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Full text of "Entomologische Zeitung"

LIBRARY OF 





1885- IQ56 



Entomologische Zeitung. 



Herausgegeben 
von dem 



entomologischen Vereine 



STETTIN. 



Fünfundzwanzigster Jahrgang. 



>®-^?s^ 



Stettin 1864. 



Druck von R, (jrasamann. 



Giitoiiioiogiiielie Xelttiai^ 

herausgegeben 

von dem 

entomoloffischen Vereine zu Stettin. 



Red-ictiou" I" Commission bei den Biiclihaiidl. 

V. E. S. Mittlerin Berlin u. Fr. Fleischer 
C. Ä. Dohrn, ^ creins-Piüöideut. in Leipzig. 

IVo. 1—3. 25. Jahrgang. Jau. — März 1864. 



Daukblättclieu, 



Siehst Du, alter Papa Kronion, 
Das hast Du brav und weise gemacht, 
Dass Du mein Betteln im vorigen Jahr 
Glorreich ad absurdum geführt! 

Als an den Idus des Septembers 
Aeolus nach wie vor beharrlich 
„Mit kothrandigem Regenmantel" 
lieber Stettin's Weichbild hinsauste — 
Da verzagt' icli an Deiner Güte, 
Weil Du dem bös beständigen Westwind 
Gar nicht wolltest das Handwerk legen! 

Und doch hatt' ich mich schnöde versündigt 
Au dem Vertrauen auf Dich, Altvater, 
Denn nur so, nur so war's möglich. 
Klar zu machen, wie gut Du's meintest. 

Noch im Moment, wo die Ehrengäste 
Kamen am siebzehnten mit dem Dampfross, 
So aus den deutschen wie fremden Gauen 
Gastfreiheit Stettins zu erproben, 
Da noch dürft' ein unsanfter Zephyr 
Oeffnen den Schlauch barsch platzenden Regens. 

Aber von da ab hast Du, o Zeus, 
Schranken errichtet dem nassen Gesellen, 
Dass er mit übel verhehltem Grimm 
Nur unschädliche Tücken geübt hat. 

Nicht an dem Tag, wo Swinemünde 
Galt als Ziel der Naturstudiosen, 
Hat ein Tropfen die Fahrt verkümmert 
Noch verstöret das Straudvergnügen, 



Ausgenommen etwa die Thräncn, 
üie uns das Lachen ausgepresst 
Ueber das humoristische Treiben 
Rand- und bandloser Alchymisten. 

Vollends am Odinstage, da hast 
Du den Pluvius so verleugnet, 
Dass wir am schlagendsten wuhlerkanni. 
Wie Du dem Feste hold gesinnt warst. 
Montags gab es noch harte «Schauer, 
Und wir Ötettiner schüttelten zweifelnd 
Unsre localgewitzten Häupter, 
Ob das Programm nicht müsse scheitern ? 

Alles aber gelang vortrefflichst, 
.So die Fahrt nach dem Hügel Julo, 
Der aus den dunkeln Buchenschluchten 
Korngesegnet herniederschaut 
Auf den .See und die Wiesenmatten 
Und auf die Segel von fremden Küsten. 

80 der Weg nach Elisens Höhe 
.Schön verklärt durch die Abendsonne, 
Ob sie gleich sich zu betten schien 
Hinter bedenklichst dunkle Gewölke. 

»So das Mahl, das bereitet war 
In dem Garten, dem zeltgeschmückten, 
Wohlversehen mit Material, 
Um zu erforschen das Trockne und Nasse. 

So der Heimweg zu Land und Boot, 
Sicher die Krone des ganzen Festes 
Und die Krone auch Deiner Güte. 
Kur bei westlichem Wind war möglich 
Solch mildwarm behagliches Wetter, 
Solche den Mond verdeckenden Wolken; 
Nimmer gelangen sonst so bezaubernd 
Wie in tausend und einer Nacht 
Alle die hundert und aberhundert 
Flammen, Sonnen, Raketen uml Schwärmer 
Auch des bescheidensten Uferbewohners 
Fensterbeleuchtung — sie kam zu Ehren : 
Alle die Schiffe mit bunten Laternen 
Und der Patricier stolze A'illen 
Strahlend in bunter bengalischer Lohe 
— Wahrlich, es hatte .Stettin bewiesen, 
Dass es zu Ehren solcher ^■ersammlung 
Seinen Dank in das rechte Licht 

Jubelentflammt zu stellen wusste 

Das, Zeus, mag auch Dir genügen 



C. A. Do hm. 



Verzeichniss 

säiiiiiitliclier ]?Htslle«ler «le« Vereins. 



Protector des Vereins. 

Der Ober-Präsident der Provinz Pommern, Herr Frcili. Senfft 



Ehren-Mitglieder. 

Se. Kön. Höh. der regierende Grosslierzog von Oldenburg. 
Se. Durclil. Richard Fürst zu Khevenhüller-Metsch, Präsident 

des zool.-botan. Vereins zu Wien. 
Herr Dr. Aube in Paris. 

- Dr. V. Bär, Exe. Staatsrath und Akademiker in Peters- 

burg. 

- Eoheman, Intendant des ent. Museums in Stockholm. 

- Dr. V. Brandt, Exe, Staatsrath und Akademiker, Di- 

rector des Kaiser!, zool. Museums in Petersburg. 

- Dr. Burmeister, Professor in Buenos Ayres. 
C h e V r 1 a t in Paris. 

- Dr. Franklin-Bache, Präsident der philos. Gesell- 

schaft in Philadelphia. 
Dr. Gray, Director des entom. Departements im British 

Museum, London. 
Dr. H. Hagen in Königsberg in Preussen. 
Lacordaire, Professor der Zoologie in Liege. 
Dr. John Le Conte in Philadelphia. 
E. Mulsant, Bibliothekar in Lyon. 
Frau Isabel Stainton, geb. Dünn, auf Mountstield (Lewis- 

ham) bei London. 
Herr Uhden, Geli. Staatsminister, Exe. in Berlin. 

B. W. Westermann, Kaufmann in Kjöbnhavn. 

- .J. 0. Westwood, Prof. in Oxford. 
% 

Vorstand des Vereins. 

Herr Dr. Behm, Geh. Medicinalrath in Stettin. 

Dassel, Appellations-Gerichtsratli in Stettin. 

- Dr. C. A. Dohrn, Director in Stettin. Präsident. 
Gillet de Monmore, Kaufmann in Stettin. 



Herr Hering, Professor in Stettin. 
Hess, Reetor in Stettin. 

Lincke, Lelirer an der Bürgerschule in Stettin. 
Dr. Loe^v, Director in Meseritz. 
Miller, Kaufmann in Stettin, Kendant. 
Pitsch, G3'mnasiallehrer in Stettin. 
Dr. Ratze bürg, Gelieimrath in Neustadt-Eberswalde. 
Schaum, Dr. philo?, et med,, Professor in Berlin. 
Dr. V. Siebold, Prof. in München. 

- Dr. Suffrian, Schulrath in Münster. 
Prof. Zell er, Oberlehrer in Meseritz. 

Ordentliche Mitglieder. 

Abdul Effendi in Daniascus. 

Herr Adams, Wundarzt bei der Flotte in London. 

- Ahrbeck, Kanzellist in Hannover. 

Dr. Alabieff, Prosector der Universität in Moskwa. 

Albers, Senator in Hannover. 

V. Alers, Oberförster in Duninowo in Polen. 

- Th. H.' Allis in York. 

Dr. Altum, Privatdocent an der Königl. Akademie in 

Münster. 
An der seh, G.-Consul in Königsberg. 
Andritzschky , Apotheker in Zwickau. 
G. d'Angiolo in Pisa. 

- Dr. Th. Apetz in Altenburg. 

- Ed. Assmuss, Dr. phil. in Podolsk. 
Axmann, Förster in Amtgehren bei Arnstadt. 
Bach, Lehrer an der höheren Stadtschule in Boppait. 
Bachmann, Lehrer in Insterburg. 

Ernst Ballion, an der Universität in Kasan. 
Baly, Dr, med. in Kentish Town bei London. 
Dr. Barth, pract. Arzt zu Königsberg in Preussen. 
Dr. phil. v. Babo in Weinsheim bei Heidelberg. 
Dr. Bauer, Kreisphysikus in Nentert^hausen. 
Dr. Beck in Napoli. 
Alex Becker in Sarepta. 
Bellard i, Prof. an der Universität Turin. 

- Bellier de la Chavignerie, Justizbeamter in Paris. 
Bernheim, Prof. in Chur. / 
v. Bernuth, Oberförster in Jägerhof. 

Dr. Stefano de Bertolini, K. K. Beamter in Trient. 

- Bertoloni jun., Prof. an der Universität Bologna. 

- Bethe, Dr. med. in Stettin. 

- Bianconi, Prof., Director d. zooL MuseuiȊ d. Unive'- 

eität Bologna. 



Herr Dr. Bibow in Garz a. 0. 

- E. A. Bielz, K. K. Finanzbeamter in Herrmannstadt. 
Bigot in Paris. 

Billig in Stralsund, 

- Bilimek (Dominik) Hochw., Prof. der Naturgeschichte 

am K. K. Cadetten-Institut in Eisenstadt. 
Blanchard, Director des zoolog. Museums, Jardin des 

Plantes in Paris. 
Blauel, Rector in Osterode. 
Bog eng, Apotheker in Putzig. 
V. Bodemeyer in Zesselwitz. 

- Böttcher in Neustadt-Eberswalde. 
Boie, Justizrath in Kiel. 

- Boll, Apotheker in Bremgarten (Schweiz). 

- H. de Bonvouloir in Paris. 

- Dr. Böse in Ortenberg. 
Bo wring in London. 
Dr. Boysen in Stettin. 

- Brandt in Neustadt-Eberswalde. 
Braselmann, Lehrer in Düsseldorf. 
Dr. Fr. Brauer in Wien. 

Brehm in Sondersleben. 

- Bremer, Architect in Petersburg. 

- W. Brick, Lieut. im Feldjägercorps in Rossleben. 
Brischke, Lehrer in Danzig. 

Brittinger, Apotheker zu Steyr in Ober-Oesterreich. 
Em. V. Brück, Kaufmann in Crefeld. 

- Brunner v. Wattenwyl, K. K. Telegraphen-Director jin 

Wien. 
Büttner, Lehrer in Grabow bei Stettin. 

irchard, I 

Bückeburg. 
A. Butler off, Prof. an der [Jniv. in Kasan. 
Dr. Butzke, Kreis-Physikus in Schievelbein. 
Dr. Caesar, Arzt in Bremen. 
Dr. Calw er in Stuttgart. 
Dr. Candeze, Arzt in Liege. 
Caspary, Prof. an d. Universität in Königsberg. 
Chabrillac, Naturf. in Paris (derzeit in Brasilien). 
Dr. Chapuis, Arzt in Verviers. 
Baron v. Chaudoir in Kuzmin bei Shitomir. 
Hugo Christoph, Lehrer in Sarepta. 
Hamlet Clark, Prediger in London. 
F. W. C lasen, Lehrer am Gymnasium in Rostock, 
Dr. Coquerel (franz. Marine) in Paris. 
Cornelius, Lehrer an der Realschule in Elberfeld. 



Herr Acliille Costa, Dr. in Napoli, 

Gramer, Stadtrichter a. I). in Chailultenburg. 
Czecli, Lelirer in Düsseldorf. 
J. Czegley, Museums vorstand in Tropi)au. 
■ -' Damke, Grundsteuer-Revisor in Hannover. 
Damm, Justiz-Commissarius in Magdeburg. 
Daniel, Advokat, Bürgermeister zu Sch^aan im Gross- 

herzogthum Mecklenburg. 
Franz Degenhardt, Bergrevisor in Clausthal. 
Desmarets, Secretair der entomologischen Gesellschaft 

in Paris. 
Dietrich, Lehrer im Kanton Zürich. 
Dihm, Kaufmann in Magdeburg. 

- C. Dinkler in Hamburg. 

- Dr. Döbner, Prof. in Aschaflenburg. 

- Heinr. Dohrn, Dr. philos. in Stettin. 

- A. Dohrn, Stud. phys. in Berlin. 
V. Dom m er, Kaufmann in Danzig. 

- Dr. H. Dor in Vevay. 

- Dr. Dornheim, Oberlehrer in Minden. 
• - J. W. Douglas in Lee bei London. 

- A. Doue in Paris. 

C. Drewsen in Strandmöllen bei Kjöbenhavn. 

- Drude, Rector in Hettstädt. 

- Aug. Dutreux, General-Einnehmer in Luxemburg. 
Dr. Edgren in Sköfde (Schweden). 

Dr. Egg er in Wien. 
Egli, Lehrer in St. Gallen. 

- Dr. Ehlers, Privat-Docent in Göttingen. 
W. Eich ho ff in Schleusingen. 

-' Eigen bro dt, Regierungsbeamter in Ehreubreitenstein. 
Elditt, Lehrer an der hohem Bürgerschule in Königs- 
berg in Preussen. 
Endrulat, B., Literat in Hamburg. 
V. Erlach, Director in Hall (Tyiol). 

- Evi^ald, Maler in Berlin. 

V. Fähraeus, Minister in Göteborg, Exe. 
Leon'Fairmaire, Tresor, adj. der soc. ent. in Paris. 
Fehr, Lehrer in Gunzenhausen in Baiern. 
Dr. C. Felder, Hofger.-Advokat in Wien. 
Eugen Felix, Kaufmann in Leipzig. 
Graf Ferrari in Wien, am K. K. Naturalicn-Cabinet. 
Marquis de la Ferte Senectere in Pari^. 
Dr. phil. Fieber, Appellations-Kanzlei-Dircctor in Chru- 
dim in Böhmen. 

- Dr. F i 1 i p p o de F i 1 i p p i , Prof. der Zool. in Turin. 



Herr Fischer, Edler v. Küss 1er stamm in Wien. 
Dr. Fischer, Prof. in Freiburg im Breisgau. 
C. Fischer, Lithograph in Berlin. 
Dr. Asa Fitch in Salem (Washington). 
Dr. Gustav Flor, Prof. an der Universität Dorpat. 

- Förster, Piof. an der Realschule in Aachen. 
R. Forst, Kaufmann in Hamburg. 
Frank, Subrector in Annweiler. 

Dr. A. V. Frantzius in Costarica. 

Felix Fraude, Kaufmann in Züllchow bei Stettin. 

- G. Ritter v. Frauenfeld, Gustos des K. K. Naturalien- 

Cabinets in Wien. 

- Heinr. Frey, Prof. der Universität Zürich. 
Frey er, Stifts-Cassirer in Augsburg. 
Frey-Gessner in Aarau. 

Dr. Friedenreich in Colonie Blumenau, Prov. S. Ca- 

tarina Brasil. 
Friedrich, Gerichts-As&essor in Breslau. 

- ^Frings, Fabrikant in Uerdingen. 

Frische, Kaufmann in Naumburg. 

Fritzsche, Prof. in Freiberg. 

Dr. Frivaldsky, Gustos in Pestli. 

Alex. Fr}', Kaufmann in London. 

Waldemar Fuchs in Berlin. 

Füldner, Gymnasiallehrer in Neustrelitz. 

Funke, Cantor in Rochlit/.. 

Garl Fuss, Prof. in Herrmannstadt. 

G. Galeazzi in Milano. 

Dr. Gallus in Sommerfeld. 

A. Gärtner, Rechnungsrath in Brunn. 

Gassner, Gommissarius in Prag. 

Gaubil, Capitain a. D. in Quillan (Pyren.). 

Gehin, Apotheker in Metz. 

Dr. Max Gemminger in München. 

Georg, Königl. Förster in Bevensen bei Lüneburg. 

Gerard, Secretair der Linne'sciien Gesellschaft in Lyon. 

Gerhard in Hamburg. 

Gerhardt, Lehrer in Liegnitz. 

Dr. Gerstäcker, Gustos des Kgl. zool. Mus. zu Berlin. 

Ghiliani, Con^ervator am zool. Museum zu Turin. 

Girschner, Pi-of. in Colberg. 

Dr. C, Glaser in Worms. 

v. Gl öden, Freiherr auf Bülzow in Meckl.-SchM erin. 

Glitz, Revisor in Htuiuover. 

- Dr. F. Glückselig in Elbogen. 
v. Gödel, Consul in Trapezunt. 

- Grebe, acad. Lehrer in Eldena. 



10 



R. Grentzenberg, Kaufmann in Danzig. 

Gre&sner in Rochlitz. 

W. Grey, K, Hofgärtner a. D. in Petersburg. 

Grimm, Hofstaatssecretair in Berlin. 

Grube', Staatsratli und Prof. in Breslau. 

A. V. Gruber, K. K. Forstmeister, jetzt in Türk. Dien- 
sten in Konstantinopel. 

Grüner, Kaufmann in Leipzig. 

Gutch, Cabinets-Courier in London. 

A. Haag, Dr. juris in Mühlenhof bei Frankfurt a. M. 

Habelmann, Kupferstecher in Berlin. 

Freiherr Halbhub er v. Festewill, Landes-Präsident des 
Herzogthums Schlesien in Troppau. 

Dr. Clemens Hampe, fürstlicher Leibarzt in Wien. 

Hanak, Prof. am Gymnasium zu Ofen. 

Hai dem an, Prof. in Columbia (Pennsylvanien). 

A. H. Haliday in Dublin. 

Harer in Frankfurt a. M. 

Oberlieut. v. Harold in München. 

Dr. Hartig, Forstrath und Prof. in Braunschweig. 

Otto Hassel, Auditor in Wolfenbüttel. 

Baron Hausmann in Botzen. 

Dr. Hecht, pract. Arzt in Stralsund. 

Hederich, Pastor in Fületelke in Siebenbürgen, 

Heddewig, Kunstgärtner in Petersburg. 

Heeger in Moedling bei Wien. 

Dr. Heer, Prof. in Zürich. 

V. Heineraann, Steuerrath in Braunschweig. 

Hell mann, Apotheker in Kasan. 

Hensche, Stadtrath in Königsberg in Preussen. 

Ed. Hering jr., derzeit in Berlin. 

Hering in Brunn. 

Dr. Herrich-Schäffer, Kreis- und Gerichtsarzt in 
Regensburg. 

W. Herwig in Arolsen. 

V. Hey den, Senator in Frankfurt a. M. 

L. V. Hey den, Oberlieut. in Frankfurt a. M. 

Heyer, Stadtschreiber in Lüneburg. 

Hildebrandt, Prof. an der Maler-Acad. in Düsseldorf. 

Dr. Hille, Apotheker in Hanau. 

Hociihuth, Director des botanischen Gartens in Kiew. 

Ho ff mann, Professor in Bamberg. 

Hoff meist er, Pfarrer in Nordhausen bei Cassel. 

V. Holle in Göttingen. 

Ho Imgren, Adj. des zool. Mus. in Stockholm. 

Holtz, Rentier in Barth. 



11 

Herr Homeyer, auf Darsin bei Poganitz in Pommern. 
Hop ff er, Custos am K. entom. Museum in Berlin. 
Max V. Hopffgarten, Gutsbesitzer in Mülverstedt bei 
Langensalza. 

- V, Hornig, K. K. Ministerial-Beamter in Wien. 

- E. W. Janson in London. 
Javet in Paris. 

Jekel in Paris. 

Dr. Im hoff, pract, Arzt in Basel. 

J. F. Judeich, Forst-Conducteur in Dresden. 

Junker, Oberfinanzkammer- Registratur in Catsel. 

- Kaden, Director in Dresden. 
Kaltenbaeh, Lehrer in Aachen. 

- V. Kamp ff, auf Niederfaulbrück bei Schweidnif/. 
Karelin, Collegienrath in Moskau. 

- Karow, Pastor in Roggow bei Daher in Pommern. 
Karsch, Prof. in Münster. 

- Dr. Kaup, Custos in Darmstadt. 
Kawall, Pastor in Pussen bei Windau. 
Dr. Kayser in Halle. 

Kays er, Architect in Frankfurt. 

Keferstein, Gerichtsrath in Erfurt. 

Adolph Keller in Reutlingen. 

Kellner, Oberförster in Georgenthal in Thüringen. 

V. Kiesenwetter , Regierungsrath in Bautzen. 

Dr. Kirchner in Kaplitz in Böhmen. 

Kirsch in Dresden. 

Prof. Kirschbaum in Wiesbaden. 

Klingel hoff er, Major in Darmstadt. 

C. Klotz in Pirna. 

Eugen Klug in Olhnütz. 

Jos. Klug, Gymnasiallehrer in Mährisch Trübau. 

Klupsz, Prof. in Rastenburg. 

- Ferd. Knobbe, Kaufmann in Harburg. 

J. Knörlein, K. K. Directions - Ingenieur in Linz in 

Oberösterreich. 
Gabr. Koch in Frankfurt a. M. 
Koch, Geh. Amtsrath in Sülz in Mecklenburg. 
Koch, K. K. Forstmeister in Carlsbad. 
Dr. Koch in Nürnberg. 
C. Kodermann, Custos des Naturalien-Cabinets im Stift 

St. Lambrecht (Obersteyermark). 
Körnich, Actuar in Meissen. 
Kok eil, Taxamtsofficial in Klagenfurt. 

- Kolbe, Ref. in Stettin. 

- Dr. Koleaati, Prof. in Brümi. 



12 

Herr Köpi)en, Kaufmann in Stendal. 
Kraal/, Dr. pbil. in Berlin. 

- V. Kraatz, Oberstlieut. in Münster. 

- Dr. K ratter, Kreisphjsikus in Zloczow (^GalizienJ. 
J. C. Kraus, Lehrer in Trier. 

Ernst K reu SS 1er, Dr. med. in Arolsen. 

- Dr. Kriechbaum er in Münclien. 

- Kr ÖS mann, Lehrer in Hannover. 

- V. Kronlielm, Assistenzarzt in Leobschütz. 

- K. Kropp, Prof. an der Forstlehranstalt in Weisswa^ser 

(Böhmen). 

- Krüper, Dr. phil. in Athen. 
Rud. Krziz in Brunn. 

- Graf Küenburg, K. K. Berg- und Salinen- Direclions- 

Assessor in Bransdorf (österr. Schlesien). 

- Graf Emich v, Küenburg in Prag. 

- Graf Gandolpb v. Küenburg in Prag. 

- Küsell, Gutsbesitzer in Schlesien. 

- Dr. Küster, Telegraphen-Director in Bamberg. 

- C. Kumm, Kaufmann in Danzig. 

- A. V. Kuschakewitsch, Capt. in Petersburg. 

- J. V. Kuschakewitsch, Capt. in Petersburg. 
Laeserson, Kaufmann in Moskwa. 

- Prof. Dr. Lanza in Spalato. 

- W. V. Langsdorf in Lahr im Breisgau. 

- Leder er in Wien. 

- Prof. Lenz in Königsberg. 

- Leunis, Prof. in Hildesbeim. 
Logan in Edinboro. 

- Dr. Lowe in Edinboro. 

- Lucas, Director im entomol. Museum de.^ Jardin des 

plantes in Paris. 

- Dr. Luchs, Badearzt in Warmbrunn. 

- Lüben, Seminar-Director in Bremen. 

- E. Lüders, Rentier in Lauterberg am Harz. 

- Lyncker, Secretair in Cassel. 

- R. Mac-Lachlan in Forest-hill bei London. 
P. Maassen in Crefeld. 

- Maehler, Dr. med. in Heidelberg. 

- Mähner t in Sylda bei Aschersleben. 

- G. Märkel, Cantor in Leuben bei Lommatsch. 
Mäklin, Prof. Dr. phil. in Helsingfors. 

- R. Maitland, Conservator des entomol. Museums der 

Gesellschaft Natura Artis Magistra in Amsterdam. 
Malirz, Rechnuugsbeamter in Ofen. 

- V. Manderstjerna, General in Petersburg. 

- Mangold, Königl. Forst-Inspector in Stettin. 



13 

Herr Jos. Mann, Maler in Wien. 

Alfred de Manuel in Chambeiy. 

- de Marseul, Abbe in Paris. 

Fr, Martens, Seniinarlehrer in Segeberg. 

- Job. Martens, Conrector in Rendirburg. 
Martini, Hofratli in Weimar. 

Graf Matuscbka, Oberförster in Scböneiclie b. Wohlan. 
Jose])h Meyer, K. K. Ministerial-Revident in Wien. 

- L. Mayer, Hofgärtner in Potsdam. 

- G. Mayr, Prof. Dr. phil, in Wien. 
Melly, Kaufmann in Liverpool. 

- Prof. Dr. Menzel in Zürich. 
Dr. Mess in München. 

Messow, Rentmeister in Wernigerode. 

Messing, Hof- und Schloss-Cantor in Neustrelitz. 

Meyer, Cand. phil. in Hamburg. 

Meyer-Dür, Hauptmann in Burgdorf (SchAveiz). 

Micklitz, K. K. Förster in Tolmein bei Görz. 

Mickisch, Bcrgwerks-Inspectov in Pilsen. 

Mielke, A])otheker in Posen. 

C. J. Milde in Lübeck. 

L. Miller in Wien. 

Mi liiere in Lyon. 

Mink, OberleJn-er in Crefeld. 

Dr. Moebius, Lehrer am Johannenm in Hamburg, 

H. R. Mö schier in Herrnhut. 

- G. Molinari in Pisa. 

Leo Molinari, Kaufmann in Breslau. 

- Dr. Monti in Pisa. 

Moore, Beamter am zool. Museum des ostind. Hauses 
in London. 

- V. Motschulsky, Oberst-Lieut. a. D. in Odessa. 
Moe, Univeisitätsgärtner in Christiania. 

- Dr. Morsbach, pract. Arzt in Dortmund. 

- Dr. Mühlcnpfordt, Prof. in Hannover. 
Mühlig in Frankfurt a. M. 

- Dr. Müller, Lehrer in Lippstadt. 
C. Müller in Berlin. 

- Müller, Stadtwundarzt in Neustadt-Eberswalde. 

- Jul. Müller, Fabrik-Buchiialter in Brunn. 
Gl. Müller, Meclianicus in Dresden. 

- Anton Müller, Bisthums- Fortsmeister in Friedeberg 

(österr. Schlesien). 
H. Müller, Steueramts-Rcndant in Birnbaum. 
Mutz eil, Maler in Berlin. 

- Murdfield, Apotheker in Rheine. 



14 

Herr Andr. Murray, Beamter der Horticultural Society in 
London, 

- Dr. Nebel, Oberarzt in Darmstadt. 

J. Neu mann, Catechet am Gymnasium in Troppau. 

Neustadt in Breslau. 

Eduard New man in London. 

Graf Nicelli, Lieut. im Kaiser Alex.-Regt. in Berlin. 

- Nick er 1, pract. Arzt in Prag. 
Dr. Nicolai in Arnstadt. 

- Nietner, Plantagen-Besitzer bei Rambodde (Ceylon). 
Oberst v. Nolcken, Ligenieur in Riga. 

- Nördlinger, Prof, in Hohenheim bei Stuttgart. 

- Dr. Nylander in Helsinglbrs. 

- Obert, Lehrer in Petersburg. 

A. V. Gertz en in Mecklenb. Friedland. 

- Baron Franz v. Oezkay, K. K. Kämmerer in Oedenburg. 
Orsini, Prof. in Ascoli. 

- Baron Osten-Sacken, Kais. russ. General -Consul in 

Newyork. 
V. d. Osten, Rittergutsbesitzer zu Warnitz bei Soldin. 

- Pacher, Pfarrer in Tiffen (Kärnthen). 

- Dr. Palliardi, Medicinalrath in Franzensbad. 

- Pape, academischer Kupferstecher in Petersburg. 
Prof. G. Passerini in Parma. 

Perroud in L3'on. 

- Dr. Peters, Medicinalrath in Neu-Strelitz. 
0. Petsche, Kaufm. in Eisenach. 

- Pfeil, Staatsanwalt in Hirschberg. 
Pfützner, Kaufmann in Berlin. 

- Dr. Pfund, Assistent am Naturalien-Cabinet in Prag. 

- Dr. Philippi seu., Director des naturhist. Museums in 

S.-Yago (Chile). 

- A. H. E. Philippi jr. ebendaselbst. 
Piccioli in Florenz. 

- 0. Pirazzoli, Major in Rimini. 

- G. Pirngruber, Beneticiat in Grünwald bei München. 
Pirsch, Lehrer in Swinemünde. 

V. d. Planitz auf Neidschütz bei Naumburg. 
Carl Plötz in Greifswald. 

- Pogge, Kaufmann in Greifswald. 
Popoff, Collegien-Rath in Kjachta. 
V. Prittwitz, Notar in Brieg. 

- Putzeys, General- Secretair im Justiz -Ministerium in 

Brüssel. 

- Quapp, Oberlehrer in Minden. 

- Raddatz, Lehrer am Gymnasium in Rostock. 



15 

Herr v. Radoschkoffsky , Artillerie-Ober«t in Petersburg. 
Rahtz, Förster in Neumark. 

- Prof. Dr. Redtenbacher, Director des K. K. Natura- 

lien- Cabinets in Wien. 
Reer, Kaufmann in Hamburg. 
Reide meist er, Candidat in Cummerow. 
Dr. Reinliard, JMedicinalrath in Bautzen. 
J. F. E. Reiniiold, Ober-Gerichtssecretair in Hannover. 
Reisig, Ober-Forstsecretair in Darmstadt. 

- Dr. V. Renard, Secretair der Kaiser!, naturf. Gesell- 

schaft in Moskwa, Staatsrath. 
K. Reutti in Freiburg im Breisgau. 

- Dr. Rey in Halle a. d. S. 
Richter, Kammer-Musikus in Berlin. 
Richter, Hofgärtner in Luisium bei Dessau. 

- Richter, Oberförster in Potsdam. 
Richter, Pastor in Punschrau bei Naumburg. 
Richter, Oberförster in Stepeuitz. 

Dr. C. Richter, Kais. Landgerichtsrath in Troppau. 

- Riehl, Ober-Zahlmeibter der Haupt- Staats -Gasse in 

Cassel. 
Jul. Rictz, HofkapcUmeister in Dresden. 

- Dr. Ritter, Hauptlehrer am Gymnasium in Marburg. 

- W. Roeloffs, Maler in Brüssel. 

- Aloys Rogenhofer, Gustos am K. K. zoolog. Museum 

in Wien. 

- Dr. Roger, Leibarzt Sr. Durchlaucht des Herzogs von 

Ratibor in Räuden, Sanitätsiath. 
Bohde, Lehrer in Berlin. 

- Gam. Rondani, Prof. in Parma. 
Rohtlieb in Handjurg. 

Dr. Rössler in Wiesbaden. 

Rosenberge r, Pastor in Groesen (Kurland). 

Dr. Rosenhauer, Prof. in Erlangen. 

V. Roser, Geh. Legationsrath in Stuttgart. 

J. Rost, Kaiserl. Ingenieur in Troppau. 

Russ, Lehrer in Hanau. 

- Saalmüller, Lieut. in der preuss. Artillerie, deizeitin 

Frankfurt a. M. 

- R. V. Sacher-Masoch, K. K. Hofrath in Prag. 

- R. V. Sacher-Masoch, K. K. Hofrath in Pesth. 
Dr. Sachse, pract. Arzt in Leipzig. 

- Dr. Sahlberg, Prof. in Helsingfors. 
Sand, Gand. in Königsberg. 

W. W. Saunders in Reigate. 
H. de Saussure in Geneve, 



16 

Herr Dr. Sauter in Königsberg, Director. 

- Schaschl, K. K. Hüttenbeaniter in Forlach (KärntiieiO- 
Scliaui fei berger, Architect in Peterf^burg, 
Schaufuss, Naturalienhändler in Dresden. 
Sclieffler, Stadlgeriehts-Seeretair in Blankenburg. 
Scheibe, Lehrer in Kemberg. 

Scheibge, Lehrer in Garz a. d. 0. 

Dr. Scheibler, Chemiker in Stettin. 

Seb. Alex. Scheidel, Bank-Beamter und Custos der 

entomol. Sektion im Senckenbeigischen Museum in 

Frankfurt. 
Schenck, Prof. zu Weilburg. 

Dr. S Chief f er decker, pract. Arzt in Königsberg. 
Schindler, K. K. Pfannhausverwalter in Hall. 
Schindowsky, Förster in Pröbbernau bei Elbing. 
Dr. jur. R. Schiner, Secretair des zoolog.-botanischen 

Vereins in Wien. 
Schiödte, Insp. am K. zool. Museum in Kjöbenliavu. 

- Schleich, Dr. med. in Stettin. 

- Schlich ting, Superintendent in L^inger bei Pyritz. 
Schläger, Diaconus in Jena. 

Schmeltz, Naturalienhändler in Hamburg. 
A. Schmid in Frankfurt a. M. 
Ferd. Jos. Schmidt in Laibach. 

- Dr. Schmidt, Director in Elbing. 
Schmidt, Kreiswundarzt in Wismar. 

- Ad. Schmidt, Dr. med. in Frankfurt a. M. 
Schmidt, Portraitmaler in Stettin. 

- Dr. Schmidt-Goebel, Prof. in Lemberg. 
Schmitt, General-Superintendent in jNIainz. 
Dr. pliil. Schneider in Breslau. 

M. Schönbach, Oberförster in Reinwiese bei Hernis- 

kretschen. 
Seil reck, Lehrer in Zeulenioda. 
Sehr eckenb ach, Diaconus in Chemnitz. 
Dr. Egid. Schreiber, Prof. an d. Ober -Realschule in 

Görz. 
Schreiber, Collaborator in Wolfenbütlel. 
R. Schreiber, Cand. math. in Rossla. 
Schreiner, Registrator in Weimar. 

- Gottfr. Schreitter, Missar in Pinkau (Steiermark). 
Dr. P. Schumann, Arzt in Reichenbach (Schlesien). 
Schultz, Oberlehrer in Berlin. 

Schultz, landräthl. Secretair in Stettin. 
Schulze, Cand. theol. in Pöliiz. 



17 

Herr Dr. Schwabe, practischer Arzt in Stadt Remda bei 
Rudolstadt. 

- J. Scott in Lee bei London. 
Scriba, Pastor in Ober-Lais (Nidda). 
Samuel H. Scudder in Boston. 

- Seeger, Dr. med. in Hall (Tyrol). 

- Georg Seidlitz aus Kurland, derzeit in Berlin. 
Cavaliere Baudi di Selve in Turin. 

- Baron de Selys-Longchamps, Senator in Lüttich. 
Dr. Carl Semper, derzeit auf den Philippinen. 
Georg Semper, Kaufm. in Altona. 

- Dr. Victor Lopez Seoanne, Arzt in Ferrol. 

- Dr. M. Seubert, Prof. in Karlsruhe. 

- Dr. 0. Seyffer in Stuttgart. 

Dr. William Sharswood in Philadelphia. 
Ed. Sheppard, Zollbeamter in London. 

- Sichel, Dr. med. et phil. in Paris. 
Sievers, Kaufmann in Petersburg. 

Smith, Assistent am Brit. Museum in London. 

- Sn eilen van Vollenhoven, Gustos des entom. Museums 

der Universität Leyden. 
Dr. Sodoffsky in Riga. 
S. Solsky in Petersburg. 

- M. C. Sommer, Kaufmann in Altona. 
Dr. Souverbie in Bordeaux. 

.- Dr. F. Sperk in Novo Tscherkask. 

- Dr. med. Adolf Speyer in Rhoden. ' 
Sponholz, Prediger zu Bülow in Mecklenburg. 
Stäger, Justizrath in Kjöbnhavn. 

Dr. med. Stachel hausen in Barmen. 

- H. T. Stainton in Lewisham bei London. 
Standfuss, Pastor in Schreiberhau bei Hirschberg. 

- Albert Stange, Fabrik-Director in Meseritz. 
A. Stange in Rattmannsdorf bei Lauchstädt. 

- Stäl, Dr. phil. in Stockholm. 

J. Stark, Ober-Geometer in Anspach. 

- Dr. Staudinger in Dresden. 

- Dr. Steffahny, pract. Arzt in Putzig. 

- Stein, Dr. phil. in Berlin. 

- Dr. F. Stein, Prof. in Prag. 
Steinecke, Cantor in Swinemünde. 

- Dr. med. Stiebel in Frankfurt a. M. 

- Dr. Stierlin in Schaffhausen. 
Stollwerk, Lehrer in Uerdingen. 

- Dr. Stricker in Breslau. 

- Strübing, Oberlehrer am Seminar in Berlin. 



18 

Herr Dr. Struve in Dresden. 

J. W. Sturm, Kupferstecher in Nürnberg. 
Stülpnagel, Rendant in Prenzlau. 

- Dr. Sunde wall, Prof. und Intendant der Museen in 

Stockholm. 
C. Nobile Tacchetti in Bologna. 
X. Tarnier in Dijon. 

- Dr. Taschenberg in Halle, Custos der zool. Samml. 

der Universität. 
Teschke, Oberlehrer in Stralsund. 

- Dr. Thomson, akad. Docent der Zool. in Lund. 
Thorey in Hamburg. 

V. Tiedemann, Rittergutsbesitzer auf Russoczin bei 
Danzig. 

- Tieffenbach, Maler in Berlin. 

- C. D. Tiemann in Magdeburg. 

- Tischbein, Oberförster in Herrstein bei Kirn. 

- Toll in, derzeit in Süd-Africa. 

Dr. Treffz in Amt Kienitz bei Letschin. 

- H. Tschapeck, Hauptmann, Auditor in Wien. 

- Türk, K. K. Beamter in Wien. 

- Ulrich, K. K. Official in Wien. 

- V. Varendorf, Regierungs-Secretair in Arnsberg. 

- FranQois Venetz, Ingenieur in Sitten (Wallis). 
Venus, K. Einnehmer in Dresden. 

Dr. Verloren in Utrecht. 

- Dr. Vesco (franz. Marine) in Toulon. 

Ant. Villa, Vicepräses der geolog. Gesells. in Milano. 

Giov. Batt. Villa in Milano. 

E. Vogel in Dresden. 

Voigt, Maler in Gross-Schönau in der Lausitz. 

Dr. Völcker, Gymnasiallehrer in Elberfeld. 

Waga, Prof. in Warschau. 

Wagenschieber, akad. Kupfersteclier in Berlin, 

Wagner, Lehrer in Aschersleben. 

- W^agner, Oberförster in Wildenbruch. 

Dr. Balthasar Wagner, Lehrer an der Realschule in 
Fulda. 

- Wahlberg, Prof. in Stockholm. 

- Max Wahnschaffe, Lieut. a. D. in Berlin. 
G. W^ alles in New Castle. 

- Dr. Waltl, Lehrer in Passau. 

- Wartenberg, Oberforstmeister in Stettin. 

- Wasle, Apotheker in Schlitz. 

- Julius Weeren, in Berlin. 

- E. Wehncke, Kaufmann in Hamburg. 



10 

Herr Dr. v. Weidenbach, pract, Arzt in Augsburg. 
V. Weissenborn, Geh. Justizrath in Halberstadt. 

- V. Wels er, Freiherr in Nürnberg. 

- Werneburg, Königl. Forstmeister in Erfurt. 

- Wesmael, Prof. in Brüssel. 

Wester man, Director d. zool. Gartens d. Gesellschaft 
Natura Artis Magistra in Amsterdam. 

- Dr. Wetzel in Gütersloh. 
Westring, Douanen-Inspector in Göteborg. 
G. Weymer, Kaufmann in Elberfeld. 

- A. White, Assistent am Brit. Museum in London. 
Wiepken, Gustos am grossh. Museum in Oldenburg. 
Wiesehütter, Kunstgärtner bei Lauban. 

- Wilde, Staatsanwalt in Weissenfeis. 
Dr. Wilkens, pract. Arzt in Bremen. 
J. Wilson, Esq. in Edinburgh. 

- Joh. Winnertz in Crefeld. 

Ph. Wirtgen, Vorsteher des naturhistorischen Vereins 

in Coblenz. 
Wissmann, Oberförster in Hanno v. Münden. 
Wissmann, Dr. med. in Stettin. 
Dr. med. Wocke in Breslau. 
Gabr. Wolff, Apotheker in Klausenburg. 

- Vernon Wollaston in London. 

- Henry Wood ward, Assistent im Brit. Museum London. 
J. Wullschlegel, jetzt Lehrer in Lenzburg. 

Dr. Z ad dach, Prof. in Königsberg. 

- Zebe sen,, Oberförster in Volpersdorf, Grafschaft Glatz. 

- G. Zebe jun. in Wildenbruch. 

- T. V. Zebrawsky, Architect in Krakau. 
Fort. Zeni in Roveredo. 

- Graf V. Zepelin bei Constanz. 
Zetter stedt, Prof. in Lund. 

- V. Ziegler und Klipphausen, Oberförster in Bisch- 

dorf bei Kosenberg. 

- Dr. Zimmermann in Georgtown (Südcarolina). 

- Edler v. Zimmermann, Oberstabsarzt in Pesth. 

- Zschorn in Halle a. S. 

- Ernst Zuchold in Leipzig. 

Ehrenmitglieder 18 

Vorstands-Mitglieder 15 

Ordentliche Mitglieder 577. 



2* 



20 

Uebersicht der in der Umgegend Berlins bis jetzt 

beobachteten Doliehopoden 

von A.. Geretacker. 



1. Dolichopus Latr. 

1) D. fastuosus Halid. (Dipt. Britan. I. p. 159 No. 7.) 
Ende Mai und Anfang Juni stellenweise nicht selten. In 
der Nähe grösserer Gewässer auf niedrigen Pflanzen (Ma- 
chenow, Stralow), auch in Laubwäldern auf Gesträuch (Brie- 
selang). 

2) D. Falleni Loew. (Neue Beiträge V. p. 12.) Mit dem 
vorhergehenden zu gleicher Zeit und an gleichen Localitäten, 
jedoch seltener. (Brieselang, Stralow, Charlottenburg,) 

3) D. Ruthei Loew. (Stett. Entom. Zeit. 1817 p. 71.) 
Von Ruthe einmal in grösserer Anzahl bei Freienwalde ge- 
sammelt. 

4) D. punctum Meig. (Stannius in Isis 1831 p. 134 
No. 27.) Nach Stannius angeblich bei Berlin vorkommend; 
die von ihm erwähnten Exemplare haben sich im Berliner 
Museum nicht vorgefunden*). 

5) D. planitarsis FalL (Meigen, Syst. Beschr. IV. p. 
88 No. 25.) Weit verbreitet und überall massenhaft auftre- 
tend; es ist diejenige Art, welche bei Berlin am frühesten, 
nämlich schon Anfang Mai erscheint. 

6) D. campestris Meig. (Syst. Beschr. IV. p. 78 No. 8.) 
In der Nähe grösserer Wasserflächen überall häufig, im Juni 
und Juli. (Stralow, Charlottenburg, Wannen-See, Potsdam.) 

7) D. lepidus Staeg. (Kroyer's Naturh. Tidsskr. IV. 
p. 86 No. 29.) Sehr vereinzelt und selten, im Juni und Juli. 
(Machenow, Spandow.) 

8) D. aeneus de Geer. (Memoires VL p. 104 No. 15) 
= D. ungulatus Meig. Den grössten Theil des Sommers über 
allerwärts sehr gemein. 

9) D. equestris Halid. (Dipt. Brit. L p. 160 No. 11) 
= D. cinctus Staeg. Am Rande grösserer Wasserflächen 
(Wannen-See, Potsdam, Stralow) besonders im Juni und Juli 
häufle:. 



*) Stannius (Isis 1831 p. 139 No. 33) führt auch Dol. atratus 
Meig. als bei Berlin gefangen auf-, es ist indessen für die beiden vom 
CJrafen Hoffmannsegg herrührenden Exemplare des Berliner Musei 
dieser Fundort nicht speciell angegeben. Herr Tieffenbach fing diese 
seltene Art während der Ptingstzeit im Sächsischen Erzgebirge. 



31 

10) D. brevipennis Meig. (Syst. Beschr, IV. p. 90 
No. 27). Ende Juni und Anfang Juli stellenweise häufig 
(Stralow. Treptow). 

11. D. plumipes Scop. = pennitarsis Fall. (Meigen, 
Syst. Beschr. IV. p. 90 No. 29). Den ganzen Sommer hin- 
durch bis zum Herbst überall äusserst gemein. 

12. ü. sign a tu s Meig. =: pennatus Meig.? (Syst. Beschr. 
IV. p. 92 No. 32.) Ebenso allgemein verbreitet und gleich 
häufig wie der vorhergehende. 

13) D. ornatipes Loew. (Neue Beitr. V. p. 13.) Ein 
Pärchen dieser schönen Art fing ich am 1. Juli 1860 bei 
Potsdam, in Gesellschaft von D. signatus. — Das Weibchen 
unterscheidet sich, wie Loew richtig vermuthet, von demjeni- 
gen des D. signatus Meig. leicht durch die geschwärzte Spitze 
der Hinterschienen, welche übiigcns merklich lichter und we- 
niger ausgedehnt als beim Männchen i.^t. Ausserdem ist das 
Untergesicht, wenn auch nicht auff'allend, so doch merklich 
breiter als bei D. signatus fem., die Bereifung des Thorax 
mehr grünlich braun und die Färbung des letzteren dadurch, 
wie beim Männchen mehr erzfarben. 

14) D. fallaciosus nov. spec. Diagn. D. signato Meig. 
simillimus, differt tarsis inlermediis simplicibus, antennarum 
articulo tertio breviore, obtuso. — Long. 2y^ lin. ,^. 

Dem D. signatus Meig. und D. ornatipes Loew in Grösse, 
Gestalt und Färbung zum Verwechseln ähnlich, aber von bei- 
den durch ganz einfache Mitteltarsen des Männchens, welche 
weder erweiterte, noch silberglänzende Glieder besitzen, von 
ersterem ausserdem durch geschwärzte Spitze der Hinter- 
schienen unterschieden; von D. simplex Meig. durch grösseren, 
robusteren Körper, goldgelbes Untergesicht des Männchens 
u. s. w. abweichend. — Körperfärbung rein und lebhaft me- 
tallisch grün, auf dem Hinterleib mehr broncefarben; Stirn 
rein giün, Untergesicht des Männchens ganz wie bei D. sig- 
natus schmal, lebhaft goldgelb, Wimpern am unteren Augen- 
rande weiss. Fühler mit lebhaft rothgelbem, oberhalb schwarz 
geraudetem Basalgliede; die beiden Endglieder ganz schwarz, 
das letzte kürzer und stumpfer als bei D. signatus , eiförmig 
abgerundet. Flügel, längs des Vorderrandes weniger grau ge- 
trübt und die vierte Längsader hinter der Biegungsstelle etwas 
schwächer zur dritten convergirend als bei D. signatus. Vor- 
derbeine mit Einschluss der Hüften genau wie bei diesem, nur 
der Tarsus etwas kürzer, nämlich kaum merklich länger als 
die Schiene. An den Mittelbeinen besteht der Tarsus aus 
vollkommen einfachen Gliedern, welche von der Spitze des 
ersten an tief schwarz sind; der Metatarsus ist den drei fol- 
genden Gliedern an Länge gleich. Mittel- und Hinterschenkel 



22 

mit einzelner Borste vor der Spitze, die aufrechte Behaarung 
an der Oberseite der letzteren merklich kürzer als bei D. 
signatus; Hintei schienen mit schM'arzbrauneni Spitzenflecke, 
der jedoch nur die Rückseite einnimmt; Hintertarsen ganz 
schwarz, Metatarsus mit vier langen Borsten an der Aussen- 
seite. Hinterleib ganz von der Form und Färbung des D. 
signatus, nur das Hypopygium des Männchens anders gestaltet, 
nämlich im Profil betrachtet mit deutlich ausgebuchtetem ün- 
terrande und daher mit sehr viel niedrigerem Spitzentheil; 
die Endlamellen ein wenig schmaler, länglicher und an der 
Basis weniger verengt als bei D. signatus, der schwarze Saum 
nur fein. 

Ich fing ein einzelnes Männchen dieser Art am 17. Juni 
1860 bei Potsdam, in Gesellschaft von D. signatus. — Da 
Staeger (Naturh, Tidsskr. IV. p. 31 No. 22) abweichend von 
Meigen und Stannius seinem Dol. simf-lex ein „hypo&toma au- 
reum^' zuertheilt, so wäre es nicht unmöglich, dass letzterer 
eher der vorstehenden Art als dem ächten Dol. simplex Meig. 
Stann., welcher ein weissliches Untergesicht hat, angehöre. 

15) D. popularis Wied. (Meigen, Syst. Beschr. IV. p. 
91 No. 30). Weniger weit verbreitet als stellenweise häufig, 
besonders in der Nähe von stehendem Wasser; Juni bis Au- 
gust. (Dammsmühle, Brieselang, Charlottenburg.) 

16) D. confusus Zett. = D. patellatus Meig. (Meigen, 
Syst. Beschr. IV. p. 86 No. 22). In Laubholzwäldern überall 
gemein, auf Sträuchern; Juni und Juli. 

17) D. claviger Stann. (Isis 1831 p. 56 No. 9.) Zu 
gleicher Zeit und an denselben Localitäten mit dem vorigen 
und ebenso häufig. 

18) D. discifer Stann. (Isis 1831 p. 57 No. 10.) Bis- 
her nur im Brieselanger Forst von mir aufgefunden und auch 
hier zu den seltener auftretenden Arten gehörend; Juni bis 
August. 

19) D. festivus Halid. (Dipt. Brit. I. p. 169 No. 34) 
= D. Macquartii Stäg. Bei Berlin äusserst selten, nur in 
einem einzelnen Paar gefangen; Mitte August, Brieselang. — 
Beim Männchen findet sich ausser -Sa der Spitze des 2. und 
3. gebogenen Gliedes der Vordertarsen auch am Metatarsus 
desselben Paares eine gekrümmte schwarze Borste. 

20) D. nitidus Fall. = D. ornatus Meig. (Syst. Beschr. 
IV. p. 79 No. 11.) Im Juni und Juli auf Gesträuch überall 
sehr gemein. — Das Männchen dieser Art zeigt an der Spitze 
der Vorderschienen hinterwärts eine längere, haarförmige 
Borste, welche dem Weibchen fehlt*). 



•) Eine ähnliche, aber etwas längere Haarborste findet sich auch 



21) D. eurypterus nov. spec. Diagn. Olivaceo-metal- 
licus, gracilis, alis 'latis, infumatis, vena longitudinali quarta 
rectangulariter fracta et appendiculata, antennarum articulo 
primo subtus luteo. Long, 2^/^ lin. r^$. 

Mas femoribus postieis subtus baud ciliatis, tibiis posticis 
crassioribu?, apice late nigris. 

Von D. nitidus Fall, (ornatus Meig.) und D. griseipennis 
Stann. (nitidus Staeg.), mit denen er die Bildung der vier- 
ten Längsader der Flügel gemein hat, schon auf den ersten 
Blick durch auftauend breite, stumpf abgerundete und deutlich 
gebräunte Flügel, ausserdem von ersterem durch die Färbung 
des Metatarsus der Hinlerbeine, von letzterem durch die un- 
bewimperten Hinterschenkel des Männchens unterschieden. 
Der Körper ist beträchtlich schlanker als bei D nitidus Fall., 
auf dem Thorax mehr grünlich-, auf dem Hinterleib mehr 
kupfrig-broncefarben. Die Stirn ist goldgrün, gelblich bereift 
und daher von der Seite gesehen fast messingfarben, das Ge- 
sicht des Männchens schmal und wie die der Taster lebhaft 
goldgelb, nach unten etwas lichter; die Wimpern am unteren 
Augenrande gelblicli M^eiss. Die Fühler von gewöhnlicher 
Länge (wie bei D. griseipennis), schwarzbraun, das erste Glied 
unterhalb düster rostgelb, so lang wie das dritte, welches 
eiförmig und stumpf zugespitzt ist; Fühlerborste schwarz, derb, 
ein wenig länger als der Fühler selbst, mikroskopisch behaart. 
Thorax und Schildclien durch licht graugelbe Bestäubung oli- 
venfarbig erscheinend, auf ersterem eine schmale mittlere und 
zwei breite seitliche Längsstriemen kupferfarbig; Brustseiten 
licht schiefergrau. Flügel auffallend breit mit stumpfer Spitze, 
besonders am Hinterrande stark gerundet, alle Adern licht 
braun umflossen, der Vorderrand bis über die dritte Lftngs- 
ader hinaus deutlich und bei der Einmündung der zweiten 
stärker gebräunt; vierte Längsader scharf rechtwinklig ge- 
brochen und über die Knickung hinaus verlängert. Die Quer- 
ader steht der Knickungsstelle der vierten Längsader etwas 
näher als bei D. nitidus, ist deutlich länger und leicht ge- 
schwungen; die stigmaartige Verdickung der Costa vor der 
Einmündung der ersten Längsader ein wenig länger als bei 
jenem. Flügelscliüppchen und Schwinger gelb, erstere aussen 
schwarz gewimpert. Beine licht gelb, Mittel- und Hinterhüf- 
ten bis auf die Spitze schiefergrau, Vorderhüften mit weiss- 
lichem Schimmer und drei sich von den übrigen durch Länge 
und Stärke auszeichnenden Spitzenborsten. An den Vorder- 
und Mittelbeinen sind die Schienen und die beiden ersten 



an der Schienenspitze der Vorderbeine des Männchens von D. grisei- 
pennis Stann. (nitidus Stäg.) 



Tarsenglieder weisslich gelb, letztere mit nur wenig gebräun- 
ter Spitze, die übrigen Tarsenglieder allmälig stärker ge- 
bräunt, ohne plastische Auszeichnungen. Aus der Spitze der 
männlichen Vorderschienen entspringt hinterwärts ein langes 
und dünnes helles Borstenhaar, Mittel- und Hinterschenkel 
mit einer einzelnen schwarzen Borste vor der Spitze, Hinter- 
schenkel unterhalb ohne alle Wimperung. Hinterschienen ge- 
gen die Spitze hin merklich verdickt, innerhalb kurz aber 
dicht schwarz gewimpert, das Spitzen- Vierttheil in scharfer 
Abgränzung, so wie die ganzen Hintertarsen lief schwarz; 
Metatarsus kaum kürzer aber bedeutend dicker als das zweite 
Fussglied, ausserhalb nur mit zwei längeren Stachelborsten. 
Hinterleib licht kupfrig broncefarben, bleigrau bereift, mit 
sehr feinem schwarzem Hintersaum der Segmente; Hypopy- 
gium verhältnissmässig klein, gegen die Spitze hin birnförmig 
verschmälert, eingeschlagen bis zum Hiuterraude des dritten 
Ringes reichend, glänzend schwarz, mit bleigrauer, nur die 
Spitze freilassender Bestäubung. Endlamellen klein, weisslich 
gelb, mit massig breitem, scharf abgegränztem schwarzen Vor- 
dersaum und gleichgefärbten Schlitzlappen, von denen die drei 
letzten besonders lang sind ; auch die Spitzenhälfte des Innen- 
randes ist schwarz gesäumt. 

Beim Weibchen ist das dritte Fühlerglied etwas kürzer 
und stumpfer als beim Männchen und meistens auch das zweite 
Glied unterhalb gelbbraun gefärbt, das Untergesicht doppelt 
so breit und fast weiss, nur oben mit gelblichem Schimmer. 
Den Flügeln fehlt das Randmal, an der Spitze der Vorder 
schienen die Haarborste; die Hinterschienen sind gegen die 
Spitze hin nicht verdickt und letztere nur in geringer Aus- 
dehnung geschwärzt, der hinterste Metatarsus dünner und an 
der Basis pechbraun durchscheinend. 

Ich fing diese interessante Art in etwa zwölf Exemplaren 
beider Geschlechter am 3. August 1860 an der Spree, dicht 
vor den Thoren Berlins; sie kam erst gegen Abend zum Vor- 
schein und setzte sich stets auf niedere, breitblättrige Pflanzen. 

Anmerkung. Mit D. nitens Stann. (Isis 1831 p. 48 No. 3)) 
welcher von Stäger ohne allen Grund als Synonym zu seinem D. ni* 
tidus (= griseipennis Stann.) gezogen, von allen übrigen späteren 
Autoren aber gar nicht erwähnt wird, kann die vorstehende Art aus 
mehreren Gründen nicht identisch sein. Die Färbung des Thorax 
(aureo-viridis), der Vorderhüften (rufescentes) , der Schienen (flavae, 
fere rufescentes) und der Vordertarsen (articulus basalis flavus, sub- 
rufescens, apicales sensim fuscescentes) ist schon durchaus von der- 
jenigen bei D. eurypterus verschieden ; ausserdem erwähnt aber Stan- 
nius im Gegensatz zu D. ornatus und griseipennis bei seinem D. ni- 
tens nicht des Anhanges der vierten Längsader der Flügel jenseits 



25 

der Knickungsstelle, woraus mit Sicherheit zu schliessen, dass dieser 
Anhang (gleichfalls abweichend von der vorstehenden Art) fehlt. 
(Ich glaube übrigens, den uiiklichen D. nitens Stann. jetzt in einem 
weiblichen Exemplare aus dem Sächsischen Erzgebirge vor mir zu 
haben; demselben fehlt der Aderanhang unterhalb der rechtwinkligen 
Knickungsstelle der vierten Längsader vollständig.) — Nahe verwandt 
mit D. eurypterus scheint der von Zetterstedt (Dipt. Scand. XIII. p. 
5054 No. 50—51) beschriebene D. subrutilus zu sein, bei welchem 
neben der rechtwinkligen Knickung der vierten Längsader ein Ader- 
anhang vorhanden ist. Derselbe unterschpidet sich aber von der vor- 
stehenden Art durch einen grauen Fleck an der Basis der Vorder- 
hüften, durch lange und dunkele Wimperhaare an der Unterseite der 
männlichen Hinterschenkel, durch die geringe Ausdehnung der schwar- 
zen Spitze der Hinterschienen u. s. w. 

22) D. notatus Staeg. (Naturh. Tidsskr. IV. pag, 19 
No. 0.) Am Ufer grösserer Wasserflächen (Potsdam, Wannen- 
See, Stralow) ziemlich häufig; einzeln auch im Brieselanger 
Forst. Vom Juni bis August. — Das Männchen dieser Art 
hat an der Spitze der Vorderschienen hinterwärts ein langes 
Borstenhaar. 

23) D. longicornis Stann. = D. acuticornis Meig. 
(Stannius, Isis 1831 p. 53 No. 7). Im Juni und Juli überall 
auf Sträuchern und niedrig/en Pflanzen häufig (Brieselang, 
Pankow, Stralow, Spandow, Potsdam). — Beim Männchen 
sind die Vorderschienen hinterwärts an der Spitze wie bei D. 
notatus mit einem langen Borstenhaar besetzt. 

24) D. acuticornis Wied. (=r D. ruralis Meigen, Syst. 
Beschr. IV. p. 94 No. 35). An denselben Lokalitäten und 
gleichzeitig mit dem vorigen, im Ganzen noch häufiger (Brie- 
selang, Charlottenburg, Potsdam u. s. w.) — Dem Männchen 
dieser Art fehlt das Borstenhaar an der Spitze der Vorder- 
schienen, -welches den beiden vorhergehenden Arten eigen ist. 

25) D. Simplex Meig. (Stannius in: Isis 1831 p. 126 
No. 21.) Weit verbreitet und nirgends selten, vom Juni bis 
August. (Pankow, Brieselang, Potsdam.) — Männchen ohne 
Borstenhaar an der Spitze der Vorderschienen. 

26) D. agilis Meig. (Stannius a. a. 0. p. 127 No. 22.) 
Stellenweise häufig, besonders im Juli und August, auf Sträu- 
chern und niedrigen Pflanzen. (Brieselang, Pankow, Stralow.) 
— Das Männchen dieser Art trägt an der Spitze der Vorder- 
schienen hinterwärts eine lange haarförmige Endborste. 

27) D. trivialis Halid. (Dipt. Britan. I. p. 168 No. 33) 
= D. intermedius Stäg. — Bei Berlin sehr lokal und nicht 
häufig; im Juli und August (Brieselang, Spandow). 

28) D. hilaris Loew. (Wien. Ent. Monatsschr. VI. p. 
297.) Ich traf diese Art Mitte bis Ende Juli 1860 in Menge 



!86 

an den Ufern der Spree, dicht vor den Thoren Berlins auf 
Erlen-Gesträuch. 

29) D. nubilus Meig. (Stannius in: Isis 1831 p. 133 
No. 28.) Besonders am Rande grösserer Wasserflächen (Pots- 
dam, Wannen-See, Charlottenburg), im Juni und Juli häufig. 
Auch im Brieselanger Forst, bei Frankfurt a. 0. u. s. w. 

30) D. vulgaris Staun. (Isis 1831 p. 129 No. 24.) Nur 
einmal ein Pärchen Ende Juli bei Spandow gefangen. 

2. Gymnoptemus Loew. 

1) G. nobilitatus Lin. (Meigen, Syst. Beschr. IV. p. 75 
No. 1.) In der Nähe Berlins noch nicht beobachtet; von 
Ruthe und Loevv^ bei Frankfurt a. 0. in Menge gesammelt. 

2) G. gracilis Stann. (Isis 1831 p. 255 No. 44) = G. 
Bohemani Wahlb. = G. nigricornis Meig. (?). Bei Berlin 
sehr local und stets vereinzelt, gegen Ende Juli (Charlotten- 
burg, Potsdam). 

3) G. chrysozygos Wied. (Meigen, S^'st. Beschr. IV. 
p. 93 No. 33.) Ueberall sehr häufig in der Nähe grösserer 
Wasserflächen (Wannen-See, Potsdam, Stralow) im Juni und 
Juli; im Brieselanger Forst auf Gesträuch. 

4) G. germanus Wied. (Stannius in: Isis 1831 p. 251 
No. 40.) Im Juli und August zahlreich in Laubwäldern auf 
Gesträuch, doch nur lokal (ßrieselang, Freienwalde). 

5) G. grallator, nov. spec. Diagn. Olivaceo-metallicus, 
pedibus gracillimis, pallidis, antennis totis croceis. Long. 
2% -2% lin. ^?. 

Dem G. pilifer Loew (Neue Beitr. VI. p. 5), nach dessen 
Beschreibung zu urtheilen, sehr nahe stehend und, wie es 
scheint, in den meisten Merkmalen mit ihm übereinstimmend; 
hauptsächlich in der Färbung des letzten Fühlergliedes und 
des Metatarsus der Hinterbeine abweichend. Die Schlankheit 
des Körpers, die licht olivengrüne Broncefarbe desselben, so 
wie die Länge und Dünnheit der Beine erinnern wie bei G. 
pilifer lebhaft an die Hypophyllus- Arten, denen die vorste- 
hende auch im Leben ganz ausserordentlich gleicht. — Hin- 
terhaupt und Stirn sind dicht grünlich greis bereift, ersteres 
dadurch ganz matt, letztere noch mit deutlichem hellgrünem 
Schimmer; Untergesicht des Männchens schmal, silberweiss, 
nach oben etwas breiter und leicht gelblich schimmt;rnd, Ta- 
ster klein, schwarz, mit weissschillernder Spitze. Fühler kurz, 
brennend rothgelb, schwarz beborstet, das erste Glied unter- 
halb lichter gelb, so lang als das kurz eiförmige und stumpf 
abgerundete dritte, w^elches innen meistens leicht gebräunt 
erscheint; Fühlerborste fast um Ya länger als der Fühler 



selbst, mikroskopisch behaart, schwarzbraun. Wimpern am 
unteren Augenrande licht gelb. Thorax und Schildchen hell 
olivengrün, licht bereift, ersterer mit schmaler, undeutlicher 
Mittelstrieme und jederseits vor der Flügelwurzel mit schwärz- 
lich violettem, besonders von der Seite her bemerkbarem 
Längswisch; Schildchen ohne Behaarung auf der Oberfläche, 
Brustseiten licht grünlich grau, opalisirend. Flügel verhält- 
nissmässig breit, ziemlich stumpf abgerundet, wässrig grau 
getrübt, längs des Vorderrandes bis zur dritten Längsader 
gelblich getüncht und auch die übrigen Adern gelblich um- 
zogen; Costa von der Mündung der ersten bis zu derjenigen 
der vierten Längsader merklich verdickt, Querader fast so 
weit nach der Wurzel hin gerückt wie bei G. nobilitatus, 
leicht geschwungen; vierte Längsader hinter der Querader 
zuerst gegen die dritte hin convergirend , sodann mit dieser 
parallel laufend und kurz vor der Flügelspitze ausmündend. 
Flügelschüppchen und Schwinger licht gelb, erstere aussen 
schwarz gewimpert. Beine mit Einschluss aller drei Hüften- 
paare weisslich gelb, die Schenkel jedoch nach der Spitze 
hin dunkeler, mehr honiggelb. Vorderhüften silberweiss be- 
reift, auf der Vorderfläche mit weissen Härchen besetzt, am 
unteren Ende mit schwarzen Borsten, unter denen* sich drei 
durch Länge auszeichnen; die hinteren Hüffen gleichfalls weiss 
schimmernd, die mittleren mit einigen, die hintersten nur mir 
einer schwarzen Borste, die mittleren ausserdem mit schiefer- 
grauem Längsfleck auf der Aussenseite, näher dem Hinter- 
rande. Vorderschenkel mit einer schwachen Borste vor der 
Spitze der Hinterseite, Hinterschenkel mit einer starken auf 
der Vorderseite; die mittleren mit einer längeren und stär- 
keren vorn und zwei kürzeren hinterwärts. Vorderschienen 
nur mit fünf schwarzen Borsten an der Aussenseite, von denen 
zwei an der Spitze, zwei beisammen im oberen Vierttheil, eine 
einzelne unterhalb der Mitte steht; aus der Spitze entspringt 
ausserdem hinterwärts ein längeres, dünnes, helles Borsten- 
haar. Vordertarsen von Schienenlänge, von der Spitze des 
Metatarsus ab schwarzbraun; dieser fast so lang wie die fol- 
genden Glieder zusammengenommen. Mittelschienen reichlich 
und ziemlich lang beborstet, kaum länger als der Tarsus, 
welcher wie an den Vorderbeinen gefärbt ist. Hintertarsen 
bis auf die ersten zwei Drittheile des Metatarsus, welche 
bräunlich gelb gefärbt sind, tief schwarz, ihr zweites Glied 
deutlich länger als das erste. — Hinterleib von gleicher Fär- 
bung wie der Tliorax, die Bereifung aber mehr greis; Hypo- 
pygium des Männchens klein, bis auf die glänzend schwarze 
Spitze schiefergrau bestäubt, eingeschlagen den Hinterrand des 
vierten Ringes nur wenig überragend. Endlamellen gross. 



28 

fast länglich viereckig, am Ende eiförmig abgerundet, weiss- 
gelb mit schwarzem Ober- und Vorderrande, letzterer sehr 
viel breiter als ersterer; der Oberrand ist nur eingekerbt und 
die Kerbzähne mit langen schwarzen Haaren besetzt, wäh- 
rend am Vorderrande sich fünf nach unten an Länge zuneh- 
mende Schlitzlappen finden. 

Beim Weibchen ist das Endglied der Füiiler noch kür- 
zer und stumpfer abgerundet als beim Männchen, wie bei 
diesem inneriialb licht, selten intensiver gebräunt; das Unter- 
gesicht reichlich dreimal so breit, ebenfalls silberweiss, mit 
leichtem gelblichem Schiller nach oben. Den Vorder.«chienen 
fehlt das endständige Borstenhaar, die Hinterschienen nebst 
Tarsen sind ein wenig dünner als beim Männchen, der Hinter- 
leib beträchtlich kürzer und breiter. 

Ich fing diese schöne Art zwei Sommer hindurch von 
Ende Juli bis Ende August im Brieselanger Forst, wo sie sich 
ziemlich zahlreich an einer schattigen Stelle in der Nähe eines 
Teiches auf niedrigen Pflanzen umhertrieb. Ihr eigenthüm- 
licher Flug und ihr hochbeiniges Sitzen geben ihr im Leben 
eine auffallende Aehnlichkeit mit den Arten der Gattung Hy- 
pophyllus. 

6) G. nigriplantis Stann. (Isis 1831 p. 250 No. 39.) 
Weit verbreitet und meist häufig am Rande grösserer Ge- 
wässer (Potsdam, Stralow, Brieselang). — Beim Männchen 
dieser Art findet sich hinterwärts an der Spitze der Vorder- 
schienen eine auffallend lange und starke schwarze Stachel- 
borste, welche dem Weibchen fehlt *). 

7) G. nigripennis Fall. (Stannius a. a. 0. p. 253 No. 
42.) Ziemlich lokal und im Ganzen nicht häufig, im Juli 
(Grunewald.) 

8) G. rusticus Meig. (Syst. Beschr. IV. p. 77 No. 5.) 
Bis jetzt nur im Brieselanger Forst aufgefunden; im Juli und 
August-, auf Sträuchern. 

9) G. vi Vax Loew. (Neue Beitr. V. p. 19.) Im Span- 
dower und Brieselanger Forst, auf Gesträuch im Juli und 
August, scheint wenig verbreitet. 

10) G. cupreus Fall. (Meigen, Syst. Beschr. IV. p. 98 
No. 42.) Am Machenower See von Ende Mai bis Mitte Juni, 
nicht selten; sonst nur einmal im Brieselanger Forst ge- 
fangen. 



*"') Bei dem nahe verwandten G. Sahlbergii Zett., welcher im 
Bayerischen Hochgebirge ungemein häufig vorkommt und auch dem 
Sächsischen Erzgebirge nicht fehlt, ist die Bildung der Stachelborsten 
an den Vorderschienen bei Männchen und Weibchen ganz überein- 
stimmend. 



29 

11) G. angustifrons Stäg. (Naturh. Tidsskr. IV. p. 44 
No. 41.) Bis jetzt nur einmal bei Berlin von mir gefangen. 

12) G. celer Meig. (Stannius in: Isis 1831 p. 262 No. 
50.) Ueberall häufig vom Mai bis in den August. (Potsdam, 
Machenow, Charlottenburg, Pankow.) 

13) G. aerosus Fall. (Stannius a. a. 0. p. 258 No. 47.) 
Weit verbreitet und den ganzen Sommer hindurch sehr ge- 
mein. 

14) G. assimilis Stäg. (Naturh. Tidsskr. IV. p. 41 
No. 36.) Mit dem vorhergehenden überall verbreitet, aber 
beträchtlich seltener. 

15) G. metallicus Stann. (Isis 1831 p. 262 No. 51.) 
Vom Juni bis August nicht selten, aber ziemlich lokal (Brie- 
selang, Machenow.) 

3. Tachytrechus Stann. 

1) T, ammobates Halid. (Dipt. Britan. I. p. 173 No. 
40) = T. plumipes Stann. Am Strande von grösseren Seen 
überall häufig vom Juni bis in den September. (Wannen- 
See, Müggel-See, Grunewald, Picheisberg, Haidekrug.) 

2) T. insignis Stanu. (Isis 1831 p. 270.) An gleichen 
Lokalitäten und zusammen mit dem vorigen, gleichfalls häufig, 
vom Juli bis September. (Rüdersdorf, Müggel-See, Grune- 
wald.) 

3) T. notatus Stann. (Isis 1831 p. 269.) Scheint we- 
niger allgemein verbreitet als die beiden vorigen. Bei Rü- 
dersdorf und am Müggel-See, vom Juli bis in den September. 

4) T. melaleucus, nov. spec. Diagn. Niger, argenteo- 
micans, antennis totis pedibusque concoloribus. Long. VJ^ 
lin. $. 

Nur im weiblichen Geschlechte vorliegend; von allen 
übrigen bekannten Arten durch tief schwarze Färbung des 
Körpers und der Beine, so wie durch den intensiven Silber- 
schimmer der Brust- und Hinterleibsseiten auffallend abwei- 
chend. Stirn dicht umbrabraun bestäubt, Untergesicht so breit 
wie bei T. notatus, silberweiss, Taster schwarz mit weiss- 
schimmerndem Saume; Wimpern am unteren Augenrande gelb- 
lich weiss, oberhalb schwarz, der ganze Hinterkopf mit leb- 
haftem Silberschimmer übergössen. Fühler kurz, ganz schwarz, 
das erste Glied nicht länger als das zweite, welches unterhalb 
sehr dicht beborstet ist; das Endglied stumpf abgerundet, 
braun schillernd. Thorax oberhalb tief schwarz, mit leichtem 
blaugrünen, nur bei der Seitenansicht wahrnehmbaren Metall- 
schimmer , der sonst unter der dunkelbraunen Bereifung fast 
ganz verschwindet; jederseits vor der Flügelwurzel ein bis 



30 

zur Schulterbeule reichender silberweiss schillernder Längs- 
fleck, ein kleinerer jederbeits vor dem Schildchen, Kürzere 
Behaarung findet sich nur auf dem vorderen abschüssigen 
Theile des Thorax, während sie zwischen den Borstenhaaren 
des Rückens mangelt. Flügel nur sehr licht und wässrig grau 
getrübt, mit braunen Adern, die Querader braun umflossen; 
die Biegungsstelle der vierten Längsader ohne dunkeles Mal, 
der letzte Theil derselben (jenseits der Biegung) leicht Sförmig 
geschwungen und nur wenig länger als der Theil zwischen 
der Querader und der Biegungsstelle. Flügelschüppchen und 
SchM'inger blassgelb, erstere schwarz gewimpert. Brustseiten 
und Hüften schiefergrau, erstere nach vorn mit leichtem grü- 
nen Metallschimmer, beide in ihrer ganzen Ausdehnung mit 
sehr intensivem Silberschimmer übergössen; Vorder- und Mit- 
telhüften auf der Vorderseite schwarz behaart und beborstet. 
Trochanteren licht pechbraun, die Beine im Uebrigen ganz 
schwarz, überall silberschimmernd, nur die Kniegelenke in 
sehr geringer Ausdehnung rostroth, Mittel- und Hinterschenkel 
nur mit einer einzelnen starken Borste der Vorderseite vor 
der Spitze, die Beborstung der Schienen reichlich. Metatarsus 
der Vorderbeine ein wenig länger als die drei folgenden Glie- 
der zusammen, an den Mittelbeinen nur so lang wie die zwei 
folgenden Glieder, an den Hinterbeinen ein wenig kürzer als 
das zweite Glied allein. Hinterleib schwarz, die drei ersten 
Ringe jederseits von der Basis bis zur Mitte der Länge, die 
beiden letzten in der Mitte mit grünem Metallschimmer; die 
Basis aller Ringe zeigt seitlich silberschillernde Halbbinden, 
welche indessen auf dem zweiten nur schwach angedeutet sind. 
Ein einzelnes vom Grafen Hoffmannsegg bei Berlin ge- 
fangenes weibliches Exemplar dieser ausgezeichneten Art fin- 
det sich im Berliner Museo, wo es die Hoflfmannsegg'sche Be- 
zeichnung Dolich. micans führte. 

4. Hypophyllus Loew. 

1) H. crinipes Stäg. (Naturh. Tidsskr. IV. p. 6 No. 2) 
= pectinifer Zeller. — Ich fing diese Art nur einmal Mitte 
Juni am Machenower See, hier aber in grösserer Menge; sie 
hüpfte an einer schattigen Waldstelle gegen Abend auf nie- 
drigem Gesträuch umher. 

ö, Argyra Macq. 

1) A. diaphana Fab. (Haliday, Dipt. Brit. 1. p. 208 
No. 2.) Von Mitte Mai bis Mitte Juni am Rande grösserer 
Seen stellenweise häufig, auf Gebüsch. (Machenow, Potsdam, 
Frankfurt a. 0., Brieselang.) 



31 

2) A. leucocephala Meig. (Haliday a. a. 0. p. 208 
Ko. 3.) Bei Berlin selten und sehr vereinzelt, von Mitte Juni 
bis Ende August; nur einige Male im Brieselanger Forst ge- 
fangen. 

3) A. argentina Meig. (Haliday a. a. 0. p. 209 No. 5.) 
Seheint bei Berlin äusserst selten vorzukommen; nur ein ein- 
zelnes Weibchen Anfang Juni bei Potsdam gefangen. 

4) A. ar ist ata, nov. spec. Diagn. Viridi-metallica, 
capite argenteo-micante, antennarum articulo ultimo (maris) 
permagno, arista brevi, incrassata. Long. 1^/^ lin. 0"$. 

Zu den Arten mit grün metallischer Körperfärbung ohne 
Silberschimmer auf Thorax und Hinterleib gehörend, im männ- 
lichen Geschlecht durch auffallend grosses Endglied der Fühler 
und kurze, dicke Borste ausgezeichnet. — Stirn des Männ- 
chens breit und nach vorn weniger verengt als bei den 
übrigen Arten, dicht kreideweiss bestäubt; Untergesicht weiss, 
silberglänzend, so breit wie bei A. auricollis Meig., Taster 
schwarz, mit silberschillerndem Rande. Hinterhaupt in der 
Mitte des Oberrandes und über die ganze untere Hälfte hin 
silbervveiss bereift, perlmutterschillernd; die "Wimpern am un- 
teren Augenrand silberweiss, am oberen tief schwarz. Fühler 
schwarz, das erste Glied oberhalb beborstet, schlank, fast 
2y2mal so lang als das zweite, das dritte sehr gross, den 
beiden ersten zusammengenommen an Länge gleich, zugespitzt 
dreieckig; Fühlerborste weit vor der Spitze entspringend, 
kurz und dick, nicht viel länger als der Unterrand des drit- 
ten Fühlergliedes, mikroskopisch behaart und gegen die Basis 
hin deutlich eingeschnürt, so dass sie fast zweigliedrig er- 
scheint. Thorax oberhalb lebhaft metallisch grün, nur an den 
Schulter ecken weiss schimmernd, beiderseits von der nackten 
breiten Mittelstrieme dünn grau bestäubt; die Oberfläche des 
Rückens zeigt ausser den schwarzen Stachelborsten keine kür- 
zere Behaarung , während eine solche auf dem vorderen ab- 
schüssigen Theil des Thorax und auf dem Schildchen deutlich 
hervortritt. Flügel merklich länger und breiter als bei der 
gleich grossen A. auricollis Meig., in der Aderung mit dieser 
ziemlich übereinstimmend; die erste Längsader mündet wie 
dort weit vor der Flügelmitte, in gleichem Abstände von der 
"Wurzel und der Mündung der zweiten Längsader in die Costa 
ein; die Biegung der vierten Längsader ist jedoch etwas stär- 
ker und der Querader mehr genähert als bei A. auricollis, 
auch ist die graue Trübung der Flügelsubstanz beträchtlich 
geringer und die Adern nicht braun umflossen. Die Flügel- 
schüppchen sind weissgelb mit tief schwarzer Spitze und gelb- 
lich weisser Bewimperung, die Schwinger gelb. Brustseiten 
und Hüften bläulich schiefergrau, erstere nur mit geringem 



32 

grünen Metallschimmer; die Vorderhüften weiss bereift, mit 
hellgelber Spitze und wie die Mittelhüften auf der Vorder- 
seite mit schwarzen Borstenhaaren besetzt. Beine gelb, die 
Trochanteren der Mittel- und Hinterbeine auf der Aussenseite, 
so wie die Vorder- und Mitteltarsen von der Spitze des ersten 
Gliedes an pechbraun, das Enddrittheil der Hinterschenkel 
oberhalb, die Spitze der Hinterschienen und die ganzen Hin- 
tertarsen schwarzbraun. Mittel- und Hinterschenkel aussen 
vor der Spitze mit einer einzelnen längeren schwarzen Borste; 
die schwarze Bewimperung der Unterseite ist an den Mittel- 
schenkeln länger als an den beiden anderen Paaren, die Be- 
borstung der Vorderschienen sparsam, an der Aussenseite nur 
aus vier längeren Borsten bestehend. An den Hinterbeinen 
ist der Tarsus von Schienenlänge, die beiden ersten Glieder 
gleich lang, an den beiden vorderen Paaren der Tarsus be- 
trächtlich länger als die Schiene, der Metatarsus so lang wie 
die übrigen Glieder zusammengenommen und unterhalb fein 
beborstet. — Hinterleib mehr broncegrün als der Thorax, 
schwarzborstig; an der Basis des zweiten Ringes zeigt sich 
ein wenig bemerkbarer und tief abwärts gerückter gelber Sei- 
tenfleck, dem sich nach vorn ein grau schillernder Fleck der 
Bauchseite des ersten Ringes anschliesst. Das Hjpopygium 
ist mit Einschluss der kleinen, schmal lanzettlichen Endla- 
mellen tief schwarz, gleichfarbig behaart. 

Beim Weibchen ist die Stirn nur wenig breiter, das 
Untergesicht dagegen fast doppelt so breit als beim Männchen, 
beide von gleicher Färbung wie bei diesem; die grossen Ta- 
ster sind von vorn gesehen schwarz mit weissem Rande, bei 
seitlicher Ansicht ganz silberschimmernd. Die Fühler sind nur 
halb so lang als beim Männchen, das Endglied spitz und fast 
gleichseitig dreieckig, die Fühlerborste um die Hälfte länger 
und beträchtlich dünner; die Beine zeigen weder in den Längs- 
verhältnissen noch in der Färbung bemerkenswerthe Unter- 
schiede. Der kürzere und breitere Hinterleib spielt besonders 
auf den beiden ersten Ringen in's Kupfrige, während er im 
Uebrigen dunkeler erzgrün erscheint; alle Segmente zeigen 
jederseits an der Basis eine deutliche silbergraue Bestäubung 
in Form eines dreieckigen Fleckes. 

Ein Pärchen dieser schönen Art fing ich am 31. Mai 1863 
im Brieselanger Forst, in der Nähe eines Teiches auf Ge- 
sträuch. 

Anmerkung. Von den bereits beschriebenen Argyra- Arten 
kann nur der mir unbekannte Dolich. magnicornis Zetterst. (Insect. 
Lappon. p. 712 No. 19) mit der vorstehenden in Vergleich gebracht, 
aber nicht wohl auf dieselbe bezogen werden, da dem Männchen der- 
selben ein „abdomen violaceum" zugeschrieben wird un\i die Wimper- 



33 

haare der Deckschüppclien als schwarzbraun bezeichnet werden, Durclf 
die Gestalt der Fühler und die Bildung ihrer Borste scheint die Zet- 
terstedt'sche Art besonders nach den in den Dipt. Scand. IL p. 594 
gemachten Angaben der Argyra aristata sehr nahe zu stehen, wäh- 
rend sich bei einem Vergleich der beiden von Zetterstedt gegebeneu 
Beschreibungen sonst nicht eine präcisere Vorstellung von derselben 
gewinnen lässt. Ausser verschiedenen sich widersprechenden Angaben 
wird auch die Grösse einmal auf 2Vi, das andere Mal auf 3% Lin. 
geschätzt; das Fühler-Endglied wii'd beim Weibchen nur „ein wenig 
kürzer" als beim Männchen genannt u. s. w. 

6. Leucostola Loew. 

1) L. vestita Wied. (Haliday, Dipt. Britan. I. p. 209 
No. 6.) Im Juni und Juli auf Gesträuch stellenweise ziem- 
lich häufig. (Brieselang, Stralow.) 

7. Nematoproctus Loew. 

1) N. distendens Meig. = annulatus Macq. (Loew, 
Neue Beitr. V. p. 40.) Bei Berlin sehr selten; nur ein ein- 
zelnes Weibchen am 31. Mai 1863 im Brieselanger Forst ge-. 
fangen. - 

2) K Ion gif il US Loew. (Neue Beitr. V. p. 40.) Ein 
vom Grafen Hoffmannsegg bei Berlin gefangenes Pärchen dieser 
Art befindet sich im Berliner Museo. 

8. Porphyrops Meig. Loew. 

1) P. micans Meig. (Syst. Beschr. IV. p. 51 No. 11.) 
Scheint wenig verbreitet und nicht häufig; ich fing eiriige Ex- 
emplare beider Geschlechter am 22. Juli an den Ufern der 
Spree bei Charlottenburg, auf Weidenblättern. — Bei dem 
noch unbeschriebenen Weibchen ist die mattgrüne Stirn 
mehr gelblich bereift als beim Männchen, das Untergesicht 
dicht gelblich greis bestäubt, ein wenig grün schimmernd, das 
Endglied der Fühler ziemlich spitz dreieckig, noch nicht so 
lang als die beiden ersten zusammengenommen. Die Behaa- 
rung auf der Rückseite der Backen ist nicht rein weiss, son- 
dern licht gelb, der Hinterkopf, der Thorax und das Schild- 
chen nicht rein grün, sondern mehr broncefarben, der Thorax 
nach hinten beiderseits von der Mitte mit kupfriger Längs- 
strieme. Die Flügel sind deutlicher, obwohl gleichfalls nicht 
stark braun getrübt, am meisten zwischen der Costa und der 
dritten Längsader. Die lichter bestäubten Vorderhüften sind 
nicht schwarz beborstet, sondern mit dünneren rostgelben 

3 



H 

Haaren bekleidet, die unterhalb nicht gewimperten Vorder- 
schenkel entweder ganz rostgelb oder nur bis zur Mitte der 
Aussenseite leicht geschwärzt. Wälirend die Hinterschenkel 
an der Spitze in^geringerer Ausdehnung und mehr pechbraun 
als schwarz gefärbt sind , erscheint die dunkele Färbung der 
Hinterschieuen- Spitze nicht nur ausgedehnter, sondern auch 
intensiver als beim Männchen; die Beborstung der Hinter- 
schienen ist beim Weibchen gleich sparsam. Der Hinterleib 
lässt nichts von dem Silberschimmer des Männchens erkennen, 
nur das Endsegment ist leicht grau bereift; die Farbe ist leb- 
haft goldgrün, die Basis der einzelnen Segmente kupfrig schim- 
mernd. 

2) P. penicillatus Loew. (Stett. Ent. Zeit. XI. p. 109 
No. 10.) Am Strande von Flüssen und Seen sehr gemein, im 
Juni und Juli (Potsdam, Charlottenburg, Haidekrug u. s. w.) 
Die Männchen auf dem Ufersande umherfliegend, die Weib- 
chen an Schilf und Wasserpflanzen sitzend. — Beim Weib- 
chen ist das breite Untergesicht licht silbergrau, die grossen 
Taster schwarz mit weissem Rande, von der Seite gesehen 
greisgelb schimmernd; die Behaarung der Backen wie beim 
Männchen rein weiss. Endglied der Fühler klein, kürzer als 
die zwei ersten zusammengenommen, stumpf und fast gleich- 
seitig dreieckig. Flügel meist beträchtlich stärker gebräunt 
als beim Männchen, die Beborstung der Mittel- und Hinter- 
schienen ebenso lang und reichlich wie bei jenem; Yorder- 
hüften silberweiss behaart, nur unterlialb mit einigen schwar- 
zen Borsten, Vorderschenkel mit rostgelber Spitze und auch 
sonst lichter braun als beim Männchen. Die Bräunung der 
Hinterschenkel und Schienen ist weniger intensiv und nicht so 
weit gegen die Basis hin ausgedehnt als beim Männclien. 

3) P. praerosus Loew. (Stett. Entom. Zeit. XI. p. 108 
No. 9.) Wenig verbreitet und nicht häufig; ich fing einige 
Exemplare beider Geschlechter in den ersten Tagen des Juni 
bei Machenow. — Das Weibchen dieser Art unterscheidet 
sich von demjenigen des P. penicillatus 1) durcii stumpf ab-, 
gerundetes, kurz eiförmiges Endglied der Fühler; 2) bei gleich; 
gefärbtem und geformtem Untergesicht durch schmalere, mehr 
gleich breite, dichter bestäubte und daher matt grüne Stirn; 
3) durch beträchtlich grössere und etwas stärker, besonders 
aber gleichmässiger gebräunte Flügel, deren Aderung nur in 
der schwächeren Schwingung des Spitzentheils der vierten 
Längsader und in einer geringeren Convergenz derselben zur 
dritten von P. penicillatus abweicht. 4) Durch geringere Aus- 
dehnung und schärfere Abgrenzung der geschwärzten Spitze 
der Hinterschenkel, während sonst die Färbung, Bedornung 



35 

und die Längsverliältnisse der Beine keine merklichen Unter- 
schiede darbieten. 

4) P. nasutus Zetterst. (Loew in: Stett. Ent. Zeit. XI. 
p. 107 No. 8.) Die Männchen dieser Art sind auf dem san- 
digen Ufer von Flüssen und Seen vom Mai bis in den Sep- 
tember überall häufig (Charlottenburg, Machenow, Potsdam, 
Müggel-See, Haidekrug); die dazu gehörigen Weibchen sind 
mir bis jetzt nicht mit Sicherheit bekannt geworden. 

5) P. elegantulus Meig. (Syst. Beschr. IV. pag. 51 
No. 12.) Diese grosse und farbenprächtige Art traf ich im 
Jahre 1860 zu Ende des Juli in beiden Geschlechtern häufig 
jenseits Charlottenburg am Ufer der Spree auf Erlen-Gesträuch. 
Seitdem ist mir nur ein einzelnes Weibchen im Brieselanger 
Forst (Ende Mai) vorgekommen. 

6) P. crassipes Meig. (Syst. Beschr. IV. p. 50 No. 10.) 
Ich hatte diese interessante Art bisher nur vereinzelt am Ma- 
chenower See von Mitte bis Ende Mai gefangen; im Jahre 
1863 traf ich sie Ende Mai ziemlich häufig im Brieselanger 
Forst, und zwar beide Geschlechter in Gemeinschaft. — Das 
Weibchen unterscheidet sich von dem in Grösse und Colorit 
sehr ähnlichen des P. penicillatus und praerosus Lw. 1) durch 
etwas schmaleres, gelblich grau bestäubtes Untergesicht, 
2) durch schmalere, mehr messinggelb glänzende Stirn, 3) durch 
länglicher und spitzer dreieckiges Endglied der Fühler, 4) durch 
merklich lichter gebräunte Flügel und den abweichenden Ver- 
lauf der vierten Längsader; der Spitzentheil derselben ver- 
läuft bis zur Mitte seiner Länge genau in derselben Richtung 
wie der vor der Querader liegende Theil und biegt sich dann 
unter einem deutlichen Winkel plötzlich nach vom, so dass 
er am Flügelrande der dritten Längsader stark genähert ist; 
5) durch die nur ausserhalb an der Basis geschwärzten Vor- 
derschenkel und die auf die Oberseite beschränkte Schwär- 
zung der Hinterschenkelspitze; 6) durch die auffallend spar- 
same Beborstung der Schienen, welche sich am letzten Paare 
ausser den beiden Endborsten nur auf zwei vereinzelte und 
schwache Aussenborsten reducirt; 7) durch etwas längere 
Hinterschienen und Tarsen, von denen letztere auch merklich 
derber sind. — Durch den Verlauf der vierten Längsader der 
Flügel und die sparsame Beborstuns: der Schienen ist das 
Weibchen von P. crassipes leicht als dem Männchen derselben 
Art zugehörig zu erkennen. 

7) P. nemo r um Meig. (Loew in: Stett. Entom. Zeit. 
XL p. 103 No. 5.) Ich traf diese Art einmal in Charlotten- 
burg am Ufer der Spree in grösserer Anzahl beider Geschlech- 
ter auf Weidengebüsch, gegen Ende Juli. — Das Weibchen 
unterscheidet sich von dem des P. micaus 1) durch geringere 

3^' 



36 

Grösse, welche derjenigen der mittelgrossen IMännchen des P. 
netnorum gleiclikommt; 2) durch broncelarbene, grau bereifte 
Stirn, licht aschgraues, nicht grünlich schimmerndes Unter- 
gesicht und rein silberweisse Behaarung auf der Rückseite 
der Backen; 3) durch deutliche graue Bestäubung des ganzen 
Vorderrandes des Thorax, dessen Oberseite zugleich häufiger 
kupfrig broncefarben als grün ist; 4) durch die im Bereich der 
vier ersten Längsadern stärker gebräunten Flügel, deren vierte 
Längsader jenseits der Querader keine stumpfwinklige Bie- 
gung wie bei P. micaus zeigt, sondern bei geringer Conver- 
genz zur dritten Längsader nur leicht wellig geschwungen 
ist; 5) durch steten Mangel des dunkelen Spitzenfleckes der 
Hinterschenkel. — Die Vorderschenkel sind ebenso oft ganz 
rothgelb, als an der Basis der Aussenseite leicht geschwärzt, 
die Hinterschienen bald gar nicht, bald im Bereich des letz- 
ten Viertheils deutlich gebräunt. 

8) P. antennatus Carlier. (Haliday, Dipt. Britan. L 
p. 200 No. 12.) Ein einzelnes Männchen dieser zierlichen Art 
fing ich am 1. Juli 18Ü0 bei Potsdam; die Mittelhüften des- 
selben sind, wie es Haliday angiebt, mit einem starken schwar- 
zen Dorn bewehrt. 

9. Ehaphium Meig. 

1) Rh. longicorue Meig. (Syst. Beschr. IV. pag. 28 
No. 1.) Vor längerer Zeit von Ruthe bei Berlin gefangen; 
mir selbst ist diese Art noch nicht vorgekommen. 

10. Xiphandrium Loew. 

1) X. caliginosum Meig. (Loew in: Stett. Entom. Zeit. 
XL p. 130 No. 28.) Diese im Süddeutschen Gebirge sehr ge- 
meine Art scheint bei Berlin äusserst selten vorzukommen; 
ich fing bis jetzt nur ein einzelnes Männchen Ende Mai am 
Machenower See. 

2) X. lanceolatum Loew. (Stett. Eut. Zeit. XL p. 131 
No. 29.) Ein bei Berlin gefangenes Männchen dieser Ait fand 
sich im Berliner Museo vor. 

11. Synarthrus Loew. 

1) S. pallipes Fab. (Haliday, Dipt. Britan. L p. 204 
No. 20.) Einige Exemplare beiderlei Geschlechtes wurden 
im Juli bei Freienwalde gefangen. 



37 

12. Syntormon Loew. 

J) S. pumiJus Meig. = longiseta Zetterst. (Loew in: 
Stett. Entom. Zeit. XI. pag. 119 No. 20.) Einige weibliche 
Exemplare dieser Art fing ich Anfang August am Ufer der 
Spree bei Charlottenburg. 

13. Sympycnus Loew. 

1) S. annulipes Meig. (Syst. Beschr. IV. p. 56 No. 25.) 
Am Rande von Seen und Teichen überall sehr gemein auf 
Schilf und Wasserpflanzen. 

14. Campsicnemus Halid. 

1) C. scambus Fall. (Halid ay, Dipt. Britan. I. p. 188 
No. 1.) In Sümpfen und am Rande von Gewässern überall 
gemein, 

2) C. curvipes Fall. (Haliday a. a. 0. p, 189 No. 2.) 
An gleichen Stellen mit dem vorhergehenden und fast ebenso 
häufig. 

15. Hydrophorus Wahlberg, 

1) H. bipunctatus Lehm. (Meigen, Syst. Beschr. IV. 
p. 63 No. 7.) Am Strande von stehenden sowohl als flies- 
senden Gewässern überall häufig, vom Juli bis in den Sep- 
tember. (Brieselang, S])andow, Picheisberg, Potsdam, Rüders-« 
dorf, Haidekrug.) 

2) H. rufibarbis nov. spec. Diagn. Olivaceo-metal- 
licus, abdomine virescenle, hypostomate fulvo-poUinoso, genis 
retrorsum aureo-pilosis, aus leviter infuscatis, fusco-bipunctatis. 
Long. lin. V^. V. 

Von der Grösse des H. litoreus Fall, und balticus Meig., 
z\Aischen ersterem, mit dem er das ganz bestäubte Unter- 
gesicht und H. bipunctatus Lehm., mit dem er die Flügel- 
zeichnung theilt, in der Mitte stehend. — Die Stirn ist dicht 
olivenbraun, von der Seite gesehen fast rostfarbig bestäubt, 
nur beiderseits vom Augenrand in geriager Ausdehnung me- 
tallisch grün glänzend ; der Hinterkopf dicht mit licht grün- 
lich grauer Bestäubung bedeckt und durch diese matt, die 
Behaarung auf der Hinterseite der Backen lebliaft rothgelb, 
goldig schimmernd. Das .Untergesicht des Weibchens nach 
oben viel weniger verengt als bei H. litoreus, ganz grünlich 
gelb bestäubt und zwar oben noch dichter als gegen den 
Mundrand hin; Taster schwarzbraun, schmal weisslich ge- 
täumt, von der Seite betrachtet gelbgreis schimmernd. Fühler 
schwarzbraun, greisschimmernd, mit Einschluss der Borste wie 



38 

bei H. litoieus gebildet. Thorax oberhalb kupf'rig bronce- 
farben, vorn licht olivenbrauu bestäubt und hier mit zwei 
feinen dunkelen Längsstriemen neben der Mittellinie; der hin- 
tere Theil und das Schildchen lichter und mehr grünlich bronce- 
farben, theÜM'eise kupfrig schimmernd. Brustseiten kupfrig 
schimmernd, licht aschgrau bestäubt, in gewisser Richtung 
messingglänzend. Flügel mit Ausnahme des licht grauen Hin- 
terrandes wässrig braun getüncht, mit schwarzbraunen Adern 
und rostgelber Wurzel; die zweite Längsader bis kurz vor 
ihrer Mündung durchaus parallel mit der Costa laufend und 
zu dieser schnell abbiegend, die dritte Längsader deutlich zur 
vierten convergirend , aber unmittelbar vor dem Flügelrand 
wieder etwas nach vorn ablenkend. Die Querader ist fast 
um ihre eigene Länge vom Flügelrand entfernt, d. h. nur we- 
nig kürzer als der hinter ihr liegende Theil der fünften Längs- 
ader; die beiden dunkelen Flecke haben dieselbe Lage wie 
bei H. bipunctatus Lehm., sind aber im Verhältniss noch grös- 
ser und intensiver. Flügelschüppchen brennend rothgelb mit 
weisslichen Wimperhaaren, Schwingkolben ganz und gar gelb. 
Die Vorderhüften sind licht grünlich grau, die beiden hinteren 
Paare dunkler, schiefergrau bestäubt; die Beine ganz oliven- 
grün, greis schimmernd. Die Vorderschenkel des Weibchens 
unterhalb ohne alle Bedornung, sondern gleich der Oberseite 
und den Vorderhüften fein weisslich behaart, gegen die Spitze 
hin viel weniger verdünnt als bei H. litoreus und daher im 
Ganzen derber; die Vorderschienen an der Linenseite mit einer 
einfachen Reihe von etw a acht sehr kurzen und feinen schwar- 
zen Dörnchen bewehrt. Mittel- und Hinterschenkel führen 
unterhalb zwischen Mitte und Spitze zwei von einander ent- 
fernte schwarze Börstchen; die Tarsen sind im Verhältniss 
derber als bei H. litoreus, zeigen aber in den Längsverhält- 
nissen ihrer Glieder keine merklichen AbMeichungen. — Der 
Hinterleib ist oberhalb ziemlich licht grün gefärbt, durch graue 
Bereifung matt glänzend, die drei mittleren Ringe ziemlich 
lebhaft kupfrig schimmernd, die feine Behaarung licht gelb- 
lich. Unterhalb ist der Hinterleib fast schwärzlich erzfarben 
und besonders nach hinten dicht mehlweiss bestäubt. 

Es liegt mir nur ein einzelnes bei Berlin gefangenes Weib- 
chen*) dieser leicht kenntlichen Art vor; dieselbe unterscheidet 



*) Ein im Berliner Museo befindliches, von Klug bei Stettin ge- 
fangenes Männchen gehört unzweifelhaft dieser Art an, mit welcher 
es in der Körperfärbung, der Fleckung der Flügel und der Farbe des 
Backenbartes genau übereinstimmt. Sein Untergesicht ist etwas schma- 
ler als beim Weibchen und nach unten lichter gelbgreis, der Hinter- 
leib ganz matt grün, ohne kupfrigen Schimmer. Die Vorderschenkel 



39 

sich von H. brunnicosiis LoeAv schon durch die unbewehrten 
Voiderschenkel und den goldrothen Bart, von H. borealis Loew 
(binotatus Zett.) durch den dicht bestäubten oberen Theil des 
Untergesichtes, die gebräunten Flügel, die geringere Grösse, 
lichtere Körperfärbung, ganz gelbe Schwinger u. s. w. 

3) H. litoreus Fall. = aquaticus Meig. (Syst. Beschr. 

IV. p. 66 No. 13.) An den Ufern der Spree, der Havel und 
der von letzterer gebildeten Seen überall sehr gemein. 

4) H. praecox Lehm. (Observat. zoolog., Hamburg 
1822 p. 42) r= H. inaequalipes Loew. (Neue Beitr. V. p. 24.) 
Ich sammelte diese Art in mehreren Exemplaren beider Ge- 
schlechter am Ufer der Spree bei Charlottenburg gegen Ende 
Juli; sie fand sich daselbst in Gemeinschaft mit dem viel häu- 
figeren H. litoreus Fall. 

Anmerkung. Die mir vorliegenden Exemplare stimmen ganz 
besonders in der Bewaffnung der Vorderbeine beider Geschlechter, 
welche für diese und die zunächst verwandten Arten die besten Art- 
merkmale abgeben , genau mit der von Loew (a. a. 0. p. 24) gege- 
benen Beschreibung des H. inaequalipes überein. Was die Verwen- 
dung dieses von Macquart eingeführten, aber als auf alle Hj'drophoren 
gleich gut passend , füglich als unpassend zu bezeichnenden Namens 
betrifft, so erscheint mir dieselbe als durchaus unstatthaft. Bei der 
vollständig nichtssagenden und ganz oberflächlichen Beschreibung, 
welche Macquart von seinem H. inaequalipes gegeben hat, ist es ab- 
solut unmöglich, dieselbe nur mit einiger Sicherheit auf eine der hier 
in Betracht kommenden, einander äusserst ähnlichen Arten zu bezie- 
hen. Es ist aber die Verwendung dieses Namens um so weniger 
nöthig, als der von Loew beschriebene H. inaequalipes ziemlich un- 
zweifelhaft mit H. praecox Lehm. Meig. identisch ist. Einige durch 

V. Winthem an das Berliner Museum als H. praecox gesandte Ham- 
burgische Exemplare haben sich mir nämlich bei genauerem Vergleich 
nicht als identisch mit H. viridis Meig. (welche Synonymie Haliday 



sind unterhalb mit einer Reihe von sieben ziemlich langen und dün- 
nen Doimen besetzt , welche in einiger Entfernung von der Schenkel- 
basis beginnen und vor der Mitte endigen •, die Bedornung der Innen- 
seite der Vorderschienen ist sehr viel dichter als beim Weibchen, so 
dass die sehr kurzen Dörnchen fast kammartig aneinandergereiht 
erscheinen. Die Tarsen sind nicht wie beim Weibchen übereinstim- 
mend mit den Schienen greisgrün, sondern licht röthlich braun durch- 
scheinend- an den Mittelbeinen ist der Tarsus von Schienenlänge, 
der Metatarsus etv^as länger als das zweite und dritte Glied zusam- 
mengenommen, die beiden letzten Glieder deutlich erweitert und flach 
gedrückt, besonders das letzte, welches langgestreckt eiförmig und 
dunkel pechbraun gefärbt ist. 



40 

annimmt), sondern mit H. inaequalipes Loew ergeben, wofür ebenso- 
wohl die Angabe Lehmann's „hypostoraa omnino album" als Meigen's, 
der im Gegensatz zu H. viridis („Untergesicht weissgrau") das Unter- 
gesicht von H. praecox als „seidenartig weiss" bezeichnet, sprechen 
würde. Auch durch Stäger eingesandte Exemplare von Copenhagen 
des H. praecox sind identisch mit H. inaequalipes Loew und, da Zet- 
terstedt (Dipt. Scand. IL p. 44) solcher bei seiner gleichnamigen Art 
ebenfalls erwähnt, vermuthlich auch identisch mit H. inaequalipes 
Zetterst. — Ich glaube daher, dass der von Loew (a. a. 0. p. 24) 
beschriebenen, von H. viridis Meig. durch rein weisses, grünlich schim- 
merndes Untergesicht, durch gleich lange und bis zur Spitze reichende 
Dornen der Vorderschenkel und durch etwa vierzehn ziemlich lange 
und nicht gedrängt stehende Dornen an der Innenseite der Vorder- 
schienen unterschiedenen Art der Name H. praecox Lehm, wieder 
erstattet werden muss*)- 

5) H. viridis Meig. (Loew, Neue Beitr. V. p. 23). Ich 
habe von dieser bei Wien an den Ufern der Donau häufigen 
Art bis jetzt nur ein einzelnes weibliclies Exemplar bei Berlin 
gefangen; bei Charlottenburg an der Spree Ende Juli zusam- 
men mit H. praecox. 



*) Eine dem H. praecox Lehm, ähnliche, aber merklich grössere 
und durch verschiedene Merkmale von demselben unterschiedene Art 
erhielt ich durch die Güte des Herrn Prof. Boheman als H. inaequa- 
lipes Zett. aus Dalekarlien. Dieselbe ist von kräftigerem Bau als 
H. praecox, IY4 lin. lang, von dunkelerem Colorit und schon auf den 
ersten Blick durch die wässrig braun getünchten Flügel zu unter- 
scheiden. Die Stirn ist mit olivenbrauner, an den Seiten mehr asch- 
grauer Bestäubung dicht bedeckt und dadurch ganz matt, von vorn 
beleuchtet licht silbergrau schimmernd ; das Untergesicht ohne grün- 
lichen Schein, rein kreideweiss, der Hinterkopf gleichfalls ohne grü" 
neu Schimmer, sondern rein aschgrau. Das Endglied der Fühler ist 
merklich grösser als bei H. praecox, die Fühlerborste an der Spitze 
in weiterer Ausdehnung weiss. Der Thorax ist oberhalb meist kupf- 
rig, seltener grünlich broncefarben, ohne dunkele Längsbinden, durch 
gi-aue Bestäubung matt, das Schildchen gleichfalls kupfrig schimmernd, 
vierboi'stig ; die Brustseiten nicht grün mit weissgrauer Bestäubung 
wie bei H. praecox, sondern lebhaft kupferroth und bläulich schie- 
fergrau bereift. Die Flügel sind nicht glashell, sondern von der Costa 
bis zur fünften Längsader wässrig braun getrübt, mit rostgelber 
äusserster Basis und bei der Betrachtung von der Wurzel und dem 
Vorderrande aus mit rostgelb erscheinenden drei ersten Längsadei'n ; 
die Spitze ist zwischen der zweiten und dritten und zwischen der 
dritten und vierten Längsader leicht grau getrübt. Die Beine sind 
im Verhältniss derber und kürzer als bei H. praecox, die Hüften 



41 



16. Medeterus Meig. 



1) M. obscurus Zettelst. (Dipt. Scand. II. p. 419 No. 8.) 
Fand sich von Ende Mai bis Mitte Juni 1863 in grösserer 
Anzahl an Kiefern-Klafterholz im Brieselanger Forst; unter 
zahlreichen Weibchen nur ein einzelnes Männclien. 

2) M. ambiguus Zetterst. (Dipt. Scand. IL p. 456 No. 
18. — Loew, Neue Beitr. V. p. 51.) Im August, an Kiefern- 
Klafterholz nicht selten (Brieselang, Woltersdorf). 

3) M. jaculus Meig. (Syst. Beschr. IV. p. 66 No. 14.) 
An Planken und Baumstämmen überall von Mitte Sommer's ab 
gemein. 

4) M. tenuicauda Loew. (Neue Beitr. V. p. 53.) Zwei 
bei Frankfurt a. 0. vom Grafen HofFmannsegg gefangene 
Exemplare dieser Art befinden sich im Berliner Museo. 

5) M, diadema Lin. = rostratus Fab. (Meigen, Syst. 
Beschr. IV. p. 61 No. 3.) An Planken und Mauern überall 
äusserst gemein. 

6) M. plumbellus Meig. (Syst. Beschr. IV. p. 69 No. 
20.) Auf Baumstümpfen hier und da nicht selten. 

17. Diaphorus Meig. 
1) D. oculatus Fall. = flavocinctus Meig. (Syst. Beschr. 



dunkler schiefergrau. Die Vorderschenkel sind bei beiden Geschlech- 
tern mit zwei Reihen von Dornen besetzt, doch enthält die innere 
dieser Reihen nur zwei der Schenkelspitze genäherte, während die 
äussere beim Männchen aus elf, beim Weibchen aus acht bis zur 
Schenkelmitte reichenden Dornen besteht; diejenigen des Männchens 
sind ziemlich gleich kurz, während beim Weibchen einzelne etwas 
länger als die übrigen erscheinen. Die Vorderschienen sind an der 
Innenseite mit einer Reihe sehr kurzer (beim Männchen ein wenig 
längerer), kamniartig dicht aneinander gereihter Dornen, etwa 24 an 
Zahl, besetzt, welche von der Spitze bis zum obersten Fünfttheil rei- 
chen: so dass eine grössere Aehnlichkeit in Betreff der Bedornung 
der Vorderschienen mit H. vii-idis als mit H. praecox besteht, wäh- 
rend die Bedornung der Vorderschenkel von beiden gleich auffallend 
verschieden ist. Hinterleib selten grün, gewöhnlich broncefarben, 
durch sehr dichte Bestäubung fast grau erscheinend. — Ob Zetter- 
stedt, welcher (Dipt. Scand. II. p. 444) gleichfalls Boheman'sche Ex- 
emplare aus Dalecarlien citirt, die vorstehende Art mit unter 
seinem Hydr. inaequalipes inbegriffen hat, lässt sich aus seiner 
Beschreibung nicht ersehen; in keinem Fall kann der hier in Rede 
stehenden der Macquart'sche Name verbleiben. Sie mag wegen der 
kamraförmigen Bedornung der Vorderschienen H. pectinatus heissen. 



42 

IV. p. 33 No. 1.) Stellenweise häufig im Juni und Juli auf 
Gesträuch (Brieselang, Woltersdorf). 

2) D. Hofl'mannseggii Mcig. (Syst. Beschr. VI. p. 360 
No. 5.) Gleichzeitig mit dem vorhergehenden und zuweilen 
in Gesellschaft desselben, fast ebenso häufig. (Potsdam, Brie- 
selang, Woltersdorf.) 

3) D. nigricans Meig. (Syst. Beschr. IV. p. 33 No. 2. 
— Loew, Neue Beitr. V. p. 45.) Scheint bei Berlin selten; 
mir liegt nur ein in der Umgegend gefangenes Pärchen vor. 

18. Chrysotus Meig. 

1) Chr. neglectus Wied. = viridulus Fall., $ femoralis 
Meig. (Syst. Beschr. IV. p. 41 No. 1 und p. 42 No. 5.) Bei 
Berlin die verbreitetste und häufigste Art, im Juni und Juli 
auf Gesträuch in Laubwäldern (Brieselang). 

2) Chr. gramineus Fall. = copiosus Meig. (Syst. Beschr. 
IV. p. 41 No. 2.) Zu gleicher Zeit und an gleichen Orten mit 
dem vorigen. 

3) Chr. nigripes Fab.? (Meigen, Syst. Beschr. IV. p. 
42 No. 6.) Kleiner als der vorige, mehr blaugrün gefärbt, 
das Männchen durch die von einem schmalen grauen Unter- 
gesicht getrennten Augen und hellere, licht gelb gefärbte Mit- 
telschienen unterschieden; die Hinterbeine des Männchens mIb 
bei Chr. gramineus ganz schwaiz, die Hinterschienen aber 
nur an der Aussenseite lang gewimpert. Beim Weibchen ist 
das Untergesicht nicht nur relativ, sondern absolut breiter als 
bei Chr. gramineus und nicht rein weiss, sondern längs der 
Mittellinie deutlich metallisch grün durchschimmernd , beider- 
seits nur dünn greis bestäubt; an den Schenkeln ist die gelbe 
Spitze von viel geringerer Ausdehnung und die Hinterschienen 
in ihrer ganzen Ausdehnung schwarzbraun oder wenigstens 
röthlich pechbraun. — Für den Fall, dass die Fabricius'sche 
Art sich nicht als mit der vorstehenden identisch erweisen 
sollte, würde ich letztere Chr. facialis nennen. — Ich fing 
ein Männchen und zwei Weibchen dieser Art am 24. Juni 
1860 in der Nähe des Wannen-See's. 

4) Chr. laesus Wied. (Meigen, Syst. Beschr. IV. p. 43 
No. 7, Loew, Neue Beitr. V. p. 50). Ich traf diese hübsche 
Art gleichzeitig mit der vorhergehenden in grösserer Anzahl 
am Wannen-See auf Brombeeren, später auch bei Frankfurt 
a. 0. 

19. Chrysotimus Loew. 

1) Chr. molliculus Fall. = laetus Meig. (Syst. Beschr. 
IV. p. 43 No. 8.) Im Brieselanger Forst auf Gesträuch im 
Juni und Juli ziemlich häufig. 



43 

20. Thrypticus nov. gen. 

Diagn. Corpus paivum, metallicum. Antennae brevis- 
simae, articulo ultimo rotundato, seta piaeapicali, longissima. 
Pedes validi, simplices, setis omnino carentes. Hypopygium 
maris liberum, elongatum, appendicibus tribus, inferiore na- 
viculari, superioribus duabus foliaceis instructum, Alae vena 
anali nulla. 

Eine sehr eigenthümliche neue Gattung, vom Habitus und 
der geringen Grösse der Chrysotus-Arten, denen sie auch in der 
Kopf-, Fühler- und Flügelbildung sehr nahe steht, von Avel- 
chen sie aber nicht nur durch den vollständigen Mangel aller 
Borstenbekleidung an den Beinen, sondern auch ganz beson- 
dei-s durch den stark entwickelten Copulations- Apparat des 
Männchens, welcher demjenigen der ächten Dolichopen viel 
ähnlicher gebildet ist, auffallend abweicht. Die Fühler sind 
sehr kurz, das erste Glied auf der Oberseite anscheinend nackt, 
das Endglied fast halbkreisförmig, die Fühlerborste vor der 
Spitze eingefügt, auffallend lang, nämlich den Querdurchmesser 
des Kopfes an Länge beträchtlich übertreffend. Die Augen 
des Männchens sind bis zum Munde hin durch ein ziemlich 
schmales Untergesicht getrennt, der Rüssel nicht hervortre- 
tend. Die Rückenseite des Thorax entbehrt aller aufgerich- 
teten Borstenhaare, welche sich nur an den Brustseiten und 
seitlich dicht vor dem Schildchen in geringer Anzahl vorfin- 
den; ebenso ist der durch auffallend starke Punktirung seiner 
Oberfläche ausgezeichnete Hinterleib nur mit weicher, anlie- 
gender Behaarung bekleidet. Die Form und das Geäder der 
Flügel ist demjenigen von Chrysotus am ähnlichsten, doch 
sind die drei ersten Längsadern einander und der Costa noch 
stärker genähert, auf der vierten fehlt die beulenartige Auf- 
treibung und die Innenrands- (Anal-) Ader ist gänzlich ein- 
gegangen. Die Beine sind derb, nur an den Hüften mit eini- 
gen Haarborsten besetzt, sonst vollkommen glatt und beim 
Männchen ohne plastische Auszeichnungen; die Tarsen an den 
beiden vorderen Paaren viel länger als die Schienen, am drit- 
ten von deren Länge. Die sechs Hinterleibsringe des Männ- 
chens sind fast von gleicher Länge, an Breite allmälig ab- 
nehmend; das Hypoi33'gium frei, gross, fast von halber Hin- 
terleibslänge, durch eine mittlere quere Einschnürung seiner 
Oberfläche zweigliedrig erscheinend. An seiner Spitze sind 
drei Anhänge eingefügt, nämlich zwei paarige von länglicher 
und schmaler Blattform und ein dieselben von unten her be- 
deckender unpaarer, welcher länglich dreieckig und kahnför- 
mig gestaltet ist. Ausserdem scheint dem Copulations-Apparat 
eine auffallend lange und starke Haarborste anzugehören. 



44 

welche von der Bauchseite des vierten Hinterleibsringes ent- 
springt, hier einem leistenartigen Vorsprung aufsitzt und nach 
unten und vorn gerichtet bis zwischen die Hinterhüften vor- 
dringt. 

1) Thr. Smaragd inus nov. sp. Diagn. Laete viridi- 
Tnetallicus, haiteribus pedibusque flavis, antennis totis nigris: 
abdomine punctatissimo, flavicante-sericco, hypopygio maris 
apice rufo-piceo. Long. 1 '/g lin. c^. 

Stirn und Untergesicht metallisch grün, erstere aber so 
dicht schwärzlich bestäubt, dass die Grundfarbe nur bei der 
Beleuchtung von vorn deutlich hervortritt; zwei lange, neben 
den oberen Augenwinkeln entspringende Borstenhaare hellgelb. 
Fühler ganz schwarz, Borste haarförmig, licht braun. Thorax 
und Schildchen lebhaft metallisch grün mit einem leichten 
Stich in's Bläuliche, ersterer an den Schultern leicht grau be- 
reift, auf dem vorderen Theil des Rückens kurz schwärzlich 
behaart, seitlich vor der Flügel wurzel mit drei langen hell- 
gelben Borsten und zwei gleichen innen vom Flügel, dicht 
vor dem Schildchen, nach aussen von einem deutlichen Quer- 
eindruck. Schildchen gewölbt, unbehaart, unterhalb und am 
Rande licht rostroth, an letzterem mit vier gelben Haarbor- 
sten. Flügel fast wasserhell , mit pechbraunen Adern, längs 
des Vorderrandes licht bräunlich getrübt; vierte Läugsader 
ohne Biegung, allmälig und leicht zur dritten convergirend, 
hintere Querader um 2y2 ihrer Länge vom P'lügelrande ent- 
fernt. Flügelschüppchen und Schwinger hellgelb, erstere mit 
weisslicher Bewimperung. Brustseiten metallisch grün, kaum 
merklieh grau bereift; Vorderhüften gleich den Beinen hell- 
gelb, nur sehr fein und kurz weisslich behaart, Mittel- und 
Hinterhüften bis über die Mitte hinaus gebräunt und je mit 
zwei Borstenhaaren besetzt. An allen drei Beinpaaren sind 
die Tarsen gleich von der Basis aus licht gelbbraun und ge- 
hen allmälig mehr in's Pechbraune über; an den beiden ersten 
Paaren sind sie um ein Drittheil länger als die Schienen, der 
Metatarsus den beiden folgenden Gliedern zusammengenommen 
gleich. Der Metatarsus der Hinterbeine ist deutlich kürzer 
als das zweite Fussglied. Der nach hinten kegelförmig ver- 
engte Hinterleib ist noch lichter und mehr goldgrün als der 
Thorax, mit Ausnahme des fast glatten ersten Ringes auf sei- 
ner ganzen Oberseite dicht chagrinartig punktiit und mit dich- 
ter, niederliegender, seidenartig glänzender Behaarung von 
weisslich gelber Farbe bekleidet; am Hinterrande des ersten 
Ringes ist diese Behaarung beiderseits auffallend lang und 
mehr borstenartig. Hypopygium auf der Basalhälfte schwärz- 
lich mit leichtem grünlichem Schimmer, auf der Endhälfte 
licht rothbraun; Anhänge hellgelb, die paarig-en von der Form 



45 

eines länglieh lanzettlichen Blattes, deutlich geM'impert, an 
der Spitze in einen dünnen, griffelförmigen Fortsatz auslau- 
fend. Die auf der Bauchseite des vierten Hinterleibsringes 
entspringende dornartige Borste ist gleichfalls licht gelb. — 
Mir liegt nur ein einzelnes männliches Individuum vor. 

21. Xanthochlorus Loew. 

1) X. tenellus Wied. (Haliday, Dipt. Brit. I. p. 213 
No. 7.) In Laubwäldern überall gemein, besonders an schat- 
tigen Stellen auf niederen Pflanzen; im Juni und Juli. (Pots- 
dam, B rieselang.) 

2) X. ornatus Halid. (a. a. 0. p. 213 No. 8.) Nur im 
Brieselanger Forst, hier aber kaum seltener als der vorher- 
gehende und mit ihm an gleichen Lokalitäten; im Juni. 

22. Saucropus Loew. 

1) S. pallidus Fall. = ochraceus Meig. (Syst. Beschr. 
IV. p. 58 No. 29.) Von Mitte Juni bis Mitte Juli in Laub- 
wäldern nicht selten, besonders des Abends herumhüpfend. 
(Thiergarten, Charlottenburg, Brieselang, Potsdam.) Das Weib- 
chen ist sehr viel häufiger als das Männchen. 

2) S. suturalis Fall. (Haliday, Dipt. Brit. L p. 211 
No. 2.) Ich fing mehrere Exemplare dieser bei Berlin sel- 
tenen und wenig verbreiteten Art Anfang -Juni im Brieselan- 
ger Forst; von Erichson wurde sie auch bei Freienwalde auf- 
gefunden. 

3) S. quadrifasciatus Fab. (Meigen, Syst. Beschr. IV. 
p. 48 No. 7.) Ueberall gemein in Laubwäldern auf Gesträuch, 
besonders im Juni. (Thiergarten, Brieselang, Dammsmühle 
u. s. w.) 

23. Psilopus Meig. 

1) Pö. piatypt er US Fab. (Meigen, Syst. Beschr. IV. 
p. 36 No. 2.) In Laubwäldern häufig, im Juni und Juli. 
(Brieselang). 

2) Ps. nerv OS US Lehm. (Meigen, Syst. Beschr. IV. p. 
36 No. 3.) Weit verbreitet und überall gemein. 

3) Ps. Wiedemanni FalL (Loew, Neue Beitr. V. p. 2). 
Weniger verbreitet als die beiden vorigen, jedoch stellenweise 
ebenfalls häufig im Juni und Juli. (Brieselang, Potsdam.) 

4) Ps. lobipes Meig. (Syst. Beschr. IV. p. 38 No. 5.) 
In Laubwäldern gleichzeitig mit dem vorhergehenden und viel 
häufiger. (Brieselang, Frankfurt a. 0.) 

5) Ps. albifrons Meig. (Loew, Neue Beitr. V. p. 2.) 



46 

Ich fing diese Art zahlreich im Brieselanger Forst, Mitte Juni; 
sie scheint im Ganzen weniger verbreitet zu sein. 

6) Ps. contristans Wied. = regalis Meig. $. (Meigen, 
Syst. Beschr. IV. p. 35 No. 1.) Weit verbreitet und den 
grösseren Theil des Sommers hindurch gemein. 



Die aufgefülirten 104 Arten, zu denen noch einige mir 
nur im ^veiblichen Geschlechte vorliegende und daher vorläufig 
nicht sicher zu determinirende Porpliyrops-Arten hinzukommen, 
sind Alles, was mir in fünf Sommern und bei specieller Auf- 
merksamkeit auf diese Familie, von Dolichopoden in der 
Umgegend Berlins vorgekommen ist. Bei der bekannten 
Eigentlmmlichkeit besonders der weniger häufigen Arten, 
sehr lokal und nur während eines geringen Zeitraumes in 
grösserer oder geringerer Individuenzahl aufzutreten, ist es 
sehr wahrscheinlich, dass sich die Zahl der Arten bei fort- 
gesetzter Aufmerksamkeit nocJi beträchtlich höher stellen wird, 
ohne freilich derjenigen gleich zu kommen, welche die durch 
Mannigfaltigkeit des Terrains und der Gewässer weit bevor- 
zugteren Gebirgsgegenden Mittel- und Süddeutschlands dar- 
bieten. Den Reichthum der letzteren an Dolichopoden habe 
ich auf zwei Excursionen in das Bayerische Hochgebirge und 
das Sächsische Erzgebirge wenigstens annähernd kennen zu 
lernen Gelegenheit gehabt und gedenke über die von mir da- 
selbst gemachte Ausbeute gleichfalls nächstens Auskunft zu 
geben. Im Anschluss an die hier gemachte Mittheilung will 
ich nur "noch einer ausgezeichneten neuen See Uns- Art Er- 
wähnung thun, welche mir durch die Güte des Herrn Prof. 
Boheman zugekommen ist und sich unter einigen Exemplaren 
des Sc. notatus Fab., von denen sie durch auffallende Merk- 
male abweiciit, vorfand. 

Scellus dolichocerus nov. spec. Diagn. Alis fusco- 
vittatis, antennis elongatis, articulo tertio «praecedentibus duo- 
bus conjunctis longitudine fere aequali, acuminato: tibiis in- 
termediis (maris) apice fasciculatis, metatarso ejusdem paris 
extus biseti. Long. Hy^ ÜQ' <^' 

Die Art steht gleichsam zwischen Sc. notatus Fab. und 
spinimanus Zetterst. in der Mitte, indem sie mit ersterem durch 
den Haarschmuck der Mittelschienen beim Männchen, mit letz- 
terem mehr in der Flügelzeichnung übereinstimmt; durch die 
Form der Fühler entfernt sie sich dagegen von beiden gleich 
auffallend. Diese sind nämlich fast so lang wie der Kopf 
breit, schwarzbraun, greisschimmernd; das erste Glied um die 
Hälfte länger als bei Sc. notatus, dünn grißelförmig mit er- 
weiterter Spitze, das zweite von der gewöhnlichen kurzen 



47 

Form, das Endglied fast so lang M'ie die beiden ersten zu- 
sammengenommen, nach Art der Porphyrops- und Rhaphium- 
Arten langgestreckt und zugespitzt dreieckig; die Fühlerborste 
fast in der Mitte seiner Rückenseite entspringend, beträcht- 
lich kürzer und dicker als bei Sc. notatus. Der Thorax ist 
bei dem einzigen mir vorliegenden Exemplare schwärzlich 
erzfarben, lebhaft metallisch glänzend, zwei feine mittlere 
Längsstriemen , die Schulterbeulen und der Seitenrand nach 
hinten, innerhalb der Flügelbasis purpurfarbig schimmernd; 
die feine vertiefte Mittellinie ist weisslich, zwei quadratische 
Flecke am Vorderrande gelblich bestäubt, messingglänzend. 
Die Flügel stehen in Färbung und Zeichnung denjenigen von 
Sc. spinimanus am nächsten, doch ist der braune Ton merk- 
lich blasser und gleichmässiger, ohne die scharf hervortretende 
dunkele Säumung der Längsadern und z. B. auch ohne lich- 
ten Wisch zwischen der dritten und vierten; am Vorderrande 
beginnt die braune Färbung erst jenseits der Fiügelmitte und 
die dunkele hintere Querader nebst dem Punkt auf der Schwiele 
der vierten Längsader treten etwas deutlicher als bei Sc spi- 
nimanus, dagegen ungleich m eniger als bei Sc. notatus hervor. 
Schwinger licht pechbraun, grau schimmernd; Brustseiten me- 
tallisch purpurfarben, mit blaugrauer Bestäubung, Hüften licht 
silbergrau bereift, die vordersten gleich den Beinen rothgelb 
durchscheinend. Schenkel licht grünlich broncefarben, Schie- 
nen und Tarsen mehr bleigrau schimmernd. Die längeren Dor- 
nen an der Unterseite der Vorderschenkel sind nicht wie bei Sc. 
notatus abwechselnd stark und schwach, sondern untereinander 
ziemlich gleich, der Haken am Innenrande der Vorderschienen 
nicht nach oben gegen den Schenkel hin, sondern mehr nach 
einwärts gerichtet, auch nicht stumpf und zweizinkig, sondern 
einfach zugespitzt und deutlich gekrümmt; die Spitze der 
Vorderschienen nicht hakenförmig ausgezogen, sondern einfach 
und stumpf, der Innenrand daher ohne Ausschnitt, die Bedor- 
nung jenseits der Mitte und dann wieder nahe an der Spitze 
etwas länger als im Uebrigen. An den Mittelschienen steht 
das längste Borstenpaar nicht wie bei Sc. notatus unterhalb, 
sondern fast gerade in der Mitte der Länge; eine Verdickung 
der Spitze ist kaum bemerkbar und die krause, lockige Be- 
haarung derselben bei weitem weniger dicht, dagegen etwas 
weiter nach oben reichend als bei Sc. notatus. Der Meta- 
tarsus der Mittelbeine ermangelt der langen, kammartigen Be- 
borstung der Innenseite gänzlich, ist dagegen aussen an der 
Basis mit zwei gerade wegstehenden, dornartigen Borsten be- 
setzt, von denen die zweite um die Hälfte länger als die 
erste ist; im Uebrigen ist der Metatarsus dünn, so lang wie 
die drei folgenden Glieder zusammengenommen und gleich 



48 

diesen unterhalb mit kurzen, an ihm selbst aber sparsameren 
Borsten besetzt. — Der Hinterleib ist kaum merklich bereift, 
vorn stahlblau, in der Mitte purpurroth und hinterwärts gold- 
grün glänzend, das drittletzte Segment unterhalb mit starker, 
stumpf kegelförmiger Auftreibung; das kleine Basalglied des 
Hypopygiums mit einigen langen -weissen Borstenhaaren besetzt, 
das Endglied licht rostfarben, weisslich bestäubt. Die männ- 
lichen Appendices sind mindestens ebenso lang gestreckt wie 
bei Sc. spinimanus, gelblich weiss mit gebräunter äusserster 
Basis. Ihre Basalhälfte ist löffeiförmig gestaltet, gegen die 
Spitze hin birnförmig erweitert und auf der ganzen Unterseite 
dicht weiss behaart; die durch eine starke Einschnürung ab- 
gesetzte Spitzenhälfte ist noch länger als jene, an der Basis' 
dünn gestielt, nach der Spitze hin allmälig keulenförmig er- 
weitert. — Ein männliches Exemplar, aus Oeland stammend. 
Berlin, 15. October 1863. 



49 



Hemiptera mexicana 

enumeravit specie^sque novas descripsit 

Carolus Stal. 

(Continuatio.) 



Homoptera. 
<^ Fulgorida. 
^ ^ 345. Fulgora Castresii Guei-.; Burm. Gen. Ins. 
Fulg. 4 (1846). 

•-':;- 346. Enchophora stillifera Stal;"Phrietus stilli- 
fer Stal. Beil. Ent. Zeitsehr. VI. p. 303. 1 (1862). 
i-- t347. Poeocera--^) misella Stäl. Ent. Zeit. XXIV p. 
239. 1 (1863). p 

"^^ 348. Atalanta auiicontia Burm.; Lystra auricoma 
Burm. Gen. Ins. Lystra 7 fig. 1 (1846). 



.'i ^Amantia Stäl. 

*) Caput latissimum, antice rotundatum, ante oculos nonnihil 
prominens-, fronte ad verticem haud adscendente, convexiuscula, sur- 
sum nonnihil ampliata, prope apicem carina transversa instructa, 
marginibus lateralibus infra medium nonnihil sinuatis, lobo laterali 
infra sinum illum obtuso, parum prominulo. Articulus secundus an- ' 
tennarum subglobosus. Thorax magnus, postice productus et trun- 
catus, scutello sequilongus vel fere longior. Tegmina tota distincte 
venulosa. Pedes mediocres , simplices, tibiis posticis spinis 4 vel 5 
armatis. u t , , 

Ad hoc genus pertinent Poeocera combusta Westvv. et P. 
imperatoria Gerst. 

^Tomintus Stäl. 

Caput latum, antice angulatum ; angulis posticis verticis retror- 
sura leviter productis, subtruncatis •, fronte carinis destituta, apicem 
versus angustata, apice utrimque haud lobata, apice late emarginata ; 
clypeo haud carinato. Thorax et scutellum conjunctim latiora quam 
longiora, illius niargine basali fere recto , hocillo duplo longius. Teg- 
mina corpori eequilonga, apicem versus distincte angustata, apice ro- 
tundata, tota venulosa. Segmentum quintum dorsale apud feminam 
productum, praecedente duplo longius. Pedes breves, simplices, tibiis 
posticis quadrispinosis. i^ ^ 

^' Cyrpopto affine genus , ad quod pertinet Calyptoproctus 
pudicus. 

4 



$0 

^ ^ 349. Cyrpoptus amabilis Westw. Are. Ent. II. p. 
89 PI. 71 flg. 1 (1845). ^ v^ 

V D 350. Cyrpoptus sodalis Stäl; Amycle sodalis 
Stäl. Ent. Zeitg. XXII p. 148. 2 (1861). 
U- O 351. Cyr))optus suavis Stäl. Berl. Ent. Zeitschr. VI 
p. 305. 1 (1862). 

y u 3.52. Nersia florens Stäl. Bidr. Rio Jan. Hern. II 
p. 64, 

^ Ct 353. Nersia curviceps Stäl. Bidr. Rio Jan. Hern. p. 64. 
^ (Ti 354. Nersia nigro-linea ta Stäl. — Vire^cenis; capite 
longe protuberante^ lateribus capitis et thoracis nigro-lineatis. 
$, Long. 11, Exp. tegm. 27 mili. (Coli. Signoret.) 

Virescens. Caput longe protuberans, tboraee scutelloque 
ad unum paullo longius, protuberantia ultra nnedium sensim 
leviter gracilescente, dein apicem versus leviter dilatata; ver- 
tice basi longitrorsum impresso; fronte lateribus apice leviter 
dilatatis, ultra medium sursum sensim convergentibus, dein 
parallelis, carinis duabus parallelis, percurrentibus, instructa; 
marginibus imis frontis verticisque ante oculos, carinis frontis 
superiora versus, linea longitudinali genarum apiceque calli 
postocularis nigris. Thorax medio uniearinalus et biimpressus, 
carinis lateralibus, inferiore tota, superiore posterius nigris, 
parte apicali media producta rotundata. Scutellutn trieaiina- 
tum. Tegminum -vena lo'igiludinalis media longius ante me- 
dium furcata quam interior. Femora apice nigro-notulata. 
Tibiai basi puncto nigro notatae. 

355. Oecleus decens Stäl. Berl. Ent. Zeithchr. VI 
p. 307. 2 (1862). 

356. Oecleus seminiger Stäl. Berl. Ent. Zeitschr. 
VI p. 307. 1 (1862). 

357. Bothriocera Westwoodi Stäl; AdanaWest- 
woodi Stäl. Oefv. Vet. Ak. Förh. 1856 p. 163. 1. 

358. Bothriocera Signoreti Stäl. — Nigio-fusca; 
marginibus lateralibus frontis clypeique nee non pedibus pal- 
lide testaceo-flavescentibus; tegmiuibus fuseis, corio maculis 
sex hyalinis, decoloribus, una parva basali, una magna ovali 
ante medium ad clavum posita, una rotundata pone medium, 
una transversa prope apicem duabusque transversis mediis, 
prope marginem costalem positis, notato; alis fuscescentibus, 
maculis duabus magnis decoloribus notatis. V. Long. 3, Exp. 
tegm. 10 mill. — (Coli. Signoret.) 

T> 359. Grynia nigricoxis Stäl. Berl. Ent. Zeitschr. 
VI p. 308. 1 (1862). 

360. Delphax pictifrons Stäl. — Pallide flavo-testa- 
cea; frontis fascia infra medium posita, fascia nigra utrimque 
terminata, antennis subtus, limbo externo partie lateralis de- 



flexse thoracis maculaque apicali femorum nigris. <^. Long, 
corp. 4, Long, cum tegm. B'/^ milL — (Coli. Signoret.) 

Caput ante oculos prominens; vertice oblongo-triangulari, 
basi oculiö fere latiore; fronte f'ere duplo longiore quam me- 
dio lata, infra medium utrimque levissime rotundata, supra 
medium sur^um sat angustata, carina unica percurrente in- 
structa; . clypeo medio obsolete carinato. Antenne articulo 
secundo primo plus duplo longiore. Thorax et scutellum tri- 
carinata. Tegmina abdomini.s apicem multo superanlia, pal- 
lide sordide subvinaeea. Calcar apicale tibiarum posticarum 
pectinatum. 

'^ ^ 3!il. Ulixes marmoreus Stäl; Lssus marmoreus 
Stäl. Ent. Zeit. XXü p. 150. 1 (1861). 

^ 362. Ulixes convivus Stal; lssus conv.ivus Stäl, 
Ent. Zeit. XXII p. 150. 2 (1861). 
v^O var. a. — Fuscescens. 
/ü var. b. — Dilute fuscescente-giiseus. 

var. e. — Fubcescens, tegminibus pallido-bimaeulatis. 

^ ' Thionia Stäl. 

A. Alarum areee analis vena furcata, ramulis simpli- 
eibus. 

/C 363. Thionia variegata Stäl. — Flavo-testaeea; 
fronte basi fusco-qundrimaculata; tegminibus fusco-tritäsciatis. 
Long. corp. 6'/2 mill. — (Coli. Signoret.) 

Caput thorace vix angustius; vertice tiansvert-o, thorace 
vix longiore, oculis nonnihil latiore, dimidio longiore quam 
lato, marginibus antico roluncJato, po-tico sinuato; fronte vix 
longiore quam prope apicem lata, apice rotundato-ampliala, 
sur.'-um sensim angustata , carina media percurrente et basi 
carinulis duabus obliquis, valde divergentibus, a media basi 
emis.'-i.'-, instructa, lateiibus pallide infuscatis, parce et obso- 
lete pailido-graniilatis, basi inter carinas fu^ca, margine api- 
cali rotundato-sinuato; cljpeo medio vix carinato. Tegmina 
abdominis apicem vix superantia, plus duplo longiora quam 
prope basin lata, apicem versus nonnihil angustata, apice ro- 
tundata, venis quattuor a basi emis&is, vena tertia (a costa) 
prope basin furcata, pone medium venulis transversis remotis 
instructa. Alse subsordide vitreee. 

B. Vena arese analis alarum pone medium furcata, ra- 
mülo inferiore trifurcato. 

D 364. Thionia maculipes Stäl. — Pallide griseo-fla- 
vescens; macula parva apicali femorum nigra. (^. Long. 5 
mill. — (Coli. Signoret.) 

4* 



52 

Caput thorace vix angustius; veitice tliorace pauUo lon- 
giore, vix dimidio latiore quam longo, oculis nonnihil latiore, 
basi quam apice feie angustiore, planiuseulo, margine basali 
leviter sinuato, antico leviter rotundato; fronte paullo longiore 
quam lata, basi quam apice nonnihil latiore, infra medium 
obtuse rotundato -ampliata, carina percurrente, per cljpeum 
continuata, instrueta. Tegmina abdominis apicem nonnihil su- 
perantia, fere plus duplo lougiora quam lata, apicem versus 
leviter angustata, apice obtuse oblique rotundata , Aenis lon- 
gitudinalibus quattuor e basi emissis instrueta, vena tertia 
prope basin furcata, ramulo exteriore ejusdem vense apicem 
versus fureato. 



/& 



Ficumna Stäl. 



Corpus ovale, subdepressum. Caput latum; fronte sursum 
angustata, saltem medio carinata. Thorax et scutellum con- 
junctim paullo latiora quam longa, ille hoc brevior, basi trun- 
calus, medio biimpressus. Tegmina apicem versus angustata, 
apice rotundata, venis longitudinalibus tribus e basi emissis 
instrueta, vena prima prope basin, vena secunda longius a 
basi, tertia pone medium furcatis, venulis transversis raris, 
obsoletis. Alse amplitudine variabiles, area anteriore venis 
tribus longitudinalibus, prope apicem venula transversa con- 
junctis, tertia apicem versus furcata; area media vena unica, 
pone medium furcata; area interiore vena unica, simplici in- 
strueta. Pedes mediocres, tibiis posticis normaliter quadri- 
spinosis; tarsis posticis articulo primo apicalibus duobus ad 
unum nonnihil breviore. 

/<^Thioniae affine genus, et habitu simillimum, distribu- 
tione venarum tegminum alarumque tibiisque posticis quadri- 
spinosis difFert. 

/O 365. Picumna varians Stäl. — Pallide testaceo-fla- 
vescens, plus minus nigro- vel fusco-variegata; macula coxa- 
rum anticarum nigra; alis leviter infuscatis; verlice fere seque 
longo ae lato. r^. Long. corp. ß'/j mill. — (Mus. Holm, et 
Coli. Signoret.) 

/ t var. a. — Testaceo-flavescens, tegminibus obscuriöribus; 
fronte lateribus fusco-variis, ejusdem margine basali carinu- 
lisque lateralibus basalibus, verticis margine antico interrupto 
maculisque duabus parvis posticis, maculis duabus thoracis 
scutellique nee non macula parva apicali femorum posticorum 
nigro-fuscis. 

V S var. b. — Ut var. a, sed supra obscurior; tegminibus 
fusco-nebulosis ; lateribus pectoris fusco-maculatis. 



53 

Caput thorace vix angustius, vertice thorace nonnihil lon- 
giore, oculis subsequilato, fere eeque lato ac longo, apice ob- 
tu?e angulalo, basi obtuse angulato-sinuato, leviter concavo; 
fionti multo longiore quam prope apicem lata, infra medium 
rotundato-ampliata, dein sursum angustata, carina media, per 
clypeum continuata, et basi carinulis duabus divergentibus in- 
structa, basi angulato-emarginata. Tegmina duplo et dimidio 
longiora quam lata, apicem abdominis vix superantia, apicem 
versus vix angustata, vena una alterave apice ipso furcata. 
Alse amplse, tegminibus vix duplo latiores, areis fere seque 
latis. 

Vv- 366. Picumna mexicana Stäl. — Plus minus obscure 
flavo- vel fufeco-testacea; tegminibus plus minus fusco-varie- 
gatis; alis infuscatis; vertice transverso. q. Long. corp. 6 
mill. — (Mus. Holm, et Coli. Signoret.) 

Caput thorace paullo angustius; vertice transverso, oculis 
fere dimidio latiore, thoraci eequilongo, antice late rotundato, 
basi sinuato, transversim sat concavo; fronte nonnihil longiore 
quam lata, sursum leviter angustata, infra medium leviter ro- 
tundato-ampliata, carina media subobsoleta, instructa, basi et 
apice emarginata; clypeo apicem versus obsolete carinato. 
Tegmina abdominis apicem vix superantia, circiter duplo 
longiora quam lata, apicem versus distincte angustata. Alse 
minus amplse, tegminibus haud latiores, area anteriore areis 
duabus cseteris ad unum sequilata. 

V"^' 367. Colpoptera sinuata Burm., Handb. der Ent. 
II 1 p. 155. 1 (1835). 

/ 368. Colpoptera marginalis Burm., Handb. der Ent. 
n 1 p. 156. 2 (1835). 

v ^ 369. Nogodina pictifrons Stäl. — Flavo - testacea ; 
maculis parvis frontis, in vittas duas congregatis, lineolis la- 
teralibus oblique transversis clypei, maculis lateralibus thora- 
cis, vittis duabus scutelli, maculis costalibus compluribus, limbo 
commis^^urali, fasciis tribus, posteriore excepta angustissimis, 
maculisque tribus vel quattuor apicalibus tegminum, maculis 
lateralibus pectoris, vitta laterali apiceque abdominis nee non 
fasciolis ventris nigro-fuscis; alis apice fusco-limbatis. ^. Long, 
corp. 10, Exp. tegm. 26 mill. — Vera Cruz. (Mus. Holm.) 
V""'^ N. reticulatae simillima, fronte tricarinata tegminibus- 
que basin versus magis angustatis preesertim differt. Frons 
haud duplo longior quam lata, tricarinata, lateribus subparal- 
lelis. Thorax medio obsolete carinatus. Scutellum tricarina- 
tum. Tegmina apicem versus sensim ampliata, apice late 
rotundata, margine costali leviter et quam'irt'N. reticulata 



54 

minus rotundato. Pedes hie illic infuscati, tibiis posticis 
quinquespinosis. 

n/ o 

Gaetulia Stal. 

Caput thorace paullo angustius, ante oeulos paullo pro- 
minens; vertiee basi sat profunde einuato; fronte oblonga; 
clypeo medio, nee lateribus carinato. Thoi'ax brevis, angu- 
latus. Scutellum maximum , tricarinatum. Tegmina modice 
ampla, parce venulosa, venulis discoidalibus irregiilariter dis- 
positis; prope apicem adest series venularum transversa, ar- 
euata, minus continua*, area costali latiuscula. Alse minus 
amplai. Pedes graciles; tibiis i>osticis trispinosis, spina ante 
medium posita minutiss^ima, obsoleta. 

'^Nogodinae affine genus, clypei lateribus haud carinatis 
vretieeque angusto preesertim differt. 

370. Gaetulia pudibunda Stäl. — Pallide virescens; 
marginibus imis verticis fuscis; carinis seutelli vittaque dorsali 
abdominis rufo-testaceis; tegminibus alioque vitreis, virescente- 
venosis. $ Long. corp. 7, Exp. tegm. 20 niili. — Vera Cruz. 
(Mus. Holm.) 

Vertex leviter transversus, margine apicali obtuse angu- 
lato. Frons fere duplo longior quam medio lata, infra me- 
dium utrimque nonnihil ampliata, medio pereurrenter distincte- 
que cai-inata. Tegmina apicem versus sensim nonnihil am- 
pliata, apice subsemicireulariter rotundata, maeula stigmaticali 
pallidissime olivacea; area costali remote transversim venosa. 

V ^ 371. Phalaenomorpha sordida Stäl. — Grisea, in 
pallidissime subolivaceum vergens; eapite truncato. $. Long, 
corp. 8, Exp. tegm. 27 mill. — (Coli. Signoret.) 

Caput nonnihil productum, antiee truneatum; vertiee plus 
duplo latiore quam longo; fronte et clypeo subhorizontalibus, 
illa fere dimidio longiore quam lata, apicem versus nonnihil 
angustata, marginibus lateralibus leviter elevatis. Antennse 
articulo secundo primo duplo longiore, apice oblique truncato. 
Thorax disco planus, pone oeulos utrimque carina longitudinali 
instructus, lateribus depressus, antrorsum levissime declivis, 
basi nonnihil sinuatus, parte discoidali leviter transversa. 
Tegmina sat ampla, apicem versus distincte angustata, apice 
oblique rotundata, venis distinctissimis, minus numerosis, ve- 
nulis transversis disco raris, posterius in series duas trans- 
versas arcuatas dispositis, area costali basin versus latiore, 
margine costali obsolete subsinuoso. Tibiffi p^tic« uuispiuosffi. 

^ ^ 372. Ormenis pulverulenta Gucr.; Poeciloptera 
pulverulenta Gu6r. Icon du r^gne an. Ins. p. 361(1838.) 
Variat pedibus nigris, fusco- vel flavo-testaceis. 



55 

'^ 373. Ormenis pallescens Stäl. — Viridi-alba, albido 
pulverosa; tegminibus apice truncatis. Long. 8, Exp. tegm. 
25 mill. -^ (Mus. Holm, et Coli. Signoret.) 

Statuta' 0. r u f o - 1 e r m i u a t a e. Frons paullo latior quam 
longa, utrimque leviter rotundata, apicem versus sensim an- 
gustata, bat^i quam apice duplo latior, carina longitudinali 
miuus distincta, basi apiceque abbreviata, instructa. Thorax 
haud carinatup. Scutellum leviter tricarinatum. Tegmina 
apicem versus sensim ampliata, apice truncata, angulo costali 
rotundato, commissurali subacuto, Alee albee. 
Y/'' ^ 374. Ormenis infuscata Stäl. — Fusca, subtus cum 
pedibus, marginibus frontis limboque costali tegminum griseo- 
albida; tegminibus apicem versus dilutioribus, apice rotundato- 
truncatis. $ Long. corp. 5, Exp. tegm. 13 mill. — (Coli. Sign.) 

Caput truncatum , fronte utrimque leviter rotundata, 
fere seque longa ac lata, ad basin transversim leviter elevata, 
intra margines laterales leviter impressa. Thorax antice valde 
rotundatus, anterius biimpressus. Scutellum disco planiusculum, 
haud carinatum, medio longitrorsum Impressum. Tegmina apice 
truncata, angulis apicalibus rotundatis, marginibus costili et 
commissurali parallelis, venis transversis irregulariter dispo- 
sitis rarissimis, apicem versus venulis in series duas transversas, 
minus reguläres, dispositis, serie anteriore minus distincta; 
inter series illas venulse alise haud adsunt; corii area costali 
basin \ersus clavoque remote granulatis. Alee leviter in- 
fuscatse. 

V -375. Ormenis leucophaea Stäl. — Sordide albida; 
thorace dilute testaceo; macula minuta laterali verticis, im- 
pressionibus duabus anticis mediis punctisque compluribus la- 
teralibus thoracis, vitta prope latera vittulaque abbreviata 
media scutelli nee non areolis plurimis tegminum fuscis aut 
nigro-fuscis ; tegminibus pone medium plaga oblique transversa 
pallidiore, pone hanc plagam infuscatis; alis sordide albidis, 
apicem versus leviter infuscatis, venis principalibus fuscis. ^. 
Long. corp. 7, Exp. tegm. 17 mill. — (Mus. Holm.) 

Prsecedenti subsimilis, tegminibus apice leviter dilatatis, 
venulis magis irregulariter dispositis et per fere tota tegmina 
sparsis distinctissima. Caput truncatum; fronte fere aeque 
longa ac lata, marginibus lateralibus leviter rotundatis et re- 
flexis, medio carina obtusa longitudinali, apicem versus oblit- 
terata et basi utrimque carinula brevi, e carina transversa, 
frontem et verticem separante, emissis instructa. Thorax disco 
planiusculup. Tegmina plus duplo longiora quam medio lata, 
a basi apicem versus leviter ampliata, pone apicem clavi 
paullo magis dilatata, apice truncata, angulis apicalibus rotun- 
datis, tota venulis transversis remotis, irregulariter dispositis, 



56 

instiucta, venulis apicalibuR in seriem minus regulärem ordi- 
natis; corio medio basin versus clavoque ante medium gra- 
nulatis. 

o 376. Aeanonia producta Stäl, — Virescens; capite 
a supero viso thorace duplo longiore, fronte breviter conico- 
producta, carina obsoleta instructa; tegminibus fere in medio 
latissimis, pone medium leviter angustatis, marginibus apicali 
et costali pone medium conjunctim sat rotundatis, areolis 
apicalibus apice lineola fusca terminatis. V. Long, cum tegm. 
11 mill. — (Coli. Signoret.) 

377. Aeanonia decens Stal. — Virescens; capite 
obtuse angulato-producto, thorace sequilongo, fronte baud lon- 
gitudinaliter carinata, supra planiuscula, parte supera parce 
punctata, a parte anleriore carina obsoleta separata; tegmi- 
nibus a basi ad medium rotundato-ampliatis, dein apicem 
versus haud vel vjx angustatis, apice obtusis&ime rotundatis. 
V. Long, cum tegm. 13 mill. — (Coli. Signoret.) 

O 378. Aeanonia virescens Stal. — Virescens; fronte 
basi levissime tumescente, haud carinata; tegminibus lere pone 
medium latissimis, dein apicem versus subangustatis, apice 
latissime rotundatis. ö". Long, cum tegm. 7 mill. — (Mus. 
Holm.) 

' Stridulantia. 

379. Calyria virginea Stal. — Pallide virescens; 
tegminibus alisque vitreis, virescenti-venosis; fronte basi sat 
producta. rj$. Long. 13 — 15, Exp. tegm. 36—40 mill. — 
Vera Cruz. (Mus. Holm, et Coli. Signoret.) 

Caput cum oculis thoracis margine antico subangustius, ante 
oculos sat prominens; fronte obtuse tectiformi, sulcis transversis 
nonnullis et sulco lougitudinali media instructa, basi retrorsum 
acutiuscule producta; vertice oculo transverso duplo et dimi- 
dio latiore; clypeo apice acuminato. Ocelli postici ab oculis 
quam inter se nonnihil magis di&tante?. Thorax lateribus 
convexis, marginibus lateralibus ab apice ad medium paral- 
lelis, dein divergentibus, impressione transversa postica ad 
basin valde appropinquata. "Tegmina plus duplo et dimidio 
longiora quam lata, area basali interiore ubique aeque lata. 
Alse areolis apicalibus quinque, Tympana omnino detecta. 
Opercula rudimentaria , vix ulla. Segmentum anale dorsale 
maris apice medio productum , acuminatum , utrimque appen- 
dice longo, gracili in&tructum ; segmentum anale ventrale sub- 



57 

obovatum. Segmentiim ventrale ultimum feminae late distincte- 
que sinuatum. Femoi'a antica subtus distincte trispinosa, spi- 
nis antrorsum nutantibus. 

380. Carineta Ancilla Stäl. — Subolivaceo - flaves- 
cens; capitis fascia basali, medio interrupta et ocellos inchi- 
dente, mavginibusque lateralibus thoraeis nigris. $J- Long. 
13 — 14, Exp. tegm. 37-40 mill. - (Mus. Holm, et Coli. 
S i g n o r e t.) ^,^^ 

^- ^^li^i-SJ^J-i^^^"^^^^'^-) wiJnor, thorace posterius angu- 
stiore^ Caput obtusiusculum ; fronte sat eonvexa, basi ante 
verticem leviter prominula, sulcis transversis, medio inter- 
ruptis, sulcoque longitudinali medio instructa, plus quam di- 
midium latitudinis t'aciei occupante; cljpeo apice acuminato; 
vertice oeulo transverso vix duplo latiore. Ocelli iuter se et 
ab oculis seque longe distantes. Thorax marginibus laterali- 
bus ab apice ultra medium parallelis, ba&i ampliatis, impres- 
.sione transversa postica ad marginem posticum sat appropin- 
quata. Tegmina plus duplo longiora quam lata, margine 
costali usque ad apicem sensim leviter rotundato, area basali 
interiore ai>icem versus vix ampliata, apice parum oblique 
terminata. Tympana detecta. Opercula parva, arcuata, margine 
exteriore basin versus nigro-fusco. Segmentum ventrale ulti- 
mum feminse profundissime sinuatum. Femora antica subtus 
quadrispinosa. 

381. ^Carineta lugubrina Stäl. — Nigricans, opaca; 
tegminibus alisque sordide vitreis, fusco-venosis, ,^?. Long. 
10—13, Exp. tegm. 30-36 mill. — (Mus. Holm.) 

Statura preecedentis; colore obscuro a mihi cognitis con- 
genericis divergens. Caput sat obtusum; vertice oeulo trans- 
verso duplo latiore; fronte sat eonvexa, basi vix prominula, 
sulcis transversis distinctissimis et sulco subtili longitudinali 
medio instructa, partes tres quintas latitudinis faciei occupante. 
Ocelli inter se quam ad oculos paullo magis appropinquati. 
Thorax antice capite cum oculis sublatior, marginibus latera- 
libus ab apice ultra medium parallelis, basi ampliatis, sulco 
transverso postico ad marginem posticum sat appropinquato. 
Tegmina plus duplo longiora quam lata, area basali interiore 
apicem versus levissime ampliata. Tympana detecta tota. 
Opercula parva, arcuata, apice extus pallido-limbata. Segmen- 
tum ventrale ultimum feminse profundissime sinuatum. Fe- 
mora antica sublus spinis tribus distinctis et apice spinula vix 
perspicua, ssepe deficiente armata. 

382. Zammara callichroma Stäl. — Dilute vire- 
scens vel flavo-virescens, fusco- vel nigro-variegata; abdomine 



58 

interdum in pallide serugineiim vergente, segmentis basi latis- 
sime nigro- vel fusco-fasciatis; tegminibus maculis nigro-fuscis, 
plus minus confluentibus ornatis; tarsis biarticulatis. 2'^. 
Long. 21—28, Exp. tegm. 71 — 78 mill. — Vera Cruz. (Mus. 
Holm.) 

(j. Parte basali sursum vergente frontis, vertieis fascia 
media, ipsa maculis duabus minutis virescentibus notata, po- 
stice ad ocellos dilatata et ibidem ramuios duos angustos 
emittente, antice etiam ramuios diios divergentes, ad margi- 
nem anticum currentes, emittente, nee non macula minula ba- 
sali utrimque ad oculos, thoracis margine antico, vitta media 
posterius abbreviata, vittulis tribus lateralihus obliquis margi- 
neque angulorum lateralium, scutelli maculis duabus basalibus 
anguste obovatis, vitta lata utrimque prope latera posita, 
apicem versus angustata et ad medium partis apiealis currente, 
nee non macula oblonga discoidali, tegminnm maculis, una ad 
apicem clavi, una lere ad medium costse, fascia irregulari 
anastomosium, interdum pluries interrupta, apiceque, abdomine, 
exceptis margine apicali segmentorum et lateribus segmenti 
dorsalis primi, marginibus lateralibus maculaque prostethii ad 
basin coxarum nigricantibus. 

$. Ut mas, sed multo dilutius picta, signaturis quibusdam 
plus minus oblitteratis. 

Caput inter oculos nonnihil rolundatum; fronte leviter 
convexa, transversim sulcata, basi superne depressa. Thoi*ax 
angulis lateralibus obtusis, marginibus lateralibus anticis mar- 
ginibus lateralibus posticis multo brevioribus. Tegmina area 
basali interna apicem versus sensim angustata, venis basin 
versus flavo-testaceis. Opercula brevia, apice intus producta, 
apice late rotundata, margine exteriore medio recto. Femora 
antica subtus bispinosa. Tarsi biarticulati. 

383. Odopoea Montezuma Stal. — Flavo-testacea, 
nigro-picta; tegminibus alis-que immaculatis. (^$. Long. 40, 
Exp. tegm. 120 mill. — (Mus. Holm, et Coli. Signoret.) 

Vertex oculo transverso plus duplo latior, anterius medio 
late depressus , fascia angusta media nonnihil arcuata macu- 
laque pone angulum internum oculorum nigris. Frons modice 
convexa, medio impressa, transversim distincte sulcata, vitta 
media, flavo-trinotata, utrimque ramuios breves emittente, 
nigra. Cl^'peus niger, vitta medio interrupta flavescente. 
Thorax impressionibus, excepta posteriore transversa, linea 
■antica intramarginali, vittis duabus angustis, postice abbre- 
viatis et conlluentibus, vittulis duabus, postice arcuatim flexis, 
nee non marginibus lateralibus, parte posteriore excepta, ni- 
gris, angulis lateralibus nonnihil obtusis. Scutellum maculis 



59 

duabus oblongo-obtriangularibus basalibus, litura oblongo-tri- 
angulari utrimque a basi longe ultra medium ducta, intus pro- 
funde erosa, litura discoidali media, utrimque ramulum emit- 
tente, nee non maeulis duabus parvis posterioribus, cum ra- 
mulis lituree mediee interdum confluentibus , nigris. Tegmina 
alseque vitrea, areis medio levi&sime infuscatis, venis flavo- 
testaeeis, apicem versus fusco-testaceis, area tegminum basali 
interiore pone medium apicem versus tubangustata. Abdomen 
segmentis dorsalibus basi apud marem nigris, apud feminam 
subfuscis vel concoloribus. Tympana superne magnam ad 
partem detecta, margine segmenti dorsalis primi pone tympana 
recto, haud lobato, leviter reflexo. Opercula brevia, trans- 
versa, intus valde producta, apice late rotundata. Femora 
antica, basi excepta, intermedia apicem versus, postica apice 
nigiicantia. Tarsi anteriores toti, postici basi et apice nigri- 
cantes. 

384. ^Odopoea imbellis Stäl. — Flavo-virescens, 
nigro-signata, tegminibus fusco-niaculatis- alis apice fusco- 
limbatis. $. Long. 30, Exp. tegm. 98 mill. — (Coli. Sig- 
n r e t. ) 

Vertex oculo transverso duplo latior, maeulis quattuor 
parvis basalibus, signatum ad ocellos margineque apicali supra 
antennas nigris. Frons modice convexa, medio irapressa, sul- 
cis transversis distinctis, medio interruptis, instructa. Lora 
intus nee non elypeus basi utrimque fusca. Thorax impres- 
sionibus omnibus maculieque duabus parvis oblongis discoida- 
libus nee non marginibus lateralibus posticis nigris; angulis 
lateralibus subobtusis. Scutellum basi maeulis quattuor, late- 
ralibus parvis, mediis majoribus, oblongis, maculisque quattuor 
discoidalibus parvis, duabus ante medium, duabus pone me- 
dium positis, nigris. Tegmina pallide viridi-olivaceo-venosa, 
maeulis tribus subobsoletis ante medium, maeulis anastomo- 
sium, macula venarum longitudinalium prope apicem, maeulis 
nonnullis limbi apicalis nee non limbo apicali versus costam 
fuscescentibus; marginibus lateralibus arese basalis interioris 
parallelis. Alse apice fusco-limbatse. Abdomen segmentis 
dorsalibus basi medio nigris, segmento apicali feminee ante 
medium nigro, parte nigra apice medio sinuata. Femora an- 
tica subtus bispinosa, margine inferiore exteriore nigro. Tibise 
apice tarsique anteriores fusci. 

385.^0dopoea Signoreti Stäl. — Pallide sordide 
olivaceo-virescens, nigro-liturata, subtus parce albido-sericea; 
tegminibus alisque vitreis, venis fuscis basin versus virescen- 
tibus, illorum areis apicalibus medio longitrorsum obsoletis- 



60 

sime infuscatis. V. Long. 21, Exp. tegm. 70 mill. — (Mus. 
Holm.) 

Vertex oculo transverso fere plus duplo latior, macula 
minuta subbasali utrimque prope oculos, macula minuta pro])e 
ocellos posteriores, spatio inter ocellos, fascia angusta media 
raargineque antico siipra autennas nigris. Fions parum con- 
vexa, sulcis transversis, medio interruptis, instructa. Clj'peus 
apice imo truncatus. Thorax impressionibus, excepta trans- 
versa posteriore, macula parva antica, alteraque posteriore 
media, nee non lineolis duabus longitudinalibus mediis nigris; 
angulis lateralibus obtusis. Scutellum lituris duabus basalibus 
ut littera V formatis, vittula discoidali, lineola abbreviata Jon- 
gitudinale latera versus posita, maculisque duabus parvis pone 
medium nigris. Tegmina area basali interiore ante medium 
quam basi et apice paullo latiore, vena eandem intus termi- 
nante ante medium levissime curvata. Segmentum ventrale 
ultimum feminse medio leviter incisum, maculis duabus parvis 
testaceis notatum. 
o« 

386. Odopoea Medea Stäl. — Pallide olivaceo- vire- 
scens, nigro-maculata; tegminibus nigro-maculatis. ,^?. Long. 
25, Exp. tegm. 70 mill. — Oaxaca. (Mus. Holm.) 

Vertex oculo transverso duplo latior, macula minuta ba- 
sali ad oculos, fascia angusta subarcuata media, ad ocellos 
dilatata, nee non fasciola obliqua loborum anteriorum nigris. 
Frons parum convexa, rugis transversis nigiis, medio iuter- 
ruptis, instructa. Macula media lororum clypeique nigra. 
Thorax impressionibus, excepta transversa posteriore, vittis 
duabus angustis mediis, postice abbreviatis, basi apiceque sub- 
ampliatis, nee non lineolis duabus longitudinalibus discoidalibus 
nigris; angulis lateralibus obtusis, apice subrotundatis. Scu- 
tellum maculiö nigris sex basalibus, quarum duse medise ma- 
jores, obtriangulares, laterales parvse, maculis tribus discoida- 
libus remotis maculisque duobus pone medium, quse interdum 
cum maculis discoidalibus in lituram magnam, postice erosam, 
antice ramulum emittentem, confluunt. Tegmina alaeque vitrea, 
fusco-venosa , illorum venis basin versus virescentibus, venis 
areolam basalem terminantibus fuscis, maculis tribus ante me- 
dium, maculis anastomosium, maculis una vel duabus venarum 
longitudinalium pone anaetomoses, maculisque ad marginem 
apicalem fuscis aut nigro-fuscis ; area basali interiore a basi 
apicem versus distincte angustata. Tympana ad magnam par- 
tem detecta, margine segmenti i)rimi dorsalis abdominis pone 
tympana recto, haud lobalo, reflexo. 0])ercula parva, trans- 
versa, intus producta, extus et apice conjunctim rotundata. 
Segmentum ventrale ultimum feminse fusco-bimaculatum, apice 



61 

medio emaiginatum ; segmentum dorsale ultimum ejusdem sexus 
utrimque nigvo-maeulatum et vittatum. Tibiae anteriores basi, 
medio et apice, posticee basi et apiee superne nigro-maculatse. 

^Proarna Stal. < 

Caput modice latum; fronte ssepissinie parum convexa, 
raro basi breviter subeonieo-producta; clypeo apice acuminato. 
Rostrum ad apieem coxarum posticarum vel ultra productum. 
Thorax marginibus lateralibus leviter attenuatis, medio sub- 
sinuatis, 'antrorsum ssepissime angustatus. Tegmina venis ulna- 
ribus basi distantibus, areis apiealibus octo, anastomosi prima 
transversa, cum venis longitudinalibus quas conjungrt, angulos 
fere reetos formante, area basali interiore apieem versus le- 
viter dilatata. Alse areis apiealibus sex. Pedes mediocres, 
femoribus anticis incrassatis, subtus trispinosis; tarsis triarti- 
culatis. Tympana superne ad partem obtecta. Opercula ma- 
rium minora, distantia, apieem versus ampliata et conver- 
gentia. Segmentum anale dorsale marium apice sinuatum. 
Segmentum ventrale ultimum feminarum medio emarginatum. 
OTympanoterpi affine genus, ad quod pertinent species 
comc^ures, inter quasH3icada hilaris Germ.,'lC. pulverea 
Ol.Pc. grisea Fabr. ePC. albida Ol. descriptse sunt. 

387. P. pulverea 0].,^icada pulverea Germ, in 
Thon Ent. Arch. II. 2 p. 43. 82 (1830). — Vera Cruz. (Mus. 
Holm.) 

388.^P. Sallei Stäl. — Albo-sericea, flavo-testacea, 
abdomine obseuriore; ca])ite inter ocellos, impressionibus tho- 
racis hie illic, scutelli litura basali, ut littera W formata, 
vittulaque sublaterali media, antice cum lateribus liturse ba- 
salis subconfluente, nigro-fuscis ; femoribus anticis extus vitta 
fusca, vel basi et apice macula fusca ornatis; tegminibus alis- 
que vitreis; illprum anastomosibus, venis longitudinalibus prope 
apieem venaque submarginali apicali prope apieem venarum 
longitudinalium fusco-maculatis, areola basali vix infuscata; 
tibiis impictis. ,^^. Long. 25—26, Exp. tegm. 67—70 mill. 
Vera Cruz. (Mus. Holm.) 

c^. Operculis nonnihil longioribus quam apice latis, mar- 
gine exteriore subrecto, medio levissime sinuato, apicali latis- 
sime rotundato. 

$. Segmento ventrali ultimo trisinuato, sinu medio pro- 
fundo, acuto. 

Caput thoracis apice haud latius, obtusum; fionte leviter 
convexa, basi haud producta, fere dimidium latitudinis faciei 



62 

occupante. Thorax retrorsum distincte ampliatus, marginibus 
lateralil)us nieclio leviter sinuatis, ante sr^inum nonnihil rotun- 
dalis. Tegmina ter longioia quam lata, niargine coi^tali a basi 
ad medium levissime rotundato, area apicali prima secunda 
duplo longioie, area apicali octava sepiima dimidio longiore, 
area ba.-ali inteiioie apice oblique terminata; margine costali 
medio lubco-bimaculato. Segmentum anale dorsale feminee 
fusco-bivittatum. 



389. Fidicina pertinax Stäl. — Flaveseeute-olivacea; 

tegminibus ali.-^que !-ordide lijalinis, illorum areola ba^ali di- 
lute olivacea; parte laterali po.-toculari capiti.-^, fascia angusta 
abbreviata veiticis, inipie^t-ione longitudinali media Ironlis lere 
tota, scutelii vittis subobiiquis quattuor a ba.-i emi^sis, meriiis 
brevibuy, angus-tii-siini.s, lateralibus ultra medium p;oductis, 
nee non macuÜs duabus minutis pone medium di&ci, venis 
tegminum alaiumque, exceptis costu ipsa tota veni.-que longi- 
tudinalibus basin versus, biisi davi et alarum, fa^ciaque ba^ali 
segmentorum terlii et quarti doisalium abdominis nigri?-; vitta 
latiubcula laterali seiitelli .-ubolivaceo-tJavescente, tiavo-pilota. 
$. Long. 40, Exp. tegm. 111 mill. — (Mut?. Holm.) 

OF. vinulae maxime alfini^, multo major, dilutior, magis 
virescens. Caput latissimum, tlioracis postico s^ubeequiiatum ; 
fronte sulcis tran.sversis , medio inteiruplis, bulcoque longitu- 
dinali medio iuttiucta. Thorax antror.-um leviter angu.-tatus. 
Seulellum apice medio di^tincte tinuatum , angulis apicalibus 
apice subdentatis. Segmentum femiuse \entiale ultimum apice 
leviter trissinuatum, sinu medio angulato. 

O Vi 

390. Cicada Tibicen Lin., var. opercularis Ol,; 
Germ, in Thon Ent. Arch. II 2 p. 40. 45 (183j). 

391. Cicada alacris Stäl. — Nigro- et dilute oliva- 
ceo-varia, supra paiee, subtus denbius albido-sericea; abdo- 
mine nigricante, ventre castaneo, utrimque pallido-vittato; 
tegminibus alisque vitreis flavo- vel \iridi-olivaceo- venosis, 
anastomo&ibus omnibus vel saltem duabus primis fusco-notatis. 
$(^. Long. 25, Exp. tegm. 76 mill. — (Mus. Holm, et Coli. 
Signoret ) 

(^. Segmento anali dorsali apice sat profunde sinuato, 
angulis posticis acutis, produetis; operculis triangularibus, di- 
varicatis, apice rotundatis, paullo longioribus quam latis, vix 
ultra medium ventris extensis. 

$. Segmento ventrali ultimo trisinuato, sinu medio an- 
gulato. 

Caput thoracis parti postica? aequilatum, nigrum, verticis 
limbo antico inter frontem et oculos maculaque basali utrimque 



63 

prope oculos, macula subbasali carinieque frontis flavo-oliva- 
ceis; fronte parum piominula; clypeo apice leviter anguste 
tiuncato. 'Jhoiax anteiius capite nonniliil anguslior, flavo vel 
viiescente-olivaceus, impresM'onibus nigris, marginibus lalera- 
libuö levis!^ime atteniiatis, anle meiiium obtuse angulatis, pone 
angulum leviter sinuatis Scutellum fJavo vel viiioi-olivaceum, 
maculi^ quattuor oblongo-tiiangularibus, basin attingentibus, 
lateralibus ad vel ultra medium exten^is, vitta abbreviata 
media maculisque duabus parvis pone medium positiy, cum 
vitla illa interdum in maculam magnam, antiorsum acumina- 
tum, confluentibus, nigiis. Tegmina area ba.^ali interiore basin 
veisus sat anguhtata, ba^in quam apice plus dimidio angu- 
stiore; area apicali prima secunda duplo longiore. Femora 
antica bispinosa. 

Cercopina. 

o o 

3f)2, Tomaspis'"^) Inca Gu6r.; Cercopis inca Gu^r. 
Icon. Regne an. Ins p. 368 (1838). 

393. Tomaspis pictipennis Stäl. — Remote serieea, 
obscure viresccnte-aenea, nitida; tegminibus' nigro-cceruleis, 
parte apicali fufr^co-bubhyalina , clavi limbo inleriore, corii 
iasciib duabu« angus^tis, articulo basali rostri, mesot>tetliio, me- 
tastetliio, abdoniine pedibusque posticis rufo- vel tJavo-tetita- 
ceiö; apice til)iaium posticarum tarsisque posticib inluscatis. 
^9. Long, cum legm. 8, Lat. tlior. 3 mill. — Vera Cruz. 
(Mus. Holm, et Coli. Signoret.) 

c7 T. tlavoT-pictae altinis et i?imilis, minor. Caput antice 
rotundatum, fronte convexa, carina obtu^a parum elevata, 
apicem veri^us oblitteiata, sulcisque transver.sis minus distinctis 
instructa. Thorax subtiliter rugoso-punctatus, marginibus la- 
teralibus posticis anteiioribus paullo longioribus, iilis levissime 
sinuatis. Scutellum tubtiliter rugulosum. Tegmina subtilis- 
sime coriacea, apice remote venulosa, marginibus costali et 
commisturali parallelis. Alse vitieee. Tibiee posticse bispinosse. 

O 

394. Tomaspis fasciaticollis Stäl. — Supra fusca 
vel nigricans, subtus cum pedibus fusco- vel flavo -testacea, 
fusco-varia; thorace ante medium utrimque impressionibus 
pluiibus parvis instructo, fascia media sordide straminea; abdo- 
mine in sanguineum vergente, plus minus fusco-vario. c^?. 



*) Genera Rliinaulax, Monecphora, Tricophora et 
Sphiiiorhina cum Tomaspide conjungenda sunt. 



64 

Long, cum tegm. 8, Lat. thor. 3 mill, — (Mus, Holm, et Coli. 
Signoret.) 

D var. a. — Tegminibus impictis. 
var. b. — Tegminibus fasciis duabus sordide stramineis. 

OT. bicinctae Say maxime affinis, minor, fronte a latere 
visa infra medium obtuse angulata differt. Remote serieea, 
supra dense subtiliterque ruguloso- punctata. Tliorax margi- 
nibus lateralibus anticis margine antico dimidio brevioribus. 
Tegmina margine eostali levissime rotundato. Tibiee posticse 
bispinosee. 

O 395, Tomaspis nuptialis Stäl, — Obscure sangui- 
nea, nitida; tarsis, basi excepta, tegminibusque nigris, horum 
maculis duabus subba&alibus, una prope bayin clavi, altera ad 
marginem costalem longius a ba&i posita, nee nou vittis duabus 
abbreviatis corii croceis; abdomine infuscato, ,^. Long, cum 
tegm, 12, Lat. thor, Sy.^ mill. — (Coli. Signoret,) 

Caput thorace dimidio angu^ius, fronte subcompressa, 
a latera visa infra medium rotundata, vix angulata, carina 
media distincta percurrente, carinis transversis distinctis. Tho- 
rax distincte punctulatus, antice Iseviusculus, marginibus late- 
ralibus posticis distincte sinuatis. Tegmina apicem versus 
haud angu&tata, duplo et dimidio longiora quam lata, dense 
punctata. Tibia* posticse bispinosse. 

396. ^ Tomaspis vittatipennis Stäl. — Sanguinea, 
nitida; apice femorum anteriorum, tibiis anterioribus superne, 
apice tibiarum posticarum, tarsis tegminibusque nigricantibus, 
horum parte quarta basali vittisque duabus, prope apicem ab- 
breviatis, sanguineis. ?. _ 
mill. — (Mus, Holm, et Coli. Signoret.) 

Q T. nuptiali subsimilis, longior. Frons compressa, apicem 
versus quam basi nonnihil magis prominens, carina media per- 
currente, sat elevata, carinis transversis distinctis. Thorax 
punctulatus, marginibus lateralibus posticis leviter sinuatis. 
Tegmina sat longa, apicem versus haud angustata, dense punclu- 
lata. Tibise posticse bispinosse. 

397, Tomaspis ornatipennis Stäl, — Sanguinea; 
antennis, apice femorum anteriorum, tibiis anterioribus superne, 
apice femorum posticorum tardsque nigris; tegminibus nigro- 
fuscis, basi, fascia prope basin vittisque duabus, prope apicem 
abbreviatis et subconfluentibus, antice ad fasciam etiam ab- 
breviatis, sanguineis; thorace postice, fascia scutelli dorsoque 



65 

abdominis infuscatis. Long, cum tegm. 13, Lat. thor. 4 mill. 
— rMus. Holm.) 

^T. vittatipenni valde affinis. 

398. Tomaspis varians Stäl. — Subtus cum pedibus 
sordide straminea vel testacea vel dilute sanguinea; tegmini- 
bus fuscis aut nigro-fuscis; vitta ad marginem costalem appro- 
pinquata, basi apiceque curvata, basin clavi attingente, prope 
apicem abbreviata, straminea; apice femorum anteriorum, ti- 
biis anterioribus, apice femoium posticorum tarsisque nigris. 
$. Long, cum tegm. 11, Lat. thor. 3 mill. — Oaxaca. (Mus. 
Holm.) 

var. a. — Pallidior; thoiace, capite scutelloque stramineis. 
■"•var. b. — Capite rufo-testaceo; scutello thoraceque ni- 
gris, hujus disco stramineo, margine antico vel angulis anticis 
rufotestaceis vel sanguineis. 

"var. c. — Capite scutelloque testaceis; thorace sti amineo, 
antice testaceo. 

var. d. — Ut var. b, sed scutello macula sanguinea 
notato. 

Prsecedentibus duabus quoad staturam formamque partium 
valde affinis. 

399. Tomaspis limbata Stäl. — Nigra; limbis late- 
ralibus et postico thoracis, costali et commissurali tegminum 
sanguineis, hoc angusto. ö^$. Long, cum tegm. 13 '/jü Lat. 
thor. 4y^ mill. — Oaxaca. (Mus. Holm, et Coli. Signoret.) 

Frons sat compressa, a latere visa angulum rectum for- 
mans, carina media longitudinali percurrente, sulcis transversis 
subtilibus, obsoletis. Thorax rugoso-punctatus, marginibus po- 
sterioribus leviter sinuatis. Tegniina dense punctulata, duplo 
et dimidio longiora quam lata. Tibise posticse unispinosse. 

400. Tomaspis sepulchralis Stäl. — Pubescens, 
nigvicans, nitida; margine angusto basali thoracis basique ipsa 
tegminum sanguineis. J. Long, cum tegm. 8, Lat. thor. 3 
mill. — (Coli. Signoret.) 

Frons compressa, acute angulata, carina media percur- 
rente, valde elevata, carinis transversis obsoletis. Thorax 
minus dense punctulatus. Tegmina dense punctulata, apicem 
versus haud angustata, duplo et dimidio longiora quam lata. 
Tibiee posticee unispinosae. 

• 401. Ptyelus siccifolius Stäl. — Sericeus, flave- 
scente-griseus; macula apicali frontis, clypeo, articulo ultimo 
rostri, unguiculisque nigro-fuscis; vertice thoraceque fusco-con- 

5 



66 

spersis, hoc antice macula parva fusca, basi macula parva 
pallida notato; tegniinibus fuscis, vel castaneis, fascia leviter 
curvata longe ante medium nee non maculis quattuor mediis, 
irregularibus, minus distinetis, sordide flavescente-griseis, fusco- 
eonspersis; alis levissime infuscatis. ,S^. Long, cum tegni. 
11—17, Lat. thor. S'/^ — o% mill, — (Mus. Holm.) 

Magnus. Caput trianguläre, augulum rectum formans. 
apice rotundatuni, cum oculis plus duplo latius quam longum, 
marginibus obtusis; fronte sat distincte transversim sulcata, 
sulcis medio ruga leevigata vix elevata interruptis. Oeelli 
inter se et ab oculis seque longe remoti. Thorax remote pun»- 
ctatus, leviter convexus, ante medium nonnihil declivis, paullo 
latior quam longus, sexangularis, margine antico late rotun- 
dato, marginibus lateralibas anticis rectis, longis, oculorum 
diametro longitudinali saltem a-quilongis, lateralibus poi-ticis 
leviter sinuatis, illis plus duplo longioribus, basali sat profunde 
sinuato. Scutellum longum, acute trianguläre, apice pallidum. 
Tegmina densissime punctulata, ante medium nonnihil dilatata, 
dein apicem versus angustata, apice valde oblique subtruncata. 
Alse Vena apicali intramarginali, ubi excurrunt vense longitu- 
dinales tres posticse, ter angulato-undata. 

Specimina vidi e Rio Janeiro a mexicanis, quantum \ idere 
possum, haud diversa. 

Specimen e San Paolo Brasilia?, capite paullo obtusiore 
instructum, vix specifice diversum, misit amicissimus Signoret. 

"^ Philaenus Stäl. 

Caput obtuse trianguläre; vertice planiusculo, margine 
antico inter frontem et oculos sulcato. Thorax antice obtu- 
sissime rotundatus vel subangulatus marginibus lateralibus an- 
ticis brevissimis. Scutellum paullo longius quam basi latum. 
Pedes simplices, breviusculi, tibiis et femoribus anticis sequi- 
longis, tibiis posticis bispinosis. 

Ad hoc geuus pertinent"- Pty elus spumarius,'" liuea,:^ 
t u s ,^ c a m p e s t r i s"^ e x c 1 a m a t i o n i s et c a f f e r. 

40?. Philaenus fusco-varius Stal. — Supra dilute 
fusco-ferrugineus, subtus cum pedibus pallide flavo-testaceus; 
tegminibus futco-venosis et parce fusco-variis , apice pallidio- 
ribus; frontis apice, disco mesostethii dorsoque abdominis ni- 
gricantibus; alis pallidissime infuscatis, disco fuscis. $. Long, 
cum tegm. 6—7 mill. — (Mus. Holm, et Coli. Signoret.) 

StaturaT P. spumarii. Caput obtuse angulatum, thorace 
vix dimidio brevius, vertice piano, scutello fere sequilongo; 
fronte impressionibus transversis compluribus fuscis; medio 



67 

interruptis, instiucta. Thorax sexangularis, margiiie antieo la- 
tissime rotundato, marginibiis lateralibus anticis diametro trans- 
verso oculorum nonnihil longioribus. Tegmina abdominis api- 
cem nonnihil superantia, inarginibus costali et conimissurali 
parallelis, illo ante medium leviter sinuato, apice rotundata. . 
Variat pedibus plus minus infuscatis. 

^ Lepyronia Am. et Serv.; Stal. 

Alse quieseentes apice plicatse, vena submarginali ibidem 
angulum, introrsum vergentem, tbrmante. 

Tegmina specierum hujus generis variant plus minus, iu- 
terdum parum, convexa, 

^' 403. Lepyronia sordida Stäl. — Fusco-testaeea, 
griseo-sericea; tegminibus flaveseente-griseis, vitta a basi ultra 
medium currente, dein introrsum flexa, fusca; alis disco fuscis. 
o$. Long, cum tegm. ('Yj — 8 mill. (Mus. Holm, et Coli. 
S i g n r e t.) 

Q Statura L. quadr angularis Sa}'. Caput rotundato- 
triangulare, thoraci sequilongum, margine antieo leviter atte- 
nuato; vertice planiuseulo; fronte lineis transversis denu- 
datis, medio interruptis. Thorax margine antieo latissime 
rotundato, marginibus lateralibus anticis lere parallelis, oculo 
transverso nonnihil longioribus. Scutellum vertice distincte 
brevius. Tegmina plus duplo longiora quam lata, paullo con- 
vexa, marginibus costali et conimissurali parallelis, propius 
apicem angustata, apice angulum subacutum formantia. 

Membracida. 

404. Mviembracis mexicana Guer. ; Fairm. Ann. ent. 
Ser. 2. IV^p. 248. 19 (1846). 

405. "^Membracis micans Fairm. 1. c. p. 252. 35. 

406. TMinnbraeis sellata Stäl. — Nigra; thorace 
superne, exceptis cornu antieo et apice processus postici, late 
luteo; tarsis sordide s-tramineis. ^-9. Long, cum tegm. exe. 
cornu th 
n re t. ) 

^M. albidorsae similis. Caput ovatum, ante oeulos api- 
cem versus sensim angustatum, prope oeulos levissime sinua- 
tum, apice rotundatum. Thorax punctulatus, ultra angulum 
inlernum tegminum haud productus, superne leviter compres- 
sus, anterius in cornu longum, antrorsum et nonnihil .'^ursum 
vergens, productus, cornu illo carina usque ad medium mar- 
ginis lateralis thoracis continuata et infra illam carinis tribus 



abbreviatis instructo; parte lutea posterius latitudinem totam 
thoracis occupante. Tegmina tota nigro-fusca. 

O407. Membracis trimaculata Stäl. — Nigricans; 
thoracis maculis tribus, una parva antica ad basin cornus, 
duabus dorsalibu.«, stramineis; tarsis flavo-testaceis; abdomine 
testaceo. $. Long. G'/j niill. (Mu8. Holm.) 

Om. fulicaeJ similis, sed thoracis cornu vix ullo. Parce 
griseo-sericea, punctulata. Caput fere tecjue longum ac inter 
oculos latum, infra oculos sensim angustatum, apice rotunda- 
tum. Thorax modiee compiessus, margine superiore recto, 
antice leviter rotuudato, parte supera antica in unguium pa- 
rum pvominuluni producta, carinis duabus instructa. Tegmina 
tota nigricantia. 

408.^Membraci s apicalis Stäl. — Nigra, apice 
tegniinum albido-hyalina; tarsis pallidis, ^f*. Long. 5 mill. 
— (Coli. Signoret.) 

Caput fere longius quam inter oculos latum, infra oculos 
leviter siuuato-angustatum, apice truncatum, angulis apicalibus 
rotundatis. Thorax sataltus, antice perpendiculariter declivis, 
parte supera antica rectangula, ex angulo ipso carinam di- 
stinctam oblique retrorsum emittente, infra carinam illam 
carinis tribus vel quattuor transversis instrucla; parte postica 
apice subito attenuata, augulum internum tegminum haud 
superante. 

O 

409. Bolbonota pictipennis Fairm. 1. c. p. 258, 3. 

410. S p h n g o p h r u s b a 1 1 i s t a A m, e t S e r v. ; Fair m. 
1. c. p. 261. 1. 

41iy Sphongophorus claviger Stäl. — Niger; pe- 
dibus sordide flavo-testaceis; thorace antice in^processum ar- 
cuatum, recurvum, apice incrassatum, producto. q. Long. 
7 müh — (Coli. Signoret.) 

Os. ballista^ vakle affinis, parte apicali cornus antici tho- 
racis sat incrassata et retrorsum minus producta diffeit. Ca- 
put paullo longius quam intra oculos latum. Thorax den.e 
et fortiter punctatus, antice in cornu longum, gracile, arcua- 
tum, sursum et apicem versus retrorsum vergens, apice incras- 
satum et oblique truncatum, ibidem carinato- reticulatum pro- 
ductus, hoc cornu antice et postice tricarinato; parte postica 
longa, retrorsum sensim gracilescente^ prope apicem tegniinum 
sub angulo obtuso fracta, ibidem compressa, a latere visa 
dilatata. 



69 

412. Hoplophora cinerea Fairm. 1. c. p. 272. 13. 

4I3.'^Hop lophora monogramma Germ.; Fairm. 

1. c. p. 271. 8. 

414. *<Hoplophora histrionica Stal. — Flavo-testa- 
cea; thovace armato, fortiter fusco-ferrugineo-punctato, angulis 
humeralibus maculisque tribus anterioribus inter humeros po- 
sitis fusco-ferrugineis, parte producta po?tica pone medium 
maculis duabus pallidis ornata; tegmiuibus vitreis, venis flavo- 
testaceiö, clavi basi, corio ante medium ad marginem costalem 
flavo-olivaceis, punctatis. ?. Long. 11 mill. Vera Cruz. (Mus. 
Holm.) 

i'H. tuber culataef (sec. fig. Fairm air ei) affinis videtur, 
cornu dorsali thoracis multo altiore, antrorsum nutante. Ca- 
put latis!?imum, apicem versus rugoso-punctatum. Tiiorax po- 
stice retrorsum sensim angustatus, apice acuminatus, ad api- 
cem abdominis produetus, antice valde convexo-declivis, ibidem 
carina longitudinali obtusa instructus, dorso pone lineam fictam 
inter angulos Imnierales ductam cornu compresso, valde ele- 
vato, antrorsum distincte nutante, altiore quam a latere viso 
lato, apice rotundato, armatus, antice prope oculos utrimque 
impressione transversa nigra notatus, margine antico medio 
latissime sinuato, angulis humeralibus extrorsum et subdeorsum 
sat productis. 

415.^Umbonia nigrata Am. et Serv.; Fairm. 1. c. 
p. 275. 1. 

416. ''Umbonia crassicornis Am. etServ.; Fairm. 
1. c. p. 275. 2. 

417. ^Umbonia reclinata Germ.; Fairm. 1, c. pag. 
276. 4. 


418. Umbonia Orozimbo Fairm. 1. c. p. 277. 7. 

Obs. Alee'-Hoplophorae et XJmboniae areis apicali- 
bus tribus, anteriore sola apicem attingente, gaudent. Hoplo- 
phora alarum area anali mediocri, uninervia, ^U mbonia 
area eadem minima, vena destituta, sunt insignes. 

419.^Ceresa testacea Fairm. 1. c. p. 284. 4. 

420.^Ceresa patr uclis Stal. — Flavo-testacea, dense 
punctata; capite impunctato, parce rugoso; tborace anterius 
utrimque cornu tri(|uetro leviter antrorsum et sursum vergente 
armato, spatio triangulari pone cornua deplanato, pone spa- 
tium illum valde compresso et sat elevato; tegminum area 
costali anterius nigricante, areis reliquis fusco-marginatis. 3". 
Lon^. 11 mill. — Vera Cruz. (Mus. Holm.) 

viC. testaceae affinis, thorace dorso medio magis elevato. 



421. Ceresa Sallei Stäl. — P'lavo-testacea, parce 
stramineo-consperf^a; cornubus lateralibus carinaque dorsali 
thoracis fuscis. -?. Long. 9 niill. — - (Coli. Signoret.) 

Caput l-aeve, impressionibus nonnullis instructum. Thorax 
dense punctatus, anterius utrimque coniu sat acuto, subconico, 
extrorsum vergente et levissime retiorsum curvato, horizon- 
tali avmatus, inter cornua leviter convexus, pone medium com- 
pressus et acutus; pone cornua ads^unt lineolee duse Stramine«. 
Tegmina vinaeea. 

432. ^Ceresa puncticeps Stäl. — Pallide griseo- 
flavescens; capite, thorace basique tegminum dense punctatis, 
illo piano; thorace antice utrimque cornu brevi, extrorsum 
vergente, armato, inter cornua convexiusculo, pone medium 
compresso, dorso acuto, carina media percurrente, ante me- 
dium obsoleta. ö- Long. 8 mill. — (Coli. Signoret.) 

Qc. uniformi affinis, thorace antice magis perpendicula- 
riter declivi, cornubus paullo magis prominulis dilFert. 

423.^Ceresa uniformis Fairm. 1. c. p. 289. 25. 
424.®Cyphonia rectispina Fairrfi. 1. c. p. 502. 6. 

425. ^Heteronotus quinquenodosus Stäl. — ISigvi- 
.cans; thoracis parte postica producta quadrinodosa; margine 

antico lineaque media longitudinali capitis, linea media mar- 
ginibusque lateralibus nodi antici thoracis nee non linea trans- 
versa nodi secundi stramineis; spinis thoracis pedibusque ob- 
scure testaceis; tegminibus subvinaceis, fusco - venosis , abdo- 
mine griseo-flavescente. -?. Long, cum tegm. Jlraill. — 
(Mus. Holm.) 

Fortiter punctatus. Thorax quinquenodosus, nodo antico 
utrimque spina magna, leviter curvata, subhorizontali armato, 
nodis secundo et apicali fere seque magnis, j^oc subgloboso, 
apice spinis duabus breviusculis, nonniliil deorsum vergentibus 
armato, nodis tertio et quarto reliquis minoribus, quarto mi- 
nimo, subtus spina valida longa armato. 

426. vAconophora laminata Fairm. 1. c. p. 294. 2. 

427. A c n o p h r a m e X i c ft n a S t ä. 1. — Fusco-testacea , 
flavo-griseo-sericea , punctulata; thorace* postice acuminato, 
abdominis apicem superante, carina media lineisque duabus 
lateralibus, abbreviatis, ab apice cornus currentibus, Iwvigatis; 
tegminibus flavo-testaceis, subopacis, apicem versus sordide 
hyalinis et vitta fusca ornalis, venis flavescente-sericeis. o^?. 
Long. 8 mill. — (Mus. Holm, et Coli. Signoret.) 



71 

^ A. pugionatae valde affmis, vix differt nisi thoracis 
parte antica minus rectinata, cornu antico ssepissime brevio re 
et magis sursum vergente. 

428. Häemiptyclia cuneata Germ.; Fairm. 1. c. p. 
319. 23 ($3;%emiptycha globiceps Fairm. 1. c. p. 319. 

429. Hemiptycha asphaltina Fairm. I. c, p. 319* 
22 P]. VI fig. 20 c;^). 

$. Thorace antice obtusissime rotundato, iitrimque di- 
stinete angulato. 

430. hemiptycha Camelus Gray.; Fairm. 1. c. p. 
319. 21. 

431. Telamona excelsa; ^Thelia excelsa Fairm. 
1. c. p. 310. 15. 

432. Smilia (Am. et Serv. nee Fairm.) expan&a; 
Thelia expan&a Germ.; Fairm. 1. c. p. 309. 13 PI. V 
fig. 6 et 7. 

433. '^Smilia foliacea Stäl. — PalJide olivaceo-vire- 
teens; thorace maxime elevato, carina dorsali nigro-punctata. 
V. , X-ong. cum tegm, 11 mijl. — (Mus. Holm.) 

S. exp ansäe maxime affinis, major, thorace multo al- 
tiore, apicem versus minus angustato. Caput planum, subre- 
mote punctatum. Thorax maxime elevatus et compressus, 
dense punctatus, antice declivis, anterius utrimque pone oculos 
cornu obliquo, depresso, triangulari armatus. 

434. Smilia cristifera Stäl. — Griseo-straminea, 
capite thoraceque dense punctatis, hujus punctis pone medium 
fcparsis, maculis duabus parvis ad medium marginis lateralis 
cristaque dorsali ferrugineo-fuscis, crista pallido-irrorata, parte 
antica fasciaque cristffi pone medium pallidis; tegminibus sub- 

^vinaceis, apice infuscatis. -?. Long. 8 mill. — (Coli. Sig- 
noret.) 

Caput supra ocellos levrter impressum. Thorax retror- 
sum sensim angustatus et acuminatus, carina media percur- 
rente instructus, antice et postice modiee convexus-, medio 
crista, thorace dimiJio breviore, pone medium quam antice 
minus alta, a latere visa plus duplo longiore quam alta, pone 
medium utrimque impressa instructus, margiue antico inter 
oculos fere recto. Tegmina thoracem postice vix superantia. 

435. "^Smilia carinata Stäl. — Griseo-straminea, ca- 
pite thoraceque ferrugineo-fusco- punctatis hoc carina media 



72 

percuiTente, f'ere tota fiisca, pallido-trimaculata, instructo^ 
tegminibus sordide hyalinis, apice fuscis. ?. Long. 6 mill. — 
(Coli. Signoret.) 

Prsecedenti affinis, minor, thorace haud cristato. Caput 
planiusculum, ad margines laterales prope oculos oblique le- 
viter Impressum. Thorax i-etrorsum sensim angustatus, modice 
convexus, dorso medio utrimque leviter impres.sus, carina 
fusca j)ercurrente, medio paullo altiore, in"^tructus, maculis 
tribus i)arvis carinee, media reliquis paullo majore maculaque 
minuta media marginis lateralis pallidis. Tegmina thoracem 
postice vix superantia. 

Phacusa Stal. 

Caput trianguläre, fronte deorsum nasuto prominente. 
Ocelli inter se et ab oculis fere eeque longe distantes. Tho- 
rax convexus, ab humeris retrorsum sensim angustatus, acu- 
minatus, marginibus lateralibus marginem internum tegminum 
langentibus. Tegmina abdomen et thoracem multo superantia, 
a basi venas tres longitudinales emittentia, areis basalibus 
quattuor longis, una discoidali, quinque apicalibus, apicali 
media petiolata. Alfe areis apicalibus quattuor. Pedes sim- 
plices, tarsis posticis longis. 

Acuta li affine genus. 

436. Phacusa flavo-marginata Stäl. — Nigra, ni- 
tida; marginibus lateralibus vittulaque basali capitis, vittula 
antica marginibusque lateralibus thoracis ab apice ultra me- 
dium dilute flavescentibus; tegminibus nigris, pone medium 
subvinaceo-hyalinis; pedibus fla\ o-testaceis , tarsis infuscatis; 
capite apice transversim armatim, thorace prope margines 
laterales longitrorsum impressis, hoc ibidem basique tegminum 
punctatis. Long, cum tegm. 8 mill. — (Coli. Signoret.) 

437. Acutalis nigro-lineata Stäl. — Dilute flave- 
scens; capitis maculis quattuor minutis, thoracis margine imo 
antico, fascia angusta anteriore, fascia subapicali apiceque 
partis posticee, vittis tribus angu.-tis, media inter fascias illas 
extensa, lateralibus abbreviatis, nee non marginibus lateralibus 
inter fascias pectoreque nigris; tegminibus vitreis, nigro-ve- 
nosis. Long. 4 mill. — (Mus. Holm, et Coli. Signoret.) 

438. Darnis affinis Guer.; Fairni. 1. c. p. 480. 3. 

439. Polyglypta costata Burm.; Fairm. 1. c. p. 
296. 1. 



440. ^iPolyglypta pilosa Fairm. 1. c. p. 296. 2. 

441. "Polj'glypta dorsalis Burni.; Fairm. 1. c. p. 

297. 3. 

442. Püljglyi)ta maculata Burm.; Fairm. 1. c. 
p. 297. 5. 

443. Polyglypta pallipes Bur'm.; Fairm. 1. c. p. 

298. 8. 

444. Polyglvpta lineata Burm.; Fairm. ]. e. p. 

298. 9. 

445. Polyglypta tredecimcostata Fairm. 1. c. p. 

299. 11. 

446. Oxygonia zebrina Fairm. 1. c. p. 305. 12. 

447. 'Centrotus hamifer Fairm. 1. c. p. 512. 10. 

448. Centrotus curvidens Fairm. 1. c. p. 515. 18. 

449. Äethalion nervoso-punctatum Sign. Ann. 
ent. Ser. 2 IX p, 679. 14 PI. 14 fig. 10. 

450. Äethalion dilatatum Stäl. — Sordide griseo- 
flavescens; tliorace utrimque dilatato, dense distincteque pun- 
ctato, disco carinis tribus, media percurrente, lateralibus obli- 
quis, posterius evanescentibus; fasciis duabus frontis, thoracis 
vitta utrimque prope margines laterales, vitta laterali pectoris, 
fasciis tribus tibiarum apiceque tarsorum nigris; venis tegmi- 
num hie illic infuscatis. cJ. Long, cum tegm. 10 mill. — 
(Mus. Holm.) 

A reliquis mihi cognitis congenericis thorace sat dilatato 
divergit. Caput thorace dimidio angustius. Thorax margini- 
bus lateralibus sat dilatatis, leviter rotundatis. Tegmina basin 
versus distincte punctata, area costali venis transversis octo 
vel novem instructa. 

^ Jassina. 

^ 451. Tettigonia Burmeisteri Sign, Ann, ent, Sen 
3 I p, 28. 3 PL 2 fig. 3 (1853). 

452. Tettigonia multivirgata Stäl. — Pallide fla- 
vescens; tegminibus fusco-brunneis, fasciis quattuor dilute Ha- 
vescentibus et una subapicali decolore, vitrea, ornatis; linea 
longitudinali eh'pei, lineolis transversis lateralibus frontis, 
fasciis duabus anticis marginique basali verticis, marginibus 
antico et postico fasciaque media thoracis, nee non basi scu- 
telli nigris; abdomine dorso subsanguineo; alis infuscatis. ^'. 
Long. 8-- 11^, mill. — (Mus, Holm, et Coli, Signoret,) 

Statura T. bifasciatae. Caput antice obtuse rotunda- 
tum, ante oculos parum prominens; fronte sat convexa, leevi. 

453. Tettigonia ruficeps Stäl. — I^igra, nitida; 



74 

capite, fascia angusta anteriore thoracis, coxis femoribusque 
rufo-testaceis; fronlis macula minuta subbasali et verticis linea 
transversa prope ba.sin nigris; tlioracis margine po&tico fasciis- 
que duabus tegminum flavo-albidis; alis fuseis. ^\ Long. 12 
mjll. - (Coli. Signoret.) 

•^^ T. bifaseiatae simillima et maxime aftini?'. Caput ob- 
tusum, parum prominens; fronte modice convexa, lateribus 
triinsversim obsoletissime sulcatis. Thorax anterius impres- 
sione transversa, medio interrupta, instructus. 

'^ 454. Tettigonia areolata Sign. Ann. ent. Ser. 3. I 
p. 355. 73 PI. 11 fig. 4 (18:3). 

c^ 455. Tettigonia jucunda Sign. Ann. ent. Ser. 3. I 
p. 355. 74 PI. 11 flg. 5 (1853). 

O 456. Tettigonia pulchella Sign. Ann. ent. Sdr. 3. I 
p. 360. 82 PI. 11 fig. 11 (1853). 

o 457. Tettigonia proxima Sign. Ann. ent. Ser. 3. I 
p. 361. 83 PI. 11 fig. 12 (1853). 

Q 458. Tettigonia multicolor Sign. Ann. ent. Ser. 3. 
I p. 363. 86 PI. 11 fig. 15 (1853). 

c^ 459. Tettigonia lugubris Sign. Ann. ent. S^r. 3. II 
p. 13. 160 PI. 1 fig. 13 (18.:4). 

460. Tettigonia lineata Sign. Ann. ent. Ser. 3. II 
p. 21. 172 PI. 2 fig. 9 (1854). 

O 461. Tettigonia tripunctata Sign. Ann. ent. Ser. 
3.^11 p. 23. 175 PI. 2 fig. 12 (1854). 

^^462. Tettigonia sag ata Sign. Ann. ent. Ser. 3, II 
p. 27 180 PL 2 fig. 15 (1854). 

^463. Tettigonia lunata Sign. Ann. ent. Ser, 3. II 
p. 349. 196 PI. 11 fig. 13 (1854). 

o 464. Tettigonia urbana Stäl. — Flavo- virescens, 
thoracis disco tegminibusque obscurius viridi-blivaeeis, bis in 
subsanguineum nonnihil vergentibus, vertice scutelloque nigris, 
flavo-lituratis; alis pallide subsanguineo- vinaceis; abdoniinis 
dorso dilute croceo. $ Long. 10, Exp. tegm. 20 niill. — 
Vera Cruz.Q (Mus. Holm.) 

Statura T. quadrivittatae. • Caput trianguläre, thorace 
circiter quarta parte brevius, supra planum, nigrum, flave- 
scente-conspersum, limbis latei-alibus, linea oblique longitudi- 
nali utiimque prope limbos laterales, linea longitudinali api- 
cali aliaque pone illam, ante medium abbreviata et ab apice 
utrimque ramulum oblique retrorsum currentem emittente, 
flavo-virescentibus, linea longitudinali media ipsa linea subtili 
nigra notata. Frons parum convexa, lateribus transversim sub- 
tiliter sulcatis, disco obsolete ruguloso. Thorax anterius ob- 
solete nigro-lituratus, intra margines laterales leviter impres- 



75 

sus. Scutellum nigium, lituris flavo-virescentibus et basi rna- 
culis duabus parvis roiundatis similiter coloi-atis ornatum, 
Tegmina apicem versus sat angustata, tota concolora, leevia. 
Segmentum ventrale ultimum feminee acute produetum. 

465. ^'ettigonia limbaticollis Stäl. — PalJide fla- 
veseens, supra obscure olivaeeo-viridis; verlice scutelloque 
iiigro-lituratis et lineatis; limbo capitis marginibusque latera- 
libus thoracis luteis, linea nigra intus adjecta; aus fuscis; 
abdomine dorso obscure fusco-sanguineo. ?. Long. 9 mill. — 
(Coli. Sig^pret.) 

Statura T. quadrivittatae. Caput trianguläre, apice 
rotundatum, marginibus lateralibus levissime rotundatis; supra 
planum, nigrum, ante oculos luteo-limbatum, linea longitudinali 
media lineisque pluribus minus legularibus, oblique longitudi- 
nalibus, flavo-virescentibus ornatum. Frons utrimque trans- 
versim subtiliter sulcata, medio Iseviuscula. Thorax anterius 
pallidior, antice parce, obsolete subtiliterque nigro-lituratus, 
limbis lateralibus luteis, linea longitudinali adjacente nigra. 
Scutellum lineis duabus mediis longitudinalibus percurrentibus, 
medio extrorsum ramulos duos breves emittentibus, nee non 
lineolis tribus lateralibus basalibus , postice subconfluentibus, 
nigris. Tegmina abdominis apicem nonnihil superantia, usque 
ad apicem concolora, basi ipsa lineola brevissima lutea ornatis. 
Segmentum ventrale ultimum feminse apice in angulum pro- 
duetum. 

-* 466. Tettigonia occatoria Saj; Sign. Ann. ent. 
Ser. 3. II p. 353. 204 PI. 12 fig. 2 (1854). 

^- 467, Tettigonia guttata Sign. Ann. ent. Ser. 3, II 
p. 355. 206 PI. 12 fig. 4^(1854). 

^468. Tettigonia nigro-guttata Sign. Ann. ent, S r 
3. III p. 772. 335 PI. 23 fig, 8 (1855). 

O 469. Tettigonia hilaris Stäl. — Subolivaceo-flave- 
scens, capite punctis duobus ap.icalibus, ocellis, maculis duabus 
j)arvis ante medium thoracis et duabus basalibus scutelli ni- 
gris; alis fuscescentibus; abdominis dorso croceo. i^. Long. 7 
mill. — (Coli, Signoret,) 

'^ T, nigro-gu ttatae haud dissimilis. Caput thorace non- 
niliil breviiis, antice rotundato-subangulatum, fronte leviter 
convexa, lateribus obsolete tran&versim sulcatis. Tegmina 
apicem abdominis nonniliil superantia, apice concolora, licet 
paullo dilutiora, oculo armato obsoletissime pallido-conspersa. 

^ 470. Tettigonia venuöta Stal. — Straminea; fronte 



76 

tegminibusque dilute sanguineis; capitis macula apicali, minuta, 
maculis duabus subbasalibus thoiacis, marginibus costali et 
commissurali latiusculis et apicali angUötis:^imo tegminuni nigris; 
aliö fuscescenlibup. Long. G'/j mill, — (Coli. Signoret.) 

An interdiun supra tota dilute sanguinea? 

Caput sat tumidum, thoiace paullo brevius, antice >sub- 
f^einicirculariter rotundatuin, fronte disco depianata, lateribns 
transversim leviter sulcatis. Abdomen exempli descripti mu- 
tilatum. 

471. Tettigonia Lucasii Sign. Ann. ent. Ser. 3. III 
p. 778. 345 PI. 23 fig. 16 (1855). 

472. Tettigonia 14-punctata Sign. Ann. ent. Ser. 
a III p. 782. 351 PL 23 fig. 19 (1855). 

0473. Tettigonia Stälii Sign. Ann. ent. Ser. 3. 111 
p. 787. 361 PI. 24 fig. 5 (1855). 

474. Tettigonia Blanchardii Sign. Ann. ent. Ser. 
3. 111 p. 788. 362 PL 24 fig. 6 (1855). 

475. Tettigonia Mexicana Sign. Ann. ent. Ser. 3. 
p. 789. 363 PL 24 fig. 7 (1855). 

476. Tettigonia tissellata Sign. Ann. ent. Ser. 3. 
III 790. 365 PL 24 fig. 9 (1855). 

C 477. Tettigonia Sirena Stäl. — Sordide albido- 
i-traminea; fronte fusco-quadrilineata; capite superne, thorace 
fccutelloque magis flavescentibus, fusco- vel nigro-variegatis^ 
tegminibus fu&co-sanguineis, clavi vittis duabus ante medium, 
corii vittulis valde brevibus tribus ante medium, tribus adhue 
brevioribus pone medium maculisque tribus prope apicem 
fusco-hyalinum pallide albido-sanguineis, bis maculis -vel vit- 
tulis venis longitudinalibus fuscis tantum separatis; aus dor- 
soque abdominis fuscis. ?. Long. S'/j — 10 mill. — (Mus. 
Holm, et Coli. Signore^.) 

T. tessellatae et Blancbardii affinis, capite antice 
magis rotundato et paullo magis producto, superne prope basin 
annulis tribus, postice linea transveisa conjunctis, fuscis, an- 
nulo medio postice aperto et ^Hnea longitudinali bimiliter co- 
lorata diviso; facie albidostraminca, frontis vittis angustis 
quattuor nigris, basi in j)artem superiorem capitis paullo pro- 
ductis, una laterali et una media basi et apice conjunctis; 
clypei vitta fusca. Thorax nigricans, vittis angustis duabus 
parallelis mediis et duabus lateralibus, plus minus interruptis, 
nee non maculis nonnullis minutis sparsis stramineis. Scutel- 
lum stramineum, vitta utrimque sublaterali nigricante, disco 
obsolete fusco-lituratum. Tegmina abdominis apicem nonnihil 



•77 

superantia. Segmentuni ventrale ultimum feminse longissinie 
produetum, valde acuminatum, 

478. Tettigonia magica Stäl. — Straminea, nigro- 
varia; tegminibus abdomineque sanguineis, Ulis parce albido- 
lineolatis et minute maculatis- alis fuseis. $. Long. Syj milJ. 
— (Mus. Holm.) 

Preeeedenti affinis. Caput thoraee nonnihil brevius, an- 
tice rotundato-subangulatum , nigrum, superne niaeula subapi- 
cali, fasciola utvimque lateral! ad ocellos, fasciaque basali, 
medio anguste interrupta et ibidem ramulos duos breves an- 
trorsum emittente, stramineis; fronte stramineo-conspersa, 
limbis lateralibus, arcuque basali, cum macula apieali superiore 
capitis conjuneta et annulum formante, stramineis; clypeo 
uigro , lateribus stramineis. Thorax nigrum, maculis parvis 
anticis, maculis duabus ante medium disci, vittisque quattuor 
abbreviatis, omnibus basin attingentibus, mediis brevissimis, 
stramineis. Seutellum nigrum, vitlis duabus punctoque medio 
stramineis, Tegmina abdominis apicem nonnihil superantia, 
limbo apieali fusco-hyalino. Pectus stramineum, nigro-macu- 
latum. Pedes in flavo-testaceum vergentes, macula coxarum 
et basali femorum, apice tibiarum tavsorumque fuseis. Segmen- 
tum ventrale ultimum feminse produetum, acuminatum. 

479. Tettigonia sexlineata Sign. Ann. ent. Ser. 
3. III p. 792. 368 PI. 24 flg. 12 (1855). 

480. Tettigonia flava Sign. Ann. ent. Ser. 3. III 
p 799. 378 PI. 24 fig. 10 (1855). 

481. Tettigonia mollipes Say; Sign. Ann. ent. St' r. 
3. II p. 726. 252 PI. 21 fig. 12-13 (1854). 

«V^^hera Stäl. 
^Proconia Ann. et Serv. nee Enc. meth.) 

Caput plus minus, seepissime valde prominens, obtusum 
vel triangulariter produetum, fronte seepissime valde tumidu. 
Thorax subquadrangularis, marginibus lateralibus posterius 
interdum leviter rotundatis, margine basali ante seutellum 
late sinuato vel recto. Tegmina latera abdominis dorsi haud 
tegentea. Alee vena longitudinali secunda furcata, area api- 
eali quarta triangulari. Tibise anteriores superne plus minus 
distincte suleatse vel planse, anticse raro leviter dilatatse. 

Variat hoc genus venis clavi per totam longitudinem se- 
paratis vel medio per spatium longitudine varians in unam 
conjunctis. 

5)482. Phera bimaculata Sign. Ann. ent. Ser. 3. II 
p. 862. 215 pl. 12 fig. 12 (1854). 



78 

483. Pliera marginata Sign. Ann. ent. Ser. 3. II p. 
487. 226 (1854). 

484. Phera major Sign. Ann. ent. Ser. 3. II p. 491. 

232 PI. 17 iig. 8 (1854). 

485. Phera atra Sign. Ann. ent. Si-r. 3. II p. 492. 

233 PI. 17 flg. 9 (1854). 

486. Phera tartarea Stal. — Nigra; maculis duabus 
parvis basalibus verticis, pone ocellos positis, flavo-testaceis; 
margine apieali laterum segmentorum dorsalium abdominis et 
toto segmentorum ventralium albidis; pedibus ruf'o-testaeeis; 
apice tegminum deeolore; alis vitreis, limbo apieali apiceque 
infuscatis. q?. Long. 13, Exp. tegm. 24 mill. — (Mus. Holm, 
et Coli. Signoret.) 

Caput valde tumido- prominens, thorace puullo longius, 
SLiperne inter ocellos concaviuseulum; fronte valde tumida, 
haud impressa, sulcis transversis minus dibtinctis, medio late 
interruptis, spatio longiludinali medio pereurrente subtiliter 
ruguloso. Thorax transversus, retrorsum vix angustatus, re- 
mote punctatus, anterius la?vigatiis et bis transver^im leviter 
impressus. Seutellum Iseviusculum. Tegmina medio parce 
punctata, marginibus costali et comniissurali parallelis, clavi 
venis duabus-subrectis, distantibus. Segmentum ventrale ulti- 
mum maris apice Iruncatum, femina? medio leviter trisinuatum, 
ante sinus leviter subelevatum et ibidem utrimque dente parvo 
instructum. 

487. Phera coagulata Say. Com]»], writ. de Leconte 
I p. 307 (1859). 

488. Phera centro-lineata Sign Ann. ent. Ser. 3 
III p. 239. 299 PI. 12 Iig. 19 (1855). 

489. Phera luciola Sign. Ann. ent. Ser. 3. III p. 239. 
298 PI. 12 Iig. 18 (1855). 

490. Phera Wallengreni Stal. — Sordide flave- 
scens, capite superne, thorace scutelloque nigio-conspersis; 
tegminibus pallide ferrugineo-indutis et punctatis, apice Isevi- 
gatis; alis vitreis, apice infuscatis; abdominis dorso pedibus- 
que subtestaceis, illo utrimque vitta nigricante ornato; vitta 
marginali pectoris limboque dorsali abdominis purius dilule 
flave.*centibus; pectore vitta lata laterali nigra, in latera frontis 
producta. $. Long, cum tegm. IIV2 ^^i^^- — (Mus. Holm, et 
Coli. Signoret.) r> 

Quoad staturam ad P. centrolineatam appropinquat. 
Caput trianguläre, valde productum , supra planiusculum et 
medio longitrorsum distincte sulcatum; Ironte leviter convexa, 
utrimque superiora versus transversim obsoletissime sulcata, 



79 

disco subtilissime rugulosa. Thorax distincte punctatus, antice 
biimpressus. Tibise anticee triquetree, supra nigiee. Tarsi an- 
lici nigri. 

^491. Phera tiarataStäl. — Rulescente-testacea; ab- 
ominis dorso tibiisque anticis superne nigris; vitta marginali 
pectoris limboque laterali abdominis ^tramineis; tegminibus 
subvinaceis, macula oblonga pone medium ad oostam dilute 
fusco-testaeea ; alis vitreis, margine apicali leviter infuscato. 
$. Long, 11 mill. — Vera Cruz. (Mus. Holm, et Coli. 
Signoret.) 

Qvar. b. — Clypeo, fronte, hujus angulo basali et macula 
apicali exceptis, lateribus tlioracis et verticis, pectore, venire 
pedibusque nigrig. 

Statura t*. centrolineatae, cui maxime affinis , capite 
nonnihil longiore, magis acuminato, prsesertim differt. Caput 
trianguläre, superne per totam longitudinem late suleatum; 
fronte transversim modice convexa, leevi, superiora versus 
subtiliter rugulosa. Thorax retrorsum subangustatus, sat for- 
titer punctatus, antice Isevigatus, utrimque prope angulum in- 
ternum oculorum leviter biimpressus. Tegmina apicem abdo- 
minis subsuperantia. Tibise anticee leviter dilatatffi. 

!^492. Aulaeizes aurantiaea Sign. Ann, ent. Ser. 3. 
III p. 225. 279 PI. 6 fig, 17 (1855). 

0493. Aulaeizes Thunbergii Stäl. — Rufa; genis, 
clypeo, pectore, ventre pedibusque stramineis; frontis macula 
media fasciaque laterali, verticis vittulis duabus pone ocellos, 
thoracis limbo basali et antico, vittis tribus marginibusque 
lateralibus, nee non tegminibus nigricantibus , his rufo-multi- 
maculatis, apice fusco-hyalinis; alis fuscis, basin versus sub- 
vinaceis; abdominis dorso subviolaceo-sanguineo. $. Long. 
10, Exp. tegm. 21 miJl. — Vera Cruz. (Mus. Holm.) 

Caput sat productum, thorace paullo brevius, superne 
impressione longitudinali, anterius latiore, instruclum; fronte 
impressione magna minus profunda instructa, lateribus trans- 
versim obsolete sulcatis ; clypeo sat convexo. Thorax distincte 
subiugoso-punctatus, antice Isevigatus, ibidem transversim le- 
viter impressus. Tegmina basin versus punctulata. Segmen- 
tum ventrale ultimum feminse apice nonnihil rotundatum, medio 
leviter productum. 

U 494. Aulaeizes nitidipennis Stäl. — Plus minus 
obscure fusco-testacea , preesertim tegminibus nitida; maculis 
parvis raris sparsis frontis, thoracis serie transversa media 



80 

macularum, ssepe in fasciam confluentibus, tegminum maculis 
minutis numerosis spaisis aliisque nonnihil majoribus in series 
tres transversas, unatn subbasalem, unam mediam obliquam 
et unam longe pone medium, positis, interdum in fascias in- 
terruptas confluentibus, testaceo-flavis; abdomine toto sangui- 
neo. 2. Long. 10, Exp. tegm. '23 mill, — (Mus. Holm, et 
Coli. Signoret.) 

Cajiut ante oculos modice prominens, thorace dimidio 
brevius, superne ante medium distinete impressum; fronte medio 
longitrorsum deplanata, basin versus subconeava, carina media, 
basin versus obiitterata, instructa, lateribus transveisim sul- 
catis; clypeo medio valde elevato, a latere viso anguluni 
obtusum formante. Thorax pone medium transversim subti- 
liter rugosus, anterius transversim impressus. Tegmina Isevia, 
nitida, ad venas obsoletissime punctata. Segmentum ventrale 
ultimum feminse apice quadritinuatum, inter sinus laterales 
obtuse lobato-productum. 

0495. Aulacizes multiguttata Stäl. — Testaceo- 
flavescens, nitida, subtus cum pedibus obscurior; frontis vittis 
quattuor angustis, lateralibus usque ad lineas duas longitudi- 
nales medias verticis continuatis, scutelli angulis basalibus 
lineisque duabus longitudinalibus; thoracis margine basali, li- 
neis duabus longitudinalibus mediis fasciisque duabus angustis, 
ad lineas illas interruptis, nigris; legminibus fusco-testaeeis, 
maculis numerosis, plurimis minutis, testaceo-flavis adspersis, 
apice cum alis fusco-hjalinis. $. Long. 10, Exp. tegm. 24 
mill. — ' (Mus. Holm, et Coli. Signoret.) 

Caput sat prominens, apice sursum leviter productum, 
thorace nonnihil brevius, superne ante medium longitrorsum 
distinete Impressum; fronte spalio longitudinali medio percur- 
rente planiusculo, medio carinato, lateribus transversim sul- 
catis; clypeo medio valde elevato. Thorax transversim sub- 
tiliter rugosus, anterius depressus. Tegmina la?via. Segmen- 
tum ventrale ultimum apud feminam late emarginatum. 

C496. Aulacizes rubriventris Sign. Ann. ent. Ser. 
3. III p. 52. 266 PI. 6 fig. 5 (1855). 

Yariat multo pallidior quam tjpus a Signoret descriptus. 

■.'Ji9*7. Aulacizes coriacea S täl. — Supra fuseo-testa- 
cea, subtus cum pedibus dilutior, pallido-conspersa; vertice 
nigricante; thorace nigro-vario; tegminibus minute pallido- 
irroratis, maculis corii compluribus parvis ad costam, una ad 
medium sutura3 clavi unaque ad apicem clavi, nee non clavi 
maculis duabus parvis mediis unaque pone medium pallidis; 



81 

alis fuscis; lateribus ventris flavo-testaceis, fusco-eonspersis, 
segmento anali maris rufo-testaceo, basi nigro-maculato. (J. 
Long. 13 mill. — (Mus. Holm, et Coli. Signoret.) 

Caput triangulariter productum, apice ipso rotundatum, 
superne, prsesertim antice, longitrorsum impressum; fronte 
diseo subeoncava, rugulosa, lateribus transversim subtiliter 
sulcatis; clypeo valde elevalo, subcompresso. Thorax rugoso- 
punetatus, antice quadri-impressus. Tegmina apicem abdominis 
paullo superantia, distincte punctata, venis irregulaviter re- 
ticulatis. 

O 498. Aulacizes mutans Sign. Ann. ent. Ser. 3 III. 
p. 228. 283 PI. 12 fig. 3 (1855). 

Oi99. Diestostemma rugicoUis Sign. Ann. entom. 
S6r. 3. III p. .525. 323 PI. 21 fig. 18 (1855). 

0.500. Diestostemma nigro-punclata Sign. Ann. enf, 
Ser. 3. III p. 527. 325 (1855). 

V^-'Öypona Germ. 

I. Capitis margine antico obtuso vel vix attenuato; oeel- 
lis inter se quam ab oculis distincte longius distantibus. 

A. Capitis margine antico obtusissimo, convexo. 

^^ 501. Gypona Bohemani Stäl. — Flavescente-testa- 
cea, subtus obscurior, pectore, ventre, exceptis maculis mar- 
ginalibus, femoribus tibiisque, apice excepto, nigris; tegminum, 
venulis transversis, lineola transversa, ante medium inter venas 
longitudinales posita, punctisque duobus marginis commissuralis 
clavi fuscis; alis infuscatis; abdominis dorso sanguineo. S. 
Long. 8 mill. — Vera Cruz. (Mus. Holm, et Coli. Signoret.) 
Caput modice rotundatum, medio quam ad oculos vix 
longius, fronte basin versus transversim obsolete strigosa. 
Ocelli ante medium capitis positi, a basi quam ab oculis non- 
nihil longius remoti, inter se quam ab oculis plus duplo lon- 
gius distantes. Thorax transversim strigosus. Tegmina parte 
apicali pallidiore, basi fascia obscuriore terminata. 

B. Capite a lalere viso superne prope marginem anti- 
cum transversim leviter depresso; margine antico vix attenuato. 

502. Gypona vinula Stäl. — Subsordide dilute stra- 
minea; tegminibus apicem versus pallidioribus; punctis duobus 
anterioribus thoracis, macula vel litura parva, ut littera V 
formata, prope angulos basales scutelli posita, macula media 
irregulari parva punctisqu-; nonnullis sparsis, nee non venulis 
transversis posticis tegminum, fuscis; alis leviler infuscatis; 

6 



82, 

abdominis dorso fusco - sanguineo , segmentis apice anguste 
stramineo-limbatis. ^. Long. 8 mill. — (Mus. Holm, et Coli. 
S ignoret.) 

Caput rotundatum, medio quam ad oculos paullo longius ; 
fronte basi tran«versim strigosa. Ocelli inter se quam ab 
oculis duplo longius remoti, ad oculos quam ad basin capitis 
paullo magis appropinquati. Thorax transversim strigosus. 

^x> 503. Gypona Dohrni Stäl. — Sordide albida; im- 
pressionibus duabus parvis basalibus verticis pone ocellos, 
punctis sparsis tboracis, quarum nonnullee anteriores majores 
sunt, maculisque compluribus parvis sparsis tegminum fuscis; 
tegminum venis utrimque punctatis, punctis obsolete fuscescen- 
tibus; abdominis dorso dilute fusco-testaceo, aus infuscatis. $. 
Long. 9 mill. — (Mus. Holm, et Coli. S ignoret.) 

Caput rotundatum, medio quam ad oculos paullo longius; 
fronte basi transversim strigosa. Ocelli a basi capitis quam 
ab oculis fere longius distantes, inter se quam ab oculis duplo 
longius remoti. Thorax transversim strigosus. 

^^504. Gypona punctipennis Stal. — Sordide stra- 
mineo-albida; impressionibus duabus parvis basalibus capitis 
pone ocellos, punctis sparsis thoracis, litura ut littera V for- 
mata, obsoleta, prope angulos basales scutelli posita, tegminum 
punctis ad venas, maculis duabus minutis una media, altera 
inter medium et basin posita, maculisque nonnullis prope api- 
cem sparsis fuscis; tegminum parte apicali impunctata; alis 
infuscatis. ^. Long. 9 mill. — (Mus. Holm, et Coli. Sig- 
n p r e t.) 

VO G. Dohrni maxime affinis. Caput medio quam ad ocu- 
los paullo longius, impressione anteriore verticis sat distincta. 
Ocelli inter se quam ab oculis duplo longius distantes, a basi 
capitis quam ab oculis fere longius remoti. Thorax transver- 
sim strigosus. 

\/C*505. Gypona Wallengreni Stal. — Flavescente- 
testacea, pectore, ventre pedibusque sordide albidis; area 
costali apiceque tegminum subdecoloribus, limbo imo apicali 
alisque fuscescentibus. $. Long. 9 mill. — (Mus. Holm.) 

Caput medio quam ad oculos vix longius, margine antico 
distincte transversim strigoso. Ocelli inter se quam ab oculis 
dimidio longius distantes, ad basin capitis quam ad oculos 
magis appropinquati. Thorax transversim strigosus. 

IL Capite apice supra subtusque depresso, margine an- 
tico plus minus attenuato. 

A. ocellis in medio vel fere ante medium capitis positi^^. 



83. 

a. Ocellis inter se quam ad oculos distincte magis ap- 
propinquatis. 

^^ 506. Gypona miliaris Stäl. — Griseo-albida, subtus 
obscui'ior et in testaceum vergens; thorace, scutello tegmini- 
busque remote minute fusco-conspersi^ facie basi, pectore feie 
toto, femoribusque anterioribiis , apice excepto', nigricantibus ; 
abdominis dorso pallide griseo-testaeeo, ventre alisque infus- 
eatis. ?. Long. 10 mill. — Vera Cruz. (Mus. Holm, et Coli. 
Signoret.) 

l/ ^ G. interspersae, quee ocellis gaudet, inter se quam ab 
oculis paullo magis distantibus, maxime affinis et simillima. 
Caput sat rotundatum, medio quam ad oculos vix duplo lon- 
gius, fronte basi deplanata. Ocelli ab oculis quam inter se 
vix duplo longius remoti. Thorax capite plus duplo longior, 
transversim strigosus. Segmentum ventrale ultimum feminfe 
apice leviter trisinuatum, medio inter sinus laterales nonnihil 
productum. 

b. Ocellis inter se quam ab oculis teque longe vel vix 
longius distantibus. 

^^507. Gypona Signoreti Stäl. — Olivaceo- lutea vel 
flavescens, subtus cum pedibus stramineo-albida^ tegminibus 
apice plus minus infuscatis; alis fuscescentibus. ^j^$. Long. 
8 — 10 mill. — (Mus. Holm, et Coli. Signoret.) 
v/ c> G. inornatae affinis. Caput modice rotundatum, medio 
quam ad oculos vix dimidio longius; vertice apice leviter, 
fronte basi distinctissime transversim impressis. Ocelli ab ocu- 
lis quam a basi capitis distincte longius remoti. Tlioiax ca- 
pite duplo longior, transversim strigosus. Segmentum ventryle 
ultimum feminee medio acute emarginatum. 

^508. Gypona Schaumi Stal. — Dilute testacea; scu- 
telli macula minuta in angulis basalibus annulisque duobus 
parvis pone medium, maculam sordide albidam includentibus, 
nigris; tegminibus parce, obsolete, obscurius testaceo-conspersis; 
alis fuscescentibus. $. Long. 13 mill. — (Mus. Holm, et Coli. 
Signoret.) 

Caput sat rotundatum , medio quam ad oculos nonnihil 
longius, margine antico distincte attenuato; fronte basi intra 
marginem transversim impressa; vertice subtiliter ruguloso. 
Ocelli ab oculis quam a basi capitis longius remoti. Thorax 
capite duplo et dimidio longior, transversum strigosus, parce 
punctulatus. Tegmina callis parvis irregularibus parce ad- 
spersa, clavo parce et obsolete punctato. Segmentum ventrale 
ultimum feminse late bisinuatum, medio inter sinus obtuse di- 
stincte producto, parte producta apice emarginata. 



84 

B. Ocellis pone medium capitis positis; capite apice di- 
stinctissime attenuato. 

a. Ocellis inter se quam ad oculos paullo magis appro- 
pinquatis. 

V c' 509. Gypona fu seiner vis Stäl. — Testaceo-flave- 
scens; tegminibus pallidfssime testaceo-flavescentibus, hyalinis, 
fusco-venosis; alis vitreis, venis fuscis; capitis margine imo 
apicali ulrimque supra antenuas nigro. (S- Long. corp. 9, Exp. 
tegm. 17 mill. — Vera Cruz. (Mus. Holm.) 

Species singularis, reliquis hie descriptis brevior et latior. 
Caput sat rotundatuni, medio quam ad oculos dimidio longius. 
Ocelli inter se quam ad oculos distincte nonniiiil magis appro- 
pinquati, ab oculis quam a basi capitis fere duplo longius 
remoti. Thorax capite vix duplo longior, transversim strigosus, 
marginibus lateialibus rectis, longioribus quam in plurimis 
congenericis. Segmentum ventrale ultimum maris apice leviter 
ineisum. 

"^510. Gypona verticalis Stäl. — Sordide stramineo- 
albida, thorace scutelloque in testaceum vergentibus; vertice, 
exceptis margine angusto antico, linea longitudinali, maculis 
duabus minutissimis basalibus ocellisque, tlioracis maculis irre- 
gularibus tribus anterioribus , lateralibus majoribus, macula 
triangulari seutelli dorsoque abdominis nigris, luijus segmentis 
apice anguste testaceo-limbatis; tegminibus sordide hyalinis, 
fuscescente-venosis; alis sordide vitreis, apice levissime infu- 
scatis. rj. Long. 8 mill, — (Coli. Signoret.) 

Caput valde rotundatum , medio quam ad oculos fere 
duplo longius, thorace tertia parte brevius. Ocelli inter se 
quam ad oculos fere magis appropinquati , ab oculis quam a 
basi capitis longius remoti. Thorax transversim strigosus. 
y c.'51L Gypona unicolor Stäl, — Pallidissime olivaeeo- 
flavescens; alis albido- hyalinis. ö^?. Long. 9 — 10 mill. — 
(Mus. Holm, et Coli. Signoret.) 

Caput valde rotundatum, medio quam ad oculos duplo 
longius, thorace nonnihil brevius. Ocelli inter se quam ad 
oculos distincte magis appropinquati, ab oculis quam a basi 
capitis nonnihil magis remoti. Thorax transversim strigosus. 
Segmentum ventrale ultimum feminae subtruncatum vel latis- 
sime subsinuatum. 

b. Ocellis inier se quam ab oculis paullo magis remotis. 

V C>512. Gypona Germari Stäl. — Flavescente-albida; 
vittis pluribus verticis thoracisque nee non venis tegininum 
pallide tjavesceutibus; alis albido-hyalinis. o. Long. 9 njill. 
— Vera Cruz. (Mus. Holm.) 

Caput subsemicirculariter rotundatuni, medio quam ad 



85 

oculos duplo longiu.«, thorace paullo brevius. Ocelli ab oculis 
quam a basi capitis paullo magis remoti. Thorax transversim 
strigosus. Tegmina nee irregulariter nee dent^e retieulata. 

i> 513. Stragania humilisStäl. — Griseo-albida; fronte, 
loris, medio verticis thoracisque, scutello, apice exeepto, ma- 
cula magna laterali mesostethii basique eoxarum posticarum 
nigris; tegminibus breviter fuseo-pilosis; capite thorace vix 
angustiore. ?. Long. 4 mill, — (Coli. Signoret.) 

(j 514. Stragania misella Stäl. — Flavo-testaeea, 
subtus cum pedibus stramineo-albida; tegminibus sordide hya- 
linis, fusco-pilosulis, scutello, clavo, apice exeepto, maculaque 
subapicali dorsi abdominis nigris; scutelli maculis discoidalibus 
flavo-testaceis; capite thoracis parte posteriore paullo angu- 
stiore. $. Long. 4 mill. — Vera Cruz. (Mus. Holm.) 

515. Coelidia marginata Stäl. — Sordide straminea; 
vittis duabus frontis unaque clypei testaceis; angulis basalibus 
seutelli, venis tegminum, lateribus pectoris, coxis posticis ma- 
culisque ventris nigris; coxis posticis stramineo-limbatis, tegmi- 
nibus disco et apice nee non alis infuscatis. $ Long. 7'/j 
mill. — (Mus. Holm, et Coli. Signoret.) 

Caput obtusum. Thorax paree granulatus. 

516. Coelidia flaviceps Stäl. — Sordide straminea, 
thorace, scutello, tegminibus, maculis magnis pectoris, fasciolis 
dorsi abdominis ventreque nigris; clavi maculis tribus ad com- 
missuram, venis fuseis tantum separatis, corii limbo costali, 
parte apicali excepta, maculaque pone apicem clavi stramineis. 
?. Long. 7% mill. — (Coli. Signoret.) 

Prsecedenti valde affinis. 

•^ 517. Coelidia guttatinervis Stäl. — Griseo-stra- 
minea; lineis transversis frontis, macula genarum et lororum, 
vitta cljpei, maculis parvis quattuor lateralibus in seriem 
dispositis punetisque duobus apiealibus mediis verticis, angulis 
basalibus seutelli, tegminum venis parteque costali, maculis 
pectoris coxarumque posticarum nigricantibus; maculis parvis 
venarum tegminum maculaque majore media costali albidis; 
alis infuscatis; thorace remote granulato et paree fuseo-eon- 
sperso; capite obtuso. -9. Long. 8 mill. — (Mus. Holm.) 

'^ 518. Coelidia fasciaticollis Stäl. — Sordide stra- 
minea; fronte obscure testaeea, linea longitudinali straminea 
ornata; limbo interiore genarum et lororum, clypeo, excepta 
linea media, vertice pone medium, margine antico medio lim- 
boque lato postico thoracis, fasciolis basalibus segmentorum 



86 

dorsalium abdominis rostroque nigvis; tegininibus obscure fusco- 
testaceis, basi et apice pallide fuscescentibuy , fasciis duabus 
latipsimis dccoloribus ornatis; aus lüscis, maculis duabus magnis 
decoloribus; tibiis anticis fuscis, incrassalis et conipressis; capite 
obtuso. V. Long. 10 mill, — Vera Cruz. (Mus. Holm, et 
Coli. Signoret.) 

^ 519. Jassus fasciaticollis Stäl. — Stramineus; ma- 
culis duabus parvis genarum, una ad oeulos, altera ad lora, 
cljpeo, excepta lineoia media, frontis limbo laterali infra me- 
dium, lineolis transversis discoidalibus, in series duas dispo- 
sitis, maculisque duabus basalibus, verticis fascia media, limbo 
antico et postico thoracis, linea transversa media scutelli, 
peetore abdomineque nigris, hujus limbo anoque stramineis; 
tegminibus fuscis, venis stramineis, limbo lato costali areolis- 
que duabus apicalibus interioribus sordide vitreis; alis fuscis. 
V. Long. 5 mill. — (Coli. Signoret.) 

Caput thorace vix dimidio brevius, antice rotundatum; 
vertice oculis dimidio latiore; fronte levissime convexa. Te- 
gmina apice leviter volvantia. Coxa? nigrs. 

Obs. In hoc opusculo species tantum, quas ipse vidi, 
enumeravi. 



Synonymische Miscellaneen 

von 
Vr. Sufrrian. 



XXV. 
'''In einer dem Herrn Gymnasialdircctor Burchard vm 
Bückeburg kürzlich aus Celebes zugegangenen Insectensen- 
dung befand sich auch ein einzelnes Exemplar einer in Hrn. 
Lacordaire's Phjtopliag. I. nicht vorkommenden Donacia, 
in welcher ich die von Wiedemann in Grm. Mag. IV. 173. 
n. 84 beschriebene und seitdem verschollene D. Ja van a 
W i e d. zu erkennen glaube. L a c o r d a i r e , dem diese letztere 
unbekannt geblieben ist, hat sich deslialb darauf beschränkt, 
dieselbe (Phytoph. I. 196. n. 4) mit Wiederholung der Diagnose 
und Uebersetzung ihrer von ihm mit vollem Rechte als ganz 
ungenügend bezeichneten Beschreibung unter den ihm niciit 
zu Gesichte gekommenen Arten aufzuführen. Wohin der Ty- 
pus der Wiedemannschcn Beschreibung gekommen, vermag 



87 

ich nicht anzugeben, und deshalb beruht auch meine eigene 
Deutung derselben einstweilen nur auf einer Vermuthung, 
für deren Wahrscheinlichkeit jedoch neben dem Zutreffen we- 
nigstens eines bezeichnenden Merkmals (der über das ganze 
Halsschild hinziehenden, hinterwärts stärker vertieften 
Mittellinie) auch das durch die oben genannte Sendung von 
Neuem bestätigte Vorkommen vieler Javanischer Käfer auf 
Celebes zu sprechen scheint. 

Die vorliegende Art, die daher bis auf Weiteres als die 
D. javana Wied. gelten mag, steht, wie schon Hr. Lacor- 
daire von dem Wiedemann 'sehen Käfer vermuthete, in 
naher Verwandtschaft mit der D. Delesserti Gu6r. Lac. 
Sie ist ungefähr von derselben Grösse (etwa 3"^/^'" lang), 
aber in den Schultern breiter, hinterwärts weniger stark ver- 
schmälert, und stellt im Habitus mehr eine D. crassipes F. 
im Kleinen vor. Der Kopf ist kupfrig braun, kaum gerunzelt, 
mit deutlicher, hinterwärts nicht über die Augen hinausrei- 
chender Stirnlinie. Die Fühler von etwas mehr als halber 
Körperlänge, das 2te und 3te Glied fast gleich lang, letzteres 
etwas mehr als halb so lang als das 4te; die Farbe röthlich 
gelb, die einzelnen Glieder am oberen Ende schwärzlich ge- 
ringelt, die Oberseite des ersten und zweiten fast ganz bronce- 
schwarz. Das Halsschild so lang wie breit, hinterwärts kaum 
verschmälert, und nur kurz vor den etwas nach vorn umge- 
bogenen Hinterecken leicht eingeschnürt; die Vorderecken 
kaum bemerkbar, und auch die hinter ihnen liegenden seit- 
lichen Längsbeulchen nur flach und wenig heraustretend; der 
Rücken flach gewölbt, äusserst fein- und nur unter sehr schräger 
Beleuchtung deutlicher querrunzlig, der ganzen Länge nach 
von einer deutlichen, auf dem letzten Drittel noch etwas 
mehr vertieften, und hier das ganze Halsschild seicht nieder- 
drückenden Mittellinie durchzogen, die Farbe kupferbräunlich. 
Vorder- und Hintersaum in der Mitte verbreitert messing- 
grünlich. Das Schildchen dreickig, gleichfalls kupfrig braun, 
dünn greishaarig. Die Deckschilde vorn doppelt so breit als 
das Halsschüd, vom zweiten Drittel ab hinterwärts in flachen 
Bogen verschmälert, die Spitze jeder Flügeldecke leicht aus- 
gerandet, mit scharfer Naht- und Aussenecke; der Rücken 
abgeflacht, längs der ganzen Naht seicht niedergedrückt, und 
innerseits der Schulterbeulen je ein kurzer dreieckiger Ein- 
druck. Die Punktstreifen regelmässig und derb, vor der Spitze 
etwas schwächer; die Zwischenräume äusserst fein querrunzlig, 
die oberen leicht gewölbt, die seitlichen flacher, die Ein- 
drücke innerseits der Schulterbeulen mit einigen überzähligen 
feineren Punkten bestreut. Die Farbe auch hier kupferbräun- 
lich mit einem metallisch grünlichen Anfluge, ein nach oben 



88 

hin allmälig in jene Färbung übergehender Seitenrand heller 
erzgrün. Die Unterseite dicht angedrückt greishaarig, mit 
röthlich durchschimmerndem Hinterleibe. Auch die Beine 
röthlich mit geschwärzten Unterenden der Schienen und Fuss- 
glieder und einem bronce-schwärzlichen Längsflecke auf der 
Aussenseite der Vorder- und Mittelschenkel, welcher bei den 
Hinterschenkeln fast die ganze Oberseite einnimmt; diese letz- 
teren stark keulig aufgetrieben, mit den Enden über die Spitze 
der Deckschilde hinausreichend, zweizähnig; der grössere 
hintere Zahn breit dreieckig, hinterwärts gerichtet und, wie 
in der ganzen Gruppe, eine Erweiterung der scharfen Unter- 
kante des Schenkels bildend, nach dem Knie zu von einem 
kleineren rundlichen Schartenhöcker begleitet; der innere klei- 
nere Zahn um die halbe Breite des Schenkels näher der 
Wurzel zu gerückt, und auf der breiten Innenseite desselben 
neben der Unterkante stehend. Die Hinterschienen gleich- 
falls verlängert, mit dem unteien Drittel deutlich einwärts 
gebogen und längs dem Innenrande mit sehr feinen Höcker- 
chen besetzt. Ausserdem zeigt das vorliegende ohne Zweifel 
fS Stück vor der Mitte des ersten Bauchrings zwei neben 
einander stehende und durch eine flache Längsmulde getrennte 
scharfe längliche Höckerchen: bei zwei mir vorliegenden ,^ 
des Ostindischen Käfers, den ich nach der im Uebrigen voll- 
ständig stimmenden Lacordaire' sehen Beschreibung für D. 
Delesserti halte, findet sich von solchen, überdem einander 
ungleich mehr genäherten Höckerchen nur eine schwache, bei 
dem einen fast verschwindende Andeutung. 

Mit Rücksicht auf die Diagnosen, welche Hr. La cor - 
daire von den Arten dieser Gruppe gegeben hat, lässt sich 
die vorliegende also characterisiren: 

D. modice elongata, cupreo-aenea, prothoracis limbo 
antico et postico, elytrorumque margine laterali viridi-aeneis, 
antennis pedibusque rufescentibus nigro-variegatis: prothorace 
quadrato, angulis anticis obsoletis, posticis modice prominulis, 
supra subtilissime transversim strigoso, canalicula integra exa- 
rato; elytris apice subemarginatis, dorso depressiusculis, pun- 
ctato-striatis, interstitiis subelevatis, subtiliter transversim ru- 
gulosis. Long. 32/3'"; Lat. i%'". 

Mas: abdominis segmento priino acute bituberculato , fe- 
moribus posticis incrassatis subtus versus apicem bidentalis, 
dente externo majori basi compresso, antico minuto; tibiis 
ejusdem paris flexuosis, intus asperulis. 

Femina adhuc latet. 

Patria Insula Celebes. 



89 



Schädlicher Einfluss der Zuckerfabriken auf 
die Bienenzucht 

von 
Ur. H. Hasen. 



Die Mittlieilung von C. A. Dohrn in dieser Zeitschrift 
T. 22 p. 9 — 11 über den Sciuiden, der der Zucker-Raffinerie 
absichtlich durch Bienenzüchter zugefügt wird und über die 
dagegen ergriffenen Schutzmittel erregte allgemeines Interesse. 
Jene Mittheilung ist vielfach in verschiedenen Zeitschriften 
wieder abgedruckt und selbst in die auswärtige Tagespresse 
(Times) übergegangen. Um so überraschender war mir eine 
Nachricht in den „Mittheilungen der K. K. Mährisch-Schle- 
sischen Gesellschaft für Ackerbau, Naturk. etc. 1859*', welche 
genau das Gegentheil konstatirt, nemlich den Schaden, wel- 
chen Bienenzüchter durch Zucker -Raffinerien erleiden. Ich 
erlaube mir sie hier wörtlich wiederzugeben. 

Herr Karl Knoj)p, Gartenverwalter in Gr. Wisternitz in 
Mähren sagt in No. 4 p. 32: Im Marktorte Wisternitz bestan- 
den von jeher mehrere Bienenhalter, welche ganz nach 
uralter Art in Klotzbäuten die Bienenzucht betrieben, und 
dabei theils durch natürliche Schwärme, theils im Honig- 
ertrage ihre Rechnung fanden. Seit Errichtung der Zucker- 
fabrik aber, und besonders seit dem Jahre 1856, wo diese 
Fabrik ausgedehnter und bis in die Sommermonate betrieben 
wird, ist es um die Bienenzucht geschehen. Seit dieser Zeit 
schwärmen die Bienen weniger, und von einem Honigertrage 
ist nur selten etwas zu sehen. Die Ursache Avill darin ge- 
sucht werden, dass die Biene gleich beim ersten Ausflug im 
Frühjahr, durch die süssen Gerüche angelockt, in die Fabrik- 
räume einzudringen sucht, und daselbst theils in der klebri- 
gen Flüssigkeit, theils auf den hochtemperirten Trockenböden 
iliren Tod findet, Mie man sich davon im Jahre 1856 über- 
zeugt hat, wo Milliarden von Bienen theils in der Melasse 
den Tod fanden, theils auf den Trockenböden zollhoch wie 
betäubt lagen und mit "Windschaufeln auf Sielen herausge- 
schafft werden mussten, aber nicht mehr zu sich kamen. Da- 
durch werden die Stöcke leer, die Brut unterbrochen, durch 
eingetretene kalte Witterung öfters verkühlt, und so sind 
nicht nur die Schwärme A^■eg, sondern auch die Stöcke zu 
schwach, um die einzige hier Johnende Tracht der Linde zu 
benutzen und vermögen kaum .^o viel einzutragen, als sie für 
den Winter bedürfen. Weisellosigkeit, F^ulbrut und Ruhr 
sind Erscheinungen, die nur der Zuckerfabrik in die Schuhe 



90 

geschoben werden. Eine Weite in der Umgebung wird dieser 
Einfluss wahrgenommen. Es wird gewünsclit. dass erfahrene 
Bienenzüchter darüber aussprechen und wirksame Mittel da- 
gegen angeben möchten, damit die ganz in Verfall gekom- 
mene Bienenzucht wieder gehoben und nicht blos als theure 
Liebhaberei betrieben werden müsste. 

Hierauf giebt No. 16 p. 136 Hr. Hontschik in Niklowitz, 
der erste vaterländische Impler folgende Auskunft: 

Der Hr. Knopp beantwortet seine gestellte Frage „wel- 
chen Einfluss nehmen Zuckerfabriken auf die Bienenzucht^'- 
durch die jammervolle Schilderung selbst, und alle Bienen- 
väter mit mir werden die missliche Lage bedauern, doch 
keinen andern Rath zu geben wissen, als dass die Bienen 
wenigstens auf eine Stunde weit von der Mördergrube ent- 
fernt werden, wenn sie erhalten werden sollen. Da aber 
dieses für die wenigsten Bienenväter möglich, so sollten sie 
feämmtlich in ihrem hoch^^ ichtigen Interesse an die Herren 
Fabriks-Inhaber bittlich sich wenden, damit durch angebrachte 
Drathgitter der Eingang den Bienen in die Fabriks-Lokalität 
verwehrt, und bei Verfolg eigenen Vortheils billiger Weise 
fremdes Eigenthum vor Schaden bewahrt werden wolle. Der 
zum Schutze und Förderung der Bienenzucht den Landes- 
regierungen des deutschen Bundes vorgelegte Entwurf zu 
einem Bienengesetze sagt: 

§. 36. In Räumen, m'o Süssigkeiten aufbewahrt oder 
verarbeitet werden, muss den Bienen entweder der Einflug 
verwehrt, oder sobald sie eingedrungen sind, völlig freier 
Abflug namentlich durch Oeffnen der Fenster gewährt wer- 
den. Den Zuwiderhandelnden trifft eine Geldstrafe von 50 
Thalern oder verhältnissmässige Freiheitsstrafe. 

Uebrigens halte ich dafür, dass viele von den als todt 
liegenden Bienen noch zu retten gewesen Mären, wenn sie 
in lauwarmem Wasser gebadet in die Sonnenwärme oder in 
ein warmes Zimmer gebracht und abgetrocknet losgelassen 
wären. 

Nachwort d. Red. Augenscheinlich ist diebetreffende 
Fabrik nicht eine Zucker - Raffinerie aus Rohzucker (wie die 
Stettiner), sondern eine Saft-Melis-Fabrik. Für den Kenner 
der technischen Verschiedenheiten beider Fabricationen erklärt 
sich daraus wenn nicht Alles, so doch Vieles in den Klagen 
des Herrn Knopp. C. A. D. 



91 



Eudelia rufescens Ph., ein neuer Spinner von Chile, 

Vjesclirieben von 
Dr. B. A. Pliilippi in St. Yago. 



Schon seit mehreren Jahren wusste ich, dass ein Spinner 
mit geschwänzten Hinterflügeln bei Valparaiso vorkommt, 
aber erst im März d. J. gelang es mir, ein Exemplar zu 
erhalten, und zwar von den Kindern eines dortigen Freundes, 
des Herrn Ad. Möller. Es ist ein Männchen und nicht be- 
sonders erbalten, indem namentlich beim Aufspannen an eini- 
gen Stellen der Staub von den Flügeln entfernt ist. Die 
Fühler sind doppelt gekämmt, und die Zähne des Kammes 
sehr lang, namentlich unten, wie bei einer Saturnia. Der 
Kopf ist weniger versteckt als bei Ormiscodes Blanch. Die 
Palpen sind vorgestreckt, sehr stark behaart, namentlich auf 
der unteren Seite. Die Yorderflügel sind dreieckig mit spitzem 
vordem AussenM'inkel, concavem Aussenrand und einem Au- 
genfleck in der Mitte ^ die Hintertlügel sind sehr lang, ihr 
Innenrand fast geradlinig, der hintere Winkel verlängert, wie 
eine halbe Sichel nach aussen gebogen, so dass eine weite 
und tiefe Bucht am Aussenrande entsteht. Die Vorderbeine 
zeigen eine höchst eigenthümliche Bildung ; es ist nämlich an 
beiden ein doppeltes Schienbein vorhanden. Unter dem eigent- 
lichen Schienbein befindet sich ein mit dessen Basis verbun- 
denes, ebenso langes, ziemlich cylindrisches, stumpf abgerun- 
detes Glied, welclies oben in der Mitte eine Ausbuchtung hat, 
Ist dies eine blosse, dem Individuum eigenthümliche Monstro- 
sität? oder ist es eine den Männchen dieser Schmetterlings-Art 
eigene Bildung? oder kommt dies sonderbare Anhängsel bei 
beiden Geschlechtern vor? Diese Fragen wage ich nicht zu 
entscheiden; das Auffinden mehrerer Exemplare, wozu ich 
einige Hoffnung habe, wird erst die Sache ganz ins Keine 
bringen. Das letzte Glied trägt ausser den gewöhnlichen 
Klauen einen dreispaltigen Haftlappen; die unteren Seitenäste 
liegen tiefer als der Mittellappen. 

Sollte meine Vermuthung zutreffen, dass dieser Schmet- 
terling ein neues Genus bilden muss, was ich die Entomologen 
zu entscheiden bitte, die sich mehr als ich mit dem Studium 
der Schmetterlinge beschäftigt haben, und die über mehr 
literarische Hülfsmiltel gebieten können als ich, so schlage 
ich dafür den Genus-Namen Eudelia vor; die Art nenne ich 
E, rufescens. 

Der Körper ist 8 Linien lang, unten ganz und gar mit 



92 

dicht anliegenden, hellgelben Haaren bekleidet; oben hat der 
Vorderrand der Brust Haare von deri-elben Farbe, die aber 
länger sind, und ähnliche mag der Brustrücken getragen 
haben , derselbe ist aber abgerieben und lässt die hellbraun- 
rothe Farbe der Körperbedeckung erscheinen. Auf der Schul- 
ter stehen dagegen lange rothe Haare, welche weit über die 
Brust iiinausreichen. Der Rücken des Hinterleibes ist eben- 
falls hell rothbraun und scheint schwach behaart gewesen zu 
sein. Der Vorderflügel ist mit seinem Vorderrand 16 Linien 
lang, der Hinterrand misst etwa 9 und der Aussenrand 10 
Linien. Letzterer ist ziemlich concav, so dass der vordere 
Aussenwinkel ziemlich spitz wird. Die Hinterflügel messen 
von der Wurzel bis zur Spitze ihres etwas gedrehten Schwan- 
zes 18 Linien, ihre grösste Breite stellt eine vom Aussen- 
winkel auf den Innenrand gefällte senkrechte Linie dar und 
misst 7 72 Linien. Die Grundfarbe der Oberseite ist ein 
blasses Braunroth , welches am Vorderrand der Vorderflügel 
in Gelb übergeht, ebenso ist die andere Hälfte der Hinter- 
flügel blassgelb. Die Vorderflügel haben in der Mitte ein 
kreisrundes, weisses, von einem schmalen rothbraunen Ringe 
eingefasstes Auge und zwei etw^as gezackte braunrothe, im 
Ganzen dem Aussenrande parallele Querlinien, welche in der 
Mitte bei unserm Exemplar verloschen sind, bei andern aber 
auch in der Mitte deutlicher sein dürften; die innere würde 
den Augenfleck berühren. Die Mitte des Aussenrandes so 
wie des Hinterrandes zeigt auch einen sclimalen rothbraunen 
Saum. Die Hinterflügel zeigen auf der Mitte der Querader 
einen braunrothen Punkt und am Innenrand vor dem Abgang 
des Schwanzes zwei schräge braunrothe Streifen, gleichsam 
Anfänge von Querbinden. Die Unterseite ist blassgelb, hat 
dasselbe Auge in der Mitte wie die Oberseite, nur ist das 
weisse Centrum desselben erloschen; die in der Mitte unter- 
brochenen Querlinien der Oberseite sind auf je 2 Punkte oder 
Fleckchen am Vorderrand und am Hinterrand reducirt. Die 
Hinterllügel haben dieselbe Zeichnung wie ihre Oberseite, d. h. 
einen Punkt in der Mitte und je zwei am Vorder- und Innen- 
rand von braunrother Farbe. 

Die Augen sind schwarz und gross; die Vorderseite 
des Kopfes mit ziemlich langen hellgelben Haaren bekleidet. 
Die Fühler messen 6 Linien in der Länge und 'i>/^ Linien in 
der Breite; sie sind blassgelb und nur an der Basis mit 
braunrothen Haaren umgeben. Das letzte Glied der Palpen 
ist mit blassgelben, die beiden andern mit lebhaft braunrothen 
Haaren bekleidet. Die Vorderschenkel tragen gelbe, ihre 
Schienen und die Tarsen rothbraune Haare von massiger 



93 

Länge. Die Mittelbeine fehlen. Die Hinterbeine sind ganz 
mit blassgelben Haaren bekleidet. 

Die oben erwähnten Knaben haben den Schmetterling 
aus der Raupe gezogen, wussten mir aber keine deutliche 
Beschreibung der Raupe und Puppe zu machen. 

Ein Käferchen, das als Gewürz dient. 

Vor Kurzem erhielt ich von Herrn Dr. Barranca in Lima 
einige in Papier gewickelte Insekten und in einem Papieichen 
einen Klumpen Käferchen mit folgendem Zettel: „Insekten, 
die man zu Teigklumpen formirt, und die hier unter dem 
Namen Chiche bekannt sind; sie dienen zum Würzen einer 
Speise, die man Chupe de chiche nennt, finden sich in den 
ruhigen Wassern der Bäche und Flüsse der Cordilleren 
(^Sierra), und der Handel mit ihnen ist nicht ganz unbe- 
trächtlich. '■' 

Ueber den Geschmack dieser Käferchen kann ich nichts 
mittheilen, da ich sie bereits sämmtlich in Spiritus geworfen 
hatte, ehe ich den Zettel bemerkte. Die Masse besteht zu 
wenigstens 90 Proc. aus einem Elmis ähnlichen Käferchen, 
das sehr gut erhalten war, so dass ich ein paar hundert 
Stück davon aufkleben konnte und im Stande bin, fast sämmt- 
liche Freunde der Käferkunde damit für ihre Sammlungen, 
wenn auch nicht für iliren Gaumen zu versehen; ausserdem 
fand ich zwei Exemplare einer Corixa, einen wohl durch 
Zufall ins Wasser gerathenen und zugleich mit den Chiches 
erwischten Laufkäfer, und Larven von Ephemera und Libellula, 
diese Larven wegen ihrer Weichheit in sehr desolatem Zu- 
stande, nebst vielen einzelnen Theilen derselben, Würzelchen, 
Bruchstücke von Blättern etc. und sehr wenig Erde, was 
Alles zusammen vielleicht keine fünf Procent der ganzen 
Masse ausmacht, aber sonderbarer Weise keine Larven von 
Elmis. 

Das Käferchen, welches, wie gesagt, ganz wie eine Elmis 
aussieht, ist knapp 2 Linien lang und % Linien breit, rein 
schwarz und glänzend, nur die Fühler und Tarsen sind braun- 
roth, letztere am hellsten. Der Kopf ist geneigt, sehr fein 
punktirt; eine vertiefte Querlinie geht von einem Fühler zum 
andern; eine zweite trennt einen clypeus ab; die Stirn ist 
gewölbt, die Augen ziemlich gross und kugelig, wenn icii 
recht sehe, mit einer kleinen Einbucht am Ursprung der 
Fühler. Diese erreichen, zurückgeschlagen, nicht ganz den 
iiintern Winkel des Halsschildes und sind elfgliedrig und fa- 
denförmig; das erste Glied ist das längste und dickste, das 
zweite Glied giebt ihm \\ enig nacli, die folgenden sind dünn, 
ziemlich gleich lang, bis zum letzten, welclies länglicii eiför- 



mig, abgerundet und andevtlialbmal so lang wie das vorher- 
gehende ist. — Das Hals Schild ist etwas deutlicher punk- 
tirt als der Kopf, im Ganzen beinah quadratisch: die Seiten- 
ränder sind lang, fast geradlinig und parallel, und erst nach 
vorn krümmen sie sich einwärts; der Vorderrand ist in der 
Mitte stark nach vorne gekrümmt und jederseits durch einen 
tiefen Ausschnitt von dem vordem Winkel geschieden, der 
dadurch ziemlich spitz ^Yird : der Hinterrand ist sehr scIiM-aeh 
doppelt gebuchtet, beinah geradlinig und gerandet, indem ihn 
eine deutliche Furche vom Discus des Halsschildes trennt. 
Eine ziemlich tiefe Furche begleitet jeden Seitenrand, und 
von derselben zieht sich im hintern Drittheil jederseits eine 
seichte Furche bogenförmig nach hinten und innen, ohne die 
Mitte zu erreichen; sie ist manchmal wenig deutlich. Deut- 
licher ist eine erhabene Linie, welche jederseits in der vor- 
dem Hälfte dem Rande parallel verläuft, etwa im vierten 
Theil der Breite. — Das Schildchen ist klein und abge- 
rundet. — Die Flügeldecken sind ein klein wenig breiter 
als das Halsschild und reichlich zwei Mal so lang, massig 
gewölbt; ihre Seitenränder sind })arallel, erst im hintern 
Viertel oder vielmehr Fünftel nach innen gebogen und bilden 
dann zusammen eine abgerundete Spitze. Der Schulterhöcker 
ist deutlich, und eine schwache Kaute verläuft von demselben 
etwa bis zum dritten Theil der Länge. Ihre Skulptur be- 
steht in deutlichen Punktreihen, deren ebene Zwischenräume 
sehr fein punktirt sind. — Flügel sind vorhanden. 

Die Unterseite des Körpers ist ganz fein punktirt und 
vollkommen kahl. Der Vorderrand des Piosternum ist 
vorgezogen, quer abgestutzt, so dass dieser Tlieil von der 
Seite gesehen stark coucav erscheint; die beiden Vorderhüften 
sind durch einen massig breiten, ebenen, hinten abgerundeten 
Vorsprung getrennt. Am Vorderrand der Mittelbrust stehen 
nah bei einander zwei kurze, scharf erhabene Längsleistchen 
und dahinter zM'ischen den Mittelbeinen ein Grübchen. Die 
Hinterbrust zeigt eine vertiefte Längslinie in der Mitte und 
bildet nach hinten eine Einsenkung. 

Die Beine sind lang und schlank, wenig unter einander 
verschieden, die Hüften kugelig; die Schienen so lang wie 
die Schenkel, am Innenrande mit kurzen Börstchen und auf 
der untern Hälfte der Innern Seite mit leinen, dicht anliegenden 
gelblichen Härchen besetzt; am Ende haben sie sehr sdiwache 
Domen. Die Tarsen sind vollkommen so lang wie die Seide- 
nen, fünfgliedrig, die vier ersten Glieder ungefähr gleich 
lang, das fünfte fast .so lang wie die vier ersten /usammen- 
genommen und mit zwei langen Krallen versehen. 

Die Oberlippe ist quer, etwas abgerundet, lang gewim- 



95 

pert, die Mandibeln sind kräftig, an der Spitze zvveizähnig, 
innen ganzrandig, aber innen mit einem häutigen, im obern 
Theil gezähnelten Lappen versehen, der nur wenig kürzer ist 
als die Mandibel selbst. Die Maxillen bestehen aus einem 
länglichen, quer getheilten, lang und stark gewimperten Lap- 
pen, und tragen zwei Palpen, der äussere ist dreigliedrig, 
das letzte Glied länglich, last länglich -eiförmig, so lang wie 
die beiden vorhergehenden, der innere Palpe ist zweigliedrig, 
das zweite Glied doppelt so lang wie das erste, fast lanzett- 
förmig, aussen gewimpert. Dieser Theil macht mir wenigstens 
den Eindruck eines Tasters und nicht eines blossen Maxillen- 
lappens. Die Unterlippe ist vorn grad abgestutzt, sehr 
kurz gewimpert; die Lippentaster zweigliedrig, das letzte Glied 
eiförmig, abgestutzt. 

Leider bin ich nicht im Stande, die Mundtheile eines 
ächten europäischen oder nordamerikanischen Elmis zu unter- 
suchen, allein es scheint mir die Beschreibung derselben mit 
denen meines Käferchens hinreichend übereinzustimmen, um 
denselben in diesem Genus zu lassen. So viel ich weiss, ist 
bisher nur ein Elmis aus Peru bekanut gCM'esen, welcher aber 
ein sehr dickes, cylindrische^, stark abgestutztes letztes Glied 
an den Maxillarpalpen besitzt und daher zu einem eigenen 
Genus, Cylloepus, erhoben ist. 

Eine Art aus Chile hat Herr Ph. Germain in den Annales 
de la Universidad de Chile 1854 p, 327 folgender Weise be- 
schrieben: Oblongus, parallelus, subniger vel piceus, vix pu- 
bescens; capite punctato; thorace punctuJato, eljtris angustiore, 
postice transverse impresso, disco convexo, lateraliter trans- 
verse foveolato, limbo laterali arcuato, submarginato, lineis 
impressis antrorsum leviter convergentibus postice lituratus; 
elytris striato punctatis, prope basin depressis, interstitiis con- 
vexiusculis, vix punctato-plicatis; sutura latiore, subelevata; 
anlennis pedibusque fulvis. — Longit. iy2, latit. Vy lin. Siehe 
auch meine Reise durch die Wüste Atacama p. 171. 

Da Herr Gerniain sich hier berechtigt erachtet hat, als 
er seine Stelle am hiesigen Museum aufgab, einen Theil der 
in demselben befindlichen Käfer als sein Eigenthum anzu- 
sprechen, darunter aucl» die chilenischen Elmis und die 
Exemplare von Elmis, welclie wir aus der Wüste Ata- 
cama mitgebracht haben, und da ich seitdem keine Veran- 
lassung und keine Zeit gehabt habe, deren wieder zu sam- 
meln, so kann ich die peruanischen Elmis nur seiner Beschrei- 
bung der chilenischen vergleichen, und da finde ich folgende 
Verschiedenheiten: 1) ich finde niclit, dass der Kopf gröber 
puuktirt ist als das Halsschild; 2) ich finde im hintern Theil 
des Halsschildes keine „eingedrückle, nach vorn schwach con- 



96 

vergirende Linien,'-^ während Herr Gerniain nicht die zwei 
dem Seitenrande parallelen erhabenen Linien oder Kanten 
erwähnt, welche die peruanische Elmis besitzt: 3) kann ich 
nicht finden, dass die Flügeldecken prope basin depressa sind, 
indem sie schwach, aber gleichmässig auf dem Rücken von 
vorn nach hinten gewölbt sind; 4) es sind nicht die ganzen 
Beine, sondern nur die l'arsen roth, oder, wenn man will, 
fulvi. Ich muss daher die peruanischen , zum Würzen des 
Chupe de Chiche dienenden Käferchen für neu halten und 
nenne sie 

Elmis condimentarius Ph. 
Sie lassen sich durch folgende Diagnose bezeichnen: E. oblon- 
gus, subparallelus, niger glaber, s. vix pubescens; capite pun- 
ctulato ; thorace punctulato, lateribus et postice marginato, in 
utroque latere oblique foveolato, in parte antica lineis duabus 
elevatis lateribus parallelis notato : elytris striato-punctatis, 
interstitiis punctulatis; antennis rufis; tarsis rufo-fulvis. — 
Long, fere 2 lin., lat. fere Yg lin. 

Habitat in rivulis Andium peruvianarum. 



Üeber die früheren Entwicklungsstände des 
Pterophor US didactylus Lin. Ev. (trichodactylus Hb.) 



Dr. Selileielt. 



Nachdem der fragliche Falter schon im Jahre 1862 wäh- 
rend des Juni und Juli in grosser Menge auf einer kleinen 
Wiese zwischen Grabow und Bredow, kaum eine Viertel- 
stunde nordwärts von Stettin, gefangen worden, gelang es mir 
im Mai des Jahres 1863 auf der Flugslelle die Raupe in 
grosser Anzahl auf Geum rivale anzutreffen und damit Linuc's 
und Degeer's Angaben zu bestätigen. Das Thierchen sitzt 
bei Tage gewöhnlich an dem Blüthenstiel, nicht weit von der 
Blüthe ruhend, und fängt, Avie es scheint, erst gegen Abend 
an zu fressen, indem es den Kelch der Blüthe durchbohrt und 
sich in diese hiueinfrisst, ohne doch jemals weiter als mit dem 
Kopfe und allenfalls mit der vordem Hälfte des Körpers in 
dieselbe hineinzukriechen. Sie nagt in dieser Weise die ganze 
Blüthe aus und verzehrt nicht blos die Kelchblätter, sondern 
auch die Blumenkrone und den Fruchtboden. Dass sie nicht 
in der Blüthe selbst verborgen wohnt, erweist auch der ver- 



97 

schieden grosse, den verschiedenen Wachsthumsstadien der 
Raupe entsprechende Durchmesser der rings um die attakirte 
Blüte sichtbaren, meist kreisrunden Bohrlöcher, durch welche 
das Thierchen in dieselbe eindringt. 

Die Raupe ist erwachsen etwa 6 Zoll lang und hat einen 
nach beiden Enden hin verjüngten Körper. In sehr charak- 
teristischer Weise hat sie die einigen Pterophoridenraupen 
so eigeathümlichen Stelzfüsse. Ihr kleiner Kopf ist glasig, 
gelblich grün gefärbt und mit unregelmässigen bräunlichen 
Fleckchen marmorirt. Die Grundfarbe des walzigen Körpers, 
in der Jugend helhveisslich , wird mit zunehmendem Alter 
allmälig zu einem deutlichen Hellgrün. Vom Kopfe bis zum 
Aftersegment verläuft eine schmale, dunklere Rückenlinie, 
deren Färbung von Grün bis Braun und Braunröthlich variirt. 
Zu beiden Seiten derselben erscheint mit ihr parallel und von 
gleiclier Breite ein weisslicher Längsstreif. Auf jedem Ringe 
stehen zehn "Wärzchen, welche auf den drei ersten und den 
beiden letzten Körperringeu kaum bemerkbar, auf allen an- 
dern dagegen sehr deutlich und zwar in der Weise hervor- 
treten, dass die beiden grös^ten zu beiden Seiten des dunk- 
leren Dorsalstreifens gerade in den helleren zu letzterem 
parallelen Linien zu stehen kommen, die dann in regelmässigen 
Abständen folgenden aber immer kleiner werden, je näher sie 
den FussM'urzeln stehen. Aus jedem Wärzchen spriessen zwei 
lange starke und mehrere kurze schwächere Härchen hervor, 
welche alle von weisslicher Farbe und stark divergirender 
Richtung dem ganzen Raupenkörper das Ansehen einer weiss- 
lichen und stachlichen Bekleidung geben. 

Behufs der Verwandlung heftet sich die Raupe nach Art 
der Tagfalterlarven mit dem Afterende fest; sie wird zu einer 
mit scharf dunkler Rückenlinie versehenen Puppe, deren Farbe 
von Grün bis Dunkelbraun abändert. Die dunkel begrenzten 
Flügelscheiden mit ihren Schattinmgen, die dunklere Dorsal- 
linie und die regelmässige Stellung der Borstenhöeker geben 
ihr ein streifiges Ansehen. Sie ist ganz ähnlich wie die Raupe 
mit parallelen Reihen solcher Höckerchen besetzt, von denen 
die beiden der Rückenlinie am nächsten verlaufenden am deut- 
lichsten hervortreten, die folgenden kleiner und weniger auf- 
fällig sind. Aus jedem Höcker tritt ein Paar kurzer, stach- 
licher Borsten hervor, wie es sclieint entsprechend den beiden 
langen Haaren, welche aus jedem Höcker des Raupenkörpers 
hervorspriessen. 

Der Falter entwickelt sich in etwa 14 Tagen bis drei 
Wochen. Er kommt in unserer Gegend gewiss nur in einer 
Jahresgeneration vor, die allerdings ziemlich lange, wenigstens 

7 



98 

6 bis 8 Wochen \Aiihrt, da man den Falter noch Ende Juli 
und Anfang August antreffen kann. 



Ernährung und Entwickelung von Haltica 
oleracea Fab. 

vom 
Lehrer Cornelius in Elberfeld. 



Ich traf die Larven am 15. Juli auf Oenothera biennis, 
deren Blätter sie, auf der Oberseite fressend, gänzlich zer- 
stören. 

Die Länge beträgt im ausgewachsenen Zustande 2'/;"', 
die Breite % '"• — I)«r Leib ist im ersten Lebensalter liacl), 
nachher oben melir gewölbt, fast halbwalzig, ziemlich gleich- 
breit, vorn und hinten nur wenig zugespitzt. — Die Farbe 
ist in der Jugend fast ganz schwarz , nur unten bräunlich, 
unmittelbar nach einer Häutung iioniggelb, etwas später und 
überhaupt im höhern Stadium zimmetbraun, unten etwas hel- 
ler, wenig glänzend. Das ganze Thier erscheint anfangs rauh- 
haarig, später sind die langen Haare zu kuizen Borsten ge- 
worden. — Der Kopf ist ziemlich klein, rundlich, schwarz 
und glänzend, die Stirn mit zwei weiten tiefen Gruben, der 
Scheitel mit vorn verkürzter tiefer Mittellinie, Augengegend 
und Vorderstirnrand mit abwärts gerici.teten Härchen. Die 
Fühler sind sehr kurz, zweigliedrig (!) 5 das erste Glied dick, 
wal/ig, oben mit scharfem Rande; das zweite dünnere und 
et\Aas kürzere kegelförmig mit kleinen Nebenspiösscheu an 
der Wurzel. Die Oberlippe ist in der Mitte sanft ausge- 
schnitten, die Mandibeln haben an der Spitze drei oder vier 
starke Zähne, von denen die äussern die kleinsten sind, und 
an der Wurzel ein oder mehrere Borstenliaare. Andere Fress- 
werkzeuge haben sich meiner Beobachtung entzogen. — Der 
schwarze, glänzende Prothorax zeigt jederseits eine weite, 
ziemlich tiefe Quergrube in eriiabenem Wulste, der seitlich 
von einer Vertiefung umgeben ist; der Raum zwischen beiden 
Gruben wird von einer feinen gelblichen Mittellinie durch- 
zogen, die sich auch über den Rücken der beiden andern 
Brustringe erstreckt. Die Scheibe und der Vorderrand sind 
mit abstehenden Haaren spärlich besetzt. Der Tracheenkegel 
ist schwach zitzenarlig vorgezogen und trägt eine abstehende 
Haarborste. — Meso- und Metathorax sind breiter als der 



99 

Protboiax und ganz gleich gebildet: dem Vorderiande nahe 
stehen zwei sehr genäherte schwarze, quergezogene Tuber- 
keln, nahe dem Hinter rande zu zwei ähnliche kleinere und 
neben diesen, mehr nach der Seite eine jederseits eine aus 
zwei kleinern verschmolzene grosse Tuberkel, die seitlich von 
einer napfförmigen Vertiefung umgeben wird, deren Seitenrand 
eine starke schwarze Erhöhung, mit Zwillingshaaren besetzt, 
bildet. — Alle Leibesringe haben zwei Querreihen von schwai - 
zen glänzenden Tuberkeln, nämlich in der Mitte jeder Reihe 
eine Doppel-Tuberkel und jederseits zwei getrennte daneben, 
in. der hintern die Tuberkeln kleiner, beide Reihen schief unter 
einander geordnet, alle Höcker, mit einem kurzen Borsten- 
haar. Die Tracheenkegel, grösser als die übrigen Höcker, 
tragen an der Spitze ein Zwillingspaar abstehender, nach der 
Spitze hin divergirender Haare. Auf dem letzten Ringe, der 
einen stumpf abgerundeten flachen Zapfen bildet, und der 
Larve sichtlich zur Unterstützung beim Fortkriechen dient, 
sind die Tuberkeln meist kleiner, rundlicher und die mittlem, 
sonst verschmolzenen, zuweilen getrennt. — Die Unterseite 
ist heller gefärbt, glänzend. Auf jedem Ringe stehen hier 
trübgefärbte, beulenartige Erhabenheiten, nämlich: Auf den 
Bruststücken in der Mitte eine am Vorder- und zwei kleinere 
genäherte am Hinterrande; bei den Hinterleib&ringen eine aus 
zweien zusammengesetzte am Vorder- und zwei tiefer stehende, 
weit von einander entfernte nach dem Hinterrande zu. Unter 
jedem Tracheenkegel steht nach der Bauchseite liin noch eine 
grosse schwärzliche Tuberkel — alle mit einer kurzen Haar- 
borste. Die Haare erscheinen unter dem Mikroscop mit kol- 
biger Spitze. — Die Beine sind sciiwarz, glänzend, die Ge- 
lenke heller. 

Die Larven verkrochen in untergelegter Erde. 

Die ersten Puppen erhielt ich am 29. Juli. Sie sind 
IV2'" lang und Yg '" breit, gedrungen, hinten wenig zu- 
gespitzt, von honiggelber Farbe, ziemlich glänzend. Das 
Halsschild trägt auf der Scheibe Dörnchen mit dicker Wur- 
zel, am Hinterrande zartere, schwächere; die Tracheenkegel 
zeigen je ein schwaches Haar; die Oberfläche des Hinterleibes 
hat sehwache flache Grübchen, der letzte Hinterleibsring an 
der Spitze zwei ziemlich lange schwarze Dörnchen. 

Der erste Käfer erschien am 10. August. 



100 



Lepidoptern- Abdrücke der Herren Rudolf und 
Alfred Niess in Dresden. 



Bei Gelegenheit der Natui-forscher-Veisammlung zu Stettin 
im September v. J. legte der unter den Entomologen rühm- 
lieh bekannte Herr L. W. Schaufuss aus Dresden sehr ge- 
lungene, naturgetreue Abdrücke von Faltern vor, welche bei 
den Sachkundigen in der entomologischen Section verdiente 
Anerkennung fanden. Das Verfahren der Herren Gebrüder 
Niess in Dresden, dem sie den Namen Chemilithotypie gegeben 
haben, beruht auf einer Erfindung, die alle bisher versuchten 
Abdrücke weit übertrifft, sofern der Falter „mit seinen na- 
türlichen Farben sammt darin vorkommenden Schillertönen 
in unnachahmlicher Treue wiedergegeben wird."-' Namentlich 
gilt dies auch von dem Metallglanz solcher Falter, wie Po- 
lyom. Virgaureae und den Perlmutterflecken der Argynnis- 
Arten, wie sie der Maler bei aller Kunst nicht wiedergeben 
kann. Besonders empfehlen sich diese Abdrücke als Hülfs- 
mittel für den naturhistorischen Unterricht, da sie beim Vor- 
zeigen nicht der Zerstörung oder Beschädigung ausgesetzt 
sind, wie Original-Exemplare, und gegen Vernichtung durch 
Licht, Staub und Raubinsekten geschützt bleiben. Um sie 
nach Belieben ordnen zu können, bildet jedes Exemplar ein 
Blatt für sich und zeigt die Ober- und Unterseite des Schmet- 
terlings. Das Blatt ist 12 Zoll lang, 9' breit und kann auch 
unter Glas und Rahmen gebracht werden. Zu bedauern bleibt 
für jetzt noch der ziemlich hohe Preis, denn das Blatt kostet 
excl. des Schmetterlings -Preises iy3 Thlr. Doch bewilligen 
die Herren Erfinder bei Bestellungen von mindestens 50 Blät- 
tern einen Rabatt von 15 pCt. Die Preise der durch den 
Abdruck zerstörten Falter werden übrigens nach den billigen 
Preisen des Herrn Naturalienhändler L. W. Schaufuss berechnet, 
bei dem auch etwaige Aufträge zu bestellen und Proben ein- 
zusehen sind. 

Hering-, 



101 
Zwei neue Gelechien und eine neue Coleophora 

von 
O. O. ]9Iühlle in Frankfurt a. M. 



Gelechia triatomaea m. 

Alis anticis cinereis, atomis tribus nigris vix conspicuis, 
fascia clara in margine exteriori et interiori conspicua, medio 
obsoleta; palpis obscuris; antennis griseis, albide annulatis; 
capite, thorace, corpore griseis. 

Vorderfliigel dunkelaschgrau, drei schwarze, kaum sicht- 
bare Atome, eines in der Mitte und zwei iibereinanderstehend 
nach der Spitze hin; das lichte Querband am Aussen- und 
Innenrande deutlich, in der Mitte fast verloschen; Palpen 
schwärzlich, Fühler bei Yg Flügellänge grau und weiss ge- 
ringelt. Kopf, Thorax und der nicht flachgedrückte Leib sind 
ebenfalls grau; auf ersterem, hinter der Fühlerbasis stehen 
zwei bräunliche Haarbüschel. Saumlinie und Franzen der 
Vorderflügel dunkelgrau , der Saum der Unterflügel aber ist 
gelblich, nach der Spitze hin grau verlaufend, die Franzen 
grau. Beine schwärzlich, die untersten Glieder derselben 
weiss geringelt. 

Im äusseren Habitus und Farbe gleicht die Motte der 
Gelechia populella L,, erreicht aber kaum die Grösse von 
Gel. tenebrosella Z. 

Erste Erscheinungszeit Anfangs August 1862. Leider ist 
mir die Beobachtung der Raupen entgangen; das Thierchen 
erschien aus einem Behälter, Avorin ich bekannte Arten mit 
verschiedenen Pflanzen fütterte. Ich vermuthe zunächst, sie 
mit Crataegus oxyacanth. eingeschleppt zu haben. 

Gelechia morosa (Frey in litt.) m. 

Alis anticis obscure cinereo griseis, fere nigris, apice ala- 
rum squamis nonnullis canis adspersa margine et ciliis obscure 
griseis. Palpia antennisque nigris, his canis annulatis. Capite, 
thorace, corpore obscuro griseis. 

Vordertlügel dunkel aschgrau, iast schwarz; nach der 
grob beschuppten Spitze hin treten hie und da einige hell- 
graue Schüppchen hervor. Palpen und Fühler schwarz, letz- 
tere kaum merklich heller geringelt. Kopf (glatt), Thorax 
und Leib dunkelgrau. Saumlinie und Franzen beider Flügel- 
paare dunkelgrau, die Beine heller. 

^ Grösse gleich der vorigen Form, viel schmälere und zu- 
gespitzte Flügel. 

Erste Erscheinungszeit Mitte Juli (1858). 



103 

Die Raupe fand ich Anfangs Mai nämlichen Jahres in 
den frischen Herztrieben von Lysimachia vulgaris. 

Coleophora miisciilella m. 

Alis anticis luteo fuscis, margiue anteriori albido. Medio 
alarum lineis duabus albidis , quarum prima e basi nata ad 
angulum analem, altera ad apicem alarum pertinet. Margine 
interiori aliquautum albido limbato, alis posterioribus et ciliis 
griseis. Palpis antennisque albidis, his nigro-annulatis; capite 
brunneo hirsuto; thoracis lateribus albidis, medio brunneo^ 
corpore pedibusque obscurioribus. 

Vorderflügel dunkel lehmfarbig, Vorderrand weiss. In 
der Flügelmitte zwei weisse Linien, die eine aus der Wurzel 
entspringend sich nach dem Afterwinkel senkend, wogegen 
sich die z\a eite über dem Ende der ertteren nach der Flügel- 
spitze hin erstreckt. Inuenrand wenig weiss gesäumt, ünter- 
flügel und Franzen grau, Palpen und Fühler weiss, schwarz 
geringelt, Kopf braun behaart, Thorax seitwärts weiss, in der 
Mitte braun, Leib und Beine dunkler. 

Erste Erscheinungszeit Mitte Juli (1860). 

Nächst der Col. juncicollella Stt. die kleinste Coleopho- 
ren-Art. 

In Habitus und Farbe der Saponariella Heeg. ziem- 
lich nahe. 

Der Sack grau körnig, längs gekantet, die Vertiefungen 
dunkler (nicht schwarz Mie bei Saponariella); Mund wenig 
gebogen, Endspitze dreikantig, spitzer A'crlaufend. 

Die Raupe lebt überwinternd, von September bis Anfangs 
Mai, wo sie erwachsen, an Dianthus süperb., aucR Dianthus 
carthusianorum. Sie verräth sich durch die von ihr minirten 



Aus meinen Notizen. 

Es ist verschiedentlich die Behauptung laut geworden, 
dass Coleophora Olivaceella Stt. und Solitariella Zell, nur 
eine Art seien, ja sogar, die eine sei das Weib der andern 
Art. 

Wenn nun auch nicht zu leugnen, wie schwierig, selbst 
für den erprobtesten Autor, es ist, einzelne Exemplare dieser 
beiden Species mit Sicherheit sofort zu erkennen — wenn 
man aucli annehmen -will, dass die Lebensweise und Ver^and- 
lungsgeschichte beider eine und dieselbe sei, obschon mir nicht 
bekannt, dass Solitariella auch andere Nahrung als Stellaria 
holostea nehme, während olivaceella an Cerastium vulgatum, 
Aisina media und Stellaria holostea zu finden ist — sieht 
man auch hinweg von der Verschiedenheit der Säcke, obschon 



103 

der Sack der SolitarieUa weisslichgrau, Bauchlänge dunkler, 
Mund wenig gebogen, der der Olivaceella aber die Bauch- 
länge fast dunkelbraun, oben etwas lichter, der Mund weit 
mehr gebogen, also eine wesentliche Verschiedenheit nicht zu 
verkennen ist, — eo wird doch das unzweideutigste Erken- 
nungszeichen ein Blick sein auf gezogene Reihen von 20 bis 
30 Stücken nebeneinander gestellt. Ueber dieselben bei Ta- 
geshelle tlach hinweggesehen, wird bei Olivaceella ein in"s 
olivenfarbige schimmernder Metallglanz, bei SolitarieUa aber 
eine matte Lehmfarbe der Vordertlügel hervortreten und den 
Zweiflern den ZAveifel benehmen. 



Einige Bemerkungen über die Schmetterlings- 
fauna von Reichenhall und Gastein 

vom 
Gericlitsrath Keferstein in Erfurt. 

In dem Sommer 1862 gebrauchte ich vom 13. Juli bis 
zum 11. August eine Badecur in Reichenhall und im Jahre 
1863 habe ich mich zu gleichem Behufe vom 6. Juli bis zum 
4. August in Wildbad Gastein aufgehalten. So weit es die 
Cur und meine Gesundheit erlaubte, widmete ich die freie 
Zeit der Schmetterlingsfauna beider Oertlichkeiten. Mit dem 
Fang von Microlepidopteren konnte ich mich wegen meiner 
schwachen Augen fast gar nicht beschäftigen und eben so Avar es 
mir untersagt, die eigentlichen Alpen zu besteigen. Von Rei- 
chenhall machte ich einen Ausflug zu Wagen auf die 4571 
bayersche Fuss hohe Stoissen Alp und von Gastein ging ich 
zu Fuss in das Nassfeld, dessen Ende, die Straubinger Hütte, 
5206 Fuss hoch liegt. An beiden Höhepunkten habe ich nichts 
erhebliches von Schmetterlingen wahrgenommen. Reichenhall 
liegt 1476 Pariser Fuss und Wildbad Gastein bei den Strau- 
bingen 3315 Fuss über dem Meeiesspiegel. Bei Reichenhall 
ist die Flora üppig und Alpenveilchen (Cyclamen), so wie 
Rhododendron findet man hänfig bis mitten in den Ort. Von 
Alpenveilchen habe ich bei Gastein keins wildwachsend ge- 
sehen und auch Rhododendron erst im Nassfeld angetroifen, 
doch bietet die Gastein'sche Schmetterlingsfauna bei weitem 
mehr Interessantes als die von Reichenhall. Bei Reichenhall 
habe ich von eigentlichen Gebirgsfaltern nur Pieris Bryonia, 
var. von Napi, die gleichfalls bei Gastein flog und bei dem 



104 

sogenannten Mauthhäusel Erebia Keichlini HS., var. von Pio- 
noe, gefangen. Herr Dr. Herrich-Schäfler traf bei dem sogen. 
Molkenbauer auch Photedes Captiuncula. Erebia Reichlini 
scheint nur in dem bayerischen Gebirge vorzukommen, so dass 
der 4000 Fuss hochliegende Hirschbühl die Grenze sein dürfte. 
Jenseits Hirschbühl im Oesterreichischen kommt Reichlini wohl 
nicht mehr vor und an seiner Statt zeigt sich die Stammart 
Pronoe, doch bedarf dieses noch einer genaueren Beobachtung. 
Die Zygänen zeigen in Reichenhall mehr den südlichen Typus 
und ich fing dort Zyg. Medicaginis 0. (wohl nur var. von 
filipendulae), während diese bei Gastein fehlt und an deren 
statt Zyg. Mannii HS. var. von filipendulae auftritt. Erebia 
ligea und Medea ist beiden Localitäten gemeinschaftlich, w äh- 
rend ich Erebia Pronoe auch nicht in Gastein, wohl aber in 
der Fusch (KäferthaleJ beobachtet habe. Der characteristische 
Gebirgsfalter von Gastein ist Erebia Melampus, welcher Schmet- 
terling überall in den Thälern und auf den Höhen vorkommt. 
Eine eigenthümliche Erscheinung zeigt das in der Fusch be-, 
legene Käferthal. Eine solche Masse zusammenfliegender ver- 
schiedener Lycänen ist mir noch nicht vorgekommen. Ich 
fing Lycaena Acis, Alexis, Corydon, Dorylas, Eros, Pheretes. 
Leider war mir die Zeit zu karg zugemessen, so dass ich 
mich nur der Schmetterlinge bemächtigen konnte, die gerade 
am Wege flogen. Die Lepidopterol^ogen mochte ich auf die 
nähere Erforschung des Käferthaies aufmerksam macheu. Ich 
fand auch dort in Fersleiten die hübsche Larentia Tophaceata. 
Lycaena Corydon kommt in Reichenhall und Gastein mit fei- 
neren Punkten auf der Unterseite der Vorderflügel vor, auch 
zeigt sich bisweilen auf der Oberseite der Vorderflügel ein 
feiner schwarzer Strich wie ein zartes Comma, ja in Gastein 
habe ich ein männliches Exemplar gefangen, das den Freyer- 
schen Alexius repräsentirt, indem solchem auf der Unterseite 
der Vorderflügel die zwei Punkte an der Basis fehlen. Von 
Lyc. Alexis fing ich in Reichenhall mehrfache Varietäten. 
Schon Ende Juli zeigte sich daselbst Vanessa Prorsa, auch 
fing ich Agrot. linogrisea und besonders häufig Callimorpha 
Hera. Alle diese drei Schmetterlinge habe ich bei Gastein 
vermisst. Gleichfalls traf ich an beiden Orten Mamestra Mar- 
morosa, Prothymia Aenea und Ortholitha Gachtaria Fr. var. 
von bipunctaria, doch letztere zwei bei Reichenhall besonders 
häufig. Bei Reichenhall zeigte sich mehr Hesperia Comma, 
bei Gastein aber Hesperia Sylvanus. An beiden Localitäten 
fing ich Lith. lurideola, Cidaria Blandiata, Gnophos Glaucinata 
und Dilucidaria , auch Botys Verbascalia, und zwar von letz- 
terer in Reichenhall eine Varietät. Bei Gastein sammelte ich 
Argynnis Aglaja, Melitaea Athalia und Dictynna; Apatura 



' 105 

Iris, Satyrus Maera, Poljommatiis Chryseis, Lycaena Alcon, 
Acis, Alexis, Coenonympha Pamphilus, Syrichthus Serratulae, 
Atychia Statices, Zygaena Pluto, Gnopliria Rubricollis, Ne- 
mophila Russula, Notodonta Dromedarius, Agrotis Fimbria, 
Hadena fuvuncula, Dianthoecia Albimacula und Caesia, Ma- 
inestra Dentina, Polia Nigrocincta, wovon ich im August die 
Raupe auf der Blut he des gelben Eisenhutes fand; sie ver- 
puppte sich und krocli Anfang September aus; Caradrina Cu- 
bicularis häufig; Plusia Chrysitis, Euclidia Mi, Geometra Pa- 
pilionaria, Acidalia Aversata, Immutata, Commutata, bisetata, 
Perochraria; Boarmia Repandaria häufig; Macaria Signaria häu- 
fig; Thamnonoma Wawaria und pinetaria, letztere häufig; Ode- 
zia Chaerophyllata häufig; Cidaria Hepararia, Cyanata, feriu- 
gata, Impluviata (häufig), Propugnaria, Rivulata, Rubiginata, 
Ocellata,Munitata, Rupestrata (häufig), Caesiata, Russata, Mino- 
rata; Lygris Populata; Anaitis Cassiata nicht selten; Ortholitha 
Men&uraria, bipunctaria; Botys Opacalis Hb. (häufig), Octoma- 
culalis, Alpinalis, PratalisZ. ; Eudorea Ambigualis und Sude- 
ticalis; Tortrix Palliaua; Sciaphila Penziana; Penthina Sau- 
ciana Hb., Lacunana HS.; Crambus Stentiellus (Concliella Tr.), 
Pinetellus, Pempelia Ornatella; Nematois Scabiosellus. In Ga- 
stein liefert viel Material auch zum Theil an hübschen Sachen 
die Wandelbahn, avo man besonders früh, bevor sich die 
Curgäste einfinden, mannigfache Noctuiden und Geometriden, 
die an den Fen&tern und Wänden sitzen, leicht anstecken 
kann. 



Nachträge zu den „Berichtigungen" des 
Repertorii. 



pag. 5 Zeile 9 von unten setze hiezu im Anfange: 410 S. 

pag. 6 Zeile 19 von unten setze zu: Bibliotheksverzeich- 
niss auf 42 S. 

pag. 13 Zeile 25 \oi\ oben, bei Christoph 2, lies No. 17. 

pag. 14 Zeile 18 voii unten lies Aphidenschwärme. 

pag. 74 Zeile 14 von oben bei v. Prittwitz 1 lies 419—21, 
Zeile 17 von oben bei v. Prittwitz 2 lies 421—22. 

pag. 75 Zeile 20 und 21 von unten setze bei Ratzeburg 
hinzu Dr., jetzt Geheimer Reg.-Rath. 

pag. 95 Zeile 6 von oben lies Nachschrift. 

pag. 108 Anonymus 8 nach Hagen Biblioth. ent. II. p. 
117 von Schaum (12). 



t06 

l^ag. 109 Anonymus 16 nach Hagen Bibliotli. ent. 11. [». 
.207 von SuHVian (20). 

pag. 129 Zeile 35 von unten setze zu bei Donacia tlia- 
lassina (j. 362. 

pag. 138 Zeile 17 von oben lie.ss bei Hoin. Pertii 13. •147 
und setze Zeile 25 v. oben hinzu rufula 13. 446. 

pag. 150 Zeile 31 von oben setze zu crussis 22» 366. 

pag. 151 Zeile 16 von unten liess leucomelas. 

M. Wahnschaffe. 



Zweiter Nachtrag zum Catalog der Vereins- 
bibliothek*). 



25 k. Sepp, Nederlandsche Insecten, 2. Serie, No. )M und 12. 
(Ohne Titel und unvollständig.) 
109 d. Thomson, Scandinaviens Coleoptera. Tom. V. Lund 

1863. 
384. Selys-Longchamps , Catalogue raisonne des Ortho])teres 
de Belgique. Bruxelles 1862. 

(Aus: Annales de la Soc. entomol. beige.) 
Stierlin, Beitrag zur Insecten-Fauna von Epirus. 

(Aus: "Wiener ent. Monatsschrift Band V. No. 7.) 

Gloger, Was if:t zu thun zur allmäligen und schliess- 

lichen Verhütung von Ungeziefersciiäden und Mäuse- 

frass? Leipzig 1861. 

Rössler, Beiträge zur Naturgeschichte einiger Lepidop- 

teren. 

(Aus: Jahrb. d. Vereins f. Naturk. im Herzogth. 
Nassau. XVI.) 
Rogenhofer, Drei Schmetterlings-Metamorphosen. 

(Aus den Verhandl. der k. k. zool.-botan. Ge- 
sell seh. in Wien. 1862.) 
Gerstäcker, Argas reflexus Latr. , ein neuer Parasit des 
JMenschen. 

(Aus: Archiv für pathol. Anatomie und Physio- 
logie und für klinische Medizin. XIX.) 
Rondani, De genere Dipterorüm Neera. 1860. 

(Aus: Atti della SociettY italiana di Scienze nu- 
turali. Vol. IL 



■*) Manche Bücher, die bereits eingegangen sind, werden, da sie 
ausgeliehen, ohne schon numerirt oder eingebunden zu sein , erst im 
nächsten Nachtrag aufgeführt werden. 



107 

Rondani, sulle Abitudini della Phora fasciata del Fallen. 
1860. 
„ De genere Bertua Rondani. 1860. 
„ Stirpis Gecidomjuanim genera revisa. 1861, 
„ Nova species italica generis Dipterorum Sphixi- 

morphae. 1860. 
,, SugPiasetti che concorrono alla fecondazione dei 
semi nelle aiietolochie. 1860. 
(Aus derselben Zeitschrift.) 
Brauer, Cej)henomjia Ulrichii, die Rachenbremse des 
Blennthieres. 1862. 

(Aus: Verhandl. der k. k. zool.-bot. Gesellschaft 
in Wien.) 
Scudder, On the genus Colias in North America. 1862. 
(Aus: Proceed. of the Boston Society of Natural 
History.) 
V. Osten-Sacken, Characters of the Larvae of Myceto- 
philidae. 1862. 

(Aus: Proceed. of the Ent. Soc. of Philadelphia. I.) 
„ Descriptions of some larvae of North American 
Coleoptera. 1861. 

(Aus derselben Zeitschrift.) 

„ On the Cynipidae of the North American Oaks 

aud their Galls. 1861. (Aus derselben Zeitschrift.) 

„ Additions and Corrections to the paper cntitled 

On tJieGynipidaeetc. 1862. (Aus derselben Zeitschr.) 

Scudder, Notice of some North American Species of 

Pieris. 1861. 

(Aus: Proceed. of the Boston Society of Natural 
History.) 
385. Schaufuss, Dictator Schaum. Ein offener Brief an alle 
Entomologen, Dresden 1863. 
Möschler, Die Schmetterlinge der Oberlausitz, 

(Aus: Neues Lausitzisches Magazin XXXVIIl.) 
Doleschall, Briefe aus Amboina. 186,?. 
V. Frauenfeld, Beitrag zur Insectengeschichte. 1862. 

„ Eine für Oesterreich neue Trypeta. 1661. 
Bock, Vorläufige Uebersicht der während der Reise 
der Fregatte Novara gesammelten Spinnen. 1861. 
V. Frauenfeld, Ueber irrthümliche Mittheilungen über 
die Lebensweise der Kolumbatscher Mücke, 1862. 
Brunner v. Wattenwyl, Ueber die von der k. k. Fre- 
gatte Novara m.itgebrachten Orthopteren, 

(Sämmtlich aus: Verhandl. der k. k. zool.-bot. 
Gesellsch, in Wien.) 
Mayr, Myrmecologische Studien. Wien 1862. 

(Aus: Verh. der k. k. zool.-bot. Gesells. in Wien.) 



108 

Scurtder, Materials for a monograph of tlie North Ame- 
rican Orthoptera. Cambridge 1862. 

(From theBoston Jouvn. ofHistory, Vol. VII. No. 3.) 
Roger, Verzeichniss der Formieiden-Gattungen und Ar- 
ten. 1862. 

(Berliner entomol. Zeitschrilt.) 
Mayr, Hemipterolog. Studien. Die Belostomiden. 1863. 
(Aus: Verhandl. d. k. k. zool.-botan. Gesellschaft 
in Wien.) 

386. Glaser, Der neue Borkhausen, oder: Hessisch-rheinische 

Falterfauna. Darmstadt 1863. 

387. Wagner, Untersuchungen über die neue Gallmücke, 

Fulda und Hersfeld 1861. 
Zeller, Chilonidarum et Crambidarum genera et species. 

1862. 
Brischke, Die Hjmenopteren der Provinz Preussen. 

(Schluss.) 
Sarp, Bekrivelse* over Lophogaster tvpicus. Christiania 

1862. 
Hagen, Neuroptern aus der Braunkohle von Rott im 

Siebengebirge. 
388 b u. 888 c. Candöze, Monographie des Elaterides. Tom. 

III und IV. 1860 und 1863. 
389. Grenier, Catalogue des Coleopt^res de France. Paris 1863. 

Zeitschriften. 
3i. Annuaire de TAcademie rojale des Sciences, des Lett- 
res et des Beaux-Arts de Belgique. Bruxelles 1863. 
71. Archiv des Vereins der Freunde der Naturgeschichte 
in Meklenburg. Herausgegeben von Ernst Boll. 
Heft 17. Neubrandenburg 1863. 
16k— 1. Verhandlungen des zool.-botan. Vereins in Wien. 
Band XII. (In zwei Abtheilungen und Bänden. 
Wien 1862.) 

(Dazu das Personen-, Orts- und Sachregister der 
Jahrgänge 1856 — 1860 v. Graf Marschall.) 
17 V. Entomologische Zeitung, herausgegeben von dem en- 
tomol. Vereine zu Stettin. Jahrg. 24. Stettin 1863. 
18 n. Jahrbücher des Vereins für Naturkunde im Herzog- 

tlium Nassau. XVI. Wiesbaden 1861. 
20 k. Transactions ofthe Entomol. Society of London. Third 

Series. Vol. I. (complet). London 1863. 
26 h""'). Transactions of the Linnean Society XXIIL 3. Lon- 
don 1862. 



*) Die vorhandenen Jahrgänge dieser Zeitschrift XVIII — XXII 
sind jetzt vollständig. 



109 

30 g. Proceedings of the Academy of natural sciences of 
Philadelphia 1862. Philadelphia 1863. 

331— m. Zeitschrift für wissenschaftliche Zoologie. Tom. 
XII und XIII, 1-3. Leipzig 1862-1863. 

34. Lotos. Zeitschrift für Naturwissenschaften. Herausge- 
geben vom naturhi&torischen Vereine Lotos zu Prag. 
Jahrg. XI. Prag 1861. 

35 0. Linnaea entomologica. Zeitschrift, herausgegeben von 
dem entomologisciien Vereine zu Stettin. Tom. XV. 
Leipzig 1863. 

38 ai. Bulletin de la Society imperiale des Naturalistes de 
Moscou. Tom. XXXV. Moscou 1862. 

47 f. Berliner entom. Zeitschrift. Siebenter Jahrg. Heft 1 
und 2. Berlin 1863. 

51g. Correspondenzblatt des zool.-mineralog. Vereins in Re- 
gensburg. Fünfzehnter und sechzehnter Jahrg. Re- 
gensburg 1861 — 62. 

58 h u. i. Neununddreissigster Jahresbericht und Abhand- 
lungen der Schlesischen Gesellschaft für vateilän- 
dische Cultur 1861—62. Breslau 1862. 

69 ap u. aq. Bulletin de TAcademie royale des sciences et 
belles-lettres de Bruxelles IL Serie tom. XIII u. 
XIV. 1862. 

72 f u. g. Memoires couronnes et autres memoires publies par 
TAcademie royale de Belgique. XIII u, XIV, 1862. 

77c. Zehnter Bericht der Oberhessischen Gesellschaft für 
Natur- und Heilkunde. Giessen 1863. 

79 d. Correspondenzblatt des naturforschenden Vereins zu 
Riga 1859-62. Riga 1862. 

83 d. Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen im Ge- 
biete der Entomologie während des Jahres 1861 
von Gerstäcker. Berlin 1868. 

.Sog. Verhandlungen und Mittheilungen des siebenbürgisclien 
Vereins für Naturwissenscliaften zu Heirmannstadt. 
XIIL Jahrg. Herrmannstadt 1862. 
114 a. Schriften der König), physikalisch -ökonomischen Ge- 
sellschaft zu Königsberg in Pr. 2. Jahrg. 1861. 
Königsberg 1862. 
119d. Sitzungsberichte der König], bayerischen Akademie der 

Wissenschaften zu München. Jahrg. 1863. 
121b. Jaiiresbericht der naturforschenden Gesellschaft Grau 
bündens. Neue Folge. Jahrg. VII u. VIII. Ciiur 
1862 u. 1863. 

130. Proceedings of the entomological Society of Philadel- 

phia 1861. 

131. Notiser ur Sällskapets pro fauna et flora fennica för- 

handlingar. Heft IV— VL Helsingfors 1858— 1861. 



IIÖ 

' '" Vereinsangelegenheiten. 

In der Sitzung am 19. November wurden 

Herr Philibert Germaiu, Naturforseher in Genis- 

Laval bei Lyon, 
Herr Bates in London 
als Mitglieder in den Verein aufgenommen. Die bisherigen 
Vereinsbeamten Murden in ihren Aemtern auf ein Jahr be- 
stätigt. 

Dem Mitgliederverzeichnisse ibt S. 11 noch 
Herr Lehrer Knaack in Stettin 
beizufügen, welcher bereits im Sommer 18(i3 dem Vereine 
beigetreten ist. 

In Betreff der Auflösung und Verwertliung der Vereins- 
Insecten-Sammlungen wurden mehrere Vorschläge gemaclit, ,zu 
deren Reali>irung indess vorläulige Informationen nöthig sind, 
elie darauf eingegangen werden kann., Es Avurde beschlossen, 
diese Informationen einzuziehen und über deren Ausfall seiner 
Zeit zu bericliten. 

In der Sitzung am 14. Januar 1S64 wurde der unten 
abgedruckte Status der Vereins-Kasse vorgelegt und von der 

C. A. Do hm. 



Es ist übersehen worden, den Kassenabschluss für 1862, 

welcher seiner Zeit vorgelegt wurde, abdrucken zu lassen. 
Derselbe lautete wie folgt: 

Abschluss der Kasse des entomologischen Vereins für das 
Jahr 1862. 

'■'' ' ■ " I. Einnahme. 
Für Zeitungen, Linnaeen und Kälber- 
Kataloge 331 Thlr. 12 Sgr. 6 Pf. 

Zinsen vom belegten Capital 303 - 8 - G - 

Zusehuss vom belegten Capital e • • 80 6 - 10 - 

"Tl^l^r. 27 Sgr. 10 Pf. 

II. Ausgabe. 

Für Zeitungen "• • • 404 Thlr. 7 Sgr. 7 Pf. 

Für Buchbinder-Arbeiten 77 - 5) - 4 - 

Für Tischlerarbeiten 33 - 21 - — - 

Remuneration des Portier und Ver- 
einsboten 18 - — - — - 

Porto und Auslagen •• 81 - 19 - 11 - 

Miethe für das Vereinslokal 100 - — - — - 

~""714 Thlr. 27 Sgr. 10 Vf. 



111 

Abschluss der Kasse des entomologischen Vereins für das 
Jahr 1863. 

I. E i n n a h m e. 

Kassen -Bestand vom v. J. — Thlr. — Ögr. 7 Pf. 

Für Zeitungen, Linnaeen, Cata- 

loge etc. 6i5 - 25 - - - 

Zinsen • • 30 2 - 7 - - - 

918 Thlr. 2 Sgr. 7 Pf. 

II. Ausgabe. 
Für Remunerationen, Boten-Dienste, 

Portier, Porto- Auslagen 155 Thlr. 3 Sgr. 5 Pf. 

Für Drucksachen 403 - 27 - 1 - 

Für Kupfertafeln 26 - — - — - 

Mietlie des Vereinslocals ......... 100 - — - — - 

Zinsbar belegt • • 202 - 7 - — - 

<S87 Thlr. 7 Sgr. G Pfi 

Kassen-Bestand • • 30 - 2.-^) - 1 - 

918 Thlr. 2 Ser. 7 Pf 



Intelligenz. 
Anzeige. 

Die noch vollständig vorhandenen und gut erhaltenen 
Kupferplatten zu Panzer's Deutschlands Insecten, Heft 1 bis 
HO, werden demnächst zu einem ondern Unternehmen ver- 
wendet, also abgeschliffen. Ich mache die Besitzer von Exem- 
plaren dieses Werkes darauf aufmerksam, damit sie recht- 
zeitig für Ergänzung der fast in den meisten Exemplaren 
bestehenden Defecte Sorge tragen. Einzelne Hefte liefere ich, 
Avenn die Bestellung vor der Ostermesse 1864 eintrifft, zu 

1 Thlr., einzelne Blätter zu 2 Sgr., später stehen nur mehr 
complette Exemplare zur Verfügung; Heft 1 — 190 mit 3 
Bändchen Revision und 1 Index zu 88 Thlr., Heft 1—110 mit 

2 Bändchen Kevision und 1 Index zu 60 Thlr.; Heft 111 — 190 
mit 3 Bändchen Revision und 1 Index zu 38 Thlr.; die dar- 
aus als Separatabdruck erschien«;nen „Koch's Deutschlands 
Crustaeeen, ]Myria])oden und Arachniden^' 40 Hefte mit dem 
3. Bändchen Revision zu 22 Thlr.; die übrigen 40 Hefte ohne 
die in eben genanntem Werke gesammelten Crustaeeen etc. 
zu 20 Thlr. Diese Preise gelten nur bei directer Vorausbe- 
zahlung an mich; durch Buchhändler werden sie sich fast um 
y^ erhöhen. 

Regensburg in Baj^ern 1863f 

Dr. Herrich-Schäffer. 



112 



Zu verkaufen: 



Die Sammlung Europäischer Orthopteren (so "s^ie einiger 
exotischer) des verstorbenen Professor Yersin. Dieselbe be- 
steht in 74 sauberen, mit Kork ausgelegten Kästen und etwa 
5000 Exemplaren, wovon die Hälfte Doubletten. Die Samm- 
lung ist äusserst sauber gehalten und mit grosser Sorgsamkeit 
bestimmt und geordnet; Varietäten, Altersstufen und Exem- 
plare der verschiedensten Fundorte sind vollständig vertreten. 
Preis 700 Francs. Anfragen sind franco an Mr. Lund am 
Musee d'histoire naturelle zu Geneve zu richten. 

H. de S a u s s u r e. 



C C E, üfleyer SCM. in Braunschweig sucht: 
1 Hübner, Sammlung europ. Schmetterlinge. 
1 Herrich -Schäffer, Bearbeitung der Schmetterlinge, 
complett, , 

und bittet, ihm Offerten im Wege des Buchhandels zu über- 
senden. 



Bei F. Savy in Paris, Rue Hautefeuille No. 24, ist 
erschienen : 

Histoire naturelle des Lepidopteres, 

Par Mf, JLucas^ " 

(Director des entom. Museums im Jardin des Plantes, Verfasser der 
Explor. d'Algerie etc. etc.) 
Das Werk ist in zwei, einzeln zu habende Bände getheilt, 
Lepidopteres d'Europe und Lep. Exotiques; jeder Band 80 
Tafeln mit 400 nach der Natur ausgemalten Arten enthaltend, 
gross Octav in Leinwand gebunden, der Band für 25 Francs 



Inlinlt : 



Dankblättchen. Mitglieder-Yerzeichniss. Gerstäcker: Berliner 
Dolichopoden. Stäl: Ilemipt. mexicana. Suffrian: Synon. Miscell. 
Hagen: Bienen und Zuckerfabriken. Philippi: Delia rufescens,' 
Ehnis condimentarius. Schleich: Entwicklungsstände von Pteroph." 
didactylus. Cornelius: Entwicklung von Haltica oleracea. He- 
ring: Schraetterlings-Abdrücke von Niess. Mühlig: 2 Gelechien u. 
1 Coleophora. Kefer stein: Schmetterlinge v. Reichenhall und Ga- 
stein. Repertoriums-Correctur. Bibliothek -Nachtrag. A'ereinsange- 
legcnheiten. Intelligenz. 



E:iitoiiiolog*i.<ielie ZeUiiiig* 

herausgegeben 
von dem 

entoiiiologlsclien Vereine zu Stettin. 



Redactioii" ^" Commission bei den Buchliandl. 

„ . „^ ' ■ ., V. E.S.Mittlerin Berlin u. Fr. Fleischer 

C. A. Dobrn, \ ereins-Präsident. in Leipzig. 

IVo. 4-6. 25. Jahrgang. April -Juiii 1864. 



lieber Phryganiden-Gehäuse 

von 
Dr. H. Hageu. 

Die nachfolgenden Angaben und Bemerkungen über die 
Gehäuse der Pliryganiden sind zum Theil meiner Sammkmg, 
und Privatcorrespondenz, zum Theil den veröffentlichten Be- 
obachtungen anderer Forscher entlehnt. Eine auch nur an- 
nähernde Erschöpfung des Gegenstandes können sie nicht be- 
anspruchen, und nur als Beitrag zu einer später zu liefernden 
ausführlichen Arbeit angesehen werden. Ihr Zweck ist we- 
sentlich der, andere Forscher zur Mittheilung dessen zu ver- 
anlassen, was sie über diesen interessanten Gegenstand wissen, 
und somit das Material zu erweitern. 

Dem für die Wissenschaft leider zu früh verstorbenen 
Bremi verdanke ich zahlreiche wichtige Mittheilungen. Seinen 
Briefen entlehne ich die nachfolgenden Bemerkungen, und 
knüpfe, was mir über den Gegenstand sonst bekannt, als er- 
läuternden Commentar daran. 

I. Vierkantige Gehäuse. 

„10. Januar 1852. Dass Pliryganiden -Larven auch 
ausser dem Wasser leben, beobachtete ich schon vor mehr 
als 30 Jahren, da ich einst auf den Ruinen eines alten Schlosses 
unter Moos fern von allem Wasser drei Phryganiden-Röliren 
fand, die sich auch dadurch auszeichnen, dass sie vierkantig 
sind; ich theile Ihnen eine dieser mit. Nachher fand ich 
nicht mehr diese Art. Erst voriges Jahr sprach mir von 
Heyden über ähnliche Beobachtungen und Vermuthungen 



114 

worüber ich nachmals in der Entom. Zeitung noch nähere 
Belehrung fand>' 

Ueber vierkantige Phryganiden-Gehäuse ist meines Wis- 
sens nirgends etwas gesagt. Ich besitze: 

1. Das von Bremi in einer Burgruine unter Moos gefun- 
dene Stück. Long. 7 mill; Lat. 1 mill. Es ist gerade, nach 
hinten nur sehr wenig verengt; die vier Seiten sind gerade 
und von gleiclier Breite, die vier Kanten sind scharf, fast 
etwas vorragend; das Gehäuse ist aus sehr dünnen, regel- 
mässig quer aneinandergelegten Pflanzenfasern gebildet und 
aussen glatt; aus der verschiedenen Färbung der Fasern ist 
deutlich sichtbar, dass nicht dieselbe Faser geknickt auf die 
nächste Seite läuft, sondern dass sie an den Kanten abge- 
schnitten ist; es ist demnach jede Seite des Gehäuses beson- 
ders gearbeitet; das offene Hinterende des Gehäuses scheint 
verletzt, das Vorderende ist gerade abgeschnitten. Die gelb- 
liche Larve ist erhalten, die beiden vorderen Fusspaare sind 
kräftig und kurz. Der Umstand, dass die Larve im Gehäuse 
erhalten ist, bestätigt Bremis Angabe, dass das Thier auf dem 
Lande gelebt habe. 

Dagegen fand Bremi im Herbst 1863 zwei Stücke mit 
lebhaften Larven in der Limmat unter Steinen; die Verwand- 
lung misslang. Ich weiss dies differente Vorkommen nicht 
zu erklären. 

2. Einige Stücke aus München, von v. Siebold mitgetheilt, 
mit dem Beisatze: sie wurden von der Isar ausgeworfen; 
ob Land- oder Wasser-Insekten angehörig? Der Bau der Ge- 
häuse ist genau wie bei dem vorigen; ihre Farbe ist dunkler 
aschgrau, hin und Avieder schwarz quergestreift; die Gehäuse 
sind grösser. Long. 10 — 7 mill.; Lat. 2 — 1'/2 mili.; dicker 
und gegen das Ende mehr verengt; das Hinterende ist mit 
einer Platte verschlossen, in deren Mitte sich ein grosses run- 
des Loch befindet. Die grösseren Gehäuse von 10 mill. sind 
auf beiden Seiten verschlossen, haben also Nymphen enthal- 
ten und sind deshalb als ganz ausgewachsen zu betrachten. 
Bei denselben ist Vorder- und Hintereude mit einer schwarzen 
Membran verschlossen, deren Mitte ein feines Gitter bildet; 
am Hinterende scheint nur das runde Loci» aus der Larven- 
zeit mit einem Gitter versehen zu sein. Die Larven sind in 
einigen Gehäusen erhalten. 

3. Ein Gehäuse von Bremi, mit der Bezeichnung Zürich- 
See. Long. 6 mill,, Lat. 1 '/j niilh Es ist gerade, nach hin- 
ten um mehr als die Hälfte verjüngt, und unterscheidet sich 
von den vorigen wesentlich, denn die Kanten sind niclit so 
scharf ausgepi ägt, und statt aus feinen Fasern ist es aus fast 



115 

quadratischen aneinandergereihten Blattstüeken gebaut; das 
offene Hinterende ist vielleicht verletzt. 

Es ist noch nicht bekannt, zu welcher Gattung die kan- 
tigen Gehäuse gehören; der Larve nach möchte ich sie zu 
den Heteropalpen ziehen, möglicher Weise zu Brachycentrus 
subnubilus. Die Angaben über die früheren Zustände dieser 
Art bei Kolenati (Hydronautia maculata) sind Pietet entnom- 
men und gehören zu Dasystoma maculatum. Es wäre nicht 
unmöglich, dass die von mir beschriebenen Gehäuse 1 und 2 
doch zu derselben Art gehören; 3 ist aber sicher verschieden 
und gegenwärtig nicht zu deuten. 

II. Agraylea?- Gehäuse. 

„10. Januar 1852. Einer anderen merkwürdigen Novität 
von Phryganide bin ich auf der Spur. Ich fand vorigen Som- 
mer an Wasserpflanzen einige Gehäuse einer Phryganide, 
ähnlich denjenigen, welche Pietet auf Tab. XX fig. 10 (Hy- 
droptila pulchricornis) abbildet, aber dies Muschelchen M'ird 
aus Confervenfäden gebaut, (die Larve arbeitete daran unter 
dem Microscop) und zeichnet sich durch sehr breite und platte 
Schenkel der Vorderbeine und lange schai-fe stark gebogene 
Klauen aus. Beim Gehen trägt die Larve ihr Gehäuse auf 
die Längskante gestellt wie eine Muschel, und steckt bald 
hinten, bald vorn den Kopf heraus. Das besonders Merkwür- 
dige ist ihr Verfahren bei der Verpuppung; das Gehäuse wird 
alsdann auf die breite Seite gelegt und an allen vier Ecken 
mit einer gestielten fächerförmigen Patelle angespannt, üeber 
dasselbe Gehäuse schrieb Bremi mir 24. April 1853: In Beob- 
achtung der Entwicklungsgeschichte der Phryganiden und 
ihrer Lebensthätigkeit ward mir nichts Neues zu Theil als 
einzig die Subimago aus jenem merkwürdigen Product, das 
ich in meinem ersten Briefe erwähnte und Ihnen diesmal unter 
No. 120 und 121 mittheile. Sie werden die Construction die- 
ser nur aus Confervenfäden gebauten Zelle gewiss auch be- 
wundern. Diese Clause wird von der innewohnenden Larve 
erst zur Verpuppung in ein längliches Viereck ausgedehnt, 
auf die flache Seite gelegt und an den vier Ecken mit den 
Aermchen und Händchen an die Unterseite der Seerosenblätter 
befestigt. So lange die Larve Nahrung geniesst, hat ihre 
Clause die Gestalt derjenigen von Hydroptilen und wird beim 
Gehen auf der Scharfkante getragen, ist aber nicht aus Sand- 
und Erdkörnchen, sondern nur aus Algen gebaut. Als ich 
den 2. Juli vorigen Jahres endhch eine Exeursion nach dem 
Katzensee ausführen konnte, fand ich alle schon im Puppen- 
zustand, und so viel ich auch Blattstücke nach Hause nahm 



116 

und alle Sorgfalt auf ihre möglichst lange Conservation an- 
Avandte, so verfaulten sie doch vor der Entwicklung der Pliry- 
ganide. Nur eine Subimago fand ich eines Tages, leider todt 
im Wasser liegen. Ich versuchte selbe in Canada-Balsam zu 
präpariren und sende sie unter No. 121. Vielleicht können 
Sie das Genus daraus entnehmen; es scheint keine gewöhn- 
liche Hydroptile zu sein. Dass diese Species zwei Generatio- 
nen hat, ist entschieden, denn die vorliegende Subimago 
sehlüpfte Ende Juli aus und im September 1851 wurden auch 
solche Gehäuse geiunden. 

Ferner 28. Oct. 1854. Es wird Ihnen vom grössten In- 
teresse sein, die Baumeisterin jener .merkwürdigen Gehäuse 
No. 120 unter dem Interimsnamen Hydroptila flabellifera ein- 
gesandt, «kennen zu lernen. Welche ausgezeichnete Construc- 
tion der vorderen Beinpaare, welche starke Raubfüsse für ein 
so kleines Körperchen! Und dagegen die zwei folgenden 
Beinpaare so ungeheuer lang und haarfein! Es ist in diesem 
Gliederbau ebensowohl das Raubinsect, als eine eigenthüm- 
liche Gattung scharf ausgesprochen. Ich hatte letzten Sommer 
nicht das Glück, diese Larve zu finden, aber mein P'reund 
Dr. Menzel fand zwei, die er zu microscopischen Präparaten 
anwandte, und welche Sie hier zur Selbstprüfung erhalten.*-' 

So viel mir bekannt, ist dies merkwürdige TJiier nirgends 
erwähnt; von allen Entomologen, welche das Thier bei mir 
gesehen haben, hatte nur Prof. Grube es öfters auf der Un- 
terseite der Blätter von Wasserpflanzen angetroffen. Ich selbst 
kenne nur die von Bremi eingesandten Präparate. 

1. Das Gehäuse der Larve ist gelblich, durchsichtig, als 
wäre es aus dünnem Leim gemacht; eine Structur der dazu 
verwendeten Pflanzen Stoffe ist nicht sichtbar. Long. 3 mill.; 
Lat. 1 mill.; es is oblong, in der Mitte etwas erweitert, ganz 
abgeplattet (mir liegen allerdings nur die zwischen Glas ge- 
legten Stücke vor), vorn und hinten offen. Der Kopf der 
Larve ist elliptisch, gelblich, mit grossem schwarzem Auge; 
Pro-, Meso- und Metathorax gelblich, ziemlich von gleicher 
Grösse, der Metathorax etwas kürzer; ihre Rückenplatte glatt, 
die Seiten herabgebogen, etwas verschmälert; Vorderfüsse 
kurz, kaum den Kopf überragend; die Schenkel breit. Schie- 
nen von gleicher Länge, aber breiter, innen mit einem starken 
und scharfen Zahn; Tarsus eine kurze scharfe gekrümmte Klaue. 
Mittel- und Hinterfüsse sehr lang, fast länger als das ganze 
Thier, dünn, die Schienen länger als die Schenkel, Tarsus 
mit langem Grundgliede und dünner, etwas gebogener Klaue. 
Leib mit deutlich abgesetzten Gliedern, sonst undeutlich, einer 
Fettmasse ähnlich. 

Gehäuse der Nymphe dunkelbraun, weniger durchsichtig j 



117 

Loug. 5 mill., Lat. 1% milL; flach, Form genau wie bei dem 
Larven-Gehäuse. In jeder der vier Ecken ist ein pilzartiger 
Anhang mit kurzem Stiele befestigt; es sind dies die merk- 
würdigen Anhänge, die Bremi als fächerförmige Patelle und 
später als Aermchen und Händchen beschreibt. Eine Gliede- 
rung ihres erweiterten Kopfes, die man aus Bremis Worten 
entnehmen könnte, findet sich nicht vor. 

Das Präparat der Nymphe ist nicht deutlich, namentlich 
die Taster und Sporen. Ich vermuthe, dass es zu Agraylea 
gehören möge, deren frühere Stadien noch unbekannt sind. 
Die Thiere sind den Hydroptilen ähnlich, auch stark behaart. 
Die kräftigen Fühler der Nymphe, wie auch der Mangel grös- 
serer Sporen schliessen jedenfalls die Rhyacophilen und Hy- 
drops3'chen aus, so dass von bekannten Gattungen nur Agray- 
lea übrig bleibt. Ich setze dabei voraus, dass die beschrie- 
bene Nymphe wirklich zum Gehäuse gehöre, denn da Bremi 
sie nur todt im Wasser fand, ist es nicht absolut unmöglich, 
dass eine etwa übersehene, am selben Blatte befindliche Hy- 
droptila ihn getäuscht habe. Die beschriebene Larve ist aller- 
dings von denen von Hydroptila, wie sie Pictet beschreibt 
und abbildet, sehr verschieden durch ihre Fussbildung. Von 
Interesse und bei anderen Phryganiden selten beobachtet, ist, 
dass die Larve sich beliebig durch beide Enden des Gehäuses 
hervormacht. Die Bildung des Gehäuses macht dies allerdings 
leichter möglich als bei den übrigen Arten. 

III. Ausser Wasser lebende Larve; Enoicyla. 

„12. Juli 1852. Jenes merkwürdige Gehäuse einer Phry- 
ganide aus dem Taunus, welches Sie mir mittheilten, das weit 
von allem Wasser weg in der Nähe von Ameisennestern am 
Fuss von Eichen gefunden wird (Enoicyla pusilla), ist auch 
bei Zürich im nahen Bergwald in Menge gefunden worden, 
und zwai- unter ganz gleichen Localverhältnissen." 

„24. April 1853. Die Phryganiden-Röhre No. 122, weit 
von allem Wasser entfernt, in einem Bergwald unfern Zürich 
unter Moos am Fuss von Eichen gefunden, ist nach v. Heyden's 
Urtheil genau identisch mit der aus dem Taunus; leider wa- 
ren alle Röhren leer. Obwohl die kleine Phryganide No. 
150 von Enoicyla pusilla sicher verschieden ist, denn beide 
Geschlechter sind geflügelt und das Geäder difFerent, so bin 
ich doch überzeugt, dass sie auf dem Lande lebe. Obschon 
dem Waldsaum, auf dessen Bäumen dies Thierchen zu vielen 
Tausenden sich herumtreibt, ein ganz kleines Bächlein vor- 
über rinnt, so war selbes doch 2 bis 3 Wochen vor dem 
Erscheinen der Phryganide durch die Ueberechwemmungen 



118 

und Geschiebe rein ausgefegt worden. Weitere gründliche 
Forschungen werden uns wohl noch mehrere Phryganiden- 
Arten, welche als Larven auf dem Lande wohnen, kennen 
lehren. Hr. Dr. Rosenhauer in Erlangen sandte mir auch ein 
Gehäuse, welches er am Fuss von Bäumen auf einem Hügel 
fand, und das im gleichen Typus mit dem von Enoicyla, aber 
viel grösser und aus groben Sandkörnern gebaut ist. (No. 
150 ist Hydropsyche angustata Pictet und lebt wohl im Was- 
ser. Hagen.)'' 

„5. Juli 1854. Noch eine Beobachtung kann ich mich 
nicht enthalten Ihnen mitzutheilen , denn sie scheint mir ein 
wenig den Schleier zu lüften, der merkwürdige Geheimnisse 
umhüllt. Den 14. Juni köscherte ich auf einer mit Gräsern 
und Kräutern bewachsenen sumpfigen Waldstelle, aber wohl 
bemerkt, niedriger als 5" streifte ich mit dem Garn nicht 
über den Boden, und was fand sich da unter dem Gewimmel 
kleiner Insecten? — eine Phryganiden-Theca! Eine mir ganz 
neue Art, die Theca unverkennbar aus kleinen rundlichen, 
hellbraunen Schüppchen von Baumrinde zusammengesetzt , 9 
mill. lang, oben 2*/,^, unten ^lo mill. äusserer Durchmesser; 
Mündung sehr schief, unten stumpf gerundet; Inneres dicht 
mit weisslicher Seide tapezirt. Die Larve war sehr lebhaft 
und lief schnell auf ebener Fläche; die Beine ziemlich kurz, 
borstig mit scharfen Krallen; der Kopf breit, flach, stark ge- 
rundet, mit langen vorstehenden Borstenhaaren besetzt. Un- 
verkennbar trägt dies Gehäuse den Typus dessen von Dro- 
mophila montana, und da wohl kaum zweifelhaft ist, dass 
diese Larve sich von Ameisen nähre und auch schon mehrere 
Fuss hoch an Baumstämmen gefunden ward , liegt es sehr 
nahe zu vermuthen, die von mir gefundene Art steige auf 
Pflanzen, um Blattläusen nachzugehen." 

Zur Erläuterung des Vorstehenden erlaube ich mir zwei 
briefliche Mittheilungen von Herrn v. Hey den herzusetzen. 
„26. Decbr. 1850. Von meiner Dromophila montana glaube 
ich nun auch beinahe, dass sie als Weib zu einer Phryganide 
gehöre. Die Mundtheile meines einen Exemplares konnte ich 
nicht näher untersuchen und im Uebrigeu sind die äusseren 
Kennzeichen auch nicht gegen diese Stellung. Besonders das 
Aussehen des lebenden, trägen und langsam laufenden Thier- 
chens bestimmte mich, es zu den Hemerobiden zu stellen. Dass 
es zu den Phryganiden gehört, dazu werde ich noch mehr 
durch Folgendes hingewiesen. Prof. Schenck in Weilburg 
schrieb mir, dass er am Anfange des Herbstes im Grase auf 
einem Berge seiner Umgegend mit dem Schöpfnetze mehrmals 
eine Phryganea und ein ungeflügeltes Thierchen gefangen 
habe, welches, wie er glaube, als Weibchen zu ersterem ge- 



119 

höre. Auffällig sei es, dass sich ia der Gegend, wo 
sich das Thier aufhalte, kein Wasser befinde. Ich erhielt auf 
meine Bitte die Thiere, die sich als identisch mit meiner Dro- 
mophila herausstellten; ein Pärchen folgt anbei. ^' 

„22. Juni 1851. Schon seit Jahren habe ich Larven von 
Phryganiden besonders in unserem nahen Taunusgebirge, ent- 
fernt von allem Wasser, gefunden, aber noch nicht zur Ver- 
wandlung gebracht. Auch dieser Tage fand ich solche in 
Anzahl an den Wurzeln einer alten Eiche in der Nähe des 
Nestes der Formica fuliginosa lebhaft herumkriechen. Zwei 
lebende Exemplare folgen anbei." 

Die voi-stehenden Mittheilungen veranlassten mich in 
Verein mit dem Umstände, dass ich in Winthems Sammlung 
einige Weibchen von Dromophila montana neben den Männ- 
chen von Limnophilus pusillus stecken fand, beide Thiere als 
Männchen und Weibchen einer Art zu erklären. Noch mehr 
Anhalt fand diese Hypothese dadurch, dass von Limn. pusillus, 
Ptj'opteryx Reichenbachii Kol. und Enoicyla pusilla Rambur 
(alle drei sind synonym), stets nur Männchen beschrieben sind. 
Dass diese Art zu der ausserhalb des Wassers lebenden Larve 
gehöre, lag nahe, ist aber bis jetzt nur Vermuthung geblieben. 
Herr v. Siebold, dem wir die glückliche Lösung so vieler 
Räthsel verdanken, hat auch hier Licht geschafft. Da wir 
in Kurzern einer ausführlichen Mittheilung desselben über die 
Entwicklung und Lebensweise entgegensehen, beschränke ich 
meine Mittheilungen auf Folgendes: 

1. Gehäuse aus dem Taunus von Heyden. Long. 8mill.; 
Lat. 2 mill. am Mundende, am Hinterende auf ly^ mill. ver- 
jüngt; aus grossen Sandkörnern gebaut, jedoch von ziemlich 
ebener Oberfläche, cylindrisch, leicht gekrümmt, innen glatt; 
Vorderende etwas schräg; Hinterende mit grossem runden 
Loch, von schmaler Membran umsäumt. 

Drei Stücke aus Zürich sind ähnlich gebaut, aber etwas 
kürzer, 6 — 7 mill. und etwas dünner. Sie sind ganz ausge- 
wachsen, denn ihr Hinterende ist zum Schutz der Nymphe 
mit einem kleinen Steinchen geschlossen. 

Ein Gehäuse von Kriechbaumer bei Nymphenburg an 
Föhrenstämmen kiiechend gefunden, gleicht in Grösse und 
Form genau dem aus dem Taunus; an der hinteren Hälfte 
sind jedoch ausser Sandkörnern auch kleine quer oder schräge 
gelegte Holzstücke in Anwendung gebracht. Am Hinterende 
ist das grosse lunde, von einem vertieften Hautsaum umge- 
bene Locli nicht central, sondern berührt an der Bauchseite 
des Gehäuses (der nach innen gekrümmten) das Gehäuse selbst. 
Bei dem Gehäuse aus dem Taunus ist dieses Loch nebst Saum 
weniger deutlich, letzterer vielleicht verletzt. Die Larven 



120 

beider Gehäuse scheinen identisch; ihre Beschreibung wird 
Hr. V. Siebold besser zu geben im Stande sein. Ob das von 
Bremi im Grase geköscherte Gehäuse hergehöre, vermag ich 
nicht anzugeben. Die Form des Gehäuses spräche nur inso- 
fern dagegen, als das Hinterende vielmehr verjüngt ist; die 
Angaben über die Larve könnten passen; dagegen ist das 
Material und die Bauart des Hauses „kleine rundliche hell- 
braune Schüppchen von Baumrinde" sehr verschieden. Viel- 
leicht hat ihn eine Psyche-Larve getäuscht. Lepidopterologen 
werden hier bessern Aufschluss geben können. Aach kann 
ich Bremi's Ansicht, dass die Larve sich von Ameisen nähre, 
nicht theilen. 

Dass die drei von Bremi erhaltenen Gehäuse zu E. pu- 
silla gehören können, wird insofern glaublich, als diese Art 
aus Basel und Genf nachgewiesen ist. Ich habe jedoch von 
Bremi ein einzelnes Männchen einer Art erhalten, die E. pu- 
silla sehr nahe steht und deren kurze Beschreibung kh hier 
nach meinen Notizen gebe. 

Enoicyla amoena Hag. 

Long. c. alis 9% milk; Long. corp. 4V2 milk; Exp. alar. 
17 milk 

Steht E. pusilla sehr nahe, ist aber grösser, die Flügel- 
spitze breiter, mehr abgerundet, das Geäder feiner, die Flügel 
nackt, die feinen Haare auf dem Geäder abgerieben. Der 
platte, glänzend schwarze breite Scheitel hat zwischen den 
Ocellen in der Mitte zwei flache nebeneinanderliegende Ein- 
drücke, Taster dunkler, braun, mit schwärzlicher Spitze; 
Beine etwas heiler als bei E. sylvatica; Flügel ohne den gel- 
ben Haarpelz, die Haare auf dem Geäder feiner; das letzte 
Hinterleibssegment hat oben in der Mitte einen kurzen, brei- 
ten, herabgedrückten Lappen; darunter stehen stark vorra- 
gend die spiessförmigen divergirenden Appendices intermediae; 
App. superiores klein, abgerundet, eingedrückt, wie Ohren; 
App. inferiores kurze abgerundete Lappen. Bei E. sylvatica 
ist der Rand des letzten Segments gerade abgeschnitten; App. 
inferiores ohrenartig und grösser. Bremi fand die Männchen 
den 13. October in .einer Bergschlucht unfern eines Baches. 
Die Type befindet sich in seiner Sammlung. 

Für E. pusilla vermag ich folgende Fundorte anzugeben: 
Sachsen, bei Pillnitz Kolenati; Oestreich, bei Purkersdorf Brauer; 
Basel, Imhoff, (als Rhyacophila angularis Pict.); Genf, Pictet 
(als Phryg. fontium in Curtis Sammlung); Frankreich, Ram- 
bur; Halle, Burmeister; Hamburg?, Winthem; Scheveningen 
Ende October; Baden, Weilburg, Rödelheim , hohe Mark auf 
der Höhe, Kesselbruch, Gernsbach, überall Ende October, 



121 

Falkenstein und Ginsheimer Landwehr im* September; die 
letzten Fundorte sämmtlich von Herrn v. Heyden. 

Bremi's Vermuthung, dass noch andere Phryganiden-Lar- 
ven ausserhalb des Wassers leben, ist sehr Avahrscheinlich; 
vielleicht ist das grössere von ihm erwähnte, von Dr. Rosen- 
hauer bei Erlangen gefundene different. Soweit mir bekannt, 
finden sich nirgends Angaben über Land-Phryganiden-Larven, 
falls man nicht eine Nachricht von Dr. Schläfli in der Vier- 
teljahrsschrift der naturf. Gesells. in Zürich 1856 Jahrg. I. 
Heft 4 p. 390 dahin ziehen will. „Zwei andere Phryganiden- 
Gehäuse habe ich ausser Wasser in Redutkaleh unter einem 
immerhin etwas feuchtem, vom Meere ans Land getriebenen 
Holzstücke gefunden; die Thatsache ist interessant und ich 
bin ihrer gewiss, da ich beide Larven immer lebend und zu 
hunderten unter diesen feuchten Holzstücken sammelte.''' Soll- 
ten, Mas ich nicht weiss, im Wasser des schwarzen Meeres 
Phryganiden leben, so würde die Nachricht allerdings an 
Werth verlieren. 

Von den übrigen zu Enoicyla gehörigen und vorläufig 
dahingestellten Arten sind geflügelte Weibclien bekannt; auch 
dürften ausser E. amoena und einer neuen grossen Art aus 
Montpellier (falls selbe nicht mit E. Frauenfeldii Brauer sy- 
nonym ist) die übrigen kaum in dieser Gattung verbleiben. 
Ueber flügellose Weibchen von Phryganiden finde ich im En- 
tomological Magazine T. V p. 279 folgende Nachricht von 
E. Doubleday. „Trenton Falls., June. Some little Philopo- 
tami were running about on the roeks. J saw in one place 
there was a great bustle amongst them; eigth or ten were 
huddling together, and were apparently very contentious and 
quarrelsome. The object of their strife J found to be an 
apterous female. J carefully searched for more but found 
only four or five, there being at least ten males to one fe- 
male." Möglicher Weise ist die erwäinite Art Philopotamus 
distinctus, Walker Catal. Brit. Mus. 104. 11, v. Hagen Amer. 
Neuropt. p. 29J. 2; in jedem Falle fand Doubleday dieThiere 
hart am Uferrande laufend, es liegt aber die Annahme näher, 
dass ihre Larven im Wasser leben. 

Schliesslich erwähne ich noch, dass im Bernstein drei 
Phryganiden-Gehäuse von mir beobachtet sind; selbe müssen 
also auf dem Lande gelebt haben. Die Larve des einen hatte 
sich halb aus dem Gehäuse vorgezogen und besass lange Hin- 
terfüsse, Mie die M3^staciden. Die Stücke sind niclit mehr in 
meinen Händen. 

Was Seetzen p. 58 in den Worten „nur wenige Phryga- 
neenlarven kriechen zuweilen ans Ufer*-' gemeint hat, ist mir 
nicht verständlieh; von keiner Art ist mir ein derartiges Ver- 



122 

halten bekannt, falls er nicht Enoicyla darunter gemeint, hat. 
Ich glaube aber, dass er in diesem Falle ausführlicher ge- 
wesen wäre. 

lY. Helicopsyche, schneckenartige Gehänse. 

„24. April 1853. Durch die Güte des Hrn. Shuttleworth 
in Bern erhielt ich noch einige Exemplare jener schnecken- 
förmigen Phryganiden-Gehäuse, die ich Ilinen das Vergnügen 
habe mitzutiieilen. Diese sind aus Corsika, es sind aber auch 
ganz gleiche bei Como gefunden worden, und ich weiss nun- 
mehr ganz sicher, dass solche auch am Genfersee gefunden 
werden. Die Hoifnung, zur Kenntniss der erzeugenden In- 
secten zu gelangen, hat dadurch eine festere Basis gewonnen. 
Weil alle bisherigen Beobachtungen lehrten, dass die Ver- 
schiedenheit im Typus der Archilectur eines Phr^-ganeiden- 
Gehäuses auch ein besonderes Genus bedinge, so habe ich 
einstweilen der Phr^-ganide, welche diese schneckenförmigen 
Producte hervorbringt, den Namen Helicopsyche beigelegt. 
Es mag sich dabei verhalten wie mit dem ganz ähnlichen 
Kaupensack der Psyche helicinella." 

„Und — o welche Wunder! — ich habe nun gar das 
Gehäuse einer Helicopsyche erhalten, dessen Windungen um 
eine hohle Achse laufen, wie beim Solarium perspectivum, 
nur mit dem Unterschied, dass die Achse meiner Geliäuse an 
beiden Enden ofien ist. Diese Merkwürdigkeit ward im Pisse- 
vache gefunden.''' 

„12. März 1854. Die Gehäuse von Helicopsyche sind 
schneckenförmig gewunden, aus Sandköruchen gebildet, mit 
compactem Deckel geschlossen; Genus noch nicht bekannt.'' 

„Die beifolgenden kleinen schwärzlichen Helicopsychen- 
Gehäuse stammen aus einem Bache der Hochebene der Sierra 
de Suevilla auf Portorico. Ich erhielt sie von dem nun ver- 
storbenen Naturaliensammler Blauner aus Bern; sie lagen in 
Weingeist in einer kleinen versiegelten Flasche, und ich fand 
darunter nur ein leider sehr zerstörtes Körperchen, das ich 
zwischen Glastäfelchen in Balsam conservirte. AVar es viel- 
leicht die Subimago des innewohnenden Thieres? Können Sie 
vielleicht aus diesen Fragmenten das Genus entzitfern? Ich 
sende es Ihnen anbei." 

„5, Juli 1854. Neulich erhielt ich wieder eine neue Art 
von Helicopsyche -Gehäuse aus Südamerika, grös^^er als alle 
mir bisher bekannten, und will Ihnen davon mittheilen. Es 
ist dies ein neuer Beweis von der weiten geographischen Ver- 
breitung dieser merkwürdigen Gattung." 

Dies und die Gehäuse der drei erwähnten Arten nebst 



123 

der Nymphe sind Alles, was mir Bremi über seine Helicopsyche 
mitgetheilt hat. Meine Sammlung enthält gegenwärtig fol- 
gende Gehäuse. 

1. H. Shuttleworthii Bremi, in Corsika von Blau- 
ner; Corner See; Genf. 

Die erste Notiz darüber lieferte Shuttleworth in den Mit- 
theil, naturf. Gesellschaft in Bern, Juni 1843 Bd. 1 No. 3 p. 
20 — 21 wörtlich so: Unter den von Blauner in Corsika ge- 
sammelten Mollusken befand sich noch eine ziemliche Zahl 
eines zuerst für eine unbeschriebene Valvata gehaltenen Ge- 
häuses, welches mit der Valvata arenifera Lea aus Nordame- 
rika (Lea Observ. p, 114 t. 15 fig. 36) nahe verwandt, wo 
nicht identiscli zu sein schien. Das vollkommen regelmässige, 
spiralig gewundene Gehäuse besteht aus einer sehr feinen 
durchsichtigen Membran, auf welcher sehr kleine Sandkörn- 
chen und Steinchen mit allergrösster Regelmässigkeit befestigt 
sind. Die zirkelrunde Mündung wird durch einen sehr zarten, 
scheinbar spiralig gewundenen, membranösen Deckel ge- 
schlossen. Die allgemeine Form, wie auch die Dimensionen 
erinnern auffallend an die Valvata depressa Pfeiff. In allen 
noch mit Deckeln versehenen Individuen fand sich entweder 
die Larve oder die Nymphe eines, wahrscheinlich zur Gat- 
tung Phryganea gehörenden Insectes, das halbspiralig gebogen, 
einzeln in jedem Gehäuse vor. Unter dem Microscope zeig- 
ten die Deckel ausser der oben berührten spiraligen oder re- 
gelmässig concentrischen Structur eine dem Innenrande pa- 
rallellaufende excentrische Längsöffnung, Exemplare der Valv. 
arenifera Lea, die ich kürzlich aus Wien erhielt, zeigen genau 
die gleiche Bildung sowohl des Gehäuses, als des Deckels, — 
V. Siebold Parthenogenesis p. 38 (dem ich augenblicklich diese 
Stelle entlehne, dabei aber ausdrücklich bemerke, dass ich alle 
Stellen, wo nicht das Gegentheil erwähnt ist, selbst im Ori- 
ginal verglichen habe, wie aus der Bibliotheca entomologica 
zu ersehen ist), bemerkt dazu, dass das von Shuttleworth 
ferner erwähnte Gehäuse aus Reaumur Mem. T. 3 p. 193 
T. 15 fig. 22 — 24 zu Psyche Helix gehöre. H. Shuttlewor- 
thii, fährt Siebold fort, rührt gewiss von einer Phryganide 
her. In Bremis Sammlung zu Zürich sah ich verschiedene 
Gehäuse dieser Phryganide, welche theils auf Coisica, theils 
am Comer See gesammelt wurden. Bremi hat die fragliche 
Phryganide, von der diese spiraligen Gehäuse abstammen, 
Helicopsyche Shuttleworthii genannt; später wurden ilim meh- 
rere Exemplare eines kleineren ähnlichen Gehäuses aus einem 
Bache von Portorico zugeschickt, deren Bewohner Bremi mit 
dem Isamen Helycopsyche minima bezeichnete. Ich erhielt 
durch die Güte des Herrn Bremi von beiden Arten einige 



124 

Exemplare, Melche in ihrer Structur von den Säcken der 
Psyche Helix wesentlich verschieden sind. Was ihre Grösse 
anlangt, so liaben die grössten Säcke der Helicopsyche Shutt- 
leAvorthii einen Querdurchmesser von 2 Lin. rheinl., die von 
H. minima einen Querdurchmesser von 1 Lin. rhl. Ein Haupt- 
unterschied zwischen diesen Phr3'ganiden- Gehäusen und den 
S])iraligen Psvchiden-Säcken besteht darin, dass, während bei 
Ps. Helix äusserst feine Sandkörnchen äusserlich dem weissen 
Gewebe der Sackwandungen als Beleg aufkleben, bei Heli- 
copsyche grössere vieleckige Sandpartikelchen dicht auf ein- 
ander gekittet von innen und aussen die Wände des Gehäuses 
unmittelbar und allein bilden. Ferner verschliessen die Psyche- 
Raupen ihre Säcke niemals mit einem Deckel. — An meinen 
Exemplaren der Säcke von Sliuttleworthi bemerkte ich keine 
Deckel, wahrscheinlich waren sie abgefallen oder noch nicht 
angefertigt, als diese Säcke eingesammelt wurden. •' 

Von den 7 mir vorliegenden Gehäusen hat das grösste 
4y2 mill. Durchmesser bei 2'/4 mill, Höhe; das kleinste 3 mill. 
Durchmesser bei ly^ mill. Höhe; sie bilden eine Schnecke 
von zwei ganzen und fast einer halben Windung, so dass die 
Aftermündung des Gehäuses der der Mundmündung fast genau 
gegenüber liegt; das Gehäuse verengt sich gleichmässig und 
stark, an der MundöfTnung beträgt der Durehmesser fast 2 
mill., an der Afterötfnung kaum % mill.; gerade aufgewickelt 
würde es etwa 18 mill. Länge haben, also einen sehr dünnen 
Kegel darstellen. Das Gehäuse ist spiralförmig so gebildet, 
dass jede Windung ein Drittel des inneren Randes der vor- 
hergehenden deckt; Nabel kegelförmig; nur bei dem klein- 
sten der mir vorliegenden Gehäuse ist der Nabel durch eine 
Art häutiger Röhrenstücke, die unregelmässig umhergelegt 
sind und die ich nicht zu deuten weiss und durch eine häu- 
tige blasenartig aufgetriebene Membran ausgefüllt; wahrschein- 
lich sind dies aber dem Thiere ganz fremde, zufällig hinein- 
gelagerte Gebilde, da sie allen übrigen Gehäusen fehlen. Die 
Mundölfnung ist kreisförmig, etwas schräge nach unten und 
innen abgeschnitten; die AfteröHhung ist klein und kreisför- 
mig, scheint aber noch in eine otfene kleine Rinne auszulaufen, 
falls nicht, A\ie wahrscheinlich, die Gehäuse hier verletzt sind; 
der Querdurchschnitt der Gehäuse scheint also in ihrem gan- 
zen Verlaufe kreisförmig zu sein. Bei vieren der Gehäuse, 
darunter dem grössten vorliegenden, ist die Mundötfnung durch 
einen etwas vertieft gelagerten membranösen Deckel ver- 
schlossen; er zeigt bei stärkerer Vergrösserung bei einigen 
deutlich eine spiralförmige Structur, als wenn er aus derartig 
gelagerten Fasern gebildet sei, und eine dem Innenrande pa- 
rallele excentrische Längsöffnung , aus welcher ein Büschel 



125 

aufrech tslehend er Fasern ragt, ähnlich denen, aus welchen 
die Membran gebildet ist. Bei zwei Gehäusen ist die Slructur 
der Membran undeutlich und die Längsöfthung ganz verschlos- 
sen durch eine unregelmässige Faserwulst. Die Gehäuse sind 
aus sehr regelmässig pflasterartig veibundenen Sandkörnciien 
und kleinen Steinchen gebaut; ob selbe, wie Shuttleworth 
angiebt, auf einer sehr leinen durchsichtigen Membran aufge- 
legt sind, scheint mir zweifelhaft; so weit ich hineinsehen 
kann, scheinen die Steine nur durch Kitt mit einander ver- 
bunden und innen nicht völlig glatt zu sein. Die Aussenfläche 
der Gehäuse ist wenig uneben, da meist ziemlich gleiche platte 
Steinchen zur Verwendung kamen; die Gehäuse stellen, ohne 
Vergrösserung besehen, recht gut Schneckengehäuse dar. In 
zweien derselben, eines ist fast so gross als das grösste mir 
vorliegende, sind die Larven sichtbar; der braune polirte Kopf 
und die Beine, soweit selbe sich ohne Zerstörung sehen las- 
sen, zeigen phryganidenartige Thiere. Shuttleworth sagt, dass 
in allen mit Deckeln versehenen Gehäusen sich die Larve 
oder Njmphe vorgefunden habe, woraus hervorgehen würde, 
dass diese Thiere entgegen der Sitte der Phrjganiden schon 
als Larven ihre Gehäuse mit einem Deckel versehen, was 
sonst nur im Nymphenstande angetroffen wird. Siebold giebt 
Parthenogenesis fig. 18 — 22 Abbildungen der Gehäuse, die 
nur insofern nicht mit den meinen übereinstimmen, als fig. 20 
drei vollständige Spiralen darstellt, während meine Stücke 
nie mehr als 1^/.^ haben. Da seine Stücke aus derselben 
Quelle stammen, haben ihm möglicher Weise mehr ausgebil- 
dete Stücke als mir vorgelegen, oder der Zeichner hat ge- 
fehlt. Noch bemerke ich, dass eines meiner Gehäuse mit der 
Mundötfnung an die Aussenseite eines andern durch feine Fä- 
den locker angeheftet war. 

2. H. minima Bremi. Aus einem Bache der Hoch- 
ebene der Sierra de Suevilla auf Portorico, von Blauner. 
Bremi hatte mii früher seine Stücke als H. nigra bezeichnet. 
V. Siebold L c. p. 39 sagt: Die mir von Bremi mitgetlieilten 
Säcke von H. minima stimmen fast vollständig mit diesem 
von Lea beschriebenen und kolorirt abgebildeten Gehäuse der 
Valvata arenifera überein. Sogar die broncegrüne Farbe ha- 
ben sie miteinander gemein. Die Anwesenheit eines Deckels 
spricht übrigens auch für die Abstammung dieser Gehäuse 
von einer Phryganide, da die Sackträger der Schmetterlinge 
keine Deckel anfertigen, sondern ihren Sack mit seiner un- 
tern Mündung immer an fremde Gegenstände festspinnen. 
Auch die Deckel, deren ich einige an meinen Exemplaren 
vorfand, hatten, wie die bei Valvata arenifera, ein gestreiftes 
Ansehen. Sie waren kleiner als die Mündung der Säcke und 



126 

verschlossen dieselbe daher nur unvollständig. Mit dem Mi- 
croseope betrachtet, erkannte ich an diesen Deckeln eine fa- 
serige Structur, M'elclie von dicht aneinander klebenden ver- 
hältnissmässig groben Spinnfäden herrührten; am Rande dieser 
Deckel standen einzelne Spinnfäden hervor, durch welche 
derselbe mit der Mündung des Sackes verbunden war. Der 
Querdurchmesser der Gehäuse ist 1 Lin. rhl.'-' 

Von 6 mir vorliegenden ist der Querdurchmesser 1^/^ bis 
IYj mill.; die Höhe 1 — Yj mill.; die Gehäuse sind also flacher 
als die vorigen; die grösseren haben etwas mehr als 2y2, die 
kleinen genau 2 Spiralwindungen; die Mündung misst etwa 
1 mill., das Gehäuse verengt sich aber schneller, die Af- 
termündung liegt genau im Centrum des Gehäuses und bildet 
ein rundes Loch mit etwas aufgcM-orfenen Rändern, als wäre 
das letzte Ende des Gehäuses leicht nach oben gebogen; bei 
H. Shuttlewortliii liegt die After-Mündung etAvae excentrisch, 
mehr von der Mundöffnung entfernt und selbe nicht nach oben 
gebogen, falls meine Stücke nicht verletzt sind. Jede nächste 
Windung liegt fast ganz auf der vorhergehenden, so dass bei 
der auch sonst stärkeren Krümmung der Spirale, der Nabel 
wesentlich enger ist. Die Mundöffnung ist nicht so regelmässig 
kreisförmig, sehr schräge nach unten abgeschnitten; die After- 
öffnung schon beschrieben. Der Querdurchschnitt scheint mehr 
elliptisch und das Gehäuse eine etwas plattgedrückte Röhre 
zu sein. Ob die beiden kleinsten mit nur zwei Spiralwindun- 
gen nicht an der Mundöffnung abgebrochen sind, vermag ich 
nicht sicher zu entscheiden. Zwei der grössten Gehäuse sind 
durch Deckel verschlossen, die denen der vorigen Art durch- 
aus ähnlich sind ; sie bestehen aus einer bräunlichen Membran 
mit deutlicher concentriseher Faserung, sind etwas vertieft 
gelagert und verschliessen die Mundöffnung vollständig, mit 
Ausnahme einer dem Innenrande nahe gelegenen geraden 
excentrischen Spalte. Die Mitte des Deckels ist vielleicht zu- 
fällig erhaben gewölbt. Die Beschreibung, Melche v. Siebold 
von dem Deckel gegeben, trifft auf meine Stücke niclit ganz 
zu, da sich der Deckel in seinem ganzen Umfange genau an 
die innere Mündung der Röhre anlegt. Jedenfalls haben wir 
beide die Stücke aus derselben Quelle, vielleicht waren die 
Deckel der von ihm beschriebenen Stücke beschädigt. Der 
Bau der dunklen broncegrünen, meist aus Glimmer und Quarz- 
theilchen gebildeten Gehäuse ist genau Avie bei der vorigen 
Art, ihre Aussenseite noch etwas glatter. Eine besondere 
innere Membran sehe ich auch hier nicht. In zweien liegen 
die Thiere, deren Kopf phryganidenähnlich erscheint. 

V. Siebold 1. c. p. 38 zog aus zwei Gehäusen die ver- 
trocknete Puppe hervor, welche in ihrer Form der Beine, der 



127 

langen Fühler, der behaarten vier Flügelstummel mid der 
beiden Beisskiefer ganz an eine Phryganide erinnerte. Mir 
liegt das von Bremi erwähnte Präparat vor, welches auch 
Herr v. Siebold bei mir untersucht und für eine Phryganide 
erkannt hat. Es ist stark verstümmelt, docli sind die langen 
scharfen, an der Basis erweiterten Beisskiefer sehr deutlieh; 
der bebaarte Kopf mit grossen schwarzen Augen ist zerdrückt; 
von den kräftigen kurzgliedrigen Fühlern liegen nur Stücke 
vor; von den Maxillar-Tastern ist ein kräftiges cylindrisches 
Grundglied und ein längeres Spitzenglied deutlich; letzteres 
besteht aus einem dicken gekrümmten Haarpinsel, der die 
eigentlichen Glieder verbirgt; selbe oder selbes ist lang und 
gespitzt; von den Flügeln ist eben nur sichtbar, dass sie 
schmal und lang behaart waren; von den sehr kräftigen Füssen 
ist keiner ganz erhalten; an einem Hinterfusse sehe ich sehr 
kräftige lange Sporen, zwei an der Spitze, zwei (weniger 
sicher) nach der Mitte der Schiene; je einer scheint länger; 
an einem Vorderfuss sehe ich mindestens einen Sporn an der 
Spitze. Leib zerdrückt; ein seitlich gelagerter Theil scheint 
die kurzen dreigliedrigen Lippentaster anzudeuten. 

3, H. colombiensis Bremi, aus Puerto Cabello. 
Siebold 1. c. p. 144 theilt nachträglieh mit, dass er in 

Bremis Sammlung Gehäuse, aus verhältnissmässig sehr groben 
rostbraunen Steinchen angefertigt, von !%(, Lin. Querdurch- 
messer und lyjo Lin. rhl. Höbe gesehen habe. 

Mir liegt nur ein Geliäuse vor; grösste Breite 5 mill., 
Höhe fast 3 mill.; etwas mehr als 2y^ Windungen; Nabel 
offen, steht so tief als bieit; Mundöffnung 2 mill. breit, unten 
schräg abgeschnitten, etwas oval. AfterölTnung ein kleines, 
auf der Spitze des Gehäuses gelegenes oflenes Loch; Deckel 
fehlt; das Gehäuse ist aus sehr groben schmutzigbraunen 
Quarz? -Stücken gebaut, so dass seine äussere Seite uneben 
und unregelmässig aussieht. 

4. H. Thelidomus Hag. Aus Venezuela Rio lego; 
7000 Fuss über dem Meere. 

Mir liegen 3 Stücke vor; grösste Breite 7— 5 mill., Höhe 
4- 3% mill.; etwas mehr als 2y.^ Windungen, die aber durch 
die Grösse und Unregelmässigkeit des verwendeten Materials 
sehr undeutlich sind, so dass einzelne Stücke kaum schnecken- 
ähnlich sind; Nabel offen, aber sehr enge; Mundöffnung 2 mill. 
breit, kreisrund, weniger schräg abgeschnitten; Afteröffnung 
ein sehr feines Loch auf der Spitze des Gehäuses; das relativ 
sehr dicke Gehäuse ist innen mit einer festen, wie aus Pflan- 
zenstofFen ge\vebten Membran ausgekleidet; die Mundöffnung 



128 

eines Stückes hi durch ein Steinchen zum Tlieil geschlossen; 
ob selbes auf einem tief eingedrückten Deckel liegt, oder ob 
die seitlich gelockerte auskleidende Membran sich an dasselbe 
anlegt, vermag ich nicht zu entscheiden ; das Gehäuse ist aus 
groben cr3'sta]lischen, schmutzig grauen und schwarzen Stein- 
chen sehr unregelmässig geformt. Icii erhielt die Gehäuse von 
H. Dohrn unter dem Namen Thelidomus, den Swainson als 
Gattungsnamen für Valvata arenifera aufgestellt hat. 

5. H. scalaris Hag. Aus Venezuela; derselbe Fundort 
mit H. Thelidomus. 

Es liegen mir zwei Stücke vor; das grosste -iy^ wiill. 
breit und 1 Vj niill. hoch, das kleinere halb so gross; das 
grössere hat drei, das kleine zwei ein halb Windungen, die 
sehr regelmässig bezeichnet sind; Nabel offen, sehr breit, fast 
breiter als tief; Mundößnung klein, 1% mill. weit, schräg 
nach unten abgeschnitten, etwas oval; Afteröffnuug ein kleines 
rundes Loch auf der Spitze des Gehäuses; eine auskleidende 
Membran ist nicht vorhanden; in beiden die Larve sichtbar; 
die Schenkel der kurzen Vorderbeine stark erweitert; Deckel 
fehlt. Der Bau des Gehäuses ist regelmässig und selir merk- 
würdig; das Gehäuse selbst ist aus gleichartigen feinen Sand- 
körnchen gebildet und die Windungen abgeplattet, fast gerade. 
Rings um die äussere Kante der Windungen ist eine einfache 
Reihe grösserer Steincheu gelagert, so dass die Windungen 
vertieft liegen; gegen die Mundöffnung hin werden diese Stein- 
cheu allmäiig grösser. Das Gehäuse erinnert in seiner Bildung 
an den Trochus agglutinans Linne's. 

6, H. umbonata Hag., von Jamaica, Chitty, Paines 
Town, mir von .H. Dohrn mitgetheilt. 

Mir liegen vier Stücke vor, ß'/j — 4 mill. breit, 4 bis 2^ ^ 
mill. hoch; '^y^ bis drei nicht sehr deutlich markirte Win- 
dungen; Nabel offen, uuten sehr weit, oben sehr spitz zulau- 
fend; Mundöffnung enge, nicht ganz 2 mill. breit, kreisförmig, 
unten sehr schräg abgeschnitten; Afteröftnung ein kleines 
rundes Loch auf der Spitze des Gehäuses; das Gehäuse ist 
dick und aus groben, eckigen, hellen und dunkeln Steinchen, 
denen selbst Samen untermischt sind, gebaut, so dass die 
Oberfläche, mit Ausnahme der abgerundeten Spitze, sehr un- 
regelmässig aussieht; in der Mundöffnung liegt ein lockeres 
Gespinnst aus weisslichen, unregelmässigen Fäden, das zum 
Gehäuse zu gehören scheint; eine auskleidende Membran fehlt; 
das einzige Stück mit Deckel liabe ich Hrn. v. Siebold gege- 
ben und vermag nichts darüber mitzutheilen. 



129 

7. H. spec. nov. aus Neu-Caledonien im Münchener 
Museum. 

Die fast haselnussgrossen Gehäuse habe ich bei Herrn 
V. Siebold gesehen; etwas Näheres vermag ich nicht anzu- 
geben. 

8. H. arenifera Lea, Observations on Najades and 
descriptions of new species in Trans. Amer. Philos. Soc. Phi- 
ladelphia 1834 Vol. IV p. 101 pl. XV flg. 36, abgedruckt in 
V. Siebold Parthenogenesis p. 39 fig. 23, 24. Leas Beschrei- 
bung lautet: 

Valvata arenifera: Testa orbiculata, convexa; anfractibus 
tribus, qui arenis agglutinatis operiuntur; umbilico lato; spira 
obtusa. Hab. Tenessee, Cumberland river near Nashville. Lenght 
fpur twentiests of an inch. Remarks. This very curious and 
interesting species was among the fresh water shells so di- 
sinterestedly sent to me by the Lyceum of natural History 
of New York to be examined and inserted in this paper. It 
has the singular property of strengthening its whirls by the 
agglutination of particles of sand etc. by which it is entirely 
covered, and in this character it resembles the Trochus ag- 
glutinans Lamarck (Trochus conchyliophorus Auth.). The apex 
in all the specimens which I have had an opportunity of exa- 
mining is broken. The operculum was observed in two speci- 
mens sufficiently perfect to exhibit a striated horny structure. 

Ich bemerke dazu, dass die abgebrochene Spitze offenbar 
die Aftermündung bedeutet. Zu dieser Art möchte ich einige 
Stücke rechnen, die mir unter dem Catalognamen Paludina 
agglutinans Mus. Berol. vorliegen; sie stammen aus Amerika 
von Deppe, der meines Wissens in Mexico sammelte. 

Breite ^—Sy^ mill.; Höhe 3—2 mill.; drei oder fast drei 
Windungen; Nabel offen weit und tief, bei einigen accidentell 
fast geschlossen ; die sehr schräge unten abgeschnittene Mund- 
öffnung 1% inilh breit, etwas oval; Afteröffnung ein kleines 
rundes Loch auf der Spitze; eine auskleidende Membran fehlt; 
in zweien ist die darin liegende Nymphe sichtbar*; bei einigen 
verschliesst ein etwas vertieft gelagerter Deckel vollständig 
die MundöfFnung; er ist von gelblicher Farbe und faseriger 
Sfructur; die Fasern laufen concentrisch gegen den Innenrand; 
bei einem Stücke ist der Deckel gegen den Innenrand hin 
gebuckelt und zeigt daselbst eine lange wenig geöffnete Quer- 
spalte, deren Ränder mit kammförmig ineinandergreifenden 
kleinen Zähnen dicht besetzt sind; die Gehäuse sind aus grö- 
beren dunklen Steinchen gebaut und ihre Oberfläche uneben, 
ie seh 



zu Leas BescWeibung und Abbildung als die folgende. Swain- 
son Treatise etc. 1840 p. 330 hat auf diese Art die Gattung 
Thelidomus begründet. 

9. H. glabra Hag. Ein Stück aus Nordamerika, aus 
Dunkers Sammlung als Valvata arenifera Lea erhalten. Breite 
3% mill., Höhe 2 mill,; drei Windungen; Nabel weit, aber 
sehr flach, durch Sandkörnchen fast verschlossen; Alund- 
ötfnuiig 1*72 mill. weit, kreisförmig, schräg nach unten abge- 
schnitten; Äftermüudung verletzt; das Gehäuse ist aus kleinen 
Steinchen regelmässig gebaut, so duss es aussen ziemlich glatt 
und einer Schnecke sehr ähnlich wird ; eine auskleidende Mem- 
bran und ein Deckel fehlen; in der Mundöffnung nach innen 
eine Zahl lockerer unregelmässiger heller Fäden, fast wie 
der Ueberrest eines Gespinnstes; ähnliche Fäden finden sidi 
auch auf der Unterseite des Gehäuses über dem Nabel. 

"■. 10. H. lustrica Say, in Journ. Acad. N. Sc. Philadel- 
pliia 1821 T. II P. I p. 174 No. 3 als Paludina lustrica und 
Menke Syn. meth. Mollusc. als Valvata lustrica bezeichnet, 
Gould und Haldeman haben sie nachher der Gattung Amni- 
cola zugesellt. Ich habe ein Stück aus Nord-Amerika in Dun- 
ker's Sammlung gesehen, eine Beschreibung aber nicht ent- 
worfen. Sie ist von der Grösse der H. arenifera mit engerem 
Nabel, unebener Oberfläche, aus schwarzen Quarzstücken ge- 
formt, sonst von gleicher Grösse; der Deckel ist ähnlich. 

11. H. pupoidea Gould aus Massachusetts in der 
Sammlung des Dr. Lehmann in Stettin, angeblich aus Menkes 
Sammlung (jedoch von Valvata pupoidea Gould in Dunker's 
Sammlung, einem Couchj'l, siclier verschieden), ist nach Dr. 
Hensche eine Helicopsjche von ähnlicher Form. 

12. H. agglutinans Tassinari aus Italien, in Molluschi 
fluviatili italici nova species Valvata agglutinans Foro Cornelii 
1858. 8 p. 2 ist nach Bourguignat in Guerin Revue et Mag. 
Zool. ser. 2. 1859 T. 2 p. 545 eine Helicopsjche. Es wird 
daselbst die Literatur ähnlicher Verwechselungen angegeben. 
Leider steht mir die Schrift jetzt nicht zu Gebote. Vielleicht 
mit H. Shuttleworthii identisch. 

13. H. sericea Hag., von Arthur Morelet in dem Was- 
ser einer Quelle in Portugal gesammelt. Breite 3 bis 5 mill.; 
Gehäuse braun aus seidenartigem Gewebe, netzartig, mit 
Stücken von Quarz und Glimmer untermischt, einer Valvata 
ähnlich. Michaux hatte dies Gehäuse an Blainville geschickt, 



der es für „un tube de diflugie (siciy^ erklärte, und meinte, es 
könne nicht von einer Phryganide oder einem andern Insecte 
herrüliren, da deren Gehäuse stets gerade seien. 

Diese Nachricht ist entnommen dem „sur deux fourreaux 
helicoides fagonnes par des larves d'inseetes" von Vallot in 
M6m. Acad. Dijon (1854) 1855 Compt. rend. p. X-XII. Er 
spricht daselbst über schneckenartige Gehäuse von Insecten 
gebildet, zuerst über Psyche helix in R^aumur und berichtigt 
seine in denselben Schriften 1818 p. 55; 1827 p. 91 — 92; 
1842 p. 52—53; 1849 p. 89 gemachten Bemerkungen. 

14. H. helicoidella Vallot, aus Bahia, von Blanchet 
eingeschickt. 

Vallot 1. c. p. 1855 Compt. rend. p. X berichtet, dass 
dies Gehäuse dem vorigen ähnlich sei und in der Bibl. univers. 
de Geneve 1836 T. 5 p. 198 und 1837 T. 7 p. 203-204 er- 
wähnt werde. Es gehöre zu einer Phryganea trotz Vallot's 
früherer Behauptungen in Mem. Acad. Dijon 1842 p. 52 und 
1849 p. 91. Er nennt die Art, die ein Schneckengehau.se 
baut, Phryganea helicoidella. 

15. ? aus Pissevache, in Bremis Correspondenz 
erwähnt. 

Bremis Angabe, dass der Nabel durchgängig sei, wie beim 
Solarium perspectivum , macht es zweifelhaft , ob hier nicht 
doch Psyche helix oder eine verwandte Art gemeint sei, um 
so mehr, als v. Siebold nach Durchsicht der Sammlung Bremis 
nichts davon erwähnt hat. 

Es ist dies Alles, was mir bis jetzt über die merkwür- 
digen Helicopsyche-Arten bekannt geworden ist. Leider lässt 
sich die Frage, zu welcher Gattung oder selbst Subfamilie 
das Thier gehöre, noch nicht lösen. Die Kleinheit der Ge- 
häuse bedingt natürlich auch eine kleine Art. Die von Bremi 
eingesendete Nymphe bietet den einzigen Anhalt. Die stark 
entwickelten behaarten Kiefertaster, dicken kurzen Fühler, 
behaarten Flügel würden für eine kleine Sericostomide spre- 
chen, M^enn dem niclit die grossen Sporen von ungleicher (?) 
Länge entgegen wären; allerdings kennen wir von exotischen 
Sericostomiden so gut wie nichts, und es wäre möglich, dass 
derartige Formen vorkommen. Stark behaarte Taster linden 
sich bei vielen Mystaciden, doch sind die allerdings nur theil- 
weise erhaltenen Fühler zu dick und zu kurz, um an diese 
Subfamilie zu denken. Nahe lag der Gedanke, dass Helico- 
psyche die Gehäuse der Gattung Beraea bilden, und hieran 
habe ich auch zunächst gedacht, da für diese in Europa nicht 
seltene und auch bei Genf in mehrfachen Arten vertretene 

9* 



132 

Gattung die Gehäuse unbekannt sind. Ueberdies erlaubte die 
untersuchte Nymphe diese Vereinigung, der höchstens die 
mangelhafte Ausbildung der letzten Tasterglieder widerspricht. 
Es erheben sich dagegen aber zwei wesentliche Bedenken. 
Beraea gehört zur Subfamilie der Rhyacophilen, deren bis 
jetzt bekannte Gehäuse immobil sind und die Nymphe in einer 
eigenen eiförmigen Haut umschliessen. Helicopsyche hat aber 
bewegliche Gehäuse und bestimmt keine Nymphenhülle. Sehen 
wir uns unter den europäischen Sericostomiden um, so ist von 
der Mehrzahl der Gattungen die Verwandlung bekannt. Un- 
ter den übrigen kann an Apatania und eine Dasystoma nahe- 
stehende Gattung, zu welcher Rhyacophila microcephala Pict. 
gehört, nicht gedacht werden, weil selbe ganz kurze kleine 
Sporen haben. Dagegen stehen zwei Gattungen nahe, die mir 
nur in einzelnen Stücken vorliegen und nicht genau bekannt 
sind. Eine, zu welcher ich Potamaria Pictetii Kol. rechne, 
(die zweite Art P. Schmidtii ist eine Hydropsyche), würde 
in Betreff der Sporen gut passen, hat aber keine behaarten 
Taster. Näher liegt die zweite Silo minutus Kol.; selbe ist 
von Silo pallipes und den übrigen Silo-Arten ganz verschieden, 
hat nach einem von Kolenati erhaltenen Pärchen 2. 2. 4. Spo- 
ren (nicht 2. 4. 4.) und beim Männchen behaarte Taster; im 
Habitus und Färbung steht sie Beraea nahe, ist aber, wie 
gesagt, mir nicht genau genug bekannt, um weitere Schlüsse 
zu ziehen. 

Schliesslich bemerke ich, dass noch ausserdem eine nicht 
kleine Zahl von Phryganiden-Gehäusen als Conchilien beschrie- 
ben sind. Seetzen citirt 10 Arten, die Schröter in seinen 
Flussconchylien p. 414 sq. und Conchjlienkenntniss nach Linne 
T. 2 p. 585 sq. als Sabella beschrieben und abgebildet hat. 
Gmelin Linne Syst. Nat. p. 3749 — 3751 citirt 14 Sabellen 
Schröters No. 8—21, die Phryganiden-Gehäuse sind. Vallot 
Mem. Acad. Dijon 1855 1. c. erwäimt als fragliche Phryga- 
niden- Gehäuse Serpula granulata im Dictionn. sc. nat. T. 48 
p. 554 T. 57 p. 429, und Gmelin Syst. Nat. p. 3737 No. 6 
Dentalium cornutum nach Ferussac Bull. T. XI p. 392. Auch 
in Chenu Encycl. wird ein Dentalium hergezogen. 

Gegen das Lob, welches Tassinaris Schrift von H. Drouet, 
Revue et Mag. Zool. ser. 2. 1859 T. XI p. 497 erhält, be- 
merkt p. 545 Bourguignat, dass die erwähnte Conchylie ein 
Phryganiden-Gehäuse sei und zählt äiinliche Verwechselungen 
auf. Benoit aus Messina hat in seinen Mollusken Siciliens 
tab. VII lig. 32 und 33 als Valvata crispata zwei Varietäten 
derartiger Gehäuse abgebildet. Lea Trans. Amer. Phil. Soc. 
T. IV p. 104 flg. 36. A. B. hat zwei derartige Gehäuse als 
Valvata agglutinans und arenifera aufgeführt, Grüner Vera. 



133 

der Conchyl. 1853 p. 30 selbe wiederholt, und Swainson Lard- 
ner Gab. cyclop. No. 123 p. 226 auf sie die Gattung Theli- 
domus gegründet. 

Serpula ornata Lea Contrib. of Conchyl. p. 37 T. I fig. 
5. 1833, Serpula granifera Say aus Morton in tertiairen Schich- 
ten Marylands, Pectinaria belgica Gould, Moll. Massach p. 7, 
Dentalium nigrum und corneum Lamarck, Anim. s. vertbr. (non 
Linne), Dentalium pellucidum Linn6 Syst. nat., Dentalium No. 
9 Sowerby Genera of shells sind nach Bourguignat Phryga- 
niden-Gehäuse. 

Y. Eier und junge Gehäuse. 

„24. April 1853. Unter No. 123 erhalten Sie Phryga- 
neen-Eier, welche bei uns so häufig an der Unterseite von 
Wasserpflanzen gefunden werden, und No. 124 zeigt Ihnen 
die aus diesen Eiern geschlüpften Jungen mit ihren schon am 
zweiten Tag erbauten Häuschen. Weiter gelang mir die Er- 
ziehung noch nicht. Mir ist überhaupt das eine sehr räthsel- 
hafte Erscheinung, denn nach der Grösse der Eier und dem 
kreisrunden, flach gewölbten, sie umhüllenden Schleimballen 
müssen diese Eier von einer grossen Phryganide (wenigstens 
wie Rhyacophila vulgaris herkommen, und zwar in grosser 
Menge. Ich habe aber an dem langen Seegraben, in welchem 
diese Eier vorkommen, noch niemals grosse Phryganen ge- 
funden, sondern nur Mystaciden. Man möchte annehmen, die 
kleinen Larven werden von ihrer Geburts&tätte nach dem See 
auswandern.'' 

„4. Juni 1853. Gestern machte ich eine Excursion an 
die Glatt, einen V-J^ Stunden von Zürich entlegenen FIuss, 
an dem ich einst 40 Jahre gewohnt hatte, hauptsächlich um 
an demselben die Phryganeen zu beobachten, und hatte das 
Glück, gerade die Flugzeit einer Art zu treffen, die mir noch 
wohl bewusst war, welche ich aber seit 40 Jahren nicht mehr 
getroffen hatte. Nie habe ich ein Neuropteron in so unge- 
heurer Individuenzahl auftreten sehen, wie dieses niedliche 
Thierchen. Wo man immer an das Ufer hintrat und die 
Pflanzen berührte, erhob sich eine wahre Wolke derselben, 
und zwar überall auf einer Strecke von einer Stunde Länge. 
Eine interessante Beobachtung ward mir dabei zu Theil. Ich 
fand an dem After einiger Weibchen einen nach Verhältniss 
sehr grossen ovalen hellgrünen Eierklumpen heraushängen; 
ich legte einen davon in reines Wasser 7 Uhr Abends und 
fand ihn folgenden Morgens 5 Uhr schon mehr als einmal 
grösser ausgedehnt. Leider fand ich die Gehäuse der Art 
nicht auf. 



Die Eier der ersten Art sind dieselben, deren Entwick- 
lung von Zaddach beschrieben ist und gehören wohl zu My- 
stacides nigra. Die massenhaft auftretende Art ist Hydropsyche 
angustata und die absolute Vergrösserung der Eier durch 
Wasseraufnahme auch von Rathke und andern nachgewiesen. 
Die Manier, in der die Eier bei Phryganiden abgelegt wer- 
den, ist verschieden. Bei einem grossen Theile treten sie un- 
geordnet klumpenweise hervor, während andere sie in langer 
fortlaufender Schnur absetzen; zu letzteren gehören alle Gat- 
tungen, die eine spitz zulaufende Legescheide besitzen, doch 
auch einige Limnophiliden, die eine Art Bruthöhle zeigen 
und sonst ihre Eier klumpeuNveise absetzen. Ein Theil der 
Arten (Phryganea) geht zum Eierlegen wahrscheinlich unters 
Wasser, wenigstens ist Phr. grandis mehrfach kräftig unter 
Wasser schwimmend beobachtet, die übrigen legen ihre Eier 
an die Blätter von Wasserpflanzen, oder an Landpflanzen, 
von welchen die Jungen in das Wasser gelangen können. 
M, nigra bildet einen flachen Kreis, in welchem die Eier in 
fortlaufender Schnur umeinander gelagert sind. Die Farbe der 
Eier ist nach den Arten verschieden und wechselt zwischen 
gelb und grün. 

Zaddach in seiner Entwickeluugsgeschichte der Phryga- 
niden-Eier sagt p. 64: Es sind mir die Eier von 6 oder 7 
verschiedenen Arten bekannt geworden, die mit der sie ein- 
schliessenden gallertartigen Masse in drei versclüedenen For- 
men gelegt werden. Nämlich 1) in vollen oder strangförmi- 
gen Körpern; die Eier von Phr, grandis; die Eier sind dun- 
kelgrün, der Strang % Zoll lang, in der Mitte zusammen- 
gelegt und quillt im Wasser stark auf. 2) Spiralförmig gelegt, 
in runden Platten; die Eier von Mystacides. 3) In Klumpen, 
in welchen die Eier oft so vertheilt sind, dass sie den Gal- 
lerthaufen in querstehende Platten theilen; sie enthalten ver- 
hältnissmässig nur wenige Eier. Dahin geliören kleine Klümp- 
ciien von Linsengrösse, die man Anfang September an Pota- 
mogeton-Blättein findet, deren Eier kleiner sind als die von 
Mystacides und einen grünlich gelben Dotter haben; ferner 
ebenso grosse Klümpchen mit gelben Eiern, vielleicht von 
Chaetotaulius striola; grössere Klumpen von Erbsengrösse mit 
gelben Eiern, die denen von Phr. grandis wenig an Grösse 
nachstehen, wohl von Limneph. flavicornis; endlich eben so 
grosse Klumpen mit grünen Eiern. 

VI. Classi&cation der Gehäuse. 

„10. Januar 1852. Durch vergleichende Beobachtung der 



135 

Phryganiden-Gehäuse habe ich (Bremi) die Ansicht gewonnen, 
dass ihre Sculptur in Beziehung der typischen Form den 
Character des Genus und die Composition den Character der 
Species darstellt. Auch das Material der Gehäuse ist, jedoch 
nur bei einzelnen Genera und Species, ein sicherer Character 
der Art, der Lebensweise und der Wasser, in welchem die 
betreffende Larve wohnt; zuweilen verräth es auch ganz 
sicher die Jahreszeit des Baues, Beobachtungen im Zwinger 
liefern in den meisten Fällen keine sicheren Resultate, weil 
da die Larven nicht genügende Auswahl der Stoffe liaben. 
Ich habe öfters schon in demselben Wasser und auf der glei- 
chen Stelle Gehäuse von ähnlichen Species derselben Gattung 
gefunden, von denen die einen rein und nur aus Schnecken- 
schalen, die andern nur aus Holzstücken bestanden. Dass die 
Larven von Zeit zu Zeit ihre Röhren verlassen und neue 
bauen, mag von einzelnen Arten wahr sein, aber dieser Um- 
stand ist sicherlich nur Eigenschaft der Arten und keineswegs 
ganzer Genera, wie früher behauptet ward; ich bin auch 
überzeugt, dass manche Larvenarten ihr ganzes Leben durch 
nur an einem und demselben Gehäuse bauen. ^^ — „Alle bis- 
herigen Beobachtungen lehrten, dass die Verschiedenheit im 
Typus der Architectur eines Phryganiden- Gehäuses auch ein 
besonderes Genus bedinge." 

„12. März 1854. Dass sich auch der generische Cha- 
racter wie der specielle in der Architectur und dem Material 
ihrer Wohnungen ausspreche, ist wohl allgemein anerkannt; 
aber die Beobachtungen sind noch lange nicht so vollständig, 
dass man mit Sicherheit den generischen Charakter zu be- 
stimmen vermöchte. Was ich gegenwärtig darüber weiss, ist 
Folgendes. Die Gehäuse sind entweder tragbar (Heteropalpen 
und Mystaciden), oder festsitzend (Isopalpen, mit Ausnahme 
der Mj'staciden). 

I. Bei den festsitzenden Gehäusen ist der Typus bei allen 
Gattungen ein und derselbe; ein längeres oder kürzeres Oval, 
in der Mitte nach der Längenachse durchschnitten; gestreckt 
oder kurz, hoch oder niedrig gewölbt; aus groben oder feinen 
Steinen gebaut; auf der oberen oder unteren Seite von Stei- 
nen befestigt; schon von der Larve zu ihrer Wohnung — 
oder erst zum Schutz der Puppe erbaut. Das sind die we- 
sentlichsten Charactgrzüge , die aber noch wenig specifisch 
erkannt sind. 

II. Bei den tragbaren Gehäusen treten vorerst zwei ty- 
pische Gegensätze in Beziehung auf die Form des leeren 
Raumes, in welchem die Larve lebt, hervor; derselbe ist ent- 
weder ganz platt, muschelförmig oder gestreckt röhrenförmig. 



m 



A. Die Gehäuse platt, muschelförmig; Ausgänge für die 
Larve zweiseitig: Geliäuse beim Gehen auf der Scharf- 
kante getragen; zur Verpuppung auf die flache Seite 
gelegt; aus zusammen gesponnenen Sandkörnchen 
oder Pflanzentheilen bestehend. Genus: Hydroptila. 

B. Die Gehäuse gestreckt, röhrenförmig. 

a. Röhre genau quadratisch; aus quergestellten, pa- 
ii* ■ • rallel und eben zusammengefügten Pflanzentheilen 
•H' ■■' ■■li construirt. Genus noch nicht bekannt. 
■V'i-2 '.-ijüi. Röhre cylindrisch. 
-<iijii>. -^ Eiförmig; aus einer wahrscheinlich ausgeschwitzt 

ten Schleimsubstanz gebildet, halb durchsichtig. 

Genus noch nicht bekannt, (vid. Pictet Recherch. 

Tab. XX flg. 13.) Ich habe diese Gehäuse auch 

schon gesehen. 

2. Schneckenförmig gewunden, aus Sandkörnchen 
gebildet; mit compactem Deckel verschlossen. 
Genus: Helicopsjche (noch nicht bekannt). 

3. Cylindrisch, nach unten stark verjüngt; Gehäuse 
oben platt, mit an den Seiten und oben über 
über die Mündung vortretendem Rande; aus 
Sandkörnchen gemauert; bei der Verwandlung 
mit der Mündung an einen festen Körper an- 
gesetzt. Genus: Nais, 

4. Cylindrisch, kurz, platt, gleichbreit aus Stein- 
chen gemauert, an beiden Seiten mit viel grös- 
seren Steinchen gestützt; zur Verwandlung sich 
flach anlegend. Genus: Trichostomum. 

5. Cylindrisch, gestreckt, nach unten Menig ver- 
jüngt, aus Saud eben und kreisrund gebaut, 
zur Verwandlung senkrecht aufgestellt und am 
Fuss mit viel grösseren Steinclien beschwert. 
Genus: Odontoceru.s. 

6. Cylindrisch , kreisrund , gestreckt , nach unten 
verjüngt, sanft gebogen, aus Sandkörnchen ge- 
bildet; zur Verwandlung seiner ganzen Länge 
nach an schwimmende Körper befestigt. Genus: 
Mystacides. 

7. Cylindrisch, gerade, langgestreckt, kreisrund, 
aus abgeschnittenen, gleichförmigen, nach der 
Länge mit den Scharfkanten aneinander geleim- 
len Blattstrecken gebaut. Genus: Trichostegia. 

8. Cylindrisch, kurz, kreisrund, aus quergestellten 
schmalen .Pflanzenfragmenten gebaut, schwim- 
mend; zur Verwandlung dicht unter dem Ho- 



137 

rizont des Wassers mit der Mündung befestigt. 
Genus: Chaetotaulius. 
9. Cylindrisch, gestreckt, nach Verhältniss der 
Länge weit, entweder an beiden Enden gleich 
dick oder nach unten nur wenig verjüngt, meist 
sanft gebogen; Material sehr mannigfaltig, von 
Sandkörnern, Pflanzentheilen und Schnecken- 
schalen, bisweilen an demselben Gespinnst aus 
allen Substanzen zusammengesetzt. Heteropal- 
pen verschiedener Genera, Limnophiliden nach 
Burmeister. 

NB. Die Auswahl des Materials und seine 
Compoeition scheint mehr Character der Species 
als Genus zu sein, ist jedoch bei keiner Art 
ganz sicher ermittelt in Beziehung auf Wechsel 
oder Beständigkeit des Materials bei derselben 
Species. Auch besondere Vorrichtungen, wie 
z. B. die Schwimmbalken an dem Gehäuse von 
Phryg. fusca, scheinen nur Artcharacter zu sein. 
10. Cylindrisch, walzenförmig, an beiden Enden ver- 
jüngt, aus gleichförmigen Sandkörnern gebaut. 
Diese auffallende Form stammt von einem mir 
noch nicht bekannten alpinen und subalpinen 
Genus. 
„5. Juli 1854. Das von Pictet T. XX fig. 13 dargestellte 
merkwürdige Gehäuse fand ich früherhin auch in der Limmat, 
hatte aber nicht das Glück es zu erziehen. Die halb durch- 
sichtige Blase frchien mir aus einer Schleimsecretion der Larve 
zu bestehen. Die zu ihrer Verwandlung horizontal befestig- 
ten Gehävse der Myst. filosa nannte ich in dem Sinne schwim- 
mend, weil ich bis dahin alle nur an den schwimmenden Blät- 
tern von Nymphaeen, Potamogeton, Sparganium oder an in 
das Wasser geworfenen Zweigen befestigt fand." 

„Dass die Larven vieler Arten, namentlich der Rhyaco- 
philen, vom Raube leben, glaube ich, doch habe ich keine 
directen Beobachtungen. Dagegen liabe ich positiv beobachtet, 
dass einzelne Arten monophagische Phytophagen sind, ja sogar 
die sonderbare Eigenschaft einer Art, dass sie, .obgleich be- 
ständig im Wasser wohnend, doch nur Blätter von Landpflan- 
zen genoss. Sie haben wohl das ergötzliche Schauspiel auch 
schon gesehen, wie behende die Subimago der Mystaciden 
oft noch Tage lang im Wasser umherschwimmt? Viele Arten 
begeben sich nach ihrer Entwickelung weit vom Wasser weg 
auf Bäume." 

„Die Ansicht , dass die Mehrzahl der Phryganiden car- 
nivor sein dürften, muss ich wiederholt bestätigen; dagegen 



tS9 

kann ich mich nicht damit einverstanden erklären, dass die 
Phytophagie bei denjenigen Phryganiden, Avelche ihre Theca 
aus Blattstücken bilden, dadurch zweifelhaft werde. Im Ge- 
gentheil, meine bisherigen, jedoch nur auf fünf Species be- 
schränkten Beobachtungen zeigten mir ganz entschieden, dass 
die Phryganiden von denjenigen Pflanzen, von welchen sie 
sich nähren, auch ihr Gehäuse bauen, und dass, wenn diese 
Gehäuse von verschiedenartigen Pflanzenstückchen bestehen, 
dieser Umstand nur Folge der Polyphagie sei. Die von mir 
positiv in ihrer Lebensart beobachteten Arten sind : 1) Phry- 
ganea pellucida Oliv. Pict. T. VIII flg. 4, polyphagisch. 
2) Phryg. lunaris Pict., monophagisch von den Blättern von 
Nasturtium officinale in kleinen Bächlein sich nährend. Die 
Beobachtung dieser Art hatte ich letztes Frühjahr auf er- 
götzliche Weise zu wiederholen den Anlass. Jenes Nastur- 
tium wird hier über Winter häufig als Salat gespeist, wozu 
es die Kräutler oft unter Eis und Schnee voigraben; an sol- 
chen Blättern sitzen oft mancherlei Wasserthiere, so kam mir 
auch Ende Januar eine junge Larve von Phryg. lunaris zur 
Hand. Ich setzte sie in ein Glas mit reinem Wasser zu einem 
Zweig jener Pflanze, deren Blätter sie sich wohl schmecken 
liess und inzwischen ihr Haus damit erweiterte; als späterhin 
ein neuerer stärkerer Zweig hinzugegeben ward, wurzelte 
dieser bald sehr stark und wuchs mit seinen Blättern über 
das Wasser hinaus; da musste sich der arme Tropf mit den 
Wurzeln den Hunger stillen; Mitte Juni schlüpfte die Phry- 
ganide aus. 3) Setodes auripilis, monophagisch an Ranunculus 
aquaticus ; ich nährte zwei Wochen lang mehrere Larven in 
reinem Wasser mit dieser Pflanze und sah auch ihre Theca 
sich vergrössern; in dem Wassergraben, den sie bewohnt hat- 
ten, wuchs auch häufig Ceratophyllum submersum, aber ich 
fand darauf keine Larven. 4) vSpec. ignota. Vor ein paar 
Jahren Mitte April am Ausfluss des Tettweilersee's in einem 
Canal an den ins Wasser hängenden Blättern von Landgrä- 
eern gefunden; ich nährte mehrere Wochen lang fünf dieser 
Larven mit Blättern verschiedener Gräser, welche ich ins 
Wasser des Glases hing; merkwürdiger Weise nagten diese 
Larven nur die beiderseitigen Häute dieser Blätter ab. Lei- 
der ging diese Larve während einer mehrtägigen Abwesen- 
heit bei hoher Temperatur zu Grunde. 5) Spec. ignota. Den 
3. Juli fand ich auf Nymphaeen- Blättern in einer Torfgrube 
eine ganz gerade niedliche Theca, 21 mill. lang, oben 2 mill. 
breit, ganz eben aus länglichen Blattstücken gebaut, Spirale 
rechts gewunden; ich setzte die Larve nebst drei Blättern in 
reines Wasser und bemerkte bald sehr starken Frass rings 
um den Rand des kleinsten der Blätter und weisse Excre- 



139 

nlenthäufchen ; inzwischen setzte die Larve während fünf Tage 
noch 4 mill. Länge an ihr Gehäuse; den 9. Juli bemerkte ich 
zu meinem Erstaunen die Hälfte des Gehäuses abgestossen, 
und den 10. bemerkte ich, dass die Larve ihr Gehäuse an 
beiden Enden befestigt hatte, und zwar an zwei mit den 
Rändern sich berührende Blätter. Leider ging die Entwick- 
lung dieser kleinen Mystaciden-Larve während meiner Abwe- 
senheit vor sich, so dass von dem Tbieie nur die einfachen 
schön braunen Oberflügel vorhanden waren." 

„10. Mai 1855. Ein paar Larven von Limnoph. lunaris, 
die tüchtig an der Brunnenkresse ihren Hunger stillen und 
zugleich das Baumaterial davon nehmen, Mährend sie eine 
andere in demselben Topf vegetirende Wasserpflanze gänzlich 
verschmähen, machen mir viel Vergnügen. Bei diesem Anlass 
muss ich noch bemerken, dass hier die Zahl der als mono- 
phagisch bekannt gewesenen phytophagischen Insecten über- 
haupt immer kleiner wird , und dass einzelne Arten , die in 
der ganzen Schweiz auf der gleichen Pflanze zu leben schei- 
nen, in Deutschland doch auf andern gefunden sind." Soweit 
Bremi. — 

Es existiren zwei ältere Arbeiten über die Gehäuse der 
Phryganiden und die Classification derselben nach Form und 
Material. Die erste Arbeit, fast 200 Jahr alt, wird nur in 
Westwood's Introd. T. 2 p, 63 angeführt, die zweite ist ganz 
übersehen. Die Arbeit von Willughby — ich setze voraus, 
dass er mit Willoughb}^, der 1672 starb, identisch ist — fin- 
det sich abgedruckt in J. Raji Historia Insectorum London 
1710 praef. p. XIL Ich erlaube mir sie herzusetzen. 

Hue etiam referendae sunt Muscae Papilionaceae e Phr}-^- 
ganeis ortae observante D. Willughby, qui Phryganei vulgaris 
metamorphoses sie describit, Mense Julio, inquit, e theca seu 
integumentis ereptat, et pellem mutat. Pedes et antennae 
fiunt longiores et alarum primordia sub pectore, ut in Aure- 
liis apparent, sed illis vivacior est multo et primo pedum pari 
insistit: non ita multo post denuo cutim exuit, et Musca pa- 
pilioniformis prodit, pedibus longioribus, colore rufo-fusco, 
antennis directe antrorsum extensis, oculis nigris protuberan- 
tibus. 

Lisectorum aquaticorum thecis se protegentium differen- 
tiae, ex observatione D. Willughby. 

Insecta aquatica thecis se contegentia sunt vel theca 
L Immobili, seu lapidibus affixa; corpore vel 

1. subrotundo cum filamentis ad latera; 

2. piano et compressiore absque filamentis. 

IL Mobili aut portatili, migratoria, Phryganea vulgo dicta, 
filamentis tarn in dorso, quam in lateribus donata, qui- 



m 

bus thecis firmiter adhaeiescunt, caput et pedes refe- 
lentia, cum tribus ultra pedes tuberculis, quae pro libitu 
erigere aut exserere possunt, ad impediendum ne thecae 
inter ambulandum capitibus incumbentes negotium eis 
facessant. Suntque vel thecis 
1. recti?, vel habentibus 

A. festucas agglutinatas, easque vel 

a. parallelas, quorum duae species 1. major duas 
uncias longa, 2. minor et vulgatissima. (Straw- 
worms.) 

b. transversas et breviores, quibus interdum ad- 
miscentur lapilli et conchulae. 

B. festucas nullas adhaerentes, sed lapillos aut arenu- 
las, quae vel 

a, teretes, vermiculis intus Codbaits dictis. 

b. planae seu compressae. 

t Capillis majusculis thecae lateribus adhae- 

rentibus, nunquam supinae aut pronae parti, 

unde necessario planae aut compressae ap- 

parent; 

tt nullis ad latera adhaerentibus lapillis, sed 

theca utrinque, in tenuem marginem seu 

limbum procurrente, velut alas quasdam^ 

theca planiore et compressiore quam in su- 

perioie. 

2. Incurvis, seu cornutis mavis dicere. Sunt enim horum 

thecae incurvae, et una extremitate majore, altera 

minore. Hamm quatuor novimus differentias , nimi- 

rum nigrum majus et minus, cinereum majus et minus. 

Haec omnia Muscas producunt alis peramplis, Papilionum 

aemulis. Horum Nymphas, nimirum ex iis vermiculis oriun- 

das, qui instar Testudinum domunculas suas secum circumfe- 

runt, quas intra nymphescunt, ex quibus Nymphis postea ori- 

untur parvulae Muscae. Swammerdam ad quartum suum 

transmutationum ordinem refert; quum nostra sententia ad 

tertiam pertineant, quia pellem bis mutant; prima vice Ver- 

miculi, altera Aureliae seu Nymphae, non autem Vermiculi 

pellem retinent, et simul cum ilia Aureliae exuunt: quae huius 

generis est characteristica. In eo etiam errare videtur, quod 

Muscas hasce parvulas appellat. 

Ich habe mit Absicht Wilhighby's Beschreibung in ihrem 
ganzen Umfange wiedergegeben, da Rajus Werk auf dem 
Continent selten und nur in grösseren Bibliotheken angetrofien 
wird. Die 12 beschriebenen Arten lassen sich zum Theil be- 
stimmen, worüber ich später das Nähere angeben werde. 



141 

Der dritte und ausführlichste Versuch einer Classification 
und Beschreibung der Phvyganiden-Gehäuse, der meines Wis- 
sens ganz übersehen ist, steht in F. A. Meyer, Magazin für 
Thiergeschichte, Göttingen 1790 T. 1 p. 56—80, eine Jugend- 
arbeit des berühmten Reisenden Jasper Seetzen, der 1816 
unweit Mecca wahrsclieinlich durch Gift starb. Der Titel 
heisst: Von den Verwandlungshülsen der Phryganaeen der 
Göttingischen Gewässer. Eine am 21. März in der hiesigen 
physicalischen Privatgesellschaft gehaltene ausserordentliche 
Vorlesung. Seetzen nimmt folgende Eintheilung an. Die Hül- 
sen bestehen: 

I. aus einer einfachen Membran. 1 Art. 

IL aus mineralischen Theilen. 

A. aus feinen: 

a. schmale und dünne, 5 Arten. 

b. dicke und starke, 3 Arten. 

B. aus groben Körnern und kleinen Steinchen, 2 
Arten. 

III. aus vegetabilischen Theilen, 12 Arten. 

IV. aus kleinen Conchylien, 3 Arten. 

Seetzen giebt überall die Fundorte so genau an, dass im 
Verein mit seiner Bescheibung sich sämmtliche Arten werden 
deuten lassen, wenn Jemand sich die Mühe geben wollte, um 
Göttingen in den genannten Wassern nachzuforschen. Eine 
ähnliche Arbeit in J. S. Schröter, Geschichte der Flusscon- 
chylien, Halle 1779, 4, die Seetzen citirt, hat mir nicht vor- 
gelegen. Gleichfalls habe ich jetzt nicht vergleichen können 
eine Arbeit von Gutike und Mylius: Vom Wassermotten-Ge- 
häuse in Mylius physikal. Belustigungen 1752 Stück 8 p. 629 
bis 632. Seetzen giebt in einem Vorwort eine interessante 
Schilderung über den Vorgang des Baues der Phrygauiden- 
Gehäuse; die Beobachtungen, welche ihm eigenthümlich sind, 
■werde ich an der passenden Stelle einreihen. 

Eugen Robert Ann. sc. natur. ser. 2. 1842 T. XVIII p. 
379 sagt: In unsern Teichen bilden die Phryganiden die Ge- 
häuse gewöhnlich aus dem Samen von Sparganium racemosum 
oder Oenanthe fistulosa: Man findet sie am Bart des Rhizoms 
dieser Pflanzen befestigt, auch giebt es keine Cicuta aquatica, 
die nicht viel davon darböte. Der starke Geruch der Samen 
und selbst der Röhren, die daraus gebildet werden, ist viel- 
leicht der Grund, Mcshalb die Phryganiden sich lieber an 
diese Pflanzen heften (oder vielleicht, weil der Geruch ihre 
Feinde abhält). 

Naumann Lehrbuch der Geognosie 1850 T, 1 p. 893 sagt: 
Einen wesentlichen Antheil an der Bildung von Gesteinen kann 
man den in den tertiaireu Süsswasserkalksteinen (z. B. von Cen- 



142 

tral-Frankreich) vorkommenden, aus Sandkörnern und kleinen 
Schnecken, zumal Paladinen bestehenden Gehäusen gewisser 
Phryganiden-Larven zuerkennen, ■welche zuweilen dermassen 
angehäuft sind, dass sie einen bedeutenden Theil des Steines 
ausmachen. Man hat diese Larven-Geiiäuse Indusia tubulosa 
und daher dergleichen Kalksteine selbst Indusienkalk genannte 
(vgl. auch Isis 1848 und Lyell Geologie.) ' 

YII. PhryganidenGehäuse meiner Sammlung. 

Ich erlaube mir hier eine kurze Uebersicht der in mei- 
nem Besitze befindlichen Gehäuse zu geben; die von andern 
Schriftstellern beschriebenen habe ich an den betreffenden 
Stellen angefügt. Ich wiederhole, dass eine Erschöpfung der 
Literatur über diesen Gegenstand gegenwärtig nicht hat er- 
zielt werden können. 

I. Festsitzende unbewegliche Gehäuse. 

Was wir über sie wissen, verdanken wir lediglich den 
schönen Beobachtungen Pictet's; andere Forscher haben nur 
unbedeutende Bemerkungen gemacht. "Willughby erwähnt 
ihrer und sondert sie in zwei Abtheilungen, je nachdem die 
Larven äussere Athemwerkzeuge haben oder nicht. Der Um- 
stand, dass die Gehäuse zumeist an grösseren festen Gegen- 
ständen befestigt werden und oft ohne Zerstörung nicht ab- 
lösbar sein werden, verhindert oder erschwert ihre Aufnahme 
in eine Sammlung. Ich besitze nur drei und habe selbst keine 
Beobachtungen darüber gemacht, denn die betreffenden Thiere 
leben in schnellfliessenden Gewässern, die sich um Königsberg 
nicht vorfinden. Die Lebensweise der Thiere in schnellflies- 
senden Wassern wird ähnlich wie bei den in Erdröhren le- 
benden Ephemeren -Larven eine Herbeiführung der Nahrung 
durch das Wasser ermöglichen, ohne dass die Thiere stets 
genöthigt sind, ihr Haus zu verlassen, Dass sie selbes unter 
Umständen doch thun, ist jedoch durch Beobachtung constatirt, 
einige sollen sogar frei im Wasser leben und erst zur Ver- 
puppung ein Gehäuse bauen. Festsitzende Gehäuse finden sich 
nur bei Rhyacophilen und Hydropsychen und sind erst in ge- 
ringer Zahl bekannt. Pictet beschreibt sie für R. vulgaris, 
umbrosa, vernalis, ciliata und zwei unbekannte Arten; H. 
atomaria, tenuicornis, guttata, laeta, variabilis, lepida, varie- 
gata, montana, maculicornis, flavicoma, senex, flavomaculata. 

SubfaniUie : JRliyacophilen. 

Nach Pictet leben die Larven in fliessendem Wasser und 
bauen sieh keine beweglichen Gehäuse; zur Verpuppung bauen 



143 

sie aus unregelmässig zusammen gefügten Steinen eine ovale, 
an einem festen Gegenstand befestigte Hülle; in selbigem ver- 
fertigt die Larve einen eiförmigen geschlossenen Sack aus 
einer braunen leimähnlichen Masse, in welchem sie sich ver- 
puppt. 

1. Rh. vulgaris. Ich besitze von Bremi aus der Lim- 
mat Larven, Nymphenhülle und die steinernen Gehäuse. Die 
Larven sollen keine Gehäuse bauen. Das Gehäuse ist aus 
ziemlich groben Steinchen unregelmässig verfertigt, 18 mill. 
lang, 10 mill. breit, länglich eiförmig; mit der unteren plat- 
ten Seite hat es aufgesessen; diese Seite ist offen und lässt 
die ziemlich glatte innere Höhlung sehen; selbe ist nur wenig 
grösser als die 15 mill. lange und 5 mill. breite braune Nym- 
phenhülle, diese ist ganz geschlossen, glatt, durchscheinend; 
die Nymphe liegt darin ziemlich locker; die Larve hat Kie- 
menbüschel. Pict. T. XV fig. 1. 

2. Rh. um b rosa, nach Pictet T. XV fig. 2. Nymphen- 
hülle 12 mill. lang, 2 mill. breit, durchsichtiger als bei Rh. 
vulgaris; Gehäuse nicht beschrieben und abgebildet; Larve 
ohne äussere Athem Werkzeuge; aus letzterer Ursache wird 
diese Art und ihre Verwandten wohl eine eigene Gattung bil- 
den müssen, Crunophila Kolenati. 

3. Rh. (Glossosoma) vernalis, nach Pict. T. XV 
fig. 4. Nymphenhülle 7 mill. lang, 2^/^ mill. breit, also kür- 
zer und dicker als die vorigen; durchsichtiger als bei Rh. 
vulgaris; Gehäuse halb elliptisch, aussen unregelmässig, aus 
groben Steinchen gebildet, 11 mill. lang und 6 mill. breit; 
Larve ohne äussere Athemwerkzeuge. 

4. Rh. (Agapetus) ciliata; Gehäuse aus einem schnell 
fliessenden Riedbach bei Zürich von Bremi; 8 mill. lang, 5 
mill. breit, aus groben Steinen geformt, innen ziemlich glatt; 
an dem einen Ende sind in dem Gespinnst drei runde Löcher 
angebracht, die zwischen die Steine münden und nur von in- 
nen sichtbar sind. Die Stücke sind von Bremi als Rh. ver- 
nalis oder ciliata bezeichnet, ich vermuthe, dass es zu letz- 
terer Art gehöre. Pictet T. 15 fig. 3 bildet die Nymphen- 
hülle S'/g mill. lang, ly, mill. bieit ab; das Gehäuse hat eine 
ähnliche Form. Früher habe ich ähnliche Gehäuse gesehen, 
aus welchen v. Siebold Agapetus ciliatus bei Freiburg gezo- 
gen hatte; die Verwandlungsgeschichte dieses Thieres soll 
sehr merkwürdig sein; hoftentlich wird sie veröffentlicht. 
Larve ohne äussere Athemwerkzeuge. 

5. Rhyacophila spec. vom Saleve. Pictet bildet die 
Larve T. XV fig. 5 ab, sie ist der Rh. vulgaris ähnlich, aber 
ohne äussere Athemwerkzeuge; die Nymphe besitzt eine Hülte 
und ein Gehäuse. 



144 

.m' 6. Rhyacophila spec. Pictet bildet T. XV fig. 5 b. c. 
Larve und Gebäuse ab 5 die Larve ohne äussere Athemwerk- 
zeuge ist der von Rh. ciliata analog; die Nymphenhülle ist 
wie bei jener Art; das 8 mill. lange und 5 mill. breite Ge- 
häuse ist aus kleinen Steinen auch auf der Unterseite gebil- 
det, ähnlich der Gattung Trichostoma, und ist, wenigstens in 
der Jugend, beweglich. 

Fortsetzung folgt. 



Zur Acidalia Beckeraria. ) 

Ich habe im Jahrg. 24 p. 346 der Entom. Zeitung eine 
kleine Berichtigung zu meinem Necrolog des Joh. Jos. Becker 
gegeben, in welchem ich irrthümlich der Meinung war, die 
von Herrn Lederer beschriebene Acidalia Beckeraria sei nach 
ihm benannt, während sie den Namen nach Herrn A. Becker 
in Sarepta führt, wie ich durch den Geber des Namens, Herrn 
Heinrich Benno Möschler in der Ober -Lausitz später mitge- 
theilt erhielt. Ich hatte hierbei den unsclmldigen und Niemand 
verletzen könnenden, jedoch völlig berechtigten Wunsch aus- 
gesprochen, Namengeber sollten doch stets bemerken, welche 
Personen sie durch Beilegen des Namens haben beehren wol- 
len. Es geschah dieses stets von Linne, Fabricius, Latreille 
und fast allen späteren Entomologen und wurde nur in neuerer 
Zeit öfter ausser Acht gelassen. 

Obgleich Herr Lederer in seinem Werkchen über die Span- 
ner p. 94 sagt, dass er nicht wisse, wer diesen Namen ge- 
geben habe, so nimmt er doch meine Bemerkung, die über- 
haupt an die Entomologen gerichtet war, in der Wiener Ent. 
Monatsschrift Bd. 8 p. 58 sehr übel auf, indem er mich hierin 
öffentlich auffordert, ich möge doch erklären, wie ich dazu 
komme, meine unmuthige Bemerkung an ihn zu adressiren, 
— Ich überlasse es allen urtheilsfähigen Männern zu entschei- 
den, ob in den von mir gebrauchten Worten eine Verletzung 
des Herrn Lederer gefunden werden kann, an den ich, als 
ich dieses schrieb, gar nicht dachte. Ich erkläre übrigens 
gerne dem jungen Manne, dass es mir nicht in den Sinn 
gekommen ist, noch in den Sinn kommen wird, mit ihm Strei- 
tigkeiten anzufangen, oder ihn beleidigen zu wollen. 

Ich habe seit länger als einem halben Jahrhundert mit 
den namhaftesten Männern der Wissenschaft in lebiiaftem 
Verkehr gestanden, aber mit diesen ist mir nie eine ähnliche 
Erörterung vorgekommen und werde ich es auch in der Folge 
nicht unterlassen, in wissenschaftlichen Dingen meine Meinung 
öffentlich auszusprechen. C. v. Hey den. 



145 

Einige neue Dolichopoden aus dem Bayerischen 
Hochgebirge 

von 
A. €ier»taeker. 



1) Argyra incompta, nov. spec. Diagn. Viridi-aenea, 
thorace coerulescenti, hypostomate atro, pedibus flavis, femo- 
libus anterioribus fere totis, pedum posticorum femoribus ti- 
biisque apice, tarsis totis nigro-piceis. Long. lin. 2 mas. 

Zu den Arten ohne Silberglanz auf Thorax und Hinter- 
leib gehörend, metallisch grün, auf Thorax und Schildchen 
mehr blaugrün. Hinterkopf dunkel erzgrün, weiss bereift, 
Stirn und Untergesicht tief und matt schwarz, erstere ober- 
halb der Fühler, letzteres nur ganz unten über den Tastern 
in geringer Ausdehnung und schwach silberschimmernd. Ta- 
ster und Fühler schwarz, das erste Glied dieser oberhalb 
behaart, um die Hälfte länger als das zweite; das Endglied 
länglich dreieckig mit stumpfer Spitze und ziemlich weit vor 
dieser eingelenkter Borste, welche die Fühler selbst etwas 
an Länge übertrifft und anscheinend nackt ist. Die Oberfläche 
des Thorax und Schildchens ausser der gewöhnlichen Bebor- 
stung nicht behaart, ersterer an den Schultern in geringer 
Ausdehnung weiss schimmernd, zwischen diesen ganz vorn 
mit Anfängen von broncegrünen Striemen. Brustseiten schie- 
fergrau, nach vorn mit deutlichen grünen Reflexen. Flügel 
fast glashell, erste Längsader weit vor der Flügelmitte, fast 
in gleichem Abstand von der Wurzel und der Mündung der 
zweiten Längsader, in die Costa einmündend, die vierte unter 
schwacher Biegung zur dritten convergirend. Schwinger und 
Schüppchen gelb, letztere mit schwarzer Spitze und eben- 
solchen Wimperhaaren, Vorderhüften pechbraun mit gelb- 
licher äusserster Spitze und langer schwarzer Behaarung; 
hintere Hüften schwärzlich schiefergrau. Beine blassgelb. 
Vorder- und Mittelschenkel bis auf die Spitze, die hintersten 
dagegen nur an der äussersten Basis und längs des Spitzen- 
drittheiles pechbraun; eine gleiche Färbung zeigt ausserdem 
das letzte Drittheil der Hiuterschienen und die ganzen Hinter- 
tarsen. Alle drei Schenkelpaare sind unterhalb und die Vor- 
derschenkel auch auf der Aussenseite mit langen, weichen, 
schwarzen Haaren gewimpert, die Vorderschienen aussen nur 
mit zwei, die mittleren mit vier längeren Borstenhaaren be- 
setzt; auch die Hinterschienen zeigen an der Aussenseite nur 
drei und zwar wenig markirte stärkere Borsten, während sie 
bei der Seitenansicht vorn und hinten ziemlich lang und dicht 

10 



146 

gewimpert ersclieinen. Die Vordeitai-sen sind deutlich länger 
als ihre Schienen, der Metatarsus reichlich so lang wie die 
vier übrigen Glieder zusammengenommen, auf der Rückseite 
mit etwa acht schrägen Stachelbörstchen besetzt; die vier 
Endglieder, von denen das vorletzte das kürzeste ist, sind 
selbst gegen die Spitze hin kaum merklich gebräunt. Die 
Mitteltarsen sind nicht ganz von Schienenlänge, der Metatarsus 
auch hier den folgenden Gliedern zusammen gleich, das vierte 
und fünfte an der Spitze deutlich pechbraun. Die Hintertarsen 
endlich sind ziemlich von Schienenlänge, der kräftige Meta- 
tarsus etwAS kürzer als die zwei folgenden Glieder zusammen- 
genommen. — Der ziemlich lange und schmale, nach hinten 
etwas zusammengedrückte Hinterleib zeigt ausschliesslich 
schwarze Behaarung, an der Basis und seitlich eine zarte 
graue Bestäubung und etwas lichter gefärbte Einschnitte; eine 
gelbe Fleckung ist auf der Oberseite nirgends sichtbar, doch 
scheinen die drei ersten Ringe, gegen das Licht gehalten, 
seitlich gelb durch. Das Hypopygium nebst den sehr kleinen 
Endlamellen ist pechschwarz. 

Das Männehen Anfang August's bei Kreuth im Bayerischen 
Hochgebirge gefangen; Weibchen unbekannt. 

Anm. Von Arg. grata Loew, aristata Gerst. , magnicornis und 
elongata Zetterst., welche ebenfalls des Silberschimmers auf Thorax 
und Hinterleib entbehren, unterscheidet sich die vorstehende Art schon 
durch das matt schwarze Untergesicht, ausserdem auch durch die 
schwarze Färbung der Vorder- und Mittelschenkel, so wie durch die 
ganz gelbe der Vordertarsen. 

Ausser der vorstehend beschriebenen Art fanden sich in 
der ersten Hälfte des August bei Kreuth und Reichenhall fol- 
gende Arten der Gattung: Arg. diaphana Fab. mas. et fem. 
vereinzelt (fliegt bei Berlin nur im Frühling), Arg. leuco- 
eephala Meig. mas. et fem. häufig, Arg. argentina Meig. 
mas. et fem. sehr häufig und Arg. auricollis Meig. mas. et 
fem. gleichfalls nicht selten. Von den drei letzten Arten wa- 
ren die "Weibchen ungleich häufiger als die Männchen; in den 
Morgenstunden eines besonders günstigen Tages fanden sich 
dieselben in der nächsten Umgebung des Wildbaches zu Hun- 
derten ein, während die Männchen daselbst fast ganz fehlten. 
— Argyra argentina und auricollis Meig. fing ich gleich- 
falls zu Anfang des August auch im Sächsischen Erzgebirge 
und bei Teplitz. 

2) Xiphandrium sagax, nov. spec. Diagn. Viridi- 
metallicum, fronte humerisque albo-micantibus, coxis anticis 
apice pedibusque flavis, tarsis tantum ab articuli primi apice 
infuscatis. Long. lin. IVg (mas.) — IVg (fem.) 



147 

Mas. Antennavum articulo ultimo longissimo, sensim aeu- 
minato, seta brevissima; appendicibus hypopygii 
externis brevibus, bilamellatis. 

Männchen. Metallisch grün, auf Thorax und Schildchen 
lebhafter, mit einem Stich ins Blaue. Hinterkopf bläulich 
schiefergrau mit rein weisser Behaarung der Backen; Stirn 
blaugrün mit lebhaftem silberweissem Schimmer, Untergesicht 
breit, silberweiss, Taster schwarz mit weissem Saume. Fühler 
beträchtlich länger als Thorax und Schildchen zusammenge- 
nommen, schwarz; erstes Glied oberhalb nackt, nur wenig 
länger als das gerade abgestutzte zweite; Endglied äusserst 
langgestreckt, überall dicht behaart, von der Mitte ab sehr 
allmälig verschmälert und zugespitzt, Borste sehr kurz, griffei- 
förmig, höchstens so lang als das Endglied in der Mitte breit. 
Thorax ausser den langen schwarzen Borsten mit sehr ver- 
einzelten kürzeren Börstchen besetzt, zart graugelb bestäubt, 
auf und besonders unterhalb der Schulterbeulen lebhaft weiss 
schimmernd; Brustseiten dicht silbergrau bestäubt, die grüne 
Grundfarbe aber deutlich durchscheinend. Flügel leicht und 
gleichmässig graubraun getrübt, merklich breiter als bei Xiph. 
caliginosum, besonders mit stärker gerundetem Hinterrande; 
Querader sehr steil und um ihre doppelte Länge vom Hinter- 
rande entfernt, vierte Längsader kaum geschwungen und in 
ihrem letzten Absclfnitt fast ganz mit der dritten parallel laufend. 
Schwinger röthlich gelb, Deckschüppchen lichter gelb, mit 
w^eisslichen Wimperhaaren. Vorderhüften licht grau mit gel- 
bem Spitzendrittheil, dicht weiss behaart; hintere Hüftpaare 
schiefergrau, das letzte mit einzelner, wegstehender weisser 
Borste. Beine röthlich gelb, Schenkel oberhalb gegen die 
Spitze hin mit bräunlicher Längslinie, welche auf dem dritten 
Paar am deutlichsten, auf dem mittleren kaum hervortritt; 
an allen drei Beinpaaren nur die Tarsen von der Spitze des 
ersten Gliedes an allmälig stärker gebräunt. Vorderschenkel 
gegen die Basis hin unterhalb mit einigen kurzen Härchen, 
die mittleren nahe der Spitze vorn und hinten, die hinteren 
nur vorn mit einem längeren Borstenhaar besetzt. Vorder- 
schienen mit drei Borsten an der Aussenseite, von denen zwei 
zusammen am Ende des ersten Vierttheils, die dritte in der 
Mitte steht; Vordertarsen etwas länger als ihre Schienen, 
der Metatarsus so lang wie die drei folgenden Glieder zu- 
sammengenommen , an der Spitze unterhalb nicht erweitert. 
Mittelschienen aussen gleichfalls mit drei. Hinterschienen sogar 
nur mit zM^ei Borsten, der hinterste Metatarsus ganz einfach, 
so lang wie das zweite Glied. — Hinterleib ganz metallisch 
grün, oberhalb schwarz beborstet, seitlich längs der vorderen 
Hälfte weiss behaart; Hypopygium schwarz, unterhalb grau 

10* 



148 

bereift. Die inneren Appendices nicht hervortretend, die äus- 
seren braunschwarz, kurz, gabelig getheilt, mit längerem und 
stumpferem inneren und um die Hälfte kürzerem äusseren Lap- 
pen, beide ring&herum lang gewimpert. 

Bei dem etwas grösseren und kräftiger gebauten Weib- 
chen ist die Stirn noch dichter, fast ebenso dicht weiss be- 
stäubt wie das Untergesicht, welches doppelt so breit als 
beim Männchen ist; die grossen Taster sind grauschwarz mit 
•weissem Saume, schimmern aber von der Seite gesehen gleich- 
falls ganz weiss. Das Endglied der Fühler ist länglich drei- 
eckig, um y.j länger als breit, an der Spitze leicht abgestutzt, 
die Borste deutlich zweigliedrig, fein pubescent, etwa von 
dreifacher Länge des dritten Fühlergliedes. Die Flügel sind 
zwischen der Costa und der zweiten Längsader licht bräun- 
lich, im Uebrigen mehr wässrig grau getrübt. Der Hinterleib 
ist an den Seiten der beiden ersten Ringe kürzer und mehr 
gelblich behaart, die metallisch grüne Färbung oberhalb in 
das Messing- und Kupferfarbige spielend. 

Ich fing diese Art in mehreren Exemplaren beider Ge- 
schlechter Anfang Augus t's bei Kreuth ; die Zusammengehörig- 
keit von Männchen und Weibchen ist durch ein in copula 
gefangenes Pärchen sicher gestellt. 

Anmerk. Die Art steht in nächster Verwandtschaft mit Xiph 
fissum und dissectum Loew (Stett. Ent. Zeit. XI*p. 128 f.), denen sie 
sich in der Form der äusseren Appendices des männlichen Hinter- 
leibes anschliesst, von denen sie aber, abgesehen von der Fühlerbil- 
dung, schon durch die ganz gelben Hinterschienen abweicht. 

Ausser Xiphandrium sagax traf ich bei Kreuth zu Anfang 
des August nur noch Xiph. caiiginosum Meig., welches im 
männlichen Geschlecht bereits selten, im weiblichen dagegen 
überall sehr gemein war. Die Gattung Syntormon Loew 
war durch Synt. Zelleri Loew (Männchen), Saucropus 
Loew durch Sauer, palli dus Fall., Xanthochlorus Loew 
durch Xanth. tenellus Wied. und ornatus Halid. vertre- 
ten. Porphyrops-Arten wurden gar nicht mehr angetroßen. 

3) Sympycnus plantaris, nov. spec. Diagn. Anten- 
narum articulo tertio abbreviato, apice tantum piloso, femo- 
ribus nigro-piceis, apice flavis. Long. lin. 1 '/g J^as. et fem. 

Mas. Tarsis anticis abbreviatis, articulo ultimo dilatato, 
pulvillis auctis : tibiis tarsisque posticis nigro-piceis, 
his articulo tertio abbreviato, intus fasciculato. 

Männchen. Dem Symp. brevimanus Loew (Neue Bei- 
träge V p. 93) zunächst stehend, dunkel metallisch grün, grau 
bereift, auf dem Thorax und Schildchen mit etwas bläulichem 
Anfluge. Hinterkopf und Stirn graugrün, das silberweisse 
Untergesicht bis über die Mitte hinaus die Augen trennend, 



149 

schmal, nach unten allmälig noch mehr verengt. Fühler 
schwarz, das Endglied kurz, breiter als lang, dreieckig, die 
Behaarung auf die stumpfe Spitze desselben in Form eines 
kleinen Büschels beschränkt; Borste pubescent, an der Basis 
deutlich verdickt. Beborstung des Thorax und Schildchens 
schwarz, die Brustseiten bläulich schiefergrau. Flügel wässrig 
grau getrübt, längs des Vorderrandes sehr leicht gebräunt, 
an der Basis keilförmig verengt; Querader fast um ihre drei- 
fache Länge vom Hinterrande entfernt, mit deutlicher Krüm- 
mung nach aussen, Schwinger weisslich gelb, Deckschüppchen 
hell gewimpert. Hüften schwärzlich schiefergrau, das vordere 
Paar mit hellgelber Spitze, auf der ganzen Vorderfläche dicht 
silberweiss behaart. Schenkel pechschwarz, mit grünem Me- 
tallglanz, an den beiden ersten Paaren das Spitzendrittheil, 
am letzten nur die äusserste Spitze gelb; Vorder- und Mittel- 
schienen gelb, die hintersten pechschwarz. An den Vorder- 
beinen sind die Schienen beiderseits mit gesperrten, innerhalb 
etwas längeren Haaren gewimpert, die Tarsen um ein Drit- 
theil kürzer als die Schienen; der Metatarsus gelb, mit scharf 
abgesetzter schwarzer Spitze, fast so lang wie die drei sehr 
kurzen, pechschwarzen folgenden Glieder zusammengenommen, 
das Endglied vergrössert, breitgedrückt, tief schwarz, mit 
stark vergrösserten, rundlichen, bräunlich weissen Pulvillen. 
An den Mittel beinen sind die Schienen schlank, innerhalb kurz 
und gesperrt bewimpert, ausserhalb mit drei längeren schwar- 
zen Borstenhaaren besetzt; die Tarsen schlank, von Schienen- 
länge, bräunlich gelb mit dunkeleren Spitzen der einzelnen 
Glieder, der Metatarsus nicht ganz so lang wie die drei, 
an Länge abnehmenden, folgenden Glieder zusammengenom- 
men, das Endglied etwas kürzer als das vierte, verbreitert, 
flach gedrückt, tief schwarz. An den Hinterbeinen führen 
die Schenkel gleich denen des zweiten Paares vorn nahe 
der Spitze eine einzelne Borste; die nur an der äussersten 
Basis etwas gelb gefärbten Scliienen sind wie die Tarsen 
von kräftigem Bau, letztere deutlich Jiürzer als erstere und 
gleichfalls pechschwarz. Der Metatarsus deutlich länger als 
das zweite Glied, das dritte nur halb so lang als das zweite 
und von der Seite gesehen leicht verbreitert; an seiner Innen- 
seite trägt dasselbe etwa sechs grobe, wegstehende Borsten, 
während das vierte hier mit einigen gesperrten, borstenför- 
migen Dörnchen besetzt ist. — Hinterleib am ersten Ringe 
mit langen silberweissen, sonst mit schwarzen Haarborsten 
bekleidet. 

Beim Weibchen ist das ziemlich breite Untergesicht 
gleich der Stirn grünlich grau bestäubt, die Taster graubraun 
schimmernd, mit weissem Saume; das Endglied der Fühler 



150 

noch kürzer als beim Männeben, doppelt so breit als lang, 
mit wenig markirter, aber ähnlich behaarter Spitze. An den 
Vorderbeinen sind die Schenkel an der Spitze in etwas wei- 
terer Ausdehnung gelb, die Schienen nicht gewimpert, aber 
dafür an der Aussenseite von der Mitte ab fein kammartig 
beborstet; die Tarsen reichlich von Sclüenenlänge, die Glieder 
bis zum vierten allmälig an Länge abnehmend und vom Gel- 
ben in's Pechbraune übergehend, das Endglied wieder ein 
wenig länger und breiter als das vierte. An den Mittelbeinen 
sind die Schenkel fast ganz schmutzig gelb, nur gegen die 
Basis hin leicht gebräunt, an den Hinterbeinen die Schienen 
gelbbraun mit dunklerer Spitze, die Tarsen einfach; die bei- 
den ersten Glieder derselben gleich lang, das dritte zwischen 
dem zweiten und vierten in der Länge die Mitte haltend. 

Ich fing ein einzelnes Pärchen dieser interessanten und 
durch die Erweiterung der männlichen Tarsen an Dolichopus 
erinnernden Art Anfang Augusfs bei Kreuth. 

4) Sympycnus spiculatus, nov. spec. Diagn. Anten- 
narum articulo tertio oblongo-triquetro, undique piloso, alarum 
squamis apice nigris nigroque ciliatis, pedibus omnibus coxis- 
que anticis flavis, tarsis posticis basi excepta nigro - piceis. 
Long. lin. 1^^ — !%^ mas. et fem. 

Mas. Tarsorum posticorum articulo tertio secundi lon- 
gitudine, apice intus longe setoso. 

Männchen. Dunkel metallisch grün, auf dem Thorax 
mit lichter, grünlich-grauer Bestäubung. Hinterkopf und Stirn 
licht bläulich schiefergrau bestäubt, Untergesicht und Taster 
glänzend silberweiss, ersteres nach unten nur wenig verschmä- 
lert und die Augen in ihrer ganzen Länge trennend. Fühler 
schwarzbraun, das Endglied deutlich länger als breit, ziemlich 
spitz dreieckig, überall behaart; Borste deutlich pubescent, 
an der Basis nicht merklich verdickt. Beborstung des Tho- 
rax und Schildchens schwarz; Brustseiten bläulich schiefer- 
grau, ziemlich glänzend. Flügel wenig grau, fast glashell, 
mit schwacher bräunlicher Trübung am Vorderrande. Schwin- 
ger und Deckschüppchen gelb, letztere mit schwarzem Punkt 
an der Spitze und dunkelen Wimperhaaren. Beine mit Ein- 
schluss der Hüften gelb, doch sind die weiss behaarten Vor- 
derhüften an der äussersten Basis leicht gebräunt, die beiden 
hinteren Paare auf der oberen Hälfte der Aussenseite bräun- 
lich schiefergrau; die Hinterhüften tragen ein wegstehendes 
schwarzes Borstenhaar. Mittel- und Hinterschenkel vor der 
Spitze mit einer einzelnen Borste besetzt, die Vorderschienen 
gar nicht, die hinteren in gewöhnlicher Weise beborstet; die 
Hinterschenkel oberhalb mit licht pechbrauner Längslinie. 
Vordertarsen länger, Mitteltarsen eben so lang wie die ent- 



151 

sprechenden Schienen, beide von der Spitze des ersten Gliedes 
ab allmälig gebräunt. Hintertarsen deutlich kürzer als ihre 
Schienen, von der Spitze des Metatarsus an schwarzbraun; 
das erste Glied um die Hälfte länger als das zweite, welches 
genau so lang wie das dritte ist; dieses an der Spitze mit 
drei nach innen und hinten gerichteten langen Stachelborsten, 
von denen die letzte am längsten und mehr dornartig ist, 
besetzt. Gegen diese drei ersten, in gewöhnlicher Weise kräf« 
tig entwickelten Tarsenglieder stechen die beiden letzten durch 
ihre Dünnheit und geringere Länge ziemlich auffallend ab. — 
Hinterleib überall schwarz beborstet, die Bauchseite des fünf- 
ten Ringes in einen Buckel aufgetrieben, welcher eine abste- 
hende Borste trägt. Die sehr kleinen Endlamellen des Hypo- 
pygium sind pechbraun, mit weisser Bewimperung. 

Beim Weibchen ist das üntergesicht doppelt so breit 
als beim Männchen und nebst den Tastern mehr silbergrau, 
das Endglied der Fühler von gleicher Form und Grösse. Die 
Flügel sind auf der Fläche stärker grau, am Vorderrand in- 
tensiver braun getüncht. Die dunkele Färbung an der Basis 
der Vorder- und der Aussenseite der hinteren Hüften ist in- 
tensiver, mehr schwärzlich und ebenso tritt auf der Oberseite 
der Hinterschenkel der dunkele Längswisch deutlicher hervor. 
Die Hintertarsen sind auch beim Weibchen merklich kürzer 
als die Schienen, doch ist hier das zweite Glied ein wenig 
länger als das einfache dritte und die beiden letzten nicht 
auffallend dünner als die vorhergehenden. 

Unter zahlreichen Weibchen fand sich nur ein Männchen ; 
Anfang August's bei Kreuth. — Mit den beiden vorstehenden 
Arten wurden gleichzeitig Sympycnus aeneicoxa Meig. 
(== S. brevicornis Zetterst.) und annulipes Meig., von bei- 
den jedoch nur Weibchen, angetroff"en. 

Von Campsicnem US- Arten fing ich ausser dem auch bei 
Kreuth häufig vorkommenden Camps, curvipes Fall, den 
von Loew (Neue Beitr. IV p. 47) beschriebenen Camps, um- 
bripennis zu mehreren Exemplaren beider Geschlechter; 
soM'ohl bei Kreuth als in der Ramsau bei Berchtesgaden war 
derselbe in der Nähe von Wasserfällen und Quellen nicht 
selten. 

Von Hydrophoren traf ich Hydr. vireus Meig. An- 
fang September's zahlreich am Ufer der Donau bei Wien, 
Hydr. balticus Meig. Anfang August's bei Altenburg auf dem 
Kamme des Sächsischen Erzgebirges (2800') in der Nähe 
einer Wasserleitung. Der schöne Liancalus virens Scop. 
fand sich Anfang August's bei Kreuth überall häufig an Wasser- 
fällen, noch häufiger im Englischen Garten zu München, wo 
er die am Ufer der Isar aufgehäuften Felsblöcke fast schaa- 



152 

renweise besetzt hielt. Ein einzelnes Exemplar desselben 
beobachtete ich ferner auf der Höhe des Sächsischen Erzge- 
birges (28000- 

Die Medeter US- Arten waren im Gebirge sehr sparsam 
vertreten; ausser dem gemeinen Med. jaculus Meig. fand ich 
ein einzelnes Exemplar des Med. infumatus Loew (Neue 
Beitr. V p. 52) bei Berchtesgaden an einem Kiefernstumpfe 
und ein Exemplar des Med. apicalis Zetterst. (Dipt. Scand. 
II p. 452 No. 12) bei Kreuth. 

5) Gj'mnopternus dysopes, nov. spec. Diagn. Ob- 
scure viridi-aeneus, fronte, hypostomate thoraceque umbrino- 
tomentosis, ciliis oculorum inferioribus pedibusque nigris, ge- 
nubus anticis ferrugineis. Long. lin. 1% lin. fem. 

Zu den kleinen Arten mit schwarzen Cilien am unteren 
Augenrande, schwarzen Beinen und nacktem Schildchen ge- 
hörend , noch beträchtlich kleiner und besonders zierlicher 
gebaut als G. vivax Loew (Neue Beitr. V p. 19), von dem 
er sich auch schon durch dunkelere, mehr schwärzlich grüne 
Körperfärbung unterscheidet. Beim Weibchen ist die Stirn 
gleich dem Untergesicht so dicht bräunlich grau bestäubt, 
dass die Grundfarbe nicht mehr zu erkennen ist; das Unter- 
gesicht ist ziemlich breit, abwärts leicht verengt, die Taster 
schwarz, grau schimmei-nd. Fühler schwarz, an der Spitze 
pechbraun durchscheinend, das Endglied gross, eiförmig, die 
dicke, deutlich zweigliedrige und kurz behaarte Fühlerborste 
dicht vor der Spitze in einem Ausschnitt des Oberrandes ein- 
gefügt. Thorax und Schildchen zuweilen mit Kupferschimmer, 
gewöhnlich dunkel metallisch grün, doch ist die ganze Ober- 
fläche des ersteren so dicht umbrabraun bestäubt, dass bei 
der Beleuchtung von vorn die metallische Grundfarbe durch- 
aus nicht zu erkennen ist oder sich höchstens auf zwei feinen 
Längsstriemen beiderseits von der Mittellinie bemerkbar macht. 
Brustseiten unter der lichtgrauen Bestäubung grünlich schim- 
mernd. Flügel fast glashell, nur längs der Adern wässrig 
braun getüncht, am Vorderrande nicht dunkeler; vierte Längs- 
ader mit gleicher Convergenz zur dritten wie bei G. vivax, 
die hintere Querader dagegen auffallend stark gegen die Flü- 
gelbasis hin gerückt, reichlich um 2y2 ilirer Länge von dem 
Hinterrande entfernt, auf der fünften Längsader fast senkrecht 
stehend. Schüppchen gelb mit schwärzlichem Saume und 
schwarzen Wimpern, Schwinger gelb mit pechbrauner Längs- 
strieme auf dem Stiel. Hüften schwarz, grau bereift, die vor- 
dersten mit etwas gelbbraun durchscheinender Spitze; Beine 
schwarz, Vorderschenkel mit deutlicher gelber Kniespitze, 
wie sie in sehr geringer Ausdehnung auch an den Mittel- 
schenkeln hervortritt. Mittel- und Hintei schenke! mit einer 



153 

einzelnen Borste vor der Spitze, die Beborstung an den Vor- 
derschienen spärlich, an den hinteren Paaren reichlicher, die 
Borsten selbst aber ziemlich schwach und kurz. Metatarsus 
der Vorderbeine nur wenig kürzer als die vier folgenden 
Glieder zusammengenommen; zweites Glied der Hintertarsen 
deutlich länger als das erste und fast den beiden folgenden 
zusammen gleich. Hinterleib ohne das dichte Toment des 
Vorderkörpers, nur seitlich fein weisslich bereift, Beborstung 
schwarzbraun. 

Diese Art scheint in mehrfacher Beziehung dem G. inor- 
natus Loew (Neue Beitr. V p. 20) sehr nahe verwandt, von 
dem sie sich indessen durch die geringere Grösse, die Fär- 
bung der Stirn, die nicht schwärzlich getrübten Flügel u. s. w. 
unterscheidet. 

Anfang August's häufig bei Kreuth an Wasserfällen; die 
hier allein beobachteten Weibchen setzten sich auf die vom 
Wasser bespülten Steine. 

Ausser Gymn. dysopes fanden sich gleichzeitig bei 
Kreuth G. vivax Loew, celer Meig., germanus Wied. und 
G. Sahlbergii Zetterst.; letzterer, welcher gleichfalls ein 
steter Besucher der Wasserfälle war, fand sich ausserdem 
auch an schattigen Stellen auf Blattpflanzen; ausser Kreuth 
auch bei der Ramsau und am Königssee bei Berchtesgaden, 
ferner auf der Höhe des Sächsischen Erzgebirges (Geising bei 
Altenberg) und auf den Vorbergen bei Teplitz. 

Hercostomus cretifer Halid. traf ich bei Kreuth an 
einem Wasserfall und bei Tharand an einer Wehr stets in 
sehr unstetem und andauerndem Fluge (ähnlich demjenigen 
der Pilzmücken und mancher Empiden), welcher von denje- 
nigen der Gymnopternen und der meisten Dolichopoden über- 
haupt sehr auffallend verschieden ist; selbst ein copulirtes 
Pärchen erbeutete ich im Fluge. — Den schönen Hypophy 1- 
lus discipes Ahr. traf ich am Wildbache bei Kreuth auf 
niederen Pflanzen eines Morgens in grösserer Anzahl, dann 
aber nicht wieder. Herc. obscurellus Fall, fand sich in 
der Ramsau in der Nähe einer Quelle. 

Von Tachytrechus notatus Stann. traf ich die bei 
Loew (Neue Beitr. V p. 14) erwähnte Varietät mit fast ganz 
schwarzen Beinen, an denen nur die Spitze der Vorder- und 
Mittelsclienkel, so wie die äusserste Basis der Vorderschienen 
gelb gefärbt ist, zu einigen Exemplaren beider Geschlechter 
an einem fast versiechten Wasserfall bei Kreuth an. Sie sind 
sämmtlich kleiner als die bei Berlin am Strande von Seen vor- 
kommenden Exemplare, haben den dunkelen Fleck auf der 
Biegungsstelle der vierten Längsader der Flügel kaum ange- 
deutet und durchweg ein etwas breiteres Untergesicht, auch 



154 

eine merklich dichtere und lebhaftere, mehr rostrotiie Bestäu- 
bung der Oberseite des Thorax. Da mir zwischen den unter 
sich ganz übereinstimmenden Exemplaren aus der Ebene und 
den letzteren aus den Alpen keinerlei Uebergänge vorliegen, 
so scheint mir die Art-Identität beider noch nicht ganz ausser 
Zweifel und ich möchte für die Alpen-Exemplare mit dunke- 
lea Beinen wenigstens vorläufig den Namen Tach. obscu- 
ripes vorschlagen, welcher für den Fall, dass die Art sich 
nicht bewähren sollte, mindestens eine recht auffallende, viel- 
leicht dem Gebirge eigene Varietät bezeichnen würde. 

Von Dolichopus- Arten wurden von Anfang bis Ende Au- 
gust's bei Kreuth und Berchtesgaden angetroffen : Dol. aeneus 
de Geer, equestris Halid., signatus Meig., plumipes Scop., 
popularis Fall., discifer Stann., trivialis Halid. und fa- 
st uosus Halid.; ausserdem von seltneren oder weniger ver- 
breiteten Arten: Dol. atripes Meig. an Wasserfällen bei 
Kreuth (ausserdem auph auf dem Kamm des Sächsischen Erz- 
gebirges bei Zinnwald an ausgetrockneten Lachen), D. plu- 
mitarsis Fall, in der Ramsau bei Berchtesgaden, D. urba- 
nus Meig. bei St. Bartholomae am Königssee. — Dol. vi- 
tripennis Meig. fand sich in Gesellschaft des D. atripes 
zahlreich auf dem Kamm des Sächsischen Erzgebirges, D. 
lepidus Stäg. einzeln bei Altenberg und Tharand. 



155 
Lepidopterologisches 

von 
A. Gärtner, Rechnungsrath in Brunn. 



I. 

Atychia Äppendiculata Bsp. 

Ob es der geographisch kargen Verbreitung oder dem 
ungünstig lokalen Aufenthalte der Atychien zuzuschreiben ist, 
dass sämmtliche Arten dieser Gattung rücksiehtlich ihrer Ent- 
wicklungsgeschielite noch unbekannt geblieben sind, oder ob 
die tiefe Verborgenheit ihrer ersten Stände und die hiedurch 
nachtheilig beeinflusste Thätigkeit unserer Fachgenossen hieran 
Schuld trägt, wird Jeder, insofern er sich mit diesen Arten 
in eine Verbindung gesetzt hat, selbst beurtheilen können. 
Gewiss ist es, dass die Titelart schon als Falter in der topo- 
graphischen Lage ihres Standortes, so %vie in ihrem massigen 
Auftreten einen solchen Schutz gefunden, dass Manchem ihr 
launistisches Vorkommen nur traditionell bekannt ist. 

In unserer Gegend ist Äppendiculata die einzige Reprä- 
sentantin ihres Geschlechtes. Sie bewohnt von Strauch und 
Baum entblösste Anhöhen, deren dürftige Flora, wenn nicht 
von der Sonne versengt, so von Schafheerden abgeweidet 
wird. Solche Lokalitäten sind nicht lockend genug, um sich 
als Ausgangspunkte entomologischer Thätigkeit anzuempfehlen, 
weshalb es erklärlich ist, wenn der Falter unbeachtet und 
sohin dessen Brut unbehelligt bleibt. 

Für mich war diese Bergbewohnerin eben wegen dieses 
Umstandes interessant geworden, weshalb ich mich nicht nur 
über ihre hierortige Verbreitung unterrichtet, sondern auch 
mit den Eigenthümrichkeiten des Falters vertraut gemacht 
und gefunden habe, dass der Mann sehr gern im Sonnen- 
scheine, besonders aber vor Sonnenuntergang nach kürzeren 
oder längeren Unterbrechungen die wüsten Plätze im raschen 
Fluge durchstreift, wogegen das Weib einen Grashalm kopf- 
aufwärts und unbeweglich mit angezogenen Flügeln besetzt 
hält. Dasselbe ist unfähig, eine Ortsveränderung durch den 
Gebrauch seiner Flügel zu vermitteln, sondern bewerkstelligt 
dieselbe blos durch die Geläufigkeit seiner Gehorgane, was 
für mich in sofern von Bedeutung war, als sich daraus der 
sichere Schlupss folgern liess, dass sein Aufenthalt auch seine 
Geburtsstätte, und zwar mit Rücksicht auf den erwähnten 
Zustand dieser Bergflora eine unterirdische sei. 



156 

sten Stände waren, mich mit den dort vorkommenden \venigen 
Pflanzenarten bekannt zu machen; sodann mehrere weibliche 
Appendiculata einzusammeln, um, falls? sie Eier legen sollten, 
die daraus entwickelten Räupclien auf die eingesetzten Topf- 
gewächse zu vertheilen; allein nicht ein Weib hat meinen 
Erwartungen entsprochen, ja keines derselben überlebte 24 
Stunden den Verlust seiner Freiheit. Ich bestimmte mich da- 
her für die Anwendung eines anderen, obgleich mühsamen 
und zeitraubenden Mittels, indem ich jede Pflanze, welche 
von einem weiblichen Falter occupirt wurde, aushob und die- 
selbe in allen ihren Theilen untersuchte, ob nicht eine Spur 
von zurückgelassener Puppenhülle oder Puppenlager vorhanden 
sei. Es sind aber viele Sommer fruchtlos verstrichen, bis ich 
endlich am 16. April an einer Stelle unseres an Erinnerungen 
reichen, aber vegetationsarmen Spielberges abermal an einem 
Halme der Festuca ovina L. ein sitzendes Weib traf und den 
Grasbusch gewohnter Weise ausstach und dessen W^urzeln 
untersuchte. Die gesuchte Puppenhülle habe ich zwar nicht 
gefunden, stiess aber in den oberen Wurzeltrieben auf ein 
röhrenförmiges, mit Erdkörnern überworfenes Gespinnst, wel- 
ches in die Decke der Erde mündete und von einer lebenden 
schon falterreifen Puppe bewohnt wurde, deren Grösse im 
richtigen Verhältnisse zu einem App.endiculata-Falter stand. 

Obwohl ich die auf jener isolirten Stelle befindlichen 
Grasbüsche sämmtlich in ihrem Wurzelwerke durchsuchte, so 
konnte ich dennoch keine Puppenhülle entdecken, was von der 
herum vacirenden Lebensweise des Weibes, ungeachtet ihrer 
scheinbaren Ruheliebe, ein sprechendes Zeugniss giebt. 

Schon der folgende Tag machte meiner Ungeduld ein 
Ende, denn um die sechste Morgenstunde erblickte ich in dem 
Zwinger eine bereits entwickelte weibliche Appendiculata, 
diesmal aber auf dem Halme kopfabwärts sitzend, wo sie ihre 
dreigliedrige verschiebbare weissliche Legeröhre, von der Länge 
ihres Leibes, hoch aufrichtete. — 

Der blosse Umstand, dass die Raupe sich in den Wur- 
zeln der Festuca ovina verpuppt hat, liefert wohl noch keinen 
vollständigen Beweis, dass sie auch darin lebe. Um jedoch 
denselben befriedigend herstellen zu können, stand mir noch 
eine Aufgabe bevor, deren Lösung keine leichte war; denn 
auf der weiten, mit zahllosen Grasbüschchen überdeckten har- 
ten Erdfläche, bei dem Abgange jedes äusseren Merkmales, 
jenes Pflanzen -Exemplar ausfindig zu machen, .welches von 
der gesuchten Raupe bewohnt wird, war eine Arbeit, welche 
gewiss viel Mühe, aber wenig Unterhaltung versprach. Aber 
auch dieser Standpunkt wurde überwunden! — 

Mit Anbruch des ersten Frühjahres wühlte ich gründlich 



157 

in dem Wurzelwerke der genannten Pflanze und fand darin 
Raupen von so eigentliümlieher Gestalt, dass ich sie eher für 
eine Käfer- als für eine Falterlarve hielt, wodurch ich mich 
verleiten liess, dieselben anfänglich liegen zu lassen. Erst in 
der Folge wurde ich nach einer sorgfältig vorgenommenen 
Untersuchung meines Irrthumes geM'ahr. Ihr zum Theile se- 
sien-, zum Theile cossusartiges Aussehen liess mich in ihr eine 
Appendiculata vermuthen. Einige schienen im Verhältniss zum 
Falter erwachsen zu sein, wogegen die Mehrzahl um zwei 
Drittel kleiner waren und ihre allzufrühe Jugend verriethen. 
Dieser grosse Abstand liess die Annahme zu, dass ich es hier 
mit zwei Generationen zu thun habe. 

In der Regel leben sie in dem oberen Theile des Wur- 
zelwerkes, wo sie in verschiedenen Richtungen Gänge machen, 
die ausgesponnen und mit grünen Excrementen gefüllt sind, 
welches Merkmal das Durchsuchen erleichtert. 

Die unerwachsenen Raupen sind fettweiss, im vorgerück- 
ten Alter werden sie gelblich weiss, im erMachsenen Zustande 
rein gelb, in allen Stadien aber nackt. Ihre ersten drei Ringe 
sind ungemein wulstig, worunter sich wieder der erste hierin 
am meisten auszeichnet, der zweite aber stärker als der dritte 
ist, dann folgen die schwächeren cylindrischen Leibsegmente, 
welche sich nach hinten verdünnen. Der verhältnissmässig 
kleine, fett gelblich weisse Kopf führt in den Seiten je einen 
länglichen braunen Wisch, ebenso der erste gelblich und lap- 
pig beschildete Nackenwulst, in welchen der Kopf bis auf die 
starken, dunkelbraunen, stets offenen Fresszangen eingezogen 
wird. Der warzenlose Leib hat einzelne lichte Haare, welche 
auf dem Kopfe besonders lang werden. Das Rückengefäss 
zeigt den dunklen Inhalt, vornehmlich auf dem 4., 5, und 6. 
Absätze, wodurch er fleckig erscheint, so auch die schmale 
Afterklappe. Die Lüfter sind rothbraun, der Bauch und die 
16 Füsse von der Farbe des Körpers. Bauch- und Afterfüsse 
werden bei einer Störung spurlos eingezogen, daher das son- 
derbare der Raupenform. Der Gang ist höchst unbehülflich, 
weil sich die Raupe dabei der Bauchfüsse gar nicht bedient, 
bei jedem Zuge wird das Endglied in die Höhe gehoben, wo- 
durch sie immerwährend aus dem Gleichgewichte fällt. Sie 
spinnt ununterbrochen vor sich. 

In der zweiten Hälfte des Monats April beginnt die Ver- 
puppung auf die bereits angezeigte Art und nach vierwöchent- 
licher Ruhe erscheint der Falter. 

Die Puppe ist rund und robust, bräunlichgelb, Stirnvorsatz 
bogenförmig, kantig und braun; Augenstellen dunkel, Flügel- 
scheiden lassen vier und Fussscheiden zwei Ringe frei, Ab- 
dominalsegment braun gerandet, darauf Gürtel von braunen 



158 

spitzen Dornen, Kremaster stumpf und ebenfalls dunkelbraun, 
vor demselben befindet sich an der Rückseite eine charakte- 
ristische Querreihe von vier, dann zunächst demselben eine 
von zwei stärkeren, kopfwärts gebogenen Zähnen. 

Des Falters Kriechzeit begann am 15. Mai und endete 
am 11. Juni. Im Freien traf ich die letzten Weiber noch 
am 15. Juli. 

Zu Ende September unterzog ich die Topfpflanzen, aus 
welchen früher sich die Falter entwickelten, einer Untersu- 
chung, um mich über das Schicksal der im Frühjahre noch 
unerwachsenen Raupen unterrichten zu lassen und fand die- 
selben in der That noch lebend, aber im Wachsthume nur 
um ein Unbedeutendes vorgeschritten, denn sie erreichten 
kaum die Hälfte der Grösse der vollkommen ausgebildeten. 
Sie wurden in frische Pflanzen übertragen, was ich damit 
bewerkstelligt, dass ich in die Grasbüsche Löcher bis zu den 
Wurzeln stach und in dieselben die Raupen hinabgleiten Hess, 
■wo sie sich wieder häuslich einrichteten. Nach der Ueber- 
winterung fand ich sie schon am 24. März vollkommen er- 
wachsen; sie lieferten den Falter schon Ende April, wodurch 
ihre zweimalige Ueberwinterung konstatirt erscheint. Hierin 
dürfte auch der Grund zu suchen sein, m arum der Falter im 
Verhältniss zur Zahl der Raupe seltener ist, da eine so lange 
Lebensdauer die Raupe offenbar mehr ungünstigen Wechsel- 
fällen aussetzt. 

Nachdem ich die Art und Weise, wie ich mit dieser 
Raupenart den Reigen eröffnet, getreulich und umständlich 
mitgetheilt habe, so wäre es erfreulich, wenn in dieser Dar- 
stellung Anhaltspunkte enthalten wären, welche zur Erfor- 
schungeiniger der übrigen Atychien-Raupenarten führen würden. 

II. 

Anacampsis tenebrella Hüb. und tenebrosella Fisch, t. Rösist. 

Diese zwei Individuen sind von den Autoren als selb- 
ständige Arten behandelt worden und werden auch als solche 
in dem Lepidopteren-Systeme angeführt. Zwar hat Herr Dr. 
Herrich-Schäffer in seiner systematischen Bearbeitung der 
Schmetterlinge von Europa bei Tenebrella die Bemerkung 
gemacht, das» er ausser den ganz schwarzen, etwas längeren 
und dünneren Fülilern keinen Unterschied von Tenebrosella 
findet und da ihm jene alle Männer zu sein schienen, so halte 
er Tenebrosella für das Weib derselben. 

Ich bin in der erfreulichen Lage, durch die Erforschung 
der noch unbekannten ersten Stände dieser Anacampsis nach- 
zuweisen, dass man irrthümlich aus den Geschlechtern dieses 



159 

Falters zwei Arten machte und dass sich daher die Vermuthung 
des Herrn Dr, Herrich -Schäffer vollkommen bestätigt. Die 
Raupen entdeckte ich in der Stockwurzel von Rumex aceto- 
sella L. , wo sie sich nicht selten an der bezeichneten Stelle 
unter der Rinde, aber noch häufiger in dem untersten, aus 
der Wurzel kommenden Pflanzentriebe in centro in einer aus- 
gesponnenen Höhlung aufhielten und wo mtin sie schon zur 
Herbstzeit und nach einmaliger Ueberwinterung noch im An- 
fange Mai antrifft. Am 10. d. Monats fand ich den grössten 
Theil schon in der Verpuppung, welche sie in ihrem Aufent- 
halte in einem engen weissen Gespinnste, das mit Wurzelmehl 
so dick überworfen ist, dass man in demselben ein Puppen- 
gehäus niclit vermuthen würde, vollziehen. Nach Verlauf von 
vier Wochen, also im Laufe des Monats Juni entwickelt sich 
der Falter, welcher zur Zeit der Vormittagsstunden im Son- 
nenscheine ungemein lebhaft ist und eine Paarung mit dem 
Weibe, welches eben die Fühler am Enddrittel und die End- 
spitzen der Palpen weiss hat, leicht eingeht. Die Copula 
währt nur eine kurze Zeit zwischen 10 bis 30 Minuten. In 
der Regel tritt die Entwicklung der Weiber etwas später als 
die der Männer ein. Erstere scheinen, wenn sie mit den über 
den Rücken angezogenen Fülilern ruhen, in Folge des weissen 
Fühlerdrittheils, zwei weisse Striche auf den Flügeln zu 
führen. 

Die im Umfang massige, 1% Linie grosse Raupe ist, 
wie die Ampferwurzel zur tiefen Herbstzeit, carminroth, der 
Hinter-, zuweilen auch der Vordertheil des Körpers etwas 
blässer, und lateral ist die rothe Farbe scharf abgeschnitten. 
Der kleine Kopf und der lichtgetheilte Halsschild pisterbraun, 
Mund und Gabellinie dunkler. Jeder Ring mit zwei Paar 
braunen Wärzchen, wovon das hintere mehr auseinander ge- 
rückt i«t, auch in den Seiten befinden sich solche erglänzende 
Knöpfe. Die Afterklappe trägt ein kleines blassbraunes Schild- 
chen. Die Luftlöcher sind braun und der Bauch röthlichweiss 
gefärbt. 

Die glänzende Puppe unbeweglich, von Farbe licht bräun- 
lich gelb, Kopf, Endspitzen der Flügelscheiden, Segmentränder 
und Cremaster dunkler gefärbt, ist ungefähr 1 Linie lang, 
im Vordertheil kolbig. Abdominale zugespitzt; Kopf ohne 
Stirnspitze mit zwei braunen Augenstellen; Flügelscheiden 
lassen zwei Ringe frei und gehen in den End spitzen ausein- 
ander, zwischen welchen die geschnürten Fühler liegen und 
erstere nicht überschreiten. Cremaster führt drei kurze Ecken, 
wovon zwei bauchwärts und eine rückseits steht, überdies 
mit weisslichen Haaren besetzt ist. Die Segmente ohne Sta- 
chelkränze. — Die Puppe unbeweglich. 



160 

Nachdem unter den vielen Faltern, welche ich aus einer 
und derselben Raupe und Pflanze erzogen, die mit den schwar- 
zen Fühlern lauter Männer, jene aber mit den weissen Füh- 
lerenden sämmtlich Weiber waren und auch eine Begattung 
erfolgt ist, so glaube ich ausser Zweifel gestellt zu haben, 
dass Tenebrosella F. v. R. $ synonym mit Tenebrella S Hüb. 
zu registriren und erstere als selbstständige Art aus dem Sy- 
steme zu streichen ist. Uebrigens kann die Nachprüfung mei- 
ner Daten, da die Raupe nun leicht und in Mehrzahl wird 
aufgefunden werden können, von Jedermann vorgenommen 
werden. 



Zur Naturgeschichte der Coleophoren 

von 
G, G. mfiMls in Frankfurt a. M. 



Bei den grossen Schwierigkeiten, sichere Unterscheidungs- 
merkmale unter den verschiedenen Coleophorenspecies aufzu- 
finden, wie sie z. B. Herr Dr. Herrich-Schäffer in seiner syste- 
matischen Bearbeitung der europäischen Schmetterlinge Band 
V pag. 218 hervorhebt, sollten die Microlepidopterologen 
darin Gelegenheit erblicken, gegenseitig ihre desfalls gemach- 
ten Erfahrungen bereitwilligst auszutauschen, um vielleicht 
durch Beobachtung der Lebensweise und Gewohnheiten der 
Raupen jener Thierchen die mangelnden Unterscheidungs- 
merkmale des vollkommenen Insekts auf diesem Wege con- 
statiren zu können. 

Gelegentlich Herrich-Schäffers in oben citirter mühevoller 
Arbeit aufgeworfener erster Frage: „ob Zeller's Eintheilung 
nach der Beschuppung der Fühlerwurzel beibehalten werden 
könne^', kann noch zu seiner hierauf bezüglichen Bemerkung: 
„dass ein so leicht zerstörbares Merkmal nicht wohl zur Fest- 
stellung der Artrechte, auch nicht zu Hauptabtheilungen be- 
nutzt werden könne ^, hinzugefügt werden: 

„dass ja erfahrungsgemäss eine Verletzung jener Theile 
bei der Geburt, d. h. beim Ausschlüpfen aus dem 
Sacke schon stattfindet.^ 

Bekanntlich schiebt sich die Coleophorenpuppe nicht wie 
die der Psychide vor der Entwicklung theilweise aus dem 
Sacke, sondern sie durchbricht die Puppe im Sacke selbst, 



161 

und von hieraus muss sie, mit sichtlich grosser Anstrengung 
der vorderen Extremitäten ihres Kopfes, namentlich Fühler 
und Palpen, die Afterklappen des Sackes erbrechen, was sel- 
ten, vielleicht nie ohne Verletzung jener Theile, d. h. Ab- 
reibung von Schuppen und Haaren, bevt^erkstelligt wird. Ist 
demnach eine Determination der fraglichen Coleophorenarten 
nach genannten Körpertheilen eine sehr gewagte, so ist sie 
ein Ding der Unmöglichkeit, bei geflogenen Exemplaren, selbst 
bei ganz und gar unverletzten Stücken ohne im Besitz dazu 
gehöriger Säcke! 

Ob nun zu einem etwaigen Resultate geführt habende 
])hjsiologische Nachforschungen dieser Mottengruppe überhaupt, 
oder eine zweckerspriessliche Untersuchung ihrer Geschlechts- 
organe insbesondere schon vorgenommen -wurde, ist mir nicht 
bekannt. Bloslegung des Flügelgeäders hat bekanntlich nicht 
zu den gewünschten Resultaten geführt. Es scheint also, als 
habe hier die Theorie der grossen Gelehrten aufgehört, die 
praktische Thätigkeit der beobachtenden Sammler aber be- 
gonnen! Und um so mehr sollte es nun Aufgabe jener Samm- 
ler sein, ihre ganze Aufmerksamkeit auf die Zucht dieser 
demnacli so schwer zu entziffernden Schmetterlingsgruppe 
Coleophora zu verwenden und die gemachten Erfahrungen 
entweder durch diese Blätter, oder vermittelst einer mit ihren 
Freunden zu eröffnenden lepidopterologischen Correspondenz 
zu unterbreiten. 

Ich erlaube mir nun in dieser Beziehung den Anfang zu 
machen und in Ermangelung fehlender Gattungsmerkmale am 
vollkommenen Insekt, diese durch Veröffentlichung der ge- 
machten Beobachtungen in der Lebensweise und Gewohnheiten 
der vorderen Stände einiger noch wenig bekannten, sowie 
auch einiger schon bekannten Coleophoren-Arten zu ersetzen 
suchen. Die Artrechte dieser letzteren bezüglich ihres äusse- 
ren Habitus sind eben noch zweifelhaft, allein in ihrer Ver- 
wandlungsgeschiclite dürften einige Momente gefunden werden, 
welche geeignet wären, ihnen ein Plätzchen im Staate zu 
bewilligen. 

Ich komme nun zunächst auf eine, schon in Frey und 
Mühlig — Beiträge zur Naturgeschichte der Coleophoren pag. 
22 beiläufig besprochenen Coleophora: Dort ist nämlich gele- 
gentlich der Beschreibung der Coleophorae virgaurea Stt. ge- 



,gefundener Coleophorensack beobachtet wurde. Er 
„erscheint ebenso dunkelbraun und ähnlich nach vorne 
„gebogen. Die Afterklappen sieht man etwas kürzer 

11 



162 

„und stumpfer. Die Bekleidung mit Blüthenhärchen 
„ist auch hier vorhanden. Die Coleophora, welche 
„bisher nur in einem einzigen weiblichen Exemplare 
„erzogen werden konnte, kommt mit gelblich gefärb- 
„ten und der schwärzlichen Vordertlügel&chüppchen 
„entbehrenden Stücken der vorhergehenden Species 
„(nämlich der Col. virgaureae) so nahe über ein, dass 
„die Artrechte höchst zweifelhaft erscheinen müssen. 
„Wir bemerken nur, dass die Fühlergeisel rein weiss 
„ist; ihr Grundglied scheint etwas breiter und das 
„Bärtchen der Palpen etwas weniger grösser zu sein etc." 
Heute habe ich nun statt des eben erwähnten einzigen 
w^eiblichen Exemplare, deren vier durch mel)rfach wiederholte 
Züchtung erzielte Stücke — 2 Männchen und 2 Weibchen — 
vor mir. Es ist nicht zu leugnen, dass zu den beiden weib- 
hchen Thieren die oben gemachten Bemerkungen bezüglich 
der Beschaffenheit der Vorderflügel auch hier Anwendung fin- 
det; doch betrachten wir die männlichen Exemplare, so kommt 
man immer wieder in Versuchung, ihnen gradesogut wie eini- 
gen anderen Coleophorenarten, so z. B. Dianthi und Silenella, 
ein Artrecht einzuräumen. 

Dem einen dieser Thierchen gab ich den Namen 

Coleophora asteris m. 
Capite thorace brunneo-griseis, humeris griseis, a latere 
albide conspersis; antennarum flagello in femina toto albido, 
in mare annulato. Antennarum articulo basali in mare griseo, in 
femina albido, palpisque capillis canis circumdatis. Tarsis pe- 
dibusque obscurioribus. Corpore supra bruuneo-griseo, subtus 
clariore. Strigis albidis alarum anteriorum, squamis valde 
nigris coloris nativi, multo evidentioribus, imprimis versus api- 
cem. Margine anteriori a basi alarum usque ad apicem 
aequali, strigis que albidis magis evidentioribus. 

Kopf und Rückenschild braungrau, Schulterdecken grau, 
seitwärts weissgestreift, Fühlergeisel bei den Weibchen ent- 
schieden weiss, bei den Männchen variirend. Das Grundglied 
der Fühler bei den Männchen grau, bei den Weibchen weiss 
mit hellgrauen Härchen umgeben, ebenso die Taster. Die 
Tarsen und Beine erscheinen viel dunkler als bei Virgaureae. 
Der Leib ist oberhalb braungrau, unten heller. Auch die 
Grundfarbe der Vorderflügel ist eine entschieden dunklere, 
braungraue, als die ihrer Verwandten, die meisten Längslinien 
treten durch die schwärzere Beschuppung des Grundes weit 
deutlicher und schärfer hervor, besonders nach der Flügel- 
spitze hin. Der Vorderrand — von der Flügelbasis bis zur 
Spitze — gleichbreit und lichter hervortretend, ebenso die 
hinter demselben befindlichen weissen Linien. 



163 

Kommt man nun aber auf die Raupenhülle oder den Sack 
zu reden, so kann ich nicht umhin, bei der mir gegenwärtig 
vorliegenden grösseren Anzahl von Säcken, — während wir 
1855 bei Bearbeitung oben citirter Beiträge etc. nur wenige 
Stücke vor uns hatten — meine damalige Ansicht dahin zu 
modificiren, dass der gesunde Sack unseres Thierchens ein 
vollständig schwarzer ist. 

Der Hals ist zwar gleichfalls wie bei Virgaurea stark 
verengt, mit kleiner kreisförmiger, stark schief gestellter Mün- 
dung und aufgeworfenem Rande. Doch sind die drei After- 
klappen auffallend breiter und gestreckter, der Sack an und 
für sich grader als der der Virgaureae. 

Was die Blüthenhaarbekleidung desselben betrifft, so 
weicht diese von der ihrer Verwandten ebenfalls merklich ab, 
indem bei Asteris fast an allen Säcken nur um den Mundrand 
herum sich solche Blüthenhärchen vereinzelt angeklebt finden, 
während bei Virgaureae der ganze Sack längs und rund herum 
mit solchen Härchen bedeckt ist. 

Die Larve lebt bis zum Herbst in den Blüthen und Sa- 
menköpfen von Aster amellus, verbirgt sich zur Ueberwinte- 
rung in die Erde, kommt im April oder Mai, wahrscheinlich 
behufs Aufsuchung eines geeigneten Entwickelungsplätzchens 
und ohne Nahrung zu nehmen, wieder zum Vorschein. Findet 
sie nicht ein vor Sonnenhitze oder ungünstigem Wetter schützen- 
des Asyl, so kehrt sie wieder zur Erde zurück. 

Erscheinungszeit Ende Juli und August. 

Auffallend und bemerkenswerth ist es, dass die Zucht 
dieser Motte so ausserordentlich schwierig, während solche 
bei Virgaureae, welche in den Blüthen und Samenköpfchen 
der Goldruthe — Solidago virgaur. — lebt, ohne alle Mühe 
bewerkstelligt wird. 

Ich komme nun auf eine andere Coleophoren-Species. 

Auch hier haben wir es mit einer Motte zu thun, deren 
Artrechte man ebenfalls nicht mit derjenigen Evidenz fest- 
zustellen vei-mag, als es eben bei anderen mit bestimmteren 
Merkmalen Versehenen mit Leiclitigkeit zu geschehen pflegt. 

Ich sandte die sacktragende Raupe und später auch die 
Motte selbst im Herbst 1858 an Herrn Stainton und nannte sie 
Coleophora artemisiae m. 
The Entemologists annual for 1858 p. 121. 

Capite thorace canis; humeris albidis; articulo basali an- 
tennarum incrassata, toto albido, reliqua parte conspicue an- 
nulata, palpis subtus albidis, articulo ultimo penicillo albido, 
nonnullis capillis nigris intermixtis. Tarsis pedibusque intus 
albidis, extra obscurioribus. Thorace corpore griseo, abdomi- 
nis articulo ultimo utriusque generis griseo, albido piloso. 

11* 



164 

Color nativus alarum anteriorum magis obscuro griseus; 
lineis|longinquis et margine anteriori minus conspicuis per 
squamas nigras imrnixtas; margine albido costaJi interiori nullo, 
angulum analem et apicem alarum versus, quasi limbus, squa- 
mis albidis longinquis, passim produelis, in ciliarum basi eva- 
nescentibus. 

Alis po&terioribus ciliisque canis. 

Kopf und Rückenschild hellgrau, dunkler als bei ihrer 
nächstverwandten Col. argentulae. Schulterdecken weisslicli. 
Das Grundglied der Fühler ganz weiss, ziemlich verdickt, der 
übrige Theil derselben deutlich geringelt. Die Taster unten 
weiss, das Endglied mit einem weissen, mit einzelnen schwar- 
zen Härchen vermischten Pinselchen gezieit. Tarsen und 
Beine nach innen weisslich, nach aussen dunkler. Thorax 
und Leib grau. Afterspitzen beider Geschlechter grau, weiss 
behaart. 

Die Grundfarbe der Vorderflügel ist ein bei weitem dunk- 
leres Grau als bei Argentulae. Die weissen Längslinien und 
der Vorderrand treten nicht so scharf hervor, augenscheinlich 
veranlasst durch die schwarze Schuppenbeimischung der gan- 
zen Flügelfläche. Eine weisse Umsäumung des Innenrandes, 
wie bei Argentulae, ist gar nicht sichtbar, nur nach dem Af- 
terwinkel und der Flügelspitze hin zeigen sich gleichsam als 
Saumlinie weisse Längsschüppchen, welche hie und da ver- 
längert an der Basis der Franzen verschMinden. Unterflügel 
und Franzen lichtgrau. 

Col. artemisiae ist fast um '^/^ grösser als argentulae. 

Der Sack hat allerdings auch viel Aehnlichkeit mit dem 
ihrer Verwandten; allein der wenig aufgeworfene fast gerade 
stehende Mundrand erhebt sich nach einer kaum merklichen 
Verengung des vorderen Sacktheiles. Die Afterklappen sind 
stumpfer, die Aussenfläche ist weniger gekörnt, fast glatt. 

In der Jugend trägt die Larve eine von kleinen Blatt- 
stücken oder Blüthentheilen gefertigte Umhüllung, wodurch 
sie sich, wenn nämlich diese Bestandtheile älter und somit 
gelb werden, leicht veriäth, während mit einer frischen Hülle 
versehen, nicht eine Spur von ihr zu entdecken ist. Gegen 
den Herbst hin vergrössert sie ihre Umhüllung mit weiteren 
Blatttheilchen, oft sogar durch Anhängung ganzer Blüthen oder 
Samenknospen; sodann verschwindet sie von der Pflanze. 

Nur in ihrer Gefangenschaft also konnte wahrgenommen 
werden, wie sie nach dem Winterschlafe auf einmal mit einem 
dem der Argentulae ähnlichen Sacke wieder auftaucht. Wo 
sie den letzteren her- und jene Umhüllung hingebracht, das 
ist eben noch zu entziÖern. Nach meiner Ansicht liegt hier 
die Vermuthung nahe, dass die Raupe entweder durch das 



165 

viele, fast allen Coleopliorenraupen eigne unaufhörliche Her- 
umkriechen, die äusseren Theile der Umhüllung abgeschliffen, 
oder hat sie sich dieselben abgenagt, welch letzteres die 
grössere Wahrscheinlichkeit gewinnt, wenn man den Sack 
einer genaueren Prüfung unterwirft. Derselbe findet sich von 
August bis October an Artemisiuni campestris. Erscheinungs- 
zeit der Motte im Juli. 

Einiges über Coleophora annulatella Tgstr. und flavaginella 
Zett. aus meinen Notizen. 

Bekanntlich wurden noch vor wenigen Jahren die Art- 
rechte der C. flavaginella verschiedenerseits bestritten. Ohne 
Kenntniss der ersten Stände dieser Species war es auch nicht 
zu verwundern. Aber auch selbst durch deren Raupenzucht 
ist man anfänglich nicht klüger geworden, weil immer ver- 
schieden aussehende Motten von ein und derselben Futter- 
pflanze und vermeintlich auch aus ein und demselben Coleo- 
phorensacke erschienen. 

Man sammelte also früher die auf Chenopodium und Atri- 
plex freisitzenden, grau und schwarz gekörnten, liclitgrau ge- 
streiften Säcke, schnitt einige Aestchen der Pflanzen zur Fütte- 
rung ab und schliesslich erschienen dennoch Annulatella und 
flavaginella. — Man hatte aber übersehen, dass neben dem 
oben erwähnten Sacke oder an den als Futter abgeschnitten 
Zweigen Räupchen mit einer von grünen und darum unsicht- 
baren Samenknöthchen gefertigten Hülle sich befanden. 

Nach vielfachen Zuchtversuchen ist es nun gelungen, diese 
beide Coleophorenarten von einander — und lediglich nur 
durch Beobachtung ihres Raupenlebens — zu unterscheiden. 

Der freisitzende feste Sack also gehört zu flavaginella, 
während jener mit der Samenumhüllung Annulatella -angehört. 
Das Räupchen dieser Species lebt gleichfalls an Chenopodeen- 
arten, fertigt sich aus den Samenknötchen eine Hülle, mit der 
es sich an der Pflanze hin und her zu bewegen vermag. Die 
Knötchen sind vermittelst feiner Fäden an einander geheftet. 
Ist diese Hülle mehrere Tage alt, durch weiteres Anheften 
von Knöthchen grösser und in Folge dessen unbequem und 
gelb geworden, wodurch es sich auch verräth, so verlässt es 
diese und verfertigt eine neue. Ausgewachsen lässt es sich, 
unter Zurücklassung jener Hülle, oder auch oft mit derselben 
zur Erde fallen, gräbt sich in dieselbe, umspinnt sicli mit fei- 
nen Sandkörnchen und in dieser Art Tönnchen webt es sich 
merkwürdigerweise einen, oberflächlich betrachtet, fast dem 
der flavaginella älinlichen Sack. Genauer untersucht, ist die- 
ser jedoch ganz zart und weich, während jener hart und 
körnig ist. 



166 



Ein Beitrag zur Lepidopternfauna Norwegens 

von 
91. F. ^Vocbe. 



Als ich mit Dr. Staudinger auf^der Rückreise aus Fin- 
marken am 19. und 20. August 1860 auf Dovrefjeld rastete, 
keimte schon in mir der Entschluss, auf diesem reiche Aus- 
beute verheissenden Gebirge später einmal einen Sommer über 
zu sammeln. Zur Ausführung dieses Planes verliess ich am 
24. Mai 1862 mit dem kleinen Schraubendampfer Falcon 
Hamburg, leider schon etwas spät, wie ich später zu meinem 
Schaden erfahren sollte. 

Nach günstiger Fahrt langte ich am 26. früh in Chri- 
stiansand, am Südende Norwegens, an und benutzte deii Vor- 
mittag, den das Schiff im Hafen blieb, zu einer Excursion 
nach den schon bei meiner ersten Reise besuchten Plätzen. 
Weiter fuhr ich an der Südostküste des Landes hinauf und 
landete nach kurzem Aufenthalt in Arendal und Laurvik, am 
27. Nachmittags in Christiania. Am folgenden Tage besuchte 
ich in der Frühe den im ersten Frühlingsschmuck prangenden 
botanischen Garten, dann den mir von früher bekannten und 
werth gewordenen Lector Esmark und erkundigte mich bei 
ihm über die Lokalität, an welcher er einst die mir noch nie 
im Freien vorgekommene Chionobas Jutta gefangen hatte. 
Da dies in den ersten Junitagen geschehen war und der Fund- 
ort nicht gar weit von meiner beabsichtigten Reiseroute ab- 
lag, auch das zeitige Frühjahr ein frühes Erscheinen des ge- 
wünschten Falters und die Möglichkeit seines Fanges in Aus- 
sicht stellte, so beschloss ich, den Abstecher nach jener Ge- 
gend zu wagen. Ich verliess am 27. Christiania und reiste 
mit der Eisenbahn bis Eidsvold und von da mit dem Dampfer 
über den Mjösen nach Hamar, einem freundlichen Städtchen, 
das sich schon von fern durch die auf der Spitze einer weit 
in den See vorspringenden Halbinsel thronenden Ruinen seiner 
alten, durch die Schweden im Jahre 1567 zerstörten Kathe- 
drale bemerklich macht. Von hier aus hätte ich gern die 
erst vor Kurzem eröffnete Eisenbahn nach Elverum benutzt, 
aber es war gerade Himmelfahrtstag und da an Sonn- und 
Feiertagen auf dieser frommen Eisenbahn nicht gefahren wird, 
musste ich mich bequemen, per Kariol weiter ^u reisen, denn 
bis zum nächsten Tage zu warten, schien mir bei dem herr- 
lichen, in Norwegen selten lange anlialtenden Wetter sträf- 
liche Zeitvergeudung. So fuhr ich von Hamar aus an dem 
Kirchspiel Vang und seiner unschönen neuen Kirche vorüber 



167 

— die alte steht bekanntlich im Riesengebirge — in östlicher 
Richtung durch wellenförmiges, theils von Wald und Sumpf 
bedecktes, theils sorgfältig angebautes Land, etwa acht deutsche 
Meilen weit bis in die Gegend der auf einer freien Anhöhe 
erbauten, weithin sichtbaren Kirche Loiten, in deren Nähe die 
beschriebene Flugstelle von Jutta liegen sollte. Etwa eine Vier- 
telmeile davon fand ich in einem, Sigstadt genannten Bauern- 
gaard bereitwillig die gastlichste Aufnahme, obgleich Mitter- 
nacht schon vorüber war. Der nächste Morgen führte mich wie- 
der zur Loitner Kirche, bald kam ich in dem nördlich von ihr 
gelegenen Kiefernwalde an einen versumpften Bach und an ihm 
auf ein Torfmoor von geringem Umfang, dem verheissenen 
Fangort. Lange suchte ich hier vergeblich, fing allerlei, aber 
nicht das Gewünschte; endlich erblickte ich einen schwarzen 
Tagfalter unstät durch das noch unbelaubte Birkengebüsch 
taumeln, ich hasche ihn und habe ein r^ von Erebia Embla 
in Händen, die ich so weit südlich (Loiten liegt etwas süd- 
lich vom 61 ^ n. Br.) nicht erwartet hatte. Nur vier frische 
Exemplare des seltenen Thieres erbeutete ich, ausserdem aber 
nur Falter, die zur selben Zeit auch in Deutschland gemein 
sind, und so beschloss ich, am nächsten Tage wieder aufzu- 
brechen, um auf Dovrefjeld nichts zu versäumen, wusste ich 
dort ja noch ganz andere Sümpfe, auf welchen Embla und 
Jutta auch fliegen konnten. Leider wurde später diese Hoff- 
nung zu Schanden und ich bereute es sehr, nicht noch einige 
Tage in Sigstadt verweilt zu haben. Zur Rückreise nach 
Hamar benutzte ich diesmal die Eisenbahn und fuhr dann wei- 
ter per Dampfboot bis Lillehammer am Anfang des Mjösen. 
Den nächsten Tag kariolte ich durch die grünen und blü- 
henden Fluren des fruchtbaren Gudbrandsdal bis zu der schon 
in ziemlicher Höhe gelegenen Station Braendhaugen, eine 
Strecke von einigen zwanzig deutschen Meilen, und langte 
am folgenden Mittag, am 2. Juni, endlich auf Dovrefjeld an. 
Ich richtete mich bald in dem Posthaus Fokstuen häuslich ein 
und blieb daselbst bis zum 30. Juni, dann siedelte ich nach 
dem etwa fünf Meilen weiter nach Norden gelegenen Kongs- 
vold über, wo ich bis zum 29. Juli ausharrte. 

Das Dovrefjeld bildet eine nach allen Richtungen hin 
mehrere Meilen ausgedehnte Gebirgsmasse, die nur nach Süd- 
west von einem tief eingeschnittenen Flussthal begrenzt wird, 
nach den übrigen Seiten hin aber mit arideren Fjeldern zu- 
sammenhängt. Die durchschnittliche Höhe des Fjelds beträgt 
etwa 3 — 4000', seine Oberfläche zeigt einzelne abgerundete 
Rücken, zwischen denen viele Moräste und kleine Seen liegen. 
Im Norden erscheint das Gebirge zerklüftet, schroffe Fels- 
wände begrenzen tiefe, mit zum Theil nie schmelzendem Schnee 



168 

erfüllte Klüfte, aus welchen die Zuflüsse zahlreicher kleiner 
Seen hervorquellen. Neben diesem ödesten Theil des Fjelds 
erhebt der stets in einen Schneemantel geliüllte, über 7000' 
hohe Snehaetten seine nur selten wolkenfreie Pyramide. Ein- 
zelne Berge im Süden und Nordosten, wie die von mir viel 
besuchte Blaahoe bei Fokstuen und Knudshoe und Nystuhoe 
bei Kongsvold steigen bis 5000' an, bilden aber breite, mit 
dürftiger Vegetation bedeckte, oft sumpfige Hochflächen, auf 
welchen einzelne Felstrümmergruppen erscheinen. Gegen Nor- 
den fallen diese Höhen meist schroffer ab und sind hier stel- 
lenweise von Schneeliächen bedeckt, während die südliche 
Abdachung weniger steil ist und der Besteigung keine Hin- 
dernisse bietet. Quer über das Dovrefjeld geht in der Rich- 
tung von NO, nach SW. eine nur etwa 3000' hohe Einsat- 
telung, auf welcher die von den Seitenhöhen zusammentlies- 
senden Wasser Sümpfe und Tümpel bilden und sich zu zwei 
Bäclien sammeln, von welchen der eine südwestlich zum Laa- 
gen, der andere östlich zum Follaelv verlauft. Was den 
Aufenthalt auf Dovrefjeld dem Naturforscher besonders ange- 
nehm macht, ist die über ihn gehende Poststrasse von Chri- 
stiania nach Trondhjem mit ihren für Aufnahme von Reisen- 
den eingerichteten Stationshäu&ern. Diese Strasse steigt von 
Domba^s am Anl'ang von Gudbrandsdalen sehr steil in öst- 
licher Pachtung aufwärts, bis sie eine Höhe von 3000' erreicht, 
dann verläuft sie ziemlich eben längs der genannten Einsat- 
telung weiter, an Fokstuen vorüber bis zu der ca. 3 deutsche 
Meilen von diesem entfernten Station Jerkind, von wo sie 
sich nach Norden gerichtet wieder steil erhebt, um ihre höchste 
Stelle von über 4000' absoluter Höhe ziemlich in der Mitte 
zwischen Jerkind und der folgenden Station Kongsvold zu 
erreichen, worauf sie sich allmälig herabsenkt und dann hinter 
Kongsvold, zwischen gegen 5000' hohen Felsenbergen, am 
Ufer des schäumenden und viele kleine Wasserfälle bildenden 
Drivelv verläuft. Dieses Thal ist das schönste im ganzen 
Gebirge, die Strasse ist bald aus dem Felsen herausgesprengt, 
der schroff überhängt, bald wieder von Gebüsch und üppigen 
Wiesen umgeben. Auf der rechten Seite stürzen mehrere 
bedeutende Wasserfälle von den Felsen der stets mit Schnee 
bedeckten Knudshoe herab; einer, der Fall des Sprenbekken, 
ist gewöhnlich ein Staubfall, nur nach starken Regengüssen 
voller. 

Hinter dem circa l'/j Meilen von Kongsvold entfernten 
Drivstuen, das in dem hier etwas erweiterten Drivdal schon 
bedeutend niedriger liegt, kann man die Nordgrenze des Do- 
vrefjeld annehmen, obgleich dasselbe hier wie überall, wo es 
nicht von tiefen Thälern begrenzt wird, mit anderen Gebirgs- 



169 

rücken zusammenhängt. Der Fels des Gebirges ist Granit, 
der an vielen Stellen in Gneus oder Glimmerscliiefer übergeht 
und überhaupt auf mannigfache Weise abändert. Was die 
Vegetation betrifft, so ist der Fuss des Gebirges mit Kiefern 
bewaldet, die zwischen Dombaas und Fokstuen eine Höhe von 
70 bis 80' erreichen, über 2000' aber niedriger werden und 
gegen 2500' Höhe ganz aufhören, um der Birke Platz zu 
machen. Diese bekleidet die Berglehnen und Thäler, soweit 
ihr nicht Felsen oder Sümpfe Hindernisse bieten, bis etwa 
4000'. Mit ihr bedeckt dieselben Plätze als Unterholz die 
Zwergbirke Betula nana, die aber auch in Gesellschaft zahl- 
reicher Alpenweidenarten die Sümpfe überwuchert und sich 
bis etwa 4500' hoch erstreckt, wo dann auf sterilem Geröll 
nur noch eine dürftige Flora fortkommt, die jedoch durch 
viele seltene nordische Alpenpflanzen ausgezeicjiaet ibt. Die 
Thäler und Schluchten ernähren, oft eine sehr üppige Vege- 
tation von Farrnkräutern, Solidago Virgaurea, Aconitum Ly- 
coctonum var. flore violaceo, Saussurea alpina, Polemonium 
coeruleum etc., an freien Stellen wucliern Phaca frigida, astra- 
galina und oroboides, Alchemilla alpinti, Cornus suecica, Ei-i- 
geron alpinus, Primula scotica und stricta, Gentiana amarella, 
tenella, nivalis, an stemigen Hängen blühen der niedliche 
gelbe Papaver nudicaule, Saxifraga cotyledon und die leider 
keine Cucullie nährende Artemisia norvegica. 

Von den vier genannten Post- und Wirthshäusern auf 
Dovrefjeld ist Jerkind '"•'■) das höchste, am besten eingerichtet 
und enthält über 20 für Reisende bestimmte Zimmer; leider 
ist es aber für den Entomologen am ungünstigsten gelegen, 
mit ihm rivalisiren in Güte der Bewirthung Kongsvold und 
Drivstuen, von welchen das letztere nicht mehr der alpinen 
Region angehört und daher eine Anzahl Insekten beherbergt, 
die auf dem übrigen Dovre nicht angetroffen werden. Kongs- 
vold ist wohl die für den Naturforscher am günstigsten ge- 
legene Station des Gebirges, da hier die fruchtbarsten Wie- 
sen, bewässerte felsenreiche Thalschluchten, mächtige Felsen- 
einöden und mit Schneefeldern gezierte Hochalpen gleich nahe 
und bequem zu erreichen sind, nur eigentliche Torfsümpfe 
und Seen fehlen. 

Fokstuen, dessen Gehöft am südlichsten liegt, hat seine 
nationale Ursprünglichkeit am wenigsten durch civilisatorische 
Neuerungen genusssüchtiger Touristen eingebüsst, gewährt aber 
gutes und reinliches Quartier, nur die Kost ist etwas monoton 
und man muss den Magen daran gewöhnen, zur täglichen 
Nahrung ausser Milch, Fladbrot und uraltem Käse nur Forellen 

*) Auch Hjerkind und Hjaerkin geschrieben. 



170 

zu haben; frisches Fleisch giebt es erst im August, wenn die 
Jagd auf Rennthiere und Schneehühner wieder erlaubt ist. 
Um Fokstuen giebt es ausgedehnte Sümpfe mit vielen Lachen 
schwärzlichbraunen Torfwassers und undurchdringliclien, wenn 
auch nur 3 — 4 Fuss hohen Weidendickichten. Schöne Fang- 
plätze bietet hier auch der am Abhang nach Dombaas gele- 
gene Kieferwald, so wie ein dem Gehöft gegenüber nach 
Süden sich am Fusse von Blaahoe hinaufziehendes enges Thal. 
Fokstuen entbehrt aber der saftigen Wiesen und grossen 
nackten Felsmassen. 

Was nun die von mir auf Dovrefjeld gesammelten Schmet- 
terlinge betrifft, so ist die Zahl der Arten bedeutend kleiner 
als die, welche ich mit Staudinger in Finmarken erbeutet, 
nämlich nur 166. Die Zahl der Tagfalter beträgt nur 12, 
also halb so ^iel, als wir in Finmarken gefunden. Von auch 
dort vorkommenden Arten traf ich 9, zu welchen die auch 
noch in Nordamerika heimische Syrichthus Centaureae und 
die alpinen Er. Eurjale und Ljc. Pheretes hinzukommen. 
Kein nordische Arten sind nur drei, die übrigen auch der 
deutschen Fauna angehörig. Von Zygaeniden ist nur die auch 
in Finmarken, wie auf den Alpen vorkommende Exulans auf 
Dovre zu finden. Von Sesiiden fand ich keinen Falter, aber 
eine leere Puppenhülse unter Birkenrinde, die wahrscheinlich 
Culiciformis angehörte. Sphingiden fehlen. Hepialiden, die in 
Finmarken nicht vorkommen, giebt es auf Dovre zwei. 

Von Bombyciden fand ich 9 Arten, welche alle auch in 
Deutschland leben. Von den 24 gefangenen Noctuiden gehö- 
ren 12 auch Finmarken an, 8 sind nur polar incl. der zwei 
neuen Arten und der bisher nur in Nordamerika beobachteten 
An. Algida, 19 gehören auch der Fauna Deutschlands und 
der Schweiz an, davon 6 nur der alpinen Region. Von Span- 
nern habe ich 25 Arten gefunden, von denen 19 auch in Fin- 
marken vorkamen, nur eine davon, Eup. Hyperboreata., ist 
ausschliesslich nordisch, alle übrigen kommen auch in Deutsch- 
land vor. Die Zahl der gefangenen Microlepidoptern, 95, ist 
nur wenig unter der der in Finmarken heimischen, es sind 
vier neue Arten darunter, 1 Pyr., 1 Tort, und 2 Tin. 12 Ar- 
ten sind nur nordisch (excl. der einzelnen Nepticula), die 
übrigen 83 kommen auch in Deutschland vor, 9 davon nur 
in der alpinen Region. Die sechs Pterophoren gehören sämmt- 
lich auch der deutschen Fauna an, erscheinen jedoch zum 
Theil in etwas verändeitem Kleide. 

Viele von Zetterstedt als das Dovrefjeld bewohnend ver- 
zeichnete Arten habe ich nicht gefunden, und noch manche 
werden \ orhandcn sein, die noch unbeachtet blieben. In einem 
Sommer ist es selbst bei günstigem Wetter unmöglich, ein so 



171 

ausgedehntes Gebirge erschöpfend abzusuchen, hier aber er- 
schwert die Ungunst des Climas und des fast immer schlecli- 
ten Wetters die Mühen des Sammlers. Die ersten Junitage 
waren schön und warm und in ihnen schmolz der grösste 
Theil des bei meiner Ankunft in Fokstuen noch grosse Strecken 
bedeckenden Schnee's dahin, vom 4. Juni aber bis Ende des 
Monats regnete es täglich, im besten Falle waren die Mor- 
genstunden heiter, gegen 10 Uhr kamen dann schwarze Wol- 
ken, die bald Regen oder Hagel niederschickten, oft schneite 
es auch, doch blieb der Schnee selbst auf den höheren Ber- 
gen nie lange liegen und hinderte mich weniger als die ge- 
wöhnlich stark wehenden Stürme am Sammeln. Schlimmer 
war noch der Juli, während dessen ich nur zwei regenfreie 
Tage in meinem Tagebuch verzeichnen konnte. Die günstig- 
sten Fangtage M'aren solche, an denen starke Güsse und war- 
mer Sonnenschein häufig mit einander abwechselten. Stürme 
störten mich hier weniger, da ich mich daranf beschränkte, 
in dem durch hohe Berge geschützten Drivdal und der ehe- 
maligen, jetzt verfallenen Strasse zwischen Kongsvold und 
Drivstuen, Vaarstien, zu sammeln, die über etne bedeutende 
Höhe führt, aber auch durch hohe Felsen gedeckt wird. Die 
höheren Berge waren im Juli fast unzugänglich, da der täg- 
lich frisch gefallene Schnee die Besteigung gefährlich machte 
und überdies alles Insektenleben ertödtete. Die Temperatur 
sank im Juli in der Nacht oft unter den Gefrierpunkt und 
erhob sich bei Tage nie über -{- lO** Reaum. , gewöhnlich 
zeigte das Thermometer 6—8° Wärme. 

Trotzdem waren die Schmetterlinge nicht träger als bei 
uns bei dreifach höherer Temperatur, stets fand ich mitten 
in kalter Nacht und bei feinem, aber dichtem Regen die Geo- 
metren Caesiata, Nobiliaria und Munitata im lebhaften Fluge, 
nur die Anarten, die ohne Sonnenschein niclit fliegen können, 
waren im Nachtheil und es ist zu verwundern, dass auf Dovre 
so viele Arten dieses Genus und, wie es scheint, so zahlreich 
vorkommen, da schlechte Sommer hier Regel sind und Jahre 
vorkommen, in denen es 6 Wochen ununterbrochen regnet. 
Hieraus erklärt sich aucii die Armuth an Tagfaltern und die 
verhältnissmässige Seltenheit der vorhandenen, von denen viele 
keines vollen Sonnenscheins zu ihrem Fluge zu bedürfen schei- 
nen, wenigstens sali ich oft nicht blos Syr. Centaureae, son- 
dern auch Arg. Freija, Ereb. Manto und Lyc. Pheretes bei 
bewölktem Himmel fliegen. 

Meine Rückreise nahm ich durch das nordwestlich zum 
Meere hin verlaufende Romsdal, eines der romantischsten und 
wildesten Thäler Norwegens, nach Veblungsnaes am Roms- 
dalsfjord, wo ich zwei Tage verweilte. Von hier aus machte 



173 

ich am 31. Juli eine Excursion nach dem gegenüberliegenden 
Ufer des Fjord, das tlieils feuchte, von Hasel- und Erlgebü- 
schen unterbrochene Wiesen, theils steile, mit Kiefern und 
Wachholder bedeckte Abhänge darbot. Den 1. August unter- 
nahm ich eine Partie nach den et\Aa 1% Meile entfernten 
Knudsaetern (Sennhütten) am Stigfjeld. Der Weg dahin führte 
durch ein von einem wilden Baclie durchströmtes und. erst 
vor Kurzem in Folge eines Wolkenbruches inundirt gewesenes 
Thal, das grösstentheils mit Gebüsch von Alnus incana bedeckt 
war. Hier flogen viele Spanner, leider meist durch die Re- 
gengüsse der Tage vorher beschädigt. Oberhalb der Senn- 
hütte, um welche eine üppige Fülle von Gebirgspflanzen 
herrschte, kletterte ich neben der von hohen Felsenwänden 
herabstürzenden, drei prächtige Fälle bildenden Ister hinauf 
auf die Höhe dcö Fjeld, an dessen Westseite zwischen zwei 
kahlen Felshörnern die blauen Massen eines Gletschers lagern. 
Dicht an diesem grünten herrliche Matten, die wohl ebenso, 
wie die an der Südseite des Fjelds noch höher gelegenen, 
mit Felsgeröll bedeckten Hochflächen in früherer Jahreszeit 
gute Beute gewähren mögen. 

Von Vebhmgsnaes fuhr ich mit einem kleinen Dampfer 
nach Molde, wo ich auf das von Trondhjem nach Hamburg 
iahrende Dampfboot überging, welches nach einer P/jtägigen 
Rast in Bergen mich am 10. August wieder nach Hambui-g 
zurückbrachte. 

Melitaea Parthenie Bork. 

Schon am 22. Juni fing ich ein einzelnes ,^ oberhalb Fok- 
stuen in einem feuchten Birkengehölz. Später vom 9. bis 21. 
Juli flog die Art nicht häufig auf den unterhalb der Station 
Kongsvold zu beiden Seiten des Drivelv gelegenen Wiesen. 
Die Exemplare sind etwas grösser als die schlesischen und 
besonders die $ durch sehr bleiche Färbung ausgezeichnet. 

Argynnis Freija Thnb. 

Bei meiner Ankunft auf Dovrefjeld am 2, Juni sah ich 
im Walde zwischen Dombaas und Fokstuen Freija zahlreich 
fliegen, doch waren die gefangenen Stücke fast sämmtlich 
unbrauchbar. Bis nach der Mitte des Monats noch war die 
Art in den Birkengehölzen in der Umgegend von Fokstuen 
häufig, aber nur wenige unverletzte Exemplare gelang es mir 
zu erbeuten. Die Flugzeit von Freija ist daher auf Dovrefjeld 
gleich nacli Beginn der Schneeschmelze zugleich mit Brephos 
Parthenias. 

Arg. Pales SV. 

Ich habe in diesem Sommer nur die Stammart Pales und 



173 

ihre nordische Var. mit stark gefleckter Unterseite der Vor- 
derflügel gefangen, Arsilaclie, die ich 1860 noch am 19. Au- 
gust bei Fokstuen, wenn auch sehr verflogen, gefangen, gar 
nicht. Es kommt dies daher, dass ich das sumpfreiche Fok- 
stuen vor Beginn der Flugzeit von Pales verlassen, um Kongs- 
vold aber, mo Pales auf den Wiesen am Drivelv vom 5. bis 
Ende Juli gemein war, die Sümpfe fehlen, wenigstens die zu- 
nächst gelegenen von mir des schlechten Wetters wegen nicht 
besucht werden konnten. 

Argynniö Euphrosyne L. 

Von dieser in Finmarken und auch im südlichen Norwe- 
gen häufigen Art habe ich auf Dovrefjeld nur zwei >^ ge- 
fangen, am 12. Juni und 4. Juli, beide zur Stammart gehörig. 
Bei Sigstadt flog Euphros. am 30. Mai auf den Wiesen nicht 
selten. 

Argynnis Aglaja L. 

Einige grosse und sehr dunkle $ fing ich auf einer Wiese 
in Romsdaleu unweit Veblungsnaes am 1. August. 

Vanessa Urticae, Jo und Antiopa 
flogen Ende Mai in überwinterten Exemplaren niclit selten bei 
Sigstadt und in Gudbrandsdalen, 

Erebia Manto SV. 

War auf Dovrefjeld überall sehr gemein, am häufigsten 
an den Abhängen zwischen Birkengebüsch, aber auch in den 
Sümpfen bei Fokstuen. Ihre Flugzeit währte den ganzen Juni 
hindurch, einzelne gute Stücke fand ich auch noch Anfangs 
Juli bei Kongsvold, später nur noch verregnete. 

Erebia Embla Thnb. 

Am 30. Mai fing ich unweit der Kirche von Loiten auf 
einem nassen Torfsumpf, der von Kiefernwaldung eingeschlos- 
sen und mit einzelnen Birken bestanden war, vier ganz frische 
(^ dieser bisher noch nicht in Norwegen gefundenen Art. Sie 
führen auf der Oberseite der Vorderflügel 3 — 4, von einem 
gelbbraunen Hof umschlossene Augenflecke, von denen nur 
der dem Vorderrand zunächst gelegene grösste zwei mehr 
oder weniger deutliche weisse Kerne zeigt. Auf den Hinter- 
flügeln sind oben ebenfalls vier scliwarze, rothgelb umzogene 
Flecke vorhanden, wodurch sich Embla sofort von Disa unter- 
scheidet, die nie dergleichen Flecke führt. Auf der Unterseite 
der Vorderflügel ist der vorderste Fleck stets, die übrigen 
nur bei einem Exemplare weiss' gekernt. Auf den Hinterflü- 



174 

geln sind 1 oder 2 der hintersten Augenflecke, jedoch kleiner 
als auf der Oberseite vorhanden und bei zwei Exemplaren 
deutlich fein gelbbraun umzogen. Die bei Disa meist grell 
hervortretende Mittelbinde ist hier sehr undeutlich, an ihrem 
äusseren Saum befindet sich am Vorderrand ein ziemlich gros- 
ser, Meiss bestäubter, undeutlich begrenzter, hinter der Spitze 
der Mittelzelle ein kleinerer, fast rein weisser Fleck. HS. fig. 382 
und 383 halte ich entgegen der Ansicht Staudinger's, der diese 
Bilder für Medusa Yar. Polaris hält, sicher für ein kleines 
Exemplar von Embla, obgleich auf der Unterseite der Vor- 
derliügel von den Augenflecken nur der erste, doppelt ge- 
kernte vorhanden ist, die beiden weissen Flecken der Hinter- 
flügcl sind wenigstens angedeutet. 

Erebia Euryale Esp, 

Flog auf den Wiesen bei Kongsvold vom 12ten bis^Ende 
Juli. Wegen des mangelnden Sonnenscheins fing ich nur etwa 
20 Exemplare und darunter nur ein ?. Diese gehören sämmt- 
licli zur Var. Adjte Hb. und führen an der Aussenseite der 
sonst sehr undeutlichen Mittelbinde auf der Unterseite der 
Hinterflügel am Vorderrande und an der Mittelzelle weisse 
Fleckchen. Ihre Grösse ist etwas unter der der schlesischen 
Exemplare. 

Chionobas Nor na Thnb. 

Flog auf trockenen und steinigen Plätzen in der Nähe 
von Fokstuen in einer Höhe von etwa 3000 bis 4000' vom 
2ten bis Ende Juni, besonders an den Abhängen von Blaahoe 
und am Grisungfjeld , aber nirgends in Menge. Die mitge- 
brachten Exemplare gleiclien den finmärkischen, zeigen jedoch 
in der Färbung, wie in der Augenzahl eine geringere Ver- 
änderlichkeit. 

Pararga Hiera Hb. 

Am 30. Mai traf ich diese Art in der Nähe von Loiten 
nicht selten auf den Fahrwegen fliegend. Ihr Betragen glich 
ganz dem unserer Megaera. Einige Exemplare sah ich auch 
noch am ersten Juni auf meiner Fahrt durch Gudbrandsdalen, 
näher nach dem Dovrefjeld zu, so wie auf diesem selbst kam 
sie mir nicht vor. Die Exemplare Aveichen von meinen un- 
garischen nur durch geringere Grösse und dunklere Fär- 
bung ab. 

Leucophasia Sinapis L. 

Kur ein <^ fing ich bei Loiten am 30. Mai. Es gleicht 
vollkommen den 



175 

Anthochavis Cardamines L. 

Sah ich nur im südlichen Norwegen, am 26. Mai einige 
bei Christiansand, dann bei Christiania und am nördlichsten 
bei Loiten am 30. Mai.' 

Pieiis Napi L. 

Im südlichen Norwegen, bei Christiansand und Christiania 
flog Napi in der bei uns gewöhnlichen Frühlingsform häutig, 
auf dem Dovre nur die Var. Bryoniae ()., und zwar fing ich 
sie vom 3. Juni bis 16. Juli in guten Exemplaren. 

Thecla Rubi L. 

Flog in schlechten Exemplaren am 30, Mai nicht selten 
bei Loiten im Kiefernwalde. Ein ganz verflogenes (^ fing ich 
am 3. Juni an der Strasse bei Fokstuen. Diese norwegischen 
(^ gleichen den deutschen vollkommen und führen ebenso den 
dunklen Vorderrandfleck, welchen Zetterstedt an seinen nor- 
dischen S' nicht bemerkt zu haben angiebt. 

Polyommatus Euridice Rott. 

Zwei r^ und ein 2 der Var. Stieberi Gerh., ganz gleich 
den finmärkischen und lappländischen Exemplaren, fing ich 
unterhalb Kongsvold in Drivdalen am 19. und 20. Juli. 

Pol. Phlaeas L. 

Ist mir auf Dovrefjeld nicht vorgekommen, dagegen sah 
ich ihn am 30. Mai und 1. Juni bei Hamar imd in Gudbrands- 
dalen. 

Lycaena Pheretes Hb. 

Ganz gleich den Exemplaren aus den Alpen flog diese 
Art auf den Wiesen bei Kongsvold und bei Jerkind in 2500 
bis 3500' Höhe stellenweise häufig um Phaca oroboides und 
astragalina, vom 5. Juli ab bis gegen Ende des Monats. 

Lycaena Argiolus L. 

Ich fing nur ein gewöhnliches 9 am 30. Mai bei Loiten. 

Lycaena Alsus SV. 

Drei Paare fing ich den 31. Mai bei den Ruinen der alten 
Kirche von Hamar am Mjöseu. Sie gleichen ganz den deut- 
schen, nur sind die ö" oberseits etwas reichlicher blau be- 
stäubt. 

SyrichthusCentaureaeRbr. 

Vor zwei Jahren hatte ich im Museum zu Christiania 



176 

einige Exemplare dieser Art gesehen, die vom Dovrefjeld 
stammten, und ich war daher begierig, Centam-eae selbst im 
Freien zu beobachten. Schon bei meiner Ankunft in Fokstuen 
am 2. Juni sah ich "Von meinem Cariol herab einige He&pe- 
rien am Wege, die aber so schnell nieder verschwanden, 
dass ich nicht abstieg, um sie zu verfolgen. Noch am Spät- 
nachmittage desselben Tages erhaschte ich die ersten Exem- 
plare des nordischen Falters an den Abhängen von Blaahoe. 
Centaureae hat, auf Dovrefjeld wenigstens, eine lange Flug- 
zeit. Er flog auf den niedrigeren Stellen in den Birkengehölzen 
bis nach Mitte Juni in guten Stücken, später erschien er auf 
den höheren Fjeldern, meist sich im Schutze der bis 4000' 
reichenden Betula nana haltend, und noch am 12. und 13. 
Juli fing ich einige irische Exemplare auf dem höchsten Punkte 
der Strasse zwischen Jerkind und Kongsvold. Die Zahl der 
gefangenen <^ übertrifft die der $ bedeutend. Varietäten sind 
nur geringfügig; einige kleinere i^ haben die Vorderflügel 
stark weiss bestäubt, so dass die weissen Flecken sehr matt 
erscheinen. Die Zahl dieser Flecken ändert nicht ab, fast 
ebensowenig ihre Grösse. Auf der Unterseite erscheiruen die 
Vorderflügel ebenfalls oft sehr reichlich weiss bestäubt, be- 
sonders hervor tritt dann ein weisser Fleck hinter der Mittel- 
makel, der von dieser bis an die Querreihe reicht, dann ein 
zweiter an dieser, nahe am Innenrande. Auf der Unterseite 
der Hinterflügel erscheint nur bei einigen $ die weisse Farbe 
vorherrschend, indem namentlich die äussere dunkle Flecken- 
binde verschmälert wird. Von meinen Exemplaren aus La- 
brador weichen die norwegischen nur sehr wenig ab; die 
Grösse ist dieselbe, in der Zeichnung besteht kein Unterschied, 
nur ist bei den Norwegern die weisse Bestäubung und Be- 
haarung auf Ober- und Unterseite stärker. 

Unter allen Syrichthus-Arten ist der Centaureae am näch- 
sten verwandt die Audromedae Wallgr,, die ich leider nur 
in Exemplaren von den österreichischen Alpen kenne. Beide 
Arten muss ich für jetzt noch für verschieden halten, da ich 
von beiden eine bedeutende Anzahl gesehen habe, ohne einen 
Uebergang zu bemerken. Für unwesentlich halte ich Ver- 
schiedenheiten in der Grösse der weissen Flecke der Ober- 
seite, ferner den Umstand , dass der Vorderraud der Vorder- 
flügel auf der Oberseite in seiner hinteren Hälfte bei Andro- 
medae in geringerer Ausdehnung weiss gefärbt ist. Von grös- 
serer Bedeutung erscheint mir die Unterseite der Hinterfliigel. 
Diese ist bei Centaureae weiss, am Aussenrande mehr oder 
weniger graugrün oder bräunlich bestäubt und von zwei braun- 
grünlichen Binden durchzogen, die sich in der Flügelmitte 
einander nähern, ohne sich jedoch zu verbinden, nur bei einem 



177 

-9 aus Labrador berühren sie einander in einem Punkte. Bei 
Andromedae hingegen kann man kaum mehr von zwei brau- 
nen Binden spreclien, denn der grösste Theil der Fläche ist 
olivenbraun, und zwar der Theil wurzelwärts einer von der 
Mitte des Vorderrandes nach dem Analwinkel gehenden Linie 
stets auffallend dunkler, als der Theil ausserhalb derselben. 
In dieser braunen Färbung erscheint das Weiss in zwei, von 
dunkler gefäibten Rippen mehrfach getheilten Binden und 
einigen undeutlichen Fleckchen am Aussenrand. 

Die Wurzelbinde endet mit einem dreieckigen Fleck, des- 
sen untere Spitze scharf und lang gezogen sich nach dem 
darunter befindlichen Endfleck der zweiten Binde richtet, wel- 
cher rundlich und stets breit von dem übrigen Theil dieser 
zweiten Binde getrennt ist. Bei Centaureae findet kein solcher 
Contrast in der Färbung der inneren und äusseren Flügel- 
hälfte statt, der Endfleck der ersten Binde ist nicht dreieckig, 
sondern rundlich oder unregelmässig eckig, die Mitteibinde ist 
stets bis an ihr Ende zusammenhängend. 

Der Flug von Centaureae gleicht dem von Alveus und 
Serratulae; sie fliegt stets einzeln, oft bei stürmischem und 
kaltem Wetter, wenn nur wenige Sonnenblicke leuchten, in 
schnellem Fluge wenige Fuss über dem Boden hin und setzt 
sich gewöhnlieh auf die nackte Erde; nie traf ich sie an 
Blumen. 

Syrichthus Malvae L. 

Kam mir nur bei Loiten vor, wo ich am 30. Mai ein ge- 
wöhnliches $ fing. 

Erynnis Tages L. 

Ebenfalls bei Loiten einige Exemplare. 

Hesperia Comma L. 

Am 29. Juli fing ich einige Exemplare am Wege zwi- 
schen Jerkind und Fokstuen, welche den finmärkischen an 
Schärfe der Zeichnungen auf der Unterseite gleichen. 

Macroglossa Bombyliformis 0. 
Ein (^ bei Christiania am 28. Mai. 

Zygaena Exulans Reiner. 

Scheint auf Dovreljeld selten zu sein. Ich fand keinen 
einzigen Schmetterling, was bei dem im Juli herrschenden 
Regen nicht Wunder nehmen darf, sondern nur eine Puppe 
an einem Zweig von Betula nana am 2. Juli oberhalb Kongs- 
vold, die mir Ende des Monats ein $ lieferte. 

12 



Spilosoma Fuliginosa L. 

Den 3. und 17. Juni ein Paar bei Fokstuen, das, wie 
alle nordischen Exemplare, dadurch von den deutschen 
abweicht, dass die Hinterflügel bis auf den rothen Saum 
schwarz sind. 

Epialus Humuli L. 

War auf den Wiesen um Kongsvold nicht selten vom 
23. Juli ab, an Grösse und Färbung dem deutschen gleich. 

Epialus Velleda Hb. 

Flog vom 20. bis Ende Juli an den felsigen, nur magere 
Vegetation ernährenden Stellen von Drivdalen, eben&o auf 
Vaarstien und bei der Sennhütte oberhalb desselben, ziemlich 
selten am späten Abend, ohne sich vom Regen stören zu las- 
sen. Die Exemplare weichen nur durch geringere Grösse von 
den deutschen ab. 

Psyche Opacella HS. und Fusca Hw. 
Von beiden Arten fand ich bei Fokstuen und Kongsvold 
Säcke, die leider schon vom Falter verlassen waren. 

Dasychira Fascelina L. 

Nur drei überwinterte Kaupen fand ich bei Fokstuen zu 
Anfang Juni, sie frassen wenig, wuchsen trotz sorgfältigster 
Pflege nur langsam und gingen endlich zu Grunde. 

Bombyx Lanestris L. ? 

Zwei Nester; das erste bei Fokstuen Mitte Juni an Be- 
tula nana gefunden, ging mir zu Grunde, das zweite fand ich 
bei Kongsvold an Salix Arbuscula am 26. Juli; auch dieses 
enthielt noch ganz kleine Raupen, die ich nicht mitnahm, da 
sie mir später doch auf der Reise aus Futtermangel umge- 
kommen sein würden. Diese Raupen lebten ganz wie unsere 
Lanestris, unterschieden sich aber von ihr durch starke gelbe 
Punktirung. 

Bombyx Crataegi L. 

Ein frisches $ den 26. Juli an einem Felsen an der 
Strasse im Drivdal. Es ist von gewöhnlicher Grösse, alle vier 
Flügel sind oben gleichmässig dunkelbraungrau, die Mittelbinde 
der Vorderflügel tritt nur sehr schwach vor, der Querstreif 
der Hinterflügel ist nur auf der Unterseite deutlich. 

Einige Raupen fand ich im Laufe des Juni bei Fokstuen 
an Wollweiden und eine am Abhänge der Knutshoe bei Kongs- 
vold an Betula nana. Sie starben eämmtlich gegen Ende Juli, 



179 

wahrscheinlich in Folge nassen Futters, bis auf eine, die sich 
während meiner Rückreise verpuppte und mir im warmen 
Zimmer im nächsten Januar auskam. Das erschienene (^ ist 
nur wenig dunkler, als meine Exemplare der deutschen Al- 
penform. (Ariae Hb.) 

Notodonta Dictaeoides Esp. 

Ein frisches (^ klopfte ich im Wald zwischen Fokstuen 
und Dombaas am 6. Juni von einer Birke. Es weicht von 
deutschen Exemplaren nur durch dunklere Färbung ab. 

Acronycta Menyanthidis Viev. 

Nur ein stark beschädigtes $ bei Kongsvold am 18. Juli. 
Es ist lange nicht so dunkelgrau als mein in Finmarken ge- 
fangenes Stück, nur wie die dunkelsten Berliner. 

Acronycta Auricoma SV. 

War um Fokstuen Anfang Juni nicht selten an Felsen 
und Birkenstämmen zu finden. Die Exemplare weichen kaum 
durch etwas bedeutendere Grösse und dunklere Färbung von 
den deutschen ab. 

Acronycta Euphorbiae SV. 

Den 2. Juni fand ich ein $ l^i Fokstuen an einem Felsen, 
das ich nur zu dieser Art ziehen Kann. Es gehört zur Var. 
Montivaga Gn. und weicht von den mir bekannten Exemplaren 
aus der Schweiz nur durch eine noch dunkler blaugraue Fär- 
bung ab. Die Grösse ist die gewöhnliche. 

Agrotis Hyperborea Zett. 

Die Exemplare vom Dovrefjeld gleichen durchaus den aus 
Finmarken. Ich fand die Art sehr vereinzelt, das erste frische 
$ schon am 23. Juni bei Fokstuen, später bei Kongsvolk bis 
zum 24. Juli an Felsen oder auf blosser Erde sitzend, ein 
Exemplar auch bei Jerkind Abends im Fluge am 12. Juli. 

An merk. Als interessant für die Verbreitung von Hyperborea 
bemerke ich hier, dass ich am 3. August 1863 in der Nähe des klei- 
nen Teichs im Riesengebirge ein grosses, ziemlich verflogenes $ dieser 
Ai t gefangen habe, das von den norwegischen Stücken weder iu Farbe 
noch Zeichnung abv> eicht. 

Agrotis Speciosa Hb. 

Diese Art ändert im Norden ganz ausserordentlich ab, 
so dass man leicht versucht sein könnte, zwei Arten daraus 
zu machen, doch habe ich auf Dovrefjeld gegen 100 Exem- 
plare gesammelt, darunter leider viele durch Regen verdor- 
bene, bei welchen die abweichenden Färbungen durch die 



180 

allmäligsten Uebergänge verbunden erscheinen. Die Speeiosa 
vom Dovre, oder Var. Arctica Zett., ist etwas kleiner als die 
deutsehe, 39 bis 45mm Flügelspannung, obgleich grösser als 
die Exemplare von Hammerfest (Arctica Stgr. Stett. e. Z. 
1861 p. 363.) Die hellsten Exemplare gleiciien ganz den 
deutschen, nur ist die Grundfarbe der Vorderflügel bläulich 
oder bräunlich hellgrau, die Hinterflügel, ebenfalls dunkler, 
zeigen den Mittelmond und die zwei Querlinien ebenso stark. 
Bei den dunkleren Stücken wird die Grundfarbe der Vorder- 
flügel braun bis schwarzbraun, die drei Querlinien sind lichter 
und werden um so heller grau, je dunkler die Grundfarbe ist. 
Die Makeln sind mehr oder weniger deutlich weissgrau be- 
grenzt, selten verschwindet die runde. Die Zapfenmakel tritt 
als dunklerer Strich liervor, olt sehr undeutlich, ebenso die 
schwarzen Pfeilstriche der äusseren Querlinie. Die Behaarung 
des Kopfes und Thorax nimmt an der Färbung der Vorder- 
äügel Theil. Die Hinterflügel erscheinen ebenfalls verdunkelt, 
schmutzig braungrau, der Mittelmond ist stets stark ausge- 
prägt, die erste Querlinie immer deutlich, die zweite dagegen 
verschwindet oft völlig. 

Die von Staudinger und mir in Finmarken gefangenen 
Arctica kann ich nur als kleine Exemplare dieser nordischen 
Speeiosa ansehen. Die von Staudinger angegebenen Unter- 
schiede sind nicht standhaft; die Zackung der dritten Quer- 
linie ist oft ebenso stark, Hei einem ^ sogar noch bedeutend 
stärker als bei meinen Speeiosa aus Schlesien, oft aber auch 
ganz schwach, der Aussenrand der Hinterflügel zeigt bei zwei 
meiner schlesischen Sp. die Einbiegung ebenso gering wie bei 
den Dovrensern, A\ährend einige der letzteren sie fast ebenso 
stark haben als die Exemplare aus den Alpen. 

Ich fand Speeiosa um Jerkind und Kongsvold , am häu- 
figsten an der Strasse nach Diivstuen, bei Tage an Felsen 
sitzend. Ihr Flug begann erst gegen Mitternacht und wurde 
weder durch dicht strömenden Regen, noch durch eine Tem- 
peratur von Grad Keaum. gestört. Die Flugzeit dauerte 
duich den ganzen Juli. 

Agrotis Laetabilis Zett. 

Diese Art bewohnte die an Spalten und dunklen Höh- 
lungen reichen Felsen am Ufer des Drivelv in der Kähe von 
Kongsvold. Ihre Flugzeit beginnt nach Sonnenuntergang und 
währt bis gegen Mitternacht. Das bis jetzt noch nicht be- 
schriebene V besitzt zu kurze Flügel, um fliegen zu können, 
und kommt Abends aus den Felsspalten hervor, um mit em- 
porgekrümmtem Hinterleibe das ö^ zu erwarten. Ich fing die 



181 

ersten rj am 7. und 8. Juli nach 10 Uhr Abends an den ho- 
hen Felsen am Westabhang von Knudshoe, später dicht am 
Drivflusse bis zum 27. Juli, in einer S.eehöhe von circa 2500 
bis 3500'. Weder bei dem höher gelegenen Jerkind, noch 
dem tiefer am Drivelv liegenden Drivstuen fand ich die Art. 
Die f^ sind bedeutend grösser als die zwei von mir in 
Finmarken gefangenen und messen 35 — 40mm Flügelspan- 
nung, die Färbung ist dunkler, doch darin von hellgrau bis 
tief graubraun ändernd, am dunkelsten ist meist das Mittel- 
feld zwischen der 2. und 3. Querlinie, eine erste Querlinie 
dicht an der Basis ist bei allen unbeschädigten Exemplaren 
deutlich. Die $ messen nur 28 bis 30 mm Flügelspannung und 
sind von plumper Gestalt. Die Fühler sind borstenförmig, in 
Farbe und Zeichnung gleichen sie vollständig den ,^. Eine 
ausgezeichnete Varietät ist ein sehr dunkeles ?, bei diesem 
sind die Vorderflügel fast schwarz, mit Ausnahme eines Jiel- 
leren Feldes zwischen 1. und 2. Querlinie, die Linien sind 
liclitgrau, die Begrenzung der Makeln fast weiss. Die Hinter- 
flügel dunkelgrau mit schwachem Mittelfleck und ohne Quer- 
linien. 

Agrotis Conflua Tr. 

War auf Dovrefjeld sehr selten, ich fing nur 3 Exemplare 
Mitte Juli und erzog ein $ aus einer unter einem Steine ge- 
fundenen Puppe. 

Agrotis nova sp. 

Am 18. und 20. Juli fand ich nahe am Ufer des Drivelv 
unter Steinen drei Puppen von hellbrauner Farbe und ansehn- 
licher Grösse, die sich durch den breiten mit vier scharfen 
Spitzen versehenen Cremaster auszeichneten. Ich erhielt dar- 
aus ein schönes ? am 27. Juli, die beiden anderen Puppen 
kamen leider, die eine während meiner Reise durch Koms- 
dalen, die andere auf dem Scliitfe aus und verkrüppelten. 
Da alle drei $ sind und in der Färbung ziemlich von einander 
abweichen, so unterlasse ich es, der gewiss neuen Art einen 
Namen zu geben und beschreibe nur das wohlerhaltene Stück. 
Dieses hat 36 mm Flügelspannung bei 20 mm Körperlänge, 
also bedeutend verkürzte Flügel, die zum Fliegen nicht ge- 
eignet erscheinen. Fühler borstenförmig braun, Kopf und 
Halskragen hell gelbgrau, Schulterdecken weissgrau mit dunk- 
lerem Saum. Rücken und Hinterleib gelbgrau. Beine braun 
mit grauer Behaarung, Schienen und Füsse mit hellbraunen 
kurzen Borsten. Am Ende der Mittelschienen an der Innen- 
seite ein an seiner Wurzelliälfte schwärzlicher, an dem End- 
theii weisslicher Dorn, Hinterschienen in der Mitte und am 



182 

Ende mit je einem ebenso gefärbten Dornpaave. Vorderflügel 
braungrau, erste Querlinie dicht an der Flügehvurzel schwarz- 
braun, den Innenrand nicht erreichend, zweite Querlinie scharf 
gezackt, dritte in ihrem oberen Theil sehr nach hinten ge- 
krümmt, beide schwarzbraun, die zweite nach innen, die dritte 
nach aussen weissgrau gerandet. Die runde und Nierenmakel 
sind weissgrau, stark vortretend, die Zapfenmakel ist schwarz- 
braun umschrieben und reicht von der zweiten Querlinie bis 
zur Mitte des Mittelfeldes. Vor dem Aussenrand liegt eine 
Reihe undeutlicher brauner Längsstriche. Franzen licht bräun- 
lichgelb. Hintertlügel dunkelgrau mit bräunlichgelben Franzen, 
ihr Saum ist fast gerade, wodurch der Flügel eine dreieckige 
Gestalt erhält. Dieses $ hat wohl einige Aehnlichkeit mit 
dem von Staudinger Stett. ent. Z. 1861 p. 382 und 383 be- 
schriebenen S aus Fokstuen, doch haben die beiden hinteren 
Querlinien der Vorderflügel einen zu abweichenden Verlauf, 
um beide Stücke für zusammengehörig zu halten. 

Mamestra Suasa SV. 

Ein grosses und dunkles $ fand ich am 31. Mai in der 
Stadt Hamar. 

Mamestra Glauca Hb. 

Einige Exemplare den 7. und 11. Juni bei Fokstuen. 

Dianthoecia Caesia SV. 

Ein kleines vom Regen stark beschädigtes ^ fand ich 
am 23. Juli in Drivdalen an einem Felsen. 

Dianthoecia Dovrensis nov. sp. 

Alis anterioribus nigricantibus albido-adspersis, strigis 
quatuor nigris, maculis albidis, reniformi nigrescenti-expleta, 
conica minuta nigro-marginata vel deficiente, ciliis nigri« albo- 
alternatis; posterioribus nigricantibus in medio grisescenti ad- 
spersis, macula media strigaque obscurioribus, ciliis flavescen- 
tibus. Exp. al 32— 35 mm, 

Verwandt und ähnlich der Dianth. Subdita Moesch. aus 
Labrador aber durch dunklere Farbe, scliärfere Zeichnung etc. 
leicht zu unterscheiden. Grösse und Habitus von Filigi amma. 
Fühler des o schwach sägezähnig und kurz bewimpert, des 
$ borstenförmig, grau mit einzelnen weissen Schuppen. Ta- 
ster wenig über die Stirn vorstehend, dicht mit gelblich- 
weissen, grau gemischten Haaren bedeckt. Augen hellbraun, 
sehr fein schwärzlich behaart. Behaarung des Kopfes und 
Rückens dicht und lang, weiss und schwarz gemischt. Hin- 
terleib hellgraugelblich, Legeröhre des $ vorötehend und hell- 



i83 

braun. Schenkel und Schienen, letztere aber weniger lang, 
dicht hellgrau behaart, Tarsen schwärzlich, weiss geringelt. 
Vorderflügel oben schwärzlich, mehr oder weniger mit weis- 
sen Schuppen bestreut. Querlinien schwarz; die erste dicht 
an der Wurzel erreicht den Innenrand nicht, die zweite vor 
der Mitte besteht aus drei nach hinten convexen Bogen und 
ist nach vorn von dichter weisser Beschuppung begrenzt, die 
dritte aus scharfgezackten, hinten weiss ausgefüllten Möndchen 
bestehend, entspringt aus einem weissen Fleckchen hinter der 
Mitte des Vorderrandes, geht erst sehr schräg nach hinten, 
biegt dann scharf um und läuft bis über ihre Mitte parallel 
mit dem Aussenrande, worauf sie sich wieder schwach nach 
hinten biegt. Die hintere Bogenlinie ist schwärzlich, hinter 
ihr, bis zum Aussenrand herrscht gleichmässige weisse Be- 
stäubung. Franzen schwarz, regelmässig weiss gefleckt. Die 
Hinterflügel sind oben dunkel braungrau mit dunklerem Mit- 
telmond und hinter diesem einer nicht scharf begrenzten Bo- 
genlinie, welche nach aussen von einer, meist nur am Innen- 
winkel deutlichen, nur bei einem $ vom Vorderrand bis zum 
Innenwinkel reichenden, bleichgelblichen Binde eingefasst wird. 
Franzen gelblichweiss. Unterseite lichtgrau. Die Vorderflügel 
längs ihrer Mitte von der Wurzel bis zum Aussenrand dunk- 
ler. Auf allen 4 Flügeln ein schwärzlicher Mittelmond und 
hinter diesem ein dunkelgrauer, meist dem Saume paralleler 
Querstreif. Saumlinie aus feinen schwarzen Strichen bestehend. 
Franzen gelblichweiss, die der Vorderflügel dunkelgrau ge- 
fleckt. 

Ich fing von dieser Art nur eine geringe Anzahl <^ und 
$ vom 18. bis 27. Juli im Thale des Drivelv, meist bei Re- 
genwetter an Felsen sitzend, einige im Sonnenschein an Blu- 
men von Phaca oroboides saugend. 

Dianthoecia Conspersa SV. 

Einige Exemplare, die sich durch ansehnliche Grösse aus- 
zeichnen, fand ich am 15. und 21. Juli in Drivdalen an Felsen. 

Hadena Exulis Lef. 

Ich war sehr erfreut, diese Art auf Dovrefjeld anzutref- 
fen, deren Vorkommen in Europa, Island ausgenommen, bisher 
bezweifelt wurde. Es fällt hiermit auch jeder Grund weg, 
Hadena Marmorata Zett. Ins. Läpp. p. 937 nicht für synonym 
mit Exulis zu halten, da die dort gegebene Beschreibung sehr 
gut passt und nur der Zweifel an dem Vorkommen in Skan- 
dinavien dies Citat angefochten hatte. 

Ich fand meine 6 Exemplare in Drivdalen neben der 
Strasse an Felsen vom 15. bis 27. Juli. Sie sind alle grösser 



184 

als die isländischen und erreichen oder übertreffen sogar meine 
grönländischen Exemplare, denen sie auch durch ihre grün- 
lich dunkelgraubraune Färbung nahe kommen und sich darin 
der nur noch bedeutend grösseren Maillardi so sehr nähern, 
dass der Gedanke nahe liegt, Maillardi sei auch weiter nichts 
als die auf den Alpen heimische Form der so vielfach än- 
dernden Exulis. Untereinander -weichen die Exemplare vom 
Dovre sehr wenig ab, alle Zeichnungen sind deutlich, die Ma- 
keln mehr oder weniger braungrau ausgefüllt, die Rippen der 
Vorderflügel nur bei zwei Exemplaren theilweise weiss be- 
stäubt. '" ••*"•' 
..i^ 'hl. , 

Hadena Lateritia Hufn. 

Zwei grosse ? von sehr dunkler Färbung fand ich am 
27. Juli an Felsen in Drivdalen. 

Taeniocampa Gothica L. 

Bei Christiansand den 26. Mai ein etwas geflogenes $, 
das von den gewöhnlichen deutschen Stücken nicht abweicht. 

Taenioc. Stabilis SV. 

Ein gewöhnliches $ ebenfalls am 26. Mai bei Christian- 
sand. 

Pachnobia Carnea Thnb. 

Am 11. Juli fand ich bei Tage auf den Wiesen bei 
Kongsvold ein frisches r^ mit einem verkümmerten Vorder- 
flügel und ein ganz verkrüppeltes ?, am 14. Juli an Felsen 
in Drivdalen ein schönes frisches (^ und am 2ü. Juli ebendort 
noch ein abgeflogenes q. 

Diese Exemplare sind etwas kleiner als die finmärkischen, 
das zuerst gefangene q ist bleich gelblichgrau, die Querlinien 
treten wenig hervor, die Makeln sind gross und weisslich. 
Die beiden anderen ,^ sind dunkler, die Vorderflügel einfarbig 
graubraun, ohne Beimischung von Gelb oder Zimmtbraun, die 
Makeln ebenfalls gross und hell, der Raum zwischen ihnen 
stark verdunkelt. Diese Dovrenser Stücke halten ziemlich die 
Mitte zwischen den aus Finmarken und aus Labrador. 

Anarta Cordig er a Thnb. 

Das erste Stück fing ich auf Sumpfboden bei Loiten am 
30. Mai. Auf Dovrefjeld war die Art um Fokstuen häufig 
bis Mitte Juni, aber meist fand ich nur durch Regen verdor- 
bene Exemplare. 



1^ 



185 

Anaita Melaleuca Thnb. 

War auf Dovre nicht selten vom 9. Juni bis 27. Juli. 
Ich fand sie meist an Steinen sitzend, und zwar ganz frei 
dem Regen ausgesetzt, so dass ich natürlich mehr verdorbene 
als reine Exemplare erhielt. 

Anarta Melanopa Thnb. 

War auf Dovrefjeld nur vereinzelt anzutreffen und meist 
nur in verflogenem Zustande. Bei Fokstuen fand ich sie im 
Sumpfe um einzelne Felsen schwärmend am 9. Juni, und dann 
gegen Ende des Monats noch einige Exemplare an Felsen 
sitzend. Sie gleichen in heller Farbe der Hinterflügel den 
aus Finmarken, ein ? hat die Hinterflügei so weiss, wie die 
Stücke aus Labrador. 

Anarta Funesta Payk. 

Selten und einzeln auf Dovrefjeld. Ich fand bei Fokstuen 
am 18. und 19. Juni und bei Kongsvold den 7. und 12. Juli 
je ein Exemplar, stets bei Regenwetter an Steinen sitzend, 
die beiden letzten schon stark geflogen. 

Anarta Algida Lef. 

Diese Art bewohnt auf Dovre die felsigen, mit Sumpf- 
stellen abwechselnden Hochflächen der Fjelder in einer Höhe 
von 4000 — 5000'. Ich habe im Ganzen nur 13 Exemplare, 
davon nur 6 ganz reine gefunden. Nur ein Stück flng ich im 
Fluge, als einmal ausnahmsweise die Sonne auf einige Minuten 
hell und warm schien, die übrigen theils an Felsen, theils an 
den Blüthen von Silene acaulis sitzend. Die Flugzeit währte 
von Mitte bis Ende Juni, in günstigen Jahren mag Algida 
wohl noch später zu finden sein, 1862 jedoch war im Juli 
fast täglich auf den höheren Bergen frischer Schnee gefallen, 
so dass alles Insectenleben aufliören musste. Die norwegi- 
schen Algida übertreffen meine nordamerikanischen etwas an 
Grösse, im üebrigen gleichen sie ilmen vollständig, nur sind 
die Hinterflügel meist etwas dunkler, so dass der Mittelmoud 
weniger stark hervortritt. 

Anarta Schoenherri Zett. 

Ganz gleich mit den Exemplaren aus Finmarken flog diese 
Art auf Blaahoe bei Fokstuen an gleichen Stellen mit Algida 
in der zweiten Hälfte des Juni an einem der wenigen scliönen 
Morgen nicht gar seifen, aber äusserst wild und scheu im 
Sonnenschein. In Finmarken hatten wir sie meist auf ganz 
kahlem Felsgerölle sich niederlassen sehen, hier aber flogen 



1S6 

sie eifrig nach den honigreichen Blttthen der Silene acaulis, 
an denen saugend sie am leichtesten zu fangen waren. 

Anarta Zettersted tii Stgr. 

Nur 2 ,^. Das erste fing ich in Drivdalen auf der Strasse 
im Fluge den 18. Juli, das zweite auf Vaarstien bei Kongs- 
vold den 24. Juli, an einem Felsen ruhend; beide sind rein 
und frisch. Sie sind grö.-<ser und lebliafter gefärbt als die 
lappländischen Exemplare; Flügelspannung 24mm; die Vor- 
dertlügel erscheinen breiter und schwärzer, die beiden mitt- 
leren Querlinien deutlich, die Franzen sind braungrau und 
weisslich gefleckt. Ebenso sind die Hinterflügel schwärzer, 
die Franzen schneeweiss, nur am Hinterwinkel schwärzlich. 

Heliaca Tenebrata Scop. 

Nur zwei gewöhnliche Exemplare auf einer "VViese bei 
Hamar den 31. Mai. 

Herminia Tentacularis L. 

Erscheint auf Dovrefjeld in sehr abweichender Färbung, 
so dass ich zuerst eine neue Art vor mir zu iiaben glaubte. 
Die Grösse der ,S ist bedeutender als bei meinen schlesischen 
Exemplaren; 29— 30mm Flügelspannung. Kopf mit Fühlern, 
Rücken, Hinterleib und Beine einfarbig, dunkelgelbgrau. Die 
Farbe der Flügel ist bleich gelbgrau, ohne Spur der sonst 
hell ochergelben Färbung. Die Vorderflügel sind dicht dun- 
kelgrau bestäubt, die Querlinien wenig hervortretend, die hin- 
tere manchmal gar nicht sichtbar, das Mittelzeichen selten 
und dann sehr undeutlich vorhanden. Die Hinterflügel sind 
dunkelgrau, die erste Querlinie, die auch bei den deutschen 
Exemplaren nicht immer wahrnehmbar ist, fehlt meist ganz, 
bei drei Stücken dagegen ist sie deutliclier als die zweite. 
Diese ist mei^t vorhanden, aber sehr undeutlich, bei einigen 
Exemplaren kaum zu bemerken. Die Saumlinie ist fein dun- 
kelgrau. Auf der Unterseite sind die Vorderflügel dunkelgrau, 
meist gegen die Flügelspitze gelbgrau bestäubt, von Querlinien 
ist nur selten und meist nur von der mittleren eine Spur wahr- 
zunehmen. Die Hinterflügel sind unten wenig heller als die 
vorderen, von der äusseren Bogenlinie ist mei^t nur im Anal- 
winkel ein undeutlicher Rest sichtbar. Das einzige $ misst 
nur 22 mm und ist bedeutend lichter gefärbt als die rJ, doch 
ebenfalls nicht röthlichgelb, die drei Querlinien der Vorder- 
flügel sind deutlich, das Mittelzeichen fehlt, auf den Hinter- 
flügeln sind beide Bogenlinien in gleicher Deutlichkeit voll- 
ständig vorhanden, am Innenrande nicht stärker als am Vor- 
derrande. Auf der Unterseite sind die Vorderflügel licht 



187 

gelblichgrau, mit dunkleren Atomen bestreut, die mittlere und 
die äussiere Querlinie sind kaum zu erkennen , die gleiclige- 
färbten Hintertlügel zeigen die erste Bogenlinie deutlich , die 
zweite nur am Analwinkel. Die Art flog auf den Wiesen 
unterhalb Kongsvold von Anfang bis Ende Juli, die o nicht 
selten, doch meist verdorben, da sie mitten im Regen zu flie- 
gen pflegten, das $ fing ich am 14. Juli. 

Brephos Parthenias L. 

Ein einzelnes noch gutes $ von gewöhnlicher Färbung 
am 2. Juni im Birkengebüsch bei Fokstuen. 

Acidalia Commutata Frr. 

War selten um Kongsvold im Birkengehölz den 6. bis 
15. Juli. 

Gnophos Sordaria Thnb. (Mendicaria HS.) 
Das erste Exemplar fing ich schon am 1. Juni Abends 
am obeien Ende von Gudbrandsdalen. Bei Fokstuen und 
Kongsvold flog die Art nicht häufig bis Mitte Juli, fieiwillig 
von etwa 10 Uhr Abends bis nach Mitternacht, selbst in dich- 
tem Regen. Die Exemplare gleiclien ganz den aus Finmarken. 

Psodos Chaonaria Frr. 

Flog um Fokstuen auf etwas erhöhten steinigen Plätzen 
im Sumpfe und an ähnlichen, von Baumwuchs entblös.^ten 
Stellen der Biikenregion häufig vom 5. Juni ab. Auf den 
höheren Bergen erschien sie erst nacli Mitte des Monats und 
besuchte dann in Gesellschaft von Botys Ephippialis die Blü- 
then der Silene acaulis und der Azalea procumbens. Bei 
Kongsvold fehlte sie ebensowenig auf geeigneten Stellen, und 
noch am 26. Juli fand ich an dem Gipfel der Knudslioe, circa 
50(J0' hoch, einige erstarrte Exemplare auf dem Schnee 
liegend. 

Colutogyna Fusca Thnb. 

Flog Mitte Juli bei Kongsvold auf höher gelegenen Wie- 
sen nicht seilen. 

Fidonia Carbonaria L. 

Nur 2 r^ fing ich am Abhänge von Grisungsfjeld unweit 
Fokstuen den 3. Juni. 

Ematurga Atomaria L. 

Bei Sigi^tadt und Leiten einige JExemplare am 30. Mai. 
Nördlicher traf ich die Art nicht. 

Phasiane Clatiirata L. 

Ebenfalls nur bei Loiten auf Wiesen selten. 



188 

Lygriö Populata SV. 

Die Raupen waren bis Mitte Juli an der Strasse durch 
Drivdalen häutig an verschiedenen Weidenarten, Epilobium etc., 
ebenso später die Puppen unter Steinen und Moos. Am 28. 
Juli ting ich ein o; dieses, so wie die während meiner Rück- 
reise ausgekrochenen Exemplare weichen von den deutschen 
nur wenig durch geringere Grösse und bleichere, etwas ver- 
wischt aussehende Zeichnungen ab. 

Cidaria Bicolorata Hufn. 

Ein Exemplar am 1. August bei Veblungsnaes an Alnus 



Cidaria S i m u 1 a t a Hb. 

Wird auf Dovrefjeld schwerlich fehlen; ich reiste zu früh 
ab, um sie dort zu fangen. Bei Bergen erbeutete ich 2 frische 
grosse rj am 6. August., 

Cidaria Miata L. 

Einige überwinterte Stücke fing ich bei Braendhaugen in 
Gudbrandsdalen am 1. Juni. 

Cidaria Munitata Hb. 

War vom 6. bis Ende Juli häufig um Kongsvold. 

Cidaria Didymata L. 

Einige S den 1, August auf der Alpe Stigfjeld in Roms- 
dalen, sie gleichen an Kleinheit den auf meiner früheren Reise 
bei Bodoe gefangenen (19 — 20mm Flügelspannung), sonst wei- 
chen sie von den deutschen nicht ab. 

Cidaria Incursata Hb. 

P'and ich schon am 30. Mai bei Loiten, dann während 
der ganzen Zeit meines Aufenthaltes auf dem Dovrefjeld überall 
in der Birkeniegion, einzeln, aber nicht gerade selten, doch 
meist beschädigt. Die Exemplare sind meist etwas grosser 
und dunkler als die aus Finmarken und gleichen mehr den 
schlesisclien aus dem Riesengebirge. 

Cidaria Flu et uata L. 

Bei Fokstuen den 4. Juni Abends 2 Exemplare am Hause. 

Cidaria Montanäta SV. 

Nur Avenige Exemplare Anfangs Juli auf den Wiesen bei 
Kongsvold. Sie gleichen in bleiclier Färbung den aus Fin- 
marken. 



189 

Cidaria Feirugata L. 

Ein Exemplar bei Loiten den 30, Mai. 

Cidaria Suffumata SV. 

Den 17. Juni einige Stücke an der Stras.se zwischen Fok- 
stuen und Jerkind unter überhängenden Felsen. 

Cidaria Dilutata SV. 

Die Raupe war auf Dovrefjeld überall, wo Birken wuch- 
sen, häufig, am gemeinsten aber in Drivdalen, wo sie stellen- 
weise die Birken vollständig entlaubt hatte und zu Tausenden 
den Boden bedeckte, an allerlei, ihr sonst gar nicht zusagen- 
den Pflanzen den Hunger stillend , ich sali sie sogar an Aco- 
nitum fressen. 

Eine Anzahl Schmetterlinge kroch mir theils während 
der Rückreise, theils erst in Breslau aus, die von der deut- 
schen Gebirgsform nicht abweichen. 

Cidaria Caesiata SV. 

War im letzten Drittel des Juli überall um Felsen sehr 
häufig, obgleich lange nicht in so ungeheurer Menge wie in 
Finmarken. Die Var. Annosata Zett. fand ich nur sehr sel- 
ten. Die Dovrenser Exemplare sind meist sehr dunkel grau 
und entbehren jeder gelben Bestäubung. 

Cidaria Flavicinctata Hb. 

Diese von vielen Entomologen nur für Varietät von Cae- 
siata gehaltene Art flog an denselben Stellen wie Caesiata, 
besonders an Felsen in Drivdalen häufig, doch schon in der 
ersten Hälfte des Juli, so dass, als Caesiata zu fliegen be- 
gann, nur noch einzelne ganz verflogene Flavicinctata zu fin- 
den waren. Diese unterscheiden sich von den Exemplaren 
aus den Alpen nur durch etwas hellere und trübere Färbung 
der gelben Stellen. Die zwei bei Hammerfest gefangenen 
Exemplare (Stett. ent. Z. 1861 p. 3S!6) gehören nicht als Var. 
7ur Caesiata, die dort unsäglich häufig flog, sondern zu Flavi- 
cinctata; es sind grosse $, beide schon verflogen. Dass wir 
dort auch üebergänge, d. h. gelb bestäubte Caesiata, gefangen 
hätten, wie Staudinger schreibt, ist ein Irrthum. 

Cidaria Nobiliaria HS. 

Ich fand diese bisher noch nicht in NorM'egen beobach- 
tete Art in Drivdalen, selten bei Tage unter überhängenden 
Felsen, häufiger bei Nacht im Fluge, vom 15. bis Ende Juli. 
Die Exemplare haben dieselbe Grösse wie die aus den Alpen, 
aber eine etwas dunklere Färbung. 



190 

Cidaria Cambrica Curt. 

Wenige schon abgeflogene § fing ich am 1. August bei 
Veblungsnaes' in Gebüschen von Alnus incana. 

Cidaria Hastata Var. Hastulata Hb. 

Diese in Finmarken so sehr gemeine Art war auf Dovre 
selten. Ich fing nur drei Exemplare am 4. und 24. Juni bei 
Fokstuen. 

Cidaria Tristata L. 

Bei Leiten auf einer Wiese 2 Exemplare am 30. Mai, 
eines bei Kongsvold am 5. Juli. Sie gleichen ganz den deut- 
sehen Exem])laren der zweiten Generation. 

Cidaria Biriviata Borkh. 

Nur 2 ,^, klein, aber sonst nicht abweichend, im Walde 
zwischen Dombaas und Fokstuen den 24. Juni. 

Cidaria Affinitata Stph. 

War gemein auf den Wiesen bei Kongsvold von Anfang 
bis Mitte Juli, besonders Morgens und Abends um die Blü- 
then von Lychnis diurna, in welche ich auch einigemal das 
$ seine Eier absetzen sah. Die Raupe lebt in den Samen- 
kapseln der genannten Pflanze, sie ist in der Jugend bräun- 
lichgrau, später beinfarben, mit hellbraunem Kopf und braun- 
. grauem Nackenschild, Brustfüsse lichtbräunlich, Lüfter braun, 
Behaarung sparsam und fein, sciiwärzlich. 

Cidaria Taeniata Stph. (Arctata Z.) 

Bei Veblungsnaes und in dem nahe gelegenen Isterdal in 

Gehölzen von Alnus incana nicht selten, aber meist verflogen 

am i. August. 

Cidaria Minorata Tr. 

War gemein um Fokstuen und Kongsvold auf Wiesen 
und um Felsen, vom 29. Juni bis Mitte Juli. 

Cidaria Albulata SV. 

War auf den Wiesen um Kongsvold den ganzen Juli ge- 
mein. 

An merk. Cid. Blandiata, die wir nach Staudinger 's Bericht 
nicht in Finmarken gelangen haben sollen, habe ich bei Bossekop am 
22. Juni in einem Exemplar gefangen. 

Cidaria Elutata Hb. 

Ein einzelnes cj fing ich am 27. Juli in Drivdalen; es 



191 

ißt sehr frisch, sonst ohne Auszeichnung, die eigentliche Flug- 
zeit der Art trat jedenfalls erst nach meiner Abreise ein. 

Cidaria Impluviata SV. 

War um Kongsvold in den Birkengehölzen häufig bis 
nach Mitte Juli. Die Exemplare sind meist sehr dunkel ge- 
färbt, sonst ohne Auszeichnung. 

Eupithecia Helveticaria B. 

Nur ein Exemplar am 29. Mai bei Loiten des Abends 
gefangen. Auf Dovrefjeld kam mir die Art nicht vor, ob- 
gleich Juniperus häufig war. 

Eupithecia Satyrata Hb. 

Ich fing diese verbreitete Art bei Christiania am 26. und 
bei Loiten am 30. Mai, später bei Fokstuen einzeln bis Ende 
Juni. 

Eupithecia Hyperboreata Stgr. 

Nur 2 Exemplare, das erste bei Dombaas im Kieferwalde 
am 23. Juni, das zweite bei Kongsvold den 6. Juli. Beide 
weichen nicht von den finmärkischen Stücken ab. 

Eupithecia Venosata F. 

Den ganzen Juli hindurch an den Felsen in Drivdalen 
häufig. Die Exemplare sind meist etwas grösser als meine 
schlesischen. 

Botys Ephippialis Zett. 

Diese in Europa bisher nur auf Dovrefjeld gefundene Art 
traf ich gleich am ersten Tage meines Aufenthalts in Fokstuen 
in einem $ Exemplar nahe beim Gehöft, in den folgenden 
Tagen nur einige ganz schlechte S in einem nahen, gegen Sü- 
den gerichteten engen Felsenthal. Von Mitte bis Ende Juni 
flog der Falter häufiger auf den feuchten Flächen des Hoch- 
gebirges in 4500' Höhe. Hier besuchte er die Blüthen von 
Silene acaulis, war aber bei heiterem Wetter sehr scheu und 
überliess sich aufgescheucht dem dort stets herrschenden Winde. 
Bei Regenwetter dagegen sassen die Schmetterlinge ruhig auf 
den dicken Polstern der genannten Pflanze und waren dann, 
wie ihre Gesellschafter, die Anarten Algida und Schönherri, 
unfähig zu fliegen und daher leicht zu fangen. 

Im Juli fand ich auf Knudshoe bei Kongsvold noch einige 
schlechte Exemplare, die sich tief in die mit frischem Schnee 
bedeckten Polster der Silene verkrochen hatten. Die Färbung 
der Vorderflügel ändert von hellziramtbraun bis dunkelpurpur- 



192 

braun, am dunkelsten sind in der Regel die ö^. Die Verbrei- 
tung weisser Bestäubung wechselt ebenfalls sehr, meist ist 
dieselbe vor der zweiten Querlinie am Vorderrand am stärk- 
sten. Die Makeln sind meist beide vorhanden, von der vor- 
deren oft nur ein kleiner Punkt, seltener fehlt sie ganz. 

Botys Inquinatalis Z. 

Flog um Fokstuen den ganzen Juni hindurch an reichlich 
mit Betula nana bewachsenen Sumpfstellen nicht selten, doch 
habe ich nur q gefangen. Dieselben gleichen ganz den aus 
Finmarken mitgebrachten. 

Botys Decrepitalis HS. 

Häufig um Kongsvold im Birkengehölz in der ersten Hälfte 
des Juli. 

Botys Nebulalis Hb. 

Wenige Exemplare auf den Wiesen bei Kongsvold ge- 
fangen, vom 9. bis 26, Juli. Ihre Grösse gleicht der der 
schlesischen Stücke. Die Vorderflügel sind etwas düsterer 
durch feine graue Bestäubung, die Hinterliügel dunkler grau, 
bei den S our am Hinterwinkel , bei den $ gar nicht gelb- 
licbweiss, die Bogenlinien kaum bemerkbar. 

Hereyna Holosericalis Hb. und Rupicolalis Hb. 

Schon bei meiner Ankunft in Fokstuen am 2. Juni fand 
ich einige abgeflogene Exemplare beider Arten, die auf der 
Strasse umliertiatterten. Bis zum 18. fing ich mehrere noch 
reine Stücke in dem südlich von Fokstuen gelegenen Thale, 
dann noch einige schlechte auf Blahoe in Gesellschaft von 
Epliippialis. Die Exemplare beider Arten sind kaum etwas 
kleiner, als die aus den Alpen, übrigens gar nicht abweichend. 

Crambus Dumetellus Hb. 

Fehlt auf den höheren Theilen des Dovrefjeld, oberhalb 
circa 20'. 0' Höhe. Bei Drivstuen fing ich einige gewöhnliche 
Exemplare am 22. Juli. 

Crambus Maculalis Zett. 

Nur wenige Exemplare im Birkengehölz bei Fokstuen am 
22. und 24. Juni. 

Schluss folgt. 



193 

Ergänzungen zu „Wilde's Pflanzen und Baupen 
Deutschlands " 

von 
J. ^Vullsclftleg^el in Lenzburg. 



Seit einer Reihe von Jahren beschäftige ich mich ange- 
legentlich mit entomologiöcher Botanik und Beobachtmig der 
Lebensweise der Insekten. Ich begiütste daher mit grosser 
Freude ein Buch, dessen Inhalt sich über jene schönen Zweige 
der Entomologie verbreitet. Hoffen wir, dass recht Viele das 
schöne Werk, dem wir eine baldige zweite Auflage wün- 
schen, durch ihre Beobachtungen erweitern und ergänzen hel- 
fen. Auch meinerseits ein wenn auch nur geringes Scherflein 
dazu beizutragen, ist der Zweck folgender Zeilen. 

Melitaea didyma. Raupe häufig im Jura auf Teu- 
crium chamaedrys. 

M. phoebe. . Bei Oftringen und Lenzburg stets in zwei 
Generationen, im Mai und Juli — September. Färbung auf- 
fallend dunkel. 

M. parthenoides Kef. Zwei Generationen. Die erste 
Ende April und Mai, die zweite Juli — Sept. 

Argynnis dia. Zwei Generationen: April, Mai und 
Juli — October. Raupe meistens auf Prunella vulgaris. 

Lycaena adonis. Zwei Generationen: Mai und Juli 
bis Sept. Raupe auf Stachys sylvatica. 

Sphinx elpenor. Raupe häufig auf Circaea lutetiana. 
Falter vom Mai bis Octbr. Ungleiche Entwicklungszeit oder 
zwei Generationen? 

Sph. populi. In warmen Sommern in zwei Generatio- 
nen. Schmetterlinge der zweiten sehr hell, gelblich, in der 
Färbung Sph. Quercus sehr ähnlich. 

Zygaena achilleae. Die Var. bellis und Viciae flie- 
gen um Oftringen und Lenzburg schon im Mai. 

Spilosoma lubricipeda nicht selten in zwei Genera- 
tionen. Nahrung besonders Löwenzahn. 

Lasiocampa dumeti. Erscheinungszeit in Oftringen 
und Lenzburg erst zweite Hälfte October. Raupe von April 
bis Juli. 

Diphthera ludifica erscheint in Oftringen und Lenz- 
burg in zwei Generationen: Mai, Juni und Juli bis September. 
Raupe gerne auf dem Faulbaum, sehr leicht damit zu er- 
ziehen. 

Bryophila raptricula und var. deceptricula fliegt vom 
Juli bis October. 

13 



194 

Cerastis rubiginea. Raupe im jugendlichen Alter in 
den Blüthenkätzclien von Salix caprea, an welchen auch im 
März und April die Weibchen des über\Ainterten Faltern 
Nachts zu finden sind. Später nährt sie sich besonders gerne 
von Löwenzahn. Auf viülden Birnbäumen fand ich sie nie- 
mals. 

Agrotis festiva. Raupe im Herbste in Tannenwäldern 
auf Pteris aquilina, im Früliling auf Anthviscus sylvestris, 
Löwenzahn u, s. w. Der Schmetterling schon im Mai und 
Juni. 

A. brunnea. Raupe im Herbst in Gesellschaft der vo- 
rigen auf Pleris aquilina. 

A. baja. Raupe im Herbste auf Atropa belladonna, im 
Frühling auf Primula elatior und officinalis. Flugzeit des 
Schmetterlings Juni bis Sept. Ob zwei Generationen? 

-A. pyrophila. Schmetterling noch Ende Sept. 

Aplecta herbida. Raupe im Herbste in Nadelholz- 
Waldungen nicht selten auf Pteris aquilina, im Frühling auf 
Brombeeren, Löwenzahn, Anthriscus sylvestris. Mit letzterer 
Pflanze ist sie äusserst leicht zu erziehen. Schmetterling schon 
im Mai und Juni. 

Polia rufocineta. Ausser den von mir früher in dieser 
Zeitschrift angezeigten Nahrungspflan/en liebt die Raupe noch 
Campanula rotundifoiia und gedeiht im Freien Mie im Zim- 
mer trefflich dabei. 

Polia nigrocincta, Var. nivescens Stdgr. Die Raupe 
dieser seltenen Var. (^?), die ich schon oft gefunden und auch 
vom Ei an erzogen habe, liebt besonders die Blätter von 
Dipsacus sylvestris, Silene nutans und inflata, Hieracium, Lö- 
wenzahn. Der Schmetterling hat nur wenige, warme, eng- 
begrenzte Flugplätze bei Oeftringen und Lenzburg und pflanzt 
sich nach meinen vieljährigen Beobachtungen stets in seiner 
prächtig hellen Färbung fort. Flugzeit: Ende Sept. und Oc- 
tober. Winterform: Ei. Auffallend ist, dass die hier eben- 
falls vorkommende Stammart nie unter jener gefunden wird, 
sondern eigene Flugplätze hat. 

Dianthoecia caesia. Raupe im jugendlichen Alter in 
den Samenkapseln von Silene nutans, später an den Blättern. 
In warmen Sommern im Schweiz. Jura in z\^ei Generationen. 
Erste im Mai und Anfangs Juni, zweite im August. 

D. xauthocyanea. Raupe auf Silene nutans, vom Juli 
bis September. 

D. albimacula. Raupe vom Juli bis September auf 
Silene nutans. Schmetterling im Jura schon im Mai bis erste 
Hälfte Juni. 

Mamestra serena. Herr Staatsanwalt Wilde sagt: 



195 

Erscheinungözeit sei Juli und August. Im Schweiz. Jura hat 
sie auch in nasskaltcn Sommern zwei Generationen. Erste 
April und erste Hälfte Mai, zweite Juli und August. 

Mam. marmorosa. Im Schweiz. Jura stets in zwei 
Generationen. Erste April und erste Hälfte Mai, zweite im 
Juli und August. 

M. nebulosa. Raupe im Frühling häufig auf Faulbaum. 



Zur Synonymie der Cryptocephaliden 

von C A. Dohrn. 



Im vierten Trimester der Bulletins de Moscou des Jahr- 
ganges I8ü3 S. 499 beschreibt Herr G. Stierlin einen Cry])to- 
cephalus aeneiis aus Sarepta, welcher nach den mir aus der- 
selben Quelle (von Herrn Alex. Becker) zugegangenen Exem- 
plaren der von meinem Freunde Suffrian in Linnaea entom. 
Band 8 S. 108 unter No. 40 beschriebene Cr. lateralis ist. 
Der Käfer lebt aufPyrethrum achilleaefolium. Ebenfalls von 
Herrn Becker aus Sare])ta wurde mir als Pachybrachjs astra- 
gali der von Herrn Stierlin im Bulletin 1. c. S. 500 unter 
diesem Namen beschriebene Käfer mitgetheilt. Dieser Name 
muss dem von Suffrian in Linn. ent. Band 9 S. 156 No. 9 
ertheilten P. vermicularis weichen. Der Käfer lebt auf 
Astragalus albicaulis. 

Herr v. Motschulsky hatte dieser Species in seiner Samm- 
lung den von Suffrian in seiner Beschreibung adoptirten Na- 
men mit der Vaterlaudsangabe „südöstliches Russland'' gege- 
ben. Suffrian's Zweifel 1. c, dass das Thier „in Europa" vor- 
komme, ist jetzt durch Herrn Becker's Fundort Sarepta be- 
seitigt, da politisch-geographisch Niemand dem Käferchen den 
europäischen Bürgerbrief vorenthalten wird. Freilich beweiset 
ein grosser Theil der Sareptaner Fauna mit iiiren Steppen- 
thieren (Platyope, Anatolica), Kleinasiaten (Eulasia), Sibi- 
riern (Cjmindis lateralis, Melolontha hololeuca), dass Europa 
und Asien in dieser Region zoologisch so gut wie gar keine 
Grenze haben. 

Ausser den beiden oben besprochenen Thieren verdankt 
die Sareptaner Fauna dem E'leisse und den Bemüliungen des 
Herrn Becker noch viele inleressante Bereicherungen, nament- 
lich auch aus der Gruppe der Cryptocephaliden. Der laut 
Angabe des verstorbenen Prof. Kunze ihm von Sarepta zu- 
gekommene Cr. coronatus war seit geraumer Zeit anschei- 



im 

nend verschollen, ist aber jetzt wieder durch Herrn Becker 
aufgefunden. Ihm verdanken wir ausser den zugänglicher 
gewordenen zierlichen Arten Cr. sesquistriatus, flexuosus, 
Boehmi, dem früher nur aus Sibirien bekannten limbellus, und 
der zuerst von Anton Dohrn als Sutt'riani, s])äter von Morawitz 
unter dem von ihm wieder eingezogenen Namen Beckeri be- 
schriebenen Art, auch noch eine zierliche ganz neue, welche 
auf Stejipen- Aitemisien lebt und im nächsten Hefte als Cr. 
Beckeri von Suffrian bescliriebcn werden wird. Ebenfalls 
neu ist ein von iiim entdeckter Stjlosomus cjlindricus. 



Zwitter und Missbildungen. 

Briefliche Mittheilung des Prof. Dr. |^oeb»er in AschalYenburg 
an Dr. Hagen. 



In Folge Ihrer Aufforderung in der entomologisclien Zei- 
tung bin ich so frei Ihnen mitzutheilen, dass ich einen voll- 
kommenen Z^^■itter von Saturnia Carpini besitze ^ derselbe ist 
vollkommen halbirt, rechts männlich, links weiblich, die w^eib- 
lichen Flügel ein wenig grösser, als die männlichen, und selbst 
die Hinterleibshälften in Bezug auf Form und Farbe nach dem 
Oesehlechte verschieden. Dieser Zwitter Avurde im Frühjahr 
1844 hier im Fluge gefangen und kam noch frisch in meine 
Hände; schon an seinem schwerfälligen Fluge war, wie mir 
der Ueberbringer sagte, etM'as Ungewöhnliches bemerkbar. 

Nebstdem befinden sich in meinem Besitze einige beson- 
ders interessante Missbildungen, z. B. 

1. Lucanus cervus $ mit einem Ansätze männlicher Man- 
dibeln, ganz so, wie Erichson (Insecten Deutschlands III ]>. 
938) ein solches Exemplar aus der Berliner k. Sammlung, 
vom Herbst stammend, beschreibt. Mein Exemplar ist ohne 
Mandibeln 18'" par. M. lang, die Mandibeln 5'" lang. Es 
wurde im Jahr 1829 in der Gegend von Meiningen gefunden 
und mir später eingehändigt. 

2. Lucanus cervus q , dessen Kopf auf eine merkwürdige 
Weise missgestaltet ist; derselbe ist nämlich so von links 
nach rechts gedrückt, dass der Kopfschild und die Oberlippe 
M'eit nach rechts in schräger Richtung liegen und auf der 
rechten Seite die Entfernung zwischen dem Voiderrande der 
Stirn und dem des Halsschildes nur ungefähr den dritten Theil 
so gross ist, als auf der linken Seite; die i echte Yorderecke 



197 

der Stirn springt nicht zalinförmig vor und fehlt hier der ge- 
wöhnlich unter dem Vovsprunge befestigte Fühler; das rechte 
Auge ist sclnnal elliptisch, ohne einspringenden Streifen des 
Slirnrandes, wäiirend das linke Auge normal gebildet ist; und 
endlich ist die linke Mandibel zwar normal gebildet, aber so 
nach rechts und unten gebogen, dass ihre Spitze über den 
rechten Seitenrand des Körpers hinaus ragt; die rechte Man- 
dibel dagegen ist ganz klein und in der Art knieförmig nach 
oben und hinten gebogen, dass ihre Spitze nach hinten etwas 
über den Vorderrand des Hilsschildes hinweg ragt; die linke 
Mandibel ist 7'" lang, die rechte kaum 4'", auch sehr be- 
deutend schmächtiger als jene, und zeigt zwischen ihrem Grunde 
und dem stumpfen Mittelzahn gar keine Zähne, zwischen die- 
sem und den beiden Endzähnen aber nur ein einziges stum- 
l)fes Zähnchen. Der ganze Käfer ist ausserdem normal ge- 
bildet und bis zum Grunde der linken Mandibel 18'" lang. 
Er wurde vor einigen Jahren im Spessart gefunden. 

3. Pentodon punctatus. Der Hinterkopf ist dick ange- 
schwollen, glatt, mit einer tiefen Längsfurche in der Mitte, 
to dass er zwei halbkugelige Massen darstellt, und tritt weit 
über den Vorderrand des Halsschildes hervor; hierdurch hat 
das Kopfschild eine vertikale Lage bekommen und die Augen 
ragen seitlich über die Vorderecken des Halsschildes hinaus, 
während zugleich ihr Hinterrand weit von dem Vorderrande 
des Halsschildes absteht. 



Intelligenz. 



Kitte: 

Seit geraumer Zeit fehlt mir in meiner Bibliothek ein 
Band von Curtis Brilii^h Entomology, und ich kann mich 
nicht entsinnen, wem ich ihn geliehen habe. Er enthält aus- 
schliesslich die Hymenoptera des ganzen Werkes und hat 
auf dem Rücken von ge])resster grüner Leinwand in Gold- 
(huck: Curtis British Entomology IV Hymenoptera. Ich bitte 
angelegentlich um die Rückgabe. 

Dr. C. A. Dohrn. 



198 

Alizeige. 

Die noch volltiländig vorhandenen und gut erhaltenen 
Kupferplatten zu Panzer's Deutschlands Insecten, Heft 1 bis 
110, werden demnächst zu einem andern Unternelimen ver- 
-Nvendet, also abgeschliffen. Ich mache die Besitzer von Exem- 
plaren dieses Werkes darauf aufmerksam, damit sie recht- 
zeitig für Ergänzung der fast in den meisten Exemplaren be- 
stehenden Defecte Sorge tragen. Einzelne Hefte liefere ich, 
wenn die Bestellung vor der Ostermesse 1864 eintrifft, zu 
1 Thlr., einzelne Blätter zu 2 Sgr., später stehen nur mehr 
complette Exemplare zur Verfügung; Heft 1 — 190 mit 3 
Bändchen Revision und 1 Index zu 88 Thlr., Heft 1 — 110 
mit 2 Bändchen Revision und 1 Index zu 60 Thlr., Heft 
111 — 190 mit 3 Bändchen Revision und 1 Index zu 38 Thlr.; 
die daraus als Separatabdruck erschienenen „Koch's Deutsch- 
lands Crustaceen, Myriapoden und Arachniden" 40 Hefte mit 
dem 3. Bändchen Revision zu 22 Thlr. ; die übrigen 40 Hefte 
ohne die in eben genanntem Werke gesammelten Crustaceen 
etc. zu 20 Tiilr. Diese Preise gelten nur bei directer Voraus- 
bezahlung an mich; durch Buchiiändler werden sie sich fast 
um y3 erhöhen. 

Regensburg in Bayern 1863. 

Dr. Herrich-Schäffer. 



Verlagswerke des Dr, Herrich-SchäfFer in 
Regensburg. 

JIB. nie beistellenden Preise g;elten nur bei «Urecter 
Vorausbezalilung; an denselben. 

Hübner Sammlung Europ. Schmetterlinge. 790 illum. Kupfer- 
tafeln. 130 Thlr. 

— Geschichte Europ. Schmetterlinge (Raupen), 419 ill. Kpftf. 
75 Thlr. 

— Sammlung exotischer Schmetterlinge, 491 Kpfrtf. und 2 
Titel, mit Index. 80 Thlr. 

— Zuträge zur Sammlung exotischer Schmetterlinge, 5 Bände 
mit Text und 172 ill. Kupf. — Der Text allein. 30 Thlr. 

— Verzeichniss bekannter Schmetterlinge. 1816. l Thlr. 

— Systemat. alphab. Verzeiclmiss. 1822. 4 Sgr. 
Herrich-Schäffer Systemat. Bearbeitung der Schmetterlinge 

von Europa. Regensburg 1843 — 1855. Gross Quart. 6 
Bände mit 636 illum. Kupfertaf. und 3(5 schwarzen Stein- 
tafeln. 130 Thlr. 



199 

— Dasselbe Buch ohne die 636 ilhim. Kupfertaf. 12 Thh-. 
Dasselbe auch noch ohne die 36 Steintaf. 9 Thir. 

-- Derselbe Text ohne Band I und ohne alle Tafeln. 9 Thlr. 

— Sjnonjmia Lepidopteroruni Euvopae 1856. l'/g Thlr. 

— Nomenciator Entomol. Regensburg- 1835. 1840. I. If. 
1% Thlr. 

— Lepidopterorum Exoticorum Species novae aut minus cog- 
nitae. Diurna tab. 24. Nocturna tab. 96. 120 ill. Kupler- 
taf. mit 52 Seiten Text. 33 Thlr. 

— Neue Schmetterlinge aus Europa und den angrenzenden 
Ländern. Heft 1 — 3, mit 26 illum. Kupfertafeln und Text. 
5 Thlr. . 

— Systemat. Verzeichniss der Schmetterlinge von Europa mit 
Angabe des Vaterlandes und Preisen. 1802. 4 Sgr. 

Correspondenzblatt des Zoologisch -mineralischen Vereines in 
Regensburg. Jahrg. 1-17. 1847—1863. 8 Thlr. 

Pränumeration für 1864, mit monatlicher frankirter Zusendung 
unter Kreuzband. 1 Thlr. 



Bei F. Savy in Paris, Rue Hautefeuille No. 24, ist 
erschienen : 

Sistoire naturelle des Lepidopteres, 

Par M. Mjucas^ 

(Director des entom. Museums im Jardin des Plantes, Verfasser der 
Explor. d'Algt'rie etc. etc.) 
Das Werk ist in z^^ ei, einzeln zu habende Bände getheilt 
Lepidopteres d'Europe und Lep. Exotiques; jeder Band 80 
Taleln mit 4(10 nach der Natur ausgemalten Arten enthaltend 
gross Octav in Leinwand gebunden, der Band für 25 Francs 
(ö'/a Rth.) 



^^^^ Bei Friedr. Fleischer in Leipzig ist erschienen: 

Linnaea Entomologica, Band 15 (Frey Ornix, A. Dohrn 
Emesa (Schluss), Suffrian südamer. Cryptocephalen) 
22 Bogen, Preis 2 Thlr. -^ f 



200 

Zu verkaufen: 

Die Sammlung Europäischer Orthopteren (so wie einiger 
exotischer) des verstorbenen Professor Yersin. Dieselbe be- 
steht in 74 sauberen, mit Kork ausgelegten Kästen und et«a 
5000 Exemplaren, m ovon die Hälfte Doubletten. Die Samm- 
lung ist äusserst sauber gehalten und mit grosser Sorgsamkeit 
bestimmt und geordnet; Varietäten, Altersstufen und Exem- 
plare der verschiedensten Fundorte sind vollständig vertreten. 
Preis 700 Francs. Anfragen sind franco an Mr. Lund am 
Musee d'histoire naturelle zu Geneve zu richten. 

H. de S a u s s u r e. 



Eniend.: S. 1-^4 Z. 35 hinter „dem" einzuschalten ..noch". 



Inhalt: 

Hagen: Phryganiden-Gehäuse. v.Heyden: Zur Acidalia Becke- 
raria. Gerstäcker: Einige neue Dolichopoden. Gärtner: Lepi- 
dopterologisclies. Mühlig: Zur Naturgeschichte der Coleophoren. 
Wocke: Lepidoptern-Fanna Norwegens. Wullschlegel : Ergän- 
zungen zu „Wildc's Pflanzen und Raupen Deutsrlilan<ls." C. A. 
Dohrn: Zur Synonj^mie der Cryptocephaliden. Doebner: Zwitter 
und Missbildungen. Intelligenz. 



-^n^j-ai-QC-eE«- 



Entomolosiüehe Zeitung 

herausgegeben 

von dem 

entoniologischen Vereine zu Stettin. 

Redaction- I" Commission bei den Buchhandl. 

„ . „^ ' ' ., V. E.S.Mittlerin Berlin u. Fr. Fleischer 

C. Ä. DohrD, Vereins- Präsident. in Leipzig. 

No. 7-9. 25. Jahrgang. Juli -Sept. 1864. 

Ein Beitrag zur Lepidopternfauna Norwegens 

von 
m. F. ^¥ocke. 

(Schluss.) 



Crambiis Furcatellus Zett. 

Die Exemplare vom Dovrefjeld haben dieselbe Grösse wie 
die aus den Alpen, die Hinterflügel sind weniger braungrau, 
sondern dunkel aschgrau, die Franzen aller Flügel viel heller 
weissgrau, bei dem einzigen $ an den Vorderflügeln mit Aus- 
nahme der braunen Flügelspitze schneeweiss, an den Hinter- 
flügeln gelblichweiss. Sonst bemerke ich keine Verschieden- 
heit. Das erste Exemplar, ein frisches c^, fing ich schon am 
24. Juni am Südwestabhang von Blaahoe bei Fokstuen, sechs 
andere Stücke, darunter nur ein $, bei Kongsvold auf höher 
gelegenen Wiesen vom 14. bis 17, Juli. 

Scoparia Murana Curt. 

Nur wenige Exemplare an Felsen bei Kongsvold den 17. 
und 27. Juli. 

Scoparia Imparella (Delaharpe) n. sp. 

Alis anter. angustis cinereis fusco-pulvereis, strigis duabus 
ad marginem inferiorem convergentibus albidis, postica ante 
medium angulata, punctis duobus signoque 8 cinereo-expleto 
fuscis. Exp. alar. 22— 24 mm. 

Am nächsten mit Valesialis und Parella Z. verwandt. 
Erstere hat noch etwas schmalere Flügel und eine weniger 
schräg auf dem Inuenrand stehende erste Querlinie, letztere 

14 



202 

ist kleiner, weisslieher. Von beiden unterscheidet sich Impa- 
rella dadurch, dass die zwei braunen Punkte hinter der ersten 
Querlinie nicht senkrecht untereinander stehen, sondern der 
obere nach hinten gerückt ist etc. 

Grösse des ^ gleich Valesialis, das ? ist nicht, wie bei 
dieser Art, kurzflüglichter, sondern ganz gleich dem 0^ und 
von diesem weder durch grellere Zeichnung noch hellere Farbe 
verschieden. Palpen etwas länger als der Kopf, oben dunkel- 
aschgrau, unten weisslich, Kopf und Fühler dunkelgrau, Rücken 
und Hinterleib oben dunkelgrau, unten weisslichgrau, die Be- 
haarung der Hinterleibsspitze etwas heller. Beine aschgrau. 
Vordertlügel gestreckt und wenig breiter als bei Valesialis, 
ihre Obers^te ist lieht aschgrau, mehr oder weniger mit duak- 
leren Atomen bestreut. Die Flügelwurzel ist sciimal braun- 
grau, die erste Querlinie beginnt am Vorderrand etwas vor 
dem ersten Drittel desselben und geht in schwach nach hin- 
ten convexem Bogen schräg zum Innenrand. In ihrer Mitte 
zeigt sie eine schwache Einbiegung, sie ist von hellaschgrauer 
Farbe, nach hinten braungrau gerandet. Dicht hinter ihrer 
Mitte steht ein brauner länglicher Punkt, der oft zu einem 
kleinen Strich verlängert ist, über demselben, etwas nach 
hinten gerückt ein kleinerer Punkt von derselben Farbe. Das 
Merkurzeichen ist meist deutlich scharf braun umschrieben, 
fceine Ausfüllung ist meist etwas dunkler grau als die Grund- 
farbe, nur bei einem Exemplar ebenso hell, bei einem andern 
im oberen Theil dunkler als im unteren, seine Gestalt ist die 
gewöhnliche einer 8, der obere Theil et^as grösser als der 
untere und an seinem oberen Rand undeutlich geschlossen, es 
liegt schräg und in seiner Längenachse parallel mit der ersten 
Querlinie und sein unterer Theil bleibt von der zweiten Quer- 
linie stets weiter entfernt als bei Valesialis. Zwischen dem 
Mittelzeichen und der hinteren Querlinie ist die Grundfarbe, 
besonders dem Vorderrande zu, am reinsten. Die hintere Quer- 
linie ist von gleicher Farbe wie die vordere, beiderseits braun- 
grau gerandet und immer sehr deutlich. Sie beginnt am Vor- 
derrand noch etwas näher der Flügelspite, als bei Valesialis, 
geht zuerst gradlinig etwa eine Linie M^eit dem Hinterrande 
parallel, biegt dann unter stumpfem Winkel nach aussen, um 
gleich wieder, einen abgerundeten Winkel bildend, bis zum 
inuenrand dem Hinterrand parallel zu laufen, kurz vor ihrem 
Ende eine kaum merkbare Einbuchtung nach innen erleidend. 
Afi ihrem äusseren Saum, sowohl am Vorder- als am Innen- 
rande, befindet sich ein mehr oder weniger umfangreicher 
braungrauer Fleck, ein gleicher undeutlich dreieckiger an der 
Mitte einer aus zusamraenfliessenden dunkelbraunen Punkten 
testehepden Saumlinie. Die Franzen sind hell bräunlichgrau, 



a03 

an ihrem Saum undeutlich dunkler gefleckt, mit deutlicher 
brauner Theilungslinie. Die Hinterflügel sind dunkel braun- 
grau, am Vorderrand etwas lichter, am Aussenrand am dun- 
kelsten. Vor demselben und parallel mit ihm verläuft eine 
oft undeutliche dunklere Bogenlinie. Die Querader ist meist 
etwas verdunkelt. P'ranzen hell bräunlichgrau mit dunkler 
Theilungslinie. Die Unterseite der Flügel ist aschgrau, seiden- 
glänzend, die Vorderflügel etwas dunkler als die Hinterflügel. 
Auf ersteren ist die zweite Querlinie sehr undeutlich, auf letz- 
teren die Bogenlinie deutlich dunkler. 

Ich fand von dieser Art etwa 20 Exemplare vom 14. 
Juni bis 14. Juli bei Fokstuen und Kongsvold in der Nähe 
der Gehöfte an Zäunen oder Felsen, auch einigemal in der 
Nacht bei Regenwetter freiwillig fliegend. Nach einer Mit- 
theilung des Herrn Delaharpe ist diese Art, von der ich ihm 
einige Stücke zur Ansicht sandte, mit seiner Imparella in lit. 
identisch, welchen Namen ich deshalb auch adoptirte. 

Eudorea Sudetica Z. 

Nur 1 (^ und 2 $ bei Kongsvold den 21. und 24. Juli 
an Felsen. Ohne Auszeichnung. 

Hypochalcia Auriciliella Hb. 

Nur ein verflogenes Exemplar bei Kongsvold Mitte Juli. 

Myelois Tetriceila SV. 

Ein Exemplar den 23. Juni bei Fokstuen von Birken 
geklopft. 

Tortrix Forsterana F. 

Wenige Exemplare Ende Juni bei Fokstuen im Sumpfe 
an Betula nana und Mitte Juli bei Kongsvold. Sie sind von 
der Grösse der deutschen, aber der dunklen Färbung der fin- 
märkischen Stücke. 

Tortrix Flavana Hb. 

Den 22. Juli bei Kongsvold ein einzelnes $ von gewöhn- 
licher Grösse und hellschwefelgelber Färbung der Vorder- 
flügel, die Hinterflügel gelb mit wenig grau. 

Tortrix Ministrana L. 

Von Mitte bis Ende Juni um Fokstuen häufig in allen 
Färbungen von der gewöhnlichen Form bis zu der dunkel- 
zimmtbraunen. 

Sciaphila Osseana Scop. 

Nur wenige Stücke an Berglehnen bei Kongsvold Mitte Juli. 



204 

Conchylis Deutschiana Zett. 

Von Anfang Juni bis Mitte Juli überall auf Dovrefjeld 
in Höhe von 2500 bis 4000' anzutieffen, doch nirgends zahl- 
reich. Diese Art ändert hier .sehr ab, M'ährend die in Fin- 
marken gesammelten Stücke mehr untereinander übereinstimm- 
ten. Die Grösse ändert von 13 bis 20mm, die Grundfarbe 
ist bald gesättigt stroligelb, bald bleich weisslichgelb, oft auch 
gelbbräunlich. Die braunen Zeichnungen sind gewöhnlicli dun- 
kel und f^charf begrenzt, bei einigen Exemplaren abgeblasst, 
bei wenigen mehr oder weniger vollständig fehlend. Diese 
letztere Varietät ist nun von Lutulentana HS. neue Schm. 35. 
nicht zu trennen. Herr Delaharpe in Lausanne, dem ich einige 
meiner Exemplare gesandt hatte, theilte mir mit, dass.er in 
der Schweiz neben Lutulentana auch echte Deutschiana, so- 
wie Uebergänge zwischen beiden gefangen habe. 

Conchylis Vulneratana Zett. 

Diese grosse und prächtige Art ist von Zetterstedt nach 
einem einzigen, wahrscheinlich nicht wohl erhaltenen S auf- 
gestellt. Ich beschreibe deshalb dieselbe nach gegen 20 Ex- 
emplare, worunter 4 $, nochmals. Grösse des o ^'i — ^'^i 
des $ 20 — 22 mm. Füliler braungrau, Palpen bräunlichgelb, 
Kopf und Thorax lebhaft hell zimmtbraun, Beine aschgrau 
mit gelblichen Gliederenden, Hinterschienen und Tarsen bleicli- 
gelb und grau gemischt behaart, Hinterleib dunkelgrau mit 
bei beiden Geschlechtern gelbem Ende. Vorderilügel von 
gleicher Gestalt wie bei Baumanniana, aber gestreckter, Wur- 
zelfeld hellocheigelb, scharf durch eine dem Saume ziemlich 
parallele Linie abgegrenzt, diese, so wie die hintere Hälfte 
des Vorderrandtlieils gelblichw^eiss glänzend, der Wurzeltlieil 
des Vorderrandes zimmtbraun. Mittelfeld am Innenrande dop- 
pelt so breit als am Vorderrande, meist dunkel-, selten hell- 
zimmtbraun, seitlich von Silberlinien begrenzt und von einer 
solchen am oberen Drittel durchbrochen. Hinter dem Mittel- 
felde erscheint ein hell ochergelbes Querband, das aber von 
gelblich silbernen Linien so verdeckt ist, dass nur in der Mitte 
die Grundfarbe sch^wach, gegen den Hinterwinkel zu stärker 
vortritt; in diesem Bande, etwas über der Flügelmitte, nahe 
dem Wittelfeid , befindet sich ein scharf begrenzter dunkel- 
brauner Punkt, am Vorderrande ein oder z^^ ei dunkel zimmt- 
braune Punkte oder Fleckchen. Der Spitzentheil des Flügels 
wird durch eine vom Vorderrand zum Hinterwinkel verlau- 
fende, zuerst nach innen, dann nach aussen geschwungene 
Silberlinie scharf abgeschnitten und ist mehr oder weniger 
dunkel zimmtbraun, bis auf einen ockergelben, von der Spitze 
am Hinterrande herabsehenden Wisch von verschiedener Breite, 



205 

bei einigen Exemplaren ist von diesem nur dicht unter der 
Spitze eine etwas hellere Stelle sichtbar. Franzen mit deut- 
licher Theilungslinie, hell zimmtfarben, ochergelb gefleckt. 
HinterflUgel dunkelgrau mit gelbgrauen, von dunkler Thei- 
lungslinie durchzogenen Franzen. Unterseite der VorderflUgel 
dunkelgrau, am Vorderrande und den Franzen gelbgefleckt, 
Hinterflügel blassgelblich, mehr oder weniger grau gegittert. 
Diese Art flog ziemlich selten auf den unterhalb Kongsvold 
gelegenen Wiesen bis hoch an die Abhänge der Knudshoe 
hinauf. Ihr Betragen war ganz das unserer Baumanniana. 

Penthina Betulaetana Hw, 
Leucomelana Gn. Capreana HS. 182. 
Von Ende Juni bis Mitte Juli einzeln auf Dovrefjeld auf 
Sumpfland um Weiden und Betula nana. 

Penthina Praelongana Gn. (Betuletana HS. 251, 

252.) 
Nur wenige Exemplare Ende Juni und Anfang Juli im 
Birkengehölz. 

Penthina Moestana Wk. 

Etwa ein Dutzend zum Theil beschädigte Exemplare fing 
ich bei Fokstuen im Sumpfe um Salix lanata, ein einzelnes 
§ noch am 10. Juli bei Kongsvold. Sie gleichen vollständig 
den in Finmarken gesammelten Stücken, bis auf die meist ein 
wenig geringere Grösse. 

Penthina Sauciana Hb. 

Nur ein gewöhnliches r^ bei Kongsvold im Birkenwald 
den 10. Juli. 

Penthina Pyrolana Wk. 

Ein frisches $ am 4. Juli bei Kongsvold. Es gleicht ge- 
nau meinen schlesischen Exemplaren. Pyrola secunda wächst 
nicht auf Dovrefjeld, wohl aber häufig rotundifolia. 

Penthina Mygindana SV. 

War in der zweiten Hälfte des Juni bei Fokstuen auf 
trockenen, reichlich mit Vaccinium Vitis idaea bewachsenen 
Plätzen häufig. 

Penthina Arbutella L. 

An ähnlichen Plätzen wie die vorige um Arctostaphylos 
alpina einzeln in der zweiten Hälfte des Juni. Ein ,^ zog 
ich den 21. Juni aus einer in einem Blatt dieser Pflanze ge- 
fundenen Puppe. 



206 

Penthina Metallicana Hb. 

War auf den Wiesen bei Kongsvold keine Seltenheit, 
doch lange nicht so häufig wie in Finmarken. Die Veränder- 
lichkeit dieser Art geht noch weiter, als ich bisher glaubte, 
denn unter den auf Dovrefjeld gefangenen Stücken befinden 
sich einige mit ganz einfarbigen Vorderflügeln, die sich von 
Sudetana nur durch etwas bedeutendere Grösse unterscheiden. 
Da nun bei den Sudetana des Riesengebirges die Bleilinien 
denselben Verlauf haben, wie bei Metallicana, so fängt mir 
auch jene Art an, sehr verdächtig zu werden. 

Penthina Rivulana Scop. 

Einige Exemplare bei Drivstuen den 22. Juli, nicht höher 
als höchstens 2000'. 

Penthina Lacunana SV. 

Anfang Juli nicht selten bei Kongsvold auf den Wiesen. 

Penthina Lucivagana Z. 

Nur mit Rivulana zusammen den 22. Juli bei Drivstuen, 

Penthina Furfurana Hw. 

Nur ein Exemplar auf Blaahoe am 15. Juni. 

Penthina Schulziana F. 

Von Mitte Juni bis Mitte Juli überall auf Sumpfboden 
gemein. 

Grrapholitha Nemorivaga Tgstr. 

Bei Christiansand sammelte ich am 26. Mai an derselben 
Stelle, an der ich zwei Jahre früher die Raupen entdeckt, 
wieder eine Anzahl Raupen und Puppen, aus denen mir im 
Juni und Juli die Falter auskrochen. Auf Dovrefjeld fing ich 
an den Abhängen von Blaahoe bei Fokstuen an Arctostaphy- 
los alpina einige Schmetterlinge von Mitte bis Ende Juni. 
Diese Dovrenser Exemplare sind meist etwas grösser und we- 
niger scharf gezeichnet, als die aus dem südlichen Norwegen 
und gleichen darin einem wahrscheinlich von Teng&troem her- 
rührenden Stücke, das ich von Dr. Staudinger zur Ansicht 
erhielt. 

Grapholitha Sinuana SV. 

Den 1. August sammelte ich auf Stigfjeld in Romsdalen 
in bedeutender Höhe ganz in der Nähe eines kleinen Glet- 
schers eine Anzahl Raupen an Birken, die mir gegen Ende 
des Monats und Anfang September auskamen. Die Schmetter- 



207 

linge sind von gewölinlichei- Grösse, alle ganz glekh licht- 
braun gefärbt, ohne helleren Innenrandfleck. 

Grapholitha Biscutana Wk. 

Die Raupe dieses Wicklers lebt auf den Sümpfen bei 
Fokstuen im Juni in grosser Menge zwischen zusammenge- 
sponnenen Blättern von Betula nana, sie ist von schmutzig 
dunkelgelbgrüner Farbe mit dunkleren, feine Härchen tragen- 
den Wärzclien. Kopf und Brustfüsse sind dunkelbraun. Ihre 
Entwicklung erfolgte während meiner Rückreise Anfang August. 

Grapholitha Sublimana HS. 

Ein grosses frisches $ von sehr heller Färbung fing ioh 
auf Blaahoe bei Fokstuen am 18. Juni an Betula nana, ein 
ziemlich verflogenes (^ auf Knudshoe bei Kongsvold an der- 
selben Pflanze am 10. Juli. 

Grapholitha Duplicana Zett. 

Ein grosses (^ den 22. Juli bei Drivstuen. 

Grapholitha Dorsana F. 

Ein kleines rj, aber ohne sonstige Abweichung fing ich 
bei Loiten den 31. Mai. 

Grapholitha Phacana n. sp. ' 

Capite fusco; alis anterioribus nigro-fuscis, macula dorsali 
subquadrata strigulis una vel tribus divisa alba, striolis costa- 
libus serieque punctorum ante marginem posticum albis, lineis 
anguli analis duabus plumbeis rectis^ alis posterioribus fusco- 
cinereis. Exp, alarum 11 — 14mm. 

Dieser Art scheint die mir unbekannte Gr. Aureolana 
Tengstr. Bidrag p. 89 sehr nahe zu stehen, diese soll aber 
(Anmaerk. etc. p. 168) bis zur Spitze weisse Hinterflügel mit 
grünlich blauem Schimmer haben. Am nächsten steht Pha- 
cana der Coronillana Z., unterscheidet sich aber leicht von 
ihr durch bedeutendere Grösse, breiteren Innenrandfleck und 
die weissen Punkte am Hinterrand der Vorderflügel. Von 
der entfernter stehenden Compositella F. ausserdem noch durch 
die nie so regelmässig geviertheilte Dorsalmakel und die dunk- 
leren Hinterflügel des ^. 

Kopf mit den Fühlern und Rücken dunkelbraun, Behaa- 
rung der Palpen braun und gelbgrau gemischt. Hinterleib 
oben dunkel braungrau, unten mit grauen glänzenden Schup- 
pen bekleidet, Afterhaare des S gelblich. Beine gelbgrau, 
schimmernd. Vorderflügel gestreckt, schwärzlichbraun. Vor 
der Hälfte des Vorderrandes ein schräg nach aussen gerich- 



208 

tetes weisses Häkchenpaar, das bei den meisten Exemplaren 
an seinem unteren Theil durch dunkle, manchmal bleiglän- 
zende Beschuppung vermischt erscheint, weiter hinten folgen 
noch 6 undeutlich paarweise gestellte weisse oder gelblich- 
weisse Häkchen, deren Enden gewöhnlich bleiglänzend sind. 
Ziemlich in der Blitte des Innenrandes liegt die Makel in Ge- 
stalt eines etwas schief nach hinten geneigten Vierecks, un- 
gefähr ein Drittel höher als breit. Diese ist vom Innenrande 
aus in der Mitte stets durcli einen braunen Strich gespalten, 
der sie in der Regel vollständig theilt; bei einigen Exemplaren 
wird dieser Strich am oberen Rande dünner, nur bei einem 
erreicht er den oberen Rand nicht. Parallel mit diesem Mit- 
telstrich geht gewöhnlich noch an jeder Seite desselben eine 
feine braune Linie durch die Makel. Diese Linien sind aber 
meist unvollständig, oft nur durch Punkte angedeutet, selten 
fehlen sie ganz, oft auch sind sie auf beiden Flügeln von ver- 
schiedener Beschaffenheit. An der Stelle des Spiegelfeldes 
befinden sich zwei senkrecht vom Analwinkel bis etwas über 
die Mitte der Flügelbreite aufsteigende Bleilinien, die gewöhn- 
lich zu einem Streif verschmolzen sind, sie verbinden sich 
durch eine meist unterbrochene Bleilinie mit dem zweiten 
Häkchenpaar. Dicht vor dem Hiuterrand liegt vom Anal- 
winkel aufwärts eine Reihe Aveisslicher Fleckchen, deren ober- 
ster unter der Flügelspitze oft etwas grösser ist, als die übri- 
gen und bei einem Exemplar sich als weisser Wisch bis durch 
die Franzen erstreckt. Die Flügelspitze selbst bleibt dunkel- 
braun. Saumlinie breit schwarzbraun, Franzen grau oder 
weisslichgrau, an der Flügelspitze am dunkelsten. Hinterflügel 
dunkel bräunlichgrau, beim ,^ an der Wurzel nur wenig lich- 
ter. Franzen weissgrau oder «'cisslich mit dunkler Theilungs- 
linie dicht an ihrer Basis. Unterseite dunkel gelbgrau, schim- 
mernd , die Vorderrandhäkchen in der Regel alle vorhanden, 
manchmal das erste Paar fehlend , bei einem Exemplar der 
Vorderrand von der Wurzel bis dicht an das erste Häkchen- 
paar weisslich. Franzen wie oben. 

Diese Art fand ich von Anfang bis Mitte Juli auf den 
Wiesen bei Kongsvold an Phaca astragalina und oroboides, 
seltener an Ph. frigida, und zwar meist an den Biüthen 
sitzend. 

Graphölitha Augustana Hb. 

Die Raupe auf Dovrefjeld häufig im Juni in den Herz- 
blättern der Wollweiden. 

Graphölitha Mercuriana Hb. 

Auf Stigtjeld bei Veblungsnaes am I. August nicht selten. 



209 

Grapholitha Ericetana HS. 

Den 23. und 24. Juni drei Exemplare bei Fok.stuen ge- 
fangen. 

Grapholitha Quadrana Hb. 

War bei Fokstuen in den trockneren Birkengehölzen nicht 
selten bis Mitte Juni. Auch bei Kongsvold am 2. Juli noch 
ein schlechtes 2. 

Grapholitha Uncella SV. 

Bis Mitte Juni einzeln um Fokstuen. 

Grapholitha Diminütana Hw. 
Am 9. Juni ein Exemplar bei Fokstuen. 

Grapholitha Myrtillana Tr. 

Mitte Juni ziemlich selten im Walde zwischen Dombaas 
und Fokstuen. 

Rhopobota Naevana Hb. 

Am 31. Juli nicht selten bei Veblungsnaes an Abhängen 
in der Nähe des Fjords. 

Talaeporia Borealis Wk. 

Nur wenige Säcke fand ich bei Fokstuen in den ersten 
Tagen des Juni an Steinen, leider zog ich nur zwei ?. 

Solenobia Pineti Z. 

Bei Fokstuen einige Säcke an Birkenstämmen gefunden 
und erzogen. Die Exemplare weichen von den schlesischen 
gar nicht ab. 

Lypusa Maurella SV. 

Ein einziges q im Birkenwald bei Kongsvold am 2. Juli. 

Tinea Rusticella Hb. Var. Spilotella Tgstr. 
Nur drei Exemplare den 1, 11. und 15. Juni bei Fokstuen. 

Tinea Fulvimitrella Sod. 

Zwei $ an Birkenstämmen bei Kongsvold den 12. und 
24. Juli. Dieselben sind von bedeutender Grösse, die weissen 
Flecken sehr gross, besonders der Fleck zunächst dem Hinter- 
winkel sehr lang gezogen. Bei dem einen Stück sind die 
Franzen der Vorderflügel weissgrau mit breiter dunkler Thei- 
lungslinie und drei dunkleren Fleckchen. 



Tinea Pellionella L. 

Zwei $ Anfang Juli in meinem Zimmer zu Kongsvold. 

Tinea Bistrigella Hw. 

Den 23. Juni sechs Exemplare im Torfsumpf bei Fokstuen 
um Betula nana gefangen, von denen nur eines ein weisses 
Pünktchen hinter der zweiten Querlinie zeigt. Ein schönes S 
am 5. Juli an ähnlicher Localität bei Kongsvold gefangen, 
führt ebenfalls diesen Punkt, hat aber ausserdem die hintere 
Querlinie in ihrer Mitte breit unterbrochen und den Vorder- 
randtheil derselben zu einem dreieckigen Fleck umgestaltet. 

Lampronia Praelatella SV. 

War in einem feuchten Birkengehölz bei Kongsvold in 
der ersten Hälfte des Juli ziemlich häufig, doch nur S. Die- 
selben weichen von den schlesischen Exemplaren nicht ab 
und zeigen die Querbinde stets vollständig. 

Incurvaria Pectinea Hw. 

Am 30. Mai einige Paare bei Loiten. Am 16. Juni ein 
Pärchen bei Fokstuen. Nur die letzteren weichen von meinen 
schlesischen Exemplaren durch geringere Grösse und bleichere 
Färbung unbedeutend ab. 

Incurvaria Vetulella Zett. 

War Ende Juni und Anfang Juli auf Dovrefjeld einzeln 
an Berglehnen um Betula nana zu finden. Die Exemplare 
sind alle grösser als meine deutschen und finmärkischen und 
sehr dunkel gefärbt, auch befindet sich keine einzige Var. Cir- 
culella darunter, sondern alle gehören zu meinen Var. a, b 
und c. 

Incurvaria Rupella SV. 

Am 19. Juli bei Kongsvold sechs Exemplare, darunter 
zwei $ in Gesellschaft von Praelatella gefunden. Bei allen 
ist der erste Vorderrandsfleck sehr klein, bei einem ^ fast 
verschwunden. 

Micropteryx Unimaculella Zett. 
Anfangs Juni wenige schon verflogene Stücke an Birken 
Fokstuen. 

Nemophora Panzerella Hb. 

Am 7. Juli Abends im Regen zwei <S auf Vaarstien bei 
Kongsvold gefangen. 



um 



211 

Adela Rufimitrella Scop. 

Am 16. Juni und 6. Juli je ein ^ an blühenden Cruci- 
feren gefangen. Von ihnen hat das eine nur einen kleinen, 
das andere gar keinen Innenrandfleck. 

Adela Esmarkella n. sp. 

Alis anterioribus fuscescenti-aureis nigro-vel violaceo-stria- 
tis, fascia postica aurea violaceo-marginata; antennis maris 
corpus fere triplum, feminae duplum longis, bis basi nudis. 
Expansio alar. 18— 19 mm. 

Von gleicher Grösse und sehr ähnlich der Degeerella, ver- 
schieden von ihr durch dunklere Färbung, kürzere und beim 
$ nicht behaarte Fühler, breitere und weniger zugespitzte 
Vorder- und Hinterflügel. 

Kopf rotligelb behaart, Fühler mit dickem Wurzelglied, 
die des c^ 18 mm lang, dünn, bis ein Drittel ihrer Länge kupf- 
rig braun, von da allmälig weiss werdend, die des $ 11mm 
lang, etwas dicker als beim (^, aber nackt, bis fast % ihrer 
Länge kupfrigbraun, dann weiss. Gesicht kupferglänzend. 
Taster klein, spitz, schwärzlich, dünn mit schwarzen Borsten 
besetzt. Rücken schwärzlich mit Kupferschimmer. Beine gelb- 
lich. Vorder- und Mittelschienen aussen kupferbraun. Hinter- 
schienen gelb, glänzend, am Ende bräunlich mit violettem 
Glanz. Hinterleib kupferbraun. Vorderflügel bei beiden Ge- 
schlechtern gleich gross, ziemlich breit, wenig zugespitzt, 
bräunlich goldgelb, wenig glänzend, bald etwas heller, bald 
dunkler. Die dunklen Längslinien haben dieselbe Lage wie 
bei Degeerella, sind aber meist dicker und enden an der Ein- 
fassung der Mittelbinde, hängen auch manchmal mit ihr zu- 
sammen, sie sind stets metallisch glänzend, kupfrig oder stahl- 
blau. Die Mittelbinde hat dieselbe Lage wie bei Degeerella, 
ist aber in der Breite sehr veränderlich, oft in der Mitte stark 
eingeschnürt, und oft ist diese Verengerung so stark, dass die 
Binde aus zwei zusammen geflossenen Gegenflecken gebildet 
erscheint, bei einem Exemplar ist sie sogar vollkommen un- 
terbrochen. Ihre Farbe ist ein helleres oder dunkleres Gold- 
gelb, sie ist beiderseits von einem metallisch violetten oder 
stahlblauen nach aussen fein, nach innen breiter schwarz ge- 
randeten Bande eingefasst. Die den hinter der Binde befind- 
lichen Spitzentheil des Flügels durchziehenden Adern sind 
schwarz mit violettem Glanz, sie erreichen stets die Einfas- 
sung der Binde und sind an ihr am stärksten und dunkelsten, 
gegen den Hinterrand zu verblassen sie oft, besonders beim 
cJ, und verschwinden hier manchmal vollständig in der Grund- 
farbe, in der sie sich dann nur durch ihren Metallglanz aus- 
zeichnen. Franzen messingglänzend. Hinterflügel breiter und 



21d 

mit abgerundeter Spitze als bei Degeerella, wie bei dieser 
gefärbt. Unterseite violettbraun. Vorderflügel gegen die 
Spitze zu messingglänzend, die Mittelbinde scheint mehr oder 
weniger verloschen durch. Die Hinterflügel führen am Vor- 
derrande einen kleinen, meist verloschenen gelblichen Fleck, 
der selten ganz fehlt und nur bei sehr hellen $ so deutlich 
und hell ist, wie bei Sulzella. 

Esmarkella, die ich nach dem verdienstvollen Schöpfer 
der entomologischen Sammlung der Universität zu Christiania, 
Herrn Lector Esmark, benannt habe, fliegt auf Dovrefjeld 
ziemlich verbreitet in einer Höhe von 30U0 bis über 4000' 
von Mitte Juni bis Anfang Juli um Betula nana, in deren 
Büschen sie sich mei.-t versteckt hielt. Nur einmal sah ich 
einige <^ im Schutz der Sträucher einen Tanz versuchen, wie 
ihn Degeerella und andere verwandte Arten aufführen, der 
aber hier von Wind und Kegen nur selten gestattet wird. 
Die $ waren übrigens auffallend seltener als die i^. 

Swammerdamia Conspersella Tgstr. 
Nur wenige Exemplare den 24. und 28. Juni im Walde 
bei Dombaas. 

Plutella Cruciferarum Z. 

Einige Exemplare im Juni bei Fokstuen. 

Plutella Annulatclla Curt. 

Nur in überwinterten Exemplaren den 29. und 3i). Mai 
bei Sigstadt und Hamar, so wie Anfang Juni bei Fokstuen 
in der Nähe der Häuser nicht häufig. 

Plutella Dalella Stt. 

War Anfang Juni sehr häufig um Fokstuen in überwin- 
terten und meist stark beschädigten Exemplaren. 

Depressaria Ap plana F. 

Den 21. Juli sammelte ich bei Drivstuen an Heracleum- 
Blättern einige Raupen, aus welchen ich gegen Ende August 
die Falter erhielt. 

Depressaria Pimpinellae Z. 

Ebenfalls aus bei Drivstuen gesammelten Raup'.'n erzogen. 
Die Schmetterlinge sind von gleicher Grösse, aber bedeutend 
dunkler als die schlesischen. 

Gelechia Tarandella n. sp. 

Alis anterioribus nigrescenti-cinereis, maculis duabus disci, 



213 

una plicae nigri.«, fascia postica albida. Expausio alavum (^ 
18-20, $ 16 mm. 

Hat oberflächliclie Aelinlichkeit mit VeJocella, von der 
sie sich aber ausser durch bedeutendere Grösse und schlan- 
kere Gestalt, durch die stets deutlichen schwarzen Makeln 
der Vorderflügel und die schärfer zugespitzten Hinterflügel 
unterscheidet. Grösse und Gestalt von Continuella. Kopf mit 
Palpen und Fühlern, Rücken und Hinterleib schwärzlich. Das 
zweite Palpenglied dick, aber mehr anliegend beschuppt als 
bei Velocella. Beine sclnvärzlichgrau mit weissen Gelenk- 
enden; die Mittelschienen zeigen an der Lichtseite bald hinter 
der Hälfte ihrer Länge einen länglichen, schrägen, weissen 
Fleck, der nach längerem Fluge undeutlich M-ird, Ende der 
Mittelschienen weiss. Hinterbeine an der Innenseite gelbgrau 
behaart, an der Aussenseite dunkelgrau mit einzelnen weiss- 
lichen Scliuppen, die Dornen der Hinterschienen weisslich, an 
der Insertionsstelle des oberen Paares ein weisser unvollstän- 
diger King. Vorderflügel sch-wärzlichgrau, ziemlich in der 
Mitte des Flügels liegt ein dicker, länglicher, weiter nach 
hinten ein mehr rundlicher, tief schMarzer Fleck, unter dem 
ersten etwas nach innen in der Falte ein schwarzer Strich. 
Alle drei Makeln sind von weissen Schuppen mehr oder we- 
niger umgeben. Am Ende des zweiten Flügeldrittels liegt die 
oft verloschene Querbinde, von der beim rS" der Vorderrand- 
theil am deutlichsten ist. Sie steht senkrecht und verläuft 
gerade vom Vorderrand zum Hinterwinkel, nur bei einigen 
Exemplaren zeigt sie in ihrer Mitte eine schwache zahnartige 
Biegung nach au.'sen. Bei dem einzigen $ ist die Binde rein 
weiss. Das hinterste Drittel der Vorderflügel erscheint meist 
durch eingemengte weissliche Schuppen etwas lichter. Saum- 
linie undeutlich, schwarz. Fianzen aschgrau mit dunklerer 
Theilungslinie. Hinterflügel etwas breiter als die vorderen, 
mit ein wenig vorgezogener Spitze, dunkel aschgrau mit hel- 
leren Franzen. 

Diese Art fing ich von Mitte bis Ende Juni einzeln auf 
den höheren Bergen um Fokstuen um 4000 bis 5000', vor- 
züglich auf Blaahoe. 

Gelechia Continuella Z. 

War in den Birkengehölzen bei Fokstuen den ganzen 
Juni hindurch einzeln zu finden. 

Gelechia Ericetella Hb. 

Am 14. Juni ein kleines ^ im Walde bei Dombaas. 

Gelechia Infernalis HS. 

Vom 12. bis Ende Juni wenige Exemplare im Birkenge- 



214 

büsch bei Foksluen, ganz gleich den Exemplaren aus Fin- 
marken. 

Gelechia Perspersella Wk. 

Am 10. Juli ein einzelnes $ bei Kongsvold. 

Gelechia Diffinis Hw. 

Am 22. Juli einige Exemplare bei Drivstuen. 

Gelechia Longicornis Hw. 

Ich fing nur ein verregnetes kleines $ am 13. Juni bei 
Fokstuen. 

Gelechia Lugubrella F. 

Einzelne in Birkengehölz vom 27. Juni bis Ende Juli. 

Gelechia Viduella F. 

Von Anfang Juni bis Mitte Juli auf sumpfigen Stellen um 
Betula nana bis etwa 4000' hoch. Die Exemplare haben zum 
Theil selir feine weisse Zeichnungen, die hintere Binde er- 
scheint manchmal etwas schräger als gewöhnlich; solche Ex- 
emplare gleichen dann vollkommen einem 3^, das ich als Lucti- 
ferella HS. n. Seh. 42. von Herrn Delaharpe erhielt; das zu 
diesem gehörige, mit dem (^ an gleichem Orte gefangene $ 
unterscheidet sich von nordischen $ nur durch geringere Grösse. 
Ich kann daher Luctiferella HS. nur als Varietät von Viduella 
betrachten. 

Gelechia Ligulella SV. 

Zwei Exemplare bei Drivstuen am 22. Juli. 

Pleurota Bicostella L. 

W^enige Exemplare am Südabhang von Nystuhoe bei 
Kongsvold am 10. Juli. 

Anckinia Daphnella SV. 

Den 22. Juli sammelte ich eine Anzahl Raupen und Pup- 
pen bei Drivstuen, aus welchen ich Ende Juli und Anfang 
August die sehr kleinen, sonst aber nicht ausgezeichneten 
Falter erhielt. 

Oecophora Sulphurella Hb. 
Ende Juni einzeln um Fokstuen. 

Oecophora Fulviguttella Z. 

Einige den deutschen vollkommen gleichende Exemplare 
10. bis 14. Juli auf Wiesen bei Kongsvold. 



215 

Glyphipteryx Bergstraesserella F. 
Am 19. Juli auf einer nassen Wiese auf dem linken Ufer 
des Drivelv ein Exemplar. 

Aechmia Haworthana Stp. 

War in der ersten Hälfte des Juni auf den Sümpfen um 
Fokstuen selten. 

Argyresthia Deeimella Stt. Sup. Cat. p. 10. Ins. 
brit. p. 189. 

Nach der Besehreibung, die Stainton von seiner Deeimella 
giebt, würde ich nicht gewagt haben, meine norwegische Art 
dafür zu erklären, und ich thue dies nur nach der Bestim- 
mung des Autors selbst, dem ich drei meiner Exemplare vor- 
gelegt habe. Da Stainton nur nach einem nicht wohl erhal- 
tenen Exemplar die Art aufstellte, so halte ich eine neue Be- 
schreibung nach fünf gut erhaltenen Stücken nicht für über- 
flüssig. 

Deeimella ist der Dilectella Z. am nächsten verwandt, 
welche aber mehr golden und lilaschimmernd ist. Einige 
Aehnlichkeit mit ihr muss auch die mir noch unbekannt ge- 
bliebene Inauratella Tg&tr. haben. Kopf weiss behaart, Stirn 
und Palpen gelblich. Fühlerwurzel erweitert, gelblich. Geissei 
bis zur Spitze weiss und braun geringelt, Rückenschild weiss 
mit gelblichen Schulterdecken, Beine gelblich, glänzend, die 
vorderen stellenweise gebräunt und mit braunen Gelenkenden, 
Hinterleib fleischfarben. Vorderflügel trübweiss, unregelmässig 
goldig gefleckt. Der Vorderrand weiss mit einzelnen feinen 
goldbraunen Fleckchen und Punkten, dicht unter ihm geht 
eine blass goldne Strieme bis zur Flügelraitte, unter der Falte 
über dem Innenrand eine ähnliche, die aber etwas früher ab- 
bricht. Dicht hinter der Mitte geht eine goldbraune Binde 
in sanft geschwungenem Bogen, etwas schräg nach aussen 
gewendet vom Innen- zum Vorderrand, an diesem ist sie in 
der Regel etwas verschmälert. Hinter ihr bis zur Flügelspitze 
liegen zahlreiche goldbraune Fleckchen, unter denen manch- 
mal zwei etwas grössere Gegenflecke noch eine undeutliche, 
dicht vor der Flügelspitze gelegene sehr schräge Querlinie 
bilden. Die Flügelspitze selbst ist dunkel goldigbraun; von 
einem schwarzen Punkt, den Stainton angiebt, sehe ich keine 
Spur. Franzen bräunlichweiss, gegen die Flügelspitze dunk- 
ler und dort mit der Spur einer braunen Theilungslinie. Hin- 
terflügel hellgrau, glänzend, mit weisslichen Franzen. Unter- 
seite glänzend, die Vorderflügel licht gelbgrau, die Hinterflügel 
mehr grau. Ich fand eine Anzahl Exemplare dieser Art am 



21G 

Romsdalsfjord , nahe bei Veblungsnaes , auf einem sandigen 
Abhang an Juniperus, den 31. Juli. 

Argyresthia Abdominalis Z. 

Ein Exemplar den 24. Juli bei Kongsvold. 

Argyresthia Sorbiella Tr. 
Nur bei Drivstuen am 22. Juli. 

Argyresthia Aurulentella Z. 

Bei Veblungsnaes am 31. Juli an Juniperus sehr häufig. 

Ornix Betulae Stt. 

Selten im Birkengehölz bei Fokstuen Mitte Juni. 

Ornix Poly gvammella Wk. 

Nur ein Exemplar am 15. Juni auf einem Torfsumpf bei 
Fokstuen. 

Ornix Interruptella Zett. 

War auf den Sümpfen des Dovrefjeld überall anzutreffen, 
aber stets einzeln. Ich fing sie vom 4. Juni bis 5. Juli. 

Coleophora Orbitella Z. Annulatella Tgstr. 

Caespititiella Z. 
Alle drei Arten einzeln um Fokstuen in der letzten Hälfte 
des Juni. 

Coleophora Lineariella Z. 

Drei Exemplare bei Fokstuen und Kongsvold am 24. Juni 
und 2. Juli gefangen, zeigen keinen Unterschied von meinen 
deutschen Stücken. 

Chauliödus Chaerophyllellus Goeze. 

Flog bei Sigstadt und Leiten in der Nacht vom 29. zum 
30. Mai um Gehöfte in grosser Menge, aber meist durch die 
Ueberwinterung gebleicht und verdorben. 

Chrysocorys Festaliella Hb. 

Am 30. Mai ein Stück bei Sigstadt im Erlengehölz. 

Lithocolletis Ulmifoliella Hb. 
Bei Fokstuen selten Ende Juni. 

Nepticula Spec. $. 

Eine Nepticula-Art, die wohl neu sein wird, fing ich bei 



217 

Fokstuen Mitte Juni in zwei geflogenen Exemplaren. Sie hat 
Aehnlichkeit mit Salicis, aber einen schwarzen Kopf. 

Platyptilus Zetterstedtii Z. 

Nur bei Drivstuen am 22. Juli, aber dort nicht selten. 

Platyptilus Fischeri Z. 

Nur zwei Exemplare am Südabhang von Nystuhoe bei 
Kongsvold an Antennaria alpina. 

Platyptilus Acanthodactylus Hb. 

Einige überwinterte und abgeflogene Exemplare den 30. 
Mai bei Sigstadt und ein frisches rj den Juli bei Kongsvold 
gefangen. 

Pterophorus Fuscus Retz. 

Den 22. Juli bei Drivstuen 4 Exemplare. Diese sind von 
gewöhnlicher Grösse und weichen nur durch eine viel dunk- 
lere Färbung von den deutschen ab. 

Pterophorus Pelidnodactylus Stein. Var. Bo- 
realis. 

Minor; alis anterioribus obscure cinereis, dense albo-pul- 
vereis. 

Ich wage nicht, die Abweichungen der gefangenen, unter 
einander fast ganz übereinstimmenden 8 (^ und 1 $ zur Auf- 
stellung einer neuen Art zu benutzen, sondern betrachte sie 
lieber als durch die Wirkung des nördlichen Klima's bedingt. 
Die Unterschiede von unserm gewöhnlichen Pelidnodactylus 
sind folgende: Die Grösse ist etwas geringer, (^ 19 — 24, $ 
18y2mm. Die Grundfarbe ist dunkler grau, nicht bräunlich, 
die Vorderflügel sind besonders im Mittelraume dicht weiss 
bestäubt, welche Bestäubung sich bis in den Vordergipfel er- 
streckt und dort den Längswisch umgiebt. Die Makel vor 
der Spaltung besteht deutlich aus zwei zusammenfliessenden 
Flecken, von welchen der obere den unteren etwas nach innen 
überragt. Die Franzen des Vorderzipfels innerhalb der Spalte 
sind rein weiss, am Hinterrand ist ihre innere Hälfte weiss, 
die äussere aschgrau, an der Flügelspitze jedoch sind sie da, 
wo sie an die dunkelbraunen Vorderrandfranzeu grenzen, an 
einer kleinen Stelle ganz weiss. Die besonders an den Seiten 
dichte, weisse Beschuppung der ersten Hinterleibssegmente des 
Pelidnod. fehlt hier entweder ganz, oder ist doch nur sehr 
unbedeutend. 

Ich fing die 9 Exemplare vom 15. bis 24. Juli einzeln in 
der Nähe von Vaarstien in Drivdalen bei den oberhalb gele- 
genen Sennhütten. 

15 



äl8 

Ptei'ophorus Tephradacty Jus Hb. Var. ' = 

Ein einzelnes, am 14. Juli auf Vaarstien an Solidago ge- 
fangenes rj, das vielleicht einer eigenen Art angehört. Die 
Grösse ist wie die meiner grö&sten schlesischen Tephrad. 
22mm. Kopf und Fühler dunkel gelbgrau, Rücken, Beine und 
Hinterleib heller gelbgrau, letzterer mit eingemengten dunkel- 
grauen Haaren. Die Färbung der Vorderflügel ist ebenfalls 
gelblichgrau, die der Hinterflügel dunkler. Die Punkte der 
Vorderflügel sind genau wie bei Tephradactylus. 



Alphabetisches Verzeichniss der Arten. 



Seite. 

Abdominalis Zett. 216 

Acantliodact} lus Hb. • • • 217 

Affmitata Stph. 190 

Aglaja L. 173 

Agrotis sp. 181 

Albulata SV. 190 

Algida Lef. 185 

Alsus SV. •. 175 

Annosata Zett. 189 

Annulatella Gurt. 212 

Annulatella Tgst. 216 

Antiopa L. 173 

Applana F. 212 

Arbutella L. 205 

Argiolus L. 175 

Atomaria L. 187 

Augustana Hb. 208 

Auriciliella Hb. 203 

Auricoma SV. 179 

Aurulentella Z. 216 

Bergstraesserella F. . . • . 215 

Betulae Stt. 216 

Betulaetana Hw. 205 

Bicolorata Hufn. 188 

Bicostella L. 214 

Biriviata Brk. 190 

Biscutana Wk. 207 

Bistrigella Hw. 210 

Bombyliformis 0. 177 

Borealis Wk. 209 

Bryoniae 0. 175 

Caesia SV. 182 



Seite. 

Gaesiata SV. 189 

Caespititiella Z. 216 

Gambrica Gurt. 190 

Garbonaria L. 187 

Gardamines L. 175 

Garnea Thbg. 184 

Gentaureae Rbr. I75 

Ghaerophyllellus Goeze • 2l6 

Ghaonaria Frr. 187 

Glathrata L. 187 

Gomma L. 177 

Gommutata F. 187 

Gonflua Tr. 181 

Gonspersa SV. 183 

Gonspersella Tgst. 212 

Gontinuella Z. 213 

Gordigera Thbg. 184 

Grataegi L, 178 

Gruciferarum Z. 212 

Dalella Stt. 212 

Daphnella SV. 214 

Decimella Stt. 215 

Decrepitalis HS. 192 

Deutschiana Zett. 204 

Dictaeoides Esp. 179 

Didymata L. 188 

Diffinis Hw. 214 

Dilutata SV. 189 

Diminutana Hw. 209 

Dorsana F. 2ü7 

Dovrensis Wk. 182 

Dumetellus Hb. 192 



219 



Seite. 

Duplicana Zett. 207 

Elutata Hb. 190 

Embla Thbg. 173 

Ephippialis Zett. 191 

Ericetana HS.» 209 

Ericetella Hb. 213 

Esmai-kella Wk. 211 

Euphorbiae SV. 179 

Euphrosyne L. 173 

Euryale Esp. 174 

Eurydice ßott. 175 

Exulans Reiner 177 

Exulis Lef. 183 

Fascelina L. 178 

Fenugata L. 189 

Festaliella Hb. 216 

Fischeri Z. 217 

Flavana Hb. 203 

Flavicinetata Hb. 189 

Fluctuata L. 188 

Forsterana F. 203 

Freija Thbg. 172 

Fuliginosa L. • • 178 

Fulviguttella Z. 214 

Fulvimitrella Sod. 209 

Funesta Payk. 185 

Furcatellus Zett. 201 

Furfurana Hw. 206 

Fusca Hw. 178 

Fusea Thbg. 187 

Fuseus Retz. 217 

Glauca Hb. 182 

Gothica L. 184 

Hastulata Hb. 190 

Haworthana Stp. 215 

Helveticaria B. 191 

Hiera Hb. 174 

Holosericalis Hb. 192 

Humuli L. 178 

Hyperborea Zett. 179 

Hyperboreata Stgr. • • • • 191 
Imparella Delah. .••... 201 

Impluviata SV. 191 

Ineursata Hb. 188 

Infernalis HS. 213 



Seite. 

Inquinatalis Z. 192 

Interruptella Zett. 2I6 

Jo L. • 173 

Lacunana SV. 2O6 

Laetabilis Zett. igQ 

Lanestris L. 17g 

Lateritia Hufn. • 184 

Ligulella SV. 2I4 

Lineariella Z. 216 

Longicornis Gurt. 214 

Lucivagana Z. 206 

Lugubrella F. 214 

Maculalis Zett. 192 

Malvae L. 177 

Manto SV. 173 

Maurella SV. 209 

Melaleuca Thbg. 135 

Melanopa Thbg. • • 135 

Menyanthidis Viev. 179 

Mercuriana Hb. 2O8 

Metallieana Hb. 2O6 

Miata L. 188 

Ministrana L. 203 

Minorata Tr. 190 

Moestana Wk. 205 

Montanata SV. • • • • 188 

Munitata Hb. 188 

Murana Gurt. 201 

Mygindana SV. 205 

Myrtillana Tr. 209 

Naevana Hb. 209 

Napi L. 175 

Nebulalis Hb. 192 

Nemorivaga Tgst. 206 

Neptieula sp. 2l6 

Nobiliaria HS. 189 

Norna Thbg. 174 

Opacella HS. 178 

Orbitella Z. 216 

Osseana Sc. 203 

Pales SV. 172 

Panzerella Hb. 210 

Parthenias L. 187 

Parthenie Brk. 172 

Pectinea Hw. 210 

15* 



9S0 



Seite. 

Pelidnodactylus Stein.- • • 217 

Pellionella L. 210 

Perspersella Wk. 214 

Phacana Wk. 207 

Pheretes Hb. 175 

Phlaeas L. 175 

Pimpinellae Z. 212 

Pineti Z. 209 

Polygrammella Wk. 216 

Populata SV. 188 

Praelatella SV. 210 

Praelongana Gn. 205 

Pvrolaua Wk. 205 

Quadrana Hb. 200 

Rivulana Sc. 2ü6 

Rubi L. 175 

Ruamitrella Sc. 211 

Rupella SV. 210 

Rupicolalis Hb. 192 

Rusticella Hb. 209 

Satyrata Hb. • 191 

Sauciana Hb. 205 

Schönherri Zett. 185 

Schulziana F. 206 

Simulata Hb. 188 

Sinapis L. 174 

Sinuana SV. 206 

Sorbiella Tr. 216 



Seite. 

Sordaria Tlibg. 187 

Speciosa Hb 179 

Stabilis SV. 184 

Suasa SV. 182 

Sublimana HS. 2u7 

Sudetica 203 

Suflfumata SV. 189 

Sulphurella Hb. 2l4 

Taeniata Stp. 190 

Tages L. 177 

Tarandella Wk. 212 

Tenebrata Scop. 186 

Tentacularis L. 186 

Tephradactylus Hb. 218 

Tetriceila SV. 203 

Tristata L. 190 

Uluiifoliella Hb. 216 

Uncella SV. 209 

Unimaculella Zett. 210 

Uiticae L. 173 

Velleda Hb. 178 

Venosata F. 191 

Vetulella Zett. 210 

Viduella F. 214 

Vulneratana Zett. 204 

Zetterstedtii Stgr. 186 

Zetterstedtii Z. 217 



221 
Ueber Phryganiden- Gehäuse 

von 
Dr. H. Hasen. 

(Schluss.) 



Subfanillle: Hydropsyelien. 

Keine Larve baut ein bewegliches Gehäuse, alle leben in 
Höhlen, die sie aus Steinen oder vegetabilischen Ueberresten 
zu&ammenspinnen, mitunter in einem einfachen Gewebe von 
Erde umgeben; die Nymphen leben in unbeweglichen, aus 
Steinen gebildeten Gehäusen; eine Nymphenhülle wird nicht 
gebildet. Es liegt für Hydropsychen mir nur das Nymphen- 
gehäuse einer Art vor, alles Uebrige ist Pictet entlehnt. 

7. H. atomar ia, Pictet T. XVII fig. 1. Gehäuse 21 
mill. lang und 15 mill. breit; die Larve spinnt in einer Lücke 
zwischen Steinen eine unregelmässige Höhle; mitunter sind die 
Fäden so zahlreich, dass sie ein kräftiges Gewebe bilden; die 
Zwischenräume werden mit kleinen Steinen ausgefüllt. Für 
die Verwandlung zur Nymphe bauen sie ein Gehäuse, das 
innen ein halbes Ellipsoid darstellt; ein grosser Stein bildet 
die Basis; das Gehäuse selbst ist sehr unregelmässig und 
ähnelt einem Häufchen zusammen geworfener Steine; das Ge- 
webe, welches innen die Steine zusammenhält, setzt sich auf 
den Stein, der die Basis bildet, derartig fort, dass die Nymphe 
in einer Art Sack ohne Oeffnung liegt; Larve mit äusseren 
Athemwerkzeugen. 

Mir liegen einige Stücke von Dr. Walser aus Schwab- 
hausen vor, als H. atomaria und variabilis bezeichnet. Sie 
sind von 15 mill. Länge und circa 10 mill. Breite in der von 
Pictet beschriebenen Weise gebaut; ein Haufen kleiner unre- 
gelmässiger Steine; das Innere bildet eine 3 mill. weite Röhre; 
ein Gehäuse Ist auf ein Stück Rinde gebaut. Ob die Artbe- 
stimmung richtig ist, weiss ich nicht. 

8. H. tenuicornis soll der H. atomaria ähnlich bauen; 
in der Jugend mitunter Pflanzenabfälle verwenden; Larve mit 
äussern Athemwerkzeugen. 

9. H. guttata baut ähnlich aus Steinen; Gehäuse 11 
mill. lang, 7 mill. breit, Pictet T. XVII fig. 3; Larve mit 
äusseren Athemwerkzeugen. 

10. H. laeta, Gehäuse aus Steinen wie vorher; Larve 
mit äussern AthemMerkzeugen. 



222 

11. H. variabilis, Gehäuse wie vorher. Larve mit 
äussern Athemwerkzeugen. 

12. H. lepida, Gehäuse wie vorher; 10 mill. lang, 5 
mill. breit, Pictet T. XVIII fig. 1; Larve mit äusseren Athem- 
werkzeugen. 

Die Arten 7 bis 12 gehören zur Gattung Hydropsyche 
im engeren Sinne. 

13. H. (Philopotamus) variegata. Gehäuse aus 
Steinen wie vorher, 15 milL lang und 10 mill. breit, Fielet 
T. XVIII fig. 4. 

14. H. (Philopotamus) montana. Gehäuse aus Stei- 
nen wie vorher, 20 mill. lang und 15 mill. breit, Pictet T. 
XVIII fig. 5. Larve ohne äussere Atheniwerkzeuge. 

15. H. (Diplectrona) maculicoinis. Die Larven 
leben in kleinen Canälen, die sie sich auf Steinen bauen; diese 
Canäle bettehen aus Gespinnst, in dessen Maschen Erde oder 
kleine Steine abgelagert sind, verlaufen unregelmässig schlan- 
genförmig auf dem Steine und sind nur wenig breiter als die 
Larven. Zur Verwandlung als Nymphe schliesst sie entweder 
Theile dieser Canäle, welche dann eiförmige Kammern bilden, 
oder baut sich auch ein solideres Gehäuse aus kleinen Stei- 
nen, 8 mill. lang und 4 mill. breit. Pictet T. XMII fig. 2; 
Larve ohne äussere Athemwerkzeuge. 

16. H. (Diplectrona) flavicoma. Das Gehäuse der 
Nymphe 7 milL lang und 3 mill. breit, war auf einem Holz- 
stück aus kleinen schwach vereinten Steinen gebaut. Pictet 
T. XVIII fig. 3. 

17. H. (Plectrocnemia) senex. Die Larven leben in 
Schutzorten, die schnell und roh geformt sind, indem sie einige 
Fäden zwischen Steinen spinnen; sie ändern oft ihren Wohn- 
ort und verbergen sich unter Steinen. Zur Verwandlung als 
Nymphe bauen sie wie die vorigen Arten ein Steingehäuse, 
aber weniger solid und länger; 27 mill. lang und 8 mill. breit; 
Pictet T, XIX fig. 1. Larven ohne äussere Athemwerkzeuge. 

18. H. (Polycentropus)f]avomaculata. Die Larve 
lebt wie die vorige unter oder auf Steinen, spinnt zahlreiche 
Fäden um sich her und bekleidet sie auch zuweilen mit Erde 
oder Pflanzentheilen; oft trifft man mehrere Larven in einem 
Bau. Zur Verwandlung als Nymphe baut sie ein Gehäuse wie 
die vorige Art, aber kleiner. Pictet T. XIX fig. 2. Larve 
ohne äussere Athemwerkzeuge. 

Seetzen beschreibt ein angeblich unbewegliches Gehäuse, 
das ich bei den Mystuciden anführe. 



223 



II. Freie, bewegliche Gehäuse. 

Subfanillie: üystaeldeii. 

Die Gehäuse der Larven und Nymphen sind dünne, lange, 
runde Kegel, meist sehr regelmässig gebaut aus Sand, Pflan- 
zentheilen oder Leim, gerade oder leicht gekrümmt, selten 
mit seitliehen Ansätzen. 

19. Molanna angustata Curt. Pictet hat diese merk- 
würdige Form nicht erwähnt; es ist dieselbe, welclie Wil- 
lughbj vor fast 200 Jahren so treffend characterisirt hat: 
„theca utrinque in tenuem marginem seu limbum procurrente, 
velut alas quasdam.^' Bremi beschreibt sie unter No. 3 als 
zu Nais Ramb. gehörig. Mir liegen von Bremi eingesendete 
Stücke vor, bezeichnet: von Aerogaster sericeus Bremi, Zürich 
im seichten sandigen Seeufer. Die drei erwähnten Arten sind 
synonym. Der Bau der durchweg aus derben Sandkörnchen 
zusammengesetzten Gehäuse ist sehr merkwürdig, leider sind 
die Gehäuse etwas verletzt. Eigentlich bilden sie eine 17 
mill. lange, vorne 4, hinten 2 mill. starke Röhre, die vorn 
und hinten von einem flachen dünnen Rande überragt wird; 
noch fasslicher ist vielleicht ihre Form, wenn man die Röhre 
als auf die Unterseite eines breiten ovalen, nach hinten etwas 
verengten Schildes mit Iierabgedrücktem Rande angefügt denkt. 
So sieht nämlich das Gehäuse von oben aus, während unten 
sich die mittlere Röhre durch die seicht abgesetzten Seiten- 
furchen deutlich vorliebt. Der flache Seitenrand ist vorne 
etwa 3 mill. breit, hinten schmäler; der Vorderrand überragt 
die MundöfFnung um etwa 4 mill. Das ganze Gehäuse ist 
von oben gesehen, 21 mill. lang und vorn 10 mill. breit. Die 
Röhre selbst ist von oben etwas flach gedrückt und ihre vorn 
scharf abgesetzte Mundöffnung quer elliptisch; das Hinterende 
ist bei keinem Gehäuse unverletzt; nach den gleich zu be- 
schreibenden Gehäusen zu urtheilen, wird die hintere Oeff- 
nung ein kleines rundes Loch auf der Rückenseite bilden. 
Das Stück, das am besten erhalten i t, zeigt allerdings eine 
kleine Rinne auf der Unterseite, doch scheint das Ende ab- 
gebrochen.. Nach Bremi werden die Gehäuse zur Verwand- 
lung mit der Mundöffnung an einen festen Körper befestigt. 
Die Larve ist unbekannt. 

Eine Anzahl Gehäuse von Keitel bei Umeä gesammelt, 
vermag ich davon nicht zu trennen, obwohl sie durch ihr 
differentes Baumaterial verschieden aussehen. Sie sind aus 
flacheren Sandkörnern mit häufig eingefügten Glimmerblätt- 
chen gebaut, ihre Aussenseite deshalb glatter. Das ganze 
Gehäuse ist im leichten Bogen auf die Fläche gekrümmt, doch 



224 

scheinen dies die vorletzten Stücke von Bremi auch zu sein; 
die Schwanzöffnung bildet ein kleines rundes Loch auf der 
Kückenseite. Die Grösse ist dieselbe. In einigen ist die Larve 
erhalten und zeigt breite kurze Vorderbeine. 

Wesentlich differenter sieht ein einzelnes Stück aus einem 
Teiche bei Königsberg aus. Es ist etvs^as kleiner, 17 mill. 
lang und vorn 8 mill. breit; es ist aus klaren flachen Quarz- 
stücken gebaut, die sehr regelmässig mosaikartig aneinander 
gereiht sind, so dass Vorder- und Seitenrand aus einer ein- 
zigen glatteren Schicht bestehen und die Röhre auch auf der 
Oberseite deutlicher abgesetzt ist. Das ganze Gehäuse ist 
fast gerade, das äusserste Schwanzende sogar leicht nach 
oben gebogen; die Hinteröffnung auf der Oberseite. 

Die von De Geer M6m. T. II t. XV fig. 1.5 — 17 abge- 
bildete und p. 419 — 421 (Edit. Goeze) beschriebene Larve 
gehört offenbar hieher, wenigstens bestimmt zur Gattung Mo- 
lanna. Die Structur ist genau wie ich sie beschrieben, das 
Gehäuse aber wesentlich grösser; das ganze Schild ist 28 
mill. lang und vorn 12 mill. breit. Die Röhre ist 18 mill. 
lang bei vorderer 7 mill. breiter Mundöffnung; vorn überragt 
der Schild 9 mill. die Röhre, hinten läuft er jederseits in eine 
seitliche Spitze aus; beide stehen 10 mill. auseinander und 
geben dem Gehäuse ein Fischschwanz ähnliches Aussehen; 
dazwischen liegt nach oben die Aftermündung. Das Hinter- 
ende ist bei den von mir untersuchten Stücken verletzt, doch 
bietet wenigstens eines eine ähnliche Form; auch müssen diese 
Theile sehr zerbrechlich sein, da sie nach De Geer mitunter 
stumpf oder rundlich sind, auf einer oder gar beiden Seiten 
ganz fehlen. De Geers Gehäuse ist um Vg länger als meine 
grössten aus Umeä, deren ich fast zwei Dutzend gesehen habe. 
Es wäre nicht unmöglich, dass meine Gehäuse sämmtlich jün- 
ger sind. Die Verwandlung gelang nicht; die Larve ist genau 
beschrieben und abgebildet. Da bis jetzt nur eine Molanna- 
Art in Europa bekannt ist, mag ich sie nicht von M. angu- 
stata trennen. De Geer beschreibt die Lebensweise ausfülir- 
lich; die Larven kriechen stets auf dem Boden im Schlamm 
umher, und sind durch das rings herum aufliegende Schild 
wie Schildkröten gedeckt, auch im Stande, sich in der Röhre 
herumzukehren und zum Theil durch die Aftermündung her- 
vorzusehen. 

Ich besitze die Imago aus Zürich, Umeä und Königsberg 
und vermag Artunterschiede nicht zu entdecken; am differen- 
testen sind die aus Umeä. Ich habe es daher vorläufig für 
passend gehalten, alle Stücke zu Molanna angustata, der ein- 
zigen bis jetzt aus Europa bekannten Art zu ziehen. 



225 

20. Molanna tri angularis Hag. Swellendam, Cap. 
b. sp. von Tollin gesammelt; mir liegen fünf Geliäuse mit der 
Larve vor. Die grössten Gehäuse sind 8 mill. lang und im 
vorderen Drittel 4 mill. breit; die übrigen sind kleiner, eines 
kaum halb so gross. Die Imago ist unbekannt, vi^ie überhaupt 
das Vorkommen einer Molanna-Art am Cap; der Typus des 
Gehäuses ist aber dem des europäischen so analog, dass ich 
in der Bestimmung nicht zu irren glaube. Es überragt näm- 
lich der Vorder- und Seitenrand oben die eigentliche Röhre 
des Gehäuses. Die Röhre ist 6 mill. lang, vorne 3 mill. breit, 
hinten bis auf 1 mill. verschmälert. Die obere Seite des Ge- 
häuses bildet ein längliches , stark gewölbtes Schild , dessen 
Vorderrand die Mundöffnung der Röhre um 2 mill. überragt; 
der Vorderrand ist halb kreisförmig abgerundet, so dass seine 
grösste Breite etwas vor der Mundöffnung der Röhre liegt. 
Die Erweiterung der stark herabgebogenen Seiten ist unbe- 
deutend, an der Mundöffnung etwa 1 mill. breit, von da an 
bis zum After gleichmässig abnehmend ; die Unterseite der 
Röhre ist flach gewölbt, der Mundrand in der Mitte vorge- 
zogen und abgerundet. Das ganze Gehäuse ist leicht auf die 
Fläche * gebogen. Mundöffnung quer oval; Afteröffnung ein 
kleines rundes Loch auf der Rückenseite des Gehäuses; eine 
auf^kleidende Membran fehlt. Das Gehäuse ist aus kleinen 
flachen Sandkörnchen mosaikartig und sehr regelmässig ge- 
baut, fast glatt. Die Larve ist der von M. angustata analog 
gebildet. 

Als zur Gattung Molanna gehörig betrachte ich auch ein 
Gehäuse aus Burgund, welches Vallot Mem. Acad. Dijon 1855 
Compt. rend. p. X — XII als Phryganea fontium erwähnt: „en- 
ferme sous une sorte de toit ou bouclier forme de grains de 
sable; les bords de ce toit adherent fortement aux pierres 
couvertes d'eau dans la fontaine de Jouvenee pres Messign}' 
et dans celle de Larrey pr^s Dijon (M6m. Acad. Dijon 1836 
p. 239). Cette sorte de fourreau a par sa maniere d'adhe- 
rence une certaine analogie avec celle du tet des patelies. 
Ich meine, dass dies zur letzten Verwandlung befestigte Mo- 
lanna-Gehäuse sind; sollten unbewegliche Gehäuse gemeint 
sein, so würden sie zu den Rhyacophilen oder Hydropsychen 
gehören, dann aber der Vergleich mit der Befestigung der 
Patellen offenbar nicht zutreffen. 

21. Odontocerus albicornis Scop. Mir liegen Ge- 
häuse vor aus Bächen bei Zürich von Bremi, als zu dieser 
Art gehörend, mitgetheilt. Länge 17 mill., Breite vorn Sy^-, 
hinten 3 mill.; cylindrische Röhre, leicht gekrümmt, nach 
hinten wenig verengt, aus feinen und gröberen Sandkörnchen 



226 

sehr gleichmäösig gebaut, aussen fast glatt; im Afterende 
etwas vertieft liegt eine schwärzliche Membran mit grosser 
Längsspalte, jedoch den Rand nicht erreichend; darauf sitzt 
ein Häufchen kleiner Steine, als Verschluss zur Verwandlung; 
in der Mundötfnung liegt ein zerbrochener Deckel aus Ge- 
spinnst und Erde. Pictet T. XII fig. 1 stimmt damit genau 
ü bei ein. 

22. Odontocerus cylindricus Pict. Gleichfalls von 
Bremi mitgetheilt und mit Pictet T. XII fig. 2 übereinstim- 
mend. Die Gehäuse von gleicher Grösse und Form, nur etwas 
gröbere Steinchen gewählt. Die Längsspalte liegt wie dort 
in der Ebene, welche das Gehäuse in zwei gleiche gekrümmte 
Hälften theileu würde; betrachtet man die concave Seite aus 
Bauchseite, so steht die Spalte senkrecht, ist halb so lang als 
die Platte und von beiden Enden gleich weit abstehend. Mund 
und Afterende ist zur Verwandlung durch einen Stein ver- 
sclilossen. Da es mir bis jetzt nicht gelungen ist, die Imago 
beider Arten sicher specifisch zu trennen, ist dies bei den 
Gehäusen auch nicht möglich. 

Ein den letzteren gleiches Gehäuse aus Baiern 'erhielt 
ich von Siebold, es ist mit Agriotypus besetzt, am Mundende 
mit der bekannten Faserbinde von 1 mill. Breite und 17 mill. 
Länge. Nach Pictet und Bremi werden die Gehäuse zur Ver- 
wandlung senkrecht gestellt und am Fuss mit viel grösseren 
Steinchen beschwert. 

Zu den Mystaciden rechne ich, zum Theil allerdings nur 
aus Analogie, einige Gehäuse, die aus einer von der Larve 
abgesonderten Substanz oder aus verarbeitetem Pflanzenschleim, 
einige vielleicht aus Cryptogamenfasern, gebildet sind und 
eine glatte leimartige Consistenz haben. 

23. Leptocerus? grumicha Vallot. Drei Gehäuse 
von Bremi mitgetheilt, aus Brasilien, an Unioschaalen sitzend. 
Länge 21—17 mill., Mundöffnung 3 — 2 mill., Afteröflfnung 
1^2 — 1 mill.; langgezogene Kegel, leicht gekrümmt; Durch- 
sclinitt völlig kreisrund; Mund und Al'teröfitnung einfach durch 
kleine, etwas vorstehende Quarzstücke geschlossen; besondere 
Deckel zum Verschluss der Röhre scheinen zu fehlen; beide 
Enden scharf und gerade abgeschnitten. Die Gehäuse sind 
dunkel braunschwarz, aussen glatt, ziemlich kräftig, wie aus 
Hörn gedrelit; eine wenig deutliche Querstreifung lässt den 
Bau des Gehäuses verfolgen; ob selbe aber aus stets neu an- 
gesetzten Ringen, oder wie ein schmales spiralförmig aufge- 
rolltes Band gebaut sind, lässt sich nicht siciier entscheiden; 
icii vermutlie das erptere. Die Gehäuse scheinen ausgewach- 



227 

sen, da sie an beiden Enden geschlossen sind und an Unio- 
Schaalen angeheftet waren; bei beweglichen Gehäusen pflegt 
diese Befestigung erst zur letzten Verwandlung stattzufinden. 
Das Anheftungsmittel ist nicht ersichtlich; aus einer Röhre 
ragt ein langer glänzend schwarzer Larvenfuss hervor. 

Es sind dies dieselben Gehäuse, über welche Bremi früher 
eine Nachricht gegeben hat. (Mittheil, naturf. Gesells. Zürich 
1849 T. 1 Heft 2 p. 61—63 und Schaum Bericht für 1849 
p. 199.) Bremi sagt: „diese auf der Schaale eines Unio auf- 
sitzenden Gehäuses bestehen aus einer homogenen, compacten, 
hornartigen, fast schwarzen Masse von bedeutender Elasticität, 
welche durch Erwärmung nicht verloren geht. Feine concen- 
trische Ringe, welche diese Röhren ihrer ganzen Länge nach 
zeigen, machen ein Wachsthum durch successives Ansetzen 
einer allmälig sich erhärtenden, von dem Thiere abgesonder- 
ten Flüssigkeit wahrscheinlich. Verletzungen, welche einige 
dieser Gehäuse während des Lebens des Thieres erlitten hat- 
ten, waren nicht mit dem ursprünglichen Materiale geschlos- 
sen, sondern mit groben Sandkörnern zugemauert. Es scheint 
hieraus hervorzugehen, dass wenigstens nicht alle Phryga- 
neen-Larven ihre zerstörten Wohnungen in der ursprünglichen 
homogenen Weise wiederzubauen vermögen." Ich halte der 
Ansicht Bremis entgegen es für M'ahrscheinlicher, dass das 
Gehäuse aus verarbeiteter Pflanzenfaser gebaut sei, schon der 
Ersatz verletzter Stellen durch fremde Stoff'e scheint mir da- 
für zu sprechen, dass nicht eine Secretion der Larve das 
alleinige Material zum Gehäuse geliefert habe. Allerdings 
ist aber ihre Substanz den Nymphenhüllen der Rhyacophilen 
sehr ähnlich, und letztere sind wohl aus einem Secret des 
Thieres geformt. Bremis Ausspruch, dass die Substanz dieser 
Gehäuse wesentlich von den europäischen abweiche, wider- 
legen einige von mir gleich zu beschreibende Gehäuse, die 
Bremi allerdings nicht gekannt hat. 

Möglicher Weise sind die beschriebenen Gehäuse die 
Grumicha Aug. St. Hiliaire. 

Mit diesem Artnamen bezeichnet Aug. St. Hilaiie Voyage 
an Bresil 1830 T. 2 p. 62 Phryganiden-Gehäuse; Röhren aus 
harter horniger Substanz, '/^ ^iull lang, glatt, glänzend, schwarz 
wie Ebenholz, gekrümmt, allmälig verjüngt wie ein Hörn, 
am Ende gestutzt; in dem Gehäuse lebt eine Larve, die es 
baut, in Flüssen. Vallot Mem. Acad. Dijon 1855 Compt. rend. 
p. X — Xlll, dem ich diese Notiz entnehme, citirt fraglich 
Dentalium corneum Gmel. Syst. nat. p. 3737 No. 6. Vielleicht 
ist damit identisch das von Blanchet aus Bahia gescliickte 
Gehäuse, das in Bibl. univers. de Geneve 1836 T. 5 p. 198 
und 1837 T. 7 p. 203—204 erwähnt wird, welches ich vor- 



228 

her fraglich bei Helicopf^yche angeführt habe. Dentalium cor- 
neum soll nach Feruss. Bull. T. XI p. 392 und Encycl. m6th. 
Vers. T. II p. 69 col. V ein Phryganiden-Gehäuse sein. Val- 
lot nennt die Art Phryganea grumicha. 

'24. Leptocerus? Aus Swellendam, vom Cap von 
Tollin gesammelt. Es liegen mir 5 Gehäuse mit Larven vor, 
deren verlängerte Hinterfüsse deutlich für die Mystaciden 
sprechen. Länge 17—12 mill.; Mundöffnung 2y^~ly^ mill.; 
AfteröfFnung V/^ — 1 mill.; lang gezogene, leicht gekrümmte 
Kegel; Durchschnitt völlig kreisrund. MundöfFnung gerade 
gestutzt; AfteröfFnung mit erhabenem, seitlich schräg laufen- 
den Deckel, in dessen Mitte ein grosses rundes Loch sich be- 
findet; die Gehäuse sind sehr dunkel olivenfarbig, fast bräun- 
lich, glatt, seidenartig glänzend, elastisch und deutlich aus 
einer grossen Zahl aneinander gereihter Faserringe zusammen- 
gesetzt; gegen die MundöfFnung hin ist ihre Substanz fast 
ganz homogen. 

Lichtenstein Reise T. I p. 6.50 berichtet, dass die Gaffern 
den Köcherwurm (Phrygan.-Larve) Tuhntsjana nennen. 

2.5. Leptocerus? Zwei Gehäuse auf Wasserpflanzen 
bei Bonn gesammelt; sie sind einem Herbarium entnommen, 
mit den Pflanzen gepresst und daher etwas breit gedrückt; 
Länge 11 mill.; Mundöffnung etwas über 1 mill,, Afteröffnung 
V4 mill. breit, kreisrund, lang, sehr dünn kegelförmig, leicht 
gekrümmj;; Afteröffniing gestutzt, offen ohne Deckel; Mund- 
öffnung gerade gestutzt; bei einem Gehäuse ein runder Deckel 
aus concentiischen Schichten gebaut, mit kleinem centralen 
runden Loch; der losgequetschte Deekel hat wohl etwas ver- 
tieft gelegen. Die Gehäuse bestehen aus einer homogenen, 
schmutzig weissen, durchscheinenden Membran, an der Kreis- 
faserung nicht sichtbar ist. Der Deckel in der Mundöffnung 
lässt mich vermuthen, dass die Gehäuse ausgewachsen sind. 

Hierher ziehe ich die von Seetzen beschriebene Hülse 
No. 1 1. c. p. 66. 

„Von Verwandlungshülsen, welche aus einer einfachen 
Membran bestehen, kenne ich bis jetzt nur eine einzige; sie 
ist 6 bis 7 Linien lang; oben l'/a, unten 1/3 Lin. dick, zart, 
membranös, durchscheinend, konisch, leicht gebogen, etwas 
glänzend, schmutzig grün; das Hinterende offen. Göttingen, 
zwischen dem Grohnder und Weehnder Thor im Stadtgraben 
und in einem daraus abgeleiteten Graben beim Bleichhause 
in der Substanz der Spongia fluviatilis Linn., deren Gewebe 
sich so fest an die Hülüe schliesst, dass sie unbeweglich ist, 
selten." 



239 

Ich meine, dass die Hülsen nur zur Verwandlung an die 
Spongien befestigt gewesen sind. 

26. Leptocerus? Zwei Gehäuse aus Friedrichstein bei 
Königsberg. 

Länge 12 mill.; Breite an der Mundöifnung 2% mill., 
Afterende IVj mill.; das Gehäuse ist in der Mitte etwas brei- 
ter als an der lüundöffnung, gegen den After hin etwas ver- 
jüngt; es ist von oben her etwas platt gedrückt und (seitlich 
gesehen) die Unterseite gerade, die Oberseite etwas convex, 
der Durchschnitt ist oval; von oben gesehen ist die Form 
nicht kegelförmig, sondern die Seiten leicht gerundet. Das 
Gehäuse ist sclimutzig dunkelgrün, glatt, fettglänzend, aus 
Pflanzenfasern gebaut; selbe sind ringförmig an einander ge- 
reiht, gegen den Alter hin ziemlich regelmässig; gegen das 
Mundende hin sind die Faserkreise derartig schräge gelagert, 
dass sie auf dem Rücken weiter nach vorne geschoben sind 
als auf der Bauchseite; das Mundende bildet dadurch eine 
Art abgerundeter Kappe, welche die Bauchseite um 2 mill. 
überragt; die Mundöffnung selbst bildet ein ganz auf der 
Bauchseite gelegenes Loch, 2 mill. lang, etwas oval, zur Ver- 
wandlung mit einer glatten, schmutzigen Membran als Deckel 
geschlossen; beim Auskriechen sprengt die Nymphe iiicht diese 
Membran, sondern die obere Kappe des Mundendes des Ge- 
häuses ab; das Afterende ist etwas herzförmig, durch eine 
vortretende dunkle Membran geschlossen; in derselben liegt 
excentrisch und zwar nahe der Oberseite ein ovales, ziemlich 
grosses Loch, mit der Längsachse von oben nach unten ge- 
richtet; die fast gerade Bauchseite des Afterendes ist durch 
ein plattes breites Band zur Verwandlung an einen festen 
Gegenstand geheftet; die Gehäuse sind elastisch. 

27. Leptocerus nervosus F.? Ich habe die Gehäuse 
in Königsberg an der Schmiedebrücke des Pregel von den 
Pfosten gesammelt; es tritt hier jährlich L. nervosus in über- 
raschend grosser Zahl auf, ob aber die Gehäuse wirklich 
dazu gehören, bleibt unsicher; das dritte Fusspaar der Larve 
ist nicht so lang als sonst bei den Mystaciden. Gehäuse 13 
mill. lang; kurz vor dem abgerundeten Mundende fast 5 mill., 
am Afterende fast 2 mill. breit. Die Bildung des Gehäuses 
aus Ringen von Pflanzenfasern, die gegen den Kuüd hin die 
Bauchseite stark überragen, ist der vorigen Art durchaus ähn- 
lich, die Faserung aber deutlicher und das schmutzig braune 
Gehäuse aussen rauh; das Gehäuse ist gegen den Mund hin 
keulenförmig erweitert, oben convex, unten abgeplattet und 
die ganz auf der Bauchseite liegende kreisförmige Mundöffnung 



230 

durch eine Hautplatte geschlossen. Der halbkreisförmige Rand 
des Mundendes ist an der Bauchseite et"was geschärft, und es 
erhält das Gehäuse dadurch eine Aehnlichkeit mit dem von 
Molanna. Am vorderen Ende der Hautplatte, welche den 
Mund verschliesst, liegt dicht unter dem Vorderrand des Ge- 
häuses eine halbmondförmige Querspalte; Afterende gerade 
gestutzt, oval, durch eine etwas eingesenkte dunkle Membran 
geschlossen; in derselben liegt dicht unter dem oberen Rande 
eine schmale, nierenförmige Querspalte; ein kurzes breites 
Band an der Bauchseite des Afterrandes befestigt das Gehäuse 
zur Verwandlung; die Gehäuse sind elastisch. 

Einige Gehäuse sind aussen auffällig rauh und wohl zu- 
fällig mit kleinen Kügelchen besetzt, die Insecteneiern ähneln; 
bei einem bildet dieser Ueberzug eine völlige abtrennbare 
Kapsel von 1 mill. Dicke um das ganze Gehäuse. 

Ein sehr ähnliches oder identisches Gehäuse zeigt um 
die halbmondförmige Mundspalte (ihr convexer Theil ist ge- 
gen die Bauchseite des Gehäuses gerichtet) einen concentri- 
schen Faserbaü der Hautplatte. In diesem Gehäuse liegt eine 
Mystaciden-Nymphe, die entweder zu L. nervosus oder fulvus 
gehören wird. Es ist somit wenigstens sicher gestellt, dass 
die Gehäuse zu den Mystaciden gehören. 

28. Leptocerus. Zwei Gehäuse aus Schwabhausen in 
Baiern, von Dr. Walser als Desmotaulius hirsutus mitgetheilt, 
stehen in der Form genau zwischen den beiden vorigen. Die 
Nymphe ist ausgeschlüpft, das Gehäuse also ausgewachsen. 
Es ist fast 11 mill. lang, vorne 3y, , hinten l'/j mill. breit; 
das Mundende ist nicht so breit als bei der vorigen Art; die 
Bauchseite etwas concav. Die Hautplatte, welche den Mund 
verschliesst, ist 3% niill. lang und springt mit schmalem Zip- 
fel gegen den After hin vor, oben steht darin eine quere halb- 
mondförmige Spalte. Der gestutzte After hat in der dunklen 
etM'as vertieften Membran eine schmale nierenförmige Quer- 
spalte dicht unter dem Rücken, wie bei der vorigen Art. 
Die ganze Oberfläche des massig rauhen Gehäuses ist dicht 
mit kleinen Sandkörnchen besetzt, die in der Art abgelagert 
sind, wie die Pflanzenfasern bei den vorigen Gehäusen. Eines 
war zur Verwandlung mit dem Afterende an eine Unio-Schaale 
befestigt. 

Die zunächst folgenden Gehäuse stehen in Form und Bil- 
dung denen von Odontocerus so nahe, dass sie, wiewohl ihre 
Bewohner unbekannt sind, mit Recht zu den Mystaciden ge- 
zogen werden können. 

29. Leptocerus? Aus Schwabhausen von Dr. Walser 
als Molanna -Gehäuse mitgetheilt. Länge 14 bis 11 mill.; 



231 

Breite vorn 2V3 , hinten 273 milL; fast cylindrische , gegen 
den After hin wenig verengte Röhren; leicht gekrümmt; vorn 
und hinten gerade abgeschnitten und mit einem dunklen, we- 
nig vertieften Deckel, mit deutlich sichtbarer concentrischer 
Faserung der Membran, an beiden Seiten genau verschlossen; 
der Munddeckel hat eine der Bauchseite näher liegende Quer- 
spalte, der Afterdeckel eine mittlere Längsspalte, beide den- 
Rand nicht erreichend; auf beiden Seiten scheinen wie bei 
Odontocerus kleine Steinchen aufgelegt gewesen zu sein; die 
Gehäuse sind durchweg aus kleinen flachen Sandkörnchen 
sehr regelmässig gebaut, aussen fast glatt. 

30. Leptocerus? Aus Schwabhausen von Dr. Walser 
mitgetheilt. 

Grösse, Form und Bildung wie bei den vorigen, einige 
bis 16 mill. lang, andere etwas dünner, bis ly^ mill. am Af- 
terende; letzteres verschlossen durch eine Membran mit klei- 
ner, centraler, runder Oeflhung, um welche Sandkörnchen, 
wie überhaupt um das ganze Gehäuse gelagert sind; Mund- 
öfFnung offen, Deckel fehlend. Eine eigene, das Gehäuse 
innen auskleidende Membran fehlt hier, wie auch dem vorigen. 

31. Leptocerus filosus Pict. Aus einem Torfgraben 
vom Katzensee, von Bremi mitgetheilt. 

Länge 10 mill,, Breite vorn 2 mill., hinten 1% mill.; 
fast cylindrisch nach hinten wenig veiengte Röhren; sie sind 
zur Verwandlung mit der Bauchseite der ganzen Länge nach 
auf einen Schilfstengel befestigt, am Afterende durch ein kur- 
zes breites Band, am Mundende durch feine Fäden; die Ge- 
häuse sind so wenig gekrümmt, dass die Bauchseite fast ganz 
aufliegt, die Rückenseite ist etwas mehr convex; Mundöflhung 
kreisrund; ein Deckel fehlt; Afterende etwas abgerundet, mit 
einem centralen, runden, ziemlich grossen Loch; das ganze 
Gehäuse ist aus Sand und ziemlich groben Steinchen gear- 
beitet, die auch das Afterende bis an das centrale Loch ge- 
nau umgeben. 

Ob Bremi die Art daraus erzogen hat, weiss ich nicht 
bestimmt. Bremi schrieb: zu No. 17?, und diese Iniago ist 
allerdings M. filosa Bietet. 

Ein Gehäuse von gleicher Form, Bildung und Grösse be- 
sitze ich aus Königsberg, Friedrichstein. Die Mundöfinung 
ist durch einen leicht gewölbten Deckel verschlossen, in des- 
sen Mitte ein centrales rundes Loch, so gross wie im After- 
ende, befindlich; um das Loch hin ist der Deckel vertieft. 

32. Leptocerus bifasciatus Pict. Vom Katzensee, 
von Bremi mit ? mitgetheilt. Länge 7 mill.; Breite vorn 1 



232 

mill., hinten dünner. Dem Gehäuse von L. filotus in Form 
und Bildung durchaus ähnlich, aber kleiner; das Loch im 
Afterende ist sehr fein; der Munddeckel fehlt bei allen Stücken. 
Es stimmt damit die Beschreibung und Abbildung bei Fielet 
p. 167 T. XII flg. 3 gut überein. 

33. Lept. vetula Rbr. Nach De Geer Mem. T. II p. 
412 — 414 T. XV fig. 1 — 7 sind die Gehäuse 14 mill. lang, 
vorn etwa 2 mill. breit, hinten dünner, wie ein gekrümmtes 
Hörnchen aus feinem Saude gebaut. Zur Verwandlung wer- 
den die Gehäuse am spitzen Ende auf 10 mill. verkürzt und 
vorn und hinten durch eine Platte aus Sand und Erde mit 
centialem runden Loch geschlossen und mit Fäden an die 
Blätter von Wasser-Lilien vorn und hinten befestigt. De Geer 
nennt sie Phr. bimaculata Linne, nach der Abbildung schliesse 
ich auf obige Art. De Geer scheint in der Artbeschreibung 
zwei Arten zu vermengen. Ein Nymphen-Gehäuse aus Schwab- 
hausen von Dr. W^alser passt in Form, Grösse und Bau gut 
zu De Geer 's Beschreibung. Es war als Sericostoma macu- 
latum bezeichnet. Vielleicht gehört als Larven- Gehäuse her 
Seetzen 1. c. p. 67 No. 3 und No. 4 als Nymphen -Gehäuse, 
in den Quellen der Weehnde an Wasserpflanzen. Hieher wohl 
auch Reaum. Mem. T. III T. XIV fig. 6 g. 

34. Mystacides atra. Pictet pag. 169 T. XI fig. 4. 
Die Gehäuse sind nach Pictet dünn, aus Sand gebaut und an 
Schwimmer befestigt; sie ähneln einem Strohhalm. Nach der 
Abbildung sind sie fast 10 mill. lang, vorn 1 mill. breit, hin- 
ten dünner, gerade. 

35. Myst. nigra Pictet p. IvO T. XI fig. 5. Die Ge- 
häuse nach Pictet den vorigen ähnlich, mitunter mit sehr lan- 
gen Schwimmern. Nach der Abbildung 12 mill. lang, vorn 
1% mill. breit, sehr dünne, gerade Kegel aus Sand gebaut. 
Hieher gehört wohl Seetzen 1. c. p. 68 No. 5, R6aumur Mem. 
T. III T. XV fig. 9—15; De Geer Mem. T. II T. XV fig. 8, 
9; Schröters Flussconchyl. p. 415 T. II min. C. fig. 14; Schrö- 
ter Conchylienkenntn. T. II p. 586 No. 14. 

Zaddach Entwicklungsgesch. des Phryganideneies p. 58 
beschreibt die Gehäuse seiner Art, die er für Myst. nigra 
hält, als dünne Röhre aus Pflanzenfasern (anderes Material 
stand den Larven nicht zu Gebote) spiralförmig gewunden; 
also ähnlich den folgenden Arten. Die ganz jungen Larven 
befestigten daran jederseits einen Schwimmer, der den älteren 
Gehäusen aber fehlte. Zaddach hat die weitere Entwicklung 
nicht beobachtet, es wäre also immer möglich, dass seine Art 



233 

nicht M. nigra angehört, die allerdings an den Orten, wo er 
die Eier sammelte, die gemeinste Art war. Eine Mystaeide 
ist es bestimmt. 

36. Myst. auripilis Bremi (wohl M. bicolor Gurt.) aus 
Zürich in den See- und Torfgräben von Bremi; 8 mili. lang, 
vorn 1 mill. breit, hinten wenig verjüngt; aus feinen Pflan- 
zenfasern gebaut, die ein spiralförmig nach links gewundenes 
Band bilden, ähnlich Phryg. grandis Nymphen -Gehäuse, der 
Verschluss ist an beiden Enden abgerissen. Hieher wohl K6au- 
mur Mem. T. III T. 14 fig. 6 r. Bremi hat, wie früher an- 
gegeben, diese Art erzogen; sie lebte monophagisch an Ra- 
nunculus aquaticus. 

37. Mystacides spec? Aus Winthems Sammlung, 
Larven-Gehäuse; dem vorigen durchaus ähnlich, aber die Spi- 
rale nach rechts gewunden; 14 mill. lang; als Larven-Gehäuse 
ist es länger als das vorige und etwas dünner. Hieher viel- 
leicht als junges Gehäuse Seetzen 1. c. p. 73 No. 13; ferner 
Reaumur Mem. T. III T. XIV fig. 8—10. 

38. Setodes filicornis. Pictet p. 171 T. XI fig. 6. 
Die Gehäuse sind dünne Kegel, nach Pictet, gekrümmt, aus 
festem Gewebe und Sand ; die Gehäuse waren röthlich. Nach 
der Abbildung 11 mill. lang, vorn 1% mill. breit. 

39. Setodes spec. Aus Schwabhausen von Dr. Walser 
als Myst. azureus angehörig mitgelheilt. Dünne, gekrümmte, 
aus feinem Sande sehr regelmässig gebaute Kegel; 7 bis 8 
mill. lang, vorne % mill. breit. Larven-Gehäuse mit gerade 
gestutztem Mundende. Afterende durch eine Membran mit 
centralem runden Loch verschlossen. Ein Nymphen-Gehäuse 
hat genau gleiche Grösse und Form, doch ist das Mundende 
durch eine etwas vertiefte Membran gebildet, an der eine 
concentrische Faserung sichtbar ist; nahe dem Bauchrande 
steht eine halbmondförmige Querspalte. 

Bei einem Larven- Gehäuse ist das Loch im Afterende 
grösser und quer oval, vielleicht gehört es einer andern Art 
an. Diese Gehäuse sind, wie bei Lim. angustalus erwähnt ist, 
von grösseren Arten als Baumaterial verwendet worden. 

Ein ähnliches Gehäuse von Bremi in Zürich ist nur 6 
mill. lang und die Querspalte im Munddeckel kürzer und enger. 
Hieher gehört Seetzen 1. c. p. 69 No. 6; Rösel T. II T. XIV 
fig. 1; Schröter Flussconchyl. p. 414 T. II min. D. fig. 8; 
Schröter Conchylienkennt. T. II p. 586. 

16 



234 

40. Setodes hiera. Kolenati "Wiener ent. Monatschr. 
T. II p. 90 T. I fig. 14. Das dünne, kegelförmige, gekrümmte 
Gehäuse ist den vorigen ähnlieh aus sehr feinem Sande ge- 
baut; 9 mill. lang und vorn 1 mill. breit. Aus der Newa bei 
Petersburg. Larven-Gehäuse. 

Subfainiliet Uydroptlliden. 

41. Hydroptila flavieornis Pict. Häufig am Zü- 
richer See, von Bremi mitgetheilt als H. pulchricornis. Länge 
4 mill.; grösste Breite IVa mill.; die ganz flachgedrückten 
Gehäuse sehen Gurkensamen nicht unähnlicli und sind aus 
sehr feinem Sand oder Lehm gebaut, mit fast glatter Ober- 
fläche; die Bauchseite ist gerade, die Rückenseite convex, in 
der Mitte etwas buckelartig erweitert; Vorder- und Hinter- 
rand abgerundet und ihre Spalten so fein, dass ich sie an 
den trockenen Gehäusen nicht sehe. Pictet's Beschreibung und 
Abbildung p. 225 T. XX flg. 1 1 stimmt damit überein. Pictet 
fügt hinzu, „mais ä leur partie posterieure ils sont; retrecis 
et termines par une pointe emouss^e. 

42. H. pulchricornis Pict. Die Gehäuse finden sich 
häufig um Genf in fliessenden Wässern, an Steine befestigt. 
Nach Pictet's Beschreibung und Abbildung p. 225 T. XX fig. 
10 sind die Gehäuse nierenförmig aus fester Seide und einigen 
feinen Sandkörnchen gebaut, etwa 7 mill. lang und 2% mill. 
breit. Von Dr. Kriechbaumer erhielt ich als zu H. pulchri- 
cornis gehörig einige Gehäuse aus der Wurm bei München, 
welche oft die ganze untere Fläche der Steine bedecken; die 
beigefügte daraus erzogene Imago sichert die Bestimmung. 
Die Gehäuse sind den von Pictet beschriebenen ähnlich, aber 
etwas kleiner; Länge 5 mill. oder wenig mehr. Breite l'/j 
mill.; Pictet's Abbildung ist daher vielleicht etwas zu gross 
gerathen. 

43. Hydroptila spec? Pictet p. 226 T. XX fig. 13 
bildet eine Hydroptila-Larve nebst Gehäuse ab; die Imago ist 
unbekannt. Bremi erwähnt in seiner Classification dasselbe 
Gehäuse unter No. 1 der cylindrischen als von ihm gesehen 
mit folgenden Worten: eiförmig, aus einer wahrscheinlich aus- 
geschwitzten Schleimsubstanz gebildet, halb durchsichtig. 

44. Agraylea. Diese Gattung gehört möglicherweise 
zu den merkwürdigen Gehäusen, die ich am Anfange dieses 
Aufsatzes als Hydroptila flabellifera weitläufig beschrieben 
habe. Bremi hat in Mitth. d. naturf. Gesell. Zürich 1849 Heft 
2 p. 62 darüber die ersten Mittheilungeu gemacht. 



235 



Subfaiuilie t Serieostoiuiden. 



45. Trichostoma (Goera) capillatum Pict. Mir 
liegen Gehäuse vor aus dem Züricher See von Bremi, aus 
Baiern, Schwabhausen von Dr. Walser und aus Petersburg 
von Kolenati. Länge 12 bis 13 mill.; Breite vorn 3 milL, 
hinten kaum verengt. Die Gehäuse bilden fast cylindri&che, 
nur wenig flachgedrückte Röhren, aus gröberem Sand und 
kleinen Steinen sehr fest gebaut; die Bauchseite ist flach, die 
Rückenseite convex; zu beiden Seiten sind stets einige grös- 
sere flache Steine sehr fest angebaut, welche den Rücken des 
Gehäuses nicht oder wenig überragen. D.is Gehäuse eriiält 
dadurch ein unförmliches Aussehen und ist mitunter fast so 
breit als lang. Die Mundöffnung ist fast cjlindrisch, die After- 
öffnung gleichfalls und nur wenig kleiner; beide werden zur 
Verwandlung durch eine nicht ganz regelmässige sieblörmige 
Membran geschlossen, meist umgiebt nur ihren äusseren Kand 
ringsherum eine Reihe kleiner regelmässiger Löcher, doch 
sehe ich mitunter auch in der Mitte des Afterdeckels unre- 
gelmässig gestellte Oeffnungen. Auf beide Deckel werden 
zum Verschluss grössere Steine befestigt, nach deren Entfer- 
nung die Deckel erst sichtbar werden. Zur Verwandlung 
werden die Gehäuse durch ein kurzes, fast quadratisches, 2 
mill, breites Faserband an grössere Steine oder Muschelschaa- 
len festgeheftet. Pictet's Abbildung T. XIII fig. 8 scheint 
etwas different, insofern der Mundtheil Avesentlich verbreitert 
gezeichnet ist; die Beschreibung erwähnt nichts davon, ich 
glaube daher, dass die Abbildung nicht ganz genau sein wird. 
Bremi erwähnt in seiner Classiflcation diese Gehäuse bei No. 
4, Willughby unter B. b. f- 

46. Tr. fu&cicorne Pict., vielleicht nur eine Varietät 
der vorigen Art, soll nach Pictet eine ganz gleiche Lebens- 
weise führen. Ihre Gehäuse sind nicht abgebildet. 

47. Tr. (Silo) picieorne Pict. Mir liegen eine Zahl 
Gehäuse aus München vor, theils von Dr. Kriechbaumer, theils 
von V. Siebold; es sind dieselben, aus denen beide Forscher 
den parasitischen Agriotypus armatus gezogen haben; aus- 
führliche Mittheilungen über dessen Lebensweise verdanken 
wir V. Siebold. Länge lU mill,; Breite l'/j mill., hinten we- 
nig enger. Die Gehäuse sind denen von Tr. capillatum durch- 
aus ähnlich gebaut; vorn und hinten verschliesst sie eine häu- 
tige dunkle Membran, bei welcher aber nur auf der unteren 
Hälfte ein Halbring von kleinen siebförmigen Oeffnungen sich 
parallel dem Rande, aber etwas von ihm getrennt, befindet. 
Die langen schmalen Bänder, M-elche die mit Parasiten be- 

16 >= 



236 

setzten Gehäuse auszeichnen und anheften, sind nicht blos eine 
Verlängerung des bei Tr. eapillatum beschriebenen quadrati- 
schen Anheftungs- Bandes. Letzteres ist auch hier an der 
Bauchseite des Thieres vorhanden und von grobfaseriger Struc- 
tur, während das Band der Parasiten glatt und schwarz eine 
Fortsetzung der Mundplatte nach oben oder seitlich bildet. 
Pictet's Abbildung und Beschreibung p. 174 T. XIII fig. 9 
sind nicht different. 

48. Tr. (Silo) nigricorne Pict. Das Gehäuse ist 
nicht abgebildet, soll aber dem vorigen ähnlieh sein. Ich ver- 
mag die Imago beider Thiere vorläufig nicht zu trennen. Dr. 
Kviechbaumer hatte mir seine oben beschriebene Art als Tr, 
nigricorne mitgetheilt; auch andere Gehäuse von ihm aus 
München als zu Mormonia sericea gehörig vermag ich davon 
nicht zu trennen. 

49. Tr. (Aspatherium) picicorne Kolenati. Es 
liegen mir zwei Gehäuse aus Böhmen, von Kolenati mitge- 
theilt, vor. Sie sind Tr. picicorne Pict. ähnlich, aber etwas 
kleiner, 8 mill. lang, bei IVj mill. Mundöffnung; seitlich sind 
viel kleinere Steine angeheftet, so dass die Gehäuse viel 
schmäler sind. Die Aftermündung ist etwas herzförmig, ihre 
Bauclif^eite fast gerade; die verschliessende Membran ist dun- 
kel und hat nur längs dem Rande der Bauchseite eine Reihe 
länglicher Oeffnungerf. Die Imago ist mir unbekannt. 

50. Trichostoma spec? In Bächen bei Zürich, von 
Bremi als Trichostoma picicorne mitgetheilt. A^on gleicher 
Grösse und Form mit dem früher beschriebenen Tr. picicorne 
Pict., jedoch die Rölire aus gröberen Steinstückchen festgebaut. 
Die Aftermündung ist mit einer runden concentrisch gefaserten 
Membran verschlossen; in ihrer Mitte ein einzelnes, rundes, 
ziemlich kleines Loch, umgeben von etwas aufgebogenem 
Rande. Imago unbekannt. 

51. Trichostoma spec? In Tegernsee im September 
von Dr. Kriechbaumer gesammelt. 

Der vorigen ähnlich, aber kleiner und flacher; 8 mill. 
lang, vorn l'^/^ mill. breit; die seitlich angehefteten Steine 
breiter und flacher, so dass die Gehäuse mehr scheibenartig 
aussehen; Mundverschluss fehlt; Aftermündung durch eine etwas 
erhabene Membran mit kleinem centralen Loch geschlossen; 
auf die Membran rings um das Loch sind kleine Steinchen 
gelagert. Imago unbekannt; Dr. Kriechbaumer hatte sie als 
zu Dasystoma maculatum gehörend mitgetheilt; die Gehäuse 
dieser Art sind aber sehr different. 



237 

52. Trichostoma spec? Aus Swellendam vom Cap, 
von Tollin gesammelt. 

Die Form der Larve und des Gehäuses setzen das Her- 
gehören ausser Zweifel. Die seitlich angehefteten Steine sind 
kleiner als bei den europäischen Arten. Länge S'/^ mill.; 
Breite vorn 2 mill., hinten etwas -weniger; das Gehäuse ist 
leicht auf die Fläche gekrümmt, unten etwas platter; Mund- 
ende kreisrund, gerade gestutzt; Afterende durch eine dunkle 
Membran mit centralem kleinem rundem Loch geschlossen ; um 
dies Loch bildet die Membran eine runde napfförmige Erhö- 
hung. Bei der Njmphe ist Mund und Afterende durch kleine 
aufgesetzte Steine geschlossen; darunter eine dunkle Membrau 
mit einem untern Halbring oder Ring von kleinen Sieböffnun- 
gen längs dem Rande. 

Die merkwürdige Gattung Helicopsyche, deren Arten am 
Eingange dieses Aufsatzes beschrieben sind , wird sich wahr- 
scheinlich hier am besten anreihen. Wie schon erwähnt, 
spricht gegen ihre Stellung bei den Rhyacophilen das freie 
Gehäuse und die mangelnde Nymphenhülle, gegen ihre Stel- 
lung bei den Mystaciden ihre kurzen dicken Fühler. Es blei- 
ben demnach nur die Sericostomiden für sie offen. 

53. H. Shuttleworthii aus Corsica, Como, Genfersee. 
(cfr. Bremi Mitth. naturf. Gesells. Zürich 1849 Heft 2 p. 62.) 
'.'.[ 54. H. minima aus Puertorico. 

55. H. colombiensis aus Puerto Cabello. 

56. H. Thelidomus aus Venezuela. 

57. H. scalaris aus Venezuela. 

58. H. umbonata aus Jamaica. 

59. H. spec. aus Neu-Caledonien, 

60. H. arenifera aus Tennessee. 
6L H. glabra aus Nordamerika. 

62. H. lustrica aus Nordamerika. 

63. H. pupoidea aus Nordamerika. 

64. H. agglutinans aus Ober-Italien. 

65. H. sericea aus Brasilien. 

66. H. helicoidella. 

67. H.? von Pissevache. 

68. H. crispata aus Portugal. 

Ferner möchte ich hier ohne weitere Berechtigung die 
beschriebenen vierkantigen Gehäuse als vermuthlich hergehö- 
rend anreihen. 

69. Spec. aus Zürich, unter Moos gefunden. 

70. 'Spec. aus München, Isar. 

71. Spec. aus dem Züricher See. 

Aus der Gattung Sericostoma liegen mir sicher verbürgte 
Gehäuse nicht vor. 



238 

72. S. collare. Nach Pictet p. 177 T/XIV fig. 1 sind 
die Gehäuse denen von Odontoceriis albicornis so ähnlich, 
dass sie leicht damit verM-echselt werden können. Sie beste- 
hen aus einem festen Gewebe, an welches Sand und kleine 
Steine befestigt sind; sie sind kegelförmig, etwas kleiner, 
gekrümmt, 16 mill. lang, vorn Sy^ mill. breit. 

73. S. multiguttatum. Nach Pictet p. 178 T. XIV 
fig. 2 den vorigen ähnlich, 18 mill. lang, vorn S'/j miH- breit. 

Mir liegen zwei Gehäuse aus Tegernsee, von Dr. Kriech- 
baumer als Halesus? mitgetheilt, vor, welche wahrscheinlich 
hergehören. Sie sind kegelförmig, leicht gekrümmt, aus Sand 
und kleinen Steinchen geformt, aussen ziemlich eben; 16 mill. 
lang, vorn 3 mill. breit, mit kreisförmiger, gerade abgeschnit- 
tener Mundöffnung. Auf dem etwas kleineren Afterende sitzt 
ein Stein auf; unter ihm schliesst eine Membran die Oeffnung, 
in der ich bei einem zerbrochenen Stück eine centrale Oeff- 
nung nicht entdecken kann; es scheint neben der Bauchseite 
eine Queröffnung gewesen zu sein. 

74. S. (Mormonia) hirtum Pict. Nach Pictet p. 179 
T. XIV fig. 3 sind die Gehäuse, wie bei den anderen Serico- 
stomen, aus Sand und kleinen Steinen, kurz und gekrümmt. 
Länge 10 mill. Mir liegt ein ähnliches Gehäuse, von Bremi 
als zu Sericostoma hirsutum gehörend, vor. Bremi hat wohl 
S. hirta schreiben wollen. Mir scheint das Gehäuse für diese 
Art zu gross, mag aber zu einer andern Mormonia -Art ge- 
hören. Länge 10 mill.; Mundende fast 2, Afterende etwas 
über 1 mill. breit; das Gehäuse ist stärker gekrümmt und 
mehr verjüngt als die vorigen; Mundende kreisförmig, gerade 
abgeschnitten; Afterende durch einen aufgesetzten Stein ge- 
schlossen; Gehäuse aus kleinen Steinchen gebaut, aussen we- 
nig rauh. 

75. Notidobia ciliaris. Pictet p. 179 T. XIV fig. 5 
a. b. c. (Serie, atratum). Das Gehäuse ist, nach Pictet, den 
vorigen ähnlich, mit Vegetabilien verschlossen. Nach der Ab- 
bildung ist es ein 17 mill. langer und 2y^ mill. breiter, leicht 
gekrümmter Cy linder, an beiden Enden (des Nymphen -Ge- 
häuses) mit aufgelegten Vegetabilien geschlossen. 

Von Dr. Walser aus Schwabhausen erhielt ich als her- 
gehörig Larven-Gehäuse von ähnlichem Bau aus feinem Sande, 
kegelförmig, wenig gekrümmt, 14 mill. lang, vorn 2y2 mill. 
breit, hinten stärker verjüngt. Mundende schräg abgeschnit- 
ten, Afterende ein offenes rundes Loch; sie sind an Stroh- 
schwimmer befestigt. Einige Gehäuse ganz aus Stroh in Längs- 
riclitung gebaut, gehören m ohl nicht zu dieser Art. 



239 

76. ? Vielleicht gehört zu den Sericostomiden ein klei- 
nes Gehäuse, von Heyer aus Lüneburg mitgetheilt. Es ist 5 
mill. lang, vorn 1 72 mill. breit, tutenförinig, gegen das spitze 
Ende stark verjüngt; Mundende schräge nach unten abge- 
schnitten; Afterende mit kleinem runden Loch; es ist aus sehr 
kleinen Pflunzentheilchen sehr regelmässig gebaut, aussen wenig 
rauh; der Bau scheint dem von Leptocerus fennicus ähnlich. 
Das Gehäuse war aussen an ein grösseres Limnephilus- Ge- 
häuse befestigt. 

77. Dasystoma maculatum. Pictet p. 180 T. XIV 
fig. 4. Die Gehäuse bestehen nach Pictet aus Sand und klei- 
nen Steinchen und sind gerade, zugespitzt; sie befestigen sich 
an Steinen und bewegen sich nur wenig. Nach der Abbil- 
dung sind sie 12 mill. lang, vorn 1% rnill. breit, lange dünne 
Kegel. Kolenati citirt diese Gehäuse bei seiner Hydronautia 
maculata; diese Art ist aber von Pictet's sehr verschieden 
und ihre Gehäuse nicht bekannt. 

Bremi hat mir eine Zahl Gehäuse aus der Glatt bei Zü- 
rich als zu D. maculatum gehörig, mitgetheilt; ihr Bau ent- 
spricht der Beschreibung, sie sind aber nur 5 mill. lang und 
vorn 1 mill. breit; Mundende gerade abgeschnitten, Afterende 
mit kleinem centralen, runden Loch. Vielleicht sind es nur 
junge Larvengehäuse; die Imago erhielt ich zahlreich von 
Bremi. Hieher gehört wohl Seetzen 1. c. pag. 67 No. 2, in 
kleinen Gräben und Wasserfurchen an dem nach Weende 
führenden Landwege, selten. 

Subfaniilie : Pliryganiden. 

78. Agrypnia picta. Von mir erzogen; das bei Kö- 
nigsberg gefangene Weibchen legte die grünlichen Eier an 
der Nadel; die Larven und Gehäuse sind nicht ausgewachsen. 
Long. 20 mill.; Lat. 4 — 3 mill., cylindrisch, nach hinten etwas 
verjüngt; das Gehäuse ist aus Wurzelfasern von Ranunculus 
aquaticus (das einzige der Larve zugängliche Material) ge- 
baut; die 3 mill. langen Stücke sind der Länge nach regel- 
mässig aneinander befestigt und bilden so ein langes schrau- 
benförmig aufgewundenes Band; vom Afterende gesehen läuft 
die Schraube" von links nach rechts um das Gehäuse. Die 
jungen Lärvchen bildeten sich sogleich ähnliche kleine Ge- 
häuse. 

79. Neuronia ruficrus. Von Kolenati (Phryg, T. 1 
p. 81) mitgetheilt; in Petersburg erzogen. Long. 37 mill. 
(nach Kolenati 40 bis 55 mill.); Lat. vorn 7, hinten 4 mill.; 
dem vorigen ähnlich gebaut aus 5 mill. langen Blattstücken; 



240 

das pchraubenartige Band von links nach rechts gewunden; 
das Mundende nicht gerade gestutzt, sondern mit der letzten 
Schraubenwindung, Avelche die vorherige um die Breite des 
Bandes überragt, endend. Kolenati Fauna d. Altvater p. 37 
beschreibt sie auch als rechts gewunden. 

Aehnliche Gehäuee erhielt ich von Dr. Walser aus Schwab- 
hausen; einige derselben haben die Schraube umgekehrt, näm- 
lich von rechts nach links gewunden und gehören -wohl nicht 
her, sondern zu Phryganea; es scheint dies um so glaublicher, 
als auch die von Dr. Walf-er mitgetlieilte Larve von der Ko- 
lenati's verschieden ist und zu Phrjganea zu gehören scheint. 

80. Phryganea minor. Nach Kolenati T. 1 p. 87, 
der allein Larve und Gehäuse beschieibt, ist letzteres aus 
länglichen Binsenstücken schraubenartig gebaut, cylindrisch. 
Long. 17 mill. 

81. Phr. varia. Nach Pictet p. 161 T. XI fig. 1 sind 
die ausgewachsenen cylindrischen Gehäuse 33 mill. lang, 5 
bis 6 mill. breit; die aus Theilen von Wasserpflanzen sehr 
regelmässig gebaute Spirale geht (in der Abbildung) von rechts 
nacJi links; zur Verwandlung werden beide Oeff'nungen durch 
unregelmässig gelagerte Pflanzentheile verschlossen. Nach 
Pictet ist das Gehäuse wesentlich dicker als die Larve, welche 
darin leicht aus- und eingeht. 

82. Phr. striata. Von Brauer aus Wien mitgetheilt. 
Long. 40 mill.; Lat. vorn 7, hinten 6 mill. Aus Blatt- und 
Schilfstücken von 5 mill. Länge ähnlich gebaut; die Schraube 
von rechts nach links. Hieher wohl Reaumur Mem. T. III 
T. XIV fig. 1. 

83. Phr. grandis. Von Bremi aus der Limmat, ein 
junges Gehäuse, Long. 26 mill.; Lat. vorn öVa, hinten Sy^ 
mill.; cylindrisch aus Blattstücken von 5 mill. Länge schrau- 
benförmig von rechts nach links gebaut; ein grösseres Ge- 
häuse aus Winthem's Sammlung, Long. 43 mill., Lat. vorn 7, 
hinten 6 mill., ziehe ich zur selben Art. Nach Kolenati p. 
85 ist das Gehäuse bis 55 mill. lang. Hieher gehört wahr- 
scheinlich De Geer Mem. T. IL p. 403 T. XIV fig. 6 — 14. 
Das Gehäuse ist 59 mill. lang und 9 mill. breit, die Schraube 
(in der Abbildung, also vielleicht umgekehrt) von links nach 
rechts gewunden; inwendig soll eine Schiciit brauner Seide 
liegen. 

•'V/' 84. Phryganea? spec? Seetzen 1. c. p. 73 No. 12; 
mit unbekannt. Besteht aus einem einzigen Stücke von einem 
Schilfstengel, 55 mill. lang und 4 mill. dick; die Larve wählte 



241 

sich zu ihrer Verpuppungszeit ein solches Stück; die beiden 
offenen Enden verschluss sie mit Lemna minor. Frisch T. 
XIII p. 9, Mylius pliysik. Belust. T. XIII p. 1459) daselbst 
ein hohler Stengel von Equisetum gewählt), Berlin. Magaz. 
1769 T. IV p. 99 werden ähnliche Gehäuse erwähnt. Bei 
Göttingen im Stadtgraben selten. Vielleicht hat doch nur eine 
Larve ihr zufällig eingebüsstes Gehäuse gegen diese Wohn- 
orte vertauscht. Zur Gattung Phryganea habe ich das Ge- 
häuse nur seiner bedeutenden Länge halber gestellt; doch 
scheint die unbedeutende Stärke dem zu widersprechen. 

Subfamilie: litninepltillden. 

85. Glyphotaulius binervosus Villers (umbracu- 
lum Kol.) De Geer Mem. T. II p. 400 T. XIV fig. 1—5 giebt 
die Verwandlung dieser Art als Phryganea punctato-lineata 
recht vollständig. Er fand die völlig ausgewachsenen Gehäuse 
(die Larve verpuppte sich sogleich) am 1. Mai an den Ufern 
eines Morastes häufig. Jedes Gehäuse steckt in einem dicken 
Bündel von Grasstengeln, die der Länge nach neben einander 
liegen und so ohne alle Ordnung daran befestigt sind; einige 
sind länger, andere kürzer; oftmals sind diese Bündel bis 70 
mill. lang und die Grasstengel von der Larve mit Seide zu- 
sammengewebt. Das Gehäuse selbst ist nach der Abbildung 
42 mill. lang, vorn 9, hinten 6 mill. breit; De Geer giebt 
ihm die Dicke einer Schreibfeder; cylindrisch, hinten etwas 
dünner, aus Blattstücken von Wasserkräutern und Gräsern, 
die horizontal oder ganz flach um die Röhre gelegt sind und 
mit ihren Rändern genau zusammenstossen, so dass dadurch 
ziemlich dichte Wände entstehen, welche die Larve inwendig 
durch eine Schicht von Seide noch mehr befestigt. Nach der 
Abbildung besteht das Gehäuse aus vier Ringen gleicher 
Grösse, die von Blattstücken gebaut sind. Zur Verwandlung 
werden sie an beiden Enden in gleicher Weise vergittert. 
Die Deckel stehen etwas vertieft, sind kreisrund, ziemlich dick, 
aus brauner Seide, die so hart wie Leim wird, und zeigen in 
concentrischen Kreisen drei Reihen siebartiger Löcher; zwi- 
schen den Löchern laufen erhabene Kanten theils in concen- 
trischen Kreisen, theils radienartig, so dass in jedem so ge- 
bildeten Felde ein Loch stellt. Die Larve dreht sich zur Ver- 
wandlung im Gehäuse um und beim Auskriechen durchbricht 
die Nymphe das Afterende. 

86. Glyph. pellucidus. Pictet p. 147 T. VIII fig. 4 
beschreibt die Gehäuse. Die Larven benutzen für ihre Ge- 
häuse Vegetabilien , meist ganze runde Blätter, vorzugsweise 
von Kreuzdorn oder Eichen; sie gruppiren sie ohne Ordnung, 



242 

so dass man sie im Wasser für eine Masse zufällig zusammen- 
geballter vegetabilischer Ueberreste halten möchte; mitunter 
ist eine Seite durch ein einzelnes Blatt gebildet; man findet 
auch cylindrische Gehäuse aus Blatt- und Holzstücken; end- 
lich sind einige ganz aus Blättern von Carex gebaut, die der 
Länge nach eines an das andere befestigt sind. Zur Ver- 
wandlung schliessen sie das Geliäuse durch ein seidenes Gitter 
mit meist runden Sieblöchern; mitunter schützen sie dies Sieb 
durch aufgelegte Holz- und Pflanzentheile, Steine; die ange- 
fügten PfJanzentheile sind mitunter von sehr bedeutender 
Grösse. Die Gitter sind aus derselben Seide gefertigt, mit 
welcher sie innen die Blattstücke zum Gehäuse verfestigen. 
Vergleicht man Pictet's Beschreibung mit De Geer's der vo- 
rigen Art, so wird es sehr wahrscheinlich, dass M'ir es hier 
mit zwei analogen Bauten zu thun haben, und dass das eigent- 
liche cylindrische Gehäuse noch eine äussere grössere Hülle 
oder Mantel erhalte. Die inneren Gehäuse sind nach Pictefs 
Abbildung 32 mill, lang und 6 mill. breit; eines derselben 
ist aus drei langen Blattringen, ähnlich wie bei De Geer ge; 
formt. 

Bremi hat mir ein Gehäuse aus einem Torfgraben bei 
Zürich als zu dieser Art gehörend mitgetheilt. Es ist 20 mill. 
lang, die Mundöffnung 5 mill. breit, hinten enger; aussen sind 
grosse Holz- und Pilanzenstücke sehr unregelmässig herum- 
gelagert, so dass das Gehäuse ein ganz unförmliches Ansehen 
erhält und von seiner eigentlichen Oberfläche nichts sichtbar 
wird. Am Afterende ist ein zerbrochenes Sieb. Bremi hat 
dieöe Art erzogen. 

In Dammhoff bei Königsberg habe ich ein sehr ähnliches 
Gehäuse von 24 mill. Länge im Juni gesammelt; die Larve 
ist noch darin, das Gehäuse also nicht ausgewachsen. Es sind 
grobe Stengelstücke, Samen und einzelne kleine Schnecken 
sehr unregelmässig herum gelagert. Ob die beiden letzten 
Gehäuse zu G. pellucidus gehören, bleibt noch zweifelhaft. 

87. Grammotaulius atomarius. De Geer Mem. T. 
II p. 397 T. XIII flg. 18 — 21 halte ich nach der Beschrei- 
bung für diese Art, obwohl der schwarze Strich auf den Un- 
terflügeln nicht erwähnt ist. De Geer fand sie in Morästen 
und besonders in Wiesengräben im Frühjahr. Die Gehäuse 
sind sehr gross, geräumig und walzenförmig, das Afterende 
von gleicher Grösse mit dem Mundende; es besteht aus gros- 
sen, langen, schmalen Gras- und Binsenstücken, die neben- 
einander und zum Theil auch übereinander hergelegt sind; 
alle Stücke liegen der Länge des Gehäuses parallel und sind 
nie so lang als das ganze Gehäuse, sondern stets nur ein 



243 

Drittel oder Viertel; sie bilden drei oder vier Querringe, so 
dass, von hinten an gerechnet, stets die nächste Schicht etwas 
die vorhergehende deckt; meistens sind nur drei Ringe da, 
mitunter vier; auch sind die gebrauchten Stengel meist von 
ungleicher Länge ; alle sind mit Seide verfestigt und über dem 
Kopf meist einige weiter vorstehende angebracht; zu Ende 
Mai wurde jeties Ende durch ein gerades seidenes Gitter ge- 
schlossen, mit ungleichgrossen Löchern wie aus Gaze. Nach 
De Geer sind die Gehäuse meist einen Zoll lang und einen 
halben dick, doch giebt es auch kürzere; die Abbildung aber, 
die nach der Erklärung der Tafeln die natürliche Grösse an- 
giebt, zeigt es 40 mill. lang und 7 mill. dick. 

88. Grammotaulius spec? Ein Gehäuse aus Umeä 
von Keitel entspricht der Beschreibung De Geers fast ganz, 
so dass ich es wenigstens zur selben Gattung ziehe. Long. 
30 mill., Lat. 6 mill.; es ist aus 15 mill. langen Binsenstücken 
gefertigt; selbe liegen dicht neben einander, jedoch so, dass 
der zweite Ring nicht deutlich abgesetzt ist, vielmehr der 
erste schraubenartig von rechts nach links in den zweiten 
übergeht; es existiren nur zwei Ringe; einige etwas längere 
Stengel decken den Kopf; Mund imd Afterende sind gleich 
dick. 

89. Limnephilus lunaris. Pictet beschreibt es pag. 
153 T. IX flg. 3 folgender Art. Die Larven bauen Gehäuse 
aus vegetabilischen Substanzen, welche von den vorhergehen- 
den (P. rhombica und flavicornis) darin verschieden sind, dass 
die angewendeten Stoife stets in Längsrichtung gelegt werden. 
Die Materialien selbst sind sehr verschieden, entweder flache 
harte Carexblätter (fig. 3 b.), oder runde aneinander gereihte 
Blättchen (fig. 3 f.), oder Rinden- und Pflanzenstücke mit 
Steinchen untermischt (fig. 3 c), oder abgestorbene braune 
Pflanzentheile (f. 3 d.), oder eine Mischung frischer und ab- 
gestorbener Pflanzentheile (fig. 3 e.) oder lange dünne Wur- 
zel- und Stengelfragmente (fig. 3 g.) Alle zeigen aber stets 
eine Anheftung in der Längsrichtung, und dies ist eines der 
sichersten Kennzeichen für diese Art. Zur Verwandlung 
schliessen sie die Gehäuse durch siebförmige Gitter, ähnlich 
denen von G. pellucidus. Nach der Abbildung sind die Ge- 
häuse 22 — 28 mill. lang und 6 mill. dick. Nach Kolenati 
p. 42 sind die Gehäuse 30 bis 50 milL lang. 

Bremi hat, wie früher angegeben, diese Art erzogen; 
sie lebte monophagisch an Nasturtium officinale. 

Mir liegen einige Gehäuse von Hej^er aus Lüneburg und 
aus Baiern von Dr. Walser vor, welche obigen Angaben gut 
entsprechen. Länge 20 — 28 mill.; Mundende 4 mill. weit, 



244 

Afterende etwas weniger. Wie Pictet es angiebt, sind um 
die fast C3'lindrischen Röhren todte und frische Pflanzentheile, 
Stengel, Holzstückchen, Blätter-, Samen-, Schnecken- und Mu- 
schelfragmente derartig gelagert, dass stets eine Längsrich- 
tung in der Anheftung bemerkbar bleibt. Gitter sind nicht 
vorhanden. 

L. vitratus De Geer, den Kolenati herzieht^ ist nach dem 
Bau des Gehäuses eine verschiedene Art. Zu L. lunaris ge- 
hört Seetzen 1. c. p. 75 No. 17; möglicher Weise auch oder 
zu nah verwandten Arten No. 15, 18 und 19; zu letzterem 
wird Schröter Flussconchyl. p. 421 T. XI min. D. fig. 5 und 
Conchylienkenntn. T. IV p. 590 citirt. Vielleicht auch Rösel 
T. II T. XV fig. 2 und 3; Reaumur Mem. T. III T. XII 
fig. 3. 

90. Limnephilus spee. Von Dr. Walser aus Schwab- 
hausen als Halesus digitatus mitgetheilt. Besteht ganz aus 
rund abgeschnittenen Erlenblättern; die Stücke sind ziemlich 
genau kreisförmig, von 14 mill. Diameter, und dachziegelartig 
aufeinandergelegt, so dass drei die Ober- und drei die Unter- 
seite bilden; zwischen diesen, wie zwischen zwei Schildern 
liegt aus ähnlichen Blättern zusammengerollt die 23 mill. lange 
gerade Röhre; ihr Mundende ist 5 mill. breit und wird vom 
oberen Schilde weit überragt; das Afteiende ist mit einer 
Membran verschlossen; ein kleines, rundes, centrales Loch 
darin liegt auf der Oberseite des Gehäuses. Reaumur M6m. 
T. III T. XII fig. 1 bildet ein ähnliches Gehäuse ab; De Geer 
Mem. T. 11 T. XI fig. 9, 10 gleichfalls. 

Ein ähnlich gebildetes, sehr kleines, 10 mill. langes Ge- 
häuse von Dr. Kriechbaumer aus Tegernsee mitgetheilt, ist 
vielleicht nur ein Junges; die Blattstücke haben nur 5 mill. 
Diameter. 

91. L. rhombicus. Pictet p. 150 T. IX fig. 1 beschreibt 
diese Gehäuse sehr sorgfältig. Die Larven leben meist in ste- 
hendem Wasser und Gräben; die gewöhnlichste und normale 
Form der Gehäuse ist eine Röhre mit Stengeln von Wasser- 
pflanzen umlagert, und zwar stets der Quere nach, so dass 
vier bis fünf Stücke immer eine Reihe um die Röhre bilden; 
werden Moose oder Blätter benutzt, so sind auch sie quer 
herumgelegt; seltener bestehen die Gehäuse fast ganz aus 
Steinen oder Conchylien; das Gehäuse ist innen glatt und so 
enge, dass die Larve es völlig ausfüllt; im Juni befestigt die 
Larve das Gehäuse an eine Wasserpflanze; mitunter setzen sich 
noch mehr Gehäuse daran und bilden so schwimmende Hau- 
fen; die OefFnungen werden durch einige quer vorgelegte 
Stengel geschlossen und ein Gitter daraus gebildet; an das 
Mundende werden mitunter Blätter oder Steine geheftet. In 



245 

der Gefangenschaft verändern die Gehäuse rasch ihr Aussehen, 
da sie ihr eigenes und andere Gehäuse aussen abfressen. Ihres 
Gehäuses beraubt, bauen sie es sehr schnell wieder, sind je- 
doch sehr wählerisch im Material; behagen ihnen die Pflan- 
zenstoffe und Kräuter nicht, so bauen sie es aus Steinen. 
Nach der Abbildung sind die Gehäuse 20 bis 25 mill. lang 
und unförmlich dick. 

Mir liegen Gehäuse aus Preussen, Baiern, Schweiz und 
andern Gegenden vor. Sie entsprechen genau Pictet's Be- 
schreibung und bestehen aus dünnen Grasstengeln, die fort 
und fort horizontal um die Röhre gelagert sind , so dass die 
beiden Enden weit herausstehen und dem Gehäuse ein un- 
förmliches, starkes, oft fast kugliches Aussehen geben. Die 
kleinsten Jungen sind 4 mill. lang, bei 1 mill. Mundöffnung, 
die grössten 22 bis 25 mill. lang, bei 5 mill. Mundöffnung; 
das Afterende ist mit Seide, auf die einige Stengel gelegt 
sind, zugesponnen und hat in der Mitte ein rundes 1 mill. 
grosses Loch. Die Gehäuse der Nymphe kommen mir im 
Verhältniss zur Grösse des Thieres sehr kurz vor, doch bildet 
sie Pictet auch so ab. Sie sind meist 15 mill. oder weniger 
lang, mitunter 24 mill. lang und 10 mill. dick, dick eiförmig 
oder kuglig, die Oberfläche gleichmässig, als wenn die vor- 
ragenden Enden abgefressen wären. Die Oeffnungen sind 
durch ein Gitter, das mitunter einem Fenster sehr ähnlich 
sieht, verschlossen. Erzogen habe ich die Art nicht, die Ge- 
häuse könnten daher auch verwandten kleineren Arten ange- 
hören. Einige aus Moos sind sehr zierlich, andere aus quer- 
gelegten breiten Blattstückeu viel derber gebaut. Die Bauch- 
seite ist mitunter etwas abgeflacht. Stücke aus Gastein haben 
Samen und Schnecken untergemischt. Hieher gehört Seetzen 
1. c. p. 7ö No. 21, 22, 23; vielleichtRoselT.il T. XV fig. 1, 
T. XVI flg. 3. Reaum. Mem. T. III T. XII fig. 2, 5; Schrö- 
ter Flussconchyl. p. 422 T. II min. D. fig. 17; Schröter Con- 
chylienkenntn. T. II p. 590. De Geer Mem. T. II. T. XI 
fig. 12. 

Ein Paar Gehäuse aus Lüneburg sind aus gröberen, mehr 
vorragenden Stengeln gebaut und erhalten dadurch ein diffe- 
rentes Ansehen; vielleicht gehören sie aber doch nur zu L. 
rhombicus. Nach Kolenati p. 46 sind die Gehäuse 2*4 mill. 
lang und 7 bis 18 mill. breit. 

92. L. flavicornis. Pictet p. 152 T. IX fig. 2 sagt, 
dass die Larven genau in derselben Art und Weise und von 
denselben Materialien bauen; die Gehäuse seien nicht zu un- 
terscheiden und die von ihm abgebildeten könnten zu beiden 
Arten gehören; mitunter sind sie ganz aus Conchylien, die 



246 

noch leben, gebildet. Mir liegt eine beträchtliche Anzahl aus 
verschiedenen Gegenden Europa's vor; erzogen habe ich sie 
nicht. Einige von Bremi aus Torfgräben bei Züricli sind ganz 
oder fast ganz aus Samen von Wasserfenchel gebaut, andere 
aus Schnecken und Muscheln oder deren Fragmenten mehr 
oder minder regelmässig; einige aus Königsberg und Lüneburg 
von Heyer bestehen aus sehr regelmässig herumgelagerten 
Cyclas und sehen überraschend zierlich aus; nur um das 
Schwanzende sind einige Holz- oder Blattstücke gelagert. 
R^aumur Mem. T. III T. XII fig. 7 bildet ein solches ab. 
Hieher gehören die drei von Seetzen aus dem kleinen Feuer- 
teiche bei Göttingen beschriebenen Gehäuse No. 24 — 26 pag. 
78 — 80, R6aumur T. III T. XII fig. 6-10; Geoffroy T. II 
T. XIII fig. 12; De Geer T. II T. XI fig. 1.4; Schröter Fluss- 
conchylien p. 423 und 426 T. XI min. C. f. 9—10; Schröter 
Conchylienkenntniss T. II p. 587; Berlin. Mag. 1769 T. IV 
p. 98. Die vervk^andten Conchylien sind Teilina cornea, Helix 
tentaculata, putris, planorbis, Nerita minuta, Buccinum trun- 
catulum, Valvata cristata. Seetzen sondert seine sonst glei- 
chen Gehäuse nur nach den Materialien. Nach Kolenati p. 
45 sind die Gehäuse 25 mill. lang und 9 bis 20 mill. breit. 
Gehäuse ganz aus Samen von Wasserfenchel erwähnt auch 
Götze in De Geer T. II p. 425 Anmerk. 

93. Limnephilus spec? aus Lappland, Umeä von 
Keitel. 

Die zur Verwandlung geschlossenen, also ganz ausge- 
wachsenen Gehäuse sind 16 mill. lang; die Röhren sind an 
der MundöfFnung 3 mill. breit, hinten wenig enger; aussen 
sind sie sehr regelmässig und dicht mit einem noch unbe- 
schriebenen kleinen Pisidium besetzt; nur das Afterende ist 
mehr oder weniger lang aus Pfianzenstücken oder kleinen 
Steinchen gebaut; der Verschluss zur Verwandlung ist durch 
aufgesetzte Muscheln, die das Gehäuse vorn und hinten ab- 
runden, bewirkt. Einige Gehäuse, die ganz aus abgestorbenen 
Pflanzenfragmenten gefertigt sind, mögen doch zur selben Art 
gehören, da wenigstens bei einzelnen hin und wieder dasselbe 
•Pisidium angeheftet ist. 

94. Limnephilus spec. aus Lappland, Umeä von Kei- 
tel. Einige Gehäuse bis 15 mill. lang, vorn 3 mill. breit, 
nach hinten wenig verjüngt, cylindrisch-kegelförmig, fast ge- 
rade; Mundende schräge; im Afterende ein unregelmässiges 
Querloch; aus Pflanzentheilen in der Längsrichtung gebaut; 
zum Theil -ganz unregelmässig zusammengefügt. Vielleicht 
zur vorigen Art gehörend. 



247 

95. L. angu Status Kol. Mir liegt eine Anzahl Ge- 
häuse aus Baiern, Schwabhausen von Dr. Walser vor. Die 
Imago dieser Art ist mir unbekannt. Die Gehäuse sind in 
Form, Grösse, Bauart und verschiedenem Material denen von 
L. flavicornis durchaus ähnlich; lange, dicke, cylindrische Ge- 
häuse, bis 23 mill. lang; ein Theil zur Verwandlung geschlos- 
sen, also ausgewachsen; Mundende 4 mill. weit; Afterende 
durch eine Seidenmembran verengt, mit centralem grossen 
runden Loch; zur Verwandlung wird vorn und hinten zwi- 
schen aufgesetztem Material ein kleines unregelmässig gefen- 
stertes Netz gesponnen. Die Verschiedenheit des verwendeten 
Materials ist seiir auffällig; einige sind wie L. rhombicus ganz 
aus quergelagerten Püanzenstengeln gebaut; andere ganz oder 
zum grössten Theil aus kleinen Steinen, denen Holz, Conchy- 
lien, Insectenreste, Käferthorax etc. untermischt sind. Das 
Merkwürdigste ist aber, dass zum Bau auch andere Phryga- 
nidengehäuse verAvendet sind, in welchen theils die Larven 
lebten, theils die Nymphen lagen. Es sind dies meist kleine 
Mystacidengehäuse verschiedener Arten und selbe wurden 
ihrer Form gemäss als Pflanzenstengel behandelt und quer 
um das Gehäuse gelegt; das vordere Ende eines Gehäuses 
ist nur aus solchen quer umhergelegten Mystacidengehäusen 
gebildet; ein anderes, einer grösseren Art angehörig, ist quer 
durchbissen, um es verwenden zu können, cf. Kolenati T. II 
pag. 274. 

96. Limnephilus spec? Aus Dammhoff bei Königs- 
berg. 

Long, 20 mill.; Mundöffnung 1'^/^ mill. breit; das ganze 
Gehäuse ist aus Blattstücken, die durch Abbeissen eine ovale 
Form erhalten haben, gebaut; es hat eine Bauchseite und zwei 
dachförmig vereinte Deckseiten, so dass der Querdurchschnitt 
ein gleichseitiges Dreieck bilden wird; das Gehäuse ist aus 
dachziegelartig sich deckenden Blättern gebaut, und zwar sind 
selbe so gross, dass zwei aufeinander folgende Blattringe ge- 
nügen. Die runde Mundöffnung ist von oben ,durch vorra- 
gende Stücke geschützt; Afterende mit grossem rundem Loch. 

Dem Typus des Baues nach könnte das Gehäuse zu L. 
lunaris oder einer verwandten Art gehören. 

97. L. nobilis. Zürich aus ganz mit Moos erfüllten 
Gräben, von Bremi als zu (seiner) Phr. grisea gehörig mit- 
getheiU. Das zum Theil verletzte Gehäuse ist 10 mill. lang 
und 3 mill. breit, cylindrisch, leicht gekrümmt, aus kleinen 
Pflanzenfasern (Charengelenken?) zierlich gebaut; selbe sind 
quer wie bei L. rhombicus um die Röhre gelegt, aber so ge- 
nau, dass das Gehäuse aussen fast glatte Oberfläche hat; beide 



'248 

Enden sind defekt. Hieher oder zu ähnlicher Art Seetzen 
1. c. p. 74 No. 16. 

98. Limnephilus spee. Aus Königsberg, Larven-Ge- 
häuse; 15 mill. lang, vorn 1^/^ mill. breit; ein kaum nach 
hinten verjüngter, leicht gekrümmter Cylinder; Mundöffnung 
schräge; Afterende gestutzt, mit centralem grossem rundem 
Loch; das Gehäuse ist ganz aus kleinen Pflanzentheilen ge- 
baut, deren schräge Lagerung wie bei der vorigen Art ge- 
ordnet ist. 

Hiezu rechne ich wenig kürzere Nymphen -Gehäuse aus 
Schwabhausen von Dr. "Walser; Mund und Afterende sind 
durch ein flaches unregelmässiges Sieb geschlossen; eines der 
Gehäuse ist zum grössten Theiie aus derbem Sande gebaut. 

99. Limnephilus? spec. Aus Swellendam vom Cap, 
von Tollin; 14 bis 17 mill. lang, vorn 4 mill. breit; gerade 
Röhren, kaum nach hinten verjüngt, mit aussen platten Holz- 
stücken dachziegelartig umlagert, so dass die Röhren aussen 
Prismen bilden; Mundöffnung schräge; Afterende mit grossem 
rundem Loch. Einige nur 12 mill. lang, sind noch deutlicher 
dreieckig gebaut und scheinen nur vorn geschlossene Nym- 
phen-Gehäuse derselben Art zu sein; sie sind aus abgebisse- 
nen Blattstücken regelmässig gebaut. 

100. Goniotaulius griseus. Kolenati beschreibt T. 

I p. 54 die Verwandlung dieser Art sorgfältig. Das Gehäuse 
besteht zuerst aus schräge gelegten Gräsern und andern Ve- 
getabilien, später immer aus Steinchen; ist dann cylindrisch- 
kegelförmig, gestutzt und wird zur Verwandlung verkürzt, 
cylindrisch, mit Steinchen geschlossen, gesellig an Wasser- 
pflanzen geheftet. Long. 28 mill.; zur Verwandlung nur 20 
mill.; Lat. 6 mill. Lebt in Sümpfen. Die von mir und an- 
dern öfter gebrauchte Bezeichnung cylindrisch-kegelförmig ist 
geometrisch anscheinend unrichtig, bezeichnet aber die Form 
80 verständlich , dass ich sie beibehalten habe. 

Nymphen-Gehäuse von Kolenati und Heyer aus Lüneburg 
mitgetheilt, zeigen genau die angegebene Form und Grösse; 
sie sind durchweg aus groben Sandkörnern gebaut, cylindrisch, 
leicht gekrümmt, beide Enden halbkuglig durch gleiche Sand- 
körner verschlossen, zwischen denen siebförmige OefFnungen 
sichtbar sind. Hieher vielleicht Frisch Insect. Deutschi. T. XIII 
T. III fig. 3; Seetzen 1. c. p. 72 No. 11; De Geer Mem. T. 

II T. XIV flg. 15. 

101. Goniotaulius spec? Mir liegen Stücke aus 
Schwabhausen von Dr. Walser mitgetheilt vor; ein T heil trägt 



249 

die Bezeichnung G. griseus, die anderen oline Artangabe. Sie 
sind von verschiedener Grösse, aus gröberem oder feinem 
Sande gebaut; sämmtlich Larvengehäuse. Long. 12 — 18 mill., 
Lat. 4 — 5 müh; cylindrisch-kegelförmig, leicht gekrümmt, die 
Mundöffnung etwas schräge nach unten abgeschnitten; After- 
ende gestutzt, mit centralem rundem Loch; bei einigen ist das 
Afterende zum Theil aus Vegetabilien gebaut. Ein Nymphen- 
Gehäuse aus Königsberg von gleichem Bau ist 17 mill, lang 
und 4 mill. breit, cylindri?ch, beide Enden halbkugelig ge- 
schlossen wie bei G. griseus. 

Ob ein Theil dieser Gehäuse zu differenten, nalie stehen- 
den Arten gehöre, lässt sich bei dem sonst ähnlichen Bau 
nicht entscheiden; bei einem sind kleine Planorbis zum Ver- 
schluss des Afters gemacht. Einige noch kleinere sind als G. 
vittatus bezeichnet, können aber auch vielleicht nur jüngere 
Formen sein. 

102. Goniotauliusspec? aus Washington, von Sacken. 
Long. 13 mill., Lat. 3 mill.; cylindrisch, leicht gekrümmt, 
nach hinten kaum verjüngt; Mundende gerade abgeschnitten; 
Afterende gestutzt, mit einem Steinchen verschlossen; aus 
grobem Sande gleichartig gebaut; Larven-Gehäuse. 

103. Goniotaulius spec? aus Süd - Carolina, von 
Sacken. Long. 22 mill.; Lat. 6 mill.; cylindrisch, gerade, 
aus groben Quarzstücken gebaut; sämmtlich Larven-Gehäuse; 
Mundende gerade abgeschnitten; Afterende gestutzt, stets mit 
einem einzelnen grösseren Steinchen verschlossen. 

104. Goniotaulius? spec. aus Schwabhausen von Dr. 
Walser, die grösseren als G. vittatus, die kleineren als G. 
griseus mitgetheilt. Long. 10 bis 18 mill.; Breite der gröss- 
ten am Mundende 5 mill. Die Gehäuse sind in der Form den 
früher aus Schwabhausen beschriebenen ähnlich, aber stärker 
verjüngt; sie sind ganz aus sehr groben Steinchen gebaut, 
aussen sehr unregelmässig und haben etwas vom Habitus der 
Stenophylax- Arten. Mundöffnung schräge nach unten abge- 
schnitten; im gestutzten Afterende ein centrales rundes Loch; 
sämmtlich Larven-Gehäuse. 

105. Goniotaulius? spec. in Grönland in Sümpfen 
gemein. Fabricius Fn. Grönland p. 196 beschreibt sie als 
gerade Cylinder aus Sand und Glimmer, 17 mill. lang und 4 
mill. breit. Fabricius sah die Larve im Winter unter dem 
Eise im Wasser umherwandern; im Sommer verM'andelt sie 
sich und schwimmt im Wasser lebhaft umher. Fabricius be- 
schreibt sie dann (wohl irrig) als aptera und fügt selbst bei, 

17 



dass der Schwimmer wohl die Pupa semicompleta sein möge. 
Grönländisch heisst sie Polik, Dänisch Sprok, Norwegisch Ugg 
oder Vaskalv. 

106. Goniotaulius flavus. Pictet p. 156 T. X fig. 2 
sagt: Die Gehäuse bestehen aus ganz kleinen Steinchen, oder 
vielmehr aus Sand; sie sind länglich, leicht gebogen, hinten 
mehr verengt; sie leben in sandigen, flachen, stehenden Grä- 
ben am Boden oder an Wasserpflanzen befestigt; zur Yer- 
v^andlung schliessen sie ihr Gehäuse mit Steinciien, die sie 
mit Fäden anheften. Nach der Abbildung sind die Gehäuse 
11 mill. lang, vorn beinahe 3 mill. breit, sehr wenig gebogen, 
das Mundende schräge nach unten abgeschnitten. Mit dieser 
Beschreibung und Abbildung stimmen einige von Dr. Walser 
aus Schwabhausen" mitgetheilte Gehäuse gut überein; das Loch 
im Afterende ist nicht ganz regelmässig und nicht central. 

Hieher gehört vielleicht Seetzen 1. c. p. 69 No. 7. 

107. Goniotaulius spec. Aus München von Dr. Kriech- 
baumer als fraglicher Halesus mixtus mitgetheilt. Den vori- 
gen ähnlich, aber von gröberen Steinchen gebaut und daher 
aussen viel unebener. Larven -Gehäuse 14 mill. lang, vorn 
2y2 mill. breit, stark gekrümmt, ziemlich verjüngt; Mundende 
schräg abgeschnitten; Afterende gestutzt, mit kleinen Steinchen 
bis auf ein centrales, kleines, unregelmässiges Loch verkleidet. 
Nymphen-Gehäuse 11 bis 12 mill. lang, weniger gekrümmt, 
beide Enden abgerundet und durch Steinchen verschlossen, 
deren Zwischenräume ein Sieb darstellen. 

108. Gon. vittatus. Pictet p. 157 T. X fig. 4 und 
Gon. elegans Pict. p. 157 T. X fig. 3, da nach den Typen 
beide Arten zusammen gehören. Nach Pictet sind die Ge- 
häuse analog denen von Gon. flavus, aber länger und spitzer, 
und leben in ähnlicher Weise. Nach der Abbildung sind die 
Gehäuse aus Sand gebaut, 15 (G. vittatus) bis 21 (G. elegans) 
mill. lang, vorne 2% i«ilh breit, stärker gekrümmt. Nach 
Kolenati T. II p. 275 bestehen sie aus Sand, das Hinterende 
aus Vegetabilien. Es liegen mir Larven-Gehäuse aus Königs- 
berg und von Kolenati, als zu G. vittatus gehörend mitge- 
theilt, in Mehrzahl vor. Sie sind 13 bis 21 mill. lang (nach 
Kolenati p. 50 bis 24 mill.), vorn bis 3, hinten 1 mill. breit, 
aus feinem Sande sehr regelmässig gebaut, spitze, gebogene 
Kegel; Mundöflhung etwas schräge nach unten abgeschnitten; 
Afterende gestutzt, offen. 

Nymphen-Gehäuse, von Kolenati mitgetheilt, durch Ab- 
schneiden der Spitze auf 14 mill. verkürzt, fast gerade, vorn 
und hinten zugerundet, mit einem weitmaschigen Siebe ver- 



251 

schlössen. Sehr ähnliche Nymphen -Gehäuse habe ich auch 
von Heyer aus Lüneburg erhalten. 

109. Goniotaulius spec. Aus Schwabhausen von Dr. 
Walser, Nymphen -Gehäuse zum Theil an Wurzeln von Ra- 
nunculus aquaticus befestigt, den vorigen in Foi;m und Bau 
ähnlich, aber der Verscliluss different. Mundende gewölbt, 
mit siebartig verbundenen Steinchen; Afterende gewölbt mit 
centralem, sehr kleinem rundem Loch. 

110. Goniotaulius spec? Aus Dammhoff bei Kö- 
nigsberg, Larven -Gehäuse. Den vorigen ähnlich aus feinem 
Sande sehr regelmässig gebaut, aber weniger verdünnt und 
fast gerade. Long. 16 bis 18 mill.; vorn 2'/2, hinten fast 2 
mill. breit; Mundende schräg abgeschnitten; Afterende ge- 
stutzt, mit grossem, rundem, centralem Loch in einer seiden- 
artigen Membran. 

111. Goniotaulius spec? Aus dem Züricher See von 
Bremi als zu Phr. elegans gehörig mitgetheilt. Dem vorigen 
ähnlich, aber viel dünner, fast gerade. Larven -Gehäuse 17 
mill. lang, vorn l'/j, hinten ^/^ mill. breit, aus feinem Sande 
gebaut, nur die Spitze (vielleicht accidental) etwas gebogen; 
Mundende gerade abgeschnitten; Afterende durch eine leicht 
gewölbte seidene Platte mit kleinerem centralem Loch ge- 
schlossen. Nymphen-Gehäuse 12 mill. lang, gerade; Mund- 
öffnung durch eine etwas vertiefte Membran geschlossen; 
Afterende wie beim Larven- Gehäuse mit offenem centralem 
Loch. 

112. Desmotaulius hirsutus Kol. (nicht Pict.) Ko- 
lenati T. I p. 58 beschreibt die Verwandlung dieser Art sorg- 
fältig. Das Gehäuse, sagt er, ist viel eleganter als die übri- 
gen, cylindrisch, etwas gebogen, die untere Mündung gerundet 
und verschlossen, aus kleinen gleichgrossen Steinchen gebaut; 
Mundende schief abgeschnitten und zur Verwandlung mit einem 
in der Mitte gekielten Deckel verschlossen. Die Larven-Ge- 
häuse leben gesellig mit dem Mundende an der Unterseite 
von Steinen sitzend in fliessend§n kalten Wassern. Long. 19 
mill.; Lat. 4 mill. Mir liegen Gehäuse von Kolenati und Dr. 
Walser vor, die der obigen Beschreibung durchaus entspre- 
chen. Long. 16 bis 20 mill.; Lat. 4 bis 6 mill.; sehr regel- 
mässig aus feinem Sande gebaut, im halbkuglig abgerundeten 
Afterende steht ein centrales, ziemlich regelmässiges rundes 
kleines Loch; Mundöffnung sehr schräge abgeschnitten. Ich 
kenne nur Larven-Gehäuse. 

113. Goniotaulius spec? Einige Gehäuse von Dr. 



Walser aus Schwabhausen als zu G. griseus gehörig mitge- 
theilt. Da nach Kolenati die jüngeren Gehäuse dieser Art 
ganz aus Vegetabilien gebaut sein sollen, Grösse und Form 
übereinstimmen, wäre es nicht unmöglich, dass sie zu jener 
Art gehören. Sie sind aus kleinen Rindenfragmenten, Holz 
und StrolibJättchen, dachziegelartig gelagert, ziemlich regel- 
mässig gebaut und aussen glatt; cylindrisch kegelförmig, 
etwas gekrümmt, nach hinten etwas verjüngt; MundöfFnung 
unregelmässig schräg abgeschnitten; Afterende gestutzt, mit 
einem centralen rundlichen Loch in einer etwas gewölbten 
Platte. Long. 10 bis 17 mill.; Lat. vorn 3 mill. 

Ein ähnlich gebautes grösseres Stück ist 17 mill. lang, 
vorn 5, hinten 4 mill. breit, und veranlasst durch seine dicke, 
gerade Röhre den Zweifel, dass diese Gehäuse überhaupt zu 
G. griseus gehören. Hieher wohl R6aumur M6m. T. UI T. 
Xll flg. 4. 

114. Goniotaulius nigridorsus. Pict. p. 158 T. X 
fig. 5. Die Gehäuse bestehen nach Pictet aus Stücken abge- 
storbener Blätter: sie werden in gleicher Grösse abgeschnit- 
ten und mit den Rändern aneinander befestigt; sie sind bei- 
nahe cylindrisch und sehr regelmässig; zur Verwandlung wer- 
den sie mit Steinchen geschlossen; sie leben in flachem flies- 
sendem Wasser. Nach der Abbildung sind die Gehäuse 13 
mill. lang, 3 mill. breit, gerade. 

115. Goniotaulius?? spec. Aus Königsberg; 10 mill. 
lang; die aus Vegetabilien gebaute unregelmässige, gerade, 
etwa 2 mill. breite Röhre hat oben und unten einen Schild 
aus Lemna- Blättern. Vielleicht gehören diese Gehäuse aber 
Lepidopteren an; die grünlichen Larven ohne äussere Athem- 
werkzeuge haben vier Paar Bauchfüsse. 

Hieher vielleicht Seetzen 1. c. p. 76 No. 20. (Ob zu 
Acentropus niveus?) 

116. Anabolia nervosa Leach. (Phr. fusca Pict. p. 
153 T. X flg. 1.) Pictet sagt: Sie bilden sich Gehäuse, deren 
centrale Röhre aus kleinen Steinen, TufF und mitunter aus 
kleinen Pflanzen-Ueberresten besteht; an die Wand der Röhre 
fügen sie Hol/.stücke und Pflanzenstengel, die bisweilen sehr 
lang sind. Die Larven suchen die fliessenden Wa.'ser auf und 
haben die Gewohnheit, sich an Zweige, die in das Wasser 
hängen , mittelst einiger Fäden zu befestigen. Die Stengel, 
welche sie an ihre Gehäuse fügen, überragen sie beträchtlich 
nach hinten, fast niemals nach vorne; einige waren bis 1^/^ 
Zoll lang. Sie leben nicht selten im klaren, tiefen, fliessen- 
den Wasser. 



253 

Mir liegen von Bremi mitgetheilte Stücke vor, bezeichnet: 
Zürich, im reinen, liefen, stehenden Wasser gemein. Sie pas- 
sen gut zu Pictet's Beschreibung und Abbildung. Länge 24 
bis 20 mill.; Breite an der Mundöffnung 5 mill., am Hinter- 
ende 3 mill., gerade, nach hinten wenig verengte Röhren, 
innen glatt, aussen mit kleinen Steinchen, hin und wieder mit 
Samen oder Holzstücken vermischt, besetzt; aber so, dass die 
Steinchen das eigentliche Material bilden; die Aussenseite ist 
mittelmässig uneben; die Mundöffnung ist durch die ausge- 
schlüpfte Imago unregelmässig zerbrochen; das Afterende ab- 
gerundet und zum Theil mit Seide verschlossen; jederseits ist 
ein Ast als Schwimmer angefügt. 

Aus Schwabhausen von Dr. Walser liegt mir eine Zahl 
Gehäuse, als hergehörend mitgetheilt, vor. Die jüngeren 13 
mill., die ausgewachsenen bis 27 mill. lang; es scheinen Lar- 
vengehäuse zu sein, denn das abgerundete Afterende hat ein 
centrales, rundes, grösseres Loch in einer Membran. Die Mehr- 
zahl der Gehäuse ist M'ie die vorigen aus Steinchen gebaut 
und aussen Stengel oder Halme angeheftet, die im Wider- 
spruch mit Pictets Angabe, öfter auch vorne die Gehäuse 
beträchtlich überragen. Bei einigen ist Stroh zum Theil als 
Material benutzt, andere sind ganz aus Stroh gebaut, welches 
in langen Stücken der Länge nach um die Gehäuse gelegt 
ist, etwa in zwei oder drei unregelmässigen Ringen, während 
einzelne längere Strohhalme die Schwimmer bilden. Ob letz- 
tere Gehäuse zu dieser Art gehören, weiss ich nicht; es scheint 
dies aber im Verein mit Dr. Walser's Angabe dadurch sehr 
glaublich, dass einzelne aus Steinchen gebildete Gehäuse die 
hintere Hälfte ganz aus Stroh gebaut zeigen. 

Zu A. nervosa gehört Reaumur Mem. T. HI T. XII fig. 14. 

117. Anabolia fusca Kol. Mir liegen Gehäuse von 
Kolenati mitgetheilt und zahlreich bei Königsberg eingesam- 
melte vor; letztere aus stehendem Wasser. Länge bis 26 
mill., die jungen 10 mill. Form, Bau und Anheftung genau 
wie bei der vorigen Art; auch hier finde ich einzelne Gehäuse 
theilweise, oder selbst ganz aus Pflanzentheilen gebaut. Das 
runde Loch im Afterende ist etwas grösser und weniger regel- 
mässig. Die Mundöffnung ist etwas schräge nach unten ab- 
geschnitten, so dass die Rückenseite länger ist. Nach Kole- 
nati p. 62 sind die Gehäuse 32, mit den Schwimmern bis 55 
mill. lang. 

Hieher gehört Seetzen 1. c. p. 70 No. 8 und p. 71 No. 9; 
Rösel T. II T. XIV fig. 2, 4; De Geer Mem. T. II T. XV 
fig. 11—13; Schröter Flussconchyl. p. 416 T. II min. D. fig. 4; 
Schröter Conchylienkenntn. T. II p. 586. 



254 

118. Anabolia spec. Danimhoff bei Königsberg. Long. 
18 bis 25 mill.; Lat. 5 bis 4 mill.; den vorigen ähnlicb, aber 
fast nur aus derben Steineben gebaut; im gestutzten After- 
ende ein regelmässiges, centrales, rundes Locb; Schwimmer 
sehr kurz. Ob zur vorigen Art? 

119. Anabolia spec. Von Dr. Walser erhielt ich einige 
Gehäuse, bezeichnet: Kach Kolenati's Bestimmung zu Stath- 
mophorus destitutus gehörig. Mir ist diese Art nicht bekannt; 
unter Walser's Phr3ganiden fand sich aber Anabolia furcata 
vor, und es wäre möglich, dass die Gehäuse hiezu gehören. 
Die Gehäuse sind in Form und Grösse den von A. nervosa 
ähnlich, bis 25 mill. lang, bei 4 mill. Mundöflfnung. Sie sind 
sämmtlich aus kleinen Pilanzentheilen, Stückclien Rinde oder 
Holz gebaut, die Schwimmer kurze, nur hinten überragende, 
dünne Grasstengel. Das Afterende hat eine mehr längliche, 
unregelmässige Oeffnung, die in einer (mitunter etwas in der 
Röhre vertieft eingelagerten) Membran angebracht ist. Mund- 
öffnung etwas schräg nach unten abgeschnitten. Ich vermag 
davon nicht zu trennen z'\^ ei Gehäuse, die mir Dr. Walser 
als zu Sten. pantherinus geliörend mitgetheilt hat; sie sind 
an grössere Stengel, wie A. nervosa, angeheftet. 

120. Anabolia spec? Von Dr. Walser aus Schwab- 
hausen als zu Limn. stigmaticus gehörig mitgetheilt. Larven- 
Gehäuse der An. nervosa sehr ähnlich, 16 bis 20 mill. lang, 
vorn 4 bis 5 mill. breit, hinten Avenig verjüngt, gerade, ganz 
aus feinem Sande gebaut; Mundende schräg abgeschnitten; 
Afterende zugerundet, mit centralem, nicht ganz regelmäs- 
sigem kleinem Loch; Schwimmer hinten seitlich befestigt, 
schwach. 

121. Anabolia spec? Aus Illinois von Walsh; 14 
mill. lang, vorn 2 mill. breit, hinten dünner; gerade Röhre, 
Mundende schräge, Afterende offen; aus Vegetabilien der 
Längsrichtung nach gelegt gebaut, aussen ziemlich eben; ein 
kleiner, wenig überragender Schwimmer ist angehel'tet. 

122. An. paludum. Kolenati, Jahresheft. Mähr. Schles. 
Gesells. für Ackerbau, Katurk. etc. 1858 p. 35. Das Gehäuse 
besteht immer aus etwas der Länge nach unregelmässig zu- 
sammengekitteten Rindenstückchen mit eingemischten Gras- 
stengelchen, es ist cjlindrisch und sanft gebogen. Auf dem 
Allvater häufig. 

123. Stenophylax striatus Pict. p. 132 T. VI fig. 1. 
Das Gehäuse ist, nach Pictet, zuerst aus Blättern gebildet; 



255 

wächst die Larve, so vergrössert sie es und reparirt es mit 
Steinclien, wodurch es zuletzt fast immer gagz aus Steinchen 
besteht; die Steinchen sind von fast gleicher Grösse; das Ge- 
häuse 25 bis 28 mill. lang; zur Verwandlung verlängert die 
Larve es beträchtlich mit grösseren Steinen und verschliesst 
es; es erreicht dann bis 40 mill. Länge und wird bis an das 
Mundende in den Boden vergraben. 

124. Sten. pilosus Pict. Zwei mir von Bremi mit- 
getheilte Stücke sind bezeichnet: P. striata, Zürich aus Bächen, 
stehen senkrecht auf dem besciiwerten Fuss. Beides sind Nym- 
phenhüllen, da Mund und Afterende mit Steinen verschlossen 
sind. Länge 18 mill, Breite vorn 4, hinten 3 mill.; cylin- 
drische, nach hinten wenig verengte, leicht gekrümmte Röh- 
ren; innen glatt, aussen wenig uneben, da die kleinen Stein- 
chen, aus denen es gebaut ist, ziemlich gleiclie Grösse haben 
und sorgfältig aneinander gefügt sind; Mundöffnung kreisför- 
mig, gerade abgeschnitten; durch ein einzelnes grösseres 
Steinchen, unter welcliem sich eine Membran zu befinden 
scheint, verschlossen; Afterende mit drei kleinen Steinchen 
geschlossen; bei einem Gehäuse sind diese Steinchen abge- 
fallen und zeigen eine etwas vertieft gelagerte, schwärzliche 
Membran als Verschluss; nahe dem Rande an der Bauchseite 
(concave Seite des Gehäuses) liegt eine breite, halbmondför- 
mige, sehr regelmässig geschnittene Spaltöffnung; eine faserige 
Structur der Membran ist nur wenig deutlich. 

Es erheben sich gerechte Bedenken in Betreff der Identität 
dieser Gehäuse mit denen, welche Pictet für seine P. striata 
beschreibt. Die Grösse würde noch allenfalls zutreffen, in- 
sofern Pictets flg. Ib. ein unverschlossenes Gehäuse von bei- 
nahe gleicher Länge abbildet; die Form und der Bau ist auch 
nicht different, da Pictet's Figur das Gehäuse leicht gekrümmt 
darstellt, was in der Beschreibung nicht erwähnt ist. Nun 
Avird aber das Gehäuse bei Pictet durch den Verschluss fast 
um die Hälfte länger, während Bremis Gehäuse durch einen 
einzelnen aufgesetzten Stein nur ganz unbedeutend erhöht 
wird. Ferner wird nach Pictet das Gehäuse von P. striata 
fast bis an die Mundöffnung versenkt (die Larve kehrt sich 
im Gehäuse um, steckt Kopf und Füsse zum dünnen Ende 
heraus und gräbt das Loch , worauf sie sich wieder in die 
gewöhnliche Lage zurückdreht). Bei den Gehäusen von Bremi 
ist aber auch das untere Ende durch drei zum Theil vorste- 
hende Steine geschlossen, die ein Vergraben des Gehäuses 
wenig glaublich machen. Ich vermuthe vielmehr, das Breniis 
Gehäuse zu Sten. pilosus Pictet gehören, denn einerseits ist 
dies die einzige Stenophvlax-Art , von welcher mir Bremi bei 



256 

Zürich gefangene Stücke mitgetheilt hat, und dann stimmt 
Beschreibung und Abbildung bei Pictet damit genau überein; 
p. 135 T. Yl fig. 2. Die Larven, sagt Pictet, bauen sich 
cylindrisch-kegel förmige Gehäuse, etwas gekrümmt, aus Stein- 
chen, Ziegelstücken etc.; sie leben auf dem Boden des Was- 
sers und halten sich gerne unter Steinen auf. Gegen Ende 
Juni schliessen sie die MundöfFnung mit Steinen verschiedener 
Form, und meist grösser als die, woraus sie gebaut sind. 
Die Gehäuse werden nicht wue die der vorigen Art vergra- 
ben, sondern mit dem dünnen Ende an einen Stein befestigt. 

125. Stenophylax spec. Es liegt mir noch ein Ge- 
häuse aus einem Torfgraben bei Zürich vor, von Bremi als 
P. striata bezeichnet. Es ist 23 mill. lang und hat insofern 
die Gestalt der vorigen, als es leicht gekrümmt und gegen 
das Ende verjüngt ist. Es ist jedoch aus sehr groben Stei- 
nen zusammengesetzt, äusserlich durchaus uneben und nach 
vorn durch den Verschluss keulenartig verdickt. Einer Ste- 
nophylax-Art dürfte es angehören, ob der vorigen oder wel- 
cher sonst, vermag ich nicht zu entscheiden. 

126. Sten. testaceus. Pictet p. 136 T. VI fig. 3. — 
Nach Pictet bauen sie das Gehäuse aus sehr regelmässigen 
Steinen, fest und gerade. Die Lebensart ist wie bei St. pi- 
losus. Nach der Abbildung is-t das Gehäuse 16 mill. lang 
und 4 mill. breit an der Mund Öffnung. 

127. Sten. striatus. Kol. T. I p. 65. Die Gehäuse 
bestehen, nach Kolenati, zuerst aus Vegetabilien und Sand, 
später immer aus grösseren, bis 6 mill. breiten Steinchen; 
cylindrisch-kegelförmig; zur Verwandlung werden sie verkürzt 
und geschlossen und sind dann ganz cylindrisch; sie heften 
sich gesellig unter Steinen an Larven -Gehäuse 35 mill. lang, 
8 mill. breit und 5 mill. Diameter der Röhre; Nymphen-Ge- 
häuse 28 mill. lang. 

Hieher vielleicht Seetzen 1. c. p. 71 No. 10; Schröter 
Flussconchyl. p. 417 T. II min. D. fig. 2; Schröter Conchy- 
lienkenntn. T. II p. 589. 

128. Sten. nigricornis. Pict. p. 137 T. VI fig. 4. Die 
Gehäuse bestehen aus kleinen Steinstückchen, Sie wurden nur 
in einem Bache gefunden, der viel Tuff" herabrollte; so be- 
standen die Gehäuse immer nur aus dieser Substanz; waren 
sehr glatt, dünn, zerbrechlich, cylindrisch; zur Verwandlung 
werden sie mit demselben Material verschlossen. Nach der 
Abbildung ist das Gehäuse 22 mill. lang, 5 mill. breit, die 
MundöfFnung schräge abgeschnitten. 



257 

Es ist jedenfalls auffällige, dass eine St. pilosus und stria- 
tus so nahe stehende Art ein so different geformtes Gehäuse 
besitzt. 

129. Sten. pantherinus. Pict. p. 138 T. VII fig. 1. 
Die Gehäuse werden nach Pictet aus dünnen Steinchen oder 
Ziegelstücken gebaut; selbe werden an den dünnen Rändern 
vereint, wodurch das Gehäuse leicht und regelmässig wird; 
sie finden sich in fliessenden Bächen und sind an die Unter- 
seite der Steine schräg befestigt; zur Verwandlung schliessen 
sie die Gehäuse, so dass beide Enden eine halbkugliche Form 
annehmen. Nach der Abbildung ist das Gehäuse 25 mill. 
lang, vorn an der etwas schräg nach unten abgeschnittenen 
Mundöffnung 6 mill. breit, hinten kaum etwas verengt, cylin- 
drisch, kaum merkbar auf die Fläche gekrümmt. 

Vermuthlich hieher gehören Gehäuse von Dr. Kriech- 
baumer aus Baiern, Tegernsee, mitgetheilt; bis 24 mill. lang, 
6 mill. breit, cjlindrisch, hinten fast gar nicht verengt, etwas 
auf die Fläche gekrümmt; sie sind durchweg aus gröberen 
Steinchen gebaut, daher aussen nicht so regelmässig als Pictet 
angiebt; bei den Larvengehäusen ist die Mundöffnung gerade 
gestutzt, doch mit unebenem Rande; am Afterende steht zwi- 
schen Steinen ein längliches, unregelmässiges Loch; die Nym- 
phenhüllen sind jederseits halbkuglich geschlossen und zwi- 
schen den Steinen ein Sieb sichtbar. 

Aehnliche Gehäuse aus Schwabhausen von Dr. Walser 
sind als zu Sten. striatus gehörig bezeichnet; einige derselben 
aus gröberem Material gebaut, sind hin und wieder mit Pflan- 
zenstücken untermischt und das hintere Ende fast ganz aus 
Vegetabilien gebaut, die quer um die Röhre (ähnlich L. rhom- 
bicus) gelagert sind. Vielleicht gehören diese doch zu einer 
andern Art, denn der Mundverschluss der Nymphen-Gehäuse 
ist (wenigstens bei einem) eine gerade Siebplatte, aus kleinen 
Steinen gebaut. — Nach Kolenati p. 68 sind die Gehäuse 
cylindrisch und bestehen aus grösseren Steinchen; 24 mill. 
lang, 5 mill. breit. 

130. Stenophylax? spec? Von Dr. Walser aus 
Schwabhausen, als zu Sten. striatus gehörend mitgetheilt. Die 
Form und Grösse im Allgemeinen wie bei den vorigen; doch 
sind die Gehäuse aussen unregelmässig und ganz aus Vege- 
tabilien gebaut; einige bestehen durchweg aus Samen; das 
hintere Ende ist bei einigen aus quer um die Röhre gelegten 
Vegetabilien gebaut; im Afterende der Larven-Gehäuse steht 
ein grosses rundes Loch; die Nymphen- Gehäuse sind vorne 
halbkuglig geschlossen, hinten etwas abgerundet mit einem 



Sieb. Länge 18—22 mill.; Weite vorn S^/j mill.; fa?t eylin- 
drisch, gerade. 

Kolenati beschreibt bei seinem Sten. nigridorsus das Ge- 
häuse nach Pictet; beide Arten sind aber sehr verschieden, 
Pictet's Phr. nigridorsa ist ein Goniotaulius. 

131. Halesus digitatus. Pictet p. 139 T. VII fig. 2 
beschreibt die Geliäuse als sehr solide, aus kleinen Holz- und 
Pflanzenstücken gebaut; selbe sind entweder der Länge nach 
oder schräge gelagert, mitunter bilden sie eine ziemlieh regel- 
mässige Spirale (fig. 2a.3; am hinteren Ende des Gehäuses 
befinden sich oft stärkere und längere Stengelstücke, welche 
das Gehäuse schwanzartig überragen; \or der Verwandlung 
schneidet die Larve die überragenden Enden ab; die Gehäuse 
finden sich in fliessenden Wassern unter Steinen, mitunter an 
Pflanzen befestigt. Nach der Abbildung sind die Gehäuse 26 
bis 30 mill. lang und 6 bis 7 mill. breit, cylindrisch, gerade. 

Hieher gehören einige von Bremi, Kolenati und Walser 
mitgetlieilte Larven-Gehäuse von der angegebenen Grösse und 
Form, aus Blattstücken in roher Spirale oder sehr unregel- 
mässig gebaut. Nach Kolenati sind sie 27 mill. lang. 

132. Halesus? spec. Von Bremi erhielt ich aus Zü- 
rich Gehäuse aus tiefen, mit Carex angefüllten Gräben als zu 
H. digitatus gehörend bezeichnet. Sie sind nur 20 mill. lang 
und ihre gerade cylindrische Röhre 5 mill. weit; sie sind aus 
groben , unregelmässig und schräge gelagerten Vegetabilien 
gebaut, eines fast zu zwei Drittel vorn aus Samen von Wasser- 
fenchel; das Afterende zeigt ein rundes Loch, oder ein Sieb; 
das Mundende ist gerade gestutzt. Für H. digitatus erschei- 
nen sie zu klein. 

133. Halesus? spec. Drei Gehäuse aus Lüneburg von 
Heyer von gleicher Länge und Dicke, sind sehr ähnlich der 
Abbildung von Pictet gebaut, in sofern um das schräge, nach 
unten abgeschnittene Mundloch Vegetabilien schief herumge- 
lagert sind ; die Gehäuse sind aus Aveniger grobem Material 
gebaut, aussen weniger ungleich, bei der Larve am Afterende 
mit einem runden Loch, bei der Nymphe durch ein Sieb ver- 
schlossen. 

134. Halesus? spec. Aus Waltham, Massachusetts 
von Hr. Starbuck. Das grosse, sehr auffällig gebaute Gehäuse 
ist 45 mill. lang, vorn 15, hinten 10 mill. dick; die innere 
Röhre dürfte vorne höcJistens 6 mill. weit sein. Es ist gerade, 
cylindrisch, nach hinten etwas verjüngt, etwas dicker als breit 
und durchweg aus Vegetabilien gebaut, denen nur hin und 



259 

wieder kleine Muselielfragmente von Cavdium und eine voll- 
ständig erhaltene, 12 mill. grosse Schale eines Pecten ange- 
fügt sind. Die Vegetabilien, meist breitere Blattstücke, sind 
schräg um die Röhre herum gelagert, und zwar so, dass die 
Blätter mit der breiten Seite aufeinander geschichtet sind, 
wodurch die Wände des Gehäuses besonders dick und fest 
werden. Gegen das Vorderende hin Averden die Lagen schrä- 
ger und schräger und so auf dem Rücken melir vorgezogen 
als auf dem Bauche; durch diese Einrichtung bildet das Vor- 
derende eine abgerundete Kappe, welche die ganz auf der 
Bauchseite liegende runde Mundötfnung beträchtlich überragt. 
Im Afterende steht senkrecht ein längliches, 1^/., mill. langes 
Loch; die MundöfFnung ist unregelmässig durch Vegetabilien 
verschlossen. Ich habe dies Gehäuse nur der schrägen An- 
ordnung der Materialien halber zu Halesus gestellt. 

135. Halesus? spec. Aus Washington Territory zwi- 
schen Rock und Cascade Mountains. Long. 20 mill.; vorn 6, 
hinten 4 mill. breit; gerade, hinten wenig verengt, fast cjlin- 
drisch; aus schräg auf die Röhre gelagerten platten Holz- 
stücken sehr unregelmässig gebaut; hinten und vorn offen; 
Larve relativ sehr gross, halesusartig. 

136. Halesus? spec. Aus Waltham, Massachusetts von 
Hrn. Starbuck. Long. 21 mill., vorn 5 mill. breit, gerade, 
cylindrisch, nach hinten wenig verjüngt; aus kleinen und 
grösseren Steinen ziemlich unregelmässig gebaut; MundöfFnung 
gerade abgeschnitten; Hinterende mit einem Stein gesclilossen, 
obwohl die Larve noch im Gehäuse ist. Dem Habitus nach 
gehört es zu Halesus Stenophylax. 

137. Halesus auricollis. Pict. p. 142 T. VHI fig. 1. 
Die Gehäuse bestehen, nach Bietet, zum Theil aus Steinen, 
zum Theil aus Vegetabilien und werden, wie man bei vielen 
Arten sieht, später mehr und mehr die Steine vorherrschend; 
die Steine sind fest zu einer ebenen Oberfläche vereint; das 
Gehäuse ähnelt einem Hörn, es ist gekrümmt, an einem Ende 
dünner; besteht es aus Vegetabilien, so ist es mitunter sehr 
regelmässig, mitunter aber auch sehr unsymmetrisch; die Larve 
belestigt sich an Steinen in starker Strömung. Nach der Ab- 
bildung sind die Gehäuse 13 bis 15 mill. lang und 272 ^^^ 
3 mill. vorn breit. 

138. Halesus mixtus. Bietet p. 143 T. VHI fig. 2. 
Die Gehäuse sind, nach Bietet, selir regelmässig und bestehen 
aus dicht zusammengesetzten Steinen; sie sind gebogen und 
hinten viel dünner. Zur Verwandlung schneidet die Larve 



260 

das dünne Ende ab und fügt einige dickere Steine zum Ver- 
schluss der OefFnungen. Sie leben in schnell fliessendem 
Wasser an Steinen befestigt. Nach der Abbildung ist das 
Larven- Gehäuse 13 mill. lang und vorn 3 mill. breit; das 
Nymphen -Gehäuse 15 mill, lang und am dickeren Ende 5 
mill. breit. 

139. Halesus spec? aus Waldbächen bei Zürich, von 
Bremi als vermuthlich zu H. auricoUis gehörig mitgetheilt. 
Die Gehäuse ähneln mehr dem folgenden, sind aber grösser; 
eines durch den Schwimmer mehr Anabolia ähnlich; 15 mill. 
lang, vorn 3 mill. breit, nach hinten etwas verjüngt, cylin- 
drisch-kegelförmig, gerade; Mundöffnung schräg, Afterende 
mit unregelmässigem grossem Loch in einer etwas vertieft ge- 
lagerten Platte. Das eine Gehäuse ist ganz aus Buchenknospen 
gebaut, das andere mit Beifügung von Rinden- und Holzstück- 
chen und angefügten Tannennadeln, wie es Bietet bei H. ru- 
ficollis angiebt; eine längere ist als überragender Schwimmer 
angeheftet. 

140. Halesus ruficollis. Bietet p. 145 T. VIII fig. 3. 
Die Gehäuse sind, nach Bietet, Avenig solide, aus Vegetabilien, 
in der Längsrichtung aneinandergefügt, gebaut; es ist eine 
Gebirgsart, die oft Fichtennadeln, frisch oder vertrocknet, 
verbraucht und lebt in kalten, klaren Bächen. Nach der Ab- 
bildung ist das Gehäuse 12 mill. lang und vorn 2 mill. breit, 
gerade; nach hinten treten die Nadeln mehr auseinander. 

141. Halesus nigricornis Kol. Diese Art ist von 
der früher erwähnten Bictets ganz verschieden. Die Beschrei- 
bung der Larve und des Gehäuses bei Kolenati T. I p. 70 
sind aus Bietet entnommen; für letzteres wird T. II p. 281 
eine Berichtigung geliefert: theca e plantarum frustulis, fre- 
quentius vero ex arena constructa. Mir ist von Kolenati ein 
Gehäuse als zu H. nigricornis geliörig mitgetheilt; es hat 
mehr den Habitus der Stenophylax-Gehäuse und ist aus der- 
ben Steinclien gebaut, die Aussenseite uneben; ein dünner 
Kegel, 20 mill. lang, vorn 3, hinten 2 mill. breit, fast gerade. 
Mundende schräg abgeschnitten; Afterende mit grossem, run- 
dem, centralem Loch. 

142. Halesus spec. Aus dem Brunnentrog auf dem 
Julier 7000 F. überm M., von Bremi. Aus derbem Sande ge- 
baut; kurze, weite, leicht gekrümmte Kegel, 7 bis 8 mill. 
lang, vorn 3, hinten 1% i^Jll« breit, ,Mundende schräg abge- 
schnitten; Afterende gestlitzt, aus demselben Sande gebaut, 
mit centralem, kleinem rundem Loch (Larven-Gehäuse). 



261 

Ein dazu gehöriges Nymphen -Gehäuse bildet einen kur- 
zen, 7 mill, langen und 2% mill. breiten, geraden Cylinder; 
Mund und Afterende sind durch ein unregelmässiges Gespinnst 
geschlossen, das im Mundende etwas vertieft gelagert ist. 

143. Halesus spec. Aus der Reuss bei Andermatt, 
St. Gotthard, von Bremi als zu Phryg. guttulata gehörig mit- 
getheilt; Larven -Gehäuse; 11 mill. lang; vorn 4, hinten 2 
mill. breit; aus sehr ungleichem Material, Sand, Steinchen, 
einigen Holzspänehen gebaut, aussen uneben; eine nach hin- 
ten etwas verengte, unten abgeflachte Röhre; der Rücken ist 
etwas aufgetrieben, und die grösste Breite fällt etwas vor dem 
Mundende; im Afterende ein grosses, rundes, nicht ganz»i-egel- 
mässiges Loch; Mund und Aiterende verletzt. 

144. Halesus? spec. Aus Washington, von Sacken. 
Aus derben Steinchen gebaut, aussen uneben; 6 mill. lang; 
vorn fast 3, hinten 1 '/j mill. breit; ein etwas flach gedrückter 
Kegel, gerade; Mundöffnung quer elliptisch, wenig nach unten 
gekehrt; Afterende mit grossem, rundem Loch. Der Form 
nach könnte das Gehäuse auch in die Nähe von Trichostoma 
gehören. 

145. Halesus? spec. Aus Hlinois von Walsh; 8 mill. 
lang und fast 4 mill. breit; Nymphen-Gehäuse, aus derben Stein- 
chen gebaut, mit unebener Aussenseite;' elliptisch, Bauchseite 
abgeflacht, Rücken convex, vom und hinten abgerundet ver- 
schlossen; das Gehäuse etwas auf die Fläche gekrümmt. 
Könnte auch in die Nähe von Trichostoma gehören. 

146. Chaetopteryx villosa. Pictet p. 140 T. VII 
fig. 3. Die Form der Gehäuse ist, nach Pictet, je nach dem 
Material verschieden. Man erkennt aber immer das Streben, 
Vegetabilien in der Längsrichtung zu verwenden; mitunter 
bestehen die Gehäuse nur aus Stücken von Wasserpflanzen, 
die mit den Rändern vereint sind, mitunter aus Stengulstücken, 
kleinen Moos- und Holzfragmenten, endlich aber auch aus 
Tuff und Steinclien; sie sind am Boden der Was.^er an Pflan- 
zen geheftet. Nach der Abbildung sind es 12 bis 20 mill. 
lange gerade Cylinder, 2 bis 5 mill. breit. 

Nach Kolenati T. 1 p. 73 besteht das Gehäuse aus Ve- 
getabilien; in der Längsrichtung verbunden, aus Samen, Rinde, 
Holz, Stengeln, Blattstücken mit Steinen gemischt. Ein von 
Kolenati mitgetheiltes Gehäuse entspricht dieser Angabe, ist 
16 mill. lang, vorn 2y2 mill. breit, gerade, nach hinten ver- 
jüngt, Mundöff"nung schräge, Afterende durch kleine Steinchen 
geschlossen; aussen ist das Gehäuse sehr uneben. 



262 

147. Chaetopteryx spee. Von Bremi aus Zürich als 
zu Chaetopteryx villosa gehörend niitgetheilt; 13 mill. lang, 
vorn fast 3 mill. breit, hinten kaum verjüngt; gerade Cylin- 
der, aussen ziemlich glatt, mit kleinen Pflanzentheilclien etwas 
schräg umlegt; Mundende schräge; Afterende gerade gestutzt, 
durch eine Membran mit rundem, centralem Loch geschlossen. 

148. Chaet. tubereulosa. Pictet p. 141 T. VII fig. 
4. Die Gehäuse bestehen, nach Pictet, aus Vegetabilien, Blatt- 
und Holzstückchen, von unregelmässiger Form, in der Längs- 
richtung angeordnet; sie leben in Gebirgsbächen. Nach der 
Abbildung sind sie 14 mill. lang und 2 mill. breit, cylindrisch; 
die Efngefügten Stengel ähnlich Schwimmern, etwa wie bei 
Halesus ruficollis. 

149. Genus? Aus der Catfern-Station Pniel, von Dohrn 
mitgetheilt. 

Das Gehäuse ähnelt einem Bündel von Strohhalmen, die 
vorne am Kopfende vereinigt sind und hinten auseinander 
laufen; in ihr liegt die eigentliche cylindrische Larvenröhre, 
30 mill. lang und 3 mill. breit, gleichfalls aus Pflanzentheilen 
und Grasstengeln gebildet; sie sind dünner, kürzer als die 
äusseren und der Länge nach unregelmässig um die Röhre 
gelegt. Mir liegt nur ein wenig gut erhaltenes Stück vor 
und ich vermcg aus den sichtbaren Theilen der Larve nicht 
zu entscheiden, ob das Thier nicht vielmehr eine grosse Psyche- 
Larve sei; das struppige und sperrige Aussehen der Hülle 
macht es fast glaublich, dass sie nicht im Wasser sich auf- 
halte. 

150. Genus? Aus Königsberg. 12 mill. lang, IVa rnilL 
breit, aus Blattstücken in regelmässiger, nach reclits gewun- 
dener Spirale; cylindrisch, vorn und hinten offen, gerade ab- 
geschnitten. Die abweichende Form der Larve verbietet vor- 
läufig die weitere Bestimmung. 



Die vorstehende Skizze giebt Alles, was ich gegenwärtig 
über Phryganiden-Gehäuse weiss und davon besitze. Vielleicht 
dient sie dazu, andere Entomologen zu veranlassen, ihre Be- 
obachtungen zu erweitern und bekannt zu machen. Herr Dr. 
Walser in Scliwabhausen, der schon i'rüher im Correspondenz- 
Blatt des zool. mineral. Vereins in Regensburg 1848 Jahrg. 2 
p. 54 einen Beitrag zur Katurgeschichte der Phryganiden ge- 
liefert hat, ist mit einer neuen umfangreichen Mittheilung dar- 
über beschäftigt. 

Westwood in seiner unübertroffenen Introduction T. II 



263 

giebt eine ausführliche Schilderung der Phryganiden-Gehäuse 
und ihres Baues im Allgemeinen. Er führt dabei noch einige 
mir jetzt nicht zugängliche Werke an, Avelche Details über 
diesen Gegenstand enthalten. So des Rev. J. Morton Histor}- 
of Northamptonshire cap. VII, Sir Humphry Davy Salmonia, 
und Ronalds Flyfishers Entomology. In letzterem Werke ist 
in Edit. V London 1856 die Bestimmung der Arten von West- 
wood. Das Buch enthält mehrfache colorirte Abbildungen, 
ich habe leider, als ich es in London verglich, mir nichts 
Näheres notirt. Rennies Insect Architecture ist nur Compila- 
tion allgemeiner Thatsachen. Westwood erwähnt pag. 67 
und 68 noch zwei Gehäuse, die er bei Audouin gesehen. 
Das erste wurde 1838 der entomologischen Gesellschaft in 
Paris vorgelegt; auf einem Granitstück fanden sich eine An- 
zahl kleiner rundlicher Erhabenheiten aus kleinen Quarzfrag- 
menten gebildet, die sich als Phryganiden-Gehäuse heraus- 
stellten. Das zweite war klein und saucenapfartig (saucer- 
shaped) aus feinem Sande gebaut. 

Eine genaue Untersuchung und Beschreibung der Larven, 
deren ich eine nicht kleine Zahl besitze, würde natürlich diese 
Arbeit wesentlich interessanter machen. Ich hoffe, später eine 
genaue Mittheilung darüber geben zu können. 



Synonymische Miscellaneen 

vom 
Sclmlrath Br. Suffrian. 



XXVI. 



unter dem Namen Cryptocephalus elegans Becker 
ist in der letzten Zeit von Sarepta aus mehrfach ein neuer 
europäischer Cryptocephalus versandt worden, welcher nebst 
anderen neuen Entdeckungen des Herrn Becker daselbst eine 
bedeutende Bereicherung der europäischen Käferfauna bildet, 
und deshalb wohl eine nähere Erörterung verdienen möchte. 

Der genannte Käfer gleicht am meisten dem Cr. flavo- 
guttatus Oliv., hinter welchem er im Systeme einzuschalten 
ist, und sieht der Varietät desselben mit hellgefärbten Deck- 
schildern (Linn. Ent. VIII S. 120 No. 68 var. ß) täuschend 
ähnlich, ist aber nach meinem Bedünken eine von jenem sehr 
gut unterschiedene Art. Er ist bei meist gleicher Länge mit 



264 

Cr. flavoguttatus, etwas schlanker und deshalb mehr gestreckt 
walzenförmig, ausserdem ist die Punktirung aul dem Hals- 
schilde des ö^ dichter, deutlicher und stärker zu Längslinien 
ausgezogen, während sie auf den Deckschilden, besonders hin- 
terwärts, weniger eng zusammengedrängt ist und deshalb 
deutlichere Spuren verdoppelter Punktstreifen erkennen lässt. 
Eben so ist das Schildclien bei allen (5) mir vorliegenden 
Stücken schmaler dreieckig und stärker glänzend. Die Haupt- 
abweichungen bietet allerdings die Färbung dar. Die Flecke 
auf der Stirn, sowie auf den Ecken des Kopfschildes sind 
grösser, letztere manchmal zusammenfliessend, die Wangen 
mehr ins Weissliche fallend; auf dem Halsschilde ist bei bei- 
den Geschlechtern ein zusammenhängender Vorder- und Sei- 
tenrand weissgelb, m elcher sich zugleich in den Vorderwin- 
keln dreieckig, in den Hinterwinkeln zu einem Schrägflecke 
erweitert, und ausserdem liegen noch vor dem Hinterrande 
zwei Schrägflecke von gleicher Farbe, deren Hinterenden vor 
dem Schildcheu fast zusammenstossen, während sie selbst sich 
nach vorn hin erweitern und zuweilen selbst wie gebrochen 
erscheinen. Die Flügeldecken sind bis auf einen schwarz- 
grünlichen Längsfieck auf der Schulterbeule und die ebenso 
gesäumte Naht weissgelb; ei^enso sind der Unterrand des Py- 
gidiums, die Hinterecken der Parapleuren, die Schulterblätter 
und die Vorder- und Mittelhüften gelblich. An den Beinen 
sind die Schenkel sch^^•arzgrau mit einem breiten weisslichen 
Flecke vor der Spitze, die Schienen und Fussglieder einfarbig 
röthlich gelb. Auf dem Hinterleibe zeigt das $ die gewöhn- 
liche rundliche Grube, das r^ eine flach eingedrückte glän- 
zende Längsmulde, welche vorn durch einen kurzen, spitzen, 
etwas hinterwärts gerichteten Höcker begrenzt wird; bei dem 
rj des Cr. flavomaculatus ist dieser Eindruck länger und fla- 
cher, zeigt aber vorn ein solches Höckerchen niclit. 

Aendert ab 

ß. mit einem schmalen grünlichen Längswische hinter der 
Mitte der Flügeldecken, durch welchen jedoch die übrige 
Färbung des Käfers keine Aenderung erleidet. 

Den Namen Cr. elegans Becker kann die Art nicht be- 
halten, da bereits ein längst beschriebener Cr. elegans Saund. 
aus Australien und noch ein zweiter gleichfalls beschriebener 
Cr. elegans Blanch. aus Chile vorhanden ist. Ich trage daher 
kein Bedenken, für ihn die Benennung Cr. Beckeri Dohrn auf- 
zunehmen, mit dem unser Vereinsprä^ident sie dem verdienten 
Entdecker zu Ehren bezeichnet hat, nachdem dieser von Herrn 
Morawitz einem andern Cr3ptocephalus beigelegte Name für 
den letzteren zum blossen Synonym geworden ist. Die Diag- 
nose dieser neuen Art lässt sich also fassen: 



265 

Cr. Beckeri Do lim"'). Schwarzgrün, zwei Stirnflecke, 
die Wangen, Fülilerwurzeln, Vorder- und Seitenrand mit zwei 
Hinterflecken des massig punktirten Halsschildes, Schulter- 
blätter und die Flügeldecken bis auf die schwarzgrünen Schul- 
terbeulen massig gelb, die Beine gelbbunt; die Deckschilde 
grob punktirt, hinten unordentlich doppelstreifig. L. 1% bis 
2V3'"; Br. ^%,-l%- 

Von Sarepta. (Mus. Dohrn. Schaum.) 

Ich verbinde hiermit noch einige weitere, die Cryptoce- 
phalen-Synonymie betreffende Bemerkungen. 

1. Meine in der Ent. Zeit. 1863 S. 226 ausgesprochene 
Vermuthung, dass Crypt. 12plagiatus Fairm. nur eine Va- 
rietät des Cr. Cynarae mit einem 5ten hinteren Fiügeldecken- 
flecke sein möge, ist mir von Herrn Fairmaire selbst be- 
stätigt worden, als wir im September v. J. zusammen die 
Cryptocephali meines Freundes Dohrn durchgingen, 

2. Gry ptocepb alus brachialis, aus Südfrankreich, 
von Mulsant in den Ann. de la Soc. Lin. de Lyon VII 343 
beschrieben , ist nach mir vorliegenden Original-Exemplaren 
im Mus. Schaum und v. Kiesenw. niciit von meinem Cr. po- 
puli Dahl verschieden: ein $ des letzteren ist im Mai 1861 
von Herrn H. Clark bei Montpellier gefangen worden. 

3. Cr. raph aelensis Gaut., aus Südfrankreich, ist nach 
gleichfalls vorliegenden Original -Exemplaren aus dem Mus. 
Schaum identisch mit dem von mir in der Linn. Ent. VIII 
143 No. 112 beschriebenen Cr. politus; und der von Dr. Stau- 
dinger mit aus Spanien gebrachte, als Pachybrachys chicla- 
nensis versandte Käfer ist gleichfalls dieselbe Art. 



*) Anm. d. Red. In dem nach dem Drucke des vorigen Bogens 
hier einlaufenden zweiten Bande der Horae Entomologicae der Pe- 
tersburger Entom. Gesellschaft ist pag. 174 von Herrn Morawitz ein 
Cryptocephalus aus Sarepta unter dem Namen ergenensis beschrie- 
ben, welcher mit der vorstehenden Beschreibung in allen wesentlichen 
Punkten zu sehr übereinstimmt, um ihn nicht mit Beclteri für iden- 
tisch zu halten. Es erschien aber der beschriebenen Varietät halber 
rathsamer, die vorstehende Beschreibung aus der Feder des Mono- 
graphen der Familie nicht zurückzulegen, wenngleich der Name 
Beckeri als Synonym zu ergenensis Morawitz zurücktreten inuss. 

C. A. D. 



18 



Beschreibung einiger neuen Chilenischen Käfer 

von 
Dr. R. A. Philippi und Frledr. Pliili|»|»i. 



1. ThanasimusangustusPli. 

Tli. perangustus, supra aeneus. margine prothoracis an- 
tico, elytroium apice, antennis, pedibusque rufis; protliorace 
antice valde constricto, deinde sulco profundo longitudinali 
po&tice obsoleto sculpto; elytris prothoracem longitudine sal- 
tem quater aequantibus, rugosis potius quam punetatis. Lon- 
git. 3 lin.; latit. V4 lin. 

Patria, Provinz Valdivia? 

Der Kopf ist stark punktirt, mit einem breiten Eindruck 
auf der Stirn zwischen den Augen. Epistomum und Ober- 
lippe sind röthlich gelb. Das Halsscbild ist schmaler als der 
Kopf, im vordem Theil stark eingeschnürt, die Seiten in der 
Mitte rundlich vorspringend; die Längsfurche fängt dicht hin- 
ter der Einschnürung an und verliert sich gegen die Mitte 
der Länge; in dem rundlichen Vorsprung der Seiten findet 
sich ein Grübchen; der hintere Rand steht etwas hervor; vor 
demselben ist ein Grübchen in der Mitte und beiderseits neben 
demselben ist eine Anschwellung, sonst ist die Oberfläche mit 
feinen Querrunzeln bedeckt. Die Flügeldecken zeigen Punkt- 
reihen und gröbere Querrunzeln; sie haben einen violetten, 
metallischen Schimmer. Brust und Hinterleib sind bronce- 
farbig, die Beine gelblich, mit einem schwärzlichen Längs- 
stiich auf den Selienkeln. Die Härchen sind weisslich. — 
Bisweilen fehlt die rothe Spitze der Flügeldecken , bisweilen 
sind auch die Seiten des Halssehildes roth. — Die schmale 
Gestalt und die tiefe Längsgrube des Halsschildes zeichnen 
diese Art sehr au«. 

2. Thanasimus aeneus Ph. 

Th. supra omnino aeneus; elytris prothoracem longitu- 
dine ter aequantibus; antennis fuscis, pedibus rufis, genu et 
tarsis medianorum, genu tibia tarsoque posticorum nigris. Lon- 
git. 3 lin.; latit. fere 1 lin. 

Corral in Prov. Valdivia. 

Sculptur und Behaarung ist wie bei der vorigen Art, die 
Gestalt aber breiter. Die übrigen Unterschiede beschränken 
sich auf die Färbung. Oberlippe, Epistomum und Gesicht bis 
zur halben Höhe der Augen sind gelblich, ebenso die Mund- 
theile, mit Ausnalmie der Spitzen der Mandibeln, welche 
schwärzlich sind. Die Fühler sind braun; die Vorderbeine 



267 

ganz und gar rothgelb; die Mittelbeine rothgelb mit schwärz- 
lichem Knie und Tarsus, an den Hinterbeinen ist nur der 
Schenkel roth, mit Ausnahme der Spitze, welche nebst Schiene 
und Tarsus schwärzlich ist. Kopf, Brust, Hinterleib, Flügel- 
decken sind einfarbig, broncefarbig. Die Härchen des Kör- 
pers sind ebenfalls weisslich. 

3. Thanasimus ruficollis Ph. 

Th. omnino niger praeter prothoracem rufum ; prothorace 
antice constricto et depresso; elytris violaceo-micantibus, pro- 
thoracem longitiidine ter aequantibus, punctatis et rugosis. 
Longit. 3 lin.; latit. fere 1 lin. 

Habitat in Prov. Valdivia. 

Der ganze Körper, auch die Mundtheile, Fühler und Beine 
sind schwarz mit Metallschimmer, die Flügeldecken fast vio- 
lett, aber der Prothorax ist braum-oth. In Gestalt und Sculp- 
tur ist sonst kein erheblicher Unterschied zwischen dieser Art 
und der vorhergehenden. 

4. Thanasimus obscurus Ph. 

Th. omnino niger; eljtris violaceis, prothoracem longitu- 
dine vix ter aequantibus; protliorace antice constricto et de- 
presso, nitidissimo; sulco longitudinali obsoleto. Longit. 2V4 
lin.; latit. % lin. 

Habitat cum priore. 

Die Härchen des Körpers sind schwarz; der Scheitel 
stark glänzend, nicht punktirt; das Halsschild stark glänzend. 

5. Thanasimus m d e s t u s P h. 

Th. corpore, capite, protlioraceque nigris; depressione 
antica prothoracis parum conspicua; eljtris latiusculis, pro- 
thoracem longitudine ter aequantibus, parce rugulosis, vix 
punctatis, nigris, violaceo-micantibus, fascia mediana apiceque 
albis; pedibus fuscis, tibiis tarsisque pallidioribus. — Longit. 
%y^ lin.; latit. 1 lin. 

Patria—? 

Der Kopf ist sehr fein punktirt, glänzend, tief schwarz; 
Mundtheile und Fühler sind braun. Das Halsschild zeigt — 
von der Seite gesellen — nur eine schwache Andeutung der 
vordem Einschnürung, von oben betrachtet ist dagegen der 
vordere Theil stark abgeschnürt durch eine tiefe Furche; die 
Längsfurche in der Mitte fehlt, ebenso sind hinten die beiden 
runden Anschwellungen nicht deutlich. Die Flügeldecken sind 
gerunzelt, kaum punktirt; die helle, gelbliche Querbinde liegt 
etwas vor der Mitte und bildet an der Naht einen nach hinten 
vorspringenden Winkel, erreicht aber die Seitenränder nicht; 

18^* 



268 

die weissliclie Färbung der Spitze nimmt etwa den fünften 
Theil der Flügeldecken ein. Die Beine sind bräunlich roth, 
Vorderschenkel und Mittelschenkel oben mit schwärzlichem 
Strich, Hinterschenkel ganz schwarz. Diese Art ist breiter 
als Th. aeneus, aber schmaler als die folgende. 

6. Thanasimus viridis Ph. 

Th. brevis; corpore nigro; vertice paruni punctato; pro- 
thorace parum punctato, antice haud depresso, sulco mediano 
lato, parum profundo; elytris rugosis, haud punctatis, nitidis- 
simis, pulchre viridibus, metallice micantibus, fascia angulari 
alba medio ornatis, prothoracem longitudine ter, latitudine fere 
bis aequantibus; femoribus nigris, tibiis, tarsis, antennisque 
rufis. Longit. 3 lin. ; latit. 1% lin. 

Patria: Corral in Prov. Valdivia. 

Die Gestalt ist beinali so kurz und breit wie bei Epiclines 
basalis oder Necrobia rufipes. Der Kopf zeigt vorn zwischen 
den Augen den gewöhnlichen Eindruck und ist auch hier ziem- 
lich stark punktirt, oben auf dem Scheitel aber ist er nicht 
punktirt; er ist hinter den Augen eingezogen, doch treten 
diese weniger stark hervor als bei andern Arten. Die Farbe 
ist gänzlich schwarz; die Fühler, die normal sind, und die 
Mundtheile sind braunroth; das letzte Glied der Labialtaster 
ist sehr gross, dreieckig-beilförmig. Das Halsschild zeigt die 
gewöhnliche Form; der vordere Theil ist nicht niedergedrückt, 
auch an den Seiten weniger scharf abgegrenzt, oder mit an- 
dern Worten, die vordere Querfurche ist weniger tief einge- 
schnitten als bei andern Arten; die hintere Furche ist sehr 
deutlich, aber vor derselben sind keine hügelartigen Vor- 
sprünge; die Längsfurche der Mittellinie ist in der vordem 
Hälfte deutlich, doch nicht sehr tief, sonst ist die Oberfläche 
glatt, kaum punktirt. Die Flügeldecken sind trotz ihrer Be- 
haarung sehr glänzend, schön kupfergvün, quer gerunzelt, aber, 
wie es scheint, nicht punktirt. Die weisse Zeichnung in der 
Mitte hat die Gestalt eines nach hinten gerichteten Sparren; 
ihr vorderes, breiteres Ende ist schräg abgeechnitten und 
reicht nicht bis zum Seitenrande. Die Schenkel sind an allen 
Beinen schwarz. Schienen und Tarsen rothbraun. 

7. Thanasimus analis Ph. 

Th. niger; elytris vage punctatis, puncto utrinque in basi 
eorum inter scutellum et callum humeralem, fascia obliqua, 
apiceque eorum albis; prothorace postice angustiore; antennis 
pedibusque nigris. Longit. Sy^ lin.; latit. eljtror. ly^ lin. 

In subandinis Prov. Santiago invenimus. 

Der Kopf ist hinter den Augen bedeutend eingezogen, 
ziemlich grob punktirt und wie der ganze Körper mit ziem- 



269 

lieh langen, abstehenden, weissen Härchen besetzt. Die Augen 
zeigen keine Spur von Ausrandung. Die Fühler reichen kaum 
bis an das Ende der Vorderbrust; ihr zweites und drittes 
Glied sind röthlich, die drei letzten plötzlich breiter als die 
vorhergehenden, das neunte und zehnte kaum länger als breit, 
das letzte nicht so lang wie die beiden vorhergehenden zu- 
sammengenommen. Epistom und Oberlippe sind gelbbraun, 
die Palpen hellbraun, das letzte Glied derselben verkehrt drei- 
eckig, fast beilförmig. Der Prothorax ist höchstens IVj mal 
so lang wie breit, vorn abgeschnürt mit parallelen Seiten, in 
der Mitte nach aussen gekrümmt, aber doch noch schmaler 
als der Kopf zwischen den Augen, hinten wieder abgeschnürt 
mit parallelen Seitenrändern und schmaler als vorn. Er ist 
grob punktirt und hat in der Mitte eine Längsfurche. Die 
Flügeldecken sind breiter als das Halsschild, nicht ganz so 
breit wie der Kopf zwischen den Augen, etwa drei Mal so 
lang wie breit, hinten unbedeutend breiter und abgerundet, 
grob und unregelmässig punktirt. Sie haben, wie Th. eburneo- 
cinctus, am Vorderrand ein weisses Pünktchen und eine schräg 
von aussen und hinten nach innen und vorn verlaufende, 
milchweisse Binde, etwa in halber Länge, welche die Naht 
nicht erreicht, aber auch die Endspitze der Flügel- 
decken ist weiss, jedoch etwas ins Gelbliche ziehend. Die 
Beine sind ganz schwarz und mit sehr langen, abstehenden 
schwarzen Haaren besetzt. Die fünfte Abdominalplatte ist 
trapezförmig, kaum oder gar nicht ausgerandet. 

8. Thanasimus Landbecki Ph. 

Th. niger, pubescens, dense punctatus; elytrorum faseiis 
tribus luteis obliquis, obscuris, anticis crucem formantibus; 
antennarum basi, pedibusque rufescentibus. Longit. 1/4 lin. 

Valdivia, legit orn. Landbeck. Wir besitzen nur ein Ex- 
emplar. Der Kopf ist weitläufig und — für die Kleinheit des 
Thieres — ziemlich grob punktirt und hat eine tiefe Grube 
zwischen den Augen, welche fein gekörnelt und braun sind. 
Die Fühler sind etwas länger als Kopf- und Halsschild zu- 
sammengenommen 5 die drei ersten Glieder sind roth, die fol- 
genden schwärzlich; die drei letzten Glieder bilden eine lockere 
Keule. Das letzte Glied der Taster ist cylindrisch. Das 
Halsschild ist grob und ohne Ordnung punktirt, aber dennoch 
glänzend, mit grünem Bronceschimmer und hat in der Mitte 
einen glatten Streifen, der bei gewissem Licht wie eine Längs- 
furche erscheint; es ist hinten etwas schmaler als vorn, an 
den Seiten vorn abgerundet, hinten beinahe gradlinig und seine 
hinteren Winkel sind beinah rechte. Die Flügeldecken sind 
sehr grob, ziemlich dicht, und ohne Ordnung punktirt, mit 



270 

einer auffallenden Vertiefung am Anfang der Nalit und einer 
eben solchen längeren am Ende derselben; sie sind breiter 
als das Halsscliild, etwa 2'/2 bis 3 Mal so lang wie dieses 
und fast 2y^ Mal so lang wie breit. Trotz ihrer groben 
Punktirung und ihrer Bebaaruug sind sie stark glänzend und 
man erkennt die gelbe Zeichnung nur bei einiger Aufmerk- 
samkeit. Dieselbe besteht aus drei schmalen Binden, von 
denen die beiden ersten ein schräges Kreuz bilden, dessen 
obere Endpunkte in den Schultern liegen; die dritte Binde 
hinter denselben ist etwas gebogen. Die Beine sind braun, 
fast rothbraun, und die Tarsen sehr lang behaart, namentlich 
die drei ersten Glieder auf der untern Seite; das letzte Glied 
ist so lang wie die vier vorhergehenden. 

9. Corynetes aeneus Ph. 

C. corpore nigro, capite punctato, antice albido; protho- 
race grosse punctato, utrinque profunde foveolato, aeneo-nigro; 
elytris antice grosse punctatis, subrugulosis, postice tenuius 
punctatis, nigro aeneis, lateribus et praesertim apice albidis, 
aeneo-guttatis; palpis antennisque praeter apicem nigrum rufis; 
pedibus nigro et rufo variis; oculis semiglobosis, haud emar- 
ginatis. Longit. fere 8 lin.; latit. 1 Vg lin. 

Corral, in Prov. Valdivia. 

Wir kennen nur ein einziges Exemplar. Die Körperge- 
stalt, die Verbältnisse der einzelnen Theile, namentlich auch 
die Form des Halsschildes sind ganz wie bei C. ovatus Spin. 
(Gay T. 9 fälschlich mit 10 bezeichnet) fig. 11. Der ganze 
Körper ist mit ziemlich langen und groben, abstehenden Haa- 
ren bedeckt. Episternum und Oberlippe sind gelblich, ebenso 
die Palpen, mit Ausnahme des letzten Gliedes, das am Vor- 
dervand dunkel ist. Das letzte Glied der Maxillar- und La- 
bialpalpen ist gross, dreieckig, das der Labialpalpen fast 
gleichseitig. Die Fühler sind genau so, wie sie bei Corynetes 
sein sollen, namentlich die Fühlerkeule durchbrochen und nicht, 
wie sie die Figur IIb. bei Gay darstellt; das letzte Glied 
gross, eiförmig, spitz. Der Prothorax ist etwas breiter als 
lang, an den Seiten gerundet, vorn und hinten abgestutzt, der 
Hinterrand etwas länger als der Vorderrand; er ist grob und 
dicht punktirt und hat jederseits nahe dem Rande und hinter 
der Mitte ein tiefes, rundes Grübchen; er ist schwarz mit 
Bronceglanz. Das Schildchen ist klein. Die Flügeldecken 
sind etwas breiter als das Halsschild, fast viermal so lang, 
hinten im Halbkreis zugerundet; in den vordem zwei Drit- 
theilen sind die vertieften Punkte eben so grob wie auf dem 
Halsschild, aber entfernter, im hintern Drittheil Averden sie 
aber immer kleiner und verschwinden zuletzt ganz. Auf dem 



271 

Rucken sind sie in den eisten drei Vierteln schwarz mit grü- 
nem Bronceschimmer; an den Seiten und hinten halb mit 
broncegrünen Tüpfeln, die im hintern Theil selten stehen, an 
den Seiten aber zusammenfliessen und mehr Raum einnehmen, 
als der helle Grund; ein kurzer, mit der Schulter beginnen- 
der Streif bleibt hell. Die Vorderbeine sind fast ganz braun- 
roth; die mittlem und hintern Beine haben schwarze Schenkel, 
braunrothe Knie und Tarsen; die Schienen sind schwärzlich 
mit braunrothem Tarsalende. Das zweite Glied der Tarsen 
verdeckt an allen Beinen das erste Glied; es ist sogar kür- 
zer als die folgenden; das dritte und vierte haben unten starke 
Lamellen und das vierte ist tief zweilappig. Die Klauen sind 
am Ende zweispaltig. — So viel Mühe wir uns auch geben, 
so können wir an den Augen keinen Ausschnitt finden; auch 
Spinola sagt bei Gay von seinem C. ovatüs: „die Augen sind 
beinah rund und erscheinen dem unbewaffneten Auge (a simple 
vista) ganz.''' Der Ausschnitt müsste also erst bei starker 
Vergrösserung sichtbar sein! 

10. Arthrobrachus quadripunctatus Ph. 

A. oblongus, omnino niger, valde punctatus; elytro utro- 
que guttula flavo-testacea in basi, alteraque ad apicem; in- 
terdum luteo irregulariter strigatis antennis pedibusque nigris; 
tarsis piceis. Long. 'iP-/^ lin. 

Prope Santiago rarus, in floribus Calceolariae glandulosae. 

In Gestalt fast wie A. nigripennis Sol.; aber wie mir 
scheint sind die Flügeldecken hinten nicht so abgerundet, son- 
dern bilden vielmehr eine Art stumpfen Winkel. Ihr umge- 
schlagener Rand ist stark gezähnelt oder gekörnelt, wie bei 
A. serratimargo mihi. Sehr leicht ist diese Art an den gelb- 
lichen Flecken zu kennen, von denen sich der eine an der 
Basis zwischen der ersten und zweiten Rippe (die übrigens 
wenig deutlich sind, namentlich die zweite) befindet und eine 
längliche Gestalt zeigt; der zweite findet sich am hintern Ende 
der Flügeldecke und ist schräg, dem Aussenrande parallel. 
Bisweilen sieht man unregelmässige, mehr oder weniger ab- 
gekürzte, gelbe Längslinien. 

11. Arthrobrachus rufitarsis Ph. 

A. omnino niger, elytris subaeneis, tarsis tantummodo 
rufis; prothorace distanter et tenuiter punctato, antice trun- 
cato (fossula longitudinali ante medium notato); elytris sat 
grosse et dense punctatis, omnino ecostatis. Long. 2y5 lin. 

Prope Santiago captum esse puto. 

Die geringere Grösse, die weit dichtere und etwas feinere 
Punktirung der Flügddecken, die rothen Tarsen unterscheiden 



272 

diese Art leicht von A. nigripennis Sol.; die weitläuftige Punk- 
tirung des Halsschildes, der abgestutzte Vorderrand desselben, 
der Bronceglanz der Flügeldecken, die rothen Tarsen von A. 
puncticulatus mihi. Das Grübchen vorn auf dem Hals- 
schild ist vielleicht individuell, sonst wäre es ein treffliches 
Merkmal der Art. 

12. Arthrobrachus subaeneus Ph. 

A. supra aeneo-niger; prothorace antice subtruncato, 
grosse et distanter punctato; elytris grosse et dense punctatis, 
omnino ecostatis, corpore subtus, antennis, pedibus atris. Lon- 
git. 22/3 lin. 

Ich kann nicht angeben, in welchem Theil Chile's diese 
Art gefangen ist. — Sie unterscheidet sich von A. nigripennis 
Sol., puncticulatus und rufitarsis mihi sogleich durch die grobe, 
weitläuftige Punktirung des Halsschildes, von rufitarsis ausser- 
dem durch schwarze Tarsen und gröbere Punktirung der Flü- 
geldecken. 

13. Arthrobrachus ruficornis Ph. 

A. niger; prothorace antice truncato, vix puncticulato; 
elytris punctulatis; antennis, latere antico femorum, interiore 
tibiarum, apice earum, tarsisque rufis. — Longit. 1% lin. 

Auch von dieser Art und der folgenden kann ich nicht 
angeben, in welchem Theil Chile's sie gefangen sind. Die 
gegenwärtige ist die kleinste Art ihres Geschlechtes. Die 
Punktirung des Halsschildes ist nur bei starker Vergrösserung 
sichtbar und die der Flügeldecken, obgleich weit deutlicher, 
doch auch fein, etwa wie bei A. limbatus Sol. Von dieser 
Art unterscheidet sie sich leicht durch den Mangel des rothen 
Randes der Flügeldecken und die rothen Fühler; bei A. 
limbatus sind diese schwarz. 

14. Arthrobrachus marginatus Ph. 

A. niger; margine antico et laterali elytrorum flavis; 
prothorace antice truncato elytrisque fere aeque punctatis; 
antennis fusco nigris; genubus tarsisque rufis. Longit. %^(.^ lin. 

Der Kopf ist ^ie gewöhnlich fein punktirt; das Hals- 
schild ist ebenfalls ziemlich fein und dicht punktirt und die 
Punktirung der Flügeldecken ist kaum etwas gröber. Der 
ganze Vorderrand derselben und die Seitenränder sind blass- 
gelb eingefasst; die Einfassung der Seitenränder ist vor der 
Spitze unterbrochen, die Randleiste selbst ist dunkelgelb. Die 
Fühler sind dunkelbraun, beinahe schwarz; Hüften, Knie, 
Schienen, Tarsen braunroth, Schenkel schwarz. 



273 

15. A rthrobrachus scutellaris Ph. 

A. nigro-aeneus; prothorace antice truncato, grosse pun- 
ctato; eljtris grosse pimctatis, rubris, macula scutellari trian- 
gulari aenea; antennis tarsisque nigris; femoribus tibiisque 
aeneis. 

In Prov. Valdivia reperitur praesertim in Acribus Eryngii 
paniculati. 

Es liegen 6 Exemplare vor mir, die alle vollkommen 
gleich sind. So weit die rothe Färbung der Flügeldecken 
reicht, sind auch Nalit und Rand roth; kein Exemplar zeigt 
eine Spur von schwarzer Querbinde oder von Längsstreifen. 
Die Sculptur ist weit gröber als bei A. nigromaculatus Sol. 
und die Flügeldecken sind hinten nicht spitzer als bei der 
Mehrzahl der andern Arten, 

16. Arthrobrachus puncticulatus Ph. 

A. omnino niger, oblongus, dense hirsutus; protliorace 
antice truncato, dorso vix punctulato; elytris tenuiter punctu- 
latis; antennis piceis; tibiis apice tarsisque rufis. Long. 2y2lin. 

Prope Santiago inveni. 

Die Gestalt ist wie bei A. nigripennis Sol., mit dem diese 
Art auf den ersten Blick verwechselt werden kann, aber die 
feine Punktirung unterscheidet ihn sogleich. Auch ist die Be- 
haarung dichter und länger, das Halsschild etwas kürzer, das 
Grübchen der Mittellinie kürzer, breiter, nicht so weit nach 
vorn vorgezogen. 

17. Arthrobrachus serratimargo Ph. 

A. omnino niger, oblongus; tergo prothoracis dense pun- 
ctulato, antice subtruncato ; elytris valde punctatis, subglabris, 
absque ullo costarum vestigio, margine reflexo valde tuber- 
culato-serrato; tarsis rufis. Longit. 3 lin. 

Habitat prope Santiago in tloribus. 

Auch diese Art ist mit A. nigripennis Sol. leicht zu ver- 
wechseln, aber der Mangel der Rippen auf den Flügeldecken 
und die rotheu Tarsen unterscheiden ihn sogleich bei nälierer 
Betrachtung. Von A. puncticulatus aber zeichnet er sich 
durch grobe Punktirung und sch^^'ache Behaarung leicht aup. 

18. Dasytes laeviusculus Ph. 

D. elongatus, angustus, glaber, ater, tenuissime et vix 
conspicue puncticulatus; antennis brevibus. Longit. '1% lin. 

Prope Santiago Uores colit. 

Der Kopf ist zwar auch fein punktirt, jedoch deutlicher 
als Halsschild und Flügeldecken und hat zwischen den Füh- 
lern die gewöhnlichen zwei Längsgrübchen. Das Halsschild 



274 

ist hinten breiter als es lang ist, ohne Längsfurche, aber im 
hintern Winkel ist jederseits ein seichtes längliches Grübchen, 
welches deutlicher punktirt ist als das übrige Halsschild. 

19. Dasytes longicollis Ph. 

D. oblongo-linearis, punctulatus, niger, pai-um aeneo-mi- 
cans, pilis appressis albis vestitus; antennis brevibus, caput 
cum prothorace haud aequantibus; prothorace longiore quam 
lato; suico fossulisque destituto; eljtris prothoracem vix bis 
aequantibus; antennis pedibu&que obscuris. Longit. l'/g lin. 

Santiago. 

Diese Art unterscheidet sich auf den ersten Blick von 
D. obscurus Sol. durch längeres Halsschild und kürzere Flügel- 
decken, denn bei D. obscurus ist das Halsschild so lang wie 
breit und die Flügeldecken dreimal so lang wie das Hals- 
schild. Die Fühler sind pechbraun, die Schenkel schwarz, 
die Schienen und Tarsen röthlich wie bei jener Art. 

20. Dasytes cinerascens Phil. Germ. 

An. Univ. Chil. 1855 p. 394. D. oblongus, haud pilosus, 
niger, opacus, squamis minutis piliformibus, auratis dense ob- 
tectus; capite distincte punctulato; antennis brevibus; protho- 
race in medio longitrorsum depresso , depressionis lateribus 
costiformibus; elytris subtiliter punctulatis virescentibus; an- 
tennis femoribusque nigris, tibiis tarsisque rufo-piceis. Longit. 
l'A lin. 

Prope Santiago satis frequens. 

Der Körper ist hinten etwas breiter als vorn; der Kopf 
hat ausser den gewöhnlichen beiden Längsfurchen ein kleines 
längliches Grübchen auf der Stirn; das Halsschild ist ziem- 
licli quadratisch; die Mandibeln sind vorn nicht zweizähnig. 

21. Dasytes puucticollis Ph. Germain. 
Ann. Univ. Chil. 1855 p. 394. 

D. oblongus, supra atrocaeculeus, opacus, glaber, subtus 
niger; antennis brevibus; prothorace subquadrato, disco fos- 
sulis tribus notato, una in medio baseos, duabus prope mar- 
ginem anticura ; elytris obsoletissime transverse rugatis et 
puncticulatis; pedibus antennisque corpore concoloribus. Long. 
2% lin. 

Prope Santiago occurrit. 

Diese Art ist sehr leicht durch die drei runden Grübchen 
des Prothorax zu erkennen. Derselbe ist so breit M'ie lang, 
an den Seiten etwas gerundet, an der Basis gradlinig. 

22. Dasytes limbatus Ph. 

D. angustus, subcylindricus, nigro hirsutus; capite nigro, 



275 

squamis argenteis teeto; prothorace subquadrato, rufo, nigro 
binotato; elytris fusco-nigris, rufo marginatis, utroque granu- 
lorum laevium seriebus circiter sex notato; antennis elongatis, 
omnino nigris; pedibus pallide rufis; abdomine omnino nigro. 
Longit. 2 lin., latit. Vg lin. 

Prope S. Fernando inveni. 

Diese Art ist dem D. marginipennis Sol. sehr ähnlich, 
allein der Kopf ist silberweiss, die Naht ist nicht hell ge- 
säumt, die Fühler sind ganz schwarz und das Halsschild ohne 
Längsfurche. 

23. Dasytes ruficollis Ph. 

D. angustus, {^ubcylindricus, hirsutus, niger; prothorace 
pedibusque rufis; antennis omnino nigris^ elytris punctulatis, 
granulisque distantibus, seriatis notatis. Longit. 2 lin. 

Ad radicem Andiuni in Prov. Santiago legi. 

Der Kopf ist ganz schwarz, fein runzelig punktirt, mit 
einer glatten Vertiefung in der Mitte. Die Fühler sind länger 
als Kopf und Halsschiid zusammengenommen, ganz schwarz. 
Das Halsschild ist schon an seinem Vorderrande so breit wie 
der Kopf zwischen den Augen, hinten noch etwas breiter; 
der hintere Quereindruck ist ziemlich deutlich, sonst scheint 
die Oberfläche fein punktirt und ist wie Kopf und Flügel- 
decken mit langen, abstehenden, schwarzen Haaren besetzt. 
Flügeldecken, Mittel- und Hinterbrust sind ausserdem noch 
mit anliegenden, weissen Härchen bekleidet. 

24. Dasytes atrocoeruleus Ph. 

P. omnino atrocoeruleus, angustus, subcylindricus; anten- 
nis gracilibus, caput cum prothorace fere bis aequantibus, ni- 
gris; elytris punctulatis et serie quadruplici granulorum di- 
stantium ornatis; pedibus nigris. Long. 1% — 273 lin. 

E. Valdivia attuli. 

Die dunkel stahlblaue Färbung von Kopf, Brust und 
Flügeldecken, so wie die langen, schlanken Fühler zeichnen 
diese Art sehr aus. 

25. Dasytes glabriculus Ph. 

D. angustus, subcylindricus, subglaber, niger; antennis 
omnino nigris, caput cum prothorace superantibus; prothorace 
elytrisque punctulatis; pedibus rubris. Longit. l'/j lin. 

In andibus humilioribus Prov. Santiago legi. 

Dies Käferchen ist kolilschwarz, aber ziemlich glänzend; 
die Augen stehen sehr stark hervor und der Kopf ist hinter 
denselben auffallend verschmälert. Das Halsschild ist ziem- 
lich so breit wie lang, vorn schmaler als der Kopf hinter den 



276 

Augen, hinten eben so breit. Es ist dicht und fast ebenso 
grob punktirt wie die Flügeldecken und zeigt bei einigen 
Exemplaren eine feine vertiefte Längslinie in der Mitte. Die 
Flügeldecken sind nach hinten etwas verbreitert und zeigen 
bei genauer Betrachtung sehr feine, anliegende weisse Härchen. 

26, Thelephorus subandinus Ph. 

Th. minutus, niger; capite rubro, macula magna nigra in 
medio notato; antennis admodum gracilibus; prothorace trans- 
verso, angulis rotundatis, valde inaequali, luteo, in depressio- 
nibus nigro, margine elevato; elytris griseis, pubescentibus. — 
Long, vix 2 lin. 

In subandinis prope Santiago, loco dicto Satto de agua 
cepimus, nee non in Prov. Aconcagua. 

Der Kopf ist glatt, glänzend, rothgelb; Scheitel und Stirn 
sind schwarz. Die Palpen sind schwarz. Die Fühler sind 
schwarz, sehr schlank, beim Männchen fast länger als der 
Körper, Das Halsschild ist fast zweimal so breit wie lang, 
mit abgerundeten Ecken und aufgeworfenen Rändern, und mit 
Erhabenheiten, die fast die Gestalt eines M haben, dessen 
Schenkel jederseits an der Basis horizontal nach aussen ver- 
längert wären; diese Erhabenheiten sind lebhaft rothgelb, die 
Vertiefungen schwarz. Schildchen und Flügeldecken sind hel- 
ler oder dunkler grau, grob punktirt, flaumhaarig; die erha- 
benen Längslinien auf letzteren sind sehr deutlich. Die Unter- 
seite des Körpers und die Beine sind schwarz. 

27. Thelephorus heterocerus Ph. 

Th. niger; prothoraeis transversi, rubri, antice et postice 
nigri angulis rotundatis, margine reflexo, sulco marginali pro- 
fundiore; mandibulis rufis; antennarum articulis 2, 3, 4, 5 ab- 
breviatis, obconicis, quinto crassiore, sexto cjlindrico, sat 
crasso, septimum aequante ; 7, 8, 9, 10 aequalibus , basi atte- 
nuatis, — Long, 2 lin,, latit. 1 lin. 

S, Fernando, mensi Septembri, 

Der Kopf ist glatt, nicht punktirt, schwarz bis auf die 
rothen Mandibeln. Das Halsscliild ist roth, mit einem -chwar- 
zen, fast iialbkreisförmigen Fleck am Vorderrand, der der 
durchschimmernde, schwarze Kopf zu sein scheint, aber eine 
wirkliche Färbung des Halsschildes ist; ein ähnlicher, aber 
schmalerer Fleck ist in der Mitte des Hinterrandes, Die Flü- 
geldecken sind ziemlich grob und dicht punktirt. Auffallend 
ist die Bildung der Fühler; das zweite, dritte und vierte Glied 
sind kaum länger als dick, verkehrt kegelförmig, das fünfte 
ist anderthalb mal so lang und auch anderthalb mal so dick 
wie das vorhergehende und ebenfalls verkehrt kegelförmig; 



277 

die folgenden sind gleich lang, aber das sechste ist cylindrisch, 
nicht am Grunde verschmälert wie die folgenden. — Von Th. 
nodicornis durch den schwarzen Kopf, von Th. crassicornis 
durch andere Färbung des Halsschildes verschieden. 

28. Thelephorus praecox Ph. 

Th. omnino niger, minutus; antennis corpus subaequan- 
tibus, gracilibus; prothorace valde transverso, lateribus rotun- 
dato, nitido, marginibus praesertim antico et postico elevatis; 
elytris dense punctatis, pubescentibus. — Long. 2 lin,, latit. 
% lin. 

Jam mensi Septembri in collibus prope Santiago legi 
potest. 

Die ganze Gestalt ist sehr schlank. Der Kopf ist glän- 
zend, aber mit kurzen, weissen Härchen bekleidet. Die Füh- 
ler erreichen fünf Sechstel der Körperlänge. Das Halsschild 
iet wenigstens l'/j mal so breit wie lang, an der Seite wohl 
gerundet, ohne scharfe Ecken, etwas gewölbt, ohne Uneben- 
heiten, aber mit in die Höhe geschlagenen Rändern, glänzend, 
und wie es scheint kahl. Die Flügeldecken sind dagegen dicht 
und ziemlich grob punktirt und mit ziemlich langen, weiss- 
lichen Härchen bekleidet. Die Unterseite des Leibes und die 
Beine erscheinen kahl. 

29. Mastigocerus*) fulvus Ph.' 

M. fulvus, fla\o-hirsutus, capite rufo; antennis nigrican- 
tibus. — Longit. 4:% lin., latit. l^i lin. Specimen unicum 
prope Corral lectum in Museo Santiagino exstat. 

Der braunrothe Kopf ist hinter den Augen in einen lan- 
gen Hals verlängert und mit ziemlich langen, gelben Haaren 
bekleidet. Die Mandibeln sind lang hervorstehend, dünn, ge- 
krümmt, sonst ziemlich cylindrisch, roth; die Maxillai-palpen 
sind lang, graulich gelb, selir haarig; das letzte Glied so 
lang wie die beiden vorhergehenden, länglich eiförmig, ab- 
gestutzt. Die Fühler sind länger als Kopf und Halsschild 
zusammengenommen; ihr eistes Glied ist kurz und dick, das 
zweite und das dritte sind kurz und dünn; das vierte ist das 
erste, welches zwei Geissein trägt, und so sind die folgenden 
alle bis auf das eilfte, welches einfach und so lang wie eine 
Geissei des vorhergehenden ist; vom vierten an nehmen die- 



'"') Es ist offenbar ein lapsus calami, wenn Solier Mastinocerus 
schreibt, was Lacordaire wiederholt. Solier hat fxaaxivog für [xaoiiyos 
gelesen, welches der Genitiv \on fj-äan^, die Geissei, ist. (Der Setzer 
erlaubt sich die bescheidene Bemerkung, dass es eine ionische Form 
[xaGTig, und von ihr einen Accusativ /naoTif giebt, mithin im Interesse 
der Stabilität Mastinocerus immerhin zu toleriren wäre. 



278 

selben allmälig an Läng^ zu. Alle Glieder und ebenso ihre 
Aeste sind ziemlich lang behaart. Die Augen sind halbkugelig, 
vorstehend, schwarz. Das Halsschild ist breiter als lang, 
vorn schwach und breit ausgerandet, mit vorspringenden, 
spitzen Winkeln, schmaler als hinten; die Seitenränder sind 
etwas gekrümmt und breit, lamellenartig; der Hinterrand fast 
gradlinig; die Oberfläche ist fast ganz eben und lang behaart. 
Das Schild eben ist klein und gerundet. Die Flügeldecken 
sind Avenig breiter als das Halsschild und bedecken höchstens 
drei Viertheile des Hinterleibes; nach hinten verschmälern sie 
sich und jede ist für sich abgerundet; sie sind mit langen 
Haaren bedeckt, die von einem Körnchen oder Grübchen ent- 
springen, und erscheinen dadurch grob und ziemlich weitläuf- 
tig punktirt. Die Flügel sind so lang wie der Hinterleib 
und grau. Der Hinterleib ist röthlich gelb, mit anliegenden, 
gelben, langen Haaren bekleidet, das letzte Glied trägt oben 
eine schmale, längliche, abgerundete, lang behaarte Lamelle. 
Die Hüften zeigen dieselbe Bildung und Lage Avie bei The- 
lephorus; die Beine sind verhältnissmässig kurz, lang beliaart; 
Schenkel und Schienen zeigen nichts Auffallendes; die Tarsen 
sind schlank, etwas länger als die Schienen, das vierte Glied 
ist das kleinste und ohne Lappen; das letzte Glied ist 
schlank. Die Klauen haben am Grunde einen stumpfen Zahn. 
Von M. brevipennis besitzt das Museum auch nur ein bei 
Valdivia gefangeued Exemplar. 

Pleolobus Ph. n. gen. Thelephoridarum. 

M e n t u m transversum, truncatum. Lingua parva, trans- 
versa, fere obverse trapezia, paraglossis duabus aucta. Man- 
dibulae magnae, in quiete cruciatae, validae, arcuatae, acutae, 
intus dentibus duobus munitae. Maxillae valde piloso- 
ciliatae, bilobae; lobus mobilis oblongo-linearis, integer, haud 
unguiculatus, altero multo longior. Palpi m axillar es valde 
pilosi, articulo ultimo ovato-cylindrico, penultimum parum su- 
perante. Palpi labiales parvi, articulo ultimo cylindrico. 
Epistomium distinctum, transversum, truncatum. Labrum 
parvum, transversum, fere semicirculare. Oculi distantes, 
globosi, integri, tenuissime granulati. Antennae fronti paullo 
ante oculos insertae, dimidium corpus aequantes, filiformes, 
llarticulatae; articuli omnes praeter secundum fere aequi- 
longi; primus reliquis haud crassior, subelevatus; secundus 
dimidio minor, tertius et quartus a basi versus apicem sensim 
incrassati, sequentes cylindrici, basi constricti, ultimus ai)ice 
subacuminatup. Caput transversum, pone oculos productum 
et constrictum. Prothorax transversus, trapezoideus, basi 
bisinuatus, latitudine capitis, antice angustior truncatus, late- 



279 

ribus rectilineus, anguste marginatus, Scutellum subtrian- 
gulare, lateribus rotundatum. Elytra moUia, elongata, pa- 
rallela, parum convexa, thorace latiora, apice rotundata, ab- 
donien omnino tegentia. Alae adsunt. Abdomen sexarti- 
culatum. Cox ae omnes contiguae, anteriores conicae, posticae 
transversae, sulcatae, pro femore reeipiendo. Femora satis 
tenuia; tibiae cylindricae, inermes, valde pilosae, spinis bre- 
vissimis terminatae. Tarsi tibiis paullo breviores, omnes 
quinque articulati; articulus primus sequentes duos aequans, 
subtus pulvillo parvo terminatus, sequentis duo obverse trian- 
guläres, subtus puvillis duobus magnis muniti; quaitus, superne 
aegre conspicuus, bilobus, pariter pulvillis duobus majoribus 
subtus munitus; quintus duos antecedentes ^aequans; uugues 
simpliees. 

Dies Geschlecht ist durch den vollkommen freien Kopf, 
das deutlieh abgegrenzte Epistomium, das trapezförmige Hals- 
schild und die vier Lappen an den Tarsen sehr ausgezeichnet. 

30. Pleolobus fuscescens Ph. 

P. dense pubescens, punctulatus, supra pallide fuscus; 
subtus cum antennis, pedibusque pallide rufus; capite obscuro. 
Longit. 5y3 lin. , latit. IVg lin. 

Wir besitzen zwei Exemplare, bei Santiago auf den Ber- 
gen gefunden; das eine war todt und ohne Beine. — Kopf, 
Halsschild und Flügeldecken sind fein punktirt und wie das 
ganze Thier mit ziemlich langen, weichen, gelblichen Härchen 
bedeckt. Der Kopf ist dunkelbraun, geneigt; die Mandibeln 
sind rothbraun mit schwarzer Spitze, die Maxillen und Taster 
hellschalgelb. Die Fühler entspringen von einem kleinen 
Höcker am innein untern Winkel der Augen. Zwischen diesen 
Höckern ifct ein senkrechter, schmaler, scharf begrenzter Raum, 
vor demselben das ebenso kurze, horizontale oder in der 
Richtung der Stirn vorgestreckte Epistom, mit welchem die 
Oberlippe wiederum einen rechten Winkel bildet. Die Stirn 
ist etwas uneben, aber oline Furchen und Gruben. Das Hals- 
schild ist von der einen Seite zur andern massig gewölbt, 
ebenfalls uneben, ohne dass man jedoch Gruben oder Furchen 
deutlicli unterscheiden könnte. Die Flügeldecken zeigen ausser 
ihren Pünktchen schwache Längsrippen oder Kanten und sind 
heller als Kopf und Halsschild , fast braungrau. Die Unter- 
seite des Körpers, die Fühler und die Beine sind hell braun- 
roth oder gelblich. 

31. Pleolobus nigrinus Ph. 

P. supra nigro-fuscus, prothorace et elytris glabris, an- 
tennis (saltem basi), palpis, pedibus, pectoreque sublus rufis; 
abdomine nigro, glabriusculo. Longit. 4^^ ^'^o ^^'^it. 1% lin. 



280 

Das Museum besitzt nur ein beschädigtes Exemplar. — 
Nur der Kopf ist stark behaart, Halsschild, Flügeldecken und 
Unterleib sind kahl; die Punktirung, die Rippen der Flügel- 
decken etc. sind Avie bei der vorigen Art. Die Unebenheiten 
des Halsschildes sind besser ausgeprägt; man kann noch am 
Vorderrand in der Mitte ein dreieckiges Grübchen, vor dem 
Hinterrand drei, in einem sehr stumpfwinkligen Dreieck ste- 
hende und nach vorn allmälig versciiwindende Hügelchen un- 
terscheiden. Die Beine sind ebenso stark behaart wie bei 
der vorigen Art. Auch hier unterscheide ich 6 Hinterleibs- 
ringe. 

32. Ptinus Foncki Ph. 

Pt. omnino rufus; fasciculis quatuor pilosum prothoraeem 
ornantibus; elytris elongatis, oblongis, brevissime puberulis, 
profunde seriatim punctatis. Long, fere 2 lin. 

Prope Puerto Montt specimeu legit orn. Dr. Franc. Fonck. 

Das ganze Käferchen ist einfarbig braunroth und mit kur- 
zen anliegenden Härchen besetzt, so dass .es bei oberfläch- 
licher Betrachtung kahl erscheint. Die Fühler sind bedeutend 
länger als der Körper. Das Halsschild ist grob punktirt, 
hinten eingeschnürt, kurz vor der Einschnürung mit vier Bü- 
scheln ziemlich kurzer Haare besetzt, die es vierhöckerig er- 
scheinen lassen und die auch von kurzen Höckern zu entsprin- 
gen scheinen. Die Flügeldecken sind verlängert, hinten etwas 
breiter als vorn; in der ersten Hälfte laufen ihre Seiten fast 
parallel. Die Beine sind sehr lang und schlank. 

33. Anobium pullum Ph. 

A. obscure rufum, puncticulatum, brevissime puberulum; 
capite nigro; prothorace brevi, posterius fere semicirculari; 
elytris haud striatis. Long. 1% lin. 

In collibus prope Santiago. 

Der Kopf ist ganz schwaiz, die Fühler hell braunroth. 
Das Halsschild ist etwas breiter als lang; von oben in ge- 
wisser Richtung betrachtet erscheint es fast viereckig mit 
abgerundeten Ecken und Seiten, welche durch vorstehende 
Härchen gezähnelt erscheinen; betrachtet man dasselbe aber 
von der Seite, so sieht man, dass es vorn grad abgestutzt 
und von den vordem, herabgebogenen Winkeln an halbkreis- 
förmig nach hinten gebogen ist. Die Flügeldecken sind brei- 
ter als das Halsschild, ohne alle Spur von Längsstreifen oder 
Punktreihen, dunkel rothbraun, an der Naht heller. Die Füh- 
ler erreichen etwa die halbe Körperlänge, ihre drei letzten 
Fühlerglieder sind so lang wie die vorhergehenden zusammen- 
genommen. 



281 

34. Anobium haemorrhoidale Ph. 

A. glabrum, tenuissime punctulatum, nitidum, atrum, apice 
elytrorum rubro; basi antennarum, tibiis, tarsisque rufis. Lon- 
git. 1 lin. 

In subandinis Prov. Santiago. 

Die Fülller erreichen beim Männchen zwei Drittheile der 
Körperlänge und die drei letzten Glieder nehmen reichlich 
zwei Drittel der Fühlerlänge ein. Das Halsschild ist wenig 
breiter als lang, sein Vorderrand ist kaum wulstig und von 
oben gesehen erscheinen die Seiten fast halbkreisförmig ge- 
rundet. Bei dieser Ansicht sind die stark hervorstehenden 
Augen deutlich sichtbar, indem der Kopf zwischen den Augen 
nur wenig schmaler als das Haisschild ist. Die Flügeldecken 
sind breiter als das Halsschild, fast dreimal so lang wie breit, 
und durch die dunkel ziegelrothe, sehr in die Augen fallende 
Färbung ihrer Spitze sehr ausgezeichnet. 

35. Calymmaderus grandis Ph. 

C. nigro-fuscus, opacus; prothorace aeque longo ac lato, 
grosse punctato, flavo-pubescehte, fascia transversa medio in- 
terrupta, glabriuscula; elytris dense et rugoso-punctatis, costu- 
latis, striis tenuibus impressis in parte postica. Long. 3 '/j lin., 
latit. iy4 lin. 

Lociim, ubi captus est, ignoro. 

Betrachtet man das Halsschild von oben, so erscheint es 
trapezförmig, aber nicht so schmal wie bei C, capucinus, vorn 
ausgerandet und an den Seiten schwach ausgebuchtet. Es ist 
grob und ziemlich weitläuftig punktirt und mit gelblichen 
anliegenden Härchen bekleidet, welche auf einer in der Mitte 
unterbrochenen Querbinde fehlen. In der Mitte dieser Unter- 
brechung ist ein rautenförmiger Fleck, der sich nach vorn 
in eine feine Linie verlängert, ebenfalls von Härchen frei. 
Die Flügeldecken sind dick und ziemlich grob punktirt, eben- 
falls mit Härchen bekleidet, die im hintern Theil viel spär- 
licher stehen als auf dem Halsschild und zeigen schwach er- 
habene, gerundete Längsrippchen, aber ohne Punktstreifen 
dazwischen; erst an der Spitze und an den Seiten zeigen sich 
feine, vertiefte Linien, von denen die zwei äussersten die tief- 
sten sind; der Seitenrand derselben steht in den letzten drei 
Vierteln seiner Länge hervor. Die Unterseite des Körpers ist 
dicht und fein punktirt. — Der Kopf hat auf dem Scheitel 
eine tiefe Längsgrube. 

36. Dorcatoma bimaculatum Ph. 
D. piceum, macula magna rubra subquadrata elytrum 

19 



282 

utrumque ornante; antennis pedibusque rufis; palpis pallidis, 
testaceis. Long. 1 '/j lin. 

E. Poljpoiis Santiago educavi. 

Die Füliler sind so lang wie der halbe Körper; ich bin 
nicht im Staude gewesen, die Glieder zwischen dem zweiten 
und der Fülilerkeule zu erkennen. Diese ist nach dem Ge- 
schlecht verseliieden. Bei dem ,-S ? ist das erste Glied der 
Keule breiter dreieckig, das zweite ebenfalls nach der Spitze 
breit, das letzte länglich eiförmig; beim V? ist das erste Glied 
in Gestalt eines schmalen, quer gestellten Zahnes; das zweite 
schmal mit einem schmalen Zahn gegen das Ende versehen, 
das dritte schmaler als beim r^ und etwas gebogen. Der 
Prothorax ist breiter als lang, nach vorn alhnälig verschmä- 
lert. Ebenso ist das Scliildciien breiter als lang. Die Flügel- 
decken sind seiir gewölbt, länglich eiförmig, mit stark vor- 
springenden Schultern, die fast einen Höcker bilden, und haben 
an jeder Seite von der Mitte an drei erhabene, dem Seiten- 
rande parallele Kippclien. Die Beine sind massig robust; die 
Tarsen kürzer als die Schienen, das erste Glied so lang wie 
die beiden folgenden zusammengenommen, die drei folgenden 
sind unter sich gleich lang, das letzte wieder länger, ziemlieh 
dick; die Klauen smd sehr klein. Der ganze Körper ist fein 
punktirt und flaumhaarig. Das letzte Glied der Maxillarpal- 
pen ist beiliörmig, das der Labialpalpen dreieckig, die Man- 
dibeln zweispitzig. Der rothe Fleck der Flügeldecken 
berührt beinahe das Halssehild und reicht fast bis zur halben 
Länge. 

37. Dorcatoma nigrum Ph. 

D. omnino nigrum ; antennis pedibusque rufis. Long. 1 lin. 

Habitat in Prov. Yaldivia. 

Diese Art ist mit senkrecht stehenden, steifen Härchen 
bekleidet, aber docli stark glänzend und zeigt keine Spur 
von rothen Flecken. Fühler und Beine sind braunroth. An 
den Seiten der Flügeldecken sind drei Furclien mit erhabenen 
Zwischenräumen, wie bei der vorigen Art. 

38. Dorcatoma rubrum Ph. 

D. haud punctatum, obscure rufum, unicolor, griseo pu- 
berulum, oculis nigris. Longit. 1% !'"• 

E. Valdivia allatum puto. 

Selbst bei Gebrauch einer scharfen Lupe kann ich keine 
Punktirung entdecken. Die Flügeldecken haben im hintern 
Theil an den Seiten die gewöhnlichen drei Furchen. Das 
Geschlecht wage icii nicht zu bestimmen, da das fünfte 



283 

Fühlerglied in der Gestalt das Mittel hält zwischen den bei- 
den Formen, die mir D. bimaeulatum gezeigt hat. 

Oc elliger Ph., neues Genus der Anobiaceen. 

Caput superne haud couspicuum. Oculi rotuudi. Ocel- 
lum in media fronte inter oculos, rubrum. Antennae 
ante oculos insertae, pro sexu distinctae, breves, in maribus 
pectinatae, iO-articulatae, in feminis ni fallor y-articulatae, 
articuli duo basales breves, subglobosi, tertius in mare dente 
brevi lato terminatus, 4tus, 5., 6., 7,, 8., 9. dente valde elon- 
gato intus aucti, seu latitudine longitudinem ter aequantes, 
decimus oblique elongatus, apice crassior; in femina articulus 
ultimuö ovatus, anteriores tres transversi, reliqui sensim lati- 
tudine decrescentes. Prothorax transversus, valde convexus, 
lateribus marginatus, antice valde emarginatus pro capite re- 
cipiendo, postice angulatus, vertice anguli scutellum ypectante. 
Scutellum parvum. Eljtra subcjlindrica, margine laterali 
sinuato. Alae. Pedes mediocres^ tarsi graciles, tibias haud 
spinosas subaequantes, articuli quatuor primi breves, ultimus 
haud crassior, antecedentes tres subaequans. Ungues parvi. 
Corpus pilis brevibus hispidum. — Genus antennarum fabrica 
et ocello frontis inter reljqua Anobiacea valde di^tinctum. 

39. Ocelliger ater Ph. 

0. ater, corpore ovato, cum eljtris puuctato granulato. 
Longit. $ 2y2 lin., latit. 1% lin. 

Habitat in Prov. Valdivia. 

Herr Landbeck hat ein Pärchen gefangen, sonst ist uns 
kein Exemplar weiter bekannt; dem Männchen fehlen die 
Beine; das Weibchen ist ein klein wenig grösser als das 
Männchen. Die Stirn ist flach. Die Augen stehen von ein- 
ander entfernt und in der Mitte der Linie, die man zwischen 
den beiden obern Augenrändern ziehen kann, steht bei beiden 
Geschlechtern ein rothes Punktauge. Die Fühler stehen am 
untern Ende der Augen jedoch etwas nach innen eingelenkt, 
sind flaumhaarig und beim Männchen so lang wie der Pro- 
thorax. Die beiden ersten Glieder sind klein, kugelig, schwarz, 
die folgenden dunkelbraun. Das dritte ist am Grunde cylin- 
drisch, sodann aber in einen breiten abgestutzten Zahn nach 
innen verlängert; das 5., 6., 7., 8. und 9. Glied haben einen 
Zahn, der fast dreimal so lang wie das Glied selbst ist; beim 
vierten ist der Zahn etwas kürzer. Das Endglied erscheint 
beinahe quergestellt und ist so lang wie der Zahn des vor- 
hergehenden Gliedes, aber von umgekehrter Gestalt, nämlich 
am Grunde schmal und an der Spitze breiter. Beim Weib- 
chen sind die Fühler kürzer als das Halsschild, das Endglied 

19^ 



284 

eiförmig, die drei vorhergehenden Glieder breiter als lang 
und bes-onders nach innen in einen Zahn auslaufend; das Glied 
vor denselben ist verkehrt dreieckig. Der Prothorax ist vorn 
sehr stark gewölbt und tief ausgeschnitten; die Sehne dieses 
Ausschnitts ist nur den dritten Theil so lang wie die hintere 
Breite des Halsschildes; der hintere Rand bildet einen stum- 
pfen Winkel, dessen abgerundeter Scheitel das kleine Schild- 
chen berührt. Jederseits am Grunde ist eine flaclie Vertie- 
fung, die sich allmälig nach vorn verliert. Die Flügeldecken 
sind höchstens 2y.^ mal so lang wie das Halsschild und sehr 
wenig breiter als dasselbe; sie sind ringsum schwach gerandet. 
Ihr Seitenrand senkt sich etwas hinter der Schulter herab, 
so dass etwa im vordem Drittheil eine seichte Bucht entsteht. 
Sie bedecken den Hinterleib ganz und bald hinter dem Hals- 
schild zeigt jede eine llaclie Erhöhung. Die ganze Oberseite 
des Körpers und der Flügeldecken ist mit groben Punkten 
oder Körnern dicht bedeckt und von schwarzen, ziemlich kur- 
zen, groben, aufgerichteten Haaren rauh, die Unterseite aber 
fein punktirt und mit weisslichen, anliegenden Härchen be- 
kleidet. Die Mundtheile habe ich nicht untersucht. Brust und 
Hinterleib haben mir nichts Auffallendes gezeigt, ebensowenig 
die Beine, welche massig behaart sind. Ich linde am Ende 
der Schienen keinen Dorn; die Tarsen zeichnen sich dadurch 
aus, dass ihre vier ersten Glieder gleich lang und das fünfte 
so lang ist wie die drei vorhergehenden; sie sind etwas heller 
als Schenkel und Schienen, die so schwarz sind M'ie der übrige 
Körper. 

40. Epistomentis vittatus Ph. 

E. niger, capite prope antennas luteo-maculato; protho- 
racis nigri margine laterali lineaque mediana longitudinali lu- 
teis; elytris nigris, margine exteriore et vitta mediana a mar- 
gine antico incipiente et postice angustata luteis. Longit. 11 '/a 
lin., latit. 4 lin. 

Prope thermas de Chillan dictas c. 6800 p. s. m. 

Diese Art ist dem E. pictus sehr ähnlich, aber jede 
Seite des Prothorax zeigt eine ziemlich tiefe Grube; das 
Schildchen ist deutlich zu erkennen, wenn auch sehr klein, 
der äussere Dorn jeder Flügeldecke ist viel länger, endlich 
ist die Färbung der Flügeldecken sehr verschieden. 
(Fortsetzung folgt.) 



285 
Versuch einer Monographie der Dermapteren [^ 

von 
Dr. H. Dohrn. 

(Fortsetzung von pag. 323 d. vor. Jahrg.) 



2. alis nulüp, elytris rudimenlariis aut nullis. 
9. Forcinella Dohrn. 

Forcinella Dohrn, Eni Ztg. T. 23 p. 226. 

Forficesila auet. ex parte. 

Kopf convex, breiter als das Pronotum, länger als breit, 
Antennen mit mehr als 15 Gliedern von gleicher Beschaffen- 
heit, wie bei der vorigen Gattung. 

Pronotum mit geradem Hinterrande 5 Mesonotum einfach 
rechtwinklig, ziemlich kurz, Metanotum mit concav geboge- 
nem Hinterrande. 

Elytra bisweilen in mehr oder weniger grossen schuppen- 
förmigen Rudimenten vorhanden, fehlen meist ganz; die Flü- 
gel fehlen stets. 

Abdomen lang, in der Mitte stets etwas verbreitert, das 
letzte Segment bei der $ meist mit stärker verschmälertem 
Hinterrande als beim (^. 

Zange kurz und dick, bei den o mitunter hakenförmig 
gekrümmt, mitunter gerade, bei den $ stets grade. 

Beine wie bei der vorigen Gattung. 

a. Elytra rudimentär vorhanden. 

1. F. Janeirensis n. sp. 

Picea, antennarum articulo 12 pallido, articuli 1 basi, 
secundo toto, ore ferrugineis, pectore et pedibus pallide testa- 
ceis, femoribus anticis antice et postice, mediis et posticis 
antice medio fusco maculatis; elytrorum rudimenta magna, 
mesonotum fere totum excepta plaga angusta media obte- 
gentia. $. 

Corp. long. 12, lat. 2, forc. long. 1% mill. 

Habitat in Brasilia: Rio de Janeiro. 

Kopf mit tiefen Nähten, Antennen matt schwarzbraun, 
Basis des ersten und das zweite Glied rothbraun, das zwölfte 
blass; Mundtheile rothbraun, Pronotum etwas länger als 
breit, mit kaum aufgeschlagenen Seitenrändern, einer mitt- 
leren Längsrinne und einem flachen sattelförmigen Querein- 
druck über die Mitte. Mesonotum etwa halb so lang, mit 
bedeutenden Rudimenten der Elytra von gleicher Länge mit 
gerundetem Innenrande, der nur ein schmales Stück der Mitte 



286 

des Me&onotum unbedeckt lässt. Metanotum länger als das 
Mesonotutn mit stark eingebogenem Hinterrande. Brust und 
Beine hell schalengelb, Femora der vorderen Beine vorn 
und hinten, der mittleren und hinteren Beine nur vorn mit 
einem dunkelbraunen Fleck in der Mitte. Abdomen (?) mit 
ziemlich verschmälertem letzten Segment, das in der Mitte 
eine seichte Längsrinne, am Hinterrande über der Zangen- 
wurzel einige unregelmässige Runzeln hat. Zange typisch. 

Der ganze Rücken der Species ist glänzend pechfarben, 
die Unterseite des Abdomen heller, mit einem Stich ins ka- 
stanienbraune, gelb behaart. 

Eine $ in der Brunner'schen Sammlung. 

2. F. Stäli n. sp. 

Picea, capite nigro, ore, antennarum articulis 1, 2 flavis, 
13, 14 pallidis, pectore, pronoti margine laterali et pedibus 
testaceis, femoribus et tibiis basi fuscoannulatis; elytrorum 
rudimenta brevia , ovata, mesonoti latera obtegentia; flavo 
pilosa. ($). 

Corp. long. 10, lat. 214, forc. long. 21/2 mill. 

Habitat in insula Java (Melierborg). 

Kopf ziemlich gewölbt, glänzend schwarz, sparsam be- 
haart; Oberlippe braungelb, die andern Mundtheile hellgelb, 
ebenso die beiden Basalglieder der Antennen, die folgenden 
mit Ausnahme der blassen 13. und 14. pechfarben, ganz kurz 
grau behaart. Pronotum vorn schmaler als der Kopf, län- 
ger als breit, mit überstehenden und etwas aufgeschlagenen 
gelben Seitenrändern, mit einem seichten Längseindruck 
in der Mitte. Mesonotum mit rudimentären Decken von 
gleicher Länge von schmal ovaler Form, in der Mitte ein 
breites Stück des Segments unbedeckt lassend. Brust und 
Beine schalengelb; Basis der Femora und Tibien breit 
dunkelbraun geringelt. Abdomen glänzend, fein punktirt, 
pechfarben, letztes Segment dunkler als die übrigen. Unter- 
seiteheller. Zange kurz, grade, mit hakenförmig nach innen 
gebogener Spitze, unten flach, oben gekielt, längs der Innen- 
kante fein gezähnelt, pechfarben, nach der Spitze zu dunkler. 

Eine $ im Stockholmer Museum, 
b. Elytra fehlen gänzlich. 

3. F. colossea n. sp. 

Castaneo-fusca vel rufa, antennis, ore, pectore, pedibus 
ferrugineis, mandibulis ruHs, nigro -apicatis, clypeo testaceo, 
abdominis segmentis posticis et forcipe nigrescentibus; corpus 
laeve, sparsim impresso-punctatum, pronoto margine antico 
rugifero, medio transverse sulcato; abdominis ultimum segmen- 



287 

tum magnum, subattenuatum, postice rugulosum; forceps bre- 
vis, valida, mutica, subtus plana, supra obtuse angulata. 

^$ Corp. long. 25-30, lat. 5—6, forc. long. 6 mill. 

Habitat in Australia boreali: Port Ciutis, in insulis Nova 
Caledonia, Novis Hebridis et Fidji. 

Kopf glänzend dunkelbraun, glatt, mit sehr seichten 
Nähten, wenig gebogener Stirnnalit, hie und da mit einge- 
drückten Punkten, stark ge\^'ölbt, länger als breit. Schild- 
chen hellgelb, Oberlippe rothbraun, an der Basis dunkler, 
Oberkiefer dunkelbraun, ebenso die Spitzen der Pulpen; Mund- 
theile im Uebrigen rothbraun, ebenso die Ai^tennen; diese und 
die Palpen rotiibraun borstig beliaart; hie und da einige län- 
gere rothbraune Haare. Pronotum wenig schmaler als der 
Kopf, quadratisch, Seitenränder etwas aufgeworfen, in der 
Mitte von einer starken Querfurche durchzogen, ebenso von 
einer feinen Längslinie, glatt, am Vorderrande mit einigen 
gruppenförmig zusammengestellten Höckerhäufchen, zwischen 
denen sich einige rothbraune Härchen befinden. Meso- und 
Metanotum allmälig verbreitert, über beide zieht sich eine 
Verengerung der Mittellinie des Pronotum. Brust und Beine 
lehmgelb, Femora auffallend kurz, platt und breit mit ver- 
einzelten langen gelben Haaren ; Tibien und Tarsen dicht und 
kürzer gelb behaart. Abdomen über die Mitte hinaus etwas 
verbreitert, dann nach hinten verschmälert, Farbe und Sculp- 
tur wie bei Kopf und Thorax. Letztes Segment dunkler als 
die übrigen, in der Mitte mit einer Längsfurche, unregelmässig 
punktirt und rissig, mit stark runzligem Hinterrande. Zange 
kurz, sehr stark, von der Basis an zusammenliegend, an den 
Seiten scharf gekielt, die obere convexe Seite leicht M'inklig, 
die untere flach. 

Ein ,^ der Brunner'schen Sammlung weicht durch schlan- 
keren Körperbau und hellere Farbe ein wenig ab; übrigens 
gleichen sich beide Geschlechter bis auf die Zahl der Seg- 
mente vollkommfen. 

Im Pariser Museum, sowie in den Sammlungen Brunner 
und Dohrn. 

4. F. littorea. 

Forficesila littorea White in Vojage of Erebus et Terror. 

Picea, antennis, ore, pedibus, pronoti dimidio antico, meso- 
et metanoli marginibus anticis sordide testaceis, pectore seg- 
mentisque ventralibus 1 et 2 ferrugineis ; corpus supra nitidum, 
impresso -punctatum, sparsim rufociliatum; abdomen subtus 
dense rufosetosum; ultimum segmentum postice subrugulosum; 
forceps intus denticulata, supra carinata, subtus plana. $. 

Corp. long. 27, lat. 4, foi'c. long. 6 mill. 



288 

Habitat in Nova Zealandia. (Hochstetter, White.) 
Kopf länger als breit, massig gewölbt, mit sehr seich- 
ten Nähten, pechschwarz, glänzend, zerstreut punktirt; Mund- 
theile schmutzig lehmgelb, ebenso die Antennen^ diese und 
die Palpen kurz gelblich behaart. Vorderrand des Prono- 
tum selir wenig schmaler als der Kopf, leicht runzlig, Sei- 
tenränder etwas aufgeworfen; pechfarben, vordere Hälfte 
lehmgelb, ebenso die Vorderränder der beiden folgenden Seg- 
mente; über alle drei verläuft eine seichte Mittellinie. Brust 
glänzend rothbraun. Beine lehmgelb, von massiger Länge, 
Femora mit einzelnen, Tibien und Tarsen mit einem Filz von 
gelben Haaren. Abdomen pechschwarz, Oberseite glatt, 
leicht punktirt, nackt, Unterseite dicht punktirt und stark 
rothbraun behaart; letztes Dorsalsegment mit runzligem Hin- 
terrande, etwas längsrissig. Zange massig stark, unten flach, 
oben scharf gekielt, Innenrand gezähnelt. 
$ im "Wiener Museum. 

5. F. maxima. 

Forficula (Forficesila) maxima Brüllt, in „Webb et Ber- 
thelot, Hist. nat. des tles Canaries, Entomologie pag. 74." 

Diese Art ist mir unbekannt geblieben. Brülle bemerkt 
über sie das Folgende: 

Elle est longue d'un pouce a un pouce et demi, et res- 
semble au F. maritima Gene, par la disposition des couleurs. 
Cependant, eile s'en distingue essentiellement par les pinces 
de son abdomen, qui sont dentees dans les deux sexes. Le 
dernier segment de Fabdomen presente plusieurs series lon- 
gitudinales et tr^s rapprochees de petits points ou de tres 
petits tubercules. Un gros tubercule rugueux se remarque a 
la base et au c6t6 exterieur de ce meme segment; les pinces 
de Tabdomen sont plus arquees dans le male que dans la 
femelle. Tous les individus que j'ai vus sont apteres. 

6. F. marginalis n. sp. 

Castanea, capite saturatiore, labri apice, antennarum ar- 
ticulo 15 apice, 16 toto flavis, ceteris oris partibus ferrugi- 
neis, pectore et pedibus testaceis, femorum tibiarumque dimidio 
basali castaneo fusco; abdominis segmentorum dorsalium mar- 
gines postici plicato-crenati; forceps brachiis contiguis, sub- 
rectis, subtus planis, supra convexis, margine interno basi den- 
ticulato, mucrone suberecto ö^. 

Corp. long. 12—13, lat. 3, forc. long. 3—4 mill. 

Habitat in Japonia. 

Kopf wenig gewölbt, ziemlich breit, mit deutlichen Näh- 
ten, glänzend kastanienbraun, ebenso die Oberlippe, deren 



289 

Spitze hellgelb, die übrigen Mundtiieile rothbraun; Antennen 
braungrau, das 15te Glied an der Spitze, das 16te ganz gelb. 
Pronotum fast so breit wie der Kopf, breiter als lang, 
massig convex, jederseits in der Mitte etwas eingedrückt, mit 
kaum aufueschlagenen Seitenrändern und deutlichem mittlerem 
Längseindruck. Meso- und Metanotum zusammen etwas 
länger als das Pronotum. Brust und Beine schalengelb, 
die Basalhälfte der Femora und Tibien dunkel kastanienbraun, 
Behaarung hellgelb. Abdomen massig erweitert, die Hinter- 
ränder der Ruckensegmente mit Ausnahme der drei letzten 
mit kurzen Falten in unregelmässiger Anordnung besetzt; letz- 
tes Segment nach hinten etwas verschmälert, glatt, mit mitt- 
lerem Längseindruck, gradem, leicht runzligem Hinterrande, 
bisweilen etwas dunkler als die übrigen Segmente. Bauch- 
seite heller, gelb behaart. Zange heller als das Abdomen, 
mit zusammenliegenden, unten flachen, oben convexen, am 
Innenrande an der Basis gezähnten Armen, deren hakenför- 
mige Spitze etwas nach oben gebogen ist. 
Einige S im Leidener Museum. 

7. F. Antoni n. sp. 

Picea, antennarum articulis 3 basalibus castaneis, 13, 'J4 
pallidis, ceteris griseo-fuscis, ore ferrugineo, pectore et pedi- 
bus pallidis, femoribus lateraliter compressis, in utroque latere 
longitudinaliter fusco fasciatis. Fiavo })ilosa J. 

Corp, long. 14, lat. 2y2, forc. long. 3 mill. 

Habitat in Venezuela. 

Kopf stark gewölbt, mit sehr tiefen Nähten, so dass die 
beiden Seiten des Occiput und die Stirn ungewöhnlich deut- 
lich von einander geschieden sind; glänzend pechfarben. An- 
tennen graubraun, die 3 Basalglieder heller kastanienbraun, 
glatt, die folgenden filzig behaart, das 13te und 14te blass- 
gelb. Scliildchen hellgelb mit dunkelbraunem Hinterrande, 
Spitzen der Oberkiefer dunkelbraun, Mundtbeiie übrigens hell 
rothbraun. Pronotum fast quadratisch, massig gewölbt, mit 
deutlicher Längsrinne und kurz aufgeschlagenen gelben Sei- 
tenrändern, Vorderrand mit mehreren Einkerbungen. Me- 
sonotum jederseits mit einem schwachen Eindruck. Brust 
hellgelb; ebenso die Beine mit Ausnahme der Femora; diese 
etwas breiter und platter als gewöhnlich, vorn und hinten 
mit einem ziemlich breiten glänzend braunen Streif, der fast 
die ganze Länge der Femora einnimmt; an der Innenseite der 
Basis der vorderen und mittleren Tibien ein leicht brauner 
Fleck, Abdomen bis über die Hälfte hinaus verbreitert, 
dann allmälig bis zur Zange verjüngt, das letzte Segment 
glatt, mit mittlerer Längsrinne. Unterseite des Hinterleibes 



290 

stark gelb behaart. Zange mit wenig gebogenen Armen, 
die Spitze hakenförmig nach innen und oben gekrümmt. 
Ein i^ in meiner Sammlung. 

8. F. annulipes. 

Forfieesila annulipes Lucas, Annales de la soc. entom. d. 
France. 

Labidura annulipes Fischer Orth. europaea. 

Der vortrefflichen Beschreibung dieser Art durch Fischer 
habe ich nur wenig beizufügen. 

Unter einer Reihe von Exemplaren aus Madeira befinden 
sich einige, deren Pronotum in der vorderen Hälfte dunkel- 
gelb i.st; bei einem sind die Antennenglieder 12 und 13 von 
gleicher Farbe mit den übrigen und statt der deutlichen Ringel 
um Femora und Tlbien i^t die Färbung dieser Glieder eine 
allgemein schmutzig braungelbe. Doch scheint mir das nur 
eine ganz individuelle Abweichung zu sein. Bei einem andern 
Exemplar hat die rechte Antenne das 12te und 13te Glied 
blassgelb, die linke nur das 12te. 

Ob die von Brülle (lies Canaries) unter dem Fabricischen 
Namen F. annulata erwähnte Art hieherzuziehen, wage ich 
bei der Allgemeinheit der dort gemachten Bemerkungen nicht 
zu entscheiden^ es ist aber sehr wahrscheinlich. 

9. F. annulicornis. 

Forficula annulicornis Blanchard in Gay Historia de Chile 
Zoologia T. VI. 

Fusco- picea, pectore, pedibus, pronoti dimidio antico et 
lateribus, ore, antennarum articulis duobus basalibus testaceis; 
mesonotum lateraliter Impressum, metanoti margo posticus 
medio angulatus. Ferrugineo pilosa 9. 

Corp, long. 10, lat. 2y2, forc. long. 3 mill. 

Habitat in republica Chilensi. 

Das einzige Exemplar des Pariser Museums, von Blan- 
chard selbst etiquettirt, stimmt nicht mit der Beschreibung in 
der Fauna chilena, nach der die Art mit „Elytris parvulib"' 
versehen sein soll; weder bei diesem, noch bei dem vollstän- 
dig gleichen Stück meiner Sammlung ist eine Spur von den 
Decken vorhanden. Es ist möglich, dass Blanchard bei ober, 
flächlicher Besichtigung die beiden seitlichen Eindrücke des 
Mesonotum dafür genommen hat. Da die Beschreibung im 
Uebrigen mit den beiden Exemplaren stimmt, so trage ich 
kein Bedenken, den von ihm gegebenen Namen auf die vor- 
liegende Art anzuwenden. Aus seiner Beschreibung habe ich 
noch einen Punkt zu ergänzen, die Beschaffenheit der An- 
tennen, die dem Pariser Stück gänzlich abhanden gekommen, 
und bei dem meinen auf 13 Glieder reducirt sind. Nach Bl. 



291 

sind deren 15 vorhanden, die 3 oder 4 ersten (an meinem 
Stück die 3 Basalgliedei) gelb, die folgenden matt braun, die 
beiden letzten schmutzig weiss, nur die Spitze des letzten 
wieder matt braun. 

Kopf gewölbt mit kaum sichtbaren Nähten, glänzend 
nussbraun; Mundtheile schalengelb, Pronotum fast quadra- 
tisch, gelbbraun, Seiten- und Vorderrand gelb. Mesonotum 
breiter, sehr schmal, jederseits mit einem breiten seichten 
Eindruck von der Form rudimentärer Decken, Metanotu.m 
mit in der Mitte stumpf winkligem Hinterrande. Brust und 
Beine blassgelb. Vorderschenkel mit einem ganz mattbraunen 
Ringe in der Mitte. Abdomen ziemlich flach, bis gegen 
das letzte Segment hin verbreitert, dies nach hinten verschmä- 
lert, mit einer Längsrinne in der Mitte und aufgeworfenem, 
etwas runzligem Hinterrande. Zange grade, mit hakenför- 
miger Spitze und gezähneltem Innenrande, unten flach, oben 
gekielt. 

Wenig punktirt, stark glänzend, Färbung vom Pronotum 
nach hinten allmälig dunkler. Sparsam rothbraun behaart. 

10. F. azteca. 

Forcinella azteca Dohrn, Entom. Ztg. T. 23 pag. 226. 

Meiner damaligen Beschreibung habe ich Niclits beizu- 
fügen, da ich seither kein weiteres Exemplar dieser Art er- 
halten habe. 

11. F. Brunneri n. sp. 

Fusco-picea, capite nigro; clypeo et labro fuscis, ceteris 
oris partibus antennarumque griseofuscorum articulis basalibus 
ferrugineis, pectore et pedibus sordide testaceis; abdomen po- 
stice brevissime attenuatum; forceps typica ?. 

Corp. long. 12, lat. 21/2, forc. long. 2 mili. 

Habitat in Australia: Adelaide. 

Der vorigen Art sehr ähnlich, unterscheidet sie sich von 
ihr durch die Färbung der Antennen und Beine; erstere sind 
bis auf die gelbrothen Basalglieder einfarbig graubraun und 
die Beine sind nicht braua geringelt, sondern einfarbig dunkel 
schalengelb. Ausserdem sind auf Meso- und Metanotum seichte 
seitliche Eindrücke vorhanden, die bei F. azteca fehlen. 

Eine $ in der Brunner'schen Sammlung. 

b. Abdominis segmenta 2 et 3, aut segmentum 
3 plicifera. 

a. alis nullis, elyt-ris rudimentariis aut nullis. 



292 

10. Brachylabis Dohrn nov. gen. 

Forficesila auct. ex parte. 

Vollkommen übereinstimmend mit der vorigen C4attung 
bis auf die Bildung des Abdomen, dessen 2tes und 3tes Seg- 
ment auf der Dorsalseite seitlich eine Falte tragen. Diese ist 
bisweilen sehr undeutlich, besonders auf dem 2ten Segment. 

Beim ,^ sind alle folgenden Segmente bis auf das letzte 
an der Seite kantig und nach hinten in eine Spitze ausge- 
zogen; bei der $ ist diese Eigenthümlichkeit nur bisweilen 
und stets in geringerem Grade ausgeprägt, als beim o -, so 
dass es bei besonderer Undeutlichkeit der Falten nicht immer 
möglich ist, dieselben einer der beiden Gattungen mit Be- 
stimmtheit zu überweisen. 

a. Elytra fehlen. 

J. B. mauritanica. 

Forficesila mauritanica Lucas, Exploration de l'AIgerie. 

Fusca vel castaneo-fusca, antennis griseo-fuscis , ore fer- 
rugineo, vel dilute fusco, pectore et abdomine subtus ferru- 
gineis, pedibus vel unicoloribus sordide testaceis, vel femorum 
apice et basi tibiisque fuscis; abdomen deplanatum, valde di- 
latatum, segmentum 3 distincte pliciferum, o sequentia excepto 
ultimo lateraliter valde rugosa, carinata, carina postice valde 
producta, segmentum ultimum medio late impressum, totum 
rugiferum, margine postico recto; forcipis brachia a basi di- 
stantia, valde curvata, margine interiore crenato; ? segmenta 
4— 6 lateraliter dense punctata; angulata, angulo postice paul- 
lulum producto; segmentum ultimum medio vix impressum, 
rugiferum; forceps parallela, intus crenata. 

c?$ Corp. long. 15— 21, lat.2y2— 4, forc. long. 2y2— 4V2 
mill. 

Habitat in Mauritania. 

Kopf massig gewölbt, glänzend dunkelbraun, Antennen 
mit Ausnahme des unbehaarten braunen Basalgliedes grau 
filzig behaart, Mundtheile mit Ausnahme der dunkelbraunen 
Oberlippe rothbraun. Pronotum breiter als lang mit ein- 
gedrückter Mittellinie und leicht aufgeworfenen Seitenländern, 
Mesonotum halb so lang, Metanotum noch schmaler; dunkel- 
braun, glatt. Brust hell rotlibraun. Beine entweder ein- 
farbig schmutzig schalengelb, oder mit schmalem braunem 
Ringe um die Basis, breiterem um die Spitze der Schenkel, 
mit ganz oder fast ganz braunen Tibien. Die Tarsen sind 
stets heller. Die Behaarung der Beine ist gelb bis rothbraun. 
Abdomen bei beiden Geschlechtern in der Mitte bedeutend 
erweitert, ziemlich fiach, nach hinten wieder etwas verschmä- 



293 

lert, doch ist das letzte Segment breiter als das erste; etwas 
glänzend mit zerstreuten eingedrückten Punkten, das 3te 
Rückensegment mit deutlicher schmaler P'alte; die Rücken- 
seite dunkelbraun, die Bauchseite rothbraun oder hell kasta- 
nienbraun, gelbroth behaart. Beim ^ sind die Segmente 4—8 
jederseits gekielt, der Kiel nach hinten in eine Spitze aus- 
gezogen, die dem folgenden Segmente anliegt; zu beiden Sei- 
ten des Kiels sind die Segmente sehr runzlig; das letzte Seg- 
ment hat in der Mitte einen ziemlicii tiefen und breiten Längs- 
eindruck, einen geraden Hiuterrand und ist mit kleinen Höckern 
ziemlich dicht besetzt. Bei der $ sind die Segmente 4—6 an 
den Seiten \vinklig mit nur wenig vorgezogener Sp.tze, an 
Stelle der Runzeln nur dicht punktirt, das letzte Segment wie 
beim Männchen. Die Zange ist bei beiden Geschlechtern 
wie bei der folgenden Art beschaffen, doch hier auch beim 
(^ mit gezähneltem Innenrande. 

Im Pariser und Stockholmer Museum. 

2, B. maritima. 

Forficula maritima Bonelli, Gen6 Saggio. 

Labidura — Fischer, Orth. europ. etc. 

Die Rückenfalte auf dem Abdomen dieser Art ist ziem- 
lich undeutlich, auf dem zweiten Segment kaum nachzuweisen, 
auf dem dritten in Form einer kleinen glänzenden höckerför- 
migen Erhebung mehr nach der Seite gerückt, als gewöhn- 
lich, so dass sie deshalb bi^lier vollständig ignorirt worden 
ist. Fischer ist über die Beschreibung dieser Art nur flüchtig 
hingegangen, da er mit keinem Worte erwähnt, dass beim 
Männchen die Abdominal -Segmente 4 — 8 an den Seiten ge- 
kielt sind, ähnlich wie bei der vorigen Art. Bei den Weib 
eben ist davon keine Spur, doch ist bei ilmen die kleine Falte 
ganz deutlich zu sehen, sobald man nur genau die Stelle 
weiss, wo sie zu suchen ist. 

Diese Art ist eine der am weitesten verbreiteten; auch 
sie findet sich, wie Labidura riparia, über den grossesten 
Theil der Erde zerstreut; doch sind ihr dadurch, dass sie nur 
dicht am Strande lebt, engere Grenzen gesteckt. Ich habe 
sie wenigstens an der Küste des Mittelländischen Meeres nur 
unter Steinen gefunden, die beinahe im Wasser lagen; weiter 
ins Land hinauf war sie überall durch Foriicula (Brachylabis) 
moesta G6ne vertreten. 

De Haan giebt sie von Japan an und mir liegen meh- 
rere Exemplare von dort vor; ausserdem kenne ich sie von 
China, Ostindien, Madagascar, Westafrika und den Südstaaten 
der nordamerikanischen Union. 

Bedeutend abweichende Varietäten sind mir von dieser 



294 

Art nicht bekannt geworden; bisweilen ist der Vorderrand 
des Pronotum mehr oder weniger breit gelbbraun gefärbt und 
häufig ist die Unterseite des Abdomen gelb behaart. 

3. B. angulifera n. sp. 

Sordide castanea, ore exceptis mandibulis labrique basi 
eastaneis testaceo, antennarum segmento 15 pallido, pectove 
pedibusque testaeeis, femoribus tibiisque plus minusve fusco 
maculatis; thoraeis eegmenta dorsalia in utroque latere ar- 
cuato-depressa, plaga media a parte depressa angulo distineta; 
abdominis segmenta dorsalia punctatissima, ventralia laevia, 
ilavopilosa; segmentorum 4 — 8 carinae filiformes (^. 

Corp. long. 11, lat. 2, forc. long. 2y2 mill. 

Habitat in Guinea; San Thom6. 

Kopf ziemlich gewölbt, wenig länger als breit, kasta- 
nienbraun, glatt; Mundtheile schalengelb, mit Aufnahme der 
braunen Mandibeln und Basis der Oberlippe; das Schildchen 
ist noch heller als der Rest. Füliler graubraun, die beiden 
Basalglieder unbehaarl, gelb, das 15le Glied blassgelb. Der 
Thorax ist besonders ausgezeichnet dadurch, dass die Dor- 
salsegmente nicht einfach convex, sondern in einem gestreck- 
ten Bogen von der Vorderecke des Pronotums aus bis zur 
Hinterecke des Metanotums jederseits etwas kantig abgesetzt 
sind. Auf dem Mesonotum wird dadurch ein fast parallel- 
randiger, schmaler Streif in der Mitte gebildet. Das Prono- 
tum ist etwas länger als breit, die Längsriune in der Mitte 
erreicht nicht den Hinterrand, die Seitenränder stehen etwas 
über. Auf dem Meso- und Metauotum ist der mittlere Längs- 
eindruck furchenförmig verbreitert und vertieft. Die drei 
Segmente sind nur massig punktirt. Brust und Beine blass- 
gelb; Femora vorn und hinten breit dunkelbraun gefleckt, an 
den Hinterbeinen am wenigsten; die vorderen und mittleren 
Tibien mit braunem Innenrande. Abdomen massig erweitert, 
die Falte auf beiden Segmenten sehr deutlich, die folgenden 
Segmente alle mit einem scharf abgesetzten fadenförmigen, 
oder eher schmal leistenförmigen Kiel, nach hinten in einen 
stumpfen Winkel ausgezogen. Oberseite des Abdomen äusserst 
fein und dicht punktirt, Unterseite glatt, mit wenigen ver- 
streuten Punkten, sehr sparsam behaart, viel heller als der 
Rücken. Das letzte Segment etwas verschmälert, einfach, 
mit mittlerer Längslinie. Zange kurz, wenig gebogen, oben 
gekielt, ohne Zähnchen, Spitze nach innen und ein wenig 
nach oben gekrümmt. 

Ein ,^ in meiner Sammhing. 



395 

4. B. chilensis. 

(^ Foificula (Chelidura) chilensis Blancliard, in Gay Hi- 
storia de Chile, Zool. T. VI. 

$ Forfieula testaeeicornis Blanehard eodem loco. 

Castanea, antennis gii^eo fulvis, artieulo piimo fulvo, oie 
flavo, pectore et pedibus sordide testaceis; caput parvum, inter 
antennarum fossas basales biimpressum ; pionotum latius, postice 
punctis 2 imj)ressis; (^ segmenta abdominis 4 — 8 lateribus 
angulata, segmentum ultimum latum , foreipis brachia a basi 
diytantia, trieaiinata, gracilia, incurvata, apice acuta, eden- 
tula; $ segmentum ultimum angustum, foreipis brachia con- 
tigua, brevia, recta, intus denticulata. 

Corp. long. 10, lat. 2, forc. long. <^ 2, $ 1% mill. 

Habitat in republica Chilensi. 

Die Abweichungen in den beiden oben angeführten Be- 
schreibungen redueiren sich, abgesehen von den gewöhnlichen 
sexuellen Veischiedenheiten, auf ein paar ganz unwesentliche 
individuelle Unterschiede. Die Yergleichung der typischen 
Exemplare des Pariser Museums lässt keinen Zweifel, dass 
beide zu einer Art gehören. Blanehard's Angabe von 11 
Fühlergliedern ist schon deshalb unrichtig, weil bei dem einen 
der übrigens sehr schlecht conservirten Exemplare deren noch 
12 vorhanden sind^ die Endglieder fehlen wie ge\A öhnlich. 

Kopf kaum breiter als «der Vorderrand des Pronotum; 
Stirn sehr convex mit zwei punktförmigen Eindrücken zwi- 
schen den Fühlerwurzeln; Occiput mit einer sattelförmigen 
Veitiefung in der Mitte; fein und dicht punktirt und gestri- 
chelt, nicht glänzend. Mundtheile rothbraun, Oberlippe und 
Spitze der Mandibeln wie der Kopf dunkelbraun. Antennen 
graugelb. Pronotum nach hinten verbreitert, so breit als 
laug, mit breit aufgeworfenen Seitenrändern, längs der Mittel- 
linne am Vorderrande jederseits mit einer beinahe bis zur 
Hälfte reichenden seicliten Furche, nahe dem Hinterrande dicht 
an der Mittellinie mit einem punktförmigen Eindruck; in der 
Mitte quer getlieilt durch eine sattelförmige Vertiefung. Etwas 
glänzender als der Kopf. Meso- und Metanotum ziemlich 
.schmal. Brust und Beine schmutzig schalengelb. Abdo- 
men massig erweitert, das 2te und 3te Segment mit deut- 
licher Falte, die folgenden Segmente beim (^ au der Seite 
Avinklig, nach hinten in eine stumpfe Spitze ausgezogen, bei 
der $ einfach mit convexem Rande und gerundeter Seite, 
Rückenseite nicht glänzend, von Punkten und kleinen Höckern 
fein runzlig, dunkelbraun, die Hinlerränder der Segmente 
etwas heller; Bauchseite heller, glatt und glänzend. Zange 
des (^ mit an der Basis \^ eit auseinanderstehenden stumpf 



296 

dreikantigen, in der Mitte nach innen gebogenen drehruuden 
Armen; der $ kurz, mit geraden, zusammenliegenden Armen. 
cJ? im Pariser Museum. 

b. Elytra rudimentär vorhanden. 

5. B. moesta. 

Forficesila moesta Gene, Serville, Hist. nat. d. Orth. 

Labidura moesta Fischer Orth. europ. etc. etc. 

Die Beschreibung dieser Art von Fischer ist durchaus 
genügend. Sie ist durch die Anwesenheit der rudimentären 
Elytra sehr leicht von allen andern Arten zu unterscheiden. 

Ich habe, wie schon oben erwähnt, diese Species niemals 
unmittelbar am Meere gefunden, wie B. maritima; dagegen 
war sie überaus häufig in der römischen Campagna, wo sie 
besonders gern in Mohnblüthen sich aufzuhalten schien. 

Zwei Arten, von denen sehr mangelhafte Beschreibungen 
existiren, gehören wohl zu dieser oder der vorigen Gattung. 
Es sind dies: 

1. Forficesila taurica Motschulsky, Fischer von Wald- 
heim, Orthopt. ross, erwähnt in Fischer Orth. europ. pag. 
70 und 

2. Forficula Blanchardi le Guillou, von der meines Wis- 
sens nichts existirt als folgende ebenso kurze wie unbrauch- 
bare Diagnose in der Revue zoologique 1841 p. 292: 

Supra brunnea, infra testacea; corpore laevi; alis (!) aut 
nullis aut rudimentariis; forcipe ad basin intus unidentata; 
antennis brunneis; pedibus testaceis. 

Long. 7, lat. 3 mill. 

Habitat insulas oceanicas? 

Da die Beschreibung dieser Art, abgesehen von den Ab- 
surditäten, so ziemlich auf alle Arten der beiden Gattungen 
passt, so A\ ar es mir ebenso unmöglich, diese, sowie die vor- 
hergehende zu identificiren. 



297 



Zur geographischen Verbreitung der Honigbiene. 

Notiz von A. Cierstäcker. 



In einer bei Gelegenheit der elften Wandevversammlung 
Deutscher Bienenwirthe zu Potsdam im September 1862 pu- 
blicirten Schrift über die geogvaph. Verbreitung der Honigbiene 
(Potsdam 1862 8. 75 S.) hatte ich sowohl die ursprüngliche Ver- 
breitung der Apis mellifica, als auch die allmälige Uebersiede- 
lung und Akklimatisation derselben in verschiedene Theile 
der neuen Welt auf historischem Wege zu ermitteln gesucht. 
Während sich in ersterer Beziehung heiausstellte, dass die 
Honigbiene in verschiedenen Färbungs- und Grössen- Abände- 
rungen ausser Europa über ganz Afrika und den grössten 
Theil Asiens (mit Ausnahme Indiens und des Sunda- Archi- 
pels) verbleitet sei, ergab eine möglichst umfassende Prüfung 
der einschlägigen faunistischen und Reise- Literatur nach der 
•anderen Seite hin, dass unser allbekanntes Insekt in Austra- 
lien bis dahin ganz fehlte (vgl. a. a. 0. S. 57), während es 
in Amerika von Neu-England bis nach Mexico, Honduras und 
den Antillen, südlich vom Aequator aber nur im mittleren 
Brasilien (Minas Geraes) eingeführt worden sei. Bei dem 
hohen Interesse, welches sich an die geographische Verbrei- 
tung der Insekten im Allgemeinen, ganz besonders aber an 
diejenige eines so bekannten und nützlichen, wie es gerade 
die Honigbiene ist, knüpft, musste eine derartige Untersuchung 
und Feststellung unter allen Umständen erwünscht erscheinen, 
selbst auf die Gefahr hin, bei einem ersten Versuch nur Man- 
gelhaftes und Unvollständiges zu leisten; denn da eine Ueber- 
sicht des bisher über den Gegenstand Bekannten vollständig 
fehlte, durfte eine Zusammenstellung der in einer umfang- 
reichen Literatur weit und breit zerstreuten Daten sich we- 
nigstens Hoffnung machen, einen ersten Grund gelegt und zu 
weiterer Verfolgung und Erl'orschung des Themas angeregt 
zu haben. 

Diese Hoffnung ist schon jetzt in sofern in Erfüllung ge- 
gangen, als der Gegenstand verschiedenen Forschern Interesse 
abgewonnen hat; durch die Mittheilungen derselben bin ich 
schon nach der kurzen Frist von achtzehn Monaten in den 
Stand gesetzt, mehrere in meiner oben genannten Schrift ge- 
machten Angaben theils zu berichtigen, theils zu vervollstän- 
digen. Die daselbst (S. 57) ausgesprochene Vermuthung, 
dass die Honigbiene dem Festlande von Australien noch fehle, 
war für ihre Zeit allerdings begründet, ist indess durch die 
seitdem bewirkte Uebersiedelung mehrerer Bienenstöcke ver- 

20 



298 

jährt. Der Jahrgang 1863 der Eichstädter Bienenzeitung bringt 
uns nämlich die Notiz, dass die italienische Abart der Apis 
mellilica (Ap. Ligustica Spin.) mit günstigem Erfolge nach 
Süd-Australien (Melbourne) eingeführt sei und sich daselbst 
als Honigsammlerin aul das Beste bewährt habe; sie ist da- 
mit zu einem Gemeingut aller fünf Erdtheile geworden. — 
Bei der Feststellung der Verbreitung unserer Honigbiene über 
Süd-Amerika war ich theils auf die mündlichen Aussagen von 
Reisenden, theils auf die Faunen und Reisebesciireibungen über 
specielle Länder, in denen mau freilich nicht immer genügende 
Auskunft über das Gewünschte findet, angewiesen; letztere 
haben sich denn auch, wie aus dem Folgenden zu ersehen 
ist, nicht durchweg als massgebend erwiesen, vielmehr zu 
irrigen Annahmen Aulass gegeben. Was zunächst Columbien 
anbetrifft, so versicherte mich zur Zeit der Abfassung meiner 
Schrift Prof. Karsten, dass während seines Aufenthaltes da- 
selbst (etwa bis zum J. 1854) die Honigbiene nicht vorhanden 
gewesen sei (a. a. 0. S. 56). Nachträglich hat derselbe je- 
doch durch einen in Puerto Cabello ansässigen Corresponden- 
ten, den Apotheker Schmidt, in Erfahrung gebracht, dass die 
Europäische Biene bald nach seinem (Karstens) Abgang von 
Venezuela, also etwa in der Mitte der fünfziger Jahre dahin 
übergesiedelt worden sei. Die Länge der seitdem verflossenen 
Zeit und der Umstand, dass die Biene bereits vor dem Jahre 
1855 in Honduras eingebürgert war, lässt auch mit ziemlicher 
Sicherheit vermuthen, dass unser Insekt gegenwärtig bereits 
über den grössten Theil Central- Amerika's verbreitet sei, 
selbst wenn eine direkte Einführung daselbst nicht stattge- 
funden haben sollte; die Nachrichten, welche wir über die 
Avunderbar schnelle Verbreitung derselben in den Vereinigten 
Staaten und auf den Antillen besitzen, geben dieser Annahme 
wenigstens einen hohen Grad von Wahrscheinlichkeit. — Zu 
der Annahme, dass die Honigbiene den La Plata-Staaten und 
Chile fehlte, hatte mich der Umstand verleitet, dass sie we- 
der in Ga^'s Fauna, noch von Burmeister erwähnt worden 
ist. Ein Brief des letzteren, datirt Buenos Ayres, 7. Decbr. 
18(J3, den ich hier wörtlich folgen lasse, widerlegte diese 
Annahme als irrig: 

Als Nachtrag zu meinem Briefe bin ich so frei, Ihnen 
anzuzeigen, dass die Honigbiene seit ca. 15 Jahren*) in Bue- 
nos Ayres introducirt ist und sich hier ganz ungemein ver- 
mehrt. Ich habe dies in meiner Reise nicht erwähnt, weil 
ich in Buenos Ayres nur vorübergehend mich aufhielt und 



*) Nach den später folgenden Angaben würde sich nur ein Zeit- 
raum von etwa 11 Jahren herausstellen. G. 



299 

das Thier in den meisten inneren Gegenden noch fehlt. In- 
dessen war selbiges Geschöpf bereits in Mendoza, als ich mich 
dort befand, aber nur bei zwei oder drei Personen, weiche 
sie aus Chile bezogen hatten; es kam auch dort sehr gut 
fort. Weder in Cordova, noch in Tucuman habe ich die 
zahme Honigbiene gesehen; man hat dort nur wilden Honig, 
namentlich von Wespen, der Lecheguana (Chartergus) und 
der Caumaty (Poljbia scutellaris Fab. Sauss.) Bei Parana 
erinnere ich mich nicht, die Honigbiene gesehen zu haben; 
sie ist aber an der Ostseite von Entrerios am Uruguay be- 
bereits ziemlich verbreitet, wie ich aus Martin de Maussy 
(Confeder. Argent. II pag. 101) ersehe. Dieser Schriftsteller 
giebt das Jahr 1857 als das ihrer Einführung von Monte- 
video an und auch nach Buenos Ayres kam sie erst nach der 
Vertreibung von Rosas (1852), wie man hier behauptet, oder 
während seiner Diktatur, Dies ist Alles, was ich Ihnen über 
den Gegenstand zu sagen habe; als introducirtes Geschöpf 
habe ich die Honigbiene in meiner Reise mit Stillschweigen 
übergangen." 



Die Schmetterlinge Deutschlands und der Schweiz, 

systematisch bearbeitet 
von 

Jl. r, MMeinewnann. 



Zweite Abtheilung: Kleinschmetterlinge. 

Band I. Heft I. Die Wickler. 

Braunschweig 1863. 

Angezeigt von Fr. Seliläg^er, Diakonus in Jena. 



Bereits im vorigen Jahre ist diese Fortsetzung des Heine- 
mann'schen Werkes erschienen, dessen erster Theil, die so- 
genannten Grossschmetterlinge enthaltend, in unserer Zeitung 
vom Jahre 1860 durch Herrn Dr. A. Speyer besprochen wor- 
den ist. Durch den Zweck bedingt, den Sammler in den 
Stand zu setzen, das Gesammelte leicht und siciier zu be- 
stimmen, musste natürlicherweise Anlage und Einrichtung des 
Werkes dieselbe bleiben. Mit rühmlich anzuerkennendem 
Fleisse hat der Verfasser sich der mühevollen Arbeit unter- 

20* 



300 

zogen, in analytischer Weise die zuvor durch genaue Angaben 
der gefundenen ilerkmale begränzten Ghuppen- und sorgfältig 
besciiriebenen Arten zu ordnen und dadurch das Bestimmen 
derselben zu erleichtern. Wer sich jemals mit solchen Ar- 
beiten bescliäftigt hat, dem kann es auch nicht unbekannt 
geblieben sein, welche Schwierigkeiten dabei zu überwinden 
sind, und man muss es daher dem Verfasser Dank wissen, 
dass er diese Mühe nicht gescheut hat, wenn man auch wohl, 
wie dies nicht anders möglich ist, einzelne Ausstellungen ma- 
chen könnte. 

In der Einleitung spricht der Verfasser über den Unter- 
schied der Makro- und Mikrolepidoptern und er sucht diesen, 
obschon ein solcher ihm durch ein dujchgreifendes Merkmal 
noch nicht ausgemacht erscheint, im Rippeuverlaufe der Flü- 
gel dennoch festzustellen und macht dann auf Spejer's bereits 
in der Isis 1845 hervorgeliobenes und in der Anzeige des 
ersten Theiles nochmals herausgestelltes, allerdings sehr wich- 
tiges Merkmal aufmerksam, dass die Kaupen der Mikrolepi- 
doptern in der Bildung der Bauchfüsse sich wesentlicii von 
denen der Makrolepidoptern unterscheiden. Es verdient daher 
dieses Merkmal von den Lepidopterologen eine weitere sorg- 
fältige Beachtung und Untersuchung; denn es würde bei voll- 
kommener Bestätigung allerdings ein entscheidendes Gewicht 
in die Wagschale legen und die Trennung als eine in der 
Natur wohl begründete ganz sicher herausstellen. Da bereits 
Speyer sich hinreichend darüber ausgesprochen hat, so ver- 
weise ich nur auf seine Auseinandersetzung in der entomol. 
Ztg. J. 18ß0 p. 61 ff. Ueber die Stellung der Wickler nächst 
den Makrolepidoptern, abweichend von der bis jetzt ange- 
nommenen, lässt sich dem Verfasser kein Vorwurf machen. 

Den Beschreibungen der einzelnen Arten lässt erst der 
Verfasser p. 4 — 8 die allgemeine Charakteristik der Tortri- 
cinen vorangehen, in welcher auf Alles, was zur Betrachtung 
dargeboten wird, gehörige Rücksicht genommen ist, vorzüg- 
lich nach Herrich-SchäfFer's und Lederer's Vorgange auf den 
ßippenlauf der Flügel. Nach diesen Angaben berührt der 
Verfasser noch die systematische Eintheilung mit Berücksich- 
tigung der von den beiden oben genannten Lepidopterologen 
vor ihm aufgestellten; denn von Treitschke lässt sich gar 
nicht reden in dieser Beziehung, da seiner Aufstellung jede 
systematische Begründung fehlt. Er schliesst sich im Ganzen 
und mit vollem Rechte den Abtheilungen Lederer's an, ver- 
wirft aber manche derselben, weil sie ihm entweder blos auf 
unwesentlichen Merkmalen beruhen, oder auf solchen, die nur 
dem männlichen Geschlechte zukommen, während die Weiber 
,auf das Genauste mit anderen Gattungen zusammenstimmen. 



301 

Auch hat er zu den Wicklern mit Herrich -Schäffer die Ti- 
neengattung Exapate gezogen, welche Lederer weglässt. So 
lange darüber noch Schwanken herrscht, was man überhaupt 
als entscheidende Merkmale anzusehen habe, was nicht; so 
lange in dieser Beziehung die Subjectivität der Autoren noch 
die Hauptstimme besitzt, lä^st sich auch im Allgemeinen über 
die grössere oder geringere Zahl der Genera, welche ein Sy- 
stematiker aufstellt, nicht rechten, wenigstens kein vollgültiger 
Abschluss erzielen. Was kann es für Nutzen schaffen, wenn 
man die sämmtlichen Wickler z. B. nur als ein Genus ansieht, 
aber in diesem Genus alsdann eine Menge Untergattungen 
aufstellt? Bleibt es zuletzt nicht dasselbe, wenn man diese 
Untergattungen als Genera betraclitet? Der Verfasser hat 
nur 10 Genera der Wickler aufgestellt, während bei Lederer 
deren 26 zu finden sind , von welcher Zahl sich allerdings 
mehrere ausscheiden, welche nichtdeutsche Arten enthalten. 
Zählt man dagegen die Untergattungen zusammen, welche im 
vorliegenden Werke wieder aufgestellt sind, so kommt nocli 
eine grössere Zahl heraus als bei Lederer, auch wenn man 
sogar dessen Untergattungen mitzählt. Doch darüber lässt 
sich, wie gesagt, nicht rechten. Zum Beweise hierfür nur ein 
Beispiel , das zunächst sich darbietende. Lederer stellt als 
erstes Genus Rhacodia Hb., als zweites Teras Tr. auf und 
giebt, da beide Genera sonst übereinstimmen, als Merkmal 
für das erste Genus die am Vorderrande ausgenagten, unter 
der Spitze mehr ausgeschweiften Vorderflügel an. Heinemann 
zieht Beide in ein Genus zusammen, stellt aber zwei Unter- 
gattungen mit denselben Merkmalen auf. Dem einen Autor 
gilt also die Ausragung am Vorderrande der Vorderflügel als 
unterscheidendes Genusmerkmal, während der Andere dies in 
ihr nicht anerkennt. 

Vor jedem einzelnen Genus erörtert der Verfasser die 
Merkmale desselben sehr genau und ausführlich und giebt 
auch, wo dies sich als nothwendig herausstellt, eine analyti- 
sche Tabelle für die von ihm angenommenen Untergattungen. 
Die Abweichungen, welche im Vergleich mit andern Systemen 
hier stattfinden, werden geflissentlich angeführt und die Gründe 
hervorgehoben, welche dazu bewogen haben. Dann folgt die 
Aufstellung und Beschreibung der einzelnen Arten selbst mit kur- 
zen überschriftlichen Diagnosen, wobei rühmlich anzuerkennen 
ist, dass der Verfasser sich die dankenswerthe Mühe gegeben 
hat, mit grösster Umsicht und Genauigkeit alles Einzelne be- 
merklich zu machen, was zur Bestimmung jeder Art dienlich 
ist. Die etwa vorkommenden Varietäten und Aberrationen 
sind mit lobenswerthem Fleisse characterisirt; die vorhandenen 
Abbildungen werden citirt und ich kann mich in dieser Be- 



303 

Ziehung nur dem anerkennenden Urtheile Speyer's über deü 
ersten Band (entom. Ztg. 1860 p. 58) auch für diesen zwei- 
ten anschliessen. Es ist in ihm eine umsichtige, tüchtige Ar- 
beit geliefert, die nicht allein dem Anfänger, sondern auch 
dem eri'ahrenerenLepidopterologen erspriessliche Dienste leistet. 
Auf Einzelnlieiten hier einzugehen und etwa abweichende 
Ansichten über diese und jene Art oder Varietät geltend ma- 
chen zu wollen, — denn wer könnte in dieser Beziehung den 
Ansprüchen Aller genügen! — halte ich für überflüssig um 
so mehr, da hierdurch am Ende doch ein vollgültiger Ab- 
schluss nicht erzielt würde. Gelegenheit dazu dürfte die aller- 
dings mangelhafte Synonymik bieten, bei welcher sich mir 
der eine Wunsch wenigstens lebhaft regte, dass von dem Ver- 
fasser das W^erk des Autors citirt worden wäre, von dem 
der Name der Art herrührt und wo sie unter diesem Namen 
zuerst beschrieben ist. Ist auch hinter dem Namen der Art 
der Autor genannt, so fehlt doch oft in der Synonymik das 
Citat, wo dieser Name sich findet. Es hätte sich dies leicht 
durch Lederer's treffliche Arbeit vervollständigen lassen, ohne 
dass dadurch an Raum zu viel weggenommen worden wäre. 
So steht z. B. bei Niveana F., also Fabricius als Autor; aber 
es fehlt das Citat Fabr. E. S. No. 108; ferner Effractana Frl.; 
dazu sollte angezogen sein Frölich Enum. No. 30 u. A. — 
Wenn ferner diejenigen Werke nicht namhaft gemacht wor- 
den sind, in denen neben Beschreibungen sich auch noch die 
Abbildungen finden, wie Duponchel, so lässt sich dies daraus 
entschuldigen, dass sie dem Verfasser vielleicht nicht zu Ge- 
bote gestanden haben. 

Auch was die Angabe der Fundorte und der ersten Stände 
betrifft, so M-äre eine Erweiterung derselben wohl Avünschens- 
werth; denn diese sind allerdings im Vergleiche mit den aus- 
führlichen Beschreibungen der Schmetterlinge allzu dürftig 
bedacht worden und könnten den Sammler leicht wieder in 
Zweifel setzen oder auf Irrwege führen. Die Erscheinungs- 
zeit ist oft gar nicht angegeben und bei einzelnen Arten finde 
ich auch die Futterpflanzen nicht genannt, obschon dieselben 
bereits bekannt geworden sind. Doch das sind immer nur 
Nebensachen, die der Nützlichkeit des Buches keinen Abbruch 
thun, und ich deute darauf hin, um dem geehrten Freunde 
Veranlassung zu bieten, bei einer etwa nöthig werdenden 
neuen Auflage diese Vervollständigung im Auge zu behalten, 
da solche Angaben gerade für den Sammler von Wichtigkeit 
sein dürften. Was endlich die Namen betrifft, welche der 
Verfasser den einzelnen Arten beigelegt hat, so will mir nicht 
recht klar werden, nach welchem Prinzip verfahren worden 
ist. So wird, um nur ein Beispiel zu geben, Teras variegaua 



303 

mit V. versehen. Allein ich habe schon 1854 (entom. Ztg. 
p. 54 ff.) nachgewiesen, dass die Variegana des Wiener Ver- 
zeichnisses wie die des Fabricius keineswegs Abildgaardana 
sein könne, sondern vielmehr mit der Posterana Hffegg. und 
Ambiguana Tr. zusammenstimme. Es musste daher der Name 
Abildgaardana für diese Art bleiben. 

Auf besonders paginirten 39 Seiten folgen als Anhang 
die analytischen Tabellen, zunächst die Tabelle der Gattun- 
gen. Diese stützt sich in der Hauptsache auf den Rippen- 
verlauf, was freilich für den Sammler, der bestimmen will, 
seine missliche Seite hat, da derselbe olme Abschuppung der 
Flügel mit solcher Genauigkeit, wie sie dazu nöthig ist, nicht 
verfolgt werden kann. Wäre es möglich gewesen, äusserlich 
sichtbare Merkmale anzugeben, was ich freilich nicht behaup- 
ten kann, so wäre der Zweck des Buches sicher besser er- 
reicht worden. Bei Aufstellung dieser Tabellen tritt nun auch, 
M'as oben besprochen wurde, klar zu Tage, dass der Unter- 
schied zwischen Gattung und Untergattung bis jetzt kein end- 
gültig entschiedener ist; denn der Verfasser stellt hier nicht, 
wie es folgerichtig nach dem in der Einleitung Erörterten 
geschehen musste, eine Tabelle der Gattungen, dann eine be- 
sondere noch für die Untergattungen auf, sondern er behan- 
delt die Untergattungen grösstentheils als Gattungen und ver- 
einfacht in dieser Weise die Arbeit. Wenn auch nicht alle 
Untergattungen angezogen, so werden doch statt der aufge- 
stellten 10 hier 27 Gattungen analysirt und demgemäss dann 
auch die analytischen Tabellen der Arten behandelt. Gewiss 
ist dies nur zu billigen; denn je weniger eine solche Tabelle 
Arten enthält, desto leichter lässt sich die gesuchte Art her- 
ausfinden und bestimmen. Auch hierauf hat der Verfasser 
nicht geringen Fleiss verwendet und sich den Dank der Lepi- 
dopterologen in würdiger Weise verdient. Möge daher das 
Werk vielfach benutzt und so der Zweck des Verfassers er- 
reicht werden! 



304 

Ergänzungen zu „Wilde's Pflanzen und Raupen 
Deutschlands " 



Jf, IVullselileg^el in Lenzburg. 
(Fortsetzung.) 



Hadena satura W. V. Raupe im Wipperthal auf nie- 
dern Pflanzen, besonders Löwenzahn. Schmetterling noch im 
September, 

H. platinea Tr. Unter mehreren Arten Raupen, welche 
ich im Mai 1862 unter Hippocrepis commota sammelte, fan- 
den sich zwei mir unbekannte Exemplare. Sie genossen die 
Blätter dieser Pflanze gerne, verwandelten sich Anfangs Juni 
und schon Ende desselben Monats krochen zwei prächtige 
platinea aus. 

H. furva W. V. fliegt an den sonnigen Abhängen des 
schweizerischen Jura schon im Juni und besucht vorzüglich 
blumenreiche Plätze. 

Phlogophora scita Hübner. Nach den mir bekann- 
ten Angaben soll die Raupe dieser schönen Eule auf Viola, 
Fragaria u. s. w. leben. Um Oftringen und Lenzburg suchte 
ich sie jedoch vergebens auf diesen Pflanzen- dagegen fand 
ich sie öfter im October und im Frühlinge auf Pteris aquilina 
und erzog sie auch leicht damit. 

Ph. meticulosa. Raupe im Herbst häufig auf Pteris 
aquilina. 

Hippa rectilinea Esper. Raupe im October auf Pte- 
ris aquilina. Im Frühling nährte ich sie mit Anthriscus syl- 
vestris. 

Lithocampa lithorhiza Borkh. Nach Wilde fliegt 
der Schmetterling im Juli und August. Um Oftringen und 
Lenzburg eischeint er ganz frisch schon im März und April 
an Baumstämmen. 1863 fand ich die Raupe schon im Mai 
erwachsen. Es hat diese Eule demnach hier und wohl auch 
anderwärts zwei Generationen. 

Xylina oculata Grm. Schmetterling im Frühling an 
den Blüthen von Salix caprea. 

Cuculiia asteris W. V. Raupe auf Gnaphalium syl- 
vaticum L. und Dahlien. 

C. umbratica L. Raupe hier häufig auf Löwenzahn. 
Schmetterling von April bis September. 

C. campanulae Freyer. Herr Staatsanwalt Wilde 
giebt den August als Erscheinungszeit der Raupe an. Hier 



305 

findet man sie schon im Juni und Juli, selten noch im Au- 
gust. Die Eier weiden einzeln an die jungen Pflanzen von 
Campanula rotundifolia gelegt und kriechen schon in 8 bis 10 
Tagen aus. 

C. lucifuga W. V. Raupe auf Löwenzahn, an welchen 
der Schmetterling die Eier einzeln legt. Das Auskriechen der 
Raupe erfolgt schon in 8 — 10 Tagen. Der Schmetterling er- 
scheint hier bisweilen schon Ende April und seine Flugzeit 
dauert bis Anfangs August. 

C. lactucae W. V. Raupe auf Prenanthus purpurea 
und Lactuca muralis. 

C. santonici Hübn, Raupe im Juni und Juli auf Ma- 
tricaria chamomilla. Ich fand sie zum ersten Mal 1859 und 
dann in Mehrzalil 1863 in einem Garten auf dem Siidabhange 
des aargauischen Jura. Sie scheint aber leider ausserordent- 
lich von Ichneumonen verfolgt zu werden. Nur zwei Puppen 
lieferten Schmetterlinge; aus den übrigen kamen Ichneumon 
extensorius und luctatorius. 

Herr Freyer hat die Puppe auf Tafel 357 seiner Beiträge 
zur Schmetterlingskunde trefflich abgebildet. 

Heliothis armigera Hübn. Schmetterling vom Mai 
bis October im aargauischen Jura auf sonnigen Abhängen, 
seltener im Wigger- und Aathal. Jährlich wenigstens zwei 
Generationen. 

H. peltigera W. V. Obschon das als Nahrungspflanze 
bezeichnete Bilsenkraut hier äusserst selten ist, wird der 
Schmetterling dennoch bisweilen gefunden, und zwar stets da, 
wo Mais angebaut wird , weshalb ich dieses Gewächs als 
Nahrungspflanze vermutlie. 

Eriopus pteridis F. Der Schmetterling erscheint hier 
noch im August. 

Plusia circumflexa L. Um Oftringen und Lenzburg 
in zwei Generationen; erste im Juni, zweite vom August bis 
October. 

Plusia bractea W. V. Raupe ausser den von mir 
früher in dieser Zeitschrift bezeichneten Nahrungspflanzen noch 
auf Crepis biennis. 

Mania maura L. Raupe um Oftringen und Lenzburg 
im Frühling nicht selten auf Taraxacum und andern niedern 
krautartigen Gewächsen. 

Toxocampa pastinum T r. Raupe im Frühling auf 
Astragalus glycyphjllus. 



306 



Coleopterodes Philipp! *), 

ein neues Geschlecht der Wanzen. 



In den Gebüschen des nahe bei Santiago gelegenen Aus- 
läufers der Cordilleren, welcher Cerro de S. Cristoval heisst, 
findet man im Frühjahr ziemlich häufig ein kleines Insekt, 
welches auf d^n ersten Anblick einem Rüsselkäferchen mit 
dünnem langem Schnabel, etwa einem Anthonomus ähnelt. 
Betrachtet man es aber genauer, so findet man, dass der ver- 
meintliche Rüssel nichts M'eiter als die beiden viergliedrigen 
Fühler ist, welche das Thierchen nebeneinander zu legen, vor 
sich auszustrecken und etwas nach unten zu biegen pflegt, 
Fühler, welche sogleich beweisen, dass das Thierchen eine 
Wanze sein muss, während allerdings zwei ächte, gewölbte 
Flügeldecken vorhanden sind, welche sich in einer geraden 
Linie an einander schliessen, was bei den mir bekannten Wan- 
zen nicht vorkommt. Auch ist die ganze Körperbedeckung 
des Tliierchens so hart Avie bei einem Käfer. 

Dies Insekt ist eine Linie lang, von birnförmiger Gestalt, 
unten flach, oben massig gewölbt. — Der Kopf ist kaum so 
lang wie breit; die kleinen halbkugeligen, ziemlich stark vor- 
springenden Augen werden vom Vorderrand des Halsschildes 
erreicht. Punktaugen kann ich nicht mit Sicherheit erkennen. 
Die Spitze der Stirn ragt wenig weiter nach vorn, als die 
Höcker, welche die Fühler tragen. Diese nehmen die halbe 
Körperlänge ein, sind plump, im Allgemeinen walzenförmig 
und ziemlich dicht mit kurzen, groben Borsten besetzt, welche 
unter einem spitzen Winkel abgehn. Das erste Glied ist das 
dickste, etwa I '/j mal so lang wie dick, nach der Basis etwas 
verjüngt; das zweite ist etwas kürzer, aber kaum dünner; 
das dritte ist merklich dünner, vollkommen Malzenförmig, so 
lang wie die beiden ersten zusammengenommen; das vierte 
ist Vg so lang wie das dritte und nach der stumpf abgerun- 
deten Spitze hin etwas dicker als dasselbe. 

Der Rüssel ist kurz, dreigliedrig und liegt in einer 
Rinne mit stark vorstehenden Rändern. Das erste Glied ist 
länger als die beiden folgenden zusammengenommen, und im 
Verhältniss sehr dick; das zweite ist so lang wie das dritte, 
aber weit dicker, und die beiden ersten sind mit kurzen Bor- 
sten besetzt. 

Das Hals Schild ist kaum länger als breit, hinten etwa 
i% mal so breit wie vorn; der Vorderrand, der so breit ist 



') xoXedniEQos ein Käfer, uSog die Gestalt. 



307 

■wie der Kopf, ist gradlinig, auch die Seitenränder sind ziem- 
lich gradlinig; der Hinter rand bildet dagegen einen vorsprin- 
genden Winkel von 80 — 90 Grad, dessen Schenkel etwas 
coneav gebogen sind und verdeckt das Schildchen ganz. Die 
Oberfläche ist sehr schwach gewölbt, hat in der Mitte einen 
Längskiel und jederseits, etwa in der Mitte zwischen Kiel 
und Rand, je eine erhabene Linie oder Seit.enkiel, der den 
Hinterrand erreicht, aber nur zwei Drittheile der Länge ein- 
nimmt. 

Die Oberflügel sind ganz wie die Flügeldecken bei 
einem Käfer beschaffen; sie berühren einander in der Mittel- 
linie, sind hart, ohne Spur eines häutigen Theils an der Spitze, 
von vorn nach hinten anfangs schwach, zuletzt stark gewölbt; 
ebenso sind sie von einer Seite zur andern stark gewölbt. 
Der Hinterleib wird von ihnen vollständig bedeckt. Ich kann 
keine Unter flügel finden. 

Die Beine sind ziemlich lang und haben nichts Ausge- 
zeichnetes; sie sind ganz und gar mit kurzen Borsten bekleidet 
und Schenkel und Schienen sind walzenförmig. Die Tarsen 
sind halb so lang wie die Schienen und zweigliedrig; das 
erste Glied ist so kurz, dass man sie auf den ersten Blick 
für eingliedrig liält. Es sind zwei Klauen vorhanden, aber 
ich sehe keine Haftlappen. 

Die Sculptur der ganzen Oberseite besteht in ovalen 
Grübchen, welche am Kopf kleiner, etM-as grösser auf dem 
Halsschild, am grössten aber auf den Flügeldecken sind, wo 
sie ziemlich unregelmässige Längsreihen bilden; die erhabenen 
Zwischenräume bilden eine Art Netz. Die Färbung ist ein 
gleichmässiges helles Braun; die Beine sind etwas dunkler, 
die Augen beinahe schwarz. 

Die einzige von mir bis jetzt aufgefundene Art dieses 
Geschlechts findet man auf Büschen, namentlich auf Baccharis 
linifolia und B. paniculata; ich nenne sie Coleopterodes fu- 
scescens. Ihre Charaktere lassen sich folgender Massen kurz 
zusammenfassen. 

Coleopterodes Ph. 

Corpus pyriforme, apterum. Frons parum producta. Oculi 
semiglobosi, prominuli, prothoraci contigui, Ocelli nulli? An- 
tennae crassae, corpus dimidium aequantes, cylindricae; arti- 
culus primus crassior ; secundus bis tertiam partem primi 
aequans, fere aeque crassus; tertius antecedentes duos aequans, 
tenuior, cylindricus; quartus triente brevior, tertio parum 
crassior, e cylindrico ovatus. Rostrum breve, in canali recon- 
ditum, triarticulaturo, articulis duobus primis crassis. Protho- 
rax subtrapeziformis, postice in angulum productus et scutel- 



308 

lum obtegens, subplanus, carinatus. Alae superiores formam 
elytrorum exhibentes, linea mediana contiguae, convexae, 
durae, abdomen subtus i)lanum omnino tegentes. Pedes satis 
longi, simplices; femora cyJindrica; tarsi tibiam dimidiam 
aequantep, biarticulati. arüculo primo minimo, biungulati. 

Erklärung der Abbildung*), a. Coleopterodes fuscescens 
Ph., in natürlicher Grösse; b. dasselbe Tliier vergrössert; 
c. ebenso von der Seite gesebn, um die Wölbung des Körpers 
zu zeigen; der Vorderfuss ist weggenommen; d, ein Fühlhorn, 
stärker vergrössert; e. der Säugrüssel; die beiden Borsten und 
die Muskeln derselben sind hervorgezogen; f. eine Schiene mit 
ihrem Tarsus; g. ein Stück von der Flügeldecke, stark ver- 
gröfesert und bei durchfallendem Lichte gesehn. 



Vereinsangelegenheiten. 



In der Sitzung am 24. März hatten die Mitglieder zwei 
für den Verein schmerzliche Verluste zu beklagen. In der 
Woche vorher war uns der Appellations-Gerichtsrath Herr 
Dassel durch eine Lungenentzündung rasch und ganz uner- 
wartet entrissen worden. Er hatte nach dem Tode des ersten 
Rendanten des Vereins, Herrn DieckhofF, dessen Amt über- 
nommen und es neun Jahre lang musterhaft verwaltet. Durch 
seine steigenden Berufsgeschäfte, namentlich durch die damit 
verbundenen amtlichen Reisen war er vor einem Jahre ver- 
anlasst worden, die Rendantur abzugeben. Wir widmen ihm 
ein dankbares Andenken. 

Der Todesfall des Herrn Tollin in Madagascar, von dem 
wir durch ein Schreiben des Herrn Cultus-Ministers v. Mühler 
in Kenntniss gesetzt \A'urden, erscheint für unsre Wissenschaft 
recht beklagenswerth. Es schien gegründete Hoffnung vor- 
handen, durch diesen seit längerer Zeit in Südafrika mit Ge- 
schick und Erfolg sammelnden erfahrnen Naturforscher, 
der bereits vor etwa einem Jahre auf Madagascar zu sammeln 
begonnen, über dies entomologisch so reich begabte und ver- 
hältnissmässig so wenig explorirte Land besser ins Klare zu 
kommen. In dem uns von Herrn Gericlitsrath Keferstein 
freundlich mitgetheilten, im Jahrgange 1863 abgedruckten 
Briefe sprach der Reisende noch die Ansicht ;ius, dass er das 
Clima von Madagascar nicht für schädlicher halte als jedes 
andre, und dennoch scheint es ihm ebenso verderblich gCAvor- 



*) Wird nachgeliefert. Red. 



309 

den zu sein, wie seinem in jenem Briefe erwähnten englischen 
Reisegefährten. Nach einer Anzeige des preussischen General- 
Consuls in London ist Aussicht vorhanden, die vorhandene 
Ausbeute des Verstorbenen für die Wissenschaft erhalten zu 
sehen. 

Als neues Mitglied wurde in den Verein aufgenommen: 
Herr Dr. Ottmar Hof mann in Bodenwöhr in der 
Oberpfalz. 

In der Sitzung am 12. Mai wurde den auM'esenden Mit- 
gliedern mitgetheilt, dass nach einer Mittheilung aus Peters- 
burg unser dortiges Mitglied, der pensionirte K. Hofgärtner 
Grey gestorben. In seiner früheren Stellung als Director 
des Taurischen Wintergartens hatte er durch die von ihm 
nach Sibirien, Tiflis u. s. w. ausgesandten Garten -Gehülfen 
manche gute Gelegenheit gehabt und benutzt, viele Insecten 
entlegener Districte, namentlich Coleoptera und Lepidoptera, 
zu erhalten und der wissenschaltlichen Bearbeitung zugänglich 
zu machen. Sein Freund' Bremer publicirte gemeinschaftlich 
mit ihm eine Aufzählung ostasiatischer Lepidoptera. In den 
letzten Jahren hatte Gre}^ den Ktiiserlichen Dienst verlassen 
und sich auf eine ländliche Besitzung bei Petersburg zurück- 
gezogen. Seine Insectensammlung hat er der Petersburger 
entomologischen Gesellschaft vermacht. 

Nach dem Vortrage der eingelaufenen Correspondenz 
wurden der Versammlung zwei Bände Handzeichnungen un- 
sers Mitgliedes, des Herrn Plötz in Greifswald vorgelegt, 
welche auf 536 Blättern ebensoviele Arten Spanner enthalten. 
Die anwesenden Lepidopterologen waren einstimmig darüber, 
dass die von Herrn Plötz meist nach der Natur gezeichneten 
und colorirten verschiedenen Stände der Spanner, so wie die 
Nahrungspflanzen derselben mit einer Treue und Sauberkeit 
ausgefülut sind, welche kaum übertrofFen werden kann. Diese 
Meisterarbeit soll durch den Verein zur Ansicht, resp. wissen- 
schaftlichen Benutzung an den Monographen der Mikrolepi- 
dopteren, Herrn H. T. Stainton in Lewisham befördert werden. 

Als neue Mitglieder wurden in den Verein aufgenommen: 
Herr K. Linck, K. Gouvernements-Beamter a. D. in 
Ssamara, 
- H. Simon, Inspector der Azienda assicuratrice 
in Triest. 

Schliesslich zeigte der Unterzeichnete an, dass er willens, 
in einigen Tagen eine Reise anzutreten, welche sich wahr- 
scheinlich auf einige Monate ausdehnen wird, und dass für 
die Leitung der Vereins-Angelegenheiten in der Zwischenzeit 
die erforderlichen Vorkehrungen getroffen sind. 

Dr. C. A. Dohrn. 



310 

Intelligenz. 



Wer von Graf Mannerheim's (erstem) Nachtrag zur Kä- 
ferfauna der aleut. Inseln und der In«el Sitka (Mose. Bull. 
XIX 1846) ein gut gelialtenes Exemplar abzulassen im Stande 
ist, wird ersucht, unter Angabe des Preises der Redaction 
davon Mittheilung zu machen. 



Eine durchweg geordnete und bestimmte, sorgsam prä- 
parirte und schön conservirte Sammlung Europäischer Käfer, 
gegen 7000 Species enthaltend, mit zalilreichen Doubletten 
ist zu verkaufen, Näheres zu erfahren beim Hofgäitner Mayer 
im Neuen Garten bei Potsdam. 



Wegen Todesfalls ist eine vorzüglich gut conservirte und 
gänzlich aus completten Exemplaren bestehende Coleopteren- 
Sammlung zu verkaufen. Dieselbe enthält in 43 grossen, 
egalen Glaskasten und ca. 20 kleinern do. etwa 7000 Species. 

Kaufpreis 400 Thaler. 

Wegen des Näheren beliebe man sich an Frau Kastellan 
f. Landgrebe in Cassel zu wenden. 



Zu verkaufen: 

Die Sammlung Europäischer Orthopteren (so wie einiger 
exotischer) des verstorbenen Professor Yersin. Dieselbe be- 
steht in 74 sauberen, mit Kork ausgelegten Kästen und etwa 
5000 Exemplaren, wovon die Hälfte Doubletten. Die Samm- 
lung ist äusserst sauber gehalten und mit grosser Sorgsamkeit 
bestimmt und geordnet; Varietäten, Altersstufen und Exem- 
plare der verschiedensten Fundorte sind vollständig vertreten. 
Preis 700 Francs. Anfragen sind franco an Mr. Lund am 
Mus6e d'histoire naturelle zu Geneve zu richten. 

H. de Saussure. 



311 

Verlagswerke des Dr, Herrich-Schäffer in 
Regensburg. 

IVB. nie beistehenden Preise §^eiten nur bei direeter 
Vorausbezahlung^ an denselben. 

Hübner Sammlung Europ. Schmetterlinge. 790 illum. Kiipfer- 
tafeln. 130 Thlr. 

— Geschichte Europ. Schmetterlinge (Raupen), 449 ill. Kpftf. 
75 Thlr. 

— Sammlung exotischer Schmetterlinge, 491 Kpfrtf. und 2 
Titel, mit Index. 80 Thlr. 

— Zuträge zur Sammlung exotischer Schmetterlinge, 5 Bände 
mit Text und 172 ill. Kupf. — Der Text allein. 30 Thlr. 

— Verzeichniss bekannter Schmetterlinge. 1816. 1 Thlr. 

— Systemat. alphab. Verzeiclmiss. 1822. 4 Sgr. 
Herrich-Schäffer Systemat. Bearbeitung der Schmetterlinge 

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Bände mit 636 illum. Kupfertaf. und 36 schwarzen Stein- 
tafeln. 130 Thlr. 

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Dasselbe auch noch ohne die 36 Steintaf. 9 Thlr. 

— Derselbe Text ohne Band I und ohne alle Tafeln. 9 Thlr. 

— Synonymia Lepidopterorum Europae 1856. l'/g Thlr. 

— Nomenciator Entomol. Regensburg 1835. 1840. I. II. 
1% Thlr. 

— Lepidopterorum Exoticorum Species novae aut minus cog- 
nitae. Diurna tab. 24. Nocturna tab. 96. 120 ill. Kupfer- 
taf. mit 52 Seiten Text. 33 Thlr. 

— Neue Schmetterlinge aus Europa und den angrenzenden 
Ländern. Heft 1 — 3, mit 26 illum. Kupfertafeln und Text. 
5 Thlr. 

— Systemat. Verzeichniss der Schmetterlinge von Europa mit 
Angabe des Vaterlandes und Preisen. 1802. 4 Sgr. 

Correspondenzblatt des Zoologisch -mineralischen Vereines in 
Regensburg. Jahrg. 1-17. 1847—1863. 8 Thlr. 

Pränumeration für 1864, mit monatlicher frankirter Zusendung 
unter Kreuzband. 1 Thlr. 



Bei Friedr. Fleischer in Leipzig ist erschienen: 

Linnaea Entomologica, Band 15 (Frey Omix, A. Dohrn 

Emesa (Schluss), Suffrian südamer. Cryptocephalen) 
22 Bogen, Preis 2 Thlr. 



812 

Bei W» Savy in Paris, Rue Hautefeuille No. 24, ist 
erschienen: 

Sistoire natiirelle des Lepidopteres, 

Par MM. MjUCaSf 

(Director des entom. Museums im Jardin des Plantes, Verfasser der 
Explor. d'Algerie etc. etc.) 
Das Werk ist in zwei, einzeln zu habende Bände getheilt, 
•Lepidopteres d'Europe und Lep. Exotiques; jeder Band 80 
Tafeln mit 400 nach der Natur ausgemalten Arten enthaltend, 
gross Octav in Leinwand gebunden, 
CeVa Rth.) 



Inlialt : 

Wocke: Beitrag zur Lepidopternfauna Norwegens. Hagen: 
Phryganiden- Gehäuse. Suffrian: Synonym. Miscellaneen. R. A. 
Philippi und Fr. Philippi: Beschreibung neuer Chilenischer Käfer. 
H. Dohrn: Monograpliie der Dermapteren. Gerstäcker: Zur geo- 
graph. Verbreitung der Honigbiene. Schläger: Lit?ratur (v. Heine- 
mann Schraett.) Wullschlegel: Ergänzungen zu „Wilde's Pflanzen 
und Raupen Deutschlands". Philippi: Coleopterodes, eine neue 
Wanzengattung. Vercinsangelegenheiten. Intelligenz. 



-»»3>3Ka©-<M«- 



Eiitoiuologi^elie Zeitung* 

herausgegeben 

von dem 

entoDiologisclien Vereine zu Stettin. 



Redactioii" ^" Commission bei den Buchhandl. 

„ . „^ ' V. E.S.Mittlerin Berlin n. Fr. Fleischer 

C. A. Doorn, \ creins-Präsident. in Leipzig. 

IVo. 10-12. 25. Jahrgang. Oct.-Dec. 1864. 



Beschreibung einiger neuen Chilenischen Käfer 

von 
Dr. K. A. Philipiii und Friedi*. Pliili|t(»i. 

(Schluss zu p. 284 d. Jahrg.) 



41. Stigmodera laticoUis Ph. 

St. elongato-oblonga, subdepressa, viridi-aenea, dense et 
confuse punctata; piothorace antice parum angustato, me- 
dio liaud impresso, lateribiis l'ortiter im presse; ely- 
tris apice denticulatis flavis, utrimque vitta subliumerali, ante 
medium abbreviata fasciisque duabus latis, per sutusam con- 
junctis, prima pone medium sita, suluraeque limbo a teeunda 
usque ad a])icem nigrocoeruleis. Longit. lOyj lin., latit. 4 lin. 

Prope Puerto Montt lecta est. 

Ist der St. cliiliensis Guer. auf den ersten Blick täu- 
schend ähnlich, namentlicli zeigen die Flügeldecken dieselbe 
Sculptur, Färbung und Zeichnung, doch ist die Zälmelung des 
Randes an der Spitze etwas verschieden, indem diese nicht 
schräg von innen nach aussen und hinten abgestutzt und mit 
zw^ei längeren Dornen bewati'net ist; die Zähnchen werden 
nach hinten allmälig länger und stehen dann zugleich entfern- 
ter. Vielleicht ist dies individuell , aber das Halsschild ist 
weit breiter, namentlich vorn, daher nicht so trapezförmig 
und die Seitenränder weit weniger nach vorn convergirend; 
in der Mitte ist keine Vertiefung, aber die Vertiefung dicht an 
den Seitenrändern ist w^eit stärker und die Ränder selbst 
dicker. 

21 



314 

42. Stigmodera chry sochlora Ph. 

St. glabriuscula; capite prothoraceque grosse piinctatis, 
viridi-cupreis; hoc medio longitudinaliter sulcalo; eljtris viridi 
aureis, ad suturam et marginem cupieis, quinquecostatis; su- 
tura costisque elevatis; eosta prima perbrevi; interstitiis dense 
et grosse punctatis; parte inferiore corporis tenuiter punctata, 
cuprea, splendidissima. — Long. V'/j ÜQ-, latit. 3 lin. 

Habitat prope Valparaiso. 

Von den Kindern des Herrn Ad. Möller gelangen, welche 
mir diese prachtvolle Art für das Museum überlassen haben. 
Der Kopf ist vorn nur sehr massig vorgezogen, platt, in der 
Mitte schwach vertieft, mit dichten, ziemlich grossen, vertief- 
ten Punkten, deren Zwischenräume Längsrunzeln bilden, dicht 
flaumhaarig. Die Oberlippe ist nicht punctirt, durch eine 
Querfurche gelheilt, der Basaltheil dunkel violett, der End- 
theil ausgeschnitten, durch eine breite Längsfurche getheilt, 
prachtvoll goldgrün. Die Oberkiefer sind goldgrün, aussen 
grob punctirt, die Palpen schwarz, das Endglied der Maxillar- 
palpen cylindrisch. Von den Fühlern sind nur die fünf ersten 
Glieder vorhanden; das erste Glied ist keulenförmig, kupfer- 
roth, die folgenden sind metallisch violett, das zweite ist klein, 
das dritte doppelt so lang, nur wenig gegen die Spitze ver- 
dickt, das vierte und fünfte sind verkehrt dreieckig, so dass 
die Säge also mit dem vierten Gliede beginnt. — Das Bais- 
se hild ist ziemlich gewölbt, von oben gesehen trapezförmig, 
hinten doppelt gebuclitet, an den Seiten schmal gerandet, sehr 
grob punctirt, mit breiter Längsfurche in der Mitte, goldgrün 
mit kupferrothem Schimmer; nur wenn man sehr scharf zu- 
sieht, erkennt man, dass es aufrecht stehende Härchen trägt. 
i)as Schildchen ist klein, versenkt und hat eine Längsgrube. 
Die Flügeldecken sind bedeutend breiter als das Halsschild, 
erreichen ihre grösste Breite in zwei Dritteln ihrer Länge und 
verschmälern sich dann allmälig; ihr Rand ist nicht gezäh- 
nelt. Die erste Rippe nimmt nur den vierten Theil der Länge 
ein, läuft schlag und verbindet sich mit der erhabenen Naht; 
die drei folgenden sind etwas gebogen; die zweite und dritte 
reichen beinah bis zur Spitze, wo sie sich vereinigen; auch 
die fünfte reicht bis zur Spitze, verläuft aber parallel mit 
dem Seitenrand und verbindet sich in einiger Entfernung vom 
Vorderrand mit der vierten; diese reicht nicht so weit nach 
hinten, Mie die andern. Diese fünf Rippen sind schmal und 
stark erhaben, alle Zwischenräume sind ziemlich gleich breit 
und dicht punctirt. Der Seitenrand ist hinter der Schulter 
nur sehr wenig abwärts gebogen und dann sehr schwach aus- 
geschweift. Auch auf den Flügeldecken erkennt man, wenn 



315 

man recht scharf zusieht, aufrecht stehende kurze Härchen. 
— Die Unterseite und die Beine — mit Ausnahme der 
vier letzten Tarseuglieder — sind kupferroth, prachtvoll glän- 
zend; der Bauch ist mit feinen, wenig auffallenden, w^eissen 
Härchen, die Beine mit längeren weissen Haaren bekleidet. 
Die vier letzten Tarsenglieder sind metallisch violett. An 
den vorderen Beinen sind die ersten vier Tarsenglieder gleich 
lang, aber an den Hinterbeinen ist das erste Tarsenglied fast 
so lang wie die beiden folgenden zusammengenommen. 

43. Z e m i n a s t e n o 1 o m a P h. 

Z. oblonga, parallela, aenea, hirsuta, grosse punctata; 
prothorace antice modice angustato, postice medio ante mar- 
ginem profunde impresso et in angulis posticis profunde foreo- 
lato; parte antica marginis lateralis flava; elytrorum 
interstitio secundo valde elevato et costa maiginali flavis; 
Costa penultima margini valde approximata, in parte 
postica flavo maculata, parte centrali prosterni flava. Long. 
6 lin., latit. 1^/^ lin. 

Ex itinere ad Illapel specimen attulit orn. Landbeck. 

Das Halsschild hat fast genau dieselbe Gestalt, Sculptur 
und Färbung wie bei Z. eribricollis F. et G., nur ist die Längs- 
furche, welche bei dieser Art sehr auffallend ist und bis zum 
Vorderrand verläuft, bei der unserigen weniger deutlich und 
die Seitenländer derselben sind nur im vorderen Diittheil, 
nicht in der ganzen Länge, blassgelb. Bei Z. eribricollis ist 
die Randrippe der Flügeldecke glatt, von der vorhergehen- 
den durch eine schmale Furche getrennt, beide sind blass- 
gelb und vereinigen sich hinten; bei unserer Art ist die Rand- 
rippe punctirt, durch eine breite, tief punctirte Furche von 
der vorhergehenden getrennt, nur in drei Viertheilen der 
Länge gelb, aber die vorhergehende Rippe ist im hintern 
Viertel blassgelb gefleckt. Die Härchen, welche diese Art 



44. Mastogenius sulcicollis Ph. 

M. obscure aeneus, dense punctulatus; capite profunde 
foveolato; prothorace transverso, parallelo, medio lon- 
gitrorsum sulcato, elytris inaequalibus, postice rotundatis. 
Long. 2'/3 lin. 

Habitat prope Santiago. 

Durch Zufall beim Spalten eines trockenen Zweiges er- 
halten. — Der Kopf ist gröber punctirt als bei M. parallelus 
Sol., sein Grübchen länger, aber nicht so tief. Die Fühler 
sind ebenfalls lang und scheint die Länge der Fühler ein gutes 
generisches Kennzeichen. Das Halsschild ist ebenfalls gröber 

21* 



316 

punctirt und hat eine andre Gestalt; betrachtet man es von 
oben, so sind seine Seiten, wenn auch etwas gekrümmt, doch 
im Ganzen parallel und nur vorn einwärts gebogen, während 
dasselbe bei M. parallelus im vorderen Viertel bedeutend brei- 
ter als am Hinterrand ist und dort jederseits einen deutlichen 
"Winkel zeigt. Auch fehlt dem M. parallelus die Längsfurche. 
Beide Arten haben einen glatten Hinterrand. Das Scliildchen 
i.st noch spitzer als bei der Solier'schen Art. Den Flügel- 
decken unserer neuen Art fehlt der quere Eindruck dicht 
hinter dem Vorderrand, den ich bei M. parallelus sehe, wo- 
gegen sie hinten vor der Spitze einen gemeinscliaftlichen run- 
den Eindruck haben, der der andern Art fehlt. Beide sind 
mit feinen greisen Härchen bekleidet und hat Lacordaire wohl 
ein abgeriebenes Exemplar vor Augen gehabt, wenn er be- 
hauptet, der Käfer sei kahl. 

45. Streptocerus eustictus Ph. 

Str. ater, capite sicut prothorax punctis grossis, cupreo 
splendidis ornato; elytris subopacis, atris; corpore subtus pul- 
cherrime cupreo splendente; tibiis posticis quadridentatis. Lon- 
git. ll'/a liQ-5 iatit. prothor. 4y4 lin., eljtror. 5 lin. 

In subandiuis prov. Colchaguae specimen unicum invenit 
orn. Landbeck. 

Grösse und Gestalt sind durciiaus wie bei Str. Dejeani, 
aber Kopf- und Halsschild sind mit weit grösseren, prachtvoll 
kupferrothen Punkten verziert, wogegen die Flügeldecken 
beinah matt und rein schwarz sind und jedes broncefarbenen 
Glanzes entbehren. Auf dem Halsschild bleibt kaum eine 
Stelle von Punkten frei und scheint dasselbe etwas stärker 
gewölbt, ohne die flache Vertiefung, welche Str. Dejeani in 
der Mitte zeigt. Die Unterseite ist sehr viel glänzender als 
bei dieser Art und spielt prachtvoll in violett, stahlblau und 
kupferroth, wozu auf Vorderbrust auch goldgelb kommt. Die 
Zähne der Vorderscliienen sind abgerundet, nicht spitz wie 
bei Str. Dejeani, und die Hinterschienen haben vier Zähne, 
die stärker, aber ebenfalls stumpf sind. 

46, Aphodius.angustus Ph. 

A. angustus, parallelus, niger; capite rugoso-punctato; 
prothorace grosse et distanter punctato, postice medio longi- 
trorsum sulcato, antice utrimque juxta marginem transverse 
sulcato; el^'tris profunde punctato sulcatis, iuterstitiis angustis, 
laevigatis; pedibus rufis. Long, l'/'j lin., latit. '/j lin. 

Sub lapidibus, in terra, nunquam in stercore. 

Diese Art ist von A. chilensis Sol. verschieden, oder diese 
Art müsste ganz schlecht und falsch beschrieben sein. — 



317 

Der Kopf ist grob punctirt, beinalie runzelig, und das Epistom 
80 tief ausgesclinitten, wie bei A. Derbesis; ich sehe keinen 
Stirnhöcker. Das Halsschild ist weitläuftig und grob punc- 
tirt, gröber als bei A. Derbesis; es hat in dem liintern Theil 
in der Mitte eine tiefe, breite, von einer Reihe grober Punkte 
gebildete, sehr auffallende Längsfurche; jederseits neben dem 
Vorderrand eine tiefe Querfurche und daliinter noch eine oder 
zwei abgekürzte, weniger deutliche Querfurchen. A, chilensis 
dagegen soll das Halsschild subtiliter punctulatum, feiner 
punctirt als A. Derbesis und mit einem kreisrunden Grüb- 
chen in dem vordem Winkel versehen haben, während keine 
Rede von einer Längsfurche ist. Auch die Abbildung zeigt 
feine Pünktchen auf dem Halsschild, keine Spur von Längs- 
furche, und wenn man ihr trauen dürfte, so wäre das Hals- 
schild vorn breiter als hinten. — Grösse, allgemeine Gestalt 
und Sculptur der Flügeldecken etc. sind bei beiden Arten 
dieselben. 

47. Brachy sternus major Ph. 

Br. obscure viridis, rufo-ciliatus et hirsutus; capite grosse 
punctato, parte antica clypei rufa; prothorace grosse punctato, 
medio sulcato; corpore subtus pedibusque omnino rufis, meso- 
sterno vix producto. Long, ll^s ü"-) latit. proth. fere 6 lin.; 
elytrorum 6 lin. 

Wir hatten diese Art bisher für eine Varietät von B. 
prasinus Guer. (fälschlich Br. viridis von Solier und Lacor- 
daire genannt) gehalten , allein es ist eine scharf unterschie- 
dene Art. Die Gestalt, die aufgerichteten, rothen, auf den 
Flügeldecken in Reihen gestellten Haare etc. sind dieselben, 
aber die Grösse ist bedeutender, die Punctirung von Kopf 
und Halsschild sehr viel gröber, das Grün weit dunkler; es 
ist nicht der ganze clypeus braunroth, sondern nur die vor- 
dere Hälfte; die Beine sind ganz und gar braunroth und die 
hintern Schenkel haben keine Spur von Grün; der Steiss ist 
schön grün mit deutlicherem Grübchen und, was das Wesent- 
lichste ist, das Mittelbrustbein ragt lange nicht so weit nach 
vorn hervor. — Das vorliegende Exemplar hat an den Füssen 
eine gespaltene Klaue. 

48. Brachysternus obscurus Ph. 

Br. supra obscure viridis, fulvo-hirsutus; clypeo coiico- 
lore; capite prothoraceque dense et rugoso puuctatis; elytris 
seriato-punctatis et rugosis; pygidio viridi metallico, dense 
albo hirsuto; pedibus omnino cupreis. — Longit. 9y2 lin. 

Ich habe diesen Käfer bisher für eine Varietät von Br. 
viridis auct. gehalten, er scheint mir aber doch specifisch 



318 

verschieden. Die Figur des Catoclastus Chevrolati Sol. 
Gay T. 6 fig. 12 stellt unsern Käfer so gut dar, dass ich fast 
glauben möchte, sie sei nach demselben gemacht, wogegen 
die Beschreibung freilich mit unserm Käfer nicht stimmt, aber 
sie stimmt auch nicht mit der Abbildung, welche z. B. die 
Vordertibien zweizähnig zeigt, die nach der Beschreibung 
drei Zähne haben sollen; ebenso soll das labium apice vix 
emarginatum sein; die Figur 12b zeigt aber eine recht stark 
ausgebuchtete Unterlippe. Da sich nach Solier dieser Cato- 
clastus in „verschiedenen Theilen Chiles'-' finden soll und mir 
dennoch in zehn Jahren nicht vorgekommen ist, so mag wohl 
obige Vermuthung um so mehr entschuldigt sein. — Bei mei- 
nem Br. obscurus ist der Rand des cljpeus sehr stark aufge- 
worfen. Das sechste Fühlerglied ist kurz. Der Seitenrand 
der Flügeldecken ist vorn weit stärker verbreitert, horizontal, 
fast lamellenartig vorgezogen und goldgrün. Das Pygidium 
ist oben weit dichter behaart, ebenfalls an der Spitze bärtig. 
Die Unterseite der Vorderbrust ist punctirt, flach, die Seiten- 
kante daher schärfer; die Schenkel, namentlich die Hinter- 
schenkel sind schmäler und scheinen auch länger zu sein. 
Der Vorsprung der Mittelbrust ist klein, aber deutlich; die 
Klauen sind ungleich, die äussere schwach gespalten. 

49. Brach ysternus olivaceus Ph. 

Br. supra olivaceo-viridis, subtus cupreus; pedibus omnino 
testaceis; elytris transversim rugulosis, dorso glabris (?); py- 
gidio parce piloso, rufo-fusco, haud metallico. — Longit. 8 lin., 
latit. 4% lin. 

Auch dieser Käfer scheint mir als Species von Br. viridis 
gesondert werden zu müssen. Der Kopf hat die Gestalt wie 
bei diesem und ist eben so dicht, aber feiner punctirt; der 
clypeus ist beim rj^ ganz grün, beim $ vorn röthlich. Das 
Halsschild ist schwächer punctirt, glänzender; die Längsfurche 
ist sehr deutlich, die seitlichen Eindrücke sind schwächer. 
Die Flügeldecken sind etwas kürzer, die Punktreihen undeut- 
licher, dagegen die Querrunzeln stärker entwickelt. Halsschild 
und Flügeldecken sind stark gewimpert, aber die Oberfläche 
der Flügeldecken bei allen sieben Exemplaren, die vor mir 
liegen, kahl, was schwerlich Folge von Abreibung ist. Das 
Pygidium ist sehr verschieden, kürzer, nicht metallisch 
grün, sondern hellbraun, schwach behaart und fehlt nament- 
lich im obern Theil die dichte, weisse, anliegende Behaarung, 
die bei Br. viridis so auffallend ist; dabei ist es schwach con- 
vex, ohne Spur von Vertiefung. Die Unterseite des Körpers 
ist ebenfalls rothbraun, mit sciiwachem Metallglanz und mit 
gelblichen Härchen bekleidet. Die Beine sind hellgelb, bald 



319 

ohne Metallglanz, bald goldig oder kupferroth schimmernd. 
Beim Weibchen sind Schenkel und Schienen kürzer und dicker 
als beim Männchen. Die äussere Klaue ist in beiden Ge- 
schlechtern gespalten. Der Vorsprung des Mittelbrustbeines 
ist sehr deutlich. 

50. Brachysternus? chloris Ph. 

Er. supra laete viridis; clypeo antice fulvo; capite ru- 
goso-punctulato; prothorace lateribus dense, dorso sparsim 
punctulato, nitido, medio longitrorsum sulcato; elytris seriatim 
punctatis; subtus sterno longe hirsuto; abdomine nigro, pilis 
appressis albis sparsim vestito; pygidis et extremitate anali 
lutescentibus; antennis rufis, pedibus pallide testaeeis. — Lon- 
git. 8V2 lin., latit. 4% lin. 

Prope S. Fernando invenit orn. Dr. Gleim. 

Ich habe vier Männchen und zwei Weibchen untersuchen 
können. Der Clypeus ist lang vorgezogen, abgerundet, mit 
massig aufgeworfenem, braunem Rande, flach, nicht convex, 
gelblich, nicht braun, welche Farbe allmälig in die schöne 
grüne Färbung des Kopfes und der übrigen Oberseite über- 
geht. Die Punctirung des Kopfes ist weit gröber als bei 
Brachysternus viridis. Ein gewimperter schmaler Streifen 
zieht sich in das grosse, schwarze, lebhafte Auge hinein. Die 
Fühler sind lOgliedrig; das erste Glied ist dick, keulenförmig, 
das zweite beinah kugelig; beide sind nach hinten stark ge- 
wimpert, bräunlich gelb; das dritte, vierte, fünfte und sechste 
sind cylindrisch und gleich lang, wie bei Tribostethus. 
Das siebente klein und quer; die Fühlerkeule ist gross, beim 
,^ fast so lang wie die 7 vorhergehenden Glieder zusammen. 
Das letzte Glied der Maxillarpalpen ist länglich, aussen mit 
einer Grube. Das Kinn ist vorn gerundet, nicht in einen tra- 
pezförmigen, ausgerandeten Lappen vorgezogen, al6o wie bei 
Tribostethus. — Das Halsschild ist an den Seiten etwas wink- 
lig, hinten doppelt gebuchtet, in der Mitte mit einer ziemlich 
breiten, aber seichten Furche versehen, im Centrum schwach, 
nach den Rändern hin dicht punctirt, glatt und glänzend. 
Das dreieckige, ziemlich spitze Schildchen ist bald grün, bald 
braungelb. Die P'lügeldecken sind ziemlich kurz und hinten 
etwas verbreitert; sie zeigen eingestochene, in Reihen ge- 
stellte Punkte und ausserdem einzelne Punkte in deren Zwi- 
schenräumen, sind also nicht so glatt wie bei Brachysternus 
viridis, noch so rauh wie bei Aulacopalpus elegans. Das Py- 
gidium ist am Grunde ziemlich dicht mit weisslichen, anlie- 
genden Härchen bekleidet, nach der Spitze hin fast kahl und 
gelblich. Die hellbraune Brust ist dicht mit gelblichweissen, 
langen Haaren bekleidet und zeigt keinen Vorsprung der Mit- 



320 

telbrust zwischen den Mittelbeinen. Der Hinterleib ist ka- 
stanienbraun, bis auf das letzte Segment, welches gelblich ist. 
Die Beine sind gelblich und fast ganz wie bei Bracliysternus 
gebildet; bei keinem Exemplar sind die Schenkel grün, aber 
die Vorderschienen sind bisweilen auf der Aussenseite schwärz- 
lich; sie haben drei spitze, schwarze Zähnchen. Das erste 
Glied der Tarsen ist nicht viel länger als das zweite, das 
letzte Glied hat am Grunde einen Zahn, wie Brachysternus 
und Aulacopalpus, bei Tribostethus castaneus fehlt derselbe. 
Die Klauen sind ungleich und ist die äussere schwach ge- 
spalten, wie bei Tr. ciliatus Sol. 

Zu welchem Genus soll man diese Art bringen? Die 
Beschaflfenheit der Klauen entfernt dieselbe (ebenso wie Tr. 
ciliatus Sol.) von Tribostethus; der Umstand, dass das Mittel- 
l'iustbein keinen Vorsprung zeigt von Brachysternus, die ge- 
spaltene äussere Klaue von Aulacopalpus. 

51. Tribostethus?? virens Ph. 

Tr.? capite grosse punctato, antice flavescente, postice 
virescente, margine fusco; prothorace punctato, viridi-aureo, 
margine laterali flavescente et forca impressa nigrescente no- 
tato; scutello cupreo, ciliis prothoracis oblecto; elytris viri- 
dibus, rufo et aureo micantibus, seriatim punctatis, brevibus, 
subtruncatis, postice dilatatis; autenuis palpisque rutis; corpore 
subtus longe hirsuto, pedibusque pallide testaceis. — Longit. 
7y3 lin., lat. prothor. 3 lin., elytr. 4^^ lin. 

Prope S. Fernando legimus unicum specimen, feminam. 

Das Epistom ist durch eine deutliche Naht abgesetzt, 
fast halbkreisförmig, mit aufgeworfenem Rande; die Ober- 
lippe ist klein, nach hinten geneigt, wie bei Tribostethes. 
Das Kinn ist el.er abgestutzt als ausgerandet, breiter als bei 
Tr. castaneus, aber fast ebenso breit wie bei Tr. ciliatus. 
Die Labialpalpen sind sehr klein. Die Maxillarpalpen 
sehr gross; das letzte Glied fast anderthalb mal so lang 
wie die vorhergehenden, mit einer tiefen Furche, die fast die 
ganze Länge des Gliedes einnimmt (bei Tr. ciliatus und ca- 
staneus ist die Furche nur halb so lang). Das erste Glied 
der Fühler ist sehr dick, das zweite quer, das dritte cylin- 
drisch, lang; das 4te und 5te cylindrisch, aber kurz, das 6te 
verkehrt kegelförmig, breiter als lang, das 7te ebenfalls brei- 
ter als lang, mit einem nach vorn gerichteten Zahn; das 8te, 
9te und lOte bilden die Blätterkeule. Das Halsschild ist hin- 
ten fast zweimal so breit wie vorn, doppelt gebuclitet, die 
Seitenränder sind in der Mitte etwas winklig wie bei Aula- 
copalpus. Die Flügeldecken sind nach hinten stärker ver- 
breitert, kürzer, mehr abgestutzt als bei Tribostethus und 



321 

überhaupt bei irgend einer chilenischen Rutelide, und haben 
am Rande einen dünnen, häutigen Saum. Die Mittelbrust hat 
kein vorspringendes Brustbein, sondern eher eine Vertiefung 
Aorn, zwischen den mittleren Hüften, hinten springt es nur 
wenig vor und ist in der Mitte gefurcht. Dies Alles ist wie 
bei Tribostethus. Die Zähne der Vorderschienen sind weit 
kürzer und stumpfer, etwa wie bei Amblyterus variabilis F. 
Ph. Die Tarsen sind eben so lang und schlank und die 
Klauen ebenfalls ungleich, die äussern dicker, län- 
ger, am Ende gespalten, während Tribostethus ungespal- 
tene Klauen hat. Wir glauben jetzt, dass diese Art und 
Ambljterus variabilis zusammenzustellen sind und wegen der 
gespaltenen Klaue nach den angenommenen Principien ein 
eigenes Genus bilden. 

51b. Tribostethus ciliatus? Blanch. Blanchard 
hat diesen Käfer bei Gay bist. Chil. V p. 89 beschrieben und 
T. 16 fig. 8 abgebildet, allein Beschreibung und Abbildung 
stimmen durchaus niclit überein. Nach der Beschreibung ist 
nämlich der Käfer 6 Linien lang und 3% Lin. breit, während 
die Linie, welche die Grösse der P'igur anzeigen soll, 8'/3 
Linien lang ist, und misst man mit dem Zirkel, das Verhält- 
niss der Breite zur Länge, so findet man, dass diese 2y^ mal 
so gross wie die Breite ist, der abgebildete Käfer ist also 
weit schlanker als der beschriebene. Eben so wenig passt 
die Färbung. Ich vermuthe, dass die Abbildung den Tr. ca- 
staneus Curtis vorstellt. Tr. ciliatus Blanch. soll in den 
Prov. Santiago, Concepcion und im Araukanerland vorkommen, 
wäre demnach ziemlich gemein. Ich besitze einen Käfer in 
mehrfachen Exemplaren, auf welchen Grösse und Beschrei- 
bung des Tr. ciliatus Sol. sehr gut passt, allein alle Exem- 
plare haben an allen Tarsen die eine Klaue gespalten, 
während bei Tribostethus wie bei Aulacopalpus beide Klauen 
nicht getheilt sind. Sollte Blanchard dieses übersehen haben? 
Giebt es aber in Chile einen Tr. ciliatus mit lauter ungespal- 
tenen Klauen, so muss er selten sein und ist mir in den 12 
Jahren, die ich nun bereits in Chile zubringe, noch nicht 
zu Gesicht gekommen. 

53. Tribostethus cupreus Ph. 

Tr. rufo-castaneus; capite prothoraceque rubro- cupreis, 
hoc antice valde arcuato, convexo, dilatato, angulis anticis 
valde prominentibus; elytris punctato-striatis; pedibus rubris, 
robustis, femoribus latis. Longit. S'/j lin., latit. prothoracis 
3% lin., elytrorum 4V2 ün. 

Unicum specimen, feminam, cum Tr. castaneo mixtum 
in eollectione inveni. 



322 

Dieser Käfer ist dem Tr, castaneus Curtis auf den er- 
sten Blick sehr ähnlich und damit zu verwechseln, hat na- 
mentlich auch auf dem Halsschild eine seichte Längsfurche 
und jederseits ein schwaches Grübchen, allein Kopf- und Hals- 
schild sind nicht mit broncegrünem Anflug versehen, sondern 
kupferroth, und letzteres ist breiter stärker gewölbt, sein 
Vorderrand ist weit mehr ausgeschnitten und die vordem 
Winkel treten sehr stark hervor. Endlich sind die Beine weit 
dicker und plumper und namentlich die Hinterschenkel wohl 
doppelt so breit als bei Tr. castaneus. Alle diese Abwei- 
chungen sind schwerlich als blosser Geschlechtsunterschied 
aufzufassen. ; 

53. Aulacopalpus? angustus Ph. 

Au. punctatus, laete viridis; clypei semi circularis 
margine parum reflexo; prothorace angusto; pectore elevato, 
fcubcarinato; pygidio subnudo, aureo-viridi. — Longit. 7'/2 ün., 
latit. B'/j lin. ' 

Ich besitze ein einziges Männchen. Dasselbe ist auf den 
ersten Blick mit Aulacop. elegans zu verwechseln, allein die 
Gestalt ist schmaler; der clypeus ist verschieden, fast genau 
halbkreisförmig; das Halsschild schmaler, die Winkel in der 
Mitte der Seiten deutlicher, aber nicht so weit nach aussen 
vortretend und die hintere Hälfte des Randes schräger, daher 
die Winkel am Grunde spitzer. Auch die Flügeldecken sind 
schmaler. Die Sculptur und Färbung ist fast genau wie bei 
der erwähnten Art, nur sind die Seiten des Prothorax und 
der umgebogene Rand gelb. Das Pygidium ist im untern 
Theil fast ganz nackt, prachtvoll metallisch grün. Die Unter- 
seite ist kastanienbraun, schwächer behaart, in der Mitte fast 
kahl; die des Kopfes gelb. Mittelbrust und Hinterbrust sind 
weit stärker erhaben, was, zusammengehalten mit den übrigen 
Verschiedenheiten, wohl keine individuelle und zufällige Ab- 
weichung ist. Der Kiel der Mittelbrust tritt nicht so stark 
hervor wie bei Brachysternus, aber es ist doch ein Vorsprung. 
Die Beine sind wie bei Au. elegans beschaffen, die Schenkel 
vielleicht etwas schmäler, aber die gros sere Klaue ist ge- 
spalten. Wäre es nicht am gescheutesten, Brachysternus 
und Aulacopalpus wieder zu vereinigen? 

54. Liogenys grandis Ph. 

L. elongatus, postice vix dilatatus, castaneus; capitis mar- 
gine antico bidentato, valde reflexo; tergo prothoracis 
latiore quam longo, ad latera haud foveolato. — Longit. 
8 lin., latit. protiioracis 3, elytrorum 4 lin. 

Illapel, Santa Rosa. 



323 

Ich habe fünf Exemplare vor mir; das kleinste misst 
6y3 Linien, das grösste 8 Linien, während L. Gay anus Blaneh. 
nur 4 — 5 Lin. gross wird. Wesentlich verschieden ist die 
Gestalt des Halsschildes, welches bei L. grandis auffallend 
breiter als lang ist, so dass der Umriss des Körpers selir ver- 
schieden erscheint. Die beiden Zähne an der Spitze des Cly- 
peus sind weit länger und weit stärker in die Höhe gebogen; 
die Punkte der Flügeldecken etwas feiner und dichter. Auch 
die Tarsen der Mittelbeine sind beim Männchen etwas ver- 
breitert. 

55. Diaphylla luctuosa Ph. 

D. atra, hispida; pilis elytrorum rarioribus, sparsis; an- 
tennis, palpis tarsisque castaneo rufis. Long. 7 lin., latit. pro- 
thor. 3 lin., elytror. 4 lin. 

Wir besitzen im Museum ein Exemplar aus Valdivia. — 
Der Kopf ist oben sehr grob und dicht punctirt und runzelig, 
mit langen, braunen, abstehenden Haaren bekleidet. Die Au- 
gen sind platt und zeigen unter der Lupe keine Facetten, so 
dass sie glatt erscheinen. Die Naht zwischen Stirn und Epi- 
stom ist sehr deutlich, doppelt geschwungen. Dieses ist bei- 
nahe trapezförmig; seine Seitenränder sind ausgebuchtet, der 
Vorderrand gradlinig, die Vorderwinkel abgerundet, der Rand 
stark aufgeworfen. Die Oberlippe ist vorstehend und abge- 
stutzt. — Die Fühler sind zehngliedrig; die sechs letzten 
Glieder bilden eine schmale, lange Keule, die aussen mit ein- 
zelnen langen Haaren besetzt und länger als die vorherge- 
henden Glieder zusammengenommen ist. Das Knie ist kaum 
vorn ausgerandet und eher abgestutzt zu nennen. Das letzte 
Glied der Maxillarpalpen ist länglich eiförmig. Mandibeln 
und Maxillen kann ich olme Zergliederung nicht erkennen 
und diese mag ich bei dem einzigen Exemplar nicht vorneh- 
men. Das Halsschild iet anderthalb mal so lang wie breit, 
vorn grade abgestutzt, hinten bogenförmig, doppelt so breit 
wie vorn; die Seiten sind ziemlich stark vortretend, gerundet, 
aber vor dem vordem Winkel etwas eingezogen, so dass 
dieser sehr markirt ist. Die Oberfläche ist grob punktirt und 
aus jedem Punkt entspringt ein langes, graues Haar. Das 
Schildchen ist ziemlich gross, länger als breit und hat gebo- 
gene Seitenränder. Die Flügeldecken zeigen einen vorsprin- 
genden Schulterhöcker; ihr Seitenrand ist in der ersten Hälfte 
nach unten umgeschlagen und auswärts gebogen, in der hin- 
tern Hälfte grade und sehr wenig umgebogen, und in dieser 
Gegend sind die im Ganzen schwach gewölbten Flügeldecken 
fast eben. Die Oberfläche zeigt seichte Längsfurchen und 
zahlreiche Querrunzeln; sie trägt ebenfalls lange, aufgerichtete 



334 

Haare, aber diese stehen einzeln und entfernter als auf Kopf 
und Halsschild. Der Steiss fällt senkrecht ab; sein oberer 
Theil ist gerunzelt und lang behaart, sein unterer Theil kahl, 
mit einer seichten longitudinalen Vertiefung, welche nach den 
von Erichson angegebenen Geschlechtsunterschieden das Weib-, 
eben bezeichnet. Die Unterseite des Körpers ist dicht mit 
fuchsrothen Haaren bekleidet. Das vierte Hinterleibssegment 
ist doppelt so lang wie das vorhergehende. Schenkel und 
Schienen, namentlich der Hinterbeine, sind stark und dick, 
die Tarsen lang und dünn. Die Vorderschienen haben nur 
zwei Zähne. Die Klauen sind gleich gross, breit, tief gespal- 
ten, mit einem Zahn am Grunde. 

56. Maypa opaca Ph. 

M. elongata, fusca, opaca; capite et prothorace laxe pun- 
ctatis, foveolis duabus ad basin hujus valde conspicuis; elytris 
punctatis, subrugosis, substriatis; pygidio haud punctato; an- 
tennis rufis, pedibus fuscis. Longit. 5 lin.; latit. fere 2% lin. 

Prope Corral inventa est V. 

Der schmale Körper und die Sculptur stimmen ziemlich 
mit M. punctata Sol. überein, allein diese Art ist weit kleiner 
(nur Sy^ Lin. lang), auch ist sie atro viridis, während diese 
neue Art rein braun ist. Die Punkte auf dem Halsschild sind 
nicht stärker als die auf dem Kopf; die Flügeldecken zeigen 
eher schwache Längsleisten als Querrunzeln und ihre Puncti- 
rung ist ziemlich unregelmässig, so dass man selten regel- 
mässige Reihen erkennen kann. Die Unterseite der Brust 
zeigt zerstreute Punkte, die unter der Lupe als eingedrückte 
Kreise erscheinen. Die Ringe des Hinterleibes haben jeder- 
seits eine Querreihe anliegender Borsten, die nach der Mitte 
hin kürzer werden und ganz verschwinden. Die Ränder der 
Flügeldecken sind gewimpert. Die Fühler haben eine dreiglie- 
drige Keule. 

57. Maypa cuprea Ph. 

M. oblonga, angusta, rufo-cuprea, unicolor; capite, pro- 
thorace elytris laxe punctulatis, his punctato -striatis, inter- 
stitiis planis. 

Valdivia, rara. 

Die Oberlippe ist sehr tief ausgeschnitten; der clypeus 
gerandet, in der Mitte mit einer schwachen Erhöhung; die 
winklige Naht, welche ihn von der Stirn trennt, ist sehr deut- 
lich, aber nicht so vertieft wie bei M. rufcola. Das Hals- 
schild ist eben, mit zwei seichten Vertiefungen am Grunde, 
der Mitte jeder Flügeldecke gegenüber. Der an der Naht 
gelegene Punktstreifen der Flügeldecken wird im hintern Drit- 



325 

was bei M. rufcola nicht der 
Fall ist; die Zwischenräume sind eben, nicht erhaben wie bei 
M. rufeola, nicht gerunzelt wie bei M. punctata. 

58. Listronyx obscura Ph. 

L. obscure aenea; capite thoraceque punctatis, cupreo 
micantibus, eljtris punctatis, subsulcatis; antennis rufis; cor- 
pore subtus pedibusque obscuris. Longit. fere 5 lin.; latit. 
2% lin. 

Corral, aestate 18^yg2 unica $ reperta est. 

Die ganze Oberseite des Käfers ist dicht und ziemlich 
fein punctirt. Der Kopf ist ziemlich flach , der Rand des 
Kopfschildes halbkreisförmig, erhaben; eine vertiefte, winke- 
lige Linie zwischen den Augen. Auch das Schildchen ist 
punctirt. Die Flügeldecken sind sehr schwach gefurcht, nur 
die Furche unmittelbar an der Naht ist im hintern Drittheil 
fhrer Länge sehr auffallend und tief. Auch die Unterseite 
des Körpers ist punctirt, der Hinterleib am wenigsten. Die 
Fühlerkeule besteht nur aus drei kurzen Blättern; sie ist roth- 
braun und ebenso die Vorderbeine; die folgenden Beine sind 
dunkler braun; die Klauen gekämmt etc. — Von L. testacea 
und Faminei aus der Magellans- Strasse, die das Museum in 
diesen Tagen bekommen hat, sogleich durch die dunkle Fär- 
bung zu unterscheiden, abgesehen von der verschiedenen 
Sculptur etc. Auffallend ist es, dass die Punktirung und Strei- 
fung der Flügeldecken, die tiefe Furche neben der Naht, der 
Eindruck auf dem Kopf, der clypeus u. s. w. genau wie bei 
Maypa viridis sind. 

59. Sericoides nitida Ph. 

S. omnino fusco-cuprea, violaceo nitens; thorace punctu- 
lato, laevissimo; eljtris punctatis, substriatis, rugosis, rugis 
haud punctatis; pygidio laevissimo, vix punctulato; antennis, 
pedibusque anticis cupreo rufis. Long. 5 lin.; latit. maxima 
in parte posteriore elytrorum ä'/j ün. 

Corral, aestate iS^y^i i«arem accepi. 

Die Gestalt ist fast ganz wie bei der vorigen Art und 
nicht wie bei S. chilensis in der Kupfertafel bei Gay. Der 
stark kupferglänzende Kopf ist punctirt, hat die gewöhnliche, 
im stumpfen Winkel gebrochene Querlinie, die bis zu den 
Augen reicht und einen aufgeworfenen Vorderrand. Die Füh- 
ler sind ganz wie bei Gay T. 17. 7b, (welche Figur Lacor- 
daire wohl mit Unrecht für einen Fühler von Listronyx er- 
kläit), nur ist das erste Glied auffallend dick an seinem Ende; 
das vierte hat au seiner Basis den rückwärts laufenden Dorn, 
der meines Erachtens ein gutes Kennzeichen zur Unterschei- 



326 

düng von Sericoides und Maypa abgiebt, und die fünf Blätter 
der Fühlerkeule sind fast zweimal so lang wie ihr Stiel. Die 
Farbe der Fühler ist braunroth. Das Halsschild ist fein punc- 
tirt, aber glatt, stark glänzend; es zeigt jederseits nah am 
Rand in der Mitte der Länge desselben ein rundes Grübehen; 
dahinter ist am ßand eine grössere Vertiefung, welche bewirkt, 
dass derselbe sciiarf abgesetzt erscheint; der Hinterrand ist 
ebenfalls scharf abgesetzt, etwas erhaben und dicht vor dem- 
selben, vor der Mitte jeder Flügeldecke ist eine dreieckige 
Vertiefung. Die Flügeldecken sind punctirt und scheinen auch 
gefurcht, bei näherer Betrachtung sieht man breite, unregel- 
mässige Querrunzeln, die frei von Punkten und stark glän- 
zend sind. Erst im abschüssigen hintern Theil derselben be- 
merkt man neben der Naht eine tiefe, kurze Furche. Es 
bleibt ein Theil vom Pygidium unbedeckt, der glatt und glän- 
zend und erst bei starker Vergrösserung fein runzelig punc- 
tirt erscheint; es hat keinen Kiel. Die Unterseite des Leibes 
ist punctirt; Hinterbrust und Bauch zeigen grünen, metalli- 
schen Schimmer, während die Oberseite mehr in Kupferroth 
und auf den Flügeldecken in Violett schillert. Die Füsse zei- 
gen nichts besonders, die Klauen sind schlank, nicht gekämmt. 
S. nitida steht in der Grösse zwischen S. glacialis F. und S. 
chilensis Blanch., welche letztere wir noch nicht gesehen haben; 
erstere hat ein runzeliges Halsschild, letztere ein runzeliges, 
gekieltes Pygidium. 

60. Cratoscelis canicapilla Ph. 

Cr. nigra; elytris rubris; pilis omnibus, etiam capitis, 
canis. Longit. vix 4 lin. 

Habitat prope Valparaiso. 

Diese Art unterscheidet sich leicht durch die greise, ja 
bisweilen fast ganz weisse Behaarung; selbst die wimperarti- 
gen Haare an den Seiten des Kopfes sind weiss, die bei allen 
andern Arten schwarz sind. 

Für die gemeinste Art bei Santiago halte ich Cr. plana 
Blanch., wegen der blassen Behaarung „pallide pilosa", allein 
dieselbe hat eine Furche auf dem Halsschild, während Cr. 
plana durch die V\^orte prothorace medio profunde ca- 
rinato bezeichnet wird. Unter carina versteht man indess, 
soviel ich weiss, eine Erhöhung, eine Kante, und diese kann 
doch nicht tief genannt werden. Ich vermuthe daher, es ist 
für carinato vielmehr sulcato zu lesen, und dasselbe gilt für 
die Diagnosen von Cr. villosa und Cr. Gayana, zwei Ar- 
ten, welche ich übrigens nicht im Stande bin, nach Blanchard''s 
Diagnosen und Beschreibungen von Cr. plana zu unterscheiden. 



327 

61. Thinobatis intermedia Ph. 

Th. nigra; capite et prothorace grosse punctalis; elytris 
punetato-stiiatis, interstitiis punetulatis; elytris tarsisque rufis; 
iemoiibus tibiisque nigris. Longit. 2^2 lin. 

Habitat in prov. Valdivia. 

Ich bemerke, dass Solier bei Gay vergessen hat, die 
Dimensionen von Tli. minuta und Th. rufipes So), anzugeben; 
erstere ist knapp zwei Linien lang, der Käfer, welchen ich 
für Th. rufipes halte, ist 3 Linien lang. Gegenwärtige Art 
hält in der Grösse die Mitte zwischen beiden; sie ist gröber 
punctiit als Th. minuta Sol. und hat ebenfalls an den Seiten 
der Flügeldecken feine Härchen wie Th. rufipes, aber ihre 
Schienen sind ebenso schwarz oder vielmehr dunkelbraun wie 
ihre Schenkel. 

62. Nyctopetus niger Phil Germ.*}. 

„N. niger, subopacus, oblongo-parallelus glaber; capite 
punctulato, punctis anticis majoribus; prothorace brevi, vaide 
transverso, antice angustato, postice parallelo; angulis 
posticis acutis, tergo sublaevigato, tenuiter et laxe punctulato; 
elytris prothorace parum latioribus, parallelis, 
punctis subseriatis, minutis, ad latera majoribus impressis, 
antice in medio longitrorsum elevatis atque planatis, ad apicem 
parum distincte declivibus; utroque elytro carina longitudinali 
fere obliqua postice nulla, extus abrupta punctisque magnis 
seriatis plus minusve confluentibus impressa, et partis dor- 
salis elevatae marginem lateralem efibrmante notato; corpore 
subtus tenuiter et laxe punctulato. Long. 5 lin., lat. %y^ lin." 

Patria: Andes Prov. Santiago. 

Der Kiel oder vielmehr die Kante der Flügeldecken wie- 
derholt sich bei mehreren Arten, ebenso die Punctirung; charac- 
teristisch ist besonders die Gestalt, das Halsschild, welches 
so breit wie die Flügeldecken ist und die parallelen Seiten- 
ränder der letztern. 

63. Nyctopetus laticollis Ph. 

N. ater, oblongus; capite et prothoiace dense punctatis; 
protliorace transverso, subquadrato, utrinque ad ba.'-in 
foveola profunda impresso; elytris thoracem latitudine 
vix ac ne vix quidem superantibus, undique dense et grosse 
punctatis, subcarinatis; marginibus lateralibus subparallelis. 
Longit. fere 5 lin., laut. %^/i^ lin. 

Ex andibus prov. Colchagua specimen accepimus. 



') Annales de la Universidad de Santiago 1855 p. 397. 



328 

Länglich eiförmig, kohlschwarz, ziemlich glanzlos. Der 
Kopf ist vorn sehr dicht, oben weitläuftig punctiit. Die 
Punkte des Halsschildes sind fein und stehen weitläuftig; die 
Gestalt desselben ist sehr auiFalleud , vorn fast so breit wie 
hinten; die Seitenränder laufen hinten in zwei Drittheilen ihrer 
Länge parallel und so, dass die hintern Winkel beinahe reciite 
sind; dicht vor dem Hinterrand, der Mitte jeder Flügeldecke 
gegenüber, ist ein kleines, ziemlich tieles Quergrübchen, auch 
ist die Andeutung einer Läugsfurche vorhanden, die hinten, 
dicht vor dem Kande, ein Grübchen erzeugt. Die Flügel- 
decken haben ziemlich die Gestalt wie bei N. niger, indem 
sie kaum breiter als das Halsschild sind und beinahe paral- 
lele Seitenränder haben; sie sind ebenfalls dicht und grob 
punktirt und die Punkte bilden z. Th, Reihen, so dass eine 
Andeutung von Streifen entsteht; der Kiel oder die Kante in 
der Mitte ist ebenfalls sehr sichtlich, wenn auch nur schwach 
angedeutet und dasselbe gilt von dem Kiel neben den Seiten- 
rändern; in den vertieften Punkten entspringt je ein weisses 
Härchen. Der umgeschlagene Theil der Flügeldecken ist 
etwas runzelig. Fühler und Beine sind kolilschwarz. Der 
vordere Vorsprung der Mittelbrust ist sehr klein und wenig 
hervortretend. 

64. Nyctopetus parvus Ph. 

N. ater, ohlongus parum nitens; capite prothoraceque 
punctatis; prothorace antice sat lato, angulis posticis acutius- 
culis; elytris tiiorace vix latioribus, subseriatim punctatis, 
carina obsoleta; marginibus subparallelis; antennis pedibusque 
nigris. Long. Sy, lin.; latit. fere 2 lin. 

Patria: Corral in Prov. Valdivia. 

Die längliche Gestalt, das breite Halsschild, die schmalen 
Flügeldecken sind wie bei den beiden vorhergehenden Arten. 
Der Kopf ist, wie gewöhnlich, oben sehr schwach, unten sehr 
stark punctirt und zeigt die gewöhnlichen beiden Längsgiüb- 
chen. Das Halsschild ist sehr schwach punctirt und verhält- 
nissmässig breit; seine Seitenländer sind vorn sehr stark ge- 
bogen, hinten aber beinahe gradlinig und parallel, so dass 
die Winkel am Grunde beinahe rechte sind; sie laufen aber 
doch in ein kurzes Spitzchen aus. Die Flügeldecken sind 
wenig breiter als das Halsschild, mit beinahe parallelen Rän- 
dern, weitläuftig und grob punctirt und bilden die Punkte 
z. Th. Reihen, so dass eine schwache Andeutung von Rippen 
entsteht; aus jedem vertielten Punkt entspringt ein Härchen. 
Der Kiel oder Kante, die bei den vorigen Arten sehr deut- 
lich ist, ist hier kaum angedeutet; dasselbe gilt von der Rand- 
kante. Der umgeschlagene Theil ist schwach runzelig. Unten 



329 

ist der ganze Körper fein punctirt. Die Mittelbrust hat vorn 
gar keinen merklichen Vorsprung. Fühler und Beine sind 
braunschwarz. — Von N. niger und laticollis durch mindere 
Grösse und fast ganz fehlende Längskante verschieden, von 
N. tenebrioides durch die schwarzen Beine, mindere Grösse etc. 

65. Nyctopetus carbonarius Ph. 

N. niger, ovatus, opacus, punctulatus; prothorace brevi, 
valde transverso, trapeziformi; elytris prothorace latioribus, 
punctis subseriatis, ad latera majoribus; utroque carina lon- 
gitudinali subobliqua po&tice obliterata extus abrupta et punctis 
magnis seriatis saepe confluentibus impressa notato. Longit. 
5 lin.; latit. 3 lin. 

Habit. - ? 

Die eiförmige Gestalt des Körpers, das Halsschild, wel- 
ches auffallend schmaler als die Flügeldecken und vorn sehr 
verschmälert ist, erinnern an N. maculipennis, während die 
schwarze Färbung, die Kahlheit und die Sculptur der Flügel- 
decken genau wie bei N. niger ist. Der Kopf ist vorn dicht 
und grob, oben fein punctirt. Die Seiten des Halsschildes 
sind viel schwächer gebogen als bei N, maculipennis, beinah 
gradlinig", ^o dass dasselbe auffallend trapezförmig ist. Die 
eingestochenen Punkte desselben sind etwas gröber als bei 
IS', niger und etwas feiner als bei der folgenden Art und ste- 
hen ziemlich weitläuftig. Die Flügeldecken kommen im Um- 
riss mit maculipennis überein, allein die schräge Kante, welche 
den flachen Mitteltheil von dem abschüssigen Seitentheil trennt, 
ist sogar noch etwas stärker entwickelt als bei N. niger, sonst 
ist die Sculptur ganz Mie bei dieser Art. Die Unterseite des 
Körpers ist punctirt, etwas lunzelig und spärlich behaart. 
Auch die Oberseite der Flügeldecken zeigt kleine Härchen, 
die aus den eingestochenen Punkten entspringen. Fühler und 
Beine sind kohlschwarz. Die Mittelbrust hat vorn keinen 
merklichen Vorsprung. 

66. Nyctopetus rubripes Ph. 

N. ovatus, niger; prothorace valde transverso, antice 
multo angustiore, dense punctato: elytris castaneis, prothorace 
multo latioribus, margine laterali armatis, punctatis, versus 
suturam substriatis, medio carinatis; femoribus et basi tibia- 
rum rubris. Longit. 5 lin.; latit. prothoracis 2 lin., elytrorum 
3 lin. 

Habit, in subandinis et andinis prov. Santiago. 

Der Kopf ist kohlschwarz, dicht und fein punctirt, ebenso 
das Halsschild, doch ist dasselbe ziemlich glänzend. Es ist 
fast zweimal so breit wie lang, vorn schmal mit ziemlich 

22 



330 

vorspringenden Winkeln, an den Seiten gebogen, so dass die 
hintern Winkel beinahe rechte sind. Die Flügeldecken .sind 
weit breiter als das Halsschild, eiförmig, mit gebogenen Sei- 
tenrändern; sie zeigen denselben Kiel, wie N. niger und car- 
bonarius, und sind ebenso punctirt, aber in dem Raum zwi- 
schen Kiel und Naht stehen die Punkte in ziemlich regel- 
mässigen Reihen und manchmal auch so an den Seiten, na- 
mentlich hinten; ihre Farbe ist kastanienbraun und sie sind 
ebenfalls mit weissen Härclien besetzt. Die Unterseite des 
Körpers ist sehr fein punctirt. Die Schenkel und Schienen, 
bisweilen auch die Tarsen find auffallend braunroth, in andern 
Fällen ist das Knie, die untere Hälfte der Schienen und der 
Tarsus schwärzlich. Fühler und Palpen sind schwarz. Die 
Mittelbrust hat vorn einen deutlichen, senkrechten, wenn auch 
nicht grossen Vorsprung. Die Gestalt des Körpers, nament- 
lich das kurze, vorn verschmälerte Halsschild und die breiten, 
eiförmigen Flügeldecken sind wie bei N. maculipennis und N. 
carbonarius; ersterer unterscheidet sich aber leicht durch seine 
starke Behaarung und den kaum angedeuteten Kiel der Flü- 
geldecken, letzterer durch grade Seiten des Halsschildes, 
weitläufige Punctirung desselben, schwarze Beine; N. tene- 
brioides, der auch rothe Beine hat, ist durch die Körpergestalt 
sehr abweichend. 

67. Nyctopetus carinatus Pli. 

N. ovatus, ater, convexus; capite prothoraceque lenuiter 
punctatis, nitidis; eljtris exquisite carinatis, in utroque latere 
concavo-declivibus, haud punctatis, rugoso-foveolatis, foveolis 
albo-pubescentibus. Longit. 6 lin.; latit. S'/j ün- 

Habitat in andibus prov. Colchagua. 

Von der Seite gesehen erscheint der Körper stärker ge- 
wölbt als bei den andern Arten und nach vorn und hinten 
gleichmässig abschüssig. Der Kopf ist fein — aber gleich- 
massig und dicht punctirt, und dieselbe Punctirung findet sich 
auf dem Halsschild, ohne dem Glanz desselben Eintrag zu 
thun. Dasselbe ist schmaler als die Flügeldecken, vorn schma- 
ler als hinten, an den Seiten massig gebogen, aber die Winkel 
am Grunde sind nicht auflfallend spitz, indem der Seitenrand, 
bevor er den Hinterrand erreicht, sich einbiegt und beinahe 
der Mittellinie parallel verläuft; die Oberfiäche ist ohne be- 
merkliche Eindrücke. Der Umriss der Flügeldecken ist breit 
eiförmig und ihre Seitenränder sind stark gekrümmt; ihre 
Sculptur ist sehr ausgezeichnet. Die Längskante in der Mitte 
ist stärker ausgeprägt als bei allen andern Arten und der 
abschüssige Theil der Flügeldecken — wenn man den Käfer 
von vorn oder hinten betrachtet — auffallend concav; dicht 



331 

über dem Seitenrand ist eine zweite scharfe Rippe oder Kante, 
aber es sind keine vertieften Punkte, keine Längsrippen vor- 
handen und statt deren flache Grübchen, in denen weissliche 
Härchen stehen. Der umgeschh\gene Theil ist quer gerunzelt. 
Die Unterseite des Leibes ist ziemlich grob punctirt und zeigt 
zwischen den Punkten schwache Runzeln. Der vordere Vor- 
sprung der Mittelbrust ist sehr auffallend und nach vorn ver- 
längert. Fühler und Beine sind tief schwarz. 

68. Nyctopetus nitidus Ph. 

N. ovato-oblongus, niger, sat nitidus; punctis prothoracis 
sparsis, parum conspieuis; angulis basalibus ejus peracutis; 
eljtris modice convexis, punctatis et rugulosis, utroque bico- 
stato; cosiis acutis, una in medio elytro, altera ante margi- 
nem lateralem. Longit. 5'/4 lin. ; latit. 3 lin. 

Occurrit in andibus prov. Colchaguae. 

Der Kopf ist ziemlich stark punctirt, besonders vorn, 
und zeigt jederseits ein Längsgrübchen. Das Halsschild ist 
vorn bedeutend schmaler als hinten, die Seitenränder sind 
wenig gekrümmt, vor dem hintern Winkel schwach concav, 
an der Basis doppelt gebuchtet, so dass die beiden hintern 
Winkel sehr spitz werden. Die Flügeldecken sind etwas 
breiter als das Halsschild, massig gewölbt und zeigen zwei 
scharfe Rippen, eine, die dem Kiel der andern Arten entspricht 
und eine zweite dicht neben dem Seitenrand, Ausserdem ist 
noch eine flache Längsrippe zwischen diesen beiden, so wie 
zwischen der ersten und der Naht sichtbar. Vertiefte Punkte, 
die oft zu Grübchen ^\ erden und aus denen je ein weisses 
Härchen entspringt, und flache Querrunzeln zwischen densel- 
ben vervollständigen die Seulptur. Der untere Theil der 
Flügeldecken zeigt entfernte Querrunzeln und lange Grübchen 
dazwischen. Die Unterseite des Körpers ist punctirt. Der 
vordere Vorsprung der Mittelbrust tritt sehr -wenig hervor, 
wenn man überhaupt einen solchen annehmen Avill. Die Schen- 
kel sind kastanienbraun; Schienen und Füsse dunkel roth- 
braun. 

69. Geoborus pilosus Ph. 

G. ater, pilosulus; prothoracc bicostato, lateribus longe 
hirsuto et ciliato; elytiis rugoso-punctatis, haud costatis, mar- 
gine laterali valde explanatis. Longit. 6^^ hn.; latit. prothor. 
3 lin., elytrorum 3% ü"« 

Habit, in prov. Copiapo in floribus. 

Der Kopf ist grob und weitläuftig punctirt und mit gelb- 
lichen Härchen bekleidet; die Oberlippe beinahe borstig. Das 
Halsschild ist zweimal so breit wie lang, vorn tief ausge- 

22* 



332 

schnitten, mit sehr stark vorspringenden Seitenlappen, an den 
Seiten erst fast rechtwinklig nach aussen gerichtet, dann aber 
parallel; die hintern Winkel sind spitz. Die Oberfläche ist 
grob punctirt und in der Mitte verlaufen zwei breite, 
abgerundete Längsrippen , die vor dem Vorder- und Hinter- 
rand allmälig aufhören. Der Vorderrand ist dicht mit gold- 
gelben Härchen gewimpert, die Seiten und namentlich die 
Seitenränder mit längeren, weichen, gelblichen Härclien dicht 
besetzt. Das Schildchen ist an der Spitze sehr glänzend und 
daselbst glatt, nicht punctirt. Die Flügeldecken sind wenig 
breiter als das Halsschild, ziemlich flach, hinten ziemlich spitz 
zulaufend, mit gekrümmten Seitenrändern, die sehr auflfallend, 
fast lamellenartig verbreitert sind, namentlich im vorderen 
Drittiieil; eine erhabene, sehr auffallende Längsfalte auf der 
Schulter hört bald auf. Sonst ist die Oberfläche grob und 
runzelig punctirt, ohne Rippen, aber mit einer Art breiter 
Furchen, die schräg von der Schulter nach der Endspitze ver- 
laufen und durch regelmässigere Stellung der Punkte und 
feine Härchen entstehen; am vorliegenden Exemplar sind 
mehrere derselben mit gelbem Blüthenstaub dicht bedeckt, so 
dass die Flügeldecken dadurch gelb liniirt erscheinen. Die 
Unterseite ist fein punctirt und dicht mit ziemlich langen, 
feinen Härchen bekleidet. Ebenso tragen die schwarzen Beine 
lange, feine Härchen, Der nach hinten gerichtete Vorsprung 
der Vorder brüst ist länger und spitzer als bei G. costatus. 

70. Psectrascelis? rugicollis Ph. 

Ps. nigra, opaca; capite rugoso-punctato, profunde trans- 
versim sulcato; prothorace parum transverso, postice et antice 
aeque lato, dorso longilrorsum multirugoso, marginibus late- 
ralibus supra reflexis; ehtris punctatis, glabriusculis, utroque 
lineis duabus elevatis sculpto; antennis gracilibus; pedibus 
utrinque aeque hirsutis. Longit. SYj lin.; latit. prothoracis 3 
lin., elytrorum A}/., lin. 

Habit, in andibus prov. Santiago. 

Der Kopf zeigt eine tiefe Querfurche, welche den clypeus 
begränzt und ist sehr grob punctirt; die Zwischeniäume zwi- 
schen den Punkten stehen runzelig hervor. Der Prothorax 
ist anderthalb mal so breit wie lang, hinten nicht breiter als 
vorn; die Seitenränder sind schwach gebogen, etwas in die 
Höhe geschlagen. Die Sculptur besteht aus zahlreichen Run- 
zeln, von denen eine genau in der Mittellinie verläuft; zu bei- 
den Seiten verlaufen die Runzeln schräg von vorn nach innen 
und hinten, dann folgen parallele Runzeln und gegen die Rän- 
der hin laufen feine Runzeln schräg nach aussen und hinten. 
Ausserdem bemerkt man eingestochene Punkte. Die Flügel- 



333 

decken sind von derselben Gestalt wie bei den übrigen Arten, 
vorn so breit wie das Halsschild, aber bald so erweitert, dass 
sie zusammen eine eiförmige Gestalt haben; sie sind fein 
punctirt und die beiden Rippen einer jeden so schmal, dass 
man sie füglicii blos erhabene Linien nennen darf. Der Kör- 
per ist auf der untern Seite punclirt und flaumhaarig. Die 
Fühler sind dünner als bei den andern Arten und auch das 
letzte Palpenglied ist dünner. Soll man also diesen Käfer 
zu Cerostena bringen? Dies Genus unterscheidet sich nach 
Solier bei Gaj durch vier Kennzeichen von Psectrascelis : 
1) durch dünnere Fühler, 2) durch grössere Dünne des letz- 
ten Gliedes der Maxillartaster, 3) durch behaarten Körper, 
4) dadurch, dass der Körper an der Basis der Flügeldecken 
nicht eingezogen ist. Die drei ersten Kennzeichen treffen zu, 
letzteres nicht. 

71. Callyntra laticollis Ph, 

C. nigra, ovata, inflata; capite rugoso; prothorace antice 
valde dilatato, rugis validis flexuosis et plicis duabus majo- 
ribus sculpto; eljtris thoracem latitudine aequantibus, costis 
longitudinalibus tribus, secunda majore, nodulosa, suturae ma- 
gis quam margini approximata, tertia interrupta; carina mar- 
ginali nodulosa usque ad apicem continuata; margine suturali 
valde elevato; antennis pedibusque rufis. Longit. 9% ^i^o 
latit. 5% lin. 

Ex andibus prov. centralium. 

Das Halsschild hat eine sehr auffallende Gestalt. Es ver- 
breitert sich nämlich vorn jederseits stärker nach aussen als 
bei allen andern Arten und bildet gleichsam einen eckigen 
Lappen und zieht sich dann auch nach hinten stärker zusam- 
men. Die Sculptur ist dieselbe wie bei C. major Phil. Germ., 
d. h. das Halsschild ist mit einer Menge feiner, stark erha- 
bener, gewundener Runzeln bedeckt und hat ausserdem zwei 
grosse Längsfalten in der hintern Hälfte. Auf die Flügel- 
decken passt dagegen genau die Beschreibung der entspre- 
chenden Theile von C. multicostata Guer. Die Naht hat einen 
wulstig erhabenen, glatten Rand und diese Erhabenheit zieht 
an der Basis der Flügeldecken bis zur zweiten Rippe. Diese 
ist die stärkste von allen, abgerundet, aber wellenförmig und 
erreicht die Spitze nicht; sie liegt der Naht näher als dem 
Aussenrand. Die erste Rippe reicht nicht so weit nach hin- 
ten, ist schmaler, stark wellenförmig; die dritte reicht nach 
hinten so weit wie die zweite und ist stark gewellt, ja in 
der Mitte gewöhnlich unterbrochen; die Randkante ist eben- 
falls Avellenförmig, aber scharf. Die umgeschlagenen Seiten- 
theile sind besonders nach hinten runzelig. Die Vorderbrust 



334 

ist in der Mitte der Länge nach, an den Seilen der Quere 
nach gefaltet. Fühler und Beine sind braunroth; die Schenkel 
sind nach hinten dicht mit schrägen, gelben Haaren, fast wie 
eine Bürste bekleidet. 

72. Callyntra carbonaria Ph. 

O. ovata, nigra, nitidiuscula; capite rugoso; prothoracis 
transversi margine laterali antice utrinque dilatato, postice 
convergente, dorso rugis confusis flexuosis plicisque duabus 
majoribus longitudinalibus, basi junctis notato; elytris ovatis, 
longitudinaliter satis convexis, rugis et punctis grossis im- 
pressis, carina laterali, costa carinae parallela, valde elevata, 
postice abrupta, costaque alia antice et postice obsoleta in 
interstitio notatis; sutura haud elevata; pedibus, ore, anten- 
nisque piceis. — Longit. 8 lin.; latit. protlior. 2% lin., elytror. 
4y2 liü. 

Habit, in andibus prov. centralium. 

Der Kopf zeigt vorn eingestochene Punkte, hinten Run- 
zeln. Das Halsschild ist etwa anderthalb mal so breit wie 
lang, vorn jederseits wie bei den verwandten Arten in eine 
Art Lappen verbreitert, allein hinten sind die Seitenränder 
nicht parallel, sondern convergirend, und nur gegen den Hin- 
terrand selbst wieder etwas aiisgebogen. Die Sculptur ist 
fast genau wie bei C. major Ph. Germ.; wir finden dieselben 
beiden grossen Längsfalten, die hinten verbunden sind, sie 
sind aber grade und reichen weiter nach vorn, und eine Menge 
unordentlicher Runzeln, die jedoch weniger in die Quere ver- 
laufen und eine ziemlich auffallende, hinten abgekürzte Furche 
in der Mittellinie lassen. Die Flügeldecken sind eiförmig, 
bedeutend breiter als das Halsschild , von vorn nach hinten 
stark gewölbt, mit schwachen Querrunzeln und eingestochenen 
groben Punkten; sie haben ebenfalls einen gekerbten Kiel am 
Rande, der die Spitze der Flügeldecken nicht erreicht und 
eine demselben parallele Rippe, allein diese Rippe wird nach 
hinten dicker und höher und hört dann plötzlich auf. Im 
Zwischenraum zwischen beiden läuft eine zweite, niedrigere 
Rippe, die das vordere Drittheil nicht erreicht und auch hin- 
ten schon vor der Naht aufhört. (Bei einem Exemplar im 
Besitz von Herrn F. Paulsen ist diese zweite Rippe wenig 
deutlich und findet sich dagegen die Andeutung einer Rippe 
zwischen der ersten und der Naht.)- Die Naht ist nur am 
Grunde etwas erhaben und keinesweges mit der Rippe ver- 
bunden. Der umgeschlagene Theil der Flügeldecken ist schwach 
gerunzelt und grob j)unctirt. Die Seiten der Vorderbrust sind 
beinahe glatt und nur das Sternum gerunzelt. Der Unterleib 
ist ebenfalls fast ganz glatt, an der Basis der Ringe mit 



335 

schwachen Längsfurchen versehen, der letzte Ring punctirt. 
Die Beine sind pechschwarz, die Tarsen heller, röthlich. — 
Von C. rugosa Sol. durch die nicht erhöhte, nicht mit der 
Rippe verbundene Naht etc., von C. unicosta Sol. durch die 
nicht erhöhte Naht, die beiden an der Basis verbundenen 
Falten des Prothorax, von C. anthracina Ph. Germ, durch 
ziemlichen Glanz, grössere Breite, durch Vorhandensein einer 
zweiten Rippe und die Beschaffenheit der stärkeren Rippe 
verschieden. 

73, C. nitida Ph. 

C. atra, nitida; capite laeviusculo; prothorace piano, imo 
postice concavo, basi latiore, bisinuato, marginibus lateralibus 
vix arcuatis; dorso rugis basi parallelis, ad latera rugis trans- 
versalibus tecto; eljtris oblongo-ovatis, planiusculis , postice 
valde declivibus, utroque costis duabus rotundatis, laevibus, 
rugisque transversalibus interstitiorum cancellatis; tibiis tar- 
sisque rufis. — Longit. lO'/jlin.; latit. proth. 3y4 lin., elytror. 
5 lin. 

In andibus prov. Santiago (cordillera de las Condes). 

Der Kopf ist ziemlich glatt, eine schwache halbmond- 
förmige Einsenkung parallel dem Vorderrand des Halsschildes 
ist jederseits punctirt. Das Halsschild ist hinten breiter als 
vorn, doppelt gebuchtet; die Seitenränder im hintern Theil 
parallel, dann nach innen gebogen, etwas länger als das Hals- 
schild vorn breit ist, verdickt, umgeschlagen; die Oberfläche 
ist hinten etwas vertieft und zeigt in der Vertiefung zwei 
Längsgrübchen, die durch eine schmale Erhöhung getrennt 
sind. Der ganze hintere Theil zeigt ausserdem viel feine, 
grade Längsrunzeln, während die Seiten Querrunzeln zeigen. 
Die Flügeldecken sind länglich eiförmig, von der einen Seite 
zur andern nur schwach gewölbt, der Länge nach aber stark 
gewölbt und namentlich liinten stark abschüssig. Eine jede 
zeigt zwei breite, glatte, gerundete Längsrippen, die vor der 
Spitze allmälig aufhören; die Naht zeigt einen breiten, kaum 
erhabenen Saum; die Zwischenräume sind gleich breit und 
durch regelmässige Querrunzeln gegittert. Der umgesciilagene 
Theil der Flügeldecken zeigt flache Querrunzeln und eine 
breite flache Längsrippe. Die Seiten der Vorderbrust zeigen 
ganz glatte, feine Längsfalten; der Unterleib ist stark glän- 
zend, fast ganz glatt, mit schwachen Andeutungen von Run- 
zeln; der letzte Ring ist punctirt. Das Prosternum ist stumpf 
gekielt mit zwei schwachen Längsfurchen zwischen den Vor- 
derhüften. Fühler, Mundtheile und Beine sind roth. 



74. Gonogenius brevis Ph. 

G. fusco-nigei" capite grosse et rugoso-punctato, inter 
antennas transversim suleato; prothorace punetato, parum 
transverso, postice augu&tiore, lateribus modice arcuatis, pa- 
rum reflexis, anguste marginatis, angulis anlicis obtusiusculis, 
posticis minutis dentiformibus; el^'tris brevibus, late ovatis, 
punctato-siilcatis; interstitiis punctulalis et rugulosis, mcdianis 
planis, lateralibus elevatis, carinatis; pedibus praesertim tarsis 
perbrevibus. Longit. 6 lin.; latit. prothor. 2'/3, elytror. 3 lin. 

Patria. Provinciae boreales aut desertum Atacama. 

Der Kopf ist sehr grob und so dicht punetirt, dass die 
Zwischenräume schmale Runzeln bilden. Die eingestochenen 
Punkte des Halsschildes sind ebenso gross, stehen aber weit- 
läufiger. Dasselbe ist höchstens 1 y. mal so breit wie lang, 
an den Seiten nur wenig gebogen und erreicht seine grösste 
Breite im ersten Drittheil der Länge; hinten ist es schmaler 
als vorn- der Seitenrand ist schmal und die vordem Winkel 
sind stumpflich. Die Flügeldecken sind im Verhältniss kürzer 
und breiter als bei den andern chilenischen Arten und ihre 
Sculptur ist ähnlich wie bei G. vulgaris und brevipes. Die 
eingestochenen Punkte der Furchen sind kleiner als die des 
Halsschildes; es verlaufen zwischen ihnen Querrunzeln und 
ausserdem ist die ganze Oberfläche mit feinen eingestochenen 
Pünktchen bedeckt. Die Zwischenräume in der Mitte sind 
ganz flach, die der Seiten kielartig erhaben. Die Beine sind 
kürzer als bei beiden genannten Arten und dabei dicker, was 
ihnen ein sehr plumpes Ansehen giebt, namentlich sind die 
Tarsen kaum halb so lang wie ihre Schienen. Die Seiten 
der Vorderbrust sind grob punetirt; der ziemlich rothe Hin- 
terleib ist punetirt und gerunzelt. 

75. Gonogenius laeviusculus Ph. 

G. niger, nitidulus; capite rugoso-punctato et inter oculos 
transversim sulcato; ])rothorace punetato, fere aeque longo ac 
lato, postice angustiore, lateribus modice arcuato, marginibus 
angustis, parum reflexis; angulis anticis peracutis, posticis mi- 
nutis, dentiformibus; elytris oblongis, punctato-sulcatis, inter- 
stitiis punctulatis, lateralibus elevatis, subcarinatis. Longit. 
72/3 lin., latit. prothorac. 2y2, elyfror. S'/j lin. 

Patria? (ut in priore). 

Der Kopf ist etwas breiter und kürzer als bei G. vulgaris, 
grob punetirt, mit runzelartigen Zwischenräumen und der ge- 
w'öhnlichen Querfurche. Das Halsschild ist beinahe wie bei 
Scotobius atacamensis Pli. Germ., Gonogenius brevipes und 
G. brevis gestaltet, d. h, nicht in die Quere verbreitert wie 



337 

bei G. vulgaris, es hat seine giösste Breite im vordem Drit- 
tlieil seiner Länge und seine massig gekrümmten Seitenländer 
sind nur schmal und horizontal; die Oberfläche ist grob j)unc- 
tirt. Die Flügeldecken sind länglich eiförmig, oben flach, 
seicfit gefurcht, in den Furchen fein punctirt und noch feinere 
Pünktchen bedecken ihre ganze Oberfläche; die Zvi^ischen- 
räume sind wie gewöhnlich in der Mitte eben, die der Seiten 
aber kielartig erhaben. Die Beine sind kurz und plump, die 
Tarsen zwei Drittel so lang wie ihre Schienen. Die Brust- 
seiten sind sehr grob punctirt, der Unterleib zeigt Längsrun- 
zeln und feinere Punkte als die Brust. 

76. Scotobius crenicollis Ph. 

Sc. ater, capite rugoso-punctato, vix inter oculos trans- 
verse sulcato; prothorace rugoso-punctato, suborbiculari, an- 
gulis anticis obtusis, posticis subnullis, margine tenui, eroso- 
crenulato; eljiris ovatis, sulcato-punctatis, interstitiis puncti- 
culatis, lateralibus carinatis et sicut medianorum pars posterior 
tubercula elongata, postice acuta gerentibus. Longit. S'/g lin., 
latit. prothor. 2y3, elytror. 4 lin. 

Patria. Prov. Copiapö. ? 

Der Kopf ist von der Gestalt des Sc. rugulosus Guer. 
oder asperatus Sol. bei Gay, noch etwas runzeliger als bei 
diesen. Noch runzeliger und beinahe gekörnt zu nennen ist 
das Halsscbild , welches durch seine beinah kreisförmige Ge- 
stalt und die schmalen unregelmässig gezähnelten Seitenränder 
diese Art sehr auszeichnet. Gestalt und Sculptur der Flügel- 
decken, sowie die Beine sind wie bei Sc. asperatus Sol. Ich 
kenne nur ein Exemplar in der Sammlung des Herrn F. 
Paulsen. 

77. Praocis*) nitidicollis Ph. 

Pr. nigra, subparallela, depressa; prothoracis träne versi 
antice angustati lateribus armatis, postice vix parallelis, di- 
latatis, late margin atis et ciliatis, dorso convexiusculo, 
nitidissimo, sparsim punctulato; elytris foveolato-punctatis, 
tricostatis (interdum quinque-costatis); abdomine granulato. 
Longit. 6 lin., latit. 2% lin. 

Patria. Andes prov. centralium? 

Der Clypeus ist dicht, grob und runzelig punctirt, durch 
eine tiefe Furche vom eigentlichen Kopf geschieden, welcher 
entfernte, grobe Punkte zeigt. Das Halsschild ist fast zwei- 



*) Heisst es Praocis oder Proacis? Ich finde beide Schreibarten. 

Wie schrieb Eschseholtz und welches ist die Etymologie des Namens? 

Anm. der Red. Praocis, 7r(>ao?, Mg. ':iUüa')*iiv^ty 



338 

mal so lang wie breit, vorn bedeutend schmäler als hinten; 
die Seitenränder sind in Gestalt eines flachen Kreisbogens 
gekrümmt, der Hinterrand aufifallend dreilappig. Die Ober- 
fläche ist glatt und sehr glänzend, obgleich sie grobe, einge- 
stochene Punkte besitzt, die aber auf dem Rücken eehr weit- 
läufig und nur an den Seiten massig dicht stehen. Die Seiten 
sind sehr breit gerandet. Die Flügeldecken sind noch ein 
klein wenig breiter als das Hals&child, von gewöhnlicher Ge- 
stalt und von der Sculptur, die bei Praocis so häutig ist; sie 
haben nämlich in der äussern Hälfte drei mehr oder weniger 
scharfe Rippen, und grobe, Grübchen ähnliche, eingestochene 
Punkte, deren Zwischenräume Runzeln bilden. Bisweilen kann 
man in den Zwischenräumen, besonders im hintern abschüs- 
sigen Theil der Flügeldecken noch eine erhabene Längslinie 
unterscheiden und dann fünf Rippen annehmen. Je nachdem 
die erste Rippe stark erhaben i^t oder nicht, erscheint die Mitte 
des Rückens flach oder schwach gewölbt. Der umgeschlagene 
Theil der Flügeidecken ist runzelig und grob punctirt. Die 
Unterseite des Leibes ist mit Körnchen und einzelnen einge- 
stochenen Punkten geziert. Die Schienen sind sehr stachelig 
und die der Vorderbeine zeigen nach aussen einen dicht ge- 
wimperten Zahn. Diese Art will nicht recht in die von So- 
lier gebildeten Abtheilungen passen, am meisten kommt sie 
mit Anthrasomus überein, allein der Zahn der tibia ist sehr 
deutlich. 

78. Praocis laevicollis Ph. 

Pr. nigra, oblonga, parallela, depressa; prothorace laevi- 
gato, sparsim punctato, antice haud angustato, lateribus sub- 
parallelis, marginatis, reflexis; elytris tricostatis, foveolatis, 
valde rugosis; lateribus reflexis eorum grosse punctatis, vix 
rugosis. Longit. 7 lin., latit. 4 lin. 

Patria: Prov. centrales. 

Die halbmondförmige Furche, welche den Cljpeus be- 
gränzt, ist sehr tief, der Kopf grob punctirt. Das Halsscbild 
ist glatt, glänzend, mit wenigen eingestochenen groben Punk- 
ten auf dem Rücken, aber an den Seiten dichter punctirt als 
bei Pr. nitidicollis; die Gestalt ist sehr verschieden, ganz wie 
bei Orthogonoderus, nämlich die Seitenränder in zwei Drit- 
theile ihrer Länge parallel, ja kurz vor dem hintern Winkel 
schwach au.«gebuchtet; ihr Rand ist gesäumt, umgeschlagen 
und von einer nacii hinten ziemlich breiten Furche eingefasst. 
Die Flügeldecken sind so breit wie das Halsschild, zeigen die 
gewöhnliclien drei Rippen, die mehr oder weniger erhaben 
sind, die Punkte sind aber zu Grübchen geworden und die 
Zwischenräume derselben bilden grobe Runzeln. Der umge- 



339 

schlagene Theil derselben zeigt eehr grobe vertiefte Punkte, 
aber kaum Kunzein. Der Unterleib ist glatt, mit einzelnen 
eingestochenen Punkten, die auf dem letzten Segment dichter 
stehen. Die Schienen sind ziemlich rauh und die vorderen 
nach aussen in einen massigen Zahn verlängert. 

79. Praocis pubens (Anthrasomus) Ph. 

Pr. nigro-fusca, parallela, supra rufeolo-hirta; tergo pro- 
thoracis punctato, medioobtusecarinato, basi vix sinuato, 
lateribus armato, dilatato; elytris punctatis, subtricostatis; 
tibiis anticis extus apice in deutem productis, Longit. 6 lin., 
latit. 3% lin. 

Habitat in andibus prov. Colchagua. 

Die Farbe des ganzen Thieres ist schwarzbraun. Der 
Kopf ist grob und runzelig punctirt, mit sehr deutlicher Quer- 
furche; das Halsschild ist fast zweimal so breit wie lang, 
massig gewölbt, mit einem stumpfen, aber deutlichen, fast 
ganz glatten Kiel in der Mitte, sonst massig dicht punctirt; 
der hintere Rand wäre fast ganz gradlinig zu nennen, wenn 
nicht die Winkel zu beiden Seiten etwas nach hinten vor- 
springen; die Seiten sind gekrümmt, so dass das Halsschild 
hinten schwach eingezogen ist, und dabei haben sie einen 
horizontalen, ziemlich breiten Rand. Die Flügeldecken sind 
von der Breite des Halsschildes, ebenso punctirt und zeigen 
jede drei ziemlich deutliche Rip))en, welche jedoch nicht, wie 
bei den beiden vorigen Arten in der äusseren Hälfte stehen, 
sondern gleiche Abstände unter sich wie mit der Naht zeigen, 
weshalb auch die Wölbung der Flügeldecken eine gleich- 
massige ist. Der umgeschlagene Theil derselben ist punctirt 
und etwas runzelig. Die Unterseite des Hinterleibes ist ziem- 
lich glatt; die einzelnen Segmente sind am Grunde etwas ge- 
runzelt, gegen den Hinterrand hin punctirt und gewimpert 
und an den Seiten gekörnt. In Grösse, Behaarung u. s. w. 
ist diese Art offenbar der Pr. hirtuosa Sol. sehr nahe ver- 
wandt, allein diese soll auf dem Kopf fein punctirt sein, das 
Halsschild soll am Grunde merklich dreilappig sein, von 
einem Kiel desselben ist nicht die Rede, die Flügeldecken 
sollen hinten keine Punkte zeigen und der Hinterleib fein ge- 
runzelt und gekörnt sein. 

80. Praocis consobrina Ph. (Anthrasomus?) 

Pr. nigra, ovata, subparallela; prothorace laeviusculo, 
grosse punctato, centro laevi, ad basin utrinque foveolato, 
antice parum angustato, postice subparallelo, margine reflexo. 



340 

angusto; elj^tiis tricostatis, fbveolatis, lugosis; abdoniine niti- 
dissimo, laevissimo. Longit. 6 lin., lafit. 4 lin. 

Patiia: prov. Centialef. 

Der Kopf i&t sehr grob punctirt, mit sehr tiefer Quer- 
furche. Das Halsfchild ist fast zweimal so breit wie lang, 
vorn bedeutend schmaler als liinten; seine Seiten sind beinah 
in Gestalt eines Kreisbogens gekrümmt, doch hinten vor der 
Basis schwacli gebuchtet, gerandet und der Rand durch eine 
Furche abgesetzt, die Aveit schmaler als bei Pr. nitidicollis 
ist; die Basis ist ebenso stark geschweift, beinahe dreilappig; 
die Oberfläche massig gewölbt, sehr grob punctirt, in der 
Mitte glatter, zum Theil ohne Punkte; an allen 5 Exemplaren, 
die ich vor mir habe, ist jederseits nahe der Basis der Mitte 
der Flügeldecke gegenüber ein Grübchen, von dem ich bei 
Ph. nitidicollis keine Spur finde. Die vertieften Punkte der 
Flügeldecken sind so grob, dass man sie beinahe Grübchen 
nennen kann und die erhabenen Zwischenräume zwischen den- 
selben bilden mehr oder weniger auffallende Runzeln; die 
Rippen sind schwächer oder stärker erhaben. Der umge- 
schlagene Theil der Flügeldecken ist stark und grob punctirt, 
aber der Unterleib sehr glänzend und glatt: die Segmente 
sind nur am hintern Rande und an den Seiten punctirt, das 
letzte, wie gewöhnlich, dichter punctirt. — Auf den ersten 
Blick mit Pr. nitidicollis /u verwechseln, welche dieselbe Ge- 
stalt des Halsschildes hat, aber leicht durch die kurze Gestalt, 
die gröbere Punctirung des Halsschildes, den schmalen Rand 
desselben und den glatten, glänzenden Hinterleib zu unter- 
scheiden. 

81. Praocis rotundicollis Ph. (Anthrasomus?) 

Pr. nigra, subovata, subparallela; prothoracis convexi, 
laevis, grosse et sparsim punctati lateribus arcuatis, po&tice 
vix parallelis, angulis basalibus obtusissimis; eljtris 
ruguloso-punctatis, subtricostatis. Longit. 5 lin.; latit. '3 lin.) 

Patria: andes prov. centralium. 

Ich besitze nur ein Exemplar. Der Kopf ist grob punc- 
tirt, mit tiefer Querfurche. Das Halsschild ist ebenso grob 
punctirt, in der Mitte — wie gewöhnlich — ziemlich frei von 
Punkten, ziemlich gewölbt, fast zweimal so breit wie lang, 
vorn schmaler als hinten; die Basis ist sehr schwach gebuchtet, 
an den Seiten nicht nach hinten gerichtet und da die Seiten 
einen Kreisbogen bilden, so werden die Winkel auffallend 
stumpf und das Halsschild erscheint am Grunde etwas einge- 
zogen. An jeder Seite verläuft eine ziemlich breite und tiefe 
Furche, auch sieht man jederseits an der Basis ein Grübchen. 
Die Punkte der Flügeldecken sind weniger tief als bei der 



341 

vorigen Ait und durch vertiefte Linien verbunden, so dass 
die Runzelung etwas anders erscheint als bei den beiden vor- 
hin beschriebenen Arten. Die Rippen sind dieselben und die 
erste ist breiter und weniger deutlich als die andere, was 
zufällig sein mag. Der umgeschlagene Theil der Flügeldecken 
ist grob punclirt und runzelig; der Unterleib matt, durchweg 
aber nicht dicht punctirt, mit Ausnahme des letzten Segmen- 
tes, welches stark punctirt ist. 

82. Praocis bicostata Ph. 

Fr. nigra, ovata, postice paullo latior; prothorace aequa- 
liter punctulato, antice angustiore; lateribus armatis, dilatatis, 
ciliatis; basi trilobata, angulis posticis peracutis, productis; 
eljtris punctulatis, rugulosis; costis duabus abbrevialis in la- 
tere utroque; sulco marginal! antice duplici cinereo squamoso; 
tarsis antej-ioribus rufis. Long. S'/j lin., latit. S'/j liö. 

Ex itinere ad lllapel specimen unicum attulit orn. Landbeck. 

Der Körperumriss ist elliptisch -eiförmig und die grösste 
Breite hinten, etwa iu diei Viertheilen der Länge. Der Kopf 
ist an den Seiten massig fein punctirt und in der Mitte glatt; 
das durch eine tiefe Furche abgesetzte Epistom ist dichter 
und gröber punctirt. Das Halsschild ist gleichmässig, fein und 
ziemlich diclit punctirt. Die Flügeldecken sind wie Leder ge- 
runzelt, schwach und oberflächlich punctirt. Die mit hell- 
grauen Schüppchen besetzte Randfurche ist bis zu zwei Drittel 
der Länge doppelt, dann einfach. Auf jeder Seite stehen zwei 
Rip})en, die sicli im vordem Viertel der Länge verbinden und 
dann verschwinden, ebenso hören sie im hintern Viertel der 
Länge auf. Die beiden letzten Fühlerglieder sind röthlich; 
Vorder- und Mitteltarsen sind lothbraun; der Zahn am Ende 
der Vordeitarsen ist sehr deutlich. 

83. Praocis angustata Ph. 

Pr. nigra, ovata, postice angustata, et acutiuscula; pro- 
thorace aequaliter punctulato, antice angustiore, lateribus di- 
latatis arcuatis, postice subparallelis, ciliatis; basi trilobata; 
angulis posticis acutis, productis; elytris punctulatis, rugulosis; 
Costa in utroque latere abbreviata, interdum parum conspicua; 
sulco marginali griseo-squamoso. Longit. Sy^, latit. 3% lin. 

Ex ilinere lllapelino provenit. 

Die Form ist eiförmig, wie bei der vorigen Art, aber 
grade umgekehrt , indem das Halsschild der breiteste Theil 
des Körpers; auch laufen die Flügeldecken hinten ziemlich 
spitz zu. Auch liier ist der Kopf ziemlieh fein punctirt, in 
der Mitte fast glatt, eine tiefe Furche zwischen Stirn und 
Epistom und letzteres gröber und dichter punctirt. Das Hals- 



342 

Schild ist gleichmässig und fein punctirt; seine Seitenränder 
vorn sehr stark gekrümmt, hinten fast parallel, ja beinahe 
etwas convergirend. Die Flügeldecken sind ebenfalls nach 
Art von Leder gerunzelt, zeigen aber nur eine vorn und hin- 
ten abgekürzte Kante und eine einfache Randfurche; ihr um- 
geschlagener Theil ist sehr schwach punctirt. Die Tarsen 
sind kohlschwarz, der Zahn am Ende der Vordertarsen sehr 
deutlich, 

84. Praocis elliptica Ph. 

Fr. nigra, perfecte elliptica; capite punctulato; protho- 
race punctulato, antice angustiore; lateribus arcuatis, dilatatis, 
ciliatis; basi triloba; angulis posticis acutis, pvoductis; elytris 
subpunctatis, rugulosis; costis obsoletis; sulco marginali cinereo- 
squamoso. Long. 6 lin., latit. 4 lin. 

Ex itinere lllapelino attulit orn. Landbeck. 

Der Umriss des Körpers ist genau elliptisch und die 
grüsste Breite genau in der Mitte desselben. Der Kopf ist an 
den Seiten fein punctirt, in der Witte fast ohne Punkte; das 
durch eine tiefe Furche abgetrennte Epistom ist grob punc- 
tirt. Die Seitenländer des Halsschildes sind regelmässig ge- 
krümmt, etwas weniger verbreitert als bei der vorigen Art; 
die Oberfläche ist ebenfalls gleichmässig und fein punctirt. 
Die Flügeldecken haben bei vier Exemplaren keine Spur von 
Rippen, bei einem fünften ist eine schwache Andeutung von 
zwei abgekürzten Rippen; sie sind ebenfalls wie Leder ge- 
runzelt und schwach punctirt; ihr umgeschlagener Theil ist 
grob und weitläuftig punctirt. Die Spitze der Fühler ist röth- 
lich, die Tarsen kohlschwarz; der Zahn am Ende der Vor- 
dertarsen sehr deutlich. 

85. Praocis pubescens Ph. 

Pr. elliptica, valde convexa, nigra, valde ciliata ; protho- 
raee aequaliter punctulato, brevi, antice angustiore; lateribus 
armatis, dilatatis, reflexis; basi trilobata; angulis posticis pe- 
racutis, productis; eljtris rugulosis, punctato-granulatis, hir- 
tis. Longit 6 lin., latit. 4 lin. 

Pariter ex itinere ad Illapel provenit. 

Der Umriss ist regelmässig elliptisch. Die Stirn ist nur 
an den Seiten punctirt; das Epistom durch eine tiefe Furche 
abgesetzt, grob und dicht punctirt und ebenso ist die Ober- 
lippe. Das Halsschild ist kürzer als bei den vorhergehenden 
Arten, reichlich zweimal so breit wie lang, fein punctirt; 
seine Seitenränder sind regelmässig gekrümmt, stärker um- 
geschlagen als bei den drei vorhergehenden Arten, und nicht 
blos gewimpert, sondern auch oben mit röthlich gelben Haaren 



343 

besetzt. Die Flügeldecken sind stärker gewölbt, hinten fast 
senkrecht abfallend, unregelmässig und grob punctirt und der 
Vorderrand eines jeden Punktes erhaben, so dass die Ober- 
fläche fast gekörnelt erscheint; sie ist mit aufrecht ste- 
henden, rüthlich gelben Härchen dicht bekleidet 
und ihr umgeschlagener Theil sehr grob punctirt. Der Zahn 
aussen am Ende der Vorderschienen ist sehr deutlich. Tarsen 
schwarz. 

86. Praocis (Anthrasomus) hispidula Ph. 

Pr. nigra, subparallela, hirsuta; capite grosse pun- 
ctalo; prothorace convexo, punctulato, medio sublaevi; late- 
ribus valde armatis, parum dilatatis, hirtis et dense ciliatis; 
basi truncata, bifoveolata; eljtris medio subplanis, grosse 
punctatis, hispidulis, tricostatis; costis laeviusculis, prima cum 
tertia paullo ante apicem juncta, secunda paullo antea cum 
prima juncta, ventre nitido, punctulato laevi. Long. 
7 lin., latit. 4 lin. 

Prope Illapel inventa. 

Der ganze Körper, auch die Beine und namentlich die 
Schienen sind mit ziemlich langen, röthlich- gelben Härchen 
bedeckt, die auf der Mitte des Kopfes und Halsschildes, so 
wie auf den Flügeldecken senkrecht stehen. Der Kopf ist 
grob punctirt und das Epistom durch eine tiefe Furche ge- 
schieden. Die Basis des Halsschildes ist fast gerade abge- 
schnitten, die Ecken jedoch etwas nach hinten gezogen, aber 
wegen der starken Krümmung der Seiten dennoch rechtwink- 
lig. Vor dem Schildchen erscheint der Rand etwas aufge- 
worfen; in der Mitte zwischen Schildehen und Seitenrand steht 
jederseits hart am Basalrand ein ziemlich tiefes, ovales Grüb- 
chen. Die Flügeldecken sind grob und ziemlich weitläuftig 
punctirt, der vordere Rand der Puncte erhaben, ein Knötchen 
bildend. Die drei Rippen verlaufen bis nahe an die Spitze, 
wodurch sich diese Art sogleich von Pr. hirtuosa Sol. unter- 
scheidet. Die Zwischenräume zwischen denselben zeigen zwei 
Reihen eingestochener Punkte, deren Zwischeniaum, wenn 
man will, als eine schwächere Rippe betrachtet werden kann; 
der umgeschlagene Theil ist sehr grob punctirt. Der Unter- 
leib i.-'t feiner punctirt, aber doch merklicher als bei vielen 
andern Arten. Die Fühler sind dünn, die beiden letzten Glie- 
der wie bei so vielen Arten röthlich. Der Zahn am Ende 
der Vorderschienen ist sehr deutlich. 

87. Praocis (Anthrasomus) laticollis Ph. 

Pr. nigra, hirsuta; capite grosse punctato; prothorace 
convexo, elytris latiore, punctato, medio sublaevi, lateri- 



344 

bus valde areuatis, satis dilatatis, hirtis et dense ciliatis; basi 
truncata, bifoveolata; elytris postice angustatis, medio 
f'ubplanis, grosse punetatis, hispiduli??, tiicostatis; ventre om- 
nino dense granulato. Longit. 7 lin., latit. prothoraeis 
4 lin. 

Ex itinere ad Illapel attulit orn. Landbeck. 

Diese Art ist der vorigen ungemein ähnlich, unterscheidet 
sich aber durch folgende Merkmale sicher. Das Halsschild 
ist breiter als die Flügeldecken, an den Seiten etwas breiter 
gerandet; die Flügeldecken zeigen keine parallelen Seiten, 
sondern diese convergiren merklich nach hinten, so dass die 
Flügeldecken länger und schmaler als bei Pr. hispidula sind; 
der Bauch ist nicht glänzend, sondern matt, nicht fein punc- 
tirt, sondern dicht mit erhabenen Körnchen besetzt. Sollten 
diese Verschiedenheiten Geschlechtsverschiedenlieiten sein? 
Leider erinnert sich Herr Landbeck nicht, ob er beide For- 
men zusammen gefunden hat oder nicht. 

88. Praocis angulifera Ph. 

Pr. nigra, convexa, sublaevigata, utroque elytro costis ß 
ad 7 angiistis, subrugulo&is notato, secunda magis promi- 
nente, acutiuscula, parte laterali inde declivi; inter- 
stitiis sulcos latos, punctulatos simulantibus, antennis nigris; 
tarsis rufescentibus. Long. S'/g lin., latit. V-/\ lin. 

In litore inter Corral et ostium fluminis Riobueno invenit 
filius Carolus. 

Diese Art steht der Pr. costatula ungemein nahe, ist aber 
sogleich durch die stark vorspringende, eine scharfe Kante 
bildende Rippe der Flügeldecken zu unterscheiden, von wel- 
cher diese dachförmig nach aussen abfallen. 

89. Ny et er in US cos tu latus Ph. 

N. elongatus; prothorace fere aeque longo ac lato, 
postice haud angustato, lateribus aequaliter rotundatis; ely- 
trorum striis impressis, valde punetatis; interstitiis convexis. 
Longit. 7 lin.; latit. prothor. 2— ä'/i, elytrorum 2"^/,, lin. 

Habita t in provinciis centralibus. 

Kopf und Epistomum sind punctirt, letzteres schwächer. 
Das Halsschild ist selbst in der grössten Breite gemessen kaum 
breiter als lang; die Seiten in Gestalt eines Kreisbogens ge- 
rundet; der Hinterrand eben so breit, nicht schmäler als der 
Vorderrand; die Oberfläche sehr fein punctirt. Die Flügel- 
decken sind beinahe 2'/2 mal so lang wie das Halsschild, so 
schmal wie bei N. elongatus, mit vertieften, punctirten Strei- 
fen, wie bei der ermähnten Art, nur sind die eingestochenen 
Punkte ffröber und die Zwischenräume sind von der Basis an 



345 

deutlich gewölbt, niclit eben. Betrachtet man sie mit einer 
schärferen Linse, so erscheinen sie fein punctirt. Der Unter- 
leib ist gerunzelt und grob punctirt wie bei der genannten 
Art. Die Beine sind ebenso beschaffen, die Schenkel grob 
punctirt, die Hinterschienen etwas länger als das Halsschild 
breit ist. Ist dieser Käfer etwa N. Mannerheimi Sol. bei Gay? 
Die groben Punkte der Streifen auf den Flügeldecken, die 
gewölbten, fein punclirten Zwisclienräume, das fein punctirte 
Halsschild (N. elongatus hat ein ebenso punctirtes Halsschild, 
was Solier anzugeben vergessen hat) stimmen damit über- 
ein, allein das Halsschild hat keine rechten Winkel am 
Grunde, welche S. dem (mir unbekannten) N. Mannerheimi 
zuschreibt. 

90. Nycterinus laevigatus Ph. 

N. prothorace subquadrato, lateribus regulariter arcuato, 
basi parum angusliore, laevissimo; elytrorum thoracem vix 
2y4 aequantium striis punctulatis tenuissimis aut omnino ob- 
soletis, interstitiis planis, laevissimis; pedibus brevibus. Lon- 
git. 6 lin., latit. prothoracis 2'/4, elytror. 2^^ lin. 

Patria: prov. Aconcagua. 

Epi&tomum und Kopf sind fein punctirt; letzterer hat in 
der Mitte über der Querfurche ein flaches Grübchen, wo die 
Punkte grösser sind und gedrängter stehen. Das Halsschild 
ist fast so lang wie breit, hinten wenig sclimaler als vorn, 
die Seiten fast in Gestalt eines Kreisbogens gerundet; die 
Oberfläche zeigt keine Spur von eingestoclienen Pünktchen, 
die Flügeldecken ebenso wenig und selbst die eingestochenen 
Punkte der Reihen sind so fein, dass man Mühe hat, sie mit 
der Glaslinse zu erkennen, oder sie fehlen auch ganz; die 
Zwischenräume sind vollkommen eben. Die Beine sind kürzer 
als bei den andern Arten, die Hinterschienen kaum so lang 
wie die Länge des Halsschildes, wälnend sie bei N. substria- 
tus so lang wie die Breite des Halsschildes sind. Der Unter- 
leib ist gerunzelt und fein punctirt, die Schenkel grob punc- 
tirt, querrunzelig. 

91. Nycterinus gracilipes Ph. 

N. prothorace subquadrato, postice haud angustiore, pa- 
rum convexo, lateribus parum arcuato; elytrorum striis punc- 
ticulatis, parum impressis, interstitiis planatis, tenuissime 
punctulatis, laevibus; tibiis tarsisque gracilibus. Long. 
Sy^ lin., latit. prothoracis fere 2, elytror. 2% lin. 

Patria: Corral in prov. Valdivia. 

Kopf und Epistomum sind sehr fein punctirt. Das Hals- 
schild erscheint nur bei sehr scharfer Vergrösserung punctirt, 

23 



346 

ist viel weniger gewölbt als bei andern Arten und seine Sei- 
tenränder viel weniger gebogen, namentlich bei einzelnen 
Exemplaren (ist dies Geselilechtsverschiedenheif? last bei allen 
Arten finde ich Exemplare mit sciimalerem und andere mit 
breiterem Halsschild). Die Flügeldecken sind 1^/^ mal so 
lang wie das Halsscliild, haben deutliche Punktreihen und die 
Punkte sind so stark m ie bei N. elongatus, stellen aber nicht 
in einer vertieften Linie; die Zwischenräume sind eben und 
nur bei sehr scharfer Vergrösserung bemerkt man feine Pünkt- 
chen auf denselben.. Der Unterleib ist sehr fein gerunzelt und 
fein punctirt. Die Schenkel sind sehr glänzend, nur bei 
scharfer Vergrösserung punctij't, während sie bei N. 
substriatus und noch mehr bei N. laevigatus, N. elongatus und 
N. costulatus grob punctirt sind. Die Beine und namentlich 
die Tarsen sind weit dünner als bei andern Arten und die 
Hinterschienen so lang wie das Halsschild breit itt. Die Ge- 
stalt des Halsschildes und die dünnen Beine zeichnen diese 
Art sehr aus. 

92. Nycterinus augusticollis Ph. 

N. prothorace fere longiore quam lato, parum con- 
vexo, puncticulato, lateribus parum arcuato; elytris forliter 
punctato-striatis; interstitiis planis, sub lente l'ortiori puncticu- 
latis; antennis, palpis, pedibusque rufis. Longit. A.^/^ lin., 
latit. P/i lin. 

Patria: Provinciae centrales? 

"Wir besitzen nur ein Exemplar im Museum. Kopf und 
Epistom sind gleichmässig und massig fein punctirt. Das 
Halsschild ist länger als breit, erscheint schon unter der ge- 
wöhnlichen Lupe punclirt und hat sehr sclnvach gebogene 
Seitenränder, die kurz vor der Basis schwach gebuchtet sind, 
ohne jedoch einen rechten Winkel mit derselben zu bilden. 
Ich sehe in jedem hintern Winkel ein Grübchen mit einer 
schwachen, kurzen Querfurche, Mas individuell sein mag. 
Die Flügeldecken sind kaum 2% mal so lang wie das Hals- 
schild; die Punkte in den Streifen derselben sind verhältniss- 
niässig stark, fast wie bei N. costulatus Ph., aber sie stehen 
entfernter, die Zwischenräume sind nicht gewölbt und sogar 
hinten im abschüssigen Theil, wo die Zwischenräume bei allen 
Arten etwas gewölbt erscheinen, sind es bei dieser nur die 
äusseren. Der Unterleib itt stark und dicht punctirt und ge- 
runzelt. Die Beine sind dünn wie bei der vorigen Art, die 
Sehenkel aber grob punctirt, die Hinterschiene ist so lang wie 
das Halsschild, der Tarsus so lang wie seine Schiene; ihre 
Farbe ist roth, so wie die der Antennen und Mundtheile, was 
specifisches Kennzeichen zu sein scheint, da ich unter mehr 



347 

als hundert Exemplaren von Nycterinus verschiedener Arten 
kein Individuum mit rothen Beinen gefunden habe. 

93. Nycterinus abbreviatus Ph. 

N. capite clypeoque subtilissime punctulatis; prothorace 
subquadrato, lateribus parum areuato, postice haud angustato, 
laevigato; elytris ovatis, punctato-striatis, striis impressis, 
interstitiis sub lente fortiore punctulatis; pedibus praesertim 
tarsis tenuibus. Long. ^% lin., latit. prothor. 2, elytrorum 
2% lin. 

Patria. Prov. centrales? 

Das Museum besitzt nur ein Exemplar. Kopf und na- 
mentlich Epistom sind sehr fein punctirt, was kaum mit der 
gewöhnlichen Lupe zu sehen it.t. Das Halsschild ist schwach 
gewölbt, so lang wie sein Hinterrand, an den Seiten nur 
schwach gekrümmt und erscheint erst bei scharfer Vergrösse- 
rung fein punctirt. Die Flügeldecken sind auffallend breit und 
eiförmig, bei 4 Linien Länge 2^^ Lin. breit!, sie zeigen ver- 
tiefte Linien, in denen ziemlich grosse Punkte eingestochen 
sind, glatte, nicht gewölbte Zwischenräume, mit den gewöhn- 
lichen feinen Pünktchen, Der Hinterleib ist ziemHch stark 
gerunzelt und fein punctirt wie bei N. gracilipes, auch sind 
die Beine so dünn und die Schenkel so glatt und glänzend; 
die Hinterschienen sind etwas länger als das Halsschild, aber 
etwas kürzer als dessen grösste Breite. Sollte es nur eine 
abweichende, individuelle Form von N. gracilipes sein? 

94. Gyriosomus angustus Ph. 

G. niger, angustus, parallelus; prothorace longitudinem 
latitudine bis aequante, opaco, antice angustiore, lateribus re- 
gulariter armato, vix limbato, ciliato; elytris thoracem vix 
latitudine aequantibus, spatio basali triangulari, cujus apex 
usque ad media m longitudinem porrectus est, nigro, lateribus 
et apice vero suicis latis, radiantibus; albido-pilosis ornato. 
Longit. fere 9 lin., latit. prothor. 4 lin., elytrorum totidem. 

E. prov. Coquimbo aut Copiapö attuli. 

Der Kopf ist mattschwarz, mit einem queren Eindruck 
zwischen den Fühlern und eingestochenen Punkten am Rand 
des Epistoms. Das Halsschild ist ebenfalls mattschwarz, unter 
der Lupe mit eingestochenen Punkten versehen, auf dem 
Rücken ziemlich gewölbt, hinten in der Mitte mit einem dem 
Rande parallelen Eindruck; die Seiten sind ausgebreitet, etwas 
gerandet. Die Naht der glänzend schwarzen Flügeldecken 
ist im hintern Drittel etwas erhöht; ein dreieckiger Raum, 
dessen Basis die Basis der Flügeldecken ist und dessen Spitze 
bis über die Mitte der Länge derselben reicht, ist mit einge- 

23* 



348 

stochenen Punkten und am Grunde mit schwachen Runzeln 
versehen, sonst ziemlieli glatt und glänzend; von demselben 
laufen jederseits etwa sechs schmale, ebenfalls glänzende, 
schwarze Streifen aus, wie Radien, deren Centrum das Schild- 
chen wäre. Die Räume zwischen denselben sind vertieft, 
zweimal so breit und mit Meissliclien Härchen bekleidet. Die 
Randkante ist gekörnelt; der umgeschlagene Theil schwarz, 
glänzend, ziemlich glatt, nicht punetirt. Die Seiten des Pro- 
thorax zeigen in der Nähe der Hälfte Längsrunzeln. Der 
Hinterleib ist fein punetirt und fein gerunzelt. — Durch die 
auffallend schmale Gestalt ist diese Art sehr leicht zu ken- 
nen. Die Zeichnung ist wie bei N. Luczotii und N. Whitei. 

95. Heliofugus*) (Euschatia) cryptocephalus Ph. 

H. niger, sat nitidus; capite sub prothorace recondito, 
grosse rugoso-punctato; sulco inter epistomum et frontem ob- 
soleto; prothorace parum convexo, punctulato, semiorbiculari, 
postice abrupte angustato, margine anguste limbato, antice 
haud dilatato neque reflexo; elytris striato-punctatis, inter- 
stitiis vix convexis, sub lente fortiore tenuissime et distanter 
puncticulatis. Longit. 7 lin., latit. prothor. 2-/3, elytrorum 
Sy^ lin. — Patria : Andes prov. Colchagua. 

Die Körpergestalt und der unter dem vordem Rand des 
Halsschildes versteckte Kopf sind wie H. (Euschatiae) collaris 
Ph. Germ. Annal. de la Univ. J855 ]>. 404. Der Kopf ist 
matt, zwar auch noch grob, aber doch viel feiner punetirt als 
bei der genannten Art; ich sehe keine Spur von Naht zwi- 
schen Epistom und Stirn. Das Halsschild ist ebenfalls wenig 
gewölbt und beinahe kreisförmig, aber docli von anderer Ge- 
stalt, es ist vorn schmaler und erreicht seine grösste Breite 
erst in Ve seiner Länge, während es bei collaris vorn breiter 
ist und sclion in der halben Länge seine grösste Breite erreicht; 
es ist sehr fein punetirt, während es bei collaris grob pune- 
tirt ist. Sein vorderer Rand ist nicht breit schaufeiförmig auf- 
geworfen, sondern einfach mit einem dünnen, aufgerichteten 
Saum versehen. Die Zwischenräume zwischen den Furchen 
der Flügeldecken sind fast ganz flach, während sie bei col- 
laris stark gewölbt sind. Bei Euschatia laticollis Sol. soll 
das Halsschild latera attenuata et subparallela haben, was bei 
unserer Art nicht zutrifft, auch soll die Länge 9 Linien be- 
tragen. Eu. sulcata Sol., die einzige Art, von der er sagt: 

*) Der Name Heliofugus, offenbar von ?;A<o«,- und fugere abge- 
leitet, ist vox hybrida und nicht viel besser, als wenn Jemand Licht- 
fugus oder Lightfugus oder Soleilfugus sagen wollte, hat aber die 
Priorität vor Euschatia. Die Sonne meidend heisst (pv^t]Xioi , also 
Phyxelius. 



349 

margine antico prothoracis supra caput leviter producto, soll 
grobe Punkte auf dem Halsschild haben, deren Zwischen- 
räume Runzeln bilden; beide Arten fehlen dem Museum noch. 

96. Heliofugus tenuipunctatus Ph. 

H. niger; prothorace lateribus valde inflexo, tenuissime 
punctulato; elytris striato-punctatis, punctis minutis; intersti- 
tiis planiusculis. Longit. 7 lin., latit. prothor. %^/^^ elytrorum 
3% lin. 

Ex andibus prov. Colchaguae! 

Das Museum besitzt ein einziges Exemplar. Das Hals- 
schild hat ganz dieselbe Form wie H. impressus Guer. (Eu- 
schatia punctata Sol.) und Eu. proxima Sol., unsere Art un- 
terscheidet sich aber auf den ersten Blick von beiden durch 
punctirt-gestreifte Flügeldecken, die also wie bei H. coUaris 
und crjptocephalus beschaffen sind, nur sind die Punkte der 
neuen Art weit feiner. Der Kopf hängt senkrecht herab und 
ist von oben nicht zu sehen. Die Naht, welche das Epistom 
begränzt, ist sehr deutlich, wenn auch fein; die Punctirung 
des Kopfes ist fein, die Punkte stehen einzeln in der Mitte, 
gedrängt an den Rändern und sind auf dem Scheitel gröber. 
Das Halsschild hat sehr feine, oberflächliche Punkte. 

97. Trachyderas'-') Ph. novum genus Bolitophagorum. 
Caput fere usque ad oculos in prothorace reconditum, 

ante oculos sensim angustatum, cernuum. Oculi parum emar- 
ginati. Antennae ante oculos sub margine parum promi- 
nente insertae, caput cum prothorace longitudine paullo supe- 
rantes; articuli primi crassi, secundus longior, fere aeque 
crassus ac longus; tertius gracilis, obconicus, secundum tertia 
parte superans, omnium longissimus ; 4., 5., 6., 7., 8., obconici 
aequales; nonus et decimus multo crassiores cum undecimo 
ovato clavam perfoliatam formantes. (Eandem formam osten- 
dunt antennae Eiidophloei flexuosi Solier, neque illam in figura 
apud Gay T. 20 fig. 9e depictam.) Epistomum retusum. 
Labrum pariter retusum. Mentum maxillas ostendens, an- 
tice emarginatum. Lahr um pariter emarginatum. Mandi- 
bulae validae, apice incisae, margine interiore dentibus 3 
validis, obtusis armatae. Maxillae bilobae, lobus angustior 
apice bidentatus s. potius biungulatus. Articulus terminalis 
palporum maxillarium oblongo-ovatus, truncatus; eandem 
formam ostendit articulus terminalis palporum labialium. 
Prothorax antice fere trilobus, lobo mediano lato, trnncato, 
lateralibus acutis, productis, postice truncatus, lateribus mo- 



') T^^^X^i rauh, öi^ai Haut. 



350 

dice armalus et qiiidem ita, ut latitudo maxima in tertio an- 
teriore sit; latera integra, anguste marginata, sulco lato, 
superficiali a tergo parum convexo separata. Scutellum 
parvuni, trausver&iim, rotundatum. El j tra protliorace parum 
latiora, cum longitudine fere ter aequantia, parallela, dorso 
subplana, lateribus et postice declivia; pars inflexa eorum 
angusta. Alae adsunt. Coxae anteriores satis distantes, 
prosternum inter eas planum, postice haud prominens. Me- 
taste rnum longum. Prominentia coxalis abdominis an- 
gusto triangularis, Trochanteres parvi in omnibus pedibus; 
Femora solita, tibiae subaequales, in margine anteriore 
subserratae, anticae parum latiores; tarsi tibiis breviores, 
pedum anteriorum articuli quatuor primi aequales, quintus fere 
quatuor antecedentes aequans; pedum posticorum articulus 
primus sequentes duos simul sumtos aequans, et quarto aequa- 
lis; parum ciliati sunt et subtus fere ad modum scopae hirsuti. 
Ungues simplicep. 

Von Bolitophagus durch den vor den Augen nicht er- 
weiterten Kopf und das abgestutzte, nicht zugespitzte Glied 
der Taster, von Eledona durch die dreigliedrige, nicht fünf- 
gliedrige Fühlerkeule, die Gestalt des Prothorax, von Pri- 
stod er es Ph. Germ, durch das an den Seiten ungezähnte, 
schmal gerandete Halsschild und die Gestalt des Kopfes ver- 
schieden. 

Trachyderas cancellatum P h. 

Tr. fuscum, glabrum; prothorace dense granuloso; elytris 
profunde punctato-striatis, subcancellatis et dense granulatis; 
interstitiis quinto, septimo et nono angustioribus, elevatis. — 
Longit. 4 lin., latit. prothor, l'/j lin., elytror. 1% ün. 

Habitat in prov. Valdivia sub corticibus arborum. 

Kopf, Halsschild und Flügeldecken sind dicht gekörnelt. 
Das Halsschild ist kaum l'/g mal so breit wie lang, die hin- 
teren Winkel desselben sind beinahe rechte. Das gemeinsame 
Ende der Flügeldecken ist ziemlich spitz. Fühler und Beine 
sind mit kurzen, ziemlich groben Härchen besetzt. Die Unter- 
seite des Körpers ist giob und ziemlich weitläuftig punctirt, 
aber doch glänzend, dunkler braun, beinahe schwarz. 

98. Cyphaleus? valdivianus Ph. 

C. nigro-aeneus; capite et thorace inaequalibus, punclatis; 
elytris striato-punctatis nitidissimis; antennis pedibusque piceis. 
Longit. 5 lin., latit. 2 lin. 

Habitat in prov. Valdivia, rarissimus. 

In den vielen Jahren, dass wir sammeln, sind uns nur 
zwei Exemplare vorgekommen. Der Kopf ist beinahe im 



351 

Ausschnitt des Brustschildes verborgen, bis an die Augen ver- 
deckt, oben eben. Die Augen sind kaum ausgerandet und 
stehen nahe bei einander auf der Stirn. Die Furche, Avelche 
das Epistermum abgränzt, ist reicht und gebogen; dieses ist 
vorn abgestutzt. Die Oberlippe ist quer und abgerundet. 
Die elfgliedrigen Fühler sind dünn, etwas länger als das Hals- 
schild; das erste Glied ist das dickste und walzenförmig, das 
zweite eben so lang, dünn, beinahe fadenförmig, so wie die 
folgenden sechs, fast so lang wie das erste; das dritte ist 
anderthalb mal so lang; das vierte und alle folgenden etwa 
so lang wie das zweite; das neunte, zehnte, elfte verbreitert, 
das neunte verkehrt dreieckig, das letzte eiförmig. Die Un- 
terlippe ist klein, beinahe quadratisch, leicht ausgerandet und 
lässt zu beiden Seiten die Kinnladen sehen. Diese, so wie 
die Mandibeln und Lippentaster haben wir nicht untersucht. 
Das letzte Glied der Maxillarpalpen ist beilförmig. Das Hals- 
schild ist ziemlich so breit wie lang; die Seitenränder sind 
vollkommen gradlinig und parallel, scharf und schneidend; 
der Vorderrand ist breit und tief ausgeschnitten, die vorsprin- 
genden vorderen Winkel aber abgerundet; der Hinterrand ist 
ziemlich grade abgeschnitten, doch ragt der mittlere Theil 
etwas nach hinten vor; seine Oberfläche ist flach, uneben, 
grubig und punctirt. Das Schildchen ist quer, gerundet. Die 
Flügeldecken sind schwach gewölbt, nach hinten abschüssig, 
die Seiten in etwa zwei Dritteln der Länge parallel, dann 
convergiren sie und die Spitze ist abgerundet; sie haben zehn 
Punktreihen, ungerechnet die abgekürzte, dicht am Schilderen 
stehende; die letzte steht unmittelbar am scharfen Seitenrand; 
die Zwischenräume sind vollkommen eben, glatt, sehr glän- 
zend. Der umgeschlagene Theil der Flügeldecken ist schmal 
und verliert sich zuletzt ganz. Es sind Flügel vorhanden. 
Die Vorderbrust ist schwach gekielt, mit einer seichten 
Furche in der Mittellinie; sie hat hinten einen Ausschnitt, in 
welchen ein schwacher Vorsprung der Mittelbrust passt, und 
diese hat wiederum hinten eine Ausbuchtung für einen Vor- 
sprung der Hinterbrust, welche lang und schwach gewölbt 
ist. Der Coxalvorsprung des Hinterleibes ist dreieckig und 
schmal. Die Episternen sind schmal, nach hinten verschmä- 
lert, punctirt. Die vordem Hüften sind ziemlich kugelig, 
die hintern quer. Die Schenkel sind ziemlich dünn, ohne Aus- 
zeichnung, kahl. Die Schienen sind dünn, nach unten flaum- 
haarig , mit sehr kleinem Dorn. Die Tarsen sind ein wenig 
kürzer als ihre Schienen, schlank, unten sehr stark, fast bür- 
stenartig behaart; an den vorderen Beinen sind die vier ersten 
Glieder kurz, gleich lang; an den Hinterbeinen sind das zweite 
und dritte Glied gleich lang, zusammen so lang wie das erste. 



352 

und das letzte beinahe so lang -wie die drei ersten zusammen- 
genommen. Die Klauen sind lang, einfach, 

99. Dictopsis atra Ph. 

D. atra, glabra, postice dilatata, valde eonvexa; capite 
tenuiter punetato-ruguloso^ prothoraee grosse punctato, rugoso; 
elytris punctato -striatis, nitidis, interstitiis laevibus. Longit. 
32/3 lin., latit. 1% lin. 

Habitat in prov. Valdivia. 

Der Kopf ist ziemlich fein und dicht punctirt, so dass er 
gekörnelt erscheint. Die Fühler erreiclien beinahe drei Viertel 
der Körperlänge und sind selir dünn; das erste Glied ist kurz 
und dick; das zweite kaum halb so gross; das dritte, das 
längste von allen, noch bedeutend länger als die beiden ersten 
zusammengenommen; das vierte kürzer, das fünfte noch etwas 
kürzer und mit allen folgenden von gleicher Länge; das achte, 
neunte, zehnte sind gegen ihr Ende stärker verbreitert als 
die ül.rigen. Das letzte Glied der Maxillartaster ist beinahe 
von der Gestalt eines gleichseitigen Dreiecks. Der Vorder- 
rand des Epistomum und der Oberlippe sind mit gelblichen 
Härchen gewimpert. Das Halsschild ist stark gewölbt, mit 
sehr groben, vertieften Punkten dicht besetzt, deren Zwischen- 
räume runzelartig hervorstehen. Das Schildchen ist klein, 
breit, aber spitzwinklig. Die Flügeldecken sind stark ge- 
wölbt, länglich eiförmig, glänzend, glatt, mit vertieften 
Punktreihen. Die Beine sind verhältnissmässig lang; die Schen- 
kel in der Mitte ziemlich dick, bei starker Vergrösserung 
flaumhaarig; die Schienen sind stärker und deutlicher behaart 
und haben sehr kurze Dornen; die Tarsen sind kürzer als 
ihre Schienen; das erste und zweite Glied unten mit gelben 
Härchen dicht, beinahe bürstenartig besetzt; die beiden fol- 
genden Glieder an den Vorder- und Mittelfüssen unten in eine 
Lamelle verlängert; der Hinterfuss hat nur am vorletzten 
Glied eine Lamelle. Die Klauen sind gekrümmt. — Der 
ganze Käfer ist kohlschwarz, nur das letzte Tasterglied ist 
braun. 

100. Rhinosimus valdivianus Ph. 

Rh. nigro-aeneus, nitidissimus; rostro, basi antennarum, 
maculis quatuor elytrorum, pedibusque lutescentibus vel rufe- 
scentibus. — Longit. ly^ lin. 

Habitat in prov. Valdivia, rarissimus. 

Der Kopf ist punctirt; der Rüssel so lang wie das Hals- 
schild, vorn verbreitert, glänzend, hell braunroth, oder gelb- 
lich; die Taster sind verhältnissmässig lang, gelblich. Die 
Fühler sind etwas unterhalb der Mitte des Rüssels eingelenkt 



353 

und reichen fast bis an das Ende des Halsscliildes; ihre Keule 
it-t dreigliedrig, schwarz und nimmt mehr als den dritten 
Theil der Fühlerlänge ein. Das Halsschild ist zwar auch noch 
fein, aber doch gröber als der Kopf punctirt, ungefähr so 
breit wie lang; die Seitenränder bilden vor der Mitte einen 
hervorspringenden, wenn auch stumpfen Winkel; vor dem 
Hinterrand ist eine schwache Einschnürung und in der Mittel- 
linie eine seichte Furche, die das hintere Drittel nicht erreicht. 
Die Flügeldecken sind breiter als das Halsschild, haben ziem- 
lich parallele S ei tenr ander und sehr feine, dichte Punktreihen; 
neben dem Schildchen sind sie etwas angeschwollen. Vorn 
zeigen sie zwei gelbe Flecke, die schräg von den Schultern 
nach hinten und innen laufen und die Naht nicht erreichen; 
bisweilen sieht man auch zwei kleinere, rundliche, gelbe Flecke 
im hintern Drittheil. Die Beine sind röthlich. Schienen und 
Tarsen sehr schlank, 

101. Formicomus quadriguttatus Ph. 

F. capite supra nigro; prothorace rufo; eljtris grosse 
punctatis, pilosis, nigris, utroque guttis luteis duabus picto; 
antennis, femorum basi, tibiis tarsisque rufis, femorum apice 
nigro. Longit. IV2 lin. 

Habitat in prov. Santiago. 

Der Kopf ist oben glänzend schwarz, unten in der Mitte 
rothbraun. Der Prothorax ist schlank, lebhaft roth, glänzend, 
der Vorsprung der Seiten abgerundet. Die Flügeldecken sind 
entfernt punctirt, schwarz; gleich hinter der Basis zeigt jede 
einen gelben Fleck, der mit dem der andern Flügeldecke oft 
in eine Querbinde zusammenfliesst, die hinten an der Naht 
einen Winkel bildet, während die beiden runden, gelben Flecke 
hinten stets getrennt bleiben. Die Fühler sind gelbroth, ebenso 
die Beine bis auf die zweite Hälfte der Schenkel, welche 
glänzend schwarz ist. Der ganze Körper ist mit langen, auf- 
gerichteten Härchen bedeckt. 

102. Formicomus breviculus Ph. 

F. satis brevis, rufus, nitidus, glaber; prothorace antice 
utrinque subangulato; elytris tenuissime et dense punctulatis, 
longitudine latitudinem modo bis aequantibus, antice testaceis 
s. castaneis, postice nigris. Longit. l'/j lin. 

Patria... provinciam ignoro. 

Wie es scheint vollkommen kahl und weit kürzer als F. 
Curtisii und quadriguttatus, indem namentlich die Flügeldecken 
nur zwei mal so lang wie breit sind. Halsschild und Flügel- 
decken sind dicht und fein punctirt; ersteres zeigt in der vor- 
dem Hälfte jederseits einen deutlichen, wenn auch abgerun- 



354 

deten Winkel; letzlere sind hinter den Schultern schwach 
eingezogen und dann etwas bauchig. 

103. Heterolobus "■) Ph. n. genus. 

Caput usque ad oculos in prothorace reconditum; oculi 
globosi prominuli. Antennae apice valde clavatae, articujis 
tribus ultimis fere suborbicularil)us, Labrum truncatum; man- 
dibulae apice bidentatae. Maxillae... Palpi maxillares arti- 
culo ultimo oblongo-ovato, truncato; palporuni labialium arti- 
culus ultimus ovato-elongatus, acutiusculus. Labium truncatum. 
Femora satis crassa, tibiae Spina parvula lerminatae. Pedes 
heteromeri; tarsorum anticorum articuli tres primi breves, 
lati, inferius fere in lobum producti, pilis densis brevibus 
obsiti, quartus parvus, quintus tres primos simul sumtos aequans. 
Tarsi postici quadriarticulati, articuli duo primi lati, inferius 
fere in lobum producti pilisque brevibus densis obsiti, quartus 
et quintus ut in anterioribus. Ungues integri. 

Ich glaube ein neues Geschlecht, dem ich obigen Namen 
beilege, auf ein kleines Käferchen gründen zu müssen, welches 
ich im letzten Sommer in Valdivia durch das Abklopfen blü- 
hender Bäume, namentlich der Eugenia temu, erhielt und wel- 
ches ich H. aeneus nenne. Dasselbe ist IVi Linie lang, 
dunkel broncefarben , stark glänzend, kahl. Der Prothorax 
und die Flügeldecken sind ohne Ordnung und ziemlich grob 
punctirt, die Fühler sind am Grunde roth, in der Spitze 
schwärzlich. 

Der Kopf ist gesenkt, dreieckig, schwach punctirt, zwi- 
schen den Augen und unterhalb bis zum Munde flach. Die 
Augen sind stark vortretend, kugelig, nicht ausgerandet, fein 
gekörnelt. Die Fühler sind so lang wie Kopf und Halsschild 
zusammengenommen; das erste Glied ist dick, fast kugelig, 
die folgenden nehmen allmälig an Grösse ab bis auf die letz- 
ten, die breit und gleich lang sind und zusammen über ein 
Drittel der Fühlerlänge betragen, eine Bildung, welche an die 
Fühler mancher Cleriden, namentlich Epiclines erinnert. Das 
Halsschild ist so breit wie lang, hinten verengert, die Vor- 
sprünge in der vordem Hälfte jeder Seite sind abgerundet; 
der hintere, schmalere und kürzere Theil ist durch eine Ein- 
schnürung begränzt, die als eine Querfurche jederseits auf- 
tritt; keine Kante trennt den Rücken des Halsschildes von 
den Seiten. Die Flügeldecken sind 2y2 m.il so lang wie das 
Halsschild, breiter als dasselbe; die Schulterecken springen 
deutlich, fast rechtwinklig vor; hinten sind sie gemeinschaft- 
lich abgerundet und die Seitenränder verlaufen beinahe pa- 



*) ezfQOi verschieden, ?.oß6g Läppchen. 



355 

rallel. Auch die Bildung der Tarsen erinnert stark an Cle- 
riden, allein sie sind entschieden heteromer. 

104. Mordella Krausei Ph, 

M. angusta sed postice parum attenuata; capite nigro; 
prothorace nigro, marginibus lateralibus fulvis; elytris testa- 
ceis, striga laterali postice angusta ta et demum evauescente 
nigra 5 pilis flavis suturam occupantibus et postice arcum trans- 
versum antice apertum formantibus; pectore nigro; antenuis 
pedibusque testaceis. Long. 2 lin. 

Prope Corral invenit indefessus Krause. 

Von allen chilenischen Arten unterscheidet sich diese so- 
gleich durch ihre gelblichen Fühler und Füsse. Die Haare, 
welche das Halsschild bekleiden, sind bräunlich gelb, die der 
Flügeldecken gelber und sie bilden — von oben betrachtet — 
einen gelblichen Streifen an der Naht und in zwei Dritteln 
der Länge einen quer gestellten, vorn offenen Bogen. Die 
Brust erscheint, von der Seite gesehen, fast kahl und schwarz- 
braun, der Rand ihrer Segmente ist gelblich; auf dem Bauch 
ist der gelbe Rand der Segmente so breit, dass er fast ganz 
gelblich erscheint; seine Verlängerung ist gelblich. 

105. Mordella violacescens Ph. 

M. elongata, postice parum attenuata, omnino nigra, mar- 
gine postico prothoracis angustissime cinereo-micante; elytris 
propter pilos purpureos violaceo-micantibus; margine superiore 
mesothoracis et segmenti primi ventralis albido-micantibus; 
stylo abdominali gracili. Longit. ^y^ lin- 

In provincia Valdivia satis frequens est. 

Die Härchen, welche die Flügeldecken bekleiden, sind 
dunkel pfirsichblüthroth oder hell purpurroth, wodurch diese 
Theile einen violetten Schimmer erhalten. — M. abbreviata 
unterscheidet sich leicht durch weit kürzere Flügeldecken und 
kürzeren AbdominalgrifFel, und M, Loasae Ph. Germ, durch 
geringere Grösse, schmalere Gestalt und andere Färbung der 
Härchen, welche die Flügeldecken bekleiden. 

106. Meloehaemopterus Ph. 

M. niger; capite laxe et grosse punctato ; prothorace laxe 
punctato, fovea antica transversa elongata et postica mediana 
oblonga notato; elytris vix rugulosis, nigris, striga magna 
sanguinea ab humeris usque ad apicem deducta ornatis. — 
Long. 5V2 lin. 

In prov. Valdivia ocurrit, haud frequens. 

Von allen chilenischen Arten ist diese sogleich durch ihre 
glatten, rothgestreiften Flügeldecken zu unterscheiden. Das 



356 

Halsschild ist beinahe quadratisch, wenig länger als breit, 
haarig und der Seitenwinkel stark abgerundet. Die Klauen 
sind am vorliegenden Exemplar beide gespalten. 

107. Meloe flavipennis Ph. 

M. niger, capite grosse et laxe punctato, postice rubro; 
prothorace fere sexangulari, lateribus sc. valde angulato, rubro, 
antice constricto, utrinque foveola profunda impresso, laxe 
punctato; elytris punctato-variolosis, luteis, margine et parte 
inferiore nigris; antennis pedibusque rufis; femorum basi nigra. 
Long. 10 lin. 

Patria. Caldera in prov. Copiapö? 

Von M. sanguinolentus unterscheidet sich diese Art durch 
den Mangel der gelben Seiten des Hinterleibes und der gelben 
Ränder an den Segmenten, die braunrothen Antennen und 
Beine, das ganz rothe Halsschild etc. Die Klauen sind tief 
gespalten. 

108. Meloe pictus Ph. 

M. ater, parte superiore capitis rubra; macula rotunda in 
humeris marginibus posticis segmentorum abdominis, ejusque 
lateribus flavis. — Long. 9 lin. 

In prov. Colchagua invenitur. 

Der Kopf hat eine seichte Längsi'urche und einzelne, ein- 
gestochene grobe Punkte, sonst erscheint er sehr glatt; der 
ganze Raum oberhalb der Augen ist lebhaft roth; die Ver- 
längerung des Kopfes nach hinten ist dagegen wieder schwarz 
und dicht punctirt. Das Halsschild ist sechseckig mit ziem- 
lich scharfen Seitenecken; es hat einzelne, giobe, eingestochene 
Punkte, vorn eine tiefe, breite Querfurche, die bis zu den 
Seitenecken reicht und eine kürzere, flache, dicht vor dem 
Hinterrand, der daher aufgeworfen erscheint. Das Schildchen 
ist dicht und grob punctirt. Die Flügeldecken zeigen ein 
ziemlich feines, erhabenes Netzwerk, viel feiner als bei M. 
sanguinolentus Sol. und sind durch den kreisrunden, hellgelben 
Schulterfleck sehr ausgezeichnet. Die gelben Ränder der Hin- 
terleibssegmente und die gelben Seiten des Leibes sind wie 
bei dieser Art. Die Klauen sind (ob immer?) ungleich; die 
innere hat einen ganz kleinen Zahn am Grunde, die äussere 
ist tief gespalten. 

109. Meloe picipes Phil. Germ.? Es liegen drei Exem- 
plare vor uns, welche in allen Punkten mit der von Germain 
gegebenen Beschreibung übereinstimmen, aber tief gespaltene 
Klauen haben, während ein Exemplar ungetheilte Klauen be- 
sitzt. Es scheint nicht Geschlechtsverschiedenheit zu sein. 



357 

110. Meloe anthracinus Pli. Germ.? 

Auch von dieser Art, die nach Germain gespaltene Klauen 
hat, giebt es Exemplare mit ungetheilten Klauen, die nur am 
Grunde einen kleinen Absatz als Andeutung der Theilung 
haben und sonst sich in niclits von den andern Exemplaren 
unterscheiden. Es ist daher auf das von den Klauen herge- 
nommene Kennzeichen kein grosses Gewiclit zu legen. 

111. Meloe cancellatus Sol.? 

Unsere bei Corral gesammelten Exemplare weichen durch 
sehr runzeligen Kopf und durch ziemlich breites, stark ge- 
runzeltes Halsschild von der Beschreibung bei Solier ab, der 
als Vaterland Copiapö angiebt. 

112. Cyclo der US binotatus Ph. 

C. niger; capite antice macula rubra notato; prothorace 
rubro, strigis duabus nigris ornato; elytris nigris, concolo- 
ribus, valde et dense punctatis; antennis pedibusque nigris; 
femoribus apice flavis. Longit. 4y2 lin. 

Habitat in prov. Valdivia. 

Diese Art unterscheidet sich von C. rubricollis Sol. bei 
Gay durch ganz andere Färbung des Halsschildes, indem das- 
selbe in der Mittte, wo rubricollis den schwarzen Fleck hat, 
roth ist und dafür zwei schwarzbraune, schräge, nach den 
hintern Winkeln verlaufende Streifen hat, durch den Mangel 
des blossen Saumes an den Flügeldecken und dadurch , dass 
der gelbe Theil an der Spitze der Schenkel sehr klein ist. 
Der Rand des Halsschildes ist scharf, gezähnelt, was bei ru- 
bricollis nicht der Fall ist. Uebrigens muss ich bemerken, 
dass ich ein Exemplar von C. rubricollis? besitze, dem eben- 
falls der helle Saum der Flügeldecken fehlt. 

113. Cyclo dem 8 magellanicus Ph. 

C. tergo prothoracis inaequali, rubro, fascia nigra, semi- 
circulari, interrupta ornato; elytris femoribusque omnino nigris. 
Longit. 3'/2 lin., latit. l'A lin. 

Ann. Univ. Chil. 1862 2. p. 112. 

Habitat in freto Magellanico ad coloniam Chilensem. 

Der Kopf ist fein punctirt mit einem rothen Fleck vor 
den Augen, wie bei den beiden andern Arten. Das Halsschild 
ist kreisförmig, fein ])unctirt, mit drei Längsfurchen und ab- 
gerundeten, nicht scharfen Seitenrändern; es ist roth mit einer 
halbkreisförmigen, schwarzen Binde, die jederseits im hintern 
Winkel endet und bisweilen jederseits unterbrochen ist. Die 
Flügeldecken sind ebenfalls punctirt mit netzförmig erhabenen 
Zwischenräumen, ganz schwarz, ohne hellen Saum. Die 
Beine sind ebenfalls ganz schwarz. Bei C. rubricollis SoL 



358 

haben die Flügeldecken einen hellen Saum und die Schenkel 
sind an der Spitze blass; bei C. binotatus Ph. iiaben die 
Schenkel einen hellen Ring vor der Spitze und die Seitenländer 
sind vorn scliarf und gezähnelt. 

114. Bruchus pauperculus Ph. 

Br. oblongus, niger; capite atro; prothorace, scutello, 
elytrisque elongatis cinereo pubescentibus; pygidio corpore- 
que subtus cinereis; tibiis anterioribus pallidis. — Longit. 

% lin- 

Prope Santiago. 

Schlanker als die meisten andern Arten. Kopf und Füh- 
ler sind kohlschwarz, der übrige Theil des Körpers ist mit 
anliegenden, greisen Härchen bedeckt, die auf dem Steiss und 
der Unterseite des Körpers weit dichter stehen, die daher 
weisser erscheinen. Auf dem Halsschild sieht man bisweilen 
drei unterbrochene, weissliche Striemen und auch das Schild- 
chen ist mitunter weisslich. Die Beine sind schwarz, aber 
die Schienen der vorderen sind heller, bräunlich; die Schenkel 
sind ungezähnt. — Von Br. poverus Blanch. (sie!) durch ge- 
ringere Grösse, weit schmalere Gestalt, namentlich längere 
Flügeldecken, schwarze Fühler und schwarze Vorderschenkel 
verschieden. 

115. Brucluis e gen US Ph. 

Br. ovato- oblongus, niger; capite atro; prothorace ely- 
trisque cinereo-pubescLiitibus; corporis lateribus albis; anten- 
narum basi tibiisque omnibus rufis. Long. 1 lin. 

Prope Santiago. 

Die Gestalt ist schlanker als bei Br. poverus Blanch., 
aber breiter als bei Br. pauperculus mihi, die Seiten des Kör- 
pers sind dicht behaart, beinahe schneeweiss; auch der Hin- 
terrand der P'lügeldecken ist dicht behaart, so dass er bei 
gewissem Licht einen breiten, weissen Saum bildet. Die Basis 
der Fühler ist röthlich. Sämmtliche Schienen und Tarsen 
sind gelblich, auch die Spitze der Schenkel, aber die Spitze 
der Schienen und das letzte Tarsenglied sind schwarz; die 
Schenkel sind ohne Zahn. 

116. Bruchus scutellaris Ph. 

Br. breviter ovatus, crassus, niger, pilis griseis pubescens, 
scutello albo; elytris obscure albo tessellatis; corpore subtus 
nigro; antennis pedibusque atris. Long. 1 — l'/j lin. 

Prope Santiago, in prov. Valdivia etc. 

Diese Art ist noch etwas breiter als Br. poverus Blanch., 
sonst demselben, wenn man sie von oben betrachtet, sehr ähn- 
lich. Die anliegenden greisen Härchen thun der Schwärze 



359 

wenig Eintrag; das Schildchen ist ganz weiss und auf den 
Zwisclienräumen zwischen den Streifen der Flügeldecken ste- 
hen oft weisse Punkte, so dass diese dann wie gewürfelt er- 
scheinen. Die Unterseite ist nicht mit weissen Härchen dicht 
bedeckt wie bei so vielen andern Arten, sondern ziemlich 
schwarz. Das Pygidium zeigt zwei weisse Punkte, die aber 
oft wenig deutlich sind. Die Schenkel haben keinen Zahn. 
Die kohlschwarzen Fühler und Füsse zeichnen diese Art vor 
den ähnlichen auf den ersten Blick aus. 

117. Bruchus bicolor Ph. 

Br. ovatus, niger, glabriusculus; parte externa et postica 
elytrorum ferrugineo-lutea; tarsorum posteriorum articulo primo 
testaceo. Long. 1 Vj lin. 

Proj>e Santiago. 

Diese Art ist breit, kurz und dick. Das Halsschild ist 
einfarbig, schwarzbraun, am Grunde doppelt gebuchtet. Die 
Flügeldecken sind sehr kurz, mit der gewöhnlichen Streifung 
versehen; zieht man von der Schulter bis an das Ende der 
Naht jederseits eine Linie, so ist das so gebildete Dreieck 
schwarzbraun, die äusseren Theile der Flügeldecken aber rost- 
gelb. Der Steiss, die Unterseite, Kopf, Fühler, Vorderbeine, 
Schenkel und Schienen der hinteren Beine sind schwarz; die 
Tarsen der Mittel- und Hinterbeine haben die ersten Glieder 
gelblich, die letzten schwarz. 

118. Bruchus pyrrhomelas Ph. 

Br. oblongus, niger, dense pubescens; el3^tris rufis; macula 
magna triangulari communi usque ad apicem deducta nigra; 
pedibus omnibus rufis, jtraeter articulationes et ultimum tar- 
sorum articulum. Longit. 1 lin. 

Prope Santiago. 

Kopf und Halsschild sind massig-, Flügeldecken, Steiss 
und Unterseite des Körpers dagegen dicht mit anliegenden, 
weissen Härchen bekleidet. Die Flügeldecken sind wie ge- 
wöhnlich gestreift, fast zweimal so lang wie breit und beinahe 
ganz wie bei der vorigen Art gefärbt, nur ist der schwarze 
dreieckige Fleck weit schmäler und die Grundfarbe dunkler, 
braunroth, nicht rostgelb. Die Beine sind ganz roth bis auf 
die Spitze der Schienen und der Tarsenglieder, welche schwarz 
sind, und das letzte Tarsenglied ist ganz schvi^arz. Abgesehen 
von der abweiclicnden Färbung der Beine etc. unterscheidet 
sich diese Art von der vorhergehenden durch weit schmalere 
Gestalt. 



360 

119. Bruchus rufulus Ph. 

Br. ovatus, oninino rufus, pilis appressis, albis pubescens; 
oculis nigiis; elvtris interdum fusco et albo maculatis; fenio- 
ribus plerumque nigro annulati:*. Long. 1 \'\ lin. 

Prope Santiago satis frequen.«. 

Die Gestalt ist breit, eilörmig. Körper, Füiiler, Beine, 
Halsschild sind einfarbig rotiibraun, mehr oder weniger dicht 
mit anliegenden, greisen Härclien bekleidet, nur die Augen 
sind schwarz. Auf den Flügeldecken ist bisweilen gar keine 
Zeichnung, bisweilen sieht man weisse, bisweilen braune Fleck- 
chen auf denselben. Die Schenkel haben keinen Zahn. Die 
Individuen mit braunen Flecken haben stets den schwarzen 
Schenkelring und eine dunkle Unterseite. 

120. Bruchus obscurus Ph. 

Br. ovatus, niger, griseo-pubescens; articulis duobus ba- 
salibus antennarum pedibusque anticis rulis; femoribus posticis 
subtus ante apicem excisis. Long. 2y^ lin., latit. l'/g lin. 

Nescio unde provenit unicum specimen quod in Musaeo 
exitat. 

Die Fühler sind kurz und vom sechsten Glied an sind 
ihre Glieder breiter als lang, aber nicht zahnartig, also ist 
das Exemplar wohl ein "Weibchen. Die Palpen sind kohl- 
schwarz. Das Halsschild hat an jeder Seite in der Mitte einen 
kleinen Höcker, seine hinteren Winkel sind seitwärts sehr 
ausgedehnt, stärker -als bei andern Arien, so dass die Gestalt 
des Halsschildes ziemlich glockenförmig ist; es ist sehr dicht 
behaart und ebenso das Schildchen. Die Flügeldecken sind 
gestreift, in den Zwischenräumen punclirt; eine schwache, 
hügelartige Erhöhung läuft von der Schulter schräg nach in- 
nen und hinten. Auffallend ist der Ausschnitt auf der untern 
Seite der Hinterschenkel, der eine Art stumpfen Zahnes am 
Ende des vordem Theiles des Schenkels erzeugt. 

121. Stenorrhynchus quadrinotatus Ph. 

St. modice elongatus, niger; rostro carinato: prothorace 
medio tuberculato, postice transversim carinato, lateribus unitu- 
berculato, maculis quatuor atrovelutinis ornalo; eljtro 
utroque tuberculo humerali, tuberculoque gemino prope extre- 
mitatem armato, i)rope suturam luteo squamato, et guttulis 
atro velutinis ornato; pedibus nigris, albido annulatis. Long. 
4 lin., latit. l'A lin. 

Habitat in prov. Valdivia. 

Der ganze Käfer ist nur massig mit feinen, weisslichen 
Härchen bekleidet. Der Rüssel ist bedeutend länger als der 
Kopf, in der Mitte gekielt. Die innere Orbita ist mit rost- 



361 

gelben Härchen eingefasst. Das Halsseliild ist beinahe länger 
als breit, vor der Mitte mit einem grossen spitzen Höcker, 
hinter derselben mit einem querverlaufenden Kiel versehen, 
der jederseits in einen grossen, ziemlieh spitzen Höcker aus- 
läuft. Vor diesem, aber etwas nach innen, steht jederseits 
noch ein schwaches Höckerchen. Vier sammtschMarze, mit 
schmalem, ro&tgelbem Saum eingefasste Flecke verzieren das- 
selbe; zwei sind oval und stehen nahe am Vorderrand; die 
beiden andern sind in die Länge gezogen, erreichen den Hin- 
terrand und werden durch den Querkiel fast in zwei gleiche 
Hälften getheilt. Die Flügeldecken haben einen ziemlich 
spitzen Schulterwinkel; vorn neben der Naht steht auf jeder 
ein starker runder Höcker; hinten stehen zwei, der innere 
ifet grösser, höher und steht etwas weiter nach vorn. Man 
erkennt deutlich Reihen tief eingestochener Punkte und auf 
der Mitte des Rückens ist der erste, dritte und fünfte Zwi- 
schenraum mit rostgelben Schüppchen bekleidet, der erste 
ausserdem mit einigen kreisförmigen sammtschwarzen Fleck- 
chen. Eine sammtschwarze Querbinde verbindet die beiden 
hinteren grossen Höcker. 

122. Stenocerus postiealis Ph. 

St. parallelus, depressus, fusco-niger; rostro caput supe- 
rante; macula alba utrinque ad latus internum oculorum; 
thorace medio tuberculo magno, pilis fasciculatis ornato, et 
postice carina undulata transversa sculpto, in parte postica 
maculis duabus nigris albocinctis, et medio lineis longitudina- 
libus duabus arcuatis albis picto; elytris tuberculis variis mi- 
noribus duobusque majoribus, peracutis in parte postica armatis; 
in parte postica declivi fascia transversa, duplici ornatis. — 
Long. 2y2 lin. 

In provincia Valdivia rarus habitat. 

Der Rüssel ist fast zweimal so lang wie 'der Kopf, ohne 
Kiel. Die Fühler sind länger als Kopf und Halsschild zu- 
sammengenommen, schwarz. Das Halsschild ist etwas brei- 
ter als lang, sechseckig, mit scharfen Winkeln; die Seiten- 
ränder in der Mitte parallel, davor und dahinter schwach 
concav gebogen und alle drei Theile derselben gleich lang. 
Die hintern Winkel derselben sind durch einen scharfen, 
etwas wellenförmigen, der Wölbung des Halsschildes folgen- 
den Kiel verbunden; in der Mitte der Linie, welche die vor- 
deren Seitenwinkel verbinden würde, erhebt sich ein hoher, 
ziemlich spitzer Höcker, der auf seinem Gipfel ein dickes 
Borstenbüschel trägt; am Vorderrand stehen zwei kleine Höcker- 
chen. Die beiden weissen Linien in der Mitte des hintern 
Drittheils kehren einander ihre convexe Seite zu. Das Schild- 

24 



362 

eben ist weiss behaart. Die Flügeldecken bilden von oben 
gesehen fast ein Quadrat; sie zeigen mehrere kleine, schwarze 
Höckerchen und da, wo sie nach hinten abfallen, einen grossen, 
spitzen, nach hinten gerichteten, fast horizontalen Höcker; 
unterhalb desselben, zwischen ihm und dem Rande liegt ein 
zweiter, kleinerer, aber ebenfalls spitzer und sehr auffallender 
Höcker. Der hoiizontale Theil ist braunschwarz mit röthlich 
braunen Flecken marmorirt, die selir wenig in die Augen 
fallen; der abschüssige Theil ist durch zwei weisse, von län- 
geren anliegenden Haaren gebildete, durch eine schmale 
schwarze Linie geschiedene, Querbinden sehr ausgezeichnet, 
von denen die erste vom untern Höcker beginnt, die zweite 
bis zum Rand reicht. Die Beine sind schwarz mit schmalen 
weissen Ringen. 

Den Querkiel und die beiden schwarzen, weissgesäumten 
Flecke im hintern Drittheil des Halsschildes hat diese Art mit 
St. quadratipennis Germ, gemein, welche aber ganz an- 
dere Sculptur und Färbung der Flügeldecken zeigt; mit St. 
asperatus Blanch. hat unsere Art die beiden weissen Flecke 
an den Augen gemein, allein ganz andere Sculptur des Hals- 
schildes und der Flügeldecken etc. 

123. Stenocerus lineola Ph. 

St. elongatus, fuscus, modice pubescens; prothorace utrin- 
que unidentato, tuberculo centrali minuto armato, a quo li- 
neola e squamis albis confecta ad marginem posticum decurrit; 
elytrorum tuberculis variis minutis, duobusque posticis magnis, 
acutis; extremitate perpendiculari, apice spina armata. Long. 
2% lin., latit. 1% Hn. 
■ E. prov. Valdivia accepi. 

Der Rüssel ist gekielt, ziemlich stark mit weissen, an- 
liegenden Härchen besetzt. Das Halsschild ist beinahe län- 
ger als breit, sein Hinterrand kaum länger als der Vorder- 
rand; der Zahn am Seitenrand steht hinter der Mitte; ein in 
der Mitte unterbrochener Querkiel verbindet beide Zähnchen; 
etwas vor der Mitte steht ein kleiner, spitzer Höcker und 
fast in gleichem Abstand vom Vorderrand steht jederseits 
.noch ein kleiner, wenig auffallender Höcker. Dagegen fällt 
ein schmaler, länglicher, von weissen Borsten oder Schüpp- 
chen gebildeter Fleck, der vom Mittelhöcker nach hinten ver- 
läuft, um so mehr in die Augen. Die Schulterecken der Flü- 
geldecken stehen stark hervor; neben dem Schildchen steht 
jederseits ein schwaches Höckerchen und gegen das Ende 
zwei grosse, spitze, die nicht nach oben, sondern horizontal 
nach hinten gerichtet sind ; hinter ihnen fallen die Flügeldecken 
senkrecht ab. Vor denselben steht jederseits noch ein kleines 



363 

Höckerchen und weiter nach aussen zwei oder drei schwache 
Höckerchen in einer Längsreihe. Betrachtet man den Käfer 
von der Seite, so fällt ein kleiner Dorn an der Spitze jeder 
Flügeldecke sehr auf. Eine sammtschwarze Zeichnung fast 
in Gestalt eines Andreaskreuzes verziert die Mitte der Flügel- 
decken und hinter dieser Zeichnung steht jederseits dicht an 
der Waht noch ein sammtschwarzes Tröpfchen. Die Färbung 
ist sonst braun, auf den Flügeldecken und Beinen ins Röth- 
liche ziehend. 

124. Rhynchites rufescens Ph. 

Rh. omnino pallide rufus; oculis antennarumque clava 
nigris; rostio prothoracem longitudine aequante; prothoraee 
postice paullulum angustato; elytris angustis, parallelis, te- 
nuissime punctato-striatis. Longit. incluso rostro l'/j lin. 

Locum unde provenit ignoio. 

Das Halsschild ist vorn so breit wie hinten, in der Mitte 
breiter; die Seitenränder sind in ihrem vordem Theil stärker 
gekrümmt als in ihrem hintern; die Oberfläche zeigt in der 
Mittellinie eine stumpfe, kielartige Erhöhung, und jederseits 
einen seichten Eindruck und ist äusserst fein punctirt. Die 
Flügeldecken sind schmal, parallel, mit feinen Punktstreifen 
und sehr fein flaumhaarig. Von Rh. fulvescens Blanch. ist 
diese Art sehr leicht durch ihren kürzeren Rüssel (bei ful- 
vescens ist dieser Theil so lang wie Kopf und Halsschild 
zusammen), schmalere und längere Flügeldecken und feinere 
Punctirung derselben verschieden, auch hat sie nichts kupfer- 
artiges. 

125. Rhynchites seniculus Ph. 

Rh. niger, caerulco-micans, dense griseo puberulus; rostro 
Caput cum prothoraee subaequante; elytris ovatis, grosse et 
profunde punctato-striatis. Long. (incl. rostro) i% lin. 

Quondam in praedio nieo valdiviano S. Juan dicto inveni. 

Das Halsschild ist schmal und wird nach hinten allmälig 
breiter; seine Seitenränder sind gradlinig. Die Flügeldecken 
sind länglich -eiförmig, gestreift -gefurcht, die eingestochenen 
Punkte grob. Die greise Behaarung erinnert an die Valdi- 
vianischen Apion-Arten. 

126. Beim Untersuchen der im vorigen Sommer gesam- 
melten Apion finde ich, dass dieselben folgende verschiedene 
Formen zeigen, die ich vorläufig so feststelle: 

Apion obscurum Blanch. A. nigrum, pilis albidis ap- 
pressis dense vestitum; rostro bis tertiam corporis lon- 
gitudinem aequante; prothoraee haud sulcato; elytris 

24* 



364 

ovatis, valde convexis, profunde sulcatis; interstitiis costatis; 
femoribus posticis haud incrassatis. Long. 2 lin. 

127. Apion pachymerum Pli. 

A. nigrum, pilis albidis appres&is dense vestitum; lostro 
semel tertiam corporis partem aequante; prothorace haud 
sulcato; elytris ovatis, valde convexis, profunde sulcatis; 
interstitiis costatis; femoribus posticis valde incrassatis. 
Long, fere 2 lin. 

128. Apion meorrhynchum*) Ph. 

A. nigrum, pilis albidis appressis dense vestitum; rostro 
modo Caput cum prothorace aequante; prothorace angusto, 
tantummodo postice sulcato; elytris late ovatis, prothoracem 
fere quater longitudine aequantibus; femoribus posticis 
haud incrassatis. Longit. cum rostro 1^/^ lin. 

129. Apion humerale Ph. 

A. nigrum, pilis albidis appressis den&e vestitum; rostro 
modo Caput cum prothorace aequante, prothorace lato (mar- 
gine postico longitudinem aequante); elytris late ovatis, bre- 
vibus, prothoracem ad summum 2y2 longitudine aequantibus; 
angulis humeralibus valde prominulis; femoribus posticis haud 
incrassatis. Long. IVg lin, 

130. Apion vestitum Ph. 

A. nigrum, pilis albidis appressis dense vestitum; rostro 
semel corpoiis tertiam partem aequante; prothorace pro- 
funde per totam longitudinem sulcato; elytris ovatis, 
valde convexis, densius hirsutis, profunde sulcatis; interstitiis 
costatis; femoribus posticis haud incrassatis. Long. \^/^ lin. 
(absque rostro). 

131. Apion angustatum Ph. 

A. nigrum, pilis albidis appressis dense vestitum; rostro 
caput cum prothorace vix superante; prothorace sulcato; ely- 
tris oblongis, fere parallelis, valde convexis, profunde 
sulcatis; interstitiis costatis; femoribus posticis incras- 
satis. Long, l'/a lin. 

Alle diese Arten, welche dieselbe Farbe, Behaarung, 
Sculptur der Flügeldecken haben und daher bei oberfläch- 
licher Betrachtung leicht verwechselt werden können, habe 
ich durch Schütteln von blühenden Bäumen, namentlich Myr- 



*) fiBLiov kleiner, kürzer, (,n'y^os Rüssel, nach Analogie von 
(M.iovqog, kurzschwänzig. 



365 

ten (Eugenia Temu) auf meinem Gut S. Juan in Valdivia er- 
halten; nur von A. meorrhynchum bin ich dessen nicht sicher. 

132. Oxycorynus minutus Ph. 

0. oblongus, depressus, rufus, griseo-pubescens; capite 
convexo; prothorace tenuissime punctulato, medio longitudina- 
liter subangulato, maiginibus integerrimo; elytris punctato- 
striatis. Long, l'/g lin. 

Habitat in prov. Santiago, rarus. 

Ist von 0. cribricollis Blanch. durch die geringere Grösse 
und das kaum punctirte, ganzrandige Haieschild sogleich zu 
unterscheiden. 

133. Anthonomus australis Ph. 

A. fuscus; pectore dense albo-squamofo; prothorace fere 
unicolore rufescente, vitt.a media obscura notato; elytris 
punctato-striatis, rufo-castaneis ; squamis albis hinc inde ma- 
culas irreguläres in iis formantibus. Long. excl. rostro 2y^ 
lin., lat. 1% lin. 

Pariter Valdiviam incolit. 

Der Kopf ist dunkelbraun, der Rüssel mehr rothbraun, 
besonders nach der Spitze hin; zvi^ischen den Augen steht ein 
Grübchen, Das Halsschild ist oben mehr mit kurzen Härchen, 
an den Seiten, wie die Brust, mit weissen Schüppchen be- 
kleidet und hat in der Mitte eine dunklere Längsbinde. Das 
Schildchen ist beinahe ganz weiss. Die Flügeldecken sind 
mit anliegenden Härchen und weissen Schüppchen bekleidet, 
welche letztern unregelmässige Flecke und Zeichnungen bil- 
den; namentlich unterscheidet man im hintern Viertel eine 
Art weisser Querbinde, vor derselben eine undeutliche rothe 
Binde und hinter ihr, da wo die mittleren Furchen sich ver- 
einigen, eine rothbraune, kahle, glänzende Stelle; vielleicht 
sind hier blos die Schuppen abgerieben. Die Schenkel sind 
stark keulenförmig, vor dem Knie ausgeschnitten und dünn, 
mit einem stumpfen, abgerundeten Zahn, ihre Farbe ist 
braunroth. 

134. Anthonomus variabilis Ph. 

A. rufus, magis minusve obscurus (a testaceo usque ad 
nigrum); pilis griseis decumbentibus vestitus prothorace medio 
haud pallide lineato; elytris grosse striato-punctatis, plerum- 
que bifasciatis. Longit. absque rostro ly^ lin. 

Habitat in floribus, Eugeniae Temu praesertim, prov. Val- 
diviae frequens. 

Der Rüssel ist massig gekrümmt, dünn, glatt, 2y2 mal 
so lang wie der Kopf. Dieser ist ziemlich fein und dicht 



punctirt. Die Fühler sind sehr dünn. Das Halssehild ist kaum 
breiter als lang, vorn verschmälert, so dass es ein Kegel- 
segment bildet, welches jedoch vorn etwas eingeschnürt ist, 
und ist dicht punctirt. Die Flügeldecken sind breiter als das 
Halsschild, etwa 3 — S'/j mal so lang, zweimal so lang wie 
breit, eiförmig; ihre Sclmlterecken bilden einen abgerundeten, 
rechten Winkel; sie zeigen stark vertiefte grobe Punktstrei- 
fen, deren erhabene Zwisclienräume schmal und wie es scheint 
glatt sind. Die Schenkel haben einen langen, spitzen Zahn. 
Der ganze Käfer, namentlich die Oberseite ist mit anliegenden, 
greisen Härchen bekleidet. 

Die Färbung variirt ungemein. Als Grundfarbe kann 
man Braunroth annehmen, das bald in Blassgelb, bald in Dun- 
kelbraun übergeht. In diesem letzteren Fall bleiben jedoch 
die Fühler bis auf die Keule, die Schienen und Tarsen, die 
Basis der Schenkel und meist auch die ganzen Vorderschenkel 
hell. Bei den hellen Exemplaren ist der Kopf bald ebenfalls 
hell, bald dunkelbraun, ja selbst schwarz, und pflegt dann 
auch der Vorderrand des Halsschildes dunkelbraun zu sein. 
Niemals zeigt dasselbe in der Mitte eine hellere Linie, son- 
dern es ist im Gegentheil gewöhnlich die Mitte dunkler. Das 
Schildchen ist mit den greisen Härchen dichter bedeckt als 
die übrigen Körpertheile. Was die Flügeldecken betrifft, so 
kann man als deren typische Färbung folgende annehmen: 
ein ziemlich gleichseitiges, aber abgerundetes Dreieck von 
dunkler Farbe, dessen Spitze nach hinten gekehrt ist, nimmt 
die Basis ein, hierauf folgt eine sparrenförmige, helle Binde, 
dann eine zweite sparrenförmige Binde von der dunkeln Farbe 
des Grundes und die Spitze der Flügeldecken ist wieder hell. 
Die dunkle Färbung ist bald braunroth, bald dunkelbraun. 
Bisweilen ist die dunkle sparrenförmige Querbinde auf zwei 
P'lecke reducirt, ganz wie bei A. ornatus Blanch. (Gay Tab. 
24 fjg, 10); selten fehlt dann auch wohl der dunkle Fleck 
am Grunde. Umgekehrt fliesst derselbe mit der dunkeln Binde 
in der Mitte zusammen, ja die Flügeldecken erscheinen fast 
ganz schwarz und die helle Querbinde, so wie die Spitze der 
Flügeldecken sind kaum etwas heller, braunroth, oder die 
F'lügeldecken erscheinen hell, gelblich und zeigen kaum An- 
deutungen der dunkeln Zeichnungen. Ich habe 73 Exemi)lare 
vor mir, welche alle Uebergänge zwischen diesen Zeichnungen 
zeigen, deren Extreme man sonst für verscliiedene Arten neh- 
men würde. 

135. Psilorrhinus tuberculosus Ph. 
Ps. rufus, lateribus prothoracis helvolis; luberculis duobus 
acutis inter oeulos, duobus in margine antico, et quatuor per 



367 

lineam transversam dispositis in medio prothoracis; variis lon- 
gitudinalibus in elytris, mediano cujusve elytri cristaeformi. 
Longit. incluso rostro 1^/^ lin. 

Patria 

Der Rüssel ist länger als Kopf und Halssehild zusammen- 
genommen und nimmt den dritten Theil der gesammten Kör- 
perlänge ein; oben zwischen den Augen stehen dicht bei ein- 
ander zwei kleine, nach hinten gerichtete Höckerchen. Das 
Halsseiiild ist am Vorderrand mit zwei dicht neben einander 
gestellten Höckern und in der Mitte der Länge mit vier in 
eine Querreihe gestellten Höckern versehen. Die Flügeldecken 
sind punctirt gestreift und auf jeder stehen drei Längsreihen 
Höcker; die erste Reihe hat nur zwei Höcker, einen kleinen 
vorn und einen in der Mitte, den grössten von allen, der zu- 
sammengedrückt, verlängert, einem Kamm ähnlich ist, indem 
er büschelförmige Haare trägt, die gleichsam vier bis fünf 
lange Zähne bilden; in der zweiten Reihe zähle ich vier 
Höcker, von denen der dritte und vierte weiter nach hinten 
als eben erwähnter Kamm stehen; in der dritten Reihe zähle 
ich drei, von denen der erste die Schulter bildet und in die 
Länge gezogen ist. Der ganze Käfer ist mit steifen, abste- 
henden Härchen bekleidet. 

136. Psilorrhinus valdivianus Ph. 

Ps. pallide fuscus, ventre, linea mediana prothoracis, fe- 
moribus anticis helvolis; capite et prothorace subinermibus; 
elytris fasciculato tuberculatis, tuberculis subaequalibus. Long, 
inclus. rostro 2 lin. 

Habitat in prov. Valdivia, legit. orn. Landbeck. 

Die Körperform ist wie bei der vorigen Art, höchstens 
ist der Rüssel etwas kürzer. Die innere Orbita ist gelbweiss 
geschuppt, allein die Stirn trägt keine Höcker. Das Hals- 
schild zeigt in der Mitte jeder Seite ein kurzes Bündel Bor- 
sten, das auf einem ganz schwachen Höcker zu stehen scheint, 
aber keine weiteren Höcker. Auch die Höcker der Flügel- 
decken sind schwach und mehr durch die Borstenbüschel, die 
sie tragen, als durch Erhöhung ausgezeichnet. Dabei sind sie 
alle gleich, nur der Schulterhöcker bildet einen starken Vor- 
sprung und ebenso sieht man einen solchen auf der Mitte 
ieder Flügeldecke. Diese sind übrigens gestreift-punctirt wie 
bei den andern Arten. 

137. Psilorrhinus elegans Ph. 

Ps. fuscus, dense squamosus; prothorace lateribus unitu- 
berculato, vittis duabus obliquis, albidis fere omnino tecta, 
quae maculam triangulärem nigram in medio relinquunt; ely- 



tris striatis, medio tuberculo cristato, posterius variis tuber- 
culis minoribus sculptis. Longit. c. 2 lin. An Ps, collaris 
Blancb.? 

In prov. Valdivia flores Eugeniae Temu incolit. 

Der Rüssel ist braunroth, bedeutend länger als Kopf und 
Halsscliild zusammengenommen. Die Fühler entspringen an 
seiner Spitze; ihr Schaft reicht bis an die Basis des Rüssels 
und legt sich in eine Furche desselben. Zwischen den Augen 
stehen zwei spitze Höckerchen. Der Kopf ist rothbraun und 
dicht mit kleinen Schüppchen bedeckt. Das Halsschild ist 
ziemlich trapezförmig, beinahe länger als breit, seine Seiten 
sind etwas convex und vor der Mitte mit einem Höckerchen 
versehen. Die Flügeldecken zeigen fast rechtwinklige Schulter- 
ecken und ihre Seiten laufen anfangs parallel; in der Mitte der 
Länge zeigt jede zwischen der zweiten und dritten Punktreihe 
einen kammförmigen Höcker, der mit schwarzen Borsten be- 
setzt ist, nahe am Vorderrand ein sehr schwaches Höckerchen 
und im hintern Theil mehrere kleinere Höckerchen, unter 
denen sich zwei nach aussen hinter einander gelegene aus- 
zeichnen. Bei einem ganz frischen Exemplar erscheinen die 
Flügeldecken mit röthlichen Schuppen bedeckt, bis auf die 
Mitte, wo sich ein kreisrunder schwarzer Fleck zeigt; an an- 
dern Exemplaren ist dieser Fleck verloschen und an der Stelle 
seines vorderen Randes sieht man eine bogenförmige weisse 
Linie. Der hintere, abschüssige Theil zeigt mehr oder we- 
niger deutlich eine breite, weissliche Querbinde. Die Beine 
sind rothbraun mit einem weissen Ring vor der Spitze der 
Schenkel; diese sind vor dem Knie dergestalt eingeschnürt, 
dass man beinahe einen stumpfen Zahn daselbst zu sehen 
glaubt. Ich würde glauben, dass Blanchard ein auf den Flü- 
geldecken abgeriebenes Exemplar dieses Käfers als Ps. col- 
laris beschrieben habe, wenn die Beschreibung der Höcker 
auf den Flügeldecken besser passte, allein seine Art ist kleiner 
und soll von Coquimbo sein. 

138. Psilorrhinus rufulus Ph. 

Ps. rufus, squamis flavis plus minusve tectus; prothorace 
in ulroque latere ante medium unituberculato, supra laevi; 
el3'tris obsolete tuberculatis, fasciculis setarum ornatis et ple- 
rumque postice nigricanti marmoratis; tuberculis inter oculos 
nullis. Longit. absque rostro 1.% lin. 

Habitat cum priore. 

Der Rüssel ist schwach gebogen, länger als Kopf und 
Halsschild. Das Halsschild ist von der gewöhnlichen Form; 
der Höcker im vordem Drittel der Seite ist bald stark, bald 
■wenig ausgeprägt; an den Seiten stehen die gelben Schuppen 



oft dichter. Die Schulterecken der Flügeldecken sind stärker 
abgerundet als bei der vorigen Art; auf jeder kann man drei 
Reihen Höckerciien unterscheiden, die aber mehr durch Borsten- 
büschel, die sie tragen, als durch Erhebung kenntlich sind; 
am deutlichsten sind noch zwei in der mittleren Reihe und 
im abschüssigen Tlieil der Flügeldecken gelegene. Die Beine 
sind gleichmässig beschuppt, ohne Schenkelring. 

139. Laemosaccus castaneus Ph. 

L. niger, dense granulatus; prothorace, elytris, pedibus 
rubro-castaneis; tuberculis elytrorum nullis. Longit. 3 lin., 
latit. i% lin. 

In prov. Santiago occurrit, satis rarus. 

Die Stirn hat eine Grube. Der Rüssel ist drehrund, ohne 
Spur von Furche oder Kiel. Das Halsschild ist ziemlich stark 
gewölbt, unmittelbar hinter dem Vorderrand stark zusammen- 
geschnürt, dann jederseits vorn aufgeschwollen, mit einer fei- 
nen, erhabenen Längslinie in der Mitte, die lange vor dem 
Vorder- und Hinterrand aufhört. Das schmale Schildchen 
springt stark vor. Die Flügeldecken sind an ihrer Basis we- 
nig breiter als das Halsschild und verbreitern sich nach hin- 
ten allmälig; an den Seiten erscheinen sie gradlinig; sie zeigen 
tiefe, punctirte Furchen und flache, stark gekörnelte Zwischen- 
räume; ihre Schultern sj)ringen hervor, im vordem Viertel 
hat jede Flügeldecke einen Eindruck nahe an der Naht und 
am Ende der 3. und 4. Furche eine Anschwellung, aber keine 
Höcker. Die Schenkel haben unten einen Zahn, der an den 
Vorderschenkeln sehr entwickelt ist. Mittelbrust, Hinterbrust 
und Bauch sind stark punctirt-gekörnt, kohlschwarz. 

140. Baridius flavipes Ph. 

B. oblongus, aeneus, nitidiesimus; prothorace crebre pun- 
ctato; elytris striatis, utroque postice bituberculato; pedibus 
luteis, genubus nigris. Long, ly^ — l'/j lin. 

Satis frequens in Urtica prov. Santiago, Aconcagua, 
Valdivia. 

Die Schultern stehen winklig hervor und jede Flügel- 
decke hat am Ende zwei ziemlich stumpfe, aber sehr auffal- 
lende Höckerchen, einen hinter dem andern. Dieser Umstand 
und die Farbe der Beine unterscheiden diesen Käfer sogleich 
von B. tenuis Bl. , welcher auf Loasa in den mittleren Pror 
vinzen häufig vorkommt. 

141. Centrinus thoracicus Ph. 

C. niger, albido-squamulosus; capite rostroque subnudis; 
dorso prothoracis atro, lateribus lineaque longitudinali mediana 



3t0 

aurantiacis; elytris immaculatis, propter tquamas setaeformes 
canescentibus. Longit, absque rostro IV3 lin., latit. elytror. 
% lin. 

In prov, Valdivia occurrit. 
'!! Dieser niedliche Käfer ist eiförmig, durchaus schwarz, 
aber mit Au.snahme des Kopfes und Rüssels, die beinahe kahl 
sind, mit weisslichen Schuppen bekleidet, die fast alle ver- 
längert, beinahe borstenförmig sind. Das Halsscliild ist an 
den Seiten und auf der ziemlich schmalen Mittellinie mit leb- 
haft orangefarbenen, dazwischen mit tief sammetscliwarzen 
Schuppen bedeckt. Die Flügeldecken sind regelmässig punc- 
tirt gefurcht, aber sonst ihre Sculptur wegen der weissen 
Schuppen oder Borsten nicht zu erkennen. Der Rüssel ist 
stark gekrümrat und schlank; die Schienen gegen das Ende 



142. Centrinus carinatus Ph. 

C. ovatus, omnino niger, nudus; rostro arcuato, punctu- 
lato, caeterum laevi- prothorace rugoso-punctato, linea longitu- 
dinali mediana elevata, laevi; elytris sulcatis; sulcis punctatis; 
interstitiis elevatis. Longit. absque rostro ly^ lin. 
n- Prov. Valdiviam incolit. 

Dem C. unicolor Blanch. Gay V. p. 400 ähnlich, aber 
weit kleiner, mit weit kürzeren Härchen bekleidet und durch 
die Sculptur des Halsschildes verschieden. Von der erhabenen 
glatten Längslinie in der Mitte desselben laufen schräg nach 
vorn auffallende Runzeln zwischen den vertieften Punkten, 
während bei C. unicolor das Halsschild gleichmässig punctirt 
ist, ohne Spur von Runzeln und erhabener Mittellinie. 

143, Lophocephala bioculata Ph. 

L. oblonga, parallela , albido-ferruginea; prothorace bre- 
vissimo, antice bituberculato, postice quadriluberculato; elytris 
striato-punctatis, tuberculatis, utroque in parte postica declivi 
macula atra, oeuliformi ornato. Longit. fere 3 lin., latit. 
1% lin. 

E. prov. Valdivia attuli. 

Der Kopf hat über und zwischen den Augen zwei mit 
kurzen, schwarzen Börstchen besetzte Höckerchen. Die Fühler 
sind rothbraun; der Schaft ist gegen die Spitze hin ziemlich 
keulenförmig verdickt; das erste Glied der Geissei ist gleich- 
falls ziemlich keulenförmig, das zweite ebensolang, aber dün- 
ner, die folgenden fünf kurz, kaum länger als dick, die Keule 
eiförmig, aschgrau. Das Halsschild ist oben flach, vorn über 
den Kopf vorgezogen, mit zwei Borstenbüscheln; dahinter 
folgt eine Querlinie, wie sie Blanchard (Gay V. T. 25 fig. 6) 



371 

von L. fasciolata abbildet, mit zwei Höckern in der Mitte, 
von denen zwei schwärzliche Streifen nach hinten gehn, allein 
der Raum zwischen dieser Querlinie und der Basis des Hals- 
schildes ist nur halb so lang als in der citirten Figur. Die 
Seitenränder sind wie die vorderen beiden Höcker mit langen, 
breiten Haaren oder Schuppen besetzt. Die Flügeldecken sind 
nicht breiter als das Halsschild mit seinen "Wimpern, voll- 
kommen parallel (nicht nach hinten verbreitert wie in der 
a. Figur), höckerig, punctirt- gestreift und dicht mit Schüpp- 
chen bedeckt. Hinten im abschüssigen Theil, dem Aussenrand 
näher als der Naht, sind zwei ovale, vertiefte, ebene, sammt- 
schM'arze Augenflecke. Die Beine sind rostgelb mit feinen 
Schuppen und einzelnen grösseren, weissen und schwarzen 
Schüppchen bedeckt. 

144. Cnemecoelus brevis Ph. 

Cn. ovatus, rufo-castaneus, nitidus; prothorace grosse et 
profunde punctato; interstitiis planis laevibus; elytris vix 
thoracem longitudine superantibus, profunde punctato- 
sulcatis; interstitiis latis, planis, laevibus, sub lente fortiore 
Serie punctorum minutorum ornatis; tibiis anticis intus barbatis. 
Long. 1% lin. 

In radice Andium prov. Santiago sub lapidibus legit filius 
Carolus. 

Der Rüssel ist, so wie der Kopf, fein punctirt und hat 
eine breite, ziemlich tiefe, von einer scharfen Kante einge- 
fasste Furche; auch die Seiten desselben sind gefurcht. Das 
Halsschild ist etwas länger als breit, vorn kegelförmig ver- 
schmälert, in den hintern zwei Dritteln oder drei Vierteln 
aber vollkommen cylindrisch. Die Flügeldecken sind kaum 
länger, aber etwas breiter als das Halsschild." Die Brust ist 
ebenfalls sehr grob punctirt. Sehr auffallend sind die langen, 
dicht gestellten, 'ziemlich weichen Wimpern an der innern 
Seite der Vorderschenkel. Ein zweites Exemplar befindet 
sich in der Sammlung des Herrn F. Paulsen. 

145. Cnemecoelus valdivianus Ph. 

Cn. oblongo-ovatus, piceo-niger, opacus; prothorace punc- 
tis grossis densissime cribrato; elytris seriato-punctatis, late- 
ribus grosse et oblique rugosis, subtuberculatis. Long. 
IV2 lin. 

In prov. Valdivia legi. 

Der grob punctirte Rüssel hat eine erhabene Längslinie 
in der Mitte. Der Prothorax ist etwas breiter als lang, vorn 
eingeschnürt, bald hinter der Einschnürung am breitesten, 
dann convergirt er wieder etwas nach hinten; er ist stark 



372 

gewölbt und mit sehr grossen, tiefen, runden oder vielmehr 
beinahe sechseckigen Grübchen versehen, die sehr schmale, 
erhabene Zwischenräume zwischen sich lassen. Die Flügel- 
decken sind breit eiförmig, mit Reihen grober, entfernter, 
eingestochener Punkte, aber nicht gefurcht und an den Seiten 
mit groben, schrägen Runzeln und Höckern versehen. Die 
Beine sind dunkelrothbraun und mit groben Börstchen besetzt. 

146. Cnemecoelus valparadisiacus Ph. 

C, oblongo-ovatus, subnitidus, ater; elytris pedibusque 
rufo-castaneis; illis parce albo-squamulosis, prothorace grosse 
et dense punctato; elytris sulcato-punctatis; interstitiis pla- 
nis, punctulatis. Longit. 2% lin. et minor. 

Prope Valparaiso sub lapidibus inveni. 

Der Kopf ist oben ziemlich glatt, der Rüssel dagegen 
dicht und grob punctirt, in seiner untern Hälfte mit einer 
glatten, erhabenen Mittellinie. Der Prothorax ist so breit wie 
lang, von der Mitte an nach hinten ziemlich parallel, ohne 
Spur von Furche oder Kiel. Die Flügeldecken sind kaum 
breiter als das Halsschild, fast zweimal so breit wie lang, 
auf denselben erhalten sich die weissen Schüppchen besser 
als auf dem Halsschild. Die vollkommen ebenen Zwischen- 
räume sind breiter als die Punktreihen und mit ein oder zMci 
Reihen feiner, eingestochener Punkte bezeichnet. Flügeldecken, 
Fühler und Beine sind lebhaft rothbraun. Von Cn. rubricoUis 
durch die punctirten, vollkommen flachen Zwischenräume der 
Flügeldecken, die Färbung etc.; von Cn. puncticollis durch 
halbe Grösse, braunrothe Beine etc. verschieden. 

147. Rhyssomatus ater Ph. 

Rh. omnino ater; prothorace rugoso - punctato , margine 
antico laevi; elytris profunde punctato-striatis, interstitiis ele- 
vatis; femoribus subtus bidentatis. Long, absque rostro l^s liQ' 

Prov. Valdiviam inhabitat. 

Der Kopf ist punctirt; der Rüssel zeigt feine erhabene 
Längslinien und ist zwischen denselben punctirt. Das Hals- 
schild ist einfach punctirt, nur in der Mitte laufen die erha- 
benen Zwischenräume zusammen und bilden so einige Längs- 
runzeln. Die regelmässige Sculptur der Flügeldecken unter- 
scheidet diese Art sogleich von Rh. crenulatus Bl. 

148. Cossonus canus Ph. 

C. omnino canus; capite grosse et dense punctato; pro- 
thorace reticulato-foveolato; elytris porcatis, sulcis grosse et 
distanter punctatis. Longit. 2 lin., latit. % lin. 

Habitat in prov. Valdivia. 



373 

Kopf und Rüssel sind mit groben, vertieften Punkten 
besetzt, die schmale erhabene Zwischenräume zwischen sich 
lassen; letzterer ist auf dem Rücken schwach gewölbt, ohne 
Furche und ohne Kiel. Die Fühler sind bis auf die schwam- 
mige weisse Spitze dunkelbraun und glänzend; der Schaft 
reicht nicht bis an den Vorderrand des Halsschildes und die 
Geissei ist kaum etwas länger als der Schaft; die Keule 
nimmt die halbe Länge der Geissei ein. Das Halsschild ist 
dicht hinter dem Vorderrand etwas eingeschnürt, erweitert 
sich bald und wird cylindrisch; es ist dicht mit groben Grüb- 
chen besetzt, deren erhabene Zwischenräume ein grobes Netz 
bilden. Die Flügeldecken sind etwas länger als Kopf und 
Halsschild zusammengenommen, hinter dem Halsschild etwas 
erweitert und dann allmälig .verschmälert; der Rand der Naht 
und die Zwischenräume zwischen den Punkt.' treifen bilden 
scharfe, schmale Leisten, so dass die Punktstreifen als dop- 
pelt so breite Furchen erscheinen, in denen die grossen Punkte 
entfernt und durch eine schwache Querleiste getrennt stehen. 
Die Unterseite ist dunkelbraun, grob und grubig punctirt, die 
Grübchen grauweiss. Die Beine sind punctirt, braun, mit 
weissen, anliegenden Härchen bekleidet; ^die dunkelbraunen 
Tarsen sind kaum halb so lang wie die plumpen Schienen. 
Scheint dem C. linearis ähnlich, den ich leider nicht verglei- 
chen kann. 

149. Cossonus nitidus Ph, 

C. castaneus, glaber; prothorace tenuissime punctato; 
elytris prothorace angustioribus, seriato-punctatis; interstitiis 
planis, laevibus. Long. 1'^/,^ lin. 

Prope Santiago? repertus in coli. orn. Ferd. Paulsen ser- 
vatur. 

Der Käfer ist sehr schlank. Der Kopf ist mit dem ziem- 
lich gekrümmten Rüssel so lang wie das Halsschild und beide 
sind glatt, glänzend, ohne Punkte. Das Halsschild ist ganz 
fein punctirt und etwas breiter als die Flügeldecken. Die 
Punkte der Flügeldecken stehen in Reihen, aber nicht in Fur- 
chen; die Zwischenräume zwischen je zwei Punkten derselben 
Reihe sind so erhaben, wie die Zwischenräume zwischen den 
Reihen selbst. Die Flügeldecken sind wenigstens dreimal so 
lang wie breit, fast zweimal so lang wie das Halsschild und 
folglich im Verhältniss bedeutend länger als bei C. castaneus 
Blanch. 

150. Cossonus nigro-piceus Ph. 

C. elongatus, glaber, nigro-piceus, nitidus; prothorace 
dense punctulato; elytris sulcato-punctatis, punctis sulco- 



374 

rum minutis, interstitiis transverse rugulosis; antennis pi- 
ceis; pedibus lubris, genubus plerumque obscuris. Longit. 
2 lin. 

In truncis et pedunculis Pourretiae coarctatae R. 
et P. legi polest. 

Der Rüssel ist etwas kürzer als das Halsschild, kaum 
gekrümmt, sehr glänzend; die Gegend zwischen den Augen 
ist dicht und fein punctirt und diese Punctirung setzt sich 
noch eine Strecke über die Basis des Rüssels fort. Das Hals- 
schild ist dicht und ziemlich grob, jedocii etwas feiner als bei 
C. castaneus punctirt. Die Flügeldecken sind etw^as breiter 
als das Halsschild, fast zweimal so laug, im Verhältniss etwas 
länger als bei C, castaneus Bl. und schmaler als bei C. niti- 
dus; die Punkte in den Furchen sind weit kleiner als bei der 
von Blanchard beschriebenen Art, deren Diagnose folgender 
Gestalt zu ändern sein dürfte: 

Cossonus castaneus Bl. 

C. elongatus, glaber, castaneus, nitidus; prothorace dense 
punctalo; elytris striato-punctatis; punctis sulcorum sat gros- 
sis; interstitiis parum transversim rugulosis; pedibus rubris. 
Long. 1% lin. 

Vielleicht hat aber Blanchard auch die vorige Art ge- 
meint. 

151. Calandra chilensis Ph. 

C. rufa; eljtris interdum maculis pallidioribus quatuor 
ornatis; prothorace punctato-granulato; eljtris sulcatis, reticu- 
lato-punctatis; pygidio seluloso. Long. 2'/4 lin. 

Habitat in truncis et polius pedunculis Pourretiarum, nee 
non in granariis modo C. granariae etiam in Peruvio. 

Der Kopf ist ziemlich fein punctirt; der Rüssel etwas 
schlanker als bei C. oryzae, bald (^bei den $?) glatt, bald (bei 
den (^?) bis zur Spitze gefurcht und netzartig punctirt. Das 
Halsschild ist vorn gerandet und auf dem Rand gekörnelt, 
sehr dicht punctirt, weit feiner als bei C. oryzae, mit erha- 
benen Zwischenräumen, so dass es wie gekörnelt erscheint. 
Die Flügeldecken sind gefurcht und die Furchen punctirt mit 
erhabenen Zwischenräumen zwischen den Punkten; die Zwi- 
schenräume zwischen den Furchen erscheinen ebenfalls ge- 
körnelt. Der hintere Theii derselben ist mit sehr kurzen, 
der Steiss mit längeren, gelben Börstchen besetzt. Die Schen- 
kel sind ebenfalls gekörnelt. 

152. Calandra laevicosta Ph. 

. , . p. castanea, unicolor; prothorace grosse punctato, nitido; 



375 

elytris fortiter punctato-striatis; interstitiis elevatis laevissimis, 
nitidis. Long. 2 lin. 

Hab. in prov. Santiago. 

Der Rüssel ist glatt, glänzend und hat am Ursprung zwei 
Reihen vertiefter Punkte, die dem Glänze keinen Eintrag thun. 
Das Halsschild ist ebenfalls stark glänzend, obgleich es mit 
grossen, vertieften Punkten dicht besetzt ist. Die Flügeldecken 
haben sehr tiefe Punktstreifen, deren eingestochene Punkte 
sehr gross sind und schmale, erhabene, glatte, stark glänzende 
Zwischenräume. Die Unterseite ist grob punctirt. Die Beine 
sind heller, melir braunroth. 

153. Bostrichus sulcicollis Ph. 

B. valde elongatus, obscure castaneus, glabriusculus; pro- 
thorace antice rotundato, subproducto, valde tuberculato, tu- 
berculis fere uncinatis, caeterum punctulato, dorso laeviusculo, 
sulcato; elytris dense et subseriatim punctatis, postice decli- 
vibus, subcoiivexis; sutura in declivitate marginata. Longit. 
2'/4 lin., latit. 2/3 lin. 

Patria 

Die Unterseite des Kopfes, der Rand der Oberlippe, die 
Fühler sind mit langen, weisslichen Haaren bekleidet; die 
drei letzten Fühlerglieder, welche eine durchbrochene Keule 
bilden, erscheinen gelblich, die andern sind braunroth. Das 
Halsschild ist anderthalb mal so lang wie breit, vorn vorge- 
zogen, aber gerundet und mit drei oder vier Querreihen Höcker 
besetzt, von denen die untern aufgerichtet und hakenförmig 
sind; dazwischen steht kurzer Flaum. Der übrige Theil des 
Halsschildes ist einfach punctirt; eine feine Längsfurche ver- 
läuft vom Vorderrand bis zum Hinterrand, ist aber besonders 
in der hinteren Hälfte auffallend , wo die Punkte zu beiden 
Seiten fehlen und das Halsschild sehr glänzend ist. Die Flü- 
geldecken sind dreimal so lang wie breit, hinten schräg ab- 
gestutzt, im abgestutzten Theil schwach ausgehöhlt und hier 
treten die Ränder der Naht wulstig hervor. Sie sind dicht, 
grob und reihenweise punctirt. Die Beine sind braunroth, die 
Tarsen gelblich. 

154. Hylesinus bieolor Ph. 

H. oblongus, obscure niger, pilis brevibus seu potius 
tuberculis piliformibus dense obtectus; prothorace antice parum 
angustato; elytris obscure rufis, striatis, in declivitate postiua 
concavis. Long, ly^ lin. 

In prov. Valdivia invenit oin. Landbeck. 

Der Stiel der Fühler ist braunroth, die eiförmige, ziem- 
lich spitze Keule ist schwarz. Das Halsschild iet nicht viel 



376 

länger als breit, vorn nur massig verschmälert, mit einem 
schwachen Quereindruck nahe am Vorderrand. Die Flügel- 
decken sind hinten wohl gerundet, haben aber in der Mitte 
des abschüssigen Tlieiles eine flache Vertiefung. Die Schenkel 
sind in der Mitte schwärzlich, an beiden Extremitäten roth- 
braun, die Schienen am Grunde rothbraun, sonst schwarz; sie 
sind stark verbreitert, am Aussenrande erst mit langen feinen 
Borsten, dann mit langen Zähnen dicht besetzt. Das letzte 
Tarsenglied ist so lang wie die drei vorhergehenden. 

155. Mycetophagus chilensis Ph. 

M. obscure fuseus, dense punctulatus, appresse puberulus; 
elytris haud striatis, in margine laterali obsolete rufo macu- 
latis; ore, antennis, pedibusque rufis. Longit. 3 lin. , latit. 

In prov. Valdivia reperitur. 

Das Epistom ist ziemlich lang, abgestutzt, von der Stirn 
duicli eine stumpfwinklige Furche getrennt. Die Oberlippe 
ist beinahe halbkreisförmig. Die Fühler sind so lang wie 
Kopf und Halsschild zusammengenommen; das erste Glied ist 
wenig verdickt, kaum länger als das zweite und kürzer als 
das dritte, welches das längste von allen ist; die folgenden 
nehmen allmälig an Länge ab und an Dicke zu; das letzte 
ist 1 Va mal so lang wie das vorhergehende, länglich-eiförmig, 
stumpf. Das Hal^pchiid ist vorn abgestutzt, hinten doppelt 
so breit, und doppelt, aber schwach gebuchtet; die Seitenränder 
sind regelmässig gekrümmt. Das Schildclien ist fast zweimal 
so breit wie lang. Die Flügeldecken sind so breit wie das 
Halsschild und etwa 2y2 mal so lang, länglich eiförmig, stark 
gewölbt; sie zeigen einen rothbraunen Fleck auf der Schulter 
und zwei Flecke derselben Farbe am Aussenrand, die jedoch 
wenig in die Augen fallen, indem sie nicht lebhaft genug sind. 
Die Beine sind dunkel rothbraun. An den Vordertarsen sind 
nur drei Glieder deutlich sichtbar, das erste ist fast so lang 
wie* das dritte, das zweite ist kurz. Die mittleren und Hin- 
tertarsen zeigen deutlich vier Glieder; das erste ist das längste, 
so lang w ie das vierte, das zweite ist so lang wie das dritte. 

156. Callichroma laevigata Ph. 

C. virescens, antennis pedibusque nigris; capite protho- 
raceque supra bituberculato hirsutis; elytris laevissimis, atro- 
viridibus, vitta flavescente in medio unius cujusque; abdomine 
viridi; margine segmentorum flavescente. Long. corp. 12 lin., 
latit. in basi eljtrorum S^/j lin. 

Prope oppidum Valdivia lecta fuit. 

Diese Art muss sehr selten sein, da ich mir in zehn 



377 

Jahren nur ein einziges Exemplar habe verschaffen können. 
Der Kopl' ist grob punetirt, mit einer tiefen Furche oder Grube 
oben, die bis zum Ursprung der Fühler reicht, pechschwarz, 
mit ziemlich langen weissen Haaren dicht besetzt. Die Fühler 
sind 19 Linien lang, also IVa "i^l so lang wie der Körper; 
ihre ersten drei Glieder sind pechschwarz, stark glänzend, 
die folgenden sind matt, dunkelbraun. Der Prothorax ist wie 
der Kopf mit groben, ziemlich entfernten, vertieften Punkten 
und weissen Haaren besetzt; er hat etwas vor der Mitte und 
in einer Linie mit den Seitendornen zwei starke, stumpfe 
Höcker und vor denselben eine Einschnürung, so dass der 
Vorderrand stark emporsteht. Das Schildchen ist sehr stark 
behaart. Die Flügeldecken sind am Grunde bedeutend breiter 
als das Halsschild und ihre Seiten laufen fast gradlinig nach 
hinten zu; die Schultern treten stark hervor und sind durch 
eine Vertiefung scharf abgesetzt; die Naht ist mit einem er- 
habenen Rand eingefasst; der Seitenrand ist bis vor die Spitze 
doppelt, Sie sind sehr glatt und glänzend, ohne Punkte, ohne 
Haare, dunkelgrün, mit einem gelben, allmälig in die Grund- 
farbe übergehenden Längsstreilen, der von der Vertiefung 
neben der Schulter anfangend dem Aussenrande parallel läuft 
und etwas vor der Spitze aufhört. Die ganze Brust ist schwarz 
und mit weisslichen, ziemlich langen Haaren besetzt. Der 
Hinterleib ist beinahe kahl, mit entfernten, vertielten Pünkt- 
chen, schmutzig grün; die einzelnen Segmente mit gelben 
Rändern. Die Beine sind rein schwarz, glänzend, mit ent- 
fernten vertieften Punkten; die Schenkel sind behaart, die 
Fusssohlen mit rostgelbem Filz bekleidet. 

157. Hephaestion cyanopterus Ph. 

H. niger; antennis nigris; prothorace quadrispinoso; ely- 
tris modice angustatis, puichre ciialybeis, rugulosis praeser- 
tim in basi; pedibus (praeter annulum rufum femorum posti- 
corum) omnino nigris; abdomine rubro, apiee nigro. Long. 
$ 13y2 lii-i latit. in basi elytror. S'/j li'i- 

In prov. Valdivia captiim est. 

Wir kennen nur ein Exemplar, ein Weibchen. Diese Art 
ist dem H. ocreatus Newm. sehr ähnlich, aber auf den ersten 
Blick durch die Farbe der Beine zu unterscheiden; Vorder- 
und Mittelsehenkel sind nämlich durchaus schwarz und die 
Hinterschenkel haben nur einen ziemlich schmalen, dunkel 
rothbraunen Ring vor der Spitze. Die Flügeldecken glänzen 
zwar auch, aber minder lebhaft und sind fein gerunzelt, na- 
mentlich am Grunde; sie sind dunkel stahlblau, ohne allen 
violetten Schimmer. Die letzten zwei Segmente des Hinter- 

25 



378 

leibes sind unten sov^ olil wie oben schwarz. Die Fühler über- 
treffen die halbe Körperlänge nur wenig, 

158. Hephaestion fiavicornis Ph. 

H. ater, parce pilosus, parum nitidus; antennis (apiee 
nigro exeepto) flavis; prothorace quadrispinoso; elytris mo- 
diee angustatis, dehisceutibus, violaeeo-chalybeis, valde nitidis; 
ab dorn ine (praeter segmenta penultimum atque ultimum 
supra nigra) luteo; pedibus nigris, femoribus luteo-annulalis. 
Longit. ^ 14 lin,, latit. in basi eljtr. S'/j lin. 

Pariter provinciam Valdiviam inhabitat. 

Dem H. oereatus Newm. durch Grösse, Gestalt und schön 
violette glänzende Färbung der Flügeldecken sehr ähnlich, 
aber sogleich durch die gelben Fühler zu unterscheiden; von 
H. pallidicornis Germain Ann. Soc. ent. 1858 p. 493 durch 
bedeutendere Grösse und rothgelben Hinterleib verschieden. 
Die Fühler sind gelb bis auf die Spitze des vierten und die 
drei letzten Glieder. Die Dornen der Brust sind spitz, na- 
mentlich die beiden seitlichen; im hintern Theil unterscheidet 
man deutlich zwei runde flache Höcker und dicht vor dem 
Hinterrand eine liefe, dreifach gebuchtete Querlinie. Neben 
dem Schildchen erhebt sich jederseits — Mie bei jener Art 
und wie bei cyanopterus — ein stark hervortretender Höcker, 
der durch eine tiefe Einsenkung vom Schulterhöcker getrennt 
ist. Sämmtliche Beine sind schwarz bis auf einen rothgelben 
Ring vor der Spitze der Schenkel, der auf den Hinterschen- 
keln so breit wird, dass er wohl die Hälfte des Gliedes ein- 
nimmt. 

159. Hephaestion iopterus Ph. 

H. nigro-coeruleus, nitidus; antennis nigris, ante apicem 
albo-annulatis; eljtris chalybeo-violaeeis, pone medium 
in loram angustissimam angustatis; pedibus anterioribus omnino 
nigris; basi femorum posticorum, tarsisque posticis 
albis. Longit. 7 lin., latit. in basi elytr. 1% ^i^- 

Patria E. collectione oinat. Ferdin. Paulsen. 

Ein Männchen. Der Körper ist so lang wie bei H. macer, 
aber etwas breiter. Der Kopf ist fein punctirt, schwarz mit 
stahlblauem Schimmer; er hat eine liefe Längsfurche und eine 
gebogene Querfurche trennt Epistom und Stirn. Die Mund- 
theile sind schwarz. Die Fühler sind etwas länger als der 
Körper, kohlschwarz, mit Ausnahme des 9., 10. und der Basis 
des 11, Gliedes, welche gelblichweiss sind. Das Halsschild 
hat, wie bei den andern Arten, vier kegelförmige Höcker, 
Von denen die seitlichen spitzer und länger sind und hinter 
denselben zwei wenig in die Augen fallende Erhabenheiten; 



379 

es ist stark flaumhaarig. Die Flügeldecken sind prachtvoll 
stahlblau mit violettem und rothem Schimmer; sie klaffen 
ziemlich weit von einander und beginnen von der Mitte an 
sehr schmal zu werden. Brust und Hinterleib sind punctirt, 
schwärzlich stahlblau, erstere flaumhaarig-, letzterer kalil. Die 
Vorder- und Mittelbeine sind ganz schwarz; die Hinterschenkel 
aber sind in der ersten Hälfte weiss und ebenso sind die 
Hintertarsen weiss bis auf die Spitze des Klauengliedes und 
die Klauen selbst, die bräunlich sind. H. violaceipennis F. 
et G. Ann. Soc. entom. 18G1 muss dieser Art sehr ähnlich 
sein , soll aber ganz schwarze Fühler haben. 

160. Hephaestion corralensis Ph. 

H. angustus, violaceo-niger; antennis omnino nigris; 
elytris ab humeris usque ad apicem angustissimis; pedibus 
longissimis, nigris; tarsis posticis albis. Longit. 7 lin. 

Prope Corral, portum Valdiviae lectus est. 

Von H. gracilipes Blanch. fast allein durch die ganz 
schwarzen Fühler verschieden und vielleicht blosse Varietät; 
doch ist mir bei keiner Art bekannt, dass der weisse Ring der 
Fühler unbeständig ist. 

161. Hephaestion holomelas Ph. 

H. omnino ater; eljtris post tertium longitudinis in laci- 
niam angustissimam, dimidium abdomen aequantem attenuatis. 
Long. 10 lin. 

E. prov. Colchagua specimen attulit Landbeck. 

Die Fühler sind schlank, kaum kürzer als der Körper 
(9 Linien lang), das fünfte Glied und die folgenden sind zu- 
sammengedrückt und kantig. Der Prothorax ist tiefschwarz, 
beinahe sammetartig glänzend und die Höcker auf seinem 
Rücken ragen sehr wenig hervor und sind sehr stumpf. Die 
Flügeldecken sind tief schwarz und matt; der breitere Basal- 
theil erreicht nicht den Anfang des Hinterleibes; der schmale 
Theil erweitert sich etwas gegen die Spitze hin. Die Hinter- 
schenkel reichen nur wenig weiter als die Spitze der Flügel- 
decken. 

162. Hephaestion fuscescens Ph. 

H. pallide fuscus; capite, prothorace, antennisque obscu- 
rioribus; antennarum articulis 9 et 10 albidis; protliorace 
obtuse quadrituberculato; elytris sensim angustatis, pedibus 
anticis pallidis. Long. 7 lin. 

In prov. Valdivia ])rope Corral lectus fuit. 

Der ganze Käfer ist mit feinem Flaumhaar bedeckt. Kopf 
und Halsschild sind beinahe schwarz. Die Fühler sind so 

25* 



380 

lang wie der Körper; ihr erstes Glied ist schwärzlich, die 
folgenden werden allmälig heller, das 9. und 10. sind fast 
ganz Meiss, das letzte ist blassbraun. Der Prothorax ist vorn 
eingeschnürt, der hintere Theil hat an jeder Seite in der Mitte 
einen stumpfen, aber sehr auffallenden Höcker und oben vier 
in ein Quadrat gestellte, wenig merkliche Höckerchen. Die 
Flügeldecken sind so gestaltet wie bei H. virescens; sie ver- 
schmälern sich bis zur Mitte ihrer Länge allmälig und nicht 
sehr bedeutend, dann bleiben sie gleich breit, begeben sich 
aber nach und nach von einander und divergiren an der Spitze 
stärker; sie sind dicht und ziemlich fein punctirt. Unten ist 
die Brust dunkelbraun, mit weissliclien Härchen bekleidet. 
Der Hinterleib ist am eisten und letzten Glied gelblich, sonst 
braun. Die Vorderbeine sind ganz und gar hellbraun; die 
Mittelschenkel sind in ihrer zweiten Hälfte dunkelbraun, ihre 
Schienen grünlich und ihre Tarsen schwärzlich. Hinterschen- 
kel und Hinterschienen sind ebenso gefärbt, aber an den Tar- 
sen ist das erste Glied gelblich, das zweite und dritte blass- 
braun, das letzte dunkelbraun. 

163. Callisphyris Schythei Ph. 

C. niger, hirsutus; antennis nigris, basifulvis; elytris rufis, 
apicenigris; pedibus fulvis; tarsis anteriorum nigris; femoribus 
posticis tenuibus, medio annulo angusto nigro, nigro-piloso 
cinctis; tibiis posticis fulvis, in parte apicali nigris, nigro- 
pilosis; tarsorum arliculo ultimo et saepe quoque duobus ante- 
cedentibus nigris. Longit. $ 13 '/j ün., latit. prothor. 3 lin. 
An. Univ. Chil. 1862 2. p. 212. 

Habitat in freto Magellanico. 

Vom Herrn Gouverneur G. Schythe erhalten. Auf den 
ersten Blick ist diese Art der C. semicaligata Ph. Germain 
(C. leptopus Ph.) sehr ähnlich, ja vielleicht blosse Varietät. 
Die Schenkel sind in beiden Geschlechtern dünner; der schwarze 
King der Hinterschenkel ist schmaler, schwächer behaart; die 
Tarsen der vorderen Beine sind fast ganz schwarz; auf den 
Scijenkeln der Mittelbeine finde ich keinen schwarzen Fleck. 
Beim Männchen sind die Fühler länger als der Körper, beim 
Weibchen erreichen sie knapp drei Viertel der Körperlänge. 

164. Callisphyris annulata Ph. 

C. nigra; anlennarum articulis 1, 2, 3, 4, basique reli- 
quorum, elytris dimidium abdomen aequantibus, a medio inde 
valde constrictis, palpis, pedibus anterioribus rufo-testaceis; 
femoribus posticis medio nigris, nigro dense pubescentibus; 
tibiis posticis annulo lato, mediano, nigro, nigro longius hir- 



381 

suto cinctis; apicibus articulomm tarsi postici nigris, ceterum 
pedibus posticis lufo-testaceis. Long. O'/j lin. 

In prov. Colchagua specimen invenit orn. Landbeck. 

Die Basis des Clypeus und der Rand der Oberlippe sind 
gelb. Die Fühler sind 8 Linien lang, das vierte Glied ist so 
lang wie zwei Drittel des Dritten, das fünfte etwas länger 
als das dritte und jedes der folgenden ziemlich so lang wie 
das fünfte. Die vier ersten sind ganz und gar röthlich, die 
folgenden oben schwarz mit röthlichem Grrunde, unten röth- 
lich mit schwarzer Spitze. Die Höcker des Prothorax sind 
sehr stumpf. Die Flügel sind schwarz, ilir äusserer oder vor- 
derer Rand jedoch roth. Die Hinterschenkel sind kürzer als 
der Hinterleib, wenig gekrümmt, grösstentheils schwarz und 
der schwarze Theil mit weit kürzeren Härchen besetzt als 
bei C. macropus Kevvm. und semicaligata Germ. Die 
Hinterschienen sind so lang wie ihre Schenkel; der schwarze 
Ring derselben nimmt den dritten Theil ein und trägt längere 
Haare als der schwarze Ring der Schenkel; die Enddornen 
sind schwarz. Das erste Glied der Tarsen ist fast ganz roth, 
die folgenden sind nur am Grunde roth. 

165. Platynocera annulata Ph. 

PI. capite corporeque atris, margine antico et postico pro- 
thoracis, margine postico mesothoracis, triumque segmentorum 
primorum abdominis argenteis; elytris abdomine brevioribus, 
mox in loram angustissimam coarctatis, nee non antennis, 
femoribus, tibiisque rufis; tarsis nigris. Longit. 8 lin., latit. 
2 lin. 

Ad pedem glaciei perpetuae montis Nevado de Chillan 
specimen cepi. 

Der Kopf ist in der Mitte eingedrückt, fein punctirt, dicht 
und lang behaart, das Epistom aber ist glatt und glänzend. 
Die Palpen sind braunroth, ihr letztes Glied abgestutzt und 
schwärzlich. Die elfgliedrigen Fühler sind nur 4y2 Linie 
lang, daher das Exemplar wohl für ein Weibchen anzuspre- 
chen ist; ihr erstes Glied ist keulenförmig, das zweite klein, 
beinahe kugelig, das dritte schlank, etwas länger als das erste, 
das vierte etwas kürzer, aber ebenfalls schlank, die folgenden 
allmälig dicker, so dass der letzte Theil der Fühler beinahe 
gesägt erscheint. Der Thorax ist ziemlich kugelig, dicht be- 
haart, an jeder Seite mit einem deutlichen, wenn auch spitzen 
Höcker; der vordere Rand, so wie der hintere mit kurzen, 
anliegenden, silberweissen Haaren bekleidet. Das Schildchen 
ist an der Spitze abgerundet und mit einem Grübchen ver- 
sehen. Die Flügeldecken erreichen kaum die halbe Länge 
des Hinterleibes und haben ziemlich die Gestalt wie bei PI. 



383 

bicolor F. Ph., d. h, sie stehen in der Mitte zwischen der 
Gestalt einiger Arten Hephaestion und Callisj)hyris, indem sie 
sich bald in einem schmalen Streifen zusammenziehen und 
etwas divergiren; oben sind sie mit angedrückten, goldgelben 
Haaren bedeckt; man erkennt ziemlich deutlich die gewöhn- 
lichen beiden Rippen. Der Hinterleib ist wie die Brust, be- 
sonders auf der Bauchseite, mit silberweissen Ringen verziert 
und eine silberweisse Binde findet sich auch auf jeder Seite 
des Mesosternon und vor der hintern Hälfte. Schenkel und 
Schienen sind ziemlich kurz. 

Ein zweites von Herrn Landbeck in der Nähe des Meeres 
bei Clico gefangenes Exemplar weicht etwas ab, was viel- 
leicht eine Folge der Verschiedenheit des Geschlechtes ist. 
Kopf und Thorax sind kahl und der Prothorax nur in der 
Mitte der hinteren Hälfte grob punctirt. Die Palpen sind 
ganz schwarz. Die Fühler sind wenig länger, aber weit dün- 
ner, gegen die Spitze hin schwärzlich, stärker gezähnt, kaum 
zusammengedrückt, auch die Beine sind bedeutend schlanker, 
aber nicht länger. 

Ich erlaube mir zu bemerken, dass Blanchard seinem Ge- 
nus Platynocera „pedes elongatos, praesertim posteriores''' zu- 
schreibt (Gay V. p. 471) allein die Figur von PI. rubriceps 
zeigt die Beine ziemlich kurz und die hinteren unbedeutend 
länger als die vorderen; sie haben ganz dasselbe Verhältniss 
wie bei unserer Art. 

166. Callideryphus collaris Ph. 

C. totus niger, valde hirsutus; antennis omuino fulvis; 
prothorace punctato, in margine postico dense albo- 
ciliato; scutello niveo-tomentoso; elytris apice inermibus, 
profunde punctatis, transverse rugosis; pedibus nigris, tibiis 
anticis fuscis; lateribus pectoris et abdominis albo maculatis. 
Long. 4 lin. 

In prov. Santiago non valde rarus. 

Kopf, Halsschild und Flügeldecken sind oben mit auf- 
rechten, langen, schwarzen Haaren bekleidet, die Unterseite 
der Brust und die Beine mit langen, weissen Haaren und der 
Hinterrand des Halsschildes, der Mittelbrust, so wie zwei meist 
vom Flügeldeckenrande verdeckte Stellen jederseits am Hin- 
terleibe sind mit schneeweissen, anliegenden Haaren dicht be- 
deckt; noch feiner und dichter sind die schneeweissen Här- 
chen des Schildchens. Die Schenkel sind ziemlich keulen- 
förmig. Lange habe ich diese Art für C. tenuis Blanch. (Gay 
V. p. 489) gehalten, allein sie ist wohl verschieden, denn 
1) soll diese Art nur halb so gross sein (2% Lin.), 2) soll 
bei derselben die Spitze der Füiilerglieder schwärzlich sein, 



383 

was bei C. collaris entschieden der Fall nicht ist, 3) wird 
nur vom Kopf gesagt, er sei villosus, während unsere Art 
auf Kopf, Brust und Flügeldecken hirsuta ist, 4) sagt Blan- 
chard kein Wort von dem weiss behaarten Rand des Hals- 
schildes und den weiss behaarten Stellen der Unterseite. Hr. 
Ferd. Paulsen hat mich zuerst darauf aufmerksam gemacht, 
dass diese Art von C. tenuis verschieden sein müsse. Ich be- 
sitze ein Exemplar, an welchem die äussere Hälfte beider 
Flügeldecken rostgelb ist. 

167. Callideryphus niger Ph. 

C. ater, pilis albis sat longis in capite, prothorace, basi 
eljtrorum, parte inferiore corporis, pedibusque vestitus; pro- 
thorace dense, grosse et profunde punctato; scutello dense 
albo-pubescente; eljtris grosse punctatis, transverse rugosis; 
antennis nigris, apicem versus rufis; pedibus om- 
nino nigris; femoribus satis clavatis. Long. 2'/2 — 3 lin. 

In prov. Aconcagua mensi Septembri inveni. 

Von C. tenuis Blancb. unterscheidet sich diese Art durch 
die grösstentheils schwarzen, allmälig gegen die Spitz,e braun- 
roth werdenden Fühler, die bei jener Art braunroth mit schwärz- 
licher Spitze der Glieder sein sollen; durch kohlschwarze 
Vordertarsen; durch ihre Behaarung; und von C. clathratus 
F. et G. Ann. Soc. ent. (Juni 1860) durch ihre am Grunde 
schwarzen und keineswegs rothgelben Fühler und durch die 
Sculptur der Flügeldecken, welche durchaus nicht „clathrata''' 
genannt werden können. 

168. Brachychilus modestus Ph. 

Br. niger, nigro-hirsutus, subtus cano-pubescens; antenna- 
rum articulo primo nigro, reliquis fulvis; elytris seriato-punc- 
tatis, nigris, ad latera utrinque maculis tribus parvis albis 
notatis; tibiis tarsisque omnibus fulvis. Long. 3 lin. 

Habitat rarius in prov. Santiago. 

Vielleicht blos Varietät von Br. lituratus Bl., doch sind 
die Fühler (bis auf das erste Glied, welches schwarz ist) 
heller roth, die Schienen und Tarsen sämmtlicher Beine 
sind rothgelb und statt der hübschen, weissen Querbinden 
findet man nur an der Aussenseite der Flügeldecken drei kleine 
grauweisse Flecke. 

169. Psathyrocerus'-') nigripes Ph. 

Ps. obscure aeneus, undique cinereo-sericeus; capite pro- 



*) S. Blanchard bei Gay bist, de Chile Zool. V. p. 523. Dies 
Genas unterscheidet sich von Orsodacna durch die Verbreiterung der 
fünf letzten Fühlerglieder. 



384 

thoraceque tenuiter, elytris grosse punctatis; prothorace sub- 
quadrato, lateribus antice rotundatis; pedibus nigris. Longit. 
2% lin. 

Habitat prope Valdiviam. 

Von den übrigen mir bekannten Psathyrocerus-Arten un- 
terscheidet sich die gegenwärtige leicht durch die schwarzen 
Beine. Das erste Tarsenglied der Vorderbeine ist an den 
beiden vorliegenden Exemplaren verdickt, was vielleicht Kenn- 
zeichen des einen Geschlechtes ist. 

170. Psathyrocerus valdivianus Ph. 

Ps. ovatus, rufescens, sat dense sericeus; prothorace trans- 
verso, niedio transversim depresso, lateribus medio unidentatis, 
ante dentem convexis, pone eum fere concavo convergentibus; 
elytris grosse punctatis, subfasciatis, pedibus pallide testaceis. 
Long. 2 Jin. 

Frequens in prov. Valdivia, praesertim in Colletia cre- 
nata. 

Die Stirn hat in der Mitte einen Eindruck und ist bald 
so braunroth vsie der übrige Körper, bald schwärzlich mit 
.Bronceglanz, Die Fühler sind fast von Anfang an bräunlich, 
die Spitze der Glieder schwärzlich. Das Halsschild hat, wie 
bei Ps. testaceus, einen queren Eindruck, der namentlich an 
den Seiten auffallend ist, aber seine Gestalt ist nicht dieselbe. 
(Bei Ps. testaceus ist das Halsschild an den Seiten vorn ge- 
rundet, dann ziemlich parallel, ohne Zahn in der Mitte.) Es 
ist bald einfarbig rothbraun, bald zeigt es zwei nach hinten 
divergirende schwärzliche Striemen, die weder Vorderrand 
noch Hinterrand erreichen. Aul" den Flügeldecken sieht man 
drei schwärzliche, undeutliche Querbinden, die mehr einer 
andern Stellung der Härchen, als einer verschiedenen Färbung 
des Grundes ihren Ursprung verdanken. Von Ps. variegatus 
Bl., den ich noch nicht gefunden, unterscheidet sich die mit 
Striemen auf dem Halsschild gezierte Varietät dadurch, dass 
die Striemen hinten niclit verbunden sind, und dadurch, dass 
die Flügeldecken drei Quer binden zeigen, auch soll Ps. va- 
riegatus dunkle Beine haben. 

171. Psathyrocerus rufus Ph. 

Ps. oblongus, sericeus, rufus, plerumque unicolor; protho- 
race tenuissime punctato, transverso, lateribus parallelis, antice 
tantummodo convergentibus; elytris grosse punctatis, humeris 
et loco prope scutelUim inflatis; antennarum basi pedibusque 
rufis. Long. 274 — 2 yj lin. 

Valdivia. 

Der Kopf hat einen flachen Eindruck auf der Stirn und 



385 

ist, sowie das Halsschild, sehr fein punctirt, während die Flügel- 
decken grob punctirt sind. Die Fühler werden gegen die 
Spitze hin schw ärzlich. Als Normalform sehe ich die einfach 
bräunlichroth gefärbten Individuen an, eine Varietät hat 
schwärzliche Flecke auf den Buckeln neben dem Schildchen, 
eine zweite ausserdem einen oder zwei schwarze Striemen 
auf jeder Flügeldecke. Von Orsodaena unicolor Bl. durch die 
hinten nicht verschmälerten, feiner punctirten Flügeldecken, 
abgesehen von den Fühlern, leicht zu unterscheiden. 

172. Psathyrocerus flavescens Ph. 

Ps. ovatus, omnino pallide testaceus; capite, prothorace, 
elytrisque aeque et grosse punctatis; vertice haud sulcato, 
oculis nigris; prothorace fere sexangulari, lateribus sc. medio 
angulatis; elytris prothorace multo latioribus; humeris valde 
prominentibus. Long. 1 ^/^ lin. 

Locum ubi captus ignoro. 

Diese kleine Art ist sehr leicht daran zu erkennen, dass 
Kopf und Halsschild eben so grob punctirt sind wie die Flü- 
geldecken; sie ist dabei mit ziemlich weitläuftigen, abste- 
henden Härchen bekleidet, Kopf und Halsschild sind bis- 
weilen etwas dunkler, röthlich. Die Fühler werden gegen 
die Spitze bräunlich. Betrachtet man das Halsschild von der 
Seite, so erscheint es auf dem Rücken eben; seine Gestalt ist 
beinahe sechseckig, indem in der Mitte des Seitenrandes ein 
Zähnchen sieh befindet, der hintere Theil desselben parallel 
nach hinten läuft, der vordere aber etwas nach vorn con- 
vergirt. 

173. Orsodaena grandis Ph. 

0. omnino testaceo-rufa, grosse et sine ordine punctata, 
praesertim in elytris; thorace transverso, medio dilatato et 
subangulato, lateribus aeneo-micante. Longit. 4'/4 lin. 

Valdivia, rara. 

Der Kopf ist so breit wie das Halsschild, fein punctirt; 
die Augen treten so weit hervor wie die Winkel des Hals- 
schildes. Zwischen den Fühlern ist eine halbkreisförmige, 
vorn offene Furche, voq welcher nach hinten eine schwache 
Längsfurche läuft, die jedoch den Hinterrand nicht erreicht. 
Die Fühler sind reichlich zwei Drittel so lang wie der Kör- 
per, etwas vor den Augen und entfernt von einander einge- 
fügt, fadenförmig, gegen die Spitze hin allmälig dünner; das 
erste Glied ist dick, birnförmig, das zweite Glied klein, fast 
kugelig, die folgenden Glieder fast walzenförmig, nur wenig 
gegen die Spitze hin verdickt, stark behaart; das dritte ist 
etwas länger als das vierte, sonst nehmen die Glieder all- 



mälig an Länge zu, wenn gleich der Unterschied sehr unbe- 
deutend ist; das letzte Glied ist vollkommen eylindrisch (nicht 
eiförmig, wie es nach Blanchard bei Orsodacna sein soll). 
Die Maxillarpalpen sind ziemlich schlank, das letzte Glied in 
der Mitte etwas verdickt, am Ende deutlich abgestutzt. Das 
Halsschild ist fast zweimal so breit wie lang, sechseckig, 
indem jede Seite in der Mitte einen stark vorspringenden, 
wenngleich abgerundeten Winkel zeigt; die vier Ecken sprin- 
gen in Gestalt kleiner Spitzchen hervor; es ist gleichmässig 
von einer Seite zur andern gewölbt, von vorn nach hinten 
aber eben und gröber punctirt als der Kopf. Das Schild- 
chen ist klein, rothbraun, sehr glänzend, nicht punctirt. Die 
Flügeldecken sind wenigstens viermal so lang wie das 
Halsschild, vorn gerade abgestutzt, an den Seiten parallel, 
hinten gerundet, grob und unregelmässig punctirt; die Schul- 
tern stehen stark hervor und eine Einsenkung am Vorderrand 
vor denselben macht sie noch auffallender. Hinter dem Schild- 
chen ist eine flache, beiden Flügeldecken gemeinsame kreis- 
förmige Vertiefung. Die Beine sind massig lang, ziemlich 
gleich; die Schenkel massig verdickt; die Schienen gegen die 
Spitze hin verbreitert, abgestutzt, so lang wie die Schenkel; 
die Tarsen so lang wie die Schienen. Die zwei ersten Glieder 
derselben sind verkehrt dreieckig, das dritte zweilappig, das 
vierte schlank. Die Klauen haben am Innenrand in der Mitte 
einen stumpfen, wenig merklichen Zahn. Der ganze Körper 
ist mit feinen, auf der Brust und den Flügeldecken dicht an- 
liegenden Härchen bekleidet. 

174. Chlamys picta Ph. 

Chi. quadrato-oblonga, nigra, elytris ferrugineo-maculatis ; 
prothorace subtiliter rugoso-punctato, lateribus vix tuberculato, 
dorso elevato, gibboso, gibbere-bicristato, medio canaliculato; 
elytris grosse et foveolato-punctatis, lineisque elevatis longi- 
tudinalibus transversisque flexuosis sculptis; pedibus ferrugineis, 
fusco-annulatis. Long, ly^ lin., latit. 1 lin. 

A'^aldivia. 

Der Kopf ist fein punctirt, schwarz; die Bucht der Au- 
gen, ein Fleck jederseits unter dem Ursprung der Fühler 
und die Oberlippe sind braungelb. Das Halsschild ist im 
Ganzen trapezförmig, jederseits mit einem deutlichen Winkel 
kurz vor dem Hinterrand, hinter diesem Winkel etwas ein- 
gezogen. Der Hinterrand ist in der Mitte sehr stark nach 
hinten vorgezogen, stärker als bei der ganz schwarzen Art, 
die ich für Chi. apricaria Lac. halte. In der Mitte ist der 
gewöhnliche, stark erhabene Höcker, der durch eine breite, 
jederseits von einem scharfen Kamm eingefasste Längsfurche 



387 

getheilt ist; von der Seite gesehen zeigt jeder Kamm in der 
Mitte einen Einschnitt. An jeder Seite des Halssehildes stehen 
im Dreieck drei kleine, wenig aufTallende Höckerchen. Die 
vier Ecken desselben sind bisMeilen gelb. Die Flügeldecken 
zeigen eine ähnliche Sculptur wie Chi. apricaria, allein die 
vorderen drei Viertlieile zeigen eher erhabene Linien oder 
Runzeln, die gekrümmt sind, der Länge und Quere nach ver- 
laufen und sich in der Mitte der Krümmung höckerartig er- 
heben, als bestimmte, leiclit zu zählende Höcker; wo die 
Flügeldecken nach hinten abfallen, stehen auf jedem zwei 
isolirte Höcker. Die Färbung derselben ist braungelb mit 
braunen Zeichnungen am Grunde und einer Art Querbinde in 
der Mitte, beide undeutlich begränzt. Brust und Hinterleib 
sind stark punctirt; der Steiss hat bisweilen in der Mitte eine 
hellgelbe Linie und jederseitn am Rand einen gelben Fleck. 
Die letzten Hinterleibsringe sind ebenfalls am Rande nach 
dem Steiss hin gelb. Die Beine sind gelb; Schenkel und 
Schienen haben in der Mitte einen breiten, schwarzbraunen 
Ring. 

175. Chlamys minuta Ph. 

Chi. oblonga, nigra, plus minusve luteo - variegata; pro- 
thorace punctulato, medio gibhoso; gibbere vix sulcato, haud 
eristato; lateribus tuberculatis; elytris grosse punctatis, rugas 
elevatas tuberculaque gerentibus; pedibus luteis, nigro annu- 
latis, vel fere omnino nigris. Long, l'/g lin. 

Valdivia. 

Der runde, nur durch eine seichte, breite Längsfurche 
getheilte Höcker des Halsschildes, dem die erhabenen, schar- 
fen Kämme felilen, statt deren sich nur schwach erhabene, 
schräge unterbrochene Linien zeigen, zeichnet diese Art unter 
den chilenischen sehr aus. Betrachtet man den Käfer von 
der Seite, so liegt der Gipfel des Höckers in einer Linie mit 
den Flügeldecken und eine tiefe Furche begränzt ihn hinten; 
ein seichter Einschnitt theilt ilin wie bei der vorigen Art in 
eine vordere und hintere Hälfte; die Seiten dieses Höckers 
und die Seiten des Halsschildes darunter zeigen kleine Höcker. 
In der Sculptur der Flügeldecken kann ich keinen erheblichen 
Unterschied entdecken. An beiden Exemplaren, die ich vor 
mir habe, zeigt die Stirn vier gelbe Flecke, ausserdem finde 
ich einen gelben Fleck unter dem Ursprung der Fühler und 
die gelbe Oberlippe; am Vorderrand des Halsschildes stehen 
zM'ei gelbe Flecke und in der Mitte eine verkürzte, erhabene, 
gelbe Längslinie; sonst sind Halsschild und Flügeldecken bei 
dem einen Exemplar ganz braunschwarz, beim andern dage- 
gen gelb gefleckt, ja mehr braungelb als schwarz. Der Steiss 



388 

ist beim letzten Exemplar fast ganz braungelb, beim ersten 
fast ganz pchwarz. Brust und Hinterleib sind bis auf den 
gelben Rand am Steiss schwarz. 

Cryptocephalus. Blanchard besehreibt bei Gay V. 
p. 537 zwei Arten Cr. elegans und Cr. chilensis; beide ge- 
hören zusammen und ist Cr. chilensis das Männchen, Cr. ele- 
gans das Weibchen; wir schlagen vor, den ersteren Namen 
beizubehalten. 

176. Eumolpus? valdivianus Ph. 

Eu. glaberrimus, aeneus; prothorace puncticulato; eljtris 
puuctato-striatis; basi antennarum pedibusque rufis. Longit. 
1% lin. 

Valdivia. 

Der Kopf ist fast senkrecht geneigt, sehr fein punctirt, 
mit einer tiefen Längsgrube auf der Stirn. Die Fühler sind 
entfernt von einander vor den Augen eingelenkt; das erste 
Glied ist dick, eiförmig, das zweite Glied so lang wie das 
dritte, aber dicker; das 3., 4., 5., 6. gleich lang, walzig, etwa 
zweimal so lang wie dick, das 7. etwas länger, gegen die 
Spitze verdickt und noch mehr ist dies der Fall beim 8., 9. 
und 10.; das 11. ist eiförmig, mit einem spitzlichen Anhang 
am Ende, der etwa halb so lang ist als der breite Theil; 
die ersten drei oder vier Glieder sind rotli , die folgenden 
schwärzlich. Die Augen sind ziemlich vorstehend, kreisrund. 
Die Mandibeln dick, breit, an der Spitze selbst abgestutzt, 
am Innenrand vor der Spitze ein seichter Ausschnitt. Die 
Maxillen sind zweilappig, der innere Lappen länglich, an 
der Spitze gerundet, der äussere etwas länger, am Grunde 
gekrümmt, sonst älmlich. An den Maxillar tastern ist das 
zweite und dritte Glied gleich lang, das letzte länglich eiför- 
mig, spitzlich zulaufend, die Spitze selbst abgestutzt. Die 
Unterlippe ist fast so breit wie lang, ausgerandet. Das 
Halsschild ist kaum breiter als lang, vorn abgestutzt, an 
den Seiten gerundet; der hintere Rand etwas convex, an den 
Seiten und hinten ist das Halsschild fein gerandet. Das 
Schildchen hat die Gestalt eines gleichseitigen Dreiecks 
mit convexen Schenkeln und abgerundeter Spitze; es ist sehr 
glänzend, glatt, nicht punctirt. Die Flügeldecken sind 
bedeutend breiter als das Halsschild und etwa zweimal so 
lang; ihre Seitenränder laufen grösstentheils parallel; die Ober- 
fläche zeigt Reihen eingestochener Punkte und eine seichte 
Furche am Grunde trennt die Schultern ab. Schenkel und 
Schienen haben nichts Ausgezeichnetes; die Tarsen sind 
so lang wie die Schienen und die ersten drei Glieder sind 
sehr breit; das erste und zweite sind verkehrt dreieckig, das 



389 

dritte tief gelappt. Die Vorderhüften sind getrennt, aber 
das Brustbein ist flach, nicht vorstehend. Die Färbung zeigt 
folgende Verschiedenheiten: 

a. schwarz, mit Bronceglanz; die Spitze der Flügeldecken 
und bisweilen der Rand derselben sind braunrotli; 

ß. der Käfer ist oben blauschwarz, die Spitze der Flü- 
geldecken roth, die Füsse sind kastanienbraun; 

y. oben broncegrün; Fühler und Beine kohlsch\A arz. 

Diese Form bildet vielleicht eine eigene Art, sie ist auf- 
fallend breiter, aber wir besitzen nur ein einziges Exemplar. 

177. Myochrous quadridentatus Ph. 

M. oblongo-ovatus, fuscus, dense pubescens; prothoracis 
supra inaequalis lateribus bidentatis; elytris ovatis, valde con- 
vexis, postice perpendicularibus, triseriatim tuberculatis, postice 
fascia arcuata, albida ornatis. Longit. 2y2 — ^Va ^in., latit. 
IV2 lin. 

Patria.... 

Der Scheitel ist gefurcht, namentlich zwischen den Augen 
und in der Mitte heller, während der Theil oberhalb der 
Augen beinahe kahl und schwarz ist. Die Fühler sind bei- 
nahe rothbraun. Der Prothorax ist oben uneben, mit gelben, 
anliegenden Härchen dicht bekleidet, darunter beinah roth- 
braun; jede Seite l)at in der Mitte zwei Zähnchen, von denen 
der hintere etwas stärker zu sein pflegt; betrachtet man den 
Käfer von der Seite, so zeigt das Halsschild jederseits drei 
schwache Erhabenheiten. Das Schildchen ist klein, dreieckig, 
kahl, schwarz. Die Flügel sind eiförmig, stark gewölbt, mit 
drei hinten convergirenden Reihen Knötchen; die beiden In- 
nern Reihen erreichen beinahe die Naht, da, wo hinten die 
Flügeldecken anfangen abschüssig zu werden. Ausserdem 
steht jederseits etwas hinter dem Schildchen an der Naht ein 
Höcker und gegen das Ende der Naht stehen vier bis fünf 
in zwei Reihen gestellte Höckerchen zwischen der dritten 
Reihe und dem Aussenrande. Die Flügeldecken sind eben- 
falls braun, mit weissliehen, anliegenden Härchen bekleidet, 
welche nach hinten eine halbmondförmige, Aveissliche Binde 
bilden; auch ist die Gegend dicht um das Schildchen weiss- 
lich. Die Schenkel sind stark verdickt und haben unten einen 
Dorn. Da die Bekleidung der Beine nicht so dicht ist, wie 
die des Körpers, so erscheinen sie mehr rothbraun. 

M. asperatus und conspurcatus Bl. haben ebenfalls eine 
weiosliche Quer binde auf den Flügeldecken, aber das Hals- 
schild hat bei diesen jederseits nur einen nach hinten ge- 
stellten Dorn. 



390 

178. MyochrousteiTOSUsPh. 

M. oblongo-ovatus, piceiis, dense sericeus; antennis rufis; 
protliorace supra aequali, latere foveolato, subunidentato; 
el^'tris ovatis, modice convexis, tiiseriatim tuberculatis, eoQ- 
coloribus. Longit. 2'/2 lin-, latit. 1^3 lin. 

Patria.,.. 

Kopf und Halsschild sind weniger stark behaart als bei 
der vorhergehenden Art, gänzlicli dunkel rolhbraun. Das 
Halsschild zeigt keine Längsfurche und keine Runzeln und 
erscheint, von der Seite gesehen, auf dem Hucken eben; jeder- 
seits ist nach dem Rande liin eine Vertiefung und an deren 
hinterm Ende hat der Rand einen Dorn; bisweilen ist auch 
eine schwache Andeutung eines vordem Doms da. Die Flü- 
geldecken sind hinten gleichmässig und weit schwächer ge- 
wölbt als bei der vorigen Art, etwas kürzer, ähnlich punctirf, 
und haben dieselben Höcker; sie sind einfarbig, ohne Binde. 
Die Schenkel der Hinterbeine haben einen Zahn. 

Von M, as])eratus, conspurcatus, quadridentatus sogleich 
durcii den Mangel der weisslichen Binde auf den Flügeeldecken 
verschieden, von M, humilis Bl. durcli schwache Wölbung der 
Flügeldecken. 

179. Noda splendida Ph. 

N. tota cuprea, splendidissima; thorace eljtrisque tenuis- 
sime punctatis; punetis elytrorum seriatis corpore subtus pe- 
dibusque atris. Longit. 1 lin. 

Habitat ad radicem Andium in prov. Santiago. 

Unterscheidet sich von N. aurea Blanch. durch mindere 
Grösse, weit stärkeren Glanz, viel feinere Punctirung und 
schwarze Färbung der Unterseite des Körpers und der Beine, 
sowie durch die in Reihen gestellten Punkte der Flügeldecken. 

180. Phaedon? rubripes Ph. 

Ph. corpore atrocjaneo; prothorace, pedibus praeter ul- 
timum tarsorum articulum, basique antennarum rubris; eljtris 
dense sparsim punctatis, cyaneis. Long. 2 lin. 

Valdivia. 

Wir besitzen nur ein Exemplar. Die Gestalt ist im All- 
gemeinen eiförmig. Der Kopf ist schwarzblau, fein punctiit 
und zeigt zwischen den Fühlern eine vertiefte Querlinie , die 
einen seiir stumpfen, nach oben gerichteten Winkel bildet. 
Die Fühler sind von einander entfernt vor den Augen einge- 
lenkt, etwas länger als der halbe Körper; die ersten vier 
Glieder roth, die folgenden schw^arzgrau; das zweite Glied 
ist unbedeutend kürzer als das dritte, die fünf letzten Glieder 
sind verbreitert, das letzte ist das längste und ziemlich zu- 



391 

gespitzt. (Nach Blanchard bei Gay V. pag. 547 sollen bei 
Phaedon die drei letzten Glieder verbreitert sein; bei seinem 
Ph. Buqueti 1. c. sind es aber — wie bei unserer Art — 
die letzten fünf, nur ist das letzte Glied etwas kürzer, nicht 
so spitz, mehr eiförmig.) Die Maxillartaster sind abgebrochen. 
Das Halsschild itt fast zweimal so breit wie lang, vorn und 
hinten abgestutzt, an den Seiten im hintern Tlieil parallel, 
vorn zugerundet; es ist ziemlich fein und dicht punctirt und roth. 
Das Schildchen ist blauschwarz und zeigt einige eingestochene 
Punkte. Die Flügeldecken sind breiter als das Halsschild, 
weit gröber punctirt, au den Seiten parallel, dunkelblau. Die 
Vorderbrust ist roth; Mittelbrust, Hinterbrust und Hinterleib 
sind schwarzblau, mit weitläuftigen eingestochenen Punkten. 
Die Beine sind roth bis auf das letzte Tarsenglied, das schwarz 
ist; das erste Tarsenglied ist etwas länger als das zweite. 

181. Lina rubricollis Ph. 

L. aenea; prothorace grosse punctato, rubro; eljtris punc- 
tato striatis, striis punctisque postice obsoletis; prosterno, ti- 
biis, tarsisque rufis. Long. 2% lin., lat. l'/a lin. 

Prope Santiago rara invenitur. 

Der Kopf ist broncegrün, glatt, nicht punctirt, mit einer 
dem Augenrande parallelen gekrümmten Furche jederseits und 
einer Querfurche, welche beide in der Mitte vereinigt. Die 
Fühler sind braun, die ersten Glieder aber röthlich, glänzend. 
Das Halsschild ist breiter als lang und seine Seitenränder sind 
in ihrer grössten Länge parallel und nur vorn nach einwärts 
gekrümmt; es ist roth und grob, beinahe grubig punctirt, 
namentlich an den Seiten, die Mitte ist weit glatter. Das 
Schildchen ist kupferbraun, glatt, nicht punctirt. Die Flügel- 
decken sind breiter als das Halsschild, an den Seiten beinahe 
parallel, lebhaft broncegrün, mit Punktstreifen, die in den 
letzten zwei Drittheilen fast verloschen sind; nur die beiden 
Punktreihen jederseits an der Naht und am Rande reichen 
weiter nach hinten. Die Palpen sind beinahe schwarz; ihr 
letztes Glied ist eiförmig und so lang wie das vorletzte. Die 
Vorderbrust ist roth, die Mittelbrust, Hinterbrust, der Unter- 
leib tiud schwarz mit broncegrünem Schiller, letzterer flaum- 
haarig. Die Schenkel sind broncegrün, am Grunde und an 
der Spitze röthlich, die Vorderschenkel fast ganz röthlich. 
Die Schienen und die drei ersten Tarsenglieder sind roth, das 
letzte schwarz. 

182. Chrysomela nitida Ph. 

Chr. ovata, valde convexa, nitidissima, nigro-aenea; labro, 
palpis, antennis, pedibus, margine elytrorum, maculis in parte 



392 

postica eorum cum margine confluentibus flavis; prothorace 
laevissimo; eljtris striato-punctatis. Longit. 1% lin. , lalit. 
1 lin. 

In prov. Valdivia satis frequens. 

Das Epistomium ist durcli eine tiefe Furche vom Kopf 
geschieden, der ganz glatt und glänzend ist. Das Hals&child 
ist überaus glatt und glänzend, niclit jiunctirt, fast zweimal 
so breit wie lang, der Hinterrand kaum viel länger als der 
Vorderrand, die Seiten etwas gebogen, die hinteren Winkel 
spitzlich. Die Flügeldecken sind fast so breit wie das Hals- 
schild, stark gewölbt, sehr glänzend, ungeachtet sie Reihen 
ziemlich entfernter, wenig tief eingestochener Punkte zeigen. 
Die Fühler sind etwas länger als der halbe Körper, weit 
entfernt von einander und unter den Augen eingefügt, fast 
ganz fadenförmig, indem die letzten Glieder sehr wenig dicker 
als die ersten sind; das eiste ist dick ^ie gewöhnlich. Die 
Taster sind kurz; das letzte Glied ist eil'öimig und spitz. Die 
Vorderhüften sind weit von einander entfernt, aber das Brust- 
bein zwischen denselben ist nicht erhaben, sondern flach. (Bei 
Strichosa eburata, mit der diese Art einige Aehnlichkeit hat, 
ist dasselbe erhaben, hinten breiter und in Folge einer tiefen 
Furche scheinbar gabelförmig. Wenn Blanchard bei Gay V. 
p. 550 sagt mesosternum obtuse porrectum, so scheint mir 
dies nicht klar ausgedrückt; dasselbe tritt zwischen den Vor- 
derschenkeln kaum merklich hervor in Gestalt eines kurzen, 
stumpfwinkligen Dreiecks, dessen Scheitel jedoch scharf, nicht 
abgerundet ist.) 

183. Chrysomela obscura Ph. 

Chr. ovata, valde convexa, nitidissima, nigro-aenea; labro 
palpis, antennis pedibusque luteis; prothorace grosse et di- 
stanter punctato; elytris striato-punctatis. Longit. 1% lin., 
laut. 1 lin. 

Prope Santiago rara invenitur. 

Der vorigen Art, was Gestalt, Grösse und Färbung im 
Allgemeinen betrifft zum Verwechseln ähnlich, allein die Flü- 
geldecken sind ohne gelbe Ränder und ohne gelbe Zeichnung 
und das Halsschild mit groben, weitläuftig gestellten, einge- 
stochenen Punkten. 

184. Chrysomela? quadristriata Ph. 

Chr.? oblonga, nigra, margine elytrorum, apice tibiarum, 
primisque tarsorum articulis flavis; prothorace lateribus et 
postice grosse punctato; striis quatuor punctorum grossorum 
in quovis elytro. Longit. 2 lin. 

Patria.... 



393 

Der Käfer ist länglich, schwach gewölbt. Der Kopf hat 
zwischen den Augen eine Querfurche, die sich jederseits nach 
unten biegt und mit einem runden Grübchen endigt 5 von die- 
sem entspringt eine gebogene Furclie, die dem Augenrande 
parallel nacii oben verläuft Die Fühler entspringen vor den 
Augen, ziemlich weit von einander entfernt und sind länger 
als der halbe Körper; das erste Glied ist das dickste, das 
zweite das kürzeste, die folgenden nehmen allmälig an Länge 
und Dicke zu, das letzte ist das längste, länglich eiförmig, 
spitz; die Fühler sind niclit so dick wie bei Pliaedra Buqueti 
oder Lina erythroptera, aber dicker als bei Galleruca (potius 
Haltica?) ianthina Bl. Das letzte Glied der Palpen ist kurz, 
eiförmig, abgestutzt. Das Halsschild ist fast zweimal so bieit 
wie lang; seine Seitenränder sind vorn gekrümmt, bald grad- 
linig und etwas nach hinten diveigirend; die Seiten und ein 
schmaler Streifen am Hinterrand sind grob und weitläuftig 
punctirt. Das Schildchen ist glatt. Die Flügeldecken sind 
wenig breiter als das Halsschild, nach hinten nur wenig ver- 
breitert, fast parallel zu nennen und etwa zweimal so lang 
wie breit; jede hat vier Reihen grober, eingestochener Punkte, 
die vor dem Ende aufhören, da, wo die Flügeldecken hinten 
abfallen. Nur die erste Reihe fängt gleich beim Vorderrand 
an, die drei andern erst in ziemlicher Entfernung von dem- 
selben; dicht am Vorderrand ist ein tiefes Grübchen, welches 
dem Zwischenraum zwischen der zweiten und dritten Punkt- 
reihe entspricht; die dritte, vierte, äusserste Reihe ist die 
kürzeste. Die Beine haben niciits Ausgezeichnetes. 

185. Coelomel-a viridis Ph. 

C. corpore, prothorace eljtri.sque viridibus; capite pone 
oculos lutescente; punctis quatuor nigris in prothorace per 
arcum dispositis; antenuis nigiis, basi viridi articulatis; femo- 
ributf praeter basin, tibiisque rubris; tarsis rubris apice nigris. 
Longit. 3y4 — 3'/2 ^^^-i Ititit. fere 2 lin. 

In prov. Santiago in Duvaua dependente vivit, jam 
medio hyeme, mensi Julio, capta. 

Wir geben die Beschreibung dieser Form, die -wir für 
neu halten, da sie in mehreren Punkten nicht mit der von 
Blanchard bei Gay gegebenen der C. mutans übereinstimmt. 
Der Kopf zeigt zwischen den Augen eine doppelt gekrümmte 
Querlinie und eine verkürzte Längsliuie. Die Mandibeln sind 
am Grunde grün, an der Spitze schwarz, dreizähnig. Die 
Fühler sind sehr lang; beim Männchen messen sie 2% Linien, 
ihr erstes Glied ist keulenförmig und an der Spitze aussen 
mit einem Zähnchen versehen, grün, innen schwarz; das zweite 
ist das kürzeste von allen, verkehrt kegelförmig und mit einem 

26 



394 

kleineren Zähnehen versehen, am Grunde und innen schwarz, 
sonst grün; das dritte ist wenig länger und beinahe ebenso 
dick, walzenförmig, am Grunde eingeschnürt; das vierte und 
fünfte sind dick und alle am Grunde und aussen schwarz, 
sonst grün; die folgenden Glieder sind dünner, ziemlich wal- 
zenförmig, ganz und gar schwarz. Die Fühler des Weibchens 
sind etwas kürzer und die ersten Glieder weniger verdickt. 
Bei Gay bind dagegen die Fühler T. 32 fig. 6 f. nach der 
Spitze hin verdickt gezeichnet, was freilich mit der Be- 
schreibung vol. V. p. 533 in Widerspruch stellt. Die Palpen 
sind schwarz. Das Halsschild ist zerstreut punctirt; die vier 
schwarzen Fleckchen desselben bilden einen nach vorn con- 
vexen Bogen, die äussern stehen nahe am Hinterrand, die 
Innern kaum vor der Mitte der Länge. Die Flügeldecken sind 
zerstieut punctirt und an allen Exemplaren ungetleckt. Die 
Schenkel sind am Grunde gelblich, sonst roth; das erste Glied 
der Tarsen ist keinesweges so lang wie die drei folgenden 
zusammengenommen (casi tan largo como los siguientes reu- 
nidos p. 553!}, sondern nimmt nur den dritten Theil der Ge- 
sammtlänge ein, wie es die Figur richtig zeigt. Bei den 
Männchen ist das erste Glied der Tarsen an den Vorderbei- 
nen verbreitert, fast breiter als die Schiene und das letzte 
Tarsenglied, während es an den andern Beinen ebenso wie 
beim Weibchen ziemlich schmal ist. Die Unterseite des Kör- 
pers ist sehr fein behaart. 

Galleruca. 

Blanchard führt 1. c. pag. 554 und 555 zwei chilenische 
Arten Galleruca auf, G. decorata und G. ianthina; aber beide 
haben Springbeine und namentlich hat die erste sehr ver- 
dickte Schenke], man muss sie also wohl zu Haltica bringen. 

186. Haltica decorata (Galleruca d.) Bl. 

Gay will diese Art in den Cordilleren des (Cerro?) Azul 
in der Provinz Santiago gefunden haben; in der Provinz San- 
tiago ist mir kein Cerro azul bekannt, der Cerro azul liegt 
in der Provinz Maule. Unsere Exemplare stammen von un- 
serem Gut St. Juan in der Provinz Valdivia und haben mehr 
eine metallisch grüne als eine blaue Färbung. Das Halsschild 
hat keine Spur von einer Querfurclie, die Hinterschenkel sind, 
wie gesagt, sehr dick; die Hinterschienen enden mit zwei ge- 
krümmten Dornen, weshalb die Art vielleicht zu Diabolia zu 
bringen ist, und haben in zwei Drittel der Länge aussen einen 



*) d. h. fast so gross als die folgenden zusammen. Red. 



187. Haltica?^ianthina (Galleruca i.) Bl. (Grapto- 
dera?) 

Die Hinterschenkel sind nur massig verdickt, das Hals- 
Schild zeigt eine schwache, aber doch deutlich erkennbare 
Querfurche, die Vorderhüften sind deutlich durch das Brust- 
bein getrennt. Gay giebt nur Santiago als Fundort an, doch 
ist diese Art in der Provinz Valdivia sehr häufig. 

188. Haltica? atrocyanea Ph. (Graptodera?) 

H. ovata, tota nigro-cyanea, raro nigro-violacea; protho- 
race basi transversim haud sulcato; elytris punctulatis; an- 
tennis pedibusque nigris^ femoribus posticis perparum incras- 
satis. Long. 2^/4 lin. 

Valdivia, Puerto Montt. 

Etwas kleiner als die weit gemeinere H. ianthina, die 
meist 2y3 Lin. lang ist (Blanchard giebt freilich nur 2^/4 Lin. 
an). Das Halsschild ist im Verhältniss ein wenig schmaler 
und zeigt keine Spur von Querfurche. Die Flügeldecken sind 
zwar immer noch ziemlich fein, aber doch weit gröber punc- 
tirt als bei ianthina, bei der man oft Mühe hat, überhaupt 
Punkte zu unterscheiden. Die Hinterschenkel sind so wenig 
verdickt, dass ich zweifelhaft bin, ob der Käfer springt und 
nicht vielmehr zu Galleruca gebracht werden muss. Wegen 
dieses Umstandes, weil Blanchard seiner G. ianthina nur 2^4 
Linie Länge zuschreibt und kein Wort von einer Querfurche 
des Halsschildes spricht, habe ich anfangs geglaubt, er habe 
unter diesem Namen die blau violette Varietät gegenwärtiger 
Art gemeint, allein er schreibt seiner Art violette Beine zu 
und die unserige hat sie ganz schwarz. Ihre Vorderhüften 
sind durch das Brustbein deutlich getrennt. 

189. Haltica annulicornis Ph. (Graptodera?) 

H. nigra, aeneo-micans; vertice, apice articulorum anten- 
narum, basi femorum, apice tibiarum, tarsisque flavis; protho- 
race transverso, laevissimo, postice bifoveolato, sulco tenui 
transverso foveas jungente; elytris prothorace vix latioribus, 
sparsim punctulatis. Long. 2V2 liQ'.', latit. fere iy2 lii- 

Patria 

Der Umriss des Körpers ist länglich-eiförmig. Auf dem 
Scheitel stehen zwei aneinander stossende, mit der Basis das 
Halsschild berührende dreieckige Flecke. Die Fühler sind 
wenigstens halb so lang wie der Körper und das Ende sämmt- 
licher Glieder ist gelblich. Die Palpen sind gelblich. Das 
Halsschild ist breit, quer, vorn schwach ausgebogen, mit voi*- 
springenden, aber abgerundeten Winkeln, hinten doppelt, aber 
schwach gebuchtet; die Seiten sind etwas gebogen, nach hinten 

26* 



396 

divergirend und gerandet; die Oberfläche ist ohne Punkte, 
zeigt aber am Hinterrand zwei ziemlich grosse und tiefe Längs- 
gruben, deren vordere Enden durcli eine feine, vertiefte Quer- 
linie verbunden sind; die vorderen Winkel sind gelb, sonst 
ist das Halsschild schwarz und glänzend. Das Schildchen ist 
gelb. Die Flügeldecken haben nichts Ausgezeichnetes. Die 
Hinterschenkel sind bedeutend verdickt; die Schienen ohne 
Dorn am Ende, flaumhaarig, besonders nach aussen; die Tar- 
sen sind drei Viertel so lang wie die Schienen und ihr erstes 
Glied ist so lang wie die beiden folgenden. Die Vorderhüften 
sind durch einen sehr schmalen Vorsprung des Brustbeins 
getrennt. Die Vorderbrust ist gelb, Mittel brüst und Hinter- 
brust kastanienbraun; der Hinterleib ist in der Mitte kasta- 
nienbraun, nacli aussen gelbhch; der umgeschlagene Rand der 
Flügeldecken ist braungelb. 

190. Haltica flavipes Ph. (Graptodera?) 

H. ovata, nigro-aenea; antennis fuscis; pedibus testaceis; 
prothorace laevi postice obscure transversim sulcato; elytris 
inordinate punctulatis. Longit. 1% lin. 

Patria.... 

Das Halsschild ist etwas breiter als lang, seine Seiten 
laufen mehr parallel als bei H. ianthina und es hat an seinem 
Grunde nur eine Spur von Querlurche. Die Flügeldecken sind 
massig breiter als das Halsschild und ebenso grob punctirt 
wie bei H.? atrocyanea. Die Hinterschenkel sind nur massig 
verdickt, die Schienen keulenförmig, ohne merkliche Dornen 
am Ende, die Tarsen so lang wie die Schienen. 

191. Haltica fulvicollis Ph. (Graptodera.) 

H. oblonga, capite prothoraceque i'ulvis , foveis duabus 
longitudinalibus prolundis ad marginem i>osticum prothoracis 
antice sulco transverso junctis; eljtris inordinate punctatis, 
aeneis; antennis basi fulvis, deiude fuscis; pedibus anterioribus 
fulvis; femoribus po!-ticis cum metothorace et ventre obscure 
castaneis. Long. 2 lin. 

Prope Corral in prov. Valdivia capta est. 

Wir besitzen nur ein Exemplar dieser durch ihre Fär- 
bung etc. sehr ausgezeichneten Art. 

192. Haltica pyrrhoptera Ph. (Graptodera.) 

H. oblonga, atra; elytris rufis; antennis, tibiis tarsisque 
testaceis; prothorace subquadrato, postice transversim sulcato, 
elytris dense striato-punctalis. Longit. IVj lin. 

Habitat in prov. Santiago. 

Sie ist etwas schmaler als H. signata. Kopf und Hals- 



397 

Schild sind fein punctirt und letzteres vorn fast ebenso breit 
wie hinten, mit sehr schwach gebogeneu Seiten. 

193. Haltica posticalis Ph. (Crepidodera.) 

H. oblonga, atra, elytris ad apicem luteis; antennis, tibiis 
tarsisque testaceis; prothoraee subquadrato, postice transver- 
sim sulcato; elytris dense striato-punctatis. Longit. l'/j lin. 

In prov. Santiago occurrit. 

Vielleicht ist dies nur eine Varietät der vorigen Art, 
M'enigstens "wüsste ich ausser der verschiedenen Färbung der 
Flügeldecken keinen erheblichen Unterschied anzugeben. 

194. Haltica Landbecki Pb. (Crepidodera.) 

H. oblonga, atra; capite et prothoraee dense puncliculatis, 
prothoraee postice transversim impresso; elytris dense seria- 
tim punctulatis, obscure rufis, basi apiceque nigris; genubus, 
tibiis tarsisque fulvis. Long. 1% IJQ- 

Prope Valdivia legit orn. Landbeck. 

In Gestalt und Grösse stimmt diese Art ziemlich mit H. 
signata BL, allein die Flügeldecken sind feiner und dichter 
punctirt und Kopf und Halsschild sind kohlschwarz. 

195. Haltica notata Ph. (Crepidodera.) 

H. oblonga, testacea; antennis pedibusque concoloribus, 
apice femorum posticorum obscuro; prothoracis postice trans- 
versim sulcati lateribus subparallelis; elytris dense striato- 
punctatis; sutura a scutello inde fere ad apicem maculaque 
ovata utrinque nigris. Longit. 1% ^i'^« 

In prov. Valdivia cepimus. 

Auch diese Art ist der H. signata Bl. nahe verwandt» 
aber schmaler, das Halsschild weniger trapezförmig, indem 
seine Seiten beinahe parallel verlaufen und die Zeichnung 
der Flügeldecken ist etwas abweichend. Der schwarze Strei- 
fen auf der Naht fängt dicht hinter dem Schildchen breit an, 
verschmälert sich sogleich und endet dicht vor der Spitze 
mit einem Häkchen. Der schwarze Fleck in der Mitte der 
Länge nahe dem Seitenrande ist ziemlich von derselben Ge- 
stalt wie bei der erwähnten Art. Die Spitze der Hinter- 
schenkel ist schwärzlich und bisweilen auch die ersten Fühler- 
glieder. 

196. Haltica sororia Ph. (Crepidodera.) 

H. oblonga, testacea; prothoraee punctulato, postice trans- 
versim sulcato; elytris striato-punctatis, utroque macula ob- 



scuriore in parte basali plagaque majore irregulär! in parte 
postica pallide fuscis. Longit. IVa ^in. 

In prov. Santiago occurrit. 

Wiederum eine der H. signata sehr ähnliche Art. Die 
braunen Flecke der Flügeldecken sind jedoch von ganz ver- 
schiedener Gestalt und niclit so dunkel und fallen daher beim 
ersten Blick vrenig auf. 

197. Haltica Greissei Ph. (Crepidodera.) 

H. oblonga, tota aenea, nitida; antennis tibüs tarsisque 
rufis; prothorace postice parallelo, transversim sulcato et tri- 
foveolato; elvtris oblongis, parallelis, striato-punctatis. Long. 
1 lin. 

Prope Puerto Montt lectam communicavit ornat. Dr. Fri- 
dericus Geisse, etiam Valdiviae ocurrit. 

Auf den ersten Blick kann man sie mit H. aenea Bl. 
verwechfeln, welche aber keine Spur von Querfurche auf dem 
Halsschild hat und also eine Plectroscelis ist. Unsere Art ist 
weit schmaler, die Ränder des Halpschildes laufen hinten fast 
ganz parallel und am Hinterrand stehen drei Längsgrübchen, 
die an ihrem vordem Ende durch eine Querfurche verbunden 
sind. Die Schultern stehen stark hervor und die Seiten der 
Flügeldecken laufen beinahe parallel, währen-l H. aenea breit 
eiförmige Flügeldecken mit stark convexen Seitenrändern hat. 

198. Haltica gracilis Ph. (Plectroscelis?) 

H. ovato- oblonga, nitida; capite, prothorace, antennis, 
pedibusque fulvis; oculis, elytris, mesothorace, metathorace, 
abdomineque atris; prothorace paullulum transverso, lateribus 
rotundato, haud sulcato, laevissimo; eljtris prothorace latio- 
ribus, tenuish^ime striato-punctatis; tarsis '^/^ tibiarum aequan- 
tibus, articulo primo fere reliquos simul sumtos aequante. — 
Long. 1 lin. 

In subandinis prov. Santiago occurrit. 

Die Fühler sind etwas länger als der halbe Körper. Das 
Halsschild ist anderthalb mal so breit wie lang, ziemlich stark 
gewölbt, ganz glatt, ohne Punkte, ohne Querfurche. Die 
Punktreihen auf den Flügeldecken sind erst bei scharfer Ver- 
grösserung zu entdecken. Die Hintersclienkel sind sehr dick, 
auch die Schienen sind fast keulenförmig verdickt und ohne 
sichtbaren Dorn am Ende. 

199. Haltica pusilla Ph. (Teinodactyla.) 

H. ovato-oblonga, nigra, nitida; capite et prothorace ob- 
seure rufis, impunctatis; prothorace absque sulco; elytris dense 



399 

et sparsim punctulatis; pedibus antennisque ferrugineis. Long, 
vix 1 lin. 

Ni fallimur in prov. Santiago capta est. 

Die Fühler sind so lang wie drei Viertel des Körpers, 
Das Halsschild ist überaus glänzend, ohne Spur von Punkten 
und ohne Querfurche; seine Seit em ander laufen ziemlich pa- 
rallel. Die Flügeldecken sind länglieh eiförmig, breiter als 
das Halsschild, aber die Schultern sind sehr stark abgerundet. 
Die Hinterschenkel sind überaus dick; das erste Glied der 
Hintertarsen ist verlängert, 

200. Haltica meloeformis Ph. 

H, ovatö-oblonga, cupreo-aenea, inordinate punctata, pu- 
bescens; prothorace subquadrato, haud transver.^im sulcato; 
elytris ovatis, parum convexis, abdomine brevioribus, singu- 
la'tim rotundatis; pygidio libero, horizontali, elongato; antennis 
nigiis; pedibus lufis. Long. 1 lin, 

Piope Santiago unicum f^pecimen mensi Sept, nacti Turnus. 

Der Kopf ist weniger punctirt und glänzender als der 
übrige Köipv'r und zeigt zwi^cIlen der In>ertion der Fühler 
einen dreieckigen, von einer Furche begränzten Vor.-prung. 
Die Fühler .stehen nahe bei einander, sind etwas länger als 
der halbe Körper; ihre letzten fünf Glieder sind bedeutend 
breiter und auch länger als die vorhergehenilen und das eiför- 
mige Endglied ist das gröbste vcn allen. Das Halsschild ist 
so breit wie der Kopf, beinahe quadratisch, die Seiten etwas 
gekrümmt; es ist schwach von vorn nacii hinten, stark von 
einer Seite zur andern gewölbt, grob und weitläuftig punc- 
tirt, aber doch selir glänzend. Der Hinlerleib ist wenig brei- 
ter als das Halsschild, länglich eiförmig, ohne vorspringende 
Scliultern, scr schwach gewölbt. Die Flügeldecken bedecken 
ihn nicht vollständig, indem sie küizer sind, am Ende diver- 
giren und jede einzeln gerundet sind; sie sind dichter und 
feiner punctirt als das Halsschild und mit weissen, anliegenden 
Härchen dicht bekleidet. Flügel seheinen nicht voriianden zu 
sein. Der vorstehende, eiförmige, fast horizontale Theil des 
Hinterleibes zeigt dieselbe Sculptur und Behaarung wie die 
Flügeldecken. Die Hintersciienkel sind dick und kräftig; die 
Schienen am Ende schräg abgestutzt, ohne Dorn; der Tarsus 
fast so lang wie die Schiene; die beiden ersten Glieder sind 
breit, verkehrt dreieckig, das dritte zweilappig. Diese Art 
verdient unstreitig ein eigenes Subgenus zu bilden, 

201. Haltica melampus Ph. 

H. oblonga, nigro-aenea, tenuissime et confuse punctulata; 



400 

prothorace obscure bifoveolato; pedibus atris. — Longit. 
1 lin. 

In prov. Valdivia inveni. 

Das Halsschild ist etwas breiter als lang, an den Seiten 
wohl gerundet; es hat keine Querfurehe, wohl aber in der 
Mitte zwei kreisrunde Grübchen, welche ebensoweit von ein- 
ander wie vom Rande entfernt sind. Die Flügeldecken sind 
etwas breiter als das Halsschild, fast viermal so lang, mit 
parallelen Seiten. Die Hinterschenkel sind sehr dick; die 
Hinterschienen von der Basis an allmälig verdickt, die Tar- 
sen am Ende eingelenkt. Die Grösse und schlanke Gestalt 
hat diese Art mit H. Geissei mihi gemein, allein die kohl- 
schwarzen Beine unterscheiden sie auf den ersten Blick. 

202. Haltica Landbeckiana Ph. 

H. ovato-oblonga , convexa, supra flavo-testacea, subtus 
nigra; capite antennisque rufis, pedibus testaceis; prothorace 
punctato, postice ante marginem medio foveolato; elytris dense 
et vage punctatis. Long. 2 lin. 

In prov. Valdivia occurrit. 

Der Kopf ist oben rothbraun, die Mundtheile hellgelb, 
die Augen dunkelbraun. Das Halsschild ist breiter als lang, 
parallel, vorn verschmälert, massig fein und weitläuftig punc- 
tirt, ohne Querfurche vor dem Hinterrand , aber mit einem 
kleinen queren Grübchen in der Mitte. Die Flügeldecken sind 
ohne bestimmte Ordnung punctirt, hellgelb, die Naht röthlich. 
Von H. pallens Bl. sogleich durch bedeutendere Grösse, den 
Mangel der bräunlichen Flecke auf den Flügeldecken und die 
Sculptur derselben sehr verschieden. Die Hinterschienen sind 
stark verdickt, am Aussenrand gewimpert, ohne Dorn am 
Ende; das erste Tarsenglied der Hinterbeine ist auch ver- 
dickt und so lang wie die beiden folgenden. 

203. Haltica aurea Ph. 

H. oblonga, tenuissime puncticulata; capite nigro, cupreo 
micante, prothorace latiore quam longo, sulcis destituto; scu- 
tello viridi-aeneo; elytris prothoracem longitudine saltem ter 
aequantibus, parallelis, viridi-aureis; corpore subtus nigro, 
violaceo micante, dense pimctulato; antennis pedibusque luteo- 
testaceis. Long. 2 lin. 

E. prov. Valdivia provenit. 

Die Gestalt ist fast genau wie bei H. decorata. Die 
schöne goldgrüne Färbung zeichnet diese Art sehr aus und 
kann sie mit keiner chilenischen verwechselt werden. 



401 

204. Haltica bellula Ph. 

H. rufo-fulva, metallice nitida, signatura j formi pulchre 
aenea in elytris picta; prothorace grosse punctato; elytris 
striato-punctatis. Long. 1 Vs lin. 

In radice Andium prov. Santiago raro occuvrit. 

Der Kopf ist glatt, nicht punctirt, zwischen den Augen 
sieht man eine bis zum Ursprung der Fühler in einen Winkel 
vorgezogene, vertiefte Linie. Die Fühler erreichen die halbe 
Körperlänge. Das Halsschild ist etwas breiter als lang, bald 
hinter dem Vorderrand am breitesten, dann etwas nach hinten 
convergirend; hinten hat es einen queren Eindruck, die Seiten 
sind schwach gerandet, die hintern Winkel haben die Gestalt 
eines spitzen Zähnchens. Die Flügeldecken sind länglich- 
eiförmig, etwa ly^ mal so lang wie breit, reichlich dreimal 
so lang wie das Halsschild, gestreift punctirt; der Punktstrei- 
fen dicht an der Naht bildet eine ordentliche Furche. Die 
Schulterecken treten stark hervor und sind durch ein Grüb- 
chen abgesetzt. Eine breite, schön broncegrüne Querbinde 
steht dicht hinter der Mitte und verbindet sich mit einer brei- 
ten durch die Naht getheilten Längsbinde, die bis zum Vor- 
derrand reicht und dort etwas breiter wird. Die Unterseite 
des Körpers ist einfach rothgelb, sehr glänzend, wohl kaum 
punctirt. Die Hinterschenkei sind nur massig verdickt und 
auch die vorderen Schenkel sind kräftig; die Schienen sind 
gegen das Ende allmälig, aber stark verdickt; das erste Tar- 
senglied ist sehr breit und viel grösser als das zweite; das 
vierte ist tief zweilappig. 

205. Triplax valdiviana Ph. 

Tr. oblonga, subparallela, punctata; capite, macula trans- 
versa antica prothoracis, elytris, metathorace viridi-aeneis; 
reliqua parte prothoracis, mesothorace, abdomine, antennis 
praeter clavam fuscam, ore, pedibusque flavis. Long. i% lin., 
latit. y^ lin. 

Prope oppidum Valdivia invenit orn. Landbeck. 

Das Halsschild ist vorn ausgerandet, hinten doppelt ge- 
buchtet, an den Seiten kaum gekrümmt; eine dünne Furche 
läuft ringsherum nahe am Rande; seine Oberfläche ist für 
die Kleinheit des Thieres ziemlich grob punctirt. Der bronce- 
grüne Fleck nimmt etwas mehr als die Hälfte des Vorder- 
randes ein und reicht bis zu Vj der Länge, hinten ist er etwas 
ausgerandet. Das Scliildchen ist quer, gerundet. Die Flügel- 
decken sind fast parallel, wenigstens dreimal so lang wie das 
Halsschild, gestreift punctirt; die Zwischenräume zeigen eine 
Reihe kleinerer und weniger tiefen Punkte. Die Fühler sind 
etwas länger als Kopf und Halsschild zusammengenommen; 



403 

das 6., 7. und 8. Glied sind beinahe kugelig; die Keule ist 
ziemlich eiförmig, das 9. und 10. Glied sind breiter als lang, 
das letzte Glied ist fast kreisförmig. Die Vordertarsen sind 
kürzer als die Schienen, das dritte Glied ist tief zweilappig. 
Die Unterseite des Körpers ist weitläuftig punctirt. 

206. Coccinella magellanica Ph. 

C. oblonga, glabra, nigra; margine laterali prothoracis, 
puncto in margine antico et i>ostico ejus, margine laterali, 
punctisque sex eljtrorum luteis. Longit. 2^/3 lin., latit. l*^ 
liu. An. Univ. Chile 1862 2. p. 412. 

E. freto Magellanico misit praefectus coloniae chilensis 
amic. Georg. Schythe. 

Der Kopf ist einfarbig, schwarz. Das Hal.«schild ist an 
den Seiten ziemlich stark gerundet, vorn etwas breiter als 
hinten; die Seitenränder sind gelb und zwar ist der gelbe 
Rand vorn breiter als hinten; Vordeirand und Hinteirand 
zeigen in der AJitte einen kreit^runden, gelben Punkt. Das 
Schildchen ist niciit deutlich. Die Flügeldecken sind s-ehr 
verlängert, hinten ziemlich spitz; sie zeigen jede in der Mittel- 
linie drei gelbe Flecke oder Punkte; der erste steht dicht am 
Vorderrande, die andern stehen in gleichem Abstand von ein- 
ander und von der Spitze, der mittelste ist der kleinste. Der 
Seitenrand ist schmal, gelb, doch erweitert yich der gelbe 
Rand in der Gegend des dritten Fleckes nach innen, als ob 
er mit einem RandtJeck zusammengetlos>en wäre, und noch 
mehr ist dies der Fall kurz vor der Spitze, t-o dass vielleiclit 
andere Exemplare auf jeder Flügeidecke fünf gelbe Flecke 
zeigen; die Spitze selbst ist schwarz. Fütiler und Beine sind 
schwarz. 

207. Coccinella limensis Ph. 

C. ovato- oblonga, mediocriter convexa, nigra; antennis 
praeter clavam testaceis; macula triangulari longitudinali ca- 
pitis rubra; prothorace rubro, maculis duabus magnis atris 
ornato; elytris rubris sed maculis magnis contluentibus nigris, 
duabus communibus in sutura, quinque in quovis elytro. Long. 
3 lin., latit. V^ lin. 

Habitat in Peruvio prope Lima; communicavit orn. Dr. 
Barranca. 

In Gestalt und Grösse den chilenischen C. opposita Guer. 
und connexa Germ, sehr ähnlich. Der Kopf ist flaumhaarig, 
schwarz; sein Vorderrand und ein dreieckiger Fleck, der all- 
mälig nach oben in eine Linie ausläuft, sind roth; die Ober- 
lippe ist schwarz, die Basis der Mandibeln und der Antennen 
gelblich, die Keule derselben braun. Der Prothorax ist glatt, 



403 

glänzend, roth; zwei grosse, schwarze, eiförmige Flecke be- 
rühren den Hinterrand und sind nur durch einen ziemlich 
schmalen Raum vom Vorderrand getrennt. Das Sehildchen 
ist schwarz. Die Flügeldecken sind roth, aber die schwarzen 
Flecke nehmen fast mehr Raum ein als die rothe Grundfarbe. 
Sie zeigen einen gemeinschaftlichen, rautenförmigen Fleck, 
welcher mit dem Schildchen zusammenstösst und beinahe den 
dritten Theil ihrer Länge einnimmt, einen Schulterfleck, der 
fast eben so lang ist und gänzlich frei ist, dann jederseits 
zwei zusammenfliessende Flecke, welche sowohl vom Seiten- 
rand wie von der Naht nur durch eine schmale rothe Linie 
getrennt sind, und zwei andere, von denen der innere mit 
dem der andern Flügeldecke zusammenfliesst und so den zwei- 
ten gemeinschaftlichen Fleck bildet, endlich ist ein Fleck an 
der Spitze, der entweder vollkommen frei ist oder mit den 
eben beschriebenen zusammenfliesj-t. Der untere Theil des 
Körpers und die Beine sind kohlschwarz. 

208. Coccinella nitida Ph. 

C. oblonga, ovata, nitidisssima, pubescens, atra; capite, 
antennis, palpis, parte antiea prothoracis, pedibusque obscuro 
fulvis; elytriö punctulatis, utroque guttis duabus luteis ornato, 
quae simul quadratum formant. Longit. 1 lin. 

In subandinis prov. Santiago Octobri invenimus. 

Kopf und HalsBchild sind äust-erst fein, die Flügeldecken 
deutlicher pnnctirt. Der ersteie ist bis auf die schwarzen 
Augen dunkel braungelb, ebenso Fühler und Taster. Das 
Halsschild hat vorn dieselbe Farbe, wird aber hinten allmälig 
dunkler, fai-t kastanienbraun. Das Schildchen und die Flügel- 
decken sind tief schwarz; letztere haben jede in der Mittel- 
linie zwei kleine braungelbe runde Flecke; der vordere steht 
im ersten Drittheil der Länge, der zweite etwas hinter dem 
zweiten Drittheil; zusammen bilden diese vier Flecke ein 
<i)uadrat. Bei dem breiteren Exemplar (??) ist der hintere 
Fleck ein wenig grösser als der vordere, bei dem schmaleren 
(cj?) ist er bedeutend kleiner. Die Vorderbrust ist dunkel 
braungelb, der Bauch tief schwarz. Die Beine dunkel braun- 
gelb. 

209. Coccinella funebris Ph. 

C. oblongo-ovata, pubescens, tenuissime punctulata, nigra, 
angulis anterioribus prothoracis, antennis, palpis, pedibus, api- 
ceque abdominis ferrugineis. Long, fere 2 lin., latit. 1% lin. 

In prov. Aconcagua sub lapidibus ad radicem Adesmiae 
arboreae pauca specimina legi. 

Massig gewölbt, fein und unregelmässig punctirt, dicht 



404 

behaart. Das Halsschild ist vorn schmaler als hinten, sein 
Hinterrand ist convex, die Seitenränder find ebenfalls ge- 
krümmt, die vordem Winkel sind sehr abgerundet. Der Vor- 
derrand, namentlich aber die vordem Winkel f-ind dunkel 
rostbraun, welche Farbe allmälig in die schwarze Grundfarbe 
übergeht. Die Unterseite des Körpers ist stark glänzend, 
punctirt, schwächer flaumhaarig als die Oberseite. Kopf, zum 
Theil auch Vorderbrust und die letzten Segmente des Hinter- 
leibs sind dunkel rostgelb. Die Beine sind kurz und kräftig. 
Die Fühlerkeule scheint mir auffallend breit zu sein. 

210. Coccinella vittata Ph. 

C. rufa, pilis albidis puberula; elytris atris, utroque vitta 
helvola parum semilunari notato. Longit. 1 lin. 

Prope Santiago mensi Augusto 1863 unicum specimen 
inveni. 

Glatt, glänzend, ohne Sculptur, aber mit kurzen, weissen 
Härchen bekleidet. Kopf und Halsschild roth, Augen schwarz. 
Die Flügeldecken sind tief schwarz; jede zeigt eine gelbweisse 
Längsbinde, welche weder Vorderrand noch Hinterrand er- 
reicht, an ihrem Innenrande schwach convex, an ihrem Aussen- 
rande etwas stärker concav und vorn und hinten abgerun- 
det ist. 

211. Clypeaster variegatus Ph. 

Ol. ovatus, pubescens; prothorace sordide carneo, punctis 
maculisque fuscis plus minusve picto; elytris sordide carneis 
maculis punctisque fuscis et nigris marmoratis; corpore subtus 
pedibusque rufo-fuscis. Longit. V/^ üo- 

Habitat in prov. Valdivia. 

Der ganze Käfer ist stark glänzend und erscheint wohl nur 
in Folge der Härchen, womit er bedeckt ist, punctirt. Vorder- 
und Seitenränder des Halsschildes bilden einen Halbkreis; der 
Hinterrand ist doppelt gebuchtet. Die schwärzlichen Pünkt- 
chen und Flecke drängen sich in der Mitte zu einem grossen 
schwärzlichen Fleck zusammen, ja bisweilen erscheint das 
ganze Halsschild schwärzlicli mit hellem, unregelmässig be- 
gränztem Saum. Die Zeichnung der Flügeldecken ist sehr 
bunt. Ein kleiner Höcker auf der Schulter, eine fast halb- 
mondförmige, vorn concave Binde, die gleich weit vom Rande 
wie von der Naht entfernt ist, eine gezackte, unterbrochene 
Querbinde etwas hinter der Mitte, die den Seitenrand erreicht, 
aber ziemlich weit von der Naht entfernt bleibt; ein schräger, 
von innen nach aussen und nach vorn gerichteter Streif an 
der Naht nicht weit von der Spitze und ein kleiner Fleck 
am Aussenrand fast in gleicher Entfernung von der Spitze 



405 

sind schwarzbraun; der vordere Tlieil der Flügeldecken und 
ein Streifen an der Naht, der nach hinten breiter wird und 
in drei Viertel der Länge aufhört, sind hell chocoladenfarbig; 
der Grund ist fleischroth, aber mit röthlich grauen und scliwärz- 
lichen Pünktchen und Fleckchen. Kopf, Prosternum und Beine 
sind dunkel braungelb; Metasternum und Hinterleib schwarz- 
braun. Bei einem andern Exemplar ist die hintere Hälfte 
der Schenkel und die erste Hälfte der Schienen schwarz, das 
Metasternum und der erste King des Hinterleibes braungelb; 
der Rest des Hinterleibes schwarz mit einem gelben Fleck 
jederseits auf dem Rande eines jeden Ringes. Die Augen 
sind schwarz, die Fühler gelblich mit schwärzlicher Spitze. 

212. Coxelus sylvaticus Ph. 

C. parallelus, rufo-fuscus, granulatus, appresse pubescens; 
prothorace subquadrato, parum transverso, marginibus arcuatis, 
erofeo-denticulatis; eljtris elongatis, punctato-stiiatis; intersti- 
tiis elevatis; basi anteunarum pedibusque pallide rufis. Long. 
2-/5 lin. 

Satis frequens in prov. Valdivia Colletiam crenatam in- 
habitans invenitur. 

Der Kopf hat eine halbkreisförmige Furche, deren Bogen 
nach hinten gerichtet ist und deren Schenkel fast bis zum 
Ursprung der Fühler reichen. Die Augen sind grob gekörnt. 
Die Fülller reichen kaum bis an das Ende des Halsschildc*; 
ihr erstes Glied ist stark verbreitert, das zweite ist auch noch 
kurz und breit, das dritte walzenförmig, das längste von allen; 
die folgenden nehmen allmälig an Länge ab und werden drei- 
eckig; das neunte, zehnte und elfte bilden eine durchbrochene 
Keule und das letzte ist beinahe so breit m ie lang. Die Man-* 
dibeln sind kräftig, breit, an der Spitze zwei- ode)- dreizähnig, 
innen mit einem oben stark gewimperten Lappen versehen. 
Die Maxillen bestehen aus zwei Lappen, die beide am Ende 
eine Menge hakenlörmiger Zäimchen tragen. Die Maxillar- 
taster sind kurz, ihr letztes Glied fast cylindrisch, schräg 
abgestutzt. Die Unterlippe ist ausgerandet, mit zwei häu- 
tigen, fast kreisrunden Lappen. Das Halsschild ist wenig 
breiter als lang, vorn und hinten grad abgestutzt und gleich 
lang; die Seitenränder sind regelmässig gerundet, ilach, schmal, 
lamellenartig, am Rande gezähnelt. l3as Schildchen ist bei- 
nahe halbkreisförmig, dicht mit weisslichen Härchen besetzt. 
Die Flügeldecken sind so breit wie das Halsschild, aber fast 
dreimal so lang, beinahe halbcylindrisch; sie zeigen grobe, 
gedrängte Punkte und schmale, erhabene Zwischenräume. 



406 

Glied ist breit, das vorletzte sehr klein, das letzte so lang 
wie alle vorhergehenden zusammengenommen; die Hintertar- 
sen sind ebenso beschaffen, aber etwas länger, fast so lang 
wie ihre Schienen. Die Unterseite ist grob punctirt. Das 
Vorderbrustbein ist weder erhaben, noch nacli hinten ver- 
längert. 

Die Genera Dorcatoma, Cyphaleus, Rhinosimus, Calandra, 
Mycetophagus, Eumolpus, Triplax, Coxelus, Cljpeaster waren 
noch nicht aus Chile bekannt; die Genera Pleolobus, Ocel- 
liger, Trachjderas, Heterolobus habe ich neu aufgestellt. 



407 



Bemerkungen über generelle Unterscheidungs- 
merkmale einiger Arten des Genus Silis 

von 
Dr. Bethe in Stettin. 



Durch den glücklichen Fang eines Pärchens der seltenen 
Silis ruficollis F. (rubricollis Charp.) wurde ich zur Betrach- 
tung der Gesehlechtsunterschiede dieses Genus veranlasst. Bei 
L. nitidula F. ist, abgesehen von dem Unterschiede in der 
Färbung, das Halsschild des Weibchens bekanntlich in den 
Hinterecken nicht ausgeschnitten, sondern ganzrandig. Nach 
Herrn v. Kiesenwetter's Diagnose (Naturgeschichte der In- 
sekten Deutschlands 4. B. S. 521) soll es sich ebenso bei S. 
ruficollis F. verhalten. Das ist jedoch nicht der Fall. Das 
neulich von mir gefangene Pärchen giebt darüber einen ganz 
abweichenden Aulschluss. Das Halsschild des Weibchens näm- 
lich, welches letztere mir übrigens sogleich durch den fast 
mit 4 Ringen über die Spitze der Flügeldecken hervorragen- 
den rothen Hinterleib in die Augen fiel, ist bei dieser Species 
durchaus in beiden Geschlechtern in Bezug auf Farbe, Un- 
ebenheiten, grobe Punctirung und fast auch in Bezug auf Rand- 
bildung übereinstimmend, nur tritt beim Weibchen die Hinter- 
ecke nicht so scharf als Zahn hervor und in der tiefen Grube, 
die sich in jeder Hinterecke befindet, fehlt die beim Männchen 
schräg nach innen und vorn durchlaufende kielförmige Scheide- 
wand. Ferner ist beim Männchen die Grube nahe der Mitte 
der Seitenränder tiefer und scharfrandiger. 

In der Hinterleibsbildung weichen beide Geschlechter aber 
schon wesentlicher von einander ab. Der 7. Bauchring ist 
beim Männchen tief bis auf den Grund hin ausgeschnitten, 
wodurch zwei Lappen mit nach innen bogigen Rändern ent- 
stehen, eingefasst mit gelben Härchen. Das 6. Segment ist 
beinahe bis auf den Grund bogenförmig ausgerandet. Beim 
Weibchen ist das unregelmässig ausgenagte 7. Segment nicht 
ausgeschnitten, sondern nur bis auf den Grund hin einge- 
schnitten, wodurch zwei viereckige Lappen gebildet werden. 
Der Einschnitt selbst ist mit nach vorn convergirenden gelben 
Härchen besetzt. Das 6. Segment ist mit dem 5. durchaus 
übereinstimmend. 

Herr v. Kiesenwetter spricht in der Genus-Diagnose von 
Silis die Vermutiiung aus, dass das Halsschild auch wohl bei 
den Weibchen mancher Arten ausgeschnitten sein dürfte. 
Diese Vermuthung hat sich vollkommen bestätigt; denn ich 
habe mich ausser bei S. ruficollis auch durch die Untersuchung 



408 

von drei verschiedenen exotischen Arten in der Dohrn'schen 
Sammlung überzeugt, dass bei S. 6 dentafa Mannerh. aus dem 
östlichen Sibirien, S. familiaris Dohrn in coli, aus Ceylon und 
S. pallida Eschscl). aus Sitka das Halsschild in beiden Ge- 
schlechtern an den Seilenrändern tief ausgeschnitten ist und 
zwar bei S. pallida durchaus in gleicher Weise, bei S. 6 den- 
tata und familiaris mit so unbedeutenden Abweichungen, dass 
wohl kaum darauf bei der Anführung der Geschlechtsunter- 
schiede irgend welcher Accent gelegt werden darf. Da die 
Bildung der Hinterleibsringe nur mit Sicherheit an frischen 
Exemplaren beobachtet weiden kann, so habe icli die Be- 
schreibung der bei den Exoten gefundenen undeutliclien Merk- 
male unterlassen. 

Durchgreifende generelle Unterscheidungsmerkmale, 
wie aus dem Vergleich unserer zwei europäischen und jener 
drei exotischen Silisarteri für mich mit Sicherheit hervorge- 
gangen ist, liegen in der Fühlerbildung und in der Bildung 
der Füsse. Beide sind bei den Weibchen in allen Species 
fast um ein Drittheil schlanker als bei den Männchen, 
das zweite Fühlerglied ist bei diesen deutlich kürzer als 
dasselbe Glied bei den Weibchen. Ausserdem ist die Färbung 
der Beine bei den Weibchen durchweg heller. Am ausge- 
sprochensten ist die schlankere Fühler- und Fussbildung der 
Weibchen bei S. nitidula, ruficollis und l'amiliaris. 

Das WeibcliLU von S. ruficollis scheint bei weitem sel- 
tener zu sein als das j\[ännchen. In der Dohrn'schen Samm- 
lung befinden sich nur 8 Männchen, in der Sclimidt'schcn 2 
Männchen und 1 Weibchen. Ich selbst besitze 3 Männchen 
und 1 Weibchen. Der Käfer lebt wohl vorzugsweise auf 
W^asserpflanzen. Ich habe 3 Exemplare auf einer Wiese in 
der Nähe Stettins am Rande durclilaufender Wassergräben 
gefangen, das vierte in Heringsdorf am Ufer des Schloensee. 



409 



Ueber den wahrscheinlichen Dimorphismus der 
Cynipiden- Weibchen 

von 
Baron AS. Osten - Sacken in Newyork. 



Seit meinen drei Arbeiten über die nordannierikanisehen 
Cynipiden -Gallen (in Proc. Philad. Ent. Soe. Octbr. 1861, 
Sept. 1862 und April 1863) sind in derselben Zeitschrift noch 
zwei Aufsätze über diesen Gegenstand erschienen, nämlich 
von den Herren Basset (1. c. Oct.-Dec. 1863) und B. D. Walsh 
(März 1864). Letztere Arbeit enthält über die sexuelle Frage 
der Gattung Cynips Aufschlüsse, welche im höchsten Grade 
die Aufmerksamkeit verdienen. Ich fühle mich um so mehr 
gedrungen, dieselben bei dem deutsciien Publikum einzuführen, 
als von mir selbst vor ein paar Jahren über diese Frage eine 
Hypothese aufgestellt wurde (1. c. Oct. 1861 p. 50 und Stett. 
Ent. Zeitung 1861 p. 406), -welche ich bereits im folgenden 
Jahre, von ihrer Ünhaltbarkeit durch directe Beobachtung 
überzeugt, habe aufgeben müssen (Proc. Philad. Ent. Soc. 
Sept. 1862 p. 249). 

An der amerikanischen Schwarz-Eiche (Quercus tinc- 
toria, black oak) kommt eine grosse Apfelgalle vor, aus 
welcher ich im Juni 1862 männliche und weibliche Exemplare 
eines Cynips erhielt und unter dem Namen C. quercus 
spongifica beschrieb (1. c. Sept. 1862). Schon früher aber 
hatte ich von Herrn Walsh ein paar Exemplare einer ähn- 
lichen, an demselben Baume vorkommenden Galle erhalten, 
aus welcher er eine sehr verschiedene Cynips- Art in grosser 
Menge, aber blos in weiblichen Exemplaren, gezogen hatte. 
Letztere beschrieb ich (1. c. Oct. 1861) unter dem Namen C. 
aciculata. Sie unterscheidet sich von Cynips q. spongi- 
fica nicht nur durch Grösse, Färbung und Sculptur, sondern 
auch in der Bildung der Antennen und des Hinlerleibes, und 
diese Unterschiede sind bedeutend genug, um nicht nur auf 
eine Verschiedenheit in der Art, sondern selbst in der Gat- 
tung schliessen zu lassen. Da ich ausserdem C. q. spongi- 
fica im Frühjahr und in beiden Geschlechtern, Herr Walsh 
aber die C. aciculata im Herbst und Winter, und obgleich 
in grosser Menge, immer nur im weiblichen Geschlechte ge- 
zogen hatte, so suchte ich auch an den Gallen beider Unter- 
schiede zu entdecken und glaubte anfangs an den wenigen 
Exemplaren der Galle von C. aciculata, die mir Herr Walsh 
mitgetheilt hatte, solche gefunden zu haben. Auffallend blieb 
es aber immer, dass zwei so verschiedene Arten, und doch 



410 

beide ächte Pseniden, an derselben Baumart so ausser- 
ordentlich ähnliche Gallen verursachten. 

Seitdem i,-t Herr Walsli so glücklich gewesen, Beobach- 
tungen an diesen Gallen der Q. tinctoria unter den vor- 
theiihaftesten Umständen anstellen zu können. Daraus haben 
sich folgende interessante Ergebnisse entwickelt: 

Es giebt keinen haltbaren Unterschied zwischen den Gal- 
len, aus welchen C. q. spongifica und C. aciculata ent- 
schlüpfen. Diese Gallen entM'ickeln sich auf Quercus tinc- 
toria im Frühjahr mit dem Wachsthum der Blätter. Wäh- 
rend des Sommers kommen keine neuen Gallen hinzu. Sam- 
melt man eine gehörige Menge solcher Gallen Ende Mai, so 
erhält man daraus im Juni beide Geschlechter der C. q. spon- 
gifica; es bleiben aber viele Gallen (etwa die Hälfte) übrig, 
deren Bewohner noch nicht ausschlüpfen. Sondert man solche 
Gallen aus, so erhält man aus denselben im October und in 
der ersten Hälfte Novembers C. aciculata, aber blos Weib- 
chen. (Ein Theil solcher Weibchen überwintert in der Galle, 
um blos im Frühlinge zu erscheinen.) 

Jemand, der im Herbste die noch nicht leeren Gallen 
sammelte, würde aus denselben blos C. aciculata $ erhalten 
und daraus wahrscheinlich den Schluss ziehen, die Galle sei 
durch diese Art verursacht. Dies war anfangs mit Herrn 
Walsh der Fall. Ein anderer, der die Gallen im Frühling 
zöge, ohne auf die Herbstbrut zu warten, hätte blos C. q. 
spongifica o$ erhallen. Dies war mit mir der Fall. Beider 
grossen Verschiedenheit der Wohnthiere wäre die Aehnlichkeit 
der Gallen allein nicht hinreichend gewesen, um auf Identität 
der Art zu schliessen. Dazu war eine directe Beobachtung 
nöthig und es gelang Herrn Walsh, diese anzustellen. Er 
beobachtete in der Umgegend seines Wohnortes, Rock-Island 
im Staate Illinois, eine isolirte Gruppe von 50 — 60 Quercus 
tinctoria, auf welchen diese Galle in grosser Menge, in ein- 
zelneu Fällen bis 400 — 500 an einem Baume, vorkam. Er 
hatte Gelegenheit, diese Stelle fast täglich zu besuchen. Auf 
diese Weise erhielt er die oben angeführten Ergebnisse und 
aus letzteren schöpfte er die Ueberzeugung, C. aciculata SCi 

blos eine zweite Form des Weibchens von C q. spongifica. 

Um das Ueberraschende dieses Resultates gehörig wür- 
digen zu lassen, will ich einen Vergleich beider Weibchen 
anstellen. C. aciculata $ ist grösser, auch ist der Hinter- 
leib im Verhältniss grösser; die Gestalt des letzteren ist eben- 
falls verschieden, nämlich, von der Seite gesehen, fast trape- 
zoidal, während sie bei C. q. spongifica $ fast oval ist. 
C. q. spongifica hat einen grob runzelig -punctirten, fast 
gegitterten Thorax; bei C. aciculata ist er fein nadelrissig. 



411 

Die Färbung von C. aciculata ist durchaus schwarz; die 
meisten Exemplare der C. spongifica haben einen rothen 
Hinterleib; oft sind auch Kopf und Thorax röthlich, meistens 
jedoch schwarz. Endlich hat C. aciculata (wenigstens schein- 
bar) 14gliedrige Antennen, spongifica 13gliedrige. Es giebt 
aber wiederum zwischen beiden Weibclien auch Annäherungs- 
punkte, welche es durchaus nicht ganz unwahrscheinlich er- 
scheinen lassen, dass sie zu derselben Art gehören; nämlich 
beide haben auf den Flügeln über der Mittelzelle einen grossen 
braunen Fleck und es ist überhaupt in dem Aderverlauf und 
der Färbung der Flügel kein merklicher Unterschied vorhan- 
den; obgleich die Antennen von C. q, spongifica 13gliedrig 
sind, so hat das letzte Glied doch eine feine Quernaht, ein 
14tes Glied andeutend; ferner, so auffallend verschieden die 
Sculptur des Thorax der beiden Weibchen ist, und obgleich 
keine üebergänge vorkommen, so kann man sich doch die 
eine als eine Umwandlung oder Entwicklung der anderen vor- 
stellen, indem bei aciculata zwischen den Nadelrissen Puncte 
vorhanden sind, welche man sich blos stark vergrössert und 
vertieft zu denken braucht, um die Sculptur von C. q. spon- 
gifica zu erhalten. Die Form des Schildchens ist bei beiden 
$ dieselbe, und zwar eine ziemlich auffallende, indem eine 
tiefe Längsfurche es am Hinterende fast zweihügelig erschei- 
nen lässt. Die Verschiedenheit in der Form und der Grösse 
des Hinterleibes ist vielleicht die wichtigste und deutet auf 
einen organischen Unterschied. 

Wollen wir, sagt Herr Walsh, des Beweises halber an- 
nehmen, C. aciculata und spongifica seien verschiedene 
Arten; dann begegnen wir sogleich folgenden Schwierigkeiten: 
zuerst ist es kaum wahrscheinlich, dass zwei Cynipiden- 
Arten an derselben Eiche vollkommen ähnliche Gallen her- 
vorbringen; und selbst angenommen, dass dies der Fall sei, 
so wäre es zweitens sehr auffallend, dass solche zwei Arten 
gerade dieselbe Localität ausgewählt hätten, um sich in solcher 
Menge anzusiedeln. Ist nämlich das Vorkommen von C. q. 
spongifica in der Umgegend von Rock-Island so local, dass 
sie unter 50 für sie möglichen Localitäten blos an einer 
einzigen in solcher Menge vorkommt, warum sollte C. aci- 
culata unter den 50 gerade dieselbe Localität gewählt 
haben. Drittens wäre bei der Annahme, dass C. acicu- 
lata $ eine verschiedene Art sei, die Frage zu lösen noch 
übrig, warum sich das Männchen derselben nicht finde? Es 
scheint mir überhaupt nicht glaublich, setzt Herr Walsh hinzu, 
dass es im Thierreich wirklich vollkommen agame Arten 
gebe, und zwar des Umstandes wegen, dass individuelle Ab- 
weichungen, welche bei der bisexuellen Fortpflanzungs weise 

27* 



413 

durch wiederholte Kreuzung meistens eliminirt werden, sich 
bei agamen Arten von Generation zu Generation verstärken 
würden, und solche Arten sich bald in so viele Racen und 
endlich in so viele neue Arten zersplittern müssten, als es 
Individuen giebt. 

Ist nun C. aciculata blos eine dimorphe Form des 
Weibchens von spongifica, so bleiben noch zwei Fragen 
zu lösen übrig. Erstens, welche Rolle spielt diese Form 
in der Reproduction der Art? Zweitens, .sind nicht Hartigs 
vermeintlich agame Arten der Gattung Cynips lauter dimorphe 
Formen von anderen bekannten oder unbekannten Arten? 

Die zweite Frage empfiehlt Herr Walsh der Aufmerk- 
samkeit der europäischen Entomologen; die erste behält er 
sich vor, M'ährend des kommenden Sommers zu ergründen. 
Unterdessen stellt er aber eine Vermuthung auf, welche eben- 
falls verdient, hier mitgetheilt zu werden. (Der Deutlichkeit 
wegen werde ich fortfahren, die zweite Weibchenform C. 
aciculata zu nennen.) 

Da C, q. spongifica <^^^ welche im Juni erscheinen, 
blos 6 bis 8 Tage leben, so ist das Fortleben des Männchens 
bis zum October, um mit C. aciculata zu copuliren, nicht 
denkbar. C. aciculata, nach Herrn Walsii's Meinung, sticht 
im Herbst, ohne befrucl)tet zu sein, also vermittelst Parthe- 
nogenesis, Knospen an, aus welchen sich im Früiijahr mit 
den Blättern Gallen entwickeln, die blos männliche spon- 
gifica geben; die Juni- Generation von weiblichen spongi- 
fica werde von diesen Männciien befruchtet und steche dann 
diejenigen Knospen an, die sich erst im folgenden Jahre ent- 
wickeln; an diesen bilden sich dann Gallen, welche im Juni 
hauptsächlich spongifica $ (vielleicht auch einige ö^), im 
October aciculata $ geben. Mit anderen Worten, das 
Männchen, mit welchem sich ein Weibchen im Früiijahre 
paart, stammt nach dieser Theorie in den meisten Fällen 
Juni r^ 9. J^icht von derselben (vorigjährigen) Generation 

V,^ y mit ihr ab, sondern von der grosselterlichen 

V (vor -vorigjährigen), mit C. aciculata als Zwi- 

; schenglied (Amme). Ich habe dieses Verhältniss 

. . Q V tabellarisch hier darzustellen versucht. Da aci- 

Jum -^Oculata nicht immer im Herbst die Galle ver- 



Oct. 



lässt, sondern oft in derselben überwintert, so 
dauert nach dieser Hypothese ihre Lebensperiode 
(vom Eie bis zur Imago) 16 bis 22 Monate; die 
von spongifica ö" gewöhnlich 8, manchmal 
vielleicht blos 2 Monate, die von spongifica 
Qgj n $ (vielleicht manchmal auch ö^) 12 Monate. 



Oct. ? 
Juni i $ 



413 

Herr Walsh glaubt in diesem Vorgange ein Analogen 
der Parthenogenesis der Arbeitsbienen mit den kleinen Bo m- 
b US -Weibchen zu finden. 

Soviel scheint aus Herrn Walsh Beobachtungen unzwei- 
felhaft hervorzugehen, dass C. aciculata vi'iiklich blos eine 
zweite Form des Weibchens von C. q. spongifica ist. Ob 
es mit seiner Hypothese über die P'unction dieses Weibchens 
ebenfalls seine Richtigkeit habe, werden fernere Beobachtun- 
gen zeigen. Erinnern wir uns unterdessen der Worte Hum- 
boldt's (bei Gelegenheit des Nordlichtes), „dass die wieder- 
„holte Aufstellung einer bestimmten Hypothese in einer so 
„verwickelten Erscheinung wenigstens den Vortheil gewährt, 
„dass die Bestrebungen, dieselbe zu widerlegen, zu einer an- 
„haltenderen und sorgfältigeren Beobachtung der einzelnen 
„Vorgänge anzeigen.^' 

New-Nork, den 7. Mai 1864. 



Die gelbe Halmfliege (Chlorops), der Verwüster ^ 
der Weizenfelder*) 

von 
Prof. Ferdinand Colin in Breslau. 



Die erfreulichen Hoffnungen, zu denen der Stand des 
Weizens in Schlesien zu Anfang dieses Frühjahrs berechtigte, 
sind durch einen neuen Feind zum grossen Theil vernichtet 
worden. Von der zweiten Hälfte des Juni an kamen uns aus 
allen Theilen von Mittelschlesien, der Ebene wie dem Ge- 
birge, theils direct, theils durch die Zeitungen Nachrichten 
von einer Made zu, welche die schossenden Halme anfrass 
und ihre Weiterentwickelung hinderte, so dass bis zu 90 pCt. 
der Halme befallen wurden. Ob die Made auch ausserhalb 
der Provinz beobachtet worden, muss erst noch ermittelt 



*) Der Redaction ging der vorliegende Artikel gedruckt unter 
Kreuzband zu, ohne Angabe des Blattes, in welchem er erschienen 
ist. Bei der landwirthschaftlichen Wichtigkeit des Gegenstandes er- 
schien es angemessen, ihn durch Wiederabdruck zur Kenntniss un- 
serer Leser zu bringen und zur weitern Beobachtung dringend auf- 
zufordern. Dem Herrn Einsender verbindlichen Dank! 

C. A. D. 



414 

werden. Diese Made ist verschieden von derjenigen, welche 
in verheerendem Massstabe zuerst im Herbst 1858 im Gross- 
herzogthum Posen bis zur schlesischen Grenze den Weizen 
heimsuchte; jene stammte von einer Gallmücke Cecidomya, 
die ihre Eier im Herbst und Frühling in die untern Wurzel- 
knoten ablegt; die jungen Halme werden von den Maden ab- 
genagt, knicken um und gehen ein. Diese Erscheinung wie- 
derholt sich seitdem, wenn auch mit abnehmendem Schaden, 
alljährlich auch in Schlesien. 

Ganz verschieden ist jedoch die Lebensart der Made, 
welche im gegenwärtigen Jahre unsre Weizenfelder mehr als 
decimirt hat. Der Verfasser einer lehrreichen Mittheilung in 
der letzten Nummer der „Schles. landwirthschaftl. Ztg.*-' vom 
4. August beobachtete bis zum 20. Juni Schwärme von Zwei- 
flüglern in den Weizenfeldern, deren Aehren eben im Begriff 
waren, die umhüllende Scheide des obersten Blattes zu durch- 
brechen; er fand diese Insekten oftmals zu 2 — 3 in der ober- 
sten Blattscheide; sie legten ein Ei an den Halm dicht unter 
der Aehre, aus dem alsbald eine weissliehe Made auschlüpfte. 

In den mir von verschiedenen Seiten zugeschickten an- 
gefressenen Halmen habe ich selbst nur ein einziges Mal noch 
eine lebendige Made gefunden, welche fusslos, etwa 2 Linien 
lang, gelblich-weiss, zwei schwarze Augen am Kopf und durch- 
scheinenden Darmkanal zeigte. In den übrigen Halmen hatte 
die Made sich bereits zu einer hellbraunen unbeweglichen 
Puppe verwandelt, die ausnahmslos im obersten Stengelglied 
und zwar innerhalb der Blattscheide, dem Halm anliegend, 
sich befand, immer nur einzeln; nur ein einziges Mal fanden 
sich zwei Puppen in einem Halm. Und zwar Hess sich überall 
an dem obersten Halmglied der Gang verfolgen, längs dessen 
sich die Made am Halm, meist dicht unter der untersten 
Blüthe anfangend, von oben absteigend, hinabgefressen hat. 
Dieser Gang endete in grösserer oder geringerer Entfernung 
vom ersten Knoten; an dieser Stelle fand sich dann die Puppe. 

Der Weizenhalm ist bekanntlich hohl und besteht aus 
markigem Zellengewebe (Parenchym) und langen Faserbün- 
deln (Gefässbündeln), welche zu einem Cylinder dicht zusam- 
mengedrängt, nur durch sehmale grüne Zellgewebestreifen 
von einander getrennt und von der verkieselten Oberhaut 
eingeschlossen sind. Die Made hatte nun die Oberhaut längs 
des Ganges, sowie das Zell- und einzelne Bastbündelgewebe 
zwischen den unmittelbar darunter befindlichen Gefässbündeln 
zerstört. Indessen beschränkt sich der Schaden nicht auf 
diese mechanische Verletzung durch Abfressen des Halmes, 
welche für die Entwickelung der Aehre gewiss nur geringen 
Nachtheil gehabt haben würde; sondern es war von dem 



415 

Wundstreifen aus ein sehr merkwürdiger Einfluss auf das 
ringsumgebende Zellgewebe ausgeübt worden, den ich als Ver- 
giftung oder Entzündung bezeichnen möchte. Während 
der gewöhnliche Haimcylinder auf dem Querschnitt einen Ring 
von gleichmässiger Dicke darstellt, war in den angefressenen 
Halmen die Wand längs der Wunde aufgeschwollen, indem 
die Zellen ihr Volumen ausserordentlich bedeutend vergrössert 
hatten, und zwar um so mehr, je näher sie der Wunde lagen. 
Im Gange selbst waren die Zellen theilweise zerstört und in 
eine eigenthümlich schmierige Substanz umgewandelt, die Fa- 
serbündel durch das Aufschwellen der Parenchymzellen aus- 
einandergetrieben; die ring- oder spiralförmigen Verdickungs- 
schichten der Gefässe zeigten sich unverändert mitten in der 
aus den zerstörten Zellen herstammenden Substanz. 

Dieser vergiftende Einfluss der Made auf die Beschaffen- 
heit der Zellen des Halm's beeinträchtigt auch das Wachs- 
thum desselben. Der Halm ist längs der Wunde angeschwollen, 
von fast knorpeliger Consistenz, etwas zusammengeknittert; 
an dem nicht angefressenen Theile dagegen dünn und auf- 
fallend weich, leicht faulend. Da ich keine lebenden Maden 
beobachten konnte, so vermag ich keinen Aufschluss über den 
speciellen Verlauf dieser merkwürdigen Vorgänge zu geben, 
die an die Gallenbildung durch Insectenstiche erinnern. 

Je nachdem das oberste Halmglied in früherer oder spä- 
terer Entwickelung von der Made angefressen war, wuchs 
dasselbe entweder gar nicht weiter, so dass die Aehre ihre 
Scheide nicht durchbrach, oder das Glied blieb sehr kurz und 
die Aehre verkümmert. An vielen Fällen hat sich jedoch das 
vorletzte Halmglied erholt, die Aehren sind ausgewachsen, 
wenn auch die Körnerbildung zurückgeblieben ist. 

Von den am 22. Juli mir durch Herrn Sclimidt von Po- 
garth bei Strehlen übergebenen angefressenen Halmen ver- 
wahrte ich die freigelegten Puppen in einer versclilossenen 
Glasflasche, um ihre weitere Entwickelung zu beobachten; 
am gestrigen Tage (am 8. August) glückte es mir, die ersten 
ausgeschlüpften Insecten zu beobachten. Aus der abgestreiften 
Hülle kriecht eine kleine gelbe oder grünliche Fliege 
hervor. 1% Linien (3,5 mm.) lang; die in der Ruhe über- 
einandergelegten glasliellen Flügel, mit deren Hülfe sie lustig 
umherschwirrt, bedecken den Hinterleib und ragen ein gut 
Stück über denselben hinaus; die schwarze Rippe des Vor- 
derrandes reicht bis zum Ende der dritten Längsader. 

Der Kopf ist breit, mit zwei grossen weit auseinander 
stehenden braunen Netzaugen und einem schwarzen Dreieck 
am Scheitel, dessen Spitze nicht mit den Augen abschneidet. 
Vorn stehen die Fühler mit dickem schwarzem Endglied mit 
schwarzer Borste. 



416 

Das Rücken?child Pist gelb, mit 5 schwarzen Striemen, 
von denen die mittelste grösste und die zwei nächsten breit, 
hinten verschmälert, am Vorderrande beginnen, während die 
beiden äussersten ganz schmal und kurz sind und erst hinter 
der Mitte beginnen. Auf der Unterseite über dem Ursprung 
des zweiten Beinpaares befindet eich ein ansehnlicher drei- 
eckiger schwarzer Fleck und darüber ein Pünktchen; über 
dem Ursprünge des dritten ein kleinerer schmälerer. — 
Das Schildciien ist strohgelb, ohne Zeichnung, der Hinter- 
rücken schwarz. Der Hinterleib ist strohgelb oder gelbgrün, 
mit 5 Ringen; auf den drei hinteren an jeder Seite neben der 
Mittellinie des Rückens ein queres dreieckiges Fleckchen oder 
Querstrich; auf dem zweiten Ringe jederseits ein Querstrich, 
nach aussen von demselben ein länglicher Punkt. 

An den Beinen sind die Schenkel, Schienen und die drei 
oberen Tarsenglieder bräunlich, die zwei letzten schwarz; 
am ersten Beinpaar das erste Tarsusglied schwarz und die 
Schiene am Unterende schwärzlich. 

Nach dieser Beschreibung, welche auf meine Bitte Herr 
Staatsrath Prof. Grube hierselbst zu übernehmen die Güte 
hatte, gehört diese Fliege zur Gattung Chlorops; doch stimmt 
dieselbe mit keiner der in dem Meigen'schen Dipterenwerk 
(VI. Theil) aufgeführten Arten überein. Eine genauere Fest- 
stellung der Art wird daher erst später möglich sein. 

Die erste Frage, welche die Praxis bei dem Auftreten 
ungewöhnlicher, schädlicher Naturerscheinungen an die Wis- 
senschaft zu stellen pflegt, ist die nach den Mitteln, dem 
Schaden zu steuern. Aber die Wissenschaft kann nicht an- 
ders verfahren, als der Feldherr, der seinen Feind vor allem 
beobachten, seine Sitten und Gewohnheiten ausforschen und 
seine schwachen Seiten ausspioniren lässt, ehe er im Stande 
ist, einen Angriffsplan zu entwerfen. 

Auch bei dem hier geschilderten Feinde der Weizenfelder 
ist die nächste Aufgabe die Beobachtung. Bis jetzt wissen 
wir über ihn nur: 

1) dass im Laufe des Sommers mindestens zwei Gene- 
rationen von Fliegen aufeinander folgen, von denen die erste 
im Juni schwärmt; aus dem in das oberste Glied des schos- 
senden Halmes gelegten Ei kriecht unmittelbar eine weiss- 
liche Made aus, verpuppt sich bis Mitte Juli, um nach ca. 3 
Wochen im August als vollkommenes Insect auszuschlüpfen; 

2) dass die gegenwärtige zweite Generation ihre Eier 
anderswohin ablegen muss, als die frühere, da es gegenwärtig 
doch keine schossenden Weizenhalme giebt und daher auch 
die Maden wahrscheinlich eine etwas abweichende Lebensart 
zeigen müssen. 



417 

Es kommt nun zunächst darauf an, die nach der obigen 
Beschreibung gewiss überall leicht wieder zu findenden Flie- 
gen zu beobachten, welche ohne Zweifel überall in diesen 
Tagen ausgeschlüpft sein werden; namentlich ist ihre Fort- 
pflanzung und die Art, wie, wann und wo sich die Maden 
entwickeln, zu ermitteln. Je zahlreicher und sorgfältiger solche 
Beobachtungen gemacht M'erden, det^to begründeter ist die 
Hoffnung, dass sich darauf auch für die Praxis ein Verfahren 
werde ausfinden lassen, welches den Verheerungen dieser 
Thierchen Schranken setzt. 

Breslau, den 9. August 1864. 



Versuch einer Monographie der Dermapteren 

von 
Dr. H. Dobrn. 

(Fortsetzung von pag. 296 dieses Jahrg.) 



ß. elytris rite explicatis. 

11. Psalidophora Serville. 

Psalidophora Serville Hist. nat. d. Orth. 

Spongiphora - Revue methodique. 

Spongophora Scudder, Boston Journ. of. Nat. Hist. 1862. 

Kopf massig gewölbt, Antennen lang, mit wenigstens 15 
Gliedern, deren erstes sehr lang, das zweite kurz, das dritte 
lang cylindrisch, die folgenden conisch cjlindrisch bis cylin- 
drisch sind. 

Pronotum ungefähr quadratisch. 

Elytra lang, schräg gestutzt. 

Abdomen parallelrandig; das letzte Segment beim ^S 
breit, rechteckig, bei der $ verschmälert; das vorletzte Bauch- 
segment des (^ fast rechteckig, der $ halbkreisförmig, das 
letzte bedeckend. 

Zange ziemlich grade; beim :^ mit auseinanderstehenden, 
innen verschiedenartig gezähnten, bei der $ mit zusammen- 
liegenden, unbedeutend oder gar nicht gezähnelten Armen. 

Beine lang, Femora wenig verdickt, Tarsen mit sehr lan- 
gem erstem , kurzem einfachem zweitem und mittellangem 
drittem Gliede, mit stark behaarter Sohle. 



418 

1. P. parallela. 

Forficula parallela Westwood, Guerin, Magasin 1837 

T. 178. 
Psalidophora - Dolirn, Ent. Ztg. 1862 p. 227 T. I. 

fig. 3. 
Meiner weitläufigen Besehreibung an angeführter Stelle 
habe ich weiter nichts beizufügen. 

2. P. croceipennis. 

Spongiphora croceipennis Serville, Revue method. 

Guerin, Iconogr. d. r^gne ani- 
mal Insectes T. 52 fig. 1. 
Psalidophora - Serville, Hist. nat. p. 30 T. 1 

fig. 3. 
? - Lherminieri Serv., Hist. nat. p. 29. 

Forficula croceipennis Burm. Handbuch. 

Griff, animal kingdom XV T. 104 
fig. 1. 
flavipennis Burm. Handbuch, 
longeforcipata Bl. d'Orbigny Voyage T. fig. 
Psalidophora croceipennis Dohrn, Entomol. Zeitg. 1862 

p. 228. 
Am obigen Orte habe ich die Unterschiede dieser Art 
von der vorigen sehr nahe xer^andten hervorgehoben. Die 
Zahl der Antennenglieder beträgt, wie Burmeister richtig an- 
giebt, nur 18. 

Zwischen P. croceipennis und Burmeisters als F. flavi- 
pennis aus dem Berliner Museum beschriebenen Exemplar ist 
es mir nicht möglich gewiesen, specifische Unterschiede zu 
entdecken; die braune Färbung des Körpers sowohl, wie das 
Gelb der Flügel ist massig nuancirt. 

F. longeforcipata ziehe ich nach der Abbildung ohne Be- 
denken hierher; bedenklicher steht es mit der mir gleichfalls 
unbekannten P. Lherminieri von Guadeloupe, da mir die Art 
von keinem nördlicheren Fundorte bekannt ist, als von Su- 
rinam. Indessen, da Serville selbst sie für identisch mit den 
brasilianischen von Langsdorff gesammelten Exemplaren er- 
klärt, so sind die Bedenken doch nur unerheblich. 

Die Art ist durch das ganze tropische Südamerika ver- 
breitet. In Centralamerika tritt als Ersatz die vorige Art auf. 

3. P. brunneipennis. 

Psalidophora brunneipennis Serville, Hist. nat. p. 30. 

Rufo-castanea, capite, pronoto, eljtris fuscis, ore, anten- 
narum articulis 3 basalibus, pedibus alarumque apice (excepta 
sutura fusca) flavis; abdomen subtiliter et dense ruguloso- 



419 

puDctatum, segmentum penultimum postice emarginatum , py- 
gidium valde prominens, rnargine postico convexo, in medio 
in processüm biapicalem producto; forcipis brachia subparal- 
lela, apice convergentia, intus crenata, in medio bidenticu- 
lata, J*. 

Corp. long. 11 — 12, lat. 3, forc. long. 5 mill. 

Habitat in America boreali: Pennsylvania, Virginia. 

Kopf nur massig convex, die Augen, wie bei den fol- 
genden Arten, weiter vom Hinterrande entfernt als bei den 
beiden ersten. Die Mundtheile und die 3 Basalglieder der 
Antennen sind gelb, die folgenden, deren an meinen Exem- 
plaren nur noch 15 vorhanden, graubraun. Pronotum etwas 
schmaler als der Kopf, nach hinten ein wenig verbreitert, 
Hinterrand stark gerundet, Seitenränder gelblich. Elytra, 
Kopf und Pronotum dunkelbraun, glatt, massig glänzend. 
Flügel ledergelb mit breit brauner Naht. Brust und Beine 
gelb, wie die Mundtheile, Femora und Tibien spärlich, Tar- 
sen dicht filzig behaart; das dritte Tarsenglied wenig länger 
als das zweite. Abdomen hell kastanienbraun, die Seiten- 
ränder der ersten Segmente, ebenso die Höcker des zweiten 
und dritten Segments schwärzlich. Alle Segmente ausser dem 
letzten an Rücken und Bauchseite dicht und fein runzlig punc- 
tirt. Vorletztes Bauchsegment mit breit ausgebuchtetem Hin- 
terrande, letztes Dorsalsegment mit gradem glattem Rande, 
in der Mitte mit seichtem Eindruck. Pygidium weit vorra- 
gend, breit, sehr flach, mit convexem Hinterrande, der in der 
Mitte in einen schmalen zweispitzigen Fortsatz ausgezogen 
ist. Zange etwas abgeplattet, mit ziemlich parallelen, an 
der Spitze eingebogenen Armen, am Innenrande gekerbt, in 
der Mitte mit zwei grösseren Zähnchen. 

Mir liegen nur ein paar ^ meiner Sammlung vor. 

Serville beschreibt eine Varietät der Zange, bei der ein 
Zahn am ersten Drittel des Innenrandes ist; nach ihm ist die 
Zange der $ glattrandig. 

Ausserdem erwähnt er einer Varietät, bei der Pronotum 
und Elytra blass gelbbraun sind. 

4. P. bipunctata. 

Spongophora bipunctata Scudder, Boston Journal of Na- 
tural History Vol. VII p. 415. 

Ich registrire diese Art mit Bedenken, da es kaum ge- 
rechtfertigt erscheint, ein Thier für ausreichend beschrieben 
zu halten, dem Beine und Abdomen gänzlich und der grösste 
Theil der Antennen fehlt. 

Die Originalbeschreibung lautet wörtlich: 

The head, antennae, and prothorax are reddish brown; 



420 

eyes black; elytra darker brown, with a rather large pale 
spot equidistant from the base and either border; wings at 
rest, extending nearly twice as far back as the eljtra, pale, 
with a dark Brown band along the inner edge beyond the 
elytra; there is a faintly impressed longitudinal line on the 
prothorax. Length from front of prothorax to tip of wings 
0,3 inches. 

I place this species in this genus with some degree of 
doubt, because I have but a Single mutilated specimen to 
examine, which wants abdomen and legs, the elytra and wings 
of one side, and the principal part of the antennae; but the 
parts that remain exhibit good specific characters. 

Massachusetts. Taken May 30. 

5. P. quadrimaculata. 

Forficula quadrimaculata Stäl, Oefvers. af K. Vet. Akad. 
Förhandl. 1855. 

Saturate castanea, capite et pronoto obscurioribus, an- 
tennis griseo-fuscis, articulis apicalibus dilutioribus, elytris in 
angulo humerali, alisque testaceis, harum sutura et apice fus- 
cis; femorum apice, tibiis tarsisque flavis. Forceps ^ paral- 
lela, pone medium unidentata, ^ intus crenulata, contigua. 

Corp. long. ^ 10, $ '7%, lat. 2'/2, forc. long. J 5, $ 
21/2 mill. 

Habitat in Africa meridionali: Caffraria (Wahlberg) Na- 
tal (Gueinzius). 

Kopf massig gewölbt mit seichten Nähten, dunkelbraun, 
Mundtheile, besonders die Palpen heller. Erstes Glied der 
Antennen von der Farbe des Kopfes, die folgenden graubraun, 
die Endglieder heller. Pronotum fast quadratisch, nach 
hinten um ein geringes erweitert, mit seichter Mittelrinne, 
einfarbig dunkelbraun. Elytra doppelt so lang, von gleicher 
Farbe, Schulterecken mit einem grossen, ovalen, gelben Fleck; 
Flügel gelb, mit brauner Naht und Spitze. Brust sclunutzig 
gelbbraun; Femora dunkelbraun, das Tibialgelenk , sowie 
Tibien und Tarsen dunkelgelb. Erstes Tarsenglied etwas län- 
ger als beide folgende zusammen. Abdomen kastanienbraun, 
Seitenränder der ersten und Hinterrand des letzten Segments 
schwärzlich, dicht und fein punctirt, letztes Segment in der 
Mitte mit einem ziemlich breiten Eindruck; beim o vorletztes 
Bauchsegment mit stark gerundeten Ecken, in der Mitte sehr 
tief ausgeschnittenem Rande und in der Fortsetzung des Aus- 
schnittes mit einem starken Eindruck; Pygidium stumpf drei- 
eckig vorragend; Zange o schlank, parallel, an der Spitze 
convergirend, hinter der Mitte mit einem einzelnen Zahn, an 
der Basis leicht gekerbt. Bei der $ vorletztes Bauchsegment 



421 

einfach halbrund, Zange am Innenrande gekerbt, gefärbt wie 
beim (^. 

Ein c^ in meiner Sammlung, eine $ im Stockholmer 
Museum. 

6. P. punetipennis. 

Forficula punetipennis Stäl, Freg. Eugenies Resa Insecter 
p. 304. 

Rufo-fusca, nitida, elytris abdomineque dense punctulatis; 
capite et pronoto obscurioribus, antennarum articulo basali, 
palpis, pronoti marginibus lateralibus, alarum macula externa 
subapieali, pedibus flaveseentibus^ femoribus tibiisque obscu- 
rius annulatis. Forceps ö^ intus pone medium unidentata, $ 
intus crenata. 

Variat elytris in angulo humerali oblonge flavo-macu- 
latis. 

(^$. Corp. long. 9—11, lat. 2-2y2, forc. long. 3—4% 
mill. 

Habitat in America meridionali: Brasilia et Venezuela. 

Kopf kaum breiter als das Pronotuni; von der Innen- 
seite der Augen verläuft jederseits nach hinten eine dem Sei- 
tenrande parallele Rinne; dunkel rothbraun, Palpen und erstes 
Antennenglied gelb, die folgenden graubraun. Stäl hat in 
seiner Beschreibung der Antennen das zweite Glied übersehen. 
Pronotum quadratisch mit abgeiuudeten Ecken, etwas ge- 
wölbt, mit einer Mittelrinne in der vorderen Hälfte, die nach 
hinten in einen erhabenen Kiel verläuft. Elytra doppelt so 
lang als das Pronotum, dicht punctirt, von gleicher Farbe mit 
Kopf und Pronotum, bisweilen seitlich an der Schulter mit 
einem länglichen gelben Fleck. Flügel ragen um die halbe 
Länge der Elytra vor, braun mit einem ziemlich grossen gel- 
ben Fleck, der von dem Ende der Elytra am Aussenrande 
bis nahe zur Spitze geht. Beine gelb, Femora auf der Mitte 
der Rückenseite dunkel gefleckt, Tibien an der Basis ebenso 
geringelt. Bisweilen ist die dunklere Färbung an den Beinen 
nur leicht angedeutet. Erstes Tarsenglied länger als die bei- 
den andern zusammen. Abdomen dicht punctirt, rothbraun 
oder kastanienbraun; das letzte Segment mit einfachem Hin- 
terrande; das vorletzte Bauchsegment des r^ mit abgerundeten 
Ecken; das Pygidium breit zweispitzig. Zange des ö^ platt, 
breit, mit einem oder zwei Zähnen hinter der Mitte, ¥ mit 
crenulirtem Innenrande. 

Häufig in den Sammlungen. 

7. P. pygmaea n. sp. 

Nigra elytris et alis fuscis, ex angulo humerali pallido- 



4n 

vittatis, antennis, femorum tibiarumque apice et tarsis griseo- 
flavis; forceps <^ deplanata intus bidentata. 

^ Corp. long. 6, lat. IVj, forc. long. 2^^ n\iU. 

Habitat in Brasilia: Rio de Janeiro (Sahlberg). 

Kopf ziemlich flach, mit einem Eindruck jederseits vom 
Innenrande der Augen nach hinten, zwei Grübchen zwischen 
den FUiilern, schwarz, mit einzelnen sehr kurzen weisslichen 
Haaren; Mundtheile dunkelbraun, Antennen graugelb, nach der 
Spitze zu etwas dunkler. Pronotum etwas schmaler als der 
Kopf, mit einer Mittelrinne auf der Vorderhälfte, schwarz, 
behaart wie der Kopf, mit gelblich durchscheinenden Seiten- 
rändern. Elytra und Flügel glatt, dunkelbraun, mit blass- 
gelbem Längsstreifen von der Schulterecke bis zur Spitze der 
Flügel. Brust schwarzbraun, ebenso Femora und Tibien; 
nur deren Gelenke, sowie die Tarsen graugelb; deren erstes 
Glied etwas länger als beide folgende. Abdomen schwärz- 
lich, dicht punctirt, an den Seiten und unten sparsam weiss- 
lich behaart; vorletztes Bauchsegment mit ausgebuchtetem 
Hinterrande; letztes Rückensegment mit glattem gradem Hin- 
terrande; Pygidium zweispitzig. Zange platt, mit einem Zahn 
vor und einem hinter der Mitte, schwarz. 

cJ im Wiener Museum und Stäls Sammlung. 

8. P. frontalis n. sp. 

Luteo-rufesceus, ore, pectore, pedibus, alis dilutioribus, 
fronte, plicis segmentorum 2 et 3 abdominalium, segmento 
ultimo dorsali fuscis; lions depressa, occipite convexo quasi 
circumvallata; forceps basi intus tuberculo tridentato sursum 
spectante armata. c^. 

Corp. long. 10—11, lat. 2% forc. long. 3 mill. 

Habitat in Venezuela (Moritz). 

Kopf ebenso breit wie lang; Stirn eingedrückt, Occiput 
sehr gewölbt, die Stirn wie mit einem Walle umgebend; 
schmutzig rothbraun, Stirn dunkelbraun, Mundtheile gelblich, 
ebenso die Antennen, Pronotum erheblich schmaler als der 
Kopf, ungefähr quadratisch, Hinterrand halbkreisförmig, von 
der Farbe des Kopfes. Elytra doppelt so breit, länger als 
zusammen breit, von gleicher Farbe; Flügel an der Basis 
heller. Brust und Beine hellgelb, drittes Tarsenglied fast 
so lang wie das erste. Abdomen parallelrandig, etwas dunk- 
ler als die Vorderhälfte des Körpers, die Falten auf dem 
2. und 3. Segment und das letzte Rückensegment dunkelbraun; 
an der Unterseite gelb behaart; vorletztes 'Bauchsegment mit 
wenig gebogenem Hinterrande, letztes Dorsalsegment breit 
rechteckig mit einer scharfen Kante au der Seite und einer 
schmalen von hinten bis zur Mitte des Segment verlaufenden 



423 

Kante an der Innenseite der Zangenwurzel und einem flachen 
Eindruck dazwischen. Pygidium stumpf zweispitzig. Zange 
von der Basis aus massig nach aussen, dann hinter der Mitte 
stark nach innen gekrümmt, bis zur Mitte breit, dann dreh- 
rund, liinter der Basis an der Innenseite mit einem Höcker, 
der nacli oben in zwei, nach innen in einen Zahn ausläuft. 
2 (^ im Wiener Museum. 

2. Tarsorum articulus 2 simplex; antennarum 
articuli 10—15. 

12. Labia Leach. 

Labia Leach, Zoological Miscellany. 

Körper klein, convex. 

Kopf von massiger Grösse; Antennen mit 10 — 15 meist 
oblongen Gliedern; namentlich sind das 2. und 4 — 6. erheb- 
lich kleiner als die folgenden. 

Pronotum etwas schmaler als der Kopf. 

Elytra stets vollkommen entwickelt. 

Flügel fehlen mitunter. 

Abdomen in der Mitte erweitert, mit deutlichen Falten 
auf dem 2. und 3. Segment, das vorletzte Bauchsegment bei- 
der Geschlechter gross, gerundet, das letzte Rückensegment 
von geringerer Grösse. 

Zange klein, beim (^ mit an der Basis auseinanderste- 
henden, bei der $ mit zusammenliegenden Armen. 

Beine von geringer Länge; das zweite Tarsenglied ist 
das kleinste; die drei Glieder sind von gleichem Umfange. 

1. L. mucronata. 

Forficula mucronata Stäl, Freg. Eugenies Resa p. 303. 

Nigro-fusca, capite et pronoto nigris, ore et forcipe fer- 
rugineis, alis, tibiarum apice tarsisque testaceis, elytris ex 
angulo humerali testaceo-vittatis, alarum sutura et limbo an- 
gusto externo interdum fuscis. Laevigata, nitida, abdomine 
subtilissime punctulalo; forcipis brachia rufa, subrecta, (^ prope 
basin intus spina resupina armata, $ basi intus subexcavata, 
tum crenulata. 

Corp. long. 41/2 — 6, lat. l'/g- 2, forc. long. 173—21/2 
mill. 

Habitat in Archipelago indico: in insulis Philippinis (Sem- 
per), Java (Meilerborg), Nova Guinea (Wallace). 

Das beschriebene Exemplar des Stockholmer Museums 
ist ein Männchen, nicht wie bei Stäl, vielleicht nur in Folge 
eines Druckfehlers angegeben ist, eine $; die meisten der mir 
vorliegenden Weibchen sind etwas grösser als das Stockholmer 
Stück, namentlich ein Exemplar aus Neu-Guinea. 



424 

Kopf ziemlich gewölbt, mit Spuren der Occipitalnaht, 
hinter den Augen kaum verschmälert, schwarz, Mundtlieile 
rothbraun. Antennen hellgelb, nach der Spitze zu etwas dunk- 
ler, 14gliedrig, das 3. Glied etwas länger als das erste, die 
folgenden oblong, zur Spitze hin allmälig verlängert. Pro- 
notum breiter als lang, nach hinten etwas verbreitert, schwarz, 
mit gelb durchscheinenden Seitenrändern; Ecken stark abge- 
rundet. Elytra etwa anderthalb mal so lang als das Prono- 
tum, dunkelbraun, mit einer von der Schulterecke grade zum 
Hinterrande gehenden gelben Binde, die gewöhnlich in der 
Mitte etwas erweitert ist. Flügel hellgelb, mit dunkelbrau- 
ner Naht und bisweilen einem ganz schmalen Streife am 
Aussenrande. Brust hellbraun; Femora und Tibien an 
der Basalhälfte dunkelbraun, dieser Spitze und Tarsen hell- 
gelb. Zweites Tarsenglied Yg, drittes Yg so lang als das erste. 
Abdomen nach hinten verschmälert, braun, an der Unterseite 
heller, sehr fein seidenartig behaart, matt glänzend, vorletztes 
Bauchsegment breit gerundet, letztes Dorsalsegment nach hin- 
ten etwas verschmälert, dunkler als die anderen Segmente, 
mit gradem Hinterrande und seichtem mittlerem Eindruck. 
Zange schlank, fein behaart, rothgelb. Arme beim <^ durch 
das stumpf dreieckige Pygidium von einander entfernt, nahe 
der Basis mit einem scharfen nach hinten und unten gerich- 
teten Stachel bewaffnet, sonst glatt; bei der $ zusammenlie- 
gend, an der Basis des Innenrandes leicht ausgebuchtet, sonst 
der ganzen Länge nach fein gekerbt. 

Im Stockholmer Museum und den Sammlungen Dohrn 
und Semper. 

2. L, Ghilianii n. sp. 

Gracilis, nitida, fusco-castanea, palpis, antennis griseo- 
fulvis, elytrorum alarumque vitta exteriore tibiis tarsisque 
pallide testaceis, forcipe castaneo-rufescente; abdomen subtus 
et forceps rufopilosa; pygidium (^ longe productum, postice 
rotundatum; forceps -^ cylindrica, mutica, $ contigua, intus 
denticulata. 

Corp. long. ^ 5, ¥ 4, lat. y* — 1 , forc. long, o^ IV4, 
? 1 mill. 

Habitat in America meridionali: Para (Giuliani), Cayenne 
(Deyrolles), Venezuela (Moritz). 

Kopf sehr convex mit schwach angedeuteter Occipital- 
naht, stark glänzend, dunkel kastanienbraun, Palpen und An- 
tennen graubraun, diese an der Basis heller als an der Spitze, 
mit 13 Gliedern, die letzten cylindrisch. Pronotum von 
gleicher Farbe, quadratisch mit gerundetem Hinterrande, Vor-/ 
derhälfte convex, Seitenränder durchscheinend. Elytra dop-< 



425 

pelt so lang, länger als zusammen breit, Flügelspitzen nur 
wenig länger als das Pronotum, beide braun mit breiter hell- 
gelber Binde von den Schulterecken bis zum Hinterrand der 
Flügel und ganz sclimalem, braunem Aussenrande. Femora 
dunkelbraun, Tibien und Tarsen hellgelb, diese an der 
Unterseite stark behaart, erstes Glied kaum kürzer als die 
beiden folgenden zusammen. Abdomen glänzend dunkel- 
braun; ,^ vorletztes Bauchsegment rechteckig, Hinterrand 
etwas gerundet, letztes Dorsalsegment mit gradem Hinterrande, 
in der Mitte mit breit dreieckigem Eindruck. Pygidium weit 
vorstehend mit rundem Hinterrande; Zange dünn, cjdindrisch 
fein zugespitzt, wenig gebogen; Unterseite des Abdomen und 
Zange rotlibraun behaart; Zange der $ grade, mit zusammen- 
liegenden Armen, dicker als beim q , innen der ganzen Länge 
nach gezälmelt. 

Im Wiener Museum und in meiner Sammlung. 

3. L. amoena. 

Forficula amoena Stäl, Oefvers. af K. Vet. Ak. Förh. 1. c. 
und Freg. Eug. Resa p. 303. 

Nitidissima, interdum submetallescens; capite ferrugineo, 
antenfiis 13 articulatis, articulis basalibus 4 — 6 flavis, sequen- 
tibus nigris 10 — 11 vel altero albidis, pronoto, elytris, alis, 
(his saepe deficientibus) nigris vel unicoloribus vel lateraliter 
varie tlavo signatis, abdomine fuscescente, singulis segmentis 
interdum rufescentibus, ore et pedibus excepta femorum basi 
fuöca testaceis. Forceps o a basi distans, modice curvata, 
intus bidentata, $ contigua, niargine interiore pone basin bre- 
viter et profunde excavato, excavatione supra dente lata par- 
tim tecta. 

Corp. long. 5-8, lat. 1-2, forc. long, r^ 2-3, $ 1—2 
mill. 

Habitat in insula Java (Melierborg), Celebes (Wallace), 
Mindanao, Luzon (Semper), 

Kopf glänzend ziegelroth, gewölbt, ohne deutliche Nähte, 
mit zwei Grübchen zwischen den Augen, Mundtheile hellgelb. 
Die 4 — 6 Basalglieder der 13gliedrigen Antennen sind gelb, 
bisweilen an der Spitze mit schmalem dunklem Rande, die 
folgenden Glieder schwärzlich, nur das 10. und 11., oder 
Theile, oder auch nur Eins derselben weiss. Pronotum fast 
so breit wie der Kopf, quadratisch mit tiefer mittlerer Längs- 
rinne und ziemlich stark aufgeschlagenen Seitenrändern. Die 
ein wenig breiteren zusammen ungefähr quadratischen Elytra 
sind an den Seiten fein gekielt, der Hinterrand convex. Die 
Flügel, wo vorhanden , ragen um wenig mehr als die Hälfte 
der Eljtra vor. Pronotum , Elytra und Flügel glänzen sehr 

2ö 



426 

stark, bisweilen etwas metallisch, sind schwärzlich, meist mit 
gelben Seitenvändern, die sich an einigen Exemplaren fast bis 
zur Mitte ausdehnen. Beine hellgelb mit Ausnahme der 
schwarzen Basalhälfte der Femora. Abdomen stark glän- 
zend, in der Mitte massig erweitert, schwarzbraun mit ein- 
zelnen ganz oder stellenweise heller gefärbten Segmenten. 
r^: das letzte Segment it-t fast lechteckig mit staik aufgewor- 
fenem, wulstigem Hinterrande, die Zange ist rothbraun, leicht 
gebogen, oben und unten flach mit breiter Innenseite, diese 
vor der Mitte mit einem oder zwei übereinander stehenden 
Zähnen und bisweilen hinter der Mitte mit einem schwächeren 
Zahne bewaffnet. $: letztes Segment einfacli verschmälert; 
Zange kurz gedrungen, dreikantig, die obere Kante ziemlich 
nahe der Innenseite; die Arme zusammenliegend, an der Basis 
tief eingebuchtet; der Basaltheil dieser Einbuchtung wird durch 
einen zweispitzigen seitlich nach innen gebogenen Vorsprung 
der oberen Kante verdeckt; der Innenrand hinter der Bucht 
fein gezähnelt. 

Im Stockholmer Museum, sowie in Sempers und meiner 
Sammlung. 

Die auff"allende Färbung und die eigenthümliche Form der 
Zange lassen keinen Zweifel, dass wir es mit nur einer Art 
zu thun haben. Deshalb liefert sie vielleicht besser als irgend 
eine andere Art den Bew^eis, dass auch bei den Dermapteren 
dieselbe Species getlügelt und ungeflügelt vorkommen kann, 
dass somit das blosse Verkümmern der Flügel mitunter nicht 
einmal einen specifischeu, geschweige denn einen generischen 
Character abgiebt. 

4. L. minor. 

Forficula minor Linn., Fauna Suec. etc. 
Fischer Orth, europ, 
- Kittary Bull. d. Mose. 1849. 

Labia minor Leach 1. c. 

minuta Scudder Boston Journal 1. c. 

Abgesehen von der geographischen Verhieitung dieser Art 
liabe ich der Fischer'schen Beschreibung nichts beizufügen; ausser 
Europa findet sie sich in Sibirien und den davon südlich ge- 
legenen Steppen; wie bereits früher angegeben, kommt sie 
auch in America vor, wenigstens bin auch ich nicht im Stande, 
die verschiedenen Exemplare aus den vereinigten Staaten zu 
unterscheiden. Die Beschreibung der L. minuta von Scudder 
bietet auch keine Unterschiede, so dass es sich wohl auch 
bei ihm um dieselbe Art handelt. 

Die folgenden Arten sind von der unsrigen nur in gerin- 
gem Maasse abweichend: 



427 

5. L. pilicornis. 

Forfitcelia pilicornis Motsch. Bull. Mose. 1863 tom. 36 
pag. 2. 

Kufescens, antennis et ore griseo-teslaceis, pedibus testa- 
ceis; antennarum articulus quartus sequentibus multo minor, 
ob]ongu8, pronotum longius quam lalius, ultimi segmenli margo 
posticus muticu.s, forceps subrecta, brevis, inermis. 9. 

Corp. long, 4, lat. 1, forc. long. 1 mill. 

Habitat in inirulae Ceylon montibus IS'ura Ellia dictis 
(Nietner). 

Nur ein weibliches Exemplar der Motfchulsky'sclien Samm- 
lung liegt mir vor, von L. minor durci\ folgende Merkmale 
untersciiieden: Das Pronotum ist länger als breit, so dass 
der Hinterrand weiter über die Basis der Elytra vorsteht; 
dass Elytra und Flügel weniger lang .sind, ist wohl nur eine 
individuelle Abweichung. Das vierte Glied der Antennen ist 
bedeutend kleiner als das fünfte. 

6. L. luzonica n. sp. 

Pubescens, testacea, capite nigro, antenniö 15 articulatis, 
fuscis, abdomine et forcipe rufescentibus, abdominis segmen- 
tum ultimum postice emaiginatum, forceps subrecta, brevis, 
basi supra tuberculo armata. $. 

Corp. long. 5%, lat. ly^. forc. long. 1 milL 

Habitat in insula Luzon: Baier (Semper). 

Kopf stark gewölbt, mit kaum sichtbaren Nähten, länger 
als bei L. minor, Obeilippe dunkelbraun, Antennen Ifgliedrig, 
die Basalglieder sehr dunkel, die folgenden etwas heller. Das 
letzte Segment am Abdomen der $ am Hinterrande ausge- 
buchtet; auf dem oberen Kiel der Zange an der Basis ein 
schwärzlicher Höcker. 

Im Uebrigen in Färbung und Behaarung gleich L. minor. 

Eine $ in Sempers Sammlung. 

7. L. Wallacei n. sp. 

Rufo-fusca, capite nigro, antennis, pronoto, elytris, alis, 
femoribus fuscis, oie, femorum apice tarsisque testaceis, ultimo 
abdominis segmento ceteris obscuriore; tlavo -pilosa. V- 

Corp. long. 4 72, lat. 1%^ forc. long, ly,, mill.. 

Habitat in Nova Guinea (Wallace). 

Kopf wie bei den vorigen sciiwarz, mit zwei Grübchen 
zwischen den Fühlern; diese I2gliedrig, braun, die Mundtheile 
blassgelb. Pronotum, Elytra und Flügel dunkelbraun; 
letztere irisiien ausgespannt sehr stark. Femora braun, nur 
ihre Spitze und Tibien und Tarsen sind gelb. Abdomen 
rothbraun, das letzte Segment dunkler, die Zange hell roth- 

28'- 



428 

braun. Mit Ausnahme des Kopfes ist der ganze Körper dicht 
gelb behaart. 

In der Form entspricht diese Art vollkommen der L. 
minor. 

Ein paar $ in meiner Sammlung. 

8. L Maeklini n. sp. 

Fusca, antennarum arliculis 3 — 7 testaceis, sequentibus 
obscurioribus, eljtris, alis, femorum tibiarumque apiee, tarsis, 
abdominis segmentis mediis testaceis, forcipe basi et apiee 
ilavescente; tota flavopilosa; pygidium magnum, quadratum, 
postice emarginatum; forceps inermis, cylindrica , vix cur- 
vata. <^. 

Corp. long. 8'/2, lat. %^ forc. long, ly^ mill. 

Habitat in Brasilia: Petropolis (F. Sahlberg), 

Von dieser Species liegt leider auch nur ein nicht im 
besten Zustande befindliches Männclien des Helsingforser Mu- 
seums vor. 

Kopf schwarz, Mimdtheile und die beiden Basalglieder der 
13gliedrigen Antennen dunkelbraun, die Glieder 3 — 7 gelb, die 
folgenden dunkler. Prono tum länger als breit, dunkelbraun, 
Elytra und Flügel hellgelb. Femora und Tibien dunkel- 
braun, an den Spitzen hellgelb, ebenso die Tarsen. Abdo- 
men schwarzbraun, die Mitte der mittleren Segmeute auf dem 
Rücken und aller auf dem Bauch hellgelb; letztes Segment 
glatt, mit gradem Hinterrande. Pj^gidium braun, gross, qua- 
dratisch, mit ausgebuchtetem Hinterrande. Zange mit unbe- 
waffneten, runden, wenig gekrümmten Armen, an der Basis 
und Spitze gelb, in der Mitte dunkelbraun. Der ganze Körper 
ist lang gelblich behaart. 

9. L. curvicauda. 

Forfiscelia curvicauda Motschulsky, Bull, de Moscou 1863 
III. p. 2. 

Castaneo-rufa, capite, pronoto, elytris, alis fuscis, antennis 
giiseo-fuscis, articulo 10 vel 11 albido, oie, femorum apiee, 
tibiis tarsisque testaceis; forceps iS circularis, basi dilatata, 
$ recta. 

Corp. long. 5y2, lat. 1^/4, forc. long. 1 mill. 

Habitat in insulae Ceylon montibus Nura Ellia dictis 
(Nietner). 

Etwas abgeplatteter als die vorigen Arten. 

Kopf dunkelbraun, Mundtheile bis auf die Basalglieder 
der Palpen gelb, Antennen graubraun, das 10. oder 11. Glied 
weisslich, Pronotum länger als breit, Hintei ecken stark 
gerundet; von der Farbe des Kopfes. Elytra kaum länger 



429 

als das Pi-onolum, von gleicher Farbe, ebenso die nur Avenig 
vorragenden Flügel. Pronotum, Elytra und Flügel sind kurz 
und diclit dunkel behaart. Beine gelb, mit Ausnahme der 
Basalhälfte der Femora. Abdomen in der Mitte ein wenig 
erweitert, fein punetirt, roth kastanienbraun, letztes Segment 
mit einem flachen Höckerchen über den Zangenwurzeln. Zange 
(^ kreisförmig gekrümmt, die Basis stark erweitert, übrigens 
cylindrisch; $ zusammenliegend, grade, ungezahnt; von der 
Farbe des Abdomen, gelblich behaart. 
f^$ in V. Motschulsky's Sammlung. 

10. L. chalybea n. sp. 

Nigra, glabra, submetallescens, abdomine punctulato et 
piloso, ore flavescente, pedibus et forcipe rufo fuscis; forceps 
(^ a basi distans, brachiis inermibus, cylindricis, modice cur- 
vatis; $ contigua, mutica, recta, 

Corp. long. 7—8, lat. lYi, forc. long. IVi — l'/j mill. 

Habitat in Venezuela (Moritz). 

Kopf massig gewölbt, mit zwei Grübchen zwischen den 
Augen, glänzend schwarz 5 Mundtheile gelblich; Antennen 
I3gliedrig, gelblich braun, das 4. Glied viel kleiner als das 5., 
alle folgenden Glieder oblong. Pronotum etwas länger als 
breit mit gerundeten Hinterecken. Elytra bedeutend länger, 
Flügel vorragend kürzer als Pronotum, wie dieses schwarz 
mit dunkel stahlblauem Metallglanze. Beine dunkel roth- 
braun, die Femora glänzend, das erste Tarsenglied ebenso 
lang wie das dritte. Abdomen punetirt, M^enig glänzend, 
schwarz behaart, beim r^ besonders an der Bauchseite; letz- 
tes Segment mit einem kleinen Höcker über der Zangenwur- 
zel, in der Mitte mit einer Läng&furche. Zange r^ an der 
Basis oben gekielt, dann cylindrisch, einfach nach innen ge- 
bogen, ohne Zähne ? zusammenliegend, grade. 

Im Berliner, Dresdener und Wiener Museum. 



430 

Vereinsangelegenheiten. 



In der Sitzung am 25. August erstattete der Unterzeich- 
nete zunächst einen kurzen Bericht über seine Erholungsreise 
(vom 25. Mai bis 20. JuliJ, auf Melcher er manche werthe 
Vereinsgenossen in Frankfurt, Ansbacli, Zürich, Domodossola, 
Geneve und Conflans besucht liat. Während im nördlichen 
Deutschland meist kaltes, stürmisclies Regenwetter herrschte, 
Mar die Hitze im Süden so anhaltend und lästig, dass es mit- 
unter selbst an scheinbar günstigen Localitäten nicht eben 
leicht war, sich zu Excursionen zu entsch Hessen, deren Erfolg 
ohneliin meist unbedeutend blieb. 

Als neue Mitglieder wurden in den Verein aufgenommen: 
Herr C. Stern in Frankfurt am Main. 
A. Stern- John ebendort. 

Josef Müller, Zuckersiedemeisterin Werdy bei 
Czaslau. 

Aus der demnächst vorgelegten Correspondenz ergab sich, 
dass unser Ehrenmitglied, Herr Dr. Franklin-Bache, Präsident 
der philosophischen Gesellschaft in Philadelphia entschlafen 
ist. Bei dem hohen Alter, welclies dieser um die Botanik 
und Pharmakopoe der Vereinigten Staaten hochverdiente Mann 
erreicht hat, der uns vor einigen Jahren durch seinen Besuch 
beehrte, war sein Verlust wenn auch beklagenswerth, doch 
nicht unerwartet. Dagegen ist es schmerzlich überraschend, 
dass der deutschen Entomologie und unserm Verein im Juni 
ein Mann entrissen worden, dessen rüstiges Alter ein so früh- 
zeitiges Abrufen nicht ahnen Hess, Herr Prof. Kolenati 
in Brunn. Wir dürfen wohl aus der Feder eines seiner öst- 
reichischen Landsleute einer genaueren Biographie entgegen- 
sehen. An dieser Stelle wird es vorläufig genügen, an seine 
Meletemata und Arbeiten über Phryganiden 2.U erinnern. Hat 
er in manclier Beziehung begründeten Widerspruch gefunden, 
so ^^■ird ihm doch das Verdienst niciit bestritten werden kön- 
nen, als der Erste bei den Heteiopalpeu vom Flügel-Geäder 
als systematischem Chaiakter Gebrauch gemacht zu haben. 
Wer ihn persönlich gekannt hat, wird sich dankbar der leben- 
digen und interessanten Schilderungen seiner Excursionen im 
Caucasus erinnern, mit denen er nicht blos entomologische 
Collegen, sondern überhaupt gebildete Kreise in hohem Grade 
zu fesseln verstand. 

Nach beendetem Vortrage vurde eine Commission er- 
nannt, bestehend aus den Herren Hering, Bethe und Miller, 
welche zur nächsten Sitzung definitive Vorschläge wegen Rc- 



431 

gulirung der beschlossenen Auflösung der Veveinssammlung zu 
machen hat. 

Schliesslich hielt Herr Cand. med. Anton Dohrn einen 
Vortrag, dessen Wesentliches nachstehend im Auszuge mit- 
getheilt wird. 

C. A. Dohrn. 



In der Zeitschrift für wissenschaftliche Zoologie Tom. 
XIV pag. 73 — 80 macht Professor v. Siebold Mittheilung 
von der höchst bemerkenswerthen Thatsache fortdauernder 
Zwitterbildung in einem Bienenstock. Dieser merkwürdige 
Vorgang ist seit vier Jahren von dem Eigenthümer des Stockes, 
Herrn Eugster in Constanz, beobachtet und in zwei Jahren 
der genauem Untersuchung des berühmten Anatomen gewür- 
digt worden. Die Ergebnisse dieser Untersuchung sind fol- 
gende: Die Zwitterbildung tritt in den äusseren und inneren 
Körpertheilen auf. Häufig lässt sich eine Halbirung des Kör- 
pers in einen vorderen weiblichen und liinteren männlichen 
Theil unterscheiden. Die Geschlechtsorgane sind natürlich 
am auffallendsten von der Missbildung betroffen. Die Zwitter- 
bildung derselben stand mit der Zwitterbildung der äusseren 
Körpertheile fast nie im Einklänge. Bei vorherrschendem Ar- 
beitertypus (d. h. verkümmerten Weibchen) zeigte sich der 
Stachel mit Giftapparat vollständig entwickelt, bei männlicher 
Bildung war mitunter ein Stachel vorhanden, aber verkrüp- 
pelt und weich, jedenfalls zum Gebrauch unfähig. Die inneren 
Geschlechtsorgane waren in der auffallendsten Weise vermischt, 
an einem Ausführungsgange befanden sich mehrere Eierstock- 
röhren und Hodenschläuciie, zugleich neben dem Penis der 
Aveibliche Giftapparat auf. Spermatozoiden zeigten sich in 
den Hodenschläuchen immer in der Entwicklung, während die 
Eierstockröhren leer waren. Diese Zwitter wurden sämmtlich 
sofort nach dem Ausschlüpfen von den Arbeiterbienen aus 
dem Stock geworfen, wo sie in Folge unvollständiger Erhär- 
tung der Hautbedeckung nicht davonfliegen konnten, sondern 
umkamen. 

Siebold benutzt diese Thatsache, um dem Widerspruche 
der Physiologie gegen die von ihm vertretene Parthenogenesis, 
der sich erst kürzlich wieder Prof. Schaum in der Berliner 
entomol. Zeitschrift (VII p. 93. 1863) angeschlossen hat, zu 
begegnen. Es war von dem letztgenannten Forscher behauptet 
worden, man dürfe nicht eher die Theorie einer Partheno- 
genese in die Wissenschaft einführen, als bis jede Möglichkeit 
einer stattgehabten Befruchtung ausgeschlossen wäre und weist 



432 

darauf hin, dass der Hermaphroditismus der Bienenkönigin 
nicht hinreichend abgewehrt sei. Siebold zeigt nun an dem 
Beispiel dieses Bienenstockes, dass kein Zwitter in dem Stocke 
geduldet würde, dass also an eine Erklärung der merkwür- 
digen Generationsverhältnisse dieser Insekten durch Herma- 
phroditismus nicht zu denken. So schwer es einem physio- 
logisch gebildeten Forscher auch werden mag, an eine par- 
tielle Parthenogenesis zu glauben, so wenig abweisbar sind 
doch die durcli Untersuchung zweier Forscher, wie Siebold 
und Leuckart, festgestellten Thatsachen der in Betracht kom- 
menden A^erhältnisse, und es muss darauf hingewiesen werden, 
dass das Postulat des Hermaphroditismus zur Erklärung der 
Parthenogenesis ebenfalls nur ein y zur Erklärung eines x 
bringt, denn der Hermaphroditismus wäre bei den Insekten 
einstweilen durchaus anomal. Wie dieser Streit zwischen 
Theorie und Empirie aber auch beigelegt werden mag, jeden- 
falls weist er wieder mit Gewalt darauf hin, dass unser Wis- 
sen von den Verhältnissen der Zeugung ein ausserordentlich 
geringes ist und leider bei der durchaus physikalischen Rich- 
tung der gegenwärtigen Physiologie wohl noch lange Zeit 
bleiben wird. 

Der Vortragende unterstützte seine Darstellung der ana- 
tomischen Verhältnisse durch das Vorzeigen einiger mi- 
kroskopischen Präparate von Receptaculis seminis und Mi- 
cropylen von Insekten-Eiern, sowie durch Abbildungen, und 
schloss den Vortrag mit der Hinw'eisung, v,ie ausserordentlich 
schwer es der Darwin'schen Theorie würde, diese merkwür- 
digen biologischen Verhältnisse der Ameisen und Bienen sich 
unterzuordnen, gab aber zugleich den Grund hiervon in un- 
serer mangelhaften Kenntniss dieser Vorgänge an und hoffte, 
es Mürde einem genauem Studium der ähnlichen Thatsachen 
bei Hummeln, Wespen und andern gesellig lebenden Insekten 
gelingen, auch hier die Wahrheit des Darwin'schen Principes 
der natürlichen Züchtung nachzuweisen. 



433 



Dritter Nachtrag zum Catalog der 
Vereinsbibliothek. 



Kiiizel^verke. 

390. Fairmaire et Germain, Revision des Coleopteres du Chili 

1 858- 186 J. 

(Aus: Annales de la Soc. entom. de France und: 
Revue et Magasin de Zoologie.) 

391. Stäl, Monographie des Chrysom61ides de TAmerique I. 

üpsala 1862. , 

(Aus: Actes d. 1. Soc. royale des Sciences d'üp- 
sal. Serie III, Tom. IV.) 
392 — 392g. Walker, List of the Specimens of Lepidopterous 
Insects in the Collection of the British Museum, 
I— XXIII. London 1854—1861. 

(Jeder Band enthält 3 Tlieile, der letzte nur 2.) 
393. Rosenhauer, Die Thiere Andalusiens. Erlangen 1856. 
394 — 394 a. Loew, Monographs of the Diptera of North Ame- 
rica, edited, with additions by R. Osten -Sacken. 
I et IL Washington 1862-64. 

395. Leconte, List of the Coleoptera of North America. 

Part L Washington 18ti3. 

396. - New species of North American Coleoptera. Part 

I. Washington 1863. 

397. Brauer, Monographie der Oestriden. Wien 1863. 

398. Packard, Notes on tlie family Zjgaenidae. Salem 1864. 

(Aus: Proceedings of the Essex Institute.) 
V. Baer, WelcJie Auffassung der lebenden Natur ist die 
richtige? und wie ist diese Auffassung auf die En- 
tomologie anzuwenden? Berlin 1862. 
Saussure, Etudes sur quelques Orthopteres du Musee de 
Gen^ve. 1860. 

(Aus: Annal. d. L Soc. entom. d, France.) 
Schrader, Ueber gallenbildende Insecten in Australien. 
1863. 

(Aus: Verh. d. zool.-botan, Vereins in Wien.) 
Töth, Die Rotatorien und Daphnien der Umgebung von 
Pest-Ofen. 1861. 

(Aus: Verh. d. zool.-botan, Vereins in Wien.) 
Frauenfeld, Der Aufenthalt auf Manila. 1861. 

— Weiterer Beitrag zur Fauna Dalmatiens. 1860. 

— Dritter Beitrag zur Fauna Dalmatiens. 1861, 

— Beitrag zur Kenntniss der Insecten- Metamorphose. 
1861. 



434 

Frauenfeld, Beitrag zur Metamorphosengeschichte. 1862. 

— Beitrag zur Metamorphosengescliichte. 1863. 

— Bericht über eine Reise durch Schweden und Nor- 
\Aegen im Sommer 1863. 

— Bemerkungen, ge.'amme]t auf Ceylon während des 
Aufenthalts der k. k. Fregatte Novara. 1860. 

— Der Aufenthalt der k. k. Fregatte Novara auf den 
Stuarts-Inseln. 1860. 

— Der Besuch auf den Nikobaren, 1860. 
~ Meine Ausflüge in Madras. 1860. 

~ Aufenthalt am Cap der guten Hoffnung. 1860. 

— Aufenthalt in Valparaiso. 1860. 

— Ueber exotische Pflanzen- Auswüchse, erzeugt von 
Insecten. 1859. 

(Sämmtlich aus: Verhandl. d. zool.-botan. Vereins 
in Wien.) 

— Notizen zur Kenntni&s über Neu-Amsterdam. Wien 
1860. 

— Reiseskizzen von Manila, Hongkong und Shanghai. 
Wien 1860. 

(Beides aus: Mittheil. d. k. k. geographischen 
Gesellschaft.) 

— Diagnosen einiger neuer Insecten. Wien 1860. 

(Aus: Sitzungsberichte der math.-naturw. Classe 

der Kaiserl. Akad. der Wissenschaften.) 

Radochkoffsky , Sur quelques H3'menopteres nouveaux 

ou peu connus de la coliection du Musee de 

TAcademie des Sciences de St. P6tersbourg. Mos- 

cou 1860. 

(Aus: BuUetiu de Moscou.) 

— Sur quelques Hymenopteres nouveaux ou peu con- 
nus. Moscou 1862. 

(Aus: Bull, de Moscou.) 

— Separata in Russischer Sprache über Hymenopteren 
aus der Russischen enlomologisclien Zeitschrift. 
(Vespa, Mutilla, Pseudomeria.) 

Notice biographique sur Mr. Edouard Menetries. 
21c. Mulsant, Opuscules entomologiques. Cahier IX — XII. 

Paris 1859-1861. 
22 a. Harris, A treatise on some of the Insects injurious to 

Vegetation: III. Edition. Boston 1862. 
93 f. Mulsant, Histoire naturelle des Coleopteres de France. 
Mollipennes. Paris 1862. 
180 d. Lacordaire, Genera des Coleopteres. Tom. VI. (Cur- 
culionides.) Paris 1863. 



435 

308g. Stainton, The natural historv of Tineina. London 

1864. 
383a. Schiner"''), Fauna austriaca. Die Fliegen. Tom, II. 

Wien 1864. 

399. Scriba, Beiträge zu der Inpekten-Gescliichte. Erstes Heft. 

Frankfurt 1790. 

400. Passerini, Aphididae italicae. Genuae 1863. 

(Aus: Archiv per la Zoolog. Vol. II.) 
Hinteröcker, Schloss Neuhaus, Fauna & Flora. Linz. 
Scudder, List of the Butterfliess of New England. Sa- 
lem. 1863. 

(Aus: Proceed. of the Essex Institute. Vol. HL) 
Stierlin, Erster Nachtrag zur Revision der europäischen 
Otiorhynchus- Arten. 

(Aus: Berliner entom. Zeitschr. VI.) 
Hagen, Die Odonaten- und Neuropteren-Fauna Syriens 
und Klein-Asiens. 

(Aus: Wiener entom. Monatsschr. VII.) 

— Die wirbellosen Thiere der Provinz Preussen. 
Bremer, Neue Lepidopteren aus Ost- Sibirien und dem 

Amur-Lande. 1861. 
Schaufuss, Neue Grottenkäfer. 1863. 

(Aus: Verb. d. zooL-botan. Vereins. Wien.) 

— Monographie der Gattung Machaerites MiU. Wien 
1863. 

(Aus: Verb. d. zool.-botan. Vereins.) 

401. Selys-Longcbamps, Synopsis des Agrionines. Bruxelles 

1860-1863. 

402. Snellen von Vollenhoven, Bijdrage tot de kennis von het 

vlindergeslacht Leptosoma Boisd. 
Brischke & Zaddach, Beobachtungen über die Arten der 
Blatt- und Holzwespen. 

(Aus: Schrift, d. pbys.-ök. Gesells. zu Königs- 
berg. Jahrg. HL) 
V. Siebold, Ueber Parthenogenesis. München 1862. 
Eathke, Anatomisch-physiologische Untersuchungen über 
den Athmungsprocess der Insecten. 

(Aus: Schrift, d. phys.-ök. Gesellsch. zu Königs- 
berg. Jahrg. I.) 
Brischke, Die Hymenoptera der Provinz Preussen. 

(Der Schluss dieser Schrift befindet sich in Nr. 
387 der Bibliothek.) 



*) Aus Versehen ist auf Seite 220 des vorigen Jahrgangs bei 
der Anzeige des ersten Bandes dieses Werkes gedruckt „Heft II — X." 
Es muss heissen „Heft I— X" ! 



436 

Elditt, Die Metamorphose des Caryoborus gonagra. Kö- 
nigsberg 1860. 

403, Say, American Entomolog3^ Vol. I No. 1. Philadel- 

phia 1817. 

404. Douglas <fe Scott, a list of Biitish Hemiptera. London 

1862. 
Scott, Descriptions of four new species of Coleophora. 
1860. 

(Aus: Transact. of tlie entom. Society. London V.) 
Pascoe, On some new Longicornia from the Moliiccas, 

(Aus: Annais et Magazine of nat. Hist. 1860.) 
Eohrn, Zur Heteropteren-Fauna Ceylons. 1860. 

— Beitrag zur Kenntniss der Harpactoridae, 1859. 
-^ Hemipterologische Miscellaneen. 1860. 

(Aus: Stett. enlomol. Zeitung.) 

— Beiträge zu einer monograpliischen Bearbeitung der 
Familie der Emesina. 186:) — 1863. 

(Aus: Linnaea entomol. XIV & XV.) 
Saussure, Ortlioptera nova amerieana. 1861. 

(Aus: Revue et Magasin de Zoologie.) 
Dor, De la vision chez les artliropodes. 1861. 

(Aus: Archives des scienc. phys. et natur.) 
Walsh, Insects injurious to Vegetation in Illinois. 
Mayr, Beitrag zur Ürismologie der Formiciden. 

(Aus: Archiv für Naturgesch. XXIX.) 

— Formidarum index synonymicus. 1863. 

(Aus: Verhandl. d. zool.-bot. Vereins in Wien.) 
Schmidt, F. H., Drei neue Höhlenkäfer aus Krain. Wien 
1860. 

(Aus: Verh. d. zool.-bot. Vereins in Wien.) 
Riehl, Verzeichniss der bei Cassel in einem Umkreise 
von drei Meilen aufgefundenen Käfer. Cassel 1863. 
(Aus: Verh. d. Vereins für Naturk. zu Cassel.) 
Becker, Verzeichniss der um Sarepta vorkommenden 
Käfer. Moskau 1861. 

(Aus: Bullet, de Moscou.) 

Zeitschriften. 

1 ae. Annales de la societe entomologique de France. Pa- 
ris 1862. 

5i — k. The entomologists Annual. Edited by H. T. Stain- 
ton. London 1863 — 1864. 

9i — k. Vierteljahrsschrift der naturforschenden Gesellschaft 
in Zürich. Jahrgang VII und VIII. Zürich 1862 
bis 1863. 



437 

16 m. Verhandlungen des zool.-botan. Vereins in Wien. 

Band XIII. Wien 1863. 

17 \v. Entomologisehe Zeitung, herausgegeben vom ento- 

mol. Vereine zu Stettin. Jahrg. 25, Stettin 1864. 

25 m. Smithsonian Contributions to Knowledge. Vol. XIII. 

Washington 1864. 

30 h. Proeeedings of the Academy of natural scienees 

of Piiiladelphia for 1863. Philadelphia 1863—64. 

31q~r. Memoires de la soeiete des scienees de Liege. 
XVII— XVIII. Liege 1863. 

33 m— n. Zeitschrift für wissenschaftliche Zoologie. Tom. 
XIII, 4 und XIV 1-3. Leipzig 1863-64. 

34h. Lotos. Zeitschrift für Naturwissenschaften. Her- 

ausgegeb. vom naturhistorischen Vereine zu Prag. 
Xn. 1862. 

38 ak. Bulletin de la soci6te imperiale des Naturalistes de 
Moscou. Tom. XXXVL Moscou 1863. 

40y — z. Annales des scienees pliysiques et naturelles d'agri- 
culture et d'industrie publiees par la soeiete royale 
d'agriculture etc. de Lyon III. Serie. Tom. V et 
VL Lyon 1861 u. 62. 

41 i. Annales de la soeiete linneenne de Lyon. Lyon 

1861 u. 62. 

44 e — g. Annales de la soeiete entomologique beige VI — VIII. 
Bruxelles 1862—1864. 

47f— g. Berliner entomol. Zeitschrift. Jahrg. VII 3 — 4, 
VIII 1-2. Berlin 1863 u. 1864. 

49 q. Verhandlungen des naturhistorisciien Vereins der 

Kheinlande. XX. Bonn 1863. 

51 g. Corres])ondenzblatt des zoolog.-mineral. Vereins in 

Kegensburg. Jahrg. 17. Regensburg 1863. 

58 k. Vierzigster und Einund vierzigster Jahresbericht und 

Abhandlungen der Schlesischen Gesellschaft lür 
vaterländische Cultur. 1862 — 1864. 

66w— z. Zeitschrilt lür die gesammten Naturwissenschaften, 
herausgegeben "\on dem naturwissens. Vereine für 
Sachsen und Thüringen in Halle. Tom. 20 — 23. 
Berlin 1862-64. 

80 b. Neunundzwanzigster Bericht des Mannheimer Ver- 

eins für Naturkunde. Mannheim 1863. 

81b. Berichte über die Verhandlungen der naturforschen- 

den Gesellschait zu Freiburg im Br. III. Heft I. 
Freiburg i. B. 1863. 

85g. Verhundlungen und Mittheilungen des siebenbürgi- 

sciien Vereins für Naturwissenschaften zu Herr- 
mannstadt. XIV. Jahrg. Herrmannstadt 1863. 



438 

.93a. Jahrbuch des naturhistoripchen Landesmuseums von 

Kärnthen. Fünftes Heft. Klagenfuvt 1862. 
98a. Trantactions of the Is'ew-Yoik agricultural Society. 

Vol. XIX. Albany J8fi0. 

1011 — m. Sechzehnter und siebzehnter Jahresbericht der.Ohio- 
Staats-Ackerbau- Behörde. Columbus (Ohio) 1862 
bis 1863. 

nie — d. Abhandlungen der Seukenbergischen nalurforschen- 
den Gesellschaft. Band IV ^ u.V. 1-2. Frank- 
furt 1862-64. 

114 b. Schriften der Königl. phvsik. -ökonomischen Gesell- 

schaft zu Königsberg in Pr. Jahig. 3 u. 4. Kö- 
nigsberg 1862-63. 

116i — 1. Memoires de TAcademie imperiale des sciences, 
belles-lettres et arts de Lj^on. 1861-1862. 
(Il6i u. k Sciences, 1161 Lettres.) 

118a. Transactions of the academy of seieuce of St. Louis. 

Vol. IL No. 1. St. Louis 1863. 

119e — f. Sitzungsbericlite der Königl. baj^erischen Akademie 
der Wissenschaften zu München. 1863 II, 1864 
I, 1-3. München 1863-1864. 

120a. Horae societatis entomologicae rossicae. Tom. IL 

Petropoli 1863. 

121c. Jahresbericht der naturforschenden Gesellschaft 

GruubüuLlens. Jahrg. IX. Chur 1864. 

127 — 127c. Tijdschrift voor Entomologie, uitgegeven door 
de Nederlandsche enlomologische Vereeniging, onder 
Redactie von Prof. v. d. Hoeven, Mr. Snellen van 
Vollenhoven en Dr. Herklots. 1 — VI. Haag und 
Leyden 1857-1863. (127 I u. II, 127a III, 127b 
IV u. V, 127 c VI.) 

(Der erste Band erschien unter dem Titel „Me- 
moires d'entomologie etc.*"') 

132. Zwölfter und dreizehnter Jahresbericht der Natur- 
historischen Gesellschaft in Hannover. Hannover 
1863 — 64. 

133. Mittheilungen der schweizerischen enlomologischen 
Gesellschaft. Heft 1—6. 1861—1864. 

134. The Transactions of the Entomological Society of 
New South Wales. Vol. I, 1-2. Sydnev 1863 

^ bis 1864. ' . 

135. Annual Report et Bulletin of the Museum of Com- 
paralive Zoology in Cambridge Massachusetts. U. 
S. A. Boston 1863-64. 



*) Im vorigen Jahrgang S. 2i3 rauss es hcissen: „Band III. 



439 

136. Abhandlungen der naturhistorischen Gesellschaft zu 
Nürnberg. Tom. III, 1. Nürnberg 1864. 

137. Sitzungsberichte der naiurwissenschaftlichen Gesell- 
schaft l^is zu Dresden. Jahig. 1863. Dresden 1864. 

J3'S. Bijdragen tot de Dierkunde, uitgegeven door het 

koninglijk zoologisch Genoolschop Natura artis ma- 
aistra. Amsterdam 1848—1854 u. 1859. 



Nachträge zu den Berichtigungen des Repertorii IL 



pag. 7 Z. 15 V. o. lies bei Aiirens: „geb. 1779, f 1841". 
Der Necrolog soll weder von Schmidt, wie ich 1. c. angege- 
ben, noch von Gerniar, Hagen Bibl. ent. I, p. 5, sondern nach 
mündlicher Nachricht von Suffrian verfasst sein. 

pag. 103 Z. 21 v. 0. setze zu bei Wullschlegel: „jetzt 
Lehrer in Lenzburg". 

pag. 111 Z. 20 v. o. setze zu bei Agiiotes: „gilvellus 
9. 213"; Z. 31 V. 0. setze zu, neue Zeile: „Aethiessa 13. 
48"; Z. 41 V. 0. setze zu hinter 121: „irrorata 14. l"?". 

pag. 116 Z. 5 V. u. setze zu unter Athous: „bifasciatus 
9. 212". 

pag. 122 Z. 1 V. o. lies: „Chlamys braccata". 

pag. 133 Z. 36 v. o. bei Fossile Insecten setze vor Ha- 
gen: „Germar 12". 

pag. 134 Z. 33 v. o. setze bei Goliatiius statt 319: „317". 

pag. 139 Z. 12 v. o. unter Hjlesinus setze zu: „rhodo- 
dactylus 9. 212". 

pag. 14D Z. 4 v. o. setze hinter 86 hinzu: