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LIBRARY OF 





1885_IQ5© 



r-. ivic i ^ALr 



Stettiner 
Entomologische Zeitung. | 



69. Jahrgang. 



i 



Heft 



Stettin 1908. 



Druck von R. Graßmann. 



Auszug 

jius der Satzuiii» des eiitomologisclien Vereins 
zu Stettill. 



ij 5. Jedes ordentliche Mitglied hat einen Jahresheitrag 
von zehn (10) Mark zu zahlen. Der Beitrag ist bis zum 
30. Juni an den Rechnungsführer des Vorstandes zu ent- 
richten. Der Rechnungsführer ist befugt, die In's zum 30. Juni 
nicht eingegangenen Beiträge durch Postnachnahme zu erheben. 

Der Vorstand ist befugt, ein Mitglied, das seine Beiträge 
bis zum SchluP) des Jahres nicht bezahlt hat, in der Mitglieder- 
liste zu streichen. Durch die Streichung erlischt die Mitglied- 
schaft des betreffenden Mitgliedes. 

§11. Der Verein giebt eine Vereinszeitschrift unter 
dem Namen „Entomologische Zeitung" heraus, die jedem Mit- 
gliede unentgeltlich zugesendet wird. 

lieber die Aufnahme der in der Zeitung abzudruckenden 
Aufsätze entscheidet die Redaktion, in zweifelhaften Fällen der 
für diesen Zweck bereits eingesetzte, aus drei Vereinsmitgliedern 
bestehende Ausschuß, dessen Mitglieder der Vorstand ernennt. 

§ 12. Die Benutzung der Vereinsbil)liothek ist den 
Vereinsmitgliedern nach näherer Anordnung des Vorstandes der- 
art gestattet, daß dem Verein daraus keine Kosten erwachsen. 



Mitteilungen und Anfragen an die Redaktion werden 
ausschließlich erbeten unter der Adresse: 

Entomologischer Verein 
zu Stettin 

Lindenstraße No. 22. 



Entomologische Zeitung. 



Herausgegeben 



von dem 



entomologischen Vereine 

zu Stettin. 



N eil nii 11 d sechzigster Jahrgan; 



Stettin 1908. 

Druck von R,. Grassmann. 



liltii. 



herausgegeben von dem 

entomologischen Vereine 

zu Stettin. 



Redaction: Dr. Heinrich Dohrn, Vorsitzender. 



In Commission bei der Buchhandlung R. Friedländer & Sohn in Berlin. 



1908. 69. Jahrgang. Heft I. 

Neue Dynastiden=Arten. 

Beschrieben von Clir. iStei'nbei*^, Stralsund. 

II. 



Coelosis inermis n. spec. 

6 c^ 3 $. (coli. aut.). (^ L. 30 — 31. B. 15 — 16 mm. $ L. 
28 — 31. B. 17 — 18 mm. S. Paulo (Süd-Brasilien). 

Steht C. sylvanus Fabr. am nächsten, ist dem $ 
desselben ungemein ähnlich in seinen 
beiden Geschlechtern, da beim ^ die ohrförmigen 
Brusthörner des sylvanus-,^ in solche flache Wulste, wie 
sie das sylvanus-'^ hat, verwandelt sind, wodurch n. spec. 
sich scharf von genannter Art unterscheidet. Auf Ober- 
wie Unterseite ähnlich dunkel rostfarben wie sylvanus, ist 
die neue Art oben und unten viel glänzender als diese Art. 
— Der Kopf zeigt dieselbe Form wie bei sylvanus : hinten 
über den nach oben sehr flach vortretenden, gelblichen 
Augen am breitesten (hier breiter als lang), verschmälert 
er sich allmählich bis zum schmalen, in zwei spitze, hohe 
Seitenzacken auslaufenden Endrande. Das Kopfschild 
ist an den Seiten und vorn mit gelbrötlichen, sich über die 
Mandibeln legenden Härchen dicht gewimpert und senkt 
sich leicht von der Stirn in grob und ganz dicht nadelrissig 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



punktierter, ebener Fläche nach vorn; Stirn und Scheitel 
sind leicht ausgetieft und mit groben Augenpunkten, die 
an den Seiten dichter, nach der Mitte zu sperriger stehen, 
bedeckt. Auf der Stirn steht ein kaum 2 — 3 mm 
langes Hörnchen, das beim ^ sich in einen stumpfen 
Höcker umwandelt. Die über die Kopf schild- Seiten weit 
vorragenden M a n d i b e 1 n tragen an den Außenseiten 
drei gleich große, seitlich gerichtete spitze Zacken. Die 
zehngliedrigen Antennen sind lang und kräftig, das 
erste Glied derselben verdickt sich von der Basis bis zum 
Apex stark und ist mit groben Punkten bedeckt, die lange 
rotbraune Härchen tragen. Die Palpen sind sehr schlank, 
besonders in dem letzten Gliede der Kiefertaster, das etwas 
nach innen gebogen, allmählich verdickt und am Ende 
schräge abgeschnitten ist in runder Apertur. Das breite, 
länghch runde, hinten grade abgeschnittene Kinn ist 
fast ganz eben, mit sperrig gestellten Punkten, die sehr 
lange, aufrecht stehende rotgelbliche Härchen tragen, be- 
setzt. H a 1 s s c h i 1 d viel breiter als lang, an den Seiten 
fast halbkreisförmig vorgerundet, verschmälert es sich von 
der hinter der Mitte liegenden größten Breite nach hinten 
nur wenig bis zu den stumpf abgerundeten (bei dem $ aber 
stärker vortretenden) Hinterecken; stärker bis zu den in 
fast rechtem Winkel vorragenden Vorderecken. Die un- 
gerandete Hinterseite ist in der Mitte ganz leicht vorgezogen ; 
die sehr fein gerandete Vorderseite ist leicht ausgeschnitten; 
die Seiten sind in eine sehr feine Randleiste leicht aufge- 
bogen. Die Hinterhälfte des Halsschildes ist leicht gewölbt, 
die vordere ist hinter dem Vorderrande in ihrer ganzen 
Breite in eine hinten fast halbkreisförmig geschlossene 
Quervertiefung vertieft, die sich in der Mitte nach hinten 
in die gewölbte Hinterhälfte des Halsschildes als breiter, 
hinterwärts verschmälerter und verflachter Einschnitt bis 
nahe an den Hinterrand vorschiebt. Die ganze Fläche dieser 
Quervertiefung ist mit dicht quergestellten groben, kurzen 

Stett. cutoiuol. Zeit. 1908. 



Nadelrissen bedeckt ; vor derselben steht auf dem Vorderrande 
ein niedriges, kaum mehr als 2 — 3 mm hohes 
stumpf abgerundetes Hörnchen. Die hintere 
gewölbte Fläche des Halsschildes ist an den Seiten (viel 
schwächer und lange nicht so dicht als bei sylvanus) mit 
groben Augenpunkten, die nach der Mitte zu kleiner und 
schwächer werden, bedeckt. Das Halsschild ist beim $ wie 
beim ^, doch ist das Brusthorn in einen sehr stumpfen, 
niedrigen Höcker zusammengeschrumpft. Das Schild- 
c^h e n bildet ein gleichseitiges Dreieck und ist stets ganz 
glatt, unpunktiert. Die flach zylindrischen, 
parallelseitigen Flügeldecken sind so breit 
als das Halsschild, hinten stumpf abgerundet, an den Seiten 
mit feinster Randleiste versehen. Dieselben sind gestreift 
punktiert ; die nicht sehr tiefen Punkte sind neben der Sutur 
und den Rippen in grade, regelmäßig stehende Reihen ge- 
stellt, dazwischen aber unregelmäßig verteilt. Am Schulter- 
und Endbuckel verschwinden die Streifen. Bei den $$ sind 
(wie bei sylvanus) die Punkte meistens tiefer, mit schärfer 
vortretenden Rändern versehen. Die Unterseite ist 
heller gefärbt als die Oberseite, besonders alle Schenkel. 
Meso- und Metathorax sind dicht mit anliegenden, kurzen 
rotgelben Härchen bedeckt; die Bauchsegmente tragen der- 
gleichen nur an den Seiten. Die langen nicht sehr 
kräftigen Beine haben einzelne Reihen langer 
Härchen an den Schenkeln, deren Mitte aber frei bleibt. 
An den Schienen ist die dem Leibe anliegende Seite mit 
langen Härchen bedeckt, am Ende und den Schrägkanten 
sind sie mit kürzeren, kräftigeren gewimpert. Die sehr 
schlanken Tarsen tragen am Ende der Unterseite ihrer Glie- 
der einige lange, zu zweien oder dreien zusammengestellte 
Härchen, während auf deren Oberseite vorn hinter dem End- 
rande jederseits nur ein solches Härchen steht. Die sehr 
kurze Afterkralle trägt deren vier, jederseits zwei derselben. 

Stett. eutomol. Zeit. 1908. 



Die abgeplatteten Vorderschienen tragen in der distalen 
Hälfte an der Außenkante drei lange, scharfe Zacken, deren 
mittlere etwas größer als die beiden anderen ist und der 
Endzacke etwas näher als der ersten gerückt steht. Die 
Mittelschienen tragen auf der Außenseite zwei schräge 
gestellte Querkanten, wovon die hintere, größere seitlich 
nach außen in einen langen, scharfen Dorn ausgezogen ist; 
der mit kurzen Börstchen gewimperte Endrand dieser 
Schienen ist breit abgerundet, nach außen in eine stumpfe 
Zacke ausgezogen. Die Hinterschienen tragen auf der Außen- 
seite zwei ebensolche schräg gestellte Querkanten wie^die 
mittleren und sind bei der hinteren, größeren ebenso in 
einen langen, spitzen Dorn ausgezogen; der gewimperte 
Endrand derselben ist ebenfalls breit und stumpf vorge- 
rundet, aber nicht so wie bei den Mittelschienen nach außen 
in eine stumpfe Zacke vorgezogen, sondern hier einfach 
abgerundet. Das P y g i d i u m ist beim ^ stark vorge- 
rundet, am Ende scharf eingezogen und dicht mit sperrig, 
aber regelmäßig gestellten größeren Punkten bedeckt. Beim 
$ ist es nicht so stark vorgerundet, am Apex nicht so scharf 
eingezogen und äußerst dicht mit Augenpunkten überzogen. 
Als Stridulations-Organe dürften wohl ohne 
jeden Zweifel sehr feine, quergestellte Kielchen zu betrach- 
ten sein, die in nicht regelmäßig geordneten Reihen, sondern 
in scheinbar unregelmäßiger Anordnung auf dem Propy- 
gidium beiderseits neben der Mitte sich finden. Die äußere 
Seitenfläche neben diesen Kielchen ist auf dem Propy- 
gidium mit feinen rundlichen, haartragenden Knötchen 
dicht bedeckt und nicht, wie die mittlere, die die Kielchen 
trägt, abgescheuert und der Härchen beraubt. 

Scapanes grossepunctatus n. spec 
17 ^ 5 ? (coli. aut.). ^ L. 39—53. B. 20—26 mm. 
? L. 43 — 50. B. 21 — 26 mm. Neu-Pommern, Neu-Lauen- 
burg. 

Stett. eutomol. Zeit. 1908. 



steht dem S. australis Boisd. nahe, doch' ist der ganze 
Körper compakter, gedrungener, besonders im Hinterleib; 
das Kopfliorn ist länger und stärker gekrümmt, die B r u st- 
hörner sind kürzer, am Ende viel weniger 
nach innen gebogen; die Flügeldecken 
sind viel gröber punktiert-gestreift. — 
Die neue Art ist am Kopf und Halsschild tiefschwarz, die 
Flügeldecken sind pechbraun, die Unterseite ist heller rot- 
braun, am hellsten erscheinen die Schenkel aller Beine. 
Der kurze Kopf ist hinten über den flach gewölbten, bald 
helleren, bald dunkleren Augen am breitesten, verschmälert 
sich allmählich bis zum Vorderrande, der breit und hoch 
aufgebogen und in der Mitte zwischen den breit abgerundeten 
Seitenecken leicht ausgeschnitten ist. Unmittelbar hinter 
diesem Ausschnitt erhebt sich aus breiter, die ganze Kopf- 
breite einnehmender Basis das sehr lange Kopf- 
h o r n, das im ersten Drittel seiner Länge grade empor- 
steigt, um sich dann allmählich in sanfter Biegung nach 
hinten zu neigen, erst ganz kurz vor der leicht abgerundeten 
Spitze sich schärfer nach hinten zu umbiegend. An der 
Basis am breitesten, verschmälert und verjüngt es sich all- 
mählich bis zur Spitze; an der überall mit feinen Pünktchen 
bedeckten Vorderseite leicht vorgerundet, trägt es an der 
gleichfalls fein punktierten Hinterseite kurz vor der Spitze 
einen kurzen dreieckigen, seitlich flach gedrückten Höcker, 
von welchem aus eine stumpf abgerundete, rippenartige 
Erhöhung in der Mitte des Hornes verläuft, die sich bis 
zur Basis allmählich verbreitert; neben derselben zieht sich 
jederseits eine flache Furche vom Höcker bis zur Basis hin. 
Die hinter dem Kopfhorn liegende Kopffläche ist leicht 
gewölbt, ganz glatt. Die M a n d i b e 1 n sind hinten schmal, 
nach vorn stark verbreitert und nach außen vorgezogen; 
am Vorderrande von außen schräg nach innen abgeschnitten 
und auf der Oberseite leicht vertieft. Die ganzen Mund- 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



8 

teile sind von langen rotgelblichen Härchen dicht umhüllt. 
Das Halsschild ist viel breiter als lang 
(23 X 15 mm) ; hinten auf zwei Drittel der Länge ungemein 
stark vorgerundet, verschmälert es sich dann im vorderen 
Drittel schnell (hinten an breitester Stelle 23, vorn an 
schmälster 11 mm breit). Die Seitenränder sowie der in 
der Mitte schwach aber breit vorgezogene Hinterrand haben 
eine feine, scharf aufgebogene Randleiste, die an dem leicht 
(in der Mitte auf kurzer Strecke schärfer) ausgeschnittenen 
Vorderrande sich in ein flaches Band umwandelt, das nach 
der Mitte zu sich verbreitert. 'Im vorderen Drittel ist das 
Halsschild flach, hebt sich dann rasch in die hintere, längere 
Hochfläche als ein in die Breite gezogener Buckel, von dem 
sich die beiden großen langen, schräge nach oben und vorn 
gerichteten Seiten hörner ausgehen, die (bei großen 
Exemplaren) kaum die Länge des Halsschildes erreichen, 
seitlich flach gedrückt, am Apex stumpf abgerundet und 
hier kaum merklich (bei S. australis sehr stark) nach innen 
gebogen sind. Der vordere abschüssige Teil des Halsschildes 
unter den Brusthörnern, sowie der hinter denselben liegende 
leicht gewölbte Teil desselben, nebst den Hörnern sind 
glatt, glänzend und mit feinen, sperrig stehenden Pünktchen 
versehen; eine grobe, halbmondförmige Augenpunkt-Run- 
zelung erstreckt sich an den Seiten nicht ganz bis an die 
schwach vortretenden, spitzigen Vorderecken, reicht hinten 
bis an die stumpf abgerundeten Hinterecken, von wo die- 
selbe dicht gestellt sich bis an die Basis der Brusthörner 
erstreckt und auf diese bis zu halber Länge derselben in 
immer sperriger werdender Stellung sich ausdehnt. Das 
S c h i 1 d c h e n ist breit, dreieckig, hinten stumpf ab- 
gerundet, hat an den Seiten Randleiste und die ganze Fläche 
dicht mit groben Augenpunkten bedeckt. — Die Flügel- 
decken sind sehr hoch gewölbt, fallen von der Sutur 
zuerst allmählicher, dann schroff nach den Seiten ab, wäh- 

Stett. eutomol. Zeit. 1908. 



9' 

rend sie schon nach dem ersten Viertel sich ahmähhch nach 
dem Apex zu neigen beginnen; der Schulterbuckel tritt 
sehr deutlich, der hintere sehr schwach hervor; an der Basis 
so breit als das Halsschild, verschmälern sie sich von hier 
nur sehr allmählich und wenig bis zum stumpf abgerundeten 
Apex. Die Seiten haben eine feine Randleiste; die ganze 
Fläche der Flügeldecken ist dicht mit großen, groben Augen-' 
punkten bedeckt, die längs der Sutur und den schwach 
erhöhten Rippen regelmäßig in Reihen gestellt sind ; zwischen 
diesen groben Augenpunkten stehen unregelmäßig ver- 
streut feinere Punkte. Die hellrotbraun gefärbte Unter- 
s e i t e ist meistens glatt, nur am Pronotum und den Beinen 
mit wenigen rotbraunen Härchen. Pro-, Meso- und Meta- 
thorax sind grobpunktiert, die Bauchsegmente feiner. Alle 
Schenkel der kräftigen Beine sind unpunktiert, 
mit zwei Reihen von Haarpunkten besetzt. Die Vorder- 
schenkel haben am Innenrande vor dem Knie einen drei- 
eckigen, stark vorragenden, stumpf abgerundeten flachen 
Höcker. Die Vorderschienen haben in der distalen Hälfte 
an der Außenseite drei scharfe Zähne, von denen der mittlere 
dem letzten näher steht als dem ersten. Die vier Hinter- 
schienen tragen am Endi.uide neben den beiden Sporen 
zwei sehr lange, scharfe Zähne, an den Außenseiten zwei 
schräge gestellte, abgerundete Querkanten, die mit kurzen, 
breiten Börstchen gewimpert sind. Von den schlanken, 
kräftigen, unten mit wenigen langen Härchen besetzten 
Tarsen ist das erste Glied das längste, die anderen werden 
allmählig kürzer, doch ist das Krallenglied das längste, 
so lang als die beiden vorhergehenden zusammen. Die 
Afterklaue ist sehr lang, am Ende jederseits mit einem 
Haarbüschelchen. Das P y g i d i u m (3) ist ziemlich grade 
nach unten vorgezogen, kurz vor dem Endrande etwas 
eingezogen und dichtest punktiert auf der ganzen Fläche, 
nur am Ende in der Mitte auf kleiner Fläche fast punktlos. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



10 

Der Prosternalzapfen ist ziemlich hoch, etwas 
flach gedrückt von vorne nach hinten. Die hier gegebene 
Beschreibung gilt für große Männchen: je kleiner diese 
werden, desto kleiner werden Brusthörner ebenso wie Kopf- 
horn; erstere erscheinen bei kleineren und kleinsten (^(^ nur 
noch als mehr oder weniger kurze Höcker, letzteres als ganz 
kurzes Hörn, das den kleinen Höcker der Hinterseite ganz 
verloren hat. — Die Weibchen gleichen den Männchen 
sehr, doch ist bei ihnen das männliche K o p f h o r n in 
einen breiten, oben eingeschnittenen Höcker umgewandelt. 
Das H a 1 s s c h i 1 d ist beim Weibchen vorn etwas ab- 
schüssig, hier zu rundlichem Eindruck leicht vertieft; an 
den Seiten hinten gleichmäßig vorgerundet, verläuft 
es vorn vor den Endecken in grader (nicht 
wie beim ^ in scharf ausgeschnittener) 
Linie; demselben fehlen die Hörner des (^ gänzlich, es ist 
gleichmäßig gewölbt auf der hinteren Hälfte, hier über 
dem vorderen Eindruck mit breiter, länglich runder, hinten 
verschmälerter und verflachter Längsvertiefung; die ganze 
Oberfläche des Halsschildes mit Einschluß der Längs- 
vertiefung ist mit groben, quergestellten Augenrunzeln be- 
deckt, die hinten vor dem Hinterrande sich in feine Augen- 
punkte umwandeln. Beim Pygidium des $ ist die 
ganze Fläche desselben dichtest mit Punkten bedeckt, 
ohne eine Fläche mit sperriger gestellten Punkten, wie sich 
solche beim ^ findet. In jeder anderen Hinsicht unter- 
scheidet sich das $ nicht vom (^. — Von Stridulations- 
Organen zeigt sich bei der neuen Art weder auf dem 
Progygidium noch sonstwo eine Spur. Bei allen mir in 
großer Anzahl vorliegenden Exemplaren dieser neuen Art 
ragen die Flügeldecken stets weit und 
sehr tief über das Pygidium herab und 
lassen nie einen Teil des Propygidium frei. Ähnlich tief 
über das Pygidium herabgezogene Flügeldecken findet 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



11 

man auch bei anderen Dynastiden-Arten, bei denen die 
Stridulations-Organe auf dem Propygidium dann auch 
stets fehlen. Ich vermute daher, daß man alle Arten, bei 
denen derart tief über das Pygidium herabgezogene Flügel- 
decken vorhanden sind, als nicht mit Stridulations-Organen 
versehen betrachten darf. Die Flügeldecken sind bei diesen 
Arten eben so weit nach hinten vorgeschoben, daß es dem 
Tier unmöglich ist, dieselben wieder so weit nach vorn 
vorzuziehen, daß es mit dem Apex derselben das zu weit 
nach vorn liegende Propygidium erreichen kann. 

Die neue Art scheint auf die Inseln von Neu-Pommern 
und Neu-Lauenburg beschränkt zu sein; vom Festlande 
von Neu-Guinea sind mir keine Exemplare vorgekommen. 

Von den Inseln Bougainviüe und Shortland des Salomo- 
Archipels, sowie von Neu-Mecklenburg liegt mir in mehreren 
Exemplaren verschiedener Größe eine neue Varietät von 
S. grossepunctatus n. sp, vor, die ich nenne: 

Scapanes grossepunctatus-salomonensis n. var. 

6 (^ I $ (coH. aut.). c^ L. 40—47, B. 21—24 mm. ? L. 
45, B. 23 mm. — Salomo- Archipel (Insel Bougainville und 
Shortland), Neu-Mecklenburg. 

Der Prioritäts-Form sehr ähnlich, doch noch kürzer, 
gedrungener ; das K o p f h o r n {^) kürzer; die M a n - 
d i b e 1 n vorne schräger von außen nach innen abgeschnitten, 
nach außen stärker vorgezogen ; das Halsschild hinter 
den Vorderecken an den Seiten weniger stark ausgeschnitten 
und die Augenpunkt-Runzelung auf denselben weniger 
ausgedehnt; die Brusthörner weniger breit; die Flügel- 
decken kürzer, gedrungener, die Augenpunkte auf 
denselben weniger kräftig entwickelt 
und sperriger gestellt, auch nicht so 
regelmäßig neben der Sutur und den 
Rippen in Reihen geordnet; Unterseite ein 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



t2 

wenig dunkler rotbraun gefärbt. Weitere Unterschiede 
finde ich nicht. — Scheint auf die Inseln des Salomo- Archipels 
und Neu-Mecklenburg beschränkt zu sein. 

Scapanes brevicomis n. spec. 

2 große (^ (coD. aut.). o L. 46 — 52, B. 22 — 25 mm. — 
Fergusson-Insel (D'Entrecasteaux- Archipel) . 

Steht dem 5. grosscpunctatus m. (vgl. p. 6) am nächsten, 
doch ist das Kopfhorn stärker gebogen ; die Brust- 
hörner sind ganz kurz (bei S. grosspunctakis 
sind sie erheblich länger, bei S. aitstralis 
am längsten); die Punktierung ist (wie bei australis) 
eine sehr schwache, feine, unregelmäßig gestellte, nicht 
(wie bei grosscpunciatus) grobe und neben den Rippen regel- 
mäßig in Reihen geordnete. Diese neue schwach glänzende 
Art ist oben am Kopf und Halsschild tief schwarz, an den 
Flügeldecken pechbraun, an der Unterseite kirschrotbraun, 
die Schienen und Tarsen dunkler. — Der Kopf ist 
kurz, hinten über den sehr schwach vortretenden, gelb- 
lichen Augen am breitesten und verschmälert sich allmäh- 
lich bis an den aufgebogenen, in abgerundete Endzacken 
vorgezogenen Vorderrand. Unmittelbar hinter diesem End- 
rande erhebt sich aus breiter, die ganze Kopffläche ein- 
nehmender Basis das lange, kräftige Kopf- 
horn. Dasselbe biegt sich schon von der Basis an in fast 
halbkreisförmiger Linie allmählich nach hinten, um sich 
dicht vor der abgerundeten Spitze kräftiger zu krümmen. 
An der Basis am dicksten, verjüngt es sich allmählich bis 
zur Spitze; an der Vorder- und Hinterseite abgerundet, 
trägt es an der letzteren dicht hinter der Spitze einen drei- 
eckig vortretenden, schwachen Höcker, von dem sich jeder- 
seits eine schwach eingedrückte Furche bis zur Basis hinab- 
zieht. Die M a n d i b e 1 n sind an der Basis am schmälsten, 
am Apex in gerader Linie von außen nach innen zu schräge 

Stett. outomol. Zeit. 1908. 



13 

abgeschnitten und auf der Oberseite leicht vertieft. — 
Das Halsschild ist viel breiter als lang 
(23 X 16) ; hinten auf zwei Drittel der Länge breit und 
stark vorgerundet, verschmälert es sich schnell im vorderen 
leicht ausgeschnittenen Drittel (hinten 22, vorn 10 mm 
breit). Die Seitenränder desselben, sowie der in der Mitte 
breit, aber nur sehr schwach vorgezogene Hinterrand haben 
feine Randleiste, die hinter dem in der Mitte auf kurzer 
Strecke schärfer ausgeschnittenen Vorderrand in ein breites, 
flaches Band sich umwandelt. Das im vorderen Drittel 
flache Halsschild hebt sich, schräg nach hinten hinaufstei- 
gend, schnell in die hintere, längere Hochfläche als breit- 
gezogener Querbuckel, auf dem über der vorderen Abfall- 
fläche jederseits neben der Mitte die beiden dreieckig ab- 
geschnittenen und seitlich zusammengedrückten Brust- 
hörner sich nur wenige Millimeter er- 
heben, während dieselben bei 5. grosse- 
punctatus m. fast in Halsschildlänge vor- 
ragen. Die von den Brusthörnern bis zum Vorderrande 
des Halsschildes sich herabsenkende Abfallfläche, sowie der 
hinter den ersteren liegende, bis an den Hinterrand reichende 
Teil desselben sind glatt, glänzend und mit sehr sperrig 
gestellten Punkten besetzt. Eine grobe Augenpunktrunze- 
lung bedeckt die Seiten des Halsschildes von den leicht 
spitzig vorragenden Vorderecken bis zu den stumpf ab- 
gerundeten Hinterecken und zieht sich bis auf und zwischen 
die Brusthörner hin. Das Schildchen ist dreieckig, 
öchmal, glatt umrandet und mit groben Augenpunkten 
dicht bedeckt. Die schwach glänzenden, sehr gedrun- 
genen, hochgewölbten Flügeldecken sind 
an der Basis so breit als das Halsschild; vorn kaum ver- 
schmälert, verlaufen sie fast parallel, bis sie sich am Apex 
stumpf abrunden; seitlich und hinten mit feiner Randleiste 
versehen, sind sie in ganzer Länge hochgewölbt und fallen 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



14 

von der Sutur zuerst allmählich, dann schroffer nach den 
Seiten und dem Apex zu ab. Die ganze Fläche derselben 
ist (wie bei S. australis) mit feineren, unregelmäßig ver- 
streuten, nicht (wie bei S. grossepunctatus m.) mit neben 
den Rippen in regelmäßige Reihen gestellten Punkten 
bedeckt. Neben der Sutur steht ein deutlicher Punktstreif. 
Die Unterseite, die Beine und der Proster- 
nalzapfen ganz wie ich bei grossepunctatus m. (vgl. p. 9) 
beschrieben. Das leicht gewölbte, vor dem Apex leicht 
eingezogene P y g i d i u m ist mit Punkten bedeckt, die 
in der Mitte etwas sperriger stehen. — Stridulations-Organe 
fehlen dieser neuen Art ebenso wie den anderen Scapancs- 
Arten. — Das Weibchen ist mir unbekannt. — 

Die beiden mir vorliegenden großen Exemplare dieser 
neuen Art sind auf Fergusson-Insel gesammelt worden, der 
größten Insel des D'Entrecasteaux-Archipels, der dem 
Ostende von Neu- Guinea vorgelagert ist. Scapanes australis 
Boisd. scheint nur auf dem Festlande von Neu-Guinea, 
5. grossepunctatus m. nur auf den Inseln von Neu-Pommern 
und Neu-Lauenburg und 5. salomonensis m. nur auf den 
Inseln des Salomo-Archipels und auf Neu-Mecklenburg vor- 
zukommen. Diese neue Art ist also im Westen, Norden 
und Osten von den anderen Arten der Gattung Scapanes 
umgeben. 

Noch bemerken will ich, daß Scapanes solidus Burm. 
nicht zu Scapanes, sondern zur Gattung Senianopterus gehört. 

Xyloryctes laevipennis n. spec. 

6 (J, 3 ? (coli. aut.). S L. 23 — 29, B. 13 — 15 mm. $ L. 
23 — 27, B. 13 — 15 mm. — Mexico, 

Wie ich vermute, dürfte man in dieser Form, die ich 
als neue Art aufstelle, die var. ensifer Sturm, die Bates 
(Biologia Centrali Americana, Dynastidae, p. 324) zu X. 
telephus Burm. als (zwar sehr zweifelhafte) Varietät stellt, 

Stett. entomol. Zeit, 1908. 



15 

zu suchen haben. Die von Bates in seiner kurzen Diagnose 
angeführten Merkmale passen allerdings auf diese neue 
Art, aber man kann dieselbe trotzdem nicht als Varietät 
zu X. telephus Burm. stellen, denn bei derselben ist der 
Endrand der Mittel- und Hinterschienen ganz anders ge- 
formt als bei telephus. Hier in drei breit ab- 
gerundete, durch tiefe Einbuchtungen 
getrennte Zacken ausgezogen, dort in 
9 — 10 ganz kurze, leicht zugerundete, 
wenig vorragende und durch je ein kurzes 
Börste hen getrennte Zacken geteilt. Auch 
der aufgebogene Endrand des Kopfschildes ist bei telephus 
anders geformt als bei der neuen Art. Ich sehe daher diese 
Form, da sie auch keiner der beschriebenen Arten verwandt- 
schaftlich näher steht, als gute neue Art an. — Bates läßt 
in der Biologia bei Beschreibung der Xyloryctes- kr ten 
zwei gute Unterscheidungs-Merkmale ganz unbeachtet: die 
Form des Endrandes der Mittel- und Hinterschienen, sowie 
des Kopfschildes. Mir scheint für die richtige Trennung 
der Xylorydes-Axien die Beobachtung der Verschie- 
denheiten in der Form gerade dieser 
Körperteile darum von ganz besonderer 
Wichtigkeit zu sein, weil bei den größten 
wie den kleinsten ,^ ,^ wie $$ derselben 
Art die Form derselben die stets gleiche, 
immer constante, nie nach der Größe 
der Exemplare abändernde, verbleibt. 
Bates unterscheidet dagegen, bei gänzlicher Nichtbeachtung 
dieser Körperteile, die Arten dieser Gattung fast ausschließ- 
lich nach der verschiedenen Form des Kopfhornes, der 
Abfallfläche des Halsschildes und des diese überragenden 
Höckers, obgleich alle diese Körperteile nach der Größe 
des Exemplares erheblich abändern, wodurch, besonders 
wenn nur wenige oder nur einzelne Exemplare vorliegen, 
Stett. entomol. Zeit. 1908. 



16 

die Bestimmung derselben sehr erschwert, ja oft ünmögHch 
gemacht wird. 

Die neue Art gehört zu den heller gefärbten Arten 
der Gattung, sie ist ähnlich so kastanienbraun — mit einem 
Stich ins Kirschrote — gefärbt, wie X. teuthras Bates, steht 
dieser sonst auch am nächsten, doch fehlt ihr der bei jener 
Art deutlich eingeschnittene Nahtstreif gänzlich (bei zwei 
Exemplaren findet man eine schwach punktierte Andeutung 
derselben) ; über der vorderen Abfallfläche des Halsschildes 
findet sich bei der neuen Art ein (bei teuthras, wenigstens 
bei den kleinen, mir allein vorliegenden Exemplaren ganz 
fehlender) sehr kurzer, breiter, grade vorragender, vorn in 
der Mitte des Vorderrandes leicht eingekerbter Höcker, 
der mit breiter, halbrund vortretender, wulstartiger Basis 
bis auf gut die halbe Höhe der Abfallfläche hinabreicht. — 
Der Kopf ist breiter als lang ; hinten über den sehr flachen, 
kaum nach oben vortretenden, gelblichen Augen am breitesten, 
verschmälert er sich in leicht vorgerundeter Linie erheblich 
bis an den sehr hochaufgebogenen, scharf auslaufenden 
Vorderrand des Kopfschildes, der in zwei breite, 
sanft abgerundete Seitenhöcker, die durch eine mittlere, 
kurze, flache Ausrandung getrennt sind, ausgezogen ist. 
Die Seiten des Kopfes, wie des Kopfschildes haben eine 
scharfe, gehobene Randleiste; die ganze Oberfläche beider 
ist, mit Ausnahme einer kleinen hinter dem Kopf hörn liegen- 
den glatten, glänzenden Fläche, dicht und grob gerunzelt- 
punktiert. Aus breiter, einen großen Teil der Kopf- und 
Kopfschildfläche einnehmender Basis erhebt sich das bei 
großen Exemplaren hohe, wohl die doppelte Kopflänge 
erreichende Kopf hörn, das sich vom Vorderrande des 
Kopfschildes in sehr schwacher Biegung schräge nach hinten 
aufrichtet. An der Basis breit und an der Vorder- wie der 
Hinterseite leicht abgeflacht, verschmälert es sich allmäh- 
lich bis zu dem abgerundeten, nach hinten ein wenig buckel- 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



17 

artig vortretenden Ende. Auf der Vorder- wie der Hinter- 
seite grob runzlich-punktiert, bleibt nur die Spitze glatt, 
glänzend. Die sehr kurzen, ganz unter dem Kopfschild 
verborgenen M a n d i b e 1 n sind am Ende spitzig ab- 
gerundet, an der Seite leicht ausgeschnitten, sonst ohne 
weitere Zacken. Antennen gewöhnlich, Taster 
kurz und ziemlich dick. — Das Halsschild ist 
querelliptisch mit sehr stark vorgerundeten Seiten, 
leicht ausgeschnittener Vorderseite und in der Mitte breit, 
aber nur schwach vorgezogener Hinterseite. Die an den 
Seiten und hinten verlaufende, hochaufgebogene starke 
Randleiste ändert sich vor dem Vorderrande in eine glatte, 
flache, in der Mitte verbreiterte und schneppenartig vor- 
gezogene Binde um. Beim (^ ist das Halsschild in der vor- 
deren Hälfte, dicht vor der Mitte, steil abschüssig bis zum 
Vorderrande; in der Mitte des oberen Randes dieser Ab- 
sturzfläche tritt ein sehr kurzer, breiter, in der Mitte seines 
Vorderrandes äußerst schwach eingekerbter Höcker gerade 
vor, der sich wulstartig nach unten über die Absturzfläche 
lang und breit vorstreckt, ähnlich so wie man es bei lohicollis 
findet, doch ist bei der neuen Art der Randhöcker weniger 
scharf vorgezogen, kürzer, breiter, der nach unten vor- 
tretende Wulst viel breiter und tiefer herabreichend auf die 
Abfallfläche, welch letztere unten über dem Vorderrande 
weniger vertieft ist als bei lohicollis. Die ganze Absturz- 
fläche und die Halsschildseiten daneben sind dicht mit tiefen, 
breiten Punkten bedeckt. Die ganze hintere gewölbte Hals- 
schildfläche ist glänzend, glatt und an den Seiten fein punk- 
tiert. Das S c h i 1 d c h e n ist gleichseitig dreieckig, glatt, 
glänzend, ohne jegliche Punktierung. — Die h o c h g e - 
wölbten Flügeldecken sind an der Basis so 
breit als hier das Halsschild; unter dem Schulterbuckel 
ein wenig verschmälert, verlaufen sie dann parallelseitig, 
bis sie zum Apex stumpf abgerundet werden. Die Rand- 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 2 



18 

leiste ist an den Seiten kräftig, hochaufgebogen, verschmälert 
und verniedert sich aber am Apex. Die ganze Fläche der 
Flügeldecken ist glatt, sehr glänzend, unpunktiert und ohne 
Punktstreifen neben den Rippen und der Sutur, nur bei 
den beiden größten Exemplaren zeigt sich neben der letzteren 
eine äußerst schwach angedeutete Reihe von Punkten, 
die nach dem Apex zu ein wenig deutlicher hervortritt. 
Das fein punktierte P y g i d i u m ist breiter als lang, 
längs der Basis querbucklig gewölbt und nach dem Apex 
zu dann scharf eingezogen. Unterseite und Beine 
ohne Eigentümlichkeiten, der Endrand der Mittel- und 
Hinterschienen ist nicht (wie bei telephus) scharf und tief 
ausgebuchtet, sondern einfach abgerundet, mit 9 — 10 kleinen, 
kurzen Zacken, zwischen welchen kurze Börstchen stehen, 
die manchmal ganz abgerieben sind, so daß dann der End- 
rand einfach glatt abgerundet erscheint. Die Vorderschienen 
tragen in ihrer distalen Hälfte 3 große, stark abgerundete 
Zacken. Die Weibchen sind lange nicht so breit und 
gedrungen als die Männchen, sondern viel schlanker, schmä- 
ler; sonst gleichen sie denselben ganz, doch ist das K o p f - 
hörn des cJ bei ihnen durch einen sehr kleinen, zwischen 
den Augen stehenden Höcker ersetzt. Das H a 1 s - 
Schild zeigt beim $ keine Absturzfläche, ist lange nicht 
so querelliptisch verbreitert, an den Seiten nicht so stark 
vorgerundet und mit schwächerer, feinerer Randleiste ver- 
sehen; auf der gleichmäßig gewölbten Fläche ist es glatt, 
glänzend, unpunktiert. Die Flügeldecken sind 
beim $ glatt, glänzend, punktlos wie beim (^. Das P y - 
g i d i u m der $ ist nicht so stark eingezogen als beim ^J, 
kaum punktiert. Die drei Zacken an den Vorderschienen 
der 5 sind schmäler, spitzer auslaufend als beim ^. 

Bates hat vollkommen recht mit seiner Behauptung, 
daß sich bei den Xyloryctes -Arten keine Stridu- 
1 a t i o n s - O r g a n e auf dem Propygidium 

Stett. ciitomol. Zeit. 1908. 



19 

finden. Ich glaube hinzufügen zu dürfen, daß denselben 
diese Organe überhaupt fehlen. Ich habe bei eingehender 
Untersuchung aller Körperteile eines X. satyrus-^ keine 
derartigen Organe finden können. 

Xyloryctes perpendicularis n. spec. 

I ^. (coli. aut.). L. 32 mm, B. 18 mm. — Venezuela. 

Da aus Venezuela neben dem Xyloryctes lohicollis Bates 
nur noch diese neue Art bekannt ist, so bemerke ich für 
Zweifler, daß das vorliegende einzige Männchen aus der 
Coli. V. Rothschild-Tring stammt und mit gedrucktem 
Zettel (Venezuela) versehen ist; ich glaube daher, daß 
die Richtigkeit der Vaterlandsangabe durchaus nicht zu 
bezweifeln sein dürfte. — Das vorliegende Männchen gehört 
(nach der Ausbildung des langen Kopfhornes zu schließen) 
zu den großen Exemplaren der Art. Dieselbe glänzt oben 
wie unten gleich stark, ist oben am Kopf und Halsschild 
schwarz, an den Flügeldecken dunkelbraun, an der Unter- 
seite heller rotbraun, mit dunkleren Schienen und Tarsen. 
Dieselbe steht X. telephus Burm. am nächsten, sie hat die- 
selben glatten Flügeldecken, denen der Nahtstreif auch 
ganz fehlt, doch ist das Halsschild ganz 
anders als bei telephus gestaltet, indem 
der Absturz auch nicht annähernd so 
stark ausgehöhlt ist, der Mittelhöcker des oberen 
Absturzrandes breiter, aber weniger lang vorragt und als 
breiter Wulst über die ganze Abfallfläche bis dicht hinter 
den Vorderrand des Halsschildes sich fast senk- 
recht herabsenkt, hierdurch sich von allen be- 
kannten Xyloryctes-k.vien unterscheidend. Auch das lange 
Kopf hörn hat eine eigenartige Form. — Der Kopf ist 
breiter als lang, verschmälert sich allmählich von hinten 
nach vorn, wo das Kopf schildende scharf und hoch auf- 
gerichtet ist und in zwei breite, stumpf abgerundete Seiten- 

Stett. eutomol. Zeit. 1908. 2* 



20 

zacken, die durch einen leichten Ausschnitt getrennt sind, 
ausläuft. Die Seiten des Kopfes und des Kopfschildes sind 
gerandet, leicht aufgebogen. Das lange Kopf hörn 
erhebt sich aus breiter, .den größten Teil der Kopf- und 
Kopfschildfläche einnehmender Basis, biegt sich im ersten 
Drittel der Länge schwächer, dann stärker nach hinten bis 
zumEnde, wo es eigenartig stumpf abgeschnitten-zugerundet 
und hinten (anders als bei allen anderen Xylory des- Arten) 
als spitzig auslaufender Höcker vorgezogen ist. Da es an 
der Vorder- wie Hinterseite nicht so abgeflacht ist wie bei 
den anderen Xyloryctes- Arten, so erscheint es dicker, rund- 
licher, wie bei diesen. Die das Kopfhorn umgebende Kopf- 
fläche ist mit grob gerunzelter Punktierung bedeckt, welche 
sich auch auf die Basis des Kopfhornes erstreckt, um sich 
im weiteren Verlauf desselben in grobe Punktierung zu ver- 
wandeln, die vor dem Ende desselben aufhört und letzteres 
glatt und glänzend erscheinen läßt. — Das q u e r e 1 1 i p - 
tische Halsschild ist sehr stark an den Seiten 
•vorgerundet, mit ziemlich scharf vorgezogenen Vorder- und 
leicht winklig abgerundeten Hinterecken; die Vorderseite 
desselben ist leicht ausgeschnitten, die Hinterseite fast 
gerade, nur in der Mitte leicht vorgezogen. Die Randleiste 
des Halsschildes ist hinten fein, leicht aufgebogen, ver- 
stärkt und erhöht sich an den Seiten, bis sie vor dem Vorder- 
rande in eine nach der Mitte zu verbreiterte, flache, glänzende 
Binde sich umwandelt. Das Halsschild ist in der vorderen 
Hälfte, dicht vor der Mitte steil abschüssig bis fast zum 
Vorderrande; in der Mitte des oberen Randes dieser Ab- 
sturzfläche ragt ein vorn in der Mitte leicht eingekerbter, 
ziemlich breiter Höcker gerade und ziemlich lang vor. Der- 
selbe senkt sich von seinem Ende wulstartig nach unten 
über die ganze Absturzfläche bis kurz hinter den Vorderrand 
des Halsschildes fast senkrecht herab, hier- 
durch die Absturzfläche in zwei leicht 

Stctt. eutomol. Zeit. 1908. 



eingedrückte, scharf getrennte Seiten- 
teile scheidend. Diese ganze Abfallfläche und der 
dieselbe teilende Wulst ist mit quergerunzelter, grober Punk- 
tierung bedeckt, die sich auf die Seitenflächen neben der 
Abfallfläche ausdehnt und, etwas verschmälert, bis an die 
Hinterecken sich hinzieht. Die hintere Hälfte der Hals- 
schild-Oberfläche ist glatt, glänzend, punktlos. — Die hoc h- 
gewölbten Flügeldecken sind an der Basis so 
breit als das Halsschild an den Hinterecken, sie sind unter 
dem Schulterbuckel auf kurzer Strecke stark nach vorn 
verschmälert eingezogen, laufen dann parallelseitig bis sie 
sich zum stumpf abgerundeten Apex umbiegen. Die an der 
Basis der Seiten ziemlich kräftige, aufgebogene Randleiste 
schwächt nach hinten zu allmählich ab, bis sie am Apex 
ganz verschwindet. Die Oberfläche der Flügel- 
decken ist glatt, glänzend, ohne Spur 
eines Nahtstreifens, doch zeigen sich schwache 
Spuren von Punktstreifen neben den Rippen, die der Naht 
zunächst leichtest gehoben sind. Unterseite und 
Beine ohne besondere Eigentümlichkeiten ; Pro-, Meso- 
und Metathorax mit langer, abstehender, rotbrauner Be- 
haarung, die an den Seiten am dichtesten steht. Die Baue h- 
segmente zeigen nur an den Seiten eine leichte Be- 
haarung, sonst nur eine Haarpunktreihe dicht vor ihrem 
Endrande. Die Schenkel aller Beine unpunktiert, glatt, 
glänzend; die Schienen der vier Hinterbeine am Ende 
sehr erweitert, der Endrand derselben breit vorgerundet, 
mit 9 — IG kurzen, leicht abgerundeten Zacken, wovon die 
innen stehenden die kürzesten, am stumpfsten vorgerundeten 
sind, um dann nach außen zu allmählich bis zur Außenecke 
höher, vortretender, breiter zu werden. Zwischen diesen 
kleinen Zacken steht je ein kurzes Börstchen. Auf den 
Außenflächen der vier Hinterschienen stehen zwei schräge 
gestellte Querkanten (wovon die hintere die größere ist) 

Stett. eutomol. Zeit. 1908. 



22 

und ist der Rand derselben in ganz kleine Zacken ausge- 
zogen, die durch je ein Börstchen getrennt sind. Die an der 
distalen Hälfte der Vorderschienen stehenden drei Zacken 
sind groß, breit, stumpf abgerundet. Die ersten Glieder 
der Tarsen der vier Hinterbeine sind in lange spitzige Zacken 
ausgezogen, die am Ende ein kleines Haarbüschelchen 
tragen. Das P y g i d i u m steht senkrecht, ist längs der 
Basis querwulstig vorgerundet, am hinteren Rande mit 
breiter Randleiste versehen und fein punktiert, glatt, glänzend ; 
in der Mitte zwischen Basis und Apex trägt es zwei äußerst 
schwach hervortretende, nahe nebeneinander stehende Tuber- 
kelchen, wie ich solche bei anderen Xyloryctes-Arian nicht 
bemerkt habe. — Das Weibchen ist unbekannt. 

Xyloryctes thestalus-intermedius n. subspec. 

8 (^, 3 $. (coli. aut.). S L. 31 — 38, B. 17—19 mm. 
$ L. 30 — 35, B. 16 — 19 mm. — Mexico (Sierra Durango, 
La Cumbre, Promontorio, Becker). — 

Gleicht der Prioritälsform ganz, nur die Bildung des 
Halsschildes ist eine andere. Bei den Männchen des X. 
thestalus Bates beginnt die Abfallfläche des Halsschildes 
oben hinter der Mitte desselben (bei allen anderen 
bekannten Xyloryctcs-kxien vor derselben) und senkt 
sich schräge nach vorn bis zum Vorderrand; der in der 
Mitte des oberen Randes dieser Abfallfläche ziemlich breit 
und lang vortretende, in der Mitte meistens leicht einge- 
kerbte und schwach nach oben gerichtete Höcker verlängert 
sich als gleichmäßig breit und hoch hervortretender Wulst 
nach unten über die Mitte der ganzen Abfallfläche bis zum 
Vorderrande des Halsschildes in ungebrochener, 
leicht ausgeschnittener Linie. Bei der 
neuen Unterart ist diese Linie eine (bei den 
größeren und größten Männchen stärker, bei den kleineren 
und kleinsten schwächer) gebrochene, in der 

Stett. entoniol. Zeit. 1908. 



23 

Mitte zurücktretende, wodurch der Mit- 
telhöcker stärker über die Absturz- 
fläche hervorzutreten und die letztere 
tiefer ausgehöhlt zu sein scheint. Diese 
Bildung der Absturzfläche läßt die neue Unterart als eine 
Zwischenform von X. thestalus Bates und X. tclcphus Burm. 
erscheinen, doch beweist die bei ihr (wie bei thestalus) oben 
bis hinter die Mitte des Halsschildes reichende 
Absturzfläche, daß sie als nächstverwandt 
z u thestalus zu stellen ist. In dieser ge- 
brochenen, zurücktretenden Linie der 
Abfallfläche des Halsschildes liegt der 
Haupt unterschied der neuen Unterart 
von der Prioritätsform. Es mag noch bemerkt 
werden, daß bei der ersteren der Nahtstreif und die Punkt- 
streifen neben den Rippen auf den Flügeldecken meist 
kräftiger sind und stärker hervortreten als bei der letzteren. 
Sonst dürften kaum weitere nennenswerte Unterschiede 
zwischen der Prioritätsform und der neuen Unterart vor- 
handen sein. Das K o p f h o r n ist bei beiden Formen 
gleich lang, gleich schwach nach hinten gebogen und am 
Ende knöpf artig vorgezogen. Das H a 1 s s c h i 1 d ist bei 
beiden über die ganze Abfallfläche mit dicht quergestellten' 
groben, in die Breite gezogenen Punkten bedeckt, die sich 
auf den neben der letzteren liegenden Seitenflächen in 
runde verwandeln. Die ganze obere Hinterfläche des Hals- 
schildes ist bei beiden Formen glatt, glänzend, punktlos. 
Unterseite und Beine zeigen bei denselben keine 
Verschiedenheiten. Die vier Hinterschienen sind am Ende 
stark erweitert vorgezogen, am einfach vorgerundeten End- 
rande mit vielen kleinen Zacken, zwischen denen kurze 
Börstchen stehen, versehen. Das P y g i d i u m fällt bei 
beiden Formen senkrecht ab, ist längs der Basis etwas quer- 
wulstig vorgerundet, am Endrande mit kräftiger, breiter 

Stett. cntomol. Zeit. 1908. 



24 

Randleiste umgeben; die ganze Fläche desselben ist glatt, 
dicht und fein punktiert. Bei beiden Formen ist Kopf und 
Halsschild schwarz ; die Flügeldecken sind heller oder dunkler 
pechbraun, die Unterseite und Beine heller rotbraun mit 
dunkleren Schienen und Tarsen. 

Die neue Unterart scheint mehr auf den Westen Mexicos 
beschränkt zu sein, während die Prioritätsform im Westen 
und Osten dieses Landes vorkommt. 

Enema gibbicollis n. spec. 

2 (^. (coli. aut.). (^ L. 40 — 42, B. 21 — 22 mm. — 
Surinam. 

Steht Enema Endymion. Chevrl. am nächsten, doch 
größer, die Färbung eine viel dunklere 
und das Halsschild beim ^ hinten viel 
höher gebuckelt. Das kleinste der beiden (^(^ ist 
oben überall tiefschwarz, das größere nur am Kopf und 
Halsschild so tief schwarz, auf den Flügeldecken aber dunkel 
schwarzbraun; beide sind an der ganzen Unterseite und 
den Beinen dunkelbraun und glänzend, auf der Oberseite 
sind die Flügeldecken beider von gleichem Glänze, während 
das Halsschild fast glanzlos erscheint, nur die Mitte des- 
selben ist glänzend. Der Kopf ist breiter als lang; hinten 
über den nach oben nur flach vortretenden, gelblichen Augen 
am breitesten, verschmälert er sich langsam nach vorn 
bis zum stark aufgebogenen, in zwei scharfe Seitenzacken, 
die durch seichten Ausschnitt getrennt sind, auslaufenden 
Endrand; die Seiten des Kopfschildes sind in eine scharfe 
Randleiste aufgebogen. Aus breiter, die ganze Kopf fläche 
einnehmender Basis erhebt sich das wenig mehr als 
kopflange, schräge nach hinten gebogene 
K o p f h o r n ; unten am breitesten, verschmälert es sich 
rasch bis zur leicht abgerundeten, glänzenden Spitze; an 
der Vorderseite flach, mit ziemlich scharf vorgezogenen 

Stett.'entomol. Zeit. 1908, 



25 

Seitenkanten ist es auf der Hinterseite flach abgerundet 
und in der Mitte mit feinem Kiel versehen; die Vorder- 
seite ist grobrunzlig-punktiert, die hintere ist glatter, mit 
sehr sperriger Punktierung. — Das Halsschild ist 
breiter als lang (20x13), hat seine größte Breite 
hinter der Mitte, verschmälert sich in leicht gebogener 
Linie von hier bis zu den rechtwinklig vorragenden, leicht 
abgerundeten Hinterecken nur wenig, stärker jedoch in 
fast gerader Linie bis an die schärfer vorgezogenen, aber 
nicht spitzen Vorderecken. Die Vorderseite des Halsschildes 
ist leicht ausgeschnitten, stärker in der Mitte zur Aufnahme 
des stark nach hinten vorgeschobenen Kopfliornes; die 
Hinterseite desselben ist neben den Hinterecken leicht 
ausgeschnitten, in der Mitte breit vorgerundet; alle Seiten 
desselben sind mit schwacher, kaum gehobener Randleiste 
versehen. In der hinteren Hälfte hinter der Mitte steigt 
es als länglicher Buckel zu größter Höhe empor und fällt 
von hier allmählich nach allen Seiten ab. Dieser mittlere 
Langbuckel trägt vorn oben zwei flache Knötchen und 
fällt von diesen nach vorn in gerader Linie als glatte, glän- 
zende, äußerst sperrig punktierte Abfallfläche schräge auf 
den Vorderrand des Halsschildes herab; nach hinten aber 
senkt er sich als glänzende, schwach punktierte Fläche 
sehr allmählich bis zum Hinterrande herab, wo seine Basis 
in leichter Rundung breit vorgezogen ist. Während somit die 
ganze als Langbuckel gehobene Mitte des Halsschildes glatt, 
glänzend ist, bleiben die allmählich nach den Seitenrändern 
abfallenden Seitenflächen desselben wenig glänzend, da sie 
mit nadelrissiger, grober, aber nur seicht eingedrückter 
Runzelung bedeckt sind. — Die breiten, stark gewölbten 
Flügeldecken sind an den spitz vorgezogenen Schulter- 
ecken etwas breiter als das Halsschild an den Hinterecken; 
sie sind im ersten proximalen Viertel leicht verschmälert 
eingezogen, runden sich dann an den Seiten leicht vor, 

Stett. entoniol. Zeit. 1908. 



26 

um sich darauf im letzten Drittel stark verschmälert zum 
Apex abzurunden. Neben der Naht ziemlich flach gewölbt, 
fallen sie dann allmählich schroffer nach den Seiten und 
dem Apex zu ab. Schulter- wie Hinterbuckel treten nur 
schwach vor. Der Seitenrand ist breit aufgebogen und 
mit feiner Randleiste versehen. Der N a h t s t r e i f ist 
als feine, leicht wellig gebogene Furche tief und glatt (nicht 
punktartig) eingeschnitten. Unterhalb und hinter dem 
Schulterbuckel verlaufen diverse Reihen tiefer, grober 
Augenpunkte bis fast an den Hinterbuckel und ziehen 
sich, allmählich seichter und sperriger werdend, auf den 
Discus bis an die erste Rippe heran. Die Fläche zwischen 
dieser letzteren und dem Nahtstreif trägt sperrig gestellte, 
feinere Punkte. Neben den kaum merklich gehobenen 
Rippen der Flügeldecken sind die Punkte in regelmäßige 
Reihen geordnet. Die Unterseite und die Beine 
zeigen keine Eigentümlichkeiten, sie gleichen denen von 
Endymion sehr. Pro-, M e s o - und M e t a t h o r a x 
sind punktiert, an den Seiten dicht mit rotbraunen Haaren 
bedeckt. Die Bauchsegmente haben Reihen haar- 
tragender Punkte, die vor dem Endrande derselben am 
dichtesten stehen. Die Schenkel tragen neben den 
gewöhnlichen Haarpunktreihen eine sperrige Punktierung 
auf ihrer glatten, glänzenden Mittelfläche. Die lang mit 
rötlichen Härchen gewimperten Endränder der vier 
Hinterschienen sind in eine mehr oder minder 
scharfe Zacke nach außen vorgezogen. Die Innenfläche 
dieser Schienen ist mit langen ebensolchen Härchen dicht 
bedeckt. Die ungemein schräge gestellten, schwach vor- 
ragenden Querkanten dieser vier Hinterschienen haben 
kleine, schwache Zacken, mit dazwischen stehenden langen 
Börstchen. Die Vorderschienen sind mit drei 
großen, scharfen Zacken versehen, vor welchen als erste 
eine sehr schwach ausgebildete steht. Alle Tarsen tragen 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



27 

lange Härchen, sind kurz (erheblich kürzer als die Schienen) ; 
die ersten Glieder der vier Hintertarsen sind oben in einen 
spitzen, haarlosen Stachel ausgezogen. Das Krallen- 
g 1 i e d ist so lang als die beiden vorhergehenden Glieder 
zusammen. Der Prosternalzapfen zwischen den 
Vorderhüften ist in einen kurzen, dreieckigen Höcker zu- 
sammengeschrumpft. Das P y g i d i u m ist querwulstig 
vorgezogen, am scharf eingezogenen Apex mit breiter, 
ungewimperter Randleiste; längs der Basis trägt es auf 
breiter Fläche tiefe Punkte, die lange, abstehende rot- 
braune Härchen tragen, sonst ist es glatt, fein punktiert. — • 
Die Stridulations-Organe werden aus sehr 
feinen Q u e r r i p p c h e n gebildet, die auf dem 
Propygidium in zwei schmale Streifen gestellt sind, welche 
hinten dicht zusammenstehen und nach vorn stark diver- 
gieren. — Weibchen ist unbekannt. 

Man möchte fast diese neue Art auf E. paniscus Burm. 
beziehen, doch widersprechen einige Punkte in Burmeisters 
Beschreibung dieser Auffassung allzusehr. 

Enema Pan Fabr. 

Burmeister, Handbuch d. Ent. V. p. 235. 

Obgleich diese schon längst bekannte, in den aller- 
meisten Sammlungen vertretene Art eigentlich nicht in 
den Rahmen dieser Arbeit gehört, so will ich mir dennoch 
erlauben, einige der von mir an dem in meiner Sammlung 
mir vorliegenden sehr reichen Material gemachten Beobach- 
tungen und Vergleichungen hier mitzuteilen. Dieses Material 
von E. Pan bietet in mehr als 200 von sehr verschiedenen 
Fundplätzen stammenden Exemplaren meistens sehr voll- 
ständige, ja lückenlose Reihen. Enema Pan hat einen un- 
gewöhnlich großen Verbreitungskreis: von Mexico und 
Columbien- Venezuela im Norden bis nach Paraguay und 
Argentinien-Uruguay im Süden, von Para und Espirito 

Stett. eutomol. Zeit. 1908. 



28 

Santo-Rio Grande do Sul im Osten Brasiliens bis nach 
Ecuador und Peru-Bolivien im Westen! Enema Pan be- 
wohnt also außer Mexico und den anderen Ländern Mittel- 
Americas ganz Süd- America im Osten der Cordilleren, mit 
Ausnahme des südlichen Argentiniens. Ob die Art auch 
westlich von den Cordilleren, besonders in Chile vorkommt, 
kann ich nicht sagen, da mir Exemplare aus diesen dem 
Pacific angrenzenden Ländern nicht bekannt geworden 
sind. — Daß eine in so weit voneinander entfernten Ländern 
unter sehr verschiedenen Lebensbedingungen auftretende 
Art nicht aUenthalben sich gleichartig entwickelt hat, sondern 
nach Verschiedenheit von Klima, Bodenbeschaffenheit und 
Höhenverhältnissen einigermaßen modifiziert worden ist, 
darf wohl angenommen werden. Und man irrt da nicht! 
Die von Burmeister untersuchte und von ihm (Hand- 
buch d. Ent. V. p. 235) beschriebene lange Reihe dieser 
Art war von Beske in dem nördlich von Rio Janeiro ge- 
legenen Novo Friburgo (Provinz Minas Geraes) gesammelt 
worden. Aus der gleichen Gegend habe ich in meiner Collec- 
tion eine hübsche Reihe von Männchen und Weibchen, 
worunter auch einige größere Männchen von Novo Friburgo 
selbst. Diese östliche Form von E. Pan ist von Mittelgröße 
(kleiner als die Amazonas-, größer als die Columbia-Form), 
hat Kopf und Halsschild oben schwarz, die Flügeldecken 
pechbraun, die Unterseite und die Beine dunkel rotbraun 
gefärbt. Das Kopf hörn ist ziemlich lang; 
das Brust hörn verhältnismäßig kurz und 
breit ; das Halsschild ist an den Seiten hinter den Vorder- 
ecken leicht ausgeschnitten. Der kurz wellig verlaufende 
Nahtstreif ist tief und glatt eingeschnitten; die Punk- 
tierung der Flügeldecken bestehr nur aus einigen kurzen, 
kräftigen Streifen unter dem Schulterbuckel, weiter auf 
den Discus hinauf verschwindet sie. Die erste Zacke an den 
Vorderschienen ist klein, sehr kurz. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



29 

Dieser Friburgo-Form steht diejenige von 
C o 1 u m b i e n (und Venezuela) am nächsten, doch 
ist die letztere etwas kleiner, weniger kräftig entwickelt, 
auch ist sie oben meistens ganz schwarz, nur sind manch- 
mal bei kleineren Tieren die Flügeldecken dunkel pech- 
braun. Das Kopfhorn (^J) ist ziemlich lang, nur schwach 
gebogen (selbst bei den kleinsten Männclien), rundlich und 
oft höckerlos, letzteres schon bei großen Exemplaren, die 
ein langes Brusthorn tragen. Bei ihren großen Männchen 
ist das Brusthorn höher, schmäler, schlanker; die Punk- 
tierung der Flügeldecken ist noch schwächer als bei der 
Friburgo-Form. 

Die am mittleren Amazonas und dem unteren 
Rio N e g r o (Manaos) vorkommende Pan-Form ist eine 
sehr eigenartige; sie übertrifft nicht allein alle anderen 
Formen dieser Art an Größe sehr erheblich, sondern sie 
hat auch auf den Flügeldecken die stärkste, tiefste und 
ausgedehnteste Punktierung von allen; auch ihr Brusthorn 
ist höher und schlanker als bei allen anderen Formen. Bates 
beschreibt diese Amazonas-Form (Biologia Centr. 
Amer,, Dynastidae, p. 329) als zweimal so groß wie die 
größten Exemplare von Mexico und Paraguay, was wohl 
ein wenig zu viel gesagt sein dürfte, besonders in Hinsicht 
auf die Exemplare aus Paraguay, deren es recht stattliche 
gibt. Alle die mir in lückenloser, sehr langer Suite vor- 
liegenden Männchen und Weibchen dieser Amazonas-Form 
sind oben tief schwarz, selten auf den Flügel- 
decken pechbraun, an der Unterseite und den Beinen ist 
die allergrößte Zahl der Männchen und Weibchen ebenso 
tiefschwarz wie auf der Oberseite, nur einzelne Exemplare 
sind hier pechbraun. Bei nur einer kleinen Anzahl der größten 
Männchen ist das Kopfhorn ziemlich gerade, wenig zurück- 
gebogen, bei den übrigen großen und allen kleineren Männ- 
chen ist es in starker Krümmung nach rückwärts gebogen. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



30 

Bei zweien der allergrößten Männchen fehlt dem Kopfliorn 
der hintere Höcker gänzhch, auch ist bei dem einen dieser 
beiden Männchen das Ende des Kopfhornes nicht wie bei 
allen anderen Exemplaren einfach abgerundet-zugespitzt, 
sondern leicht verbreitert. Diese beiden Eigentümlichkeiten 
erinnern sehr an die Bildung des Kopfhornes von E. in- 
fundibulum Kirby. Ich will hier gleich bemerken, daß in 
meiner Collection in der sehr langen Suite von Männchen 
letztgenannter Art sich zwei sehr große Exemplare befinden, 
die hinten am Kopfhorn nahe der Basis einen (sonst bei 
E. infundihulum ganz fehlenden) Höcker tragen, wie wir 
ihn bei E. Pan finden. Wie mir scheint deutet das 
wenn auch nur sehr vereinzelte Vor- 
kommen dieses Kopfhorn-Höckers bei 
E. infundihulum, ebenso wie das Fehlen dieses 
Höckers bei den größten Männchen von 
E. Pan darauf hin, daß beide Arten nur 
als allerdings sehr abgeänderte Unter- 
formen einer längst verschwundenen Art 
zu betrachten sind. Schon Bates spricht bei der 
Beschreibung von E. Pan (Biologia Centr. Amer., Dynastidae 
p. 329) die Vermutung aus, daß beide Arten nur abgeänderte 
Entwickelungsformen ein und derselben Art seien. 

Doch kehren wir nach dieser Abschweifung zu den Pan- 
Formen zurück. In Paraguay findet sich eine mir in 
lückenloser Reihe vorliegende Paw-Form, die der Amazonas- 
Form am nächsten steht, doch ist dieselbe nicht (wie letztere) 
an der ganzen Oberseite schwarz, sondern so gefärbt nur 
an Kopf und Halsschild, während die Flügeldecken pech- 
braun, bei kleineren Exemplaren oft kastanienbraun er- 
scheinen; die Unterseite und die Beine sind dunkel rot- 
braun, bei den Exemplaren mit kastanienbraunen Flügel- 
decken heller rotbraun. Das Kopfhorn ist lang und schmal, 
der hintere Höcker desselben ist sehr kurz und klein, ähn- 

Stett. eutomol. Zeit. 1908. 



31 

lieh wie bei der Columbia-Form. Das Brusthorn ist lang 
und schlank, wie bei der Amazonas-Form. Die Punktierung 
der Flügeldecken ist schwach, wie bei der Columbia-Form. 
Die in Mexico vorkommende Pan -Form 
ist die kleinste, zierlichste und schmäl- 
ste von allen; Kopf und Halsschild sind, wie immer, 
oben schwarz, die Flügeldecken kastanien- 
braun, die Unterseite mit den Beinen heller rotbraun, 
alles ähnlich so wie bei manchen kleineren Exemplaren der 
Paraguay-Form. Das Kopfhorn ist schlank und schmal; 
das Brusthorn ist ebenfalls sehr schlank, fein, hoch. Die 
Punktierung der Flügeldecken reicht zwar manchmal bis 
auf den Discus, ist aber stets eine schwache, sperrig ge- 
stellte, nicht tiefe. 



Noch ein Dieiiches der iiniguttatus-diruppe 

(Rhynchota) 

von Ci. Bredcliii, Oscheröleben. 



In der Bearbeitung dieser Rhynchotengruppe, die ich 
im Jahrgang 1906 dieser Zeitschrift S. 321—331 der Öffent- 
lichkeit übergab, erwähnte ich S. 325 einiger, nicht ganz 
einwandfrei erhaltener javanischer Stücke, die ich nur mit 
Zweifel der ceylanischen Art D. nudipes m. zugewiesen 
habe. Die Auffindung eines gut erhaltenen Stückes unter 
ungeordnetem Material meiner eigenen Sammlung, ließ 
mich in dieser Form eine neue, zwischen D. Yeh Dohrn 
und D. nudipes m. stehende, aber von beiden wohl unter- 
schiedene Art erkennen. 

Dieuches procericornis n. spec. 
^^. Große Art, dem D. Yeh sehr ähnlich; der Kopf 
ebenso gebaut, Fühler länger, auffallend schlank, 

Stett. cntomol. Zeit. 1908. 



32 

pechschwarz (einschheßhch der Spitze des 2. Ghedes'), 
das 3. GHed deuthch schlank-keuhg-verdickt ; der weiß- 
liche Ring des 4. Gliedes ist so breit oder 
wenig breiter als die pechschwarze Basis 
(er ist auf der Vorderseite des Fühlergliedes ein wenig breiter 
als auf der Hinterseite). Pronotum etwas weiter nach vorn 
zu geschnürt ; das P r o n. proprium ist daher merk- 
lich k ü r z e r als bei D. Ych, dabei hinten breiter und 
nicht so deutlich kugelartig konvex wie bei jener Art; der 
Randkiel des Pron. proprium sehr deutlich entwickelt. 
Processus des Pronotums mit einer verkürzten, lebhaft 
rostgelben Mittellinie, deren Vorder- 
en de von der Einschnürung des Hals- 
schildes etwa ebensoweit entfernt bleibt 
wie ihr Hinterende vom Hinterrande; 2) 
der schwarze Randkiel des Processus trägt ein kurzes, 
schmutzig rötliches Längsstrichelchen, das der Einschnürung 
fern bleibt. Schildchen schwarz, die äußerste Spitze hellgelb. 
Corium trübfarbig, die schwarze Querbinde breit durch- 
laufend, ihr Vordersaum stark schräg (von innen vorn nach 
außen hinten) gestutzt, ihr Hinterrand im ganzen trans- 
versal, jedoch bogenförmig, sodaß der vorn ausgebuchtete, 
graugelbliche subapikale Bindenfleck mit je einem scharfen 
Spitzchen längs der Costa und längs der Membranscheide 
nach vorn ausläuft. Membran in ihrer Basalhälfte pech- 
schwarz, mit trübe gelbem Strich auf der i. und 2. Ader 
und dem typischen gelben Fleckchen hinter der Corium- 
spitze; die Endhälfte etwas heller mit schmutzig gelblichen 
z. T. verfließenden Atomen + reichlich durchsetzt. Von 
den typischen gelben Flecken des Bauchrandes entspricht 
der vordere in seiner Längenausdehnung genau dem gelben 



') Diese ist bei D. nudipes schmal rostgelblich. 

2) Bei D. Yeh ist die Zeichnung nach vorn zu bis an die Einschnürur 
verschoben und vom Hinterrande weit entfernt. 
Stett. entomol. Zeit. 1908. 



33 

subapikalen Bindenfleck des Coriums. Vorderschenkel 
auf der Oberseite mit deutlicher, wenn auch etwas 
spärlicher und nicht sehr langer, halb- 
liegender Behaarung!). Schnabel pechbraun ; das 
gelblich- weiße 2. Glied in seinem Basalviertel pechbraun. 
Der Höcker der (^. Genitalplatte dreikantig-pyramidal. 

$. Das einzige mir vorliegende weibliche Stück ist 
ein wenig schlanker und besonders im Bau des Pronotums 
etwas zierlicher als die Männchen, doch ist auch hier das 
Pron. proprium deuthch kürzer als bei D. Yeh. 

Länge 12 ($) — 12 1/^ mm; größte Breite (hinter der 
Basis der Deckflügel) 2) 31/3 mm. 

Ein (^ ohne Fundort aus der Schultheißschen Samm- 
lung, wahrscheinlich von Sumatra; (^ und $ von Java 
(Samarang, leg. Jacobson). 

Von D. Ych besonders durch die oben in gesperrtem 
Druck hervorgehobenen Kennzeichen unterschieden. Von 
D. nudipes, mit dem er manche Charakteristika gemein 
hat, unterscheidet er sich durch die längere Gestalt 3), die 
längeren, in ihrem 3. Glied keulig verdickten Fühler, die 
deutliche Behaarung der Schenkeloberseite, und die trans- 
versale, bogige hintere Begrenzung der schwarzen Quer- 
binde des Coriums*). Auch ist bei D. nudipes das 2. Schnabel- 
ghed ganz weißlich (selten an der äußersten Basis leicht ge- 
bräunt), das 3. Glied verwaschen pechbraun, fast rostgelb. 

1) Bei D. Yeh ist die Behaarung viel länger, dicht wollig und auf- 
recht stehend. 

2) Mittels des Abbeschen Zeichenapparats gemessen. 

3) Die Länge von D. nudipes beträgt 10% — 11% mm. 

*) Bei D. nudipes ist ihr Hintersaum deutlich schief (von außen- 
vom nach innen -hinten verlaufend). 



Stett. entomol. Zeit. 1908. 



34 



Neue Pyrrhogyra und Uebersicht 
der bekannten Arten 

von If. Frulistoi'fei*. 



I. Pyrrh. neaerea L. Syst. Nat. X. 1758 p. 479. 
Aurivillius, Recens. Critica 1882 p. 97. 
P. tipha Kirby, Cat. Lep. 1871 p. 218. 
P. tiphus Stdgr. Exot. Schmett. 1888 p. 131. 
P. docella Moeschier, Verh. Z. B. G. Wien 1876 p. 316. 
Diese Art ist unter dem Namen tipha L. und tiphus L. 
in allen Sammlungen verbreitet, da Staudinger 1. c. leider 
keine Rücksicht auf die Ausgrabungen von Aurivillius 
nahm. 

Neaerea zerfällt in folgende Rassen: 

a) neaerea neaerea L. Surinam. 

b) neaerea cuparina Bates. Tapajoz-Gebiet. 

c) neaerea amphiraBsites. Oberer Amazonas $, Waupes 
(^ (Coli. Fruhstorf er) . 

d) neaerea argina nov. subspec. 

Habituell die kleinste neaerea-Rasse, Flügel rundlicher 
als bei Columbiern, sonst steht sie arge Stdgr. am nächsten, 
von der sie durch prominentere Subapicalmakel der Vdflgl., 
schmäleren, mehr ovalen Fleck über der Zelle und distal 
schärfer abgegrenzte Medianbinde der Htflgl. differiert. 
Roter Analflcck äußerst lebhaft. 

Unterseite: Submarginalpartie aller Flügel reicher weiß 
. dotiert als bei arge, und dadurch zu juani Stdgr. und hypsenor 
Godman hinüberleitend. 

$ bleicher als der cJ mit zwei subapicalen und zwei 
medianen weißen Submarginalpunkten der Vdflgl. -Oberseite. 

Patria: Amazonas superior J9 Coli. Fruhstorfer. 

Stctt. cntoniol. Zeit. 1908. 



35 

e) neacrea juani Stdgr. 1. c. p. 131. Columbien. 
(^$ darunter i $ Cotype in Coli. Fruhstorfer. 

f) neaerea kheili nov. subspec. 

Differiert von juani durch schmälere, proximal mehr 
convex, distal mehr concav aufgebogene weiße Median- 
binde der Htflgl. und verengte, schärfer abgeschnittene 
und daher geradliniger verlaufende Vdflgl. -Binden. Die 
weiße Makel oberhalb der Zelle größer, nach unten spitzer. 

Unterseite: Die schwarze Binde, welche die beiden 
weißen medianen Flecken der Vdflgl. trennt, erheblich ver- 
breitert, Submarginalpartie aller Flügel reicher violett. 

Benennung zu Ehren des sprachgewandten Herrn 
Prof. Napoleon Kheil in Prag, dem Verfasser eines der an- 
regendsten Werke über indo-malayische Lepidopteren, der 
in seinen ,,Rhopaloceren der Insel Nias" 1884 dem Leser 
jede Seite durch originelle und zutreffende Bemerkungen 
würzt. 

Patria: Columbien. 2 ^^ von Herrn Stichel empfangen, 
während sich juani stets in Sendungen vorfand, die mir 
der jetzt so bekannt gewordene Mr. Weeks aus Boston 
zuschickte. 

Das Vorkommen von zwei Subspecies ist nicht weiter 
überraschend in einem Lande wie Columbien, wo fast jedes 
Flußtal eine eigene Caligo-Rasse produziert und in dem 
die pacifischen Abhänge der Centralcordillere naturgemäß 
andere Lokalformen entstehen lassen, als jene, die sich nach 
der Amazonasseite hinneigen, 

g) neaerea ollius nov. subspec. 

Eine ungemein spitzflügelige Form, die sich im Habitus 
und der Zeichnungsanlage neaerea ophni Butler nähert und 
durch mehr vertical gerichtete wesentlich schmälere Binden 
von hypsenor abweicht. 

Die Submarginalflecken der Unterseite aller Flügel 
erheblich reduzierter als bei hypsenor. 

Patria: Honduras, (^$ Coli. Fruhstorfer. 

Stett. ontomol. Zeit. 1908. . 3"" 



36 

h) neaerea hypsenor Godman imd Salvin ? 
Patria: Chiriqui, i (J ex coli. Staudinger in meiner 
Sammlung. 

i) neaerea ophni Butler. 1870. 
Patria: Minas-Geraes (Type), Espiritu-Santo, Sao Paulo, 
Sta. Catharina (Coli. Fruhstorf er) , Bahia (Staudinger), 
k) neaerea arge Stdgr. 
Patria: Paraguay, 3 c^c^ Coli. Fruhstorfer. 

2. Pyrrhogyra tiphoeus Felder. 
Reise Nov. p. 411, 1867. Columbien. 

3. Pyrrhogyra catharina Stdgr. 

1. c. p. 131. 1888. (^? Espiritu Santo. (Coli. Fruh- 
storfer) . 

4. Pyrrhogyra stratonicus nov. spec. 

Eine eigentümliche Species, welche vielleicht tiphoeus 
nahesteht und in der leichtweißgrünen Färbung der Median- 
binden die Mitte hält zwischen edocla und neaerea. 

Durch die geradlinig verlaufende rote Submedianbinde 
der Htflgl. -Unterseite gemahnt stratonicus an edocla, dadurch 
aber, daß diese Binde mit dem roten Costalstrich zusammen- 
fließt, zugleich auch an neaerea, mit der des weiteren die 
klammerartig verteilten offenen, unten also nicht wie bei 
edocla zu einer quadratischen Figur geschlossenen roten 
Subapicallinien der Vdflgl. übereinstimmen. 

Oberseite: Ein kleiner, rundlicher Subapical-, ein 
völlig isoliert stehender länglicher Fleck ober der Zelle 
und ein hoher, schmaler grünlich-weißer Medianfleck. 
Htflgl. mit der üblichen Medianbinde. Grundfarbe braun- 
schwarz, mit einer lichteren Submarginalzone. 

Unterseite: Vdflgl. ähnlich neaerea amphira Bates, nur 
etwas dunkler, weil der Submarginalanflug obsolet wird, 
die distale rote Linie kürzer. 

Stett. cntomol. Zeit. 1908. 



37 

Htflgl., abgesehen von dem bis zur roten Medianlinie 
verlängerten Costalstrich, sehr nahe edocla, jedoch mit viel 
breiterer, brauner Distalregion. 

Patria: Amazonas sup. von Herrn Bang-Haas erworben. 

5. Pyrrhogyra edocla Doubl. Hew. 
Genera Diurn. Lep. 1850 t. 32 f. 5. 
Zu den bekannten 3 Lokalrassen dieser distincten 
Species kommen jetzt weitere 3 neue, so daß wir zu be- 
handeln haben: 

a) edocla aenaria nov. subspec. 

Kleiner, Flügel schmäler, grüne Medianbinde weniger 
ausgedehnt als bei edocla. 

Distalpartie der Flügelunterseite viel schmäler, tiefer 
schwarzbraun mit etwas weniger breiten, dunkler violett 
grauem (anstatt weißlichen) und sehr viel schärfer be- 
grenzten Submarginalstreifen. Die roten Binden tiefer- 
und mehr carmin- als hellrot. 

Patria: Honduras. (2 SS Coli. Fruhstorfer) Gua- 
temala, Chiriqui. (Staudinger). 

b) edocla edocla Doubl. 

Neben breitbindigen edocla kommen in Columbien auch 
Exemplare vor mit auffallend ausgebleichten sehr schmalen 
Medianbinden auf allen Flügeln, von denen jene der Vdflgl. 
distal tief von der schwarzen Grundfarbe eingekerbt werdm. 

Die spitze Form der Hinterflügel erinnert bereits an 
aenaria m., von der die hellen Columbier unterseits sofort 
zu trennen sind durch die, wie bei edocla lichtbraune Distal- 
partie aller Flügel. 

Weil mir ein genauer Fundort für diese verkleinerte 
Form fehlt, kann ich nicht entscheiden ob die genannten 
Differenzen auf lokalen oder horodimorphen Einfluß zurück- 
zuzuführen sind und bescheide mich die betreffenden Exem- 
plare als 

forma athene nova zu bezeichnen. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



38 

Patria: Coliimbicn, forma typica von Herrn Stichel, 
forma athene aus verschiedenen anderen Bezugsquellen 
erworben. 

c) cdocla lysanias Feld. 

P. lys. Feld. Wien. Ent. Mon. 1862 p. 115; Staudgr. 1. c. 
Patria: Oberer Amazonas. (Coli. Frühst.) 
Breitbindige Lokalrasse, die hinüberleitet zu 

d) edocla maculata Stdgr. 

P. ed. var. mac. Stdgr. 1. c. 

Sofort zu erkennen durch 2 — 5 submarginale, diffuse, 
grünliche Punkte der Vdflgl. und 5 ebensolcher aber deut- 
lichen Makeln der Htflgl. 

Patira: Peru, 10 ^^ Pozuzo. (Coli. Fruhstorfer.) 

e) edocla anthele nov. subspec. 

Eine kleine verdunkelte Rasse, ohne Spur einer Vdflgl. - 
Punktierung und nur mit Rudimenten einer solchen auf 
den Htflgln. 

Die grünen Binden wesentlich schmäler, aber immer 
noch viel breiter als bei den columbischen und zentral- 
amerikanischen Formen. 

Schwarzer Distalsaum der Flügelunterseite viel ein- 
geengter als bei cdocla und dunkler als bei maculata. 

Patria: Ecuador, Richard Haensch leg. 

6. Pyrrhogyra otolais Bates. 
Ent. M. Mag. I 1864 p. 126. • 
Eine zierliche Art, von der 2 Lokalrassen bekannt sind: 

a) otolais otolais Bates. Amer. mer. et centralis. 
Häufig in Honduras, Costa Rica 5 (^^, 1 $. (Coli. 
Frühst.) 

b) otolais 11 eis Feld. 

Verh. Zool. Bot. Ges. 1869 p. 473. 

P. neaerea var. neis Kirby, Cat. 1871 p. 218. 

Stett. ciitomol. Zeit. 1908. 



39 

Größer als die vorige, mit etwas breiteren Binden. 
Patria: Mexico, ö*$ Coli. Fruhstorfer 

7. Pyrrhogyra crameri Aurivillins. 
P. er. Aur. Recens. Grit. 1882 p. 98, Anmerkg. ; 

Staudgr. 1. c. 
Pap. neaerea Gramer nee Linne, I t. 75 f. G D 1779. 
Pyrrh. neaerea Kirby nee Linne, Gat. 1871 p. 218. 

a) crameri crameri Aur. 

Patria: Surinam, i ^. Jul. Michaelis leg. (Goll. Fruh- 
storfer.) 

b) crameri hagnodorus nov. subspec. 

Schwarzer Distalsaum viel reduzierter, grüne Median- 
binden dafür erheblich erweitert; Apicalpunkt und Sub- 
apicalmakel (über der Zelle) viel stattlicher, mehr gelb- 
lichgrün. 

Schwarze Binden der Flügelunterseite zurücktretend, 
alle roten verbreitert, weißlich-violetter Distalsaum der 
Htflgl. viel schmäler als bei crameri. 

Patria: Pozuzo, Peru i <^ Type, Peru (ohne genauere 
Angaben) (^^ von Garlepp gesammelt, von A. Bang-Haas 
erworben. 

c) crameri nautaca nov. subspec. 

Habituell größer, schwarzer Distalsaum breiter, proximal 
weniger gewellt, alle grünen Binden viel dunkler, distal 
schärfer abgesetzt. 

Distalpartie der Flügelunterseite reicher violett über- 
flogen als bei crameri. 

Patria: 2 (^$ Golumbien; i r^ Amaz. sup. Goll. Fruh- 
storfer. 

8. Pyrrhogyra nasica Staudgr. 
Exot. Schmett. 1888 b. 132. 
a) nasica nasica Stdgr. Rio San Juan (Stdgr.) 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



40 

I (^ ohne näheres Vaterland als Columbien, Coli. Fruh- 
storfer. 

b) nasica olivenca nov. subspec. 

Grüne Binden viel heller und ausgedehnter, Fleck 
oberhalb der Zelle schmäler, oblong, Submarginalpunkte 
markanter, Hchter als bei nasica. 

Rote Submarginalbinde der Htflgl. distal breiter schwarz 
bezogen, weshalb die weiße Antemarginalregion viel schmäler 
erscheint als bei nasica. 

Patria: Sao Paulo Olivenca, Alto Amazonas, Michael leg. 
I ^ von A. Bang-Haas erworben. 

c) nasica seitzi nov. subspec. ' 
Pyrrh. nov. spec. Stdgr. i. 1. ' 

Eine distincte Lokalform — mit stark verschmälerten 
grünen Binden — die im Farbenton die Mitte halten zwischen 
den dunkelgrünen nasica und den lichten olivenca. 

Seitzi trägt nur 2 statt 5 grünliche Submarginalpunkte 
der Vdflgl., der rote Analfleck der Htflgl. tritt zurück. 

Der Fleck ober der Vorderflügelzelle im vorderen Teil 
fast so breit als bei nasica, analwärts jedoch gekrümmt und 
stark verjüngt. 

Schwarzer Basalfleck der Hinterflügel nach unter sehr 
spitz auslaufend, nur bis zur Flügelmitte reichend, während 
er bei olivenca kaum zu erkennen ist, bei nasica den 
ganzen Hinterflügel aber als breite Binde durchzieht. 

Unterseite: Ähnlich nasica, jedoch mit längerem, schmä- 
leren und gleichmäßigem concaven Subapicalfleck der Vorder- 
flügel. 

Patria: Bolivien, i ^ von der Firma Staudinger ge- 
kauft. 

Es ist mir ein- besonderes Vergnügen diese interessante 
Pyrrhogyra nach Herrn Dr. Seitz zu benennen, bekannt 

Stett. eutomol. Zeit. 1908. 



41 

durch anziehende Berichte über seine Weltreisen und noch 
mehr durch das genial angelegte und mit viel Geschick 
inaugurierte Werk — die Groß- Schmetterlinge der Erde. 

Die von Kirby erwähnte Pyrrh. irenaea Gramer gehört 
auf keinen Fall in dieses Genus, was auch Staudinger bereits 
aufgefallen ist, sondern meines Erachtens in die Gattung 
,,Dynamine''''. Nach der schwarzen Oberseite beurteilt muß 
es ein $ sein. 

Kirby kannte 1871 von Pyrrhogyra 7 Arten, die ich auf 
6 Species reduzieren mußte, dazu tritt eine 1888 von Stau- 
dinger und eine heute von mir creierte Art, so daß 8 wirkliche 
Species existieren, die in zusammen 21 Lokalrassen auf- 



Neue Ectima=Rassen 

von II. Frulistorfei*. 



Über die zierlichen Arten dieser Gattung herrscht noch 
völlige Unklarheit, zunächst ist die Heimat der ältesten 
Art {liria F.) nicht bekannt, auch nicht von einer zweiten 
relativ großen Species lirina Feld, und dann dürfte recti- 
fasciata Butler synonym mit lirina oder erycinoidcs Felder 
sein. 

Fabricius sagt von liria Ent. Syst. 1793 p. 239 ,,habitat 
in Indiis". 

Ich vermute, daß damit Surinam gemeint ist, wenn 
nicht West-Indien. 

In Venezuela kommt liria vor, ebenso überall am Ama- 
zonas, somit dürfte sie auch in Surinam leben. Aus West- 
Indien fehlt sie in continentalen Sammlungen, was um- 
somehr für ihr Vorkommen in den Guyanas sprechen dürfte, 

Stett. eutomol. Zeit. 1908. 



42 

als von dort zu Linnes und Fabricius' Zeiten fortwährend 
Sendungen nach Europa kamen. 

Verteilen wir die bekannten Formen deshalb bis mehr 
Licht in die Sache kommt, wie folgt : 

a) liria liria F. West-Indien ( ? ?) Surinam ( ?) Vene- 
zuela, (Butler, Cat. Fabr. Lep. 1869 p. 66). 

b) liria infirma') nov. subspec 
Bahia-Exemplare differieren durch ihre auffallend hell 

mausegraue Grundfärbung und die viel breiteren weißen 
Subapicalbinden der Vorderflügel auffallend von lirissa 
Godt. aus Rio de Janeiro. 

Die Unterseite erscheint fahler., mit obsoleten schwärz- 
lichen Zeichnungen, die in der Distalpartie fast stets fehlen. 

Patria: Bahia, Richard Haensch leg. 4 ^^, i $. Coli. 
Frulistorfer. 

c) liria lirissa Godart. 

Pap. liria Jones Figur, t. 23 f. 2. 

Nymj)]ialis lirissa Godart, Enc. Meth. 1823 P- 406. 

Godart vertauschte den Namen ,,/^>/a" F. in lirissa, 
weil Fabricius zwei „Papilio liria'' geschaffen habe. 

Diese Umtaufe verliert zwar ihren Wert dadurch, daß 
die zweite Fabricius'sche liria in unserm heutigen Genus 
Hypolimnas eingereiht ist, aber ich verlösche nur ungern 
Namen alter Autoren, umsomehr als sich bei genauem Nach- 
forschen fast immer herausstellt, daß sich die alten Be- 
nennungen auf verschiedene Lokalformen verteilen. Der 
Godart'sche Name hat schon deshalb W^ert, weil Godart 
zuerst einen genauen Fundort angab, so daß wir bestimmt 
wissen, welche Lokalform Godart vor sich hatte, während 
wir dies bei liria Fabricius immer nur vermuten können, 
weil sein Patria ,,India" natürhch falsch ist. Lirissa ist 
einer der Charakterschmetterlinge Brasiliens, er kommt 



') vüii iiilinuiis = .scluväclilicli wcgx'ii der tlüuneu Lliigol. 
Stett. eutomol. Zeit. 1908. 



43 

mit jeder Sendung nach Europa und setzt sich nach Bates 
und Bönninghausen auf Baumstämme (nach Art der Ageronia 
mit flach angelegten Flügeln.) 

Patria: Rio de Janeiro, Coli. Fruhstorfer. 
liria exilita nov. subspec 

Exilita (von exilitas, die Feinheit, große Zartheit) 
entfernt sich von lirissa durch die viel zierlicheren schwarzen 
Binden und Fleckchen auf der Flügeloberseite durch das 
Auftreten zweier schwarzer Ringe im distalen Teil der 
weißen Schrägbinden der Vorderflügel und die viel mehr 
zerteilten weniger ganzrandigen Medianbinden der Hinter- 
flügel . 

Die Grundfäbung ist viel heller, auch fröhlicher grau 
als selbst bei injirma m. und der Apicalteil der Vorderflügel 
mit etwas grau-weiß untermischt. 

Patria: Paraguay, 2 SS (Typen) Bolivien, ]\Iapiri, 
Garlepp leg. von A. Bang-Haas erworben. 

liria liridcs Stdgr. 

Ectima lirides Stdgr. Exot. Schmett. 1888 p. 126 
t- 43 o- 

Staudingers Bild ist recht gut, insbesonders ist die 
anale Verbreiterung der weißen Vorderflügelbinde getreu 
wiedergegeben, die sich so prägnant bei keiner anderen 
liria Form wiederfindet. 

Patria: Pebas, 2 SS Cotypen mit Staudingers Hand- 
schrift von A. Bang-Haas erworben. 
liria astricta nov. subspec 

S^ ausgezeichnet durch einen eigentümlichen beim 
S düsteren, beim $ helleren violetten Anflug der Flügel- 
oberseite. 

Die weiße Schrägbinde der Vorderflügel analwärts 
nicht horizontal breit auslaufend, sondern tief eingebuchtet, 
wodurch eine zapfenartige Figur entsteht. Alle schwarzen 

Stett. eutomol. Zeit. 1908. 



44 

Längsbinden verticaler gestellt, breiter und deshalb präg- 
nanter, was auch unterseits bei der distalen schwarzen 
Medianbinde (innerhalb der weißen Längszone) auffällt. 
Patria: Peru, c^$ ohne genauere Lokalität von A. Bang- 
Haas erworben. 

2. Ectima rectifasciata Butler. 
Butt. Costa Rica, Pr. Z. S. 1874 p. 345. 
Eine gute Art, von der ich annehme, daß der Name 
entweder mit lirina Feld. Reise Nov. 1867 p. 409 oder 
erycinoides Feld. ibid. synonym ist. 

Patria: Chiriqui (Butler) Columbien, Chiriqui (^$ Coli. 
Fruhstorfer. 

3. Ectima Jona Hew. 
Gen. Diurn. Lep. 1849 t- 42 f. 4; Staudgr. 1. c. p. 126. 
Patria: Amazonas (Stdgr.) Tarapoto, Peru i $ Coli. 
Fruhstorfer. 



Eine neue Ennica aus der alcniena-Gruppe 
und Beschreibung neuer Lokalformen 

von II. Frulistorfei*. 



Eunica irma nov. spec. 

ö". Vorderflügel mit lebhaften, reich blauen Binden, 
die von der Basis bis zum Apex gehen, sich dort stark er- 
weitern, um sich dann umbiegend im Analwinkel des 
Distalrandes zu verlieren. 

Hinterflügel. Die blaue Prachtbinde geht vom Costal- 
rand, sich mählich erweiternd bis tief in den Analwinkel 
und wird von den schwarzen Adern fein zerteilt. Diese 
Distalbinde präsentiert sich etwas kürzer, aber merklich 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



45 

breiter als bei alcmena und ist des weiteren nach innen 
weniger gewellt, d. li. schärfer begrenzt. 

Die Intensität der Blaufärbung erinnert an alcmena 
Doubl., der Verlauf der Binden an pomona Feld. Habituell 
kommt irma durch den rundlichen Flügelschnitt jedoch 
pomona näher. 

Unterseite: Ähnlich pomona (jedoch etwas dunkler) 
und alcmena, aber mit reicheren und zierlicher gewellten 
Schwarzzeichnungen . 

Patria: Peru, Pozuzo, lo cJc^ Coli. Fruhstorfer. 

Erst mit Kenntnis des $ wird sich ermitteln lassen, 
ob irma allenfalls als geographischer Zweig der alcmena 
oder pomona aufzufassen ist, oder ob sie ihren Speciesrang 
behaupten kann. 

Irma ist jedenfalls weitaus die schmuckste Art aus 
dieser vornehmen Gattung und es soll der Name dieser 
durch ihr blendendes Aussehen so distinguierten Eunica 
an eine wunderschöne Frau erinnern, die zufällig meine 
eigene ist. 

Eunica eurota Cramer. 
Pap. eurota Cramer I p. 37. t. 24 f. C. D. 1775. 

Eine gleichfalls durch vornehmes Colorit ausgezeichnete 
Species, die anscheinend seit ihrer Entdeckung nicht mehr 
nach Europa gekommen ist, bis sie mein Sammler Julius 
Michaelis vor einigen Jahren in Surinam wieder auffand. 

Was Hewitson, Exot. Butt. 1852 t. 1. f. 7 als eurota 
abbildete, ist eine subspecifisch verschiedene Verwandte. 

Mein Surinam-Material versetzt mich ferner zugleich 
in die Lage, die weitere Synonymie zu klären, denn die von 
Kirby mit eurota zusammengezogene euphcmia ist gleich- 
falls gute Lokalrasse, mit der jedoch dolores Prittwitz identisch 
sein wird. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



•46 

Wir müssen folgende geographische Rassen trennen: 

a) eurota flora Felder. 

Eunica flora Felder, Wien. Ent. Mon. 1862 p. iii. 
Rio Negro. 

Typische flora sind seit fast 50 Jahren nicht mehr 
nach Europa gekommen, erst neuerdings hat sie Dr. Koch- 
Grünberg, der als erster Weißer das Quellgebiet des oberen 
Rio-Negro betrat, wieder aufgefunden und mir mit seiner 
gesammten Faltcrausbeute zum Zwecke der Bearbeitung 
verehrt. 

Patria: Rio-Negro, (Felder) Rio Waupes i r^ (Coli. 
Fruhstorfer.) 

b) eurota myrthis nov. subspec. 
Cybd. eurota Hew. 1. c. 

Eunica flora Staudgr. nee. Feld. Exot. Schmett. 
1888 p. 109 t. 40 c??. 
Viel heller als typische flora, besonders unterseits mehr 
grau, anstatt schwarzbraun. 
Patria: Oberer Amazonas. 

c) eurota theophania nov. subspec. 

Eunica flora Stdgr. partim 1. c. 9- Unterer Amazonas. 

Habituell kleiner als flora, alle Binden matt anstatt 
glänzend und violett anstatt tiefblau, außerdem auf den 
Hinterflügeln viel breiter angelegt. 

Unterseite rötlich statt braun oder grau mit hellbraunen 
Distalf lecken der Vorderflügel. 

Staudinger erwähnt, daß sich ein $ vom unteren Ama- 
zonas durch eine weiße Schrägbinde auszeichnet, die aus 
3 isoliert stehenden Makeln besteht, wälirend die Flecken 
beim $ vom oberen Amazonas noch zusammenhängen. 

Patria: Manaos, i (^ Coli. Fruhstorfer. 

d) eurota eurota Cramer. 

Habituell kleiner, Unterseite dunkler als //omFeld., sonst 
differiert flora nur sehr wenig von der Cramerschen Form. 

Stott. ei)tomol. Zeit. 1908. 



47 

Patria: Surinam, 2 (^<^, Jul. Michaelis leg. (West- 
Indien, Gramer ex errore.) 

e) eurota euphemia Godart. 
Nymph. euphemia Godt. Enc. Meth. 1823 p. 418. 

,,Bresil." 
Eunica dolores Prittwitz St. E. Z. 1871 p. 244. 

Staudgr. 1. c; 
Eunica alcmene von Bönninghausen, Hamb. Verein 
für Naturw. Unterh. i8g6 p. 16. (Nur einzeln 
im Hochgebirge). 
Gute Lokalrasse mit matteren, dunkler blauen und 
schmäleren Binden. Unterseite von (5^$ fast schwarz, statt 
braun oder grau. 

Patria: Espiritu-Santo, ^$ (Coli. Fruhstorfer,) Rio 
de Janeiro. 

Eunica tatila Herrich-Schäffer. 

Gybdelis t. Herr.-Sch. Exot. Schmett. 1852— 1858 
f. 69 — 72. 
Von dieser Species existieren eine Reihe von Lokal- 
rassen, die entweder als tatila oder coenilea etiquettiert 
in den Sammlungen stecken, deren Verteilung aber in nach- 
stehender Art geschehen muß. 

a) tatila tatila H.-Sch. Guba. 

b) tatila caerulea Godman und Salvin. Honduras, (^$, 
Golumbien (^ (Goll. Fruhstorfer.) S. Florida (Holland). 

c) tatila bellaria nov. subspec. 

Nicht selten im mittleren Brasilien, erheblich kleiner 
als cocrulea aus Golumbien, von matterem Violettblau und 
mit kleineren, weißen quadratischen Vorderflügelflecken. 

Unterseite: Hinterflügel hellgrau ohne rötlichen Anflug. 

Patria: Espiritu-Santo, 2 SS Coli. Fruhstorfer. 

d) tatila tatilina nov. subspec. 

Weißfleckung prominenter, auch unterseits schärfer 
abgesetzt. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



48 

Hinterflügel fast ohne violetten Anflug, aber mit zwei 
schmalen schwarzen Punkten, die bei c und b fehlen. 

Unterseite: Apex und Distalregion der Hinterflügel 
weißlichgrau, das Basalfeld mit einem großen schwarzen, 
breiten sammtartigen Fleck bedeckt, wohl nur eine auf- 
fallende individuelle und aberrative Erscheinung. 

Patria : Alto-Amazonas ? 
Eunica axiba nov. spec. 

Erinnert in der Flügelform etwas an mygdonia Godart, 
der Apex von ariha ist aber noch' kühner geschwungen, 
und ebenso heraustretend, wie bei sydonia God. [empyrca 
Herr.-Schäffer), aber analwärts etwas mehr gerundet und 
an der Apexspitze proximal zurücktretend. 

Mit 35 mm Vorderflügellänge zählt ariba zu den statt- 
lichsten Eunica-Arten. Oberseite aller Flügel mit Aus- 
nahme einer lichtbraunen, mattglänzenden Submarginal- 
region tief dunkelblau, mit matterem, violettem Hauch. 

Auf allen Flügeln macht sich in der Submarginalregion 
eine schwarzbraune, rudimentäre Reihe von nur teilweise 
zusammenhängenden Punktflecken bemerklich. 

Unterseite: Vorderflügel hellbraun, mit braunschwarzen 
großen Discalflecken, einer etwas deutlicheren, dünnen 
Submarginallinie als oberseits und violett beschupptem 
•Apex. 

Hinterflügel grau-violett mit Ausnahme einer matten, 
grau-rötlichen Basalregion, leicht glänzend und mit diffusen, 
schmalen Medianbinden — sonst völlig zeichnungslos. 

Patria: i c? ii^it der Angabe Brasilien von der Firma 
Staudinger gekauft; ich vermute die Heimat jedoch am 
Amazonas oder der andinischen Region Süd-Americas. 



Stett. entomol. Zeit. 1908. 



49 



Neue Curetis und Uebersicht der 
bekannten Arten 



von II. Frulistorfer. 



Wenngleich mir aus Süd-Asien 135 und allein aus Java 
80 Exempl. vorliegen ist es mir nicht möglich mehr als 
5 Arten Curetis zu unterscheiden, während de Niceville in 
Butterflies India nicht weniger als ,,13 Arten" nur aus 
Nord-Indien und Birma, und Distant, Rhopalocera Malayana 
deren 5 von der Malay. Halbinsel registriert. 

In der Hauptsache haben wir es mit 2 Gruppen von 
Individuen zu tun, die sich recht gut insgesamt auf 4 Species 
alter Autoren zurückführen lassen. Die vielen Moore'schen 
und Felder'schen ,, Species" bezeichnen dagegen fast aus- 
schließlich Lokalrassen, Zeitformen und vielfach sogar nur 
individuelle Formen. 

Bei den Ctiretis macht sich nämlich ein bei den Lycae- 
niden kaum beobachteter, weitgehender männlicher Poly- 
morphismus bemerklich, wie wir ihn in noch höherem Grade, 
unter den Nymphaliden etwa bei einigen Euthaliiden und 
Euphaedra-Arten wiederfinden und dieser Polymorphismus 
verleitete die Autoren zur Creierung der vielen Arten! 

Meine heutigen Zeilen sollen dazu beitragen die Sy- 
nonymie der Curetis etwas zu klären und die Kenntnis 
einiger neuer Formen meiner letzten Reisen vermitteln. 
I. Gruppe. Hinterflügel rundlich. 
A. $ mit weißen Discalflecken. 
I. Curetis thetis Drury. 
a) thetis thetis Drury. Bombay (Drury). 

= P. phaedrus F. ,,Habitat in India orientali" (^. 

= P. aesopus F. ebenso $. 

= Phaedra terricola Horsf. (nom. superfl.) 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 4 



50 

b) thetis cinyra Gramer 1779. 

= P. cinyra Gramer. Tranquebar $. 
= P. thetis Gramer ebenso 3*. 
Gramer bildet die normale Regenform ab, wie sie mir 
aus Bangalore vorliegt. 

forma arcuata Moore. 1883. 
Eine Form mit reduzierten weißen Discalflecken der 
Hinterflügel. 

Patria: Süd-Indien, Krawar Aug. 1897, 2 $$, Geylon 
I $ H. Fruhstorfer leg. Malabar (Moore). 

c) thetis gloriosa Moore. 1883. 

(^ größer als solche aus Vorder-Indien. 
Patria: Assam, i ^ Goll. Fruhstorfer. 

d) thetis nisias nom. nov. 

Für Distants fig. 14 t. 14. 1886 p. 451. 

$ , Größer als vorderindische, weißer Discalfleck der 
Vorderflügel länger als breit, distal stark eingekerbt, jener 
der Hinterflügel stark gekniet, sehr schmal. 

Patria: Malay. Halbinsel. 

e) thetis palawanica Stdgr. 1889. Palawan. <^, 2 $$ 

(Goll. Fruhstorfer.) 

f) thetis aurantiaca Frühst. 1900 Bazilan. 

g) thetis barsine Feld. 1865. Amboina. 

Felder bemerkte ausdrücklich, daß die 9? oberseits 
weißgefleckt sind. 

h) thetis galinthias nov. subspec. 

(Gur. thetys Stdgr. Exot. Schmett. 1888 p. 279 
t. 96 S^) 
(^. Weißer Discalfleck der Vorderflügel außerordent- 
lich groß, rundlich. 

Patria: Waigiu, i $ Goll. Fruhstorfer. 
i) thetis menestratus nov. subspec. 
^. Distalsaum der Vorderflügel viel breiter schwarz 
als bei galinthias cJ, Basalteil der Hinterflügel fast bis zur 
Flügelmitte schwärzlich beschuppt. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



51 

• $. Größer als gaUnthias $, weißer Discalfleck der 
Vorderflügel oval nach oben tief gekerbt. 

Hinterflügel mit kürzerer, weißer Makel, so daß der 
schwarze Außensaum Gelegenheit findet sich viel mehr 
auszudehnen als bei galinthas. 

Patria: Deutsch-Neu-Guinea, i ^, Hattam, Arfak- 
Gebirge, Holl. Neu-Guinea, i $ (Coli. Frühst.) 
k) thetis eberalda nov. subspec. 
Vorderflügel mit sehr schmalem, schwarzen Distalsaum. 
Key, (Coli. Frühst.) Aru ? (Grose Smith.) 
1) thetis georgiana Ribbe. 

(Cur. barsine ab. georgiana Ribbe, Iris 1899 
p. 248.) Insel Rubiana, Salomonen. 



B. $ mit gelben Discalf lecken. 

Als sicherer ältester Name für eine Curetis mit gelb- 
gefleckten $$ hat insular is Horsfield zu gelten. Es ist noch 
sehr fraglich, ob sich insularis als distinkte scharf abgegrenzte 
Species neben thetis halten wird oder ob wir es mit einer 
Art zu tun haben, mit dimorphen (weißen und gelben) $$. 

Die Curetis von Java, Sumatra und Borneo besitzen 
immer gelbe $9, Palawan hingegen hat eine weiße $ Form, 
die übrigen Philippinen beheimaten wieder nur gelbe $9- 

Die Amboina-, Waigiu- und Neu-Guinea-Curetis haben 
weiße, jene von Halmaheira wiederum gelbe 99- 

Die Verbreitung der Curetis-^^ ist demnach eine sprung- 
weise, intermittierende und würde an sich für eine speci- 
fische Trennung der Arten plaidieren helfen. Auf der ma- 
layischen Halbinsel, den Salomonen und anscheinend auch 
auf Ceram kommen neben den weißen aber auch gelbe 
99 vor, woraus wir allenfalls auf sexuellen Dimorphismus 
schließen dürfen. 

Da sich aber die Arten der btdis-GTU-ppe ohne weiteres 
auf Grund der 9 Färbung trennen lassen, glaube ich auch 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 4'' 



52 -, 

bei der theUs-Gruppe, die so einfache und natürliche Auf- 
teilung in Arten mit weißen und gelben $ vornehmen zu 
dürfen. Stellt sich dann wirklich heraus, daß die Rassen 
der insularisSene nur als intermittierende oder dimorphe 
Formen der alten thetis zu gelten haben, wird es sehr leicht 
sein, dieselben statt an insularis an thetis anzugliedern. 

2. Curetis insularis Horsf. 
Vom Norden nach Süden gehend haben wir folgende 
Rassen : 

a) insularis ncsophila Felder 1862. Luzon, 

Die Formen der übrigen von Semper genannten Inseln 
dürften vielfach eignen geographischen Formen angehören. 

b) insularis camotina nom. nov. 

Für C. tag. Semper, Schmett. Phil. 1889 p. 15g 

t. 31 f. 30 ?. 
$. Ausgedehnter gelb gefleckt, als die übrigen bisher 
bekannten Philippinen-Curetis. 
Fatria : Camotes-Inseln. 

c) insularis obsoleta Felder. 1852. Mindanao. 

d) insularis isahella Frühst. 
(B. E. Z. 1900 p. 28.) 

a) forma izahella Trockenform. 
$. Klein mit schmalen gelben Discalf lecken. 

ß) forma hazilana Frühst. (1. c. t. 2 f. 3 .$.) 
Regenform $, mit dreimal so großen Gelbflecken. 
Patria: Bazilan. 

e) insularis jolona nov. subspec. 

(^. Hält in der Ausdehnung des schwarzen Costal- 
saumes die Mitte zwischen izahella und hazilana, dieser ist 
noch wesentlich schmäler als bei celchcnsis Feld. 

9. Die hell ockerfarbenen Discalfleckcn in der Größe 
gleichfalls zwischen izahella und hazilana, etwas größer 
als bei nesopJiila Feld, und viel ausgedehnter als bei ohsolcta 
Feld. 

Stett. eiitomol. Zeit. 1908. 



53 

Patria: Jolo, 2 <^c^, 3 ??, Waterstradt leg. (Coli. Fruh- 
storfer.) 

f) insularis jopa nov. subspec. 

Schwarzer Distalsaiim aller Flügel schmäler als bei 
jolona m., insularis Horsf. und aesopus Distant. 

$. Mit gleichmäßigen, ovalem gelbl, Discalfleck der 
Vorderflügel und einer fast dreieckigen, distal breiten, 
proximal spitzen Medianmakel der Hinterflügel, welche 
-in der Größe die Mitte hält, zwischen den Figuren von 
insularis Dist. und sperthis Dist. 

Patria: Süd-Borneo, (^$ Coli. Fruhstorfer. 

g) insularis minima Distant u. Pryer 1887. Sandakan. 
(= nesophila Druce, aesopus Druce, P. Z. S. 1895 

P- 594-) 
h) insularis sperthis Feld. 1865. 
Eine ungemein variable Lokalrasse, deren einzelne 
Zustandsformen Distant auf nicht weniger als 3 Arten 
verteilte. 

a) $ fortna pseudoinsulai'is nova. 

(= insularis Dist. nee Horsfield, t. 41 f. 7.) 
9. ]\lit dunkel ockergelben, sehr kleinem, stark ge- 
krümmten Discalfleck der Hinterflügel ($$ mit ähnlich 
reduziertem Fleck kommen in Java nicht vor). 
ß) 5 forma sperthis Distant. 
$. Mit größerem, mehr ovalen, rotgelben Fleck der 
Hinterflügel. 

$ forma fclderi Distant. 
$. Mit sehr großen hellockergelben Makeln auf allen 
Flügeln. 

^^. Wie sie Distant t. 41 f. 6 als insularis abbildet, 
besitze auch aus NO.- und West-Sumatra. Sie sind dunkler 
rot als Javanen mit reicher schwarz beschupptem Basal- 
teü aller Flügel. 

Patria: Malay. Halbinsel, Sumatra. 

Ötett. eutomol. Zeit. 1908. 



54 

i) insularis indosinica nov. subspec. 
Eine kleine relativ helle Rasse, (^ mit sehr breitern 
schwarzen Apicalsaum der Vorderflügel, sehr schmalem 
Distalbezug der Hinter flügel. 

$. Ähnlich sperthis Distant $, Analsaum der Vorder- 
flügel jedoch schon vor der Flügelmitte ausmündend und 
deshalb proximal nicht breit, sondern spitz- verlaufend. 
Patria: Siam, Jan. Februar 1900 auf ca. 1000 Fuß 
Höhe, I $ Süd-Annam, Febr. 1899 H. Frühst, leg.) Chen- 
tabun (Druce.) 

k) insularis nov. subspec. Hainan (Crowley.) 

(Cur. sperthis Crowl. P. Z. S. 1900 p. 508.) 
1) insularis hera Frühst. 

(B. E. Z. 1900 p. 28 t. 2 f. 4. c^$). 
a) forma hera Regenform. 
8) forma niasica Frühst. Trockenform. 
Patria: Nias, 12 SS, 8 ??. (Coli. Fruhstorfer.) 

m) insularis saronis Moore. 1871. Andamanen, (^$. 

(Coli. Fruhstorfer.) 
n) insularis insularis Horsfield. 1892. 
Eine distincte Inselform, mit gelblicher Unterseite, 
feinen und scharf abgesetzten Längsbinden. Bei geflogenen 
Exempl. erscheinen diese Binden stark verbreitert. (Ähn- 
lich Distants felderi Fig. 3 t. 24.) 

ü) forma insularis Regenform. Vorderflügellänge 

20 — 21 mm. 
8) forma eda Trockenform. Vorderflügellänge 
15 — 16 mm. 
^. Analsaum der Hinterflügel manchmal bis zur 
Mitte hinaufziehend. 

Die $$ beider Formen auch in der Färbung etwa an 
felderi Distant (Fig. 26) erinnernd, jedoch etwas weniger 
groß, der Discalfleck der Vorderflügel nur wenig schmäler, 
jener der Hinterflügel länger und stärker gekrümmt. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



55 

Patria: Ost- und West- Java, 14 (^<^, 6 $?, Regenform, 
2 cJ(^, 3 ??, Trockenform. H. Fruhstorfer leg.; Bali. 
o) insularis baweana nov. subspec. 
Größer, dunkler als die vorige, Discalfleck der Hinter- 
flügel gerade, spitzer, nicht gekrümmt und nur wenig 
schmäler als bei sperthis Dist. 

Patria: Bawean, 2 ??, Juli-Sept. leg. (Coli. Fruhstorfer.) 
p) insularis kiritana Doherty. 

(C. malayica var. kiritana Doh. J. A. S. Beng. 1891 
p. 179.) 
Nach Doherty die dunkelste bekannte Curetis. 
Patria: Sumba, Sumbawa. 

insularis celebensis Feld. 1865. 
Ein $ von Patunuang, Januar 1896 gesammelt, mit 
nur wenig breiteren, dunkelockergelben Discalf lecken. ^ ohne 
schwarzen Aderbezug. 

Patria: S. Celebes, bis 3000 Fuß Höhe, Jan. März 1896 
H. Fruhstorfer leg. 

q) insularis venata nov. subspec. 
^. Alle Flügel mit schwarzem Längsstrich am Zellapex, 
Adern beider Flügelpaare bis zur Flügelmitte deutlich 
schwarz bereift, Merkmale, die sich bei keiner anderen 
Curetis wiederholen. 

$. Hinterflügel ganz schwarz, Vorderflügel nur mit 
obsoletem gelblichen Medianstrich. 

Patria: Nord-Celebes 2 (^^, 1 $. Toli-Toh, Nov. Dez. 
1895. H. Fruhstorfer leg. 

r) insularis egena Feld. 1862. Halmaheira. 
s) insularis solita Butler. Neu-Pommern. 
t) insularis schortlandica Ribbe. (Iris 1899 p. 248.) 
Shortlands-Inseln . 
n. Gruppe. Hinterflügel spitz ausgezogen oder 
gewinkelt. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



56 

3- Curetis bulis-Reihe. 

Als ältester Name aus dieser Artenreihe ist Curetis 
bulis Doubl. -Hew. 1852 bekannt, um die sich die indischen 
Arten gruppieren lassen, während für die malayischen 
Formen Curetis sanatana Moore 1857 als nomenclatorischer 
Typus zu gelten hat. 

Bulis läßt sich wie folgt aufteilen: 

a) hulis bulis Doubl. -Hew. 

forma discalis Moore. 1879 Regenform. 
Patria: Sikkim, Assam, 31 c?$. Coli. Fruhstorfer. 

b) hulis dcntata Moore 1879. 
a) forma dcntata Regenform. 

8) forma angulata Moore Trockenform. 

Patria: NW.-Himalaya. 

Sollten sich dcntata-angulata nicht als Lokalformen 
halten lassen, sinken beide unter hulis als Trocken- und 
Intermediatform. 

c) hulis Stigmata Moore. 1879. Birma, Tenasserim, 
Mergui. 2 ^S- Coli. Fruhstorfer. 

d) bulis fortunatus Frühst, nova subspec. 

C3(^. Differieren von hulis und Stigmata durch den 
schmäleren schwarzen Analsaum der Hinterflügel und den 
etwas breiteren Distalrand der Vorderflügel. 

Patria: Tonkin, Than-Moi, 2 SS Juni- Juli, igoo, West- 
Siam, Kanburi April 1901. H. Fruhstorfer leg. 

e) hulis subspec. Ichang, West-China (Leech). 

f) hulis subspec. Hainan (Crowley). 

4. Curetis acuta Moore 3, 

(= truncata Moore $.) 

a) acuta acuta Moore. Shanghai (Type) West-China 
(2 SS- Coli. Fruhstorfer.) 

b) acuta japonica nov. subspec. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



57 

Habituell kleiner als Chinesische acuta. Vorderflügel 
mit ausgedehntcrem, nicht schwarz überpudertem rot- 
braunem Discalfleck. 

Hinterflügel rundlicher, die Basalfleckung fast bis in 
den Analwinkel ausgedehnt. 

$. Blaugrauer Discalfleck der Vorderflügel breit oval, 
jener der Hinterflügel lang, schmal wurmförmig, Spitze 
nach innen gebogen. 

Patria: Japan, Hondo, 3 (^^^, 2 ??. H. Fruhstorfer leg. 

c) acuta tsushimana nov. subspec. 

Habituell kleiner als a und b, beide Flügelpaare fein 
geschwungen. 

cJ. Rotbrauner Discus aller Flügel viel heller, leuch- 
tender als bei japoiiica, schmäler aber viel schärfer begrenzt. 

$. Oberseite ganz schwarz, nur auf den Vorderflügeln 
kaum merkliche Rudimente eines blauen Anflugs. 

Patria: Tsushima, Sept.-Okt. 1899 ^<^. H. Frühst, leg. 

d) acuta subspec. Hongkong (Walker). 

5. Curetis sanatana Moore, 
a) sanatana tagalica Feld. 1865. 
Felder beging bei Beschreibung seiner tagalica zwei 
Fehler. 

1. Vereinigte er damit ein $, das zur insHlayis-Gx\x\)-pe 
gehört (schuf also eine Mischart.) 

2. Ließ er tagalica außer in Luzon noch in Macassar 
vorkommen. (Vermengung zweier Subspecies.) 

Kirby stellt tagalica und sanatana aus Versehen zu 
thetis, anstatt zu hiilis, und umgekehrt sperthis Feld, zu 
bulis, während sie nach seiner Einteilung zu thetis gestellt 
werden müßte. 

Semper übersah, auf den spitzen Schnitt der Hinter- 
flügel von tagalica zu achten, und hatte deshalb Schwierig- 
keiten ,,die philipp. Arten bestimmter zu placieren." Jeden- 

Stett. eutoinol. Zeit. 1908. 



58 

falls war Hewitson auf dem rechten Wege, . als er tagalica 
in die &i///s-Gruppe brachte, 

b) sanatana tagalina nov. subspec. 

Vermittelt den Übergang von tagalica zu malayica 
Feld, und differiert von ersterer durch das Fehlen des 
schwarzen Analsaumes der Vorderflügel (Anklang an typische 
sanatana Moore) und von tagalica durch den breiteren schwar- 
zen Distalrand aller Flügel. 

Patria: Nord-Borneo, 2 S3- Coh. Fruhstorfer. 

c) sanatana malayica Feld. 1865. 
a) forma malayica. 

8) forma honesta nova. 

Neben Exemplaren ohne breiten schwarzen Basalstrich 
der Hinterflügel-Oberseite, wie sie Felder und Distant ab- 
bilden, kommen in Sumatra und S. Borneo auch solche mit 
wie bei bulis deutlich ausgeprägtem Basalfleck vor {forma 
honesta m.), eine Erscheinung, die Hand in Hand geht mit 
einer starken Verbreiterung des Distalsaumes der Hinter- 
flügel. 

Patria: Mergui Archipel, Malay. Halbinsel, S. Borneo, 
Sumatra, 5 (^J. Coli. Fruhstorfer. 

d) sanatana sanatana Moore. 

(Cand. phaedrus Hübner 1823; Anops phaedrus 

Boisd. 1863.) 

Typische sanatana, wie sie Boisduval abbildet (dessen 

Figur Moore benannte), scheinen auf Java außerordentlich 

selten zu sein, denn mir begegneten nur 3 im Laufe von 

ebenso viel Jahren. 

Von sanatana lassen sich auf Java selbst 3 Haupt- 
formen absondern. 

A. Hinterflügel ohne schwarzen Basalstrich. 
a) sanatana. 
Sehr groß, Distalsaum aller Flügel schmal schwarz, 
West-javanische Regenform. 4 ,^^, i $. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



59 

B. Hinterflügel mit Basalstrich. 
8) forma semilimbata nova. 
(Intermediatform.) 
Hinterflügel mit schwarzem, relativ schmalem Distal- 
saiim der Hinterflügel. 14 c^cJ. Ost- nnd West- Java, 
y) forma latipicta nova. 
(Trockenzeitform.) 
Hinterflügel mit analwärts breit ausfließendem Distal- 
saum. $ ca. 34 — 36 mm Spannweite. Die dominierende 
Form in Ost-Java, die vielleicht Subspeciesrang verdient. 
30 c?(^, 4 ??• H. Fruhstorfer. leg 

Das $ von sanatana differiert von insular is $ durch 
die etwas spitzeren Hinterflügel und dadurch, daß die 
größeren, rundlicheren, hellockergelben Discalmakeln der 
Hinterflügel bereits sehr breit am Costalrand beginnen. 
Patria: Ost- und West- Java, Bah( ?) 

e) sanatana ge Frühst. Nias, 3 cJö*. Coli. Fruhstorfer. 
(Cur. mal. ge Frühst. B. E. Z. 1900 p. 28.) 



Neue central- und südafrikanische Apionen. 

Beschrieben vnn HailS Wa^iiei*, Züricli, 
(Eingelaufen am 5. IX. 1907.) 



Durch die Liebenswürdigkeit der Herren: F. Hart- 
mann-Fahrnau, Prof. Dr. K. M. Heller-Dresden, G. Severin- 
Brüssel und Prof. Dr. Y. Sjöstedt-Stockholm, ist es mir 
möglich gewesen, mit Ausnahme weniger Arten*) sämt- 
liche, bis jetzt beschriebene Apionen Zentral- und Südafrikas, 



■•') Diebeiden Gerstäcker'sclien Tj^pcn des Ap. galUnula und nasua^ 
im Berliner hgl. zool. JUisenm, .^ind nicht erhältlich und nach den ganz 
unvollkommenen Diagnosen im Wiegman'schen Archiv, undeutbar. — 
Die Typen von Ap. erassirostre, piUferum und ruhicHndum OyWi. sind 
verloren gegangen. 

Stett. entomol. Zeit. 1908, 



60 

an den Typen studieren zu können und die weitere freund 
liehe Unterstützung der oben und nachfolgend genannten 
Herren durch unbearbeitetes Material, hat mich in die 
Lage versetzt, im Nachstehenden eine Serie neuer Arten 
beschreiben zu können. Es ist jedoch gewiß, daß damit 
des ,,schw^arzen Erdteils" Artenreichtum dieser interessanten 
Cxattung noch lange nicht erschöpft ist und daß weitere, 
intensive Durchforschungen dieses Kontinents noch eine 
ungeahnt große Ernte an Novas dieser Gattung erhoffen 
lassen, obgleich die Gattung Piezotrachelus im äthiopischen 
Faiuiengebiete einen nicht unbedeutenden Prozentsatz der 
Apioniden darstellt. — Dank der Liebenswürdigkeit der 
bereits genannten Herren, wird es mir bald möglich sein, 
auch in diese, sehr schwierige Gattung ein wenig Klarheit 
zu bringen. Meine Absicht ist es, nach vollendetem Stu- 
dium alles mir zugänglich gewesenen, zentral- und süd- 
afrikanischen Apionidenmaterials, eine monographische Be- 
arbeitung desselben zu bringen und für diese seien auch 
die bereits gewonnenen synonymischen Resultate meines 
Typenstudiums gespart. — Die nachstehenden Beschrei- 
bungen sind zum Teil etwas länger ausgefallen, als es mir 
selbst lieb gewesen wäre; allein die Umstände, daß mir 
einerseits von den meisten Species nur wenige (i — 2) 
Exemplare vorlagen und ich daher die Variationsbreite der 
einzelnen Formen nicht studieren konnte, andrerseits aber 
einzelne Artenkomplexe und Subgenera (so z. B. Conapiü)i) 
ungemein nahestehende Arten einschließen, zwangen mich, 
die Beschreibungen möglichst ausführlich und genau ab- 
zufassen. In meiner bereits erwähnten monographischen 
Bearbeitung hoffe ich, infolge weiterem Studiums, dem 
gesamten Stoff eine kürzere und prägnantere Form geben 
zu können. 

Nun sei mir noch ein Wort des Dankes an alle jene 
Herren gestattet, die mein Studium jederzeit so liebens- 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



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würdig unterstützten; es gilt außer den eingangs erwähnten 
noch den Herren: L. Ganglbauer, Dir. d. zool. Abt. am 
k. k. naturh. Hofmuseum Wien, L. Beguin-Billcocq-Paris, 
Dr. Gestro-Genua, P. Pape-Friedenau-Berhn, Kustos S. 
Schenkhng-Beriin, Dr. H. Schonteder-Brüssel, A. und F. 
Solari-Genua und Dr. Staudinger und Bang-Haas-Dresden. 

I. Apion Ganglbaueri nov. spec. 

Aus der Verwandtschaft des Apion consimüe m., diesem 
auch nahe stehend; abgesehen von der dunkleren Färbung, 
durch den, in beiden Geschlechtern kürzeren, nach vorne 
nicht verjüngten Rüssel und den breiteren Halsschild sehr 
leicht zu trennen und ausgezeichnet. 

Körper dunkelbraun mit einem Stich ins rötliche, die 
Fühler und Beine blaß bräunlichgelb, der Rüssel rötlich 
gelbbraun, beim ^ in der apikalen Hälfte blaßgelb; die 
Fühler gegen die Spitze, die Naht der Flügeldecken und 
das Schildchen, die Knie und die Tarsen etwas angedunkelt, 
die Klauen pechschwarz; der ganze Körper mit feinen, 
ziemlich langen, weißlichen Härchen mäßig dicht bekleidet. 
— Kopf mit den großen, ziemlich stark gewölbten, mäßig 
vorstehenden Augen etwas breiter als lang; fein und spär- 
lich punktiert, wie die ebene, nahezu unpunktierte Stirne 
dicht chagriniert, matt. Rüssel beim o so lang wie das 
Halsschild, beim $ wenig länger, verhältnismäßig kräftig, 
mäßig gebogen, nahezu zylindrisch, nur an der Fühler- 
insertion sehr schwach angeschwollen; ziemlich stark und 
dicht, gegen die Spitze beim (^ merklich spärlicher punk- 
tiert; beim ^ in der basalen Hälfte ziemlich dicht, beim 
$ spärlicher behaart, im Grunde chagriniert, matt, in der 
apikalen Hälfte glatt und glänzend. Fühler sehr nahe der 
Basis, beim ^ etwa um den '/a- beim $ um den 14 Längs- 
durchmesser der Augen vor diesen eingefügt, beim ^ etwas 
kürzer. Schaft beim ^. etwa ii/^, beim $ doppelt so lang 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



62 

als das erste Geißelglied, dieses in beiden Geschlechtern 
wenig länger als breit, doppelt so breit als die folgenden, 
das zweite Glied kaum länger als breit, die folgenden all- 
mählig kürzer werdend, das letzte schwach quer; die ei- 
förmig zugespitzte Keule deutlich abgesetzt. 

Halsschild so lang, oder kaum länger als an der Basis 
breit, nach vorn schwach verengt, am Vorderrande etwas 
stärker als am Hinterrande eingezogen, die Seiten sanft 
gerundet, die Hinterecken spitzwinkelig nach außen tretend, 
die Basis schwach zweibuchtig; mit feinen flachen Punkten 
spärlich besetzt, im Grunde chagriniert, vor dem Schildchen 
mit einem undeutlichen Strichelchen. 

Flügeldecken eiförmig, an der Basis reichlich breiter 
als das Halsschild, an den Seiten sanft gerundet, etwa in 
der Mitte am breitesten, seitlich gesehen schwach gewölbt; 
kettenförmig punktiert-gestreift, die fein gerunzelten 
Zwischenräume kaum breiter als die Punktstreifen. Schulter- 
beulen deutlich entwickelt, das ziemlich kleine Schildchen 
an der Basis mit einem grübchenförmigen Punkt. 

Beine mäßig schlank; erstes Tarsenglied etwas länger 
als das zweite, dieses wenig länger als breit; die feinen. 
Klauen undeutlich gezähnt. Beim (^ sind die Hinterschienen 
an der apikalen Innenecke in ein feines, einwärts-gekrümmtes 
Dörnchen verlängert. 

Long. (exkl. Rüssel): 1,7 — 1,9 mm. 

2 Exemplare ((^$) aus D. -O. -Afrika : Morogoro (Nachlaß 
Schmidt) aus der Sammlung des K. K. Naturh. Hofmuseum 
zu Wien, zur Beschreibung vorgelegen. 

Es ist mir eine Ehre und Freude, diese interessante 
Art meinem hochverehrten Lehrer und Meister Herrn L. 
Ganglbauer, Direktor der Zoologischen Abteilung des obigen 
Museums, dedicieren zu können. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



63 

2. Apion fuscum nov. spec. 

Mit Apion considerandum Fahr, sehr nahe verwandt, 
durch den viel schlankeren, dünneren Rüssel, das feiner 
und spärlicher punktierte Halsschild und die weniger grob 
punktiert-gestreiften Flügeldecken leicht zu trennen. 

Körper pechschwarz, wenig glänzend mit weißen Härchen 
wenig dicht besetzt. 

Kopf mit den stark gewölbten, vortretenden Augen 
breiter als lang, auf der Unterseite unter dem hinteren 
Augenrand mit einer, im Profil, als stumpfes Höckerchen 
erscheinenden Querleiste; ziemlich stark punktiert, die 
ebene Stirne mit drei mehr oder minder tief punktierten 
Längsstricheln, im Grunde sehr fein chagriniert. Rüssel 
beim (^ wenig kürzer, beim $ etwas länger als Kopf und 
Halsschild zusammen; nahezu zylindrisch, an der Fühler- 
insertion sehr schwach verdickt, bis nahe zur Spitze fein 
— beim (J dichter als beim ? — punktuliert, beim (^ in 
beiden basalen Dritteln im Grunde sehr fein chagriniert, 
matt, an der Spitze glatt und glänzend, beim $ nur die 
Basis fein chagriniert und wenig glänzend, im übrigen Teile 
glatt und stark glänzend. Fühler sehr nahe der Basis, kaum 
um den Längsdurchmesser der Augen vor diesen eingefügt, 
ziemlich lang und schlank; Schaft 114 rU'^l so lang als das 
erste Geißelglied, dieses doppelt so lang als breit, breiter 
als die folgenden, zweites Geißelglied doppelt so lang als 
breit, drittes Glied noch länger als breit, die folgenden 
Glieder an Länge abnehmend, das letzte rundlich; die 
spindelförmige Keule schwach abgesetzt. 

Halsschild so lang als an der Basis breit, an den Seiten 
stark gerundet, wenig hinter der Mitte am breitesten, von 
da nach vorn ziemlich stark verengt, am Vorderrande stark, 
am Hinterrande etwas schwächer eingezogen, die Hinter- 
ecken spitzwinkelig nach außen tretend, die Basis zwei- 
buchtig ; seitlich gesehen ziemlich stark gewölbt, der Vorder- 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



64 

rand schwach aufgebogen, mäßig stark und ziemHch dicht 
punktiert; die fein chagrinierten Zwischenräume so breit 
als die Punkte, vor dem Schildchen mit einem flachen Längs- 
grübchen. 

Flügeldecken kurz-eiförmig, etwas hinter der Mitte am 
breitesten, an der Basis reichlich breiter als das Halsschild, 
stark kettenförmig punktiert-gestreift, die flachgewölbten 
Zwischenräume etwas breiter als die Punktstreifen, fein 
runzelig chagriniert. Schulterbeulen ziemlich kräftig ent- 
wickelt. Das länglich-dreieckige Schildchen an der Basis 
mit einem grübchenförmigen Punkt. Seiten der Brust 
und das Abdomen ziemlich stark und wenig dicht punktiert. 

Beine mäßig schlank, erstes Tarsenglied wenig länger 
als das zweite, dieses wenig länger als breit; beim c? die 
vier Hinterschienen an der apikalen Innenecke in einen 
feinen Dorn ausgezogen. 

Long. (exkl. Rüssel) : i,6 — 1,8 mm. 

3 Exemplare (i (^, 2 $?) aus D.-O. -Afrika, Amani (Eichel- 
baum 1903), von Herrn F. Hartmann zur Beschreibung 
vorgelegt. 

Das männliche Exemplar ist in den Flügeldecken etwas 
schmäler, die Vorderschenkel sind gegen den Außenrand 
rotlichgelb, ebenso die Vorderschienen in der proximalen 
Hälfte; ob dies ein Sexualcharakter ist oder ob die Bein- 
färbung derselben Variabilität wie bei Apion considerandum 
unterliegt, kann ich wegen Materialmangel momentan 
nicht erklären. 

3. Apion conicolle nov. spec. 
Der vorigen Art sehr nahe stehend, abgesehen von der 
Beinfärbung, durch den im männlichen Geschlecht etwas 
robusteren Rüssel, dessen äußerste Spitze rötlichbraun 
und durch den, an den Seiten fast geradlinig verengten 
Halsschild leicht zu unterscheiden. 

Stett. cntoiuol. Zeit. 1908. 



65 

Körper pechschwarz, die Wurzel der Fühler, die Coxen, 
Trochanteren, Schenkel und Schienen ockergelb, die Knie 
und Tarsen pechbraun, beim (^ die äußerste Rüsselspitze 
rötlichbraun; bisweilen sind die Schenkel und Schienen 
dunkel kastanienbraun; der ganze Körper mit feinen weiß- 
lichen Härchen spärlich besetzt, die Seiten der Vorder-, 
Mittel- und Hinterbrust und das Abdomen dicht weiß be- 
schuppt, der untere Augenrand lang weiß bewimpert. 

Kopf mit den stark gewölbten, vorstehenden Augen 
wenig breiter als lang, ziemlich stark und dicht punktiert; 
der Scheitel glatt und glänzend, die ebene Stirn ziemlich 
fein gestrichelt, im Grunde sehr fein chagriniert. Rüssel 
beim (^ etwas kürzer, beim $ etwas länger als Kopf und 
Halsschild zusammen, kaum gebogen; in beiden Geschlech- 
tern an der Fühlerinsertion etwas verdickt, nach vorn sehr 
schwach verjüngt; beim (^ bis zur rötlichbrauen Spitze 
fein behaart, im Grunde chagriniert; beim $ nur an den 
Seiten spärlich punktuliert, kahl, glatt und glänzend. Fühler 
ziemlich kurz und kräftig, sehr nahe der Basis eingefügt. 
Schaft 11/2 mal so lang als das erste Geißelglied; dieses 
beim (^ wenig länger als breit, beim $ 114 mal so lang als 
breit; beim ^^ die folgenden Glieder rundlich, das letzte 
schwach quer; beim $ das zweite Glied noch deutlich länger 
als breit, die folgenden allmählig kürzer werdend ; die eiför- 
mig-zugespitzte Keule deutlich abgesetzt. — Halsschild 
wenig länger als breit, nach vorn fast geradlinig verengt, 
am Vorderrande nur sehr schwach eingezogen, die Hinter- 
ecken in ihrer Anlage schwach spitzwinklig, Basis zwei- 
buchtig; sehr fein und sehr spärlich punktiert, im Grunde 
chagriniert, ohne Basalstrichelchen. 

Flügeldecken kurz-eiförmig, an der Basis reichlich 
breiter als das Halsschild, beim (^ an den Seiten etwas schwä- 
cher als beim $ gerundet, etwas hinter der Mitte am breitesten, 
tief kettenförmig punktiert-gestreift. Die Zwischenräume 

Slett. entomol. Zeit. 1908. 5 



(36 

wenig breiter als die Punktstreifen, fein gerunzelt. Schulter- 
beulen deutlich entwickelt, das dreieckige Schildchen ge- 
furcht. 

Beine ziemlich kräftig; erstes Tarsenglied wenig länger 
als das zweite, dieses so lang als breit; Klauen deutlich 
gezähnt. Beim ,^ die vier hinteren Schienen an der apikalen 
Innenecke in einen scharfen Dorn verlängert. 

Long. (exkl. Rüssel): i,6 — 1,8 mm. 

3 Exemplare (2 (^i^, i $) aus D.-O. -Afrika, Amani 
(Eichelbaum 1903), von Herrn F. Hartmann zur Beschreibung 
mitgeteilt. 

4. Apion spadiceum nov. spec 
Dem Apion russeohim Gyllh. nahe stehend, durch das 
viel feiner punktierte, seitlich schwächer gerundete Hals- 
schild, die beim ^ in einen Dorn verlängerten vier hinteren 
Schienen und durch die dunklere Färbung leicht zu unter- 
scheiden. 

In der Färbung variabel; Körper rot oder pechbraun, 
das Halsschild und die Flügeldecken heller oder dunkler 
kastanienbraun, der erstere auf der Scheibe mehr oder 
minder angedunkelt, Kopf, Rüssel und die Fühler gegen 
die Spitze meist dunkel kastanienbraun, das Schildchen 
und die Naht der Flügeldecken, der Basalrand des Hals- 
schildes und das Klauenglied schwärzlich; der ganze Körper 
mit weißlichen Härchen, die sehr leicht abgerieben werden, 
ziemlich dicht besetzt. — Kopf mit den ziemlich großen, 
mäßig gewölbten und kaum vortretenden Augen reichlich 
breiter als lang, ziemlich stark und dicht punktiert; die 
etwas längsgewölbte Stirn mit zwei, durch einen Mittelkiel 
getrennten und von zwei Längsfältchen begrenzten Furchen, 
in diesen punktiert. Rüssel ziemlich kräftig, beim ^ wenig 
länger als das Halsschild, beim $ wenig länger als Kopf 
und Halsschild zusammen, fast zylindrisch, beim ^ bis- 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



67 

weilen an der Fühlerinsertion deutlich stumpfwinklig ver- 
dickt, in beiden Geschlechtern nur wenig gebogen, beim (^ 
mehr oder weniger stark und dicht punktiert, beim $ spär- 
licher und feiner, meist nur an den Seiten punktiert, im 
Grunde glatt und glänzend. Fühler sehr nahe der Basis 
des Rüssels, beim (^ kaum um den Querdurchmesser, beim 
$ um den Längsdurchmesser der Augen vor diesen einge- 
fügt ; beim c? etwas kürzer als beim $ ; Schaft bei letzterem 
doppelt so lang, beim (^ etwa i^ mal so lang als das erste 
Geißelglied, dieses beim (^ 1^4, beim ? 2 mal so lang als 
breit, breiter als die folgenden Glieder; zweites Glied merk- 
lich länger als breit, die folgenden allmählig kürzer werdend, 
das letzte quer; die eiförmig-zugespitzte Keule deutlich 
abgesetzt. — Halsschüd etwas kürzer als an der Basis breit, 
nach vorn schwach verengt, an den Seiten sehr sanft ge- 
rundet, am Vorder- und Hinterrande kaum eingezogen, 
die Hinterecken schwach spitzwinklig nach außen tretend, 
die Basis schwach zweibuchtig; mit mäßig groben, flachen 
Punkten mehr oder minder dicht besetzt, die Zwischen- 
räume chagriniert, vor der Basis mit einem bisweilen un- 
deutlichen Strichelchen. 

Flügeldecken ziemlich kurz gedrungen, etwa i^ mal so 
lang als breit, an der Basis breiter als das Halsschild, an 
den Seiten sanft gerundet erweitert, hinter der Mitte am 
breitesten, hinten stumpf zugerundet; tief kettenförmig 
punktiert-gestreift, die gewölbten Zwischenräume wenig 
breiter als die Punktstreifen, sehr fein gerunzelt. Schulter- 
beulen deutlich entwickelt, das Schildchen länglich-dreieckig 
an der Basis mit zwei kleinen Höckerchen. 

Beine ziemlich kurz, erstes Tarsenglied nur wenig 
länger als das zweite, dieses kaum länger als breit; Klauen 
fein, undeutlich gezähnt. Beim (^ sind die vier hinteren 
Tibien an der apikalen Innenecke in einen scharfen Dorn 
ausgezogen. 

Long. (exkl. Rüssel) : 1,3 — 1,6 mm. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 5''' 



68 

Mir lagen 6 Exemplare, i (^, 2 $, aus dem Kapland: 
Dunbrody (coli. Hartmann) und 2 c^c^, i ? aus Eurythrea: 
Adi-Ugri und Keren (Mancini, coli. Solari) zur Beschrei- 
bung vor. 

Die Exemplare aus Eurythrea differieren von den 
kapländischen Exemplaren nur durch die wenig dichtere 
Punktierung des Halsschildes und die dunklere Färbung. 

Apion sanguinipes nov. spec. 

In der Körperform dem Apioit tanganum Hrtm. sehr 
ähnlich, durch die dichte, schuppenförmige, gelblichweißc 
Behaarung, die den Untergrund schwer er- 
kennen läßt, und das seitlich weniger gerundete 
Halsschild leicht zu trennen. 

Körper schwarz, nur die Schenkel und Schienen hell- 
rot, der Fühlerschaft rötlich gelb; der ganze Käfer mit 
gelblich weißen, schuppenförmigen Härchen dicht besetzt. 

Kopf mit den flachen Augen so lang als breit, ziemlich 
grob und dicht punktiert, die ebene Stirn mit einer deut- 
lichen Mittelfurche. Rüssel kräftig gebaut, beim (^ ( ?) 
kaum so lang als das Halsschild, zylindrisch, kaum ge- 
bogen; ziemlich kräftig und dicht punktiert, bis zur Spitze 
behaart. Fühler kurz, nahe der Basis — etwa um den % 
Durchmesser der Augen vor diesen — eingefügt; Schaft 
so lang als die zwei ersten Geißelglieder zusammen; erstes 
Geißelglied wenig länger als breit, die folgenden Glieder 
rundlich, dicht aneinander gefügt; die verhältnismäßig 
große, kurz-eiförmige Keule scharf abgesetzt. — Hals- 
schild etwas länger als breit, nach vorn schwach und fast 
geradlinig verengt, hinter dem Vorderrande nur sehr schwach 
eingezogen, mit flachen, ziemlich groben Punkten dicht 
besetzt, vor dem Schildchen mit einem, etwa bis zur Mitte 
reichenden, unbeschuppten Strichelchen, 

Flügeldecken ziemlich gedrungen, an der Basis breiter 
als das Halsschild, an den Seiten bis etwas hinter die Mitte 

Slett. entomol. Zeit. 1908. 



69 

nahezu parallel, hinten stumpf-eiförmig zugerundet, punk- 
tiert-gestreift; die Zwischenräume etwas breiter als die 
Punktstreifen, mit zwei Reihen, die Schüppchen tragenden 
Punkten. Das sehr kleine, rundliche Schildchen schwach 
gefurcht. 

Beine ziemlich kurz und plump, Schenkel und Schienen 
dicht beschuppt, die vier hinteren Schienen an der apikalen 
Außenecke mit dunkleren Haarbüscheln versehen. Erstes 
Tarsenglied etwas länger als das zweite, dieses so lang als 
breit; die feinen Klauen deutlich gezähnt. 

Long. (exkl. Rüssel): i,6 — 1,9 mm. 

2 Exemplare, die ich für ^,^ halte, von folgenden Lo- 
kalitäten: Eurythrea; Agordat, L 1906 (D. Figini) und 
Brit.-O.-Afrika; Lago Basso-Narok (Rudolfsee) IX. 1896 
(Potego) Mus. Civ. Genova. 

Ein Exemplar aus Abyssinien (Raffray, Coli. Beguin- 
Billecocq) unterscheidet sich von obiger Art nur durch seit- 
lich etwas stärker gerundete Flügeldecken und ganz schwarze 
Beine. — nov. var. atripes m. 

6. Apion Solarii nov. spec. 

Dem Apion consors Desbr. in der Körperform ähnlich, 
das Halsschild ist jedoch nach vorn stärker verengt, der 
Rüssel ist kräftiger. 

Körper schwarz, mit weißlichen Schuppenhärchen ziem- 
lich dicht bekleidet. 

Kopf mit den großen, kaum vorstehenden Augen fast 
doppelt so breit als lang, der Scheitel sehr kurz, ziemlich 
stark und dicht punktiert ; die ebene Stirn infolge der dichten 
Behaarung undeutlich erkennbar gestrichelt. Rüssel ziemlich 
kräftig gebaut, beim ^ fast so lang als Kopf und Halsschild 
zusammen, ziemlich stark gebogen, beim $ etwas schwächer 
gebogen, wenig länger als Kopf und Halsschüd zusammen. 
In beiden Geschlechtern nahezu zylindrisch, nur an der 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



70 

Fühlerinsertion schwach verdickt; ziemlich stark und dicht 
und etwas runzhg punktiert, nur gegen die Spitze etwas 
schwächer punktiert, daselbst im Grunde glatt und glänzend. 
Fühler um den Längsdurchmesser der Augen vor diesen 
eingefügt, ziemlich schlank; Schaft beim $ so lang als die 
zwei ersten Geißelgheder zusammen. Erstes Geißelglied 
doppelt so lang als breit, etwas stärker als die folgenden 
Glieder; beim (^ der Schaft und das erste Geißelglied etwas 
kürzer. ^'^: zweites Geißelglied reichlich so lang als breit, 
die folgenden allmählig kürzer werdend, das letzte schwach 
quer. Die eiförmig zugespitzte Keule deutlich abgesetzt. 

Halsschild wenig kürzer als an der Basis breit, nach 
vorn ziemlich stark konisch verengt, an den Seiten sanft 
und gleichmäßig gerundet, am Vorder- und Hinterrand 
schwach eingezogen, die Hinterecken scharf spitzwinklig 
nach außen tretend, die Basis zweibuchtig, ziemlich grob 
und dicht punktiert, vor dem Schildchen mit einem kurzen 
Strichelchen, 

Flügeldecken etwa 1^/3 mal so lang als breit, an der 
Basis wenig breiter als das Halsschild, an den Seiten bis 
hinter die Mitte nur sehr sanft gerundet, fast parallel, hinten 
eiförmig zugespitzt, kettenartig punktiert-gestreift ; die ebenen 
Zwischenräume kaum breiter als die Punktstreifen, mit 
zwei Reihen anliegender Schuppenhärchen, die sich an 
der Basis des dritten Zwischenraumes verdichten. Schulter- 
beulen kräftig entwickelt, das ziemlich kleine, rundliche 
Schildchen gefurcht. Seiten der Brust und die zwei ersten 
Abdominalsternite ziemlich grob und dicht punktiert, die 
letzten Abdominalsternite sehr fein chagriniert. 

Beine ziemlich kräftig; 'erstes Tarsenglied nur wenig 
länger als das zweite, dieses so lang als breit; die feinen 
Klauen deutlich gezähnt. 

Long. (exkl. Rüssel) : 1,8 mm. 

Stett. cntomol. Zeit. 1908. 



3 Exemplare (i J, 2 ??) aus Eurytlirea: Ghinda-Saati, 
Adi-Ugri und Agordat von Herrn F. Solari zur Beschreibung 
mitgeteilt und diesem herzlichst zugeeignet. 

7. Apion (Catapion) subelongatum nov. spec. 

Dem Apion clongatum Grm. nahestehend, von dem- 
selben im weiblichen Geschlecht durch den längeren Rüssel, 
dem längeren, nach vorn weniger verengten Halsschild 
und die seitlich etwas stärker gerundeten Flügeldecken 
und die feinere, gelblich weiße Behaarung verschieden. 

Körper pechschwarz, die Fühler bräunlichgelb, der 
ganze Körper mit feinen, gelblichweißen Härchen mäßig 
dicht besetzt. Kopf mit den großen, mäßig vortretenden 
Augen kaum so lang als breit, durch eine schwache Ein- 
sattelung vom glänzend-glatten Scheitel getrennt, ziemlich 
fein und spärlich pvmktiert, die ebene Stirn gestrichelt. 
Rüssel beim 9 1 14 mal so lang als Kopf imd Halsschild 
zusammen, schwach gebogen, an der Fühlerinsertion sehr 
schwach angeschwollen, gegen die Spitze erst unmerklich 
eingeengt, dann wieder verbreitert, fein und spärlich punk- 
tiert; bis etwas über die Mitte im Grunde sehr fein chagriniert, 
matt, gegen die Spitze glatt und glänzend. Fühler etwa 
im basalen Viertel eingefügt, lang und schlank. Schaft 
so lang als die drei ersten Geißelglieder zusammen, an 
der Spitze verdickt. Erstes und zweites Geißelglied von 
gleicher Länge, das erste stärker als das zweite, oval, doppelt 
so lang als breit, das zweite verkehrt kegelförmig, das dritte 
noch merklich länger als breit, die folgenden allmählig 
kürzer werdend, das letzte so lang als breit. Die schwach 
abgesetzte Keule spindelförmig. 

Halsschild etwas länger als breit, an den Seiten mäßig 
stark gerundet, etwas hinter der Mitte am breitesten, nach 
vorn etwas stärker als nach rückwärts verengt, am Vorder- 
rande ziemlich stark, am Hinterrande schwach eingezogen. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



72 

Die Hinterecken nahezu rechtwinklig, die Basis zweibuchtig, 
seithch gesehen schwach gewölbt, mäßig stark und wenig 
dicht punktiert; die fein chagrinierten Zwischenräume so 
groß als die Punkte; vor dem Schildchen mit einem kurzen 
Grübchen, das sich gegen die Mitte als feine Linie fortsetzt. 

Flügeldecken doppelt so lang als breit, an der Basis 
reichlich breiter als das Halsschild, an den Seiten sanft 
gerundet, hinter der Mitte am breitesten, hinten eiförmig 
zugespitzt, seitlich gesehen flach gewölbt, kettenförmig 
punktiert-gestreift; die ebenen Zwischenräume kaum breiter 
als die Punktstreifen mit einer regelmäßigen Reihe Härchen 
tragender Punkte. Schulterbeulen deutlich entwickelt, 
das dreieckige Schildchen gefurcht. 

Beine ziemlich lang und schlank, erstes Tarsenglied 
etwas länger als das zweite, dieses etwas länger als breit. 

Long. (exkl. Rüssel) : 2,3 mm. 

I Exemplar ($) aus D.-O. -Afrika: Amani (Eichel- 
baum 1903) von Herrn F. Hartmann freundlichst zur Be- 
schreibung mitgeteilt. 

8. Apion Beguini nov. spec. 

In der Körperform dem Apion. tcnehricosum Est. sehr 
ähnlich, durch den im weiblichen Geschlecht auffallend 
langen Rüssel, durch die Stirnskulptur und die stärker 
kettenförmig punktiert-gestreiften Flügeldecken genügend 
unterschieden und leicht zu trennen. 

Körper bräunlichschwarz, mit Ausnahme des Rüssels 
wenig glänzend, mit feinen, weißlichen Härchen spärlich 
besetzt, der untere Augenrand dicht weiß bewimpert. 

Kopf mit den mäßig gewölbten, nicht vortretenden 
Augen viel breiter als lang, nach vorn schwach verengt, 
nur hinter den Augen mäßig grob punktiert; die ebene 
Stirn mit zwei wenig tiefen, aus groben Punkten gebildeten 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



73 

Furchen, im Grunde mikroskopisch fein chagriniert; der 
Scheitel gkitt und glänzend. Rüssel beim $ etwa i % mal 
so lang als Kopf und Halsschild zusammen, zylindrisch, 
mäßig gebogen, seitlich gesehen durch eine flache Ein- 
sattelung von der Stirn getrennt; bis zur Spitze ziemlich 
stark und dicht punktiert, im Grunde glatt und glänzend. 
Die langen, schlanken Fühler im basalen 14 des Rüssels 
eingefügt; Schaft fast so lang als die drei ersten Geißel- 
glieder zusammen, an der Wurzel bräunlich. Erstes Geißel- 
glied 21/2^1^1 so lang als breit, stärker als die folgenden, 
zweites Glied reichlich doppelt so lang als breit, drittes 
doppelt so lang als breit, die folgenden Glieder noch merklich 
länger als breit, die spindelförmige Keule nicht abgesetzt. 

Halsschild wenig kürzer als an der Basis breit, nach 
vorn mäßig stark verengt, an den Seiten sanft gerundet, 
am Vorderrande deutlich, am Hinterrande undeutlich ein- 
gezogen, die Hinterecken in ihrer Anlage nahezu recht- 
winklig, die Basis zweibuchtig, ziemlich stark und dicht 
punktiert; die Zwischenräume äußerst fein chagriniert, 
vor dem Schildchen mit einem deutlichen Längsgrübchen, 
das bisweilen als feine Linie bis über die Mitte fortgesetzt 
ist; der Vorderrand kurz bewimpert. 

Flügeldecken kurz-eiförmig, mäßig stark gewölbt; an 
der Basis reichlich breiter als das Halsschild, seitlich sanft 
gerundet erweitert, etwas hinter der Mitte am breitesten, 
hinten eiförmig zugerundet, stark und tief kettenartig 
punktiert-gestreift; die schwach gewölbten Zwischenräume 
kaum breiter als die Punktstreifen, mit einer Reihe härchen- 
tragender Pünktchen. Schulterbeulen deutlich entwickelt, 
das länglich-dreieckige Schildchen doppelt so lang als an 
der mit zwei stumpfen Höckerchen bewehrten Basis breit. 
Die Seiten der Brust und die zwei ersten Abdominalseg- 
mente ziemlich stark und dicht punktiert, mit etwas schuppen- 
förmigen, weißen Härchen ziemlich dicht besetzt. 

Stett, entomol. Zeit. 1908. 



74 

Beine ziemlich lang und kräftig; erstes Tarsenglied 
etwa I Y2 n^^^l so lang als das zweite, dieses wenig länger 
als breit ; Klauen scharf gezähnt. 

Long. (exkl. Rüssel) : 2,3 — 2,5 mm. 

3 Exemplare ($?) aus Abyssinien (Raffray) von den 
Herren Beguin-Billecocq und F. Solari zur Beschreibung 
freundlichst mitgeteilt und ersterem herzlichst zugeeignet. 

9. Apion fortirostre nov. spec 

Dem Apion africanuin Gyllh. sehr nahe stehend, durch 
das kürzere, nach vorn etwas stärker verengte, feiner 
punktierte Halsschild, den im männlichen Geschlecht 
längeren und etwas schwächeren Rüssel und die wenig 
kürzeren Flügeldecken leicht zu trennen. 

Körper bräunlichschwarz, wenig glänzend, mit feinen, 
gelblichweißen Härchen spärlich besetzt. 

Kopf mit den starkgewölbten vortretenden Augen 
etw^as breiter als lang, ziemlich stark und dicht punktiert; 
die ebene Stirn gestrichelt. Rüssel beim ^ so lang als Kopf 
und Halsschild zusammen, kräftig gebaut, sehr schwach 
gebogen, an der Fühlerinsertion ziemlich stark stumpfwinklig 
erweitert; bis zur Spitze ziemlich stark und dicht pimktiert, 
im Grunde sehr fein chagriniert, matt, oberhalb der Fühler- 
insertion mit einem kleinen Grübchen. Fühler im basalen 
Drittel des Rüssels eingefügt, ziemlich kurz und kräftig; 
Schaft so lang als die zwei ersten Geißelglieder zusammen. 
Erstes Geißelglied 1 1/4 mal so lang als breit, breiter als 
die folgenden; zweites Glied merklich länger als breit, die 
folgenden allmählig kürzer werdend, das letzte schwach 
quer; die eiförmig-zugespitzte Keule deutlich abgesetzt. 

Halsschild wenig kürzer als an der Basis breit, nach 
vorn ziemlich stark verengt, am Vorderrande stärker als 
am Hinterrande eingezogen, an den Seiten sanft gerundet, 
die Hinterecken spitzwinklig nach außen tretend, die Basis 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



zweibiichtig; mit mäßig starken, flachen Punkten ziemlich 
dicht besetzt, im Gnmde cliagriniert, vor dem Schildchen 
mit einem, bis etwas über die Mitte reichenden Strichelchen. 

Flügeldecken etwa i^/^ mal so lang als breit, an der 
Basis reichlich breiter als das Halsschild, an den Seiten 
schwach gerundet, wenig hinter der Mitte am breitesten, 
seitlich gesehen mäßig gewölbt, stark kettenförmig punktiert- 
gestreift; die ebenen Zwischenräume wenig breiter als die 
Punktstreifen, sehr fein gerunzelt. Schulterbeulen deutlich 
entwickelt, das dreieckige Schildchen gefurcht. 

Beine ziemlich schlank; erstes Tarsenglied wenig länger 
als das zweite, dieses etwas länger als breit ; die feinen Klauen 
schwach gezähnt. Beim (^ die vier hinteren Schienen an 
der apikalen Innenecke in einen kurzen Dorn verlängert. 

Long. (exkl. Rüssel) : 2,2 — 2,3 mm. 

2 Exemplare {(^(^) aus D.-O. -Afrika: Dar-es-Salam 
(D. Ent. Nat. Mus., Berhn und Coli. Staudinger) zur Be- 
schreibung vorgelegen. 

10. Apion subangulirostre nov. spec. 

Aus der Verwandtschaft der vorigen Art, derselben 
auch nahe stehend, durch den im männlichen Geschlecht 
kürzeren Rüssel, die flacher gewölbten, wenig vortretenden 
Augen, das etwas längere, an den Seiten stärker gerundete 
Halsschild und die schmäleren Flügeldecken leicht zu trennen. 

Pechschwarz, wenig glänzend, mit feinen, weißen Här- 
chen spärlich, die Mittel- und Hinterbrust und das Abdomen 
mit etwas stärkeren Härchen dichter besetzt. 

Kopf wenig breiter als lang, die großen ziemlich flach- 
gewölbten Augen kaum vortretend; stark und dicht längs- 
runzlig punktiert, die ebene Stirn ziemlich stark gestrichelt. 
Rüssel robust, wenig länger als das Halsschild, kaum ge- 
bogen, an der Fühlerinsertion stumpfwinklig erweitert; 
im basalen Drittel grob und dicht längsrunzlig punktiert, 

Stett. eutomol. Zeit. 1908. 



76 

in den beiden apikalen Dritteln etwas schwächer und nicht 
längsrunzelig punktiert; oberhalb der Fühlerinsertion mit 
einem kleinen, infolge der groben Punktierung undeutlich 
erkennbaren Grübchen. Fühler ziemlich kurz und kräftig, 
um den Längsdurchmesser der Augen vor diesen eingefügt; 
Schaft wenig länger als das erste Geißelglied, dieses etwa 
1 14 mal so lang als breit, stärker als die folgenden ; das 
zweite Glied deutlich länger als breit, die folgenden Glieder 
rundlich, das siebente schwach quer; die eiförmige Keule 
schwach abgesetzt. 

Halsschild so lang als an der Basis breit, nach vorn 
mäßig verengt, hinter dem Vorderrande deutlich, am Hinter- 
rande schwächer eingezogen, an den Seiten mäßig gerundet, 
etwas hinter der Mitte .am breitesten, die Basis schwach 
zweibuchtig; auf der Scheibe fein und mäßig dicht, an den 
Seiten viel spärlicher punktiert; die mikroskopisch fein 
chagrinierten Zwischenräume auf der Scheibe so breit, 
an den Seiten merklich breiter als die Punkte; vor dem 
Schildchen mit einem kurzen Strichelchen. 

Flügeldecken fast doppelt so lang als breit, an der 
Basis reichlich breiter als das Halsschild, etwa in der Mitte 
am breitesten, hinten eiförmig zugerundet, seitlich gesehen 
schwach gewölbt, tief kettenförmig punktiert-gestreift; die 
ebenen, fein gerunzelten Zwischenräume wenig breiter als 
die Punktstreifen. Schulterbeulen deutlich entwickelt, 
das kleine, dreieckige Schildchen an der Basis mit einem 
grübchenförmigen Punkt. 

Beine ziemlich kräftig, namentlich die Vorderschenkel 
ziemlich stark keulig verdickt. Erstes Tarsenglied merklich 
länger als das zweite, dieses kaum länger als breit; Klauen 
deutlich gezähnt; beim (^ die vier hinteren Schienen an 
den apikalen Innenecken kurz dornförmig ausgezogen. 

Long. (exkl. Rüssel) : 2 mm. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



77 

I Exemplar ((^) aus D.-O. -Afrika: Amani (Eichel- 
baum 1903) von Herrn F. Hartmann zur Beschreibung 
mitgeteilt. 

II. Apion foveirostre nov. spec. 

Gleichfalls aus der Verwandtschaft der vorhergehenden 
Arten; durch die geringere Körpergröße, den viel schwächer 
punktierten Rüssel, die kurzen und kräftigen Fühler, das 
feiner und spärlicher punktierte Halsschild und die ge- 
drungeneren, seitlich stärker gerundeten Flügeldecken ge- 
nügend differenziert. 

Körper bräunlich schwarz, die Beine dunkel rotbraun, 
wenig glänzend, äußerst fein und spärlich behaart. 

Kopf wenig breiter als lang, die schwach vortretenden 
Augen mäßig stark gewölbt; ziemlich fein und etwas runzelig 
punktiert, ebenso die ebene Stirn. Rüssel sehr kräftig, 
beim ^ wenig länger als das Halsschild, sehr schwach ge- 
bogen, nahezu zylindrisch, nur an der Fühlerinsertion schwach 
stumpfwinklig verdickt; an der Basis mäßig stark und 
ziemlich dicht, nach vorn feiner und spärlicher punktiert, 
im Grunde glatt und glänzend; oberhalb der Fühlerinsertion 
mit einem kleinen Grübchen. Fühler kurz und kräftig, 
im basalen Drittel des Rüssels eingefügt; Schaft etwas 
länger als die zwei ersten Geißelglieder zusammen. Erstes 
Geißelglied kaum länger als breit, stärker als die folgenden 
Glieder, diese eng aneinander gefügt, rundlich, das letzte 
Glied deutlich quer, die eiförmig zugespitzte Keule deutlich 
abgesetzt. 

Halsschild so lang als an der Basis breit, nach vorn 
schwach und sehr sanft gerundet verengt, am Vorderrande 
sehr schwach eingezogen, die Basis schwach zweibuchtig, 
ziemlich fein und sehr spärlich punktiert, die mikroskopisch 
fein chagrinierten Zwischenräume viel breiter als die Punkte ; 
vor dem Schildchen mit einem kurzen, aber deutlichen 
Strichelchen. 

Stctt. entomol. Zeit. 1908. 



78 

Flügeldecken ziemlich gedrungen, etwa 1 14 mal so 
lang als breit, seitlich gesehen mäßig gewölbt, hinten ziem- 
lich steil abfallend; an der Basis breiter als das Halsschild, 
an den Seiten ziemlich stark gerundet, etwas hinter der 
Mitte am breitesten; stark kettenförmig punktiert-gestreift; 
die fein runzlig chagrinierten Zwischenräume kaum breiter 
als die Punktstreifen. Schulterbeulen schwach entwickelt, 
das kleine, dreieckige Schildchen ungefurcht. 

Beine ziemlich kurz und kräftig; erstes Tarsenglied 
wenig länger als das zweite, dieses so lang als breit; Ivlauen 
stumpf gezähnt. Beim J die vier hinteren Schienen an der 
apikalen Innenecke in einen stumpfen Dorn verlängert. 

Long. (exkl. Rüssel): 1,6 mm. 

I Exemplar {^) aus Togo (Conradt). D. Ent. Nat.- 
Mus., Berhn. 

12. Apion oxyrhynchum nov. spec. 

Schwarz, wenig glänzend, auf den Beinen, am Hals- 
schild und an den Seiten der Brust und des Abdomens 
mit sehr feinen, gelblich-weißen, auf den Spatien der Flügel- 
decken mit schwärzlich-braunen Härchen spärlich besetzt. 

Kopf mit den ziemlich stark gewölbten Augen, hinter 
denen er schwach eingezogen ist, etwas länger als breit, 
durch eine schwache Querdepression vom glänzend-glatten 
Scheitel getrennt, grob und dicht punktiert; ebenso die 
mehr oder weniger stark eingedrückte, ziemlich breite Stirn. 
Rüssel robust, etwas länger als das Halsschild, sehr schwach 
gebogen, von der Basis bis zur Fühlerinsertion zylindrisch, 
von da zur Spitze ziemlich stark verjüngt, grob und dicht 
punktiert; gegen die Spitze etwas feiner punktiert und 
stärker glänzend, auf der Unterseite in der apikalen Hälfte 
mit kurzen, nach vorn gerichteten Härchen besetzt. Fühler 
kurz und kräftig, in der Mitte des Rüssels eingefügt, kurz 
behaart; Schaft etwa so lang als die zwei ersten Geißel- 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



79 

glieder zusammen, in der basalen Hälfte rötlich gelb. Erstes 
Geißelglied so lang als breit, so stark als der Schaft am 
Ende; zweites Geißelglied etwa i^mal so lang als breit, 
verkehrt kegelförmig, das dritte bis fünfte Glied so lang 
als breit, rundlich, das sechste schwach quer, das siebente 
deutlich breiter als lang; die robuste, eiförmige Keule scharf 
abgesetzt. 

Halsschild etwas länger als breit, nach vorn deutlich 
verengt, an der Basis fast doppelt so breit als am Vorder- 
rande, hinter diesem ziemlich stark eingezogen, seitlich 
gesehen schwach gewölbt, die Basis schwach zweibuchtig, 
grob und dicht, doch nicht sehr tief punktiert ; die Zwischen- 
räume schmale Runzeln bildend; vor dem Schildchen mit 
einem feinen Strichelchen. 

Flügeldecken kurz, an der Basis reichlich breiter als 
das Halsschild, von der Basis bis zur Mitte seitlich kaum 
erweitert, von der Mitte zur Spitze eiförmig zugerundet, 
seitlich gesehen mäßig gewölbt; punktiert gestreift, die 
ebenen Zwischenräume wenig breiter als die Punktstreifen, 
mit einer Reihe mehr oder minder regelmäßig gestellter, 
feiner Pünktchen, im Grunde äußerst fein chagriniert; die 
zwei ersten Punktstreifen sind gegen die Spitze schärfer 
eingedrückt. Schulterbeulen kräftig entwickelt, Schildchen 
mäßig klein, dreieckig, gefurcht. Seiten der Brust grob 
und dicht, die Abdominalsternite etwas feiner punktiert. 

Beine ziemlich kräftig; Schenkel und Schienen ziemlich 
grob, doch nicht sehr dicht punktiert; erstes Tarsenglied 
länger als das zweite, dieses so lang als breit, Klauen stumpf 
gezähnt. 

Long. (exkl. Rüssel) : 2,5 — 2,7 mm. 

Mir lagen 3 Exemplare aus Deutsch-0. -Afrika: Dar- 
es-Salam und Umbugwe, die ich für ^(^ halte, zur Beschrei- 
bung vor. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



80 

13- Apion gracilipeime nov. spec. 

Von der Gestalt und Größe eines Apion tenue Krb., 
ihm auch sehr nahe stehend, durch den, im Verhältnis zum 
Halsschild sehr robusten Kopf, den längeren, feineren Rüssel 
und das lange, erste Tarsenglied leicht zu trennen. 

Körper schwarz, Kopf, Halsschild und Flügeldecken 
mit schwachem Bleiglanz, mit äußerst fein staubförmiger 
spärlicher Behaarung. 

Kopf hinter den starkgewölbten Augen deutlich ein- 
geschnürt, mit dem stark verlängerten Scheitel fast doppelt 
so lang als breit, fein und wenig dicht punktuliert ; die ein- 
gedrückte Stirn mit groben, flachen Punkten unregelmäßig 
besetzt. Rüssel sehr dünn, so lang als Kopf und Halsschild 
zusammen, zylindrisch, schwach gebogen, äußerst fein 
und spärlich punktuliert; im Grunde glatt und glänzend. 
Fühler im basalen Drittel des Rüssels eingefügt, lang und 
schlank; Schaft so lang als die zwei ersten Geißelglieder 
zusammen. Erstes Geißelglied doppelt so lang als breit, 
oval, breiter als die folgenden; zweites Geißelglied etwa 
1 1/^ mal so lang als breit, die folgenden Glieder allmählig 
an Länge abnehmend, das letzte Glied so lang als breit. 
Die spindelförmige Keule nicht abgesetzt. 

Halsschild etwas länger als breit, kaum breiter als 
der Scheitel hinten, nahezu zylindrisch, in der Mitte nur 
sehr schwach gerundet, fein und dicht punktiert ; die Zwischen- 
räume chagriniert, vor dem Schildchen mit einem sehr 
fein eingeritzten, undeutlichen Strichelchen. 

Flügeldecken lang gestreckt und schmal, an der Basis 
wenig breiter als das Halsschild, nach hinten schwach er- 
weitert, etwa im apikalen Drittel am breitesten, hinten 
eiförmig zugespitzt, seitlich gesehen flach gewölbt ; punktiert- 
gestreift, die gewölbten Zwischenräume doppelt so breit als 
die Punktstreifen, etwas runzlig chagriniert. Schulterbeulen 
deutlich entwickelt, das dreieckige Schildchen ungefurcht. 

Stett. entoiuol. Zeit. 190«. 



81 

Beine lang und schlank ; erstes Tarsenglied 2 ^ mal 
so lang als breit, das zweite Glied reichlich länger als breit; 
Klauen deutlich gezähnt. 

Long. (exkl. Rüssel) : 1,9 mm. 

I Exemplar ($) aus Abyssinien (Raffray). Coli. Beg.-Billc. 

14. Apion Papel nov. spec. 

Körper tiefschwarz, ziemlich stark glänzend, die Tarsen 
bisweilen pechbraun, die ganzen Fühler rostgelb; der ganze 
Körper mit staubförmigen, weißlichen Härchen spärlich 
besetzt. 

Kopf mit den großen, starkgewölbten, vortretenden 
Augen so lang als breit, ziemlich fein und spärlich punktiert; 
die Stirn mit zwei tiefen, durch einen scharfen Mittelkiel 
getrennten Furchen, die beiderseits am Innenrand der 
Augen durch ein scharfes Längsfältchen von diesen getrennt 
sind. Rüssel beim (^ kaum so lang, beim $ wenig länger 
als Kopf und Halsschild zusammen, beim (^ schwach, beim 
$ etwas stärker gebogen; beim (^ von der Basis bis fast 
zur Mitte zylindrisch, fein und wenig dicht punktiert, in 
der apikalen Hälfte etwas dünner, unpunktiert, wenig 
glänzend; beim $ in den beiden basalen 1/5 zylindrisch, 
mäßig grob und dicht punktiert, im dritten 1/5 verjüngt, 
in den zwei apikalen Fünfteln wieder zylindrisch, glatt und 
glänzend. Fühler beim (^ wenig hinter der Mitte, beim 
$ im basalen ^/^ des Rüssels eingelenkt, mäßig lang und 
schlank, bewimpert, in beiden Geschlechtern kaum ver- 
schieden. Schaft wenig länger als das erste Geißelglied, 
erstes und zweites Geißelglied beim $ von gleicher Länge, 
das erste jedoch stärker als das zweite, reichlich doppelt 
so lang als breit ; beim (^ das erste Glied wie beim ? gebüdet, 
das zweite wenig kürzer; zweites bis sechstes Glied verkehrt 
kegelförmig; das dritte doppelt so lang als breit, das vierte 
bis sechste noch merklich länger als breit, das siebente so 
lang als breit. Keule ziemlich schlank, deutlich abgesetzt. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 6 



82 

Halsschild etwas länger als breit, nach vorn kaum 
verengt, am Vorder- und Hinterrande schwach eingezogen. 
Die Hinterecken schwach spitzwinklig nach außen tretend, 
seitlich gesehen schwach gewölbt, die Basis schwach zwei- 
buchtig mit feinen, flachen Punkten mäßig dicht besetzt; 
vor der Basis viel spärlicher punktiert. Vor dem Schildchen 
mit einem mehr oder minder deutlichen, flach-grübchen- 
förmigen Eindruck; die Zwischenräume in der Mitte der 
Scheibe bisweilen schwach gerunzelt. 

Flügeldecken längHch-eiförmig, etwa in der Mitte am 
breitesten, seitlich gesehen mäßig gewölbt, ziemlich fein 
punktiert-gestreift; die flachen Zwischenräume viel breiter 
als die Punktstreifen, äußerst fein und unregelmäßig punktu- 
Mert, im Grunde mikroskopisch fein chagriniert. Schulter- 
beulen deutlich entwickelt. Schildchen ziemlich klein, un- 
gefurcht. Die Mittel- und Hinterbrust mäßig stark und 
spärlich, das Abdomen feiner und dichter punktiert. 

Beine lang und schlank; erstes Tarsenglied nahezu 
doppelt so lang als das zweite, dieses kaum länger als breit; 
Klauen scharf gezähnt. 

Long. (exkl. Rüssel) : 2 mm. 

Herrn Paul Pape, der mir 3 Exemplare (2 ^<^, i ^) 
aus N a t a 1 zur Beschreibung mitteilte und von diesen 
eines freundlichst mir, eines der Sammlung d. Deutsch. Ent. 
Nat.-Mus. zu Berlin überließ, freundlichst dediciert. 

15. Apion fuscitarse nov. spec. 

Der vorigen Art sehr nahe stehend, durch die schlankere 
Gestalt, den im weiblichen Geschlecht viel längeren, schwä- 
cher gebogenen Rüssel, die feineren Fühler, die schlankeren, 
pechbraunen Tarsen und die stärker punktierten-gestreiften 
Flügeldecken leicht zu trennen. 

Körper tiefschwarz, Kopf und Halsschild wenig, die 
Flügeldecken ziemlich stark glänzend, scheinbar kahl. Fühler 

Stctt. cntomol. Zeit. 1908. 



83 

rostgelb, die zwei ersten Tarsenglieder pechbraim, das 
dritte Tarsen- und Klauenglied heller gelblichbraun, die 
Klauen schwarz; die äußerste Spitze der Schienen rötlich- 
braun beborstet. 

Kopf mit den stark gewölbten, vortretenden Augen 
und dem ziemlich langen Scheitel, etwas länger als breit, 
mit ziemlich starken flachen Punkten dicht besetzt; die 
Stirn mit zwei scharfen, durch einen Mittelkiel getrennten 
Furchen, die am Innenrand der Augen durch ein scharfes 
Längsfältchen begrenzt werden. Rüssel ($) reichlich länger 
als Kopf und Halsschild zusammen, ziemlich dünn, schwach 
gebogen; im basalen Drittel am Rücken dachförmig ge- 
kanntet, mäßig stark und ziemlich dicht punktiert, wenig 
glänzend; in den beiden apikalen Dritteln etwas dünner, 
walzenförmig, glatt und stark glänzend. Fühler im basalen 
Drittel eingefügt, lang und schlank, ziemlich lang bewimpert. 
Schaft etwas länger als das erste Geißelglied, dieses doppelt 
so lang als breit, oval, stärker als die folgenden; zweites 
Geißelglied zweimal so lang als breit, das dritte und vierte 
doppelt so lang als breit, das fünfte und sechste noch merk- 
lich länger als breit, das siebente rundlich; die eiförmige 
Keule deutlich abgesetzt. 

Halsschild etwa i^mal so lang als breit, nach vorn 
kaum verengt, am Vorder- und Hinterrande mäßig ein- 
gezogen, die Seiten in der Mitte schwach gerundet, die 
Basis schwach zweibuchtig mit mäßig starken, flachen 
Punkten ziemlich dicht besetzt; die an den Seiten schwach 
gerunzelten Zwischenräume fein chagriniert, in der Mittel- 
linie undeutlich gefurcht. 

Flügeldecken länglich-eiförmig, reichlich doppelt so 
lang als breit, seitlich gesehen mäßig hoch und gleichmäßig 
gewölbt; an der Basis reichlich breiter als das Halsschild, 
an den Seiten gleichmäßig gerundet, in der Mitte am breite- 
sten; stark punktiert-gestreift, die ebenen Zwischenräume 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 6* 



84 

etwa dreimal so breit als die Pimktstreifen, äußerst fein 
und spärlich punktuliert. Schulterbeulen deutlich ent- 
wickelt, das kleine rundliche Schildchen ungefurcht. 

Beine lang und schlank ; erstes Tarsenglied i Vo mal 
so lang und etwas schmäler als das zweite, dieses merklich 
länger als breit; Klauen scharf gezähnt. 

Long. (exkl. Rüssel) : 2,6 mm. 

I Exemplar ($) aus D.-O. -Afrika (ex Coli. Staudinger) 
in meiner Sammlung. 

16. Apion subnitidum nov. spec. 

Körper schwarz, Kopf und Halsschild schwach, die 
Flügeldecken etwas stärker metallisch glänzend, der ganze 
Körper mit etwas schuppenförmigen, weißen Härchen 
ziemlich dicht bekleidet. 

Kopf mit den ziemlich flachgewölbten, kaum vor- 
tretenden Augen so lang als breit, ziemlich stark und dicht 
punktiert, die ebene Stirn fein gestrichelt (die Skulptur 
von Kopf und Halsschild infolge der Behaarung etwas 
undeutlich erkennbar). Rüssel beim (^ so lang als das Hals- 
schild, beim $ kaum länger als Kopf und Halsschild zu- 
sammen, beim (^ etwas stärker gebogen und seitlich gesehen 
auf der Unterseite an der Fühlerinsertion etwas angeschwollen. 
In beiden Geschlechtern bis zur Fühlerinsertion zylindrisch, 
fein punktiert, im Grunde chagriniert, matt, von der Fühler- 
insertion zur Spitze allmählig verjüngt, fein und wenig 
dicht punktiert, im Grunde glatt und glänzend. Fühler 
in beiden Geschlechtern kaum verschieden, sehr nahe der 
Basis, kaum um den Längsdurchmesser der Augen vor 
diesen eingefügt. Schaft so lang als die zwei ersten Geißel- 
glieder zusammen; erstes Geißelglied wenig länger als breit, 
rundlich, breiter als die folgenden; zweites Glied deutlich 
länger als breit, die folgenden allmählig kürzer werdend, 
das letzte schwach quer. Die eiförmig-zugcspitzte Keule 
deutlich abgesetzt. 

Stctt. cutomol. Zeit. 1908. 



85 

Halsschild etwas länger als breit, zylindrisch, oder 
nach vorn nur sehr schwach verengt, seitlich gesehen kaum 
gewölbt, am Vorderrande sehr schwach eingezogen, der 
Vorderrand selbst schwach alisgebuchtet, mäßig grob und 
ziemlich dicht, flach punktiert, vor dem Schildchen mit 
einem kurzen, mehr oder minder deutlichen, flachen Längs- 
strichelchen. 

Flügeldecken an der Basis reichlich breiter als das 
Halsschild, etwa 1-/3 mal so lang als breit, seitlich schwach 
gerundet, in der Mitte am breitesten; ziemlich kräftig punk- 
tiert-gestreift, die schwach gewölbten Zwischenräume doppelt 
so breit als die Punktstreifen mit zwei bis drei Reihen un- 
regelmäßig gestellter, die Schuppenhärchen tragender Pünkt- 
chen. Schulterbeulen deutlich entwickelt, das kleine Schild- 
chen etwas vertieft gelegen, undeutlich gefurcht. 

Beine mäßig schlank, erstes Tarsenglied etwas länger 
als das zweite, dieses merklich länger als breit, das Klauen- 
glied ziemlich lang, die feinen Klauen schwach gezähnt. 

Long. (exkl. Rüssel) : 1,6 — 1,7 mm. 

Ein Pärchen aus Abyssinien (Raffray) und Eurythrea; 
Keren (Coli. jMancini) von den Herren Beguin-Billecocq 
und F. Solari zur Beschreibung mitgeteilt. 

17. Apion nitidipenne nov. spec. 

^lit der vorigen Art nahe verwandt, abgesehen von 
der größeren, schlankeren Gestalt, durch den kräftigeren, 
nahezu zylindrischen Rüssel, die eingedrückte, fast un- 
skulptierte Stirn, den auf der Unterseite mit einem Quer- 
leistchen versehenen Kopf, das feiner und spärlicher punk- 
tierte Halsschild und die stärker messingglänzenden Flügel- 
decken etc. leicht zu trennen. 

Körper schwarz, Kopf und Halsschild schwach, die 
Flügeldecken stark metallisch glänzend, der ganze Körper mit 
schuppenförmigen, weißen Härchen ziemlich dicht besetzt. 

Stett. eutouiol. Zeit. 1908. 



86 

Kopf mit den flachgewölbten, nicht vortretenden Augen 
und den, durch eine schwache Querfurche abgesonderten 
glatten Scheitel, etwas länger als breit, auf der Unterseite, 
unter dem hinteren Augenrand mit einem, im Profil als 
schwaches Höckerchen sichtbaren Querleistchen, mäßig 
fein und spärlich punktiert; die ziemlich stark eingedrückte 
Stirn unpunktiert, im Grunde chagriniert. Rüssel (S) so 
lang als Kopf und Halsschild zusammen, ziemlich stark 
gebogen, nahezu zylindrisch, bis zur Spitze ziemlich stark 
und dicht punktiert; in der basalen Hälfte äußerst fein 
chagriniert, wenig glänzend, in der apikalen Hälfte glatt, 
etwas stärker glänzend. Fühler ziemlich schlank, um den 
Längsdurchmesser der Augen vor diesen eingefügt, fein 
und kurz behaart; Schaft so lang als die zwei ersten Geißel- 
glieder zusammen. Erstes Geißelglied etwa 1 14 mal so lang 
als breit, stärker als die folgenden; zweites Glied merklich 
länger als breit, die folgenden allmählig kürzer werdend, 
das letzte so lang als breit; die eiförmig-zugespitzte Keule 
schwach abgesetzt. 

Halsschild etwa 11/3 mal so lang als breit, zylindrisch, 
hinter dem Vorderrande kaum merklich eingeengt, seitlich 
gesehen schwach gewölbt; etwas hinter dem Vorderrande 
sehr leicht niedergedrückt, der Vorderrand selbst sehr schwach 
aufgebogen. Die Basis sehr schwach zweibuchtig mit mäßig 
groben, flachen Punkten ziemlich dicht besetzt; vor dem 
Schildchen mit einem kurzen, feinen Strichelchen. 

Flügeldecken doppelt so lang als breit, an der Basis 
merklich breiter als das Halsschild, an den Seiten hinter 
den Schulterbeulen schwach eingeengt, dann schwach ge- 
rundet-erweitert ; etwas hinter der Mitte am breitesten, an 
der Spitze eiförmig zugerundet, ziemlich tief, doch u n - 
deutlich punktiert- gestreift, die schwachgewölbten 
Zwischenräume reichlich doppelt so breit als die Punkt- 
streifen, mit I — 2 Reihen unregelmäßig gestellter, Schuppen- 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



87 

härchen tragender Pünktchen. Schulterbeulen ziemlich 
kräftig entwickelt, das sehr kleine, ungefurchte Schildchen 
von einer Furche umgeben. 

Beine mäßig schlank, erstes und zweites Tarsenglied 
von gleicher Länge, wenig länger als breit; Klauen deutlich 
gezähnt. 

Long. (exkl. Rüssel) : 2 mm. 

Patria: Brit.-O.-Afrika: Lago Basso-Narok (Rudolfsee) 
IX. 1896, Bottego. (Mus. Civic.-Genova). i Exemplar ($) 
von Herrn F. Solari zur Beschreibung mitgeteilt. 

18. Apion hemisphaericum nov. spec. 

Ausgezeichnet durch die nahezu halbkugeligen Flügei- 
decken und das im Verhältnis zu diesem kleine Hals- 
schild. 

Körper tiefschwarz, mäßig glänzend, kahl. 

Kopf mit den flachgewölbten, nicht vortretenden Augen 
und dem mäßig langen Scheitel, kaum länger als breit, 
fein chagriniert, nur hinter den Augen mit einigen sehr 
feinen Pünktchen; Stirn flach eingedrückt mit einem feinen 
Mittelkiel und einem feinen Längsfältchen beiderseits am 
Innenrand der Augen; unpunktiert, im Grunde sehr fein 
chagriniert. Rüssel etwa i'/gmal so lang als Kopf und 
Halsschüd zusammen, mäßig gebogen, fast zyhndrisch, 
nur an der Fühlerinsertion seitlich und nach unten leicht 
verstärkt; mikroskopisch fein chagriniert, matt, nur an 
der äußersten Spitze wenig glänzend. Fühler nahezu in 
der Mitte des Rüssels eingefügt, lang und schlank. Schaft 
so lang als das erste Geißelglied, dieses etwa 2 ^-^ mal so 
lang als breit, wenig stärker als die folgenden; das zweite 
Glied 2% mal so lang als breit, das dritte doppelt so lang 
als breit, die folgenden reichlich länger als breit; die kurz- 
spindelförmige Keule schwach abgesetzt. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



88 

Halsschild wenig breiter als lang, nach vorn sehr schwach 
verengt, am Vorder- und Hinterrande schwach eingezogen 
mit mäßig groben, flachen Punkten in der vorderen Hälfte 
ziemlich dicht, vor der Basis viel spärlicher besetzt, die 
fein chagrinierten Zwischenräume schwach gerunzelt; vor 
der Basis mit einem undeutlichen, flachen Grübchen. 

Flügeldecken an der Basis doppelt so breit als das 
Halsschild, wenig länger als breit, seitlich stark gerundet 
erweitert, etwa in der Mitte am breitesten, seitlich gesehen 
halbkreisförmig gewölbt; punktiert-gestreift, die flachge- 
wölbten Zwischenräume mindest dreimal so breit als die 
Punktstreifen, fein und etwas runzlig chagriniert. Schulter- 
beulen deutlich entwickelt. Schildchen sehr klein, rundlich. 

Beine ziemlich kurz, erstes und zweites Tarsenglied 
von gleicher Länge, zweites so lang als breit; die feinen 
Klauen undeutlich gezähnt. 

Long. (exkl. Rüssel) : i,6 mm. 

Patria: Capland, Cap-Town (E. Simon 1893). i Exem- 
plar, das ich für ein $ halte, von Herrn Beguin-Billecocq 
zur Beschreibung mitgeteilt. 

19. Apion (Conapion) flexipenne nov. spec. 

Dem Apion {Conap) flexuosum m. sehr nahe stehend, 
durch den, an der Fühlerinsertion in beiden Geschlechtern 
stumpfwinklig erweiterten Rüssel genügend zu unterscheiden ; 
dem Conapion Sewerini m. gleichfalls sehr nahe verwandt, 
durch den, im männlichen Geschlecht in der apikalen Hälfte 
stärker verjüngten, kürzeren Rüssel und durch die viel 
breiteren Flügeldecken leicht zu trennen. 

Körper schwarz, Kopf, Halsschild und Flügeldecken 
mit schwachem, metallischen Schimmer, der ganze Körper 
mit äußerst fein staubförmigen Härchen spärlich besetzt. 

Kopf mit den flachgewölbten, nicht vortretenden Augen 
und dem lang abgesetzten Scheitel etwa i ^2 ^^^^ so lang 

Stett. entomol. Zeit. 1908, 



PROPERTY Of- 

Z. P. METCALF 



89 



als breit; hinter den Augen mäßig stark und dicht punktiert, 
vor dem glänzend-glatten Scheitel spärlich punktiert, die 
mäßig eingedrückte schmale Stirn nahezu unpunktiert, 
im Grunde wie der Kopf mikroskopisch fein chagriniert. 
Rüssel beim (^ etwas kürzer, beim $ wenig länger als Kopf 
und Halsschild zusammen, in beiden Geschlechtern sehr 
wenig gebogen; von der Basis bis zur Fühlerinsertion zy- 
lindrisch, daselbst schwach stumpfwinklig erweitert, von 
da zur Spitze allmählig verjüngt, mäßig stark und etw^as 
längsrissig punktiert; im Grunde sehr fein chagriniert, im 
apikalen Drittel spärlicher punktiert, im Grunde glatt und 
glänzend; seitlich gesehen von der Basis zur Spitze allmählig 
verjüngt. Fühler lang und schlank, beim cJ in der Mitte, 
beim $ wenig hinter derselben eingefügt, in beiden Ge- 
schlechtern kaum verschieden. Schaft wenig länger als 
das erste Geißelglied; erstes und zweites Geißelglicd beim 
$ doppelt so lang als breit, beim q das zweite wenig kürzer; 
erstes Glied etwas stärker als das zweite, oval, das dritte 
und vierte etwa 1 1/2 mal so lang als breit, das fünfte bis 
siebente so lang als breit. Die kurz-spindelförmige Keule 
schwach abgesetzt. 

Halsschild kaum länger als an der Basis breit, nach 
vorn ziemlich stark und fast geradlinig verengt, am Vorder- 
rande mäßig, am Hinterrande nicht eingezogen, der Vorder- 
rand in der Mitte deutlich ausgebuchtet, die Basis zwei- 
buchtig; mäßig stark und dicht, vor der Basis merklich 
spärlicher punktiert, im Grunde äußerst fein chagriniert, ohne 
Basalstrichelchen, nur in der Mitte der Scheibe 
mit einem undeutlichen feinen Längsstrichelchen. 

Flügeldecken fast doppelt so lang als breit, seitlich 
gesehen sehr hoch gewölbt; an der Basis reichhch breiter 
als das Halsschild, an den Seiten sanft gerundet, in der 
Mitte am breitesten, hinten eiförmig zugerundet, punktiert- 
gestreift; die sehr breiten, ebenen Spatien mit drei Reihen 

Stett. entoinol. Zeit. 1908. 



90 

ziemlich starker Punkte, die schwach gerunzelten Zwischen- 
räume sehr fein chagriniert. Schulterbeulen als scharfes 
Beulchen an der Basis des sechsten und siebenten Zwischen- 
raumes entwickelt, das vSchildchen nahezu kreisrund; in 
der Mitte flach-grübchenförmig eingedrückt. Seiten der 
Brust und das Abdomen ziemlich stark und mcäßig dicht 
punktiert. 

Beine lang und schlank, erstes Tarsenglied wenig länger 
als das zweite, dieses so lang als breit. Klauen deutlich 
gezähnt. 

Long. (exkl. Rüssel): 2,7 — 2,8 mm. 

I (^? aus Coromma, 10. IX. 1893 (E. Ruspoli) Mus. 
Civ. Genova. 

20. Apion (Conap.) abyssinicum nov. spec. 
. Durch die verhältnismäßig langen, bis hinter die Mitte 
nahezu parallelseitigen, seitlich gesehen nur mäßig hoch- 
gewölbten, an der Nahtspitze dreieckig-lappenförmig aus- 
gezogenen Flügeldecken, sehr charakteristisch und leicht 
kenntlich. — Tief schwarz, Kopf und Halsschild wenig, 
die Flügeldecken stark glänzend, der ganze Körper äußerst 
fein, staubförmig behaart. 

Kopf mit schwachgewölbten, nicht vortretenden Augen, 
mit dem, durch eine schwache Quersutur abgetrennten 
Scheitel etwas länger als breit, fein und mäßig dicht punk- 
tiert, die eingedrückte Stirn mit einem flachen, undeut- 
lichen Mittelkiel, sehr fein chagriniert. Rüssel merklich 
länger als Kopf und Halsschild zusammen, mäßig gebogen, 
von der Basis zur Spitze allmählig verengt, äußerst fein 
und spärlich punktuliert, im basalen Drittel im Grunde 
sehr fein chagriniert, matt, in den beiden apikalen Dritteln 
im Grunde glatt und glänzend. Fühler etwas hinter der 
Mitte des Rüssels eingefügt; Schaft wenig länger als das 
erste Geißelglied; erstes und zweites Geißelglied von gleicher 
Länge, das erste wenig stärker als das zweite, dieses reichlich 
doppelt so lang als breit; die übrigen Glieder allmählig 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



91 

an Länge abnehmend, das letzte noch deuthch so lang als 
breit. Die spindelförmige Keule nicht abgesetzt. 

Halsschild wenig länger als breit, etwas vor der Mitte 
am breitesten, nach vorn ziemlich stark, nach hinten schwä- 
cher und etwas ausgeschweift verengt, am Vorderrande 
stark eingezogen; die Hinterecken in ihrer Anlage etwas 
spitzwinklig, seitlich gesehen ziemlich stark gewölbt, mäßig 
stark und nicht sehr dicht punktiert; die Punkte ziemlich 
flach, die an den Seiten schwach gerunzelten Zwischen- 
räume sehr fein chagriniert; vor dem Schildchen mit einem 
undeutlichen flachen Grübchen. 

Flügeldecken etwa i^^mal so lang als breit, an der 
Basis breiter als das Halsschild, an den Seiten bis wenig 
hinter die Mitte nahezu parallel, hinten eiförmig-zugespitzt, 
der Nahlwinkel dreieckig-lappenförmig ausgezogen (seitlich 
gesehen als stumpfer Zahn erscheinend), mäßig stark ge- 
wölbt, punktiert-gestreift; die flachgewölbten Zwischen- 
räume viel breiter als die Punktstreifen, sehr fein chagriniert 
und äußerst fein und spärlich punktuliert; der erste und 
neunte Punktstreifen an der Spitze stärker eingedrückt. 
Schulterbeulen kräftig entwickelt. Schildchen klein und 
schwach gefurcht. 

Beine ziemlich schlank, erstes Tarsenglied dreimal so 
lang als breit. (Die übrigen Tarsenglieder fehlten an sämt- 
lichen Beinen). 

Long. (exkl. Rüssel) : 2,3 mm. 

I Exemplar (?) aus Abyssinien (Raffray) von Herrn 
Beguin-Billecocq zur Beschreibung mitgeteilt. 

21. Apion (Synapion) indubium nov. spec 
Eine, durch den verhältnismäßig feinen, nach vorn 
schwach verjüngten Rüssel, den lang abgesetzten Scheitel 
und die seitlich gesehen verhältnismäßig hochgewölbten 
Flügeldecken, sehr ausgezeichnete Art dieses Subgenus. 
Körper tiefschwarz, wenig glänzend, kahl. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



92 

Kopf mit den ziemlich kleinen, kaum vortretenden 
Augen und dem stark verlängerten Scheitel etwa i ^ mal 
so lang als breit, fein und spärlich punktuliert; die Stirn 
mit zwei flacheingedrückten, durch einen Mittelkiel ge- 
trennten und von zwei Längsfältchen begrenzten Furchen, 
wie der Kopf sehr fein chagriniert. Rüssel fast so lang als 
Kopf und Halsschild zusammen, sehr wenig gebogen von 
der Basis zur Spitze allmählig und wenig verengt, an der 
Basis chagriniert, matt, in den drei apikalen Vierteln glatt 
und glänzend. Fühler um den Längsdurchmesser der Augen 
vor diesen eingefügt. Schaft etwa i ]'2 mal so lang als das 
erste Geißelglied, dieses i^^mal so lang als breit, stärker 
als die folgenden, zweites Glied doppelt so lang als breit, 
die folgenden Glieder wenig kürzer, das letzte so lang als 
breit; die eiförmige Keule schwach abgesetzt. 

Halsschild wenig länger als breit, wenig breiter als der 
Scheite], zylindrisch, am Vorder- und Hinterrande kaum 
merklich eingeengt, seitlich gesehen sehr sanft gewölbt ; mit 
fein eingestochenen Pünktchen sehr spärlich besetzt, im 
Grunde fein chagriniert, ohne Basalstrichel. 

Flügeldecken vollkommen elliptisch, in der jNlitte am 
breitesten, ziemlich hoch gewölbt, ohne Schulterbeulen, 
an der Basis so breit als das Halsschild, das sehr kleine 
Schildchen kaum sichtbar, fein punktiert-gestreift; die flach- 
gewölbten Zwischenräume viel breiter als die Punktstreifen, 
sehr fein und etwas runzlig chagriniert; an der Nahtspitze 
sind die Flügeldecken in einen dreieckigen Lappen aus- 
gezogen, der seitlich gesehen als scharfer Zahn erscheint. 

Beine schlank, erstes Tarsenglied doppelt so lang als 
breit, das zweite wenig länger als breit, die feinen Klauen 
deutlich gezähnt. 

Long. (exkl. Rüssel): i,8 mm. 

I Exemplar ($ ?) aus Süd- West-Afrika (Coli. Stau- 
dinger), in meiner Sammlung, 



Stett. eutomol. Zeit. 1908. 



^2)^4 



93 



Fulgora sapphirina, 

eine neue Fulgora=Art von Sumatra. 

Von Eduiiin«! Seliiniilt in Stettin. 

"^ *^ Fulgora sapphirina n. sp. 

Kopf. Kopf und Kopffortsatz so lang wie der Hinter- 
leib. Kopffortsatz schräg aufwärts gerichtet, in der Mitte 
oben eingedrückt, die Endhälfte stärker gehoben und keulen- 
förmig, seitlich betrachtet bildet die Unterkante einen 
stumpfen Winkel. Stirnfläche mit zwei Kielen, welche 
als untere Seitenkiele auf den Stirnfortsatz sich verlängern; 
am Grunde der von ihnen eingeschlossenen, fein unregel- 
mäßig querziselierten Rinne verläuft nur angedeutet der 
Mittelkiel, welcher von der Mitte des Kopffortsatzes als 
scharfer Kiel auftritt und vor der gewölbten, glatten und 
glänzenden Endfläche endet; die Stirn-Seitenkiele ziehen 
verlängert auf den Kopffortsatz als deutliche Seitenkiele, 
und vereinigen sich mit den verlängerten Scheitel- Seiten- 
kielen I mm vor der Kopffortsatzspitze, dem Treffpunkte 
der Kopf fortsatzkiele ; die von den Scheitel-Seitenkielen 
eingeschlossene Rinne ist schmal, vertieft und auf dem 
Grunde fein querziseliert. Der Scheitel, die Seiten des 
Kopfes und die Stirnfläche sind ockerfarben, der Kopf- 
fortsatz graublau gefärbt. Augen braun; Ocellen glashell 
auf braunem Grunde. Fühler ockerfarben, Fühlerborste 
mit Knopf braun. Clipeus mit starkem Mittelkiel und ocker- 
farben. Rostrum überragt die Hinterkoxen und ist bis 
auf das letzte braun gefärbte Glied ockerfarben. 

P r o n o t u m. Pronotum mit zwei eingestochenen 
Punktgruben auf der Scheibe, welche durch den vorn un- 
deutlichen Mittelkiel getrennt werden. Die geschwungenen 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



94 

Seitenkiele sind scharf und werden am Vorderrand un- 
deutlich. Die ganze Fläche ist fein quergerieft und mit 
einzelnen Punktgruben bestanden, welche den Seitenkielen 
genähert sich befinden. Brustlappen viereckig mit abge- 
rundeten Ecken. Pronotum und Brustlappen sind ocker- 
farbig. 

Schildchen. Die Seitenkiele und der Mittelkiel 
sind scharf; die Fläche zwischen den Seitenkielen ist un- 
regelmäßig schräg längst gerieft, die Seitenfelder zeigen 
eine schwache Querziselierung; die nicht gekielte und ver- 
tiefte Fläche vor der Schildchenspitze ist deutlich quer- 
gerieft. Die Färbung ist ockerfarben und erscheint dunkeler 
als beim Pronotum. 

Deckschuppen ockerfarbig. 

Deckflügel. Basalzweidrittel matt ockergelb, im 
Clavus und an der Basis intensiver mit fünf graublauen 
Flecken im Corium, welche wie folgt verteilt sind. Ein 
Fleck und zwar der größte liegt an der Basis unmittelbar 
hinter der Basalzelle zwischen dem Radius und der Clavus- 
Coriumnaht, zwei gleich große in der Zelle zwischen dem 
Radius und dem ersten Aste der Media zwei mm vonein- 
ander und dem Basalfleck getrennt, ein ebenso großer steht 
zwischen der Media und dem Cubitus, an der Gabelungs- 
stelle des letzteren, drei mm von den erwähnten Flecken 
entfernt, der fünfte und kleinste Fleck befindet sich einen mm 
entfernt vom zweiten Fleck in der Radialzelle und zwar 
nach hinten und mehr im Corium. Der Costalraum ist elfen- 
beinfarbig. Apikaldrittel bräunlich gelb mit bräunlichen 
Nerven. 

Flügel. Basalteil blau mit braunen Nerven, Apikai- 
spitze milchweiß mit braunen Nerven, Anallappen mit 
rauchbraunem Keilfleck, dessen Spitze die Flügelwurzel 
nicht erreicht. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



95 

Hinterleib. Bauchsegmente knochenfarben mit 
schmalen, blaugrauen Hinterrandsäumen, jedes Segment 
trägt am Vorderrand zwei braune Flecke; Rückensegmente 
blaugrau, die ersten Segmente sind in der Mitte des Vorder- 
randes knochenfarbig. Genitalplatten bräunlichgelb, Anal- 
lappen blaugrau, Afterröhre ockergelb. 

Brust ockerfarben. 

Beine. Coxen matt ockergelb mit braunem Fleck : 
Schenkel grünlichgelb mit braunen Punktreihen zu den 
Seiten der Kanten; Schienen graublau mit braunem Ring 
am Ende, die Hinterschienen tragen sechs Dorne, deren 
Spitzen, wie die Enddorne, braun gefärbt sind; Tarsen 
braun, nur das erste Glied der Hintertarsen ist an der Basis 
blaugrau gefärbt. 

Maße. Deckflügelspannung 55 mm; Deckflügel- 
länge 25 mm; Länge des Kopfes und des Kopffortsatzes 
von der hinteren Scheitelleiste gerechnet 10 V2 mm; Länge 
von Schildchen und Hinterleib zusammen 19 ^2 mm; Flügel- 
länge 20 mm. 

West-Sumatra: Padang Pandjang (F. A. Bedier de 
Prairie S.). 

Type im Stettiner Museum 



Stett. entomol. Zeit. 1908. 



96 



Neue Arten aus den Gattungen 
Chlaenius, Polyhirma und Tefflus, 

gesammelt 1900 von Prof. Oscar Neumann auf seiner 

Durchquerung Nord-Ost-Afrikas, 

hauptsächlich Abessyniens und der G a 1 1 a 1 ä n d e r. 

Besclu'ieben von Cltr. Stei'nberg, Stralsund. 



Polyhirma Dohmi n. sp. 

4 (^ (colh aut.). Länge 26 — 28, Breite 8 — 9 mm. 

Steht P. polioloma Chaud. ungemein nahe. An Größe 
und Form sind beide Arten sehr ähnhch, doch ist das Hals- 
schild am Apex schmäler; die Flügeldecken sind kürzer, 
das letzte Glied der Maxillar-Palpen ist etwas länger als 
bei P. polioloma. Der basale Suturalstreif der Flügeldecken 
besteht bei der neuen Art ganz aus hellen Haaren, bei 
polioloma dagegen das basale Drittel desselben aus dunkel- 
braunen, die allerdings häufig abgerieben sind. Der helle 
Marginal-Saum der Flügeldecken verbreitert sich am Apex 
stärker als bei polioloma, fast in stumpfer Dreieckform, 
ähnlich so als bei P. interrupta Fairm. Die neue Art hat 
auf den Flügeldecken sieben ganze, ziemlich scharfe Rippen, 
wie polioloma auch, doch fehlt ihr die kurze, nur halblange 
achte der genannten Art. 

Dem Herrn Dr. Dohrn-Stettin widme ich diese neue Art. 

Hab.: Harar, Dadal, Adi, Haiin. 

Polyhiima Neumanni n. sp. 

I c^, I $ (coli. aut.). cJ Länge 27, Breite 7 mm. $ Länge 
26, Breite 8 mm. 

Der Pol. macilcnta Oliv, sehr ähnlich, doch der Kopf 
breiter, plumper; das Halsschild länger, an der Basis breiter; 
die Flügeldecken an den Schultern gleichfalls breiter, vor- 

Stett. entoinol. Zeit. 1908. 



^ 



97 

tretender; vorletztes Glied der Maxillar-Palpen erheblich 
länger als bei niacilenta. Die Antennen lang, über das erste 
Drittel der Flügeldecken hinreichend, in den letzten acht 
Gliedern sehr stark verbreitert. Halsschild mit breiter, 
flacher Mittel-Rinne, hohem Seitenrand und grober, dichter 
Punktierung. Flügeldecken mit sechs Rippen — Sutural- 
Rippe mitgerechnet — und zwischen der fünften und sechsten 
vorn und hinten je eine kurze Zwischen-Rippe, die als An- 
sätze zu einer nicht ganz ausgebildeten siebenten Rippe 
zu betrachten sind. Die zweite und vierte Rippe etwas 
wellig gebogen, die anderen sind gerader. Die Grübchen 
sind rund, schwarz, ohne das bräunliche Toment, wie solches 
sich bei niacilenta in allen Grübchen findet. Die Rippen 
verflachen sich auf dem letzten Viertel der Flügeldecken, 
jedoch nicht so stark als bei niacilenta. Helle Behaarung 
auf Kopf, Halsschüd und Flügeldecken sehr schwach, fehlt 
jedoch nicht ganz, wie es bei niacilenta der Fall ist. Der 
basale Sutural-Streif erreicht kaum ein Viertel der Flügel- 
decken-Länge. 

Dem Entdecker, Herrn O. Neumann, zu Ehren benannt. 

Hab.: Djala, Uba. 

Tefflus Neumanni n. sp. 

I ^ (coli. aut.). Länge 40, Breite 15 mm. 

Steht dem Zehulianus Raffray sehr nahe, doch ist 
der Kopf breiter, besonders zwischen und hinter den Augen; 
das Halsschild ist flacher, breiter, hinten viel weniger ver- 
schmälert; die Flügeldecken sind weniger konvex als bei 
der erwähnten Art. Das Halsschild ist viel dichter gerunzelt- 
punktiert und vor den im stumpfen Winkel vorspringenden 
Hinterecken viel weniger ausgeschnitten als bei Zehulianus, 
wo dieselben rechtwinklig vortreten. Die Rippen der Flügel- 
decken sind etwas schmäler und höher, die Zwischenräume 
daher breiter, aber ebenso fein skulptiert als bei Zehulianus. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 7 



98 

Der ganze Körper glänzend schwarz, mit Ausnahme der 
gelbbräunlichen, sturren Haarbüschel unter den Tarsen- 
gliedern und eines kleinen am Apex der Mittelschiene stehen- 
den rotbraunen Haarbüschels. Wie bei Zehidianus die 
ganze Unterseite mit allen Episternen, glatt, ohne jede 
Punktierung; ebenso die Beine, bei welchen nur die Schienen 
an der Innenseite grobe, tiefe Punkte tragen. 

Weibchen unbekannt. 

Zu Ehren des Entdeckers, Herrn O. Neumann, benannt. 

Hab. : Gidole-Gardalla. 

Chlaenius Neumanni n. sp. 

6 cJ, II ? (coli. aut.). (^ Länge 15 — 16, Breite 5 — 6 mm. 
$ Länge 15 — 17, Breite 5 i/o — 7 mm. 

Ist dem CM. oculaius Fabr. vom Senegal am ähnlichsten, 
doch ist das Halsschild konvexer, schmäler, besonders 
die Seiten sind nicht so vorgerundet; der Seitenrand ist 
gleichmäßiger und besonders vor den Hinterecken nicht 
so stark aufgebogen; diese letzteren sind weniger abgerundet; 
die Punktierung ist gröber, tiefer und sperriger gestellt 
als bei vorgenannter Art. Die Flügeldecken sind breiter, 
länger und hinten stumpfer zugerundet; deren Intervalle 
sind ebenso konvex, die Punktierung derselben ist erheblich 
gröber und tiefer als beim oculatus. Das letzte Glied beider 
Palpen, die bräunlich gefärbt sind, ist sehr breit, fast drei- 
eckig und vorn schräg abgeschnitten. Kopf und Hals- 
schild sehr glänzend, entweder rein metallisch hellgrün 
oder so mit rötlichem Anflug, der in vielen Stücken all- 
mählig intensiver wird, bis er in einzelnen Exemplaren 
zum dunklen Purpurrot wird. Die Flügeldecken sind etwas 
glänzend, dunkelgrün, auf dem letzten Viertel mit einem 
meistens rundlichen, manchmal hinten etwas ausgezackten, 
gelb-bräunlichen Fleck, der zwischen dem dritten und 
neunten Intervall steht. An den Antennen die drei ersten 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



99 

Glieder gelbbraun, die anderen schwarz und verbreitert. 
Die Beine gelbbräunlich, die Unterseite blauschwarz, iri- 
sierend. 

Zu Ehren des Entdeckers, Herrn O. Neumann, benannt. 

Hab. : Gelo. 

Chlaenius superbus n. sp. 

I $ (coli. aut.). Länge 14, Breite 5 mm. 

Diese neue Art gehört zur Gruppe des Chi. oculatus 
Fabr. und steht hier dem vorbeschriebenen Chi. Neumanni 
n. sp. am nächsten, doch ist das Halsschild, bei sonst gleicher 
Skulptur und Punktierung, im Vorderteil mehr eingezogen, 
im Basalteil vor den Hinterecken ein wenig mehr ausge- 
schnitten, die Vorderecken nicht so abgerundet; die Flügel- 
decken sind erheblich schmäler und länger, an den Seiten 
gerader, parallel verlaufend, nicht so vor-, am Apex nicht 
so stumpf abgerundet; die Intervalle etwas feiner punktiert 
als bei Neumanni n. sp. Die Oberseite ist auf Kopf und 
Halsschild glänzend metallisch hellgrün; die Flügeldecken 
etwas dunkler grün, ohne jede helle Fleckenzeichnung; 
die Unterseite schwarzblau irisierend, an den Seiten ziem- 
lich dicht punktiert, auf den Bauchsegmenten feiner, auf 
den Episternen viel gröber und tiefer. Die Beine hellgelb, 
Tarsen, Palpen und Oberlippe etwas dunkler gefärbt. An 
den Antennen das erste und zweite Glied rein gelb, das 
dritte ebenso gelb, aber am Apex schmal bräunlich gesäumt, 
die folgenden Glieder schwarz. 

Hab.: Gelo. 

Chlaenius imperialis n. sp. 

I ^ (coli. aut.). Länge 14, Breite 4 14 nirn. 

Muß nahe Chi. Neumanni n. sp. gestellt werden, ist 
aber kleiner, im Halsschild viel kürzer und breiter, in 
den Flügeldecken aber schmäler. Das Halsschild ist an den 
Seiten sehr vorgerundet, in der apikalen Hälfte, von der 

Stett. entomol. Zeit. 1908. T' 



100 

Mitte an, wo die größte Breite liegt, bis zu den stumpf ab- 
gerundeten Vorderecken eingezogen; in der Basalhälfte 
von der Mitte bis zu den nur leicht abgerundeten Hintcr- 
ecken noch stärker eingezogen, daher hinten schmäler als 
vorn; die Punktierung ist eine ähnlich aus zerstreut stehenden 
groben Punkten bestehende, aber etwas dichter gestellte, 
als bei Neumanni. Flügeldecken lang, schmal mit ziemlich 
parallelen Seiten, Intervalle ein wenig konvexer und etwas 
feiner punktiert als bei Neumanni. Auf Kopf und Hals- 
schild ungewöhnlich intensiv goldig purpurrot glänzend, 
letzteres seitlich schmal hellgrün gesäumt; Schildchen 
gleich dem Halsschild purpurrot glänzend; Flügeldecken 
dunkel rötlich-violett mit grünblauem, schmalen Rande. 
Unterseite schwarzblau, stark irisierend, an den Seiten 
mit den Episternen fein gepunktet; die schlanken Beine 
gleichfalls schwarzblau, irisierend, die Tarsen aber pech- 
braun; Oberlippe und Mandibeln ebenso gefärbt, die Palpen 
und die zwei ersten Glieder der Antennen bräunlich, die 
übrigen schwarzbräunlich. 
Hab. : Schoa. 

Chlaenius Roeschkei n. sp. 

I $ (coli. aut.). Länge 13, Breite 5 mm. 

Steht dem Chi. caecus Chaud. ungemein nahe, doch 
ist der Kopf breiter, die Augen stehen mehr vor, das Hals- 
schild ist flacher, breiter, an den Seiten viel stärker vor- 
gerundet, an der Basis eingezogener, daher schmäler; die 
Flügeldecken flacher, auf den weniger konvexen Inter- 
vallen ganz erheblich feiner und dichter punktiert als bei 
genannter Art. Die Färbung ist auf Kopf und Halsschild 
ein glänzend metallisches Hellgrün mit Purpuranflug, der 
auf dem Halsschild am stärksten hervortritt. Flügeldecken 
dunkel schwarzgrün, auf dem letzten Viertel mit hellgelbem 
Discoidalfleck, der vom dritten bis auf das achte Intervall 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



101 

reicht und viel kleiner, besonders kürzer als bei caecus ist, 
da die auf dem siebenten und achten Intervall stehenden 
hellen Streifen ganz ungemein, die anderen drei stark ver- 
kürzt sind. Da der auf dem sechsten Intervall stehende 
helle Streif sich weiter nach hinten als die beiden anderen 
auf dem vierten und fünften stehenden vorschiebt, so ent- 
steht am Fleck hinten ein scharf einspringender Winkel, 
während beim caecus dieser Fleck fast immer rundlich, 
ohne diese Winkelung sich zeigt. Die drei ersten Glieder 
der Antennen sind gelb, die übrigen, stark verbreiterten 
sind schwarz; die Palpen und Beine sind gelb; Unterseite 
schwärzliehblau, irisierend. 

Männchen ist unbekannt. 

Dem Herrn Dr. Roeschke-Berlin gewidmet. 

Hab. : Ergino-Doko. 

Chlaenius elegans n. sp. 

3 (^ (coli. aut.). Länge 14, Breite 5 mm. 

Diese neue Art möchte ich mit Chi. caecus Dej. ver- 
gleichen, doch ist der Kopf breiter, länger und viel dichter 
punktiert ; die Augen stehen stärker hervor ; die Oberlippe 
ist viel länger; die Antennen sind auch länger, in den mittleren 
Gliedern verbreiteter; das Halsschild ist erheblich breiter, 
dessen Seiten sind viel stärker vorgerundet, die Hinter- 
ecken abgerundeter; die Punktierung ist merklich dichter 
und feiner; die Flügeldecken sind länger, schmäler, deren 
Intervalle konvexer und nicht so fein und dicht punktiert 
als bei caecus. Die Oberseite ist schwarzgrünlich, an den 
Seiten des Halsschildes und der Flügeldecken heller grün; 
die Unterseite und die Beine schwarzblau irisierend, doch 
die Tarsen pechbraun; alle Palpen schwarz, an den Enden 
der letzten Glieder schmal bräunlich gesäumt; die Antennen 
nur an den beiden ersten Gliedern rein gelbbräun- 
lich, an den folgenden schwarz. Auf dem letzten Viertel 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



102 

der Flügeldecken findet man einen auf das vierte, fünfte 
und sechste Intervall beschränkten hellgelben, sehr kleinen, 
kurzen, annähernd viereckigen Fleck. 

Weibchen unbekannt, 

Hab.: Gobel FL, Moja-Atschalo. 

Chlaenius Kraatzi n. sp. 

I (^ (coli. aut.). Länge 12, Breite 5 mm. 

Steht dem vorbeschriebenen Chi. elegans n. sp. un- 
gemein nahe, doch ist er viel kürzer, gedrungener, breiter; 
der Kopf kürzer, nicht so dicht punktiert; das Halsschild 
viereckiger, an den Seiten weniger vorgerundet, an der 
Basis breiter, weniger eingezogen; die Punktierung desselben 
gröber, sperriger; die Flügeldecken kürzer, breiter, an den 
Seiten weniger gerade verlaufend, doch die Intervalle und 
deren Punktierung gerade so als bei elegans. Oberseite 
schwarzgrünlich, Kopf, Seitenränder des Halsschildes und 
der Flügeldecken heller grünlich. Unterseite und Beine 
schwarzbläulich irisierend; Antennen an dem ersten Gliede 
rein gelb, dem zweiten und dritten ebenso, aber der Apex 
derselben schmal bräunlich gesäumt, die folgenden fünf 
Glieder schwarz, die drei letzten mehr dunkel braungrau. 
Die Palpen fehlen. Auf dem letzten Viertel der Flügeldecken 
findet sich auf dem vierten, fünften und sechsten Intervall 
ein kleiner, kurzer hellgelber Fleck, der noch ein wenig 
auf das siebente Intervall übergreift. Derselbe erscheint 
etwas ausgezackt, da der Streif auf dem sechsten Intervall 
sich nach hinten etwas über die beiden anderen vorschiebt. 

Weibchen unbekannt. 

Zu Ehren des Altmeisters Prof. Kraatz benannt. 

Hab. : Gara-Mulata. 

Chlaenius Erlangeri n. sp. 

I c^, 2 9 (coli. aut.). ö" Länge 13, Breite ^^A mm. $ Länge 
13 — 15, Breite 5 — 6 mm. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



103 

Steht dem Chi. hipustulatus Boh. aus Caffraria am 
nächsten, doch ist der Kopf breiter, das Halsschild konvexer, 
im ganzen, besonders aber an der Basis, breiter, an den Seiten 
weniger vorgernndet, an den Hinterecken nicht so stark 
abgerundet; die Flügeldecken am Apex viel stumpfer, 
kürzer zugerundet; die Intervalle derselben konvexer, viel 
gröber und nicht so dicht punktiert als obengenannte Art. 
Die drei ersten Glieder der Antennen gelb, glatt, unbehaart, 
die übrigen, die nur wenig verbreitert sind, dunkler bräun- 
lich mit grauer, ganz kurzer, feinster Behaarung. Die Palpen 
und Beine, sowie der apikale Fleck der Flügeldecken gelb. 
Dieser Fleck reicht vom dritten bis zum sechsten Intervall, 
ist hinten etwas ausgezackt und steht der Spitze sehr nahe. 
Kopf und Halsschild glänzend hellgrün; die Flügeldecken 
lebhaft dunkelgrün, etwas stärker glänzend als bei bi Pustu- 
la tits. Die ganze Unterseite schwarzbläulich irisierend. 

Zu Ehren des Herrn Baron C. v. Erlanger benannt. 

Hab.: Gara-Mulata, Motjo (Schoa). 

Chlaenius Bennigseni n. sp. 

2 ^ (coli. aut.). Länge 13, Breite 5 mm. 

Steht dem Chi. cosciniodcrus Chaud. sehr nahe, ist 
aber erheblich kleiner, der kurze, breite Kopf ist tiefer, 
gröber und dichter punktiert; das Halsschild gewölbter, 
quadratischer, an den Seiten viel weniger vorgerundet, 
an der Basis breiter, vor den Hinterecken weniger ausge- 
schnitten, daher die letzteren zugerundeter; die Flügel- 
decken schmäler, die flachen Intervalle derselben viel gröber 
und sperriger punktiert als bei coscinioderus. Die Behaarung 
bei beiden Arten gleich kurz, fein und dicht. Kopf und 
Halsschild ziemlich hellgrün ; die Flügeldecken etwas dunkler 
mit gelbem, die Intervalle sieben, acht und neun, bedeckenden 
Außenrand, der in dieser Breite von der Schulter bis un- 

Stett. eutomol. Zeit. 1908. 



104 

gefähr über das erste Drittel der Flügeldeckenlänge reicht, 
sich hier zu einem kurzen, schmalen, über das sechste und 
fünfte Intervall sich erstreckenden stumpfen Vorsprunge 
nach innen zu verbreitert, um dann in seinen beiden letzten 
Dritteln bis zur Naht hin sich plötzlich so zu verschmälern, 
daß er nur das neunte Intervall und den Rand selbst be- 
deckt. Auf dem letzten Viertel der Flügeldecken, kurz 
vor dem Apex, steht auf dem dritten, vierten und fünften 
Intervall ein kleiner, rundlicher, gelber Fleck. Beine und 
Palpen gelb; Antennen mehr dunkelbräunlich, die drei 
ersten Glieder einen Schein heller. Die Unterseite schwarz- 
blau irisierend, auf den Bauchsegmenten sehr fein, auf den 
Vorderteilen, besonders den Episternen, sehr grob und 
dicht punktiert. 

Weibchen unbekannt. 

Zu Ehren des Herrn R. v. Bennigsen benannt. 

Hab.: Luku, Sheik Hussein. 

Chlaenius latipeimis n. sp. 

I o , 6 $ (coli. aut.). ^ Länge i6. Breite 6 mm. $ Länge 
15—17, Breite 6 — 7 mm. 

Steht dem Chi. rufomarginatus Dejean sehr nahe, doch 
ist er erheblich größer. Der Kopf ist lange nicht so glatt, 
viel runzliger, besonders neben den Augen; das Halsschild 
ist seitlich in der Mitte weniger vorgerundet, dagegen in 
der vorderen Hälfte stärker, so daß die größte Breite vor 
der Mitte, nicht i n der Mitte, wie beim rufomarginatus, 
liegt. Von der Mitte verläuft der Seitenrand in fast gerader 
Linie nach der ziemlich stumpfen Hinterecke. Der Hinter- 
wie der Vorderrand des Halsschildes ist etwas ausgeschnitten. 
Die ziemlich flache Oberfläche ist mit noch spärlicheren, 
wenn auch etwas gröberen Punkten bestreut als bei rufo- 
marginatus; die Mittelfurche ist aber stärker eingeschnitten, 
auch sind die basalen Seiteneindrücke tiefer und länger 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



105 

als bei genannter Art. Die Flügeldecken sind wie bei rufo- 
jiiarginatus sehr flach, haben sehr parallel verlaufende Seiten 
und fallen in dem letzten Viertel nach dem Apex zu sehr 
schroff ab; sind ziemlich tief gestreift, mit breiten, flach- 
konvexen Intervallen, deren Seiten-Punktierung aber nur sehr 
schwach, lange nicht so stark als bei rufomarginatus ist. 
Die Färbung der Flügeldecken ist bald ganz grün-metallisch, 
bald auf dem Diskus mehr oder weniger erzfarben, mit hell- 
grünen Seiten. Der Rand und das neunte Intervall hell- 
gelb. Auch die drei ersten Antennenglieder und die Beine 
sind von gleicher Farbe, aber die Palpen, die Tarsen und 
die übrigen Antennenglieder sind mehr bräunlich. Das 
Schildchen ist glatt, schwarz. Die Unterseite ist schwarz- 
bräunlich. 

Hab.: Gara-Mulata, Haramaja. 

Chlaenius difficilis n. sp. 

I (^ (coli. aut.). Länge 13, Breite 6 mm. 

Die langen, schmalen und spitzen Mandibeln, die aus- 
geschnittene in den Vorderecken gehobene Oberlippe, sowie 
die Bildung und Skulptur des Halsschildes und der Flügel- 
decken weisen dieser neuen Art ihren Platz neben dem 
Chi. columhinus Dej. an, doch ist der Kopf weniger konvex, 
stärker punktiert, besonders neben den Augen; das Hals- 
schild ist kürzer, an den Seiten vorgerundeter, an der Basis 
stärker eingezogen, verschmälerter; die Hinterecken sind 
schärfer vorstehend, weniger abgerundet; die Punktierung 
ist nicht so grob und tief; die Mittellinie, sowie die seit- 
lichen Basal-Eindrücke sind nicht so tief, weniger markiert; 
die Flügeldecken sind kürzer und fallen, wie bei episcopalis 
Dej., auf dem letzten Drittel viel schroffer nach dem Ende 
zu ab; die Punkte der Streifen sind ebenso fein, die Inter- 
valle etwas stärker konvex als bei columhinus. Die Färbung 
ist auf den Flügeldecken rötlich-violett, am Seitenrande 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



106 

schmal grünlich-blau; Kopf und Halsschild reiner violett, 
beide an den Seiten ähnlich blaugrün gefärbt wie die Seiten- 
ränder der Flügeldecken; Unterseite schwarzblau irisierend, 
an den Seiten mit den Episternen sperrig und fein punktiert, 
Die Oberlippe, die Antennen, Beine und Palpen schwarz, 
letztere an ihren letzten Gliedern schmal bräunlich ge- 
säumt. 

Weibchen unbekannt. 

Hab. : Gara-Mulata. 

Chlaenius aberanus n. sp. 

2 ö . 4 ? (coli. aut.). o Länge 12, Breite 4 14 mm. $ Länge 
12 — 13, Breite 5 mm. 

Die langen, spitzen IMandibeln, vor allem die aus- 
geschnittene in den Vorderecken rundlich gehobene Oberlippe 
und die Bildung des Halsschildes und der Flügeldecken 
verweisen diese neue xA-rt in die Gruppe des Chi. colum- 
hinus Dej. und steht sie hier dem Ch. cpiscopalis Dej. 
am nächsten, doch sind die Antennen viel kürzer, in 
den Mittelgliedern stärker verbreitert; der Kopf ist länger, 
die Eindrücke neben den Augen sind tiefer; das Halsschild 
ist in der basalen Hälfte weniger verschmälert, die Hinter- 
ecken sind nicht so abgerundet; die Flügeldecken sind 
erheblich kürzer, in der Vorderhälfte weniger verschmälert; 
die Intervalle etwas konvexer, diese aber an den Seiten 
nicht annähernd so dicht punktiert als bei cpiscopalis. Die 
Oberseite ist metallisch hellgrün; Kopf und Halsschild 
besonders stark glänzend; die Unterseite schwarzblau, 
besonders stark irisierend, an den Seiten mit den Episternen 
sperrig und fein punktiert; Oberlippe, Schildchen, Antennen, 
Beine und Palpen schwarz, die Endglieder der letzteren 
am Apex schmal gelbbräunlich gesäumt; die Behaarung 
an der Unterseite der Tarsenglieder rötlichbraun. 

Hab.: Abera B., Muta derza. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



107 



Chlaenius principalis n. sp. 

6 (^, I $ (coli. aut.). o Länge 12 — 14, Breite 4 14 — 5 mm. 
$ Länge 13, Breite 5 mm. 

Steht dem vorbeschriebenen Chi. ahcranus n. sp. un- 
gemein nahe, doch ist das Halsschild breiter, seitlich in 
seinem apikalen Teil stärker vorgerundet, in seinem basalen 
dagegen vor den Hinterecken etwas mehr ausgeschnitten, 
schmäler, die letzteren schärfer, fast rechtwinklig vor- 
tretend; die Flügeldecken länger, die Intervalle etwas 
weniger konvex als bei aberanus. Die Oberseite ist etwas 
glänzend, schwarzblau, auf Kopf und Halsschild heller, 
glänzender; die Unterseite schwarzblau irisierend, an den 
Seiten mit den Episternen äußerst fein und sperrig punktiert ; 
Beine, Antennen, Oberlippe und Palpen schwarz und ganz 
so als bei Chi. aberanus n. sp. 

Hab.: Tscherätscha - Gescho, Adagidu, Tschatu, Abo- 



Chlaenius adagidensis n. sp. 

I o, 2 $ (coli. aut.). (^ Länge 13, Breite 5 mm. $ Länge 
13, Breite 5 mm. 

Steht dem Chi. ciiprcocinctus Reiche nahe, die langen 
Mandibeln, die leicht ausgeschnittene, an den Vorderecken 
rundlich gehobene Oberlippe, die im letzten Gliede zum Dreieck 
verbreiterten Palpen, die ähnliche Bildung des Halsschildes 
und der Flügeldecken spricht deutlich hierfür, doch zeigt 
der Kopf tiefere Eindrücke, das Halsschild ist an der Basis 
etwas mehr eingezogen, daher schmäler, die Intervalle der 
Flügeldecken sind an den Seiten nicht so grob und tief, 
die Streifen dagegen tiefer und gröber punktiert als bei 
cupreocinctus. Kopf und Halsschild mehr oder weniger 
dunkelgrün, letzteres an den Seiten etwas lebhafter, heller 
grün; Flügeldecken schwarz, der Seitenrand und das neunte 
Intervall grünlichblau, Oberlippe, Palpen und Beine gelb, 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



108 

ebenso die drei ersten Glieder der Antennen, die übrigen 
schwarz. Unterseite schwarzblau irisierend, fein und sperrig 
punktiert. 

Hab.: Adagidu, Tschatu. 

Chlaenius Horni n. sp. 

3 S (coli. aut.). Länge 13, Breite 6 mm. 

Steht dem Chi. varians Chaudoir am nächsten, doch 
unterscheiden sich beide Arten leicht durch die verschiedene 
Stellung der hellgelben Flecke auf den Flügeldecken, 
denn während bei varians der Discoidal-Fleck erheblich 
hinter der Mitte, auf den Intervallen fünf, sechs und 
sieben steht, findet sich derselbe bei der neuen Art genau 
in der Mitte der Flügeldecken und zwar auf dem sechsten 
und siebenten Intervall, auf das achte nur ein wenig über- 
greifend, aber das fünfte ganz freilassend. Der helle Apikal- 
Fleck steht bei varians auf dem ersten, zweiten und dritten 
Intervall, bei der neuen Art findet man nur auf dem zweiten 
einen ganz kurzen Streif, der bei dem einen Exemplare 
ganz fehlt. Bei der zuletzt genannten Art hat die Oberlippe 
ganz geraden Vorderrand, bei varians ist er ausgeschnitten. 
Das Halsschild ist gröber punktiert, die Intervalle der Flügel- 
decken sind konvexer als bei varians. Der Kopf ist glänzend 
hellgrün oder purpurrot; das Halsschild ist rötlich-violett; 
die Flügeldecken und die Beine sind schwarz; die Palpen 
gleichfalls, doch sind die letzten Glieder derselben am Apex 
schmal gelblich gesäumt. Bei den Antennen sind die vier 
ersten Glieder schwarz, die übrigen bräunlichgrau. Die 
Unterseite ist schwarzblau irisierend. Beim (^ die drei ersten 
Glieder der Vordertarsen ungemein stark verbreitert. 

Herrn Dr. Walther Horn-Berlin gewidmet. 

Hab.: Malo, Djala. 

Chlaenius Oberthüri n. sp. 

I ^, 2 $ (coli. aut.). ^ Länge 15, Breite 5 1/2 mm. $ Länge 
13 — 14, Breite 6 mm. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



109 

Steht dem vorbeschriebenen Chi. Horni n. sp. (also 
auch dem Chi. varians Chaudoir) sehr nahe, doch ist das 
Halsschild schmäler, die Seiten desselben sind weniger 
vorgerimdet, die Basis ist nicht so eingezogen, die Hinter- 
ecken sind nicht so stark abgerundet; die Punktierung 
desselben ist nicht so dicht und gedrängt; die Flügeldecken 
sind an der Basis weniger eingezogen, am Apex stumpfer, 
breiter abgerundet als bei Horni. Die Oberlippe ist gerade 
abgeschnitten am Vorderrande. Kopf und Halsschild sind 
goldig-gelb mit rötlichem Anflug; die Flügeldecken dunkel 
erzgrün, bei einem Exemplar $ mehr dunkel rötlich-violett; 
die gelben Flecke, welche wir bei Horni finden, fehlen hier 
ganz. Palpen, Antennen, Beine und Unterseite ganz so 
als bei Horni gefärbt. 

Zu Ehren des Herrn R. Oberthür-Rennes benannt. 

Hab.: Nata Oerra. 

Chlaenius garamulatanus n. sp. 

3 $ (coli. aut.). Länge 14, Breite 6 mm. 

Auch diese neue Art steht Chi. Horni n. sp. (also auch 
dem varians Chaudoir) sehr nahe, doch ist das Halsschild 
breiter, die Seiten desselben sind vorgerundeter; die Basis 
ist erheblich breiter, die Hinterecken sind nicht so abge- 
rundet; die Punktierung ist noch etwas feiner, dichter; 
die Flügeldecken sind breiter, am Apex viel stumpfer ab- 
gerundet; die Punktierung der Intervahe derselben ist 
ein wenig gröber als bei Horni. Die Oberlippe ist bei zwei 
Exemplaren gerade abgeschnitten, beim dritten den beiden 
eben genannten sonst in jeder Hinsicht genau gleichenden 
Exemplare, ist dieselbe deutlich ausgeschnitten. Die Ober- 
seite ist dunkel veilchenblau gefärbt; der sehr glänzende 
Kopf heller; die Unterseite, Beine, Palpen und Antennen 
schwarz gefärbt, wie beim Horni des näheren beschrieben. 

Männchen ist unbekannt. 

Hab.: Gara-Mulata, Godo Buzka (Abyssinien). 



Stett. entomol. Zeit. 1908. 



110 



Neue Arten der Braconidengattung 
Stantonia. 

Von Dr. Gtiiitlier Knilei'leiii, Stettin. 

Stantonia Ashm. 1904. 
(Ashmead, Proc. Unit. St. N.-Mus. V. 28. 1904 p. 146). 
Stantonia sumatrana nov. spec 

Bräunlich gelb; Fühlerschaft oben schwarzbraun, Geißel 
oben braun. Schwarz sind die Augen, die Umgebung der 
Ocellen, die äußerste Spitze der Mittelschiene, das 5. Mittel- 
tarsenglied, von den Hinterbeinen die äußerste Spitze des 
Schenkels oben, das Enddrittel der Schiene, das Enddrittel 
des I. Tarsengliedes (der übrige Teil desselben ist weißlich) 
und die 4 übrigen Tarsenglieder. Hintertibiensporne gelblich 
weiß. Flügel schwach bräunlich hyalin, Flügelspitze schwach 
braun angehaucht. Adern schwarz. Membran lebhaft 
in allen Farben irisierend. 

Antedorsum des Mesothorax mit Spuren zweier Längs- 
furchen. Parapsidenfurchen sehr scharf, deutlich punktiert, 
Mittelsegment wenig glatt, mit 3 — 4 unregelmäßigen Quer- 
runzeln. Fühler lang und kräftig, wesentlich länger als der 
Vorderflügel. Legerohr fast von halber Abdominallänge, 
Scheiden etwas kürzer. 

Körperlänge 8 mm. Abdominallänge 414 mm. Länge 
des Legerohres 2 mm. Länge der Scheiden 1 1^4 mm. Vorder- 
flügellänge 7^ mm. 

Sumatra, Soekaranda i $. Dr. H. Dohrn. 

Stantonia Hammersteini nov. spec. 

Hell schwach ockergelb. Fühlerschaft oben mit einem 

schmalen Längsstrich, Fühlergeißel oben grau rostfarben. 

Schwarz sind die Augen, die Umgebung der Ocellen, das 

Spitzenviertel der Hinterschienen, das Spitzenviertel des 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



111 

I. Hintertarsengliedes (der übrige Teil weißlich) und die 
4 folgenden Tarsenglieder. (Die Mitteltarsen sind abge- 
brochen). Hintertibiensporne gelblich weiß. Flügel hyalin, 
Flügelspitze mit einer Spur eines braunen Hauches, Adern 
schwarzbraun, Membran lebhaft rot, besonders bis grün 
irisierend. Gesicht mit einer deutlichen medianen Längsleiste. 

Antedorsum des Mesothorax relativ lang und schmal, 
ohne Längsfurchen, Parapsidenfurchen sehr scharf, undeut- 
lich punktiert, relativ wenig stark nach vorn divergierend. 
Mittelsegment wenig glatt, oben mit einigen unregelmäßigen 
Querrunzeln, seitlich der Medianlinie mit je einer unregel- 
mäßigen Längsrunzel. Fühler lang und mäßig dick. Lege- 
rohr kurz. 

Körperlänge 6 mm. Abdominallänge 3 mm. Länge 
des Legerohres 1Y2 rnm. Vorderflügellänge 6 mm. Fühler- 
länge zirka 9 mm. 

Madagaskar. Majunga. i $. Mitte November. 
Gesammelt von Hammerstein. 

Stantonia minuta nov. spec. 
Hell gelb bis ockergelblich, Hinterbeine und Abdomen 
ockergelb. Fühlerschaft oben mit einem schmalen schwarzen 
Längsstrich. Geißel schwarz, Unterseite des Basalviertels 
hell bräunlich gelb. Schwarz sind ferner die Augen, Ocellen, 
die äußerste Spitze der Mittelschiene oben, die Mitteltarsen 
mit Ausnahme des Basalviertels des i. Gliedes, das End- 
drittel der Hinterschenkel, und die Hintertarsen mit Aus- 
nahme der Basalhälfte des i. Gliedes. In der Mitte der 
Hinterränder des 2. bis 5. Abdominalsegmente ein dunkel- 
brauner, rundlicher Fleck; beim 2. Exemplare sind alle 
Segmente und der Stiel am Hinterrande schwarzbraun ge- 
säumt. Flügel hyalin, ein braunschwarzer, scharfer, rund- 
licher Fleck nimmt die Flügelspitze ein. 

Stett. entomol. Zeit. 1908, 



112 

Antedorsum des Mesothorax gänzlich ohne Längs- 
furchen; Parapsiden sehr tief, undeuthch punktiert. Mittel- 
segment rauh, in der Mitte mit einem kräftigen Querkiel 
dahinter einige undeutliche schwächere, seitlich der Mittel- 
linie hinter dem kräftigen Querkiel jederseits ein kräftiger 
Längskiel, der nach vorn durch einige undeutliche und 
unregelmäßige Höcker fortgesetzt wird. 

Körperlänge 4I/2 — 5 mm. Abdominallänge 21/4 mm. 
Vorderflügellänge 41^ — 5 mm. 

Peru. Depart. Chanchamayo. 2 c^. Gesammelt 
von H o f f m a n n s. 



Ueber das Schnarren der Heuschrecken. 

Von H. Rarny. 



Bekanntlich sind die meisten Heuschrecken- und Grillen- 
arten — wenigstens im männlichen Geschlechte*) — im- 
stande, gewisse Zirptöne hervorzubringen, die nach den 
Spezies verschieden sind und angeblich zur Anlockung 
des andern Geschlechtes dienen. Es ist leicht zu beobachten 
und schon längst bekannt, daß die Elytra (Vorderflügel) 
als Zirporgane dienen und zwar in der Weise, daß sie bei 
den Achetiden und Tettigoniiden aneinander gerieben werden, 
während die Acrididen durch Reiben der Hinterschenkel 
an den Elytren jene Töne erzeugen. 

Gewisse Feldheuschrecken sind aber außerdem noch 
fähig andere Laute hervorzubringen. Es handelt sich hier 
um die Schnarrheuschrecken. Dieser Name bezeichnet 
durchaus keine systematische Gruppe; vielmehr finden 
sich Schnarrheuschrecken in allen Familien der Acridoideen. 
Andererseits sind von nahe verwandten Arten derselben 



*) Bei wenigen Arten auch die Weibchen, z. B. bei Ephippiger spp. 
Stett. entomol, Zeit. 1908. 



113 

Gattung die einen oft imstande zu schnarren, die andern 
nicht. So müssen wir z. B. den Omocestus miniatus oder 
die Arcyptera fusca den Schnarrheuschrecken zuzählen, 
während ihre nächsten Verwandten, Omocestus lineatus 
resp. Arcyptera brevipennis, nicht dazu gehören. 

Während das Zirpen nur beim Sitzen oder Kriechen 
möghch ist, geschieht das Schnarren meist beim Fhegen. 
Wenn es dennoch beim Sitzen stattfindet, so wird dies 
nur dadurch möghch, daß das Tier rasche Flügelschläge 
macht, als ob es fliegen wollte; dies habe ich öfter bei Omo- 
cestus miniatus beobachtet. 

Bei allen schnarrenden Formen ist im Bau der Hinter- 
fiügel eine auffallende Konvergenzerscheinung zu bemerken, 
durch die eben die Möglichkeit, solche Töne hervorzubringen, 
geboten wird. Die vorderen Längsadern sind kräftig, oft 
auffallend verdickt und dienen jedenfalls zur Hervorbringung 
des Geräusches. Die Längsfelder zwischen ihnen sind sehr 
breit und von regelmäßigen, parallelen Queradern gestützt. 
Ihre x\ufgabe ist ohne Zweifel, durch Resonanz den Ton 
zu verstärken. 

Die umstehenden Abbildungen zeigen Vertreter ver- 
schiedener Feldheuschreckengruppen, welche wir nach dem 
Bau der Hinterflügel als Schnarrheuschrecken bezeichnen 
müssen. Von den abgebildeten Arten habe ich selbst das 
Schnarren bei Omocestus miniatus, Stauroderus morio und 
Arcyptera fusca beobachtet; auch von Bryodema tuherculata 
ist es ja allgemein bekannt und wurde bei dieser Art schon 
von Pallas darauf hingewiesen. Das Geäder der Hinter- 
flügel stellt auch bei Colpolopha Burmeistcri und bei Hyalop- 
teryx rufipe^inis außer allen Zweifel, daß diese Arten die 
Fähigkeit zu schnarren besitzen. Von allen hat das (^ der 
letztgenannten Art die höchste Spezialisation der Hinter- 
flügel erreicht, wie mit einem Blick zu sehen ist. 

Bei allen Formen ist die Media der Hinterflügel im 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 8 



114 

Basalteile mit dem Radius gänzlich verschmolzen. Bei 
Colpolopha trennt sie sich von ihm noch bevor sie sich in 




Vorder- und Iliiitcrfliigel vcrschiedeuer Schnarrheiischrecken. Fig. 1. Colpo- 
lopha Burmeisteri, Weibchen aus Siu-iuam. (Fam. Locustidae; Hinterflügel im 
Basaltcile blau, sodann mit rauchiger Bogenbinde, im Apikalteile bräunlich). — 
Fig. 2. Areyptera fusca, Männchen aus Savoyen. (Fam. Ac-rididae; Hinterllügel 
schwarz). — F i g. 3. Bryodenia tuberculata, Männchen aus üdenburg. (Fam. 
Oedipodidae; Hinterflügcl im Basalteile rot, sodann mit rauchiger Bogenbinde, 
im Apikalteile glasig). — Fig. 4. Hjalopteryx riifipennis, Weibchen aiis Rio 
Grande do Sul. (Fam. Acrhlidae; Hinterflügel vorn braun, Analfächer rot). — 
Fig. 5. Desgl. Männchen. (Hinterflügel ebenso gefärbt; Resonanzfeld glashcll) . 
— F i g. 6. Omoeestiis niiniatus, Männchen aus Niederösterreich. (Fam. Acrl- 
didae; Hinterflügel dunkelbraun). — Fig. 7. Desarl. Weibchen vom Mte. Mag- 
giore. (Hinterflügel bräunüch). — F i g. 8. Staiiroderus morio, Männchen vom 
Mte. Maggiore. (Fam. Acrididae; Hinterflügel schwarz). — Fig. 9. Desgl. Weib- 
chen. (Hinterflügel dunkelbraun). — Alle Figuren sind etwas vergrößert; die 
Originalexemplare befinden sich in meiner Sammlung. 



Stett. entomol. Zeit. 15 



. 115 

ihre zwei Äste spaltet. Bei andern Arten geht jeder der 
beiden Zweige direkt vom Radius aus, so daß man geneigt 
wäre, den zweiten schon dem Radii sektor zuzurechnen. 
Bei Psophus stridulus, der in der einheimischen Fauna 
als Schnarrheuschrecke wohl in erster Linie in Betracht 
kommt und dessen Abbildung und eingehende Besprechung 
des Geäders hier ihren Platz finden müßte, wenn ich sie 
nicht vor nicht langer Zeit in dieser Zeitschrift schon ge- 
geben hätte*), weshalb ich hier dahin verweise, um mich 
nicht zu wiederholen, bei dieser Spezies also habe ich selbst 
(1. c.) diese Deutung akzeptiert, der zufolge wir eine ein- 
ästige Media und einen langen wohlentwickelten Sektor 
vor uns hätten. Rein morphologisch läßt sich die Frage 
allerdings nicht entscheiden; doch machen es vergleichende 
Untersuchungen des Flügelgeäders der verschiedenen Acri- 
doideengruppen wahrscheinlicher, daß beide Äste der Media 
zuzuzählen sind und erst der kurze, schwach entwickelte 
Zweig in der Nähe der Spitze als Sektor zu deuten ist. 

Indem nun einerseits die Media also ganz an den Radius 
heranrückt und mit ihm teilweise verschmilzt, wird anderer- 
seits bei manchen schnarrenden Arten der Cubitus weit 
nach rückwärts gedrängt, bis zur ersten Falte des Anal- 
fächers. Auf diese Weise entsteht z. B. bei Omoceshis miniahis 
oder bei Stauroderus morio zwischen Radius und Media 
einerseits und Cubitus und Analfächer andererseits ein 
breites Feld, welches ohne Zweifel wesentlich zur Ver- 
stärkung des Tones durch Resonanz beiträgt. 

Am schwierigsten ist die Deutung der Adern beim 
(^ von Hyalopteryx und wäre wohl ganz und gar unmöglich, 
wenn sich nicht durch Vergleich mit dem $ gewisse Ge- 
sichtspunkte gewinnen ließen. Costa, Subcosta und Radius 



*) Über eine Mißbildung des Hinterflügels bei Psophus stridulus. 
Diese Zeitschr. Mai 1907. 



Stett. entoinol. Zeit. 1908. 



116 

laufen dicht hintereinander und zueinander parallel. Der 
Radii sektor ist nicht nachweisbar*). Kurz vor der Mitte 
geht vom Radius die einfache Media aus (beim $ 
ist sie gegabelt) und verläuft ebenfalls parallel zum Radius. 
Alle vier Adern sind ungefähr von der Mitte an auffallend 
stark verdickt. Der Cubitus zieht im Basalteile in einem 
Bogen nach vorn und vereinigt sich noch vor der Mitte 
mit der Media. Auf diese Weise wird hier wieder hinter 
der Media ein breites Feld zur Verstärkung der Töne er- 
zielt. Aber der Unterschied von Omocesius ist trotzdem 
ein bedeutender: dort liegt dieses Feld vor dem Cubitus 
(wie aus dessen Verlauf an der Basis deutlich ersichtlich 
ist), bei Hyaloptcryx dagegen hinter demselben. Nach rück- 
wärts wird es hier durch eine kräftige Ader begrenzt, die 
durch Verschmelzung zweier Analadern entstanden ist und 
auch dem $ nicht fehlt. 

Eine ebenso eingehende Besprechung des Geäders der 
Vorderflügel muß ich mir hier versagen. Übrigens sind 
die Elytra bei den verschiedenen Schnarrheuschrecken 
sehr verschieden gebildet und bieten wenig merkwürdiges; 
es genügt also, wenn ich auf die Abbildungen verweise. 
Bei den (^(^ der zirpenden Arten sind sie natürlich dem- 
entsprechend umgebildet und dienen dann bei manchen, 
z. B. Staurodcrus morio, vielleicht auch zur Verstärkimg 
der Schnarrtöne. 

Was den Zweck des Schnarrens betrifft, so lasse ich 
es dahingestellt, ob dasselbe im Geschlechtsleben eine Rolle 
spielt, oder, wie Krauss wih, als Abschreckungsmittel dienen 
soll; jedenfalls sind bei allen schnarrenden Formen die 
Hinterflügel auffallend gefärbt (rot, blau, schwarz usw.). 

Ich trete nun an die Beantwortung der wichtigsten 
Frage, die bis jetzt noch immer ungelöst geblieben ist, 

*) Dies und das folgende gilt nur voin i\Iännclien, Avie auch aus den 
Abbildungen ersichtlich ist. 
Stett. cutomol. Zeit. 1908. 



117 

nämlich wie das Schnarren von den Heuschrecken hervor- 
gebracht wird. Diese Frage läßt sich direkt durch einfache 
Beobachtung nicht beantworten, da die Bewegungen zu 
schnell vor sich gehen, als daß man sie mit dem Auge ver- 
folgen könnte. 

Es standen sich daher bis jetzt drei Ansichten gegen- 
über, die ich schon in der Bearbeitung der zentralchine- 
sischen Orthopteren aus Lantschou und vom Hankiang 
(Coli. Filchner des Kgl. Berliner Museums für Naturkunde) 
angeführt habe; doch lag mir damals noch kein Tatsachen- 
material vor und ich konnte mich daher keiner anschließen 
und keine widerlegen. 

Pantel behauptet, daß bei den Tmethiten das Schnarren 
durch Anlegen der Älitteltibien an die Unterseite der Hinter- 
flügel erzeugt wird. Doch finden sich die Zähnchen, mit 
denen die Mittelbeine oben besetzt sind bei andern Schnarr- 
heuschrecken nicht; vielmehr sind z. B. bei Psophus oder 
Bryodema die Kiele der Schenkel und Tibien glatt. Nach- 
dem nun aber doch mit größter Wahrscheinlichkeit an- 
zunehmen ist, daß das Schnarren bei allen Formen auf 
gleiche Weise geschieht, so dürfte es sich bei den Tme- 
thiten wohl um eine zufällige Struktur der Beine handeln, 
die mit der Hervorbringung von Tönen nichts zu tun hat. 
Übrigens ist Pantels Ansicht psychologisch leicht zu ver- 
stehen: sie wurde durch das Reiben der Hinterbeine an 
den Elytren beim Zirpen nahegelegt. Was die Tmethiten 
betrifft, konnte ich für diese Gruppe ihre Unrichtigkeit 
allerdings nicht nachweisen, da mir lebende Vertreter der- 
selben bei meinen Experimenten nicht zur Verfügung standen. 

Eine andere Ansicht läßt die Schnarrtöne durch Rei- 
bung der verdickten Adern der Hinterflügel an den Elytren 
entstehen. Dies gibt z. B. Brunner und Redtenbacher für 
Psophus stridulus an, Tümpel (,, Geradflügler Mitteleuropas") 
für Stauroderus morio. Diese Annahme hatte schon mehr 

Stett. entoniol. Zeit. 1908. 



118 

für sicli, wenn auch die auffallende Verscliiedenheit im 
Bau der Elytra bei den verschiedenen Spezies von Schnarr- 
heuschrecken dagegen sprach. 

Noch andere Forscher endlich nehmen an, daß die 
Geräusche nur mit Hilfe der Hinterflügel hervorgebracht 
werden. Diese Ansicht gibt z. B. Tümpel (1. c.) bei allen 
einheimischen Schnarrheuschrecken wieder, außer bei Staii- 
Aoderus morio. Sollten bei dieser Spezies die Vorderflügel 
zum Schnarren wirklich notwendig sein, so bleibt es aber 
noch dahin gestellt, ob sie niclit bloß zur Verstärkung des 
Tones durch Resonanz dienen. Morio ist nämlich eine 
zirpende Art und gerade bei ihm sind die Elytra im Dienste 
dieser Funktion auffallend hoch spezialisiert. 

Es handelte sich mir nun darum, durch geeignete Ex- 
perimente festzustellen, welche von den drei angeführten 
Ansichten die richtige ist. Das Resultat meiner Unter- 
suchungen war, wie ich hier gleich vorweg nehmen will, 
daß die Hinterflügel allein imstande sind, die schnarrenden 
Töne zu erzeugen. 

Als Versuchsobjekte verwendete ich zunächst die beiden 
am leichtesten zu beschaffenden Arten, Psophus stridulus 
und Arcyptcra fiisca. Von jeder Spezies wurden lo ,^(^ 
am 28. 7. 1907 auf der Rohrerwiese beim Hermannskogel 
gefangen. Ich brachte sie in Papierrollen nach Hause und 
stellte tags darauf auf der Türkenschanze meine \'crsuche 
an. Ich wählte die Zeit kurz nach Mittag, damit die Exem- 
plare möglichst lebhaft wären. 

Zunächst wurden einem Arcyptcra-(^ die beiden Mittel- 
beine abgeschnitten und ich veranlaßte es zum Fliegen. 
Das gewohnte Geräusch war zu hören. Nun schnitt ich 
demselben Individuum auch die Elytra ab. Das Geräusch 
blieb wie zuvor. Zur Kontrolle ließ ich einige unverletzte 
Exemplare fliegen. Sie schnarrten genau so wie das operierte. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



UG 

Derselbe Versuch wurde noch mit einem zweiten Indi- 
viduum angestellt und das Resultat war dasselbe. 

Nun nahm ich Psophus vor. Einem Exemplar wurden 
die Mittelbeine amputiert. Losgelassen flog es in weitem 
Bogen schnarrend davon. Nach Entfernung der Elytra 
zeigte sich eine deutliche Abnahme der Flugfähigkeit. Das 
Tier flog in kleinerem Bogen; während des Fluges sich 
wieder zu erheben, war ihm unmöglich. Aus diesem Grunde 
dauerte das Schnarren nicht solange wie sonst, war aber 
ebenso laut. Wenn die Mittelbeine nicht entfernt wurden, 
sondern bloß die Elytra, zeigte sich dieselbe Erscheinung. 
Auch bei Psophus ließ ich zum Vergleich nebst Exemplaren, 
denen die Elytra und Mittelbeine abgeschnitten waren, 
auch unverletzte fliegen und konnte im Schnarren, ab- 
gesehen von der Ausdauer des Fluges und damit der Zeit- 
dauer des Geräusches, keinen Unterschied wahrnehmen. 

Aus meinen Versuchen geht mit Gewißheit hervor, 
daß bei diesen beiden Arten die Hinterflügel allein das 
Schnarren hervorbringen. Da ich Vertreter zweier ganz 
verschiedener Gruppen zu meinen Experimenten gewählt 
habe, so ist wohl anzunehmen, daß meine Resultate über- 
haupt für alle Schnarrheuschrecken gelten. 



Stctt. entouiol. Zeit. 1908. 



120 



Cicindela prothymoides n. sp. 

von ^Valtliei* Iflorn, Berlin. 

Capite (et clipeo et genis et fronte), pronoto, abdomine 
nudis; elytris marginem versus iit in Prothyma Odontochilaque 
declivibus coloratisque, immaculatis. 

$ differt a C. Davisoni Oestro $ oculis paullo magis 
distantibus, labro longiore, antice semicirculariter prodiicto, 
imidentato, in medio distinctius (non acute!) carinato, 
antice obscure marginato; fronte pronotoque eodem modo 
sed subtilius sculptis ; huius margine antico medio paullulum 
producto (in illa sp. recte truncato), parte media sulcum 
basalem versus applanata (in illa paullulum declivi) ; elytris 
sine maculis albis, longioribus, parallelioribus, apice totoque 
disco planioribus, ubique densius sculptis, parte marginali 
(subtilius sed vix rarius quam disco sculpta) excepta, quae 
(ut in generibus Prothymae et Odontochilae declivis obscure- 
cyaneoque nitens) rarius quam in illa sp. punctata, serie 
dunctorum majorum juxta-suturalium paullo densiore 
punctisque similibus hinc inde etiam in ceteris elytrorum 
partibus irregulariter dispersis; penultimo palporum maxil- 
larium articulo nigro, penultimo labialium inflato et ex 
parte brunnescente ; pro- et mesosterni partibus lateralibus 
solummodo ad coxas sparsim pilosis (in illa specie nudis), 
metaepisternis totis plus minusve sparsim grosseque punc- 
tato-pilosis, metasterni margine antico anguste et parte 
laterali late et coxarum posticarum dimidia parte exteriore 
similiter punctato-pilosis; femoribus cupreis, hinc indc viridi- 
aeneo tinctis et testaceo indutis; corpore supra obscure 
rufo-cupreo opaco (in C. Davisoni G. minus cupreo, magis 
brunneo) ; elytrorum punctis non viridi-coeruleo-maculatis ut 
in illa sp., sed disco concoloribus ; capite pronotoque clarius 

Stett. entoinol. Zeit. 1908. 



121 

violaceo quam in illa sp. marginatis; genis, prosterni medio, 
abdominis margine (et disco ex parte) laete violaceis, pro- et 
mesoepisternis obsciire aeneis, metasterno toto et abdominis 
disco (ex parte) aeneo-viridi-variegatis; tibiis testaceo- 
brunnescentibus, tarsis brunnescentibus, trochanteribus testa- 
ceis. Long. 8 — q mm (sine labro). 

cJ$; Karkur Ghat, Malabar: a Dom. L. Andrevves 
collecta et ab amico H. E. Andrewes mihi data (typi in 
collectione Andrewesorum et in mea). 

Eine sehr interessante Art, welche mit C. Davisoni*) 
Oestro zusammen eine engere Gruppe bildet, die ihren 
Ursprung direkt von Prothyma-Odontochila-Formen her- 
leitet und zu den Artengruppen C. chloropleura-viridicincta, 
rugosiceps-corticata und tetrastacta Wdm. überleitet (die ich 
in meinem „Index" schon als mit C. germanica verwandt 
angesprochen habe, conf. auch Deutsche Ent. Zeitschrift 
1906 p. 335). Aus dieser Wurzel stammt offenbar der C. 
germanicaStdvava her. C. Davisoni führt dann in ideeller 
Weise von C. prothymoides zu C. Belli, viridilahris, triguttata 
usw. weiter. 

Die Flügeldeckenscheibe ist bei der neuen Art (besonders 
vorn) dichter punktiert als bei C. corticata Putz, (welche 
gleichfalls habituell an C. prothymoides erinnert und mit 
ihr zusammen vorkommt). Die verdickten Lippentaster, 
der durch Färbung und Glanz scharf abgehobene Flügel- 
deckenrand, die Form von Kopf und Halsschild der neuen 
Art zeigen ohne weiteres die Prothyma-Odontochila-dh^rük- 



*) C. Davisoni G. hat den Flügeldeckemand auch ziemlich abschüssig. 
aber nur mäßig glänzend, daher lange nicht so scharf von der Scheibe 
abgehoben. Die Flügeldecken haben annähernd die Form der C. triguttata 
H., die Skulptur ist auf der hinteren Hälfte ungefähr ebenso dicht, auf 
der vorderen dichter (im ganzen also in der Mitte zwischen der von C. 
triguttata und prothijmoides stehend). Die Gesamtfarbe der Oberseite ent- 
spricht etwa der von C. Belli umhropolita m., nur sind die dunklen Wische 
weniger ausgebildet. 

Stett. entomol. Zeit. 19Ü8. 



122 

tere. Die Stirn trägt auf der vScheibe zwei kleine violette 
Makeln. Überall, wo das bräunliche Kupfer der Oberseite 
an blau oder cyan stößt, zeigt sich mehr oder minder ein 
feiner grüner Saum dazwischengeschoben. Die Pronotal- 
furchen sind (ebenso wie die Flügeldeckenpunkte) von der 
Farbe der Scheibe. Die Flügeldeckenskulptur ist auf der 
vorderen Hälfte sehr dicht (wenn auch nicht siebförmig) ; 
nur selten fließen jedoch einmal zwei Punkte zusammen. 
Die großen Grübchenpunkte der Nahtreihe stechen sehr 
hervor, ähnliche Grübchen stehen vereinzelt irregulär in 
variabler Zahl auch auf den übrigen Flügeldecken-Partien. 
Die vier ersten Fühlerglieder sind wie bei C. Davisoni G. 
dunkel ohne deutlichen Metallglanz, das dritte und vierte 
nur sehr schmal (dort breit) distal rötlich gefärbt. 

Das ^ hat (Zufall?) ein helles vorletztes Ghed der 
Lippentaster. Seine Oberlippe ist erheblich kürzer als beim 
$, vorn breit quer abgestutzt und ohne deutlichen Zahn. 



Neue indomalayische Rüsselkäfer, 

vorwiegend aus Madras und Borneo. 

Von Dr. K. 11. Heller. l-r.Mk-n. 

Wit einer Tfifel. 

Anlaß zur folgenden Veröffentlichung neuer Formen, 
aus dem indomalayischen Faunengebiete, gaben mir Be- 
stimmungssendungen, die ich einesteils von Herrn J. H. 
A n d r e w e s in London erhielt und die fast ausschließlich 
die von seinem Neffen H. L e s 1 i e A n d r e w e s im 
westlichen Madras (Nilgiri Hills) gemachten Sammlungen 
umfaßten, anderenteils mir von Herrn Direktor JohnHewite 
zugingen und aus dem Museum in Sarawak herrührten. 

Die Untersuchung dieser Arten führte aber hin und 
wieder dazu, noch andere ähnliche, oder solche von gleicher 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



123 

Herkunft zu vergleichen und zu beschreiben, so \-or allem 
eine Reihe von Arten, die von Herrn J (j h n W a t e r - 
s t r a d t im Gebiete des Kina Balu gesammelt worden 
sind und teils durch die Firmen Dr. Stau.dinger und Bang- 
Haas, Blasewitz, und H. Rolle, Berlin, in den Handel und 
somit auch in die Sammlung des Dresdner Museums ge- 
langt waren. Da auch von den Rüsselkäfern von erst er- 
wähnter Herkunft in dankenswerter Weise von den Herren 
J. H. Andrewes und Direktor Hewite von jeder 
Art mindestens ein, oder zwei Exemplare dem Dresdner 
^Museum überlassen wurden, so sind daselbst alle hier bekannt 
gegebenen Arten in typischen Exemplaren vorhanden. 

Das für die Systematik gewonnene Ergebnis dieser 
Studie mag folgender Überblick ermöglichen : 

Curculionidae adelognathae. 

1. Astycophohiis aurovittatus sp. n. Madras. 

2. Astycophilus ocidatus sp. n. Madras. 

Apocyrtidiiis g. n. 

3. Apocyrtidius chlorophanus sp. n. Borneo. 

4. Episoinns marshalli sp. n. Tonkin. 

5. ,, nilgirirms sp. n. Madras. 

Curculionidae phanerognalhae. 
Synmerides. 

6. Trachodes acutangulus sp. n. Madras. 

7. Styanax continentalis sp. n. JNIadras. 

8. ,, morosus sp. n. Sumatra. 

9. ,, anthracinus sp. n. Sumatra. 

CepiiveUus g. n. 

10. CepiircUiis dajaciis sp. n. Borneo. 

11. Dysccrus andrewesi sp. n. Madras. 

12. ,, sparsus sp. n. Borneo. 

13. ,, lateralis sp. n. Borneo. 

14. ,, cevvinus sp. n. Sumatra. 

15. ,, sparsutus sp. n. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



124 



i6. Nanophyes hellt sp. n. Madras. 

17. Apodcrus indicus sp. n. Madras. 

18. ,, nelligrinus sp. n. Madras, 
ig. ,, nigroacneus sp. n. Borneo. 

20. ,, fcnestratus sp. n. Borneo. 

21. ,, rufobasalis sp. n. Borneo. 

s/)ßc/ywmVollh. = Diatelium spedrum (Vollh.) 
= D. wallacei Pasc. {Scaphidiidael ) 

22. Attclabus [Paramecolohus] ohliquus sp. n. 



j, {Lamprolabus) unijovinis sp. n. u. var. 
geniculatus n. 

ilcides hexamitosus sp. n. Borneo. 

taeniahis sp. n. Madras. 

diadema sp. n. Madras. 

geminus sp. n. Pondicherry. 

impressus sp. n. Pondicherry. 

vinculosus sp. n. Madras. 

molitor sp. n. Madras. 

nocens sp. n. Madras. 

audax sp. n. Madras. 

/flß^ws sp. n. Borneo. 

tapirus sp. n. Borneo. 

crenatidens sp. n. Borneo. 

subvirens sp. n. Borneo. 

morio sp. n. M;idras. 
Desmidophorus saravacanus sp. n. Borneo. 

Cyphomydica g. n. 
Cyphomydica megacalles sp. n. Madras. 
Edatorhinus nanus sp. n. Borneo. 
Nauphaeus nebulosus sp. n. Salomo J. 
Nauphaeus linearis sp. n. Borneo. 
Squamipsichora g. n. 
43. Squamipsichora araneola sp. n. Madras. 

Stett. eatomol. Zeit. 1908. 



23 



125 

44- Omotemnus nanus sp. n. Borneo. 

45. Ommatolampus hewitei sp. n. Borneo. 

46. ,, haemorrhoidalis borneensis subsp. n. 

germari = {dajacus m.). 

47. Poteriophorus stellatus sp. n. Borneo, 
Eugithopus {lugubris Faust) = vittatus Boh. 

48. Cercidocerns prodiodoides sp. n. Borneo. 

49. ,, interruptolineatus sp. n. Borneo. 

50. Rhahdocnemis stillata sp. n. Borneo. 

Astycophobus aurovittatus sp. n. 

Aterrimus, lateribus, elytrorum margine laterali nigro 
excepto, auro-vittatus; rostro latitudine vix longiore, lateribus 
antrorsum subconvergentibus, utrinque carinulato, in medio 
sulcato, capite lateribus margaritaceo-squamosis ; prothorace 
granuloso, linea mediana sulcata ac glauco-viridi-squa- 
mosa; scutello subtransverso, chloro-squamoso ; elytris lati- 
tudine duplo longioribus, tenue punctato-striatis, striis 
ad basin brofundioribus, spatiis planiusculis, scabrosis, 
secundo primo latiore ; corpore subter margaritaceo-, femori- 
bus plus glaucescenti-squamosis. 

Long. tot. 8 (c^)-i3.5 (?)- lat. 2,5 (c?)-5 (?) mm. 

Patria. Madras occidentalis, Nilgiri Hills. 

Die vor den Augen nach unten gebogene Fühlerfurche 
verweisen die Art in die von Faust*) aufgestellte Gattung. 

Erst die Zukunft wird lehren, ob Faust in der Aufteilung 
in Gattungen nicht zu weit gegangen ist, denn schon sein 
Astycophobus crctaceus stimmt inbezug auf das Gattungs- 
merkmal des an der Spitze kaum ausgerandeten Rüssels 
nicht mit griseus Desbr. überein, so daß nur der Verlauf 
der Fühlerfurche und die an der Spitze innen nicht ver- 
breiterten Hinterschienen als Merkmal bestehen bleiben, 
von welchen das letztere auch nur bei direktem Vergleich 

*) conf. Faust, Deutsche Ent. Z. 1897, p. 348. 
Stett. entomol. Zeit. 1908. 



126 

der verschiedenen Gattungsvertreter einigermaßen richtig 
beurteilt werden kann. Im übrigen ist die neue Art, die 
etwas an flavovittatus Fairm. erinnert, leicht kenntlich; 
sie ist tief matt schwarz und zeigt außer einer feinen lachs- 
blauen Beschuppung längs der Halsschildmittellinie, auf 
dem Schildchen und längs des Nahtrandes, so wohl auf 
den Seiten des Halsschildes als auch der Decken eine 
goldige Beschuppung, die auf den Decken in zwei vorn und 
hinten miteinander verbundene Längsstreifen geteilt ist. 
Der sie trennende schwarze Seitenrandstreifen schließt 
die Schulterbeule ein, geht dann über den 6. Streifen als 
feine Linie auf das 6. Spatium über, um dessen ganze Breite 
auszufüllen und endet, sich verjüngend, am 3. Deckenstreifen. 
Der Rüssel ist kaum länger als breit, zeigt eine tiefe Mittel- 
furche vmd 2 Seitenkielchen. Das Halsschild ist breiter 
als lang, hat gerundete Seiten, die größte Breite etwas 
hinter der Mitte und eine grobe dichte, aber gleichmäßige 
Körnung, jedes Korn trägt einen Porenpunkt. Schildchen 
lachsblau beschuppt, fast quadratisch, seine Hinterecken 
verrundet. Flügeldecken fein gestreift-punktiert, die Streifen 
nach der Wurzel zu eingedrückt, ihre Punkte daselbst dichter 
gedrängt, jede an der Spitze einzeln etwas vorgezogen und 
fein grau behaart. L^nterseite perlenartig schimmernd 
weiß, Beine bläulich beschuppt. Vorderschienen innen 
mit einer Reihe spitzer Dörnchen, beim (^ außerdem fein 
und sehr lang bewimpert. 

2. Astycophilus oculatus sp. n. (^, $. 

Astycophilo chincnsi Fairm.*) similis, thorace sub- 
tilius granuloso, oculis plus convexis, scutello latiore, elytris 
spatiis granulosis etc. differt. Niger, elytris plus minusve 
laete viridi-squamosis ac sulphureo-pruinosis, dorso macu- 
laque triangulari, laterali, supra segmentum primum ab- 



*) Ann. Soc. Ent. France 1889, p. 51. 
Stett. entomol. Zeit. 1908. 



127 

dominalem, denudatis; rostro latitudine vix, aut paullo 
longiore, ut capite crebre ruguloso-punctato, sulco mediano 
in medio dilatato; prothorace globoso, in $ fere sphaerico, 
basi acute marginato, crebre subtiliterque granuloso; elytris 
punctato-striatis, striis etiam ad basin spatiis angustioribus, 
punctis minutis in elytrornm dimidia parte basali carinulis 
transversis separatis, spatiis distincte irreguläre pluri-seriato- 
granulosis ; corpore subter albido-squamoso ac remote sericeo- 
setoso; femoribus anticis incrassatis, tibiis anticis margine 
interno remote denticulatis. 

Long. 9 — 14, lat. 3 — 4,5 mm. 

Patria. Madras occidentalis, Nilgiri Hills, Ouchterlony 
Valley, VI, VII, altitudine 2500 — 3500 ped. 

Schwarz, an den Seiten mehr oder weniger hellgrün 
beschuppt und schwefelgelb bestäubt, auf dem Rücken 
schwärzlich, oder nur hie und da in den Punktstreifen gelb- 
lich, dort wo die Schenkel die Flügeldecken streifen eine 
dreieckige, schwarze, kahle Makel. Rüssel nicht, oder nur 
wenig länger als breit, die Mittelfurche in der Mitte ver- 
breitert. Kopf fein runzelig-punktiert. Zweites Glied der 
Fühlergeißel länger als das erste, 3. — 6. Glied kurz elliptisch, 
wenig länger als dick, Keule weniger spitz wie bei A . chinensis 
Fairm. x\ugen kugelig gewölbt, ihr Scheitelpunkt, die Kopf- 
seiten fast um die Breite der Vorderschienen überragend. 
Halsschild kugelig, wenig länger als breit, oder so lang wie 
breit, dicht und fein gekörnelt, jedes Körnchen mit einem 
nach vorn gerichtetem Börstchen, Basalrand fadenförmig 
erhaben. Flügeldecken parallelseitig, punktiert-gestreift, 
die Streifen überall viel schmäler als die Spatien, ihre Punkte 
sehr fein und auf der Basalhälfte der Decken durch ein 
feines Querleistchen getrennt. Spatien dicht gekörnelt 
(bei chinensis Fairm. glatt). Unterseite graulich weiß be- 
schuppt mit zerstreuten, gebogenen, weißen Härchen, Seiten 
der Brust und Schenkel an der Oberseite zuweilen mit 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



grünlichen Schüppchen, meist aber bis auf die feine zer- 
streute Behaarung abgerieben, schwarz. 

Außerdem gehören in diese von Faust in der Deut- 
schen Ent. Zeitschrift p. 348 errichteten Gattung chryso- 
chlorus Wied., flavovittatus Pasc. ( = IV-virgatus Desbr.) 
und chinensis Fairm. 

Apocyrtidius g. n. 
Genere Apocyrtes Erichs, affinis. sed antennarum scapus 
ut in genere Pachynhyncho Germ, brevis. Ocuh globosi, 
supra profunde circumfurcati. Sutura episternahs meta- 
thoracis tota conspicua. Stria nona elytrorum basi haud 
sulcata. Femora clavata, abdomine distincte superantia. 
Tibiae haud compressae, anticae margine interno remote 
seriato-denticulatae. 

Die drei nahe verwandten Gattungen der Pachyrrhyn- 
chidae lassen sich demnach wie folgt unterscheiden : 

a^ Fühlerschaft kurz, den Thoraxvorderrand nicht 

erreichend, 
b^ Episternalnaht der Hinterbrust der ganzen Länge 

nach deutlich, 
c^. Augen flach, Schienen mehr oder weniger kompress. 
Pachyrrhynchus Germ. 

c. Augen halbkugelig, am Oberrand tief umfurcht, 
Schienen nicht kompress Apocyrtidius g. n. 

b. Episternalnaht der Hinterbrust nur vorn deutlich, 
im übrigen Teil verstrichen. 

d^. Fühlerschaft den Hinterrand der Augen nicht 
erreichend, Augen vorgequollen. Schienen mehr 
oder weniger kompreß, neunter Deckenstreifen an 
der Wurzel furchenartig vertieft . . . Pantorhytes Faust. 

d. Fühlerschaft den Hinterrand des Auges erreichend, 
oder etwas überragend, Augen flach, i. und 2. Geißel- 
glied verlängert. Schienen nicht kompreß 

Sphenomorpha Behrens. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



129 

a. Fühlerschaft den Vorderrand des Halsschildes er- 
reichend, Episternalnaht der Hinterbrust nur vorn 
deutlich, i. und 2. Geißelglied verlängert. Schienen 
nicht kompreß Apocyrtus Erichs. 

3- Apocyrtidius chlorophanus sp. n. 

Niger, pedibus, tarsis femoribusque, apice nigris exceptis, 
sanguineis, elytris maculis chlorophanis, magnitudine diversa, 
irregulariter adspersis, in seriebus duabus, una mediana, 
altera anteapicali, indistincte ordinatis; rosto dorso fovea, 
ante apicem et ad basin profunde transverso-sulcato, ut 
fronte parce chloro-squamoso ; antennis robustis, funiculi 
articulis ab secundo transverso-moniliformibus ; prothorace 
longitudine latiore, sphaerico, squamuhs parcis chlorophanis 
subcruciatim ordinatis; elytris breviter ovatis, convexis, 
seriato-punctatis, spatiis ut sutura subtilissime remoteque 
seriatim albo-setosis ; corpore subter chlorophano-squamoso, 
abdomine in parte mediano nigro, glabro. 

Long. tot. II (c^)— 13 (?). lat. 4—5 mm. 

Patria. Borneo, mons Kina Balu, J. Waterstradt legit. 

Schwarz, mit hellgrünen Schuppenmakeln, Beine rot, 
Schenkelspitzen und Tarsen schwarz. Gestalt ungefähr 
wie die von Pachyrrhynchus monilifer Genn., das Hals- 
schild jedoch relativ schmäler, die Decken des Männchens 
gestreckter elliptisch. Rüssel 1^4 mal so lang wie breit' 
über der Fühlerinsertion mit einer tiefen Querfurche, in 
der Mitte zwischen dieser und dem Augenvorderrand eine 
zweite, etwas stumpfwinkelig geknickte Querfurche, Rüssel- 
rücken zwischen den zwei Querfurchen mit länglich vier- 
eckigem, tiefen Eindruck und so wie die Stirn sparsam mit 
grünen Schüppchen bedeckt. Fühler fein und sparsam 
weißlich behaart, das erste Geißelglied doppelt so lang 
wie breit, die folgenden kugelig, vom dritten ab leicht quer, 
Keule oval, doppelt so lang wie dick. Augen halbkugelig, 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 9 



130 

am Oberrand sehr tief umfurcht. Halsschild kugelig, leicht 
quer, seine größte Breite etwas vor der Mitte, an den Seiten, 
am Vorderrand ein Querstreifen, in der Mitte und die Mittel- 
linie sparsam grün beschuppt. Flügeldecken eiförmig, 
gewölbt, die Punktstreifen nur an der Spitze etwas ein- 
gedrückt, unregelmäßig mit größeren und kleineren grünen 
Punktmakeln bedeckt, die sich in der Deckenmitte, zu- 
weilen auch vor der Deckenspitze zu einer undeutlichen 
Querlinie anordnen; an der Wurzel des zweiten Spatiums 
scheint ein größerer grüner Punkt stets vorhanden zu sein. 
Spatien, namentlich im Spitzenteil, mit entfernt gereihten, 
feinen weißlichen Härchen, ebenso die Beine sparsam weiß 
behaart. Unterseite mäßig dicht grün beschuppt, der mittlere 
Teil des Hinterleibes glatt, schwarz. 

4. Episomus marshalli sp. n. 

Fuscescenti-squamosus, capite thoraceque lateribus macu- 
laque subquadrata humerali in elytrorum dimidia parte 
basali, ad latera continuata, albido-squamosis, fascia post- 
mediana obscuriore fusca; rostro quadrato, E. rauco Faust 
simile furcato; prothorace basi bisinuato, sulco mediano 
ante abbreviato; scutello distincto, obovato; elytris breviter 
ovatis, sutura spatio secundo quartoque subcostatis, humeris 
spatioque nono supra metasternum subcallosis; corpore 
subter plus minusve fuscescenti, femoribus apice albo- 
squamosis. 

Long. 16 — 18, lat. 5 — 6 mm. 

Patria. Tonkin, montes Mauson, IV. — V. altitudine 
2 — 3000 ped. H. Fruhstorfer legit. 

Da der Deckenseitenrand bei dieser Art von der Wurzel 
ab blaß rostbraun gefärbt ist, würde sie nach Fausts Ta- 
belle (Horae Soc. Ent. Ross. XXXI, 1897, p. go — 201) in die 
fimbriaius-GTuppe zu stellen sein. Die höckerartigen Beulen 
an den Schultern und an der Wurzel des 9. Spatiums hat 

Stctt. entomol. Zeit. 190S. 



131 

sie nur mit humer alis Chevr. gemein, dem sie im übrigen 
jedoch wenig ähnelt. Sie ist allein schon durch die Färbung 
von allen anderen Arten der Gattung zu unterscheiden, indem 
diese vorherrschend nußbraun, an den Kopf- und Hals- 
schildseiten, so wie an der Deckenwurzel, nach innen bis 
zum 2. Punktstreifen weiß ist, so daß sich die braune Dorsal- 
färbung des Halsschildes streifenartig auf die Decken fort- 
setzt. Die weiße Beschuppung der vorderen äußeren Decken- 
hälfte setzt sich hinter der Mitte in Form einer verwaschenen 
Querbinde über die Naht hin fort und wird am Hinter- 
rande von einer dunkelbraunen wellig gebogenen Quer- 
binde begrenzt. Form und Skulptur des Rüssels der von 
E. raucus sehr ähnlich. Erstes und zweites Geißelglied 
gleich lang, das dritte quadratisch, die folgenden quer, an 
Länge abnehmend, das siebente konisch, in der Spitzen- 
hälfte schwarz. Das grob runzelige Halsschild etwas quer, 
mit einer vorn abgekürzten Mittelfurche. Schildchen ver- 
kehrt eiförmig. Flügeldecken bei der Seitenansicht fast 
halbkreisförmig gewölbt, an der Wurzel niedergedrückt, 
die geraden Seiten nach hinten zu divergierend, ihre größte 
Breite hinter der Mitte, die Naht und das 2. und 4. Spatium 
rippenartig gewölbt, mit gelblich braunen größeren Schüpp- 
chen sparsam besetzt. Unterseite so wie der Deckenrand 
hellbraun, die Schenkelspitzen weißlich beschuppt. 

Die Art ist dem ausgezeichneten Kenner afrikanischer 
Curculioniden, Herrn Guy R. K. Marshall, gewidmet. 

5. Episomus nilgirinus sp. n. 

Episomo aemulo Faust parum affinis, dorso, limbo 
externo elytrorum femoribusque in dimidia parte basali 
pallide fusco-brunneis (in $ pallidioribus), lateribus, in 
medio lobatim düatatis, maculaque ante declivilatim pallide 
subvirescentibus ; rostro longitudine latitudine aequali, fronte 
post oculos transversim paullo impressa, sulco mediane 

Stett. entomol, Zeit. 1908. 9* 



132 

inter oculos et ad apicem foveolatim dilatato; antennis 
funiculi articulo tertio latitudine longiore, 6 " quadrato, 
prothorace basi vix. bisinuato, dorso vittis duabus indistinctis 
pallidioribus ; scutello rotundato, antice sutura haudincluso; 
elytris striato-punctatis, spatiis in disco pimctis aeqiiilatis, 
punctis compluribus in fundo maculaque ante declivitatcm 
plus minusve roseo- aut vinaceo-squamosis ; corpore subter 
viridi-, lateribus plus vinaceo-squamosis; mesosterno inter 
coxas intermedias, in parte anteriore, tuberculato-declivi ; 
femoribus in dimidia parte basali fumatis; maris tibiis 
posticis apice in fronte processu laminiforme armatis. 

Long. 15 {S)-i7 (?), lat. 5-5 iS)-? (?) mm. 

Patria. Madras, occidentalis, Nilgiri Hills, Ouchterlony 
Valley, VI. — VIII., altitudine 2500 — 3000 ped. 

Eine mit acmulus Faust etwas verwandte Art, das 
Halsschild an der Basis sehr schwach zweibuchtig, Meso- 
sternum ähnlich wie bei exaratus Faust, vor den Mittel- 
hüften höckerartig abgesetzt. Rüssel so lang wie breit, 
Dorsalfurche zwischen den Augen und an der Spitze grübchen- 
artig erweitert, Stirn hinter den Augen leicht quer einge- 
drückt. Drittes Glied der Fühlergeißel etwas länger, 6. so 
lang wie breit. Halsschild querrunzelig, beiderseits der 
zwei mittleren Längsleisten heller beschuppt. Schildchen 
rund, vorn nicht von der Naht umschlossen. Flügeldecken 
gereiht-punktiert, die Zwischenräume kaum breiter als 
die etwas flachen, runden Punkte und im Spitzendrittel 
etwas gewölbt, Punkte hie und da auf dem Grunde mit 
perlmutterartig rosa und grünlich schillernden Schuppen 
(am deutlichsten an der Wurzel des Nahtstreifens), so daß 
die oberseits bräunlich, nach der Spitze zu verwaschen 
angehauchten Decken sparsam hell gereiht-punktiert er- 
scheinen. Seiten der Decken mit hellgrüner, weinrot schil- 
lernder, in der Mitte nach innen zu lappenartig erweiterter 
Beschuppung, Deckenrand vom äußersten Punktstreifen 
ab, fast der ganzen Ausdehnung nach bräunlich, vor der 

Stett. eiitoiiiol. Zeit. 19ÜS. 



133 

Abschrägung jede Decke auf dem i. (oder auf dem i. und 
2. Spatium) mit einer hell beschuppten ^lakel. Unterseite 
in der Mittellinie grünlich, nach den Seiten zu. sowie die 
Schenkel in der Basalhälfte bräunhch rosa schimmernd. 

6. Trachodes acutangulus sp. n. Taf. I Fig. i. 

Niger, pallide ochraceo-, partim fuscescenti-squamosus, 
thorace elytrisque fasciculato-tuberculatis ; rostro thorace 
vix longiore, in dimidia parte apicale subtiliter punctato, 
linea dorsali laevi, in dimidia parte basali squamoso; an- 
tennis rufescentibus, funiculi ariticulo secundo primo lon- 
giore ac tenuiore; oculis squamulis superciharibus circiter 
sex erectis; prothorace transverso, lateribus ante medium 
rotundatis, in dimidia parte basali sinuatis, angulis posticis 
acute productis, elytris incumbentibus, margine basali 
in medio impresso, utrinque pone lineam medianam. tuber- 
culis remote seriatis tres, praetera utrinque pone tuber- 
culum medianum altero antemediano; elytris thorace paullo 
latioribus, punctato-striatis, dimidia basali fuscescenti, re- 
liquis pallide ochraceo-squamosis, macula laterali. ante 
apicali, nigra, sutura squamulis majoribus erectis, remote- 
seriatis, spatio secundo quartoque tubercuhs fasciculatis 
tres, in sexto duobus minoribus; femoribus tibiisque annulo 
mediano fusco. 

Long. 5—5.5, lat. 2,3—2.5 mm. 

Patria. Madras occidentalis, Nilgiri Hills, Beating, 
altitudine 6000 ped.. communis. 

Trotz der auffallenden Halsschildbildung und trotzdem 
die Gattung Trachodes bisher von Indien noch nicht nach- 
gewiesen ist, stehe ich nicht an, diese neue Art vorläufig 
zu dieser Gattung zu stellen, so gut stimmt sie in allen 
^Merkmalen mit dieser überein. Sie ist von allen bisher 
bekannten die größte, schwarz, dicht lehmgelb, die v^ordere 
Deckenhälfte so wie ein Ring um die Mitte der Schenkel 

Stett. entomol. Zeit. 190S. 



134 

und Schienen mehr bräunhch beschuppt. Rüssel röthch- 
braun, m der Apikaihälfte fein zerstreut-punktiert mit 
glatter Rückenlinie, in der Basalhälfte mit feiner Mittel- 
leiste und lehmgelb beschuppt, einige entfernt gereihte 
Schüppchen größer und aufgerichtet. Fühler rötlich, das 
2. Geißelglied länger und schlanker als das i., die 3 folgenden 
untereinander ziemlich gleich lang, kurz oval, die letzten 
2 wenig an Größe zunehmend, Keule so lang wie die 3 vor- 
hergehenden Geißelglieder zusammengenommen. Augen 
am Oberrande mit 6 — 7 aufgerichteten langen Schüppchen. 
Halsschild quer, mit Augenlappen, Seitenrand vorn ge- 
rundet, in der unteren Hälfte tief bogenartig ausgeschweift, 
die Hinterecken lang und spitz vorgezogen, den Decken 
aufliegend, beiderseits der etwas gebräunten Mittellinie 
mit je einer Reihe von 3 Schuppenhöckern und außerdem noch 
mit einem beiderseits vor dem mittleren Höcker, im ganzen 
also 8. Halsschildbasis in der Mitte eingedrückt, beiderseits 
ausgebuchtet. Schildchen unsichtbar. Decken etwas länger 
als breit, ihre Seiten in den basalen zwei Dritteln ziemlich 
parallel, dann konvergierend und an der Spitze breit ab- 
gestutzt, punktiert-gestreift, das 2. und 4. Spatium mit 
je 3 entfernten Schuppenhöckern, von welchen, die auf 
dem 4. Spatium, der i. gegen den auf dem 2. Spatium etwas 
nach hinten, die anderen 2 nach vorn gerückt erscheinen, 
6. Spatium in der Mitte mit zwei kleinen Höckern in der 
Mitte. Naht mit entfernt gereihten, großen, abstehenden 
Schuppen, ein kleiner Fleck im ersten Viertel schwärzlich. 
Schenkel mit feinem, etwas fleckenartig aufgelöstem. Schienen 
mit breitem braunen Querring in der Mitte, ebenso ihre 
Spitze braun. 

7. Styanax continentalis sp. n. 
Oblongus, aterrimus; rostro crebre ruguloso-. capite 
confertim punctato; prothorace basi truncato, subtrans- 

Stett. eutomol. Zeit. 1908. 



135 

verso, angulis posticis subobtusis, maxima latitudine in 
medio, confertim granoso, granulis setuligeris; scutello 
subrotundato ; elytris latitudine sesqui longioribus, striato- 
punctatis, spatiis punctis paullo latioribus ac minutissime 
seriato-granulosis, secundo quartoque tuberculis 4 — 5 remote 
seriatis, tuberculo basali in spatio secundo elliptico ac granu- 
loso, Stria quarta quintoque basi intrusis ; femoribus tibiisque 
rüde punctatis, inermibus, tibiis anticis ante medium paullo 
dilatatis. 

Long. 9, lat. 4 mm. 

Patria. Madras occidentalis, Nilgiris, Naduvatam, 
W. Rowson (Entomologist to Govt. of India) leg. V. 1904. 

8. Styanax morosus sp. n. 

Elongatus, aterrimus; rostro rüde ruguloso-punctato, 
linea mediana laevi, inter antennas foveolata ; prothorace 
subtransverso, lateribus in dimidia parte basali parallelis, 
angulis posticis acutis, basi bisinuato, confertim (moro 
instar) granuloso; elytris latitudine duplo longioribus, basi, 
praesertim spatio quinto, obtusangulatim productis, striato- 
punctatis, punctis ad latera oblongis, spatiis latioribus, 
spatiis irregulariter uniseriatim granulosis, spatio secundo 
ad basin tuberculo oblongo, granuloso, apicem versus tuber- 
culis minutis. remotis, circiter tres, spatio quinto apice tuber- 
culo oblongo majore; femoribus anticis dente magno, inter- 
mediis posticisque minutissimo armatis; tibiis anticis ante 
medium ^acute dentatis; femoribus posticis segmento ab- 
dominali secundo vix superantibus. 

Long. tot. 13, lat. 4,5 mm. 

Patria. Insula Sumatra (ex coli. J. Faust). 

9. Styanax anthracinus sp. n. 

Elongatus, aterrimus, rostro utrinque subbicarinulato, 
crebre ruguloso-punctato, in medio foveolato; prothorace 
latitudine longiore, latitudine maxima in medio, angulis 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



136 

posticis subobtusis, crebre granulöse; scutello rotundato, 
ochraceo-piloso ; elytris latitudine diiplo longioribiis, basi 
truncatis, spatio quarto basi denticulato-producto, punctato- 
striatis, spatio secundo quartoque subcostulatis, singulis 
tuberciilis granulosis remotis quinque, maximis spatii secundi 
in basi et quarti in apice; corpore subter confertim punctato, 
parce ochraceo-piloso; femoribus posticis segmenti ab- 
dominalis quarti marginem posticum attingentibus, rüde 
ruguloso-punctatis, anticis dente manifesto, intermediis mi- 
nuto, posticis vix armatis, tibiis anticis margine interno 
seriato-granulosis . 

Long. tot. 14, lat. 5 mm. 

Patria. Insula Sumatra (ex coli. Dr. Richter in coli. 
Faust) . 

Die bisher bekannten Arten, von denen ich carbonana 

Pasc, nur aus der Beschreibung und Abbildung (Journ. 

Linn. Soc. London 1871, p. 165) kenne, lassen sich nach 

folgenden Merkmalen unterscheiden : 

A^ Vorderschenkel bewehrt. 

B^ Hinterschenkel das zweite Bauchsegment nicht 

überragend. 
C^ Flügeldecken nur an der Spitze des 4. Spatiums*) 
m.it einem Tuberkel, an der Spitze schwach aus- 
gerandet, Vorderschienen in der Mitte mit großem 

Zahn. — Sumatra carbonaria Pasc. 

C. Flügeldecken außer an der Spitze des 4. Spatiums 
auch auf dem 2. Spatium an der Basis und zu Be- 
ginn der Deckenabschrägung mit Tuberkeln. Das 
gekörnelte Tuberkel an der Basis ist ganz rand- 
ständig und an der Wurzel am breitesten. Vorder- 
schienen am Innenrande in der Mitte mit spitzem 
Zahn. — Sumatra morosa m. 



*) Pascoe zählt die Naht mit und sagt daher: spatio quinto joostice 
tuberculo instructo. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



137 

B. Hinterschenkel den Hinterrand des 4. Bauchseg- 
mentes erreichend, Decken doppelt so lang wie 
breit, 2. Spatium mit einer Reihe von 5 entfernten, 
gekörnelten Tuberkeln, 4. Spatium mit ungefähr 
ebensoviel kleineren, das letzte Tuberkel aber das 
größte von allen. Vorderschienen am Innenrande 
gekörnelt. — Sumatra anthracina m. 

A. Alle Schenkel unbe wehrt. 

Decken nur i Vo mal so lang wie breit, auf 
dem 2. Spatium mit einer Reihe von Tuberkeln, 
deren größtes länglich und nahe an der Decken- 
wurzel liegt, 4. Spatium mit ungefähr 4 gleich 
großen Tuberkeln. Vorderschienen in der Mitte 
etwas verbreitert. — Madras continentalis m. 

Cepurellus g. n. 
Hyperidarum pvope Cepiirus Schönh. 

Rostum robustum, capite duplo, latitudine circa triplo 
longius. Antennae scapo oculos vix attingente, funiculo 
articulis duabus primis aequilongis, parum elongatis, reliquis 
transversis. Oculi in fronte approximati. Prothorax trans- 
verso-trapezoidalis, lateribus paullo rotundatis, angulis 
posticis acutis. Scutellum minutum, punctiforme. Elytra 
thorace latiora, basi truncata, humeris obtusis, decies- 
striata, sat convexa, lateribus parallelis, margine laterali 
supra episterna metathoracis dilatata. Prosternum post 
coxas anticas haud tuberculatum. 

Die neue Art, auf die diese Gattung errichtet wurde, 
ist nicht nur Cepurus nahe verwandt, sondern ähnelt auch 
sonst ziemlich dem Cepurus capiomonti Faust*) in Größe 
und Fleckenzeichnung, kann aber wegen ihres Rüssels, 
dessen Länge bei der Klassifikation der Hypcridae eine 
wichtige Rolle spielt, nicht in dieselbe Gattung gestellt 



*) Deutsche Ent. Zeit. 1882 p. 268. 
jtett. entomol. Zeit. 1908. 



138 

werden. Neben dem, ähnlich wie bei Chloropholus dreimal 
so langen wie breiten Rüssel, unterscheidet sich CepurcUus 
noch von Cepurus durch schmälere Augen, die z'/a mal 
so hoch als lang sind, ferner durch das sehr kleine punkt- 
förmige Schildchen, durch den über den Seitenstücken 
der Hinterbrust verbreiterten Deckenrand, durch den Mangel 
eines Höckers hinter den Vorderhüften und das stark quer- 
trapezoidale zweite Glied der Hintertarsen. Typus der 
Gattung ist: 

10. Cepurellus dajacus sp. n. 

Ovatus, niger, dense rosaceo-albido, partim pahide 
ochraceo-squamosus, elytris maculis nigr!s irroratis, in 
medio fascia transversa nigra; rostro crebre punctato, dorso 
tricarinato; antennis nigris, albo-setosis; elytris lateribus 
parallelis, punctato-striatis, interstitiis planis; corpore subter 
albido-squamoso, paullo rosaceo lavato. 

Long, (rostr. excl.) 8, lat. 4,5 mm. 

Patria. Borneo, Sarawak, mons Matang III, 1904 
(ex Mus. Sarawak). 

In der Färbung und Gestalt des Halsschildes an Cepurus 
capiomonti Faust erinnernd, die Flügeldecken aber mehr 
gleich breit. Schwarz, dicht weißlich beschuppt, mit ungleich 
großen schwarzen Punktmakeln bedeckt, die sich in der 
Deckenmitte zu einem Querband zusammendrängen. Rüssel- 
rücken mit drei feinen, nach vorn divergierenden Längs- 
leisten. Augen auf der Stirn bis auf Schaftbreite genähert, 
zwischen ihnen ein eingestochenes Pünktchen, von dem 
aus die Schuppen radiär angeordnet sind. Weiße Beschup- 
pung *) des Thorax lehmgelb angeflogen und durch zer- 
streute feine Punkte unterbrochen. Flügeldecken 1 14 mal 



*) Unter dem Mikroskop erweisen sich die landzettförmigen, längs- 
gerieften Schüppchen an der Spitze kurz ausgeschnitten, so daß sie in 
zwei kurze Spitzten enden. 
Stett. entomol. Zeit. 1908. 



139 

so lang wie breit, fein punktiert-gestreift, der Nahtstreifen 
und das zweite Spatium etwas breiter als das von ihnen 
eingeschlossene i. Spatium. Beschuppung vorherrschend 
weißlich, ein verwaschener Längsfleck im ersten Drittel 
auf dem 2. und 3. und 6. bis 8. Spatium, sowie das Spitzen- 
drittel der Decken, der Rand ausgenommen, blaß ocker- 
gelb angehaucht, zerstreut schwarz getüpfelt, die Tupfen 
höchstens von Spatienbreite und in der Deckenmitte zu 
einem bis zum 8. Streifen nach außen reichenden Quer- 
band verdichtet, auch vor der Deckenspitze sind die Tupfen 
makelartig angehäuft. Unterseite dicht rötlich weiß be- 
schuppt, Epimeren der Mittelbrust, sowie die Episternen 
der Hinterbrust und die Schenkel an der keulenartigen 
Verdickung und die Seiten des i. und 2. Bauchsegmentes 
gelblich Übergossen. 

II. Dyscerus*) andrewesi sp. n. Taf. I Fig. 2. 

Oblongus niger, jordani Faust similis, sed angustior, 
variegatim ac parce ferrugineo- et ochraceo-setosus ; rostro 
subquinque-carinulato, interstitiis sat fortiter punctato, 
punctis piligeris, fronte rüde remoteque punctato. inter 
oculos foveola oblonga ; prothorace subtransverso, rüde 
granulo-rugoso, disco carinulato. utrinque ante medium inter 
rugulis profunde sulcato-impresso, lateribus remote granu- 
latis, disco parce, pone lineam medianam densius ochraceo- 
piloso; scutello subtrigono. squamoso; elytris latitudine 
plus duplo longioribus, basi granulosis, striato-punctatis, 
punctis spatiis latioribus, spatio secundo quartoque subco- 
statis, subgranulatis, fascia undulata ante medium, altera 
anteapicali ut macula apicali obsoleta, ochraceo-setulosis; 
femoribus clavatis, in medio glabris, reliquis parce ochraceo 
ac albido pilosis. 

Long, (sine rostro) 14, lat. 5 mm. 

Patria. Madras occidentalis, Nilgiri Hills, 



*) Faust, Ent. Zeit., Stettin 1892, p. 198. 
Stett. entomol. Zeit. 1908. 



140 

Dem Dyscerus jordani Faust (Ent. Zeitung, Stettin 
1896 p. 145) ähnlich, aber relativ schmäler, die Decken auf 
der Scheibe etwas flach gedrückt, die Fühlerkeule von ge- 
wöhnlicher Bildung, höchstens so lang wie die 5 vorher- 
gehenden Geißelglieder zusammengenommen (bei jordani 
ist sie so lang wie bei den 6 vorhergehenden Gliedern). 
Der ebenfalls ähnliche aber kleinere consimilis Faust (Ent. 
Zeit. Stettin 1891 p 277) unterscheidet sich durch die viel 
sparsamere Punktierung des Rüssels, andere Skulptur des 
Halsschildes, das nur in der vorderen Hälfte eine Mittel- 
leiste aufweist, die sehr undeutlich gekörnelten Spatien, die 
gröberen Punkte, die vom 3. Streifen ab im basalen Decken- 
teil viel breiter als die Spatien sind und die fast unpunk- 
tierte Unterseite. Schwarz, sparsam rötlich gelb behaart. 
Rüssel mit 5 undeutlichen glatten Längsstreifen, zwischen 
diesen dicht punktiert. Grübchen zwischen den Augen 
flach. Halsschild der ganzen Länge nach mit Mittelleiste, 
sehr grob gerunzelt, in der vorderen Hälfte beiderseits zwischen 
den schräg nach vorn und außen gerichteten Runzeln sehr 
tief furchenartig eingedrückt, die Runzeln an den Hals- 
schildseiten in Körner übergehend. Flügeldecken mehr als 
doppelt so lang wie breit (9:4 mm), breiter als das Hals- 
schild, oberseits flach gedrückt, gestreift-punktiert, 2. und 
4. Spatium etwas rippenartig vortretend und flach gekörnelt, 
an der Basis die Punkte nicht, von der Mitte ab, breiter als 
die Spatien, Naht entfernt und klein gereiht gekörnelt. Die 
sparsame rötlich gelbe Behaarung wird vor der Deckenmitte 
und an Spitzenabschrägung durch eine wellige hellere, oft 
undeutliche, Querbinde unterbrochen, auch auf dem Spitzen- 
teil ist die Bekleidung heller und bildet an der Spitze des 
I. Spatiums ein Haarzipfel. Seiten der Hinterbrust sehr 
grob punktiert. Abdominalsegmente fast glatt, an den Seiten 
dichter als die übrige Unterseite und makelartig behaart. 
Schenkel im verdickten Teil kahl und fast ganz glatt, nur an 
der Spitze gröber punktiert. 

Stett. eutouiol. Zeit. 190S. 



141 

12. Dyscerus sparsus sp. n. 

Oblongus, aterrimus, squamulis parcis isabellinis macii- 
lisque nonullis niveis adspersus; rostro utrinque bisulcato, 
rüde seriato-punctato, punctis squamuligeris ; antennis parce 
albo-setosis, robustis, funiculi articulis ab tertio submonili- 
formibus; prothorace latitudine paullo longiore sat rüde 
punctato, punctis squamigeris, spatiis oblique rugulosis, disco 
ante medicum subcalloso, margine basali subbiarcuato, ante 
scutellum depressiusculo hie et utrinque prope angulos 
posticos et utrinque in medio punctis albo-squamosis ; 
scutello minuto, albo-squamoso ; elytris thorace latioribus, 
latitudine duplo longioribus, lateribus parallelis, striato- 
punctatis, spatiis in parte apicali subcostatis, punctis spatiis 
fere latioribus, squamis isabellinis gerentibus, singulis maculis 
punctiformibus XI adspersis; corpore subter parce albo- 
squamoso, episternis metathoracis in fronte et in apice, 
segmentis abdominalibus lateribus albo-maculatis; femoribus 
clavatis, parce, tarsis dense albo-setosis. 

Long (rostro excluso) 13, lat. 5 mm. 

Patria. Borneo, Sarawak, mons Penrissen, (ex Mus. 
Sarawak) . 

Die Art erinnert wegen der Makelzeichnung an Ni- 
-phades pardalotus Pasc, ist aber fast doppelt so groß, glänzend 
schwarz, grob punktiert, alle Punkte ein apfelkernförmiges 
gelbliches Schüppchen tragend, außerdem mit weißen Punkt- 
makeln. Rüssel mit 2 Reihen sehr grober Punkte, an den 
Seiten mit drei Längsleisten, von welchen die inneren in der 
Mitte zwischen Auge und Fühlerinsertion zusammenfließen, 
Stirn zwischen den Augen mit Grübchen. Erstes und zweites 
Geißelglied der Fühler gleich lang, die folgenden quer, 
kugelig, das 7. mehr als doppelt so breit wie lang. Hals- 
schild länger als breit, die Seiten in der hinteren Hälfte 
parallel, der Basalrand leicht zweibuchtig, vor der Mitte mit 
kurzer undeutlicher Längsschwiele, ziemlich dicht und grob 
und tief punktiert, die runzeligen Zwischenräume radiär 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



142 

zum Schildchen gerichtet, die Punkte mit gelblichem Schüpp- 
chen, an den Halsschildseiten einige zerstreute größere und 
weiße Schuppen. Eine Punktmakel vor dem Schildchen, 
je eine innerhalb und unterhalb der Halsschildhinterecken, 
eine in der Mitte innerhalb des Seitenrandes und je zwei am 
Außenrande der Vorderhüften weiß. Flügeldecken nicht 
ganz doppelt so lang wie breit (5 : 9 mm) , grob gestreift-punk- 
tiert, die Spatien nur im Spitzendrittel rippenartig gewölbt, 
die Punkte der Streifen undeutlich quadratisch, breiter als 
die Spatien, diese zwischen den Punkten mit flachen Quer- 
runzeln; jede einzelne Decke mit 11 Punktmakeln, die so groß 
wie das rundliche Schildchen und wie dieses weiß beschuppt 
sind und zwar: je eine im 2. Drittel auf dem i. und 7. und im 
I. Drittel auf dem 2. Spatium, je eine kurz vor und eine kurz 
nach der Mitte auf dem 3. und 5. Spatium, eine kurz vor dem 
I. Drittel und an der Spitze des 8. und eine im i. Drittel des 
9. Spatiums. Unterseite glänzend, sehr sparsam mit weißen 
Schuppen bedeckt, von welchen sich die größten an den 
Seiten der Hinterbrust in den groben Narbenpunkten finden. 
An dem vorderen und hinteren Ende der Hinterbrust-Epi- 
sternen und an den Seiten des i. und 2. Bauchsegmentes 
sind die Schuppen zu weißen Makeln verdichtet. Hinter- 
brustin der hinteren Hälfte mit tiefem Längseindruck in der 
Mitte. Die keulenartig -^^erdickten glänzenden Schenkel 
spärlich, die Tarsen dicht weiß behaart. Schienen nicht 
punktiert, nur mit undeutlichen und sehr flachen Grübchen- 
eindrücken. 

13. Dyscerus lateralis sp. n. 

Oblongus, niger, sat parce ochraceo-squamosus, elytris 
in medio plaga laterali magna alteraque minore in callo 
apicali, nigris, fascia trann^ersa alba divisis; rostro thorace 
aequilongo, dorso quinquecarinulato, carinulis tres median is 
basi confluentibus, squamulis ochraceis, transversim ordi- 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



143 

natis; antennis funiculi articulis ab tertio moniliformibus, 
longe ochraceo-setosis, clava nigra; prothorace latitudine 
paullo longiore, rugoso-punctato, linea mediana carinulata, 
margine basali ante scutellum albido ; elytris latitudine duplo 
longioribus, punctato-striatis, punctis in plaga denudata 
laterali multo majoribus ac oblongis, spatiis aequilatis; 
corpore subter dense albido-, pedibus ochraceo-squamosis, 
abdomine squamulis setis albidis intermixtis. 
Long, (rostr. excliis.) 14, lat. 5 mm. 
Patria: Sarawak, mons Penrissen, V. 1899 (ex Mus. 
Sarawak) . 

Etwas größer als D. sparsus m., im übrigen aber von 
ähnlicher Körperform, mäßig dicht ockergelb beschuppt. 
Decken in der Mitte der Seiten mit einer, bis zum zweiten 
Punktstreifen nach innen reichenden, großen, schwarzen 
Quermakel und einer kleineren eben so gefärbten auf der 
Apicalschwiele, die durch ein weiß beschupptes zackiges 
Querband getrennt sind. Rüssel so lang wie das Halsschild, 
mit fünf feinen Längsleisten, von denen die mittleren drei 
sich vor dem Auge vereinigen. Schüppchen mäßig dicht und 
quergestellt. Fühlerschaft am Ende keulenartig verdickt, 
den Vorderrand des Auges nicht erreichend, Geißelglieder 
vom dritten ab kugelig, mit sehr ungleich langen gelben, das 
7. leicht quere Geißelglied mit dunkelbraunen Borsten besetzt. 
Keule schwärzlich. Halsschild länger als breit, in der Basal- 
hälfte ziemlich parallelseitig, oberseits mit zerstreuten 
glatten Runzeln und glatten, den Hinterrand nicht erreichenden 
Mittelwulst, im übrigen mäßig dicht mit ockergelben Schüpp- 
chen bedeckt, Basalrand vor dem Schildchen weißlich be- 
schuppt, davor ein großer flacher Eindruck. Schildchen 
länglich, stumpf-dreieckig, ziemlich kahl. Flügeldecken 
punktiert-gestreift, sparsam und scheckig rötlich ockergelb 
beschuppt, die unbeschuppten Stellen glänzend schwarz, 
flach gekörnelt oder querrunzelig, auf der kahlen schwarzen 

Stott. entomol. Zeit. 1908. 



144 

Seitenmakel die Punkte viel größer und einfach gereiht, 
Apikalschwiele ebenfalls glänzend schwarz und durch ein 
dicht beschupptes weißes Querband von der Seitenmakel 
getrennt, auch am Vorderrand der letzteren einige weiße 
Schüppchen. Unterseite dicht weiß, die Beine gelblich 
beschuppt, Seiten der Hinterbrust außerdem mit einigen 
gelblichen Schüppchen, die des Abdomens mit weißlichen 
Börstchen untermischt. 

Zwei weitere nahe verwandte Arten sind : 

14. Dyscerus cervinus sp. n. 

Dyscero latcrali valde affinis, sed rufo-brunneus, elytris 
uniforme ochraceo-adsperso-squamosis, humeris, scutello cal- 
loque apicali denudatis. 

Long. 12 — 15, lat. 5,8 mm. 

Patria. Insula Sumatra (ex coH. J. Faust). 

15. Dyscerus sparsutus sp. n. 

Dyscero cervino affinis, subrufescenti-niger, elytris ut 
callo apicali uniforme luteo-adsperso-squamosis, striis punc- 
tatis, saltem spatiis asquilatis, prothorace carina mediana 
nulla. 

Long. 12, lat. 4,8 mm. 

Patria. Insula Sumatra (ex coli. J. Faust). 
Diese drei Arten lassen sich wie folgt leicht unter- 
scheiden. 

A^. Streifen der Flügeldecken im basalen Drittel schmäler 
als die Spatien, Schulter und Apikalschwiele unbe- 
schuppt, Halsschild mit deutlicher Mittelleiste, die 
mittleren drei Rüsselleisten an der Wurzel ver- 
einigt, 7. Geißelglied quer, i. Geißelglied länger als 
das zweite. Seiten der Mittelbrust dicht beschuppt. 
B^. Schüppchen im basalen Deckendrittel kurz oval, mit 
Borstenschuppen untermischt, die Punkte in den 
Streifen ohne gesondert hervortretende Schüppchen 

Stctt. ontomol. Zeit. 1908. 



145 

am Grunde, Deckenseiten mit großem schwarzen 
Kahlfleck, der vorn und hinten durch weiße Be- 
schuppung begrenzt ist. Schenkel beschuppt 

lateralis sp. n. 

B. Schüppchen im basalen Deckendrittel gestreckt 
elliptisch, nicht mit Borstenschüppchen untermischt, 
jeder Punkt der Deckenstreifen mit kurz elliptischem 
oder rundlichem, von der übrigen Beschuppung ge- 
sondertem Schüppchen am Grunde. Deckenseiten 
ohne Kahlfleck. Schenkel behaart cervinus sp. n. 

A. Streifen der Flügeldecken im basalen Drittel min- 
destens so breit wie die Zwischenräume, die gelbe 
Deckenbeschuppung erstreckt sich auch auf die 
Apikalschwielen. Erstes und zweites Geißelglied 
gleich lang, das siebente kugelig. Seiten der Mittel- 
brust mit sehr zerstreuten runden Schuppen 

sparsutus sp. n. 

i6. Nanophyes belli sp. n. 

E minimis generis, sanguineus, capite corporeque subter 
obscurioribus, pedibus flavo-testaceis, antennarum clava 
nigra, distincte triarticulata, rostro in dimidia parte apicali 
rüde seriato-punctato, parte basali dorso carinulato; pro- 
thorace transverso-trapezoidale; elytris punctato-striatis, 
spatiis subconvexinsculis, ut thorace parce albido-setosis, 
femoribus inermibus, tarsis biunguiculatis. 

Long. I, lat. 0,7 mm. 

Patria. India orientalis, Khandesh, legit T. R. Bell. 

Kleiner als A^. sahlbergi Sahlb. und von gestreckterer 
Form, einfarbig gelbrot, der Kopf und die Unterseite dunkler, 
die Beine gelblich, Fühlergeißel und Keule schwarz. Rüssel 
grob und entfernt gereiht-punktiert, in der Basalhälfte mit 
feiner Mittelleiste und daselbst dichter punktiert. Augen bis 
auf Schaftbreite genähert. Halsschild glatt und glänzend, so 
wie die Decken mit ziemlich langen weißen Haaren spärlich 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 10 



146 

bedeckt (die Länge der Haare übertrifft die Spatienbreite) . 
Flügeldecken am Basalrand äußerst fein crenuliert ; im übrigen 
punktiert-gestreift, die Zwischenräume leicht convex. Körper- 
unterseite schwärzlich, ebenfalls sparsam weiß behaart. Beine 
so wie die Hüften bräunlich-gelb, Schenkel verdickt aber un- 
bewehrt. Hinterschienen in der Mitte etwas angeschwollen, 
Tarsen mit zwei an der Wurzel verwachsenen Krallen.*) 

17. Apoderus indicus sp. n. 

A. tranqueharico F. affinis, ferrugineus, opacus, ubique 
tenuissime aureo-pilosus, prothorace utrinque macula oblonga, 
humeris, macula transversa prope scutellum, sutura divisa, 
fascia mediana, cum suturae dimidia parte apicali nigra con- 
juncta maculaque apicali, rostro capiteque infra, fascia trans- 
versa intraoculari. nigris; antennis rufis, clava obscura; elytris 
pone scutellum depressiusculis, striatis, striis tres interioribus 
vix punctatis, tenuibus, undulato-curvatis, reliquis striato- 
punctatis, spatiis rugulosis, 40 6o-que subcostatis, nitidioribus ; 
pygidio nigro. margine basali rufo, irregulariter punctato; 
femoribus basi apiceque nigris. 

Long, (rostr. exclus.) 9 {^} — 14, lat. 4 mm. 

Patria. Madras orientalis, Pondicherry (Dr. Staudinger 
et Bang — Haas). 

Eine sehr ausgezeichnete Art aus der Verwandtschaft 
des tranquebaricus F., durch die matte, fein seidenartig be- 
haarte Oberseite, die ganz andere Makelzeichnung und 
feinen inneren Deckenstreifen leicht zu unterscheiden. 
Fühler näher der Rüsselspitze eingefügt, die Entfernung 
ihrer Einfügung vom Augenvorderrande größer als der 
Augendurchmesser, gelbrot, die Keule dunkler, 4. Fühler- 
glied beim ^ deutlich länger als das 3. Eine Querbinde 
zwischen den Augen und die Unterseite des Rüssels und 
des Kopfes schwarz, an ersterem dehnt sich die schwarze 

*) Andere indische Arten der Gattung wurden von Motschulsky 
im Bull. Soc. Moscou 1866, p. 443—444 und von Faust in der Deut- 
schen Ent. Z. 1898 p. 306 beschrieben. 
Stett. cntomol. Zeit. 1908. 



147 

Färbung hinter den Fühlergruben auch etwas auf die Ober- 
seite aus und reicht bis zu den Längsfurchen, durch die die 
Rüsseloberseite in drei gleich breite Streifen geteilt erscheint. 
Kopf am Innenrand der Augen punktiert, im hinteren 
Teil mit feiner Mittellinie und fein quer nadelrissig. Hals- 
schild mit feiner Mittelfurche, in der vorderen Hälfte beider- 
seits mit einem, außen von zwei länglichen Schwielen be- 
grenzten Längseindruck, im übrigen viel feiner gerunzelt 
als tranqueharicus, zwei Längsmakeln vor dem Basalrand, 
die bis zu den oben erwähnten Schwielen reichen und ein 
schräg von den Vorderhüften nach den Halsschildvorder- 
ecken ziehende Binde, die den Vorderrand, mit Ausnahme 
seiner Mitte, einnimmt, schwarz. Flügeldecken etwas länger 
als breit (5 : 4 mm), hinter dem Schildchen leicht quer 
eingedrückt, gestreift. Nahtstreifen kräftig, die 3 folgenden 
Streifen fein, kaum punktiert und stark geschwungen, 
so daß das i. Spatium in der Mitte doppelt so breit ist wie 
das 2. an der Wurzel, die äußeren Streifen tief und deutlich 
punktiert, 4. und 6. Spatium etwas rippenartig vortretend 
und so wie alle übrigen gerunzelt. Eine bis zum Schildchen 
reichende Quermakel an der Schulter, eine trapezförmige, 
jederseits neben dem Nahtstreifen am Schildchen und 
eine über dem ersten Bauchsegment beginnende, etwas 
schräg nach hinten auf die Naht zulaufende Querbinde, 
die auf der Naht nach hinten fast bis zu deren Spitze ver- 
längert ist und eine die Spitzen des 2. — 8. Spatiums ein- 
nehmende Makel, sowie die ziemlich dicht punktierte After- 
decke (ausgenommen der rote Basalrand) schwarz. Epimeren 
und Episternen der Mittelbrust und die Epimeren der Hinter- 
brust ganz, die Episternen der Hinterbrust mit Ausnahme 
eines breiten, roten Vorderrandes, sowie die Hinterhüften 
und Wurzeln und Spitzen der Schenkel schwarz. Unterseite 
mäßig dicht mit gebogenen goldgelben Härchen bedeckt. 
Vorderschienen des ^ sehr wenig gebogen, am Innenrande 

Stctt. entomol. Zeit. 1908. 10'^ 



148 

fein unregelmäßig entfernt gekörnt, sein Kopf, von der 
Basaleinschnürung aus gemessen, so lang wie die Flügel- 
decken. 

i8. Apoderus (Strigapoderus) nelligrinus sp. n. 

A. halteato Roel. affinis, rufo-brunneus, vittis duabus 
in thorace, macula circumscutellari, trapezoidali, p^'gidio, 
corpore subter femoribusque in dimidia parte basali, flavis; 
antennis nigricantibus, tres articulis basalibus rufis; capite 
transverse strigoso, linea mediana tenuissime impressa; 
prothorace transverso, subtransverse ruguloso ; scutello trans- 
verso, subtrigono; elytris fortiter punctato- striatis, punctis 
in disco transverso-rectangulatis, spatiis rugulosis latioribus, 
spatio primo secundoque pone basin, tertio ad basin im- 
pressis, macula scutellari flava, extrinsecus stria quarta 
determinata; pygidio sat crebre punctato. 

Long. 6, lat. 3 mm. 

Patria. Madras occidentalis, Nilgiri Hills, Beating. 

Gelbrot, die ganze Unterseite, das Pygidium, die Schenkel, 
ihre Spitze ausgenommen, zwei Längsstreifen auf dem 
Halsschild und ein trapezförmiger Flecken am Schildchen 
hell bräunlich gelb. Fühler schwärzlich, die ersten 3 Glieder 
rot. Stirn zwischen den Augen fein längsrunzehg mit 2 
parahelen, größeren Runzeln, Kopf mit feiner Mittellinie 
und quer nadelrissig. Halsschild in der vorderen Hälfte 
auf der Scheibe undeutlich punktiert, in der Mitte quer- 
runzelig, hinter der Mitte mit undeutlicher, an der Basis 
mit tiefer Querfurche, in der Mittellinie leicht der Länge 
nach eingedrückt und beiderseits davon mit einer nach 
vorn verschmälerten, nur bis zur Vorderrandabschnürung 
reichenden hellen Längsbinde. Flügeldecken punktiert- 
gestreift, die Zwischenräume schmäler als die Punktreihen 
und besonders im Spitzendrittel rippenartig vortretend, 
außerdem fein querrunzehg, die Punkte der Streifen recht- 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



149 

eckig, in der Deckenmitte breiter als lang, auf dem 5. und 6. 
Streifen ungefähr quadratisch. Decken hinter dem Schildchen 
der Quere nach eingedrückt, der Eindruck mit der ver- 
tieften Wurzel des 3. Spatiums verbunden. Der helle Quer- 
fleck in der Umgebung des Schildchens wird außen vom 
4. Punktstreifen begrenzt, erreicht hinten die Mitte der 
Naht bei weitem nicht und ist am Hinterrand etwas ver- 
waschen begrenzt. 

19. Apoderus (Physapodems ?) nigroaeneus sp. n. 

Nitens, niger, parum subpurpureo-aenescens, antennis 
rufescentibus. capite nitido. linea mediana tenuissima, pone 
oculos subfoveolatim impressa; rostro in dimidia parte 
basali dorso trisulcato, antennis oculos propius insertis, 
funiculo rufescenti; prothorace conico, disco sulco mediane 
(basin haud attingente) fortiter impresso, utrinque oblique 
plicato, basi transverse bisulcato; elytris latitudine sesqui 
longioribus, humeris callosis, striato-punctatis, in dimidia 
parte apicali punctis evanescentibus, stria quinta basi for- 
titer impressa, spatio quarto basi plicato-costato ; pygidio 
punctato, in medio fere laevi; mesosterno metasternoque 
lateribus foveolata-punctatis, abdomine subtilissime re- 
moteque punctato; femoribus posticis abdomine dimidia 
parte superantibus. 

Long. tot. 8 — 8,5, lat. 2 — 3 mm. 

Patria. Insula Borneo, mons Kina Balu, J. Water- 
stradt legit. 

Eine durch die schwarze, schwach erzglänzende Färbung 
und durch die tief gefurchte, vorn zwei Längsschwielen 
trennende Halsschildmittellinie ausgezeichnete und leicht 
kenntliche Art. Fühler näher den Augen als der Rüsselspitze 
eingefügt, rötlich, das 3. Glied nicht, das 4. sehr wenig länger 
als das kugelig verdickte 2., 7. und i. Keulenghed, beim $ 
quer (das mir vorliegende ,^ hat defekte Fühler). Stirn 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



150 

mit drei Furchen, Kopf glatt mit feiner, vorn (hinter den 
Allgen) vertiefter Mittelhnie. Halsschild kegelförmig so 
lang wie an der Wurzel breit mit zwei Basalfurchen und 
einer besonders auffallend tiefen Mittelfurche, die aber 
vor den basalen Querfurchen endet und vorn zwei ellip- 
tische Längsschwielen trennt, beiderseits von ihr zeigt 
die Scheibe einige (3 — 6) radiär schräg nach vorn und außen 
verlaufende Furchen. Flügeldecken ii-irnal so lang wie 
breit, mit einer größeren, trapezförmig eingedrückten Fläche 
hinter dem Schildchen und vertieftem Nahtstreifen, so 
daß die Naht leistenartig vortritt, im vorderen Drittel 
gereiht-punktiert, in der Spitzenhälfte die Punkte nach 
und nach ganz verschwindend, i. und 2. Spatium in der 
Deckenmitte leicht gewölbt, das 4. im basalen Drittel zu 
einer schrägen Längsfalte aufgeworfen, 5. Streifen an der 
Wurzel tief eingedrückt, so daß die glatten Schultern beulen- 
artig abgesetzt erscheinen. Pygidium zerstreut, nach der 
Mitte zu sparsam punktiert. Episternen der Mittelbrust 
dicht und sehr grob narbig punktiert, am Hinterrande 
mit breitem glatten Rande, die Epimeren mit einer Körner- 
reihe, in der unteren Ecke mit gelbem Haarfleck, Seiten 
der Hinterbrust grob, dicht und etwas runzelig punktiert, 
ihre Episternen mit einzelnen, unregelmäßig verteilten 
groben Punkten, am Vorder- und Hinterrand tief umfurcht, 
Epimeren konkav, am Hinterrande mit gelbem Haarfleck. 
Hinterleib glänzend, sehr fein zerstreut-punktiert. Beine 
etwas rötlich purpurn mit stark gekeulten Schenkeln, von 
welchen die hinteren den Hinterleib fast um ihre Hälfte 
überragen. 

20. Apoderus (Physapoderus) fenestratus sp. n. 

Sanguineus, thorace toro basali flavo, scutello elytrorumque 
marginibus omnibus fasciaque mediana nigricantibus ; an- 
tennis rostri in medio insertis, rufis, clava obscuriore, funi- 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



151 

culi articulo septimo latitudine perpaiülo longiore, 6° 
secimdo aequilongo; rostro dorso bisulcato, capite basi 
transverse plicato; prothorace trigono, nitido, antice bullato- 
constricto, margine antico in medio foveola transversa, 
elytris basi depressis, striato-punctatis, punctis in dimidia 
parte apicali tenuibus, stria suturali fortiter impressa, 
spatio secundo toto, qiiarto ad basin manifeste, elevatis, 
Stria quarta infra liumeros late impressa; corpore subter 
abdomine pallidiore, epimeris mesothoracis in parte in- 
feriore macula, metathoracis fere totis aureo-sericeis ; femori- 
bus posticis abdomine vix superantibus. 

Long, elytror. plus thoracis 6, lat. elytror. 2,5 mm. 

Patria. Borneo, Labuan (ex coli. J. Faust). 

Rotbraun, der Basalwulst des Halsschildes gelb, zwei 
große elliptische Makeln vor und zwei größere hinter der 
Deckenmitte gelbrot. Fühler etwas vor der Rüsselmitte 
eingefügt, 2. Geißelglied kurz kegelförmig, kaum länger 
als breit, Keule schwärzlich. Rüssel mit zwei, hinten diver- 
gierenden Furchen, Kopf glatt mit äußerst feiner, hinter 
den Augen etwas grübchenartig eingedrückter Mittellinie, 
Hals an der Wurzel fein querfaltig. Halsschild mit knopf- 
artig abgesetztem und ausgerandetem Vorderrand, hinter 
der Mitte mit kaum wahrnehmbarer, vorn konkaver Bogen- 
linie, Basalwulst beiderseits vor den Seitenecken des Schild- 
chens eingedrückt. Flügeldecken gereiht-punktiert, die 
Punkte nach hinten zu feiner. Nahtstreifen tief eingedrückt, 
die Spatien äußerst fein punktiert, das 2. und 4. an der 
Wurzel gewulstet. Der ovale, helle Basalfleck der Decken 
tangiert außen den 5. Punktstreifen, während der durch 
ein schmales, dunkles Querband getrennte Apicalfleck 
den ganzen Spitzenteil der Decken, die -Ränder ausgenommen, 
einnimmt. Abdomen und Schienen heller, (gelbrot) als 
die übrige Unterseite gefärbt. Die leiterartig skulptierten 
Epimeren der Mittelbrust in der unteren Ecke, die Epimeren 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



152 

der Hinterbriist ganz gelblich, seidenartig behaart. Hinter- 
schenkel den Hinterleib nicht überragend. 

21. Apoderus mfobasalis sp. n. 

A. palliato \\jllh. simillimus, differt antennis nigri- 
cantibiis, funiculi articulis solum apice fuscescentibus, 
rostro inter sulcos longitudinaliter impresso; elytris triente 
basali toto rufis, seriebus punctatis ultra medium distinctius 
continuatis, spatio quinto in medio longitudinaliter de- 
pressiusculo. 

Long. tot. 8, thoracis plus elytror. 5,5, lat. elytror. 
2,5 mm. 

Patria. Borneo, mons Kina Balu, J. Waterstradt legit. 

Dem Apoderus palliatus Vollh.*) sehr ähnlich, aber doch 
wohl der, wenn auch geringen, so doch konstanten, pla- 
stischen Merkmale besser als Art, als nur als Farbenab- 
änderung aufzuführen. Halsschild, Körperunterseite und 
das erste Drittel der Flügeldecken rot, die Beine mehr gelb- 
lich rot, Kopf, Fühlerkeule und der größte Teil der Geißel- 
glieder, sowie die hinteren zwei Drittel der Flügeldecken 
schwarz (bei palliatus ist die Umgebung des Schildchens 
nur bis zum 2. Punktstreifen nach außen hin rot). Rüssel 
zwischen den beiden dorsalen Längsfurchen der Länge 
nach, zwischen den Augen etwas grübchenartig, eingedrückt. 
Fühler nur an der Spitze der einzelnen Glieder gelblich 
braun, sonst, so wie die Keule, schwärzlich, das 8. Fühler- 
glied (i. Keulenglied) kaum 1I/2 i^ial so lang wie breit. Hals- 
schild mit feiner eingedrückter Mittellinie. Flügeldecken 
gereiht-punktiert, die Punkte vom 4. Streifen an sehr groß, 
breiter als die Zwischenräume, hinter dem Schildchen der 
Quere nach und außerdem die Wurzel des 3. Spatiums 



*) Nederlandsch Tijdschinft voor de Dierkunde II, Amsterdam 1865, 
p. 162. Der daselbst ebenfalls beschriebene Aproderus spectrum Vollh. 
ist ein Scaphidiidae und = Diatelium wallacei Pasc, das demzufolge Dia- 
telium spectrum (Vollh.) benannt werden muß. 



Stett. entomol. Zeit. 1908. 



153 

sowie der mittlere Teil des 5. Spatiums eingedrückt, das 
4. lind 6. Spatium an dieser Stelle etwas gewölbt, das 2. 
und 4. außerdem an der Wurzel leistenartig erhaben. Epi- 
meren der Mittelbrust der ganzen Länge nach, sowie die 
der Hinterbrust ganz seidenartig behaart. Hinterschenkel 
die Hinterleibspitze kaum überragend. 

22. Attelabus (Paramecolobus ?) obliquus sp. n. 

A. discolori F. et fcae subsimilis, fronte tricarinata; 
thorace nitido, subtilissime remoteque punctato; elytris 
seriato-punctatis, punctis in elytrorum dimidia parte apicali 
evanescentibus, luteis, limbo fasciaque e scutello exeunte 
ac marginis lateralis in medium directa, rufescenti-fuscis ; 
pedibus obscure rufis. 

Long, (sine rostro) 8, lat. 3 mm. 

Patria. Borneo, Sarawak, Kuching, 27. VIL 1900 
(ex Mus. Sarawak). 

Nach Jekels Tabelle *) würde man die Art zu Para- 
mecolobus stellen müssen, sie unterscheidet sich jedoch 
von den Arten dieser Gruppe durch den längeren Rüssel, 
der ähnlich wie bei Lamprolahus gebildet ist; die Arten 
der letztgenannten Untergattung haben dagegen wieder 
kürzere Decken, so daß die neue Art eine vermittelnde 
Stellung zwischen beiden einnimmt. In Gestalt dem A. 
discolor F. und feae Faust ähnlich, die Flügeldecken gelb, 
rötlich braun gesäumt und eben solcher Naht und Binde, 
die vom Schildchen ausgehend schräg nach außen, nach 
der Mitte des Seitenrandes, zu verläuft und vor der Ver- 
einigung mit diesem etwas verbreitert ist. Fühler heller 
rötlich braun, die 3 letzten Geißelglieder kugelig (bei A. 
dicolor kegelförmig). Rüssel so lang wie der Kopf, dieser 
zwischen den Augen mit 3 Längskielen, von welchen der 
mittlere keilförmig und hinten auf der Verbreiterung stark 

*) Insecta Saundersiana. 
Stett. entomol. Zeit. 1908. 



154 

glänzend ist. Kopf teil hinter den Augen sehr wenig länger 
wie breit, mit einem, vom Oberrand der Augen nach hinten 
gerichteten, oben von einer Falte begrenzten Längsein- 
druck. Halsschild glänzend, mit tief ausgebuchtetem ^'order- 
rande, parallel zu diesem mit ebenso gebuchteter, tiefer 
Ouerfurche, im übrigen sehr fein zerstreut-punktiert, am 
Hinterrande quer runzelig. Schildchen glänzend, quer, 
undeutlich fünfeckig mit verrundetem Hinterrande. Flügel- 
decken mit unpunktiertem Nahtstreifen und Punktreihen, 
diese in der hinteren Deckenhälfte ganz verschwindend, 
während sie in der vorderen Deckenhälfte vom 4. ab sehr 
viel seichter werden, nur die äußerste Punktreihe ist kräftig 
und bis zur Deckenspitze verlängert. Beine des Männchens 
sowohl an den Vorder- wie Hinterschienen mit gedörneltem 
Innenrande. 

23. Attelabus (Lamprolabus) uniformis sp. n. 

Rufo-testaceus, nitidus, rostro rüde punctato, capite 
longiore, hoc nitidissimo, pone oculos utrinque impressione 
longitudinali; antennis testaseis, clava nigra, funiculi arti- 
culo tertio et quarto primo vix brevioribus; prothorace 
vix perspicue punctulato, basi bisulcato; scutello laevi, 
longitudine concavo; elytris inermibus, latitudine dimidia 
parte longioribus, humeris minutissime tuberculatis. Stria 
p(jstscutellari abbreviata ut suturali forte impressis, re- 
liquis tenuiter seriato-punctatis, punctis in aversum eva- 
nescentibus; pygidio remote punctulato; pedibus totis rufo- 
testaceis. 

Long, sine rostro 6, lat. humer. 3 mm. 

Patria. Borneo, Sarawak, Kuching. (ex Mus. Sarawak.) 

Einfarbig glänzend gelbrot. Rüssel länger als der Kopf, 
an der äußersten Spitze schwärzlich, ziemlich dicht grob 
punktiert, zwischen der Fühlerwurzel mit zwei Längswülsten. 
Fühler mit Ausnahme der schwarzen Keule gelbrot, Geißel 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



155 

schlank, drittes und viertes Glied gestreckt, wenig kürzer 
als das erste. Kopf spiegelglatt, mit einem vom oberen 
Augenrand ausgehenden oben faltig begrenzten Längsein- 
druck. Halsschild vorn gerade abgestutzt, kaum wahrnehmbar 
punktiert, am Hinterrande mit zwei Querfurcl.en. Schildchen 
der Länge nach ausgehölt, an der Basis breiter als lang mit 
concaven Seitenrändern und verrundetem Hinterrand. 
Flügeldecken i V2 mal so lang wie breit, mit abgekürztem 
und tief eingedrücktem Scutellar- und eben solchem Naht- 
streifen, im übrigen gereiht-punktiert, die Punkte nach 
hinten zu undeutlich werdend, achter Streifen unter der. 
Schulter sehr tief eingedrückt und verkürzt und noch 
vor den Hinterhüften mit dem Randstreifen zusammen- 
fheßend. Beine ganz einfarbig gelbrot. 

A. uniformis var. geniculata. 

A specie typica differt femoribus apice nigricantibus 
Patria. Borneo. 

24. Alcides hexamitosus sp. n. 

Oblongus, fusco-niger, ligato Pasc, affinis; rostro ab 
antennarum insertione usque ad basin in medio acute cari- 
nato utrinque sulco lato ochraceo-tomentoso, fronte im- 
pressa, supra oculos utrinque granulo glabro; antennis 
funiculo robusto, funiculi articulis quatuor ultimis monili- 
formibus, clavae articulo primo dimidia parte clavae lon- 
giore; prothorace, apice excepto, granuloso, utrinque lineis 
duabus ochraceo-squamosis, una sublaterali, altera ex angulis 
posticis exeunte ac coxas versus directa; scutello subqua- 
drato; elytris punctato-striatis, spatiis seriatim granulatis, 
sutura in triente basali nigro-velutina, lateribus ultra medium 
fasciaque anteapicali nigricantibus, intrinsecus pallide mar- 
ginatis ; corpore subter sat dence squamuloso, metasterno 
punctis squamigeris majoribus, femoribus posticis bre- 
viusculis segmenti quarti abdominalis apicem vix attin- 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



156 

gentibiis, apice densius albo-squamosis, tibiis anticis medio 
late dentatis. 

Long. 10, lat. 4 mm. 

Patria. Isula Borneo. (ex coli. J. Faust.) 

Eine mit ligatus Pasc, und chiliarchus Boh. verwandte, 
rötlich schwarzbraune, sparsam ockergelb beschuppte Art 
und leicht an der im vierten Drittel sammetartig schwarz 
tomentierten Naht kenntlich. Rüssel ähnlich wie bei ligatus, 
beiderseits der Mittelleiste breit furchenartig eingedrückt 
und daselbst dicht tomentiert, Fühler aber im Gegensatz 
zu dieser Art, mit sehr dicken kugeligen Geißelgliedern, 
erstes Keulenglied konisch, länger als die halbe Keule. 

Halsschild, ausgenommen im vorderen Teil, grob ge- 
körnt, beiderseits mit zwei hehen Längslinien [ligatus hat 
außer diesen auch eine helle Mittellinie) wovon die äußere 
von den Halsschildhinterecken nach den Vorderhüften 
hin gerichtet und von oben nicht sichtbar ist. Schildchen 
c|uer, von einem ellyptischen Nahtausschnitt umschlossen. 
Decker^ doppelt so lang wie breit, punktiert-gestreift, die 
Spatien gereiht gekörnt, das fünfte an der Wurzel einge- 
drückt. Seiten der Decken von vorn bis über die Mitte 
hinaus und eine hinten verwachsene Querbinde, vor der 
Spitze, schwärzlich, beide am Jnnenrande mit hellem Schup- 
pensaum. Schenkel sparsam weißlich, die hinteren an 
der Spitze dicht weiß beschuppt und das vierte Bauch- 
segment nicht überragend. Vorderschienen in der basalen 
Hälfte innen ausgerandet, daher in der Mitte nur mit einem 
flachen breiten Zahn. 

25. Alcides taeniatus sp. n. 

Oblongus, niger, fasciis obliquis alternatim pallide 
et saturate luteo-tomentosis ornatus; rostro in parte apicali 
tenuissime, in parte basah distincte crebreque punctato, 
fronte inter oculos concava; antennis gracilibus, funiculi 

Stett. entoinol. Zeit. 1908. 



157 

articulo secundo, primo (aut diiobus sequentibiis) aeqiii- 
longo; prothorace utrinque in disco granulato, linea me- 
diana et laterali dense luteo-squamosis ; scutello rotundato, 
glabro, elytris thorace paullo latioribus, latitudine duplo 
longioribus, tenue striatis, in triente basali et in- medio 
seriato-granulatis, fasciis duabus transversis, una obliqua 
ante mediana, altera fortiter undulata postmediana, vitta 
basali in spatio 50 ö^que, parte apicali spatio i. — 3. et mar- 
gine laterali hiteo-, reliquis ferrugineo-tomentosis ; corpore 
subter dense ochraceo-tomentoso, pedibus nigris, parce 
ochraceo-setulosis, tibiis anticis inermibus. 

Long. 8,5, lat. 3,5 mm. 

Patria. Madras occidentalis, Nilgiri Hills, Beating. 

Die Art gehört in die Verwandschaft von Aleides fas- 
ciatus Redtb.*) und seeniens Faust, ist aber schlanker und 
durch die scharf begrenzte Querbindenzeichnung ausge- 
zeichnet. Rüssel im Basalteile ziemlich dicht punktiert. 
Fühler schlank, erstes Keulenglied kürzer als die halbe 
Keule. Halsschild beiderseits der gelb tomentierten Mittel- 
linie und außerhalb der gelben Seitenstreifen gekörnelt, 
seine größte Breite an der Wurzel. Schildchen rundlich, 
glänzend schwarz. Flügeldecken mit dicht tomentierten 
gelben und sparsamer rostrot tomentierten (durch den durch- 
scheinenden schwarzen Grund braun erscheinenden) Quer- 
binden und feinen, kaum punktierten Streifen, an der Ba- 
sis und in der Mitte, jedoch nur auf den dunklen Binden 
mit unregelmäßigen Körnerreihen auf den Spatien, auch 
der mittlere Teil der Naht und die Spitzenquerbinde mit 
einzelnen kleinen Körnchen. Die dunklere (in ihrem Ge- 
samteindruck) rotbraune Zeichnung besteht in einer Längs- 
makel auf dem i. Drittel des i., 2. und 3. Spatiums, die 
die Wurzel des 4. und 5. Spatiums umgehend, auf dem 

*) In ,,v. Hügel: Kaschmir und das Reich der Sikhs, Stuttg. 
1840-48 IV, 2. 548 (sub Lixus!). 
Stett. entomol. Zeit, 190S. 



158 

6. Spatium, nach der Schulter zu, umbiegt und innen, unter 
Umgehung des Schildchens, bis zur Naht reicht, einer stark 
wellenförmig geschwungenen Mittelbinde, die pfeilspitzen- 
artig durch die Naht mit der Basalbinde verbunden ist 
und endlich in einer ebenfalls pfeilartig nach vorn gerich- 
teten, aber viel schmäleren Spitzenbinde, die sowohl auf 
dem 4. und 5. Spatium bis zu deren Spitzen, als auch auf 
dem letzten Drittel der Naht einen Ast nach hinten ent- 
sendet. Die von den braunen eingeschlossenen gelben Binden 
sind nach der Naht zu etwas schmäler. Unterseite dicht 
gelb beschuppt, die Schüppchen federartig zerschlitzt. 
Hinterschenkel den Hinterrand des 4. Bauchsegmentes 
erreichend. Vorderschienen in der Mitte kaum merklich 
erweitert, 2. Glied der Hintertarsen gleichzeitig dreieckig. 

26. Alcides diadema sp. n. 

Oblongus, niger, dense luteo plumato-squamosus, vittis 
tribus in thorace fasciisque tribus obliquis ac obsoletis 
in elytris minus dense vestitis, nigricantibus; rostro dorso 
manifeste sulcato, sulco in fronte in foveola elliptica, fundo 
radiatim setoso, dilatato; antennis gracilibus, funiculi arti- 
culo secundo primo longiore; scutello subquadrato glabro; 
elytris thorace paullo latioribus obsolete striatis, circa 
scutellum et spatio quinto ad basin subimpressis, spatio 
tertio quartoque ad basin macula oblonga, disco fascia 
sagittata, in sutura retro ducta, obscurioribus ac subgra- 
nulatis; femoribus apicem segmenti quarti vix attingen- 
tibus; tibiis anticis inermibus, articulo secundo tarsorum 
posticorum oblongo-trigono. 

Long. 7, lat. 3 mm. 

Patria. Madras occidentalis, Nilgiri Hills, Beating. 

Eine dem taeniatus m. und vinculosus verwandte Art 
und durch den auffallenden behaarten Stirneindruck leicht 
kenntlich. Rüssel in der Basalhälfte an den Seiten dicht 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



159 

punktiert, auf dem Rücken mit tiefer, hinten zwischen den 
Augen sich zu einem tiefen, elhptischen Eindruck, von 
Augengröße, erweiternder Längsfurche. Der Eindruck ist 
mit blaß bräunUchen Härchen, die am Rande entspringen 
und mit ihrer Spitze nach der eingedrückten Mitte gerichtet 
sind, derartig bekleidet, daß ein Scheitel gebildet wird. 
Stirn und Scutellarlappen des Halsschildes mit einem Grüb- 
chen. Körper schwarz, dicht gelb bekleidet, die Schüppchen 
bis zum Grunde hin haarförmig zerspalten, so daß man 
auch von einer Behaarung sprechen könnte. Zwei breite 
Längsstreifen auf dem Halsschild, eine Längsmakel an der 
Wurzel des 3. und 4. Spatiums, sowie eine pfeilartige, nach 
vorn gerichtete Querbinde, in der Deckenmitte, zuweilen 
auch noch zu ihr parallel eine Spitzenbinde, weniger dicht 
tomentiert, daher schwärzlich und außerdem hie und da 
fein zerstreut gekörnelt. Hinterschenkel des 4. Bauchsegments 
kaum überragend. Vorderschienen innen, vor der Mitte 
sehr wenig erweitert. Zweites Glied der Hintertarsen ge- 
streckt, dreieckig. 

27. Aleides geminus sp. n. 

Oblongo-ellipticus, albido-tomentosus, fasciis lutes- 
centibus ornatus; rostro crebre punctulato, fronte longi- 
tudinahter subimpresso, pilis albidis antrorsum. directis; 
prothorace vittis lutescentibus quatuor, duabus margi- 
nalibus, duabus medianis, granulis majoribus adspersis; 
elytris fascia basali elliptico-curvata ac humeris circum- 
fluente ex lobo basali nascenti, altera mediana ad latera 
haud antrorsum curvata, in spatio quinto cum fascia tertia 
conjuncta; sutura solum in triente apicali seriato-granulosa ; 
pedibus albo-pilosis, tibiis anticis ante medium paullo dila- 
tatis. 

Long. 6,5, lat. 2 mm. 

Patria. Madras orientalis, Pondicherry. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



160 

28. Älcides impressus sp. n. 

Oblonge-ellipticus niger, parce ochraceo-pilosus, protho- 
race vittis tribiis, una mediana, duabus lateralibus, elytris 
vitta abbreviata humerali, fasciis duabus arcuatis lituraque 
v-forme, cum fascia secunda conjuncta, ut corpore subter, 
densius ochraceo-pilosis, sutura spatiisque minute remoteque 
seriato granulatis, scutello longitudinaliter impresso. 

Long. 7, lat. 2,5 mm. 

Patria. Madras orientalis, Pondicherry (Dr. Staudinger). 

29. Alcides vinculosus sp. n. 

A. diadenia et tacniato affinis sed minor, fasciis distincti- 
oribus, rostro subtilissime longitudinaliter rugoso, dorso 
supra antennarum insertionem subtile bicarinato; antennis 
gracilibus, funiculi articulo primo latitudine duplo lon- 
giore, secundo paullo longiore; thorace lateribus lineaque 
mediana, elytris fasciis transversis, arcuatis duabus, vitta 
humerali lituraque apicali v-forme, ochraceo-squamosis ; 
sutura tota, annulo circumhumerali fasciisque nigricantibus 
minute remoteque seriato-granulosis. 

Long. 6,5, lat. 2 mm. 
Patria. Madras occidentalis, Nilgiri Hills. 
Um Wiederholungen zu vermeiden und die Übersicht 
über diese einander nahe verwandten Arten, die sich durch 
zwei parallel und stark gebogene helle Deckenquerbinden, 
die die Naht spitzwinkelig treffen, auszeichnen, zu erleichtern, 
mag folgende Zusammenstellung von Merkmalen genügen: 
A^. Deckentoment zweifarbig. 

ßi. Querbinden abwechselnd rost- und lehmfarbig be- 
haart, die erste helle Querbinde so breit wie die 
darauffolgende dunkle, i., 2. und 3. Spatium im 
Spitzendrittel hell tomentiert. Schildchen der Länge 
nach eingedrückt taeniatus. 

B. Querbinden abwechselnd gelb und weiß tomentiert, 
nur das i. und 2. Spatium sind im Spitzendrittel 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



161 

weiß behaart und fließt der dadurch gebildete 
weiße Längsstrich mit der 2. hellen Deckenquer- 
binde zusammen, die Naht ist im Spitzendrittel, 
sowie die ganzen gelb behaarten dunkleren Binden 
mit zerstreuten, glänzenden Körnchen, die in der 
Deckenwurzel fast Schildchengröße erreichen, be- 
deckt geminus. 

A. Deckentoment einfarbig, die Bindenzeichnung 
kommt nur durch die verschiedene Dichtigkeit des 
Tomentes zustande. 

C^ Rüsselfurche an der Wurzel zwischen den Augen 
zu einer augengroßen, dicht behaarten Vertiefung 
erweitert diadema. 

C. Rüssel, wenn überhaupt gefurcht, dann ohne oben 
erwähnte Erweiterung der Furche. 

D^. Flügeldecken an der Wurzel mit schrägem Quer- 
eindruck, der v-förmig gebogene, gelbliche Toment- 
streifen im Spitzendrittel des i. und 2. sowie 6. 
und 7. Spatiums ist mit seinen vorderen Enden 
mit der 2. Querbinde verbunden, die hellen Quer- 
binden sind viel schmäler als die dunklen, Naht 
bis über die Hälfte hinaus vorn hell tomentiert. 
Naht und alle Spatien fein gereiht-gekörnelt. Alle 
Tomentstreifen spärlich bekleidet impressus. 

D. Flügeldecken ohne basalen Quereindruck, die v- 
förmige Spitzenbinde ist von der 2. hellen Quer- 
binde getrennt, Naht schwärzlich, die erste helle 
Querbinde fast so breit wie die darauffolgende 
dunkle. Alle hellen Bänder dicht tomentiert 
vinculosus. 

30. Aleides molitor sp. n. 

A. discrepanti Faust *) similis, plus elongatus, rostro 
dorso haud sulcato, solum inter antennarum insertionem 



*) Deutsche Ent. Zeit. 1898 p. 309. 
Stett. entomol. Zeit. 1908. 11 



162 

longitudinaliter subimpresso, basi carinula abbreviata; pro- 
thorace transverso, granulato, lateribus lineaque mediana 
laevi (interdum indistincta) albo-tomentosa ; scutello rotiin- 
dato, glabro; elytris latitudine duplo longioribus, sutura 
vix, spatiis tres internis septimoque glabro-costatis, sub- 
granulatis, quarto — sexto planiusculis dense, cretaceo-sqiia- 
mosis (squamis plumatis) ; corpore subter sat dense squa- 
moso, femoribus posticis segmento quarto paiillo super- 
antibus, tibiis anticis inermibus. 

Long. 10,5 — II. lat. elytror. i. medio 4—5 mm. 

Patria. Madras occidentalis, Nilgiri Hills. 

Eine dem Aleides discrepans Faust *) nahe verwandte 
Art, aber größer und etwas schlanker, durch die im Gegen- 
satz zu den 4 inneren, rippenartig erhabenen, ebenen, dicht 
weiß beschuppten Spatien 4, 5 und 6 ausgezeichnet (alle 
Schüppchen fein federartig zerschlitzt). Rüssel mäßig 
dicht, fein punktiert, an der Wurzel mit kurzem Mittelkiel, 
zwischen der Fühlerinsertion mit kurzem Längseindruck. 
Erstes Glied der Fühlerkeule (7. Geißelglied) kürzer als 
die halbe Keule. Halsschild beiderseits der Scheibe un- 
gleich dicht gekörnt, mit glatter Mittelhnie, die meist, sowie 
beiderseits ein undeuthcher Längsstreifen weißlich beschuppt 
ist. Flügeldecken doppelt so lang wie breit, an der Wurzel 
nicht breiter als das Halsschild, Spatien i, 2, 3 und 7 der 
ganzen Länge nach rippenartig erhaben, schwarz glänzend 
und undeutlich gekörnelt. Spatium 4. 5 und 6 eben, nur 
ausnahmsweise hie und da mit einer undeutlichen Reihe 
von wenigen Körnern. Unterseite mäßig dicht, Seiten 
der Hinterbrust dicht ockergelb beschuppt. Vorderschienen 
unbewehrt. 

31. Alcides nocens sp. n. 

Ellipticus niger, prothorace lateribus lineaque me- 
diana, elytris in striis albo-plumoso-squamosis ; rostro protho- 



■^) Deutsche Ent. Zut. 18i)8 p. L09. 
■?tctt. entomol. Zeit. 1908. 



163 

race vix aequilongo, apice subtiliter, basin versus fortius 
sat crebre punctato ; antennis f uniculi articulo primo secundo 
longiore, articulis ab tertio moniliformibus, clavae articulo 
primo dimidia parte clavae breviore; prothorace lateribus 
paullo rotundatis, latitudine maxima ad basin, granulöse; 
scutello punctiforme. in medio squamoso; elytris thorace 
latioribus, striatis, striis impressioneque ad basin Striae 
quintae sextaeque, albo-squamosis, interstitiis costatis, striis 
paullo latioribus, seriato-granulosis ; femoribus robustis, 
posticis segmento tertio vix superantibus, tibiis brevibus, 
anticis inermibus, tarsorum posticorum articulo secundo 
trigono, latitudine latitudine aequali. 

Long, sine rostro lo, lat. ad hum. 4 mm. 

Patria. Madras occidentalis, Nilgiri Hills, Beating. 

Etwas an A. oherthüri Pasc. (Ann. Nat. Hist. (5) XX. 
1887, p. 357) erinnernd, aber die Flügeldecken an den Schul- 
tern deutlich breiter als das Halsschild, Rüssel ohne glatte 
Mittellinie, der Schaft kürzer und robuster, der Kopf dichter 
punktiert und die Schüppchen größer, federartig zerschlitzt. *) 
Rüssel gerade, ziemlich kurz und dick, kaum so lang wie 
die Halsschildmittellinie, dicht und kräftig, nach der Spitze 
zu feiner punktiert. Fühlerschaft länger als die Geißel, 
an der verdickten Spitze weiß beborstet, i. Geißelglied 
länger als das 2., 3. — 6. Geißelglied kugelig, i. Keulenglied 
kürzer als die halbe Keule. Halsschild quer, mit der größten 
Breite an der Wurzel, oberseits, der breit abgesetzte Vorder- 
rand ausgenommen, grob gekörnt, mit weiß beschuppter 
Mittellinie und breiten verwaschenen weißen Seitenrand- 
streifen. Schildchen klein, rundlich, in der Mitte beschuppt. 
Flügeldecken doppelt so lang wie breit, deutlich breiter 
als die Halsschildwurzel, stumpf elliptisch zugerundet, 



*) Herr Guy A. K. Marshall hatte die große Güte, nocens mit dem 
Typus von oherthüri Pasc, in London zu vergleichen, wofür ich ihm zu 
großem Dank verpflichtet bin. 

Stett. cntomol. Zeit. 1908. ll* 



164 

an der Wurzel stark lappenartig vorgezogen, das Schildchen 
aber nicht einschließend, alle Streifen, ebenso wie ein länglich 
viereckiger Eindruck, von ungefähr halber Augengröße, 
an der Wurzel des 5. und 6. Streifens weiß beschuppt, die 
gekörnt gereihten Spatien fein rippenartig erhaben, glänzend 
schwarz und etwas breiter als die Streifen, 5. Spatium an 
der Wurzel abgekürzt . Unterseite mäßig dicht mit federartigen 
Schüppchen bedeckt, Hinterleib dicht punktiert, Seiten 
der Hinterbrust mit einigen in die Quere gezogenen Körnern. 
Schenkel kurz und kräftig, mit stumpfem Zahn, die Hinter- 
schenkel das dritte Bauchsegment kaum überragend. Vorder- 
schienen kaum % mal so lang wie die Vorderschenkel, 
unbewehrt, ihr Innenrand an der Wurzel schwach ausge- 
randet. Zweites Glied der Hintertarsen ungefähr gleich- 
seitig dreieckig. 

32. Aleides audax sp. n. 

Aterrimus, lineis subrosaceo-ochraceis ornatus; rostro 
prothorace breviore, crebre ruguloso-punctato, dorso cari- 
nula mediana, fronte subconcava; antennis funiculi arti- 
culis ab tertio sphaericis, clavae primo quarta parte clavae 
aequante, prothorace lineis quinque dense albido-squamosis 
una mediana, altera intra, altera subter marginem lateralem, 
reliquo nigro-granulato ; scutello subquadrato, nigro ; elytris 
thorace paulo latioribus, punctato-striatis, spatiis convexius- 
culis, granulosis, fascia arcuata supra segmentum secundum 
in elytrorum margine incipiente, sutura in primo triente 
secante et spatio secundo in triente apicali, albo-squamosis ; 
corpore subter parce, lateribus densius ochraceo-squamosis; 
tibiis anticis ante medium vix dentatis. 

Long. 7,5, lat. 3,2 mm. 

Patria. Madras occidentalis, Nilgiri Hills, Beating. 

Ungefähr von Größe und Gestalt des Larinus carlinae 
Ohv., matt, tief schwarz, mit drei Streifen auf dem Hals- 
stet t. entomol. Zeit. 1908. 



165 

Schild, einem stark gebogenen Querstreifen vor der Decken- 
mitte und das Spitzendrittel des 3. Spatiums rötlich weiß 
beschuppt. Rüssel sehr dicht, etwas längsrunzelig punktiert, 
mit feiner Mittelleiste, Stirn dicht punktiert, flach einge- 
drückt. Fühler in der Mitte zwischen der Rüsselmitte und 
Spitze eingefügt, i. und 2. Geißelglied gleich lang, das 
I. etwas verdickt, die 4 folgenden nach der Keule zu größer 
werdend und kugelförmig, zusammengenommen kürzer als 
die Keule. Halsschild quer, gekörnt, die seitlichen hellen 
Längsstreifen geradlinig, nach vorn konvergierend. Schild- 
chen rundhch, kahl. Flügeldecken i^^ mal so lang wie breit, 
an den Schultern sehr wenig breiter als die Halsschild- 
wurzel, ihre Seiten nach hinten zu wenig konvergierend, 
punktiert-gestreift, Zwischenräume etwas gewölbt und gereiht 
gekörnt, 6., 7. und 8. Streifen an der Schulter mit sehr 
groben, die Spatien an Breite übertreffenden Punkten. 
Die stark gebogene helle Querbinde, von beiläufig Schenkel- 
breite, beginnt am Deckenrand über dem 3. Bauchsegment 
und durchschneidet die Naht vor der Deckenmitte. Das 
zweite Deckenspatium ist im Spitzendrittel ebenfalls dicht 
weißlich beschuppt (auch bei dieser Art sind alle Schüppchen 
federartig zerschlitzt). Vorderbrust in der Mitte, ein nach 
dem Auge ziehender Streifen unterhalb des Halsschild- 
seitenrandes und die Seiten der Hinterbrust dicht rötlich 
weiß beschuppt. Abdomen fast kahl, schwarz. Hinter- 
schenkel das 4. Bauchsegment wenig überragend, an den 
Vorderschenkeln der Zahn rechtwinkelig abstehend, zapfen- 
artig, Schienen längsrunzelig, die vorderen vor der Mitte 
am Innenrande etwas verbreitert, 2. Hintertarsenglied 
dreieckig, so lang wie breit. 

33. Aleides laetus sp. n. 
Oblongus, niger rostro confertim punctato; antennis 
robustis, scapo apicem versus sensim dilatato, funiculi 

Stett. eutomol. Zeit. 1908. 



166 

articulis quatuor ultimis transversis; prothorace granuloso, 
vittis albis quatuor, una utrinque in disco, altera infra 
marginem lateralem; scutello subtransverso; elytris striato- 
punctatis, ad basin oblique impressis, punctato-striatis, 
spatiis punctis latioribus, spatio quinto basi impresso, lineis 
albidis in hunc modum decoratis : una arcuata, e scutello 
exeunte. cum spatii quinti parte basali figura l^-formante, 
dein ad marginem lateralem descendente et usqus ad spatii 
secundi apicem conducta, altera in medio episterni meta- 
thoracis incipiente et retro suturae ad secundum trientem 
versus curvata ; corpore subter albido-, metasterni lateribus 
cretaceo-squamosis ; femoribus elytrorum apicem haud attin- 
gentibus, margine interno in medio dilatato, tibiis anticis 
in medio inermibus. 

Long. 10,2, lat. 4 mm. 

Patria. Sarawak, Trusan, VIII. 1900 (ex Mus. Sarawak). 

Schwarz, Rüssel dicht und grob punktiert, Fühler 
näher der Mitte als der Spitze eingefügt, sehr robust, der 
Schaft nach der Spitze zu mehr als gewöhnlich verbreitert, 
die Geißelglieder vom 3. ab quer, erstes Keulenglied % der 
Keulenlänge einnehmend. Augen hinten umfurcht, Stirn 
mit einer glänzenden Querschwiele. Halsschild grob abge- 
schliffen gekörnt, beiderseits mit zwei weiß beschuppten 
Längslinien, die innere beiderseits auf der Scheibe und schräg 
nach der Wurzel des 4. Spatiums gerichtet, die äußere 
von oben kaum sichtbar, von den Hinterecken nach dem 
Augenn.nterrand laufend. Schildchen verrundet viereckig, 
an der Wurzel sehr wenig verengt. Decken breiter als das 
Halsschild, doppelt so breit wie lang, der vorgezogene Basal- 
lappen längsrunzelig, gestreift-punktiert, die Punkte so 
breit wie die Spatien, letztere, namenthch im Spitzenteil 
deutlich gereiht gekörnt, Naht- und erster Streifen sowie 
das 5. Spatium an der Wurzel eingedrückt. Die schnee- 
weiße Zeichnung besteht in einer vom Schildchen aus- 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



167 

gehenden gebogenen und mit der weißen Wurzel des 5. 
Spatiums ^M-artig verbundenen Linie, die sich über das 
6. Spatium nach hinten fortsetzt und im Bogen auf das 
2. Drittel der Naht stößt, sie sendet vom 6. Spatium sowohl 
nach vorn einen gebogenen, die Schulter unterseits um- 
kreisenden Ast, als auch einen nach hinten aus, der auf 
das 8. Spatium übergeht und an der Spitze des 2. Spatiums 
winkehg nach vorn umgebogen ist. Hinterschenkel das 
4. Bauchsegment überragend, dicht punktiert, in den Punkten 
mit kleinen weißen Schüppchen. Zweites Glied der Hinter- 
tarsen doppelt so breit wie lang. 

34. Alcides tapirus sp. n. 

Robustus, statura A. angulo F. *) similis, niger, protho- 
race ochraceo-, elytris fascia lata apiceque albo-squamosis ; 
rostro valido, medio subsulcato, in dimidia parte basali 
subbiseriatim ruguloso-granoso, spaciis setuloso-quamosis ; 
antennis funiculi articulis quatuor ultimis moniliformibus; 
prothorace granulöse, maxima cum latitudine ad basin; 
scutello semicirculare, impresso; elytris prothorace paullo 
latioribus, lateribus parallelis in dimidia parte basah seriato- 
foveolatis, foveolis spaciis granulatis latioribus, fascia trans- 
versa postmediana extrorsum sensim dilatata ; corpore 
subter dense albo-squamoso, metasterno lateribus nigro- 
granulatis; femoribus posticis elytrorum apicem haud attin- 
gentibus, tibiis anticis dente mediano valido, tarsorum 
articulo secundo transverse trigono. 

Long. 12, lat. 5 mm. 

Patria. Borneo, Kina Balu, J. Waterstradt legit. 

Eine gleichbreite, ziemlich gedrungene Art mit breiter, 
weißer Deckenbinde und eben solcher Deckenspitze. Rüssel 
kräftig, 1 1/2 mal so lang als die Halsschildmittehinie, punk- 
tiert, in der Basalhälfte runzelig gekörnt und gelblich be- 



*) = geometricus Pasc. Ann. Mus. Genova 1885 p. 243, T. 1, Fig. 9. 
itett. eutomol. Zeit. 1908. 



168 

schuppt, auf dem Rücken zwei Reihen von runzehgen 
Körnern. Halsschild gekörnt, der abgeschnürte Spitzenteil 
nur punktiert, größte Halsschildbreite an der Wurzel. Schild- 
chen halbkreisförmig, glatt, eingedrückt. Decken nicht 
ganz doppelt so lang wie breit (5:9 mm), grubig gereiht- 
punktiert, die Grübchen so breit wie die gekörnten Spatien. 
hinter der Mitte mit einer nach außen verbreiterten weißen 
Querbinde, deren Breite an der Naht den Augendurch- 
messer übertrifft. Deckenspitze ebenfalls so weit weiß, 
daß die schwärzliche Querzone zwischen ihr und der weißen 
Querbinde breiter als letztere ist. Schenkel sparsam mit 
haarförmigen Schüppchen bedeckt, die hinteren das vierte 
Bauchsegment kaum überragend. Vorderschienen in der 
Mitte mit großem Zahn. Unterseite dicht weiß beschuppt, 
die Seiten der Hinterbrust mit einzelnen, großen, glatten 
Körnern. Zweites Tarsenglied quer, dreieckig. 

35. Aleides crenatidens sp. n. 

A. subvirenti m. subsimilis, niger, squamulis minutis 
ochraceis sat parce tectus, prothorace vittis tribus, in- 
distinctis, elytris pone medium linea transversa, arcuata, 
albido-squamosis ; rostro prothorace sesqui longiore, basi 
carinula mediana obsoleta, sat dense seriato-punctato; 
antennis rufescenti-nigris, funiculi articulo secundo primo 
subbreviore, reliquis moniliformibus, latitudine perpaulo 
longioribus, septimo oblongo-conico, clavac distincto; pro- 
thorace lateribus in dimidia parte basali parallelis, disco 
aequaliter granulato, spaciis parce ochraceo-squamulosis, 
squamuhs in vittis tres, una mediana et una laterali, con- 
densatis, his plerumque albidis; scutello pulvinato, rotun- 
dato, elytrorum excisione trapezoidali recipiente; elytris 
prothorace paullo latioribus, striato-foveolatis, in triente 
apicali punctato-striatis, stria sexta basi intrusa, disco 
rugulis circiter tres oblique-transversis, linea transversa, 

Stctt. eutomol. Zeit. 1908. 



169 

supra coxis posticis incipiente ac arcuata, albo-squamosa ; 
corpore siibter subtile parceque ochraceo-sqiiamuloso, pedi- 
bus gracilibus, anticis dente magno, in margine interno 
denticulato, armatis, tibiis anticis inermibus. 

Long. 9, lat. 3,2 mm. 

Patria. Sarawak, Kina Balu, J. Waterstradt legit. 

Dem A. siihvirens etwas ähnlich, aber breiter, durch 
die einfachen Vorderschienen und dem breiten, am Innenrand 
gekerbten Vorderschenkelzahn leicht kenntlich. Schwarz, 
klein und mäßig dicht ockergelb beschuppt, die Schüppchen 
(bei 38facher Vergrößerung leicht sichtbar) fiederartig 
zerschlitzt, auf dem Halsschild mehr dreieckig, das breite 
Ende nach vorn gerichtet. Drei oft undeutliche Längs- 
streifen auf dem Halsschild und eine über den Hinterhüften, 
am Deckenseitenrand beginnende, quere Bogenlinie weiß 
beschuppt. Rüssel an der Basis mit undeutlichem Mittel- 
kiel 1 1/2 mal so lang wie das Halsschild. Schildchen rundlich, 
leicht quer, gewölbt, in einem trapezoidalen Nahtausschnitt 
eingebettet. Decken hinter den weit vorgezogenen Basal- 
lappen der Quere nach leicht eingedrückt, jede Decke in 
der vorderen Hälfte mit 3 — 4 schräg zur Naht gestellten 
etwas ausgeprägten Querwülsten, grubig gereiht-punktiert, 
im Spitzendrittel punktiert-gestreift, Schultern infolge des 
an der Wurzel stark eingedrückten 6. Streifens, schwielen- 
artig vortretend. Beine sehr schlank mäßig dicht mit ge- 
fiederten Schüppchen bedeckt, die Hinterschenkel die Decken 
überragend und mit spitzem Dorn, die Vorderschienen 
nicht bewehrt. 

36. Alcides subvirens sp. n. {staudingeri Faust i. c.) 

Oblongus, niger parum viridimicans, rostro in dimidia 

parte apicali subtilissime, basin versus fortius punctato, 

fronte inter oculos late excavata ac parce albido*quamu- 

losa; antennis nigris, funiculo gracile, articulo secundo 

Stett. eutomol. Zeit. 1908. 



170 

primo, aut tertio quartoque imitis, aequilongo, clavae arti- 
culo primo dimidia parte clavae breviore, prothorace trans- 
verso, crebre ruguloso-punctato, apicem versus laeviore, 
lateribus rotundatis; scutello rotundato; elytris latitudine 
duplo longioribus, thorace paullo latioribus, seriato-punc- 
tatis, in triente apicali punctato-striatis, punctis sqiiamulis 
albis gerentibus, macula transversa, posthumerali intror- 
siim angustata lineaque transversa, indistincta, in secimdo 
triente, albo-squamosis, interstitiis subrugulosis, in triente 
apicali parce seriatim albo-squamulosis ; femoribus tennibus, 
posticis elytris siiperantibus, ante apicem, iit tibiis anticis 
in medio, acute dentatis. 

Long. 9, lat. 3,2 mm. 

Patria. Sarawak, Kina Balu, J. Waterstradt legit. 

Zufolge der schlanken Fühlergeißel, langen Beine und 
schlanken Tarsen ist die Art in die Nähe von chiliarchus 
Boh. zu stellen, ob das Gleiche auch für die von Pascoe 
beschriebenen metallisch blauen Arten: bisignatus, in- 
digaceus und pariUs (Anm. Mag. Nat. Hist.) zutrifft, ist, 
da die mir allein bekannten Beschreibungen die erwähnten 
Merkmale unberücksichtigt lassen, zurzeit von mir nicht 
zu entscheiden. 

Rüssel doppelt so lang wie das Halsschild, glänzend, 
nur im basalen Teil deutlich, nach der Wurzel zu kräftiger 
punktiert. Fühlergeißel schlank, das zweite Geißelglied 
so lang wie das gestreckt kegelförmige 3. und 4. Glied zu- 
sammengenommen, I. Keulenglied kürzer als die halbe 
Keule. Halsschild dicht runzelig, ungleich groß punktiert, 
nach dem Vorderrand zu glatter, die Punkte hie und da 
mit dreieckigem weißen vSchüppchen am Grunde, diese 
Schüppchen an den Halsschildseiten deutlich dreizipfelig. 
Schildchen rundlich, glatt. Flügeldecken etwas breiter 
als das *Halsschild, äußerst fein gerunzelt, gereiht-punk- 
tiert, im Spitzendrittel punktiert-gestreift, auf der Decken- 

Stett. eutomol. Zeit. 1908. 



171 

mitte die Spatien ungefähr 1 14 nial so breit wie die Punkte, 
und mit sehr flachen, über mehrere Spatien sich erstrek- 
kenden Querrunzehi, hinten mit sparsam gereihten weißen 
Schüppchen. Eine über der Mitte der Hinterbrustepisternen 
beginnende Quermakel, die bis zum Nahtstreifen reicht und 
hinter der Mitte eine undeutliche Querlinie weiß beschuppt. 
Unterseite sparsam mit kleinen gelblichen und größeren 
weißen, mehrzipfeligen Schüppchen bedeckt. Beine schlank, 
Schenkel lang geheult und ebenso wie die Mitte der Vorder- 
schienen spitz bezahnt. Zweites Tarsenglied i^A mal so lang 
wie breit. 

37. Alcides morio sp. n. Taf. I, Fig. 4. 

A. trifido Pasc, statura similis, parum minor, fascia 
postmediana obsoleta, spatio primo secundoque in triente 
apicali parce albido-setulosis ; rostro thorace fere duplo 
longiore, punctato, dorso linea mediana laevi; fronte con- 
fertim punctata, inter oculos puncto intruso; antennis 
funiculi articulo primo duobus sequentibus unitis distincte 
longiore; prothorace, margine apicali excepto, crebre gra- 
nulato ; scutello punctiforme, glabro ; elytris latitudine quinto 
parte longioribus, basi valde lobatis, scutellum complec- 
tentibus, punctato-striatis, punctis in elytrorum dimidia 
parte anteriore majoribus, a stria tertia subquadratis, spatiis 
latioribus, spatiis minute asperato-granulatis. granulis albo- 
setosis; corpore subter parce ochraceo-squamoso ; coxis 
anticis contiguis, femoribus posticis segmento quarto vix 
superantibus, anticis longissimis; tibiis anticis inermibus, 
tarsorum posticorum articulo secundo fortiter transverso. 

Long. 8, lat. 4,8 mm. 

Patria. Madras occidentalis, Anamalais. 

Eine kurze gedrungene Art von der Form des trifidus 
Pasc, jedoch kleiner und die Vorderhüften ganz zusammen- 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



172 

stoßend. Vorderschenkel verlängert, Vorderschienen un- 
bewehrt, 2. Tarsenglied der Hinterfüße doppelt so breit 
wie lang, trapezförmig. Schwarz, Flügeldecken etwas glän- 
zend. Rüssel mäßig dicht punktiert mit glatter, zwischen 
den Fühlern mit undeutlich der Länge nach eingedrückter 
Mittellinie. Kopf kräftig und sehr dicht punktiert, zwischen 
den Augen mit Grübchen. Halsschi 'd an der Wurzel am 
breitesten, dicht gekörnt. Flügeldecken um '/j länger als 
breit, die Basallappen weit über das punktförmige Schild- 
chen vorgezogen, dieses einschließend, grob gestreift-punk- 
tiert, m Spitzendrittel punktiert-gestreift, daselbst die 
Zwischenräume etwas gewölbt. Auf dem Nahtstreifen 
und an drei folgenden Streifen die Punkte in der vorderen 
Deckenhälfte schmäler als die Spatien, auf den äußeren 
Streifen die Punkte breiter, fast quadratisch. Zwischen- 
räume mäßig dicht fein raspelartig gekörnt, die Körnchen 
hie und da mit einer doppelten weißen Borstenschuppe, 
hinter der Deckenmitte sind diese Schüppchen zu einem 
undeutlichen Querband zusammengedrängt, ebenso sind 
die Spitzen des i. und 2. Zwischenraumes etwas dichter 
beschuppt und erscheinen dadurch weißlich. Unter- 
seite ziemlich dicht ockergelb beschuppt. Schenkel nach 
der Wurzel und Spitze zu kräftiger und dichter punktiert, 
spärlich weißlich beborstet, die vorderen und mittleren 
neben dem Schenkelzahn mit zwei bis drei kleinen Zähn- 
chen, Hinterschenkel das 4. Bauchsegment kaum überragend. 
Schienen grob und dicht punktiert, spärlich weißlich be- 
haart-beschuppt. Vorderschienen unbewehrt. 

38. Desmidophorus saravacanus sp. n. 
D. aureolo Gyllh. affinis, niger, ochraceo-squamosus, 
elytris humeris tuberculo productis, disco macula trans- 
versa fasciaque anteapicali, tuberculis nonullis, penicillatis, 
nigris, apice singulis acuminatis; rostro creberrim« ac rüde 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



173 

punctato, antennis nigris, funiculi articulis (primo oblongo, 
ultimo transverso exceptis) moniliformibus. 

Long. IG— II, lat. 6 — 6,5 mm. 

Patria. Sarawak et Brunei (ex Mus. Sarawak). 

Die Art gehört zu den wenigen indo-malaiischen 
Formen, deren Schultern wie bei D. aureolus Gyllh. und 
imhoffi Bohem. in einen stumpfen Zapfen ausgezogen sind, 
ist aber von dieser allein schon durch die sehr ausgeprägte 
schwarze Deckenzeichnung zu unterscheiden. Schwarz, 
überall mehr oder weniger dicht mit ockergelben, hie und 
da rötlichgelben Borstenschuppen bedeckt, ein großer Quer- 
fleck auf der Scheibe, der bis zum 4. Spatium nach außen 
reicht, eine am Hinterrande verwaschene Querbinde, vor 
der Spitze und mehrere Borstenhöcker schwarz. Rüssel 
in der Basalhälfte sehr dicht und grob punktiert und spar- 
sam beschuppt. Fühler schwarz, i. Geißelglied konisch, 
wenig länger als breit, die folgenden kugelförmig, das letzte 
leicht quer. Halsschild dicht grubig punktiert, im hinteren 
Teil mit undeutlicher Mittelleiste, mäßig dicht mit nach 
vorn gerichteten und gekrümmten langen Borstenschüppchen 
besetzt, die am Vorderrande verdichtet und mehr bräunlich 
gefärbt sind, auf der Halsschildscheibe einige wenige von 
schwärzlicher Färbung. Schildchen länglich viereckig, 
dicht beschuppt, mit Längseindruck. Flügeldecken mit 
zapfenartigem Höcker an der Schulter, hinten einzeln zu- 
gespitzt. Naht im vorderen Drittel kahl, scharf hervor- 
tretend. Die, ähnlich wie bei aureolus Gyllh. gruppierten 
Borstenhöcker sind schwarz und finden sich an folgenden 
Stellen: Je einer im i. Drittel auf der Naht, am Vorder- 
rande des großen schwarzen Scheibenfleckes, ein ähn- 
licher, etwas schräg gestellter, hinter der Wurzel und ein 
länglicher hinter dem i. Drittel, sowie ein kleiner am Vorder- 
rande der schwarzen Apikaibinde auf dem 2. Spatium. 
Das 4. Spatium zeigt an der Wurzel, schräg hinter dem 

Stott. entomol. Zeit. 1908. 



174 

Höcker des 2. Spatiums, ferner an der Außenecke des 
Scheibenfleckes und am Vorderrand der Apikaibinde, das 
6. Spatium in der Mitte und an der Außenecke der Apikai- 
binde je einen kleinen schwarzen Borstenhöcker. Unterseite 
ziemlich dicht, die letzten Bauchsegmente sparsamer und 
haarartig, ockergelb beschuppt. Beine sehr grob und dicht 
punktiert und wie bei anderen Arten mit verschieden- 
artigen Schuppen mäßig dicht bedeckt. 

Cyphomydica g. n. 

Sophrorhinidarum . 
Rostrum paullo arcuatum, apice depressiusculum, scrobes 
antemedianae, antennae graciles, rostri apice propiore in- 
sertae, funiculo Vll-articulato, clava scapo multo breviore. 
Oculi distincte granulosi. Prothorax transversus, lobis 
ocularibus instructus. Scutellum distinctum. Elytra basi 
thorace vix latiora, margine laterali inflexo, lateribus sub- 
carinatis. Coxae anticae distantes, rima pectoralis meta- 
sterno penetrans, apice aperta. Metasternum brevissimum. 
Femora subdentata. Segmentum primum abdominale secundo 
longiore, margine postico recto, secundum duobus sequen- 
tibus unitis aequilongum. 

Die Gattung steht von allen bisher bekannten dieses 
Sub-Tribus, die seit Lacordaire durch Pascoe in den An. 
Mus. Genova XXII, 1885 p. 252 um einige vermehrt worden 
sind, der von Faust (Ann. Soc. Ent. Belg. 1894 p. 528) er- 
richteten Paremydica am nächsten, unterscheidet sich 
jedoch von ihr dadurch, daß die Fühler näher der Rüssel- 
spitze als der Mitte eingefügt, das i. und 2. Geißelglied 
an Länge wenig verschieden, die Decken an der Wurzel 
kaum breiter als die Halsschildwurzel sind und einen breit 
umgeschlagenen Rand aufweisen ; ferner ist die Keule viel 
kürzer als der Schaft und undeutlich gegliedert und das 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



175 

I. Bauchsegment länger als das 2. und weist außerdem 
einen geraden Hinterrand auf. 

Die Bekleidung und der Habitus der neuen Art erinnern 
am meisten an Paremydica quadricristata Faust (Ann. Soc. 
Ent. Belg. 1894 p. 529) aus Loanda. 

39. Cyphomydica megacalles sp. n. Taf. I. Fig. 5a und 5b. 

Ovatus, gibbosus, ochraceo-squamosus, rostro squa- 
moso, utrinque ut in margine superciliare verticeque squa- 
mulis longioribus erectis; prothorace in parte anteriore 
tri-impresso, margine antico in medio bituberculato-squa- 
moso, disco seria transversa e tuberculis quatuor; scutello 
rotundato, globoso; elytris spatio sexto costato, marginem 
lateralem formante. retrorsum divergente, remote tuber- 
culato, in triente apicali abrupte abbreviato; spatio secundo 
in dimidia parte minore, basali, alte cristato-squamoso ; 
elytris in parte majore, apicali, planis, declivibus, utrinque 
pone scutellum et in apice spatii quarti macula minuta, 
spatio tertio ad basin fasciaque transversa, inter cristarum 
dorsalium apices, fusco-velutinis ; pedibus praeter squa- 
mositatem adpressam squamulis erectis remotis. 

Long, (sine rostro) 7, lat. ad hum. 3 mm. 

Patria. Madras occidentalis, Nilgiri Hills. 

Hell lehmfarben beschuppt, die vordere Deckenhälfte 
und eine viereckige, bis zur Mitte nach vorn reichende 
Makel an der Wurzel des Halsschildes, sowie ein kleiner 
Fleck, beiderseits des Schildchens, dunkelbraun, ebenso 
ist die Wurzel des 3. Spatiums, ein Querstrich zwischen 
den hinteren Enden der beiden Rückenkämme und eine 
Punktmakel an der Spitze des 4. Spatiums, gefärbt. Rüssel 
an den Seiten und die Augen am Oberrande mit großen, 
abstehenden Borstenschüppchen. Halsschild fast halbkreis- 
förmig, am Vorderrand in der Mitte mit zwei aufrecht be- 
schuppten Höckern, in der vorderen Hälfte mit drei großen 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



176 

Gruben, die am Hinterrande von einer Querreihe von 4 
entfernten Höckern begrenzt werden. Schildchen kreis- 
rund, stark kissenartig gewölbt. Flügeldecken mit vor- 
gezogenen, den Halsschildhinterecken aufliegenden Schulter- 
ecken, auf dem 3. Spatium mit hohen und aufrecht be- 
schuppten Kämmen, die eine fast kreisförmige Fläche 
umschließen, die größere hintere Deckenhälfte fast ganz 
eben und abschüssig, das 2., 4. und 6. Spatium etwas ge- 
wölbt, mit entfernt gereihten Schuppenhöckern, das 6. 
Spatium den Seitenrand bildend, gerade und nach hinten 
divergierend, im letzten Drittel plötzlich abgebrochen. 
Naht im Basalteil mit entfernt-gereihten Schuppenkörnern, 
im übrigen, so wie die Beine, mit einzelnen gereihten, großen 
Borst enschüppchen. 

40. Ectatorhinus nanus sp. n. 

E. femorato Pasc, subsimilis ac multo minor, elytris 
haud tuberculatis, prothorace crebre ruguloso-foveolato, 
carinis longitudinahbus septem, mediana longissima, ex- 
ternis abbreviatis; scutello rotundato, dense albido-squa- 
moso; elytris foveolato-striatis, foveolis in elytrorum dimidia 
parte basali quadratis, spatiis angustissimis, carinatis, 
secundo basi palhde vittato, pone elytrorum medium ma- 
cula circiter v-forme (e maculis tres subquadratis ac aeque- 
magnis composita) ochraceo-squamosa ; femoribus simile 
ut in femorato maculato-ornatis. 

Long. 8 — 10, lat. 4 — 4,5 mm. 

Patria. Sarawak, Kuching 2. II. 1899 (ex Mus. Sarawak). 

Die kleinste der bisher bekannten Arten. Flügeldecken 
parallelseitig, ohne vorspringende Schultern und ohne Höcker 
oder Beulen. Schwarz, scheckig blaß, oder rötlich ockergelb 
und schwarz beschuppt. Decken hinter der Mitte mit einem 
gemeinsamen, aus drei rostgelben Makeln gebildeten v- 
förmigen Discalfleck, außerdem die Wurzel des zweiten 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



177 

Spatiums hell beschuppt. Rüssel des (^ mit Punktreihen, 
der des $ fast glatt, an der Wurzel tomentiert. Kopf ein- 
farbig tomentiert, mit zerstreuten Schuppenpünktchen. Hals- 
schild dicht grubig und runzelig punktiert, mit einer Mittel- 
leiste und beiderseits davon mit je drei, je weiter sie nach 
außen gelegen sind, um so mehr verkürzten Nebenleisten. 
Schildchen rund, hell beschuppt. Flügeldecken grubig 
punktiert-gestreift, die Punkte in der Basalhälfte der Decken 
quadratisch, um vieles breiter als die schmalen, leisten- 
artigen Spatien. Unterseite hell ockerfarben, Abdomen 
dunkler tomentiert, die einzelnen Segmente in der Mitte 
und an den Seiten mit einer helleren Makel. Beine und 
Schienen ähnlich wie bei femoratus Pasc, mit helleren Linien 
gezeichnet. 

Die bisher beschriebenen Edatorhinus- Arten*) können, 

so weit es möglich ist, einzelne Arten allein nach den in 

ihren Beschreibungen erwähnten Merkmalen zu beurteilen, 

in folgender Weise unterschieden werden (wobei die mir 

in natura unbekannten Arten in Klammern gesetzt sind) : 

A'-. Halsschildmittelleiste in der Mitte unterbrochen, 

Länge 14, Breite 8 mm., dem rugaticollis Chevr. 

sehr ähnlich. Andamanen. Le Naturaliste 1882 

p. 133 (frontalis Chevr.). 

A^. Halsschildmittelleiste vor der Mitte grübchen- 
artig erweitert, Rüssel des $ länger als die Flügel- 



*) Die mit Ectatorhinus Lac. nahe verwandte Gattung Mesocorynus 
Schönh. unterscheidet sich bekanntlich von ersterer durch die von einander 
entfernten Vorderhüften und die langgestreckte cylindrische Fühlerkeule, 
die so lang wie 4. — 5. der letzten Geißelglieder zusammengenommen ist, 
sie enthält drei afrikanische und zwei asiatische Arten, nämhch: loripes 
Chevr. Fig. 5. T. XVIII, Pascoe. Ann. Mag. Nat. Hist. 5. Ser., Vol. X 
p. 456. Senegal (Luluaburg, Mukenge, Transvaal, D.-O. -Afrika etc.), 
westermanni Boh. Guinea, (Gabun, Kamerun, Congo etc.), cristatus Roelofs 
J. Sei. Lisb. 1887, XLV p. 52, Angola varipes Wied. Bengalen (Calcutta, 
Sikkim, Assam), humerosus Fairm., Ann. Soc. Ent. France (6) IX p. 53. 
China (Kiang-si). 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 11 



78 



decken. Borneo, (Sumatra, Andamanen i. Mus. 

Dresd.) wallacei Lac. 

Der Beschreibung nach durch kein Merk- 
mal von voriger Art zu unterscheiden ist der in 
den Ann. Soc. Ent. France (5) X 1880 p. LXXIII 
aus Ostindien beschriebene .. (rugaticoUis Chevr.). 
A. Halsschildmittelleiste weder unterbrochen noch 
grübchenartig erweitert, zuweilen nur in der 
vorderen Halsschildhälfte ausgeprägt. 
B^. Flügeldecken hinter der Schulter mit großem 
konischen Höcker. Sarawak: Journ. Linn. Soc. 
XI, 1872 p. 478 T. X. Fig. 10 . . . (femoratus Pasc.) 

B2. Flügeldecken hinter der Schulter mit großer, 
stumpfer, depresser Erweiterung, Vorderhüften 
am Innenrande ausgezogen und nach innen ge- 
krümmt. Sumatra (Borneo, Sarawak, Mus. Dresd. 
und Sarawak). Notes Leyd. Mus. XII, 1890 
p. 207 alatus Roelofs. 

B'. Flügeldecken an der Schulter mit schrägem, hinten 
abgesetzten dicht rostrot tomentierten Wulst, 
Halsschild nur mit Mittelleiste, im übrigen tief gru- 
big-punktiert. Japan (Korea i. Mus. Dresd.). Journ. 
Linn. Soc. XI, 1872 p. 478 adamsi Pasc. 

B. Flügeldecken an den Schultern ohne Auszeichnung, 
nur etwas winkelig ausgezogen. 

C^. Halsschild neben der Mittelleiste mit Seitenleisten 
oder Längsrunzeln. 

D^. Flügeldecken mit tomentierten Höckern, Hals- 
schild neben der Mittelleiste nur mit Längsrunzeln. 
Malacca Sumatra (Sumatra et Borneo i. Mus. 
Dresden). D. Ent. Z. XXIV, 1880 p. 141., Notes 
Leyd. Mus. II 1880, p. 232 hasselti Roelofs 

D. Flügeldecken ohne Tomenthöcker, Halsschild neben 
der Mittelleiste jederseits mit drei abgekürzten 

Stctt. entomol. Zeit. 1908. 



179 

scharf ausgeprägten Nebenleisten, Länge 8-9 mm. 

Borneo, Sarawak nanus m. 

C. Halsschild höchstens in der vorderen Hälfte mit 
Mittelleiste, im übrigen mehr oder weniger dicht 
grob punktiert, 7. (letztes) Geißelglied konisch, 
mindestens doppelt so lang wie an der Spitze 
breit, Länge 20-22 mm. Duc of York (Neu Lauen- 
burg) (Neu Pommern, Neu Mecklenburg i. Mus. 

Dresd.) Le Naturalist H 1881 p. 389 

godeffroyi Fairm. 

41. Nauphaens nebulosus sp. n. 

Ellipticus, prothorace uniforme, elytris nebulose fusco- 
cinereo-squamosis; rostro nigro, dorso inter antennarum 
insertionem longitudinaliter impresso, apice rüde sat crebre, 
ad basin confertim punctato; prothorace sat remote gra- 
nuloso-punctato, carina mediana vix perspicua; elytris 
in sutura granulosis, granulis irregulariter disposites, postror- 
sum decrescentibus, spatio primo secundoque granulis 
paucis minoribus, stria tertia quartaque basi approximatis ; 
corpore subter albo-squamoso, segmentis abdominalibus 
tres ultimis in parte mediano nigricantibus, femoribus 
anticis unidentatis. 

Long. 10, lat. 5 mm. 

Patria. Insulae Salomonis, Shortland, C. Ribbe legit. 

42. Nauphaeus linearis sp. n. 

Ellipticus, fusco-cinereo-squamosus, thorace linea me- 
diana elytrisque in striis interrupte albido-squamosis ; pro- 
thorace subtilissime remoteque granuloso, confertim fusco 
ac ochraceo-squamoso ; elytris striis tertia quartaque basi 
haud approximatis, sutura pone scutellum elevata, asperato- 
granulosa, pone medium fascia transversa; corpore subter 
albido-, segmentis abdominalibus tres ultimis, maculis 

Stctt. entomol. Zeit. 190S. 1^* 



180 

medianis et lateralibus exceptis, maculaque utrinque pone 
rimam prosternalem fusco-squamosis, femoribus anticis bi- 
dentatis. 

Long. 10,2, lat. 5 mm. 

Patria. Sarawak, mons Matang. Dec. 1898 (ex Mus. 
Sarawak). 

Die bisher bekannten Arten der Gattung lassen sich 
wie folgt auseinanderhalten : 

A^. Suturalstreifen mit runden abgeschliffenen Körnern, 
die erst in einiger Entfernung hinter dem Schild- 
chen beginnen, Halsschild ohne hell beschuppte 
Längslinien, dritter und vierter Deckenstreifen 
an der Wurzel sehr genähert. Die drei letzten 
Geißelglieder quer, trapezoidal, Keule so lang wie 
die 5 vorhergehenden Geißelglieder zusammen- 
genommen. Vorderschienen mit einem Zahn. 
Salomo Ins nebulosus sp. n. 

A. Suturalstreifen hinter dem Schildchen höckerartig 
aufgetrieben, mit bis zu diesem heranreichenden 
queren Raspelkörnchen, Halsschild wenigstens mit 
heller Mittellinie. 

B^ Halsschild mit drei hell beschuppten Längslinien, 
die hellgelbe Deckenbeschuppung erstreckt sich 
fleckenartig auch über die Spatien, hinter der 
Deckenmitte mit einer großen, bis an die Naht 
reichenden dunklen Makel. Vorderschenkel zwei- 
zähnig. Philippinen simius Faust*). 

B. Halsschild nur mit einer hell beschuppten Mittel- 
linie. 

C^ Die gelbliche Deckenbeschuppung wird auch auf 
dem 5. bis 7. Spatium durch die, als dunkle Punkte 
vortretenden Raspelkörner unterbrochen, 2. bis 4. 
Deckenstreifen auf der scharf begrenzten schwarzen 

*) Ent. Zeit. Stettin LIII, 1892 p. 222. 
Stett. ontomol. Zeit. 1908. 



181 

"Makel eingedrückt, Seitenrand der Decken vor- 

'^ wiegend dunkel, nur in der Mitte und an der Spitze 

hell. Vorderschenkel mit einem Zahn. Halrtiahera 

und Neu-Guinea miliaris Pasc. 

, IC. Die weißliche Deckenbeschuf^pti% findet sich nur 
■•längs der Streifen und' bi'ld(?t unterbrochene Längs- 
Jinien, die Raspelköi-ner sind nur auf dem i. und 2. 
'. Spatium deutfieh, hinter der Deckenmitte findet 
sich eine s^i^inpfwinkelig geknickte dunkle '^Quer- 
I binde. JÖfe drei letzten Geißelglieder sind kugelig, 
(.die '^feule ist kürzer als die 5 vorhergehendeil 
vGeiMlglieder zusammengenommen. Vorderschenkel 
;zxvi^izähnig. — Borneo linearis sp. n. 

Squamispichora g. h. 

Madaridaruni {L ytcridarum) ■. 
Corpus depressiusculum, squatoosuni. Ähtennae fräctae, 
funicülo Vll-articulato, in clavam cohtinuato, clavae articulö 
iprimo latitudine basali plus duplo longiore. Rostrurh 
icylindricum, arcuatum; scrobes antemediahae, ad basih 
iinferne conniventibus. Oculi oVati, pläniüsculi. Pfdtliorai 
ibasi bisinuatus, apice tubulato^cöns^rict'üs, sine lobis dcu- 
llaribus. Prosternum in medio polie 'marginem anticuna 
Iransverse sulcatum, sulco utrinque fossula oblonga deter- 
minato. Scutellum distinctum. Elytra depressa, margine 
:supra episterna metasternalia lobatim dilatato. Epimera 
mesosternalia adscendentia. Femora antica subter sulcata, 
dente minuto instructa. Tibiae basi arcuatae ac angustatae. 
Tarsi articulo primo duobus sequentibus, aut ultimo, aequi- 
longo. Unguiculi liberi. Coxae anticae, ut intermediae et 
posticae, diametro coxarum distantae. Prosternum postiice 
late truncatum. Mesosternum metasterno connatum.. Seg- 
mentum abdominale primum secundo', secundum duobus^ 
sequentibus unitis, longioribus. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



182 

Im Journal of the Linneau Society, London 1873 
p. 66, gibt Pascoe eine synoptische Zusammenstellung 
der Lvteriidac, der zufolge die neue Gattung in die Nähe 
von Laodia und Ipsichora zu stellen wäre, von ersterer 
unterscheidet sie sich durch den an der Spitze nicht ver- 
breiterten Rüssel, die mit kleinem Zahn bewehrten Vorder- 
schenkel, die weit voneinander entfernten Vorderhüften, 
deren Abstand dem Hüftendurchmesser mindestens gleich- 
kommt, und durch die zweibuchtige Halsschildbasis, von 
Ipsichora ist sie durch den nicht metallischen, mit einem 
Schuppenkleid bedeckten Körper, die depresse Körperform und 
die an der Wurzel gebogenen Schienen unterschieden. Außer- 
dem ist, als besonders auffallend, am vorderen Ende der 
Prosternalnaht jederseits eine tiefe längliche Grube zu 
erwähnen, die mit der anderen durch eine zum Vorderrand 
parallelen Furche verbunden ist. Wahrscheinlich dürften 
sich beim direkten Vergleich dieser habituell so verschiedenen 
Gattungen noch mehrere wichtige Unterschiede auffinden 
lassen, doch ist mir Ipsichora nur aus der Pascoeschen Be- 
schreibung und Abbildung bekannt. Typus der Gattung ist: 

43. Squamipsichora araneola sp. n. Taf. I, Fig. 6a und 6.. 

Oblongo-elliptica, supra ochraceo-squamosa, elytrorum 
apice nigro-denudato; rostro crebre fortiterque punctato, 
basi, ut capite ochraceo-squamosis, supra oculos nonullis 
squamulis erectis; prothorace transverso, lateribus rotun- 
datis, ochraceo-squamoso, disco macula nigricante, sub- 
denudato, in angulis posticis et margine ante spatium secun- 
dum minute albo-maculato ; elytris pallide ochraceo-squa- 
mosis, apice nigris, subpunctato-striatis, spatio tertio apice 
quarto ante declivilatem tuberculatis, hoc dimidia parte 
antica albo-, reliquo nigro-squamoso ; corpore subter nigro, 
parce subtiliterque ochraceo-squamoso. 

Long. tot. 5, sine rostro 3,8, lat. ad hum. 1,6 mm. 

Patria. Madras occidentalis, Nilgiri Hills, Beating. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



183 

Oberseite ziemlich dicht mit blaß ockerfarbigen Schüpp- 
chen bedeckt, die Halsschildscheibe dunkel, die Decken- 
spitze tief schwarz, fast kahl. Rüssel in der Spitzenhälfte 
dicht und kräftig punktiert, mit feiner Mittelleiste, Basal- 
hälfte beschuppt, am Augenoberrand 3 — 4 aufgerichtete 
längere Schüppchen. Halsschild breiter als lang, vorn 
stark tubulös vorgezogen und beiderseits mit einem Schuppen- 
büschel, Basalrand mit vier weißlichen Makeln, je eine 
in den Hinterecken und je eine vor dem 2. Spatium. Flügel- 
decken fein gestreift, i. Spatium an der Spitze, das 2. vor 
der Spitze mit einem Höcker, letzterer steht auf der Grenze 
zwischen der hellen Decken- und der dunklen Spitzen- 
färbung, 2. Spatium an der Wurzel und so wie das 4. außer- 
dem mit einigen gereihten weißlichen Schuppenmakeln. 
Unterseite mäßig dicht kräftig punktiert, die Punkte mit 
einem gelblichen Börstchen am Grunde. Die schwarze 
Unterseitenfärbung auf dem Thorax, entlang dem Seiten- 
rande, scharf gegen die helle Oberseitenbeschuppung ab- 
gegrenzt. Beine schwarz, spärlich behaart-beschuppt, Tarsen 
rötlichbraun. 

44. Omoteninus nanus sp. n. ($). 

O. nigrosignato Hartm. subsimilis, minor, sanguineus, 
elytris margine basali, plaga mediana rotundata margineque 
apicali et pygidio margine laterali, nigris; rostro apice quadri- 
plicato ($!) reliquo subtile remoteque punctato; prothorace 
latitudine longiore, lateribus rotundatis; elytris apice trun- 
catis, angulo suturali paullo producto, striis sex internis 
distinctis, reliquis vix perspicuis, quarto quintoque apice 
conjunctis, pygidio remote punctato, apice truncato, utrinque 
ferrugineo-penicillato ; corpore subter sanguineo, vitta infra 
. marginem lateralem plagaque communi in segmentis ab- 
dominalibus 2. — 3., nigris. 

Long, (rostr. excl.) 7,5, lat. ad hum. 7 mm. 

Patria. Sarawak, Kuching (ex Mus. Sarawak). 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



184 

Die kleinste mir bekannte Art der Gattung und von 
allen anderen durch die hinten gerade abgestutzten Flügel- 
decken und das gerade abgestutzte Pygidium zu unter- 
scheiden. Relativ breiter als 0. nigrosignatus Hartm. und 
in der Färbung an diesen erinnernd. Mir liegt nur ein Exem- 
plar, $, von der angegebenen Örtlichkeit vor, doch bin 
ich sehr geneigt, ein von Waterstradt vom Kina Balu mit- 
gebrachtes ö*, das auch das auffallende Merkmal der ab-, 
gestutzten Decken und des abgestutzten Pygidiums zeigt, 
für dazu gehörig zu halten. Der Rüssel des $ ist kürzer 
als das Halsschild, im Spitzendrittel etwas geknickt ge- 
bogen und oberseits mit vier kurzen Längsfältchen versehen, 
im übrigen weitläufig, eine breite Zone im mittleren Teil 
der ^littellinie nicht punktiert. Halsschild länger als breit, 
mit zwei den Hinterrand bei weitem nicht erreichenden 
schwarzen Längsstreifen. Flügeldecken in den Streifen 
undeutlich und entfernt-punktiert, der ganze Basal- und 
Apikairand schwarz, außerdem in der Mitte mit einer innen 
den 3., außen den 9. Streifen tangierenden, runden, schwarzen 
Makel. Nahtspitze etwas vorgezogen und fuchsrot be- 
wimpert. Das an den Seiten breit schwarz gesäumte Py- 
gidium ebenfalls beiderseits an der gerade abgestutzten 
Spitze rötlich gelb bewimpert, im übrigen mäßig dicht 
nach der Spitze zu gröber punktiert. Unterseite äußerst 
fein und zerstreut, nur das Analsegment an der Spitze grob 
punktiert, vorherrschend blutrot, ein Längsstreifen unter- 
halb des Halsschildrandes, alle Hüften und die Ränder 
der Brust und deren Seitenteile, sowie auf dem 2., 3. und 
4. Bauchsegment eine große gemeinsame Makel schwarz, 
deren Vorderrand tief ausgebuchtet, und deren Außenrand 
bis auf Schenkelbreite dem Segmentrand genähert ist. 

Das mit Vorbehalt zu dieser Art gestellte (^ vom Kina 
Balu zeigt im verkleinerten Maßstab ungefähr die Rüssel- 
bildung von 0. fleutiauxi oder hauseri, nur mit dem Unter- 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



185 

schiede, daß das Spitzenhorn auf der Vorderseite jederseits 
eine scharfe Randleiste aufweist und der Rüssel im übrigen 
Teil grob runzelig gekörnt ist. Das Halsschild ist stark 
gewölbt, auf der Oberseite einfarbig blutrot, der ganze 
übrige Körper ist tief sammet schwarz. 

45. Ommatolampus hewitei sp. n. 

Species generis minima, obcure sanguinea, subter albo- 
sericea, supra velutina, prothorace vittis duabus nigris; 
scutello longitudinaliter carinato; elytris sutura lateribusque 
metallice cyaneo-lavatis, punctato-striatis, striis quatuor 
internis fortius impressis, reliquis, praesertim externis, ob- 
soletis; pygidio aterrimo, subcyaneo, sat crebre profundeque 
punctato, apice intruso, margine apicali sinuato ac nigro- 
ciliato. 

Long. 16, lat. 4 mm. 

Patria. Sarawak, Kuching, 21. V. igoo (ex Mus. Samwak), 

Eine kleine, relativ schlanke, dunkel blutrote Art,- 
die vor allem durch die stahlblauen Seiten der Decken 
und das in der MittelHnie scharf gekielte Schildchen auf- 
fällt. Kleiner als die kleinsten Stücke von O. germanV Körper 
von den Schultern ab keilförmig nach hinten zu verjüngt, 
Rüssel kürzer als bei der erwähnten Art, fein zerstreut- 
punktiert. Fühler dunkelrot, i. Geißelglied sehr kurz und 
dick, fast kugehg. Stirn zwischen den Augen mit einge- 
stochenem Grübchen. Halsschild oberseits abgeflacht, 
kaum punktiert, beiderseits mit je einem, den Vorderrand 
nicht erreichenden, schwarzen Längsstreifen. Flügeldecken 
am Rande gelblich bef ranzt, mit vier scharf ausgeprägten 
Punktstreifen und außerhalb dieser mit fürif feinen Punkt- 
reihen, die inneren Streifen an der Wurzel nach innen ge- 
bogen und tief eingedrückt, die Naht in der vorderen Hälfte 
mit gereihten Punkten, hinten etwas dachartig erhaben, 
ihre blaue Färbung verbreitert sich im Spitzenviertel über 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



186 

den 2. und 3. Zwischenraum, die blaue Färbung der Seiten 
setzt sich nur längs des Seitenrandes schmal bis zur Naht 
fort, so daß an der Spitze des 7. Zwischenraumes eine Längs- 
makel rot bleibt. Deckenspitzen in gewisser Beleuchtung 
weiß seidenartig schimmernd. Pygidium konisch, mit ge- 
raden Seiten und ausgerandeter Spitze, diese beim J ober- 
seits tief grubig eingedrückt, im übrigen ziemlich dicht punk- 
tiert und kurz anliegend, schwarz bewimpert. Unterseite 
schwarz, Vorderbrust und Seiten des i. Bauchsegmentes 
rot, Seiten und Seitenstücke der Hinterbrust ganz, i. und 
2. Bauchsegment nur an den Seiten weißlich seidenglänzend. 
Abdomen zerstreut-punktiert, in der Mitte fast glatt. Beine 
rot, Spitze der Schenkel und Schienen sowie die Tarsen 
schwarz. 

46. Ommatolampus haemorrhoidalis bomeensis subsp. n. 

Differt a speciecs typica: scutello linea mediana haud 
subcarinata, elytris striis internis haud profundioribus ac 
latioribus et remotius punctatis, stria suturali pone scutelli 
apicem incipiente. 

Long, (sine rostro) 32, lat. 7,5 mm. 

Patria. Sarawak, Kuching 14. L 1898 (ex Mus. Sarawak). 

Das mir nunmehr durch Zuwachs der Faustischen 
Sammlung vorliegende umfangreichere Material von dieser 
Gattung veranlaßt mich, meine im Jahre 1894 ^^ ^^^^ Notes 
Leyd. Mus. XVI p. 171 gegebene Artübersicht zu erneuern, 
sowie die Artberechtigung des 1897 beschriebenen O. dajacus 
(Notes Leyd. Mus. XVIII p. 247) zu unterdrücken. Unsere 
Kenntnis der OiJiinonatolauipus-Arien würde sich demnach 
übersichtlich wie folgt darstellen lassen : 

i^ Halsschild mit geraden parallelen Seiten i'/a mal so 
lang wie breit, Flügeldecken 1 1/, mal so lang wie 
breit, schwarz, an der Schulter, in der Mitte und 
vor der Spitze mit roter Makel. Länge 31, Breite 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



187 

7,5 mni- Luzon. Notes Leyd. Mus. XVIII p. 243 
1897 whiteheadi m. 

1. Halsschild mit leicht gerundeten mehr oder weniger 
nach vorn konvergierenden Seiten. 

2. Halsschild an der Basis mit einer vorn in zwei 
spitze Zipfel ausgezogenen Tomentmakel, Pygidium 
mit zwei genäherten etwas aschfarbigen hinten 
spitzen Tomenttropfen, Länge 31 mm. Andamanen. 
Ann. Mag. Nat. Hist. (Ser. 5) Vol. XIX. 1887 
p. 374. T. XI Fig. 8 Stigma Pasc. 

2. Halsschild und Pygidium ohne solche Makeln, 
meist unter 30 mm lange x\rten. 

3^ Spitzenrandbeborstung des Pygidiums gelbrot. 

4^ Oberseite einfarbig schwarz, Stirn zwischen den 
x\ugen mit U-förmigen Grübchen. 

5^ Nahtstreifen bis in die Nähe der Schildchenwurzel 
nach vorn reichend, Nahtstreifen und i. Punkt- 
streifen scharf ausgeprägt, die drei äußeren viel 
feiner, um so feiner, je weiter nach außen gelegen. 

Bengalen (Darjeeling i. Mus. Dresden) 

haemorrhoidalis Wied. 

5. Nahtstreifen nur bis zur Schildchenspitze nach vorn 
reichend, alle Deckenstreifen gleich fein, so fein 
wie der äußerste bei der Stammart und doppelt 
so weitläufig wie bei dieser entfernt -punktiert. 
Sarawak haemorrhoidalis borneensis subsp. n. 

4. Oberseite ganz oder teilweise blut- oder rostrot. 

6^ Flügeldecken in der Mitte mit v-förmig gestelltem 
von der schwarzen Naht durchkreuzten, schwarzen 
Querband, auch der Deckenseitenrand schmal 
schwarz gesäumt. Java tetraspilotus Guer. 

6, Flügeldecken nur mit schmalen schwarzen Seiten- 
randsaum, Pygidium in der Regel ganz rot. Java. . . 
tetraspilotus var. nigrolimbatus m. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



188 

3- Spitzenrandbeborstung des Pygidiums schwarz. 

7I. Pygidium an der Wurzel breiter als lang, Flügel- 
decken rot, mit breiter schwarzer, von der Naht 
unterbrochener Schrägbinde, schwarzen Schultern 
und breitem schwarzen Spitzenrand. Luzon. Notes 
Leyd. Mus. XVIII p. 246 paratasioides m. 

7., Pygidium mindestens so lang wie an der Wurzel 
breit, Flügeldecken ohne Querbinden. 

8^ Schildchen eben, Stirn zwischen den Augen mit 
sehr kleinem, nadelstichartigen Pünktchen, Decken- 
streifen untereinander ziemlich gleichartig, sonst 
dem hacmorrhoidalis sehr ähnlich. Java, (Borneo, 
Mus. Dresd. sub dajacus m. = ) ... .germari Boh. 

8.. Schildchen der Länge nach dachförmig gekielt, 

Naht und Deckenseiten stahlblau. Borneo 

hewitei sp. 

47. Poteriophorus stellatus sp. n. 

Potcriophoro congcsto Pasc, affinis, obscure fusco-velu- 
tinus, maris rostro ante scrobem tuberculo instructo; pro- 
thorace latitudine longiore, sat crebre ac minute ocellato- 
guttato, linea mediana laevi; scutello latitudine quadruplo 
longiore, lateribus parallelis; elytris maxima cum latitudine 
ad humeros, ^spatiis seriatim pallidiore pustulatis, pustulis 
rari tuberculato-ocellatis, tuberculis sericeo-tomentosis; 
spatis secundo et octavo, hie an-te, illo in primo triente, 
tertio, quarto quintoque ante apicem sericeo-tuberculatis, 
hie tuberculis conjunctis, macula transversa formantibus. 

Long, sine rostro: 23, lat. 9 mm. 

Patria: Sarawak, Kuching, 8. VIII, 1899 (ex Mus. 
Sarawak). 

Dunkel nußbraun, sammetartig tomentiert, die Flügel- 
decken mit, die ganze Spatienbreite einnehmenden, runden, 
helleren Augenflecken, in deren Mittelpunkt hie und da 
ein Tomentkörnchen steht, die Zwischenräume zwischen 

Stett. entomol. Zeit. 190 8. 



189 

den Flecken meist nahezu quadratisch und schwärzhch. 
Zweites Spatium in einer Entfernung vom Basalrand, welche 
der doppelten Schildchenlänge gleichkommt mit einer runden, 
erhabenen, weißlichen Tomentmakel, eine ähnliche doppelt 
so weit wie vorige vom Basalrand entfernte, auf dem 8. 
Spatium. Das dritte, vierte und fünfte Spatium zeigen an 
der Stelle der schwach ausgeprägten Anteapikalschwiele 
je einen länglichen weißlichen Tomenttropfen, diese Tropfen 
fließen zu einer hellen Quermakel zusammen. Außerdem 
finden sich noch auf dem ersten Spatium hinter der Mitte 
je ein und im hinteren Teil der Naht mehrere gereihte To- 
mentkörnchen. Pygidium mit unregelmäßig zerstreuten, 
groben, schräg von unten her eingestochenen Punkten, 
die am Oberrand ein kurzes steifes Börstchen tragen, in der 
Mitte mit einem Längskiel, der, so wie die Spitzenquerzone 
und der Seitenrand des Pygidiums. sehr kurz rötlich-braun 
borstenartig beschuppt ist. 

P. congestus Pasc, der dieser Art nahe steht, unter- 
scheidet sich durch die schmälere, schlankere Gestalt, relativ 
längeren Rüssel, den Mangel eines Höckers vor der Fühler- 
grube, hellere Allgemeinfärbung, spitzeres Schildchen, durch 
die größeren deutlich pustelartig erhabenen, hellen Toment- 
flecke auf dem längeren Halsschild und auf der Körperunter- 
seite. Namentlich hier sind bei der Pascoe'schen Art die 
Augenpunkte so groß und dicht gestellt, daß der schwarze 
Grund dagegen ganz zurücktritt, während bei stellatus 
der dunkle Grund vorherrscht und die hellen Pünktchen, 
namentlich an den Brustseiten nur entfernt zerstreut sind. 
Auch auf der Mittelbrust, die bei beiden Arten in der hinteren 
Hälfte einen breiten, glatten Mittelstreifen zeigt, ist das 
Verhältnis der Punktaugen bei stellatus umgekehrt wie bei 
der verglichenen Art, indem hier die Tomentpunkte ganz 
dicht gedrängt stehen, tief eingedrückt und sehr groß sind, 
nach außen hin aber kleiner und sparsam werden. Die dem 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



190 

männlichen Geschlecht zukommende Auszeichnung am letzten 
Abdominalsegment besteht bei congestus aus zwei kurzen, 
parallelen und dicht beborsteten Längskielen, während 
bei stellatus an derselben Stelle eine rundliche Fläche, von 
Augengröße ganz rötlich abstehend beborstet erscheint. 
In der Entomologischen Zeitung, Stettin 1896 p. 162, 
hat sich J. Faust bemüht, die von Chevrolat in 
den Ann. Soc. Ent. France 1882 p. 576 ganz unzureichend 
beschriebene Gattung Eugithopus zu charakterisieren. Ab- 
gesehen davon, daß sein an gleicher Stelle beschriebener 
lugubris, wie ich mich durch Vergleich der Typen überzeugen 
konnte, mit vittatus Boh. zusammenfällt, benutzt Faust 
zur Charakteristik der Gattung vorwiegend secundäre 
Geschlechtsmerkmale. Das einzige vom Geschlecht unab- 
hängige Merkmal, die breitere Mittelbrust, findet sich auch 
bei congestus Pasc, der nicht, wie Chevrolat angibt, von 
den Philippinen, sondern von Malakka stammt. Konse- 
quenter Weise müßte man daher auch für congestus Pasc, 
und den hier beschriebenen stellatus eine neue Gattung 
errichten, da diese Arten ebenfalls, zwischen den Mittel- 
hüften einen breiten, ausgerandeten Mesosternallappen, 
ohne die erwähnte sexuale Differenzierung des Rüssels, 
aufweisen. Anstatt vor, findet sich bei stellatus hinter der 
Fühlergrube ein Höcker, im übrigen sind die drei Artgruppen 
von niveus, vittatus und congestus so eng miteinander ver- 
knüpft, daß ich eine Spaltung in drei Gattungen nicht 
als Notwendigkeit anerkennen kann. 

48. Cercidocerus prodioctoides sp. n. [S). Taf. I, Fig. 7. 
Statura erythrocero Gyllh. subsimilis, sed pygidio multo 
elongato, colore signaturaque chevrolati Faust simili; rostro 
subtilissime remoteque punctato, dorso sulco tenuissimo, 
antennis nigris, clava longitudine duplo latiore, ut in chevro- 
lati recte truncata; elytris ellipticis, punctato-striatis, spatio 

Stett. entomol. Zeit. 1908, 



191 

tertio basi elevato; pygidio longitudine elytrorum dimidia 
parte aequali, plus horizontali quam in generis species 
reliquis, remote punctato, punctis setulis gerentibus; corpore 
subter pruinoso, subtiliter punctato, segmento abdominali 
ultimo per totam longitudinem ovato-impresso. 

Long. 12, lat. 4,2 mm. 

Patria. Sarawak, Kuching (ex Mus. Sarawak). 

Eine durch die schlanke Gestalt an die Gattung Pro- 
dioctes erinnernde Art, die der Färbung nach C. chevrolati 
Faust ähnelt. Rüssel ziemlich gleichmäßig gebogen, fein 
punktiert, nur vor den Augen mit wenigen groben Punkten, 
in der Basalhälfte auf dem Rücken mit feiner Mittelfurche. 
Fühlerkeule quer, ungefähr einer, der längeren Achse nach 
halbierten Ellipse gleichend, die vordere Ecke spitzer als 
die hintere, auch der tomentierte Teil (nach Faust ist dieser 
allein als Keule zu bezeichnen) nach vorn verschmälert. 
Halsschild i V^ mal so lang wie breit, fast parallelseitig, 
mit vorn verlöschender Mittelschwiele und nur beiderseits 
von dieser und auf der etwas depressen Basalhälfte ziemlich 
dicht und mäßig dicht punktiert, nach vorn und außen 
zu die Punkte undeutlich werdend. Schildchen parallel- 
seitig, mehr als doppelt so lang wie breit, grau tomentiert. 
Flügeldecken 1I/2 mal so lang wie breit (6 : 4 mm), punktiert- 
gestreift, die Streifen an der Wurzel eingedrückt, das 3. und 
6. Spatium, besonders aber das erstere rippenartig vortretend, 
I. und 2. Spatium an der Basis sehr spitz auslaufend, eine 
vom I. — 7. Punktstreifen reichende, querovale Makel in 
der Deckenmitte, das Spitzen viertel des i. und 2. Spatiums 
und eine durch den Deckensaum mit ihr verbundene ovale 
Längsmakel, die das Spitzenviertel des 5. — 8. Spatiums 
einnimmt, schwarz. Pygidium in der seitlichen Ansicht 
so lang wie die Hinterbrustepisternen, an der Wurzel ober- 
seits mit stumpfem nach hinten sich verbreiterndem und 
verflachendem First, im übrigen mäßig dicht und fein punk- 

Stett. entomol. Zeit. 190S. 



tiert, jeder Punkt ein kurzes Börstchen tragend, die stumpf 
abgerundete Spitze jederseits mit kurzen rotgelben Wimpern. 
Unterseite weißlich seidenartig schimmernd und ziemlich 
sparsam punktiert. Abdomen in der Mitte glänzend braunrot, 
das letzte Segment der ganzen Länge nach elliptisch ein- 
gedrückt. 

49 . Cercidocerus intermptolineatus sp. n. (?). 

C. nervoso Pasc, gracilior, nigro-velutinus, prothorace 
lineis sex, elytris singulis duabus eburneis ornatis, his ex- 
ternis apice abbreviatis, internis in medio interruptis; 
rostro in dimidia parte basali quinque carinulato, spatiis 
rüde punctatis; antennis ochraceo-pruinosis, funiculi articulo 
tertio, ut sequentibus, transversis; prothorace latitudine 
multo longiore, sat crebre aequaliterque punctato, disco 
haud carinulato, disco lineis quatuor eburneis. in elytris 
in spatio secundo sextoque continuatis; scutello latitudine 
triplo longiore,' ochraceo-pruinoso ; elytris striatis, striis 
remote punctulatis, spatiis subtihssime remoteque seriato- 
punctatis, punctis setula vix perspicua gerentibus; pygidio 
punctato, apice tuberculato-cristato ac setuloso; corpore 
subter nigro-velutino, metathoracis episternis punctisque 
setuligeris eburneis. 

Long. (sin. rostr.) 11,2, lat. 4 mm. 

Patria. Sarawak, Kuching, 31. IIL 1902 (ex Mus. Saraw. 

Eine schlanke, matt schwarze, durch die charak- 
teristische helle Linienzeichnung leicht kenntliche Art, die 
mit keiner bekannten Art, am ehesten noch mit nervosus 
Pasc, verglichen werden kann. Rüsselrücken mit Mittel- 
leiste, in der Basalhälfte außerdem noch mit zwei Seiten- 
leisten und daselbst grob punktiert und lehmgelb bestäubt, 
die Rüsselleisten vereinigen sich in dem Grübchen zwischen 
den Augen. Stirn mäßig dicht und fein punktiert. Hals- 
schild viel länger als breit, gleichmäßig gewölbt, ziemlich 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



193 

fein und mäßig dicht punktiert, die Punkte auf dem Grunde 
ockerfarbig, auf der Scheibe mit vier beingelben Längs- 
linien, je eine dicht am Seitenrande und je eine innere auf 
die Wurzel des 2. Spatiums zulaufende. Flügeldecken fein 
punktiert-gestreift, das i. Spatium an der Wurzel schmäler 
als das 3., Spatien mit entfernt-gereihten und sehr kurze 
Börstchen tragenden Punkten, 2. Spatium, mit Ausnahme 
einer breiten Unterbrechung, in der Mitte, und das 6. Spa- 
tium in den basalen Zweidritteln beingelb, außerdem zeigt 
das I. Spatium hinter der Mitte, neben der Stelle, wo auf 
dem 2. Spatium die helle Färbung wieder beginnt, eine eben 
solche Punktmakel. Unterseite grau bestäubt, eine Längs- 
linie über den Vorderhüften parallel zum Halsschildseiten- 
rande, die ganzen Episternen der Hinterbrust, sowie die 
Punkte auf der Hinterbrust, gelblich weiß. 

50. Rhabdocnemis stillatus sp. n. 

Oblongus sanguinescenti-niger, elytris pustulis albido- 
sericeis, pone medium fasciatim ordinatis; maris rostro 
dorso tricarinulato, reliquo varioloso-punctato, punctis se- 
riceo-tomentosis, setuligeris; prothorace latitudine sesqui 
longiore, latitudine maxima ante medium, ut rostro punctato, 
disco in dimidia parte basali depresso; scuteho lineari 
suturae dimidia parte aequilato; elytris sutura vix abbre- 
viata, macula humerali punctis pustulisque albido-sericeis, 
majoribus spatium latitudinem totam occupantibus, pone 
elytrorum medium fascia uniseriata transversa ac undulata 
formantibus; corpore subter pruinoso, sat remote ocellato- 
punctato, punctis setuligeres. 

Long, (sine rosl^ro) 12, lat. 4 mm. 

Patria. Sarawak, mons Kina Balu, J. Waterstradt legit. 

Von den bisher beschriebenen einfarbigen Arten sofort 
dadurch zu unterscheiden, daß die meisten der seidenartigen 
Tomentpunkte auf den Decken die ganze Spatienbreite 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 13 



]94 

einnehmen und hinter der Deckenmitte zu einer Quer- 
binde angeordnet sind. — Schwarz, Körperunterseite, vor 
allem aber die Ränder der Decken etwas dunkel blutrot. 
Rüssel des Männchen mit drei unpunktierten Längsstreifen, 
von welchen der mittlere der deutlichste und längste ist, 
sonst grob, narbig punktiert, die seidenartig, schmutzig- 
gelb tomentierten Punkte ein Börstchen tragend. Hals- 
schild länger als breit, die Seiten in der Basalhälfte fast 
parallel, Scheibe an der Basis flachgedrückt, mit ähnlichen 
Punkten wie der Rüssel, gleichmäßig und nicht sehr dicht 
bedeckt. Schildchen streifenförmig. Flügeldecken an der 
Spitze gemeinsam zugerundet, in den Streifen kaum punk- 
tiert, 6., 7. und 8. Spatium an der Schulterecke mit gemein- 
samer Tomentmakel, alle übrigen Spatien und die Naht 
mit gereihten, ungleich großen Tomentpusteln, die meisten 
sind klein, kaum von halber Spatienbreite, nur ungefähr 
im ersten Deckendrittel stehen auf dem 2.-5. Spatium einige 
gegeneinander nach vorn und hinten verschobene, welche 
die ganze Spatienbreite einnehmen; eben so große Toment- 
pusteln bilden im zweiten Deckendrittel eine an der Naht 
unterbrochene, schräge Querbinde. Afterdecke entfernt 
und tief eingestochen punktiert, alle Punkte mit kurzen, 
der Spitzenrand des Pygidiums mit längeren Stachelborsten. 
Unterseite grau, seidenglänzend schimmernd, überall ziemlich 
gleichmäßig, aber entfernt punktiert. 

Die Art dürfte in die Verwandtschaft des Sphenophorus 
tincturatus Pasc. Ann. Mus. Civ. 1885, p. 301 gehören. 



Stett. ciitomol. Zeit. 1908. 



195 



Zur Biologie des Stenopsocus stigmaticüs, 

des blattlausähnlichen Spinnflüglers*) 

von Hofrat Prof. Dr. F. liUd-wtig^ in Greiz. 
Mit 1 Textfigur. 



An die Biologische Zentralstelle für die Fürstentümer 
Reuß kamen im Spätsommer zwei verschiedene Sen- 
dungen von Syringaarten (S. persica, S. chinensis und 5. 
vulgaris) ; die eine zeigte auf den Blättern weiße Flecke, 
die für Schimmelbildungen gehalten wurden, während die 
andere Zusammenrollung und Verbiegungen der Blätter 
zeigte, bei denen man gleichfalls geneigt war, einen im 
Blattgewebe wuchernden Pilz als Ursache zu vermuten. 
Von einem Pilz war aber nichts zu finden und nähere Unter- 
suchung zeigte, daß die Schimmelflecke eierhaltige Ge- 
spinnste waren und auch die Verbiegungen der Blätter 
durch ein feines leicht übersehbares Ge- 
spinnst verursacht waren, durch das die 
Teile- des Blattes zusammengezogen und 
gegeneinander verbogen waren. In beiden 
Fällen fanden sich grüne blattlausähnliche 
Tierchen, Äe ich anfangs auch für Blatt- 
läuse hielt, welche etwa durch Spinnen 
eingesponnen waren. Bei genauerer Be- 
trachtung ergab sich jedoch, daß es sich 
um Eier und Larven eines Copeognathen 
handelte, des Stenopsocus stigmaticüs 
(Imh. et Labr.) (nach freundlicher Be- 
stimmung des Herrn Dr. Günther Ender- 
lein). Nachdem ich der Erscheinung 
meine ganze Aufmerksamkeit zugewendet, 
fand ich bald, daß dieses Tierchen 
eines der verbreitesten Insekten ist, syriuga-Biatt mit 

j .,.„.. T-» 1 1 • Gespiuiist des Stenopsocus 

das sich m Garten, Parkanlagen, m s,i^,naticus(imh.etLabr.) 




*) Ich schlage diese Bezeichnung für die unpassende „Holzläuse" vor. 
Stett. entomol. Zeit. 1908. 13* 



196 

Gebüschen, an Laubholz um Greiz überall häufig findet, 
am regelmäßigsten und häufigsten an Syringa, Liguster, 
Philadelphus und an Birnbäumen, daneben aber auch 
auf Apfelbäumen, Pflaumenbäumen, Ahornarten, Hain- 
buche, Eiche, Espe, Sahlweide, Himbeere und Brombeere 
etc. und zwar in der Regel an der Unterseite der Blätter. 
Neben Larven und Nymphen fanden sich Ende September 
immer zahlreicher auch die geflügelten weiblichen und 
männlichen Imagines. Die Gespinnste, welche die Tierchen 
mit dem Munde anlegen, gehören zu den zierlichsten Ge- 
bilden auf den Blättern der genannten Pflanzen. Die ,, Schim- 
melflecke" sind dichte weiße Gespinnste, welche die Eier 
bergen und meist noch durch ein zartes Gespinnst über- 
zogen sind, welches das Blatt an der Stelle des Eigespinnstes 
zu einer Vertiefung verbiegt. Die gröberen Verbiegungen, 
in denen sich Larven, Nymphen und später auch die Ima- 
gines meist aufhalten, kommen durch feine Querfäden 
zustande, die 3 bis 6 Paar gegenüberliegende Punkte des 
Blattes miteinander verbinden und stellen ein sehr zartes, 
nur bei günstiger Beleuchtung sichtbares Netz dar. Dieses 
Netz scheint mir hauptsächlich die Bedeutung eines 
Schutznetzes gegen ein Herabfallen vom 
Blatt zu haben — ähnlich dem Netz, das unter dem Seil 
des Seiltänzers ausgespannt zu werden pflegt. Die Co- 
peognathen haben bekanntlich beißende Mundwerkzeuge 
mit stiletähnhchen inneren Maxillarladen, durch die sie 
Anhängsel der unteren Blattseite losmeißeln und abrupfen. 
Die Bewegungen des Kopfes bei dieser Nahrungsaufnahme 
erinnern an die der Weidetiere beim Abrupfen der Wiesen- 
gräser und verraten oft eine ziemliche Anstrengung. Bei 
diesen jähen Bewegungen würden die Tierchen, besonders 
die ungeflügelten, leicht von der Blattunterseite zu Boden 
fallen, wenn sie nicht durch Vermittelung ihrer auffällig langen 
Fühler — deren Hauptzweck wohl dies ist — einen Wider- 

Stett. cntomol. Zeit. 1908. 



197 

stand an dem Auffangnetz fänden. Auch bei Caecilius 
flavidus und anderen Arten, die häufig geselhg mit Steno- 
psocus vorkommen, dürfte das Gespinnst die gleiche Be- 
deutung haben. Unter dem Netz weiden die Tierchen oder 
sitzen ruhig und kann man das ganze Blatt abreißen, um- 
drehen und unter dem Mikroskop weiter beobachten, ohne 
daß sie sich stören lassen, erst bei gröberen Störungen kriechen 
sie unter dem Netz hervor und haben nun die rasch-huschende 
Bewegung der bekannten Staubläuse der Wohnungen. Eine 
andere Bedeutung, nämlich ausschließlich die eines schützen- 
den Zufluchtsortes, scheinen dagegen die großen Gespinnste 
der exotischen Copeognathen-Arten Archipsocus vcccns und 
.4. brnsilicfisis zu haben, in die sich die Tierchen bei leisester 
Berührung zurückziehen. (Vergl. G. Enderlein Außer- 
europäische Copcognathcn aus dem Stettiner Museum. Zool. 
Jahrbücher XXIV, 41, 1906). 

Nach den Mitteilungen Enderleins leben die auf lebenden 
Pflanzen vorkommenden Copeognathen hauptsächlich von 
Pilzen, Algen, Flechten, säubern daher die Blätter von 
schädlichen Objekten und auch bei Stenopsocus stigmaticus 
beobachtete ich, daß dieser auf Populus tremula, Salix etc. 
Rostpilze, bei Ahorn andere Pilze abrupft und frißt. 
Ich hielt die x\rt in allen Entwicklungsstadien längere Zeit 
in einem weiten Reagenzglas, in dem ich pilzkranke Hafer- 
rispen vorher zur weiteren Entwickelung der Pilze gehabt 
hatte. Die Glaswand war von Pilzsporen und Hyphen- 
resten noch bedeckt. x\uch da sah ich die Tierchen die Pilz- 
reste verzehren. An der oberen pilzbedeckten Glaswand 
hatten die Nymphen sogar ein Auffangnetz nach allen 
Regeln gesponnen. Bei Syringa, Ligustrum, Philadelphus, 
Pirus communis sah ich aber die Tierchen an Blättern, 
die ich mikroskopisch als völlig frei von 
Pilzen etc. fand, regelmäßig das Blatt unter den ge- 
schilderten Kopfbewegungen abweiden, ohne daß nachdem 
eine Verletzung der Epidermis zu bemerken war. Es konnte 

Stctt. entomol. Zeit. 1908. 



198 

sich gerade an diesen Hauptnährj)flanzen des Stenopsocus 
nur um Ausscheidungen des Blattes handehi, die aufgetrocknet 
waren und — nicht ohne Anstrengung — losgetrennt und 
verzehrt wurden. Bei Syringa und Ligustrum finden sich 
Trichome, die Delpino als extranuptiale Nektarien betrachtet 
und er bezeichnet daher diese Arten als myrmecophi], 
ohne jedoch Ameisen daran beobachtet zu haben (F. Delpino 
Funzione mirmecofile nel regno vegetale, Parte prima. 
Bologna 1886 p. 319, 321) und auch bei Pomaceen und Sahx 
Caprea (1. c. p. 637) beschreibt er derartige Trichom.e (bei 
letzterer auch Am.eisen). Es scheint mir danach die Möglich- 
keit nicht ausgeschlossen, daß die betreffenden secernierenden 
Trichome zur Anlockung der Copeognathen (und nicht der 
Ameisen) dienen, die dafür a u c h die Säuberung des 
Blattes besorgen, daß also die genannten Pflanzen keine 
funzione formicarie, sondern eine funzione copeognatica 
besitzen. Auffällig ist es, daß neben den copeognathophilen 
Pflanzen andere, auch wenn sie neben diesen von 
Stenopsocus dicht besetzten Arten stehen, regelmäßig von 
den Copeognathen gemieden werden, wie z. B. Lonicera^ 
Halesia, Cornus etc. 

Erwähnt sei noch, daß die anfangs genannten Blatt- 
rollungen von Syringa besonders auffällig nach dem ersten 
Frühfrost des 23. September auftraten. Dieselben dürften 
als Schutz gegen Kälte aufzufassen sein. In den durch 
einzelne Fäden zusammengehaltenen Rollen fand ich immer 
Gespinnste des Stenopsocus mit Nymphen und — nach 
der Frostperiode vorwiegend — Imagines. An den meisten 
Stellen war die Temperatur über dem Boden noch etwas 
über Null geblieben, an anderen begann aber unmittelbar 
nach den kalten Tagen der Laubfall, und zeigen die vom 
Boden aufgehobenen Blätter noch die Tierchen unter ihren 
Gespinnsten, wo sie auch überwintern dürften. 



Stett. entoinol. Zeit. l'J08. 



199 



Über eine einheimische Wassermilbe ans der Familie 
der Hornmilben, Notaspis lacnstris Michael, 

Von Hofrat Prof. Dr. F. Lufl^vi^, (ireiz. 

Bei der Durchsuchung der Wasserlinsenteppiche der 
Teiche nach Tieren, die als Bestäubungsvermittler dieser 
durch ihre stacheligen Pollenkörner als zoidiophil charak- 
terisierten Schwimmpflanzen in Betracht kommen könnten, 
fand ich in verschiedenen Teichen um Greiz, an Individuen- 
zahl beträchtlich alle anderen Tiere überwiegend, eine kleine 
schwärzliche Hornmilbe [Orihatide), Notaspis lacustris Michael 
(British. Oribatidae), die träge auf und zwischen den Rasen 
von Lemna minor, Lemna gibba und Spirodela polyrrhiza 
umherkroch und auch auf der Wasseroberfläche selbst um- 
herhef. Michael gibt für dieses interessante Tierchen, das 
noch im Juli und August zu Tausenden auf einer kleinen 
Lemnaf lache zu finden war, nur England als Fundort an. 
Nachträglich erhalte ich brieflich noch weitere Kunde über 
sein Vorkommen in Deutschland. Prof. Dr. Otto Zacharias 
in Plön teilt mir mit, daß er die Milbe schon früher in West- 
preußen und Schlesien (bei Reinerz) und zwar in letzterer 
Gegend in Mooren (den ,, Seefeldern") zwischen unterge- 
tauchten Sphagnumrasen gefunden habe. 



Stett. entomol. Zeit. 1908. 



200 



Chrysomeliden von Angola 



J. ^Vei!«e. 



^'on Herrn Dr. Wellman wurden bei Bengueki folgende 
Arten gesammelt : 

I. Melitonoma angolensis n. sp. 

Siibcylindrica, nigra, subtiis dense argenteo-pubes- 
cens, tibiis, tarsis, antennis basi, prothorace el^-trisque 
testaceo-flavis, prothorace crebre siibtiliter subrugnloso- 
punctato, fascia basali utrinque abbreviata, antice biloba, 
nigra signato, elytris minus profunde subruguloso-punc- 
tatis, singulo macula humerali et apicali fasciisque duabus 
nigris. Long. 5 mm. 

\^on den übrigen Arten durch die schwarze ^Makel in 
der Spitze der Flügeldecken sofort zu unterscheiden, außer- 
dem durch die Mandibelbildung sehr ausgezeichnet. 

Kopf tief schwarz, glänzend, der gewölbte und durch 
einen bogenförmigen Eindruck von der Stirn abgesetzte 
Scheitel glatt, oder einzeln punktiert, die Stirn darunter 
dichter und etwas runzelig punktiert, mit zwei weiten Schräg- 
eindrücken, die das Kopfschild schlecht absetzen. Letzteres 
fällt nach unten zu dem abgestutzten und in der Mitte 
leicht ausgerandeten (2), oder in einem weiten Bogen aus- 
geschnittenen {(^) Vorderrande ab und ist auf dem Abfalle 
glatt. Die Mandibeln des $ sind einfach, die des ,^ erweitern 
sich in der Basalhälfte nach innen in einen langen ziemlich 
rechteckigen Fortsatz, welcher schräg nach innen und oben 
ansteigt und hoch über der Oberlippe liegt. Fühler schwarz, 
Glied I hell, 2 und 3 dunkler rötlich gelbbraun, die folgenden 
Glieder verbreitert. Der Thorax ist, ähnlich wie auch der 
Kopf, beim <^ größer, namentlich breiter als beim $, dicht 
und fein, etwas runzelig punktiert, blaß bräunlich oder 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



201 

rötlich gelb, mit einer schwarzen Ouerbinde an der Basis, 
die jederseits abgekürzt und vorn in zwei Lappen verlängert 
ist. Die schwarzen Stellen sind stärker punktiert als die 
hellen. Schildchen schwarz, lang dreieckig, an der Basis 
punktiert, dahinter glatt. Flügeldecken ähnlich wie der 
Thorax gefärbt, aber etwas kräftiger als der schwarze Teil 
desselben punktiert, eine große, ovale Schultermakel, 2 
Querbinden und eine Quermakel in der Spitze schwarz. 
Die vordere Binde ist ziemlich gerade, berührt oft durch eine 
Spitze die Schultermakel und bleibt von der Naht wenig, 
vom Seitenrande weiter entfernt. Die zweite Binde ist 
breiter, unregelmäßiger, aus den Normalmakeln 4 und 5 
zusammengesetzt, in der äußeren Hälfte viel breiter als 
in der inneren, und vom Seitenrande und der Naht nur wenig 
entfernt. Die Spitze des Klauengliedes und die Klauen selbst 
sind etwas angedunkelt. 

2. Euryope sanguinea Ol. 

Die Gattung Euryope enthält zur Zeit 24 afrikanische 
Arten, die noch nie übersichtlich zusammengestellt wurden 
und zum Teil nach den Beschreibungen kaum zu unter- 
scheiden sind. Außerdem besitze ich noch eine am Ouango 
von ]\Iechow gesammelte Art, die sich durch auffällig feine 
Skulptur der Oberseite auszeichnet : 

Euryope laevitiscula: Rubra, nitida (q) vel subsericea 
9, antennis (articulis 2 primis exceptis), palpis, scutello, 
prosterno, pectore, abdomine (apice excepto) pedibusque 
nigris; supra subtilissime punctata. — Long. 9 mm. 

Mit sanguinea Ol. nahe verwandt, kleiner, oberseits 
viel feiner, verloschen punktiert, die beiden ersten Fühler- 
glieder einfarbig hell rötlich gelbbraun, höchstens das zweite 
oberseits angedunkelt, die Vorderecken des Thorax länger 
und spitzer nach außen tretend. Am Bauche ist der letzte 
Ring und zuweilen noch ein großer Teil des vorletzten Ringes 
rot, die Basis der Taster ebenfalls rötlich. 

Stctt. entomol. Zeit. 1908, 



202 

Da ich nicht alle Arten besitze, muß ich mich bei der 
Gruppierung leider nach der Farbe richten, die entschieden 
sehr variabel ist. Als Grundform sind Tiere mit roter, schwarz 
gefleckter Oberseite anzusehen; die Flecke können sich aus- 
dehnen und zuletzt den größten Teil des Thorax und der 
Flügeldecken einnehmen oder sie können wahrscheinlich 
auch ganz schwinden. Arten mit sehr dunkler Oberseite, 
z. B. marginalis, pidipennis, nigriia etc., sind nur End- 
färbungen heller Formen. Die Färbung der Fühlerbasis 
und der Mandibeln dürfte constant sein. 

L Flügeldecken oder die ganze Oberseite schwarz ge- 
fleckt, zuletzt schwarz, rot gerandet. 

a) Mandibeln und Fühler einfarbig schwarz. 
ruhra Latr., angiisticollis Fairm., marginalis Ancey 
{rufonigra Fairm.), Höhncli Lef., consobrina Lef., ? 
notahilis Pering. 

b) Mandibeln rot, mit schwarzer Spitze, Fühler- 
basis mehr oder weniger rot. 
mcgacephalo Thoms., cingulata Baly (bei beiden 
fehlt der Eindruck auf dem Thorax jederseits), 
tcrminalis Bai}', pidipennis Jac, semipartifa Jac, 
cruciata Lef., discicollis Jac, bipartita Jac, nigrita 
Baly. 
II. Oberseite rot, nur das Schildchen schwarz. 

a) Mandibeln und Fühler einfarbig schwarz. 
Batesi Jac. {hacmatica Gerst.; Flügeldecken ge- 
sättigt rot, mit starker Basalbeule), Säuberlichi 
Ws. (Flügeldecken blaß gelblichrot, ohne Beule). 

b) Mandibeln rot mit schwarzer Spitze, Fühler- 
basis mehr oder weniger rötlich. 

nigripes Thoms., sanguinea Ol., lacviuscula Ws. 

III. Körper schwarz, nur die Flügeldecken schmutzig gelb. 
nigricollis Jac. 

IV. Körper größtenteils metallisch blau oder grün. 
rubrifrons F., pulchella Baly, minuta Jac. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



203 

. Es fehlt monstrosa Baly, deren Beschreibung mir un- 
bekannt ist. 

3. Lefevrea angolensis n. sp. 

Oblonga, subparallela, convexiuscula, subtus nigra, 
supra aeneo- viridis, leviter aurichalceo-micans, nitida, 
labro, antennis palpis, pedibusque fulvis; fronte protho- 
raceque subtihssime punctatis, elytris striato-punctatis, 
punctis latera versus subconfusis. Long. 3 mm. 

Diese Art, von der ich nur $ gesehen habe, ist der 
abdominalis Jac. am ähnhchsten, unterscheidet sich aber 
leicht, ganz abgesehen von ihrem schwarzen Bauche, durch 
die sehr feine und ziemlich dichte Punktierung des Thorax 
und die im Verhältnis dazu kräftige Punktierung der Flügel- 
decken. 

Kopf goldig grün, Stirn mäßig dicht, sehr fein punktiert, 
in der Mitte ein Grübchen. Oberlippe, Taster und Fühler 
hell rotgelb, die 3 letzten Fühlerglieder zuweilen eine Spur 
angedunkelt. Thorax an den Seiten fast gleichmäßig ge- 
rundet, die Punkte der Scheibe sehr fein, nach den Seiten 
hin kräftiger. Flügeldecken verhältnismäßig stark gereiht- 
punktiert, die inneren 6 Reihen regelmäßig, die äußeren 
mehr verworren. Bei allen mir bekannten Arten ist die zweite 
Reihe von der ersten, und die dritte von der vierten durch 
einen breiteren Zwischenstreifen getrennt. In der vorlie- 
genden Art sind die Punkte der Zwischenstreifen fast so 
stark wie die der Reihen, im ersten Zwischenstreifen bilden 
sie vorn 2 Reihen. Unterseite schwarz, mit einem bläulichen 
oder grünlichen Anfluge, Beine hell rotgelb, Hüften schwarz. 

4. Monolepta ludicra Ws. 

5. Aspidomorpha angolensis Ws. 

6. ,, delitescens Ws. 

7. Hoplionota Wellmani n. sp. 

Oblongo-quadrata, convexa, subtus fulva, supra ferru- 
ginea, crista frontali subtruncata, prothorace nitidulo, 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



204 

laevi, impressionibus quatuor pimctatis instructo, protecto 
fortius piinctato, elytris dense striato-punctatis, costulis 
binis quadhtuberciilatis, protecto crebre fortius punctato 
margine crassiusculo uniseriatim punctato. ■ — Long. 8,3 mm. 

Die bis jetzt bekannte größte Art, unmittelbar neben 
H. Kohlschütteri Ws. gehörig, und von dieser, außer der 
Färbung, nur in folgenden Punkten abweichend: der Körper 
ist schlanker gebaut, an den Seiten fast parallel, jedoch 
hinter der Mitte leicht verschmälert, am Ende nicht gerundet- 
abgestutzt, sondern gemeinschaftlich mäßig breit abgerundet. 
Die Stirnplatte ist vorn fast gradlinig abgeschnitten, 
denn eine Anrandung in der Mitte und eine jederseits davon 
sind sehr klein und wenig zu bemerken. Der Thorax ist 
breiter und besitzt außen von den beiden Quereindrücken 
(der hintere gerade, der vordere stark bogenförmig, nach 
vorn geöffnet, beide in der Mitte unterbrochen) noch einen 
Längseindruck, der durch eine wulstartige Erhöhung vom 
niedriger liegenden Dache geschieden wird. Die zweite 
Rippe der Flügeldecken ist hinten kaum höckerartig, das 
Seitendach endlich an der Spitze weniger verengt, dichter 
punktiert. 

Unterseite hell rötlichgelb, oben gesättigt rostrot, 
mäßig glänzend. Das Dach heller, Stirnplatte, Scheibe 
des Thorax und ein sehr unbestimmter Fleck hinter der 
Schulter auf dem Dache der Flügeldecken gelblich. Stirn- 
platte groß, weit vorgezogen, nach vorn erweitert. Thorax 
etwa viermal so breit als lang, vorn (abgesehen von dem 
tiefen Ausschnitte für den Kopf) geradlinig, fein gekerbt, 
an den Seiten stark gerundet und hinten wenig verengt, 
die Scheibe glatt, äußerst fein gewirkt, nur in den vier Ein- 
drücken ziemlich tief punktiert. Flügeldecken dichter 
wie in Kohlschütteri punktiert, die Punkte teilweise gereiht; 
der erste und dritte Höcker auf der ersten Längsleiste sind 
stark und hoch, der zweite ist klein, niedrig, etwas größer 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



205 

als dieser ist der Schulterhöcker, der Anfang der zweiten 
Längsleiste. 

Bei der vorliegenden und den meisten anderen afri- 
kanischen Hoplionoten erkennt man deutlich im Hinter- 
rande des Thorax vor der Schulterbeule einen winkeligen 
Ausschnitt, an dessen Innenrande sich eine Borstenpore 
oder ein kleiner Borstenkegel befindet. Wir haben hier also 
die wirklichen Hinterecken des Thorax vor uns, die weit 
von den Hinterecken des Seitendaches entfernt und bedeutend 
weiter nach innen liegen wie bei der europäischen Cassida 
denticoUis Suffr. 



Bemerkung über die ersten Stände 
von Cassida stigmatica Suffr. 



\'nn .1. IVei 



Die Biologie der Käfer Europas von Rupertsberger 
(1880) enthält auf p. 260 unter Cass. chloris die Angabe, 
Cornelius hätte die Lebensgeschichte dieser Art zweimal 
behandelt, einmal unter dem Namen chloris (Stett. Z. 1847, 
361-363), sodann als chloris und languida (Stett. Z. 1851, 
91-94). Dies ist ein Irrtum, denn Cornelius hat unter den 
beiden letzten Namen zwei ganz verschiedene Tiere im Auge 
gehabt, aber beide falsch bestimmt. Seine languida bezieht 
sich auf sanguinolenta Müll, und seine chloris auf stigmatica 
Suffr. Letztere Stellung gibt bereits Harold, Catal. 3658 
an; ich konnte sie dies Jahr auf ihre Richtigkeit prüfen. 

An der Bergseite des Eibweges von Schmilka nach 
Herrnskretschen fand sich Cass. stigmatica von Mitte Juli 
ab bis in den August in Anzahl, jedoch immer einzeln an 
den Blättern von Tanacetum vulgare L. in völlig ausge- 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



206 

färbtem Zustande: Oberseite blaß und matt, goldig- oder 
kupferig-grün, die äußerste Basis des Thorax und die beiden 
ersten Rippen der Flügeldecken an der Basis lebhaft perl- 
mutterglänzend. Nur spärlich waren noch Larven und 
Puppen vertreten. Die Larve unterscheidet sich von denen 
der übrigen Arten (außer sanguinolenta) durch das Fehlen 
des Kotdaches; sie trägt an dessen Stelle nur ein schmales, 
allmählich verengtes und schräg aufgerichtetes Dach auf 
dem Rücken, welches aus ihren abgestreiften alten Häuten 
besteht. Der After öffnet sich also nicht nach oben und 
vorn, sondern nach hinten. 

Die Larve ist ähnlich grün gefärbt wie das Blatt der 
Nährpflanze und hat auf dem Thorax einige unbestimmte 
hellere Flecke, dahinter 4 Längsreihen von kleinen, gelb- 
lichen Makeln (je eine Makel an der Innenseite der kegel- 
förmigen Stigmen, die andere nahe der Mittellinie); Ober- 
lippe, Mandibeln, Fühler und Taster sind pechschwarz, 
die Klaue jedes Beines ist braun. Der Kopf hat jederseits 
6 große, kegelförmige, pechschwarze Ocellen, 2 vorn, dicht 
nebeneinander, nach außen vom Fühler, 4 ein Stück darüber, 
die beiden ersten nebeneinander, die beiden andern in grader 
Linie mit der inneren Ocelle der beiden Ouerreilien. Der 
Prothorax hat ungefähr die Form wie beim Käfer und 
trägt am Rande die normalen 8 Dornen. Die Seiten der 
folgenden beiden Thoraxringe sind mit je 2 Dornen bewehrt, 
die der Hinterleibsringe mit je einem. 

Die Puppe ist ähnlich gefärbt als die Larve; ihr Pro- 
thorax hat, wie Cornelius richtig angab, einen einfachen 
Rand, ist in den wirklichen Hinterecken so breit als die 
Brust und daselbst in einen kurzen und breiten dornför- 
migen Zahn ausgezogen, der gerade nach hinten gerichtet 
ist und die Seiten der Mittelbrust umfaßt. Von diesem 
Zahne aus erweitert sich der Thorax geradlinig nach vorn, 
bis er, ungefähr in 2/3 der Länge, am breitesten ist. Hier 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



207 

bildet er mit dem vorderen Bogen einen sehr stumpfen 
Winkel. Es liegen in der Mitte 6, an den Seiten nur 5 Hinter- 
leibsringe frei, die seitwärts in ein dreieckiges, scharf zu- 
gespitztes, zahnförmiges Anhängsel auslaufen, während die 



Eine Berichtigung. 



J. \Weij^e. 



In der Deutsch. Entom. Zeitschrift 1907 werden auf 
p. 18 und 19 in einem Artikel ,,Über Pfeilgifte in West- 
afrika und besonders eine Käferlarve als Pfeilgift in Angola" 
einige Mitteilungen über Diamphidia simplex Pering. (/o- 
ctista Fairm.) und deren Larve gemacht, die von völliger 
Unkenntnis der einschlägigen Literatur zeugen und so 
rückständig sind, daß sie sich nur noch mit der mosaischen 
Anschauung von der Schlange, die da sticht, auf eine Stufe 
stellen lassen. Esheißtdort p. i9:,,DerBiß der Larven 
sowie des Käfers — einige behaupten, daß auch die 
Imago zu Pfeilgift verwandt wird — soll gefährlich 
sein und wie das Pfeilgift fast augen- 
blicklich töte n." 

Über den Pfeilgiftkäfer liegen eine Reihe eingehender 
Mitteilungen von Le Vaillant 1790, Livingstone 1865, Wood 
1868, Schinz 1886 und Fleck 1893 vor, welche Herr Prof, 
Kolbe in der Stettiner Ent. Zeitung 1894 p. 79-86 in eine 
wichtige Arbeit zusammenfaßte, mit den heutigen Anschau- 
ungen in Einklang brachte und wesentlich ergänzte, so 
daß wir die Lebensweise und Entwickelung des Tieres kennen 
lernten. Offenbar wußte der Autor des Pfeilgiftartikels 
nichts davon, denn sonst hätte er sich von den Eingebo- 
renen und Kolonisten nicht solchen Bären aufbinden lassen, 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



208 

wenn ihm z. B. nur die Angabe bei Wood (Kolbe 1. c. p. 80) 
erinnerlich gewesen wäre: ,,Da der Körpersaft der Raupe 
(Larve) oder der Puppe töthch wirkt, wenn er in eine Wunde 
kommt, so zerdrückt der Buschmann das Tier zwischen 
seinen Fingern und läßt den auströpfelnden Körpersaft 
desselben auf die Pfeilspitze fallen und an dieser eintrocknen." 
Wenn aber das Tier dabei beißt ? 

Der Pfeilgiftkäfer ist eine Haltica von 7-10 mm Länge 
und ernährt sich, wie die meisten dieser Tiere von Pflanzen- 
blättern; er frißt speciell die Blätter eines niedrigen Gift- 
strauches, der Commiphora africana, und seine, sowie der 
Larve Mandibeln sind durch einige stumpfe Zähne zum 
Abschaben und Zerkleinern der Blattsubstanz eingerichtet. 
Mit ihnen vermag das Tier absolut keinen Biß auszuführen, 
der die menschliche Haut auch nur im Geringsten verletzen 
könnte. Wollte daher der Verfasser des Pfeilgiftartikels 
eine Umfrage bei den Coleopterensammlern anstellen, so 
würde ihm jeder bestätigen, noch nie von einer Haltica 
gebissen worden zu sein. 

Auch die kurze Beschreibung der Larven 1. c. p. 18 
klingt befremdlich. Es heißt dort von ihr, sie soll mit ,,2 
kleinen Zähnchen auf dem Kopf und einem schwarzbraunen 
Schild auf dem Nacken" versehen sein. Ein Entomologe 
nennt diese ,, Zähnchen" Fühler und das schwarzbraune 
Schild auf dem Nacken" den Thorax, aber in der Anmerkung 
auf p. 18 wird die Ansicht ausgesprochen, unter dem Schilde 
,,sind wohl alle Brust- und Abdominal-Tergite gemeint!" 

Als Ergänzung der Arbeit von Kolbe möchte ich noch 
folgende Bemerkungen über die Larve (nach Spiritus- 
Exemplaren) anfügen: 

Die Larve des Pfeilgiftkäfers erinnert im Körperbau 
und durch ihre gut entwickelten Beine an die Larven ver- 
schiedener echter Chrysomelen oder eines Cyrtonus, ist 
aber etwas gestreckter, in der Ruhe 11-13 mm lang; sie hat 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



209 

vor der Verpuppung einen mäßig aufgetriebenen, saftstrot- 
zenden Hinterleib mit durchscheinender Oberhaut, ist 
hell bernsteingelb, Kopf, Thorax (ausgenommen Seiten- 
rand und Mittellinie), Beine und Stigmen hornartig und 
pechschwarz. Kopf klein, glatt, glänzend, Scheitel mit 
einer Mittelrinne, die nach unten in einen leichten Kiel 
übergeht, welcher zwei weite Gruben der Stirn scheidet, 
Mandibeln kurz, breit, mäßig gebogen, an der Spitze mit 
4 kurzen, stumpfen, abgerundeten Zähnen. Maxillartaster 
groß, conisch, viergliederig, die Glieder unter sich von 
gleicher Länge. Fühler dreigliederig, das Endglied cylin- 
drisch, viel länger als breit ; hinter ihnen je eine bern- 
steingelbe, sehr deutliche Ocelle. Lippen- 
taster dreigliederig, conisch, ähnlich wie die Maxillartaster 
scharf zugespitzt. Die Stigmenpaare liegen normal, das 
erste auf dem Mesothorax, die 8 folgenden an den Seiten 
der 8 ersten Hinterleibsringe. Die Verwandlung zum Käfer 
vollzieht sich in einem Cocon in der Erde. Der Käfer hat 
nicht ,, schwarze Längsstreifen auf Halsschild und Flügel- 
decken" wie 1. c. p. 19 angegeben ist, sondern ist hell rötlich 
gelbbraun, die Flügeldecken oft strohgelb, 3 Makeln des 
Kopfes, 5 bis 9 Makeln des Thorax, ein Schulterfleck und 
ein Seitensaum, oder nur das Ende desselben in der Spitze, 
schwarz. Außerdem sind die 8 oberen Fühlerglieder, die 
Spitze der Schenkel, nebst Schienen und Tarsen schwarz. 



Stett. entomol. Zeit. 1908. 



210 



Vereins- Aiigelegeiiheiteii. 



Die statutenmäßige Generalversammlung fand am 
19. November in den Räumen des Stettiner Museums statt. 
Der Vorsitzende gedachte zunächst der im letzten Jahre 
verstorbenen Vereinsmitglieder. Im hohen Alter von 
83 Jahren starb das langjährige Vorstandsmitglied Herr 
Geheimer Sanitätsrat Dr. Schleich. Im kräftigsten 
Mannesalter wurden die Herren Landrat Hagedorn 
und Kreistierarzt Dr. N o a k hingerafft. 

Der Vereinsrendant Herr Rektor Schroeder legte 
alsdann den Kassenabschluß für das Jahr 1906 vor und 
gab eine Übersicht über den Vermögenstand des Vereins, 
worauf ihm für die Kassenführung Entlastung erteilt wurde. 
Der Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt. Für das 
verstorbene Vorstandsmitglied wurde Herr Edmund 
Schmidt gewählt. 

Herr E. Wagner in Stettin wurde als neues Mit- 
glied in den Verein aufgenommen. 



Iiilialtsverzeichins 

(Heft I 1908). 

Neue Dynastiden - Arten. Beschrieben von Chr. 
Stern berg, Stralsund. S. 3. — Noch ein Dieuches 
der uniguttatus-Gruppe (Rhynchota) von G. B r e d d i n , 
Oschersleben. S. 31. — Neue Pyrrhogyra und Übersicht 
der bekannten Arten von H. F r u h s t o r f e r. S. 34. — 
Neue Ectima-Rassen von H, F r u h s t o r f e r. S. 41. — 
Eine neue Eunica aus der alcmena-Gruppe und Beschrei- 
bung neuer Lokalformen von H. F r u h s t o r f e r. S. 44. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



211 

— Neue Ciiretis und Übersicht der bekannten Arten von 
H. F r u h s t o r f e r. S. 49. — Neue zentral- und süd- 
afrikanische Apionen. Beschrieben von Hans Wagner, 
Zürich. S. 59. — Fulgora sapphirina, eine neue Fulgora- 
Art von Sumatra. Von Edmund Schmidt in Stettin. 
S. 93. — Neue Arten aus den Gattungen Chlaenius, Poly- 
hirma und Teffhis, gesammelt 1900 von Prof. Oscar Neu- 
mann auf seiner Durchquerung Nord-Ost-Afrikas, haupt- 
sächlich Abessyniens und der Gallaländer. Beschrieben 
von Chr. Stern berg, Stralsund. S. 96. — Neue 
Arten der Braconidengattung Stantonia. Von Dr. Günther 
E n d e r 1 e i n , Stettin. S. iio. — Über das Schnarren 
der Heuschrecken. Von H. K a r n y. S. 112. — Cicindela 
prothymoides n. sp. von Dr. W a 1 1 h e r Hörn, Berlin. 
S. 120. — Neue indomalayische Rüsselkäfer, vorwiegend 
aus Madras und Borneo. Von Dr. K. M. Heller, Dres- 
den. S. 122. • — Zur Biologie des Stenopsocus stigmaticus, 
des blattlausähnlichen Spinnflüglers von Hofrat Prof. Dr. F. 
Lud w i g in Greiz. S. 195. — Über eine einheimische 
Wassermilbe aus der Familie der Hornmilben, Notaspis 
lacustris Michael. Von Hofrat Prof. Dr. F. Ludwig, 
Greiz. S. 199. — Chrysomeliden von Angola von J. 
Weise, S. 200. — Bemerkung über die ersten Stände 
von Cassida stigmatica Suffr. Von J. Weise. S. 205. 

— Eine Berichtigung. Von J. Weise, S. 207. — Ver- 
eins-Angelegenheiten. S, 210. — Inhaltsverzeichnis, S. 210. 



Ausgegeben im Januar i( 



Stett. entomol. Zeit. 1908, 



Stett. eutomol. Zeit. 1908. 



Tafel I. 




Geisler del 



P- METCALP 



PROPERTY OF 

Z. P. METCALF 



^^^^^^^^^^^^^^^Ä 



^^^^^^^^ 



Stettiner 
Entomologische Zeitung. 



69. Jahrgang. 



Heft I 



--====— --.:^-iir-^a5?JrSISS^^j^ 



Stettin 1908. 

Druck von R. Graßmai 



Auszug 

aus der Satziiiii; des eiitoiuoloi;iselien Yereiiis 
zu Stettiu. 



§ 5. Jedes ordentliche Mitglied hat einen Jahresl)eitrag 
von zehn (10) Mark zu zahlen. Der Beitrag ist bis zum 
30. Juni an den Rechnungsführer des Vorstandes zu ent- 
richten. Der Rechnungsführer ist befugt, die 1)is zum 30. Juni 
nicht eingegangenen Beiträge durch Postnachnahme zu erheben. 

Der Vorstand ist befugt, ein ]\Iitglied, das seine Beiträge 
bis zum Schluß des Jahres nicht l)ezahlt hat, in der Mitglieder- 
liste zu streichen. Durcli die Streichung erlischt die Mitglied- 
schaft des betreffenden Mitgliedes. 

§ 11. Der Verein giebt eine Vereinszeitschrift unter 
dem Namen „Entomologische Zeitung" heraus, die jedem Mit- 
gliede unentgeltlich zugesendet wird. 

Ueber die Aufnahme der in der Zeitung abzudruckenden 
Aufsätze entscheidet die Redaktion, in zweifelhaften Fällen der 
für diesen ZAveck l)ereits eingesetzte, aus drei Vereinsmitgliedern 
bestehende Ausschuß, dessen Mitglieder der Vorstand ernennt. 

§ 12. Die Benutzung der Vereinsbibliothek ist den 
Vereinsmitgliedern nach näherer Anordnung des Vorstandes der- 
art gestattet, daß dem Verein daraus keine Kosten erwachsen. 



Mitteilungen und Anfragen an die Redaktion Averden 
ausschließlich erbeten unter der Adresse: 

Entomologischer Verein 
zu Stettin 

Lindenstraße No. 22. 



lit©s@k|li§li liltiig 

herausgegeben vuii dem 

entomologischen Vereine 

zu Stettin. 



Redaction: Dr. Heinrich Dohrn, Vorsitzender. 



In Commission bei der Buchhandlung' R. Friedländer & Sohn in Berlin. 



1908. 69. Jahrgang. Heft ir. 

Coleopteren aus Ostindien 

von J. IVeise. 



Die hier behandelten Tiere stammen aus einer Sendung, 
die Herr H. E. Andrewes in London zur Durchsicht schickte. 
Es sind nur die interessantesten und die neuen Arten an- 
geführt . 

H i s p i n a e. 

I. Callispa 7-maculata : Oblonga, subdepressa, flava, 
antennis, elytrorum maculis septem pectoreque lateribus 
nigris, prothorace vittis duabus nigricantibus. — Long. 
5 mm. Nilgiri Hills. 

Von der Art, die ich Deutsch. Z. 1905, 113, für C. 
^-punctata Baly angesehen habe, unterscheidet sich die 
vorliegende durch viel hellere, nicht rote, sondern gelbe 
Körperfarbe, schmaleren Thorax, eine bis hinten gleich- 
förmige Punktierung der Flügeldecken und die schwarze 
Zeichnung des Körpers. Auf der Unterseite ist eine Längs- 
binde jederseits schwarz, die am Auge beginnt und sich 
über einen grob punktierten Streifen der Vorderbrust, 
sodann über die Seitenstücke der Mittel- und Hinterbrust 
fortsetzt. Die beiden mittleren Längsstreifen des Thorax, 
die I bis 2 verworrene Pimktreihen haben, sind schwärzlich 

SteU. entomol. Zeit. 190S 14 



214 

und die Flügeldecken sind zusammen mit 7 schwarzen 
Makeln versehen (i, i, ii/^). Makel i, an der Basis nahe 
dem Schildchen, ist länger als breit, 2 doppelt so groß, 
oval, etwas schief gestellt, beginnt ein Stück hinter der 
Schulter und zieht sich schräg nach innen und hinten kaum 
bis zur Mitte der Länge. Makel 3, in % Länge, ist quer, 
beginnt dicht über dem Seitenrande und läuft schräg nach 
vorn und innen. Ebenfalls in % Länge liegt die gemeinschaft- 
liche Makel, aus zwei länglichen Flecken zusammengesetzt, 
die sich in ihrer hinteren Hälfte etwas von der Naht ent- 
fernen. Die beiden ersten Makeln stimmen in der Form 
und Stellung mit der v. 6-maculata Ws. von ^-punctata 
überein, nur hat bei dieser die zweite Makel eine schiefere, 
mehr quere Lage. 

2. Choeridiona metallica Baly. Nilgiri Hills. 

Der Thorax ist bei dem einzigen vorliegenden Stücke 
fast einfarbig kupferrot, es bleiben nur wenige Punkte 
in der Mitte goldgrün. 

3. Botryonopa Sheppardi Baly. Khasia Hills, Assam 
1000 — 3000 F. 

Bei dieser und den übrigen Arten mit teilweise oder 
gänzlich blauen Flügeldecken kann das erste Fühlerglied 
rot bis schwarz gefärbt sein. 

4. Gonophora bengalensis : Sat elongata, postice pauUo 
ampliata, convexiuscula, testaceo-flava, nitidula, antennis 
basi plerumque infuscatis, prothorace fortiter punctato, 
ante medium utrinque tuberculo sublaevi instructo, nigro 
bipunctato, elytris fortiter punctato-striatis, tricarinatis, 
carinis duabus exterioribus pone medium subinterruptis, 
singulo elytro maculis Septem sat parvis scutelloquc basi 
nigris. — Long. 5,5 — 6 mm. Bengalen: Rangpur 25. 7. 1905, 
Pusa (H. M. Lefroy). 

Kleiner als G. xanthomelacna Wiedem. (orientalis Guer.), 
die Fühler etwas kürzer und stärker, auf den Flügeldecken 

Stett. eutomol. Zeit. 1908. 



215 

anders gezeichnet und die beiden äußeren Längsrippen 
derselben niedriger, hinter der Mitte unterbrochen; G. 
maculigera Oestro ist zwar auf den Flügeldecken ähnlich 
gezeichnet, aber sonst total verschieden und gehört viel- 
leicht zu Distolaca. 

Verschossen hellgelb, mit einer schwachen rötlichen 
und bräunlichen Beimischung, oben etwas dunkler als 
unten, die ersten 7 Fühlerglieder mehr rostrot, das 2. bis 
4. Glied meist angedunkelt, selbst schwärzlich, 2 Punkte 
des Thorax, der vordere Teil des Schildchens und 7 Flecke 
auf jeder Flügeldecke schwarz. Stirn sparsam, verloschen 
punktuliert, in der Mitte des Scheitels eine kurze, schwache 
Längsrinne, die öfter angedunkelt ist. Fühler mäßig lang, 
Glied 3 um die Hälfte länger als 2, 4 unbedeutend kürzer 
als 3, 5 wieder wenig kürzer als 4, die folgenden Glieder 
unter sich ziemlich von gleicher Länge, jedes ungefähr 
so lang als 5, das. 7. und die folgenden Glieder wenig stärker 
als die vorhergehenden. Thorax dicht und stark punk- 
tiert, neben der Mittelrinne jederseits mit einer sehr deut- 
lichen Grube, die im Innern den erwähnten dunklen Punkt 
besitzt und 'außen von einer fast glatten Beule begrenzt 
wird. Letztere fällt außen zu einer breiten, bogenförmigen 
Basalvertiefung ab. Der Umriß des Thorax ist dem von 
xanthomelaena und haemorrhoidalis, die Skulptur mehr 
der von aemula Gestro ähnlich. Die i. Rippe der Flügel- 
decken ist kräftig, ganzrandig und bis zum Ende, ein Stück 
vom Hinterrande entfernt, von gleicher Höhe; die beiden 
anderen Rippen sind etwas schwächer, zart wellig, die 
2. fällt hinter 14 Länge leicht ab, erhebt sich dann wieder 
und ist hinter der Mitte ziemlich unterbrochen, ähnlich 
auch die 3. Rippe; hinten sind beide Rippen wieder deutlich 
und so hoch als vorn. Zwischenstreifen stark in 2 Reihen 
punktiert, die Punktpaare durch mäßige Querleisten ge- 
trennt; im letzten Zwischenräume sind beide Punktreihen 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 14* 



im mittleren Drittel auf eine beschränkt. Die Lage und 
Form der 7 schwarzen Flecke ist folgende: i auf der 
Schulterbeule, klein, 2, wenig dahinter, größer, quer, zwischen 
der I. und 2. Rippe, 3 klein, auf der i. Rippe dicht hinter 
14 Länge, 4 vor der Mitte, bildet einen Schrägfleck, der 
von der 3. Rippe schräg nach hinten und innen bis an oder 
auf die i. Rippe läuft, 5 dahinter, klein, zwischen der 3. 
und 2. Rippe und 6 noch etwas weiter nach hinten auf 
der I. Rippe. Die 7. Makel besteht anfangs nur aus 3 Stri- 
chen, den schwarz gefärbten Enden der Rippen, doch ist 
später auch der Raum zwischen ihnen dunkel, so daß eine 
feine, bogenförmige Querbinde entsteht. Außerdem ist 
gewöhnlich noch ein schwärzhcher Punkt über dem Seiten- 
rande hinter der Schulterbeule bemerkbar. 

Bei den dunkelsten Exemplaren verlängert sich die 
Ouerbinde vor der Spitze außen auf der 3. Rippe nach 
vorn, biegt dann nach innen und verbindet sich mit Makel 6. 
Dadurch entsteht ein halbkreisförmiger Bogen, der nach 
"nnen geöffnet ist. 

Coccinellidae. 

I. Epilachna circellaris : Breviter ovalis, convexa, 
rufo-testacea, dense brevissimeque cinereo-pubescens, pro- 
thorace crebre punctulato, nigro-bipunctato, coleopteris 
dense subtiliter punctulatis et minus dense punctatis, 
maculis 14 nigris, duabus communibus, 114. 2, 14, 2, i 
collocatis. — Long. 4 mm. Tharrawaddy. 

Wenig länger als breit, gewölbt, die höchste Stelle 
kurz vor der Mitte der Flügeldecken, von hier nach vorn 
allmählich und gleichmäßig, nach hinten in stärkerem 
Bogen abfallend, rötlich gelbbraun, die Flügeldecken rot- 
braun, letztere mit großen, aber flachen Punkten zwischen 
der sehr feinen Punktierung. Bauchlinien groß, gerundet 
V-förmig, fiist den Hinterrand des i. Segmentes berührend. 

Stctt. entomol. Zeit. 1908. 



217 

Die beiden schwarzen, ziemlich großen und gerundeten 
Makeln des Thorax liegen dem Hinterrande näher als dem 
Vorderrande, und sind um ihren Durchmesser von einander 
getrennt. Die 14 Makeln der Flügeldecken sind ebenfalls 
gerundet, 2 sind gemeinschaftlich und 6 liegen auf jeder 
Decke: 4 in einer Reihe etwas über dem Seitenrande und 
2 nahe der Naht, letztere stehen mit dem hintersten Flecke 
der Seitenreihe, der von allen der kleinste und punktförmig 
ist, in einer Linie, ^lakel i, die sich vom höchsten Punkte 
der Schulterbeule nach hinten zu ausdehnt, liegt mit der 
I. gemeinsamen Makel in gerader Ouerreihe, die Makeln 
2 und 3 bilden eine etwas nach vorn gebogene Querreihe 
\-or der Mitte, dann folgt die 2. gemeinschaftliche kleine 
^lakel in der Mitte, sodann 4 und 5 hinter der Mitte und 
Makel 6 in der Spitze. 

2. Epilachna Wissmanni !Muls. Tharrav.-addy (An- 
drewes), und von Siam über die großen Snndainseln ver- 
breitet, 'ist eine der wenigen asiatischen Arten, die sich 
stets mit Sicherheit erkennen lassen, wenn man die Größe, 
den hoch und fast buckelig gewölbten Körper, die winke- 
ligen Rauchlinien, welche den Hinterrand des i. Ringes 
fast berühren, und die Zeichnung der Flügeldecken be- 
achtet. Letztere besteht auf jeder Decke aus 7 schwarzen 
großen Punkten: 2, i, 2, 2, von denen Punkt 3 hinter der 
Schulterbeule neben dem Seitenrande liegt. 

Die Veränderung der Zeichnung geht nach zwei Rich- 
tungen vor sich: i. Die schwarzen Flecke vermehren sich 
allmählich, bis auf jeder Flügeldecke 12 vorhanden sind, 
meist in folgender Ordnung: Es erscheint ein Punkt vor 
der Spitze, dann je ein Punkt zwischen Makel .3 und der 
Naht und Makel 5 und der Naht, zuletzt treten noch zwei 
Punkte in gerader Querreihe von Makel 5 nach außen auf, 
ab. proccssa. 2. Einige Punkte der Flügeldecken vergrößern 
und verbinden sich. Punkt 3 verlängert sich nach hinten 

Stett. eutomol. Zeit. 1908. 



218 

und fließt ziemlich breit mit 5 zusammen, welcher viel 
länger als breit, gerimdet-rechteckig ist. Auch Punkt 4 
verwandelt sich in eine große Quermakel, welche sich zu- 
letzt mit Makel 3 verbinden dürfte. Dann würde eine der 
Ep. iacniata ähnliche Zeichnung entstehen. Diese Form, 
ab. Försfcii, wurde von Herrn Prof. Foerster auf Sumatra 
gesammelt. 

3. EpiJachna chrysomelina F. In der Sammlung von 
H. Andrcwes befinden sich mehrere typische Stücke, die 
von Herrn T. R. Bell bei Karachi 30. 9. 1903 gefangen 
wurden. Dies dürfte der südöstlichste Fundort der Art sein. 

4. Epilachna doryca Boisd. 

Diese Art ist von Dorei beschrieben und in Neu- Guinea 
und den Inseln des Bismarck-Archipels sehr häufig; Mulsant 
kannte jedoch von dort nur das typische Exemplar im 
Pariser Museum und gründete daher seine dorica auf ost- 
indische Stücke, in denen er die hellste Färbungsstufe 
der Art zu erkennen glaubte. Dies ist jedoch nicht der 
Fall, wie ich mich an Stücken von Pondichery (Staudinger) 
jetzt überzeugen konnte, sondern letztere müssen als be- 
sondere Lokalform, var. gangctica, angesehen werden, die 
sich von der Neu-Guinea-Form durch dunklere, rotbraune 
Färbung und viel dichtere Behaarung der Oberseite unter- 
scheidet. Der Thorax hat fast beständig 6 schwarze Flecke: 
2 neben einander in der Mitte und jederseits davon schräg 
hinter einander, oft noch einen einzelnen Punkt vor dem 
Schildchen, während in doryca der Thorax nur selten schwarz 
gefleckt ist und dann nur 4 Punkte trägt, da der vordere 
Punkt der Seitenpaare fehlt. Endlich sind die schwarzen 
Makeln auf den Flügeldecken der gangeiica (der Schulter- 
punkt ausgenommen) schmal, gestreckt, eckig, und fließen 
(t^+3+4. 3+5+6) zu einem mehr gleichförmigen, nicht 
besonders breiten Netze zusammen, während die großen, 
gerundeten Flecke der doryca beim Zusammenfließen ent- 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



219 

weder stark eingeschnürte Verbindungen haben oder ein sehr 
dickes Netz bilden. Die Übersicht der Art ist nun folgende: 

Epüachna doryca Boisd. Voy. Astrol. Col. 1835. 597. 
Atlas (1833) t. 8. f. 21. Nov. Guinea, Arn. 
ab. crimcnsis Ws. Term. Füzet. 1902. 493. 
var. gangetica Ws. Stett. Zeit. 1908. 218. Ind. or. 
dorica Muls. Spec. 761. 

5. Solanophila nilgirica: Subhemisphaerica, subtus 
testacea, postpectore apice utrinque nigro, supra rufo- 
testacea, dense brevissimeque cinereo-pubescens, coleopteris 
sat crebre punctatis et creberrime punctulatis, maculis 
decem rotundatis nigris, duabus communibus. — Long. 
3,8 — 4 mm. Nilgiri Hills. 

Diese Art gehört in die Gruppe der lo-iiiacu/ala Redtb., 
in welcher der innere Klauenzahn groß und breit ist und 
mit dem der anderen zusammenstößt; sie ist an der letzten 
^lakel jeder Flügeldecke zu erkennen, die länglich und 
genau auf die 2. gemeinschaftliche Makel zu gerichtet ist. 
Auf jeder Flügeldecke befinden sich in Wirklichkeit 6 Makeln, 
aber die i. und 5. sind vollkommen gemeinschaftlich. Erstere 
ist rund, mäßig groß, und liegt genau hinter der Spitze 
des Schildchens; Makel 2, an der Basis auf der Schulter- 
beule, ist etwas kleiner, ebenfalls rund; 3 und 4 bilden 
mit denselben Flecken der anderen Decke eine gerade, 
oder wenig nach vorn gebogene Querreihe vor der Mitte, 
beide sind schwach quer, gerundet, die äußere berührt 
den Seitenrand, die innere ist von der Naht und beiden 
gemeinschaftlichen Makeln ungefähr gleich weit entfernt. 
Die zweite gemeinschaftliche Makel liegt in 2/3 Länge und 
ist quer, fast doppelt so breit wie lang, an~der Naht leicht 
eingeschnürt. *) 



*) Älinlich ist: 

Solanophila fallax: Breviter ovalis, convexa, rufo-testacea. dense 
brevissimeque cinereo-pubescens, metasterno apice nigro, prothorace 



Stett. entomol. Zeit. 1908. 



220 

6. Anisocalvia Andrewesi : Breviter ovata, convexa. 
subtiis testaceo-flava, supra fiilva, nitida, prothorace crebre 
subtiliter punctato, lateribiis biimpresso, elytris dense piinc- 
tulatis et minus dense punctatis. — Long. 5 — 5,5 mm. 
Anamalais (Andrewes) . 

Aber. a. Elytris nigro-maciüatis. 

Kürzer und breiter gebaut, stärker gerundet als die 
übrigen Arten, Unterseite, Beine und Fühler blaß rötlich- 
gelb, Oberseite glänzend bräunlichrot, der Thorax oft etwas 
heller, gelblich. Kopf klein, größtenteils in den Thorax 
eingezogen; letzterer an der Basis doppelt so breit als über 
die Mitte lang, die Seiten schwach gerundet und nach vorn 
konvergierend, am Vorderrande ziemlich tief ausgerandet, 
aber in der Mitte desselben wieder in leichtem Bogen vor- 
gezogen. Die Scheibe ist mäßig querüber gewölbt, überall 
gleichmäßig dicht und fein punktiert, jederseits mit zwei 
Vertiefungen über dem Seitenrande, eine schräge in den 
A^orderecken und eine weite Längsvertiefung im mittleren 
Teile. Schildchen gleichseitig dreieckig, punktuliert. Flügel- 
decken an der Basis wenig breiter als der Thorax, die Schulter 
ähnlich abgerundet wie die Hinterecken des letzteren, 
bis zur Mitte in leichter Rundung erweitert, dahinter ähnlich 
verengt, hinten gemeinschaftlich breit abgerundet, oben 
gleichmäßig dicht punktuliert und auf der Scheibe nicht 
dicht punktiert; mit deutlicher Schulterbeule. Unter letzterer 



elytrisque dense punctulatis, illo plcrunKjue macula media nigra, bis 
subtiliter punctatis, maculis decem nigris, duabus communibus. — Long. 
5 — 5,5 mm. Borneo (Andrewes), Kina Balu (Heyne). 

Der obigen Art nahe verwandt, aber größer, etwas gestreckter, der 
Thorax fast immer mit einer kleinen schwarzen Makel, die hinter dem 
Vorderrande beginnt, nach hinten verengt ist und wenig über die Mitte 
reicht. Die Flügeldecken sind hinter der Schulter leicht zusammenge- 
gedrückt, hinten allmählich verengt wie in nilgirica, bedeutend feiner 
punktiert, mit größeren schwarzen Makeln in ähnlicher Lage. Die letzte 
Makel würde jedoch in der Verlängerung nicht die zweite gemeinschaft- 
liche Makel treffen, sondern weit hinter ihr die Naht erreichen. 
Stctt. cntomo). Zeit. 1908, 



221 

beginnt ein schwacher Längseindruck, der am Ende nicht 
ganz die Naht erreicht ; er trennt die Scheibe vom Seiten- 
rande und ist mit einigen nnregehnäßigen Reihen stärkerer 
Punkte besetzt. Nach außen davon hegt ein Streifen ohne 
starke Punkte, dann folgen unmittelbar neben der Kante 
des Seitenrandes wieder einige unregelmäßige Punktreihen. 
Am Vorderrande des Thorax ist ein Saum durchscheinend, 
weißlich. 

Die oben geschilderte Färbung besitzen 4 Exemplare, 
ein anderes bildet die Abänderung a, bei welcher jede Flügel- 
decke 5 schwarze Makeln trägt. IMakel i und 2 sind klein, 
gerundet, und hegen hintereinander nahe der Naht, Makel i 
an der Basis, die kleinere Makel 2 in I4 Länge. Makel 3 
ist groß, beginnt schmal an der Basis und erweitert sich 
nach hinten, wo sie in 2 Zipfel endet, der eine läuft dem 
Seitenrande parallel, der andere schräg nach hinten und 
innen. Der Innenrand dieser Makel zieht über die höchste 
Stehe des Schulterhöckers. IMakel 4 ist die größte; sie bildet 
eine breite Querbinde unmittelbar hinter der Mitte und 
bleibt von der Naht etwas weiter als vom Seitenrande 
entfernt. Sie ist bei diesem Stücke durch eine sehr feine, 
unterbrochene rotgelbe Längslinic in zwei Teile geschieden, 
von denen der innere größer als der äußere ist. Makel 5 
liegt in der Spitze, ist nicht regelmäßig dreieckig und läßt 
einen feinen Hinterrandsaum frei. 

Die höchst seltenen, in der Zeichnung sehr variablen 
indischen Anisocalvia- Arten wurden von Mulsant und Crotcli 
nach einzelnen Stücken oberflächlich beschrieben ; es ist 
daher vielleicht nicht ausgeschlossen, daß A. punctata Muls. 
die dunkelste Form der vorliegenden Art sein könnte. Da- 
gegen sprechen allerdings die Angaben: Oval, tolerably 
convex; ohvcrsepunctata Muls. ist gestreckter, schwächer 
gewölbt, und gewinnt durch den kleineren, schmaleren 
Thorax einen recht abweichenden Körperumriß. 

Stett. cutomol. Zeit. 190S. 



222 

Aiißfideni befindet sich in der Sammlung von H. An- 
drewes i Exemplar einer einfarbig hell bräimlichgelben, 
auf den Flügeldecken dicht, aber einfach punktierten Cal- 
vin vom Himalaya, welches ich für die Abänderung Jwlo- 
Icuca Mls. von lo-guttata halte, sowie eine einzelne Aniso- 
calvia (Punktierung der Flügeldecken doppelt) von Dal- 
housie, die auf keine der vorhandenen Diagnosen paßt. 

7. Thea bisoctonotata Muls. Sukkur im Sind (T. R. D. 
Bell). Durch diesen Fundort ist die Verbreitung der Art 
von den Capverdischen Inseln durch Fgypten, Syrien und 
Arabien bis \^orderindien nachgewiesen; auch 

8. Exochomus nigripennis Er. hat eine ähnliche Ver- 
breitung. Er wurde aus Angola beschrieben, später in Nord- 
Afrika, den griechischen Inseln, Syrien, dem Kaukasus 
und Persien aufgefunden. Jetzt liegen mir Stücke aus 
dem nördlichen Indien (Andrewes) vor. 

9. Sticholotis obscurella : Subhemisphaerica, ferru- 
ginea, capite prothoraceque densissime punctulatis, hoc 
plus minusve infuscato, elytris creberrime punctatis, areola 
oblonga communi ante medium subtilissime punctata, 
extus striis duabus fortius punctatis terminata, disco ob- 
scure rufis, marginibus nigris. — Long. 2,3 — 2,7 mm. Bel- 
gaum. 

Aber. a. Prothorace, interdum etiam capite nigris. 
— Nilgu-i Hills. 

Nicht lebhaft gefärbt und an dem gemeinschaft- 
lichen langen, sehr fein punktierten Räume auf der 
höchsten Stelle der Flügeldecken zu erkennen, der außen 
jederseits von 2 gebogenen, starken Punktstreifen begrenzt 
Mird. Der erste Streifen ist sehr deutlich vertieft und mit 
einem erhabenen Außenrande versehen, der zweite, welcher 
'dem inneren parallel läuft, ist undeutlich vertieft und ge- 
wöhnlich auch weitläufiger punktiert. Beide beginnen 
in 1/4 der Länge im Bogen, sind jedoch oft schon vorher 
als eine einfache, undeutliche, gerade Reihe bemerkbar, 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



223 

sie endigen bald hinter der Mitte. Der übrige Teil der Scheibe 
ist äußerst dicht und ziemlich fein punktiert, außen durch 
eine in der Mitte verdoppelte stärkere Punktreihe von dem 
mäßig breiten, leicht abgeflachten Seitenstreifen getrennt. 
Zuweilen bemerkt man noch einige kurze Reihen von stär- 
keren Punkten auf dem inneren Teile der Scheibe vor der 
Mitte. Die Scheibe ist dunkelbräunlich rot, ein schmaler 
Saum an der Naht und am Vorderrande, sowie ein breiter 
Saum am Außenrande schwarz, innen allmählich in die 
rote Färbung übergehend. 

10. Sticholotis decora : Hemisphaerica, nigra, supra 
nitida, ore, antennis basi tarsisque testaceis, capite pro- 
thoraceque dense punktulatis, hoc in margine antico rufes- 
cente, elytris testaceo-rufis, limbo suturali antice abbre- 
viato limboque lato laterali nigris, disco crebre punctatis, 
punctis suturam versus evanescentibus, extrorsum seriebus 
nonnullis brevibus e punctis majoribus formantibus in- 
structis. — Long. i,8 — 2 mm. Nilgiri Hills. 

Außer der eigenartigen Zeichnung noch an der Punk- 
tierung der Flügeldecken leicht zu erkennen. Letztere 
sind, ähnlich wie bei der vorigen Art, auf einem gemein- 
schaftlichen ovalen Räume von etwa % der Länge bis wenig 
hinter die Mitte fast glatt, daneben dicht und fein, nach 
außen stärker punktiert. Der mäßig breite Seitenrand, 
der durch eine kräftige und ziemlich regelmäßige Punkt- 
reihe sehr deutlich abgesetzt wird, ist weniger dicht, aber 
stärker als die Scheibe punktiert und hat eine schmale 
Randleiste. Auf dem äußeren Teile der Scheibe liegen 
3 bis 4 Punktreihen, die aus stärkeren, nicht dicht stehenden 
Punkten gebildet werden und beiderseits weit abgekürzt 
sind. Der Kopf ist zart, kurz und dicht dunkel behaart, 
dicht und fein punktuliert, die Punktierung des Thorax 
ist dichter und etwas stärker. Die Flügeldecken sind glänzend 
gelblichrot, der ovale glatte Raum, ein schmaler Nahtsaum 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



224 

dahinter und ein Seitensaum schwarz. Dieser ist ziemhch 
von gleicher Breite und doppelt so breit als der abgesetzte 
Seitenrand vorn. 

Bei frischen Stücken ist die Grundfarbe der Flügel- 
decken und die Unterseite hell bräunlichgelb. 

11. Sticholotis nilgiriensis*) : Subrotundata, sat con- 
vexa, dilute testaceo-flava, nitidula, supra crebre sub- 
tilissimeque punctata, elytro singulo nigro-bipünctato. — 
Long. 2,3 — 2,5 mm. Nilgiri jHills : Coonour 1500 — 2000 m. 
(i Ex. Andre wes, i Ex. Sicard). 

Die beiden Punkte jeder Flügeldecke sind klein bis 
mäßig groß, sie bilden mit denen der andern Decke eine 
schwach nach vorn gebogene Ouerreihe nahe der Mitte. 
Der innere Punkt liegt der Naht näher als dem äußeren 
Punkte, dieser ist vom inneren Punkte und dem Seiten- 
rande ungefähr gleich weit getrennt. Die Punktierung der 
Oberseite ist fast gleichmäßig fein und sehr dicht, eine Spur 
runzelig, nur auf dem mäßig breiten, abgeflachten Seiten- 
streifen, der von der Scheibe durch eine unregelmäßige, 
wenig deutliche Punktreihe getrennt wird, etwas feiner 
und weitläufiger. 

12. Sticholotis 13-maculata : Oblongo-hemisphaerica, 
dilute testaceo-flava, nitida, antennis (basi excepta) 
nigris, capite et prothorace dense punctulatis, coleopteris 

*) Ähnlich ist die' folgende Art: Sticholotis testacca: Subhemisphae- 
rica, testacea vel testaceo-flava, nitida, capite punctulato, prothorace 
dense . subtiliter-elyti'isque paullo fortius punctatis, his margine laterali 
subexplanato minus dense punctato, disco serie punctata evidenter se- 
pai-ato. —- Long. 2,5-^2,8 mm. Sumatra, Borneo, Banguay, Palawan. 

Eine auf den Sunda-Inseln weit verbreitete Art, die an ihrer heller 
oder dunkler rötlich-gelbbraunen, zuweilen bräunlichgelben Farbe urid 
ihrer auf der Scheibe der Flügeldecken gleichmäßig dichten und gleich 
starken Punktierimg, sowie an dem breiten abgesetzten Seitenrande der- 
selben kenntlich ist. Letzterer ist etwas ausgebreitet, sparsamer und 
stärker als die Scheibe punktiert und von dieser durch eine fast regel- 
mäßige, oft dunkel gefärbte kräftige Punktreihe geschieden. Das Tier 
erinnert durch . die_ Körperform an dne A^öllig abgeriebene Clanis-ArL 
Stctt. cntomol. Zeit. 1908. 



225 

flavis, sat dense siibtiliter punctatis, maculis 13 nigris, 
2, 2V2, 2 collocatis. — Long. 2 — 2,3 mm. Nilgiri Hills. 
Von allen bis jetzt bekannten Arten durch die sehr 
beständige Zeichnung der Flügeldecken verschieden. Im 
ganzen halbkugelig, aber merklich länger als breit, blaß 
rötlich gelbbraun, die Fühler schwarz, mit Ausnahme der 

2 bis 3 ersten Glieder, die Flügeldecken gelb, zusammen 
mit 13 schwarzen Makeln, welche in drei Querreihen stehen: 
dicht hinter der Basis, unmittelbar vor der- Mitte und vor 
der Spitze. Die Makeln sind gerundet, nur die sechste jeder 
Decke, die äußere der dritten Querreihe, ist gestreckt, 
oft doppelt so lang als breit, außen gerundet, innen meist 
gradlinig. Die gemeinschaftliche Makel ist etwas größer 
als eine der übrigen, oval, und etwas weiter vorgerückt 
als die andern Flecke der zweiten Querreihe. Di-e Schulter- 
makel ist ebenfalls länger als breit. Der Länge nach "liegen 

3 Makeln in einem schwachen Bogen parallel dem Seiten- 
rande, die drei inneren bilden einen stärkeren Bogen. 

13. Sticholotis (Apterolotis) Andrewesi : Aptera, sub- 
hemisphaerica, testaceo-rufa, antennis apicem versus pedi- 
busque (his plerumque) infuscatis, capite et prothorace 
i'dense subtilissime punctatis, alutaceis, sericeo-micantibus, 
elytris nigris, nitidis, evidenter punctatis et punctulatis, 
singulo maculis quatuor oblongis testaceis: 2,2. — • Long. 
4,5 mm. Nilgiri Hills. 

Die größte Art, so lang als breit, kreisrund, ziemlich 
lioch gewölbt, und an der doppelten Punktierung, sowie 
den vier hellen, länglichen Makeln jeder Flügeldecke gut 
wieder zu erkennen. Sie bildet mit nielanaria Ws. und der 
folgenden Art eine Gruppe {Apterolotis), die ungeflügelt ist 
und keine Spur eines Schulterhöckers besitzt. 

Kopf und Thorax sind hell rostrot, äußerst dicht und 
fein gewirkt und dicht und sehr fein punktiert, matt seiden- 
glänzend, Schildchen und Flügeldecken glänzend schwarz, 

Stett. entomol. Zeit. 190S. 



226 

letztere kräftig und nicht dicht punktiert, mit dichten 
feinen Punkten in den Zwischenräumen. Die vier gelb- 
braunen Makeln jeder Decke heben sich nur mäßig von der 
Grundfarbe ab und sind in 2 Querreihen geordnet, eine 
vor, die andre hinter der Mitte. Makel i ist schräg nach 
hinten und außen gerichtet, die zweite, über dem schwach 
abgesetzten, aber breiten Seitenrande, ist gerundet und 
beginnt und endet weiter nach hinten als i. Makel 3 ist um 
die Hälfte länger als breit, läuft der Naht parallel und bleibt 
von dieser etwa um ihren Querdurchmesser entfernt; 4 ist 
ähnlich, dem Seitenrande parallel, und beginnt und endet 
gleichfalls mehr nach hinten als 3. Der Seitenrand wird 
innen durch eine unregelmäßig verdoppelte Punktreihe 
begrenzt. Der Bauch ist mit einzelnen feinen und kurzen 
Härchen versehen, eine Quervertiefung auf dem letzten 
Bauchringe kräftig und dicht goldgelb behaart; diese 
Härchen sind anliegend und nach innen gerichtet. 

14. Sticholotis (Apterolotis) gibtula : Aptera, hemis- 
phaerica, dilute ferruginea, capite prothoraceque sublae- 
vibus, elytris crebre subtilissimeque punctatis. — Long. 
2 mm Madura. 

Diese Art ist durch Körperform und Punktierung 
sehr ausgezeichnet. Der Körper ist ungeflügelt, halbkugelig, 
die Flügeldecken besitzen keinen abgesetzten Seitenrand- 
streifen, sondern fallen in einer Flucht zu der feinen Leiste 
des Seitenrandes ab, welche bei der Betrachtung von oben 
durch die Wölbung der Seiten völhg verdeckt wird. Kopf 
und Thorax erscheinen unter schwacher Vergrößerung 
glatt, glänzend, unter einem scharfen Glase bemerkt man 
jedoch, daß sie äußerst fein gewirkt und nicht dicht mit 
verloschenen Pünktchen besetzt sind. Diese Pünktchen 
sind an den Seiten des Thorax etwas stärker als in der Schei- 
benmitte. Die Flügeldecken sind fein, aber deutlich und 
dicht punktiert, schwach durchscheinend, ohne Schulter- 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



227 

beule. Die Epipleuren haben keine Gruben zur Aufnahme 
der Spitze der Hinterschenkel. 

15. Sticholotis limbata Motsch. Nilgiri Hills. 

Die wenigen Worte, die Motschulsky zur Kennzeichnung 
seiner Jaiiravia limbata, Etud. 1858, 118, anführt, passen 
gut auf Stücke einer Sticholotis von den Nilgiri Hills, zur 
zweiten Abteilung der Gattung gehörig, bei der die Scheibe 
der Flügeldecken keine Spuren von Punktstreifen oder 
Punktreihen hat. Gorham bezog diese oberseits kahle Art 
auf eine Ortalia, Ann. Belg. 1894 206, die mit Ortalia Horni 
m. identisch sein dürfte. St. limbata ist 2 — 2,2 mm lang, 
rund, gewölbt, bräunlichgelb, glänzend, die Hinterbrust, 
Schildchen und Flügeldecken schwarz, letztere mit einem 
ziemlich breiten, hellen Seitensaume, der sich an der Spitze 
etwas erweitert. Die Oberseite ist gleichmäßig dicht und 
fein punktiert. 

16. Clanis dorsalis : Hemisphaerica, pallide testacea, 
supra sat dense cinereo-pubescens, capite prothoraceque 
dense punctulatis, elytris dense subtiliter punctatis, inter- 
stitiis laevigatis, nitidis, singulo elytro disco infuscato. 
— Long. 2,7, lat. 2,7 mm Pondichery (Staudinger, Sicard). 

! Mit albidula Motsch. am nächsten verwandt, breiter 
gebaut (die Art erscheint bei der Ansicht von oben breiter 
als lang, ist aber, genau gemessen, nur so lang als breit), 
auf den Flügeldecken merklich weitläufiger punktiert und 
behaart, daher glänzender. Bräunlich gelb, die Flügel- 
decken rötlich gelbbraun, jede mit pechbrauner Scheibe. 
Die dunkle Färbung geht allmählich in einen schmalen 
rotgelben Saum am Vorder- und Nahtrande, sowie in einen 
breiten am Seitenrande über. 

17. Sc3^mnus venalis Muls. Opusc. III. 1853, 146. Bel- 
gaum. 

In der Beschreibung ist die Größenangabe Long. 
0,0039 (% !■) Larg. 0,0013 (Vs ^■) ii"^ Long. 1,7 mm (% lin.) 

Stctt. entomol. Zeit. 1908. 



228 

Larg. 1,3 (^/s 1.) zu berichtigen. Es ist eine kleine, lebhaft 
und hell bräunlichgelb gefärbte Art, welche an der Basis 
der Flügeldecken einen dreieckigen, schwärzlichen, ver- 
waschen begrenzten Fleck hat, der zuletzt von einer Schulter 
zur andern reicht und in % Länge oder dahinter sich in 
einen feinen bräunlichen Nahtsaum verschmälert. Der 
Thorax ist mehr rötlich gelb gefärbt und geht zuweilen 
vor dem Schildchen in einen schwärzlichen Fleck über. 
Bei den letzteren Rücken ist auch die Mitte der Vorder- 
brust nebst Mittel- und Hinterbrust schwarz. 

i8. Scymnus indicus : Ovalis, subtus rufo-testaceus, 
pectore nigro, supra niger, densissime subtilissimeque cinereo- 
pubescens, quasi pruinosus, subopacus, elytris creberrime 
punctulatis, pone medium testaceo-flavis. — Long. 
1,5^ — 1,7 mm. Belgaum. 

Von den übrigen indischen Arten durch die kurze, 
dichte und sehr feine Behaarung der Oberseite ausgezeichnet, 
wodurch letztere ziemlich matt und wie bereift erscheint. 
Etwas mehr glänzt nur ein gemeinschaftlicher Längsfleck 
vor der Mitte, der verloschen punktulicrt und sparsam 
behaart und außen von einem leicht vertieften Punkt- 
streifen begrenzt ist. Manchmal zeigt sich nach außen 
von diesem Streifen noch eine zweite Punktreihe. 

Kopf schwarz, Mund und Fühler rötlich gelbbraun, 
die weißlichen Härchen der Stirn schräg auf die Mittel- 
linie zu gerichtet. Thorax an der Basis kaum doppelt so 
breit als in der Mitte lang, nach vorn mäßig und fast grad- 
linig verengt. Flügeldecken schwarz, nicht ganz die hintere 
Hälfte blaß bräunlichgelb. Diese Färbung reicht am Seiten- 
rande etwa bis zur Mitte, an der Naht viel weniger weit 
nach vorn, ihr Vorderrand bildet auf jeder Decke einen 
nach vorn convexen Bogen. Unterseite und Beine rötlich 
gelbbraun, Prosternum, Mittel- und Hinterbrust schwarz. 
Die Bauchlinien bilden einen flachen Bogen, der '^j:; des 

Stett. eutomol. Zeit. 1008. 



229 

ersten Segmentes erreicht und außen abgekürzt ist. Pro- 
sternum mit 2 feinen, durchgehenden Längskielen, die 
nach vorn leicht convergieren. 

19. PuUus ceylonicus IMotsch. Belgaum, Kanara. 

20. In der Sammlung von H. Andre wes befinden sich 
auch*) zwei ziemlich große Lithophilus-Kxiew aus dem nord- 
westlichen Teile von Vorderindien in je einem Exemplare, 
eine oben ganz dunkle und ziemlich breite und eine schlanke 
Art mit rotem Thorax. Beide gehören zu meiner zweiten 
Gruppe und zeichnen sich durch sehr starke Pufiktierung 
der Flügeldecken aus, können aber nur nach größerem 
jVIateriale beschrieben werden. Vielleicht bezieht sich die 
eine auf [Cacidula] villosa Fald. aus Nordchina. 

Da ich nach der Reitter'schen Einteilung (Bestimmungs- 
Tabelle I, 1885 p. 30) meine Lithopkilus nicht unterbringen 
konnte, habe ich für den Catalog. Col. Eur, 1906, 370 die 
Gattung in zwei natürliche Gruppen zerlegt : 
Härchen neben dem Sei-j nach hinten gerichtet i. Gruppe, 
tenrande des Thorax [ nach außen gerichtet 2. Gruppe. 



*) Ebenfalls ein kleiner Rhizobius aus Aukland auf Neu-Seeland : 
Bhizobius nubilus: Oblongo-ovatus, modice convexus, stramineus, griseo- 
pubescens, pectore abdomineque nigris, supra dense subtilissimeque 
punctatus, elytris nubiloso-pubescentibus, prothorace medio interdum- 
elytrisque apice leviter brunnescentibus. — Long. 2 — 2,5 mm. 

Von den Scymnus- Arten BroAVTis, Man. New Zealand Col. 1880, 
646 — 650, von denen einige jedenfalls zu Rhizobius gehören, hat nur exi- 
miiis durch die Färbung eine entfernte Älmlichkeit, ist aber 2 1.:= 4,5 mm 
lang, also doppelt so groß wie die vorliegende Art, die sich durch die 
wolkige Behaarung der Flügeldecken sehr auszeichnet. 

Länglich-oval, schwach gewölbt, schmutzig strohgelb, ziemlich dicht 
und kurz anliegend gelblichweiß behaart, die Härchen der Flügeldecken 
jedoch nicht ganz anliegend und an einigen Stellen nach außen, an anderen 
nach innen gerichtet. Die Stirn ist ziemhch dicht, Thorax und Flügel- 
decken sind dicht und äußerst fein punktiert. Auf der Unterseite ist die 
Hinterbrust und der Bauch tief schwarz, die Bauchlinien sind vollständig. 
Die Fühler reichen etwa bis zum Hinterrande des Thorax, die Klauen 
haben einen schwachen Basalzahn. 

Stett. cntomol. Zeit. 1908. 15 



230 



Die erste Gruppe ist so einzuteilen: 

1. Der Thorax fällt an den Seiten ganz gleichmäßig 
zu einer feinen Rinne ab, die den kaum aufgebo- 
genen oder wesentlich erhöhten Seitenrand innen 
begrenzt 2. 

i^ Der Thorax fällt an den Seiten in eine weite, mulden- 
förmige Längsvertiefung ab, welche den wulstar- 
tigen Seitenrand emporhebt. 

(Hierher connatus, caucasicus und araxis; unter 
der letztgenannten Art ist die ab. triplagiatus Reitt. 
1. c. nachzutragen). 

2. Der abgesetzte Seitenstreifen des Thorax sehr breit, 
Flügeldecken ohne starke Punkte zwischen der 
feinen Punktierung, oder nur mit einigen größeren 
Punkten auf einem Längsstreifen hinter der Schulter. 
— L. 4 — 4,2 mm. Kurdistan (König, Zeitun Reitter). 
Crotch. Rev. 302 major. 

2^. Seitenrandkante des Thorax sehr schmal, Flügel- 
decken mit zahlreichen starken Punkten zwischen 
der dichten und feinen Punktierung. L. 3 — 3,3 mm. 
Krim: Feodosia (Retowski). Semenow, Hör. 1901. 
254 tauricus. 



Stett, entomol. Zeit. 1908. 



281 



Die Gattung Lorditomaeus Peringuey 

von A. ^»eliuiitlt. Hcrlin. (Co].) 



In seinem Katalog der südafrikanischen Coleopt. (Trans. 
S.-Afr. Phil. Soc. XII. 1901/02 p. 370 und 436) führt Pering. 
für Aph. dcplanatus Roth die Gattung Lorditomaeus ein. 
Er charakterisiert dieselbe außer der von Aphodius ver- 
schiedenen Bildung der Freßwerkzeuge folgendermaßen : 
Vordertibien nach der Spitze verdickt, daselbst quer ab- 
gestutzt, Flügeldecken mit 7 Streifen (p. 370 spricht Pering. 
von 6, in Wirklichkeit sind es deren 8 bei dcplanatus), flachem 
Seitenrande und sehr breiten Epipleuren. 

Die folgenden Arten zeigen nun diese Merkmale mehr 
oder weniger deutlich, alle stimmen aber in den sehr breiten 
Epipleuren überein. Die Gattung ist bisher nur aus Afrika 
bekannt. 

Bestimmungs-Tabelle : 
1^. Wangen nicht über die Augen ragend, Flügel- 
decken mit 9 Streifen. 
2^ Oberseite aufstehend behaart, Kopf einzeln, 

sehr grob punktiert setulosus n. sp. 

2^^ Nur Kopf und Vorderrand des Halsschildes 
aufstehend behaart, Kopf feiner punktiert... 

invenustus n. sp. 

i^^. Wangen deutlich über die Augen ragend, Flügel- 
decken mit 8 Streifen. 
3^. Der 7. Streifen im zweiten Drittel seiner Länge 
verdoppelt, Rand der Flügeldecken schmal, 
kaum wagerecht. 
41. Die Zwischenräume scharf konvex, fast 
gerippt fornicatus n. sp. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 15'' 



232 

4^^. Zwischenräume schwach konvex oder eben. 
5^. Kopf in der Mitte und hinten, sowie 
Scheibe des Halsschildes geschwärzt. 
6^. Hinterwinkel des Halsschildes ge- 
rundet oder schwach angedeutet 

infuscatus n. sp. 

6^^. Hinterwinkel sehr deutlich 

bifidus n. sp. 

5^^ Kopf und Halsschild nicht geschwärzt 

lunatulus m. 

311. Der 7. Streifen nicht verdoppelt, Rand der 
Flügeldecken breiter abgesetzt. 
7^. Zwischenräume mit Ausnahme des t. oder 
des T. und 7. eben. 
8^ Alle Zwischenräume eben mit Aus- 
nahme des I deplanatus Roth. 

8^^. Alle Zwischenräume eben mit Aus- 
nahme des I. und 7... aeqiius n. sp. 
711. Zwischenräume konvex tenuis n. sp. 

I. Lorditomaeus setulosus n. sp. 

Länglich, flach gewölbt, Flügeldecken mattglänzend. 
Oberseite aufstehend behaart, gelbbraun, Kopf, mit Aus- 
nahme der rötlich durchscheinenden Seiten, Halsschild 
in der Mitte und meistens Scheibe der Flügeldecken an- 
gedunkelt, so daß die Gegend um das Schildchen, Schulter, 
Seiten- und Spitzenrand, sowie eine dunkelumgrenzte Makel 
vor der Spitze hell bleiben. Kopf vorn abgestutzt, kaum 
ausgerandet, zwischen den Augen mit eingedrückter Quer- 
linie, in der Mitte mit schwacher Längserhöhung, sonst 
ohne Tuberkeln, die Oberfläche mit feiner, nicht sehr dichter 
Punktierung, dazwischen am Hinterrande mit einer Quer- 
reihe, nach vorn und seitlich mit vereinzelten groben, haar- 
tragenden Punkten. Halsschild an den Seiten nicht ver- 

Stctt. ciitomol. Zeit. 1908. 



2.33 

flacht, fein gerandet, Hinterwinkel stumpf, Basis in der 
Mitte ungerandet, ziemlich gleichmäßig, nicht sehr dicht 
punktiert, hinter dem ^'orderrande mit grober Punktreihe, 
niederliegend behaart, dazwischen mit aufstehenden Haaren, 
besonders in der vorderen Hälfte. Schildchen lang und 
schmal. Flügeldecken fein pimktiert-gestreift, Zwischenräume 
schwach gewölbt, nach der Spitze zu undeutlicher, der 
I. und 2. Zwischenraum sind einreihig, die anderen ab- 
wechselnd ein- und zweireihig, etwas niederliegend behaart, 
dazwischen besonders nach der Spitze zu mit einzelnen 
aufstehenden Haaren. Seitenrand nur schmal ausgebreitet. 
Epipleuren breit. Unterseite hellbraun. Endborsten der 
Hinterschienen ungleich. Enddorne in Länge nicht sehr 
verschieden, der obere kürzer als i. Tarsenglied, dieses 
länger als 3 folgende zusammen. 

Q. Enddorn der Vordertibien an der Spitze mit einem 
nach innen gebogenen Häkchen. 

$. Enddorn spitz, Thorax dichter punktiert. 

4 mm. Im Deutschen National-^Iuseum zu Berlin 
und in meiner Sammlung. 

2. Lorditomaeus invenustus n. sp. 

Gelbbraun, mit Ausnahme des Kopfes wenig glänzend. 
Kopf hinten, Thorax und Flügeldecken in der Mitte dunkler. 
Kopf ohne Tuberkeln, nur mit vertiefter Querlinie zwischen 
den Augen, in der Mitte schwach bucklig, seine Oberfläche 
mit zerstreuten, haartragenden Punkten, da, wo sie vorn 
in der Mitte fehlen, bemerkt man nur die feine Zwischen- 
punktierung, Kopfrand halbkreisförmig, vorn etwas ab- 
gestutzt, Wangen ragen nicht über die Augen. Halsschild 
kaum so breit als Flügeldecken, diese nach hinten erweitert, 
Seiten des Halsschildes fast gerade, fein gerandet, Basis 
ungerandet, Hinterwinkel breit abgerundet, lang bewimpert; 
Oberfläche ziemlich dicht, gleichmäßig, aber nicht tief punk- 

Stett. entomol. Zeit. 1908, 



234 

liert, die Punkte etwas feiner als die größeren des Kopfes, 
fein niederliegend behaart, nnr längs des Vorderrandes 
mit aufstehender, nach vorn gerichteter Haarreihe. Schild- 
chen lang und schmal. Jede Flügeldecke mit 9 schwach 
furchenartigen, am Grunde glänzenden, undeutlich punk- 
tierten Streifen, jeder ungefähr Y^ so breit als ein Zwischen- 
raum, Zwischenräume konvex, jeder einreihig behaart, 
der 4., 6. und 8. vor der Spitze verkürzt. Flügeldeckenrand 
wenig abgesetzt. Epipleuren breit, diese, sowie Füße und 
Hinterleib hell gefärbt, letztere beiden lang behaart. Hinter- 
tibien am Spitzenrande ungleich beborstet. Oberer End- 
dorn etwas kürzer als i. Fußglied, dieses länger als 3 folgende 
Glieder, das 2. — 4. Glied von abnehmender Länge, das 
4. fast nur Y^ so lang als das 2. 

6 mm. Senegambien. In meiner Sammlung. 

3. Lord, fornicatus n. sp. 

Diese Art weicht durch die gerippten Flügeldecken 
am meisten von der typischen Form ab, aber die breiten 
Epipleuren und auch die Form der Vordertibicn weisen 
sie unstreitig der_ Gattung zu. 

Glänzend, bräunlich. Vorderkopf, Seiten des Hals- 
schildes, schmale Basis der Flügeldecken und ihre Spitze 
heller. Kopf wenig nach vorn verschmälert, Vorderrand 
fast gerade, nicht ausgebuchtet, zwischen den Augen mit 
schwacher, gebogener Oucrlinie, davor etwas beulig, seitlich 
davon und am Hinterrande mit einigen großen Punkten, 
letztere stehen hier in einer Ouerreihe, dazwischen über 
den ganzen Kopf verteilt mit zerstreuten, kleinen Punkten ; 
Wangen als stumpfe Winkel abgesetzt. Halsschild cpier 
an Seiten wenig gebogen, gerandet, lang bewimpert, Basis 
ungerandet, kurz bewimpert, Vorderwinkel spitz vorgezogen, 
Hinterwinkel gerundet, Basalmitte etwas vorgezogen, Ober- 
fläche ungleich, nicht sehr dicht punktiert, hinter dem 

Stett. eutomol. Zeit. 1908. 



235 

\^oi"derrande eine Querreihe sehr grober Punkte, diese, 
sowie die groben Punkte des Kopfes mit langen, auf- 
stehenden Haaren. Schildclien schmal. Flügeldecken 
mit schmalem Seitenrande, punktiert-gestreift, fast ge- 
furcht, Zwischenräume sehr konvex, mit je einer Haar- 
reihe. Der 7. Streifen ist ungefähr vom 2. Drittel seiner 
Länge ab verdoppelt, läuft aber vom letzten Drittel ab 
wieder als einfacher Streifen zur Spitze weiter, vor der- 
selben, im 4. Zwischenräume, befindet sich eine helle Strich- 
make], die vorn und seitlich schwarz begrenzt ist. Hinter- 
tibien am Seitenrande mit kurzen und wenigen langen 
Borsten, i. Glied der Hintertarsen länger als die 3 folgenden 
zusammen, länger als oberer Enddorn. Vordertibien in 
der vorderen Hälfte plötzlich verbreitert. Enddorn stumpf, 
jedenfalls sexuelles Merkmal. Unterseite und Schenkel 
wenig punktiert, Füße und Hinterleib gelblich. 

^^on den anderen Arten mit geteiltem 7. Streifen durch 
die scharf konvexen und einreihig behaarten Zwischen- 
räume, von infuscatus im besonderen durch weniger zahl- 
reich punktierten Thorax und glänzendere Flügeldecken, 
von bifidus durch abgerundete Halsschildmitte, die bei 
hifidus scharf stumpfwinklig ist, und durch unbehaarten 
Thorax, von lunatnlus durch verschiedene Makel auf den 
Flügeldecken, während dieselbe bei formcatits nur im 4. 
Zwischenräume liegt, befindet sich dieselbe bei lunatuhis 
im 3. — 5. Zwischenräume, wie auch durch andere Punk- 
tierung des Thorax verschieden. 

5 mm. Kongo: Kinchassa. Im Naturh. Museum zu 
Brüssel und in meiner Sammlung. 

4. Lordit. infuscatus n. sp. 

Gelbbraun, Kopf in der Mitte und hinten, Scheibe 
des Halsschildes und zuweilen auch die der Flügeldecken 
schwärzlich. Kopf sehr deutlich ringsum gerandet, vorn 

Stett, entomol. Zeit-, 1908, 



236 

abgestutzt und wenig bemerkbar ausgeschweift, zwischen 
den Augen mit schwacher Querhnic, davor denthch längs 
erhöht, Oberfläche fein, weitläufig punktiert, dazwischen 
mit einzelnen groben, haartragenden Punkten seitlich der 
Längserhöhung und hinter der Stirnlinie. Halsschild quer, 
nach vorn verschmälert, hinten in breitem Bogen gegen 
das Schildchen vorgezogen, Seiten schwach gerandet, Basis 
ungerandet, Vorderwinkel sind rundlich vorgezogen, Hinter- 
winkel abgerundet, an den Seiten und vor der Basis ziemlich 
kräftig punktiert, dazwischen, über die ganze Oberfläche 
verstreut, feinere Punkte, diese stehen vorn in der Mitte 
etwas zahlreicher und werden hier beiderseits von der 
gröberen Seitenpunktierung durch eine kurze, etwas un- 
regelmäßige Längsreihe sehr grober Punkte begrenzt, 
eine Querreihe solcher Punkte befindet sich auch hinter 
dem Vorderrande zwischen den Augen. Flügeldecken deutlich 
punktiert-gestreift, die Streifen frei auslaufend, der 7. 
Streifen ist im 2. Drittel seiner Länge doppelt; Zwischen- 
räume schwach konvex, der 2. und 3. an der Basis in der 
Mitte glänzend, stumpf kielig erscheinend, vor der Spitze 
ist im 3. — 5. Zwischenräume eine helle JMakel, der i., 2., 
4., 6. und 8. Zwischenraum einreihig, die anderen zweireihig 
behaart. Die Beborstung der Hintertibien, das Verhältnis 
der Tarsenglieder unter sich, sowie zu den Enddornen, 
und auch die sexuellen Unterschiede sind analog den anderen 
Arten. 

7 mm. Deutsch-Ostafrika : Manow. In meiner Samm- 
lung. 

5. Lordit. bifidus n. sp. 
Diese Art hat mit der vorigen in der Gestalt, Punk- 
tierung und Behaarung die größte Ähnlichkeit, unter- 
scheidet sich aber, abgesehen von der Größe, in folgenden 
Punkten: Der Kopf ist schmaler, nach vorn mehr verengt, 

Stctt. eutomol. Zeit. 1908. 



237 

die feinen Punlcte auf demselben sind zahlreicher, auch 
etwas größer, die Längserhöhung auf der Stirn ist viel 
schwächer, stumpfer, der Thorax zeigt deutliche Hinter- 
winkel, die glatte Mittellinie ist etwas erhöht, die Basis 
in der Mitte weniger lappenförmig gegen das Schildchen 
vorgezogen, die Punktierung ist dichter und deshalb die 
Oberfläche weniger glänzend. Die Zwischenräume der 
Flügeldecken mehr konvex, die helle Spitzenmakel vorn 
deutlicher dunkel begrenzt. Alles übrige stimmt mit infus- 
catus überein. 

5 mm. Deutsch-Ostafrika. In meiner Sammlung. 

6. Lordit. lunatulus Schmidt. 

Wissensch. Ergeb. Exped. Kilima-Ndjaro-Meru 1905 
bis 1906, Sjöstedt 1908 p. 56. 

Usambara, Kilima-Ndjaro. Im Naturh. Museum zu 
Stockholm, im Deutschen National-Museum zu Berlin und 
in meiner Sammlung. 

7. Lordit. deplanatus Roth. 
Wiegm. Arch. 1851, I. p. 131. 

Pering., Trans. S.-Afr. Phil. Soc. XII. 1901/02 p. 437. 
opatroides Klug, Monatsber. 1855 p. 656. 
Peters Reise 1862 p. 246, Taf. XIV, Fig. 12. 
Tigre, Kamerun, Sena, Mozambique, Senegal, Angola, 
Süd-Rhodesia. 

8. Lordit. aequus n. sp. 
Diese Art nähert sich der typischen Form durch den 
breit abgesetzten Seitenrand der Flügeldecken, die Ver- 
kürzung des 4.. und 6. Zwischenraumes vor der Spitze und 
die ebenen Zwischenräume, weicht aber durch mehr läng- 
liche Gestalt und den scharf rippenförmigen 7. Zwischen- 
raum bedeutend ab. 

Stctt. entomol. Zeit. 1908. , 



238 

Ober- und Unterseite gelbbraun, Hinterkopf und Scheibe 
des Halsschildes angedunkelt. Kopf breit und kurz, nicht 
sehr nach vorn verschmälert, deshalb \'orderrand breit, 
schwach ausgerandet, Vorderecken in flachem Bogen ab- 
gerundet, Wangen sehr deutlich, Oberfläche hinten und 
in der Mitte punktiert, nach den Seiten und vorn \'er- 
löschend. Kopf und Halsschild niederliegend behaart, 
dazwischen — Halsschild aber nur in der vorderen Hälfte 
— mit aufstehenden, gleichstarken Haaren besetzt. Hals- 
schild wenig konvex, an den Seiten schmal verflacht, vorn 
nicht sehr verengt, mäßig stark, nicht sehr dicht punktiert, 
\'orderwinkel mehr als die Hinterwinkel abgerundet, Basis 
ungerandet, in gleichem Bogen verlaufend. Schildchen 
sehr schmal, dreieckig, tieferliegend. 

Flügeldecken länglich, nach hinten kaum \'erbreitert, 
sehr deutlich zugespitzt, Seitenrand abgesetzt, Naht scharf 
dachfcJrmig, der 2. — 6. Zwischenraum ganz eben, gerad- 
linig nach den Seiten abfallend, der 7. scharf rippenförmig, 
als scharfe Kante über die Schulter bis zur Basis reichend, 
mit dichter Haarreihe, deren Spitzen nach unten gebogen 
sind, bekleidet, solche Haarreihen zeigen sich bei meinem 
Exemplar auch auf den anderen Zwischenräumen vor der 
Spitze, und da die Zwischenräume an der Basis den" Anfang 
einer ebensolchen Behaarung erkennen lassen, so nehme 
ich an, daß bei frischen Stücken die Zwischenräume in 
ihrer ganzen Ausdehnung reihenweis behaart sind; außerdem 
trägt der 2. Zwischenraum vor der Spitze einzelne längere, 
aufstehende Haare, die indes sehr leicht ausfallen. Die 
Streifen erweitern sich nach hinten und sind daselbst gröber 
als vorn punktiert. Borsten der Hintertibien am Apikai- 
rande ungleich, i. Glied der Hintertibien länger als oberer 
Enddorn, gleich den 3 folgenden Gliedern. 

Epipleuren sehr breit. Unterseite punktiert und be- 
haart. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



239 

Die Art ist an der erhabenen Naht und dem rippen- 
förmigen 7. Zwischenraum leicht erkennthch. 

3I2 rnm. Zentralafrika. In meiner vSammhmg. 

9. Lordit. tenuis n. sp. 

Mattglänzend, gelbbraun, Kopf in der Mitte und hinten, 
und das Halsschild auf der Scheibe dunkler, die Flügel- 
decken an der Basis im 2. — 4. Zwischenraum, in letzterem 
aber viel kürzer, die Schulter, der Seitenrand, die Spitze 
und eine Makel vor derselben im 3. — 5. Zwischenraum 
\'iel heller als die Grundfarbe. Kopf nach vorn fast gerad- 
linig verschmälert, Clipeus abgestutzt, Oberfläche des Kopfes 
hinten grob, vorn und seitlich zerstreuter und feiner punk- 
tiert, die Punkte mit aufstehenden Haaren, zwischen den 
Augen, besonders in der Mitte, tief eingedrückt; Wangen 
die Augen wenig überragend. Halsschild quer, nieder- 
liegend, am Vorderrand aufstehend behaart, wenig konvex, 
vorn etwas schmäler als an der Basis, ziemlich- dicht punk- 
tiert, die Punkte so groß wie die des Kopfes, am Grunde 
glänzend, sie sind am schmal verflachten Seitenrande weniger 
deutlich; Seitenrand fein, Basis ungerandet, Basalwinkel 
sind stumpf abgerundet. Flügeldecken von der Breite 
des Halsschildes, parallel, punktiert-gestreift, Streifen im 
Grunde glänzend, Zwischenräume konvex, der 7. stärker 
erhaben als die anderen, fast gekielt, jedoch lange nicht 
so auffallend wie bei acquus, alle Zwischenräume, auch der 
etwas dachförmig erhabene erste, sind einreihig behaart, 
der 4., 6. und 8. sind hinten abgekürzt. Unterseite bräun- 
lich, Beine heller, zerstreut und fein behaart. Hintertibicn 
am -Spitzenrande ungleich beborstet. Metatarsus länger 
als oberer Enddorn, länger als 3 folgende Glieder, fast so 
lang als der übrige Fuß. 

(^ mit stumpfem Enddorn an den \'ordertibien, Meta- 
sternalplatte flach vertieft. 

Stett. cntomol. Zeit. 1908. 



240 

2. Enddorn spitz, Metasternalplatte nnr mit vertiefter 
Längslinie. 

3/2 — 4 iT^rn. Senegal: Dakar. In meiner Sammlung. 

Diese Art gleicht in Größe und Form, sowie in der 
Behaarung und dem erhabenen 7. Zwischenraum am meisten 
den L. acquus, unterscheidet sich aber sofort durch die 
konvexen Zwischenräume, während dieselben bei acquus 
vollständig flach sind, auch ist hier der 7. viel stärker rippen- 
förmig. 



Versuch einer nioiiographischen Revision 
der Indo-Australischen Neptiden 

von H. FriiliNtoi'f'ei* 

mit 18 Abliildiingeu auf 3 Tafeln. 

Eine Revision der artenreichen Gattung Ncptis zählt 
zu den schwierigsten Aufgaben orientalischer Entomologie 
und ich bin es mir wohl bewußt, daß ich mit meiner heutigen 
Übersicht auch nur einen kurzen Schritt vorwärts ge- 
kommen bin. 

Ich glaubte aber meine seit 2 Jahren vorbereitete Arbeit 
jetzt abschließen zu dürfen, gestützt auf das fast 1200 
Exemplare umfassende Material meiner Sammlung und 
wiederholte Vergleiche am Berliner und British Museum. 

Wesentlich erleichtert wurde meine Aufgabe durch 
eine fast lückenlose Aufzählung der bekannten Arten, 
die Frederic Moore in den Lepidoptera Indica Bd. III — IV 
im Jahre 1899 eingefloch-ten hatte. 

Dieser Aufzählung gingen 2 größere erschöpfende Ar- 
beiten desselben fruchtbaren Autors voraus, die beide 
freilich über ein halbes Jahrhundert zurückliegen, nämlich 
ein Katalog der Arten, die sich im East India Company 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



241 

Museum befinden 1857 und ein ,,Monograpli" in den Proc. 
Zool. Soc. 1858. 

Auch zwei Publikationen neuerer Autoren erwiesen 
sich von großem Werte, die unseres verdienstvollen Semper 
(Schmetterlinge der Philippinen 1886 — 1892) und Bing- 
hams Fauna India, Vol. I. 1905. 

Semper ist die Sonderung in Artengruppen besonders 
geglückt, eine keineswegs leichte Aufgabe für die damalige 
Zeit, und Bingham klärte die Synonymie der indischen 
Spezies und führte die Vielzahl der beschriebenen Formen 
auf das bescheidene Maß von etwa 25 Arten zurück. 

Mir verblieb als Hauptaufgabe die malayisch-papu- 
anischen Rassen um ihre nomenclatorischen Typen zu ver- 
sammeln und im Nebenamt die Anzahl der Mooreschen 
Genera zu reduzieren. 

Dem ,, Speziesbegriff" ist der weiteste Raum gelassen, 
mein Bestreben war wie immer darauf gerichtet, das nach 
unserer heutigen Auffassung verwandte und zusammen- 
gehörige unter einen Hut zu bringen, und die natürliche 
Folge meiner Zentralisierungs-Versuche bildet ein Schwinden 
der Arten. 

Moore kannte 1899 über 200 ,, Spezies", dazu käme 
eine relativ große Serie von neuentdeckten Formen, die 
in den letzten 8 Jahren beschrieben wurden oder die Moore 
übersehen hatte zu registrieren. 

Die heutige Liste umfaßt aber kaum 75 Arten, dafür 
ist auf Grund meines insularen Materials die Anzahl der 
Lokalrassen wesentlich gestiegen und sie würde sich viel- 
leicht verdoppeln lassen, wenn mir die in England und 
Amerika aufgestapelten Vorräte an malayischen und papu- 
anischen Formen zugänglich wären, aber auch so hat sich 
die Serie der geographischen Formen von 200 auf 275 ver- 
mehrt. 

Stctt. cntomol. Zeit. 1908. 



242 

Aus der nachfolgenden bibliographischen Zusammen- 
fassung geht zur Genüge hervor, daß die Identifizierung 
der meisten Arten bis in die neueste Zeit eine willkürliche 
und vor allem unsichere blieb. 

^' Die Bewertung der generischen Stellung der Neptiden 
blieb dagegen eine selten gleichartige und das ,, Genus Ncptis'\ 
wie es Fabricius aufstellte, bis 1899 von allen An- und Ein- 
griffen der Systematiker verschont. 

Nur einige Arten, die sich vom allgemeinen Typ ent- 
fernen, wie Acca vcnilia L. und die Artengruppe der Phae- 
dymen waren seit Felder ein Spielball der Autoren und 
mußten es über sich ergehen lassen ohne jedwede Prüfung, 
aber mit desto größerer Kühnheit in irgend eine Gattung 
geschleudert zu werden. 

Indes läßt gerade diese Unbeständigkeit in der Be- 
handlung der aberranten Neptiden auf verborgene Schwierig- 
keiten schließen, an denen die Schiff lein der bisherigen 
Literaten scheiterten. Und in der Tat dürfte es in der ge- 
samten Nymphalidenwelt kaum ein Genus geben, bei dem 
eine geradezu monotone Regelmäßigkeit und Konstanz 
der Flügelzeichnung mit einer so weitgehenden Fluktuation 
der strukturellen Merkmale Hand in Hand geht. 

Felder war der erste, dem diese Eigentümlichkeit 
der Neptiden auffiel und er gab seiner Erkenntnis dadurch 
Ausdruck, daß er im ,, Neuen Lepidopteron" 1861 die alte 
Gattung ,,Neptis'' in 7 Sektionen zerlegte und für 2 weitere 
Arten ein neues Genus ,,Phaedyma'''' kreierte. 

1881 benannte Moore in den Lep. Ceylonica die 7. 
Feldersche Sektion als Genus ,,Rahinda'\ eine Gattung, 
die bald anerkannt, bald negiert wurde, der jedoch zweifels- 
ohne ein hoher systematischer Wert zusteht. 

Die übrigen Felderschen Sektionen belegte Moore 
dann in den Lepidoptera Indica mit Gattungsnamen und 
schuf 14 weitere neue ,, Genera". 

Stctt. cntomol. Zeit. 1908. 



243 

Es sind dies die folgenden, deren Namen ich mit dem 
wesentlichsten Inhalt der Mooreschen Diagnosen begleite: 

I. Paraneptis. 
Erster Subkostalast kurz, auf 1/5 vor dem Zellende, 
2. kurz am Ende der Zelle aufsteigend. ODC kurz, Prae- 
kostale auf der halben Länge nach außen gebogen. 
Type: hicilla. 

2. Kalkasia. 

Erster Subkostalast auf ungefähr V3, 2. auf '/« vor 
dem Zellende aufsteigend. 

Praekostale bifid, über der Vereinigung der SC auf- 
steigend. 

Type: alwina. 

3. Hamadryodes. 

SC und SC 2 vor dem Zellende aufsteigend, Zelle breit, 
SM stark gekrümmt. 

Präkostale mit einer verlängerten zweiteiligen Spitze. 
Type: lactaria. 

4. Acca. 

SC I steigt auf '/s vor dem Zellende auf, der 2. in einiger 
Entfernung jenseits derselben, beide kurz, ODC lang, Zelle 
breit. 

Präkostale zweiteilig auf halber Länge. 
Type: venilia. 

5. Phaedyma. 

SC I und 2 vor dem Zellende, beide DC kurz. 
Präkostale nah dem Ende nach innen gebogen. 
Type: amphion. 

6. Andrapana. 

SC I auf 1/4, SC 2 nahe dem Zellende. 
Präkostale kurz, nahe ihrem Ende nach innen gebogen. 
Type: columella. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



244 

7 Neptis. 

SC I und 2 sehr kurz, i. auf 1/5, der 2. kurz vor dem 
Zellende, der 3. etwa auf halber Länge jenseits der Zelle. 
ODC kurz. PC kurz, gerade, leicht gegabelt. 
Type : accris. 

8. Bimbisara. 

SC I auf i'3, SC 2 auf '/.j vor dem Zellende. DC sehr 
kurz. PC kurz, nahe dem Ende nach außen gebogen. 
Type: sankai-a {aniha). 

9. Pandassana. 

SC I auf V;}, SC 2 auf '/lu vor dem Zellende. PC scharf 
nach außen gebogen. 

Type: luli^inosa. 

10. Bisappa. 

SC auf V/s, SC 2 kurz vor dem Zehende. PC stark ge- 
krümmt. 

Type: neviphus. 

11. Marosia. 

SC I auf 7o> SC 2 auf '/s ^'oi" dem Zellende. 
Type: antara. 

12. Palanda. 

SC I auf '/s. SC 2 nahe dem Zellende. PC stark nach 
außen gebogen. 

Type: illigera. 

13. Stabrobates. 

SC I auf 1.3 vor dem Zellende, SC 2 auf '!<,, DC kurz. 
PC lang nach außen vor ihrer Mitte gebogen. 
Type: radha. 

14. Tagatsia. 

SC I auf %, SC 2 auf % jenseits dem Zellende. PC 
kurz, leicht nach außen. 
Type: dama. 

Slett. entomol. Zeit. 1008. 



245 

15 Rahinda. 

SC I auf i/ö, SC 2 auf Y^ jenseits der Zelle. PC kurz, 
leicht nach außen gebogen. 
Tj'pe : hordonia. 

i6. Lasippa. 

SC I und SC 2 vor dem Zellende. 
Type : heliodore, 

17. Bacalora. 

SC I auf Vs, SC 2 unmittelbar vor dem Zellende. PC 
abruptly nach außen gebogen. 
Type : pata. 

18. Atharia. 

SC I vor dem Zellende, 2 auf 14 jenseits der Zelle. 
PC abruptly. 

Type : consimilis. 

19. Andasenodes. 

SC I und 2 vor dem Zellende. PC kurz, gerade. 
Type: mimetica. 

20. Rasalia. 

SC I und 2 vor dem Zellende. 
Type: gyacüis. 

Schon ein flüchtiger Blick lehrt uns, daß sich die Genera 
im Zickzack aneinanderreihen. Sonst müßten 14, 15 und 18 
(2. Subkostalast entspringt jenseits dem Zellende) zu- 
sammenstehen und noch mehr 5 und 19 sowie 3 und 20. 
Auch wiederholen sich die Differenzialcharaktere (19 und 
20) oder sie beziehen sich auf Unterschiede, die an sich 
so subtil, daß sie der Variabilität bereits innerhalb der 
Art unterworfen sein müssen (11. Subkostalast auf Vg vor 
dem Zellende und bei 8 auf 1/9 vor dem Zellende) und ohne 
Zuhilfenahme genauester Instrumente überhaupt nicht zu 
ermitteln wären. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 16 



246 

Man wird es deshalb verstehen, wenn Bingham in 
Fauna India 1905 kurzerhand 5 Genera kassierte, die auf 
kontinentahndische ,, Typen" basiert waren, aber umso- 
mehr mag die Behauptung paradox khngen, daß trotz 
der Zersphtterung, die Moore verankißte, dennoch einige 
seiner Gattungen an Überfülhmg kranken, so z. B.: 
Bimbisara, in der Moore Spezies aus 3 Artengruppen depo- 
nierte oder Tagatsia, in welcher Rahinda friedlich neben 
echten Neptiden schlummern. 

Übrigens enthielten auch schon die Felderschen Sek- 
tionen unvereinbare Elemente, so z. Beispiel: 

Sektion I, wo wir Neptis aceris und iiiatuta neben 
unserer heutigen Phaedyma columelhi, Sektion II, Neptis 
vikasi neben Neptis prasUni finden. 

Ferner stellte Felder Neptis sankara in seine Gattung 
Phaedyma, obgleich sie richtiger in seiner Neptis- Sektion VI 
eingereiht sein müßte. 

Da somit weder die Feldersche noch die Mooresche 
Aufstellung einer kritischen Prüfung stand zu halten ver- 
mochten, versuchte ich eine völlige Neu- Gruppierung. 
Zu diesem Zweck fertigte ich 40 Geäderpräparate an und 
zwar von folgenden Arten : 

Neptis hylas L. rj$. 

nandina Moore (^$. 

lucilla Denis ^. 

philyra Men. V- 

pryeri Butl. $. 

jumhah Moore ^^. 

cartica Moore ^^. 

harita Moore ^^. 

magadha Felder <^^. 

satina Grose Smith (^. 

nausicaa de Niceville (^^. 

thetis Men. cJ. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



247 

N'cpHs miah Moore ^. 
ananta Moore ^. 
heliodora F. :^. 
nirvana Feld. ^. 
Rahinda hordonia Stoll (^'^. 
antara Moore ^. 
consimüis Boisd. ,^. 
Acca venilia L. (^$. 
Phacdyma ophiana Moore (J$. 
siimhana Frühst. <^^. 
haweana Frühst. cJ?. 
heliopolis Feld. <^^. 
arnphion L. 3"$. 
chlis Butl. ?. 
,, aspasia Leech ^, sämtlich aus Ost- 

asien und 
Neptis agatha. 

melicerta aus Afrika. 
Mit Hilfe dieser 30 Arten und Formen ließ sich er- 
mitteln, daß sich 2 Hauptgruppen ohne jede Schwierigkeit 
aussondern lassen, nämlich: 

A. Arten mit dem Ursprung der SC 2 diesseits 
{Rahinda) und 

B. Arten mit dem Ursprung der SC 2 weit jenseits 
der Zelle {Neptis). 

Zwischen beide schiebt sich als einzige Art Acca venilia 
L. ein, bei der SC 2 auf mäßige Entfernung jenseits der 
Zelle aufsteigt. 

Zu dieser Einteilung nahmen übrigens bereits Felder, 
Moore, Distant, Semper und neuerdings Bingham ihre 
Zuflucht. 

Sonderbarer Weise aber verwirft sie Aurivillius (Rhop. 
Aethiopica 1898) mit der Motivierung, daß dies Kennzeichen 
bei den afrikanischen Arten nicht konstant sei, daß ferner 

Stett. entomol. Zeit. 1908. . 16* 



248 

Arten, „welche aus anderen Gründen nahe ver\\'andt sein 
müssen, nicht immer in dieser Hinsicht übereinstimmen". 
Aiirivilhus zog es deshalb vor, die Arten nach ihren Zeich- 
nungsanlagen in 2 Gruppen zu verteilen. 

Dem Beispiel Aurivillius möchte ich aber bei aller 
Hochachtung vor seiner sonstigen Gründlichkeit und Um- 
sicht nicht folgen, denn bei weit über hundert indischen 
und einigen afrikanischen Rahinda, die ich untersuchte, 
konnte ich auch nicht die geringste Abweichung in der 
Stellung der SC 2 konstatieren. Auch dünkt es mich ver- 
läßlicher, bei Beurteilung von Artengruppen sich auf ein 
strukturelles Merkmal zu stützen, daß sich in zwei Erd- 
teilen mit seltener Konstanz wiederholt, als auf koloristische 
Motive. 

Ist es doch gerade die Zeichnungsanlage, die uns bei 
den asiatischen Arten verleitet, morphologisch weit getrennte 
Spezies als nahe verwandt anzusehen. [Rahinda ananta 
Moore und Neptis neriphus Feld., Rahinda tricolor Stdgr. 
und Neptis hella Stdgr., Neptis calliplocama Frühst.). 

Als ein weiteres Hilfsmittel eine brauchbare und ver- 
läßliche Einteilung zu erzielen, erwies sich die Art des Ver- 
laufs der Kostaladern, nach dem sich gleichfalls zwei Gruppen 
bilden lassen. 

A. Kostale beim (^ in den Vorderrand, jene des $ 
in den Distalrand auslaufend. {Neptis, Rahinda). 

B. Kostale in beiden Geschlechtern in den Kostalrand 
mündend. [Phaedyma). 

Die Phaedymen unterscheiden sich, soweit dies meine 
Klärungs versuche ergaben, nicht erheblich von den übrigen 
Neptiden und da Merkmale, die nur einem Geschlecht 
zukommen, keinerlei generischen Wert besitzen, muß die 
Feldersche ,, Phaedyma'' ihres Gattungsrangs beraubt werden 
und kann nur als x\rtengruppe bestehen. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



249 

Schließlicli sei noch bemerkt, daß der Verlauf der 
Präkostale einen guten Anhalt bietet eine größere Formen- 
serie mit Sicherheit unterzubringen. Auch da stoßen wir 
wieder auf 2 Hauptgruppen: 

A. Präkostale entweder einfach und steil nach oben 
gerichtet oder vertikal aber bifid. {Rahinda, Ncptis, 
Phacdyma). 

B. Präkostale distal nach außen gebogen, meist lang 
und spitz. {Bimhisava). 

Der Verlauf der Präkostale ist, obgleich von besonderer 
systematischer Wichtigkeit, doch insofern verfänglich als 
sich ihre Konfiguration ebenso wie auch die Art ihrer Ab- 
zweigung von der Kostalader beim Genus Pantoporia [Athy- 
ina) wiederfindet. 

Schreibt doch sogar Dr. Schatz 1892 noch, ,,daß die 
Form der Präkostale von durchgreifender Be- 
deutung wäre, weil sie bei Athynia im großen Bogen 
nach außen gerichtet, bei Ncptis jedoch meist gerade 
und nur an der Spitze etwas umgebogen sei." Auch glaubte 
Schatz, daß die Radialen der A^ß/)2!/s-Hinterflügel nahe 
beisammen stehen und sich der Subkostale mehr nähern 
als bei Athynia. 

Die zusammengedrängten Radialen besitzen jedoch 
nur die Phacdyma und die Formen der Ncptis vikasi-He'\\\e , 
bei den übrigen Arten, insbesondere aber den Bimhisava 
stehen die fraglichen Adern ebenso weit entfernt als bei 
den Athyma. Yow den Trennungscharakteren, die Schatz 
aufführt, erweist sich überhaupt nur ein einziger als stich- 
haltig, nämlich das Fehlen des Mediansporns der Neptis- 
\^orderflügel, den die Athymen stets besitzen. 

Man wird jedoch Schatz beipflichten, wenn er sagt, 
,,daß die Neptiden schon eine durch ihre äußere Erscheinung 
wohl charakterisierte Abteilung der Nymphaliden dar- 
stellen." 

Stett. entomol. Zeit. 1908, 



2,50 

Von iliren nächsten \'erwandten, den Limenitiden, 
lassen sich die Neptiden Imagos absondern: 

1. durch das Fehlen des Mediansporns der Vorder- 
flügel ; 

2. die dünnere, rundlichere sack- oder eiförmige Flügel- 
form. Die Hinterflügel weisen niemals irgendwelche 
Ausbuchtung oder jene spitze Form auf, welche 
die Athymiden charakterisiert. 

Eine noch wichtigere Differenzierung läßt sich bei 
den Raupen konstatieren, von denen jene der Neptiden 
sofort zu erkennen sind an ihren buckel- oder schabracken- 
artigen dorsalen Auswüchsen und ihrer gekrümmten Form, 
während sich die Limenitiden aus fast linearen, walzen- 
förmigen Raupen entwickeln. 

Viele Arten der Neptiden machen sich bemerklicli 
durch spezialisierte Reibeflächen der Hinterflügel-Oberseite, 
sexuelle Geschlechtsauszeichnungen, die der Limenitiden- 
gruppe völlig fehlen. Aber während bei den Aihymas aus- 
geprägter sexueller Dimorphismus vorherrscht, finden wir 
ihn bei den Neptiden nur ausnahmsweise (bei den Phae- 
<fy;;m- Spezies, Neptis vikasi und prasUni). 

Im allgemeinen verhalten sich die Neptiden auch 
klimatischen Einflüssen gegenüber resistent. Horodi- 
morphen-Formen begegnen wir nur bei einigen kontinen- 
talen und sehr wenigen insularen Arten, und auch bei diesen 
unterliegt nur die Färbung leichten Modifikationen. Niemals 
wechselt jedoch die Flügelform oder sonst wie die äußere 
Gestalt. 

Dagegen bieten die Neptiden lokalen Einwirkungen 
nur geringen Widerstand und neigen viel mehr noch als 
die Limenitiden zur Umbildung in geographische Rassen. 

Eine gewisse Monotonie der äußeren Erscheinung ist 
aber dennoch der Grundzug der Neptiden, keine einzige 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



251 

Art kann farbenprächtig genannt werden, wenngleich anf 
den Phihppinen 2 — 3 mäßig bunte Spezies vorkommen. 

Geographische \' e r b r e i t u n g. 

Neptiden finden sich in wärmeren Teilen der ganzen 
alten Welt und darüber hinaus in Australien. Den Hauptherd 
ihres Vorkommens bildet jedoch das gebirgige China, süd- 
wärts vom Yangtsekiang und Indien in weitester Aus- 
dehnung. Nordwärts gehen einige Arten bis zum Amur 
und Yesso, und über Sibirien und Südrußland sind zwei 
Arten auch nach Europa gelangt, die sich über Rumänien 
und die Kronländer der österreichischen Monarchie bis 
in die südhche Schweiz verfolgen lassen. Im austroma- 
layischen Gebiet treffen wir Neptiden auf der ganzen Insel- 
kette, von den Andamanen bis zu den Salomonen und dem 
tropischen Australien. 

Insgesamt kennen wir bis jetzt aus 

Afrika etwas über 30 Arten 

China etwa 20 

Vorderindien ,, 24 

Sikkim ,, 15 

Assam ,, 14 

Macromalayana ,, 16 

Micromalayana ,, 8 — 9 ,, 

Celebes ,, 5 

Philippinen , 15 

Molukken ,, 7 

Papua Region ,, 12 

Auffallend ist die große Armut von Celebes, von dessen 
5 Spezies Neptis neriphus Hew. und antara Moore als in- 
digen betrachtet werden können, 2 Arten [vikasi Horsf. 
und hylas L.) über die Java-Landbrücke dorthin gelangt 
sein dürften, während die dortige Phaedyma durch ihre 
engen Beziehungen zu philippinischen Rassen vermutlich 
über Mindanao eingewandert ist. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



252 

Nur wenige Spezies sind weit \-erbreitet, wenngleich 
die Raupen als polyphag gelten; einige Arten sind streng 
lokal, andere insular. 

Am auffallendsten ist der Reichtum der relativ kleinen 
Philippinen-Insel Palawan, die allein 13 Spezies beherbergt, 
von denen 3 [tricolor, bella und cnUiplocania) als indigen 
gelten müssen, während 

Borneo unter 13 Arten als indigen keine 

Sumatra ,, 15 

Java ,, 13 

Celebes ,, 5 ,, ,, ,, zwei 

Mindanao ,, 10 ,, „ ,, eine 

besitzen. 

Die Gewohnheiten der Neptiden bieten dem Beobachter 
wenig interessantes und die meisten von ihnen zählen zu 
den gewöhnlichsten Schmetterlingen der Tropen und Sub- 
tropen. 

Nur einige bewohnen den Wald, die meisten Arten 
treiben sich auf offenen sonnigen Plätzen herum und meiden 
keineswegs die Nähe der menschlichen Ansiedlungen. \^on 
allen Nymphaliden sind die Neptiden die ersten, welche 
morgens ausfliegen, und sie scheuen weder die taufeuchten 
Gräser noch trübes Wetter. Wenngleich sie die Sonne 
lieben, trifft man sie doch selbst bei starkem Regen an, 
was ich in Tonkin oft bemerkte, und Max Korb er- 
zählte mir dasselbe von den Arten des Amurgebiets. 

Die Angehörigen des Genus Rahinda leben ausschließlich 
in der Ebene, ebenso die meisten Phaedyma, die anscheinend 
den Seestrand bevorzugen, doch gehen einige coliimeUa- 
Rassen auch bis zirka 3000 Fuß hinauf. 

Von den chinesischen Arten, namentlich den statt- 
lichsten unter ihnen, ist bekannt, daß sie Höhen von 
5 — 10 000 Fuß bewohnen. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



253 

Neptis hylas L. und N. nialicndra Moore wurden im 
West-Himalaya noch auf 9000 Fuß Höhe beobachtet, während 
aus sicherer Quelle durch de Niceville bekannt wurde, 
daß nyctens in Native Sikkim selbst auf 12 000 Fuß sich 
noch heimisch fühlt. 

Die gew^öhnlichen Arten besaugen verschiedenartigste 
Blüten, besonders jene von Trifoliaceaen luid Rahinda 
hodonia hat Hagen (Iris 1896 p. 170) in Gesellschaft von 
Chersonesia rahria von den Doldenblüten einer Sambucusart 
in Sumatra weggefangen. 

J u g e n d s t a d i e n. 

Trotz der Häufigkeit vieler Arten wissen wir noch 
herzlich wenig über die ersten Zustände der Neptiden. 

Bekannt sind nur: Ei, Raupe und Puppe von den 
beiden europ. Spezies hvlas sappho Pall. und luciUa Denis. 
Raupe und Puppe von Neptis hylas niatuta Hb. und hylas 
hylas L., jumbah jiiinhah Moore, junibah iialauda Frühst., 
nandina kallaura Moore, viraja Moore, sowie von Rahinda 
hordonia Stoll. und consiiiülis Boisd. 

Abbildungen von Raupen und Puppen 
finden sich von 

Neptis hylas matuta Hb. bei Th. Horsfield, Cat. Lep. 

E. I. C. Mus. t. 7. f. 9. 1829; 
Neptis jumbah Moore bei Davidson und Aitken, J. 
B. N. H. Soc. 1890 t. 2. f. 3. und bei Moore, Lep- 
Ind. III t. 272 f. I. 1889; 
" Neptis jumbah nalanda Frühst, bei Moore ibid. f. la 
und Lep. of Ceylon I. t. 28, f. i, 2, 1881. 
Neptis hylas L. bei Moore, Lep. Ind. t. 276, f. i. 
Neptis viraja Moore ibid. IV. t. 296, f. i. 
Rahinda hordonia Stoll. bei Moore ibid. t. 300, f. i. 
Rahinda consimilis Boisd. bei L. de Nicev. J. As. Soc. 
Beng. 1888, t. II, f. 3— 3a. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



254 

G e n a ii e B e s c h r e i b ii n g e n v o n R a ii p c n u n d 

Puppen 
lieferten von 

Neptis nandina kallaiira Moore, L. de Niceville J. 

As. Soc. Beng. 1900 p. 228. 
Rahinda hordonia Stoll., Davidson & Aitken 1. c. 

1896 p. 250. 
Rahinda hordonia Bingham, Fauna India 1905 p. 345. 

Beschreibungen aller E n t w i c k 1 u n g s - 
Stadien 
brachte nur 

Fritz Ruehl, Palaearct. Großschmetterlinge 1895 p. 340 
und 341 von Nept. lucilla Denis und hylas sappho 
Fall. 

Die Eier sind nach Rühl fingerhutförmig und mit 
unregelmäßigen Sechsecken besetzt, deren Konturen dichte 
Borsten bilden. 

Jede Hexagonale erglänzt in einem Punkte, der auch 
für das unbewaffnete Auge wahrnehmbar ist. 

Die liicilla-JLier werden einzeln an die Unterseite des 
Spiraea-Blattes geheftet, jene von sappho auf die Blatt- 
spitzen. 

Von hylas papaja Moore beobachtete Hagen (Iris 1891 
p. 170) wie ein $ auf einer überall in den Gärten als Un- 
kraut wuchernden Trifoliacae, die blaßgrünen, gekörnten 
Eier, jedes einzeln auf die äußersten Blattspitzen legte 
und zwar nie mehr als 2 oder 3 auf eine Pflanze. Hagen 
vermutet, daß die Trifoliacaen wegen ihrer spärlichen Blätter 
auch nicht mehr Räupchen hätten nähren können. Die 
Raupen konnte Hagen nicht auffinden, weil die Eier nach 
3 Tagen wohl durch Raubinsekten weggefressen waren. 

Nach Rühl mißt die lucilla-RB.upe 41 — 43 mm, ihr 
schwarzbrauner Kopf führt gelbe Punkte. Grundfarbe 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



255 

des Raupenkörpers' bräunlichrot mit unbestimmt dunklerer 
Rückenlinie, die mehr oder weniger in der Grundfarbe 
verfließt. 

Das 2., 3., 5., und 11. Segment führen je 2 dicke braune, 
fein gelb punktierte, zapfenartige Erhöhungen, zu beiden 
Seiten zeigt sich an jedem Segment ein dunkler, hellge- 
randeter Schrägstrich, der sich von dem helleren, fein gelb 
punktierten Bauch deutlich abhebt. Die Raupen finden 
sich im April und Mai an Spiraea salicifolia. Die kurze, 
dicke Puppe, gestürzt hängend, ist hellbraun und führt 
2 Kopf spitzen. 

Die Farbe der Puppe, sowohl der europäischen als 
auch der indischen echten Neptis- Arten, ist zumeist gelblich, 
von jenen der Rahinda grünlich und den Arten aus der 
Binibisara-Gr\\Y>Y)e grau. 

Die Puppe von A^ nandina kallaura Moore zeigt Spuren 
eines violetten Anflugs und ist mit gold- oder silberglän- 
zenden Stellen verziert. Alle Puppen hängen mit dem 
Abdominalende an der Blattunterseite. 

Die Raupen der Phacdyina entzogen sich trotz der 
Häufigkeit der meisten Arten bisher allen Nachforschungen, 
obwohl anzunehmen ist, daß auch sie in der Wahl der Nah- 
rungspflanzen nicht empfindlich sein dürften, zählt doch 
de Niceville J. As. Beng. 1900 p. 229 nicht weniger als 
13 Arten Pflanzen aus den Familien der Malvaceen, Ster- 
culiaceen, Tiliaceen, Rhamneen, Legumimosen und Urticeen 
auf, an denen bereits Neptis iii}iibah-R3.upen gefunden 
wurden. 

Tabelle der Genera. 

Die Neptiden von Indo-Australien lassen sich wie 
folgt gruppieren : 
I SC 2 entspringt jenseits dem Zellende. 
Gattung: ..Rahinda Moore". 

A. SC 2 steigt auf großem Abstand jenseits der Zelle auf. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



256 

Artengriippe : Rahinda Moore. 
B. SC 2 steigt auf kürzerem Abstand jenseits der 
Zelle auf. 

Artengruppe: Acca Hübner. 
II. SC 2 entspringt vor dem Zellende. 
Gattung: ,,Neptis F." 

A. Kostale geht beim j in den Vorderrand, beim 
$ in den Distalrand. 

a) Präkostale der Hinterflügel entweder gerade, 
oder zweispitzig, oder nach innen eingebogen. 

Artengruppe: Ncptis F. 

b) Präkostale stets nach außen gebogen. . 

Artengruppe: Bimhisara Moore. 

B. Kostale geht bei beiden Geschlechtern in den Distal- 
rand. 

Artengruppe : Phacdynia Felder. 
An der Hand der vorstehenden Tabelle würde sich 
dann als Reihenfolge der Spezies ergeben : 
Rahinda ^loore. 

1. hordonia Stoll. Ganz Indien und Macromalayana, 

einige Inseln von Micromalayana, S. Philippinen, 
Hainan, mit 9 Rassen. 

2. cpira Felder. Philippinen mit 2 Rassen. 

3. Hieti Ohihx.'') W. China. 

4.. consimüis Boisd. Papua- Gebiet, Australien, mit 
6 Rassen. 

5. paraha Butl. Nord- und Hinter-Indien, Macro- 

malayana, mit 4 Rassen. 

6. dindinga Butl. Macromalayana, Tenasserim. 

7. cyrilla Feld. Philippinen mit 6 Rassen. 

8. ^dama Moore. Luzon. 

9. antara Moore. Celebes. 



*) Die mit * bezeichneten 13 Arten fehlen in der Kollektion Fruh- 
itorfer. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



257 

10. mysia Feld. Molukken mit 4 Rassen. 

11. aurelia Stdgr. Macromalayana, Assam. 

Acca Hübner. 

12. vcnilia L. Australien, Papua-Gebiet, Moluccen 

mit 16 Rassen. 

Neptis F. 

13. hvlas L. Ganz Asien, von Japan bis Macro- und 

Micromalayana, Celebes, in Europa westlich bis 
Ungarn und Böhmen, mit 29 Rassen. 

14. gracilis Kirsch. Papua-Gebiet. 

15. nandina Moore. Macro- und Micromalayana, nörd- 

lich über die Philippinen bis Formosa, in der 
indischen Region von den Andamanen bis 
Tibet, mit 27 Rassen. 

16. mahendra Moore. Nord-Indien, China, Formosa, 

mit 3 Rassen. 

17. yeyburyi Butler. Nord-Indien, Sumatra, Java, 

mit 3 Rassen. 

18. niagadha Feld. Nord-Indien, Macromalayana, mit 

7 Rassen. 

19. duryodana Moore. Macromalayana mit 6 Rassen. 

20. nata Moore. Tonkin, Macromalayana, mit 4 Rassen. 

21. jumhah Moore. Birma, Cont. Indien, Ceylon, An- 

damanen, mit 4 Rassen. 

22. zaida Doubl. Himalaya, Nord-Siam. 

23. arachne Leech. West-China. 

24. thishe Men. West-China, Amur, mit 2 Rassen. 

25. *beroe Leech. West-China. 

26. *thestias Leech. West-China. 

27. *antilope Leech. West-China, Hongkong. 

28. cydippe Leech. West-China. 

29. heliodora F. Nord- und Hinter-Indien, Macro- 

malayana, mit 5 Rassen. 

Stett. cutomol. Zeit. 1908. 



258 



30. lucilla Denis. Japan, Amur, Sibirien, Europa von 

Rußland bis Süd-Tirol, mit 5 Rassen. 

31. *excellens Butl. Japan. 

32. pryeri Butler. Japan, China, mit 2 Rassen. 

33. alwina Bremer. Japan, Korea, Mongolei, China, 

mit 2 Rassen. 

34. *dejeam Oberthr. West-China. 

35. philyra Menetr. Amur- Gebiet. 

36. speyeri Stdgr. Amur-Gebiet. 

37. hella Stdgr. Palawan. 

38. nitdis Hew. Philippinen mit 6 Rassen. 

39. vikasi Horsf. Nord- und Hinter -Indien, Macro- 

malayana, Celebes, mit 12 Rassen. 

40. cartica Moore. Nord-Indien, Tenasserim, Formosa, 

mit 4 Rassen. 

41. hrcbissoni ■'Boisd. Papua-Gebiet mit 3 Rassen. 

42. satina Grose Smith. Papua-Gebiet mit 2 Rassen. 

43. nausicaa de Niceville. Papua-Gebiet mit 4 Rassen. 

44. praslini Boisd. Papua-Gebiet, Australien, mit 

14 Rassen. 

Phaedyma Felder. 

45. ehlis Butler. Molukken, Bismarckarchipel, mit 

2 Rassen. 

46. "^mimetica Grose Smith. Timor. 

47. columella Gramer. China, Vorder- und Hinter- 

Indien, Macromalayana, einige Inseln von Micro- 
malayana, Philippinen, mit 18 Rassen. 

48. daria Feld. Celebes mit 2 Rassen. 

49. aspasia Leech. China. 

50. amphion L. S. Molukken mit 2 Rassen. 

51. ampliata Butl. Bismarckarchipel. 

52. *eleuthera Grose Smith. Neu-Guinea. 

53. fissizonata Butl. Bismarckarchipel, Salomonen, mit 

3 Rassen. 

Stott. entomol. Zeit. 1908. 



259 

54- heliopolis Feld. Nord-Molukken. 

55. sherpherdi Moore, Australien, Papua- Gebiet, Mo- 

lukken, mit 8 Rassen. 

Bimbisara Moore. 

56. sankara Kollar. Himalaya, Yunnan(?), West- 

China, Andamanen, Sumatra, mit 5 Rassen. 

57. *narayana Moore. Himalaya mit 2 Rassen. 

58. *manäsa Moore. Himalaya mit 2 Rassen. 

59. radha Moore. Sikkim, iVssam, Birma, West-China, 

mit 2 Rassen. 

60. *antigone Leech. West-China. 

61. hesione Leech. West-China. 

62. armandia Obthr. West-China. 

63. ananta Moore. West-Himalaya bis Bhutan, Birma, 

Perak, West-China, mit 2 Rassen. 

64. anjana Moore. Birma, Macromalayana, mit 6 Rassen. 

65. miah Moore. China, Vorder- und Hinter-Indien, 

Macromalayana, mit 7 Rassen. 

66. viraja Moore. Vorder-Indien, Tenasserim. 

67. pata Moore. Philippinen mit 3 Rassen. 

68. *eschholzi Semper. Philippinen. 

69. üligera Eschholz. Philippinen mit 6 Rassen. 

70. calliplocama Frühst. Palawan. 

71. nirvana Feld. Sangir, Celebes, Sula, mit 6 Rassen. 

72. fuliginosa Moore. Birma, Macromalayana, mit 

5 Rassen. 

73. ebusa Felder. Philippinen mit 3 Rassen. 

Genus Rahinda. 
Rahinda Moore, Lep. Ceylon 1881 p. 56, Lep. Ind. 

IV. 1899 p. 29, Bingham, Fauna India 1905 p. 343. 
Pantoporia Hübner, Verz. 1816 p. 44, partim. 
Neptis, Sect. 7, Felder, Neues Lepidopt. 1861 p. 31. 
Neptis, zweite Gruppe, Semper, Schmett., Philipp. 1888 

p. 144. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



2G0 

Neptis Distant, Gruppe A., Rhop. Malay. 1883 p. 150. 
Neptis, First Group, Marsh, und de Nicev., Lep. Ind. 

I. 1886 p. ^'j. 
Neptis partim, Staudinger-Schatz 1892 p. 152 (auch 

die Palpen verschieden). 
Neptis Aurivilhus, Rhop. Aeth. 1898 p. 164. 
Tagatsia Moore, Lep. Ind. 1899, IV. p. 28, partim; 

Atharia ibid. p. 44. 

Der zweite Subkostalast entspringt hinter dem Zell- 
ende, ein Merkmal, das sich auch bei einigen afrikanischen 
Arten wiederfindet, ebenso bei mehreren Spezies der Molukki- 
schen Region, die Moore anderen ,, Gattungen" angereiht hat. 

Rahinda hordonia St oll. 
Pap. Nymph. Phal. hordonia Stoll. 1791 p. 149 und 
183, Küst van Guine by Della Mina (loc. err.). 
Nymph. hordonia Godt. Enc. Meth. 1819 p. 429 (sa 

veritable patrie est Bengale). 
Limenitis hordonia Doubl., List, Lep. Brit. Mus., p. 93. 
Neptis hordonia Westwood, in Doubl., Hew. Gen. 
Diurn., Lep. p. 271, 1851. 
Moore, C. Lep. Mus. E. I. C. 1857 P- 164, partim, 

India. Pr. Z. S. 1858 p. 44. 
Distant, Rhop. India Malay. 1883 p. 150, t. 17, 

f. 13, cJ, partim. 
Butler, Trans. L. Soc. 1877 P- 542- 
Neptis hordonia de Niceville, Butt. Ind. 1886 p. ']%. 
Gazetteer Sikkim 1894 p. 136. J. B. N. H. S. 
1897 p. 370, Mussoorie; J. As. Soc. Beng. 1900 
p. 227 (Raupe auf Legumimosen, Acacia spez. 
Canara-District). 
Staudinger, Exot. Schmetterl. 1888 p. 145, partim, 
Indien. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



261 

Davidson, Bell und Aitken, J. B. N. H. Soc. 1896 

p. 250, t. 2, f. I — ib, larva und pupa. 
Poujade, Nouvelles Arch. Mus. Paris, p. 257, 1895 ? 

Slam. 
Neptis hordonia Druce, P. Z. S. 1874 p. 105, Chen- 

taboon. 
Rahinda hordonia Swinhoe, Tr. Ent. Soc. 1893 p. 279, 

Assam. 
Moore, Lep. Ind. IV. p. 30, t. 300, f. i- — ic, 1899. 
Bingham, Fauna India 1905 p. 344. 

a) hordonia hordonia Stoll. 
Hordonia zählt zu den gewöhnlichsten indischen Spezies, 
die von Mussoorie bis Tonkin, von Tenasserim bis zur ma- 
layischen Halbinsel, Slam und Assam verbreitet ist und 
auch auf dem Mergui- Archipel beobachtet wurde. 

Von der Raupe sind zwei Formen bekannt, eine mit 
kurzen und eine mit langen Dornen, aus ersterer entstehen 
Imagos mit dunkeln, aus den langdornigen Raupen solche 
mit hellen Duftflecken. Interessant ist ferner, daß die 
Raupen gerade die durch ihre Angriffe halbtrocken ge- 
wordenen ausgebleichten Blätter den frischen als Nahrung 
vorziehen. 

Die Falter finden sich nur in den Niederungen und 
gehen kaum über 2000 Fuß Höhe hinauf, auch trifft man 
sie nie im Walde, sondern stets im Gesträuch und in der 
Nähe der Kulturoasen, wo sie unstäten Fluges sich relativ 
langsam fortbewegen und sich häufig mit ausgebreiteten 
Flügeln ausruhen. 

Zwei Zeitformen sind zu unterscheiden: 

a) forma hordonia Stoll., die wet season form mit 
sehr breiten schwarzen Binden, die ich in Tonkin 
bis Ende August beobachtete. 

Stett. entomol. Zeit. 190S. J7 



ß) forma plagiosa Moore. 
Neptis plagiosa Moore, P. Z. S. 1878 p. 830; de Nice- 
ville, Butt. Ind. p. 7g, 1886; Elwes und de Niceville, 
Journ. As. Soc. Beng. 1886 p. 425, Tavoy. 
Rahinda plagiosa Swinh., Tr. Ent. Soc. 1893 p. 279, 
Assam; Moore, Lep. Ind. p. 31, t. 300, f. id — f. 
Bei plagiosa verschwindet die schwarze ]\Iedianbinde 
der Hinterflügel-Unterseitc und deren Distalpartie nimmt 
eine violette Färbung an, auf der Oberseite reduziert sich 
die Schwarzbänderung resp. wird von luxurianten Gelb- 
binden verdrängt. 

Südindische Exemplare differieren bereits von solchen 
aus Nordindien und kommen simda ]\Ioore von Ceylon nahe. 
Patria : (^lanz Nordindien bis Tenasserim und Malabar 
(Coli. Frühst.). Karen Hills, Mai 1900, Slam bis 1000 Fuß. 
Jan. -Febr. 1901. S. Annam, Febr. 1900, Tonkin, Aug.- 
Septbr. H. Fruhstorfer leg. Mergui (Moore). 

b) hordonia sinuata Moore. 

Neptis sinuata Moore, P. Z. S. 1879 p. 136; de Niceville, 

Butt. Ind. 1886 p. 70; J. A. S. Beng. 1899 p. 190. 

Rahinda sinuata Moore, Lep. Ceyl. 1881 p. 56, t. 28, 

f. 3, 3a. Lep. Ind. 1899 P- 33- t. 301, f. i— la, c^$. 

Rahinda hordonia race sinuata Bingham, Fauna India, 

p. 346, f. 63. 
In den Niederungen Ceylons, wo sie auf bewaldeten 
Hügeln bis 300 Fuß hinaufgeht, das ganze Jahr über fliegt, 
aber März- April am häufigsten anzutreffen ist. 
Patria: Ceylon, Mai 1889, H. Fruhstorfer leg. 

c) hordonia cnacalis Hewitson. 

Neptis cnacalis Hew., A. M. N. Hist. 1874 p. 357; 

de Niceville, Butt. Ind. 1886 p. 78. 
Rahinda cnacalis Moore, Lep. Ind. IV. 1899 p. a, 

t. 301, f. 2 — 2e, t^^; Bingham, Fauna India 1905 

p. 346, t. 9, f. 72. 

SteU. eutomol. Zeit. 1908. 



263 

Diese reizende Inselrasse, die von allen Autoren als 
Spezies behandelt wurde, trägt weiße anstatt gelbe Median- 
und graue statt gelbliche Submarginalbinden der Hinter- 
flügel. Die Unterseite verrät aber durch ihre Rotsprenkelung 
ohne weiteres die Zugehörigkeit zu hordonia. 

Patria: Andamanen, 2 <^(^ Coli. Frühst., Nicobaren 
(Bingham) . 

d) hordonia rihodana JNIoore. 

N. rih. Moore. P. Z. S. 1878 p. 698. 
N. hord. Höh., Tr. Am. E. Soc. 1878 p. 118. 
Rahinda rihodana Moore, Lep. Ind. 1899 p. 39. 
Rahinda hordonia Crowley, P. Z. S. 1900 p. 507. 
Patria: Hainan (fehlt mir). 

e) hordonia doronia Staudinger. 
N. dor. Stdgr., Iris 1889 p. 59. 
Rahinda dor. Moore, 1. c. 

Distinkte Lokalrasse mit verschmälerten Flügeln und 
unterseits schärfer abgesetzten und stark verengten Median- 
binden. 

Patria: Palawan, 5 c^c^ i ? Doherty, Jan. 1898 leg. 

f) hordonia alceste nov. subspec. 

Neptis hordonia Doherty, J. As. Soc. Beng. 1891 p. 175, 
Sumba, Sumbawa; Elwes und de Niceville, ibid. 
1898, Lombok, Sumba, Sumbawa. 
Rahinda hordonia Frühst., B. E. Z. 1897 p. 5. (Vom 

Strande bis hinauf zu 2000 Fuß Höhe). 
Eine der eigentümlichsten Lokalformen aus der hor- 
donia-Reihe hat die trockene Insel Lombok hervorgebracht, 
nämlich die weitaus dunkelste von allen bisher be- 
kannten Rassen. 

Die schwarzen Binden der Vorderflügeloberseite sind 
sehr breit, aber zugleich scharf ausgebuchtet, wodurch 
die gelben Binden und Flecken zerteilt erscheinen. Der 

Stett. eiitomol. Zeit. 1908. 17* 



264 

Apikalfleck der \'orderflügel ist fast so groß wie bei den 
Exemplaren der Trockenzeit von Continental-Indien. 

Die Unterseite ist eigentümlich und sehr ausgedehnt 
dunkel rotbraun angeflogen, so daß die gelbliche Grund- 
färbung stark reduziert erscheint. Die schwarzen Sub- 
marginalbinden sehr breit und die Medianbinde der Hinter- 
flügel nach außen tief schwarz anstatt rotbraun begrenzt. 

Patria: Lombok, Sapit 2000 Fuß, April- Juni 1896, 
H. Frühst, leg. Sumbawa i q. 

g) hordonia pardus nov. subspec. 

Nept. hord. Moore, C. Lep. E. I. C. 1857 p. 164, partim. 

Distant, Rhop. Malay. 1883 p. 150, partim, Java. 

de Niceville, Butt. Ind. 1886 p. 78, partim, Java. 

Staudinger, Exot. Schmetterl. 1888 p. 145, partim, 

Java. 
Pagenstecher, Jahrb. N. Ver. Nat. 1890 p. 3, 

Ostjava. 
Fruhstorfer, B. E. Z. 1896 p. 301. 
Elwes und de Niceville, J. A. S. Beng. 1898 p. 686, 

Baly. 
vSnellen, T. v. E. Bd. 45, p. 79, Kangean. 

Eine Serie von mir auf Java gefangener hordonia 
differiert konstant von solchen aus Continental-Indien 
durch die breiter angelegten Gelbzeichnungen aller Flügel, 
ebenso bleibt der Distalsaum aller Flügel, insbesondere 
jener der Vorderflügel, stets breiter schwarz, und verändert 
seine Farbe auch in der Trockenform nicht, während er 
bei der continentalen dry season form plagiosa einen röt- 
lichen statt schwarzen Farbenton annimmt. 

Patria: Ost- und Westjava bis 2000 Fuß Höhe, H. 
Fruhstorfer leg.; Bawean, Juli-Sept. 3 (J 4 $$; Kangean 
(Snellen) Baly (de Nicev.). 

Stett. cntomol. Zeit. 1908. 



2H5 



h) hoi'doniü scntJics nov. subspec. 
Neptis hordonia Dist., Rhop. Malay. 1883 p. 150, Su- 
matra. 
Martin und de Nicev., Butt. Sum. 1895 p. 407, 

Sumatra. ^ 

Teysman, Pet. Nouv. Ent. 1874 p. 404, Banka. 
Hagen, B. E. Z. 1892 p. 147, Banka; Iris 1896 

p. 170, Sumatra. 
Druce, Pr. Z. S. 1874 p. 343, Borneo. 
Rahinda hordonia Shelford, R. As. Soc. 1905 p. 96, 

Borneo. 
Exemplare aus Sumatra, namentlich jene aus dem 
Westen der Insel, erscheinen in ausgeprägtem Regenzeit- 
Colorit und tragen sehr viel breitere, schwarze Binden 
als hordonia vom Festlande und von Java. Die Submarginal- 
binde der Hinterflügel wird schmäler als bei festländischen 
hordonia. Die ?? sind auch größer als Java-$$ und die 
Submarginalbinde der Vorderflügel erscheint schwarz an- 
statt rotbraun. 

Patria: Sumatra 2 J? Coli. Frühst., Borneo (Shelford). 

i) hordonia aigilipa nov. subspec. 
Hordonia ist auf Nias selten; Kheil und Moore er- 
wähnen sie nicht von dort. Mir liegen 2 ^? vor, die einer 
Übergangsform von der Trocken- zur Regenzeit anzugehören 
scheinen. 

Das $ ist sehr groß und übertrifft mit 26 mm Vorder- 
flügellänge mein größtes ? aus Assam, das nur 24 mm mißt. 
^. Der schwarze Subapikalfleck, welcher die Vorder- 
flügel-Zelle in einem davon abgerückten Halbbogen umgibt, 
obsolet, ebenso der schwarze Strich, der sich von der Sub- 
marginalbinde nach innen längs der VR hinzieht. x\uf- 
fallend breit erscheint dagegen der Außensaum, sowie 
die schwarze Medianbinde der Hinterflügel, wodurch die 
gelbe Submarginalbinde sehr eingeengt wird, 

Stett. entomol. Zeit. 1908, 



266 

Das $ hat einen noch breiteren, schwarzen Distal- 
saum der Hinterflügel als die ($(^, der eine Ausdehnung 
von 6 mm einnimmt, während er bei meinem dunkelsten 
Assamstück kaum 4 mm an Breite erreicht. 

Unterseite: Die Submarginalbinde, namentlich der 
Vorderflügel, ausgedehnt schwarz, die Grundfarbe rötlich 
braun, etwas heller als bei alceste von Lombok, aber viel 
dunkler als bei Java-Exemplaren. 

Patria: Insula Nias 2 3"? Coli. Frühst. 

Rahinda epira Felder. 
Neptis epira Feld., Wiener Ent. Mon. 1863 p. 113, 
Reise Nov. 1867 t. 56, f. 9 — 10, $. 
Semper, Schmetterl. Phil. 1889 p. 151. 
Rahinda epira Moore, Lep. Ind. IV. p. 39. 

a) epira epira Felder. 

Patria: Luzon, sehr selten, Semper empfing nur i ^. 

b) epira heliobole Semper. 

N. hei. Semp., Verh. N. Unterh. Hambg. 1878 p. iio; 

Schmetterl. Phil. 1. c. 
Rahinda heliobole Moore, 1. c. 

Patria: Mindanao i (^ Coli. Frühst.; O. Mindanao 
2 c^cJ Coli. Semper. 

Rahinda bieti Oberthür. 
Etudes Ent. XIX. p. 16, t. 8, f. 69, 1894. 
Rahinda bieti Moore, Lep. Ind. p. 39. 
Eine ,. delikate" Art mit verschwommenen Binden 
der Unterseite. 

Patriä: Szetchuan, Ta-Tsien-Lou. 

Rahinda consimilis Boisd. 
Limenitis consimilis Boisd., Voy. d'Astr. 1832 p. 133, 
Nouvelle-Irlande. 

Stett. eutomol. Zeit. 1908. 



267 

Neptis consimilis Hagen, Jahrb. Nass. Ver. Nat. 1897 
p. 8g, Herbertshöhe. 
Ribbe, Iris 1898 p. 121, Neu-Pommern. 
Pagenstecher, Zoolog. 1899 p. 84, Neu-Hannover. 

a) coiisiuiilis co>ishnilis Boisd. 

Ribbe schreibt \. c. ,, Durchgängig sind Exemplare 
von Kinigunang größer als die typischen consimilis, auch 
sind die Submarginallinien nicht zackig sondern glatt". 

Ribbe faßte als typisch wahrscheinlich consimilis aus 
Neu-Guinea oder Australien auf, aber de facto hatte gerade 
er Exemplare vor sich, die dem nomenklatorischen Typus 
Boisduvals am^ Ucächsten stehen mußten, wenn sie nicht 
überhaupt völlig damit identisch sind. 

Patria: Neu-Mecklenburg (Boisduval), Neu-Pommern 
(Ribbe, Hagen), Neu-Hannover (Pagenstecher). 

b) consimilis stcnopa nov. subspec. 

Nept. consimilis Oberthür, Ann. !\Ius. Gen. 1878 p. 12, 
Dorei. 
Snellen, T. v. E. 1889 p. 388, t. 9, f. 2, H. N.- 
Guinea. 
Grose Smith, Nov. Zool. 1894 p. 352, Humb.-Bai. 
Hagen, Jahrb. Nass. Ver. Nat. 1897 p. 89, D. 
N. -Guinea. 
Atharia consimilis Moore, Lep. Ind. IV. p. 44, partim. 

Bei meinen 5 Exemplaren aus allen Teilen Neu- Guineas 
erscheinen die gelben Binden im Vergleich mit Exemplaren 
von Waigiu und insbesonders solchen von Key wesentlich 
schmäler und erscheinen deshalb, ebenso wie der gelbe 
Subapikalfleck der Vorderflügel, vertikaler gerichtet. 

Nach Grose Smith kommen auch Exemplare vor mit 
zusammengeflossener Gelbzeichnung der Vorderflügel, diese 
dürften eventl. einer dry season Form angehören. 

Stett. entomol. Zeit. 1908, 



268 / 

Patria: Deutsch Neii-Giiinea i J (Type) Dorcy, Holl. 
Neu-Gninea, 2 cJ? Coli. Frühst. 

c) consimilis continua Stdgr. 

Nept. cons. var. continua Stdgr., Exot. Schmett. 1888 
p. 146, Jobi. 

Nept. cons. ICirsch, Mitt. Mus. Dresden, 1876 p. 125, 
Kordo, Ansus (Jobi). 

Atharia continua Moore, 1. c. Jobi. 

Staudingers Beschreibung bezieht sich zwar nur auf 
Exemplare mit vereinigten gelben Feldern der Vorder- 
flügel, doch zweifle ich nicht, daß Johi consimilis einer be- 
sonderen Inselrasse angehören, die als continua Stdgr. 
bezeichnet bleiben kann. 

Patria: Jobi (Stdgr), Korrido auf Mysore (Kirsch). 

d) consimilis eurygrapha nov. subspec. 

Neptis cons. Oberthür, Ann. Gen. Mus. 1880 p. 503 
( Vaigheu) . 

Neptis cons. Staudinger, 1. c. t. 50 $, partim, Waigiu. 

Meine 5 Exemplare von Waigiu bilden einen Über- 
gang von stcnopa zu afjinis. Sie sind breitbindiger als erstere, 
schmäler gelb bezogen als afjinis von Key. Die Submarginal- 
binden der Hinterflügel sind zierlicher und feiner gewellt 
als jene von stenopa und von dunklerem Colorit als jene 
von affinis der Key-Inseln. 

Patria: Waigiu, 5 ^<^, Waterstradt leg. Coli. Frühst. 

e) consimilis affinis Felder. 

Neptis affinis Felder, Reise Nov. 1867 p. 426. 

Ribbe, Corrblatt Iris 1886 p. 84; Aru, selten. 

de Niceville, Journ. As. Soc. Beng. 1898 p. 260, 

t. I, f. 3, 3a, larva, Key. 

Atharia affinis Moore, Lep. Ind. p. 44, Aru. 

Exemplare der Key-Inseln weisen die breitesten und 

zugleich hellsten Medianbinden aller co»s?';;////s-Formen auf 

• Stett. cntomol. Zeit. 1908. 



269 

und dürften dieselben den echten ajfinis von Arn ziemlich 
nahe kommen. 

Sämtliche Ante- und Submarginalbinden der Hinter- 
flügel-Unterseite sind des weiteren rötlich braun statt 
schwarz. 

Kühn entdeckte die graugrüne Raupe, die auf einer 
Papilionaceae lebt, de Niceville gibt 1. c. außerdem eine 
detaillierte Beschreibung der Eier von ajfinis. 
Patria: Arn (Felder), Key cJ? Coll.^ Frühst. 

f) consimilis pedia nov, subspec. 
Nept. cons. Boisd., 1. c. partim, Nouvelle-Hollande. 
Semper, Journ. Mus. Geod. 1878 p. 15, Cape York. 
Miskin, Ann. Queensland Mus. I. p. 43. 
Waterhouse, Cat. Rhop. Austr. 1903 p. 13, Cape 
York. 
Atharia consimilis Moore, Lep. Ind. IV. p. 44, partim. 
Patria: Nord- Australien.*) 

Rahinda paraka Butler. 
Neptis paraka Butler, Tr. L. Soc. 1877 p. 542, t. 68, 
f. 2; Hagen, Iris 1896 p. 170. 
de Niceville, Butt. India 1886 p. 80; Butt. India 

1886 p. 80; Butt. Sum. 1895 p. 407. 
Shelford, J. Str. Br. R. As. Soc. 1905 p. 97. 
Rahinda paraka Moore, Lep. Ind. IV. p. 36, t. 302, 
f. 2— 2d, ^9. 
Bingham, Fauna India 1905 p. 346. 
Neptis peraka Distant, Rhop. Mal. 1883 p. 150, t. \y, 
f. 2, ?. 
Staudinger, Exot. Schmett. 1880 p. 145; Iris 1889 

p. 60, Palawan. 
Hagen, B. E. Z. 1892 p. 147, Banka. 



*) Siehe Nachtrag. 
Stctt. entomol. Zeit. 1908. 



270 

Semper, Schmett. Phil. 1892 p. 348, Palawan. 
Fruhstorfer, B. E. Z. 1896 p. 302, Java. 
Pagenstecher, Abh. Senckenbg. 1897 p. 398, Borneo. 
a) paraka paraka Butler. 

Paraka bleibt ungeachtet ihrer weiten Verbreitung 
auffallend konstant, so daß es kaum möglich ist, die zier- 
liche Art in Lokalrassen zu zerlegen. Interessant ist nur, 
daß sie klimatischen Einflüssen gegenüber sehr empfindlich 
ist, und selbst in Sumatra und Borneo in horodimorphen 
Formen auftritt. 

Java-Exemplare lassen sich von paraka des übrigen 
macromalayischen Gebiets absondern durch zartere Ante- 
marginallinien der Flügeloberseite aller Zeitformen und 
durch breitere Gelbbinden jener J und $, die der Trocken- 
zeit angehören. 

Die Fundorte Assam und Birma \o\\ Moore und Bing- 
ham beziehen sich wohl nicht auf paraka typ., sondern auf 
deren ncirdlicherc Form assaiiiica. 

Patria: Tenasserim, IMacromalayana, Palawan. Nord- 
und Süd-Borneo 4 0?, Sumatra 3 (^ 2 $, Java 3^4? Coli. 
Frühst. 

a) forma sandaka Butler. 

Rah. sandaka Butl., P. Z. S. 1892 p. 120; Moore, 
Lep. Ind. IV. p. 39; Shelford, 1. c. p. 97. 

Sandaka dürfte nur eine zufällige, individuelle Aber- 
ration sein von paraka, eine Ansicht, die auch Shelford 
teilt. 

b) paraka assamica Moore. 

Rahinda assamica Moore, Tr. Ent. Soc. 1881 p. 311, S- 

Lep. Ind. IV. p. 37, t. 303, f. i, la, ,^. 
Rahinda assamica Bingham, Fauna India p. 347. 
Neptis assamica de Niceville, Butt. Ind. 1886 p. 80. 
Als assamica müssen meines Erachtens alle paraka- 
Formen aufgefaßt werden, die nördlich von Tenasserim 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



271 

vorkommen, die Unterschiede sind ohnedies so unwesent- 
h'ch, daß sie sich in den Grenzgebieten wahrscheinUch völHg 
verwischen. 

Wie pavaka ist anch assamica khmatischen Einfhissen 
unterworfen, so daß zwei recht markante Saisonformen 
existieren : 

a) jene der dry season form, bei der die schwarzen 
Medianbinden der Vorderflügel fast ebenso redu- 
ziert erscheinen als bei dahana Kheil und con- 
fluens Hagen und die ockergelbe Färbung dominiert. 
Von mir in Siam beobachtet. 

ß) jene der wet season form, die von paraka in der 
Hauptsache nur durch etwas ausgedehntere Gelb- 
binden und eine prominentere Antemarginallinie 
auf allen Flügeln differenziert ist. 
Patria: Assam und Siam (Moore), Birma, Tenasserim 
(Moore und Bingham), Siam, Hinlap Jan. 1901 zirka 1000 
Fuß; Tonkin, Chiem-Hoa, Aug.-Septbr. 1900 (H. Fruh- 
storfer leg.). 

c) paraka dahana Kheil. 

Neptis dahana Kheil, Rhop. Nias 1884 p. 24, t. 5, f. 27. 
Staudinger, Exot. Schmett. 1880 p. 145. 
Moore, Lep. Ind. p. 36. 
Staudinger und Moore ziehen diese Inselrasse mit 
Unrecht als Synonym zu paraka. 

Patria: Nias 4 ^^^ 2 $? Coh. Frühst. 

d) paraka confluens Hagen. 

Nept. dahana var. confluens Hagen, Ent. Nachr. 1898 

p. 15; Abh. Senckbg. 1902 p. 335. t. i, f. 10, S- 
Eine Inselform mit reduziertem Schwarz der Vorder- 
flügel und monotoner bleicher Unterseite. 
Patria: Mentawej -Inseln. 

Stctt. entomol. Zeit. 1908. 



272 

Rahinda dindinga Butler. 
Neptis dind. Trans. L. Soc. 1877 p. 542, t. 68, f. 6. 
Distant, Rhop. Malay. 1883 p. 151, t. 17, f. 5, $. 
de Niceville, Butt. Ind. 1886 p. 80. 
Staudinger, Exot. Schmett. 1888 p. 145, Moulmein. 
Elvves, Pr. Z. Soc. 1891 p. 274, Karen-Hills und Shan 

States. 
Hagen, B. E. Z. 1892 p. 147, Banka. 
Shelford, R. As. Soc. 1905 p. 97. 
Rahinda dindinga Moore, Lep. Ind. 1899 P- 203, f. 

2— 2e, ^^. 
R. paraka var. dindinga Bingham, Fauna India p. 347. 
Wenn nicht dindinga in Tenasserim in zwei ausge- 
prägten horodimorphen Formen aufträte, würde ich Bing- 
hams Beispiel folgen und dindinga als prononzierte Regen- 
form von paraka behandeln ; aber außer den unten genannten 
Differenzialcharakteren spricht auch die weite Verbreitung 
dafür,*) daß dindinga Artrechte zukommen. 
Dindinga differiert von paraka durch : 

1. bedeutendere Größe, 

2. graue statt gelbe Antemarginallinien, 

3. ausgedehntere schwarze Bänder der Flügel-Unter- 
seite, deren Mitte graue statt gelblich beschuppte 
Felder umschließt. 

Patria: Ober-Birma, Tenasserim, Malay. Halbinsel 
(Moore), Banka (Hagen), S.-Borneo und Pontianak 2 9? 
(Coli. Fruhstorf er) . 

Rahinda aurelia, Staudgr. 
Nept. aurelia Staudinger, Exot. Schmett. 1886 p. 145, 

Malakka, 
de Niceville, J. Bomb. N. H. Soc. 1895 p. 24 t. S. f. 15. ?• 

Tennasserim. 
vShelford, J. R. As. Soc. 1905 p. 97. Borneo. 



*) Siehe Nachtrag. 
St€tt. entomol. Zeit. 1908. 



273 

Rahinda aur. Moore, Lep. Ind. IV b. 34 t, 302 f. i — ic. 
Bingham, Fauna India 1905 p. 347. 

Eine eben so seltene wie weit verbreitete Art, die über- 
all nur einzeln auftritt. Am häufigsten scheint sie noch 
am Kina-Balu zu sein, von wo mir Waterstradt eine Anzahl 
sandte. 

Staudingers Type stammt von Malakka, ein $ von der 
Malay. Halbinsel befindet sich im Tring Museum ; de Nice- 
ville besaß 3 $$ aus Tenasserim und i,^ fand Kapt. Watson 
auf den Karen Hills im Dezember. 

Bingham nennt Assam als Fangplatz, i 9 sammelte 
Wallace in Sumatra, i ebensolches aus den Padang'schen 
Bovenlanden befindet sich in meiner Sammlung, das ist 
alles, was wir über aurelia aus der Literatur wissen. 

Die Unterseite der Vorderflügel erinnert an paraka, 
jene der Hinterflügel mit zartem violetten Hauch in der 
Postdiscalregion mehr an hordonia. 

Patria: Assam, Tenasserim, Macromalayana mit Aus- 
schluß von Java. 

Rahinda tricolor Staudgr. 

Nept. tric. Staudgr., Iris 1889 p. 60; Semper, Schmett. 
Phil. 1892 p. 347. 

Rahinda tricolor Moore, Lep. Ind. p. 39. 

Tricolor erinnert oberseits viel mehr an die Arten der 
cyrilla-Gruppe und verrät aber durch die feine Rotspren- 
kelung der Unterseite deutlich ihre Zugehörigkeit zur Ra- 
hinda- Serie, insbesondere die Verwandtschaft mit hordonia. 

Patria: Palawan, 2 c^$ Jan. 1898 W. Doherty leg. 
(CoH. Frühst.). 

Rahinda cyrilla Felder. 
Wiener Ent. Mon. VII p. 114, 1863; Semper 1. c. p. 

152 und p. 348. 
Tagatsia cyr. Moore, Lep. Ind. p. 28 — 29. 
Neptis fervescens Butl., Tr. Ent. Soc. 1874 p. 427. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



274 

Cyrilla steht dania, wie Semper bereits konstatierte, 
recht nahe, differiert aber nicht nur durch die gelben anstatt 
weißen Binden von dama, sondern viel mehr durch die viel 
distaler gestellten und größeren Subanalmakeln der Vorder- 
flügel. 

Die Binden der Hinterflügel verlaufen schräger und 
die Submarginalbinde bleibt auch oberseits deutlich. 

Ich vermute fast, daß attica Semper eine südliche 
Lokalform der cyrilla darstellt, ausgezeichnet durch mela- 
notisches Kolorit und weitgehende Verschmälerung der 
Medianbinde der Hinterflügel. 

Dann hätten wir: 

a) cyrilla cyrilla Felder. Luzon. i (^ Coli. Frühst. 

b) cyrilla attica Semper. Süd-Philippinen. 

N. att. Semp., 1. c. p. 153, t. 30, f. 11, ^, f. 12, $. Ca- 

miguin de Mindanao, p. 348, S.-O.-Mindanao. 
Tagatsia attica Moore, Lep. Ind. p. 2g. 

c) cyrilla athenais Felder. 

N. athen. 1. c. p. 115, 1863; Semper 1. c. p. 152, t. 30, 
f. 9, S, fig- 10, ?. 
Frühst., B. E. Z. 1900 p. 27, Bazilan. 
Tagatsia ath. Moore, 1. c. p. 29. 

Patria: Mindanao mit Ausnahme des Ostens. Die 
übrigen von Semper zitierten Fundorte sind zum Teil un- 
zutreffend, so insbesondere Camiguin de Mindanao, wo 
athenais durch attica Semper vertreten ist. 

Bazilan, 2 ^?, Febr.-März 1898, W. Doherty leg. 

d) cyrilla commixta nom. nov. 

Neptis athene Semper, 1. c. p. 153, t. 30, f. 13, <^, f. 14, ?. 

Tagatsia athene Moore, 1. c, partim. 

Die von Semper abgebildete cyn7/a-Rasse aus Dugang, 
Ost-Mindanao, ist nicht identisch mit athene Stdgr. von 
Palawan, von der sie differiert durch schmälere weiße Flecken 

Stet.t. entomol. Zeit. 1908. 



275 

und Binden auf allen Flügeln, viel engeren Zellstrich der 
Vorderflügel, Unterschiede, die sich unterseits viel deut- 
licher markieren, wo insbesondere die Medianbinde der 
Hinterflügel von athcne Stdgr. mehr als doppelt so breit 
angelegt, der Zellstrich der Vorderflügel über die Zell- 
wand hinausgeht und die Subapikalmakeln fast bis an 
den Zellapex heranziehen. 
Patria : Ost-Mindanao. 

e) cyrilla phrygia Felder. 

N. phryg. Felder, 1. c. 1863 p. 115; Semper p. 153, 
t. 30, f. 15, S. 

Tagatsia phrygia Moore, p. 2g. 

Charakterisiert durch die völlig gelben anstatt teil- 
weise weißen Vorderflügelflecken, wodurch eine recht be- 
zeichnende Transition hergestellt wird \'on conunixta und 
athcne Stdgr., der Süd-Philippinen zu cyrilla Felder von 
Fuzon . 

f) cyrilla athcne Stdgr. 

Neptis athene Stdgr., Iris i88g p. 62; Semper, 1. c. 
p. 153, partim, Palawan. 

Tagatsia athene Moore, ibid. Palawan. 

Patria: Palawan, 2 cJ^ i $, Januar 1894. A. Everett 
leg. Coli. Fruhstorfer. 

Semper erwähnt athcne von den Inseln des Yolo- 
Archipels, dagegen sind die übrigen Fundorte und insbe- 
sondere alle von Semper genannten nordphilippinischen 
Inseln nicht als Heimat typischer athene zu betrachten, 
da dort zweifelsohne ganz andere noch unbenannte Lokal- 
rassen vorkommen. 

Die Arten der cy;'///«- Gruppe zählen übrigens zu den 
expansionsfähigsten Neptiden, denn wir finden sie außer 
auf den Philippinen auch in Celebes und sogar auf den 
Molukken, wo sie bis Buru südwärts vordringen. 

Stctt. entomnl. Zeit. lons. 



2 7G 

Rahinda dama Moore. 
P. Z. S. 1858 p. 19, t. 51, f. 5, 9; Semper, p. 152, t. 30, 

f. 17. ö"- 
Tagatsia dama Moore, Lep. Ind. p. 29. 
Eine zierliche Spezies, anscheinend recht lokal, weil 
bisher nur aus Luzon bekannt geworden. 

Rahinda antara Moore. 

Proc. Zool. Soc. 1858, t. 49, f. 2. 

Staudgr. 1. c; Holland 1. c; Rothschild 1. c. 

Marosia (sie!) antara Moore, Lep. Ind. p. 14. 

Neptis nirvana Hopffer, Stett. E. Z. 1874 p. 36. 

Neptis neriphoides Holland, partim, Nov. Zool. 1900 
p. 66, S.-Celebes. 

Kleiner als nirvana, der rote Zellstrich der Vorder- 
flügel oben nicht gezähnt, der Subapikalfleck aus 4 zu- 
sammenhängenden nicht durch Adern geteilten Makeln 
bestehend, die 3 gelblichen kleinen kostalen Flecken ober- 
halb des Zellapex fehlen. Rötliche Submarginalbinde der 
Vorderflügel zusammenhängend, jene der Hinterflügel viel 
schmäler. 

Schwarzzeichnung der Flügelunterseite diffus, außer 
einer dünnen weißen erscheint noch eine zusammenhängende 
violette Binde, die beiderseits schwarz begrenzt und in der 
Mitte und an der SM stark gekniet ist. 

Hinterflügel mit weißlicher statt gelblicher Median- 
binde und 2 violetten leicht opalisierenden Postmedian- 
binden. 

Patria: Nord-Celebes i J, Minahassa, Tondano i (^ 
4 ??. Toli-Toh, Nov.-Dez. 1895, H. Fruhstorfer leg. 

Süd-Celebes-Exemplare, die vermutlich von solchen 
aus dem Norden differieren, fehlen mir leider. 

Rahinda mysia Felder. 
Wiener Ent. Mon. IV. 1862 p. 247. 
Ribbe, Iris I. 1887 p. 205. 

stett. eutomol. Zeit. 1908. 



277' 

Pagenstecher, Senckenb. Abhandl. 1897 p. 398, t. 20, 
f. 2, ?. 

Marosia zenica Swinhoe, A. M. N. Hist. 1897 p. 407. 

Eine interessante Spezies, die oberseits durch große 
Ähnhchkeit mit Neptis miah disopa Swinh. und miah digitia 
Frühst, und unterseits durch eine eigentümhche, fein ab- 
getönte, reiciie und diffuse Schwarz- und Grauzeichnung 
auffällt, in der hellrotbraunen Binde lagernd. 

Vier Subspezies verdienen Beachtung : 

a) mysia mysia Felder. Batjan, Aug.-Septbr., W. 
Doherty leg. 3 c^$. Coli. Frühst. 

b) mysia scrpcntina nov. subspec. 

Neptis mysia Oberthür, Lep. Ocean. 1880 p. 42, partim. 
Pagenstecher, 1. c, partim. 

Neptis antara Grose Smith, Nov. Zool. 1894 p. 352. 

Gelbbinden viel breiter als bei mysia. 

Unterseite: Schwarzfleckung zurücktretend, wodurch 
die (ielbzeichnung Raum gewinnt sich auszudehnen. Sub- 
medianbinde der Hinterflügel sehi viel breiter, gerade 
statt gekniet und gelbhch anstatt grau. 

Patria: Halmaheira, x\ug.-Septbr., A. Hundeshagen 
2 (^(^ leg. Coh. Fruhstorfer. 

c) mysia sannians nov. subspec. 

N. mysia Oberthür, partim, 1. c; Pagenstecher, 1. c, 
partim. 

Die Rotzeichnung bleicher, mehr gelblich statt braun. 
Hinterflügel mit transparenter Medianbinde. 

Unterseite noch heller als bei serpentina , die Schwarz- 
bänderung reduzierter, die Gelbzeichnung luxurianter. Graue 
Medianbinde der Hinterflügel gleichmäßiger breit, die Sub- 
marginalbinden etwas lichter und prominenter. 

Patria: Ternate 2 $$ Waterstradt leg. Coli. Fruh- 
storfer. 

Stett. eutomol. Zeit. 190S. 18 



278 

d) mysia neriphoides Holland. 

N. neriphoides Holl., Nov. Zool. 1900 p. 66. 

Hollands präzise Beschreibung läßt kaum einen Zweifel 
aufkommen, daß neriphoides näher mit mysia als neriphus 
verwandt ist, auch die Spannweite 43 mm harmoniert 
mit mysia. 

Patria: Buru. 

Artengruppe Acca. 
Acca Scudder, Proc. Amer. Acad. Arts and Sciences 
1875 p. 99. Type: vcnilia. 
Moore, Lep. Ind. HI. 1899 p. 216. 
Neptis Sectio V. Felder, Neues Lepidopt. 1861 y». 31. 
Neptis Auetores. 

Nymphalis, Limenitis, Athyma, Auetores. 
Type: venilia. 

Acca venilia L. 

Pap. venilia L., Syst. Nat. X. 1758 p. 478; Mus. Lud. 

Ulr. 1764 p. 290; Syst. Nat. XII. 1767 p. 780. 
Clerk, Icones Ins. IL, t. 32, f. 4. 
Houttuyn, Naturl. Hist. p. 330. 
Müller, Naturgesch. 1774 p. 612. . 
Fabricius, Syst. Ent. 1775 p. 509; Spec. Ins. 1781, 

IL p. 98. 
Mant., Ins. 1787 p. 53; Ent. Syst. 1793, III. p. 134. 

Hab. in Indiis (loc. err.). 
Gramer, 1779, III. p. 44, t. 219, f. B. C. Batavia 

1. err. 
Gmelin, Syst. Nat. 1790, I. p. 2318. 
Thunberg, Mus. Nat. Ups. 1804 p. 9. 
Turton, Syst. of Nat. 1806 p. iio. 
Acca venilia Hübner, Verz. 1816 p. 44. 

Scudder, Pr. Am. Ac. Boston 1875 p. 99 — 100. 
Moore, Lep. Ind. IL p. 216, 1898. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



279 

Nymphalis venilia Godt., Enc. Meth. 1823 p. 433, 

Java (loc. err.). 
Limenitis venilia Boisd., Voyage d'Astr. Ent. I. p. 
133, 1852. 
Montrouzier, Faune de l'isle Woodlark 1857 P- 7- 
Oberthür, Lep. Dorei, Ann. Mus. Gen. 1878 p. 7, 
1. c. 1880 p. 43, ibid. partim, Amboine. 
x\thyma venilia Butl., Cat. Fabr. Lep. Brit. Mus. 1869 
p. 61. 
Kirby, Cat. D. Lep. 1871 p. 245, Java (ex errore). 
Pagenstecher, J. Nass. Ver. 1884 p. 39. 
Staudinger, Exot. Schmett. 1888 p. 147, x^m- 

boina, Ceram. 
Ribbe, Iris 1889 p. 51, Ceram. 
Neptis venilia Aurivillius, Rec. Critica 1882 p. 92. 
Röber, T. v. E. 1891 p. 307, Ceram. 
Pagenstecher, x\bh. Senckenb. 1897 p. 399, partim, 
Uliasser. 

Die mir vorliegenden Exemplare variieren nur unerheb- 
lich. Die 3 länglichen weißen Medianflecken der Vorder- 
flügel, von denen beim ,^ die beiden oberen zusammen- 
fließen, der viel kleinere untere isoliert steht, breit hellblau 
umgrenzt. 

Beim $ fließen alle Medianflecken zusammen, die blaue 
Begrenzung des weißen Distalbandes der Hinterflügel etwas 
schmäler als beim ^. Submarginalpunkte rundlich, weißlich 
blau, sehr groß. 

Patria: Amboina, Ceram, Saparua 20 (^9 Coli. Fruh- 
storfer. 

b) venilia godelewa nov. subspec. 
Neptis veniha de Niceville, J. x^s. Soc. Beng. 1898 

P- 313- 
Holland, Nov. Zool. 1900 p. 66. 

Stett. cntomol. Zeit. 190S, 18'^ 



280 

Peripherische Umgrenzung der weißen Medianbinden, 
namenthch bei den 9$ viel schmäler, als bei venilia, dunkler 
blau bei den (^<^ und violett bei den ^. Subapikal- und 
Submarginalmakeln etwas größer, dunkler, mehr violett 
statt blau angeflogen. 

Patria: Buru 3 cJd" 5 ?? von Miro, Nov. 1898, Bara, 
Aug. 1898 (A. Everett) und März? (W. Doherty leg.). 

c) vciiilia ohiana Swinhoe. 

Acca obiana Swinh., A. Mag. Nat. Hist. 1904 p. 418. 

9. Weiße Medianbinde der Vorderflügel sehr breit, 
abgerundet, jene der Hinterflügel mindestens ein Drittel 
breiter als bei godelewa. Subapikalf lecken der Vorder- 
flügel rundlich, kleiner als bei a und b, Submarginalfleckchen 
zur Punktgröße reduziert. 

Neben so ungewöhnlich breitbändigen $$ existieren 
auf Obi auch solche mit wesentlich schmaleren, distal etwas 
breiter violett gesäumten und nicht ganzrandigen, sondern 
tief eingekerbten Medianbinden der Hinterflügel, die an 
evanescens Stdgr. von Batjan erinnern, deren Hinterflügel- 
binden aber etwas weniger steil gestellt und doch noch 
etwas breiter sind. 

9. forma pseudevanescens nova. 
Patria: Obi 2 5$ Waterstradt leg. Coli. Fruhstorfer. 

d) venilia evanescens Staudinger. 

Athyma venilia ab. evanescens Stdgr., Exot. Schmett. 
1888 p. 147, t. 51, S. 
Ribbe, Iris 1887 p. 205 und 1889 p. 51. 
Neptis venilia de Niceville, 1. c. very good local race. 
Acca evanescens Moore, Lep. Ind. 1898 p. 216. 
Eine ausgezeichnete Lokalrasse mit vorherrschend 
schwarzer Grundfärbung und stark verschmälerter Median- 
binde. Submarginalf lecken schwächer als bei all den vor- 
genannten Rassen. 

Stett. entomol. Zoi(. 1908. 



281 

Patria: Batjan, Aug.-Septbr., 20 cJ$ W. Doherty leg. 
C(3ll. Fruhstorfer. 

a) contunda *) nova forma. 

Neptis venilia Pagenstecher, Abb. Senckenb. 1897, 
partim, Halmaheira. 

Die Reduktion der Mittelbinden noch mehr vorge- 
sclmitten, Medianflecken der Vorderflügel fast verschwunden, 
die unteren beinahe ganz violett anstatt weiß. 

Patria: Halmaheira, Aug.-Septbr. 2 (^(^ i ?, Batjan, 
August. Coli. Fruhstorfer. 

ß) leucoion **) nova forma. 

Neptis veniha Pagenstecher, 1. c, Ternate. 
Staudinger, 1. c, Ternate. 

Eine gute Form, ungefähr die Mitte haltend zwischen 
ohiana und cvcnicsccns. Subapikal- und Submarginalflecken 
größer als bei evancsccns, die Medianbinde wenig schmaler 
aber deutlicher als bei ohiana, jedoch auf den Vorderflügeln 
nicht abgerundet, sondern scharf rechteckig abgegrenzt. 

Patria: Ternate i 9 Waterstradt leg. Coli. Fruh- 
storfer. Aus Batjan besitze ein Übergangsstück von evancs- 
cens zu leucoion. 

e) venilia holargyrea ***) nov. subspec. 

Athyma veniha Ribbe, Iris 1887 p. 84; 1889 p. 52. 

Neptis venilia Röber, T. v. E. 1891 p. 

Holargyrea zeichnet sich vor allen anderen Rassen 
durch die prominenten Submarginalpunkte auf allen Flügeln 
aus, bleibt aber in der Breite der weißen Medianbinden 
etwas hinter ohiana und leucoion zurück, besitzt dafür 
die breiteste hellviolette Distalbegrenzung der Hinter- 
flügelbänder. 



*) von contunda — zerquetschen, zerkniken. 
**) leucoion — die Schauspielerin, wegen ihrer Ähnlichkeit mit ohiana. 
^**) von tna(iyvQoa — massiv silbern. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



282 

Unterseite steht sie Icucoivn am nächsten, von der 
sie durch die prägnanteren Submarginalmakehi abweicht. 

Patria: Arn, Key, Tenimber, 3 $$ ColL Fnihstorfer. 
Letti (Röber) ? 

f) venilia tadema nov. subspec 

N. veniha Stdgr., Exot. Schmett. 1888 p. 147 (in kleineren 
abweichenden Stücken) . 

Es ist wohl nur ein Zufall, daß Waterstradt auf Waigiu 
nur 2 r^r^ der sonst so häufigen Neptis gefangen hat, die 
sich in seiner von mir erworbenen Ausbeute befanden. 

Tadema schließt sich dem Neu-Guinea-Typus der Art 
an, die Medianbinden bleiben etwa so breit als bei venilia, 
die Subapikalmakeln werden größer, die blaue Umrandung 
der Medianbinden tritt zurück und als Hauptmerkmal 
ist auf das Fehlen jeder Spur von Submarginalpunkten 
auf den Hinterflügeln hinzuweisen, die sich indes auf der 
Unterseite in mäßiger Entwicklung wieder einstellen. 

Patria: Waigiu, 2 SS ^"11. Fruhstorfer. 

g) venilia cyanifera Butler. 

Nept. cyan. Butl., A. M. N. H. 1878 p. 481. 

Grose Smith, Rhop. Plxot. JH., Neptis V. p. 
16—17, April 1900. 

Acca cyanifera Moore, 1. c. p. 216. 

Athyma venilia Godman und Salvin, Pr. Z. Soc. 1878 
p. 646. 

Neu-Guinea beheimatet, wie üblich, drei Lokalrassen 
unserer venilia, davon finden sich zwei in der Literatur 
bereits fixiert. 

Als cyanifera beschrieb Butler 3* (J- Exemplare mit 
sehr schmaler, breit blaugesäumter Medianbinde der Hinter- 
flügel. Auf dem Exemplar, das Smith abbildet, tragen 
die Vorderflügel an Stelle der Medianbinde nur eine rund- 
liche weiße, diskale Makel. Die Binden der Unterseite 
sind blau anstatt weiß und sehr schmal, die Submarginal- 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



28:3 

flecken relativ klein und blau anstatt weißlich. Die ?$ 
nähern sich wieder mehr dem allgemeinen vonlia-Typus, 
insbesondere jenem von Dorey durch sogar noch verbreiterte 
Binden, aber kleinere Submarginalpunkte. Hinterflügel- 
binde distal eingekerbt. 

Patria: Port Moresby, British Neu-Guinea. 
h) venilia anceps Grose Smith. 

Neptis anceps Grose Smith, Nov. Zool. 1894 p. 353. 
Rhop. Exot. IL, April 1895, Neptis I. p. 3. 

Acca anceps Moore, 1. c. p. 216. 

Limenitis veniha Oberthür, A. Mus. Gen. 1878 und 
1880 p. 44, Soron, Andai. 

Athyma venilia Kirsch, Mitt. Dresden 1877 p. 126, 
partim, Jobi (?), Andai. 

Neptis veniha Grose Smith, Nov. Zool. 1894 p. 353, 
Biak, Jobi(?) 

2 Pärchen aus Dorey in meiner Sammlung halten 
die Mitte zwischen cyanifcra und tadenia, die Medianbinde 
der Vorderflügel zeigt 2 schmale aber hohe obere und eine 
weit davon getrennt stehende untere blau umzogene weiße 
Makel. 

Hinterflügelbinde distal stark gewellt, relativ schmal. 
Submarginalpunkte viel geringer entwickelt als bei venilia 
und holargyrca, aber deutlicher als bei übrigen Neu-Guinea- 
Rassen. 

Medianbinde der Hinterflügel-Unterseite noch etwas 
schmaler als bei tadcma. Grose Smith bildet einen aber- 
rativen ^ ab ohne Spur einer weißen Diskalbinde der Hinter- 
flügel, so daß für Exemplare mit dieser Binde ein Name 
frei wird — pseudovenüia — der allenfalls auf die Dorey- 
Rasse übertragen werden kann, wenn sich diese von jener 
aus der Humboldtbai abweichend erweisen sollte. 

Patria: Humboldtbai, Septbr.-Okt. 1892. W. Doherty 
leg. (anceps). Dorey 2 (^$. Coli. Fruhstorfer (pseudovenilia) . 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



284 

i) venilia griinberta ncn-. subspec. 
Nept. venilia Hagen, J. Nass. Ver. Nat. 1897 P- ^7- 
(J besitzt von allen genannten Lokalformen die kom- 
plettesten, breitesten weißen Medianbinden der A\:)rder- 
flügel, deren Komponenten nicht isoliert stehen, sondern 
zusammenhängen. 

Die blaue Peripherie aller Medianbinden bleibt fast 
ebenso breit wie bei holargyrea und stets hellblau anstatt 
violett oder dunkelblau. 

Subapikalf lecken der Vorderflügel groß, gleichfalls reich 
lichtblau umzogen, Submarginalpunkte weiß, deutlicher 
als bei cyanifera. 

Medianbinde der Hinterflügel-Unterseite distal scharf 
abgeschnitten. Nach Hagen die häufigste aller Neu-Guinea- 
Neptis. 

Patria: Deutsch Neu-Guinea 11 J? Coli. Fruhstorfer. 
Friedrich- Wilhelmshafen . 

k) venilia glyceria nov. subspec 
Alle Medianbinden viel breiter als bei griniberta, fast 
ebenso ausgedehnt als bei ohiana Swinhoe, aber mit nur 
spärlicher distaler blauer Begrenzung. Subapikalflecken 
reduziert, ebenso die übrige Flügelpunktierung. Subbasal- 
binde der Hinterflügel-Unterseite analwärts stark ver- 
breitert, ausgedehnter als bei Neu-Guinea-tr»i7?«. 

Patria: Fergusson, d'Entrecastreaux-Inseln, 1^2$$ 
Coli. Fruhstorfer. 

1) venilia moorci Macleay. 
Hamadryas moorei Macleay, Proc. Ent. Soc. N. S. 

Wal. p. 43, 1866. 
Neptis mortifacies Butler, Tr. Ent. Soc. Lond. 1875 p. 5. 
Grose Smith, Rhop. Exot. JH., Neptis V. p. 15, 
f. I und 2, cJ. 
Acca mortifacies Moore, p. 216. 

Stett. eiitomol. Zeit. 1908. 



285 

Neptis venilia Semper, Journ. Mus. Geod. 1878 p. 15. 
Miskin, Ann. Oueensl. Mus, I. p. 45. 

Distinkte Lokalrasse, ausgezeichnet durch die zu einem 
großen rundhchen Diskalfleck umgebildete Medianbinde 
der Vorderflügel, den fast völlig diffusen Wischfleck an 
der SM. und kurze, kostalwärts stark abgeschrägte Median- 
binde der Hinterflügel. 

Submarginalmakeln der Hinterflügel stark reduziert, 
ebenso der dunkelviolette distale Hauch längs den Median- 
binden. 

Patria: Cap York, Nord-Australien, 4 ö" Coli. Früh- 
ster f er. 

m) venilia glaucia nov. subspec. 

Limenitis venilia Godman und Salvin, Pr. Zool. Soc. 
1897 p. 158, Neu-Ireland. 

Neptis venilia Pagenstecher, Jahrb. N. Ver. Naturk. 
1897 p. 82. 

Habituell und durch die rundliche Flügelform der 
nioorei nahekommend, Subapikalmakeln und namentlich 
die Medianflecken der Vorderflügel bedeutend größer, letztere 
analwärts viel ausgedehnter und hellblau begrenzt. 

Diskalfleck der Hinterflügel ähnlich wie bei glyccria, 
jedoch kürzer, kostalwärts sehr breit, stark abgerundet, 
nach hinten verjüngt, distal ebenso breit blau begrenzt 
als bei gnmberta-Exemp\a.Yen. 

Submarginalf lecken lang, schmal auf allen Flügeln, 
oberseits zu einer zierlichen hellblauen dünnen Binde ver- 
einigt, wie wir es bei keiner anderen vcnilia-Rüsse wieder- 
finden . 

Unterseite: Alle weißen Flecken äußerst scharf be- 
grenzt, rein weiß, aber mit lebhaftem feinen Blauschiller. 
Distalsaum ohne Spur einer weißlichen Beschuppung. Cellu- 
larpunkte der Vorderflügel und Submarginalmakeln der 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



286 

Hinterflügel dunkler blau als bei irgend einer anderen vcniiia- 
Form. 

Patria: Neu-Mecklenburg, i (^ Coli. Fruhstorfer. 

n) venilia neohannoverana Pagenstecher. 
Neptis venil. neoh. Pag. J. Nass. Ver. Natur. 1899 p. 82. 
Aus Pagenstechers kurzer und doch klarer Beschreibung 
geht deutlich hervor, daß neohannoverana nahe glaucia 
steht, daß die Peripherie der Medianbinden violett statt 
blau ist und die Submarginalflecken zu keiner Längsbinde 
zusammenfließen. 

Patria: Neu-Hannover, Typen im Tring Museum. 

o) venilia nov. subspec. 
Neptis veniha Kirsch, Mitt. Mus. Dresden 1877 p. 126, 
partim, Kordo. 
Grose Smith, Nov. Zool. 1894 p. 353, partim, 
Korrido. 
,, Exemplare von Kordo, auf der Oberseite ohne die 
bläuliche Einfassung der weißen Binden und Flecke, somit 
eine Übergangsform zu lactaria Butler." Kirsch. 
Patria: Korrido. 

Genus Neptis. 
Papiho Auetores bis 1807. 

Neptis Fabricius, Syst. Gloss. Illigers Mag. 1807, VI. 
p. 282. 
? Horsfield, Descr. Cat. Lep. E. I. C. M., Tafel- 

erklärmig, f. 5, 1829. 
Westwood, Gen. D. Lep. 1850 p. 270, partim. 
Crotch, eist. Ent. L p. 66, 1872. 
Kirbys Catal. 1871 p. 239. 
Scudder, Proc. Am. Ac. 1875 p. 226. 
Moore, Lep. Ceylon 1881 p. 54; Lep. Ind. III. 1899 

p. 226. 
Distant, Rhop. Mal. 1883 p. 149. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



287 

de Niceville, Butt. Ind. 1886 p. 175. 

Staudinger und Schatz, Exot. Schmett. 1886 p. 145, 
II. p. 152. 

Staudinger und Rebel, Catal. 1905 p. 23. 

Semper, Reise Phil. Lep. 1889 p. 144. 

Leech, Butt. China etc. 1892 p. 190. 

Kühl, Pal. Großschm. 1885 p. 239. 

Reuter, Acta Soc. Sc. Fenniae 1896 p. 85, 510. 

Pagenstecher, Zoolog. Lep. Bismarckarch. 1899 p. 81. 

Aurivillius, Rhop. Aeth. 1898 p. 163. 

Bingham, Fauna India 1905 p. 
Limenitis pt. Ochsenheimer, Schmetterl. 

Boisd., Ind. Meth. 1829 p. 14. 
Nymphalis Godt., Enc. Meth. 1819 p. 430. 
Neptis Felder, Section I, partim, Neues Lep. 1861 p. 31. 
Acca Hübner, Verz. Schmett. 18 16, p. 44, partim. 
Philonoma Billberg, Enumer. Jus. 1820 p. 78. 

Moore, Lep. Ind. 1899 p. 226, partim. 
Athyma Kirbys Catal. 1871 p. 241, partim. 
Paraneptis Moore, Lep. Ind. III. 1899 p. 214. 
Kalkasia Moore, ibid. Hamadryodes p. 215, Andrapana 
Moore, partim (jumbah), p. 218. 

Neptis hylas L. 

Literatur bei Aurivillius, Recensio Critica 1882 p. 93. 

Der älteste Name für die als ,,accns'' und ,Jcucothoe'' 
(auch als ,,eurynome''') so wohl bekannte Neptide, und der 
älteste Name für eine Neptis überhaupt, dürfte hylas L. 
sein, trotzdem ist er bis heute noch nicht in seine Rechte 
eingesetzt. Kirby kannte zwar diesen Namen, verwendete 
ihn aber ausschließlich in Verbindung mit Athyma perius L. 
= leucothoe Kirby. 

Aurivillius in seiner Recensio Critica 1882 brachte 
viel Klarheit in die überaus verwickelte Synonymie, der 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



288 

in Frage kommenden Formen, unterdrückte aber den Namen 
hvlas wiederum. 

Aus den Aurivillischen Auseinandersetzungen geht nun 
deutlich hervor, daß wir als hylas L. eine Mischart vor uns 
haben, die Aurivillius entgegen den Tatsachen aufzuteilen 
versäumte. 

Linnes Original-Diagnose in Systema Naturae ed. X. 
1758 p. 486 Nr. 173 lautet: 

Hylas 173 P. B. alis dentatis supra fuscis subtus lutes- 
centibus: fasciis utrinque tribus albis interruptis. 
Habitat in Indiis. 

Femina in alarum posticarum fascia postica subtus 
punctis 8 nigris. 

Das ,,P" in dieser Diagnose bedeutet ,,Papilio'\ das 
darauffolgende ,,B" bedeutet ,,Barbarus'\ (Linne macht 
nämlich unter den Papilios eine Gruppe Barbari, Barbaren!) 

Deutsch heißt die Diagnose: 

,, Hylas, Nummer 173. Papilio, Barharus, mit gezähnten 
Flügeln, die oben dunkel, unten kotig sind und jederseits 
drei weiße unterbrochene Binden führen. Heimat in Indien. 

Das $ führt in der hinteren Binde seiner Hinterflügel 
acht schwarze Punkte." 

Linne hat demnach eine Neptis {hylas) für den S, 
eine Athyma [pcrins) für das C seiner Spezies ,,hylas'' ge- 
halten. 

Das ist ein Versehen, welches bei der damaligen Un- 
geübtheit Arten zu unterscheiden ohne weiteres zu ver- 
stehen und entschuldigen ist. Trotzdem kann Linne der 
A^^rwurf nicht erspart werden, recht flüchtig gearbeitet 
zu haben. In der gleichen Ausgabe seines Natursystems 
findet sich nämlich einige Seiten früher p. 471 der q von 
Athyma jierius als ,,pcrius L." unter Nr. 7g beschrieben und 
p. 478 nochmal als P. leucotho'c L. unter Nr. 122 als Pap. 
Nymphalisl Clerk bildete dann unsere Neptis in den 

Stett. eutomol. Zeit. 1908. 



289 

Icones III., t. 5, f. 4 als ,,lcucotho(''' von der Unterseite 
ab, und begann damit eine Serie von Konfusionen, die 
seit nahezu 150 Jahren sicli immer mehr häuften. 

Den Clerkschen Fehler kopierten nacheinander 1776 
Sulzer, 1780 Cramer, 1798 Herbst, 1799 Donovan. West- 
wood, der Ncptis und Athynin 1842 noch als kongenerisch 
mit Limcnitis betrachtete, fand im selben Genus zweimal 
den Namen Icucothor vor und taufte unsere Ncptis hylas 
schleunigst in eurynomc um, als er Donovans Ins. China 
neu herausgab. 

Letzteren Namen griff neuerdings Moore, Lep. Indica 
wieder auf, setzte aber in Klammern dahinter ( ? Pap. 
hylas, ö" nee. $), wahrscheinlich durch Aurivillius Werk 
,,Recensio" beinahe auf den richtigen Weg geleitet. 

Die wichtigsten für Athyma per ins in Frage kommenden 
Zitate führe ich hier der Übersicht wegen an : 

1758 Pap. perius L., Syst. Nat. X. p. 471 und 79 als 
Papilio Danaus. 

1758 Pap. leucothoe L., ibid. p. 478 und 122 als Papilio 
Nymphalis. 

1758 Pap. hylas L., ibid. p. 486 und 175, $ nee. ^ als 
Papilio Barbarus. 

1764 Pap. pierius L., Mus. Lud. Ulr. p. 261, ^. 

1764 Pap. leucothoe L., ibid. p. 292, Nr. iio, $. 

Linne gab somit der Athyma perius nicht weniger als 
4 Namen und verwechselte zudem einmal unsere Neptis 
mit der Athyma wie schon oben bemerkt. 

Da nun hylas von Linne, wie aus der Originaldiagnose 
hervorgeht, als Pap. Barbarus, perius dagegen als Papilio 
Danaus beschrieben ist, so wird der Name ,, hylas'' auf 
alle Fälle frei für die Ncptis, und ist meines Erachtens 
nicht als Synonym mit leucothor h. zu verwerfen, wie dies 
Aurivillius 1. c. p. 93 durchführt. 

Stett. CBtomol. Zeit. 1908. 



290 

Nun kommt eine zweite Frage, bei deren Lösung wir 
Aurivillius gewiß zustimmen können. 

Aurivillius setzt nämlich 1771 Neptis sappho Pallas, 
Reise I. p. 471, an Stelle von aceris Lepechin, zwar datiert 
1771, aber erst 1774 herausgegeben. 

Aurivillius war nun geneigt, hylas L. und Icucothoi- 
(letztere mit Recht) als Synonym mit pcrius L. völlig zu 
verwerfen und glaubte demnach als nächtsgültigen Namen 
sappho auf die asiatisch-europ. Neptis übertragen zu dürfen. 
Spezifisch lassen sich ja die europ. zu hylas gehörigen 
Neptiden nicht von den chinesischen und indischen Rassen 
trennen, da aber in Europa niemals die riesigen breitbändigen 
Exemplare auftreten, die wir in China finden, und in China 
umgekehrt die kleine europ. Form nur ganz zufällig als 
individuelle x\berration auftritt, so möchte ich folgende 
Aufteilung unserer Spezies empfehlen : 
hylas hylas L. Indien. 
hylas sappho Pallas. Palaearctisches Gebiet. 

(= aceris Auetores). 
hylas leucothoe Clerk-Cramer.*) China. 
Auf diese Weise finden die gesamten alten Namen 
ihre Verwendung und den Klassikern unter den Autoren 
geschieht kein Unrecht. 

Von Norden nach Süden gehend begegnen wir folgenden 
Äy/as-Rassen : 

a) hylas intermedia Pryer. 
Neptis intermedia Pryer, Cistula Ent. 1877 p. 231, 
t. 4, f. I. 
Leech, t. 19, f. 8, p. 203; Moore, Lep. Ind. p. 244. 
Staudinger-Rebel, Cat. 1901 p. 24. 
N. hylas intermed. Frühst., Int. Ent. Zeitschr. Guben, 
17. Aug. 1907 p. 150. 
a) forma intermedia Pryer. 
Große Berg- und Sommerform. Umgebung von Nikko. 

*) Siehe Nachtrag. 
Stett. cntomol. Zeit. 1008, 



ß) forma oda Frühst. 
N. intermedia f. oda Frühst. 1. c. 

Flügel rundlicher, Weißzeichnung reduziert, auf den 
Vorderflügeln grau beschattet. Submarginalbinde der 
Hinterflügel obsolet. Grundfarbe der Unterseite dunkel 
anstatt rotbraun. 

Patria: \'ermutlich Yesso. 

y) forma passerculus Frühst. 
N. hylas interm. f. passere. Frühst., 1. c. 
Habituell kleiner als europäische (sappho-aceris) , unter- 
seits ebenso dunkel als oda m. Zeichnungen stark reduziert. 
Patria: Tsushima, Septbr.-Oktbr. 1899 und Insel 
Iki, Septbr. 1899, H. Fruhstorfer leg. 
b) hylas sappho Pallas. 
Pap. sappho Pallas, Reise I. p. 471, Nr. 62, 1771. 
Pap. aceris Lepechin, Tagebuch p. 203, 1774. 

Esper, Europ. Schmett. 1783 p. 141, t. 81, f. 3, 4, 

partim. 
Fabricius, Mant. Ins. 1787 p. 52; Ent. Syst. 1793 

P- 245. 
Schneider, Europ. Schmett. 1787 p. 148. 
Borkhausen, Europ. Schmett. 1787, I. p. 27, p. 211. 
Gmelin, Syst. Nat. 1790 p. 2319. 
Herbst, Naturg. 1798 p. 63, t. 235, f. 5, 6. 
Lang, Verzeichnis ? p. 31 ; Turton, 1806 p. 37. 
Ochsenheimer, Schmett. Europ. 1807 p. 136. 
Acca aceris Hübner, Verz. 1816 p. 44. 
Nymphalis aceris Godart, Enc. Meth. 1823 p. 430, 

partim, Antriebe. 
Limenitis aceris Duponchel, Lep. de France, Suppl. I. 
p. 102, t. 13, f. 3, 4. 
Boisduval, Icones 1832, Lep. I. p. 92, t. 18, f. 2. 
Neptis aceris Fabricius in Illigers Mag. 1806 p. 202. 
Neptis aceris Butler, Cat. Fabr. Lep. 1869 p. 62. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



292 

Neptis aceris Kirby, Cat. 1871 p. 241, partim. 

Rülil, Europ. Groß-Schmett. 1895 p. 341 und 776. 

Moore, Lep. Ind. 1899 p. 241, E. Europe. 

Staudinger, Rebel, Cat. 1901 p. 23. 
Pap. flautilla Hübner, Europ. Schmett. I., t. 21, f. 99. 
Pap. lucilla Schrank, Fauna Boica 1801 p. 191. 
Neptis sappho Aurivillius, Recensio Critica 1882 p. 93. 
N. hylas sappho Frühst., \. c, 24. Aug. 1907 p. 159 — 160. 

WahrscheinUch würde man eine weitere Seite mit 
Literaturzitaten füllen können, mit den Titeln von Werken, 
in denen aceris als Bestandteil lokaler Listen figuriert. 

Da europ. Falter nicht meine Spezialität, unterlasse 
ich eine solche Sammlung, die doch nur lückenhaft aus- 
fallen würde. Eine derartige Aufstellung von berufener 
Hand wäre zweifelsohne hochinteressant. 

Auch scheinen sich im palaearctischen Gebiet wieder 
Subrassen der sappho abzusondern, meine Exemplare vom 
Amur stehen beispielsweise durch ihre dunkle Unterseite 
jenen von Ungarn und Österreich näher als solchen von 
Saratow in Süd-Rußland. 

Über die Zugehörigkeit der einzelnen Rassen ist schon 
viel geschrieben worden. So widmete de Niceville in Ga- 
zetteer Sikkim 1894 p. 137 der Neptis leucothor folgende 
Betrachtungen : 

Gramer bildet diese Spezies gut ab und erwähnt sie 
von Java, China und der Coromandelküste. Sie hat viele 
Namen empfangen. A^ eurynome *) Westw., A^. varmona 
Moore, N. disrupta *) Moore, N . adara *) Moore, N . meetana *) 
Moore, N. swinhoci'^) Butl., A^. kamaupa *) Moore, N. eury- 
mene *) Butl., N . andaniana Moore, A^. nicobarica Moore, 
N. mamaja Butler, N . sangaica Moore etc. *) 



*) Die mit * l)ezeichneten Arten sind in der Tat Synonyme. 
Stott. eiitomol. Zeit. 1908. 



29,3 

Mein Eindruck ist der, daß keine von Ihnen bestehen 
bleiben wird. Wenn von der europ. N. aceris Lepechin 
von den besten Entomologen angenommen wird, daß sie 
sich von Europa durch Nord-Asien bis Korea und Japan 
ausbreitet, dann kann, denke ich, nur wenig Zweifel sein, 
daß A^. leiicothoi' Cramer eine ähnliche ausgedehnte Ver- 
breitung hat, und durch ganz Indien (mit Ausnahme der 
Wüstengegenden) von Bombay im Westen, Ceylon im 
Süden, durch Birma, die Malay. Halb'nsel, Siam, Cochin- 
China etc., Süd-Zentral- und Ost-China und alle die ma- 
layischen Inseln bis zum Westen der Wallaceschen Linie 
und in Formosa und Hainan. 

Das ist ein langer Satz, der jedoch viel Wahres ent- 
hält. Auf Grund des 250 Äy/as-Exemplare umfassenden 
Materials meiner Sammlung, gehe ich aber noch einen 
Schritt weiter und gebe der Neptis hylas einen noch um- 
fassenderen Verbreitungsbezirk, der die ganze palaearctisch- 
asiatische und indo-malayische Region umfaßt, von Deutsch- 
land bis Japan und südwärts bis zu den kleinen Sunda- 
inseln. 

Auch zwischen aceris (recte safpho) und Iciicothor 
(recte hylas) ist nirgendwo eine Grenze zu ziehen, so bilden 
insbesondere die japanischen Exemplare eine vollständige 
Transition von der einen zur anderen Hauptform. 

Und was das Auge aus den gemeinsamen, oberfläch- 
lichen Zeichnungsmerkmalen entnimmt, das bestätigt die 
eingehendste morphologische Untersuchung. 

Herr Stichel, dem ich eine Anzahl indo-chinesischer 
und europ. Exemplare der /^y/^s-Reihe zusandte, war so 
freundlich, dieselben auf ihre Copulations-Organe zu unter- 
suchen und schrieb mir unterm 10. November 1905 folgendes: 

,,Der Copulationsapparat der beiden N eptis-¥ ormen 
stimmt in allen Einzelheiten vollkommen überein. Tegumen 
ist zart, der Uncus dünn und spitz, in der Mitte ein wenig 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 1<J 



294 

verbreitert, die Harpen (oder Valven) sind unverhältnis- 
mäßig robust, größer als die übrigen Teile des Apparates 
zusammen und diese völlig einschließend. Sie bestehen 
aus dicht behaarten und beborsteten länglich eiförmigen 
Gebilden, die distal in 2 kurze Lappen gespalten sind, von 
denen der dorsale einen scharf gekrümmten, spitzen Haken 
trägt, der ventrale in eine lang umgeklappte Falte aus- 
läuft. Penis kurz und breit, gegen das Ende eingeschnürt 
und in einer sehr dünnen gebogenen Spitze endigend. 
Saccus kurz. 

Unterschiede, außer individueller stärkerer oder schwä- 
cherer Entwicklung einzelner Teile, ließen sich bei 4 unter- 
suchten Stücken nicht konstatieren, ich halte beide 
Formen als zu einer Art g e h ö r i g." 
c) hylas luculenta Frühst. 
Neptis eurynome Fritze, Fauna Liu-Kiu 1894 p. 48, 
Okinawa. 
Frühst., St. E. Z. 1898, Ishigaki. 
Butl., P. Z. S. 1877 p. 812, Formosa. 
Moore, Lep. Ind. p. 245, Formosa, Chusan. 
Neptis aceris Wallace und Moore, P. Z. S. 1866 p. 351, 

Formosa. 
Neptis vermona Matsumura, Annot. Zool. Jap. 1906 

p. 8, Formosa. ^ 
Neptis eurynome Miyake 1. c, List, of Formosa Lep. 

1907 p. 60, Formosa. 

N. hylas lucul. Frühst. 1. c. p. 160. 

Ishigaki- und Formosa-Exemplare differieren leichthin 

von solchen aus China und Tonkin durch etwas schmälere 

Weißbinden aller Flügel und die nur selten weißhche, fast 

immer schwarze Submedianbinde der Hinterflügel-Unterseite. 

Das $ zeigt viel größere und längere weiße Subapikal- 

flecken und gelbliche statt rein weiße Querbinden, auch 

ist es habituell viel stattlicher als chinesische Exemplare. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



295 

Patria: Ishigaki, i $-Type; Formosa, Takau, Septbr. 
1902 Regenzeit, 6 c?$ Coli. Frühst. Okinawa (Fritze), 
d) hylas acidalia Weber. 
N. hylas leuc. Frühst. 1. c. p. 160. 
Von dieser über das ganze südliche China und Indo- 
China verbreiteten Lokalrasse sind 3 Formen zu erwähnen, 
a) forma sangaica Moore. 
Neptis sangaica Moore, A. M. N. Hist. 1877 p. 47. 
Neptis eurynome var, sang. Leech, p. 202, t. 19, f. 4. 
Neptis eurynome und sangaica Walker, Tr. Ent. Soc. 

1895 p. 454. 
Vermutlich die Frühjahrsgeneration, sehr klein, Dezbr.- 
Mai, am häufigsten März- April. Hongkong. 
p) forma acidalia Weber. 
P. leucothoe Clerk, Icones 1764, t. 5, f. 4. 

Sulzer, G. Ind. 1776 p. 145, t. 18, f. 2, 3. 
Cramer 1780, IV. p. 15, t. 296, f. E. F. China, 

partim. 
Piller und Mitterpacher, Iter. 1783 p. 41, t. 3, f. 3, 4. 
Donovan, Ins. China 1799, t. 37, f. 3. 
Neptis eurynome Leech, t. 19, f. 6, ,^, p. 202, China. 

Moore, Lep. Indica p. 244. 
Neptis varmona Oberthür, Etudes d'Ent. 1893 p. 10. 
Pap. acidaha Weber, Obs. Ent. p. 107, 1801. 
Cramers Figur paßt wegen der isoliert stehenden Sub- 
apikalflecken der Vorderflügel und der relativ schmäleren 
Medianbinde der Hinterflügel auf chinesische und Tonkin- 
Exemplare, wegen der mehr rötlichen anstatt gelblichen 
Unterseitenfärbung eher auf Javanen, da sich aber Zeich- 
nungsdifferenzen leichter und korrekter wiedergeben lassen 
als Färbungsnuanzen, zweifle ich nicht, daß Cramer chine- 
sische Stücke zur Abbildung verwandte. 
y) forma acerides Frühst. 
(1. c, p. 160.) 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 19* 



296 

Mehrere cJcJ aus Chang- Yang sind kaum unterschieden 
von solchen aus Österreich. 

Patria: S.- und W. -China, Hongkong, Nov. 1899, 
H. Fruhstorfer leg. 

In Tonkin, Annam, Siam ist acidalia gleichfalls häufig. 
Das Groß der dortigen Individuen differiert in keiner Weise 
von Chinesen, doch treten bereits vereinzelt Übergänge 
auf zu den vorderindischen Formen. 

So besitze ich aus meiner Reiseausbeute: 

I ^, analog emodes Moore, mit nur wenig breiteren, 
weißen Binden als die Mehrzahl meiner Assam-Exemplare. 

10 (^$, nahe der adara Moore, von mittlerer Größe. 

Neptis adara de Joannis, Bull. Scient. de la France 1901 
p. 320. 

7 rj$, nahe recht kleinen astola Moore. 

N. astola de Joannis 1. c. p. 320. 

Vom Plateau von Lang-Bian, Süd- Annam aus 5000 Fuß 
H(>he und Siam. 

e) hylas hainana Moore. 

N. h. Moore, P. Z. S. 1878 p. 697; Lep. Ind. p. 245. 

Crowley, P. Z. S. 1900 p. 507. 
N. eurynome Holland, Tr. A. E. S. 1878 p. 118. 
N. hylas hain. Frühst. 1. c. 31. August 1907 p. 166. 
Patria: Hainan. 

f) hylas hylas L. 

Pap. hylas L. 1. c. 1758, Houttuyn Naturl. Hist. 1767 

p. 383; Aurivillius, Recensio Critica p. 93. 
Papilio aceris Esper, Eur. Schmett. 1783, partim, 

t. 82, f. I, ,,Indiis". 
Neptis astola Moore, P.Z. Soc. 1872 p. 560, Trockenzeitform, 
de Niceville, Butt. India IL, p. 99, 1886. 
Moore, Lep. Ind. 1899 p. 227, t. 274, f. i — ic, ^^. 
de Niceville, J. Bomb. N. H. Soc. 1898 p. 370, 
Mussoorie. 

Stctt. onloniol. Zoil. 1908. 



297 

Neptis eurynome Bingham, Fauna India 1905 p. 323, 
t. 9, f. 64. $. Unterseite und Holzschnitt fig. 59. 
^ ebenso. 
Neptis leucothoe de Niceville, Gazetteer, Sikkim, 1894 
p. 137; J. Bomb. N. H. Soc. 1898 p. 370, Mussoorie. 
Neptis adara, varmona, meetana und emodes Elwes 
und de Niceville, J. As. Soc. Beng. 1886 p. 424, 
Ponsckai, Tavoy. 
Indische hylas bleiben im Habitus in der Regel etwas 
hinter chinesischen Exemplaren zurück, aber es gibt sowohl 
in China und Tonkin kleine hylas, wie in Indien große, an 
acidalia erinnernde Individuen gelegentlich auftreten. 

Eine scharfe Grenze zwischen hylas und acidalia ist 
nicht zu ziehen. Es ist lediglich Sache des Gefühls nur 
eine der zwei Rassen gelten zu lassen. Wiev da iii Assam 
und Sikkim die überwiegende Anzahl von Exemplaren 
eine dunkel-braunrote Unterseite aufweist und gerade solche 
Stücke in Hinterindien enorm selten sind, ist eine Trennung 
in zwei Rassen doch wohl berechtigt, um so mehr, als das 
Auge den Unterschied bei größeren Serien leicht heraus- 
findet. 

Leider ist es nicht möglich all die vorhandenen Namen, 
die Bingham sorgfältig gesammelt hat, ähnlich wie bei 
Neptis nandina zu verwenden und wie bei soma auf be- 
stimmte Formen zu übertragen, so daß eine ganze Anzahl 
Benennungen von Butler und Moore als absolut wertlose 
Synonyme behandelt und eingezogen werden mußten. 

Andererseits fehlt es noch an einer Bezeichnung für 
die südindische Ay/as-Rasse, die einer Taufe bisher ent- 
gangen ist, eine weiße Krähe unter den indischen Faltern! 
Hylas läßt sich in drei Hauptformen aufteilen : 

a) forma emodes Moore. Berg- und Regenform. 
Neptis emodes Moore, P. Z. Soc. 1872 p. 561, t. 32, 
f. 2; Lep. Ind. t. 274, id — g. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



298 

Anscheinend eine Gebirgsform, da sie von mir auf 
4000 Fuß in Tenasserim gefangen und von Kashmir selbst 
aus 9 — 10 000 Fuß eingesandt wurde. 

Unterseite lebhaft rotbraun. 

ß) forma adara Moore. Intermediatform. 

Neptis adara Moore, t. 275, f. i — ig. 

Habituell größer als die Trockenform, die weiße Me- 
dianbinde der Hinterflügel-Unterseite besonders kräftig 
schwarz gesäumt, wodurch eine große Ähnlichkeit entsteht 
mit der insularen varmona Moore. 

Unterseite gelbrot. 

y) forma astola Moore. Trockenform. 

Wechselt von ganz kleinen zu Exemplaren von mittlerer 
Größe. 

Unterseite hell ockergelb. 

Aus Tenasserim besitze alle 3 Formen aus derselben 
Provinz, nur stammt a vom Gebirge, ß und y aus den Vor- 
bergen. (Umgebung von Tongu). 

Patria: West-Himalaya bis Tenasserim, 50 Exemplare. 
Coli. Fruhstorfer. 

g) hylas subspec. 

N. varmona de Niceville, J. As. Soc. Beng. 1900 p. 227. 
(Raupe auf Leguminosen, Erbsen). 

Stehen varmona Moore von Ceylon sehr nahe, tragen 
eine etwas breitere weiße Submarginalbinde der Hinter- 
flügel, und unterseits weniger Schwarz. 

Patria: Malabar, Karwar, Kolaba 4 (^$ Coli. Fruh- 
storfer. 

h) hylas varmona Moore. 
P. Z. S. 1872 p. 561; Lep. Ceylon 1881 p. 54, t. 28; 

Lep. Ind. 1889 p. 230. 
de Niceville, J. Bomb. N. H. Soc. 1899 p. 190; Frühst. 

1. c. p. 167. 

Stett. cntomol. Zeit. 19ü8. 



299 

Eine zierliche Inselrasse, unterseits alle weißen 
Zeichnungen ausgedehnt schwarz umgrenzt. 
Patria: Ceylon. 

i) hylas andamana Moore. 
N. and. Moore, P. Z. S. 1877 p. 586, Lep. Ind. p. 232 

t. 277. 
N. hylas and. Frühst. 1. c. p. 167. 
Eine wenig distinguierte Lokalform, sehr nahe astola 
forma adara Moore. 

Patria: Andamanen, häufig bei Pt. Blair. 

k) hylas nicoharica Moore 1877. 
N. nie. M. 1. c. t. 278, p. 233; Fruhstorfer 1. c. p. 167. 
Steht recht nahe varmona, besitzt schmälere weiße 
Binden und unterseits fehlt die submediane weiße Linie 
der Hinterflügel. 

Patria: Nicobaren. 

1) hylas mamaja Butler 1879. 
N. eurynome var. mamaja Distant, Rhop. Malay. 
p. 156, t. 16, f. 14, $, 1883. 
Hagen, B. E. Z. 1892 p. 147, Banka; Frühst. 1. c. 
Eine schwache Lokalform, die den Übergang bildet 
zu papaja Moore von Sumatra und sich nur schwer von 
astola Moore, forma adara Moore, abtrennen lassen wird. 
Patria: Malay. Halbinsel, Banka. 

m) hylas papaja Moore. 
N. p. Moore, P. Z. S. 1874 p. 570; Lep. Ind. p. 245. 
Martin und de Niceville, Butt. Sum. 1895 p. 409. 
Neptis leucothoe Martin und de Niceville 1. c. 
Neptis aceris var. Hagen, Iris 1896 p. 171. 
$? von papaja werden größer als jene von niaiuta 
Hübner; die Subapikalflecken der Vorderflügel bleiben 
jedoch kleiner und daher isolierter, ebenso verschmälert 
sich die Medianbinde der Hinterflügel, die ausgedehnter 

Stett. entomol. Zeit. 1908, 



300 

scluvarz umgürtet ist. Die gekörnten Eier werden auf Blatt- 
spitzen gelegt. 

Patria: N.-O.- und West-Sumatra. (Coli. Frühst.), 
n) hylas subspec. 

N. eurynome var. mamaja Hagen, B. E. Z. 1892 p. 147. 

N. Iwlas Frühst. 1. c. 7. Septbr. 1907 p. 175. 

Die weißen Binden außerordentlich schmal. (Fehlt 
mir, ich sah jedoch Exemplare am Museum in München 
Mai 1905, Dr. Hagen leg.). 

Patria: Banka. 

o) hylas symada Fruhstorfer. 

N. hylas sym. Frühst. 1. c. p. 175. 

Weißzeichnungen halten die Mitte zwischen Borneo- 
und Perak-Exemplare, alle Binden erheblich schmäler als 
bei papaja Moore. Submarginalbinde der Hinterflügel 
auffallend weit nach innen gerückt, stark konvex gebogen. 

Unterseite ebenso licht wie bei mamaja Butler, heller 
als bei papaja Moore. 

Patria : Riouw-Archipel, 2 <^(^, Februar 1895, Dr. 
L. Martin leg. 

p) hylas engano Doherty. 
Neptis ombalata var. engano Doh., J. As. Soc. Beng. 

1891 p. 27. 
Neptis engano Frühst., B. E. Z. 1904 p. 192. 
N. hylas eng. Frühst. 1. c. 
Grundfarbe der Unterseite dunkel-rotbraun. 
Patria: Engano (3 ,^,^ i $ April-Juli leg.), Coli. Frühst. 

q) hylas omhalata Kheil. 
N. omb. Kheil, Rhop. Ins. Nias 1884 p. 24, t. 3, f. 15, 16. 
N. h;yjas omb. Frühst. 1. c. 

Weißzeichnung ausgedehnter als bei der vorigen, Grund- 
farbe der Unterseite dunkel ockergelb. 

Stctt. eiitomol. Zeit. lüi)-!. 



PROPERTY OF 

Z. P. METCALF 301 

r) hylas hagcni Fruhstorfer. 
Neptis ombalata var. Hagen, Abh. Senckenb. Ges. 1902 

P- 336. 

N. hylas hageni Frühst. L c. p. 175. 

Weiße Binde der Hinterüügel beginnt sich bereits 
in einzehie Flecken aufzulösen. Unterseite gelblich. 

Patria : Mentawei. 

s) hylas sopatra Fruhstorfer. 

N. leucothoe matuta Shelford 1. c. p. 99, partim, Borneo. 

N. matuta Moore, N. matuta und surakarta Pagen- 
stecher, Senckenb. Abh. 1897 p. 399. 

N. hylas sop. Frühst. 1. c. p. 175. 

Die Borneo-Rasse unserer Spezies differiert von den 
übrigen macromalayischen hvlas (mit Ausnahme jener 
der Adjacent-Inseln) durch die verringerte Weißzeichnung 
und insbesondere dadurch, daß die Submarginalbinde der 
Hinterflügel sich meist völlig verdunkelt. Der weiße Zell- 
strich und die Subapikalflecken der ^'orderflügel kaum 
halb so breit als bei matuta und papaja. 

Die lebhaft ockergelbe Unterseite, die von matuta 
schon durch die kurzen weißen Basal- und Submedian- 
binden differiert, erinnert an mamaja Butler und adara 
Moore. 

Patria: N. -Borneo, Pontianak und S.-O. -Borneo, 10 (^$ 
Coli. Fruhstorfer. 

t) hylas terentia Fruhstorfer. 

N. hylas ter. Frühst. 1. c. p. 175. 

Dies ist die einzige bisher bekannt gewordene hylas 
der Philippinen, die sich wahrscheinlich auf allen Inseln 
des Jolo- Archipels findet, aber bereits in Bazilan nicht 
mehr vorkommt. 

Unterseite wie bei sopatraTdie Weißzeichnungen aber 
zierlicher, abgerundeter, isoherter. 

Habitus kleiner, Flügel rundlicher. 

Stctt. entomol. Zeit. 1908. 



302 

Tcrentia hat etwas Ähnlichkeit mit symada, von der 
sie durch die noch mehr verschmälerte, kostalwärts sich 
bereits auflösende Medianbinde der Hinterflügel und die 
gleichartigeren, oblongen Vorderflügelmakeln differiert. 

Patria: Jolo, Sulu- Archipel, 2 ci'c^ i ?, Waterstradt leg. 
Coli. Fruhstorfer. 

u) hylas maUita Hübner. 
P. leucothoe Sulz., Gesch. Ins. p. 36, t. 18, f. 2, 3, 1776. 
Cramer, IV. p. 15, t. 296, f. E. F., partim, Java, 1792. 
Herbst, Naturg. Seh. IX. p. 91, t. 239, f. 5, 6. 
Neptis surakarta Moore, P. Z. S. 1872 p. 561, Trocken- 
zeit; Lep. Ind. p. 245. 
Neptis leucothoe Moore, P. Z. S. 1872 p. 561. 
Neptis aceris Horsfield, C. L. E. I. C, t. 7, f. 9, i, pup. 
1829. 
Pagenstecher, J. N. V. Nat. 1890 p. 5. 
Fruhstorfer, B. E. Z. 1896 p. 302, Java. 
Gubener Zeitg., Juli 1897, Bah. 
Pagenstecher I. c. 1897 p. 344, 
Elwes und de Niceville, J. As. Soc. Beng. 1898 
p. 667, Bali. 
Acca matuta Hübner, Verz. p. 44, No. 392. 
Neptis leucothoe Fürbringer, Jenaische Denksch. 1894 
p. 242, Buitenzorg. 
Elwes und de Niceeville, J. As. Soc. Beng. 1898 

p. 687, Bah. 
Hagen, J. N. V. Nat. 1896 p. 185, Bawean. 
Neptis aceris Snellen, T. v. E. 1902, Bd. 45 p. 79, 

Kangean. 
N. aceris var. intermedia Fürbringer 1. c, Tjibodas. 
N. leucothoe matuta Shelf., J. Str. Brauch. R. As. 

Soc. 1905 p. 99, Java, partim. 
N. hylas mat. Frühst. 1. c. p. 175. 

St«tt. entomol. Zeit. 1908. 



303 

Matiita besitzt von allen bekannten hylas die aus- 
gedehntesten Weißzeichnungen und erinnert dadurch 
besonders an Athvnia perius perinus Fruhstorfer. 

Patria: Ost- und West- Java, bis 3000 Fuß Höhe sehr 
häufig. Baly (25. Oktbr. 1895 H. Frühst, leg.), Bawean 
(Coli. Fruhstorfer), Kangean (Snellen). 

v) hylas licinia Fruhstorfer (Tafel I Fig. 43). 

N. leucothoe Frühst., B. E. Z. 1897 p. 5. (Viel dunkler 
als solche aus Java und Baly). 

N. leucothoe Elwes und de Niceville, J. As. Soc. Beng. 
1898 p. 687, partim, Lombok. 

N. hylas lic. Frühst. 1. c. p. 175. 

Der Satellit-Inselcharakter erscheint bei dieser Form, 
wie bereits 1897 vermerkt, recht in die iVugen springend. 

Licinia verrät oberseits Ähnlichkeit mit sopatra m. 
von Borneo, von der sie durch die bei annähernd gleichem 
Habitus um mehr als ein Drittel kleineren Weißflecken 
differiert. Namentlich die Subapikalf lecken der Vorder- 
flügel treten zurück und stehen weit getrennt. 

Die Flügelunterseite zeigt fast dasselbe helle Kastanien- 
braun wie engano Doherty und viele emodes Moore. 

Patria: Lombok, sehr häufig auf Höhen von etwa 
2000 Fuß bei Sapit, von April- Juni (7 (^$ H. Frühst, leg.), 
w) hylas flaminia Fruhstorfer. 

Neptis aceris Pagenstecher, J. N. V. Nat. 1896 p. 143. 

Neptis leucothoe Elwes 1. c. p. 687. 

N. hylas flam. Frühst. 1. c. p. 175-176. 

Habituell etwas größer als licinia, Weißfleckung mar- 
kanter, Submarginalbinde der Hinterflügel prominenter. 

Unterseite wesentlich dunkler kastanienbraun. 

Patria: Sumbawa 2 (^(3" i ? Coli. Fruhstorfer. 
x) hylas cosama Fruhstorfer. 

Neptis aceris Röber 1. c. p. 307. 

N. hylas cos. Frühst. 1. c. p. 176. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



304 

Erheblich kleiner als flaminia, Weißzeichnung redu- 
zierter aber reiner und deshalb prominenter. 

Unterseite, namentlich in der Distalregion aller Flügel, 
reicher weiß gefleckt. 

Grundfärbung hält die Mitte zwischen Lombok- und 
Sumba-Exemplaren, erinnert in ihrer vorherrschend ocker- 
gelben Abtönung an die Borneoform. 

Patria: Flores, Novbr. 1896 2 c^(^ i $ A. Everett leg. 

Die nun folgenden Inselrassen besitzen alle ein matt 
dunkelkastanicnbraunes Colorit der Flügel-Unterseite. 
y) hylas alorica Frühst. Gub. Ztg, 1907 p. 183. 

Etwas kleiner als die vorige, Weißzeichnung verdunkelt 
und unterseits reduzierter als bei cosama, sonst, abgesehen 
von der kastanienbraunen Unterseite, damit identisch. 

Patria: Alor, März 1897. A. Everett leg. 
z) hylas sophaina Frühst. 1. c 

N. aceris Pag. 1. c; Elwes 1. c. 

Bedeutend kleiner als die vorigen, die Weißzeichnung 
gewinnt namentlich im Verhältnis zu den größeren Rassen 
wieder an Ausdehnung, wird prominenter und reiner. Die 
subanalen Makeln der \'orderflügel fließen manchmal zu- 
sammen, die Submarginalbinde der Hinterflügel ist stets 
breiter als bei Lombok-Exemplaren. 

Doherty hat diese. Form auf Sumba nicht gefangen. 

Patria: Sumba, Dezbr. 1896. A. Everett leg. 2 (^ 2 ? 
Coli. Fruhstorfer. 

za) hylas serapia Frühst. 1. c 

Neptis aceris Snell., T. v. E. Band 33, p. 270. 

Sehr nahe sophaina, ihr habituell gleich, Flügel jedoch 
stärker gewellt. Subapikalmakeln der Vorderflügel zu- 
sammenhängend, Subanalflecken distal tief eingekerbt statt 
abgerundet wie bei den übrigen Ay/^s- Rassen. 

Zellfleck rundhcher und Basalstrich der Vorderflügel 
kürzer als bei den übrigen micromalayanischen Inselformen. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



305 

Unterseite: Braune Submedianbinde der Hinter- 
flügel sehr breit, die weiße Submarginalbinde näher dem 
Distalrand als bei cosama und licinia und deshalbdie ante- 
marginale braune Zone stark verschmälert. 

Die relativ großen Subanalflecken der Vorderflügel 
fließen zu einer sehr breiten, distal tief eingekerbten Binde 
zusammen. 

Patria: Kalao, Dezbr. 1895 A. Everett leg. Tana, 
Djampea (Snellen). 

zb) hylas timorensis Röber. 

Neptis timor. Röb., T. v. E. 1891 p. 307. 

Mittelgroß mit sehr breiten und ungewöhnlich rein 
weißen Flecken und Binden, die in der Ausdehnung genau 
die Mitte halten zwischen jenen von sophaina m. von Sumba 
und jaculatrix. 

Unterseitenfärbung dunkler braun als bei Sumba- 
Exemplaren, mit dünnerer weißer Submedianbinde der Hinter- 
flügel-Unterseite als die vorgenannten Rassen. 

Röber hat das Vorkommen seiner timorensis, das sich 
auf die Inseln der Timor-Gruppe erstreckt, recht gut um- 
grenzt. 

Patria: Letti (Röbers Cotype), Kisser, Wetter (H. 
Kühn leg. Coli. Fruhstorfer), Timor (Type, Röber). 

zc) hylas jaculatrix Frühst. 1. c p. 183 (Taf. I. f. 3 3). 

Bei den Exemplaren von Dammer und Babber erreicht 
die Entwicklung der Weißzeichnung ihren Höhepunkt. 
Die Medianbinde der Hinterflügel wird 6 — 7 mm breit 
und dies bei $$ von 48 mm Spannweite, während die Binde 
bei der hellsten macromalayischen Form matuta bei einer 
Flügelspannung von 55 mm auch nur zu 6 — 7 mm Breite 
sich auszuweiten vermag. 

Unterseite wenig dunkler als bei timorensis. 

Patria: Dammer (Type), Babber, 4 (^(^ 2 $$ Coli. 
Fruhstorfer. 

Stott. cutoinnl. Zeit. 1908. 



306 

Mit jaculatrix findet die Reihe der Ay/^s- Subspezies 
ihr Ende. 

Auf der benachbarten Timor-Laut-Inselgruppe und in 
Neu-Guinea lebt eine Neptide, die zwar die natürhche 
Fortsetzung der hylasSerie bildet, sich aber so verändert 
hat, daß ihr Speziesrang zugeschrieben werden muß. 

Es ist dies A^. gracilis Kirsch. (Siehe pag. 307). 
zd) hylas ida Moore. 

Neptis ida Moore, P. Z. S. 1858 p. 10, t. 49, f. 7, Min- 
danao ex errore. 

Andrapana ida Moore, Lep. Ind. p. 225. 

Ida muß als der älteste Name für die als celchcnsis 
Hopffer besser bekannte große Rasse der Insel Celebes 
eintreten, die bisher merkwürdigerweise von dessen Satellit- 
inseln nicht vermeldet wurde. 

Ida erscheint in 3 Formen auf Celebes. 
a) forma ida Moore. 

Groß, stattlich, langflügelig, Unterseite mit vorherr- 
schend weißen und schmäleren hellbraunen Binden. 

Ida ist die Bergform von Nord-Celebes. 

Patria: Tondano, Minahassa. 
p) forma sphaerica Fruhstorfer. 

Neptis ida Rothschild, Iris 1892 p. 438. 

Neptis matuta var, alba Rothsch. nee Holl., Pr. Bost. 
Soc. Nat. Hist. 1890 p. 68. 

N. hylas ida forma sphaer. Frühst. 1. c. 15. Septbr. 1907. 

Groß, rundflügelig. Unterseite mit breiteren, mehr 
rotbraunen Binden. 

Berg- und Regenform von Süd-Celebes. 
Y) forma celebensis Hopffer. 

Neptis celeb. Hopff., Stett. E. Z. 1874 p. 36. 

Pagenstecher, Abh. Senckenb. p. 399, t. 18, f. 13. 

Bedeutend kleiner als a und ß, langflügelig, die Weiß- 
zeichnungen mit trübgrauen Schuppen überstreut. 

stett. entomol. Zeit. 1908. 



307 

Binden der Unterseite hell ockergelb. 

Form der Ebene, von mir in Süd-Celebes nicht be- 
obachtet, aber massenhaft gefangen in Toli-Toli, Nord- 
Celebes, Novbr.-Dezbr. 1895. 

Patria: Nord- und Süd-Celebes. 

Neptis gracilis Kirsch. 
Athyma gr. Kirsch, P. Z. S. 1885 p. 276. 
Neptis dohertyi Grose Smith, Nov. Zool. vol. II. p. 79, 

1895. 
Rhop. Exot. III., Neptis II., p. 6, f. 5, 6, ^. 

Rasalia gracilis Moore, Lep. Ind. IV. p. 45, 1899. 

Neptis gracilis Frühst., Int. Ent. Zeitschr. Guben, 
15. Septbr. 1905 p. 184. 

Der weiße Zellstrich der Vorderflügel-Oberseite und 
die Submarginalbinde der Hinterflügel fehlen entweder 
oder sind kaum kenntlich. Die Hinterflügelbinde noch 
mehr verbreitert als bei jaculatrix und steiler, die Subanal- 
flecken der Vorderflügel zu einer kompakten Binde zusam- 
mengeflossen. 

Die Unterseite bewahrt noch den Äy/rts-Charakter. 

Der oberseits fehlende Zellstrich und die Submarginal- 
binde erscheinen wieder deutlich ausgebildet und die Ver- 
wandtschaft mit jaculatrix ist evident. 

Patria: Selaru i j. Humboldtbai (Septbr. -Oktbr. 1893 
W. Doherty leg. i q Coli. Frühst., Tenimber (Smith und 
Kirsch) . 

Neptis magadha Felder. 
Reise Novar. 1867 p. 427, $. Ind. septor. 
de Niceville, Butt. Ind. 1886 p. 100. 
Bingham, Fauna India 1905 p. 328. 
Andrapana mag. Moore, Lep. Ind. 1899 p. 223, t. 273, 
f. 2— 2b, (^?. 

Stett. entoinol. Zeit. 1908. 



308 

a) magadha magadha Felder. 

N. cineracea Grose Smith, Ann. Mag. N. Hist. 1886 

p. i5i> c^- 

Nur auf Moores und Binghams Angaben vertrauend, 
die beide Zugang zu Felders Type hatten, lasse ich magadha 
als nomenklator. Typus einer Art gelten, die Butler im selben 
Jahre mit einer Figur begleitet, als charon beschrieben hat. 

Felders Exemplar muß sehr kümmerlich gewesen sein, 
weil er schreibt: ,, kleiner als nata Moore". 

Patria: Tenasserim (Moore, Bingham). 

b) magadha khasiana Moore. 

Neptis khas. Moore, P. Z. S. 1872 p. 562, t. 32, f. 7, S- 

de Niceville 1. c, Elwes P. Z. S. 1891 p. 275. 
Neptis mag. race. khasiana Bingham 1. c. 
Andrapana khasiana Moore 1. c. p. 224, t. 273, f. i — ib, (^$. 
N. nata Elwes 1. c. Karen Hills. 

Patria: Bhutan, Oberbirma (Bingham), Assam, Cachar 
5 SS Coli. Fruhstorfer. 

c) magadha annamitica nov. subspec. (Taf. I. f. 2 j)- 
Nahe charon Butler, die mir aus Singapore vorliegt, 

Weißflecken der Oberseite aller Flügel etwas reduzierter, 
rundlicher, reicher schwarz umgrenzt. Die Submarginal- 
linie der Hinterflügel ebenso obsolet wie bei khasiana Moore, 
die submarginalen Punkte der Vorderflügel etwas größer 
als bei khasiana, jedoch kleiner als bei charon Butler. 

Unterseite : Alle hellen Makeln reiner weiß, sich schärfer 
von der Grundfarbe abhebend, die violetten Binden, nament- 
lich jene der Hinterflügel, prominenter als selbst bei kha- 
siana. 

Der bei khasiana grau-weiße basale Anflug an der 
Costa der Vorderflügel rein weiß und viel breiter und länger 
als selbst bei charon. 

Diese distinkte neue Rasse, deren Charakteristica 
leichter zu sehen als deskriptiv darzustellen sind, vermittelt 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



309 

den Übergang von charon Butler der Malay. Halbinsel 
zu khasiana Moore, opalisiert unterseits mehr als irgend 
eine der macromalayischen ;;mga^/m-Rassen und etwas 
weniger als khasiana. 

Patria: S.-Annam, Xom-Gom bei Nha-Trang, Februar 
1900 (H. Fruhstorfer leg.). 

d) magadha pasiphae nov. subspec. 

Schließt sich im Zeichnungscharakter eng an charon 
Butler an, von der sie durch weitgehende Reduktion der 
Weißfleckung sofort abweicht. 

Vorderflügel. Der apikale , spitze, weiße Zellfleck 
wird ähnlich wie bei der Borneo-Rasse durch ein sehr breites 
schwarzes Querband von dem längeren Basalstrich getrennt. 

Unterseite: Basalfleck der Hinterflügel schmäler als 
bei charon und die braunschwarze Begrenzung aller weißen 
Makeln diffuser als bei den sonstigen magadha-R:\.ssen. 
Habituell präsentiert sich pasiphae als die zierlichste ma- 
gadha-FoTm. 

Patria: Ost- und West- Java, auf Höhen von 2 — 4000 
Fuß, 3 S<S 2 ?? (H. Fruhstorfer leg.). 

Magadha ist neu für die Insel, ebenso für Borneo und 
scheint sehr selten zu sein, da sie außer mir noch kein Sammler 
von Java nach Europa brachte. 

e) magadha phlyasia nov. subspec (Taf. I. Fig. 5 ^). 
Andrapana magadha Moore, Lep. Ind. III. 1898, p. 223. 
Habituell die größte bekannte magadha- Ausgabe. . Die 

Weißfleckung erscheint viel reiner, blendender und beider- 
seits dominierender als bei charon und plautia, namentlich 
werden die Submarginalbinden der Unterseite prägnanter. 
Patria: N.-O. -Sumatra, i $ Coli. Fruhstorfer. 

f) magadha plautia nov. subspec. 

Eine dunklere Form von charon mit schmäleren, mehr 
gekurvten, weißen Medianbinden der Hinterflügel. 

Stett. cntoinol. Zeit. 1908. 20 



310 

Die Unterseite nähert sich etwas annamitica m. durch 
lebhaftere rotbraune Grundfärbung und das Auftreten 
mehr violetter anstatt rein weißer Submarginalbinden. 

Patria: Nord-Borneo, Kina-Balu-Gebiet (Waterstradt 
leg.), I $ Coli. Fruhstorfer. Neu für Borneo. 
g) magadha charon Butler. 
N. charon Butler, Ann. Mag. N. H. Dezbr. 1867 p. 400, 
t. 9. f- i> ?■ 
Distant, Rhop. Malay. p. 155, f. 43, ?. 
Patria: Malay. Halbinsel. 

Neptis duryodana Moore. 
P. Z. S. 1858 p. 10, t. 49, f. 8, ^, Borneo. 
Andrapana duryod. Moore, Lep. Ind. III. p. 225, partim. 
N. duryodana Pagenst., x\bhdlg. Senckenberg. 1897 

p. 400, O. -Borneo. 
Von dieser Art existieren eine ganze Reihe von Lokal- 
rassen, die bisher entweder nicht beachtet oder erst in 
neuester Zeit aufgefunden wurden. 
Es lassen sich unterscheiden: 

a) duryodana duryodana Moore. Borneo. 

b) duryod. emesa nov. subspec. (Taf. I Fig. 6 o). 
N. duryodama var. Stdgr., Iris 1889 p. 65; Semper, 

Phil. p. 346, Paragua. 

Entfernt sich von Borneo-Exemplaren durch die stark 
verkleinerten weißen Zeichnungen, die obsoleten Submar- 
ginallinien auf allen Flügeln und die etwas breitere Median- 
binde der Hinterflügel. 

Die Flügelunterseite differiert von duryod. durch die 
lebhaft rötlich anstatt graubraune Grundfärbung und die 
prägnantere Submedianbinde. 

Patria: Palawan 3 c?c? 2 ?? W. Doherty leg. (Coli. 
Fruhstorfer). Paragua (Semper). 

Stett. ontomol. Zeit. 1908. 



311 

c) duryodana nesia nov. subspcc. 

N. duryod. var. Distant, Rhop. Malay. 1882 p. 155, 
t. 16, f. 15, ?. 
Moore 1. c. ; Martin und de Niceville, Butt. Sum. 
1895 p. 410. 
N. duryod. Elwes, P. Z. S. 1891 p. 275, Perak; Hagen, 

Iris 1896 p. 171. 
Submarginal- und Medianbinden aller Flügel aus- 
gedehnter, reiner und reicher weiß als bei den übrigen Rassen, 
was sich bei der Trockenform aus Deli auch unterseits 
bemerklich macht. 

Patria: N.-O. -Sumatra, West-Sumatra, 4 (^^ Coli. 
Fruhstorfer. Malay. Halbinsel (Distant). 

d) duryodana dike nov. subspec. 

Neptis duryodana Frühst., B. E. Z. 1896 p. 302; N. 
dur. var. Hagen, Jahrb. N. Ver. Nat. 1896 p. 186. 

Der Gegensatz zu der vorigen, alle Zeichnungen redu- 
ziert. Unterseite lichter braun, mit prominenterer, stärker 
gewellter Submedianbinde der Hinterflügel. Gestalt kleiner. 

Patria: Ost- Java, 1500 Fuß Höhe, i cj* H. Fruhstorfer 
leg. Bawean (Hagen). 

e) duryodana tullia nov. subspec 

Bei tullia ist der Inselmelanismus am weitesten vor- 
geschritten, so daß die weißen Zeichnungen auf ein Minimum 
reduziert sind und fast ebenso zarte Bänder entstehen 
als bei khasiana Moore in der juagadhaSene. 

Die Submarginallinie der Hinterflügel verdunkelt und 
erreicht kaum noch ein Drittel der Breite von duryodana 
nesia m. aus Sumatra. 

Patria: Insel Nias, nur i (^ in vielen Jahren von dort 
empfangen. 

f) duryodana paucalba Hagen. Mentawey. 

(N. pac. Hagen, Abh. Senckenb. 1902 p. 336, t. i, f. 11 ^.) 
Kleiner als tulHa, Weißzeichnung diffuser. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 20* 



312 

Neptis nata Moore. 
C. Lep. E. I. C. Mus. 1857 P- 168, t. 4a, f. 6, ^, 
Borneo. 
Diese häufige Art findet sich in fast allen Sendungen, 
die aus Sumatra und Borneo nach Europa gelangen, nur 
in Java war sie enorm selten und aus Tonkin brachte ich 
auch nur einen o i^it. 

Lokalrassen lassen sich abzweigen. 

a) nata leucoporos nov. subspec. (Taf. II Fig. 7 j). 
Die zeichnungsärmste der bekannten Rassen, mit 

stark verschmälerten, weißen Binden und bis zu bloßen 
Punkten reduzierten Subapical- und Submedianflecken. 

Das weiße Dreieck vor dem Zelläpex der Vorderflügel 
durch einen viel breiteren, schwarzen Querfleck vom Basal- 
strich getrennt als bei den übrigen Formen. 

Unterseite dunkler braun mit tiefschwarzen Sub- 
medianbinden. 

Patria: Tonkin, • Chiem - Hoa, August-Septbr. 1900. 
H. Fruhstorfer leg. 

b) nata cresina nov. subspec. 

Neptis nata Distant, Rhop. Malay. 1883 p. 154, t. 18, 

f. i; Hagen, Iris 1896 p. 171. 
Neptis nata Moore 1. c. p. 243, t. 286, f. la— c und d — g 

dry und wet season form, partim. 
Neptis nata Bingham, Fauna India 1905 p. 329; Martin 

und de Nicevihe, Butt. Sum. 1895 p. 410. 
Nata der malayischen Halbinsel sind nicht identisch 
mit typischen 7iata Moore aus Borneo, sondern differieren 
durch rundlicheren Flügelschnitt, und die mehr schwarze 
als rotbraune Grundfärbung der Unterseite. Die Weiß- 
zeichnung der Flügel ist reiner, schärfer abgesetzt und 
milchiger blau anstatt grau oder gelblich angehaucht. 

Stett. ciitomol. Zeit. 1908. 



3 1 :} 

Die weißen 'Wjrderflügelfleckeii werden zudem zier- 
licher, jene der Hinterflügel besonders unterseits prägnanter. 

Patria: 6 <^^ ex Museo Singapore in Singapore ge- 
sammelt. Sumatra, Deli, i S^ Coli. Fruhstorfer. 

N. cresina forma agathyllis und N. nata forma ra- 
silis novae. 

Eine Reihe von 8 ^<^ einer Neptis aus der nata-Gruppe 
aus höheren Lagen West-Sumatras kontrastiert von nata 
cresina-^S ^^nd insbesondere den spitzflügeligen nata nata-^,^ 
durch ansehnlichere Größe und noch vollständiger ab- 
gerundete Flügelform. 

Der Apikalfleck und Basalstrich in der Vorderflügelzelle 
sind entweder völlig zusammengeschmolzen oder erscheinen 
nur durch eine dünne Linie getrennt, und ist selbst ober- 
seits die Absonderung noch eine relativ deutliche, ver- 
schwindet sie unterseits wieder. 

Unterseite: Der Basalstrich am Costalrand der Hinter- 
flügel länger, viel breiter und reiner weiß, ebenso der bei 
nata manchmal völlig obsolete Subbasalstreifen, und da 
auch die Submedian- und Submarginalbinde der Vorder- 
flügel lebhafter hervortreten, charakterisiert sich agathyllis 
als eine distinkte Form, die anscheinend nur die Bergregion 
bewohnt, da sie in analogen Exemplaren auch am Kina-Balu 
als die weitaus häufigste Neptis vorkommt. 

Die der agathyllis analoge Bergform aus Borneo nenne 
rasilis nova forma. 

Rasilis differenziert sich von agathyllis durch die nur 
wenig schmäleren, weißen Hinterflügelbinden. 

Agathyllis scheint auch in Birma vorzukommen, man 
vergleiche Moore, Lep. Ind. p. 244 und taf. 286, f. d und e. 

Patria: Vulkan Singalang, West-Sumatra, 4000 Fuß; 
Montes Battak i ?, Mergui, Birma (Moore), 
c) nata aletophone nov. subspec. 

Neptis nata Frühst., B. E. Z. 1896 p. 302. 

Stelt. entomol. Zeit. 1908, 



3U 

Aldüphonc erinnert dnrch die lange, schmale Flügel- 
form an typische nata von Borneo, mit denen sie oberseits, 
abgesehen von der reinen nnd leicht blau opalisierenden 
Wei ßf leckung, übereinstimmt. 

Die Unterseite differiert jedoch erheblich durch die 
rötlichere statt grau- oder braunschwarze Grundfärbung, 
die viel stärker gewellte Submarginallinie der Vorderflügel 
und die fast rötlich violetten, prominenteren Submedian- 
und Submarginalbinden der Hinterflügel. 

Patria: West- und Ost- Java. 

Aletophone zählt auf Java zu den Seltenheiten. Ich 
besitze zur Zeit nur 2 $$ vom Vulkan Gede aus 4000 Fuß 
und I ? aus Ost- Java aus 2000 Fuß Meereshöhe. 

d) nata egestas nov. subspec. 

J$. Egestas erinnert an hucoporos m., von der sie 
durch die etwas breitere weiße Submarginalbinde der Hinter- 
flügel zu trennen ist. 

Alle Makeln und Binden erscheinen sonst ärmlicher 
als bei nata nata, namentlich jene der Vorderflügel viel 
kürzer, rundlicher und weiter getrennt stehend. 

Grundfarbe der Unterseite rot anstatt schwarzbraun. 

Patria: S.-O. -Borneo cJ$ Coli. Fruhstorfer. 

e) nata nata Moore. N. -Borneo. 

Neptis nandina Moore. 
C. Lep. E. I. C. Mus. 1857 P- 168, t. IVa, f. 7; Java- 
(Type), Darjeeling ex errore. Fruhstorfer, B. E. Z. 
1896 p. 302, Java. 
Diese Spezies, ursprünglich von ,,Java und Darjeeling" 
beschrieben, ist von den Philippinen bis zu den Andamanen, 
in Macro- und Micromalayana verbreitet und zirkulieren 
deren Ausläufer unter einer Unzahl Namen als verschiedene 
,, Spezies". 

Bingham hat in die Formen des indischen Kaiserreichs 
klärende Ordnung gebracht, faßt die dort vorkommenden 

Stctt. entoinol. Zeit. 1908 



315 

Rassen jedoch unter dem Zweitältesten Namen ,,so;;ic?" 
Moore zusammen, an dessen Stelle jetzt nandina gesetzt wird. 

Yow Nord nach Süden gehend existieren folgende 
nandi}ia-Z\\t'\gQ: 

a) na)idina iloccma Felder. Luzon. 

Semper irrt, wenn er diese Form als zu accris-Gruppe 
gehörig rechnet. Aceris scheint auf den Philippinen nörd- 
licher als bis Jolo nicht zu gehen. 

a) forma nivescens nom. nov. (Trockenform) 
für Sempers fig. 4, t. 29, Schmett. Phil. 1886. 

Besitzt breitere weiße Binden als Exemplare der 
Regen form. 

Der Abbildung nach dürfte pampanga Felder als weitere 
Lokal- oder Zeitform an nandina anzugliedern sein. 

Ich kann jedoch nicht feststellen, ob ilocana oder pam- 
panga zuerst beschrieben wurde. 

b) nandina cymela Felder. Luzon. 

Den Abbildungen Sempers zufolge glaube ich cyuicia 
als große Lokal- und Regenform zu nandina stellen zu 
dürfen. 

Nach Semper, Nachtrag p. 345, existiert cynicla auch 
auf Polillo, hat sich dort nach meiner Auffassung aber 
sicherlich bereits zu einer weiteren Lokalform umgebildet. 

c) nandina cyra Felder, N.-O. -Luzon. 

ist eine weitere Lokalrasse, wenn nicht die ,,dry season 
form" von cymela. 

d) nandina mindorana Felder. 
Semper, p. 146 und p. 346. 

Neptis gononata Semper p. 346 ist dazu die ,,dry season 
form". 

e) nandina negrosiana nov. subspec. Insel Negros. 
Nahe ilocana 7orma nivescens m., Binden jedoch etwas 

schmäler, die Subapikalflecken der Vorderflügel länger 
und spitzer als bei ilocana und mindorana, 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



31|i 

Ncgi'osiana hält in der Färbung und Zeiclniung, be- 
sonders der Flügelunterseite, die Mitte zwischen ilocana 
und niindorana. 

f) nandina boholica nom. nov. 

N. gononata Semper, p. 145, f. 8-9, t. 29. 
■ Neptis boholica Moore, Lep. Ind. p. 246, nom. nud. 

Boholica bildet den Übergang von den Exemplaren 
der Nord- zu jenen der Süd-Philippinen und weicht von 
den Nordformen durch rundlichere nnd reduziertere Weiß- 
flecken auf allen Flügeln ab. 

Patria: Bohol, Cebu (?). 

g) nandina pseudosoma nom. nov. 

Neptis soma Semper 1. c. p. 146, t. 29, f. 10, 11. 

Neptis pseudosoma Moore 1. c. nom. nud. 

Pseudosoma habituell kleiner als alle vorhergenannten 
Philippinenrassen, erscheint gelegentlich oberseits mit asch- 
grauem Anflug (Exempl. der Trockenzeit), zudem ist diese 
Form unterseits dunkler .braun gestreift. 

Patria: Mindanao. 
h) nandina solygeia nov. subspec 

Neptis soma Semper 1. c. p. 146, Jolo. 

Solygeia ist die dunkelste, der mir bekannten Philip- 
pinenrassen, und sofort kenntlich an den langen, schmalen 
Vorderflügeln. 

Die Flecken der Vorderflügelzelle fließen zusammen, 
die weißen Zeichnungen bedecken sich mit graubraunen 
Schuppen. 

Unterseite : Der mit dem Costalrand der Vorderflügel 
parallel laufende weiße Streifen wird doppelt so lang als 
bei lizana und pseudosoma und sämtliche Binden ver- 
schmälern sich. 

Patria: Jolo (Waterstradt leg.). 

Stett. cntomol. Zeit. 19ÜS. 



317 



i) nandina parthica nov. subspec. 

Die prägnanteste Rasse der Süd-Philippinen findet 
sich auf Palawan, wo ähnlich wie in Luzon und auf dem 
Festlande von Vorder- und Hinter-Indien zwei Zeitformen 
auftreten. 

Die stattlichere Regenform bezeichne als 
forma parthica. 

Neptis mindorana Staudgr., Iris 1889 p. 65. 

Neptis ilocana Semper 1. c. p. 346. 

Oberseits dunkler als mindorana, unten heller rotbraun. 
und dadurch auch von lizana m. und solygcia m. zu trennen. 

Zellstreifen rein weiß, nicht grau überschattet wie 
bei lizana und solygeia; Weißfleckung sonst wie bei diesen. 
Die Submedianbinde der Hinterflügel-Unterseite stärker 
gewellt als bei lizana, weniger als bei mindorana. 
forma somula. 

Neptis soma var. gononata Stdgr. 1. c. ; Semper, p. 346. 

Neptis somula Stdgr. i. 1. 

Habituell kleiner, schmalflügeliger als parthica, in der 
Gesamterscheinung an gononata Butler erinnernd, wie sie 
Distant, t. 18, f. 2, abbildet. 

Die Submarginalbinde der Hinterflügel und der Zell- 
strich der Vorderflügel schmäler als auf Distants Figur. 

Unterseite dunkler als bei parthica, mehr rauchbraun, 
meine 8 Exemplare statt zwei nur mit einer weißen Ante- 
marginalbinde, wie sie parthica und alle andern ilocana 
benachbarten Rassen aufweisen. 

Man könnte versucht sein, in dem Fehlen dieser Linie 
ein Artmerkmal zu finden, bei meinen indischen Stücken 
wechseln jedoch Exemplare mit einfachen und doppelten 
Linien so häufig ab, daß die Linien als Trennungscharakter 
nicht zu verwerten sind. 

Patria: Palawan, 8 ^^ der Regen-, 8 ^9. der Trocken- 
form. W. Doherty, A. Everett leg. in Coli. Fruhstorfer. 
Paragua, Domoran, Cuyo. 

Stett. entomol. Zeit. 1008. 



318 

Diircli obige Aufzählung sind 7 Arten zum \^erschwinden 
gebracht, an deren Stelle 9 — 10 geograph. Rassen treten, 
die sich von Nord nach Süden auf den einzelnen Inselgruppen 
abstufen und das ^Maximum an Formenreichtum auf Luzon 
besitzen, wo die klimatischen Extreme am energischsten 
einzuwirken vermögen. 

Die Serie der genannten Inselrassen wird einmal ver- 
doppelt und verdreifacht werden, wenn die Amerikaner 
ihren neuen Kolonialbesitz ebenso gründlich durchforschen 
wie ihr Heimatland. 

Ehe ich nun die Philippinen verlasse und zu den fest- 
ländischen und malayischen Rassen übergehe, möchte ich 
noch darauf hinweisen, daß die A'ariabilität der nandina- 
Formen den früheren Autoren u n ü b e r w i n d 1 i c h e 
Schwierigkeiten zu deren Erklärung bot. 

Ließ doch Semper im Haupttext noch folgende 7 Neptis 
„Spezies" gelten. 

cymela auf Luzon, 

gononata auf Bohol, Cebu, ]\Iindanao, 

pampanga auf N.-W. -Luzon, 

soma auf Mindanao, 

mindorana auf Mindoro, 

ilocana auf Luzon, Cebu, Bohol etc., 

cyra auf N.-O. -Luzon. 
Im Nachtrag p. 345 — 346 erwähnt Semper dann noch: 

cymela auf Polillo, 

gononata auf Mindoro. 

soma auf Paragua, Palawan, 

ilocana von Polillo und der Cuyos-Inselgruppe. 

Wie schon oben bemerkt, gehören alle vorgenannten 
7 Semperschen ,, Spezies" als Inselrassen oder Zeitformen 
zu nandina. Von diesen ist soma aus Indien beschrieben, 
^ebt aber nach Semper auf Mindanao, Paragua und Palawan. 

Stctt. entoiaol. Zeit. 1908. 



319 

Gononata. die nur in Perak zu Hause ist, geht nach Semper 
von Mindoro über Bohol auch bis Mindanao. Dazwischen 
findet sich dann mindorana. Ilocana hinwiederum kommt 
nach Semper auf den Nord-Phihppinen, in Luzon und dann 
unvermittelt auf den Cuyos-Inseln im äußersten Süd-Westen 
des Archipels vor. Das wäre eine beispiellos diskontinuier- 
liche Verbreitung und die Philippinen-Inseln müßten ein 
wahres Labyrinth für Neptiden sein. 

Wenn wir aber konstatieren, daß Semper mit soma 
und gononata die jeweiligen Intermediat- und Trocken- 
formen der betreffenden Inselrassen bezeichnete, ist der 
Ariadnefaden schnell gefunden, da sich die übrigen Semper- 
schen Spezies aus denjenigen insularen Subspezies rekru- 
tieren, die wir oben an nandina angegliedert finden. 

Dieses Festhalten am ,, Speziesbegriff" hat in den 
letzten 3 Dezennien des verflossenen Jahrhunderts viel 
Wirrwarr gestiftet. ,, Lokalvarietäten", d. h. die jetzigen 
Subspezies schienen nach der damaligen Auffassung nur 
in Europa zu existieren, für die Tropen ließ man nur ,, Arten" 
gelten, und ,,Art" war alles, was von bereits bekannten 
und in Sammlungen existierenden Exemplaren so erheblich 
differierte, daß es dem betr. Autor auffiel. 

Erschienen die Charakteristica dann einem späteren 
Revisor der so kreierten Spezies genugsam hervortretend, 
wurde die Art anerkannt, war dessen Auge weniger geübt 
als jenes des Vorgängers, wurde synonymiert. 

L^nd wie behandelte man geographische Distanzen! 
Gononata aus Perak beschrieben, ließ man auf Palawan 
und Bohol vorkommen! 

Wie würde man sich aber aufgelehnt haben, wenn 
jemand Argynnis elisa in ein Verzeichnis der Schmetter- 
linge von Greta oder Smyrna aufgenommen hätte, und doch 
ist die Entfernung dieser Lokalitäten eine geringere. 

Stctt. entomol. Zeit. 190S. 



320 

k) nandina apharea nov. subspec. 

Neptis susriita und nadina Martin und de Niccvillc, 
Butt. Sumatra, 1895 p. 410. 

Neptis susruta Hagen, Iris 1896 p. 171. 

Sumatranisdie nandina nähern sich gononata Butler 
von der malayischen Halbinsel, von denen sie durch fast 
schwarz, statt gelbbraune Grundfarbe der Flügel-Unterseite 
differieren. 

Durch diese dunklere Unterseite entfernen sie sich 
auch solchermaßen von nandina aus Java, daß de Niceville 
sogar das Vorkommen von nandina auf Sumatra bezweifelte ! 

Von javanischen und Borneo-Exemplaren weicht apharea 
noch ab durch die zierlicheren und rundlicheren Weiß- 
flecken der Vorderflügel, insbesondere der beiden Sub- 
apikalmakeln. 

Patria: N.-O.- und W. -Sumatra 4 c^$ Coli. Fruhstorfer. 
1) nandina ila nov. subspec. 

Neptis susruta Shelford, J. R. As. Soc. 1905 p. 99. 

Sehr nahe apharea, Weißfleckung etwas ausgedehnter, 
robuster, unregelmäßiger. 

Grundfarbe der Unterseite tiefer schwarzbraun. 

Patria : Kina-Balu, Nord-Borneo, 8 cJ$ Waterstradt leg. 
m) nandina nandina Moore. 

Neptis nandina Frühst., B. E. Z. 1896 p. 302; N. adipala, 
susruta und soma Frühst. 1. c. 

Patria: Ost- und West-Java. 

Trotz der Verschiedenheit der Verhältnisse von Ost- 
und West- Java haben sich bei dieser sonst so zu Variationen 
neigenden Spezies keine Lokalrassen auf Java selbst ent- 
wickelt, ja nicht einmal die Exemplare der Trockenzeit 
weichen so erheblich von jenen der Regenperiode ab, 
daß sie einen Namen verdienten. 

Moore bildet die Regenform ab, die dry season nandina 
sind nur wenig kleiner und unterseits fahler. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



321 

n) nandina subspec. 
Neptis susruta Elwes und de Niceville, J. As. Soc. 

Beng. 1898 p. 687. 
Weil genannte Autoren schreiben, daß Baly-Exemplare 
„absolut übereinstimmen" mit Sumatranern, vermute ich, 
daß sie von javanischen abweichen, da Elwes sonst sicher 
auf die t^bereinstimmung mit der javanischen Schwester- 
form nandina Moore hingewiesen hätte, 
o) nandina sumba Doherty. 
Neptis nandina var. sumba Doh., J. As. Soc. Beng. 
1891 p. 175; Elwes 1. c; Pagenstecher, Jahrb. N. 
Ver. Nat. 1896 p. 143. 
Doherty hat mit gutem Blick siimha zu nandina gestellt, 
seinen glücklichen Einfall aber dadurch wieder abgeschwächt, 
daß er im Text sumba mit der gänzlich verschiedenen, 
gemeinen javanischen leucothoe {hylas matuta Hübn.) und 
vannona Moore von Ceylon vergleicht. 

Mir fehlt sumba; auch Pagenstecher empfing sie nicht 
von dort. 

Patria : Insel Sumba. 

p) nandina florcnsis Snellen. 
N. fl. Snellen, T. v. E. 1891 p. 238; Pagenstecher 1. c. 
Snehen hat sehr richtig die Ähnlichkeit mit adipala 
Moore, der indischen nandina-Rasse, erkannt, schien aber 
nach Pagenstecher florensis später nicht mehr aufrecht 
erhalten zu wollen. 
Patria: Flores. 

q) nandina jucundiora nov. subspec 
Neptis sumba Frühst., B. E. Z. 1897 p. 5, Lombok. 
N. nandina Pagenst. 1. c, Sumbawa; Elwes 1. c, i ^, 

Sambawa. 
Habituell bedeutend größer als nandina von Java, 
mit breiteren Weißzeichnungen und charakterisiert durch 
das fröhliche, lebhafte Rotbraun der Flügelunterseite. 

Stett. entomol. Zeit. 190S. 



322 

Patria: Lombok, auf 2 — 4000 Fuß Höhe; 7 (^$ (April- 
Juni) H. Fruhstorfer leg.; ^J? Sumbawa (Coli. Fruhstorfer). 
r) nandina meridiei Doherty. 
Neptis soma var. meridiei Doh., J. As. S. Beng. 1891 p.26. 
N. soma meridiei Frühst., B. E. Z. 1904 p. 192. 
Steht der südindischen soma, forma adipala Moore, 
viel näher als irgend einer der bekannten malayischen 
Inselrassen. 

Die Weißzeichnung ist fast ebenso reduziert wie bei 
den siamesischen nadina tushita Fruhstorfer. 
Patria: Engano 2 (^9 Coli. Fruhstorfer. 

s) nandina clinia Moore. 
Neptis soma race clinia Bingham, Fauna India p. 330. 

forma mananda Moore (wet season). 
Lep. Ind. p. 239, t. id-g, ^^. 

forma clinia Moore (clry season). 
Patria: Andamanen. 

t) nandina hampsoni Moore. S. -Indien, Nilgeris. 
Neptis soma race hampsoni Bingham, Fauna India 
p. 330, t. 9, f. 67, S- 
u) nandina kallaura Moore. 
Neptis kallaura Moore, Tr. Ent. Soc. 1881 p. 309. 
de Niceville, Butt. Ind. 1886 p. 103. J. As. Soc. 

Beng. 1900 p. 228, larva, pupa. 

Moore, Lep. Ind. III. 1896 p. 237, t. 281, f. 2-2b. 

Neptis soma race kallaura Bingham, Fauna India p. 331.' 

Diese Rasse ist bisher nur aus Travancore bekannt 

geworden. Die Raupe lebt auf Malvaceen, Legumimosen 

und Nesselge wachsen, hat die Gewohnheiten der N. jumhah- 

Moore-Raupe und sowohl Raupe wie Puppe ähneln jenen 

von jumhah. 

v) nandina soma Moore. 
Neptis susruta, adipala und nandina de Niceville, 
Gazetteer 1894 p. 138. 

Stett. cntomol. Zeit. 1908. 



323 

Neptis soma Bingham 1. c; N. susruta de Niceville, 

J. B. N. H. Soc. 1897 p. 371. 
Neptis nandina Elwes, P. Z. S. 1891 p. 276, Birma. 
Soma (1858) zählt zu den variabelsten indischen Nep- 
tiden, und gaben deren einzelne Zeitformen Anlaß zu Be- 
nennung von mehreren „Arten" alten Styls. 

Angenehmerweise ist kein einziger der Namen über- 
flüssig, da als nomenclatorische Typen dieser Arten so 
ausgesprochene Zeitformen gewählt wurden, daß es nament- 
lich an Hand der Mooreschen Figuren leicht ist, deren Ex- 
treme zu bestimmen. 

Es ist Binghams großes Verdienst alle indischen soma- 
Formen unter einen Hut gebracht zu haben, um so mehr, 
als Moore noch 1896 versuchte, sowohl soma als auch adipala 
und susruta in je zwei Zeitformen zu zerlegen, eine Sisyphus- 
Arbeit, die schon deshalb vergeblich ist, weil eben soma 
die Regenform, adipala die Intermediat- und susruta die 
extreme Trockenform einer Spezies darstellen. 
Wir haben es zutun mit 

a. soma, forma soma Moore 1858. 
Moore 1. c. t. 284, f. i-if. 

Von Moores Typen stellen nur id und if wirklich 
typische soma dar, jene Exemplare der Regenzeit, deren 
Weißflecken fast verschwinden und noch dazu grau über- 
pudert erscheinen. 

Die dunkelsten Exemplare kommen in Assam vor. 
Die übrigen Mooreschen Abbildungen stellen bereits Über- 
gänge dar zu 

ß, soma, forma adipala Moore. 
Moore 1. c, t. 285, f. i-ig. 
Adipala kommen am häufigsten nach Europa. 
Unter ihnen existieren bereits recht kleine Exemplare, 
die aber unterseits immer noch etwas rotbraune Färbung 
bewahren. 

Stett. cntomol. Zeit. 1908. 



324 

y. soma, forma susruta Moore. 

Moore 1. c, t. 283, fig. i-if. 

Susruta wird wegen der gelben anstatt rötlichen Unter- 
seitenfärbung häufig mit Neptis hylas L. verwechselt. 

Patria: Vom Kumaon-Himalaya bis Assam und Birma. 
80 Exemplare in allen Abstufungen in Coli. Fruhstorfer. 
w) nandina leuconota Butler 1879. 
forma leuconota Butler. Regenform. 

Neptis leuconota Distant, Rhop. Malay. p. 154, t. 17, 
f. 14. 1883. 
-- (i. forma gonouata Butler. 

Distant 1. c, t. 18, f. 2. 

Patria: Malayische Halbinsel, Tenasserim. 

x) nandina tushita nov. subspec. (Taf. II Fig. 8 ,j). 

Neptis adipala, soma und susruta Elwes und de Nicev., 
J. As. Soc. Beng. 1886 p. 425, Ponsekai. 

Grundfarbe tiefer schwarz und die Weißzeichnungen 
leuchtender als bei nordindischen Exemplaren. 

Zellstrich der Vorderflügel fast völlig verschwun- 
den, ebenso wird die Submarginalbinde der Hinterflügel 
obsolet. 

Unterseite intensiver und dabei doch dunkler rotbraun 
als Indier und alle Weißflecken zierlicher ausgelegt. 

Von tushita existieren 4 Formen. 

a. forma tushita, die Regenform analog soma, forma 
soma Moore von Vorderindien. 

^. forma adipalina, eine Intermediatform vom Habitus 
der großen adipala Moore, aber mit entsprechend schmäleren 
Binden und gelbrötlicher Unterseite. 

y. forma gonatina, eine Trockenform, ähnlich gononata 
Butler von der malayischen Halbinsel und kleinen dunklen 
susruta Moore. Binden aber reiner weiß und schmäler, 
Vorderflügelflecken rundlicher und zierlicher. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



325 

6. forma susrutina, die extreme Trockenform. 

Neptis clinia Driice, P. Z. S. 1874 p. 105, Chentabun. 

Entsprechend kleinen susruta Moore mit hellgelb- 
lichen, an hylas L. erinnernder Unterseite. 

Patria: Siam, Jan. -Febr. 1901 H. Fruhstorfer leg. 

Die Form adipalina stammt aus S.-Annam, Xom-Gom, 
Februar 1900 von mir gefangen. 20 (^$ in Coli. Fruhstorfer. 
y) nandina acala nov. subspec. 

N. nandina Oberthür, Et. Ent. 1893 p: 10. 

Die Tonkin-Ausgabe der iiandina steht habituell sonia, 
forma soma Moore näher als tushita und charakterisiert 
sich durch noch schmälere Ouerbinden, und die düstere 
Vorderflügelfleckung, die nicht wie bei tushita rein weiß 
bleibt, sondern grau beschattet erscheint. Die Submarginal- 
binde der Hinterflügel-Oberseite wird breiter als bei tushita, 
die Grundfärbung der Unterseite noch dunkler als selbst 
soma aus Assam. 

3 Formen verdienen Erwähnung. 

a. forma acala, Regenform, analog soma Moore. 

Aug.-Septbr. 1900. Chiem-Hoa. 

ß. forma pscudadipala, Intermediatform, 

(Neptis soma Oberthür 1. c.) 
analog adipala Moore, mit breiteren Binden als die vorige, 
aber gleich ansehnlich, Weißzeichnungen braungrau an- 
geflogen, Unterseite fahl grau-braun. 

Juni-Juli 1900. Than-Moi. 

y. forma acalina, Trockenform, analog kleinen, dunklen 
susruta von Indien und gonatina von Siam. Von letzteren 
abweichend durch die grau verschleierten Binden der Flügel- 
Oberseite. 

Juni-September. 

Patria: Tonkin. 16 ^J? Coli. Fruhstorfer. 
z) nandina tihetana Moore. 

Neptis tib. Moore, Lep. Ind. III. 1899 p. 245. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 21 



326 

Wenngleich ich nicht glauben kann, daß west-chinesische 
Exemplare identisch sind mit tibetanischen, lasse ich hier 
Moores tihetana für beide Lokalitäten gelten. 

In meiner Sammlung befinden sich zwei Zeitformen: 
tihetana, a) forma tibetana (Trockenform). 

Neptis susruta Leech, Butt. China p. 204, t. 19, f. 9. 
tihetana, ^) forma capnodes (Regenform). 

Neptis adipala Leech, 1. c. p. 205, f. 10 und Neptis 
soma Leech, p. 204, f. 7. 

Alle Weißzeichnungen verschmälert, auf den Vorder- 
flügeln rauchbraun, auf den Hinterflügeln gelblich an- 
geflogen. 

Patria: Szetchuan, W. -China, 2 00 Coli. Fruhstorfer. 

Tihetana präsentiert sich als die stattlichste kontinentale 
Neptis nandina-Rü.sse, vorausgesetzt, daß Tibetexemplare 
ebenso entwickelt sind als mir vorliegende West-Chinesen. 
Moore bezieht sich in seiner Beschreibung leider niclit auf 
Leechs Figuren, mit deren Hilfe die einzelnen Zeitformen 
leicht zu unterscheiden sind. 

Patria: S.- und W. -China, Hongkong, Novbr. 1899 
H. Fruhstorfer leg. 

za) nandina nov. subspec. Formosa.*) 

Neptis duryodana Matsumura, Ann. Zool. 1906 p. 8. 

Da duryodana über die malayische Inselwelt kaum 
hinausgeht, vermute ich in der obigen eine nandina-¥orm. 
zb) nandina miegomegethes Holland. 

Neptis micromegethes Holl., Tr. Am. Ent. Soc. 1878 
p. 118. 

Neptis leuconota Crowley, P. Z. S. 1900 p. 507. 

Patria: Hainan. 

Neptis mahendra Moore. 
P. Z. S. 1872 p. 560; Lep. Ind. p. 234, t. 279, f. i-ig. 
Bingham, Fauna India p. 329, t. 9, f. 65. 



*) Siehe Nachtrag. 
Stett. entomol. Zeit. 1908. 



327 

de Niceville, J. Bomb. Nat. Hist. Soc. 1897 p. 371, 

Mussourie 7000 Fuß rare. 
Mahendra besitze ich nicht,*) nach Moores Figuren 
wäre ich versucht, 

Neptis yerburyi Butler 
(P. Z. S. 1886 p. 360; de Niceville 1. c. common, März- 
Juni- September Mussourie) 
für eine Lokal- oder Zeitform von mahendra zu halten, 
wenn aber alle mahendra einen zweiteiligen Zellstrich der 
Vorderflügel besitzen, wie ihn Binghams Figur von ma- 
hendra zeigt, bleibt yerburyi als Art bestehen.*) Leechs Figur 
von mahendra extensa zeigt diese Unterbrechung nicht. 

Ehe mir weiteres Material zugänglich wird, muß ich 
mich auf Leech verlassen und wie folgt gruppieren : 
mahendra mahendra Moore. N.-W.-Himalaya. 
mahendra subspec. Formosa. 
Neptis mah. Matsumura, Annot. Zool. Jap. 1906 p. 8; 
Miyake, ibid. 1907 p. 61, Formosa. 
mahendra extensa Leech. W. -China. 
Leech, 1. c. p. 202, t. 19, f. 5. 

yerburyi yerburyi'^) Butler, Kashmir, Sikkim (20 ^^ 
Coli. Frühst.), Tenasserim, Tandong, 4000 Fuß, Mai 1901 
(H. Fruhstorfer leg.). 

yerburyi clinioides de Niceville. 
N. clinioides de Niceville, J. As. Soc. Beng. 1894 p. 6, 
t. I, f. 8. 
Martin und de Niceville, Butt. Sum. 1895 p. 410; 
Hagen, Iris 1896 p. 171. 
Moore, Lep. Ind. p. 245. 
De Niceville kam sich über die Zugehörigkeit dieser 
distinkten Lokalform nicht recht zur Klarheit. Die am 
oberen, kostalen Teil ungemein verbreiterte Medianbinde, 



*) Siehe Nachtrag. 
Stett. eutomol. Zeit. 1908. 21- 



328 

die außer ycrburyi und mahcnära keine andere Neptis auf- 
zuweisen hat, läßt aber auf deren Verwandtschaft mit 
yerhuryi schheßen. 

Patria: N.-O. -Sumatra, Montes Battak, i S Dr. Martin 
leg. Coh. Fruhstorfer. 

yerhuryi nisaea de Niceville. 

Neptis nisaea de Niceville 1. c. p. 7, t. i, f. 9. 

Fruhstorfer, B. E. Z. 1896 p. 302; Moore, Lep. Ind. 1. c. 

Diese ausgezeichnete Lokalform differiert viel erheb- 
licher von clinioides als die zitierte Figur erkennen läßt. 

Nisaea nach den von mir aufgefundenen Exemplaren 
beschrieben, bewohnt ausschließlich West-Java, wo ich 
sie am Gede in Höhen von 4-5000 Fuß antraf. 

Patria: West- Java 7 SS H. Fruhstorfer leg. 

Neptis jumbah Moore. 

Über die Zweigrassen dieser interessanten Art herrscht 
noch völlige Unsicherheit, denn alle neueren englischen 
Autoren neigen zu der Ansicht, daß Ceylon-Exemplare 
identisch seien mit solchen von Süd-Indien und den An- 
damancn. 

Ein genaues Studium des Materials am British Museum 
und meiner eigenen Serien führen mich aber zu der Über- 
zeugung, daß jumbah in mindestens 4 geographische Formen 
sich auflösen läßt. 

Übrigens gibt Moore selbst den wichtigsten Finger- 
zeig für die Differenzierung der südindischen Rasse, von 
der er Lep. Ind., t. 272, f. i, die in Kanara gezogene Raupe 
abbildet, die im Kolorit ganz wesentlich abweicht von f. la, 
welche die Raupe aus Ceylon darstellt. 

Die südindische Raupe besitzt einen roten, die ceylone- 
sische ju)}ibah-R3.upe einen braunen Kopf; die Dorsalstreifen 
sind grün auf gelblichem Untergrund, jene von jumbah 
einfarbig braun. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



329 

Ich verteile demnach die fraghchcn Rassen unbedenkhch 
wie folgt : 

a) jumhah junihah Moore. 

N. jumbah Moore, Cat. Lep. E. I. C. Mus. 1857 p. 167 
(North India). 
Marshall und de Niceville, Butt. Ind. III. 886 p. 106. 
Neptis jumbah Davidson und Aitken, J. B. N. H. 
Soc. 1890 p. 273. 
de Niceville, J. As. Soc. Beng. 1900 p. 229. (Nach- 
weis von 13 Futterpflanzen aus den Familien 
der Malvaceae, Sterculiaceae, Tiliaceae, Rham- 
neae, Leguminosae und Urticaceae.) 
Bingham, 1. c. partim, f. 60, (^, Beng. Süd-Indien. 
Andrapana jumbah Moore, 1. c. p. 220-222 Text, partim, 
die Figuren der Imagos auf T. 272 gehören aber alle 
hierher. 
Neptis jumbah Moore, Pr. Z. Soc. 1858 p. 7. 
Jumbah differiert durch die ausgedehntere Weißfleckung 
der Vorderflügel und die breiteren Mittelbinden der Hinter- 
flügel ganz wesentlich von den viel dunkleren Ceylonstücken 
[nalanda m.), deren Binden nicht nur reduziert, sondern 
zumeist noch schwärzlich bepudert erscheinen. 

Patria: Nord-Indien (Type Moore), Karwar Aug.; 
Malabar und Coromandelküste, i 3 $9 Coli. Fruhstorfer; 
Kalkutta (gemein), Süd-Indien, geht in den Nilgheries 
bis 5000 Fuß Höhe. Orissa, Canara, Travancore, Cachar, 
Rangun, Ober-Tenasserim, Mergui-Archipel (Moore und 
Bingham). 

b) jumbah nalanda nov. subspec. 

Neptis jumbah Moore, Cat. Lep. I. E. C. Mus. 1857 
p. 167, partim, Ceylon. 
de Niceville, Butt. India 1886 II. p. 106, partim; 
J. As. Soc. 1899 p. 189, Ceylon. 

Stett. entomol. Zeit. 1908, 



330 

Neptis jumbah Moore, Lep. Ceylon 1881 p. 55, i. 28, 
f. 2-2b, larva und pupa. 

Andrapana jumbah Moore, Lep. Ind. III. 1896, t. 272, 
f. la, larva p. 220-222, partim. 

Phaedyma columella(!) jumbah Frühst., Ent. Zeitsclu". 
Guben Aug. 1905 p. 90. 

Die Bemerkung de Nicevilles, daß ,,juniha]i"' in den 
südlichen ,, Hillsdistrikten Ceylons" nicht vorkomme, beruht 
auf einen Irrtum. 

Ich selbst fand jumbah dort überall gemein, wenngleich 
ich sie bei Nalanda, Dambulla und am Candelay-See noch 
zahlreicher antraf. 

Von jumbah sowohl wie nilgirica sind zwei Zeitformen 
bekannt. 

Patria: Nalanda und Dambulla, Nord-Ceylon, 6 ^^ 
2 ?$ (H. Fruhstorfer 1889 leg.), Malediven ? (de Niceville). 
c) jumbah amorosca Fruhstorfer. 

Phaedyma jumba amorosca Frühst., Ent. Z. Guben 
Aug. 1905 p. 90, t. 6, f. 4, $ Oberseite. 

Neptis jumbah Moore 1. c, Bingham 1. c, de Nice- 
ville 1. c, partim, Andamanen. 

2 d'c^ I ? meiner Sammlung differieren von den übrigen 
jumbah-Rassen durch sehr viel breiter weiße Flecken und 
Binden, was besonders für die Medianbinde der Hinter- 
flügel gilt. 

Die Flügelunterseite ist lichter und farbenärmer als 
bei jumbah von Ceylon, aber dunkler als bei nilgirica von 
Südindien. 

Die Postdiskaiflecken der Hinterflügel, die unterhalb 
der weißen Medianbinde stehen, dunkel rotbraun anstatt 
schwarz. Die weißen Submarginal-Binden dünner als bei 
den übrigen jumbah-Rassen. Die Strigae jenseits der Zelle 
der Vorderflügel rotbraun anstatt schwarz. 

Patria: Andamanen, Dez. 

Stett. entomol. Zeit. 190S. 



331 



d) juiiibah binghami Fruhstorfer. 
Phaedyma binghami Frühst., Ent. Zeitschr. Guben 

Aug. 1905 p. 99. 
Neptis ophiana Bingham, Fauna p. 326, Nicobaren. 
Bei einem Besuch am British ]Museum 1904 zeigte mir 
Lt. Colone! Bingham die Nicobaren - Rasse mit der Be- 
merkung, daß er sie gelegenthch beschreiben würde. Die 
Beschreibung ist 1905 erschienen und lautet in der Über- 
setzung : 

,, Oberseite: Vorderflügel (verglichen mit ophiana 
Moore) mit nur fünf anstatt sechs Flecken in der dis- 
kalen Fleckenreihe, der schmale Punkt im Zwischen- 
raum fehlt. — Unterseite: dunkel schokoladenbraun, 
die Zeichnungen jenseits der Diskalserie der Vorder- 
flügel sehr breit und verwaschen auf rußigem Unter- 
grund aufgetragen. 

Hinterflügel. Der Endsaum (terminal margin.) 
jenseits der postdiskalen Fleckenreihe vollständig und 
stark bläulichweiß bezogen und durchschnitten von 
einer äußeren postdiskalen und einer (subterminal) 
subanalen Reihe von schwarzen mondartigen Zeich- 
nungen.'' 

Bingham unterließ es, die charakteristische geographische 
Rasse zu benennen. Ich machte mir deshalb das Vergnügen, 
sie als ,, binghami"' zu seinen Ehren zu bezeichnen. Bi^ig- 
hami gehört einer Regenzeitform an, die sich im Gegensatz 
zu den anderen südindischen Rassen in der Zeichnungs- 
anlage mehr der nordindischen ophiana nähert, durch die 
schokoladenbraune Unterseitenfärbung jedoch ihren präg- 
nanten, melanotischen Inselcharakter behauptet. 

Patria: Nicobaren, nur i $ bekannt. Type Brit. 
Museum. 

Jumbah stellte ich an das Ende der Neptiden, da diese 
merkwürdige Spezies bereits habituell eine Transition bildet 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



332 

zu den Phacdyuia, denen sie äußerlich so ähnlich sieht, 
daß sie Moore damit in seiner Mischgattung ,,Andrapana'' 
unterbrachte und ich 1905 gleichfalls glaubte, sie mit den 
Phaedymen vereinigen zu dürfen. 

Neptis lucilla Denis. 

Im Staudingerschen Katalog findet sich als Autor 
unserer feinen Neptis Fabricius angegeben, dadurch ge- 
schieht unsern verdienstvollen Landsleuten Denis und 
Schiffermüller, den Herausgebern des Wiener Verzeichnisses, 
ein großes Unrecht. Denis beschrieb die Art bereits 1776*) 
und Fabricius bezieht sich in den von Staudinger zitierten 
Mantissa Insectorum 1787, also 11 Jahre später, ausdrück- 
lich auf Denis und synonimiert mit vollem Recht auch 
Espers camilla mit lucilla Denis. 

Die Kenntnis und Bewertung der Lokalrassen von 
lucilla ist auch sonst noch eine ungenügende und ins- 
besondere die Anrechte der alten Autoren nicht gerecht 
würdigende. 

Es sei mir deshalb gestattet, folgende Tabelle als Ver- 
such einer Klärung aufzustellen: 

a) lucilla lucilla Denis. 
P. 1. Denis und Schiffermüller, Wiener Verzeichnis 

1776 p. 173. 
Fabricius, Mantissa Insectorum 1787 p. 55 (Austria). 
Nymphalis 1. Godart, Enc. Meth. 1823 P- 43 1 und 

432, partim. Autriche, Hongrie, Styrie, Dalmatie. 
Neptis lucilla Butler, Cat. Fabr. Lep. 1869 p. 62. 
Neptis 1. Leech, Butt. China etc. p. 206. 

Fruhstorfer, Soc. Ent. 1907 p. 50. 
Paraneptis 1. Moore, Lep. Ind. p. 214. 
Exemplare, die ich bei Bozen und Meran fing. 



*) Siehe Nachtrag. 
Stett. entomol. Zeit. 1903. 



333 

differieren erheblich von solchen aus der Umgebung Wiens 
durch schmälere weiße Binden der Hinterflügel. 

Patria: Wien, Tyrol, alle südlichen Kronländer der 
österreichischen Monarchie. 

b) lucilla fridolini Fruhstorfer. 
Nymph. 1. Godt. 1. c, partim. Russie. 

N. 1. Rühl, Eur. Grosschm. 1895 p. 339 und 776, partim. 
Bartel, Iris 1902 p. 90. 

N. lucilla fridolini Frühst., Soc. Ent. i. Juli 1907 p. 50. 

Von voriger durch das fröhlichere und reichere Weiß 
auf allen Flügeln leicht zu trennen. Alle weißen Binden 
und besonders alle Fleckchen in und um die Zelle ausge- 
dehnter, was besonders beim ^ auffällt. Auch die Unterseite 
lebhafter kastanienbraun und die meist schwarze, seltener 
weiße Submarginalbinde der Hinterflügel prominenter. 

Patria: Saratow (Dr. A. Fridolin leg.), Tiflis, Sarepta 
(Rühl), Orenburg (Bartel). 

c) lucilla coenohita Cramer-Stoll. 

Pap. c. Stoh, IV. 1782 p. 15, t. 296, f. C. D. Wolga, 
Grenzen von China. 

Nymphalis lue. Godt. 1. c, partim, genaue Literatur- 
zitate. 

N. lue. und ludmilla Leech 1. c, Amur. 

N. lucilla coenobita Fruhstorfer, Soc. Ent. 1907 p. 51. 

Patria : Nord-China (?). Amazonasgebiet. 

d) lucilla synetairus Frühst. 

N. 1, syn. Frühst. Soc. Ent. 1907 p. 51. 

Lucilla tritt in Ostasien in zwei Rassen auf und 
zwar genau so wie sie Stoll abbildet mit schmaler Median- 
binde der Hinterflügel und in einer Form mit stark ver- 
breiterter Hinterflügelbinde (synetairus m.). 

Patria: Amur, von Korb in Anzahl gefunden. 

Stett. eutomol. Zeit. 1908. 



384 

c) iucilla liid)niUa Nord. 
Lim. liidmilla Nordm. Bull. Soc. Nat. Mose. p. 402, 

1851. 
Neptis Iucilla v. ludmilla Herrich-Schäffcr, Schmett. 

Europ. 1851— 1856, f. 546. 

Es hat sich herausgestellt, daß die Typen von ludmilla 
vermutlich aus dem Kaukasus stammen (vergl. Soc. Ent. 
1908 p. 114). 

Patria: Kaukasus, Siebenbürgen, Rumänien. 

f) Iucilla magnata Rühl. 

Patria: Mongolei (Rühl), Korea, Mongolei (Lecch). 

g) Iucilla insular um Fruhstorfer. 

Neptis Iucilla Leech 1. c, partim; Rühl p. 340, partim. 
N. Iucilla var. magnata Staudgr.-Rebel, Katalog 1901 

p. 23, partim. 
,, Exemplare aus Yesso haben mehr, andere, von Oiwake 
weniger Weiß als typische Iucilla.'' Leech. 

N. lue. insul. Frühst., Soc. Ent. 1907 p. 51. 

Bedeutend größer als coeiwhita und Iucilla jridolini, 
alle weißen Flecken aber namentlich in Anbetracht der 
Größe noch mehr reduziert als bei schmalstreifigen cocnohita. 
Die Medianbinde der Hinterflügel verschmälert sich 
im A n a 1 w i n k e 1 , anstatt sich dort zu verbrei- 
tern, wie bei den übrigen lucilla-¥ oxmew. 

Die ad- und submarginalen Binden der Flügelunterseite 
auf ein Minimum reduziert, Grundfarbe dunkelkastanien- 
braun. 

Patria: Hondo, Japan, ohne genaueren Fundort. 

Neptis pryeri Butler. 
Paraneptis pryeri Moore 1. c. p. 214. 
Dies ist die nächste Verwandte von Iucilla Denis, deren 
Rassen bisher als Synonyme behandelt werden; es handelt 

Slett. entomol. Zeit. 1908. 



335 

sich aber auch hierbei um zwei Subspezies, eine kontinentale 
und eine insulare, nämlich 

a. pryeri arhoretorum Oberthür. 

Lim. arbor. Oberthür, Etudes d'Ent. 1876 p. 24, t. 3, f. 3. 

N. pryeri Butler, p. 343, partim. 

Von Ningpo bis Moupin, bei Gensoa in Korea, wo 
sie nahe dem Meere Juni- Juli häufig fliegt. Wladiwostok, 
Amur (Rühl), Szetchuan 5 ^'^ Coli. Fruhstorfer. 

b. pryeri pryeri Butler 1871. 

Literatur bei Leech, p. 206; Rühl, p. 342, partim. 

Patria: Japan, nach Leech am Biwa-See und auf den 

Bergen, 2 ö'o ohne nähere Lokalität (Coli. Fruhstorfer). 

Neptis excellens Butler. 
C. Ent. p. 282, 1878. 

Leech, p. 200; Kalkasia excellens Moore 1. c. p. 205. 
Patria: Japan, Yesso und bei Nikko. 

Neptis alwina Bremer. 
Limenitis alwina Bremer und Grey, Schmett. Nord- 
Chinas 1853 p. 7, t. I, f. 4; Leech, p. 201; Rühl, 
p. 777, partim. 
Kalkasia alwina Moore 1. c. p. 215. 
Von dieser Art gilt das gleiche wie von der vorigen, 
auch von ihr sind zwei w^enig aber konstant verschiedene 
Rassen aufzuzählen. 

a. alwina alwina Bremer. 

N. alwina Alpheraky, Rom. Mem. Lep. V. p. 107. 
Patria: Mongolei, Ningpo bis Moupin, Korea (Leech), 
Moupin und Ta-Tsien-Lu 2 SS Coli. Fruhstorfer. 

b. alwina kaempferi de l'Orza. 

Lim, kaempf. de l'Orza, Lep. Jap. 1867 p. 24. 
Patria: Nikko 2 S^ Coli. Fruhstorfer. 
In West-China existiert daneben noch eine prächtige 
Art mit breit ausgeflossenen weißen Binden 

Stclt. entomol. Zeit. 1908. 



336 

Neptis dejeani Oberthür. 

Etud. Ent. 1894 p. 15, t. 7, f. 61. 

Kalkosia dejeani Moore 1. c. p. 215. 

Patria : Ta-Tsien-Lu und Tse-Kn, \\'est-China. 
Neptis philyra Menetries. 

Bull. Acad. Petr. 1889 p. 214; Rühl, p. 342. 

Gräser, B. E. Z. 1888 p. 84. Selten. 

Kalkasia philyra Moore, p. 215. 

Das Hauptfluggebiet dieser Art dürfte wohl im nörd- 
lichsten Teil des Amurgebietes zu suchen sein, da sie selbst 
in Chabarofska noch selten ist. 

Patria: Chabarofska i (^ Max Korb leg. Coli. Frühst. 
Neptis philyroides Staudinger. 

Literatur Rebeis Catal. p. 24. 

Philyroides ist die häufigste der beiden AiTiur -Neptis 
und mir steigen sogar Zweifel auf, ob nicht philyroides 
sogar die Hauptform einer Art sei, von der philyra die 
seltenere Aberration vorstellt. 

Patria: Amur, 6 ^^ 3 2$ Max Korb leg. Coli. Fruh- 
storfer. Korea (Leech). 

Philyroides scheint mir entfernt verwandt mit sankara 
Kollar. 

Neptis speyeri Stdgr. 

Mem. Rom. 1887 p. 145, t. 7, f. 3a, b, VI. p. 176; Rühl, 

P- 344- 

Kalkasia speyeri Moore, p. 215. 

Eine ausgezeichnete Spezies von der (wie auch von 
philyroides) in China noch Übergänge zu antonia Oberthür 
und sankara Kollar gefunden werden dürften. 

Patria: Amur 3 ^^ Coli. Fruhstorfer. 

Neptis zaida Doubleday. 
Doubl, in Westw., Gen. D. L. p. 272, t. 35, f. 3, 1850. 
de Niceville, Gazetteer p. 136; Bingham, p. 336; 
de Niceville, J. B. N. H. S. 1897 p. 370. 

Siett. entomol. Zeit. 1908. 



337 

Stabrobates zaida Moore, Lep. Ind. p. 20, t. 296, f. 

i-ie, c?$. 
Drei Formen sind bekannt: 

a) forma zaida Westwood. Trockenzeit. 
Fast weiß bis hellgelb gefleckt. 
Mussoorie, Mai 1895 ^^ Coli. Fruhstorfer. 

ß) forma nova. Intermediatform. 

y) forma paliens nova. Regenform. 
Flecken dunkel ockergelb. 
Patria: West- mid Ost-Himalaya, Nord-Siam. 

Neptis thisbe Menetrier. 
Men., Bnll. Ak. Petr. 17 p. 214, 1859; Leech, p. 190; 
Graeser, B. E. Z. 1888 p. 85; Rühl, p. 344 u. jyy. 
Stabrobates thisbe Moore, Lep. Ind. p. 28. 

a) thisbe thisbe Men. 

Nach Graeser kommen am Amur bereits zwei habituell 
sehr verschiedene Rassen vor: 

ß) jene des oberen Amur an der Schilka-Mündung 

mit 53 — 60 mm Spannweite; 
p/) jene von der Küstenprovinz bei Chabarofska mit 

68 — 76 mm. 

Es treten auch Exemplare mit weißen statt gelben 
Binden auf. 

Die Raupe lebt auf Quercus-mongolica. 

b) thisbe theniis Leech. 

N. thisbe var. themis Leech, p. 191, t. 18, f. 8, $. 

Stabrobates themis und thetis Moore 1. c. 

Patria: Chang- Yang und Mou-Pin. (Leech), Siao-Lou 
(6 c^ 2 ?? Coli. Fruhstorfer). 
forma thetis Leech. 

N. th. var. thetis Leech, t. 18, f. 10, ^. 

Thetis differiert von themis dadurch, daß die violette 
Submarginalbinde der Hinterflügel-Unterseite nur als ein 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



338 

kurzes daumenförmiges Rudiment vorhanden ist, das von 
der SC bis zur hinteren Radiale reicht und nicht wie bei 
thdis bis in den Analwinkel hineinzieht. 

Die Hinterflügel-Unterseite bei thetis ist zudem viel 
ausgedehnter und bleicher ockergelb als bei ihemis. 

Patria: Siao-Lou und Tse-Kou, 3 (^(^ Coli. Fruhstorfer. 

Neptis beroe Leech. 
Ent. 1890 p. 36, Butt. China, p. 193, t. 18, f. 9, ,^. 
Stabrobates bero^ Moore, p. 28. 
Patria: Chang- Yang, Juni selten. 

Neptis arachne Leech. 

Leech, p. 191, t. 18, f. 7; 1890 im Entomol. p. 38. 

Neptis giss-meme Oberthür, Etud. 15 p. 9, t. i, f. 7, 1891. 

Stabrobates arachne Moore, p. 28. 

Patria: West-China, insbesondere am Omi-Shan von 
3 — 6000 Fuß, Siao-Lou und Tien-Tsuen 2 (^rj 3 ?? Coli. 
Fruhstorfer. 

Neptis cydippe Leech. 
Entomol. p. 36, 1890; Butt. China p. 196, t. 18, f. 4, $. 
Stabrobates cydippe Moore, p. 28. 
Patria: Chang- Yang und West-China 2 SS Siao-Lou 
(Coli. Fruhstorfer). 

Neptis thestias Leech. 
Butt. China p. 196, t. 18, f. 3, S- 
Stabrobates thestias Moore, p. 28. 
Patria: Szetchuan, Omi-Shan, Juli-August 3600 Fuß. 

Neptis antilope Leech. 
Entomol. 1890 p. 35; China etc. p. 197, f. 18, f. 2. 
Stabrobates ant. Moore 1. c. p. 28. 
Zwei Lokalrassen: 

a) antilope antilope Leech. 
Chang- Yang, Omi-Shan. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



339 

b) antilopc subspec. 
Hongkong, ]\lärz 2 Exempl. Leech leg. 
Patria: West-Zentral-China, Hongkong. 

Neptis heliodore F. 
Pap. heliodore F., Mant. Ins. 1787 p. 52; Ent. Syst. 

p. 130; Habitat in Siam. 
Neptis heliodore Butler, Cat. Fabr. Lep. i86g p. 62. 

Bingham, Fauna India p. 342. 
Nymph. hehodore Godt., Enc. Meth. 1819 p. 429, 
partim, royaume de Siam. 
a) heliodore heliodore F. 
Die Fabricische Type wird in der ,,Banksian Collection" 
am British Museum aufbewahrt und gehört nach Moore 
der Trockenform an. 

Heliodore findet sich in Tonkin, Siam und Cambodja 

stets in zwei Zeitformen, die Moore als Spezies bezeichnete 

und die ich glaube, wie nachstehend behandeln zu dürfen. 

a) forma heliodore F. Trockenform. 

Lasippa cambodja Moore, Lep. Ind. IV. p. 43, t. 305, 

f. 2-2a, c?. 
Neptis cambodja Moore, P. Z. S. 1879 p. 136, (^. 
Rahinda sattanga Moore, p. 42, t. 305, f. la-c, (^$. 
Moore gibt sich Mühe, seine sattanga in zwei Zeit- 
formen zu zerlegen, was vergeblich ist, weil alle seine Fi- 
guren eben nur Trockenformen darstellen. 

Die Regenform wird von Moore vortrefflich abgebildet 
als Lasippe kiihasa, die ich hier mit 

|i) forma kuhasa extreme Regenform bezeichne. 
Neptis kuhasa de Niceville, Butt. Ind. IL p. 84, 1886; 
J. A. S. Beng. 1886 p. 250 und p. 356, t. 11, f. 12, ö'. 
Neptis sattanga Elwes und de Niceville 1. c. p. 425, 1886. 

forma intermedia. Intermediatform. 
Lasippa heliodore Moore, IV. p. 40, t. 304, f. i-ie, 

dry und wetseason (^$. 
Lasippa kuhasa p. 41, t. 304, f. 2-2a, (^. 

Stel.t. entomol. Zeit. 190S. 



340 

b) heliodore dorelia Butler. 

Neptis dorelia Butler, Tr. L. Soc. 1879 p. 542, t. 67, f. 3. 
Neptis dorelia und tiga Distant, Rhop. Malay. p. 152, 
1886. 
Elwes und de Niceville, J. B. N. H. S. 1886 p. 425. 
Staudinger, ibid. Ex. Schmett. 1888 p. 145. 
Martin und de Niceville, Butt. Sum. p. 408. 
Bingham, p. 342, partim, Malay. Subregion. 
Lasippa dorelia Moore, IV. p. 40, partim, Malay. Borneo 
Lasippa siaka Moore, p. 43, Borneo. 
Lasippa heliodore und siaka Shelford, J. R. As. Soc. 

1905 p. 97, Borneo. 
Neptis heliodora Bruce, P. Z. S. 1873 p. 343, Borneo. 
Neptis tiga und dorelia Hagen, B. E. Z. 1892 p. 147, 

Banka. 
Malayische Exemplare fehlen mir leider, ich glaube 
aber, daß solche nicht erheblich von siaka Moore und der 
Form aus Borneo differieren werden. Distant bringt t. 18 
1. c. 2 Formen zur Abbildung, als fig. 3 eine kleine und als 
f. 4 eine etwas größere Regenform. Letztere nennt er tiga, 
eine Bezeichnung, die nur der Javarasse zukommt. 

Patria: Malayische Halbinsel (Distant), Borneo, 3 ,^(^ 
2 9? (Coli. Fruhstorfer), Banka (Hagen). 

c) heliodore siaka Moore. 

Neptis siaka Moore, Tr. Ent. Soc. 1881 p. 311, $. 
Neptis tiga und dorelia Stdgr., Exot. Schmett. 1888 

p. 145, partim. 
Neptis tiga Martin und de Niceville 1. c. p. 408; Hagen, 

Iris 1896 p. 171. 
Lasippa siaka Moore, IV. p. 43, Sumatra. 
Patria: N.-O. -Sumatra (Martin), West-Sumatra, i $ 
Coli. Fruhstorfer. 

d) heliodore tiga Moore. 

Neptis tiga Moore, Pr. Z. S. 1858 p. 4; Butt. India 
IV. p. 41. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



341 

Neptis dorelia Frühst., B. E. Z. i8g6 p. 302, Java. 

Neptis heliodore Bingham, p. 343, Java. 

Moore, Cat. Lep. E. J. C. Mus. 1857 p. 164, Java. 

Nymph. heliodore Godt., Enc. Meth. p. 427, Java. 

Die javanische Rasse zeigt die breitesten und am 
schärfsten abgesetzten schwarzen Binden und die gelben 
Zeichnungen erscheinen weniger diffus als bei den übrigen 
Rassen, so daß es mir unbegreiflich ist, warum Moore gerade 
bei tiga von seinem sonstigen Prinzip, Lokalrassen zu 
Spezies zu erheben, abweicht und tiga mit heliodore von 
Continental-Indien synonymiert. Weit eher hätte er siaka 
von Sumatra einziehen können, die sich zwar von Borneo- 
Exemplaren unterscheiden läßt, von der ich aber nicht 
sicher bin, ob sie nicht mit dorelia typica von Perak iden- 
tisch ist. 

Patria: West- Java 4 cJc^ 2 $$ 2-4000 Fuß Höhe, Ost- 
Java I $ Coli. Fruhstorfer. 

e) heliodore niasana Fruhstorfer. 

Neptis tiga niasana Frühst., St. E. Z. 1899 p. 351, Nias. 

Lasippa siaka Moore, IV. p. 43, partim, Nias. 

Neptis tiga Kheil, Rhop. Nias 1884 p. 24. 

Submarginalbinde der Hinterflügel-Oberseite viel 
schmäler als bei den übrigen heliodore-Rassen, jene der 
Vorderflügel aber prominenter, stärker gewellt und kom- 
pakter. Gelbe Antemarginallinie der Vorderflügel gleich- 
falls deutlicher, besonders im Vergleich mit Javanen. 

Die schwarzen Binden und der Distalsaum der Flügcl- 
unterseite diffuser als bei Javanen, aber intensiver als 
bei dorelia und siaka. 

Patria: Nias 2 c?(^ 5 ?? Coli. Fruhstorfer. 

Neptis bella Stdgr. 
Iris 1889 p. 61; Semper, Schmett. Philipp. 1892 p. 346. 
Palanda bella Moore, Lep. Ind. IV. p. 15. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 22 



342 

Bella dürfte allenfalls der heliodore Vertreter der Insel 
Palawan sein, eine Vermutung, die erst bestätigt oder ver- 
neint werden kann, wenn einmal die Inseln des Yolo-Ar- 
chipels durchsucht sind und Intermediatrasscn zum \or- 
schein kommen. 

Patria: Palawan. 

Neptis nitetis Hew\ 

Exot. Butt. IV. Neptis, t. i, f.5, $, 1868. 

Semper 1. c. p. 150, partim, Mindanao. 

Staudinger, Exot. Schmett. p. 146, Mindanao. 

Fruhstorfer, B. E. Z. 1900 p. 27, partim. Mindanao. 

Bimbisara nitetis Moore, Lep. Ind. p. 12. 

Nitetis verbindet die Arten der ehnsa mit jenen der 
vikasi-Gm-pT^e , die Zeichnung gleicht noch jener von ebusa, 
dazu treten aber bereits die vikasi eigentümlichen Duft- 
spiegel aller Flügel deutlich hervor. 

Von nitetis erwähnt Semper nur eine Form, bildet 
aber bereits 2 vom Typus aus Mindanao abweichende Lokal- 
rassen ab {carvinus, ormiscus). 

Das mir bekannte Material läßt sich wie folgt auf- 
reihen : 

a) nitetis nitetis Hew. 

Vorderflügel mit 3 grauweißen Subapikalf leckchen. 

Querbinden aller Flügel und die Subanalflecken der 
Vorderflügel hell graubraun und prononziert. 

Unterseite : Grundfarbe lichtgraubraun mit grau- 
weißlichen Zeichnungen ohne violetten Schimmer. 

Patria: Mindanao (Semper). 

b) nitetis carvinus nov. subspec. 

Neptis nitetis Semper, p. 150, partim, t. 30, f. i, 2, q. 

Subapikalflecken der \"orderflügel braungelb, Unter- 
seite dunkelbraungrau mit prominenten violetten Binden, 
insbesondere auf den Hinterflügeln. 

Patria: Camiguin de Mindanao. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



343 

c) nitetis ormiscus nov. snbspec 
N. nit. Semp., partim, t. 30, f. 3, $• 

$. Unterseite mit prom'inenten, fast rein weißen anstatt 
gelblichen Querbinden und Subapikalmakeln, die viel breiter 
angelegt sind als bei a und b. 

Patria: Bohol (Panaon, Cebu, Samar?). 

d) nitetis samiola nov. subspec. 
Neptis nitetis Semp., pi 347. 

Flügel spitzer, schmäler als bei nitetis, Subapikalflccken 
grauweiß, die braunen Querbinden der Hinterflügel schmäler, 
diffuser, mehr gelblich statt grau. 

o. Unterseite: Vorderflügel mit schmalen, rein weißen 
Subapikal-, Subanal- und Submarginalflecken und Binden. 

Hinterflügel mit prononzierter weißen, peripherisch 
leicht violett angehauchten Querbinden. Grundfarbe dunkel- 
braun. 

Patria: Mindoro i $ Coli. Fruhstorfer. 

e) nitetis prodymus nov. subspec. 

N. nitet. Frühst., B. E. Z. 1900 p. 27, Bazilan. 

Eine der zierlichsten bekannten Neptis mit rein weißen, 
fröhlich aus dem dunklen Untergrunde hervorblinkenden 
Subapikalmakeln der Vorderflügel, fast rein weißen Sub- 
marginalbinden, breiten und lichtbraungrauen Quer- 
binden aller Flügel. Medianflecken der Vorderflügel rund- 
lich, distal nicht konvex. 

Unterseite: Grundfarbe dunkler, Binden schärfer ab- 
gesetzt, aber reiner weiß als bei Mindanao (^$. Hinter- 
flügel ohne violetten Hauch. 

Patria: Bazilan, 2 S^ Februar-März W. Doherty leg. 
Coli. Fruhstorfer. 

f) nitetis gatanga nov. subspec 
Neptis nitetis Semper, p. 150, Jolo. 

Flügel rundlicher als bei den vorhergehenden Rassen 

Stctt. cntomol. Zeit. 1908. 22* 



344 

Subapikalfleckung trüb graubraun, alle gelblichbraunen 
Binden stark verschmälert. 

Grundfarbe der Unterseite dunkler aber zugleich leb- 
hafter braun als bei Mindanao-Exemplaren, alle gelbl. 
weißen Zeichnungen reduziert, Hinterflügelbinden viel steiler, 
die braunen Binden markanter. 

Patria: Jolo 2 ^(^ i ? Waterstradt leg. (Coli. Fruh- 
storfer) . 

Neptis vikasi Horsfield. 

Die Beurteilung dieser Spezies und ihrer geographischen 
Fragmente blieb allen bisherigen Autoren ein gordischer 
Knoten. 

Im Zeitraum von 80 Jahren wurde sie in nicht weniger 
als vier (Gattungen untergebracht und 1857 hielt Moore 
die indisclie Lokalrasse (die heutige harita) für identisch 
mit den javanischen Typen, wodurch die erste Konfusion 
hervorgerufen wurde. 

1874 erkannte zwar Moore die Verschiedenheit der 
indischen von der javanischen Form und benannte erstere 
als harita, vergaß aber neuerdings (in Lep. Indica), daß 
Neptiden dem Saisondimorphismus unterworfen sind und 
gab der Regenform als pseudovikasi einen neuen Namen, 
sie zugleich zur Spezies erhebend, die er harita von der- 
selben Lokalität gegenüberstellt, und Bingham folgte seinem 
Beispiel. 

De Niceville ließ 1886 typische vikasi neben harita 
Moore in Indien vorkommen und Distant hinwiederum 
übersah, daß die malayische Halbinsel eine besondere Lokal- 
form beherbergt, die Moore 1874 mit Recht als omeroda 
getauft hatte, und verlegt die javanische vikasi nach Perak. 

Staudinger, Lep. Palawan, läßt vikasi palawanica 
zirkulieren als harita var. palawanica und glaubt, daß in 
Assam harita und vikasi ,, nebeneinander" vorkommen. 

Stett. cntomol. Zeit. 1908. 



345 

De Niceville negiert 1894 den Namen harita nnd setzt 
vikasi als gültigen Namen für die indische Art ein, und 
Butt. Sumatra zitiert derselbe Autor 1895 vikasi, omeroda 
und harita (Nr. 159-161) als nebeneinander vorkommend 
von Sumatra. 

Und was ist Tatsache ! Es existiert nur eine Spezies 
aus der vikasi-Grwp-^e, die sich in 9 bekannten Abzweigungen 
über die gesamte indo-macromalayische-südphilippinische 
Region ausbreitet, und von denen einige zur Ausbildung 
von Zeitformen neigen. 

Wir müssen unterscheiden : 
a) vikasi vikasi Horsfield. 
Neptis vikasi Horsf., Cat. Lep. E. I. C. Mus. 1829, 
t. 5, f. 2, 2a, ^?. 
Moore, ibid. 1857 p. 165, partim, Java. 
Distant, Rhop. Malay. 1883 p. 152, partim, Java, 
de Niceville, Butt. Indica II. 1886 p. 91, partim, 

Java. 
Staudinger, Exot. Schmett. p. 146, 1888. 
Fruhstorfer, B. E. Z. 1896 p. 302. 
Neptis harita Stdgr., Iris 1889 p. 64. 
Athyma vikasi Westw. in Doubl. Hew. Diurn. Lep. p. 274. 
Limenitis vikasi Doubl., List. Lep. Brit. Mus. p. 94. 
Bimbisara vikasi Moore, Lep. Ind. 1899 p. 11, S^. 
Der ^ gleicht in Habitus und Färbung der indischen 
harita Moore viel mehr- als omeroda Moore von Sumatra 
und den übrigen macromalayischen Formen, ein merk- 
würdiges Faktum, das in der tertiären Landverbindung 
Continental-Indien-Java und gleichartigen klimatischen Ein- 
wirkungen seine Ursache haben mag. 

Vikasi-(^ trägt oberseits etwas lichter braune Bänder 
als harita-^. Die Unterseite wird bleicher, weißliche Me- 
dianbinde der Hinterflügel schärfer begrenzt, die schwarze 

Stett. eutomol. Zeit. 1908. 



346 

Submedianbinde schmäler und die Submarginalliiiien ver- 
dunkeln etwas. 

Das west javanische $ hat Horsfield vorzüglich ab- 
gebildet, nur sind die weißen Zeichnungen etwas zu lebhaft 
ausgefallen. 

Patria: West- Java 4 (^^ 3 $$ aus etwa 2000 Fuß 
Meereshöhe. 

b) vikasi taimiii n(jv. subspec. 

N. vikasi Stdgr. 1. c, t. 50, $ nee 3*. 

Pagenstecher, Jahrb. Nass. Ver. Naturk. 1900 p. 5, 

Ost-Java. 
Elwes et de Niceville, J. As. Soc. Beng. 1898 
p. 686, Baly. 

Beim Vergleich von Staudingers und Horsfields Ab- 
bildungen fällt die große Färbungsdifferenz und die Ver- 
schiedenheit der Bänderung der beiden Figuren sofort 
ins Auge. 

Staudinger bildet ein $ ab (ohne den für die q^ so 
charakteristischen Spiegelfleck der Hinterflügel-Oberseite) 
und zwar das der ost javanischen Lokalrasse, die erheblich 
von jener aus dem feuchten Westen der Insel in folgenden 
Punkten abweicht: 

(^$. Habituell kleiner, Binden weißlicher, Median- 
flecken der Vorderflügel reduzierter und deshalb isolierter 
stehend, distal konvex. 

Unterseite: Subapikalflecke der Vorderflügel aus- 
gedehnter und daher zu einer kompakteren Binde ver- 
schmolzen. Hinterflügel-Binden mit violettem Hauch 
überzogen. 

Patria: Ost- Java. Umgebung von Lawang, Tengger- 
Gebirge, bis 3000 Fuß Höhe i ö* 8 $$ H. Fruhstorfer leg. 

c) vikasi infuscata Hagen. 

Neptis infuscata Hagen, Abh. Senckenb. 1902 p. 335. 

Stctt. eutoinol. Zeit. 1908. 



347 

Unterseite etwas heller als vikasi, habituell kleiner 

als ilira Kheil, Vorderflügelapex stumpfer als bei Nias $. 

Patria: Mentawej, i S^ jetzt am Museum in Tring. 

d) vikasi ilira Kheil.*) 

Neptis ilira Kheil, Rhop, Nias 1884 p. 24, t. 3, f. 13, (^, 
14, $. Trockenform. 
Weymer, Stettiner Ent. Ztg. 1885 p. 266, ^. 
Staudinger, Exot. Schmett. 1888 p. 146. 

Bimbisara ilira Moore, Lep. Ind. p. 11. 

Kheil bildet die Trockenzeitform dieser distinkten 
Inselrasse ab. Die wetseason form empfing 2 Namen, beide 
im Jahre 1899. Ich lasse Moore den Vortritt mit 
(i) (J$ forma khcili Moore. 

Bimbisara kheili Moore, Lep. Ind. IV. Jan. 1899 p. 11. 

Neptis vikasi lasara Frühst., Stett. Ent. Ztg. 1899 p. 350. 

Neptis ilira Weymer 1. c, ?. 

(^. Grundfarbe dunkler, mehr schwarz als braun, 
Subapikalflecken kleiner, aber reiner weiß und rundlicher 
(manchmaPauch grau beschuppt). 

Hinterflügel mit schmäleren, aber rein weißer Sub- 
basalbinde. 

$ mit kürzeren weißen Subapikal- und Medianflecken, 
jedoch deutlicheren weißen Submarginalbinden auf beiden 
Flügeln. 

Exemplare größer als jene der dr}' season. 

Unterseite dunkler braun, ohne Spur eines violetten 
Anflugs der Hinterflügel. 

Patria: Nias 3 ^c? i ? dry season, 2 S'^ wet season 
form (Coli. Fruhstorf er) . 

e) vikasi omeroda Moore. 

Neptis omeroda Moore, Pr. Zool. Soc. 1874 p. 571. 
de Niceville, Butt. India 1886 p. 91; J. As. Soc. 
Beng. 1895 p. 409. 

*) Siehe Nachtrag. 
Stett. entomol. Zeit. 1908, 



348 

Ncptis vikasi var. omeroda Distant, Rhop, Malay. 

1882— 1886 p. 152, t. 16, f. 13, ?. 
Neptis vikasi var. harita Distant 1. c. p. 444, t. 43, f. 8, (^. 
Neptis vikasi Stdgr., Exot. Schmett. p. 146; Iris 1889 

p. 64 als harita. 
Bimbisara omeroda Moore, Lep. Ind. IV. p. 10, t. 292, 

f. i-ic, c^$. Penang, Singapore, Sumatra. 
Neptis vikasi Hagen, Iris 1896 p. 171. 
Grundfarbe dunkler schwarzbraun als Javanen. Apikal- 
flecken und -Binden viel schmäler. Weiße Binden der 
Unterseite reduzierter, der braune Medianstreifen der Hinter- 
flügel prägnanter. 

Distants Figur des $ aus Perak zeigt mehr Weiß auf 
der Flügelunterseite als meine Sumatra-??. 

Patria: Malakka, i ö" Sumatra, Deli- und Padangsche 
Bovenlanden 6 cJ^J 3 ?$ (Coli. Fruhstorfer), Penang (Type), 
Singapore (Moore). 

f) vikasi salpona nov. subspec. 
Neptis vikasi" Druce, Pr. Zool. Soc. 1873 p. 344. 
Distant 1. c. p. 152; de Niccville 1. c. p. 91. 
Pagenstecher, Abh. Senckenb. 1897 p. 398, Ba- 
ramfluß. 
Neptis harita Shelford, J. As. Soc. Str. Brauch. 1901 

p. 98. 
Neptis omeroda Shelford, ibid. 
Bimbisara omeroda Moore 1. c, partim, Borneo. 
Grundfarbe etwas heller als bei omeroda, alle Zeich- 
nungen breiter angelegt und etwas lichter, mehr gelb als 
graubraun. 

Unterseite gleichmäßiger braun, alle Medianstreifen 
der Hinterflügel matter, gelblich statt weiß. 

?$. Submarginalbinde der Hinterflügel violet an- 
gelaufen . 

Stett. entomol. Zeit. ]'.)08. 



349 

Die innere braune Antemarginalbinde ()bs(ilet, z. T. 
völlig mit der Grundfärbimg verschmelzend. 

c^$. Habituell kleiner als otncroda. 

Patria: Nord-Borneo, 3 ö(J 3 ?? Coli. Fruhstorfer. 
g) vikasi palaivanica Staudinger. 

Neptis harita var. palawanica Stdgr., Iris 1889 p. 64. 
Semper, Schmett. Phil. 1892 p. 347. 

Bimbisara pal. Moore 1. c. p. 12. 

Habituell größer als Javanen, dunkler als vikasi, heller 
als omcroda; Ouerbinden wesentlich breiter als bei salpona. 

$ erinnert seltsamerweise an ilira-^ von Nias durch 
übrigens noch größere, keilförmige, weiße Subapikalf lecken, 
sowie 3 Medianmakeln der Vorderflügel und eine kostal- 
wärts breite, basal stark verschmälerte weiße ^ledianbinde 
der Hinterflügel. Die Submarginalbinde der Hinterflügel 
ist wie bei salpona gelblichbraun. 

Patria: Palawan, 2 ^^ i $ W. Doherty Jan. leg. Coli. 
Fruhstorfer. 

h) vikasi vibusa Semper. 

Neptis vibusa Semper 1. c. p. 150, t. 2g, f. 19, $. 

Bimbisara vib. Moore 1. c. 

Nach Sempers Bild beurteilt, glaube vibusa als Lokal- 
form mit vikasi vereinigen zu dürfen. 

Die Unterseite ist ausgezeichnet durch zwei violette 
Querbinden der Hinterflügel. 

Patria: Sibulan, Mindanao. 
i) vikasi celehica Moore. 

Bimbisara celebica Moore 1. c. p. 11. 

Neptis vikasi Dist. 1. c; de Niceville, India p. go, 
partim, Celebes. 

Neptis vikasi var. dohertyi Rothsch., Iris i8g2 p. 438, 
Süd-Celebes. 

$ nach Moore größer als die javanische vikasi, mit 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



350 

breiteren Medianbiiiden der Hinterflügel und nntersei(> 
dnnkler, mehr braun als weiß. J nocli unbekannt. 
Patria: Süd-Celebes. 

1 'ikiisi ist bisher im Norden von Celebes nocli nicht 
beobachtet und gehört zu jenen Arten, die über die Java- 
Celebes-Landbrücke diesen tisthchen \'orposten erreicht 
haben. 

k) vikasi liarita IMoore. 
Xeptis harita ]\Ioore, Pr. ZooL Soc. 1874 p. 571, t. 1O6, 
f. 8, ?. 
de Niceville. Butt. India II. p. 92. 18S6. 
Swinlioe, Trans. Ent. Soc. 1893 p. 279. 
Bingham, Famia India p. 337. 
Neptis vikasi Moore, C. Lep. E. I. C. Mus. p. — , partim. 
Neptis vikasi de Niceville, Gazetteer 1894 P- ^j7- 
Bimbisara harita Moore, Lep. Ind. W . 1899 p. 8, t. 291, 
f. 2-2C, o"^- 

n) forma harita ]\Ioore. 
Als harita-lL\\)\\s aus ,,PZ. Bengal" beschrieb ■Moore 
die Trockenform der indischen r/^rtsZ-Rasse, die er Lep. 
Indica, außer in Bengalen auch noch in Assam. Cachar, 
Birma, Tenasserim, auf der malayischen Halbinsel, in 
Sumatra und Borneo vorkommen läßt. 

Harita geht aber südlich sicherlich nicht weiter als 
Tenasserim, wenn sie dort überhaupt noch im typischen 
nordindischen Kleid existiert. 

Auf der malayischen Halbinsel wird harita ersetzt 
durch omcroda ^loore, deren Trockenform mit harita ver- 
wechselt wird. In Sumatra fliegt entweder omcroda oder 
eine nahe verwandte Rasse und in Borneo die oben als 
salpona definierte Inselrasse. 

Neben harita begegnen wir in Indien noch einer Regen- 
form, die als ,, Spezies" psciidovikasi von Moore und Bingham 
aufgefaßt wird. Ich führe sie hier als 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



351 



p) forma psetidovikasi Moore. 

Bimbisara pseud. Moore 1. c. p. 7, t. 291, f. i-ic, ^$. 

Neptis ps. Bingliam, Fauna p. 338, f. 62. 

Patria: Sikkim, 10 rJ-J* 4 $$ Coli. Fruhstorfer. Ben- 
galen (Moore). 

Neptis vikasi Swinhoe, Tr. Ent. Soc. 1893 p. 279. 

Etwas größer als harita, mit namentlich beim 9 aus- 
gedehnteren gelblich-weißen Flügelbinden. Grundfarbe 
dunkler schwarzbraun, unterseits, vorzüglich bei Exem- 
plaren aus Assam, reich violett bezogen. 

Ich bedaure, daß Moore als typische Lokalität für 
pseudovikasi „Sikkim, Bhutan" angibt, da sich der Xame 
sonst als Subspeziesbezeichnung auf die immerhin etwas 
luxurianteren Assam vikasi hätte übertragen lassen, um 
so mehr, als sich Assam vikasi zu harita verhalten wie nashona 
Swinh. zu cartica Moore. Wenn die stattliche Assamform 
abgetrennt werden sollte, könnte man sie als vikasi suavior 
bezeichnen. 

Patria: Sikkim, Bhutan, Assam. 8 ^,^ i $ Trocken- 
zeit, 3 cJ(^ Regenzeit, Sikkim; i ^ Trockenzeit, 3 ^S 6 ?$ 
Regenzeit, Assam (Coli. Fruhstorfer). 
1) vikasi subspec. 

Nach Doherty (J. As. Soc. Beng. 1886 p. 125) und 
Moore kommt eine vikasi-Ti^.sse auch im Kumaon Hima- 
laya vor, die Doherty dort auf 4000 Fuß Höhe (jedoch 
selten im Sarjn-Tale) beobachtete. 

Bei der Veränderlichkeit der vikasi innerhalb geringer 
Distanzen unterworfen ist, glaube ich annehmen zu dürfen, 
daß Exemplare aus dem Kumaon- Gebiete abweichen dürften 
von solchen aus dem östlichen Himalaya. 

Eine recht prägnante Lokalform bewohnt Tonkin 

m) vikasi sakala nov. subspec 
o . Habituell der Regenform von suavior gleichkommend, 
oberseits entsprechend dem allgemeinen Charakter der 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



352 

Tonkin-Rassen etwas dunkler gefärbt, mit reduzierteren, 
gelblich-grauen Binden und Flecken auf allen Flügeln. 

Unterseite : Die Schwarzfleckung ausgedehnter und 
die weißlichen Makeln, namentlich jene im Medianteil 
der Vorderflügel dadurch zurückgedrängt. Weiße Median- 
binde der Hinterflügel basal verschmälert, die schwarz- 
braune Submedianbinde dafür fast doppelt so breit als 
bei suaviov. 

Patria: Tonkin, Chiem-Hoa, 2 ^^^ Aug.-Septbr. 1900 
(H. Fruhstorfer leg.). 

n) vikasi subspec. 

Neptis vikasi und harita Hagen, B. E. Z. 1892 p. 147. 

Nach Hagen häufig auf der Insel. 

Patria: Banka. 

Neptis cartica Moore. 

Pr. Z. S. 1872 p. 562, c^$. 

de Niceville, Butt. India I. 1886 p. 89. 

Swinhoe, Tr. Ent. Soc. 1893 p. 279 (common in Assam). 

de Niceville, Gazetteer 1894 p. 137 (not common in 
Sikkim) . 

Bingham, Fauna India p. yy^^. 

Bimbisara (sie!) cartica Moore. Lep. Ind. IV. p. i, 2, 
t. 287, f. la, b, ^$. 

Cartica hält sich oberseits im Rahmen der gewöhn- 
lichen Neptiden, mit denen sie in der Zeichnung mit nan- 
dina etc. übereinstimmt und damit oft verwechselt wird. 

Die Zeichnung der Hinterflügelunterseite ist jedoch 
so charakteristisch, daß ich mich wundere, warum Moore 
gerade auf diese Spezies keine Gattung gegründet, sondern 
sie seinem Mischgenus ,, Bimbisara'' einverleibte. 

Cartica ist nämlich die einzige weiße Neptide, der 
die weißliche Subbasalbinde der Hinterflügel-Unterseite 
fehlt, ein Merkmal, das cartica mit anjana Moore und ananta 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



353 

Moore unter den gelben Neptiden gemeinsam besitzt. Der 
basale weiße Fleck der Hinterflügel ist zudem breiter und 
markanter als bei irgend einer Spezies. 

Dieses fundamentale Merkzeichen, das cartica und 
anjana-antara zu einer Gruppe vereinigt, ist allen über indische 
Lepidopteren arbeitenden Autoren bisher entgangen. 

Bei Neptis sankara, die Moore als Type seiner Gattung 
Bimhisara bezeichnet, ist diese Subbasalbinde ungewöhnlich 
kräftig entwickelt, bei den vikasi-RdiSsen, die nach Moore 
auch unter Bimhisara ressortieren, dagegen sehr schwach, 
und der Basalstreifen, der cartica auszeichnet, meist gar 
nicht vorhanden. 

Da nun sankara nicht mit der vikasi-cartica-Grwp^e 
verwandt ist, ergibt sich wieder einmal der Wert der 
Mooreschen Genera, die einerseits auf Nichtigkeiten auf- 
gebaut sind, andererseits die heterogensten Elemente in 
sich vereinen. 

Cartica zerfällt in drei Subspezies: 

a) cartica cartica Moore. 

a) forma cartica — dry season form. 
p) forma carticoides Moore — wet season form. 
Neptis cart. Moore, Trans. Ent. Soc. 1881 p. 309. 

de Niceville, Butt. Ind. p. 90; Swinhoe 1. c; 
Bingham 1. c. 
Bimhisara carticoides Moore 1. c, t. 287, f. ic, d. 
Die Regenform ist nur wenig von der Trockenform 
unterschieden, etwas größer, die weißen Binden schmäler, 
leicht diffus, und die braunen Bänder der Unterseite mar- 
kanter. 

Patria: Sikkim, Nepal. 21 (J$ Coli. Fruhstorfer. 

b) cartica nashona Swinhoe. 

Neptis nashona Swinh., A. M. N. H. 1896 p. 357. 
Neptis cartica race nashona Bingham, p. 333. 
Bimhisara nash. Moore 1. c. p. 3 — 4, t. 288, f. i-ic. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



354 

Weißzeichnungen stark verdunkelt, reduziert, 'auf der 
Flügelunterseite reich violett angelaufen. 

Eine gute Lokalform, bisher nur von den Khasi-Hills 
bekannt. 

Patria: Assam, 5 (^^ Coli. Fruhstorfer. 

c) cartica burmana de Niceville. 

Neptis burm. de Niceville, J. As. Soc. Beng. 1886 p. 251, 

t. II, f. 9; Butt. India p. 89. 
N. cartica race burmana Bingham 1. c; Elwes, Pr. 

Zool. Soc. 1891 p. 275, Kharen-Hills. 
Bimbisara burm. Moore 1. c. p. 3, t. 287, f. 2, 2a, c?- 
Das Gegenteil der vorigen, mit hellen, luxurianten 
Weißzeichnungen. 

Patria: Birma, Tenasserim. 

d) cartica subspec. 

Neptis cart. var. Miyake, List of Formosa Lep. 1907 p. 61. 

Patria: Formosa. 

An die cartica reihe ich hier eine Gruppe Neptiden an, 
die ausschließlich das Papua-Gebiet bewohnt, deren Arten 
wegen ihrer täuschenden Ähnlichkeit mit den Tellervo 
[Hamadryas) stets das besondere Interesse der Lepidop- 
terophilen erweckten und wegen ihrer bisherigen Seltenheit 
und insbesonders ihrer Neigung zu lokaler Differenzierung 
vielfach verwechselt und mit einer Serie von falschen Namen 
belegt wurden. 

De Nicevihe versuchte 1897 die Synonymie zu klären, 
da ihm aber nur ein äußerst dürftiges Material zur Ver- 
fügung stand, schuf de Niceville an Stelle einer Revision 
eine Konfusion. 

Butler war der erste, der die de Niceville'schen Fehler 
zum Teil erkannte und berichtigte. Daraufliin brachte 
de Niceville 1898 eine ,, Korrektur", in der zwar ein Teil 
der alten Irrtümer ausgemerzt, mehrere neue aber hinzu- 
gefügt wurden. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



355 

Auch Pagenstecher Heß sich 1899 durch die de Nice- 
ville 'sehen Versehen irreführen und zählt statt einer exi- 
stierenden Art deren 3 als nebeneinander im Bismarck- 
archipel vorkommend auf. 

Ribbe korrigierte Iris 1899 indeß bereits einen Teil 
der Pagenstecher'schen Abweichungen von den Tatsachen, 
indem er ganz energisch und logisch als die Heimat der 
praslini Neu-Mecklenburg (New Ireland) reklamierte, von 
woher in der Tat auch Boisduvals Type stammte. 

Ehe ich nun zur Behandlung der Synonymie übergehe, 
möchte ich eine Bestimmungstabelle der in Frage kommenden 
papuanischen Neptis vorausschicken, da weder de Niceville 
noch neuerdings Moore, die fundamentalen Differenzial- 
merkmale der betreffenden Spezies erkannten und de- 
finierten : 

L Gruppe : Apex der Vorderflügel spitz. 

A. Submarginalflecken der Flügelunterseite weiß. 

hrcbissoni Boisd. 

B. Submarginalflecken der Flügelunterseite violett. 

satina Grose Smith. 
II. Gruppe : Apex der Vorderflügel rundl. 

A. Hinterflügel-Unterseite mit nur einem weißen 

Basalfleck. 

nausicaa de Niceville. 

B. Hinterflügel-Unterseite mit d r e.i weißen Basal- 

f lecken. 

praslini Boisduval. 

Neptis brebissoni Boisd. 
Neptis brebissoni Boisd., Voyage d'Astrol. I. 1832 p. 132. 
de Nicevihe, J. As. Soc. Beng. 1897 p. 540, partim, 
N.-G. 
Acca brebissoni Moore 1. c. p. 216, N.-G. 
Athyma brebissoni Kirby, Cat. D. Lep. 1871 p. 245, 
Papua. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



a) brebissoni brebissoni Boisd. 

Neptis simbanga Hagen, J. Nass. Ver. Nat. 1897 p. 90. 

Mons. Charles Oberthür hatte die Freundhchkeit einen 
^ aus Deutsch-Neu- Guinea in meiner Sammlung mit Bois- 
duvals Type zu vergleichen und dessen Identität damit 
festzustellen. 

Wenn also (Jc^ aus Holl. Neu-Guinea nicht wesentlich 
von solchen aus Kaiser-Wilhelmsland differieren, fällt sim- 
banga Hagen als Synonym mit brebissoni. 

Hagens klare Beschreibung läßt gar keinen Zweifel 
offen, daß seine simbanga in der Tat zu brebissoni und zu 
keiner anderen Spezies gehört. Brebissoni ist, wie Hagen 
bemerkt, kleiner als satina Grose Smith, von der sie ober- 
seits nur durch den etwas mehr nach außen gerückten, 
unteren, weißen Medianfleck und kleinere Subanalflecke 
und die zierlichen Subapikalpunkte der Vorderflügel zu 
unterscheiden ist. 

Unterseite der Vorderflügel: Zellstrich stets geteilt, 
Medianmakel viel größer, Antemarginalpunkte etc. rein 
weiß statt violett. 

Hinterflügel-Medianbinde viel breiter, oblong und kürzer, 
Submarginalpunkte kleiner weiß anstatt violett. 

Patria: Holl. Neu-Guinea (Boisduval). Deutsch-Neu- 
Guinea ex antiqua Coli, von Schönberg in meiner Sammlung. 

b) brebissoni metioche nov. subspec. 

Neptis brebissoni Stdgr., Exot. Schmett. 1888 p. 146. 
de Niceville 1. c, $, Waigiu, fig. 7, ?. 

Acca brebissoni Moore 1. c, partim, Waigiu. 

Waterstradt sandte mir 2 prächtige ,^S dieser distinkten, 
von de Niceville trefflich abgebildeten Inselrasse. 

(^. Habituell größer als a. Weißzeichnung, wie aus 
de Nicevilles Figur hervorgeht, äußerst prägnant und auf 
beiden Flügelseiten reichlich ausgedehnter als bei a. 

Patria: Waigiu, 2 (^<S Coli. Fruhstorfer. 

Stctt. cntomol. Zeit. 1908. 



357 

c) hrehissoni dulcinea Grose Smith. 

Neptis dulcinea Grose Smith, Nov. Zool. 1898 p. 109. 

Rhop. Exot. 1899 p. 7; Neptis IL, f. 7, 8. 

Dulcinea zeigt ausgesprochenen Satelht-Inselcharakter, 
der sich durch die Reduktion der weißen Hinterflügelbinde, 
die sich analwärts stark verschmälert, äußert. 

Patria: Insel Mafor, in der Geelvinkbai, Mai- Juni 1897 
W. Doherty leg. 

Neptis satina Grose Smith. 

Nov. Zool. 1894 p. 352, t. 12, f. 3, cJ. 

de Niceville 1. c. p. 539. 

Acca satina Moore 1. c, Neu-Guinea. 

Das von de Niceville angegebene Merkmal, daß satina 
keinerlei Punkte in der Vorderflügel-Zelle besitzt und sich 
dadurch von brebissoni etc. unterscheidet, ist nicht stich- 
haltig, weil brebissoni-^ (^ mit und ohne solche Zellpunkte 
existieren. 

Satina scheint in zwei Lokalrassen zu zerfallen: 

a) satina satina Grose Smith. Humboldtbai, Holl. 

N. -Guinea. 

b) satina damarete nov. subspec. 
N. satina Hagen 1. c. p. 90. 

Die weißen Binden auf allen Flügeln wesentlich schmäler 
als bei satina. Nach Hagen nicht selten von Juni bis De- 
zember, 

Patria: Deutsch-Neu-Guinea, Friedrich-Wilhelmshafen, 
3 cJ^ Coü. Fruhstorfer. 

Neptis nausieaa de Niceville. 
de Niceville 1. c. 1897 p. 537, Nr. 3. Holzschnitt cJ. 

1. c. 1898 p. 139 (nausieaa = papua ex errore). 
Hamadryodes nausieaa Moore 1. c. p. 216. 
Neptis dorcas Hagen 1. c. p. 89, Novbr., Juni, Juli. 

Stett. eutouiol. Zeit. 1908. 23 



358 

Eine distinkte Spezies, von praslini und praslini papua 
sofort zu trennen durch den Mangel von 2 Basalpunkten 
der Hinterflügel-Unterseite, von denen praslini und Ver- 
wandte stets 3, die nausicaa-Zweige nur einen besitzen. 
Des weiteren erreicht die weiße Medianbinde der Hinter- 
flügel, namentlich unterseits, fast die Submarginalpunk- 
tierung; ist deshalb stets länger und bleibt bei den Formen 
von Holl. und Deutsch-Neu- Guinea gleichmäßig breit. 

Es ist deshalb sehr zu bedauern, daß sich de Niceville 
1898 durch Butler verleiten ließ, nausicaa als Synonym 
von papua Oberthür einzuziehen. 

Von nausicaa besitze vier scharfgetrennte Rassen: 

a) nausicaa nausicaa de Niceville. 

Nach Hagen gemein in K.-Wilhclmsland, wo sie stark 
variiert. 

Innerhalb unserer Kolonien scheinen sich zwei Lokal- 
formen bemerklich zu machen, nämlich typische nausicaa 
mit nur sehr kleinen Submarginalpunkten der Hinterflügel, 
wie sie de Niceville abbildet (Stephansort), und großfleckige 
Exemplare (Friedrich-Wilhelmshafen 8 ^^ Coli. Fruhstorfer). 

Aus der Sammlung Schönberg besitze ich dann noch 
(J9, bei denen das weiße Distalband der Hinterflügel sich 
distal bis an den Kostalrand ausdehnt und dessen Peripherie 
grünlich statt bläulich angelaufen ist. 

Patria : Deutsch-Neu- Guinea. 

b) nausicaa syxosa nov. subspec. 

Eine Zwergrasse der vorigen mit 28 mm Vorder- 
flügellänge anstatt 32 mm wie bei nausicaa. 

Flügel rundlicher, die Weißzeichnungen reduziert, die 
Medianbinde der Hinterflügel nach hinten mehr zerteilt, 
tiefer von der schwarzen Grundfärbung eingebuchtet. Die 
submarginalcn Makeln bestehen zwar aus kleineren Punkten, 
die sich aber zu kompletteren Serien aufreihen. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



359 

Medianfleck der Hinterflügel-Unterseite kostal und 
distal schmäler, ovaler als bei nausicaa. 
Patria: Dorey, 2 ,^<^ Coli. Fruhstorfer. 

c) nausicaa symbiosa nov. subspec.*) 

Flügelform noch rundlicher als bei b) und deshalb 
an praslini Boisduval erinnernd. Die weißen Vorderflügel- 
flecken reiner, schärfer abgesetzt, die Flecken in der Zelle 
und besonders jener am Zellapex viel kürzer. Diskalfleck 
der Hinterflügel fast so rund als bei praslini, breiter als 
bei nausicaa, aber durch die Rundung wesentlich kürzer. 

Unterseite: Medianflecken der Vorderflügel größer 
als bei nausicaa, am Kostalsaum der Hinterflügel ein sehr 
langer, weißer Strich, der sich bei nausicaa nur sehr selten 
als obsoleter Wisch einstellt. 

Ich vermute, daß diese symbiosa von früheren Autoren 
vielfach mit der praslini-Rsisse von British Neu-Guinea 
verwechselt wurde, wozu der rundliche Medianfleck der 
Hinterflügel auch alle Veranlassung und Verleitung bietet. 

Patria: British Neu-Guinea, Milne-Bay, Type i ö*- 

d) nausicaa lyria nov. subspec. (Taf. H Fig 12, rS). 
Bei dieser Inselform wird die Rundung der Hinter- 
flügelbinde noch vollständiger, zudem vergrößern sich 
alle weißen Flecken, insbesondere die dreieckige Makel 
am Zellapex der Vorderflügel, während die Submarginal- 
punkte der Hinterflügel fast verschwinden. 

Durch die luxuriante Weißdotierung erinnert die lyria- 
Oberseite an Phaedyma elauthera Grose Smith von Stephans- 
ort, an praslini terentia m. von Wetter und praslini connexa 
Smith von Key. 

Patria : Waigiu, i <^ Waterstradt leg. Coli. Fruhstorfer. 

Neptis praslini Boisduval. 
Von dieser vielumstrittenen Art sind in meiner Samm- 
lung 6 Lokalrassen vereinigt und mindestens ebensoviel 
fehlen mir. 



*) Siehe Nachtrag. 
Stett. entomol. Zeit. 1908. 23* 



3fiO 

Die verwickelte Synonymic hoffe ich bei den einzelnen 
Insclrassen nach Möglichkeit zn klären. 

Wir haben es mit folgenden Ausläufern zu tun: 

a) pyadini pruslini 13oisduval. 

N. pr. Boisd., Voyage d'Astrolabe 1832 ]). 131, Nvlle. 
Irland. 

(iodman und Salvin, Pr. Zool. Soc. 1879 p. 158, New- 
Ireland. 

l\ibb(\ Iris i8()8 j). 121, partim, Neu-Mecklcnburg; 
ibid. 1899 p. 408, 409. 

Pagenstecher, ZooU^g. 1898/99 p. 83, partim. Neu- 
Mecklenburg. 

Hamadryas praslini Moore I. c. ]■». 215, New-lreland. 

Die typisilu' pras/iiii bcvNolmt aussehlicßlicli Ntai- 
MockK'uburg (das New-Irelaud dc-r l'aigläuder) oder liesser 
gesagt, Hoisduvals Original stammt von dieser Insel. 

Staudinger hat die ausLralisehe Lokalform, l^xot. 
Seluuetl. t. 50, abgebildet, und da (h>ssen iMgur am l->esten 
bekannt ist, melde ich kurz, wodurch sich praslini typica 
entfernt von praslini slaudingcriana de Niceville. Zell- 
und Median flecken der Vorderflügel etwas ausgedehnter, 
Medianfleck der Hinterflügel rundlicher, die Submarginal- 
linien der Hinterflügel etwas länger, fast zu einer Binde 
zusanuniMiflietUMid. 

Ihiterseite: Subapikalpunkte der Vorderflügel redu- 
zierter, Medianfleck der Hinterflügel wesentlich kleiner, 
nicht bis an den Kostalrand reichend. 

Patria: Neu-Mecklenburg. 2 ^S ^- Kihbe leg. Coli, 
Fruhstorfer. 

b) praslini ncnicus de Niceville. 

Nei)tis nemeus de Niceville, J. As. Soc. Beng. 1897 
p. 538, f. 4, 1. c. 1898 p. 139 (nemeus = praslini 
ex errore). 
Pagenstecher 1. c. p. 82/83, partim. 

:^tott. ontomol. Zeit. 1908. 



361 

Ncplis j)rasliiii Ribhc, Fris i8(j8 p. 121, |)iLrtiin, Ncw- 
P)ritain. 
Ins i8()(j )). 408, i)artiiii, N.-l'oinmcrn. 

Hamadryas ncmeus Moore, III. 1. c j). 226. 

Ncmcus ist keineswegs identiseli mit pyaslini, wie dies 
Ribbc annimmt, sondern wenngleich von stattlicherer 
(in'iße, dennoch ärmer an Weiß. 

Die Medianmakeln der Vorderflügel sind kleiner, distal 
diffnser, der Distalfleck der Hinterflügcl viel weiter von 
d(M- Flügelbasis abgerückt nnd erscheint deshalb rnndlicher. 

Die Snbmarginalstriche dünner, zarter, jedoch länger. 

l\itria: Neu-1'ommern, Kinigunang, i ^ C. Ribbc leg. 
Coli. Frnhstorfer. 

c) praslini saloe nov. subspec. 
Nej)tis nemens Pagenstecher 1. c. ]). 8j. 
l^agenstecher erwähnt bereits, daß die Siibmarginal- 

f lecken der Exemplare von Ncu-Hannover blänlich statt 
weiß, wie bei ncmeus de Niceville, seien, ein Unterschied, 
der allein ausiciclit , um die neue P'oini /u kennzeichnen. 
Patria : Neu-Hannover. 

d) praslini maionia nf)v. subsj)ec. 

Neptis lactaria de Niceville 1. c. p. 535, f. 2, ^, (ierman- 

New-Guinea. 
Unter der Bezeichnung ,,ladaria Butler^' hat de Nice- 
ville nicht weniger als 8 /);'rts//ni-Lokalformen zusammen- 
gezogen und zwar: 

lactaria, typica v(jn den Aru-Inseln, 

papua von Dorey, Rubi, 

subspec. von Jobi, 

nemcus von Neu-Pommern, die er zugleich in Neu- 

Guinea vorkommen läßt, 
messogis von Waigiu, 
conneciens von Key, 

Stctt. eritoinol. Zeit. 1908. 



362 

siibspec. von Ceram und 

maionia, eine neue Lokalrasse aus Deutsch-Neu- 
Guinea, 
eine Konfusion, die auf das Unvermögen de Nicevilles 
zurückzuführen ist, die einfache Tatsache zu erfassen, 
daß eine Spezies nicht in zwei bis drei vicariierenden Formen 
nn einer Lokahtät vorkommen kann, ferner, daß keine 
Tagfalterspezies existiert, die unverändert das ganze Papua- 
gebiet bewohnt, und endlich, daß pras/ini zu jenen Kollektiv - 
Spezies gehört, die auf jeder Insel durch Zweigrassen ver- 
treten ist. 

Die geographische prasliu i-Form, welche Deutscli-Ncu- 
Guinea bewohnt, entfernt sich von jener aus Holl. Neu- 
Guinea durch die viel kleineren weißen Medianflecken der 
Vorderflügel; von staudingcriana durch stattlichere Größe 
und schmäleren Diskalfleck der Hinterflügel. Mein q 
differiert von de Nicevilles Figur des $ nur durch kleinere 
und rundlichere Medianflecken der Vorderflügel. 

Patria: Deutsch-Neu-Guinea, i (^ Coli. Fruhstorfer; 
$$ Constantinhafen und Stefansort in Coli, de Niceville. 
e) praslini papua Oberthür. 
Neptis papua Oberthür, Ann. Mus. Civ. Gen. 1878 
p. 10/12, Dorei. 
Grose Smith, Nov. Zool. 1894 p. 352, Humboldbai. 
Neptis praslini Kirsch, Mitt. Dresd. Mus. 1877 p. 125, 
Rubi. 
Oberthür 1. c. 1880 p. 43, Mont Epa (Waigiu, 
Ceram ex errore). 
Neptis lactaria de Niceville 1. c, partim. 
Hamadryodes papua Moore, IL p. 215. 
Oberthür lieferte 1878 eine ausführliche Beschreibung 
dieser guten Lokalrasse, hat sich indes 1880 durch eine 
Bemerkung Sempers verleiten lassen, papua als Synon3'm 
von praslini zu behandeln. 

Stctt. eutomol. Zeit. 1908. 



363 

De Niceville zog papua mit noch 8 anderen praslini- 
Rassen mit ladaria Butler zusammen und ließ sich durch 
einen Brief Butlers dermaßen einschüchtern, daß er Journ. 
Bomb. Nat. Hist. Soc. 1898 seine einer ganz anderen Arten- 
reihe angehörige Neptis nausicaa als Synonym von papita 
Oberthür einzog. 

Oberthür läßt papua auch auf Ceram vorkommen, 
was entschieden irrig ist, da sich schon die Waigiu-Rasse 
von Neu-Guinea-Exemplaren separieren läßt. 

Patria: N.-W. Holl. Neu-Guinea, Dorey (Oberthür, 
Butler), Rubi (Kirsch), und S.-W. Holl. Neu-Guinea, Mons 
Epa (Oberthür). 

f) praslini messogis nov. subspec (Taf. II Fig. 10, j ). 
. Neptis papua Oberthür, 1880 p. 43 (503), partim, 

Vaigheu. 

Neptis lactaria de Niceville, 1897 p. 535, Waigiou. 

3^9 entfernen sich von papua Oberthür durch die größere 
Weißfleckung, von lactaria Butler dagegen durch die Re- 
duktion aller weißen Makeln. 

Im übrigen verweise ich auf die Abbildung. 

Patria: Waigiu, 5 ^J 3 ?? Waterstradt leg. Coli. 
Fruhstorfer. 

g) praslini dorcas Grose Smith. 

Neptis dorcas Grose Smith, Nov. Zool. 1894 p. 354; 
Rhop. Exot. 1895, Neptis I. f. 7/8. 
de Niceville 1. c. p. 539. 
Hamadryodes dorcas Moore, p. 215/216. 
Eine ausgezeichnete Inselform mit stark zerteiltem 
weißen Diskalfleck der Hinterflügel und ungewöhnlich 
großen Submarginalpunkten der Hinterflügel. 
Patria: Insel Biak. 

h) praslini nov. subspec. 
Neptis praslini Kirsch, Mitt. Mus. Dresd. 1877 p. 125. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



364 

Nach Kirsch differieren Exemplare von Mysore (Kordo) 
und Jobi (Ansus) durch Zunahme der weißen Färbung. 
Ich vermute, daß Exemplare von Mysore, der Schwester- 
insel von Biak, recht nahe dorcas Grose Smith stehen werden. 
Patria: Mysore (Korrido). 

i) prasHni subspec. 
Die von Kirsch erwähnten Stücke von der südlichen 
und tiefer in der Geelvinkbai gelegenen Insel Jobi sind aber 
zweifelsohne bereits differenziert und dürften einen Namen 
verdienen. 

Patria: Jobi. 

k) praslini ronensis Grose Smith. 
Neptis ronensis Grose Smith, Rhop. Exot. III. Oktbr. 

1899, Neptis III. f. 5, S; f. 6/7, ?. 
Ausgezeichnet durch basal stark verengte weiße Hinter- 
flügelflecken. 

Patria: Insel Ron bei Deutsch-Neu-Guinea (Meek leg.). 

1) praslini lactaria Butler. 
Athym.a lactaria Butler, Ann. Mag. N. Hist. 1866 p. 98, 

Aru. 
Neptis lactaria de Niceville 1. c, partim. 
Hamadryodes lact. Moore 1. c. p. 215. 
Neptis praslini Ribbe, Corrblatt, Iris 1886 p. 84. 
Athyma lactaria Kirby, Cat. 1871 p. 245. 
Diese Lokalform ist noch nicht abgebildet. 
Patria: Aru. 

m) praslini connexa Grose Smith. 
Neptis connexa Grose Smith, Rhop. Exot. III. Oktbr. 

1899 P- II. Neptis III. f. 8/9, S- 
Neptis lactaria de Niceville ]. c. 1897 p. 535, partim, 

1898 p. 260. 
Es scheint mir, daß de Niceville den Holzschnitt aus 
seinem früheren Aufsatz (1897) im Jahre 1898 nochmal 

Stett. eutomol. Zeit. 1008. 



365 

verwendet hat, um seine ,,Li'^t of Butterflics of the Ke 
Isles" auszuschmücken. 

Die an sich löbhche Absicht erweist sich in diesem 
Falle jedoch als durchaus irreführend, weil die Figur nicht 
etwa connexa von Key vorstellt, sondern das $ der Neu- 
Guinea-praslini-R^iSse , die de Niceville mit 8 anderen Insel- 
formen vermengt hat. 

Connexa selbst bildet eine relativ kleine Form mit sehr 
schmalem Diskalfleck der Hinterflügel und ungewöhnlich 
großem weißen Fleck am Zellapex der A^orderflügel. 

Patria: Key-Inseln, 2 00 H. Kühn leg. Coli. Frühst, 
n) praslini terentia nov. subspec. (Taf. II Fig. 11 J). 

Charakterisiert und von connexa differenziert durch 
die noch ausgedehntere Weißfleckung aller Flügel. Diskal- 
fleck der Hinterflügel distal breiter als bei Exemplaren 
von Waigiu, sich basalwärts etwas verschmälernd, im übrigen 
verweise ich auf die Figur. 

Patria: Insel Wetter der Timorgruppe. 

Terentia stellt den westlichsten \\)rposten der praslini- 
Reihe dar. 

o) praslini staudingeriana de Niceville. 

N. staudingeriana de Niceville, J. B. N. Hist. Soc. 1898 

P- 139- 
Waterhouse, Cat. Rhop. Austr. 1903 p. 13. 
Neptis praslini Semper, Journ. Mus. Godeffroy 1878 p. 16. 
Staudinger, Exot. Schmett. 1886 p. 146, t. 50, $. 
de Niceville 1. c. 1897 p. 534, partim, f. i, ^. 
Pagenstecher, Zoolog. 1898 p. 83. 
Miskin, Ann. Queensl. Mus. I. p. 45. 
Die australische praslini-Form nähert sich im Habitus 
connexa von den Key-Inseln in der Zeichnung maionia 
Fruhstorfer von Neu- Guinea. 

Patria: Cape York, Nord- Australien. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



B. Artengruppe Phaedyma. 

Phaedyma Felder, Neues Lepidop. 1861 p. 31. 
Semper, Lep. Philippinen 1889 p. 143. 
Moore, Lep. Ind. II. 1896 p. 216. 
Fruhstorfer, Ent. Zeitschr. Guben, August 1905 
p. 100. 

Papilio Finne, Syst. Nat. X. p. 486, 1758. 

Acca Hübner, Verzeichn. 1816 p. 44, partim. 

Nymphalis Godart, Enc. Meth. p. 431, 1823. 

Limenitis Boisduval, Voy. Astr. 1832 p. 131. 

Athyma Butler, Ann. Mag. N. H. 1866 p. 99. 

Neptis Kirb3^ Catalogue 1871 p. 241. 

Andrapana Moore 1. c. p. 218, partim. 

Andasenodes Moore ib. IV. p. 44. 

Die Arten der Phaedyjiia-Gvwppc fallen zumeist schon 
durch ihre Größe auf, den besonders entwickelten Duft- 
spiegel der Hinterflügel-Oberseite und durch die morpho- 
logisch wertvollere Stellung der Kostaladern der Hinter flügel. 

Die Kostale und Subkostale sind stets dicht gedrängt 
und verlaufen parallel nebeneinander in den Distalrand 
der Hinterflügel, während die Kostale bei den Neptiden 
s. strictu in den Kostalrand ausmündet. 

Phacdvma läßt sich wieder in zwei Gruppen zerlegen. 

A. Hintcrflügel mit vertikal aufgerichteter Präkostale. 

(Indo-Malayische Rassen). 

B. Hinterflügel mit proximal eingebogener Präkostale. 

( Austro-Malayische Rassen) . 

Gruppe A. 
Phaedyma columella Gramer. 
a) columella columella Gramer, 
Pap. Nymph. Phal. columella Gramer, IV. p. 15 und 
249, Ghina, t. 296, f. A., B., 1782. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



867 

Neptis columclla Westw. in Doubl. Hew. Diiirn. Lep. 
p. 272. 
Moore, C. L. E. I. C. Mus. 1857 p. 167, China; 

Pr. Z. Soc. 1858. 
Walker, Tr. E. Soc. 1895 p. 454, Hongkong. 
Acca columena Hübner, Verz. 18 16 p. 44. 
Andrapana columella Moore, Lep. Ind. HI. p. 220, 

partim, China. 
Phaedyma columella Frühst.. Ent. Zeitschr. Guben, 

Aug. 1905 p. 90. 
Neptis ophiana Holl., Trans. Amer. Ent. Soc. Mai 1878 

p. 118, Hainan. 
Chinesische Exemplare präsentieren sich als die größte 
Rasse, selbst Stücke aus Tonkin in der Regenzeit gefangen 
sind bedeutend kleiner. 

Cramer bildete die wet season form ab. 
Patria: S. -China. Hongkong (März bis :\lai selten), 
Hainan (Holland i ?). 

b) columella tonkiniana Frühst. (Taf. HI Fig. 14, +). 
Ph. col. tonk. Frühst., Ent. Zeitschr. Guben, x\ug. 1905 

p. 90, t. 6, f. 3, 9. 

Mit 67 mm Spannweite erheblich kleiner als colnmcUa 
Cr. von China. 

Meine Exemplare differieren von Cramers Bild durch 
die kürzeren weißen Flecken auf der Oberseite der Vorder- 
flügel und die weißen Submarginalflecken der Hinterflügel- 
Oberseite fehlen gänzlich. 

Unterseite: Alle Vorderflügel-Flecke kleiner, die Diskal- 
binde der Hinterflügel-Unterseite obsolet, ebenso die äußere 
der beiden Submarginalbinden, die auf Cramers Bild dicht 
nebeneinander stehen und prominenter erscheinen. 

Patria: Tonkin, Than Moi, Juni- Juli 2 $$. 

c) columella martahana Moore. 

Neptis martab. Moore, Tr. Ent. Soc. 1881 p. 310, q; 
de Niceville, Butt. Ind. 1886 p. 106. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



H(i8 

Andrapanu mart. Moore, Lep. Ind. p. 219. 

Phaedyma mart. Frühst., Ent. Zeitschr. Guben, Aug. 
1905 p. 90. 

Neptis ophiana Elwcs und de Niceville, J. As. Soc. 
Beng. 1886 p. 424, Ponsekai. 
a) forma martahana Moore. 

Type dieser Form stammt von Rangun (wet season). 

Meine Regenzeit-Exemplare aus Unterbirma und Siam 
fallen im Vergleich mit vorderindischen und Tonkin columella 
sofort auf durch die dominierende Schwarzfärbung, die 
ein Zurücktreten aller weißen Zeichnungen im Gefolge 
hat, während umgekehrt die dry season form viel reicher 
weiß dekoriert ist als irgend eine andere der bekannten 
Rassen. 

Ich restituiere deshalb unbedenklich den Moore'schen 
Namen für die columella folgender Lokalitäten. 

Tenasserim, malay. Halbinsel, Siam, Annam, Muok 
Lek 1000 Fuß, I $ Februar 1901 H. Fruhstorfer leg. 
p) forma alesia Fruhstorfer. 

Ph. col. alesia Frühst., Ent. Zeit. Guben, Aug. 1905 p. 90. 

Neptis ophiana Distant, Rhop. Mal. 1883 p. 153, dry 
season, t. 17, f. 12, S. 
de Niceville, Butt. Ind. 1886 p. 105, partim. 

Andrapana col. Moore, Lep. Ind. p. 220, partim. 

Distants Figur stellt die Trockenzeitform dar, die 
sich von den dry season-Exemplaren von Vorder-Indien 
durch den viel breiteren und kürzeren Längsstreif in der 
Zelle, den rundlicheren Fleck am Zellapex und die breiteren 
Medianbinden der Hinterflügel unterscheiden lassen. 

Da alesia zudem habituell kleiner sind als ophia^ta-^'^, 
fällt die progressive Weißzeichnung noch mehr ins Auge. 

Patria: Malay. Halbinsel (Distant), Siam (Bangkok 
und Hinlap Januar 1901; Kanburi 1901), Süd-Annam 
(Xom Gom Februar 1900), H. Fruhstorfer leg. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



3H9 



d) columella ophiana Moore. 

Neptis ophiana Moore, Pr. Z. Soc. 1872 p. 561, oJ 

Swinhoe, Tr. Ent. Soc. 1893 p. 280. 

de Niceville, Butt. India 1886 p. 105; Ciazetteer 

1894 p. 138, gemein Dezbr. bis März. 

Neptis columella Moore, C. L. Mus. E. I. C. 1857 p. 218; 

de Niceville, J. Bomb. N. Hist. Soc. 1898 p. 371. 

Bingham, Fauna India 1905 p. 326, t. 9, f. 66, ^. 

Andrapana columella Moore, Lep. Ind. p. 218 — 220, 

partim, t. 271, f. i-ie. 
Phaedyma col. oph. Frühst., Ent. Zeitschr. Guben, 

1905 p. 90. 
Moore beging einen Fehler, wenn er Lop. Ind. ophiana 
mit columella Cramer synonymiert. Cliinesische Exemplare 
sind stets größer und tragen schmälere weiße Binden als 
vorderindische Stücke. Der Unterschied zwischen Regen- 
und Trockenform ist weniger prägnant als bei der Rasse 
martahana und der forma alcsia, und markiert sich nur 
durch den dunkleren, mehr kastanienbraunen als ocker- 
gelben Farbenton der Flügelunterseite als durch Reduktion 
der Weißzeichnung, welche die wet season form von marta- 
hana, tonkiniana und columella so besonders charakterisiert. 
Patria: Sikkim, Assam, 17 (^cJ 10 ?$ Coli. Frühst.; 
Mussoorie (de Niceville). 

e) columella nilgirica Moore. 

Neptis nilgirica Moore, J. As. Soc. Beng. 1888 p. 353. 
Bingham, Fauna India p. 326, partim, South-India. 

Andrapana nilgirica Moore, Lep. Ind. p. 220, S. -India. 

Phaedyma colum. nilgirica Frühst., Ent. Zeitschr. 
Guben, Aug. 1905 p. 99. 

Neptis columella de Niceville, J. As. Soc. 1900 p. 227. 

Südindische Exemplare differieren von nordindischen 
durch größere weiße Diskalflecken der Vorderflügel und 
breitere Binden der Hinterflügel. 

Patria: Nilgiris, Süd-Indien. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



370 

f) coluDicIla sniga Friihstorfer. 

Andrap. col. singa Frühst., B. E. Z. 1899 p. 286. 

Phaed. col. singa Frühst., Ent. Zeitschr. Guben, Aug. 
1905 p. 90. 

Typisch ist die Regenform, die durch ihre Kleinheit 
und ungewöhnlich spitzen Flügel auffällt. 

Die Weißzeichnung ist etwas breiter angelegt als bei 
iiuiiiabana Moore und viel schmäler als bei alcsia Fruh- 
storfer. Die Unterseite differiert aber von allen Verwandten 
durch die fast schwarzbraune Grundfärbung aller Flügel. 

Patria: Singapore, 2 (^c? i $ Coli. Fruhstorfer. 

g) colunicUa nov. subspec. 

Neptis ophiana de Niceville und Martin, Butt. Sum. 

1896 p. 410; Hagen, Iris 1896 p. 171. 
Neptis hehodora Hagen, T. N. A. G. 1890. 
Phaedyma col. singa Frühst., 1. c. 
In Sumatra ist columella so selten, daß Dr. Martin 
in 13 Jahren nur i Exemplar empfangen hat. Auch aus 
Borneo ist die Art noch nicht registriert, jedoch mit Sicher- 
heit noch zu erwarten, da sie auf Palawan nicht allzuselten ist. 
Patria: Sumatra, Borneo (?). 

h) columella hataviana Moore. 
Andrapana bataviana Moore, Lep. Ind. III. p. 225, 1886. 
Neptis ophiana und columella Frühst., B. E. Z. 1896 

p. 302. 
Phaed. col. bat. Frühst., Ent. Zeitschr. Guben, August 

1905 p. 90. 
Neptis (Phaed.) col. de Niceville, J. As. Soc. Beng. 1890 

p. 687, Baly. 
Bataviana präsentiert sich in typisch javanischem 
Kleide, nämlich äußerst progressiven Weißzeichnungen auf 
allen Flügeln, und stellt dadurch weitaus die hellste der 
bekannten columella-Rassen dar. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



371 

Patria: Ost- und West- Java, bis zirka 2000 Fuß Höhe. 
^$ H. Fruhstorfer leg. Baly (de Niceville). 

• f. columclla bawcana Frühst. (Taf. III Fig. 13, j^). 

Ph. coh baw. Frühst. Ent. Zeitschr Guben, August 
1905, t. 6, f. 2, 'i, p. 89. 

o. Der weiße Fleck vor dem Zellapex der Vorderflügel 
bedeutend größer als bei Java--5o> die übrigen Flecken 
und die weißen Binden der Hinterflügel etwas kleiner und 
schmäler. 

Unterseite: Grundfärbung namentlich in den distalen 
und analen Partien der Hinterflügel viel dunkler choko- 
ladenbraun als bei bataviana Moore. 

$. Die weiße Diskalbinde der Hinterflügel ist kaum 
halb so breit als bei den Javanen; die postdiskale Binde 
sehr verbreitert, fast ganz schwarz. Die innere Submarginal- 
binde besteht aus gleichförmigeren Flecken und die marginale 
Weißfleckung ist fast ganz verschwunden und wird durch 
breite, schwarzbraune Randflecken verdrängt. 

Patria: Bawean, 10 ^'^ Juli-Septbr. Coli. Fruhstorfer. 
k) columella kangeana Fruhstorfer. 

Phaed. col. kang. Frühst., Ent. Zeitschr. Guben, Aug. 
1905 p. 89. 

Neptis ophiana Snehen, T. v. C. Bd. 45 p. 79. 

Bei kangeana ist der Inselmelanismus noch mehr fort- 
geschritten, die Streifen in der Zelle verschmälern sich 
und die Makeln am Zellapex der Vorderflügel werden kleiner. 

Die Hinterflügel-Unterseite der <^(^ nimmt ein noch 
dunkleres Kolorit an als bei baweana-^^ und die Post- 
diskalbinden werden fast ganz schwarz. 

Patria: Kangean, ^9 Coh. Fruhstorfer, i ,^ Coh. 
Snellen. 

1) columclla lombokiana Fruhstorfer. 

Andrap. col. lomb. Frühst., B. E. Z. 1899 p. 285. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



372 

Phaedyma columella Frühst., ibid. 1897 p. 5. 

Elwes und de Niceville, J. As. Soc. Beng. 1898 

p. 687. 

Pli. cül. lomb. Frühst., Ent. Zeitschr. Guben, 1905 p. 90. 

Lomhokiana weist noch schmälere Binden auf als 

kangeana und differiert von dieser und hataviana Moore 

durch die gleichmäßig satt rotbraune Flügelunterseite, 

die wenig heller erscheint als bei singa Fruhstorfer. 

Patria: Lombok, Ekas an der Meeresküste, 2 cJ(^ 4 ??. 
Sapit 2000 Fuß April-Juni, Sambalun 4000 Fuß Juni 1896 
H. Fruhstorfer leg. 

m) columella sumbana Fruhstorfer. 
Phaed. col. sumb. Frühst., Iris 1904 p. 314, t. 9, f. 6, 
Q-Unterseite; Ent. Zeitschr. Guben (^$ p. 90, Aug. 
1905. 
Phaed. columella Doherty, J. As. Soc. 1891 p. 174 
(das obere Band der Hinterflügel breiter als 
bei indischen Exemplaren). 
Elwes und de Nicevihc, J. As. Soc. 1898 p. 687. 
Die Insel Sumba wird von einer Rasse bewohnt, welche 
sich durch ihr auffallend helles Kolorit von den vorbeschrie- 
benen dunklen Formen abhebt und merkwürdigerweise 
kaum noch Ähnlichkeit mit ihrer Nachbarin lomhokiana 
F'ruhstorfer hat. 

Die $$ sind kleiner als die Javanen und tragen eine 
zierliche, weiße Zeichnung, die Submarginalf leckchen der 
Vorderflügel sind viel deutlicher als bei hataviana, die Sub- 
marginalbinde der Hinterflügel aber ist mindestens noch 
einmal so breit. 

(^-Unterseite: Die Grundfärbung ist viel heller rot- 
braun, alle weißen Binden zierlicher, aber prominenter 
als bei Java-Stücken. Der weiße Kostalsaum und die Sub- 
basalbinde der Hinterflügel doppelt so breit als bei Javanen, 
die Diskalbinde aber um vieles schmäler. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



373 

9- Das $ gleichfalls reicher weiß dotiert als Java-9$ 
und fällt namentlich bei sumhana die Verbreiterung der 
Subbasalbinde der Hinterflügel besonders ins Auge, dagegen 
sind die antemarginalen Binden außerordentlich verschmälert 
und kaum halb so breit als bei hataviana Moore. 

Patria: Insel Sumba, 4 cJ$ Coli. Fruhstorfer. 
n) columeUa subspec. 

Ph. col. Doherty 1. c, Sumbawa. 

Sumbawa-Exemplare fehlen mir, ich zweifle nicht 
im geringsten, daß solche sowohl von lombokiana als auch 
sumhana abweichen. 

Patria: Sumbawa, Flores(?). 

o) columella ophianclla Staudinger. 

Neptis col. var. oph. Stdgr., Iris 1889 p. 65. 

Phaed. col. oph. Frühst., Ent. Zeitschr. Guben, Aug. 
1905 p. 90. 

Andrapana oph. Moore, Lep. Ind. 1896 p. 225. 

Phaedima ophianella Semper, Lep. Phil. 1892 p. 345. 

Erinnert durch die subapikalen schwarzen Ringe der 
Vorderflügel-Unterseite und die schwachen Submarginal- 
punkte der Hinterflügel vielmehr an jumba Moore von Ceylon 
als an die columella-'Ra.ssen der Sunda-Inseln. 

Patria: Palawan, 2 c?$ Januar 1899 W. Doherty leg. 
Coli. Fruhstorfer. 

p) columella eremita Felder. 

Phaedyma eremita Felder, Reise der Novara 1867 
p. 428, Luzon; Semper 1. c. 

Ph. col. er. Fruhstorfer 1. c. 

Andrapana eremita Moore 1. c. 

Neptis eremita Stdgr., Iris 1889 p. 66, Luzon. 

Semper bildet f. 3 und 4 5'$ der Trockenzeitform, 
f. 5 9 der Regenzeitform ab. Felders Type ist von Luzon; 
Semper läßt eremita auch in N.- und O.-Mindanao vor- 
kommen, Angaben, die irrig sind und sich wahrscheinlich 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 24 



374 

auf Trockenzeitformen der angara Semper beziehen, wenn 
nicht Nord- und Ost-Mindanao eine eigene von angara 
des S.-O. der Insel abweichende Lokalrasse beheimaten. 

Semper nennt außer Luzon noch die Babuyanes, 
Guimaras und Cebu als Heimat der eremita, Fundorte, die 
meines Erachtens z. T. von besonderen Inselformen be- 
wohnt werden. 

Patria: Luzon. 

q) columella soror Semper. 

Phaedima (!) soror Semper 1. c. p. 143, t. 28, f. 6, S, 7, $. 

Phaedyma col. soror Frühst., Ent. Zeitschr. August 
1905 p. 99. 

Andrapana soror Moore 1. c. 

Nur 2 Exemplare bekannt, die nach Sempcrs Bild 
eine große Ähnlichkeit besitzen mit meinen haweana und 
kangeana sowie singa. 

Patria: Mindoro, Camotes. 
u) columella angara Semper. 

Phaedima (!) angara Semper, Schmett. Philipp. 1886, 
t. 28, f. 8, S> f- 9-10. ?. P- 144- 

Phaedyma col. ang. Frühst., Ent. Zeitschr. Guben, 
August 1905 p. 99. 

Andrapana ang. Moore, Lep. Ind. p. 225. 

Eine interessante und dunkle Lokalrasse, die bereits 
den Übergang bildet zu daria Felder von Celebes. 

Patria: Camiguin de Mindanao, S.-O.-Mindanao. 
r) columella sarahaita Felder. 

Phaedyma sar. Felder, Reise Novbr. 1867 p. 128. 

Andrapana sar. Moore, Lep. Ind. p. 225. 

Der Beschreibung Felders nach halte ich sarahaita 
für eine extreme dry season form, die ich eventl. auch auf 
den Philippinen suchen würde. 

In Celebes ist die co/wwzf/Za- Gruppe durch daria Felder 

Stett. cntomol. Zeit. 190S. 



375 

vertreten, so daß wir die schon Felder fragliche Lokalität 
,,Celebes" als Heimat der sarahaita wohl ausscheiden dürfen. 

Patria : Ignota. 

In Celebes treffen wir columella so wesentlich verändert, 
daß der dortigen Repräsentantin ,, Artrechte" gebühren, 
wenigstens so lange, bis wir vermittelnde Übergänge von 
Nachbarinseln empfangen. 

Phaedyma daria Felder. 
Ph. daria Felder, Reise Novara 1867 p. 428, t. 56, 

f. 5- 6, ?. 
Andrapana daria Moore, Lep. Ind. III. 1898 p. 225. 
Diese vornehme und hochinteressante Spezies zerfällt 
in zwei distinkte Lokalrassen: 

a) daria daria Felder. 

Neptis daria Hopffer, St. E. Z. 1874 p. 36. 

Pagenstecher, Abh. Senckenb. Ges. 1897 p. 398. 
Ph. daria daria Frühst., Ent. Zeitschr. Guben, 1905 

p. 100. 
Felders Type stammt aus Nord-Celebes, vermutlich 
aus der Umgebung von Menado, Minahassa. 

Patria: Toli-Toh, Novbr.-Dezbr. 1905 2 (^$ H. Fruh- 
storfer leg. 

b) daria albescens Rothschild. 

Neptis albescens Rotschild, Iris 1892 p. 438, t. 7, f. 3. 

Neptis daria Holl., Pr. Bost. Soc. N. Hist. 1890 p. 68. 
a) forma variahilis Rothschild. 

N. var. Rothschild, ibid. f. i, 2, S^. 

Phaed. daria variabilis Frühst., Ent. Zeitschr. Guben, 
1905 p. 100. 

Variahilis ist die Hauptform der südlichen daria-^diSSQ 
und albescens anscheinend eine etwas verkümmerte indi- 
viduelle Zustandsform. aber da variahilis zuletzt beschrieben 
muß der Name der Aberration als nomenklatorischer Typus 
gelten. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 24'-' 



370 

Die südlichen daria zeichnen sich durch stark ver- 
breiterte weiße Binden auf allen Flügeln vor daria des 
Nordens aus und dürften aus einer extremen dr^^^season 
form hervorgegangen sein, wie sie das trockenere Süd- 
Celebes häufig im Gegensatz zu dem regenreicheren Norden 
der Insel produziert. 

Patria: Umgebung von Maros, Umgebung von Pare- 
Pare (W. Doherty leg.). 

Mit daria schließt die cohimclla -Reihe der indoma- 
layischen Phaedymen. 

Phaedyma aspasia Leech. 

Nep. asp. Leech, Entomol. 1890, vol. 23 p. 37; Buttorfl., 
China 1893 p. 193, t. 18, f. 5, J. 

Stabrobates (!) aspasia Moore, Lep. Ind. IV. p. 28. 

Durch den großen Duftspiegel der Hintcrflügcl und 
die steil nach oben gerichtete, stumpfe Präkostale dokumen- 
tiert aspasia ihre Zugehörigkeit zu den Phaedymen. Moore 
vereinigte sie irrigerweise mit seiner Mischgattung ,,S/ahro- 
batcs''' wahrscheinlich durch die gelbe Bänderung verleitet. 

Von Moores Type des ,, Genus" Stabrobates, der großen 
Neptis radha ist aspasia strukturell sofort zu trennen durch 
die stumpfe, kurze, distal nicht verlängerte Präkostale. 
Aspasia zählt zu den häufigsten Neptiden Chinas. 

Patria: Szetchuan, Omi-Shan (Leech), Siao-Lou, Tien- 
Tsuen, 8 ^^ Coli. Fruhstorfer; Kweitschou (Leech). 

Gruppe B. 
a) Basalteil der Vorderflügel-LInterseite ohne röt- 
lichen Schuppenfleck. 

Phaedyma amphion L. 

Seba Thesaurus IV. t. 16, f. 3/4, 1758. 
Papilio amphion L., Syst. Nat. X. 1758 p. 486 (Habitat 
in Indiis). 

Slutt. entomol. Zeit. 1908. 



877 

Pap. camilla, b) amphion L., Mus. Lud. Ulr. 1764 p. 304. 
Pap. heliodora Gramer, 1779 III. p. 35, t. 212, f. E. 

F., 1816. 
Acca heliodora Hübner, Verzeich. 1816 p. 44. 
Neptis hehodora Kirby, Cat. 1871 p. 241. 

Staudinger, Exot. Schmett. 1888 p. 146, t. 50, $. 

Amb. Ceram, Batjan (ex errore). 
Oberthür, Lep. Ocean. p. 503, Amboine. 
Pagenstecher, J. Nass. Ver. Nat. 1884 p. 39, Am- 
boina. 
Papiho pelkicidus Goeze, Ent. Beitr. 1779, III. p. 120. 
Neptis pellucides Ribbe, Iris 1889 p. 51, Ceram, häufig. 
Papilio heliodorus Herbst, Natur. Schmett. IX. 1798 

p. 100, t. 241, f. I, 2. 
Nymphahs hehocopis Godart, Enc. Meth. IX. p. 431, 

Amboine. 
Limenitis melaleuca Boisd., Voy. Astr. 1832 p. 131, $. 
Phaedyma mehileuca iMoore, Lep. Ind. p. 217, IMoluccas. 
Athyma cerne Butler, Ann. Mag. N. H. 1866 p. 99. 
Athyma heliodora Röber, T. v. E. 1891 p. 308, Ceram. 
Athyma heliodora Pagenst., Abh. Senckenb. 1897 p. 400, 

Uliasser. 

(Heliodora gehört nicht zu den Neptis, sondern 

ist eine echte Athyma!) 
Neptis amphion Aur., Rec. Crit. 1882 p. 103. 
Phaedyma cerne Moore, Lep. Ind. III. p. 217, Molluccas. 
Phaedyma heliodora Felder, Neues Lepidopt. p. 31, 1861. 
Phaedyma amphion Moore, ibid., Amboina. 
Phaedyma amphion Frühst., Ent. Zeitschr. Gub., 

1905 p. 100. 
Neptis heliodora Fürbringer, Jenaische Denkschr. 1894 

p. 242, Amboina, 
Amphion wurde die Ehre zuteil, in 7 Gattungen unter 
ebensoviel Spezies Namen eingereiht zu werden! 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



Nach Koch (Indo-Austral. Lepid. Fauna p. 49) soll 

sie dann sowohl in Penang *) wie in Siam *) , nach Staii- 

dinger auch auf Bat j an vorkommen; alles in allem eine 

wahre Komödie der Jrrungen! 

Als Heimat der distinkten Spezies haben jedoch nur 

zu gelten die Inseln: Amboina, Ceram, Saparua. 

Daß cerne Butl. synonym mit amphion resp. heliodora 

Cram., hat Felder, Reise Novara p. 427, 1867, später Kirby 

in seinem Katalog festgestellt, trotzdem führt Moore, Lep. 

Ind. vol. III. p. 217 ,,ccync'' als ,,Art" auf. 

Ein weiteres Synonym und zwar für amphion-^ scheint 

mir Limenitis melaleuca Boisd., Voyage d'Astrolabe Lep. 

p. 131, zu sein, wofür außer dem Text: 

,,Alis nigris anticis maculis quattuor in disco 
sparsis, maculis apicalibus totidemque punctis ex- 
tremis, albis. Posticis fascia maculari discoidale alba 
sexfida." 

,, Alles noires les superieures aves quatrc taches 
eparses sur le disque, deux taches pres du sommet, 
et deux petits points pres de l'extremite, blanc, les 
inferieures traversees au milieu par une bände blanche 
maculaire, divisee en six taches. Cette belle epece 
et une des plus grandes du genre." 

auch noch die Bezeichnung: 

,,Elle se trouve ä Amboine et ä Rawak" 

spricht. 

Amphion zerfällt in zwei Lokalrassen: 

a) amphion amphion L. 
Patria: Amboina, Saparua, Ceram, 8 (^(J 9 $$ Coli. 

Fruhstorfer. 



*) Damit eitleren Koch und seine Gewährsmänner die heutige 
Phaedyma columella martabana Moore und singa Frühst. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



379 

b) amphion ncrio de Niccvillc. 
Neptis (Phaed.) nerio de Nicev., J. B. Nat. H. Soc. 

1900 p. 167, 168. D. f. II, $. 
Neptis polion Grose Smith, Rliop. Exot. p. 14, f. 4. 

5 c^, 6 $ (Smiths Bild ist besser als jenes von de 

Niceville). 
Neptis heliodora de Niceville (nee Gramer), Journ. 

As. Soc. Beng. vol. 47, pt. 2, p. 312, 1898. 
N. heliodora Holland, Nov. Zool. März 1900 p. 66. 
Phaedyma heliodora nerio Frühst., Ent. Zeitschr. 

Guben, 1905 p. loi. 
Patria: Buru, Kajeh (W. Doherty leg.), fehlt mir. 

Phaedyma ampliata Butler. 
Neptis ampliata Butl., A. M. Nat. Hist. 1882 p. 42. 
Phaedyma ampliata Pagenstecher, Lepid. Bismarck- 
arch., Wiesbaden, 1899 p. 86. 

Frühst., t. i, f. 6, Ent. Zeitschr. Guben, 1905 
p. lOI. 
Hamadryodes ampliata Moore, Lepid. Ind. 1. c. p. 215. 
Patria: Neu-Lauenburg (Coli. Frühst.), Neu-Pommern 
(Pagenst.). 

Phaedyma eleuthera Grose Smith. 

Neptis eleuthera Grose Smith, Rhop. Exot. III., Neptis 
III. p. 10, f. 3, 4 ?, Oktober 1899. 

Eine prächtige Form, die vielleicht als geographische 
Rasse mit ampliata Butler vereinigt werden kann. 

Auf der Hinterflügel-Unterseite fehlt der weiße Sub- 
basalpunkt, sonst stimmt der Charakter der Zeichnungs- 
anlage bei beiden überein. 

Eleuthera zeigt auch etwas rundlicheren Apex der 
Vorder flügel. 

Patria: Stefansort, Deutsch-Neu-Guinea. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



:]S() 

Pliaedyma fissizonata Butler. 
Neptis fissizonata Biitl., A. Hist. 1882 p. 43. 
Neptis fissizonata Grose Smith, Rhop. Exot. Nept. 

f. 3, 4, 1895, partim, Salomonen. 
Phacch'ma f. Pagenstecher 1. c. p. 85. 

Frnhstorfer, Ent. Zeitschr. Guben, p. loi. 
Ph. fissigonata ( !) Moore, Lep. Ind. p. 217. 
Neptis pisias Ribbe, Iris 1898 p. 122. 

a) fissizonata fissizonata Butler. 

Als fissizonata typica seien hier Exemplare aufgefaßt 
mit schmaler Medianbinde der Hinterflügel. 

Patria: Salomonen, i 5, wie es Smith 'abbildet, Coli. 
Fruhstorfer. 

b) fissizonata pisias Godman und Salvin. 

Neptis pisias Godman und Salv., Ann. Nat. Hist. 

1888 p. 98. 
Phaedyma pisias Pagenst. 1. c. p. 85, partim; Moore 

1. c. p. 217. 
Ph. fiss. ab. pisias Frühst. 1. c. p loi. 
Partia: Shortlands-Inseln, ^J? Coli. Fruhstorfer. 

c) fissizonata lydda nov. subspec. 

Neptis fiscizonata ( !) Ribbe, Iris 1889 p. 122. 

Phaedyma pisias Pagenstecher 1. c; Fruhstorfer 1. c. 

Exemplare des Bismarckarchipels differieren nach 
Pagenstecher erheblich von typischen fissizonata der Sa- 
lomonen durch ausgedehntere weiße Felder; solche Stücke 
bezeichne als lydda. 

Patria: Neu-Pommern, Neu-Lauenburg. 

Phaedyma eblis Butler. 

a) chlis chlis Butler. 

Neptis eblis Butler, Ann. Mag. Nat. Hist. 1882 p. 43. 

Grose Smith und Kirby, Rhop. Exot. Nept. I. 

f. I, 2. Duke of York Ins. N. Britain, 1895. 

Ribbe, Iris 1898 p. 122. 

Pagenstecher, Lep. Bism. Arch. Stuttg. 1899 p. 84. 

Sitett. entomol. Zeit. 1908. 



381 

Andasenodes eblis Moore, Lep. Ind. I\'. p. -14, 1899. 

Phacdyma eblis Fruhstorfer, Ent. Zeitschr. Guben, 
August 1905 p. IUI. 

Die dunkelste Neptis schwarzbraun, mit einer Sub- 
marginalreihe von weißen Punkten auf allen Flügeln und 
Rudimenten von weißlichen Submedianpunkten auf den 
Hinterflügeln. 

Patria: Neu-Lauenburg, Neu-Pommern, 2 So Coli. 
Fruhstorfer. 

b) chlis ganina Grose Smith. 

Neptis ganina Grose Smith, Nov. Zool. 1894 p. 153, 
t. 12.' f. 4. 

Phaedyma ganina Moore, Lep. Ind. III. Juli 1898 p. 217. 

Phaedyma eblis gan. Frühst., Gub. Ent. Zeitschr. 1. c. 

Patria : Gani auf Halmaheira. 

Phaedyma mimetica Grose Smith. 

Nov. Zoolog. 1895 p. 78; Rhop. Exot. Juli 1899 P- ö- c^?' 
Neptis II. f. 3, 4 $. 

Andasenodes mim. Moore 1. c. 

Der Name ist sehr bezeichnend und die mimetische 
Ähnlichkeit mit Euploeiden kommt auch durch den über- 
flüssigen Gattungsnamen ,, Andasenodes"' jMoore zum Aus- 
druck. 

Habituell kleiner als eblis, mit einer Doppelreihe von 
weißen Submarginalpunkten und einer submedianen Serie 
von sehr großen, weißen Flecken. 

Patria: Deli, Portug. Timor, W, Doherty leg. 

In der Diagnose seiner ,, Gattung" Andasenodes erwähnt 
Moore nichts von dem für alle Neptiden so fundamentalen 
Charakteristikum des Verlaufs der SC der Hinterllügel, 
die nach Smiths Figur beurteilt ,wie bei allen Phaedyma, 
so auch bei mimetica in den Distalsaum der Hinterflügel 
mündet. 

Stett. cutomol. Zeit. 1908. 



382 

Diese Oberflächlichkeit Moores wird aber noch über- 
boten durch die Verteilung der eblis-Rassen auf 2 ,, Genera", 
da wir nach Moore cblis cblis bei ,,Andasenodes"' , eblis ganina 
jedoch bei ,,Phaedy}na'' in zwei verschiedenen Bänden, 
III. (1898) und IV. (1899), der Lepidoptera Indica zu 
suchen haben. 

Mir ist es in hohem Grade peinlich, immer und immer 
wieder auf diese Jrrtümer Moores verweisen zu müssen, 
Fehler, die zwar durch das hohe Alter des Autors zu ent- 
schuldigen sind, aber nicht übersehen werden dürfen, soll 
die beispiellose Konfusion in der Systematik der orienta- 
lischen Lepidopteren endlich beseitigt werden. 

a) Kostalrand der Vorderflügel-Unterseite mit läng- 
lichem, rötlichem oder gelblichem Schuppenfleck. 

b) Hinterflügel-Binde sehr schmal. 

Phaedyma heliopolis Felder. 
Phaedyma heliopolis Felder, Reise Nov. 1867 p. 427, 
Dodinga auf Halmaheira. 
Moore, Lep. Ind. III. p. 217, Timor ex errore. 
Fruhstorfer 1. c, Halmaheira, Bat] an. 
Neptis heliopolis Oberthür, Lep. Ocean. 1880 p. 43, 
Halmaheira. 
Ribbe, Korresp. Blatt, Iris 1887 p. 205, Batjan. 
Staudinger, Exot. Schmetterl. 1888 p. 146, Halm, 

Bat Jan. 
Pagenstecher, Senckenb. 1897 p. 399, Halmaheira. 
Grose Smith, Nov. Zool. 1894 p. 352, vermutlich 
Halmaheira, Rhop. Exot. III., Neptis IV. p. 13, 
f. I — 3, (^9, ^ von Ternate, $ von Batjan ab- 
gebildet, Ternate, Morti, Jan. 1900. 
Heliopolis hat sich von ihrer nächsten A^erwandten 
amphion L. der Süd-Molukken so erheblich differenziert, 
daß ihr Artrechte zukommen. Die Weißzeichnungen haben 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



383 

sich verschmälert, auf der Hinterflügel-Unterseite erscheinen 
weiße Kostal- und Subbasalbinden, welche amphoin fehlen, 
und die Vorderflügel ziert ein gelber Fleck. Letzterer fehlt 
amphion, findet sich aber wieder bei den Phaedymen von 
Obi und Waigiu, Formen, die viel mehr Verwandtschaft 
mit australischen Typen verraten, als wie mit ihren moluk- 
kischen Schwestern. 

Heliopolis ist mit ein Beweis dafür, daß die Nordmo- 
lukken geologisch seit langem von den Südmolukken ab- 
getrennt und isoliert sein müssen *), weil sich auf ihnen 
eigene Arten ausbilden konnten, in einer Gattung, deren 
Vertreter sonst fast ganz Südasien bewohnen, ohne sich 
spezifisch zu spalten, denn selbst die celebische daria ent- 
fernt sich nicht in dem hohen Maße» von den philippinischen 
und malayischen Schwestern, wie heliopolis von der geogra- 
phisch benachbarten amphion. 

Heliopolis selbst ist nur leichten lokalen Variationen 
unterworfen. 

Es scheint ,daß die Batjan-Rasse etwas dunkler wird 
als jene von Halmaheira. 

In meiner Sammlung befindet sich ein $, bei dem die 
weiße Querbinde der Hinterflügel bis auf zwei Rudimente 
völlig verdunkelt ist, ein ähnlich, melanotisches, etwas 
weniger ausgefärbtes Exemplar bildet Smith von derselben 
Insel ab, so daß diese schwärzlichen ?$ einen Namen als 
? forma amydia nova verdienen. 
Patria: Halmaheira, (^ 2 ??; Batjan 3 cJ? (Coli. Frühst.), 
Morotai, Ternate (Grose Smith). 

Außer amphion L. und heliopolis Felder lebt noch 
eine 3. Phaedyma auf den Molukken, die als interkalare 
Spezies in das Verbreitungsgebiet der genannten Arten 



*) Man vergleiche meine Bemerkungen hierüber in der Monographie 
der Hebomoia, Iris 1907. 



Stett. entomol. Zeit. 



384 

eindringt und sich die Insel Obi erobert hat. Es handelt 
sich um shepherdi Moore, eine typisch australische Spezies, 
die über das Papua- Gebiet ihren Weg nach Obi gefunden 
haben muß. Das ist ein interessantes, bisher einzig da- 
stehendes Faktum, und es ist wohl nur eine Frage der Zeit, 
daß ein weiterer shephcrdi-AusVÄMier auch auf den Sula- 
Inseln gefunden wird, wenn nicht zufällig die celebische 
daria sich die Sula-Inseln erobert hat. 

Phaedyma shepherdi Moore. 
Neptis shepherdi Moore, Pr. Z. S. 1858 p. 8, t. 50, f. i. 
Semper, Journ. Mus. Geod. 1878 p. 16. 
Waterhouse, Cat. Rhop. Austr. 1903 p. 13. 
Phaed. sheph. Moore, Lep. Ind. p. 217. 
Fruhstorfer, 1905 p. loi. 

a) shepherdi shepherdi Moore. 

Shepherdi kommt vom Cape York bis zum Richmond 
River vor und erscheint in 2 Zeitformen. 

ü) shepherdi Moore, wet season form. 

ß) latifasciata Butler, dry season form. 
N. latifasciata Butler, Tr. Ent. Soc. 1875 p. 4; Semper 

1. c; Waterhouse 1. c. 
Phaedyma latif. Moore 1. c. 

Phaedyma sheph. forma latifasciata Frühst. 1. c. 
Patria: Queensland, Australia, 2 ^ö" i ? Coh. Frühst. 

b) shepherdi damia Fruhstorfer. 

Phaedyma sheph. damia Frühst., Ent. Zeitschr. Guben, 
1905 p. lOI, 

Neptis shepherdi Hagen, Jahrb. Nass. Ver. Nat. 1897 
p. 89. Häufig im November, April, Mai. 

Die (^(^ von damia sind größer als shepherdi, die Flecken 
der Vorderflügel rundlicher, prominenter. 

Die weiße Diskalbinde der Hinterflügel ist erheblich 
breiter angelegt, verläuft geradliniger. 

Unterseite: Die Submarginalregion aller Flügel ähnlich 
donata reicher violett-weiß dotiert. 

Stett. entouiol. Zeit. 1908. 



385 

Patria: Deutsch-Neu-Guinea, Friedrich- Wilhelmshafen, 
2 (^9 Coli. Fruhstorfer. 

c) shepherdi mastusia nov. subspec. 

Neptis shepherdi Kirsch, Mitt. Mus. Dresd. 1876, 
partim, Riibi. 
Grose Smith, Nov. Zool. 1894 p. 352, Hiimboldtbai. 

Phaedyma sheph. damia Frühst. 1. c, partim, Dorey. 

Vorder f lügel : Die weißen Streifen in der Zelle sowie 
der Punkt am Zellapex obsolet, Submarginalpunkt deut- 
licher als bei shepherdi und damia, Subapikal- und Diskal- 
makeln wesentlich kleiner, Medianbinde der Hinterflügel 
oberseits schmäler, einheitlicher, schärfer abgegrenzt, unten 
wesentlich breiter als bei damia. 

Die submarginalen Fleckenreihen der Unterseite aller 
Flügel gleichartiger, dichter gedrängt stehend. 

Patria: Dorey, Holl. N. -Guinea. Nach Grose Smith 
häufig in der Humboldtbai. i $ Coli. Fruhstorfer. 

d) shepherdi subspec. 

Neptis sheph. Kirsch 1. c, partim, Ansus. 
Nach Kirsch differieren Exemplare von Ansus etwas 
von solchen aus Rubi. 
Patria: Jobi, Ansus. 

e) shepherdi asiraea Butler. 

Athyma astraea Butler, Ann. Mag. Nat. Hist. 1866 p. 99. 
Neptis shepherdi Semper 1. c, Arn. 

Ribbe, Korresp. -Blatt, Iris 1886 p. 84. Arn selten. 
Grose Smith, Rhop. Exot. Neptis II. p. 16, f. 5, 
6 $, April 1900. 
Phaedyma astraea Moore, Lep. Ind. III. p. 217. 
Phaed. sheph. astraea Frühst., Ent. Zeitschr. Guben 

1905 p. lOI. 
Weiße Binde der Hinterflügel viel schmäler als bei 
nectens von Key. 
Patria: Arn. 

Stett. cutomol. Zeit. 1908. 



386 

f) shcphcrdi ncctcns de Nicevillc. 

Neptis (Phaedyma) nectens de Niceville, J. As. Soc. 

Beng. 1897 p. 548/49. A. i, f. 3, ?. 
Phaedyma nectens Moore, Lep. Ind. p. 217. 
Phaed. sheph. nectens Frühst., Ent. Zeitschr. Guben, 

1905 p. IUI. 

Durch die großen Flecken der Vorderflügel und die 
sehr breiten Binden der Hinterflügel leitet nectens hinüber 
zu donata Fruhstorfer von Obi. 

Patria: Key-Inseln, 3 $$ Coli. Fruhstorfer. 

g) shepherdi donata Fruhstorfer. 

Phaed. sheph. donata Frühst., Iris 1904 p. 313, t. 9, 
f. 3, cJ; Ent. Zeitschr. Guben, 1905 p. 101. 

(^-Oberseite: Die weißen Zeichnungen aller Flügel 
etwas breiter angelegt als bei shepherdi Moore. 

Unterseite: Dunkler, die Submarginalbinden aller 
Flügel deutlicher, weiße Diskalbinde der Hinterflügel sehr 
viel breiter, geradliniger verlaufend, der subbasale weiße 
vStrich prominenter. 

Beim 2 erscheinen alle Binden etc. noch ausgedehnter 
weiß als beim ,^. 

Charles Oberthür in Rennes, der die Liebenswürdigkeit 
hatte, meine Exemplare mit den Phaedymen seiner Samm- 
lung zu vergleichen, schrieb über donata: 

,,Espece nouvelle, tout pres shepherdi Moore. 

Proc. Zool. Society of London 1858, Annulosa I. 1". 

Patria: Waigiu, 2 cJc^ 4 ?$ Coli. Fruhstorfer. 
h) shepherdi graziella Frühst. 

Phaed. sheph. graz. Frühst., Iris 1904 p. 313, t. 9, 
f. 5, $; Ent. Zeitschr. Guben, 1905 p. 100. 

$. Diese herrliche neue Form hat ihren nächsten Ver- 
wandten in nectens de Niceville von den Key-Inseln und 
differiert von de Nicevilles Figur, die oben zitiert ist, und 
3 nectens meiner Sammlung in folgender Weise: 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



337 

Alle weißen Flecken der Vorderflügel mit Ausnahme 
der beiden subanalen, welche von der S.-M. getrennt werden, 
etwas kleiner. Die schwarze Grundfärbung der' Hinterflügel 
tritt etwas zurück, so daß die weiße Diskalbinde an Aus- 
dehnung gewinnt und dadurch noch ansehnlicher erscheint 
als bei donata Fruhstorfer. 

Unterseite : Dunkler. Alle weißen Zeichnungen, nament- 
lich aber die submarginalen, erheblich schmäler, als bei 
nectcHs und selbst etwas schmäler, aber schärfer abgesetzt, 
als bei donata. 

Patria: Obi, 4 ^^, Coli. Frühst, 

C. Artengruppe Bimbisara. 

Bimbisara Moore, Lep. Ind. III. 1898 p. 146, IV. 

1899, p. I. 
Pandassana Moore, IV. p. 12; Bisappa Moore, p. 14; 
Palanda, p. 14. Stabrobates, p. 15, partim (zaida 
ist auszusondern), Tagatsia, p. 29, partim. 
Neptis Moore, P. Z. S. 1858; Semper 1. c; Bingham, 

Fauna India, partim. 
Type: sankara Kollar. 

Die Feder sträubt sich diese Gattungsbezeichnung 
niederzuschreiben, besonders, wenn uns einfällt, daß das 
heidnische Wort in englischer Sprache ,,Beimbeisere" ausge- 
sprochen wird, und hätte ich gern Pandassana oder Stabro- 
bates dafür gesetzt, wenn es die Prioritätsparagraphen 
zuließen. 

Bimbisara sankara Kollar. 
Limenitis sankara Kolk, in Hügels Kashmir, p. 428, 

?, 1844. 
Neptis sank. Bingham, Fauna India p. 332. 

de Niceville, Gazetteer p. 137; J. B. N. H. S. 1897, 
p. 370, Mussorie. 
Neptis amba 'Moore, P. Z. S. 1858 p. 7, t. 49, f. 4, S. 
Bimbisara sankara Moore, Lep. Ind. IV. p. 4. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



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sie isl seht scll.'ii III Sikkiiii. Iiaiili^'.ci im WVsl 1 1 iiii.il.i y,i 
1111(1 Assam. 

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Aiidcisons /,<.(.l. Ivcsciiclics I.S7(), p. <).!|, Ii|)( sie .ilicli 

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die ^■|lnll.nll,l^s(• l.cicil'- ein l"' I ki ;;,ni(; /u ,in/<'iini (»luilhiii. 

• i) siiiikiiiii siiii/^diii l\l(M>ic ({'.(licinl in zwei hoimcn. 

ti) idini.i sdllL'dlil Koll.ii iilllh,/ Miioic, k'cjMMl- 

lollll. 

r.ilii.i: WVsl lliin,il,i\M, N.>|.,il (l\l....i .•), Mnss.u.v (d.- 
Ni.-.-'xilIc). 

/>■) loini.i <iiiih,>h/,-s M.K.ic. 
N. .iinJM.i.ir', I', /. S, i.S.S.:, |.. .: |i, I . |.. Iii.l. |). 5, 1. jS(). 

I, 1.1,;. 
i'.ihi.i : K.r.liiiin. i V N.iiiii l.il, |iini iN.),; (C-Il. Inilisl.). 

!)) siiiiLuiid i/iiil/ii Swinlior. 
N. .|nill,i Swiiili., A. l\l. N, Ilisl. i.S(,; p. joS. 
i'.inihis.iM .piill.i M.M.ic I, .. p. (., I. .:()(). 
Iiill in zwei /.<'ill..ini(ii .Uli, vcii (Inicn die Ti(ukcn- 
loini iniinci ikxIi Ixd.iilcnd dnnkl.i i!.l .d^ loiin.i ,iiii- 

/'<./,/< 'S. 

l'.ihi.i: Kii.r.M liiik., As'„im. i ,;v, Ti ... keul. -i in ((..ll. 
l'Milisl..il.i), Sikkini, r.linl.in ( I '.inf;li.iiii). 

.) snnkiiiii Hill de N i. cniII.'. 
N.'pl. n.ii (!.• Ni.rvill.', J. i;. N. II. S.... i.S.,i p. ; |.), 

I. I'., I. <). V- 
N.'plis s.ink. i.i.c n,ii l'.in|;li.ini I. . . p. \\\. 
r.nnJMs.ii., n.ii l\l.. , I .'p. IikL W . p. (.. I. J.SS, I. 2, 



Pahi..- An. kini. .11.11. 

I'inc |.i..ii<.ii/i.i Ic I .>k.ili.iss.', dl.' d.'ii rMicij^aii!', \'cr 
null. '11 /,ii 

iSlod,. (Mlldinol. /.rit. mos. 



(1) sankara yainari n<>\\ snl)s| »cc. 
N('i)(is sank. Marlin und de Nk ('villc, l'.nM. Sinn, |K()5 

|). .|()S; ||.i;mii, hl , i,S()() |). lyi. 
Wcscnllitli kicinci ak. ^.itnhdin K<»Mai, nnd wir .(hon 
de Nicrvillc s(lncil)(, viel Hein scliwai/. 

Drn llanplnidci ,( Incd /.r\\'\ die I )i'.kall)ind(' dci' llinlcr 
iliif;<'l Unlciscih niil ihici hnilcn .( Iivvai /.( n l Inn ainnnni;. 
I'aliia: Snnialia, IVIonlcs l'.allak, i ,;, Type ni (ulk 
Dl. L, Mai (in. 

(•) S(iiil<(ii(i (iiiluniti ( )l)(i lliiii . 
N. aiil, Ol.rilhni, k.lnd. ImiI. iH/f. |.. .'.^ I. |, f. ;{, <J. 
I )i( i l'ni iiK II ('\isl K'H'ii in ( liiiia. 

«) loi III. I iiii/oiiiii ( )|)(i ( hin . 
N<'|)tis aiiiha vai . I,(c< h, Tail I . ( hili.i , I . i<), k i , |i. l<)<j. 
In Moll |>iii koninil n.i. h l.(c< h an .,( hh< k.h< h «hcsc 
l'orin vor. 

//) loinia siiiica Moore, 
r.iinhi.aia siiiica Moor«-, l..|., In<k IV. |). lo. 
Dir hrlk' i<oini, dir iia< h l.r.. h am Oini .hau lind W:i- 
Shail lir!)r|| (Irr fM'Ihrii aiilliill. 

loiiiia ainbina nova. 

I.rrch sa;',l, dal'. ,,ty|.is(|ic aiii/Hr' in (Ii.iiim, Vaii|; 

VOI koilllnrll. h h /,VV( illr lli(|ll, dal' diese elhrhlMh von 

sdiihiiya {(iiiihii) dil leiiei eii weidril, woliii |a :,( hon die ImiI 
feiinin^ s|)ii(|il, weshall) \< \\ lui dir <liinesis(lie \iiiiL'(ini 
l'oiin, (lie .K h (|ei iimIi .( Imii iiiiiIki aiii inrr.lrii naliril, 
den Nainrii (Uiihnui rinliihir. 
I'ahia: WrsI ( liina. 

Biinbisaia narayana Mook . 

I'. Z. S. lM')K |., 0, (. ,|(i, I. .;, ,;; Slahi(;l>alrs iiaiayaiia 
Mo'HC, l,r|). Ind. IV. |>. 17, I. y,(/'-,, I. 1, la, ,;. 
de Ni(('vill( , ). r.. N. 11. So( . i8(// j). 570, vriy lare; 
iÜM/diain, JMiina j). \>y\. 

Zwei l.okalrassen : 

Hl<!l,l.. i)i((,i.iol, /.ll, l!»()K, 'lU 



390 

a) narayana narayana Moore. 

Vom Kulu bis zum Kumaon-Himalaya (Bingham), 
Mussoörie (de Niceville). 

b) narayana nana de Niceville. 

N. ilana de Niceville, J. A. S. B. 1888 p. 276, t. 13, 

f. I, S', Gazetteer p. 137. 
N. narayana race nana Bingham, p. 335. 
Stabrobates nana Moore, Lep. Ind. p. 18, t. 295, f. 2, 

2a, ,^. 
Patria: Sikkim (vcry rare), Bhutan. 

Bimbisara manasa Moore. 
C. L. E. I. C. 1857 p. 165, t. 4a, f. 2. 
Bingham 1. c. p. 336. 

Stabrobates manasa Moore, p. 13, t. 295, f. 3, 3a, q. 
Zwei Rassen : 

a) manasa majiasa Moore. 

Patria: Vermutlich westlicher Himalaya. Seit ihrer 
Entdeckung 1857 nicht mehr nacli Europa gekonunen. 

b) manasa nycteus de Niceville. 

N. nycteus de Niceville, J. B. N. H. Soc. 1890 p. 203, 

t. D, f. 7, (^; Gazetteer p. 137. 
N. man. race nyctea Bingham, p. 336. 
Stabrobates nycteus Moore, p. 19, t. 295, f. 4, 4a, (^. 
Patria: Sikkim, von 6 — 12000 Fuß Höhe gefangen. 

Bimbisara radha Moore. 
C. L. E. I. C. Mus. 1857 p. 166, t. 4a, f. 4, c^, Bhutan, 
de Niceville, Gaz. p. 136 (very rare bis 8000 Fuß). 
Staudinger, Exot. Schmett. 1888 p. 146, Darjeeling. 
Bingham, p. 339; Elwes, P. Z. Soc. 1891 p. 274, Assam, 

Birma. 
Stabrobates radha Moore, Lep. Ind. p. 15, t. 294, 

f. i-ic, ö"?. 
Zwei Subspezies: 

Stelt. oiilomol. Zeit. 1908. 



r.9 1 

a) radha radha Moore. 

Patria: Bhutan, Sikkim, Assam, 3 (J i $ Coli. Friihst. 

b) radha astcrasiilis Oberthür. 

N. asterastilis Oberthür, Et. Ent. XV. p. 10, t. i, 

f. 5, 1891- 

N. radha Elwes, P. Z. S. 1891 p. 274 (very pale). 

N. narayana race asterastilis Bingham, p. 335. 

Patria: Oberbirma (Moore), West-China, 3 (^<^ mit 
Oberthürs Origihaletiquett in Coli. Fruhstorfer, Bernardmyo 
(Elwes) . 

Bimbisara antigone Leech. 

Entom, 1890 p. 37; Butt. China p. 192, t. 18, f. 6, $. 

Stabrobates antigone Moore, p. 28. 

Patria: Ichang, anscheinend sehr lokal, i $ im Mai 
gefangen. 

Bimbisara hesione Leech. 

Entom. p. 34, 1890; Butt. China p. 194, t. 18, f. i, <^. 
Stabrobates hes. Moore, p. 28. 

Patria: Chang- Yang (Zentral-China), Wa-shan und 
Mou-pin (Szetchuan), 2 ^^ i $ Coli. Fruhstorfer. 

Bimbisara armandia Oberthür. 
Et. Ent. II. p. 23, t. 4, f. 4, a, b, 1876; Leech, China, 

P- 195- 
Stabrobates arm. Moore, p. 28. 

Nach Leechs Angaben scheinen davon mehrere Lokal- 
rassen zu existieren. 

a) mit breiten, b 1 e i c h g e 1 b e n Binden. 
Wa-shan und Chang -Yang (Zentral-China).*) 

|i^) mit schmäleren Binden als bei der Type. 
Omi-shan (Szetchuan). 

y) forma typica. 
Mou-pin (Szetchuan). 



■■') Siehe Nachtrag. 
Stett. entomol. Zelt. 1908. 25 '■ 



392 

Bimbisara ananta Moore. 
C. L. E. C. Mus. p. i66. Nord-Indien. 
Bingham, p. 340; de Niceville, Gazetteer p. 136, 4000 — 

6000 Fuß; Elwes, P. Z. S. 1891 p. 274. 
J. B. N. H. S. 1897 p. 370, von 5 — 7000 Fuß, Mai-Juni. 

a) ananta ananta Moore. 
Zwei Zeitformen: 

a) forma ananta, Regen form. 

Stabrobates ananta Moore, Lep. Ind. p. 22, t. 297, 
f. i-ic, c??. 

Patria: Sikkim, 6 ,^<^ 2 $9 Coli. Fruhstorfer. 
(i) forma sitis nova, Trockenform. 

Moore, t. 297, f. id-g. 

Bänder und Flecken der Flügelobcrseite hell- anstatt 
dunkelockergelb. 

Patria: Bhutan, 2 cJö" Coli. Fruhstorfer. 

Ananta hat eine weite Verbreitung, vom West-Hi- 
malaya bis Bhutan und von Birma bis Pcrak. Jn den Kharen 
Hills geht sie bis 6000 Fuß aufwärts. 

b) ananta chinensis Leech. 

N. ananta chinensis Leech, Butt. China p. 197, t. 19, f. 2. 
Stabrobates chinensis Moore 1. c. p. 28. 
Nach Leech kommen am Omi-shan 2 Formen vor, 
von denen die eine sich mehr ananta von Kulu und Sikkim 
nähert und trichromatisch ist. 

a) (^ mit dunkelockergelben, 
8) ^ mit chokoladenbraunen, 
Y) ^ mit rötlichbraunen Binden. 
Letztere Form liegt mir in 5 (^^ aus Tien-Tsuen, Szet- 
chuan vor, während ich aus anderen Teilen Szetchuans- 
Exemplare besitze mit viel breiteren und hellockergelben 
Binden sowie ganz bleicher Unterseite, die als 
d) forma areus nova bezeichne. 
Patria: West-China, Yunnan. 

Stett. cntomol. Zeit. 1908. 



393 

Bimbisara anjana Moore. 
Tr. P2nt. Soc. 1851 p. 309; Bingham, p. 339; Elwes, 

Pr. Z. Soc. 1891 p. 275, Kharen. 
Bimbisara anj. Moore, Lep. Ind. p. 9, t. 292, t. 2-2b, cJ$. 

a) anjana anjana Moore. 

Patria: Unter-Birma, Pegii. Type aus Moulmein; 
Kharen Hills 4 — 5000 Fuß. 

b) anjana subspec. 

Neptis anjana var. Dist., Rhop. Malay. 1886 p. 445, 

t. 36, f. II. 
N. anjana Martin und de Niceville, Butt. Sum. 1895 

p. 409; Elwes 1. €., Perak. 
Bimbisara anjana Moore 1. c, partim, Perak, Sumatra; 

Hagen, Iris 1896 p. 171. 
N. anjana subspec. Frühst., Soc. Ent. 1906 p. 41/42. 
Distant bemerkt bereits, daß seine Exemplare dunkler 
seien als Moores Type. 

Martin fing in 13 Jahren auf Sumatra 3 Exemplare 
in Höhen über 3000 Fuß. 

Patria: Malayische Halbinsel, Sumatra. 

c) anjana decerna nov. subspec. 

Neptis anjana subspec. Frühst. 1. c. p. 42, Borneo. 

Bimbisara anjana Moore 1. c, partim, Kinabalu. 
Shelford, J. R. A. Soc. 1904 p. 98. 

Borneo-Exemplare differieren von Moores und Distants 
Abbildung durch das dunklere Kolorit und die viel schmä- 
leren, etwas helleren Binden aller Flügel. 

Patria: Lawas, Nord-Borneo, S.-O. -Borneo, 3 (^cJ 
Coli. Fruhstorfer. 

Am Kina-Balu erscheint dann eine weitere montane 
Form von größerem Habitus als Exemplare von anderen 
Fundplätzen. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



394 

(i) forma elegailtia iio\'a. 

Flügel von dunkelrotgrlbcn, anstatt graubraunen Binden 
durchzogen. 

Unterseite dunkler rotbraun, intensiver violett an- 
gehaucht, die subapikalen Weißzeichnungen prominenter. 

Patria: Kina-Balu, i q. Waterstradt leg. 

d) anjana zena Fruhstorfer. (Taf. III Fig. 15, ir)- 
Neptis anjana Fruhstorfer, B. E. Z. 1896 p. 302. 
N. anj. zena Soc. Ent. 1906 p. 41. 

In Java fand ich auf zirka 4000 Fuß Höhe mehrere 
anjana, die von der Borneoform erheblich differieren und 
von mir als zena bezeichnet wurden. 

Zena ist eine aufgehellte Form mit hellgelblichbraunem, 
anstatt dunkelbraunen Diskoidalstrich und ebensolchen 
Subapikal- und Subanalbinden der Vorderflügel und noch 
etwas lichteren Querbinden der Hinterflügel. 

Noch vorgeschrittener ist die Aufhellung der Flügel- 
Unterseite, die eine hellrote, anstatt dunkelblaue Grund- 
färbung aufweist. Alle Flecken und Zeichnungen sind 
breiter und hchtcr als auf Distants Figur und von gelblich 
weißem Tone. Auch die blauvioletten Binden der Hinter- 
flügel nehmen einen helleren und glänzenderen Farben- 
ton an. 

Patria: "^est-Java, von 2 — 4000 Fuß Höhe, Um- 
gebung von Lawang, Ostjava, zirka 2000 Fuß Höhe, 4 SS 
3 $9 Coli. Fruhstorfer. 

e) anjana saskia Fruhstorfer. (Taf. III Fig. 16, 9)- 
N. anj. Saskia Frühst., Stett. Ent. Z. 1899, p. 350. 
N. anj. thiemei Frühst., Soc. Ent. 1906 p. 42. 

Die bei zena lichtgelben Subapikalflecken der Vorder- 
flügel sind bei saskia stark vergrößert und rein weiß, ebenso 
nimmt der obere der 3 Flecken, aus denen sich die sub- 
anale Schrägbinde zusammensetzt, eine weißliche Fär- 
bung an. 

Stctt. entomol. Zeit. 1008. 



395 

Die siibbasale Binde der Hinterflügel ist etwas schmäler 
und lichter als bei zcna, die innere (postdiskale) Submarginal- 
binde besteht aus breiteren mehr helmartigen, als läng- 
lichen Flecken, zwischen die längs der Adern die Aus- 
strahlungen des breiten tiefschwarzen Diskalflecks ein- 
dringen. 

Die Unterseite übertrifft noch an Ausdehnung der 
w^eißlichen Makeln und Binden der Vorderflügel jene von 
zcna. Die Hinterflügel-Unterseite ist dann noch besonders 
ausgezeichnet durch die analwärts stark verschmälerte, 
subbasale weißliche Querbinde, (welche bei zcna und anjana 
breit bleibt) und die darauffolgende stark gezähnte violette 
Binde. Die innere helle Submarginalbinde tritt prominenter, 
stärker gewellt und breiter heraus als bei zcna und wird 
von einer viel ausgedehnteren rotbraunen unteren Binde 
begrenzt, als dies bei den übrigen anjana-Forraen der Fall ist. 

Patria: Insel Nias, Type Coli. Fruhstorfer. 
f) anjana vidua Staudinger. 

Neptis vidua Stdgr., Iris 1899 p. 64; Semper ,p. 347. 

Tagatsia (sie) vidua Moore, Lep. Ind. p. 29. 

Patria: Palawan. Dies ist die einzige von den 12 Pala- 
wanischen Neptis-Avten, die mir nicht zuging; auch Stau- 
dinger empfing nur 1 ^. 9 

Bimbisara viraja Moore. 
Moore, P. Z. S. 1872 p. 563, t. 32, f. 6, cJ- 
Davidson, Bell. u. Aitken, J. B. N. H. Soc. 1896 p. 251, 

t. 2, f. 3, larva, pupae. 
de Niceville 1. c, p. 227, 1900. Futterpflanze Legumi- 

mosen. 
Bingham, Fauna India p. 342. 
Stabrobates viraja Moore, Lep. Ind. p. 23, t. 298, 

f. i-ia, Raupe, Puppe, 0$. 

Stett. entomol. Zeit. 190S. 



396 

Excmj)lare ans Süd- Indien diircricren von solchen 
aus Sikkim dnrcli etwas breitere schwarze Binden, besonders 
auf den Vorderflügehi. 

Die Trockenform ist namenthch unterseits bleicher 
und die Schwarzbänderung geht zurück. 

Patria: Sikkim, 2 ö"?; Karwar Aug., (^$ CoH. Fruh.- 
storfer. Bhutan, Birma, Tenasserim (Bingham). 

Bimbisara miah Moore. 
C. L. E. I. C. Mus. 1857 p. 164, t. 4a-f, i ^, Darjeehng. 
Bingham, p. 341, t. 9, f. 69; de Niceville, Gazetteer 

p. 136. 
Stabrobates miah Moore, Lcp. Ind. p. 25, t. 29g, 

f. i-ib, (^?. 

a) miah miah IMoore. 

In Sikkim scheint miah nicht selten zu sein, man findet 
sie auf nassem Sand saugend in den Betten der Bergflüsse. 

Die Trockenform differiert nur unerheblich durch 
bleicheres Kolorit von der Regenform. 

Patria: Sikkim, Assam, 13 o? Coli. Fruhstorfer. 
Bhutan (Moore). 

b) miah nolana Druce. 
P. Z. S. 1874 p. 105, ?. 

Neptis miah Oberthür, Etud. 1893 p. 1-14; Elwes, 

P. Z. S. 1891 p. 274, Kharen Hills. 
Neptis batara Elwes und de Niceville, J. As. S. Beng. 

P- 425- 
Stabrobates nolana Moore, Lep. Ind. p. 27, t. 298, 

f. 2, 2a, cJ$. 
Von dieser schönen Lokalform der häufigen miah 
Moore fing ich 12 Exemplare in Indo-China. 

2 ^S Tonkin, Chiem-Hoa, Aug.-Septbr., gehören einer 
kleinen Regenzeitform an, die dunkler ockerfarbene und 
viel breitere, schwarze Binden trägt als Moores Figur der 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



397 

Dniceschen Type, wclclie in der Trockenzeit gefangen 
wurde. 

Trockenzeit- ocJ und -$$ liegen mir in prächtigen Exem- 
phuTn vor aus: Than-Moi, Juni- Juli, $. Süd-Annam, ?. 
Muok Lek, Siam, (^(^. Ober-Birma, Ruby Mines, i (^. 

Durch die hellere Unterseite kommt nolana dry season 
recht nahe miah javanica Moore. Exemplare aus Tavoy 
tragen breitere Binden als solche aus Sikkim. (cfr. Elwes.) 

Patria: Siam (Chentabun, Type); Annam, Tonkin, 
Ober-Birma (Coli. Fruhstorfer) . 

c) miah sarochoa nov. subspec. 
Neptis miah. var. Distant, Rhop. Malay. p. 444, t. 41, 

f. 14, ^; Elwes, P. Z. S. 1891 p. 274, partim. 
Neptis nolana Bingham, Fauna p. 342, partim, Malay. 

Penins. 
Stabrobates batara Moore, Lep. Ind. p. 27, partim, 

Malay. Penins. 
Neptis batara jMartin und de Niceville, Butt. Sum. 

1895 p. 408, partim. 

Sarochoa vermittelt den Übergang von nolana zu 
digitia m. und trägt wesentlich schmälere Binden als batara 
Moore von Sumatra und nolana Druce, aber noch etwas 
lichtere und ausgedehntere Bänder als digitia. Die Hinter- 
flügelbinden sind unterseits viel bleicher als bei batara 
und digitia. 

Mein sarocAort-Exempla scheint eine besonders extreme 
Regenform darzustellen, während Distant eine dry season- 
Form zur Abbildung bringt. 

Elwes schreibt, daß ein o von Perak unten weniger 
Purpurfarbe aufweist als Naga Hill-Exemplare und einer 
besonderen Spezies angehören könnte. 

Patria: Perak, i ,^ A. Grubauer leg. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



398 

d) miah digitia Fruhstorfer. (Taf. III Fig. i8, j). 
Soc. Ent. 1905 p. 50. 
Stabrobates miah batara Shelford, J. R. As. Soc. 

1905 p. 98. 
Digitia nähert sich oberseits disopa vSwinhoe von Cliina 
und batara JMoore von Sumatra, von denen sie durch noch 
schmälere rotbraune Flügelbinden loszutrennen ist. 

Diese Reduktion der hellen Binden wiederholt sich 
auf der Flügelunterseite, die durch den reichen, rötlich- 
braunen Bezug miah Moore von Sikkim am nächsten steht, 
von der sie wiederum durch die viel schmälere, gelbliche 
Medianbinde und die engeren grauvioletten Submarginal- 
binden sich unterscheidet. 

Patria: Kina-Balu, 2 ^J i ? ^'^-»ll- Fruhstorfer. 

c) }}iiah javanica Moore. 
Neptis batara Frühst., B. F. Z. 1896 p. 302, Java. 
Elwes und de Niceville, J. xA.s. Soc. Beng. 1898 
p. 686, Baly. 
Stabrobates javanica ^loore, Lep. Ind. IV. p. 27. 
Diese ausgesprochene Lokalrasse trägt unterseits die 
breitesten ockergelben und weitaus die schmälsten braunen 
Binden. Javanica ist sehr selten auf Java. 

Patria: i ^ Ost- Java, 2 ^^ West- Java, 2 — 4000 Fuß. 

f) miah batara Moore. 
Neptis batara Moore, Tr. Ent. Soc. 1881 p. 310, Sumatra. 
Martin und de Niceville, Butt. Sum. p. 408; Hagen, 
Iris 1896 p. 171, Sumatra. 
Stabrobates batara Moore, Lep. Ind. p. 2, partim, 

Sumatra. 
Nach Martin selten und nur auf höheren Bergen. 
Patria: N.-O. -Sumatra, 2 ^(^; West-Sumatra, 2 rj'ö i $ 
Coli. Fruhstorfer. 

Stett. eutomol. Zeit. 1908. 



399 

g) jniaJi disopci Swinhoe. 
Ncptis miali Leccli, Butt. Cliina p. 198, t. n), f. 3, i8()3. 
Neptis disopa Swinhoe, A. M. Nat. Hist. 1893 p. 256. 
Stabrobates disopa Moore, Lep. Ind. p. 28. 
Geht von 4 — 10 000 Fuß Höhe (Juni-Juh). 
Patria: Mou-pin, Omi-shan (Leech), Siao-Lou, Tien- 
Tsuen, 3 3"$ Coli. Fruhstorfer. 

Bimbisara pata Moore. 
Proc. Zool. Soc. 1888 p. 4, t. 49, f. I, J. 
Semper, Schmett. Phil. p. 151, f. 6, 2. 
N. isabcHina Felder, Wien. Ent. ^lon. 1863 p. 114. 
Püta ist der philippinische Vertreter der indo-malayischen 
miah Moore. 

a) paiü püta Moore. 

Bacalora pata Moore, Lep. Ind. IV. p. 44. 
Es scheint, daß diese Art auf Luzon in zwei Saison- 
formen auftritt. 

Patria: Luzon. 

b) pata patalina Semper. 

Neptis patalina Semper 1. c. p. 347, 1892. 
Bacalora patalina Moore, p. 44. 
Patria: Mindoro. 

c) pata semperi nov. subspec. 

Neptis isabellina Semper, nee Felder, 1. c. p. 151, t. 30, 

f- 4. 5. 
Bacalora semperi Moore, nom. nudis Lep. Ind. p. 44. 
Differiert von pata durch die viel schmäleren und 
dunkleren ockergelben Binden der Flügeloberseite. 
Patria: Mindanao, Bohol. ( ?) 

Bimbisara illigera Eschholtz. 
Kotzebue, Reise IL p. 212, Taf. 8, 17, a, b, 1821. 
Semper, Schmett. Philipp, p. 148, partim, t. 29, f. 17, q- 
Neptis livilla Wallengren, Wien. Ent. Mon. 1860 p. 86. 
Athyma illigera Moore, Pr. Z. S. 1858 p. 19, t. 51, f. 4. 

Stett. cutomol. Zeit. 1908. 



400 

T3'pische illigera kommen nur auf Liizon vor, wo an- 
scheinend 2 Zeitformen existieren, alle übrigen von vSemper 
abgebildeten Exemplare gehören distinkten Inselrassen an, 
so daß wir haben 

a) illigera illigera Esch. Lnzon. 

b) illigera alabatana nov. subspec. 
Sempers fig. 15, t. 119, p. 148. 

Alle weißen Binden viel schmäler als bei illigera von 
Luzon. 

Patria: Insel Alabat, an der Ostküste Luzons. 

c) illigera calayana nov. subspec. 
Sempers fig. 16, t. 19, p. 148, $. 

Binden noch reduzierter als bei der vorigen, gelblich 
anstatt weiß. Subanalflecken der \'ürderflügel-Unterseite 
viel kleiner. 

Patria: Insel Calayan, Babuyanes-Gruppe. 

d) illigera pia no\'. subspec. 

Neptis illigera Fruhstorfer, B. E. Z. 1900 p. 26. 

Durch das Eintreffen von typischen illigera, die mir 
1900 fehlten, bin ich jetzt in der Lage zu konstatieren, daß 
Exemplare von Bazilan einer ausgezeichneten Lokalrasse 
angehören, die von illigera aus Luzon differiert durch den 
gelblichgrauen anstatt weißen Zellstrich der Vorderflügel, 
die dunkelgrauen anstatt gelblichweißen Submarginal- 
binden der Hinterflügel und besonders durch die stark 
reduzierten weißen Binden und ]\Iakeln auf allen Flügeln, 
von denen die subapikalen Flecken der \^orderflügel auch 
noch dunkelgrau überstäubt erscheinen. 

Unterseite: Die schwarze Subbasalbinde der Hinter- 
flügel viel schmäler als bei illigera und calayana. 

Patria: Bazilan, Februar-März 1898, W. Doherty leg. 
2 c^$ Coli. Fruhstorfer. 

Stett. eutomol. Zeit. 1908. 



401 

e) illigera iUigcrclla Staudinger. 
Neptis illigerella Stdgr., Iris 1889 p. 63. 
Semper 1. c. p. 346. 

Palanda illigerella Moore, IV. p. 14. 
Patria: Palawan, i 3" Coli. Friihstorfer. 

f) illigera subspec. Polillo. 
Semper 1. c. p. 346. 

Bimbisara eschholtzia Semper. 

Schmett. Phil. Mai 1889 p. 149. 

Palanda eschh. Moore 1. c. p. 15. 

Es erscheint mir nicht unwahrscheinlich, daß diese 
Spezies nnr eine extreme Regen- oder Trockenform der 
illigera vorstellt. 

Patria: Majaijay, Lnzon. Nnr i J bekannt. 

Bimbisara calliplocama nov. spec. (Taf. III Fig. 17, S)- 

(^. Oberseite schwarz mit einem apikal wärts spitz 
auslaufenden Zellstrich, Submargiucübinden der Vorder- 
flügel von lichtbrauner Farbe. 

Die Hinterflügel werden je von einer dünnen Post- 
median- und Antemarginalbinde durchzogen, zwischen denen 
eine breitere noch etwas heller braune Submarginalbinde 
verläuft. 

Vorderflügel mit 3 weißen Subapikalf lecken, von denen 
der oberste sehr schmal strichartig, die beiden unteren 
keilförmiger gestaltet sind. 

Zwischen den Medianen lagern zwei oblong eiförmige 
weiße Makeln, von denen wiederum die oberste etwas kleiner 
als die untere bleibt, zwischen der unteren Mediane und 
der SM findet sich ein fast quadratischer und am Hinter- 
rand noch ein länglicher, weißer, leicht bräunhcli beschuppter 
Fleck. 

Die Hinterflügel tragen ein breites, kostalwärts ab- 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



4(1: 



gerundetes, analwärts sich verjüngendes, schräggestelltes, 
rein weißes Subbasalband. 

Unterseite: Grundfarbe schwarz, alle oberseits licht- 
braunen Zeichnungen wesentlich prominenter und aus- 
gedehnter, die Submarginalbinden der Vordcrflügel weiß, 
jene der Hinterflügel hellgelbbraun. 

Auf den \^:)rderf lügein treten dann noch 2 transcellu- 
lare, kleine, braune Punktfleckchen und auf den Hinter- 
flügeln eine schmale, kurze Basal- und eine breitere und 
längere Subbasalbinde hinzu. Letztere erscheint proximal 
weißlich, distal rötlichgelb. Körper, Abdomen unten rötlich, 
lateral grau, dorsal schwarz. 

$ größer als der rj, die Wcißfleckung markanter und 
die gelblichen Binden der ITnterseite breiter angelegt als 
beim (^. 

Vorderflügellänge : (^ 26 mm, $ 29 mm. 

Patria: Palawan, 3 (^(^ i ? W. Doherty, Januar 1898 
leg. Coli. Fruhstorfer. 

Calliplocama gehört zur Gruppe der illigera Eschholtz, 
eine Art, die auf Palawan durch illigera illigerella Staudinger 
vertreten ist. 

Von illigerella ist calliplocama sofort zu trennen durch 
die ausgedehntere Weißfleckung und das Fehlen der weißen 
apikalen Pünktchen, die illigera kennzeichnen, und unter- 
seits durch d^s fröhlichere Kolorit. 

Eine geradezu täuschende Ähnlichkeit besitzt jedoch 
calliplocariia mit Raliiiida dama Moore, zu der ich sie als 
Lokalrasse gezogen hätte, wenn die generische Stellung 
es erlaubte. 

Von dama differiert Bimbisara calliplocama äußerlich 
in folgenden Punkten: Flügelform rundlicher, 3 anstatt 
2 weiße Subapikalflecken und viel stattlichere Makeln 
der Vorderflügel. Der obere der medianen Flecken grenzt 

Stelt. cntomol. Zeit. 1908. 



403 



nicht an den, an sich auch viel dunkleren Cellular- 
streifen. 

Weiße Medianbinden der Hinterflügel distal stark 
gewellt, die bräunliche innere Submarginalbinde doppelt 
so breit, 3 anstatt 2 Binden der Hinterflügel. 

Unterseite: Reicher hellbraun und weiß gebändert, 
nur der Zellstrich der \'orderflügel schmäler und gelblich 
statt weiß. 

Der darüber befindliche gelbliche Subkostalstrich länger, 
distal breiter, außen durchweg gelbbraun angelaufen. Weiße 
Medianbinde proximal verengt. Submedianbinde nament- 
lich basal ausgedehnter, Submarginalbinde breiter, gleich- 
mäßiger und gelblich statt weißlich, wie auf Sempers Figur 
von dannt. 

Bimbisara nirvana Felder. 
Reise Novara 1867 p. 426. 
Pagenstecher, Senkenberg. 1897 p. 399. 
Bisappa nirvana Moore, Lep. Ind. 1899 p. 14. 
Neptis neriphus Staudinger, Exot. Schmett. 1888 

p. 146, t. 50, c?. 
Wenngleich Felders Diagnose an Ausführlichkeit nichts 
zu wünschen übrig läßt, bin ich nicht recht sicher, ob Felder 
seine Beschreibung auf eine Spezies basiert hat mit der 
allenfalls neriphus Hew. zusammenfällt. Nur ein Typen- 
vergleich könnte Gewißheit verschaffen, aber da ich nicht 
glauben kann, daß neben nirvana {neriphus) noch eine zweite 
rötliche Neptis auf Celebes vorkommt, die den neueren 
Sammlern entgangen sein sollte, bringe ich neriphus als 
Lokalform zu nirvana. 

Wir hätten dann folgende Lokalformen zu verteilen: 

a) nirvana sangira nov. subspec. 
Neptis sangira Stdgr. i. 1.; Bisappa sangira Moore, 
Lep. Ind. IV. p. 14. 

Stett. cntomol. Zeit. 1908. 



404 



Eine Form, die ich am British Museum (aus der God- 
man-Collection) sah, und die viel heller gebändert ist als 
nirvana und neriphns. 

Patria : Sangir. 

b) nirvana nov. subspec. 

Neptis antara Westwood, nee Moore, Pr. Z. S. 1888 

P- 473/474- 

Über diese Lokalform, die Westvvood aus Versehen 
zu antara anstatt nirvana oder ncriphus bringt, schreibt 
Westwood 1. c. 

Hab. Talisse Island, 6., 9. und 12. September 1885. 

Obs. The type-specimen of this specics in the British 
Museum is a male measuring nearly 2 in. in expanse. The 
specimens collected by Mr. Hickson are larger (2% in.), 
and with richer and somewhat more varied orange-red 
markings. The tripartite spot between the middle and 
apex of the fore wings is larger, and followed by a curved 
orange-red streak and a narrower subapical one. The larger 
spot between the middle of these wings and the posterior 
angle is followed by another curved narrow one, which 
ascends to the thu'd brauch of the median vein, and is 
followed next the anal angle by a still more slender curved 
streak. The two orange-red bands of the bind wings are 
of nearly equal width, and between them and also outside 
of the second is a narrow obscurely paler brown striga. 

Patria: Talisin-Insel, am Nordkap von Celebes. 

c) nirvana nirvana Felder. 

Felders Original stammte aus Lorquins Sammlung 
und wurde vermutlich in Nord-Celebes gefunden. 

Exemplare, wie sie Staudinger abbildet, besitze aus 
der Minahassa, Toli-Toli (Novbr.-Dezbr.) und Tawaya 
(August) . 

Patria: Nord- und Zcntral-Celebes. 

Stett. entoniol. Zeit. 1908. 



405 

d) nirvana tawayana Fruhstorfer. 

Neptis neriphus taw. Frühst., St. E. Z. 1899 p. 351, 
partim, S.-Celebes. 

Neptis neriphus Holh, Proc. Bost. Soc. 1890 p. 68, 
S.-Celebes. 

Neptis nirvana Rothsch., Iris 1892 p. 438, S.-Celebes. 

Die Süd-Celebesform differiert durch die schmäleren 
Binden, die kleineren orangeroten Flecken und ausgedehntere 
Schwarzfärbung der Flügeloberseite von Nord-Celebes-Exem- 
plaren. Weil ich nun finde, daß sich meine tawayana als 
eine Mischart herausstellt, deren aus dem Norden stammende 
Exemplare wohl identisch mit nirvana sein werden, über- 
trage ich die Bezeichnung auf die Süd-Celebesform. 

Patria: S.-Celebes, Patunang, Januar 1896, H. Fruh- 
storfer leg. 

e) nirvana neriphus Hew. 

Neptis neriphus Hew., Exot. Butt. IV. Neptis f. 6, 7, 
1868, Sula. 

Bisappa neriphus Moore, Lep. Ind. p. 15. 

Eine melanotische Inselform von nirvana jnit breiterer 
Rotzeichnung. Die schwarzen Binden der Flügelunterseite 
markanter, schärfer abgesetzt. 

Patria: Sula-Mangoh und Besi, 7 (^S 2 ?$ Oktbr.- 
Novbr. W. Doherty leg. (Coli. Fruhstorfer). 

Bimbisara fuliginosa Moore. 
Trans. Ent. Soc. 1881 p. 310; de Niceville, Butt. India 

II. 1886 p. 90. 
Bingham, Fauna p. 338. 
Pandassana ful. Moore, Lep. Ind. IV. p. 12, t. 293, 

fig. i-id, c^?. 
Fuliginosa zählt trotz ihrer weiten Verbreitung im 
und an den Grenzen des macromalayischen Gebietes zu 
den seltensten Neptiden. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 26 



406 

Fünf Subspezies sind bekannt davon, alle nur in ein- 
zelnen Exemplaren. 

a) fuligmosa fuliginosa Moore. 

Nach Moore ist dies die dry season form-Type von 
Monlmein. 

forma thamala Moore. 

Neptis thamala Moore, Journ. Linn. Sog. 1886 p. 36, 
t. 3, f. 10; Lep. Ind. 1. c., f. if-g. 

Moore glaubte, daß thamala vom Mergui- Archipel 
nur die Regenform der vorigen sei, eine Anschauung, die 
noch der Bestätigung bedarf, da ich vielmehr der Ansicht 
bin, daß thamala eine dunkle Inselrasse der hellen birme- 
sischen fuliginosa darstellt. 

Es ist nur eine Frage der Zeit, daß diese Art in Perak 
gefunden wird. 

Patria: Unter-Birma, Tenasserim, Mergui-Archipel. 

b) fuliginosa monata Weyenbergh. 

Neptis monata Weyenb., Petite Nouvelles Ent. 1874 
p. 408. 
Snellen, T. v. Ent. 1897 p. 141, t. 6, f. 3, ^. 
Patria: Banka. 

c) fuliginosa serapica nov. subspec 

Neptis thamala Martin und de Niceville, J. B. N. Hist. 
Soc. 1895 p. 408; Hagen, Iris 1896 p. 171. 

Pandassana fuliginosa Moore 1. c, partim, Bingham 1. c, 
partim, Sumatra. 

Habituell gleich Moores Figur id, in der Färbung 
unterseits mit le und ig übereinstimmend, oberseits jedoch 
durch das dunkle braungraue Kolorit der fig. if nahe- 
kommend. 

Serapica differiert jedoch von allen Figuren durch 
die größeren Subapikalflecken der Vorderflügel, die schmälere 
Submedianbinde der Hinterflügel und von anwldi durch 
die zierlichere Grauzeichnung aller Flügel. 

Stett. eutomol. Zeit. 1908. 



407 

Von serapica (die Köstliche wegen ihrer Seltenheit) 

hat Martin in 13 Jahre nur 3 — 4 Exemplare gefangen. 

Patria: N.-O. -Sumatra, März 1894, i S Coli. Frühst. 

d) fuliginosa amoldi nov. subspec. 

Neptis thamala Pagenstecher, Abhdl. Senckenb. 1897 

p. 400, t. 18, f. II, ?. 
Neptis fuliginosa Shelford, J. As. Soc. Str. Brauch 

1905 p. 98. 
Habituell größer als serapica, kleiner als thamala Moore-9, 
alle Grauzeichnungen, namentlich die Subapikalf lecken, 
viel stattlicher als bei thamala. 

Patria: Samarinda, S.-O.-Borneo (A. Kückenthal leg.), 
Borneo (Shelford). 

e) fuliginosa cura Weymer. 

Neptis cura Weymer, St. Ent. Z. 1885 p. 265, t. i, f. 5. 

Pandassana cura Moore 1. c, p. 

Alle Binden schmäler als bei den vorgenannten Rassen, 
Vorderflügel ausgezeichnet durch rein weiße statt gelb- 
lichen oder grauen Subapikalflecken. 

Patria: Nias, 2 o^j' i $ Coli. Fruhstorfer. 

Bimbisara ebusa Felder. 
Wiener Ent. Mon. 1863 p. 112. Reise Novara, t. 56, 

f. I, 1867. 
Semper, Schmett. Phil. 1886 p. 149; Staudinger, 

Exot. Schmett. p. 146, 
Pandassana ebusa Moore 1. c, p. 15. 
Nach Sempers Bemerkungen scheint ebusa stark zu 
variieren und vermute ich, daß Horodimorphismus die 
Ursache der Erscheinung sein dürfte. 

Nach Semper sind ,, dunklere Exemplare im Süd- 
Osten der Philippinen häufiger als im Nord-Osten derselben, 
solche von den Jolo-Inseln weichen nicht ab von philip- 
pinischen". 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 26* 



408 

Letzterer Passus ist völlig unrichtig, denn mir liegen 
von Jolo Exemplare vor, die einer sehr prononzierten Lokal- 
rasse angehören und die dunkleren Exemplare der Süd- 
Philippinen differieren so erheblich von jenen des Nordens, 
daß auch ihre Aufteilung in Lokalrassen unbedingt erforder- 
lich wird. 

Der sonst so sorgfältig und logisch arbeitende Semper 
übersah häufig, daß Inselrassen stets mehr oder weniger 
differenziert sind, ja wir dürfen sagen, daß es Spezies, die 
über eine ganze Inselgruppe hinweg völlig konstant bleiben, 
bei den Tagfaltern überhaupt nicht gibt. 

Es wäre viel unerklärlicher, wenn eine Neptis von 
Mindanao absolut identisch wäre mit ihrer Schw^esterform 
von Luzon, weil die insulare Modifikation der Art die Regel, 
deren NichtSpezialisierung eine seltene Ausnahme bildet. 

Die Felderschen Typen von cbusa kamen von Mindoro, 
somit lassen sich die bisher bekannten £;/;«S(7-Rassen spalten in : 

a) ebusa cbusa Felder. Mindoro. 

b) ebusa laetitia nov. subspec 

Neptis ebusa Semper, partim; Staudinger 1. c, p. 145, 
Mindanao. 
Fruhstorfer, B. E. Z. 1900 p. 27, Bazilan. 

Bazilan-(^$ differieren von Felders Figuren durch 
rundliche anstatt längliche Subapikal- und Medianflecken 
der Vorderflügel, schmälere und dunklere Querbinden der 
Hinterflügel. 

Die Grundfärbung meiner Bazilan-Exemplare erscheint 
mehr grau, jene von Mindanao mehr gelblichbraun. 

Patria: Bazilan, 2 (^$ (Februar-März 1898) W. Doherty 
leg. Mindanao ((^$ ex coli. Staudinger). 

c) ebusa euphemia nov. subspec 
Neptis ebusa Semper, partim, Jolo. 

Habituell kleiner als die vorigen, Grundkolorit dunkler, 
Medianflecken der Vorderflügel heller und gleichmäßiger. 

Stett. ciitomol. Zeit. 1908. 



409 

Unterseite : Die schwarzen Binden obsoleter, die braunen 
und gelblichen ausgedehnter. 

Patria: Jolo, Waterstradt leg. 2 <^S Coli. Fruhstorfer. 

Es erscheint mir in hohem Grade wahrscheinlich, daß 
fuliginosa Moore nur den indisch-malayischen Zweig der 
chusa bildet. Mir fehlt jedoch ausreichendes Material diese 
Frage zu entscheiden, trifft indessen meine Vermutung zu, 
dann müssen alle unter fuliginosa aufgezählten Inselformen 
cbusa koordiniert werden. 



Tafel-Erklärung. 

Tafel I. 
Figur I. Acca tadema Fruhstorfer. 

2. Neptis annamitica Fruhstorfer. 

3. Neptis jaculatrix Fruhstorfer. 

4. Neptis emesa Fruhstorfer. 
,, 5. Neptis licinia Fruhstorfer. 

,, 6. Neptis phlyasia Fruhstorfer. 
Tafel IL 
Figur 7. Neptis leucoporos Fruhstorfer. 

8. Neptis tushita Fruhstorfer. 

9. Neptis amorosca Fruhstorfer. 

10. Neptis messogis Fruhstorfer. 

11. Neptis terentia Fruhstorfer. 

12. Neptis lyria Fruhstorfer. 

Tafel III. 
Figur 13. Phaedyma baweana Fruhstorfer. 

14. Phaedyma tonkiniana Fruhstorfer. 

15. Bimbisara zena Fruhstorfer. 

16. Bimbisara Saskia Fruhstorfer. 

17. Bimbisara calhplocama Fruhstorfer. 

18. Bimbisara digitia Fruhstorfer. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



410 

Nachtrag. 

Während des Druckes ging mir wieder neues Material 
zu, das hier kurz beschrieben und registriert wird. 

Zu Seite 269: 

Rahinda consimilis pedia nov. subspec. 
steht affinis Felder von Key am nächsten und trägt etwas 
schmälere, jedoch viel lichtere gelbe Binden, die beim $ 
anal war ts stärker eingeschnürt sind. 

Unterseite : Ähnlich stenopa m. alle Binden und Flecken, 
die bei affinis rötlich gefärbt, schwarzgrau. 

Von stenopa und ettrygrapha m. entfernt sich pedia 
durch wesentlich ausgedehntere Gelbzeichnung. 

Patria: Austrahen, Queensland, 3 (^^ 2 $$ Coli. Fruh- 
storfer. 

Zu Seite 272 : 

Rahinda dindinga elea nov. subspec. 

$. Habituell den größten Borneo dindinga-^^ gleich- 
kommend, jedoch mit stark verschmälerten ockergelben 
Binden und Flecken auf allen Flügeln. 

Vorderflügel mit einer relativ breiten rötlichgelben 
Submarginalbinde, die in der Medianregion proximal stark 
gekniet ist, und einer fadendünnen, etwas undeuthchen 
rötlichen Antemarginallinie. 

Hinterflügel mit einer rotgelben anstatt grauen äußeren 
Submarginalbinde, die etwas an paraka Butler erinnert, 

Subanalf lecken der Vorderflügel isoliert, nicht zu- 
sammenhängend, wie bei paraka, an die elea durch die 
allerdings mehr als dreimal so breite gelbliche Submarginal- 
binde der Vorderflügel etwas erinnert. 

Unterseite wie bei dindinga, nur alle schwarzen Binden 
der Vorderflügel schmäler, jene der Hinterflügel gleich- 
mäßiger schwarz. 

Patria: West-Sumatra, Padangsches Bovenland, i $ 
Coli. Frühster f er. 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



411 

Zu Seite 290: 

Der Name leucothoe Clerk-Cramer muß als Homonym 
verworfen werden, weil Linne eine Athyma bereits als Pap. 
leucothoe beschrieben hat. 

An Stelle von Neptis hylas leucotho': hat der Name 
Ncptis hylas acidalia Weber, Observ. Entom. 1801 p. 107, 
zu treten. (Man vergleiche Auriv. Recensio Critica 1882 p. 23). 

Zu Seite 326: 

Eine nandina-Ra.sse ist mir neuerdings vom Drachensee 
(Lake Candidius, der Engländer, Suisha, der Japaner) 
zugegangen. 

Die geographische Form steht den philippinischen 
nandina- AusVäuiern am nächsten, insbesondere ncgrosiana m., 
die weißen Binden sind jedoch weniger entwickelt. 

.Y. nandina formosana, wie ich die neue Inselbewohnerin 
nenne, kommt auch nandina capnodes m. nahe, wie sie 
Leech, t. 29, f. 10, abbildet; die weiße Submarginalbinde 
der Hinterflügel ist bei formosana jedoch schmäler und 
die Unterseite wesentlich dunkler braunrot. 

Patria: Formosa, aus zirka 4000 Fuß IMeereshöhe, 
September 1907, c^$ Coli. Fruhstorfer. 

Zu Seite 327: 

Ncptis mahcndra ist mir aus der N.-W.-Province, Nord- 
Indien, in 2 (^$ zugesandt worden und konstatiere ich, 
daß sie eine distinkte Spezies darstellt. 

Neptis yerburyi ominicola nov. subspec. 

^ größer als ye;'&w;'y?-Exemplare, wie ich sie in Tenasse- 
r.'m, Tandong gefangen habe sich nähernd, von dieser aber 
differenziert durch die stark verschmälerte Weißzeichnung 
aller Flügel, die zudem noch leicht gelblich abgetönt und 
grau überstäubt ist. 

Patria: West-China, Omi-Shan, i o Coli. mea. 

Zu Seite 332: 

Diese Art ist im Wiener Verzeichnis p. 173 wie folgt 

Stett. entomol. Zeit. 1908. 



412 

diagnostiziert: Oben braunschwarzer, unten kupferbrauner 
Falter. ,,Aus Kärnthen, H. von Hohen warth." 

Das ist eine Kennzeichnung, die vollkommen aus- 
reicht, um Stichels Behauptung, Soc. Ent. p. 113, zu wider- 
legen, der lucilla Denis als nom. nudis behandelte. 

Zu Seite 347: 

Lathy hat auf Grund seines reichen Nias-Materials 
herausgefunden, daß ilira Kheil eine composite species" 
darstellt, von denen nur der <^ zu ilira, das 9 (fig- 8 auf 
Tafel III) zu einer zweiten Art gehört, zu der auf Nias die 
(^(^ viel häufiger sind als jene von ilira. 

Die neue Art, kenntlich an ihrer gelblicheren Grund- 
farbe und größeren weißen Keilflecken, nennt Lathy 
„kahoga." Ich besitze davon 5 (^^, 3 $$. 

Zu Seite 359: 

Neptis nausicaa sparagmata nov. subspec. 

$ etwas kleiner als $ von typischen nausicaa, etwa 
jenen von nausicaa symbiosa m. und nausicaa synosa m. 
gleichkommend. 

Sparagmata differiert jedoch von allen durch die wesent- 
lich kleinere Weißfleckung aller Flügel und das distal stark 
verschmälerte, fingerförmige, weißlichblaue Medianband der 
Hinter flügel. 

Die Reduktion der weißen Zeichnungen macht sich 
auch auf der Unterseite bemerklich. 

Die Submarginalpunkte der Vorderflügel und die 
Medianbinde der Hinterflügel erscheinen peripherisch reicher 
blau bezogen. 

Patria: S.-W. Holl. N.-Guinea, Tanah-Merah, Juh 
1905, I 9 in Coli. Röber. 

Zu Seite 391 : 

a) Die helle Form nannte ich annandia niothocn 
(Gubener Ent. Ztg. 1907 p. 279), dazu eine Regen- 
zeitform, forma tafhos m. 

Stett. eutomol. Zeit. 1908. 



413 



Iiilialts-Yerzeidiiiis. 

(Heft IL 1908). 

Coleopteren aus Ostindien von J. Weise. S. 213. — 
Die Gattung Lorditomaeus Peringuey von A. Schmidt, 
Berlin. (Col.) S. 231. — Versuch einer monographischen 
Revision der indo-austrahschen Neptiden von H. Früh- 
st o r f e r mit 18 Abbildungen auf 3 Tafeln. S. 240. 



Ausgegeben im Mai k 



Inhalt des 69. Jalirgauges 

der Steltiner entomologischen Zeitung" 1908 

(alpha) »etisch geordnet). 

Seite 

Alphabetisches Register 413 

G. B r e d d i n : Noch ein Dieuches der uniguttata- 

Gruppe (Rhynchota) 31 

Dr. Günther Enderlein: Neue Arten der 

Braconidengattung Stantonia iio 

H. Fruhstorfer: Neue Pyrrhogyra und Über- 
sicht der bekannten Arten 34 

Derselbe : Neue Ectima-Rassen 41 

Derselbe : Eine neue Eunica aus der Alcmena- 

Gruppe und Beschreibung neuer Lokalformen 44 
Derselbe : Neue Curetis und Übersicht der 

bekannten Arten 49 

Derselbe : Versuch einer monographischen 
Revision der indo-australischen Neptiden. (Mit 
18 Abbildungen auf 3 Tafeln) 240 

Stett. cntomol. Zeit. 1908. 



414 

Dr, K.M. Heller: Neue indomalayische Rüssel- 
käfer, vorwiegend aus Madras und Borneo. 
(Mit I Tafel) 122 

Dr. Walt her Hörn: Cicindela prothymoides . , . 120 

H. K a r n y : Über das Schnarren der Heuschrecken 112 

Hofrat Prof. Dr. F. Ludwig: Zur Biologie des 
Stenopsocus stigmaticus, des blattlausähnlichen 

Spinnflüglers 195 

Derselbe : Über eine einheimische Wassermilbe 
aus der Familie der Hornmilben, Notaspis 
lacustris 199 

A. Schmidt: Die Gattung Lorditomaeus Peringuey 

(Col.) 231 

Edmund Schmidt: Fulgora sapphirina, eine 

neue Fulgora-Art von Sumatra 93 

Chr. S t e r n b e r g : Neue Dynastiden-Arten 3 

Derselbe : Neue Arten aus den Gattungen 
Chlaenius, Polyhirma und Tefflus, gesammelt 
1900 von Prof. Oscar Neumann auf seiner 
Durchquerung Nord-Ost-Afrikas, hauptsächlich 
Abessyniens und der Gallaländer 96 

Hans Wagner: Neue zentral- und südafrikanische 

Apionen 59 

Vereins-Angelegenheiten 210 

J . Weise : Chrysomeliden von Angola 200 

Derselbe : Bemerkungen über die ersten Stände 

von Cassida stigmatica 205 

Derselbe : Eine Berichtigung 207 

Derselbe : Coleopteren aus Ostindien 213 



Stett. eutomol. Zeit. 1908. 



Alplijibetisclies Register. 



415 



A c c a 243, 247, 256, 257, 278. 
venilia 243, 247, 257, 278. 
anceps 283. 
contunda 281. 
,, cyaniphera 282. 
,, glaucia 285. 
,, glyceria 284. 
,, godelewa 279. 
,, grimberta 284. 
,, holargyrea 281. 
,, leucoion 281. 
,, neohannoverana 286. 

obiana 280. 
,, jjseudovanescens 280. 
,, tadema 282. 
venilia 282. 
Aleides 124. 
audax 124, 165. 
crenatidens 124, 168. 
diadema 124, 158, 161. 
geminus 124, 159, 161. 
hexamitosus 124, 155. 
impressus 124, 160, 161. 
laetus 124, 165. 
molitor 124, 161. 
morio 124, 171. 
nocens 124, 162. 
subvirens 124, 169. 
taeniatus 124, 156, 160. 
tapirus 124, 167. 
vinculosus 124, 160, 161. 
Andasenodes 245. 

mimetica 245. 
Andrapana 243. 

columella 243. 
Anisocalvia 220. 
andre \v e s i 220. 
Apion 61. 
abyssinicum 90. 
beguini 72. 
conicoUe 64. 
flexipenne 88. 



fortirostre 74. 

foveirostre 77. 

fuscitarse 82. 

fuscum 63. 

ganglbaueri 61. 

gracilipenne 80. 

hemisphaericum 87. 

indubium 91. 

nitipenne 85. 

oxyrhjTichum 78. 

papei 81. 

sanguinipes 68. 

var. atripes 69. 

solarii 69. 

spadiceum 66. 

subangulirostre 75. 

subelongatum 71. 

subnitidum 84. 
Apocyrtidius 123, 12S. 

chlorophanus 123, 129. 
Apocyrtus 129. 
A p o d e r u s 124. 

fenestratus 124, 150. 

indicus 124, 146. 

nelligrinus 124, 148. 

nigroaeneus 124, 149. 

rufobasalis 124, 152. 

spectrum 124, 152. 
Apterolotis 225. 

andre wesi 225. 

gibbula 226. 
A r c y p t e r a 114. 

fusca 114. 
Aspidomorpha 203. 

angolensis 203. 

delitescens 203. 
Astycophilus 123. 

oculatus 123, 126. 
Astycophobus 123, 125. 

aurovittatus 123, 125. 
Atharia 245. 

consimilis 245. 



Stett. entomol. Zeit. 1908. 



416 



Attelabus 124. 
obliquus 124, 153. 
uniformis 124, 154. 
var. geniculatus 124, 155. 
B a c a 1 o r a 245. 

pata 245. 
B i m b i s a r a 244, 256, 259. 
ananta 259, 392. 

ananta 392. 
,, areus 392. 
,, chinensis 392. 
anjana 259, 393. 
,, anjana 393. 
„ decerna 393. 
„ elegantia 394. 
., Saskia 394. 
vidiia 395. 
., zena 394. 
antigone 259, 391. 
armandia 259, 391. 
calliplooama 259, 401. 
ebusa 259, 407. 

ebusa 408. 
eupliemia 408. 
laetitia 408. 
eschholzi 259, 401. 
fuliginosa 259, 405. 
,, arnoldi 407. 

cura 407. 
,, fuliginosa 400. 
„ monata 406. 
serapica 406. 
hesione 259, 391. 
illigera 259, 399. 
„ alabatana 400. 
,, calayana 400. 
illigera 400. 
illigerella 400. 
pia 400. 
manasa 259, 390. 
„ manasa 390. 
„ nycteus 390. 
miah 259, 396. 

batara 398. 

digitia 398. 

disopa 399. 

„ javanica 398. 

ötctt. eutomol.' Zeit. 1908. 



miah miah 396. 
„ nolana 396. 
,, sarochoa 397. * 
narayana 259, 389. 
nana 390. 
narayana 390. 
nirvana 259, 403. 
„ neriphiis 405. 
,, nirvana 404. 
,, sangira 403. 
,, tawayana 405. 
pata 259, 399. 

pata 399. 
,, patalina 399. 
,, semperi 399. 
radha 259, 390. 

radha 391. 
sankara 244, 259, 387. 
ambina 389. 
antonia 389. 
aar 388. 
quilta 388. 
„ sankara 388. 
sinica 389. 
yamari 389. 
viraja 259, 395. 
B i s a p p a 244. 

neriphus 244. 
B o t r y o n o p a 214. 

sheppardi 214. 
Bryodema 114. 

tuberculata 114. 

Callispa 213. 

7-maculata 213. 

C a s s i d a 205. 

stigmatica 205. 

C a t a p i o n 71. 

.subelongatum 71. 
Cepurellus 123, 137. 

dajacus 123, 138. 
Cercidocerus 125. 
interruptolineatus 125, 192. 
prodioctoides 125, 190. 
C h 1 a e n i u s 98. 
aberanus 106. 
adagidensis 107. 
bennigseni 103. 



417 



difficilis 105. 
elegans 101. 
er langer! 102. 
garamulatanus 109. 
horni 108. 
imperialis 99. 
kraatzi 102. 
latipennis 104. 
neumanni 98. 
oberthüri 108. 
principalis 107. 
roeschkei 100. 
superbus 99. 
Choeridiona 214. 

metallica 214. 
Cicindela 120. 

prothymoides 120. 
Clanis 227. 
dorsalis 227. 
Coccinellidae 216. 
C o 6 1 o s i s 3. 

inermis 3. 
Copolopha 114. 

burmeisteri 114. 
C o n a p i o n 88. 
abyssinicum 90. 
flexipenne 88. 
Curculionidae 123. 
C u r e t i s 49. 
acuta 56. 

,, japonica 56. 
,, tsushimana 57. 
bulis 56. 

„ angulata 56. 

bulis 56. 
,, dentata 56. 
,, discalis 56. 
,, fortunatu.s 56. 
,, Stigmata 56. 
insularis 52. 

,, baweana 55. 
„ bazilana 25. 
,, camotina 52. 
,, celebensis 55. 
„ eda 54. 
„ egena 55. 
felderi 53. 
Stett. eutomol. Zeit. 1908. 



insularis hera 54. 
,, idosinica 54. 
,, insularis 54. 
,, isabella 52. 
,, jolona 52. 
„ jopa 53. 
,, kiritana 55. 
„ minima 53. 
„ nesophila 52. 
,, niasica 54. 
„ obsoleta 52. 
„ pseudoinsularis 53. 
,, saronis 54. 
,, schortlandica 55. 
,, solita 55. 
,, sperthis 53. 
,, venata 55. 
sanatana 57. 
ge 59. 
,, honesta 58. 
,, latipicta 59. 
,, malayica 58. 
„ sanatana 58. 
,, semilimbata 59. 
,, tagalina 58. 
thetis 49. 

,, aurantiaca 50. 
,, barsine 50. 
,, cinyra 50. 
„ eberalde 51. 
„ galinthias 50. 
„ georgiana 51. 
„ gloriosa 50. 
,, menestratus 50. 
„ nisias 50. 
„ palawanica 50. 
,, f_ thetis 49. 
Cyphomydica 124, 174. 

megacalles 124, 175. 
Desmidophorus 124. 

saravacanus 124, 172. 
D i e u c h e s 31. 
procericornis 31. 
Dyscerus 123. 
andrewesi 123, 139. 
cervinus 123, 144, 145. 
lateralis 123, 142, 145. 



418 



sparsus 123, 141. 
sparsutus 123, 144, 145. 
Ectatorhinus 124. 
adamsi 178. 
alatus 178. 
femoratus 178. 
frontalis 177. 
godeffroyi 179. 
hasselti 178. 
nanus 124, 176, 179. 
rugaticollis 178. 
wallacei 178. 
E c t i m a 41. 
Jona 44. 
liria 42. 

astricta 43. 

exilita 43. 

infirma 42. 

liria 42. 

lirides 43. 

lirissa 42. 
rectifasciata 44. 
E n e m a 24. 
gibbicollis 24. 
pan 27. 
E p i 1 a c h n a 216. 
chrysomelina 218. 
circellaris 216. 
doryca 218. 
wissmanni 217. 
E p i s o m u s 123. 
marshalli 123, 130. 
nilgirinus 123, 131. 
Eugithopus 125'. 

vittatus 125. 
E u n i c a 44. 
ariba 48. 
eurota 45. 

euphemia 47. 

eurota 46. 

flora 46. 

myrthis 46. 

theophania 46. 
irraa 44. 
tatila 47. 

,, bellaria 47. 
,, coerulea 47. 



tatila tatila 47. 
,, tatilina 47. 
Euryope 201. 

sanguinea 201. 
Exochomus 222. 

nigripennis 222. 
F u 1 g o r a 93. 

sapphirina 93. 
Gonophora 214. 

bengalensis 214. 
Hamadryodes 243. 

lactaria 243. 
H i s 2) i n a e 213. 
Hoplionota 203. 

wellmani 203. 
Hyalopteryx 114. 

rufipennis 114. 
Kalkasia 243. 

alwina 243. 
Lamprolabus 124, 154. 

uniformis 124, 154. 
L a s i p p a 245. 

heliodore 245. 
Lefevrea 203. 

angolensis 203. 
Lorditomaeus 231. 

aequus 232, 237. 

bifidus 232, 236. 

deplanatus 232, 237. 

fornicatus 231, 234. 

infuscatus 232, 235. 

invenustus 231, 233. 

lunatulus 232, 237. 

setulosus 231, 232. 

tenuis 232, 239. 
M a r o s i a 244. 

antara 244. 
Melitonoma 200. 

angolensis 200. 
Monolepta. 203. 

ludicra 203. 
Napophyes 124. 

belli 124, 145. 
Nauphaeus 124. 

linearis 124, 179, 181. 

miliaris 181. 



Stett. entomol. Zeit. 1908. 



419 



nebulosus 124, 179, 180. 
simius 180. 
Neptis 244, 246, 256, 286. 
aceris 244. 
agatha 247. 
alwina 258, 235. 

,, alwina 235. 

„ kaempferi 235. 
ananta 247. 
antilope 257, 338. 
arachne 257, 338. 
bella 258, 341. 
beroe 257, 338. 
brebissoni 258, 355. 

„ brebissoni 356. 

„ dulcinea 357. 

„ metioche 356. 
cartica 246, 258, 352. 

,, burmana 354. 

„ cartica 353. 

„ nashona 353. 
cydippe 257, 338. 
dejeani 258, 336. 
duryodana 257, 310. 
dike 311. 

,, duryodana 310. 

,, emesa 310. 

,, nesia 311. 

,, paucalba 311. 
tuUia 311. 
exellens 258, 335. 
gracilis 257, 307. 
harita 246. 

heliodora 247, 257, 339. 
dorelia 340. 
heliodora 339. 

,, kuhasa 339. 

,, niasana 341. 

„ siaka 340. 
tiga 340. 
hylas 246, 256, 287. 

„ acidalia 295. 

,, alorica 304. 

„ andamana 299. 

„ cosama 303. 

„ engano 300. 

„ flaminia 303. 

Stett. entoinol. Zeit, 190 8. 



hylas hageni 301. 

„ hainana 296. 
hylas 290. 
ida 306. 

,, intermedia 290. 

,, jaculatrix 305. 

„ licinia 303. 

„ hiculenta 294. 

„ mamaja 299. 
matuta 302. 

„ nicobarica 299. 
oda 291. 

„ ombalata 300. 

,, papaja 299. 

,, passerculus 291. 

,, sappho 291. 

„ serapia 304. 

,, sopatra 301. 

,, sophaina 304. 

,, symada 300. 

„ terentia 301. 

,, timorensis 305. 

,, varmona 298. 
jumbah 246, 257, 328. 

„ amorosca 330. 

,, binghami 331. 

„ jumbah 329. 

,, nalanda 329. 
lucilla 246, 258, 332. 

,, coenobita 333. 
fridohni 333. 
lucilla 332. 
ludmilla 334. 

„ magnata 334. 

,, sjTietairus 333. 
magadha 246, 257, 307. 

,, annamitica 308. 

;, charon 310. 

„ khasiana 308. 

„ magadha 308. 

,, pasiphae 309. 
phlyasia 309. 
plautia 309. 
mahendra 257, 326. 
melicerta 247. 
miah 247. 
nandina 246, 256, 287. 



420 



nandina acala 324. 
,, apharea 320. 
,, boholica 316. 

clinia 322. 
„ cymela 315. 
„ cyra 315. 
,, florensis 321. 
,, gononata 324. 
„ hampsoni 322. 

ila 320. 
,, ilocana 315. 
„ jucundiora 321. 

kallaura 322. 
,, leuconota 324. 
,, nierediei 322. 
,, micgomegethes 326. 
,, mindorana 315. 
,, nandina 320. 
„ negrosiana 315. 
„ parthica 317. 
,, pseudosoma 316. 
,, solygeia 316. 

soma 322. 
„ sumba 321. 
„ tibetana 325. 

tushita 324. 
nata 257, 312. 

,, aletophone 313. 
,, cresina 312. 
,, egestas 314. 
,. leucoporos 312. 
,, nata 314. 
nausicaa 246, 258, 357. 

lyria 359. 
,, nausicaa 358. 
,, sparagmata 412. 
,, symbiosa 359. 
,, synoxa 358. 
,, nirvana 247. 
nitctis 258, 342. 

carvinus 342. 
„ gatanga 343. 

nitetis 342. 
,, ormiscus 343. 

prodymus 343. 

samiola 343. 
philyra 258, 246, 336. 
Stctt. cntomol. Zeit. 1908. 



philyroides 336. 
praslini 258, 359. 

,, connexa 364. 
dorcus 363. 

,, lactaria 364. 

„ maionia 360. 

„ messogis 363. 

„ nemeus 360. 

„ papua 362. 

„ praslini 360. 

,, ronensis 364. 
saloe 360. 

„ staudingeriana 365. 

„ terentia 365. 
pryeri 246, 258, 334, 335. 

,, arboretorum 335. 

„ pryeri 335. 
satina 246, 258, 357. 

,, damarete 357. 

„ satina 357. 
speyeri 258, 336. 
thestias 257. 
thetis 246. 
thisbe 257, 337. 
vikasi 258, 344. 

„ celibeca 349. 
harita 350. 
ilira 347. 

„ infuscata 346. 

,, omeroda 347. 

,, palawanica 349. 

,, sakala 351. 

,, salpona 348. 

,, taimiri 346. 

„ vibusa 349. 

„ vikasi 345. 
yerburjd 257, 327. 

,, ominicola 411. 
zaida 257, 336. 
N o t a s p i s 199. 

lacustris 199. 
Ommatolampus 125. 
germari 125, 188. 
haemorrhoidalis 125, .186, 18' 
var. borneensis 186, 187. 
hewitei 125, 185, 188. 
paratasivides 188. 



421 



Stigma 187. 
tetraspilotus 187. 
var. nigrolimbatus 187. 
whitelieadi 187. 
O m o c e s t u s 114. 

miniatus 114. 
Omotemnus 125. 

nanus 125, 183. 
Pachyrrhynchidae 128. 
Pachyrrhynclius 128. 
Palanda 244. 

illigera 244. 
Pandassana 244. 

fuligonosa 244. 
Pantorhytes 128. 
Paramecolobu^ 124, 153. 

obliquus 124, 153. 
Paraneptis 243. 

lucilla 243. 
P h a e d y m a 243, 247, 256, 258, 
366. 
amphion 243, 247, 258, 376. 
„ amphion 378. 
nerio 379. 
ampliata 258, 379. 
aspasia 247, 258, 376. 
baweana 247. 
columella 258, 366. 
,, angara 374. 
,, bataviana 370. 
„ baweana 371. 
„ columella 366. 
„ eremita 372. 
,, kangeana 371. 
„ lombokiana 371. 
„ martabana 367. 
„ nilgirica 369. 
„ ophiana 369. 
„ ophianella 373. 
„ sarabaita 374. 
„ singa 370. 
„ soror 374. 
„ sumbana 372. 
daria 258, 375. 

„ albescens 375. 
,, daria 375. 
„ variabiüs 375. 
Stett. entomol. Zeit. 1908. 



eblis 247, 258, 380. 
eblis 380. 
,, ganiana 381. 
eleuthera 258, 379. 
fissizonata 258, 390. 
,, fissizonata 380. 

lydda 380. 
„ pisias 380. 
heliopolis 247, 259. 382. 
mimetica 258, 381. 
ophiana 247. 
sherpherdi 259, 384. 
„ astraea 385. 
,, damia 384. 
donata 386. 
,, graciella 386. 
,, latifasciata 384. 
,, mastusia 385. 
„ nectens 386. 

sherpherdi 384. 
sumbana 347. 
P h y s a p o d e r u s 129. 
fenestratus 150. 
nigroaeneus 129. 
P o 1 y h i r m a 96. 
dohrni 96. 
neumanni 96. 
P o t e r i o p h o r u s 125. 

stellatus 125, 188. 
Pull US 228. 

ceylonicus 228. 
P y r r h o g y r a 34. 
catharina 36. 
crameri 39. 

„ crameri 39. 
,, nagnodorus 39. 
,, nautaca 39. 
edocla 37. 

„ aenaria 37. 
anthele 38. 
„ athene 37. 
„ edocla 37. 
,, lysanias 38. 
,, maculata 38. 
nasica 39. 

„ ohvenca 40. 
seitzi 40. 



422 



neaerea 34. 

arge 36. 
argina 34. 
cuiJarina 34. 
hypsenor 30. 
juani 35. 
kheili 35. 
neaerea 34. 
ollius 35. 
ophni 36. 
otolais 38. 
stratonicus 36. 
tiphoeus 36. 
Rahinda 245, 247, 255, 256, 
259. 
antara 247, 256, 276. 
aurelia 257, 272. 
bieti 256, 266. 
consimilis 247, 256, 266. 
affinis 268. 
„ consimilis 267. 
„ continua 268. 
,, enrygrapha 268. 
„ pedia 269. 
„ stenopa 267. 
cyrilla 256, 273. 
„ athenais 274. 
„ athene 275. 
„ attica 274. 
,, commixta 274. 
,, cyrilla 274. 
„ phrygia 275. 
dama 256, 276. 
dindinga 256, 272. 

elea 410. 
epira 256, 266. 

epira 266. 
heliobole 266. 
hordonia 245, 247, 256, 260. 
,, aigilipa 265. 
alceste 263. 
„ cnacalis 263. 
„ doronia 263. 
„ hordonia 261. 
„ pardiis 264. 
„ plagiosa 262. 
rihodana 263. 
Stett. entomol. Zeit. 1908. 



hordonia senthes 265. 

sinuata'^262. 
mysia 257, 276? 
„ mysia 277. 
,, neriphoides 278. 
„ sarmians 277. 
„ serpentina 277. 
paraka 256, 269. * 
„ assamica 270. 
„ confluens 271. 
„ dahana 271, 
„ paraka 270. 
„ sandaka 270. 
tricolor 273. 
R a s a I i a 245. 

gracilis 245. 
Rhabdocnemis 125. 

stillata 125, 193. 
Scapanes 6. 
brevicornis 12. 
grossepunctatus 6. 
var. salomonensis 11. 
S c y m n u s 227. 
indicus 228. 
venalis 227. 
Solanophila 219. 

nilgirica 219. 
Sphenomorpha 128. 
Squamipsichora 124, 181. 

araneola 124, 182. 
Stabrobates 244. 

radha 244. 
Stantonia 110. 
hammersteini 110. 
minuta 111. 
sumatrana 110. 
Staroder US 114. 

morio 114. 
Stenopsociis 195. 

stigmaticus 195. 
Sticholotis 222. 
andrewesi 225. 
decora 223. 
13-maculata 224. 
gibbiüa 326. 
limbata 227. 
nilgiriensis 224. 



423 



obscurella 222. 
Strigapoderus 148. 

nelligrinus 148. 
Stynax 123. 

anthracicus 123, 135, 137. 

carbonaria 136. 

continentalis 134, 137. 

morosus 123, 135, 136. 
S y n a p i o n 91. 

indubium 91. 
Tagatsia 244. 

duma 244. 



Tefflus 97. 

neumanni 97. 
Thea 222. 

bisoctonotata 222. 
Trachodes 123. 

acutangulus 123, 133. 
Xyloryctes 14. 

laevipennis 14. 

perpendicularis 19. 

thestalus-intermedius 



Stett. entomol. Zeit. 1908. 



Stett. entomol. Zeit. 1908. 



Tafel I. 





^^ 





Stett. entomol. Zeit. 1908. 



Tafel n. 






*^ 





Stett. entomol. Zeit. 1908. 



Tafel m. 




14 




14 





16 





17 



2 pZ^J'^^ o^