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Full text of "Entomologische Zeitung"

^-yf^ 




LIBRARY OF 




1085- IQ56 




I o ( a_ - ' 






u 



I Entomologische Zeitung. 







Druck von R. Graßmaun. 



^^^^^^^^^^^^^^^^^^ 



PROPERTY OF 

Z. P. METCALF 



Auszug 

aus der Satzung des eutomologisclieu Vereins 
zu Stettin. 



§ 5. Jedes ordentliche Mitglied bat einen Jahresbeitrag 
von zehn (10) Mark zu zahlen. Der Beitrag ist bis zum 
30. Juni an den Rechnungsführer des Vorstandes zu ent- 
richten. Der Rechnungsführer ist befugt, die bis zum 30. Juni 
nicht eingegangenen Beiträge durch Postnachnahme zu erheben. 

Der Vorstand ist befugt, ein Mitglied, das seine Beiträge 
bis zum Schluß des Jahres nicht bezahlt hat, in der Mitglieder- 
liste zu streichen. Durch die Streichung erlischt die Mitglied- 
schaft des betreffenden Mitgliedes. 

§ 11. Der Verein giebt eine Vereinszeitschrift unter 
dem Namen „Entomologische Zeitung" heraus, die jedem Mit- 
gliede unentgeltlich zugesendet wird. 

Ueber die Aufnahme der in der Zeitung abzudruckenden 
Aufsätze entscheidet die Redaktion, in zweifelhaften Fällen der 
für diesen Zweck bereits eingesetzte, aus drei Vereinsmitgliedern 
bestehende Ausschuß, dessen Mitglieder der Vorstand ernennt. 

§ 12. Die Benutzung der Vereinsbibliothek ist den 
Vereinsmitgliedern nach näherer Anordnung des Vorstandes der- 
art gestattet, daß dem Verein daraus keine Kosten erwachsen. 



Mitteilungen und Anfi-agen an die Redaktion werden 
ausschließlich erbeten unter der Adresse: 

Entomoiogischer Verein 
zu Stettin 

Lindenstraße No. 22. 



Entomologische Zeitung. 



Herausgegeben 



von dem 



entomologisclien Vereine 

zu Stettin. 



Stettin 1907. 

Druck von R. Grassmann. 



herausgegeben von tk-ra 

entomologischen Vereine 

zu Stettin, 



Redaction: Dr. Heinrich Dohrn, Vorsitzender. 



In Commission .bei der Buolihandlung' R. Friedländer & Sohn in Berlin. 



1907. 68. Jahrgang. Heft I. 



Die Coniopterygidenfauna Japans. 

Von Dr. Güiitliei* Kii«ierleiii, Slrttin. 

(Mit 1 Tcxttlg-ur). 

Das Stettiner Zoologisclie Museum erhielt durcli Herrn 
Hans Sauter aus Japan unter anderen Insekten auch eine 
reichhaltige Sannnlung der Neuropterenfamilie ComopU'rygläae. 
Die Species waren sämtlich noch unbeschrieben und gehören 
4 Gattungen an, von denen 1 noch unbekannt Avar. Von 
zoogeographischem Interesse ist besonders das Auftreten der 
Gattung Coiiioconijjsa in Japan. Bestinimungstabellen der 
Gattungen habe ich schon im zoologischen Anz. Vol. 29. 1905 
p. 225 und in den zoolog. Jahrb. Syst. Bd. 23, 1906 p. 188*) 
gegeben. 

SubfaiH . C n i p i fe v y g i n a e. 
Coniopteryx Curtis 183-1. 
Coniopteryx pulverulenta nov. spec. 
Blass l)räunlich gelb. Schläfen hinter den Augen hell 
bräunlich. Augen schwarz. Antennen braun. Beine blass- 
braun. Auf dem Mesothorax und Metathorax oben jederseits 



*) G. Enderlein. Monographie der Conioptcrygiden. Zool. Jahrb 
Syst. Bd. 23. 1906 p. 173—242. 'l\if. 4—9. 

Stett. entomol. Zeit 1907. 1* 



ein dmikelbrauner Fleck nahe der Flügelwurzeln. die des Meso- 
tliorax etwas lang gezogen und fast 3 mal (im Durchmesser) 
so groll wie die beiden kreisrunden des Metathorax. Pleure 
des Mesothorax dicht unter der Flügelwurzel mit einem kreis- 
runden dunkelbraunen Fleck von der Größe der Flecke des 
Metathorax. Pleure des Metathorax mit einem entsprechend 
kleineren. Fühler beim ,^ 20— 21glie(lrig (l ^ 20-. das 2. 
21gliedrig), beim if' 23— 26gliedrig (3 $ mit 23, 2 mit 24, 
1 mit 25 und 1 mit 26 Gliedern); die beiden Geil'.elglieder 
kürzer als breit. Geißelglieder des o i^^it den Schüppchen- 
Kränzen ( Sinnessclmppen ). 

Flügel fast liyalin bis blaßbräunlich beraucht. Die Quer- 
ader zwischen .sv- und ri liegt nur wenig außerhalb von der 
zwishen ii und /^ -f y Stiel der Mediangabel länger als die 
Querader zwischen ;» und ciii. Letztere Querader fehlt im 
Hinterflügel. Adern blaßbraun bis hellbraun. Außenrand des 
Vorderflügels mäßig dicht und ziemlicli kurz pubesciert, Vorder- 
rand spärlicher, Hinterrand nur sehr si)ärlich. Hinterflügel- 
rand ziemlich lang und dicht pubesciert. Vorderrand spärlicher 
und kurz. Bestäubung des Körpers und der Flügel reimveil). 
Verhältnis der Hintertarsenglieder 5 : l'/v : 1 : l'/^ : 2. Hinter- 
schienen kaum verbreitert. Vorderschienen beim j deutlich ge- 
krümmt. Klauen sehr klein, dünn und schwach gekrümmt. 
Seitenzapfen des männlichen Genitalsegmentes fehlen; Ventral- 
zapfen bilden zahnartige nach oben gebogene Fortsätze, zwischen 
ihnen ein tiefer ventraler bogiger Aussclinitt; Gono^iode relativ 
klein, in Form eines Dreieckes, dessen Seiten concav ausge- 
buchtet und dessen hintere Elcke einen eckig abwärts geknickten 
Zahn bildet; Penis sehr groß und sehr kräftig, an der Basis 
der verdickten Endhälfte ein kräftiger Zahn nach oben, das 
Ende in Form eines langen nach aufwärts gebogenen Zahnes. 

Vorderflügellänge 1,6 (j) bis 1,8 mm (^'), Fühlerlänge 
0,9 (J) bis 1.1 mm (:^). 

Hinterbeine: Schenkel 0,5 mm. Schiene 0,6 mm, 1. Tarsen- 

Stett. eutomol. Zeit. 1907. 



5 

glicd 0,1 nun, 2. Tarsenglied 0,03 min, 3. Tarseiiglied (>,02 )hhi, 
4. Tarsenglied 0,03 mm, 5. Tarsenglied 0,04 mm, Klaue kaum 
0,01 mm. 

Japan. Kanagawa. 14. 5. 1906. 1 j, 3 $. 

22. 8. 1906. An Eiche. 1 ?. 
31. 8. 1906. An Eiche. 1 3 2 U- 
Gesammelt von Hans Saut er. 

Semidalis Enderl. 1905. 
Semidalis albata nuv. spec. 

Blaßbräunlich gelb. Kopf braun. Augen schwarz. Meso- 
thorax dunkelbraun. Beine braun. Fühler und Taster hell- 
braun. Fühler meist 26gliedrig (beim $ 24 — 26, l)eim j 
26 — 29gliedrig); von den 5 j haben 26 Glieder 2 Exemplare, 27, 
28 und 29 je 1 Exemplar, von den 17 vorliegenden $ haben 14 
Exemi)lare 26gliedrige Fühler, 3 Exemplare 25gliedrige Fühler 
und 1 kleines Exemplar auf der einen Seite 24, auf der anderen 
25 Glieder. Endglied des Maxillarpalpus lang und schlank, fast 
3 mal so lang wie das 4. Glied aber nicht lu'eiter als dieses. 

Flügel hyalin bis ziemlich stark blaßl)räunlich beraucht. 
Im Vorder- und Hinterflügel mündet die Querader zwischen 
i'i und Eadialramus in den Stiel der Eadialgabel und die 
(^uerader zAvischen sc und /'i liegt sehr nahe der Flügelspitze. 
Die Querader zwischen m2 und chi endet im A'orderflügel meist 
nahe der Basis von )»2 zuweilen sehr nahe, im Hinterflügel 
jedoch ziemlich weit davon. Längs des Cubitus im Hinter- 
riügel (und vor ihm) in der Zelle »i ein aderartiger Kängs- 
wiscli. Adern hellbraun, unbehaart. Rand beider Flügel nur 
sehr spärlich und kurz behaart. Bestäubung des Körpers und 
der Flügel rein Aveiß. Hinterschenkel ziemlich stark gekrümmt. 
Hinterschiene breit gedrückt und in der Mitte stark verbreitert. 
Kralle klein, dünn und gerade. Seitenzapfen des männlichen 
Genitalsegmentes sehr kräftig, stark vorgewölbt und abge- 
rundet; Penis lang, am Ende mit einer ziemlich s[)itzen 
Ecke nach unten und einem großen starken nach oben und 

Sfett. entomol. Zeit. 1907. 



6 

sehr sclnvacli nach hinten gebogenen Zahn; Gonopoden sehr 
klein und hakenförmig. 

A'orderflügellänge 2,5 mm. Fiihlerlänge 1,25 mm. 

Hinterbeine: Schenkel 0,7 mm, Schiene 0,9 mm, 1. Tarsen- 
glied 0,12 mm, 2. Tarsenglied 0,05 mm. 3. Tarsenglied 0,03 mm, 
4. Tarsenglied 0,05 mm. 5. Tarsenglied 0,0G mm. Klaue 
0,02 mm. 

Japan. Kauagawa. 14. 5. 1906. 4 q. 11 y-- 

Am Fenster. 4. 8. 1906. 1 $. 
An Cryptomeria. 22. 8. 1906. 1 ,^, 5 $. 

Gesammelt von H. Sauter. 

Siil )iaiii . A 1 e uro p t e r y ginne. 

Spiloconis nov. gen. 
(Ty})us: Sp. ^e.njuiiafa nov. S]).ec.') 
Diese Gattung steht der Gattung BcHroi-oiiis Enderl. 1905 
nahe, unterscheidet sich aber von ihr dnrdi die auffällig langen 
und dicken beiden Basalglieder der Antennen und durch das 
Vorhandensein von schwärzlichen Flecken auf den Vorder- 
flügeln. Während die beiden Basalglieder der Fühler bei 
Hellcoconh höchstens do2:)pelt so lang als dick sind, ist bei 
Sp'ihcon'iK das 1. etwa 4 mal, das 2. etwa 3 mal so lang als 
dick. Die dunklen Flecken treten im Vorderflüge], zuweilen 
auch im Hinterfliigel (Sp. macuJafa) auf. und zwar sind ein 
Teil der Qncradern breit braun gesäumt und die braunen 
Stellen mit schwärzlichem Staub l)elegt. Die beiden Mediana- 
Borsten sind schwach entwickelt. 




Fifi'. J. Spiloconis sexguttata nov. gen. nov. spcc. Vcrgr. 80: 1. 
ünsalhiilftc des Fühlers. 

In diese Gattung ist der Helicoconis maciihthi. Enderl. 

(Zool. .Ihrb. Syst. 1906 p. 231) aus ilustralien einzuordnen. 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



Bestiiiiiiiungsta belle der Arten der Gattung 

Spi loconi s. 

Schwärzlich gesäumt sind im Vurderflügel die Queradern 

zwischen rx und r^ + 3, zwischen Vi j^ 5 und w?i, zwischen 

m und ciix und zwischen cu^ und cd-i und die Basis 

von nii; im Hinterflügel die Querader zwischen /'i und 

r2 4- 3. Fühler 26gliedrig. Vorderflügellänge 3,5 mm. 

r4 ^ 5 im Hinterflügel fast doppelt so lang wie der 

Gabelstiel . . . maculata Enderl. 1906 (Australien). 

Schwärzlich gesäumt sind im Vorderflügel nur die 

Queradern zwischen i\ und r-i _j_ 3, zwischen 7-4 4. 5 und 

Ml und zwischen m und cui. Hinterflügel ist ungefleckt. 

Fühler 23glicdrig. Vorderflügellänge 21/2 — 3 mm. i\ j^ 5 

im Hinterflügel kürzer als der Gabelstiel 

, sexguttata nov. spec. (Japan). 

Spiloconis sexguttata nov. spec. 

Dunkel rötlich braun, Abdomen mehr oder w^eniger stark 
1)1 asser. Thorax bei trockenen Stücken schwärzlieh. Kopf 
hellbraun, Augen schwarz. Labial- und Maxillarpalpus und 
Antennen blabbraun, von letzteren das 11., 12., 14., 18., 20., 
21. und 22. Glied dunkelbraun bis scliAvarzbraun. Die Anzahl 
der Fühlerglieder constant 23. Die beiden Basalglieder sehr 
dick und lang. 

Vorderflügelmembran sehr blali bräunlich angehaucht, 
Hinterflüge] hyalin. Adern hell rötlich l)raun. Costa und /■, 
am Ende (im Vorder- und Hinterflügel) punktiert. Die Quer- 
adern zwischen i\ und r^ + :;• zwischen r^ _ 5 und }iii und 
zwischen ni und ctiy breit braunschwarz gesäumt, erstere nur 
sehr wenig außerhalb von der zwischen sc und i\. Die feine 
Querader zwischen Eadialramus und ]\ledia wenig geknickt, 
und mündet genau auf den Ausgangspunkt der Querader 
zwischen ui und ca^, und fast in die ]\litte zwischen die beiden 
schwach entwickelten Mediana-Borsten. Hinterflügel ungefleckt; 

Sfett. entomol. Zeit. 1907. 



Eadialgal)el relativ kurz (j-^ j^ 5 kürzer als der Gabelstiel). 
Flügelrand der Vorder- und Hinterflügel mäßig dicht und 
mäßig lang pubesciert. Klauen mäßig klein, gelb, gekrümmt. 
Körper und Flügel sehr dicht weiß bestäubt, die 3 braunen 
Flecke auf jeden A^^rderflügel schwärzlich bestäubt. 

Vorderflügellänge 21/2 — 3 mm. Fühlerlänge 1,3 mm. 
Körperlänge ca. S'/o mm. 

Hinterbeine: Schenkel Q.5 mm. Schiene 0,4 mm. l.Tarsen- 
glied 0,13 mm, 2. Tarsenglied 0,05 mm, 3. Tarsenglied 0,04 mm, 
4. Tarsenglied 0,05 mm, 5. Tarsenglied 0,07 mm, Klaue 0,04 mm. 

Japan. Kanagawa. 25. 5. 1906. 1 $. 

.. An Cryptomeria. 22. 8. 1906. 4 ^ und 
31. 8. 1906. 5 ^. 

Gesammelt von H. Saut er. 

Coniocompsa Enderl. 1905. 
Bestimmungstabelle der Arten der Gattung 
C n i o c m p s a. 
Flügel hellbraun, Vorderflügel mit hyalinen Flecken. 
Zelle J/i im Vorderflügel breit. Basis des Eadial- 
ramus im Vorderflügel unterbrochen und ohne Querader 

vesiculigera Enderl. 1906 (Hinter-Indien). 

Flügel hyalin, Vorderflügel mit braunschwarzen Flecken. 
Zelle J/i im Vorderflügel sehr schmal. Basis des Eadial- 
ramus im ^'orderflügel nicht unterl)rochen und mit feiner 
kurzer (^)uera(ler .... japonica nov. si)ec. (Japan). 

Coniocompsa japonica nov. spec. 
Blaß bräunlich gelb; Schenkel, Basalhälfte der Schienen 
und 5. Tarsenglied l)raun. Antennen, i\raxillar})alpus und 
Labialpalpus dunkelbraun. Augen schwarz. Antennen 16- 
gliedrig, Geißelglieder etwas breiter als lang, an der Basis so 
lang wie breit, das Endglied etwas länger als breit und 
conisch; die beiden Basalglieder länger als breit. Endglied 
des Maxillarpalpus sehr groß und relativ schlank. 

Sfett. entomol. Zeit. 1907. 



Flügel relativ schlank; liyaliii. Vorderflügel mit je ciuein 
sdnvärzlich l)raunen Flecken an den Aderenden von rj. r^ 4- 3, 
Fi -I- 5 und in und an den 3 Queradern des Spitzenteils, diese 
völlig umfassend und unter einander verbunden. Zv^^ischen der 
Mitte von sc und der Basis des Radialramus eine mäßig breite 
blaßbraune Querbinde, blaßbraun ist ferner die Basis der Sub- 
costalzelle. Ein blaßbrauner Hauch findet sich in der Zelle 
rill und an den Endspitzen der Zellen cu2 und iik Adern 
braun, die Basalbecher der beiden großen Mediana-Borsten 
dick und dunkelbraun. Die Basis des Eadialramus ist nicht 
unterbrochen. Dicht innerhall» des äußeren ]\[edianaborsten- 
Bechers eine sehr feine kurze Querader. Zelle Mi sehr schmal, 
an ihrer Basis sind die Adern Wi und cui auffällig verdickt, 
sehr stark genähert, aber eine „Querader ist nicht sichtbar, so 
daß Zelle J/i und M an dieser stark verengten Stelle zu- 
sammenhängen. Vorderrand spärlicher und kurz. Außenrand 
dichter, Hinterrand dicht und lang pubesciert. Die Adevenden 
der Flügelspitze, der Culntus und die Analis punktiert. Hinter- 
fliige] ganz ungefleckt. Adern braun. Vorderrand zerstreut 
und kurz, Außenrand lang. Hinterrand sehr lang pubesciert. 
Krallen zart und ziemlich kurz. Körper inid Flügel weiß be- 
stäubt, die dunklen Flecken sclnvärzlieh bestäubt. 

Vorderflügellänge 2.75 mm. Fühlerlänge etwas über 1 mm. 

Hinterbeine: Schenkel 0,55 mm. Schiene 0,65 mm, 1. Tarsen- 
glied 0.2 mm. 2. Tarsenglied 0,05 mm. 3. Tarsenglied 0.03 mm, 
4. Tarsenglied 0,05 mm, 5. Tarsenglied 0,07 mm, Klaue 
0,04 nun. 

Japan. Kanagavva. 31. 8. 1906. 1 $ von Eiche. 

(^TGsammelt von H. Saut er. 



Steft. entomol. Zeit. 1907. 



10 



Nachträge zur Monographie der 
Coniopterygiden. 

Von Dr. Güiitlier Kaiderlein. Stetüu. 

(Mit 1 Textfigur). 



Es hat sich immer mehr herausgestellt, daß zu einer 
sicheren Festlegung der Species der Coniopterygiden eine ge- 
naue Beschreibung und wenn möglich auch Abbildung des 
männlichen Sexualapparates nötig ist. Bei denjenigen euro- 
päischen Arten, bei denen ich dies noch nicht getan habe, 
hoffe ich es l)ei Gelegenheit nachholen zu können. Oft sind 
die Arten einer Gattung sehr schwer zu unterscheiden, be- 
sonders die $, während die j außerordentliche Differenzen im 
Sexualapparat aufweisen. So sind die beiden Arten Comupierij.r 
iincifüiiiiis Curt. (Europa) und C. iiidrrrnlenia Enderl. 1907 
(Japan) kaum zu unterscheiden, obgleicli der männliche Sexual - 
apparat weitgehende ^'erschiedenheiten zeigt. 

Coniopteryx fumata nov. spec. 

Kopf und Thorax hellbraun. Aleso- und Metauotum dunkel- 
In-a'in. Taster und Beine ziemlich dunkelbraun, die stark ])]att- 
gedrückten und verbreiterten Schienen in der Mitte etwas 
heller, Augen schwarzbraun. r)l)erkiefer rostgelb. Alxlomen 
blaß gelblich. Genital segment des j l^raunschwarz. (Die An- 
tennen sind abgebrochen.) Endglied des Maxillartasters lang 
schlank, nur etwa um die Hälfte breiter als die übrigen Glieder. 
Labialtasterendgiied nur etwa do})pelt so breit als die iilu'igcn 
Glieder, langgestreckt dreieckig. 

Flügel graubraun, die microscoi)isch feine Pubcscenz der 
Menil)ran sehr dii-lit und relativ lang. Adern dunkelbraun, 
(■ii2 im Vorderfiügel mit langer Pubescenz. Mediana-Borsten 
fehlen. Die kräftigeren Adern des Vcjrderflügels i)unktiert 

Stett. eutomol. Zeit. 1007. 



11 



(durch Hnarbeclier). Die Querader zwischen sc und r liegt im 
A^'orderflügel wenig aulierhall), im Hinterflügel etwas mehr 
außerhalb der Querader zwischen fi und /'a j^ 3. Mediangabel 
im Yorderflügcl ziendich breit, 1)12 ist mehr als 3 mal so lang 
als der Stiel bis zur Querader nach ctii, die beide Adern 
gerade verlandet. ]m Hinterflügel fehlt die Querader zwischen 
Vi + 5 und m, die zwischen in und c/ii ist vorhanden, letztere 
beide Adern außerhalb von ihr stark divergierend. Radialgabel 
im Hinterflügel schlank und schmal, die beiden Aeste parallel. 
Flügelrand lang und dicht pubesciert, mit Ausnahme der kurz 
pubescierten Basalhälften des Vorder- und Hinterrandes des 
Yorderflügels und des Vorderrandes der Hinterflügel. Be- 
stäubung des Körpers und der Flügel tief graubraun. Die 
seitlich plattgedrückten Vordersckenkel tragen unten eine Längs- 
reihe ziemlich kräftiger gerade abstehender Borsten. Verhältnis 
der Hintertarsenglieder 10 : 1^/2 : 1 : l'/a '• -^/2- Klauen ziem- 
lich klein und diinn, gerade, vor der Spitze fast reclitwinklig 
umgebogen. Tergite und Sternite des Al)domens mit 1 — 2 
(^)uerreihen von Plärchen, deren Basalbeeher auffällig groli sind. 




Fig. 1. Coniopteryx fumata uuv. spec. Rechte ]lalfte des uiiiniiliclien 

(ieiiitalyegiueutcy. gp = (fonopode. ogpa = Obcr-(uiii(tpüdeiuinliang. 

ugpii = Unterer (häutiger) Gonopodenanhaiig. p := Penis. 

Yz ;;= A'entralzapi'eu. dte = Dorsalklappe des Telsim. 

Ite = Lateralklappe des Telson. 

Dorsalklappe des männlichen Genitalsegmentes (morphologisch 

hier wohl das Telson) mit 2 zugespitzten seitlichen Lappen, 

an deren Sjützen je ein nach oben gerichteter Fortsatz (ogpa) 

Stett. eutomol. Zeit. 1007. 



12 

der GoiKtpoden eingelenkt ist. Gonopoden (gi)), am Ende sehr 
kräftig entwickelt und sielielförraig nach unten gebogen, das 
Ende durch eine Einkerbung in 2 kurze Spitzchen geteilt: 
am Beginn der sichelförmigen Krümmung ist jede Gonopode 
verbreitert und entsendet von unten je einen langen ge- 
raden kräftig stabförmigen Fortsatz nach oben (ogpa) und 
einen langen dünnhäutigen etwas gebogenen Anhang nach 
unten (ugpa). Der Penis (p) ist stiletförmig. Ventralzapfen (vz) 
der Seitenkla})pen des Genitalsegmentes (mori)hologisch hier 
wohl das Telson) in Form eines ziemlich langen etwas nach 
oben gerichteten Zapfens. Unter den Ventralzapfen noch jeder- 
seits dicht neben der Medianlinie ein kurzer zahnartiger Fort- 
satz. Soitenzapfen fehlen. Dorsalklai)pe des Genitalsegmentes 
behaart, Seitenklappen am Hinterrande behaart. 

A'drderflügellänge 2,1 mm. 

Hinterbeine: Schenkel 0,55 mm. Schiene 0.7 mm, l.Tarsen- 
glicd 0,2 nmi, 2. Tarsenglied 0,03 mm, 3. Tarsenglied 0,02 mm, 
4. Tarsenglied 0,03 mm, 5. Tarsenglied 0,05 mm. Klaue 0,02 mm. 

Brasilien. Santa Catharina. 1 j. Gesammelt vun 
Lud erwählt. 

Infolge der dunkel grauln'aunen Bestäubung der Flügel 
uiul des Körpers steht diese S])ecies in der Gattung Co>iiopfer//.r 
isoliert da. 

In die 3Iunograi)hic der Coniupterygiden (Zool. .Jhrb. Syst. 
1906. 23. Bd. p. 173—242. Taf. 4—9) sind folgende 2 Arten 
der Gattung Hem'tdaVts Enderl. einzufügen: 

Semidalls Fltchi (Banks 1895). 

Coniopteryj' fitchl Banks, Trans. Amer. Ent. Soc. XXll. 
1895 p. 315. SemldüVis Fitchl (Banks) m. 

N r d a m e r i k a , Colora do . 

Semldalls Barveiü (Banks 1899). 
Coniojiteri/x Barretti Banks, Trans. Amer. Ent. Soc. XXV. 
1899. p. 202. SemldaJls Barreffl (Banks) m. 
Mexico. 

Btetf. entomol. Zeit. 1907. 



13 

Conwentzia psociformis (Curt. 1834). 
Aus den in der Monograpliie der Coniopterygiden [>. 187 
erwähnten Gespinnsten von (\mi('euf:ii(i psociformis (Curt.) 
schlüpften im Frühjahr 1906 die Imagines in großer Anzahl. 
Hierl)ei konnte ich beobachten, daß die Färbung zur Art- 
charakteristik nur mit großer Vorsicht hinzugezogen werden kann. 
Die blasse Färbung des Kopfes und Thorax wurde bei älteren 
Stücken immer dunkel und bei einigen j trat sogar auf dem 
Thorax eine glänzend schwnrze Färbung auf. Es sind also 
nur die angegebenen gestaltlichen Merkmale, die sie von der 
Comreiifzia pinefirola Enderl. 1905 siclier unterscheiden lassen. 



Neue Rhopaloceren aus Süd=Amerika. 

1. 

Victoriiia steiieles L. und einige neue Formen 



von li. Fi*iili!«torfei*. 



Diese schöne und häufige Art neigt, wie genugsam be- 
kannt, zu Variationen. Aus der scheinbaren Regellosigkeit 
lassen sich jedoch 2 Haupttypen ausschälen — von denen 
eine (von Texas bis Honduras) als constante Lokalform zu 
registrieren ist — die leicht modificiert, auch in Brasilien 
(anscheinend nur als gelegentliche Zeitform) auftritt — wäh- 
rend die zweite, häufigere, fast den ganzen neotropischen 
Continent liewohnt. 

Von beiden Typen existieren bereits Abbildungen, ohne 
daß deren Verschiedenheit nomenclatorisch bezeichnet wäre. 
Folgende Synopsis möge dies nachholen: 

steneles biplagiata nov. subspec. 
Vdflgl. in der Zellregion zwei quadratische gelbgraue 
Makeln. Htflgl. -Unterseite sehr breit ockergelb gesäumt. 
Normale Form, wohl der Regenzeit angehörig. 

Stett. entomol. Zeit. 1907 



14 

forma pallida 

{Vlctorina steneh's Hulland, Butt. Brok. 190], p. 194 
t. 24 f. 6. ^.) 
Vdflgl. in der Zellregion zwei sehr große hellgrüne ]\lakcln 
— von denen der obere fast dreieckig geformt ist. 

Htflgl. -Unterseite sehr breit, sill)ergrau gesäumt. 
Patria: Texas. Honduras. S. ]\lexico. Type von jinllhhi 
aus S. Mexico. 

steneles steneles L. 1764. 

P. steneles Cramer, J. t. 79. A. B. ,:;, 1779 p. 12,") 
,, Surinam en". 

Najas Jtilaris sfeneh's Hübner. Slg. Exot. Schmett. von 
Kirby p. 36 t. 61. 

V. steneles Stdgr. Exot. Schmett. p. 125 t. 46. :S' 

Mabildo, Guia Pratica, Porto Allegre 1896 t. 4 f. 10 ]). 72. 

(Verfärbt sich schnell, wenn man sie dem Tageslicht 
aussetzt). 

Patria: Surinam (Cramer), Obidos. Amazonasseite von 
Ecuador, Brasilien von Bahia l)is Rio Grande do Sul. 

forma bipunctata nobis. 

Correspondiert mit hiplagtaia fonua pnlli(hi Frühst., be- 
sitzt jedoch nur 2 kleine Punkte in der Zellregion der ^'dflgl. 
und einen schmäleren silbergrauen Distalsaum der Htflgl. - 
Unterseite. 

Patria: Espiritu Santo, Bio Grande do Sul. 

steneles sophene nov. subspec. 

^lit nur einem kloinen gelbgrauen Zellpunkt. Alle helhon 
Zeichnungen stark verschmälert, besonders die Medianbinde 
sämtlicher Flügel. — die schwarzen Binden gewinnen dadurch 
an Ausdehnung. Distalsaum der Htflgl. -Unterseite schmäler 
als bei steneles h'ipjfui'iafa — breiter als bei steneles tt/piea. 

Patria: Ecuador, vermutlich die pecifische Küste. 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



15 



steneles lavinia F. 1775. 

(P. Jarinia F. Syst. Ent. p. 450, Vicf. larinia ButJ. 
Cat. Fabr. Lep. p. 69, 1869. Stdgr. 1. c. ]>. 125.) 

.ramaica (Butler), Ciiba (Stdgr.), Puerto Rico (Coli. 
Fruhstorfer). 

Nur eine Zellmakel, Analfleck der Htflgl. -Oberseite aus- 
gedehnter rötlich gelb als bei den continentalen Formen. 



II. 

Neue AgeroDia-Forineii 

von 11, Fruliisiforl'er. 

Ageronia chloe rhua nov. subspec. 

Eine Parallelform zu dfiphui^ Stdgr. und bereits von 
Hülmer als Agerouhi rliloi' t. 255 f. 1 und 2 neben typischer 
rldor Stoll (f. 3 und 4) abgebildet. 

Grundfarbe heller l»lau als bei chlo(" — jenseits der 
Zelle dunkler grau — vor dem Apex etwas lichter grauweiße 
quadratische Makeln. Sul)marginalpunkte der Vdflgl. pro- 
minenter als bei rliloi'. 

Unterseite: Htflgl. mit nur 2 rotbraunen Punkten in der 
Zelle — während die bei rlilor rötlichen Medianmakeln bei 
rlicn völlig schwarz bleiben. 

Vdflgl. mit ausgedehnterer WeiPifleckung, die Hühner 
bereits darstellt. Auf Hübners Figur 2 zeigen jedoch die 
Htflgl. noch hellere rote Discalflecke als meine So von Obidos 
— so daß Hübner gewiß Exemplare aus einem mir unl)ekannten 
Fundort zur Verfügung standen. Hübners Figur 2 dürfte 
somit eine Aveitere Lokalrasse darstellen, die gelegentlich ein- 
mal benannt werden kann. 

Chlor scheint in Brasilien enorm selten zu sein, so er- 
wähnt sie z. B. von Bönninghausen in seinem Verzeichnis der 
Tagfalter von Eio de Janeiro (Hamburg 1896) überhaupt nicht. 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



Patria: Espiritu Santo (T3q3e), Minas Geraes. 1 j noch 
lichter als die Type (Coli. Friihstorfer). 

chloe chloe Cramer-Stoll. 1787. 

(P. chlor Gramer t. 5 f. 1, la. 1787 p. 22. Surinam. 
Afjeronia chlor Hübner. Kirby, t. 255 f. 3. 4. p. 31. partim. 
Staudinger, Exot. Schmett. p. 128.) 

Patria: Surinam (Stoll), Ohidos (2 S Coli. Fruhstorfer). 
Oberer Amazonas. 

chloe daphnis Stdgr. 1888. 
.4. (hijihiiis Stdgr. I. c. p. 128. Süd-Peru. 

chloe rhea Fruhstorfer. 1907. 
Mittel-Brasilien. 

Ageronia fornax fornacalia nov. subspec. 

(Ag. fornax Stdgr. 1. c. partim., Perklrom'ui fornax 
Godman u. Salv. Biol. Centr. Amer. 1883 p. 272. A(j. fornnx 
Holland, Butt. Book. p. 194 t. 24 f. 5. 1901.) 

Weissfleckung der Vdflgl. -Oberseite ausgedehnter, jene 
der Htflgl. reduzierter als bei fornax. 

Unterseite: Basis der Vdflgl. dunkel graugelb ange- 
flogen — (wie es Hollands Figur so vollkommen darstellt) — 
anstatt weißgrau, wie auf Hübners Figur und sämtlichen 
Exemplaren von Brasilien. 

Patria: Mexico, Guatemala, Columbien (Coli. Fruhstorfer). 
Texas (Holland), Chiriqui, Süd-Peru, Süd-Brasilien (Stdgr.). 

Ageronia guatemalena elata nov. subspec. 

Von dieser ausgezeichneten Species. der größten die 
Brasilien bewohnt, besitze ich 1 3 2 ^^ aus Espirito 
Santo, die sich von solchen aus Guatemala und Honduras 
leicht abtrennen lassen durch die stark aufgehellten und jen- 
seits der Zelle fast rein weißen Vorderflügel. 

Die runden Submarginalocellen der Vdflgl. erscheinen 
gleichfalls weil'., anstatt schwarzgrau, die Htflgl. -Ocellen nehmen . 
eine grauweiße, an Stelle der l)lauen Peripherie der Iris an. 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



17 

Unterseite: Die Schwarzfleckung erscheint reduziert, wo- 
durch die weißen Makel an Platz gewinnen und die gelbliche 
Färbung der Hinterflügel Avird bleicher. 

Patria: Espiritu-Santo (Jul. Michaelis leg.). 



Eine bisher unbeachtete Lokalrasse 
einer Nymphalide aus Ost=Java 

von lä. FB°i:s]s!äi:loi'feB'. 

Symbrenthia hypselis redesilia nov. subspec. 

S//)u. h/jpseJis de Niceville, J.. B. Nat. Hist. Soc. 1891 
p. 356 A. F. f. 8 i:. Unterseite. 

Fruhstorfer B. E. Z. 189» p. 301. partim. 

Die Wühlbekannte hypselis Godt. erscheint auf Java in 
zwei Lokalfornien — jener des Westens — Avie sie Boisduval 
al)bildet und die Rasse des Ostens, die durch de Xiceville 
recht gut dargestellt Avurde. 

Redesilia differiert von h//p.^cHs in der Ausdehnung aller 
schwarzen Binden der Flügeloberseite — die eine Peduction 
der rotbraunen Flecken im Gefolge hat. 

Unterseits liinAviedcrum dominieren die i'otbraunen ge- 
Avürfelten Makeln. 

Patria: Ost-Java 16 Jj. 4 ^v. Vulkan Aynna und 
Tengger. Fruhstorfer leg. 

1-iedesiUa beAvohnt Höhen von 1500 bis ca. 4500 Fuß, 
setzt sich gerne an nasse Stellen und ist einer der ersten 
Falter, die nach dem Eegen die Landschaft beleben. Finden 
sie keine geeigneten Plätze um zu saugen, setzen sie sich mit 
offenen Flügeln auf niedere Büsche. Trotz ihrer zarten Flügel 
bcAvegen sie sich sclinell und im Zickzack vorAvärts — aber 
niemals auf größere Entfernungen. 

Stett. entomol. Zeit. 1907 2 



18 

Von verwandten Rassen sind bekannt: 

ht/ps-elis hypsclis Godart. 1823. 
Yanessa hi/p. God. Euc. Meth. p. 818; Laogrma hi/jhselis 
Boisd. Spec. Gen. t. 10 f. 3. ^. 1836. 

West-Java ~ häufig, 2000—4000 Fuß, auf feuchten 
Wakhvegen. 

Ii//ps('li.s sinis de Niceville. 1891. 
Sipnhr. siiiis de Nicev. 1. c. p. 357/358. A. F. f. 9. ,^. 
partim. 

Symhr. coianda Martin und de Niceville 1. c. 1895 p. 428. 
Malay. Hall)insel, Sumatra. 

hi/iJsrUs halt!)) (Ja Stdgr. 1896. 
S//mhr. Iti/pselis var. haUinda Stdgr. Iris p. 233. 
Shelford, R. A. Soc. 1906. ]>. 126. 
Patria : Nord-Borneo. 

lu/j)sf'Jis nov. suhspec. Palawan. 
(Sf/mh. riiphenda Stdgr. Iris 1887 ]>. 50.) 

hijpsclh oftilia Frühst. 1897. Nias. 
(B. E. Z. ]S97 p. 327; Moore Lep. Ind. IV. p. 123, 1899.) 

lu/psrlis sinica j\roore 1899. West-China. 
(iS'. .'^'niica 'Sloove 1. c. p. 123.) 

]i!/j:sr]is cofnnda j\Ioore 1874. Sikkim bis Birma. 
(N. rof. Moore 1. c. p. 114 t. 322; Bingham Fanned 
Indica 1905 p. 378. -V. hijp. (issaun Frühst. B. E. Z. 1899 
p. 21.) 



Stett. entomol. Zoit. 1907. 



19 

Zwei neue Acraeen aus dem Papua= 
Gebiet 

von If, Fruliiiitoi'fer. 

Acraea moluccana pella iiov. siibspec. 

$. Eine dimklere Ausgabe der fumigata Honrath und ein 
Verbindungsglied von dohcrfi/i Rotlisch. und j^aicc Stdgr. zu 
Xiollonia Godman. 

Pella differiert von pfAlonla: 

Flügel rundlicher. Vorderflügel im Apicalteil dunkler um- 
säumt. Distalsaum der Hinterflügel sehr viel breiter schwarz, 
die in und über der Zelle lagernden gelblichen Flecken diffus, 
der im Analfeld stehende gelbliche Fleck von mehr dreieckiger 
und spitzerer Gestalt. 

Unterseite: Die basale sclwarze Partie stark reduziert, 
aus einzelnen rundlichen Makeln bestehend. Der gelbliche 
Fleck an der SM. lang, spitz (anstatt rund). Distal vor dem 
Zellapex ein runder, schwarzer Punkt, der bei iKÄlcnla fehlt. 
Die gelblichen Submarginalflecken länglich, deren proximale 
schwarze Begrenzung viel ausgedehnter breiter als bei poUonia. 

Patria: Insel Woodlark. 

Die nächsten Verwandten verteilen sich wie folgt: 
moluccana doleityi Eothsch. 
{Äcraea doherf/ji Eothsch. Iris 1892 p. 435 t. 6 f. 1.) 

Patria: q $. Toli Toli, Nord-Celebes (November-Dezember 
1895. H. Fruhstorfer leg.), Marcs, S.-Celebes (August 1891. 
W. Doherty leg.). 

moluccana parce Stdgr. 
{Acraea parce Stdgr. Iris 1896 p. 193. t. 1 f. 8.) 
Patria: Sula Mangoli. 

moluccana subspec. 
{Äcraea moluccana Stdgr. partim 1. c. p. 193.) 
Patria: Batjan. 

Stetl. entomol. Zeit. 1907. ' 2'^ 



20 

moluccana moluccana Feld. 
{A. moluccana Feld. Sitzb. Ak. Wiss. Wien, 40, p. 449, 

1860. Amboina. 
Stdgr. 1. c. Amboina. 

A. nehulosa Hew. Ex. Butt. 11. t. 2 f. 13. 1861 . Ceram.). 
Patria: S.-Moluecen. 

moluccana meyeri Kirsch. 
(.1. menei-t Kirsch, :\Iitt. Dresd. Mus. 1877 p. 123 
t. 6 f. 2.) 
Kleiner als die übrigen Rassen. Medianbinde der Hinter- 
flügel sehr breit, scharf abgesetzt. Vielleicht vSpecies? 
S. - W. - N e u - G u i n e a , Inwioraga. 

moluccana fumigata Honratb. 
{A. finn. Honr. B. F. Z. 1866 p. 130 f. 3; Neu- 
Pommern. Hagen, N. .T. f. N. 1897 p. 82.) 
P atr i a : N e u - P o m m e r n . 

moluccana pollonia Godnian. 
(.4. pollonia (Tod. Salv. A. M. N. H. 1888 p. lio. 

Grose Smith, Rhop. Exot. I. f. 1, 2. 
A. fuviigata Ribbe Iris 1898 p. 109.) 
Patria: Salomonen, 2 $$, Shortland (C. Ribbe leg.). 

Alle Rassen sind selten. Ihre weite Verbreitung ver- 
danken sie wohl ihrer Ausdauer im Fliegen. 

Ich betrachtete dolierti/i in Nord-Celebes wie sie von. 
Insel zu Insel flog fast in schnurgerader Richtung etwa 8 m 
über den Meeresspiegel. Wenn sie aufs Land kommen, halten 
sie sich nahe dem Erdboden und bewegen sich gleichfalls 
ungestüm vorwärts. 

Man fängt sie nur zufällig, schlägt man daneben, steigen 
sie sofort auf um seilest über die Laubkronen von Bäumen 
hinweg zu fliegnn. 

Stctt. entomol Zeit. 1907. 



21 

Acraea andromache agema nov. subspec. 

j. Apex leicht schwarz angelaufen, /eile schwärzlich 
ringsum mit l)räunlichen Punkten und diffusen Flecken um- 
geben, die zum Teil von der Unterseite durchscheinen. 

Hinterflügel breit schwarz gesäumt, eine stattliche nach 
innen abgestufte, gelbliche Submarginalbinde durchzieht den 
ganzen Flügel. Flügelbasis bis über die Zelle hinaus schwarz, 
die Schwarzfleckung distal sich in kleine Quadrate auflösend. 
Unterseite wie oben, nur ist der Distalsaum mit kleinen un- 
deutlichen, gelblichen Punkten besetzt. 

Patria: Ignota. wahrscheinlich Inseln bei ^^'aigiu, 
ex coli. Srogiin Batavia. 

Von andromache sind bekannt: 

andromache andromache F. 

Patria: Poma. Wetter, liabber. Suml)ana, Queensland 
(Coli. Frühst.). British Xcu-Guinea (Hagen). Holl. X.-Guinea 
(Smith). 

andromache indica Köber. 
Von Ribbe auf der kleinen Insel Kal)iar. südlich von 
Celebes entdeckt. 

andromache sanderi Rothschild (teste Hagen 1. c. ]>. 82). 
(Wo beschrieben?) 
Patria: Deutsch-Neu-Guinea (Hagen). 

andromache agema Frühst. \\'aigiüy 



Stett. entomol. Zeit. 



22 



Neue Polyhirma=Arten. 

Bcschrie-ben von Clii*. Sternbei'j^, Stralsund. 



Polyhirma Alluaudi ii. si)ec. 

1 :^ (coli. aut.). Tiinge 31 mm. Breite 11 mm. — Tavota 
(so. von Kilima-Njaro, Britt. 0. Air.). 

Gehört zur Gruppe Fol. spafliulafa-itifrirupta-ltamifera. 
letzterer am nächsten, doch größer, breiter ($) und mit 
viel kürzerem proximalen hellen Suturalstreif. - 
Kopf sehr breit, kurz-quadratisch, hinter den süirk vorstehen- 
den, schwarzen Augen am breitesten, verschmälert er sicli 
kaum nach vorn. Seitenwülste der Oberfläche niedrig, ver- 
laufen parallel und reichen bis zur Mitte der Augen; Seiten- 
vertiefungen flach, hinten verschmälert, durch den flach-crhöhten 
Scheitel hinten geschlossen. Der zwischen denselben liegende 
mittlere Langwulst vorn (unmittell)ar hinter dem Epistom) 
auf der Stirn als schmaler, glänzender Kiel gehoben, 
nach hinten in eine tief und dicht punktierte, hinten abge- 
rundete, schwach convexe Fläche verbreitert. Unmittelbar 
über dem Halse in der Mitte des Scheitels eine runde, flach 
abgerundete Erhöhung. Ganze 01)erfläche des Kopfes mit vorn 
gröberen, hinten feineren Punkten, die weiße, anliegende 
Härchen tragen, bedeckt. Der sehr breite, unter den Augen 
wulstig erweiterte Hinterteil des Kopfes allseitig steil zum 
stark eingeschnürten Hals al)fallend, der vorn oben fein punk- 
tiert-behaart ist. Epistom durch feine Linie von der Stirn 
getrennt, ist an den Seiten flach, mit tiefen, groben Haar- 
punkten ; in der Mitte mit wenigen Längsrunzeln, deren mittelste 
als verschmälerte Verlängerung des Stirnkieles erscheint. Kopf- 
schild breit, flach gewölbt, nach vorn kaum verschmälert, 
Vorderrand leicht vorgerundet, hinter demselben zwei seichte 
kleine, hinten an der Basis zwei große, tiefe Eindrücke. Man- 
dibeln kurz, kräftig, stumpf. Maxillarpalpen kräftig, letztes 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



23 

Glied im stärker punktierten Basalteil parallel und von vorn 
nach hinten abgeplattet, vor dem Ende etwas ringförmig auf- 
geblasen: freie membranöse Apertur der Spitze kreisförmig; 
vorletztes Glied etwas kürzer, sonst ebenso gestaltet. Antennen 
sehr kräftig und breit, bis über das erste Drittel der Flügel- 
deckenlänge reichend. — Halsschild herzförmig, breit, 
sehr convex, rundet es sich an den Seiten von den sehr 
abgerundeten Vorderecken in schwaclicni Bogen bis zur ]\Iitte, 
wo die größte Breite liegt, vor, um sich von liier in schwach 
ausgeschnittener Linie bis zu den im rechten \\'inkel vor- 
springenden, abgerundeten Hinterecken allmählig zu ver- 
schmälern. Die Vorderseite des Halsschildes ist gerade, die 
Hinterseite leicht ausgeschnitten. Die Seiten sind mit stark 
gehobener, von der Basis bis zum Apex reichender Randleiste 
und schmalem liande versehen, neljen welchem ein breiter, 
nach hinten verschmälerter Sainn von weißen Härchen steht, 
die von außen schräg nach innen gerichtet sind. Tn der Mitte 
des Discus zieht sich vom Vorder- bis zum Hinterrande eine 
flache, breite Vertiefung hin. die mit weilk^n Härchen bedeckt 
ist, welche wie die am Saum gerichtet sind. Neben der ]\Iittel- 
vertiefung hebt sich jederseits der Discus in starker Wölbung, 
hier sehr dicht und fein punktiert. Die ganz graden proximalen 
seitlichen Eindrücke stehen dem Eande nahe, sind lang und 
tief. — Flügeldecken lang-oval, sehr l)reit ($), ziemlich 
convex. verschmälern sie sich in leichtem Bogen im i)roximalen 
Viertel nur wenig und verbreitern sich kaum an den sehr 
schwach vorgerundeten Seiten, bis diese sich im distalen 
Viertel in leicht vorgerundeter Linie zum stumpf vortretenden 
Apex umbiegen. Rand schmal, Randleiste fein, leicht aufge- 
bogen. Jede Flügeldecke trägt fünf Rippen (die suturale, 
in ganzer Länge total abgeplattete ungerechnet) und 
zwischen dem distalen Ende der 4. und 5, den kurzen Ansatz 
zu einer solchen. Sie sind oben leicht abgerundet, nicht hoch, 
schwach glänzend, im distalen p]nde ein wenig flacher wer- 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



24 

ilend. Die beiden ersten, die etwas höher als die übrigen 
sind, verlaufen ganz grade von der Basis bis zum Apex, wo 
sie sich vereinigen. Die 3 äußeren sind an der Basis, wie am 
Apex leicht nach innen gebogen und erreichen den letzteren 
nicht ganz. Die zwischen den Rippen stehenden Punktreihen 
haben große, runde, tiefe Punkte, die nach dem proximalen 
und besonders dem distalen Ende zu allmählig kleiner und 
flacher werden. Rand und Marginal-Intervall tragen einen 
breiten, nur schwachen Saum von weißen Härchen, der sich 
am Apex (hinter den Rippen 5, 4, 3 und neben 2) zu einem 
rechteckigen Dreieck erweitert, dessen vorderer Schenkel senk- 
recht zur 2. Rippe steht, somit ein ganz ähnliches Dreieck 
bildet, wie es P. 'interrnjita hat, bei der die Spitze auch recht- 
Avinklig, nicht hakenartig nach vorne vorgezogen ist, wie bei 
P. hamifera. Der proximale helle Suturalstreif ist in 
seiner ganzen Länge gleich breit und reicht kaum 
über das erste Viertel der Flügeldeckenlänge hin, 
Avährend derselbe bei den übrigen x'^.rten dieser 
Gruppe stets über die Hälfte hinausreicht. — Unter- 
seite glänzend schwarz, vorn stärker, hinten schwächer jmnk- 
tiert. Proepisternen mit wenigen sehr feinen, meist haarlosen 
Punkten, die die Mitte freilassen; Mesoepisternen stärker 
punktiert; Metaepisternen mit feinen Pünktchen, die 
weiße Härchen tragen. Bauchsegmente mit feinsten, meist 
haarlosen Pünktchen. Beine punktiert und weiß behaart, 
ohne Eigentümlichkeiten, 3 erste Tarscnglieder der Vorderbeine 
des o iT^it hellen Bürstenstreifen. 

Diese Art widme ich dem Entdecker, Herrn Ch. Alluaud- 
Paris. 

Polyhirma Horni n. sp. 

6 J (coli, aut.j, Länge 16 — 19 mm, Breite 4 — 51/2 i»i"i- 
Kassanga (Tanganjika), Langenburg (N. Tanganjika). 

Schwarz, Oberseite schwach, Unterseite stark glänzend. 
Steht P. aenifpna Dohrn in Form und Zeichnung ungemein 

Stett. entomol. Zeit. 1907- 



25 

nahe, doch ist bei dieser die 6. Rippe um die ganze 
vordere Hälfte verkürzt, während n, spec. dieselbe 
unverkürzt hat. — Kopf breit, kurz-quadratisch, nach vorn 
kaum verschmälert; Seitenwulste der Oberfläche kurz, kaum 
gehoben; Seitenvertiefungen sehr flach; mittlerer Langwulst 
schwach convex, bis zur Mitte der stark vortretenden, bräun- 
liciien Augen reichend. Ganze Oberfläche des Kopfes und 
Halses dicht mit groben Punkten bedeckt, die weißliche, quer 
gerichtete Härchen tragen. Mitte des Epistoms mit feinem, 
glänzenden Kiel, Seiten desselben flach, mit groben Punkten, 
deren helle Härchen quer gerichtet sind. Kopfschild flach 
gewölbt, Vorderrand scharf vorgerundet. Mandibeln sehr kurz. 
Antennen kräftig, lang, über erstes Drittel der Flügeldecken 
wegreichend; 8 letzte Glieder derselben stark verbreitert; 
4 erste oben mit hellen Härchen. Vorletztes Glied der 3Iaxillar- 
Palpen halb so lang als letztes, 'das überall etwas breiter als 
dick und einfach leicht gebogen, konisch verdickt zuläuft: freie 
Apertur der Spitze länglich-oval. — Halsschild halb so 
lang als Flügeldecken, lang-oval, an Basis und Apex 
gleich breit, an den Seiten schwacli vorgerundet, in der Mitte 
an breitester Stelle nicht so breit als Kopf mit Augen. Vorder- 
wie Hinterseite gerade abgeschnitten. Seiten fast randlos, mit 
feiner Randleiste, neben welcher ein heller Haarsaum steht. 
Mittelvertiefung von der Basis bis zum A})ex reichend, breit, 
flach, mit quer gestellten hellen Härchen bedeckt. Proximale 
Seiteneindrücke nahe dem Seitenrande stehend, grade, tief, 
kurz, den Hinterrand nicht ganz erreichend. Discus neben 
der Mittelvertiefung flach und eben, schroff nach den Seiten 
abfallend, dicht und tief punktiert. — Flügeldecken stark 
convex, lang- oval, im proximalen Viertel wenig stärker 
verschmälert als im distalen; Seiten sehr schwach vor-, Apex 
stumpf abgerundet. Rand sehr schmal, Randleiste fein, kaum 
gehoben. Jede Flügeldecke mit 7 scharf zugespitzten, glän- 
zenden, kurz vor dem Apex aufhöi'enden Ripi)en (suturale 

Stett entomol. Zeit. 1907. 



26 

mitgezählt). Neben der 7. findet sich noch eine achte, deren 
imiximale Hälfte fehlt. Sechste Ei])pe hier vollständig 
entM-ickelt. bei F. acnnjmd nur deren distale Hälfte 
vorhanden. Proximaler heller Suturalstreif schwach, kaum 
über ein Viertel der Flügeldeckenlänge hinreichend. Dis- 
coidale helle iAlakel steht dicht vor der Mitte der 
Flügeldecken, reicht ül^er deren ganze Breite, ist 
hint'n meist leicht ausgeschnitten, vorn mehr oder 
Aveniger halbrund vorgezogen. Die ziemlicli breite helle 
Apicalraakel zieht sich hinter den Enden der Eipjjen vom 
Eande bis auf die 2. Kippe (nie die Sutur erreichend) in 
tiefem Bogen hin. Sie scldiellt eine flache, mit kurzen, an- 
liegenden schwarzen Härchen dicht bedeckte, die ganze Spitze 
der Flügeldecken einnehmende, halltrunde Fläche, die breiter 
als lang ist, ein. Auf dem Eande und dem Margin.il-Intervall 
steht ein schwacher heller Haarsaum, der von der Basis bis 
zum Ai)icalfieck reicht. Alle hellen Haare auf der Ober- wie 
Unterseite sind bei den verschiedenen Exemplaren bald weiß. 
bald hellbräunlich. — Unterseite glänzend schwarz, 
}mnktiert - behaart, vorn stärker, hinten schwächer. Alle 
Episternen dicht bedeckt mit grol)en, tiefen Punkten, 
die lange, fast zottige wcilic Haare tragen. Bauch- 
segmente sehr fein i)nnktiert, mit sehr kurzen weißen Härchen 
besetzt. Beine kräftig, eng und fein i)unktiert, mit feinen, 
kurzen weißen Härchen dicht bedeckt. Erstes Tarsenglied der 
Hinterbeine so lang als 3 folgende zusammen, der Mittelbeine 
kürzer; 3 erste Tarsenglieder der ^'orderbeine des j mit hellen 
Bürstenstreifen. 

Herrn Dr. Walther Horn-Berlin in aufrichtiger Dank- 
barkeit gewidmet. 

Polyhirma Conrads! n. si)ec. 
3 ö^ 2 $ (coli. aut.). ,^ Länge 14 — 16 mm. Breite 
4 — 41/2 mm. — V Länge 16 — 17 mm. Breite 5 mm. Insel 
Ukerewe (im so. Victoria Nyanza). 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



27 

Schwarz mit leichtem bräiiiiliehen Sdiimmer, oben schwach, 
unten stark glänzend . Steht P. elcjjanhda Fairm. sehr nahe, 
(loch viel schlanker, die lang-ovalen Flügeldecken 
viel weniger gewölbt, viel stärker behaart, besonders 
auf der Sutur. Der dicke Kopf, das i)lumpe, in der 
Mitte stark verdickte Halsschild und die sehr starke 
Behaarung' erinnern sehr an Eccopfopfera, doch die 
hinten abgerundeten Flügeldecken scheiden diese 
Art vom genannten Genus. - Kopf dick, breit, kurz- 
oval, verschmälert er sich nach vorn stärker, nach hinten 
schwächer, ist hier hinter und unter den xVugen nach unten 
ungemein wulstig v.orgequollen und fällt sehr schroff nacli dem 
vorn stark eingeschnürten, schlanken Hals ab. (lanze (Ober- 
fläche des Kopfes fast eben, überall grob runzelig-punktiert und 
mit anliegenden weißen Härchen bedeckt, die mit schwarzen 
aufrechtstehenden Börstchen untermischt sind. Die schwarzen 
Augen treten stark vor. Kopfschild glänzend, breit, kurz, 
sein Vorderrand sehr vorgerundet, ganze Mitte gehoben als 
breiter Langwulst, der vorn am Ende leicht verbreitert und 
hier grade al)- oder leicht ausgeschnitten ist; hinten an der 
Basis hat es große, breite, vorn neben dem Ende der Lang- 
wulst zwei kleinere rundliche Vertiefungen. Mandibeln sehr 
kurz, meist vom Kopfschild verborgen. Antennen sehr kräftig, 
über das erste Viertel der Flügeldeckenlänge hinreichend, letzte 
8 Glieder stark zusammengedrückt verbreitert, erste 4 oben 
mit Aveißen Härchen Jjedeckt. Maxillarpalpen schlank, vor- 
letztes Glied halb so lang als letztes, das überall etwas 
breiter als dick und einfach leicht gebogen, konisch verdickt 
zuläuft: freie Apertur der Spitze länglich-oval. — Halsschild 
stark convex, sehr dick (besonders nach unten stark 
vortretend), kurz-oval, in der Mitte scharf eckig 
(schärfer als bei P. eleganfida Fairm.) vortretend, hier fast 
so breit als Kopf und Augen zusammen und von hier proximal, 
wie distal gleichmäßig verschmälert. Dicht über der Basis 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



28 

eingeschnürt. Vorder- wie Hinterseite grade abgeschnitten, 
nngerandet. An den Seiten randlos, mit feiner Randleiste, 
die in der Mitte besonders deutlich eckig vortritt. Mittlere 
Langvertiefung breit, selir flach, erreicht Basis wie Apex und 
ist mit quer gestellten, anliegenden weißen Härchen bedeckt. 
Discus fällt sehr schroff nach den Seiten ab, ganze Oberfläche 
grob runzlig punktiert, mit schwarzen aufrecht stehenden 
Härchen bedeckt. Die })roximalen Seiteneindrücke sind nur 
durch abgeglättete Stellen angedeutet. Flügeldecken 

schwach convex, lang-oval, an den Seiten nur in der 
Mitte schwach vorgerundet, im jjroximalen Drittel stärker ehi- 
gezogen als im distalen; am si»itzig vorgerundeten Ajjcx 
schräg abgeschnitten. Hand sehr schmal, Randleiste fein, 
schwach aufgebogen. Jede Flügeldecke mit 8 Rippen, Avovon 
die 6 inneren gleich hoch, scharf zuges})itzt und glänzend, die 
suturale und achte niedriger, weniger scharf und nicht so 
glänzend sind. Zwischen den proximal etwas auseinander 
gehenden Sutiiralrippen erhebt sieh an der Basis (beson- 
ders bei den $$) die Xaht als kurzer, feiner, glänzen- 
der Kiel. Die 6. ist um das proximale Viertel verkürzt. 
Alle Rippen (mit Ausnahme der sutiiralen) sind distal um ein 
Vierteibis ein Fünftel verkürzt, die inneren am stärksten 
Die Punkte der zwischen den Rippen stehenden Punktstreifen 
sind groß und stehen regelmäßig. Kurz unter der Schulter 
tragen die hier abgeflachten Rippen 4, 5, 6 einen kleineren 
hellen Haarfleck. Am Ende der verkürzten Ri^ipen 3 — 8 steht 
eine ziemlich breite, grade helle Haarbinde, die sich hinten 
vom Seitenrande nach innen und vorn zu bis an Rijipe 2 in 
sehr schräger Richtung erstreckt (viel schräger als Ijei P. clc- 
(/aittuhi). Sie grenzt die ganze hintere verflachte, el)ene, mit 
dichten, anliegenden schwarzbraunen Härchen bedeckte Fläche 
vor dem Apex von dem vorderen mit Ri])pen bedeckten Teil 
ab. Ihr hinteres Ende reicht bis an den den Rand, das Mar- 
ginal-Intervall und die vordere Hälfte achter Rip])e bedeckenden 

StoU. entomol. Zeit. 1907. 



29 

breiten, nur schwachen hellen Eandsaum. Die Sutur Avird 
in ihrer ganzen Länge von der Basis bis zum Apex 
von einem meist auf die zweite, sogar manchmal auf 
die dritte Eippe sich verln-eiternden, sehr schwachen 
hellen Haarstreif bedeckt (l)ei P. clrgatifuJa findet sich 
von diesem breiten Suturalstreif nur ein sehr kurzes, schmales, 
proximales Endchen). Auf der ganzen Oberfläche der Flügel- 
decken finden sich schwarze, aufrechtstehende Härchen, indtß 
weniger dicht gestellt als auf Kopf und Halsschild. — Unter- 
seite punktiert und weiß behaart, vorn gröber, hinten schwächer, 
feiner. Alle Episternen mit ziemlich groben, tiefen 
Punkten und weißen langen, fast zottig zu nennenden 
Haaren. Bauchsegmente feiner punktiert, die weißen Härchen 
spärlicher, viel kürzer. Beine kräftig, fein punktiert und mit 
kurzen weißen Härchen dicht bedeckt. Erstes Glied an den 
Tarsen der Hinterbeine nicht so lang als 3 folgende zusammen, 
an den Mittelbeinen so hing als 2 folgende; 3 erste Tarsen- 
glieder der Vorderbeine des j mit hellen Büi'stenstreifen. 

Diese Art widme icli d(ui Entdecker 1^. Aloys Conrads 
von den \\^eißen Vätern in Neuwied. 

Polyliiima Oberthiiri n. spec. 

3 j 2 '^ (coli. aut.). j Länge 21 — 23 mm. Breite 
5 — 6 mm. — ^- Länge 21 — 24 mm. Breite 6-7 mm. — 
Motoppo Hills (Kliodesia). 

Schwarz, oben sclnvächer, unten stärker glänzend. Steht 
/'. scuiisufurafa Chaud. in Habitus und Sculptur auffallend 
nahe, doch unterscheiden die am Grunde gell)braun 
tomentierten Fovcolen der Flügeldecken die n. spec. 
sehr leicht. — Kopf sehr breit, kurz - (juadratisch , 
nach vorn verschmälert, liinter den schwach vorstehenden 
schwarzen Augen am breitesten, hier stark nach hinten und 
unten vorgequollen. Seitemvülste leicht gehoben, bis zu den 
Augen reichend; Seitenvertiefungen ziemlich tief, mittlerer 

Stett. eutcmol. Zeit. 19Ö7. 



30 

Langwulst hinten verbreitert, verflacht, vorn gehoben als kurzer, 
schmaler, glänzender Kiel, der auf das Epistom hinüberreicht; 
Scheitel neben den Augen flach wulstig gehoben, in der Mitte 
ausgetieft zu einer bis auf den vorn eingeschnürten Hals 
reichenden breiten Vertiefung. Epistom flach, vorn ausge- 
schnitten. Ganze Oberfläche des Kopfes mit Hals und Epislom 
dicht punktiert und mit weißen anliegenden Härchen bedeckt. 
Kojifschild glänzend, leicht gewölbt, kurz quadratisch mit kaum 
vorgerundetem Vorderrande. Mandibeln kurz, dick. Maxillar- 
paljjen schlank, vorletztes Glied kürzer als letztes, das überall 
etwas breiter als dick und einfach leicht gebogen, konisch 
verdickt zuläuft (mit ovaler Apertur der Spitze) und am Basal- 
teil von vorn nach hinten abgeplattet und stark punktiert- 
gerunzelt ist. Antennen sehr lang, 8 letzte Glieder sehr breit. 
Halsschild herzförmig, stark convex, kaum so breit 
als Kopf mit Augen, verbreitert es sich in distaler Hälfte 
in kaum vorgel)oger.er Linie sehr schwach, verschmälert sich 
von hier schräge und kaum ausgeschnitten bis zu den abge- 
rundeten, rechtwinklig vorstehenden Hinterecken. Vorderseite 
grade, Hinterseite leicht ausgeschnitten. Seiten fast randlos 
mit feiner Eandleiste. Mittelvertiefung breit, flach, von der 
Basis bis zum Apex reichend, mit weißen Härchen bedeckt. 
Ganze sonstige Oberfläche des Halsschildes mit feinen, sehr 
dicht gestellten, haarlosen Punkten gefüllt. Die proximalen 
Seiteneindrücke stehen den Seiten nahe, verlaufen grade und 
sind sehr tief und breit. — Flügeldecken ziemlich convex, 
lang-oval, proximal wie distal fast gleichmäßig ab- 
gerundet, die Seiten kaum vorgerundet, fast grade verlaufend. 
Band sehr schmal, Eandleiste fein, kaum aufgebogen. Jede 
Flügeldecke hat (mit der suturalen) 6 hohe, scharfe, glänzende 
Rippen, die meist leicht wellenförmig gebogen und dicht vor 
dem Apex leicht verflacht sind. Zwischen der fünften und 
sechsten steht distal ein kurzer Ansatz zu einer solchen. Die 
4 äußeren erreichen fast den Apex, die 2 inneren sind distal 

Stett. entomol. Zelt. 1907. 



31 

etwas mehr verkürzt. Zwisclien den Rippen stehen 5 Reihen 
von großen, am Grunde gelb])raun tomentierten 
Foveolen (bei P. seiiiisuturata ist der Grund dersell)en 
stets schwarz), die durch kurze, von einer Rippe zur anderen 
reichende Querbalken getrennt sind. Sie werden nacli der 
Basis wie dem Apex zu allmähh"g kleiner. Die Sutur ist in 
der proximalen Hälfte fast bis zur Mitte verflacht und trägt 
hier einen schmalen, in seiner ganzen Länge gleich breiten 
Streif von weißen Härchen. Vor df r Spitze der Flügekkcken 
steht auf der Sutur und Rippe 2 eine hinten versclmiälerte 
Makel von weißen Härchen, die kaum halb so lang, aber fast 
doppelt so breit als der proximale Suturalstreif ist. — Unter- 
seite punktiert, vorn stärker, hinten schA\ächer. Alle 
Episternen fein punktiert und mit ziemlich langen 
weißen Härchen bedeckt. Bauchsegmente äußerst fein und 
sperrig punktiert, unbehaart. Die schlanken, fein punktierten 
lind weiß beha-arten I > eine sind bei de n j j (besonders 
in den Tarsen) länger als bei den ^'2. Erstes Tarsen- 
glied an den Hinterbeinen länger als 3 folgende zusammen, 
an den Mittelbeinen kürzer. Die 3 trsten Tarsenglieder an 
den Vorderbeinen der oo uiit hellen Bürstenstreifen. 

Herrn Rene Oberthür-Rennes widme ich diese neue Art. 

Polyhirma Sclienklingi n. spec. 

2^1$ (coli. aut.). j Länge 24 — 2ß mm. Breite 
8 mm. — ^ Länge 27 mm. Breite 9 mm. — Taljora (D. 0. Afr.). 

Schwarz, Flügeldecken schwarzbraun, oben fast ohne, 
unten mit starkem Glanz. Gehört zur Gruppe P. aJtemafa- 
hihmatci, der letzteren am nächsten raid in Habitus und 
Sculptur ungemein ähnlich, doch durch fehlende discoidale 
helle Querbinde und längeren proximalen hellen 
Suturalstreif gut unterschieden, — Koi)f breit, kurz- 
quadratisch, hinter den sehr stark vortretenden, dunklen 
Augen Avenig In'eiter als vorn am Epistom. Seitenwulste der 

Stftt. entomol. Ziit, 1907. 



32 

Oberfläche schwach gehoben, kaum bis an die Augen reichend ; 
Seitenvertiefungen flach; mittlerer Langwulst hinten zu einer 
ovalen, leicht convexen Fläche verbreitert, vorn gehoben in 
einen glänzenden, nicht scharfen Kiel, der sich vorn auf dem 
Epistom stark verbreiternd abflacht. Scheitel neben den Augen 
wulstig gehoben, in der Mitte eingedrückt zu einer bis auf den 
Hals niederreichenden breiten Vertiefung, die in der Mitte 
einen runden, stumpf zugerundeten Höcker trägt. Hals vorn 
stark eingeschnürt, etwa halb so dick als der Kopf hinten. 
Ganze b e r f 1 ä c h e v o n Kopf und Hals ä u ß erst 
d i c h t p u n k t i e r t und mit anliegenden helle n 
Härchen bedeckt. Kopfschild kurz, breit, gewölbt, am 
Vorderrande schwach vorgerundet, Mandibeln ziemlich lang 
und spitz. Antennen lang und breit. Glieder der Maxillar- 
palpen kurz, breit, vorletztes Glied erheblich kürzer als letztes, 
das überall etwas breiter als dick und einfach leicht gebogen, 
konisch verdickt zuläuft: freie membranöse Apertur 
der Spitze länglicli -o val. — H alssch i 1 d s ehr con- 
V e X , 1) r e i t herzförmig; an den abgerundeten Vorderecken 
kurz eingezogen, rundet es sich in distaler Hälfte leicht ge- 
schwungen bis zur Mitte, avo die gröl'te Breite liegt, vor und 
verschmälert sich von hier in leiclit ausgeschnittener Linie bis 
zu den stark abgerundeten, in fast rechtem Winkel vortreten- 
den Hinterecken. Vorderseite grade, Hinterseite leicht aus- 
geschnitten. Eandleiste der Seiten in ganzer Länge von der 
Basis Ins zum Apex gleichmäßig kräftig und stark gehoben, 
Rand sehr schmal, neben demselben ein von den Vorder- bis 
zu den Hinter^cken reichender Saum von weißen Härchen, 
die quer von außen nach innen gerichtet sind' 
Die von der Basis bis zum Apex reichende Mittelvertiefung ist 
leicht verflacht und trägt gleichfalls quer gestellte weiße 
Härchen. Discus neben derselben eben, fällt er nach den 
Seiten zu schroff ab und ist mit feinen, ungemein dicht ge- 
stellten Punkten bedeckt, die äußerst kurze schwarze 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



33 

Börste hen tragen. Die proximalen Seiteneindrücke sind 
lang, grade, ziemlich tief, glänzend, erreichen die Basis nicht 
ganz. Die braunschwarzen, glanzlosen Flügel- 
decken sind schwach convex, lang-oval und ver- 
schmälern sich von derstarkabgerundeten Schul- 
ter in b e i n a h e r g r a d e r Linie bis fast zur Mitte, 
wo die größte Breite liegt, sind dann kaum vorgerundet 
und verschmälern sich in schwacher Biegung bis zum Apex, 
der schräge und gerade ab-, nicht (vor der Sutur) ausge- 
schnitten ist, wie es bei den anderen Arten der Gruppe mehr 
oder weniger der Fall ist. Randleiste sehr fein, kaum auf- 
gebogen, Rand schmal, auf demselben und dem i\rarginal- 
Intervall ein Saum von ziemlich sperrig gestellten weißen 
Härchen. Jede Flügeldecke hat 8 Rippen, von denen 
3, 5, 7 kielartig scharf g-e hoben und glänzend, 
2, 4, 6, 8 aber in ganzer Länge abgeplattet und in 
distaler Hälfteauch verbreitert sind. Letztere sind 
glanzlos, fein punktiert und mit anliegenden schwarzbraunen 
Härchen dicht bedeckt. Rippen 3, 5, 7 verflachen sich auch 
im distalen Drittel der Flügeldecken und tragen hier gleiche 
kurze schwarzbraune Härchen, welche dies ganze leicht ver- 
flachte Drittel bis zum Apex bedecken. Die S u t u r a 1 r i p p e n 
sind in ihrer ganzen Länge breit verflacht, tragen 
in der distalen Hälfte die gleichen schwarz- 
braunen Härchen, in der proximalen dagegen, 
einen bis zur Mitte r ei chendenhellenHaar streif 
der in seiner vorderen Hälfte schmal und gleich- 
mäßigbreit ist, in seiner hinteren sich allmählig 
bis zum Ende verbreitert. Die Punkte der zwischen 
allen Rippen stehenden Punktreihen sind groß, tief, regelmäßig 
stehend und verkleinern sich allmählig von der Mitte bis zum 
Apex. — Unterseite tief schwarz, stark glänzend, punktiert 
und weiß behaart; vorn stärker, hinten schwächer. Alle 
Episternen mit tiefen, dicht gestellten Punkten, 

Stett. entomol. Zeit 1907. 3 



84 

die z i e m li c li lang e weiße H ä r c li e n t r a gen. Baiich- 
segmente feiner punktiert und schwächer weil'i behaart, wobei 
die Mitte frei bleibt. Beine sehr kräftig, dicht und fein 
punktiert, mit sehr kurzen, dicht anliegenden weißen Härchen 
bedeckt. Erstes Glied der unten mit langen, rutbraunen 
Börstchen besetzten Tarsen an den Hinterbeinen länger als 
3 folgende zusammen; an den ]\rittelbeinen kaum so lang. 
Unter den 3 ersten Tarsengliedcrn der Vorderbeine bei den 
jo mit sehr langen hellen Bürstenstreifen. 

Diese Art widme ich dem Gustos Herrn Siegmund Schenk- 
ling-Berlin, der die Schätze des Deutschen Ent. Nat. Museum 
und der prächtigen Bibliothek in so entgegenkommender ^^'eise 
dem Studium zugänglich macht. 



Troctes entomophilus, 

ein neuer Iiiseklenliebhaber aus Columbien. 

^'oll Iir. C«l«eBlliei* l^'iBilerSciBB. Siuiiin. 

Troctes entomophilus Viov. spec. 
Kopf hell ockeigelblich, Olierkiefer rostgelb. Augen mit 
wenigen Ommatidien. stark schwarz pigmentiert. Hinterhaupt- 
rand gerade (tdcr kaum etwas concav. Glvpeus den Ko])f 
und die ]\rundleiste vorn stark ülierragend, seitlirh stark ab- 
gesetzt. Endglied des farblosen .Maxillarpalpus bräunlich 
pigmentiert, etwa 3 mal so lang als breit: 3. Glied sehr 
kurz, so lang wie breit, 2. etAva so lang wie das 4. Ko])f 
unbehaart, nur dicht hinter den Augen einzelne Härchen, 
Yorderrand des (Mvpeus mit einigen kurzen Härchen. Scheitel- 
naht wenig deutlich, Stirnnaht deutlicher. Hinter den Ocellen 
einige schwärzliche Pigmentkörner mit kirschrütlichem Ton. 
Die 15gliedrigen Antennen dünn. 

Stctf. outomol. Zeit. 1007 



35 




Thorax sehr blaß, Seiten mit schwärzlichen Pigment- 
körnern. Die breiten Seitenlappen des Prothorax wenden sich 
stark nach vorn, so daß der breite Vorderrand des Prothorax 
fast grade ist und sich der kurze Prothorax nach hinten stark 
bogig verschmälert. Behaarung sehr spärlich. Sternit des 
Prothorax (Fig. 1 sti) in der ]\litte mit 
6 zu einer schwach gel)ogenen (nach 
hinten offen) Querreihe angeordneten 
Haaren. Die Haare sind in der ganzen 
Länge gleich dick und enden wie 
glatt abgeschnitten. Die verschmolzenen 
Sternite des ]\reso- und ^letathorax 
(Fig. 1 stii + ni) von vor der Mitte ab 
nach hinten zu eingeschnürt und hinten 
gerade uud-breit abgestutzt: Yorderrand 
schwach convex mit 8 gleich langen 
Haaren von der angegebenen Form. 
Aehnliche gleich starke am Flude ab- 
geschnittene Haare finden sich ferner 
einzeln am Thorax und in x\n.7ahl an 
der Abdominalspitze, an Ic-t^/tcrer er- 
reichen sie teilweise eine größere Länge. 
5. bis 7. Tergit des Abdomen ziemlich stark nach hinten 
concav gebogen. 3. bis 0. Tergit am Hinterrand mit (nicht 
scharf) unterbrochener 3Iitte breit braun gesäumt; diese Säume 
nehmen beim (3., 7. und 9. Tergit fast die Hälfte, bei den 
übrigen etwa 1/3 der Segmentlänge ein und bestehen aus kleinen 
Pigmentkörnern, zwischen denen sich bei starker Vergrößerung 
Spuren eines kirschroten Tones bemerkbar macht. Die Seiten- 
klappen des Telson ähnlich taugiert. Die ^littelklappe des 
Telson an der ziemlich vortretenden aber abgerundeten Spitze 
in der Mitte mit 3 dicht nebeneinander stehenden kräftigeren 
Borsten (die mittelste am stärksten), die haarförmig zugespitzt 
sind; außer feiner Behaarung findet sich noch an den Seiten 

Stett entomol. Zeit. 1907 3'f 



Troctes entomophilus 

nov. spcc. 

Thorakalsteniitc. 

A'cigr. KiJ : 1. 
sti == Sternit des l'ro- 
tliorax, Stil 4- III = Yer- 
sclimolzenes Sternit des 
Meso- und ^retalhorax. 



3G 

der Basis je ein sehr kräftiges Haar, das gleichmäßig dick 
und am Ende abgeschnitten ist. 

Vorderschenkel nur wenig breiter und länger als der 
Mittelschenkel. Hinterschenkel sehr breit, die Einbuchtung 
vorn nahe der Basis flach, die Ecke stumpf und abgerundet. 
Länge des 1. Hintertarsengliedes 0,125 mm, des 2. 0,0-4: mm, 
des 3. 0,0G mm. Klauenzahn nahe der Spitze, ungefähr recht- 
winklig. 

Körperlänge 1,4—1,5 mm. 

Columbien. 

In Düten mit verschiedenen Insekten aus Columbien, die 
am 10. 8. 1906 ankamen, lebend in Anzahl an dem gleichen 
Tage gefunden. Sie fraßen an den verschiedensten Insekten, 
besonders aber an Schmetterlingen. Typen im Stettiner ^Fuseum. 



Die Rüsselkäfer der Falklands=Inseln, 

13. Beitrag- zur Kenntnis der antarktisclien Fauna. ) 

\ on Dr. fiiiintltei* Eiidorleiii. Stettin. 



Von den Falklands-Inseln sind liishcr nur Carabiden und 
Tenebrioniden von Waterhouse, Guerin und anderen be- 
richtet. In dem Material der schwedischen Südpolar-Expedition 
aus den Jahren 1 902 1904 findet sich unter Berücksichtigung des 
rauhen Klimas eine außerordentlich reiche Ausbeute an Rüssel- 



*) Die V.l bislicripcn Beiträge zur Kenntnis der antarktisclien 
]-"nuna sind: 

1. Mcrofxiflnis f'huni nov. gen. nov. spec., eine neue Hclophorinen- 
gattung von der Kerguelen-Insel. 6. Fig. Zoolog. Anz. IUI. 24. 
1901. p. 121-124. 

2. Znr Kenntnis der Flöhe und Sandflölic. Neue und ^^■enig lic- 
kannte Pnliciden und Sarcopsyllidcn. Zoolog. -Jahrb. 8y?t. 14. 
lad. 1901. p. 549—557. Taf. 35 und 2 Abb. im Text. 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



37 

käfeni. deren Diagnosen ieli im Folgenden gebe. Es sind 
16 Arten, die sich auf 2 nahe verwandte Gattungen ver- 
teilen, von denen die eine neu. die andere — die Gattung 
Lisfroderes — für das subantarktische Gebiet charakteristisch 
ist und sich auf Feuerland, Patagonien in einer Eeihe von 
Arten verteilt, zu denen noch chilenische und nördlidiere 
Formen kommen. Die Species von den Falklands-Inseln sind 
sämtlich endemisch und nur wenige Arten lassen eine nähere 
Bezielnmg zu Arten vom Festland erkennen. 

Die übrigen Familien werde ich bald folgen hissen. 

3.. Die Laiidanlhiopoden der von der I'iofsee-Expeditioii licsuchteii 
antarktischen Inseln. 

I. Die Insekten nnd Arachnoideen der Kergiielen. 
II. Die Lajjdanthropoden der antarktischen Inseln St. l'aul 
und Neu-Amsterdam. * - 
Wissenschaftl. Ergebnisse d. deutsch. Tiefsce-Expedition. 3. VM. 
1903. p. 197-270. Taf. 31-40. 6 Al.b. im Text. 

4. Die Rüsselkäfer der Crozet-Inseln. nach dem Material der 
Deutschen Südpolar-Expedition. Zoolog. .Viiz. 27. I!d. 1904. 
p. 668—675. 5 Figuren. 

5. Pltthirocdvis. eine neue zu den lleniroceplialiden peli<'»i'ige 
Rhynchotengattung von den ("rozet-Ini?fln und .Splügmocepliahis 
nov. gen. Zoolog. Anz. 27. Bd. 1904. p. 783—788. 5 Figuren. 

6. Lephlojjhthlrm nov. gen., eine Laus der Elefanteiirol)be von der 
Kerguelen-Insel. Zoolog. Anz. 28. 1kl. 1904. p. 43—47. 5 Fig. 

7. Die Laufkäfer der C'roset-lrseln, nacli dem Material der Deutschen 
Südpolar-Expedition. Zoolog. Anz. IM. 28. 190,5. p. 716—722. 
4 Fig. 

8. Die Plecopteren-Fouerlauds. Zuolog. .\nz. 2*. Ikl. 190,-). 
p. 809—815. 5 Fig. 

9. Eine neue llicgengattung vt)n den l'alkliuitls-liiricln. Zoolog. 
Anz. 29. l!d. 1905. p. 69-72. 2 1 ig. 

10. Priugleophaija. eine neue Schnntlerlingsguttung aus dem imlark- 
tischen (iebiet. Zoolog. Anz. 29. Id. 1905. p^ 119— 125. 5 Fig. 

11. Eine neue Copeognathe von den l'alklands-Inseln. Zoolog. Anz. 
29. Ed. 1905. p. 126-127. 

12. Läusestudien \. ScJuippeu al» tiekundäre Atniungsorgane, 
sowie über eine neue antarktische Echinophlhiriiden-Gattung. 
Zoolog. Anz. 29. b'd. 1906. p. 659-665. 4 lig. 

Stelt. entomol. Zeit. 1907. 



38 

Subfam. Cyliiuirorliiiiiiiae. 

Tribus : CtjlJndrorlünln'i. 
Listroderes Sdiönh. 1826. 

Schönherr. Diop. meth. 1826. p. 158. 
. , Gen. et Spec. Ciircul. T. 11. 1834, p. 277. 

Lacordaire. Genera des Coleopteres. T. VI. 1863. p. 344. 

Syn. Antardobhis Fairmaire. Ann. Soc. Ent. Fr. 1885. 
p. 58. n. Miss. Cap. Hörn, 1888. 

(Typus: Listroderes costirostris Schönh. Brasilien.) 
Submentum mit breitem, kurzen Stiele; Mentum die 
Maxillen und Labialpalpen nicht verdeckend, aber relativ groß 
und glatt. Rüssel ungefähr von Thoraxlänge, gerade, relativ 
schlank (mäßig dick), oben mit Mediankiel, parallelseitig, am 
Ende merklich verdickt. Augen groß, quer und kurz eiförmig. 
Thorax in der Mitte schwach breiter. Prothorax ohne Spur 
eines Sternalkanals; Prothorax in der Mitte etwas breiter. 
Augendeckel immer deutlich bis kräftig entwickelt. Fühler 
12gliedrig; Schaft fast die Mitte der Augen erreichend, 2. Geißel- 
glied verlängert und etwas kürzer als das 1. (die in Nordamerika 
verbreiteten Gattungen Hyperodes Jekel (Ann. France 1864. 
p. 566) mit der Species liuiniHs Gylh. und Listronotus Jekel 
(1. c. p. 566) mit den Species caudüfas (Say), terefirostris (Say), 
sqaamiger (Say), inaequalipoinls (Bohem.) etc. zeichnen sich 
besonders dadurch aus, daß das 2. Geißelglied mehr als doppelt 
so lang als das 1. Geißelglied ist; bei diesen bildet auch 
das 7. Geißelglied einen Uebergang zwischen Geißel und Keule), 
3. bis 6. Geißelglied rundlich, 7. Geißelglied verbreitert; die 
Keule besteht aus 4 Gliedern, die beiden letzten sind aber 
wenig deutlich isoliert. 

Schienen mit sehr kleinem Innendorn am Ende, der des 
Vorderbeines etwas kräftiger. Vordercoxen didit gedrängt, 
Mittelcoxen etAvas getrennt, Hintercoxenweit auseinandergerückt. 
Ein kleines höckeriges dreieckiges Läppchen des Prosternums 

Stett. entomol. Zeit. 1907 



39 

drängt sich in»ch ein Stück zwischen die Vordercoxen; zwischen 
den Mittelcoxen steht ein erhabener Höcker, häufig auch 
in Form eines dünnen Längskiels. Metasternum kurz. Flügel 
vorhanden. Elytren lang, schmal, hinten und an den Seiten 
steil abfallend, mit callösen Auftreibungen in verschiedener 
Form oder ohne diese. Körper mäßig dicht l)ehaart. aul^ier- 
dem mehr oder weniger dicht beschuppt, seltener ohne Schuppen. 
1, und 2. Tarsenglieder verbreitert. 3. 21appig, 4. verlängert; 
die 3 ersten unten mit dichtem sammetartigen Ha;irl)es;it/. 
1., 2. und 5. Abdominalsternit lang, 3. und 4. kurz. 

Die Gattung Anfa refohiti s Faivm. 1885 wurde auf Grund 
von 3 Species aus Feuerland aufgestellt inid zwar von 
.4. Hyadesi Fairm., laionosKs Fairm. und (iiss'niiiVis Fairm. und 
der Subfam. BarijmAuuie eingeordnet. Sowohl die Artbeschrei- 
bungen und Abljildungen als auch die Gattungsdiagnose lassen 
aber keinerlei Unterschiede von der Gattung i/,sfvor/r/Yv Schönh. 
1826 erkennen. Da nun aber die Banjnüiuloi'') zu den 
A(leIo(j)iafhen, die Cijl'ni(lrur]iincii, aber zu den Fhaiifrof/iiafhoi 
gehören und die Vertreter der Gattung Lisfrodci'cs ein für die 
Adelognathen (sowohl die Formen von Magelhaen, Patagonien 
und Chili, als auch die von den Falkland-Inseln) ungewöhnlich 
großes Mentum besitzen, daß aber die Maxillen und Labial- 
taster frei läßt, so dürfte sich Fairmaire über die Größe und 
Ausdehnung des 3Jentums getäuscht haben. SoAVohl die völlige 
üebereinstimmung des Baues der Fühler, als auch die Form 
der Augen und die Anwesenheit eines Mittelkieles des Rüssels 
sprechen für die Zugehörigkeit zu der (rrattung Ltsfroderes. 
Auch die Anwesenheit der Höcker auf den Elytren bei 2 der 
Species (J. Hijadesl Fairm. und A. kicinwxus Fairm.) weisen 
darauf hin. Aus diesen Gründen und unter Berücksichtigung^ 
der zoogeographischen Yerl^reitung halte ich es für l)erechtigt,' 



'■') Bei Bari/)wf(is iöl dn.-^ "2. »Je'ißelglicd das längste,- das 1.. etwa 
kürzer, bei dieser Cattiuig und allen ver\\andten ist kein Mittelkiel yoi 
haiiden und es treten nie höckerariige Auftrejijungen der Elytren auf. 
Stett. entomol. Zeit. 1907. 



40 

lue Gattung Ä)itarctohit(f< Fairm. 1885 der Gattung Llstroüere^ 
Schönli. 1826 einzuordnen. 

Die Anwesenheit oder Abwesenheit von Schuppen ist 
nicht für die Gruppierung dieser hochentwickelten Insekten 
zu verwenden, wie dies Lacordaire tut. Es kommen bei allen 
den übrigen Gattungen der Cylindrorhininen auch einzeln be- 
schuppte Species vor, wie z. B. bei Adioristus vittaüis Phil. 
(Magelhaen); Scotoehorus miirinas Schönh. und Cylinärorhimis- 
lateralis Phil. (Magelhaen); dagegen kommen auch bei Listroderes 
Species ohne Schuppen vor, so z. B. bei Listroderes laevigatus 
Phil. (Magelhaen) und L. gldber Phil. (Chile). Wie bei vielen 
auderen Gattungen kommen auch in der antarktischen Gattung 
Ectemnorhinus Waterh. (Kerguelen- und Crozet-Inseln) be- 
schuppte und unbeschuppte Species vor. Uebrigens giebt auch 
Schönherr in der Originaldiagnose nicht die Anwesenheit eines 
Schnppenkleides als wesentliches Characteristicum für die Gat- 
tung Listroderes an. 

Bei der Gattung Adioristus WaA^evh. 1841 ist der Fühler 
wie bei Listroderes, der Rüssel kurz und nach dem Ende ver- 
breitert; bei Scotoehorus Schönh. ist der Rüssel kurz und 
parallelseitig, Ecken abgerundet; Cylindrorhinus Guer. unter- 
scheidet sich von Listroderes durch quer rhombischen Pro- 
thorax. Alle diese Gattungen haben wie Listroderes einen 
Mittelkiel auf dem Rüssel. 

Die eigenartige Gattung Emjweotes Pascoe auf Neu-Seeland 
ist Listroderes außerordentlich ähnlich, besonders sind auch 
die Fühler von völlig gleichem Bau, ebenso treten in gleicher 
Weise Höcker auf den Elytren und ein Mittelkiel auf dem 
Rüssel auf; das Mentum deckt jedoch Maxillen und Labial- 
palpen völlig zu und hat die für die Phanerognathen charak- 
teristische Entwicklung. Die Verschiedenheit der Ausdehnungen 
des Mentum mag zwar ein für praktische Gruppierung sehr 
wichtiges Ckaracteristicum darstellen; das Relative dieses 
Merkmales ist jedoch sehr auffallend; mir scheinen die auf- 

Stett. eatomol. Zeit. 1907. 



41 

fälligen Bezie' iingen zwischen Empoeote!< und Liatruderet^ nicht 
nur zufälliger Natur zu sein, und finden sich auch in der Auf- 
fassung Fairmaire's angedeutet. 

Die Gattung Listroderes hat ihr eigentliches Verbreitungs- 
gebiet in Patagonien, Magelhaen, Chile und Avie aus dieser 
Arbeit ersichtlich auch auf den Falklands-Inseln ; hier sind 
zahlreiche Arten vorhanden. Einzelne Arten gehen nordwärts 
bis Brasilien und Peru. In Nordamerika wird Listroderes durch 
die nahestehenden Gattungen Lisironotus Jekel und Hyperodes 
Jekel ersetzt (cf. p. 38). 

Bestimmuiigstabelle 

der auf den Falklands-Inseln Torkommenden Arten 
der Gattuiii? Listroderes. 

(Unter Körperlänge ist die Länge von Prothorax und Elylren zusammen 
verstanden..) 

1 . Ober- und Unterseite mehr oder Aveniger fein punktiert 
Prothorax ohne medianen Längseindruck. Schulterecken 
der Elytren völlig abgerundet. Körperform mehr oder 
weniger schlank. 3. und 4. Abdominalsternit mäßig kurz, 
jedes so lang wäe die Hälfte des 2. Sternites, meist aber 
länger. Trennungslinie zwischen Kopfkapsel und Sub- 
mentum längs der Rüsselunterseite sehr undeutlich . 2. 

Ober- und Unterseite sehr rauh und grob punktiert. 
Prothorax mit mehr oder weniger deutlicherem Längs- 
eindruck. Schulterecken der Elytren mit scharfer kiel- 
artiger Seitenkante. Körperform gedrungen; hinten ab- 
gestutzt, Elytren steil abfallend. 3. und 4. Abdominal- 
sternit sehr kurz, jedes viel kürzer als die Hälfte des 
2. Sternits. Trennungslinie zwischen Kopfkapsel und 
Submentum längs der Rüsselunterseite sehr scharf und 
tief 11. 

2. Elytren glatt, ohne Höcker oder erhabene Streifen. 
Scheitel oben mit feiner Querritzung 3. 

Elytren mit Höcker, erhabenen Längsstreifen oder 
Querwulsten. Scheitel nur punktiert, ohne Querritzung . 5. 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



42 



3. Elytren etwa 1^/4 mm lang, liinten klaffend, dicht be- 
schuppt. Körperlänge 11 mm . . divaricatus nov. spec. 

Elytren niclit klaffend, die Abdominalspitze gän/.licli 
bedeckend, dicht beschuppt 4. 

4. Elytren hinten nicht seitlich zusammengedrückt: von der 
Seite gesehen hinten allmählich abfallend; die Schuppen 
erzeugen eine graue Sprenkolung. Körperlänge 91/2 bis 
10^2 mm Noiäenfkiöldi nov. s})ec. 

Elytren hinten seitlich zusammen gedrückt: von der 
Seite gesehen hinten abgerundet rechtwinklig abfallend 
und hierdurch einen auffälligen Buckel bildend. Körper- 
länge Ü'/a — 12 mm . . . compressiventris nov. spec. 

5. Elytren in der hinteren Hälfte mit 2 schräg nach innen 
rechtwinklig convergierenden Querwülsten (dahinter je 
ein kräftiger spitzer Höcker). Körperlänge 8^81/2 mm 
salebrosus nov. spec. 

Elytren ohne Querwülste, hinten nur mit jcderseits 
einem mehr oder weniger großen Höcker oder mit er- 
habenen Längsstreifen 6. 

6. Elytren hinten an der Umbiegungsstelle des Längsstreifens 
zwischen 4. und 5. Punktreihe mit mehr oder weniger 
deutlichem Höcker 7, 

Elytren ohne Höcker, nur mit erhabenen Längsstreifen 
zwischen 2. und 3., sowie 4. und 5. Punktreihe; letzterer 
weniger deutlich. Elytren und Prothorax pubesciert, 
ohne Schuppen. Spitzen der Elytren mit je einem win- 
zigen Höckerchen 10. 

7. Prothorax und Elytren pubesciert, ohne Schuppen . 8. 

Prothorax mehr oder weniger beschuppt und pubesciert; 
mit heller Medianlinie. Elytren dicht mit großen kreis- 
runden Schuppen Ijesetzt 9- 

8. Elytren fein pubesciert; Höcker kräftig. Köri)erfarl)e 
schwarz, Fühler und Beine dunkel rotbraun. Alle 5 Rüssel- 
kiele scharf. Körperlänge 8 — 8^/2 mm . vulsus nov. spec. 

Stett entomol. Zeit. 1907. 



43 

Elytren sehr dicht iiiul kräftig hell gelbbraun pubesciert; 
Höcker Avinzig, durch je einen feinen Haarbüschel deut- 
licher. Aui dem ]^"othorax in der Medianlinie eine durch 
weißliche Haare erzeugte schmale helle Längslinie. Körper- 
farbe hell gelbbraun. Nur der Mittelkiel des Eüssels 
deutlich. Körperlänge 41/4 — 5 mm . abditus nov, spec. 
9. Körper schlank, gelbbraun bis dunkelbraun. Prothorax 
mehr pubesciert als beschuppt: die helle Medianlinie aus 
Haaren bestehend, nur hinten ganz einzelne Schuppen 
darunter. Körperlänge 6 1/2 — 7 mm . falklandicus nov. spec. 

Körper gedrungen, hell gelbbraun. Prothorax mehr 
beschuppt als pubesciert; die helle Medianlinie aus 
Schuppen bestehend. Körperlänge 71/0—8 mm . . . 
bracteatus nov. spec. 

10. Längsstreifen zwischen 2. und 3. Punktreihe (von der 
Xaht aus gezählt) besonders hinten vor der Spitze sehr 
erhaben, der zwischen 4. und 5. wenig erhaben. Alle 
.5 Eüsselkiele deutlich. Körperfarl)e schwarz, Fühler, 
Beine und Elytren mit Ausnahme der Seitenflächen und 
je eines Streifchens in der Mitte rotbraun. Körperlänge 
93/4 mm gibber nov. spec. 

Längsstreifen zwischen 2. und 3., sowie 4. und 5. Punkt- 
reihe mäßig erhaben. Innerer Seitenkiel des Rüssels fehlt 
und wird durch eine Längsfurche ersetzt, äußerer Seiten- 
kiel undeutlich. Körperfarbe schwarz, Fühler und Beine 
dunkel rostrot. Körperlänge 13 mm . bicaudatus nov. spec. 

11. Vorderrand des Prothorax in der Mitte schwach einge- 
drückt. Schulterecken der Elytren mit ziemlich langer 
scharfer Seitenkante. Elytren gänzlich unbeschuppt oder 
hauptsächlich^zwischen 5 und 6. Punktreihe beschuppt . 12. 

Vorderrand des Prothorax in der Mitte gerade (nicht 
eingedrückt) oder fast gerade. Schulterecken mit kurzer 
Seitenkante. Elytren gänzlich beschuppt. Körperlänge 
4—5 mm scaber nov. spec. 

Stett. eutomol. Zeit. 1907. 



44 

12. Elytren zwischen 5. und 6. Punktreilie beschuppt. Innere 
Seitenkiele des EUssels deutlieh. Körperlänge 53/4 his 

7 mm exsculpticollis nov. spec. 

Elytren völlig unbeschu])i)t, giinzlich puhesciurt. Innt^'rer 
Seitenkiel des Rüssels fehlt. Körperlänge 71/2 i"iii 
insquameus nov. spec. 

Listroderes salebrosus nov. si)ec. 

Sehr lang schmal. Kopf ziemlich dicht und mäl'äg grob 
punktiert, mäßig dicht und sehr kurz aber kräftig behaart. 
jVlittelkiel des Rüssels kräftig, die Vertiefung am oberen Ende 
derselben in Form einer kräftigen kurzen eingedrückten Längs- 
fiirche. Aeußerer Seitenkiel kräftig, innerer mäliig scharf. Die 
Rüsselpunktierung ordnet sich zM'ischen diesen 5 poliert glatten 
Längskielen zu Längsreihen an, und zwar finden sich 
zwischen den äul'.eren und den inneren Seitenkielen je 2, 
zwischen letzteren und dem Mittelkiel je 3 oder undeutlich 
3 Punktreihen. Rüssel mäßig dick, nach vorn zu ziemlich 
verbreitert. 2. Geißelglied f;ist so laug ^vic die 3 hilgnulen 
zusammen, 1. etwa ^4 länger. 

Prothorax Avie der Kopf punktiert, Vorderrand gerade; 
Augendeckel mäßig stark. Glitte des Vorderrandes in Form 
einer Querbeule erhaben, dicht hinter ihr eine dreieckige mit 
der Basis auf ihr ruhende Einsenkung bis zur Mitte des Pro- 
thorax, die in der Mitte durch eine kielartige aber nicht ge- 
glättete und breitrückige Erhebung in 2 Teile zerlegt Avird. 
Größte Breite des Prothorax vor der ]\Iitte, nach hinten zu 
allmählich verschmälert. Elytren von Abdominallänge, sehr 
lang und schmal, fast })arallelseitig; oben rauh körnig aber 
glänzend, Punktreihen sehr v\'eit punktiert, an den Seiten etwas 
enger; steil abfallende Seitenflächen ziendich glatt und glän- 
zend, Punktreihen hier etwas enger; Seitenkanten abgerundet 
scharfkantig; auf der Oberseite etwa in der Mitte auf jeder 
Elytre ein wallartiger schräg nach hinten und innen verlaufen- 

Stett. entomol Zeit. 1907. 



45 

der mäßig scharfer Qiierwulst (diese l)eiden stehen im Winkel 
von etwa 90° auf einander), hinter dem 1. Drittel zwischen 
diesem und der Elytrenspitze ist ein zweiter sehr scharfer 
solcher Querwulst (diese beiden stehen in stumpfem Winkel 
auf einander). Diese beiden Paare von Querwulsten erstrecken 
sich nicht bis an die Naht, sondern nur bis an die 1. Punkt- 
reihe (von der Naht aus gezählt) und nach außen liis an die 
4. Punktreihe; diese Außenenden werden jederseits durch eine 
vorn schwach sich erhebende und hinten stark entwickelte 
Längswulst verbunden, die den Zwischenraum zwischen der 

4. und 5. Punktreihe ausfüllt und, die hintere Querwulst ein Stück 
überragend, in eine kräftige abstehende stumpfe Spitze endet. 
Zwischen dieser und der Elytrenspitze in der Mitte findet sich 
ebenfalls zwischen 4. und 5. Punktreihe ein kräftiger spitzer 
kegelförmiger Höcker. Hinten sind die Elytren abgerundet 
und die Naht kaum eine Spur klaffend. 

Tuberkel zwischen den Mittelcoxen ziemlich breit zungen- 
förmig, glatt. Einschnitt in der Mitte des Hinterrandes des 
Metasternums winzig, Metasternum fein quergeritzt. Unter- 
seite des Abdomens ziemlich glatt, ziemlich zerstreut punktiert. 

5. Sternit l'/i ni^l so lang wie das 3. und 4. zusammen. 

Rotbraun; Unterseite des Körpers und der Schenkel und 
des Prothorax schwarzbraun: Oberrand der Seitenflächen der 
Elytren mit schwarzem Saum ; die Einsenkungen vor und hinter 
den Querwülsten häufig schwärzlich. Der ganze Körper mit 
gelblicher kurzer und mäßig dichter Pubescenz bedeckt. 

Länge von Pronotum und Elytren zusammen 8 — 8^/2 mm, 
Kopflänge 21/2 nim. Größte Körperbreite 3 mm. Länge der 
Hinterschienen 21/2 mm. 

Falklands-Inseln. Port Stanley im östlichen Teil. Unter 
Steinen. 26. Februar 1902. 
Nahe Hookers Point. Unter Steinen und trockenen 

Erdhöckern. 27. Februar 1902. 
Port Darwin. Goosegreen. Unter Steinen. 6.Märzl902. 

Sletf. eutoinol. Zeit. 1907. 



46 

Diese Species erinnert diircb die Färbung und Gestalt 
sehr an den Listroderes cosfirostris Schonli., bei dieser fehlen 
jedoch die 2 Paar Querwülste auf den Elytren und sind nur 
durch Zeichnung vorgetäuscht, 

listroderes divaricatus nov. spec. 

Lang aber relativ gedrungen. Kopf dicht und ziendich 
fein punktiert, Scheitel oben sehr fein quergeritzt, Rüssel 
anliegend und nach den Seiten gekämmt anliegend pubesciert, 
ebenso die Umgebung der Augen, Scheitel unbehaart. Rüssel 
gedrungen, nach vorn zu sehr schwach verbreitert; Mittelkiel 
kräftig, poliert glatt, eine Vertiefung am oberen Ende derselben 
fehlt; äußerer Seitenkiel scharf, innerer wenig scharf und un- 
poliert, mit ersterem nach vorn zu stark convergierend. Rüssel- 
punktierung nicht zu Reihen geordnet. 2. G^ißelglied kaum 
so lang wie die zwei folgenden zusammen. 1, 1^/4 mal so 
lang wie das 2. 

Prothorax etwa so lang wie hinten breit; in der Mitte 
am breitesten, nach vorn und hinten etwas verengt; gleich- 
mäßig walzig; feinkörnig und sehr dicht })unktiert. Augen- 
deckel relativ flach und stark abgerundet, Elytren gedrungen, 
lang, nach liinten allmählich zugespitzt, Seitenkanten abge- 
rundet, Punktreihen sehr weit punktiert. Der Zwischenraum 
zAvischen 2, und 3. Punhtreihe (von der Xnht aus gezählt) in 
fast der ganzen Länge sehr schw;u'h crha],en. Hinten sind 
die Elytren etwas spitzer als rechtwinklig zugespitzt, ülier- 
ragcn den Hinterleil) eine Spur und klaften eine Strecke von 
etwa l'/i mm lang, indem sie ein schmales spitzes gleich- 
schenkliges Dreieck vom Abdomen frei und unltedeckt lassen. 
Die ganzen Elytren gleichmäßig mit kreisrunden mattgrau 
glänzenden Schuppen dicht bedeckt, außerdem mit zerstreut 
stehenden aufgerichteten gelblichen Haaren besetzt, die nach 
der Spitze zu sich immer mehr drängen. 

Unterseits körnig punktiert, dicht, kurz und grau be- 

Stett. entomol. Zeit, 1907. 



47 

haart. Tuberkel zwischen den Mittelcoxen lang gestreckt 
zimgenfürmig, sehr dicht grau behaart. Hinterrand des Meta- 
sternum in der Mitte ohne Einschnitt. Metasternum wie die 
übrige Unterseite punktiert. 5. Sternit halbkreisförmig, so 
lang wie die beiden vorhergehenden zusammen. Das dreieckige 
Feldchen der Oljerseite der Abdominalspitze, das durch das 
Klaffen der Flügel freibleibt, ist ziemlich dicht grau pubesciert. 

Eotbraun, Elytren oben ziemlich dunkel graubraun. 

Länge von Pronotum und Elytren zusammen 11 mm. 
Kopflänge 4 mui. Größte Körperbreite 5 mm. Lauge der 
Hinterschiene S^/^ mui. 

Falklands-Inseln. Seal-Cove im inneren Teil. Unter 
Steine« . L3. März 1902. 

Listroderes bicaudatus nov. spec. 
• Gedrungen. Kopf ziemlich dicht und mäßig fein punk- 
tiert, Rüssel besonders vorn ziemlich grob riud dicht runzlig 
])unktiert. Rüssel sehr fein pubesciert; gedrungen, vorn ziem- 
lich stark verbreitert: Mittelkiel sch.arf, glatt aber matt, äußerer 
Seitenkiel fa.st viUlig undeutlich, innerer Seitenkiel von einer 
undeutlichen Längsfurche ersetzt. Die Vertiefung am o1)eren 
Ende des Mittelkiels selsr klein, scharf und halbkugelförmig, 
die Umgel)ung iiinter ihr spärlicher punktiert. 2. Geißelglied 
kaum so lang Avie die 2 folgenden zusamnu^n. 1. mehr als 
11/2 nial so lang wie das 2. 

Prothorax gedrungen, hinten etwas breiter als lang, vor 
der Glitte etwas höekerartig verbreitert, nach vorn stark, nach 
hinten allmählich verschmälert; dicht und fein punktiert. 
Augendeckel abgerundet. Elytren ziemlich gedrungen, gleich- 
mäßig bogig nach hinten verjüngt; Seitenkanten stark abge- 
rundet; Punktreihen relativ eng punktiert, die Zwisclienräume 
zwischen der 2. und 3. und zwischen der 4. und 5. Punkt- 
reihe sind hinter der Mitte eine ziemlich lange Strecke weit 
eine Spur über die Gesamtoberfläche erhaben. Die Spitzen 

Sl.ott. cntomol. Zeit. 1907. 



48 

der Elytren sind nicht klaffend, aber wenig seitlich der Innen- 
ecke sitzt jederseits ein winziges kegelförmiges abgerundetes 
Höckerchen; die Innenseiten dieser beiden Höckerchen bilden 
einen kleinen kaum 1/2 mm langen rechtwinkligen Ausschnitt. 
Die ganzen Elytren sind mit lebhaft rötlich seidenglänzenden 
feinen anliegenden Härchen besetzt, die im Endviertel und an 
den Seiten einen sehr dichten Belag bilden; hier und da be- 
sonders an den Seitenflächen der Elytren finden sich größere 
oder kleinere Partien dieser Haare, die eine 1)Täulich graue 
Färbung aufweisen. 

Unterseite wenig deutlich gelblich grau pubesciert, Seiten 
des Abdomen graublau pubesciert, Mitte des Abdomens unbe- 
haart. Tuberkel zwischen den Mittelcoxen sehr lang gestreckt 
und schmal zungenförmig, stark runzlig punktiert, spärlich 
grau pubesciert. Die ganze Unterseite mäßig dicht und fein 
punktiert. 

Der winzige Ausschnitt in der Mitte des Metasternums 
halbkreisförmig. 5. Sternit etwas dichter punktiert und etwa 
so lang wie das 3. und 4. zusammen. 

Schwarz, Fühler und Beine rotbraun, Schenkel dunkelrostrot. 

Länge von Pronotum und Elytren zusammen 13 mm. 
Kopflänge 4 mm. Größte Körperbreite 6 mm. Lange der 
Hinterschiene 41/2 mm. 

Falklands-Inseln. Port Darwin, Goosegreen. Unter 
Steinen. 6. März 1902. 

L. hicaudatus erinnert durch die beiden Höckerchen an 
den Spitzen der Elytren an den L. Hyadesi (Fairm. 1885) 
von Feuerland; letzterer zeichnet sich aber durch die An- 
wesenheit der Elytrenhöcker am Ende der zwischen 4. und 
5. Punktreihe gelegenen Längsstreifen aus. 

Listroderes Nordenskiöldi nov. spec. 
Ziemlich gedrungen bis schlank (j): Kopf mäßig dicht 
und mäßig fein punktiert, Rüssel ziemlich grob und dicht 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



49 

punktiert, Scheitel oben fein und dicht quergeritzt. Rüssel 
mäßig gedrungen, vorn mäßig verbreitert. Umgebung der Augen 
fein anliegend grau pubesciert; Mittelkiel sehr scharf und 
poliert glatt, die Vertiefung am oberen Ende desselben tief 
schlitzartig eingeritzt und kurz. Innerer und äußerer Seiten- 
kiel dicht runzlig punktiert und wenig scharf. 2. Geißelglied 
etwa ^ji so lang wie die beiden folgenden zusammen, 1. etwa 
11/4 mal so lang wie das 2. 

Prothorax walzig, so lang wie hinten breit, wenig vor 
der Mitte am breitesten, nach vorn schneller, nach hinten all- 
mählich verschmälert, dicht und fein punktiert. Augendeckel 
flach. Elj^tren gedrungen ($) bis schlank {,^), gleichmäßig schwach 
bogig nach hinten verjüngt; Seitenkanten völlig abgerundet; 
Punktreihen weit punktiert, oder ziemlich eng und dann kräftiger 
punktiert (o ) ; ohne Höcker oder erhabene Streifen. Die Spitzen 
der Elytren sind abgerundet, Naht durchaus nicht klaffend, 
beim ,^ sind die Enden an der Naht spitzwinklig ausgeschnitten 
und lassen ein kleines dreieckiges Feld des Abdomens frei 
durchblicken; die Elytren des r^ erreichen außerdem nicht 
ganz die Abdominalspitze. Die gesamten Elytren sind sehr 
dicht mit eiförmigen oder schlankeren Schuppen bedeckt, ebenso 
die Endhälfte der Außenseite der Hinterschenkel, die meisten 
dieser Schuppen sind fast farblos und nur mit sehr scharfer 
Lupe erkennbar, kleine rundliche Partien, die zahlreich sich 
über die Seiten und das Enddrittel der Elytren ziemlich dicht 
verteilen, sind lebhaft weißgrau und erzeugen eine grau ge- 
sprenkelte Zeichnung auf den schwarzen Elytren. 

Unterseite sehr dicht und fein punktiert, Metasternit, 
1. und 2. Sternit des Abdomens sehr dicht und undeutlich 
quergeritzt punktiert. Die ganze Unterseite mäßig dicht grau 
pubesciert. Tuberkel zwischen den Mittelcoxen nicht umfang- 
reich, sehr hoch und etwas lang gestreckt. Der winzige Aus- 
schnitt in der Mitte des Hinterrandes des Metasternums kaum 
angedeutet. 5. Sternit halbkreisförmig und so lang wie das 
3. und 4. zusammen. 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 4 



Tiefschwarz, Fühler diinkeh'otbraun. Sclnippenzeiclinuni^' 
der Elytren siehe oben. 

Länge von Pronotum und Elytren zusammen 9'/2 bis 
10' I2 ram. Kopflänge 3'/2 "im. Größte Körperbreite 32/4 bis 
5 mm. Länge der Hintersehiene 31/4 — 3^/2 mm. 

Falklands-Inseln. Port Darwin, Goosegreen. Unter 
Steinen. 6. März 1902. 
Seal-Cove im inneren Teil. Unter Steinen. 13. März 

1902. 
Port Stanley. Februar 1904. 
L. Nordensliölä'i erinnert durch die grau gesprenkelten 
Elytren sehr an L. hiraiidatus: letzterer unterscheidet sich 
aber leicht durch den völligen ]\Iangel von Schuppen auf den 
Elytren und von Querritzen auf dem Scheitel. 

Listroderes vuisus nov. spec. 

Schlank. Kopf ziemlich wenig dicht und mäPiig fein 
punktiert. Eüssel mit kräftigen etwas in die Länge gezogenen 
Punkten dicliter besetzt. Rüssel gedrungen, vorn schwach 
verbreitert, völlig oluie Pubescens (abgesehen von den Mund- 
borsten). Mittelkiel und äuP)erer uud innerer Seitenkiel (beide 
stark nach vorn convergierend) kräftig und scharf ausgebildet 
und poliert glatt. Die Vertiefung am oberen Ende des Mittel- 
kiels sehr scharf und länglich eiförmig, hinter ihr noch eine 
winzige, kräftige und rundliche 9. Vertiefung. 2. Geißelglied 
so lang wie die beiden folgenden zusammen, 1. etwa l'/o mal 
so lang wie das 2. Keule lang gestreckt, Si)itze stark ab- 
gerundet. 

Protliorax Aval/ig. etwas länger als hinten breit, wenig 
vor der ]\Iitte am breitesten, nach vorn und hinten gleich- 
mäßig verschmälert, ziemlich dicht und fein jninktiert. Die 
ganze Oberfläche des Prothorax ist außerdem mit einer 
microscopischen feinen und dichten Punkt-Ciselierung versehen, 
die nur einen sehr matten Glanz zu Stande kommen läßt. 

Stctt entomol. Zeit. 1907. 



51 

Aiigcndeckel sehr flach, von der Seite kaum bemerkbar, nur 
von schräg unten. Elytren schlank, die Hinterleibsspitze 
ziemlich weit überragend (so daß der Hinterleib in den Elytren 
versenkt liegt), parallel, vom Anfang des letzten Drittels ab 
ziemlich scharf zugespitzt, hinten völlig abgerundet, jederseits 
der Naht am Ende ein winziges sehr flaches Höckerchen ; Seiten- 
kanten abgerundet. Punkte der Punktstreifen mäßig dicht. 
An der Urabiegiingsstelle des 4. Punktstreifens vor der P^lytren- 
spitze ein kleiner hinten etwas spitzer Höcker, der an dieser 
spitzen Stelle ziemlich dicht pubesciert ist. Naht nicht klaffend. 
Schuppen fehlen. Elytren mit ziemlich dichten, sehr feinen 
und kurzen grauen Härchen besetzt. 

Unten sehr schwach pubesciert, poliert glatt, kaum hier 
und da punktiert, Metasternum und 1. und 2. Abdominal- 
sternit quergeritzt, 5, Sternit etwas länger als die sehr kurzen 
3. und 4. Sternite zusammen. Tuberkel zAvischen den Mittel- 
coxen wenig hoch, rauh und länglich oval. Der winzige Aus- 
schnitt in der Mitte des Hinterrandes des Metasternums deutlich. 

Schwarz, Fühler, Tarsen, Oberseite der Schenkel und 
von den Elytren Nahtrand. Außenrand, Spitze und Seitenkante 
rotbraun. Auf den Elytren dehnt sich die rotl)raune Färbung 
auch zuweilen weiter aus. 

Länge von j^ronotum und Elytren zusammen 8 — 8'/v mm. 
Kopflänge 2\lo nnn. Größte Kör})erbreite S'/s — 3-' '4 nim. Länge 
der Hinterschiene 21/2 mm. 

Falklands-Inseln. Port Darwin, Goosegreen. Unter 
Steinen. 6. 3Iärz 1902. 

Listroderes gibber nov. spec. 
Ziemlich gedrungen. Kopf mäßig dicht und mäßig fein 
punktiert. Eüssel unregelmäßig längsrunzlig; gedrungen, vorn 
schwach verbreitet, sehr spärlich pubesciert, nur hinter den 
Augen deutlicher, Mittelkiel scharf, poliert glatt. Vertiefung 
am oberen Ende klein, kräftig eiförmig. Aeußerer Seitenkiel 

Stett. eutomol. Zeit. 1907. 4';- 



scharf, jwliert glatt, innerer Seitenkiel wird durch die Längs- 
runzeln etwas Aveniger deutlich. 2. Geißelglied wenig länger 
als die 2 folgenden Glieder zusammen, 1. Geißelglied etwa 
1'/. mal so lang wie das 2. Keule langgestreckt, Spitze stark 
a1)gerundet. Schaft den hinteren Augenrand erreichend. 

Prothorax walzig, etwas länger als hinten breit, in der 
Mitte am breitesten, bogig nach vorn und hinten verschmälert, 
ziemlich dicht und fein punktiert. Die ganze Oljerfläche des 
Prothorax ist außerdem mit einer microscopischen feinen und 
dichten Punkt-Ciselierung versehen (wie bei L. ruhus n. sp.). 
Augendeckel sehr flach, von der Seite nur schwach bemerkbar, 
deutlich von schräg unten. Elytren gedrungen, die Hinter- 
leibsspitze ziemlich weit überragend, (so daß der Hinterleib 
in den Elytren versenkt liegt), ziemlich parallel, vom Anfang 
des letzten Drittels ab ziemlich scharf z.ugespitzt, hinten völlig 
abgerundet, an der Elytrenspitze zwischen 1. und 2. Punkt- 
reihe an der Uml)iegungsstelle je ein winziger rundlicher 
Höcker: Seitenkanten etwas abgerundet. Punkte der Punkt- 
streifen ziemlich dicht. Zwischen 2. und 3. Punktstreifen vom 
Anfang des 3. Drittels ab ein langgestreckter ziemlich erhabener 
LängsAvulst, der sich schwach weit nach vorn fortsetzt, zwischen 
4. und ."). Punktstreifen ist ein ähnlicher sehr schwach ange- 
deutet. Naht nicht klaffend. Schuppen fehlen völlig. Elytren 
ziemlich dicht, sehr fein und kurz grau i)ubesciert. 

Unterseite selir wenig pul>esciert, poliert glatt, kaum 
hier und da punktiert. Metasternum und 1 . Abdominalsternit 
seicht quergeritzt. Der winzige Ausschnitt in der Mitte des 
Hinterrandes des Metasternums deutlich. 5. Sternit etwas 
länger als die 3. und 4. Sternite zusammen. Tuberkel zwischen 
den Mittelcoxen schmal zungenförmig, grob punktiert. 

Schwarz, Fühler, Beine (mit Ausnahme der Coxen und 
Schenkelbasis), Seiten- und Hinterrand der Oberseite des Pro- 
thorax, Eh'tren mit Ausnahme der Seitenflächen und je eines 

Stott. eutomol. Zeit. 1907. 



53 

Längsstreifens in der Mitte zwischen den 3. und 4. Punkt- 
streifen rotbraun. 

Länge von Protliorax und Elytren zusammen 9^/4 mm. 
Kopflänge 21/4 mm. Größte Körperbreite ^^Ji—'^^ji mm. Länge 
der Hinterbeine 2^/4 mm. 

Falklands - Inseln. Port William, Sparrow Cove. 
20. März 1902. 

Listroderes ij'ihher gleicht in Färbung und Habitus sehr 
dem gleichfalls schuppenlosen L. laerujafus Phil, von Magelhaen; 
dieser zeichnet sich jedoch besonders durch den Besitz kräftiger 
Höcker hinten an der Umbiegungsstelle der Längsstreifen 
zwischen 4. und 5. Punktreihe aus. 

Listroderes falklandicus nov. spec. 

Schlank. Kopf dicht und wenig grob gleichmäßig punk- 
tiert. . Rüssel ziemlich schlank, vorn sehr schwach ver])reitert ; 
von der Seite nach innen und hinten gekämmt anliegend ziem- 
lich dicht gelb pubesciert. Mittelkiel unscharf und runzlig. 
Aeußerer Seitenkiel scharf, innerer fast ganz verschwunden. 
Die Vertiefung am oberen Ende des ]\Iittelkieles wenig deut- 
lich. 2. Geißelglied fast so lang wie die 3 folgenden zu- 
sammen, 1. Geißelglied Vf^ mal so lang wie das 2. Keule 
ziemlich gedrungen, allmählich nach der Spitze zu zugespitzt. 
Spitze wenig abgerundet. Schaft den Hinterrand der Augen 
erreichend. 

Prothorax walzig, ziemlich viel länger als hinten breit, 
oben etwas flachgedrückt, am Ende des 1. Viertels am brei- 
testen und hier an den Seiten etwas höckerartig verl)reitert, 
nach vorn sehr steil nach hinten bogig verschmälert, sehr 
dicht und fein punktiert und dicht mit kleinen schwach gelb- 
lich glänzenden runden Schuppen bedeckt; in der dorsalen 
Mittellinie sind in einem schmalen Längsstreifen diese Schuppen 
lebhaft hellgelb gefärbt, bei dunklen Exemplaren ist diese helle 
Linie weniger scharf, bei einem dunkelbraunen Exemplar nicht 

Stett. entom. Zeit. 1907. 



54 

erkennbar. Augentleckel stark abgeflaclit. Elytren schlank, 
allmählich bogig nach hinten verschmälert, Ende abgerundet; 
Naht an der Spitze eine Avinzige Strecke (etwa \li mm) klaffend ; 
Seitenkanten stark abgerundet; die Hinterleibsspitze mehr oder 
weniger überragend. Punkte der Punktstreifen ziemlich dicht. 
Zwischenraum zwischen der 1, und 2. Punktreihe (von der 
Naht aus gezählt) am Ende und zAvischen der vorletzten und 
letzten Punktreihe in seiner ganzen Länge etwas erhaben. 
Zwischenraum zwischen 6. und 7. Punktreihe vom Ende des 
1 . Drittels bis zu seinem Umbiegungspunkt hinter dem Anfang 
des 3. Drittels ziemlich stark erhaben und in einen kleinen 
stumpfen Höcker hinten endend, der mit einem Haarbüschel 
besetzt ist. Elytren mit Längsreiheii abstehender gelblicher 
Börstchen zwischen den Punktreihen und gänzlich mit rund- 
lichen gelblich seidenglänzenden kleinen Scliupi)en sehr dicht 
bedeckt. Hinterschenkel ohne Schuppen. 

Unterseite ziemlicli glatt, spärlich und ziemlich grob 
punktiert, mäßig dicht gelblich pubesciert. Tuberkel zwischen 
den Mittelcoxen erhaben gleichseitig dreieckig, punktiert, ziem- 
lieh dicht gelblich pubesciert. Der winzige Ausschnitt in der 
Mitte des Hinterrandes des Metasternums kräftig und tief. 
Letztes Sternit lang gestreckt dreieckig, hinten stark abge- 
rundet, l'/2 nial so lang als die beiden vorhergehenden (3. 
und 4.) Sternite. 

Gelbbraun bis dunkelbraun; Prothorax meist mit der 
schon erwähnten Medianlinie aus hellgelblichen Schnippen; 
Elytren in der Mitte mit jederseits einem schwärzlichen wenig 
nach hinten und innen convergierenden Längsstreifen, dicht 
dahinter je ein schräg nach hinten und innen convergierender 
(im Winkel von 90^) gelblicher Querfleck (beide berühren sich 
in der Medianlinie nicht). Hinter diesem häufig noch einzelne 
schwärzliche Fleckchen. Bei dunklen Tieren tritt diese Zeich- 
nung zurück, bei einem sclnvärzlichen Exemplar ist sie nicht 
zu erkennen. 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



Länge voTi Protliorax und Elytren zusammen 6 1/2 — 7 mm. 
Kopflänge 2^/4 mm. Größte Körperl)reite 2'/2 — S'^/i mm. 
Länge der Hinterschiene 2 ','4 mm. 

Falklands-Inseln. Hookers Point. Unter Steinen und 
trockenen Erdliöckern. 27. Februar 1902. 
Port William. Sparrow Cove. 2. März 1902. 
Port Darwin. Goosegreen. Unter Steinen. G. März 

1902. 
Seal Cove im inneren Teil. L'nter Steinen. 13. ^lärz 

1902. 
Port Stanley. Februar 190L 
L. pOlhnul'iciis erinnert in Form und Färl)ung (be- 
sonders auch durch die gelbe Medianlinie des Prothorax) an 
L. chierascenx Blanch. von Chile, der sich aber durch den 
^fanget von Höckern auf den (gleiehfalls beschuppten) Elytren 
und -durch die völlige Schuppenlosigkeit des dicht und lang 
behaarten Prothorax auszeichnet. 



net'. 



Listroderes bracteatus nov. S}) 

Gedrungen. Sculptur des Kopfes ist durt'h die ziemlich 
dichte sehr dicke und mäP.ig lange Behaarung nicht erkennbar: 
die Behaarung ist auf dem Scheitel nach vorn, auf dem Rüssel 
schräg nach innen und hinten gekämmt. Mittelkiel mäßig 
scharf und poliert glatt; innerer Seitenkiel nicht erkennbar, 
äußerer unscharf. Eüssel gedrungen, nach dem Ende ver- 
breitert. Die Vertiefung am oberen Ende des Mittelkiels deut- 
lich aber durch die Behaarung etwas verdeckt. 2. Geißelglied 
fast so lang Avie die 3 folgenden zusammen. 1. Geißelglied fast 
länger als l^/o iwal so lang wie das 2.; Keule ziemlich ge- 
drungen, die beiden ersten Glieder ziemlich abgesetzt, die zu- 
gespitzte Spitze wenig abgerundet. Schaft fast den Hinterrand 
der Augen erreichend. 

Prothorax walzig. etwa so lang wie hinten breit, oben 
schwach abgeplattet, am Ende des 1. Viertels am lu'eitesten 

Ötett. entomol. Zeit. 1907. 



56 

und liier an den Seiten etwas höckerartig verbreitert, nacli 
vorn steil, nach hinten bogig verschmälert; spärlich abstehend 
gelb behaart und sehr dicht mit gelblich seidenglänzend relativ 
großen kreisrunden Schuppen bedeckt; in der dorsalen 3[ittel- 
linie ist ein schmaler Längsstreifen dieser Schuppen lebhaft 
hellgelb gefärbt, ebenso je ein undeutlicher Längswisch nahe 
den Seiten. Augendeckel stark abgeflacht. Elytren gedrungen ; 
die Abdominalspitze ein wenig überragend ; Naht an der Spitze 
kaum eine Spur klaffend; Seitenkanten stark abgerundet; nach 
hinten mäßig verschmälert und hinten stark abgerundet. Am 
Hinterrande des Streifens zwischen der 4. und 5. Punktreihe 
ein kräftiger kegelförmiger Höcker ohne ausgesprochenen Haar- 
büschel auf der Spitze. Streifen zwischen der 4. und 5. und 
zwischen der 6. und 7. Punktreihe undeutlich in der ganzen 
Länge erhaben. Elytren mit Längsreihen abstehender gelber 
Börstchen zwischen den Punktreihen und gänzlich mit kreis- 
runden gelblich seidenglänzenden relativ großen Schuppen sehr 
dicht bedeckt. Hinterschenkel ohne Schuppen. 

Unterseite ziemlich seicht punktiert, mäßig dicht gelblich 
pubesciert. Tuberkel zwischen den Mittelcoxen mäßig erhaben, 
schmal zungenförmig, dicht pubesciert. Der winzige Ausschnitt 
in der Mitte des Hinterrandes des Metasternums rundlich. 
3. und 4. Sternit sehr kurz; 5. Sternit relativ lang, dreieckig, 
hinten ziemlich breit fast gerade abgestutzt und fast doppelt 
so lang wie das 3. und 4. Sternit zusammen. 

Hell gelbbraun; Prothorax und Elytren durch die Be- 
schuppung, Kopf und Beine durch die Pubescenz hell bräun- 
lich gelb matt seidenglänzend. LTnterseite rötlieh braungelb. 
Thorax mit der erwähnten Schuppenzeichnung. 

Länge von Prothorax und Elytren zusammen 71/2 — 8 mm. 
Kopflänge 21/4 — 2^/2 mui. Größte Körperbreite 31/2 — 3^/4 mm. 
Länge der Hinterschiene 2,5 — 2,7 mm. 

Falklands - Inseln. Port Stanley. Marray Heights. 
Unter Steinen. 22. Februar 1902. 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



57 

Lif<troderes Jjidcteatds erinnert durch die starken Höcker 
auf den Elytren an den L. laciüiosus (Fairm. 1885) von 
Magelliaen. 

Listroderes abditus nov. spec. 

^Fäßig gedrungen. Kopf ziemlich grob punktiert, durch 
die ziemlich dichte und mäßig lange Behaarung nicht sehr 
deutlich erkennbar; die Behaarung ist auf dem Scheitel nach 
vorn, auf dem Rüssel nach innen zu gekännnt. Mittelkiel 
wenig scharf aber deutlich, körnig rauh. Innerer und äußerer 
Seitenkiel nicht erkennbar. Die Vertiefung am oberen Fnde 
des Mittelkieles deutlich. Rüssel lang und ziemlich schlank, 
am Ende kaum verbreitert; über der Fühlerinsertion mit je 
einem deutlichen Höcker: der Rüssel überragt diesen Punkt 
noch um ein beträchtliches. 2. Geißelglied etwas länger als 
die beiden folgenden zusammen, 1. Geißelglied nur Avenig länger 
als das 2.; Keule gedrungen, Spitze abgerundet. Schaft er- 
reicht nicht die Mitte der Augen. 

Prothorax walzig, etwas länger als hinten breit, oben 
schwach abgeplattet, am Ende des 1. Viertels am breitesten 
und hier an den Seiten etwas höckerartig verbreitert. Nach 
vorn steil, nach hinten allmählich geradlinig verschmälert; 
diclit mit mäßig langen, dicken, bräunlichgelben, gelblich seiden- 
glänzenden Haaren etwas abstehend besetzt; diese Haare sind 
nach oben, innen und hinten gekämmt; völlig ohne Schuppen. 
In der dorsalen Mittellinie wird durch hellere Färbung dieser 
Haare eine schmale weißliche Linie erzeugt, die besonders 
hinten sehr auffällig ist. Augendeckel stark al)geflacht. Elytren 
mäßig gedrungen, die Hinterleibsspitze nicht ganz erreichend 
(etwa eine 1/4 mm lange Strecke der Abdominalspitze bleibt 
unbedeckt); hinten und die Seitenkante völlig abgerundet; am 
Hinterrande (an der Umljiegungsstelle) des Streifens zwischen 
3. und 4. Punktreihe ein winziger Höcker, der besonders durch 
den dichten Haarpinsel, der sich senkrecht wenig nach hinten 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



58 

geneigt auf ihm erbebt, ])emerkbar wird. Auf ibrer gesamten 
Oberfläche sind die Elytren diclit mit ähnlichen dicken Haaren 
besetzt, ■wie der Prothorax: diese Haare sind ziendich an- 
liegend nach hinten gekännnt. bräunlich gelb und mitel:ensok-hem 
Seidenglanz; außerdem stehen auf den Streifen zwischen den 
Punktreihen Längsreihen senkrecht al^stehend bräunlich gelbor 
Börstchen. Schuppen fehlen völlig. Die unliedeckto Hinter- 
leibsspitze fein und dicht pubesciert. Unterseite ziemlieh glatt, 
seicht i)unktiert und ziemlich dicht puljcsciert. Tu])erkel 
zwischen den Mittelcoxen sehr schmal und lang zungenförmig. 
Der winzige Ausschnitt in der Glitte des Hinterrandes des 
Metasternums deutlicli. Hiutcrrand des 2. und noch melir des 
3. und 4. Abdominalsternites mit einer sehr kräftigen und 
auffälligen querkielartigen -Verdickung: 2. Sternit relativ kiii-z. 
wenig länger als das schmale 3. oder -1-. Sternit; 5. Sternit 
lang gestreckt hall'kreisförniig. l' '2 m^d so lang, wie die beiden 
vorhergehenden zusammen, hinten al)gerundet. 

Hellgelbbraun: mit der erwähnten Haarzeichnung. Elytren 
meist mit je einem ziemlich lu'citcn. ])ar;'lh'len, dunkel))raunen 
Längswisch, der sich vom Ende des 1. Fünftels schräg nach 
innen wenig convergent liis zur Plügelmitte erstreckt, und 
zwar von der 5. Punktreii.e b;s zur 1. (vom Xahtrar.d aus 
gezä,hlt). Unterseite rötlich rostbraun, häufig hier und da, 
besonders an der Seite, schAvärzlich. 

Länge von Prothorax und Elytren zusammen 4^/4 — 5 mm. 
Kopflänge 1,6 — ],7 mm. Größte Körjjerbreite 2-^2,3 mm.. 
Länge der Hinterschiene l'/2 nim. 

Falklands-Inseln. Fox Bay. Unter Steinen. 24. und 
25. März 1902. 

Listroderes compressiventris nov. spcc. 
Schlank. Elytren hinten stark seitlich comprimiert und 
von der Seite gesehen abgerundet rechtwinklig abfallend; es 
entsteht hierdurch ein auffälliger Buckel. Kopf grob und diclit 

Stett. entomol. Zeit. 19D7. 



59 

punktiert, besonders der Rüssei, beim ^ ist der Rüssel sehr 
grob netzrunzlig punktiert. Hinterrand des Scheitels dicht 
und tief quergeritzt. Mittelkiel scharf, beim ,j nur als breit 
abgeschliffene Kante, beim $ scharf und sehr schmal. Ver- 
tiefung am oberen Ende des Mittelkiels oval, aber nur nach 
vorn schayfrandig begrenzt; hinter dieser ein länglicher Fleck 
l)oliert glatt. Aeußerer Seitenkiel scharf, innerer nur an der 
Basis scharf. Rüssel l.-ing und kräftig, am Ende wenig ver- 
breitert. Ziemlich spärlich gelb nach innen gekämmt behaart, 
Scheitel kaum, hinter den Augen mäßig dicht behaart; beim 
j ist die Kopfbehaarung wenig deutlich. 2. Geißelglied etwa 
so lang wie das 3. und die Hälfte des 4. zusammen; 3. lang 
gestreckt etwa 2^3 vom 2. und l'/2 mal so lang wie das 4.; 
1. nur eine Spur länger ;ils das 2. vSrhaft erreicht ungefähr 
die Augenmitte. 

. Prothorax gedrungen, hinten etwas breiter als lang, in 
der 3Iitte sehr wenig verbreitert; grol) und dicht runzlig 
punktiert, $ in der Medianlinie mit einem poliert glatten, 
schmalen, sehr wenig erhabenen Längsstreifen, bis an das 
Ende des 3. Viertels, der beim j' nur schwach angedeutet ist; 
gänzlich dicht lieschuppt. Sc'.uipiien an der Seite groß und 
kreisrund, nach der Medianlinie zu (und besonders nach vorn) 
immer kleiner und spärlicher werdend. Augendeckel deutlich 
aber flach. Elytren vorn mehr oder weniger gewölbt und 
mäßig schmal, hinten stark seitlich comprimiert von anfangs 
erwähnter Form; die Hinterleibsspitze überdeckend oder ein 
weniges ülierragend; ohne irgend welche Höcker oder Aus- 
wüchse; Außenrand am. Ende des 1. Drittels ziemlich stark 
eingedrückt und flach ausgeschnitten; Punkte der Punktreihen 
ziemlich weitstehend: die gesamte Oberfläche sehr dicht mit 
großen kreisrunden Schuppen l)edeckt. Zwischen den Punkt- 
reihen mit je einer Längsreihe gelblicher kurzer Börstchen. 
LTnterseite mäßig dicht gelblich pubesciert, ziemlich glatt, sehr 
seicht punktiert, Metasternum seicht und dicht quergeritzt, 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



60 

1. Abdoininalsternit undeutlicli, dicht quergeritzt. Tuberkel 
zwischen den Mittelcoxen in Form eines schmalen kräftigen 
punktierten Längskieles. Der winzige Ausschnitt in der Glitte 
des Hinterrandes des Metasternums deutlich. 5. Stt-rnit fast 
halbkreisförmig, ziemlich schmal, so lang wie das 3. und 4. 
Sternit zusammen und dichter pubesciert. 

ScliAvarz, Fühler und Tarsen dunkelrotbraun. Enddrittel 
der Schienen, besonders der Mittel- und Hinterschienen leb- 
haft goldgelb pubesciert. Schienen rötlich schwarz bis schwarz. 
Beschuppung des Prothorax grünlich grau bis matt golden. 
der Elytren hinten mehr oder weniger golden bis rötlich golden. 
vorn dichter kupfern glänzend; die Beschuppung des AuBen- 
randsaumes und ein schräg nach innen und hinten verlaufender 
vom AuBenrand von Anfang Ijis Ende des 2. Drittels der 
Elytrenlänge reichender Keilfleck grünlich-grau. 

Länge von Pi-othorax und Elytren zusammen 91/2 — 12 mm. 
Kopflänge 374 — -^Vs ^^^^- Größte Körperbreite 3^/4 — ö'/i mm. 
Länge der Hinterschiene 3 — o'/a mm. 

Falklands-Inseln. Seal-Cove im inneren Teil. Vuter 
Steinen. 13. März 1902 (1 unausgefärbtes Exemidar). 
Port Louis. 7. August 1902. 

Die Farbe des unausgefärbten Exemplars ist hell schmutzig 
rostln-aun. Der linke Oberkiefer trägt noch den larvalen Man- 
dibularanhang, dessen Vorkommen schon von einer Reihe frisch 
ausgeschlüpfter Rüsselkäfer bekannt geworden ist, er sitzt an 
der Außenseite der Oberkieferbasis in Form eines mäßig dünnen 
Blättchens in Rechteckform, das etwas länger als die doppelte 
Breite ist. Seine Länge ist kaum ^2 mm. 

Listroderes exsculpticollis nov. spec. 

Sehr gedrungen, hinten stark abgestutzt, Seiten der 

Elytren parallel. Kopf sehr grob und dicht runzlig punktiert, 

auch der Rüssel. Rüssel mäßig lang, kräftig; Mittelkiel 

kammartig erhöht, sehr scharf und schmal, etwas sculpturiert 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



61 

(schwach runzlig); äußerer Seitenkiel sehr scharf, schwach 
runzlig; innerer Seitenkiel mäßig scharf, aber in der ganzen 
Länge ausgebildet, stark runzlig. Vertiefung am oberen Ende 
des Mittelkieles stark verljreitert und allmählich verlaufend, 
nach hinten in der Mitte mehr oder weniger als seichter 
Läugseindruck auf dem Scheitel fortgesetzt. Kopf mit mäßig 
zerstreuten, abstehenden, kräftigen gelbbraunen Börstchen 
besetzt, besonders auch die Kämme der äußeren und inneren 
Seitenkiele; Scheitel kurz und spärlich behaart, unbeborstet. 

2. Geißelglied etwa so lang wie das 3. und 4. zusammen, 

3. etwas verlängert, 1. etwa VJ2 mal so lang wie das 2. 
Schaft erreicht ungefähr die iVugenmitte. 

Prothorax gedrungen, ungefähr so laug wie breit, von 
oben gesehen fast gleichseitig 8 eckig; in der Medianlinie eine 
vorn verschwindende Längseinsenkung, die meist scharf, selten 
weniger deutlich ist; unbeschuppt, mäßig dicht mit abstehenden 
gelbl »raunen Börstchen 1)esetzt; sehr dicht und grob runzlig 
punktiert. Vorderrand oben etwas vorgezogen und allmählich 
erhöht, in der Mitte seicht und flach ausgebuchtet. Augen- 
deckel scharf eckig (stumpfwinklig) vorspringend. Elytren 
gedrungen, müßig breit, parallelöeitig. hinten gerade abgestutzt 
und sehr steil und aligrundct abfallend, ein schmales Quer- 
streifchen der Hinterleibsspitze unbedeckt lassend. Punkte 
der Punktreihen kräftig und mäßig dicht, Seitenecken scharf, 
abgerundet, an den Schulterecken eine kurze Strecke sehr 
scharfkantig und kielartig erweitert; Seitenflächen etwas ein- 
gedrückt. Am Hinterende des Streifens zwischen 4. und 5. 
Punktreihe (von der Naht aus gezählt), — etwa an der hinten 
steil abfallenden Kante, — ist auf jeder Elytre ein ziemlich 
kräftiger Höcker; ein wenig weiter nach vorn liegt zwischen 
2. und 3. Punktreihe ein weiterer sehr kleiner und meist 
wenig deutlicher Höcker. Die Elytren sind ziemlich dicht 
und kurz gelbbraun behaart, der Längsstreif zwischen 5. und 
6. Punktreihe in seiner ganzen Länge sehr dicht bis mäßig 

Stott, entomol. Zeit 1907. 



62 

dicht und mit hell braungelben runden Schuppen besetzt, die 
in dem hinten abfallenden Teil auch in den Längsstreifen 
zwischen 4. und 5., sowie zwischen 6. und 7. Punktreihe 
übertreten und an den Vorderenden der Elytren häufig all- 
mählich in Haare übergehen; auch seitlich werden die 
Schuppen immer kleiner und scLmäler um endlich sich in- 
der Haarform zu verlieren. Seitenflächen und sonstige Partien 
der Elytren völlig unbeschuppt. Auf den Längsstreifen 
zwischen den Punktreihen außerdem noch Längsreihen ab- 
stehender gelbbrauner Börstchen. Unterseite dicht und sehr 
grob runzlig bis querrunzlig punktiert. Spärlich gelbbraun 
puhesciert, Plinterrand des 2. Abdominalsternites und das 3. 
und 4. ziemlich dicht puhesciert. Tul>erkel zwischen den 
Mittelcoxen groß und breit, sehr erhaben, fast kreisrund. 3. 
und 4, Sternit sehr kurz; 5. Sternit halbkreisförmig, etwas 
länger als die beiden vorhergehenden zusammen. 

Sclmiutzig schwarzbraun; Fühler, Schienen und Tarsen 
dunkel rotljraun; die Schuppenstreifen an den Seiten der 
Elytren innerliall) der Seitenkante sind schmutzig gelbbraun 
bis braun. 

Länge von Prothorax und P^lytren zusammen 0^/4 — 7 mm. 
Köpflänge 2—2 '/a mm. Größte Körperbreite 3— 3^7* ^""^• 
Länge der Hinterschiene 2— 2'/2 mm. 

Falklands-Inseln. Port Darwin. Goosegreen. Unter 
Steinen. G. 3[ärz 1902. 
Port Stanley. Februar 11)04. 

Listroderes insquameus nov. spec. 
2 Ende März gefundene etwas größere Exemi)lare unter- 
scheiden sich \on L. e.rb-cuJ2)fi(oUi>' nur durch folgende Punkte: 
Innerer Seitenkiel des Rüssels fehlt völlig und ist nur durch 
einige Höckerchen angedeutet. Der Stheiteleindruck scheint 
sich etwas mehr nach liinten zu ersti ecken. Auf dem Längs- 
streifen zwischen 5. und 6. Punktreihe wie überhaupt auf der 

Stett. eutomol. Zeit. 1907. 



63 

ganzen Oberfläche der Elytren finden sich keine Sclm])pen; 
sie sind durchaus nicht abgerieben, sondern an ihrer Stelle 
hellgelbbraune Haare. 

Länge von Prothorax und Elytren /usammen T'/a i^mi. 
Kopflänge 2^/2 mm. Größte Körperbreite n^U mm. Länge 
der Hinterschiene ä'/., mm. 

Falklands-Inseln. Fox Bay. LTnter Steinen. 25. ]\Iärz 
1902 (1 Exemplar) und 27. 3Järz 1902 (1 Exemplar). 

p]in "weiteres Exemplar AOn gleicher Größe weicht wieder 
von L. nisquamcus dadurch ab. daß der innere Seitenkiel des 
Rüssels in seiner vorderen Hälfte entwickelt ist. in seiner 
hinteren aber völlig fehlt. Die Elytren sind ebenfalls behaart, 
aber es finden sich in der Umgebung des großen Höckers auf 
jeder Elytre eine Anzahl von Schuppen. Dieses Stück steht 
also in der Glitte zwischen L. e.rsctijpilcollls und L. insquameKs. 
Ob es. 1)ei(le Formen verbindet, oder nur eine Aberration von 
L. insi/i/amcus oder eine dritte Species darstellt, kann ich an 
der Hand vorliegender Stücke nicht entscheiden. Bestimmt ist 
aber dieses Stück, wie L. insquamcus nicht das v zu L. e.rsculpfi- 
coUif!. da mir von dieser Species j und $ vorliegen. 

Falklands-Inseln. Fox Bay. L^nter Steinen. 28. ]\rärz 
1902 (1 Exemplar). 

Listroderes scaber. nov. sj^ec. 
Gedrungen, hinten stark abgestutzt, Seiten der Elytren 
parallel. Kopf grob und dicht runzlig punktiert, der Rüssel 
sehr grob; Mittelkiel des Rüssels scharf und fein, etwas 
runzlig, äußerer und innerer Seitenkliel scharf und etwas 
runzlig. Am oberen Ende des Mittelkiels eine seichte Ein- 
senkung, die nicht auf den Scheitel verlängert ist. Kopf 
mäßig dicht mit braunen abstehenden kräftigen Börstchen 
besetzt, besonders auch die Kämme der äußeren und inneren 
Seitenkiele; Sclieitel kaum beborstet. 4. — 6. Geißelglied' 
kugelig, 7. etwas verbreitert, 3. etwas verlängert, 2. ungefähr 

Stott. eufomol. Zeit. 1907. 



64 

so lang wie die 2 folgend en zusammen. 1. etwa V/2 mal so 
lang Avie das 2. Schaft etwas weiter als bis an den vorderen 
Augenrand reichend. 

Prothorax gedrungen, ungefähr so lang wie breit, von 
oben gesehen aljgerundet Sekig; in der Medianlinie eine 
ziemlich scharfe vorn verschwindende Längseinsenkung; sehr 
grob und dicht runzlig punktiert; unbeschuppt, mit abstehen- 
den braunen Börstchen mäßig dicht besetzt. Vorderrand oben 
etwas vorgezogen und allmählich erhöht, in der Mitte meist 
gerade abgeschnitten, oder kaum etwas eingedrückt. Augen- 
deckel scharf eckig (stumpfwinklig) vorspringend. Elytren 
gedrungen, mäßig breit, parallelseitig, hinten gerade al)gestutzt 
und sehr steil und abgerundet abfallend und ein sehr schmales 
Querstreifchen der Hinterleibsspitze unbedeckt lassend. Punkte 
der Punktreihen sehr kräftig, grob und etwas quer verbreitert 
und ziemlich dicht; Seitenecken ziemlich scharf, abgerundet, 
Schulterecken scharfkantig und eckig erweitert; Seitenflächen 
etwas eingedrückt. Am Hinterende des Längsstreifens zwischen 
4. und 5. Punktreihe (von der Naht aus gezählt), — etwa an 
der hinten steil abfallenden Kante — auf jeder Elytre ein 
ziemlich kräftiger abgerundeter Höcker; Avenig mehr nach vorn 
liegt zwischen 2*. und 3. Punktreihe ein Aveiterer kleinerer 
Höcker, der sich nach vorn in den eine kürzere Strecke Aveit 
etAvas erhabenen Längsstreifen fortsetzt. Die ganze Ober- 
fl:äche der Elytren sind dicht mit mäßig kleinen runden grauen 
und wenig vortretenden Schuppen bedeckt, die Längsstreifen 
zwischen den Punktreihen außerdem mit Längsreihen gelb- 
brauner abstehender Börstchen. Nur bei 1 Exemplar sind 
diese Börstchen dunkelbraun. Sind die Schuppen abgerieben, 
so ist nirgends eine feine Pubescierung zu sehen; in diesem 
Falle sind aber meist noch Reste an den etAvas concaven 
Seitenflächen zu erkennen. (Hier fehlen sie bei L. exscuJj^ti- 
collis stets.) Unterseite ziemlich dicht und sehr grob punk- 
tiert, fast netzpunktiert; mäßig dicht und kurz gelbbraun 

Stett. entomol. Zeit. 1907, 



65 

pubesciert. Tuberkel zwischen den Mittelcoxen groli lang- 
gestreckt dreieckig zungenftirmig, punktiert und gelbbraun 
pubesciert. 3. und 4. Sternit sebr kurz, 5. halbkreisförmig 
und fast doppelt so lang wie die beiden vorhergehenden 
zusammen. 

Schmutzig schwarzbraun : Schienen, Tarsen und Antennen 
dunkel rotbraun. 

Länge von Prothorax und Elytren zusammen 4 — 5 mm. 
Kopflänge V/^ — 2 mm. Größte Körperbreite 2—23/4 mm. Länge 
der Hinterschiene 11/2 mm. 

Falklands - Inseln. Port Stanley, im östlichen Teil. 
Unter Steinen. 26. Februar 1902. 
Port Darwin. Goosegreen. _ Unter Steinen. 6. März 

1902. 
Seal Cove im inneren Tdl. Unter Steinen. 13. März 

1902. 
Port Stanley. Februar 1904. 
L. scaher unterscheidet sich von dem nahestehenden 
L. exscid'ptieoJVis leicht durch die Beschuppung der ganzen 
Elytren, durch den lang gestreckten Tuberkel zwischen den 
Mittelcoxen, die kurze Schulterecke der Elytren und den in 
der Mitte nicht eingedrückten Vorderrand des Prothorax. 

Falklandius nov. gen. 
(Typus: F(ill-Jand'n<s hmchi/omma nov. spec.) 
Diese Gattung steht der Gattung Lisfroderes sehr nahe 
und unterscheidet sich von ihr durch folgende Punkte: Rüssel 
völlig ohne Mittelkiel, vorn mit mehr oder weniger rinnen- 
förmigem Eindruck, der mehr oder weniger flach, tief und 
mehr oder weniger breit ist (bei FaWandia sn ff ödem ist 
dieser Eindruck äußerst flach und seicht, bei den übrigen 
Arten mehr rinnenförmig, bei F. turUficatus sind die Seiten 
der breiten und scharfen Einne kielartig). 1. Geißelglied 
etwas verlängert, mehr oder weniger aufgetrieben; 2.-7. Geißel- 

Slett. entomol. Zeit. 1907. 5 



66 

glied kugelig oder fast kugelig. Protliorax völlig ohne Augen- 
klappen. Augen bei FalliaiuVia Juyirlif/ominn kreisrund, l)ei 
den übrigen Species etwas quer eiförmig. Elytren mit 10 Punkt- 
reiben, ohne Höcker oder Auswiiehse. Pubescdert oder be- 
schuppt. 

Sehr kleine Formen. 

Bestimimnigstalbolle 
der Arten <ler Grattuug Falklandiiis. 

(Unter Körperlänge ist die Länge von Protliorox und Elytren znsaninieu 
verstanden.) 

1. Tuberkel zwischen den Mittelcoxen stark entwickelt und 
schmal. Eüssel vorn mit sehr undeutlichem seichten 
Längseindruck. Prothorax und Elytren dicht beschuppt 
(Schuppen sehr klein). Elytren gedrungen. Körperlänge 
2^/4 — 3.1 mm suffodens nov. spec. 

Tuberkel zwischen den Mittelcoxen fehlt. Eüssel vorn 
mit tiefer und scharfer Rinne. Völlig unlieschuppt. Elytren 
schlank 2. 

2. Augen klein und rund. 2. Geißelglied kugelig und etwas 
größer als die folgenden. Körperlänge 2^/4 — 21/2 mm 
brachyomma nov. spec. 

Augen groß und kurz quer oval. 2. Geißelglied nicht 
kugelig,' etwas gestreckt. Körperlänge 8^/4 mm . . . 
turbificatus nov. spec. 

Falklandius brachyomma m^v. spec. 
Schlank. Eüssel kurz und gedrungen, am Ende ziemlich 
stark verbreitert. Die 2 seitlich stehenden Kiele in der Yorder- 
hälfte des Eüssels seitlich allmählich übergehend, so daß es 
sich mehr um eine mediane ausgegrabene Einne handelt; diese 
ist ziemlich schmal und scharf. Scheitel glatt, fein und 
spärlich i)unktiert, Eüssel ziemlich groh und dicht i)unktiert, 
hinten sind die Punkte öfters lang ausgezogen. Scheitel ohne 
Eindruck. Kopf äußerst fein und sehr spärlich pubesciert 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



67 

(Mundgegend beborstet). 1 . Geißelglied fast kugelig aufgetrieben, 
mit Ausnahme des stielförmigen Basaldrittels ; so lang wie das 
2.. 3. und 4. Geißelglied zusammen; Keule eiförmig. 

Protborax sehr schlank, ungefähr I2/3 mal so lang wie 
hinten breit; stark walzig. in der Mitte wenig verbreitert; mit 
grollen groben Punkten mäßig dicht besetzt, nahe der Median- 
linie fast zu Längslinien angeordnet; Vorderrandzone glatt. 
Elytren ziemlich lang oval, den Hinterleib gänzlich iiberdeckend ; 
Punktreihen sehr grob und sein- dicht. Auf den Längsstreifen 
zwischen den Punktreihen je eine Längsreihe winziger gelb- 
licher abstehender Börstchen, dazwischen sehr spärlich mit 
winzigen Härchen. Oberfläche der Elytren glänzend glatt. 
Unterseite poliert glatt, sehr spärlich fein punktiert; 3. und 
4. Abdominalsternit zusammen so lang wie das 2., 5. etwas 
kürzer. Mittelcoxen relativ weit -getrennt, zwischen ihnen kein 
Tubel'kel bemerkbar, sondern ganz glatt. 

Dunkelbraun; Kopf und Thorax schAvarz: Yorderrand 
des Prothorax. Fühler und Beine rotbraun. 

Länge von Prothorax und Elytren zusammen 2^/4 — 2^/2 mm. 
Kopflänge ca. -'-ji bis fast 1 mm. Größte Körperbreite 1 mm. 
Länge der Hinterschiene ca. 1 mm. 

Falklands-Inseln. Port Stanley im östlichen Teil. Unter 
Steinen. 26. Februar 1902. 

Falklandius turbificatus nov. spec. 
Sehr schlank. Püssel inäßig lang, gedrungen, am Ende 
verbreitert. 2 seitliche Kiele auf der Endhälfte des Rüssels 
lassen eine ziemlich breite, tiefe und poliert glatte Rinne 
zwischen sich frei. Kopf sonst rauh, und spärlich seicht 
punktiert. Scheitel ohne Eindruck. Kopf sehr spärlich pubesciert. 
Augen schwach quer oval. 1. Geißelglied etwas aufgetrieben, 
mit Ausnahme des stielförmigen Basaldrittels; etwas länger als 
die 2 folgenden Glieder zusammen, 2. Geißelglied sehr wenig 
verlängert, die übrigen kugelig, Keule etwas gestreckt eiförmig. 

StPtt. entomol. Zeit. 1907. ^■"- 



68 

Prothorax sehr schlank, iingefälir l-js mal so lang wie 
hinten l)reit; stark walzig, in der 3Iitte Avenig verbreitert; 
mit großen groben Punkten ziemlich dicht besetzt: in der 
]\[edianlinie zwei dicht neben einander laufende feine einge- 
ritzte Längslinien bis zur Mitte, das schmale Feld zwischen 
ihnen unpunktiert. Vorderrandzone nicht geglättet. Elytren 
sehr lang ausgezogen, nach hinten lang und stark zugespitzt, 
den Hinterleib gänzlich überdeckend, Punktreihen grob und 
ziemlich dicht; Längsstreifen zwischen den Punktreihen mit 
Längsreihen abstehender gelblicher Börstchen besetzt; Ober- 
fläche der Elytren glatt und glänzend. Unterseite poliert glatt, 
sehr spärlich und seicht punktiert; 3. und 4. Abdominalsternit 
zusammen etwas kürzer als das 2., 5. ungefähr so lang wie 
das 3. und 4. zusammen. Mittelcoxen ziemlich weit getrennt, 
zwischen ihnen kein Tuberkel. 

Schwarz; dunkel rostrot sind: Fühler, Beine. Vorderrand 
des Prothorax und Sclmlterecken der Elytren. 

Länge von T^rothorax und Elytren zusammen S-'/i mm. 
Kopflänge 1\''4 mm. Größte Körperbreite l'^ U mm. Länge 
der Hinter schiene L/^ mm. 

Falklands - Inseln. 1* o r t \V i 1 1 i a m. SparroAv Cove. 
2. März 1902. 

Faiklandius suffodens nov. spec. 

Relativ gedrungcni. Rüssel ziemlich kurz und gedrungen, 
am Ende verbreitert: oben abgeflacht kaum mit Spuren einer 
rinnenartigen Einsenkung. Scheitel mit winzigem ovalen Ein- 
druck. Kopf rauh und sehr kurz ])ul)esciert. Augen quer oval. 
1. Geißelglied mit Ausnahme des Basaldrittels kugelig auf- 
getrieben, etwa von der Länge der 3 folgenden Glieder zu- 
sammen; 2. bis 6. Glied kugelig. 7. quer oval. Keule länglich 
eiförmig. P^ndc etw.-is zugespitzt. 

J-'rotliorax schlank, fast l'/o mal so lang als hinten breit, 
walzig, vor der Mitte schwach verbreitert, nach vorn stark, 
nach hinten allmählich verschmälert; rauh mit großen grollen 
Punkten zerstreut besetzt, behaart und dicht mit sehr kleinen 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



69 

undeutliclieii Scliuppen besetzt. Elytren gedrungen, abgerundet, 
eiförmig, das Abdomen gänzlich bedeckend ; Punktreilien mäßig 
weit; dicht mit sehr kleinen rundlichen Schuppen von hell 
gelblich brauner Farbe besetzt, die wonig deutlich als solche 
erkennbar sind. Unterseite fein und mäßig dicht punktiert 
und pubesciert. 2. Al)dominalsternit etwa -[U der Länge vom 
3. und 4. Sternit zusammen. 5. ein wenig kürzer als diese 
beiden. Tuberkel zwischen den Alittelcoxen hoch und sehr 
schmal zungenförmig. 

Schmutzig gelbbraun; Ko})f schwarz; Fühler und Schenkel 
(kmkel rotbraun; Schienen und Tarsen hell gelbbraun, rost- 
rötlich angehaucht. 

Länge von Prothorax und Elytren zusannnen 2^/4 bis 
3,1 mm. Kopflänge 1 — V/i mm. (nlrößte Kiu'perbreite Vji 
bis V/2 mm. Länge der Hinterschiene ca. 1 mm. 

Falklands -Inseln. Nahe Houkers Point. Unter Steinen 
und trockenen Erdhöckern. 27. Februar 1902. 

Alphabetisches Verzeichnis der Rüsselkäfer der Falklands-Inseln. 

FaJ/,laii(Hiis hrarliz/oiiniia nov. gen.. nov. spec. . . Seite 66 

,, suff'üdcnx nov. gen.. nov. s[)ec. . . ,. 68 

., iiirh'ificüfiix nov. gen.. nov. si)ec. .... 67 

List r öderes abdifus nov. spec 57 

„ htcaudatus nov. spec 47 

,, hmcfcafiis nov. spec 55 

,, comjjressiveiifris nov. spec. ..... 58 

„ divaricafus nov. spec 46 

„ exsculpticoUis nov. spec ., 60 

„ falJx'l audio US nov. spec ,. 53 

„ gihhcr nov. spec ,, 51 

„ Insquanieus nov. spec „ 62 

„ Nordens/iiöldi nov. spec 48 

„ salehrosHs nov. spec „ 44 

„ scaber nov. spec 63 

„ riiUtis nov. spec ., 50 



Stett. entomol. Zeit. 1907 



70 



18 neue Elateriden=Arten von Australien 

von Otto SfliwarK. 

1. Monocrepidius tenuicornis. 

Fusco-briiuneus, pariim nitidus, dense tiavo-griseo-inlosus; 
fronte antice leviter impressa, confertissime subtiliter in- 
aecpialiter punctiüata; antennis paulo elongatis, flavo-testaceis, 
tenuibus, subserratis, articulo 3» 2^ sublongiore. coiijunctim 
(jiiarto subbrevioribus ; prothorace longitudine band latiore 
antrorsum subrotundatim angustato, densissime subtiliter sub- 
aequaliter punctnlato, subtilissime alutaceo, angulis posticis 
paulo divaricatis, bicarinatis; elytris prothorace sublatioribns, 
apice rotundatim attennatis, sat subtiliter punctato-striatis. 
interstitiis densissime subtiliter asperulato-punctulatis ; corpore 
subtus concolore, nitido, pedibus flavo-testaceis. Long. 11 mm. 
lat. 3 mm. 

Victoria. 

Schwärzlich braun, wenig glänzend, dicht und fein gelb- 
lich grau behaart. Die Stirn ist vorn schwach eingedrückt, 
sehr dicht und fein, etwas ungleich punktiert. Die Fühler 
sind rötlich gelb, sehr dünn und überragen die Hinterecken 
des Halsschildes um 2 Glieder; das dritte Glied ist nur sehr 
wenig länger als das zweite und beide zusammen sind kaum 
so lang wie das vierte. Das Halsschild ist nicht breiter als 
lang, nach vorn allmählich schwach gerundet verengt, sehr 
dicht und fein punktuliert und äußerst fein, lederartig gerunzelt; 
die Hinterecken sind in der Richtung der Halsschildseiten 
divergierend, feiu doppelt gekielt und zuweilen etwas heller 
gefärbt. Die Flügeldecken sind sehr wenig breiter als das 
Halsschild und erst an der Spitze gerundet verengt, mit fein 
und sehr dicht, etwas rauh pnnktulierten Zwischenräumen. 
Die Unterseite ist glänzend und wie die Oberseite gefärbt. 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



71 

Die Beine sind rötlicli gelb. In die Gruppe des JeJieli Cand. 
gehörend. 

2. Monocrepidius picescens. 

Niger vel fuseiis, nitidus, sat dense subtiliter flavescenti- 
griseo-pubescens ; fronte connexa. vertice breviter subtilissime 
carinulata, confertissime subtilissime punctata; antennisbrunneo- 
rutis, tenuibus, subelongatis. subtilissime carinulatis. arti- 
eulo 3'^ 2" fere aequali, conjunctim 4" aecjualibus; i)rotliorace 
latitudine longitudino ae(iuali, a medio rotundatim angustato, 
dense subtilissime jtunctato, postiee canaliculato, angulis posticis 
fere haud divaricatis, bicarinatis; elytris protboracis latitudine, 
postice rotundatim attenuatis, subtil iter punctato-striatis. inter- 
stitiis sat dense subtilissime asi)erulato-punctulatis; cori)ore 
subtus fere coneolore, i)edibus üavis. Long. 11 — 12 mm, 
lat. 3 — 4: nnn. 

Australia merid. 

Schwarz oder schwärzlich braun, mäl'.ig glänzend, ziem- 
lich dicht und Irin gelblich grau behaart. Die Stirn ist an 
der Basis sehr kurz und äul'icrst fein gekielt, sehr dicht und 
fein punktulicrt. Die Fühler sind braunrot, dünn, äußerst 
fein gekielt und überragen die Hinterecken um 2 Glieder; ihr 
zweites und drittes Glied sind klein und einander fast gleich, 
beide zusammen so lang wie das vierte. Das Halsschild ist 
so lang wie breit, von der Mitte an nach vorn gerundet ver- 
engt, dicht und sehr fein punktiert und fast bis zum Vorder- 
rande schwach, hinten tiefer gefurcht; die Hinterecken sind 
nicht merklich divergierend und doppelt gekielt, der äußere 
Kiel ist lang und kräftig, der innere kurz und fein. Die Flügel- 
decken sind so breit wie das Halsschild und erst hinter der 
Mitte allmählich schwach gerundet verengt, fein punktiert- 
gestreift; die Zwischenräume sind flach, ziemlich dicht und 
äußerst fein rauh i)unktuliert. Die Unterseite ist entsprechend 
der Oberseite gefärbt; die Beine sind rötlich gelb oder gelb. 

Stett. eatomol. Zeit. 1907. 



72 

3. Monocrepidius crassus. 

Crassus niger, i)ariim nitidus, sat dense suLtiliter Lre- 
viterque flavo-griseo-pilosus; fronte dense subtilissime aequaliter 
punctata; antennis rufo-brunneis. band elongatis, articulo 3« 2° 
paulo longiore, conjunctim 4" ])arum longioril)us; protborace 
longitudine paulo latiore, convexo, l)asi parum. antice sat 
fortiter rotundatim angustato, dense subtilissime fere aequaliter 
jjunctato et subtilissime alutaceo, postice sulcato, angulis 
jxjsticis band vel vix divaricatis, bicarinatis; elytris protboracis 
latitudine, postice rotundatim angustatis, punctato-striatis. 
interstitiis i)arum convexiusculis, densissime subtilissime rugose 
punctulatis; corpore subtus concolore nitidiore. pedibus flavo- 
testaceis. 

Long. 14 mm, lat. 4 mm. 

Victoria. 

Robust, scbwarz, wenig glänzend, mäßig dicbt, fein und 
kurz gelblicb grau bebaart. Die Stirn ist nicbt merklicb ein- 
gedrückt, dicbt und sebr fein punktiert. Die Fübler sind rot- 
braun und überragen die Hinterecken des Halsschildes nicbt; 
ihr drittes Glied ist nur wenig länger als das zweite und beide 
zusammen sind ein Avenig länger als das vierte. Das Hals- 
schild ist in seiner Mitte etwas breiter als lang, gewölbt, an 
der Basis sehr wenig, vorn ziemlich stark gerundet verengt, 
dicht und sehr fein, fast gleichmäßig i)unktiert, nur mit sebr 
wenig größeren Punkten sebr zerstreut besetzt, hinten mit 
einer bis zur Mitte reichenden, flachen Mittelfurche; die 
Hinterecken sind nicbt oder nur sehr wenig divergierend und 
doppelt gekielt. Die Flügeldecken sind so breit wie das 
Halsschild, im letzten Drittel gerundet verengt, punktiert- 
gestreift; die Zwischenräume sind sehr schwach gewölbt, 
sehr fein und sebr dicht runzlig punktiert. Die Unterseite 
ist glänzender als die Oberseite, das letzte Abdominalsegment 
braun gerandet; die Beine sind rötlich gelb. 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



73 



4. Moiiociepidius fiavobasalis. 

(^) Fkivo-brimneus, pariim nitidus, dense subtiliter tiavo- 
pilüsus; fronte versus Lasin obsolete sulcato. confertissime 
subtiliter inaequaliter punctata; antennis pallidis, sevratis, 
articulis 2 — 3 minutissimis subaequalibusque, conjunctim -4" 
sesqui breviorilms; prothorace latitudine longitudine aequali. 
basi flavo et i)arallelo, deinde antrorsum sensim paulo angustato. 
confertissime subtiliter inaequaliter punctato, basi niedio ob- 
solete plicatulo; angulis posticis haud divaricatis, unicarinatis; 
elytris prothoracis latitudine. postice paulo subrotundatim 
attenuatis; interstitiis planis dense subtilissime inae(jualiter 
punetatio; corpore subtus rnfo-testaceo, pedibus luteis. arti- 
oolo 40 breviter angusteque lamellato. Long. 6^/2 mm. lat. 
V/2 mm. 

Victoria occid. 

Gelbbraun, wenig glänzend, dicht und fein gell) behaart. 
Die Stirn ist an der Basis sehr schwach und undeutlich ge- 
furcht, fein und sehr dicht ungleich punktiert. Die Fühler 
sind bräunlich gelb, gesägt, nach der Spitze allmählich ver- 
dünnt und überragen die .Hinterecken des Halsschildes nur 
um ein Glied, zweites und drittes Glied sind sehr klein und 
zusammen nur 1/2 so lang wie das vierte. Das Halsschild ist 
so lang wie breit, an der Basis gelb und parallel, dann nach 
vorn geradlinig schwach verengt, fein und sehr dicht ungleich 
punktiert, an der Basis in der Mitte mit kurzem, erhabenen 
Fältchen; die Hinterecken sind gerade nach hinten gerichtet 
und fein gekielt. Die Flügeldecken sind so breit wie das Hals- 
schild, hinten schwach gerundet verengt, an der Basis wie das 
Schildchen gelb, an der Spitze fast einfach, fein punktiert- 
gestreift, mit flachen, dicht und sehr fein ungleich punk- 
tulierten Zwischenräumen. Die Unterseite ist hell gelblich 
braunrot; die Beine und die Epipleuren der Flügeldecken 
sind hellgell) : das vierte Tarsenglied ist sehr kurz und 
schmal gelappt. 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



74 

5. Monocrepidius flaveolus. 

Flavus, sat nitidus, dense subtiliter flavo-pubescens; 
fronte, antice cxce])ta, fusca. basi su1)sulcata. crebre subtiliter 
punctata; antennis tenuibus. band serratis, articulo 2 — 3 parvis 
aerjualibusque ; protborace latitudine longitudine aequali. apice 
rotundatiui angustato: convexo. basi margineque antica exceptis 
fusco. crebre subtiliter punctato, basi subtiliter canaliculato, 
augulis posticis band divaricatis, bicarinatis; elytris l)asi pro- 
tborace paulo angustioribus, lateribus late subrotundatis. posticc 
paulo attenuatis, apice rotundatis, -basi scutelloque luteis. sul)- 
tiliter ])unctato-striatis, interstitiis planis, densc subtiliter 
asperulato-punctnlatis; corpore sul)tus fere concolore. nitidiore, 
pedibus epipleurisque pallidis. tarsorum articulo 4" breviter 
anguste lamellato. Long. 10 nun. lat. 2i/ii mm- 

Victoria occ. 

Scbwacb bräunlieb gelb, mäßig glänzend, mit feiner, 
dicbter, kurzer nnd gelbei: Behaarung. Die Stirn ist hinten 
schwärzlich braun, an der Basis schwach gefurcht, fein und 
dicht ])uuktiert. Die Fühler sind dünn, nicht gesägt und 
erreichen nur die Spitze der Hinterecken des Halsschildes ; ihr 
zweites und drittes Glied sind einander gleich nnd zusammen 
etwas kürzer als das vierte. Das Halsschild ist so lang wie 
breit, an der Basis kaum merklich, an der Spitze deutlich 
gerundet verengt, gewölbt, fein und dicht punktiert, mit Aus- 
nahme der Basis nnd Hinterecken, des schmalen Vorder- und 
Seitenrandes schwärzlich braun, an der Basis mit feiner Mittel- 
furche; die Hinterecken sind gerade nach hinten gerichtet und 
doppelt gekielt. Die Flügeldecken sind an den Schultern 
schmaler als das Halsschild, nach hinten sehr schwach ge- 
rundet und sehr wenig verbreitert und im letzten Drittel 
schwach gerundet verengt, an der Basis wie das Schildchen 
hellgelb, fein punktiert-gestreift ; die Zwischenräume sind flach; 
fein und dicht rauh punktuliert. die Unterseite ist wie die 
Oberseite gefärbt aber glänzender; die Beine und Epi])leurcn 

Stett. eutomol. Zeit 1907. 



75 

der Flügeldecken sind blaßgelb; das vierte Ta'rsenglied ist 
nur schmal und kurz gelappt. 

6. Monocrepidius nigrifrons. 

Flavo-testaceus, sat dense subtiliter alLido-pilosus ; fronte 
nigra, antice brunneo-marginata, sat dense subtiliter inaequaliter 
punctulata; antennis tenuibus, versus apicem sae])e fuscis, 
articulo 3« 2" aequali; prothorace latitudine sublongiore, basi 
apiceque subangustato, lateribus subarcuato, sat dense fere 
aequaliter subtiliterque punetato, angulis posticis paulo divari- 
catis, obsolete carinulatis; elytris protboracis latitudine, 
parallelis, apice rotundatis, subtiliter punctato-striatis, inter- 
stitiis subtilissinie punctulatis; subtus antepecto c-onculore. 
metathorace abdomineque plus minusve infuscatis, pedibus flavis, 
tarsorura articulo 4*^ sublamellato. Long. 6 — 7 mm. lat. 
l'A— l^/2■^lill. 

Victoria occ. 

<Telb oder rötlich gelb, wenig glänzend, /iendicli dicbt 
weißlich behaart. Die Stirn ist mit Ausnahme des gebräunten 
Vorderrandes schwarz oder bräunlich schwarz, mäßig dicht, 
fein und ungleich punktiert. Die Fühler sind dünn, nach der 
Spitze zu häufig mehr oder weniger schwärzlich und erreicben 
nur die Spitze der Hinterecken des Halsschildes; ihr zweites 
und drittes Glied sind einander gleich und zusammen etwas 
länger als das vierte. Das Halsschild ist kaum länger als 
breit, an der Basis und Spitze nur sehr schwach verengt und 
die Seiten kaum merklich gerundet, ziemlich dicht und fast 
gleichmäßig fein punktiert; die Hinterecken sind sehr wenig 
divergierend und nur sehr fein und undeutlich gekielt. Die 
Flügeldecken sind so breit wie das Halsschild, parallel, ;in der 
Spitze gerundet, fein punktiert-gestreift; die Zwischenräume 
sind äußerst fein punktuliert. Auf der Unterseite ist meistens 
die Hinterbrust und das x^bdomen 'namentlich an den Seiten 
mehr oder Aveniger geschwärzt; das vierte Tarsenglied ist nur 
sehr kurz und schwach ge]ap))t. 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



76 

1 Exemplar diircli Herrn Plasun-Wien und mehrere 
Exemplare durch Herrn KoUe-Berlin. 

7. Monocrepidhis rugulipennis. 

Depressus. fiiscus, opacus, dense suhtiliter fusco-griseo- 
pilosus; fronte leviter convexa, confertissime suhtiliter punctata; 
antcnnis rufo-hrunneis; prothorace latitudine paulo longiore. 
antice suhrotundatim parum angustato. dcnsissime suhtiliter 
inaequaliter punctato. hasi late suhsulcato. margine antiea 
utrinque hrunnea, angulis posticis brunneis, i)aulo divaricatis, 
suhtiliter unicarinatis; elytris ]»rotlioracis latitudine, postice 
rotundatim angustatis, suhtiliter, punctato-striatis, interstitiis 
jdanis, densissime suhtilissimeque rngose punctulatis: corpore 
suhtus fere concolore. pedihus flavis. Long. T^J-, — 9 mm, 
lat. 2—21/4 mm. 

N.-S.-Wales. 

Flach, dunkelbraun, matt, fein und dicht l)räunlich grau 
behaart. Die Fühler sind rothraun, dünn, überragen die 
Hinterecken des Halsschildes nicht; ihr drittes Glied ist länger 
als das zAveite und etwas kürzer als das vierte. Das Hals- 
schild ist nur wenig länger als breit, parallel oder vorn nur 
sehr schwach gerundet verengt, fein und sehr dicht, bei starker 
Vergrößerung etAvas ungleich punktuliert. der Vorderrand beider- 
seits rötlich braun, an der Basis mit kurzem, flachen undeut- 
lichen Längseindruck; die Hinterecken sind rotbraun, wenig 
divergierend, fein und einfach gekielt. Die Flügeldecken sind 
nicht merklich breiter als das Halsschild, im letzten Drittel 
schwach gerundet verengt, fein punktiert-gestreift, mit flachen, 
sehr (licht und fein runzlig punktulierten Zwischenräumen. 
Die Beine sind gelb (Kler rötlich gelb. 

8. Monocrepidius pauper. 

Ferriigineus, flavo-pubescens; fronte convexa, basi sub- 
canaliculata, dense punctata; prothorace latitudine longitudine 
aequali, a medio usque ad apicem rotundatim angustato, dense 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



77 

pimctato; angulis posticis band divaricatis, siibtiliter carinatis; 
scutello brunneo; elytris prothoracis latitiidiue, a basi usque 
ad apicem sensim subangustatis, macula Ijasali triangiüari 
alteraque parva communi ante apicem iiigris signatis, sub- 
tiliter punctato-striatis; corpore siibtus dihitiore. pedibiis flavis. 
Long. 5 mm, lat. Vjn mm. 

Fidji-Insel. 

Rotbraun, fein gelb behaart. Die Stirn ist gewöll)t, nn 
der Basis undeutlich gefurcht, dicht punktiert. Das Halsschild 
ist so lang wie breit, von der Mitte an nach vorn gerundet 
schwach verengt, dicht punktiert ; die Hinterecken sind gerade 
nach hinten gerichtet und fein gekielt. Das Schildchen ist 
dunkler braun. Die Flügeldecken sind so breit wie das Hals- 
schild und von der Basis an nach hinten allmählich kaum 
merklich verengt und fein punktiert-gestreift: ein dreieckiger 
Fleck an der Basis und ein kleiner auf der Naht vor der 
Spitze sind sclnvarz. Die Unterseite ist heller gefärbt als die 
Oberseite: die Beine sind hellgelb. 

8. Megapeiithe-s vulneratus. 

Niger, subtiliter obscure griseo-pilosulus. elytris tertia 
parte antica sordide flavis et nigro-iiilosulis ; fronte convexa, 
densissime rugulose umbilicato-punctata ; antennis nigrescen- 
tibus, basi brunneis; prothorace subquadrato, apice paulo 
rotundatim angustato, confertissime umbilicato-punctato. angulis 
posticis retrorsum productis, acutis sat fortitcr carinatis: elytris 
prothoracis latitudine. parallelis. apice rotundatis, subtiliter 
punctato-striatis. interstitiis sat dense rugulose punctulatis: 
corpore subtus rufo, ])ropleuris antice abdomineque apice vage 
nigricantibus, pedibus dilute flavis. Long. 71/2 mm. lat. 2 mm. 

Australia mer. 

Sclnvarz, fein dunkelgrau behaart, die Flügeldecken im 
ersten Drittel rötlich gelb und fein schwarz behaart. Die 
Stirn ist gewölbt, sehr dicht, runzlig, nabelig imnktiert. Die 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



78 

Fühler sind geschwärzt, an der Basis rotbraun und erreichen 
die Spitze der Hinterecken des Halsscliildes; ihr drittes Glied 
ist fast doppelt so lang wie das sehr kleine zweite Glied, aber 
noch deutlich kürzer als das vierte. Das Halsschild ist nicht 
merklich länger als breit, an den Vorderecken schwacli ge- 
rundet verengt, sehr dicht nabelig punktiert; die Hintereckeu 
sind in der Richtung der Halsschildseiten nach hinten ge- 
richtet, spitz und ziemlich stark gekielt. Die Flügeldecken 
sind am Basalrande etwas schmaler als das Halsschild an der 
Spitze der Hinterecken, gleich hinter den Schultern so breit 
wie dieses, parallel, an der Spitze gemeinschaftlich gerundet, 
fein punktiert-gestreift; die Zwischenräume sind nicht merklich 
gewölbt, fein und ziemlich dicht runzlig punktuliert. Die 
Unterseite ist dunkelrot, selir fein seidenartig behaart, die 
Seiten der Vorderbrust ;m der Spitze und das letzte Abdominal- 
segment verwaschen schwärzlich; die Beine sind hellgelb. 
1 Exemplar durch Herrn Dr. Plason-Wien. 

10. Megapenthes clubiosus. 

Niger, prothorace brunueo-, elytris fere nigTO-])ilosis; 
fronte convexa, antice valde declivi. dense punctata; autennis 
brevil)us. articulo tertio secundo jjaulo ](.ngiore, conjunctim 
quarto aeqiiali; prothorace latitudine lougioi'e. parallelo, apice 
rotundatim angustato. dense umbilicato-punctato, subtiliter 
canaliculato, angulis posticis band divavicatis, bicarinatis^ 
elytris prothoracis latitudine. ultra medium parallelis. apice 
rotundatim angustatis, basi sat late rufo-testaceis et fiilvo- 
pilosis, i)unctafo-striatis, interstitiis dense subtiliter ruguloso- 
punctulatis; corpiu-e sn.btiis pedibuscjue nigris, trochanteribus 
geniculis tarsiscpie brunnescentibus. Long. 12 mm. lat. 3 mm. 

Victoria. 

Schwarz, das Halsschild mit sehr kurzer, abstehender, 
dunkelbrauner Behaarung, die Flügeldecken anliegend, an der 
ziemlich breit gelblich rot gefärbten Basis gelb, hinten fast 

Stett. cntomol. Zeit. 1907. 



schwarz behaart. Die Stirn ist leicht gewölbt, vorn stark nach 
abwärts gebogen, dicht und mäßig fein punktiert. Die Fühler 
sind kurz ; ihr drittes Glied ist etwas länger als das zweite 
und 1)eide zusammen sind nur so lang wie das vierte. Das Hals- 
schild ist länger als breit, mit geraden und parallelen Seiten, 
an der Spitze gerundet verengt, dicht und fein nabelig punk- 
tiert, mit schwacher, zuweilen teilweise undeutlicher Mittel- 
furche; die Hinterecken sind in der Eichtung der Halsschild- 
seiten nach hinten gerichtet, fein und scharf gekielt, an der 
Spitze neben dem äußeren Kiel noch ein feiner, sehr kurzer 
Kiel sichtbar. Die Flügeldecken sind so breit wie das Hals- 
schild, l)is über die Mitte hinaus gerade und i)arallel. im 
letzten Drittel schwach gerundet verengt, an der Spitze diver- 
gierend und einzeln abgerundet, die gell)lich rote Färbung an 
den Schultern hinter dem Schildchej;i zusammengeflossen, hinten 
abgerundet und das erste Viertel einnehmend, so daß die 
schwarze Färbung vorn auf jeder Flügeldecke tief ausgerandet 
ist, die Zwischenräume der ziemlich feinen Punktstreifen sind 
nach der Basis hin leicht gewölbt, dicht fein und runzlig 
])unktuliert. Unterseite und Beine sind schwarz, diese an den 
Knieen und Tarsen sowie die Trochanteren etwas gebräunt. 
Die Schenkeldecken sind innen nur schwach gerundet erweitert. 

11. Megapenthes misellus. 

Brunnens, paulo nitidus, subtiliter sat dense flavo-griseo- 
subsericeo-pilosulus; antennis flavis. articulo 3« 4^' paulo 
breviore; prothorace, latitudine longiore. a basi sensim recto- 
lineariter subangustato, convexo, densissime inae(|ualiterque 
punctato, angulis posticis testaceis, acute earinatis: elytris pro- 
thoracis basi subangustioribus, a medio rotundatim attenuatis, 
punctato-striatis, interstitiis convexiusculis, dense subrugulose 
punctulatis; corpore subtus brnnneo-rufus, epipleuris pedibusque 
dilute flavis. Long. 6 mm, lat. 1^/2 mm. 

Australia merid. 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



80 

Braun, ziemlich matt, fein und ziemlich dicht, gelblich 
grau, etwas seidenglänzend hehaart. Die Stirn ist leicht ge- 
Avölbt, dicht und ungleich })unktiert. Die Fühler sind gelb 
und erreichen nur die Basis des Halsschildes ; ihr drittes Glied 
steht seiner Länge nach ungefähr in der Mitte zwischen dem 
zweiten und vierten. Das Halsschild ist deutlich länger als 
breit, von der Basis an nach vorn allmählich sehr wenig ver- 
engt, die Seiten nur an der Spitze schwach gerundet, dicht 
und sehr deutlich ungleich punktiert; die Hinterecken sind in 
der Richtung der Halsschildseiten divergierend, spitz, fein 
gekielt und wie der Vorderrand des Halsschildes etwas heller 
rotln-aun; die Flügeldecken sind an der Basis ein Avenig 
schmaler als das Halsschild an der Spitze der Hinterecken, 
von der Mitte an bis zur Spitze allmählich und schwach ge- 
rundet verengt, an der Sjjitze einzeln schräg nach innen sehr 
schwach abgestutzt oder etwas ausgerandet, fein punktiert- 
gestreift; die Zwischenräume sind schAvach gewölbt, fein und 
dicht runzlig punktuliert. Die Unterseite ist bräunlich rot, 
sehr fein und etwas seidenartig behaart; die Epipleuren der 
Flügeldecken und die Beine sind hell blaligelb. 

2 Exemplare durch Herrn Dr. Plasf>n-^^'ien. 

] 2. Cardiophorus tumidithorax. 

Sordide niger, opacus, dense subtiliter griseo-pubescens; 
antennis brevibus, fuscis; prothorace latitudine longitudini 
aequali, tumido, basi apiceque sat fortiter rotundatim angustato, 
confertissime subtilissime punctato, sulcis basalibus brevibus: 
elytris prothorace paulo latioribus, convexis, ultra medium 
sensim dilatatis, apice rotundatim attenuatis, sat profunde 
punctato-striatis, interstitiis convexis, sat dense subtiliter 
punctulatis; corpore subtus fusco-nigro, pedibus epipleurisque 
brunneis, unguiculis dentatis. Long. 10 mm. lat. 8^/4 mm. 

Queensland. 

Schmutzig schwarz, fein und dicht grau ))ehaart. matt. 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



81 

Die kurzen Fühler sind dunkelbraun. Das Halsscbild ist so 
breit wie lang, stark gewölbt, an der Basis und Spitze ziemlich 
stark gerundet verengt, sehr fein und sehr dicht punktiert, 
die Basalstrichelchen sind scharf und kurz, die Hinterecken 
sehr kurz und die Seiten hinten kurz gerandet, die Unterrand- 
linie fehlt vollständig. Die Flügeldecken sind etwas breiter 
als das Halsschild, gewölbt, von der Basis an bis hinter die 
Mitte allmählich verbreitert, an der Spitze stark gerundet ver- 
engt, ziemlich tief punktiert-gestreift, mit gewölbten, fein und 
mäßig dicht punktulierten Zwischenräumen; die Unterseite ist 
etwas bräunlich schwarz; die Beine und der umgeschlagene 
Rand der Flügeldecken bis zur Spitze sind schwärzlich braun ; 
die Klauen sind stark gezähnt. 

13. Paracardiophorus antennalis. 

Fusco-niger, nitidissimus, subtiliter griseo-pilosulus; an- 
tennis testaceis, dimidio corporis paulo longioribus; prothorace 
longitudine parum latiore, convexo, basi apiceque fere aequa- 
liter rotundatim angustato. subtilissime obsolete fere dupliciter 
pünctulato, sulcis ])asalibus tenuibus; elytris prothoracis lati- 
tudine, piceis, parallelis. apice rotundatim attenuatis, punctato- 
striatis, interstitiis convexiusculis. versus apicem subtiliter 
rugulosis ; corpore subtus concolore, pedibus, flavo-testaceis, 
unguiculis dentatis. Long. 51/4 mm. Lit. Vj2 mm. 

N.-S.-Wales. 

Bräunlich sihwarz, sehr glänzend, mit feiner, grauer Be- 
haarung. Die Fühler sind l)räunlich rot und etwas länger 
als der halbe Körper. Das Halsschild ist ein wenig breiter 
als lang, gewölbt, an der Basis und Spitze fast gleichmäßig 
gerundet verengt, an den Seiten vor den kurzen Hinterecken 
ein wenig ausgeschweift, äußerst fein und fast doppelt punk- 
tiert, die Punktierung ist nur l)ei sehr starker Vergrößerung 
sichtbar; die Basalstrichelchen sind sehr fein. Die Flügel- 
decken sind so breit wie das Halsschild und ein wenig heller 

Stett. ontomol. Zoit. 190T. G 



82 

als dieses, parallel, an der Spitze gerundet verengt, punktiert- 
gestreift, mit scliwacli gewölbten und nach der Spitze zu fein 
gerunzelten Zwisclieniäumen. Die Unterseite ist fast wie die 
01)erseite gefärbt, die Beine sind rötlich gelb, die Klauen ge- 
zähnt. Dem longicornis Cand. ähnlich, aber dunkler gefärbt, 
das Halsschild etwas l)reiter ;ils lang und viel feinei- punktiert; 
die Flügeldecken sind nur so l»reit wie das Halsschild. 

14. Paracardiophorus vagus. 

Fusco-brunneus, nitidus, dense flavo-griseo-pilosus; an- 
tennis flavo-testaceis ; prolhorace latitudine haud longiore, 
antice rotundatira paulo nngustata, parce du])liciter punctato, 
sulcis l)asalibus brevibus, margine antica vage dilutiore, elytris 
prothoracis latitudine, apice rotundatim attenuatis, basi apiceque 
vage dilutioribus, sat fortiter punctato-striatis. interstitiis sub- 
convexiusculis, parce subtilissime punctulatis: corpore subtus 
per partim fusco-nigro, pedil)us flavis, unguiculis dentatis. 
Long. 5 mm, lat. l^/o mm. 

N.-S.Wales. 

Dunkell)raun. glänzend, dicht gelblich grau behaart, das 
Halsschild am Yorderrande, die Flügeldecken an der Schulter 
und hinten verwaschen heller braun. Die Fühler sind rötlich 
gelb und idjerragen die Hinterecken des Halsschildes nicht. 
Das Halsschild ist so lang Avie breit, im vordersten Viertel 
schwach gerundet verengt, nach hinten gerade und parf.llel. 
Avenig dicht und sehr deutlich (hoppelt punktiert; die Basal-, 
stricheichen sind sebr fein, die kurzen Hinterecken in der Eieh- 
tung der Halsschildseiten gerade nach hinten gerichtet. Die 
Flügeldecken sind so breit wie das Halsschild, im letzten 
Drittel gerundet verengt, scbarf ])unktiert-gestreift. mit sehr 
schwach gewölbten, sebr fein und sparsam punktulierten 
Zwischenräumen. Die Unterseite ist stellenweise verwaschen 
bräunlieh schwarz, die Beine sind fast gelb, die Klauen 
gezähnt. 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



83 

15. Crepidomenus aenescens. 

AeneuSj nitidus, sat loiige albido-pilosus; fronte antice 
subimpressa et late rotinulata. dense punctata; antennis nigris; 
prothorace latitudine pauL» longiore, antice rotundatim an- 
gustato, postice lateribus late sinuato, medio sulcato, parce 
subtiliter, lateribus densius punctato; angulis posticis divari- 
catis sat elongatis. carinatis; elytris prothorare latioribus, 
parallelis, postice rotundatim attenuatis, striatis, striis dorsa- 
lil)us subtiliter, lateralibus fortiter punctatis, interstitiis basi 
solum convexis, utrinque sparsim subtilissime seriatim punctu- 
latis; corpore subtus pedilnisque nigris, griseo-pilosis. Long. 
12 — 15 mm, lat. 3—4 mm. 

Victoria. 

Dunkel erzfarbig, glänzend, das Halsscbild mit ziemlich 
langen, die Flügeldecken mit längeren und kürzeren weißlichen 
Haaren mäßig dicht bekleidet. Die Stirn ist vorn nur sehr 
wenig eingedrückt und flach gerundet, dicht punktiert. Das 
Halsschild ist nur wenig länger als breit, vorn etwas mehr 
als vor den ziemlich langen und gekielten Hinterecken verengt, 
fein und ziemlich sparsam, an den Seiten dichter punktiert, 
auf der Mitte mit einer vorn und hinten abgekürzten Längs- 
furche; die äußerste Spitze der Hinterecken ist nach oben 
gebogen. Die Flügeldecken sind nahe hinter den Schultern 
breiter als das Halsschild an der Spitze der Hinterecken, 
parallel, im letzten Drittel gerundet verengt, fein gestreift; 
die Streifen neben der Naht sind fein, nach den Seiten all- 
mählich stärker punktiert; die Zwischenräume sind neben 
den Streifen fein und sparsam gereiht punktuliert und nur an 
der Basis gewölbt. Unterseite, Beine und Fühler sind schwarz. 

Dem acncus Cand. verwandt, a])er mit schwarzen Füh- 
lern und Beinen. 

16. Crepidomenus marginatus. 

Aeneus, nitidus sat longe albido-pilosus, elytris sutura, 
lateribus antrorsum brunneis; fi-onte antice late triangulariter 

Stett. entomol. Zeit. 1907 6^''' 



84 

siibimpressa, creberrime punctata; protliorace latitudine lon- 
giore, a basi usqiie ad apicem seiisim fere rectolineariter paulo 
nngiistato. ])roftinde sulcato, medio minus dense. lateribus 
antrorsiim densius punctato. angulis posticis divaricatis, sat 
elongatis. acute carinatis, apice brunnescentibus : elytris pro- 
thoracis medio Litioribus. postice rotundatim attenuatis. dorso 
subtilissime, lateribus paulo fortius striatis, striis dorsalibus 
sparsim subtilissime. lateralibus dense sat fortiter punctatis. 
interstitiis basi solum convexis; corpore subtus pedibusque 
nigris, albo-griseo-pilosis, antejiecto epi])leurisque flaAM) 1)runneis. 
Long. 13 mm. lat. 31/2 mm. 

Victoria. 

Erzfarl)ig, glänzend, mit längeren und kürzeren weißlichen 
Haaren mäP.ig dicht besetzt, die Flügeldecken längs der Naht 
und vorn ne])en dem Seitenrande gebräunt, die Yorderbrust 
und die Epipleuren der Flügeldecken gelblich braun. Die Stirn 
ist vorn breit dreieckig schwach eingedrückt und sehr dicht 
punktiert, der Voi'derrand in der Glitte winkelförmig vorge- 
zogen und hier fast ungerandet. Die FiUder sind schwarz. 
Das Halsschild i.-t deutlich länger als l)reit, von der Basis an 
bis zur Spitze allmählich und fast geradlinig schwach verengt, 
mit tiefer. vi>rn und hinten al)gekürzter Mittelfurche, fein und 
zerstreut, an den Seiten mäßig dicht i)unktiert: die Hinter- 
ecken stärker als die Halsschildseiten divergierend, ziemlich 
lang und spitz, scharf und ziemlich lang gekielt, die äußerste 
Spitze von der Seite gesehen nach olien gekrümmt. Die Flügel- 
decken sind an den Schultern so breit wie das Halsschild an 
der Spitze der Hinterecken, im letzten Drittel gerundet verengt, 
auf dem Rücken in der Mitte sehr fein und undeutlich, an 
der Basis und Seiten stärker gestreift, die Streifen auf dem 
Rücken sehr fein und undeutlich, an den Seiten deutlich und 
dichter ])unktuliert. Unterseite und Beine mit Ausnahme 
der Vorderbrust und Epipleuren der Flügeldecken sind 
schAvarz. 

Stett. ontomol. Zeit. 1907. 



85 

Dem uietaUe.sreiis Caiul. älnilicli, aber mit längerer und 
weilUiclier Behaarung und die Beine einfarbig schwarz. 

17. Crepidomemis nigrifrons. 

Obscure brunnciis. sat nitidus, sat dense breviter albido- 
sericeo-pilosus; fronte nigra, obsolete imi)ressa. dense subtiliter 
punctata, antennis tenuibus. articulo i)rimo nigro; prothorace 
latitudine fere sesqui longiore. par.illelo, parce su])tiliter. 
lateribus dense ])unctato. sulcato, angulis })osticis ])arum diva- 
ricatis. subtiliter carinatis; elytris prothorace ))au]o latiorilms. 
postice sensim rotundatim attenuatis, marginibus lateralibus 
anguste epipleurisque testaceis, interstitiis versus basin con- 
vexiusculis. dorsalibus parce subtilissime biseriatim punctulatis, 
lateralibus rngulosis: corpore subtus ])etlibus<pie fuscis. Long. 
10 mm. lat. 2^/-i mm. 

Australia merid. 

Dunkelbraun, mäßig glänzend, ziendicli dicht und kurz 
weißlich seidenartig behaart. Die Stirn ist geschwärzt, sehr 
schwach eingedrückt, fein und dicht punktiert. Die Fühler 
sind dünn, das erste Glied geschwärzt. Das Halsschild ist 
fast IV2 inal so lang wie breit, mit geraden und parallelen 
Seiten, sehr fein und sparsam, an den Seiten dicht und weniger 
fein punktiert, gefurcht ; die Hinterecken sind nur wenig diver- 
gierend und fein gekielt. Die Flügeldecken sind so breit wie 
das Halsschild an der Spitze seiner Hinterecken und fast schon 
von der Mitte an allmählich gerundet verengt, ein schmaler 
Seitenrand und die Epipleuren sind rötlich gelbbraun, fein 
punktiert-gestreift; die Zwischenräume sind nach der Basis 
hin schwach gcAvölbt. auf dem Rücken sehr fein und sparsam 
zweireihig punktuliert, an der Basis und den Seiten stärker und 
runzlig punktuliert. Unterseite und Beine sind schw^ärzlich braun. 

18. Crepidomenus brunneus. 
01)scure brunneus, parum nitidus, griseo-pilosus; fronte 
depressa, dense })unctata: ]u-othorace latitudine }»aulo lon- 

Stett. outomol. Zeit. 1907. 



86 

longiore, aiitice pariim rotunclatim angustato, coiivexo, minus 
dense subtiliter, lateril)us coiifertim ])iiiictato. niedio sulcato, 
angulis iiosticis haiul divaricatis unicarinatis: elytris pro- 
tlioracis latitudine, convexis, ultra medium, sensim subdilatatis, 
apice rotundatim angustatis. pmictato-sulcatis, interstitiis con- 
A^exis; corpore subtus pedibusque obscure brumieo-rufis. Long. 
14 mm, lat. 4 mm. 
Neu-Seeland. 

Dunkelbraun, mäßig glänzend, mit kurzer, mäßig dichter, 
grauer Behaarung. Die Stirn ist flach, dicht und ziemlich 
fein punktiert. Das Halsschild ist etwas länger als breit, 
gewölbt, vorn schwach gerundet verengt, an den Seiten fein 
und dicht, längs der Mitte Avenig dicht punktiert, mit einer 
vorn und hinten abgekürzten ^littelfurche; die Hinterecken sind 
gerade nach hinten gerichtet und einfach gekielt. Die Flügel- 
decken sind so breit wie das Halsschild, gCAvölbt. von der 
Basis an bis hinter die Mitte allmählich sehr schwach ver- 
breitert, im letzten Drittel gerundet verengt, punktiert-ge- 
furcht, mit gewölbten, nur an den Seiten sehr fein punk- 
tulierten Zwischenräumen. Unterseite und Beine sind dunkel 
rotbraun. 

Die erste Art dieser Gattung aus Neu-Seeland. 



Stett. entomol. Zeit. 



87 



Palpares obscuripennis, 

eiue neue Palpares-Art aus dem Kougogebiet. 

^'oll Eflniiind Seliiiiidt in Mettin. 



Palpares obscuripennis n. sp. 

Diese auffallend scliön gefärl)te Art ist in der Flügel- 
form der Fcüp. contrarius Walk, von Ceylon verwandt (List 
of Nenro])t. Ins. p. 301 No. 2). In der Größe und der Fcär- 
hung nähert sie sich Pitip. fc.'^tints Gerst. (Mitt. des naturw. 
Vereines für Neu-Vorpommern und Rügen XXY. S. 23 (1893); 
Falp. praeior Gerst. zeigt nur in der Färbung eine Verwandt- 
schaft mit der neuen Art. in der Größe stimmt sie mit 
Fall), 'nidemois ^^'alk. iil)erein. 

5 $v. 

Die Fühler sind schwiirz und stumpf, an der äußersten 
Basis glänzend, das Basalglied trägt einen rostfarbenen Ring; 
Wurzelglied stark verdickt und mit vielen, langen, schwarz- 
gefärbten Borstenhaaren besetzt. Die Stirn ist gegen den 
Scheitel durch eine erhabene Linie abgesetzt, muldig vertieft 
mit feiner Querciselierung auf dem Grunde, nach unten er- 
weitert, am Clipeus breiter nls in der ]\ritte lang mit einzelnen 
schwarzen und glänzenden Haaren besetzt; in der Nähe der 
Seitenränder liegt auf jeder Seite ein Längseindruck. Stirn, 
Clipeus und Oberlippe schwarz und glänzend; ein breiteres 
braunes Quer1)and zieht durch die Clipeusmitte, außerdem stehen 
am Clipeusvorderrand vereinzelt lange, schwarze Borstenhaare. 
Scheitel ol^erhalb stark aufgewulstet mit tiefer Mittelfurche 
und seitlichen Einkerbungen, jeder ^^\llst ist zweifurchig; der 
Scheitel ist vorn und in der ]\Iitte schwarz gefärbt, hinten 
seitlich gelbbraun: Avährend vorn in der Vertiefung keine Be- 
haarung vorhanden und die schwarze Färbung matt ist, ist 
der übrige Scheitel glänzend und behaart; die Behaarung ist 

Stett. eutomol. Zeit. 1907. 



88 

kurz, anliegend und nach vorn gerichtet, nur an den Seiten 
ist sie aufgerichtet und nach außen gekehrt. Augen braun. 
Pronotum breiter als lang, schwarz, zu den Seiten gelbbraun 
mit langer, schwarzer Behaarung, welche Ijesonders dicht am 
Hinterrand ist. Thorax schwarz mit schwarzer Behaarung, 
zwischen den Hinterflügeln grau. Abdomen glänzend schwarz 
und kurz behaart, die zAvei Basalsegmente und ein breiterer 
Seitenstreif sind bei einigen Exemplaren gelbbraun; die Be- 
haarung an der Basis des Abdomens ist dicht und grau. Die 
Beine sind schwarz mit schwarzer Behaarung und Bedornung. 
die Krallen glänzend rotbraun. Vorderflügel etwas länger als 
die Hinterflüge], beide verhältnismäßig sehr breit. Die Vorder- 
flügel sind rotl)raun, an der Basis rötlich, mit drei schwarzen 
Querbinden; die Basalbinde ist verkürzt, geht nur bis zur 
Media, biegt dann zur Deckflügelbasis um und geht in den 
schwarz gefärbten Basalfleck des Analfeldes über: die Mittel- 
binde geht nur bis zum Radius und ist durch einen schmalen 
Streifen vom schwarzgefärbten Costalfelde getrennt; die dritte 
Binde ist mit dem Costalfelde verbunden. Das ziemlich quadra- 
tische Pterostigma ist milchweiß getrübt. Die Nerven des 
Costalfeldes sind schwarz, vereinzelt treten rostfarbene Flecke 
oder Punkte im Costalfelde auf. Die Apicalspitze ist schwarz 
gefärbt mit vielen kleinen, weißlichen Punkten und einer 
rötlich weißen Fleckengruppe bis zu drei Stück vor der Spitze 
in der Nähe des Vorderrandes, zuAveilen liegt ein Punkt sogar 
am Rande. Der Flügelhinterrand von Beginn der zweiten 
Binde bis zur Apicalspitze ist schwarz mit zwei bis fünf milch- 
weißen Flecken; der Raum zwischen der ersten und zweiten 
Binde am Hinterrand, am Schluß des Analfeldes, ist milch- 
weiß gefärbt. Das Basalfeld der Hinterflügel, etwas mehr als 
^Is der Flügellänge, milchweiß und ohne Zeichnung, längs des 
Cubitus und der Analis sind mehrere ZeHen ganz hyalin; 
der Apicalteil. nicht ganz 2/3 der Flügellänge, ist schwarz mit 
milchweißen Flecken, welche in zwei Binden angeordnet stehen ; 

steif, ontomol. Zeit. 1907. 



89 

iiiißerdeiu steht am Vordcrrand vor der Apicalspit/e ein milch- 
weißer Fleck und am Flügelhinterrand zwei bis vier ver- 
schieden große von gleicher Farbe: die Fleckenbinde vor der 
Apicalspitze ist /usammenhängend. zuweilen in zwei Flecke 
aufgelöst — bei einem Stück ist der linke Elügel mit Binde 
und der rechte mit zwei Flecken besetzt; die erste Binde ist 
stets in einen länglichen großen und einen eiförmigen kleineren 
Fleck, dessen Spitze dem Hinterrande zugekehrt ist, aufgelöst; 
Der Costalraum des milchweißen Basalfeldes ist hyalin, getrübt 
mit rötlichem Schimmer. 

Länge der Vorderflügel 57 — 60 mm. größte Breite 
201/2 — 221/v mm; Länge der Hinterflügel 52- 55 mm. größte 
Breite 20 mm; Länge des gestreckten Hinterleibes 32 mm. 

Kongo: Kassai. September 1901 (Landbeck). 

4 Exemplare im Stettiner ]\Iuseum. 1 Exemi>lar im Ber- 
liner Museum (im Tausch überlassen). 

Die eigentümliche Färbung der Vorder- und Hinterflügel 
und die Anlage der Binden und Flecke auf denselben unter- 
scheidet diese Art sofort von allen übrigen Formen. Besonders 
hervorzuheben ist die rotbraune und rötliche Färbung der 
Vorderflügel und das nicht gezeichnete, milchweil'e Basal- 
feld der Hinterflügel. 



Stett. eutomol. Zeit. 1907 



90 



Neue Beiträge zur Kenntnis der 
Copeognathen Japans. 

Von Pr. GÜHtliei* Kiidei'Ieiii, Stettin. 

]\lil 2 Textfiguren. 

Das Stettincf Zoologische Museum erhielt (iiircli Herrn 
Hans Sauter eine Sammlung japanischer Cojjeognathen, die 
über die Verl)reitung und das Vorkommen einer Anzahl der 
bisher l)ekannten Species Aveitere Aufschlüsse giebt. Zugleich 
fanden sich darunter G neue Arten und einige bisher noch 
nicht aus Japan nachgewiesene Species. Der Ankauf wurde 
durch die Unterstützung des Herrn Dr. H. Dohrn ermöglicht. 

Terzeicliiiis der japanischen Copeognathen. 

Subfam. Stenopsocinae. 
Stenopsocus Hag. 1866. 

10. apJi idiformis End erl .1906. 

11. niffpr Enderl. 1906. 

12. pi/uiuaeus Enderl. 1906. 

Farn. Caeciliidae. 

Subfam. Caeciliinae. 

Dasypsocus Enderl. 1906. 

13. japonicus Enderl. 1906. 

Kolbea Bertkau 1883. 

14. fii.^concnosa'RndGvl.lQOG. 

Pseudocaecilius Enderl. 1903. 

15. ludctihsus nov. spec. 

16. ^oloclpenius nov. spec. 

Caecilius Curt. 1837. 

17. (hjmnai Enderl. 1906. 



Dirne r a. 

Faiu. Psocidae. 
Subfam. Psocinae. 
Psocus Latr. 1796. 

1. 7v;/ro/.7rnmsEnderl.l906. 

2. foLijoens'is Enderl. 1906. 

3. 7iebulosus Steph. 1836. 

4. japonicus Kolbe 1882. 

5. sexpunctellus nov. spec. 

Amphigerontia Kolbe 1880. 

6. Kolhc'i Enderl. 1906. 

7. unlnla Enderl. 1906. 

Matsumuraiella Enderl . 1906. 

8. radiop'u-ta Enderl. 1906. 

Hemipsocus Sei. Longch. 1 87 2. 

9. ]u/a]'niu8 Enderl. 1906. 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



91 



18. gonostigma Enderl. 1906. 

19. japamis Enderl. 1906. 

20. scriptus Enderl. 1906. 

Pterodela Kolbe 1880. 

21. pedlcidana (L.) 



Subfam. P 



eripsocmae. 



Peripsocus Hag. 1866. 

22. quercicola Enderl. 1906. 

23. pimilus nov. spec. 

Ectopsocus Mc. Lachl. 1899. 

24. crgptomeriae nov. spec. 

25. meridionalis (Ril). )Enderl. 

Trimera. 

Farn. Myopsocidae. 
Subfam. Myopsocinae. 
Myopsocus Hag. 1866. 

26. mu^-cosu.^ Enderl. 1906. 

Farn. Meso})St)cidae. 
Su])fam. Mesopsocinae. 
Mesopsocus Kolbe 1880. 

27. umpunctafus (Müll.). 



Farn. Ampliientomidae. 
Subfam. Amphientominae. 
Stimulopalpus Enderl. 1907. 

28. japouiciis Enderl. 1907. 

Paramphientomum Enderl. 
1907. 

29. Ynmymn nov. spec. 
Fam. Empheriidae, 

Subfam. Psyllipsocinae. 
Parempheria Enderl. 1906. 

30. Saiifrri Enderl. 1906. 

Fam. Atropidac. 
Subfam. Atropinae. 
Atropos Leach. 1815. 

31. pulsaiorki (Tj.). 
Subfam. Lepinotinae. 

Lepinotus Heyden 1850. 

32. refictilatus Enderl. 1905. 

Fam. Troctidae. 
Subfam. Troctinae. 
Troctes Burm. 1839. 

33. (Iwinatovms Q>M\. 1776). 



Fam. Psocidae. 
Subfam. Psocinae. 
Psocus sexpunctellus nov. spec. 
Kopf farblos, Clypeus mit ca. 10 Längsreilien hell- 
brauner Punkte, Stirn mit einigen blassen Punkten neben den 
Augen und neben der scharfen Scheitelnaht mit sehr blaß 
braunen Punkten. Augen relativ groß ($) schräg eiförmig 
(größte Länge etwa 1/2 der Scheitelbreite), Hinterrand schräg 
nach vorn rechtwinklig zu einander convergierend. Ocellen 
dicht gedrängt, dunkelbraun, vorderer etwas kleiner. Antennen 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



92 

braun, die 1)eicleii Basiilglieder und das '5. Glied gelhlicli. 
Clypeolus farblos, Hinterrandsaum braun, Labruni braun. 

Thorax ungefärbt, Hinterrand des Mesonotums hraiiu. 
Aletanotuui blaB bräunlich. Abdomen ungefärbt; oben und au 
der vSeite dicht sehr fein liraun gesprenkelt, Spitze braun. 
Schenkel braun. Vorder- und Mittelscheukel mit schmalem 
ungefärbten King vor der distalen Spitze. Trochanter l)lal'i. 
Schienen bräunlich gelb. Tarsen heller braun. 1. Hintertarsen- 
glied mit ca. 16 Ctenidiobothrien, 2. mit 2; jede einzelne Ctenidio- 
bothrie mit kräftigen Zähnen, braun. Klauen braun, Spitzendrittel 
gelb: in der ]\Jitte des letzteren der spitze Zahn. Hinterschiene 
mit 4 ziendich kurzen kräftigen Endspornen. Hinterbeine: 
Schiene 1 mm. 1. Tarsenglied 0,3 mm. 2. Tarsenglied 0,1 mm. 

A^orderflügel mit zahlreichen braunen Sprenkeln mäßig 
dicht l)edeckt mit Ausnahme der innersten Basis. Drittes 
^'iertel (von der Basis aus gezählt) der Analzelle sclnvärzlich 
braun, diese braune Färbung setzt sich in eine mäßig schmale 
schräge Querbinde bis zum ^'orderrand am Stigmasack fort, 
die in der ^Mitte mäßig schmal unterbrochen ist. Schwärzlich 
braun sind ferner: G kleine Flecke in einer zum Außenrand 
parallelen Bogenlinie. je in einer der Außenrandzellen {J\\. 
B3. 7^5, Mi. il/2, il/3). das Enddrittel des Pterostigmas. je ein 
kleines Fleckchen an den Aderenden, die Umgebung des Stigma- 
sackes und ein der Mitte des Hinterrandes des Pterostigmas 
anliegender Fleck. Blaßbraun sind: langgezogen elliptische 
Flecke längs der Aderenden diese umsäumend, die ganze Areola 
postica, das proximale Ende der Eadialgabel und ein Fleck 
zwischen ihr und dem Scheitel der Eadialgabel. Form der 
Areola postica verzerrt wie bei Fkoch.^ major K. und se.r- 
punctatns L., Scheitel breit. Pterostigma relativ kurz, am 
Ende stark verl)reitert und kreisförmig abgerundet endend. 
1-2 4- ;j ist 11/2 mal so lang Avie der Gabelstiel, Gabel ziemlich 
parallel, nur sehr schwach nach außen divergierend. Subcosta nur 
an der Basis entwickelt. Hinterflügel hyalin, Adern blaßbraun. 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



93 

Yorderflügellänge 2'/2 mm. Körperlänge (in Alkohol) 
2'/2 mm. 

Japan. Kanagawa. An altem Bambuspfahl. 10. 7. 
1906. 1 y. 
Y'hama. An alten Brettern. 25. 7. 1900. 2 V- 

Matsumuraiella radiopicta Enderl. 1906. 
Enderlein. Zoolog. .Fiihrb. Syst. 23. Bd. 1906. p. 248. 
Taf. 10 F. 3. 

Japan. Kanagawa. An Bambuspfahl. 10.7.1906. 1 $. 
„ An alten Brettern. IT). 7. 1906. 1 $. 

,, An Cryptomeria. 22. 8. 1906. 1 $. 

Hemipsocus hyalinus Enderl. 1906. 
Enderlein. Stett. P^nt. Z. 1906. p. 311. 
Japan. Xegeshi. 2. 9. 1906. 1 ^ im Wohnhans. 
Kanagawa. 14. 7. 1906. An der Lam])e. 1 f. 
„ Im Hans. 4. 11. 1906. 1 ^. 

Farn . C a e c i 1 i i d a e. 
Subfam. Caeciliinae. 
Dasypsocus japonicus Enderl. 
Enderlein. Zoolog. Jahrl). Syst. 23. Bd. 1906. ]). 250—251. 
Taf. 11. Fig. 10. 

Bei einem der vorliegenden Exemplare ist anf dem einen 
Flügel in der ]\litte des Hinterrandes des Pterostigma ein 
kleiner Höcker; eine eigentliche Ader wie bei der nahestehen- 
den GatiimgAmjjli'qj.sociis ist aber nicht zn lieobachten. Zugleich 
ist dieses Pterostigma hinten etwas eckig. Avas auch sonst hei 
einzelnen Stücken vorkonunt. 

Japan. Kanagawa. An Eiche. 22. 8. 1906. 1 ^^. 

An Cryptomeria. 22. 8. 1906. 1 $. 
An Eiche. 31. 8. 1906. 3 ^. 
An Cryptomeria. 31. 8. 1906. 1 $. 

Siett. eiitorcol. Zeit. 1907. 



94 

Pseudocaecilius maculosus nov. spec. 

Ko\)i fast i'arl)los. ül^er Sclieitel und Stirn ein schmaler 
medianer Längsstreifen von sehr Lh\ß rostrotlicher Farbe, ein 
noch Wasserer wenig deutlicher roströtlicher Saum um die 
Augen. Beim j ist diese Zeichnung fast völlig verschwunden, 
hier sind die Augen außerordentlich groß kugelig, Augendurch- 
messer größer als die Scheitelbreite, beim ^ ist der Augen- 
durchmesser etwa '/- der Scheitelbreite. Augen blaß, innen 
schwarz pigmentiert. Ocellen 1)eim J stark, beim 4- schwach 
])igmentiert. Fühler mäßig dick, beim dick und sehr dicht 
behaart; blaßbraun, beim $ die Geißel fast farblos. I'aster 
sehr blaß. 

Thorax blaß roströtlich, oben blaß bräunlich mit blassen 
Suturen; über das Meso- und Metanotum eine feine blasse 
Mittellinie. Abdomen blaß bräunlich gell). Beine farblos, die 
Schienen erscheinen durch die zahlreiclien dunkelbraunen 
Ctenidiobothrien etwas dunkler. Ilintersi-iiiene mit 4 kurzen 
Endspornen. 1. Hintcrtarsenglied jiiit ca. 13 stark abstehen- 
den Ctenidiobothrien, 2. ohne solche. Klauen braun, Spitze 
gelb und ziemlich stark umgeliogen, ungezähnt. Hinterbeine: 
Länge der Schiene 0,96 mm, des 1. Tarsengliedcs 0,28 mm. 
des 2. Tarsengliedcs 0,1 mm. 

Vorderflügel schwach ockergelblich. Adern braun mit 
Ausnahme des Basaldrittels, der Basis des Eadialramus und 
des Cubitalstammes. Hellbraun sind: Enddrittel des Ptero- 
stigma ohne die äulierste Spitze, eine schräge ziemlich schmale 
Q,uer])inde zwischen Mitte des Vorderrandes (dicht vor der 
Basis des Pterostigmas) bis an die Mündung von c»2 wnd ein 
Saum der völlig hyalinen Analis, welcher sich außen stark 
verbreitert und hinten das Enddrittel der Analzelle ausfüllt. 
Die Zeichnung des j ist etwas blasser. Band lang und dicht, 
Außenrand sehr lang pubesciert und zwar mit den 2 sich 
kreuzenden Haarreihen. Die blaß ockergelbliche Eandader am 
Pterostigma bis zur Flügelspitze sehr breit und vielreihig dicht 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



95 

behaart. Adern Sreiliig sehr lang, kräftig und struppig be- 
haart; cui und die Mediana-Aeste einreihig behaart, an un- 
behaart. Adern des Spitzendrittel auf der Flügelunterseite 
einreihig behaart. Pterostigma unpubesciert, am distalen Ende 
stark abgerundet. Arecola postica hoch, fast halbkreisförmig. 
Entfernung ihres Scheitels von der JMedia 1/3 der Scheitelhöhe. 
Media und Eadialraum meist eine lange Strecke verschmolzen, 
bei einem Stück in nur einem Punkte und bei einem 2. Stück 
durch eine Querader verbunden (al). cji'qisoeoides). Radialgabel 
ziemlich stark divergierend, Stiel etwa so lang wie i'i _|_ 5. 
Hinterflügel hyalin, Adern und Rand blaß gelblich, V4 ^ 5 und 
die Spitzen von m, und cm hellbraun. Die braungefärbten Ader- 
teile Ireihig pul^esciert, die übrigen unpubesciert. Rand mit 
i^usnahme der Basalhälfte des Yorderflügels dicht und laug 
pubesciert, Pubescenz des Außenrandes bis zur Mündung von 
a)i stark gekreuzt, beide Haarreihen sehr lang und gleich lang. 

Vorderflügellänge 2^/2 — 2^/4 mm. Ivörperlänge (in Alkohol) 
13/4 i3)-2^l2 ($) mm. 

Japan. Kanagawa. An Cryptomeria. 22. 8. 1906. 1 q. 
An Eiche. 22. S. 1906. 1 ^, 5 V, 

1 Nymphe. 
An Eiche. 31. 8. 1906. 1 j^, 2 ?. 

Pseudocaecilius solocipennis nov. spec. 
Kopf mit allen Anhängen hell rötlicli ockergell), Sclieitel 
und Stirn mit langen kräftigen dunklen Haaren müßig dicht 
struppig besetzt. Clypeus fein pubesciert. Fühlergeißel dicht 
und kurz, beim j dicht und lang ziemlich abstehend pubesciert. 
Die Fühlergeißel des j blaß bräu.nlicb. Augen unbehaart, 
blaß), innen schwarz pigmentiert; beim $ mäßig groß., über 
den geraden Scheitelhinterrand etwas überstehend und kugelig 
abstehend, ilir Durchmesser etwa 1/2 der Scheitelbreite; beim 
o sehr groß, schräg eiförmig, stark abstehend und stark über 
den Scheitelhinterrand hinten überstehend, Hinterrand beider 

Stctt. entomol. Zeit. 1907. 



90 

Augen schräg nach vorn fast rechtwinklig zu einander con- 
vergierend. Scheitelnaht scharf. 

Thorax wie der Kopf gefcärbt. Abdomen hell ockergelb. 
Gonopoden des $ lang zugespitzt. Beine hell ockergelb, Schienen 
durch die dichte Besetzung mit blaß braunen Ctenidiobothrien 
etwas dunkler. Hinterschienenbeborstung dicht und relativ 
lang. 1. Hiutertarsenglied mit ca. 14 stark abstehenden 
Ctenidiobothrien. Klauen ungezähnt, braun, Spitze hellgelb 
und ziemlich stark umgebogen. Klauenanhang haarförmig. 
Hinterbeine: Länge der Schiene 0,7 mm, des 1. Tarsengliedes 
0,2 mm, des 2. Tarsengliedes 0,1 mm. 

Vorderflügel gleichmäßig hell gelblich braun, Adern kaum 
etwas dunkler. Außenrandbehaarung typisch. Adern 2reihig 
sehr lang und kräftig struppig behaart, die Medianäste und 
cui einreihig behaart, an unbehaart. Unterseite der Adern 
des Spitzendrittels einreihig behaart. Pterostigma unpubesciert. 
am distalen Ende stark abgerundet. Areola postica mäßig 
breit, Scheitel aligeflacht, Entfernung des Scheitels von m 
etwas länger als die Hälfte der Scheitelhöhe. Eadialramus 
und Media eine Strecke weit verschmolzen. Stiel der Radial- 
gabel l^/a mal so lang wie r2 -u 3. Hinterflügel sehr blaß 
bräunlich, Adern ebenso, r^ ^ 5 und die Spitzen von m und 
CK kurz einreihig pubesciert. Vorderrand von der Mitte bis 
zur Spitze dicht und lang pubesciert; die Haarreihe von der 
Basis des Hinterrandes bis zur Spitze sehr kurz und sehr 
dicht, die von der Spitze ausgehende und erstere kreuzende 
reicht bis zur Mündung von cii und besteht aus weit gestellten 
kräftigen und sehr langen Haaren (etwa 3 mal so lang wie 
die anderen Haare). 

Vorderflügellänge 2 (S) — 2^/2 ($) mm. Körperlänge (in 
Alkoliol) 11/2 (j)— 2 (^) mm. 

Japan. Kanagawa. An Crvptomeria. 22. 8. IfKMi. 
1 ,^, 7 $. 4 Nymphen. 
„ An Cryptomeria. 31. 8. 1906. 1 '^. 

Stctt entomol. Zeit. 1907. 



97 

Caecilius gonostigma Enderl. 1906. 

Enderlein. Zoolog. Jalirl). Syst. 23. Bd. 1906. p. 253. 
Taf. 11. Fig. 12. 

Abdomen iingofärbt, Spitze braun, die beiden ersten 
Segmente oben lebhaft rot, unten blaßrot. Vorderflügellänge 
2^^4—3 mm. Körperlänge in Alkohol 2 — 2^/4 mm. 

Die meisten Stücke haben zwischen cui und m^ einen 
mehr oder weniger großen braunen Fleck, der dem einen 
Originalstück und auch einer Anzahl der vorliegenden Stücke 
fehlt. Die Flügel der 3 sind fast ganz blaß. 

Zwei Exemplare mit sehr interessantem und abweichen- 
den Geäder: bei einem q fehlt Vi _|_ 5 im linken Vorderflügel 
völlig, in dem Zwischenraum zwischen r2 + 3 und j^i liegt eine 
fast gleichseitig dreieckige Zelle, die den Rand zwischen 1-2 -f 3 
und «?, in etwa 3 gleiche Teile teilt, deren Scheitel abge- 
rundet ist und die keinerlei Verbindung mit einer Ader hat 
(14. 8. 1906). 

Japan. Kanagawa. An alten Brettern. 10. 7. 1906. 

1 o^ 3 ?. 

x\m Fenster. 10. 7. 1906. 1 ,^. 

An alten Brettern. 14. 8. 1906. 1 ,-^, 4 $. 

An Cryptomeria. 31. 8. 1906. Einige Exemplare. 

ab. i)ara(lo.rus. Bei beiden Vorderflügeln sind nur 2 

Medianäste entwickelt und zwischen der Ecke des Pterostigma 

und dem Radialgabelstiel eine Querader. Die Flügelfärbung 

ist etwas verschwommen und verblaßt. 1 ?. 31. 8. 1906. 

Caecilius Oyamai Enderl. 1906. 
Enderlein. Zoolog. Jhrb. Syst. 23. Bd. 1906. p. 252—2.53. 
Taf. 10. Fig. 8. 

Japan. Kanagawa. An Bambuspfahl. 10. 7. 1906. 1 ,^. 

Caecilius japanus Enderl. 1906. 
Enderlein. Zoolog. Jhrb. Syst. 23. Bd. 1906. p. 254. 
Taf. 10. Fig. 9. 

Stett entomol. Zeit. 1907 7 



98 

Japan. Kaiiagawa. An Cryptomeria. 19. 8. 1906. 1 $ 
und 5 Larven und Nymphen. 
An Eiclio. 28. 8. 190G. 1 $. 

Caecilius scriptus Enderl. 1906. 
Enderlein. Stett. Eut. Z. 1906. p. 312. 1 ?. 
Japan. Kanagawa. 10. 7. 1906. 1 irf'- 

An Cryptomeria. 22. 8. 1906. 
2 ö^ 3 ?. 
„ An Cryptomeria. 31. 8. 1906. 2 $. 

31. 8. 1806. 1 $ 
unausgefärbt. 

Pterodela pedicularia (L.) 
Japan. Kanagawa. 3. 8. 1906. 10 Exemplare. 
10. .5. 1906. 1 ,^. 
„ Im Staub eines unliev/olinten 

Zimmers zahlreich. 2. 9. 1906. 
„ 10. 7. 1906. 2 $. 

Subf. Pcripsncinae. 
Peripsocus quercicola Enderl. 1906. 

Enderleiu. Stett. P^nt. Z. 1906. ]). 316. ,S. 

Kopf blaP)braun, Scheitelnaht bi'eit lu'aun gesäumt, Labrum 
schwarz. Die Augen des ,j sehr groll, kugelig, die des V viel 
kleinei-. Hinterränder der blassen Abdominalsegmente schmal 
braun g(>säuni't. 1. Hintertarsenglied mit 15 liis 18. Cteiiidio- 
bothrien. Klauenzahn kräftig und spitz. 

Subgenital})]a,tte des i^? hinten mit fast quadratischem 
Ansatz, die ganze Oberfläche fast gleichmäßig behaart; C4ono- 
podo des 8. Segmentes lang stiletformig, am Ende innen mit 
einer Reihe nach innen und vorn gerichteter Haare. jVlediallobus 
der r4nn()p()(h' des 9. Segmentes des ^ mit kegelförmigem Aufsatz, 
der innen fein, am Ende sehr lang behaart ist; Laterallobus 

stett. entomol Zeit. 1907. 



99 

flossenförmig, behaart ; seitliche TelsonkUippe mit zapfenförmigem 
Anhang, Sinnesfekl mit zahlreichen Bothriochaeten. 

Yorderflügellänge 2 (,^) — 2^/4 (^) mm. Körperlänge in 
Alkohol 13/4 (^)— 21/3 ($) mm. 

Japan. Kanagawa. An alten Brettern. 10. 7. 1906. 

o und $ in Anzahl. 

„ Am Fenster. 10. 7. 1906. 2 $. 

„ An alten Brettern. 15. 7. 1906. 

,^ und § in Anzahl. 

Y'hama. An alten Brettern. 25. 7. 1906. 1 >^, 2 $. 

Peripsocus pumilus nov. spec. 

Scheitel blaßbraun, Naht braun gesäumt, Clypeus braun, 
Labriim sclnvärzlich. Tliorax braun mit breiterem l)lassen 
Medianbande. Abdomen bräunlich, Spitze dunkelbraun. Beine 
])laBbraun, Tarsen dunkelbraun. 1. Hintertarsenglied mit 
11 — 12 Ctenidiobothrien, 2. ohne solche. Länge des 1. Hinter- 
tarsengliedes 0,12 mm, des 2. 0,06 mm. Klaue braun, Spitze 
gelli, Zahn kräftig und spitz. Subgenitalplatte des $ mit fast 
quadratischem Ansatz, letzterer nur am Ende jederseits mit 3 
Börstchen, die übrige 01)erfläche vorn dicht, hinten spärlich 
behaart, Gonopode des 8. Segmentes kurz stiletförmig, am Ende 
innen nur mit Spuren senkrecht abstehender Härchen ; Medial- 
lobus der Gonopode des 9. Segmentes mit kegelförmigem Auf- 
satz, der am Innenrand gleichmäßig sehr kurz pubesciert ist 
und nur 5 lange Borsten trägt, die zu einer Längsreihe ange- 
ordnet sind, Laterallobus flossenförmig, behaart; seitliche Telson- 
klappen wie bei P. qucrclcoJa Enderl. 

Flügel blaßbraun, ein Exemplar mit blassen Flecken 
in den Außenrandzellen. 

Vorderflügellänge 1,8 mm (^). Körperlängo in Alkohol 
1,5 mm ($). 

Japan. Kanagawa. An Cryptomeria. 22. 8. 1906. 2 ?. 

Stett eijtomol. Zeit. 1907. 7* 



100 

Pen])SOcus jrumihis ist dem P. qiifmrola sein* ähnlich, 
(locli viel kleiner und durch die aiigeg(^l)cncn nifferenzcn des 
Sexualapparates ausgezeichnet. 

Ectopsocus cryptonieriae nov. spec. 

Kopf mit seinen Anhängen, Thorax und Ahdomen hell 
rotbraun bis rostbraun, völlig ohne Zeichnung; Abdominal- 
spitze braun. Beine etwas blasser. Coxen l)raun. Augen 
schwarz, rund, wenig abstehend, die des ,j nur sehr Avenig 
größer als die des $. Kopf behaart und mit einzelnen langen 
kräftigen Borsten. Ocellen unpigmentiert. Endglied desMaxillar- 
tasters länger als das 2. und 3. zusammen, das 2. doppelt so 
lang wie das 3. 

Das 1. Hintertarsenglied mit ca. 12 ( j ) resp. 13 ($) 
Ctenidiobothrien. 2. ohne solche. Khiuen braun, Endhälfte 
gelb, ungezähnt. Hinterbeine: Schiene 0,5 mm (3) — 0,6 mm ($), 
1. Tarsenglied 0,19 mm C^)— 0,2 mm (5^), 2. Tarsenglied 
0,08 mm (,^) — 0,1 mm ($). Sinnesfeld der Seitenklappen des 
Telson mit 8 Bothriochaeten. 

Gonopoden des 9. Segmentes des $ nur als schwache höcker- 
artige Vorwölbungen der ventral herum gebogenen Seiten des 
8. + 9. Tergites, die nicht eingelenkt sind. Gonopoden des 8. Seg- 
mentes fehlen. 0])erseite der Abdominalspitze des j mit einem 
starken ausschnittartigen Eindruck, der das 7. und 8. Tergit 
einnimmt und hier 2 secundäre spangenartige Klammerorgane 
(chitinös und dunkelbraun pigmentiert), die vorn je einen 
kräftigen nach oben gerichteten Höcker tragen, hinten bogig 
verwachsen sind. 7. Sternit des $ sehr groß, 8. sehr klein, 
erscheint als Anhang des ersteren. 

Vorderflügel helll)r:iun. Adern braun, einreihig mit sehr 
kurzen kräftigen Härchen ziemlich weitstehend besetzt, Analis 
unpul^esciert. Randader braun, die der Spitzenhälfte ähnlich 
aber weniger deutlicli pubesciert. Media mit dem Radialramus 
nur in einem Punkte vereinigt. 1112 und rn:>, relativ kurz. 

Stett. outomol. Züit. 1907. 



101 

Stiginasack duiikolliraun, /capfeiifüniiig. Ptciostignia circa 3 mal 
so lang als l)reit, fast rechteckig, am Ende hinten abgerundet. 
1-2 + 3 etwas mehr als Vj-i, t'i + 5 etwa 2 mal so lang wie der 
Gabelstiel. Hinterflügel blaß bräunlich, unpubesciert, Radial- 
ranius und Media durch eine ziemlich lange Querader ver- 
bunden. 

Vorderflügellänge 1,4 (j) — 1,5 (^) mm. Körperlänge 
(in Alkohol) j 1—1 'A "H"? ? 1,5—1,9 nun. 
Japan. Kanagawa. 14. 5. 1906. 1 ^, 
10. 7. 1906. 1 $. 
„ An alten Brettern. 15. 7. 19U6. 

j und ^ in Alkohol. 
„ An alten Brettern. 25.7.1906. 1 $. 

„ 12. 8. 1906. 1 $. 

Im Zimmer. 17. 8. 1906. 1 $. 
An Cryptomcria. 19. 8. 1906. 1 ?. 
22.8.1906. l.j;, 4? 
,, An faulem Stroh. 22. 8. 1906 

j und 1^ in Anzahl. 
„ An Cryptomeria. 31. 8. 1906. 1 ? 

Ectopsocus meridionalis (Hib.). 

Ectupsucu.^ Bnijijsl Mc Lachl. var. )neridiaii(dii< Kibaga. 
Eedia 1904. p. 294. 

Durch die Untersuchung einiger typischer Stücke des 
Edopsocus Briggsi Mc. Lach!, var. merkVionaVis Kib., die ich 
durch die Freundlichkeit des Herrn Dr. Cost. Ribaga erhielt, 
gelangte ich zu dem Resultate, daß diese Form gut specilisch 
durch constante morphologische Unterschiede getrennt ist, ich 
fasse sie daher als besondere Species auf. 

Die Körper- und Flügelgröße ist bedeutend geringer. Die 
Anzahl der Haare auf den Adern des Vorderflügels mit Aus- 
nahme der Analis ist wesentlich geringer, ihre Länge bedeu- 
tend größer. Das Verhältnis der Länge zur Breite des Ptero- 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



m 



102 

Stigma ist etwa 3 : 1 (bei ByUj<jsi etwa 4:1). Der Vorder- 
Hügelraiid ist zwiselien Pterostigma und Xodulus lang pnLcseiert 
/■2 _)- :( ist l'/2 iiiid so lang wie der Stiel der Radialgahcl. I 
Hintertiügel ist nur der Eand der Radialgabel niit eirea 7 
feinen Haaren besetzt. Verhältnis der Hintertarscnglieder etwa 
2:1. 1. Hintertarsenglied mit etwa ]•! Ctenidiobotbrien. 

Die Differenzen des Sexualapparates werde ieli später 
ab1)ilden. 

Vorderflügcllänge 1.55 — 1,(5 nnn. (Italien). 

KinExemidar aus Japan bat nur 10- 11 Ctenidiubotbrien 
am 1. Hintertarsenglied. Da aber der weibliebe Sexualai)parat 
keine Differenzen aufweist, ist dasselbe zu genannter Form 
zu stellen. 

Vorderflügcllänge 1,7 mm. 

Japan. Kanagawa. An alten Brettern. 15.7.1906. \^i. 

Fani . A m p b i e n t o m i d a e . 

Subfam. A m p bi e n t o m i n a e. 

Paramphientonium Yiimyum nov. sjiee. 

Kör})erfarbo gelbl)raun liis braun. \\o\)i rostgelb. Die 
Behaarung des letzteren äußerst fein und kurz. Fühler und 
Maxillarpalpus braun; die 11 (icilu'lglieder niieroseopiseh lein 
und dieht geringelt, und beim ,j dicht lang und ziendich ab- 
stehend dünn behaart, beim $ nur mit einzelnen Haaren be- 
setzt. ]\raxillari)al[)en gleiehmäRig behaart, erstes Glied sehr 
kurz, letztes an der stum[)fen S})itze abgerundet und D/2 mal 
so lang wie das 3. Oeellen mit Avenigen Pigmentkörnern dieht 
gedrängt, vorderer Oeellus etwa nur hall) so groß. Augen 
wenig abstehend, nach vorn zu von ol;en gesehen zugespitzt; 
rostbraun, unbehaart, innen dicht schwarz i)iguientiert. Scheitel- 
iialit und Stirnnähte scharf. 

Thorax mit langen schmalen am Ende gerade abgestutzten 
Schuppen besetzt. Schenkel spärlich beschupi)t. Schienen außer 
der Beborstung dicht beschuppt. Diese Schuppen haben die 

Stett entomol. Zeit. 1907. 



108 

Form derjenigen des Tliorax. 1. Hintertarsenglied mit sehr 
langen und sehr schmalen Schuppen besetzt, mit ca. 17 bis 
18 Ctenidiobothrien, jede in Form eines langgestreckten Kreis- 
abschnittes mit ca. 11 — 12 winzigen zu Härchen ausgezogenen 
Zähnchen, 2. und 3. Hintertarsenglied ohne Ctenidiobothrien. 
Hinterbeine: Schiene j 0,95 mm, $ 1,05 mm, 1. Tarsenglied 
j 0,55 mm, $ 0,55 mm, 2. Tarsenglied ,^ 0,05 mm, $ 0,06 mm, 
3. Tarsenglied j" 0,1 mm, '^ 0,1 mm. Klauen gelb, schlank, 
Zahn vor der Spitze kräftig, 2. Zahn (von der Spitze aus ge- 
zählt) klein, zwischen beeiden Zähnen 1 Haar. ZAvischen Basis 
und 2. Zahn einige (circa 6) mäßig lange Haare (Fig. 2). 
Geschlcchtsanhänge des $ (Fig. 1) scharf gegliedert; Lobus 
internus der Gonopode (ligp) des 9. Segmentes stiletförmig, 
Lobus externus der Gonopode sehr breit, am Ende mit 2 langen 
Zähnen; Gonopode des 8. Segmentes (If) sehr lang stiletförmig. 
8. + 9. Segment und Telson bei S ^i^^tl ^ braun, das übrige 
Abdomen blaß. 




I ig. 1. Paramphientomum Yumyum nov. spoc. 
Die linksscitigL'u weiblichen GenitalanhüDge dos 8. und 9. Segmentes 
von unten, legp = Lobns externus und ligp = Lobns internus der 
Gonopode des 9. 8egüientes. x = Gelenk. If = Gonopode des 8. Seg- 
mentes, mit dem Ijasalteil und dem 8. Tergit völlig verwachsen und 
daher als ein Lateralfortsatz des 8. Tergites erscheinend. Yergr. 185 : 1. 
Fig. 2. desgl. Eine Klaue des Hinterfußes. Vergr. 350 : 1. 
Stett. entomol. Zeit. 1907 



104 

Vorderflügx'l braun, uaeli dein Atißcnraiulc blasser wer- 
dend. Adern blaf;l)raun (blasser als die Mend»ran). die Adern 
der Si)itzenliälfte dunkelbraun. Eadialranms und Media meist 
eine niebi- oder weniger kurze Strecke verschmolzen, nur bei 
einzelnen Stücken durch eine kurze Querader vcrbnnden. cu 
nnd Olli in einer geraden Linie laufend, (-^^2 rechtwinklig dazu. 
Vi 4- 5 etwa '/s ^^^^^ so lang als der Stiel der Eadialgabel. Das 
kleine Pterostigma mit nur schwach gebogenem Hinterrand, 
sc etwas mehr als die Hälfte von der Länge des Hinterrandes, 
der Stiel bis zur Abgabe des Radialramus etwa VJ2 mal so 
lang als der Hinterrand des Pterostigma; der Stigmasack als 
schwache langgestreckte Verdickung in der Mitte dieses Stieles. 
Dicht beschuppt. Schuppen mit parallelen Seiten, oder nur 
sehr schwach nach der Basis convergierend, mäßig lang, am 
Ende gerade abgeschnitten, die Schnittstelle nur äußerst gering 
convex. Eandschupi)en teils lang spindelförmig, teils sehr lang 
und am Ende stark eingebuchtet mit jederseits einem langen 
spitzen Seitenzahn und allmählich bis zur Lisertion sich ver- 
jüngenden Seiten; letztere finden sich auch zwischen die Schuppen 
des Spitzenviertels verstreut. Die Zeichnung, die duix'li die 
Beschu})pung erzeugt wird, ist sehr lebhaft, genau kann ich 
sie aber nicht Aviedergcben, da völlig beschuppte Flügel sich 
nicht vorfinden, weil die Exemplare in Alkohol (und nicht 
trocken, wie es bei dieser schmetterlingsähnlichen Form am 
vorteilhaftesten ist) conserviert Avurden. -Die Grundfarbe ist 
strohgelb mit goldenem Glanz; im Basaldrittcl ist ein mäliig 
breiter Vorderrandsaum silberfarbig, ebenso die Basalhälfte der 
Areola postica und ein vom Scheitel derselben ausgehender 
schräger Streifen zwischen m und cu^ sowie eine nicht genauer 
bestimmbare Zeichnung im Pterostigma und in seiner nächsten 
• Umgebung; schwarzbraun ist. eine breite Halbbinde von der 
]\Iitte des Vorderrandes cpier bis zur Mitte, eine 2. schmale Halb- 
binde an der Basis des Spitzenviertels,, die nächste Umgebung 
von CU2: die Spitze der schmalen Analzelle und ein kleiner 

Stett. eutomol. Zeit. 1907 



105 

Flock in (lor Glitte tlos Voi-dciTaiulcs der breiten Axillarzelle; 
die Flügelsi)itze ist veraiutlicli nielir oder weniger schwarz- 
bi-aun. vielleicht luicli gänzlicli. Hinterflügel hyalin, Saum 
der S})itzenhälfte braun. Adern dunlvell)raun. Radialstamm, 
'()( und (/./■ ungefärl)t. i'i und die verbindende Basis zwischen 
Gabelstiel und r fehlt. Spitzenviertel wenig dicht beschuppt. 
Schuppen lang bis sehr lang, schmal, nach dem Stiel zu all- 
mählich sich verjüngend, am Ende gerade abgeschnitten, meist 
a1)er schwach bis sehr tief ausgebuchtet. Ende von mi und 
der Analzelle mit kürzeren breiteren Schuppen besetzt, die nur 
gerade abgeschnitten sind. Hinterrand dicht und lang bewimpert. 
Hinterflügelmembran lebhaft irisierend, besonders gelblich bis 
orangerötlich. 

Vorderflügellänge 2,4 — 2,5 nun. Kürperlänge (in Alkohol) 
(3) 2-21/, (5) n,ni. 

Japan. Kanagawa. An Eicheubtämmen. 11>. 8. 1U06. 
2 j, 4 V, G Nymphen. 

Fam. Empire ri i d a e. 
Subfam. Psylli[tsocinae. 
Parempheria Sauteri Enderl. liHXi. 
Enderlein. Stett. Ent. Z. 11106 p. 3<>6— o(i8. Fig. 1. 
Japan. Kanagawa. 12. 8. 1906. 1 $. 

„ 1 5. 7. 1906. l $ an alten Brettern. 

„ 10. 7. 1906. 5 i^, 1 Nymphe. 

Fam. Atropidae. 
Subfaui. Atropinae. 
Atropos pulsatoria (L.). 
Japan. Kanagawa. Im Haus an alten Paiucrcn. 
22. 7. 1906. 6 Exemplare. 
„ 12. 8. 1906. 4 Exemplare. 

14. 7. 1906. 1 $ im Haus. 
Diese Art war bisher noch nicht aus Japan bekannt. 

Stctt. cutomol. Zeit. 10O7. 



106 

Siibfam. Lepiiiutinae. 
Lepinotus reticulatus Ender]. 
Enderlcin. Results of the Swcil, Zool. Exp. Egypt. Xu. 18. 
1905 p. 31—34. Fig. 1, 2, 12, 19, 23 und Textfig. 9. 
Japan. Kunagawa. 12. 8. 1906. 1 $. 
Lep. reticulatus war bisher nur aus Deutseldand und 
Aegypten bekannt. 

Fani. Troctidae. 
Sultfani. Troctinae. 
Troctes divinatorius L. 
Japan. Kanagawa. Im Staube eines unbewulinten 
Zimmers. 29. 7. 1906. ca. 10 Exem})lare. 
Vhama. An altem Keis, in Anzahl. 25. 7. 1906. 
Kanagawa. 12. 8. 1906. In Anzahl. 
„ 3. 8. 1906. Zahlreich. 

15. 8. 1906 an alten Brettern. 
Bisher nuch nicht von Japan bekannt. 



Chlorocoris nigricornis, 

eine ucuc rcutatoiuidc aus rem. (Hciiiiptera Heteroptera.) 

Vun Kflnitiild i^rliiiiidf. in Stettin. 

Chlorocoris nigricornis n. sp. 

1 ?. 

Kupf. Centrallube (Tylus) überall gleich breit, vorn 
verkürzt, im Basal- und Enddrittel tlach und quergerieft, im 
Mitteldrittel gewölbt mit seitlichen Längseindrücken und tiacher 
Grube, auf derem Grunde eine feine Qucrciselierung wahr- 
zunehmen ist, die nach vurn zu deutlicher wird und in die 
Querriefiing des Enddrittels übergeht; die Seitenleisten des 
]\Jitteldrittels sind gerundet und glänzend schwarz gefärbt, 
während das Zwischenfeld und das Enddrittel rot gefärbt sind; 

Stctt. eutomol. Zeit. 1907. 



107 

das Basaldrittcl ist Mie tlcr Scheitel grün gefärbt, aber oliiie 
Punktierung. l)raun gefarl)te Längsfurclien trennen es von den 
lateralen Lol)en (Juga). .Tuga mit geraden Innen- und 
geschweiften Außenrändern, vorn abgerundet, stark quer- 
gerieft, besonders nach den Außenrändern und mit roten 
und schwarzen Punktgruben besetzt, letztere im Vorder- 
drittel; die Außenränder sind schwarz und abgerundet, die 
Innenränder und die sich daran schließenden Teile grün, die 
übrigen Teile rötlich. Zwei braune Punktreihen verlaufen auf 
grünem Grunde vom Scheitel bis zur Tyluswurzel innerhalb 
der glashellen, rötlichen Ocellen; außerdem zieht eine ver- 
kürzte Punktreihe von jeder Ocelle nach vorn; das Feld zwischen 
^den inneren Punktstreihen ist weniger deutlich quer gerieft 
und von Punkten fast ganz entblößt. Augen braun. Kopf- 
unterseite grün, rötlich punktiert. Die Fühlerwurzel und das 
erste Fühlerglied auf der Oberseite sind rot und mit schAvarzen 
Punkten l)esetzt, der Endteil des ersten Fühlergliedes und 
die übrigen Glieder sind schwarz gefärbt (fünftes Fühlerglied 
fehlt bei diesem Exemplar). Die Fühlerglieder sind dünn und 
verschielen lang mit dichter. al)stehender. silbergrauer Be- 
haarung; Glied 1 ist das kürzeste und Glied 4 das längste. 
Rustrum bis zur Mitte des vierten Bauchsegmentes reichend 
mit brauner ^littellinie und schwärzlicher Spitze und einer 
abstehenden gelblich ])raunen Pubescierung; die mit dem Kopf 
verwachsene Eüsselbasis ist rötlich mit schwarzer Mittellinie. 
Pronotum. Die Schulterdornen sind gerade, nach außen 
gerichtet und an der Spitze leicht gehoben mit kurzer aber 
scharfer Spitze und dicht stehender, schwarzer Fleckenpunk- 
tierung ; die seitlichen \'orderränder sind leicht gel)uchtut und 
mit starken, schwarz gefärbten Dornen besetzt, deren Zahl 
sechszehn beträgt; drei undeutliche, schwarze Punktreihen be- 
gleiten auf jeder Seite den vorderen Seitenrand, schwarze 
Punkte befinden sich noch außerdem am Grunde der Schulter- 
dorne. Das Pronotum ist sonst grün mit gelblicher Mittel- 

Stett. entomo). Zeit. 1907. 



108 

liiiio uiul vielen eingestochenen riinktgruben. eine rötliche 
Tüpfelung ist über die ganze Fläche verstreut. 

Sc hil eichen. Die Punktierung und Betüpfelung ist wie 
bei dem Pronotum, auch die Grundfarbe ist grün; ein Mittel- 
kiel ist auf der Basalhälfte nicht wahrzunehiuenj dagegen auf 
der Endhälfte deutlich. 

Flügel. Coriuni der Decken grün mit stellenweise bräun- 
licher Punktierung; Mendjran hyalin mit breit braun umilussenen 
Nerven; Clavusgrund uckergelb. Flügel hyalin und stark 
irisierend mit ockergelber Wurzel; die drei Hauptadern sind, 
von der Wurzel aus gerechnet, die erste 2/.,. die zweite '/2 
und die dritte 1/3 ihrer Länge ockergelb. 

A b d o m e n. Rücken und Bauchsegmente ockergelb ; 
Conexivum grün, die einzelnen Segmente mit schwarzen Hinter- 
randsäumen und rötlicher Tüpfelung, das letzte Segment jedoch 
ockergelb mit sclnvarzem Saam; Bauchsegmente mit vereinzelt 
stehender und abstehender, gelber Behaarung, Scheidenpolster 
mit dichter, abstehender, lu'äunlich gefärbter Pubescierung. 

Beine. Coxen orangerot; Schenkel orangerot mit gelb- 
grüner Vorderseite und schwarzer Fleckung, welche zum Knie 
hin dichter Avird, und breiterem schwarzen Bande am Ende; 
Schienen oranger« t mit schwarzen Kanten und schwarzer 
Tüpfelung, Schienen-Außenflächen weil'i und nicht gezeichnet; 
Tarsen lebhaft orangerot, ohne Zeichnung; die Behaarung der 
Beine ist lang, abstehend und gelblich. 

Länge 25 mm. Pronotumlänge 5 mm, Breite 15 mm 
(die Schulterdorne mitgerechnet). Schildchenlänge 9 mm. Breite 
7 mm (an der Basis). Größte Breite des Abdomens 14'/2 mm. 

Peru, Chanchamayo (Hofhnanns). 



Stett. entomol. Zeit. 1907 



109 



Drei neue Sephina=Arten 

in der Sanimliing des Stettiner Musenms. 
(Heiiiiptera Heteroptera.) 

A'on Ediniiiicl Srliiiii«lt in Stettin. 



Daß Sephina h'nnaculata Westw.. hicolor Herr.-Scliaeffer, 
ßialjoJlcuf< Blanchard und ernthromelaena White eine Art sein 
sollen, wie es Dallas in List. II. S. 372 (1852) und Lethierry 
et Severin im Hemipterenkatalog Teil II. S. 56 (1894) angeben, 
dürfte anzuzweifeln sein; denn die Beschreibungen, welche die 
Autoren geben und auch die Abbildungen von Herr.-Schaeffer 
und Blanchard sind zwar sehr ähnlich aber auch verschieden. 
Morphologische Charaktere, wie die Länge des Eostrums, die Aus- 
dehnung der Schulterdornen des Pronotums und die buckeligen 
Aufschwellungen auf dem Pronotum werden nicht klar von 
den älteren Autoren angegeben. 

Ich nehme vielmehr an, es handelt sich liei diesen Formen 
um Lokalrassen. 

In nachstehenden Zeilen folgt die Beschreibung dreier 
neuer xArten, von denen zwei zur Gruppe ErijthromeJaena White 
und Verwandte gehören, während die dritte zur Gruppe Gen't- 
ciflafn Bist, und deren Verwandte zu stellen ist. 

Sephina excellens n. sp. 

2 ö^o^ 1 ¥• 

Yer-wamUmit Se2jhi na hu meralis Bist, A. M. N. H. VII. 
S. 20 (1901). 

Der Kopf ist wie bei SuJcaticoUis und Ertjthromelaena 
geformt. Pronotum grolj punktiert mit breit stumpf abge- 
rundeten Schulterecken und ganz schwach gerundetem, nicht 
seicht ausgeschnittenem Hinterrand; die aufgewulsteten Buckel- 
anschwellungen, die ]\Iittelfin-clie und der Quereindruck am 

Stctt. entomol. Zeit. 1907. 



110 

Vorderrande sind wie h^i Eyijihromelaena (/v/ro/öyHerr.-Schaeffer, 
welclie mir in einem $ von Argentinien, Cordoba, vorliegt) 
nnd wie bei SHlcaficoUls, wo die Schwellungen ganz bedeutend 
stärker sind. Das Rostrum reicht bis zu den Hintercoxen, 
Augen schwarzbraun. Ocellen glashell und rötlich. Orangerot; 
schwarz gefärbt sind die Fühler, der Ocellengrund, die Quer- 
furche am Pronotumvorderrand, der große abgerundete Fleck, 
der vorn den Oberteil der )A^ilste und hinten den Hinterrand 
mitfärbt, das Schildchen, die Beine, das Rostrum, ein Längs- 
fieck an jeder Seite des Pronotums, der größte Teil der Seiten 
des Meso- und Metasternums, das siebente und achte Abdominal- 
sternit beim j, drei Flecke des Conexivums und das fünfte, 
sechste und siebente Al)dominalsternit; außerdem ein großer 
runder Fleck auf dem Corium der Deckflügel, die ^Membran 
und der Apicalteil der Flügel. Das Basalfeld der Flügel ist 
leblmft ockergelb, der Anallappcn hyalin grau. Die Behaarung 
der Fühkir, des Kopfes, des Pronotums, des Schildehens, der 
Beine und des Coriums ist a])stehend und dicht, teils schwarz, 
teils gelblich. Beim v' sind die Scheidenpolster und /u jeder 
Seite ein Fleck auf dem vierten, fiuiften und sechsten iVbdominal- 
sternit schwarz. Bei dem einen j ti'ägt das fünfte Abdominal- 
sternit auf jeder Seite einen kleinei'on, rundlichen schwarzen 
Fleck. 

Länge 26'/2 — SSy/a mm. Pronotumlänge ß nun. Breite 
9 mm. Deckflügellänge 23 nun. (-irößte Breite des Abdomens 
1 1 nun. 

Peru, Chanchamayo (Hottmanns). 

Sephina sulcaticollis n. sj). 

1 ?. 

Kopfform wie bei Enjihroinchicna und KrcclJeiis. Das 
Pronotum ist grob punktiert, der Hinterrand leicht aus- 
geschnitten, die buckeligen Aufschwellungen auf der Mitte sind 
bedeutend stärker aufgetrieben als bei den zum Vergleich 

stell eutomol. Zelt. 1907. 



111 

angeführten Arten und überragen die breite, glatte, glänzende 
und nicht punktierte Q,uerfurche am Pronotumvorderrand ganz 
erheblich, die Mittelf iirche ist daher sehr tief; der mit dem 
Hinterrand parallel verlaufende Querwulst ist gerundet und 
hel)t sich nicht l)esonders scharf vom Pronotum ab. Die 
Schulterecken sind in abgestumpfte Spitzen vorgezogen und nicht, 
wie bei Erythromelaena und Ejcellens, abgerundet. 

Kopf, Pronotum, Schildchen und Fühler sind schwarz 
mit abstehender schwarzer Behaarung — das vierte Glied ist 
kürzer und an der Spitze gelblich behaart. Augen schwarz- 
lu-aun. Ocellen glashell und rostfarben. Das Eostrum ist 
schwarz mit gell)brauner Behaarung und erreicht die Mittel- 
coxen. Beine schwarz, schwarz pubesciert, Unterseite der Tarsen 
gelbbraun behaart. Deckflügel schwarz mit rotem Costalrand 
bis zur Mitte des Coriums und rotem Corium-Wurzelfleck ; 
Membran unbehaart; Corium und Clavusolierseite schwarz be- 
haart und fein i)unktiert. Unterseite braun. Flügel schwarz, 
Hinterrand und Anallai)[)en grau. ^\'urzel und erste Längs- 
ader bis zur Mitte rot. Die Rückensegmente dos Abdomens 
sind zinnolierrot gefärbt und ohne Zeichnung, die Bauch- 
segmente und die Brust sind dunkel zinnoberrot mit schwarzen 
Flecken, das Conexivum und das Pronotum auf der Unterseite 
im Bereich der Vordercoxen sind gleiclifalls dunkel zinnober- 
rot gefärbt, die Flecke der Bauchsegmente sind in vier Reihen 
geordnet, die Stigmen sind schwarz und die fünf schwarzen 
Flecke des Conexivum sind quadratisch; die Behaarung ist 
gelbl)raun; Scheidenpolster schwarz und schwarz behaart. 

Länge 2G'/2 nini. Pronotumlänge (> mm,. Breite 9 mm 
(die Schulterdorne mitgerechnet). Deckflügellänge 221/2 nim. 
Größte Breite des Abdomens 11 mm. 

Panama, Bugaba. 

Sephina nigripes n. sp. 

1 ?. 

Verwandt mit Scjih. (jenieiiJafa Dist.. Biol. Centr. Amor., 
S. 132, Taf. 13, Fig. 10 (1881). 

Stott. entomol. Zeit. 1907. 



.112 

Kopfbildung wie bei Geniculata, die Einkerl)ungen vor 
den Ocellen deutlicber und tiefer, es treten die Ocellen infolge- 
dessen melir vor; die Kopf-Längsfurdio vor den Augen ist 
deutlicher ausgeprägt als bei der Distant'sclien Art. Hinter 
dem Pronotumvorderrand liegen zwei, nach hinten halbkreis- 
fr»rmig abgerundete, ganz flache Gruben, deren Hinterrand in 
das Pronotum tief eingedrückt ist, viel mehr als bei Sc2)h. 
gcnlculaia. auch die mit dem Pronotumhinterrand parallel ver- 
laufende Querleiste ist bedeutend schärfer ; die Leiste der Pro- 
notumseitimränder ist ganz randig und nach außen gerundet, 
nicht, wie bei der zum Vergleich genommenen Art, gehöckert 
und gebuchtet. Die Schulterecken sind abgerundet, bei der 
anderen Art ist eine stumpfe Ecke deutlich wahrzunehmen. 
Schildchen kräftig quergerieft. Mesosternum vor den Mittel- 
coxen grob punktiert und deutlich gerieft — bei GcnicuJaki 
fehlt die Riefung. 

Kopf schwarz, unterhalb der Augen gelblich; auf jeder 
Seite des Scheitels, außerhalb der Ocellen, vom Auge bis zum 
Hinterrand reichend liegt ein länglicher, gelber Fleck. Augen 
braun. Ocellen rostrot und glänzend. Das Pronotum ist 
schwarz, die Seitenränder und die Vorder- und Schulterecken, 
ein Mittelstreifen der nach vorn zu schmaler wird und in dem 
Vordereindruck erlischt, sowie ein kleiner Fleck in der Mitte 
des Pronotumvorderrandes sind orangegelb gefärbt. Schildchen 
schwarz. Die Hinterhälfte und ein breiter Mittelstreifen der 
Vorderhälfte sind orangegell) gefärbt. Deckflügel schwarz; der 
Costalrand, die Deckflügelwurzel und ein großer Fleck im 
Corium sind orangegelb, die Meml)ran ist mit vielen, runden, 
größeren und kleineren, ockergelben Flecken dicht bestanden. 
Hinterflügel schwarz. Rückensegraente des Hinterleibes an der 
Basis schwarz, die drei letzten und die Flecke des Conexivums. 
sowohl auf der Bauch- wie auf der Rückenseite orangegelb. 
Rostrum, Brust- und Bauchsegmentc, Beine mit Tarsen und 
Krallen und Fühler schAvarz. Fühler mit gelber und schwarzer 

StoU. eDtomol. Zeit. 1907. 



113 

Behaarimg, die schwarzen Härchen der Basalglieder sind ab- 
stehend und die gelben anliegend. Pronotum, Schildchen und 
Deckflügel mit Ausschluß der Membran, welche unbehaart 
ist, gelb behaart; die Pubescierung der Beine ist gelb und 
abstehend, die der Unterseite des Körpers gelb und anliegend. 

Länge 20 mm. Das 1. und 2. Fühlerglied sind gleich 
lang, das 3. ist das kürzeste und das 4. das längste (5 mm). 

Süd-Amerika: Santa Catharina (Lüderwald). 

Beitrag zur Kenntnis der Fulgoriden. 

Die Arten des Genus Myrilla Distant. 

Von Edniiincl Seliiiiitit in Stettin. 

Durch den Direktor des Berliner Museums, Herrn Prof. 
Dr. Brauer und dem Verwalter der Hemipteren, Herrn 
Dr. Th, Kuhlgatz, wurde mir das j\raterial der Gattung 
^'MtjriJJa Distant, welches im Königl. ]\Tuseum für Naturkunde 
vorhanden ist, zur Bearbeitung ül)erlassen. Beiden Herren 
spreche ich für Ihr Entgegenkommen an dieser Stelle meinen 
Dank aus. 

^ ^ Genus Myrilla Distant. 
(Trans. Ent. Soc. 1888 S. 487.) 

Gattungsdiagnose. 
Allied to Polydictya in having the whole venation of the 
tegmina reticulated, The face possesses three longitudinal 
carinae, the central one extending across its whole length, the 
other two somewhat obli<iue and not reaching apex, which is 
not broader than the clypeus. Tegmina four times longer 
than broad, much longer than wings. Rostrum long, about 
• reaching the penultimate segment of abdomen. 

Stett. entomol. Zeit. 1907. « 



114 

An der Hand des mir vorliegenden Materials dieser Gat- 
tung möchte icli zur Diagnose von Distant bemerken, daß der 
]\Iittelkiel der Stirnfläclie niclit bei allen Arten vorhanden zu 
sein braucht; hei ^Lineaüfrons n. sp. ist der Mittelkiel nicht 
vorhanden und doch zeigt diese Art dieselben Charaktere wie 
die zwei sclion bekannten. 
>/ u Type: MurUla ohscura Dist. 

^^ Uebersicht der Arten. 

1. Stirnfläche mit einem Mittelkiel und schwarzer Sprenkel- 
Zeichnung in der Oberhälfte. Brust und Beine schwarz 
gefleckt. Die drei letzten Rückensegmente des Al)- 
domen gelb, grün oder braun, die übrigen schwarz . . 2. 

— Stirnfläche ohne Mittelkiel und ohne Sprenkel-Zeich- 
nung, dagegen mit fünf schwarzbraunen Längslinien 
Brust und Beine ohne schwarze Zeichnung. Die Eücken- 
segmente des Abdomen rot, die beiden Basalsegmente 
seitlich braun bis schwarzbraun. Flügel hyalin, Basal- 
drittel rot, Mitteldrittel braun. Apicaldrittel hyalin 

mit l)räunlich getrübter A])icalspitze / 

3. M. lineatifrons n. sp. ^' 

2. Apicaldrittel der Deckflügel sehr stark gefleckt, be- 
sonders der dem Corium anliegende Teil. Die Hinter- 
flügel schwarz, Ai)icalspitze nicht hyalin 

1. M. nigromaculata Schmidt. '-' 

— Ai)icaldrittel der Deckflügel weniger st:irk gefleckt, der 
dem Corium anliegende Teil hyalin und ohne Flecke. 
Die Hinterflügel sind schwarz mit hyalinem Apical- 
teil 2 M. obscura Dist. '^' 

>/ ^ 1. Myrilla nig^romaculata Schmidt. 
(Stett. Ent. Zeit. Band 67, S. 196. 1906.) 
1 j dieser Art befindet sich im Berliner Museum und 
zeigt kleine Abänderungen in der Zeichnung und der Farbe von 
der Type. Der hyaline Apicalteil der Dcckflügel ist bei dem 

Stett^ er.tomol. Zeit 1907. 



115 

Berliner Stück am Costalrande dichter gefleckt und die letzten 
Rückensegraente des Abdomens sind grün gefärbt. 

Neu-Guinea: Kaiser Wilhelms -Land, Stephansort, De- 
zeml)er 1888 (Eohde). 

^ 2. Myrilla obscura Distant. 
(Trans. Ent. Soc. 1888 S. 487.) 
Von dieser Art liegen mir drei $$ aus dem Berliner 
Museum vor, welche sich mit der Distant'schen Diagnose decken. 
2 ??. 
Neu-Guinea: Ramu-Expedition (Raddatz & Kling). 

1 ?. 

Neu-Guinea : Neu-Guinea-Compagnie. 



\^ 



o 



3. Myrilla lineatifrons n. sp. 

7 ??. 

Stirn gewöll)t nach unten verbreitert mit scharfen, vor 
dem Clipeus nach außen vorgezogenen und al)gerundeten, 
lappenartigen Auslnichtungen, zwei Seitenkielen, welche nach 
unten convergieren und in der Oberhälfte am deutlichsten sind, 
zwei seitlichen Längsfurchen — zwischen Seitenrand und Seiten- 
kiel — und fünf schwarzbraunen Längsstreifen auf lehmgelbem 
Grunde, der Mittelstreif ist nach oben verbreitert. Clipeus 
ist typisch mit zwei braunen Längsstreifen. Scheitel flach 
mit einer Querfurche und von geschärften, hohen Rändern ein- 
geschlossen, in der Mitte kürzer als zu den Seiten und gelb- 
braun gefärbt. Pronotum mit hinten verkürztem Mittelkiel 
und zwei Punktgruben auf der Scheibe, die Seitenkiele sind 
scharf und durchlaufend, ebenso der Trennungskiel von Pro- 
notum und Brustlappen; die Färbung ist grünlich, mit gelbem 
Vorderrand, in der Nähe der Seitenkiele stehen einzelne schwarz- 
braune Flecke; Brustlappen mit braunem Längsbande, zwischen 
den Kielen gleichfalls ein braunes Band. Schildchen in Form 
und Sculptur y^'ie^N'njiwnacidcda und Obscura, gelbgrün mit 

Stett entomol. Zeit. 190T. 8"'^ 



116 

hrauner Zeichnung. Deckflügelform wie bei den zwei anderen 
Arten. Deckflügelbasis. Corinni und Clavus rot mit gelb- 
grünen Längsnerven und nur vereinzelten schwarzbraunen 
Zellen, die meisten Zellen sind bräunlich oder rötlich; Costal- 
raum grün mit gelben Quernerven; Apicalteil hyalin mit 
brauner Fleckung, welche an der Apicalspitze am dichtesten 
ist, von dort zieht sie in der Deckflügelmitte zum Corium, 
biegt weit vom dunkelgefärl)ten Corium im Bogen zum Sutural- 
rand um und färbt denselben bis zur Clavusspitze. Flügel 
hyalin mit schwarzen Nerven, Wurzelfeld rot, Flügelmittelfeld 
braun getrübt, Ai)icalteil hyalin, weiß mit braun getrübtem 
Eande, Anallappen hyalin graubraun getrübt mit rötlichen 
Nerven. Brust, Beine und Bauchsegmente ockergelb, Eücken- 
segmente rot; die beiden basalen Rückensegmente sind seitlich 
schwarz oder schwarzbraun mit weißlichem Sekret, die Rücken- 
segmente sind hinten braun gernndet. Rostrum ockergelb mit 
brauner Endspitze; die Schienenenden der vier Vorderbeine 
und die l'arsen sämtlicher Reine sind angelmiunt. Die Dornen 
der Spitzen der Hinterschienen schwarz. 

Länge des Körpers 19 — 20 mm; Spannweite 50 — 52 mm. 

5 ^$- 

Neu-Guinea : Kaiser Wilhelms-Land, Stephansort. Dezember 
1888 (Rohdej. 

2 «. 

Neu-Guinea : Neu-Guinea-Companie. 

"^Pypen im Berliner Museum. 



Stett. eiitomol. Zeit. 1907. 



117 



Verzeichnis 

der von 

Herrn Dr. Theodor Koeli-Grüiiberg am oberen 

Wiinpes 1903-1905 ii;esaminelten Rliop alo cer en 

mit Besprecliuni; verwandter Arten. 

^ ou II. F ■• II li N t u ■• i'e r. 

(.Mit einer T)oii[iel-Tafel.) 



Seitdem Deutschland sich der Reihe der Colonialstaaten 
angeschlossen hat, wurde es modern nach Afrika oder Neu- 
Giiinea zu gehen. Eine Forschungsreise löste die andere ab, 
und neben einer Fülle von botanischem und zoologischen 
Material wandern alljährlich Hekatomben von Insekten, ins- 
besondere Schmetterlinge, in die Cabinette der Museen und 
Privatliebhaber. 

Das Interesse für Südamerika, dessen entomologische 
Schätze einige Jahrzehnte lang fast ausschließlich von 
Deutschen gehoben wurden, trat etwas in den Hinter- 
grund. Seit Reiss und Stübel von ihren Reisen in Ecuador 
den heimischen Boden wieder betraten, deren Ausbeute 
erst 1890 bearbeitet wurde, hat kaum noch ein deutscher 
Forschungsreisender (abgesehen von Berufssammlern) irgend- 
wie beachtenswerte Serien von Lepidopteren aus der tro- 
pischen Neuen Welt mitgebracht oder wissenschaftlich ver- 
werten lassen. 

Es ist deshalb mit besonderer Genugtuung zu begrüßen, 
daß Herr Dr. Koch neben seinen vielseitigen anthropo- 
logischen und ethnographischen Untersuchungen und Samm- 
lungen noch Zeit gefunden hat, sich auch den geflügelten 
Blumen der Lüfte, den Lepidopteren, zu widmen. Auf dies 
erfreuliche Factum wurde der Verfasser dieser Zeilen auf- 
merksam, als er das Vergnügen hatte, im Vortrage des 

Stctt. entomol. Zeit. 1C07, 



118 

Reisenden in der Gesellschaft für Erdkunde am 2. Dezember 
1905 in Berlin zu vernehmen, daß einer der Dr. Koch auf 
seiner Waupes-Tour begleitenden Indianer sich im Erbeuten 
von Schmetterlingen so besonders bewährt habe. 

Auf mein Ersuchen überließ Herr Dr. Koch mir bereit- 
willigst seine gesammte Ausbeute, die übrigens ursprüng- 
lich gar nicht zur wissenschaftlichen Verwertung zusammen- 
gebracht wurde, sondern ausschließlich Decorationszwecken 
für ein ,, indianisch buntes Arbeitszimmer" dienen sollte. 

Um so mehr spricht es für die manuelle Geschicklich- 
keit des Reisenden, daß die Objekte fast ausnahmslos so 
vorzüglich conserviert waren, als hcätte sie ein seit Jahren 
geschulter Fachmann eingelegt. 

Die Artenzahl ist an sich nicht groß, erregte aber von 
vornherein das Interesse aus zweierlei Gesichtspunkten: 

Erstens sind die Falter in einem Gebiet gesammelt, das 
noch nie eines Weißen Fuß betrat. 

Zweitens grenzten die neuen Fundstellen an altklassi- 
schen Boden, nämlich den oberen Rio Negro, woher Dr. 
Cajetan und Rudolf Felder in den sechziger Jahren des 
vorigen Jahrhunderts einige ihrer Typen empfingen, deren 
Diagnosen wir in dem berühmten Werke ,, Reise der öster- 
reichischen Fregatte Novara um die Erde in den Jahren 
1857 — 1859, Wien 1864 — 1867" niedergelegt finden. 

Herrn Dr. Koch ist es nun geglückt, auf jungfräulichem 
Boden eine Anzahl neuer Formen zu entdecken, die zum 
Teil im Bilde vorgeführt werden. 

Eine weitere Partie gehört jenen seltenen Typen an, 
die seit Felders Zeiten, also seit 40 Jahren, in den Museen, 
Sammlungen entweder gänzlich fehlten oder nach der Felder- 
schen Beschreibung nicht zu definieren waren und deshalb 
zu den verkannten Größen gehörten. 

Die nachfolgende Arbeit umfaßt nicht ausschließlich 
Spezies der Kochschen Reise, weil sich die Notwendigkeit 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



PROPERTY OF 

Z. P. METCALI^ 

119 

ergab, vergleichende und bibliograkhische Untersuchungen 
auch auf die nächsten Verwandten der eingesammelten 
Arten auszudehnen, da bei der Fülle der vorhandenen Lite- 
ratur nur so an eine genaue Bestimmung zu denken war. 

Diese Skizze ist deshalb auch etwas umfangreicher aus- 
gefallen, als dies sonst bei Publikationen über entomolo- 
gische Reise- Ausbeuten üblich ist, Arbeiten, die sich zu- 
meist nur auf die trockene Aufzählung der gesammelten 
Species beschränken. 

Alles was mir über die Lebensweise der mitgebrachten 
und verwandten Falter bekannt war, ist mit in den rein 
systematischen Teil verflochten. 

Viele der Angaben verdanke ich dem Reisenden selbst, 
wie z. B. die hübsche Beobachtung, daß sich manche 
Schmetterhnge, insbesondere die Megista^iis- Arten, auf die 
nackten, schweißtriefenden Leiber seiner indianischen Boots- 
ruderer setzten und von deren braunen Rücken weggefangen 
werden konnten. 

Als ganz neu in die entomologische Literatur wird hier 
auch, das Factum einzuführen sein, daß die Indianer des 
oberen Rio Negrp Schmetterlinge, z. B. Movpho inenelaus, 
als die Verkörperung unheilbringender Dämone auffassen, 
ja Morphiden sogar als Vorbilder für Tanzmasken verwerten. 
Aber auch zoogeographisch betrachtet, erwies sich die 
Ausbeute als recht interessant. Viele der aufgefundenen 
Formen stellen die bisher noch fehlenden Bindeglieder dar, 
zwischen der Fauna der columbischen Ost-Cordillere mit 
jener des Amazonenbeckens. Wieder andere leiten von 
columbischen zu venezolanischen Typen, die natürliche Folge 
des innigen Zusammenhanges der Flußgebiete des oberen 
Rio Negro mit jenem des Orinoko. 

Die relativ große Zahl der entdeckten Lokalrasse 
entschädigt für das Fehlen völlig neuer Arten, die selbst 
vom entomologisch bisher unberührten oberen Waupes nur 

Stett. entomol. Zeit. 19Ü7. 



120 

noch spärlich zu erwarten sind, wegen der Nähe von Ama- 
zonien, daß ein Wallace, Bates und Hahnel durchforschten. 

A. 

Tabelle der aufgefandenen Arten. 

Familie Nymphalidae. 

Subfamilie Ithomiinae Godman und Salvin. 

1. Scada theaphia Bates. 

2. Sais rosalia Cramer. 

3. Melinac egina Cramer. 

Subfamilie Satyr in ae. 

4. Antirrhaca philoctetes thcodori Frühst, nov. subspec. 

Subfamilie Brassolinae Bates, 

5. Caligo idomenens cuphorbus Feld. 

6. Caligo teucer phoroncns Frühst, nov. subspec. 

7. Opsiphancs quitcria niylasa Frühst, nov. subspec. 

Subfamilie Morphinae. 

8. Morphu mcnclaus occidentalis Feld. 

9. Morpho deidamia neoptolemus Wood. 

IG. Morpho achiUes thcodoriis Frühst, nov. subspec. 

11. Morpho adonis Cramer. 

Subfamilie Heliconinae Bates, 

12. Heliconins cvato doris L. 

13. Heliconins phyllis laiivitta Butl. 

14. Heliconins guitalenus denticulatus Riffarth ]iov. 
subspec. 

15. Eueides vibilia iinijiascatus Butl. 

16. Eueides lybia F. 

Subfamilie Dioninae Stichel. 

17. Colaenis julia F. 

Subfamilie Nymphali nae Bates. 

18. Junonia lavinia Cramer. 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



121 



ig. Pyrrhogyra typha amphira Bates. 

20. Myscclia capenas Hew. 

21. Eunica anna Gramer. 

22. Eunica eurota jlora Feld. 

23. Temenis laothe violetta Frühst, nov. subspec. 

24. Catagvauuna cyuosura amazona Bates. 

25. CaUithea optima Butler. 

26. Mcgaltira pclciis Sulz. 

27. „ norica Hew. 

28. ,, ohiroii F. 

29. ,, £!gi«a Bates. 

30. „ berania Hew. 

31. ,, crdhoit F. 

32. Dynamine crchia Hew. 

33. Adclpha cytherae L. 

34. Catargyria seraphina H. 
35 Megistanis acclus F. 

36. ,, haeoius Doubl. Hew. 

^j. ,, dcucalion Feld. 

38. Hisloris odius orioii F. 

39. Cot'rf acheronta F. 

Familie Lemonidae. 

Subfamilie Lemoniinae. 

40. Diorhina periander Gramer. 

Familie Papilionidae. 

Subfamilie Pierina e. 

41. Hesperocharis hirlaiidcr Stell. 

42. Hesperocharis nera nibios Frühst, nov. subspec. 

43. Pelete lycimnia calymnia Feld. 

44. Perrhybris demophile charopiis Frühst, nov. subspec. 

45. Perrhybris lorena Hew. 

46. Phocbis philea L. 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



122 



47 


Phocbts argonte F. 


48 


Rhodoccra menippe Hbn. ' 




SubSamilie Papilioninae. 


49 


Papilio sesostris Gramer. 


50 


ariarathes Esper. 


51 


pausanias Hew. 


52 


ancliisiades Esper, 


53 


torquatus Gramer. 


54 


androgeus bagous Frühst, nov. subspec. 


55 


thoas L. 


56 


glaucolaus leucas Rothsch. 


57 


,, protesilaus L. 


58 


telesüaus Feld. 


59 


thygstes thyastimis Obthr. 


6o 


,,, callias Rothsch. {columhus Hew. ohm.). 


6i 


dolicaon draconarius Frühst, nov. subspec 



Familie Hesperidae. 

62. Erycidcs zonara Hew. 

63. Pyrrhopygc thasus Gramer. 

B. 
Besprechung der eingesandteu Arten, Diagnosen 
neuer nnd Uebersicht verwandter Formen. 
Familie Nymphalidae. 
SubSamilie Danainae Bates. 
Fehlt. 

Subfamilie Ithomiinae Godm. und Salvin. 

(Neotropiden Schatz.) 
I. Scada teaphia Bates. 
{Olyras theaphia Bates, Trans. Limn. Soc. 23 p. 529, 

1862. Amazonas super. 
Scada theaphia Stdgr. Exot. Schmett. 1888 p. 61. 
t. 28 3.) 

Stctt. eutomol. Zeit. 1007. 



123 

Diese zierliche kleine Art, die Bates am Amazonas 
entdeckte, geht von diesem Riesenstrom und seinen nörd- 
lichen Confluenten bis Chanchamayo im südlichen Peru. 

Die Waupes-Exemplare gehören einer bleichen, schwach 
weiß punktierten Rasse an. 

Verwandte Arten gehen vom Continent an der Ost- 
küste bis Südbrasilien, im Westen bis Peru. Einige Formen 
erreichen Costa Rica. Ein Teil der beschriebenen Species 
würde sich bei genauem Zusehen als geographische Rasse 
der theapliia herausstellen. 

2. Sais rosalia Gramer. 
{Pap. rosalia Gramer, Pap. Exot. III. t. 246 f. 
B. 1782.) 
Rosalia kommt mit jeder Sendung vom Amazonas. 
Ich empfing sie auch aus Surinam, der Heimat des nomen- 
clatorischen Typus. 

Die Sais- AriQW gehen nicht über den Tropengürtel 
hinaus. 

3. Melinaea egina Gramer. 
{Pap. cgina Gramer, II. t. 191 f. D. 1779.) 

Gleichfalls ein echter Amazonasfalter, wie denn über- 
haupt die Gattung Melinaea im Amazonasgebiet wurzelt, 
v.-oher fast die Hälfte der beschriebenen Arten stammt. 
Einige Species sind bis Süd-Peru vorgedrungen, während 
sie an der Ostküste in Rio de Janeiro die Grenze ihrer Ver- 
breitung finden. 

Eine Species ist aus Älexico bekannt, deren zwei aus 
Gosta Rica. 

Subfamilie Satyrinae Bates. 
4. Antirrhaea philoetetes philaretes Feld, oder nov. subspec. 

(Tal'el I, rig-Lir 6 $.) 

$. Vorderflügellänge 50 mm. Vorderflügel mit einer 
schmalen weißen Binde, die auf etwa i mm Entfernung jen- 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



124 

seits der Zelle vom Costalrand bis zum Analwinkel den 
ganzen Vorderflügel durchzieht, bedeutend schmäler als bei 
philopoemen Feld, von Columbien und etwas schmäler als 
bei philodetes L. von Surinam angelegt ist. Die Binde 
verläuft nicht geradlinig wie bei den genannten Formen, 
sondern setzt sich aus einzelnen z. T. etwas aufgebogenen 
und schmalen isolierten Flecken zusammen. Die Flecken 
selbst sind weiß, distal etwas diffus aber immer noch deut- 
lich ausgeprägt, während sie bei philodetes von der Unter- 
seite kaum noch durchscheinen. 

Hinterflügel: Zwischen den unteren Medianadern zwei 
fast gleich und etwa linsengroße blaßgraue, rundliche Flecken 
ohne jedweden Kern, die bei philopoemen rein weiß, bei 
philoctctes dreimal so groß, dunkler blau und breit schwarz 
gekernt erscheinen. 

(Aehnlich wie bei philopoemen fehlt der blaue subanalc 
Halbmond zwischen M 3 und SM.). 

Hinterflügel - Unterseite gleichmäßig hellbraun mit 
weißer Besäumung am Distalrand. Die weiße Submarginal- 
binde etwas schmäler als bei philopoemen, prominenter als 
bei philoctetes; der schwarze Augenpunkt zwischen M 2 und 
]\I 3 kleiner als bei philoctetes, ähnlich jenem von philopoemen. 

Philaretes, aus Columbien beschrieben, ist mir in natura 
unzugänglich. Kirby im Catalog Duan. Lep., gibt ,, Bogota 
und Amazonas sup." als Fundort an. Bogota ist natürlich 
falsch und nur im weitesten Sinne zu nehmen, und 
besagt in diesem Fall nicht mehr, als daß die Type von 
philaretes seinerzeit aus Bogota nach Europa verschickt 
worden ist. Gefangen wurde philaretes indeß irgendwo im 
Tieflandc von Columbien, vielleicht im Caucatal, denn ich 
glaube kaum, daß die urwaldbewohnenden Antirrhaeen über 
eine Höhe von 800 — 1000 m hinaufgehen. 

Habituell, besonders in der Größe und Flügelform er- 
innern die Antirrhaea an die indischen Neorhina, in der 

Stett. entomol Zeit. 1907. 



125 

reichen Ausbildung der tertiären Geschlechtsorgane aber 
stehen sie auf einer viel höheren Stufe, ja sie besitzen ein 
solches Maximum von Duftorganen, daß sie die vollkom- 
mensten Demonstrations-Objekte zur Erklärung dieser merk- 
würdigen Organe Verwendung finden sollten. 

Es ist höchst wahrscheinlich, daß die von Herrn 
Dr. Koch am Waupes entdeckte Antirrhaea nicht identisch 
ist mit der columbischen phüaretes, in diesem Falle würde 
ich den Namen theodori für die Waupes-Rasse reservieren. 

,, Jedenfalls bildet die Waupes- Subspecies den ver- 
mittelnden geographisch und morphologischen Uebergang 
der Formen des unteren Amazonas zu jenen des oberen 
Flußgebietes und seinen andinischen Confluenten.'" 

Die Synonymie der Antirrhaea liegt noch sehr im 
Argen. Einige der Formen versuche ich nach ihrer natür- 
lichen Verwandtschaft hier zu gruppieren: 

Allen Arten gemeinsam ein ziemlich ovaler mehr läng- 
lich als breiter Duftfleck zwischen M 3 und SM der Vorder- 
flügel-Oberseite, der aus braunen Schuppen zusammen- 
gesetzt ist. Vorderflügel-Unterseite mit halbkreisförmigem 
Duftflecken, der mit langen, radiären braunen oder scli warz- 
braunen Haaren besetzt ist. 

A. S e c t i o n Antirrhaea Hb. W e s t w o o d. 
Hinterflügelstamm der SC und OR aufgeblasen mit 
dunkelgrauen Schuppen belegt. 

ai. Das Duftfeld oberhalb der SC dunkelbraun. 

philoctetes philoctetes L. 
Pap. philoctetes L. Syst. Nat. I. p. 465, 1758. 
Cramer Pap. Exot. I. t. 20 A— C .1775 p. 29-30. 
Patria: Surinam (2 j$. Coli. Frühst.). 

philoctetes philaretes Feld. 
Ant. phil. Feld. Wien. Ent. Mon. VI. p. 424, 1862. 
Patria: Columbien. 

Stett. eatomol. Zeit. 1907. 



126 



philoctetes theodori Frühst. 
Patria: Oberer Waupes. 

philoctetes philopocmcn Feld. 
(A. philop. 1. c. p. 425, Reise Nov. Lep. III. t. 66 f. 34, 



1867. 



P a t r i a : Columbien. 

philoctetes scoparia Butl. 
A. scoparia, Cist. Ent. I. p. 22,1870. 
P a t r i a : Maracaibo, 

philoctetes avernus Hopffr, 
A. av. Hopffer, Stett. E. Z. 1874, p. 359; Stdgr. I.e. 
p. 220. 

Patria: Peru (i j. Poziizo. Coli. Frühst.), 
A2. Das Duftfeld oberhalb der SC der Hinterflügel 
dunkelbraun, die aufgeblasenen Aderstcämme hellgrau be- 
schuppt. 

niiltiades miltiades F. 
(P. miltiades E. Ent. Syst. III. p. 66, 1793). 
P a t r i a: Honduras (.J^^ Coli. Frühst.) . 

miltiades tomasius Butl. 
A. tomasius Stdgr. Exot. Schmett. 1881 p. 221. 
Patria: Chiriqui (2 00 . Coli. Frühst.). Panama, 
Guatemala ( ?). 

miltiades lindigi Feld. 
A. lindigi Feld. Reise Nov. I.e. t. 66 f. 1,2. 1867. 
P a t r i a : Columbien. 

miltiades murena Stdgr. 
(A. murena Stdgr. 1. c. p. 220, t. yj. ,S-) 
Patria: Rio Manes, Unterer Amazonas. 

A. ptreosopha Godm. und Salvin. 
(Ann. Nat. Hist. p. 143, 1868) aus Costa Rica; ist mir 
unbekannt. 

stett. entomol. Zeit. 1907. 



127 

B. S e c t i o n A n chi p hl eh i a Butl. 
(Catal. Satyr. Brit. Mus. p. p. io6, 1868.) 
Hinterflügel. CC und OR nicht aufgeblasen, dafür 
lagert am Stamme der SC dicht über der Zelle ein kleines 
Duftbecken, das dicht mit schwarzbraunen Schuppen an- 
gefüllt ist. Distal von diesem kurzen Duftbecken liegen 
zwei lange Duftstreifen. 

a. Diese Duftstreifen schwarzbraun. 

geryon geryon Feld. 
(A. geryon Feld. Reise Nov. p. 67, t. 12.) 
Patria: Columbien, 0$ ex Ecuador (Coli. Frühst.) 

geryon phasiana Butl. 
(A. phasiana Butl. Cistul. Ent. 1870 p. 22). 

P a t r i a : Maracaibo. 

b. D u f t s t r e i f e n hellgrau. 

archaea Hb. 
A. archaea Hb. Samml. Exot. Schmett. H. t. 81, 3, 4. 
1806. Stdgr. 1. c. p. 22. t. yy j, II. Teil t. 33. Geäder. 

Anchiphlebia archaea Butl. 1. c. p. 106, t. V. f. 3. Geäder. 
P a t r i a: Bahia (Butl.). Espiritu Santo, Minas Geraes 
(Coli. Frühst.). Von Rio bis Südbrasilien (Stdgr.). 

heia heia Feld. 
Ant. bela Feld. 1. c. t. 66 f. 5-6. Stdgr. 1. c. p. 220, 

t. 77 3. 

P a t r i a: Rio Negro (Felder), Peru, St. Paulo (Butler), 
Pebas (Stdgr.). 

bela ornata Butler. 

(Auch, ornata Butl. A. M. N. Hist. p. 362, 1870. Lep. 
Exot. I. t. 13 f. 5.) 

P a t r i a: Cayenne. 
taygetina Butl. 

Auch, taygetina Butl. Cat. Satyr. Brit. Mus. p. 107, 
t. 5. f. 2. 

P a t r i a: Ega (Butl.), Massanary, Teffe, Coary, Pebas 
(Stdgr.). 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



128 

Subfamilie Brassolinae. 

5. Caligo idomeneus euphorbus Feld. 

(Pavonia euphorbus C. u. R. Felder, Wien. Ent. 

Monatsschr. 1862, p. 123. 
C. idomeneus f. euphorbus Stichel, Gen. Ins. 1904, p. 39.) 
Der Riese der Ausbeute und nach einer Mitteilung des 
Herrn Dr. Koch in der Abenddämmerung gefangen. 

Es ist die Gewohnheit aller Caligo's sich tagsüber im 
niederen Gebüsch oder um die Baumstämme der Urwald- 
riesen herum nahe dem Boden scheu zu verbergen oder 
Schlafplätze aufzusuchen. 

Es ist zur Zeit der Abenddämmerung oder am frühen 
Morgen, ehe das Tageslicht die letzten Schatten der Nacht 
verdrängt hat, kommen sie aus ihren Schlupfwinkeln her- 
aus. So beobachtete ich in der Nähe der Colonie Thereso- 
polis in St. Catharina etwa im Februar und März den präch- 
tigen Caligo inachis in großer Anzahl nahe dem Wege. 

An einigen schwülen Tagen waren die Falter geradezu 
häufig und man konnte wahrhaftig von ganzen Zügen von 
Caligo's sprechen, deren Vorposten am W^ddsaum aufge- 
reiht saßen und zwar in so kurzen Abständen, daß man 
meist nicht wußte, welchen zuerst nehmen. 

Herrn Dr. Koch ist es geglückt, Caligo euphorhits nach 
fast 30 jähriger Pause am typischen Sammelplatz wieder 
aufzufinden, denn Felder nennt ausdrücklich Rio Negro 
superior als Heimat seiner Type. 

Nach Stichel soll euphorbus auch in Guyana, Columbien 
und Peru neben dem häufigeren idomeneus (der mir aus 
Surinam in Anzahl zuging) als Nebenform vorkommen. 
Die nächsten Verwandten finden sich als: 

idomeneus idomeneus L. 
Im Fluggebiet Surinam, ferner Obidos, Amazonas. 

idomeneus euphorbus Feld. 
Waupes, Rio Negro. 

Btett. entomol. Zeit. 1907. 



129 

idomeneus idomenides Friihst. 
Peru, Bolivien. 

idomeneus superba Stdgr. Alto Peru. 

idomeneus agamemnon Weymer. Ecuador. 

idomeneus rhoetus Stdgr. 
Unterer Amazonas (Stdgr.). Espiritu Santo, Minas 
Geraes (Coli. Frühst.). 

forma mars Stichel. Para, Amazonas. 

6. Caligo teucer phoroneus nov. subspec. 

Diese oberseits stark verdunkelte Lokalform des weit- 
verbreiteten teucer L. bildet einen Uebergang von den hellen 
Formen des unteren Amazonas-Gebiets zur dunklen suzanna 
Deyrolle aus Columbien. Die bei teucer L. und ohidonus 
Frühst, über ein Drittel der Vorderflügel ausgebreitete hell 
gelbliche Region ist auf eine ziemlich scharf abgegrenzte, 
schmale dunkelgelbe Binde reduciert, die beim ,^ den 
obersten Zellapex der Vorderflügel eben noch bedeckt. Beim 
$ ist diese Binde noch mehr verschmälert und verläuft jen- 
seits der Zelle, sich allmählich verdunkelnd, um schon vor 
M 3 aufzuhören. 

Die Zelle der jS ist mit Ausnahme der apicalen und 
unteren Partie, diejenige der $$ völlig verdunkelt und mit 
tiefblauem Schiller Übergossen. 

Die Hinterflügel schimmern mit Ausnahme des schwar- 
zen Distalsaums ebenso dunkelblau wie euphorbus Feld. 

Die großen Ocellen der Hinterflügel-Unterseite charac- 
terisiert eine braune Peripherie, die viel ausgedehnter er- 
scheint als bei teucer und obidonus. 

Patria: Waupes, 3 oJ^, 2 ^$. Coli. Fruhstorfer. 

Die übrigen ifßwcßy-Rassen lassen sich aufteilen in: 
teucer insulanus Stichel. Trinidad. 
teucer suzanna Deyrolle. Columbien, Peru, oberer 
Amazonas, Venezuela (?) . 

ßtett. eiitomol. Zeit. 1907. y 



130 

tencer phoronens Frühst.. Oberer Waupes. 
teucer obidonus Frühst. Obidos, unterer Amazonas. 
ieucer teucer L. HoU. Guyana, BrasiHen. 
teucer nubilus nov. subspec. 
Entspricht der forma marsus Stichel vom Amazonas 
und euphorbus Feld, von idomeneus und hat mit diesem das 
fast völlige Verschwinden der gelblichen Binde jenseits 
der Vorderflügelzelle gemeinsam; gleich wie bei phoroneus 
verdunkelt sich die Vorderflügelzelle, ein satter, aber matter 
blauer Schimmer überzieht fast gleichmäßig die gesamte 
basale Hälfte beider Flügelpaare. 

Patria: British Guyana, 25. II. (Richard Haensch leg.). 

teucer japetus Stichel. Paruguay. 
Die Nachprüfung einiger nahe verwandter Caligo-Unter- 
arten gibt Veranlassung, die Stichel'sche Tabelle, Genera 
Insectorum, ergänzend zu erweitern. 

C. Prometheus prometheus Kollar. Columbien, Ni- 
caragua, forma haenschi Röber. Columbien. 
Prometheus epimetheus Feld. Columbien. 
Prometheus atlas Röber. Ecuador. 

(C. atlas Röber, Soc. Ent. i. Januar 1904). 
Diese Form hat Herr Stichel in seiner Revision völlig 
übersehen. 

Opsiphanes invirae relucens nov. subspec 
Vorderflügelbinde bedeutend breiter und viel heller 
als bei invirae Hb., stark gekrümmt und sich kaum ver- 
schmälernd über die SM hinausgehend. Endfleck 
rundlich, noch scharf prononciert. Hinterflügelbinde bis 
M I gelblich, dann rostrot, ähnlich wie bei amplificatus deut- 
lich abgegrenzt bis in den Analwinkel verlaufend. Binde 
schmäler als bei amplificatus und remoliaius, distal sehr tief, 
aber fast gleichmäßig ausgeschnitten resp. gezähnt. 

Basalfeld der Hinterflügel und Abdomen lang grau- 
schwarz behaart. 

Stett. entomol Zeit. 1907. 



131 

Unterseite: Aehnlich invirae, gelbe Schrägbinde breiter, 
Ocellen der Hinterflügel größer und (wohl nur individuell) 
durch eine Kette von 4 weißgrauen Halbmondflecken mit 
einander verbunden. 

ö". Auffallend klein, nur 36 mm VorderflügellHnge. 

Patria: San Pedro, Sula, Honduras (Erich Wittkugel 
leg.) I ö^ Coli. Frühst. 

Opsiphanes invirae remoliatus nov. subspec. 
Brassolis invirae Hübner-Wytsmann Exot. Schmett. 

Band 2. t. 299 (66) f. 3, 4 ?. 
O. quiteria meridionalis Stichel i. 1. in coli. Frühst. 
O. invirae Stdgr. Exot. Schmett. p. 214. partim. 
Mabilde, Guia pratica, Porto Alegre 1896 p. 91-92 

Januar bis Juli gemein. 
O. invirae amphficatus Stichel, Gener. Insect. 1904 
p. 21 partim. 
Verglichen mit amplificatus ergeben sich folgende 
Unterschiede. 

,^. Apicalfleckchen gelb anstatt weiß. $. Apicalflecken 
größer und reiner weiß. Transversalbinde beider Flügel 
dunkler ockerfarben, schärfer abgegrenzt namentlich im 
proximalen Teile. 

Hinterflügelbinde des >^ costalwärts schmäler, anal- 
vvärts breiter, dunkler rostrot. 

Distalsaum der Hinterflügel breiter schwarz, Flügel 
noch weniger ausgeschnitten. 

Unterseite dunkler schraffiert, Ocellen größer, ,^$ 
dieser distincten^ Rasse bezettelte Herr Stichel aus Ver- 
sehen in meiner Sammlung als quiteria meridionalis Stdgr. 
(eine Form, die mir gänzlich fehlt), als er meine Collection 
durchmusterte, um Material zu seiner Brassoliden-Mono- 
graphie zu sammeln. 

Die Raupe frißt nach Mabilde Cocos- oder Giriva- 

Stett. entomol. Zeit. 1907 Q"- 



132 

blätter, wo sie wegen ihrer grünen Farbe schwierig zu finden 
ist. Die Raupen verpuppen sich im November-Dezember 
und dann wieder im Juni. Die Puppen sind hellgrün mit 
einem goldenen Punkt auf jeder Seite. 

Nach 20 — 30 Tagen schlüpft der Falter aus, der ge- 
mein und häufig ist und sich unter Palmen versteckt, 

Patria: i .J" vermutlich Sta. Catharina, Rio Grande do 
Sul. I $. 

Opsiphanes invirae agasthenes nov. subspec. 

Vermutlich = Ops. quiteria quinnalis Stdgr. Exot. 
Schmett. p. 213 partim (Chanchamayo). 

Stichel in seiner Brassohden-Monographie kannte auf- 
fallenderweise weder eine invirae-F orm aus Peru, noch aus 
Bolivien. Dessen Beschreibung von quiteria holiviana Stichel 
ist im Gegensatz zu seinen sonstigen musterhaften Diagnosen 
etwas kurz und läßt Zweifel offen, ob er nicht etwa die nach- 
stehend beschriebene isagor as Frühst, mit quiteria identi- 
fiziert hat. 

Staudinger beschrieb quirinalis aus Chiriqui und Peru, 
Type demnach Chiriqui, es ist nun klar, daß Chiriqui und 
Peru nicht eine Lokalform, des so variabeln quiteria, der in 
jedem Tale anders ist, gemeinsam haben können. 

Vermutlich hat Staudinger eine andere Art für quirina 
gehalten, vielleicht eine tamarindi- oder invirae-Form. Es 
mag dem sein wie immer, aus Peru und Bolivien gingen 
mir f;n'i>«ß-Rassen zu, die als solche noch nicht fixiert sind. 

Agasthenes differiert von amplijicatus Stichel durch: 
Größere Gestalt, viel dunklere Färbung; Schrägbinde der 
Vorderflügel bei 2 Exemplaren jenseits der Zelle wie bei 
quiteria tief eingebuchtet. Hinterflügelbinde costalwärts 
hellgelblich und schmal, sich analwärts verbreiternd und 
eine dunkelrostrote Färbung annehmend. Unterseite viel 
dunkler, alle Ocellen größer und breiter schwarz umringelt. 

Patria: Peru, Pozuzo. 2 j*j. 

etett. cntoraol. Zeit. 1907 



133 

forma rectifasciata nobis. 

Noch entwickelter als agasthenes, Vorderflügelbinde 
schmäler, dunkler ockergelb, fast geradlinig verlaufend, d. h. 
weder proximal noch distal erheblich eingeschnürt. 

Patria: Peru, Pozuzo. i j. 

memnon memnon Feld. Mexico, Honduras. 

memnon menes Frühst. Chiriqui. 

memnon telamonius Feld. Columbien. 
forma pavo Röber. Columbien. 

oileus philademus Stdgr. Antioquia, Columbien. 

oileus phorbas Röber. Ecuador. 

placidianus placidianus Stdgr. Sarayacu (Peru), Saö 
Paulo do Olivenca (Stdgr.). 

placidianus micans Röber. Ecuador. 

7. Opsiphanes quiteria Cramer. 

(Pap. quiteria Cramer IV. t. 313. f. A. D. 1782.) 

Nur I S dieser weitverbreiteten Art, deren Raupen 
auf Palmen leben. Verwandte Formen gehen von Panama 
[quirinus Godman) bis ins südliche Brasilien und nach 
Paraguay {meridionalis Stdgr.) 

Die Waupesform kann als 

Opsiphanes quiteria mylasa nov. subspec. 
vorgestellt werden und fällt sofort auf durch die stark ver- 
breiterte orangefarbene schräge Vorderflügelbinde. Die 
gelbliche Antemarginalbinde der Hinterflügel wird im oberen 
Teil völlig absolet und kennzeichnet sich nur noch durch 
3 verloschene runde stecknadelkopfgroße Punkte, setzt sich 
aber unterhalb der zweiten Mediane als ein schwach schim- 
mernder, schmaler, scharf begrenzter Streifen bis in den 
Analwinkel fort. 

Mylasa vermittelt den Uebergang von qnacstor Stichel, 
gefunden am Ostabhang der Anden in Ecuador, zu obidonus 
Frühst, und von dieser zum nomenclatorischen Typus von 
Surinam. 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



134 

Die Hinterflügel von mylasa erscheinen rundlicher, 
weniger ausgezackt als bei den übrigen quiteria-Fovmen und 
die gelbliche Binde der Vorderflügel wird schmäler als bei 
quaestoy. 

Opsiphanes auiteria obidonus nov. subspec. 

Die Amazonasform differiert von quiteria aus Su- 
rinam in folgenden Punkten. 

,^. Gelbliche Schrägbinde der Vorderflügel schmäler. 
Submarginalbinde der Hinterflügel schmäler und länger. 

$. Schrägbinde der Vorderflügel proximal und distal 
schärfer eingekerbt. Submarginalbinde der Hinterflügel 
schmäler und bis M i scharf ausgeprägt. 

Das Analfeld bis nahe an die Zelle breit rotbraun 
überzogen. 

Patria: Obidos, Aug. Sept. 1899 j$. Coli. Fruhstorfer. 

Opsiphanes quiteria philon nov. subspec. 

Die bei obidonus eintretenden Veränderungen pro- 
noncieren sich noch deutlicher bei Espiritu Santo quiteria 
und charakterisieren die schönste der bisher bekannten geo- 
graphischen Formen. 

Die Abweichungen vom Typus aus Surinam ergeben 
sich aus: 

o . Den weniger gewellten Hinterflügeln, Oberseite des 
Abdomen und die gesamte basale Partie der Hinter- 
flügel lang d u n k e 1 b r a u n r o t behaart, ähnlich wie bei 
quirinia Godman von Central- Amerika. Submarginal- 
binde der Hinterflügel bis M 3 laufend, heller gelbbraun, 
schärfer abgesetzt, und im Analwinkel breit dunkelrot aus- 
fließend und mit der roten Basalfärbung verschmelzend. 

Unterseite: Viel dunkler, reicher schwarz schattiert 
besonders in der Vorderflügelzelle. Analfeld und Distalzone 
der Hinterflügel häufig mit violettem Hauch. Der weiße, 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



135 

leicht diffuse Fleck unter der SM der Vorderflügel redu- 
zierter. 

$, Die gelbliche Hinterflügelbinde manchmal bis in 
den Anal Winkel geschlossen, mindestens zweimal so breit 
als beim .^, analwärts noch weiter, prächtig rotbraun aus- 
laufend, so daß der rote Hauch die Zelle erreicht. 

Patria: Espiritu Santo. 3 ,S'^, 4 ??• Coli. Frühst. 

Gleichsam als Satellit von philon existiert neben ihr 
auch eine, man möchte sagen mimetisch geformte, analoge 
Rasse einer zweiten Spezies, nämlich von invirae Hb., die 
durch die tief eingekerbten und ungewöhnlichen breiten gelb- 
lichen Binden aller Flügel zugleich die markanteste aller 
invirae-Yorvaen bildet. Hier wird sie als 

Opsiphanes invirae pseudophilon nov. subspec. 
benannt. 

Habituell etwa amplificattts Stichel von Paraguay 
gleichkommend. Gelbe Binde der Vorderflügel namentlich 
jenseits der Zelle stark gekrümmt. Hinterflügelbinde bis 
M I hellgelb, dann sich stark verbreiternd, als dunkelbraune 
Fortsetzung, jedoch scharf begrenzt in den Analwinkel aus- 
laufend. 

vSowohl der gelbe als der rötliche Abschnitt der Binde 
distal viel tiefer eingebuchtet als bei irgend einer anderen 
invirac-¥oxm. In der Vorderflügelzelle des $ nahe dem Apex 
der Anfang einer rötlich gelben Makel. 

Patria: Espiritu-Santo. j$ Julius Michaelis leg. 
Neue Formen von Opsiphanes cassiae L. 

Der Sticheischen Definition von cassiae möchte ich 
mich schon deshalb anschließen, weil sowohl Gramer wie 
Hübner gleichfalls einen Opsiphanes mit gegabelter Vorder- 
flügelbinde als ,,cassiae'' abgebildet haben. 

Es ist aber unrichtig, wenn Stichel neben cassiae 
deren klassische Heimat (ebenso wie für xanthus L. hcrc- 
cynthia Cr.) das ,,Surinamen", der alten Autoren ist, eine 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



136 

Silbspec, cassiculus Stichel in Surinam existieren läßt. Es 
handelt sich dabei um eine Troclvenform, die neben der 
größeren Regenform aus derselben Lqlvalität (Berg-en-Dal) 
in meiner Sammlung (leg. Jul. Michaelis, von dem auch 
Stichels Typen stammen) vorhanden ist. Also 
0. cassiae L. forma temp. pluv. cassiae 
(= 0. cassiae Cramer, Hübner. 
=: 0. crameri Feld.) 

0. cassiae L. forma temp. sicc. cassiculus Stichel. 
Patria: Surinam. 

Die Diagnosen einiger neuer Formen mögen hier ein- 
geschaltet werden. 

0. cassiae forma pudicus nobis oder subspec. nov. 
(O. crameri Kirby, Catal. Diurn. Lep. p. 126, 1871. 
„Bahia".) 
Transversalbinde der Vorderflügel hellgelblich von der 
Costa bis in den Analwinkel fast gleich breit bleibend. 

Hinterflügel mit einer schmalen, hellgelben, kurzen 
Admarginalbinde die an der oberen Mediane (M i) aufhört. 
$ mit kaum merklichem, rotbraunen Anflug der Hinter- 
flügel. 

Unterseite: Bleichgrau, die gelbliche Schrägbinde 
durchzieht fast in gleichmäßigem Colorit den ganzen Vorder- 
flügel. 

Hinterflügel-Ocellen, auch die analen sehr groß. 
Patria: Bahia. 

Diese heutige Subspecies mit evidentem ,,dry season" 
Charakter ist vermutlich aus einer ursprünglichen Trocken- 
zeitform hervorgegangen, ähnlich den jetzt auch bereits zu 
Subspecies konsolidierten Ost- Java-Formen. Es ist ziem- 
lich gewiß, daß in den übrigen Nordprovinzen Brasiliens 
mit z. T. noch sterileren Bodenverhältnissen und noch 
längeren Trockenperioden als sie in Bahia herrschen, noch 
mehr spezialisierte cassia-Rassen vorkommen. 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



137 

0. cassiae forma decentius nobis. 

Binden wie bei pudicus^ jedoch dunkel orangefarben. 
Unterseite: Ockerfarbene Binde der Vorderflügel kurz, breit 
vom Analwinkel aus nur bis zur mittleren Mediane (M 2) 
reichend an der unteren Mediane (M i) tief von der schwarzen 
Basalfärbung eingekerbt. 

Patria: Minas-Geraes (Rieh. Haensch leg.) 

0. cassiae lucuUus nov. subspec. 

(O. cassiae Bönninghausen Verh. Ver. Naturw. Unter- 
haltung Hamburg 1896, p. 21.) 

o. Vorderflügelbinde dunkelockerfarbcn, costalwärts 
sehr breit, proximal sehr unregelmäßig, d. h. tief eingekerbt, 
sich analwärts ebenso verschmälernd wie Hübners Fig. i. 
Taf. 74. 

Admarginalbinde der Hinterflügel im Gegensatz zu 
ptidicus und decentius gering entwickelt nur aus 2 — 3 diffusen 
Mackeln bestehend. 

$. Transversalbinde der Vorderflügel sehr vergrößert, 
breiter und bleicher als bei cassiae typ. nach innen unregel- 
mäßig verlaufend. 

Admarginalbinde des ^ sehr breit und lang, stets bis 
M 2 hellgelb bleibend und deutlich verlaufend. Analfeld 
rotbraun angeflogen. 

Unterseite: j Gelbliche Analbinde der Vorderflügel 
recht schmal, obsolet. $ Binde sehr breit, bis M 2 hellgelb, 
dann etwas mit rötlichen Schuppen bedeckt, sich bis zum 
Costalrand hinziehend und allmählich verbleichend. 

Ocellen der Hinterflügel sehr groß. 

Der Falter ist bei Rio gemein in Bananengruppen, 
von deren Blättern die hellgrüne Raupe lebt. 

Patria: Espiritu-Santo, 2 3'j 3 W Coli. Frühst. Rio 
de Janeiro. 

Opsiphanes cassiae strophios nov. subspec. 
j. Vorderflügelbinde ähnlich wie bei decentius, nur 
proximal tiefer eingeschnitten. 

Stett. eutomol. Zeit. 1907. 



138 



Hinterflügelbinde bis zu M 3 gelblich bleibend, aber 
viel schmäler als bei lucullus. Analwinkel lebhaft rostrot 
angeflogen. 

Unterseite. Bleichgrau, Analbinde der Vorderflügel 
ähnlich wie bei decentius, jedoch nicht gezähnt. 

Strophius nähert sich rubigatus Stichel von Ecuador 

Patria: Bolivien, Coroico, Mai 1899. 

Opsiphanes invirae isagoras nov. subspec. 

Entsprechend der geographischen Lage steht isagoras 
der ampiificata Stichel näher als androsthcnes. Von beiden 
ist die Bolivienrasse zu trennen : Durch stattlichere an 
quiteria erinnernde, proximal tief eingebuchtete Schräg- 
binden der Vorderflügel und ausgedehnte, besonders costal- 
wärts stark erweiterte Submarginalbinden der Hinterflügel 
die analwärts leichter rot erscheinen als bei androsthcnes. 

Unterseite: Vorderflügel heller, Hinterflügel dunkler 
als ampiificata, das Apicalauge der Hinterflügel größer, 
oblonger, 

Patria: Cochabamba, Bolivien. 

Es ist Stichel bereits aufgefallen, daß sich invirae 
spezifisch abgesehen von den nicht gelappten Hinterflügeln 
und der feineren Schraffierung sowie die gleichmäßige grau 
gezeichnete Vorderflügelzelle der Flügelunterseite, kaum 
von quiteria trennen läßt. Die kleinere Gestalt und lichtere 
Färbung lassen fast den Gedanken aufkommen als sei in- 
virae eine Trockenzeitform. In den südlicheren Flugge- 
bieten fällt es ohnedies schwer, die Grenzen zwischen beiden 
Arten abzustecken, bei den Nordformen, besonders jenen 
von Columbien und Honduras ist die Differenzierung in- 
dessen eine so weitgehende, daß man an der Zusammen- 
gehörigkeit beider Formen zweifeln muß. Es scheint auch, 
daß die Raupen verschieden sind, denn Bönninghausen*) 



"") vide 0. cassiae lucitUus Frühst, weiter ober 
Stett. entomol. Zeit. 1907. 



139 



schreibt: ,,0. quiteria Cr. gemein bei Rio, Raupen auf Pal- 
men. 0. meridionalis Staudgr. sicherlich gute Art, stets 
größer als quiteria; Raupen vielmehr buntgestreift. 

Mit quiteria meint Bönninghausen die invirae-¥ orm., 
mit meridionalis die größere quiteria-Form von Rio de 
Janeiro. 

Wir finden die beiden ,, Arten" nebeneinander in fol- 
den Abstufungen: 



Qui 


teria 


Invirae 


in 


als 


in 


als 


Honduras 


quirinus God. 


Honduras 


relucens 
Frühst. 


Chiriqui 


quirinus God. 


Chiriqui 


cuspidatus 
Stichel 


Columbien 


badius Stichel 


Columbien 


cuspidatus 
Stichel und 
invirae Hbn 


Amazonas 


ohidonus 


Amazonas 


interniedius 




Frühst, und 




Stichel 




mylasa 








Frühst . 






Guyana 


quiteria 
Gramer 


Guyana 


invirae Hbn. 


Mittcl- 


philon Frühst. 


Mittel- 


pseudophilon 


brasilien 




brasilien 


Frühst. 


Südbrasilien 


meridionalis 


Südbrasilien 


remuliata 




Stdgr. 




Frühst. 


Paraguay 


meridionalis 


Paraguay 


amplificatus 




Stdgr. 




Stichel 


Peru 


p p 


Peru 


agasthenes 
Frühst. 


Bolivien 


bolivianus 


Bolivien 


isagoras 




Stichel 




Frühst. 


Stett. entomol. Z 


eit. 1907. 







140 

Opsiphanes tamarindi xiphos nov. subspec. 

(O. tamarindi Kirby, Catal. Diurn Lep. 1871 p. 126, 
Venezuela.) 

Habituell etwas kleiner als tamarindi Feld, von Mexico. 
Grundfarbe gesättigter schwarzbraun, rotbrauner Anflug 
der Hinterflügel nur im Analfeld bemerklich. 

Vorderflügelbinde costalwärts verschmälert, zwischen 
den Radialen stark verbreitert. Endfleck obsolet. Farbe 
der Binde dunkelockerfarben anstatt weiß oder 
bleich gelblich. 

Unterseite: Blasser, namentlich auf den Hinterflügeln 
weniger schraffiert. Transversalbinde durchzieht als breites, 
lichtes, gelbliches Band den ganzen Vorderflügel, während 
sie bei tamarindi nur im Analwinkel als schmaler ocker- 
farbener Streifen auftritt. 

Patria: Venezuela, i j Coli. Frühst. 

Opsiphanes tamarindi pseudocassiae nov. subspec. 

j . Vorderflügellänge 42 mm. 
Diese merkwürdige, kleine Rasse bildet eine Transition 
von cassiae zu tamarindi, indem sie auf den Vorderflügeln 
eine ebenso breite, kompakte dunkel ockerfarbene Binde 
trägt wie cassiae deccntius Frühst, und völlig zeichnungs- 
lose, einfarbige Hinterflügel wie tamarindi. 

Auf der Unterseite hält pseudocassiae in Zeichnung 
und Kolorit etwa die Mitte zwischen tamarindi und xiphos. 

Patria: Manaos, ex antiqua Coli. Wittkugel. i j 
Sammlung Fruhstorfer. 

Opsiphanes batea beata nov. subspec. 
Hübner bildet als hatea eine Form ab, die mir aus Rio 
de Janeiro und Espiritu Santo vorliegt, mit fast geradlinig 
verlaufendem Distalsaum aller Flügel. 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



■141 

Die Sta. Catharina-Rasse differiert vom nomen- 
clatorischen Typus auffallend durch: 

Oberseite: Schwarzer Distalraum der Vorderflügel am 
Apex stark verbreitert, halbbogenförmig und allmählig sich 
verengend, um im Analwinkel beider Flügel viel schmäler 
auszulaufen als bei batea. Jenseits der Zelle ein markanter 
schwarzer Fleck. 

Die gelblichen Apicalmackeln größer als bei balea. 

Unterseite: Distal- und Submarginalregion dunkler, 
dichter schwarz gestrichelt und breiter gebändert. Quer- 
flecken der Vorderflügelzelle beim S schwarzbraun statt 
hell rehfarben, 

Ocellen größer mit ausgedehnterer brauner oder schwar- 
zer Peripherie. 

Patria: Sta. Catharina, Theresopolis bis ca. 1500' 
Höhe. Erscheint etwa im Januar und fliegt bis März, be- 
vorzugt den Waldrand oder das sogenannte C a p o e i r a , 
den krüppligen, lichten Nachwuchs der an Stelle gefällten 
Urwaldes tritt. Die Falter lieben es, von dem süßen Saft 
einiger Sträucher zu naschen, der aus Bohrlöchern kleiner 
Käfer ausfließt und außer Schmetterlingen auch Unmengen 
von Meliponen, Lucaniden, Elateriden und manchmal auch 
Gymnetis (Cetoniden) anlockt. 

Herr Röber hat als didymaon var. panormus eine ver- 
wandte Rasse beschrieben, die sich durch rostroten Anflug 
des sehr breiten schwarzen Außensaums kenntlich macht. 

Opsiphanes batea subsericea nov. subspec. 
(O. batea Mabilde, Guia Pratica p. 91) 
Kleiner als die übrigen hatea-Forvaen, Flügel rund- 
licher, auch beim $ kaum gewellt. 

Schwarzer Distalsaum aller Flügel auffallend schmal, 
proximal unmerklich gewellt, jedoch besonders auf den 

Stett ertomol. Zeit. 1907 



142 

Hinterflügeln ähnlich wie bei panormus Röber ausgedehnt 
dunkel rostrot angeflogen. 

Hinterflügel mit weichem Seidenglanz. Apex der 
Vorderflügelzelle beim ,^ nur ganz leichthin rotbraun, beim 
$ schwarz gefleckt. 

Unterseite: Dunkler als bei beata, Hinterflügel nur 
mit einer aufgehellten kurzen Binde, die nicht über 
die Zelle hinausreicht, alles übrige gleichmäßig rotbraun 
schraffiert. Ocellen oblong, relativ klein. 

Patria: Rio Grande do SuT ^$ (Coli. Frühst.). Er- 
scheint Ende des Sommers und bevorzugt den Waldrand 
oder leichtes Gebüsch (Mabilde). 

Opsiphanes batea praegrandis nov. subspec. 

(O. didymaon Stichel nee. Feld. Gen. Ins. p. 17.) 

Aus Paraguay liegen Exemplare einer riesigen batea- 
Form vor, die unter der Bestimmung ,, didymaon Feld" in 
den Sammlungen behandelt werden. Felders Nachtrag zu 
seiner Diagnose: ,, Unsere Exemplare sind alle kleiner 
als batea Hüb., neben welchen sie vorzukommen scheinen", 
enthält jedoch bereits eine negative Kritik dieser Bestimmung. 

Paraguay batea differieren ferner noch in folgenden 
Punkten von ihren brasilianischen Verwandten: Außen- 
saum aller Flügel proximal tiefer ausgebuchtet, costalwärts 
stark aufgehellt. 

Abdomen oben heller braun. 

Unterseite: Distale Partie der Vorderflügel breiter, 
lichter gelbgrau mit größerer schwarzer Ocelle. Der weiß- 
gestrichelte dreieckige Subapicalfleck ausgedehnter, die 
Transversalbinden der Zelle hellbraun. 

Hinterflügel: Die apicalen Ocellen länglicher, die 
analen mit erweiterter hellbrauner Peripherie. Die gelb- 
liche Discalbinde hellgelb, ausgedehnter, breiter als selbst 
bei batea typica und bis zur Analocelle auslaufend. 

Stett. ontomol Zeit. 1907. 



143 

Die braune Submarginalbinde der Vorderflügel sich 
apicalwärts stark verschmälernd, Anaiocellen der Hinter- 
flügel mit reicher hellblauer Iris, die fast die halbe Zelle 
ausfüllt anstatt der Ideinen ,,Lunule" bei batea. 
Patria: Paraguay. 

Wir kennen somit folgende bräca-Zweige. 
batea batea Hb. Espiritu Santo, Rio de Janeiro. 

batea dubia Röber, Sao Paulo. 
(Blepolenis batea ab. dubia Röb. Soc. Entom. 1906, 

I. Mai p. 19.) 
batea panormus Röber, Nördl. Sta. Catharina, ver- 
mutlich aus Blumenau. 

(Blepolenis didymaon var. panormus Röber 1. c. 

p. 19-20.) 
batea batea Feld. Theresopolis, 1000 — 1500' Höhe 
Südl. Sta. Catharina. 

batea sitbsericea Frühst. Rio Grande do Sul. 
batea praegrandis Frühst. Paraguay. 
didymaon forma didymaon Feld. 

O. didymaon Staudgr. I.e. p. 213; Blepolenis did. 

Röber 1. c. p. 19. 
O. catharinae Stichel B. E. Z. p. 505, 1901. 
ist vermutlich damit synonym. 
didymaon forma ivilhchninae Röber, 

(Blepolenis catharinae var. wilhelminae Röb. 1. c. 
p. 19.) 

Opsiphancs batea Hb. findet sich häufig in Gesell- 
schaft von 

Opsiphancs bassus bassus Feld., 
die mehr sonniges, grasiges und etwas Busch bestandenes 
Weideland liebt. Sta. Catharina. (H. Frühst, leg.) 

Stelt. entomol. Zeit. 1C07. 



144 

Opsiphanes bassus luteipennis Butl. 
Rio Grande do Sul (Colonie Elsenaii.) ist dazu Lokal- 
form, nicht Aberration wie Stichel 1. c. p. i8 angibt. 

Opoptera aorsa litura nov. subspec. 
Habituell größere Lokalform der südlicheren aorsa 
Godt. mit schärfer begrenzten, gelblichen Vorderflügel- 
binden, aber völlig verdunkelten braun violetten, statt gelb- 
lichen Distalsaum der Hinterflügel. 

Abdomen länger und dunkler braun violett behaart. 
Patria: Espiritu Santo (j$ Coli, Frühst.) 
aorsa aorsa Godt. 
(Mabilde 1. c. p. 90 t. 8 f. 2 ^.) 
Patria: Rio de Janeiro Sta. Catharina; Rio Grande 
do Sul (Februar, März sehr selten im dichten Wald). 

Catoblepia berecynthia unditaenia nov. subspec. 
(Potamis superba berecyntia Hübner, Exot. Schmetter. 

Vol. L t. 73 f. I, 2, 1806—18. 
? Opsiphanes xanthus Bönninghausen, Verh. Verein 
für Naturwissensch. Unterhaltung zu Hamburg, 
Febr. i8g6 p. 20. 
Ziemlich häufig bei Rio und Petropolis. Die meer- 
grüne Raupe lebt an stachlichen Palmen.) 

Hübners zitierte Abbildung differiert erheblich von 
Cramers Figur der berecynthia Pap. Exot., vol. H. t. 184. 
F. B. C. 1779, p. 133. Surinam) und zwar: 

1. durch die nicht gekniete oder gewinkelte Vorder- 
flügelbinde, die sich in einem zierlichen Halbbogen auswölbt. 

2. die breiteren und intensiver rotgelben Binden aller 
Flügel ; 

3. die lebhafter rotbraun getönte Unterseite. 

Diese drei Abweichungen charakterisieren zugleich 
die bisher nicht beachtete neue Lokalform, deren Binden 

Stett cntomol. Zeil. 1907 



145 

sich fast ebenso verbreitern, wie bei den typischen here- 
cynthia Gramer bpV, aber lebhafter gefärbt und schärfer be- 
grenzt sind. 

Exemplare, bei denen der Distalraum durchgehend 
schwarz gerandet ist, wie auf Hübners Figur, liegen mir 
nicht vor. 

Bei meinen Rio-j j reicht dieser Saum nur bis zur 
oberen Mediane, dergleichen und einige andere Abweichungen 
sind natürlich unerheblich und meist individuell. 

Nach den tertiär sexuellen Merkmalen beurteilt, differiert 
nnditaenia vom Typus in vier Modifikationen: 

I. durch den viel längeren, dichteren Haarkranz am 
Innenrand der Vorderflügel. 

2. den von diesem Haarbesatz völlig überdeckten und 
viel stärkeren Duftpinsel an der oberen Zellwand der Hinter- 
flügel. 

3. den durchaus schwarzen Haarpinsel der unteren 
Zellwand (der bei berecynthia basal gelb gefärbt ist). 

4. den längeren Haarbüschel im glänzenden Duft- 
becken der SM. 

Patria : Rio de Janeiro. Vermutlich ist xanthus Bönning- 
hausen 1. c. identisch mit undüaenia. Trifft dies nicht zu, 
dann ist zu erwarten, daß Rio xanthus ebenso erheblich vom 
Typus aus Surinam abweichen wie undüaenia von bere- 
cynthia Gramer, denn mit der räumlichen Entfernung ändert 
sich die Art. 

Die herecynthia-'R'SiSsen verteilen sich wie folgt über 
den südamerikanischen Kontinent: 

berecynthia berecynthia Gramer. Guyana. 

(Pap. berecynthia Gramer H. t. 184 p. 133 Surinamen) 
a. forma velata Stichel 
(nicht Subspecies wie Stichel Genera Insector. p. 28, 1904 
schreibt.) 

Rtett. eutom. Zeit. 1907 10 



146 

b. forma latitaenia nobis. 

Transversalbinde der Vorderflügel ungewöhnlich ver- 
breitert und stark gewinkelt. Gelblicher Distalsaum der 
Hinterflügel obsolet. 

Patria: Surinam, alle 3 Formen in Sammlung Fruh- 
storfer. 

berecynthia herecynthia Hopffer. Peru, Ecuador. 

herecynthia luxuriosa Stichel. Columbien. 

herecynthia unditaenia Frühst. Brasilien, mit der 
nicht ganz sicheren Fundortsangabe ,,Rio de Janeiro" 
von Herrn Jul. Arp im Tausch empfangen. 
Catoblepia cyparissa nov. spec. 

Columbien scheint an neuen Opsiphaniden unerschöpf- 
lich zu sein, zu den vielen Arten und Lokalformen, die be- 
reits von dort bekannt sind, tritt nun noch eine neue, sehr 
distinkte Spezies {cyparissa m.), zugleich die zweite Art aus 
der Sticheischen C atoUepiaSe]^i\on B (ohne jedweden Duft- 
haarbüschel an der unteren Wand der Hinterflügelzelle). 

,^. Habitus ähnlich orgetorix Hew. mit ebenso hervor- 
tretendem Apex der Vorderflügel und sanft geschnittenen 
Hinterflügeln. 

Grundfarbe schwarzbraun, Vorderflügel mit den üb 
liehen 3 weißen Apicalpunkten und einer dunkel ockergelben 
Binde, die vom Costalrand (auf etwa 7 — 9 mm Abstand) 
distal von der Zelle, den Vorderflügel durchzieht und sich 
bei der oberen Mediane dem Distalsaum nähert, den sie 
nirgendwo völlig erreicht. Gegen die SM zu verschmälert 
sich die Binde. Auf den Hinterflügeln setzt sich die Binde 
als mäßig breiter Distalsaum fort, der von SC zur mittleren 
Mediane reicht und sich nach hinten allmählich verjüngt. 

Vor der oberen Zellwand ein langer schwarzer Haar- 
pinsel (bei xanthus ist dieser Pinsel hellgelb, bei berecynthia 
schwarz und klein, bei amphirhoc und orgetorix fehlt er völlig), 
ein noch längerer, distal stark gewellter dichterer Haar- . 

Stett. eutomol. Zeit 1907. 



147 

büschel aus einer Falte vor der SM herausquellend, und 
der übliche kleine graue Duftbüschel in dem blanken Duft- 
becken proximal an der SM. 

Unterseite: Basalhälfte der Vorderflügel dunkelbraun, 
die Submarginalregion weiß schraffiert, der Distalsaum 
costalwärts braun, analwärts gelblich. Von der schwarz- 
gekernten Apicalocelle an durchzieht den Flügel eine schmale, 
scharf prononzierte, violett weiße Submarginalbinde. 

Hinterflügel mit einer breiten, braunen schrägen, den 
unteren Teil der Zelle durchquerenden Medianbinde. 

Rings um die großen braun geringelten Analocellen 
ein leicht kaffeebrauner ausgedehnter peripherischer Vorhof; 
alles übrige mit Ausnahme des grünlich braunen Distal- 
saums dicht und fein weiß gestrichelt. 

Zwei schwarze gewellte Antemarginallinien gehen auf 
den Hinterflügeln von SC bis SM, auf den Vorderflügeln 
werden sie bereits vor der mittleren Mediane undeutlich. 

Verwandt mit versitincta Stichel, von der sie ohne 
weiteres durch die längere, stark gekrümmte, proximal 
tief eingeschnittene und auf weiten Abstand von der Zelle 
verlaufende, im übrigen viel schmälere Vorderflügelbinde 
und das Auftreten eines gelben Außensaums der Hinter- 
flügel spezifisch zu unterscheiden ist. 
Patria: Columbien, Muzo. 
Brassohden sind bisher bekannt: 

Aus dem gesamten Brasilien mit Ausschluß des Ama- 
zonas-Gebiets 

32 Arten 

Columbien 28 

Ecuador 26 

Guyana 16 ,, 

Centralamerika 17 ,, 

Stett. eutomol. Zeit. 1907. JO* 



148 

Subfamilie Morphinae Butl. 
8. Morpho menelaus occidentalis Feld. 

M. men. var. occid. Feld. Wien. Ent. Monat. 1862 
p. 123; Rio Negro. 

M. menel. var. melacheilus Staudgr. Exot. Srhmett. 
p. 207 t. 68 :^-'^ Alto Amazonas. 

Vier Exemplare dieser distinguierten Lokalrasse des 
historischen menelaus Linne, aus einem Fluggebiet das geo- 
graphisch dem Fundort der Felderschen Type benachbart 
liegt, decken sich so vollkommen mit Staudingers Abbil- 
dung, daß die Synonymie der Staudingerschen Benennung 
erwiesen ist. 

Morphiden, besonders die völlig blauen bilden durch 
ihre glänzende Erscheinung ein Charakteristicum der süd- 
amerikanischen Landschaft. Sie fallen jedem Naturforscher 
auf, und deren Erwähnung in Reisewerken kehrt ebenso 
sterotyp wieder, wie etwa die Schilderung des Papageien- 
flugs oder das zahlreiche Vorkommen der Colibris. 

Der Verfasser dieser Zeilen hatte die Freude, selbst 
Morphiden zu beobachten in den Wäldern von Sta. Catha- 
rina, besonders aber einem einsamen Seitentale des Capi- 
vary-Flusses, der damals noch wenig von Weißen betreten 
war. Ein kristallener Wasserfall bestäubte dort das Wurzel- 
werk der Urwaldriesen und schuf so einen Anziehungspunkt 
für Falter aller Art. 

Ebenso wie das Wild bestimmte Fährten aufsucht, um 
zum Wasser zu gelangen, so kreuzten dort auch täglich die 
Morphiden, zufällige Lichtungen aufspürend, um der Cascade 
zuzustreben, gleichsam als suchten auch sie dort eine kühlende 
Erfrischung, unter den von dem Gischt des Wassers betauten 
und bewegten, leise säuselnden Wölbungen des hochauf- 
geschossenen Bambus. 

Sie kamen nicht scharenweise, sondern einzeln, ruhe- 
voll herangeschwebt. Und wie gerne wappnete man sich 

Stett. cutomol. Zeit. 11)07. 



149 

mit Geduld, um nach einigen Minuten lautlosen Harrens 
eine zweite der schillernden Gestalten zu erblicken, die als 
edle Beute dem durch Übung fast nie fehlenden Schlage 
verfiel, sobald sie in diesen Bereich sich wagte. 

Den magischen Eindruck, den die Morphiden bei den 
europäischen Reisenden hervorrufen, scheinen auch die 
Kinder der Wildnis von ihnen zu empfangen. Erzählt uns 
doch Dr. Koch (Archiv für Anthropologie, Braunschweig 
1906, V, Heft 4, p. 295.), daß Morpho menelaus als behebtes 
Vorbild zu Tanzzwecken der Rothäute am oberen Rio Negro 
und Yapura-Waupes erwähnt wird. 

,,So ist der große azurblaue Schmetterling Tataloko, 
der mit seiner leuchtenden Farbenpracht das Auge entzückt 
und wie ein herabgekommenes Stückchen Himmel anmutet, 
einer der gefährlichsten Dämonen. Er hat seinen Sitz in 
der Yurupary Cachoeira, dem obersten und höchsten Fall 
des an Stromschnellen so reichen Rio Caiary-Waupes, wo 
er in einem großen Topf die Malaria braut, so daß alle, die 
von dem Wasser trinken, krank werden. In der Tat tritt 
an dem sonst so gesunden Fluß oberhalb dieses Kataraktes, 
wohl infolge des dort ganz anderen, weißen fast stagnieren- 
den Wassers, Malarii\ auf, was ich leider an meinem eigenen 
Leibe erfahren mußte. 

Die Maske des Schmetterlings ist durch die aus Flecht- 
werk hergestellten mit bunten Mustern bemalten Flügel, 
die zu beiden Seiten des Kopfes angenäht sind, und dem 
aus Cipo (Schlingpflanze) gebogenen Rüssel wohl charak- 
terisiert. Die zackige Zeichnung auf der Brust des Masken- 
körpers deutet das Flattern des Schmetterlings an. Der 
Tänzer trägt in der einen Hand das Attribut der unheilvollen 
Tätigkeit seines Dämons die Trinkschale, wieder die er im 
Takt mit einem Stäbchen schlägt." 

Menelaus bewohnt die drei Guyana, und das ganze 
Amazonasbecken, sich dort flußaufwärts gradatim abstufend 

Stett. eatomol. Zeit. 1907. 



150 

und Lokalrassen bildend. In Columbien hat sich aus dem 
normalen alten Stamm bereits ein neuer Zweig geformt und 
in amathonte Deyr. eine vicariirende Spezies entstehen lassen, 
der seinerseits wiederum die Ausläufer bis Costa Rica ent- 
sendet. Ecuador, Peru und Bolivien zeugten ähnliche For- 
men, die sich um didius Hopffer gruppieren und eine vierte 
Ausstrahlung fühlt sich in Brasilien heimisch, dort bis Sta. 
Catharina vordringend. 

Systematisch kennen wir nun folgende Einheiten: 
A. Ocellen der Flügelunterseite rotgeringelt. 

a. menelaus menelaus L. 1758. Surinam. 

Pap. menelaus L. Mus. Ulr. p. 200, 1764, Syst. Nat. X. 

p. 461. 
Gramer 1. c. t. 21 p. 32 Surinam. ,^. 
?. Pap. nestor Gramer I. t. 19. f. A. B. p. 27. Surinam. 

Genau mit Gramers Bild sich deckende Exemplare ex 
Surinam in Goll. Fruhstorfer. 

b. menelaus terrestris Butl. 1866, Villa Nova resp. 
jetzt Villa Bella, am untersten Amazonas. 

(Morpho terrestris Butl. Ent. Mo. Mag. II. 1866. 
a. Forma melanippe Butl. 1. c. 
(Unterseite der Vorderflügel nur ein Auge.) 

c. menelaus subspec. Obidos Aug. Sept. 1899. Jul. 
Michaelis leg. 

(M. menelaus ab. melanippe Staudgr. 1. c. p. 207. 
Obidos, Santarem. 

Schwarzer Distalsaum der Vorderflügel verbreitert 
sich bereits am Apex und bleibt, sich langsam verschmälernd, 
bis in den Analwinkel ausgeprägt. 

i. viel größer als nestor mit bereits fingerbreitem, 
weißen Gostalfleck und stark vergrößerten Submarginal- 
punkten der Vorderflügel. Hinterflügel distal etwa 2 mm 
breit schwarz gerandet. 

Stett. ectomol. Zeit. 1907. 



151 

Noch weiter stromauf nimmt die Schwarzbesäumung 
zu, sich am Außenrand der Hinterüügel auf etwa 4 mm 
erweiternd. 

So mit 3 — 5 weißen Subapicalpunkten der Vorder- 
fUigel. 

d. menelaiis occidentalis Feld. Oberer Amazonas, 

Rio Negro, Rio Waupes. 

Morpho nestira Hübner. 

Den brasihanischen Zweig des M. menelaus hat Hübner 
bereits vortreffhch abgebildet. Nestira ist nördlicher als 
Espiritu Santo bisher nicht gefunden worden, vielleicht 
gedeiht sie nicht in den trockenen Provinzen aus Mangel 
an Futterpflanzen; andererseits ist es sehr wahrscheinlich, 
daß aus Matto Grosso und Goyas noch menelaus-K.diSse.n zu 
erwarten sind, die Übergänge vom nomenclatorischen Typus 
zu nestira bilden dürften. Nach dem auf dem Continent 
bekannten Material möchte ich nestira Artrechte zuge- 
stehen, denn ich glaube bestimmt, daß die Raupen der 
Amazonasform wesentlich verschieden sein werden von jenen 
der nestira. Ohne Kenntnis der Larvenzustände läßt sich 
über die beiden Morpho niemals ein sicheres Urteil bilden, 
und die Beantwortung der Frage ob Spezies oder Sub- 
spezies bleibt eine problematische, von der Willkür und der 
jeweiligen Anschauung des Interessenten abhängig. 

\^on nestira lassen sich 3 (übrigens wenig distinkte) 
Lokalrassen unterscheiden . 
a. nestira Hb. 

(Leonte nestira Hb. Sammig. Exot. Schmetterlinge 
1816— 1824. 

Morpho menelaus var. nestira Kirby, Cat. 1871, p. 123. 
Amazonas sup. ex errore. 

Morpho nestira Staudgr. Exot. Schmett. p. 208. 

Dunkelblaue oj mit breitem, schwarzen Außensaum 
aller Flügel, großem weißem Apicalpunkt der Vorderflügel 

Stett. enfomol. Zeit, 1907. 



152 

und scharf abgesetzter dunkelbrauner Medianbinde auf der 
Unterseite aller Flügel. 

$ mit dunkelblauem Anflug der proximalen Flügel- 
partie. 

Patria: Sta. Catharina. 

b. tenuilimbata nov. subspec. 

,^. Lichtblau, schwarzer Distalsaum namentlich der 
Hinterflügel sehr schmal, Unterseite heller, mehr graubraun 
ohne scharf umgrenzte Medianregion. 

? mit lichtblauem Basalanflug, weiße Vorderflügel- 
binde stark verbreitert, vor dem Apex der Vorderflügel- 
zelle eine große runde weiße Mackel, die sich unterseits 
als prächtiger Silberfleck wiederholt. 

Ocellen der Vorderflügelunterseite obsoleter. 

Patria: Espiritu Santo, Rio de Janeiro. 

c. mineiro nov. subspec 

o 75 mm, ^ 83 mm, gegen nestira mit j 90 mm, $ 
98 mm Vorder flügellänge. 

Eine kleine Lokalform, vielleicht auch nur das Pro- 
dukt eines Landstriches mit langanhaltender Trockenheit. 

S. Gesättigt blau mit namentlich im Verhältnis zur 
Kleinheit sehr breitem, schwarzen Distalsaum aller Flügel. 
Weißer Costal- und Apicalfleck verkleinert. 

Unterseite: Vorderflügel. Basale Flügelpartie^gleich- 
mäßig dunkelbraun gefärbt, distale Region grünlich grau 
beschuppt. Die bei nestira meist prominenten postdiscalen 
Silberflecke bis auf wenige Atome verschwunden. 

Alle Ocellen reduziert, sehr klein, A'orderflügel nur 
mit einem Auge zwischen den IMedianen. 

$. Schwarzer Aussensaum aller Flügel breiter, gleich- 
mäßiger, die ihm aufsitzenden weißen Submarginalpunkte 
prominenter, rundlich anstatt strichförmig. Die weiße 
Vorderflügelbinde jenseits der Zelle durch den intensiveren 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



153 

und distal vordringenden Blauschiller so verschleiert, daß 
sie nur noch bei gewisser Beleuchtung zu Tage tritt. Der 
blaue Basalanflug aller Flügel hchter. 

Unterseite: Ocellen wie beim ,^ stark verkleinert, die 
Halbmonde der Vorderflügel offener. Der die Ocellen nach 
innen umgebende Silberschmuck dunkler, mehr ins Bronze- 
farbene übergehend. 

Patria: Minas Geraes 2 So, 2 $$. Coli. Fruhstorfer, 
Rieh. Haensch leg. 

Mineiro ist ein Analogon zu M. hercules richardi Frühst, 
von derselben Herkunft und ähnlich pygmäenhaft ver- 
kümmert im Habitus und der Ocellenbildung. 

B. Ocellen der Flügelunterseite 
gelb geringelt. 
amathonte amathontc Deyrolle. 
(M. amathonte Deyr. Ann. Soc. Ent. Fr. 1860 p. 211.) 
Columbien. .j^. Coli. Fruhstorfer. 

amathonte centralis Staudgr. 
(M. amathonte var. centr. Staudgr. 1. c. p. 208.) 
Patria: Chiriqui (Type) Nicaragua, Panama (Godman), 
S 2 5$ Coli. Frühst. 

Morpho godarti Guer. 
(M. God. Guerin. Icon. Regne. Anim. Ins. p. 487, 1844.) 
Es. will mir nicht gelingen, durchgreifende Unter- 
schiede zu finden zwischen dieser Art und didiiis Hopffer 
und es scheint mir fast, als handle es sich um Lokalrassen. 
Die ¥$ sind z. Z. noch enorm selten, was die Beurteilung 
noch mehr erschwert. 

Für heute möge folgende provisorische Verteilung des. 
Bekannten Platz finden : • 

godarti godarti Guer. Bolivien. 

godarti assarpai Röber. Peru. (3 jq einer hell- 

Stett. enlomol. Zeit. 1907. 



154 

blauen, i j einer dunkelblauen Form aus Pozuzo 
800 m, Mittelperu, Coli. Frühst. 
(M. g. V. assarpai Röb. Stett. Ent. Ztg. 1903, p. 348-349.) 

didius didius Hopf f er. 
(M. did. Hopff. Stett. E. Z. 1874 p. 355. Staud. Ex. 

Schmett. p. 208 t. 67. ^. Chanchamajo. 
Peru, 2 ,^3" ohne genaueren Fundort, etwas größer 
heller und feiner blau als der vorige, mit hellgrauer anstatt 
brauner Flügelunterseite und reichen Silberornamenten inner- 
halb der HinterflügeloceHen. 

didius forma ? alexandrowna Druce. 
(Trans. Ent. Sog. 1874, p. 155.) 

Patria: Huasampillo, Peru. Vielleicht Lokalrasse von 
didius. 

didius julanthiscus nov. subspec. 
In der Färbung ein Mittelglied zwischen didius und 
assarpai, größer als beide. 

Unterseite: Alle Ocellen mit goldener Peripherie. Rote 
Antemarginalbinden aller Flügel intensiver und prägnanter, 
ebenso deren schwarze Begrenzung, die proximal noch von 
einer bronzefarbenen Schmuckbinde begleitet wird, welche 
bei didius fehlt. Die Transversalbinden der Vorderflügel- 
zelle und die proximalen Goldhelme der HinterflügeloceHen 
unscheinbarer als bei didius, deutlicher als bei assarpai. 

Patria: Santa Inez, Ecuador, 3 ,jJ (Rieh. Haensch, 
leg.) Coh. Frühst. 

Die Zusammengehörigkeit mag sich auch so verhalten: 
godarti godarti Guer. Bolivien. 
godarti assarpai Röb. Mittelperu. 
godarti didius Hopff er. Chanchamajo. 
godarti forma alexandrowna Druce (Zeitform indiv. 

Aberration?) Peru. 
godarti julanthiscus Frühst. Ecuador. 

stett. ectomol. Zeit. 1907. 



155 

Von der Kenntnis der Raupen hängt die fernerliegende 
Entscheidung ab, ob nicht alle vier mit menelaus L. als 
geographische Ausläufer in Connex gebracht werden können. 

9. Morpho deidamia neoptolemus Wood. 

Die Auffindung dieser typischen Lokalform ist sehr 
wichtig zur Klärung der bisher sehr fraglichen Synonymie. 
Basalteil aller Flügel schwarzbraun, nur distal mit leichtem 
dunkelblauen Schimmer. 

$. Die blaue Medianbinde aller Flügel breiter, dunkler 
aber leuchtender blau als bei deidamia von Surinam und 
Obidos. 

Unterseite etwas blauer, aber mit reicheren weißen 
Adernetzen bedeckt. 

Übersicht der deidamiaSvihsY>e.c\es: 

a. deidamia deidamia Hb. 

Leonte deidamia Hübner, Verz. bekannter Schmetter- 
linge, p. 52, N. 487, 1816: nom. nudis für Cramers 
Pap. achilles, I. t. 27. A. B. $ t. 28. A j . 

Potamis conspicua achilles Hüb. 1. c. N. 487. 

Patria: Surinam, Viele j$$ Coli. Fruhstorfer. 

b. deidamia erica nov. subspec. 

Exemplare vom unteren Amazonas differieren von 
typischen Stücken durch die konstant schmäleren, silber- 
weißen Netzzeichnungen der Flügelunterseite. 

Patria: Obidos, unterer Amazonas, Aug. Sept. 1899, 
Jul. Michaelis leg. 

2 ^$. Coli. Frühst. 

c. deidamia neoptolemus Wood. 

(M. neoptolem. Wood. 111. Nat. Hist. HI. p. 521. f. 
1863 Amazonas sup. Morpho deid. var. neopt. 
Staudg. I.e. p. 210 t. 70 kleiner S) 

Stett. eotomol. Zeit 1907. 



156 

Patria Oberer Amazonas, Rio Waupes (2 j 2 $ Coli. 
Frühst.) Dr. Th. Koch leg. 

d. deidamia hermione Röber. 

(Morpho hermione Röb. St. E. Ztg. 1903 p. 354.) 
Patria: Columbien. 

e. deidamia Pyrrhus Staudgr. 

(M. deid. var. pyrrhus Stdgr. 1. c. p. 210.) 
Patria: Chanchamajo, Peru. 

f. deidamia electra Röber. 
(M. electra Röb. 1. c. p. 355.) 
Prächtige Lokalrasse. 

Patria: Bolivien i ,^ Coli. Frühst. 

g. deidamia briseis Feld. 

(M. briseis Feld. Reise Nov. p. 459.) Discalbinde 
schmäler als bei deidamia, Flügel rundlicher und 
weniger gewellt. (Felder). 

Patria: Ignota. Brasilia centralis ( ?). 

10. Morpho achilles theodorus nov. subspcc 
Analog Morpho menclaus L. treffen wir im Amazonas- 
Gebiet auch Morpho achilles L. in verschiedenen Abstu- 
fungen in der Weise, daß achilles von Surinam sehr schmale, 
von Obidos breitere und vom oberen Strom und dem Waupes 
stark verbreiterte blaue Medianbinden aller Flügel aufweist. 
Die Form vom Waupes bildet den Übergang zu pa- 
pirius Hopf f er von Peru, die durch noch ausgedehntere 
Bänderung charakterisiert ist und Icontina Feld, von Co- 
lumbien, die habituell durch geringere Größe stark abweicht. 
Bei der Waupes-Rasse, die zu Ehren ihres Entdeckers 
theodorus taufe, beginnen sich auch die weißen Costalmakeln 
der Vorderflügel zu verringern, das $ hat deren nur 2 (an- 
statt 3 bei achilles und amazoiiicus). Die innere (proximale) 
Begrenzung der Hinterflügelocellen von theodorus ver- 
schmälert sich und die Wellenbinden nehmen eine grün- 
liche, anstatt weiße Färbung an. 

Stett entomol. Zeit. 1907. 



157 

Die Peripherie der Ocellen neigt zur Vergrößerung 
und wird hellgelb wie bei vitrea Butl. von Bolivien, anstatt 
dunkelockergelb wie bei den Formen des unteren Gebiets. 

Das merkwürdigste ist, daß Dr. Koch neben den 
dominierenden Exemplaren mit breiten Blaubinden auch 
I $ aufgefunden hat, das mit seinen schmalen Transversal- 
binden, den großen discalen weißen Punkten der Vorder- 
flügel-Oberseite (die bei amazonicus und thcodorus fehlen) 
und namentlich aber der ausgedehnten submarginalen und 
discalen Weißbänderung der Flügelunterseite einen Rück- 
schlag zu achiUes typicus bildet. 

Von achüles L. differiert dieses Waupes ^ jedoch durch 
den überaus lebhaften goldgrünen, feurigen Schiller. 

(forma micans.) 

Patria : Waupes 2 J"? Dr. Koch leg. Oberer Amazonas, 
Juni 1898, I o ex coli. Riffarth. 

Die Synonymie der acM/^-s-Formenkette verhält sich 
wie folgt: 

a. achüles achilles L. 
Pap. achilles L. Mus. Ulr. p. 211. 1764. 
Pap. helenor. Cramer. I. t. 86 A B. 1779 p. 135. Su- 
rinam. 
Morpho achilles Staudgr. 1. c. p. 208 t. 70 ^. 
Patria: Surinam 2 jV. Coli. Fruhstorfer. 

a) forma leonte Hb. 
(Potamis conspicua leonte Hb. Exot. Schmetterl. I. 

t. 79 3 t. 80 ?.) 
Merkwürdige individuelle Aberration mit eigentüm- 
licher hackenartiger Verlängerung der proximal aufge- 
bogenen blauen Medianbinde aller Flügel bei ,i$. 
Patria: Ignota; vermutlich Surinam. 

B) forma lacrimans nom. nov. für 
Pap. helenor Cram. IV. t. 373 fig. C. p. 165, 1782. 

StoU. eutomol. Zeit. 1107 



158 

Ocellen der Hinterflügel-Unterseite ausgeflossen, wie 
dies ähnlich bei vielen Morphos und Stichophthalma ton- 
kiniana Frühst, gelegentlich vorkommt. 

Patria: Surinam. 

b. achilles amazonicus nov. subspec. 

Größer, Längsbinden leuchtender blau, etwas breiter. 
Weiße Submarginalpunkte der Vorderflügel prominenter, 
die postdiscalen Weißpunkte aber entweder gänzlich fehlend 
oder obsolet. 

Patria: Obidos, Aug.- Sept. 1899 3 ^j^. Jul. Michaelis 
leg. Coli. Frühst. 

a) forma thetis Butl. 

(M. thetis Butl. Ent. Mo. Mag. V. p. 81, 1865. 

M. achilles ab. thetis Staudgr. 1. c. p. 209.) 

Vorderflügel-Unterseite augenlos . 

Patria: Para. 

c. achilles theodorus Frühst. 

M. achilles Staudgr. 1. c. p. 209. ,, Augenflecken der 
Flügelunterseite mit schmaler, geringelter Iris, die zuweilen 
sehr breit und ganz gelb auftritt, namentlich bei einem <S 
aus Pebas". Staudinger. 

«) forma micans Frühst. 

Patria: Waupes (Coli. Fruhstorfer), Pebas, Alto Ama- 
zonas. 

d. achilles papirius Hopf f er. 

M. papirius Hopff. S. E. Ztg. 1874. p. 356. Peru. 

Stdgr. 1. c. Chanchamajo. 
Blaue Vorderflügelbinde dehnt sich bis zu den weißen 
Randflecken aus. 
Patria: Peru. 

e. achilles (?) viirea Butl. (siehe auch achillacna). 
M. vitrea Butl. Ent. Mo. Mag. p. 203, 1866. 
Patria: Bohvia. 3 S3- Coli. Frühst. 

Stett. outomol Zeit 1907 



159 

f. achilles Jeontins Feld. 

M. leontius Feld. Reise Nov. 1867, p. 458. 

Bedeutend kleiner als alle vorhergehenden. Ocellen 
der Hinterflügelunterseite breit lebhaft bronzegrün um- 
randet. 

Patria: Columbien. 

g. achilles trojana Röber. 

M. trojana Röber St. E. Z. 1903, p. 353-35-1- 

Größer als leontius aber unterseits wenig verschieden. 
Die nachfolgende coelestis steht zwischen beiden. Sfi$ sind 
anscheinend sehr selten. Trojana ist ungemein variabel, 
2 Formen sind jedoch so hervorragend, daß sie benannt 
zu werden verdienen. 

a) S forma mullea nobis. 

Grundfarbe dunkelrotbraun, oberseits düster violett 
Übergossen. Medianbinde dunkelblau, sehr schmal peri- 
pherisch blauviolett. Submarginalpunkte mattrosa, 
grauviolett schimmernd (anstatt weiß ! !) 

Unterseite: Alle sonst weißen Zeichnungen dunkel- 
graugrün, Ocellen dunkelockergelb umringelt, Ocellen sehr 
klein, auf den Vorderflügeln nur eine statt der üblichen drei. 
ß) $ forma mystica nobis. 

Oberseite normal. 

Unterseite: Die gesamte Partie der Vorderflügel von 
der schon etwas graugrün verschleierten weißen proximalen 
Occllenbegrenzung bis an die schwarzbraune Admarginal- 
binde licht graugrün. 

.Hinterflügel . Schwarzbraune Submarginalbinde doppelt 
so breit wie bei normalen trojana. Die ganze übrige Distal- 
zone bis über die Ocellen hinaus dunkel moosgrün beschuppt. 
Die Schuppen sitzen sehr dicht und bilden ein kompaktes 
Feld, das sich in sackartiger Form um die Ocellen herum 
biegt, die Ocellen selbst noch völlig umgehend. 

Des weiteien enthält meine Sammlung noch eine 
große Serie Exemplare mit ausgedehnt grün beschupptem 

Sletl. cutomol. Zeit. 19j7. 



160 

Analfeld der Hinterflügel-Unterseite und reicher grüner 
proximaler Ocellenbegrenzung. 

Patria: Paraguay, i6 J'J. Coli. Frühst. 

h. achüles coelestis Butler. 
M. coelestis Butl. E. Mo. Mag. p. 203, 1866. 

Staudinger 1. c. p. 209, Röber 1. c. p. 349-350. 
Patria: Rio Grande do Sul, 2 3S 1 ^ (Coli. Frühst.). 

Diese Form scheint in Rio Grande sehr lokal zu sein, 
da sie weder Weymer, Lepidopterenfauna dieser Provinz, 
St. E. Z. 1894 noch Mabilde, Guia Pratica, aufzählt. 

Es ist sehr zu bedauern, daß über die Raupen dieser Form 
noch nichts bekannt ist, denn sie bildet einen morpholo- 
gischen Übergang von achüles zu trojana, hat aber nur ge- 
ringe Ähnlichkeit mit achillaena achillides Feld., deren Re- 
präsentant sie in Rio Grande sein muß. Es ist sehr wahr- 
scheinlich, daß der coelestis irojana-Zweig einen jüngeren 
Descendenten des achilles-Stsunmes vorstellt als die erheb- 
lich differencierte achillaena-Gruppe, die deshalb phyletisch 
älter sein dürfte. 

Würden übrigens in Bolivien und Peru nicht achillacna- 
Rassen neben achüles vorkommen, könnte man ohnedies 
versucht sein, achillaena ohne weiteres mit achüles zu ver- 
einigen, um so mehr als hahiana Frühst, im Norden ,coelestis 
Butl. im Süden den Übergang vermitteln. Vielleicht finden 
sich noch weitere Zwischenstufen in den Nord- und Central- 
provinzen Brasiliens, dann ist der Kreis vöUig geschlossen 
und die Existenz zweier Lokalformen einer Art in Gebirgs- 
ländern wie Bolivien und Peru ist an sich nicht weiter 
rätselhaft, weil ja Einwanderungen von zwei Seiten erfolgt 
sein können. 

Übrigens haben anscheinend so unerklärliche Verbrei- 
tungsrichtungen häufig einen geologischen Hintergrund, 
dessen Erforschung einem Zufall vorbehalten bleibt. 

Stett. CDtomol. Zeit. 1907. 



161 

Zur öcÄ///^s- Gruppe gehört auch: 

Morpho peleus Röber. 

(Stett. Ent. Zeitg. 1903, p. 352.) 

Patria: Venezuela. Röbers Type ist in meiner Samm- 
kmg, ebenso ein zweites damit identisches j. Blau 
der Oberseite ähnlich peleides, Basalhälfte ähnlich trojana 
Röber. Unterseite wie bei achilles. 

Eine zweite Spezies, die ähnlich peleus zwischen achilles 
und peleides Kollar sich einschiebt, ist: 

Morpho popilius Hopf f er. 

(Stett. Ent. Z. 1874, p. 357. Bolivien, Venezuela (?). 

Staudgr. 1. c. p. 209). 
von der ich nicht sicher bin, ob sie nicht mit viirea Butl. 
kollidiert. Oberseite wie peleides, Vorderflügel jedoch rund- 
licher, Unterseite ähnlich trojana, aber mit dunkler bronze- 
farbenen Binden und Ocellenbegrenzung. 

Patria: Bolivien. 

Morpho achillaena Hübner. 
Leonte achillaena Hübner, Exot. Schmett. II. t. 286 

(73) f- I- 2. 

Hübners Bild paßt vortrefflich zu Exemplaren aus 
Rio de Janeiro und Espiritu Santo. In den übrigen brasi- 
lianischen Provinzen begegnen wir Lokalformen, die z. T. 
schon lange bekannt sind. 

Von Norden nach Süden gehend verteilen sie sich: 
a. achillaena hahiana Frühst. 1897. 

(M. ach. bah. Frühst. Entom. Nachrichten p. 254.) 

Weiße Costalflecken der Vorderflügel reduziert, dafür 
treten ähnlich wie bei achilles L. weiße Discalpunkte auf. 
Die winkelförmige proximale Grenzbinde der Hinterflügel- 
ocellen der ^^ zusammenhängend. 

Patria: Bahia, 2 ^j, 3 $$. Richard Haensch leg. (Coli. 
Frühst.) 

stett. entomol. Zeit. 1907. 11 



162 

b. achillaena pellana nov. subspec. 

j . Der weiße Costalfleck der Vorderflügel reicht nur bis 
SC und besteht beim 3 nur aus 2, anstatt 3 Teilen wie bei 
der nachfolgenden achillaena. Schwarzer Distalsaum der 
Vorderflügel schmäler, schärfer begrenzt. 

^. Der weiße Costalfleck ausgedehnter als bei achillaena, 
es finden sich sogar noch Spuren weißer Makeln zwischen 
den Medianen. Gesamtfärbung lichter blau. 

Unterseite: Ocellen kleiner als bei den übrigen achil- 
laena, Submarginal- und ultracellulare Transversalbinde 
aller Flügel erheblich breiter. 

Patria: Minas Geraes, 2 So i ?• Rieh. Haensch leg. 
(Coli. Fruhstorfer) . 

c. achillaena achillaena Hübner. 

Patria: Espiritu Santo, Rio de Janeiro 4 0*$. 

d. achillaena paulista nov. subspec 

(Morpho achilhdes Stdgr. 1. c. p. 209. ,,In Sao Paulo 

kommt achillides mit noch dunklerem Basalteil, 

aber mit demselben Grünblau wie die Stammform 

vor.") 

Distalsaum aller Flügel tief eingeschnitten. Der weiße 

Costalfleck besteht aus 4 schmalen Komponenten. 

Basalfeld aller Flügel dunkler als bei achillaena, der 
Blauschiller gesättigter, aber noch glänzender ohne Spur 
der violetten Tönung von achillides. Die weiße Transversal- 
binde der Vorderflügelunterseite anfallend rein weiß und 
sehr ausgedehnt. 

Patria : San Paulo. 

e. achillaena achillides Feld. 

:j^ Oberseite prächtig dunkelblauviolctt. Die costale 
Weißfleckung setzt sich beim ;^ noch zwischen den Median- 
adern fort. Submarginalmakeln der Vorderflügel stark 
vergrößert. 

Stett eutomol. Zeit. 1907. 



163 

Patria: Sta. Catharina 2 j$, H. Fruhstorfer, Thereso- 
polis 1886 leg. 

f. achillaena subfasciata Röber. 

Morpho hector var. subfasciata Röber St. E. Z. 1903, 

P-35I- 

Patria: Peru, i j Type, von Rosenberg in London ge- 
kauft, in Kollektion Fruhstorfer. 

Diese gute Lokalform gehört zweifellos zu achillaena. 
Hector Röber ist mir unbekannt, es ist jedenfalls eine Form, 
die in die achilles achillaena-Gruppe gehört und etwas un- 
bestimmt begrenzt. 

Auch scheinen die Fundorte ,,Columbien und Bo- 
livien" wohl (Händlerbezeichnungen) sehr fraglich, denn es 
ist ganz ausgeschlossen, daß sich zwischen eine Art, die in 
Columbien und Bolivien zugleich vorkommt, eine Subspezies 
in Peru einschiebt. Ich fürchte zudem, daß hectoy (oder 
dessen columbisches Fragment) einerseits mit Icontina Feld., 
andrerseits mit (die bolivianische Ausgabe) vitrea Butl. 
kollidiert. 

g. achillaena vitrea Butl. 

(M. vitrea Butl. Ent. Mo. Mag. p. 203, 1866, Stdgr. 
1. c. p. 208.) 

Patria: Bolivia. 

Mir in natura unbekannt, dürfte aber subfasciata 
Röber sehr nahe stehen und ist hector Röber eventuell da- 
mit identisch. 

Morpho granadensis Felder. 
Felder, Reise Novara Lep. 1867, p. 458-459, Bogota 

(ex errore). 
Staudgr. 1. c. p. 210-211. 
Morpho polybaptus Butl. A. Nat. Hist. XV. p. 338, 

1875- 
Morpho candelarius Staudgr. Verh. Z. B. Ges. Wien 
25, p. loi, 1876. 

Stett. eiitoinol. Zeit. 1907. 1 l* 



164 

Die Vermutung Felders, daß granadensis etwa die 
columbisclie Lokalrasse der deidamia Hb. sein könnte, trifft 
nicht zu. Es sind übrigens fast drei Dezenien verflossen, 
ehe die wahre columbische deidamia entdeckt und erkannt 
wurde, es ist dies deidamia hermione Röb., die ebenso, wenn 
nicht seltener zu sein scheint, als granadensis Feld selbst. 

Patria: Columbien. i 3 Coli. Frühst. 

Morpho granadensis lycanor nov. subspec. 
$. Habituell größer, Distalsaum breiter, der Blau- 
schiller satter als bei granadensis Feld, von Columbien. 
Basalteil aller Flügel dunkelviolett schillernd. 

Unterseite: Die eigentümlich bleich ockergelben Bin- 
den der Vorderflügel ausgedehnter, sämtliche Ocellen größer. 
Die weißlichen an deidamia erinnernden Streifen und Binden 
dunkler. 

Patria: Salidero, Ecuador. 

Vermutlich differiert auch polyhaptus Butl. vom co- 
lumbischen nomenclatorischen Typus, so daß sich grana- 
densis in drei bekannte Lokalformen abstuft : 

granadensis polyhaptus Butl. Costa Rica, Panama. 
granadensis granadensis Feld. Columbien. 
granadensis lycanor Frühst. Ecuador. 

(Schluß folgt im H. Heft 1907.) 



Slett. eutomol. Zeit 1907. 



ifori- 



165 



Monographie der Subfamilie 
y^ Machaerotinae Stäl, 

ein Beitrag zur Kenntnis der Cercopiden. 

(:\lit 8 Ti-xttiguren.) 
\'o\\ E«luiiiiifl Nrliuiiflt in Stettin. 



Zu dieser kleinen Monographie benutzte ich neben 
dem sehr reichen Material des zoologischen Museums in 
Stettin, das des Königlichen Museums zu Brüssel und des 
Königlichen zoologischen Museums in Berlin. Den Herren 
Prof. Dr. Brauer, Direktor des zoolog. Museums, Berlin 
und Herrn Dr. Th. Kuhlgatz, Assistent am gleichen Museum 
und Herrn Dr. Severin, Kustos am Museum in Brüssel, 
sage ich für die Freundlichkeit, mir das Material der beiden 
Museen zugänglich gemacht zu haben, meinen aufrich- 
tigen Dank. 

Leider wurde meine Bitte an das K. K. Naturhistori- 
sche Hofmuseum in Wien, mir das IMaterial dieser Sub- 
familie zur Bearbeitung zu überlassen, ablehnend beant- 
wortet, weil fast alle Exemplare Typen von Signoret seien 
und Typen nicht versandt werden; ich habe daher die 
Arten Signoret's nicht gesehen und nicht untersuchen 
können. 

Der Charakter dieser Subfamilie ist das sehr große, 
stark nach hinten verlängerte Schildchen, welches in Form 
und Gestalt sehr verschieden gebildet ist; es ist stets länger 
als das Pronotum, zuweilen flach und grubig vertieft, auch 
stark gewölbt und ohne Dornfortsatz, zuweilen flach und 
stark gewölbt mit längerem oder kürzeren, apacilen Dorn- 
fortsatz. Der Kopf ist mehr oder minder vorgezogen und 
gewöhlich gerundet, doch tritt ein Kopffortsatz zuweilen 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



166 

auf, der bei der Gattung Sigmasoma zu einem säbelförmigen 
Fortsatz verlängert ist. Die Bedornung der Hinterschienen 
ist verschieden, es treten bis 2 Dorne auf. Die Deckflügel 
sind hyalin mit einem auch zwei Clavusnerven ; Media und 
Cubitus sind im Mitteldrittel verschmolzen und ein Quer- 
nerv verbindet Media und Radius; das Geäder ist gekörnt 
punktiert. 

Diese eigenartigen Formen waren bis jetzt aus Asien 
und Australien bekannt; ihre Verbreitung reicht jedoch bis 
Westafrika, wie es aus dieser Arbeit ersichtlich ist. 

Die bekannten Fundorte sind — Philippinen, Nord- 
Australien, Silhet, China und Ceylon, als neue kommen 
hinzu — Sumatra, Java, Borneo, Sumba und Togo. 

Die Zahl der Arten betrug 7 und verteilte sich auf 
2 Gattungen, die Zahl der Gattungen vermehrt sich um 6 
und steigt auf 8, die Zahl der Arten um 10 und steigt auf 17. 

Nach dem mir vorliegenden Material besitzt das Mu- 
seum in Brüssel eine Gattung, vertreten durch i Art, 
das Museum in Berlin 3 Gattungen, vertreten durch 3 Arten 
und das Museum in Stettin 6 Gattungen, vertreten durch 
9 Arten. 

Übersicht der T r i b u s. 

1. Schildchen mit langem, dornartigen Fortsatz, wel- 
cher vom Schildchenoberrand ausgeht und den 
Hinterleib ganz bedeutend überragt. Deckflügel 
schmal ; dritte Längsader der Flügel nicht gegabelt . . 2 

— Schildchen ohne Dornfortsatz, nach hinten ver- 
längert, den Hinterleib überragend; Deckflügel breit; 
dritte Längsader der Flügel hinter der ]Mitte ge- 
gabelt I. Enderleiniini. 

2. Körperform schlank; Schildchen hochgewölbt; Pro- 
notum ohne aufgesetzte Schulterspitzen; fünfte 
Längsader der Flügel am Ende nicht gegabelt .... 3 

Stett. cutomol. Zeit. 1907. 



Iß7 

— Körperform dick; Scliildchen flach; Pronotum mit 
aufgesetzten Schulterspitzen; fünfte Längsader der 
Flügel am Ende gegabelt 2. Maxudeini. o V 

3. Kopf mit Fortsatz; Hinterschienen mit einem Dorn 
3- Sigmasomini q , 

— Kopf ohne Fortsatz; Hinterschienen ohne Dorn 
4. Machaerotini. / 

^ o Tribus Enderleiniini m. 
Typus: Enderleinia bispina Schmidt. 
Übersicht der Gattungen. 

1. Hinterschienen mit einem Dorn 2 

— Hinterschienen mit zwei Dornen. Afrika 

I. Enderleinia n. gen. o ^ 

2. Pronotum sehr tief und stark quergerunzelt; Schild- 
chen flach mit muldenförmig vertiefter Längsfurche; 
Deckflügel mit drei Apicalzellen, die beiden Clavus- 
nerven durch einen Quernerv verbunden. Ceylon 
2. Machaeropsis INIelich. ^ 

— Pronotum glatt, sehr fein punktiert und glänzend; 
Schildchen hochgewölbt, nicht gefurcht, hinten vor 
der Spitze seitlich eingedrückt; das Geäder ist im 
Apicalteile der Deckflügel durch viele Queradern 
maschig, netzartig aufgelöst, die beiden Clavus- 
nerven sind im Mitteldrittel verschmolzen. Sumatra 
3 Apomachaerota n. gen.^ v 

-^ ^ Genus Enderleinia n. gen. 
Kopf breit, mit den Augen schmaler als das Prono- 
tum, abgestumpft dreieckig; Stirn blasig aufgeschwollen 
mit grober Punktierung, oberer Stirnteil mit zwei einge- 
stochenen Punktgruben vor der Stimscheitelfurche ; Scheitel 
mit zwei genäherten Ocellen, der Zwischenraum zwischen 
den Ocellen ist Yo mal so groß wie zwischen den Ocellen 
und den Augen. Clipeus kurz, herzförmig und fein quer- 

Stett. eutomol. Zeit. 1907. 



168 



gerieft. Rostrum bis zwischen die Mittelcoxen reichend. 
Pronotum sechseckig, stark gewölbt, tief quergerieft punk- 
tiert mit deuthchem Mittelkiel, hinten tief gerundet aus- 
geschnitten und vorn stark vorgezogen. Schildchen länger 
als das Pronotum, hinten scharf zugespitzt mit zwei sehr 
steilen und hohen Längskanten, welche eine breite und 
tiefe Einsenkung einschließen; die Schildchenseiten fallen 




^ Fig. 1. Enderleinia bispina. 
steil ab. Deckflügel verhältnismäßig breit, hinten abge- 
rundet, hyalin mit callösen Nerven; der Costalrand ist vor 
der Wurzel flachgedrückt; die Media ist mit dem Cubitus 

Stett. entomol Zeit. 1907. 



169 

eine kurze Strecke verschmolzen, der Radius in der Deck- 
flügelmitte gegabelt, die von den Gabelästen des Radius 
eingeschlossene Zelle ist lang und schmal, ungefähr 3 mal 
so lang wie breit; Radius und Media durch einen Quer- 
nerv verbunden. Die beiden Clavus-Längsnerven sind im 
Mitteldrittel verschmolzen. Dritte und fünfte Längsader der 
Flügel vor dem Ende gegabelt. Hinterschienen mit zwei 
Dornen, der größte und kräftigste in der Mitte und der 
kleinere am Ende des oberen Viertels der Hinterschiene. 
y^ Typus: Enderleinia hispina Schmidt. 

V ^ Enderleinia bispina n. sp. 

I S, I ?. 

Scheitel mit den Scheitelvorderrändern scherbengelb 
und zwei dunkelbraunen Flecken, an derem Innenrand je 
eine glashelle Ocelle steht, Stirnfront und Clipeus gelb, Stirn- 
Clipeusteil der Stirnfläche und die Seiten des Kopfes dunkel- 
braun, Fühler braun, das zweite Fühlerglied am Ende mit 
gelbem Ring und gelber Fühlerborstengrube, Der ganze 
Kopf ist kurz und spärlich borstig behaart. Augen bräun- 
^ichgelb. Das Pronotum ist scherbengelb, die Vertiefungen, 
die Gruben und die Punkte sind braun. Schildchen braun; 
zwei Flecke am Vorderrand zwischen und auf den Längs- 
leisten, ein rundlicher auf jeder Seite und ein unregelmäßiger 
Doppelfleck vor der Schildchenspitze sind scherbengelb, 
letztere ist glänzend braun gefärbt und ragt fast bis zur 
Basis der Afterröhre. Deckflügel hyalin, auf der ganzen 
Fläche sehr fein punktiert, am Costalrande und auf den 
Nerven deutlicher; braun gefärbt sind das Basaldrittel, ein 
Fleck im Corium, ein Fleck am Apicalrande und die End- 
teile der Clavusnerven, Flügel hyalin mit braunen Nerven, 
von der vierten Längsader an ist der Flügel rauchbraun ge- 
trübt, Brust gelb, schwarzbraun gefleckt. Die Rücken- 
segmente des Abdomen schwarz, die drei basalen seitlich 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



170 

scherbengelb; Bauchsegmente schwarz mit gelben Hinter- 
randsäumen; das zweite Segment trägt einen abgerundet 
spitzkegeligen Zahn, welcher scherbengelb gefärbt ist (ver- 
mutlich ist dieser Zahn ein männlicher Sexualcharakter). 
Coxen gelb, erstes und zweites Beinpaar glänzend schwarz, 
letztes Beinpaar dunkelbraun; die Spitzen der Dornen der 
Hinterschienen schwarz; die Behaarung ist gelblich. Gon- 
apophysen blattförmig, steil aufwärts gerichtet und nach 
vorn geneigt, die Afterröhre überragend. 

Länge des Körpers 5 mm; Deckflügellänge 61/4 mm, 
größte Breite 3^/2 nim. 

I j. Togo: Misahöhe, August 1893 (E. Baumann). 
I $. Togo: Bismarckburg (L. Conradt S.) 

Typen im Königlichen Zoologischen Museum zu Berlin. 

^' '^ Genus Machaeropsis Melichar. 

Melichar, Homopteren-Fauna von Ceylon S. 137 (1903). 

Originalbeschreibung : 

Kopf breit, mit den Augen so breit wie das Pronotum. 
Scheitel stumpf dreieckig, zur Stirn fast gewulstet. Der 
Scheiteltheil der Stirne durch schief verlaufende seitliche 
Nähte und eine Quernaht von der Scheitelfläche abgegrenzt ; 
hinter der Quernaht befinden sich die Ocellen, welche ein- 
ander genähert sind und innerhalb der Länge der Quernaht 
liegen. Gesicht breiter als lang, horizontal. Stirne gewölbt, 
mit stark punktierten Querfurchen. Clypeus sehr kurz, herz- 
förmig. Rostrum kurz. Wangen an der Außenseite ge- 
buchtet, die halbkreisförmigen Zügel einschließend. Pro- 
notum sechseckig, nach hinten verschmälert, ziemlich stark 
gewölbt, insbesondere im vorderen Teile, so daß der Kopf 
nach unten geneigt erscheint. Die Pronotumf lache tief 
quergerunzelt. Schildchen länglich dreieckig, nach- hinten 
stark verschmälert und zugespitzt, flach, gerade, oben mit 
einer die ganze Oberfläche einnehmenden muldenförmigen 
Längsfurche. Der Mangel eines nach hinten gebogenen 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



171 



Domes unterscheidet diese Gattung von Machacvota. Deck- 
flügel den Hinterleib überragend, hinten abgerundet, glas- 
hell, glänzend mit starken callösen Nerven. Ein Längsnerv 
verläuft längs des Costalrandes, ein zweiter Längsnerv ist 
in der Nähe der Basis gabelig getheilt, die Gabeläste durch 
einen quer verlaufenden Nerv verbunden, eine große drei- 
eckige Scheibenzelle bildend. An diese schließt sich eine 
zweite dreieckige kleinere, mit der Spitze nach hinten ge- 
richtete Zelle und eine längliche Zelle nach außen. Drei 
Apicalzellen, welche an der Spitze geschlossen sind. Die 




\y O y\,y_ 2. Machaeropsis valida Melich. 
beiden Clavusnerven durch einen Quernerv verbunden. Sämt- 
liche Nerven sind mit stark glänzenden Körnchen besetzt. 
Flügel hyalin, der erste Sektor mit dem zweiten durch einen 
Quernerv verbunden, der zweite Sektor am Ende kurz ge- 
gabelt, der dritte Sektor einfach, der Nahtnerv gegabelt, 
am Costalrande eine überzählige Zelle. Nahe der Basis zeigt 
der Costalrand einen dreieckigen Vorsprung. Beine kurz, 
stark. Hinterschienen mit einem Dorn. 
/ C? Typus: Mach, valida Melich. 

Stett. enlomol. Zeit. 1907. 



172 

Machaeropsis valida Melichar. 

Melichar, Homopteren-Fauna von Ceylon S. 138, 
Täf. IV, Fig. 19, a, b, c (1903). 

Originalbeschreibimg : 

Bräunlichgelb. Scheitel stark gerunzelt, auf der Stirne 
braune, tief punktierte Querstreifen, welche die Mitte der 
Stirne freilassen. Pronotum sehr stark und tief quergerunzelt, 
auf der Scheibe und nach hinten mehr braun verfärbt. 
Schildchen bräunlichgelb, die Spitze gelblich weiß. Deck- 
flügel glashell, glänzend, die Nerven gelblich, mit schwarzen 
glänzenden Körnchen besetzt, der Costalrand und der erste 
Längsnerv (parallel mit dem Costalrande) dichter mit Körn- 
chen besetzt. Die Apicalzellen am Ende bis zur Clavus- 
spitze bräunlich verfärbt, die Apicalspitze hyalin, der schmale 
Randanhang bräunlich. Flügel hyalin, mit braunen Nerven. 
Unterseite und Beine bräunlichgelb, die Schienen an der 
Basis, in der Mitte und an der Spitze braun, die Spitzen 
der Dornen, der Tarsen und der Klauen braun. 

$ Länge 10 mm. 

Ceylon, ein ^ von Nietner gesammelt. 

Type im zoologischen Museum zu Berlin. 

^ Genus Apomachaerota n. gen. 
Pronotum stark gewölbt, hinten fast halbkreisförmig 
ausgeschnitten, vorn in einen abgerundeten Lappen vorge- 
zogen mit mehreren grubigen Eindrücken hinter dem Vorder- 
rand; das ganze Pronotum ist fein punktiert ohne Mittelkiel, 
glatt und außerdem ist eine feine, seichte Querriefung auf 
der Vorderhäfte wahrzunehmen. Kopf mit den Augen be- 
deutend schmaler als das Pronotum, abgestumpft und stark 
nach unten geneigt. Stirn blasig aufgeschwollen, vorn und 
seitlich abgeflacht mit abgerundeten Kanten und deutlicher 
Querriefung, das Vorderfeld zeigt einen abgekürzten, flachen 
Längseindruck. Clipeus dreieckig mit hoher Mittelleiste und 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



173 

grober Querriefimg. Scheitel in der Mitte gewölbt und fein 
punktiert; die seitlichen Scheitelvorderränder (Jochstücke) 
sind vor den Augen rundlich ausgeschnitten, nach vorn 
begleiten sie die Stirnfläche bis zur unteren Augengrenze. 
Schildchen sehr stark gewölbt, äußerst fein punktiert mit 




*^ Fig. 3.. Apomachaerota reticulata. 
Seitlichen Eindrücken vor der Apicalspitze, länger als das 
Pronotum und glatt ; die Schüdchenspitze erreicht das Hinter- 



Stett. eutomol. Zeit. 1907. 



174 

leibsende. Deckflügel doppelt so lang wie einzeln breit, nach 
hinten stark erweitert, hinten schief gestutzt mit abgerun- 
deten Ecken und überragen den Hinterleib um die Hälfte 
ihrer Länge; Costalrand an der Basis nicht flachgedrückt; 
Media und Cubitus eine Strecke verschmolzen; die beiden 
Clavus-Längsnerven im Mitteldrittel verschmolzen. Dritte 
Längsader der Flügel hinter der Querader gegabelt, fünfte 
am Ende. Körper kugelig. Hinterschienen mit einem kräf- 
tigen Dorn in der Mitte. 

\^Typus: Apomachaerota reticulata Schmidt. 

j cv Apomachaerota reticulata n. sp. 

I S. 

Braun und glänzend. Deckflügel h^^alin, Apicalteil 
und Costalfeld braun, Coriummitte weiß, der Rest braun 
getrübt; während das Geäder im Basalteil normal ist, sind 
die Längsadern im Apicalteil durch viele Quernerven ver- 
bunden und das Geäder netzmaschig aufgelöst; die Adern 
sind callös verdickt und mit Körnchen versehen; die Deck- 
flügelfläche ist glatt, glänzend und nicht behaart, in 
der Nähe der Deckflügelwurzel zeigt sich eine sehr feine 
Punktierung. Flügel hyalin mit braunen Nerven und an- 
gerauchtem Apicalsaum, stark irisierend und mit einzelnen, 
kurzen Härchen bestanden. Brust, Coxen und Schenkel 
gelbbraun; Schienen und Tarsen braun; Hinterschienendorn- 
spitzen schwarz; Beine glänzend mit gelblicher Behaarung. 
Hinterleib glänzend schwarzbraun. Gonapophysen blatt- 
förmig, steil aufgerichtet, grob punktiert, braun gefärbt mit 
bräunlicher Pubeszierung. 

Länge des Körpers 5 mm; Dcckflügellängc 71/2 nim, 
größte Breite 4 mm. 

Sumatra: Soekaranda (Dr. H. Dohrn). 
Type im Stettiner Museum. 

Stett. eiitoiuol. Zoll. 1Ö07. 



j 175 

i^ Tribus Maxudeini m. 

Typus: Maxudea crassivcntris Schmidt. 

\/'^ Genus Maxudea n. gen. 
Stirn blasig aufgeschwollen und vorgerundet mit 
glattem Mittelstreif, der zum Clipeus kielartig sich erhebt 




^ 1 ig. 4 Maxudea crassiventris. 

und seitlicher, grober Querriefung; Clipeus dreieckig, rund- 
lich hochgewölbt mit feiner Querciselierung; Scheitel breiter 
als fang, hinterer Scheitelrand gerade, der Scheitel zwischen 

Jstett. eutomol. Zeit. 1907. 



176 

den Ocellen gleich breit; Jochstücke (Scheitelvorderränder) 
verhältnismäßig kurz mit leicht geschwungener Kante. Pro- 
notum breiter als lang mit geradem Vorder- und rundlich 
ausgeschnittenem Hinterrand, den Schulterecken sind große, 
spitze, seitlich flache, scharf gekielte und fast senkrecht 
aufgerichtete, dreieckige Spitzen aufgesetzt; die hinteren 
Pronotumecken tragen kurze Spitzen. Schildchen flach ge- 
wölbt mit starkem, gekrümmten, apicalen Dornfortsatz, der 
die Deckflügelspitze nicht erreicht, eine flache, längliche, 
grubige Vertiefung liegt auf der Scheibe; Schildchenhinter- 
rand bildet unterhalb der Basis des Dornfortsatzes eine 
abgestumpfte Ecke. Pronotum und Schildchen sind dicht 
und grob punktiert. Deckflügel 2^4 rnal so lang wie an der 
breitesten Stelle einzeln breit, hyalin mit fünf Apicalzellen — 
die von den Gabelästen des Radius eingeschlossene Zelle 
mitgerechnet, die Zellen zwischen dem äußeren Aste des 
Radius und dem Costalrande liegenden Zellen und die von 
Media und Cubitus eingeschlossene nicht mit gerechnet; 
der Costalrand ist vor der Basis flachgedrückt; Media und 
Cubitus in der Mitte eine Strecke verschmolzen. Media und 
Radius durch einen Quernerv verbunden. Das letzte Drittel 
des zweiten Clavusnerv tritt als Querader, welche den ersten 
Nerv mit dem Clavushinterrand verbindet, auf. Fünfte Längs- 
ader der Hinterflügel am Ende gegabelt. Körperform ge- 
drungen, dick. Hinterschienen mit einem kräftigen Dorn in 
der Mitte. 
1 "^ Typus: Maxudea crassiventris Schmidt. 

^ ^ Maxudea crassiventris n. sp. 

2 ??. 

Kopf mit den Augen schmaler als das Pronotum, ab- 
gerundet vorgewölbt. Scheitel und Jochstücke braun und 
gelb gefleckt und punktiert; Ocellen glashell mit gelblichem 
basalen Ringe, der Abstand der Ocellen von einander ist 

Stett. eutomol. Zeit. 1907. 



177 

größer als der Abstand der Ocellen von den Augen. Augen 
groß und braun. Oberstirn und Stirnseiten scherbengelb 
mit braunen Riefen, Unterstirn und ein glatter, glänzender 
Mittelstreif der Stirnfläche schwarz; außerdem ist eine feine 
Punktierung vorhanden. Clipeus schwarz. Der Pronotum- 
vorderrand ist gelb mit braunen Flecken, die Hinterrand- 
ecken gelb, die Schulterspitzen glänzend schwarz, der übrige 
Teil des Pronotums rotbraun, metallisch glänzend. Schild- 
chen vorn gelblich, nach hinten mehr graugrün mit hellerem 
Mittelstreifen; Apicaldorn dunkelbraun und glänzend. Deck- 
flügel hyalin, bernsteinfarben getrübt mit callös verdickten 
Nerven und feiner Punktierung an der Basis; der Costal- 
rand bis zur Gabelung des Radius, die Media, der Stamm 
des Cubitus, die Basis des Clavus und der Clavus-Hinter- 
rand sind schwarzbraun gefärbt, die übrigen Adern und der 
apicale Randnerv gelbbraun; der flachgedrückte Teil des 
Costalrandes ist schwärzlich und kurz behaart, das Geäder 
gekörnt punktiert. Hinterflügel hyalin, glashell, irisierend 
mit braunen Nerven. Brust, Beine, Rücken- und Bauch- 
segmente dicht punktiert mit glänzender, weißlich grauer 
Pubeszierung, besonders Beine und Brust. Die Schenkel und 
die Schienen der vier Vorderbeine sind glänzend schwarz- 
braun, die Hinterschienen rotbraun und glänzend, die Kniee 
und die Tarsen glänzend gelbbraun und die Spitzen der 
Dornen der^Hinterschienen schwarz. Bauch- und Rücken- 
segmente gelbbraun, die letzten Segmente seitlich schwarz; 
Scheidenpolster gelbbraun. Scheide schwarz und schräg auf- 
gerichtet, von der Afterröhre überragt. 

Länge des Körpers 7 mm; Deckflügellänge 8 mm, 
größte Breite 3 mm. 

Sumatra: Soekaranda, Januar 1894 (Dr. H. Dohrn). 

Typen im Stettiner Museum. 

^ Tribus Sigmasomini m. 
"^^^ypus: Sigmasoma hijalcata Schmidt. 

Stcn. eutomol. Zeit. 1907. 12 



178 

Übersicht der Gattungen. 
Der Kopf ist mit einem langen, scharf gekielten, 
aufgerichteten und säbelartig geformten Fortsatz 
versehen. Apicalteil der Deckflügel mit sieben 
Zellen. Die Media ist durch einen Quernerv mit 
dem Cubitus verbunden. Die Discoidalzelle ist sehr 
lang, etwa 3 mal so lang wie die Zelle vor der 
Querader, welche die Media mit dem Cubitus ver- 
bindet. Radius und Media deutlich durch einen 

Quernerv verbunden i. Sigmasoma n. gen. 

— Der Kopf ist in einen kurzen, zugespitzten, an der 
äußersten Spitze gekielten und aufgerichteten Fort- 
satz verlängert. Im Apicalteil der Deckflügel liegen 
fünf Zellen. Radius und Media sind ganz undeut- 
lich verbunden. Die Media ist im Mitteldrittel mit 
dem Cubitus verschmolzen, am Ende des Basal- 
drittels scheinbar ohne Verbindung mit dem Cubitus. 
Die Discoidalzelle klein, etwa •/,•! von der Länge 
des Cubitus, von der Basis bis zum Trennungs- 
punkt von Media und Cubitus gerechnet 

2. Grypomachaerota n. gen. 

y ^Genus Sigmasoma n. gen. 
Deckflügel 2 14 n^al so lang wie an der breitesten Stelle 
einzeln breit mit sieben Apicalzellen — die von den Radial- 
ästen eingeschlossene Zelle mitgerechnet, die Zellenbildung 
zwischen dem äußeren Radialast und dem Costalrande nicht 
mitgerechnet. Der Radius geht an den Costalrand und 
ist durch eine Querader mit der Media verbunden ; die Media 
ist im Basaldrittel durch eine Querader mit dem Cubitus 
verbunden ; Discoidalzelle lang und schmal, ungefähr 3 mal 
so lang als die Zelle vor der Querader. Den Clavus durch- 
zieht nur ein Nerv, welcher der Suturalecke des Clavus 
genähert in den Hinterrand mündet. Geäder der Flügel 

Stutt. oiitomol. Zeit. 1907. 



179 



normal, die Längsadern einfach. Kopf mit den Augen 
schmaler als das Pronotum und mit einem langen, säbel- 
förmigen und steil aufwärts gebogenen Fortsatz; Scheitel 
sehr schmal, breiter als lang mit geschärftem und erhabenen 
Hinterrand, der zwischen den Ocellen lappenartig vorge- 
zogen ist und den größten Teil der Scheitelmitte bedeckt. 
Stirn glatt, fein querciseliert und ohne Mittelkiel, Stirn- 
fortsatz mit Mittelkiel. Clipeus gewölbt, dreieckig mit deut- 




5. Sigmasoma bifalcata. 

lieber Punktierung. Pronotum länger als breit, gewölbt, 
sechseckig mit Mittelkiel und abgerundeten Schulterecken 
und, wie das Schildchen, dicht und grob punktiert. Schild- 
chen stark gewölbt, hinten seitlich flachgedrückt, länger 



8telt. eutomol. Zelt. 



12' 



180 

als das Pronotum mit einem langen, säbelförmigen, stark 
nach unten gekrümmten Fortsatz, welcher die Deckflügel- 
spitzen überragt, unterhalb der Fortsatzbasis bildet der 
Schildchenhinterrand eine stumpfe Ecke. Die Deckflügel 
überragen den Hinterleib um die Hälfte ihrer Länge. Hinter- 
schienen mit einem Dorn. Körperform schlank, 
p^ Typus: Sigmasoma hijalcata Schmidt. 

1*^ Sigmasoma bifalcata n. sp. 

I ?. 

Kopf, Kopffortsatz, Stirn und Clipeus glänzend schwarz. 
Ocellen den Augen genähert, glashell auf gelblichem Grunde, 
Jochstücke schmutzigweiß. Der Basalteil des Stirnfort- 
satzes ist fein quergerieft und punktiert; in seinem Ver- 
laufe bildet der Fortsatz drei Flächen, eine vordere mit 
oben verkürztem Mittelkiel und zwei seitlichen, welche in 
einer scharfen Kante sich rückwärts treffen. Fühler bräun- 
lich mit schmutzigweißem Ring am zweiten Gliede, Fühler- 
borste braun. Pronotum dunkelbraun, die hinteren Seiten- 
ränder mit den Ecken, die äußeren Vorderecken und die 
Brustlappen gelblichweiß, letztere mit weißer, dichter und 
anliegender Behaarung. Schildchen schwarzbraun, auf jeder 
Seite einen großen, länglichen, gelblichweißen Fleck; Apical- 
dorn schwarz und glänzend; Mittelfurche quergerieft, am 
Ende tritt ein Mittelkiel auf, der sich auf den Apicaldorn- 
Fortsatz eine Strecke fortsetzt. Brust-, Bauch- und Rücken- 
segmente und die Hinterschienen gelb mit weißer Behaarung; 
die Beine mit Ausnahme der Hinterschienen, seitlich die 
letzten Tergit- und Sternitsegmente, die Scheidenpolster, die 
Scheide und die Afterröhre sind schwarzbraun gefärbt mit 
dunkler Pubeszierung. Deckflügel hyalin, bräunlich ge- 
trübt mit callös verdickten und gekörnt punktierten Nerven ; 
der Costalrand, der Radius und der Clavushinterrand sind 
schwarzbraun, die übrigen Nerven gelbbraun gefärbt. Flügel 
hyalin, glashell, stark irisierend mit braunen Nerven. 

Btett. entomol. Zeit. 1907. 



181 

Länge des Körpers 5I/2 nim, des Kopffortsatzes 3 mm, 
des Apicaldornes 5 mm; Deckflügellänge 6V2 mm, größte 
Breite 21/9 nim. 

Java (H. Fruhstorfer) . 

Type: im Stettiner Museum. 

^ Genus Grypomachaerota n. gen. 
Der Kopf ist in einen kurzen, zugespitzten, am Ende 
kantigen und gekielten (ein kurzer Mittelkiel auf der ver- 
längerten Stirnfläche vor der Spitze) und steil aufgerich- 
teten Fortsatz verlängert; Kopf mit den Augen schmaler 
als das Pronotum, fein punktiert und ciseliert; Scheitel sehr 
schmal, Jochstücke stark verkürzt mit leichter Schweifung 
vor den Fühlern; Ocellen den Augen kaum merklich ge- 
nähert, Augen groß und verhältnismäßig stark vorstehend; 
Clipeus stark gewölbt, eiförmig mit feiner Querciselierung. 
Pronotum stark gewölbt, hinter dem Vorderrand seitlich 
flachgedrückt, sechseckig, grob punktiert quergerieft mit 
scharfem Mittelkiel, abgerundeten Schulterecken und recht- 
winkeligen Hinterrandecken, der Hinterrand ist leicht aus- 
geschnitten. Das Schildchen ist länger als das Pronotum, 
stark gewölbt, besonders im Apicalteil, mit grubiger, auf 
dem Grunde quergeriefter, Längsfurche auf der Apical- 
hälfte und einem langen, gekrümmten Apicaldorne; außer- 
dem ist das Schildchen grob punktiert und die Apicalecke, 
unterhalb der Fortsatzwurzel, ist stumpf abgerundet, der 
Apicaldorn ist glatt. Deckflügel 214 mal so lang wie an 
der breitesten Stelle einzeln breit, hyalin mit fünf Apical- 
zellen — die von den Radialästen eingeschlossene Zelle mit- 
gerechnet, die Zellenbildung zwischen dem äußeren Radial- 
ast und dem Costalrande nicht mitgerechnet. Radius mit 
der Media ganz undeutlich verbunden; Media im Mittel- 
drittel mit dem Cubitus verschmolzen, am Ende des Basal- 
drittels scheinbar ohne Verbindung mit dem Cubitus, Dis- 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



182 

coidalzelle eiförmig, kurz, etwa '/^ von der Länge des Cu- 
bitus, von der Basis bis zum Trennungspunkt von Media 
und Cubitus gerechnet. Clavus mit einem Längsnerv, wel- 
cher der Clavus-Coriumnaht genähert verläuft. Flügel mit 
einfachen Längsnerven. Hinterschienen mit einem Dorn 




'C* Fig. 6. Grypomachaerota turbinata. 
in der Mitte. Körperform schlank. Die Deckflügel über- 
ragen den Hinterleib fast um die Hälfte ihrer Länge, der 
apicale Schildchendorn erreicht die Spitze der Deckflügel 
nicht. 

^ Typus: Grypomachaerota turbinata Schmidt. 

J Grypomachaerota turbinata n. gmi. 

2 33, 5 ^$- 

Kopffortsatz in der Oberhälfte mit einem vorderen 
Mittelkiel und jederseits einem kantigen Seitenkiel, das 
Hinterfeld zwischen den Seitenleisten ist gewölbt und deut- 
licher quergerieft, sonst ist der Fortsatz wie die Stirnfläche 
und der Clipeus fein punktiert und querciseliert und glän- 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



183 

zend schwarz mit vereinzelt stehender, kurzer, schwarzer 
Behaarung. Scheitel schwarz. Ocellen glashell und gelb- 
hch. Augen braun. Fühler braun. Pronotum schwarz- 
braun mit dichter, anliegender, weißer Behaarung in der 
Vorderhälfte. Schildchen schwarzbraun, glänzend, auf der 
Scheibe mit zwei gelben, auch orangefarbigen Flecken; 
der Hinterrand unterhalb der Dornfortsatzwurzel ist gelb- 
lichweiß; der apicale Dornfortsatz ist braun und glänzend, 
an der Wurzel ist der Oberrand flach gedrückt und trägt 
einen rundlichen, hyalinen Fleck. Deckflügel hyalin, glas- 
hell, im Apicalteil bernsteinfarben getrübt, am Costalrande 
flachgedrückt mit callös verdickten Nerven, welche mit 
feinen Körnchen punktiert sind; der Costalrand und der 
Clavushinterrand sind schwarzbraun, die Media, der Radius 
und der Clavusnerv braun und die Apicalnerven gelbbraun 
gefärbt; der Costalrand ist mit schwarzen Haaren bestanden. 
Flügel glashell, hyalin, irisierend mit braunen Nerven. Brust 
schwarz mit anliegender, dichter Behaarung. Abdomen 
schwarz, punktiert und grau behaart; die Rückensegmente 
in der Mitte gelb; Afterröhre und Scheidenpolster braun. 
Beine gelbbraun bis schwarzbraun mit bräunlicher Be- 
haarung. Die Spitzen der Hinterschienendorne schwarz. 

Länge des Körpers 4 — 4^4 mm; Deckflügellänge 4 bis 
4^ mm, größte Breite 1% mm; Kopf fortsatzlänge ^4 rnm 
(von der oberen Augengrenze gerechnet). 

Im Stettiner Museum. 

2 00, 3 ^V- 
, Java (H. Fruhstorfer) . 

I 5^. 

Sumatra: Liangagas (Dr. H. Dohrn). 

Im Königlichen zoologischen Museum zu Berlin. 

I $. 

Borneo: Mindai VI. 1882. 

Stett. enlomol. Zeit. 1907. 



184 

/ '^Tribus Machaerotini m. 

Typus : Machaerota ensifera Burmeister. 

Übersicht der Gattungen. 
Pronotum gewölbt, am Vorderrand seitlich flach. 
Schildchen kürzer als der gekrümmte, lange, api- 
cale Dornfortsatz, welcher die Deckflügelspitzen 
überragt. Deckflügel mit sechs und mehr Zellen im 
Apicalteil und Zellenbildung zwischen dem äußeren 
Aste des Radius und dem Costalrande; die Zellen 
am Costalrande klein; Apicalecke spitz abgerundet 

I. Machaerota Burmeister, o 

— Pronotum stärker gewölbt, am Vorderrand seitlich 
nicht flach, sondern gewölbt. Schildchen länger 
als der gerade, nicht gekrümmte, apicale Dorn- 
fortsatz, der die Deckflügelspitzen nicht erreicht. 
Deckflügel mit sechs Apicalzellen und keiner deut- 
lichen Zellenbildung zwischen dem äußeren Aste 
des Radius und dem Costalrande; die Zellen am 
Costalrand groß, ziemlich so groß wie die des Sutural- 

randes ; Apicalspitze breit abgerundet 

2. Pachymachaerota n. gen. =^ 



y 



^ Genus Machaerota Burmeister. 

Burmeister, Handb. II. i. S. 128 (1835). 

Kopf mehr oder weniger stark vorgewölbt mit blasig 
aufgetriebener Stirn, Stirnfläche winkelig gebrochen, der 
obere Teil zwischen den Jochstücken und dem Scheitel 
horizontal, der übrige Teil seitlich gerieft und in der Mitte 
glatt. Clipeus eiförmig und stark gewölbt. Jochstücke 
oberhalb der Fühler gewölbt und der Rand buchtig aus- 
geschnitten. Der Abstand der Ocellen von einander ist so 
groß wie der Abstand jeder Ocelle vom Auge. Scheitel ohne 
Kiel, Scheitelhinterrand in der Mitte eingekerbt. Pronotum 
mit Mittelkiel, grob punktiert quergerieft, gewölbt mit 

Stett. eDtomol. Zeit. 1907. 



185 

flachen, seitlichen Eindrücken nahe dem Vorderrand und 
abgerundeten Schulterecken. Schildchen länger als das 
Pronotum, stark gewölbt, hinten seitlich flachgedrückt, grob 
punktiert mit einer Mittelfurche und einem gekrümmten, 
langen Apicaldorn, der die Deckflügelspitze überragt und 
länger als das Schüdchen ist, an der Basis des Dornfort- 
satzes, unterhalb der Oberkante, befindet sich auf jeder 
Seite ein rundlicher Eindruck; die Schildchenecke unter- 
halb der Wurzel des Fortsatzes ist vorgezogen und abge- 
stumpft. Deckflügel etwas mehr als 2i/^mal so lang wie 





A> Fig. 7. Machaerota ensifera. 
einzeln breit, hinten spitz abgerundet, mit sechs und mehr 
Zellen im Apicalteil und Zellenbildung zwischen dem äußeren 
Aste des Radius und dem Costalrande — die Zellenbildung 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



186 

rechne ich nicht zu den Apicalzellen ; die Media ist in der 
Mitte mit dem Cubitus verschmolzen, ein Quernerv ver- 
bindet die Media mit dem Radius; Discoidalzelle verhält- 
nismäßig lang und gestreckt. Clavus mit einem Längs- 
nerv, der zweite Längsnerv fehlt oder tritt im Enddrittel 
als Quernerv auf und verbindet den ersten Längsnerv mit 
dem Clavushinterrand ; die Adern sind callös verdickt und 
gekörnt punktiert; der Costalrand ist an der Basis flach- 
gedrückt. Flügelgeäder einfach, die Längsadern vor dem 
Ende nicht gegabelt. Körperform schlank. Hinterschienen 
ohne Dorne. 
J oTypus: Machacrota cnsifcra Burmeister. 

ö Tabelle z u r B e s t i m m u n g d e r A r t e n. 

1. Clavus der Deckflügel mit einem Längsnerv .... 2 

— Clavus der Deckflügel mit zwei Nerven, der zweite 
Längsnerv tritt im Enddrittel auf und verbindet 
den ersten Längsnerv mit dem Clavushinterrand, 
scheinbar ist der erste Nerv gegabelt 6 

2. Pronotum oder Schildchen schwarz gefleckt .... 5 

— Pronotum und Schildchen ohne schwarze Flecken- 
zeichnung 3 

3. Länge 6 und 6V2 vam., Philippinen 4 

— Länge 4 mm, Silhet in Assam 

3. Mach, ensiferina n. nom.o^ 

4. Kopf stark vorgezogen; Schildchen ohne Kiel; Dorn- 
fortsatz langgestreckt und mäßig gekrümmt; Pro- 
notum mit fünf braunen Längsstreifen; Länge 
6 Yy n^ni I . Mach, ensifera Burm.O 

— Kopf weniger vorgezogen; Schildchen mit deut- 
lichem Mittelkiel; Dornfortsatz kürzer und von der 
Wurzel an nach unten gekrümmt; Pronotum ohne 

braune Längsstreifen ; Länge 6 mm 

2. Mach, luzonensis n. sp. ^ 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



J 



187 

5- Kopf gerundet; Stirnfläche ohne Kiel; Länge 4 mm, / 
Silhet 4. Mach, punctulata Sign.o 

— Kopf vorgezogen, winkelig; Stirnfläche gleichsam 

gekielt; Länge 4 mm, China 

5- Mach, punctato-nervosa Sign.Q 

6. Kopf vorgezogen und gerundet; Stirnfläche mit 
schwarzem Mittelstreif 7 

— Kopf mehr konisch vorgezogen; Stirnfläche ein- 
farbig; Länge des Körpers 5 mm, Ceylon 

6. Mach, guttigera Westw. q- y 

7. Hinterschienen gelb; Stirnfläche mit glänzend 
schwarzem Mittelstreif und braunen Furchen ; Länge 

6 — 61/^ mm, Sumatra, Java ^ 

7. Mach, notoceras n. sp. ^^ v 

— Hinterschienen gelb mit schwarzem Oberteil; Stirn- 
fläche mit schwarzen Furchen und schwarzem 
Mittelstreif; Länge 4 mm, Silhet 

8. Mach. Spangbergi Sign.^ 



v^ 



° I. Machaerota ensifera Burm. 

Burm., Handbuch H. S. 128 {1835). 

Originalbeschreibung : 

Lutea, supra fusca, fronte nigra, pronoto lineis quatuor 
flavis, scutello basi utrinque flavo-lineato. 

Long. 4 mm, 

Manilla (Chamisso). 

Die Kiele neben der Mittelfurche des Schildchens 
haben gegen das Ende schwarze Punkte, der Hinterleib 
obenauf bräunlich. Flügel glashell, die vorderen mit gelben, 
die hinteren mit schwarzen Adern. 

Die Typen von %I. ensifera Burm. befinden sich im 
zoolog. Museum zu Berlin, es sind 2 ,S3 und i $. Im Stettiner 
Museum wird i ^ dieser Art aufbewahrt, und da die Be- 
schreibung, welche Burmeister gibt, sehr kurz ist, lasse ich 



Stett. entomol. Zeit. 1907. 



188 

hier eine ausführliche Beschreibung des ^ aus dem Stettiner 
Museum folgen. 

Kopf stark vorgezogen, winkelig; Stirnoberteil hori- 
zontal mit flacher Mittelgrube, scherbengelb mit braunem 
Mittelstreif; Unterstirn blasig aufgeschwollen mit breitem, 
glänzend schwarzen Mittelstreif und braungefärbten Quer- 
furchen. Clipeus scherbengelb. Scheitel durch eine Rinne 
und winklig abgesetzt von der Stirn, scherbengelb und fein 
punktiert. Ocellen glashell. Jochstücke scherbengelb. Pro- 
notum mit Mittelkiel, grob punktiert quergerieft, glänzend, 
scherbengelb mit fünf braunen Längsstreifen. Schildchen 
grob punktiert, gewölbt, hinten seitlich flachgedrückt mit 
einer, von scharfen Kanten eingeschlossenen, Furche auf 
der Apicalhälfte, braun mit zwei gelblichen Längsflecken 
in der Vorderhälfte; die Kanten der Furche tragen dunkel- 
braune Punkte; der Apicaldorn ist länger als das Schild- 
chen, überragt die Deckflügelspitzen, ist leicht gekrümmt 
im Enddrittel und gelbbraun gefärbt; die Dornfortsatz- 
wurzel trägt einen schwarzen Ring, vmmittelbar davor ist 
der Fortsatz an der Oberkante auf jeder Seite eingedrückt 
und bildet dadurch eine kielartige Kante, welche in die 
Furche des Schildchens übergreift ; die eingedrückten Stellen 
sind weißlich; außerdem ist die Schildchenecke unterhalb 
der Wurzel des Fortsatzes gelblich weiß gefärbt. Deckflügel 
hyalin, glashell mit bernsteinfarbig getrübtem Apicalteil 
und flachgedrücktem basalen Costalrand; das Geäder ist 
callös verdickt, gekörnt punktiert und gelb gefärbt; im 
Clavus ist nur ein Längsnerv. Flügel hyalin mit braunen 
Nerven, Anallappen braun getrübt. Körper, Beine und 
Abdomen scherbengelb; 2., 3., 4. und 5. Rückensegment 
seitlich schwarzbraun, ebenso Scheidenpolster und Lege- 
scheide; letztes Tarsenglied braun; Körper anliegend gelb- 
lichweiß behaart. 

Stett entomol. Zeit. 1907. 



189 

Länge 61/2 n^^iJ Deckflügellänge 5 mm, größte Breite 
1% mm; Länge des Schildchens 2 mm, des Apicaldornes 
3 mm. 

Philippinen: Manila (Thorey). 

'2. Machaerota luzonensis n. sp. 

Kopf weniger vorgezogen als bei Ensifera, Scheitel- 
teil der Stirn nach vorn geneigt und gewölbt, punktiert, 
ohne Kiel mit zwei Ocellen, welche den Augen genähert 
stehen; Jochstücke punktiert, vor den Augen leicht aus- 
geschnitten. Stirn blasig aufgetrieben und quergerieft. 
Clipeus stark gewölbt und punktiert. Das Pronotum ist 
gewölbt, punktiert quergerieft mit einem Mittelkiel, der im 
Apicalteil undeutlich wird und abgerundeten, am Rande 
etwas gehobenen Schulterecken und vier Punktgruben am 
Vorderrand. Schildchen kürzer als der Dornfortsatz, stark 
gewölbt, hinten seitlich flachgedrückt und grob punktiert; 
ein scharfer Mittelkiel durchzieht die Furche und geht in den 
Apicaldorn über; die Seitenränder der Furche sind scharfe 
Kiele und wölben sich nach außen; Apicaldorn von der 
Wurzel an gebogen, mit seitlichen Eindrücken am Oberrand 
nahe der Basis ; Schildchenecke unterhalb der Fortsatzwurzel 
vorgezogen und abgestumpft. Deckflügel 2V2rnal so lang 
wie an der breitesten Stelle einzeln breit mit spitz abge- 
rundeter Apicalecke, hyalin, Basalteil glashell, Apicalteil 
bernsteinfarben getrübt; der Costalrand ist an der Basis 
flachgedrückt; die Nerven sind gelb gefärbt, callös verdickt 
und gekörnt punktiert; die Media ist im Mitteldrittel mit 
dem Cubitus verschmolzen, ein Quernerv verbindet sie mit 
dem Radius; sieben Apicalzellen sind vorhanden. Clavus 
mit einem Längsnerv. Flügel hyalin, glashell mit gelben 
Nerven. Kopf scherbengelb; Stirn glänzend schwarz mit 
braunen Querfurchen, Fühlergruben braun. Clipeus scherben- 

Stett. eutomol. Zeit. 1907 



190 

gelb. Augen braun. Ocellen glashell; hinter jeder Ocelle 
steht zwischen Ocelle und Auge ein dunkelbrauner Fleck. 
Pronotum scherbengelb, seitlich unregelmäßig braun gefleckt. 
Schildchen braun, auf jeder Seite am Vorderrand ein läng- 
licher, gelber Fleck, die Basalhälften der Schildchenseiten- 
ränder und der Schildchenhinterrand bis zur Dornfortsatz- 
wurzel sind gelblichweiß gefärbt, der Eindruck an der 
Dornfortsatzwurzel ist hyalin, der Dornfortsatz ist braun, 
an der Basis gelblich und glänzend. Die Hinterleibseg- 
mente sind oben gelblich, zu den Seiten braun, unten braun 
mit gelber Längszone auf den ersten Segmenten; Scheiden- 
polster gelbbraun mit schwarzem Fleck ; Legescheide schwarz- 
braun, an der Basis gelbbraun; Afterröhre braun. Brust 
und Beine scherbengelb, Schenkelaußenflächen bräunlich. 
Kopf, Pronotum, Brust und Leib grau behaart. 

Länge 6 mm; Deckflügellänge 4I/2 mm, größte Breite 
1V2 mm; Länge des Schildchens 2 mm, des Apicaldornes 
2^2 mm. 

Philippinen: Manila (Kinb.). 

Coli. Camille, Van Voixem. M. R. Belg. Nr. 5426. 

Type im Königlichen Museum zu Brüssel. 

^^ 3. Machaerota ensiferina n. nom. 
'^ Machaerota ensifera Sign., Ann. Soc. En. Fr. Ser. 5. 
T. IX, S. XLVIIL I (1879). 

Originalbeschreibung : 

Jaune clair, avec les deuxieme et troisieme segments 
en dessus, la partie mediane du front, un trait de chaque 
cote de l'ecusson et la naissance de la corne, noirs; les elytres 
et les alles hyalines, la base des premieres et la portion cla- 
vienne des alles enfumees; cinq cellules apicales sur les 
elytres, dont trois vers le bord marginal; au-dessus de celles- 
ci, qui vont en diminuant, une serie de points hyalins dans 
la cote marginale meme; sur le prothorax cinq bandes bru- 

Stott. outomol Zeit. 1907. 



191 

nätres, dont les deux laterales medianes se continuent sur 
l'ecusson. 

Long, j 4 mm. 

Silhet. 

Type im Wiener Museum. 
' Machaerota ensijera Sign, von Silhet ist entschieden 
nicht mit M. ensijera Burm. identisch, wie aus der Be- 
schreibung, wenn auch nur undeutlich, zu ersehen ist; der 
Fundort spricht auch dafür und ich sehe mich veranlaßt, 
diese Art mit einem neuen Namen zu benennen. 

^4. Machaerota punctulata Sign. 

Ann. Soc. Ent. Fr. Ser. 5. T. IX. S. XLIX. 4 (1879). 

Originalbeschreibung : 

Jaune brunätre, avec le milieu du front, Tabdomen 
en dessus, excepte la base, les passes, excepte les tibias 
posterieurs, les sillons frontaux, noirs; en outre d'une tres- 
fine ponctatim noire sur le prothorax, on remarque quel- 
ques macules tranverses noires; ecusson brunätre, avec deux 
macules laterales basilaires jaunes, le sommet et la corne 
noirätres Elytres longues, presentant les cinq cellules ordi- 
naires, et, en dessus des marginales, deux ä trois plus petites, 
tres-distinctes; les nervures hyalines offrant quelques points 
bruns dissemines. 

Long. $ 4 mm. 

Silhet. 

Type im Wiener Museum. 

V "^5. Machaerota punctato-nervosa Sign. 

Ann. Soc. Ent. Fr. Ser. 5. T. IX. S. XLIX. 5 (1879). 

Originalbeschreibung : 

D\m jaune grisätre uniforme, tres-finement ponctue 
sur le prothorax, et presentant sur ce dernier et l'ecusson 
une petite maculature noire plus ou moins disseminee. Les 
elytres sont hyalines, longues, avec les nervures maculees, 

Stütt. outomol. Ztit. 1907. 



192 

comme dans l'espece precedente, de points brunätres; cette 
espece ne presente pas les cellules du bord marginal, dont 
la nervure externe et Tinterne sont distinctes, ayant les 
memes points noiratres comme les autres nervures. 

Cette espece se distingue de toutes les precedentes 
par la forme de la tete plus anguleuse en avant, non ar- 
rondie, avec le front comme carene. 

Long. $ 4 mm. 

Chine. 

Type im Wiener Museum. 

N 6. Machaerota guttigera Westw. 

Trans. Ent. Soc. Lond., S. 232, Taf. 8 (1886). 

Originalbeschreibung : 

Pallide luteo-fulva, guttis minutis nigricantibus, vix 
distinctis, remote sparsis, notata, praesertim in marginibus 
tegminum et in venis insidentibus; fronte capitis magis 
conico, concolori. 

Long. corp. circ. lin. 3. Expans. tegminum circ. lin. 6. 

Habitat, Ceylon. 

Dom. S. Green detecta et mihi benevole transmissa. 

1^7. Machaerota notoceras n. sp. 

4.??. 

Kopf mit den Augen schmaler als das Pronotum, vor- 
gezogen und abgerundet. Der Scheitelhinterrand ist in der 
Mitte eingekerbt, daher der Scheitel in der Mitte kürzer 
als zu den Seiten; die Färbung ist gelbbraun mit hellgrüner 
Behaarung, ein Mittelkiel ist nicht vorhanden; Jochstücke 
leicht gebuchtet. Ocellen glashell, den Augen genähert. 
Scheitelteil der Stirn gewölbt, nach vorn geneigt, ohne Kiel, 
bräunlich scherbengelb; Stirnfläche blasig aufgetrieben, ohne 
Kiel, glänzend schwarz gefärbt mit schwarz gefärbten, seit- 
lichen Querfurchen. Fühlergrube schwärzlich, Fühler bräun- 
lich, zweites Fühlerglied mit scherbengelbem Ring. Clipeus 

Stoft. ei.toir.ol. Zeit. 1907. 



193 

stark gewölbt, bräunlichgelb mit dunkelbrauner Spitze; 
Rostrum dunkelbraun. Augen erdfarben. Pronotum ge- 
wölbt mit deutlichem Mittelkiel, der besonders scharf 
im Vorderteil auftritt, scherbengelb und vier Punktgruben 
am Vorderrand, grob punktiert quergerieft mit vielen 
schwarzen, rundlichen Flecken; der Pronotumhinter- und 
Vorderrand und die Schulterecken sind braun gefärbt; die 
Behaarung ist grau. Schildchen kürzer als der Apicaldorn, 
grob punktiert, hinten seitlich flachgedrückt und stark auf- 
gewölbt mit gekielter, stark quergeriefter Mittelfurche; 
Apicaldorn gebogen und glänzend braun gefärbt; Vorder- 
hälfte des Schildchens bräunlich olivengrün mit zwei läng- 
lichen, gelblich weißen, seitlichen Flecken; Endhälfte braun; 
die abgestumpfte Ecke am Hinterrand und der Hinterrand 
bis zur Dornfortsatzwurzel ist gelblich weiß gefärbt; die 
scharfen Randkiele der Mittelfurche sind scherbengelb mit 
schwarzen Flecken. Die seitlichen Eindrücke am Oberrand 
des Dornfortsatzes in der Nähe der Basis sind gelblichweiß 
und schwarz umrandet. Deckflügel hyalin mit spitz abge- 
rundeter Apicalecke, callös verdickten, gekörnt punktierten, 
gelblichen und bräunlichen Nerven; der Apicalteil ist bräun- 
lich getrübt und mit sieben Apicalzellen versehen; die Media 
ist im Mitteldrittel mit dem Cubitus verschmolzen und 
durch eine Querader mit dem Radius verbunden; Clavus 
mit einem Längsnerv, der zweite Nerv tritt im Enddrittel 
auf und verbindet als Querader den ersten Nerv mit dem 
Clavushinterrand ; der Clavushinterrand und der flachge- 
drückte Costalrand sind schwarz gefärbt. Flügel hyalin 
mit schwarzen Nerven und rauchschwarz' getrübtem Anal- 
lappen, die Trübung reicht bis zur vierten Längsader. Hinter- 
leib oben gelblich weiß, vom dritten bis siebenten Segment 
seitlich und das achte Segment, sowie die Afterröhre und 
die Legescheide sind schwarzbraun gefärbt; die Scheiden- 
polster und die letzten Bauchsegmente sind braun, die Basal- 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 13 



194 

Segmente des Sternites sind gelblichweiß. Die Vorder- und 
Mittelbeine und die Tarsen des dritten Beinpaares sind 
bräunlich, die Hinterschenkel glänzend schwarzbraun, die 
Hinterschienen gelb. Die Behaarung der Brust, des Hinter- 
leibes und der Beine ist hellgrau. 

Länge 6 — 61/2 mm; Deckflügellänge 5 — 51/2 mm, größte 
Breite 114 — 1% mm; Länge des Schildchens 2 mm, des 
Apicaldornes 3 mm. 

3 ??• 

Sumatra: Soekaranda (Dr. H. Dohrn). 

I ?. 

Java (H. Fruhstorfer). 

Typen im Stettiner Museum. 

'^'^ 8. Machaerota Spangbergi Sign. 

M. Spangenbergü Sign., Ann. Soc. Ent. Fr. Ser. 5, 
T. IX, S. XLVni, 2 (1879). 

Originalbeschreibung : 

D'un jaune brun, avec la partie mediane du front, le 
sommet de l'abdomen en dessus et les organes sexuels, noirs; 
pattes brunätr^s, les tibias posterieurs jaunes avec le som- 
met noir. 

Cette espece se rapproche beaucoup de la precedente; 
en differe par les sillons frontaux noirs, par les elytres plus 
longues, moins arrondies ä l'extremite, et par les points 
hyalins de la cote, formant dans les autres presque des 
cellules, tandis qu'ici il n'y a que l'espace au-dessus des trois 
cellules marginales de bien visible; sur le clavus, une seule 
nervure se bifurquant vers le bord scutellaire. 

Long. $ 4 mm. 

Silhet. 

Type im Wiener Museum. 

^C; Genus Pachymachaerota n. gen. 
Apicalteil der Deckflügel gerundet mit sechs Zellen, 
drei am Apicalrand und drei am Costalrand, letztere wenig 

StoU. ontomol. Zoit. 1907. 



195 



kleiner als die ersteren; zwischen dem äußeren Aste des 
Radius und dem Costalrande befindet sich keine deutliche 
Zellenbildung — bei Machaerota ist eine deutliche Zellen- 
bildung vorhanden. Die jNIedia ist im mittleren Teile mit 
dem Cubitus verschmolzen, ein Quernerv verbindet den 
Radius mit der Media. Discoidalzelle verhältnismäßig kurz 
und eiförmig. Clavus mit einem Längsnerv, der zweite 
Längsnerv fehlt oder tritt im Enddrittel als Quernerv auf 
und verbindet den ersten Längsnerv mit dem Clavushinter- 
rand. Die relativ starken Adern der Deckflügel sind an- 




\j Fig. 8. Pachymachaerota nigrifrons. 
nähernd gleich dick. Pronotum gleichmäßig rundlich ge- 
wölbt mit Mittelkiel, punktiert quergerieft, vorn vorgezogen 
und hinten stumpfwinkelig ausgeschnitten. Das Schildchen 
ist länger als das Pronotum, stark gewölbt, hinten seitlich 
flachgedrückt mit einer Längsfurche im Apicalteil, einem 



StRtt.. ßntomol. Zeit. 1907 



13* 



196 

Mittelkiel und einem geraden, apicalen Dornfortsatz, wel- 
cher kürzer ist als das Schildchen und das Ende der Deck- 
flügel nicht erreicht; die Apicalecke unterhalb der Dorn- 
fortsatzwurzel ist abgestumpft; der Dornfortsatz ist an der 
Basis seitlich flachgedrückt und trägt oben einen scharfen 
Kiel; außerdem ist das Schildchen punktiert. Kopf vorn 
stumpf abgerundet, Scheitel und Oberstirn gewölbt und 
nach unten gerundet. Rücken- und Bauchsegmente punk- 
tiert. Hinterschienen ohne Dorne. Körperform mäßig 
schwank. 
V^ Typus: Pachymachaerota nigrijrons Schmidt. 
Tabelle zur Bestimmung der Arten. 

1. Schildchen mit zwei basalen schwarzen Flecken 
und schwarzer Querbinde vor dem Apicaldorn; 
Hinterleib gelb und schwarz gefärbt; Hinterschie- 
nen gelb mit schwarzer Zeichnung, Länge 4 — 5 mm, 
Australien 2 

— Schildchen und Apicaldorn einfarbig rotbraun, ohne 
Flecke und Binde; Rückensegmente des Hinter- 
leibes indigoblau, erstes Rückensegment seitlich gelb; 
die Hinterschienen, die Schenkel und die vier Vor- 
derbeine mit den Coxen braun, die Coxen der Hinter- 
beine gelb; Stirn schwarz; Länge 61/2 mm; Sumba 
I. Pachym. nigrifrons n. sp.O'' 

2. Dritte Längsader der Flügel hinter der Querader 
nicht gegabelt ; in der Clavusaußenzelle befindet sich 
ein Quernerv, welcher den Clavusnerv und den 
Hinterrand verbindet; Hinterschienen orangerot 
mit braunem Basal- und schwarzem Distalende; 

Länge $ 5 mm ; Nord- Australien A 

2. Pachym. pugionata Stal.^ 

— Dritte Längsader der Flügel hinter der Querader 
gegabelt; im Clavus ein Längsnerv, der Quernerv 
in der Clavusaußenzelle fehlt; die Hinterschienen 

Stott. eutoniol Zeit. 1907. 



197 

gelb, die Oberseite und das Basalende sind schwarz 

gefärbt ; Länge j 4 mm ; Australien y 

3. Pachyni. Signoreti n. nom. O ^ 

Vt) I. Pachymachaerota nigrifrons n. sp. 

Stirn glänzend schwarz und sehr fein punktiert. Scheitel 
gewölbt, fein quergerieft mit glashellen Ocellen, welche von 
einander so weit entfernt stehen wie von den Augen; die 
vorderen Scheitelseitenränder sind gelblich gesäumt. Augen 
braun. Pronotum gewölbt, punktiert quergerieft mit feinem 
Mittelkiel, hinten stumpfwinkelig ausgeschnitten, vorn 
vorgezogen, gerundet und rotbraun gefärbt mit Ausnahme 
eines schmalen, schwarzen Vorderrandbandes. Schildchen 
nach hinten stark aufgewölbt und seitlich flachgedrückt 
mit feinem Mittelkiel, der auf dem Grunde der flachen 
Furche, welche vor dem Apicaldorn durch zwei scharfe 
Kanten gebildet wird, fast ganz undeutlich verläuft; Apical- 
dorn gerade, an der Basis seitlich flach, hinten rund, scharf 
zugespitzt und wie das Schildchen rotbraun gefärbt; die 
Rinne am Schildchenunterrand ist schwarz gefärbt; vor 
der Wurzel des Apicaldornes am Oberrand und vor der ab- 
gestumpften Ecke unterhalb der Apicaldornenwurzel ist 
das Schildchen grubig vertieft ; die grubige Vertiefung am 
Oberrande ist hyalin. Deckflügel hyahn, hinten stumpf 
abgerundet mit gelben Nerven, Clavushinterrand und Ba- 
salhälfte des Costalnerves schwarz; die Adern sind callös 
verdickt und gekörnt punktiert; im Apicalteil liegen sechs 
Zellen, von denen drei am Apical- und drei am Costalrande 
sich befinden; der Basalteil ist von drei Zellen gebildet, 
deren mittlere die von der stark nach außen gekrümmten 
Media und dem Cubitus eingeschlossene, eiförmige Dis- 
coidalzelle ist; die Media ist in dem mittleren Teile mit dem 
Cubitus verschmolzen, ein Quernerv verbindet die Media 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



198 

mit dem Radius. Der Clavusnerv ist an der Basis verdickt 
und nähert sich nach hinten verlaufend der Clavus-Corium- 
naht, biegt im letzten Viertel um und mündet in den Clavus- 
hinterrand. Flügel hyalin mit schwarzen Nerven. (Der Ver- 
lauf der Adern sowohl vom Deckflügel wie vom Flügel ist auf 
der Abbildung ersichtlich. Fig. 8). Brust und Bauchsegmente 
schwarz; Rückensegmente indigoblau, erstes Rückensegment 
seitlich gelb. Die Hinterschienen und die Schenkel und die 
vier Vorderbeine mit den Coxen braun, die Coxen der Hinter- 
beine gelb. Hinterschienen ohne Dorne. Gonapophysen 
blattartig, nach außen etwas gewölbt, in der Mitte am brei- 
testen, hinten stumpf abgerundet und braun gefärbt, an der 
Basis gelblich; Penis gelb, nach oben und vorwärts gekrümmt. 

I o- Länge 6 1/4 mm; Deckflügellänge 5 mm, größte Breite 
2 mm ; Länge des Schildchens 2 14 mm, des Apicaldornes 2 mm. 

Sumba (Grelak). 

Type im Stettiner Museum. 

J ^ '^ 2. Pachymachaerota pugionata St AI. 

Machaerota pugionata Stäl, Öfv. Vet.-Ak. Förh., 1865. 
S. 154. 

Originalbeschreibung : 

Nigra, dense distincteque punctata; scutello, fasciis 
duabus dorsalibus abdominis, una basali, altera angustiore 
apicali, nee non annulo latissimo tibiarum posticarum luteis; 
scutelli macula basali, marginibus spinaque apicali fere 
tota nigris; tegminibus alisque vitreis, illorum venis pone 
medium leviter infuscatis, costa basin versus margineque 
scutellari ipso nigro-fuscis. 

?. Long. 4, Lat. 2 mm. 

Austraha borealis (Mus. Holm. et. Coli. A. Dohrn). 

I ^ (Type von Stal) befindet sich im Stettiner Museum, 
Zur Stalschen Diagnose möchte ich nachstehendes hinzu- 
fügen. 

Im Clavus der Deckflügel befindet sich ein Längsnerv, 
der zweite Längsnerv tritt nur im Enddrittel auf und ver- 

ßtett. entomol. Zeit. 1907. 



199 

bindet als Querader den ersten Nerv mit dem Clavushinter- 
rand (scheinbar ist der erste Nerv gegabelt). Die Media ist im 
Mitteldrittel mit dem Cubitus verschmolzen und eine Quer- 
ader verbindet sie mit dem Radius. Die Adern in den Deck- 
flügeln sind gekörnt punktiert und callös verdickt, der Costal- 
rand an der Basis flachgedrückt. Das Pronotum ist grob 
punktiert quergerieft und mit einem Mittelkiel versehen. Das 
Schildchen ist länger als der apicale Dornfortsatz und grob 
punktiert, letzterer erreicht nicht die Spitzen der Deckflügel. 

Länge 514 mm; Deckflügellänge 4 mm, größte Breite 
1V2 mm; Länge des Schildchens 2 mm, des Apicaldornes 
i^ mm. 

Die Längenangabe von Stäl bezieht sich auf die Ent- 
fernung von der Stirn bis zum Hinterleibsende, ich rechne als 
Länge die Entfernung von der Stirn bis zu den Enden der 
Deckflügel. 

^ ^ 3. Pachymachaerota Signoreti n. nom. 
^ Machaerota pugionata Sign., Ann. Soc. En. Fr. Ser. 

5T. IX, S. XLIX. 3(I879)• 
Originalbeschreibung : 

Noir; ecusson avec deux macules basilaires noires; une 
fascie transverse au sommet pres la base de Tepine dont 
l'extremite est noire; elytres comme dans l'ensifera, mais plus 
arrondies; au sommet les nervures larges, hyalines, ponctuees 
de chaque cote; une seule nervure sur le clavus: tibias poste- 
rieurs jaunes, avec le sommet et la base noirs; la base et le 
sommet de l'abdomen jaunes; la troisieme nervure de l'aile 
bifurquee un peu apres la transvrse. C'est la seule espece 
dans la quelle nous trouvons ce dernier caractere. 

Long, o 4 mm. 

Australie. 

Type im Wiener Museum. ^ 

Mach, pugionata Sign, ist von Mach, pugionata Stal 
verschieden; bei der Stälschen Art tritt im Clavus der zweite 
Nerv als Quernerv auf und die Adern der Flügel sind einfach ; 
hei' Pugionata Signoret soll nur ein Längsnerv im Clavus vor- 

Stott. entomol. Zeit. 1907- 



200 

banden und die dritte Längsader hinter der Querader ge- 
gabelt sein. Diese beiden Merkmale veranlassen mich, die 
Signoretsche Pugionata für eine andere Art zu halten und ihr 
einen neuen Namen zu geben. 

Verzeich nisderTribus, Gattungen 
und Arten. 

Enderleiniini n 167 

Enderleinia n. gen 1Ö7 

bispina n. sp i6g 

Machaeropsis Melichar 170 

valida Melich 172 

Apomachaerota n. gen 172 

reticula n. sp 174 

Maxudeini n 175 

Maxudea n. gen 175 

crassiventris n. sp 176 

Sigmasomini n 177 

Sigmasoma n. gen 178 

bifalcata n. sp 180 

Grypomachaerota n. gen 181 

turbinata n. sp 182 

Machaerotini n 184 

Machaerota Burmeister 184 

ensifera Burm 187 

luzonensis n. sp 189 

,, ensiferina n. nom 190 

punctulata Sign 191 

punctato-nervosa Sign 191 

güttigera Westw 192 

notoceras n. sp 192 

Spangbergi Sign 194 

Pachymachaerota n. gen 194 

nigrifrons n. sp 197 

pugionata Stal 198 

,, Signoreti n. nom 199 

Stett eutomol. Zeit. 1907. 



201 



Über eine Missbildung des Hinterflügels 
bei Psophus stridulus. 

^'on 11. Kariiy. 

Es hat sich schon oft gezeigt, daß gelegenthch auf- 
tretende Mißbildungen für die Beurteikmg der Verwandt- 
schaftsverhältnisse und die Entscheidung phylogenetischer 
vStreitfragen von Wichtigkeit sein können, namentlich wenn 
es sich um atavistische Bildungen handelt. 

Dieser ITmstand veranlaßt mich, einen Fall von Miß- 
bildung hier zu veröffentlichen, welchen ich an einem Pso- 
phus stridulus-S beobachtet habe. Das Tier wurde am 
II. August 1903 im Wienerwald (Rohrerwiese beim Her- 
mannskogel) gefangen und fiel mir zuerst gar nicht besonders 
auf. Im ungespannten Zustande war es von einem nor- 
malem Exemplare nicht zu unterscheiden. Erst beim 
Spannen kam die abnorme Bildung zum Vorschein. Der 
rechte Hinterflügel ist vollkommen normal ausgebildet: Die 
Costa*) marginal, die Subcosta läuft parallel zum Vorder- 
rand und mündet schließlich in denselben ein; der Radius 
ist wiederum parallel zur Subcosta, nur im ersten Drittel 
etwas stärker derselben genähert; auch er mündet in den 
Vorderrand ein. Kurz vor der Mitte zweigt von ihm die 
Media ab, gleich danach der Sector radii und schließlich ent- 
sendet er kurz vor seinem Ende schief nach rückwärts noch 
einen dritten kurzen Seitenzweig. Der Cubitus läuft anfangs 
ziemlich parallel zum Radius, später zur Media und be- 
schreibt auf diese Weise einen sanften Bogen. Hierauf folgt 
die erste Falte. Zwischen ihr und der zweiten hegen zwei, 



•') Zur Bezeichnung der Adern verwende ich die Namen, die 
Rodtenbacher 1886 für alle Insektengruppen in Anwendung brachte und 
die auch Handlirsch in seinen „Fossilen Insekten" (19Ü6) wieder aufnahna. 
Btett. eutomol. Zeit. 1907. 



202 

untereinander parallele, sanft geschwungene Längsadern, 
welche bereits dem Analfächer angehören. Im übrigen Teile 
des Flügels liegt zwischen zwei Falten immer je eine Anal- 
ader. Das Zwischengeäder ist von der ersten Falte sehr 
regelmäßig und fast nur aus parallelen Queradern bestehend, 
im Analfächer ist es mehr oder weniger netzartig ausgebildet. 
Von diesem normal ausgebildeten rechten Hinterflügel 
wich der linke schon durch seine äußere Gestalt auffallend 
ab (vgl. nebenstehende Figur). Am Vorderrand ist er noch 
normal gebildet bis zur Einmündung des Radius. Hier 
bildet der Rand einen stumpfen einspringenden Winkel und 
läuft ungefähr in der Richtung des Radius weiter, so daß 
ein auffallend stark vorspringender Lappen entsteht, der 
rückwärts bei der ersten Falte endet. Der Lappen zwischen 
der ersten und zweiten Falte, der normalerweise so groß 
sein sollte wie der erste Lappen, ist hier bedeutend kleiner 
und weniger stark gerundet als bei normalen Formen. 




Die beiden Hiiiterllügel eii:ess Psophus 8tridulU8-(^ (Vergr.); 

der rcclite ist normal, der linke mißgebildet. 

Noch bemerkenswerter ist die Abweichung in der Aus- 
bildung des Geäders. Costa und Subcosta sind noch normal 
ausgebildet. Der Radius ist von der Abzweigungsstelle 
seines Sektors an gewissermaßen verdoppelt, doch laufen 
seine beiden Teile nicht auseinander, sondern knapp neben- 
einander, vereinigen sich sogar zweimal auf eine kurze Strecke. 
Wie bei der normalen Ausbildung entsendet auch hier der 
Radius vor seiner Einmündungsstelle in den Vorderrand 
einen Zweig schief nach rückwärts, doch verläuft derselbe 

Stett entomol. Zeit. 1907. 



203 

nicht so regelmäßig wie rechts, sondern mehr oder weniger 
unregelmäßig geschwungen. Vor der Abzweigung dieses 
Astes haben sich die beiden Teile des Radius schon wieder 
endgültig vereinigt. Der Cubitus nimmt dieselbe Stelle ein 
wie im normalen Flügel, doch ist auch er unregelmäßig S- 
förmig gebogen. In der Nähe der Basis teilt er sich in zwei 
schwach divergierende Zweige, die sich bald wieder ver- 
einigen. Noch vor dieser Vereinigungsstelle tritt er durch 
eine schiefe Querader mit der Media in Verbindung, so daß 
es den Anschein gewinnt, als ob dieselbe vom Cubitus aus- 
gehen würde. Auch sie ist etwas unregelmäßiger gebogen 
als rechts. Kurz hinter ihrer Abzweigung vom Radius trennt 
sich von demselben auch sein Sektor, der ebenfalls S-förmig 
geschwungen ist und sich in zwei Äste teilt. Endlich muß 
ich noch hervorheben, daß sich zwischen der ersten und 
zweiten Falte hier nur eine Ader vorfindet, welche fast ganz 
gerade verläuft, während normalerweise zwei parallele, sanft 
geschwungene vorhanden sein sollten. Der übrige Teil des 
Flügels unterscheidet sich nicht wesentlich von der normalen 
Form. 

Beide Hinterflügel sind normal pigmentiert. (Die Type 
dieser Beschreibung befindet sich in meiner Sammlung.) 

Wenn wir nun darangehen, die etwaige phylogenetische 
Bedeutung der beschriebenen Mißbildung zu erwägen, so 
will ich vor allem betonen, daß ich sie nicht für eine ata- 
vistische Erscheinung halte. Nach unsern gegenwärtigen 
Ansichten über die Phylogenie der Acridoiden können wir 
nicht annehmen, daß dieselben etwa von einer Form ab- 
stammen, bei der die Media vom Cubitus ausging, wie 
man etwa aus unserer Mißbildung zu schließen geneigt sein 
könnte. 

Dagegen kann vielleicht bei andern Erwägungen die 
beschriebene Mißbildung in Betracht kommen. Wir wissen, 
daß bei vielen Insektengruppen eine Adernverschmelzung 

Stett. entomol. Zeit. 1Ö07. 



204 

eingetreten ist — ich erinnere an die Psociden, Hymenopteren 
usw. — und hierfür kann uns das vorhegende Objekt viel- 
leicht eine Erklärung geben. Ich will hier noch betonen 
(um nicht mißverstanden zu werden), daß ich selbstver- 
ständlich obengenannte Gruppen nicht etwa von den Acri- 
doiden ableite. Aber wir können uns sehr wohl denken, daß 
bei den Ahnen jener Ordnungen {Blattaeformiä) vielleicht 
einmal analoge Bildungen aufgetreten sind. Man hat bis- 
her immer eine aUmähliche Umbildung des Flügelgeäders 
in der Stammesgeschichte angenommen. In dem von mir be- 
schriebenen Fall handelt es sich aber entschieden um eine 
plötzliche mutationsähnliche Veränderung und dies legt 
uns wohl die Frage nahe, ob wir in der Phylogenie nicht 
auch solche plötzliche Veränderungen annehmen sollen (die 
natürlich aber nicht stärker von der Stammart abweichen 
dürften, als bei unserm Psophus). Ich glaube, es wäre 
leichter, uns auf diese Weise die Umbildung des Flügel- 
geäders vorzustellen, als durch ganz allmähliche Veränderung 
(etwa nach lamarckistischen Prinzipien). Von höchstem 
Interesse wäre es, zu erfahren, ob derartige abnorme Bil- 
dungen, wie die von mir beschriebene, erblich festgehalten 
werden oder nicht. Mir ist darüber leider nichts bekannt. 



Stett. entomol. Zeit. 1907. 



205 



Inli.altsverzeichnis. 

(Heft I. 1907.) 



Die Coniopterygidenfauna Japans. Von Dr. Günther 
E n d e r 1 e i n , Stettin. (Mit i Textfigur.) S. 3. — Nach- 
träge zur Monographie der Coniopterygiden. Von Dr. G ü n- 
therEnderlein, Stettin. (Mit i Textfigur.) S. 10. — 
Neue Rhopaloceren aus Südamerika. L Victor ina steneles 
L. und einige neue Formen, von H. F r u h s t o r f e r. S. 13. 
IL Neue Ageronia-Formen, von H. F r u h s t o r f e r. S. 15. 

— Eine bisher unbeachtete Lokalrasse einer Nymphahde 
aus Ost-Java, von H. F r u h s t o r f e r. S. 17. — Zwei 
neue Acraeen aus dem Papua-Gebiet, von H. F r u h - 
s t o r f e r. S. 19. — Neue Polyhirma- Arten. Beschrieben 
von Chr. Sternberg, Stralsund. S. 22. — Troctes 
entomophilus, ein neuer Insektenliebhaber aus Columbien. 
Von Dr. Günther Enderlein, Stettin. S. 34. — 
Die Rüsselkäfer der Falklands-Inseln. 13. Beitrag zur 
Kenntnis der antarktischen Fauna. Von Dr. Günther 
E n d e r 1 e i n , Stettin. S. 36. — 18 neue Elateriden-Arten 
von Australien, von Otto Schwarz. S. 70. — Palpares 
obscuripennis, eine neue Palpares-Art aus dem Kongogebiet. 
Von Edmund S c h m i d t. in Stettin. S. Sy. — Neue 
Beiträge zur Kenntnis der Copeognathen Japans. Von Dr. 
Günther Enderlein, Stettin. (Mit 2 Textfiguren.) 
S. 90. — Chlorocoris nigricornis, eine neue Pentatomide 
aus Peru. (Hemiptera Heteroptera.) Von Edmund 
Schmidt in Stettin. S. 106. — Drei neue Sephina-Arten 
in der Sammlung des Stettiner Museums. (Hemiptera He- 
teroptera.) Von Edmund Schmidt in Stettin. S. 109. 

— Beitrag zur Kenntnis der Fulgoriden. Die Arten des 
Genus Myrilla Distant. Von Edmund Schmidt in 

Stett. cntomol. Zeil. 1907. 



^06 

Stettin. S. 113. — Verzeichnis der von Herrn Dr. Theo- 
dor Koch- Grünberg am oberen Waupes 1903 — 1905 
gesammelten Rhopaloceren mit Besprechung verwandter 
Arten. Von H. Fruhstorfer, (Mit einer Doppeltafel.) 
S. 117. — Monographie der Subfamilie Machaerotinae Stäl, 
ein Beitrag zur Kenntnis der Cercopiden. (Mit 8 Text- 
figuren.) Von Edmund Schmidt in Stettin. S. 165. 
— Über eine Mißbildung des Hinterflügels bei Psophus 
stridulus. Von H. K a r n y. S. 20T. — Inhaltsverzeichnis. 
S. 205. 



Ausgegeben im Mai 1907. 



Sletl. ontomol. Zeit. 1907. 







"' - PROPERTY OF 

Z. P. METCALF 



Auszug 

aus der Satzung des entomologischen Vereins 
zu Stettin. 



§ 5. Jedes ordentliche Mitglied hat einen Jahresl)eitrag 
von zehn (10) Mark zu zahlen. Der Beitrag ist bis zum 
30. Juni an den Rechnungsführer des Vorstandes zu ent- 
richten. Der Rechnungsführer ist befugt, die bis zum 30. Juni 
nicht eingegangenen Beiträge durch Postnachnahme zu erheben. 

Der Vorstand ist befugt, ein Mitglied, das seine Beiträge 
bis zum Schluß des Jahres nicht bezahlt hat, in der Mitglieder- 
liste zu streichen. Durch die Streichung erlischt die Mitglied- 
schaft des betreffenden Mitgliedes. 

§ 11. Der Verein giebt eine Vereinszeitschrift unter 
dem Namen „Entomologische Zeitung" heraus, die jedem Mit- 
gliede unentgeltlich zugesendet wird. 

Ueber die Aufnahme der in der Zeitung abzudruckenden 
Aufsätze entscheidet die Redaktion, in zweifelhaften Fällen der 
für diesen Zweck bereits eingesetzte, aus drei Vereinsmitgliedern 
bestehende Ausschuß, dessen Mitglieder der Vorstand ernennt. 

§ 12. Die Benutzung der Vereinsbibliothek ist den 
Vereinsmitgliedern nach näherer Anordnung des Vorstandes der- 
art gestattet, daß dem Verein daraus keine Kosten erwachsen. 



Mitteilungen und Anfragen an die Redaktion werden 
ausschließlich erbeten unter der Adresse: 

Entomologischer Verein 
zu Stettin 

Lindenstraße No. 22. 



herausgegeben von dem 

entomologischen Vereine 

zu Stettin. 

Redaction: Br. Heinrich Dohrn, Vorsitzender. 



In Commission bei der Bachhandlung' R. Friedläuder & Soliu in Berlin. 



1907. 68. Jahrgang. Heft II. 

Verzeichnis 

der v(in 

Herrn Dr. Theodor Kocli-Orüiiberg' am oberen 

Wanpes 1903-1905 gesammelten Rliopaloceren 

mit Bespreclmng yerwandter Arten. 

Von H. Frulisitorl'er. 

(Mit einer Doppel-Tafel.) 



(Schluß.) 
Morpho peleides Gruppe. 

Die Formen dieser Gruppe bewohnen Zentralamerika — 
Ausläufer gehen östlich nach Venezuela, südlicli bis Ecuador. 
Wenngleich ■pclcidcs nur ein verhältnismäßig kleines Ge- 
biet bewohnt, ist seine Mutationsfähigkeit in der Morphiden- 
welt beispiellos und keine andere Species hat auch nur eine 
annähernd so sprungweise Umbildung auf geographisch eng 
begrenztem Flugort (selbst Inselrassen nicht ausgenommen) 
aufzuweisen als peleides. 
Die Rassen von 
Mexico 
Honduras 
Nicaragua 
Columbien 

statt, entomol Zeit. 1907. 14 



stehen sich ziemHch nahe, dazwischen schieben sich in 

Guatemala und 

Costa Rica 
Subspecies ein, die das übHche Kleid auch unterseits (Guate- 
mala) völlig verändert haben und ihre Zugehörigkeit zum 
Stamm ist nur vermöge des Flügelschnitts und der Ocellen- 
Anlage zu konstatieren. 

a. peleides montezuma Guen. 

M. montezuma Guen. Ann. Soc. Ent. France 1859 

P- 373- 
Staudgr. Exot. Schmetterl. 1888 p. 209. 
M. peleides Godman und Salvin. Biolog. Zentr. Americ. 

p. ?? 
Patria: Mexico. 

peleides octavia Bates. 
M. octavia Bates, Ent. M. Mag. I. p. 163, 1864. 

Staudgr. 1. c. 

Flügeloberseite mit Ausnahme der hyalinen weißlich 
braunen Distalpartic, lichtblau. Unterseite verwaschen braun, 
außen hellstrohfarbcn. Ocellen sehr groß. 

Patria: Guatemala, 2 ^^^^ 1 V Coli. Fruhstorfer. 

b. peleides hyacinthus Butl. 

M. hyacinthus Butl. 1. c. II. p. 204, 1866. Staudgr. 1. c. 

a) Forma crispitaenia nobis. 

Die blaue Basalfärbung distal nicht wie bei der Type 
scharf abgegrenzt, sondern in breiten Strahlen in den schwar- 
zen Außensaum eindringend. Vdflgl. mit nur einer Reihe 
weißer Submarginalpunkte. 

Unterseite : Distalsaum breiter, heller, alle Ocellen kleiner 
Vielleicht Trockenform. 

Patria: Honduras, 2 rJ^V, i 0* ab. San Pedro Sula. Erich 
Wittkugel leg. 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



209 

c. peleides pudicis nov. subspec. 

Nicaragua Exempl. sind viel kleiner als solche aus Mexico 
und Honduras, der Distalsaum der Vorderflügel sehr schmal. 

Die Flügelunterseite ist ähnlich wie bei limpida Butl. 
aufgehellt; die Zeichnungen sind aber etwas mehr ver- 
schleiert, Ocellen größer als bei crispitaenia, Transversal- 
binden der Hinterflügelzelle etwas schmäler als bei limpida. 

Patria: Nicaragua. 

d. peleides limpida Butl. 

M. limpida Butl. Cist. Ent. I. p. 75. 1872. 
Staudgr. 1. c. p. 209-210. 

Limpida, wenngleich nur auf ein aberratives Exemplar 
begründet, stellt den ältesten Namen dar einer der variabel- 
sten Schmetterhnge. Die neben ihr fliegende Hauptform 
besitzt bereits 2 Bezeichnungen: 

a) Forma hydorina Butl. 
M. hydorina Butl. 1. c. p. 76, 1872; Lcp. Exot. p. 113 

t. 42 f. 2. 1872. 
M. arcissus Staudgr. 1. c. p. 209. 
Flügel halb schwarz, halb blau gebändert. 

B) Forma marinita Butl. 
M. marinita Butl. 1. c. p. 75; Lep. Exot. p. 113 t. 41 f. 2. 

1872. 
Hinterflügel mit stark verschmälerter blauer Binde. 

y) Forma limpida Butl. 
Patria: Costa Rica 3 S, 2 W (Coli. Fruhstorfer.) 

e. peleides peleides Kollar. 

M. peleides Kollar. Denkschr. Akad. Wien p. 356, 1850. 
Neu Granada. 

Staudgr. 1. c. p. 209 t. 69 ,^. 

Patria: Panama (Staudgr.) Columbien G <^ 1 ^ (Coli. 
Fruhstorfer.) 

Dies ist der häufigste Morpho Columbiens, der in keiner 
Sendung von dort fehlt. 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 14^'' 



21Ö 

f, pelcides maculata Röber. 

M. pel. var. mac. Röb. 1. c. p. 349. 

Patria: Ecuador, Röbers Typen in Coli. Fruhstorfer. 

Unterseite lichter, Submarginal- und Ocellenbinden 
heller, Transversalbinden der Vorderflügelzelle breiter und 
rötlich weiß, anstatt grün erzfarben wie bei pelcides. 

Gute Lokalrasse, von größerem Habitus und lichterem 
Blau, die hinüberleitet zu 

g. pelcides corydon Guen. 

M. corydon Guen. A. Soc. Ent. Fr. 1859 p. 372. 

M. peleides Staudgr. 1. c. partim. 

I -S. Kleiner, Hinterflügel breiter schwarz gerandet. 
Unterseite noch bleicher gebändert als maculaia, Ocellen 
recht klein, ähnlich jenen von pudicis Fruhstorfer. Trans- 
versalbinden der Vorderflügelzelle noch breiter als bei 
maculata. 

Patria: Venezuela, i j Coli. Fruhstorfer. 

Morpho rugitaeniatus nov. spec. 

o. Oberseite abgesehen vom sehr tief eingekerbten 
schwarzen Distalsaum satt glänzend blau. Obere Partie der 
Zelle und die Basalteile aller Flügel dunkel violett schillernd, 
ebenso die breiten blauen Strahlen, die weit in den tief- 
schwarzen Außensaum eindringen. Am Costalrand kurz jen- 
seits der Zelle ein weißer Fleck, des weiteren eine diffuse 
subapicale weiße Makel und 3 — 5 weiße Submarginalpunkte 
auf den Vorderflügeln. 

Vorderflügel gelblich, die paarweise stehenden Ad- 
marginalf leckchen der Hinterflügel rein weiß. 

Unterseite: Vorderflügel pelcides-, Hinterflügel achil- 
laena-Cha.Tüktcr . Ocellen sehr groß, mit breiter gelber Iris, 
sehr großem diffusen weißen Kern, Ocellenbegrenzung der 
Vorderflügel blauweiß, aus zarten, jene der Hinterflügel 
grünlichweiß, aus kräftigen Linien bestehend. 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



211 

Vorderflügel mit einer ockergelben, prägnanten Ad- 
marginal-, zwei milchweißen, durch eine braune Wellen- 
linie geteilten Submarginalbinden. Hinterflügel mit einer 
unterbrochenen dunkelockerfarbenen Admarginal- und einer 
violettweißcn Submarginalbinde, die durch dunkelziegel- 
rote, proximal zugespitzte Makeln separiert werden. 

Querbinden der Vorderflügelzelle dünn, ähnlich den 
Medianstreifen der Hinterflügel, grünlich. Die gewinkelte 
Medianbinde innerhalb der Ocellen zusammenhängend (ähn- 
lich hahiana Frühst.) die 3 Analocellen von einem gemein- 
samen grünlich weißen Vorhof umschlossen. 

Rugüaeniattis vereinigt in sich die Merkmale der pc- 
leides, achillcs, achillacna und granadcnsis-Gm^p^Q. 

Patria: Ecuador, Paramba. i J Coli. Frühst. 

Morpho rhetenor Gramer. 
Pap. rhetenor Gramer I. i. 16 A. B. p. 22-23 ,,de 

^blaauwe gestreckte satyn kapel" 1775. 
9. Pap. andromache Gramer I. t. 56. A. B. p. 87. 
Patria: Surinam. 2 ,^^ i ? (Goll. Frühst.). 
Drei Subspezies: 

a) rhetenor rhetenor Gram. Surinam. 

b) rhetenor eusebes nov. subspec' 

M. rhetenor Staudgr. 1. c. p. 206 t. 70 ?. 

Vergleichen wir Staudingers Abbildung mit jener von 
Gramer finden sich folgende Unterschiede : 

Grundfarbe hell- anstatt dunkelgelb, alle distalen Flecken 
schmäler, isolierter. Der Basalfleck der Vorderflügelunter- 
seite schwarz, anstatt braun. 

Vielleicht gehört das Staudingersche $ zu der mir in 
3 Exemplaren vorliegenden ^'-Form aus Obidos, die von 
rhetenor aus Surinam abweicht durch bedeutendere Größe 
und die unterseits auch auf den Hinterflügeln dunkler braun 
gefärbten Basalf lecken. Die Vorderflügeloberseite zeigt be- 
stell, entomol. Zeit. 1907. 



212 

reits die Anfänge der weißlichen Punktierung (Übergang zu 
cacica Staudgr.) und unterseits weiße statt gelbliche Distal- 
makeln. 

Staudingers $-Exemplar trägt die Bezeichnung Fluß 
jMacahi aus Brasilien. Ein Fluß Macahe existiert bei Rio 
de Janeiro, da dort rhetenor jedoch nicht vorkommen kann, 
vermute ich die Heimat des Staudinger'schen $ an einem 
Nebenfluß des Amazonas. 

Nach Hahnel (Iris VII, 1890, p. 225) fliegt rhetenor stets 
in großer Höhe und ließ sich nur gelegentlich verlocken auf 
am Boden liegende Morpho menelaus Flügel herabzustoßen. 
Das $ setzt sich gerne an nasse Stellen an Flußufern (was 
ich in Sta. Catharina auch vonM. anaxibia-Exp. beobachtete). 
Aufgescheucht fliegen sie im Gegensatz zu den .SS nur lang- 
sam davon. 

Die SS strömen Schwefelgeruch aus (Hahnel p. 308). 

Patria: Obidos, 3 j j, Aug. Sept. 1899, Jul. Michaelis 
leg. Coli. Frühst. 

c) rhetenor cacica Staudgr. S. Peru (Chanchamajo). 
M. rhet. var. cac. Stdgr. Verhandl. Z. B. Ges. Wien 25, 

p. 100, 1876. Exot. Schmett., p. 206, t. 70 S- 

d) rhetenor hclcna Stdgr. Rio Huayabamba (Nord- 
Peru). 

M. rhet. var. hei. Stdgr. Ent. Nachr. p. 107, 1890. 
M. helena Grose Smith, Rhop. Exot. I, Morpho I, p. i, 
t. I f. I. 2, 1890. 

II. Morpho adonis Gramer. 
Pap. adonis Gramer II, t. 61 f. A. B., p. 95, 1779. 
Staudgr. 1. c. p. 205, t. 69 j$. 

a) S forma adonidcs Staudgr. 
M. adonis ab. adonides Stdgr. 1. c. p. 206. 
Hahnel Iris 1890 p. 298, Iquitos. 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



213 

Die schöne und seltene Art fing Dr. Koch in einem 
Exemplar am Waupes, i r^ aus Obidos und ein weiterer (J 
mit gelber Ocellen-Peripherie, ähnlich wie ihn Staudgr. ab- 
bildet mit breiteren gelben Binden der Flügelunterseite in 
meiner Sammlung. 

Nach Hahnel (Iris 1890 p. 296) fliegen adonis mit 
raschem, eiligen Flügelschlag (manchmal in einer Höhe von 
12 Fuß) aus dem Gezweig hervorbrechend, den Weg kreu- 
zend und Lichtungen zwischen den Bäumen folgend, in 
denen sie dicht über die Spitzen und die Konturen der 
Zweige dahinsegeln. 

Morpho aega Hb. 

Leonte aega Hübner, Sammig. Exot. Schmett. IL 
t. 289 (76) f. I. 2. 

Morpho aega Stdgr. 1. c. p. 206, t. 67 j"?. 

$ Morpho hebe Westwood Gen. Diur Lep. p. 339, 1851. 

Den Typus von aega dürfte Hübner aus Rio de Janeiro 
empfangen haben. Exemplare von dort decken sich mit 
seiner Figur, ebenso Rio-$? mit Staudingers Abbildung, 

Nördlich und südlich von Rio begegnen wir Lokal- 
rassen. 

a) aega melinia nov. subsp. 
$ Entfernt sich von Rio-$$ auf den Vorderflügeln durch 
breiteren schwarzen Fleck am Zellapex, die größeren gelben 
circumcellularen Makeln. Die untere Mediane ist an ihrer 
Basis, die Submediane in der Mitte mit breiten schwarzen 
Schuppenflecken verbrämt. 

Die Hinterflügel dunkler rotbraun. Distalsaum breiter 
schwarz, die ihm aufsitzenden, gelblichen rundlichen Makeln 
bedeutend kleiner. 

Patria: Espiritu Santo, 2 j j, 3 gelbe (normale) $$ in 
Coli. Frühst. 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



214 

b) aega aega Hb. Patria: Rio de Janeiro, Sao Paulo. 
^ forma typica gelbbraun, wie sie Stdgr. abbildet. 
$ forma pseudocypris, alle Flügel blauschillernd. 

c) aega bisanthe nov. subspec. 

Morpho aega Staudgr. 1. c. partim Sta. Catharina. 

Weymer, Stettiner Ent. Ztg. 1894 p. 322, zahlreich. 

Mabilde, Guia Pratica, 1896 p. 88 t. 7, f. 4 o . 

,,j. Häufig während 10 — 15 Tagen im Frühhng und 
während 20 — 40 Tagen im Herbst, auf Waldwegen. 

Von den seltenen $? findet man etwa 10 — 15 auf 
1000 SS-'' 

Die Südform von aega ist im ^ sofort zu erkennen 
durch die fast gleich großen gelblichen Submarginalflecken, 
die meistens vom Analwinkel bis zum Apex hinaufreichen, 
während sie bei aega und melinia nicht über die mediane 
Partie der Vorderflügel gehen. Die circumcellularen Flecken 
sind größer, heller. Der schwarze Fleck vor dem Apex wird 
schmäler, diffuser und geht nur bis zur Zellmitte. 

Die Grundfärbung der gelben V? viel bleicher, auf den 
Hinterflügeln ohne braunen Anflug ; die Submarginalmakeln 
der Vorderflügel gleichmäßiger, eine komplettere Reihe 
bildend. 

3 ^$-Formen 

a) $ forma typica hellgelbbraun, 
ß) $ forma pseudocypris lebhaft blauschillernd, 
y) $ forma mixta, Vorderflügel an der Basis und 
längs der Adern sowie zwischen den Medianen mit 
dunkelblauem Schiller. 

Patria: Rio Grande do Sul, 4 ^'V Coli. Frühst. 

Morpho portis Hübner. 

Diese zierliche Species ist unter dem Namen cytheris 
Godt. allgemein bekannt. 

Zwei Subspezies lassen sich sicher unterscheiden, eine 
dritte ist ohne Typen vergleich nicht zu eruieren. 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



215 

a) portis portis Hb. 

Leonte portis, Sammig. II. t. 290 {yj) f. i, 2. 

Morpho cytheris Godt. Enc. Meth. IX. 1823, p. 444. 

Boisd. Spec. Gen. t. 12 f. 4, 1836. 

Stdgr. 1. c. p. 206. Rio. 

Patria: Petropolis und Nova Friburgo. 

ü) forma sidera nobis. 
Unterseite bleicher, Längsbinden fahlgelb anstatt braun. 
Silberbinden doppelt so breit. Apicalocelle fehlt völlig. 
Patria: Petropolis i S Coli. Frühst. 

b) portis thamyris Felder. 

Morpho tham. Feld. Reise Nov. III. p. 456, 1867. 

M. cytheris var. thamyris Weymer 1. c. Rio Grande. 

M. cytheris var. thamyris Mabilde I.e. p. 88; $ ziem- 
lich selten, j häufig im hohen Walde, 15 — 20 Tage 
im Frühling, 20 — 30 im Herbst. 

Diese zierliche Morphide ist in Sta. Catharina recht 
lokal, aber an geeigneten Stellen (mit Bambus durch- 
wachsenem, von großen Flußläufen durchschnittenem Hoch- 
wald) ungemein häufig. Thamyris fliegt hauptsächlich in den 
Nachmittagsstunden von 3 — 4 Uhr, wenn Morpho anaxihia 
bereits wieder im Walddunkel verschwindet. Die Falter 
fliegen langsam, kaum i — 2 m über der Erde, und setzen 
sich gerne mit geschlossenen Flügeln auf Bambuszweige. 

Patria: Urwälder am Alto Uruguay, und Seitentäler 
des Rio Capivary, Sta. Catharina (Hauptflugzeit März), 
Rio Grande do Sul. 

c) portis psychc Feld. 

M. psyche Feld. Reise Nov. p. 456. 
Patria: Brasihen. 

Morpho sulkowskyi Kollar. 
Denkschr. Akad. Wien., p. 355, t. 13, f. i, 2. 1850. 
Hew. Exot. Butt. I. Morpho t. i, f. i. 1856. 
Staudgr. 1. c. t. 69. $ p, 206. 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



216 

Zwei Subspezies 

sulkowskyi sulkowskyi Koll. Columbien. 
sulkowskyi lympharis Butl. (Nach meiner Bestim- 
mung am Britisli Museum.) 
M. lymph. Butl. A. Nat. Hist. 1873 p. 225. 
Lep. Exot. p. 256, t. 56, f. 12, 1873; Stdgr. 1. c. p. 206. 
M. zephyritis Butl. Lep. Ex. t. 56, f. 3, 4, 1873, i j . 
Peru, Coli. Fruhstorfer. 

Morpho catenarius Perry. 
Papilio catenarius Perry, Arcana 181 1. 
Leonte epistrophis Hübner, Sammig. Bd. II. t. 291 (78) 

f. 1,2. 
$ einer Form mit nicht marmorierter Unterseite. 
Morpho epistrophis Stdgr. 1. c. p. 205, t. 205. Kleiner 

heller j^. 
Mabilde 1. c. p. 86-87, t. 7, f. 3a j*, 3b und c Raupe und 

Puppe. 

,, Raupen leben auf Kokospalmen und verschiedenen 
andern Waldbäumen, wo sie in Nestern zusammensitzen, 
sich im Nov. -Dez. verpuppen. Der Falter erscheint nach 
20 — 30 Tagen; häufig von Januar bis März, selten im April." 

Hübners Type dürfte aus dem südlichen Brasilien 
stammen und stellt seine Figur das den hellen j j ähnliche 
$ vor. In Sta. Catharina, namentlich in etwas höheren 
Lagen in der Umgebung von Theresopolis und am Alto- 
Uruguay kommen neben hellen $$ auch häufig Exemplare 
vor, bei welchen auf der Unterseite der Hinterflügel be- 
sonders in der Zellgegend und in der Submarginalregion 
die sonst getrennt stehenden Binden breit braun ausfließen, 
so daß groteske Figuren und ansehnliche Wellenbinden 
entstehen. 

a. $ forma marmoratao nobis 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



217 

Bei solchen Exemplaren gewinnt auch die schwarze 
Distalbesäumung und Submarginalfleckung der Flügelober- 
seite erheblich an Ausdehnung. 

Patria: Sao Paulo, Parana, Sta. Catharina. Rio Grande 
do Sul. 

Catenarms gehört ebenso wie Hcliconius hcsckei zu den 
Charakterschmetterlingen von Sta. Catharina. Er belebt 
im Gegensatz zu Morpho anaxihia, der sich nur im Hoch- 
walde findet, mehr das Unterholz, bewegt sich gern über 
breiten Reitwegen, so weit sie sich in der Nähe der Flüsse 
hinziehen und scheut selbst nicht die Nähe menschlicher 
Wohnungen. Wer in der Zeit von Mitte Februar bis Anfang 
April in St. Catharina durchs Land reitet und eine größere 
Wegstrecke zurücklegt, kann an sonnigen windstillen Tagen 
wohl an die 500 — 800 dieser langsam und wie traumver- 
loren dahinsch webenden Morphiden beobachten. Es war 
ein leichtes, in der Nähe der Fruchthaine und da wo 
hoher Bambus die Ufer bekleidet am Capivary-Flusse im 
Jahre i88g gegen 80 — 100 Exemplare an einem Tage zu 
fangen. 

Ältere Exemplare gehen auch auf ausgelegte Frucht- 
köder und nur solche setzten sich gelegentlich an nasse 
Stellen im Urwalde am Alto Uruguay. 
catenarius forma argentinus nova. 

(Kirby in Wytsmans Hübner Edition p. 48, Argentina.) 

Exemplare von Rio Grande do Sul sind bereits kleiner 
und heller, als solche aus Sta. Catharina. Die schwarze 
x\picalsäumung der Vorderflügel beginnt sich in kleine, 
einzelne Fleckchen aufzulösen. Die Hinterflügel sind fast 
ganz zeichnungslos, was bei argentinus noch mehr auffällt, 
da diese nur 50 mm Vorderflügellänge aufweisen gegen 
70 — 80 mm der j" J" von Sta. Catharina. 

Patria: Argentinien. 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



218 

Morpho laertes Drury. 
Pap. laertes Dm. 111. Ex. Ent. IIL t. 15, f. i. 1782. 
Leonte epistrophis Hb. IL t. 272-78), f. i, 2 j. 
Morpho laertes Stdgr. 1. c. p. 205. Rio. v. Bönninghaiisen. 
Hbg. Verein p. 23, 1896 vom Jan. -März häufig bei 
Rio und Petropolis. Raupen in Nestern auf diversen 
Waldbäumen. 

Patria: Espiritu Santo, Rio de Janeiro, i ,^ Rio Grande 
do Sul(?) (Coli. Frühster f er). 
a) forma iphitus Feld. 
Morpho iphitus Feld. Reise Novara p. 457. 1867. 

Morpho polyphemus Doubl. Hew. 
Gen. Diurn. Lep. t. 55, f. i, 1851. 
Staudgr. 1. c. p. 205. Zentralamerika. 

a) forma luna Butl. 
(M. luna Butl. Cist. Ent. L p. 4. 1869.) 
Patria: S.Mexico, Coh. Fruhstorfer. Anscheinend sehr 
lokal. 

Subfamilie Heliconinae Bates. 

12. Heliconius erato doris L. 

Pap. quirina Gramer L t. 65, f. A. B. 1779, p. loi. 
Surinam. 

Hei. er. dor. Riffarth,, B. E. Z 1901, p. 131. 

Ein Exemplar dieses für das gesamte Amazonasgebiet so 
typischen Falters in einer Form, wie sie Gramer aus Surinam 
abbildet. Quirina scheint in Peru, Pozuzo auf ca. 800 m 
Höhe sehr gemein zu sein, denn mir gingen von dort große 
Serien zu. Von Venezuela und Amazonasgebiet bis Boli- 
vien verbreitet. 

13. Heliconius phillys lativitta Butl. 
Gist. Ent. n. p. 150, 1877. 
Riffarth 1. c. p. 165. 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



219 

Von dieser plastischen Spezies ein Stück mit präch- 
tigem, radiär verteilten rötlichen Strahlen der Hinterflügel 
und leuchtendem circumcellularen Gelb der Vorder flügel. 

Vom oberen Amazonas bis Bolivien verbreitet. 

14. Heliconius guitalenus denticulatus Riffarth. 

(Taf. I, Fig. 7.) 

Diese interessante Form ist eine der schönsten Ent- 
deckungen des so erfolgreichen Reisenden. 

Herr Riffarth, der bekannte Monograph der Gattung 
Heliconius, hatte die Freundlichkeit den neuen Falter zu 
beschreiben und im Tausch für die Type das betreffende 
Kliche anzufertigen. 

Heliconius quitalenus denticulatus Riffarth nov. subsp. 

Vorderflügellänge 43 mm. Die vier schwefelgelben 
Apicalflecke der Vorderflügel sind sehr groß, größer wie 
beim typischen quitalenus quitalcnus Hew., so daß sie nur 
durch Subcostalast 4 und durch die beiden Radialen von- 
einander getrennt sind. Der am Vorderrand hegende wird 
durch Subcostalast 3 in 2 Teile geteilt. Außerdem zeigt die 
Vorderflügelspitze noch 4 etwas vom Distalrand abstehende 
gelbliche Sonnenfleckchen, die auf der Unterseite deutlicher 
und weiß sind. Das mir vorliegende Exemplar, ein $, ist sehr 
stark abgeflogen, läßt aber noch deutlich erkennen, daß die 
gelbe Querbinde stark von der gelbbraunen Grundfarbe 
überlegt und mit dieser verwaschen ist. Distal ist sie scharf 
vom schwarzen Apicalteil begrenzt, welcher im mittleren 
Medianzwischenraum etwa 6 mm pyramidenförmig vor- 
springt. 

Die übrige Vorderflügelzeichnung ähnelt der von sisy- 
phus Salv. Der Submedianstreif ist im distalen Teile unter- 
brochen, tritt aber am schmal schwarzen Hinterwinkel 
wieder schwach auf. Der keulenförmige Keilfleck ist in 
der Mitte der Zelle stumpfwinklig gebogen und seine lange 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



220 

Spitze, die vom schmal schwarzen Vorderrand breit durch 
die Grundfarbe getrennt ist, läuft in die Flügelwurzel aus. 
Der Endzellfleck füllt nur den vorderen Zellwinkel aus und 
hat annähernd eine dreieckige Form. Die Medianflecke 
sind klein, der vordere mehr verwaschen. Der Randfleck 
steht so weit vom Distalrande ab, wie die Pyramide der 
schwarzen Apicalfärbung im mittleren Medianzwischen- 
raum vorspringt. Die Unterseite ist matter, die Median- 
flecke sind größer und schärfer begrenzt. 

Die Hinterflügel zeigen eine zusammenhängende schwarze 
distal stark gezähnte Mittelbinde, ähnlich der der forma 
Concors Weym. Der Distalrand ist jedoch viel breiter schwarz, 
als bei allen anderen quitalcnus-¥ ormen. Die schwarze Fär- 
bung ist proximal, entsprechend der distalen Zähnung der 
Mittelbinde geformt, so daß dazwischen die braungelbe 
Grundfarbe nur noch als zahn- und pfeilspitzenartige Zeich- 
nung stehen bleibt. Der Vorderrand des $ ist breit grau- 
schwarz, vor dem Apex etwas durch hellere Tönung unter- 
brochen. Hier stehen 2 weißliche Fleckchen, die auf der 
Unterseite deutlicher sind. Ferner stehen in jeder Zelle 
zwei, nach dem Apex zu verschwindende weiße Saumfleck- 
chen, die ebenfahs unten deutlicher auftreten. 

Fühler und Körperzeichnung im allgemeinen wie bei 
den übrigen quitalemis-Y oxmen. 

Nach I $ vom Rio Waupes in coli. Riffarth. 
Die Ausläufer des Helicon. guiialcna Hew. bewohnen 
nach Riffarth 1. c. p. 69 — 72 die folgenden Gebiete. 

quitalena dcnticulatus Riffarth, Oberer Rio Negro. 

quitalcna versicolor Weymer, Rio Madeira. 

quitalena Jonas Weymer, Oberer Amazonas. 

quitalena quitalena Hew., Rio Napo. 

quitalena jelix Weymer, Peru, Bolivien. 

quitalcna Concors Weymer, Peru, Bolivien. 

quitalena sisyphus God. Salv., Cosnipata-Tal, Peru. 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



221 

15- Eueides vibilia unifasciatus Butl. 
Eu. unif. Butl. Cist. Ent. p. 169, 1877. 
Eu. vibilia unifasciatus Stichel, B. E. Z. 1903 p. 20, 

t. I. f. 16 ?. 
Ein ,^ dieser seltenen Lokalrasse, die nur vom oberen 
Amazonas bekannt ist. Die verwandten Rassen treffen 
wir als 

vibilia vibilia Godt. in Mittelbrasilien. 

vibilia vialis Stichel in Zentralamerika, Columbien. 

vibilia viccualis Stichel in Ecuador. 

16. Eueides lybia Fabr. 
Pap. lybia F. Syst. Ent. p. 460, 1775. 
Exemplare vom Waupes nicht zu unterscheiden von 
solchen aus Para. Aus Zentralamerika ist eine Lokalrasse 
bekannt. 

lybia lyboides Stdgr. i o Columbien, Coli. Frühst. 
(Eu. lyb. Stdgr. Ex. Schmett. p. 80, t. 32, S Type von 
Chiriqui.) 

Subfamilie Dioninae Stichel. 
17. Colaenis julia F. 

Pap. Julia F. Syst. Ent. p. 509, 1775. 

Pap. alcionea Gramer IIL t. 215 A. 1782. 

Diese weitverbreitete Art, die von Texas bis Sta. Ca- 
tharina und Argentinien vorkommt, zerfällt in eine R^ihe 
von Lokalrassen, die wie z. B. delila F. bisher als besondere 
Arten galten. 

Exemplare von Honduras und S. Mexiko gleichen durch 
ihre bleiche Grundfarbe mehr der delila von den Antillen, 
das Waupes- Stück der f. A. von Gramer. 

Subfamilie Nymphalinae Bates. 
18. Junonia lavinia Gramer. 
(Junonia negra Feld. Reise Nov. Lep. p. 399, 1867.) 
Von dieser über ganz Amerika (mit Ausnahme des 
hohen Nordens) verbreiteten Spezies liegt ein Exemplar 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



222 



vor, von dem ich vermute, daß es im wirklichen Quellgebiet 
des Waupes gefangen wurde, in einer savannenartigen Region 
mit sterilem, steinigem Untergrund, der höheren Pflanzen- 
wuchs und Humusbildung nicht zuläßt, 

Lavinia ist wie die meisten Junonien (Precis) unge- 
mein variabel. In meiner Sammlung sind nur 24 Exemplare 
vertreten, von 12 Fundorten. Es wäre aber ein leichtes, 
diese 24 Stück auf 17 benannte ,, Spezies" zu verteilen, 
denn wohl bei keiner Lepidopterenart wurde in der Spezies- 
fabrikation so widersinniges geleistet wie bei lavinia. Dabei 
ist noch zu berücksichtigen, daß mit einer Ausnahme, 
keinerlei Inselformen benannt wurden. 

Abgesehen von den alten Autoren bis und mit Hübner, 
die nach der damaligen Auffassung vom Artbegriff und 
von der Verbreitung der Insekten, alle ,, Formen" be- 
schrieben, deren sie habhaft werden konnten, pflegten auch 
Felder und Butler gleichfalls fast jedes Stück zu benennen, 
daß ihnen unter die Augen kam. Felder beschrieb nicht 
weniger als 10 Spezies von 9 Fundorten, darunter 3 Arten 
allein aus ,, Bogota", von denen er eine bedauerlicherweise 
zusammenschmiedete mit einer wirklich beachtenswerten 
Inselform der Antillen. 

1901 gab Butler (Ann. Mag. Nat. Hist. vol. VII. Sep- 
tember p. 196 — 200) eine Übersicht des Bekannten und 
deutete die Felderschen Denominationen (anscheinend ohne 
Studium der Typen, die ihm zugänglich waren) ganz will- 
kürlich und fügte noch eine ,,nova-Spezies" zu jenen 10 
lavinia-F ormew, denen er nach seiner Auffassung ,, Art- 
rechte" zugestand. 

In Deutschland hat sich außer Staudinger (1888) nie- 
mand in zusammenfassender Weise mit den südamerikani- 
schen Junonien beschäftigt. Staudinger war übrigens be- 
reits auf dem richtigen Wege als er (Exot. Tagfalter p. 98) 
nur zwei ,, Arten" aus dem lavinia-Gewkr herausschälte, 

Stett. eatomol. Zoit. 1907. 



223 

das Kirby 187 1 noch richtiger unter drei Überschriften 
als 12, 12a und b verteilt hatte. 

Es ist sehr zu bedauern, daß Butler von der Kirby- 
sehen Richtung abgewichen ist, zu seiner Entschuldigung 
sei hier angeführt, daß ihm typische lavinia Cramer aus 
Surinam unbekannt waren, was die Klärung der. Syno- 
nymie immerhin sehr erschwerte. 

Cramer benannte und malte bereits 3 Formen und zwar 
als nomenclatorischen Typus: - 

a. lavinia a) forma lavinia. 
Pap. lavinia Cram. t. 21, C. D. p. 32. Surinam 1775. 
Basalfeld der Hinterflügel grün. Trockenform, Unter- 
seite monoton braun. 
Q) forma evarete 
Pap. evarete Cram. III. t. 203, p. 18, Surinam 1782. 
Basalfeld der Hinterflügel braun, ohne grünen Anflug. 
Trockenform, unten wie a. 
y) forma genoveva. 
(Pap. genov. Cr. t. 290. E. F. p. 4. Surinam 1782. 
Vanessa lavinia Lucas, Lep. Exot. t. 61. f. i.) 
Basalfeld hellbraun, die Flügelunterseite lebhaft mar- 
moriert. Vorderflügel mit einer weißen, statt rötlichgelben 
Binde. 

Patria: Surinam, alle 3 Formen in Coli. Fruhstorfer. 

Kurz nach Cramer bildete Hübner wieder lavinia ab 

und gab ihr den Cramerschen Namen evarete. Hübner hatte 

Exemplare vor sich, von denen der o grün angelaufen, das 

$ braun bezogene Hinterflügel aufweist. 

Beide Geschlechter zeigen jedoch eine rötliche, anstatt 
weiße Querbinde der Vorderflügel und dies gab Kirby Ver- 
anlassung beide umzutaufen. Mir hegen ähnliche Exemplare 
wie Hübners Fig. 3, 4 aus Surinam vor, wo sie neben den 
drei Cramerschen Aberrationen fliegen. 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 15 



224 

Stücke, die sich ganz mit Hb. Fig. i, 2 decken, besitze 
aus Bahia. Solche Exemplare hat Felder vermutlich infus- 
cata genannt. Somit hätten wir folgende Formen zu ver- 
teilen. 

8) lavinia forma oriana Kirby. 

= Hamadryas decora evarete Hb. t. 51. f. 3, 4 $, 

= oriana Kirby, Text zu Hübner-Wytsman p. 24, 

1900. 
= ? divaricata Feld. 1. c, p. 401 ,, Surinam". 
Patria: Surinam. 

b. lavinia infuscata Feld, lasse als brasilianische Sub- 
spezies gelten, die Butler seltsamerweise nach Ecuador ver- 
legt und hasifusca Weymer 1890 damit vereinigt. 

Hamadryas decora evarete Hübner Exot. Schmett. I. 
t. 51. f. 1,2. 

Junonia infuscata Feld. Reise Nov. p. 401. Bahia. 

Junonia lavinia Stdgr. 1. c. p. 98, t. 37. 

Junonia hübneri Kirby, Text zu Hübner-Wytsman 

p. 24, 1900 unbegreiflich, warum Kirby diese Form in 
hübneri anstatt lavinia umtaufte. 

Precis hübneri Butl. 1. c. p. 198. Rio de Janeiro, Para. 

c. lavinia michaelisi nov. subspec 
Jun. zonalis Feld. 1. c. p. 400 partim. 

Diese neue Inselform erinnert oberseits an coenia Hb. 
von Nordamerika durch die (übrigens noch breitere) auf- 
gehellte Schrägbinde der Vorderflügel und die großen Ocellen 
der Hinterflügcl. 

Unterseits differiert sie von- allen bekannten festländi- 
schen Rassen durch einen ausgedehnten weißlich gelben 
Saum im Analfeld der Hinterflügel, der sich beim $ zu 
zwei ziemlich gleich breiten langen Binden entwickelt, die 
bis an die Ocellen herangehen. 

Stett. eutomol. Zeit. 1907. 



225 

Die Ocellen selbst sind ungewöhnlich reich blaugekernt. 

Patria: Porto Rico, Julius Michaelis leg. 

Michaelisi ist einer der wenigen Schmetterlinge, die 
mein Reisender bei Gelegenheit eines mehrtägigen Aufent- 
halts 1899 auf der Insel sammelte. 

Es ist gewiß, daß auf den Antillen noch weitere stark 
differenzierte Inselformen sich finden lassen. 

Butler bezieht eine davon aus Dominica auf 
flirtea F. Ent. Syst. III. p. 90, 1793, 
die er Catal. Fabr. Diurn. Lep. 1869, p. 74 ,,nach Para ver- 
legt". Im selben Catalog zitiert Butler für 

esra F. Ent. Syst. Suppl. p. 425, 1798 
als Patria ,,Jamaica", trotzdem Fabr. ausdrücklich ,,habitat 
Caiennae" angibt. Esra ist ziemlich sicher Synonym mit 
lavinia Cram., /. evarete Gramer. 

Rehabilitieren wir also den alten Fabricius'schen Namen 
und sagen 

d. lavinia flirtea F. 

(,,Habitat India" =) vermutlich West-Indien, die ähnlich 
sein mag. 

Junonia genoveva Holland nee Gramer. 
(The Butterfly. Book, New- York 1901, t. 20, f. 9 ,^ 

p. 174). Prächtige Abbildung. 
Patria: Jamaica. 

e. lavinia cocnia Hb. 

J. coenia Hb. II. t. 32 (245) ,^?, 1816— 1824. 
Holland 1. c. p. 173, t. 20, f. 7 $ f. 8 (lavinia Holl.) dry 
season form ,^; (Texas) t. 3, f. 29-30 (Raupen) t. 7, 

f. 56-57 und 65 — 67 Puppen. 

Dies ist die ausgesprochenste Lokalrasse von lavinia, 
die sich in den Südstaaten von Nordamerika und nach 
Butler auch auf den Bermudas findet. 

Aber selbst neben diesen nördlichsten Vorposten der 
lavinia finden sich Exemplare als zufällige Aberrationen oder 
als Zeitform, die atavistische Ähnlichkeit mit lavinia zeigen. 

Stett. entomol. Zeit. 1907. lö''' 



226 

Patria: Florida, Texas, Californien, Bermudas. 

f. lavinia hilavis Feld. 
(Jun. hilar. 1. c. p. 400.) 

Patria: Paraguay. Vielleicht sind südbrasilianische 
Exemplare damit identisch. 

g. lavinia zonalis Feld. 
Jun. zon. Feld. 1. c. p. 399. 
Jun. incarnata Feld. p. 400. 
Jun. constricta Feld. p. 400-401. 

Mit diesen drei Namen belegte Felder Exemplare aus 
Bogota, und benannte auch Stücke aus Cuba und Porto- 
Rico irrtümlich als zonalis. 

Patria: Columbien, Central-Amerika bis Mexico. (Coli. 
Fruhstorfer.) 

h. lavinia basifusca Weymer. 

Jun. bas. Weym. vStübels Reise p. 120, t. 3, f. 7. 1890. 

Precis fuscens Butl. 1. c. p. 199. 

Patria: Ecuador, 2 S'^ Coli. Frühst. 

Ocellen der Hinterflügel stark verdunkelt, 
i. lavinia pallens Feld. 

Jun. pallens p. 401. 

Patria: Venezuela; vielleicht völlig identisch mit lavinia 
aus Surinam. 

19. Pyrrhogyra tipha amphira Bates. 

(P. amph. Bates Journ. Ent. IL p. 319. 1865.) 

Diese schöne Art ist weit verbreitet. Ihre Schwester- 
formen sind bekannt als 

a. tipha tipha L. 

(P. docella Möschler, Verhandl. Z. B. Gesellsch. Wien 

1876, p. 316.) 
P. tiphus Cram. I. t. 8 D. E. 1775.) 

b. tipha amphira Bates. Oberer Amazonas, Waupes. 
(P. amph. Staudgr. Exot. Schmett. p. 131, t. 44 S-) 

c. tipha juani Staudgr. (1. c. p. 131). Columbien 2 S<j- 

Stett. outomol. Zeit. 1907. 



227 

d. tipha iiov. siibspec. Honduras ,j^$. 
(ollius Frühst, i. 1.) 

Flügelform schmäler, spitzer, ähnhch wie bei ophni, 
Costalfleck distal rechteckig, jenseits der Zelle spitz gelappt. 
Medianbinden sehr schmal. 

e. tipha ophni Butl. 

P. ophni Butl. A. M. N. Hist. p. 362, 1870 (Minas Geraes.) 
Espiritu Santo, Blumenau (Coli. Frühst.), Bahia, Süd- 
brasilien (Staudgr.). 

f. tipha arge Staudgr. Paraguay (3 j-^). 
(P. arge Stdgr. 1. c. p. 131.) 

g. tipha cuparina Bates 

vom Cupary-Fluß, Konfluent des Tapojoz, unterer Ama- 
zonas (J. Ent. II. 1865 p. 318) gehört wohl eher zu tipha 
als zu cdocla, wohin sie Kirby p. 218 stellt. 
catharina Stdgr. 1. c. p. 131. 

Sta. Catharina. Espiritu Santo ■i'^ Coli. Frühst. 

Pyrrhogyra sind echte Sumpfsauger. 

20. Myscelia capenas Hew. 

Cybdelis capenas Hew. Ex. Butl. II. t. 3, f. 16, 17, 1857. 
Catonephe capenas Stdgr. Exot. Schmett. p. 113, 

t. 41- S- 

Diese schöne, seltene und eigentümliche Art wurde 
bald als Cybdelis, bald als Catoncphcle angesehen, bis sie 
Stichel 1899 in das Genus Myscelia verpflanzte. 

Das Waupes-Exemplar besitzt keine Spur einer braunen 
Medianbinde der Hinterflügel, wie wir sie auf Staudingers 
Bild finden. 

21. Eunica anna Cramer. 

Pap. anna Cr. III. t. 281 A. B. 1872; Surinam. 
E. anna Staudgr. I.e. p. 109; oberer Amazonas. 
Diese seltene Spezies, die ich sonst nur nach Cramers 
Bild kenne, liegt in einem Exemplar vor. 

Stett. entomol. Zeit 1907. 



228 

Eine entfernte Verwandte ist maia Fabr. $ = nocris 
Herr.-Schäffer. j". 

(Cybdelis noeris H.-Sch. Slg. Ex. Schmett. f. 65—68, 
1852-1858.) 
die mir in großer Anzahl von Espiritu Santo zuging. Deren 
V hat keinen Blauschiller, ähnelt in Größe etwas der hcra- 
clitus Poey von Cuba, ist aber dunkler, mit größeren weißen 
Vorderflügelmakeln . 

22. Eunica eurota flora Felder. 

E. flora Feld. Wien. Ent. Mon. p. iii, 1862. 

Stdgr. 1. c. p. 109, t. 40 j"?. 

Nach 40 jähriger Pause kommt diese schöne Eunica 
wieder vom klassischen Boden! Flora ist eine distinkte 
Lokalform der eurota Gramer, größer, reicher blau und 
unterseits bleicher braun. 

Vier Subspezies sind bekannt: 
eurota eurota Gramer, Surinam. 

P. eurota Cr. I. t. 24. G. D. 1775. 

Gybdelis eurota Hew. Exot. Butt. I. t. i, f. 7, 1852. 
eurota flora Feld. Rio Negro, Waupes. 
eurota subspec. Ghanchamajo (Stdgr.). 
eurota dolorosa Prittwitz. Rio. 

(Faunia dol. Pritt. St. E. Z. 1871, p. 244). 

Das $ ist eines der schönsten und markantesten Eunica-'^. 
Flügel mit Ausnahme des tiefschwarzen Vorderflügelapex 
dunkelgrauschwarz mit einer leuchtend, rein weißen Schräg- 
binde. Ähnlich flora $, jedoch nur mit zwei kleinen weiß- 
lichen Subapicalpunkten der Vorder flügel. 

Unterseite zart dunkel mausegrau mit breit schwarz 
umsäumter weißer Querbinde der Vorderflügel. 

Patria: Espiritu Santo 0$ (Jul. Michaelis leg.) 

Die Eunica erreichen den Höhepunkt ihrer Entwick- 
lung im Amazonasbecken. Dr. Hahnel allein sammelte dort 
24 Arten. In Mittelbrasilien nehmen sie bereits rapid ab, 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



229 

aus Espiritu Santo und Minas Geraes besitze ich nur noch 
8 Spezies, von Rio sind gar nur 3 Arten erwähnt und in. Rio 
Grande do Sul finden wir nur noch die weitverbreitete bleiche 
margarita Godt., die vielleicht in ein anderes Genus gehört. 
Eimica, die nach Hahnel Iris 1900 p. 267 an manchen 
Tagen in ganzen Scharen den Strand beleben, sind mir aus 
dem südlichen Brasilien nur als Strauchbesucher bekannt. 

23. Temenis laothoe violetta nov. subspec. 

(Tafi'l I, ligiir 5.) 

j. Apex der Vorderflügel und die Hinterflügel mit Aus- 
nahme eines schmalen gelben Costalsaumes dunkel violett, 
prächtig schillernd. Vorderflügel bis zum Apex dunkel- 
gelb, mit einer schwärzlichen Linie am Zellrande. 

Unterseite : Dunkler als bei /«o/Äot.'-Exemplare des unteren 
Amazonas. 

Patria: Rio Waupes. i o- 

Die Abgrenzung der übrigen Verwandten ist eine recht 
schwierige, vielleicht aber nur deshalb, weil in keiner Samm- 
lung bisher ausreichend Material vorhanden war. Laothoe 
ist zudem wenigstens im Centrum ihres Verbreitungsgebiets 
ungemein variabel, während an den Grenzen ihres Vor- 
kommens die Lokalrassen anscheinend ziemlich konstant 
bleiben (Honduras und Paraguay). 

Da schon Fabricius anfing aberrierende $$-Formen zu 
benennen, die er zudem mit falschen Lokalitätsbezeichnungen 
empfangen (habitat in India) und später Hübner neue For- 
men mit dem Fabricius'schen Namen belegte, ist ein nonien- 
clatorisches Chaos entstanden, das schwierig zu klären ist. 

Laothoe neigt, abgesehen von individuellen Abweichungen, 
auch zu Saisondifferenzen und spezialisiert sich zu zahl- 
reichen Lokalrassen. 

a. laothoe hondurensis nov. subspec. 
j. Ahnlich Cramers ariadnc f. E. F. t. 150, aber ohne 
Spur eines rötlichen Distalsaumes der Hinterflügel und mit 

Stett. CEtomol. Zeit. 1907 



230 

bleich rötlichem Apicalflecken der Vorderflügel, der einen 
gelblichen Kern zeigt. 

$. Vorderflügel mit einem etwas dunkleren rötlichen 
Apicalbezug und einer sehr breiten bleichgelben Subapical- 
binde, die an der M i stark gekernt ist. Hinterflügcl nur mit 
ganz schmaler rotbrauner Submarginalbinde. 

Unterseite bleicher als bei anderen laothoe-K-dssen. 
■ Patria: Honduras. 4 3j, i ?• Coli. Fruhstorfer. 

b. laothoe columbiana nov. subspec. 

j*. Größer, dunkler gelb und mit satterem Apicalfleck 
als die vorige. Hinterflügel aber gleich ihr ohne Submar- 
ginalbinde, überhaupt zeichnungslos, abgesehen von einem 
kleinen schwarzen Subanalpunkt. Unterseite dunkler 
als hondurensis. 

Patria: Columbien. 

Im Amazonas- Gebiet finden sich zwei Rassen: 

c. laothoe violetta in. Waupes. 

d. laothoe pseudolaothoe nov. subspec. 

$ ähnlich Cramers laothoe f. A. B. t. 132, 1779, mit 
breitem schwarzen Apex der Vorderflügel, aber hellgelb- 
lich anstatt schwarzer Hinterflügeloberseite. 

Der o dazu zeigt eine breite violette Subapicalbinde 
der Vorderflügel und eine schwache, violett bestäubte Distal- 
zone der Hintcrflügel. 

forma a. pseudariadne nobis. 

Vermuthch eine lichtere Saisonform, mit bleichem 
violetten Apicalteil und beim $ gebrochener (nicht gerader) 
imd schmälerer, hellgelber Subapicalbinde. 

Patria: Obidos, Aug.-Sept. (Jul. Michaelis) 2 SS, 5 ??■ 

e. laothoe laothoe Cramer. 

P. laothoe Cramer. H. t. 132. f. A. B. 1779 $. 

a) forma ariadnc Cramer 
P. ariadne Cram. t. 180, f. E F. 3. Surinam. 
P. merione F. Spce. Ins. II. p. 94. 1781. Surinam. 

etett. entomol. Zeit. 1907 



231 

Myscelia ariadne Butl. Fabr. Lep. 1869, p. 83. 
Patria: Surinam. 

d) $ forma ottonis nom. 110 v. für 
Temenis merione Hübner, Slg. t. 244 (31) f. 3, 4. 

Ein ? ans Surinam deckt sich fast völlig mit Hübners 
Figuren, der j dazu ähnelt Staudingers j von laothoe var. 
1. c. t. 41, zeigt jedoch schmäleren violetten Analsaum der 
Hinterflügel. 

Patria: Surinam. 

f. laothoe agatha F. 

P. agatha F. Mant. Ins. II. p. 54, 1787. 
Mit mattbraunem Apex der Vorder flügel. 

a) $ forma liheria F. 
P. hb. F. Ent. Syst. III. p. 135, 1793. 
Mit einer schwarzen Subapicalbinde der Vorderflügel. 

Fabricius hatte vermutlich eine Form vor sich, ähn- 
lich hondurensis m. und columhiana m. 

Patria: West-Indien (Fabricius-Hab. in Indien). 

g. laothoe bahiana nov. subspec. 

Eine kleine Lokalform, Produkt eines trockenen Klimas, 
Grundfärbung satt ockergelb, Hinterflügel zeichnungslos, 
Vorderflügel mit mattviolettem Apicalsaum und ebensolcher 
Schrägbinde, die proximal von einer schmalen, licht ocker- 
gelben geknieten, hellrötlichen Zone begrenzt wird. Unter- 
seite dunkler als bei ottonis. 

Patria: Bahia. 
h. laothoe santina nov. subspec. 

Apicalteil der Vorderflügel prägnanter violett gezeichnet 
als bei der vorigen. $ heller, größer, die lichte Zone jenseits 
der Zelle breiter angelegt von bleicherer Färbung. 

Patria: Espiritu Santo, 3 00, i ?, Paraguay i 3- 

Stett. eutomol. Zeit. 1907. 



232 

Temenis hübneri nom. nov. für 

Temenis merione Hübner 1. c. t. 244, f. i, 2 .^. 

Temenis ariadne Kirby Text, p. 28. 
■ Temenis laothoe Stdgr. 1. c. p. 14, partim. 

Merione Hübner ist eine Mischart, die nicht zusammen- 
fällt mit merione F. Den ^ dieser Mischart nenne hübneri, 
das $ (f. 3, 4) nannte oben ottonis Frühst. 

Entgegen Kirby halte ich merione, die mir leider nur 
in 2 3S aus Minas Gereas vorliegt, für eine gute Art, wegen 
der roten Grundfarbe, die bei allen bisher besprochenen 
Formen gelb bleibt und von hellleder- bis dunkelockergelb 
nuanciert. Der breitere violette Anflug aller Flügel ist nicht 
ausschlaggebend, eher die schmälere Flügelform und die 
verdunkelte Färbung der Flügelunterseite, an der auch das 
Abdomen partizipiert. 

Abdomen zudem oben blau violett, statt gelb. 

Staudingers Ansicht, daß merione Hb. der S zu laothoe 
Gramer sei, halte schon deshalb für irrig, weil mir zu einem 
dunkelgelben $ aus Obidos jetzt ockerfarbene j'o von der- 
selben Lokalität vorliegen, dagegen rote merione mir weder 
von Surinam noch Obidos zugingen. 

Patria: Minas Geraes. 

Temenis pulchra amazonica nov. subspec. 

(Tem. pulchra Stdgr. I.e. p. 114 partim). 

Differiert von pulchra pulchra Hew. aus Columbien 

(Ep. pulchra Hew. Exot. Butl. II. t. 2, f. i, 2, 1861) 
durch : 

Ausgedehntes rotes Basalfeld die schmälere, steiler ver- 
laufende violette und rote Transversalbinde der Vorder- 
flügel. 

Unterseite: Zelle fast bis zum Apex rot, die schwarze 
Discalbinde verticaler, costalwärts eingeengt. Rote Sub- 
apicalbinde erheblich verschmälert, nur anal gebrochen und 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



233 

vor M 3 auslaufend, während bei pulchra diese Binde in den 
Anal winke! mündet. 

Hinterflügel bleicher, zeichnungsloser. 

pulchra dilutior nov. subspec. 

3. Basalfeld wie bei der vorigen, rote Subapicalbinde 
der Vorderflügel sich analwärts verbreiternd, proximal tiefer 
eingekerbt. 

Roter Basalfleck der Hinterflügel kürzer, viel schmäler, 
schärfer abgeschnitten, die Zelle nur bis zur Hälfte be- 
deckend. 

Unterseite: Die violette oder schwarze Discalbinde bis 
auf wenige Fragmente aufgelöst, an deren Stelle tritt ein 
tief weinrotes Feld. Subapicalbinde bleich, gelblich anstatt 
kirschrot. 

Hinterflügel gelblich grau, anstatt purpurn überzogen. 
Dilutior macht den Eindruck einer Trockenform. 

Fatria: Peru, Chanchamajo. 

Genus Pseudonica Kirby. 

Hübner Slg. Ex. Schmett. p. 28. 

Aus dieser Gattung zählt Kirby 3 Arten auf, deren 
Existenzberechtigung Staudinger 1. c. p, 115 anzweifelte. In 
der Tat handelt es sich nur um eine Spezies mit drei bisher 
bekannten Zweigen, zu denen ich heute als 

flavilla lunigera eine nova Subspezies beschreiben 
möchte. Lunigera entfernt sich von ihren Schwestern durch: 
Ausgedehnte schwarz belegte Vorderflügel, deren Distal- 
saum sich ziemlich breit bis in den x\nalwinkel hineinzieht. 
Am Zellapex ein breiter rotbrauner Querfleck. Hinterflügel- 
Oberseite mit einer kompletten, markanten Binde von 
schwarzen Mondflecken, die distal violett begrenzt sind. 

Unterseite bleicher, die rötlichen Längsbinden aller 
Flügel zarter. 

Patria: Paraguay, 2 00 Coli. Fruhstorfer, Peru (Stdgr.). 

Stett. eutomol. Zeit. 1907. 



234 

Die übrigen Verwandten bewohnen folgende Gebiete: 
jlavilla flavilla Godart 1823, Brasilien, Bahia, Espiritu 
vSanto. 
Nica flavilla Hübner 1. c. t. 230, f. i — 4. 

jlavilla canthara Doubl. Venezuela (Type) Honduras 

3 Jj I '4 Wittkugel), Chiriqui (Staudgr.). 
flavilla sylvestris Bates, Amazonas, Columbien. 
(Stdgr. I.e. t.41. 3.) 

24. Catagramma cjTiosura amazona Bates. 
C. am. Bates, J. Ent. H. p. 209, t. 10, f. 5, 5a, 1864. 
C. cynosura Stdgr. I.e. p. 121, t. 42. j. 
Von dieser schönen Art liegen zwei Sj vor, die sich 
mit Staudingers Abbildung völlig decken. 
Eine verwandte Art ist. 

codomanus codomanus F. 
P. c. F. Spec. Ins. II. p. 57. 
Espiritu Santo, (Jul. Michaelis). 

codomanus astavte Gramer. 
P. ast. Cr. III. t. 256 C. D. 1782. 

Exemplare, die sich mit Cramers Figuren decken, aus 
Obidos, Aug., Sept. (Jul. Michaelis). 

codomanus milcs Bates. 
C. miles Bates 1. c. p. 207, I. 
Stdgr. 1. c. p. 122. 
Oberer Amazonas. 

codomanus stratiotes Feld, 
C. Str. Feld. Wiener Ent. Mon. IL, p. 107, 1861. 
Ecuador. 

codomanus subspec. 
I S Columbien (Coli. Frühst.). 

codomanus militaris Stdgr. 
C. militaris Stdgr. 1. c. p. 122, Venezuela. 

Stett. entomol. Zeit. 1907 



235 

25- Callithea optima Butl. 
Lep. Exot. I. p. 12, t. 5, f. I, 2, 1869, Peru. 
Stdgr. 1. c. p. 125, 0$ Alto Amaz. Peru, Ecuador. 
Von dieser herrlichen Spezies fing Herr Dr. Koch ein 0^, 
das nicht zu trennen ist, von solchen vom oberen Amazonas 
und aus Coca, Ecuador. Optima ist ein naher Verwandter von 
lepricuri lepricuri Feisth. 
(C. lep. Feisth. Revue Zool. 1835, t. 122, Cayenne.) 
Surinam, Obidos, Aug., Sept. (Jul. Michaelis). 

lepricuri depuiseti Feld. 
Cyane dep. Feld. Reise Nov. III. t. 53, f. 3, 4, 1867. 
C. depuis. Stdgr. 1. c. p. 125, Peru. 
Ecuador (Feld.), Peru (Staudgr.), Bolivien (Coli. Frühst.). 

Das Vorkommen der Callitheen ist lokal, da sie aber 
Köder lieben und selbst die Nähe menschlicher Wohnstätten 
nicht scheuen, werden sie leicht in Anzahl erbeutet. 

Michaelis fing lepricuri zu hunderten in Surinam und 
bei Obidos und bereits Hahnel, Iris IX, p. 232 schildert ihren 
langsamen, schwebenden Flug und ihre Vorliebe für Caju- 
früchte. 

26. Megalura peleus Sulz. 

P. peleus Sulz. Gesch. Ins. t. 13, f. 4, 1776. 

Abbildungen erschienen noch 1805 von Beauville; 1833 
von Swainson, 1888 von Staudgr., 1901 von Holland aus 
Texas. Gramer I. p. 138 kannte sie aus Surinam, nannte 
sie P. petreus und gibt taf. 87 D. E. 1779 ein prächtiges Bild, 
Stoll 1786 erwähnt bereits die zierliche Raupe und Puppe 
t. 2, f. 2a. 

Die Gattung Megalura Blanchard 1840 erreicht das 
Maximum ihrer Entwicklung im Amazonasgebiet, wo Hahnel 
allein bei Teffe 7 Spezies fangen konnte, auch Dr. Koch 
erbeutete nicht weniger als 6 Spezies am Waupes. 

Slett. entomol Zeit 1907. 



236 

Nordamerika erreichten noch 3 Arten, Rio de Janeiro 4 
und Rio Grande do Sul 2. 

Alle Megaluren sind echte Sumpfsauger, setzen sich auf 
Sandbänke, wo sie nach Hahnel p. 268, ,,alle 50 Schritte 
eine Schule bilden". 

Die schöne coresia God., von den Nordamerikanern recht 
zutreffend der ,, Kellner" genannt, beobachtete ich in Sta. 
Catharina in kleinen Gruppen auf Viehweiden, da wo Fä- 
kalien die sumpfigen Fußspuren verunreinigen, ein greller 
Kontrast, der feine Falter mit seiner kreideweißen Weste 
auf dem schmutzigen Untergrund. 

27. Megalura norica Hew. 
(Timetes norica Hew. Ex. Butt. I. t. i, f. 3, 4, 1852.) 
Diese seltene und lokale Art von Ega und vom Rio 

Negro beschrieben, liegt in einem sehr gut erhaltenen q vor. 
Norica ist nahe verwandt mit themistocles F., die ich 

aus Honduras in zwar verschiedenen, aber nicht auffallend 

spezialisierten Formen empfing. 

28. Megalura Chiron F. 

P. Chiron F. Syst. Ent. p. 452, 1775. Habitat in India. 
P. marius Gramer III. t. 200. D. E. 1780, p. 14. Suriman. 
Marius cinna Swains. Zool. 111. II. t. 95, 1833. 
Marpesia chironias Hb. Verz. 1816, p. 47. 
Meg. Chiron Stdgr. 1. c. p. 134. Exemplare aus Chiriqui 
und Venezuela, lichter, gelbliches $ ganz wie das ,^ 
gezeichnet. 
Timetes chiron Holl. 1. c. p. 180, t. 21. f. 4 ö". Selten 

in Texas. 
Diese gemeinste aller Megaluren liegt in 3 recht dunklen 
Exemplaren vor. 

Mexico, Honduras, Costa Rica $, Bahia, Espiritu Santo 
,^? (Coli. Frühst.). 

Stett. entomol. Zelt. 1907. 



237 

Chiron marius Stoll. (nee. Cramer.) 

P. m. Stoll. t. 30, f. I, la, p. 137, 1791. Jamaiea. 

Timetes chiron, Butl. Fabric. Lep. 1869, p. 68. Jamaiea. 

Patria: Antillen. 

Es erscheint mir kaum glaublich, daß die Antillen die- 
selbe Form, wie das Festland beherbergen. Sind die Ja- 
maicastücke verschieden, was Stolls Figur beweist, so müßte 
leider der Name marius weichen, an dessen Stelle insularis 
treten könnte. 

Megalura chironides Stdgr. 1. c. p. 134. Cuba. 
ist wohl gute Art, da sie neben insularis auf Cuba vor- 
kommen soll, wenn wir nicht an eine Saisonform denken 
wollen. 

29. Megalura egina Bates. 
Tim. eg. Bates, Journ. Ent. IL p. 329, t. 10, f. i, 1865 
I ,^ dieser in den Sammlungen seltenen Art, die sich 
durch die helle Unterseite merops Boisd. nähert, oberseits 
aber nur durch die veränderte Stellung der weißen Sub- 
apicalpunkte der Vorderflügel von chiron zu unter- 
scheiden ist. 

Rio Waupes. 

30. Megalura berania Hew. 

Tim. her. Hew. 1852, Guatemala, Bates 1. c. p. 328, 

Peru (?). 

M. berania Stdgr. 1. c. p. 135, t. 45. j^. 

Exemplare vom Waupes decken sich durch den breit 
schwarzen Distalsaum der Vorderflügel und die kräftigen 
schwarzen Längslinien mit Staudingers Bild und differieren 
dadurch erheblich von den bleicheren, dünn gestreiften 
Stücken aus Honduras, die der typischen berania ent- 
sprechen dürften. Die Waupesform könnte dann crassi- 
lineata genannt werden, wozu wohl auch Exemplare vom 
Alto Amazonas und Peru (Stdgr.) gehören dürften. 

Stett. entomol Zeit. 1907. 



233 

31. Megalura crethon F. 

P. crethon F. Gen. Ins. p. 252, 1777. Surinam. 

P, crithon Herbst. Naturgesch. Schmett. III. t. 52, f. 5 
und 6, p. 228, 1788. 

Timetes crethon Butl. Fabr. Lep. 1869, p. 67, Rio Ncgro. 

Dieser zieriiche Falter Hegt in 2 j j vom Wanpes vor, 
von denen ein $ aus Surinam nur durch etwas markantere 
Binden abweicht. 

Megalura coresia coresia Godt. 

Nymph. coresia Godt. Enc. Meth. IX. p. 359, 1823. 

Marpesia zerynthia Hb. 1. c. t. 264 (31) f. 12. 

Meg. coresia Stdgr. 1. c. t. 45, p. 134. 

Patria: Brasihen, Rio Sta. Catharina. 
coresia scylla Perty. 

DeL Anim. Art. p. 151, t. 29, f. 2, 2b, 1830 — 1834. 

Meg. coresia Stdgr. partim 1. c. Nordam. Guatem. 
Chiriqui, Cohimb. Peru, Venezuela. 

Timetes coresia Holland 1. c. t. 21, f. i, 2, p. 180. 

Im westlichen Amerika fliegt eine coresia-RdiSse, die 
von Hollands zitierten Figuren mit allen Charakteristikas 
wiedergegeben wird, d. i. bleicherer Distalsaum der Vorder- 
flügeloberseite und namentlich costalwärts breitere, distal 
prägnant schwarz begrenzte rotbraune Medianbinde der 
Flügelunterseite. 

Patria Columbien j$, Peru (Coli. Fruhstorfer) , Texas 
(Holland). 

Sollte auch Pertys Figur, die mir unzugänglich ist, mit 
coresi God., wie sie Hübner und Staudgr. darstellen, über- 
einstimmen, so könnte die westliche coresia den Namen 
dentigera führen. 

Megalura Corinna Corinna Latr. 

Vanessa cor. Latr. in Humb. Bonph. Obs. Zool. II. 
p. 84, t. 36, f. 5, 6 (1811— 1819). 

Meg. Corinna Stdgr. 1. c. t. 45 S'^. 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



239 

Patria: Columbien (Type) (Stdgr.), Ecuador ,^V (Coli. 
Frühst.). 

Corinna lazulina nov subspec. 
(M. Corinna Stdgr. I. c. partim Chanchamajo.) 

Exemplare aus Peru differieren von nördlicheren Co- 
rinna, durch proximal stärker gewellte gelbe Längsbinden 
der Vorderflügel. Distalsaum der Hinterflügel reicher gelb. 

Unterseite: Weiße Submarginalmonde deutlicher, alle 
braunen Längsbinden dunkler, markanter, die Medianbinden 
der Vorderflügel schräger gestellt. Gesamtfärbung besonders 
am Apex der Vorderflügel dunkler. 

Patria: Pozuzo, Peru. 

Corinna nov. subspec. 

(M, Corinna Stdgr. 1. c. partim Venezuela.) 

"i-. Querbinde der Vorderflügel gelb anstatt weiß. Viel- 
leicht das ^ der Venezuelarasse von marceUa Feld., weil 
marcella stets gelb beweibt ist. 
Corinna subspec. 

Meg. V. Butl. eist. Ent. L p. loi, 1872; Lep. Exot, 
.p. 172, t. 60, f. 2, 1874, Stdgr. I.e. p. 135. 

Patria: Honduras (Stdgr.), Costa Rica (Butler). 
Megalura marcella Feld. 

Tem. marc. Feld. Wien. Ent. Mon. V. p. 108, 1861. 

Stdgr. 1. c. p. 135, keine var., sondern gute Art. 

Wenn Staudinger marcella für gute Art hält, hat er wohl 
das richtige getroffen, ein mir vorliegendes V ^us Ecuador 
besitzt gleich dem o aus Columbien schwarzbraune, nicht 
gelbgesäumte Schwänze und hat im Gegensatz zum weiß- 
gebänderten corinna-^^ aus Columbien eine breitere ocker- 
gelbe Längsbinde der Vorderflügeloberseite. 

Die Medianbinden der Vorderflügelunterseite sind ähn- 
lich schräg gestellt als bei Corinna laznlina m. und die weißen 
Submarginalmonde noch prominenter als bei dt-r Perurasse 
von Corinna. 

Stfctt eütomol. Zeit. 1907. 16 



240 

32. Dynamine erchia Hew. 
Eubages erchia Hew. Ex. Butt. I. t. i, f. 7, 8. 1852, 

II. t. 2, f. 10, 1857. 
Dyn. erchia Stdgr. 1. c. t. 42, ^ p. 117.) 
Diese aus Ega beschriebene seltene Spezies ist die ein- 
zige aus dem Genus, deren Flügel sich in der Apicalgegend 
mit gelber Farbe überziehen. Das Genus Dynamine findet 
seine höchste Entwicklung (ähnlich den Eunicas) im Ama- 
zonasgebiet, das nicht weniger als 26 Arten beheimatet. In 
Brasilien nimmt die Spezieszahl bereits rapid ab, Bahia 
und Espiritu Santo lieferten meiner Sammlung zusammen nur 
9 Arten. 

33. Adelpha cytherea L. 

P. cyth. L. S. N. X. 1758, p. 481. 

Najas moderata Hübner 1. c. 1806 — 1816. 

^ P, eleus Linne 1. c. p. 486, Gramer III. t. 242 D. E. 1782. 

A. cytherea Stdgr. 1. c. t. 49, p. 143. 

Aus dieser Gattung, die ca. 70 bekannte Spezies zählt, 
lieferte das Amazonasgebiet allein 26. In der Sammlung 
Koch befindet sich nur ein Stück dieser häufigsten aller 
Arten, das sich mit Exemplaren aus Honduras, Columbien 
und Surinam sowie Espiritu Santo deckt. 

Catargyria Hübner. 

Catargyria Hübner, 1. c. Bd. 2, t. 275, 1822— 1826. 

Scudder I.e. p. 136, 1875 (laurentia als Type). 

Chlorippe Doubleday List. Lepid. Brit. Mus. 1844 partim. 

Boisd. Lep. Guat. p. 47, 1870 partim. 

Godman und Salvin 1. c. p. 312, 1884. 

Apatura Subgenus Chlorippe Schatz, p. 165-166, 1892. 

Catargyria Kirby in Wytsman Hübner p. 40. 

Trotzdem die hierhergehörigen Arten zu den häufigsten 
Erscheinungen in den südamerikanischen Ausbeuten ge- 
hören, herrscht sowohl über die einzelnen Spezies und deren 

stell, ectomol. Zeit. 1907. 



241 

Nomenclatur, wie auch über deren generische Verteilung 
noch völhge Unklarheit, die auch Staudingers Übersicht 
1. c. nicht beseitigen konnte. 

Weder Chlorippc noch Catargyria sind vollwertige Genera, 
was Butler Butterflies Costa Rica 1874, p. 342 bereits er- 
örterte. Beide bilden nur Zweige der Apaturidengruppe, 
die morphologisch zu den plastischsten unter den Nympha- 
liden zählt und deren veränderliche Geäderstruktur eine 
sichere systematische Einrahmung bisher nicht zugelassen 
hat. Ein Analogon finden wir bei den asiatischen Apatura- 
Athyma und Limenitis, die einen förmlichen Kreis bilden, 
so daß wir bei einem genauen Studium nicht wissen, welcher 
Typus an die Spitze und welcher ans Ende gehört. 

Unter Catargyria sind hier diejenigen Formen zusammen- 
gefaßt, die sich durch blauschimmernde Oberseite und 
mehr oder minder weiß- oder grauglänzende Unterseite aus- 
zeichnen. 

Die oben prächtig blaue, unten aber matte clothilde 
Feld, bildet dann den Übergang von den bescheidenen Chlo- 
rippe zu den gleißenden Catargyria. 

34. Catargyria seraphina Hübner. 
Catargyria seraphina Hb. 1. c. 1822, 1841, 
Nymph. laurentia Godt. 1. c. p. 376, 1823, Bresil. 
Nymph. laurentia Luc. Lep. Ex. t. 68, f. 2, p. 127, 

Bresil. 
Apatura laurentia Stdgr. 1. c. t. 55, $ nee. Bresil. 
Ap. seraphina Stdgr. 1. c. p. 156. 

Dr. Koch fing am Waupes die kleine Rasse dieser ebenso 
schönen wie häufigen Art, während in Südperu bereits aus- 
schließlich 

chertihina Feld, auftritt. 
Ap. eher. Feld. Reise Nov. p. 435, 1867. 
Chi. cherubina Godm. Salv. 1. c. p. 312, 1884. 
Ap. laurentia Stdgr. 1. c. t. 55 r^ nee V p. 156. 

• Stett. entomol. Zeit. 1907. IG"' 



242 

Da mir von cherubina die $$ fehlen, so ist es mir eben- 
sowenig wie vor 20 Jahren Godman möghch, über die Art- 
berechtigung von cherubina ein Urteil zu fällen. Staudinger 
glaubte cherubina als Lokalform der seraphina Hüb. auffassen 
zu dürfen. Diese Ansicht ist aber durchaus fraglich, denn 
in Honduras kommen beide nebeneinander vor und scheint 
es mir nicht gut denkbar, daß seraphina und cherubina nur 
in Zentralamerika etwa als Zeitformen nebeneinander 
existieren, während cherubina ausschließlich längs der An- 
denkette auftritt. 

Seraphina besitze aus: 
Honduras, Waupes, Minas Geraes, Rio, Parana, Sta. Ca- 
tharina, Rio Grande, Paraguay j j ; Bahia i y, Rio Grande 

Z ' j o • 

Das Bahia-'q:^ differiert bereits von jenem aus dem Süden. 
Die weiße Medianbinde aller Flügel bedeutend verschmälert, 
der gelbe Medianfleck der Vorderflügel verlängert, so daß 
er bis M 2 reicht, während bei Rio Grande i^:^ die gelbe 
Binde zwischen den oberen Medianen weit ausbiegt und 
einem quadr. weißen Fleck Raum gönnt, der beim Bahia-y 
bereits völlig vom Gelb überdeckt wird. 

Cherubina liegt vor aus : 
Honduras, Columbien (Heimat des nomenclatorischeii Typus), 
Ecuador, Peru. 

Catargyria thalysia nobis. 

,^. Oberseite ähnlich seraphina Hb. von Brasilien, mit 
schmäleren, blauen Medianbinden und aufgehellter Distal- 
region, in der sich die schwarze Submarginalbinde besonders 
scharf abhebt. 

Hinterflügel mit zwei subanalcn, langen schmalen, ver- 
tikal untereinanderstehenden roten Flecken, von denen wir 
bei cherubina nur einen gewahren. 

Stett. entomol. Zeit. 1907; 



243 

Unterseite: Alle schwarzen Basal- und Medianmakeln 
prägnanter als bei seraphina, die Gestaltung der sehr kräf- 
tigen antemarginalen und submarginalen Mondfleckenbinden 
erinnert mehr an cyane Latr. von Ecuador und cyanippe 
Godt. von Peru. 

Patria: Balzapamba, Ecuador (Rieh. Haensch). 

Es erscheint mir nicht unmöglich, daß thalysia sich als 
j der Ecuadorrasse von plesaurina Butl. aus Zentralamerika 
(Lep. Exot. 1874 t. 50, f. 4) herausstellen könnte. Auf- 
schlüsse, die durch das noch unbekannte $ sogleich gegeben 
würden. 

Catargyria laure Drury. 
P. laure Drury 111. Ex. P:nt. II. t. 18, l. 5, 6, 1773. 

Jamaica. 
P. laura F. Syst. Ent. p. 510, 1775. Jamaica. 
P. laura Butl. Fabr. Lep. p. 57. 

Nymph. laura (iodt. 1. c. p. 376. Indes occidentale. 
Patria: Jamaica. 

a. laure drury i Hb. 
C. druryi Hb. 1. c. t. 276 (63), f. i, 2, t. 277, f. 3, 4 ? 

nee S- 
C. laura Kirby 1. c. p. 40. 3- 1900. 
A. druryi Stdgr. l.c . p. 158. 
Patria: Cuba (vide auch Kirbys Katalog 1871, p. 262). 

Staudinger traf ins Schwarze, als er (im Widerspruch 
mit Godman) 1. c. druryi Hübner als Cubarasse der laure 
wieder in ihre Rechte einsetzte. Kirby ist neuerdings leider 
wieder seinen eigenen Weg gegangen und vereinigte druryi 
<; = laura-^if Hübner als Synonym mit laure Drury-Godart, 
die er in Mexico, Zentralamerika, Columbien und Venezuela 
vorkommen läßt, trotzdem Boisduval und Felder aus Mexico 
und Honduras bereits eigene /^wm-Rassen beschrieben haben. 

Slett. enlomol Zeit. 1907. 



244 

Wir müssen deshalb die Kirbysche laura weiter zer- 
legen. Übrigens ist auch die Bemerkung Kirbys „Hübners 
Abbildung des $ ist viel zu blaß. Wahrscheinlich hat Hübner 
ein verwischtes oder verloschenes Exemplar abgebildet", 
eine irrige. 

Hübners Figur von laura $ (nee .^) deckt sich völlig 
mit meinem laure druryi-'^ aus Cuba, was auch Staudinger 
1888 an seinen Cuba-$$ bereits konstatierte. 

Hübners Figur t. 277 ist sogar eine der besten, womit 
er uns in seinem Bilderwerk erfreut, selbst das unentschiedene 
Weiß der Hinterflügel und deren dunkle Basis wird getreu- 
lich wiedergegeben. 

Die Beurteilung der Figuren alter Autoren kann nie 
vorsichtig genug sein, es stellt sich fast immer heraus, daß 
die Bilder gut sind, wenn wir Exemplare aus der wahren, 
ursprünglichen Heimat der alten Typen empfangen. 

b. laurc acca Felder. 

Ap. acca Feld. Reise Nov. p. 435, 1867, t. 57, f. 2. 
Patria: S.Mexico, 2 33 i ? (Coli. Frühst.). 

c. laure mileta Boisd. 

Chlorippe mileta Boisd. Lep. Guat. 1870, p. 47. 

A. laura Doubl. Hew. Gen. D. Lep. t. 42, f. 5, 1850. 

A. laurentia Hew. partim, Exot. Butt. 1869, f. 5, 6 ? 
(teste Kirbys Catalogue p. 650.) 

3 differiert nur unerheblich, $ auffallend von acca. 

$. Viel größer, gelber, Apicalflecken kleiner, rundlicher, 
heller. Die obere Partie der Medianbinde der Vorderflügel 
rein weiß, nicht gelblich angehaucht wie bei acca. Binden 
der Hinter flügel fast nochmal so breit. Discalregion aller 
Flügel heller, mit stärker gewellten Halbmondbinden. Die 
orangeroten Subanalflecken zierlicher. 

Die schwarzen Postdiscalmakeln der \'ordcrflügclunter- 
seite ohne proximale gelbliche Begrenzung. 

Patria: Honduras, 2^2 ^'^ (Erich Wittkugel). 

Stett. eutomol Zi it 1907. 



245 

a) $ forma majugcna nohis. 

Vielleicht Zeitform der vorigen. 

Boisduvals Beschreibung von mcntas aus Honduras ist 
mir jetzt nicht zugänglich*), da Kirby Catalog p. 650 mcntas 
mit angelina Feld, vereinigt, wird sie kaum mit majugcna 
kollidieren. 

V. Kleinere Gestalt, gleichmäßiger gefärbte Flügel, 
schmälere weiße Medianbinden, dunkleren ockergelben Api- 
calfleck der Vorderflügel und stattlichere rötliche Subanal- 
makeln der Hinterflügel. 

Unterseite: Unterhalb dem weißlichen Subapicalfleck 
eine schmale kurze gelbliche Binde, die sich an 3 zusammen- 
hängende schwarze Submarginalmakeln zwischen den Me- 
dianen und der SM anschmiegt. 

Patria: Honduras i ^4 (Erich Wittkugel). 

d. laure mima nov. subspec. 

(A. laure Stdgr. 1. c. p. 158. Columbien, Venezuela ?) 

Kleiner als accc Feld, mit kürzeren Vor der f lügein. Gelb- 
liche Medianbinde der ^'orderflügel jenseits der Zelle nicht 
braun beschattet, überhaupt gleichmäßiger und bis SM gleich 
breit gelb bleibend, während sie bei accc zwischen M 3 und 
SjM noch halb gelb, halb weiß getönt ist. 

Medianbinde der Hinterflügel schmäler, der gelbliche 
Subanalfleck größer als bei accc und mclcta. 

Unterseite der Vorderflügel an der Basis und in der 
Submarginalregion reicher und dunkler ockergelb angelaufen. 

Patria: Columbien (Coli. Fruhstorfer) . 
Catargyria selina Bates. 

A. selina Bates, Journ. Ent. H. p. 334, 1865. 

Stdgr. 1. c. p. 158. 

Apat. laure var. a. selina Kirby, Catal. p. 261. 



*) mentas gehört als Lokalrassc zu paion Latr. 
Stett. entomol. Zeit. 1907. 



246 

Diese distinkte Spezies geht vom Amazonas südwärts 
bis Peru und auf der brasilianischen Seite bis Rio Grande 
do Sul. Seiina unterscheidet sich von laurc Drury durcli 
das Fehlen des gelben Apicalanflugs der Vorderflügel der 
oJ* und des blauen Schillers auf allen Flügeln, so daß Kirby 
Unrecht hat, wenn er selina als Varietät von /awrc behandelt. 

Patria: Alto Amazonas (Coli. Frühst.), Chanchamajo 
(Staudgr.). 

a. selina modica nov. subspec. 
Ap. lauretta Stdgr. 1. c. p. 158 partim. 

Chi. druryi Bönninghausen 1. c. p. 18. Sehr selten. 

Verbindungsglied zwischen selina imd lauretta Stdgr. 
Obere Hälfte der Vorderflügelbinde gelblich, die untere von 
M 3 an, rein weiß. Hinterflügelbinde schmäler als bei selina, 
breiter als bei lauretta. 

Unterseite: Gelbliche Zone jenseits der nach außen 
b r e i I; dunkelbraun begrenzten Medianbinde sehr 
schmal. 

Patria: Espiritu Santo, Minas Geraes (Coli. Frühst.). 
Rio de Janeiro (Stdgr.). 

b. selina lauretta Stdgr. 

Ap. lauretta Stdgr. 1. c. Sta. Catharina. 
Patria: Sta. Catharina (Coli. Frühst.). 

c. selina murrina nov. subspec. 

Chlorippe laura Weymer St. Ent. Ztg. 18Q4, p. 322. 

Chi. lauretta Mabilde 1. c. p. ^^',, den ganzen Somm.er 
und Herbst, aber nirgends häufig. 

Der rotgelbe Apicalfleck der Vorderflügel spitzt sich 
nach unten zu; die ^ledianbinde der Vorderflügel färbt sich 
völlig dunkelgelb und jene der Hinterflügel überzieht sich 
mit einem gelben Anflug, während letztere bei lauretta i'ein 
Meiß bleibt. Medianbinde der Hinterflügel zudem erheb- 
lich schmäler, mehr nach innen gebogen. 

Stett. pnfomol. Zeit. 1907. 



247 

Mittelbinde der Vorderflügelunterseite gelb statt weiß. 

Patria: Rio Grande do Sul (j*$ Coli. Fruhsv.). 
Catargyria linda Feld. 

Ap. linda Feld. Wien. E. Mon. p. 117, 1862. 

Ap. linda Stdgr. 1. c. p, 158. 

Cat. laura Hübner (nee Drury) 1. c. t. 277 (64), f. i, 2 J*. 
Kirby Text p. 40. 

Chi. linda God. Salv. 1. c. p. 316, 1884. 

Ap. laure var. C. linda Kirby, Catal. p. 261. 

Linda leitet A'on laure Dru. zu sclina Bates hinüber — 
ist aber gleich letzterer gute Art — und kommt im Ama- 
zonasgebiet und wahrscheinlich auch noch weiter südlich 
neben sclina vor. 0$ ohne Blauschiller auf der Flügelober- 
seite. Gelbbrauner .'\picalfleck mit der Medianbinde der 
\'orderflügel zusammengeflossen, aber gelegentlich von einer 
schwarzen dünnen Linie durchzogen. Medianbindc stets viel 
breiter als bei selina. 

Patria: Rio Negro (Felder), Alto Amazonas (Coli. Fruh- 
storfer), Peru (Staudinger). 

a. linda myia nov. subspec. 

Kleiner, Flügelape.x und Analpartie vorspringend. Me- 
dianbinde der Vorderflügel nach hinten gelblich werdend, 
sich etwas verschmälernd. Weiße Mittelbinde der Hinter- 
flügel kaum halb so breit als bei linda Feld., was nament- 
lich unterseits auffällt. 

Patria: Ignota, wahrscheinhch Brasilien, vielleicht auch 
unterer Amazonas. (^^ Coli. Fruhstorfer (von A. Bang-Haas 
erworben). Die Exemplare tragen ein Etikett mit Stau- 
dingers Handschrift: ,,Lauretta var. ?". 

Catargyria grisddis Feld. 
Ap. griseldis Feld. 1. c. 1862, Reise Nov. t. 57, f. i, 1867. 
Staudgr. 1. c. p. 158, t. 55 <^. 

Stett. entomoJ. Zeit. 1907. 



248 

Patria: Rio Negro (Felder), Alto Amazonas (Frühst.), 
Chanchamajo (Staiidgr.). 

b. linda nitoris nov. subspec 

Nahe linda Felder, Vorderflügelbinde jedoeh sehr breit, 
deren proximale Hälfte wei(3, die distale licht ockergelb. 

Der sehr große Apicalfleck nur durch eine nach außen 
stark verjüngte, dünne braune Linie von der Medianbinde 
separiert. Weiße Medianbinde der Hinterflügel etwas 
schmäler als h?\ linda, der gelbe Anflug der Vorderflügel 
viel lichter. Hinterflügel mit reicherem orangegelben Sub- 
analbesatz. Hinterflügelzipfcl spitzer als bei linda, jedoch 
weniger eingeschnürt als bei myia. Hinterflügelbinde breit 
weiß. 

Postdiscalregion der Vorderflügelunterseite reich hell- 
gelb getönt. 

Patria: Paraguay 3 j j", Sao Paulo. Casa Branca i ,^ 
(Coli. Frühst.). 

c. linda geyeri nom. novum für 

Cat. laura Hüb. (nee Drury) I.e. t. 277, (64) f. i, 2 o; 

Kirby im Text p. 40, 
Patria: Surinam (?) Brasilien (?). 

Catargyria angelica Feld. 
(Ap. ang. Reise Nov. 1867, p. 436, t. 57, f. 6.) 
Patria: Ignota. 
Kirby glaubt dazu 

mentas Boisd. 
(Chlorippe mentas Boisd. Lep. Guat. p. 48, 1870.) 
als Lokalrasse ziehen zu dürfen, die in Staudingers Preis- 
liste 1906 als pavon Varietät behandelt ist. 

Vielleicht gehört zu angelica das von Staudinger 1. c. 
p. 158 erwähnte plcsaurina-'^ aus Costa Rica. Der mit der 
weißen Mittelbinde zusammengeflossene gelbe Apicalfleck 
dürfte dafür sprechen. 

ßtett entomol. Zeit. 1907. 



249 

Catargyria moritziana Feld. 
Ap. moritziana Feld. 1. c. p. 436 $. 1867. 
Nach Felders unglaublich langer Beschreibung zu lU"- 
teilen, scheint moritziana so eine Art Mittelding zwischen 
laurc und chcruhina zu sein. 
Patria: Venezuela, Ignota. 

Catargyria lavinia Butler. 
Chi. lavinia Butl. P. L. Soc. 1866, p. 39, t. 3, f. i ist 

vielleicht der ^^ zu moritziana. 
Patria: Venezuela. 

lavinia forma ornata nova. 
Ap. lavinia Staudgr. 1. c. p. 157, partim. Peru. 
Vorderflügel mit großem gelbbraunem Subapicalfleck. 
wie ihn Catarg. sclina Bates trägt. Weiße Medianbinde der 
Hinterflügel breiter, prominenter. 

Flügelunterseite lichter, Vorderflügel bleicher gelb, 
Hinterflügel fast rein silberweiß ohne braunen Submar- 
ginalanflug. 

Ornata dürfte eine Trockenzeitform von lavinia vor- 
stellen und lavinia aus Peru zudem subspecifisch von 
solchen aus Venezuela differieren. 

Patria: Peru, Chanchamajo (i j Coli. Frühst.). 

Chi. pavon Latr. 

Nymph. pavon Latr. in Hamb. Bonpl. Obs. Zool. I, 

p. 197, t. 18, f. 3, 4, 1811. Columbien. 
Godart Enc. I.e. p. 377, Peru(?). 

Ap. pavonii Herr. -Schäfer Ex. Schm. f. loi, 102, 
1852-1858; Hew. 1. c. 1869; Staudgr. 1. c. p. 158. Von 
Mexico bis Bolivien, Venezuela, Alto Amazonas. 
. Patria der Type: Vermutlich Columbien, Peru, Bolivien, 
Alto Amazonas. 

Stett. cutomol. Zeit. 1907. 



250 

a. pavon theodora Luc. 

Apatura th. Luc. in Sagra Hist. Cuba VH, p. 575, t. 16, 

f. 4, 4a, 1857. 
Patria : Cuba, teste Kirby. 

b. pavon cuellinia nov. subspec, 

cJ. Rötlich gelber Apicalfleck der Vorder flügel kleiner 
als bei pavon mit zwei zierlichen weißen, proximalen Punkten. 

Medianbinden aller Flügel breiter grau. Submarginal- 
binde prononzierter. Unterseite: Dunkler. Vorderflügel mit 
3 deutlich heraustretenden weißlich grauen, kleinen Sub- 
apicalpunkten. Hinterflügel mit intensiver rotbraunen 
Medianbinden. 

$. Sehr groß. Unterseite: Vorderflügel mit ausgedehn- 
tem gelblichen Subapicalfleck. Hinterflügel weißlichgrau. 

Patria: Mexico, 2 o 2 $ (Coli. Frühst.). 

c. pavon mcntas Boisd. 

Chi. mentas Boisd. Lep. Guat. p. 48, 1870. 

Ap. pavoni Butl. und Druce Butterfl. Costa Rica p. 342, 
1874. 

(^. Wie der vorige, weiße Medianbinde der Vorderflügel- 
LTnterseite schmäler, Hinterflügel zeichnungsarmer. 

$. Viel kleiner als cuellina-^, alle Binden der Unter- 
seite dunkler begrenzt. Submarginalflecke reiner weiß, Sub- 
analocellen prominenter. 

Patria: Honduras, 5 c^ö i ? (Erich Wittkugel). 

d. pavon inumbratus nov. subspec. 
Rötlichgelbe Subapicalflecken kleiner als bei pavon. 
Unterseite: Alle Flügel mit markanten, verbreiterten 

violetten, roten und schwarzen Makeln und Binden. Median- 
binde der Hinterflügel heller weißlich violett. Alle Flügel 
mit zwei Reihen großer Submarginalmondflecken. 
Patria: Paraguay. 

Stctt. entomol. Zeit. 1907. 



251 

Chlorippe zunilda Godt. 
(Nymph. z. G. 1. c. p. 377, Bresil. Nur (^^. 
Catagramma beckeri Hew. 1. c. 1854. Brasil. $. 
Chi. z. Bönningh. 1. c. p. 18, Rio, enorm selten. 
2 (^iS Espiritu Santo (Jnl. Michaelis). 

a. zunilda subspec. 

Ap. zunilda Stdgr. 1. c. p. 157. 

Chi. zunilda Mabilde 1. c. p. 82. Vom Dezember bis 

Mai im Hochwalde, $ enorm selten. 
Sta. Catharina 2 (^c?. 2 $? (Coli. Frühst.). Bedeutend 
kleiner als die vorigen. 

b. zunilda felderi Godm. u. Salv. 

Ap. felderi Godm. Centr. Americ. 1885; Stdgr. 1. c. p. 157. 

Panama, Columb. Venezuela. Columbien i ^ Cx)ll. 

Frulist. 
zunilda floris nov. subspec. 

Ap. felderi Stdgr. 1. c. partim Peru. 

(^. Oberseits dunkler blau, jedoch reiner weiß gefleckt 
als felderi. 

Unterseite: Distale Region aller Flügel dunkel violett 
anstatt gelbbraun, mit einer kompletten submarginalen 
schwarzen Binde, die kleinere weiße Flecken trägt. Ocellen 
der Hinterflügel kleiner. 

Patria : Pozuzo, Peru. 

Chlorippe vacuna Godt. 
Nymph. vacuna Godt. I.e. p. 377, Bresil. (^9- 
Doxocopa marse Hb. Zuträge 617-618, 1832. $. 
Ap. vacuna Stdgr. 1. c. p. 158, Südbrasilien. 
Chi. vacuna Mabilde p. ^^. Flugzeit wie zunilda, selten. 
Bönninghausen 1. c. nicht selten. 

Vorderflügelbinde rötlichbraun, fast zusammenhängend. 
Patria: Bahia, Minas Geraes, Sta. Catharina, Rio Grande 
(Coli. Frühst.). 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



252 

vacuna fluibunda nov. subspec. 
Chlor, vacuna Stichel, B. E. Z. 1900, p. 146. 
^. Vorderflügelbinde in isolierte peripherisch violette, 
rundliche Makeln aufgelöst. 

$. Proximale Submarginalbinde der Hinterflügelober- 
seite weiter nach innen gerückt 

a) forma cretaceata Stichel. 
Chi. vac. ab. cret. St. 1. c. p. 147-148, t. 2, f. i. Herma- 
phrodit. 
Schrägbinde auf beiden Seiten der Vorderflügel weiß. 
Patria: Paraguay, 4 (^c? 3 $$ Coli. Frühst. 

Chlorippe agathina Cramer. 

P. ag. Cramer H, p. 109, t. 167, E. F. 1782. 

Ap. ag. Stdgr. 1. c. p. 157, t. 55 c^ und p. 158 ( ?) ?. 

Cramers Bild ist ausnahmsweise recht unvollkommen. 

Surinam (Cramer) Alto Amazonas, Ucayali, Peru $ 
(Staudgr.). 

Nordbrasilianische Exemplare bezeichnet man vielleicht 
am besten als 

a. agathina agathis Godt. 
Nymph. ag. Godt. 1. c. p. 377, Brcsil. 

Chi. agathina var. kallina Bönninghausen 1. c. p. 18, 
selten. 

Grundfarbe schwarzgrau mit schwarzem Apicalteil, in 
dem 8 reine weiße Flecke in 2 Reihen stehen. 
Patria: Bahia, i $ (Reh. Haensch). 

b. agathina kallina Stdgr. 

Ap. kallina Stdgr. 1. c. p. 157, t. 55 $. Sau Paulo, Sta. 

Catharina. 
Chlorippe kallina Mabilde 1. c. p. 81, t. 6, f. 9, (^ (sehr 

schlechter Holzschnitt) ; erscheint auf Waldwegen im 

Sommer. Selten. 
Patria: Parana, Sta. Catharina 2 (^$, Rio Grande 2 $9. 

Stett entomor Zeit. 1907. 



253 

c. agathina bertila nov. subspec. 

Größer als alle vorgenannten ; Grundfarbe dunkler grau- 
braun als bei kallina, die proximalen Weißflecke der Vorder- 
flügel prägnanter, ebenso die schwarze Submarginalbinde 
der Hinterflügel. 

Unterseite: Auf den Vorderflügeln reduziert sich die 
schwarze Subapicalregion, so daß nur noch Rudimente jen- 
seits der Zelle verbleiben, eine Erscheinung, die bereits bei 
Exemplaren aus Rio Grande einsetzt. Hinterflügel mit 
einer deutlichen Reihe submarginaler weißer Halbmonde, 
die agathina und kallina völlig fehlen. 

Patria: Paraguay, i $ Coli. Frühst, 

Chlorippe elis Feld. 
A. ehs Feld. W. Ent. Mon. 1861, p. 109, Ecuador. 
Stdgr. 1. c. p. 158. 

Patria: Ecuador 2 c^ö" (Rieh. Haensch). 
Zwei Lokalrassen verdienen Erwähnung: 

a) elis farge nov. subspec 

(Ap. elis Stdgr. 1. c. partim, Columbien.) 

Bedeutend größer, Apex der Vorderflügel mehr vor- 
springend, alle Flügelränder stärker gezähnt. Distalregion 
der Hinterflügel lichter mit ansehnlicherer ockergelber sub- 
marginaler Fleckenbinde, die bis zum Analwinkel prägnant 
und komplet bleibt. 

Patria: Columbien. 

b) elis fabaris nov. subspec 

(Ap. elis Stdgr. 1. c partim, Peru.) 

Nur wenig größer als elis, Submarginalbinde der Hinter- 
flügel aber dennoch wesentlich breiter und stets bis zum 
Anal Winkel ausgeprägt vorhanden, während sich bei elis elis 
die manchmal nur fadendünne Binde schon an der oberen 
Mediane verliert. 

Patria: Bolivien, Umgebung von Cochabamba, Sept. 
1899; La Paz, April 1899; Peru, Pozuzo. 

Stett entomol. Zeü. 1907. 



35- Megistanis aeclus F, forma japetus Stdgr. 

P. aeclus F. Syst. Ent. p. 522, 1775. Habitat in Amboina. 

„alis supra nigris". 

P. aeclus Gramer IV, t. 317, A. B. 1782. 

Eriboea alle Hübner, Verz. p. 47, 1816. 

Megist. aeclus Butl. Fabr. Lep. p. 55; Staudgr. 1. c. p. 174, 
,, verschollene Art". 

Megist. japetus Stdgr. 1. c. Chanchamajo, Alto Ama- 
zonas. 

Herr Dr. Koch hatte das Glück, drei Megistanis-Artcn 
aufzufinden, er hat damit alle bisher bekannten Spezies für 
das Gebiet des Waupes nachgewiesen. 

Staudinger hielt aeclus F., die Gramer auch unterseits 
abbildet, für eine verschollene Art. Es ist Staudinger merk- 
würdigerweise entgangen, daß seine vermutlich neue Spezies, 
die er als ,, japetus''' beschrieb, sich unterseits völlig deckt 
mit aeclus Gramer. Da nun Megistanis unterseits 
gar nicht, oberseits nur in seltenen Fällen und dann 
nur unerheblich differieren, so lag doch der Gedanke nahe, 
daß Ghanchamajo-Exemplare von Megistanis zum mindesten 
in einem geographischen Abhängigkeitsverhältnis zur alten 
aeclus stehen müßten, und die scheinbar neue Art mußte 
nach der damaligen Manier als Varietät (Lokalform) mit 
aeclus vereinigt werden. Japetus ist aber nicht einmal Lokal- 
rasse von aeclus, denn die Megistanis neigen nicht zur Spal- 
tung in geographische Rassen, sondern nur eine Form und 
zwar die Hauptform von aeclus. 

Die ,, verschollene" aeclus selh'^i ist weiter nichts als eine 
allerdings phänomenale, zufällige, melanotische, individuolle 
Aberration jener weitverbreiteten Art, die Dr. Hahnel imd 
Dr. Koch wiederaufgefunden, imd deren Verschiedenheit 
von deucalion Feld, und baeotus Doubl, seinerzeit Staudgr. 
bemerkt, und durch den Namen ,,japetus'' fixiert hat. 

Stett. entom Zeit. 1907 



255 

Wir haben also den ,, verlorenen Sohn" acclus wieder 
und müßten ihn nennen: 

aeclus (^ forma aeclus F. (= acihis Cr.). 

Patria: vermutlich Surinam. 
aecl:us forma japetus Stdgr. 

Surinam i (^, Waupes i o (Coli. Frühst.), Alto Ama- 
zonas, Peru (Coli. Stdgr.). 

Aeclus ist einer jener seltenen ,,sports" ,von denen wir 
in Europa den berühmten schwarzen Pap. machaon 
(forma nigra Reutte) und von Asien den schwarzen P. sar- 
pedon L. als analoge Formen kennen. Da Cramer schreibt, 
daß ,,aeilus in onze nederlandschen verzamelingen nog eene 
zeldzame Kapel" ist, scheinen damals mehrere Stücke zu- 
gleich nach Europa gekommen zu sein. Weil ferner Cramer 
bereits einen ,,donker blauwen weerschijn" bemerkt hat, ist 
es gar nicht unmöglich, daß das Cramersche Exemplar durch 
äußere Einflüsse schon verdorben war. Die Aufbewahrungs- 
methoden der damaligen Zeit waren sehr primitiv, und 
wenn solche aeüus etwa feucht verpackt wurden, konnten 
sie bei einer Überfahrt mit Segelschiffen, die manchmal 
Jahre dauerte, leicht völlig verderben, d. h. deren Blau 
verschwinden oder sich verfärben. 

Vor etwa 20 Jahren wurden mir im Zoologischen Garten 
in Amsterdam durch Herrn Jellesma und Van de Poll einige 
der Cramerschen Originale (Typen) gezeigt, in einem so 
pitoyablen Zustande, daß nur noch wenige überhaupt zu 
erkennen waren. Und es gab für uns damals keinen Zweifel, 
daß die Exemplare nicht etwa in Europa, sondern schon in 
Surinam und Amboina von ungeschickten Fängern und noch 
ungeschickteren Transporteuren beschädigt wurden. 
36. Megistanis baeotus Doubl. Hew. 

Gen. Diurn. Lep. t. 48, f. 2, 1850; Stdgr. 1. c. p. 174. 

Das überaus seltene $ dieser Art besitze aus Surinam. 
Es gleicht oberseits fast völlig dem S^ von dcucaUon, nur 

Stett. entomol. Zeit 1907 17 



2U 

sind die transcellularen weißen Flecken der Vorderflügel 
halbmondförmig anstatt länglich, peripherisch reicher blau 
begrenzt und die Hinterflügel tragen keinerlei weiße Sub- 
marginalpunkte. 

Unterseits ist die anale Gelbfleckung der Hinterflügel 
etwas ausgedehnter als bei den ^^. 

Patria: Surinam i $; RioWaupes i cJ. Ecuador 4 S^^; 
Columbien i .^ (Coli. Frühst.), Alto Amazonas, Peru (Stdgr.). 

37. Megistanis deucalion Feld. 

Wien. Ent. Mon. IV, p. 238, 1860. 

vStdgr. 1. c. p. 174, t. 60 cJ. 

Patria: Columbien, Ecuador, Waupes (Coli. Frühst.), 
Alto Amazonas (Hahnel, Stdgr.). 

Nach Hahnel, p. 266, sind Megistanis schnell und heftig 
fliegende Falter, die sich häufig unter die Sumpfvögel {Me- 
galura, Eunica, Colaenis, Aganistos, acher onta usw.) auf 
nasse Sandbänke setzen. Aeclus {japeius) ist die seltenste 
der 3 Gestalten, die mit den Charaxes der alten Welt im 
Habitus und Lebensgewohnheiten nahe verwandt sind. 

38. Historis odius orion F. 

P. orion F. Syst. Ent. p. 485, 1775. Surinam. 
Nymph. orion. Godt. Enc. Meth. IX. p. 368, 1823. 
Aganisthos odius Boisd. Lep. Am. Sept. p. 195, t. 52, 

1833. 
Ag. odius race orion Butl. Fabr. Lep. p. 55, ,,there is 
one specimen of orion in the Banksian Collection". 
Aganisth. orion God. und Salv. Biolog. Centr. Americ. 

partim. 
Ag. odius und orion Staudgr. i.e. p. 161, t. 56. 
P. danae Cramer I. t. 84, A. B. p. 130-131. Surinam. 
Historis, diese grandiose machtvolle Spezies ist von 
Texas bis Sta. Catharina (wo sie nur noch vereinzelt vor- 
kommt) überall, aber nirgends in Unmasse anzutreffen. 

Stett entomol. Zeit. 1907. 



257 

Ödius ist ein scheuer Vogel, der sich stoßweise auf große 
Distanzen vorwärts bewegt, und sich gerne auf nasse ver- 
unreinigte Stellen setzt. 
In Westindien fliegt 

Historis odius odius F. 
P. odius F. 1. c. p. 457; Butler 1. c. p. 54. 
Hamadryas undata odius Hb. Slg. t. 55. Historis odius 
Kirb}^ in Wytsmans Hübner, I. t. 55, f. i, 2, p. 41. 

Mir liegen Exemplare aus Westindien leider nicht vor. 
Vermuthch stehen sie sehr nahe jenen aus Central- Amerika 
und Mexico. Hinterflügel mit gelblichem (wie ihn Hübner), 
anstatt weißlichem Distalraum (wie ihn Staudgr.) abbildet. 

Patria: San Domingo (Butler), Costa Rica, Mexico, 
Texas (Coli. Frühst.), Florida, Haiti (Kirby). 

39. Coea acheronta F. 

P. acheronta F. 1. c. p. 501. Brazilia. 

P. pherecydes Cramer IV. t. 330, A. B. p. 80, 1782, 

Surinam. 

Coea acheronta Scudder, Proc. Am. Ac. Arts und Science 

Boston 1875, p. 144; Godm. und Salvin 1. c. 
Stdgr. 1. c. p. 160. 

Auch acheronta findet sich gewöhnlich in Gesellschaft von 
odius, und geht von Mexico bis Südbrasilien, fehlt jedoch 
ebenso wie odüis bereits in Rio Grande do Sul. Am Ama- 
zonas und in Espiritu Santo erscheint acheronta zeitweise 
in Unmassen auf dem Sande oder auf faulenden Früchten. 
acheronta cadmus Cramer. 

(P. cadmus Cramer I. t. 22 A. B. p. 33, 1775, Jamaica.) 

Scheint nacli Cramers Bild zu urteilen erheblich von 
acheronta zu differieren. 

Patria: Antillen, Jamaica (Cramer). 

ßtett entomol. Zeit. 1907 17" 



2§8 

Familie Lemonidae. 

Subfamilie Lemoniinae. 
40, Diorhina periander Gramer. 

P. periander Cram. IL t. 188 C. 1779, p. 139, Surinam. 

Ancyluris iphinoe Hb. Geyer Slg. III. t. 4, 1823 — 1841. 

Kirby in Wytsmans Hübner, p. 63. 

D. per. Godm. und Salv. Biol. Centr. Amer., p. 390, 1885. 

Staudgr. 1. c. p. 248, t. 89. 

Mabilde, Guia Practica 1896, p. 105. 

D. laonome Morisse, A. S. E. France, 1837, p. 422, t. 14, 
f. 5. 6. 

Aus der artenreichen Familie der Lemoniden oder Ery- 
ciniden hat Herr Dr. Koch leider nur diese eine Spezies 
gefangen. 

Periander ist von Columbien bis Peru und von Cayenne 
bis Rio Grande do Sul verbreitet, bewohnt also das gesammte 
tropische Südamerika und die nördlichere Partie der Sub- 
tropen. 

Von verwandten Arten sind in meiner Sammlung ver- 
treten 

dysoni Saunders aus Venezuela und 
thia Morisse aus Mexico, letztere mit dunklem Blau, 
aber intensiverem Seidenglanz und einem schwarzen Fleck 
vor dem Zellapex der Vorderflügel. 

In Südperu findet sich periander zu einer Lokalf(M-m 
umgebildet, die als 

periander oluros nov. subspec. 
bezeichnet wird und zunächst durch leuchtenderes, helleres 
Blau auf allen Flügeln auffällt. Die roten Analflecke er- 
scheinen zu einer stattlichen, etwas gewinkelten Binde zu- 
sammengeflossen. Alle weißlichen Längbinden, besonders 
die basale kompletter, deutlicher und unterseits breiter 
abgesetzt. 

Patria: Peru, Pozuzo. 

Stett entomol. Zeit. 1907. 



259 



Familie Lycaenidae 



fehlt völlig. 



Familie Papilionidae. 

Subfamilie Pierina e. 
41. Hesperocharis hirlanda Stoll. 
Pap. hirlanda Stoll. 1790, p. 157, t. 35, f. i und i A. 

,, Bengalen". 
Pieris hirlanda (iodt. Enc. Meth. IX. p. 145, 1819. 
Boisduval, Spec. Gener, I. p. 470, 1836, bezweifelt den 

Fundort Bengalen, Beschreibung nach Stolls Figur. 
Diese eigentümliche Spezies kommt stets nur einzeln 
nach Europa. Es sind eine ganze Anzahl Arten aus diesem 
Genus beschrieben, das Dr. Schatz, Exot. Schmetterlinge II 
p. 62 für ein ,, archaisches" hält und das die heterogensten 
Elemente in sich vereinigt, die jedoch alle durch das sehr 
eigentümliche Geäder ihre Zusammengehörigkeit dokumen- 
tieren. Drei Hauptgruppen lassen sich leicht absondern. 

A. die hii'ianda-Gruppe. 

B. die wß^a- Gruppe. 

C. die ajiguitia-Giuppe. 

Letztere ist von Mexico bis Argentinien verbreitet und 
geht auf der andinischen Seite des Kontinents bis Chile. 

Die Zahl der Arten aus allen 3 Gruppen ist eine ge- 
ringe, zwei Drittel der beschriebenen Spezies sind zudem 
Lokalrassen, die wiederum zu Saisondimorphismus neigen. 

Fast stets kommen weiße und gelbe Exemplare inner- 
halb der Art vor. Die $$, selbst der gemeinsten Spezies der 
Gattung, gelangen nur ganz vereinzelt nach Europa. 

Das von Herrn Dr. Koch am Waupes aufgefundene ^- 
Exemplar nähert sich Stolls Abbildung von hirlanda, die 
^a"rmutlich aus_ Surinam stammt, und ist nur etwas dunkler 
im Kolorit. 

StctI. eutomol. Zeit. 1907, 



260 

Südperu-Exemplare von // vlanda entfernen sich erheb- 
licher vom Stollschen Typus als die Waupesstücke. Die 
Verdunklung derselben geht bereits so weit, daß die Hinter- 
flügel fast völlig schwarz werden, so daß nur die Zelle und 
einige postmediane Makeln weiß bleiben. 

Die Vorderflügelunterseite ist reicher gelb überzogen 
als bei Waupes- und Pebas-Exemplaren. 

Solche Peru-Exemplare mögen als 

hirlanda obnubila nov. subspec. 
bezeichnet werden. 

Patria: Chanchamajo, Type Museum Berlin. 
hirlanda ninguida nom. novum. 

für H. hirlanda Stdgr. nee Stoll 1. c. p. 26, t. 16. 

Patria: Venezuela? Südperu? 

Differiert von hirlanda darin, daß der schwarze Distal- 
saum der Vorderflügel bereits vor der unteren Mediane ab- 
bricht. Beide Flügel oberseits weiß, wodurch sie sich hclvia 
Latr. näliern, die einen noch schmäleren schwarzen Außen- 
saum der Hinterflügel zeigt, aber unten reicher gelb und 
rot gefärbt erscheint. 

Eine weitere schöne Form aus der hirlanda-Svrie nannte 
Butler: 

Hcsp. fulvinota. (Ann. N. Hist. p. 284, 1871.) 

Lep. Exot. p. 89, t. 34, f. 4.. 1872. Rio de Janeiro. 

Hesp. hirlanda Bönninghausen 1. c. p. 11. Sehr selten. 

cJ. Alae anticae supra albae, basi minime flavescentis, 

Costa nigra. Alae sultus fere velut in hirlanda, 

posticae stria maculari submarginali aurantiaca (vix 

rubra), 
der vermutlich Artrecht zukommen und die kaum noch 
Ähnlichkeit hat mit 

hirlanda praeclara nov. subspec. 
aus Espiritu Santo. 

Stett. ectomol. Zeit. 1907. 



261 

^^. Oberseits auf den Vorderflügeln schön hell-, auf den 
Hinterflügeln mehr citronengelb mit leicht durchscheinenden 
roten Binden der Unterseite. 

Vorderflügel mit breitem, schwarzem Distalsaum, der 
sich an der ersten Mediane mit einer schwarzen Querbinde 
vereinigt, die vom Costalrand aus über den Zellapex hin- 
weggeht. 

Hinterflügel mit einer schmalen schwarzen Distal- 
säumung, von der aus einige zarte Spitzen auf die Adern 
übergehen. 

Unterseite ähnlich hirlanda, der schwarze Apicalfleck 
aber nicht mit der subapicalen Querbinde zusammenhängend, 
sondern durch eine schön gelbe Binde separiert. 

Rötliche Submarginalbinde wie auf der Abbildung von 
hirlanda Stdgr. = uinguida Frühst., die discale Region der 
Flügel mit verwaschen ockergelber, die basale Partie mit 
hellgelber Färbung. 

$. Außensaum aller Flügel ausgedehnter schwarz, Hinter- 
flügei antemarginal, lose schwarz beschuppt mit einer röt- 
lichen Submarginalzone, 

Basis der Vorderflügel wie beim (^ hellgelb. 

Hinterflügel in der Circumcellular- und Submarginal- 
region reicher schwarz, der obere Teil der Zelle und die 
basale und subanale Zone ausgedehnter hellgelb. 

An den Medianen der Vorderflügel zwei zusammen- 
stoßende dreieckige Makeln, die proximal stark zugespitzt 
die Ausmündung der Adern bedecken und beim o zierlicher 
aussehen, bei hirlanda mit dem Apicalsaum zusammen- 
fließen, bei ninguida aber völlig isoliert stehen. 

Patria: Espiritu Santo o9 (Jul. Michaelis). 

42. Hesperocharis nera nilios nov. subspec. 

(TatVl I, Figur 2. ,_J.) 
5 Exemplare einer neuen von Dr. Koch entdeckten 
Hesperocharis nähern sich nymphaea Möschler (Verh. z. Bot. 

Stett, eutomol. Zeit. 1907. 



262 

Ges. Wien. 1876, p. 296, t. 3, f. i) aus Surinam, von der sie 
durch das dunklere Kolorit und die robustere Zeiclniung 
der Hinterflügelunterseite leicht zu trennen ist. 

(^. Oberseite: Weiß mit ockergelblichem Anflug der 
Hinterflügcl. Ein breiter schwarzbrauner, proximal tief 
eingebuchteter dreieckig geformter Apicalfleck reicht sich 
etwas verjüngend bis M 3. 

Hinterflügel mit proximal spitz gezähntem, schwärz- 
lichem, mäßig breitem Distalsaum, der an der OR beginnt, 
sich allmählich ausdehnend im Analwinkel endet. 

Unterseite: Apex breit grauschwarz, Flügelbasis fast 
rein weiß. 

Hinterflügel: Der schwarzgraue Außensaum wird von 
gelbhchcn Pfeilflecken zerteilt, die bei einigen Exemplaren 
deutlich hervortreten, bei anderen analwärts wieder ver- 
schwinden. 

Der übrige Teil der Hinterflügel mit breiten gelben 
Feldern, die durch die zarte weiße xA.derbegrenzung wie mit 
einem zierlichen Netze bedeckt erscheinen. 

Patria: 5 (^(^ vom Waupes, von denen 2 eine hell- 
gelbe Hinterflügeloberseite tragen. 

Nilios steht vielleicht nahe ncrcis Felder von Columbien, 
und vermittelt den Übergang der andinischen Formen zu 
nyinphcica von Surinam. 

Vom Amazonas besitze eine zweite Form, die als 

nera amazonica nov. subspcc. 
bezeichne. 

(Hesp. amazonica Stdgr. i. 1.) 

Oberseite wie bei nilios, nur schneeweiß ohne jedweden 
gelblichen Anflug. Distalrand aller Flügel breit tiefschwarz. 

Unterseite: Vorderflügel mit Ausnahme des schwarz- 
grauen Apex reinweiß. Hinterflügel mit orangefarbenem 
Basalfleck, sonst von weißer Grundfarbe, die mit einem 

S!ett. rutomol. Ztjt. 1907. 



263 

Netz ziemlich breiter schwarzer Flecken, welche che Zelle 
und die Adern begrenzen, bedeckt ist. 

Im seh warzgrauen Distalsaum 4 grauweiße Pfeile. 

Patria : Iquitos, Alto Amazonas. 

Aus Bolivien besitze ich eine Lokahasse, die einer 
Trockenform angehören mag, welche einen vermittelnden 
Übergang bildet von nera Hew. aus Ecuador zu nilios und zu- 
gleich zu ncrcina Hopf f er von Peru. Vielleicht agasiclcs Hew. ? 

Genus Melete Swainson. 

Zool. Illustr. i8j3, p. 79. Scuddcr 1. c. p. 215. 

Kirby-Wytsmans Hübner p. 78. 

Daptonoura Butl. Catal. Fabr. Lepidoptera 1869-1870, 

p. 209. 
Staudgr. -Schatz p. 175, 1886. 

Trotz der Häufigkeit dieser Pieriden, die sich in allen 
größeren südamerikanischen Sendungen befinden, bildet die 
Kenntnis dieser Gattung noch eine der dunkelsten Ecken 
neotropischer Entomologie. Die Daptonouren vertreten das 
indische Genus ,,Tachyris" auf dem amerikanischen Kon- 
tinent und neigen ebenso wie ihre indischen \'erwandten zu 
weitgehendster individueller horodimorpher und geogra- 
phischer Differenzierung. 

Die Synonymie liegt noch sehr im Argen, was nicht zu 
verwundern ist, \<'enn wir die umfangreiche Literatur allein 
über die lycimnia-Formen in Kirbys Catalogue p. 470 ein- 
sehen. 

Kirby selbst sah sich neuerdings im Text zu Wyts- 
man-Hübner zu Änderungen veranlaßt. 

Des weiteren dürfte die Vereinigung von nicht weniger als 
4 Felderschen Formen mit lycimnia nicht völlig korrekt sein. 

Eine wirkliche Berichtigung etwaiger Irrtümer ist aller- 
dings nur an der Hand der Felderschen Originale denkbar, 

Sfeft. eutoiEol. Zeit. 1907. 



264 

denn die rhetorischen Diagnosen Felders sind zwar meist 
recht lang, enthalten indes viel Wiederholungen unbe- 
deutender Details. 

Es fehlen genauere Vergleiche und nur selten erscheint 
das wirklich Abweichende und Wesentliche hervorgehoben. 
Ein weiterer großer Fehler liegt darin, daß Felder indi- 
viduelle Abänderungen mit geographischen Rassen und 
wirklichen Arten nomenclatorisch gleichwertig behandelte. 

Herr Dr. Koch fing 5 Exemplare von: 

4j. Melete lycimnia calymnia Felder. 

(Tafd 1, Figur 4. ,^.) 
Pieris calymnia Felder, Reise Nov. p. 171, t. 23, f. 7 9. 
1865. 
von der bisher nur ein $ nach Europa gekommen ist. 

Calymnia })räsentiert sich als eine sehr dunkle Lokal- 
form der surinamischen lycimnia Cr. mit fast doppelt so 
breitem schwarzen Distalsaum der Hinterflügel und schräger 
gestelltem, ausgedehnterem Apicalfleck der Vorderflügel. 
Die Unterseite ist weniger differenziert. 

Für die verwandten Rassen möchte folgende Tabelle 
aufstellen : 

lycimnia lycimnia Gramer. 
Pap. lyc. Gramer IL t. 105 E. F. 1779, p. 
Mancipium vorax lycimnia Hübner, 1. c. L t. 135, 

f- 1-4 (??• 
Pieris lyc. Boisd. Spec. Gen. p. 487 .,Guyane" Mexique 

ex errore. 
Mit einer Form ohne orange Basalfleck der Hinterflügel- 
unterseite. 

Daptonoura lyc. Butler Gatal. Fabr. Lep. p. 209. 

Staudgr. 1. c. p. 35. 

D. flippantha Fabr. Ent. Syst. HL p. 202, 1793 ?. 

Stctt entomol. Zeit. 1907. 



265 

Fabricius Beschreibung paßt nicht auf limnoria Boisd., 
so daß ich gerne mit Kirby einig gehe, der flippantha in 
Wytsmans-Hübner p. 78 als $ Synonym zu lycimnia zieht. 

Patria: Surinam, 2 (^(^ i $ (Jul. Michaelis). 
lycimnia polyhymnia Felder. 

P. polyh. Feld. Reise Nov. p. 170, Nr. 152. 

Flügel beiderseits gelb. 
ü) forma eurymnia Feld. 

P. eurymnia Feld. 1. c. Nr. 153. 

Vorderflügeloberseite weiß. 

Patria: Columbien. J oben weiß, $ oben gelb; (Coli. 
Fruhstorfer. (^?-) 

lycimnia palacstra Hopf f er. 

Pieris pal. Hopff. St. Ent. Ztg. 1874, p. 334. 

Diese distinkte Lokalform ziehe unbedenklich zu 
lycimnia. Palaestra variiert mäßig. Bei einigen oc^ ver- 
breitert sich der sonst recht schmale schwarze Distalsaum 
der Hinterflügel etwas. Nur bei einem <^ treten atavistisch 
auch noch Rudimente weißlicher Antemarginalpunkte auf, 
die bei der Surinamform meistens sehr groß erscheinen. 
Dieser ^^ von Chanchamajo zeigt auch bereits den Anfang 
eines schwarzen Zellabschlusses der Vorderflügeloberseite. 

Unterseite: Hinterflügel zumeist licht zitronengelb, vier 
von 12 00 werden bleich weiß. Die Breite des Außensaums 
wechselt von 2 — 4 mm. 

Patria: Peru, Pozuzo (sehr häufig), Chanchamajo i ,^ 
aberriert. 

lycimnia maeotis nov. subspec. 
Als mäeolis möchte ich eine Form bezeichnen, die von 
palaestra durch den viel schmäleren und breiteren anstatt 
hohen und rundlichen Flügelschnitt abweicht und vielleicht 
leucadia Felder (Reise Nov. p. 172 vide auch Stdgr. 1. c. 
p. 35) nahe steht. 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



266 

Oberseite beim (^$ ganz weiß. ,^ mit scliräggestclltem 
schwarzen Apicalfleck, der an der unteren Mediane ausläuft. 

$ ebenso, nur mit rechteckigem schwarzen Fleck vor 
dem Apex der Vorderflügelzelle und schmalem Distalsaum 
der Hinterflügel. 

Unterseite: Costale Partie der Vorderflügel und die 
Hinterflügel hellockergelb. Apicalfleck ebenso wie oberseits 
viel breiter und kürzer als bei palacstra. 

Patria: Peru, ohne genauere Lokalität (A. Bang-Haas). 

lycimnia iphigenia nov. subspec. 

Apicalfleck noch breiter, tiefer schwarz. Flügel beider- 
seits rein weiß. 

(^. Hinterflügel oberseits mit fadendünnem schwarzen 
Distalsaum, der sich nur an der Ausmündung der Median- 
adern zu einem konkaven Fleckchen erweitert, sich unter- 
seits jedoch als mäßig schmale komplette Binde, die von 
der O. R. bis zum Analwinkel reicht, wiederholt. 

$. Mit breitem schwarzen Zellschluß der \'orderflügel 
und stattlichem Außensaum der Hinterflügel, der mit fünf 
weißen Punkten besetzt ist. 

Unterseite: Distalsaum aller Flügel grauschwarz. 

Patria: Tarapotö, Amazonasseite von Nord-Peru (A. 
Bang-Haas) ö*?- 

lycminia ( ?) donata nov. subspec 
Erinnert oberseits durch den schmalen schwcuzen, nach 
innen stark gezähnten Apicalsaum der Vorderflügel an pcfu- 
viana Lucas. 

Flügeloberseite weiß. Hinterflügel besonders im Anal- 
winkel leicht hellgelb angeflogen. Unterseite ähnlich macotis. 
Costalregion der Vorderflügel und die gesammten Hinter- 
flügel kanariengelb bezogen. Apicalfleck schmal, schwarz- 
braun, nach innen stark gewellt. Schw^arzer Zellfleck nach 
unten spitz. Hinterflügel mit sehr schmaler schwarzer 

Stptf.. ortonaol. Zoit. 1907. 



267 

Marginallinie, die nur an den Adern die Gestalt spitzer 
Zähnchen annimmt. 

Donata ist vermuthch das Produkt von Gegenden mit 
langen Trockenperioden. $ fehlt mir, auch ist mir die Zu- 
gehörigkeit zu lycimnia zweifelhaft, umsomehr, als ich eine 
verwandte Form aus Columbien besitze, die laria Feld. 
(Reise Novara p. 171) der Beschreibung nach nahe stehen 
könnte. 

Patria: Bolivien, Coroico, März 1899, 2 (J(^. 

lycimnia phazania nov. subspec. 
Eine Lokalform aus Bahia, bildet eine Zwischenstufe 
von lycimnia Cr. aus Surinam zu pantoporia Hb. von Rio 
de Janeiro. 

c^. Oberseite aller Flügel weiß. Vorderflügel ohne 
schwarzen Querfleck am Zellapex. Schwarzer Apicalsaum 
etwas schmäler und geradliniger als auf f. i von pantoporia 
Hübner. 

Hinterflügel mit vier quadratischen schwarzen Ad- 
marginalflecken, die weit getrennt stehen und distal durch 
eine feine schwarze Linie verbunden werden. 

Zwischen diesen Flecken ein leichter gelblicher Anflug. 
Unterseite: Vorderflügel mit schwarzem Zellfleck, Costal- 
saum der Vorderflügel und Hinterflügel bleich gelb ange- 
flogen. Distalsaum der Hinterflügel schmal braunschwarz, 
nach innen stark gewellt (ähnlich petronia Frühst.). 

$. Vorderflügel oberseits mit schwarzem Zellabschluß. 
Hinterflügel mit mäßig breitem, schwarzem Distalsaum, der 
vier fast quadratische weißliche Flecken umschließt. Bei 
einem $ macht sich ein schöner goldgelber, distaler Anflug 
der Hinterflügel bemerklich (Übergang zur forma pcrtho 
Fruhstorf er) . 

Patria: Bahia, 1^2$$ (Richard Haensch). 

Stett. eutomol. Zeit. 1907. 



268 

lycimnia pantoporia Hübner. 

Mylethris pantoporia Hb. Kirby 1. c. HI. t. 466 (28), 
f. I — 4 (^$, p. 69, Brasilien (?). 

Dies ist unstreitig die interessanteste aller lycimnia- 
Formen, und von einer fast beispiellosen Variationsfähigkeit. 
Bisher war das Vaterland dieser Hauptform nicht mit 
Sicherheit bekannt, wenngleich deren orangefarbene Aber- 
ration von Godart, Boisduval und Swainson überein- 
stimmend als von „Brasilien" kommend bezeichnet wurde. 

Hübners Type dürfte aus Rio de Janeiro stammen. In 
meiner Sammlung befindet sich ein ^^ aus Espiritu Santo, 
die völlig mit den Abbildungen harmonieren. 

Neben ^^, wie sie Hübner zeichnet, mit gelb meliertem 
Distalsaum der Hinterflügel besitze auch solche, die nur 
eine dünne schwarze Marginallinie führen. 

Typische $$ zeigen schwarzen, isolierten Zellschluß der 
weißlichen Vorderflügel, einen mäßig breiten gelbgefleckten 
schwarzen Außenrand der Hinterflügel. = Hübners Fig. 3 
und 4 (Minas Geraes) . Daneben finden sich selten 

$ forma fiora nobis. 

Alle Flügel nehmen beiderseits eine dunkelgelbe Fär- 
bung an," der schwarze Rand aller Flügel verbreitert sich, 
der Zellfleck der Vorderflügel fließt mit dem Außensauni 
zusammen und die Antemarginalmakeln der Hinterflügel- 
oberseite erscheinen stattlicher als bei pantoporia Hübner. 

Patria: Espiritu Santo. (? Coli. Frulist.) 

?. forma phaenna nobis. 

,^. Grundfarbe gelb. 

Distalsaum der Vorderflügel etwas, jener der Hinter- 
flügel reicliHch l^reiter als bei !vci)iiiüa. Zellscliluß der 
Vorderflügel von der Unterseite durchscheinend. Hinter- 
flügel mit 3 antemarginalen, schmalen gelblichen Makeln im 
Analwinkel. 

Stott. entomol, Zeit. 1907. 



269 

Unterseite: Vorderflügel bleich — Hinterflügel dunkler 
schwefelgelb. Vorderflügel mit 5 kleinen, Hinterflügel mit 
5 großen antemarginalen gelblichen Makeln besetzt. 
Patria: Espiritu Santo. (Jul. Michaelis leg.) 
Entspricht der forma polyhymnia Feld, von Columbien. 
S forma pertho nobis. 

(T.fel I, Figur 1. S-) 

Vorderflügel rein weiß. Hinterflügel dunkel zitronen- 
gelb, mit prächtigem hochroten Distalsaum, der sich zwischen 
weit getrennt stehenden schwarzen, quadratischen, zahn- 
förmigen Marginalflecken einbettet, die ihrerseits durch 
eine dünne schwarze Randlinie verbunden werden. 

Unterseite: Vorderflügel mit schwarzen, dreieckigen 
Flecken am Zellapex, die ähnlich limnoria Hübner distal 
von orangegelben Stellen begrenzt werden. 

Costalrand tiefschwarz, von der Basis bis zum Zell- 
fleck von einer schmalen gelben Binde begleitet. 

Hinterflügel etwa dunkel kanariengelb mit hochrotem 
costalem und analem Anflug. 

Patria: Minas Geraes. 2 (^cJ (Rieh. Haensch leg.). 
(^$ forma limnoria Godart. 

Milethris limnoria Geyer I.e. t. 467 (29). Kirby I.e. 

Pieris limnoria Godart, Enc. Meth. p. 144, i8iq. Bresil. 

Boisduval Spec. Gen. p. 488 ,,depuis Fernambouc jus- 
qu'a Rio Grande". 

Daptonaiira limnoria Bönnighausen 1. c. p. 12. Häufig 
an blühenden Sträuchern. 

vSwainsons Figur von limnohia auf t. 79, Zool. Illustr. H. 
1833 ist mir nicht zugänglich. 

Godart lieferte eine ungemein präzise Diagnose dieser 
merkwürdigen Aberration, die bisher stets als Spezies auf- 
gefaßt wurde, und die ich auch als solche gelten ließe, wenn 
nicht pertho als Übergang von pajitoporia zu limnoria gelten 
müßte. 

Stett. entomol. Zelt. 1907. 



2*70 

Patria: Espiritu Santo, 2 (^^ i ?, die völlig harmo- 
nieren mit Hübners Figuren; Rio de Janeiro (Btmning- 
hausen); Pernambuco (Boisduval). 

lycimnia petronia nov. subspec. 

(Tafel I, TigLir 3. $.) 
Dies ist die in den Sammlungen unter dem Namen 
,,pantoporia'' verbreitetste lyctninia-Rasse, die mir auch Herr 
Weymer als solche bestimmte. Petronia bewahrt im Gegen- 
satz zur nachfolgenden gargaphia noch ganz den pantoporia- 
Charakter, differiert jedoch wesentlich von ihren nch'd- 
licheren Schwestern durch den verschmälerten schwarzen 
Saum aller Flügel, der bei den ?$ proximal schärfer ge- 
zähnt ist. 

^. Vorderflügel weiß, ohne Zellmakel. Hinterflügel 
schwefelgelb, distalwärts leicht angedunkelt. 

Unterseite: Vorderflügel mit dreieckigem Fleck am 
Zellapex, zwischen diesem und der schwarzen Randbinde 
eine dunkelstrohgelbe Makel. Hinterflügel gleichfalls dunkel- 
strohgelb mit leicht gewellten blauschwarzem Distalsaum, 
der sieh beim $ etwas verbreitert. 

$. Oberseite: Vorderflügel licht, Hinterflügel dunkel- 
strohgelb mit leichtem orange Hauch bei einigen Exemplaren. 
Distalsaum der Vorderflügel sehr breit, stark gezähnt, jener 
der Hinterflügel sehr schmal mit nur 2 oder 3 Zähnen. 
Schwarzer Zellfleck der Vorderflügel bei 2 Exemplaren 
isoliert, bei 2 $$ mit dem Costalsaum verbunden. 

Patria: Sta. Catharina, Theresopolis und Rio Capivary 
(1888-1889 H. Fruhstorfer leg.). 

lycimnia gargaphia nov. subspec. 

Pieris limnoria Boisduval, Variete 1. c. p. 488. 

Daptonoura leucanthe var. Mabilde I.e. p. 56. 

Die Rio Grande Subspezies entfernt sich vom panto- 
poria-Typus, und nähert sich durch ihre beiderseits fast 
weiße Färbung mehr den andinisclicn /yc:/;;/;//c?-Ausläufern. 

Stetf. CEtomol Zeit. 1907. 



ö7i 

Gargaphta von erheblich kleinerem Habitus als petronia, 
charakterisiert sich durch den beim ^ kaum sichtbaren, 
beim $ nur etwa i mm breiten schwarzbraunen Distalsaum 
der Hinterflügel, auch die apicale schwarze Begrenzung der 
Vorderflügel ist erheblich reduziert, beim ^ leicht, beim $ 
proximal stärker gewellt. ^ ohne, 9 mit isoliertem schwarzen 
Zellfleck der Vorderflügel. 

Nur die Unterseite der Hinterflügel ist beim (^ weiß- 
lichgelb, beim $ bleich strohfarben, die Region jenseits des 
Zellflecks der Vorderflügel etwas dunkler. 

Patria: Rio Grande do Sul, ^^ Coli. Fruhstorfer. 

Erscheint nach Mabilde auf den Campos und im Unter- 
holz, während des Sommers, ist jedoch sehr selten. 

(t) forma amarella nobis. 

Dapt. pollyhymnia (!) Mabilde, 1. c. p. 56, t. II, f. 6. 

0*$. Völlig gelb, (^ mit schwarzem Zellfleck, Distalsaum 
aller Flügel etwas verbreitert. Nach Mabilde ebenfalls sehr 
selten, zur selben Zeit und an den gleichen Lokalitäten 
fliegend. 

Patria: Rio Grande (fehlt mir). 
Melde peruviana Lucas. 

Pieris per. Luc. Revue Zoolog. 1852, p. 327. 

Dapt. peruviana Stdgr. 1. c. p. 35. 

Patria : Peru. 

Diese Art ist bei Pozuzo sehr häufig. Die dortigen $$ 
differieren bereits von solchen aus Chanchamajo durch ihre 
Größe und einen schön hellzitronengelben Costalsaum der 
Vorderflügel, der Chanchamajo $$ fehlt. 

Ecuador-?? besitze ich nicht; (^(^, die Haensch ge- 
sammelt hat, decken sich unterseits mit solchen aus Peru, 
weichen aber oberseits bereits durch etwas markanter schwarz 
bedeckten Apicalsaum der Vorderflügel ab. 

Bolivien dagegen produziert eine distinkte Lokalform : 

Sfett. enfomol. Zeit. 1907. J8 



2tä 

peruviana galatia nov. snbspec. 
Oberseite bleicher, Apex mit stark verschmälertciri und 
verkürztem schwarzen Saum. 

Unterseite bleiclier, mit stark verringertem gclbhchen 
Anfhig. 

Patria: BoKvien, Cochabamba, Mai nnd Aug. 1899. 
3 c?o Coli Frühst. 

peruviana leucanthe Feld. 
P. leuc. Feld. Wien. Ent. jNIonats. 1861. p. 172 Reise 

Nov. p. 172, 1865. 
Patria: Columbien i (^ Coli. Frühst. 

Melete peruviana forma yolanda nobis. 

Eine merkwürdige kleine Melde aus Peru bildet eine 
Verbindung zwischen peruviana Lucas und luisella Frühst. 

Mit ersterer harmoniert yolanda durch das Fehlen der 
schwarzen Makel am Zellapex, mit letzterer durch die Yer- 
breiterung des schwarzen Apicalflecks der Vorderflügel. 

Auf der Vorderflügelunterseite macht sich innerhalb 
des grauschwarzen Apicalsaumes ein leichter gelblicher An- 
flug bemerklich, ebenso erscheint die Hinterflügelunterseite 
strohgelb mit der für peruviana und luisella charakteristi- 
schen Schwarzbesäumung der distalen Partie der Arten. 

Patria: Chanchamajo, Peru, i (^ ex Coh. Oberthür. 

Melete luisella nov. spec. 

Diese hübsche neue Melete vereinigt die Charaktere von 
lycimnia und peruviana in sich. 

Oberseite rein weiß. Vorderflügelapex oben breit tief-, 
unten grauschwarz. Zelle unterseits mit einem schmalen 
gekurvten, schwarzen Fleckchen begrenzt. 

Hinterflügelunterseite : Bleich grünlich, manchmal auch 
gelblichweiß mit großen orange Basalflecken und (ähnlich 
wie bei peruviana) distal schwarz angelaufenen Adern. 

Patria: Peru, Pozuzo, 8 ^(^ Coli. Fruhstorfer, 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



273 

Melete isandra Boisd. 
Pieris isandra Boisd. Spec. Gen. 1836, p. 490. ]\Iexique. 

a) isandra isandra Boisd. 

Patria: Mexico i !^, 2 hellorangegelbe 2$ Coli. Friihst. 

b) isandra subspec. 

$$ aus Honduras oberseits bleich gelblichweiß, nntiMi 
entweder hell kanarien- oder ockergelb. Zellabschluß der 
\\)rderflügel schmäler als bei isandra und florinda Q. 

Die Honduras-Rasse könnte mit klda bezeichnet werden. 

c) isandra florinda Butl. 

Dapton. florinda Butl. Ann. Mag. Nat. Hist. 1875, 

p. 224. 
Stdgr. 1. c. p. 85, t. 20 $. D. chiricana Stdgr. Verhdlg. 

Zool. Bot. Ges. Wien. 1876, p. 95. 
Patria : Chirique. 

(i) forma vionsirosa Butl. 
D. flor. var. monstrosa Butl. 1. c. p. 225. 
Patria: Veragua. 

isandra panamensis Stdgr. 
(D. panam. Stdgr. 1. c. p. 94, 1876.) 

(i) forma anccps Stdgr. 
(D. panam. var. anceps Stdgr. 1. c. p. 95. Chiriqui.) 
Patria: Chiriqui, Veragua. S^ (Coli. Frühst.). 

d) isandra panamensis Stdgr. 

(D. panam. Stdgr. 1. c. p. 74, 1876.) 
Patria: Panama. 

e) isandra chagris Stdgr. 

(D. pan. var. chagris Stdgr. 1. c. p. 95, 1876.) 

Patria: Rio Chagres. 

Es ist mir unmöglich festzustellen, ob nicht auch d) und 
e) als individuelle oder Zeitformen mit florinda vereinigt 
werden müssen. 

Melete limbata Kirby. 

Dapt. limbata Kirby, A. M. N. H. p. 361, 1887. 

Grose Smith, Rhop. Exot. L Pier. I. p. 3. 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 18'' 



274 

Diese Spezies scheint nahe ilairc Godt. zu stehen, und 
ist vielleicht die andinische Lokalrasse derselben. 

Patria: Ecuador. 

Kirby zählt außer drusilla Gramer $ (= ilairc Godt. (^ 
= alhunea Dalm. ^), die von den meisten Autoren zu 
Tachyris gestellt wird, auch noch salacia Godt., eubotea Godt. 
und lenoris Reak. auf, Arten, die mir unbekannt sind und 
z. T. vielleicht nicht ins Genus Melete gehören. 

Die Zahl der neuen Me/e^e-Rassen wird sich bei ge- 
nauem Studium wohl mit fast jeder neuen Ausbeute aus 
tropisch Südamerika vermehren. Namentlich Ecuador und 
Peru beheimaten anscheinend in jedem größeren Flußgebiet, 
in jedem isolierten Teile eigene, manchmal hochspeziali- 
sierte Rassen. 

Nach Bates lieben die Melete den Schatten des Waldes, 
sammeln sich gerne am Wasser und fliegen weich und lang- 
sam. In Sta. Catharina beobachtete ich sie am Waldrande, 
wo sie mit ihrer zierlichen Erscheinung, namentlich im 
Dezember- Januar, aber fast immer einzeln, Blüten besuchen. 

Auch Mabilde nennt sie zwar den ganzen Sommer über 
fliegend, aber ,,tanto rara". 

44. Perrhybris demophile charopus nov. subspec. 

rj*. Entfernt sich von den nächst verwandten ama- 
f honte Cram. oberseits: 

Durch den dünnen schwarzen Costalstrich der Vorder- 
flügel, die mäßigere Entwicklung der Distalf lecken. Hintcr- 
flügel innerhalb des scharf abgesetzten Außensaumes eine 
mäßig breite Region schwarzer Schuppen. 

Adern bis tief in den Flügeln hinein schwarz angelaufen. 

Unterseite : Die schwarze Subapicalbinde bei einem 
Exemplare unterbrochen, bei einem zweiten zusammen- 
hängend. In allen Fällen, ebenso wie der Außensaum der 

Stett. onlomol Zeit. 1907. 



275 

Hinterflügel sclimäler als bei amathonte Cr. Adern bis zur 
Zelle schwarz bereift. 

Patria: Waiipes, 2 SS- l^i- Koch leg. 

P. demophile forma niphates nobis. 

Oberseite mit stark verschmälerter Schwarzfleckung; 
Hinterflügel mit einer ganz dünnen Antemarginallinie. 
Oberseite gleicht fast völlig der calydonia Boisd. 

l^nterseite: Schwarzzeichnung der \'orderflügel gleich- 
falls reduziert. 

Hinterflügel obsolet braunschwarz gesäumt. 

A'ermutlich Trockenzeitform, 

Patria: Para ex coli. Riffarth. 

P. demophile nimietes nov. subspec. 

$. Erinnert etwas an demophile Hübner t. 136, f. 3, 4; 
von der sie oberseits durch schmalere und schärfer um- 
schriebene gelbliche Querbinden der Vorderflügel differiert. 

Unterseite: Vorderflügel ähnlich f. 4, jedoch mit längerer 
Subapicalbinde. Hinterflügel ähnlich f. 2. 

Patria: Bahia i S (Richard Haensch leg.) 

Hübners Typen dürften aus Rio de Janeiro stammen, 
gehören einer distinkten Lokalrasse an, die zwar viel gemein- 
sames mit Cramers amathonte vorweist, aber in so vielen 
Punkten davon abweicht, daß sie fortan hübneri heißen mag. 

P. demophile niseias nov. subspec 

Habitus ähnlich jenem der kleinen calydonia Boisd. 

S- Distalsaum oberseits, namentlich im Verhältnis zur 
Größe breiter schwarz als bei den bisher bekannten demophile- 
Rassen, Zeichnungsanlage sonst wie bei charopus.. 

Unterseite: Vorderflügel ähnlich niphates, Distalsaum 
aber bis in den Analwinkel verlaufend. 

Hinterflügel mit einer gleichmäßigen, ziemlich breiten, 
kompletten Saumbindc, die proximal scharf abgesetzt und 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



276 

nicht, wie bei den vorgenannten Rassen nach innen irgend- 
wie ausgebuchtet oder verlängert erscheint. 

Patria: Paraguay; i o (Coli. Frühst.). 

Übersicht der bekannten dcmophilc-Zwci^c: 
dcniophilc demophile L. 

P. d. L. Syst. Nat. p. 761, 1767. Clerk Icones t. 28, 

f. 4. 1764- 
Perrh. demophile Kirby in Wytsmans-Hübner \). 76. 
,, Clerk hat ein großes, blasses ? abgebildet", Kirby. 
Wohl Trockenform aus Surinam. 
demophile amaihontc Cramer. 
^. P. amathonte Cramer II. t. 116 A. B. 1779, p. 29. 
$. P. molphea Cramer II. t. 116. C. Essequibo in British 

Guyana. 
Sehr dunkles ?. Vielleicht Regenform der vorigen. 
Patria: Brit. Guyana. 

Beide Formen erwähnt Butler. Catal. Fabr. Lep. p. 212, 
erstere als ,,$ Habitat India"\ 

demophile niphatcs Frühst. Unterer Amazonas, Ton- 

cantins, Tapajoz (Butler 1. c). 
dcniophilc charopus Frühst. Alto Amazonas, Waupes. 
dcinophile nimictes Fruhstorfer. Bahia, Pernambuco 

(Butler 1. c). 
demophile hiihncri Frühst. 
(Manc. vorax demophile Hb. 1. c. t. 136, f. i — 4 ^^.) 
Patria: Vermutlich Rio de Janeiro. 

demophile calvdonia Boisd. 
P. cal. Boisd. Spec. Gen. p. 439, 1836. Columbien 
(nicht Venezuela wie Kirby schreibt). 
ü) forma magna. 
Die Regenform mindestens ^/3 größer als der nomen- 
clatorische Typus. 

Patria: Honduras 3 (^^ 2 $$ (Wittkugel), Columbien 
(Boisd.). 



277 

Perrhybris pyrrha- Gruppe. 

Die Synonymie dieser schönen Gruppe ist völlig ver- 
fahren, trotzdem eine Reihe vorzüglicher Bilder existieren. 

Melleicht muß sogar lorena Hew., die bisher als be- 
sondere Spezies galt, als Lokalform zn pyrrha gezogen werden. 

Hahnel erwähnt ,,pyrrha oder lorena'''' von Pebas (p. 283) 
später p. 308 die beiden nochmals (Honiggeruch bei Arten, 
an denen in irgend einer Weise die gelbe oder rötlichgelbe 
Honigfarbe angedeutet war.) 

Es ist wohl denkbar, daß pyrrha den unteren Amazonas 
bewohnt, und am oberen Stromgebiet von der dunklen 
lorena abgelöst wird; möglich auch, daß sie irgendwo zu- 
sammentreffen. Es wäre jedenfalls interessant zu erfahren, 
wo die Grenzlinie zu ziehen ist. Am Waupes fing Dr. Koch 
bereits lorena. 

a) pyrrha bei malcnka Hew. 

Mir wurden Honduras-Exemplare als malenka bestimmt, 
die gewiß davon verschieden sind, wenn malcnka typica aus 
Venezuela stammt. 

b) pyrrha pyrrha F. 

Pap. p. F. Syst. Ent. p. 464, 1775. 

P. pirrha Gramer L t. 63, A. B. p. 97-98. Surinam. 

Q. Hinterflügel völlig weiß. 

P. iphigenia Schulz, Naturf. IX. p. 108, t. 2, 1776 (nach 
Butler Walch ? Naturf.), Surinam. 

Eronia iphigenia Butl. Fabr. Lep. p. 212. Surinam. 
($ bewohnt den Schatten der Wälder, der ^ setzt 
sich auf nasse Stellen.) 

Perrhybris eieidias Hübner 1. c. t. 334, f. q . (Hinter- 
flügel rein weiß, Q mit einer ganz dünnen, schwarzen hori- 
zontalen Dicsallinie; vermutlich Trockenform. (^ 
sicher aus Surinam; $ vielleicht Brasilien) Kirby p. 76. 

Pieris pyrrha Lucas p. 63, t. ^2, f. 2. $ mit sehr breiter 
gelber Subapicalbinde der Vorderflügel. Roter Fleck 
der Hinterflügel, wenig gezähnt, Cayenne, Bresil. 

ytett. eutomol. Zeit. 1907. 



278 

Wioderholt sicli diese ^^'-Form oder ist sie lokal, so ver- 
dient sie als lucasi einen Namen. 
$ foniia pdiiicld. 

Helieonius panu-la Cramer IV. t. 319, A. }). 61 und 251. 
Surinam. 

Schwarzer Discallleck und Distalsaum der Hinterflügel 
ung(^\vr)hnlich breit schwarz. Vielleicht Regenform. 

Während die Snrinamform bereits mit 4 Namen bcxlacht 
ist, fehlt es noch an einer Bezeichnung für die Rasse des 
unteren Amazonas. 

c) pyrrha amazonica nov. subspec. 

P. p. Stdgr. 1. c. p. 36, t. 20 oV- Oberer Amazonas, 
Südl. Peru (?). 

o mit schmalem, schwarzen Analsaimi der Hinter- 
flügel. 9 mit mäßig gezackter, oberseits roter, unten gelber 
Flammenbinde der Hinterflügel. 

Patria: Amazonas. 

d) pyrrha incisa nov. subspec. 

Der schwarze Terminalsaum der Hinterflügel verbreitert 
sich noch etwas mehr als bei der vorigen. 

$. Vorderflügel namentlich proximal von der stark zer- 
teilten gelben Schrägbinde reich schwarz umrandet. Flam- 
menbinde der Hinterflügel in feine Spitzen auslaufend. 

Die subbasale und discale Horizontalbinde prägnant. 

Unterseite : Die beim ^J weiße, beim $ gelbliche Flammen- 
binde zerteilt sich in feine Spitzen, die den Distalrand nicht 
erreichen. 

Patria: Bahia, 2 ^J i ?. (Rieh. Haensch). 

e) pyrrha digitata nov. subspec 

Pieris pyrrha Boisd. Spec. Gen. p. 440-441, partim, 
Bresil. 

,, Diese häufige Picridc bildet in der Regel einen Teil 
der Sendungen, die man von Rio de Janeiro empfängt." 
Boisd. 

■StoU. rritomul. Zeit. I'J07. 



279 

Größer als die vorige, Flügelscluiitt länger. Teniiiiial- 
saiim der Hinterflügel wieder etwas weniger breit schwarz 
mnrandet. 

\\ (ielbe Schrägbinde kontinuierlich, deren schwarze 
Vnnalnnung reduzierter als bei incisu. 

H(n-izontalbinden der Hinterflügel schwächer. 

Unterseite: Flammenbinde der j*$ breiter mit robusteren, 
distal nicht zugespitzten, mehr fingerförmigen Aus- 
strahlimgen, die im Terminalsaum enden. 

Patria: Espiritu Santo; Rio de Janeiro (Bönninghausen). 

f. P. pyrrha malcnka Hew. 1. c. 

P. malenka Stdgr. 1. c. p. 36. Venezuela. Cohnnbien. 

g. P. pyrrha ostrolenka Stdgr. 

P. o. Stgdr. 1. c. p. 36. Chiriqui, Panama. 
$ forma mit fast ganz schwarzen Vorderflügeln, nur 
der Analsaum bleibt gelb. 

Rio Gatun, Isthmus von Panama (Stdgr.). 

45. Perrhybris lorena Hew. 1852. 
Stdgr. 1. c. t. 20 (^5- Oberer Amazonas. 
I S ^i^^s Columbien, i (^ vom Waupes sind identiscli. 

P. lorena jumena nov. subspec. 

(^. Weiße Subapicalbinde der Vorderflügel viel schmäler, 
deren schwarze Begrenzung viel ausgedehnter als bei 
lorcnä Hew. 

Unterseite: Rote Horizontalbindc reduziert, deren 
schwarze Umrahmung verbreitert. 

Patria: Ecuador, Rieh. Haensch. 

P. lorena luteifera nov. subspec- 
f^. Weiße Subapicalbinde nach unten zu spitz aus- 
laufend, so daß ein keilförmiger anstatt rechteckiger Fleck 
entsteht. 

Flügeloberseite gelblich anstatt weiß, 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



280 

Hinterflügehinterseite in der distalen und basalen Region 
ausgedehnt gelblich gefärbt. 

Patria: Chanchamajo, Peru. 

Die Beschreibung und Aufzählung einiger interessanter 
neotropischer Picridcn möchte ich hier einschalten. 

Pieris locusta tithoreides Butler. 

(P. tithoreides Butl. An. Mag. Nat. Hist. p. 18, 1898.) 

Distalsaum aller Flügel ausgedehnter schwarz, auf den 
Hinterflügeln reicher weiß punktiert als locusta Feld, von 
Columbien. 

Unterseite : Der schwarze Saum der X'orderflügel bleibt 
bis zur M 3 kompakt und löst sich nicht wie bei locusta in 
einzelne Keilflecken auf. 

$. Mit schmaler rein weißer subapicaler Schrägbinde 
und einem gelblichen Discalfleck der Vorderflügel und vier 
weißlichen Submarginalmakeln. Hinterflügel mit einem 
basalwärts breiten, distal spitzen gelblichen Medianfleck 
und 6 weißen Submarginalpunkten. 

Unterseite wie beim <^, nur sind die Vorderflügel 
schwarz und die Zeichnung der Oberseite wiederholt sich. 
Die Hinterflügel mit violettweißen Strahlen an Stelle des 
gelben Medianflecks der Oberseite. 

Diese prächtige ^scharf gesonderte Lokalform versandte 
ich stets unter dem Namen richardi Frühst., eine Bezeich- 
nung, die bestehen bleiben kann, w^enn die von Herrn Haensch 
gesammelten Exemplare eine geographische oder Saison- 
form von tithoreides sein sollten. 

Patria: Ecuador, 4 (^(^ 3 ?? (Coli. Frühst.). 

locusta rubecula nov. subspec. 

Entfernt sich noch von den übrigen /ocz^ste-Rassen durch 

den reduzierten schwarzen Distalsaum der Vorderflügel, der 

nur die Apicalregion bis etwas über M 2 hinaus bedeckt und 

den Analwinkel völlig weiß offen läßt. Die Hinterflügel 

Stett. eutomol. Zeit. 1907. 



2&1 

tragen umgekehrt nur am x\nalrand eine stark zerteilte 
schwarze Besäumimg. 

Unterseite auffahend heh, Hintertlügel jedoch mit pro- 
minenten hellzinnoberroten Makeln und Strichen, die von 
der Basis ausgehen. Der Apicalsaum der Vorderflügel und 
die distale Partie der Hinterflügel grauschwarz, die mediane 
Region der Hinterflügel weißlich. 

Patria: Peru, Pozuzo Coli. Fruhstorfer. 
Wir kennen folgende Ausläufer: 

locusta noctipennis Butl. Centralamerika.. 
locusta locusta Feld. Columbien. Oberseite der Hinter- 
flügel des $ schwarzbraun. 
locusta tithoreidcs Butl. Ecuador, Balzabampa. 5 <^(^. 

3 ??. 
locusta ruhccula Frühst. N.-Peru. 

Archonias tereas Godt. 
Pap. tereas Godt. Enc. Meth. IX. p. 38, 1819. Bresil. S- 
Euterpe tereas Boisd. Spec. Gen. t. 6, f. 2, p. 2. Bresil. (^. 
Eut. terea Swains. Zool. 111. Ins. II. t. 74. 1831, ver- 
mutlich Rio. 
Priamides julus Hübner Zutr. Ex. Schmett. f. ß^, 384. 

1823. 
Archonias marius Hüb. 1. c. f. 461-462, 1825. 
Arch. tereas Scudder 1. c. 1875, p. 117. Stdgr. 1. c. 

p. 24. Brasil. 
Bönninghausen 1. c. Rio. 

Mit tereas kann die Form bezeichnet werden, die Espiritu 
Santo und Rio de Janeiro bewohnt. 

In den Südprovinzen erscheint bereits eine Lokalform. 

a. tereas uniplaga nom. nov. 
Arch. tereas Mabilde 1. c. p. 51, t. i, f. 5. S- 
Mit nur einem weißen Discalfleck der Vorderflügel und 
rundlicheren kurzen roten Makeln der Hinterflügcl. 
Patria: Rio Grande do Sul, Sao Paulo. 

Stett. eutomol. Zeit. 1907 



N;uii Mabiklo fliegt dioso den ganzen Sonnner. 

In Sta. Catharina naht tcrcas Anfang September als 
einer der ersten Frühjahrsboten und belebt in vvasserreiehen 
Tälern fast alle süLkinftenden Blütensträueher mit ihrer 
ruhig-selunien sanften Erseheinnng und ihrem zarten Farben- 
kleid. 

b. icicüs critias Feld. 1859. 

Eut. critias Feld. Reise Nov. II. p. 158, t. 2j, f. 13, 

14 9. 1865. Cohmibien. 
Arch. critias Stdgr. 1. c. p. 24, t. 13 ,j • Columbien. 
Arch. tereas Stdgr. partim I.e. \'enezuela (?). 
Patria: Columbien; Venezuela (wohl nicht /t:;r(/,s, eher 
critias). 

(i) forma hades nobis. 

^. Viel größer als Staudingcrs Figur, ohne weiße Makel, 
im Vorderflügel Discus, die nur unterseits als ganz obsoleter 
Wischfleck angedeutet ist. 

Patria: Columbien (Stichel). 

c. tcrcas approximata Butl. Centralamerika.' 

d. tereas papilionides nov. subspec. 

3*. Habitus wie Staudingers critias. Weiße Makeln 
der Vorderflügeloberseite schräg gestellt, die obere am Zell- 
apex länglich, diffus, die untere rundlich. 

Hinterflügel mit drei intensiv karminroten Subanal- 
flecken, die bei hadcs matt hellrot getönt sind. 

Unterseits nehmen die Vorderflügelflecken eine gelb- 
liche Färbung an. 

Patria: Honduras, San Petro Sula (Wittkugel). 

e. tereas regillus nov. subspec 

^. Kleiner als tcrcas aus Brasilien. Vorderflügel mit 
zwei vertikal (untereinander) stehenden weißen Makeln. 
Hinterflügel mit drei kleinen Subanalflecken von mattroter, 
nach außen aufhellender Färbung. 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



283 

Unterseits erscheint in der Vorderflügelzelle noch ein 
Rudiment eines dritten gelblichen Discalflecks. 
Patria: Ecuador (Rieh. Haensch). 

Pereute charops meridana nov. subspec. 
P. charops Stdgr. I.e. p. 24; Zeichnung der Vorder- 
flügelunterseite rot wie bei den $$; doch kommen 
auch gelbe c^cJ vor. 
Yenezue\3.-charops differieren, abgesehen von der präch- 
tigen rot verfärbten distalen Partie der (bei normalen charops 
gelben) Querbinde der Vorderflügelunterseite, auch noch da- 
durch von charops aus Centralamerika, daß die Flügelober- 
seite stark verdunkelt ist. Namentlich fehlen die grauen 
Schuppen in und unterhalb der Vorderflügelzelle und in 
der äußeren Partie der Hinterflügel. 

Diese Erscheinung bemerken wir auch bei Exemplaren 
mit völlig gelb gebliebener Horizontalbinde, 
(forma praemeridana nobis.) 
Patria: Nördliches Venezuela. 3 (^^ (Coli. Frühst.) 

P. charops columbica no\'. subspec. 
Noch melanotischer als die vorige dadurch, daß auch 
die grauen Submarginalflecken ausfallen, die Analsaum- 
binde sich reduziert und dem Hinterflügel auch im Basal- 
teil die grauen Schuppen fast völlig fehlen. 

Dafür verstärkt sich die costale Binde an der Zellwand, 
ebenso treten prägnante gelbe anstatt graue transcellulare 
Flecken der Vorderflügeloberseite auf. 
Patria: Columbien. 

charops charops Boisd. 
P. eh. Boisd. Spec. Gen. 1836, t. 18, f. i ?, 1836. Mexique. 
Eut. marina Doubl. Hew. cJ Gen. D. L. t. 5, f. 2, 1847, 

teste Kirby p. 428. 
Patria: Mexico, Chiriqui, Guatemala (i sehr dunkler o) 
(Coli. Frühst.). 

Stett. entomol. Zeit. 1907, 



284 

charops cohunhica Frühst. Coliimbicn. 
charops dich dann Friihst. Venezuela. 

forma praemeridana Frühst, 
charops pcruviamis Stdgr. i. 1. Preishste 49, 1906. Peni. 
Eine ähnHche Form muß auch noch in Ecuador ent- 
deckt werden. 

Pereute leucodrosime bellatrix nov. subspec. 
o differiert von typischen cohmibisclicn Exemphiren 
durch die auch distalwärts noch sehr breite rote Horizontal- 
binde der Vorderflügel, die bei leucodrosime sich nach außen 
stark verschmälert und zuspitzt. Die Basis der A'orderflügel 
und namentlich der Hinterflügel geringer blaugrau beschuppt . 
Patria: Peru. 4 SS Pozuzo. 

Exemplare aus Ecuador zeichnen sich durch eine etwas 

schmälere und tiefer karminrote Vorderflügelbinde aus. 

^>rmutlich differieren die $9 noch erheblicher, wenn dies 

der Fall, könnte die Ecuadorform beryllina genannt werden. 

Wir hätten dann: 

leucodrosime leucodrosime Koll. Columbien. 
leucodrosime beryllina Frühst. ' Ecuador. 
leucodrosime bellatrix Frühst. Peru, 
leucodrosime latona Butl. Venezuela. 
(Stdgr. 1. c. t. 20, p. 24.) 

Nahe verwandt ist callinice Stdgr. 4 c^o Pozuzo, Peru. 
(Coli. Frühst.) 

Colias Icsbia forma nova puna oder nov. subspec. 
(^. Flügelform rundlicher als bei lesbia und andina 
von Bolivien. Distalsaum der Vorderflügel fast so breit 
schwarz als bei euxanthe Feld, von Peru und Bolivien; proxi- 
mal jedoch fast ganzrandig. Basis aller Flügel etwas reicher 
schwarz bestäubt als bei den /es&m-Rassen. Der bei andina 
sehr deutliche rote Fleck im Discus der Hinterflügel fehlt, 
der schwarze Punkt am Zellapex der Vorderflügel sehr klein. 

ötett. entomol. Zeit. 1907. 



Distalsaum der Hinterflügel noch schmäler als bei lesbia. 
Cilinc gelb anstatt rötlich. 

Unterseite: Alle Flügel dichter und dunkler beschuppt 
als euxanthe und lesbia. Distalzone breit schwärzlich. Sub- 
marginalpunkte der Vorderflügel fehlen, jene der Hinter- 
flügel reduzierter als bei euxanthe und lesbia, Grundfarbe 
bleicher gelb als bei euxanthe und lesbia. 

Pitna dürfte ihrem Aussehen nach einer Trockenzeit- 
form angehören oder als hochalpine Ausgabe, der sich mehr 
in der Niederung aufhaltenden lesbia zu betrachten sein. 
Patria: Puno, Peru, Nov. 1898 aus 12500' Höhe. 
lesbia lesbia F. Patagonien. 

lesbia pyrrothea Hübner Zuträge 365-366. Argen- 
tinien, Rio Grande do Sul. 
£ forma heliceoidcs Capr. Ann. Soc. Ent. Beige 1874, 

p. 13, gelb statt rötlich, Elsenau (Coli. Frühst.). 
lesbia andina Stdgr. Iris 1894, p. 64. Cocopata, Boli- 
vien (Stdgr.), Sicasica, Bolivien Okt. 1899 (Coli. 
Frühst.). 
lesbia puna Frühst. Hochcordilleren von Peru. 

46. Phoebus philea L. 

Pap. philea L. S3'st. Nat. L p. 764, 1767; Cramer II. 
t. 173, f. E. F. 1779, p. 117, (kein Patria). 

Mancip. fugax argante Hb. $ 1. c. t. 145, f. 3, 4. Hüb- 
ners Figur paßt weder auf 3" noch $ von philea. 

Entweder hatte er ein verstümmeltes oder ein unge- 
wöhnlich verfärbtes Exemplar vor sich. 

Callidryas philea Boisd. 1. c. p. 619 — 621 (eine Fülle 
interessanter Aufschlüsse besonders über Godarts 
Typen; Butler, Cat. Fabr. Lep. p. 220-221. Brasil. 

Catops philea Stdgr. 1. c. p. 37; Mabilde 1. c. p. 56, t. 2, 
f. 7— 7c. 

Holland, Butl. North Am. p. 2^6, t. 33, f. 4 ^. Texas, 
Illinois. 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



58(5 

Patria : Espiritu Santo, Paraguay, Venezuela, Honduras, 
Peru, (Coli. Frühst.), Waupes (Dr. Koch leg.). 
a) forma aricye Gramer. 

P. aricye Cramer I. t. 94, A. B. 1779, p. 147. 

Vorderflügel mit orange Flecken vor dem Apex, Hinter- 
flügel breit rot gesäumt. 

ß) $ forma melanippe Cramer. 

P. melan. Cramer IV. t. 361, E. F. p. 139, Surinam. 

Hinterflügel schmal orangerot verbrämt. Vorderflügel 
beider Formen breit schwarz umrahmt. 

Butler läßt Pr. Z. S. 1874, p. 360 melanippe 0$ in Costa 
Rica neben philea vorkommen! 
philea lollia Godt. 

(Col. lolha Godt. Enc. p. 94; Callidr. lolia Boisd. p. 620.) 

Patria: Antillen (teste Boisd.) Zugehörigkeit zu philea 
fraglich . 

philea thaicstris Hübner. 

Col. thal. Hb. t. 346 (133). 

Boisd. p. 621. Cuba. 

Kirby, Wytsmans Hübner p. 83, Cuba (Haiti). 

Patria: Cuba. 

philea hübneri nom. nov. für 

Col. thalestris Hb. t. 347 (134) S und t. 348 ?. 

Während Hübners thalestris auf taf. 346 sich durch den 
dunkelroten Medianfleck der Vorderflügel avellaneda Herr.- 
Schäffer von Cuba nähert, beziehen sich die Figuren auf 
t- 347-348 entschieden auf eine andere Inselrasse, wenn 
nicht besondere Art. 

Boisduval p. 621 läßt auch noch eine thalestris var. in 
,,Bresil" vorkommen, wohl durch einen falschen Fundort 
irregeleitet. 

47. Phoebis argante F. forma argante, 

Pap. arg. F. Syst. Ent. p. 470, 1775 
Pap. hersilia Cram. II. t. 173 C. D. 1779, p. 117 S- 
Surinam. 

Stett. eutomol. Zeit. 1907. 



287 

Mancip. fugax argante Hübner t. 145, f. i, 2 ,;^. 
Cat. argante Stdgr. 1. c. t. 21- (^, p. 38. 

(/) $ forma cipris. 
Pap. cipris Gramer II. t. 99 E. F. p. 5. Surinam. 
Phoebis cypris Hübner partim, t. 344 (131), f. 3, 4. 
Col. cnidia Godart p. 93, 94, Bresil, Guyane. 
Oberseite orangegelb, Apex breit schwarz gefleckt. 

ö) $ forma xanthe. 
Pap. xanthe Sepp, Surim. Vlinder vol. 2, t. 75, 1848. 
Oberseite verwaschen weißlich gelb. 
Patria: Surinam, Waupes, Bahia, Espiritu Santo. 

y) $ forma nohis. 
Catops. arganthe Stdgr. $. 1. c. 
Oberseite hell zitronengelb. 
Patria ? 

arganihe arganthe F. forma larra. 
P. larra Fabr. Ent. Syst. 428, 1798. „Amerika." 
Colias larra Godt. 1. c. p. 94, 1819. Guyane (vorzüg- 
liche Beschreibung, die keinen Zweifel offen läßt, 

welche Form Godart vor sich hatte). 
Boisduval, 1. c. p. 620, Saint Domingue ex errore. 
Callidr. larra Butl. Fabr. Lep. p. 220. Para. 
Catops. larra Kirby Catal. p. 483; Phoebis cypris Kirl:»y 

Text zu Wytsmans Hübner p. 84. 
C. argante Stdgr. 1. c. p. 38, partim. 
Alle Autoren übersahen bisher, daß argante in zwei 
Formen auftritt, von denen die seltenere, wohl der ,,dry 
season" angehört, und von Fabricius sehr kurz, von Godart 
in wcihrhaft photographischer x\nschaulichkeit beschrieben 
und zudem von Hübner im $ Geschlecht als 

Phoebis cypris t. 344 (131), f. i, 2 vorzüglich von der 
Ober- und Unterseite abgebildet wurde. 

Hübners $ Type dürfte von Surinam stammen. 

Stett entomol. Zeit. 1907. 19 



'28B 

Larra-^ differiert von argante-,^ dadurch, daß die 
A'orderflügel keinen kompletten schwarzen Distalsaum, 
sondern einzehi stehende, weit von einander entfernte 
schwarze Marginalpunkte besitzen, eine Erscheinung, die 
sich bei den $$ aus Brasiilen wiederholt. 

Die 9$ sind unterseits charakterisiert durcli die Re- 
duktion des violetten Apicalflecks und prominentere, schräge 
Submarginalstreif en . 

Die forma larra begleitet ar gante auch da, wo ar gante 
selbst sich zu Lokalformen umgebildet hat, z. B. nach Bra- 
silien, Honduras und den Antillen. 

Mittelbrasilianische Exemplare sind durch besonders 
feine Unterseitenpunktierung auffallend. 

Patria: Mexico, Honduras, Columbien, Bahia, Espiritu 
Santo, Paraguay (Coli. Frühst.). 
ar gante agarithe Boisd. 

Call. arg. 1. c. p. 623. Mexique; Butl. Lep. Exot. p. 121, 
t. 45, f. 1—4, 1873. 

Catops. agarithe Kirby, Catalogue p. 798. 

Holland, Butt. Book p. 287, t. ^^, f. i. 

Patria: Mexico, Honduras, Columbien, in allen heißen 
Teilen der Golf Staaten von Nordamerika. 

Vorderflügel in der gewöhnlichen Form ohne Terminal- 
flecken oder Saum. 

argante minuscula Butl. 

Call. min. Butl. Cist. Ent. p. 16 u. 19, 1870. Lep. Exot, 
p. 120, t. 44, f. I — 4, 1872. 

Patria: Cuba. 

arganthc rorata Butl. 

Cah. rorata Butl. A. N. H. p. 202, 1869. 

Cat. larra var. rorata Kirby, Catal. p. 484. 

Patria: Haiti. 

Phoebus sennae L. 

Pap. sennae L. Syst. Nat. p. 470, 1758. 

Callidr. sennae Butl. Lep. Exot. p. 59, t. 23, f. i — 4, 1871. 

Stett. entomol Zelt. 1907. 



289 

C. eiibule Holl. Butt. Book. p. 286, t. 33, f. 2, t. 2 larvao; 

t. 5 piipae. New- Jersey bis Patagonien. 
Callid. enbule Godm. Salv. Biol. Centr. Am. p. 141, 1889. 
Patria: Nordamerika, Mexiko, Honduras, Corolir.a 
(Linne). 

sc nunc marccUina Cramer. 
P. marc. Cram. II. t. 163, f. A. C. c? i. B. ? (rote 

^'arietät der Unterseite) p. 103. Surinam. 
P. eubule Cram. I. 120, f. E. F. 5 P- 36. Westindien 

(gelbes ?). 
Phoebus eubule Hüb. t. 345 (135), f. 1, 2, gelbes 9, 3, 4 

weißes $. 
Callidryas eubule Boisd. p. 613-615, t. 2, f. 6 $ gelb, t. 2a, 

f. 7 larva. 

Guyana, Bras.; verschiedene Antiilen. 

Var. A. $ weiß, Demerary. 
Cat. eubule Stdgr. t. 22 q, gelbes $, P-38; Mabilde 

P-57- 
Patria: Surinam Venezuela, Bahia bis Paraguay (Coli. 
Fruhstorf er) . 

sennae drya Boisd. 
Call, drya Boisd. p. 616; Butl. Cat. Fabr. Lep. p. 222. 
Fabricius Beschreibung ist völlig ungenügend. 
Patria: Cuba (Coli. Frühst.), St. Domingo (Type) St. 
Barthelemy, Guadeloupe (Boisd.). 

sennae solstitia Butl. 
Call. sol. Butl. A. M. N. H, 1869, p. 203. 
Patna: Chile (Coli. Frühst.). 

Phoebis trite L. 
Pap. trite L. Syst. Nat. 1758, p. 489. 
Cramer II. t. 141. C. D. 1779, p. 71. Surinam. 
Col. trite Godt. p. 98, Guyane, Bresil. 
Call, trite Boisd. p. 624. 
Call, trite Butl. Lep. Exot. p. 121, t. 45, f. 5—8, 1873. 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 19 •' 



290 

Phoebis trite Butl. und Druce, Proc. Z. S. 1874, p. 361 
(weißes $ häufiger als das gelbe). 

Catops, trite Mabilde p. 58 $ selten, fliegt den ganzen 
Sommer überall da, wo sich nasse Strecken finden. 
Patria: Honduras bis Paraguay (Coh. Frühst.). 

Phoebis statira Gramer. 
Pap. stat. Cram. $ IL t. 120 C. D., 1779, p. 36. Patria 

ignot. (jedenfalls Surinam). 
Pap. alcmeone Cram. II. t. 143 E. p. 71. Coromandel 

(ex errore) en Surinamen. 
Col. evadne Godt. p. 98, Bresil; Callid. evadne Boisd. 
p. 628 partim. Guyane, Bresil, Colombie; Call, statira 
Butl. 1. c. p. 142, t. 51, f. 1—4, 1873. 
(Exemplare, die sehr gut mit Cramers $ übereinkommen, 
liegen aus Obidos vor; Brasilianer weichen etwas davon ab, 
durch den beim $ fahleren und ausgedehnteren gelben An- 
flug der Flügel. In Bahia und Paraguay treten fast völlig 
weiße und sehr kleine cJ? auf [dry season-¥ orva). 

Patria: Columbien, Guyana bis Rio Grande und Para- 
guay. 

statira jada Butl. 
Call, jada Butl. Tr. E. Soc. 1870, p. 11; Lop. I'^xot. 

p. 144. t. 51, f. 7—10, 1873. 
Patria: Guatemala (Butler), Honduras (Coli. Frühst.). 

statira wallacci Feld. 
Call. wall. Feld. Wien. Ent. Mon. p. 68, 1862. Rio Negro. 
Butl. 1. c. p. 122, t. 45, f. 9, 10. 
Patria: Rio Negro. 

statira jabia Fabr. 
Pap. fabia Ent. Syst. p. 426, 1798 ,,Americae insulis". 
Call, fabia Butl. Fabr. Lep. p. 221 $ var. 
Call, neleis Boisd. p. 629. Cuba. 
Butl. 1. c. p. 145, t. 52, f. I — 4, 1873. 
Patria: Antillen (Fabricius), Cuba (Boisd.). 

Stett. eiitomol. Zeit. 1907. 



291 

Phoebus boisduvali Feld. 

Call, boisd. Feld. 1. c. p. 82, 1861. 

C. evadne var. Boisd. p. 629, Columbien. 

'Slein Material reicht nicht aus, imi festzustellen, ob 
boisduvali und jada Butl. nicht etwa als Zeitformen zu- 
sammengehören. 

Patria: Mexico, Honduras (Coli. Frühst.). 

Aus Espiritu Santo besitze ein statira-^, das ganz ähn- 
lich wie boisduvali-'^ aus Mexico gefärbt ist. 
Phocbis ncocypris Hübner. 

Colias neocypris Hb. I.e. t. 349 (126). Parura cvpris 
Kirby p. 84. 

P. cipris (nee Cramer) Ent. Syst. p. 212, 1793. 

Col. cipris God. p. 91. Bresil, Guyane. 

Callidryas cypris Boisd. p. 623, Bresil rare. 

Cat. cipris Kirby Catalogue p. 484. 

Stdgr. 1. c. p. 37; von Bönninghausen 1. c. p. 13 als cipris 
F. nur im Norden des Staates. 

Hübners Type dürfte aus Surinam gekommen sein. 

a. neocypris irrigata Butl. 

Callidryas irr. Butl. Trans. Ent. Soc. 1870, p. 9. 

C. irrig. Stdgr. 1. c. p. ^y; C. cypris Mabilde und irrigata 
Mabilde 1. c. p. 58-59, t. 2, f. 8. (Häufig im Sommer.) 

Patria: Südbrasilien (Stdgr.), Paraguay (^$ (Coli. Frühst.) 

Es ist möglich, daß irrigata vielleicht nur eine dunkle 
Form der Art darstellt. Mein Paraguay-,^? ist kaum damit 
identisch, differiert auch von Hübners Figur, da mir aber 
brasilianische Exemplare fehlen, unterlasse weitere Schlüsse. 

b. ncocypris rurina Feld. 

Call, rurina Feld. Reise p. 194, t. 26, f. 9 — 11. Venezuela, 

Columbien. 
Cat. rur. Stdgr. 1. c. t. 21, p. ^y. 
Patria: Venezuela, Columbien. 

ötett. cutomol. Zeit. 1907. 



292 

c. neocypris subspec. Ecuador. 
C. rur. Stdgr. 1. c. 

Kleiner als die vorige, $ heller. 

d. neocypris subspec. Peru. 
C. rur. Stdgr. 1. c. 

Größer als alle anderen. Unterseite mit größeren roten 
und Silberf lecken. 

Patria: Pozuzo, Peru, sehr gemein. 

e. neocypris virgo Butl. 

Call, virgo Butl. Trans. E. S. 1870 p. 9; Lep. Exot. t. 29, 

f. I — 4, 1871. 

Metura virgo Butl. und Druce, Butt. Costa Rica, Pr. 
Z. S. 1874 p. 361. 
i() forma intermedia Butl. 

Call, intermedia Butl. Cist. Ent. p. 81, 1872. Lep. Exot, 
t. 45, f. 5-8, 1874- 

Metura interm. Butl. und Druce 1. c. 

Patria: Centralamerika. 

Virgo ist die Trocken-, intermedia die Regenform. 

Erstere liegt mir aus Costa Rica ($ ganz weiß), letztere 
(5 in der Analregion prächtig rot gesäumt) aus Honduras vor. 

Wie unsicher Butler seinerzeit die Catopsilien behandelte, 
hat er selbst damit dargetan, daß er in Costa Rica neben 
virgo und intermedia auch noch rurina Felder $ vorkommen 
läßt. 

Laut vorstehender Aufstellung enthält die Butlersclie 
Gattung Metura, die Kirby 1896 in Parura umtaufte, ,,eine" 
Spezies. Man wird mir deshalb wohl verzeihen, daß ich sie 
ausmerzte. 

48. Rhodocera menippe Hübner. 
Mancipium fidelis mcnippc Hüb. I.e. t. 147, f. i, 2. 
Rhodocera menippe Kirby in Wytsmans-Hübncr p. 35. 
Die Heimat der typischen mcnippc ist wohl in (juiana 

i?tett. cutonaol. Zeit. 1937. 



293 

zu suchen, aber auch Exemplare von Obidos und vom 
Waupes passen recht gut zur Figur. 

Patria: Amazonas, Guiana. 
nienippe leachiana Godt. 

Cohas leach. Godt. 1. c. p. 91, 1819; Swains. Zool. 111. III. 
t. 6, 1820. Bresil. 

Rhodocera leach. Boisd. Spec. gen. p. 599. 

Catopsilia menippe Stdgr. 1. c. p. 37, t. 21, 

Diese ausgezeichnete Subspezies differiert durch den 
ganz schmalen schwarzen Apicalsaum und den kanarien- 
gelben, anstatt schwarzen Distalanflug der Vorderflügel so 
auffallend von der vorigen, daß ich gar nicht verstehen 
kann, daß man beide als Synonyme behandelte. 

Patria: Minas Geraes, Rio de Janeiro, Espiritu Santo 
$, Paraguay (Coli. Fruhstorfer) . 

menippe metioche nov. subspec. 
Grundfarbe dunkler, satter und gleichmäßiger gelb. 
Flügel höher und schmäler als bei den vorigen. Habitus 
jedoch viel größer. 

Die roten Flecken am Zellschluß aller Flügel bedeutend 
größer, lichter und mehr geteilt. 

Patria: Columbien, 2 (^S (Coli. Fruhstorfer). 

Anteos clorindc God. 
Col. clorinde God. 1. c. p. 813, 1823. Bresil. 
Colias godarti Perty in Spix et Martins, Delect. Anim. 

t. 29, f. 4, 4b, 1830— 1834. 
Centhia swainsonia Swains. Zool. Illustr. t. 65, 1833. 
Anteos moerula Geyer, vide Kirbys Hübner p. 86, t. 470, 

f. 3. 4- 
Rhodocera clorinde Boisd. Spec. gen. p. 599. 
Gonepteryx clorinde Stdgr. 1. c. p. 40, t. 22 partim. 
Patria: Pernambuco, Bahia (Boisduval), Venezuela, 
Paraguay (^c^, Bahia, i $ (Coli. Fruhstorfer). 

Stett. entomol. Zeit. 1907, 



294 

clorinde nivifera ^o^^ subspec. 

Anteos clorinde Godm. und Salv., Biol. Centr. Am. 
p. 148, 1889. 

Gon. clorinde Stdgr. partim. Mexico. 

Exemplare aus Honduras und wohl überhaupt Central- 
amerika differieren von südkontinentalen, durch ihre schnee- 
weiße (nicht grünlich oder gelblich schimmernde) Ober- 
seite, den dunkleren mehr orangegelben Zellfleck und die 
gelblich statt grün marmorierte Unterseite aller Flügel. 

Patria: Honduras (Type), Mexico (Stdgr.) 

Einige Autoren, wie Butler, vereinigen clorinde mit 
uicnippc. Scudder 1. c. p. 113 glaubte Anteos Hüb. einziehen 
zu müssen, wegen der Ähnlichkeit mit Antcon, ein Stand- 
punkt, der sich anfechten läßt. Godman 1. c. und Kirby 
(p. 85) restituierten mit vollem Recht die Hübnersche Be- 
zeichnung. 

Familie Papilionidae. 

Subfamilie Papilioninae. 
Genus Papilio L. 1767. 

Aus dieser Favoritgattung der Lepidopteren-Liebhaber 
fand Dr. Koch nicht weniger als 17 Spezies, von denen 
viele von hervorragender Schönheit und z. T. von besonderem 
geographischem Interesse. Die Aufzählung und Bestimmung 
derselben gehört zu den leichtesten Aufgaben vorliegender 
Arbeit, die begonnen wurde als die ,, Revision of the Ameri- 
can Papilios by Walter Rothschild und Karl Jordan" in 
Novitates Zoologicae vol. XHL, August 1906 (340 Quart- 
seiten umfassend), durch den Buchhändler versandt wurde. 

In dieser Revision findet sich mit einer bisher beispiel- 
losen Literaturkenntnis und Umsicht alles zusammengetragen, 
was über amerikanische Papilios publiziert wurde. Man 
\\ird es deshalb erklärlich finden, wenn ich bei den nach- 
stehenden Arten nur das Zitat aus Rothschild-Jordan als 
,, Revision" mit der betreffenden Seitenzahl anführe. 

StoU. CütoiuoJ. Zeit. JÜ07, 



295 

49- Papilio sesostris Cramer. 1779. 

(Revision p. 459 — 462.) 

In der typischen aus Surinam zuerst beschriebenen 

Form. Sesostris geht vom Orinoco bis Para, den ganzen 

Amazonas hinauf nach Peru und Bohvien und ist auch nach 

Goyaz, Centralbrasihen gelangt. 

Mir hegen auch Exemplare aus Rio de Janeiro vor, 
die Herr Arp, regelmäßig von dort mitbringt, sie aber wahr- 
scheinlich erst aus den Nordprovinzen importiert. 

Sesostris ist nach Hahnel p. 240 ,,ein Waldpapilio, die 
Waldpfade als ,, Flugbahn" benutzen, sich gelegentlich auf 
ein bevorzugtes Blatt setzen, wo ihre schwarze dreieckige 
Gestalt schon von ferne auffällt". 

Nach Michael (Iris 1894 p. 213) suchen sie auch ge- 
legentlich sonnige, feuchte Plätze auf, und an einem 
solchen dürfte auch mein Waupes-Exemplar gefangen sein. 
Die auffallend große weißpelzige Analfalte wird nur im 
Falle der Not geöffnet sein, ein Verhalten, das an die Anal- 
pinsel der Euploeen erinnert, die auch nur in der Angst 
ausgestreckt werden. 

sesostris zestos Gray 1852. Südmexico bis Costa Rica. 
sesostris tarquinius Boisd. 1836. Panama bis Ecuador. 
sesostris sesostris Cramer 1779. Guyana, Para und Peru. 

Papilio belus Cramer. (1777). 
(Revision p. 528 — 532). 
Diese schöne altbekannte Art zeichnet sich durch grüne 
Hinterflügel aus, die nur einen sehr großen elliptischen gelb- 
lichen Costalflecken tragen. Das Waupes-^ erscheint etwas 
größer als ein (^ aus Surinam. 

Rothschild kennt 5 Subspezies. 

belus chalceus Rothsch. Westmexico. 
belus varus Kollar 1850. Von Guatemala bis NO.- 
Ecuador und N. -Venezuela 3 ^^, 2 ^rV- Honduras 
(Coli. Frulistorfer). 

etett. cutoiBol. Zeit. 1907. 



21)6 

a) $ forma latinus Feld. 1861. 
0) $ forma varus Kollar. 
hclus belus Cramer (1777). Guyana, Amazonas, Peru. 
(i) $ forma bclus Cramer. 
ö) $ forma amazonis Rothsch. 
Patria: Surinam, Waupes (Coli. Frühst.). 
bclits bcicmus Bates {1864). Para Distrikt. 
belus cochabamha Weeks (1901). S.O. -Peru, Bolivia, 
I o Peru (Coli. Frühst.). 
\'on einer entfernt verwandten Art polystidus Butl. be- 
sitze eine noch unbekannte Lokalrasse aus Surinam. 

P. polystictus galenus nov. subspec. 
Submarginalflecke der Vorderflügel undeutlicher als bei 
den übrigen polystidus-Yormtw. Hinterflügel mit einer ge- 
kurvten Postdiscalreihe von 7 hellgrünlich weißen Makeln, 
peripherisch mit dunkelgrünen Schuppen überstreut und 
einer Serie von 5 Submarginalf leckchen, von denen die drei 
unteren scharf und spitz gewinkelt. 

Abdomen oben hellgelblich weiß, ohne die goldige Fär- 
bung von janira und ohne die grüne Ringelung von poly- 
stictus. 

Unterseite : Apex der Zelle und die transcellulare Region 
lichter, ausgedehnter gelblich beschuppt, die gelblichen 
Internervalflecken zwischen M i und SM größer. 

Die roten submarginalen Hacken der Hinterflügel etwas 

breiter und blasser als bei janira. Discus der Hinterflügel 

hcüer und ausgedehnter braun als bei den anderen Formen. 

Patria: Surinam, i (^ (Jul. Michaelis leg.) 

polystictus janirus Rothsch. ^^ Rio de Janeiro (Coli. 

Frühst, ex coU. Arp.). 
polystictus polystictus Butler (1874), Rio Grande do 
Sul (Coli. Frühst.), Parana, Sta. Catharina, Para- 
guay, Argentinien (Rothsch.). 

Stett. eatomol. Zeit. 1907. 



297 

50. Pap. ariarathes Esper. 
(Rothsch. Revision p. 671 — 674.) 
Dieser merkwürdige Papilio zählt zu den wenigen Arten, 
von denen männlicher Polymorphismus bekannt ist; die 
extremen Glieder seiner Formenkette sind bisher unter etwa 
10 Namen bekannt, kein Autor acceptierte die Anschauung 
seiner Vorgänger und somit entstand ein Chaos, das sich nur 
in England nach Durchmusterung sämtlicher Typen klären 
ließ. 

Herr Dr. Koch entdeckte 3 Formen am Waupes, die 
zur Subspezies 

ariarathes gayi Lucas 1852 
gehören und zwar: 

(^ forma anargus Rothsch. 
Vorderflügel schwarz, Hinterflügel mit 4 größeren und 
einem kleinen roten Subanalfleck. 
J forma gayi Lucas. 
Ein Exemplar das ungefähr Staudingers arianus 1. c. t. 8 
nahekommt, einen größeren gelblichen Vorderflügelfleck und 
nur zwei rote und eine verwischte, weißliche Subanalmakel 
der Hinterflügeloberseite vorweist. 
c^ forma cyamon Gray. 
Ähnlich gayi nur mit obsoleter schmaler weißgrauer 
Submarginalbinde der Vorderflügel und 5 großen hell wein- 
roten Subanalmakeln der Hinterflügel. Die übrigen be- 
kannten verwandten Subspezies verteilen sich wie folgt. 

ariarathes ariarathes Esp. (1788) Franz- und HolL- 

Guyana. 
ariarathes mcnes Rothsch. (1906, t. 8, f. 57 ^). British 

Guyana. 
ariarathes evagoras Gray (1852). Venezuela. 
ariarathes metagenes Rothsch. Fara. 
ariarathes gayi Lucas (1852). Mittler Amazonas, 
Waupes bis Columbien und Bolivien. 

Stett. enlomol. Zeit. 1907. 



298 

aviayathcs Icuctra Rothsch. (1906, t. 5, f. 17 S)- Goyaz. 
2 So Jatahy Sept. -Nov. 1897 leg. in Paris gekauft 
(Coli. Frühst.). 

\o\\ dem verwandten seltenen Papilio ilits F. 1793 be- 
sitze 2 So ^us Columbien mit bedeutend größerem, weißen 
A'orderflügelmakeln und vier statt drei intensiv weinroten 
Hinterflügelflecken, während Rothschilds Bild t. 8, f. 50 ein 
in der Weiß- und Rotfleckung stark reduziertes Exemplar 
wohl aus Venezuela abbildet. 

Zweifellos steht ilits in allernächster A^rwandtschaft 
nut branchus, was schon der beiden gemeinsame rote Basal- 
strich der Hinterflügelunterseite beweist, der den curyleon 
harmodiiis und ariarathcs Ausläufern fehlt. 

Nach Michael bewegt sich ariarathcs im Wald und 
kommt nur selten an sonnige Wasserplätze. 

51. Pap. pausanias Hew. 
(Rothsch. Revision p. 658 — 659.) 
Diese durch ihre //^/^conms-Ähnlichkeit so wohlbe- 
kannte Spezies liegt in mehreren Exemplaren vor, die kaum 
von solchen aus Surinam differieren. 

Nach Hahnel p. 268 ist auch Tansanias ein ,, Strand- 
tier", das mit ,, kräftigem, wellenförmigen und niedrigen 
Flug am Ufer entlang streicht". Das $ ist enorm selten. 
Bekannt sind drei Lokalformen. 
■pausanias patisanias Hew. 1852, von Columbien bis 

Surinam, südwärts bis Bolivien imd Goyaz. 
pausanias clconihrotus Strecker 1885. Rio Dagua, 

Columbien, vielleicht Panama. 
pausanias prasinus Rothsch. 1906. Costa Rica. 

52. Pap. anchisiades Esper. 1788. 
(Rothsch. Revision p. 607—610.) 
Dieser weitverbreitete Papilio liegt nur in einem 
Exemplar vor. Die verwandten Formen verteilen sich auf 

Stett. outomol. Zeit. 1907. 



299 

drei Subspezies, die unter mindestens einem Dutzend Namen 
in den Sammlungen etikettiert wurden. 

anchisiades idaeus F. 1793. Mexico bis Panama. 
anchisiades anchisiades Esp. Columbien bis Para und 
Bolivien. 
(^9 aus Trinidad oder einer anderen westindischen Insel 
in meiner Sammlung fallen durch schmalen Flügelschnitt 
und große weiße Makeln zu beiden Seiten der SM der Vorder- 
flügel auf, so daß ich glaube, daß dieselben einer besonderen 
insularen Form angehören. 

anchisiades capys. Hübner 1806. 
Besser bekannt als pompcjus Gray. 

Von Espiritu Santo bis Paragua\', ArgontinitMi und Ost- 
Bolivien. 

53. Pap. torquatus Cramer 1777. 

(Rothsch. Revisi(Mi p. 618 — 622.) 

I o Ji"! typischer Form. Torquatus neigt ungemein zu 

lokalen Abänderungen und dessen sexueller Dimorphismus 

gab sogar Veranlassung, daß Hübner die 9? "t^ besondere 

Gattungen einreihte. 

Rothschild führt 6 Lokalrassen auf. 

torquatus tolus Godm. und Salvin (1890). Mexico. 
torquatus tolmidcs Godm. (1890). Panama. 
torquatus orchamus Boisd. (1836). Columbien, \'enc- 

zuela. 
torquatus Icptalca Rothsch. (1906). West-Ecuador. 
torquatus torquatus Cramer (1777) mit 5 benannten 
9-Formen. Vom Orinoco bis Amazonas, Ostecuador, 
Peru, Bohvien, Surinam, Waupes (Coli. Frühst.). 
torquatus polyhius Swains. (1823). Von Bahia und 
Matto Grosso bis Paraguay. 
Torquatus kommt ausnahmsweise an Pfützen, er ist 
sonst ausschließlich Blumenbesucher und seit Wallace und 

Stett. cutomol. Zeit. ItOT. 



.100 

Bates bereits als Garten-, ja sogar Straßenschmetterlini; be- 
kannt. In Sta. Catharina zählt torquatus zn den Frühlings- 
boten, erscheint bereits im September nnd ist mir aus- 
schließlich als Blütenbesncher in Erinnerung. 

54. Papilio androgeus Gramer. 
(Rothsch. Revision p. 577 — 581.) 
Zu den drei bekannten Subspezies : 

androgeus cpidanrus Godm. und Salv. (1890). ]\Iexico, 
Honduras (Coli. Frühst.), Cuba, Haiti, Santa Lucia 
(Rothsch.). 
androgeus androgeus Gramer (1775), Golumbien bis 
Trinidad, Guyana, Amazonas bis Boli\'ien und 
Matto Grosso. 
androgeus laodocus F. 1793. Espiritu Santo bis 
Parana und Paraguay, 
entdeckte Herr Dr. Koch eine neue, die als 

androgeus bagous*) nov. subspec. bezeichnen möchte. 
o differiert von allen bekannten Formen durch die 
breiten, ungewöhnlich stattlichen an der Spitze abge- 
rundeten (und fast so langen, wie bei cinyras Menetr.) 
Schwänze der Hinterflügeloberseite. Die gelbliche Makel 
der Vorderflügel vor dem Zellapex sehr schmal; der apicale 
gelbe Fleck der Hinterflügel fehlt, ebenso die bei Gramers 
und Staudingers Figuren deutlich erkennbare diffuse sub- 
discale Reihe von graugelben Fleckchen. Dafür erscheinen 
die submarginalen Halbmonde fast doppelt so breit 
und stark gekrümmt. 

Unterseite: Die transcellularen roten Mondflecke proxi- 
mal und distal breiter schwarz umgrenzt; die gelben Sub- 
marginalmonde schmäler als auf Gramers Bild, stärker ge- 
krümmt, die analen mit langen Spitzen. 

Patria: Waupes, i J (Goll. Fruhstorfer) . 



*') Bagous. der A'erschiiitteiu', wegen der Schwanzlbrni. 
Stett. entomol. Zeit. 1907. 



301 

55- Papilio thoas L. 1771. 
(Rothsch. Revision p. 555—561.) 
Von diesem ebenso häufigen wie kräftigen Flieger liegen 
vier Exemplare vom Wanpes vor, in ihrer Gesamterschei- 
nung bedeutend größer, etwas dunkler gelb und groß- 
fleckiger als Exemplare von Obidos, die insgesamt als 
cinyras Menetr. aufgefaßt werden. 

Zu den 8 bekannten geographischen Rassen: 

a) thoas melonius Rothsch. igo6, t. 8, f. 59. Jamaica. 

b) thoas oviedo Gundl. 1866. Cuba. 

c) thoas aiitocles Rothsch. 1906. Texas bei Nicaragua. 

d) thoas nealccs Rothsch, 1906. Nicaragua bis West- 
Ecuador, Trinidad, Orinoco. 

e) thoas thoas L. 1771. Guyana, Unterer Amazonas. 

f) thoas bra sinensis Rothsch. 1906. Bahia bis Para- 
g^iay. 

g) thoas thoantiadcs Burm. 1878. Argentinien. I\Iit 
Lokalform aus Rio Grande do Sul, Elsenau (Coli. 
Frühst.). 

h) thoas cinyras Menetr. Mittlerer und oberer Ama- 
zonas, Waupes, Ost-Ecuador, 
möchte eine neue anreihen, nämlich: 

i) thoas chamadus nov. subspec. aus Bolivien. 

Rothschild, p. 561, erwähnt bereits, daß Bolivien- 
Exemplare Übergänge bilden von cinyras zu argentinischen 
thoas. Meine Bolivien-Exemplare differieren indessen so 
erheblich von thoantiadcs und cinyras aus Peru usw., daß 
deren Abtrennung berechtigt erscheint. 

(^ Oberseite: Gelbe Discalbinden aller Flügel schmäler, 
Zellfleck der Vorderflügel kürzer, breiter als bei cinyras. 
Im Analwinkel der Vorderflügel treten 3 — 4 längliche gelbe 
Fleckchen auf, die bei cinyras stets fehlen, bei //iOßs-Rassen 
d, e, f, und g prägnanter auftreten. 

gtett entouiol. Zeit 1907 



30ä 

Schwarze Binden der Unterseite schmäler als bei brasi- 
Hcnsis und cinyras. 

Patria: Bolivien, 3 ^S (Coli. Frühst.). 

Papilio lycophron Hübner 1818. 
(Rothsch. Revision p. 573 — 577.) 
Zu den vier von Rothsch. eingeführten geographischen 
Rassen tritt als neu: 

lycophron drepanon nov. subspec. 
P. drep. Gray nom. nud. $. Rio Grande do Sul; Roth- 
schild 1. c. p. 576. 
o*. Oberseite: Alle Ränder und Bänder tiefer schwarz, 
nicht braun, wie bei lycophron von Rio de Janeiro und Para- 
guay, gelbliche Admarginalpunkte der Vorderflügel deut- 
licher als bei Paraguay-Exemplaren (Mittelbrasilianern fehlen 
sie völlig). 

Unterseite: Schwarzer Distalsaum fast gleichmäßig breit 
mit pilzförmigen, statt halbmondartigen gelben Makeln be- 
setzt. 

Hinterflügel-Discalbinde umschließt dunkler rote Helm- 
flecken. Schwarze marginale Wellenbinde viel schmäler als 
bei lycophron von Brasilien. 

$. Beiderseits tiefschwarz, nur in der Submarginalregion 
etwas aufgehellt. Hinterflügel mit einer postdiscalen Reilie 
von dunkelroten und einer Submarginalreihe von hellgelben 
schmalen, aber stark konkaven Mondflecken. Vorderflügc^- 
unterseite mit grauweißen, peripherisch diffusen Pfeilflecken, 
die isolierter stehen und distincter schwarz umgrenzt er- 
scheinen als bei lycophron. 

Patria: Rio Grande do Sul, i (^ 2 $$ (Coli. Fruhstorfer. 
Die Kollektivspezies lycophron läßt sich demnach wie 
folgt spalten: 

lycophron pallas Gray (1852). Mexico bis Costa Rica. 
lycophron hippomedon Feld. (1859). Columbien bis 
Nord- Venezuela. 

Stett. ertomol. Zeit. 1907. 



S03 

lycophron phanias Rotlisch. (1906). Ost-Ecuador bis 
Bolivien, Matto Grosso, Amazonas \md Orinoco. 

lycophron lycophron Hübner. 

(() $ forma oebalus Boisd. Rio und Paraguay. 

ß) $ forma pirithous Boisd. ebenso (Coli. Frühst.). 
Brasilien bis Sta. Catharina, Paraguay, Argentinien. 

lycophron drepanon Frühst. Rio Grande do Sul. 

56. Papilio glaucolaus Bates. 
(Rothsch. Revision p. 707 — 710.) 
Die vom Waupes stammenden Exemplare gehören zu 
der von Rothschild als neu erkannten Lokalform. 

glaucolaus Icucas Rothsch. (t. 9, f. 65). Vom Orinoco 
bis Peru und Matto Grosso. 
Zwei vikariierende Formen. 

glaucolaus melaenus Rothsch. (1906). West-Columbien, 

Oberes Caucata^ 
glaucolaus glaucolaus Bates (1864). Panama, Colum- 
bien mit Ausnahme der Südwestküste. 

57. Papilio protesilaus L. 

(Rothsch. Revision p. 712 — 720.) 
Dieser echte Sandbank- und Pfützensucher befand sich 
in Anzahl in der VVaupes-Kollektion, wenngleich weniger 
häufig als tclesilaus Feld. 

Die verwandten Rassen gehören wegen ihrer Ähnlich- 
keit und dem Fehlen auffallender Merkmale zu den ver- 
kanntesten Faltern Südamerikas, was ein Blick auf die von 
Rothschild gesammelten Literatur-Zitate bestätigt. 
Rothschild unterscheidet : 
protesilaus penthesilaus Feld. (1865). Mexico. 
protesilaus macrosilaus Gray (1852). Guatemala bis 

Nicaragua sehr häufig in Honduras. 
protesilaus leuconcs Rothsch. (1906). Sta. Martlia, 
Nord-Columbien. 

Ste(t. ontomol. Zeit. 1907. 20 



304 

protesilaus dariensis Rothsch. (1906). Tstlimns von 

Darien, Costa Rica. 
protesilaus protesilaus L. (1758). Vom Orinoco bis 

zum Amazonas, von Peru bis Bolivien. 
protesilaus nigricornis Stdgr. (1884). Von Espiritu 

Santo ( ?) bis Paraguay. Staudingers Type aus 

Sao Paulo. 

58. Papilio telesilaus Felder. 
(Rothsch. Revision 724 — 726.) 
Von dieser Spezies schreibt bereits Hahnel, daß sie 
häufiger als die andern weißgeschwänzten Papilios sei und 
wie diese ,, stürmisch angesegelt kommt, nach einem Platz 
suchend zum Ansetzen. Gierig fallen sie ein um zu saugen, 
daß das Wasser ihnen tropfenweise in kurzen Intervallen 
wieder entquillt". 

Rothschild unterscheidet nur zwei Subspezies: 
. telesilaus telesilaus Feld. (1864). Amazonia, Columbia; 
Venezuela, Ecuador bis Bolivien, Paraguay und 
Brasilien bis Rio Grande do Sul. 
telesilaus dolius Rothsch. (1906). Panama Westküste 
von Columbien. 
Rothschild erwähnt bereits, daß brasilianische telesilaus 
,,im ganzen dünnere schwarze Bänder als die andinischen, 
Amazonas- und Guyana-Exemplare haben; das Medianband, 
der Hinterflügel ist cJfter nach außen gerückt und beide 
Flügel sind häufiger auffallend von Gelb überflutet." 

Ich finde, daß Espiritu Santo-Stücke sich noch da- 
durch kenntlich machen, daß die kurze schwarze Binde am 
Zellapex niemals mit der langen Submarginalbinde zusammen- 
fließt, so daß der zwischen ihnen liegende Glasfleck Gelegen- 
heit hat, sich zu verbreitern. 

Die Flügelunterseite erscheint reiner weiß und die 
schwarzen Binden bleiben dunkler und schärfer begrenzt. 

«tett. eutomol. Zeit. 1907. 



305 

Abdomen dorsal mit ausgedehnterer Binde. Die brasiliani- 
sche Form sei genannt : 

protesilaus domitor nox. subspec. 

Patria: Espiritu Santo, Rio de Janeiro. 

Exemplare aus den südbrasilianischen Provinzen tragen 
noch schmälere schwarze Binden ; die Vorderflügel werden 
durchsichtiger, weil fast völlig von Schuppen entblößt und 
auf den Hinterflügeln macht sich auf der ganzen Basal- 
hälfte ein schön lichtgelber Anflug bemerklich. Der schwarze 
costale zahnartige Fleck zwischen der dritten und vierten 
Transversalbinde der Vorderflügel verschwindet entweder 
ganz oder ist bis auf 2 — 3 Stäubchen reduziert. Vielleicht 
gehören diese verfärbten, schuppenlosen Exemplare einer 
Trockenform an. Nennen wir dieselben einstweilen 
telesilaus domitor Frühst, forma temp. vitellus. 

Patria: Parana (Type), Sta. Catharina. 

Papilio helios Rothsch. 
(Rev. p. 720-721, t. 6, f. 30.) 
bisher nur aus Parana bekannt, besitze in zwei etwas schmal- 
bänderigen (^0* aus Elsenau, Rio Grande do Sul. Die x\rt 
ist sofort kenntlich durch die bis in den Analwinkel der 
Hinterflügel gleich breit schwarz bleibende Submarginal- 
binde. Auch bei dieser Art obliteriert die vierte Querbinde 
der Vorderflügel, wenn auch nicht so auffallend als bei 
vitellus Frühst. 

Papilio stenodesmus Rothsch. 
(Rothsch. p. 722-723, t. 9, f. 68) aus Espiritu Santo und 
Sapucay, Paraguay in Coli. Frühst. 

59. Papilio thyastes Drury. 

(Rothsch. Revision p. 728-729.) 
Diese auffallende Spezies liegt in einem Exemplar vor, 
daß zu 

thyastes thyastinus Oberthür (1880) 
gehört, eine Lokalform, deren Berechtigung von Staudinger 
merkwürdigerweise angezweifelt wurde. 

Stett. eiitomol. Zeit 1907 20* 



306 

thyastes thyastes Drury (1782). 
\'on St. Paulo bis Blumenau im Museum Tring, 2 00 
aus Sta. Catharina (Coli. Frühst.). 
thyastes zoros Rothsch. 1906. 
S. C. Peru, Bolivien; Hierzu gehört vielleicht i ^^ aus 
Columbien in meiner Sammlung. 

60. Papilio callias Rothschild. 
(Rothsch. Revision p. 739-740.) 
Dieser feine Papilio ist unter dem Namen columbiis 
Hew. 1851, wie ihn Hewitson und Staudinger abbildeten, 
besser bekannt. 

Vom Waupes liegen mehrere, leicht variable <^(^ vor. 
Auch callias ist ein echter Strandschmetterling. 

Papilio iphitas Hübner. 
(Rothsch. Revision p. 744.) 

Von diesem seltenen Vogel besitze ein 0' aus Espiritu 
Santo, der von (^q aus Petropolis und Hübners Figur 
differiert durch: 

Oberseite: die hellere gelbliche Färbung, kürzere breitere 
ockerfarbene Subapicalmakeln der Vorderflügel, kürzeren 
schwarzen Transcellularfleck und größere gelbe Anal- 
makel der Hinterflügel. 

In der gelblichen apicalen Zellpartie der Vorderflügel 
fehlen die bei Ri(3-Exemplaren so breiten schwarzen Adern 
und auf den Hinterflügeln die weißlich blauen Submarginal- 
punkte m mittleren und costalen Teil des schwarzen Distal- 
saumes. 

Diese hübsche Form, die vielleicht bereits Subspezies- 
Rang verdient, mag bis zur weiteren Klärung als 

forma enervulata 
bezeichnet werden. 

61. Papilio dolicaon Gramer. 
(Rothsch. Revision p. 740 — 744.) 

Zu den bekannten Lokalrassen entdeckte Dr. Koch 
eine recht verdunkelte neue Form 

Stett. fintomol. Zeit. 1907. 



307 

dolicaon draconarlus nobis, 
die einen individuellen und geographischen Übergang von 
dolicaon aus Surinam und tromes Rothsch. von Venezuela 
zu den columbischen Rassen bildet. Gleich dolicaon charak- 
terisiert durch namentlich analwärts sehr breiten schwarzen 
Distalsaum der Vorderflügel, differiert sie von diesem durch 
die mehr als doppelt so großen costalen gelblich weißen 
Makeln der Vorderflügel, von denen nur dre-, anstatt fünf 
vorhanden. Der schwarze ,,Bumerang" ähnliche Fleck der 
Vorderflügelzelle distal stark verjüngt. Hinterflügel fast 
ohne weiße Admarginalpunkte. 

Unterseite: Heller und gleichmäßiger strohgelb als 
Columbier. Alle Submarginalflecken stark verkleinert und 
die oberen obsolet. 

Patria: Waupes i (^ (Coli. Fruhstorfer). 
Die übrigen Rassen benennt Rothschild wie folgt: 
dolicaon hebrus Rothsch. (1906). Columbien (i ^ 

Coli. Frühst.). 
dolicaon deileon Feld. (1865). Columbien, Ostseite der 
Cordilleren von Ecuador bis Para und bis S. E. 
Bolivien und Matto Grosso. 
dolicaon tromes Rothsch. (1906). Venezuela. 
dolicaon dolicaon Cramer (1775). Orinoco, Guyana. 
dolicaon deicoon Feld. 1864. Von Espiritu Santo bis 
Parana, Paraguay. 
Von deicoon existieren zwei Formen und zwar jene, wie 
sie Hübner abbildet, mit breitem schwarzen i\ußenrand auf 
allen Flügeln und rundlichen Subapicalmakeln der Vorder- 
flügel und dorsal tiefschwarzem Abdomen. 

In meiner Sammlung befinden sich zwei Exemplare mit 
schmal schwarz gestreiftem Abdomen, namentlich analwärts 
stark eingeengter schwarzer Umrahmung und länglichen 
Subapicalmakeln der Vorderflügel und kleinerem „Bume- 

Ötetf. entomol. Zeit. 1907. 



308 

rang" der Vorderflügelzelle {forma frustulum nobis). Ver- 
mutlich dryseason-Büdung. 

Patria: Espiritu Santo, Petropolis (Coli. Frühst.). 
Pap. serville Godt. 
(Rothsch. Revision p. 734 — 736.) 
Von diesem häufigen Papilio lassen Rothschild- Jordan 
nur zwei Ausläufer gelten: 

serville acritus Rothsch. 1906. Venezuela, Ost- und 

Central-Columbien. 
serville serville Godart. West-Columbien, Ecuador bis 
Bolivien. 
Bolivianische Exemplare differieren konstant von solchen 
aus Peru und wiederhole ich für solche den Namen, den sie 
seit Jahren in der Staudingerschen Preisliste führen als 

serville boliviana, womit jene Subspezies bezeichnet 
werden soll, die Bolivien bewohnt. Daß holiviana mit ser- 
ville Godt. aus Peru kollidiert, ist kaum zu befürchten. 
Außerdem ist die Verbreitung von serville durch Rothschild- 
Jordan jetzt soweit festgestellt, daß für das unsichere einzige 
Godartsche Vaterland ,,Peru" jetzt deren drei Provenienzen, 
Columbien, Ecuador und Peru bekannt wurden. 

Boliviana charakterisiert sich durch hellere und größere 
Subapical- und Zellbinden der Vorderflügeloberseite und die 
lichtere mehr silbergraue ausgedehntere Streifung der Vorder- 
flügelunterseite. 

Die Exemplare bleiben kleiner und zeigen insgesamt 
etwas Trockenzeitcharakter. 

Familie Hesperidae. 

62. Erycides zonara Hew. 
P3'rrhopyge zonara Hew. Trans. Ent. Soc. p. 480, 1866. 
Eryc. zonara Stdgr. 1. c. p. 296, t. 99 ^^ (unterer und 

oberer Amazonas. 
Mehrere Exemplare, die mit Staudingers Bild ziemlich 
übereinkommen. 

Stett cutomol. Zeit. 1907. 



309 

63. Pyrrhopyge thasus Gramer. 
Pap. Pleb. Rural. thasus Gramer IV. p. 179 und 252. 

Surinamen. 
Diese niedliche Spezies ist leicht kenntlich an den 
lateralen gelben Büschelhaaren am Gorpus unter der Flügel- 
basis, die Stoll recht gut figurierte und die wie bei vielen 
Arctiiden verteilten roten Flecken auf der Ventralseite des 
Abdomens. 

Tafelerklärung. 

Fig. I. Melete pertho Frühst 269 

,, 2. Hesperocharis nilios Frühst 261 

,, 3. Melete petronia Frühst 270 

,, 4. Melete calymnia Felder 264 

,, 5. Temenis violetta Frühst 22g 

,, 6. Antirrhaea theodori Frühst 123 

,, 7. Heliconius denticulatus Riffarth 219 



Nachtrag. 






Druckfehler-Berichtigung. 




Es muß heißen: ,,Chanchamayo" 


statt : 


,,Ghanchamaio' 


„ ,, ,, auf • 






Seite 227 ,,ncacrea" 


statt 


,,tipha". 


120 No. 3 ,,Melinaea" 


,, 


,,Melinac". 


120 ,, 12 ,, Heliconius 




,,Heliconins". 


121 ,, ig ,,iipha" 


,, 


,,typha" . 


121 ,, 41 „hirlandiV 


,, 


, Jiirlander" . 


., 121 ,, 43 ,, Melde" 


,, 


.,Pelete", 


122 ,, 47 ,,argantc" 




,,argonfc". 


122 ,, 5g ,,thyasies" 


,, , 


,ihygsies". 



Stoft. eutomol. Zoit. iy07. 



310 



Neue Polyhirnia=Arten, 

icliricl'Cii vuii Oll*. Stei'llbei'jBT, Stralt 



Polyhirma indecorata n. spec. 

I (^ (coli, aut.), Länge 25, Breite 7 mm. — Deutsch 
Ost- Afrika. 

Schwarz, Oberseite schwächer, Unterseite stärker glän- 
zend. Gehört zur Gruppe P. polioloma-Calliaudi , ersterer 
am nächsten, da jede Flügeldecke bei ihr (wie bei polioloma) 
neben der in ihrer ganzen Länge abgeplatteten Suturalrippe 
noch 6 Rippen trägt [P. Calliaudi hat deren nur 5 neben 
der Suturalrippe), doch unterscheidet sie sich leicht von 
polioloma durch die total abgeplattete Suturalrippe und den 
bis zur Mitte reichenden proximalen hellen Suturalstreif, der 
bei polioloma kaum über das erste Drittel reicht. — Der 
kurz quadratische Kopf ähnelt dem von polio- 
loma sehr, ist aber schwächer skulptiert. Seiten wulste der 
Oberfläche kaum gehoben, ganz kurz; Seitenvertiefungen 
in ein flaches, rundliches Grübchen reduziert ; Mittelerhöhung 
vorn auf der Stirn in einen sehr kurzen, stumpfen Kiel ge- 
hoben, hinten in einen langovalen, leicht konvexen Wulst 
verbreitert; Scheitel seitlich neben den Augen gehoben, in 
der Mitte vertieft und hier langsam abfallend auf den vorn 
leicht eingeschnürten Hals, der wie die ganze Kopfoberf lache 
nebst Iipistom dicht punktiert und hell gelbbraun behaart 
ist. Kopfs c li i 1 d quergew()lbt, längs der Basis einge- 
drückt, Vorderrand schwach vorgerundet, hinter demselben 
neben dt>r Mitte jederseits eine kleine, rundliche Vertiefung. 
Ante n n e n gewöhnlich, kaum über das erste Viertel d(M' 
Flügeldecke reichend. M a n d i b e 1 n kurz. M a x i ] 1 a r - 
V a 1 p e n sehr kurz, vorletztes Glied etwa halb so lang als 
letztes. — H a 1 s s c h i 1 d herzförmig, dem von po- 

Ölett. cutuuiül Zeit. I'JOT. 



pnöPEmY öP 

Z- P. METCALF 

311 

lioloma fast ganz gleich, doch die mittlere Längs Vertiefung 
etwas flacher; an der Vorder- wie Hinterseite grade, un- 
gerandet; von den dem Halse dicht anliegenden, tief herab- 
gezogenen stumpfen Vorderecken im proximalen Drittel 
leicht vorgerundet, verschmälert es sich dann in zuerst fast 
grader, dann dicht vor den fast im rechten Winkel vor- 
stehenden, stumpf abgerundeten Hinterecken leicht aus- 
geschnittener Linie; Rand schmal aber deutlich erkennbar, 
Randleiste fein, aufgebogen; Discus neben der flachen, mit 
hellen, quer gestellten Härchen dicht bedeckten Längs- 
vertiefung leicht convex, fällt er ziemlich steil nach den 
Seiten ab und ist überall fein und dicht punktiert, schwarz 
behaart; die ziemlich langen, tiefen, ganz graden proximalen 
Seiteneindrücke divergieren etwas nach vorn zu, stehen dem 
Rand ein wenig näher als der Mittelvertiefung und erreichen 
die Basis nicht ganz. — Flügeldecken langoval, 
leicht konvex, der Discus ziemlich flach, zuerst schwächer, 
dann von der letzten Rippe schroffer nach den Seiten, in 
der distalen Hälfte aber sehr langsam nach dem Apex zu 
abfallend. Bei sehr weggerundeten Schultern in dem proxi- 
malen Drittel leicht verschmälert, runden sich dann die 
Seiten in der Mitte sehr leicht vor, um im letzten Drittel 
allmählich sich zum Apex abzurunden, der schwach aus- 
geschnitten ist. Jede Flügeldecke trägt neben der in ihrer 
ganzen Länge total abgeplatteten Suturalrippe (wie polio- 
loiiia) 6 glänzende, gleichmäßig hohe und scharf zugespitzte 
und grade verlaufende Rippen, die alle die Basis erreichen, 
im distalen Fünftel sich aber allmählich verflachen, um 
kurz vor dem Apex ganz zu verschwinden. Außen neben der 
siebenten Rippe steht distal eine achte, die aber nur bis zur 
Mitte reicht. Die zwischen den Rippen stehenden Foveolen 
sind zahlreicher, viel kleiner als bei polioloma und sind in allen 
Reihen von gleicher Größe, wie sie proximal wie distal sich 
auch kaum verkleinern. Die ganz abgeplattete Suturalrippe 

Stott cnlomol Zeit 1907. 



312 

trägt proximal einen bis zur Mitte reichenden, überall gleich 
breiten Streif von hellgelbbräimlichen Härchen, in der dis- 
talen Hälfte ist sie dagegen mit kurzen schwarzen Börstchen 
bedeckt, wie solche das letzte Fünftel der Flügeldecke, wo 
die Rippen sich abplatten, gleichfalls bedecken, hier neben 
dem Ende der Sutur mit einigen hellen Härchen vermischt. 
Auf dem Rande und besonders auf dem Marginal-Intervall 
stehen sperriggestellte, sehr kurze, nur unter Vergrößerung 
wahrnehmbare weiße Härchen. — Unterseite fein 
punktiert, mit weißer Behaarung, die den Bauchsegmenten 
und dem Hinterteil der Proepisternen fehlen. Beine lang, 
kräftig, fein und dicht punktiert, ebenso weiß behaart. 

Polyhirma Kolbei n. spec. 

5 3" 2 $ (coli, aut.) o Länge 24 — 28, Breite 7 — 8. — 
? Länge 24—28, Breite 8—814 mm. — Deutsch Ost-Afrika 
(Mpuapua, Ugogo). 

Schwarz, unten stark, oben schwächer glänzend. Gehört 
zur Gruppe P. polioloma-Calliaudi, letzterer am nächsten, 
da jede Flügeldecke mit der Suturalrippe 6 Rippen trägt, 
wie diese letztere auch (P. polioloma hat deren 7). Die neue 
Art ist im Habitus P. Calliaudi ungemein ähnlich, doch 
genügend verschieden durch die erheblich flacheren und ge- 
drungeneren Flügeldecken, die größeren und weniger zahl- 
reichen Foveolen und den ganz fehlenden hellen Marginal- 
saum. — Kopf kurz-quadratisch, hinter den 
Augen leicht verbreitert; Seitenwulste der Oberfläche deut- 
lich vom Epistom bis zu den Augen gehoben, ganz grade 
parallel laufend; Seitenvertiefungen so lang als die Seiteu- 
wulste, ziemlich tief, hinten verschmälert ; die Mittelerhöhung 
erstreckt sich nach hinten auf den Scheitel als sehr konvexer 
breiter Wulst und verschmälert und hebt sich nach vorn zu 
in einen glänzenden, sehr kurzen Kiel, der verbreitert auf das 
Epistom hinüber reicht. Der Scheitel ist seitlich neben den 

Stelt. outomol. Zeit. 1907. 



313 

Augen gehoben und nach innen stumpfwinkhg leicht vor- 
geschoben, wodurch die Seitenvertiefungen hinten beinahe 
geschlossen werden; in der Mitte vertieft sich der Scheitel 
nach hinten zu in eine flache, allmählich sich auf den ziemlich 
dicken Hals senkende Eindruckfläche, die in der Mitte einen 
länglich-runden, stumpf abgerundeten Buckel trägt, der 
vorn fast mit dem Mittelwulst zusammenhängt. (lanze 
Oberfläche des Kopfes mit Epistom und Hals dicht und fein 
punktiert und mit kurzen graulichen Haaren bedeckt. K o p f- 
Schild quergewölbt, in der Mitte als kurzer Langwulst bis 
zum leicht vorgerundeten Vorderrand vorgezogen, hier jeder- 
seits mit einem kleinen rundlichen Eindruck; längs der Basis 
mit tiefem Quereindruck. Antennen kräftig, breit, bis 
über das erste Drittel der Flügeldecke reichend, das 3. Glied 
nur wenig länger als die folgenden. M a n d i b e 1 n ziemlich 
lang, spitzig, kürzer als bei P. CalUaudi. Der M a x i 1 1 a r - 
Palpen vorletztes Glied um die Hälfte kürzer als letztes. — 
Halsschild herzförmig, dem von P. . CalUaudi 
sehr ähnlich, aber im Vorderteil nicht ganz so stark vor- 
gerundet, in der Hinterhälfte etwas stärker ausgeschnitten; 
die Vorder- wie die Hinterecken sehr stark abgerundet, die 
ersteren dem Halse sehr dicht anliegend, tiefer als bei Cal- 
Uaudi herabgezogen. Vorder- wie Hinterseite des Hals- 
schildes grade, ungerandet ; der Seitenrand schmal, die Rand- 
leiste fein, in ihrer ganzen Länge deutlich aufgebogen. Die 
vorn schwach verbreiterte mittlere Längsvertiefung des 
Halsschildes ist flach, reicht von der Basis bis zum Apex 
und ist dicht mit hellen, quergestellten Härchen bedeckt. 
An den Seiten unmittelbar neben dem Rande findet sich ein 
ähnlicher, aber schmaler Saum von hellen Haaren, die aber 
meistens abgerieben sind. Die kurzen, tiefen, ganz graden 
proximalen Seiteneindrücke stehen dem Seitenrande unge- 
mein nahe und erreichen die Basis nicht ganz. Der Discus 
neben der Längsvertiefung ist sehr gewölbt, fällt schroff nach 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



314 

den Seiten ab, ist fein und dicht punktiert, schwarz behaart. 
— Flügeldecken lang-oval, wie bei P. Cal- 
liaudi, aber viel flacher, besonders auf dem Discus neben 
der Sutur, der allmählich verflachend nach den Seiten sanft 
abfällt. An den Schultern schwach (schwächer als bei P. 
CaUiaudi) vorgerundet, aber im proximalen Drittel stärker 
verschmälert, verbreitern sie sich dann an den Seiten ein 
wenig mehr, um sich am Apex etwas stumpfer abzurunden. 
Jede Flügeldecke hat mit der Suturalrippe sechs Rippen, 
wovon die fünf äußeren die Basis erreichen, alle aber im 
distalen Fünftel plötzlich schwächer werden und rasch er- 
löschen, während bei P. CaUiaudi die Rippen schon früher 
sich abzuschwächen beginnen und langsamer verschwinden, 
wodurch sie sich dem Apex mehr nähern. Hierdurch 
wird es bedingt, daß die abgeflachte 
Fläche vor dem Apex bei der neuen Art 
kürzer, aber stärker abgeplattet, bei P. 
CaUiaudi länger und nicht so stark verflacht 
erscheint. An den von beiden Arten mir vorliegenden 
längeren Reihen ist dies konstant der Fall und erkennt man 
diesen Unterschied sehr deutlich. Die Rippen 2, 4, 6 sind 
nicht ganz so kräftig entwickelt als 3 und 5, auch sind sie 
leicht wellig gebogen. Die Suturalrippe ist die niedrigste 
und schwächste von allen, sie ist proximal auf ein Viertel bis 
fast ein Drittel der Länge abgeplattet und hier mit einem 
hellen Haarstreif versehen, aus dem am äußerste n 
p r o X i m a 1 e n Ende die Suturalrippe sich 
ein kurzes E n d c h e n w i e d e r z u i h r e r v o 1 1 e n 
Höhe erhebt, wie dies bei P. polioloina u n d P. 
CaUiaudi ebenso der Fall ist. Zwischen der 5. und 
6. Rippe erhebt sich proximal wie distal ein kurzer Ansatz 
zu einer solchen. Alle Rippen sind bei n. sp. unbehaart, 
bei P. CaUiaudi tragen sie an den Seiten und oft selbst oben 
auf dfr Wölbung eine äußerst feine, sehr kurze schwarze 

Stett. eutomol. Zeit. 1907. 



31S 

Behaarung, wodurch sie weniger glänzend erscheinen. x\uch 
die kurze schwarze Behaarung auf der distalen abgeplatteten 
Fläche vor dem Apex ist bei P. Calliaudi dichter, stärker 
als bei n. sp. Auf dem Rande selbst und dem Marginal- 
Intervall stehen helle Härchen, aber so sperrig gestellt, daß 
man von einem hellen Haarsaum durchaus nicht sprechen 
kann, während bei P. Calliaudi und noch mehr bei P. po- 
lioloma die weißen Härchen sich hier zu einem deutlichen, 
vor dem Apex sich verbreiternden Randsaum verdichten. 
Die zwischen den Rippen stehenden Foveolen sind größer 
und weniger zahlreich, die dieselben trennenden und die 
Rippen verbindenden Querbälkchen sind kräftiger, höher 
und schärfer als bei P. Calliaudi. Auch diese Querbälkchen 
sind wie die Rippen bei der eben genannten Art mit kurzen 
schwarzen Härchen bedeckt, bei n. sp. dagegen glatt, un- 
behaart. — Unterseite fein und dicht punktiert, mehr 
oder weniger dicht mit weißen Härchen bedeckt, die den 
Proepisternen und den Bauchsegmenten fehlen. Die mitt- 
leren Segmente der letzteren tragen Chaetoporen. Beine 
kräftig, lang, mehr oder weniger fein und dicht punktiert, 
weiß behaart. Die 3 ersten Tarsenglieder an den ^\1rder- 
beinen der qq mit hellen Bürstenstreifen. 

Diese neue Art widme ich in Dankbarkeit Herrn Pro- 
fessor H. J. Kolbe in Berlin. 

Polyhirma Roeschkei n. spcc. 

I ö" I $ (coli, aut.) — (^ Länge 20, Breite 6 mm. — 
$ Länge 22, Breite 7 mm. — Abyssinie (Colonie Erytree). 

Schwarz, untere Seite stark, obere schwacher glänzend. 
Gehört zur Gruppe P. polioloma-CalUaudi, der letzteren am 
nächsten, aber erheblich kleiner, kürzer, gedrungener, kon- 
vexer, Kopf sowohl als Halsschild viel schmäler. — Kopf 
quadratisch, schmäler als bei P. polioloma, hinter den 
Augen kaum breiter als vorne; Seitenwulste der Oberfläche 

Stell, ectomol. Zeit. 1907. 



316 

ganz flach, kurz; Seitenvertiefiingen flach, nacli hinton ver- 
schmälert; die Mittelerhöhnng verschmälert und hebt sich 
vorn in einen sehr kurzen, glänzenden, auf das Epistom 
übergreifenden und stumpf abgerundeten Kiel und ver- 
breitet sich nach hinten in einen langovalen, sehr konvexen, 
bis zwischen die Augen reichenden Wulst ; Scheitel an den 
Seiten neben den Augen gehoben und nach innen zu stumpf- 
winklig vor die Seitenvertiefungen geschoben, in der jNIitte 
aber vertieft in eine allmählich nach hinten zu auf den Hals 
sich senkende Tieffläche, die vorn leicht mit den Seiten- 
vertiefungen zusammenhängt und deren Mitte von einem 
breiten, langovalen, stumpf abgerundeten Buckel einge- 
nommen wird, der fast mit dem Mittelwulst zusammenhängt. 
Ganze Oberfläche des Kopfes nebst Epistom dicht punktiert 
und bedeckt mit kurzen, anliegenden weißen Härchen, die 
nach vorn, nur auf dem Buckel des Scheitels nach hinten 
gerichtet sind. Hals etwa halb so breit als der Kopf, oben 
punktiert, vorn weiß behaart. Kopfschild sehr glän- 
zend, quergewölbt, an der Basis eingedrückt, mit flach vor- 
gerundetem Vorderrande, hinter dem 4 Punkteindrücke 
stehen, die lange, aufrechtstehende schwarze Börstchen 
tragen. Antennen reichen über das erste Drittel der 
Flügeldecke; sind in ihren letzten 8 Gliedern stark ver- 
breitert; auf den ersten vier oben mit weißem Haarstreifchen ; 
drittes Ghed derselben kaum länger als die folgenden, die 
alle von fast gleicher Länge sind. M a x i 1 1 a r - P a 1 p e n 
schlank, letztes Glied nicht viel länger als vorletztes. M a n - 
dibeln kurz, zugespitzt. Augen braungelb, schwach 
vorstehend. — H a 1 s s c h i 1 d herzförmig, sehr kon- 
vex, in distaler Hälfte in schwachem Bogen vorgerundet, 
in proximaler leicht verschmälert und vor den stumpfwinklig 
vorstehenden, sehr stumpf abgerundeten Hinterecken sehr 
schwach ausgeschnitten. Vorder- wie Hinterrand grade, 
ungerandet. Seitenränder äußerst schmal, Randleiste fein, 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



3i? 

hoch aufgebogen, vom Vorder- bis zum Hinterrande reichend, 
daneben ein schmaler Saum weißer Härchen. Mittelver- 
tiefung von der Basis bis zum Apex reichend, von vorn nach 
hinten allmählich verschmälert, dicht punktiert und mit 
quergestellten weißen Härchen bedeckt. Discus neben der 
Längsvertiefung leicht wulstig gehoben, schroff nach den 
Seiten abfallend, überall fein und dicht punktiert und schwarz 
behaart. Die proximalen Seiteneindrücke tief, kurz, grade, 
stark nach vorn divergierend, den Seitenrändern näher als 
der Mittelvertiefung stehend, die Basis nicht ganz erreichend. 
— Flügeldecken k u r z o v a 1, ziemlich kon^'ex und 
gedrungen, sind sie an den Schultern schwächer vor-, in der 
proximalen Hälfte stärker eingezogen, in der distalen ebenso 
schwach vorgerundet, am Apex stumpfer abgerundet als bei 
P. Calliaudi. Der Rand ist breit, die Randleiste fein, leicht 
aufgebogen Jede Flügeldecke mit 6 Rippen (Suturalrippe 
mitgezählt), wovon die 5 äußeren sehr glänzend, sehr hoch, 
leicht abgerundet und fast ganz grade sind, die Basis alle 
ganz erreichen und auf dem letzten \'iertel sich leicht ver- 
flachen, aber, so verflacht, doch bis an den hellen Haarsaum 
des Apex reichen. Zwischen der letzten und vorletzten Rippe 
steht distal wie proximal je ein kurzer Ansatz zu einer solchen. 
Die Suturalrippe ist viel niedriger, auch schmäler als die 
übrigen, sie verflacht sich über das proximale Fünftel und 
trägt hier einen schmalen Streif weißer Härchen ; im distalen 
Viertel ist sie etwas stärker als die übrigen verflacht und trägt 
hier wäe alle übrigen Rippen und das ganze distale Viertel 
der Flügeldecke kurze, anliegende schwarze Härchen. Rand 
und Marginal-Intervall tragen einen leichten, aber deutlichen 
weißen Haarsaum, der von der Basis bis unmittelbar an die 
Naht reicht und sich vor dem Apex nur sehr wenig ver- 
breitert: in jeder Hinsicht genau so wie bei P. Calliaudi. — 
Unterseite fein und dicht punktiert, die Bauchsegmente 
am feinsten (besonders das letzte), die Mesoepisternen sind 

Stett. eutomol. Zeit. 1907. 



318 

unbehaart, die sonstige Unterseite ist dagegen mit kurzen 
weißen Härchen bedeckt. Beine kräftig, L^ng, bei den 
^(^ etwas länger als bei den $$, besonders die Tarsen. Sie 
sind fein und dicht punktiert und weiß behaart. — 

Diese neue Art widme ich Herrn Dr. Roescke in Berlin. 

Polyhirma (Cypholoba) Dohrni n. spec. 

Cypholoba Chaudoir, Bull. Mo$c. 1850 p. 43. 

2 (^ I ? (coli, aut.) — ö Länge 31 — 34, Breite 8 — q mm. 
— $ Länge 34, Breite 10 mm. 

Gehört zu jener Gruppe, die Chaudoir bei seiner Grup- 
pierung der Änthiadac unter dem Namen Cypholoba als 
vierte Gattung neben der fünften, Polyhirma, aufstellt, 
später (Bull. Mose. Nr. 2. 1861 p. 569) dieselbe jedoch unter 
IV Polyhirma, als Sect. I Cypholoba, neben Sect. II Poly- 
hivmac ingenuae stellt. Cypholoba unterscheidet sich haupt- 
sächlich nur durch die auf der unteren Fläche der Seiten- 
Lappen des Kinnes sich findenden stark entwickelten und 
abgerundet zugespitzten Höcker, die den anderen Poly- 
hirma-Avten fehlen. Da sich kaum andere wirklich unter- 
scheidende Merkmale finden, so ist in der Folgezeit von 
einer Teilung des Genus Polyhirma Abstand genommen und 
Sect. I Cvpholoba eingezogen worden. Von den drei be- 
schriebenen Arten dieser Cypholoba-Gr\i^]ie, nämlich: C. 
alveolata Breme, C. Ranzanii Bertoloni und C. P/aw/z' Chaudoir, 
unterscheidet sich die neue Art sehr leicht, indem bei 
genannten drei Arten alle F o v e o 1 e n - 
Reihen der Flügeldecke am Grunde mit 
g e 1 b b r a u n e m T o m e n t bedeckt sind, wäh- 
rend bei der neuen Art dies nur der Fall ist 
bei den beiden inneren Reihen, während 
die äußeren am Grunde ohne jedes helle 
Toment bleiben, daher stets schwarz er- 
scheinen. Unter den drei genannten Arten dieser Gruppe, 

Stett. eutoniol. Zeit. 1907. 



319 

die in Habitus und Skulptur alle sehr gleichartig sind, steht 
die neue Art der Planti Chaudoir am nächsten, ist aber 
schlanker, an den Schultern weniger vorgezogen, im proxi- 
malen Drittel stärker verschmälert, mit hellem proximalen 
wie distalen Suturalfleck, die beide viel dichter behaart sind 
und dadurch viel mehr in die Augen fallen als bei den andern 
drei Arten dieser Gruppe. — Kopf tief skulptiert, 
quadratisch, vor den x\ugen leicht nach vorn ver- 
schmälert, mit stark vorgerundeten Wangen; die Seiten- 
wulste der Oberfläche leicht rippenartig gehoben, vom 
Epistom bis zu den schwach vortretenden, braunen Augen 
reichend; die Seiten Vertiefungen kaum länger, ziemlich tief, 
nach hinten zu verschmälert; die Mittelerhöhung etwas 
länger, bis zur Mitte der Augen reichend, vorn in einen 
glänzenden, kurzen, auf das Epistom hinüberreichenden 
Kiel gehoben, nach hinten zu in einen langovalen, kon- 
vexen Wulst verbreitert; der Scheitel zwischen den Augen 
fällt nach innen und hinten zu auf den Hals allmählich ab 
in eine Mittelvertiefung, die einen rundlichen, stumpf ab- 
gerundeten Buckel trägt, der mit dem Mittelwulst zusammen- 
fließt und hinten bis auf den Hals herabreicht, der hier, wie 
bei den anderen drei Arten dieser Gruppe, dicker ist als bei 
den anderen Polyhirina-Avten. Die ganze Oberfläche des 
Kopfes ist wie das vorn leicht ausgeschnittene Epistom dicht 
punktiert und mit gelbbraunen, anliegenden, kurzen Härchen 
bedeckt, die meist quer gerichtet sind und auf den fein punk- 
tierten Hals hinüberreichen. K o p f s c h i 1 d glänzend, 
quergewölbt, Vorderrand schwach vorgerundet, hinter dem- 
selben, neben der Mitte, 2 kleine rundliche Punkteindrücke, 
an der Basis zwei breite Vertiefungen. Antennen kräftig, 
bis auf ein Drittel der Flügldecken-Länge reichend, drittes 
Glied derselben fast um die Hälfte länger als die folgenden. 
M a X i 1 1 a r - P a 1 p e n schlank, letztes Glied erheblich 
länger als vorletztes. M a n d i b e 1 n wie bei den verwandten 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 21 



320 

3 Arten lang, besonders die linke. — Halsschild dem 
von C. Planti sehr ähnlich, oben flachgedrückt, herzförmig, 
länger als breit, sehr konvex, in der distalen Hälfte von den 
tief niedergebogenen, dem Halse dicht anliegenden und ab- 
gerundeten Vorderecken bis zur Mitte in leichter Rundung 
verbreitert, von hier in leicht ausgeschnittener Linie ver- 
schmälert bis zu den in stumpfem Winkel vorstehenden, 
stumpf abgerundeten Hinterecken. Vorder- wie Hinterseite 
grade, ungerandet. Seitenrand deutlich, Randleiste kräftig, 
hoch aufgebogen. Die von der Basis bis zum Apex reichende 
Mittelvertiefung flach, hinter dem Vorderrande leicht ver- 
breitert, mit quergestellten hellbräunlichen Härchen dicht 
bedeckt. Der Discus neben dieser Mittelvertiefung eigenartig 
wulstig gehoben, dann nach den Seiten zu schroff abfallend 
und nach vorn zu vorgeschoben als breiter Wulst, der vorne 
besonders schroff nach den Seiten abfällt. Ganze Oberfläche 
des Halsschildes dicht punktiert, kurz schwarz behaart. Die 
proximalen Seiteneindrücke ziemlich lang und tief, grade, 
nach vorn stark divergierend, stehen sie in der Mitte zwischen 
Seitenrand und Mittelvertiefung und erreichen die Basis fast. 
— Flügeldecken langoval, schlank, die Schultern 
(besonders bei den $$) schwächer vorgezogen, an der Basis 
fast genau so abgerundet als am Apex, dazwischen die Seiten 
ganz parallel beim J, beim $ aber im proximalen Drittel 
etwas mehr verschmälert, die Seiten ein wenig vorgerundet 
und am Apex eine Ahnung ausgeschnitten. Sie sind in ihrer 
ganzen Länge sehr konvex, der Discus ist neben der Sutur 
flacher, fällt nach den Seiten zuerst langsamer, dann schroffer 
ab. Seitenrand schmal, Randleiste ganz ungemein fein, kaum 
aufgebogen. Bei beiden Geschlechtern hat jede Flügeldecke 
6 glänzende Rippen (die Suturalrippe mitgezählt) und 
zwischen der 5. und 6. dieser Rippen steht proximal noch 
ein ziemlich langer, distal ein sehr kurzer Ansatz zu einer 
solchen. Sie sind alle von gleicher Höhe (die suturale ist 

Stett. ontomol. Zelt. 1907. 



321 

etwas niedriger), verlaufen fast ganz grade, nur proximal 
wie distal leicht nach innen gebogen. Sie erreichen alle 
(außer der suturalen) die Basis ganz, den Apex nicht ganz; 
sie sind hier ein wenig verkürzt, die innern mehr, die äußeren 
abstufend weniger. Zwischen den 6 Rippen stehen 5 Reihen 
von runden, sehr regelmäßig gestellten Foveolen, die in der 
Mitte am größten sind und proximal wie distal allmählich 
kleiner werden. Sie sind in den beiden inneren 
Reihen größer und am Grunde dunkel- 
braun tomentiert, in den äußeren Reihen 
dagegen merklich kleiner und am Grunde 
untomentiert, daher schwarz gefärbt, wo- 
durch sich die neue Art sofort von den drei anderen Arten 
dieser Gruppe unterscheiden läßt, welche die Fove- 
olen allerReihen am Grunde braun tomen- 
tierthaben. Die die Rippen verbindenden, die Foveolen 
scheidenden Querbälkchen sind bei der neuen Art ganz ähn- 
lich wie bei den anderen Arten der Gruppe, nur etwas länger 
und flacher, besonders beim $. Die kurze abgeflachte Fläche 
vor dem Apex, da wo die Rippen aufhören, ist mit kurzen, 
feinen schwarzen Börstchen bedeckt und in der Mitte jeder- 
seits neben und auf der verflachten Sutur mit einem herz- 
förmigen, sehr kräftigen, dichten hellen Haarfleck versehen, 
der gut doppelt so lang als breit ist und etwa über ein Sechstel 
der Flügeldecken-Länge hinreicht. Proximal steht auf der 
hier ebenfalls abgeplatteten Sutur ein fast genau ebenso 
langer und gleich geformter, kräftiger heller Haarfleck. 
Diese beiden S u t u r a 1 f 1 e c k e, besonders 
der distale, finden sich bei den andern 
3 Arten der Gruppe lange nicht so kräftig 
entwickelt, so dicht behaart, als bei der 
neuen Art und fällt dieselbe dadurch so- 
fort als abweichend in die Augen. Auf dem 
Seitenrande und dem Mariginal-Intervall steht ein sehr 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 21-' 



322 

schwacher heller Haarsaiim, der von der Basis bis zur äußeren 
Apical-Rundiing reicht, dann abschwächt. — Unter- 
seite schwarz, glänzend, dicht punktiert, vorne gröber, auf 
den Bauchsegmenten feiner, teilweise mit weißen Härchen 
besetzt, die den Segmenten, den Pro- und Mesoepisternen 
fast ganz fehlen. Beine kräftig, sehr lang, dicht punk- 
tiert und meistens weiß behaart. Die 3 ersten Tarsenglieder 
an den Vorderbeinen der ^(^ mit hellen Bürstenstreifchen. 
Herrn Dr. Dohrn in Stettin widme ich diese neue, sehr 
interessante Art. 



A 



n -7 



Fulgora zephyrla, 

eine neue FuIgora=Art von den Philippinen. 

Von EdiutaiKl Seliinidt m Stettin. 

" Fulgora zephyrla n. sp. 

I ?. 

Der Kopf mit dem Kopffortsatz und das Pronotum sind 
so lang wie das Schildchen und der Hinterleib. Der Kopf- 
fortsatz verläuft schräg aufwärts und ist im Enddrittel mehr 
aufgerichtet. Die Stirnfläche ist fein längsziseliert und wird 
von zwei parallelen Längskielen durchzogen, welche als 
untere Seitenkiele auf den Fortsatz sich verlängern; die 
Stirnclipeusrundungen sind leicht auswärts gerundet, die 
napfartigen Gruben zwischen den Stirnrändern und den 
Stirnkielen sind flach, länglich und deutlich schräg gerieft. 
Der Kopffortsatz ist seitlich flach und bildet am Ende eine 
schwache Keule, deren Fläche glatt und ohne Mittelkiel ist; 
auf der Unterseite verläuft ein scharfer Mittelkiel, der vor 
dem Mitteldrittel beginnt und bis zur Keulenfläche reicht; 
die Stirnseitenränder verlaufen als seitliche Kopffortsatz- 
kiele bis zum höchsten Punkte der Keule und vereinigen sich 

Stett. entomol. Zeit. 1907 



323 

an dieser Stelle mit den unteren Kopffortsatz-Seitenkielen; 
die Scheitelseitenkiele verlaufen konvergierend nach vorn 
und schließen eine flache Rinne ein, welche vor der Spitze 
sich erweitert und in eine fein quergeriefte und gewölbte, 
dreieckige Fläche ausläuft, der Scheitelmittelkiel, der auf 
längsgeriefter Scheitelfläche nach vorn verläuft, endet zu 
Beginn der Scheitelrinne; vor den Augen verbindet ein 
Querkiel die Kopffortsatz-Seitenkiele; Clipeus so lang wie 
an der Basis breit, flach gewölbt mit scharfem Mittelkiel und 
scharfen, gehobenen Seitenrändern. Pronotum glatt mit 
einem deutlichen Mittelkiel und zwei tiefen Punktgruben 
auf der Scheibe, die Seitenkiele und die Kiele, welche das 
Pronotum von den Brustlappen trennen, sind scharf; Brust- 
lappen fein punktiert und gerieft. Schildchen mit deut- 
lichem Mittelkiel und nach vorn konvergierenden, schärferen 
Seitenkielen, quergeriefter und zur Hälfte mit einem Mittel- 
kiel geschmückter, flachen Grube vor der glatten, glänzenden 
Schildchenspitze. Das Rostrum reicht bis zur Mitte des 
Hinterleibes. 

Clipeus, Stirnfläche, Scheitel zwischen den Augen, Kopf- 
fortsatz-Unterseite und Kopffortsatz-Enddrittel gelbbraun 
und glänzend, Kopffortsatz-Seiten und Scheitelmitteldrittel 
sind grünhchgelb gefärbt; Augen braun; Ocellen glashell 
und goldig glänzend; ein großer schwarzer Fleck steht in 
den Schläfen; auf jedem Brustlappen befindet sich ein 
großer schwarzer, bandartiger und ein kleiner brauner, rund- 
licher Fleck; Fühler schwarz, Basalglied mit breitem, grün- 
lichen Saume. Zu jeder Seite auf dem Schildchen, in der 
Mitte der Hinterränder steht ein runder, schwarzer Fleck. 
Die Coxen, die Schenkel des zweiten und dritten Beinpaares 
sind gelbbraun, die Schienen und Tarsen und die Schenkel 
des ersten Beinpaares sind schwarz gefärbt. Die Rücken- 
und Bauchsegmente sind schwarzbraun mit gelbbraunen 
Hinterrandsäumen. Scheide und Scheidenpolster gelbbraun, 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



324 



Deckschuppen matt gelblich olivengrün mit gelblicherem 
Saume. Die Form der Deckflügel und Flügel ist wie bei 
F ./intricata Walk. (Journ. Linn. Soc. Zool. S. 142, 13 (1857) 
und F. pythica Dist. (Trans. Ent. Soc. S. 517, Taf. XX, Fig. 3, 
3a (1891). Die Färbung der Deckflügel ist im Costalraume 
ockergelb mit vier großen, viereckigen, schwärzlich grauen 
Flecken mit schwach olivengrünem Schimmer; auf dem Clavus 
stehen drei verschieden große Flecke von gleicher Färbung 
auf ockergelbem Grunde in der Innen- und Mittelzelle, der 
kleinste befindet sich an der Basis, der größte in der Mitte 
und der dritte Fleck vor der Clavusspitze ; die Clavus-Außen- 
zelle ist ungefleckt; das Corium ist matt olivengrün mit 
größeren und kleineren ockergelben Flecken und Nerven; 
der Apicalsaum ist hyalin, weißlich grau mit ockergelben 
Nerven, weiße Tropfenflecke befinden sich im Corium und 
am Apicalsaume. Die Hinterflügel sind wässrig blau mit matt 
grünlichem Tone, die Apicalspitze ist weiß mit graulichem 
Tone, der durch das bräunliche Adernetz hervorgerufen 
wird. Deckflügel und Flügel sind auf der Ober- und Unter- 
seite mit weißem Wachssekret bestäubt, Brust und Hinter- 
leib mit Wachsaussch witzung belegt. 

Länge von der Kopffortsatzspitze bis zum Hinterleibs- 
ende 39 mm, Länge des Kopfes und des Kopffortsatzes 
17 mm, Spannweite 81 mm. 

Philippinen: Polillo, Oktober — November 1888 (Semper). 

Type im Königlichen zoologischen Museum zu Berlin. 



Stett. entomol. Zeit. 1907. 



325 



Eine neue Dryinide aus Sumatra, 

Von Dr. Ciüiititei* £ii«lerleiM, Sioiiin. 

(Mit 1 Figur.) 



Außer der im Nachfolgenden beschriebenen Ncodryinus 
sumatranus nov. spec. fand sich von Sumatra die Larve 
eines Vertreters der Hymenopterenfamihe Dryinidae an 
einem entwickelten $ einer Cercopide, der Machacrota noto- 
ceras Schmidt 1907; diese Cicade stammt gleichfalls aus 
Soekoranda und die Larve hängt ihr am Abdomen. Die 
bisher bekannten Arten der Gattung Neodryinus Perkins 
1905 leben in Australien und ihre Entwickelung findet an 
Fulgoriden statt. Die Larve der erwähnten Machaerotine 
dürfte daher möglicher Weise einer anderen Dryiniden- 
gattung angehören. 

Da die Dryiniden msgesamt ihre Eier auf Homopteren- 
Larven und -Nymphen legen (ihre Larven leben ectoparasitär 
am Körper, am Abdomen oder Thorax), so ist der Fang- 
apparat der Vorderbeine nicht mit scharfen Zähnen ver- 
sehen, wie bei Raubinsekten, sondern es ist der aus dem 5. 
Tarsenghed gebildete Arm desselben mit einem Polster 
weicher Haare'und schuppenartiger Sinnesorgane versehen, 
die eine Verletzung der erbeuteten Cicade verhindern, wie 
dies auch aus der Abbildung Figur i ersichtlich ist. 

Neodryinus Perkins 1905. 
Bull. Exper. Stat. Hawai Vol. I. 1905 p. 50. 

Neodryinus sumatranus nov. spec. 

Stirn deutlich, konkav, seitlich mit feinen Längskielchen, 

die sehr schwach nach hinten konvergieren, in der Mitte sehr 

fein rundlich, zwischen vorderem Ocellus und Clypeus ein 

feiner Mediankiel. Die Entfernung zwischen den hinteren 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



326 

Ocellen ist so groß wie ihr Durchmesser und etwa halb so 
groß wie die Entfernung des vorderen Ocellus von einem 
hinteren, i. Fühlerghed dick, mehr als doppelt so lang wie 
das 2., 3. (ilied sehr lang, fast doppelt so lang wie das 4. 
Vom Maxillarpalpus sind vier lange Glieder sichtbar; vom 
Labialpalpus 2, das letzte groß und kräftig. Schläfen breit, 
sehr stark konvergierend; Hinterhaupt stark ausgebuchtet. 
Stirn sehr breit. Die graden Innenränder der Augen stark 
nach vorn konvergierend. Prothorax sehr dicht und fein 
punktiert, schmal und lang, Quereindruck hufeisenförmig 
nach hinten gebogen ; der hintere Teil stark erhaben ; Hinter- 
rand oben in der Mitte ausgeschnitten, die seitlichen Zäpfchen 




Fig. 1. Neodryinus sumatranus nov. siicc. $. 
Rechter Vurderfuß. 55 : 1. 

abgerundet. Mesothorax etwas gröber aber sehr diclit punk- 
tiert, ohne Parapsidenfurchen. Scuteüum und Postscutellum 
seitlich sehr fein und dicht, in der Mitte ziemlich grob punk- 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



327 

tiert. Mittelsegment mit zalilreichen ziemlich kräftigen 
Längskielen, der Zwischenraum zwischen ihnen ist durch 
feinere Querkiele in mehr oder weniger quadratische Felder 
zerlegt. Abdomen glatt, letztes Segment lang und spitz, 
seitlich etwas komprimiert. 

Schenkel an der Basis keulig. Vorderfuß in Figur i ab- 
gebildet; Klaue mit stumpfem Zahn vor der Spitze. 

Radius im Vorderflügel erreicht fast den Flügelrand, 
aber ist in der Endhälfte unpigmentiert. 

Schwarz; rostrot sind die Beine mit Einschluß der 
Coxen, mit Ausnahme der ersten Tarsenglieder, der Basal- 
drittel der Vorderschienen und der Mittel- und Hinter- 
schienen und der Hinterleib. Ockergelb sind die 4 letzten 
(7. — IG.) Glieder des Fühlers, weiß die Unterseite des Basal- 
gliedes. Vorderflügel braun, Spitzendrittel blaß, durch die 
Flügelmitte eine hyaline farblose Querbinde. Hinterflügel 
ungefärbt. 

Körperlänge 6 mm. Vorderflügellänge 31^ mm. 

Sumatra. Soekaranda. i $. Dr. H. Dohrn. 



Neues über Odontochila, Cicindela 
und Dromica 

von Waltlier Hörn, Berlin. 

L 
Odontochila brevipennis m. (nov. spec). 
Od. discrepanti m. affinis, differt magnitudine multo 
minore; labro 7-dentato (dente centrali ut in illa vix per- 
cipiendo), parte dentes 5 medios ferente longius producta 
(quam illius 3), dentibus basalibus in angulo laterali positis 
rotundatis (in illa acutis) ; capite crassiore, prothoracis parte 
centrali vix minus rotundata, sulco transverso apicali minus 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



328 

profundo; elytris evidenter brevioribus, postice breviter 
rotiindatis (in illa oblique prolongato-angustatis) , spina 
suturali breviore, tota superficie multo subtilius punctata, 
punctis basalibus subtilioribus quam apicalibus in illa specie, 
a basi ad apicem vix subtilioribus, parte marginali deflexa 
viridi coerulea-cyanea, non vel vix nitente (polita in illa) ; 
maculis 2 marginalibus majoribus, centrali striolam brevem 
oblique intus emittente. Corpore supra nee aureo-fulgente 
nee orichalceo, capite pronotoque cupro-aeneis, elytris 
obscurius aenescentibus, subtus virescente (non cyanescente) ; 
2 primis antennarum articulis sordide cyaneo-virescentibus 
(3 — 4 testaco-brunnescentibus (hinc inde metallescentibus) ; 
femoribus viridi-aeneo-violaceo-cupro-variegatis, distaliter 
anguste testaceo anulatis; tibiis testaceo-brunnescentibus, 
tarsis brunnescentibus vix cyaneo indutis. — Long. 7 14 n^rn- 
I (^] Cuyaba (Matto Grosso: Brasilia). 

Eine auffallend kurze, breite, parallele Art ! Der Apical- 
saum des Pronotum fehlt. Die Differenz zwischen der Rand- 
skulptur der Flügeldecken und der Scheibenskulptur ist 
viel geringer als bei Od. discrcpans m. 

Odontochila prepusula m. (nov. spec). 

Od. hrevipcnni m. affinis, capite pronotoque paullo 
grossius sculptis, fronte inter oculos fere eadem latitudine, 
vertice angustiore, oculis multo magis prominentibus ; pro- 
thoracis parte media paullo minus amplo, sulcis (praesertim 
antico) profundioribus levigatisque; elytris angustioribus, 
paullo grossius sculptis, parte marginali minus declivi vix 
sculptura vix coloratione a disco distincta, macula albescente 
media parva rotundata longe a margine distante; palpis 
labialibus crassioribus, trochanteribus sat laete brunnescenti- 
bus, dimidia parte femorum distali testacea, 2 primis anten- 
narum articulis brunnescentibus; corpore infra cyaneo. $ 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



329 

differt a <^ labri parte dentes 3 distinctos medios ferente 
magis producta. — Long. 6% — 8 mm. 

Q^; Matto Grosso. 

Apical- und Basalsaum des Pronotum deutlich ent- 
wickelt. Der wenig steil-abschüssige Flügeldeckenrand zeigt 
nach der Schulter zu einen grünlichen, in der Mitte und 
hinten einen violetten Anflug; jene scharfe Scheidung durch 
Farbe, Punktierung und Glanz, wie er bei den meisten Arten 
der Gattung vorhanden ist, fehlt. Das 3. und 4. Fühlerglied 
ist manchmal größtenteils metallisch. 

Von Od. cupricollis Koll. unterscheidet sich die neue 
Art durch die einfarbig gelbliche Oberlippe ; die etwas gröbere 
Stirn- und Pronotalskulptur ; das breitere, flachere und im 
Mittelstück mehr gerundete Halsschild; die viel kürzeren, 
hinten weniger lang zugespitzten Flügeldecken ; den kürzeren 
Nahtdorn; den durch Skulptur und Färbung noch weniger 
deutlich abgesetzten Flügeldeckenrand; die sehr discoidal 
gestellte Mittelmakel; die cyanfarbigen Episternen usw. 

II. 

Die Synonymie der gewöhnlichen Cic. trifasciata F. war 
von Anbeginn an recht unsicher und verworren. Ich habe 
gleichfalls lange hin- und hergeschwankt, wie man die Be- 
schreibungen deuten solle (vgl. Deutsche Ent. Zeitschr. 97, 
p. 181 und ,, Index" p. 18 u. 23). Vor allem hat mich die 
L e c o n t e sehe Angabe ,, Georgia und West-Indies" für 
seine ascendens stets stutzig gemacht (Tr. Am. Phil. Soc. XI 
p. 56) ; doch habe ich diesen Worten zweifelsohne zu viel 
Bedeutung beigelegt. 

Die Beschreibung der C. trifasciata Fabr. ist zu ungenau, 
um etwas damit machen zu können; ich nehme infolge- 
dessen die älteste Interpretation derselben von O 1 i v i e r 
(Herbst) an. Aus den Fundorten des letzteren, Süd- 
Amerika, Antillen, Guadeloupe, muß man auf jene Rasse 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



330 

schließen, welche die Pronotalskulptur so gekörnt hat wie 
die kalifornische sigmoidea Lee. und die Flügeldeckenskulptnr 
kaum gröber und dichter als die Mexico-Texas-Florida-Rasse 
{asccndens Lee. = serpcns Lee). Das Halsschild hat die 
Tendenz, sich nach vorn zu nicht so ausgesprochen zu ver- 
breitern als bei beiden eben erwähnten Rassen. Die Färbung 
hält ungefähr die Mitte zwischen beiden, die Flügeldecken 
bald mehr grünlich bald mehr bräunlich-erzfarben, die ein- 
gestochenen Flügeldeckenpunkte bald grünlich bald bläulich 
(also im allgemeinen heller und grünlicher als ascendcns Lee). 
Die Zeichnung ist erheblich breiter als bei letzterer (nie 
unterbrochen!), meist auch deutlich breiter als bei sig- 
moidea Lee. 

tortuosa Dej. ist nach den Angaben ,,corselet assez etroit 
presque cane et un peu arrondi sur les c6te's'\ dem Vergleich 
der Zeichnung mit C. trifasciata Dej. [suturalis F. var.!) usw. 
gleichfalls auf diese westindische Rasse zu deuten. Als Fund- 
ort zitiert D e j e a n außer ,,Am. septentr." dementsprechend 
auch die Antillen. Besonders wichtig ist schließlich, daß er 
ausdrücklich angibt (Spec. V. 1831, p. 213), daß Exemplare 
von Peru von seiner C. tortuosa nicht differieren. Die 
L e c o n t e sehe ascendens ist dadurch ausgeschlossen. 
Man hat also dementsprechend zu zitieren: 

trifasciata F. (sec. Oliv., Herbst usw.). Westindien, 
? Venezuela 

tortuosa Dej. 
subsp. ascendens Lee. Mexico bis Florida. 

serpens Lee. (der Wunsch Lecontes, 
diesen Namen zu bevorzugen, kann wohl 
nicht erfüllt werden). 
tortuosa Lee. 
subsp. sigmoidea Lee. Süd-California, ? N.W. -Mexico, 
subsp. peruviana Lap. Ecuador bis Chile. 
inca Lap. 

Btett. entomol. Zeit. 1907. 



331 

Übergangsexemplare zur Prioritätsform finden sich 
westlich der Cordilleren von Fern an nordwärts (vgl. auch 
oben bei tortuosa Dej.). 

III. 

Dromica (Myrmecoptera) spectabilis Per. Sheppardi 

(nov. subspec). 
Differt a forma prioritatis (forma prima descripta) 
(^ a C3 labri basi et apice latins obscuratis; elytrorum linea 
marginali albescente ab humeris usqne ad apicem ducta et 
in tertia parte postica paullo latius a margine ipso distante; 
elytrorum sculptura reticulari plerumque magis in lineis 
longitudinalibus confluente, apice (semper ? solummodo 2 <^^ 
formae prioritatis in collectione mea) longius angustiusque 
prolongato, spina ad basim lateralem angulo plus minusve 
distincto a margine separata (in illa forma typica plerumque 
non visibili). 

Differt a subspecie Ritsemae m. $ labro lateraliter flavo, 
(^ basi et apice latius obscuratis; $5* fronte perparum minus 
profunde rugata, excavatione centrali inter oculos leviore, 
bis vix minus prominentibus; prothoracis parte intermedia 
paullo breviore crassioreque, lateribus magis rotundatis 
(minus rectis), rugis transversis evidenter levioribus; $(^ 
linea marginali albescente elytrorum in tertia parte apicali 
a margine magis distante (solummodo juxta suturam huic 
attingente), $ elytrorum apice minus (a sutura marginem 
versus) declivi (ut incisura juxta-suturalis magis „lateraliter" 
a Spina, ut ita dicam — visu verticali — posita esse videatur). 
^ Spina ipsa ad lateralem basim angulo perparvo plus minusve 
distincto a margine separata. — Long. 13 — 16 mm (sine labro 
nee Spina). 

$3*; prope Beiram a Dom. P. A. Sheppard, II — III 06 
collecta. 

Stett. eutomol. Zeit. 1907. 



332 

Die Flügeldeckenspitze (bisweilen länger verschmälert 
zulaufend usw.) und Flügeldeckenskulptur (bald mehr in 
Längslinien zusammenfließende Septen, bald reiner netz- 
förmig; manchmal feiner, manchmal gröber) schwanken 
ähnlich vielen anderen Arten des Genus auch bei der neuen 
Form etwas: in beiden Merkmalen habe ich keinen kon- 
stanten Unterschied zwischen letzterer und subspec. Rit- 
semae m. finden können. Dagegen scheinen hierin einige 
Differenzen gegen die Prioritätsform [,,forma typica'''), wie 
oben angeführt, vorhanden zu sein. 

Dromica (Myom.) tarsalis brevinuda (nov. subsp.). 

Differt a typo magnitudine minore; vertice non aut vix 
piloso (pilis 2 — 4!) ; pronoto breviore anticem versus dilatato, 
disco sparsim piloso; elytris brevioribus; spina suturali $ 
multo, (^ paullo breviore, hac basim versus crassiore. — 
Long, (sine labro spinaque) ^ 15 — 1614 mm, $ 12 — 131/2 mm. 

Kigonsera (D. O. Afrika: Ertl. — 1904-05). 

Die Prioritätsform mißt $ iq — 20 mm, (^ 15 — 17 mm 
und hat bisweilen die Basis der Flügeldecken dichter be- 
borstet. 

Die neue Form ist deshalb besonders interessant, weil 
sie der M. Neumanni recht ähnlich wird. Nach dem bisher 
bekannten Materiale unterscheidet sich jedoch die letztere 
stets durch die unbehaarte Scheibe und Vorderrandpartie 
des Pronotum, die (im Gegensatz zu der dichten Beborstung 
von M. tarsalis et var.) spärliche Beborstung der Mitte von 
Vorder-, Mittel- und Hinterbrust und dem beim $ längeren 
Nahtdorn. Außerdem hat M. Neumanni meist auch den 
Seitenrand des Pronotum kahl, resp. nur nach den Vorder- 
ecken zu spärlich beborstet, und ein im ganzen noch kürzeres 
Halsschild. Andererseits weist M. tarsalis typica oft eine 
dichtere Beborstung des Basalteils der Flügeldecken auf. 

Stett. entoHiol. Zeit. 1907. 



333 

Dromira clathrata und sculpturata. 

Dromica clathrata Klg. und sculpturata Boh. sind trotz 
der vielfachen und auf den ersten Blick scheinbar unüber- 
brückbaren Unterschiede durch kein einziges konstantes 
Kennzeichen zu trennen ! 

Zunächst gibt es eine große Zahl von Individuen, welche 
in der Form und Skulptur der Flügeldecken von den zwei 
Prioritätsformen abweichen. Die echte Dr. sculpturata Boh. 
hat überall auf denselben eine feine, dichte, gleichmäßige, 
netzförmige Pvmktierung, wobei jeder Zwischenraum (auch 
der zwischen 1. Rippe und Naht, sowie 5. Rippe und Rand) 
mehr als eine Reihe von Grübchenpunkten (ich spreche 
von ,, Reihe", obwohl die letzteren einfach netzförmig an- 
geordnet sind) zeigt. Von den Rippen sind die zweite und 
dritte einander sehr, die vierte und fünfte untereinander 
etwas weniger genähert. Nach hinten zu reichen die 
Rippen mindestens bis zur Mitte der weißen Makel. — 
Die Gestalt der Flügeldecken ist bei Dr. sculpturata Boh. 2 
im ganzen etwas schmäler als bei Dr. clathrata Boh., nach 
vorn weniger, vor der vSpitze stärker verengt und zwischen 
Außenwinkel und Nahtdorn etwas mehr ausgebuchtet; 
beim (^ im ganzen ähnlicher, aber die Flügeldecken hinten 
weniger lang zugespitzt (Nahtdorn selbst auch etwas kürzer). 

Bei der echten Dr. clathrata Klg. erlöschen die Rippen 
erheblich früher, etwa beim Übergange zum letzten Drittel 
oder Viertel. Die Skulptur ist nirgends fein netzförmig: 
hinten stehen die eingestochenen Punkte spärlicher als bei 
jener; der marginale Randstreifen ist mäßig grob und ziem- 
lich weitläufig, der fünfte Zwischenraum (zwischen 4. und 
5. Rippe) annähernd gleich grob aber netzförmig (schmale 
Septen als Zwischenwände), die vier sich daran schließenden 
Zwischenräume wiederum gröber skulpiert: der erste und 
dritte ist durch eine einzige Reihe querer Grübchen aus- 
gefüllt, der zweite weist die größten (oft leuchtend kupfrig 

Stett. eutomol. Zeit. 1907. 



334 

gefärbten) Gruben auf, von welchen meist zwei unregel- 
mäßig alterierend schräg nebeneinander gestellt sind. Der 
4. Zwischenraum hat eine Skulptur, die gewöhnlich die 
Mitte zwischen der des zweiten und fünften Zwischen- 
raumes hält. 

Zunächst ist nun zu konstatieren, daß man kaum zwei 
Individuen von Dr. clathraia Klg. aus verschiedenen Fund- 
orten findet, welche eine identische Flügeldeckenskulptur 
haben. Ich besitze z. B. i 9 aus Transvaal, welches betreffs 
des ersten bis dritten Zwischenraums schon stark an die 
Skulptur von Dr. Gunningi Per. erinnert. Ein anderes $ 
hat im ersten Zwischenraum zwei, im dritten sogar schon 
drei unregelmäßig nebeneinander angeordnete ,, Reihen" von 
Grübchenpunkten, indem es der Skulptur des fünften sehr 
ähnlich wird. Andere Exemplare haben im zweiten Zwischen- 
raum fast nur eine einzige Reihe ganz großer, kupfriger 
Gruben. Ein (^ aus Süd-Batlapin (zwischen Mitzima Kraal 
und Springbockfontein) hat im 1. — 3. Zwischenraum nur je 
eine Reihe Gruben (im 1. und 3. solche von querem Format, 
im zweiten etwas größere und rundliche). — Es kommen 
außerdem auffallend langgestreckte und stark verkürzte 
Flügeldecken vor. — Die Rippenbildung schwankt bei der 
Klugschen Form relativ nicht so erhe])lich. 

Die Abänderungen der Dr. sculphirata Boh. sind weniger 
auf den ersten Blick in die Augen springend und auch nicht 
so häufig wie die der anderen. Im Gegensatz zu jener sind 
auch hier gerade die Rippen am variationsfähigsten: der 
dritte Zwischenraum kann sich so verbreitern, daß alle 
Zwischenräume fast gleich breit werden. Meist vereinigt 
sich die 1., 4. und 5. Rippe mehr oder weniger deutlich 
(mehr oder weniger dicht) vor der Spitze der Flügeldecken, 
die zweite und dritte dito vor dem hinteren Viertel bezw. 
Drittel. Ich habe nun 2 $$ aus Transvaal, welche in der 
Rippenbildung fast genau mit Dr. clathrata Klg. überein- 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



335 

stimmen, dabei aber eine so feine und dichte Skulptur auf- 
weisen wie die echte sculpturata Boh. Ein $ davon hat aller- 
dings im zweiten Zwischenraum schon größere Gruben; es 
stimmt auch im Habitus etwas mehr mit Dr. clathrata überein 
(auch in der Farbe der Oberlippe). Das andere ähnelt in 
diesen letzten Punkten der Dr. sculpturata Boh., so daß also 
eine fortlaufende Übergangsreihe gebildet wird. 

Ein c? aus Rustenburg (Transvaal) würde mit Dr. 
clathrata Klg. übereinstimmen, nur reichen die Rippen etwa 
so weit nach hinten wie bei Dr. sculpturata Boh., welch' 
letzterer auch das Halsschild in Form und Skulptur weit 
mehr ähnelt als ersterer. — Ein ^ aus Waterval (Ouder) 
steht in Gestalt und Anordnung der Rippen zwischen beiden 
Formen, die Oberlippe ist auf beiden Seiten in ziemlicher 
Ausdehnung schwärzlich gefärbt, die Rippen sind flach ent- 
wickelt, die Flügeldeckenskulptur fast überall gleichmäßig, 
aber gröber als bei der echten sculpturata Boh. — Eine 
ganze Anzahl von unter sich ziemlich identischen Über- 
gangsexemplaren liegt mir von Haenertsburg (Transvaal: 
Junod) vor. Oberlippe, Kopf und Halsschild sind etwa 
wie bei Dr. sculpturata Boh., Fühlerglieder kaum abge- 
plattet, Flügeldecken hinter der Mitte noch viel kürzer 
(besonders Spitze kürzer gerundet). Die Rippen sind etwa 
wie bei Dr. clathrata gestellt, aber etwas länger nach hinten 
geführt. Die Skulptur in den Zwischenräumen hält unge- 
fähr die Mitte zwischen beiden Formen (im zweiten Zwischen- 
raum ist sie gröber als in den übrigen). Der erste Zwischen- 
raum zeigt zwei ,, Reihen" querer Grübchen, der zweite 
beim $ drei (beim (^ meist zwei) ,, Reihen", der dritte 1—2 
,, Reihen", der vierte 2 — 3 ,, Reihen", der fünfte 1 — 3 ,, Reihen" 

Die Färbung der Oberseite des Körpers (bald heller 
kupfrig, bald dunkel), die weiße Makel (bei Dr. clathrata 
manchmal ganz fehlend; selten so verbreitert, daß sie den 
halben Spitzenteil einnimmt. — Bei Dr. sculpturata Boh. 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 2'1 



336 

sehr selten fehlend), die Fühlerabplattung (bei Dr. sculp- 
turata Boh. niemals in stärkerem Grade vorhanden, bei Dr. 
clathrata Klg. bisweilen fast fehlend) usw. gestatten noch 
weniger eine scharfe Scheidung als die oben zitierten Unter- 
schiede in der Flügeldeckenskulptur. 

Zum Schluß noch die Bemerkung, daß die echte Dr. 
sculpturata Boh. eine gelbe Oberlippe, clathrata Klg. eine 
schwärzliche oder metallene mit schmaler weißer Mittel- 
linie hat. Das Halsschild der echten Dr. clathrata Klg. ist 
länger und nach hinten stärker verschmälert; Dr. sculp- 
turata Boh. hat bisweilen ein auffallend kurzes, breites, 
paralleles Mittelstück des Prothorax mit ganz plötzlich ver- 
engter Basis, Diese ,, Hinterecken" können andrerseits aber 
auch ganz fehlen, die Gestalt des Halsschildes kann im 
ganzen erheblich schmäler werden und sich basaliter ähn- 
lich wie bei Dr. clathrata Klg. verschmälern. 

Über die geographische Verbreitung läßt sich noch 
nichts Abschließendes sagen: Dr. clathrata scheint von Port 
Natal bis zum Zambesi und N'Gami See (Hauptfundorte 
in Transvaal!) vorzukommen. Dr. sculpturata ist mir nur 
von Natal und Zululand bekannt geworden. 

Dr. sculpturata Boh. würde also danach als subspecies 
zu Dr. clathrata Klug zu stellen sein. 



Stett. eutomol Zeit. 1907 



337 

lieber neue oder wenig bekannte Käfer 

aus 

Asien, Amerii^a und Deutsch=Ostafrika 

von M. Pie, Digoin. 



Die in diesem Artikel studierten Coleoptera gehören alle 
der Sammlung des Deutsch. Ent. National-Museums in 
Berlin an (folgende Arten: Ptinus brasiliensis Pic und Eu- 
pactus Germaini n. sp. aus Bolivia, sowie Anthicus assamensis 
n. sp. aus Assam befinden sich auch in meiner Sammlung). 
Ich verdanke Herrn Custos Sig. Schenkung die Mitteilung 
derselben. 

Trigonogenius aeneus Pic Ich habe diese Art aus Chile 
beschrieben; das Deutsche Entom. National-Museum be- 
sitzt sie aus Texas, ich bezweifle aber die Richtigkeit dieser 
Fundortsangabe . 

Ptinus brasiliensis Pic Aus Brasilia beschrieben, wurde 
in Bolivia von Germain gesammelt. Diese letzteren Exemplare 
sind ein wenig durch die Grundfarbe der Flügeldecken und 
durch die Dichtigkeit oder die Anordnung der grauen oder 
gelben Behaarung auf den Flügeldecken verschieden. 

Trichodesma robustior Pic Aus Brasilia beschrieben, 
wurde in Paraguay von Dr. Dracke gesammelt. 

Petalium carinaticeps n. sp. Ovalis, modice elongatus, 
rufescens, sat dense aurato sericeo pubescens, antennis 
testaceis, capite fere glabro, punctato, longitudinaliter cari- 
nato; thorace satis elongato antice attenuato, subarcuato 
reflexoque, laterahter foveato; elytris satis brevibus et latis, 
lateraliter mediocre bistriato-punctatis; pedibus rufescen- 
tibus. Long. 2,3 mm. America Meridionalis : Bolivia. 

Cette espece est des plus distinctes par la presence d'une 
forte carene sur le milieu de la tete, caractere qui la distingue 
ä premiere vue des autres especes du genre; par son revete- 

Stett entomol. Zeit. 1907. 22' 



338 

ment rappelle P. Fauveli Pic, mais la forme est plus ro- 
buste et le bord anterieur du prothorax plus releve. 

Eupactus Germaini n. sp. Ovalis, modice elongatus, 
nitidissimus, fere glaber, niger, antennis pedibusque rufes- 
centibus. Capite mediocre, sat dense punctato; antennis 
articulis tribus ultimis validis ; thorace breve, antice attenuato 
et subarcuato, mediocre sat sparse punctato; elytris mediocre 
et sparse punctatis, apice subrotundatis, postice et latera- 
liter bistriatis. Long. 2,5 — 3,5 mm. America meridionalis: 
Bolivia (Germain). 

Par la forme de ses stries laterales qui s'effacent en 
avant cette espece se rapproche de E. testaceipes Pic, mais ce 
dernier est moins brillant et offre une punctuation beaucoup 
plus dense sur le prothorax; rappelle de forme hrevis Pic, 
mais en est bien distinct, ä premiere vue, par la presence de 
ses stries laterales posterieures. 

Ich freue mich, dieser neuen Art den Namen des Samm- 
lers zu geben, der sie (so wie die anderen Tiere von dem- 
selben Fundort, welche hier beschrieben sind) fing. 

Xyletinus boliviensis n. sp. Subparallelus, convexus, 
subopacus, sat dense luteo pubescens, rufescens, in disco 
thoracis elytrorumque plus minusve obscurus, antennis pedi- 
busque rufescentibus. Capite mediocre, subcarinato, diverse 
punctato, pro parte granulato, oculis nigris; thorace rufes- 
cente, in disco nigro, breve, antice strangulato et in medio 
leviter arcuato, angulis posticis rotundatis, anticis fere rectis, 
sat sparse granulato diverse punctato; elytris postice oblique 
truncatis, fortiter punctato-striatis, intervallis subconvexis, 
in disco nigris, lateraliter plus minusve rufescentibus. Long. 
5 mm. Bolivia. 

Tres voisin de hrasiliensis Pic et s'en distinguant ä pre- 
miere vue par les stries profondes des elytres et les intervalles 
un peu convexes, enfin par la coloration en partie foncee. 

Anthicus assamensis n. sp. Satis latus, nitidus, sat sparse 

biett eiitoinol, Zeit. 1907. 



- 339 

griseo pubescens, rufescens, pro parte obsciirus, antennis pedi- 
busque pro majore parte testaceis. Capite obscuro, lato, 
postice subtruncato, distincte punctato; antennis testaceis, 
apice dilatatis; thorace breve, sat dense punctato, lateraliter 
sinuato, rufescente sed in disco obsciiro; elytris rufescentibns 
sed ad medium obscuris, latis et brevibus, distincte punctatis, 
apice subrotundatis ; pedibus testaceis, femoribus aliquot 
pro parte fuscatis. Long. 2,5 mm. India: Kliasi Hills, in 
Assam. 

Cette nouveaute qui, par son prothorax sinue ä fossette 
laterale, peut prendre place dans le voisinage de fugax Laf., 
se distinguera de cette espece et des voisines par l'absence 
de foveole sur la base du prothorax. Differe de manifestus 
Pic, dont le prothorax est presque semblable, par la forme 
plus robuste, la tete non retrecie derriere les yeux et la co- 
loration. 

Anthicus (Ischyropalpus) Bruchi Pic Diese Art wurde 
aus der Provinz Tucuman. beschrieben. Das Deutsch. Ent. 
Nat. -Museum besitzt sie desgleichen aus der Republica Ar- 
gentinien: aus Mendoza stammend; dann wurde sie noch 
von dem Reisenden Herrn Baer in Tapia gefunden (coli. Pic). 
Die Färbung dieser Art scheint ein wenig veränderlich zu 
sein, manchmal haben die Flügeldecken keine deutliche röt- 
liche Basalfärbung. 

Sphinginopalpus rufithorax n. sp. $. Satis elongatus, 
postice convexus et dilatatus, nitidus, mediocre griseo 
pubescens, rufotestaceus, oculis, corpore infra et pedibus 
posticis pro parte obscuris exceptis, elytris viridescentibus, 
flavo limbatis et fasciatis. Capite fere impunctato, satis 
elongato, oculis nigris; antennis testaceis, apice fuscatis; 
thorace indistincte punctato, elongato, postice strangulato 
et pallidiore; elytris ad basin angustatis et depressis, hu- 
meris prominulis, postice subrotundatis et convexis, fortiter 
sat regulariter punctatis, metallico viridescentibus, flavo 

Stett. cntomol. Zeit. 1907. 



340 

limbatis et ante medium transverse flavo fasciatis; pedipus 
plus minusve testaceis, pedibus posticis pro majore parte 
obscuris, tibiis fere rectis. — Long. 2 mm. — Zanzibar. 

Voisin de Oneili Pic, en differe ä premiere vue, par la 
ponctuation des elytres plus marquee et la coloration plus 
claire de l'avant corps. — Deutsch Ostafrika. 

Je rapporte provisoirement ä cette espece, ä titre de 
Variete et sous le nom de infasciatus, une $ qui se distingue 
par la coloration plus fonce de l'avant corps, ainsi que par 
l'absence de fascie blanchätre aux elytres et dont voici les 
caracteres principaux: Brillant, peu pubescent, indistincte- 
ment ponctue sur l'avant corps qui est fonce, sauf la base 
du prothorax testacee; antennes foncees, ä base testacee; 
elytres tres fortement ponctues en rangees, retrecis ä la 
base mais avec les epaules marquees et droites, d'un vert 
metallique avec une bordure laterale flave qui s'efface aux 
deux extremites; pattes en majeure partie testacees, cuisses 
plus ou moins marquees de fonce, tibias posterieurs obscurcis 
ä leur extremite, presque droits. 

Formicomus sulcicollis n. sp. — $. Oblongus, nitidus, 
pilis longis albidis aut brunneis ornatus, nigro-piceus, thorace 
rubro, antennis ad basin testaceis. Capite postice attenuato, 
sparse fortiterque punctato; antennis elongatis, nigris, ad 
basin testaceis; thorace rubro, antice valde dilatato, in disco 
et longitudinaliter sulcato, sparse fortiterque punctato; elytris 
ovalibus, apice modice subtruncatis, mediocre punctatis, 
humeris prominulis; pedibus robustis, plus minusve nigro- 
piceis, femoribus ad basin brevissime testaceis. — Long. 
4 mm. — Deutsch-Ostafrika: Tanga (K. HarLmanii). 

Cette nouveaute, dont la coloration rappelle celle de 
rubricollis Laf., est des plus distinctes par son prothorax 
fortement sillonne longitudinalement ; ce dernier caractere 
la rapproche des Bcrgrothi Fairm. et canaliculatus Laf., mais 
sulcicollis est plus robuste et d'une autre coloration. 

Stett entomol. Zeit. 1907. 



341 

HylophilusHartmannin. sp. Subparallelus.mediocreelon- 
gatus, subnitidiis, griseo pruinoso pubescens, proparteniger, pro 
parte testaceus. Capite obscuro, postice truncato, distincte 
punctato, oculis mediocris, distentibus ; antennis brevibus 
et crassis, nigro-piceis, articiilis 4 primis et ultimo testaceis, 
articulis secimdo et tertio fere aequalibus, ultimo breve; 
tborace breve, distincte punctato, testaceo, in disco fuscato 
et fere aequale, postice oblique attenuato, angulis anticis 
notatis; elytris satis latis, subparallelis, punctatis, antice 
indistincte depressis, nigris sed ad basin brevissime testaceis ; 
corpore infra obscuro; pedibus pro majore parte testaceis, 
femoribus posticis validis, infra ciliatis. — Long. 2 mm. — 
Deutsch-Ostafrika: Tanga (K. Hartmann). 

Cette petite espece, voisine de africanus Pic, s'en 
distingue facilement par sa forme moins allongee et la struc- 
ture du prothorax. Par ses yeux distants entre eux et ne 
touchant pas le bord posterieur de la tete, ses antennes 
robustes, plus claires aux extremites et sa pubescence couchee 
grise ä reflets soyeux, cette nouveaute se reconnait ä 
premiere vue. 

Diese Neuigkeit widme ich mit Freuden Herrn Hart- 
mann, der sie (sowie auch den oben beschriebenen Formi- 
comiis sulcicoUis) entdeckte. 

Anakania pulchra n. sp. Oblongo-ovalis, antice et postice 
attenuatus, convexus, niger, antennis testaceis articulo primo 
fuscato, pro parte rugoso punctatus, nitidus sed dense 
pubescens (pubes pro parte ochracea aut sericea, irregulariter 
disposita), pedibus pro parte rufescentibus. Long. 3,3 mm. — 
Zanzibar. 

Cette nouveaute a la tete grosse, garnie d'une ponctuation 
rugueuse, peu pubescente, yeux grands, un peu saillants; 
antennes ä premier article obscur, robuste et grand, 2e petit 
(les suivants invisibles ne peuvent etre decrits) les trois 
derniers epais et assez longs, ceux-ci testaces; prothorax 
court, etrangle en avant pres des yeux, subarque anterieure- 

Stett. cntoinol. Zeit. 1907. 



342 

ment au milieu, sinue en arriere, droit siir les cotes avec les 
angles posterieurs un peu arrondis, faiblement gibbeux sur 
le milieu posterieur du disque, ä ponctuation en partie eugu- 
euse; ecurson presque en demi cercle, petit; elytres sinues 
et de la largeur du prothorax ä la base, un peu attenues et 
subarrondis ä l'extremite, ä ponctuation en partie granu- 
leuse, Sans stries marques sur le disque mais avec deux stries 
posterieures externes bien marquees et une faible gibbosite 
humerale; dessous du corps fonce, pubescent de gris. 

Dans la crainte de deteriorer un insecte unique, en le 
repreparant pour l'etude, je n'ai pas pu examiner suffisam- 
ment les antennes qui m'ont paru, par le peu que j'eu ai pu 
voir, se rapprocher de Celles de Anakania et c'est pourquoi 
j'ai place cette nouveaute dans ce genre, malgreque sa forme 
soit plus convexe, plutöt que dans un autre, les Cathorama 
Guerin par exemple. Quoi qu'il en soit, cette nouveaute est 
des plus distinctes, entre toutes les especes du meme groupe 
par son revetement ä reflets soyeux et sa forme qui, prothorax 
excepte, la fait rsesembler ä certains Eupactus. Facile ä 
distinguer de A. suhvelutina Pic par sa taille plus avanta- 
geuse, sa forme plus convexe, et son revetement. 

Petalium cribripenne n. sp. Parallelus, fere opacus, 
mediocre et griseo pubescens, rufescens, elytris nigris, rufo 
limbatis. Capite thoraceque pupillato punctatis, thorace 
breve, in disco impresso, anterius limbato et reflexo, latera- 
liter bifossulato ; elytris profunde punctato-striatis, interstitiis 
angustis et subcarinatis. — Long. 2 mm environ. Zanzibar. 

Tres voisin de parmata Baudi mais ponctuation diffe- 
rente, celle des elytres beaucoup plus forte (la ponctuation 
des 2 stries laterales est plus forte que celle des autres stries 
dans les deux especes), prothorax plus inegal en dessus et 
aspect different, non brillant. 



Stott. entomol. Zeit. 1907. 



343 



Neue Dynastiden=Arten. 

Beschrieben von Chr. Steriiber^, Stralsund. 

' I. 

Podischnus Oberthüri n. spec. 

19 (^ 2 $. (coli. aut.). (^ Länge 31 — 40, Breite i'i— 19 mm. 
P Länge 32 — 37, Breite 16 — 19 mm. Pacheita (Ost-Peru, 
Oberer Amazonas). 

Diese dem P. agenor Oliv, nahestehende, oben wie unten 
eigenartig glänzende neue Art unterscheidet sich leicht von 
demselben durch die konstant viel hellere Färbung, die 
schlankere Form, das kürzere Kopf- und das viel schlankere 
und stets schmälere Brusthorn, das ohne jede Be- 
haarung ist {agenor hat an und vor demselben stets 
einen sehr dichten Haarbüschel stehen). Die neue Art ist 
von ähnlich länglich-zylindrischer Gestalt wie P. agenor, 
doch ist sie etwas schlanker und erheblich heller - — hell- 
kastanienfarbig — gefärbt. — Der hinten breite, nach vorn 
zu in fast gerader Linie allmählich sich verschmälernde 
Kopf ist kürzer, auch schmäler und in der vorderen Hälfte 
neben dem Hörn seitlich nicht so tief ausgeschnitten wie 
bei agenor; er ist mit feiner, kaum gehobener Randleiste 
umgeben und läuft vorn in zwei dreieckig vorgezogene, 
etwas aufgebogene Endzacken, die durch einen seichten 
Ausschnitt getrennt sind, aus. Unmittelbar hinter diesem 
Ausschnitt erhebt sich aus seitlich und hinterwärts ver- 
breiterter, die ganze Breite zwischen den Seitenrändern ein- 
nehmender Basis das K o p f h o r n , das bei den großen 
Exemplaren etwa doppelt so lang ist als der Kopf (bei agenor 
ist es stets länger). An der Basis am breitesten und allmäh- 
lich verschmälert bis zur stumpf abgerundeten Spitze, steigt 
es im ersten Drittel seiner Länge fast gerade in die Höhe 
und biegt sich dann in leichtem Bogen nach hinten, dabei 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



344 

in der letzten Hälfte nicht die eigenartig fast gerade Linie 
zeigend, wie sie sich bei den großen Exemplaren des agciior 
am Kopfhorn findet. Seitlich zusammengedrückt, ist das 
Kopfhorn vorn am breitesten und hier leicht abgerundet 
und läuft nach hinten stumpf kielartig aus, in der Mitte 
langbucklig vorgezogen. Je kleiner die Exemplare, desto 
kürzer, dünner das Kopfhorn, bei den kleinsten verschwindet 
sogar der hintere Buckel gänzlich. Der hinter dem Kopf- 
horn liegende Kopfteil ist schwach gewölbt, glatt in der 
Mitte und an den Seiten vor den sehr flachen, gelbbräun- 
lichen Augen mit großen haartragenden, seichten Augen- 
punkten. Die M a n d i b e 1 n sind durch einen Einschnitt 
in zwei stumpf abgerundete Zacken geteilt, von welchen 
die äußere die breitere und zugleich längere ist. — Die größte 
Breite des querelliptischen, in leichtem Bogen seitlich vor- 
gerundeten Halsschildes liegt dicht hinter der 
Mitte; von hier verschmälert es sich leicht nach hinten bis 
zu den stumpfwinklig vorgerundeten Hinterecken, viel 
stärker aber nach vorn bis zu den ziemlich scharf aber nicht 
lang vortretenden, leicht abgerundeten Vorderecken. Die 
Hinterseite desselben ist sehr schwach aber breit vorge- 
zogen, die Vorderseite dagegen ziemlich scharf ausge- 
schnitten. Hinten und an den Seiten ist es mit kräftiger, 
schmaler Randleiste versehen, die an der Vorderseite in 
eine flache, schwach erhöhte, nach der Mitte zu stark ver- 
breiterte Leiste sich umwandelt. In der vorderen Hälfte 
fällt das Halsschild schräg nach dem Vorderrande ab und 
trägt über dieser Abfallfläche ein aus der scharf gewölbten 
Hinterhälfte entspringendes schmales, stets haar- 
loses, bei großen Exemplaren kaum kopflanges Hörn, 
das bei einer Breite von etwa i— 1 1/2 mm sehr flach ist, 
nach den Seiten scharfkantig ausläuft und sich fast ganz 
gerade nach vorn erstreckt ; es ist am Apex leicht verbreitert 
und durch leichten Einschnitt in zwei kurze Zacken aus- 

Stctt. entomol. Zeit. 1907. 



345 

gezogen. Je kleiner das Tier, desto ki.irzer wird auch das 
Brusthorn, doch behält es auch bei den kleinsten Exemplaren 
die gewöhnliche Breite und die Endzacken bei, während es 
bei agenor je nach der Größe in Länge, Breite und Form 
ungemein abändert, auch stets bei allen Größen den dichten 
Haarbusch aufweist (bei der neuen Art fehlt stets jede Be- 
haarung). Die ganze Fläche des Halsschildes ist glänzend, 
ganz glatt, nur neben den Seitenrändern findet sich längs 
der Mitte derselben eine ziemlich breite, nach vorn und 
hinten allmählich abschmälernde Fläche, die mit flachen, 
aber großen, groben Augenpunkten versehen ist. — Das 
Schildchen ist groß, breit, lang — dreiseitig, eben und 
glänzend, neben dem Hinterrande mit tief runzlig punk- 
tiertem Halbkreis. — Der Hinterleib ist ebenso 
länglich-zylindrisch als bei agenor, doch etwas 
schlanker. Die Wölbung der Flügeldecken ist eine gleich 
stark konvexe ; die Seiten verlaufen ebenso parallel ; die 
Schultern sind gleich stark vorgezogen; der Apex verläuft 
genau so stumpf abgerundet; der Discus ist ebenso stark 
gewölbt und fällt in gleich schroffer Weise nach den Seiten 
und dem Apex zu ab; die Randleiste ist gleich kräftig; der 
Suturalstreif ist von der Basis bis zum Apex ebenso tief 
eingeschnitten; neben dem Rande unter dem Schulter- 
buckel stehen zwei kurze, von letzterem kaum bis zur Mitte 
reichende Reihen von Augenpunkten, sonst ist die ganze 
Fläche der Flügedecken glatt, glänzend. Die Flügeldecken 
der neuen Art unterscheiden sich also von denen des agenor 
eigentlich nur durch die etwas schlankere Form und die 
viel hellere Färbung. — Die Unterseite hat dieselbe 
Färbung wie die Oberseite, doch sind die Schenkel aller 
Beine auffallend heller rotbraun gefärbt; die erstere ist, mit 
Ausnahme der Bauchsegmente und der Beine, dicht mit 
kurzen, anliegenden rotbraunen Härchen bedeckt. Die 
mittleren Segmente sind schmal schwarz gerändert und 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



346 

tragen vor diesem Rande eine Reihe von Haarpunkten, 
die meist in der Mitte eine Lücke aufweist. Der Prosternal- 
zapfen zwischen den Vorderhüften ist etwas verkürzt, kegel- 
förmig zugespitzt mit langem Haarbüschel. Das Pygidium 
ist beim (^ stark eingezogen-zugerundet, glänzend, glatt, nur 
an der Basis mit einem schmalen Saum feinster Pünktchen; 
beim $ ist es mehr schräg nach unten gerichtet. — Die 
Beine sind kräftig, kurz, aber dabei doch zierlich, be- 
sonders die Tarsen. Die Schenkel aller Beine zeigen keine 
Eigentümlichkeiten. Die Vorderschienen sind abgeflacht, 
sie tragen in ihrer distalen Hälfte 4 spitze, sehr gerade ab- 
stehende Zacken, von denen die beiden Endzacken sich 
nahe stehen, während die Mittelzacke ebenso weit von der 
vorletzten, wie von der ersten, die viel kleiner als die drei 
anderen ist, entfernt ist. Die weniger flachen vier Hinter- 
schienen tragen am distalen Endrande zwei schmale, scharfe 
Zacken, ebenso auf den Querkanten eine sehr schrägge- 
stellte Reihe von meistens drei ebenso scharfen Zacken. 
Alle Tarsen, von welchen die am Vorderfuß am längsten, 
sind sehr schlank und zierlich ; bei den vier Hinterbeinen ist 
das erste Tarsenglied oben in einen langen, sehr spitzen 
Stachel ausgezogen. Alle Tarsen glieder haben unten einige 
lange, rotbraune Börstchen und oben stehen hinter dem 
Vorderrande zwei davon. Das sehr schlanke Krallenglied 
trägt auf der Unterseite nur in der Mitte eine schmale Reihe 
dieser Börstchen, während es oben deren zwei einzeln stehende 
zeigt, wie alle anderen Tarsengheder auch. Die Krallen sind 
sehr lang, die Afterkralle ist sehr kurz und breit und hat an 
den Seiten je einen abgerundeten, durchsichtigen Haut- 
lappen. — Das Weibchen gleicht dem Männchen sehr, 
doch hat der dicht runzlich punktierte Kopf statt des langen 
Hornes des ^ nur einen niedrigen Höcker; das Halsschild 
trägt kein Hörn wie das ^, es ist einfach rund gewölbt und 
hinter dem Vorderrande und neben den Seiten mit einer 

Stctt. entomol. Zeit. 1907. 



347 

breiten, dicht mit großen, groben Augenpunkten besetzten 
Fläche umgeben, sonst ganz glatt, ziemlich glänzend. Flügel- 
decken, Unterseite, Beine ganz so wie beim (^. — Die 
Stridulations-Organe befinden sich auf dem 
Propygidium und bestehen aus äußerst feinen, kurzen sehr 
glänzenden Kielchen, die in zwei hinten nicht weit von ein- 
ander stehenden und nach vorn divergierenden, schmalen, 
leicht erhöhten Reihen quergestellt sind. Bei agenor ver- 
laufen diese Reihen parallel, die Kiele sind kürzer als bei 
der neuen Art. 

Diese neue Art widme ich dem Herrn Rene Ober- 
thür-Rennes. 

Podischnus Becken n. spec. 

3c^ 3 $ (coli. aut.). (^. Länge 33^40, Breite 16 — 19 mm. 
$. Länge 38 — 39, Breite 17 — 18 mm. Rio Cachiyacu (Iquitos, 
Ost-Peru, Oberer Amazonas), Pacheita (Ost-Peru, Oberer 
Amazonas) . 

Steht dem P. agenor Oliv, sehr nahe, doch unterscheidet 
.sich leicht von demselben, da das (J ein vorn viel 
stärker punktiertes Halsschild und be- 
sonders auf der vorderen (beim agenor glat- 
ten) Abfallfläche eine vom Hörn bis zum 
Vorderrand führende ziemlich breite, 
aber nur flache Furche zeigt, die in 
ihrer ganzen Ausdehnung quergerippt 
ist; auch die ganz kleinen (^<^ zeigen diese Furche 
und deren Querrippung deutlichst ausgeprägt. Das $ 
der neuen Art unterscheidet sich \'om 
agenor-^ durch die von der Basis bis 
zum hinteren Buckel reichenden groben 
Augenpunktstreifen der Flügeldecken, 
die nicht bloß, wie bei agenor, in einigen kurzen Streifen 
zu beiden Seiten des Schulterbuckels vorhanden sind, 

Stett. eutomol. Zeit. 1907. 



348 

sondern vom Seitenrande bis nahe an die 
Naht fast die ganzen Flügeldecken be- 
decken, so daß nur ein schmaler glatter 
Raum neben der ersteren freibleibt. Nach 
der Entwickelung des Kopf- und Brusthorhes kann man 
schließen, daß das vorliegende größte ,^ einer Mittelgröße 
angehört, die beiden kleinen (^(^ jedoch den kleinsten der 
Art zuzuzählen sind. Ich gebe in Folgendem die Beschrei- 
bung dieses mir vorliegenden mittelgroßen (^. — Die ganze 
Form und Färbung ist eine solche, wie sie bei agenor all- 
gemein ist. Das große (^ fällt dunkler, die kleinen (^(^ heller 
aus. Die $$ sind so dunkel kirschrotbraun gefärbt als das 
größte (^. Alle zeigen denselben Glanz wie er bei agenor 
gewöhnlich ist. Der Kopf ist dem des agenor fast gleich, 
nur vorn etwas mehr verschmälert. Hinten breit, ver- 
schmälert er sich stark nach vorn, ist von feiner Randleiste 
eingefaßt und vorn in zwei Seitenzacken ausgezogen, die 
durch einen leichten Ausschnitt getrennt sind. Das K o p f - 
hörn erhebt sich auf der Stirn unmittelbar hinter diesem 
Ausschnitt aus breiter, die ganze Breite des Kopfes ein- 
nehmender, nach hinten stark vorgeschobener Basis und 
biegt sich sofort in leichtem Bogen nach hinten bis zur 
stumpf zugerundeten Spitze. Es ist schwarz, sehr glänzend, 
überall feiner punktiert, rundlich, dabei seitlich stumpf 
kielartig leicht vorgezogen und hinten nach unten zu etwas 
verflacht, weiter nach oben kaum einen Ansatz zu einem 
Höcker zeigend (größere und größte Exemplare ((^) dieser 
Art dürften wohl sicher, wie agenor, einen Buckel hinten am 
Kopfhorn tragen). Bei den beiden kleinen ^(J ist das Kopf- 
horn sehr kurz, kaum gebogen. Die Kopf fläche hinter dem 
Kopfhorn ist leicht gewölbt, ein schmaler Streif in der Mitte 
bleibt glatt, während die Seiten über den sehr flach vor- 
tretenden, gelbbräunlichen Augen dicht mit groben, 
haartragenden Augenpunkten, die auf die Basis des Hornes 

Stett. eutom. Zeit. 1907. 



349 

sich hinziehen, bedeckt sind. Das H a 1 s s c h i 1 d ist dem 
von agenor ganz ähnhch, doch ist die ganze Vorderhälfte 
dichter punktiert, so daß nur vorn auf der Abfallfläche ein 
sehr kleiner Raum neben der von dem Hörn bis zum Vorder- 
rande führenden, quergerippten Furche frei bleibt. Das 
B r u s t h o r n ist bei dieser Mittelgröße, der das mir vor- 
liegende größte 3* angehört, in einen ziemlich breiten, wenig 
hervorragenden und in zwei stumpfe Zacken ausgezogenen 
Höcker verwandelt, der vorn ein Haarbüschelchen trägt — 
ganz so wie man es bei mittelgroßen Exemplaren von agenor 
oft findet. Bei den kleinen (^(^ tritt dieser Höcker noch 
schvv'ächer vor, seine Zacken sind noch kürzer und stumpfer, 
der Haarbusch schwächer. — Das S c h i 1 d c h e n und 
die Flügeldecken sind ganz so als bei agenor. Bei 
den 2$, die sonst ganz den $$ von agenor gleichen, sind 
die Flügeldecken ganz mit groben von 
der Basis bis zum hinteren Buckel rei- 
ch enden Au gen punktstreifen bedeckt und 
nur eine schmale Fläche neben der Sutur 
bleibt frei. — Die ganze Unterseite, sowie die 
Beine der neuen Art unterscheiden sich kaum von agenor. 
Die sich auf dem Propygidium findenden S t r i d u - 
lations-Organe gleichen ganz den bei agenor vor- 
kommenden, indem die Reihen der vStridu- 
lationskielchen wie bei genannter x\rt 
parallellaufen. 

Herrn Richard Becker-Berlin widme ich diese neue Art. 

Podischnus Homi n. spec. 

I (j*. (coli. aut.). Länge 37, Breite 16 mm. — Fundort 
unbekannt. 

Steht dem P. Oherthiiri n. spec. (vgl. p. 343) sehr nahe, 
hat dieselbe lang-zylindrische Gestalt, die gleiche glatte, 
glänzende Ober- und Unterseite, sowie die fast gleiche 

Stett. enlomol. Zeit. 190". 



350 

hellkirschrotbraune Färbung, doch ist n. spec. noch 
schlanker, länger ; das Halsschild ist erheblich 
schmäler und besonders ist das Brust hörn anders 
gestaltet, da es kürzer ist, auch höher aufgerichtet, nicht, 
wie bei Oberthüri, gerade nach vorn gekehrt; außerdem 
trägt das Hörn, wie bei agenor, an derUnter- 
seite einen Haarbüschel, von dem bei Ober- 
thüri nieeine Spurzufindenist. Nach der kräf- 
tigen Entwicklung des Brust- und besonders des Kopf- 
hornes zu schließen, gehört das vorliegende ^ zu den größten 
Exemplaren der neuen Art. — Der Kopf gleicht dem von 
Oberthüri sehr, doch ist er etwas kürzer; hinten am breitesten, 
verschmälert er sich stark nach vorn, wo er in zwei drei- 
eckig auslaufende, etwas aufgebogene und stumpf abge- 
rundete Seitenecken, die durch eine seicht halbkreisförmige 
Ausbuchtung getrennt sind, ausläuft. An den Seiten und 
vorn ist er von feiner Randleiste eingefaßt. Unmittelbar 
hinter der Ausbuchtung des Vorderrandes erhebt sich auf 
der Stirn aus breiter, die ganze Breite des Kopfes ein- 
nehmender, auch nach hinten stark vorgeschobener Basis 
das K o p f h o r n , das ungefähr einundeinhalbmal so lang 
als der Kopf ist; im ersten Drittel der Länge steigt es fast 
ganz gerade auf, um sich dann, wie bei agenor, in fast ge- 
rader Linie nach hinten zu richten, wo es sich erst ganz 
kurz vor der stumpf abgerundeten Spitze leicht nach hinten 
umbiegt; an der leicht abgerundeten Vorderseite an der 
Basis am breitesten und nur wenig bis zur Spitze ver- 
schmälert, ist es vorn an den Seiten stumpf kielartig schwach 
vorgerandet, um nach hinten zu sich gleichfalls kielartig 
zu verschmälern. Nur unmittelbar über der Basis ist die 
Hinterseite des Hornes flach, in der Mitte aber, wie bei 
Oberthüri, in einen langen, nicht hohen Buckel vorgezogen. 
Das ganze Hörn ist mit feinen Pünktchen bedeckt, vorn 
sehr sperrig, hinten dichter. Die leicht gewölbte Kopffläche 

Stett. eutoniol. Zeit. 1907. 



351 

hinter dem Hörn zeigt in der Mitte eine schmale, glatte 
Stelle, während die Seiten über den sehr flach vorragenden 
hellgelblichen, großen Augen dicht mit großen, groben, 
haartragenden Augenpunkten bedeckt ist, die bis auf die 
hintere Basis des Hornes hinaufreichen. Die am Ende sehr 
auswärts und nach oben gebogenen j\I a n d i b e 1 n sind 
durch einen Einschnitt in zwei gleich lange Zacken geteilt, 
von welchen die innere etwas spitziger zugerundet ist als 
die seitwärts stark vorgezogene äußere. — Das H a 1 s - 
Schild ist viel schmäler als bei ageiior und Obcrthüri; die 
Seiten desselben sind sehr schwach vorgerundet, am stärksten 
in der Mitte, wo die größte Breite liegt; von hier ver- 
schmälert es sich sehr wenig bis zu den stumpf abgerundeten 
Hinterecken, etwas mehr bis zu den stärker zugespitzten, 
aber nur sehr schwach vorragenden Vorderecken, so daß das 
Halsschild zwischen den Hinterecken nur wenig breiter ist 
als zwischen den Vorderecken; hinten und an den Seiten 
ist es von kräftiger Randleiste eingefaßt, die sich an der 
Vorderseite in ein flaches Band verwandelt, das sich von 
den schmalen Seitenenden allmählich nach innen zu ver- 
breitert, wo es in der Mitte stumpfeckig nach innen vor- 
gezogen ist. In der vorderen Hälfte fällt das Halsschild 
schräge nach vorn ab, über dieser ganz glatten Abfallfläche 
erhebt sich aus der hinteren stark gewölbten Hälfte das 
Brusthorn, das kaum halb so lang als der Kopf ist; 
es ist ganz gerade, richtet sich nicht, w i e^^b e i 
Oberthüri, gerade nach vorn, sonder n's ehr ä'g e 
nach oben ; es verschmälert sich aus breiter _ Basis all- 
mählich bis an das nicht verbreiterte, kaum 2 mm, breite, 
in zwei kurze, stumpf abgerundete Zacken geteilte Ende^ 
Die stark ausgetiefte, runzelige untere Seite des flachen 
Brusthornes trägt, wie agenor, einen Haarbüschel; die Aus- 
tiefung der Unterseite des Hornes setzt sich als breite, sehr 
flache und glatte, bis auf die Mitte der Abfallfläche herab- 

Stett. eutomol. Zeit. 1907. 'X'i 



352 

reichende Vertiefung fort. Die ganze Fläche des Halsschildes 
ist glatt, glänzend, nur an den Seiten zeigt eine in der Mitte 
verbreiterte Fläche dichtgestellte grobe, große Augenpunkte. 
Auf der Oberseite des Brusthornes finden sich einige sperrig 
gestellte einfache feine Pünktchen. Das S c li i 1 d c h e n , 
wie die sehr schlanken zylindrischen Flügeldecken 
gleichen denen von Ohcvthiiri, doch sind die letzteren bei 
n. spec. etwas länger, auch sind hier die groben Augen- 
punktstreifen unter dem Schulterbuckel kräftiger und zahl- 
reicher. Randleiste und Suturalstreif genau so wie bei 
Oherthün . Auch die Unterseite und die Beine sind 
wie bei Oberthüri geformt und behaart, doch trägt der End- 
rand der Hinterschienen bei n. spec. v i e r s p i t z e Z a c k c n 
während bei Oberthüri sich dort nur zwei, selten 
drei finden. — Die S t r i d u 1 a t i o n s - O r g a n e 
bestehen, wie bei Oberthüri und agenor in feinsten, sehr 
kurzen und glänzenden Kielen, die in zwei schmale, nicht 
weit von einander gestellte Reihen eingeordnet sind, die, 
wie bei agenor, parallel zueinander v e r _ 
1 a u f e n u n d n i c h t , w i e b e i Oberthüri, n a c h v o r n 
divergieren. 

Diese neue Art widme ich Herrn Dr. Walther Hörn in 
Berlin in herzlicher Dankbarkeit. 

Trichogomphus giganteus n. spec. 

20 (^ 20 $ (coli. aut.). ^. Länge 40—60 mm, Breite 22 
bis 32 mm. — $. Länge 41 — 55 mm, Breite 23 — 31 mm. 
Kina Balu (Nord-Borneo), Sarawack (West-Borneo). 

Geh()rt zur Gruppe der T. liinicoUis Burm. und T. Al- 
cides Snell. v. Voll., jener beiden eigentümlichen Arten, 
Ixn denen d i e $$ h o r n t r a g e n d gleich den SS 
sind, hierin abweichend von allen anderen Trichogomphns- 
Artcn, deren 9$ stets hornlos sind. Diese 
neue Art ist tief schwarz, unten wie oben ziemlich stark 

Slift. üutoniol. Zeit. 19Ü7. 



353 

glänzend; sie ist die größte aller bekannten Trtchor 
gomphus- Arten, denn sie übertrifft an Größe nicht allein 
ihre beiden Gruppengenossen, sondern anch den T. Milo 
Oliv. Wie bei allen Trichogomphus-Arten bei den (^cJ 
je nach der Größe die Form des Kopf- wie Halsschild- 
liornes sich sehr verändert, so auch hier bei der neuen 
Art. Während die großen c^cJ der drei Arten der InnicoUis- 
Gruppe sehr verschieden von einander erscheinen, ähneln 
sich die kleitieren und kleinsten ^-^ dieser drei Arten so 
sehr, daß sie oft schwer zu unterscheiden sind. Letztge- 
sagtes gilt auch für die kleinen ?? der /M»ico//is-Gruppe. 
Obgleich n. spec. wie alle Trichogomphus- Arien eine sehj 
plumpe, gedrungene Gestalt hat, so ist sie doch in den sehj 
hochgewc')lbten Flügeldecken merklich länger als ihre beiden 
Gruppengenossen. — Der kurze K o p f ist hinten am 
breitesten und verschmälert sich stark nach vorn, wo er in 
zwei dreieckig-aufgebogene, mehr oder weniger scharf zu- 
gespitzte Seitenzacken ausläuft; vorn ist er an den Seiten 
scharfkantig aufgebogen. Das K o p f h o r n erhebt sich 
auf breiter, die ganze Breite und Länge des Kopfes ein- 
nehmender Basis, steigt bei großen Exemplaren zuerst ge- 
rade empor, um sich dann langsam nach hinten zu krimimen 
bis an das leicht verbreiterte Ende, das meistens leicht ein- 
gekerbt ist, doch letzteres nicht immer, da es auch bei großen 
Exemplaren manchmal einfach zugespitzt ist, bei kleineren 
und kleinsten ^,^ ist dies stets der Fall. Manchmal wendet 
es sich aber auch vor dem letzten Viertel oder Drittel in 
schärferer, stumpfwinkliger Wendung nach hinten, aber 
nur bei großen ^(^, bei kleineren behält es stets seine ge- 
wöhnliche sanft gebogene Form bei. Die breite Vorderseite 
des Kopfhornes ist stark konvex vorgerundet, die Seiten 
derselben sind von der Basis bis zum Apex kielartig vor- 
gerandet; die Hinterscite des Hornes ist in eine stumpf 
zugcrundetc, von oben bis unten reicliende breite Rippe 

Btett. pntüniol. Zeil 1907. 'l'o* 



354 

verschmälert, die ungefähr in der Mitte der Hornlänge 
einen kurzen, stumpf-dreieckigen, seithch zusammenge- 
drückten Höcker trägt. Das ganze Hörn ist mit feinsten 
Punkten bedeckt, die auf der nach vorn abgeschrägten 
Hornbasis gröber werden. Die seithch sanft geschwungenen 
M a n d i b e 1 n sind ziemhch kurz, leicht vorragend, stumpf 
abgerundet und ohne weitere Zacken. — Das fast ebenso 
lange als breite H a 1 s s c h i 1 d ist kurz vor den recht- 
winklig vorstehenden Hinterecken am breitesten, ver- 
schmälert sich von hier nur wenig nach hinten, nach vorn 
aber viel stärker in langer, leicht gebogener Linie bis an 
die ziemlich spitzig vorgezogenen Vorderecken. Es steigt 
in seiner ganzen Länge von vorn und den Seiten zuerst lang- 
samer, dann schroffer empor und ist in der Mitte stark von 
vorn nach hinten gehoben. Das breite B r u s t h o r n 
steigt als breiter Buckel auf der Älitte des Halsschildes 
hoch — bis zur Höhe des Kopfhornes — empor, fällt nach 
vorn zu bis an den Vorderrand ziemlich steil in gerader 
Linie als glatte, glänzende Fläche ab, nach hinten senkt es 
sich in flach gerundeter Linie als breit vorgerundeter Buckel, 
dessen Basis sich nach hinten vorwölbt und über das Schild- 
chen sich vorschiebt. Es steigt bei großen (^^ von der 
hinteren vorgerundeten Basis fast parallelseitig und schräg 
nach vorn geneigt empor, ist am Ende tief und breit aus-, 
geschnitten, wodurch zwei dreieckig vorstehende, stumpf 
abgerundete große Seitenzacken gebildet werden. Bei 
mehreren allergr()ßten ^(^ ist das Brusthorn in der Mitte 
seicht ausgeschnitten, wodurch die vorderen großen Seiten- 
zacken als seitlich vorgezogen erscheinen. Je kleiner das (^ 
wird, um so mehr verkürzt sich das Kopfhorn und erniedrigt 
sich das Halsschild mit dem Hörn, welch letzteres sich 
gleichzeitig immer mehr verkürzt und nach dem Ende zu 
verschmälert. Da zugleich die beiden Endzacken immer 
mehr einschrumpfen, so unterscheiden sich die 

Stett. outomol. Zeit. 1907. 



355 

kleinen ^(^ k a u m m e h r v o n den kleinen $?. 
Die Vorderseite des Halsschildes ist beim j; in der Mitte 
in tiefer Rundung ausgeschnitten, wo hinein sich die Basis 
des Kopfhornes schiebt. Die Hinterseite desselben verläuft 
von den Hinterecken aus zuerst gerade, in der :\Iitte aber 
rundet sich die Basis des Brusthornes erheblich vor. Die 
flachen Seiten des Halsschildes sind vom Hinterrande bis 
zu den \^orderecken dicht und grob nadelrissig gerunzelt: 
die ganze hohe :\Iitte mit dem Brusthorn ist glatt, sehr 
glänzend. Beim Hörn findet sich vorn unter dem Ende 
eine breite Binde von gleich grober, nadelrissiger Runzelung, 
wie an den Seiten, die aber bei den kleineren oo allmählich 
mehr und mehr verschwindet. — Das S c h i 1 d c h e n ist 
breit, hinten zugerundet, dicht grob gerunzelt. — Die 
Flügeldecken sind äußerst hochgewölbt ; vorn so breit 
als das Halsschild, verlaufen deren Seiten parallel bis zum 
sehr^ stumpf abgerundeten Apex. Oben auf dem Discus 
neben der Sutur ziemlich flach, fallen sie nach den Seiten 
und dem Apex zu sehr schroff ab. Der Rand ist sehr breit, 
verschmälert sich aber nach hinten zu allmählich, wo er 
am Apex ganz verschwindet. Die Randleiste ist fein, stark 
aufgebogen und verschwindet gleichfalls am Apex. Die 
ganze Fläche der Flügelecken ist glatt, glänzend; neben 
der Sutur verläuft von der Basis bis zum Apex ein Streif von 
tiefen Augenpunkten, neben welchem sich sperrig gesteüte 
ebensolche Punkte finden, die neben und hinter dem Schild- 
chen am dichtesten stehen ; bei manchen großen wie kleinen 
Exemplaren fehlen diese Punkte, nie aber der kräftig ein- 
geschnittene Suturalstreif . Über d- m Rande des Apex steht 
eine breite Fläche mit feinen Punkten. — An der Unter- 
seite sind Pro-, :Meso- und Metathorax an den Seiten mit 
groben, haartragenden Augenpunkten versehen, in der Mitte 
aber glatt, glänzend; die Bauchsegmente sind glatt, unbe- 
haart. Die B e i n e sind nicht allzu kräftig für den schweren 

Stett. eutomol. Zeit. 1907. 



356 

Körper, glatt, glänzend; die leicht abgeplatteten Schienen 
der Vorderbeine tragen an der distalen Hälfte drei scharfe 
Zacken; an den Hinterschienen finden sich am Ende zwei 
ziemlich lange, scharfe Zacken, über welchen in der Mitte 
der Schienen eine ebensolche Zacke steht. Das P y g i d i u m 
ist beim (^ senkrecht gestellt und leicht vorgerimdet, mit 
feinsten, sehr sperrig gestehten Pünktchen bedeckt; beim 
$ ist es etwas mehr schräg nach hinten gerichtet und mit 
feinen Punkten dichtest bedeckt. Die Tarsen sind kräftig, 
aber nicht sehr lang, das erste Glied der vier Hintertarsen 
ist oben in einen langen, stumpfen Dorn ausgezogen. Die 
Krallen sind nicht sehr kräftig, ziemlich kurz; beim (^ ist 
die innere Kralle der Vordertarsen gleich der äußeren ein- 
fach, nicht verdickt. Die Afterklauen sind sehr lang, schmal 
und am Ende mit dichtem Haarbüschelchen versehen. 

Das Weibchen ist dem Männchen sehr ähnlich, 
doch ist das Kopf hörn viel kürzer; dasselbe ist 
von vorn nach hinten platt gedrückt, an der Basis sehr breit, 
nach dem Ende zu allmälilich verschmälert und am Ende 
stumpf abgeschnitten, hier auf der Unterseite in einen 
niedrigen Buckel ausgezogen; das Hörn ist vorn, besonders 
nach unten zu, sehr grob gerunzelt, hinten aber glatt, mit 
zwei feinen Rippchen in der Mitte. Das H a 1 s s c h i 1 d 
der $9 gleicht mit seinem niedrigen mitt- 
leren Doppel h Ocker ungemein dem der 
kleinsten ^(^; es trägt neben den großen IMittelhöckern 
je einen oder je zwei kleinere Seitenhöcker. Bei demselben 
ist die Mitte des Hinterrandes nur äußerst schwach vor- 
gerundet, während dieselbe beim 3" als Basis des Brust- 
hornes weit und breit vorgeschoben ist. Bei den meisten 
9$ ist das Halsschild, mit Ausnahme des mittleren Doppel- 
höckers, mit grober, nadelrissiger Runzelung, wie solche sich 
auf dem Halsschild der ^^^ findet, dicht bedeckt. Bei einem 
anderen, kleineren Teil der $$ bleibt die mittlere Abfall- 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



857 

fläche unter dem Briisthöcker frei, glatt und glänzend. 
Diese Abfallfläche fällt bei den $$ lange nicht so steil als 
bei den <^(^ ab, ist auch nicht nach oben so vorgerundet, 
wie bei den t^^, sondern mehr oder weniger ausgetieft, 
besonders unmittelbar unter dem Brusthöcker. Das 
S c h i 1 d c h e n , die Flügeldecken, die Unter- 
seite und die Beine der 5? weichen kaum von 
denen der (J^J ab. — Bei keinem der vielen vorliegenden 
<^(^ oder $$ läßt sich ersehen, ob S t r i d u 1 a t i o n s - 
Organe auf dem Propygidium vorhanden sind : alle 
Flügeldecken ragen ungemein weit und tief über das Pygi- 
dium herab. 

Trichogomphus Zangi n. spec. 

$ (^ 2 '^. (coli. aut.). (^ Länge 39 — 55, Breite 21 — 30 mm. 
$ Länge 41 — 44, Breite 23 — 24 mm. (Gemessen vom Ende 
des Pygidium bis ans Ende der Kopf zacken.) Sarawak 
(W.-Borneo), Pontianak (S.W.-Borneo). 

Diese tief schwarze, oben wie unten glänzende neue 
Art gehört zu den Trichogomphus- Arten, deren $$ hornlos 
sind; hier der Gruppe T. Mz7o-Simson zuzuzählen, dem 
ersteren ungemein ähnlich, doch kürzer, schmäler; die Brust- 
hörner des ^^ nicht so kräftig entwickelt; auf den Flügel- 
decken längs der anders als bei Milo gebil- 
deten S u t u r mit groben Augenpunkten, 
die dem Milo stets ganz fehlen. Der Hauptunter- 
schied von Milo 1 i e g t a b e r i m H a 1 s s c h i 1 d (f e s $, 
das (abweichend von allen TrichogoDiphus-Weihchen) den 
Discus nicht einfach zugerundet hat, sondern hier zwei 
g r o ß e , r u n d 1 i c h e E i n d r ü c k e und zwischen 
denselben eine L ä n g s f a 1 t e z e i g t. — Der kurze 
Kopf ist hinten sehr breit, verschmälert sich sehr stark 
nach vorn, wo an den Seiten der hoch und scharf aufge- 
bogene Rand am Ende in zwei durcli einen tiefen Aus- 

Stctt. OLitomol. Zeit. 1906. 



358 

schnitt getrennte, leicht aufgebogene, spitze Seitenzacken 
ausläuft. Auf der Stirn erhebt sich aus breiter, die ganzje 
Kopffläche einnehmender Basis das bei großen Exemplaren 
sehr hohe K o p f h o r n in zuerst schräge nach hinten 
gerichteter, gerader Linie, um sich nach dem ersten Drittel 
der Hornlänge nach kurzer, stumpfer Biegung in fast ganz 
gerader Linie nach oben vorzustrecken, sich erst kurz vor 
der stumpf abgerundeten Spitze nach hinten umbiegend. 
Die leicht vorgerundete Vorderseite des Kopfhornes ver- 
schmälert sich von der Basis bis zur Spitze nur wenig, ist 
an den Seiten stumpfkantig gerandet und verschmälert sich 
auf der ganzen Hinterseite als stumpf abgerundete Rippe, 
die in der distalen Hälfte genau wie bei T. Milo in rund 
abgestumpfte Höcker eingekerbt ist. Das ganze Kopfhorn 
ist mit sperrig gestellten, feinen Pünktchen bedeckt. — 
Das H a 1 s s c h i 1 d ist viel breiter als lang (26 x 20) ; von 
den rechtwinklig scharf vorstehenden Hinterecken verläuft 
es parallelseitig bis über die Mitte, um sich dann in leichter 
Biegung bis an die scharf vorgezogenen Vorderecken schwach 
zu verschmälern. Von der Vorderseite hebt es sich in leicht 
ausgeflachtem Bogen bis unter das B r u s t h o r n , das 
aus der hoch gehobenen hinteren Hälfte aus hinten weit 
über das Schildchen vorgeschweifter, breiter Basis allmäh- 
lich in leichtem Bogen schräge nach vorn sich erhebt als 
breiter Buckel, aus dessen vorderer Mitte ein großes, schmales, 
rundliches, nach vorn übergebogenes Hörn — das eigent- 
liche Brusthorn — sich vorreckt, das am Ende glatt 
stumpf (nicht wie bei Milo k n o p f a r t i g) ab- 
gerundet ist; neben demselben findet sich oben über der 
Abfallfläche jederseits ein kürzeres, kleineres, unter welchem 
dicht über dem vorderen Seitenrande (da, wo derselbe sich 
nach den Vorderecken umbiegt) jederseits ein weiteres, kurz 
vorragendes, zackenartiges Hörnchen steht. Je kleiner das 
S, desto kleiner auch das Kopfhorn und die Brusthörner, 

Stett. eutomol. Zeit. 1907. 



359 

wobei das obere Nebenhorn dem IMiltelhorn immer näher 
und sogar auf dasselbe hinaufrückt, bis es bei den kleinsten 
Jö gänzlich verschwindet. Das untere Seitenhorn ragt aber 
selbst bei den allerkleinsten ^^ stets noch deutlich vor. Die 
Vorderseite des Halsschildes ist für Einschiebung des nach 
hinten stark vortretenden Kopfhornes in der Mitte ent- 
sprechend ausgeschnitten. Die Hinterseite desselben ver- 
läuft von den Seitenecken aus gerade nach innen bis in 
der Mitte die hintere Basis des Brusthornes sich breit vor- 
rundet. Der größte Teil der Halsschildfläche ist mit groben, 
nadelrissigen Runzeln dicht bedeckt, nur die hinter dem 
Kopfhorn liegende untere Hälfte der vorderen Abfallfläche, 
sowie das ganze Brusthorn und die kleineren Nebenhörner, 
nebst einer vom unteren zum oberen Seitenhorn sich hin- 
ziehenden schmalen Fläche sind ganz glatt, stark glänzend 
und mit feinsten Pünktchen bedeckt. — Das Schild- 
chen ist groß, breit dreieckig, dicht mit groben, großen 
Augenpunkten bedeckt. — Die sehr hoch gew Ibten Flügel- 
decken sind an der Basis so breit als das Halsschild 
ebenda, sie runden sich an den Seiten nur eine Ahnung 
vor und verlaufen am Apex sehr stumpf abgerundet. Der 
Seitenrand ist breit, verschmälert sich allmählich nach 
hinten, bis er vor dem Apex verschwindet. Die Randleiste 
ist kräftig, hoch aufgebogen, verschmälert sich wie der Rand 
und hört am Apex gleichfalls auf. Neben der Sutur zieht 
sich von der Basis bis zum Apex einkräftigerNaht- 
streifhin, der von einzeln nebeneinander 
stehenden großen, tiefen Augenpunkten 
gebildet wird, währendderselbebei T. Milo 
und anderen Trichogomphus -Arten nicht so, 
sondern als glatt und tief eingeschnittene, 
leicht wellige Furche erscheint: ein zu 
beachtender, charakteristischer Unter- 
schied ! Auf schmaler Fläche neben diesem Nahtstreif 

Stett. eutomol. Zeit. 1907. 



360 

stehen, meist an seiner ganzen Länge entlang, kleinere und 
größere, sperrig gestellte Augenpunkte, die sich bei 
T. Milo niemals finden! — Unterseite, 
Beine und P y g i d i u m kaum von T. Milo verschieden. 
Beim <^ ist die innere Kralle am Vorderfuß nicht verdickt, 
sondern der äußeren ganz gleich. — Das Weibchen 
gleicht den kleineren (^(^ sehr, doch ist der Kopf hornlos; 
oben grob gerunzelt-punktiert ; das Halsschild ist ebenfalls 
hornlos, dem von Milo ähnlich, doch nicht, (w i e 
bei diesem) einfach zu gerundet, sondern 
auf der Mitte des Discus mit zwei (bei 
keiner anderen Trichogomphtts-Ari vorkommen- 
den) rundlichen, flachen Eindrücken ver- 
sehen, die mehr als die halbe H a 1 s s c h i 1 d - 
breite einnehmen und mit groben Höcker- 
c h e n bedeckt und durch eine in der Mitte 
von vorn nach hinten verlaufende, stark 
gehobene Falte getrennt sind (die sich 
auch bei keiner der bekannten Trichogomphiis- 
Arten wiederfindet). Es sind daher diese eigen- 
artigen Halsschild-Eindrücke und die zwischen denselben 
verlaufende Falte, da sie sich bei beiden vorliegenden 9$ 
ganz gleichartig zeigen, als konstant zu bezeich- 
nen und für diese neue Art sehr c h a r a k - 
t er i_s tisch! — In den Flügeldecken, der Unterseite,, 
den Beinen und dem Schildchen unterscheiden sich die $$ 
kaum von den <^,^. Ob S t r i d u 1 a t i o n s - O r g a n e 
auf dem Propygidium vorhanden, konnte nicht festgestellt 
werden, da bei allen Exemplaren die Flügeldecken sich sehr 
tief über das Pygidium herabneigten. 

Diese neue Art widme ich dem Andenken des Herrn 
R. Zang, des leider so früh Geschiedenen. 



Stctt. outüinol. Zeit. 1907 



Q f)y '"^y 361 



Drei neue Fulgoriden, 

\'(>n Ellniiiiid SC'limillt in Stciün. 
(Mit 2 Textrigtu-en.) 



" ® Genus Coanaco Distant. 
(Bioig. Centr. Amerik., Rhynchota Vol. /. 5.28 (1887.) 
^ Coanaco melanoptera n. sp. 

^ ?• 

Verwandt mit Coanaco giittaia White, A. M. N. H. XVII, 

S. 331 (1846); Distant, Biolog. Centr. x^merik., RhyncJwta 
Vol. I, S. 29, Tafel IV, Fig. 10, loa und lob (1881 — 1905). 
Scheitel breiter als lang mit leicht ausgeschnittenem 
Hinterrand; die Scheitelseitenränder sind scharf, aufgerichtet 
und bilden am Hinterrande über jedem Auge eine große, 
dreieckige Spitze. Kopffortsatz, seitlich betrachtet, leicht 
rückwärts geneigt, am Grunde am breitesten, nach oben 
allmählich verjüngt; die Stirnmittelkiele setzen sich als 
scharfe Seitenkiele der Front auf den Kopffortsatz fort und 
vereinigen sich an der Spitze mit dem Mittelkiel und dem 
Schafte der Seitenkiele der Hinterfläche, welche vom Scheitel- 
vorderrand gebildet werden; die Stirnseitenränder biegen 
zum Kopffortsatz um und bilden gleichfalls Kiele auf den 
Seitenflächen bis zur Mitte, biegen dann um und vereinigen 
sich mit den Hinterrandkielen nachdem sich vom Scheitel 
her ein feinerer Kiel mit ihnen verbunden hat. Stirn gewölbt 
mit zwei scharfen Kielen und runzeliger Fläche, die Seiten- 
ränder nach oben con vergierend, vor den Fühlern ausge- 
schnitten, die Stirn - Clipeusrundungen bilden eine abge- 
stumpfte Ecke. Clipeus gewölbt mit scharfem Mittelkiel. 
Pronot um mit Mittelkiel, scharfen Seitenkielen und runze- 
liger Ouerriefung; Pronotum- Vorderrand in der Mitte ein- 
gedrückt mit kleinem Höcker auf der Fläche; der Mittelkiel 
und die Seitenkiele gehen nicht an den Vorderrand, sondern 
nur bis zur eingedrückten Stelle. Schildchen mit Mittelkiel, 

atott. cutomol. Zeit. 1907. 



3 62 

geschwungenen Seitenkielen und runzeliger, schräger Längs- 
riefung, die Vertiefung vor der Schildchenspitze ist quer- 
gerieft. Hinterschienen mit sieben Dornen. Schildchen rot- 
braun, am Vorderrand schwärzlich, Schildchenspitze gelb, 
braun. Pronotum am Hinterrand grün bis apfelgrün, in der 
Mitte mit brauner Querbinde, am Vorderrand wie die Seiten- 
kiele matt grünlich gelbbraun, die zerstreut stehenden 
Körnchen sind gelblich weiß; Vorderhälfte der Brustlappen 
rotbraun, Hinterhälfte grün und gelbgrün. Scheitel, Kopf- 
fortsatz, Stirn, Augen, Ozellen, Fühler und Clipeus braun; 
die Seiten des Kopfes, die Stirn-Clipeusrundungen, die 
Ränder des Clipeus, Kopffortsatzspitze und die Rinnen 
des Kopffortsatzes in der Oberfläche rotbraun. Brust und 
Beine rotbraun; die Spitzen der Dornen der Hinterschienen 
und der Krallen schwarzbraun gefärbt. Hinterleib bräunlich 
gelb. Deckschuppen rotbraun. Deckflügel 2i/^ Mal so lang 
wie an der breitesten Stelle breit, hinten schief gestutzt mit 
abgerundeten Ecken; Basalhälfte grünlich, hervorgerufen 
durch die grünen Adern, etwas lebhafter im Costalraum und 
im Clavus, mit milchweiß bereiftem Corium und größeren 
und kleineren, blutroten, zuweilen schwarz gerandeten 
Flecken, welche wie folgt geordnet stehen, ,,vier kleinere 
stehen am Grunde des Coriums, vier große in der Mitte des 
Coriums zu einer Binde vereinigt, ein großer dahinter am 
Costalraum und ein großer und ein kleiner der Clavusspitze 
genähert; auf dem ersten Clavusnerv befinden sich zwei 
große und in der Clavus-Mittelzelle fünf große Flecke, da- 
zwischen kleinere Flecke zerstreut." Apicalhälfte gelbbraun, 
am Apicalrande dunkelbraun. Flügel schwarzbraun mit 
einigen lichteren Stellen an der Wurzel und lichterer Apical- 
spitze. 1 

Länge 38 mm, Länge des Leibes 221/2 mm, Deckflügel- 
länge 33 1/2 mm. 

Stett. eutomol. Zeit. 1907. 



363 

Kolumbien: Hacienda Pehlke (E. Pehlke). 

Type im Stettiner Museum. 

/ 
"^ Genus Anecphora Kai sei i. 

(Berl. Ent. Zeitschr. XXXV. S. 63.) 

Anecphora camemnensis n. sp. 

3 ^^■ 

Stirn, Scheitel, Pronotum und Schildchen wie bei den 
übrigen Arten dieser Gattung gebildet. Die Körperform 

V' J 

erinnert an .4. sanguinea Schmidt (Stett. Ent. Zeit. LXVI, 
S. 371 (1905.) Die Seiten des Kopfes, das Pronotum, der 
Scheitel, die Stirn — und Clipeusseitenränder sind spangrün ; 
Scheitellgrund und Stirnfäche braun; der Clipeus in der Mitte, 
zwei Flecke neben dem Mittelkiel des Pronotums und einige 
kleinere Punkte auf dem Pronotum sind gelbgrün; ferner 
liegt hinter jedem Auge auf dem Pronotum ein brauner Fleck. 
Augen braun. Ozellen braun mit gelbem zentralen Punkt. 
Fühler grün. Schildchen braun mit grünlichen Seitenkielen 
und grüner Schildchenspitze. Rostrum grünlich mit brauner 
Spitze. Brust bräunlich; Beine grünlich mit braunen Tarsen 
und Krallen. Rückensegmente braun, seitlich gelbbraun; 
Bauchsegmente gelbbraun. Anallappen-spangrün. Basalteil 
der Deckflügel spangrün mit ockergelben Flecken, vier Flecke 
liegen im Bogen in der Nähe der Basis, zwei stehen am 
Clavushinterrand, zwei im Costalraum und vier trennen den 
Basalteil v(jn dem gelbbraunen, mit einigen ockergelben 
Flecken geschmückten, Apicalteil. Flügel ockergelb im Basal- 
teil, im Apicalteil gelblich braun, Anallappen am Flügel- 
hinterrand graulich. 

Länge 27 mm, Länge des Körpers 18 mm, Deckflügel- 
länge 23 1/2 rnni> ; 

Typen : 
I (^ .Kamerun, Joh. Albrechtshöhe IIL 96 (L. Konradt) 
I (^, Kamerun, Joh. Albrechtshöhe 20. IL 96. (L. Konradt) 

etült. fiitoiiiol. Zeif. 1907. 



304 

im Königlichen zoologischen Museum zu Berlin; 

I (^, Kamerun, Joh. Albreclitshölic i. VIT. 96. (L. Konradt) 

im Stettiner Museum. 

' ^ Genus Gebenna Stal. 
(Trans. Ent. Soc. (3) i, S. 583 (1863.) 
^ ^ G. svivia Stal war bis jetzt der einzige Vertreter dieser 
Gattung, ihm schließt sicli die neue x\rt in Bezug auf Form 
an. {G. Sylvia Stal, Trans. Ent. Soc. (3) i, S. 583 (1863); 
Aktins., J. A. S. Beng. LIV, S. 155 (1885); Distant, Fauna 
of British India, Ceylon and Burma, Rhynchota Vol. III, 
S. 215, Fig. 62 (1906). Von dieser Art besitzt das Stettiner 
zoologische Museum i q. 
Patria: Ceylon. 

^ ^ Gebenna multipunetata n. sp. 

Scheitel nach vorn geneigt mit durchlaufendem Mittel- 
kiel und deutlichen vorn abgekürzten seitlichen, kielartigen 
Wülsten, welche nach vorn konvergieren ; die Scheitelfläche 
trägt deutliche, nach vorn konvergierende Längsriefung und 
vier rundliche, flache Grübchen; Scheitelhinterrand in der 
Mitte gerade, Scheitelvorderrand gerade, Scheitelvorder- 
ecken stumpf abgerundet. Stirn kürzer als zwischen den 
Augen breit mit gewölbtem, runzelig quergerieften Mittel- 
feld und bogenförmigem Ouerkiel unterhalb der Scheitelleiste; 
das Stirnmittelfeld ist nach oben verbreitert, stum])f ab- 
gerundet und reicht bis an den bogenförmigen Querkiel; 
die Stirnseitenfelder sind stark quergerunzelt und gerieft, 
die Stirnseitenränder vor den Fühlern stark gebuchtet und 
die Stirn-Clipeusrundungen vorgezogen und breit abgerundet ; 
die Stirn-Clipeusrundungen sind bis an das Mittelfeld muldig 
vertieft und auf dem Grunde wellig gerunzelt. Stirn-Clipeus- 
naht stark gebogen. Clipeus an der Basis seitlicli quergerieft, 

Stett. eiitomol. Zeil. 1907. 



305 

in der Mitte flach gedrückt und fein ziseliert, in der End- 
hälfte gekielt. Das Rostrum überragt ein wenig die Hinter- 
coxen. Pronotum mit starkem Mittelkiel der am Hinter- 
rande in eine dreieckige Fläche mündet und den Hinterrand 
nicht erreicht, zwei tiefe ingestochenePunktgruben liegen 
hinter dem Vorderrand getrennt durch den Mittelkiel, die 
ganze Fläche ist grob runzelig, die Brustlappen sind grob 
runzelig quergerieft. ^ Schildchen mit drei Längskielen, die 
Seitenkiele verlaufen konvergierend nach vorn ohne sich 
mit dem Mittelkiel zu vereinigen, welcher liinten nur die 
Vertiefung vor der Schildchenspitze erreicht; die Fläche 
zwischen den Seitenkielen ist quergerunzelt, die \'ertiefung 
vor der Schildchenspitze quergerieft ; die SchildcheuseitcMi 
tragen am Vorderrande geschwungene Ouerriefen. Hinter- 
schienen mit vier Dornen. 

Basalteil der Deckflügel grünlich mit rotbraunen Ouer- 
nerven und vielen kleineren und größeren rundlichen, schwarz- 
braunen Flecken besetzt, Apicalteil hyalin glashell mit gelb- 
braunen Nerven und rauchbrauner Fleckenzeichnung, welche 
sich an der Suturalecke, der Apicalecke und hinter dem Stigma 
zu Gruppen vereinigt, ferner befindet sich vor der Clavus- 
spitze ein gnißerer Fleck. Die Flügel sind in der Basalhälfte ' 
schwarzbraun mit drei wässrig blaugrünen Flecken, welche 
strahlenförmig von der Flügelwurzel ausgehen und deren 
letzter am Grunde des Anallappen sich befindet ; der Apical- 
teil ist hyalin mit dunkelbraunen Nerven. Scheitel gelbbraun 
mit braunen Punkten und zwei großen, scherbengelben 
Flecken am Hinterrand. Stirn gelbbraun mit braunen 
Punkten übersät und vier scherbengelben Flecken, ein 
großer vor jedem Auge auf den Stirnseitenfeldern, ein 
kleinerer vor jedem Fühler auf den Seitenfeldern am Rande 
des Mittelfeldes. Clipeus scherbengelb mit gelbbraun gefärbtem 
Basalteil; Rostrum braun. x\ugen braun; Ozellen gelblich; 
zweites Fühlerghed braun, erstes mit gelbem Rande. Prono- 

Ktett. entomol. Zeit. 1907. 



366 



tum rotbraun auf scherbengelbem Grunde mit vereinzelt 
stehenden braunen Punkten; Brustlappen scherbengelb 
stark braun gefleckt. Schildchen gelbbraun mit dichtstehen- 
den kleineren Punkten zwischsn den Kielen, am Clavus- 
rande stehen drei größere braune rundliche Flecke auf 
scherbengelbem Grunde, ein großer schwarzbrauner Fleck 
auf jeder Seite am Vorderrande; Schildchenspitze braun. 
Bauchsegmente scherbengelb mit seitlicher brauner Punk- 
tierung; Rückensegmente schwarz, 7. und 8. Segment seitlich 
mit blutrotem Fleck, 9. Segment braun, Anallappen braun 
mit blutroter Basis; Scheidenpolster gelbbraun mit brauner 
Behaarung und rötlichem Anflug vor dem glänzend schwarz- 
braun gefärbten Basalteil; Scheide rotbraun. Brust und 
Beine scherbengelb; Coxen braun; Schenkel und Schienen 
an der Basis, am Ende und in der Mitte mit braunem Ring; 
die Tarsen und die Spitzen der Dornen der Hinterschienen 
schwarzbraun. 

Länge 22 1/^ mm, Länge des Körpers 14 mm, Deckflügel- 
länge 19 mm. 

Sumatra: Soekaranda, Januar 1894 (Dr. H. Dohrn). 
Type im Stettiner Museum. 




Fig ] . G. Sylvia Stal (i^). Fig. 2. G. multipunctata n. sp. (^). 



y '. G. Sylvia Stal. 

Scheitel ohne Mittelkiel 
mit rundlich ausgeschnit- 
tenem Hinterrand und stark 
vorgezogenen Hinterrand- 
ecken. 

Stett. eutüinol. Zeit. l'JUT. 



G. multipunctata n. sp. 

Scheitel mit Mittelkiel, 
der Hinterrand ist in der 
Mitte gerade und die Hinter- 
randecken sind nicht be- 
sonders vorgezogen. 



367 



Stirnmittelfeld nach oben 
verlängert und sehr breit, 
überragt den Scheitel und 
Läßt von den Seitenfeldern 
vor den Augen einen schma- 
len Streifen frei; Stirnseiten- 
ränder schwach gebuchtet, 
Stirn-Clipeusrundungen 
schwach vorgewölbt; Stirn- 
Clipeusnaht schwach ge- 
bogen. 

Pronotum mit durch- 
laufendem Mittelkiel. 

Die Seiten des Schild- 
chens sind glatt. 

Deckflügel rot mit grü- 
nem odergelbgrünemCostal- 
felde. 

Rückensegmente schwarz 
mit gelben Hinterrand- 
säumen und drei schmalen 
Längsbinden. 



Stirnmittelfeld nach oben 
nicht verlängert und reicht 
nur bis an den bogigen 
Querkiel ; Stirnseitenfelder 
vor den Augen breit ; Stirn- 
seitenränder stark gebuch- 
tet, Stirn-Clipeusrundungen 
stark vorgewölbt ; Stirn- 
Clipeusnaht stark gebogen. 



Pronotum-Mittelkiel hin- 
ten abgekürzt. 

Die Seiten des Schild- 
chens tragen geschwungene 
Riefen. 

Deckflügel grünlich, Cos- 
talfeld am Costalrande 
stellenweise gelblich weiß. 

Rückensegmente schwarz 
und nicht gesäumt, 7. und 
8. Segment mit blutrotem 
Fleck. 



IiiliJilts-Verzeichiii^. 

(Heft II. 1907). 
Verzeichnis der von Herrn Dr. Theodor Koch- 
Grünberg am oberen Waupes 1903 — 1905 gesammelten 
Rhopaloceren mit Besprechung verwandter Arten. Von 
H. F r u h s t o r f e r. (Mit einer Doppeltafel.) S. 207. — 
Neue Polyhirma- Arten. Beschrieben von Chr. Stern - 

Stett enlomol. Zeit. 1907. 24 



368 

b e r g, Stralsund. S. 310. — Fulgora zephyria, eine neue 
Fulgora - Art von den Philippinen. Von Edmund 
Schmidt in Stettin. S. 322. - — Eine neue Dryinide aus 
Sumatra. Von Dr. Günther E n d e r 1 e i n, Stettin. 
S. 325. — Neues über Odontochila, Cicindela und Dromica 
von Walther Hörn, Berlin. S. 327. — Über neue und 
wenig bekannte Käfer aus Asien, Amerika und Deutsch- 
Ostafrika von M. P i c, Digoin. S. ^^y. — Neue Dynastiden- 
Arten. Beschrieben von Chr. S t e r n b e r g, Stralsund. 
S. 343. — Drei neue Fulgoriden. Von Edmund S c h m i d t , 
Stettin. S. 361. 



Ausgegeben im Juli 1907. 



Iiilialt des 6S. Jalirgaiiges 

Ze 

(alphabetisch geordnt't. 



der Stettiner entomologischen Zeitung 1907 



Seite 

Alphabetisches Register 370 

Dr. Günther E n d e r 1 e i n : Die Coniopterygiden- 

fauna Japans. (Mit i Textfigur.) 3 

Derselbe: Nachträge zur Monographie der Conio- 

pterygiden. (Mit i Textfigur.) 10 

Derselbe: Troctes entomophilus, ein neuer Insekten- 
liebhaber aus Kolumbien 34 

Derselbe: Die Rüsselkäfer der Falklands-Inseln. 
13. Beitrag zur Kenntnis der antarktischen 
Fauna 36 

Derselbe: Neue Beiträge zur Kenntnis der Copeo- 

gnathen Japans. (Mit 2 Textfiguren.) 90 

Derselbe: Eine neue Dryinide aus Sumatra . . . 325 

Üiv.U- entomol. Zeit. 1007. 



369 

H. Friihstorfer: Neue Rhopaloccreii aus Süd- 
amerika. I. Victorina steneles L. und einige 
neue Formen 13 

Derselbe: II. Neue Ageronia-Formcn 15 

Derselbe: Eine bisher unbeachtete Lokalrasse einer 

Nymphalide aus Ost- Java 17 

Derselbe: Zwei neue Acraeen aus dem Papua- 
Gebiet 19 

Derselbe: Verzeichnis der von Herrn Dr. Theodor 

Koch-Grünberg am oberen Waupes 1903 — 1905 

gesammelten Rhopaloceren mit Besprechung 

verwandter Arten. (Mit i Doppeltafel.). . .117, 207 

Dr. med. W a 1 t h e r Hörn: Neues über Odon- 

tochila, Cicindela und Dromica 327 

H. Karny: Über eine Mißbildung des Hinterflügels 

bei Psophus stridulus 201 

M. Pic: Über neue oder wenig bekannte Käfer aus 

Asien, Amerika und Deutsch-Ostafrika ^^y 

Edmund Schmidt: Palpares obscuripennis, eine 

neue Palpares- Art aus dem Kongogebiet 87 

Derselbe: Chlorocoris nigricornis, eine neue 

Pentatomide aus Peru. (Hemiptera Heteroptera 106 

Derselbe: Drei neue Sephina- Arten in der Samm- 
lung des Stettiner Museums. (Hemiptera Hete- 
roptera) 109 

Derselbe: Beitrag zur Kenntnis der Fulgoriden. 

Die Arten des Genus Myrilla Distant 113 

Derselbe: Monographie der Subfamilie Machae- 
rotinae Stal, ein Beitrag zur Kenntnis der 
Cercopiden. (Mit 8 Textfiguren.) 165 

Derselbe: Fulgora zephyria, eine neue Fulg(^ra- 

Art von den Philippinen 322 

Derselbe: Drei neue Fulgoriden 361 

Stett. eatomol Zeit. 1907. 2V' 



370 

Otto Schwarz: i8 neue Elateriden-Arten aus 

Australien 70 

Chr. Sternberg: Neue Polyhirma-Arten 22 

D e r s e 1 be : Neue Polyhirma-Arten 310 

Derselbe: Neue Dynastiden- Arten 343 



Alphabetisches Register. 



Adelpha 121. 

cytherae 121, 240. 
A c r a e a 19. 

andromache agema 21. 

„ andromache 21. 

,, indica 21. 

moluccana Dohertyi 19. 
fumigata 20. 
Meyeri 20. 
5, moluccana 20. 

pella 19. 
pollonia 20. 
A g e r o n i a 15. 
chloü chloe 16. 
,, daphnis 16. 
„ rhea 15. 
fornax fornacalia 16. 
guatemalena elata 16. 
Aleuropteryginaeö. 
Amphientomidae 91, 102. 
Amphientominae 91, 102. 
Amphigerontia 90. 
Kolbei 90. 
nubila 90. 
A n a k a n i a Sil. 

pulchra 341. 
A n e c p h o r a 363. 
camerunensis 363. 
A n t h i c u s 338. 
as.samensis 338. 
Bruchi 339. 
Antirrliaea 120. 

Stett. entomol. Zeit. 1907. 



philoctetes philaretes 123. 

Theodori 120, 125. 
Apomachaerota 167, 172, 
200. 

reticulata 174. 200. 
Archonias 281. 

tereas hades 282. 
„ papilionides 282. 

,, regillus 282. 

,, uniplaga 281. 
Atropidae 91, 105. 
Atropinae 91, 105. 
A t r o p o s 91. 

pulsatoria 91, 105. 
Brassolinae 120, 128. 
C a e c i 1 i i d a e 90, 93. 
C a e c i 1 i i n a e 90, 93. 
C a e c i 1 i u s 90. 

gonostigma 91, 97. 

japanus 91, 97. 

Oyamai 90, 97. 

scriptus 91, 98. 
Caligo 120. 

idomeneus euphorbus 120, 128. 

teucer phoroneus 120, 129. 
Callithea 121. 

optima 121, 235. 
Cardiophorus 80. 

tumidithorax 80. 
C a t a g r a m m a 121. 

cjmosura amazona 121, 234. 
Catargyria 121, 240. 



371 



laure 243. 

„ mima 245. 
linda 247. 

„ Geyeri 24ü. 
,, myia 247. 
„ nitoiis 248. 
selina 245. 

,, modica 24G. 
,, murina 246. 
seraphina 121, 241. 
thalysia 242. 
Catoblepia 144. 

berecynthia unditaenia 144. 

. „ forma latitaenia 146. 
cypaiissa 146. 
C h 1 o r i p p e 249. 
agathina bertila 253. 
elis farge 253. 

,, fabaris 253. 
pavon 249. 

„ cuellinia 250. 
„ inumbratus 250. 
vacuna 251. 

,, fluibunda 252. 
zunilda floris 251. 
Chlorocoris 106. 

nigricornis 106. 
C o a n a c o 361. 
guttata 361. 
melanoptera 361. 
Coea 121. 

achaeronta 121, 257. 
Colaenis 120. 
Julia 120, 121. 
C o n i o c o m p s a 8. 
japonica 8. 
vesiculigera 8. 
Coniopteryginae 3. 
Coniopteryx 3, 10. 
Barrett! 12. 
Fitchi 12. 
fumata 10. 
pulverulenta 3. 
C o n w e n t z i a 13. 

psociformis 13. 
Crepidomenus 83. 
aenesceus 83. 
Slett. entomol. Zeit. 1907. 



l)i\ninciis 85. 
marginatus 83. 
nigrifrons 85. 
C y 1 i n d r o r h i n i u a e :\H. 
C y li n d r o r h i n i n i 38. 
D a n a i n a e 122. 
D a s y p s o c u s 90. 

japonicus 90, 93. 
Dioninae 120, 221. 
D i o r h i n a 121. 

periander 121, 258. 
„ oluros 258. 
D r o m i c a 331. 

spectabilis Sheppardi 331. 

tarsalis brevinuda 332. 
D y n a m in e 121. 

erchia 121, 240. 
Ectopsocus 91. 

cryptomeriae 91, 100. 

raeridionalis 91, 100. 
Empheriidae 91, 105. 
E n d e r 1 e i n i a 167, 200. 

bispina 167, 169, 200. 
E nd er 1 e i n i i n i 166, 167, 200. 
E r y c i d e s 122. 

zonara 122, 309. 
Eueides 120. 

lybia 120, 221. 

vibilia unifiascatus 120, 221. 
Eunica 121. 

anna 121, 227. 

eurota flora 121, 228. 
Eupactus 338. 

Germaini 338. 
F a 1 k 1 a n d i u s 65. 

brachyomma 66, 69. 

suffodens 66, 68, 69. 

turbificatus 66, 67, 69. 
Formicomus 340. 

sulcicoUis 340. 
Fulgora 322. 

zephyria 322. 
G e b e n n a 364. 

multipunctata 364. 

Sylvia 364. 
Grypomachaerota 178, 
181, 200. 



372 



turbinata 182, 200. 
Helicoconis 6. 

maculata 6. 
Heliconinae 120, 218. 
H e 1 i c o n i u s 120. 

erato doris 120, 218. 

phyllis lativitta 120, 218. 

quitalenus denticulatus 120, 218. 
H e m i p s o c u s 90. 

hyalinus 90, 93. 
Hesperidae 122, 309. 
Hesperocharis 121. 

hirlanda 121, 259. 
„ obnubila 260. 
,, praeclara 260. 

nera amazonica 262. 
,, nilios 261. 
H i s t o r i s 121. 

odius orion 121, 256. 
Ithomiinae 120. 122. 
J u n o n i a 120. 

lavinia 120, 221. 

„ Michaelisi 224. 
K o 1 b e a 90. 

fusconervosa 90. 
Lepinotinae 91, 106. 
L e p i n o t u s 91. 

reticulatus 91, 106. 
L i m o n i d a e 121, 258. 
Limoninae 121, 258. 
Listroderes 38. 

abditus 43, 57, 69, 

bicaudatus 43, 57, 69. 

bracteatus 43, 55, 69. 

compressiventris 42, 58, 69. 

divaricatus 42, 46, 69. 

exsculpticollis 44, 60, 69. 

falklandicus 43, 57, 69. 

gibber 43, 51, 69. 

insquameus 44, 62, 69. 

Nordenskiöldi 42, 48, 69. 

salebrosus 42, 44, 69. 

scaber 43, 63, 69. 

vulsus 42, 50, 69. 
M ach a e r o p s i s 167, 170, 200. 

valida 172, 200. 
Machaerota 184, 200. 
Stett. entomol. Zeit. 1907. 



ensifera 186, 187, 200. 
ensiferina 186, 190, 200. 
guttigera 187, 192, 200. 
luzonensis 186, 189, 200. 
notoceras 187, 192, 200. 
punctato-nervosa 187, 191, 200. 
punctulata 187, 191, 200. 
Spangenbergi (nicht : Spang- 
bergi) 187, 194, 200. 
M a c h a e r o t i n a e 1 65. 
M a c h a e r o t i n i 167, 184, 200. 
M a t s u m u r a i e 1 1 a 90. 

radiopicta 90, 93. 
Maxudea 175, 200. 

crassiventris 176, 200. , 
Maxudeini 167, 175, 200. 
M e g a 1 u r a 121. 
berania 121, 237. 
Chiron 121. 236. 
Corinna 239. 

„ lazuhna 239. 
crethon 121, 238. 
egina 121, 237. 
marcella 239. 
norica 121, 236. 
peleus 121, 2.35. 
M e g a p e n t h e s 77. 
dubiosus 78. 
misellus 79. 
vulneratus 77. 
Megistanis 121. 
aeclus 121, 254. 
baeotus 121, 255. 
deucalion 121, 256. 
Melete 121, 263. 
isandra 273. 
hiisella 272. 
lycimnia amarella 271. 

,. calymnia 121, 267. 
,, donata 266. 

fiora 268. 
„ gargaphia 270. 
,, iphigenia 266. 
„ maeotis 265. 

pertho 269. 
,, petronia 270. 
„ phaenna 268. 



373 



lycimnia pbazania 267. 
peruviana galatia 272. 

yolanda 272. ' 

M e 1 i n a e a 120. 
egina 120, 123. 
Mesopsocidae 91. 
Mesopsocinae 91. 
Mesopsocus 91. 

unipunctatus 91. 
M o n o c r e p i d i u s 70. 
crassus 72. 
flaveola 74. 
flavobasalis 73. 
nigrifrons 75. 
pauper 76. 
picescens 71. 
rugulipennis 76. 
tenuicornis 70. 
M o r p h i n a e 120, 148. 
Morpho 120. 

achilles amazonicus 185. 
,, forma mullea 159. 
„ „ mystica 159. 

Theodorus 120, 156. 
„ forma micans 157. 
achillaena 161. 

,, paulista 162. 

pellana 162. 
adonis 120, 212. 
aega 213. 

,, bisanthe 214. 
„ milinaea 213. 
catenarius 216. 
deidamia erica 155. 

„ . neoptolemus 120, 155. 
didius julanthiscus 154. 
godarti 153. 
granadensis 163. 

,, lycanor 164. 

laertes 218. 

menelaus occidentalis 120. 148. 
nestria 151. 

„ mineiro 152. 
„ tenuilimbata 152. 
peleides hyacintus 208. 

„ forma crispitaenia 208. 

„ vudicis 209. 

Stett. ODtomoI. Zeit. 1907. 



peleus 161. 
polyphemus 218. 
popilius 161. 
portis 214. 

sidera 215. 
rhetenor 211. 
rugitaeniatus 210. 
Sulkowskyi 215. 
M y o p s o c i d a e 91. 
M y o p s o c i n a e 91. 
Myopsocus 91. 

muscosus 91. 
Myrilla 113. 

lineatifrons 114, 115. 
nigromaculata 114. 
obscura 114, 115. 
Myscelia 121. 

capenas 121, 127. 
Neodryinus 325. 

sumatranus 325. 
N y m p h a 1 i d a e 120, 122. 
N y m p h a 1 i n a e 120, 221. 
d o n t o c h i 1 a 327. 
brevipennis 327. 
prepusula 328. 
Opoptera 144. 
aorsa litura 144. 
Opsiphanes 143. 
bassus bassus 143. 

luteipennis 144. 
batea batea 140. 

,, praegrandis 142. 
,, subsericea 141. 
cassiae 135. 

„ forma decentius 137. 
,, ,, lucuUus 137. 

„ „ pudicus 136. 

,, ,, strophios 137. 

invirae agasthenes 132. 

„ forma rectifasciata 133. 
„ isagoras 138. 
„ pseudophilon 135. 
„ relucens 130. 
„ remoliatus 131. 
quite^'ia 133. 

mylasa 120, 133. 



374 



quiteria obidonus 134. 
philon 134. 
pseudophilon 135. 

tamarindi pseudocassiae 140. 
xiphos 140. 
P a c h y m a c h a e r o t a 184. 
194, 200. 

nigrifrons 196, 197, 200. 

pugionata 196, 198, 200. 

Signoreti 197, 199, 200. 
P a 1 p a r e s 87. 

obscuripennis 87. 
I'apilio 122. 294. 

anchisiades 122, 298. 

androgeus bagous 122, 300. 

ariarathes 122. 297. 

bellus 295. 

callias 122, 306. 

dolicaon draconarius 122, 307. 

glaucolaus leucas 122, 303. 

helios 305. 

iphitas 306. 

Ivcophron drepanon 302. 

pausanias 122, 298. 

polystictus galenus 296. 

protesilaus 122, 303. 

domitor 305. 

Servillei 308. 

sesostris 122, 295. 

stenodemus 305. 

telesilaus 122, 304. 

domitor 305. 

thoas 122, 301. 

„ chamadus 301. 

thyastes thyastinus 122. 305. 

torquatus 122, 299. 
Papilionidae 121, 259. 
Papilioninae 122, 294. 
Paracargiophorus 81. 

antennalis 81. 

vagus 82. 
P a r a ra p h i e n t e m u m 91 . 

Yumyum 91, 102. 
Parempheria 91, 105. 

Sauteri 91, 105. 
P e r e u t e 283. 

chai'ops Columbia 283. 
Stett. onlomol. Zeit. 1907, 



charops meridana 283. 
leucodrosine bellatrix 284. 
leucodrosine puna 284. 
Peripsocinae 91, 98. 
Peripsocus 91, 
pumilus 91, 99. 
quercicola 91, 98. 
Perrhybris 121. 

demophile charopus 121, 274. 
,, nimietes 275. 

niphates 275. 
niseias 275. 
lorena 121, 279. 
,, jumemx 279. 
„ luteifera 279. 
pyrrha 277. 

„ amazonica 278. 

digitata 278. 
„ incisa 278. 
Petalium 342. 
carinaticeps 337. 
cribripenne 342. 
Phoebis 121. 
argante 122. 286. 
Boiduvali 291. 
philea 121, 285. 

Hübneri 286. 
sennae 288. 
statira 290. 
triste 289. 
Pierinae 121, 2.59. 
P i e r i s 280. 

locusta rubecula 280. 

tithoroides 280. 
Podischnus 343. 
Beckeri 347. 
Horni 349. 
Oberthüri 343. 
P o 1 y h i r ra a 22. 
Alluandi 22. 
Conradsi 26. 
Dohrni 318. 
Horni 24. 
indecorata 310. 
Kolbei 312. 
Oberthüri 29. 
Roeschkei 315. 



875 



Schenklingi 31. 
Pseudocaecilius 90. 

maculosus 90, 94. 

solocipeimis 90, 95. 
Pseudonica 233. 

flavilla lunigera 233. 
P s o c i d a e 90, 91. 
Psocinae 90, 91. 
P s o c u s 90. 

japanicus 90. 

Kurokianus 90. 

nebulosus 90. 

sexpunctellus 90, 91. 

tokyoensis 90. 
P s o p h u s 201. 

stridulus 201. 
P s y 1 1 i p s o c i n a e 91, 105. 
Pterodela 91. 

pedicularia 91, 98. 
P t i n u s 357. 

brasiliensis 337. 
Pyrrhogyra 121. 

tipha amphira 121, 226. 
Pyrrhopyge 122. 

thasus 122, 309. 
Rhodocera 122. 

clorinde nivifera 294. 

menippe 122, 292. 
,, metioche 293. 

Sais 120. 

rosalia 120, 123. 
Satyrinae 120, 123. 
Scada 120. 

theaphia 120, 122. 
S e m i d a 1 i s 5. 

albata 5. 

Barretti 12. 

Fit Chi 12. 
S e p h i n a 109. 

excellens 109. 

nigripes 111. 

sulcaticoUis 110. 
Sigmasoma 178, 200. 

bifalcata 180, 200. 
Sigmasomini 167, 177, 200. 
Sphinginopalpus 339. 

rufithorax 339. 

Stett. enlomol Zeit 1907. 



S p i 1 o c o n i s 6. 
maculata 7. 
sexguttata 7. 
Stenopsocinae 90. 
Stenopsocus 90. 
aphidiformis 90. 
niger 90. 
pygmaeus 90. 
Stimulopalpus 91. 

japonicus 91. 
Symbrenthia 17. 
hypselis balunda 18. 
cotanda 18. 
hypselis 18. 
ottiha 18. 
redisilla 17. 
sinica 18. 
sinis 18, 
T em en i s 121. 
laothe bahiana 231. 
,, columbiana 230. 
„ forma pseudariadne 230. 
„ hondurensis 229. 
„ santina 231. 

violetta 121, 229. 
pulchra amazonica 231. 
dilutior 232. 
Trichodesma 337. 

robustior 337. 
Trichogomphus 352. 
giganteus 352. 
Zangi 357. 
Trigonogenius 

aeneus 337. 
Troctes 34, 91. 
divinatorius 91, 106. 
entomophilus 34. 
Troctidae 91, 106. 
Troctinae 91, 106. . 
V i c t o r i n a 13. 
lavinia 15. 

steneles biplagiata 13. 
„ forma palHda 14. 
,, sophene 14. 
„ steneles 14. 
,, forma bipunctata 14. 
Xyletinus boliviensis 338. 



Stett. entomol. Zeit. 1907. 



Tafel I, 



2. 




Stett. entomol. Zeit. 1907. 



Tafel I. 




i 



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