle subru- 
boscenle linclis; capile tlioraceque piloso - cinerascentibus, 
antennis rufescentibus abdomineque ilavo subnigricanie. Vor- 
derfliigel oben weiss, braun angelaufen, in der Mitte mit 
einer breiten braunen Binde, die nicht ganz den Vorderrand 
erreicht; am vordem Tlicil dieser Binde bemerkt man 2 
kleine rolhgelbliche Flecke, von denen der eine quer liegt 
und oval ist, der andie der Länge nach liegt und gleich- 
falls oval ist; unterhalb dieses Fleckes sind zwei kleine 
dunkelschwarze Striche, die, sich vorn vereinigend, eine 
Pfeilspilze vorstellen : die Binde sendet an ihrem vordem 
Theil einen kleinen Querlleck aus, der an seiner Spitze 
dunkelbraun ist, womit er sich an eine kleine, buchtige, 
rothgelbliche Längslinie lehnt, die fast den Rand des Flü- 
gels erreicht; Franzen rolhgelblichbraun und mit sieben 
dreieckigen, dunkelschwarzen Flecken geziert. Hinterflügel 
weiss, ein wenig ins Aschgraue ziehend, im Ccntruni miteinera 
kleinen, gebogeneu, dunkelslaubgrauen Bändchen; vor 
den Franzen ist eine Reihe kleiner, dunkelbrauner, unter 
einander vereinigter Flecke. Yorderflügel unten braun, 
an der Spitze heller, im Cenfrum mit einer gebogenen, 
braunen Längsbinde; Hinterflügel weiss, leicht rolhgelb 
angeflogen, wie die Vorderflügel mit brauner, gebogener, 
aber viel weniger stark nüancirter Längsbinde; in ihrem 
Centrum ist ein kleiner stanbgraulicher Punkt; Franzen 
aller Flügel weiss, leicht röthlichgelb , wie oben dunckel 
braune Fleckchen vor sich habend. Kopf und Rücken- 
schild sind mit langen, hellstaubgrauen Haaren bekleidet. 
Fühler rothgelblich; Hinterleib gelb, etwas schwärzlich. 
Einige Exemplare im westlichen Algerien aus Chamaerops- 
büschen zu Ende April geklopft, [Ob man diese Art nach 
der Beschreibung M'iedererkennen wird, ist mir sehr fraglich. 
Da ich von der Abbildung keine Copie genommen habe und 
mich auf ihr Aussehen nicht besinne , so gestehe ich , dass 
ich mir kein klares Bild aus den Textesworten zusammen- 
zusetzen weiss ; auf der Unterseile der Flügel scheint Lucas 
sogar die Querbinden in Längsbinden zu verwandeln. Zum 



296 

Glück ist die Ahhildiin.i« vorhanden , die hoffentlich eine 
befriedigende Auskunft gewährt. 
S. 385. 104. Cleopliana cjclopea um Constanline im April 
beim Al>keschern hoher Krauler einmal gefunden. 

105. Plusia gamma im Mai und Juni l)ei Oran , Algier, Con- 
stanline , Bona und Lacalle. 

106. Plus, ni im Juli in den Wäldern am Tongasee gefangen. 

107. Heliothis peltigera eben da im Juni. 

S. 386. 108. Acontia solaris nicht sehr selten im Mai bei 
Algier. 

109. Gate phia R a m b m i i bei Algier im Juni. 

110. Catocala dilecla im Juni in den Wäldern am Tonga. 

111. Cat. conjuncla eben dort zu gleicher Zeit. 

S. 387. 112. Cal. con versa um Oran von Levaillant 
gefangen. 

113. Ophiusa lunaris um Algier im Mai einmal. 

114. Oph. algira im Mai in den Wäldern am Tonga aus Ge- 
sträuch geklopft. (Schluss^folgt.) 



]¥ o t i s e n. 

Unter den mancherlei Feinden der Larven von Wasser- 
Insekten nehmen , wie ich neulich zu meinem grossen Nachlheil 
erfuhr, die Schnecken eine bedeutende Stelle ein. Limnaeus 
stagnalis verzehrte zweimal vor meinen Augen ganz erwachsene 
Larven von Agrion najas, fing selbe sehr geschickt mit dem 
breiten Fussc, hielt sie durch Zusammenkneifen desselben fest 
und verzehrte sie. Gleicher Weise richteten Paludinen unter 
junger Brut der seltenen Agrvpnia picta Kolenati Verheerungen 
an. Sie sassen auf den W^urzeln der Wasserpflanzen mit geöff- 
netem Deckel. Die lebhaft herumkriechenden Agrjpnia - Larven 
wurden leicht durch Schliessen des Deckels gefesselt. Dann lies 
sich die Schnecke auf den Boden des Wasserglases herabfallen 
und tödlete den Raub vollständig. Eine rasche Verminderung 
meiner Larven machte mich argwöhnisch, und bald gelang es 
mir, die frechen ungeahnten.Räuber zu ertappen. Einmal wurden 
zwei Larven auf einmal von einer Schnecke ergriffen. Obwohl 
sonst in Wassergläser gesetzte Schnecken der Fäulniss des 
Wassers gut vorbeugen, ist doch der durch sie angerichtete 
Schaden beim Larvenzüchten zu beträchllich. Ich habe sie mit 
Ausnahme der jungen Brut sämmtlich aus den Behältern entfernt. 



Der merkwürdige Vorgang des Eierlegens bei Chrjsopa u 
Hemerobius, den Reaumur hypothetisch, Ratzeburg und Schneider 
nach Beobachtungen erklärten, scheint mir noch nicht vollständig 



sicher bekannt. Sclineider Jial gesehen, «lass zuersf die Fäden, 
auf welchen die Eier slehen, von der Iinago gebildet und weiter 
ausgezogen werden , und dann erst das Ei folgte. Um so mehr 
iiherrasclite mich der entgegengesetzte Verlauf bei Hern, phalera- 
tus und Chrvs. alba L. , die auf der Nadel allerdings die Eier 
niclit ganz, sondern nur zum Theil ausstiessen. Bei Hemerob. 
phaleratus trat das Ei vollständig zum Hinterleibe hervor , und 
wurde durch den nachfolgenden kleinen Faden am Leibe noch 
festgehalten. Der Tod verhinderte seine gänzliche Ausstossung. 
Bei Chr. alba wurde nicht einmal das Ei ganz ausgestossen. 
Doch war auch liier ein vorausgehender Faden nicht sicht- 
bar, vielmehr zeigte das zu s'^ entwickelte Ei, dass der kleine 
Knopf oder spätere Deckel, welcher bei gelegten Eiern stets die 
Spitze bildet, zuerst geboren wurde. Obwohl diese Beobachtun- 
gen nicht erschöpfend sind, halte ich sie besonders für Hemero- 
biiis deutlich genug, um die bisherige Erklärung des Eierlegens 
entweder für nicht durchgreifend oder nicht genügend zu erklären. 



Es ist mir mehrfach gelungen, die merkwürdigen Larven 
in Muhn zu finden, welche Westwood Intv. L p. 102 beschreibt, 
und deren eine (nach Hope Noterus crassicornis) er Fig. 6. 5 — 8 
abbildet. Leider misslang die Zucht und ich besilze nur noch 
zwei Stücke in Weingeist. Es wäre mir sehr erwünscht Nach- 
richt zu erhallen, ob und wo diese kuriosen Thiere, die unter 
Bernstein-Insekten in der für ein Crustaceum gehaltenen Glossaria 
rostrata ihr Analogon finden, gedacht ist. Als ich sie zuerst 
sah, hoffte ich in denselben die lange vergeblich gesuchten 
Borens-Larvcn entdeckt zu haben. Hasen. 



Der in der Juni -Nummer Seite 198 von Herrn Slrübing 
beschriebene Malacliius fallax sibi ist mir durch Herrn Müller, 
welcher aus derselben Quelle stammende Exemplare aus Posen 
besass, freundlichst mitgetheilt worden. Derselbe ist vom Mala- 
chins aeneus, mit dem ihn Strübing möglicher Weise für iden- 
tisch hält, durch die Fühlerbildung leicht und sicher zu unter- 
scheiden. Sehr schwer, ja nach meiner Ansicht unmöglich, dürfte 
es dagegen sein , zwischen ihm und dem Malachius rubidus Er. 
einen Unterschied aufzufinden , von dem auch Erichson rEntomo- 
graphien p. 70) (reffend sagt: „Eljlra rufa, vitta communi sutu- 
rali, summa basi leviter dilatata, pone medium abbreviata, viridi 
aenea, saepius fascia fuliginosa int er medium et 
ap i ccm o b v ia." 

iA. Kraatz. 



298 

Intelligenz. 



I. 

Eine sehr vollstHudige und gut erhaltene Schmetterlings- 
Sammlung (2500 Species , Europäer und Exoten) ist in Meiningen 
zu verkaufen. Das nach Ochsenheinier geordnete Yerzeiehniss 
derselben , so wie ein sehr günstiges Gutachten anerkannter 
Sachkenner, können adf Verlangen eingeschickt werden. Näher« 
Auskunft ortheilt : J.;Mi(ilhieraizt Baumbach in Meiningen 

in Sachsen-Meiningen 



II. 

Dr. Vierthaler aus Cothen, der bei einem etwa zweijährigen 
Aufenthalt in bis dahin von Reisenden wenig besuchten Gegenden 
Eg}ptens eine ansehnliche Menge Insekten aller Art, namentlich 
Coleopteren zusammengetragen hat , ist im vorigen Jahre dort 
einer Seuche erlegen. Durch freundliche Vermitlclung des preussi- 
schen Consuls zu Cairo ist der gesammte Nachlass des Verstor- 
benen nach Cöthen vermittelt und die namentlich in Tenebrionen 
ungemein reichhaltige Sammlung durch Herrn Professor Apelz 
aus Altenburg geordnet worden. Die Erben des Verstorbenen 
oifeiiren den Herrn Entomologen diese Sammlung um einen civi- 
len Preis, und werden diejenigen, welche auf die ganze Samm- 
lung oder auf einen Theil derselben rcflectiren sollten, ersucht 
sich dieserhalb an den im Restauralionsgebäude der Eisenbahn 
zu Ciilheu wohnhaften Oberstlieutenant Vierthaler zu wenden, bei 
welchem auch die Sammlung zur Ansicht bereit steht. 



III. 

Ebenfalls zu verkaufen die 1600 Arten Coleoptera und 770 
Arten Lepidoptera umfassende, sauber gehaltene Sammlung des 
verstorbenen Oberforstraths Arnsperger in Heidelberg. Nähere 
Auskunft ertheilt der Studiosus Arnsperger in Heidelberg. 



Druck von F. Hessen lai 



Eiitoiiiologisclie Xeitnus 

liercausgegebeii 

von dem 

eiitomologlschen Vereine zu Stettin. 



Redaclion: In Commission bei den Buchliand- 

C. A. Dohrn, Vercins-Präsident. '""^en von E. S. Mi ttl er in Berlin, 

' Fr, Fleischer, undDyk in Leipzig. 



K. 10. 15. Jalir§:an§:. OctobCF 1854. 



Inhalt: Zell er: Exploration scienlifique de l'Algerie. (Schluss.) — Ger- 
släckcr: neue Myriapoden- und Isopoden-Gattung, — Hagen: 
Notiz. — Dutre^ux: Papilio Hospiton. — Kef erst ein: Bemerkung 
über Pap, Ajax. — Bach: Bemerkungen. — Winnertz: Ceci- 
domyia. — Kraatz: Synonymische Bemerkungen. — Correspon- 
denz vom Cap. — Intelligenz. 



Wissenschaftliche Mittheilungen. 
JEocploration scieniijique 

de l'Algerie, pendant les annees 1840 — 1842, 

public par ordre du gouvernement. 

Zoologie. III. Paris 18 i9. 

( Schluss.) 

115. Opliiusa geometrica bei Algier gefangen. 

116. Opli. Stolida F. cingularis Tr. um Bona im Mai einmal. 
S. 388. 117. Anthophila ostrina um Bona und Constantine 

im Mai zweimal gekesclierf. 

118. Anth. albida Dup. Suppl. IV. p. 382 pl. 81 tig. 1 - nach 
Duponchels Angabe aufgeführt. 

119. Anth. numida Luc. pl. 3 lig. 8. Alis anticis supra infra- 
que flavescentibus, ad apicem macula rufesceute ornatis, hac 
nigro - unipunctala, alis posticis fimbriaque albis, capile 
squamoso-flavescenle, antennis fusco-vufescentibus, thorace 
abdomineque albis. Yorderflügel oben gelblichweiss mit 
rothgelbem Fleck am Apicalwinkel, nahe am Hinterrande, 
dessen Franzen weiss sind, mit einer kleinen, sehr feinen, 
leicht hrüuulichen Lüngsiinie; der Raum zwischen ihr und 

20 



300 

ileiu Hin(erraii(l(' ist weiss. Bei sehr frisilie» Exemplaren 
sind die Fliij!.«! leirltt mit Rotlig:ell> geflet-kt und vor dem 
rolligcilten Flock des Apiealwinkels ist gewöhnlich ein klei- 
ner, si'hwarzer Punkt. Unten sind die Yorderiliigel oelblich- 
weiss, am Apicalwinkcl braun angelaufen und mit 2 weissen 
Fleckchen ganz am Ende des Yorderrandes. Franzen ganz 
weiss. Hinteifliigel oben und unten weiss, mit weissen 
Franzen, am ganzen Aussenrande gelblich wie dieser selbst 
angelaufen. Kopf mit gelblichen Sihuppenhaaren bedeckt; 
Fühler rolhgelblich. Thorax weiss, nur vorn mit einigen 
gelblichen Scliu|»|ionhaaren. Hinterleib oben und unten ganz 
weiss wie die Beine. 

Bei Lacalle in den Wäldern am Tongasee einige Exem- 
plare im Mai. 

Anm. Diese Antli. niimida ist nichts als meine Varit-l. b. der 
A. OS tri na; in der Abbildung fehlt auf den Voiderflügeln der schwarze 
Mittelpunkt und der Schatten davor gänzlich; auch die Flügelspitze entbehrt 
des schwarzen Punktes; obgleich der Text ihn für frische Exemplare verlangt. 

S. 389. 120. Rumia crataegaria nur einntal bei Philippe- 
ville im Juni aus Gesträuch geklopft. 

121. A sp i I ates ca labrar ia um Bona im Juni an den Ufern 
des Seibus. [Die Citale aus Hiibn. , Tr. und Dup. beweisen 
noch nicht, dass es wirklich Calabraiia war.] 

122. As p. citraria um Constantine und Lacalle im Mai und 
Juni. 

123. As p. sacraria ziemlich reichlich im Mai beim Abkeschern 
der hohen Kräuter bei Oran, Algier und Constantine. 

S. 390. 124. Asp. Duponchellaria Luc. pl. 3 fig. lU. Länge 
12 Mill., Fliigelsp. 31. Alis anticis supra fusco-ferrugineis, 
infra ilavo - ferrngineis iimbria <-inerea ; poslicis flavo-ferru- 
gineis, infra llavo-l'errugineo subfusco tinctis ; capite ihora- 
ceque fusco ferrugineo-jtilosis , antennis fusco - nigricanlibus 
abdomineque on)nino fusco - ferrugineo. Yorderflügel oben 
rostfarbig braun, dunkel aschgrau gel'ranzt (gris cendre); 
unten sind sie rostgelb, am ganzen Yorderrande gebräunt, 
an den Franzen wie oben. Hinterilügcl oben rothgolb, dun- 
kelgrau gefranzt; unten rostgelb, leicht braun angelaufen; 
Franzen wie oben. Der ganze Kopf und Thorax rostfarbig- 
braun behaart; Fühler schwärzlich braun; Hinterleib ganz 
rostgelb. 

Um Oran von Levaillant im Mai entdeckt. 
(Zufolge ihrer Grösse, Fühler und Färbung — auf den 
Vorderflügeln zieht nämlich in der Abbildung eine etwas 
schmale Binde, lieller als die Grundfarbe — ist dit-s keine 
Varietät der Sommer Purpuraria; sie gehört aber in ihre 
nächste Verwandtschaft.) 



301 

125. Fi d Olli a ein)' s i ta li a (pl. 3 lig, 0.) um Consfaiiline , wo 
sie im Mai gern in der {^rössten Taj^eshilze fliegl. Eine 
.sehr ausgezeicluiefe Varietät (fig. 96) hat auf den Voidci- 
fliigelji statt zwei weisser Querljündclien eine breite weisse 
Binde mit einigen brannen Atomen. Die braunen Atome an 
der untern Partie derselben Flügel an ihrer vordoin Seile 
sind sj)ailicher als bei der typisehen Art. Hinterlliigel mit 
weniger breit ausgedrückter R,andl)inde. 

S. 391, 120. Fidon. Semicanaria um Algier im Mai nur 
zweimal. 

127. C h e m e r i n a Ramburarla Dup., wozu als Synonym 
Ligia raliginearia Ramb. Annal. 2. serie 11. p. 35 }(l. 2 üg. 
34 gezogen wird , bei Constantine im Mai einmal. 

128. Njssia f labe Ilaria Heeger bei Oran Mitte April einmal. 

129. B a r m i a B o i s d u v a 1 a r i a Lue. pl. 4 iig. 1 . Länge 1 5 
Mill. , Fliigelsp, 34. Alis anlicis supra fusco-nigricantibus, 
albo cinereo niarginatis , in niedio longitudinaliter nigro uni - 
linealis a((|ue unipunctatis, infra rinereis, fimbria alba 
nlgro-punt'tala ; aus secundis supra infratpie griseo-einereis, 
in medio nigro univillatis [i. e. fascia media nigricantej ; 
capite, thorace abdomineque griseo-cinerascentibns, antennis 
rufis. Vorderiliigel oben schwärzlichbraun, aschgiauvveiss 
gesäumt; Franzen ebenso; vor ihnen eine Reihe symmetrisch 
gestelller schwarzer Pünktchen; auf dem schwärzlichbraunen 
Fliigeltheile sieht man eine gebuchtete schwarze Längslinie 
[ligne longitudinale d. h. Querlinie I], und einen schwarzen 
Punkt nahe am Yorderrand in der Mitte zwischen dem eben 
angedeuteten*) gebuchteten schwarzen Bande und der grau- 
weissen Faibe, welche diese Flügel begrenzt. Unterseite 
aschgrau mit demselben Punkt , den jnan oben sieht [im 
Bilde sieht man keinen.']. Hinterflügel oben aschgrau, in 
der Mitte mit schwärzlicher, buchtiger Längsbinde [d. h. 
Querbinde] , und diesseits derselben mit einem schwarzen 
Punkt; unten aschgrau, mit derselben schwarzen Binde, nur 
breiter ausgedrückt, und demselben Punkt. Vor den Fran- 
zen sind die schwärzlichen Punkte der Oberseile, nur viel 
stärker ausgedrückt. Fühler rothgelblich. Kopf, Rücken- 
schild und Hinterleib mit langen schwärzlichaschgrauen 
Haaren bekleidet, Rückenschild und Hinterleib unten wie die 
Beine hell aschgrau. [Die Abbildung sieht sehr abweichend 
aus; die Grundfarbe der Vorderflügel ist gelbbraun, welches 
sich erst in der Mitte in dunkelschwarzbraun verändert, 
worin die Adern weisslich hervortreten etc.] 



■") ? Vorher ist von einer ligne longitudinale einueuse noire die Rede, 
jetzt von einer bände siciueiise noire. 

20 =r 



302 

Bei Cons(an(iiic zu Endo Mal nur einmal in einen Gaiicn 
gef'anjii'en. 

S. 392. 130. Eiibolia |)o I vg ra ph a ria in den Schluclilen 
zwischen Oran und l\Ters - el - Kel»ir in den Chamaerops- 
büschen. 

131. Eupi tliecia puniilaria im Juni aus Gebüschen geklopft 
bei Oran und Aiii,ier. 

S. 393. 132. Chesias Üranaiia Luc. pl. 4. % 4. Länge 
9 Mill. Fliigelsp. 29. Alis antitis supia infiaque flavo- 
lufescenfibus , obli(|ue fusco-univitlalis, finibria ilavescenle, 
l'usco - bilineala ; alis secundis llavo - rufeseenlilms , poslice 
fuscis , ihorace abdoniineque rufeseentibus. Vorderflügel 
oben rödilicbgelb mit einer braunen sclirägen Binde, welche 
aus der Flügelspitze kommt und ein wenig ihren miulern 
Tbeil übcrschreilet [d. li. sie endigt am InnPi:rand etwas 
liinler der Mide; nacli der Abbildung ist sie sclimal, in die 
Flügelspitze verdünnt und von zwei heilen Linien eingefasst]. 
Vor den gelblichen Franzen sind 2 kleine braune Linien 
[d. h. an der Wurzel der Franzen ist eine f<'ine braune 
Doppellinie]. Unten sind sie braun mit denselben Linien, 
wie oben , nur weniger scharf. Hinterllügel oben rölhlich- 
gelb, aussen braun; der Hinterrand mit dieser Farbe ge- 
säumt, und der Raum zwischen diesem Raum und der 
braunen Faibo weiss. [Nach dem Bilde siheint mir Lucas 
die schmale woissliche Franzenvvurzel , nahe welcher durch 
die Franzen eine braune dünne Linie zieht, zu meinen], 
unten sind diese Flügel wie oben. Fühler rofhgelblich ; 
Rückenschild, Hinterleib und Beine ebenso. 

Im Juli bei Oran von Herrn Ravergie entdeckt. 
Zufolge meiner Copie der Abbildung hätte ich diese Art 
für sehr nahe verwandt mit Sacraria gehallen, keinesweges 
für eine Chesias, allerdings kann ich die Abliildung der 
Fühler nicht mehr vergleichen , über deren Beschaffenheit 
der Text schweigt]. 

133. Cidaria malvaria Ramb. — bei Mascara von Hrn. Morelet 
gefunden. 

134.Melanthia galiaria einmal im Juni bei Oran aus Cha- 
raaeropsbüschen geklopft. 

S. 394. 135. Epli)ra pupillarla bei Algier von Hrn. Nivo;^ 
gefangen. 

136. Acidalia ornataria um Constantine im Mai am Rum- 
raelfluss vou hohen Kräutern gekescherJ. 

137. Acid. ossearia um Constantine und Lacalle im Mai und 
Juni von hohen Kräutern gekeschert. 

138. Acid. incanaria in den Wäldern am Tonga und Houbeira 
im Mai aus Gebüschen. 



303 

139.Aci(l. C an teile rari a Boisd. Index nur einmal im Juni in 
den Ebenen des Houljeira zwischen hohen Kräufern [warum 
niclit Iteschrieben?]. 

S. 395. 140. Acid. emutaria in den sumpfigen Wäldern 
von Ain Drean bei Lacalle im Juui. 

Jil.Acid. numidaria Luc. pl. 4 %. 2. Länge 10 Mill. FIü- 
gelsp. 25. Alis anticis poslicisqne siipra inlVaque llavo- 
ochiaceis , transversim unduloseque rubescenle trilineatis, 
timbria rubescente; antennis subflavescenfibus, capi'e, thorace 
abdouiiueque llavo-aura(is [!]. Verwandf der Ochrearia und 
dicht neben sie gehörig. Alle Flügel oben ochergelb mit 
3 röthliehen , welligen Querstreifen ; Kränzen ebenso gefärbt, 
davor eine feine röthliche Linie. Unten sind sie etwas röther 
gelb als oben, nur mit 2 dunkler rothcn Wellenlinien; die 
fehlende erste ist durch einen kleinen röihlichen Punkt er- 
setzt. Kränzen dunkler rolh als oben , so auch die davor 
ziehende Linie und der Punkt, womit der hintere Rand [?] 
dieser Fliigel geziert ist. Fühler hellgelb; Kopf, Rücken- 
schild , Hinterleib und Beine goldgelb (jaune dore). Im Mai 
bei Coustantine auf den Bergen zwischen hohen Kräutern 
einigemal gefangen. 

Ann». Die Abbildung zeigt ein stböiicics Gelb als meine sicilische 
Varietät der Ochrearia (Isis 1847, S. 498); die Querünien der Hinterflügei 
sind ziemlich dünn, alle gleichgestaitet und ohne Wellen — im Wider- 
spruch mit dem Text! — in gleichen Abständen von einander, sanft 
coüvex, nur am Innenrand genähert; der Hinterrand der Hinterflügei 
ist ohne Ausbuchtung. Die Fühler fig. 2 b sind wie bei Ochrearia, aber 
die Büschel oflfenbar falsch abgebildet. Da die Beschreibung nur oberfläch- 
lich ist, so würde ich meine Vermuthung, da?s Numidaria nichts als 
Ochrearia ist, erst nach dem Vergleich von Originalen zur Gevissheit er- 
heben können. 

H2. Acid. vittaria Dup. u»i Constanline im Mai an den spär- 
lich begrasten Hügeln. 

143. Acid. cirtanaria Luc. pl. 4 fig. 3. Länge 5 Mill. Flü- 
gelsp, 14. Alis anticis griseo-cinereis , ad basim longitudi- 
naliter vitta alba ornatis [i.e. fascia exalbida ante medium.'], 
hac utrinque linea fusca circumscripta; alis secundis albis, 
fusco trivittalis [i. e. strigis duabus margineqne postico 
fuscescenli - ochraceisl] ; capilc , thorace abdomineque albis. 
Aehnlich der Vittaria und in ihie Nähe gehörig. Yorder- 
flügel aschgrau [gris cendie — im Bilde dunkel ochergelb- 
lich] , nahe ihrer Basis mit weisser Langsbinde [d. h. Quer- 
binde] , welche auf beiden Seiten von einer deutlich welligen 
dunkelbraunen Linie eingefasst ist; etwas vor dem Hintei- 
randfi ist eine weisse, schmale, wellige Querlinie. Franzen 
schön weiss, davor eine Pieihe kleiner, dunkelbrauner Flecke. 
Unten sind die Flügel wie oben, doch mit schärferen Zeich- 



304 

minien. Hinteiflüj^el ol)(»n weiss mit 3 braunen , gebogenen, 
zionilicb breiten Binden, nnr die nahe der Basis ist nicht so 
breit und sehr wenij^' ansgedniekl, vor den weissen Franzen 
jicbt eine Reihe dunkelbrauner Fleckchen; die Unterseite 
wi(! die Oberseite, nur die Binde geilen die Wurzel ist viel 
schärfer. Fühler weiss, wie Kopf, Rückenschild, Hinterleib 
und Beine. 

Bei Constantine in den Gürten von Salah-Bev im Mai von 
hohen Kräutern ••okeschert. 
S. 39G. 144. Acid.'^litigiosaria Dup. Suppl. IV. p. 46. pl. 
54 lig. 5 im Juni bei Algier. 

145. Siona nivearia bei Oran von Levaillant gefunden im 
Juni. 

146. Slhanelia h i ]i >>o cas tanaria bei Oran von Hrn. Bovö 
gefangen. 

S. 397. 147. Botys poljgonalis um Algier und Lacalle 
durch den ganzen Frühling und Sommer; auch bei Constan- 
tine die Varietät mit ziegelrolhen Yorderllügeln und ohne 
Binde auf den HinterHügeln. 

148. Botvs hvbridalis sehr gemein im Osten und Westen 
Algeriens , durch den ganzen Frühling und einen grossen 
TJieil des Sommers. 

149. Asojiia farinalis nicht selten um Algier, Constantine 
und Lacalle im Frühling und in einem grossen Theil des 
Sommers. 

S. 398. [Von hier an sind die Arten von Guenec bearbeitet. Da 
die P}raliden in dem leicht zugänglichen Gueneeschen Werke: 
Species gea«^ral des Lepidopteres. Tome VIU'"« Delloides 
et P)'ralites. Paris 1854. von Neuem beschrieben sind , so 
gebe ich bloss die Diagnosen und naturhistorischen Notizen, 
weil erstere in der Monographie fehlen und letztere zu sehr 
verkürzt sind]. 

150. Cledeobia in terjunc ta I is Guen. Sfatnra C. connec- 
talis, vel major, alae albido-cervinae ; anticao costa albo- 
punctala lineisque duabus dilutioribus fusco - adumbratis; 
posficae linoa unica. [Guen. Monogr. p. 138.] Zwei Männ- 
chen im Juni bei Lacalle gefangen. 

Idl.Cled. morbidalis Guen. pl. 4 lig. 5. Statura C. angu- 
stalis; antennae valde ciliatae, ochraceo-albae, alae anlicae 
lineis duabus albidis medio fere anastomosantibus , puncto 
cellulari maculisque costalibus saturatis; posticae albidae 
linea arcuata obscurioie [Guen. Monogr. p. 139.] 
Nur ein cT, bei Setif Ende Juni gefangen. 

S. 399. 152. Arnia nervosalis Guen. pl. 4 fig. 6. Statura 
A. suppandalis, alae anticae albidae, passim ochraceac, 
nervis albis, strigis inter eos griseo-fuscis maculiscjue mediis 



305 

2 luleis griseo-circumdatis; posfirae jvlljae. [Guen. Monogr. 
[). 241.] 

Einmal am Tongasee aus Korkcichen-Gestiiiucli geklopft. 

S. 400. 153. Agio SS a cupreal is um Algier zu Ende Juni 
einmal. 

154.Pjralis fimbrialis um Oran zu Anfang November meh- 
rere Exemplare aus fioslräuih geklopft. 

S. 401. 155. Spilodes palealis, wozu Selenalis H. Hg. 177 
als siideuropäische Yar. gezogen ist, zu welcher die hei 
Constantine im Mai gefangenen Exemplare als eine lebhaf- 
tere Färbung gehören. 

156. Scopula dilutalis pl. 4 flg. 6 [ohne Diagnose. Da ich 
in der Monographie die Art nicht auflinden kann, so gebe 
ich die UebersetzungJ. Liüige 10 Mill. Fliigelsp. 23. Aehn- 
lich unseren Arten Nebulalis , Languidalis , Lapponalis , der 
letztern am nächsten. Grösse der Nebulalis. Oanz blass, 
isabellgelbweisslich (blancliatre chamois pale) mit schwärzli- 
chen, sehr schwach ausgedrückten Zeichnungen, so dass sie 
nur l)ei sehr grosser Aufmerksamkeil zu erkennen sind. Sie 
bestehen auf den Yorderlliigcln in den 2 ziemlieh getrennt 
stehenden gewöhnlichen Flecken , wovon der vordere gerun- 
det oder punktförmig ist, und in den 2 gewöhnlichen Linien, 
die aber so verloschen sind , dass fast nur die Spur der 2. 
übrig ist, welche eine Reihe kaum sichtbarer Punkte bildet. 
Andere, viel besser erkennbare Punkte, stehen vor den 
einfarbigen Franzen. An der Spitze ist ein braunes, unsi- 
cheres Strichelchen. Hinterlliigel weissiich mit einer Reihe 
Randpunkte wie auf den Vorderflügeln. Der ganze Körper 
von der Farbe der Vorderfliigel. Thorax und Palpen etwas 
dunkler; die letztern sind unterwärts lebhaft weiss. Fühler 
fürs blosse Auge nackt, sie sind aber dick und unter der 
Loupe beim cf etwas gekerbt. Beine wie bei allen Scopula- 
arten dieser Section. — Bei Constantine am Ostabhange des 
Mansurah zu Anfang Juni zwischen den dürren Gräsern. 
[Das Bild zeigt gar nichts von Querlinien auf den Yorder- 
flügeln, die beiden Miltelflecke aber rocht deutlich; auch ist 
die" Grundfarbe hellgelb, aber nicht chamois.] 

S. 402. 157. Scopula ferrugalis im April und Mai nicht 

selten bei Algier und Constantine. 
158. Pionea forficalis bei Bona zu Anfang November. 
S. 403. 159. Plön, con (juisital i s Guen. pl. 4 hg. 9. Paulo 
major Forficali; alae ligneo-griseae , sericeae, antice 
niacnla magna uniformi strigisque punctiformibus, posticac 
triplici Serie punctorum nigris ; thorace linea media nigra. 
[Gui-n. Monogr. p. 370]. Ein Weibchen bei Oran zu Ende 
No\ember »efangen. 



306 

leO.PJon. Infascialis. Paulo major Polifali; alae sericeao, 
paleaceo-luteae pnniores fasciis 2, poslerioies unica Jinea- 
que l.runnco-v.olace.s. [Monogr. S. 372J. Bei Conslanfii.e 
■imal oefangen an Beroabl.ängen im Juni [in der Mono-r. 
mvi\ nur von einem schlecht conservirten Männchen eespio- 
chen, während hier gesagt wird, dass Lucas alle 4 Ex an 
(ariUT.ce schickte], 
S. 404. 160. Achvra in te r |, unc t al is um Lacalle zu An- 
lang iNovemher gefangen. 
162.Hjdrocamiia algiralis: Sfatura Lern na 1 i s , alae alhae 
iusco - pulverafae, puncio cellulari nigro , fasciis lineismie 
luscis cervino intus variegatis. [Paraponyx algiralis Gn 
MonogT. p. 271]. Ein ziemlich schlecht 'erhaltenes d" in 
den AValdern am Tongasee aus Gesträuch geklopft zu Ende 
Julj. ' 

S. 405. 163. Pvrausta punicealis ähnlich der hellen fran- 
zösischen Varietät; bei Algier zu Ende Juli. 

164. T r t r i X i n s ol a ( a n a G"ueii. Länge S Mill. Fliigelsp 22 
Staluia T laeviganae ?; alae primoros ligneo-Tjiunneae! 
Jascia media saturatiore vix distiucia , lineola j.ostica arcuala 
stngisque numerosis fusco-rufis; posteriores rufae , immacu- 
latae. Aehnelt sehr in den Farben der T. hermiueana , im 
Habitus der Laevigana 9- Vorderll.igel braungrau, wie bei 
der letztem, m der Mitte mit einer dunklern, kaum deutli- 
chen Binde; am Ende sieht man eine feine gebogene, rost- 
braune Linie, die vom Voiderrand zum Inn.nrand geht und 
aus Strichen besteht, so dass sie unterbrochen scheint. 
Hinter ihr ist eine andere kürzere Linie und mehrere ähnliche 
fetriche, welche über alle Adern hingehen, so dass der 
Grund in dieser Gegend gegittert erscheint. Franzen fast 
m ihrer ganzen Länge rothgelb angelaufen (lave de roux) 
Hinterfliigel rothgelbfahl (Fauve roux), gegen den Hinterrand 
etwas lebhafter, aber ohne bemerkbaren Saum; Franzen 
gleichgefärbt. Unten alle Flügel fahlgelb, die vordem mit 
schwärzlichen Innenrand. - Nur ein Exemplar, bei Oran 
zu Anfang November gefangen. [Es ist nicht gesagt, ob 
dies cm 9 ist; doch lässt es sich aus dem Vergleich mit 
Laevigana 9 schliessen. Ich habe 9 der in beiden Ge- 
schlechtern sehr veränderlichen Pronubana, auf die sich die 
Gueneesche Beschreibung so gut anwenden lässt, dass ich 
diese Insolatana für Pronubana 9 mit aller Sicherheit erkläre 
Ygl. Isis 1847. S. 658.] 
S. 406. 165. Tortr. unicolorana Dup. IX., pl. 240 fl«-. 6 
ein wenig verschieden, doch wohl nicht specifisch. Gemeiner 
als die vorige, bei Bona zu Ende Mai in den hohen Kräu- 
tern am Seibus gekeschert. 



307 

166. Xy lo|)0(lrt neiiiorana (incisalis Tr.) einmal in den Wäl- 
dern am Tongasec im Juli gelangen , kaum von den Euro- 
päern vcrscliieden. 

167. Xantli setia peramplana — nur ein 9- aus einer 
Puppe, die in einem Stengel von Scilla maritima steckte, 
erhalten hei Lacalle — etwas lebhafter gefärht als die Eu- 
ropäischen Exemplare. 

S. 407, 108. Argyrolepia loriculana Gucn. Länge 7 M. 
Fliigelsp. 13. Major Zephjrana, alae anticae paleaceo- 
olivaceoque variegafae fasciis duahus hrunneis, exteriore 
plumheo - lineolata; posticae nigricanles , fimhria diluliore. 
Nähert sich zugleich der Sclireibersiana und der Zephjrana. 
YorderÜiigcl strohgell), so mit Querstrichen und Atomen von 
bräunlich schwarzer Farbe bedeckt, dass sie olivenbraun 
aussehen. Am Ende des ersten Fliigeldritlels ist eine roth- 
gelbbraune Binde, die beide Ränder beriihrt, einwärts gebo- 
gen, auswärts verflossen (vague) ; darauf nimmt der Grund 
wieder seine Farbe an bis zu einer bucliligen Querlinie, 
welche auch die beiden Ränder beriiJiil; hinler ihr wird er 
sehr dunkelbraun, hier und da mit metailblauen Atomen 
gemischt, die sich fast zu einer Linie vereinigen. Dann 
wird der Grund heller, ehe er die Franzcn beiührt, welche 
strohgelb, am Ende braun angelaufen sind. Hinleriliigel 
ganz schwärzlichgrau mit hellen Franzen. — Unterseite aller 
Flügel schwärzlichgrau, dunkel, mit Gelblichweiss marmo- 
rirt wie alle Argjrolepien dieser Section. Körper, Palpen 
und Fühler ohne Auszeichnung. 

Ein mittelmässig gut erhaltenes Exemplar, bei Oran im 
März an der See gefangen. 

169. Crambus g ra m mic ulel I ns Guen. pl. 4. lig. 8. Länge 
11 Mill. Flügelsp. 22. Minor Pratello, alae anticae 
albido, cinereo ochraceoque variegatae et lineolatae, nervo 
cellularl albo, costa tristriata, iimbria concolore, strigula 
argenlea punctofjue nigro praecedenlibus : posticae albidac, 
ümbria alba. Nähert sich scheinbar (ostensiblement) keiner 
europäischen Art [?]. Etwas kleinei- als Pjatellus und 
beinahe so gross wie Culmellus. Vorderflügel gemischt aus 
aschgrauweisslich und blassochergelb , die 2 erstem Farben 
bilden feine, selir zahlreiche Längslinien, und zwar bemerkt 
man jene Farbe zwischen den Adern, diese auf den Adern 
selbst. Die Medianader ist besonders dick und bildet einen 
weissen Strich, der am Ende der Zelle aufhört und an 
gewisse Leucaniaarten erinnert. Am Ende des Vorderrandes 
dominirt die Ocherfarbe ; man sieht dort drei graue, nach 
aussen weisslich erleuchtete (eclairees d. h. gerandete) 
Schrägstrichelchen 5 von denen das letzte sich bis über die 



308 

Suboosfahitler vpilangorf, aber ohne ein vollständiges Band 
zu bilden wie bei den ineisfen Crambus; doch erkennt man 
bei grosser Aiifnierksamkeif die Spur einer feinen gelben 
Linie, welche die Stelle dieser Binde einnimmt. Vor den 
gleichfaibigen Franzen gebt eine weisse \An\e her, die von 
zwei grauen diinnen IJnien eingefasst ist, und von welcher 
fast ^/4 gegen den Innenwinkel einen Metallglanz und vor 
sich einen s( bwaizen Punkt hat. — Hinterfliigel weiss, etwas 
graubeschmulzl ; vor den rein weissen Franzen ist eine graue 
Doppellinie. Körper und Beine weisslich. Taster an der 
Seite grau beschnmizt, — Ein gut erhaltenes c^ bei Lacalle 
im Juni gefangen. [Diese Art ist jedenfalls dem Crambus 
pallidelhis Dup. und Cr. carectellus Z. nahe verwandt; ob 
der Mangel der (j)uerlinie hinter der Mitte der Vorderrtiigel 
bei Grammicul. standhaft ist, bleibt wohl noch auszunjachen]. 

S. 408. 170. CramI». rorellus um Conslanline nicht sehr 
selten im Mai und Juni. 

S. 409. 171. Tinea pellionella in Algerien ohne Ab- 
weichung von unserer Art. 

172. Ade la paniherella Guen. pl. 4. hg, 11. bei Lacalle zu 
Anfang April. [Alles nöthige aus der Exploration steht in 
Liiinaea YIII. S. 56 unter Nemotois pantherellusj. 

S. 410. 173. Adela La trei Hella scheint am ganzen Mittel- 
meerufer veibreitet [eine specielle Localität in Algerien ist 
nicht angezeigt.] 

174.Palpula pyiopella scheint sich von der europäischen 
Pvropelia nur durch etwas betrachtlichere Grösse zu unter- 
scheiden. Im Juni bei Lacalle zwischen höhern Kräutern. 
[Es scheint mir zweifelhaft, ob dies die ächte Pyropella und 
nicht die sehr ähnliche, etwas grössere Metricella Z. (aus 
Rhodus und Brussa) ist.] 

S. 411. 175, Nelina flammella CGelechia) — nur ein Ex. 
im Mai bei Constantine — hat ein viel lebhafteres Rolhgelb 
als die Exemplaie aus Deutschland und Touraine, und die 
Flecke sind nicht weiss oder weisslich, sondern hellgelb; 
die Zeichnungen sind dieselben. [Ohne Zweifel nichts als 
Flammella, von der ich nur hellgelb gezeichnete Exemplare 
aus den verschiedensten Gegenden habe.] 

176. Haemylis Jug u rt h el la ^pl. 4. fig. 10. Länge 11 '/z Mill. 
Fliigelsp. 'iü. Major H. badiella, luteo - pulverea, alae 
anticae atomis , niaculis costalibus marginalibusque punctis- 
«|ne 4 discoidalibus nigiis: posticae subh}alinae, immacu- 
latae; pedes poslici us(|ue ad apicom villosi. Grösser als 
jede unserer europäischen Arten mit Ausnahme der Dictam- 
nella, nähert sich im Aussehen etwas unserer Cicutella und 
Characterella. fast von Farbe der letzteren, nämlich blass- 



309 

blond, aber mit .i;<inz veisiliiedentii Zt'iilinungen. Vorder- 
fliigel gänzlich mit schwärzlichen Afonien, doch weilläuftig, 
bestreut und mit Flecken von gleicher Farbe ; nämlich einer 
ist an der Basis und bildet fast eine Binde, 4 im Mitlel- 
rauni , die sich manchmal unter einander verbinden ; [quel- 
quefois, und doch hatte G. nur ein Exemplar!] 6 am 
Yorderrande , von denen die 3 letzten kleiner und punktför- 
mig sind, und endlich eine Reihe am Hinlerrand wie bei 
den meisten Arten des Genus. Hinlerfliigel heller als die 
Vorderflügel , etwas durchsichtig, mit einer Randreihe brau- 
ner Striche. Franzen aller Flügel gleichfarbig. Unterseite 
ohne Auszeichnung. Palpen lang, sehr gebogen, am End- 
gliede mit einem schwarzen Miltelfleck. Fühler stark , lang, 
unter der Loupe deutlich gekerbt; Hinterbeine sehr behaart, 
selbst bis ans Ende der Tarsen, die unter den Haaren 
verborgen sind. Hinterleib abgebrochen. — Ein einziges 
Männchen bei Constantine : zu iVnfang Mai gefangen. 
Anni. Das Bild ist iu der Hinterflügelfonn ganz verfehlt und darin 
durchaus nicht Avie im Gen. Depressaria, wozu die Art doch entschieden 
gehört; auf den JJinlerflügeln fehlen am Rande die schwarzen Striche und 
die vergrösserten Fühler 8 b zeigen gar keine Kerbzähiie; es wäre gewiss 
sehr gut gewesen, wenn die merkwürdigen Hinterbeine, die die Art sehr 
auffallend bezeichnen, vergrossert abgebildet worden wä-^en. Das Bild zeigt 
den Hinterleib vollständig und weicht in den Flügeln von der Beschreibung 
etwas ab. Auf den Vorderflügeln geht vor der J\Jilte eine schwärzliche 
Linie schräg auswärts vom Vorderrand herab bis zur Mitte, von wo aus 
grauer Staub schräg einwärts zum Innenrand zieht. Der Queraderpunkt ist 
deutlich; von ihm gehen graue Atome nach dem Innenrand herab, und 
dicht vor ihm steht ein schwarzer gegen den Vorderrand geöllneter Bogen, 
von grauen Atomen eingefasst. Ihm gegenüber, an der Glitte des Vorder- 
raudes, sind 4 schwarze Funkte dicht neben einander. Die dahinter und 
jn den Hinterrand mündenden Adern sind grau bestäubt und laufen ver- 
dickt in die Randpunkle aus. — Man sieht, das Bild weicht so sehr von 
der obigen Beschreibung ab, dass es fast nach einer andern Art verfertigt 
zu sein scheint. 

S. 412. 177, Pteropb. spiiodact^'Ius Curt. Brit. ent. pl. 
161. Dup. pl. 314. flg. 9. [Linnaea Yf. 391.] Die Exem- 
plare, welche bei Algier gefangen wurden, scheinen sich 
von den einheimischen nicht zu unterscheiden, ausser dass 
der Yorderrand der Yorderflügel weniger schwarz ist. Gucnee 
beschreibt auch die von ihm beobaciitete Raupe. Yon der 
Lebensweise sagt er: „sie lebt auf Ballota nigra (Marrube 
noir) frei auf den Blättern , ohne dass sie je sich zu vet- 
stecken sucht; aber sie sieht ihnen in der Faibe so ähnlich, 
und ihre Haare ahmen das Wollige an denselben so genau 
nach, dass man sehr aufmerksam sein muss, um sie darauf 
zu bemerken. Einem Instincl gehorchend, der nicht wenigep 
bewunderungswürdig ist als diese ausserordentliche Aehn- 
lichkeit, hält sie sich auf den obersten Blättchen, die viel 



310 



weisser mit! liaariger sind als die aiidoni . so lanjie sie jung 
ist und ihre liingorn Haare und ihr vvejiiger dnnkler Körper 
sie damit verweciiseln lassen; ist sie erwaclisen und völlig 
dunkel geworden , so steigt sie auf die entwickeitern Blätter 
heral», die aurl» dunkler und weniger haarig sind, so dass 
es iioi'h ehen so schwer möglich ist sie zu eikennen. Sie ist 
sehr langsam und faul und rollt sich bei der geringsten 
Berührung zusammen, Ende Mai heftet sie ^ich mit dem 
Hintertheil an und verwandelt sich in eine |inhescirende dii- 
slergriine Puppe mit sternhaarigen Höckern; die aber kleiner 
und weniger behaart sind als die Raupe; zu jeder Seile hat 
sie eine Reihe schwarzgrüner Querlinien, und auf dem 
hödisten Theile der Rückenhülle hat sie 2 weisse genäherte 
Fleckchen, welche nichts anders sind als zwei Büsche wol- 
liger , kurzer Haare. Die Fli'igelhülle steht etwas hervor 
und trägt regelmässig gestellte Härchen. Der Schmetterling 
kriecht vom 1. bis 15. Juni aus. Er vcrlässt die Fultcr- 
pHanze wenig, wesshalb er noch in den Sammlungen sehr 
seilen ist, obgleich ich sie mehrere Jahre hinter einander 
sehr häufig erzogen habe.'' 



Ueber eine neue Myriapuden - und Jsopoden-Gattung. 

(Hierzu Taf. H.) 
Von Dr. A. C^erstäcker, 

Adjunct der Königl. Zoologischen Sammlung der Universität in Berlin. 

I^coiopendrid a e . 

E u c r V b a s , nov. gen. 

Antennae 19 ariiculatae. Caput primo thoracis annulo rc- 
ceplum: ocelli ulrinque (|uatuor. Corpus articulis 21 compositum, 
singulis deplanatis, supra carinatis. Peduni paria 21, posleriori- 
bus sensim longioiibus; pedes uliimi paris arlijulo primo subcv- 
lindrico haud denlato, altero intus excavato , ceteris in laminas 
foliaceas perversis. 

Der Kopf ist nicht wie bei der Gattung Scolopendra, frei, 
sondern wird vom Vorderrand des ersten Körperringes aufgenom- 
men ; seine Oberfläche ist Mach gewölbt, die Stirn undeutlich ab- 
gesetzt, durch eine Miltelfurche in zwei seitliche Hälften getheill. 
Die Antennen sind nahe der Millellinie der Stirn eingefügt, 19 
gliedrig; die 4 ersten Glieder sind kurz und dick, die folgenden 
jillmählig dünner und länger, die beiden letzten wieder klein, zu- 
sammen kaum länger als das vorhergehende. Die zu jeder Seite 
des Kopfes dicht hinter dem Ursprung der Antennen liegenden 



311 

4 Ocellon vveioJicn in iliit>r Aiioidiuiii«^- etwas von der hei Scolo- 
jjendra ab; die drei vorderen lie<»en nänilieJi in Form eines Tri- 
ang'els diclit hei einander, das vierte vereinzelt weiter naeli liinlen. 
(Fig. 1 a) Die Oberlippe ist ziemlich breit und gewölbt, in der 
Mitte ihrer Basis njit einer höckerartigen Erhabenheit versehen, 
ihr freier Rand regelmässig gerundet. Die Mandibeln konnten, 
ohne das Thier zu zerstören, nicht luiher untersucht werden, docli 
schienen sie von der bei Scolopendra beobachteten Bildung niclit 
wesentlich abzuweichen. Die in eine Art Unterlippe verwandelten 
häutigen Maxillen (Fig 1 b) sind in der Mittellinie mit einander 
verwachsen und bieten zusammen fast die Form eines gleiclisei- 
(igen Dieiecks mit abgestumpfter Spitze und etwas geschwunge- 
neu Seilenrändern dar. Die an der Basis mit ilinen verwachsenen 
Maxillarlaster sind dreigliediig ; das erste Glied breit, nniegel- 
mässig vieieckig, das zweite sehr kurz, das dritte am Grunde 
eingeschnürt, am Ende gerundet erweitert und nach innen zu mit 
dichter, ülzarliger Behaarung bekleidet. Die beiden ersten in 
Mundtheile verwandelten Fusspaare, welche vom ersten Thorax- 
ringe entspringen*), stimmen im wesentlichen mit denen der Gat- 
tung Scolopendra überein. Bei dem ersten (Fig. 1 c.) ist das 
Endglied abgestutzt, nach innen mit einem kuszen Nagel bewehrt 
und an seiner freien Endfläche mit kurzem Filze bedeckt. Bei 
dem zweiten (Fig. 1 d) ist der einein breite Unlerlij)pe verwandelte 
Basaltheil am Yorderrande jederseits mit 4 kurzen, hornigen Zähn- 
chen bewallnet; die beiden beweglichen Laden bestehen aus einem 
kurzeji, dicken Basalgiied, welches an dcv Innenseite einen star- 
ken zweispilzigen Zahn trägt, zwei selir kurzen in dem vorigen 
versteckt sitzenden Mittelgliedern und einem kräftigen stark ge- 
krümmten Endhaken mit horniger scharfer Spitze. — Der Körper 
besteht wie bei Scolupendra aus 21 Ringen, ist abei- nach vorn 
und hinten allmählig verschmälert, und auf dem Rücken flach- 
gedrückt ; die einzelnen Ringe sind der Quere nach länglich vier- 
eckig, mit fast rechtwinkligen Ecken, auf iler Oberfläche mit regel- 
mässigen erhabenen Längsleisten versehen. Der erste Ring ist 
bedeutend breiter als der Kojif, halbmondförmig, mit geradem 
Vorder- und regelmässig gerundetem Hinterrande. Das Längen- 
verhältniss der einzelnen Körperringe zu einander ist dasselbe 
wie bei Scolopendra, indem, den 7t u. 8t ausgenommen, stets ein 
kürzerer und ein längerer Ring mit einander abwechseln; ebenso 
ist die Lage der Tracheenmündungen mit der bei Scolopendra 
analog, nämlich an der Seite des 3. 5, 8. 10. 12. 14. 16. 18. 20. 



*) Newport (Monograph of the Class Myriapoda) in den Transactions 
of Ihe Linnean Society, Vol. XIX, deutet sie unrichtiger Weise als Man- 
dibeln, indem er den ersten Körperring als Basilarsegment des Kopfes an- 
nimmt. 



312 

Ringes. Die Fiissc nehme» von vorn nach liinten allmühlig an Länge 
zu. Eine sehr eigenthüniliclie Bildung zeigl das letzte Fusspaar; 
das erste Glied ist cylindrisch , zeigt aber keine Spur von Zali- 
nung wie sie hei S('olo|>endra regelmässig vorkommt ; das zweite ist 
gegen die Spitze hin etwas erweitert und an seiner inneren Seile 
.ausgehöhlt; das dritte ist zu einem dreieckigen Blatte umgewan- 
delt, dessen Hinterwinkel in spitzige Zipfel ausgezogen sind und 
von denen der innere durch einen liei'en Einschnitt al)getrennt ist. 
Einen noch liöheren Grad der hlattartigen Ausbreitung erreicht 
das vieite Glied , welches von einförmigem Umriss ist und mit 
seinem lief ausgeschnittenen Hinlerrande das letzte, kleine, in ein 
rundlicher Blätlchen verwandelte Glied theilweise umfasst. Die 
drei letzten Glieder werden von einer geschwungenen, jedocJi nicht 
in der Mittellinie veilaufenden Nath durchzogen. 

Von Scolopendra unterscheidet sich diese Gattung die etwas 
ahweidiende Bildung der Mundlheile abgerechnet, dnrch den flach- 
gedrückten, nach vorn und hinten stärker vei schmälerten Körper, 
durch die nach hinten allmählig- verlängerten Fiisse, und durch die 
eigenthümliche blaltarlige Umgestallung des letzten Fusspaares. 

Euc. c r tal u s. 
CFig. 1. Magnil. natur.) 

Long, total. 3" 6'", 

Ohscure ferrugineus, antennis apice pedihusque pallidioribus 
Caput subquadratum, margine anteriore rotundato, fronle suico ion- 
gitudinali divisa : annulus corporis primus sequentihus mullo latior, 
postice attenuatus, supra obsolete Iransversc impressus, maculis 
tribus nigris signatus : dorsum deplanalum , subtiliter granulatum, 
parum nitidum, longifudinaliler sepfemcarinatum. carinis in partem 
anteriorem sensim obsoletioribus : pedes posiremi longissimi, arti- 
culo tertio oblongotriangulari, angulis posticis valde productis, qurtrto 
ovalo, apice emarginalo, ultimo suborbiculari. 

Patria: Port Naial. 

Der Kopf ist abgerundet viereckig, auf der Oberfläche massig 
gewölbt, glatt, glänzend, rostfarben, die Stirn durch eine Längs- 
rinne getheili, der Scheitel mit vier sehr verwischten rundliclien 
Eindrücken, von denen zwei nahe am Hinlerrande, die beiden 
anderen vor der Mitte gelegen sind. Die Antennen erreichen zu- 
rückgeschlagen etwa die Mitte des 5len Körperringes. Der erste 
Körperring ist um ein Dritttheil breiter als der Kopf, lialbmond- 
förmig, sein Vorderrand in der Mitte fast gerade abgeschnitlen, 
an den Seiten nahe den Vorderwinkeln leicht ausgehuchtet , diese 
etwas herabgezogen und weit abgerundet; seine Oberfläche zeigt 
etwas hinter der Mitte einen seichten Quereindruck, in welchem 
drei schwarze Flecke neben einander stehen. Der zweite Ring 



313 

ist kaum halb so lany als dtM- erste , lioth ebenfalls noch etwas 
breiter als der folgende , nach liinten ein wenig- verengl. Yoiu 
dritten, welcher von den vorderen der schmälste ist, bis zum acli- 
ten nehmen die Ringe allmählig- an Breite zu; der achte bis 
fiinfzeJinte sind ziemlich gleich breit ; vom sechszehnten an ver- 
schmälern sie sich wieder allmählich. Die Oberfläche der Ringe 
ist fast matt, dunkel - rostfarben , undeutlich und verworren gra- 
nulirt, und mit 7 erhabenen l^ängsleisten versehen; von diesen 
treten die beiden , welche die Seitenränder bilden und zwei zur 
Seite der Mittellinie verlaufende am stärksten hervor, werden jedoch 
auf den vorderen Ringen allmählig- schwächer; dem ersten Ringe 
fehlen sie ganz. Die drei dazwischen liegenden sind bedeutend 
schwächer, auf den kurzen Ringen durchgehend sichtbar, auf den 
langen dagegen abgekürzt, und zwar so, dass die mittlere Leiste 
immer nach hinten, die beiden seitlichen nach vorn verschwinden. 
Der letzte Ring- ist (|uadratisch , mit stark erhabenen Randleisten 
und einer nach hinten abgekürzten mittleren Längsleisle. Die 
Beine sind blassgelb. Das hinterste Paar ist sehr langgestreckt, 
(IT" lang); ihr" drittes Gliefd ist länglich dreieckig- am Hinter- 
rande nach innen zu tief eingeschnitten, die HinterwinKel lang 
ausgezogen und scharf zugespitzt. Das vierte Glied bildet ein 
unregelmassiges Oval, indem die Seitenränder etwas wellenartig 
gebogen sind; der Hinterrand ist Ijogenfinmig ausgeschnitten, mit 
stumpf zugespitzten Ecken. Das letzte Glied ist fast kreisrund 
mit stumpfer Spitze. 

Ein Exemplar in Port Natal von Gueinzius aufgefunden 
und an Herrn Dolirn eingesendefj welcher dasselbe der Königlichen 
Sammlung in Berlin überwiesen hat. 

Nach einer brieflichen Mittheilung des Entdeckers an Herrn 
Dohrn schüttelt dieses ausgezeichnete Thier, wenn es gereizt wird, 
mit besonderer Schnelligkeit das letzte Fusspaar und erregt dabei 
Laute, die denen einer starken Lamia ganz ähnlich sein sollen, 
nur dass sie schneller auf einander folgen. Als die Stelle, an 
welcher diese Töne erzeugt werden, glaubt Herr Gueinzius die 
Basis des-^ vierten Gliedes, welches die grössle blatlartige Ausdeh- 
nung erreicht hat, bezeichnen zu dürfen, indem das ziipende Ge- 
räusch am deutlichsten gehört wird, wenn jene Blätter nach innen 
gegen einander bewegt werden. Diese Beobachtung scheint mir, 
so weit dies aus der Anschauung- des todten Thieres zu entschei- 
den möglich ist, durch die Struktur und die Art der Einlenkung 
des genannten Gliedes vollkommen bestätigt zu werden. Das vierte 
Glied ist nämlich am dritten nicht nur sehr frei beweglich, son- 
dern es zeigen auch die einander zugekehrten Ränder beider eine 
bei weitem festere und hornartigere Consistenz als ihre übrigen 
Theile, welche ziemlich dünnhäutig sind. Die Erzeugung des 
Geräusches Hesse sich daher aus dem Gegeneinanderreiben der 



314 

liarlpn , schwieligen Ränder leitlit eikläien. Ob und in wie fern 
dabei der Einschnitt an der inneren Seife des drillen Fussgliedes 
eine Rolle spielt, glaube ich unentschieden lassen zn müssen. 

Jlrniadillinf, 

S pl» aeroniscus nov. gen. 

Antennae externae 9 articnlatae, sela terniinali insiructae. 
Annuli thoracici anteriores lateribus valde atlennali , apice rotun- 
dali. Annuli abdoniinis duo anteriores celeiis non breviores; ul- 
tinius subtriangularis. Pedes spurii ullinii paris articulo terniinali 
externo ntinuto, postico ; interno elongalo. 

Der Kopf ist kurz und l)reit, mit hoch aufgebogenem Vor- 
derrande, die Augen verhältnissmässig klein, oval, nahe an den 
Hinterwinkeln gelegen. Die inneren Anlennen (Fig. 2 a) sind- 
rudinientär, aber deutlich sichtbar; sie bestehen ans einem ziemlich 
langgestreckten, cylindrischen Basalgliede und einer schnell zu- 
gespitzten, geringelten Geissei. Die äusseren Antennen (Fig. 2 b) 
stimnten in der Bildung ihres Basaltheiles mit der Galtung Cu- 
baris Biaudt überein, <loch sind sie verhältnissmässig kürzer und 
derber: das erste Glied ist kurz viereckig, die beiden folgenden 
länglich, etwas flach gedrückt, das 4. und 5. vollkommen cjlin- 
drisch. Die Geissei dagegen ist dreigliedrig, die Glieder allmählig 
dünner werdend ; das letzte trägt eine lange Boi sie an seiner Spitze. 
Die Mundlheile sind von denen der Gaftungen der Armadillo und 
Cubaris Brandt niclit verschieden. Der zur Kugelung eingerichtete 
Thorax ist ähnlich wie bei Cubaris gebildet, doch zeigt er einige 
wesentliche Unterschiede. Der eiste Ring hat einen breiten abge- 
setzten und liöher aufgebogenen Seitenrand; auf der unleren Seite 
ist diescT Rand, welcher durch Voreinigung der oberen und unte- 
ren Platte gebildet wird, nicht scharf, sondern breit abgeflacht, 
so dass er gleichsam eine im rechten V\^inkel abgesetzte Fläche 
bildet. Diese Fläche erreicht aber nicht ganz den Hinterwinkel, 
sondern hört, indem sie einen nach hinten stumpf vorragenden 
Zahn bildet, schon etwas früher auf, als der eigentliche Seiten- 
rand, damit bei der Kugelung sich der zweite Thoraxring unter 
den ersten herunterschlagen kann. Die drei folgenden Thorax- 
ringe sind nach beiden Seiten hin sehr verschmälert, fast zuge- 
spitzt, die Spitze selbst jedoch abgerundet: bei den hinteren wer- 
den die Seitentheile allmählig breiter und mehr rechtwinklig. Der 
Hinterleib zeigt von den nächstverwandten Gattungen die Abwei- 
chung, dass die beiden ersten Ringe wenigstens gleicher Länge 
mit den folgenden sind, und das letzte wie bei den Porcellionen 
die Gestalt eines Dreiecks hat. Das letzte in Lamellen veiwan- 
delte Fusspaar des Hinterleibs (Fig. 2 c) besieht aus einem gros- 
sen viereckigen Basalgliede, welches mit dem der anderen Seite 



315 

den ganzen zwischen den beiden letzten Ringen befindlichen Raum 
ausfüllt, und zwei Endgliedern. Von diesen ist das äussere, sehr 
kleine, ovale, welches von oben her sichtbar ist, nicht wie bei 
Cubaiis an der Mitte des Innenrandes, sondern in einem Ausschnitt 
des inneren Hinterwinkels eingelenkt; das innere, bei Cubaris ru- 
dimentär, ist hier sehr lang, indeni es den Hinterrand des Basal- 
gliedes erreicht, seitlich flachgedrückt, mit oberem und unterem 
scharfem Rande. 

Sph. f la V niacula t us. 
Long. 7 lin. (Fig. 2.). 

Diagu. Oblongo-ovalis, convexus, laevis, nitidus, fuscus, 
capite processibusque annuloruni laferalibus pallidioribas, seriebus' 
duabus macularum dorsaliuni, niarginibns annuloruni posticis, linen- 
•que media pallide flavis. 

Habitat Novam Granadani. 

Der Körper ist länglich eiförmig, halbgewölbt, glatt, glän- 
zend. Die äusseren Antennen erreichen zurückgeschlagen noch 
nicht den Hinterrand des ersten Thoraxringes; sie sind hell grau- 
braun, die Geissei weisslich. Dei- Kopf ist fast viermal so breit 
als lang, mit senkrecht aufgebogenem, geradem Vorder- und in 
der Mitte tief ausgebuchtelem Hinterrande; die Hinterwinkel sind 
abgerundet, die Oberdächc etwas uneben, graubraun, unregelmäs- 
sig weisslich gefleckt. Der erste Thoraxring ist etwas breiler 
als der übrige Körper, doppelt so lang als die folgenden Ringe, 
mit nach vorn breit abgeselztem und aufgebogenem Seitenrande; 
die Vorderwinkel schliessen sich genau den Seiten des Kopfes 
an und sind wie die Hinterecken abgerundet. Die folgenden Tho- 
raxringe sind in der Mitte des Rückens von gleicher Länge: die 
seillichen Fortsätze der drei ersten sind stark verschmälert, mit 
abgerundeter Spitze, der des 4. etwas breiter, jedoch ebenfalls 
abgerundet, die der beiden letzten fast rechtwinklig. Von den 
Ringen des Hinterleibes sind die beiden ersten um ein Geringes 
breiter als die drei folgenden, die seitlichen Fortsätze der letzte- 
ren viereckig und nach aussen hin etwas verbreitert. Der letzte 
Ring ist kurz dreieckig mit abgerundeter Spitze und etwas aus- 
gebuchteten Seitenrändern, in der Mitte seiner Länge mit einem 
durchgehenden Quereindruck. — Die Grundfarbe der Oberseite ist 
schwarzbraun, die seitlichen Fortsätze etwas lichter, zwei Längs- 
reihen grosser, querovaler Flecke, die Mittellinie und der Hinler- 
rand der einzelnen Ringe blass gelb. Die Unterseite nebst den 
Linien ist weisslich. 

Das Thier, welches ein sehr starkes Kugeluugs -Vermögen 
besitzt, wurde in Neu Granada von Goudot aufgefunden. 



21 



316 



Auifälliif iiördlieht's ^ orSiouiuien dreiea* arowscr 

^iifU'uroitiiEseher Jiisekten. 

Von Jßr. M. Magen. 

Naolisfeliende Midlieiliina,- iiuiii «hizii dienen den KilVr der 
Saiimilcr zu spornen, denn sie heweisst , dass selbsf in vielfach 
durehforschlen Geilenden iiidit allein kleine sondern bedeutend 
grosse .Insekten sich den Au2,cn der Entomologen lange entziehen 
können. Zwei davon gehören aullallig genug zu den grösslen 
in Europa lebenden Jnsckten. 

Schon im Jahre 1845 fand Hr. Oheilehrer Bachniann im 
Frühling hei Karalene unweit Insterhurg im Walde eine Singci- 
rade , die er iiir C. concinna liielt. Als ich diese Entdeckung- 
Herrn von SiehoUl' miltheilte, sprach er die Vermulluiitg aus es 
möge selbe nicht C. concinna sond<'rn C. tibialis angehören, die 
neuerdings selbst hei Pelersburg angetrolfen sei. Baclmiann un<l 
andere Sammler halten später vergebens, nach diesem Thier ge- 
forscht, Plingsten dieses Jahres klopfte Hr. Director S.mier bei 
Norkitten (etwa 3 Meilen von Karalene) in einem Walde ein schönes 
Männchen im Morgenliiau. Ich habe Bachmanns Stück (ein Weib- 
chen) genau damit verglichen. • Beide gehören einer Art an, long. 
c. alis 1"; exp. alar. 2". Zu C. concinna können sie isichl wohl 
gehören, da die opercula der Stimmorgane schwarz mit weissem 
Rande sind, und das „anastomosibus dnabiis exteris fnsco-indniis ' 
nicht angetroften wird. Allerdings scheint die schlechte Abbildung 
bei Sulzer, die Fischer ztf'C. concinna zieht, unsere Art darzu- 
stellen. ^ 

Zu C. tibialis sie zu ziehen verhindeit mi«h «lie Abbililung 
und Beschreibung dieser Art bei Panzer, und iiisi»esondere die 
bedeutend kleinere Statur seines Insekts. Da aiir hier dit« be- 
treflende sonstige Lilleiatur nicht zu Gebote sieht, muss ich mich 
darauf beschränken das Vorkommen einer Singcicade im preussi- 
schen Lilthaucn nachgewiesen zuJiaben. Mir scheint sie mit der 
bis jetzt nicht wieder gefundenen Tetlig. Iniemafodes Fabr. Syst, 
Rh}'n. no. 50 (cf. Fischer Entom. Zeit. I8i7 p. '239; überein- 
zustimmen. Ich verbinde hieriiiit die Bilie um ;p^fällige Milthei- 
hing einer sicher bestimmten C. tibialis Pz. und C concinna Gr. 
Ausser jenen beiden Stücken sind bis jetzt keine in Preussen ge- 
funden. 

Sehr überraschend war es mir in diesem Frühjahr von 
Herrn Director Schmidt in Elbing ein schönes noch ungespie.sstes 
Männchen von der berülimlen Epliemoro Swammerdams Palinge- 
nia longicauda zu erhal(<'n. Selbiges ist in der iSäh,' Elbings 
von Herrn Lehrer Siraiibe gefangen, und war noch Irisch und 
weich Herrn Schmidt übergeben worden. Es ist dies die äussersle 



317 



östliche Gränze, liis zu wcIcIkm' ilics iiilejessanle Tliiec ^üri!,odrun- 
gen ist. Ich hahe os mit zahlreichen Hliickcn vom Rhein und 
von der Oder (Triepke) vori;licheii. Nach den aus Ungarn slani- 
meuden Typen im Berliner Museum von Epliem. llos aquae Hoftni 
ist die nordische Art damit idenliscJi. Es ist diese Beslimmu 
dadurch wichlii;- ^^ewoiden , dass eine nah verwandte Art von n 
entdeckt worden ist. In Winihems Sammlung fand irh ein Mä 
chen mit der Signatur E|)h. fuliginosa Pallas. Caucasus. Kisl 
dabei ein unleserlicher Name etwa Schoeng. Im Berliner M, 
steckt Männchen und Weihcheii derselben Ar! oline Fundort. Y 
gebens habe ich Pallas Schriften und Reisen und seine ha 
schriftlichen Notizen in den» Exemplar von Linnes Syst. nat 
durchgesehen. Nirgends linde ich diese Ait erwähnt. Yieih 
geben die in Herrn Schueppels Besitz belindlichen Handschn 
über sie Ausschluss. Russische Entomologen habe ich u!iis(|sV 
um Nachricht ersucht. Motschulski, der lange in jenen Gegen 
sammelte, hatte nie von ihrem dortigen Vorkommen gehört, 
bezettelte Stück meiner Sammlung kann übrigens sehr gut 
Pallas selbst herrühren. Wie bekannt kamen Pallas Jnsek 
mit Ausnahme der Coleoplera in Wiedemanns Besitz, mit dem \\i 
(hem in genauer Veibindung stand und später dessen Sammlun 
kaufte. Ich behalte mir eine genaue vergleichende Beschreibung 
von Paling. longicauda utid fuliginosa für einen anderen Ort auf, 
und bemerke nur, dass letztere (nach 5 Ex.) bei gleicher Grösse 
etwas kleinere Flügel führt. Sehr auffällig wird sie sogleich 
durch die dunkel kaffebraune Farbe «1er Flügel und des Thorax, 
während bei P. longicauda beides aschgrau und nur der Leib 
oben dunkel kalFebraun ist; das Männchen von fuliginosa ist gelb, 
von P. longicauda schwarz zwischen den Augen. Doch fand sich 
unter einer grossen Zahl von Stücken aus Ponunern ein Männ- 
chen von P. longicauda ausnahmsweise gelblich zwischen den Augen, 

Zn gleicher Zeit wurde mir eine schöne Acanthadisis oc- 
citanica Rbr. (Myrniel. pisanum Pz.) vorgewiesen, welche Herr 
Lehrer Aps in Elbing auf der frischen Nelirung l»ei Kahlberg ge- 
fangen haben sollte. Uncrachtet jene Gegend eine Fundgrube 
für in Preusscn seltene Jnseklen ist, (1852 etwa 300 Raupen von 
Sph. Nerii ; Athous rufus und die sonst hier seltenen Bupresten 
rustica, ilavomaculata werden dort häutig erlangt) glaubte ich doch 
das Vorkommen dieses mächtigen Auteisen Löwen von 4 Zoll 
Flügelspannung daselbst entschieden in Abrede stellen zu müssen, 
da er bis jetzt fast nur jenseits der Alpen gefunden wurde. Panzer 
giehl als nördlichsten Punkt „in confinibus Ausiriae et Pannoniae" 
an. Sonst ist er nur im Süden Frankreichs, Russland und aus 
Jtalien bekannt. 

Ich glaube, dass jeder vorsichtige Entomologe meine gegen 
die Aechtheit jenes bei Kahlberg gefangenen Thieres ausgespro- 

21* 







318 

chenen Zweifel gerecht finden wird. Zu meiner höchsten Ueher- 

laschung und Freude bin ich vom Gegentheil belehrt. Dieses pr.'ich- 

tige Thier gehört zur preuss. Fauna. Im Juli fingen Herr 

Bachman und Sadrinna bei Kahlberg sieben Exemplare, deren 

eines noch weiss und frisch mir gütigst überlassen ist. Bachman 

■^ «nldeckte neben unzählig vielen Larven von M. formicarium eine 

^^ \edeutend grössere Larve, die unbezweifelt A. occitanica angehört. 

^jV leider entwich sie aus dem Zwinger. Sie bildete keine Trichter, 

^ *^|>as schon Rainbur bemerkt. 

f Das Vorkommen dieses bis jetzt nur im südlichen Europa 
'bkannten Jnsektes in Preussen ist sicher und äusserst auffällig. 
'<fe gehört zu den grösslen europäischen Jnsekten und ist durch 
^ , :^Ui starke Behaarung und Zeichnung sehr ausgezeichnet. Es ist 
Älifcinahe unbegreiflich , wie ein so grosses Thier so lange unent- 
•pv li"()ckt bleiben^ konnte und die Vermuthung, dass es vor zwei Jah- 
•'•" 4''" ""' ^P''- ^'''''' ^»S'ß'^'' ""^ •^^'" Süden angekommen sei, 
S||e<'t um so näher, als es seinem kräftigen Bau zufolge ein guter 
' «Jli'eger sein kann, dass es aber gerade in Kahlberg geblieben, 
nuöchio einen einfachen Grund darin haben, dass dieser Ort gleich- 
%m eine Oase in der umliegenden Sandwüsle bildet, und so die 
''Vflizte Station bildet, die sich den gen Norden ziehenden Südlän- 
dern darbot. Dahinter bildet die Ostsee eine wenigstens für sie 
nicht zu überwindende Gränze. 

Ich erlaube mir noch eine Bemerkung in Betreff der merk- 
würdi-en Ephemeren Gattunü' Oligoneuria Pictets beizufügen. Aus 
Zoolo^ist 138. p. 4266 ersehe ich, dass Herr Dr. Imhoff im mir 
nicht "zugänglichon Bericht der Verb. Naturf. Ges. 1852 p. 177 
eine Oligoneuria Rhenana beschrieben hat. Das Vorkommen einer 
Art dieser merkwürdigen Gattung in Europa war auch mir seit 
lautrerer Zeit bekannt. Ich habe beide Geschlechter von Herrn 
Dr.^Frivaldszkj als in Ungarn gefangen 1851 erhalten, und ent- 
deckte später unter Neuropteren aus Elberfeld 184.5 von Herrn 
Cornelius mitgetheilt ein Männchen, das ich zu Pal. virgo gesteckt 
hatte Die Art aus Ungarn ist mit jener aus Elberfeld und also 
wohl auch mit 0. Rhenana identisch. Wichtiger ist es jedoch 
und dies ist der Hauptpunkt meiner Mittheilung, dass meiner An- 
sicht nach 0. Rhenana und 0. anomala Pict. derselben Art an- 
oehören. Die Beschreibung und Abbildung in Pictets herrlichem 
Ephemeren AVeike sprechen durchaus dalür. Von den beiden 
Sliicken, die Pictet vorlagen, fand sich eines unter seinen bpni- 
tus-Sachen vor, ohne das er das Vaterland angeben konnte. Die 
Vermuthung, dass selbes aus der Schweiz stamme und (wie iniher 
von mir) mit der gemeinen P. virgo zusammengeworfen sei, ist 
wohl nicht zu kühu. Das zweite aus dem Wiener Mu'^eum nnt- 

'u. Ohne nun der bekannten 
Institutes im Entferntesten zu 



getheilte sollte aus Brasilien stammen, 
wissenschaftlichen Verwaltung jenes In; 



319 

nahe treten zu wollen, scheint es mir vorläufig doch wahrschein- 
lich, class hier ein Irrthum obwalte. Jedenfalls würde es mir vom 
grössfon Interesse sein , wenn ein Vergleich der Wiener Type 
mit der gewiss auch in der Donau anzutreffenden 0. Rlicnana 
meine Vermuthung bestätigen oder widerlegen sollte. Unbezwei- 
felt ist Oligoneuria eines der interessantesten .Insekten Europas 
und narli meinen üntei suchungen im Svslem neb>t Caenis der 
Gattung Palingenia nahe zu stellen, während Ephemera mit Baetis 
und Polamanthus näher zusammenirilt. 

ich mag hier nicht die Vermuthung einer ähnlichen Ver- 
wechselung des Vaterlandes in Webers Observat, entoni. p. 99 
unterdrücken. Seine Ephemera atrostoma angeblich aus Brasilien 
stimmt mit Palingenia fuliginosa so genau überein, dass ich bis. 
zum Nachweise einer ähnlichen Art aus Brasilien daran festhalte, | 
es ^alte auch hier ein Irrthum ob. \ 



Ueber Papilio IIoHpitoit 

ans den M e m o r i e d e 1 1 a reale a c a d e m i a d e 1 1 c s c i e n z e 

d i T r i n 0. S ö r i e 1 1. T o m. X 1 V. 1 8 5 '2. von Victor G h i - 

liani, Custoden des Turiner Museums. 

Im Ausizuge übertragen durch A.ugu»te Jtutreuao in Luxemburg. 

Als Gen^ diese wichtige Art bekannt machte , waren die 
Einzelnheilen der Lebensweise der Raupe noch nicht gehörig 
Iieobachtet worden, weil ich die auf der Ferula vulgaris le- 
bende Raupe in den Wäldern der Barbaggia Ollolai erst 
gegen Ende meiner im Jahre 1837 in der Insel Sardinien unter 
der Leitung Gene's unternommenen Reise antraf und kurz darauf 
mich wieder von Cagliari nach Genua einschulte. Es v^ar mir 
daher nicht mehr möglich, die Raupe am Leben zu erhalten, und 
ich nahm mir vor, in der folgenden Reise weitere Untersuchungen 
anzustellen. 

Im Jahre 1838 kehrte ich in Begleitung des Hr. Broneri, 
der besonders den Jcouographischen Theil der Reise zu besorgen 
hatte, nach Sardinien zurück. 

Um Mitte Juni in Gavoi angekommen, entdeckten wir sogleich 
an 20 Raupen von verschiedenen Grössen auf der Ferula, immer 
2— 3 , nie über 4 auf einer Pflanze. In der letzten Hälfte des 
Monats fanden wir noch etwa 20. 

Aber in Folge eines Anfangs Juli eintretenden heftigen Si- 
rocco's welkten alle Ferula -Pflanzen plötzlich dergestalt, dass es 
uns kaum gelang, das täglich nothwendige Futter herbeizuschaffen. 



320 

Auch verwandelte sich ein bedeutender Thcil dieser Raupen 
während des vernichtenden Windes, und alle unsere Anstrengun- 
gen waren darauf gerichtet, dieselben vor der verderblichen Wir- 
kung des Sirocco's in diesem "wichtigen Momente zu schützen; 
dessen ungeachtet starben einige Raupen. 

Mitte Juli waren die übrig gebliebncn Rau|M'n. 3*2 au der 
Zahl, im besten Zustande verpuppt. ].,eid<.'r producirteu mehrere 
statt des gehofften Schmetterlings einen (neuen) Ichneumon. 

Die grosse Analogie des Hospiton mit dem Pap. Machaon 
liess mich glauben, einige Puppen würden sich schon gegen Ende 
Juli entwickeln , aliein ich wurde in meiner Erwartung geljiuschl. 
Nur eine einzige bot alle äussere Zeichen einer nahen Verwand- 
lung, und zeigte unter der dünnen Haut die Züge und sogar die 
[Farbe des bald ans Licht tretenden Schmetterlings : indess da sie 
'später kein Lebens^zeichen mehr gab, öffnete ich sie zwei Monate 
'nachher und fand das Innere mit einer Feuchtigkeit angefüllt, die 
bei der Verwandlung nothwendiger Weise das Auskriechen des 
Papilio verhindert und seinen Tod in der Hülle herbei geführt 
hatte. 

Im Monat October langten wir in den höhern und kältern 
Regionen der Insel an und gaben die Hoffnung auf, den Falter sich 
entwickeln zu sehen; wir entschlossen uns demnach, die Puppen 
mit nach Piemont zu nehmen, was glücklich gelang; im Juni des 
folgenden Jahres krochen an 20 Hospiton alle im besten Zustande 
in Turin aus. Vier oder fünf nicht gut gebildete Puppen gaben 
verkrüppelte Schmetterlinge. 

Aus dem Vorgehenden folgt, das dieser Falter vom Machaon 
abweichend blos eine jährliche Generation zu haben scheint; es 
ist jedoch zu bemerken, dass, da diese Art in dem nahe an der 
See gelegenen Thale von Tortoli während des Monat Mai be- 
obachtet worden , es keineswegs unmöglich ist , dass eine zweite 
Generation während des Herbstes in der niederen Insel -Region 
stattfinde; dies dürfte namentlich von der W i cd er e rsch einung 
der Feriila vulgaiis, nach den October Regen abhängen, und ninss 
noch weiter beobachtet werden. 

Die Abbildung des Pap. Sphjrus, Hübner, Taf. 155 
Fig. 775 und 776 stimmt im Ganzen mit Pap. Hospiton überein 
ausgenommen, dass der gelblich Orange Fleck der HinterOügel am 
Innen -Winkel sich in das bläulich- Violette, das über demselben 
steht, verläuft, wie man es beim Machaon sieht, während beim 
Hospiton diese beide Farben durch einen schwarzen halbrunden 
Strich geschieden sind. Den Sph^rus könnte man daher als eine, 
den Uebergang zwischen beiden Species bildende Art ansehen. 

Bemerkung des Uebersetzers. Dem Vernehmen nach soll 
ein deutscher Sammler sich während des diesjährigen Früh- 
jahrs nach Sardinien begeben haben, um den Hospiton zo 



321 

faui^eii. Es lässt sicli (Jalier t'iuarleii , dass fler Fallt'r sich 
kiinfdg in iiiehreieii Saiuiiiluii^eji fiiiflfii wird, 
!\]ii' sind bis jetzt i)ur bekaniil : 
1 Ex. I)ci Hr. Seiys- Lon^cliaiiips in Ltillirli 
- „ im König). Mus«;niii in Tmin, 
1 „ in meiner eif^encn Sainmiiaiü, 

— 8 Pjiicktstüi'ke in der .Sammlung- der Eiitomdlogisdicn 
Geseilscliaft in Paris, vom verstorbenen Hi'. Piuiret liernilirend. 
Luxemburg den 14. August ISäi. 

AiigHstc öutreiix. 



fiSeiiii'rkuiigen ii^er einij^e Müsselkäfer. 
Von ÜT. ttach. 

I , U e b e r C h 1 o r p li a n u s viridis und seine nächsten 
Verwandten. 
8chönherr nahm bei der Feststellung der Arien der Gat- 
tung Chlurophanus besonders Rücksicht: 

1) auf die Färbung, 

2) auf die Form und das Längenverltiiltniss des Halsschildes, 

3) auf die Verlängerung der Fliigeldeckenspitze, 

4} auf das gegenseitige GrüSsenverJ)älfniss der zwei ersten Glie- 
der der Piihleigeisscl , 

o) iiuf die Sculptur des Iiiissels. 

Im 6. Bande S. 428 kömmt noch zur Schilderung des 
(.'Jil. nobilis 

6) die Anwesenheit einer Kelilplatte hinzu. 

Wie schwankend und wie wenig zuvetiässig einiger dieser 
pjigenschaffen aber sin<l, gehl daraus schon hervor, dass Schön- 
herr selbst in seinem 6. Bande die beiden, im 2. Bande aufge- 
stellten Arten: Ch. brevicollis und Chi. iueruus . wieder zu Chi. 
viridis bringt. Er erkennt dadurch an. dass bei Chi. viridis das 
lialsschüd länger als breit und auch kürzer als breit, ferner 
dass die Verlängerung der P'lügeldeckenspifzen kurz oder lang 
oder auch gar nicht vorhanden sein kann. Chi. pollinosus soll 
sich noch dadurch unteischeiden , dass das 2. Glied der Fühlcr- 
geissel k'inger als das 1. und i\Gr Rüssel undeutlich gekielt ist. 
Indessen finden sich beide Eigenschaften auch bei Ch. viridis. 
Sogar die bei Chi. nobilis erwähnte Kehlplatte findet sich bei 
Chi. viridis, und» dient hier zur Bezeiclinung des Geschlechtes und 
zwar des weiblichen. Zu erwähnen bleibt nun noch die Färbung, 
Aber so mannichfallig dieselbe auch schon vonSchöuheir beobach- 
tet und bi'schriebcn wurde, so ist die Verschiedenheit derselben 
nichts weniger als erschöpfend angegeben. Es liegen mir Stücke 



322 

von Chi. viridis vor , an denen die ganze Oberfläche prächtig 
kupferglänzend, bei anderen grünglünzend, bei anderen blauglän- 
zend und wieder bei anderen graubraun , nicht metallisch giän* 
zend ist. 

Ans diesen Gründen habe ich in der eben ausgegebenen 
vierten Liderung meiner Käferfauna, die Rüsselkäfer enthallend, 
die Ansicht ausgesprochen , dass Chi. pollinosus und graminicola 
wohl zu Cl. viridis zu bringen sein möchten •, nicht aber Chi. sa- 
licicola Genn. Ausserdem dass bei diesem Thier die Färbung 
anders und viel beständiger ist, hat es auch eine ganz andere 
Gestalt. Die grösste Breite der Flügeldecken liegt nämlich an 
der Wurzel, statt dass sie sich bei Chi. viridis im hinteren Drittel 
befindet; ein Unterschied, der bisher übersehen scheint. 



Ueber 

Cecidomyin juniperina, Linn. 

and 

€e€idomyifi I^sL Nov. spec. 

von 

«#. Winnerta in Crefeld. 

Cec. juniperina d" und $ 1^/2'" • Lion. 

(Untergattung: Hormomjia. Low.) 

Linne: Fn. Suec. spec. 1774. Tipula juniperina 

Sj^st. nat. td. 13. II. 977. 51. Tipula juniperina 
Degeer: Ins. XVL 153. 20. Tab. 25 Fig. 7— 21. Tipula juniperina 
Fabricius: Ent. sjst. IV. 251. 83. Tipula juniperina 

Ent. sj'st. suppl. 553. 13. Hirtea juniperina 
Syst. Antl. 47. 42. Chironomus juniperinus 
Latreille: Hist. nat. XIV. 288. Oligotrophus juniperirans 

Gen. Crust. IV. 253. Cecidomjia juniperina 
Meigen: Dipt. 1. 41. 6. Cecidomvia juniperina 

Sjst. Beschr. I. 92. 8. Lasioplera juniperina 
Macquart: Hist. nat. desins I. 164. 5. Lasioptera juniperina 
Zettersledt: Dipt. Scand. IX. 3700. 1 Lasioplera juniperina 

cT. Fühler etwa '/a kürzer als der Leib, blassbräunlich mit 
weisslichen AVirtclhaaren, 2+18 gliederig, die Wnrzelglieder und 
das erste Geisselglied stiellos, die übrigen Geislelglieder gestielt, 
c^lindrisch mit rundlicher Basis, kanm doppelt so lang als breit, 
die Behaarung aus drei Wirtein bestehend (Linnaea ent. Vlll. Taf. 
III. Fig. 9 a.), die Stiele der untern und obern Glieder kürzer, 
die der mittleren beinahe so lang wie die Glieder. Kopf klein. 



323 

Untergesicht, Backen und Stirne schmatzig dunkelbraun, über dem 
Munde ein Büschelchen schwarzer, weisslich schimmernder Haare. 
Hinterkopf schwarzbraun. Taster sehr klein, weisslicli, nebst dem 
sehr kurzen Rüssel stets zurückgezogen. Hals rothgelb oder 
fleischroth. Thorax kurz, gedrungen. Rückenschild ziemlich hoch 
gewölbt, vorne kaum etwas verlängert, glänzend schwarz, mit 
sehr kurzer und sparsamer schwarzer Behaarung. Schildcben 
dunkel fleischroth oder kastanienbraun. Die Flügelwnizeln, der 
obere Theil der Brustseiten und des Hinterrückens von derselben 
Farbe, nur etwas heller, der unlere Theil derselben und die Wulst, 
auf welcher die Schwinger stehen, schwarz. Schwinger gross, 
langstielig, braun mit weisslicher Wurzel des Stieles, fast der 
ganze Stiel und der Knopf haarig. Hinterleib schlank, blass 
fleischroth oder rothgelb oder auch rothbraun, nach der Spitze 
zu allmählig heller werdend, am Hinterrande der Ringe blassgelblich 
behaarl. Zange klein, derb, rothgelb mit schwarzen Nägeln. Beine 
lang nebst den Hüften dunkel pechfarbig oder braun, auf der untern 
Seile mehr oder weniger weiss schimmernd, die Wurzel der Schen- 
kel gelblich. 

cf. Fühler etwa von halber Körperlänge, 2-f-17 ä 18 glie- 
derig, die Glieder cylindrisch mit sehr kurzen Wirtelhaaren, nicht 
dicht aufeinander liegend, 10. bis 16. mit ganz kurzem Stielchen. 
Hinterleib fleischroth, am Hinterrande der R,inge gewöhnlich mit 
schwärzlichem Anfluge, die Behaarung schwarzgrau, etwas weiss- 
lich schimmernd. Legeröhre kurz, dick, vorstreckbar rothgelb 
mit weisslicher Spitze. Das 3. Glied der Legeröhre fast cjlind- 
risch 5 vor der Spitze, am Ausgange des Eileiters, liegen auf dem- 
selben zwei kleine runde Lamellen, welche, wie die ganze Spitze 
des Gliedes, dicht mit kurzen Börstchen besetzt sind. Kopf, Tho- 
rax, Schwinger und Beine wie beim cT, nur die Farbe dunkler. 

cT und 9. Bei beiden Geschlechtern sind die Flügel gross, 
länger als der Hinterleib, etwas graulich mit schwarzgrauer Be- 
haarung, nur wenig violett irisirend, in gewisser Richtung weiss- 
lich schimmerd mit braunen Adern ; der Vorderrand , besonders 
beim 9, schwarz. Die 1. Längsader reicht bis zur Mitte des Vor- 
derrandes ; die Qucj ader ist blass aber deutlich, und liegt jenseits 
der Mitte der 1. Längsader; die zweite Längsader mündet abwärts 
gebogen in die Flügelspitze , und der Vorderast der geraden 3 
Längsader geht in einem kurzen Bogen zum Hinterrande, der 
Hinterast derselben ist blass, aber deutlich wahrnehmbar. 

Gleich nach dem Ausschlüpfen der Mücke ist die Farbe des 
Rückenschildes entweder gelbbraun oder kastanienbraun, am Hals- 
kragen dunkler , oft schwarz , zuweilen mit breiler bis zur Mitte 
reichender schwärzlicher oder schwarzer Strieme. Nach uiul nach 
geht die Farbe in dunkel- bis schwarzbraun, und zuletzt in glän- 
zend schwarz über. Das Üntergesicht und die Stirne sind Anfangs 



zu 

hell lodilirli gdh , werde» aljer auch iiati» und nach iliiiikeler. 
Vom Au SS eh lüpfen his zur gänzliilicn Ansfarliuiii^ \ori>clu'n ge- 
wöhnlich etwa ö his 8 Stunden. 

Nach dem Tode werden die Fühler dunkcllnaun, die Faiiie 
des Hückenschildes geht hei nicht au.s<'eiiirhlen Individuen in 
scluinilziüliraun , hei ausgetarhien in schwarzhraun , die des Hin- 
lerieiljes heim c/" in schniulziij,- hraiin. ht-im 9 in sclinuilziü,- lleiscli- 
r«(h, \ind die der l)eiden letzten Glieder der Leji,eröhre in löihlich 
geih üher. Der ganze Schwingerslicl wird gewöhnlich weisslieh, 
und auch die Beine nehmen eine helleie Farhe an. 

Die Larve ist 1—1 Vo'" lang, 14 ringelig (Linnaea enl. Ylli 
I. Fig. 1) hiassgeih, rölhlichgelh oder orangegelh. Sie icht in 
knospenförniigen Gallen an den Spitzen der Wachholderz\\eig(r, 
in welchen sie im April oder Mai zur Puppe wird. Diese ist 
anfangs geIh oder orangegeih, nach und nacli fiirhen sich das 
Rückenschild und die Flügel- und Beinscheiden diinkelhraiin, und 
der Hinterleih jh'ischroth. Die Mücke erscheint von Mitte Mai 
his Mitte Juni. Ich erhielt im Terflossenen Frühjahre aus gesant- 
melten Gallen 8 Männchen und 18 Weihclien. 

Die Identität der ohen heschriehenen Gallmücke mit Tip. 
juniperina Linn. ist aus den ganz ungenügenden, hei Linne wahr- 
scheinlich — hei Degeer unzweifelhaft auf Autopsie heruhenden 
Diagnosen dieser heiden Autoren, welche wörtlich also lauten: 
T. alis innimhentiijus glaucis, margine fenuiore villoso 

(Linne), und 
T. fusca, antennis nodosis. alis ovati^, hirsutis, coslis trihus 
(Degeerj, 
nicht zu entnehmen; allein Linne's ..liahitat in junipcri Itiglochide, 
quam caussat", und die hei Degeer dei' Diagnose folgende nähere 
Beschreihung der Larve, Puppe, IMücke und Galle heseitigen jeden 
desfallsigen Zweifel. Dass sie mit derjenigen Mücke nicht iden- 
tisch^st, die in Fahricius Schiiften als Tip. juniperina Linn. an- 
geführt wird, geht aus dessen liherall gleichlautender Diagnose: 
„T. cinerea, alis alhis, margine villoso" liervor, denn kein Theil 
des Körpers der wirklichen T. juniperina hat eine aschgiaue 
Farhe. Die zusätzliche Angabe: Hahitat juniperi triglochide quam 
caussat, ist eine Folge des Inthums, den der Autor «ladurch be- 
geht, dass er eine andere Mücke für diejenige hält , welclier er 
ihren Wohnort in der Gal!«' des Uachholders anweisen muss. 

Latreille nimmt in seiner Hist. nat. für die Gattung Oligo- 
trophus als Gattungsmerkmal u. a. auch den nicht vorstehen- 
den Rüssel an (trompe point saillante), und stellt als Typus 
dieser Gattung Degeer's Wacliholder- Gallmücke auf. Er ist der 
Erste, welcher diese Beschalfenlseit des Rüssels erwähnt, was als 
Beweis gelten kann, dass er die wahre Tip. juniperina IJnn. ge- 
kannt hat. Meigen kannte sie nicht. Kr gieht im ersten Bande 



32.^ 

seiner Besclir. der europ. zweifi. Insekten S. VIII. und 92 sell>sf 
;ui , dass er sie nielit gesvlien. Ich habe nitht erfahren können 
wie er dazu «gekommen ist, sie zu Lasioptera zu liriniten, einer 
Gattnni», mit welcher Cec. jiiniperina gar nicht verwecliselt werden 
kann — und wem er seine hiiclist dürflioe, und in Ijefrefl" der 
Zahl der Fiilih'rglieder unrichliae Beschreihuni!, entnouinien hat. 
Kr ist \vohl durch Vertrauen auf fremde Auforitiil in diesen Irrllium 
ireralhen, und im Vertrauen auf die seinige haben Maccjitart und 
Zettcrsledt diese unrieliii<i,en Angaben auch in ihre Scliriflen auf- 
genommen. 

Hiernach waren vt»n den angeführten Cilaten nur diejenigen 
von Linne, Degeer und Latreille beizubehalten, wogegen die von 
Fabricius, Meigen, Macquart und Zetterstedt wegfallen müssen. 



Cec. Pisi. cT 2/,j'", $ 5/^.'''. Nov. spec. 

(Untergattung Diplosis. Low.) 

Es ist schon oft erwähnt worden , und aus eigener Erfah- 
rung kann ich es bestätigen, dass die künstliche Erziehung der 
Gallmücken aus den Larven ungeachtet aller Sorgfalt, die darauf 
verwendet wird, sehr häufig an den mannigfachen Schwierigkeiten 
scheitert, welclie sich ihr entgegenstellen, und diesen» Umstände 
mag es hauptsächlich zuzuschreiben sein, dass es noch viele 
Larven giebt, von welchen die Mücken bisher ganz unbeks'.nnt 
geblieben sind. Zu diesen Larven gehört u. a. die in Pisuni 
arvense und sativum lebende Made, welche von Reaumur in 
dem 1737 erschienenen zweiten Theile seiner „Menioires" (zweite 
Abtheilung S. 301 — 303.) erwähnt wird und von welcher er sagt : 
lls sont blancs; ils sont assez semblables, au premier coup d'oeil, 
aux ver-s de la viande, ils rampent de mßme, mais ils savent 
plus que ramper, ils savent santer et faire des sauts qui les 
elevent d'un pouce ou deux . . . u. s. w., ferner: Je n'ai point 
encore eu les inouches, dans lesquelles j'ai lieu de croire que 
ces vers se transformenl. Bei keinem späteren Autor komn?t sie 
meines Wissens vor, ausser bei Herrn Dir. Dr. Low, welcher 
sie nur vorübergehend in seiner Schrift „die Gallmücken" an- 
führt. Die Mücke selbst ist aber auch ihm unbekannt. Ich habe 
mich eine Reihe von Jahren beharrlich bemüht, dieselbe aus den 
Larven zu erhalten , allein alle Mühe und Sorgfalt, die ich darauf 
verwandte , blieben fruchtlos. Nach öfterem Wechsel der Be- 
handlung ist es mir endlich gelungen, sie zur Verwandlung zu 
bringen , und die Mücke daraus zu erziehen. Ich sammelle die 
Larve von Mitte bis Ende Juli vorigen Jahres (1853) ein und 
erhielt aus denselben vom 8. bis 1.5. Juli dieses Jahres (1854) 
4 cf und 54 9. 



326 

cf. Fühler etwa i/g länger als der Leib, schwarz, die 
Wurzel^lieder gelb, 2 + 24gliedeng, die do|i[ielfen Glieder fast 
nur durch den doppelten Haarwirtel als solihe zu erkennen , das 
letzte Glied mit knospenförmigem Fortsatze. Die Stiele der 
unteren Glieder kaum so lang, die der oberen abwechselnd so 
lan<? und etwas länger als die Glieder. Taster ( Linnaea Vlll. 
Taf. I. Fig. 20.), Rüssel, üntergesitht , Stirne und Hals blass- 
gelb . last weissgelb. Thorax blass briiunlirhgelb , die Fliigel- 
wurzein heller, ßrust and Brusiseiten mit schwärzlichem Anfluge. 
Rückenschild und Schildchen blassgelb behaart. Bei nicht ganz 
ausgefärbten Individuen ist die Farbe des Mittelleibes blassgelb, 
und der schwärzliche Anflug der Brust und Brnstseiten fehlt. 
Schwinger weisslich , bei ausgefärbten Individuen der Knopf an 
der Basis mit schwarzem Ringe, welcher sich zuweilen bis zur 
Mitte ausdehnt, der Schwingerstiel mit weisslichen, der Knopf 
mit schwarzen anliegenden Härchen besetzt. Hinterleib blassgelb, 
fast weissgelb, mit schwärzlichen schmalen Binden, nnd grauer, 
weisslich schimmernder Behaarung. Zange klein. 

Q. Fühler etwa ^3 J*"''zer als der Leib, schwarz, die 
Wurzelglieder gelb, 2+r2gliederig, das letzte Glied mit knospen- 
förmigem F^ortsatze. Der Stiel der unteren Glieder sehr kurz, 
der der obern beinahe halb so lang als die Glieder. Hinterleib 
blassgelb oder weissgelb, am Hinterrande der Ringe schwarze 
Binden, welche in der Mitte breit sind, sich nach den Seiten hin 
verschmälern, und meistens über den weisslichen Bauch mit 
blasser Farbe fortsetzen ; die Behaarung desselben schwarz, 
weisslich schimmernd. Legeröhre weissgelb, lang vorstreckbar, 
dünn, das dritte Glied haarfein, ohne Lamellen. Kopf, Thorax 
und Schwinger wie beim cf. 

d und $. Hüften, die Wurzel — oft die Wurzelhälfte — 
der Schenkel blassgelb, das Uebrige der Schenkel, die Schienen 
und Fasse schwarz, beim cT jedoch weniger dunkel als beim 9- 
Die Schenkel sind auf der unteren Seite, die Schienen, beim 9 
auch die Füsse, nach aussen lanj!;haarig. Flügel glashell, durch 
die liefschwarze, dicht stehende Behaarung wie geschwärzt er- 
scheinend, mit etwas derbem, tiefschwarzem Yorderrande. Die 
erste Längsader reicht, nicht ganz bis zur Mitte des Vorderran- 
des, die Querader liegt in der Mitte derselben. Die zweite 
Längsader mündet, gegen die Spitze hin abwärts gebogen, in 
die Flügelspifze und die gerade dritte Längsader geht in einem 
etwas mehr als rechten Winkel zum Hinterrande; der Hinterast 
derselben etwas blass, aber deutlich. Die Flügelfläche erscheint 
in gewisser Richtung etwas weisslich, in anderer Richtung dun- 
kel violett irisirend. 

Nach dem Tode gehl die Leibfarbe in ein schmutziges 
Blass"elb über, die Schwinger färben sich dunkler, A\e Beine 



327 

heller und die Hinterleibsbindcn verschwinden ganz. Nur scheu 
bleiben diese beim $ auf dem Riicken angedeulet. 

Die springende Larve ist 1 — IV2'" ''"'»5 milchwciss, mit 
blassgelblit'hgriineiM Darnikanal. Sie lebJ, oit in sehr grosser 
Anzahl, in den Scholcn von Pisuin arveiise und safivtim, und 
geht zur Verwandlung in die Erde. Sie beschädigt die Erbsen 
nicht, und eben so wenig delorniirt sie die Schoten, sondern 
macht diese nur weissfleckig, wenn sie sehr zahlreich in den- 
i^elben vorhanden ist. 



Synonymische Bemerkungen über Carablelnl 
von O, Kraata in Berlin. 

I. Agonum marginatum F. — Agonuni llavocin- 
ctu m Suffr. — 

Anknüpfend an die , von meinem hochverehrten Freunde 
Herrn Schulralh Suffrian , in der Mai -Nummer dieser Zeitung 
ausgesprochene Vermuthung, dass die sardinischen Exemplare 
eines dem marginatum F. nahe verwandten Agonum, leicht einer 
eigenen neuen Art angehören dürften, möchte ich derselben nach 
genauem Vergleich der drei in nieiner Sammlung befindlichen sar- 
dinischen (ebenfalls von Handschuch stammmenden) Exemplare, 
ans folgenden Gründen nicht beipflichten: 

Allerdings zeigen auch meine Exemplare zwei, durchaus 
characleristische, von den von Herrn Suffrian angegebenen Merk- 
malen, nämlich die helle Färbung der Beine und des ersten Füh- 
lergliedes und den breiteren gelben Halsschildsaum. Dagegen 
hat eins von meinen Exemplaren durchaus denselben metallischen 
Schimmer, den unsere deutschen Exemplare des Ag. marginatum 
zeigen; die tief spangrüne Färbung der sardinischen Exemplare, 
die Herrn Suffrian vorgelegen, bedingt somit keine specifische Ei- 
genschaft derselben; ich bin vielmehr geneigt, sie als ein Attribut 
des weiblichen Geschlechtes zu betrachten; ob als ein ausschliess- 
liches, will ich noch dahin gestellt sein lassen, da ich bis jetzt 
keine grössere Anzahl von Exemplaien dieser Art verglichen habe; 
bei den in meiner Sammlung befindlichen Exemplaren der Agonum 
Impressum Pz., austriacum F., elongalum Dj, sind die Weibchen 
malt, die Männchen glänzend, wie dies auch iil>erliaupl bei einer 
grossen Anzahl anderer Carabicini der Fall ist. — 

Ferner bildet der Hinterrand des Halsschildes bei dem giössten 
(weiblichen), der sardinischen Exeujplaren einen deutlichen stum- 
pfen Winkel, weicht somit von denen, die Herrn Suffrian vorlagen, 
in einem zweiten Punkte ab; somit bleiben der breitere helle 
Halsschildsaum und die Färbung der Beine und Fühler als alle 



328 

5 «jardinisthen Exeiiiplaien charakferisirendc Merkmale, übrig. 
Hätte unser deutsclies Ag. marginaluni gar keinen hellen Halsschild- 
saiim, so könnte icli niirh eher ontschliessen, in den sardinischen 
eine eigene Art zu erkennen ; letztere besitzen aber nur einen, 
wenn auch deutlich, breiteren hellen Halsschildsauin ; ein Umstand 
der durcli die übcrhau[tt liellere Färiiung der Beine noch an Ge- 
wicht verliert. Was diese selbst anbetrifft, so sind sie zwar rein 
und licht lehmgelb; doch scheint es mir nicht unwesentlich, dass 
die Schenkel des Agon. marginatnm nicht, wie Suffrian angiebt, 
pechschwaiz, sondern bei allen mir vorliegenden Exemplaren, pech- 
braun mit heller Wurzel sind, v\ie z. H. auch Gjllenhal (Fauna 
Suec. 11. p. 156) de Schenkel des Ag. ntarginatum, ,, picea, ple- 
runKjue basi lestacea" nennt. Endlich sind auch bei meinen sar- 
dinischen Agonum die Tarsen deutlich dunkler als die Schienen. 
So wenig ich hiernach geneigt sein kann . in den sardinischen 
Agonum eine eigene Species zu eikennen , so sehe ich doch in 
denselben eine characterische Local-Yarieläf. Solche Lo cal-Va- 
rietäfen dürfen auch recht wohl einen eigenen Namen, und 
dieser Name einen Platz in einem critischen Cataloge beanspru- 
chen, so wenig ich dies in anderen Fällen erspriesslich fin<len 
würde; wenn man z. IJ. sänwntliche Färbungs- Stufen der Cocci- 
nella variabilis III. benamsen wollte. Ich würde für dieselben, die 
im Uebrigen verweriliche, Benennung nach dem Yaterlande vor- 
schlagen; denn in diesem Falle übt die J^ocalilät entscheidenden 
Einlluss auf die schon bekannte Species aus und verdient deshalb 
besonders in Betracht gezogen zu werden. Zu gleicher Zeit drückt 
auch die nach dem Vaterlande gewählte Benennung das Verhäll- 
niss der Unterordnung «Icr Yarielät unter die Stammart aus. 

II. Pterostichus (Sleropus Meg.) madidus F. — Pte- 
rosticlius concinnus Sturm. — 
Wenn im vorhergegangenen Falle die verschiedene Färbung 
der Beine nur einer der Gründe waren, die neben anderen schein- 
bar niclit unwichtigen, die Spaltung einer Art in zwei Species 
veranlassten, so soll sie in dem vorliegenden Falle einzig und 
allein die Unterscheidung zweier sonst ganz übereinstimmenden 
Species rechtfertigen. Dejean sagt von der Feronia madida: 
eile ressemble beaucoup a la concinna et n'en est peut-etre qu'unc 
Variete, eile en differe seulement par les cuisses, qui sont d'un 
roux ferrugineux." Ich erhielt beide Species aus der Umgegend 
von Lvon und sammelte sie gemeinschaftlich bei Bonn; es war 
mir nicht möglich zwischen den einzelnen Exemplaren den min- 
desten Unterschied, ausser der Färbung der Beine aufzufinden. 
W'ie wenig diese aber, namentlich in der Gattung Pterostichus, 
geeignet ist, eine specifische Unterscheidung zu rechtfertigen, be- 
weist das länsfst bekannte Vorkommen verschiedener Schenkel- 



3'>9 

Bt'in-P7irl)Uiiji,- iit-i einer llfilic! von SpL'cicb. dieser (i;i((iui|i , wie 
z. B, hei IM. Panzeri Me^. , i^iegleri Dj., Ilavofeinoialus Bon., 
inauius Diil'l., elc. Icli kJinn lihriyons nielU miiliiii, mein Eislau- 
nen ausziispieehen. dass Iieide Spceies so lan^e iinverejnt ü,el»!ie- 
lien sind. 

III. P( eios ( i (• JMi s Welensii Drap. — P t e r os I i e !hi s Va- 
riola I ii s De j. 

Von beiden Speiies liabe ich eine Reihe von Exemplaren 
voi- mir, die der eisieren Art aus Krain stammend, die der letz- 
teren ans Tvrol, ohne dass es mir möglicii wäre, einen specifi- 
sehen Unlersehied zwisclien ihnen aufzufinden. Die Kia!n<!r Exem- 
plare sind alierdiniis grösser und kräftij»er, aliei' das ist von um 
so geiinueien WeriJie , da viele Carahicinen in Karnllien heson 
ders gut gedeihen; so hahe ich von dort die grösslcn Exemplare 
von Carahns irregniaris F. und der dort liänfig vorkommende 
Carabus Creulzeri F, ist gewiss nur eine grosse Loeal -Varietät 
des später beschriebenen Car. depressus Bon. 

Die von Dejean angegebenen Unterschiede bestehen darin, 
dass Pt. variolafns gewöhnlich etwas kleiner, schmäler ist und 
die eingedrückten Punkle auf den Flügeldecken gewöhnlich 
etwas schwächer sinJ. Es wird also das „un peu plus" und ,,un 
j>eu moins" noch durch o r d i n a i r e m en t verstärkt! 

Was über die verschiedene Farbe von Dejean gesagt ist, 
hält ebenfalls nicht Siich, da ich verschieden gefärbte, sowohl matte 
wie glänzende Exemplare von beiden Arten besitze. , 

lY. Nebria nivalis Payk. — Nebria Gjllenhalii Schh. 

Der Vergleich einer Reihe lappländischer Exemplare der 
Nebria iiival.'s Pajk. hat mich zu A*)V üeberzeugung gebracht, dass 
diese All nicht als Varietät der weit verbreiteten Nebri.i Gvllenhalii 
Schh. zu betrachten, vielmehr U)n derselben Sjiecifisi'h unterschie- 
den ist. Nel)ria nivalis unterscheidet sich von der N. Gj'llenhalii 
hauptsächlich in folgenden Punkten: 

a. Das H a 1 s s c h i 1 d ist d e u I I i c h kleiner, nach hin- 
ten etwas mehr verengt als bei der N. Gjüenhalii. Dies hat 
auch schon Dejean bemerkt, indem er im Anfange seiner Beschrei- 
bung (Spec. Gen. II. p. 237) der N. nivalis sagt: ,,Elle ressemble 
beaucoup a la Gvllenhalii, mais la tele et le corselet me parais- 
sent un peu moins larges." 

b. Die Punkle in den Punkt reihen sind ;in der 
Regel weil den! lieh er als dies bei A^v N. Gyllenhalii der 
Fall ist. Gvlienhal (Ins. Suec. 11. p. 41) sagt von den Streifen 
der N. Gyllenhalii, sie seien ,,in fnndo omnino impunctalae," 
einen Ausdruck, A\'\\ er aüerdings später (Ins. Suec. IV p. 115) 
etwas modilieiri. Die Streifen der N, nivalis nennt er impnnctatae. 



330 

c. Die Schenkel der N. nivalis sind stets dun kel blut- 
rot h mit schwarzer Spitze; ein Umstand den sowohl G}1- 
lenhal wie Dejean erwähnen und der hei den übrigen Abweichungen 
beider Thiere wesentlich ist; um so mehr, wenn hinzukommt, 
dass ich zwar die Varieiät der Gyllenhalii die schöne N. arctica 
Dejean (vergleiche weiter uiilen) von verschiedenen Punkten Deutsch- 
lands, bald unter dem Namen nivalis Pa)k. bald als hvperborea 
erhalten habe, nie aber ein Exemplar der ächten N. nivalis mit 
blutrothen Schenkeln aus einer anderen Gegend, als dem alpinen 
Lappland. Die Schenkel und Schienen der N. Gjllenhalii dage- 
gen sind entweder pechschwarz und die Tarsen bräunlich, oder 
die Beine einfarbig rothbraun und der Käfer in diesem Falle bald 
mit schwarzen, bald mit braunen Fliigeldecken. Die \arietäten- 
Reihc der N. Gyllenhalii ist danach folgende: 

a. Der Käfer einfarbig schwarz, die Beine pechschwarz mit 
tothbraunen Tarsen, deren letztes Glied in der Regel heller ist. 
N. Gyllenhalii Schh. 

Der Käfer einfarbig schwarz, erstes Fiihlerglied lueist, die 
Beine stets einfarbig rotbbraun. In den Piemonteser Alpen und 
auch weiter verbreitet. N. Balbi Bon. var. (Dej. Spec. Gen. II. p. 238. 

c. Der Käfer schwarz, die Flügeldecken rothbraun, die Beine 
pechbraun. N. arctica Dj. , h)perborca Gjil. — In Schweden, 
im Riesengebirge und noch weiter verbreitet. — 

Von der N. nivalis habe ich keine Varietäten gesehen. 



Bcuierkiiug über Pap. Ajax. 

In den» Maiheft des Jahrgangs 1854 S. 142. der enfomo- 
logischen Zeitung hat Herr Dutreux constatirt, dass Pap. Ajax 
in Portugal vorkomme und mithin wirklich als europäischer 
Schmetterling angesehen werden müsse. Zugleich sind von ihm 
die Unterscheidungsmerküirtle des europäischen von dem ameri- 
kanischen Schmetterling angegeben. In den nordamerikanischen 
Freistaaten kommen aber zwei dahin gehörige, sich ähnlich 
sehende, aber doch wieder verschiedene Schmetterlinge vor, wozu 
ich noch eine dritte Art aus Cincinnati erhalten habe. Jene zwei 
bekannten amerikanischen Arten hat Boisduval in seiner Histoire 
generale et Iconographie des Lcpidopteres et des chenillcs de 
l'Amerif|ue septentrionale Tome premier. Paris 1833. tab. 1. als 
Pap. Ajax und tab. 2. als Papilio Marcellus abgebildet. Aus 
der Beschreibung des Herrn Dutreux in Vergleich mit der Bois- 
duval'schen Abbildung ergiebt sich, dass der in Portugal ge- 
fangene Schmetterling wirklich Pap. Ajax Boisd., der amerikani- 
sche Ajax des Herrn Dutreux aber Pap. Marcellus Bd. ist. 

A. Keferstein. 



331 

Correi^poudenK vom Cap. 

Bei meiner Ankunft am Cap, im Januar 1854, fand ich, üh 
cü Sommer war, das Land äusserst dürre; ich sah daher wegen 
Mangel an Blumen nur vveni«i;e Jnsekten, mit Ausnahme der Orthop- 
teren, welche Ordnung sowohl an Zahl der Individuen wie an Arten 
hier äusserst reich ist. (Späterhin gedenke ich eine schöne Samm- 
lung derselben zu veranstalten.) Namentlich hat das Genus Mantis 
sehr schöne Arten aufzuweisen. Da ich hier nur geringe Aus- 
heute erhielt, so beschloss ich eine Reise zu unternehmen, um 
andere Localiläten zu durchforschen. Ich wählte zuförderst Swel- 
lendam. Auf meiner Reise dorthin hielt ich mich 10 Tage am 
l'almiet-Rivier, 9 Stunden von Capstadt, auf. Ich fand daselbst 
an Le|/idopteren 2 Arten Sesia, eine Zygaena, (daselbst ziemlich 
häuHg) einige Polyommatus, und mehrere andere kleine Tagschmet- 
terlinge. Von Coleopteren 3 Copris-Arten, einen schönen 1 Zoll 
grossen Carabus, ziemlich häufig auf sandigen Bergen, 1 Cicin- 
dela. Von Neuropteren fand icli einige schime Libellula - Arten, 
einen Myrmecoleon und eine äusserst seltene und eben so schöne 
Panorpa-Art (?) Folgendes ist eine kurze Beschreibung derselben: 
Leib ^/V l«ng, i'" dick; oben braun, unten gelb; Fühler fein 
borstenförmig, fast so lang wie der Leib: Vorderflügel ganz glas- 
artig durchsichtig, ungefleckt, sehr fein netzartig, 1" lang; jeder 
Hinterflügel in einen feinen Stiel verändert, nach der Spitze zu 
verbreitert und spiralförmig gewunden, abwechselnd schwarz und 
weiss gefärbt; 3mal so lang als der Leib. Ferner mehrere Arten 
mir unbekannter Genera. Einige wenige Hymenoptera und Dip~ 
tera. Bei Swellendam, wo ich mich 6 Wochen aufhielt, fand ich 
von Lepidopteren einige kleine Arten Tagschmetterlinge, nnter 
andern eine sehr hübsche Besperia , dunkelviolett mit gelben Fle- 
cken ; ferner ein paarNo-tua- und 4 sehr hübsche Geometra-Arten. 
Ausserdem habe ich 7 grosf^e Arten gesehen , darunter 5 Tag- 
schmetterlinge; sie waren aber so selten und so flüchtig, dass ich 
vergebens strebte sie zu erhalten; die 2 anderen grossen Nacht- 
Schmetterlinge fand ich in sehr beschädigtem Zustande. Die Raupe 
der Acherontia Atropos fand ich in Gärten auf der schönen Da- 
tnra arborea. Der Sommer ist hier überhaupt die Raupenzeit, 
weshalb man wenig Schmetterlinge findet: die meisten im Früh- 
jahr d. h. September und October. Von Coleopteren fand ich 
daselbst wieder jenen Carabus. eine sehr schöne P/4" grosso 
Rhjnchopliora auf einer Mimosa am Breede-Rivier wieder jene 
Cicindela, einige kleine Cefonia, Melolontha, Hoplia und Coccinella 
Arten, 2 Arten Clerus, eine schöne Mordella, 2 Mylabris- und 
einige andere Aiten mir unbekannter Genera. Von Neuropteren 
fand ich wieder einige seltene und sehr schöne Arten mir unbe- 
kannter Genera , eben so von Hymenopteren und Dipteren , von 
letzteren eirca 60 Arten, darunter sehr schöne; endlich von Or- 
thopteren 4 schöne Mantis-Arten. 



332 

Diejenigen Heircn, die l>ei mir ßestellunj^cn an Insekten ge- 
macht haben, bitte ich, sich noch zu gedulden. Obgleich ich nun 
schon aus allen Ordnungen werthvolle Arten gesammelt habe , so 
ist das Ganze doch noch viel zu gering, um nach Europa gesendet 
werden zu können. Ich will vorher noch das Frühjahr (Augast, 
Septbr. und October abwarfen, während welcher Zeit ich eine reiche 
Beule zu machen gedenke. Uebrigens ist das Reisen in der Co- 
lonie sehr kostspielig. Ein Bauer spannt seine 12 bis H Ochsen 
nicht unter 10£*St. vor den Wagen und fährt dafür nicht weiter 
als nach dem nächsten Dorf. Die Gelegenheiten sind äusserst 
selten und mit der Post lässt es sich auch nicht reisen. Ersten«» 
kann man kein Gepäck, also auch keine Sammlungen mitnehmen, 
höchstens ein kleines Bündelchen Wäsche, und zweitens ist ein 
solches Reisen beinah lebensgefährlich. Es wird mit diesem Kasten 
der auf 2 Rädern ruht, in der Mitte ein Loch hat, worin man die 
Füsse steckt, und nur für eine Person eingerichtet ist, immer 
sehr schnell gefahren . gleichgültig ob man auf ebener Strasse 
fährt oder bergauf, bergab oder durch einen kleinen Fluss , 80 
dass einem das Wasser um die Ohren spritzt und man Gefahr 
läuft, durch die im Flusse liegenden unsichtbaren Steine umge- 
worfen zu werden. Ein südafrikanischer Postwagen hat ziemlich 
viel Aehnlichkeit mit einem deutschen Abdecker -Karren. 

C. Tollln. 



Intelligenz. 



Herr J. Keitel in Berlin, Nicolai-Kirchhof Nr. 9, der lleissige 
Sammler scandinavischer Insectcn, hat auch in diesem Jahr eine 
entomologische Reise nach Lappland gemacht , und ist von der- 
selben mit einer reichen Ausbeute dort einheimischer Insccien, 
insbesondere Schmetterlinge und Käfer, zurückgekehrt. Er bietet 
sie Sammlern zum Verkauf iu meist schönen, gut präparirten Exem- 
plaren. Da derselbe wiederholt die nördlichsten Theile Scandi- 
naviens besucht hat, so ist es ihm gelungen, durch genauere Be- 
kanntschaft mit der Oortlichkeit und durch angeknüpfte Verbin- 
dungen manches Neue und einige Arten iu grösserer Zahl und 
zum Theil in schöneren Exemplaren zu erlangen, welche bisher 
nur einzeln und oft in mangelhaften Stücken in den Sammlungen 
vorhanden waren. Er gedenkt im nächsten Jahre auch den W^inter 
im Norden Schwedens zuzubringen , um noch in grösserem Um- 
fange, als bisher- gezogene Exempl. zu erwerben, und gleich mit 
dem beginnenden Frühling zur Stelle sein zu können. Da er ein 
wohlgeübter, sachkundiger Sammler ist, so darf man von seiner Aus- 
dauer und seinem Eifer gewiss sehr günstige Resultate erwarten. 

Stettin den 22, Septbr. 1854. ^ Mering. 

Druck von V. lie mk eu I a n tl ia Sietliii. 



Xlntomologiselie Zeitnng 

herausgegeben 

von dem 

entomologischen Vereine zu Stettin. 



Redaction: In Commission bei den Buclihand- 

C. n»v TT • r. ■ • 1 . lungen von E. S. Mittler in Berlin, 

. A. Dohrn, Vere.ns-Pras.dent. rr^rieisj^her, und Dyk in Leipzig. 

1^^. 11. 15. Jahrg^aiigr. Sovembep 1854. 



Inhalt: Vercinsangelegenheiten. — Czech: Gallenbildung. — Ruthe: 
Braconiden. — Freyer: Lepidopterisches. — Le Conte: Coc- 
cinelliden der Ver. Staaten. — Bach: Rhyncolus pilosus. — 
Intelligenz. 



Vereinsangelegenheiten. 

In der Sitzuno- am 7. September stattete der Unterzeichnete 
seinen versammelten Herrn Collegen einen kurzen mündlichen 
Bericht über die Entomologica ab, welche er auf der am 10 Juni 
mit seinem verehrten Freunde Boheman angetretnen Reise über 
Liege nach London und Paris erlebt hatte. Es bleibt vorbehalten, 
einige Notizen von allgemeinerem Interesse später mitzutheilen. 
.\ls Mitglied wurde in den Verein aufgenommen : 

Herr Abbe Giuseppe Stabile in Lugano (Canton Ticino). 
Der Vorname des zum Mitgliede aufgenommenen Herrn Ghilinni 
in Torino ist nicht Vincenzo sondern Viltore. 

Mit dem Königl. Zeitungs-Comtoir in Berlin, derjenigen 
preuss, Behörde, welche den Postdebit der entomol. Zeitung- für 
Preussen und das Ausland zu reguliren hat, waren Differenzen 
über die behauptete Ausdehnung der Bogenzahl über das gesetzlich 
erlaubte Maass entstanden. Diese Differenzen sind jetzt dahin 
erledigt, dass vom 1. Januar 1855 ab der Postdebitpreis der entomol. 
Zeitung für Preussen von 2 Thl. 10 Sgr. auf 2 Thl. 15 Sgr. 
erhöht ist, wogegen die Redaction nun das unbestrittne Recht 
hat, statt der bisherigen 2 Bogen nach Umständen auch mehr 
als zu einer Nummer gehörig auszugeben. 

Der Postdebitpreis der Zeitung für das Ausland wird sich 
(ausser der Steigerung um 5 Sgr. = 15 Kreuzer) hoffentlich 
nicht anders stellen. Jedenfalls wird die Redaction wie bisher 



334 

nicht unterlassen, der Zeitung zu ilueni ehrend anerkannten wis- 
sensdiaft liehen durch Heifiij'ung von guten Tafeln auch 
einen «festeiserten artistischen Werlii zu geben. 



Wissenschaftliche Mittheilungen. 

Heber den Ursprung iler Gallen (^n 
JPflansent heilen. 

Ven C. Czecli, cand. pLil. in Breslau. 

Eine im vorigen Jahre von Lacaze-Duthiers in den Annales 
des scicncos naturelles 111. serie, Bolanique, tonie 19. gelieferte 
Arbeit: Recherches pour servir ä l'histoire des galles, worin sich 
die wunderliche Behauptung aufgestellt findet, dass die Bildung 
der Galle durch ein in den Pflanzeniheil gebrachtes Gift erfolge, 
hat mich veranlasst, auf diesen Gegenstand näher einzugehen 
und nach dem Stande der bisherigen Betrachtungen eine Erklä- 
rung dieser räthselhaften Bildungen zu versuchen , die in der 
Volkssprache unter verschiedenen Namen bekannt sind wie: Knop- 
per, Gallapfel, Eichapfel, Sodomsapfel, Schlafapfel, Rosenschwamm, 
Fleischzapfen, Wirrzopf, Zapfenrosc, Weidenrose, ßlätterschopf, 
Blätterlilz, Jvidasschole. 

Galle ist die Wucherung eines Pflanzentheils, entstanden durch 
Ihierischen Einfluss und bestimmt zum Schulz und zur Nahrung 
für thierische Brut. Diese Brut gehört gewissen Jnseclen- 
und Milben-Arten an, die man Gallenbildner nennt. Am häufigsten 
und von mannigfaltiger Form hat man Gallen an den verschie- 
denen Eichen -Arien beobachtet; gar keine an Crjplogamen und 
und phanerogamischen Wasserpflanzen. Nach den genauen ana- 
tomischen Untersuchungen, dieliacaze-Dulhiers (a. a. 0, p. 273. u. f.) 
an 33 Arten von Gallen angestellt und mit schönen Abbildungen 
begleitet hat, sind die Gewebe der Gallen in Anordnung und Be- 
schaffenheit entweder verschieden von denen des behafteten Pflan- 
zentheils oder nicht. Nach der Stellung der Galle zu dem Pflan- 
zentheil unterscheidet er drei Klassen von Gallen : 

1. galles externes sind Gallen, wo die neuen Gebilde ausserhalb; 

2. galles internes sind Gallen, wo die neuen Gebilde innerhalb; 

3. galles mixtes sind Gallen, wo die neuen Gebilde ausserhalb 
und innerhalb des Pflanzentheils sich befinden. 

In der Structur der ausgezeichnetsten Gallen der ersten 
Klasse unterscheidet er 6 verschiedene Parenchjmschichten mit und 
ohne Intercellularräume , mit dick- und dünnwandigen Zellen; 



335 

Gefässliiindel mit gestreiften, punktirlen und Spiial-Gefässen mit 
ahrollbaier Faser: die Paienchymscliichten concentriscli geordnet, 
die Gefässijündel dazwischen verlaufend ; die Epidermis ohne Sto- 
matien. Die übrigen Gallen haben einen einfachen Bau. Diese 
Untersuchungen stimmen mit den frühem von Hartig (die Gall- 
wespen in Gcrmars Zeilschrift II. 1840. S. 176. u. f.) im Ganzen 
überein. 

Die Gallenbildner machen entweder ganze Gattungen aus, 
oder nur einzelne Arten in einer Galtung; die Gattung Trvpeta 
enthält gallenbildendo und minirende Arten. Die Gattungen aller 
bekannten Gallenbildncr sind folgende: 

I. Ilymenoptcra. 

a. Cyni p i d ae, 

1. Cjnips Htg. (Hartig in Germars Zeilschrift II. 1840. S. 187.) 

2. Andricus Htg. (desgl. S. 190.) 

3. Neuroterus Hig. (desgl. S. 192.) 

4. Teras Htg. (dgl. S. 193.) 

5. Pediaspis Tischb. (Tischbein in der entomolog. Zeitung 
1852. S. 141.) 

6. Biorhiza Westw. (Apophyllus Htg.) (Hartig in Germars Zeit- 
schrift 111. 1841. S. 340.) 

7. Rhodites H(g. (desgl. II. 1840. S. 194.) 

8. Diastrophus Htg. (desgl. IV. 1843. S. 411.) 

9. Synophrus Htg. (desgl. IV. 1843. S. 411.) 

10. Spathegaster Htg. (desgl. III. 1841. S. 340.) 

11. Trigonaspis Htg. (desgl. II. 1840. S. 195.) 

12. Aulax Htg. (desgl. II. 1840. S. 195.) 

13. Ceroptres Htg. (desgl. H. 1840. S. 197.) 

b. T enthredoni d ae. 

14. AUantus Jur. (Bouche in der entomolog. Zeitung 1846. S. 289.) 

15. Nematus Jur. (Harlig Aderflügler Deutschlands 1837. S. 
205. u. f.) 

II. Coleoptera. 
a. Bupr es ti dae. 

16. Agrilus Meg. (Ratzeburg Forslinsekten I. a839. S. 59.) 

17. Diphucrania Dej.(Erichson entomolog. Bericht für 1847. S. 59.) 

b. Curcul i onin a. 

18. Apion Hbst. (Perris in den Annales de la societä enlomol. 
de France IX. 1840. p. 89.) 

19. Balaninus Germ. (Bouchö Naturgesch. der Jnsekten 1834. 
S. 199.) 

20. Baris Germ. (Schaum enlomol. Bericht für 1849. S. 55.) 



336 



21. Civptorliynclms III. (Relrli Grunilli><>,e zur Kennlniss der 
Ktifer Oberscl.lcsiens ScIuilprogT. 1846. S. 40.) 

22. Ceuthorliynchus Gotni. (Eiithson en(omol. Bericht für 1845. 
S. 68.) 

23. Conotraclielus Siliönli. (Erichson cnlomol. Bericht für 1842. 
S. 63.) 

24. Cieopus Meg.(Haimnerschini(ltanatomisch-phvtopalliologische 
Untersuchungen iiher die Natur und Entwicklung- der Pflan- 
zenauswüchse 1838. S. 33. 35.) 

25. Gyumetron Schönli. (Bouche Naturgeschichte der Jnsekten 
1834. S. 202.) 

26. Nedyus Steph. (Westwood Introduction vol. 1. 1839. p. 342.) 

c. C er am b jci da e. 

27. Saperda Fahr. (Ratzeburg Forslinsekten 1. 1 839. S. 235. 236.) 

IlT. I^epidoptera. 

a. B m bjcida e. 

28. Cossus Fab. (Ratzeburg Forstinsekten II. 1840. S. 86.) 

b. To r trici n a. 

29. Coccjx Treitschke (Ratzebnrg Forstinsekten II. 1840. S. 
212. 213. 231.) 

30. Grapholilha Treitschke (Dr. Wocke durch freundliche Mit- 
Iheiiung.) 

c. P y r a I i d a e. 

31. Phycis Fab. (Ratzeburg Forstinsekten II. 1840. S. 244.) 

IV. Uiptera. 

a. Tip ulina. 

32. Hormomjia Lw. (Liiw die Gallmücken, Schulprogr. 1850. 
S. 31. u. f. 

33. Diplosis Lw. (desgl.) 

34. Cecidomjia Lw. (desgl.) 

35. Asphondylia Lw. (desgl.) 

36. Lasioptera Lw. (desgl.) 

37. Sciara Meig. (desgl. S. 18.) 

b. Mu scariae. 

38. Trypeta Meig-. (Meigen zweiflüg. Jnsekten V. 1826. S. 311.) 

39. Lonchaea Fall. (Erichson enlomolog. Bericht für 1839.) 

V. Rhyncbota. 

a. T i n g i d a e. 

40. Laccometopus Fieb. (Tingis Fab. pro p.) (Westwood Intro- 
duction vol. II. 1840. p. 478.) 



337 

b. Aphidae. 

41. Chcrmes H(»-. (HaHii,- in Germars Zeitschrift III. 1841. 

S. 36Ö.) 

42 Eiiosoiua Westw. (^Scliauin eiilomol. Bericlit für 1849. S. 112.) 

43. Pemphigus Hfg. (Harlig in Gcmars Zeitschrift III. 1841. 

44. Tetraneura Hli--. (desgl. S. 366.) 

45. Sch'"zoneura Htg-. (des-l. S. 367.) 

46. Aphis III. (Kallenbach in der entoniol. Zeitung 1846. S. 172.) 

c. Psy 1 1 i d ac. 

47. Psjlla Latr. (Weslwood Introduclion vol II. 1840. p. 336.) 

48. Livia Latr. C'^atreille histoire naturelle des fourmis 1802. 

p. 325.) 

VI. Aoarina. 

a. T r ni b i d i c i d a e. 

49. Eriophyes Sieb. (C. Th. v. Siebold im Jahresbericht der 
Schlesischen Gesellschaft für 1850. S. 89.) 

b. N otas pi d ae. 

50. Oribala Latr. (Hartig forstliches Conversationslexicon 1834. 
S. 737.) 

Das Ei der Gallenbildner wird von dem Mutterthier entweder 
mittelst eines Legebohrers in das Innere des Pflanzentheils geschafft 
oder beim Mangel eines passenden Apparates z. B. von Coccyx 
Zebeana Ratzeb. und Chermes vijidis Ratzeb. (Abietis Lin.) , an 
die Oberfläche gelegt; das ausschlüpfende Lärvchen einiger Gal- 
lenbildncr dringt dann in das Innere, andere bleiben an der Ober- 
fläche. Nach einer gewissen Zeit wird die Gallenbildung bemerkbar 
und nimmt zu bis zu einer gewissen Grösse. Das Wachsthum 
der Galle hört auf durch Wegschneiden (Link Grundriss der 
Kräuterkundc von Willdenow , J831. S. 481. 483.) und sobald 
die Larve zur Yerpnp|uing auswandert oder durch eine Parasiten- 
larve umkommt, vergl. Kaltenbach Monographie der Pllanzenläuse 
I. 1843. über Chermes Abietis Lin.; ferner A^allot Compt. rend. 
XXlll. 1846. 109., und Low die Gallmücken, Schulprog. 1850. 
S. 24. Das Wachsthum der Galle ist also gebunden an das 
Leben der Larve. Die Dauer der Galle ist im Allgemeinen nicht 
verschieden von der Dauer des behafteten Pflanzentheils ; wenigstens 
sieht man Gallen noch immer am Baume, nachdem die Bewohner 
längst ausgewandert sind. 

Bevor wir nicht erkannt haben, von welcher Art die Wu- 
cherung ist, die man Galle nennt, können wir auch nichts über 
ihren Ursprung sagen. An dem Zeugnisse, welches uns der 
Gallenbilduer in der Galle von sich giebt, erkennen wir am ersten 



338 

seine Wirksamkeit. Wir verjjleichen daher die Gallen mit andern 
Wucherungen in« Pflanzenreiche. 

Die sögeiifhnnte Holzmaser (Mejen Pflanzenpathologie 1841. 
S. 86. 87.) ist die Wucherung irgend einer Stelle des Stammes, 
welche durch unentwickelte Advenlivknospen verursacht wird; 
diese hemmen das freie Herabsteigen des Cambiums und bewirken 
eine Ansammlung desselben. Die Gewebe der Holzmaser sind 
keine andern als die des Stammes, welche nur abweichend und 
unregelraässig verlheilt sind. Eine gleiche Wirkung bringt ein 
fremder Körper hervor, welcher in den Stamm eines Baumes ein- 
gebracht war. Diese Ait von Wucherung ist nur Verunstaltung 
(Deformation) eines Pflanzenlhciis. Die Galle ist nicht Deforma- 
tion der Gewebe eines Pflanzentheils, sondern Bildung neuer Ge- 
webe, wie wir aus den Untersuchungen von Lacaze-Dulhiers wissen. 

Die sogenannte Brandbeule ist eine Wucherung der Bliithen 
des Mais, die durch einen Brandpilz Caeoma destruens Schlecht, 
verui sacht wird (Meyen a. a. 0. S. 102.). Diese Anschwellung 
besteht Anfangs aus saftigem, straffem Zellgewebe, später entwickeln 
sich im Innern dunkelgefärbte Streifen und diese verwandeln sich 
allmälig in das schwarze Puher des Brandes. Aehnliche Anschwel- 
lungen der Pflanzentheile entstehen durch Rost- und Schimmel- 
Pilze, überhaupt durch entophjtische Pilzbildung. In allen diesen 
Fällen werden die Gewebe des angegriffenen Pflanzentheils duich 
die eintretende Zersetzung zerstört, sie werden desorganisirt. Diese 
Art von Wucherung ist also Desorganisation des Pflanzentheils. 

Die Galle als ein neues Gebilde ist nicht Desorganisation, 
sondern Organisation eines Organs, wodurch dasselbe seiner Funk- 
tion entfremdet wird, ist Ausartung oder Degeneration desselben. 
Der zur Galle ausgeartete Pflanzenthcil verrichtet nicht mehr seine 
Funktion für die Pflanze, entzieht ihr vielmehr wie ein Parasit 
Nahrungssäfte. Die Galle ist also Degeneration eines Pflanzen- 
theils. Nicht jede Degeneration mit Wucherung eines Pflanzen- 
theils ist eine Galle. Die Pflanzenteratologie führt uns viele Bei- 
spiele von hypertrophischer Degeneration an , die keine Gallen 
sind. Noch mehr Beispiele liefert uns dieCullnr; die sogenannte 
Veredlung und Vervollkommnung der Gewächse durch die Cuitur 
ist hypertrophische Degeneration. 

Wir wissen, dass die Degeneration der Pflanzentheile etweder 
durch organische Wirkung oder durch chemische Wirkung her- 
vorgerufen wird. Eine Degeneration durch organische Wirkung 
können Thiere nur an Thieren, Pflanzen nur an Pflanzen hervor- 
bringen, niemals Thiere an Pflanzen. Die Bildung der Galle als 
Degeneration eines Pflanzentheils durch thierischen Einfluss, ist 
also nicht durch eine organische, sondern durch eine chemische 
Wirkung erfolgt. Die chemische Wirkung, wodurch Degeneration 
eines Pflanzentheils hervorgerufen wird, besteht in einer qualitativen 



339 

Aenderung seines Zelleninhaltes. Nicht alle qualitativen Verän- 
derungen des Zelleninhallcs rufen eine Degeneration hervor; unter 
denen, die eine Degeneration bewirken, führen nioht alle zugleich 
eine Hypertrophie herbei. 

Wenn die Bildung der Galle nicht eine blosse Deformation 
des Pflanzentheils ist, so kann die Galle selbst auch nicht das 
Resultat einer mechanischen Wirkung sein. 

Wenn die Bildung der Galle nicht Desorganisation des Pflan- 
zentheils ist, so kann die Galle selbst auch nicht das Resultat 
einer zersetzenden Wirkung sein. 

So gewiss die Bildung der Galle Degeneration des Pflan- 
zentheils ist, ebenso gewiss ist die Galle selbst das Resultat einer 
bestimmten qualitativen Aenderung des Zclleninhalts im Pflanzentheil. 

Der Gallenbildne-r liefert daher ein Excret , welches sich 
mit dem Inhalte der zerrissenen Zellen des Pflanzentheils mischt 
nnd eine hjpertropliische Degeneration veranlasst. Von diesem 
Standpunkte aus sind die bisher aufgestellten Theorien über den 
Ursprung der Gallen zu beurtheilen. 

Die m e c h a n i s <■ he T h e o r i e haben vorgetragen : Reaumur, 
Nees von Esenbcck, Ratzebnrg, Brenii, Low und van derHoeven. 

Reaumur (Memoires pour servir a l'histoire des insectes 
tom. lll, part. II. Amsterdam 1738. mem. 12, p. 195. u. f.) erinnert 
daran, dass ein fremder Körper im Gewebe der Pflanzen und 
Thierc geeignet sei, beulenartige Anschwellungen zu erregen und 
vergleicht die Gallenlarve mit den Oeslruslarven , welche durch 
ihren Aufenthalt unter der Haut des Rindviehes Beulen verursachen. 
Ferner ziehe das Ei der Gallenwespen durch sein Wachsen den 
Pflanzensaft an, der sich in grösserer Menge sammle; im Innern 
der Galle sei gleichsam ein kleiner Heerd , welcher durch die 
thierische Wärme der Larve das Wachsthum der Galle beschleu- 
nigen müsse. Sehr schnelles Wachsthum bilde schwammige Gallen; 
diejenigen Larven, die sich von flüssigen Stoffen nähren, veran- 
lassten die Bildung einer festen, harten Galle, weil nur die festen 
Theile des Pflanzengewebes übrig bleiben: die sich von festen 
Stoffen nährten, brächten schwammige Gallen hervor. Den Ein- 
wurf, den ich so eben erheben will , macht er sich selbst (a. a. 
0. p. 305.), nämlich dass nach seiner Theorie auch die Blatt- 
minirer Gallen hervorbringen müssten, und sucht ihn durch fol- 
gende Argumentation zu entkräften: da es nur die Blattnerven 
seien, welche den Stoff zurBi'dung der Galle lieferten, so könnten 
diejenigen Minirer, welche nur das Parench^fm des Blattes verzehren, 
keine Gallen verursachen ; die übrigen richteten aber durch ihren 
Frass zu grosse Zerstörungen im Blatte an, als dass neue Bil- 
dungen entstehen könnten ; die angegriffenen Stellen vertrockneten 
vielmehr. Allein es ist unrichtig , dass nur an den Blattnerven 
Gallen entstehen, mithin fällt der erste Gegeneinwurf; der zweite 



340 

Gegeneinwurf enthält die unrichtige Vorstellung, dass zur Hervor- 
bringung neuer Gebilde eine yerhältnissmässig geringe Wunde 
erforderlich sei; .mau kennt aber verhältnissmässig kleine Blatt- 
nunirer, die doch keine Gallen hervorbringen. Dann hatReanmur 
die übrigen Larven, die im Innern der Pflanzenwelt leben und 
keine Gallen hervorbringen, ganz ausser Acht gelassen. Der 
Satz, dass die Gallen nicht das Resultat einer mechanischen Wir- 
kung sind, findet seine Bestätigung in dem Verhalten der im In- 
nern der Pflanzentheile lebenden Larven; diese müssten sonst 
ebenlalls Gallen hervoi bringen. 

Nees V. Esenbtck (in einer Anmerkung zu Meyen Pflanzen- 
pathologie 1841. S. 320.) hat Rcaumur's Ansicht, wenn er sagt; 
„Die eigenthümlichen Formen der Auswüchse, welche durch die 
m Pflanzentheile gelegten Eier der gallenerzeugenden Insekten 
hervorgebracht werden, lassen sich durchgängig aus einer Hem- 
mung des Längenwuchses mit gleichzeitig eintretender Vervielfäl- 
tigung und Verkümmerung der peripherischen Organe ableiten. 
Man würde dergleichen Gebilde nach Gefallen hervorbringen, 
wenn man nicht bloss einen fremden Körper ohne weite StTch- 
wonde an der entsprechenden Stelle einbringen, sondern auch, 
wie dies bei den aus den Eiern entstehenden Larven der Fall 
ist, dessen Fortwirken unterhalten und steigern könnte." Es ist 
richtig, dass in sehr vielen Fällen durch die Bildung der Galle 
der Längenwuchs des behafteten Pflanzentheils gehemmt und die 
benachbarten Theile verkümmert werden. Es ist aber unrichti«*-, 
dass diese Wucherung auf die angegebene Art entstehe; denn dfe 
ira Innern der Pflanzentheile lebenden Larven, wozu alle 31inirer 
gehören, sind ebenfalls fremde Körper, deren Fortwirken andauert 
und sich steigert und bringen doch keine Gallen hervor. 

Ratzeburg (Forstinsekteu Hl. 1844. S. 55.) will, dass wir 
uns denken, jede Art der Gallwespen habe ihre besondere Art zu 
verwunden und suche genau ihre Stelle, wohin sie sticht. Dass 
aber ein Stich in einen Pflanzeniheil nicht im Stande ist, die Bil- 
dung einer Galle hervorzurufen, ergiebt sich einmal daraus, dass 
die Gallen nicht das Resultat einer mechanischen Wirkung sind, 
wie dies die Structur derselben beweist; dann daraus, dass nicht 
jede Gallenbildung durch einen Stich eingeleitet wird ; die Gallen 
der Gallenbildner, welche keinen Apparat zum Bohren oder Stechen 
haben, entstehen ohne Stich. Wenn man mit einer noch so fei- 
neu Nadelspitze behutsam in ein Gefässbündel ödes in das Pa- 
renchjm eines Blattes sticht, so entsteht niemals eine Galle, son- 
dern nach einiger Zeit wird ein missfarbiger Punkt sichtbar, 
herbeigeführt durch die Vertrocknung dieser Stelle, gerade als 
ob sie von einem saugenden lu'^ekt angestochen war. Bremi 
(Beiträge zu einer Monographie der Gallmücken 1847) legt eben- 
falls das grösste Gewicht auf den Stich. 



341 

Low (die Gallmücken, Schnlprogr. 1850 S. 24.) sagt: „eine 
eigeuthiimliche Deformation kann nur stattfinden, wenn die Larven 
die Pllanze an bestimmter Steile und in eigentluimiiclier Weise 
angreift und wenn die PHanze die nöthige Energie der Reaction 
gegen die gemachten Angriffe und die nöthige Sclimiegsamkeit 
ihrer Bildungsgeselze hat, um Formen, welche ausserhallj des 
Kreises der an ihr gewöhnlich ei scheinenden liegen , hervorzu- 
bringen," Abgesehen davon, dass im Gegensatze zu den ver- 
schiedenartigen im Innern der Pflanzentheile lebenden Larven die 
eigenthiimliche Weise des Angriffs der verschiedenartigen Gallen- 
larven schwer zu begreifen ist, enthält diese Theorie auch noch 
die unrichtige Yorsleilung, als ob nicht immer, wo Gallenbildner 
ihre Wirksamkeit auf eine Pflanze äussern, Gallen gebildet wür- 
den. Die Gallenbildner hören aber niemals auf, Gallen zu bilden. 

Van der Hoeven (Handbuch der Zoologie l. 18ö0 S. 372,) 
hat Ralzeburgs Ansicht: „die Weibchen dieser Familie (der Gall- 
wespen) durchbohren verschiedene Pflanzentheile und legen ein 
Ei in die Wunde, Auf diesen so verursachten Reiz fliesst der 
Saft reichlicher nach dem Orte und so entstehen verschiedene 
Auswüchse." 

Die Gührungstheorie haben Malpighi und v. Gleichen- 
Russworm vorgetragen, Malpighi (plantar, anat. par II, 1687 de 
gallis p, 131.), welcher zuerst bewies, dass die Gallen durch thie- 
rischen Einfluss entstehen, und das Glück hatte, eine legende 
Gallwespe zu beobachten, sagt: „ex infuso namque liquore a te- 
rebrae extremo effluente qui summe activus et fermentativus est, 
nova in tenellis vegetantibus particulis excitatur fernientatio seu 
intestinus motus; ita ut appellens nutritivus succus et in trans- 
versalibus recollectus utriculis, peregrina aura inspiratus, fermen- 
tari incipiat et lurgere." Bei den Gallwespen hat er am Grunde 
des Legebohrers eine wasserhelle Flüssigkeit gesehen, weicherer 
die Wirkung eines Fermentes zuschreibt. Jedes Ferment übt 
eine zersetzende Wirkung aus; wir wissen aber aus der Structur 
der Gallen , dass sie nicht das Resultat einer zersetzenden Wir- 
kung sind. Ausserdem fehlt der Beweis, dass jene Flüssigkeit, 
die Malpighi Ferment nennt, wirklich gallenbildende Eigenschaften 
besitze. 

Von Gleichen -Russworm (Versuch einer Geschichte der 
Blattläuse des Ulmenbaumes, 1770) sagt: „die junge Blattlaus- 
mufter setzt auf das ebenfalls noch junge Blatt ihren Stachel an 
und lässt vermuthlich einen Saft in die Wunde, welcher hernach 
durch eine gährende Bewegung die obere Seite des Blattes von 
der untern scheidet," 

Die Infectiön sth orie haben Mejen und Lacaze-Duthiers 
vorgetragen : 

Meyen (Pflanzenpalholögie 1841 S. 60.) meint, dass wir uns 



342 

über den Gallenbildungsprozess ähnliche Vorstellungen machen 
müssen, wie diejenigen, durch welche wir uns das Entstehen der 
Vaccine in Folge der Einimpfung zu erklären suchen. 

Lacaze-Duthiers nimmt ehcn so ein Gift an (a. a. 0. 
p. 279, u. f.), welches durch die logende Gallwespe in das Pflan- 
zengewebe gebracht werde, indem er fragt: „warum soll das Cy- 
nipsgift nicht solche Eigenschaften besitzen , dass es auf die 
Pllanze eine Wirkung hervorbringt, welche analog ist derjenigen, 
welche die Biene bei uns erzeugt?*' Er hat nämlich bei allen 
Hvmenopterenweibchen ein Gift beobachtet, welches aus einer 
Drüse abgesondert wird, deren Ausführungscanal in die Scheide 
mündet. Er ist bemüht, die verschiedenen ihierischen Gifte zu- 
sammenzustellen und ihre Wirkung auf den ihierischen Organis- 
mus zu erörtern: das -Blatlerngift , syphilitische Gift, Vipergift, 
Klapperschlangcngift, Scorpiongift, Bienengift, Wespengift, obwohl 
untereinander specitisch verschieden, bewirkten doch sämmtlich 
ähnliche pathologische Zustände. Das Cvnipsgift sei so beschaf- 
len , dass es bei den Pllanzen ebenfalls pathologische Produkte, 
die Gallen , hervorbringe. Bei den Blattläusen lässt er das Gift 
aus den Speicheldrüsen kommen. Bekanntlich haben aber die 
Blattläuse überhaupt keine Speicheldrüsen, können also daraus 
nichts absondern. Das die Cynipsweibchen eine P'lüssigkeil aus 
der Scheide fahren lassen, ist wohl möglich, dass aber diese 
Flüssigkeit, welche Lacaze-Duthiers Gift nennt, gallenbildende 
Eigenschaften habe, dafür ist er uns den Beweis schuldig geblie- 
ben. Die Analogieen, welche er aus dem Thierreicli herbeizieht, 
liabe keine beweisende Kraft für das Pflanzenreich. Jedes Gift, 
Miasma oder Contagium bringt Zersetzung hervor; die Galle ist 
aber nicht das Resultat einer zersetzenden Wirkung. 

Verwandt mit d er I nf e cti onsth eori e sind die Erklä- 
rungen , welche Burmeister, W^estwood und Hartig über den Ur- 
sprung der Gallen gegeben haben. 

Burmeister (Handbuch der Entomologie I, 1822. S. 568.) 
sagt : „von der Gallwespe wird das Ei in die Substanz der Blätter 
gelegt, doch zugleich mit einer ätzenden Flüssigkeit getränkt, 
welche einen starken Zufluss der Säfte zur verletzten Stelle ver- 
anlasst." 

Westwood (Introduction vol. II. 1810. p. 127.) von den 
Gallwespen: „through which (terebra) an e^g is propelied into 
the wound of the plant, together with a small quantity of an irri- 
tating fluid, the action of which upon the plant, in some way or 
other, causes the production of tumours or galls." 

Hartig (die Gallwespen in Germars Zeitschrift H. 1840.): 
„der Gallwuchs wird durch einen, der Wunde eingeflössten, jeder 
Wespenart eigenthümlichen Saft erzeugt, der auf das Zellgewebe 
der Pflanzen reizend und zur Wucherung disponirend einwirkt." 



343 

Allein diese Erklärungen leiden an dem Fehler, dass durtli die 
einmalige Ahsonderung eines Saftes, wie sie hier angenouiinen 
wird, eine Galle entstehen und wachsen soll. Das Wachsthuui 
der Galle ist aber, wie wir erfahren haben, an das Leben der 
Larven gebunden, Wäre die einmalige Absonderung eines Saftes 
zur Bildung der ganzen Galle hinreichend, so müsste die unent- 
wickelte Galle Weiler wachsen , auch wenn die Larve darin 
todl ist. 

Wir wissen jetzt, dass das Excret der Gallenbildner kein 
Ferment, kein Gift, kein Miasma, sondern eine Verbindung mit 
dem Zelleninhalte des Pflanzentheils organisationsfähig und zwar 
gallenbildend ist; ferner, dass es nicht einmal, sondern conti- 
nuirlich abgesondert wird. Dass diese Absonderung durch die 
Gallenlarve verrichtet wird, i?t klar; ob durch die Larve allein 
und nicht auch durch das Mutterfhicr bei Unterbringung der 
Eier, lässt sich noch nidit entscheiden. Auch müssen erst Beob- 
achtungen lehren, ob das Excret aus besondern Drüsen oder durch 
die Haut der Larve abgeschieden wird. 

Auf welche Weise endlich die specilische Verschiedenheit 
der Gallen hervorgebracht wird, von der einfachsten Anschwellung 
eines Pflanzentheils bis zu dem ausgezeichneten Gallapfel der 
Cjnips lucida Koll. in litt., welcher rings mit kleinen drüsentra- 
genden Fortsätzen besetzt ist, die einen klebrigen Saft absondern 
— Organen zur Abwehr parasitischer Insekten — , das ist uns 
ebenso unbekannt wie die Ursache, warum der organisationsfähige 
Stoff sich specifisch verschieden gestaltet. Sagen wir lieber, wir 
wissen es nicht, als dass wir uns in flache Erklärungen einlassen. 



Beiträge sur Kenntniss der Mraitoniden* 

Yen J. «r. Riithe 

in Berlin. 

Von diesen kleinen Insekten hat meine Sammlung viele 
Reihen von neuen Arten aufzuweisen, wovon ich den Freunden 
und Kennern dieser meist winzigen Thierchen nach und nach Be- 
schreibungen vorlegen will. Ich beginne mit 3 kleinen, zu den 
Cjcloslonies Wesm. gehörigen Braconiden, welche nicht allein 
unbeschrieben zu sein scheinen, sondern auch nothwendig 3 neue 
Gattungen bilden müssen. Leider besitze ich von zweien dieser 
neuen Galtungen nur l und von einer 2 weibliche Exemplare, 
und ich sollte daher den Druck dieser Beschreibungen so lange 
aufschieben, bis ich zu jeder mehr Exemplare aufgefunden habe; 
aber theils scheinen diese Thiere äusserst selten zu sein, theils 
sind ihre Charaktere so scharf und sicher ausgeprägt, dass an 



344 

Verwechselung mit anderen, wenigstens mir bekannten, nicht ge- 
dacht werden kann. 

1. Dimeris m. 

Caput globosum : antennis submoniliformibus , 17 articulalis; 
scapo elongato. Aperdna oris ampla, seniicircularis. Palpi 
maxillares 5 - arficulati , articulis (ribus ullimis tenuioribus, 
subae(iiialibus. Abdomen biarticulalum , sessile : segmenlo 
prinio somicirculari, incisura profunda discrelo. Terebra 
exserla. Arficulalio suturiformis nulla. 

Durch den zweigliedrigen Hinterleib schon allein unter- 
scheidet sich dieses Thier von allen äbnlichen von Nees von 
Esenbeck und Wesinael beschriebenen Gattungen und Arten hin- 
länglich. Wäre der CIvpeus, wenigstens äusserlich, nicht in 
sich zusammengezogen, und die MundölFnung durch ihn oberhalb 
geschlossen, so würde das Thier in die Nabe der Gattung Bra- 
chistes Wesm. gestellt werden können, denn auch hier sind bei 
mehreren Arten die letzten Hinterleibsringe zurückgezogen oder 
verkümmert; bei der deuiücben Beschaffenheit der oberen Mund- 
decke aber bleibt keine Wahl übrig, es muss den Cycloslomes 
Wesm. angereiht werden. Auch hier wieder wird es schwer, 
oder vielmehr unmöglich, eine Gattung auszuwäblen, (und auch 
die Wesmael'schen sind mir obne Ausnahme ganz wohl bekannt), 
welcher dasselbe zunächst angeschlossen werden könnte. Die 
nächste, wenn auch noch sehr cilfernte Verwandtschaft möchte 
in der Gattung Penecerus W^esm. zu suchen sein, denn Diraphis 
Wesm., an welche ich einen Augenblick dachte, steht noch Avei- 
ter ab und schliesst sich näher in den Polymorphen an die Gat- 
tung Üpius Wesm. an. Aber wovon entnehme ich den Beweis, 
könnte man fragen, dass das Thier überhaupt zu den Braco- 
niden gehört, da ihn« die Flügel fast gänzlich fehlen und von 
einer „articulalion suturiforme de Tabdomen"" niclit eine Spur zu 
sehen ist? vielleicht gehört es zu den Ichneumoniden? Nein! 
in dieser grossen Familie wäre es vollends ein AVunderding, 
Oder kann es vielleicht in der Familie der Codrinen unterge- 
bracht werden? Auch hier hndet es keine Verwandte, die Bildung 
des Abdomen, des Metathorax , des Kopfes, kurz, aller Theile 
spricht dagegen. Also : dieses kleine Wesen ist ein Braconide, 
schon die Mundöffnung allein lässt es dafür erkennen, obgleich 
diese Familie noch nichts Aehnliches aufzuweisen hat, als allen- 
falls den Bepräsentanten der folgenden Gattung. Und wenn es 
nun wahr ist, wofür auch an vielen Stellen der Naturgeschichte 
die Erfahrung beweisend spricht, dass „alle erschaffenen Wesen 
vom Seraph bis zum Wurm" eine successiv homogene Kette 
bilden, so müssen noch viele Glieder, sei es hier oder auswärts, 
aufgefunden werden, bis für uns Entomologen an der Stelle, wo 



345 

dieses kleine Wesen ein Glied c'iusmaclit , vor- und rückwärts 
die Kette successiv liomosen wird. 



D. 



niira in. 



D. brunneo - nigricans, omniuin densissime tenuissimeque (uber- 
culata, pilis suljpaleaeforniilms appressis obsita ; metatJiorace 
bispinoso; seymento abdoniinis prinio aciculato ; dimidio 
basali antennaruni pcdibusf[ue totis rufescenlibus ; lercbra 
tenui longitudine quartae partis abdominis apice rotundati. 
Long. 1^/4 lin. 
Die ganze obere Seite des Körpers, mit Ausnahme des 
ersten Hinterleibs-Segments, ist ausserordentlich fein und überall 
gleichmässig chagrinirt und mit weisslichen, spröden, daher leicht 
abgehenden , fast anliegenden Härchen etwas sparsam besetzt. 
Die Farbe ist dunkelbraun, auf dem Thorax mehr rothbraun, 
nur die untere Hälfte der Fühlei- und alle Theile der Beine sind 
bräunlichgelb oder vielmehr dunkel schmutzig strohgelb. Der 
Kopf ist kugelrund, kaum dicker als der Thorax: «ler Scheitel 
sehr breit, flach gewölbt, fast im Kreisbogen in die gewölbte 
breite etwas vorstehende Stirne übergehend, welche wiederuni 
fast im rechten Winkel in das zurückweichende breite gewölbte 
Untergesicht fortsetzt. Das gewimperte Kopfschild ist äusserlich 
zu einer vorstehenden und deutlich abgesetzten gebogenen Leiste 
zusammengezogen, welche sich seillich als erhabener, etwas 
buchtiger Rand bis zu den Kinnbacken ausdehnt; der oben offene 
Raum des Mundes von dem Kopfschilde bis zur Kinnbackenspitzo 
ist so weit, wie das Untergesicht von jenem bis zu den Fühlern 
lang ist; die Wangen sind breit, polirt; die Augen länglichrund, 
wenig vorstehend, etwas grob genetzt, ibre Längenachse hat die 
Richtung vom Hintertheile des Scheitels nach dem Kopfschilde. 
Die Kinnbacken sind bräunlichroth, mit, wie es scheint, nur 
einfacher brauner Spitze; die Taster gelblich, küizer als der 
Kopf. Die Fühler haben ungefähr 2/^ der Körperlänge, sind 
gerade, etwas stark, fadenförmig, 17-gliedrig: der Schaft ist 
etwas verdickt, an der Spitze schräg abgestutzt, länger als das 
erste Geisselglied , die untersten 3 Glieder der Geissei sind fast 
von gleicher Länge, die folgenden allmälig etwas kürzer werdend, 
aber die letzten doch noch etwas länger als dick , also nach 
ihrer Spitze hin wenig dicker werdend und daher deutlich abge- 
setzt; die untersten 6 Glieder sind bräunlich roth, die folgenden 
werden allmälig dunkler. Der Thorax ist fast warzig, vorn und 
hinten abgerundet, der Hals etwas verlängert und daher der Kopf 
vorstehend; der Mittelrücken ist halb kreisrund, mit den beiden 
kaum merklichen divergirenden Linien , fast durch die ganze 
Mitte aber mit einer deutlichen eingedrückten Längslinie bezeich- 



346 

gekerbte Läiigsfurche wenig lief eingegraben. Das Sohildclien 
ist dreieckig, gross, fasl flach und gar nichl vorstehend, durch 
etwas gebogene sclunale scliwach gekerbte eingegrabene Quer- 
furche abgeschieden und wie der Yorderriicken braunroth. Der 
Melathorax ist fast halbkuglig, fein punktirt runzlig, mit ange- 
deuteter Felderbildung, vorn in der Mitte mit schwachem Kiel, 
welcher sich an dem abschüssigen Theile in zwei divergirende 
Linien spaltet; der abscliüssige Theil ist beiderseits mit 2 Zähnen 
bewall'net , wovon der obere nur als ein wenig vorstehender 
Höcker, der untere aber als ziemlich starker spitzer Dorn schräg 
aufwärts vorsteht. Der Hinlerleil) ist etwa um den vierten Theil 
länger als der Vorderleib und wenigstens um die Hälfte breiter, 
massig gewölbt, länglich, vorn und hinten gleich breit und 
gleichmässig abgerundet, nur 2-gliedrig: das erste Segment ist 
vollkommen halbkreisförmig, der Quere nach schwach, der Länge 
nach stark gewölbt, etwa I/3 ^o lang wie das zweite, stark und 
regelmässig nadelrissig" , am schwach zweibuchtigen Hinterrande 
in den tiefen weiten Einschnitt wölbig abfallend; das zweite Seg- 
ment zeigt nicht die geringste Spur einer Articulation , ist glän- 
zend schwarzbraun, sehr fein chagrinirt, nur an den Vorderecken 
schwach nadelrissig, an den Seiten und hinten scharfrandig. 
Der Bauch ist polirt glatt und zeigt am Ende die Spur verküm- 
merter Segmente. Die Flügel sind zu kurzen , lanzettlichen, den 
Hinterrücken nicht überragenden Haufspitzchen verkümmert; das 
Schüppchen ist braunroth. Die Beine sind etwas verkürzt, röth- 
lich strohgelb, etwas dichter behaart; von Schienensporen ist 
kaum eine Spur zu unterscheiden. 

Ich habe das einzige Exemplar am 3. März d. J. an» Fasse 
einer jungen Eiche unter Moos und Schutt gefangen , und über 
14 Tage hintereinander nach einem zweiten Exemplare aufmerk- 
sam gesucht , aber vergebens. 



Der vorhergehenden merkwürdigen Braconiden-Gattung steht 
gewiss unter allen bisher bekannt gewordenen die folgende, kaum 
weniger merkwürdige, am nächsten. 

2. Araphis m. 

Caput subglobosum hjpostomate reclinato ; apertura oris scmicir- 

culari; antennis submoniliformibus. Mesothorax subtrilobus. 

Abdomen petiolatum scgmento secundo maximo, laevissimo, 

eaeteris occultatis. Articulatio suturiformis nulla. Terebra 

exserta. 

W^iederum ein winziges flügelloses Insect, wozu ich keinen 

Verwandten ausfindig machen kann, ja, ich bin früher selbst in 

Zweifel gewesen, ob ich es den Braconiden oder den Ichneumo- 



347 

niden beiordnen soll(e. Auf den eisten Blick und ohne die Loupe 
zu Radio zu zielin , kann man es leicht etwa fiir ein(3 Varietät 
von Al^sia aptera Nees. lialten; aber genauer und scliarf befrach- 
tet sind beide nicht weniger als in allen Theilen und zwar we- 
sentlich verschieden. Mehr Aehnlichkeit liat es mit einem kleinen 
gelben Pezomachus mit schwarzem Kopfe; aber hier bedeckt 
niemals das zweite Segment fast den ganzen Hinterleib, auch ist 
es niemals, wenn auch noch so glänzend, völlig eben undpolirt; 
auch Mund und Fiihler sind verschieden. Da ich nun keine 
Ichneumoniden, wohl aber Braconiden kenne, deren zweites Hin- 
terleibs -Segment so ungewöhnliche Ausdehnung erhalten hat, so 
habe ich dieses kleine Insect schon aus diesem Grunde in die 
Reihen der Braconiden gebracht. Zu den Exodonles Wesm. ge- 
hört es nicht, weil seine Kinnbacken beim Schlüsse überein- 
andergreifen, also zu den Endodontes. Unter den hierher 
gerechneten steht es keiner Galtung näher als wiederum Bra- 
chisles Wesm. Bei den Arten dieser Gattung ist jedoch der 
Mund vor den Kinnbacken von dem Kopfschilde bedeckt, das ist 
aber bei diesem Braconiden nicht der Fall, sondern der Vorder- 
rand desselben lässt zwischen sich und den Kinnbacken, ohne 
aufgeklappt zu sein, einen offenen Raum, also gehört es zu 
WesmaePs Cydostomes. Aber welcher Galtung soll es hier un- 
tergeordnet werden'? Nach meiner Untersuchung keiner. Denn 
obgleich das Thier der Gattung Spathius Nees. wohl am nächsten 
stehen möchte, so spricht doch gegen diese Verbindung nicht 
allein das zweite übergrosse Hinterleibs - Segment , sondern auch 
das erste: und so sehe ich mich denn genöthigt, abermals eine 
neue Gattung; in Vorschlag zu bringen. 

A. t ri col or m. 

A. rufescens, capile nigro; antennarum corpore longiorum basi 
pedibusque totis lestaceis, illis dimidio apicali albis; metalho- 
race bispinoso; abdoniinis dorso castaneo ; terebra longitudine 
quartae partis abdooiinis subglobosi nilidissimi. Long. 

Der Körper erscheint dem blossen Auge wie 3 aneinander 
gereihte Kiigelchen. Der Kopf ist fast kugelig, etwas dicker als 
der Thorax, sehr fein chagrinirt, schwarz, auf den breiten W^an- 
gen und den Schläfen schwach ins Braune ziehend und fast po- 
lirt ; das Uniergesicht ist röthlich braun, wenig gewölbt, nach 
unten mit 2 parallelen schwach eingedrückten Längslinien, einen 
wenig erhabenen Kiel einschliessend, bezeichnet und daselbst fein 
in die Quere gestrichelt; das Kopfschild ist hellbraun, deutlich 
abgesetzt, fast halbkreisrnnd mit geradem Vorderrande, der Raum 
zwischen diesem und den vorstehenden Kinnbacken ist rundlich, 
etwas breiter als lang;; die hellbraunen Kinnbacken sind dreieckig 



,X^ 



348 

mit einer lielibraunen Spilze; die Taster weissüch. Die Fühler 
sind etwas über eine Linie lang, nach Yerhällniss dick, fadenför- 
mig", etwas znsamniengedriickt, in scliwacheni Bogen auswärts 
gerichtet, 19- oder 20-gliedrig: der Schaft ist wenig verdickt, 
nach aussen schräg abgestutzt, kaum um die Hälfte länger als 
das Wendeglied, das erste Geisselglied ist etwas länger als beide, 
die folgenden Glieder nehmen allmälig an l^änge ab, jedoch sind 
die letzten gleich langen immer noch länger als dick, deutlich 
abgesetzt, an der Spitze auswärts einen kurzen Haarbüschel tra- 
gend, wodurch das Ganze wie gesägt erscheint: die untersten 
Q Glieder (mit Schaft und Wendeglied) sind röthlich-gelb , die 
folgenden 3 — 4 braun und die letzten 9 — 10 etwas schmutzig- 
weiss, nur das Endglied ist bisweilen gebräunt. Der Thorax ist 
länglich, wenig zusammengedrückt, etwa doppelt so lang wie der 
Kopf, vorn bedeutend, nach hinten gar nicht verschmälert, wenig 
deutlich chagrinirt, rotbgelb ; der Prothorax hat das Ansehn eines 
wulstigen Randes und ist halsähnlich verlängert ; der Mittelrücken 
ist von hieraus ansteigend, sonst wenig gewölbt, mit 2 convergi- 
renden, schwach eingegrabenen Linien, welche vorn aus einem 
Grübchen entspringen und nach hinten sich fast berühren, wodurch 
3 Abtheilungen entstehen: die mittlere ist dreieckig, schmal, fein 
zugespitzt, durchgehend und etwas tiefer liegend, als die beiden 
seitlichen Theile; das Schildchen ist dreieckig, etwas gewölbt, 
nur wenig vorstehend , durch eine fadenförmige fein gekerbte 
Querfurche von dem Miltelrücken geschieden; der Metathorax ist 
etwas kürzer als dick, hinten senkrecht abschüssig und hier mit 
8 langen -~ (fast von halber Länge des Mittelrückens) — schräg 
aufwärts gerichteten Dornen bewaffnet, auf dem Rücken ist die 
Spur von Felderbildung zu bemerken und auf der Mitte ein feiner 
kurzer Kiel, der hinten in 2 Theile getheill ist. Der Hinterleib 
ist ungefähr so lang wie der Vorderleib, nach hinten um die 
Hälfte breiter als derselbe, zwar hoch gewölbt aber doch beträcht- 
lich breiter als hoch, vorn und unten von Farbe des Thorax, 
nach hinten auf dem Rücken kastanienbraun bis ins Schwarz- 
braune übergehend: das erste Segment ist ansteigend, vom Grunde 
bis zur Spitze allmälig breiter werdend, kaum merklich längsrissig, 
am Grunde kurz geohrt, von wo eine braune Leiste ausgeht, 
sich beiderseits längs des Randes hinzieht und neben der Hinter- 
ecke ausläuft. Das zweite Segment ist von diesem unter einem 
rechten Winkel abgeneigt, länglich rund, scharf gerandet, hinten 
abgerundet und einer Halbkugel nicht sehr unähnlich, völlig eben 
und spiegelblank, nur hier und da mit einem Härchen besetzt; 
in der Mitte des abgerundeten Hinterrandes gewahrt man die 
(freilich sehr undeutlichen) Spuren folgender Segmente. Von 
Flügeln sind nur wenige Spuren vorhanden: statt der Yorderflügel 
beiderseits ein weissliches Knöpfchen und von Hinterflügeln ein 



349 

bräiinliclies Slieloluii, vveklios ehvas läiigor als das Schildclien 
ist. Die Beine sind miKelniässig, Inäunlich hellgelb, überall 
gleichfarl)ig und fein behaart, nui- die Krallen sind schwarz; die 
Sporen sind sehr kurz. 

Von diesem seltsanten kleinen Insekte habe icli im J. 1852 
Ausgangs ('23. 26.) Oetobers bei Berlin in der Hasenheide unter 
abgefallenen EilenbUUlern zwei weibliche Exemplare, zugleich 
auch einige Männchen und Weibchen von AIjsia aptera Nees. 
gefangen. 

Sehr versdiieden von den beiden vorhergehenden Thieren, 
wenn auch zu derselben Wesmael'schen Abfheilung Cjclostomes 
gehörend , ist folgendes schlanke geflügelte Insekt : 

3. Rhaconotns ni. 

Caput globosum : anlennis tenuiter filiformibus. Apertura oris 
parva, semicircularis. Palpi elongati. Abdomen sessile, 
snbelevatum , aciculatum: arliculalione suturiformi distincla, 
impressa, lateribus curvata. Alae angustae: nervo parallele 
recto interstitiali: cellula discoidali interna apice acuto clausa. 
Terebra exserta. 
Dieses kleine Thier hat eine grosse Aehnlichkeit mit den 
kleineren Arten der Gattung Spathius Nees. , und ich würde es 
von dieser, wozu ich es früher auch gestellt hatte, nicht getrennt 
haben, wenn nicht einige Merkmale mir doch zu sehr abzuwei- 
chen schienen. Der Hinlerleib ist nämlidi keineswegs gestielt, 
sondern von vorn bis hinten allmälig an Breite etwas zunehmend, 
und auf dem ganzen Rücken der 4 (5) ersten Segmente scharf 
nadelrissig-; wogegen bei Spathius zwar auf dem 1. und 2. Seg- 
mente (nämlich bis dahin, wo die articulatio suturiformis kaum 
angedeutet ist) feine Nadelrisse wohl zu bemerken, die folgenden 
Segm. aber polirt sind. Bei Rhaconotus ist eine deutliche articul. 
suturif. vorhanden, welche sich fast wie bei Diraphus Wesra. an 
der Seite nach vorn biegt, wogegen diese bei Spathius völlig 
verschwunden ist. Der nervus parallelus ist zwar bei Spathius 
meist auch interstitial, aber fast nie völlig geracTe und so genau 
interstitial , wie bei Rhaconotus m. Der innere Nerv der inneren 
Discoidalzelle ist bei Spalhins gerade, liier aber an der Sj)itze 
zu dem Parallel-Nerv hingebogen und daselbst, wie bei Aphidius 
Nees, gleichsam in den zurücklaufenden Nerven übergehend. 

Rh, aciculatus m. 
Rh. gracilis, brunneo - nigricans : capite rufo ; pedibus piceo- 
stramineis ; antennis basi fulvis; alis bifasciatis; terebra 
filiformi longitudine '^j-^ abdominis apice rolundati; inci^^uris 
forliter impressis. Long. 1 ^/o lin. 

23 



350 

Der ganze Körper ist mit weisslichen Härchen sparsam 
besetzt, etwas gedrängter im Gesichte. Der Kopf ist last kugel- 
rund, braunroth , aber etwas dunkler, ausserordentlich fein cha- 
grinirt, auch die schwach eingedrückte Stirn zeigt dieselbe Sculptur ; 
der Scheitel ist breit, die Punktaugen sind klein, sehr genähert, 
ihr Raum ist ungefähr halb so bieit, wie die Entfernung desselben 
von dem oberen Augenrande; Stirn und Untergesicht treten fast 
in rechtem Winkel an einander; dieses ist stark gewölbt, breit, 
und zeigt in gewisser Richtung unter den Fühlern ein schwaches 
Höckerchen. Die Wangen sind breit. Das Kopfschild ist klein, 
halbmondförmig, fast flach, deutlich abgesetzt, wenn auch kaum 
vorstehend ; die Apertur ist nur klein. Die vorstehenden Kinn- 
backen sind mit dem Kopfe gleichfarbig, in einen kurzen brau- 
nen Zahn allmälig zugespitzt, Die fadenförmigen Taster sind 
kaum länger als der Kopf. Die dünn fadenförmigen braunen 
Fühler sind etwas länger als der Körper, 28-gliedrig, die unteren 
4 oder 5 Glieder röthlich gelb: der Schaft ist kurz und dick, 
nur wenig länger als das vorstehende Wendeglied; das erste 
Geisselglied ist länger als beide Grundglieder, die folgenden 
Glieder werden allmälig etwas kürzer, sind überall von gleicher 
Dicke und dicht aneinander gepresst, nur die letzten fast gleich 
langen, doch immer noch dreimal längeren als breiton Glieder 
sind etwas deutlicher von einander gelrennt. Der Thorax ist fast 
walzenförmig, nach hinten wenig dünner, nach vorn zu einem 
dünnen Hals verlängert, fein chagrinirt, schwarzbraun: der Rücken 
des Mesothorax vorn nur schwach ansteigend, daselbst schwach 
und sehr fein querrunzelig, mit 2 deutlichen nach hinten conver- 
girenden und in einem schwachen fein runzeligen Längseindrucke 
bis zum Yordergrübchen des Schildchens verlängerten und vorn 
in einem Bogen in die Seitennath mündenden eingegrabenen 
Längslinien; zwischen Miltelflanken und Brustbein ist eine kaum 
vertiefte, gerade, durch Querrunzeln angedeutete (sillon crenele 
Wesm.) Längslinie vorhanden; das Schildchen steht als ein 
kleiner dreieckiger Höcker etwas vor; vor dem Hinterschildchen 
ist zwischen den beiden hinteren Fliigelgrübchen nur ein wenig 
vorragendes Spitzchen übrig geblieben. Der Metathorax ist länger 
als gewöhnlich, fast walzig, nach hinten wenig dünner und fast 
unmerklich abschüssig, auf dem Rücken ohne geschlossene Felder 
und daselbst nur mit 3 feinen, kaum bis zur Mitte reichenden 
Längslinien (Kielen), hinter diesen bis znm Ende und vorzüglich 
über den Hinterhüften ist die Oberfläche stärker gewurzelt. Der 
Hinterleib ist nur wenig länger als der Vorderleib und hinten 
noch etwas breiler als derselbe, von vorn bis zum Hinterrande des 
fünften Segments allmälig etwas breiler werdend, auf dem Rücken 
nur schwach gewölbt, die beiden letzten Segmente ragen nur als 
eine slnmpfe polirte kurze Spitze vor; alle vorhergehenden Seg- 



351 

iiiente sind stark nadelrissig", feiner am Hinfeirande und daselbst 
in der Miüe fast polirt nnd hellbraun , gröber am vertieften Yor- 
derrande, auf dem ersten und zweiten Segmente sind die erhabe- 
nen Striche sehr fein und gedrängt gekerbt: das erste Segment 
ist hinten um die Hälfte breiter als am Grunde, kaum merklich 
gebogen, seitwärts mit 2 erhabenen Linien ; von den beiden Mittel- 
kielen ist kaum am Giunde eine Spur zu bemerken; die schwer 
zu entdeckenden Luftlöcher liegen nicht fern von der Basis. Das 
zweite Segment ist bis zur articulatio sutuiiformis stark und gleich- 
massig nadelrissig, vor derselben mit einem schmalen Querein- 
drucke, sie selbst erscheint als tiefer Quereindruck und ist an 
d^n Seiten nach vorn gebogen, die Nadelrisse sind in derselben 
vollkommen durchgehend. Die beiden folgenden Segmente sind 
fast gleicli gross und durch tiefe Einschnitte geschieden und 
wie das zweite und fünfte an der Bauchgränze schaffrandig und 
fast wie mit feinem abgesetzten Rande versehen. Der Bauch ist 
schwarz. Der Bohrer ist dünn und gerade vorgestreckt, er beträgt 
ungefähr -/j der Hinterleibslünge, die Klappen sind sparsam be- 
haart. Die Flügel sind schmal, weisslich , mit zwei bräunlichen 
auswärts verwachsenen Querbinden, oder vielmehr ist das mittlere 
Drittel bräunlich mit einer weisslichen geraden Querbinde bezeich- 
net ; das Maal sendet aus der Mitte den Radius aus und ist von 
da an lanzettlich und dunkelbraun , unter dieser Stelle aber in 
der weissen Querbinde auch weiss ; der zurücklaufende Nerv mündet 
in die lang vorgezogene Basis der zweiten Cubitalzelle; Wurzel 
und Schüppchen sind dunkelbraun; die Costa ist sehr fein und 
sparsam gewimpert. Die Beine sind pechgelb, die fast keulen- 
förmigen Schenkel obenauf mit braunen Flecken gezeichnet, die 
Hintercoxen braunroth und ihre Schienen an der Spitze schwach 
vei'dunkelt; die Sporen sind sehr kurz. 

Ich habe 1 Exemplar im vergangenen Jahre in der Mitte 
Juni in der Hasenheide auf Gebüsch "cfanoen. 



Auch die Beschreibung einer neuen Gattung der zweiten 
Abtheilung der Bracouiden , Braconides exodontes Wesm., lasse 
ich hier folgen: 

4. Trachjusa ai. 

Mandibulae apice tridentalae, distantes. Palpi maxillares 6-arti- 
culati. Abdomen sessile , depressiusculum , subelevatura, 
subtilissime exasperatum. Articulatio suturiformis impressa. 
Terebra subexserta. Alae anteriores ccllulis cubilaülius Iribus 
nervo parallelo subinterstitiali, cellula discoidali intoriore apice 
aperta. 

23* 



352 

Die Braconides exodontes AVesm. oder die GaUuna: Alysia, 
mit Hinzufügnng der Galtung Sigalphus Sect. II. inamJibulis 4 
dentatis Nees. etc., iniissen nolhvveiidig , theils wogen ihrer ver- 
schiedenen Bildung, iheils wegen ihrer grossen Masse an Arten 
noch in mehr Gattungen zerfällt werden, als bis jetzt geschehen 
ist. Von einer vorerst erlaube idi mir, den Freunden der Ento- 
mologie die Beschreibung ihres Repräsentanten vorzulegen. Ich 
halte dieses kleine Wesen für noch unbeschrieben; sollte ich mich 
geirrt haben, so bitte ich um freundliche Zurechtweisung. Dieses 
gelbliche Thierchen scheint auf den ersten Blick in naher Ver- 
wandtschaft mit dem schwaizen Rogas decrescens Nees. oder 
Opius decrescens Wesm. zu stehen, wenigstens hat der Hinterleib 
fast dieselbe Form, dieselbe Zusammensetzung mit demselben Le- 
gestachel; aber bei Opius Wesm. sind die Mandibeln zweizähnig 
und greifen in der Ruhe an der S[iitze übereinander, wogegen sie 
bei meiner Trachyusa, wie bei allen AIjsien, dreizähnig sind und 
beim Schlüsse sich gegenseitig nicht berühren oder erreichen. 
Die kurze Legeröhre, die derbe feste Masse des Hinterliibes und 
die chagrinirle Oberfläche desselben haben mich vorzüglich ver- 
anlasst, diese neue Gattung aufzustellen. 



L r. nigriceps m. 

Rufescens autennarum basi pedibusque fulvis; capite, antennis 
metathorace , (apice abdominis) terebraque nigris. Long. 

IV4-IV2'". 

Der Kopf ist kaum dicker als der Thorax, glänzend schwarz, 
polirt, der Scheitel und die Schläfen breit, und der Hinterkopf 
ungerandet, wie bei allen Verwandten ; die Stirn ist etwas verlieft, 
das Untergesicht zurückgewichen, wenig gewölbt, mit kurzen greisen 
Härchen besetzt, beide gehen in starkem Bogen (fast rechtwinklig ) 
in einander über; die Wangen sind sehr klein, indem die grossen 
fast kugelrunden Augen bis nahe an den Mund reichen. Das 
Kopfschild ist klein, scharf abgesetzt, mit abgerundetem Vorder- 
rande, dunkelbraun. Die Kinnbacken sind hellbraun mit 3 dun- 
kelbraunen Zähnen, wovon die beiden seitlichen nur klein sind; 
die Taster sind weiss ungefähr von Länge des Kopfes. Die 
Fühler haben die Länge des Körpers, sind faden- oder fast bor- 
stenförmig, 30— 32gliedrig (Id" 30 gl. 3 2 30-32 gl.): die bei- 
den ersten Geisselglieder fast von gleicher Länge, die folgenden 
allmälig an Länge abnehmend, die letzteren von gleicher Länge, 
doch immer noch länger als dick; der kurze nur etwas verdickte 
Schaft ist an der Spitze gerade abgestutzt , die Farbe isl schwarz- 
braun, nur die unteren 3 — 4 Glieder sind bräunlich gelb. Der 
Thorax ist fast walzig, etwas zusammengedrückt, auf dem Rücken 
des Mosothorax mit 2 convergirenden Linien , welche hinten in 



353 

einem seichten Grübtheu zusammenlaufen, an den Nätlien der 
Flanken fein gestrichelt und zwischen Flanken und Brustbein mit 
gerader, kaum gekerbter eingedrückter Längslinie; sonst ist Pro- 
und Mesotliorax oben wie unten polirt und, wie gewöhnlich auch 
das wenig erhabene Schildchcn, bräunlich gelb; die Fliigelgruben 
sind gekerbt ; der Metathorax ist fein und sehr dicht pnnktirt- 
runzelig", malt, etwas länger behaart, auf dem ganzen Rücken 
durch sanften Bogen bis zur Basis des Hinterleibes allmälig ab- 
gesenkt und, wie das Frenum, dunkelbraun; das Hinterschildchen 
ist klein , nur als dreieckiges Hpitzchen etwas vorstehend. Der 
Hinterleib hat die Länge des Vorderleibes und hinten fast dieselbe 
Breite, von vorn bis fast zum Ende ist er allmälig verbreitert, 
dann plötzlich abgerundet, auf dem schwach gewölbten Rücken 
fein chagrinirt, vom vierten Segmente ab polirt und glänzend und 
überall rothgelb : das erste Segment nach hinten nur wenig breiter 
werdend, etwas gröber chagrinirt oder fast gestrichelt, bisweilen 
mit schwarzem Flecke gezeichnet; das zweite Segment ist durch 
aus chagrinirt, die beiden folgenden haben einen breiten polirten 
Hinterrand; die Nath zwischen dem zweiten und dritten Segmente 
ist gerade, vertieft und zwar mehr eingedrückt als bei allen übri- 
gen mir bekannten AIjsien. Der Bohrer ragt oben als schwarzes 
Spitzchen vor und ist mit weissen Haaren besetzt. Bisweilen ist 
die Spitze des Hinlerleibes dunkler, selbst braun. Die Flügel 
sind glashell, verkehrt lanzettlich : das Maal ist lang, beim Männ- 
chen fast gleich breit und braun , beim Weibchen nach beiden 
Enden verschmälert und pechgelb; der Parallelnerv ist über der 
Discoidalzelle nur wenig- einwärts gebogen , sonst interstitial ; die 
innere Binnenzelle am Grunde nur wenig- verkürzt und au der 
Spitze offen; der zurücklaufende Nerv dicht vor der zweiten Cu- 
bitalzelle in die erste gemündet, die beiden äusseren Nerven der 
zweiten sind gleich lang; die Radialzelle ist gross, vor der Flü- 
gelspilze spitz geschlossen; Wurzel und Schüppchen sind schmutzig 
gelb. Die Beine sind durchaus rölhlich gelb und nur die Krallen 
schwarz; die Sporen der Vorderbeine sind kurz, an den übrigen 
nicht zu bemerken. Ich habe von dieser sonderbaren Al^ysia im 
Juli und August vorigen Jahres bei Berlin in der Hasenheide auf 
Gebüsch, ein Männchen und 4 Weibchen gefangen. 



Ich lasse eine AIjsia folgen, welche zwischen der Abthei- 
lung, wozu A. manducalor F. gehört, und derjenigen, worin A. 
ruJiceps Ns. aufgeführt wird, ungefähr in der Mitte sleÜI Ich 
würde dieses Thierchen, da ich nur ein einziges Exemplar be- 
sitze, welches ich im August vorigen Jahres in der Hasenheide 
mit dem Ketscher fing, hier nicht aufführen, wenn nicht die sehr 
abweichend gefärblen Fühler mich zur Beschreibung veranlasst 



354 

hätten; Ich möchte von Sammlern und Kennern gern ertragen, 
ob ihnen etwas dem Aehnlielies bereits vorgekommen isi? 

5. A. picticornis n«. 

A. nigra, «intennis tricoloribus , sab apire albis; pedibus tolis 
vcntreque piceo-teslaceis-, nervo recurrente apiee cellulae rn- 
bitalis primae inserto, nervo parallelo inlrorsum fraito ; tere- 
bra longitudine abdominis, Long. 1V4'"' 
Die Fühler sind ladenförmig, iVo Linie lang, 28-gliedrig: 
der Schaft ist kurz, etwas verdickt und wie das sehr kurze Wcu- 
deglied pechgelb; die 4 ersten Glieder der Geissei sind von der- 
selben Farbe, nur an der ässersim Spitze braun, das zweite (4.) 
Glied ist reichlich um die Hälfte länger als das erste; die fol- 
genden 10- — 11 allmäiig etwas an Länge abnehmenden Glieder 
sind schwarzbraun und die hierauf folgenden 10 — 9 Glieder rings 
gelblich weiss und endlich die beiden Endglieder wieder schwarz. 
Der Kopf ist glänzend schwarz, glatt; der-Hinterkopf wie gewöhn- 
lich ausgcrandet ; Stirn und Scheitel breit; Untergesicht gewölbt, 
dicht unter den Fühlern mit einer rundlichen Grube. Die Augen 
sind halbkugelrund , sparsam behaart , schwarzbraun. Die Kinn- 
backen sind rostroth, an der Spitze mit 3 starken etwas unglei- 
chen braunen Zähnen bewaffnet. Die Taster sind weisslich. Der 
Thorax ist gewölbt, glänzend glatt, vorn mit zwei eben angedeu- 
teten Näthen, hinten mit einem rundlichen glatten Grübchen, und 
vor dem glatten wenig vorstehenden Schildchen mit einer gerieften 
Qnergrube gezeichnet; das Hinterschildchen erhebt sich zu einem 
dreieckigen zahnförmigen Kiel. Die Seiten des Mesothorax sind 
unter den Flügeln spiegelblank, nach hinten mit einem glatten 
(gewöhnlichen) Grübchen gezeichnet, «elches sich schräg 
nach der Nath des Hinterrückens in eine Furche verläuft, nach 
vorn aber an der eingedrückten Stelle vor dem Prothorax sind 
sie fein verworren runzlig, aber noch fettglänzend; zwischen 
Flanken und Brustbein zeichnet sich eine breite seichte verworren 
runzlige Furche aus, welche sich nach vorn schräg aufwärts und 
hinten nach den Mittelhüften verengt und zuspitzt. Der Metatho- 
rax ist gleichmäsig gewölbt, von Länge des halben Mittelrückens, 
überall verworren runzlig, fa^t matt , ohne Kiel und Felder. Der 
Hinterleib ist fast sitzend zusaiinuengedrückt und so, von der 
Seite gesehen, ein Dreieck bildend, von Länge des Thorax, aber 
auf dem Rücken viel schmäler als derselbe : das erste Segment 
ist Äwach gebogen, nach hinten nur wenig breiter werdend, 
schwarz, matt, oben mit 10 ziemlich regelmässigen Längs- 
riefen oder Nadelrissen, wovon die seitlichen Riefen etwas dicker 
sind und einen abgesetzten Rand bilden ; das zweite Segment ist 
spiegelblank, dunke! kastanienbraun, am Grunde heller, an der 



355 

Seile und am Bauche pechgelblich, und nimmt fast den ganzen 
übrigen Hinterleib ein, indem von den folgenden Segmenten kaum 
eine Spur wahrzunehmen ist. Der Bohrer ist gerade ausgestreckt 
und von Länge des Hinlerleibes; die Klappen sind fast faden- 
förmig, nach der Spitze etwas dicker werdend, schwarz, spar- 
sam behaart. Die Flügel sind schmal und haben ungefähr die 
Länge dos Körpers; "das Fliigelmaal ist halbeirund, wie das 
Geäder schwarzbraun und beginnt ziemlich genau in der Mille 
der Fliigellänge; der Radius ist schwach gebogen, tritt etwas vor 
der Fhigelspilze mit dem weniger dickeren Coslalnerven spilz 
zusammen und bildet die nicht völlig ein Drittel der Fliigellänge 
betragende länglicheirunde Radialzelle; Cubitalzellen sind drei: 
die erste ist ungefähr von Länge der zweiten, aber breiter, die 
zweite etwa halb so lang wie die drille, nach dem Grunde stark 
verschmäle! t, der untere Nerv derselben ist fast von doppeller 
Länge des äusseren. Der zurücklaufende Nerv ist beinahe inler- 
slitial, erreicht jedoch die zweite Cubilalzelle noch nicht; der 
Cubilus verschwindet vor dem Flügelrande; die innere Discoidal- 
zelle ist geschlossen, und am Grunde kaum merklich kürzer als 
die äussere; der Parallelnerv ist nicht inlerstitial. Die Beine 
sind verlängert, schwach gelblich behaart, pechgelb, die Tarsen 
etwas heller, jedoch das letzte kaum verdickte Glied derselben 
mit den Krallen schwärzlich. 



licpidopterologisclies 



C. F. Freyer in Augsburg. 

Auf Seite 137. der enlomologischcn Zeitung sagt Herr 
A. V. d. Planitz: dass über die Naturgeschichte von Plus. 
Consona, seiner Meinung nach, noch nichts bekannt sei. Aber 
schon im Jahre 1839 habe ich die Naturgeschichte dieser Eule 
bekannt gemacht , und das Material hierzu damals schon von 
Herrn v. Natly erhallen. Ich lieferte auf Tab. 214.. meiner Bei- 
träge die Abbildung in allen Ständen und meine Nachrichten 
S. 32 des in. Bd. stimmen auch mit dem überein, was Herr 
V. d. P. am obigen Ort gesagt hat. Ich glaube diese Erklärung 
im Interesse der Wissenschaft und nach den Regeln der Priorität 
hier geben zu müssen. 



356 

Herr Prof. C. Zeller j;laabt S. ill der entomol. Zeilung 
vom vor. J. in der Clerck'schen Complana Tab. YlII. Fi'>-. 7. 
N. Asdepiadis zu erkennen und verwirft meine BesliniHiun|' als 
N. Urlicae. Icli kann ihm noch nicht ganz beistimmen, weil 
erstens die Clerck'sche Figur ziemliih breite Fliigei *) zeigt, und 
zweitens N. Asdepiadis, so weit meine Erfahrungen reichen, 
viel seltener ist, und nur an einzelnen Orten, wo deren nicht 
überall wachsende Fniterpflanze vorkommt, gefunden wird, wäh- 
rend N. Urticae, gleich der N. Triplasia, liberall sich z.'iüi, wo 
Nesseln sind. Es lässt sich daher mit vieler Wahrscheinlichkeit 
annehmen, dass Clerck die fast überall vorkommende N. Urticae 
vor sich halte. N. Triplasia dürfte übrigens der Clerck. Figur 
am entferntesten stehen. 



Wegen der Esper. Bomb. Pineti und dessen Bomb. Pupillala, 
stimme ich vollkommen demjenigen bei, was Herr Prof. Zeller 
S. 412 und 413 der entomo'l. Ztg. 1853. so trefflich gesagt hat, 
Beide Bilder sind gewiss fingirt. 



Was Herr Prof. Zeller S. 414 dieser Seitung vom vor. J., 
über Geom. Scabiosata Borkhausens, gesagt Jiat, will ich durch- 
aus nicht verwerfen. Ich glaubte die G. Ausleraia Hübn. auf 
Tab. 300, S. 19 meiner Beiträge lY. Bd. gegeben zu haben, und 
stützte mich bei dieser Meinung auf die Hübner'sche Raupen- 
abbildung unter dem Namen G. (Austerala, doch stiegen mir 
schon Anfangs, als sich meine Puppen entwickelten, Zweifelauf, 
indem die erzogenen Spanner nicht ganz mit der Hübner'schen 
Austerafa Fig. 457, zusammengingen. Entweder hat sich daher 
Hübner mit der Raupe seiner Austerala, in welcher ich die 
meinige unter diesem Namen zu erkennen glaubte, geirrt, oder 
beide Raupen gleichen sich ausserordentlich. Wenn daher mein 
theurcr F'reund , Herr Prof. Zeller, meine Austerala Tab. 300. 
Fig. 1. als Geom. Scabiosata erklärt, so scheint er vollkommen 
recht, ich aber unrecht zu haben, denn diejenigen Spanner, 
welche ich ihm als Austerala überschickt habe, hielt ich bisher 
wirklich für die Hübner\schc Austerala, da ich sie aus denjeni- 
gen Raupen erzog, welche Hübner als Austerala abgebildet" hat. 
Ich fand auch wirklich später diese Raupe auf der Scabiosa, 
zahlreicher jedoch auf der Wiesen - campanula. Warum Herr 
Superini. Hejdenreich meine Austerala Tab. 300. in seinem 
Verz. S. b. Nr. 464. bei Obrutaria, und dann wieder S. b. 
Nr. 471. bei Austerala, dlirl hat, weiss ich nicht. Auf meine 

*) Asdepiadis, die ich schon öfter erzog, hat sie schmäler u. länger. 



357 

Pimpinellaria Tab. 300. kann das Citat bei Nr. 464. nicht ge- 
lithtot sein, indoai er meine Abbildung bei Nr. 473. ebenfalls 
anzog, wo die äclile Piinpinellata aufgesJellt ist. Hier hat sich 
indessen ein Druckfehler eingeschlichen, da in He^denr. Yerz. 
unter Nr, 473. meine Tab. 309., worauf N. Rhoniboidea abge- 
bildet ist, statt Tab. 300.* cilirl wurde. 

Ich werde, da meine Abbildung auf Tab. 300 Fig. 1. wie 
ich selbst bekennen muss , besser sein könnte, die Borkhausen 
sehe G. Scabi(»sata nochmals frisch in meinen Beitrügen 8. Z. 
liefern. 



Veljer ]li[oct. Contusa. 

(Gen. Cosmia.) 

In dem Bericht des lejndopt. Tauschvereins pro 1853 Tom 
Geschäftsführer Herrn Hofralh Martini in Weimar ist Seile 79 
Nachricht gegeben über die Raupe von Cosmia Contusa, und 
dabei bemerkt, dass die früheren Stände dieser mir von Herrn 
Registratur Otto Schreiner in Weimar schon vor mehreren 
Jahren milgetheilten Eule zur Zeit (1853) der entomolo^ischen 
Welt noch unbekannt seien. Dies ist jedoch unrichtiji I Aller- 
dings habe ich auf Tab. 534. meiner seit 27 Jahren herausge- 
geben w erdenden Beiträge zur S c h m e 1 1 e r I i n g s k u n d e 
die erste Abbildung des Falters ohne Raupe geliefert; aber 
schon im Text S. 85 des lY. Bandes habe ich bemerkt, dass 
Herr Registr. Schreiner die Raupe auf der Zitterpappel entdeckt 
hat. Später, nämlich auf Tab. 550., lieferte ich diese Eule 
nochmals in Abbildung und zwar in allen drei Ständen und 
S. 108. gab ich die Nachricht über ihre Naturgeschichte, welche 
Herr Registr. Schreiner mir gütigst eingeschickt hat. Es waren 
also schon vor dem Jahre 1853 die früheren Stände längst 
zur Kenntniss der Entomologen gebracht. 

Augsburg, im Mai 1854. 

C. F. Freyer. 



Senierkufigen über die Coccineliiden der 
J^ereinigten Staaten 

von John Lcconte, M. Dr.*) 
Es ist nicht meine Absicht, in der vorliegenden Arbeit eine 
Synopsis oder einen Katalog der nordamerikanischen Arten dieser 



*) Proceed. Academ. pat, <;c, Philadelphia 1852 p. 129. Im Auszuge 
übertragen. C. A. D. 



Gruppe zu geben. Das sehr auslührlich und fleissig geschriebene 
Werk Mulsant's macht dies überflüssig. Ich beabsichtige nur, 
einige Ansichten über die Classification der Gattungen die'ser Fa- 
milie auszusprechen und Beschreibungen neuerlich entdeckter 
Species beizufügen. 

Da die Scymrius-Avicn schwierig zu unterscheiden sind, so 
habe ich alle bisher gefundenen Species neu beschrieben; sofern 
die sämmllichen Corylophus, bis auf einen, neu sind, kann diese 
Division für monographisch gellen. 

Zwar haben Mulsaufs Bemühungen in dieser schwierigen 
Tribus die Aufstellung vieler natürlicher Gruppen zur Folge ge- 
habt, doch kann ich ihm in der Ansicht über den generischen 
Werth solcher Gruppen nicht beipflichten. Wenngleich die von 
ihm zur Anwendung gebrachten Charaktere beständig sein mögen, 
so halte ich sie doch für zu unerheblich, um deshalb Species zu 
trennen, welche im Uebrigen eng verbunden sind. Soll eine Gat- 
tung natürlich sein, so muss sie sich von ihren Nachbarn durch 
eine entschiedene Abweichung der Structur und eine erkennbare 
Differenz in der äusseren Form absondern : es mag gestattet 
sein, subordinirten Gruppen besondere Nasnen zu geben, aber als 
Gattungen kann ich sie nicht anerkennen. 

Deshalb ist es mir unmöglich, Mulsant's zahlreiche Genera 
zu adoptiren und ich stelle die folgende Tabelle auf, welche die 
Beziehungen derjenigen unsrer nordamer. Gattungen klar machen 
soll, welche mir durch scharfe und erkennbare Charaktere wirk- 
lich getrennt erscheinen. 

Div. I. Coccinell ae. 

Antennae articulo primo crasso, secundo brevi rolundato: tarsi 
semper dilatati, articulo tertio minuto receplo: palpi maxillares 
securiformes: alarum margo simplex. 

A. Mandibulae simplices vel bifidae. 

1. Antennae longiusculae basi liberae. 
rt) Metasterno non diviso, epimeris 
majusculis : (corpus oblongum). 

Ungues simplices, tenues Anisosticia Chevr. 

Ungues dentati Hippod am i a Chevr. 

b) Metasterno diviso, epimeris mi- 
noribus : (corpus praecipue ro- 
tundatum, ungues semper den- 
tati). 

Antennae clava lata truncata Coccinella Linn. 

Antennae clava lata apice, rotundala . . Psjllobora Chevr. 
Antennae clava elongata : (corpus rotunda- 

tura glabrum) Mjzia Muls. 



359 

Antennae flava eiongafa, apice emarj^i- 

nala ; (corpus obloiiguin pnbescens) . CocciHula Kugel. 
2. Anlennae bieves, hasi oblectae. 

Labriim occuUum Chiloiorus Leath. 

Labruin conspicuuin Exorhoinus Redl. 

3. Antennae brevissimae, l)asi liberae. 
a) Prosternuni antice non lobaluin. 
Corpus glabiunj, pedes antici denfali . ß r a f h v a e a n t h a Chvr. 
Corpus glabruni , |iedes uuitici , ungues 

denfati Hypcraspis Chevr. 

Corpus glaliruMi , pedes uiuliei , iingues 

s-mpliies Oxjnj'chus Lee. 

Corpus [uibeseens, ungiies denlati . . . Sr-yninus Kugel. 
b) Proslernuin anliee lobafum, os 

oblegens Oeneis Muls. 

B. Mandibulao iuultiden(a(ae Epilaehna Chevr. 

Anis osdcta Cbevr. 

1. A. seriala Meish. Lee. (Naeniia litigiosa Muls.) Die Gattung 
Naemia scheint mir nicht ausreichend trennbar. 

H i p p d a in i a Chevr. 

Man kann diese Grupften in zwei Theiie theilen: 

«. üngues ömnes acute denlati. (Hippodamia und Adonia 

Muls.) Sp 1—4. 
ß. üngues onines obtuse dentati {Megilla Muls.) Sp. 5. 

1. H. convergens Guör. Muls. (Coccin. modesla Melsh.) 

2. H. Mulsanti Lee. . 

3. H. a lub i giwi Lee. 

4. H. punetula t a Lee. 

5. H. maculata Degeer, Lee. ( Cocc. lO-maeulata F. C. oblonga 

Oliv. Megilla maeul. Muls.) 

Co cci ne IIa Linn. 

Unsere Speeies zerfallen in drei natürliche Gruppen je nach 
der Gestalt der eingeschlossenen Räume des ersten Abdominal- 
Segments hinter den Coxen. Ich habe Mulsants „plagues abdo- 
minales" durch ,, scuta abdominis" übersetzt; Redtenbacher's 
„Sehenkellinie" ist bezeichnender, aber schwerer zu latinisiren. 
</-. Scuta abdominis margine arcuato, (Adalia Muls.) 
ß. Scula abdonrinis margine angulato, (Harmonia und Cocci- 

nella Muls.) 
y. Scuta abdominis nuugine externo obliterato, {Daulis Muls.) 
\. C. venusta Melsh. (Harmonia notulata Muls.) 



360 

2. C. picta Randall (C. conciiinala Melsh. Harinonia rontexla 

Muls. Harm, picta Muls.) 

3. C. lac ustris Lee. 

Mjzia Muls. 

Diese Gattung unterscheidet sich von Coccinella durch ihre 
an gen und dünnen Fühler; ich verbinde mit ihrMulsant's Genus 
Anatis, welches mir nicht mit Grund abgesondert dünkt. 
1. M. Rathvoni Lee. 

C c c i d u I a Kugelann. 
1. C. lepida Lee. 

Die vorderen Coxen sind b?i dieser Gattung viel kleiner 
als in siimmtlichen andern dieser Familie und so ziemlieh rund. 

Exochomus Redten baeh er. 
1. E. Guexi Lee. 

B raeh y acan tha Chevr. 

1. B. albifrons Saj. 

2. B. 10-puslulata Melsh. Diese Art wird gewöhnlich als kleine 

Var. von B. ursina angesehen, ist aber durch viel stärkere 
Punklirnng der Flügeldecken verschieden. 

3. B. basalis Melsh. (B. confusa Muls.) 

4. B. quadripunclata Melsh. (B. diversa Muls. 

Hyperaspis Chevr. 

L H. m i 1 i t a r i s Lee. ^ 

2. H, V i 1 1 i g e r a Lee. 

3. H. arcuata Lee. 

4. H. ann exa Lee. 

5. H. 4-vitlala Lee. 

6. H. consimili s Lee. 

7. H. elegans Muls. (Coce. undulata Say.) 

8. H. fimbriolala Melsh. (H. rufomarginata Muls.) 

9. H. jucunda Lee. 

10. H. taeniata Lee. 
IL H. pratensis Lee. 

12. H. signata Oliv. Muls. (H. leucopsis Melsh.) 
12. H. bigeminata Randall, Lee. (H. Guexi Muls.) 



Oeneis Muls. 



1. 0. puncticollis Lee. 

2. 0. p a s i 1 1 a Lee. 



361 

Scymnus Kugelann. 
Die bei uns einheimischen Arten können in folgende Grup- 
pen verlheilt werden: 

A. Abdouiinis laniinae exlus omnino oblileratae 

a. Elylra maculis discoidalibus notaJa . . Sp. 1 — 5. 

b. El} tra macula apicali noiata .... Sp. 6 — 7. 

B. Abdominis lauiinae inlegrae vel vix iuiperleclae 

1. Abdominis laminae exfus interruptae. . . Sp. 8 — 9. 

2. Abdominis laminae integrae. 

r. Eljtra testacea Sp. 10 — 13. 

d. Elytiix nigra, apice (estacea Sp. 14—21. 

e. Elvlra nigra immacnlala Sp. 22—27. 

A. a. 
1. S. araabilis Lee. 2. S. ornaius Lee. 3. S. guttu latus 
Lee. 4. S. flavifrons Melsh. 5. S. bioeulatus Muh. 
A. b. 
6. S. (erminafus Saj. 7. S. femoralis Lee. 

B-1. 
8. S. americanus Muls. 9. S. nebulosus Lee. 

B-2-C. 
10. S. pallens Lee. 11. S. debilis Lee. 12. S. cinctus 
Leo. 13. S. sufuralis Lee. 
B-2-d. 
14. S. frafernus Lee. 15. S. haemorrhous Lee. 16. S. 
chatehas Muls. 17. S. caudalis Lee. ('? Sejmn. (Pullus) 
creperus Muls.) 18. S. consobrinus Lee. (caudalis cT 
Lee. olim). 19. S. puncficollis Lee. 20. S. cervicalis 
Muls. 21. S. socer Lee. 

(Schluss folgt.) 



Beschreibung einer neuen Art Mhyncolus piiosus 

von 
irr. Bach in B o p p a r t. 

Bei der Bearbeitung der Gattung Rhyneolus fand sich eine 
von Herrn E. von Brück aus Crefeld eingesandte neue Art, 
die derselbe in zwei Stücken bei Ostende gesammelt hat. Da 
das Gebiet meiner Fauna sich nicht bis zu jenem Fundorte aus- 
dehnt, so erlaube ich mir die Beschreibung dieses Thieres hier 
mitzutheilen. 

Rhjncolus piiosus. n. sp. Pechbraun, glänzend, Fühler 
heller; Kopf fein und entfernt punktirt, doppelt so breit als der 



362 

walzenföiim'oeRiisseh dieser gehooen , undeutücli punklid; Hals 
Schild stark und tief piinkdrf; Fliigeldocken pnnktiit gefurclit. in 
der Mitte merklich erweitert; Zwischenräume entfernt fast 
reihig- punktirt und behaart. l'V- ' 

Pechhraun, Kopf und Halsschild etwas dunkler, Fiililer 
heller, Oberseite mit feinen grauen und langen Borsienhärchen 
besetzt. Kopf doppelt so breit als der walzenförmige Rüssel und 
so wie dieser fein punklirl. Stirn fein punktirt, stark gewölbt, 
dann stark abfallend, so dass zwischen der Stirne und dem An- 
fang des Rüssels eine sattelförmige Verliefung entsteht. Rüssel 
fast so lang als das Halsschild , auf der Oberseite in der Mitte 
erhöht und daher stark gebogen. Halsschild kaum länger als 
breit, seine Scheibe mit starken und tiefen Punkten, die Seilen 
ziemlich stark gerundet erweitert. Flügeldecken breiter als das 
Halsschild, etwas mehr als um die Hälfte länger als zusammen 
breit, in der Mitte merklich erweitert, stark punktirt gefurcht, 
Zwischenräume mit einer feinen fast reihig gestellten Punktirung. 

Dadurch , dass der Kopf doppelt so breit als der Rüssel 
ist und die Flügeldecken behaart sind, kann er nur mit Rh. cu- 
linaris zusammengestellt werden. Er unterscheidet sich jedoch 
hauptsächlich dadurch, dass die Zwischenräume der Flügeldecken 
gegen die Spitze hin keine Höckerchen besitzen und dadurch, 
dass die Seiten der Flügeldecken nicht gleichlaufend, sondern in 
der Mitte merklich erweitert sind und sich gegen die Spitze hin 
mehr zurunden. 



Literatur 



Das systematische Yerzcichniss der europ. iSchuietter- 
llnge von Herrn Dr. Heyd enrei ch, Leipzig 1851. Verlag 
von Julius Klinkhard , dritte Ausgabe, ist eine Erscheinung im 
Gebiete der Lepidopterologie , die jeder Lepidopterolog, dem es 
um das acht Wissenschaftliche zu Ihun ist, herzlich begrüsst 
haben wird. Es ist nicht nur mit grosser Mühe und ausser- 
ordentlichem Fl eis s und Eifer zusammengestellt, sondern auch, 
was die Zahl der in solchem enthaltenen Falterarlen betrifl'f, 
ausserordentlich vollständig, indem es eine Üebersicht über 5172 
Falterarten, einschliesslich der Microlepidoptera, zeigt. Der 
Hauptinhalt ist in systematischer Ordnung vorgetragen und bei 
jeder Art sind fast alle Autoren, vorzüglich solche, welche die 
Falter in Abbildung lieferten, citirt. Nach dieser systematischen 
Ordnung ist ein alphabetisches Yerzcichniss der Hauptarten von 
den Papiliones bis zu den Aluciten beigefügt, und am Schlüsse ein 



363 

gleiches alpliabelisihes über die Genera angehängt. Es ist daher 
das Nachschlagen ausserordentlich erleichtert, und dies Yerzeich- 
niss für jeden wissenschafllicli gebildeten Sammler wirk- 
lich unentbehrlich. Wir können dem würdigen und thäti- 
gen Herrn Verfasser für diese Gabe nicht dankbar genug 
sein. Was die Cilate, bei den einzelnen Arten im Allgemeinen, 
betrifft, so möchten hin und wieder eingeschlichene Fehler, 
die bei einer solchen umständlichen Zusammenstellung gar nicht 
vermieden werden können, der Nachsicht der Leser empfohlen 
sein. Wir haben in der Lepidopterologie, jetzt wenigstens, durch 
dieses Verzeichniss eine Ge n eral -Uebe r sich t der sämmtli- 
chen bisher bekannten Arten , welche andere Werke von den 
übrigen Klassen des Thierreichs, in solchem Umfang, zur Zeit 
noch nicht so vollständig nachweisen und es kann daher dieses 
Verzeichniss jedem Liebhaber der Schmetterlingskunde nicht genug 
empfohlen werden, und die Verbreitung desselben nur höchst 
wünschenswerlh sein, 

C. F. Freyer. 



liiterariisclie Anzeigte. 

Von meinen lepidopterologischen Werken ist zur Zeit Fol- 
gendes erschienen: 

1. Beiträge zur Geschichte europäischer Schmetterlinge, oder 
ältere Beiträge zur Schmetterlingskunde, 24 Hefte mit 
144 illuminirten Kupfertafclii. Subcriptionspr. 1 11. 12 kr. 
pr. Heft. 

2. Neuere Beiträge zur Schmetterlingskunde. VI Bände oder 
100 Hefte mit 600 illuminirten Kupferfafeln. Subscr.-Pr. 
ii 1 fl. 24 kr. pr. Heft. 

3. Vom VII. Band die Hefte 101. bis 103. mit 20 illumin. 
Kupfertafela. Subscriptionspreis ä 1 11. 20 kr, pr. Heft. 

4. Die schädlichsten Insekten Deutschlands mit 12 illumin, 
Kupfertafeln a 1 il. 48 kr.*) 

Man empfiehlt daher diese naturhistorischen Werke, deren 
günstiger Ruf seit mehr als 25 Jahren begründet ist, den Lieb- 
habern der Naturgeschichte, mit dem Bemerken, dass diese Werke 
durch alle guten Buchhandlungen bezogen werden können , und 
dass ich bei Bestellungen, welche bei mir direct und un- 



*) Bei allen diesen Werken ist jeder Falter, so weit dessen Natur- 
geschichte bekannt war, mit der Raupe und Futterpflanze nach der 
Natur abgebildet. Die Zahl der in diesen Werken abgebildeten Arten 
beträgt über 1300. 



364 

miltelhar sreschohen , aje^en » leicli haare Bezahlung, den 
veiehrlichen Liebhabern am S u b sc r i p( i on sp reis , bei Ab- 
nahme ganzer Bände, einen verhällnissniässigen Rabalt zu be- 
willigen geneigt bin. Einzelne Hefte werden jedoch 
nich t a bgeg e ben. 

Augsburg, im Mai 1854. 

C. F. Frey er. 

Im Verlage von Hermann Costenoble in Leipzig er 
schien und ist in allen Buchhandlungen zu liabon : 

nie geographische Verhreitung 

der 

europäischen Schmetterlinge in anderen Welttheilen. 

Von 
Ciabriel Kocli, 

Mitglied mehrerer naturwissensch. Gesellschaften. 

Nebst einer statistischen Tabelle. 

Gross Oetav. 1 Thir. 12 Sgr. 



Intelligenz. 

Meine durch mehrjährige Leiden sehr geschwächten Augen 
nüthigen mir die höchst unangenehme Erklärung ab, dass ich 
den bisher mit vielen geehrten und lieben Freunden gepflogenen 
Tauschverkehr nicht mehr fortsetzen kann und vor der Hand fiir 
längere Dauer werde unterbrechen müssen. Ich werde diese Zeit 
dazu benutzen, das seit 6 Jahren meinen Verbindungen zu lieb 
aufgeschobene, nunmehr bei vorgerücktem Alter dringend gebotene 
Umstecken und Ordnen meiner Sammlungen gehörig durchzu- 
führen. Sobald ich damit fertig bin, werde ich recht gerne wie- 
der nach Kräften sammeln und geben. 

Ferd. J. Schmidt in Siska. 



Zu auffallend billigem Verkaufe exotischer Käfer 
erbietet sich auf fraukirte Briefe 

Dr. "Waltl in Passau. 



Druck von F. Hessenland iu Stettin. 



Entomologi^elie SBeitiiiig 

herausgegeben 

von dem 

entomologischen Vereine zu Stettin. 



C. A. 



Redaclion: 
Dohrn, Vereins-Präsidenl. 



In Commission bei den Ruchhand- 
lungen von E. S. Mittler in Berliu. 
Fr. Fleischer, undDyk in Leipzig 



K. 12. 



15. Jahrgrang. December 1854. 



lohalt: Vereinsangelegenheiten. — Kiaatz: Colon. — Hagen: Liie- 
rarisches. — Le Conte: Coccineliiden (Schluss). — Errata. ~ 
Intelligenz. — Inhalt des Jahrgangs. — Alphabetisfhes Register. 



VereinsangelegenheiteiK 

lo der Sitzung aiu 12, üttober wurden als Mitglieder ia 
deu Verein aujuenominen : 

HeiT A. Schinid iii Franki'uil am Main , 

Georg Frauenfeld, Beaniler des K. K. Naturaiien- 
Caliinets , Secrelair des züologisth-liolaüischeu Vereins 
in Wien. 

Zur Sliflunfusfeier des Vereins, welolu' am 12. November 
l»e»an»en wurde, hielt der Unlerzeichnete lullende Rede: 
Meine Herren I 

Am 7. d. M. waren es 17 Jahre, ilass unser Verein ge- 
stiftet wurde, leh habe Ihnen zunäihsl in ßetrefi' des seit der 
letzten Stiftungsfeier abgelaufenen Jahres in Erinnerung au brin- 
gen , dass wir uns durch Munillcenz Sr. Majesiä! des Königs 
noch auf 5 Jahre einer jährlichen Subvention von 100 Thalern 
zu erfreuen haben. Ich kann hieran sogleich die Bemerkung 
knüpfen, dass sich die Finanzen des Vereins in geordnetem Zu- 
stande befinden , wenngleich es nahirlich ist , dass wir seit dem 
Ablaufe des früheren, fünffach stärkeren Zuschusses und seit 
dem Verluste der Gratis -Localiliil den Ausgabepunkt womöglich 
noch schärfer ins Auge zu fassen haben als früher, falls wir 
nicht über kurz oder lang in jenen wenig beneidenswerthen Zu- 
stand uns zurückversetzen wollen , wo wir die Ausgaben des 
ablaufenden Jahres durch Vorausnahme der Einkünfte des kom- 
menden decken mussten. Es zeigt sich jetzt immer schlagender 

24 



366 

die Trefflichkeit des Prinzips , welches von Beginn dvn Vereins 

ab dessen ehrenworlho Gründer leitete, dass sie die ilmen ange- 
niutheten Vereinslasten wohlgeniuth in majorem scientiae »loriara, 
jfratis sed non frustra übernahmen. Halten wir an dfesem weisen 
Grundsatze fest , meine Herren , und wenn es einleuchtend genu^ 
ist, dass einzelne von uns Vereinsbeamten bei den natu. lieh durch 
Ausbreitung des Vereins, Vermehrung seiner Mitglieder, Zuwachs 
unserer Sammlungen u. s. w. gesteigerten Anforderungen im Ver- 
hältniss zu ihrer durch anderweite Berufspflichten stark in An- 
spruch genommenen Zeit entschieden überbürdet werden , so kann 
und wird es gewiss Niemand uns verargen, wenn wir an die 
freundliche Beihülfe unserer hiesigen Collegen appelliren und 
durch rationale Theilung der Arbeit zugleich persönliche Erleich- 
terung und möglichste Wahrnehmung der Vereins-Inleressen nach 
allen Seilen bezwecken. 

Wir haben im April d. J. durch den Tod meines hochver- 
ehrten Freundes, des 0. Kammerherrn v. Renncnkampff in 
Oldenburg, einen Gönner des Vereins verloren, der unter den 
Wenigen eine ausgezeichnete Stelle einnahm, welche weder durch 
die Ansprüche eines hochgestellten Wirkungskreises, noch durch 
die Einwirkungen eines vorgerückten Alters ihre treue Liebe zur 
Naturwissenschaft und ihre Freude am lebendigen Studium der- 
selben sich verkümmern lassen. 

Noch empfindlicher für unseren speciellen Zweig der Natur- 
kunde ist der am 9. October d. J. zu Stockholm erfolgte Tod 
unseres Ehren - Mitgliedes , des Grafen Mannerhei ai, Chef- 
Präsidenten des höclisten Gerichts zu Wiborg in Finnland. Wenn 
in Russland schon im Vergleiche zu seiner grossen Gebiets- 
Ausdehnung die wissenschaftlichen Entomologen sparsam genug 
ausgesäet sind, so ist der Verlust, den es seit einiyi» Jahren 
aus dieser Kategorie erlitten, ein doppelt schmerzlicher. Auf 
Dr. Geblers, des unermüdeten westsibirischen Käferforschers Tod 
erfolgte bald nachher das Dahinscheiden Fischer's v. Waldheira, 
den man unbeschadet seiner übrigen Verdienste um russische 
Naturwissenschaft dreist als den Wiedererwecker russ. Entomologie 
bezeichnen kann ; und jetzt hat ein Brustleiden In Graf Manner- 
heim unzweifelhaft einen der bedeutendsten der schriftstellerisch 
thätigen russischen Collegon weggerafft. Es ist mir nicht be- 
kannt, ob unter seinen Söhnen einer sich befindet, welcher Lust 
und Beruf bat, die ausgezeichnete Sammlung des Vaters im Geiste 
desselben fortzusetzen, welcher eine Reihe von Jahren hindurch 
mit den bedeutendsten Coleopterologen unserer Zeit in lebhaftem 
Wechselverkehr gestanden hat und sich durch ächte Urbanität 
die Hochschätzung seiner enlouiologischen Freunde zu erwerben 
und zu erhalten verstand. 



367 

Ausserdem hat dor Verein in der letzten Zeit den Verlust 
des Herrn Oberforstmeisleis a. i). von Bülow hier im Orte, 
der Herren von Schreibers, Zvvan Ziffer und Holzer in 
Oeslerreich, des ausgezeichneten Analomen N e w po rt in London, 
des Herrn Auguste Po i reau in Petersburg und des Dr. Foureau 
de IJeauregard in Paris zu beklagen. 

Dagegen sind in und ausserhalb Deutschland neue und zu 
erfreulicher Hoffnung berechtigende Kräfte dem Vereine bei- 
getreten. 

Die Publicationen unserer Gesellschaft, Stettiner entomolo- 
gische Zeitung und Linnaea entomologica haben ihren ungestör- 
i»'n Fortgang genommen. Von letzterer wird der neunte Band, 
mit monographischen Arbeiten von Schnirath Dr. Suffrian , Prof. 
Zeller und Dr. Kriechbaumer ausgestaltet, in kurzer Zeit die 
Presse verlassen. Wegen der fiir die entomologische Zeitung 
vom 1. Januar 1855 ab eintretenden Erhöhung des Postdebit- 
preises um 5 Silbergroseheu beziehe ich mich auf die zu Anfang 
der diesjährigen November - Nummer gegebene Nachricht. Ich 
knüpfe daran fiir die geehrten auswärtigen Poslabonnenten die 
Bitte, ihre Bestellungen so zeitig als thunlich zu erneuern, um 
die Versendung von hier möglichst bald fiir das Jahr 1855 in 
regelmässigen Gang bringen zu können. 

Die letzte vor 2 Jahren erschienene Auflage des Catalogus 
coleopterörum Europae hatte anfänglich mit ziemlich trägem Ab- 
sätze zu ringen, ist aber in den letzten Monaten durch grössere 
Partie-Abnahme Seitens der Buchhändler geräumt worden. Eine 
neue Auflage wird in nächster Zeit erfolgen, und deren Erschei- 
nung sofort durch die enlomologische Zeitung gemeldet werden. 

Vor einem Jahre genehmigle die geehrte Versammlung' 
meinen Antrag, die Vereinssammlung ausser auf alle Ordnungen 
europäischer Insekten auch auf exotische (mit Ausschluss der 
Coleoptera und Macrolepidoptera) auszudehnen. Bis jetzt aher 
ist die in diesem Sinne S. 398. des Jahrgangs 1853 der ento- 
mologischen Zeitung abgedruckte Bitte und Aufforderung wesent- 
lich ohne Resultat geblieben, weshalb ich mir hier deren Er- 
neuerung gestatte. Die Klage über das Zurückbleiben der 
anderen Ordnungen hinter den Schmetterlingen und Käfern ist 
allgemein und augenscheinlich begründet. Mag daran der Um- 
stand mit Schuld sein , dass jene beiden Ordnungen durch Far- 
benpracht und leichtere Conservation mehr Anziehendes für den 
beginnenden Entomophilen haben — unzweifelhaft trägt zu der 
Vernachlässigung der anderen Ordnungen der Umstand wesentlich 
bei, dass die descriptive Literatur derselben verhällnissmässig 
zurückgeblieben ist. Diesem Uebelstande kann zunächst nur 
durch Beschallung von reichlichem Material abgeholfen werden, 
da es an willigen und befähigten Arbeitskräften nicht fehlt, aber 

24* 



368 

auch der beste und l»eiufensle Euloiiiolo^ oluie tüchtiges Maleiial 
und reiche Literatur nichts Genii<^endes leisten kann. Zwar 
scheint es, als wenn alle diese Requisite sich von selber in den 
grösseren öffentlichen Museen bereits vorlanden; aber wer von 
dem Umfange des entomologischen Materials, von den Anforde- 
rungen, welche an die in durchaus unzureichender Zahl bei jenen 
Museen Angestellten gerichtet werden , von der kärglichen Be- 
scheidenheit ihrer Hesoldungen auch nur einen leidlich richtigen 
Begriff' hat , wird es ihnen schwerlich übel auslegen, wenn sie 
behaupten, die gesetzlichen Arbeitsstunden reichten kaum hin, um 
eine einigermassen bedeutende enloniische Sammlung leidlich 
ä jour zu halten, d, h. vor Ungeziefer zu schützen, nach Mass- 
gabe neuer Monographieen umzuordnen, neue Erwerbungen vor- 
läufig zu classificiren, wissenschaftliche Anfragen zu erledigen etc. 

Freilich sollte man glauben . dass unter solchen Umständen 
die Directoren ößentlicher Museen kein Bedenken haben würden, 
das bei ihnen aufgestapelte Material an befähigte arbeitslustige 
Talente auszuleihen; aber einmal steht solchem Ausleihen, na- 
luentlich von Unicaten , bisweilen ein ausdrückliches Gesetz ent- 
gegen (abgesehen von Individuen, welche sich bezeigten Ver- 
trauens unwerth bewiesen haben); sodann ist es auch eine sehr 
gewöhnliche Sache, dass Entomologen vom Fach, (und ich 
spreche aus Erfahrung von sehr ausgezeichneten), ausser der 
gerade in Arbeit genommenen Gattung, Gruppe, Familie und 
Ordnung sich demnächst (ausser mehreren Dutzend anderen 
Gattungen, Gruppen etc.; gerade die zu bearbeiten vorgenommen 
haben, von welcher das Material ihnen abverlangt wird, oben- 
drein vielleicht durch einen Dilettanten, der ihnen für das Opus 
operandum nicht sonderlich befähigt dünkt. Darüber bleibt denn 
nun freilich die Sache überhaupt liegen, da der entomologische 
Fach -Mann unter einer beiläufigen Lebensdauer von 2 bis 300 
Jahren unmöglich mit allen seinen demnächst zu bearbeitenden 
Familien aufs Pteine kommen kann. 

Um 80 einfacher stellt es sich als Pflicht für de« entomö- 
ogischen Verein heraus, sein Prinzip viribus unitis auch 
hier eintreten und förderlich wirken zu lassen. Nur in motivir- 
ten Ausnahmefällen, wie z. B. bei der Exploration des inneren 
Brasiliens durch den erfahrenen Herrn Reinhardt, kann sich der 
Verein verständigerweise auf Insektenkauf einlassen; aber es 
würde gewiss ein nicht unansehnliches und manches für den 
Kenner werthvolle Material zusammenkommen, wollten die Herren 
Vereins-Mitgliedei- der oben erneuert ausgesprochenen Ritte nach- 
kommen, wissenschaftlich noch brauchbare exotische Hemipteren, 
Hvmenopteren. Dipteren, Microlepidopteren etc. (falls sie nicht 
der verfehmten Kategorie der sogenannten chinesischen Kasten- 



369 

Insekten auf den stereotypen Nähnadeln angehören) an die Ver- 
cinssammlnng einzusenden, der es jetzt weder an Ranm noch an 
disponiblen Schränken, Kästen u. s. w. gebricht. 

Ebenso kann es keinem Zweifel unterliegen . dass es wis- 
senschaftlich von hohen» Nutzen wäre, wenn von den Herren, welche 
in den Vereinsschriften Inseclen als neu beschreiben, typische 
Exenipliirc dieser Nova iiir die V. Sainuihuig eingcseudef würden; 
sjnonvniische Complicationen und Contestationen würden sich da- 
durch am einfachsten erledigen lassen. 

Seif der letzten Sitzung liefen an Briefen ein: 

1. Buchhändler E. S. Mittler und Sohn Berlin 19 und 30 
October l. und t). Nov<'iiilter Abschluss der gegenseitigen 
Rechnung und Erledigung einzelner Monita. 

2. Hr. Oberleilner, München 20. October, Sohn des ver- 
storbenen Entomologen 0. schickt einige hundert Exem- 
plare einer Verkaufsanzeige der Sammlung s. Vaters, nnd 
bittet, dieselben einer Zeilungsnummer beizulegen. 

3. Frau Sanitätsrälhin Beiendt. Danzig 25. Septh., schenkt 
der Vereinsbibliothek die zweite Abtheilung des ersten Ban- 
des des von ihrem verewigten Gatten begonnenen Werkes 
„Organische Reste im Bernstein". 

4. Hr. Dr. Candoze Liege, 23. Od., bittet um Beförde- 
rung einer Sendung an Prof. Boheman, und bedauert, dass 
♦•r sammt Prof. de Koninck und Dr. Chapuis uns (Boheman 
und mich) bei unsrer Durchreise von Paris auf der Eisen- 
bahn verfehlt haben. Er studirt bereits eifrig an den ihm 
gesandten Elaferiden , (liber welche er eine Monographie 
zu schreiben willens ist.) und hofft, durch Prof. Lacor- 
daire's Vurmittdung die Elateriden Dejean's, jetzt in 
M. de Lafertes Besitz, so wie durch Bekanntschaft mit 
Herrn Dr. Schaum die Ger mar sehen zu erhalten. 

5. Hr. Stainton, London 20. Oct., hat die verschiedenen 
von mir gesandten Expcdienda an ihre Addressen ver- 
theilt. Herr Jansen vermisst die ihm zugesagten Jahrgänge 
der Zeitung. Das Paket für Hongkong soll mit der nächsten 
Post abgehen. 

6. Hr. Moore, Londrm 18. October, dankt für die wohlbe- 
haUen angekommene Sendung von Boheman und mir für 
das Museum des ostindischen Hauses , und macht durch 
Hrn. Stainton die Gegensendung. 

7. Hr. Oberförster Tischbein, Herrstein 24. October, sendet 
auf meinen Wunsch seinen Katalog, um daraus Stoff zu 
einer Sendung zu entnehmen, mit welcher ich meinen Dank 
für eine Reihe hübscher Buprestiden aus San Leopold© 
(Siidbrasilien) bethätigen möchte. 



870 



8. Hr. Forstmeisrer M i c k 1 i f z , GroRBlolimina bei Judenbarg 
22. October schenkt der Vercinssamralung eine Reihe wobl- 
p:ehalfner Alpenkäfer und bitfe( um Kataloge. 

n. Hr. Dr. Wahl in Passaii 'J3. Ortober, bittet nm Aufnahme 
eines Inserats in die Zeitiin:^ und schenkt eine Schachtel 
von allerhand Insekten dem Vereine. 

10. Hr. Ferd. J. Schmidt, Siska 25. Oclober, expedienHnm 
von Conch}lien und Lis(<' d»'siderir(or Käfergattiinf^en. 

11. Hr. Georg Fraucnfeld, Wien 20. Oclober, dankt für. 
dag erhaltnc Diplom und schenkt der Vereinssammlung 
Enometopas clavicornis, teucrii und Trvpeta Mamulae, eine 
neue Art. 

12. Hr. Veit Kahr, Fiirstenfeld 30. October, sendet einen Ka- 
talog vorräthiger Käfer zur Auswahl, will im nächsten Jahr 
Italien bereisen. 

13. Hr. Slud. Kraatz, Berlin 21. und 26. Od. und 8. Novb. 
Expedicndum für Boheraan, Notizen für die neue Auflage 
des Käferkatalogs, Bemerkungen über Staph^linen-S^fnonymie 
für die Zeitung. 

14. Hr. Pfarrer Fächer, Tröpolach in Kärnten 27. October, 
klagt über die Regenmasse (199. 2 Par. Lin.) welche im 
Laufe des Oi-tober meinen Wohnsitz im Gail Thale heim- 
gesuclit und bedeutenden Schaden angerichtet hat. 

15. Hr. Prof. Hohem an, Stockholm 9, und 24. October be- 
richtet über seinen glücklich übersfandnen Cholera Anfall, 
sendet mehrere Expedienda, dankt fiir die erhaltenen Sen- 
dungen und zeigt am Schlüsse des Briefes vom 9. an, 
dass ihm so eben die traurige Nachricht vom Tode des 
Grafen Mannerheim gemeldet wird. Der Graf war bereits 
im Sommer 1853 von Wiborg nach Stockholm gekommen, 
um den berühmten Arzt, Prot. Huss, wegen seines bedenk- 
lichen Gesundheitszustandes zu consultiren, war den Winter 
über in Stockholm geblieben und wurde im Frühjahr durch 
den ausbrechenden Krieg und seinen körperlichen Zustand 
verhindert, nach Finnland zurückzukehren. Der Gebrauch 
eines schwedischen Bades im letzten Sommer hatte auf 
sein Befinden nicht wesentlich bessernd gewirkt, dennoch war 
er entschlossen, die Heimreise anzutreten, und hatte zu 
diesem Zwecke bereits ein Dampfboot auf den 9. October 
gemiethel, als er am Morgen desselben Tages um so un- 
erwarteter hinüberschlummerfe, als Boheman ihn noch Abends 
vorher besucht hatte und ihn zwar matt, aber keineswegs 
in so gefahrdrohendem Zustande fand. — In dem zweiten 
Briefe zeigt Bob. an, dass das Remittendum von Schulratli 
Suffrian an Graf Mannerhein) glücklich angekommen ist 
und von ihm zur Disposition der Erben aufbewahrt werden 



371 

wird. Wahlberg , der bekannte Explorator der südafrika- 
nischen Ostküslc ist bereits nach dem Cap abgereist und 
wird diesmal seine Forschungen vorzugsweise der West- 
küste zuwenden. Die Jahresberichte über 1851, 1852 sind 
fertig und werden mit dem nächsten Dampfer mir zugehen. 
Expediendum für Herrn Dr. Förster. 
l<i. Hr Franz Grohmann, Hasel bei böhm. Kamnilz 26. Oclb. 
bittet um Empfehlungen seiner sicilischea und böhmischen 
Naturalien bestehend in Insekten. Conchylien, Petrefacten 
und Mineralien an Liebhaber. 

17. Hr. Dr. Hagen, Königsberg 19. October, sendet eine 
Arbeit für die Zeitung, bittet um gelegentliches Darleihen 
von Westwood's Arcana Enfomologica. 

18. Hr. Zach, Pesth 5. November, ist von seiner im Auf- 
trage des Herrn Lederer nach Cypern, Beirut etc. unter- 
nommenen Reise zurückgekehrt und bietet dem Vereine zu 
einer jihnlichen Reise seine Dienste an. 

19. Hr. Dr. Kriech baumer, München 28, October, dankt 
für die Uebermittlung einer Sendung aus London, fragt 
wegen einer grössern enlomologischen Arbeit um Rath, 
berichtet über die Ausbeute seiner im Yerhältniss zu auf- 
gewandter Zeit und Mühe nicht erheblich ausgefallenen 
Sommerjagd, hat die gelungne Abbildung seiner Osphja 
aeneipennis in der Zeitung mit grosser Freude gesehen 
und wartet mit Sehnsucht auf die ihm versprochnen Ab- 
drücke seiner Arbeit über Psithjrns in Linnaea IX. 

20. Hr. Schulrath Dr. Suffrian, Münster 13. October, sendet 
das (sub No. 15 bereits erwähnte) Exped. für Graf Man- 
nerheim, ist mit Beschreibung nachträglich erhaltner Cu- 
baner Cryplocephali beschäftigt, und hat die Aushänger 
seiner Arbeit in dem neuen Linnaea Bande erhalten. 

2 1 . Hr. Registratur H e v o r , Lüneburg 1 . November, entschuldigt 
das bisherige Ausbleiben der für die Vereinssammlung schon 
seit längerer Zeit verheissnen Insektensendung damit, dass er 
beabsichtigt habe, den verflossnen Sommer noch zu einer 
Vermehrung derselben durch Jagd auf frische Exemplare 
zu benutzen. Auch habe er die von überseeischen Freun- 
den verheissene Ausbeute gerne beifügen wollen. Aber 
diese Freunde seien zu seinem Leidwesen gestorben, und 
seine eigne Sommerjagd sei aus Mangel an Jagdglück 
oder vielleicht weil seine 78 Jahre ihm dabei hinderlich 
gewesen , nicht sonderlich ausgefallen. Uebrigens sei er 
schon mit Zusammenstellen einer nächstens zu expediren- 
dcn Sendung beschäftigt. Schliesslich schlägt Herr H. ein 
nrues Vereinsraitglied vor. 



372 
21. 



23. 



24. 



25. 



26. 



27. 



Hr. Prof. Zeller, Glogau 17. 18. und 26. October, hat 
die Michaelisferien in Berlin verlebt und das enloniologi- 
sche Museum fleissig- hesnchf. Expediendum kleinasiali- 
siher Dipteren von Lederer an ßoheuian. Die Besprechung 
des Orthopterenwerkes von Dr. Fischer kann etwa Mitte 
Novembers eingeliefert werden. 

Hr. Löon Fairmaire, Paris 8. November, ist von seiner 
Krankheit wieder genesen , arbeitet eifrig an der von ihm 
und Laböulbene herauszugebenden französischen Käferfauna, 
wird mir von der neuerlich durch Cocjuerel von Madagascar 
heimgebrachten Insectenausbeute einiges zuwenden und hat 
in meinem Auftrage eine Zahlung an die wegen mangel- 
hafter Addresse schwer aufzufinden gewesene Mutter des 
Herrn Intendanten MenRtries gemacht. 
Hr. Hofgärtner Nietner, Schönhausen bei Berlin 30. Oct. 
quittirt mir über das Kaufgeld einer von seinem Sohne 
in Colombo auf Ceylon gemachten Sendung von Insekten 
aller Ordnungen. 

Hr. Geheimralh Prof. Dr. Klug, Berlin 30. Octoher, theilt 
mir Abschrift eines Briefes des Hrn. Nietner jun. mit, in 
Folge dessen er auf Erwerbung der eben erwähnten Sen- 
dung aus Colombo für das Königliche Museum gerechnet 
hatte. So gerne ich auch aus persönlicher Ehrerbietung 
vor dem verdienten Veteranen deutscher Entomologie seinem 
Wunsche durch Restitution der Sendung entsprochen hätte, 
so war dies nicht mehr möglich, weil inzwischen bereits 
über mehr als die Hälfte derselben nach dem Auslande 
verfügt war. 

Hr. Dr. A. Gerstäcker Adjunct des Berliner Museums, 
Berlin 8. November, bespricht dieselbe Angelegenheit und 
ersucht mich im Auftrage des Herrn Geheimrath Klug, 
von den Cej-loneser Duplis dem Museum eine möglichst 
grosse Zahl zur Auswahl zu stellen. Er fügt die Notiz 
hinzu , dass der von ihm in der October Nr. der diesjäh- 
rigen Zeitung beschriebne, von Herrn Wagenschieber so 
meisterhaft gestochne Eucor3bas crotalus (Scolopendra mit 
blattartigen Anhängen des letzten Fusspaares) in einem 
später erschienenen Hefte der Baseler naturforschenden 
Gesellschaft von Imhoff als Alipes multicostis zum zwei- 
tenmale beschrieben und abgebildet sei. 
Hr. B. Wm. Westermann, Kjöbenhavn 30. October und 
7. November hat erst durch mich die Nachricht von Graf 
Mannerheim's Tode erfahren, in welchem er einen viel- 
jährigen, innig verehrten Freund verliert. Die im Auftrage 
des Dr. Hagen ihm und Herrn Schiödte von mir expedirten 
Bücher sind richtig eingegangen. Ebeuso in wohlerhaltnem 



373 

Zustande die ihm von mir angebotne Partie der Insekten 
aus Colombo, welche er sehr gerne für den geslclllen Preis 
behält. Denn obwohl seine Samminng ziemlich reich in 
Entomis von der Küste Coroniandel ist, so glaubt er doch 
3/4 der gesandten Käfer noch nicht besessen zu haben. 
Weniger ist dies der Fall mit den erhallnen Lepidopteren 
und HyinenoplereiJ, wogegen v\iederHeniiptera und Orthoptera 
mehr Neues boten. In einnr neuerlich vom Berliner Mu- 
seum erhaltueu Tausehsendung von 28, meist kleinen, in- 
teressanten Käferspecies sind unter 23 Ceylonesen nur 3 
der von mir nachher gesandten Arten gewesen. Unter den 
ihm gleichzeitig zur Auswahl vorgelegten Lamellicornen be- 
findet sich manches seiner Sammlung Fehlende. 

28. Hr. Vittore Ghiliani, Turin 3. November, zeigt an, dass 
Herr Truqui den Tag vorher aus dem Orient zurückge- 
kommen ist und nächstens sclireiben wird. Vorschlag zu 
einer verkäuHichen Sendung Pieuionteser dupla. 

29. Hr. Regierungsrath v. F^ i e sen w e t ter , Leipzig 9. Novb. 
erinnert mich an die versprochne Zusendung des Jahrgangs 
1853 der Zeitung, hat am kalten Fieber gelitten, ist jetzt 
aber wiederhergestellt. 

30. Hr. Graf Kü en bu rg, Bransdorf (oestr. Schlesien) 6. Novb. 
schickt mir einen Katalog seines Carabicinen Bestandes, 
bestellt Jahrg. 1854. sobabi die December Nr. gedruckt 
sein wird, wünscht zu wissen, wo sich Herr Truqui ge- 
genwärtig befindet und beschäftigt sich eifrig mit dem 
Ordnen seiner Sammlung. 

31. Hr. Prof. Zell er, Glogau 9. November, berichtet über 
die ihm zur Ansicht gesandten zingalesischen Microlepi- 
doptera, dass 2 davon total unbrauchbar, 3 nur mit grosser 
Vorsicht brauchbar. 5 der ülirigen ganz schlecht conser- 
virt sind. 

32. Hr. Türckc, Leipzig 10. Novembej-, hat sich auf meine 
Veranlassung zu Hr. Dyk (Nachfolger) begeben, um wegen 
der seit längerer Zeit unterbliebnen Abrechnung Erkundi- 
gung einzuziehen. Die Abrechnung wird nächstens erfolgen. 

Aus den vorgetragenen Briefen werden Sie, m. H., ersehen 
haben, dass die Thätigkeit und Wirksamkeit des Vereins fort- 
während lebendig ist. Meine in der angenehmen Gesellschaff 
meines Freundes Boheman im veiwichnen Sommer nach London 
und Paris gemachte Reise hat dazu nsehrfache erfreuliche Belege 
geliefert. In Liege besuchten wir Herrn Prof. Lacordaire, und 
lernten ries Meisters hoffnungsvollen Schüler, Herrn Dr. Candfeze 
kennen. Leider war Herr von Selys Longchamps durch eine frü- 
here Verabredung behindert, und ebenso verfehlten wir Herrn Prof. 
Wesmael in Brüssel, der auf Excursion abwesend war. In London 



/74 

wnrden Hie meisfon Her Horfigen enfomologischen Korrphäen 
besucht, Hie Reichdnimer des British Museum, Her EaKt InHia 
House-Colleetion weniji^stens theilweiee gemustert , und sch.'ilzbare 
Tauschverbindungen mit ölTentlichen und Privat-Saramlungen ein- 
geleitet oder forigef>ctzt. Die herzliche Gastfreundschaft unsers 
liel)en Freundes Stainton trug wesentlich dazu bei , nnsern in 
entoHiischer Beziehung lehrreichen Aufenthalt in jeder nnHern 
Hinsicht ebenfalls erfreulich zu machen. Es war mir eine Freude, 
Boheman bei meinen Freunden Douglas, Spence, Sannders, West- 
wood, VVaterhouse einzuführen, Heren herzliche Aufnahme uns un- 
vergesslich sein wirH. Nicht minHer ward uns in Paris Willkommen 
geboten. Mein wackrer Freuud Leon Fairmaire widmete uns mit 
wahrer Aufopferung jeden freien Moment seiner durch Berufsge- 
Rchtlfie beschränkten Zeit. Die Herren Signoret. Bigot, Boisduval, 
Bnquet, Aubö, Reiche, Blanchard, Lucas, Dou(^ etc. verpflichteten 
uns durch wissenschaftliche Gefälligkeit und freundliche Auf- 
merksamkeit. 

Dass ich über diesen angeHeuteten persönlichen Annehm- 
lichkeiten Her Reise nicht unterlassen habe, auch für Hie Zwecke 
nnsers Vereins nach IMöglichkeit zu wirken, darf ich nicht erst 
versichern. Eine specielle Veranlassung dazu bot sich z. B. durch 
die Bekannischalt mit Herrn Bennelt, Secretair der Linnoan Society 
in I^ondon , mit welchem ein Auslausch der Publicationen bespro- 
chen wurde. 

Schliesslich beehre ich mich, vorzuschlagen 
zu Ehren Mi Igli edern: 
Herrn Dr. Horsfield, Director des zoolog. Departemenis des 

East InHia House in London. 
Herrn Dr. Gray, Director des zoolog. Departemenis des British 
Museum in London, 

zu Mitgliedern: 
Herrn Fr. Smith, Assistent des zool. Departements des British 

Maseuro in London. 
Herrn V. Moore, Assistent des zool. Departements des East 

India House in London. 
Herrn E. H. Ehlers, Cand. der Naturwissenschaflen in Lü- 
neburg. 
Herrn I. Th. Nietner, Director einer Pflanzung in Colombo 

auf Ceylon, 
Herrn G. S. Baly, Wundarzt in Kentish Town bei London. 
Herrn Büttner, Lehrer in Grabow bei Stettin. 

Die vorstehenden Vorschläge wurden von der Versammlung 
genehmigt, die ahtrelcnden Vereinsbeamlen in ihren Aemteru be- 
fitälijijt, und zur Erleichterung des Herrn Conservalors unH Biblio- 
thekars ein Beschluss Hahin gefassl, Hass Hie Herren Assessor 
Pfeil und Referend. Küsell, welche sich geruf dazu bereit 



375 

erklärlen , ihm bei der Cone-ervAlion der Vereins Sammlung be- 
hülflich sein Kollten, so wie ancb bei der monaflieben Distribution 
der entom. Zeitung Sutcurs zu «bestellen «ei. 

Demnächst besehloss ein gemeinsames Mittagsmahl die Feier. 

C. Ä. Dohrn. 



Wissenschaftliche Mittheilungen, 



Xwei neue Colon, 

G, Kraate» 

Bevor ich die Beschreibungen von zwei neuen Colon-Arten 
gebe, will ich kurz einige allgemeine Data über Vorkommen und 
Lebensweise der übrigen Arten, als Ergänzung meiner hierüber 
früher gemachten Angaben vorausschicken. Dieselben sind theils 
aus eigener Beobachtung geschöpft, theils resultiren sie aus dem 
mir vorliegenden reichen Materiale welches mein werther Freund 
Herr Oberförster G. Zeiie mit unermüdlichem Fleisse gesammelt 
hat; nach ihm ist die eine der beiden neuen Arten, die er vor- 
nilmlich in Schlesien gesammelt, benannt. 

Nicht nur vom Juni bis zum August sondern vom Mai bis 
in den Monat October hinein, kann man Colon Abends an grasi- 
gen Stellen kötschern, mit dem besten Erfolge zur Zeit des Son- 
nenuntergangs, weniger in der Zeit urimiltelbar vorher, eher noch 
beim Beginne der Dunkelheit. 

Nicht alle Arten konjmen das ganze Jahr hindurch gleich 
zahlreich vor, sondc^rn scheinen vielmehr zu einer bestimmten Zeit 
am zahlreichsten aufzutreten. So wurde z. B. von Herrn Zebe 
Colon Viennensis Hb. in den Monaten Juli und August in ungleich 
grösserer Anzahl erbeutet, als im September, wo die Art nur 
einzeln vorkam. Dagegen trat in diesem Monat zahlreicher, wenn 
gleich auch im Allgemeinen immer selten, C. dentipes Sahlb. und 
Zebei mihi iiuf, welche in den Monaten vorher nur ganz einzeln 
erschienen. Colon angularis Er. schien hauptsächlich auf den 
Monat August angewiesen zu sein. Colon claviger Hb. welcher 
bei uns an einzelnen Plätzen weniger selten vorkommt, wurde 
während des ganzen Jahres von Herrn Zebe nur in 3 Exemplaren 
erbeulet. 

Ich kaun ferner einige Analogien nicht unerwähnt lassen 
die sich zwischen der Gattung Colon und den gemeinschaftlich 
Abends mit ihnen vorkommenden Anisoloma finden. Beiden Gat- 
tungen ist der gropse Wechsel in der Grösse bei den Individuen 



376 

derselben Species gemeinsam. Ich habe dies von den Anisoforoen 
schon früher erwähnt, kann es von den Colon leider auch bestä- 
tigen. Ich sage leider, weil dieser Umstand das Determiniren 
namentlich minder geübten Augen ungemein erschwert. Mit dem 
Abnehmen der Grosse schwindet auch häufig die Reinheit der 
Sculptur, auf welche sich die specitischen Unterschiede gründen; 
so r. B. ^crschwinden die characterislischen Längsstreifen-Spuren 
der Flügeldecken wie sie Erichson nennt, bei den kleinen Exem- 
plaren des C. \icnnensis Hb. fast ganz: doch bleibt diese Art 
an den einfachen Vordertarscn leicht kenntlich. Colon Vicnnensis 
Hb. und appendiculalus Sahlb. kommen von der Grösse eines 
C. naniis Ei. vor. variiren also in der Grösse von ^.^ '^''^ ^^ 1 'A 
Linie. Von C. nanus Er. habe ich schliesslich zu l)emerken, 
dass er ebenfalls mit C. calcarafns Er. vereinigt werden muss, 
als eine kleine Form des Weibchen. Die von mir zu dieser Art 
gj'stellteii Männchen sind ebenfalls nur winzige Exemplare von 
C. calcaratus cf. 

Colon armipcH mihi. Oblong o- ovatus. nigro-fuscus, 
g ri seo-pu besc en s , antennarum clava nigra-fusca, 
basi pcdibnsfjue r u fo -tc stacei s; thorace longiore, 
angulis posticis obtusis; eivtris dense subtjliter 
pnnctatis. Long 1 Lin. 

Mas: F e in r i b u s posticis d e n t e acute p r o m i n u I o 
armafis. tibil» poNÜcis uiedio fortUer incurvatis. 

Fem: Pedibus posticis simplicibus. 

Von der Färbung und Gestalt kVv kleineren Exemplare des 
C. bidentalus Sahlb.. länglich eiförmig, bräunlich schwarz, gelb- 
lich greis behaart. Die Fühler sind braunroth, die Keule ziem- 
lich stark, schwach abgesetzt, schwarzbraun, die Spitze des letzten 
Gliedes rothbraun, Kopf dicht und deutlich punktirl. Halssehild 
deutlich breiter als lang, dicht und deutlich ziemlich tief 
punktirt, vor dem Hinterrande am breitesten, nach vorn deut- 
lich verengt, Hinterwinkel stumpf, Hinterrand beiderseits neben 
der Mitte ausgobucblct : Flügeldecken dicht und massig fein 
punktirt, ohne jede Spur von I^äng s s t r ei f e n. Beine rolh- 
braun. Die hinteren Schenkel des ö" mit einem scharfen deutlich 
vorspringenden Zahne bewaftnet; die Schienen hinter der Mitte 
stark nach innen gekrümmt und erweitert; die Hinterbeine des 
$ sind einfach. 

Selten in Schlesien (Zehe!) und in Sachsen (Märkel.';. 

Vom C. füscicornis mihi unterscheiden sich die Männchen 
dieser Art leicht durch die mit einem scharfen Zahn bewaffneten 
Hinterschenkel, die sonst sehr ähnlichen Weibchen durch dunklere 
und stärkere Fühlerkenlen, und mehr schwärzlich grüne Färbung. 

Vom C. deniculatus mihi unterscheiden sich die Männchen 
durch die stark gekrümmten Hinterschienen, die Weibchen durch 



377 

Uint?liclieier, schmälere Gestalt, deutlicher punktirtes Halsschild, 
weniger dicht punktirte Flügeldecken, ohne jede Spur von Längs- 
slieifen. €. affinis St. endlich hat eine weit stärkere Fühlerkeule 
und weniger stark gekrümmte Hinterschienen des Männchen. Mit 
den übrigen Species ist die Art nicht wohl zu verwechseln. 

Colon Xebei mihi: Oblongo-ovatus, fuscus, i'ulvo- 
p u I) e s c e n s , a n t e n n a r u m c I a v u f u s c e s c e n t e , b a s i p e d i - 
busque lerrugi neis; thorac«* transverso, crebre pro- 
fundius punotato a n g u I i s p o s t i c i s o b t u s i s ; e 1 v t r i s ininufi 
crebre subtiliter punctatis. Long 1 V4 — l^/g Lin. 

Mas: Femoribus posticis apice crassioiibus, 
Spina e longa ta arcuata acuta armatis, tibiis rectis. 

Fem: Femoribus posticis s i m p I i c i b u s. 

Dem Colon dentipes Sahlb. sowohl im ganzen Habitus als 
in der Zahubildung des Männchen S((*hr ähnlich, durch etwas we- 
niger dicht und weil tiefer und deutlicher punktirtes Halsschild, 
so wie durch ganz anders punktirte Flügeldecken indessen recht 
wohl zu unterscheiden. Die grosse Aehnlichkeit beider Arten ver- 
anlasst mich , am Schlüsse der Beschreibung eine verbesserte 
Diagnose des C. dentipes Sahlb. zu geben , mit dem die neue 
Art leicht zu verwechseln ist. 

Die Fühler des C. Zebei sind ganz wie beim C. dentipes 
Sahlb. gebildet . die Keule hei beiden Arten in der Regel dun- 
kelbraun. 

Der Kopf ist beim C. Zebei dicht und lief, bei jenem dicht 
und deutlich punklirt. 

Das Halsschild des C. Zebei ist in der Form dem des C. 
dentipes Sahlb. im Allgemeinen ähnlich, nach hinten zu meist etwas 
mehr verengt dagegen ist die Punktirung eine andere; si»» ist dicht 
und tief, in der Art, dass man, von hinten gesehen, jeden einzel- 
nen vertieften Punkt deutlich erkennen kann, ohne dass ein Zu- 
sammenfliessen derselben stattfindet. Dies ist beim C. dentipes 
Sahlb. nicht der Fall, wo die Punktirung zwar immer noch weit 
deutlicher und stärker als bei dem verwandten C. appendiculatus 
Sahlb. ist, jedoch fast grob chagrinartig, niemals aber tief zu nennen. 
Noch deutlicherist indessen der Unterschied inderPunktirung der Flü- 
geldecken; diese sind beim C. Zebei nur ziemlich dicht (ungefähr wie 
bei dem C. brunneus Latr.) beim C. dentipes Sahlb. dagegen äusserst 
dicht und fein punktirt, was ihnen eine mattere Farbe verleiht, 
während C. Zebei glänzender erscheint. Die Beine sind bei bei- 
den Arten rothbraun, die Schenkel des männlichen C. Zebei sind 
mit einem ganz ähnlich geformten, langen Zahne, wie beim C. 
dentipes bewaffnet, doch ist derselbe hier noch etwas länger und 
tritt plötzlicher aus dem Sehenkelrande hervor . wodurch er an 
der Basis etwas schmäler erscheint als bei jenem. 



378 

Von Herrn ObeiTörsler Zebf in Schlesien, von Herrn Canlor 
Märkel in der siuhsi.schen Scliwciz. von mir bei Berlin «cesaminell. 

Es kannte zweifelhalf erscheinen oh Sahl! crü, Colon Zebei 
oder den Kiiier, den ich iiir C. dcnlipes Sah!!), halte, vor sieh 
«gehabt, da beide Käfer in Schlesien vorkonimen , und ich ein 
typisches männliches Exemplar von Sahlbery nicht vor mir ge- 
habt. Für meine Annahme stimmt indessen einerseits die Be- 
schreibung, andrerseits dass C. brevicornis Sahll». das 9 zu C. 
dentipes Sahlb. mihi ist, so wie auch der Umstand, dass die mir 
von Herrn Prof. Boheman miff^etheiltcn schwedischen Exemplare 
siimmt ich zum C. dentipes Sahlb. gehüren. 

Die verbesserte Diai-nose von ('. dentipes Sahlb. lautet: 
C. dentipeii Sahlb. b I o n "• o o v a t u s , f u s c u s , f n I v o - p u bes- 
c e u s , a n t e n na r u ni c I a v a f u 9 c e s c e n t e , b a s i \i c d i b u s q u e 
f e r r u g i n e i s ; t li o ra c e t r a n s v e r s o , creberrJme mInuH «ub- 
tlliter punctato, anoulis poslicis obtusis; elytri* ereber- 
rime siibtlliter punctati>j. Lonjj, 1 1/^ — l^s •'"• 

Mas. Femoribns posticis apice crassioribus . spina elon^ata 
arcuata armatis, tibiis rectis. 

Fem. Femoribus posticis simplicibus. 



C Cornelius. Beiträge zur näheren Kenntniss 
vonPeriplaneta orieutalis. Elberfeld 1853. 8o. 

Ji^, Tutor aVitS, Quaedam ad analomiam Blattae 
Germanirae pertin. Dissert. Dorpat 1853. 8o. 

Angezeigt von H. Hagen. 

Die Schaben gehören unbezweifelt zu den interessantesten 
Insekten. Jedes Jahrhundert scheint einer neuen grösseren das 
Bürgerrecht in Europa verleihen zu wollen. Ihre Lebensweise, 
ihr mnerer Bau sind so merkwürdig, dass mit Dank jede nähere 
Mittheilung über sie aufgenommen werden muss. Herr Cornelius, 
Verfasser der schönen Monographie der Hafte, hat in dem gros- 
seren Werke das Resultat sorgfältiger Forschungen dem grösseren 
Publikum in ansprechender Form vorgelegt. Niemand wird dies 
Werk ohne Belehrung und Unterhaltung lesen. Ich wünschte 
längst eine vergleichende Beschreibung des innern und äussern 
Baues der in Europa lebenden Arten von Blatta gefertigt zu sehen, 
da voraussichtlich die Ergebnisse mir besonders zu Gute kommen 
müssen. Die Blattae stehen den Termiten in vieler Hinsicht so 
nahe, dass es aulTällig bleibt, Avie bisher diese Verwandtschatl 
übersehen weiden konnte. Mit dem Studium letzterer Thiere be- 



379 

schäftigt, hübe ich es oft vermisst, über die Biattcn so wenig 
befriedigende Aufschlüsse zu besitzen. Von Interesse ist der viel- 
leicht nur zufällige Umstand, dass die beiden ältesten fossilen In- 
fekten gerade Blatta und Ternies sind. Fürchtete ich nicht den 
Vorwurf einer gesuchten und gekünstelten Analogie, so möchte 
ich beiden einen so zu sagen antediluviauischen Habitus zuschreiben. 

Die Bestimmung der Heimat von P. orientalis wird sich 
bei genauem Quellenstudium wenn auch nicht sicher ermitteln, 
so doch begränzen lassen. Soweit ich diese Quellen kenne, scheint 
es mir wenig glaublich, dass Amerika seine Heimat sei. Malthiolus 
in seinem Commentarius zum Dioscorides beschreibt sie in der 
ersten Hälfte des 16ten Jahrb. In der 2len finden wir erkennbare Ab- 
bildungen bei Aldrovand, und bald darauf bei MoufFet die Bestä- 
tigung, dass sie durch einen grossen Theil Europas verbreitet 
bis Ungarn reichten. Alle sprechen davon als von einem längst 
bekannten Tbiere, und es ist nicht anzunehmen, dass die Tradi- 
tion der plötzlichen Einwanderung eines so lästigen und gehässigen 
Gastes so svhnell verklungen wäre. Auch ist es kaum denkbar, 
dass bei den damals so langsamen und schwierigen Konimuni-, 
kationen eine Verbreitung dieses Thieres in so kurzer Zeit 
und über so beträchtliche Länderstrecken habe erfolgen können. 
Um so weniger, als notorisch in späteren Jahrhunderten bei er- 
leichtertem und gehobenem Verkehr ein vergleichsweise langsames 
Vorschreiten stattfand. Erst 1739 traten sie in Stockholm, noch 
viel später in Russland auf. 

Die Frage: wo dies Thier herstamme"? kann ich leider 
noch nicht beantworten. Worauf die Angabe Kleinasiens oder 
Indiens als Heimat beruht ist mir unbekannt. JNäher liegt jetzt 
die Untersuchung, wo heute zu Tase P. orientalis ausserhalb 
der Behausungen im Freien anzutreft'en sei. Doch auch hier 
habe ich mich vergebens nach einer sicheren Angabe selbst in 
dem trefflichen Werke von Fischer umgesehen. Ramburs „piope 
Malagam" lässt zweifelhaft und ist jedenfalls die einzige herge- 
hörige Nachricht. Sonst wird das Thier überall nur als lästiges 
Hausthier erwähnt, und dokumentirt wohl schon dadurch sein ent- 
ferntes Vaterland. Es wäre mir eine sichere Nachricht von Gegen- 
den wo P. Orient im Felde oder Walde durchwintert, sehr erwünscht. 
Wen es interessirt, noch mehrere Benennungen je nach den ver- 
schiedenen Ländern zu erfahren, der finiiet sie bei Mouffet. 

In der sorgfältigen Beschreibung der äusseren Formen ist 
die Angabe der sexuellen Verschiedenheit der ersten Fühlerglieder 
neu. Die Beschreibung der männlichen Sexualorgane war für 
mich von besonderer Wichtigkeit. Ihre Beftchreibung ist mir nicht 
durchweg verständlich geworden, vielleicht haben daran Druck- 
fehler schuld. Wenigstens steht die Angabe pag. 19. „fig. 19. 
von unten, 18 von oben" aiit der Angabe pag. 40, in direktem 



/ 



A^iderspruch. Der erwühnio solide Haken wird schon von Leon 
Diifour als blosses Hiilfsorn:an (arinure co|)ulalrice) {^ngesehen. 
Die beiden zarten en<;en Kanftle (p. 20) sind entweder nur Tracheen, 
oder was wahrsrlieinlichersclieiiU, in ihrem unlerem Tlieile wenigstens 
als Saamenleiter zu betrarhten. Die Analogie der Theile bei Bl. 
germaniea und Termes deuten darauf hin. Die Befestigung eines 
glatten hügligen Körpers in der Gegend des sechsten Segments 
ist wohl richtig als Hoden gedeutet. Auch bei B. germanica und 
Termes ist der Hoden relativ sehr klein, in Fett geschlossen und 
so lose an den Saamenleiter befestigt , dass er schwer gesehen 
und noch leichter zerstört wird. Ist jenes Körperchen, wie ich 
mit Cornelius glaube, dei- wirkliche Hode, so muss dei- feine Fa- 
den oberhalb die gewöhnlich zu ihm vom Thorax her hinlaufende 
Trachee, und der fehlende der anderen Seite übersehen sein. 
Allerdings steht hier die positive Angabe, dass ("ornelius immer 
nur einen fand, störend entgegen. Das drüsige Organ (p. 20) 
von der Form eines Pilzes ist sicher nicht der Hoden sondern die 
Drüsen-Büschel am Ductus ejaculatorius , die bei verwandten In- 
sekten so häufig angetroffen werden. Der weite röhrige Gang 
(Ductus ejaculatorius) kann nach Cornelius Beschreibung (da die 
Theile von der Bauchseite her beschrieben werden ) nicht unter 
sondern nur über ihm liegen. Auch ist es wohl ein Missverstünd- 
niss, wenn dabei angeführt wird, Siebobl halte diesen Theil für 
den Hoden. Siebold sagt p. 657 eine einzige vereinigte Hoden- 
masse hat Oedipoda und Blatta aufzuweisen. Selbe besieht aber^ 
wenigstens bei Oedipoda in einem von dem Drüsenbüschel ge- 
trennten Organ. Rs sind die beiden Hoden, ähnlich wie bei 
Osmjlus, in ein gemeinschaftliches Scrotum geschlossen. 

Das feinkörnige, klare, bandförmige, ziemlich breite Organ 
(pag. 20) halle ich für den Inhalt der Saamenblase. Es bestä- 
tigt mir diese Ansicht Cornelius Angabe „dass es frei und un- 
befestigt in dem Raum über dem Ductus ejaculatorius liege" da 
ich ein ähnliches Verhältniss bei andern Insekten (z. B. Osmjlus) 
angetroflen habe. Was die in fig. 18 und 19 in dem Abschnitt 
A liegenden Theile sind, vermag ich nicht zu deuten. Sind es 
nicht die zu den Sexualorganen gehörigen Muskeln , so müssen 
es unbezweifelt drüsige Hülfsorgane sein, wie sie sich gleichfalls 
mehrfach bei andern Insekten vorfinden. 

Die Beschreibung der Hülfsorgane der weiblichen Geschlechts- 
theilc p. 23 ist genau und dankenswei fh. Für die inneren Organe 
sind dem Verfasser leider Dufours Recheiches etc. und Gaede 
unbekannt geblieben. Die Abbildung bei Dufour giebt eine klare 
Einsicht in den Bau Jener Theile-, die „beiden durchsichtigen 
Säcke" bei Cornelius sind off'enbar die weiten Eierleiter, von wel- 
chen die Eierschnüre abgetrennt waren. Dass sich von derartigen 
Schnüren die reifen Eier ablösen und dann d i e .\ b l r e n n u n gs - 



381 

b I e 1 1 e ander z u r ü c k g e l> I i e li e n e n abgerupften S p i 1 z e 
zu erkennen seien ((i. 22) ist unbezweifelt nicht richtig-. Der 
Sachverhalt beim Eierlegen ist wohl folgender. In den Eiröhren 
liegen die Eier eines hinter dem andern , dem Eileiter zunächst 
die am meisten entwickeilen. Wird ein Ei in den Eileiter ent- 
leert, so geschieht dieser Yorgan:; nicht duich ein einfaches Her- 
ausfallen des Eies aus der Eirohre, sondern dadurch, dass sich 
die Eiröhre selbst vorschiebt , und also jedesmal beim Gebähren 
eines Eies um die Länge desselben verkürzt. Sind sämmtliche 
Eier einer Röhre gelegt , so bildet dieselbe ein kurzes häutiges 
Näpfchen auf der Aussenstite des Eileiters. Ein Abtrennen jedoch 
ganzer Eiröhren (Schnüre) ist schon deshalb undenkbar, weil nach 
einer derartigen Loslösung vom Eierstock die weniger enlwickeltea 
oberen Eier einer ferneren Ausbildung verlustig gehen müssteu. 
Nach Dufours Angabe sind dlt; Ovarien bei P. orientalis mit je 
8 Eiröhren versehen, die in einen flasclienförmigen Eileiter münden. 
Auch hier ist die Aehnlichkeit der Bildung von Blatta und Termes 
unverkennbar. Der einzige Unterschied besteht in der Zahl der 
Eiröhren, die bei Termes unverhällnissmässig grösser ist. Die 
p. 22. bei Cornelius erwähnte üg. 13. b. iehit in der Abbildung. 
Die Kittorgane sind von Cornelius nicht untersucht. Dufour be- 
schreibt sie ausführlich. Zwei kurze gewundene Saamentaschen 
werden überdies von Siebold p, 617 erwähnt. Nach Cornelius 
legt r._orientalis ohne zweite Begattung mindestens viermal, ihren 
merkwürdigen Eigehäusen soll eine innere Scheidewand fehlen, 
Dufour 1. c. p. 372 giebt das Gegenlheil an. Die Zahl der Eier 
steht offenbar im genauen Yerliältniss mit jener der Eiröhren. 
jede einzelne Eiröhre giebt zu jedem Cocon ein Ei ab. Auch 
das erste Austreten des Cocons schildert Dufour etwas abweichend. 
Er ist nach ihm nicht nackt], sondern von einer weissen mitvor- 
tretenden Hant bedeckt, welche sich bald in der Mitte durch eine 
Längsspalte öffnet und sich in den Körper zurückzieht, also wohl 
nur als eine Ausstülpung der Scheide zu betrachten ist. 

Der Aufenthalt der Jungen im Eigehäuse dauert nach Cor- 
nelius circa ein Jahr, das Thier selbst soll sich 7 mal häuten, 
erst im vierten Jahr vollständig reif sein und mindestens Jahre 
leben. Von grossem Interesse war mir die Angabe, dass sich die 
jungen Thiere gleich beim Ausschlüpfen häuten. Ich habe diesen 
Vorgang bei Osmjlus beobachtet, und darauf aufmerksam gemacht, 
dass er wahrscheinlich stets bei den Insekten vorkomme. Der 
„kleine rundliche Wulst" p. 28. an dem zurückbleibenden Haut 
chen ist wohl eine Art Eisprenger ähnlich der Säge bei Osmjlus 
und der Spitze bei Phrj-ganea. Es ist wohl ein solcher Apparat 
allen Insekten gemein. 

In Betreff der weiteren Entwickelung der Thiere scheint 
die auf direkte Beobachtung gegründete Behauptung, dass die ge- 

25 



382 

fliigehen Männchen sich ohne weitere Durchgfangsstufen aos 
ung of lüff el t en Puppen entwickeln, doch zu sehr den alli^eiiieinen 
Gesetzen entgegenzustehen um sie ohne weiteres zu acceptiren. 
Ich gestehe, dass ich die p. 30 als Männchen mit verkrüppelten 
Flügeln erwähnten Männchen für die eigentlichen Puppen halte. 

Die Behauptung, dass P. orientalis durchaus nicht ge- 
frässig sei p. 33, steht zahlreichen Angahen direkt entgegen, 
möchte jedoch wohl ihre Bestätigung finden. Auch ich habe nie- 
mals von Besitzern, deren Häuser dies Thier beherbergte, Klage 
über Schaden durch Frass angerichtet vernommen. 

F. Moravitz hat zu seiner Inaugural-Dissertation anatomische 
Untersuchungen über Blatta germanica gewählt. Da derartige, 
insbesonders russische Schriften wenigen zugänglich sind, erlaube 
ich mir, ihren Inhalt kurz herzusetzen. 

Bei Untersuchung der äusseren Bedeckungen wurde die hier- 
über vorliegende Litteratur zusammengestellt und dann die eigenen 
Resaltate gegeben. 

Blatta germanica zeigte : 

1. Eine aussen den Körper umgebende Epidermis, aus poly- 
gonen , kernlosen Pflaster-Zellen, Dachziegelförmig gelagert mit 
halbzirkelförmigem freiem Rande. Es gelang nicht die einzelnen 
zu isoliren. 

2. Darunter eine durchsichtige, strukturlose Membran mit 
zahlreichen Stacheln versehen. Ihre Grösse ist sehr veränderlich. 
Die grössten zeigten innen eine Höhlung, die kleinsten schienen 
solide zu sein. lene sind an der Spitze gebogen uud dort entweder 
glatt, oder gerinnt und gezähnt. 

3. Darunter eine dritte Lage, gleichfalls durchsichtig und 
strukturlos, jedoch viel dicker und mit Tracheen versehen, die 
selbst die grössern Stachel versorgen. 

4. Darunter eine sehr feine strukturlose Membran. Sie 
bildet viele kleine Säckchen, die frei herabhängend gegen die 
Höhle des Abdomen gerichtet sind, und in welchen der Fettkörper 
gebildet wird. 

M. beobachtete ferner den unmittelbaren Uebergang der 
Sehnen der Kiefermuskeln in die Chitin-Substanz der Mandibeln, 
und das direkte Uebertreten der Tracheen aus den Sehnen in 
die Mandibeln selbst. Ein gleiches Verhalten zeigten die Extre- 
mitäten, 

Die Flügeldecken bestehen aus drei Doppellagen, welche 
den Schichten 1 bis 3 entsprechen. Mir scheint schon hieraus 
hervorzugehen, dass die erwähnte vierte Schicht nicht als zu den 
Bedeckungen gehörig betrachtet werden darf. Die Flügel sind 
unbezweifolt nur ein höhlenartiger Forlsatz der Körper Umhüllung. 
Das Innore dpr Leibeshöhle geht direkt in sie über, bis durch 
ihr Zusammenlallen bald nach der Metamorphose diese Verbindung 



383 

aufjfehoben wird. Sie luütiHle« nho unbezweifclt auch die vierte 
Schicht führen, wenn diese den iiusseren Bedeckungen angehörte. 

Die Tracheen in der Basis der Flüjri'l(le<ken zeigen ein 
sehr weites Lumen, vorzüglich eine dem Vorderr.inde nahe liegende, 
die sich gleich in drei Aeste (heilf. Einer derselben läuft schief 
zu dem Yorderrande, der zweite dicksie in der Mide der Flügel- 
decke jedoch niiiier dem Vorderrande, der dritte im Bogen zur 
Mitte des Hinterrandes. Eine Anzahl kleinerer Tracheen läuft 
von der Basis aus durch die ganze Länge der Flügeldecken, und 
in der Spitze bilden (^uerzweige ein zartes Geflecht. In noch 
nicht ausgefärbten weisslichon Flügeldecken fanden sich neben 
den Tracheen andere enge gelbe Kanfile mit braunem Seitenrande. 
Was sie bedeuten blieb unbekannt. 

Meiner Ansicht nach geht von diesen Parlhien das Dunkel- 
werden der Flügeldecken aus. Den braunen Rand halte ich für 
optische Täuschung, die durch die intense gelbe Farbe der 
Höhren bewirkt wird. 

In den Hinterflügeln konnten die Zellen der Epidermis nur 
am Rande erkannt werden. Die drille Schicht zeigt ein zahlrei- 
ches Netz von Kanälen aus zwei Membranen gebildet. Ihr Lumen 
ist bei den Queradern ^"/lono l»*^' ^^^' Längsader '-/looo» il'ie Wan- 
dung ^ju,oo eines Pariser Zolls. Die äussere Membran ist rauh, 
die innere glatt, beide strukturlos. Diese Adern enthalten eine 
granulirtc Masse von rundlichen Körpern von */,ooo P- Z. Diameter. 
Ihr Kern ist Viooo gross. Während der Entwicklung der Flügel 
haben diese Körper die Form eines Haferkorns. Die Angabe, 
dass die Körner beim Festwerden der Flügel, wobei die Cir- 
culation aufhöre, iu den Adern stecken bleiben, ist nach 
Ehrenbergs schönen Untersuchungen an den so analogen Mantis 
Flügeln wohl als irrig zu betrachten. 

Tracheen und Nerven wurden in den Hinlerflügeln nicht 
gefunden. Den Nachweis wenigstens für die .\nwesenheit der 
Tracheen wird man aber wie bei Libellen leicht führen können, 
wenn man die noch nicht verhärteten Flügel nach kurzer Mace- 
ration vom Thorax aus spaltet. Man kann einen derartigen Flügel 
sackförmig aufblasen, und findet dann zahlreiche in ihm verlau- 
fende Tracheen. 

Der Darmkanal und dessen Anhänge. 

Der weile trichterförmige Schlund ist aas vier Schichten 
gebildet. 

1. Eine wasserklare Membran, so dünn, dass sie am Rande 
nur als Linie gesehen wird , und gegen den Schlund hin vorra- 
gende Stacheln zeigend. Diese Membran, strukturlos, wo sie in 
die Fresswerkzeuge übergeht, zeigt ein sehr verschiedenartiges 
Verhalten, je nach dem sie die Innere Seite der Oberlippe, die 

25* 



384 

Maxillen , oder die obere Seite der Unterlippe bekleidet. Hier 
an der Oberlippe besonders, wird sie leicht als eigene Membran 
erkannt und bildet jene vielen scharfen Hervorraguugeu, mit wel- 
chen die Fresswerkzeuge versehen sind. Nach aussen hin (aiu 
Rande des Schlundes) erkennt man die Epidermis, welche in das 
Epithelium des Schlundes überzugehen scheint. Sehr verschiedeo 
davon sind die Mandibeln , auf welchen weder Epidermis noch 
sonst eine Umkleidung erkannt wird. Hier bekleidet nämlich diese 
Membran nicht die Organe, sondern geht vollständig in sie über. 
Es muss also dem Gesetz der Continuität zu Folge diese Membran 
für Chitin Substanz gehallen werden. 

2. Auf sie folgt im Schlünde Pflaster-Epithelium, aus flachen, 
selbst unter Anwendung von Essigsäure kernlosen Zellen gebildet. 

3. Auf das Epithelium folgt eine Muskelschicht, aus Längs 
und Queer (Kreis) Fasern, hier und im ganzen Darmkaual queerr- 
gestreift, und zwar folgt die Kreisschicht auf die Längsschicht. 
Die Primilivbündel liegen stets nahe beisammen. 

4. Auf die Muskelschicht folgt wiederum eine strukturlose 
wasserklare Membran, welche (ähnlich wie die erste in die Man-^ 
dibeln) in die Chitin-Substanz der Kauwerkzeuge übergeht. Sie 
ist daher dem Chitin verwandt, und kann, ausgenommen dass ihr 
das Epithelium fehlt, mit dem Perilonäum der Wirbelthiere ver- 
glichen werden. 

Die erste nennt Moravitz Tunica vitrea interna , die vierte 
Tunica vitrea externa. 

Im Vergleich zur Beschreibung der Schichten bei Siebold 
I. c. p. 593 bemerkt M., dass bei Blatta germanica das Epithelium 
den Darmkanal in seiner ganzen Länge bekleide, und dass die 
„tunica interna homogena, Siebolds Epithelium" die tunica vitrea 
interna sei. Die drüsige Zwischenschicht Siebolds zwischen dieser 
und den Muskeln soll das eigentliche Epithelium sein, obwohl 
nach Siebold selbe nur in der Mitte des Darrakanals (also anders 
wie bei Bl. germanica) sich vorfinden soll. 

Der enge Oesophagus besteht gleichfalls aus denselben 
vier Schichten, die Tunica vitrea interna lässt sich hier besonders 
leicht vom Epithelium lösen, und durch Jod -Tinktur braun ge- 
färbt erkennen. Die kernlosen Epithelium Zellen haben bei Viooo 
Par. Zoll Länge, f'/iooo Breite. Das Epithelium lässt sich übrigens 
nicht von den darunter liegenden Schichten sondern. Die Primi- 
livfasern liegen weniger nahe beisammen, in ihren Zwischenräumen 
Fetttropfen. 

Der sackförmige Kropf liegt im Metathorax. Die Tunica 
vitrea interna lässt sich hier noch leichter sondern und bildet 
unregelmässige Falten. Die mehr rundlichen Epithelialzellen von 
""•■ "/looo" Bieile sind 1/3 dicker als im Oesophagus und zeigen 
mitunter bei Zusatz von Essigsäure einen Kern von ^jtooo"- ^'® 



385 

Zellen führen eine körnige Masse, die bei Zusatz von Kali-Lösung 
Terschwindet. 

Drüsen auf dei- inneren Fläche des Kropfes, wie sie Bur- 
meister anführt, konnten nicht aufgefunden werden. M. glaubt, 
dass wenn überhaupt daselbst ein Sekret als zutretender Saft 
abgesondert werde, selber von den Epithelial -Zellen geliefert 
we'ide. Die Priuiitivbündel der Muskelschicht treten gegen den 
Kaumagen hin näher zusammen, nnd bedingen hierdurch eine 
bedeutende Entwicklung der Muskeln. 

Ueber Oesophagus und Kropf liegen die Speicheldrüsen 
und zwar finden sich sowohl Sul»maxillar als Sublingual -Drüsen. 
Es liegen stets je 2 bis 4 Acini beisammen, so dass ihreAussen- 
wand verschmolzen ist. Hiedurch entsieht eine grosse durch viele 
Falten zersetzte Drüse. Uebrigens hat jeder einzelne Acinus seinen 
sehr feinen Ausführungsgang, der in einen grösseren Kanal mündet 
nnd so eine Traube darstellt. Der Speisegang selbst am Anfange 
vielfach gewunden, geht später gerade zum Schlünde. 

Die Ausführungsgänge werden von einer klaren struktur- 
losen, quergestreiften Haut ausgekleidet. Sie ist wahrscheinlich 
die Fortsetzung der Tunica vitrea und lässt sich leicht vom Epi- 
thelium trennen. 

Darauf folgt Pflaster- Epithelium mit runden kernhaltigen 
Zellen, an den Acinis selbst lässt sich ausser der äussern Wand 
übrigens keine besondere Haut, die mehrere einschliesst und ver- 
bindet, darstellen. Ob die Acini einzelne oder mehrere Speichel- 
zellen enthalten blieb ungewiss, doch schien letzteres wahrschein- 
licher. Durch die Wand des Acinus hindurch waren mitunter 
mehrere Körperchen Viooo" ''»"o u"*^ "/looc" breit sichtbar. Ob 
es Kerne sind, blieb unentschieden, da der Umfang der Zelle nicht 
erkannt wurde. Auch können sie keine Zellen sein, da ein Kern 
fehlt. Sie sind ähnlich wie die Epithelialzellen mit einander ver- 
bunden. An den Stielen solcher Acini findet sich nur eine äussere 
strukturlose Haut. Beim Oelfnen des Acinus erscheinen jene 
Körperchen rund oder eben, einige gestielt, andere birnförmig. 

Die Speicheldrüsen sind mit dünnen ligamentischen Fäden 
(die von der Aussenwand der Acini zur T. vitrea externa des 
Darmes gehen) an den Darm und das sie stets umgebende Bin- 
degewebe befestigt, und mit zahlreichen fein verzweigten Tracheen 
versehen. Letztere dringen nicht in die Acini, sondern vertheilen 
sich auf ihrer Oberfläche. 

Leon Dufour beschreibt die Speicheldrüsen bei Per. orien- 
talis durchaus in gleicher Weise wie Moravitz. Es ist auiFällig 
dass bei Bl. germanica ein Reservoir salivaire fehlt, (ich konnte 
daselbst auch keines auffinden) da letzteres bei P. Orientalis so 
bedeutend auftritt. Die ligamentitschen Fäden sind nur Tracheen 



386 

Der trichterförmige Kaomagen, eigentlich nur die Fort- 
setzung des Kropfes (?) zeigt immer einen Kauapparat ans röth. 
lieber Chitin Substanz, Sechs gleichartige Tbeile sind ähnlich 
einer Krone ringsherum gelagert. Der komplicirte Apparat be- 
klebt aus sechs Schnabelplallen (lamina rostrata). Jede ragt 
b.ikenförniig in den Magen, ibre Oberfläche ist mit kleinen Zähnen 
besetzt. Zwischen je zwei liegt eine lamina lanceolala intermedia, 
welche unten einen« Handgril!" ähnlich sieht, oben zweigespallen 
ist. Zwei seilliche laniinae lanceoliilae iheilen den Raum noch- 
mals und lassen spindeUörniige Plalfen zwischen sieb, neben welchen 
gezähnte Stangen (kleine Sägen) herablaufen. 

Der ganze Apparat ragt frei in den Kaumagen hinein. Die 
membr. vitrea inlerna geht direkt in ihn liber (wie bei den Man- 
dibeln) und documenlirt d:idurih ihre Chitin - Substanz. Auch 
bildet sie hinter dem Apparat eine Anzahl Spiesse, Haare, und 
zahlreiche Fallen. Das Epilheliiim zeigt Zellen von «.,000" Länge 
""fl ^/looo" Breite. 

Die Muskelschicht i>l im Kaumagen am meisten entwickelt. 
Die innern Kreisbündel liegen hier so dicht, dass sie einem Sphin- 
kter gleichen , die äussern Längsfasern bilden deutlichere Bündel 
an den Schnabelplallen, die Primilivfasern liegen sehr nahe bei- 
sammen. 

Der hufeisenförmige V h v 1 u s - M a g e n fiihrt an seinem oberen 
Ende 8 fingerförmige Schläuche, deren 4 länger als die iibrigen 
sind. In sie tritt die tunica vitrea interna nicht hinein, Sie be- 
steben aus der tunica vitrea externa (die zahlreiche ringförmige 
Tracheen mit kleineren Seilenzweigen führt, einer Muskelschicht 
und dem Epilhelium mit strotzenden Zellen von «/,ooo" Länge 
""d ''/looo" Breite. Entfernt man die tunica viirea interna aus 
dem Ch)lus Magen, so bildet sie ein geschlossenes Rohr, in wel- 
cher Oeffnungen, die in jene Säcke führen, nicht entdeckt werden 
konnten. Im Leben sind sie mit einem weissen Safte erfüllt, der 
zahlreiche kleine Körnchen enlbäll, während der Inhalt des ganzen 
übrigen Verdauungsapparates dunkelbraun ist. Haben die Thierc 
länger in Spiritus gelegen, so wird der Inhalt jener Schläuche 
mehr gelblich. 

Ich zähle bei einem Individuum zehn Schläuche und zwar 
liegen selbe nicht ringsherum, sondern auf einer Seile des Chvlus- 
Magen, die längsten in der Mitte dichl neben einander, die übrigen 
successive kleiner, die letzten sehr kurz, fast so lang als dick. 
Beim Embryo fand M. die Schläuche in Form kleiner Papillen 
vor, obwohl die übrigen Abschnitte des Darmkanals deutlich ent- 
wickelt waren. Auch hier konnte er sich überzeugen, dass die 
tunica vitrea vom Kaumagen aus den Chylns-Magen durchselzf, 
ohne in die Schläuche zu treten. 



387 



. Die Struktur der Schichten im Chylus- Magen ist dieselbe 
wie im Kaumagen, die tunlca vitrea ist jedoch sehr zart^ d.e 
Epithelial-Zellen Viooo" lang und Viooo' »»eit, ""^ "m ein Dr tel 
dicker, die Muskelbündel so verwoben, dass viereckige Intervallen 
bleiben. In denselben findet sich eine eigenfhümliche , iein gra- 
nulirte, aus gehäuften Kügelchen bestehende Masse Ihr Uinfang 
isunrei^oimalsig, rundlich, sodass sie zuvörderst gelappten Drusen 
ähnlich sieht. Sie hat aber weder eine Umhullungshaut, noch 
Zellen, noch Ausf.ihrangsgang, und wird von zarten Trm.hee'i 
reich durchsetzt. Oeffnet man bei einem frischen Thier Chjlus- 
Magen und Dünndarm (der gleichfalls jene Masse entluilt) so 
erscheinen die Wände grau und weiss gesprenkelt; ^e'/Thieren, 
die lange in Spiritus lagen, werden di.se Flecke noch deutlicher, 
besonders im Dünndarm. Kali-Lösung lässt sie ganz verbleichen, 
Salpetersäure kontrahirt die Masse und lässt einzelne sehr kleine 
Köimhen erkennen, die durch zugesetzte ««'»-Lö^ng «'^"f^" 
farbi- werden, also wohl Eiweiss enthalten. M. halt diese Masse 
für Chvius. Am Ende des Chvlus-Magen finden sich zahlreiche 
feineMalpighischeGefässe, iViooo" dick, '^'t ^«j^;" '-^"^^^^^ 
Ende. Mitunter ist die dem Darm zunächst liegende Hallte safran- 
farbig. Ihre Struktur ist schwer zu entziffern. Aussen bekleidet 
sie eine mit feinen Tracheen versehene Fortsetzung der Tumca 
vitrea externa. Das darauf folgende Epithelium fuhrt Zellen von 
4/,„„ '' Breite, stets mit Kern und Kernkörperchen versehen Die 
Flüssigkeit in den Zellen enthält eine grosse Menge sehr kleiner, 
eiförmiger, getrennter, gelblicher Kügelchen. Sie lag-ern reihen- 
weise und werden mitunter braun und schwärzlich, und sind wohl 
Lrin-Sedimenta. Bei frischen Thieren gelang es öfters, den inneren 
dunkel gerandeten Kanal des Gefässes zu beobachten. Kr ver- 
läuft nicht iierade, sondern wegen der verschiedenen Form der 
Zellen und der Menge des Inhalts stark gebuchtet. 

lener Kanal wird deshalb so schwer erkannt, weil nicht 
blos in ihm, sondern auch in den Zellen eine grosse Menge von 
Harn -Konkrementen angetroffen wird. Dass die Injection der 
Malpighischen Gefässe vom Darm aus nicht gelingt , beweiset 
nicht, dass ihnen eine Tunica interna fehlt, sondern die wahrschein- 
liche Anwesenheit von Klappen bei dem Eintritt in den Darm. 

Der D ü nn d a r m wird vom Chylus-Magen durch eine Klappe 
getrennt, ist doppelt so weit und von gleicher Bildung. Die lunica 
vitrea interna führt hier zahlreiche Haare, die frei in den Darm 
hineinhängen. . , i r- • 

Nach kurzer Einschnürung folgt das kurze glockenförmige 
Rectum, mit 6 Rectaldrüsen versehen. Sie treten bei Spiritus 
Exemplaren deutlicher vor, sind weiss, eiförmig, der Lange nach 
im Rectum gelagert. Sie enthalfen dieselbe körnige Masse wie 
Chvlus-Magen und Dünndarm M. hält sie für Chjlus Ansarara- 



388 

langen in den Häuten des Reeluni. Dass sie hier sich stets an 
bestimmten Orten vorfinden, scheint in der Bildun.^ der Muskeln 
des Rectum seinen Grund zu haben. 

Die Länsshündi-I lien^en so nahe beisammen , dass sie eine 
Flüche bilden, die nur durch die 6 cingolaji,erten Drüsen unter- 
brochen wild. Die Kreisbiindc! bilden einzelne weifgelrennle 
Bänder, zwischen doncn der Chvius durchdringt. Diese Ansicht 
findet darin eine Sliifze, dass die Rcctaldnisen in den Larven vor- 
handen sind, aber im EmI)rjo fehlen, da bei ihm Chylificalioii 
nicht statt findet. Von j^eringerem Gewichte ist, dass' sie bald 
mehr bald minder strotzend an«^elroffen werden, während bei Drüsen 
dies nicht in solchem Grade möj>lich wäre. M. meint, dass seine 
Ansicht dadurch unters(n(zt werde, dass die Rectaldrüsen bei In- 
sekten ganz fehlen können, so dass sie wenigstens kein durchaus 
unentbehrliches Organ sind. 

Die Membr. vitrea interna im Rectum ist auf den Längs- 
Mnskeln mehr runzlig. Das Epilhelium besteht aus PHaj^ter-Zeflen 
vo" Viooo" J^änge und ^/looo" Breite. Sie sind breit, runrilich, 
mitunter polygon. Der After führt einen Sphincler aus Kieisbündeln. 

Weibliche G e sc h 1 e c h t s t h e i 1 e. 
lederseits neben dem Verdauungskanal liegt ein Eierstock 
von '20 geliennlen Ei röhren, die am freien Ende allmählig 
dünner werden und zusammentreten. lede Eiröhre ist durch zwei 
Einschnürungen in drei Kammern getheilt, in welchen die Eier 
lagern. ledeEiröhie hat einen eigenen sehr kurzen Ausführungs- 
gang in die Höhle des Eileiters. Das freie Ende jeder Eiröhre 
endet in einen dünneu Faden, der sich bi.s zu dem Fettpolster, 
m welchem das Rückengefäss liegt, verfolgen lässt. Die Fäden 
gehen zuerst auseinander, nähern sich dann wieder und trelen je 
zwei in einen zusammen, ihr Ansatzpunkt liess sich nicht deut- 
lich erkennen. Jn den Fäden fanden sich Kerne von Viooo" in 
grosser Anzahl. M. hält diese Fäden, in welchen er keinen Kanal 
entdecken konnte, nicht für Gefässe, sondern mit Reichert für ein 
Ligamentum Suspensorium des Eierstockes. Auch die begleitenden 
Tracheen glaubt er zur Befestigung des Eierstockes bestimmt, da 
er sie stets ganz vom Faden trennen konnte, und sie also nicht 
in das Gewebe der Eiröhre eintreten, 

lede Eiröhre ist innen iiiil einer sehr dünnen, durchsichtigen, 
strukturlosen Haut ausgekleidet. Darauf eine dickere Schiebt 
von Bindegewebe, in der hin und wieder Kerne und Kernkörper 
zerstreut lagern. Dies Bindegewebe geht nach dem Aufhören der 
Innern Haut (und so mit Verschluss der Eiröhre) in den erwähnten 
Faden zur Anheftung über. Die drei Kammern jeder Eiröhre 
enthalten Eier in verschiedenem Entwicklungszustande , und zwar 
in der dem Eileiter zunächst gelegenen Cersten) Kammer am meisten 



389 

vorgeschriUen , in der dem Faden zuniiclistgelefnenen (dilUen) am 
meisten znriirk in der Entwickelinii::. Die dritte Ksimmer enthält 
eine grosse Anzahl sehr kleiner Eier zwischen ^looo" "»"1 ^/looo" 
Dianieter. Sie ähneln Zellen mit Kern und Kernkörper. Der Kern 
ist hier die Keimblase und KeimHerk, mit fein körnigem Dotter 
umgehen. Das ganze Ei ist durchsichtig, den Dotier hüllt eine 
strukturlose Dotterhaut ein. 

Die zweite Kammer enthält nur ein Ei, doppell so gross, 
mehr länglich als jene, das Ei ist vermöge der njehr vorgerück- 
ten Entwicklung der Dotterkerne weniger durchsichtig, doch Keim- 
hlase und Keimfleck noch erkennbar. Die äussere Eihaut um- 
giebt eine Zellschicht, ans rundlichen Zellen. Sie kann der ,,meni- 
brana granulosa"' höherer Thiere \ erglichen werden. 

Die erste Kammer enthält gleichfalls nur ein, aber noch 
grösseres Ei. Die Keimblase und Keimfleck sind schon schwer 
erkennbar. Aussen ist auch hier die Zeilschicht. 

Von dieser Bildung sind die Eier dei' leiien Image. Die 
Eierstöcke der Larven sind in Betreff der Struktur und Art der 
Anheftung wie bei jenen derlmago gebildet, nur sind bei letztem 
die Eiröhren länger und weiter als bei den Larven, während bei 
diesen ihr Anheftungsfaden doppelt so breit als bei derlmago ist, 
und eine beträchlich grössere Menge Kerne und Keinkörper enthält. 

Die einzelnen Eiröhren münden in den Rand der nach innen 
gedrehten Eileiter, und diese 2'" lang gehen in den Eiergang 
unter stumpfem AVinkel über. Die Eileiter kleidet innen eine sehr 
zarte und klare Membran aus. Auf sie folgt Pflasler-Epithelium, 
in dessen einzelnen poljgonen Zellen Kerne enthalten sind, welche 
den Kernen in den Speicheldrüsen Zellen überaus ähnlich sahen. 
Auf das Epithelium folgt eine Bindehaut, feiner als in der Eiröhre, 
aber so vielfach gefaltet, dass man sie für muskelhaftig ansehen 
könnte. Zarte Nervenzweige bilden ein dichtes Netz um den Ei- 
leiter. Mit Ausnahme der Mündungsstolle in den Eieigang, der 
einzelne kleine Muskel-Kreisbündel enthält, spricht M. dem Eileiter 
die Muskeln gänzlich ab. 

Der Eiergang ist wohl eigentlich eine Forlsetzung der 
Scheide, und von dem Eileiter in Bildung sehr verschieden. Er 
ist kürzer, doppelt so breit, und derber als sie. Er besteht aus 
einer inneren durchsichtigen Haut, dann Epithelium, dann Längs- 
und Quer-Muskeln, und einer äusseren Bindehaut mit vielen Ner- 
ven und Tracheen. 

In der Scheide ist die innere durchsichtige Haut sehr 
dick und gehl allmälig in die Chilin-Substanz der Hülfsorgane 
zur Bildung des Kokons über. Es bestehen selbe aus mehreren 
Zähnen, viermal so lang als breit, im Ende der Scheide gelegen. 

Wo der Eiergang in die etwas breilere Scheide übergeht, 
münden 4 birnförmige auf dem Eiergang gelagerte Blasen, die 



390 

beiden vordem «i^rosser, diu lieiden hintern kleiner. Sie sind 
miU-hfarbi»', den Riind durchscheinend, mit zahlreichen Tracheen 
versehen. Ihre innerste Haut die nienjl)r. hvalinn ist stark ent- 
wickelt, i^elhlich oder bräunlich. Sie wird im birnförmij^en Tlieile 
der Drüse dickei und üffht in die inembr. hyalina d»;r Scheide 
dircct lilter. Zwischen ihr und der äussern Umhülhingshant (einer 
Fortsetzung der Haut iIcs Eieri^anges mit zahlreichen Tracheen 
lind einigen Nerven) finden sich zahlreiche prismatische Zellen 
«las Eitifhelium bildend. Diese 4 Drüsen enthalten bei Bl. ger- 
manica stets S|)eriiia(ozoen und sind also S a a m en b ehä I te r. 
Eine Begattungstasche fehlt. 

Kittdriisen wunlen etwa 20 in der Scheide gefunden, iansi^e 
bläuliche oder gräuliche Schläuche, müisfens einfach, mitunter zwei- 
theilig. Innen sind sie mit oder membr. hvalina ausgekleidet und 
enthalten gewöhnlich zahlreiche Tetraeder und Octaeder Kr}stalle. 
Das Epithelium besteht aus länglichen n^tch der Fläche der Mem- 
bran gelagerten Zellen, die von oben gesehen den zylinderförmigen 
Zellen ähnlich sehen. Von diesen Organen wird das Cocon ge • 
bildet, und in dessen Haut dieselben Kristalle angetroffen. 

Die Beschreibung des Cocon und die Lagerung der Eier 
ist genau wie sie Rathke früher gegeben hat. Die kleinkörnige 
Haut mit regelmässigen sechswinkligen , Figuren , welche den 
Embr)o zunächst umgiebt, ist doch wohl nur die äussere Eihaut 
(ähnlich wie bei Osmvius) und die in ihr liegenden Häute wahr- 
scheinlich übersehen. Die jene Haut umgebenden mehrschichtigen 
hellen Membranen werden als ein Sekret des Eileiters und Eier- 
gangs betrachtet. 

Das Cocon selbst besteht aus gleichartiger, gelblicher 
Substanz mit zerstreuten Krvstallen der Drüsen. 

Männliche Geschlechtstheilc. 

Die weisslichen Hoden lagern jederseils im fünften Lei- 
besringe, in grosse Fettmassen eingehüllt, gelrennt von einander 
durch eine eigenthümliche Driise und den Diinndarm, lederHode 
besieht aus 4 getrennten Schläuchen. Selbe sind mehr kuglig, 
so breit als lang, oben rundlich, nnten zugespitzt in einen sehr 
kurzen Ausführungsgang ausgezogen. Diese 4 Ausführungsgänge 
miinden in das Vas deferens, dessen Lumen jene 4 bedeutend über- 
frilft. Eine Trachee in vier ^n den Schläuchen gehende Aeste 
gespalten, umgiebt sie mit einen» dichten Netz und befestigt den 
Hoden in seiner Lage. Die Schläuche haben aussen eine struk- 
turlose Haut, innen Pflaster -Epithelium, dessen Zellen die Sper- 
matazoen bilden. In 2 Linien langen Larven gelang es, schon die 
viertheiligen Hoden zu unterscheiden. Es umgiebt sie ein mit 
vielen Kernen versehenes Binde-Gewebe, welches in regelmässigen 
Absätzen nach der '|)u*Tachse des Hodens verdickt ist und ihn 



391 

so {gestreift erschfinen Jässt. Die einzelnen Schläuche enthielten 
Zellen von Vi'ioo" Diaineter zuweilen mit «leutlichem Kern, meis- 
tens ohne denselben. Bei Larven von 'i'" Länge fanden sich 
ausserdem Zellen von Viooo" Diameter mit mehreren, meist 3 l>is 
■i Bläschen. In grösseren Larven fanden sich Kii,j!;elchen von 
*/iooo" his -*/ioo()" «ni* vielen Bläschen, Kernen und Kernkiirjicrn. 
In Larven von 4 liis 5'" Läni^e wcrd^wi jene Küifelchcn birriför- 
mig '^'VkiOo" ''«"n */inoo '"'*^'' ""•' enthalten viele Bläschen. Diese 
Form verwandt')! si(;h allrnälii'- in eine ''"''jooo" ''<"ri'ß Birne mit 
langem Stiel, der dadurch entsteht, dass der eine Theil der in 
diesem Sacke enthaltenen Spermalozoen gegen die Wand der an- 
dern Seite hinhewegl wird, während im andern Theile die Bläs- 
chen, welche mit den Spermatozoen zusammen zu hängen scheinen 
noch sichtbar sind. Endlich platzt die Birne und die Spermatozoen 
(reton in einzelne Bündel vereinigt hervor. In Thieren vor der 
letzten Metamorphose linden sich schon die Spermatozoen gelrennt 
in den Hoden, obwohl auch dort (wie auch bei der Imago) alle 
alle andern Entwicklungsstufen daneben angetroffen werden. Die 
fadenförmigen Spermatozoen selbst sind ^loo" l*'"c "'^'^ ^^^^ 
Knötchen. 

Die Vasa deferentia verlaufen gerade, und sind also kürzer 
als der Körper. Oeffnct man das Thier von der Bauchseile, so 
geht das rechte Vas deferens zuerst eine kurze Strecke im Rücken 
nach aussen, und dann an die rechte Seite deS Dünndarms, über 
denselben weg in den Ductus ejaculatorius. Das linke Vas deferens 
läuft längs des Rückens bis zum vorletzten Leibesringe herab, 
bildet hier einen spitzigen Winkel und mündet dann gleichfalls 
JD den D. ejaculatorius. 

Aussen umgiebt das Vas deferens ein Binde-Gewebe, innen 
eine merabr. hjalina, zwischen beiden liegt Pflaster-Epithelium, 

Der Ductus ejaculatorius zerfällt in zwei Theile. Der vordere 
nnregelmässig kugiig ist nach unten halsartig verengt. Der 
hintere, zuerst ein gerader Cylinder, zeigt vorn wenigstens einen 
sackartigen Fortsatz, mitunter mehrere. Der D. ejaculatorius hat 
innen eine Membr. hyalina, welche zuletzt unmittelbar in die Chitin- 
Substanz des Penis übergeht, oder vielmehr durch einfache Ver- 
dickung den Penis selbst bildet. Hierauf folgt Pflaster Epithe- 
lium , dann eine Muskelschich! , zuerst Kreisbündel, nach aussen 
Längsbündel. Endlich aussen Binde Gewebe , in welchem zahl- 
reiche Nerven ein feinmaschiges Netz bilden. 

Am vorderen Theile des D. ejaculatorius linden sich drei 
Arten Schläuche mit blindem Ende. 

1. Bilden kürzere Schläuche oben und vorn ein Büschel. 
Sie sind meist farblos, nur ein genau in der Mille gelegener cir- 
cumscripter Theil ist stets gelblich oder bräunlich. Die Schläuche 
sind cjlindrisch, überall gleich dick, mit verschlossenem abge~ 



392 

rundelem Ende. Unter deai Mikioskop sehen sie wie zwei in 
einander i'escliohene Kanäle aus. 

Diese Si'IiIüucIk! liiil)en eine äussere selir feine strukturlose 
Haut, eine innere Menihr. livalina, zwischen beiden rundlii-lie Zellen 
ähnlich wie im EpitheMuni ^elai-ert. Des hiäunliohen Inhalts Nut- 
zen und Struktur war nicht zu ermitteln. Cel)ri;;ens zeigen 
die vorerwähnten gefärbten Schläuche j;enau dieselbe Bildung, wie 
die un.i>efäiblen. 

2. Unter jenem Büschel stehen zwei Organe eigenthiimlicher 
Art. Das freie Ende derselben ist zugespitzt, dann nehmen sie 
bis zur Mitte allmählig zu, und sind kurz vor ihrem Anheftungs- 
punkt wieder etwas eingezogen. Sie sind gekrümmt und zwar 
so, dass beide zusammen den Hörnern eines Widders ähnlich 
sehen. Am Rande farblos, in der Mill*^ weisslich glänzend, ähneln 
sie dem Receptaculuin seminis der Weibchen. Es sind dies die 
S a a m e n b I a s e n. Ihre Bildung ist wie bei den vorbeschrieheneu 
Drüsen-Schläuchen , aber die äussere Haut dicker. Sie enthalten 
stets Spermatozoen in Masse. 

3. Unter der Saamenblase liegen 5 bis 6 längere Schläuche, 
weiss und mit einer kreideartigen Masse gefüllt : wenn leer, farblos. 
Zwei länger als die übrigen gehen zwischen den Biegungen des 
Darmkanals nach oben. Sie sind von iil»erall gleicher Dicke mit 
rundlichem Ende, und scheinen durch die Leiheshaut hindurch. 
Auch sie haben aussen sehr zartes Bindegewebe, innen eine Mem- 
brana hjalina , dazwischen Pllaster-Epithelium. Die kreideartige 
Masse besteht aus vielen sehr kleinen Körperchen, mit braunem 
Rande und sehr starker Molecular Bewegung. Ausserdem fanden 
sich längliche, rundliche, in der M\Ue dickere und halbusondför- 
mige gekrümmte Körperchen , welche mitunter eine Reihe der 
kleinen Körper einschliessen , und welche M. für Infusorien hält, 
da sie eine wenn auch sehr geringe Bewegung zeigen. 

Die kreideartige Masse ist in Kali -Lösung löslich, weniger 
in Salpetersäure. In Alcohol und Aether gekocht, in Salzsäure, 
Lösung von kaustischem Ammoniac, und in Chlor-Ammonium ist 
sie nicht löslich. Erhitzt verllüchtigt sie sich nicht. Ihr Zweck 
konnte nicht ermittelt werden. 

In der Vorrede berichtet Moravitz, dass es ihm nicht gelang 
die Entwicklung (\ei- Chitin -Substanz zu ermitteln. Wenn er 
auch in der äussern Haut des Darmkanals, die dem Chitin ver-' 
wandt ist. Kerne erkannte, so gelang es doch nie, in der Substanz 
des Chitins selbst Zellen oder Kerne zu entdecken. 

Ich denke, man wird es mir Dank wissen, dass ich den 
Inhalt dieser so überaus tieissig gearbeiteten Schrift so vollständig 
angegeben habe. Wer sich mit Insekten -Anatomie beschäftigt 
hat, wird begreifen, welche Mühe dem Verfasser seine Resultate 
gekostet haben. Der glückliche Erfolg beweisst die bedeutende 



393 

Applicjuion des Veiiasscrs. Möge er bald in ültnliclier Weise 
die Anatomie bereidiein. Die Scliiiderung der männlichen Ge- 
si'hlechlsllieile erweist wiederum eine auffällige Aelinlichkeit mit 
jener der Termiten. Eine detaillirle Darstellung der letzteren habe 
ich ausgearbeitet, und boile sie nächstens bei den Neuropteren 
in dem ReiseAverk des Hrn. Dr. Peters über Mozambi(|ue verüf- 
i'entlicht zu sehen. Leider Itat Moravitz die interessante Bildung 
des Rückengefässes gar nicht berücksichtigt. 

Schliesslich erlaube ich mir zu bemerken, dass icli als Re- 
ferent berichtete und nicht alle anatomischen Details und die daraus 
abgeleiteten Schlüsse unterschreiben möchte. Eine nähere Angabe 
solcher Zweifel lässt sich jedocli erst nach mehrfach wiederholter 
Anatomie rechtfertigen, und ich spare sie deshalb für später auf. 
Gegenwärtig habe ich nur ein Thier zur Orientirung über einige 
Punkte zerlegt. 

Ich mag es mir nicht versagen darauf aufmerksam zu machen, 
dass bei dem jetzt vorliegenden Material eine vergleichende Mono- 
graphie der Anatomie und Biologie der Blatten eine höchst dan- 
kenswerihe und nicht sehr schwierige Aufgabe bildet. Bl. ger- 
manica, Orientalis und fast in jeder bedeutenden Stadt die grosse 
americana sind leicht und in Masse aufzutreiben , und vermöge 
ihres breiten Körperbaues leicht zu zergliedern. Die anatomischen 
Vorarbeiten für ß. germanica von Rathke, Moravitz, für B. orien- 
talis von Dufour und Cornelius, für Blabera trapezoidea von Bur- 
meister, die biologischen Nachrichten bei Hummel, Goetze, West- 
wood , Cornelius, die äussere Anatomie in Fischers (refilichem 
Werke liefern Anhalt genug , um jetzt das ganze Material mit 
Glück zu vereinigen. Andere noch grössere Arten (Panchlora 
Maderae etc.) sind unschwer in Spiritus zu erhallen. Möge dies 
kein fronimer Wunsch bleiben. 



iJoccinelUden der Ver. Staaten. 

Von 1.6 Conte. 

(Schluss.) 

B — 2 — e. 

22. S. marginicollis Mannerh. Muls. 23. S. tenebrosus Muls 24. 

S. lacustris Lee. (Var. S. nigrivestis Muls.) 25. S. abbreviatus 

Lee. 26. S. nanus Lee. 27. S. punctum Lee. 

Folgende Arten habe ich nicht gesehen : 
S. ochroderus Muls , var. xanthaspis Muls , S. mjrmidoQ Muls, 
S. icteratus Muls, S. Brullei Muls, S. fastigiatus Muls, S. punc- 
tatus Melsh., S. collaris Melsh. 

Div. U. Corjlophi. 
Diese Division enthält sehr kleine Arten, deren Mehrzahl 
den Thorax nach Art der Cassida oder Cosejphus über den Kopf 



191 

vorgezogen haben. la ihrer Lehensweise weirhen sie vom den 
ächten Coccinellen ab, da die nieislen von ihnen in verfaulten 
Vegetabilii'n leben. Bisweilen fliegen sie massenweis im Zwie» 
licht umher. 

Redlcnhacher hat auf diese Insecten seine Familie Clvpeas- 
tres gegnindet, da er das schmale zweite Tarsenglied und die 
Kappen -Gestalt dos Thorax für ausreichend zur generisrhen 
Trennung hält. Die Mandiheln sind gewöhnlich inwendig aus- 
gezackt (c renale), doch nach Erichson finden sich allmälige 
Uebergange von dieser Form zu den einfaclien Mandiheln vieler 
Coccineiicn. Die Kappen- Gestall des Thorax kann ebenfalls 
nicht als wesentlich gehen , da diese Verlängerung nach vorne 
bei der Gattung Orthoperus fohlt, welche doch entschieden mit 
Corvlophus zusammen gehurt. Es hlcilton somit nur zwei Charak- 
tere übrig, die schmalen Tarsen und die gefranzten (ciliated) 
Flügel, welche, wenngleich für svstemalischc Theilung brauchliar, 
doch nicht gewichtig genug erscheinen, um darauf eine natürliche 
Familie zu gründen Auch sind in der Gattung Rhypohius die 
Tarsen orhehlich orwoiterl. Aus diesem Grunde trete ich Erichson 
bei , indem ich diese Gattungen mit den Coccinelliden verl)inde, 
indess für sie eine besondre Division für gerechtfertigt lialle. 
Clambus muss gänzlich von den Coccinelliden ausgeschlossen 
werden, da dessen besondere laminirle Strudur der hintern Coxen 
in dei- ganzen Tribus ohne Analogie ist und nur noch bei dem 
sonderbaren Genus Sphaerius vorkommt, welches Erichson zu den 
Trichoplerygiern bringt. 

Ich habe dieser Gruppe nur ein neues Genus zuzufügen. 
Die Tabelle für die in N. Amerika vorkommenden Arten ist folgende: 

1. Caput liherum. 

Antennae 9-articulalae, tarsi dilatati Rhypobius Lee. 

... . . iMicro sphaera Redtenb. 

Anlennae 9-articulatae, tars. angusli )Orthoperus Steph. 

2. Caput ohtectum, tarsi angusli. 
Antennae 9-articulatae, corpus rotun- 

dalum, glabrum Corvlophus Leach. 

Antennae 10-articulatae,€lytratruncata Sericoderus Steph. 
Antennae 11-articulatae, corpus ellip- 

ticum, puhescens Sa ei um Lee. 

Rhypobius Leconte. 
Caput thoraee non obtectum , cljpeo prolongato ; antennae 
iongiuseulae, inter oculos insertae, 9-articulatae, arlieulo priino 
magno conico, secundo ohiongo sesqui breviore et angustiore, 
3 et 4 parvis tenuissimis; quinto iterum oblongato, crassiore conico. 
sexto minuto, ultimis Irihus interne dilatalis latiludine non brevio- 
libus, cirtvam oblongam foriiiantibus; tarsi 4-articulali, articulo 2 



395 

dilatato , lobalo, 3 recepto, unguiculari cloiigalo, unguibiis siia- 
plicibus. 

Diese Galtung stimmt völlig' mit der närlisten, ist aber von 
ihr durch die breiten Tarsen geschieden, welche denen der ächten 
Coccinellidcn gleichen. Der Thorax ist vorn gerundet, ragt etwas 
über den Kopf weg, verbirgt ihn jedoch nicht. Die Hinterecken 
sind rechtwinklig, nicht vorgezogen: die Elyira sind am Apex 
leicht abgestumplt. Der Körper ist elliptisch , etwas nach hinten 
verschmälert, massig convex und glatt (glabrousj. Das Prosternum 
ist ziemlich schmal und spitz, das Mesosternum ausserordentlich 
klein und vorn gerundet; die Tibien sind gegen das Ende etwas 
erweitert. 

1. R. marinus Lee. 

Micros ph a er a Redt. 

Caput liberum. Antcnnae breviusculae , 9-articulatae, inter 
oculos insertae, articulo primo magno, conico, secundo vix bre- 
viore at sesqui tenuiore , tertio et quarlo minutis, quinto conico 
crassiore et longiore , sexto iterum minuto, tribus ultimis intus 
dilatalis crassitie subbrevioribus ; tarsi non dilatali, articulo secundo 
paulo breviore, tertio fere obsoleto, unguiculari elongato, unguil)us 
integris. 

Mit einigem Bedenken bringe ich die hier folgende Art zu 
Redlenbaeher's Mi crosphaer a, weil die Mandibeln nicht wie 
er angiebt, unbewehrt (entire), sondern mit drei sehr kleinen Zähn- 
<:hen bewaßnet sind. Die Form der Palpen stimmt, aber das dritte 
Tarsenglied ist nicht herzförmig und eigentlich kaum sichtbar. 
Redlenbaeher's Insect ist behaart, unsers glatt, und dieser Charakter 
ist in dieser Familie ein sehr conslanter. Die Gattung Ortho - 
perus (Stephens) stimmt ebenfalls so ziemlich mit unserm Insect, 
nur ist die Fiihlerkeule zweigliedrig angegeben; indess ist di« 
Ungenauigkeit der englischen Autoren bei Beschreibung von Mi - 
nutien so häufig, dass auf diesen Umstand kein besondres Gewicht 
zu legen wäre, namentlich da nach aller Analogie es in dieser 
Tribus unmöglich eine Gattung mit nur zweigliedriger Fühlerkeule 
geben kann. Pitephilus (Heer) wird von Erichson gleichfalls als 
identisch mit Microsphaera Redt, angesehen, obschon Piteph.als 
pen tarn er beschrieben wird. Solcher Irrthura kann leicht vorfallen, 
da die Tarsenglieder sehr eng aneinander schliessen. Dass die 
Gattung in diese Tribus gehört, ist unzweifelhaft, da die Flügel 
stark gewimpert sind, gerade wie bei Corylophus. 

1. M. glabra Lee. 

Corylophus Leach. 

Caput thorace obtectura. Antennae 9-articulatae, articulis 
duobus primis elongatis crassis, tertio et quarto minutis, quinto 



396 

elongato , conico, sexlo iiiinutu , liibus iiltiiiiis uiagnis, ciHSsitie 
vix brevioriljus ; taisi filiformes, arliculo terlio non lecepto, ungui- 
tulari longo, unguilius siiiiplicibus. Corpus rolundaluii» convexuni 
glabrum. 

1. C luarginicollis Lee. -. C. trnncatus Leo. 

Serifoderus Slepliens. 
Gr}'phinus Rodlenb. 

Caput (horace ob(ec(uin minuluiii. Antennae lO-arliculatae, 
arlipulis J et 2 rrassis, clava 3-arliriilala. Tarsi filiformes, arli- 
culo 3 minufo, non recepto, iinguiculari longo. Corpus ovalum 
fonvexuni , pubescens , lhora«'is angulis poslicis prodiirlis, el^tris 
poslice angusfatis apice Irunoahs. 

Die engliscbe Gattung Sericodeius wird mil dreigliedriger 
FiihlerKeule beschrieben, doch hat auch Corylophus dieselbe Slruc- 
inr, zufolge britischer Autoriläf. (Weslwood modern Classif. Jus.) 
Wenn ich andre Charaktere, i. C. die Gestalt des Thorax und 
der Elvlra vergleiche, und vor aliein die Abbildung in Shuckard's 
„lllusir. of brit. coleoptera", so finde ich keinen Grund, Redien- 
bacher's Galfung gellen zu lassen; jedenfalls verdanken wir ihm 
aber (Fauna j\ustr. 573) die erste gute Beschreibung dieser Gattung. 

1. S, flavidus Lee. 2. S. obscurus Lee. 3. S. subtilis Lee 

Sacium Le Conte. 

Antennae 1 l-articulafae, clavalae, clava elongata, 5-arliculata, 
articulo secundo minore; Ihorax caput oblegens; tarsi augusti; 
corpus ellipticum, subliliter pubescens. 

Diese Gattung entspricht genau dem Genus CIvpeaster, wie 
es Redtenb. (Fauna Austr. 572) aufstellt. Doch kann der Name 
CIvpeaster als längst an eine Echinen Gattung vergeben, nicht 
bleiben. Ich sah mich dadurch genöthigt, einen neuen Namen 
vorzuschlagen, den ich jedoch nur bei unsern (nordainerik.) Arten 
vertrete, es irgend einem europ. Entomologen überlassend, ihn 
auf dort einheimische Arten zu übertragen. Ich thue dies um so 
mehr, als ich nicht wünsche, meinen Namen mit Arten zu ver- 
binden, die ich nicht erkennen würde, wenn sie mir vorgelegt 
würden. 

\. S. lugubre Lee. 2. S, obscnrum Lee. 3. S. amabile Lee. 
4. S. fascialum Saj, Lac. 5. S. lepidum Lee. 6. S. lunalum Lee. 
7. S. decolor Lee. 8. S. mixellura Lee. 9. S. scitulura Lee. 



397 
Errata. 

In dem „Beitrage z. d. Braconiden" von Rulhe in Nr. 11 d. Z. 
pag. 343. Zeile 14 von unten statt Gr. lies Fi-. 
„ „ „ 3 „ ,, ,. liaben lies haben würde 

„ 345. „ 9 „ „ sdeiche: also 
„ „ „ 6 „ ,, statt warzig- lies waizi^ 

„ 346. Föge zu Zeile 10. und folg. hinzu: In diesem Herbste 
habe ich an dersellien Stelle noch mehr als 30 weibliche 
Exemplare gefangen , aber trotz aller Mühe kein bestimmt 
dazu gehöriges Männchen ; ich möchte also behaupten , dass 
dies geflügelt sein miiss. Die kleineren Exemplare, 1'" lang, 
haben nur 16-gliedrige Fühler. 

nnlen^statt 8 lies 2 
oben st. siibelevatum lies subclavatam 
oben „ aber lies oben 
unten „ vor lies von 
,, „ gewurzelt lies gerunzelt 
„ „ braunen Flecken I. b raune m Flecke 
„ „ elevatum 1. clavatum 
oben ,. oben lies eben 
„ „ 41/2 lies 11/2 
„ „ weniger lies wenig. 



348. 


Z. 


20 


349 


,, 


16 


350 


„ 


3 


„ 


„ 


13 


., 


,, 


6 


351 


" 


14 


„ 




5 


353 


^^ 


21 


354 


„ 


8 


355 


, 


10 



Intelligenz. 



Bei E. S. Mittler und Sohn Ziramerstr. 84. Berlin ist 
so eben erschienen: 

Linnaea Entomologica. Band ix. 

enthaltend Arbeiten von S u f f r i a n , Z e 1 1 e r und K r i e c h b a u - 
mer. Preis 2 Thaler. 



Die neue Auflage des Catalogus coleopterorum Europae wird 
gegen Neujahr 1855 erscheinen und werden Bestellungen darauf 
(das Exemplar mit Register zu 5 Silbergr.) angenommen gegen 
portofreie Einsendung des Betrages. 

Für den entomologischen Verein 
in Stettin 
C. A. Dolirn/ 



26 



398 

Jnhati. 

Januar. Neujahrs -Xeniea. Vercinsangelegenheiten. De Pi- 
li ppi: Anatomisch -Physiologisches. Elditt: über Thysa- 
nuren. Kraatz: über Carabi. Ha bei mann: Teredus 
opacus n. sp. Graf Mannerheim: Noch ein Wort über 
Einzeln - Beschreibung-. 

Februar. Vereinsaugelegcnheiten. Jahresrechnung. Elditt: 
über Thysanuren. (Schliiss.) Mannerheim: Ueber Einzeln- 
Beschreibung. (Schluss.) Kraatz : über Carabi. Schläger: 
Kritische Bemerkungen zu einigen AVickler-Arten. Errata. 

März. Yereinsangelegenheiten. Schläger: Kritische Bemer- 
kungen zu einigen Wickler- Arten. (Schluss.) Fairmairo: 
Apteranillus, nov. gen. Le Conte: Classification der Hi- 
strini. Hagen : dieKupfer zu Scopoli's Ent. carniol. Zell er: 
Ueber Zygaena Ephialtes. Suffrian: Synonym. Miscellen. 
Intelligenz. 

April. Yereinsangelegenheiten. Siebold: über Zwitterbildung. 
Klug: Note zu den auf Taf. 3. Jahrgang 1853 abgebildeten 
Hermaphroditen. Siebold: über die Fadenwürmer (vierter 
Nachtrag). Kraatz: Coleoptera des Ahrthales. Errata. 
Intelligenz. 

Mai. Vereinsangelegenheiten. Meyer: über coconlose Ameisen- 
Puppen. Correspondenz. Dutreux: Pap. Ajax ein 
Europäer. Mö eschler, ein neuer Spanner. Le Conte: 
Synopsis, der Parniden. Suffrian: synon. Miscellen. 
K r i ech bau m e r: Hymenopterologisches. Nachruf. Errata. 

Juni. Vereinsangelegenheiten. Le Conte: nordamer. Eucne- 
mlden. Zell er: Literarisches. Kraatz: über Staphylinen. 
Elditt: Literarisches. Aufzählung der von Chapuis und 
Candeze beschriebenen Käferlarven. Sfrübing: Malachius 
failax. Intelligenz. Berichtigungen. 

Juli. Dohrn: Literarisches. Osten-S ack cn : Diptcrologi- 
sches. Le Conte: Synopsis der Anthiciden. Möschler: 
Südrussische Falter. Intelligenz. Tafelerklärung. 

August. Vereinsangelegenheiten. Gerstäcker: neue Apionen. 
Möschler: Südrussische Falter, (Schluss.) Anzeige. Be- 
richtigung. 

September. Ge rstäcker: neue Apionen. (Schluss.) Zeller: 
Exploration scieutifique de TAlgerie. Hagen: Notizen. 
K raalz : Notiz. Intelligenz. 

Octuber. Zeller: Exploration scien(ifif|uc de TAlgerie. (Schi.) 
Gerstäcker: neue Myriapoden- und Isopoden- Gattung. 
Hagen: Notiz. Dutreux: Papilio Hospiton. Kefer 
stein: Bemerkung über Pap. Ajax. Bach: Bemerkungen. 
Wirinertz: Cecidomyia. Kraatz: Synonymische Beraer 
knngen. Correspondenz vom Cap. Intelligenz. 






399 

UTovemlter. Vereinsangelej^enheilen. Czech: Gallenhildung, 
Rufhe: Biacoriiden. Frey er: Lepidopterisclies. Le Conle: 
Coccinelliden der Vor. Slaalcn. Bat-h: Rhjnoolus pilosns. 
Intelligenz. 

öei^einber. VereinsangeJegenheiten. K raalz: Colon. Hagen: 
Literarisches. Le Conte: Coccinelliden. (Sehluss). Errata. 
Intelligenz. Inhalt des Jahrgangs. Alphabetisches Register. 



Alphabetisches Register. 



A. 
Abildgaardana 60. 
Acidalia cirtanaria 



nuniidari 



303. 
Agonum llavocinctuni 149, 327. 
Aljsia picticornis 354. 
Ainbiguana 60. 
Anthicidae 214. 
Anihocharis 283. 
Anthophila numida 299. 
Apion, nov. sp. 235 — 261. 267 

—280. 
Apion nialvae 148. 
ApteranilUis Dohrni 73. 
Araphis tricolor 347. 
Argyrolepia loriculana 307. 
Arnia nervosalis 304. 
Asperana 60. 

Aspilates Duponchelaria 300. 
Autoplectns protognostus 110. 

B. 
Boarmia Boisduvalaria 301. 
Braconiden 343. 

V. 
Cecidomjia Aurora 47, junipe- 

rina, pisi 322. 
Chesias Oranaria 302. 
Chlorophanus graminicola, pol- 

linosus, viridis, salicicola 321 . 
Chrysomela hicidicollis 38. 

sanguinolenta 48. 
Cigaritis 286. 
Cionus 94. 



Cledeobia interjanctalis , 

bidalis 304. 
Cleopns 95. 
Coccinellidae 357. 
Cönibuslana 62, 68. 
Cosmia contusa 357. 
Crainbus graniniiculellus 
Cristana 80, 62, 68. 



307. 



Dimeris inira 345. 

E. 
Ephemera 85. 
Ephialtes imperator, manifesta- 

tor, rcx 155. 
Episema orana 295, 
Erioptera 209. 
Encneniidae 163. 
Eiicorjbas crotalus 312. 
Earvpalpns 145. 

F. 
Filarien l03. 

Gallenbildungen 334. 
Geotrupes putridarius 48. 

stercorarius 48, 
Gerinarana 71. 
Glochina 207, 211. 
Gyinnetron 96. 
Gvrophaena 185. 

H. 
Haemylis Jugurthella 308. 
Hapaloderus depreesicollis 32. 
Heinerobius 90, 



400 



Hisiriui 74. 

Homalota 124, 125, 177-184. 

Uvdrocainpa algiralis 30ö. 

1.. 
Liliellula 84. pumila 85. 
Liiiinobia caesarea 21 2. iinpetia- 

iis 204. 
Lithochaiis ripieola 127. 

in. 

Malachius fallax 198, 297. 
Malacosonia cyanopfcra, Ifpida. 

Inteipennis , liiuinphans 153. 
Malthodt's flavoguHalus 32. 
JVlegachile 155. 
]¥. 
Nanodes 96. 
Nebria Gjllenhali, nivalis 329. 

arctica,Balbii, hvperlioiea330. 
NycteDierana 61. 

O. 
üihreana 71. 
Oligoneuria Rhenana 318. 
Orsodarna 150. 

1*. 
Panorpa 90, 331. 
Papilio Ajax 142, 330. Hospi- 

ton 319. Maoaroniiis 83. Feisl- 

hameli, Podaliiius -82. 
Parnidae 145. 
Pericallia Fieilagaria 143. 
Fhrvü;anea 86. 
Pionea bifascialis 306. 
Plasia consona 355. 
Püljonimalus inainitanicus 286. 
Posterana 60, 
Procrls cognala, cirtana 292. 



Psorana 61. 

Plerostichus courinnus, niadidus 

328. variülalus, Welensii 329. 
P\ralisiiiveana,TreuerianaMuU 

zeriana 52. 
K. 
Raphidia 90. 

RennenkanipH" Necrolojf 158. 
Rliacönolus aiiculatu^ 349. 
Rh^ncolus pilusus 361. 

S. 
Salurnia atlanfita 294. 
Seabrana 69. 
Sclialleriana 60. 
Scolopendra 310. 
Scopula dilufalis 3')5. 
Sesia s^rphiforniis 288. ceriae- 

forniis, eu^lossaefonnis 289. 
.Spbaeroniscus flavoniaculatiis 

314. 
Slereonvchus 95. 

T. 
Teredus opacus 29. 
Terines 91. 
Tortrix insolatana, uuicoloraun 

306. 
Trarl)vusa nigriceps 352. 
Triehosoma algirieuni, niaurila- 

uicaiu 293. 
V. 
Yariegana 60. 
Z. 
Zvgaona Ephialles 92. ludicra 

'291. 
Zwitterbildung 98, 102. 



ick Vau F. Hessenlanil 



/'//^///^ //■//////f/ /f"'^4^. 



/y/ 




I.'7t/f>/// '^f///////r /f^S^/^ 



7?,///. 




PROPERTY OF 

2. P. METCALF 



/ 



^/^/£i^