(navigation image)
Home American Libraries | Canadian Libraries | Universal Library | Community Texts | Project Gutenberg | Children's Library | Biodiversity Heritage Library | Additional Collections
Search: Advanced Search
Anonymous User (login or join us)
Upload
See other formats

Full text of "Ernst Hamburger Collection 1913-1980"

M v^l 




Brnff fitf/^t^raer CyljecH'an 
















M 103'j 



nam 



^rof^r 






Colk 



ec^f^/j 



// 




e^\s 







c 



A^^'^ 



^// 







0^ 
















^ ^4 



•* <• 



i V 



ff»* f ( f% 






A^4#«A 




^ • • 






A^-f 




tijm>^' 




/!y 




/? 



••// 




/ 



•y,-**» 







>V'^ 



/ 



/ 




iym 



/y 






iV 



^' 



/ 



l 



/ 



/ 



/// 



/; 



<^ 




4 



/■• ^/ 



/ 



^- 



r 



/^:> -^ 



^Sj^ 







f( !(►■■-■ ^'- 



#- 



fM 



■PTlS*'ii' 



Jr .1" 



«*■"■ »y- 



M'€€-^ s'- 



M-*f-^' '**^ 



9 / 



/(jfij tf^^/* 



Ä»-S^ 



|.'i^ f 




.^ 



y. 



j 



fCi 



A.i 



^ 



*,«-r 



'> >f^-. ■% 



/l4: t4^ 



l/^^k 






/ 



■fl^ )» 



r 



:^: 



*iö«j»- 



■>^.' 



.ii*' 



/^ 



..;f}**^' 



V»' 



/- 






■^^ 



/ / 






/ 




^ -^fi^e 



#*/ 



;^' 



t-Va^ju-; 



/ 



/ 



i4.i# 



.f^'*-/ 



F'.'«? 



V^ 



//■^* 



k^'>ti*<*i^j 



j^^^^'^ 






.,>««■ 







■y ^ # 






y** 







/'#' 










/^j-^r^ 









'•^^% 







iBW*"»" 



/#x.»w 



^ 



-'■ «■ 



^ 



» ■« 



^■/■' 




X-- 



';^/ / tli*'^ ß- / 



:y 



,/^'«f' 



z 




s»^' 



-■^i®5«h'^.-?^'^^' 



^^»ä»'^ 



*^'!>=< 
^^^ 



l 



#■' - 




Wl 







y / 



V 



/ 



> 



^v 



<tvfU-H 



/7y 




/f^i.O 



/ 



.^•^ /. 



fh^ 



'^ 



/ 



•^^'•y' 





/ 



«^«•*" 



.'Uli' 



■1' 



-^B^^^R. 



../ 






4^J.p/ A^f^^k^ -^(h^^ ^' ^'^^^ 



J,/(^u/-. /^^/4^ 



^ 





^ 



/'tf^** 









J;^^ ^fi<U-Jr^M^ 



Juer?isches LexiT<on, B 

S-^alte 215. 

Es heirateten Juclen n 
192^-1924 9.594- 19 
Mischehen geschlossen 
von 1925-1927 ist um 
hoch w?r r!ie Zahl 192 
(1915-1919) oder 5.70 
schwanl<:te f^ie Zahl de 
von 100 juedischen Eh 
13.2 Prozent. 




^Ipf^ ^^ioAüf 



er Verlag Berlin 193o. 



_^..tten im deutschen Reich 
Von 1900-1927 wurden 33.Pon 
juedischen Ehen. Die Zahl 
e Zahl von 1905-1909. Besonders 
onst ging sie nie ueber ^-1^!^ 
s In Preussen (Spalte 216) 
n'l916 und 1927 um 20 Prozent^ 
e hat zugenommen, war von 190'';^191o 







fifj^/^i^u^ ^W>^ JC jt^i^^ /^^^ /0f^_ 




/i^(^ 



y 



/y}a4f U4t^CU 



^ ^Ct4/c^ 



/ 



j^ J Pl^ iry^tA^^^^ 



iCD ^ 4 rxU^ 




/tjtf^f'94^^ 



// 



^ 



^v 



4^ /»V* 







/C 








^"^d^y ^^ /^^U^i^ ^^/iW%4 



4u^^^4\4^ 



^^^^ 



y^^^^f^C'U^ 



//^^^ ^g i^^ . . ^^ 



«^^^ 






// 



//^yt^'y- 



/^ 



r ^ / 






M 



i^^ U4^f^^^ 







>fe^ij, */;^ 4^.^W -^^r^^^"^^ ^^"^ 






<^^. *>^ 







/Ȋ^ et^ /*^ 



^^ H fi ^4/4'^ 




,^ ^ ^»^^V^^^^^^*^ ^ 




^ 4^ 



'/ 






///(AyU^^ /^^»^^ 



/^ 



i*«^ 

y 



Z^:.^ /i^^ // 



£ zy . ^^-rp*^ «6^ ^ ^ /(-TH^ 




^ ...^ <^ ^-^ 1^ "^ 



<5^^'<>/ /^00/ /fr».^ 







/tc4^' 



I ^>A A^/ /'U/y4^^ ^^ ^ • 






/ 



d 



Z^ tr^ \//,''l/-^- 



(-■? 













r 



AL 






/^ 



tV-^- 



,: A/k/i-M/^^^ £ ,/ '"C-t^--^-^ , : yj-- 




y 



4 




/ 



,J^-7^ 



^''/«z; ^^ ^t'^4^^ 




V^- 




^^A^' 






yä-^^ 



e^-'f/^--' 







/T^"^ 




^ •'■/f 



^. 



/Vy,;y ^ 



/^. /:x^?^^. 






-r- 



t^. 



^ 



/*>^/- 

^»^ 








»'-• 





^ 




7 - 




U4. «^4.»« ^^r^A ptnc wie er glaubt, befriedigende Antwort 
iSSten I?S SlSe Um darin L.^ Der Brief enthaelt einige 
PuJJte die Ihnen ^elleicht noch nicht bekannt sind. Jeden- 
faUs ist der Praesident des Bundesausgleichsamt in seiner 
ijilLignah" so weit gegangen, «i« «l;- j5-»i^;jf,?:;«C„S"3;; 
und man wird darueber hinaus zunaechst "}^J^? *"f äJJi Ceber- 
weitere Entwicklung abwarten muessen. "^«^^^ig ist dabei ueber 
haunt dass das Bundesausgleichsamt weiss, dass «i" «i"*^"". . „^ 
i;;cS;r A^geo^neter des Bundestages und frueherer «""«^esminister 
"ch um dilse Angelegenheit kueiranert. Moeller ist vor etva zwei 
Monaten zum stellvertretenden Vorsitzenden der SPD Fraktion im 
Bundestag gewaehlt worden, wodurch sich sein Einfluss nocn 
gesteigert hat. 

ich habe veine Einwendungen, wenn Sie den Inhalt des Briefes 

Sollle es sicS Im Laufe der 7.eit als »^«^wendig erweisen dass 
ich nochmals an Dr. Moeller herantrete, so ^-^^J^^^J^^Jf^^tz? 
tun. Ich habe «fcer die Hoffnung, dass die *2^^J*?n Einzel 
^ !c j j>i^^^A ^^it-^r- i/i»rlaufen wird und dass auch in Einzei 
befriedigend weiter veriauren wüh «" v«-»v.^^«t- <;<-»lle die qewuensch 
faellen ohne weitere Intervention von hoeherer Stelle äie ge 

ten Ergebnis ';<e erzielt werden koennen. 

yn»^!^^«"^lf^^»-J^:J^5;,^s^ji;rderler;;^^^^^ 

dass ich Vuerzlich bei der twrcnsicnt "^ „ . . aestossen 
auf mehr-^re Artikel von Ihnen aus der Weimarer Zeit ge.tosse 
bin und. dass ich diese mit Vergnuegen gelesen habe. 

/ 
t 

Mit besten Empfehlungen 



Ihr 



i.¥ 



/ 
AnlacQB 

P.S. Ueber die Herkunft de« Herrn 
Dr. Schiffer weiss ich nichts, Vann 
daher auch nicht sagen, ob verwandt- 
schaftliche Beziehungen mit dem 
frueheren Minister bestehen. Der 
letztere ist 1860 geboren, es rouesste 
sich also um eivierj snaeteren Nachkommen 
handeln. Der juf?dische Vertreter Preussens 
im Reichsrat 'i^ar Ministerialdirektor 
Dr. Hermann Badt. Auch von ihm haben Brecnr 
und ich in unserm Schriftwechsel gesprochen. 
Die letzte Entscheidung lag nicht in f«iner 
Hand. Auf die Sache zu rueck zukommen, in ^«"^ „ehalten 
Sie oder sonst ^ abe ich nicht fuer zweckmaessig gehalten 



Schreiben an 






fÄ ■■"''? 






'i-"->*i^''*^ 
>."' -'-*:^'',^:%1 



m- iV 




MB -IL. 7f' Mai 1976^/: 



Seite JT, 




Die Endphase d 



XU' 



Am Sonntag, den 25. Juni U»22, 
versammelten sich Vertreter voii_ 
rund 70% der preussischen .luden- 
heit im Logenhaus in Berlin zwecks 
Gründung der Preusseaorouui- 
sation. Es war Freund gelungen, 
das Reichsinnenministerium sowie 
das Preussische Kultusministerium 
und das Finanzministerium zur 
Begrüssung der Versammlunj^' /u 
veranlassen. Nach einer eindrucks- 
vollen Rede Freunds, in der er die 
Dringlichkeit der Schaffung des 
Verbandes begründet«, gaben die 
drei Regierungsvertreter dem Wun- 
sehe für einen Erfolg der Taguni 
Ausdruck. In der Erklärung des 
Finanzministeriums hiess es: „Tfie 
preussische Finan/verwaltung ist 
bereit, in finanzieller Beziehung 
subsidiär einzugreifen, unter def 
Voraussetzung, dass zunächst die 
Gemeinden ihre Finanzen soweit 
wie irgend möglich anspannen. 
Wenn darüber hinaus aber ein Be- 
darf vorhanden sein sollte, so wird 
die Finanzverwaltung unter dem 
Vorbehalt der Nachprüfung erwä- 
gen, diesen Bedarf in den Etat für 
das Jahr 1923 einzustellen." 

Dies war nach über zwanzig Jah- 
ren vergeblicher Bemühungen die 
erste positive Zusage einer preus- 
sischen Regierung, worauf die Ta- 
gung nach eingehenden Beratungen 
den Freund'schen Verfassungsent- 
wurf mit geringfügigen Änderun- 
geu annahm und einstimmig die 
Gründung des „Preussischen Ean- 
desverbandes jüdischer Gemeinden" 
beschloss. Dieser wurde sogleich 
durch die Beitrittserklärungen der 
vier Grossgemeinden Berlin, Frank- 
furt a.M., Breslau und Köln und 
zahlreicher Mittel- und Kleinge- 
meinden als „konstituiert" erklärt.!) 
Der Vorstand der Jüdischen (Ge- 
meinde Berlin, dem die Geschäfts- 
führung des Verbandes bis zur Bil- 

■» .,, •!„,,_ ^^...^öooi (Vor» \ Pr- 

dung der uiuuuu^oiii.A.- «o- • 



(Schluss von Nr. 15/16) 



bandsorgane übertragen wurde, 
betraute Freund mit der Durchfüh- 
rung dieser Aufgabe. Auf Grund 
der von ihm der Regierung unter- 
breiteten Unterlagen und seiner 
persönlichen Verhandlungen mit 
dem Kiiltus- und dem Finanzmini- 
sterium wurden im Herbst 1922 in 
den Staatshaushalt für 1923 Mittel 
für leistungsschwache Synagogen- 
meinden eingestellt. Die vage For- 
mulierung des Etat-Titels „Für 
Zwecke der geistlichen Versor- 
gung...'' entsprach dem in den vor- 
angegangenen Verhandlungen er- 
zielten Kompromiss, durch das die 
Bewilligung nicht auf Rabbiner be- 
schränkt blieb, obgleich bei den 
Kirchen nur Pf arrer berücksichtigt 
wurden. Ebenso beruhte der vorge- 
sehene Betrag von fi,8 Millionen 
Mark auf dem von Freund erreich- 
ten Schlüssel von 170 fiktiven Rab- 
binerstelien — wie bei den Pfar- 
rern im Durchschnitt eine für üe 
2500 Seelen — , wobei entsprechend 
dem damaligen Staatszuschuss zur 



Pfarrerbesoldung 40 000 Mark pro 
Stelle zugrundegelegt waren. Tat- 
sächlich hatten von den rund 900 
Gemeinden in Preussen über 800 
keinen eigenen Rabbiner. 

Dass innerhalb weniger Monate 
diese Zahlen und Bewilligungen in- 
folge der Inflation praktisch bedeu- 
tungslos wur.len, ändert nichts an 
ihrer grundsätzlichen und histori- 
sehen Bedeutung. Nach Jahrzehn- 
ten vergeblichen Ringens hatte sich 
der preussische Staat jedenfalls 
zum ersten Mal auf eine Gleich- 
stellung der jüdischen Religionsge- 
meinschaft mit den Kirchen in un- 
zweideutiger Weise festgelegt. Aus- 
serdem war durch die in Aussicht 
genommene Ausschüttung des Be- 
trages an den Landesverband 
zwecks Verteilung an die einzelnen 
Synagogengemeinden dessen Aner- 
kennung durch den Staat erreicht 
worden. Leider verhinderte die In- 
flation, wie gesagt, diese Ausschüt- 
tung. 

Am Tage vor der Gründungsver- 
sammlung des Landesverbandes 
war Walther Rathenau, der Aus- 
senminister Deutschlands, durch 
Rechtsextremisten ermordet wor- 
den. Dies erschütterte endgültig 
das internationale Vertrauen in die 
deutsche Währung und bestärkte 
die intransigente Haltung Frank- 
reichs gegenüber den deutnchcn 
Reparationen, die zur völligen 
Aushöhlung jedes normalen Wlrt- 
schafts- und Geldverkehrs führte. 
Die Inflation nahm insbesondere 
nach der Besetzung des Ruhrge- 
biets Anfang 1923 solche Ausmas- 
se an, dass der Dollar im Novem- 
ber auf 4,2 Billionen Mark stieg. 
Zu diesem Zeitpunkt erfand Hjal- 
mar Schacht die sogenannte Ren- 
tenmark, die gegen eine^ Billion 
der alten Mark eingetauscnt wei- 
- den konnte, und die die Grundlage 
für die Stabilisierung der Währung 
bildete. Die katastrophalen Fol- 
gen dieser Entwicklung 'für die 
Synagogengemeinden und darüber 



hinaus für sämtliche Religionsge- 
sellschaften liegen auf der Hand. 
Ihr Stiftungs. und sonstiges Ver- 
mögen war wertlos geworden, an- 
dererseits konnte natürlich auch 
ihre Steuererhebung mit der Geld- 
entwertung nicht Schritt halten. 
Selbst die Länder und Kommunen 
gerieten in eine ähnliche Lage, so 
dass kein anderer Ausweg blieb, 
als die Notenpresse des Reiches 
durch ein „Finanzausgleichsge- 
setz" einzuschalten, durch das ih- 
nen der überwiegende Teil ihrer 
Mehraufwendungen für Beamten- 
gehälter ersetzt wurde. In dieser 
Situation bemühten «ich auch die 
öffentlichen Religionsgesellschaf- 
ten, eine entsprechende Regelung 
für sich zu erreichen. In diesen 
Verhandlungen spielte Freund ei- 
ne wichtige Rolle. 

Bereits im Sommer 1922 führte 
er Verhandlungen über die Ab- 
zugsfähigkeit der Kultussteuern 
von der Reichseinkommensteuer 
mit Vertretern der evangelischen 
und katholischen Kirche, die das 
gleiche Ziel verfolgten. Zu diesen 
gehörte auch der deutschnationale 
Reichstagsabgeordnete Dr. Mumm, 
Schwiegersohn des berüchtigten an- 
tisemitischen Hofpredigers Stök- 
ker. Nach erfolgreichem Abschluss 
der Aktion äusserte er Freund ge- 
crcnüber den Wunsch, „weiterhin 
in Fühlung zu bleiben und sieh zu 
dauernder gemeinsamer Arbeit zu- 
sammenzufinden". Das Resultat 
bestand Ende 1922 in der Bildung 
einer Interkonfessionellen Ar- 
beitsgemeinschaft, an t^er ausser 
Mumm und Freund Vertreter des 
Evangelischen Oberkirchenrates 

und der Fuldaer Bischofskonferenz 
sowie der Zentrumsabgeordnete 
Prof. Kaas und hohe Beamte des 

, :^«v,«ri K'T'l<'"«'TniTiisteriums 

teilnahmen. In den folgenden Mo- 
naten verhandelte- diese Arbeitsge- 
meinschaft mit allen massgebenden 
Regierungsstellen und dem Steuer- 
ausschuss des Reichstags. Eine Ein- 



HOTEL FRANK NAHÄRIYA 

Alijahstr. 4, Tel. 920278/9 

beehrt sich seinen Kunden die 

WIEDERERÖFFNUNG 

nach vollkommener Renovierung und 
Erweiterung bekannt zu geben. 

(Gäste auch auf monatlicher Basis willkommen) 



>^ 
>r 
^< 

>r 
>r 
>r 
>'' 

>r 
>r 
>»' 
yr 
yr 
>'' 
>'' 
>'' 
>»' 
>'' 
>^ 
\r 

>^ 
>f 
>r 
>^ 
>'' 
>'' 
>'' 
yr 

I 



• * * Drei Sterne 

• Radio und Telephon in jedem Zimmer 

• Wand-zu-Wand-TeppIche, Klima-Anlage und ausgezeichnete 
Küche — KASHER 

• Auch Diät-Küche nach Rekonvaleszenz 

• Auch Einzelzimmer 



J< 
J< 

J< 
J< 
J< 

J^ 
J< 

JK 
J< 
J< 

JK 

J< 
J< 
J< 

J< 
J< 
JK 
J< 

J< 
J< 
J< 

J< 
J< 
J< 
J< 
J< 

i 



^ ,y , rrr,>>^ > yrrrr,>>»> >^^y rrr^ : n ^>^'^'^y r^^ '>>'>»^> 



gäbe Freunds, in der er die be- 
sonderen Verhältnisse der Synago- 
gengemeinden auf dem Gebiete des 
Religionsunterrichts darlegte, ge- 
wann die Unterstützung der bis 
dahin zögernden Sozialdemokraten 
und trug entscheidend dazu bei, 
dass endlich am 20. Juni 1923 der 
Reichstag in einer Ergänzung des 
Finanzausgleichsgesetzes seine Be- 
stimmungen auch auf „die in Artikel 
136 der Reichsverfassung genann- 
ten Körperschaften des öffentli- 
chen Rechtes" ausdehnte. Es be- 
durfte jedoch weiterer intensiver 
Verhandlungen niit den Reichs- 
und preussischen Behörden, um 
diese Vorschriften in die Tat um- 
zusetzen. Schliesslich hatten die 
Synagogengemeinden (ebenso wie 
die Kirchen) lediglich den Besol- 
dungsbedarf ftür ihre Beamten an- 
zumelden, um in einer Zeit, in der 
alle ihre anderen Quellen versieg- 
ten die Gehälter ihrer Beamten von 
der Regierungshauptkasse zu erhal- 
ten. Nach der Stabilisierung der 
Währung wurde als Ueberleitungs- 
massnahme diese Reichslülfe noch 
für kurze Zeit weitergeführt; die 
Schlusszahlung von 120 000 Gold- 
mark erfolgte Anfang 1924 direkt 
an den Landesverband zur Vertei- 
lung „nach freiem Ermessen unter 
dem Gesichtspunkt des Ausglei- 
ches". Im ganzen war der jüdi- 
schen Religionsgemeinschaft in 
Preussen im Laufe von etwa ei- 
n^m Jahr ein Betrag voa über 
640000 Goldmark gewährt worden 
in Zusammenarbeit und völliger Pa- 
rität mit den Kirchen. Freund hat- 
te es fertiggebracht, eine enge Be- 
ziehung mit den Spitzen der Kir- 
chenverwaltungen herzustellen und . 
sie erfolgreich zur Durchsetzung, 
der bis dahin vernachlässigten jü- 
dischen Belange einzuschalten. 
Zugleich galt jetzt der gerade neu - 
entstandene Landesverband nicht 
T>,jr \n Prpnssen. sondern auch im 
Reich mit einem Schlage als aner- . 
kannte Vertretung des Judenturas. 
Freunds Bemühungen um Wie- 
derherstellung der Position für die 
Synagogengemeinden im Staats- . 
haushält für 1924 stiessen jedoch, 
auf erheblichen Widerstand des 
preussischen Finanzministeriums. 
Direkte Verhandlungen mit den 
Regierungsparteien ^^ Landtag 
blieben infolge der vorzeitigen Auf- 
lösung des Landtags erfolglos, so- 
dass erst für das Jahr 1925 die 
Versuche erneuert werden konn- 
ten. Inzwischen war nicht nur im 
Finanz-, sondern auch im- Kultus- 
ministerium die Stimmung umge- 
schlagen, sodass Freund erneut 
an den Landtag appellieren musste. 
Es bedurfte vieler Verhandlungen 
mit allen Parteien und persönlicher 
Rücksprachen mit den Ministem 
sowie zweier ausführlicher Einga- 
})en an den Hauptausschuss des 
Landtages, um schlieslich die Zu- 
(Schluss nächste Seite) 



K 






Seite 6 



MB — 7. Mai 1976 



Endphase der Emanzipation 



(Schluss) 




sage eines der Währungsstabilisie- 
rung entsprechenden Betrages zu 
erreichen. Zwischen der ersten und 
zweiten Lesung des Etats gelang 
es jedoch der Ministerialbürokra- 
tie, gegen Freunds Widerstand die- 
sen Beschluss zu modifizieren und 
statt der einen Position zwei neue 
Etatsposten vorzuschlagen und 
zwar einen in der geistlichen Ab- 
teilung „Widerrufliche Bedürfnis- 
zuschüsse" zur Rabbinerbesoldung, 
die das Kultusministerium selbst 
verteilen wollte, in Höhe von 
200 000 Mark, und einen zweiten in 
der Unterrichtsabteilung, „Beihil- 
fen an leistungsschwache Synago- 
gengemeinden behufs Erfüllung ih- 
Ter Verpflichtung zur Sorge für 
den Religionsunterricht'' mit 
250 000 Mark. 

Die erste Position entsprach der 
Regelung für die Kirchen, die zwei- 
te sollte einen Ausgleich dafür bie- 
ten, dass die jüdischen Gemeinden 
in der Regel für den Religionsun- 
terricht ihrer schulpflichtigen Kin- 
der selbst zu sorgen hatten, wäh- 
rend der christliche Religionsunter- 
richt zum ordentlichen Stunden- 
plan der öffentlichen Schulen ge- 
hörte. Diese Position war das Mi- 
nisterium bereit, den Landesverbän- 
len2) zur weiteren Verteilung zu 
überlassen. In dieser Form wurde 
der Etat schliesslich im Dezember 
1925 verabschiedet, wobei es vor 
der dritten Lesung erneuter schwie- 
riger Verhandlungen Freunds mit 
der Sozialdemokratie bedurfte, um 
deren Widerstand gegen die neuen 
Positionen zu überwinden. 

Auch weiterhin blieben diese 
Bewilligungen keineswegs unum- 
stritten. Jedes Jahr versuchten ge- 
wisse Kreise im Kultus- und Fi- 
nanzministerium, die Positionen zu 
eliminieren, oder wenigstens ihre 
Ausschüttung auf ein Minimum zu 
reduzieren, u.a. indem die Ver- 
teilung der TJnterrichtsposition 
gleichfalls durch die Regierung 
vorgenommen werden soilte. E» 
7Pugt von der Zähigkeit Freunds 
und seiner Fähigkeit, alle Gegen- 
argumente wirksam zu widerlogen, 
dass er diese Bemühungen nicht 
nur durchkreuzte, sondern von 1927 
an die Erhöhung des an die Lan- 
desverbände auszuzahlenden Betra- 
ges auf 400 000 Mark durchsetzte. 
Bis zu seinem Ausscheiden aus der 
Verbandsarbeit Anfang 1931 ge- 
langten auf diese Weise über 2 Mil- 
lionen Mark zur Verteilung an 
Hunderte von Kleingemeinden, die 
ohne diese Hilfe ihre Einrichtun- 
gen und Beamten nicht hätten 
erhalten können. Danach gingen 
die Staatsbeihilfen rapide zurück. 
Die vom Ministerium verteilten 
Rabbinerstaatsbeihilfen kamen nur 
im ersten Jahre voll zur Auszah- 
lung, danach wurde im Durch- 
schnitt nahezu ein Drittel der 
Etatsposition von der Regierung 
einbehalten, und für 1932 erfolgte 
überhaupt keine Ausschüttung 
mehr. 



Inzwischen hatten 1925 die 
Wahlen zum Verbandstag des 
Landesverbandes stattgefunden, 

der damit bis zur Gründung des 
Staates Israel das erste und einzi- 
ge aus allgemeinen, gleichen und 
geheimen Wahlen hervorgegan- 
gene „Judenparlament" wurde. 
Dieser Charakter wurde noch da- 
durch betont, dass er jährlich in 
dem feierlichen Plenarsaal des ehe- 
maligen Preussischen Herrenhau- 
ses tagte. Rund 250 000 Wähler 
aus allen Teilen des Staates nah- 
men an diesem teilweise sehr hef- 
tigen Wahlkampf teil, der den Li- 
beralen zwar mit 70 Abgeordne- 
ten die Mehrheit in der 124 Abge- 
ordneten zählenden Körperschaft 
sicherte, aber auch über 25% der 
Sitze den Zionisten und Misrachi- 
sten brachte, während sich der 
Rest auf die Konservativen und 
die Mittelpartei verteilte. 1920 
fanden Wahlen zur Repräsentan- 
tenversammlung der Berliner Ge- 
meinde statt, in denen die Libera- 
len zum ersten Mal ihre absolute 
Mehrheit verloren, so dass ein Mit- 
telparteiler und von 1929 bis 19.32 
ein Zionist Vorsitzender der Ge- 
meinde wurde. 

Freund hatte an dieser Entwick- 
lung entscheidenden Anteil. Er war 
zwar nicht der Vorsitzende der 
Mittelpartei, aber ihr geistiger 
Führer und beeinflusste massge- 
bend ihre Stellungnahme. Seine 
ursprüngliche, den Zionismus ab- 
lehnende Haltung hatte sich in die- 



sen Jahren grundlegend gewandelt, 
so dass er sich — ebenso wie Leo 
Baeck — 1927 der erweiterten 
Jewish Agency anschloss. Die Li- 
beralen verziehen ihm diesen 
Frontwechsel nie und verhinderten, 
dass er nach dem Tode von Justiz- 
rat Leo Lilienthal, dem ehemali- 
gen Syndikus der Berliner Gemein- 
de, an seiner Stelle zum jüdischen 
Sachverständigen des Kultusmini- 
steriums ernannt wurde, obgleich 
er der richtige Mann gewesen wä- 
re, da Rabbiner Dr. Esra Munk auf 
der anderen Seite sowohl den Halber. 
Städter Verband vertrat als auch 
der orthodoxe jüdische Sachver- 
ständige des Ministeriums war. 
Dieser Mangel einer einheitlichen 
Vertretung des Landesverbandes 
führte zu erheblichen Misständen, 
als das Judengesetz von 1847 durch 
eine neue, den Bedürfnissen der 
Zeit entsprechende Gesetzgebung 
abgelöst werden sollte. 3) 

Mit den Gemeinde- und Landes- 
verbandswahlen von 1931, die den 
Liberalen in Berlin wieder die 
Mehrheit brachten, wurde Freund 
trotz zionistischer Bemühungen 
nicht wieder in die engere Ge- 
schäftsführung des Verbandes, den 
er gegründet hatte, gewählt. In der 
Berliner Gemeinde wurde er gegen 
seinen Willen von jeder aktiven 
Tätigkeit beurlaubt und mit t^er 
Vollendung seiner wissenschaftli- 
chen Arbeiten beauftragt. Er nutz- 
te die nächsten Jahre, um im Ge- 
heimen Staatsarchiv wichtiges Ma- 
terial für die Geschichte der Juden 
in Deutschland zu sammeln, das er 
nach seiner Auswanderung nach 



Nr. 18 

Israel im Jahre 1939 zusammen mit 
seinen umfangreichen anderen Pa- 
pieren den Central Archives for the 
History of the Jewish People in 
Jerusalem übergab. Im Auftrage 
der .Jewish Agency setzte er seine 
wissenschaftliche Tätigkeit fort 
und lieferte ihr eine Reihe wert- 
voller Monographien, u.a. den er- 
sten Entwurf für eine Verfassung 
des Staates Israel. Er starb in Je- 
rusalem kurz vor Vollendung seines 
80. Lebensjahres am 21. Februar 

1956. 

Im Rahmen der Geschichte des 
jüdischen Volkes wird er fortleben 
als der Mann, der dem Judentum 
in Deutschland volle Gleichberechti- 
gung errungen hat, ein Jahrzehnt 
vor seiner radikalen Negierung 
durch die Naziherrschaft. 



1) Der Preussische Landes- 
verband unifasste inner- 
halb weniger Jahre über 
750 Gemeinden und rund 
95% der Juden in Preus- 
sen. 

2) Inzwischen hatte sich in 
Halberstadt die Separat- 
orthodoxie in einem eige- 
nen Verband organisiert, 
dem sogenannten „Halber- 
städter Verband", der je- 
doch weniger als 5% der 
Juden in Preussen reprä- 
sentierte. 

3) Vgl. den Artikel von Dr. 
Ahron Sandler „The 
Struggle for Unification" 
im Year Book II des Leo 
Baeck Institut, London 
1957, S. 7() ff. 

MAX P. BIRNBAUM 



Erinnerungen an die Zeitschrift „Der Jude 



// 



Auf der Suche nach Meilensteinen 
des zurückgelegten Lebensweges 
drängt sich in die Erinnerung an 
einige eindrucksvolle Jahre vor 
rund sechs Dekaden das Bild einer 
Druckschrift und die Nachempfip- 
dung von dem Genuss eines Lese- 
stoffes, welcher eigentlich der Si- 
tuation und der T^mgebung nicht 
ganz kongruent war. 

Die Zeit ist der erste Weltkrieg 
die Szene sind wechselnde Gegen- 
den und militärische Positionen ; 
in die Handlung eingeblendet die 
Erwartung der Feldpost mit dem 
Monatsheft der Zeitschrift „Der 

Jude". 

Im April 1916 erschien deren 
erste Nummer. Als Erscheinungsort 
sind angeführt Berlin und Wien. 
Es war naturgemäss die jüdische 
Jugend im Bereich der Mittelmäch- 
te, an welche sich der Herausgeber 
Martin Buber in dem im ersten 
Heft veröffentlichten Programm- 
Aufsatz, „Die Losung", wenden 
konnte, wenn er den Dualismus 
skizzierte, welcher das tägliche Er- 
leben und Denken dieser Menschen 
zwangsläufig beherrschte und be- 
wegte : die vielfach empfundene, 
auch gebotene Loyalität gegenüber 



(1916-1924) 

dem „Vaterland" und der instinktiv 
gefühlten und von manchen sogar 
klar erkannten Tatsache, dass des- 
sen Kriegsziel nicht identisch war 
mit den Bedürfnissen und Bestre- 
f.imfreT. des lüdischen Volkes. 

Wie ein Fanal und eine Provo- 
kation wirkte allein schon die äus- 
»sere Form der Zeitschrift. Dem 
Wort „Jude" haftete in fast allen 
Ländern Europas etwas Diffamie- 
rendes an. Es wurde deshalb nicht 
gerne laut gehört und ausgespro- 
chen, nicht nur in weiten Kreisen 
der Judenschaft selbst, sondern auch 
die Andern vermieden diese Be- 
zeichnung rücksichtsvoll, und of- 
fizielle Dienststellen milderten den 
Affront durch den Ausdruck „Is- 
raelit" oder „Angehöriger mosai- 
schen Bekenntnisses". So bedeutete 
das sich von dem kräftigen Gelb 
des Deckblattes ohne jeden Zusatz 
in eindrucksvoller Type hervor- 
hebende Wortbild „Der Jude" eine 
Herausforderung sowohl für den 
jüdischen assimilatorischen Kame- 
raden, falls man einen solchen hat- 
te, wie auch für die Anderen, dass 
sie wissen sollten, der Empfänger 
der Zeitschrift trage seinen „gelben 
Fleck mit Stolz". 



Für alle acht Jahresbände der 
Zeitschrift gilt, was Berthold Fei- 
wel über das erste Heft in einer 
Kritik in der „Jüdischen Rund- 
schau" schrieb : „dass hier für eine 
reine Sache mit peinlichster No- 
blesse, mit hingebendsten Willen zu 
Ehrlichkeit gegen sich, gegen 
Freund und Gegner gestritten 
wird... Es ist weder ein ausgespro- 
chen wissenschaftliches noch ein 
tendenziös-politisches, auch kein 
„kulturträgerisches" Organ — ohne 
auch nur auf einer Seite die Ele- 
mente wissenschaftlichen Ernstes 
und politischer Reife vermissen zu 
lassen, und es hat Kultur. Es hat 
überdies Aktualität im besten Ver- 
stand des Wortes : es ist frisch 
und lebendig, schöpft aus dem Le- 
ben des Tages und fliesst in dieses 
Leben zurück, ohne sich in Gelehr- 
samkeit, Abstraktion und agitatori- 
schen Dunst zu verlieren..." 

Diese Linie hat „Der Jude", so- 
lange er erschien, nicht verlassen. 
Die Monatsschrift „Der Jude" war 
wirklich, wie es in einer redaktio- 
mellen Bemerkung hiess, ein unab- 
hängiges Organ für die Erkenntnis 
und Förderung des lebendigen Jude- 
( Schluss S. 8) 



InBfPggJri 



li^tMiHn 



B 20961 F 



HISTORISCHE 
ZEITSCHRIFT 



HERAUSGEGEBEN VON 

THEODOR SCHIEDER UND THEODOR SCHIEFFER 

UNTER Mll WIRKUNG VON LOTHAR CALL 




R. OLDENBOURG VERLAG MÜNCHEN 



BAND 213 



HEFT 1 SEITE 1-264 AUGUST 1971 



276 



Buchbesprechungen 




der Bonner Republik in einem Atem genannt werden müsse, weil sie 
beide dazu berufen gewesen seien, durch Etablierung einer ..Feind- 
gnippe" zur Erneuerung einer emotionalen Einheit zii führen, deren 
Existenz für die Erneuerung des organisierten Kapitalismus iment- 
behrlich gewesen sei. 

In dem Kernkapitel ihres Buches, das sich mit dem Anti-Liberalis- 
mus beschäftigt (S. 47-59), stellt die Vf. in fest, die Theorie des 
revolutionären Konservatismus sei mit ihrer Mißachtung aller ökono- 
mischen Strukturbedingungen , .ungeeignet gewesen, zur Lösung der 
akuten gesellschaftlichen Probleme beizutragen" (S. 57). G. provo- 
ziert mit dieser durchaus zutreffenden Feststellung geradezu die 
Frage, ob ihre Kritik an dem revolutionären Konser\-atismus, die auf 
der Degradierung aller geistigen Faktoren zu puren Ideologien be- 
ruht, nicht notwendigerweise in einer historischen Farbenblindheit 
resultieren muß. Ein politologischer Enthüliungsfetischisnuis, dei 
zum Totalitarismusproblem nichts zu sagen hat, stellt die Berechti- 
gung einer eigenständigen Politikwissenschaft in Frage. 

Berlin Ernst Fraenkel 

RAHEL STRAUS, Wir lebten in Deutschland. Erinnerungen einer 
deutschen Jüdin 1880-1933. Hrsg. u. mit einem Nachwort ver- 
sehen von Max Kreutzberger. 3. Aufl., Stuttgart, Deutsche 
Verlags-Anstalt (1962). 308 S. 
KURT BLUMENFELD, Erlebte Judenfrage. Ein Vierteljahrhundert 
deutscher Zionismus. Hrsg. u. mit einer Einführung versehen von 
Hans Tramer. Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt (1962). 
223 S., 16.80 DM. 
KURT JAKOB BALL-KADURl, Das Leben der Juden in Deutsch- 
land im Jahre 1933. Ein Zeitbericht. Frankfurt/M., Europ. Ver- 
lagsanstalt (1963). 227 S. 18.— DM. 
Derselbe, Vor der Katastrophe. Juden in Deutschland 1934-1939. 
Tel-Aviv, Edition „Olamenu" 1967. 302 S., 5,— S. 
Diese Sammelbesprechung befaßt sich mit vier schon vor einigen 
Jahren erschienenen Büchern zur jüngeren Geschichte des Judentums, 
insbesondere des Zionismus in Deutschland, die nachholend hier an- 
zuzeigen sind. Sie sind nicht so sehr in wissenschaftlicher Absicht ge- 
schrieben und mit entsprechendem gelehrten Rüstzeug versehen, 
sondern in erster Linie als Erinnerungsberichte konzipiert, verfaßt von 
vielseitig gebildeten, den Erscheinungen und Forderungen der Zeit 
mit wachen Sinnen gegenüberstehenden Juden. Die drei in Deutsch- 
land aufgewachsenen Autoren entstammen noch dem vorigen Jahr- 
hundert (geb. zwischen 1880 und 1891). wurden also in die gärende 
Übergangsepoche um und nach dem 1. Weltkrieg hineingeboren, die für 



-«.AiM-^-i>;i ^iiiTi «i iTS jii.. « ii fi^angi i B r r i n^H ri mr i i m-' ^^ 



19. — 20. Jahrhundert 



217 



sie immer bedrohlichere Züge annahm und ihnen als den unmittelbar 
Betroffenen das Dilemma des ,, postassimilatorischen deutschen Juden- 
tums" drastisch vor Augen führte. Als Rechenschaftslegungen auf- 
merksam beobachtender und handelnder Zeitgenossen besitzen diese 
offenherzigen, z.T. sehr persönlich gehaltenen Quellenzeugnisse un- 
streitig hohen Rang - und dies nicht nur, solange die große, vom 
Leo-Bacck-Institut versprochene ,, abschließende" Darstellung der 
jüngst vergangenen C'.e.-chichte des deutschen Judentums noch aus- 
steht. Wir bleiben zur Erhellung der letzten, entscheidenden Jahr- 
zehnte angewiesen auf Einzeluntersuchungen zu Detailfragen, auf 
vergleichende, soziologisch-statistische Erhebungen, weiter auf 
Editionen und qucllcnkritische Arbeiten und nicht zuletzt auf schrift- 
lich niedergelegte Erinnerungen. 

.Mioin dieser Oucllcngattung gehören die vier Titel an, die hier 
über ihren gemeinsamen äußeren Sachbezug hinaus auch aus inneren 
Gründen zusammengefaßt sind. Sie alle eint das Bekenntnis zum 
Zionismus als einer in jenen Tagen einzig vertretbaren politischen 
Lebenshaltung, die durchaus nicht von der damaligen Mehrheit der 
deutschen Juden geteilt wurde. Zum anderen scheinen mir die Bücher 
beispielhaft jeweils einen bestimmten, für diese Gattung charakte- 
ristischen Typus zu vertreten. Da sind einmal die freimütigen Alters- 
refle.xionen des unermüdlich tätigen Politikers und Propagandisten, 
dessen Leben der Verwirklichung seiner Grundidee gewidmet ist. Da- 
von heben sich ab die exakt beschreibenden zeitnahen Betrachtungen 
und Quellcnauszüge das nüchtern beobachtenden, primär der prak- 
lischeii und wisj^ciiachaftlichcii Doruf^aibeiL zugewandten Juristen. 
Und da ist drittens das nicht so sehr reflektierende als vielmehr 
natürlich erzählende Erinnerungsbuch einer politisch aufgeschlossenen, 
traditionsbewußten und zugleich sehr modernen Jüdin, mit tiefen 
Einblicken in die Problematik und Not dieser Leidens- und Übergangs- 
zeit. 

Ich beginne mit den Erinnerungen von Rahel Straus, deren ungekün- 
stelte und doch bildhafte Ausdrucksweise den Leser sogleich in ihren Bann 
zieht. Die Vf.in, eine geb. Goitein und mit den Feuchtwangers und Wasser- 
manns verschwägert,^) besitzt ein echtes Erzähltalent. Sie berichtet von 
ihren und den Lebensverhältnissen ihrer weitverzweigten Famüie, deren 
Schicksal mit dem vieler deutscher Landschaften verbunden war und so 
gleichsam ein Stück gemeinjüdischen Daseins verkörpert. Auch außer- 
deutschc Gegenden werden besuchsweise berührt (Ungarn, Oberitalicn) und 
zumal das noch türkische, dabei nicht unbedingt friedliche Palästina aufge- 
sucht (1907), wo das junge Ehepaar bleibende Bildungseindrücke empfängt. 
Arii nachhaltigsten aber bleiben doch die oberrheinischen Jugend- und 
Studenten jähre, schließlich München mit seiner schönen Umgebung haften, 
wo die wohl erste jüdische Medizinstudentin in Deutschland und Frauen- 



21S 



Buchbesprechungen 



rechtierin sich als praktizierende Ärztin niederläßt, außerdem mit .hrem 
Manne intensiv an der Arbeit Jür d.e jüdische Gemeinde und ^.on.st,sche 
Belange mitwirkt. Der Tod des Mannes, eines bekannten Anv.alts (1933 
beschleunigt die Auswanderung der Familie nach ..E-^ Israel wom.td^ 
namentlich ihren Kindern zugedachten Memo.ren von Frau Straus le.dcr 
abbrechen. 

Soweit in dürren Worten zum Inhalt, mit dessen Skizzierung fre.Uch 
angesichts einer Fülle vergleichbarer Erinnerungswerke noch "'^ht «las 
Wesentliche des Buches bezeichnet sein dürfte. Semen besonderen Wert er- 
hält es wie mir scheint, erst dur.h die geistige Haltung, m,t der d.e Autorm 
dke Erlebnisse und Prüfungen besteht und in Erfahnmgen umsetzt durch 
fh stete Bereitschaft, sich den vielfältigen Einflüssen der Ze.t moghchst 
vorurteilsfrei zu stellen und notwendig werdende Entsche.dungen m we.tc - 
;eh™nder Unabhängigkeit rational zu treffen. D:e Spannwe.tc du^ses^vdt- 
ar.cha"l-ben Handlunes- und Entscheidungsspielraumes, m den dieses 
LÄen "gestellt ist, verdeutlichen diese Bekenntnisse. „Wir «^r^" 8^"^ 

selbstverständhch bege.sterte Deutsche m.t S^°<'" r^'!'"' 'Zuä^nZL 
und zugleich „sehr bewußte Juden, nicht nur '"-''«.osen sondern la^ge 
vor Herzl im nationalen Sinn" (S. 43). S.e verdichten sich 20 Jahre spater 
zu der Erkenntnis: „Wir waren die Störenfriede/" die ,<!-".- ^-*=^/^^^ 
es ein Judenschicksal gab, dem seit Jahrtausenden kern Ted des jüdischen 
Volkes entgangen war . ." (S. 154), was aber - natürlich - innige indivi- 
L 110 Freundschaften nicht ausschloß: „Gerade weil ich so gute deu sehe 
Freunde habe und weiß, wie schön und bereichernd eme Freundschaft 
fw sehen Juden und NichtJuden sein kann, weiß ich auch wie schwer doch 
efn Kollektiv-Verstehen ist" (S. 169). - Im Hinblick auf den .nhalthchen 
Reichtum und die Vielzahl der an uns vorüberziehenden Persönlichkeiten 
bleibt es allerdings bedauerlich, daß dem schönen Buch nicht wenigstens em 
Namenregister beigegeben worden ist.») 

Das ist gottlob anders bei den weiteren anzuzeigenden Büchern Kurt 
Blumenfeld, der Vf. des einen (gest. 1963, im gleichen Jahr wie R. Straus) 
der beredte und temperamentvolle Anwalt der Sache des Zionismus, dabei 
nicht frei von Einseitigkeiten, ist die politisch profiliertere Persönlichkeit. 
Für ihn ist der Zionismus, der die (objektiv seit jeher bestehende) Juden- 
fräge nicht etwa erzeugt, sondern nur erkannt habe, "d-/-"'"*'"-- '^"*; 
wort unserer Generation" auf die Fragwürdigkeit judischer Existenz in der 
nSpcra (S. 112). Seit 1909 gehörte er der Parteizentrale der Zionistischen 
VerefnTgung für Deutschland an. wurde später ihr Vorsitzender und hatte 
bld auch in der zionistischen Weltorganisation maßgebende Positionen 
fnne - ein weltweiter Rahmen also, in dem sich sein geistig überlegenes, 
energiegeladenes Talent auf unzähligen Reisen und Kongressen, in \ er- 

t) Vgl die Arbeit ihres Mannes Eli Straus, Eine Stammtafel unserer 
Famfue tn: Bulletin des Leo Baeck Instituts, H. 21, 1963, S. 52-66. 
.) Vg auch die inhaltlichen Ergänzungen des Altersgenossen Fritz Ho- 
mever Wir lebten gemeinsam in Deutschland". Reminiszenzen aus An- 
Uß de Biches von R. Straus: ebd.. H. 18, 1962. S. 13^142. 






' I 



' \\ 



/9. — 20. Jahrhundert 



219 




handlungen. Vorträgen und Gesprächen vor kiemer und großer Zuhörer- 
Schaft betätigen und voll entfalten konnte. . • ,. ^ 

,„ Iphen als wären wir die letzte jüdische Generation (1027, zitiert aui 
IzTEinetrcre vor^värtsdrangende Entwicklung vollzog sich naturhcher- 
wefsclht rJne Spannungen und Konflikte mit der bedächtiger argumen- 
tierenden älteren Gründergeneration.») 

niP.e Erfahrungen Ergebnisse und Auseinandersetzungen stehen im 

r4"tX.tn;,t stehen hier die vielen politisch tätigen Persönlichkeiten 
dTnen" der Autor im Guten wie im Meinungsstreit, im P"^'^'-' f "P/^r^ 
Ode in der ööentlichkeit begegnete und die er zu "^erzeugen uchte. Es 
gelingen ihm höchst anschauliche und wohl treffende Kurzportrats, z^ B. von 
Otto\varburg Arthur Hantke (seinem langjährigen Gönner) oder dem viel- 
ft>rachigen Nfihum Sokolow, wie überhaupt die personengebundenon Partien 
zu den stärksten des Buches gehören: man vergleiche nur die lebendigen 
SchUaerun eHer Begegnungen mit so bedeutenden Männern w,. Buber 
Weizmann! Tsch.tschenn, Einstein, Rathenau, die offenbar auf gleich 
zeit'gTn Aifzeichnungen beruhen. Hier spürt auch der "^ehgeborene Leser 
e^Ls von der mitreißenden, bezwingenden Rednergabe des Vf s und man 
t^Tn diesem Selbstbildnis noch einmal den großen Erzieher seines 
Volkes die zentrale Figur und den woh, konsequentesten Verfec er e- 
„praktischen, palästinozentrischen" Zionismus vor der Staatsgrundung 

Wo Rahel Straus und Blumenfeld aufhören, nämlich mit dem Schick- 
1 ■ hr IQ« da beginnt Ball-Kaduri. unser dritter Kronzeuge, seinen Be- 
richt Her tritt ulnihrder tätige, werbende Propagandist entgegen, 

:ünl^v' defe nt pLIi^h^n Eingebung folgend, sondern 'angsam, na.h 
lorefä^tigster Tatsachenermittlung findet der erfahrene Jurist und Wirt 
K!«l;nwl[t unter dem Druck der unbarmherzigen Zeitumstände und als 
Ergebnis emermehitährigen Selbstprüfung seinen „Weg zum Zionismus" 

., Die Gegenposition vertritt Max I. Bodenheimer, So wurde I^ael. Au, 
d'er Ges^hlhte der zionistischen Bewegung. Erinnerungen. Hrsg. v. Hen- 

T^r,:::^^^^:^^ ^^^ nahmen des Leo-Baeck-Inst.uts g. 
lohten Knwände sind deshalb unverständlich, vgl. S. Moses in: Bull, des 
Leo Baeck Instituts. H. 32. 1965, S. 349-351. 



1 ' <. 




220 



Buchbesprechungen 



(Das Leben . . .. S. 201-11) im Frühjahr 1934, womit der 1. Teil der Erinne- 
rungen abbricht. Der 2. Bd.. einige Jahre später erschienen, setzt die chroni- 
kalische Berichterstattung in ganz ähnUcher Weise mit eigenen und (meist 
zeitgenössischen) Erlebnisberichten anderer deutscher Juden - vielfach 
waren sie Augen- oder Ohrenzeugen - bis zur Auswanderung des Vf.s (Dez. 
1938) fort, woran sich ein verkürzter Anhang für die Monate bis zum Kriegs- 
ausbruch anschließt.^) 

Die stufenweise, von einigen „ruhigeren" Zeiten unterbrochene Ver- 
schärfung der Lage für die Juden in diesen 6 Jahren nationalsozialistischer 
Herrschaft und - damit verbunden - eine allmähliche Verschiebung der 
Thematik sind unverkennbar. Herrschen anfangs, von den Pogromtagen des 
April 1933 abgesehen, noch die staatlichen Zwangsmaßnahmen zur Be- 
rufsbeschränkung und sonstigen materiellen Diskriminierungen vor sowie 
die gelegentlich schon verzweifelte jüdische Gegenwehr bei Gestapo. Propa- 
gandamini«=tenum, nber auch ausländischen Dienststellen, so beginnt mit 
der , Kristallnacht", mit vermehrten Verhaftungen. Mißhandlungen und 
Mordanschlägen der Zustand absoluter Rechtlosigkeit. Viel zu wenig ver- 
mögen dagegen die verschiedenen noch bestehenden jüdischen Dachorgani- 
sationen auszurichten, deren Tätigkeit durch viele Einzelheiten belegt wird. 
Immerhin tritt unter ihnen nun endlich eine gewisse Solidarisierung ein. die 
im Rahmen der Reichsvertretung (Reichsvereinigung) der Juden in Deutsch- 
land, der B.-K. als Rechtsberater angehörte, dem zionistischen Standpunkt. 
der ja historisch Recht behalten hat. stärkeren Einfluß sichert. Ihre Haupt- 
sorge gut zuletzt der forcierten jüdischen Auswanderung bzw. Flucht, die 
dennoch viel zu wenigen gelingt. Dankenswerte Hinweise auf zusätzliches 
ungedrucktes Quellenmatcrial der Zeit ergänzen die in beiden Büchern dar- 
gebotene Quellensammlung. 

inzwischen haben der Autor uiiJ das israelische ^cntraxins.i.ii^ 
Yad Vashem (Jerusalem), in dem die abgedruckten und zitierten 
Unterlagen größtenteils lagern und in dessen Dienst B.-K. nach dem 
Kriege stand, weitere Originalberichte publiziert,«) doch bleibt die 
zeitgeschichtliche Forschung zu diesem düsteren Themenkomplex 
darüber hinaus angewiesen auf die Masse der dort und in aller Welt 
(vor allem in New A'ork, London, Paris) verstreuten nicht publizier- 
ten, ja noch nicht einmal voll erfaßten Materialien. 

Berlin-Schlachtensee Wenier Schochow 



S) Leider erreicht die äußere Ausstattung des Bandes nicht die Sorgfalt des 
ersten was sich auch in vielen störenden Druckfehlem niederschlägt. Die 
Fortsetzung für die Jahre 1939-59 bilden des Vf.s Aufzeichnungen „Erlebtes 
Israel" in: Ders., Jüdisches Leben einst und jetzt. München 1961, S. 65-128. 
«) \gl. hierzu die von der Wiener Library (London) betreute Jahresbibho- 
graphie: Post-war publications on German JeAvry. in: Year Book of the Leo 
Bacck Institute; letztes Berichtsjahr 1%9. ersch. in vol. 15. 1970. 



y. 



7. 



4^ (/e/A'i^C^a.^^y ^ - ^'^i^U- y^Chi^^^ ^^ 






^^^:,i^/f/Z,X'fff 




/^ 



/T — 







^?/y^ r y ^^y^ ^/^f"^' 




*••:<' 



^. 



^ 



j'7 y ^-^z^ 



A2- 



^ . ^y y t^^4<l^iyf/f^-''^t—~j 



^,:^ 



hrt 



/S/6 ^t^^^ /l ri^-i^ ^ ysr t_% ^L^ 




/^7r 



^2^S c-p^ 



„_ — *-t^-*^ *" A.-»_ _ *^ 



:^^^. 



^^^"^zr^ ^3^^^ ,^^4^ j 




f^ y ^^^ 



-rr^^ 



/^ 



^OL^i^ 



^P/C ^^^ ^-^ -^ ^^e /"Vw 



//^/ -cfr^^oT^, 



^^t^^ 



/y^A i^f ^^ 






^ 



^Z^t^^ > ^< -f it^t^<^ /^^ 



>^^/' 



Äf^^ ^^ tji>c-c^^^ /r^^-^^^^y ♦v^ 



^^^- 




— h 




^ ^y 



y]^t:dÄ— 




aif-Ji^^^^^^^ 



li ////¥_^ 




^ 



y^^ 



/9i r- 




7VV^>5i^ ^'^i.^^t. 



^ 



4< L 



'^'(,^/yf^Jt'AA..^^JfLyi 



i^tf 




^, 



••^i^-*^y 



i/i'r 



J e 



'CäMcM' 



u^^a,/^/,j ^u^cAi ^ß^^ ^v_ 



^f. /% ^^^«^^ «^ A.<^u' ^ /i^i^ __ 






X.AJ- 



2/ -^ % 



/^y 



'■■i^^2^i ■/'/(^Tf/ 






'/f^> ^'^ 



^^u^ 



4.<,!Si_ 










CK 7% /^'^ 




-^^ 



//-^^t^cj^^ 






fAH-i/i^f^^ /Ud i^^l^ 



^Uf 



y^// 



«J-/ 







^y 



<^ 



z?-^ . L<~^ti^i^ 



yc/^ 



(<^i€^ ^<*^ ^ ^ 4^^ 



^^- ^ % 



/^ 



/<t _ 






X',^/ 



^ u4^^4 . /tir 



Vfet^VV^ 



i. £?/- 


















^7^ ^^v^ 



f/^ly^<'^ 



^ ^^fc^ 



t^ 



^4^ €vt^i.j ^v^*^ y'^'^j^^-'^i^ 



':lJ>^,/^^/M ;^/^/>^/>V^7 ^"^^ / ^^^Z^^^^- 



Ar^"^ 



— t7(:/V 



- " /. ^^ "^s.> Ic^T^^^ vt^ ^ ^^^^ 



^^/' 



«-*V^*-/ ^'i 



^' 



7"/^/ 



A/ 



-^<^ 
^.^% 



^ .^ 



^ 



7^-?,^ y» (iifi^J.^ ii^it^a^'^'^ä^-.. 



x/^ /^ 



'^^^/^^/c^4 



fiir 



ci-l^1~ 



_J.ty^ 






a^ --^ // / ^ 



J^ /<r.*v^ /^;-<i^. 



^ 



^^ 



■^^^y.^iaü^ -y!, ^^ 



^ /^'<-* 




-^ 



^(i^Ui*^ J*^"^^^^ 







--#*tf^ ^-F*'' -^ 






• # 





/ 







^,kj^ 



^^^^C— -«-^ 



>/ ' 








Mm^ 



Wc 



"^ax 



.40 



2 

§3 



iaa2 



Taö ^rcufttfdic Staatömtntftcrium 

®t. 9Jl. I ^Jir. 1416 
aJlfB.Uu^. G I 9^r. 419 II. 1 

SBcvUn, ben 16. y^ebruar 1932. 

^emäfe %xi\M 40 5i6f. 2 ber ^Scrfafiunn über^ 
jeuben tt)tr ben 

ÖOöettöemcittben 

ucbft ^egrünbunq mit ber ^:8itte, bie nutad)tlid)c ftufie^ 
xunq beö etaatöratö mit 91ü#cf)t auf bic ^nnglirf)!ett 
ber ^^orlage möglid)ft balb ^erbeifül)ren 511 lüollen. 

©er 3Jtintfter^räftbent 
33ratttt 

^er aJlinifter 
für ^^[ßilfenfdjaft ßnn[t unb a^olföbtlbiuifl 

trimme 

5In 

ben ©erm ^räfibenten be^ ©taatsrat^ 



(1) ^ie ^ilbunn einer 6^nagogencjemeinbe im 
Sinne be^ § 2 m\. i gefrf)iel)t burd) einen bon ^mei 
2)rittern ber etimmbered)tigten be§ 33e5tr!ö gefaxten . 
^^efd)lufi nnb bur^ suftimmenbc ^^efc^lüffe ber be^ 
teiliaten ©hnagogengemeinben. 2)ie iBei^lnftfaffung t]t 
fterbeimfül)ren, tüenn ein 2)rittel ber ®timmberect|tigten 
beg 53eäir!ö ober eine ber beteiligten Synagogen-' 
gemeinben e§ Verlangt. 

(2) ®ie mangelnbe ^uftintmung einer ®i)nagogen^ 
qemeinbe !ann auf Eintrag einer anberen betethgten 
etinaqogenqemeinbe ober einer 9}let)r^eit ^on j^ei 
dritteln ber etimmbere^tigten be§ ^ejirfg bur^ bte 
ataatöbe^örbe erfe^t lüerben. 

(3) Stimmberechtigt ift, mer am Xage ber Jlb- 
ftimmunq baö smanjigfte Sebengjafir öollenbet ^at. 5lu|^ 
qefdiloffeii ift nur, \mi bie bürgerlidien (g^renred)te ntc^t 
befifet, entmünbigt ift ober unter tjorläuftger ^0^™; 
(c^aft ober tücgen gciftiger ©ebrec^en unter ^t^egf^aft 

ftel)t. 

(4) ^a§ ^erfa^ren bei ber ^^(bfttmmung iüirb \)0\\ 

ber 0taatöbe^örbe geregelt. 

(5) S)er (grri^tung^bef^luB mufe "i^txi ^^ejirf ber 
et)nagogengcmeinbe abgrenzen unb il}re ^Serfaffung f^lt- 
fe^en. 

§4 

(1) ®ie 5öilbung einer ei)nagogengemeinbe, beren 
anitgliebf^aft bur^ 53eitrittöer!lärung erworben tptrb 
(§ 2%lbf. 2) erfolgt bur^ ^efdilufe unb ^eitrtttg^ 
erflörung ber (^rünber. 

(2) § 3 ^Ibf. 5 finbet entfprec^eube ^(ntüenbung. 




eines %tW^ iifeet "i^k ^\)\md^^\\ 

cjemeinben 



®er ymtbtag I)at folgcubc^ ©efe^ befctilofjen: 

2)ie beftel)enben unb bie auf (^runb btefeö C^^eje^eö 
qebilbeten et)nagogengemcinbcn finb ^brt^erfdjaften beö 
'ö[fentlid)en ^Hec^'t^. 

§2 

(1) ^Jlitglieb ber 8i)nagogengemembe tft jebcr i^uDe, 
ber in i^rcm ^^e^ir! feinen ^ßo^^nfi^ l)at. 

(2) ®ieö qilt nid)t für e^nagogengemeinben, beren 
^J)litgliebfd)aft ^bur^ 53eitritt§er!lärung crtDorben iütrb. 

(3) 53eqrünbet ein ^ube feinen Sßo^nfi^ an emem 
Ort, ber suin ^ejir! mehrerer ei)nagügengemeinben ge-^ 
hört fo Äirb er 9Jlitglicb ber (^emembe tm emne beö 
m ' 1 lofern er nid)t innerf)alb eines aJionat§ fernen 
<Beitrit't 5U einer ber anberen (Gemeinben ge 9 e" üb er 
ber 8taatöbel)örbe f * ^ t f tl ic^ e r fl a x t 
3)te ©rflärung ^ai rüdtütrfenbe Äl r a 1 1. 

(4) S 4 b e ö © e f e ^ e ö , bctreffenb ben ^(u^tntt 
auö ben keligionögefellfd)aften öffentlid)en ^ec^|^.. J'om 
3o'^oöember 1920 ((S^efe^famml. 1921 @. 119), bleibt 
unberührt. 

IHr^ 40 ^^^reufeifc^cr Staatsrat. 



5 



2)ie 5ßeränberung einer Si^nagogengemembe erfolgt 
burd) ^emeinbebefd)lufe nad) 5tnt)örung ber babet tu 
i^rer ©emetnbejuge^örigteit ;öetrüffeueu. 

So 
®ie :öilbung unb bie ^^eränberung t)on St)nagogen- 
gemeinben bebarf ber ftaatlic^en (Genehmigung. 

(1) 3öirb bei ber ^^ilbung ober ^^eranberung bon 
Sönaaoaenqemeinben eine ^ßermögengau^etnanber^ 
?Jun8 erfo^rberlid), über bie fic^ bie 33eteiUgten ntc^t 
einigen, fo entfc^eibet auf Eintrag einer Sijnagogen^ 
gemetnbe bte Staat&bet)öibe. 

(2) ^nner^alb eines ^JJlonats m&) 3"fte"ung ber 
C£ntfd)eibung ftel)t ben ei)nagogengemeinben gegeneim 
anber bie .Ulage im ^Ikrmaltungsftrettnerfa^ren betm 
rberncvmattungegetid)t offen. 

§8 

(1) Crgauc ber Sl)nagogcngemeinbe fmb bte C^3c^ 
meinbeoertretung unb ber 'iBorftaub. 

(O) T^ie C^kmeinbeliertretung mirb mit gleichem 
unb,"fofcrn u i d) t bie iUrfaffung a^a^^ 
befonberen (Grünben ein anbcrcö bc^^ 
ftimmt, allgemeinem ^^* ^ "^ ^^l^ ^ .\/.'?: 
mittelbar unb qebeim genHil)lt. 2:a5 gleite gilt für 
Ten V^orftanb, fall, beffen ^Ä^a^l nid)t ber (Gemembc^ 
l^crtretung t)orbcl)alteu ift. 



r 



mr^ 



(3) ^cr ^^ürftanb befte{)t aii^ niiubcltcnö bvei ^^ei:= 
ioucii; iöiti gehört bcv (S3 e m e i u b c rabbincr, beim 
bor()anbcnicin tucbrcrcr menicjftcnö cincv uon il}ncn, 
iiiit beid)UcHcnbcv ober bcrateuber stimme an. 
^ (4) ?\n @t)uac3üqcnncmcinbcn, bic mcmgcr al^:> 
dnbunbext ^Jjatoliebcv untfaffcu, fauu bic CSkmcmbe 
liertretnng t>nxd) bic ^^knl'ainmluun bcr u^al)(bcrcc^ti5tcu 
^mitaücber ((v^emcinboDcrfanim(unci) crfc^Jt mcrbcu. ,yui 
teinbcn im 2inuc bc^o S '2 xHbf. 1 ift l)icrbci bic nacl) 
bcm ©tanbc bcr legten ^^otf^söWung ermittelte yjiit^ 
qlieber^af)! maftgcbenb. 

(1) ^er 'i^oritnub ift bcv iiciet3Üc^e ^l^ertrclev bcr 
C*>^cmciubc. 

(2) ^ie (S)cmeinbelH^vtretHiu3 (©cmcinbeücrjamm- 

hing) bcicf)liefet über 

1. bic 33erfaffuug uub bic ^^(uffteKung Hon C^c^ 
meinbcfa^iiugcn, 

2. bic (^r^ebimg noii otcucru, 

;5. bic (^infüf)runci ober ^^Inbcrung uou (^ebut^rcu' 

orbnungcri, 
4. bcn ^43er3ic^t auf i)ted)tc bcr (^^cmciiibc inib t)ax 

»fd)hi^ Don ^crglcici)cn. 
(8) ^ic i^H-faffung fann and) in anberen Jvällcn 
bic :öefc^In6faffnng bcr (S^cmcinbcücrtrctnng i^or^ 

fcbrcibcn. 

§ 10 

3)ö§ Mijm iibcr bic 3Ba!)(bcrec^tignng, bic ^^a()(^ 
barfeit, hat-. ^^a()(t»erfaf)ren folüic bic Sniammen^ 
fcl^nng nnb Buftänbigfeit bcc> ^^orftanbcö nnb bcr i3c^ 
mcinbcbcrtrctnng beftimmt bic 3?crfaffnng. 

§11 

(i) Die ^cfd)Uiffc bcö (^cmcinbcüor]tanbc^^ nnb 
bcr (^cmcinbcbcitrctnng (G5cmcinbct)crfamm(nng) 
iuerben bnrd) ^Inö^iigc aiu? bcr @ i ^ n n g 5 n i c b er 
fd)rift behmbet, bic bcr jcmciligc ^l^oiii^cnbc bc 
alanbigt. 

(2) SDie 3BiUcnv3crflärnngcn beö (^cmcinbcüor^ 
ftanbcg berbfüc^ten bic (^cmeinbc mir bann, njcnn fic 
bcr ^orfi^cnbc ober fein etcdticrtretcr nnb cm lücitereei 
initglieb unter ^^eibri'id'nng bc;? ;>(mti^]icgc(ö abgeben. 

§ 12 
%i^ ^Kabbiner, ^HeIigion6(ct)rer fünne als '^or 
rf^prtber hc^. S^orftanbeci nnb bcffen etcKöertretcr 
fönnen nnr ^:i3erionen bcftcKt merben, mclä)e bte bentjc^e 
^Heid)^angc^örigfeit befi^cn. ^2lnena()men bebnrfen bcr 
t^ene^mi'gnng bcr 8taatöbcl)örbe. 

§ 13 
S)ie 0i)nagogcngcmcinben finb bercd)tigt, ^nr '-^c 
ftreitnng i^rer "^^ebiirfniffe etcnern ^n ert)ebcn. 

§ 14 

(1) :i3c]c^liiffe bcr 8l)nagügcngcmcinbcn bcbiirfen 
bcr ftaatlic^cn ^cne^mignng bei 

1. 33erfaffnng5 = nnb 2a^nngöbe)timmungcn, 
meld)c bic licrntügcnsrcdjtüdjc l^ertretnng ober 
bic Orbnnng bcr ^l^crmbgeneücriualtnng bcr 
^cmeinbe ober baö etcneruicfcn betreffen; 

2. 8teiicrbefct)(iiffcn; 



8 ^eränfternng t)on (^cgenftänb^Mi, bic einen ge^ 
' fd)id)tac^cn,^lnffcnfd)aft(id)en oocr fünftlerifd)en 

^Bert ^abcn; 
4 ^Ik^rtmmbnng be^5 (^cmeinbeberinögcnö ]n 
' anberen alö bcn bcftimmnngömaf^igcu 3tüccfen: 

an^^genommen finb ^^emilfignngcn, bic m^^ 

gcfamt für ein .^al)r ^ct^n nom Vunbcrt bcv 

8oUcinna()mcn nict)t übcrftcigcn; 
-). xHnlci^cn, bic nid)t bloft ^nr i^orübcrgaieno.H 

^Hnöt)itfe bienen; 
() ^^(nlcminq ober l^cränbernng bcr ^Benn^nng wn 
* ^cgrabmc.|)lä^cn ober bcr 6k^bü()rcnorbnnng 

für bic l^enn^nng; 
7 eammfimgcn, bic nid)t im ^nfammen^ange mit 

einer gottec^bicnft(id)cn ^l^cranftaltnng einer 

ei)nagogengemeinbc Dorgenommcn merben. 

(2) Die ftaatlid) gcncl^migten (^cbü[)rcn tonnen im 
^l^crmattnngei5mang5Derfa^ren beigetrieben merben. 

§ 15 
(i) Die 8taat5be(}i3rbe ift berechtigt 

1 in bic ^Iscrmögcnc^üermattnng bcr 3l)nagogen^ 
' gemeinbc ^infid)t \n net)men nnb öefe^mibruv 

feiten jn beanftanben, 

2 ^nr ©ic^crnng einer orbnnngömäBigen 53cr^ 
mögcneticrmaltnng bic (finbernfung bcr (^c^ 
mcinbcfövpcrfc^aftcn 511 t)crlangcn, 

3. bic 9icd)tc bcr Crganc bcr @l)nagogengemcinbc 
anf r)crmögcngrcd)tUd)cm (Gebiete bnrd) '^cmU 
imäd)tigtc ans^^nübcn, menn jene Organe nid)t 
r>orI)anbcn finb, 

4. bic fonft crforberlid)cn ^JJ^aBnaI)mcn ,^n treffen, 
fallö fid) bie ^nftänbigcn Organe bcr @l)nagogen- 
gemeinbc meigcrn, gefe^Iid)c Sciftnngen anf bcn 
.s^anel)altöt)lan ^,n bringen, feftsufcl^cn ober ;,n 
genehmigen ober begrünbete ^^ntprüd)e gericl)t:= 
ii^ gcitcnb ')n mad)en ober nnbegrünbete abjn^^ 
me()ren. 

(2) Die Sl)nagogengcmeinbc fann gegen bie 33c- 
anftanbnng gcmäf^ Hb f. 1 9U\ 1 nnb gegen bie ma\y^ 
nal)men nacl) % b f. 1 5i r. 4 binnen l^ier 5öod)cn im 
i^ermaltnngöftrcittoerfa^ren bae; OberbermaItnng§gcrid)t 

anrufen. 

§ 16 

(1) 8l)nagogcngcmcinben fönnen fid) ^^medö C^r= 
füKnng gcmcinfamer öffentlid)H'cd)tlic^cr Hnfgaben yi 
einem' (^icmeinbet)crbanD 5iifaimmenid)ueBcii. 

(2) 5lnf ben ftaatlid) anerfannten (Gemeinbc- 
\)erbanb finbcn bic §§ 12, 14 nnb 15 cntf^red)cnbe %xu 
Vncnbnng. 

(3) Die 33efd)lüffe eineö foId)cn ^l^crbanbeö be== 
bürfen bcr ftaatlid)cn (^ener)mignng aiicf) bei 'än'öt- 
rnngcn ber ^-Scrfaffnng, bie ben ^med, ben ^:^ercicb 
ober bcn 8it5 beö i^erbanbc§ fomie hen (frmcrb nnb 
^ertnft bcr yjlitgliebfd)aft betreffen. 

§ 1^ 
(1) Der ftaatlid) anerfannte (^cmeinbcDcrbanb ift 
befngt, bie ^^nr Dednng feiner ^ebürfniffc notmenbigen 
Moftcn auf feine ^3:)titglicbögcmcinben nad) einem tion 
i^m feft^uftcllenben ^^ertcihingömaBftab nmsnlegcn. Der 
Umlagebefd)lnß bebarf ber ftaatlid)en (^ene^mignng. 






/ 8 



/ 




(2)- "3^011 8ii/fiac\oncn'flcmcinbcu fte^t nW^^ , ^^^ 

irijoiöimq (]t bunten Dicr ::a^oci)eu uic ovimjc i'i.i ^^Gr= 
ii3altunciWtrcitmfar)rcu au ba§ £)bcr\3crtr>altuun^^ncricl)t 

qcc]Cben . 

^h) ^ic bcfter)enbcu ei)nanoncnflemcinbcu I)abcn 
-^nnon einer öon bem ©taatc^mimitenum 5» ^c== 
[timmcnben ^rift ^l^erfaffnnöen auf örunb bieje§ ^c^ 
!et3e§ 5u bejcljUefteu unb bei etaatö6et)ürbe ^,i\x fc^^ 
nc^mtqunq Dot^^ulecien, folüeit if)rc bi^^erinen i^ev^ 
fafjnnöcn mit biejcm m^i^ ntc()t in (v:in!(anci flehen. 

(2) ^n 8l)nanogGnqemcinben, in benen eine ^n 
^^\rfaffun}ieänbetnnnen ^ befncitc Cs^emeinbcbertretunn 
nicftt beftc()t, nnrb bie ^i^crtafiuncj öon ben nad) § .^ 
m\. 3 ftiinmbered)ticiten ^Witgliebern anit cinfacl)cr 
*D}]ei)rt)eit ber 5(bftimnienben be(d}(offen. 

§19 

(1) ^ i e über bie 'b e j n b e r e n iß e r = 
Iiältniffe ber ^uben ctlafjenen ö^ e f e 1^ e 
merbcn alc ft a a 1 1 1 d) e ^^ r f d) x i f t e n a u j^ 
aeroben, t^x^ ^nm ^Iblanf bcx nad) § 18 
%h\ 1 yA bcfttntmenben ?? r i f t beeilten 
fie bie ^öirfunq einer öemetnbe- 
11 e r f ü t i u n fl. 

(2) ^ i e ^^ r f d) r i f t e n über ha^ @ d) u U 
unb 8 t e n e rlü e ) e n bleiben u n b e r ü I) r t. 

(8) ;?ür ben ^43ereid) ber ^robin^) 
.s^ a n n \) e r , b e ^5 e ^Mn a ( i cj e n ^ u r f n r jt e n^ 
nim»^ reffen nnb be§ e ^ e m a 1 1 n e h 
.s^er^ontnm? ^Ufjan mirb ^af f.^^f/^V 
m i n i ft^e r i um e r m ä d) t i n t , I) i n f i d) tl t ü) 
Der >b e ft e f) c n b e n c\ c m e i u i a m e n ^ c r - 
m a 1 1 u u q ö e i n r i d) t u n n c n m e I) r e r e r @ \) ^ 
n ü q q e n c| e nt c i n b e n f m i e 5 ^t r ^ e r = 
cint)citnd)unq beö 6 t e u ern? ej e n ^^ be^ 
1 n b c r c ^iUi r ) d) r i f t e n ^ u c r 1 a f ) e n. 

§20 

(1) '^a^ etaat«minifterium beftimmt bie 53e- 
[)brben, me(d)e bie f)ier fcitqefe^teu 'MQd)k be§ etaate^5 
au^^uüben !)aben. 

(2) 2)er für bie fird)Iid)en 5(nnelenent)eiten ^u= 
ftänbiqc ^I»Mniftcr füT}rt bnc^ (Meicl^ au§. 

'^^ e q I a n b i n t 

®er 9)linifter 
für Sßtffeufdjaft, Slimft iinb SSoIfSbilbitnfl 

G3timtnc 



8. 



o 

9Jadibcm bie ^2(ufqaben, meldie ber t)reuBild)cn Q>W" 
fcmebunq qcniäf^ 5Irtifel 137 5(bf. ^,„ }>^'\ .']}'' f; 
l)eVfaffunq ljiufict)tlid) ber ^Heqelunq ber onenth^^rcd)t^ 
Udien eteüunq ber OU>üqion^:^qefenfd)atten obheqen, 
qeqcnüber ben' c^rift(id)en ^ird)eu teile ftaatc.qeict3ltd), 
tei^> \)ertraq(id) im meient(id)eu bnrd)qeful)rt fiub unb 
im ^-ßerlualtunqc^mcgc and) bie ^}{ed)t^.]tel(unq etn^elner 
ficinerer ^Keliqionc>qefeIlfd)aften neu qeorbnet iucrbcn 
tonnte, ftebt "eine erqän^unq biefer fird)en))oIitild)eii 
^JJJafinafimcn nod) I)infid)t(id) be^^ ^Q^ ber ^l)naqoqen^ 
qemeinben auö. 

2)ie mec^töber^ältniffe ber ei)naqonenqemeinben 
fiub in ben Derfc^iebenen (S^ebietöteilen ^^^renfeenö \\\ 
einer ^cibe \)on einanber abmeic^enber ©efel^e geregelt, 
bie mm 2ei( in bie erfte .?)ärfte be^ 1^- -^^i^^^^J^,^^^!^ 
;uriidgel)en. ©§ f)anbelt fid) ()ierbei in ber §au)Dtfac^e 
um folgenbe G3efel3e unb ^[^crorbnungen mit (Sefe^e^-' 

i ^a^ brenftifcbe (^efet3 über bie 5$er^ältniffe ber 
' Hubert bom 23. ^uli 1847 ((^efe^famml. 
h. 263); 

•^ ta^ bannoberf^e (S^efet3 über bie 9^ed)t^ber^alt= 
' niffe ber ^uben t)om 30. September 1842 
(I)annob. ©efeMamml. I. 5(btlg. 8 211) nebft 
ber 33e!anntmad)unq be§ ^annoberfd)en yjjtn. b^ 
Innern, ^a^^ jübifc^e 2l)nagogen^ 9d)ul' unb 
5(rmenu-)cfen betreff enb, bom 19. Januar 184 1 
(f)annot>. (^efe^jamml. I. 5Ibt[g. 9. 43); 
ba^ (S5efe^, betreffeub bie ^^er^ältniffe ber ^uben 
im .^^er;ogtum .<oolftein, bom 14. ^s^h 18b.' 
(Q6c\dy' unb ^JJhnifterialblatt für bie .^er^og 
tümer .s^olftein unb Sauenburg 2>. 167); 
bie ^-ßerorbnung für ta^ .«per^ogtum ^^leemig, 
betreffeub bie' ^l^err)öltniffe ber ^uben, bom 
8 Februar 1854 (iv^ronoiogifdje eanimutug Der 
3[ierorbnungen, Verfügungen ufm. für ^(^^ 
^er3ogtum ec^lesmig 6. 124); 
bie hirlKffifc^e ^^ßerorbnung, bie gemeint)eitlid)en 
3SerI)äItniffe ber ^ifraeliten ^etreffettb üom 
30. ^De^ember 1823 (.'ilurfieff. Cdefe^famml. 
8. 87); 
6. bie naffauifd)e 33erorbnung üom 7 ;\anuar 1852 
bie .^nltneöer^iältniffe ber gfraeltt^en betrefreTtb 
(Verorbnunggblatt bes .^erjogtum^ S^affau 8. b); 

7 bie in ben ö^ebietöteilen beö el)emaligcn (^rofe^ 
■ I^ei^oglumg ^cfjcn gcltenbc ^^erorhnimg,. bie 

^^ilbunq ber Vorftänbe ber ifraehtiij^en Jie^ 
Uqiouöqemeinben mb bie ^Sermaltung bc§ ^er^ 
mögend berfelben betreffeub, öom f.^^Jobember 
1841 (®r. .$effifd)e<5 ilkgierungöblatt ^. Ml), 

8 bie Verorbnung, bie ^ilbung beg Vorftanbes ber 
' iiraelitifdien ^ieligiouögemeinben im 5itnte .'oom^ 

burq unb bie 5ßerU)altung i^re^ 33ermDgenö bc^ 
treffeub, bom 21. «uni 1853 (51rc^tb ber i'anb^ 
qra lid) §effiid)cn ©efe^e unb 5?erorbnungcn öon 
1816—1866 ®. 721); 

9. ha^ m e^emalö batjerifc^en ^ebiet§tdlen geltenbe 
©büt über bie 33erl)ältniffe ber iubitd)en (^lau= 
ben^genoffen im .Slönigreid)e 5^at)ern, t)om 
10. S""i 1813; 

10. ha^ granffurtcr ^Hegulatib üom 8. War5 183.) 
unb 



o. 










11 \>a^ (^c\c^, betreffcub bic 0t)nac]ünciuiemembe^ 
üerf)ä(tntffc in J^rauffiat a. 9)1., t^om 21. 9Jear5 
1899 ((^cfe^famml. 9. 73); 

12 ba?^ (^cjc^ iDcncu 5(ucr!cnnuu.q bcr 9t)nanogen== 
qemeinbe „Sfraelttifdic ^nclintoib^ncicüic^aft" m 
%anlhixt a. m. aU ,SIÖrl?ci1cl)aft bi^:^ öffcnt(id)cu 
Mcrfitc., üom 16.5(^rtl 1928 ((^cic^[ammL ®. 81); 

18. biv:; im cl)emalincn ^ürftentum .C^o()en5oUcrn" 
eiqmarinncn neltcnbe l'anbeeifÜTlthcbc C^ejc^. bic 
ftaat§InirGcrIicf)cn ^^cr^ältniffc bcr iitaehtiid)cn 
C^Iaubcne^qcnoffcu betreffcub, Hom 9. 5luguft 
1837 (eigm. C^Jcjc^iamml. 53b. IV S. 5G5); 
14 \>a^ malbccüfc^c 63e]cl3 über bic Cs5cmein^eitcn bcr 
■ 3ubcn t)om 15. Suli 1833 {^cQ.m. 6. 65). 
^ie in bicfcn Gefeiten getroffenen Regelungen 
tragen iibcrmiegenb ben 3eit\3erl)ältniffen nirf)t mc^r 
Rechnung unb befinben fid) in öiclen ^|>unftcn mit bcn 
fird)en))olitif(^en ©runbfä^cn bcr Reid}^5t)erfaffung nm)t 
in ßinflang. . 

Seit langem beftc^t bal)er bao 33ebiirfniö mä) etner 
für t>a^ gans'e Staatsgebiet einl)eitlid)en ^leurcgching. 
^eren C»3egenftanb mnft in erfter iUnie bic Re^t«^- 
ftelhmg bcr einzelnen S^nagogengcmeinbcn bilben. 
:3)enn nad) bcr g0id)id)tlic^en (Entmicflnng ftellen jtd) tm 
^-öcreic^ be§ iübifd)cn Rcligionöbefcnntniffcö grunbfa^ td) 
nur biefc ©cmeinben. unb ^mar jebe felbftanbig aU Re 
iigion^gcfcllfdiaften im Sinne be§ Slrtücls 137 bcr 
Rci^§t3crfaffung bar, tüä^renb fid) jübifd)c Rcltgtonö^ 
gefellfc^aften t)ö()crer Orbnung nur in einzelnen 
heineren Red)t§gcbietcn, öor allem im cljemahgcn .Stur- 
()cffcn, im früheren Raffau unb in ber ^$rot)m3 .^an- 
uoöcr, finben. 

^cm entf))rid)t ber ^Cufbau be^:3 torliegcnben ^nU 
muii^, bcr \\6) in \)ier mfd)nittc gliebert: 

2)ic §§ 1 bis 15 bel)anbeln bic ®l)nagogen- 
gcmeinben/bie §§ 14, 15 inöbefünbete bie StaatS- 
aufftd)t; bie §§ 16, 17 regeln bic Rcd)tSftcllung 
bcr 58erbänbc üon 8t)nagogcngcmcmben; bic 
§§ 18 bis 20 geben Überlcitungcv unb Sc^lufj- 
bcftimmungen. 

2)ie im Rahmen bcr gcltenbcn (S^efc^c bcftcl}enbeu 
Stinagogcngemeinbcn finb .Slör^crfd)aften beS offeiitt= 
lieben Red)tö im Sinne beS ^^(rtüelö 137 3lbf. 5 m\ 
-^cr gortbeftaub biefer (£igenfd)aft unb i()rc ^erlcil)ung 
im ^alle einer Reubilbung ift bcn (^3emeinbcn burd) bic 
gleiche l^or]d)rift getfä^rlctftrt ^ie liorliegenbc 3?e- 
ftimmung ftellt bicS aud) gegenüber gclegentlid) auf^ 
gctaud)te"n 3^i^cifcln !lar. 

§2 

:3)ic *^orfd)rift !enn5eid)nct bie ict)on nad) bis 
l)erigcm Rec^t bcftcl)cnben 5(rten i)on et)nagogcn^ 
qcmeinben. Sic unterfd)eibct (S3cmeinben, bic auf bem 
fogenannten 2ßal)nfiWn"^i^ beru()en (2(bf. 1) unb foIct)e, 
bereu 9Jlitg(icbfd)aft burd) :öeitrittöcrfldrung ober 5Uv 
ftammung' t>ün einem ^u i^nen gel)örigcu Ccr3tcl)ungS 
berechtigten erworben mirb mbf. 2). ^^ür »baS gegcn== 
fcitige * ^erl)ältniS beibcr ^^(rten Don Sl)nagogcn^ 
gemcinben Unll 'äh']. 3 einen fd)ou für ba^^ St)uagügcn 
mefen in ;^ranffurt/«^ain (0.3efe<j Uom 21. ^JKir^ 1899) 
uertüirflid)tcn Red)tsgcbanfen lun-allgemeinern. 

m\. 4 fd)räntt bie ^l^orfd)riftcn in ^^(bf. \ unb 3 
ein, ba burd) biefe nid)t in bic bcftimmungen über 'i>Qn 



8 \ 

austritt aus ben ReIigionSgefe«i^aften öffentad)cn 
iHccf)tS eingegriffen werben foll. V, 

§§3 bis 7 

^ic C^rrid)tung neuer Si)nagogeni3acmcinbcn 
(§§3,4) ^at burc^ einen rcd)tsfc^ö^fcnben ^ ^In bcr 
fiiuftigcn 9Jlitglieber 5u erfolgen, y^ür bic Si)nu^pgcn 
gemcinben, bie auf bem Sßo^nfi^^rin^i)) berufen iKien 
(§ 2 Hbf. 1), ift l)ierbci eine Urabftimmung fdmtlic^C^^ 
inncrl)alb beS in ^ctrac^t fommenben 33e3irfS moI)nen^ 
bcn gilben öorgefcl)en, bereu Stimmrecht für bicfen S^^^ 
in 5lnlel)nung an bie allgemeinen (^rnubfä^c bcS 
StaatSrccf)tS auSgcftaltet ift (§ 3 Hbf. 1, 3 unb 4).Jföirb 
burc^ bie Reuerrict)tung eine bereits beftel)enbe St)na- 
goijengcmcinbc betroffen, fo ift auc^ biefc ^u beteiligen 
(§ 3 Hbf. 1 unb 2). 

2)ic 33ilbung fogenannter ^:ßcrfonalgcmeinben (§ 2 
Hbf 2) fann in' einem einfacheren ^erfa^ren erfolgen 
(§ 4). 

(fntfprec^enb hai für bie c^riftlicl)cn ilirc^en 
gcltenbcn gcfe^lid^en sBeftimmungen unterliegt bie 
i-silbung Don St)nagogengemcinbcu ftaatlic^er C'3enel)mi' 
gung (§ 6). 

(^in äljnlic^cS ^l^crfa^ren W'k bei bcr 53ilbung \]t 
für bie ^^eränberung Don Stjnagogengemeinbcn oor 
gcfc^en (§§ 5, 6). 

^ür t>Qn 5^all ber 33ilbung ober 5?eränberung Don 
(S3cmeinbcn trifft § 7 in Hnlcl)nung an gleic^lautenbc 
iu^ftimmungcn bcr für bic d)riftlid)en .Uird)en gcltenbcn 
C^3cfe^c ba^in ^orforge, t^a^ eine ettoa notmenbig 
mcrbcnbc ik^rmögenSau^einanberfe^ung ^u 
billigen HuSglcid) füfn't. 



\ 



einem 



iji^ 8 



bis 



Tiefe 



^§ o u i i? 13 
^4>aragraDben regeln bie ^^erfaffung ber 
Si)nagogengcmeinbcn. 

(ibcnfo ioie in bcr «cfctHiebnng gegenüber ben 
ce)riftlid^en .Stireren finb einerfeitc^ einige ftaat$ge]c^licl)e 
^>^eftimmungen für bcn i}in^ban ber (Siemcinbeorgane 
unb il)re ^^efugniffe Dorgcfer)en; anbererfeitS marcu biefc 
auf \)a<:'> ^Jotmenbige jn bcfd^ränfcn. 

^ic C3licbcrung bcr Organe ber Sl)nagogen^ 
gemcinben (§ 8 Hbf." 1 unb 4) fcfilicf^t fid) an bic übcT 
iieferten ^l^er()äitniffc an, fud)t babei aber bcr <i:clb|t 
beftimmung ber C>3emeinbcn tücitergebenben Spielraum 
-n laffen, alc» cc^ nad) bem biSf)er gcltenbcn Red)t ber 
,'vau' a^ar. 

Tem ^orftanb, bcr gemäft § 9 Hbf. 1 gcfc^li^er 
ü8ertrcter ber ©emcinbcn ift, gcl)ürt — jebenfalls mit be^ 
ratenber Stimme — ber (^emeinbcrabbiner an, iraS in 
ber bi^o^erigen (S3cfet?gebung nicl)t Dorgefel)en ift, aber 
bcr fd)on gegenwärtig faft auönal)möloS Don ben (S3e 
meinben beobad)tcten Regel entfprid)t. 

TaS 3[ßal)trec^t ^n ben 0'3emeinbeförperfd)aften 




eines Renfus, toie er im Rabmen ber biSl)cr gcltenbcn 



(S3cfe^c ftattl)aft mar, auc.gefd)loffen. ^^n ber Regel 
foll ba^^ 3[Bal)lrcd)t and) baii allgemeine fem; mit Rucf 
fid)t auf bie Ijkxi'iiKX innerbalb be«^ jübifd)en ^^cfennt 
niffe^^^ beftebenben Derfd)iebenen Huffaffungen ift jebod) 



.>cv-l>>i 



"i .1 







bcv Saöunqsgrtoatt bev e»)uagoc5eu3einciubcn — un= 
befc&abet ber gemäfi § 14 2(b|. 1 «v. l evf_orbev^id)cn 
itaattidjeii öencbmiflung — babci ein gcnnlfcv ^^kV- 
vaum gegeben. 

3)as (svfürbevnis bev ;Kcicbc<augel)öngtett füi; bie 
linc()tigften ©cmeinbeämtev (§ 12) eutiprid)t ben all- 
geiiieinen Övitnbiiit3en bcs etaatrfivc^euved)!«. 

Öinfid)tlid) beö iBcfteuerungövedjts ber ©Qnagogeu^ 
gcmeinben ijalt § IH in ik-vbinbung mit § 19 3lbf. t 
bcä (Sutlinivfö ben befte^enben ;Heri)t?iuitniib aufred)t. 

§§ 11, i'-- 

®icic 33e|timntungen finb ben -Jlvtiteln (i, JO nub 

,1 be^ etaatsgefe^cs^, betreffenb bie Mird)enöertai ung 

ler euangeliiden Vanbesfirdjen, uont 8. Slpril l.ii 

r.!..,-„-„-.J„.f ©; 9-)i 1 ui.h h.Mt iJS 15 bis 17 bcs Öieieliec 



1(), 17 

^ie 5Bürfd)vtiten üb« bie ;)ted)tsitellnng bev iBcv 
hanWwn Sl)nagogengcnteinben flcllen g'-'9'--"»t;j'>;J,';"; 
bi<-4ieviqen ;ncd)t53uflonb in i^uni^cn unb namcntltd) 
füv ben Öeltungsbeveid) beä preuüüdjen Oxie^es omit 
■>5 '^nli 1847 eine ^Jieuvegehing innt ei()eblid)ev rccbt 
Hdiev nnb pvattifd)ev ^ebentnng bar. ©cvabc bev 
yjJangel füld)cv »eftimmungen wirb gegeimiavltg inei 
fod) alc-. .'pcmniung enipf"»ö*-'"- 

3)ic in bev ;Hcd)ti5(e()ve nntftvittenc ^^vage, nntev 
»ueldien «ovauöfcljnngen bevavtige ©emembeßcvbanbe 
ÖVmäft Stvtifel 1 !7 Jlbf. 5 Qai} ?> m. .«orpev|c^afteu 
rlffS ii-n «ed,t. umben, [äf,t bev Gntmuvt 
offen \t ft 11t jebod, feft, bufi nuv |oId)e foemembc 
.vbänbe mi, «Wflabc be. öffenth^en 9{erf)ts e.m- 
Umlaqc evhebcn fönnen, bie buvd) bie ötaatsbebüvbc al--- 
.«övpevfd)arten bes öffentad)en ;Hed)ts anevtannt luovben 

finb (§ 17). , . . ^ 

'^m übrigen finbcn anf bie anevfaiutten Ojemembc 
uevbänbe im liKfentlicften bie ^ürfd)viften nber b.e 
S^nagogcngemeinben entfprecficnbc SlnUKitbnng (§ ih 

-M\. 2). 

§g 18 b i s 20 
^Jieben ben allgemeinen Überleitungebeftimmnngcn 
,« 18) finb bcfonbcrc übcrgang?\inrfriiritten für bte 
eniqen Hed)t«gebietc cvforbevlid), in benen iwd) bt^^ 
,c igem ;){ed)t gemeinfame a?evuia[tnngsetnric^tungen 
eircm ©^nagogengenieinben («ovftebev^am er, « _; 
S" unb l'anbrabbinQte nff.) befteben. ©ollen bte e 
Cvicbtnngen, \vk eS bem 2ßunfd)e ber «ete.tigtcn ent= 
S a frecbterijalten itjevben, fo bebavf es bev Um ^ 
manb nnfbc« fü'v fie maf^gebenben ;)kd)t. ,m ^J 
aXömev a?efd)I«Bfaffnng. 3" ben tm S»«?«""" " 
bann Ijicrmit notmenbig merbenbcn ftaatdrf^en ffliafi 
Smen mivb äiuedmäfeigeviueife bas ©taatsn.in.ftev.um 
evmäd)tigt (§ 19 Stbf. H). 

(ibenfo »Bte bie 5l«ovtcf)riften über bae ©tencmeieu 
(ueral oben ^n § IH) muffen im iKabmen bev toorltegen 
Äeuregelnng aU bie , bi.berigen «eft.mmnngcn 
über bo5 Sd)n(UH-fen nnbevul)vt bleiben (§ 19 3lbi. -'). 



S^^ 






A ^H^J. ^^a. ^/^^- ^^^^^^^^/^^^^^^ 




/ 



/■■ 












y^^ 









>^ 



3* 




v't-^^ 4- ^«^ 












>!j^^^ '^'^ 



/ /4 >^^'^ ^^^^ / - -^ ^^^^ ^^j-^.^^^ ^ 



^«ia>i^*^ 



/t.^tc/ ^»f^( ;^- '^^^^ /-/^^-V^v"^^^^ ^/^«L. ^4i^ 



^ 





/ y ^ 




w> 













^ ^. v^/4^ ^ 



V77^/— — ; 






fp<^ifCir 






7 



7 4 







^/^^ 



(^>/ 



1^ ^^ ^^^ /^ ^^ 






1 y / 











^^/"^^ y ^yyc^e/^- ^^^ 



^Üi- 



{ ^. / ^ €.^^ ^^^^f^^^^^ 



A-t ^-^ — 



» 



■^^.^^^ ''/^^^4c<, /4/ i. . cP ^^^-^ '2^^^^t^^^ 



v/. -^^J" 







/^r/r /-i^; ^;^.-^' 






^U^r ^^/ 



6>^// 






/^^^{^^^^^^^/^^^'^^^^^^^-^-^ 












^ ^<r^4^^^ //t KV^^ ^^"<^-^*i^- 



^-^-^z: 



'X- 4^.t X c ^ gt ^V^M r y Xjf 



y_^^ .^/^ <^4-4gv^ ^^^/t>t^ 4^' ^^4 /^^^^y "^ - 



r 



I 

- ^rcufeifrf)cr 2anbcöocrbanb 
jüblfd)cc ©emeinbcn 



^lulaßc H 



'J 



iÖcrlin '»^24, i>cn 212. 6cptcmbcr r.)2ti 
Oiauicnburöec Strafec 2J). 



* Saoclnid) ^Hr. 5700/20 







21n bai 

Sniulftcrlum füt aBiffcnfrfjaft, 
Run^t unb SBoiasbilbuttö 

»ertln 



Unter «cjuanal)mc auf bie münblid)!: 5öclvueri)unö bc.^ Untcr- 
jei.1,uetcn mit &evtu Dbcttcöictuna.tat Dr. Sd)tt.cclicnbic<k ooHatton 
toit uns, tn ®röan}uno unjetce aintragce «om 19. u. OTt*., bic fol 
genben Sarlcawngcn : 

I. 

Sic 23ctt)itUoung bet StQat5beiI)ilfcn füt bcn jübifcl)on «diflioiuy 
„ntctticDt butd) bcu Sanbtag ift erfolgt angcficDt. bcr XalfncDc bo« 
bct «ctigionM.ntcrtid)t nad, Sage bct (Bcfcfegcbung eine ftaatltdjc 
„nb «id)t fclrdjlldjc SlngelegenOcit ift, «nb e. eine »ölUfle ^inomd.e 
barftellt, bn& ttofebem - abmeid)enb t,on ber für b.e d)r,fthd)en »c 
aenntniffe geltenben Regelung - ben S.,«agogc«gcmcinbcn b.c 
ünftcn für ben %cligionsuntettid)t aufgebüvbct werben. (§ 62 bc- 
©e el^es oom 21!. 3"« 1847.) »ei biefer ©ad)lage honnte bie mo- 
tQlifdie SDcrpflid)tung bes Staates, Delfenb cinjugreifen, um fo mcniaer 
„erneint «.erben, ab bie «cUgionsunterrid^te =a5erl;aUniffe bei ben 
iübif&cn ©cmcinben in hveifadicr ftinfidjt unDattbar erfdjienen: 

a) eine grofje ^Injal)! oon ©emeinben - nod) unferer 5eit= 
rtellung 5 3 158 — entbel)ren überljaupt jcbcs «cligions= 
„ntertiri)t6, unb es beftel)t bamit bie ®efal)r, ba'ü bie Susjeub 
bem tcUgiöfcu 9li^lli6mu0 übcrantmortet i«irb. 

b) Sieicnigen ©emeinben, bic pflidjtgemäß für ben Kelig.ons- 
unterridjt geforgt l)aben, finb ju einem großen Icil bis jur 
Uncrtrnglid)Iiett überbürbet. 

c) 3n einer großen 3al)l oon güUen beäiel)en bic «eUöionsleljrer 
©cl)ältcr, bie jebcm fojialen ©mpfinben öoljn tprcd)cn. 

II. 

23on bieten Icitcnben ©efidjtnnmUten mußte ber Snnbesuerbanb 
bei bcr «etteilung ber il)m übcrmiejcnen ©tnatsmittel nuogeljcn. 

a) 2Da9 }unäd)it bic SJcrforgung ber tcligionsuntcrticötslofcrt 
©emeinben betrifft, fo mußte es Don oornljcrem als aus= 
ge[d)lotfcn ctfdjcincn, jeber ber kleinen ©emeinben einen eigenen 
Jfunlitionär äUäubiUigen, sumol für einen foldjen eine aus= 
teid)cnbe »cfdjiiftigung nld)t t)orl)anbcn iDor. ®s Konute nur 
boran gebad)t merben, burd) «ilbung t)on Sc}ltft»tel)tcr= 
fteUcu iiwdi^ gemelnfamcr 23erlorgung mehrerer ©emeinben 
burd) einen 2el)rer ju l)elfen. 

b) aSas bie ööljc bct ®cl)öltet anbetrifft, fo ergaben fid) bie 
angemeffenen Sm aus ber 5Befolbung ber SolUsfdjuUeDrer, 
olfo ©ruppc VII bjro. VIII ber «eid)sbe(olbunasorbnuMu. 

c) 2Do8 enblid) bic ©nttafhmg bcr übctbütbcten ©cmclubcu 
anbetrifft, fo voar baoon auäjuget)en, ba^ nad) ben allgemeinen 
ffirunblüfeen, Insbcfonbere ben Im Söorjaljrc Don bem Canbtag 
aufflcftellten, eine ftuUusfteuer uon 15»/» bcr «eid)6einUommen. 
ftcuet Ol» «otmolfltenje ber juläffigen SBelaftung aniufeljcn ift. 



,* .rfv 




r v ''.•>■ 



-1/- 



III. 



Sine Prüfung bor tQtiad)lid)cn »etDnltniflc ergab, bafe bic bc.n 
üanbceuerbanb für 1925 jur öerfüßung öcftcUte Summe aud, md,t 
nnnäDevut. auercid)te, um bcn i«ul.U.Den «ebnrf J" ''^f"'^'3en_ 

lUlleiu mr 9lufbe|Ictung ber üel)tergcl)ftUer bi. ju beu Qalyn . 
bct ©ruppe Vn miire nad) ber beigefügten ^ufftellung (mnlagc 1) 
ein «etrag uon W. 100 067.- jäDrlid) erfouberlid) gemcfen, unb bie 
(gntlaftung überbürbeter ©emeinben l,ätte bei 9lnnal,me e.ner Sc 
laftungegrenjc «on 15 »/o bee «eidj.einUommenfteuetjoUe nad, unferen 
MtfteUungen einen meiteren USetvag uon über euier 9n.ll.on Warft 

iälitlidi crforbcit. ^ , 

»ei biefer Sad)Iage ift ber üanbesuerbanb 5" be..i «rgebn.e 
neUommen, bie Verteilung bet »etrcige für jael 3ol)re (192.'-, unb 
J')20) alfo non insgefnmt runb 3It. 400000.-, eintjeitlid, Dorä.meDmcn, 
inben. er oon ben folgenben «nuägungen a,.sging: Sie ^us d,utt..ng 
be>-. 93etrages für 1925 ift erft am <£nbe bes (glatsjaOres erfolgt. Sie 
6d,affung ber CeDrerbejirfte sur «erforgung ber religionjuntetrul)t.= 
lof « ©emeinben braud)te erft r,om 1. ?lpril 1926 ab ine Sluge geiaat. 
bie Staat.beiDilfe für 1925 alfo bafür nid,t in «Infprud, genom.nen 
m werben. ?lud) bie «rböljung ber 2el)rcrgcl)älter glaubte ber ianbes- 
uerbanb, unerool,l er bie l)ierin Uegcnbe öörte nid)t oerUannte et|t oom 
1 Slpril 1920 ab nornel)men ju follen, inbem er l)offte, bafe bie ^u- 
fidierung für bie 3uftunft ee ben 2el)rern erleid)tern u)ürbe, f..^ mit 
ber a3ergangenl,eit abjufinben. Somit Konnte aud, bie 3urd,füDn.ng 
ber yeDreraufbefferung für 1925 au9fd,eiben, unb ber für biefes ^a^t 
jur SJerfttgung ftetjcnbe »etrag «oU fem britteu S^eJ- ber Cm. . 
inftuna überbürbeter ©emcluben, jugute hemmen, mü «u*|.d,t 
barnuf bafe bns 3«!)^ 1925 im Slugenblid; bet 2Iueäal,Umg bet a3e= 
tmUiGU..öen tatfäc^lid, natjeju öerfttidjen mar, glaubte ber ianbes- 
perbanb, bcn ©emeinben öcflettübcr bic für 1925 ou68cfptod)cne »o 
miUig.ing tatföd,Ud, ale foldje für 1926 gelten Inffen unb ee nertreten 
ju Uönnen, im aUflcmelnen bie 1925 bebad,ten ©en.emben be. ber 
Verteilung ber 6taat6beil,ilfen für 1926 unberüdifidjttgt ju lanen- 
3n nn<-r «eihe hringenbfter Pralle moren bereits oor bcm 1. Slpnl 1926 
• laufe'nbe Veiljilfen im ©efamtbettage 00« t..nb 9TI. f /»O» " 'abrl.d, 
(SUnlage 2) bemilligt ii.orben; blefe mußten aud, im 3al)rc 1926 ifcter 
laufen 3m übrigen aber ift ben bebadjten ©emeinben mitgetc.lt 
motben bafe fie für 1926 eine ®ntlaftung6beil,ilfe .iid,t ju erwarten 
unb tid, mit bem il,nen für 1925 bewilligten betrage entfpredjenb 

einjurid)ten Ratten. 

IV. 

9lud, bei biefer «inftellung ergab fid, jebod), nadi ben obigen 
Sarlegungen, bie Unmöglid,Ueit. mit bem oetfügbaten 25ettage au^' 
kommen, fts imiBten De. uueu otci +.u|.ii^..-.' ujc.cn.ii.i,«. v..< 
ft^räukuuflen ootgeno.n.nen wetbe.., «nb uüt finb babe. u,.e folgt 

Dcrfal)ren: 

a) ^ür bic ineocfamt 158 untcrrlcOtelofcn (ßcmclubcu ölaubtcu 
u)ir 5unäcl)ft, uid)t mcl)r ale 30 ^^csirlielcDrcrftcUcu, unb für 
jcbc etcllc burd)[d)i\ittUd) einen 6taatejuid)uB von m. 2000.— 
iiorieDcn 5U joUen (ucröl. 6. 3). ?)icibci c^inQcn nur bauon 
am, ha[\ bie fio\kn einer Stelle einfd)lic[3lid) bee crforbcr^ 
Ud)en ^^leileanf iiumbcö buvd)[d)nittlid) auf minbcftcne m. 5000.- 
VI ycran(d)laöcn finb, unb ben beteiligten (Semeinben eutc 
li3cifteucr üon ^I. 3000.- im 3)urd)fd)nitt lüirb .^ujcmutet 
mcrben Uönnen. 5)enmad) waren auo bcn Staatebeil)ilfcn 
für 192Ü 9n. 00 000.— bereit ju ftcilen. 

b) m bic (5cl)aUöaufbcfycvuuö ber 2cl)rcr uuuen an [u1) bic 
6ä^c ber (T^ruppe VII ^21^1^0. ale <}ninbcftlQt3C ocßcbcn. 
2ßir l)abcn o^ölaubt, für bic 3clt üom 1. ^Ipril 1026 ab 
5unÄd)ft eine ^lufbcffcrunö nur auf ber (ßrunblaöc üorncbmcn 
JU follen, bal3 ein (ßrunböcl)alt uon m. 3000.-, baju grauen- 

■• unb «inberjulaöcn (alfo keine filtere- unb helne Ortejulaße) 






-i- 




Äi,.t mirb ?luf bietet C5tunblafle erijab fui) an 6tcUc 
eine« ißcbatjcs von TO. Ibouu/. i ^ 

a 23cil,iien an leiftun9Mcl,r»ad,c (5emem e„ 

einld,Uc6l. bet laufcnben a3eil)Uien für lJ2o 
b) Saufenbe 58eU)Ufen füv 192G . • ■ • 

c gut bie 6d,affun8 t.on 95o5itU6lol,tetfteUen 

füt bie tel,i3lonsuntettid)t6loIen ©ememben 
d) 3ut Slufbclietung bet £cl)tciflel)ältct . . • 



mt. 204 ()00.— 
35 321.— 

GO 000.— 
101 136.— 



^r.<.n,\ami: ^H. 401 150 - 



V. 



^el bcr ^ertcUuua ber etaalebciDUfcn ?ür ba. ^r 1925 fin. 

s: rr;: ;Är ~^^ - - 

in« «tiUion TOata eigeben. (W- 1", ^M- "■) 

Sn leil bet abgeunelenen ©e.neinben ift an bu 3"H. "Jt »u 
t.öf.et ruotben. (£e untb fid, nic^t »ermciben lauen, [u 1927 ju 
bctüdt(id)ti8en. , ^^ ^^^ttage luic 

,„,,,,,„, bie ^<S^''""-; ''; ;r rblc l be' Oi.l,etiseu ^^t. 
aufgcbtnudjt «.etbcn. 9Ttd,t ""^^J!" J''^^^,j,ü,,-4igen ©cmcinbe«, 

ESA i ': ;;;• X i«. aU9e«,eine„ bic nUt übet 
S /fSeten, u,ürbe überhaupt uld,t. übrlöblc.bcn. 

VI. • 

_ ... ,, h- <^taatsbeilnl?e im Jalitc 1927 
aBü,be bei bet f "* ^ ^^^ ^^S) n o mLenfteuet ju.tunbe 

''r^fltr^r- b-tet „ad, ben Sleuetoetl,Mtni,icn .on 
'05'- al n!nt (gntlaftunö bot übetbütbcten (fKUunnben cm 
If c ^ 4s 525- etaeben. öietju hörnen, «ntct bot Cou 
»ebat uon m. 37.^ o<Jo. «aeu»-' -^ <„,,iw.»iri,rctftcllon füt bie 
a„eiet3«ng, m eine 93etmel,tunfl bet J*«'^^' "^f^^^"^;,;,«,,,, 
religionenntettidjtelolen ©emeinben (n.l ^'l^H^cn ^^c 
.en »itb, bie untet :v ^b^ 2 c n„b d MSD öefl^^^^^^ ^^,^. 

üon an. 60 000.- unb W. 101 136. .'"""*' ,,, ., g 4 aibl 1 b) 
«ebtetaebältet bie ju ben Salden bet_ ©tuppe VlI^ ^Xf^ll J 
W 64 931.- (9W. Ifi6 0ö7. >m. ^01 i.C,-,. -^a. er. 

b„.d,ane batUbet Ulat^bafe ^^^^^^^^ Tot iet.,M.nine im 

einet 3»anfl»l«öe bennbcn, b.e e me ^'"»"'"Ö 

^ugenbU* nnmöglid, mad,.. me.l ^- «"^«^ J^,;? gj,,,,^.« 

°'''^' "'Td.e'tZ'^en:; .e b n ^ü bod/ mit aufeetiU-m 
„otlieoen. ^"^'^ ^'^n 7!\n\cnm Ulcinctcn fficmeinbcn, 
^"t: Heil ToT ei e^ ^ti^nl Ibcn, iou,ci. e. ang.ingig 
ir. b Ch bilbun butd,5ufül,ten, nid,t nut babutd), m 
l^Tli .! bfnb etellen nid)t wiebet bcfefeen lalfen, (onbcvn und, 
:1S. Sl' S- «ue Umeinben, bie mit anbeten ,u einem 







«1 T»'';«: 



öcjirli ucrbuubcu UH-rbon höuncu, übcrucl,uu.n -unb aubcrmutuj 

u, btiuöon. ai3ir »oifcn, ba^ es uno «uf bicic Ä.c.fc uub buvd, 

erc mnnifatori(cl,e «InftnnDmcn öcUnflcn unrb, (£r!p«nuftc Derbe. 

;S en bie äun, iucHjleid, an anbercr Stelle uen«c„bet u-evbeu 

i unb.ee une ermögli.i,en, mit einem «etrafle, ber lo n,e.t 

S. bcn. tatiacDlicl, feftseftellte« ^ebarf »unicUbleib. ^^^^'^^^^^ 

mi,t ,met»äl)«t sollen n-ir laffen, bnfe fc^on )el3t - nbcjefeDe.! 

»mt bcn 158 ©enieinbeu ol)ne ^leligionsuntetncl)! (ufll. to. I) 

«emeinben, in benen Hnterrid.t erteilt .irb Keinen eujenen 
sBeamten mel,r Ijnben, lonbern bou 9Tari)bnröeme,nbcn '"U u (o ö 
^"ben bnl, mit überbies fo t»eit oeanngen |inb, ,eben, 2el,ver nl. 
«orteutg""a-ber il,m äusdnoten (SeDaltc-aufbeHerunc, bie 23erp,Ucl, uno 
^S.frS". bi« 5" 28 Stunben u.öd)eutlid, al. ^flidjttat.olunt 5U 
. ;Sme" Hnb u,enn aud) oielfad, bie 25erl,äUnilie ee unmocjU 
aien u,erben, biefen ©runblalj in «Her ©trenfle burd)5uful,ren, \ 
offen mir bod,, burd) auf bieje aBei(e frei merbenbe Stunben uno r. 
|3e ZuS« «erloroeu ober lonft u,efentlid,e <£rSparniffe erj.elen 

■ *" ''Zm .»eilen mir barauf l,in. ^a^ bie im ®;-te>^-l.aU 
für 1!>25 für bie SDuagoöengemeinben bereit ocftellten betrage 
': UUÜrlid, Uriffcn unb uid,t bem ta,|ad,lijen «e bar, angepa t 
u,aren, unb bafe fle im 3al,re ,92.i nid,t er^oDt morb n nb- 
aleid, - »om «etiglonsunterridit ganj abgefeDen - i« Me eua« 
n liidie unb hatljoUidje ßitc^e ein 9Ile^c oon TO. 10 4;,8 .100.- 
geuia)e unu uui > i ; ™ „. , „„ , „f. _% i,. öcu Staats )au9l)alt 
(W. 70 590 800,— gesen ^- 60 132 4UU. , w um >_■ ; 

jut 1926 cingeftellt tootbcn mar. • 



VII. 

Su ber überreichten Sh.iftellung über bie «erteilung ber un. 
jur fflerfügung geftellten Stantsbeil,ilfen bemerken mir fd^UelJltd, nod) 

crgebenft mas folgt: . 

3„ einet «leihe i>on Süllen mögen bie uon uns bemülujten 
»etrüge! gemeffe; an ber 3aDl ber ßinber, ä" ¥ä) erfdjeinen. 
ftierbei ift jebod) bas golgenbe ju bead)ten: 

, SBie bereits oben bargelegt, ftellen bie oon bem fianbes- 
i,erbanb für 1925 au6gefptod)enen 93emilligungen tatfäd)lid) e.ne 
«emilligung für 2 3al)re bot. ■,,... 

■> Untet ben bebad)ten ©emeinben befinben fid) Bornel)mUd) 
foldje ^it geringer Rinber5al,l, ia es angefidjts bet toJ"'»"^«;;;;;;; 
ber uotl,anbenen TOittel geboten erfdjien, in erfter «e. e bte f,^m«d, eu 
„nb .clftunöounfäOloftcn «cn.cinbeu ju ^-^^^:, X. ^^^ 
im allgemeinen bie Uleinften mit oer genngiteii ßiuba,u.;.. ~u ^ 
„einbe i mit §unberten unb Inufenben uon Rinbern fmb "-""-- 
„id,t berüdi[id,tigt. fo bn« im ©efamtbilb fid, eine oa"5 «- M ;> 
l,öl,ere 3ntd,fd,nittslünberial,l ergibt, als nad, ber 23eiteilunö.li|te. 
:j (£ine «bFlellung ber öemilUgungen auf eine 9mubeftjal)l 
.,.., Rluberu Uonnte fdion um besmillen nid,t in J^tage Kommen, 
„e S in iettad t Uommenben, burd, Staa.saKt geid,c^enen, 

t b gen Sonagogengemeinben burd, bas ©efe, (S ^^^^^^^^ 
lom 2:!.3uU 1817) äur Sorge für bcn «eliflionsuntctr.djt t,e - 
ufllditct ift, unb äu,nt unbeblußt unb unabtjängtö »on Öcr d'^H 
J al üo l,nnbeuen ainbcr. 3e Kleinet bie 3aKl bet UuuVi 
'nb btüdKi et bie aus ber gelel5lid,en lVnpflid,tung .l,t enuadjfenb 
• fit t Im fo mel,r l,at mitl,in bie ©emeinbe einen 9(«fpr«d, au 
S^^üi'id,tigi;ng aus einem J^onbs, ber gerabe baju bc,nmm Jt, 
leiftungsld,mad,en ©emeinben bie ©rfüllung .l,rer gefel^id, u i 
Stungen in bejug auf ben .«eligions.mtertid,t ju ennog id,u,. 
tTS "-ie ob n bargelegt, uon uns mit allem ^«ad,brudi batau 
Smi U merben mirb, burd, 3ufammenlegung „on (Sememben lu 
S Ib mg uon i;el,tetbeäirKen l,ier SBanbel ju [djaffen, fo Kann bod . 
Tla c im Wtfalle fi« nid,t ennögUd,en läßt, einet Cemembe, 




-f 




bic ii. «rfülluna iOrcr gcJcUlicOcn mm einen 2cl)rot untcrl)äU, aurf) 
bei Kleiner Sa)(Hevinl)l bic notwcnbiöC (£ntInftuno nid)t i.erfaflt 

werben. 

2Bo5 bic Scl)affun8 bcr acl)rcrl.cjirhc, towol)! für bic tcUgions= 
untcrricDlMoIen ai^ mui) für bic anbeten lüeincn (Semeinben betnfit, 
fo hat bcr ünnbesuerbanb auf (Erunb bco uorl)anbcncn flUacnmntcrml« 
bereit« im iöorjaDrc einen ^lau aufgcftcllt, ber bic »ilbuno uou xm- 
neiamt 131 «el)retbc}itUcn vox]ai, (Anlage 3). 2)iefe «egclung mar 
v,on oornDerein nid)t als cnböültifl gebad)t, ber «plan ift Dielmel)r ju» 
närf)ft linieren «Proinnjialoerbanbcu jur «ufecrung äugclcitet luorbeu. 
a3ei bev fiompUjicrtl)cit bcr 58erl)iiltniffe unb ber für bic «Proü.njiaU 
ücrbmibc fid) crgebenbcn 5Totiuenbigkcit, fid) luieber mit bcn emjclnen 
beteiligten ©cmcinbcn auselnnnbcr ju icl3cn, befinbet fid) bie^1Un= 
öelegenl)cit für bcn gröfeten Icil ber geplanten «cäirUe nod) in .ylufs. 
(£inc luefcntlidjc Sdjmicriglieit liegt barin, boi3 auf ber einen 
Seite grunbfiit3lid) eine »eäirUsleljrerftelle nur beiuiUigt mcrben Uann, 
tofern eine ausrcidjcnbc a3cfd)äftigung bee anäuftcUenbcn CcDrcrs gc= 
U)öl)rlciitet ift, anbercrfeits und) Sage ber aJerljdUniffe nur eine be= 
fdiranlite 3nl)l »on «cligionsftunben in JJrage Kommen Kann, unb es 
rcgclniäBig unmöglid) fein mirb, etwa bic «olle <15flid)tftunben5al)l 
eines 58olK6fd)ullebrers ollein an religionsunterrid)tltd)er latigKcit 511- 
lammen 511 bringen. 9lid)tsbeitotBenigcr Doben imr, wenn aud) m 
elnäclnen r^iUcn boran nid)t wirb fcftgeljaltcn mcrben Können, grunb- 
föWid) eine <Pflid)tftunben3aDl uon 28 2Bod)enftunben als 9Torm fc|t= 
gefcl3t mit ber anafegobe, bofe, fomeit «eligionsuntctrtd)t In bicfem 
91u9mai3 nid,t 3" befc^affen ift, aud) anbere lötigKcit tuie (Sottcsbienft, 
5ortbilbungsiintetrid)t ufm. mit in bic ^flid)tftunbentdtigbeit ein. 
be3ogcn werben Kann, aufecrbem für bie «eifcn eine entfpred)enbe 
6tunbcn3al)l mit in ?lnfafe 3u bringen ift. Wßic bereits oben erwal)nt, 
l)abcn mir jcbem £cl)rer, bcm eine (Bctjaltsaufbeffetung jugefagt wotben 
ift, bie a5crpflid)tung auferlegt, auf «rfotbern bis ju 28 Gtunben 
tnöd)entlid) lötigKcit 3U übernel)mcn. 

»isher finb bic in bcr ainlogc 4 aufgeführten 5öcjirKslcl)rer= 
ftcllen oon uns betnilligt toorbcn. 

Seitens ber «prooinsialoerbänbc liegen bisl)cr bic in ber «ulage 5 
»ufammciigeftelltcn Einträge für bie Schaffung oon ferneren 92 aSesirKs^ 
lcl)rerfteUcn vor. 3n einem großen Icil ber 5ä"c id)iöebcn bic a)cr= 
Danblungcn nod), insbefoitbcre wegen ber §öl)e ber oon bcn beteiligten 
(Semeinben ju leiftcnbcn «eit)ilfcn, 3um leil aud) nod) wegen bcr 
58ejd)äftigung bcs 2el)rcr6 im einäclncn. 

^reußlfc^cr Sanbcötjcrbanb jüblfd)ct ©cmcinbcu 

, aco- 5^cunb 




5 ^nlaocn (finb nid)t nütöebrudit). 



1* •. '«■<'"'*^ 






r 




i^Ci-^^*^* 



;.^^ .4^^**^ ^^- 






Af3/ 









V^'^ 






4vw:^ 





yi^CL^.^.^t i 



-t 



~ 6 - 

Kirchengcüioindeü. liie Verhandiungen stHnden unmittelbar 
vor dem i^bschlusa. Es würde darauf hinauskommen, dasr; 
Gümeinden unter 200 Seelen gänzlich ausfallen. Bei An- 
v?endung dieser Grundsätze v7Ürden die Synaßogengemoindcn 
überhaupt nichts bekommen, da, sovjeit er im Bilde sei, 
vohl überhaupt kunm noch eine Gemeinde für die Berück- 
sichtigung übrig bleiben würde. Die Grundsatze würden 
vielleicht schon zum 1.4» fertiggestellt sein. Es lohne 
deshalb nicht, für einen so kurzen Zeitraum noch irgend- 
welche Aenderungen eintreten zu lassen» 

Ich erwiderte Herrn 7r., dass, wenn für die 

» t 

e 

christlichen Kirchen Grundsätze der erw''^*hnten Art auf- 
gestellt • sein würden, für uns der Zeitpunkt gekommen 
sein werde, die Frage zu prüfen, ob und inwieweit die 

• • • 

Uobertragung auf unsere Verhältnisse möglich und trag- 
bar sei# ii einem Punkte könnte ich ihn schon jetzt be- 
ruhigen* So katastrophal wie er glaube, würde sich der 
Grundsatz für uns nicht auswirken, da unter unseren bis- 
her mit Rabbinerbeihilfen bedachten Gemeinden sich 
eigentlich nur eine einzige befinde, deren Seelenzabi 
hinter 200 zurückbleibe, nämlich Schwedt a.O. evlt. 
noch uandsbeck (Oels und Ems sind Bezirksgemeinden j . '.Tonn 
v;eiter erklärt wurde, es handle sich nur noch um einen 
Zeitraum von wenigen Tagen und für diese kujrze Zeit loh- 
ne OS nicht, noch Aenderungen zu treffen, so liege offen- 



bar ein Irrtum 



vor* iJie neuen Grunds'^'tze für die christ- 



lichen Kirchen sollen jedoch wohl keine rückwirkende 
ICraft haben, sondern erst für 1931 gelten. Für uns aber 



«. 








- r •** 



.Je»?* 




«I— <— »^— »-< ■»■ I > ■ 11 !■«.». -f. 



- *? - 

handeM es sich, um 193C und naciidem unseren Gemeindon 
für 1925,1926, 1927,1928 und 1929 7/esentliche Betr'-^ßd, 
nie jetzt zugegeben werdeu müsse, zu Unrecht vorenthal- 
ten wordön seion, könnte unter keinen Umat'^nden zugege-« 
ben v?erden, dass auch für 1930 die gleiche Sch^^Mißung 
erfolge mit Rücksicht auf Grundsätze, die vielleicht 
1931 bei den Kirchen Platz greifen vyerden* Herr Dr- Haia- 
burger erklärte, dass auch er einen Verstoss gegen die 
Parität in doppelter liinsicht anerkennen müsse. Er habe 
dem Minister gegenüber sich unbedingt auf den Standpunkt 
gestellt, dass die gleiche Einsparung, die bei den 
christlichen Kirchen erfolge, auch bei den Bevjilligunson 
für die Synagogengemeinden Platz greifen müsse. Nach ' 
Angabe des herrn Ministerialdirek^zor betragen dies 
Einsparungen bei den Kirchen etwa IC/^. Bei dem an sich 
schon auffallend niedrigen, für die Synagogengemeindon 
eingestellten Betrage von 200 OOO.-iiAk. betragen sie 
aber zeitweilig über 30^. i^eiter sei in einem Antyrort- 
schreibcn des Ministers an ihn in Bezug auf die HÖchst- 
betr'q'ge gesagt, dass Erv/^gungon ähnlicher Art auch 
hinsichtlich der christlichen Kirchen angestellt v;ercion 
würden. Hier sei der Verstoss gegen die Paritnt klar 
anerkannt. i)enn gegen die Juden werde ein Grundsatz zur 
tjGeitungJl gebracht, über den bezgl. der christlichen 
Gemeinden 'z.Zt. erst "Erj^vägungen schirjeben". Herr Dr. 
Hamburger fügte hinzu, er müsse als Abgeordneter sich 
gegen die Praxis des Kultusministeriums wenden. Es sei 
nickt angängig, rtenn Jahr aus, Jahr ein der Landtag 



e 




iiii jl « ^ ! IU I I' n | iiiii » i p I !»■ i'»i »«.«p»^»^^— ^.T».>w^^»niw^i^»>fiif>— w|Pwy>y^-»Wp^>^W^F 



nyaii i iw m . n n m m f^mf^m m » > m * i m i i 



»j.^^-» »I ■II » '!■ 



* .V,. 



* 



- 8 - 

I 

20C 000, --Mk. für die Synascgengemcinden einstelle, das 
Kultusministerium sie auch immer väeder anfordere, oie 
a.ber nicht zur Ausschüttung bringe. \iQ:,Xirx daran die Ginind 
aätsQ des Kultusministeriums Schuld seien, so mÜ6\^3tcn 
diese Grundsätze ge-^ndert werden, denn das Ministerium 
habe die Verpflichtung, Grundsätze aufzustellen, die- 
den »killen des Landtages zur Ausführung bringen, nicht 
aber ihn vereiteln. Nach den bisherigen Erfahrungen 
traue er den -üerren des Kultusministeriums durchaus die 
Fähigkeit zu, Grundsätze aufzustellen, bei denen aus 
dem ibnds überhaupt nichts zur Ausschüttung gelangt. 
Eerr Trendelenburg verwahrte sich gegen diese 

Aeusserung. 

n Herr Dr* Hamburger erv7iderte ih^, dass er sich 
nicht dagegen verv7ahren könne, dass er dem llinisteriam 
die PahijG;kei t zutraue, Üass es den üillen habe, so zu 
verfahren, ha.be er nicht behauptet. 

Herr Trendelenburg erv7iderte, dass man auch niclit 
behaupten könne, dass die Absicht gev?esen sei, gerade 
den bev^illigten Betrag zur Ausschüttung zu bringen* 
Das sei ein üöchstbetrag , der nur '^gegrif fen»»sei . 

Ich erv^iderte, dass die letzte Aeusserung zutref-- 
fend sei, aber in anderem Sinne als Herr Trendelcnburg 
sie verstehe. Als seinerzeit bei der erstmaligen 
Einstellung des Betrages von 200 000, -Mk. im Staatsrat 
der Berichterstatter das Ministerium;^' wegen der auf- 
fallenden Niedrigkeit des Betrages interpellierte, 
kabo der damalige Sachbearbeiter des Ministeriums, 



i 



■ »ii.ili-.. ,. w —"'X' vyn .1 II • •• •■ ■ ia«ia 



t . 



- 9 - 

Herr Gehoinrat Paul, geantwortet, der Betrag sei mangols 
von Unterlagen das erstemal lediglich ♦♦gegriffen". Seiner 
künftigen Erhöhung st^'ndo grundsätzlich nichts im liege* 
Ba könne nun keinem iv^eifel unterliegen, dass der damals 
"gegriffene" B^etrag nicht zu hoch, sondern zu niedrig ge- 
griffen gewesen sei, wenn man allein bedenke, dass schon 
nach der Seolensahl - ohne Rücksicht auf die grosseren' 
Bodürfnisse der Synagcgengomeinden infolge der grossen 
Anzahl von ßiasporagemeinden die Juden auf eine Staats-- 

boihilfe von mindestens 800 000, -Uk* Anspruch haben V7ür- 
' ■ • • ■ 

den* 

• Herr Trendeleaburg kam dann auf den Z7?eiten 

Punkt, die Bezirks ra bbinate zu sprechen. Er gab zu, dass 
organisatorische i^asanahmen dieser /^rt durchaus in der 
Richtung der mit den Stäatsbeihilf en ve^rfolgten Bestre- 
bungen liegen. Das Kultusminiöterium .qai deshalb hier z\x 
Konzessionen bereit ♦ Die Schwierigkeiten lagen jedoch 
beim JFinanzminister un.d er stelle anheim, sich mit die- 
sem auseinanderzusetzen. 

Ich erklärte, dass auch in dieser Frage die 
Einstellung des Ministeriums sich eigentümlich ausnehme. 
Von Anfang unserer Verhandlungen an habe der damalige 
Sachbearbeiter des Ministeriums mir zugegeben, dass die ' 
Schaffung von Bezirksrafebinaten die wesnntlichste orga- 
nisatorische Massnahme zur Besserung der VerhcJltnisse 
sei. Als wir dann einen Plan für die Schaffung derartiger 
Rabbinate aufgestellt und gebeten hätten, die erforder- 
lichen Mittel dafür zur Verfügung zu stellen, habe uns 
dao Ministerium erklärt, Staatsbeihilfen könnten nur für 



««•«■■M«-« 



■a#/.'k;j^' 



- 10 - 
bestehende Rabbinate bewilligt werden. Das bedeute 

» 

einen Circulus vitiosus* Bezirksrafebinate können nur 
geschaffen 'wordea, sofern die staatlichon Mittel dafür 
zur Verfügung gestellt y/erdon. Der Staat stellt aber 
die Mittel nur zur Verfügung, sobald die Rabbinate da 
sind. Um aus dieser unaögÜclien Situation herauszukom- 
men, hätte ich im Landesverband den Antrag gestellt, 
einen ^estijimten Betrag vom Verbände aus zur Verfügung 
zu stellen, um erst einmal die Rabbinate einzurichten. 
Das sei gesctehen. Jetzt sind die Bezirksrabbinate da 
und mit eijaer Ausnahme hat bis zum heutigen Tage das 
Ministerium nicht einen Pfennig dafür bewilligt. Das 

T 

Geld ist von uns vorauslagt worden, das Jahr geht, zur 

t 

Neige und die geplante dringend not^vendige Schaffung 
weiterer Rabbinate kommt ins Stocket. Mit den platoni- 

sehen Erjiiarungeu atja «j-u-j-s üuj.i*»i-o üs- -ij-o ■" &^ 

dient, wenn nicht endlich die Zahlungen erfolgen. Ich 
müsste schon jetzt mit allem Nachdruck mich dagegen wen- 
den, dass eines Tages wieder die Erklärung erfolge, die 
Berechtigung der Forderung wird zwar anerkannt, nun 
aber zahlt der Finanzministor nicht mehr, weil das 
Etatsjahr abgelaufen ist. 



Auf die Frage de 



s iierrn Dr. Bohner, um 



VJ 



eichen Botrag os sie 



h handle, bezifferte ich diesen 



für die droi 



tcn 



bereits geschaffenen und noch nicht bedach- 

12 OOC,-ük. Herr Dr. 



Bezirksrabbinate auf mindestens 12 



Bohner übernahm es, 
nlich zu verbände 



sofort mit dem 



Finanzministcr pur- 



30 



dass er sie 



In und bei ihm darauf hinzuwirken 



h mit der Auszahlung 



der Bctr'^ee noch für 



•^ ■• ^^■ 



■»■ *■ 



- 15 — 
D.** Bohner übernommenen Verhandlungen mit dem Pinans- 
uiiniöter selbst, v^oiil in Fortfall kommen wird. Bezgl* 
der Frage dos Hohnungsgeldos und aer Pfarrerbesoldung 
yard 03 darauf ankommen, das grundsätzliche Zugest'^'ndnis 
des Herrn Trendelenburg auszunutzen und auf einer ein- 
vjandsfreien Regelung dieses Punktes zu bestehen.. 

In Bezug auf die frage der HöhhstbetrHge hat 
Herr Trendelonburg, offenbar aus Gründen seines persön- 
lichen Prestiges, in der Verhandlung selbst ein Zuge- 
ständnis nicht in Aussicht gestellt^ trotzdem seine 
Situation eine sachliche offenbar unmögliche gev;orden 
vxar* Pas einzige Argument, das er immer wieder vorbrach- 
te, war: die Dinge seien so im Juli mit Herrn Kammer- 
gerichtsrat iSolff und den jüdischen Sachverständigen 
"Besprochen vjorden. Das Vernalten des Ministers während 
der ganzen Verhandlung liess keinft Zweifel, dass er be- 
dingungslos von der Richtigkeit meiner Darlegungen und 
von der Haltlosigkeit der vorgebrachten Gregenargumente 
überzeugt war* Auf meine Frage, ob es für erforderlich 
gehalten werde, dass ich auf die Ausführungen des Herrn 
Tr* betr. die Höchstbeträge meinen Ausführungen noch 
etwas hinzufüge, oder ob ich zum nächsten Punkte über- 
gehen dürfe, erwiderte der Minister: '»Gehen Sie zum n^'ch- 
ston Punkt über". Er hat in der Besprechung selbst aus 



naheliege 

gonomme 

ihn noc 



n 



ndon Gründen keine abschliessende Stellung ein- 
hat aber nachher Herrn Dr. Hamburger gebeten, 



h einmal zu besuchen* Es wird jetzt abzuwarten 







seia ob der Minister sich dazu verstehen wird, entgegen' 



- , .~^mt wu ." ' - i w 



w.<« I* >l»l>ll P ■■ ! ■ ■ ■ ' ■■ " " ■' " ' " "* " ^' " " ' 



■•"•»^»«••'•»'■■l 



>^ —'^■^tmmßm^'^'WKnf^' 









-T^ 



ft'i J fH' ^ " ^»^I H ^^^m mi mi . r n >^ i*^' t T . ^ *>* -"^ s-- •^'^ 



»v»-' 



:./..''.M^.j. 



-^ I iW» iX # li^ w ^"*'» , wi I * ■ " ■ •^i •! 1 



^ ■ ip w y ■■ ■■ «mmr^^mm^^ 



»«^■»»■i.ii» ^ 







• - 16 - 
der boharrlichen Weigerung des Ministerialdirektora zu 
unaercn G/-ua3ten zu entscheiden, oder ob die altpreun- 
arlache Tradition, Frestigegründo ^n die Spitze zu stel- 
len und die Beamten in jeden Falle ministeriell zu 
decken, aucli in diesem Palle die Oberhand behalten värd. 

Die Herren Dr. Hau.bürger und Dr. Bohner haben 
mir in Aussicht gestellt, mir über das Ergebnis ihrer 
Bospruchung mit dem Kultusministerium bzw. dem' Pinanz- 
BJnister unverzüglich Mitteilung zu machen. V 

An dem ehrlichen '.allen des Kultusministers 
selbst zu gerechter und wohiv7 011endor Behandlung unserer 
Forderungen ist nicht zu zweifeln. Die Frage ist nur, cb 
die Energie aufbringt, sich seinen Herren gegenüber 



er 



durchzusetzen 



19.3.1931 
. gez. Freund 



ch die beigefügten Kotizen über Bücksprachen 



Bcrgl. au 

mit Herrn m» i*<~'^^^'-» 



Lu 



■ » i .m i I 



I n ii n ill . '■ " I » '• ' '»■■»■ » 



■Mtl'mmmm I 11 I l I II 



T 



t/tJ- X,^a ^^**^^/4*Cy/ C ^/^ ^H^,/UA^ /«^yäe^-JÄ^-k^ ^^ ^. ^ 



sL, ^ ^/ii 






i4***t>\C 



^^•^^Imt** — ^ • '^^ ^^U^ ^ c^«/^ >"' ^X/.z 



y 




-^^^c^. 



^ ^^ /^/»■V y^ .w«».. , ^ -**^ <//-%^rw^ /4y^i^^ ^^ Ä^^ /^i**^ 













>^ - y^ ^ d.. 



w r 





\ 




«rcuftif^ct Staatsrat 



Tüd ^^KCuHiId)c etrtatömiutjtcttum 

et 93L I ^iv. 141G 

58erlin, bcn 16. ^cbvuat 1982. 

(^cmd6 ^ttüel 40 TOf. 2 -bet 33cvfafluuö übeic 

jenbcu \inv bcu • V,,,«^. 

C^uituurf ctuc^i 63efetK« üOcr bte ^i)ua- 

öcÄafe möflM,Jt balb (.«beifügten ju »ppHch. 

©et 3)iimftcti)rä[ibent 
iöraun 

für Söiffenjdjnft, ^luuft uub 5öö(föbilbunö 

Stimme 

btit §crtn ^rä{ibcuten l^c^ etaat^vatö 



ettttotttf 

eine* Ö5eje^c§ ükv Mc ajuagoöci^ 

(^cmctubeu 



" SrSic luauadnbc 3"ll"'"u«ug einer ©pnaflOfl >• 
.omeSul^fanr«.^ ^a.U^' einer anb«^^^^^^ bc c.a„te 

©taatäbcljijtbe evje^t lucrben. • 

(3) 0timm&crec()ti(,t i t, wcv f " , ^"He jy b 

jtinuLnflba. 5n,«n,,ifl(te «£" '^Ä .uS^^^^ 

^*'^''(4) ®a^ 5Betfa^ten bei bex Slbftimnn.ns »«ivb bon 
ber ©taatäbe^örbc flereöctt- sn„nvf her 

(5) ®ct ®rrid)tnn9c,be(c()f«6 «mö ^m »e v« b 
©Dnagoflengemeinbe aborenjen nnb tljre »ertannnfl t^t 

jcbcn. 

§4 
(U ®ic »ilbnnq einer ©\)nagoöcnöentcinbc, bcrcn 

(2) § 3 «öf- 5 finbet eutfprcd,enbc StnJuenbnng. 

\ 
§ 5 i 

<Sic «eränbernno einer @i)nüöoöen9emeinbe erjül|it 
burcb lern nbebefc()h.& nac(, ?üit) rung bcr babei u. 
\P ÄneUe^nge^ötiflleit ajetroftene«. ^ 

.' j ■ 

• 5)ic »ilbnnq nnb bie ieränbornng üon oDnagogen^ 
ßcmcSen bebärf bcr 5ta«tlid)e„ ®enel,m.gnnö.. 



^ie bcIteOcnben nnb ^'^"f ^cng big öefe^^^^^^ 
gcbilbctcn ©Dnagogengeutemben i.nb «oi>)erlci,atten 

ojtcntlic^en ftlecijU. 

tj 2 
(1) Witgüeb ber ®i)nagogenflemeinbe ijt ieber ^ube, 
h.v in ibreni äVurt leinen läolMii} W- 

r2rS nii niit {»r 6i,nagogenflen.einben, bera. 

sBhtaüSn b rj »eitrittöerftärung erluorben tn.tb- 

iV S iinbct ein ^vnbe (einen %mm «•' ^■'"'"' 

g' 1" SSJ/«"^;!! t iiSalb" ehK^. imona.. Jeinen 
Sliriü 5 einer ber anbercn «ejneujben^ 

unberührt. 

9lr. 40 ^:^teuftilc[)ev etaatötat. 



(1) saJirb bei ber ^iMltnng ob« gevju^^^^^^ 
©Dnagügengeinembc. etne «l^^^^dügten nid)t 
SS 1ra&efaur<.Äj einer ©.nagogen^ 

flcnteinbc bie ©taatsbeljürbc. ^ o..r., „..,.. f^r 

Aj\ cv,„„„.i,nrti eine« Ultonato iiü«) ,-)iiii'-""''i> "' 

C)bcvUcvU^altiinö^>n^vKl)t offen. 

^ 8 



(\) Oraaiic bot ei)uacii)nciuicmoiubc fiub 
,UcUi4mn Hub bov^l^ovftaub 



„u-.nbeuertretnng nnb Der ouiltanb. . . 

Vicrtrctuuö Dovbcl^altcu ift. 



. »^W— WlW^IWWtBi"»" 



•^ T- 






.*_ , j--- - — • — 



* 




V 



) 3 

'i 

(:i) SS)ei- ü^üvflaiib bc\id)t auö minbefteiis brei H^er^' 
füllen; ' i^ni c^dfoxt ber (^ e m e i u b c rabbiner, beim 
:i^üvr)anbeiifein mel)vercr lüeniflftenö einet Don i^nen, 
mit Oefd^liefjenbev ober bevatenber Stimme an. 

(4) ^n ©tjnoflonengenteinben, bie luemgei' als 
einljnnbert SJIitoIieber unifaffen, fann bie (.^3emeinbe- 
Dertretnng bnrd) bie ilsev[aninihing bev mal^fberedjtitjlen 
anitglieber (C^entoinbcDei(anunlnnn) evfetjt \\)cxt>i^n. Jyüf 
föenieinben im einiic beo § 2 ^^(bf. 1 ift (;ietbei bie nad) 
bem ©tanbe ber ki^tm 'l^oll^äijiwm eanitteltc 9Jat= 
nliebcvAat;! maf^gebenb. 

■' (1) ^ev ^^ovftaiib ift bev gefe^(id)e ^^Bertretev bei- 
gem ei nbe. 

(2) S^ie (^emeinbeUevtretnng (©emcinbeberfamm- 
hing) befd^üefet über 

• 'l. bie ^^erfaffnng nnb bie ^^(uffteUnng 'oon Ö5e= 
meinbefa^nngen, 

2. bie (^r()ebnng Uon Steuern, '' 

3. bie (Sinfii^rung ober ^^inbernng üon ©ebüfjren- 
orbnungcn, 

4. bcn 33er5id)t anf Steckte ber ÖJemeinbe unb ben 
5(bfd)hif5 Don ^^ergreid)en. 

(3) ®ie 33erfaffnng fann and} in anbeten gälten 
bie S3efd;lnfefaffnng bet ßJemeinbebetttetnng bot^ 

fditeiben. ; 

§ 10 

2)a§ 9läf)ere über bie S53a(}(berec^tignng, bie Wd^U 
barfeit, ba^ 2Bar}rDerfa()ren fotüie bie 3nfammen= 
fc^nng nnb ^nftänbigfeit beö ^orftanbe;^ nnb ber ®e- 
meinbebetttctnng beftinnnt bie ^etfaffnng. 

§11 

(1) S)ie 53efc^lüffe beö (55emeinbeborftanbeö nnb 
bet öemeinbeueriretnug (©emeinbeDerfammhmg) 
\v^xb^n bntd) ^^Inöjüge an^:> bet @ i ^ n n g s^ n i e b et - 
fd}ttft befnnbet, bie bet jemeilige ^otfi^enbe be= 
glanbigt. 

(2) 2)ic SöiUenöerflätnngen beö (^emeinbebot^^ 
ftanbeg t)et^flid)ten bie (53emeinbe nnt bann, loenn fie 
bet ^orfi^jenbe ober fein ©teltuettreter nnb ein meitereö 
iUatglieb unter !6eibrüdnng beö ^^ünt^fiegelö abgeben. 

§ 12 
5110 ^Kabbiner, ytetigionöle^rer foluic aU ^^or- 
fi^enbet be§ ^-lU^rftonbc^ nnb beffen 6teI(Uctttetet 
fönnen mit ^^3etfonen befteKt tDevben,"meId}e bie bentfd)e 
^){eid)öangel)ütigfeit befit5en. ^di^^nal^nien bebütfen bet 
(^cnel;mignng bet 8taatöbel}ötbc. 

§ 13 
!Die ©t^nagogengemeinben finb beted)tigt, ^nt tk^ 
flveitnng i{;ret '^^^cbüvfniffe etenetn ^n ergeben. 

§ 14 
(1) ik»fd)lüffe bet ©l^nagogengenieinben bebütfen 
ber .ftarttItd)on G^oiu'l;mlguitg bei 

1. !!ÖctfaffnngiS ^ nnb ea^nngöbeftimmnngen, 
. . meld)e bie l)ctmögenöted)tlid)c i^etttctnng ober 

bie Otbnnng bet •sl^etmögenöbetmaltnng bet 
C^3emeinbe übet' baö 0tenetn>efen betteffen; 

2. 6tenctbefd)Iüffen; 



3. ^Betänfternng Don Wegenfläiiben, bio einen ge^ 
fd)id}tüd)cn, miffenfd^aftlidjen ober fünft(erifd)ou 
Sßctt l^aben; 

4. !i.k»tlüenbnng beö (^emeinbeDetmögenö ^n 
anbeten aU ben beftiniuunnv^mäfjigcn ^merfen; 
anijgenonnnen finb ^^kMoillignngen, bie inx^ 
gefamt füt ein ;3:af}t 5el)n Dom .s;Minbett bot 
®olIeinna()men nid)t überfteigen; 

5. "^(nleif^en, bie nid}t blof^ ^ur Dotübetget^enben 
•^(uisl^ilfe bienen; 

G. ^^(nleqnng übet ^^^etänberung ber ^enu^nng Don 
' ^k'gtabni!5t)lät3en ober bet (^ebül^renorbnnng 
für bie ^enn^nng; 

7. 0amm(nngen, bie nid)t im ^nfammen^ange mit 
einer gofte!5bienftlid}en ^^eranftaltnng einet 
(Si}nagogengenieinbe Dorgenommen u^erben. 

(2) ^ie ftaat(id) gene()migten (^ebül)ren fönnen im 
33ertt>altnng*^5mangöDerfaf)ren beigettieben werben. 

§15 ' 

(1) 2)ie @taatöbef)ötbe ift bered}tigt 

1. in bie ^ermogenöDertüaltnng ber .ei^nagogen^ 
gemeinbe (i:infic^t ,^u nel^men nnb ÖJefe^linbrig^ 

. feiten jn beanftanben, 

2. 5nr ®id}erimg einer orbnnngömäfeigen '^er- 
mögenöDermaltnng bie (£inbernfnng ber ÜJe- 
meinbefört3erfd)aften 511 Detlangen, 

3. bie 91cd)te bet Dtganc bet ei)nagogengemeinbc 
anf Detmügenöted)tUd)em (Gebiete butd) ^Ik'oolU 
imäc^tigte cmösnüben, memi jene Otgane nid}t 
DotI;anben finb, 

4. bie fünft ctfotbetlidjen 9Jia|jnaI)men jn tteffen, 
fallg fid) bie 5nftänbigen Dtgane bet ®i)nagogen= 
gemeinbe iDcigetu, gefe^lid)c Seiftnngen auf ben 
.c^an^?TinU§^iIan ju btingen, feftuneiuMi übet ]n 

.. i]enel;migen übet begtünbetc ';>(n'fptüd)c öetid)t^ 
iid) geltenb jn mad)en übet nnbegtünbete abju- 
iüel)tcn. 

(2) ^ie 8l)nagügengemeinbe fann gegen bie ^^e= 
anftanbnng gemäfj 5( b f. 1 9i t. 1 nnb gegen bie ma^" 
naljmcn nad) 'ä b f. 1 ^n t. 4 binnen Diet ^Bod)en im 
^ikrmaltnn'göftreitDerfaI)ren baö DbetDctlDaItungirHjcttd)t 

antnfen. 

§ Iß 

(1) ©l^nagogengemeinben fönnen fid) snx'cf^i üt- 
füUuna aemeinfamet öffentlid)^ted)tlid)Ct ^ihifgaben 3U 
einem ^(^cmcinbeDerbanb 5uf amimen jcl)Uei5en. 

(2) 5(nf ben ftaatlid) anetfannten C^3emetnbe^ 
Detbanb finben bie §§ 12, 14 nnb 15 entfpred)eiibe %iu 
tuenbung. 

(3) ®ie ^efd)Iüffc eincö foId)cn il>erbanbeö be^ 
bütfen bet ftaatlid)en (S3enel)miginig aud) bei ^Inbc^ 
tnnaen bcx ^-^etfaffung, bie hi^n 3^ücrf, ben ^^kreid) 
übet ben Bit^ beö ^ik»itanbeg folüie ben (£tUKtb unb 
^-I^etluft bet ^JJiitgIiebfd)nft betteffen. 

(1) 2)et ftaatlid) anetfannte (^emcinbeDcrbanb ift 
befugt bie jur ^ecfung feiner :5Üebürfniffc notlueubigen 
Älo ten auf feine ^JJ^itglieb^^Mueinben nad) einem Don 
il)m feft5ufteUenben^^erteilungv^ma6ft^^t> umzulegen, ^er 
llmlagebefd)lui3 bcbatf bet ftaatlid)en (ycnel)miguug. . 



y 






6 



'i 



r 



(U ®ic t.cftct)cnbcu e\)na<iocicnficmcinbeu t)abcu 

lunucu cii^c/ iou bcu ©taal<Sn.im tcx.unt u b « 

rcnbcr^vift «"faflunnc" auf |>mn^ ^^^ ^ 

r2\ -^u eintnnoficuciemciubcn, m bcucn eine »u 

g3Jct)rT)cit bcr 5('b[timmenben bc(d)loJicn. 

§19 



cöcötün&ung 



„"Vb \ l^ a? t n d;V33 tVct, n f t e u auf. 
; c ; ob e n. 33\ i ,^ « >« 9( 6 l « " f b er n p c( § 18 

f'ie^ biV Söirfung cinev @c,nctnbc=. 

o^®ic 5?orfc()ti teil u6cr ba§ ©ci)iil' 
„„b©rcuexwc cn bleiben «ubcxuD.t. 

r'v; -^iit ben 58ercict) bcv ^Uobtnä 

., „ ,S? .^e "bei" t, r m a U Je n 51 u r f ü v f t e n= 

o c% fl f f <♦ n 11 n b b c § c l) c nt a 1 1 y t ii 

'.?; onfuM'r^ai'fV" »''if ^"f„?/c;rI?d; 

m i nl ft e t i u m e t m a d) t 't fl t l) i n 1 1 ci, 1 1 1 a 
VI 'befte^enbeu «cmetnfainen «er-^ 

in^e^tlict,uuö beä ©te«erm1e«§ 't>e. 
ionbere93crfd)tiftcnäuetlaftcn. 

§20 

ni ®a« ©taatsiHtntftctium bcftimmt bie »c^ 
I,övben? u5 bTe I,ict fcftflefctüe« Slectjte beä etaoteä 
au§uiübcn fiaben. 

('>) ®cr f iit bie f itcljltctjcu aCttflcIeßenl^eiten ju» 
[täubifle Winiftcr fii()tt ba§ (Seiet? auä. 

33 e c( I 11 b i fl t 

®er 93ltuiftcr 
für SBificujctjaft, «Ttuuft unb SSoimölIbmig 

6)rimmc 



91ad,bc,u bic .(ufgabcn, UKMie bcv ^vcuJUc^cn öe= 
i n iUm b" d,vift(id)c.. ,Siivd)cn tcit^- Jtaatsncfel^tid), 

ociuciubcu ciu^>. . c ^,, 






^Ivmnüücfeu bc\voffenb, .o,„ UJ, .^auua. 1844 
(()annoü. «cfcl^iaiuml. I. 9ibtl(,. @. 43) ^ 

3. ba§ ©cfct,, bettefknb bie »erftaltmlte ber ^ubu, 
im 'oerJntum .'öolftciu, üom 14. {vult !«()•! 
SetS °n.b Wiuiftctialblatt fü. b>e .^cx.ofl» 
tihnev- .^tciit unb Saueubutfl ®. 167) ^ 

BehÄ bie a'erl)nlt.uifc bet .^ubeu, ümu 
rS-"-- 1854 (et/tonolomtd,e ®au"" J"'« J« 
Sevovbuuufleit, SSctf.M]><"ae't "iW- f"^ ^"^ 
.■pcräOüiuiu @d)tc§lin(i ®. 124); ^ 

R hie fi vficiiifdie 35ei;ovbimu(i, bie (,emctnt)eitlid,en 
9 « äUni e bet rsfraclitcn bctveffenb bom 
?0. ®e-e.ubev 1823 (ßx^mV ®elci,l«mml. 

c s;i. »nftniiüdic 58crorbininq üom 7. ,^animv 18;)2, 

(4etoibnunn§brnlt beö .^»eraogtini.ä 9 af,an © , 

7 htc in bcn ©cbictätciteu beä eT)emaU(icu ©lOB« 

. iiti^umbet Ssovftciube ber tiracl,t.id)cn 9k» 
üaiün§qei.iciuben unb bie ^f «""""">! J,;^„;j6ev 
isfr ®v. Cx1fitd)c§ 9icf,icn.nn?blntt ©. 0.57) 

8 bie 55 votbnnnn, bie IMIbunc, bcä «"^^^^'fj^'^'^ ,', 
;!rV,oritiicbcn '^IciiciionSqcntcuibcn im 2tmtc .5>om- 

ireffci b üoni 21. rvuui 1853 (9tvd)iü bev Smib 

SS'^ciliidKU «cfe^e unb «cvo.bnuuflcu i>o« 

1 8 10-1866 ©. 721); 

Q hnf in ebcinal« bal)evifd)cit ©cbietatct cn ncUcnbc 

c4i/t iäet bie a5cri)nltnitfe bei; jiibifdjcn ® au» 

beutÄfeu im ltöniflveid,e a^al)exn, uom 

10. 5vuui 1813; . „„ 

10. ba§ Svantfuxtcx 5RegnIatiö bom 8. 5Watj 183J 

unb .•. 



wy/^-)?-- 



8 




1899 (CSJcJctjfamml. ®. 73); . jr|^ ^ 



12 ba-3 Wc(ct« WCfioM ^dicrtcnnimn *•" ®)'""flf^'-'";, 
nemcinbe „»irm-IitiidK ;)!o[ic,iou8c,cie ( d)a ' in 

?? "ntfui-t'a W. nl« Atötp^lc^nft bco of ctthdKn 
'ncd)tä uom l().?lvvil l<J28(®cinilammI.®.81), 

13. ibaö im el)emalincn ^"^ft«"'!"" ;^?"'^"'5.''''^'"|: 

Sat?-bütqcrnd,eu 4Un-()rtItnif|c ber •fvael; .!d)eu 
ölaubcnscienoifou [.etveffenb üoiu 9- ^^t"ß"lt 
18:57 (©igm. ©cfc^faimnt. Sib. IV @. r)()5), 

14. ba§ loaIberfl!d)c ©cfe^ übcv bie ®'Mm-int,cifcu bev 
Subcu boin 15. Suli 18;f;i CJ{eg.«33I. ©. 05). 

«Sie in biefcn ©ilctjen flotroffcueii 3ieiieluugeu 
tvancu übcr>«icg nb bcu 3eitoevt)ältuifJeu n.d)t mdjx 
Sui'mb befiuben fid, iu bicleu;45un(tcu m.t bei 



Sic (£aid)tuu9 ncucv Sviiasiügeiioemeiubcii 
rss 3 4) hat butd) einen ved)ts|d)ül)feubiMt mt bet 

fünfli'gen gjJitgliebet 5" "f»'fl^'»- ^"^. ^'^^ *»)'W!l.«!i;'" 
gemeinbcn, bie onf beut ai5ol)nfi\)pvtn5tp berufen lol en 
(H ? 9(bf 1^ ift iliierbei eine Uraüftnnmnng faniU(rt)cv 
nuerf)nn; be^ in süetvadjt fon.n.enben «e^ivts wol),mi^ 
ben anben üovqeiefjen, beven @tin.nucd)t fnv biefen ^a 
i.i %ile(innnn an bie allgemeinen WvnnbfaOe beä 
©taaÄ an.;iltaltet ift h m ], ^ ""V^a?:? 
b^rd) bie 9feuerrid tnng eine beveitö be tetjenbe ei)ua= 
Jogengemeinbe betroffen, fo, ift and, biefe jn bete.hgo.. 
(t, 3 ?lbf. 1 nnb 2). ___^_ :.......,. o 



SenSoHtifdjen ©n.nbfli^en ber aieidjSüerfaffnng 4,.d)t 

in Einttang. . j ■ 

®cif langem befteljt ba()ev baö ©ebiufms nad, emev 
für bn^ qanje Stadtgebiet ein(,eitlid,en ^Jie..regelnng. 

3}eten ©egenftanb mnf? in evftev Üinie bie 3!ed)U>' 
(teKung bev einjetnen ei,nagügengemetnben bilbu . 

S n nac^ ber ge|d,id,tlid,m e/<"^itf|''!;« ^'ff.Ütli* 
-i^cveid) bcs jübiidien SSeligionsbcfenntniffeö giunb a^j tt) 

dutfe ö'eme ;?ben,. nnb ,-v febe \m<l^^^ ^^ '''''^^i:: ^^ bev «.M.bung obev ^U.-änbevung uo„ 

cineren ^)ted)tc^öcbictcn üor allein tm e^^"^;^^^^ ^^''l 

i iioüer, finben. _. ^ ^ . 

^em entjprid)t ber ^üifbau beö uorhegenbeu (Snt^ 
unirfr bcr fid) in \)ier m(d)nitte ^hebert: 



'Bie S3ilbnng fogenanntev ^^evfonalgemeinben (§ 2 
Slbf. 2) tann in einen. einfad,even «evfaf)ven eviolgen 

(5ntfüved)enb ben füv bie d)vift(id,en .Vlivd,en 
neltenben gefel3(id,en ÜV'ftimmnngen nntevl.egt b.c 
llilbnng i^on eijnagogengemeinbe.i ttaalhd)ev öenel,nu, 

c^ung (§ 6). . 

(£in ä(}nnd^H3 ^k>rfaf)ren tuie bei ber "l^ilbniui ijt 
für bie ^k>ränbernnn t)on a)na(iuc]encicmeinben um 
Ocfe^en (§§ 5, G). 



Se^e'"b(i^i* ^^orforcie, baft eine etma notmenbtn 
luerbenbe ;tBermönen^ian?einanberfetninn yi ^'»'1^'"' 
billiöen ^(n^^nleid) fiüjrt. 



-Die ii§ 1 bis 15 bet)ünbcln bie et)nagogen« 

qemeinbeti/bie §§ 14, 15 "'^*'=i""^"f,^*f .f'^'f: 
auffid)t; bie §§ 1«, 17 regeln b.e i){ed)tö(te (nng 
bev iBevbänbe üon ®t,nagogengcmeinbcn bte 
ii§ 18 bis 20 geben übcvleitnngs- nnb ed)ln|5= 
beftimmnugen. 



im ;^'a!Ic einet 9?eubi<biinn .ft h.-n wememoen "'hu, "- 
qteide «ovid,vift gemä(,v(eiftet. ®ie üoyhegenbe i^u 
ftimmnng ftellt bie<5 and) gegenubev gelegentl.d) anf= 
getaud)ten 3UK-ifeln ((av. 

§2 

Sie SSorfdirift fenn5eid)nct bie idjon^nad) btö> 
hevigem ;)ted)t befte(,enben SIvten bon toi)nagoge.P 
ren^inben. Sie nntevfd,eibet «emeinben, bte anf ben. 
fogenan..ten aW(,..fiWnniip bev,.l,en O'lbf. \) nnb 1>) d,e, 
boren yJHtgliebfdjaft bnrd) ^-tAcilntlsevtlavnng ober .Hl 
fta, « .u,%o" i n-n< j.. ibne.i getjörisjen (i-V5.e()n..g^= 
ber d igt"n evmotbe.. >uirb (%% 2). ^nv baö gege. = 
tdtae '-8erl,ä(lni':s beibev ^^Irten «on Sl,nagügen- 
Jem? ,.be.. u'iK m. li ei..en fd,o.. füv ba. S/)"«!^«"': 
»een in ;^vantfnrt/yjiain (Wefet« üon. 21. Wavj IH'.I'.I) 
r)crmirtlid)ten i){ed)t<3gebantei. «erallgemeinevn. 

W\ \ fdiräntt bie ^Kürfdjriften in ?lbf. 1 nnb 3 
ei„ ba bnrd) biefe nid)t in bie ^iHHin.n.nngen nbev ben 



§§ 8 bi^ 13 
Siefe >43avagvap()en regeln bie «evfaffnng bet 
Si)i.agogengemeii.ben. 

(jbi-nfo mie in bev «efeUgebnng gegennber bei. 
d)viftliri)en ,srird)en finb einerfeitü einige itaatsge|eDlirt)c 
S lin....nngen für' ben Jü.fba.. ber (s)eme...beorgan 
unb i()re Öefugniffe Uüvgefel)eii; anbererieits lonrei. biOi 
auf baä afotmenbige jn befd)ranteii. 

Sic Wliebernng bev Organe ber SDnagügen 
ncHoinben (t? 8 ^^Ibf.' 1 nnb 4) fd)Iief!t fid) an b.e iiber 
Metten ^l!erl,ältniffe an, f..d)t babei aber ber^elb 
bc timmnng ber «emci.ibei. meiiergebenbcn ^p.e va.m. 
!u täffc.. ' Ivi es nad) ben. l..«I.er nellenbe.. «ed)l bor 
h<\\{ UHir. ^ .. . , 

So.n ^^orftanb, bev gemäf,, § ?lbf. 1 ^^ 
■i^utroter ber «emeiuben ift, gebort — lebenfall-. m t bt^ 
rate bor Stimn.e - bev Wen.einberabb.ner nn, ma. 
bev bis()evigen «efet.geb...tg nid)t i.orge,el,o,. .ft, aba 
ba- fd)oi. gogenunirtig faft an.M.aI,n.s(os lum ben We 
ii.einben beobad)teteii iKegoI entfpv.d)!. 

-^aä aBal)lvod)t 511 ben Weinoinbetövporfd)afle.i 
reaelt'^bor (Sniioi.rf nur in be.. Wrnnb^i.gon, um es im 
übriaen bev Selbftbeftimmnng bev Weme.nben jn nuei 
Sn. (Vh^^'I- 2, i^ K»^- ^""" ^"* ivvforbern.s bes 
J J. Stin.mred tl (*^ 8 ^^Ibf. 2) ift bie 0:.ntn )vnng 
Snoi 3onfn., »uie er in. .Halnne,. ber t'^' ^r goHe,^ 
(Mefebe ftatIDaft mar, ansgold)!offon. ,\n ^^\ ^^^ 
fol bas ällablredjt ai.d) bas allgeme...e o.n; ""■'"'« 
£ t a. f bie bieviiber inncvl)aU. bes iii^i|d)en J^^efoi... 
Iliffes beflel)o..bon iH-rfd)iebo..on ^nnffa|f....gen .f. |ebo.l, 



» ^^ 



^ 






'S-',- 




cn 




1 1 besä ©taatSflcfcljcö, t";'« K"^ " f ' g' ^(pni |<.)24 

§§ 16, 17 
o'i <^uU 1847 eine 'iReuvccicUi tcj '■"'" \.''^' Ckiabc bcv 

. Vf ÖIfcnU.djeu 4^S nfS nuvVw)C ©cmciue^ 
Subf uid;"f i;na.^c ;bej Jf.Ulg.« ^ g^^^^ 

.ovbftnbe int »"^''^'f jLSoube ÄScubnnfl (§ f, 
ei)uaflogenöcnteinben cntlpua)uiüi. 



\ 



\ 



t£invid)Uuuien, une M be n iiM m|a ux ^^^^^ 

SSb.3*Äb:^e!o..nunii.eviun. 
cvntad)tifit (§ '•\''!"-''- •'*■,, -f.,,, v.u,^ bo« ®te.iov>ue(eu 
(Willi, oben ,^n t) 1.5) "11^' '«(,..vtaon ^ik-(linunu.iiiei' 







04 



ii2 



CU 

)CV 
HS 

OH 
Ibct 



> 



r- 



►3. 
ilicb 



m.)*. 

Ubc§ 

jcuc-- 

UUl) = 



[§ in 
|ccl)t§ 
bic 

bcm 
:tcit§ 

f) bcu 

nad) 

it)i:c 
alle 
Icn in 
[tcd)t^ 

Icn — 
lStit(i)C 
- i(t 
tö im 
lon yi 

*it nnb 

|c()t bic 

)[[ eine 

[^in bcn 

:onalö* 

l(icf an{ 

ßcici)cn 



__jrcm^^lS^^ms^d^^^&^^^=^^^=^^^ 



bo. a3cvovbnung Uom U. ycobcmbcr 1844 ücr» 
5icl)tct. ^ ^ ^^ (aUenftcicn ^^atvouat;^ 

:• iuncmciuc 2lbli..imni K^^"£^\' -, " '^aftuaT,.uo 
bic ymic bc« ©taato| '";:^^, . "\ ,J t tntfam cricl)c,ucn 



^ 



5„ ein« ,a„,ou ^^g; J|£ aS: S 
%xmo^^ bereits icmc '^"l"^" ;'^^""%"He aTä taftcnftci, 
t-Iöit, «nb et flitt f^«"" "' ,r Cw<^mm 

uunbon ift, bet nu '^''•"f' '/.°"L! b« m tnätK-fonbete an 

f;c(tunfb.l <Paltonat. l-ou ben «a,ten be. >,.o.,d,en,.. 
Ol. «nncnKficn an-u!c CU , ,^^„„^,„ .,,i(c(,„-u 

;^etuet .!t nciaat ö" ' ^ " ^c« ^altouatä tmt 

;)lec,icvuu!i Ijat im) ücuuu cuJ^^iWu ^^^.^^^^ 

m l,in5Uf,clünt, •'< öcn '^^' " J ; .i^cvotbuuuf, 

Tvcint ein 'l^atron auf «n ö Dcv ^ i ^ 
üom 11. yiübcntbet 1844 («to. @. '''•»») . 

_ c. i[t ba.5 bie ^^kvotbuunn, bic bu1o ^ikvt,äItuilfo fu. 

^""""nSSoT'anou, !o «it. bcv .l^atvoua. nid,t at. 
(alteuftei 



«ftor üinie wirb c^ tci) n.u "\'f ,•'""' „w er bei bcr 
Sc uub ä(,ulic()c P'«fic ()aub.J -, ^^^^ 1^ bcr 
?lu,-l,cbuua beö ^i<« vo'.n ö «^i,JV' ""'=,„,„ ^luiprud, 
;,j,ici,.uerfa( >um ut.^ t.^ ^'(^ f rifer 2tnipruc() aber 
SS,;rS To(au ; b\'e"«ird,eni,u.?u.be beu 
b b 1 riicnS)kd,lc wcilcrflewa(,rt. 

"'- - ^^r^ .?\sf Sc "ÄftS ' 

üfd,e Sard,c Oabeu ^^f / ' "^^ "eftc >i^orbcn ift, er« 

"" ®'f ^^^T^tri c,e bei beut Dcutiflcn 3"= 

Hart, bau fic bcn ^ '"'■ ^ ", '^owirfn-itt bcqrÜRcn, unb 
{taub als einen »V* '''/'^f \v\\°: «^rabid)i bang möge 

Sent Sub^"., 3- «e\el,eutmrf ausuuci.nen, 
birÄcn a3e(anfle iinb flcwatirt. 

gfßir foutmcn 5">" b r 1 1 1 e n w j 
Sagesorbnnng: ^.^ ,3^^^, 

2,er %nL, bc^S 53erfanuug..aua!d,u«eS be,u,bet f.d, 
auf ©rudf. '^t. M. 

ISßortlaut bc§ 'Jlntragcä: ^ 

1 e o whf "i \-<nc f"T-it lU faffcu: 

tritt SU "»"^,^^;\.Äe fdriftlid) er= 
?S'"'^^i^'c.SSÄ ' Tat \-.\dluirK-ube 

. c^„, übriacn einuun.bu.ycu jegen ^c" <J^1^^^; 

"■ eutwurf auf ^Jfr. 40 bcr .i.nuM-v '^''t 5 

^cben.l . p, 

<SaS Bort «fö iV-vid,terftattcr Dat Vcrr Pr. 

'Bcfeufclb. 



''s • >,.,„ K 2 Wuter baci SBort „^l^a^ 
U>,b ebeufü uurb tu bcm ^ ^ ' '^' \,,iujen: „über 



aU-rtrag "^"" "vabvo ,1>- • | fSl ,; ' ^j, e^,„agosvn. 



'■*■- »>''«j*"l 







65 



^rcnfsift^Kr ^tctat^rnt 4> 6ilu|nn nm 1> gj?är^ 1932 



Cß 



[G^cfcij üOcr bic etjutiooflcngcmclnben] 



^it isrciiRen marcu bie ^ßcrljältitiffe ber 3ubcn 
buvcl) ba^^* ©efct^ l^oni 23. ;^iiU 1817 ncrcnelt. 3" 
bic[cm We^t3e tuurbe boftininit, baf^ ba^i ,^|>arod)iaI- 
prinsip nelteii foUte, b. I). ba[^ bie 3iiben uad) ^JJJaf^flabe 
ber ört(icf)eu :!3eUöIfevuii(i^-5^^er()äÜuiffe berneftalt m 
ei)nanoqenqemeinbe!i ober, \vk c^S i)'K\], ,r3Hbeu_= 
jc{}afteu'' lHn'et!iint luerben füllten, bafi alle tnuerl^alb 
eiue^"> et)nanoqeube5ii-f^ tuül}neiibeu ,i\ubeu einer fo(d)en 
(?»3emeinbc anqel)örten. m\o jeber ^^nbc, ber in einen 
eiinaqoncnbesirf I)inein,^iel}t, unrb babnrd) oI)nc ir>ei^ 
tcre^3 DJatqlieb biefer C^jemeinbe. ®ie 'Mhmxci ber 
®l)nagüqenbe5irfc erfoint bnrd) bie ^leqiernnqen.^n 
§ 37 bei^ ®efe^e^ I^eiftt e^^, M] ^i^ einzelnen 2>\)\u 
anoqenqemeinben in bcv-iq anf i()re ^^erm5qenö\)er()altj 
niffe bic ':)M)ie inri[tifd)er ^4>erfünen befii^en. ^^S Unrb 
bann Leiter angeovbnct, baf^ jebc ©l)naqoqenoementbe 
einen ^^ürftanb nnb eine anqemeffenc 3aI)I t)on 3te- 
^vcifentanten I)aben joK. ^cr ^l^ürftanb foll tin^o min= 
be[ten^3 3, r)öd)ftena 7 ^^^erfonen beftel^en. ^te 3al)l ber 
gU^^jräfentanten foK minbeften^ 9 nnb I)üd)ften^o 21 be- 
txac\m ,^n § 41 be^^ (^efet5eg ii>irb baö aUgemcme 
5Ba(}Ired}t jür'biejenigen äBaljIen, bie bic ei}naqogen- 
genieinbc liorjnneljinen l^at, angeorbnet. (Sä mirb bc^ 
ftintntt, ba^] fämt(id)e männlid)en Dolljäl^rigen, nnbe== 
td)ültenen 9Jatq(ieber ber ei)nagogengemeinbe, bie Jid) 
felbitänbig erndOren nnb mit ber C£ntrid)tnng ber ^Jtb- 
qabcn für bie et)nagogenqemeinbe luäl^renb ber letzten 
brei 5^al)re nid)t im ^JUidftanb gemefen finb, bte 9te^ 
bräfentanten nnb hcn ^^orftanb anf G 3af)re tual)ren. 
(Snblid) ift angeorbnet, baf^ bie Sßaljlen ber 9}htgheber 
bcä ^l=5ürftanbcä ber (^enel^mignng ber ^tegternng nnter- 

lieqen. ^ . c 

' Über einen ^Xnätritt anö ber ®l)nagügengemeinbc 

ober J\nbenid)aft beftimmte ha^^ Q^k\d} üom 3al)re 1847 
nid)tä. dagegen tunrben and) bie ^nDen öcm (.^)e|eti 
nntermorfen, baä im ,3al)re 1873 allgemein hm 'änii' 
tritt aiiä fird)(id)en 05emeinfd)aftcn regelte. 

^m 3al)re 1870 erging 'öann nnler bem 28. 3uli 
ein neneö C^3efe\3, betreffenb bm ^2(nätritt nnö ben 
jübifd}en et^nagogengemeinben. Qn biefom ©efeö 

Iieif^t eäi 

dö ift jcbem Snben geftattet, Uiegen reli- 
gio f e r !:B e b e n f e u anä berjenigen jnbifdjen 
6l)nagogengemeinbe alh^5ntreten, nield)er er anf 
(Sjrnnb eineö Wefetjieä, eineä (>SkMuol)nl)eitc;red}ti^ 
ober einer ''!5cr^.i-«nltnj!g^?V^ovfd)vift nngebort. 
SBenn ein :^nbe Don biefer '^k'fngni'^ Webrand) 
mad)t nnb feinen äl^ol)nfit; in t)m ^an'5irr einer 

. anberen ®t)nagogengemeinbe Verlegt, fo Unvb er 
nid)t yjatglieb biefer (^kmeinbe, Uhmui er Oor 
ober bei ' feinem (Sin^nq eine fd)rifllid)e C^r- 
flärnng, bafj er nid)t yjatglieb ber Wemeinbe 
u>ovben toüllo, an hax ^^^orftanb ber 0\)Hagugen= 
gemeinbe, in beren !ik\^irf er ge.^ogen ift, abgibt. 
Cöer Vlnötritt aiü^ einer fold)en 8l)nagogen 
gemeinbe mit bürgert id)er '•^Urfiuig erfolgt ba^ 
bnrd), bafi er Dor bem ^)vid)ter feine^^ 'ai^ol)norte^o 
bcM VHucttvilt unter .'i;">in\nfüg\ing einet ^ilUllenv^- 
erflärnng, baf^ biefer Vlnvtritt an^^ religiofen 
i^U'benfen gefd)iel)t, erflävt. Cfr ift bnid) hcn 
^)lid)ler bann bem ''^^orftanb ber ei)nagogen 
gemeinbe befannt^|igeben. 

8ie fel)en ba UH'fenllid)e Unterfd)iebe gegenüber 
bcn Süeftimninngen, betreffenb ben IHns^tritt au^ anberen 



9{eligion§gemeinfd)aften. ^n biefem ;?-all mar c^^ bem 
;J^nben mir geftattet, anö^ntreten megen religiöfec ^e- 
bent'en, nnb' e*^ mar il)m bie !!8erpflid)tnng anferlegt, 
bei ber C^rflärnng be^o ^>(uolritt^o aihobrüd(id) baranf 
l)in^moeifen, bafj* er religibfer ^'iU'benfen megen nid)t 
mel)r ber Wemeinbe angel)ören moKte. 

2)ann erging am 13. ^l^e^ember li)18, nnmittelbar 
nad) bem llmftnr-'», ein meiterey Wefel^, betreffenb bie 
(5rleid)ternng be^ lKnc4ritt^5 aiiv ber ,Uird)e nnb ano hcn 
jübifd)en ®t)nagogengemeinben, nnb in § 2 biefer (^3e'- 
fel^ei> mnrbe angeorbnet, bafj, mer ano einer Gi)naqogen- 
qemeinbe austreten mill, 'i>m ^.Hnötritt bem Vlmt^^- 
gerid)t feinem !!lBol)nfit^e^^ erfdiven muf^, nnb bafj bie 
(Erflärnng ,^11 ^4>rotofoll hc^ (^3erid)tofd)reiber6 abgegeben 
iuerben foll. .s3ier ift alfo fortgefallen bie ^:^erpflid)^ 
tnng, bie (Erflärnng ab'^nqeben, baf^ ber ^In^tritt an^^ 
religiofen ^^u^benfen gefd)el)e, nnb er mirb nid)t mel)r 
gegenüber bem ^Jiid)ter, ber t)erin"Hd)tet ift, bem '^^ox^ 
ftanb ber (Gemeinbe baDon ^jatteilnng 511 mad)en, 
fonbern cinfad) bnrd) (^rflärnng 511 ^|5rotofo!l be^^ 
(;^erid)ti^fd)reiberä Ooll5ogen. 

ü'Mki) ift in >bem (^efetj Dom 30. 9^oDcmber 1020, 
bctireffen^ ^^tnätritt anö yieligionögefeüfd^iften öffent^ 
lidjen 9{ed)t^, beftimmt, hc[\], mer anö einer ^Jieligionä- 
gemeiiifd)aift öfifenitlid>en i)ved)tä mit biirgerlid)er K^lx^ 
hing miötreten mill, .ben ^^Incvtritt bem 5lintögerid)t 
feim^^ 2i^or)nfitjei^ 311 ^rotofoll beä (53erid)tci|d;aeibcri^ 
5n crflären l>at, iimb in § 4 «biefeä öefet^e^J mirb gefngt, 
ibafj bic ^^efl?inunnngcn 'biefeö (^efct}eö and) auf ben 
5ln^vtritt an§ iber ein^^clnen ei)nagogcngemeinbe xHn* 
meitbnng finben. (fin ^nbe, ber aiiö einer 2l)nagogen- 
öcmeinibc .ani^^getreten ift, mirb ninr bann ^J^itgüebcmer 
anberen ©l>iiagogengeineinbe, menn er il)rem '^vorftanbc 
feinen ^^Bcitritt 'fd)riftlid) crflärt. 

mmi gibt e§ im prenf]ifd)cn Q'u^cntnm sioei i)\id)= 
tnngen, bie man >aH hk liborale nnD al^^ bie orri)L^boi-c 
beS'Cidjnen fann. SDic liberale ^J{id)hing l)at bei meitcm 
ibic meiften ^JtMtglieber. (£ä ift mir mitgeteilt morbcu, 
.bai3 3. '^. vn ^^erlän 'bie grofje ei>n'agogengeiueinbe, ^le 
fogen,annte liberale, 170 000 ^mben nmfafjt, mal)renb 
bie ivrl'l)oiboj:c (Gemeinbe nutr 5000 .^iiben nmfafjt. 

2)ie ^-l^ebenfen, ibie Don mand>en leiten gegen "ben 
(SntilDnrf geltenb genkKl)t moa'ben finb, be5icl)en fid) m 
erfter Sinie .auf bie grage 'bei^ iHiiv^trittä nnb beä llber- 
trittö 511 einer onbereii 9i)nagogengeineinbe, \\n:> eu 
fd^eint inibefoitbere Don ben ortl)o.boxcn .^nben U/ 
f!!'vd)tet 3H DxM-ben, bafj burdi ibie ''IHitimmnngen, bie 
ici) «ciioid) im einzelnen Dortragen mcrbe, bie flemcrcn 
ei)n'aqogenqemeinben ftl)a>er gefcbäbigt toerbon 
fiMinteiK iiknn man cn'S einher emiagogengeinembe 
am^treteii fanm, ol)ne qleicl).^Mtig an^S bem ,;,"\ übe ntinn 
•and^^ntreten, fo ift iber Vliirei^ gegeben, megen l)oboT 
etenerii 3. ^^^. feinen an^>tritt 3n erflären. (vv^ ^itbt 
C^meimbcn, in benen nair ein ober snx^ ^JittgiieDer 
übertraiiot imi ^ea- Eaqe finb, irgen-bnüe evbcblidic 
etenern 3H 3al)lein, nnb bie'fe fleinon l^kMiieinben 
fönnten 'bnrd) 'ben Vtn^:^tritt eine^j ^^uben, t^er nnkn- 
biefem erUMd)terten 'a^evl)aitniffen euf.olgt, aufjcr- 
uvbcnllid) (d).u>ev gefcl)äblgt merben. 

^(\) l)iilve Dedefen, baf^ in bem CHefet^ Don 1817 
gefaqt U>ar, 'baf^ ^bic ein^^elnen ei)naigogengemein^en 
jiiri'ftifd)e ^|vcrfonen feien. 'iJiiin mar e^^ 'bici Dor fnviem 
beftritten, i^b bie einzelne eDniagogengemeinbe eine 
5rörpevfd)aTft -bevi öffentlitben ^){ed)ti^ im e-inue be':^ 
Vlrt. 137 ber ^J\eid)*oDoi'f.affnn>ö fei. ^n ben ;jal)ren 






\ 



(i7 



m 



193 
y{ei 

bie 
naq 
geri 
Don 

gen 

ünl 

für 

DO] 

yie( 



9kH 



^ie 
d)ri 



S^^n 



67 



*PrcufetfcT)cr '6t(tiUgrrtt 4. eijntun am 1. gj^är,^ la'l^ 



(kS 



m ■ 

IC' 

V 

jic 
tu 

ilc 

IC II 

n, 




[CNicfcl)^ üOcr ibic ^t)U(tftO(ieu ftcmctubcu] 



847 



f lO'iO imb 1031 fimb baiiii {i'bcr Cfntfd>ci'bunncu bc§ 






l lA^n, baf^ icbc ciu^cluc ei)naiiüncuncniciubc 
cl){c C'iucv ,Seö4>cii'[cl>a|t bcö ä[fculiid)cn ^)icd}l^' 



iHd) Vlrt 137 (bcfitU. 2)ic C5utlcl)'ci:buiuicu bc^> aicid)i^- 
acvidit^ bic iuöbcfoiibcvc aud) {K^iiiölicl) bcä ^^hiötntt^ 
in ^^cninm fin^b, IjalK äd) »I^ncu m ^uv^c ^^^^^^^^^^^^ 
;iiac6cir ciS ift (on[t baö, u^aö nCiF^^ '^^Lw '^m ^ 
:^cLubt UUH-bcil ilt, uid)t m^ ^ci-[tau^Iid) ®ic 
i^ulidycibunqcu bilbcu uaincutlid) mdy cuvc Uf ^^1^£ 
tT b u Dodicqcubcu (£^ntmurf. »a. cviicr feultc^cibimg 
l!om 3. ^loMx 1930 Ijat baö 3icid)^vöcrid)t jolöcubcn 
:)icd)tgövuiib[al3 üuföcftcKt: 

^2hid) ^130 biö äuni Siifuittttctcn ;bcr 3x^. 
ein '^(u^^tritt niiö bcr ürt[ic()cit ^cmembe oljiic 
nlcidiuMtiacii ^Jdiötvitt .QuS bcr vcliciiioicu (^c^ 
inciufcDaft iiid)! ^,n\üm ^^^v, i[t bacMJioöIid)^ 

ta!ibä Lmi .bic^in 5(rt. 135, 136, 137 m 2 

(Oql. .aud> 5(rt. 124 %^. 1 ^al^ 3) Di^^. cic\r)cvl)r^ 

Iciftctc i)lclirjio'nöfrcil)cit unifafet "bie ^ci^ 

cinimi-ivgötrcibcit nid)t nur in bcr ^vidjtuuc] bc^ 

^uiainnicnid)Iuffcö 5u einer 9lcliöio.nööcmciu^ 

4*, (oubcrn 'aud) in .bcr TMjinm ^^ö ^ü^o^ 

Iritt^ <iug einer fold>ou. 9kIigiou^H]efcl(ld>Qttcu, 

m\d) Si'öx\ycv\d}a\icn hc^ öffcutlidjcu 3icff)tC5^ 

(5(rt 137 5lbf. 5, 6) fiiib feine gmano^^ücrbanbc 

ollcr ^nqel)üriöcn ehvc^ reluiiöfen ^^cfcnnt^ 

uiifc^, fcl'l>[t mcnn fic bieg Dor bcnr ^nfi^ft^ 

treten bcr 91«. öclwjcn iein folltcn. ;2)cr 

••^(uötritt ang einer örliid^ 91eliöiünöc]emcinbc 

i[t bcfdial^ unter b'^T^id^aft bcr 9i«. 5'^^ 

läiiin, u.na'b5äuai9 bciüoit, .o'b ^bcr ^tu^tretenbc 

fid) '.bainft \)on bcr ^ielioiünögemcin'KWt lo§^ 

{aQcn min i^bcr fid> nad) U>ie D-or ^baju befeunt. 

^n beut smcitcn Urteil Dom 7. Quli 1931 \aQi ba^ 

:){eicl)5gcrici)t: . 

^su ^atbrcuijeu maren bic ei)uagoöcnoemcinbcu 
beim ^^nfrafttrctcn ber 9t«. aui^nal)mö(üö 
.Slüvperfdjaften öffcntlid)en 9kd)teö, tu ben 
neueren ^4$rot)in5eu jebod) nid}t ubcraU. j^ 4 
a a O. Wai nottuenbit], um and) biejenigen 
(siemeinben unter bic «eftimmungen beö (^3cfel^eg 
m ftcKcn, bic nid)t aU Älürperfd)aften bci^ 
üffentlid)en 9kd)teö ancrfannt iuaren. '))^Ut 
anbereu Sorten: 5Bären bic ®l)uagogen- 
qemeinben in ^reu[^m anönal^mölo!^. Stöipa^^ 
fd)aften be^^ ö[fcntlid}eu 9led)tce> gcme(eu, fo 
lüärcn fic ol)uc meitercö unter bic §§ 1 oij o 
aciaikn, b. Ij. alfo: Unter hcn 9le(tgtonC)geteIU 
jd)a|ten ber §§ 1 biö 3 jinb bic ortttd)eu C^k- 
meinben, 5uminbe[t a u d) fic, 5U \)er]tel)eu. ®a 
ein Uuterid)ieb 5iuild)en bem ^ubeutum tinb 
'^cn Sihdjax, 'öcn jübi(d)en nn'i) t>cn d)rt]tad)cn 
ürtlid)eu 9{eügioncigemeinid)aften in bem We[e(j 
nid)t geutad)t iinrb, regeln bic §§ 1 biiS 3 a. a. D. 
hcn burgerlid) u^irffamen 5(uc>tritt^mi^auö l>ax 
brttid)eu.Uird)engeuteinben, unb c^^ ijt baDurd) bic 
9JK)glid)feit gegeben, unter «crbicib in ber 
l'an'bct^fird)e unb o()nc 5(ufgabc be^ 3Bo()u]it>e!S 
an^^ ber ört[id)en ,Siird)cngemeinbc mit bürgcr* 
(id)er 3)}.irfung an<rv',u(d)eiben. 
^iefe e^ut[d)eibungen, bic übrigcitc< aud) für btc grof^en 
djri ttidjen ,nird)cn burd)auö uic^t oI)nc «cbeutung 



'^\ 



finb, finb, \vk gefagt, im Dorigeu ^^ar)rc ergangen. 2)a^ 
mit finb biefc 9{ed)tc burd) ha^^ 9ieid)ggerid)t uuumcl)r 
feftgefteUt. Sn bem je^t xuvS unterbreiteten (kfei^- 
ciitiüurf beiftt e5 in § 1 5nnäd)ft, baf^ bic bcftc[)enbcn 
nnb bic auf ^runb biefeö C^^efet^cä gcbilbcten 6l)n^ 
agogcngcmcinbcn .Uörpcrfdjaftcu bcö offenthd)en 
9(ea)tcö finb. 2)ie|er 9ied)ti>[agc luirb bamit 9iea)uung 
getragen. 

Su § 2 t;ciöt cö, t>a\] 9}iitglicb bcr eijnagogcn- 
gemeiubc jebcr 3ube ift, ber in i(}rem «csirffcincn 
ilBobnfiü l)at. 2)ai^ Serritoriatprinji^ imrb aljo aut- 
reditergatten. ^^ebod) beftimmt ^^ibf. 2, ha\] bic^^ utd)t 
für 6l)nagogengcmeinbeu gilt, bereu 9JatgUcu]a)alt 
burd) «citritt^erflcirung erworben \üirb. (^sä be|tel)t 
alfo bic aJiööad)feit,^beionbere ei^nagoöeugcmcinbcn 511 
grüubcu. 

^tu § 3 Unrb beftimmt, iuic bic «ilbung einer 
©nnagogengcmeinbc 5U gefd)el)en I)at. Si^enn in einem 
«CAirt neben ber 2:crritoria[gemeinbc eine '4>er]üuaU 
aemeivtbc befte^t, bann fann ein ^^ube, ber feinen SiW[)u- 
fiü an fold)en Ort i^crlegt, bcr sunt «e,^irf me()rerer 
ei)nagogengemeiubcn gel)i)rt, inncr[)alb einer bc^ 
ftimmteii grift crflären, ha\] er nid)t 511 ber territorial- 
ober «arod)ialgemeiubc, fonbern ju einer anbercn 
@l)nagogengemeinbc gcl)ören mill. SDicfc C£rflaruug i]t 
bann aegenuber ber @taat^^bcl)ürbc fd)ri| tdd) abzugeben 
nnb I)at' rüd'mirfenbe ,Uraft. Qu § 2 ^21bf. 3 ift Dor- 
gcfeben bafi bic (^rflärung inncrl)alb eine<^ 9j^onat^3 ab- 
qeaeben merben foll, nad)bem bcr Qiibe feinen ^ü^ot)nii^ 
in biefem «c^irf begrünbet Ijat. Qm «erfaffuug^^auö- 
d)uf] lüurbe Don einer 0eitc angeregt, bicfe R^ri]t an] 
brei 9Jionate 5U Derlängern; mau U)ar bcr 9Jkinuug, , 
eö fei eine ju tur^c Seit, um einen berartigen immerl)in 
nnd)tigen «efd)tufi ^u faffen, iuenu mau gerabc einen 
Umuig bollenbet unb biefc ©inge Diel(etd)t uia)t 10 )nc 
meitereö aU und)tig unb fofort 511 crlebigeuD betrad)tet 
babc. 5(uBerbem iuiirbc bemängelt, baf^ c;^ Ja utd)t ol)uc 
\iHMtere^^ möglidi ilt 5U beftimmen, ,^u meld)em ^ett- 
pnnft ber 3Bol)ufi^' begrünbet ift. Tiad) bem Bürger- 
lid)eu (^cfetVbud) l)at man feinen 2Bol)nft^ ba, iüo luan 
fid) unter Umftänbcu niebergelaffen I)at, bic aur bcu 
kiKcn eincg bauernben 5(ufeut()alteö fd)(tef]eu la]icn.. 
e^ crfd)icu Uninfd)euöU)ert, eine na"5 beftimnUc j.aU 
fad)c aU «eginn biefer Jyrift feft^nfetu^u ^2)eöl)alb 
lautet bcr 5lna-ag, ber im «erfaffung<^auö|d)uf3 geiteUt 
unb angenommen iüurbe, bal)in: ' 

SBcgrüubct ein ^nbc feineu 335or)nfit3 an einem 
Or't, ber jum «cairf mel)rcrer (5l)nagogen- 
gemeinben gel)ört, fo iinrb ^cr _^93htglicb bcr 
ls5emeinöe im 6inne beö ^luf. 1, fofccU er uid)! 
tnnerl)alb Don brei 93ionateu feit ber ].-)oli3eilid)en 
5lumclbung feineu beitritt ^u einer ber anbercn 
^3emeinbcu gegenüber bcr 0taatöbet)örbe fd)ritt^' 
lid) erflärt. 2)iefe ^rfläruug I)at rüdiüirfeubc 
5lraft. 
!J)amit ift ein Qan^ beftimmtcr %U aU mafjgcbenb be- 
5eid)nct. 

"iRad) § 3 gefd)icr)t bic «ilbnng ber e't)nagogen- 
gemeinbe baburd),' i)a\] 5H>ci S)rittel ber 0tlmuibcred^ 
tigten cincö «c^irfe^ einen «efd)lnf3 faffen nnb ban^bic 
beteiligten 6l)nagogengemeinben beö «C5ir[^:^ beut be-- 
fd)luf;' äuftimmeu. S)ic «efd)lufr:affung ift l)eroci5u= 
fübren, inenu ein drittel ber etimmbered)tigteu be^ 
«c^irfä über eine ber beteiligten ei)nagoöeugemeiuben 



— '~ «» r '■*>K.jg«khHaM|t.»:Jwfc m^.. 



^ h i n II I II« <i* * ■' ' 



69 



«PrciißlfffKi* 9t(t(>igrat 4> <SiJ3imn_am 1> ^ät^JI03g_ 



70 




[65cfcl^ üOcr btc 9i)n(too(icu(icmctubcn] 



t\^ Derlanqt. ^ic mannclnbe Suftimntuini ehicr Q^c- 
mciube faiin burd) bie 8taatöbel;ürbc eijc^t iucvben. 

(S§ lülrb bnim ba^ etiniinrccl)t QCXiic^dt ^icjc 
3?cftiinniHUöC'n okiiibe icl} iiit ciu5c(ncu äibcröclK"' 5^^ 
.biirfcii. 

SBicIjtiö i[t, .bafj m § G ncf-ngt ijt, 'hü\] bic ^ilbung 
miib bie ^O^eräubennu] imv e\.)nam}^MQcnm\\tocn iior 
jtaatlicl)cn (^eiveljnnöiiun bet)'arf. 

§ 7 kltimntt, bafe, fal(^ ki 4)€r 33ir!bun(i ober 58er^' 
än'bening tJiMX ei)TiaoL>öeiincntcl]Tibcn mxc i^ernii3genö* 
aui^cHiaiibcrfcl^uiiin crfor*beivltc() ijt, auf '}{nixn /r^J^^^ 
euiuTn'OaciTocnieiube iikr bic t)crniüiicnöred>tlicl)cn 
Snxngeu bic etnatM>ciI)övbc cntfd>cibct, ludun fid) ö'ic 
iBctcil'iö'tcn nid)t ciiviöcu. 

SBld}tin ift tücitcr ibie 33efHmaiuiuß bcS § 8. ^'Ort 

ift bic i}U^be lum 'ben Dröiaivcn bc-r e\>iM00öcn^ 

Ccincinbcn. ^cbc (S^cniciiibc niuf] einen 33or[tan.b unb 

eine (S}cnicinbe\;ertretuiiig Ija-bcn. Sd) iycibc 3T)ncn 

HorlTin nHtocteiU, .bau in km (^e(c^ Dont ^aljre 1H47 

bcftinvnit äft, imc 'bie (^5envcinlbct)ertretiinö ,gemal)lt n>iri> 

umb b'a[^ bort bci§> aUqcincinc 3i>al)Ired)t ein-öefiil|rt mar. 

9^id)t mar cin'i]c[iil)rt baö flleid)c SöaI)Ired)t. Se^tmu^b 

Qcfaat ba[5 bic C^icnicintbeDcrtretauig mit gleid>cm 

fetimntrcd)t unb, fofern nid^t bic ^-Serfaffung aug be^ 

kvnbercn (^rüukn ci-n anbcrcö ibcftimmt, mit a\U 

o'^nvcinem etimmrodjt immittclibar un'b gel)eun gcmal^lt 

mirb. Si)aS gleid>c .gilt für (!>cn ^^orftaaib, fallö beffen 

Balii inid)t bca- (^emcin!bct>ertrctuiu.g t)orbeI)alten fem 

fiVKte ^aft man ba^ gleid)c BaiI)Ircd)t cinfiil)vt, 'berul)t 

bamuf, ba\] man ^aö etimmredjt ivid)! eima ^on einem 

Sculuö abl^ängig mad>en mi((. 2>aö angcmemc m:\i)U 

rcd)t foU beftc()cn, menn nid)t in ber !^erfaffung iW. 

befonhcrcn CSk'ünibcu ein anboreö gcfagt 'i[t. 'älU, aucl) 

bie JT-rauen, foltcn ba^:i m>al)(red}t geniebeu, -mic eö in 

ber iibcrmiegci^beu Si^^)i ber iii;bi(d)cn ei>uiagL>gen= 

gemeinbcn 'bereite f)cutc ber ^^ali ift. 

^'riil>e>r 'gcl)ürte nicrfmiii'bigcrtr>eife ,\um 33.orftanb 
ber et}nagoneugeme'inbe nid)t oljnc ir^c-itereg ber (^c- 
mcinbcrabbiner. 3et3t ift langeoi^bmet, bafj ^ ber 
(i>cm'cinbcrabbincr, mm mel^i'cre \)ürl>anbcn ]\m, 
inenigftenS einer üOiU il)nen unter 'alten llmftanbcn -bem 
wiorfiiTiib mit ib.e]d>liet3cnber cber knatcu-t^er etimimc 
onget}üren mufi. 

^n bcn §^ 9, 1.0 nt^b 11 fiiib bann \m\ioxt 33c== 
ftimuMiiigeu •gciioucn uocr Oit ^\iu;a ^-^ j^--; ^ 
nnb ber (^em^ciinbcücrtretung, über 'bie S[l^al)lkrcd)== 
tiqimq, ükr .bic m, mie ^^c[d)Iüffc kr (^emcinbe^er^ 
tretung jn beur!unbcn finb, 2)inge, bic tm tücfcnt id)en 
t)en ^^cfMinvunuigeu amioQ fin.b, 'bie für bie d}ri|tlid}en 
5el)rd)cn beftcl)cn, nnb bic tciner bcfmibcreu Erörterung 
kbürfen. 

^u TebT>aftcn (Srörtennigen T)at kigcgcn fomol)! 
Dor bcm (Srtafj be§ C^3e[ek^ in kr ^^3reffe aU je^t im 
^ßerfaffung^'aiiöfdjufj 'bie ^i>e[timmnu'g beö § 12 gegeben. 
!Dort I}eif^t eö, kift alö aiob'biiuer, »{etigionv^IelFer fomic 
olö ^or[it}enbc beö ^^orftank\^ umb kren eteUücr^' 
treter nur ^pcrfoncn 'beflellt merben föuiien, bie 'Die 
beutfd)c ^Keid}s:^anger)örigfeit kfitjen unb baf^ IHmi^ 
nal)mcn ber Wcue()migung 'ber ®taatöibe() or beu be- 
bürfen. ^iifyulid)e ^^eftimmungen gelten ja and) für bic 
d}riit(id)cn itird)en. l>(ufierbem ift gegenukr bcm 
früberen ^iiftanb eine Cs^doidjtermng ge[d>affen, kMiu 
nad) bem C^eje^ Don 1847 mufjten nid)t nur yUibbuicr, 



9f{eIi<]iw^eT)rer unb bic fonft Ijier aufg<?fiir)rten ^er= 
fönen ibic beutfd>e yicid^ciangctjörigfeit befilK'u, fonbcru 
foga/r and) ber 8i}uagogcnbiencr. C5>ie übermiegenbc 
^.^jic'()r()e'it ^eö !i^cr[.affung^oauö[djuffeö mar ber llJioiming, 
(bafi bie :a3'C[timmu.U'g beii S 12 unter feinen llmftanbeu 
enl'boI)rt merben löniie. !Dic ^ukn fageu: ^-ll^ir [uib 
fel)r oft aber bod) meuinfteiiy I)ier unb ba in ber l'age, 
einen I^eröorragenbcu (sJoIeI)vten alö i){eligiouc^IcI)rcr 
über i)labbiner ansuftcKcn, ber nid)t bic beutfd)c i){eid)^^= 
aiigcl)örigf'cit kfitU. %n\ bic Ätra[t, a\\\ ba\ Ilnterrid}! 
biefcö ^JJiianueö mbd^tcn mir nidjt l)er,^'id}ten, obmo'I;! er 
tiicücidj't nid)t geneigt ift, beutfdjcr i)\cid)CHinncf)örigcr 
511 merben. 5^iir fold>e 5yüüc fagt ber leiUe -^al,^ bcö 
§ 12, ibof] 'ü'On kr Btaiatiorcgicrung ^sHu!i?naI)men be= 
mill-igt merben töiineu. 3;m ^^erfaffuugoaihofdjufe 
mürbe kanta-agt, bem ^meiten ^at^ kö § 12 einen 3u^ 
[ai^ m ^^^^^h Vt f'^^in'^i' /^^^^ (^3enet)mignng ^arf nur 
Qi\^ mid>tigcn (.^3rünben ücrfagt merben." 'Xaburd) 
füllte alfo bic ^tnftellung foldjcr in jübifdicn (Gemeinbcn 
miaftgdicn^en ^^erfonen nod) über bie ^eftimmiing bi^S 
§ 12 I)inauö erleidjteirt merben. ^er ^erfaffung^- 
iui6fd>ufi I)at liefen M^^ abgelcljut. Gr 'bittet eie 
alfo, e§ bei kr gegenmärtigen S^affnng beö § 12 be^ 
menben 311 kffen. /crt^ ' -^^ffr . 

5fn bcn §§ 14 unb 15 ift jum gröf^ten ^Teit mört- 
lid) entfprcd)cnb ben ^H'ftimmungen, bie fid) im iiou- 
forbat unb im ^^ertrag mit ber el)auge(ifd)en Kird)c 
finben, bic ftaatlid)c (^5encl)miguug 511 gemiffcn '^c-- 
fd)tüffen ber 6l)nagogengemeinbeu unb bic ^^crcd)tigung 
ber (Staatöbcriörbci be^üglid) ber •^k^rmögeudOermaltuug 
ber ©l)nagogengemeinbeu cinsugreifen, geregelt. 

^cr § 16 fagt, baf5 (2l)nagogengemeinben fid) 
jmec!^:^ (Srfiilfung gemctnfamer öffentlid) red)tlid)er ^^(uf^ 
gaben jn einem C^cmeiubeUerbaub 3u]auimenid}[icften 
iönnen, unb ba\] auf bm bann ftaatlid) anerfaiinten 
(M<>m.Miibelievbnnb bie §i^ 12, 14 unb 15 cntfpred)enbc 
^Inmcnbnng finben. ^a^5 finb bie ^i^eftimmungen über 
bie "i^tnftcUiing bon ^:>tu^>tänbern, über bie Steuern nnb 
bie ^V^rmögen^:^üerma(tnng. ^ie ^iuid)Iüffc cine^i foldjen 
^erbanbe^^ bebürfen ber ftaatlid}en (Menebmigung and) 
bei ^tnberungen ber ^l^erfaffnng, bic bQn ,3merf, ben 1^^^ 
reid) ober bm 6it} bc5 il^erbanbe<3 fomie bm (frmerb 
nnb ^erluft ber i^Jiitgliebfdjaft betreffen. 

3u biefem § IG bemerfcu bic 9JiotiOc, ba\] in ber 
9lcd}t^^IeI)rc bic 'j^n-age umftritten fei, unter meld)en 
^^oran^^fefmugen berartige C^emeiubelierbciube gemaft 
5(rtifer 137 ^^Ibf. 5 Ba^ 3 ^'l^. Ätörkrfd^aften hc6 
;;ff,,,tfr;,«rvnn <^»*orf»fa vi-».>vh(Mt unb Mo(o T^raae taffe ber 
entmurf offen. Er fteltc nur feft, baf^ nur foId)e iSk-- 
meinbet^erbäube nad) iU^iftgabe be^j öffentlid)en ^)ied)t^^ 
eine Umlage ergeben fönnen, bie burd) bie etaat^i- 
bebörbe aÜ il^örkvfd)aften bei^ öffentlid)en ^){ed)to am 
crfannt morben feien. ;"\n ^^Irtifel 137 ^\^ ^^^P,,f 
ja- ed)neöen fid) mer)rerc berartige öffentlid)-red)tlid)e 
y{erigion^.gefentd)aften 511 einem ^lU>rbanbe ^ufammen, 
fo ift and) biefer ^^erbanb eine öffeutfid) red)tlid)e 
iförperfd)aft. — »n UH^[d)er iBeife biefer aufammen'- 
fdilnft \n erfotgen I)at, meld)e^3 ba^:^ Mviterium ift, ba^^ 
liun alW>reid)t,^lm einem fo(d)en 3nfammenJd)Iuf^ bac< 
i){ed)t ber öffentlid) red)tlid)eu ^){eligiouogemeiufd)aft ^u 
geben, ift in ber ^){eid)v:<Oerfaffung nid)t gefagt. eelbft^ 
Wrftänblid) ift, baf^ nid)t Jeber 3ufaunuenfd)hif^> ^u 
irgenbeinem \)orübergeI)enben ,3med etma eine foId)e 
.Korporation be^:: öffentlid)en ^Ued)tvi fd)affeu fann. 
.<nicr gel)t ber (^ntmurf fo meit, baf^ er bie (Menel)migung 
b^m "bie befonbere '.Hnerfenmnuj burd) bie 'Jiegieruiig 



( 



r>ei 
moi 
bie 
au 

Hill 

fta. 
bafj 
^^e 
llnl 

me| 



tun! 
t)on 

fnffi 
biej 

mcil 

erfl 

ni( 

9t( 

eini 

buri 

fel.M 

.«ni 

batil 

in 
meii 
beul 
einj 

ftini 

8 1' 
I)ält| 

icidj 

ber 

bete; 

b.ibcl 

Wcnj 

Wti 
k-, 

blCli 

fd)Iif 
gröj 

ift 
fid)tl 

rid)1 
T>eri 
fd)ri 



orte 

nal)] 

gleicl 

i^^ft 

AHrd 









70 



[äubcu 
ir iiub 

\M)xa 

[cvricl)t 
)Lv[)l er 
|)LU-ii"\cr 
Ihi bcg 
tu 'I>c= 

•u 3ii^ 

|vf lua* 
[•abiivcl) 
[ciivbcu 
|iu'\ bc^3 

et 9ic 
ll2 k^ 

.Slivc()C 
:u 53c^' 
[)tic\uu(i 
paltiuu"^ 

tu fiel) ' 
:x %n\- 
[l)UclV'n 
[auutcu 
(cc()cubc 
n\ über 
im uub 

foIcl)eu 
\\c\ and) 
)en 5Bc* 

•rmcrb 

in bcr 
lr)eld)eu 
ßenüif^ 
ie)i bcö 
[(fc bcr 
|d)c C^V^ 
^)ie(l)t^i 
:taat^- 
|()t<5 aw' 
leilV cö 
[ed)tUc()c 
Lnuucn, 
led)t(id)e 
innueu= 
i[t, 'iia^S 

|d)aft ,^u 
ee(DiV- 

c fo(d)c 
li faun. 
iminimci 
'Qicrunc} 



71 



qgvcufMfd'jcr ^trtrtjgvat 4> Siiutnn am 1> ^är^ tO:^2 



72 



t 



l 



f 



ICs^cfclJi üöer bic ^i)nrtaortcnacmclnbcitl 



Dcrlauqt. ^Beuu ein foId)er [tnatlid) mierfauntcr (^k^ 
meiubeücrbanb nun cutftaitbeu ift, fo \oU er befiint jem, 
bic 5iir ^cdm\c\ feiner "iH'biirfuiffe nonocHbineu Moftcu 

auf feine 9jaiqiieb^5cit^"^^i^^^^'^^ ^^^^'^) ^"^^'"^ ^^^^ ^^^^^^ f^'^' 
juftedenbcn ^l^evtei[untv5maf^ftab unt^uleneu. "iind) btefer 

UiHre(iunn^3befd)Iuf^ bebarf bann bcr (^kue[)mtcinnn ocr 
ftaat[id)cü l\^\)'öx'öc. <&^ ift ber 5Bnufd) laut c^elüorbeu, 
bafpiulerUuiftäubcuciuemford)cu^ufammcunefd)Ioffcucn 

^Un-baub bae^ ^Ked)t ncnet^cu iuerbeu mönc, uid)t nur emc 
Ibnlaqe auf bic in il)m cnt()a(tencu ein.^clncn ©c^ 
meinben, fonbern auf bic ^Jütnlieber unmittelbar mad)cn 
ju bürfcu. 2)aö ift burd) bcn § 17 üerl)tubert. 

!3)ic bcftericnbcn ©ijuacionennenieiuben mü^/^« 
innerhalb einer ^vrift, bic auf (Mrunb biefc§ (S3cfe<jeg 
lioui etaat^^niiuifterium Bcftimmt lüirb, tl)rc ^^cv- 
faffuunen fo cinbern, ^ fic mit ben ^öcftimmunnen 
biefc^y(Mefetk'^3 in ©inflann ^n brinnen fiub. m ift bic 
;vranc aufaeluorfen korben, maö nun ncfd)el)cn it)urbc, 
Uicnn eine' ei)nanonennemeinbe ha^ nid)t tut, iuenn fic 
cvffärt: 3lMr füllen iinferc 33crfaffunn^3bcftimmunncn 
nid)t in biefer Sl^eifc änbcrn. — ^er 53erlrctcr bcr 
©taat^reciierunn r)at crflärt, biefer J^all iDurbc faum 
eintreten; bic ^^^eftimmnnnen ber ^-l^erfaffunn feien fc^on 



R'm ubriaen muröc oann oic ;ni-Huuuuj uic ^vw^ittw-- 
baben i>a?^ ^^ed)t bcr .^i3rperfd)aft beS ofrentlid)cn 
'!)\cd)t^^ 5U Uiibcrrufen. r(n bcn ©ijuanoncniiemcinben, 
in benen eine ju 53erfaffunciöänbcrunnen befugte (^^ 
meiubclicrtretunci nid)t beftel)t, U>irb bic 33erfan'unii bon 
bcn nad) § 8 5lbf. 3 ftimmbcred)tiöten SJ^itoliebcrn mit 
cinfad)er 9J^el)rl)eit bcfd)loffcn. 

^a§ fin^ m bcr ."pauptfad)'C btcicnic\en 33c- 
ftimmunncn, ^ic id) ^■C)n.Gn \>or.^aitranen Ijafbc. ^u bcm 
S 10 ift 'uiod> nefaqt, ba\\ bic über bic bcfüinbcrcn ^-ber- 
l)dltui]ic ibcr ;^sU'i^cn criane-iicu ('aMOivC my ituuritCvw. 
^Hnfd}riftcn aufni'l)oben merbcu, lr>äl)rcnb bic rcligaofcn 
^ßovfdiriftcn, bic in bem an.ciefü'I)rtcu (^cfe^ fcl)r ,^al)l- 
vcid) cntl)arten fin^, beftel)en bleiben. 33'ig m}^ "^^^l'^'^}} 
bcr mid) § 18 %b\. 1 an beftimimenben ^rift, innerl)alb 
bereu bic O'kmcinibcn il)rc SScrfnffuun ab^uartbonn 
l)abcn, bcr)alten .bic 5[^ciof>affuu9cn bic SBirhin.q mi 
C^)emciubcbcrfaffuuöcn. 

Unberül)rt bleiben aud) in bicfcm Ciicfe^j alle ^or- 
fd)riften über ha^ ©djul- unb ha<<> ©teuer\r>efcn. ©nie 
befouberc 5lV'ftimmunn tDar nod) be^ünlid) ber ^robin^ 
.^^annolier b«'^^ rbrmnliaeu .^urfürftentumö .?)effen uuD 
beö cr)cnialinen '.fxn',^o(itume> 9Jaffau ju treffen, l^sn 
bicfcu :^äubern (\QUcn nod) befouberc "i^cftimmuunen. 
.^ncbcfonberc ift "in .seurbeffen ein nvöf^'rer .Sufammen- 
\d){n\] iübifd)er ©l)nanonenc\emeiubeu erfolgt, in 
nröf^erem Umfaiui, alö er fonft im 2anh beftel)t. -pier 
ilt qefant, baf^ für \)ai ^^creid) biefer ^robin^cn l)in= 
fid)tlid)'ber beftel)euben nenieiufamen 58er\i)altunn§eur 
vid)tunaeu mel)rerer 6i)uanüiienc^emeiuben unb jur 
^krcini)citlid)uun be<?> 6teuern)efen<:^ befouberc ^or- 
trf)riflen crlaffeu Uierbcn follen. 

!l)cr 51ierfaffunnSau§fd)ufi 1)01 nad) einnebenber (Sr- 
örterunn bcfd)loffen", Ol)nen bcn 0'kie^Jeul^üurf ^ur 5(n= 
nnbuic '^u cmpfel)ten. (fr bringt einerfeit^^ eine %\y 
H(cid)unn beö iUed)tö ^oer ei)naöonen9emeinben an bic 
'^kftimmungcn ber S3crtränc mit bcn d)riftlid)cn 
.Uirri)cn; anbcrcrfcitö oemä^rt er bcn 6i^naooöcn- 



ncmcinbcn eine \Dcitfjer)cnbe, il)rcn 5öcbürfniffcn cnt^ 
fpred)cnbc ^lutonomic. 

2)cr 5Iusifd)uf^ I)at nur bcn 5{ntrac; ju § 2 Hbf. 3 
annenommen, mouad) ber ^ube, ber ber5iel)t, inner- 
I)aib bou brei SD^ouaten feit ber t3oli5eilid)en ^Inmclbunn, 
fid) bei bcr anberen C'^emeinbc anaumetbcn l)at. "^ladj 
einem Eintrag beö 3entrum5 folltc bcr § 12 bcn 3ufai^ 

crl;altcn: . ^ . „, .. 

:j)ic (^)cner)minunn barf nur au6 mid)ti.qen mun- 

bcn berfa.qt i-oerben. 

!Dicfen Hutrag r)at ber ^crfaffunngaueifd)UH abciercr)nt. 
Qd) lueif^ nid)t, ob bic .^crrcn bcä 3cntrumö il)n I)ier 
iDiebcr anfnel)mcn iüoflcn. 

(3[ßirb berncint) 

2)aö Gefd)iel)t alfo ntd)t. 

DhimcnS bc§ 5Ikrfaffunnöau§fd)uffc§ bitte id) 
bcmnad) um Hnnal^mc bcö ^Intrage^ ouf 2)rud|ad)c 
9^r. 64. 

(s^.rfter 33i5C^väftbcut Dr. (streif: ^d) ftelle bann 
or)nc befouberc 5lbftimmunc] bic 5{nnal;mc bcä Hu§- 
fd)uöantrageö feft. 

2Bir fommcn anm bicrtcn (^egenftaub bcr 
2:acjegorbuun,q: 

^utuntrf einer ^^ctovbuuac^ übet bic (s;rs 
rid)hiu(^ \}on ^icuftftraffcuatcn i)cx bcn 
OiJcrIaubcöiicricI)tcu — 2)rudf. 9Zr. 41, 58 

^cr Hutran bc§ ^^crfaffuuoäau§fd)uffcg befiubct fic^ 
auf 2)rudfad)c 9U\ 58. 

[5ßortlaut be§ HntraqcS: ' 

^cr etaatörat ftimmt bcr 33crorbnung auf 
2)rudf. 9^r. 41 bcaüglid) bcr Übcrlucifung ber 
^ifai^linarberfabren bon 9Jiarieun)crber nac^ 
33erlin ^\v. ,^l;i3uigc>ber.q ju, fomie bcr 3u- 
fantuKnlenung bon Sta\kl unb ^rauffurtWain, 
cml)fie[)lt aber im übrigen, bic 2)ienftftraficnatc 
bei bcn cinacluen Oberlanbce>gerid)ten für i^rcn 
33c5ir! ein5urid)ten."l 

®aö 2öort al^i ^^crid)terftattcr I)at bü^ ^Htglicb 
.§crr 'Dr. Saugemaf. '\ 

Dr. Srtuncmat 58erid)terftattcr (Hrbeit^.gem.): 
9Jleiuc .?>crrcn! Qu § 22 bcr 2)ienftftraforbuung ^tr 
bic rid)tcrlid)en S3camteu bom 27. ^annax 1932 ijt üor- 
aefcl)(^n, baf^ bic ^ienftftraffcnatc — 'C^a^^ ift bic erftc 
"^vnftan,^ für bic rid)terlid)en Beamten unb \nx bic ^10= 
■ tarc bei ®ienftftrafl)ergcben — gcDilbet meroeu foiicii 
bei einem Oberlanbei^gerid)t für feinen ^e-,irt ober |ur 
mebrerc Oberlaube^5gerid)töbeairfc. 6ib ^i'^b ^IlMvfung^^ 
!rci§ ber 2)ienftftraffeuatc foll baä ©taat^miuifterium 
beftimmen. 

2)iefcr gefet^lid)en l^lugniö cutf^rid)t nun bic nn<^ 
auf Tit. 4r ber 2)rudfad)eu Dorgelegtc ^krorbuuug. 
2)arin ift borgefeT)eu, baf^ 2)ienftftraf]euate im allge^ 
meinen gcbilbet Uierben fönen bei jcbcm DbcrlanbC'5- 
gcrid)t, i'ebod) fiub folgcubc Hue>uabmeu; gemad)t. ^cr 
bbcrlanbe^3gerid)tc;bc5irf ©tettin fofl uun ,Stammer^ 
'gerid)t gelegt inerben, uub bom Oberlaiibe^uiend)tc^bcairf 
9Jlariemi)crber follen bic £anbgerid)ti^be^irfe SJIefcrit^ 
unb ed)ucibcmür)l gleid)fall^ aum fCammergerid)t 
fommen J^ür bcn Obcrlanbe'5gerid)töbe5irf ^lel foll ber 
2)icuftftraffcnat tjcrciniöt iucrben mit. bclu 5)icuftftraf^ 



; 
\ 



t, 




>1 


1 


■ 




;, 


.1 


i 








# 




( 











■M^^ 










ly^i^^i/ip^ ilUfU. lUf 



) 



/ 









^ H' ''^(r^^^ 



^JuAAili-I^HA^li'.'t'- i^^^^^^c^-^-^^^^ ^^r'-^. 






?.-c^ 







.^^ ^ ^^ .vt^tc^^ /^^ . TtM^f^ S^iW-^^v^^ ^^,^^i^ 



ri>XdA^^ n<^(\£U^ /ly> 



ql^^M^ /docx^ pm? ^ ^^^-^-^ 









\(LO^ u^ 





o'-'J^ool ^^ U^c^i^ ^kyLf AJ^-^A^^ilL^^^ 






I 






r" 



''^/^ (lA^iß^ ^l<j(. 






r^- 



OA^n^-^'^ 



^^^-^^^-t^ 




^,'^t/t^r^ 






\ 



/? 



I 



<^i>^t 



^) 



A^^C^ 



b 



rA 



/^A ^c^^ ^-i-^ 






^/'r 





^t.C', • 



1 



> V. 








A^ 




^€-C^-^ 



o 



^/^^ ■ ^4'//it ^•-^'^ ^-/^/Z /^-^ 









/i >-~ — ^-t"^^---^/^^^ 






/^'' 



4^1^-.-. 



'^/ a^ ^ , 













/^< 





%^^^ ^:^ ^ '^'^>^ ^^-^ ^^^ 




A^^cU^Oi^ />nf. / ^"^^^^^ oc^44^ J^^^^^ Au^ 



z: 7 /^ 



,,4^^ ^>^w/ ^/^^ f 





j*^ 



^4^ A^ ^^ 




"^ 



\^4^ 



^ße,^'^¥fO y^^/^ 



■\ — -, 







// 




X^$^ 



"^j^ 







4>if*i4l**^^ 



,^^/?^ 4^ '^ 











^^ 



U^u^ - 

w 

n^/^C^^^'^^^ /^ ^^ ^ ^^^t^t^ >^;^ ^^-^^-4^ 







i^ 







^. /^^/J' A. 2-fli <^ -/^//^ 



■^^^ 



i^#^ /^^^^ 




y 



i^ 



•'^ 



«^-^^ 







^ 






/ 



**^*4*t 




^^ (J^^>^^ A- /^. ^-^ -^ -'^ ^ '^'^ 



X 



I'-U' 



^-- Ju^^iA^ ' ^^^ 




Ac< 







+ - 










■'-'■'n'i*^''<>^7'rBaai 



/: 






/ / 




Page 6 

f;. 0, Lowenihal 



THE PRUSSIAN "LANDESVERBAND" 

SOjh Aniiiversary o£ its First Assembly 



About flfty years ago '" ^h« «"^^14"^^^°*. 
iq'>'i thf delegates of the Prussian ""H".™, 
ierbind of the Jewkh Communiües assemb ed 
l!r tfw^r first association congress m Berlin. 
KlmmVrgeridiS Leo Wolff. chairman of 

iÄ uShal. a Liberal, who was doported 
to the East in 1942. and the ConservaUve 

Adolf Schoyer, l=''«',<=»-f?^t' I^Ä IMl 
man o£ the AJR who died Ki B«rta .n^i» 

attcr hls return from cmigraUon. au '«"V "* 
aiii-r uu. icv »h»ir Office In an honorary 

thcm carried on in tncir oii.tc '" " .„i_.-j 
raoacitv as long as the Landesverband «"st«». 
i untd 1938. The congress fomed a 
■Touncü" ("Rat") which in tum elected from 

("Engerer Rat") of tcn members to conauci 
the daily business. 

Elected on Democratic Principlcs 

The roughly 125 delegates to the Lanteve^ 
h.>.,H<i a«,semb'" had been elected on tht oasis 
of dcmoc aUc priaciples in W «loction^a.^icU 

«hioh were on the whole ide«^«! 7'^^^°^' 
„r several Piussian provinces: t^e lar^e com 
munitics of Berlin then ^^jj't^ 172.600 Jew^n 
inhabitanti), Bre.slau ,,^.,23;2OT), Fr-nWun 

(29,400) and Cologne d'-O«»- l»"^™*" "m- 
♦:^r. rJictri t*j of their own. In 1925, tue num 
Li of mun ties afflliated in the Landesver- 
to .d wasTsO. Roughly 403.000. i.e over twc^ 
thirds of the 362,000 professmg Jews m the 
ir^r-f' n-re n-ider.» in Prussia. Apart from 
t^ niTmerLäi majority. Jews in Pnj^a 
exerci wd an intluence oa the poUUcal, ml6l_ 
foctual and spiritual Ufe which far transcended 
the Land itself, so thal a wr^spo^ding impor 
tance could have been accorded to the 

Landesverband. i„„i„.n„o rtraft 

The main preparatory w«* '»' V^^g °^\f; 
•ititutcs had been done by Dr. (jur) ibmar 
Fremid'(died in 1956 in Jerusalem) who was 
fxfrTmely well ver.scd in these n.atters havmg 
bom rabbWcal and legal qualifications; aä 
- carlv als 1919 he had already workcd out the 
d?aft for the Constitution of a Reichsverband. 



the Liberal faction, the strongest one nurobM 
i^I 70 members. were Dr-i-udwjg Holl*e°fe. 
diFector of the "C:V.:. ««d lawy«« Dr. ju ™ 
Brodiütz, Dr. Heinrich sakeles. Dr.i i 
Seligsohn, Heinrich Stern and Brunf V 
on the Krft. where the 31 Zion.sts (ufauc^ 
Poale Zion) sat, there /cre^ amo^ olthe^; 
Alfred Berger, Kurt Blumenfeld, Dr. osct 
i Cohn Dr. Nahum Goldmann. Ministerialrat 
! HarS'c^siar and lawyer Dr. Max KoUensch^^ 
The ^Berlin) Reügious Ceatre Party ( For 
' Peace and Unity of the Coimnunlty") had 

six deputies. , , ^, ^^_ 

A section of the Orthodox Jews was orga- 
iü«^ed sep^atcly in the "Preussische Lande, 
vel^ami Vtistreuer Synagc>gen^^^^^^^^ 
which as it was bast^ on Halberstadt was 
referred to for short as the ••HalDcrstaedtei 

^ Thrc'lmgress of the Prussian I^ndesverband 
procec'ded stricUy according to parliamentarj 
'X which were sometimes excessr^ 
rigorously applied. Heated ideological discus 
si^ns were not infrequent and the polemics 
iridulged in proved often to be detrimental U 
positive work. 



Assistance to Smail Communities 

To fiive an example of the practical busi 
nes. dtcharged by congress. we may reo;]] 
ihe prinzipal subject matters and prob ems dis 
eu^^sed at the last meeting on April 3 and 4 
19-^2 • The Government BUl for a new Prussiai 
law concerning Jews (amending the 1847 La>j 
rerulating conditions of the Jewish communi 
tics)- tüpical Problems of German poUtjcs 
internal Jewi?h ideolo-ical matters; assistance 
for the poor communities; problems jelatmg tt 
Di^Jtrict Kabbi's ofiices, snoiu^sv. o*. .— V"-. 
antl teachers' training; pensians msurance foi 
Jewish officials; the problem of koshei 
slaughter and butchering and, onco again, tli( 
question of the -Reichsverband", 4 

The Prussian Landesverband had also se 
UD an economic committee which was cluefl; 
ocoupied with alleviatmg the increasm^ 



I 



.n, . u^^^v.ye 0* ♦he Prussian Landesver- 
band'w J to 'vmite the synagogue communlti^ 
in the Promotion of their mterests. Its ^ste 
SdÜded the advancement of reiigious We of 

the communities, financial ^'T??!*, Jm .'nd 
poorer communities, protection of the legal «"ö 

nnancial Position of '°7°"rfl "Si 
oreation and preservation of cultural insi«" 
tiol and co-operation in the Prcparation of 
acts concerning täie legal position of the 

*=Tom"m5 onwards the Landesverband 
Oongreäs mot once a year as a rule in the 
disnified aa.l impressive plenary hall of the 
fimer Prursian "Herrenhaus" (Upper Hou.e)^ 
Sl^g mcn of Prussian Jevj^ we^e to be 
Qron in the front rows of the seais wnicn 
were ^rran^ed in a half-circle: On the nght 

Tde ^S tbe 17 Consejvativ^,,rn:^^^^^ 
AdoU Altmann, Chief Rabbi ?/ ^rier next t^ 

hin' the lawyer Abba Horovitz (from FranK 

rurt/Main. later «" a co^ounder of the AW 

and Rabbi Dr. Ludwig Rosenthal (Cologne). 

?n the centrc, among the representatives of 



Does your heatmg cause dry air-affecling 
your health or piano, piants, antiques, 

svood^vck Ä painfinqs? 

As HUMIDIFIER- 

SPECIALISTS we 

shail be pleased 

to advise you 

and send you 

cur free 

explanatory 

leaflet 




THE HUMIDIFIER COMPANY 

25 Bridge Road, Wembley Park. Middx. 
Tel; 01-904 7603 



AJR INFORMATION January 1976 

pli)?ht of the middle class and the working 
people. From 1933 onwards this specaaJ com- 
mittee set up central offices for Jewisn 
cnonomic aid and for Jewish loan funas 
which were eventually incorporated as depan- 
m-?nts in the Reichsverti^tung. 
It was the great merit of the Prussian 
X Landesverband that, by means of financial 
{ equalisation and adjustment and by making 
' use of State subsidies it kept hundreds o£ 
smali- and medium-sized communities alive. 

Beiween 1933 and 1938 

In View of the fact that from 1933 oawards 
all centr*^l problems were dealt with by tue 
newly estabbshed "Ileichs^'e^t^etung'^ the 
bulk of the work dtme by the Landesverbanü 
shtned to Problems of the communities and 
this all the more as their economic, social 
and cultural troubles visibly increased owmg 
to the growing migration of members from 
the srnall- and medium-sized communities into 
the largc communities. Frequently it became 
nece3s;iry to disregard Community borders and 
to merge soveral communities into districts 
under the care of one official. To this had 
to be addcd the preservation and enhancement 
of religious and cullural life above all in com- 
munities which no longer had ß.ny teachmg 
and religious officials of their own and were 
at risk of social isolaüon. This is why the 
Landesverband began to dispatch sermons to^ 
lay leaderi. on the occasion of High Holy-days. 
Speakers and artists were sent on "culturaj 
tours" into small- and medium-sized comrrii 
nities and a mobile library was created. 

After 1933, the Congress of t\r. Prussian 
Uindcsverband was no longer convened for 
economv s sake, but certainly not only for that 
reason. "llowever, the "Council" and above all 
the "Sekct Committee" continued to meet as 
the leading and responsible bodies. 

In 1938, the tasks of the Landesverband 
were tran.sferred to the "Reichsverband der 
Juden in Deutschland" which had been set up 
on the basis of the Nazi "I^w reguT. .ting the 
legal Position of the Jewish communities . 
prcmulgated on March 28 of that year. The 
communitioK, which thus lost their characcer 
of publ'cl-"' bodie!« and tumea mto le^al 
entitie&"in'civü law, had now become direcc 
members of this new Kelch Organisation set 
UD by coorcive measurcs. Tiius iho Landesver- 
baende disappeared as independent associa- 
tions of Jewish communities. This also meant 
the end of the Prussian Landesverband. 
The "Council'' of the Pi-ussian Landesver- 
i band mct for the last time on Juiy 26, 1938; 
' its deliberaüons took place under the pressure 
of the new regulation. It is in this ii'unt that 
the oßiclal resolution passcd an this occasion 
must be understood. It said intcr aha: "FoUow 
ine the formation of the Reichsverband, the 
^...nPii . desires the Prussian Landesver- 
band to merge in the former and it authorises 
the- Select Committee to set in mouon all the 
necessary Steps to this effect." This happened 
15 weoks beforc the November pogrom which 
abruptlv put an end to the still existmg i^m- 
niints of Jewish self-administrauon. 

For a long time now the Prussian Landesver- 
band of Jewish Communiües has^ been past 
history. However, the existence of this bene- 
ficial organLsation which came into behig 
during the last phase of German Jewry and 
vvho'öe development can only be brieüy out^ 
lined here, remains of considerable mterest to 
the historian and this is borne out by the fact 
that the Leo Baeck Insütute in New York has 
prc^'aUed upon one of the few survivin^ mem- 
bers of the Landesverband who now lives in 
Israel, to write an objecüve history of this 
body. So far hardly any preparatory scientific 
material for such a hisbjry exists. 



SS^^ 










tU^ 1 ' 










ii 



•^'V l » », »»J -v V 



sMrn^n<>en WaWinet ^t^ »tu u tt • 

cbioetiiirt (»<rlm) oet- 

„.rv.. uid^nelf ©timmunq in Wen 

rit«? in^iieitortlfM bcr legten ^Jhimmct 



Di« ^ötlUflci^bc «umm<r i'"f'^« 3emin<> |«tt^^ 

n «Xr t>«n 9ieid)6tna8oeöeortynelcn '^tb l'ct' 
.ufl. Mc Mv' ;>,fiturq üon. Jöeßinn an t 
u.it fie batiibf r -ii »>;Hfn im öff«r • ^ -« - 

rhuttric fcnben. iwil «it 2Öctt Niraiij Uö«^, 

H^üDänDlcrn nict)t cttjöHlid) tft erbitten wir !Wod)rid>t, bamit 
-: nxitcrc« wrcnlnffcn fö»n<n. 



Der 3ufommcnr(^lug der prcugtfa>cn 
®yna0O0en0cmcmdctt« 

lit Orünbuhg bc» ^rcufetft^«« ßanbeÄöc tbanbc» - 

einfthnmift bc f d^lof Jen. 

XcT Jöorftönb bfr JBcrlwft (Bcmcinb« I)(Ht« Wc 5krtr«t<r bct 
pvcufeildjcu et)nQöDqfn6Pm«?inbcn nad) JBerlin ö^Iobfn, um ü^rcn 
;] u ftt m m e n f d) U ft a" ei«i«t ßflcntlic^rec^tiidjen r 9 a n t j 
f«tion iu fnnöniid:cn. 3:(t Sw^n« ber UkrhdltniHc unfe bt£ 
Jii>t b€t 3eit, Me nuc cn(jer 3ufflmmcnfd)Iu^ noc^ mncn 
milbctn fann, lieft bi< iPct^nfcn, bcfe ew fiönbcSüerlmU) 
t(x preiifnid)n (s:cmcini€n eine (SefdiirbiinQ ber ««forntoraanilüion 
betcutcn fönne, in ben ^intctflrunb treten. 2>tejct (Sebanfc war e» 
md), ber bic ?hfl|ül)umflen 5er mciften Weinet ^urdwofl. 

«eticimrnt Stern, ter 23or[tcIv?r fccr 93<rliner ©«"'«ttibr 
viflvtete cvnfto iBcörüftimfl^nJorte a\x bie S^crjcnunluna, m bcr bo« 
i.v/ufjifdK iibentmn üom äii^scrften Dften bi« .^m_ asEhem uirt) toon 
i)cr Oftfee bi^ Ctxrfrtjlefien ücrtrelen njor, an bte aiertreter M» 

iRoid)äminifteruim& bei >^""^^" Wx^* .^/-^"^^ '?A" 
iTinanAminiitctinmS unb Deä aRtniftet« fut Unter- 
ridit, eraiv't)nn9 unb U) ol!8bilMin0 unb on 
bie aelflbenen CÄO^m iübiWn 3Je<antenorö(uii1ülwnen. unter 
r, ;«v^„ i-«ti»M ,.,•» allft v5 n be r i n t € r € f f ^ H loUe man 
baVi^bot'ber etunbe erfiiUcn unb burd) bic »ilbun^ bc8 f eutn)<Den 
X?a«bcSbfrbünted btm iJ?cifptel foU^en, ^« .«»■"« fl">^^,i"i^i 
anbcrer beutjd)er t'Änbev ocflcben l)ättc. ftctne 6d)n)ad^unö 
bcr ©efoflitorftauifntiou fei /iu fccf.ürd)t<n, mclmel)c eute -öe- 
fdjUuniflunrt il)rcd ^uft^inbcfommcn«. 

Xr. :3&innr Tv v e n n b , bcr ilkrfajfcr ber JJ^cnff^rjft unb b<« 
9krfaflunü#cntiuiirfcs, fdiiiib^rtc ein^cticitt) b»e ©rfl-nt». bte ben önt- 
fAJuö \)erönlaf}t Hätten, oDnc jcbcS länQCce 3öfl«tn .b«" SulaJ^"««"- 
Wul bcr prcufiifdjen 3t)nnflo<icntjeninnben ^rbcMufü^rcn. ^e 
öcfamtorönniiotton fei unb bUtbe bie Jf/J."/ 
»Hdit be8 bcutfd)«n ;5ubentum8, aber unter bcr Skr- 
Sii-aerunq if)rer <yerfoffun0flenel)miflunö .bürfte bie erfüaunö bcr 
2roftif*en '^ Hon nidit leiben. ^« l le itaa 1 1 rdjc n S t el(e n, 
bi. für bic ..... jinic^unii bcr prcui}ifd)cn Öanbe8t>ertretunfl tn. groge 
Simmcn -- baö^ 3icid)^,mmfterto be» Sjmern ba» brcu>f* 
I^inmiA- «IIb «ultu^n.ntfterinm -7.,^.? tt«.»^. LllL.wÜJj: 

miu4>r8 iii k' iditcn, bcr üt'rfpro<i^n tyibe, nod) tn bem «tat tut iv^ 

dien S>ft?n iiS b e Unteiitü^un^ VilfSbcbürftiöcr jübifcfecr ©e- 

mcinbcn c • "tjen, faU^ i{)u biS «ufluft bie notrocnbiöcn Unter- 

lä^nf^^/ierÄna ftänbci unb eine «-«tontot^ »ertrcttmg be8 

^^^..r "^ ^ubcntumö üorliQubcn fei. ?luf bem JöJcgc über ote 

werbe audi bcr }nctd)*öcrbanb lebcnbiö miUtt 

■>\[v «(t bcr Sclbftad)tini9 bcr |»reu|ifc^n ©emembcn, 

r.cinbcn nnberer beutfc^r ßanbCT, bte il)rcn 'Ju- 

lonaeui »oU^oficu l)dtten, i^urürf5uftcl)en. .2)en 

ocftcnüber foUe man ba8 Xrcnncnbe Überbrüden unb 

r>tiö ttinicKnoe hcXorheben. «ud) von ber Drt^oboite hoffe er, m 

nc bem ^tMnbe beitreten «>erbe/ Süenn <md} »>«l«?»?^t*e Jinnbe^ 

!J.r£nb Äbet mrbc« foU, ^o.^^^''\J^\.^.H^^^^ 

'^«•ntuni «nßu \o loen a, mte wir em bctje^faK»» fot^nlt^e« ooer 

\ ItiSifV* SSblnttim SoUcn. Söo» wir erfJreben unb 508 wir 

er" woUen, tft bü% beutfd)c 3«^'«^"«',« 3^1^%.^ 



preif" 
«ap^ 
fdni; 
Hid)t h^ 



/9i^ J//V-/6 



4 Ihalte bcn Mammcnfc^ufc ber l»teuttf<ben «emeinben für 

lTimmvA\&i\ys\ ber beut Aen Jube n^eit oer • 

^ifAe ein« etne weff ntUAe 8för&«t una b«*« »e- 

,f?nt ber nationolen «Int^^it be» bfittfc^en 

?\\\\ Ter Vttretft be« Wu*if*en ^inanyninintrlum» be- 






i* '<:■ \ 



t T 



aur 3)urd)fül)runrt b<'r Ucb<i 

iieter ÄftniflfocrflS b< 

um «Bevürfflr^ifluiw ber l .>wr? .. 

Sr Hfccunb (gannoocT) n)üiifd)ic ItorJcc 

5ä i^ «nttüurrne *»?5»^ .?% llj 
«eine unb feiner jfr^'nnbc ^^i,'^^^^jtt««^'>»'li"."' 
fiTieDe öinifluna tkMnerer Aieifi; bcd 3ubr 
W. öcfte Äur «intftunö J^, «p^«'«^«*" . 
ben tiacen'fincn bcuttd)cn Hnbb ^baiu- 



ein edjrii 
i bebe ^ 
f. 91 f • 

L- r n 



1 



W. öcfte Äur «iniftunö Jf^^ flP^«»"«'" 
ben «lacen'fincn bcutfdicn HnbJ- bi 

Äuftlmmunaöerflärunfl ob. ^'' . -'^'Hf^^^^ w.,, 
ginto'c 15abibfot)n tatet bafeiclbc für ^^ 
betbanb unb für ben «üac mtncn u» bVt.r 

aUe «.'rfiarten, ba^ mand^rlei ^J^^'"' \ -''r \^^\ 
aeaenübcr t)dttcn, a«rüdtrefrn mfifetcn Hinter ber . 
ber m\Wn «eamtcnjdjaft u"b i 

eiuöel^nber SDartequnö auSeinanber, ^^''^^'^^^ ';^^ . ., 
toreufnfAcr. ^:Mnbeöüert>anN8 ber . }^^^^^ 

STrben müfete. ör fonnte Jebod, m^^f^^^. 
©etfcmmlung, bie tjon ber ^iotwcnbtfl c.t b i ^^^ 
«efamtt)cit überaeußt wnr. ntd)t bHidibrniflcn. >tc 
ftalbA'tabtfi für ben ^^V^nALt?^ 
«nnogoflenöcmeinben. b^^^ ^^t ?^ ^^l; 
S,?fönntcn, weil Pe bei i.)m "'cl)t f ^id^r- 
Kr Xrabition au finben bcvmnncii, rief ^errn w. .1. 
ben »plan, ber bie ^alberft^^bter .f tl«J^»"9 HbiÄ • 
ein Ueberbleibfcl ou8 b^w 3ctten bes lubi,ct)cn .- 

binfteatc. ^ ^. «,,-. „ s 

«adi einnehenbcr 6beairtlbcbattc würbe bie (Sruni 
fcanbcsicrbÄr ber ^ prcupifcOc« etjnoö^^öenqcmeu: 
ftimmifl bcfd)Ioffcn. 



l 

l iiuj I 



1 

.11 c 
f! ;. 

\ 

r.uf 

. -3 




^ JÄMf^^si^BL 



hrr 



m 

er 



:[. 



JiSiiSS bie \uSldulb ^n ülkii iöibcriiHutiV-tcn,bte mir 
i^^t^'Me^"^^^^^^^^ ^^ ll » t i . e .K er. c r n na 

Tiannte er eine Oiubc uro 9if.ru n». - <ii»r . " 

bief tat, war bie neue ?tli;^"^<| [):«".«}>: '^|j;i\»"^s^* ^^ ^ ^^ 



%tx »erletimber MtUefdÄiier. ?ui Älcinlnr-^ 
Uivtcrfranfcn fdueibt man uns: Xer l<>\,f ""^^^J 
eine antifemitifd)c CKtbcrfammlunö, ^«,^" ^^«^^ ' .., 
ßotlfanb Ginbcrufcr war ctmon «tni. Jtejerc..^ 
feenfrbaurr au8 9Jütnbcr9. JOnS fid) b'^Kt ^u- ' 
tofeii^bummcn Sücrleiunbunocn leiitctc 9i;i)t über oUe| ic 
«r mac^t bie ^ubcn für ben «"öbrud) unb r 
be8 Ärieae» bcrantwortliß), wie lür uUe -'niti.^ 
JS SfÄte« t)on :lalm.i an a)ionard)ctt, ^nrtcifuqreru 
wn Serfönlidifcitcti öorflctommcn |inp- fjc o'«V^-»' t»"^ . 

a 

r 

trofjbem ber « uf mer t f amf e 1 1 bcö « t aa tSanu^n ' t .. 

ilc «miteftie in UwftÄtw. «napp üor »cijinn bei 
flationaIüerfammlun9 würben bic 3"t^l,^;i?"«"^^;;;.l" 
brei fahren üielc ^unbcnc :Jubcn im »^cftcr ;«omitat \\\ ^ 
unb aSäraubten, unter i<erufun9 auf bie. «mnciticw - \ 

?^icn gu^ gefeit. Xicfe üicrfügunq i)ftJ»\«'^t'?ÄJ^*^^-\^ 
tofte emporuii9 tjerDoiocnucn; bic hbcra cn .^^jnt ir 1 
bicjc« Hörnchen be8 ^ufti^mini tcrS 3:omcaanl)i einer ld)ai 

Ki"vii;rri^Ä;^«e.;im^criübifdK^iitOcr^d)afM^ 
tfett%f Xnnn f)at er ir "^i^nf aüc bo^t anfäptocn iVtbcn 
ffiDhnTtätten ocrtriebcn. 'ipätcr madjte Hfran,^ JPaloßl) C^i^ Xor' 
TOarÄa in^eoltn »eürf >« ed>aupla^ ^^J^'^f^'^^^., 
brocfate weni9ften8 f^\nf,^bn lübifd'c «cwol)ncr bic" ^ uu.. 

ßeben. Oftana ^Balofll) bejinbet fid) t)eiite auf f^ ^ 
Ä »efife feiner biirßcrllriKn ^-Rcd)to. ^<y^) beut «T^^ 
im 9JobcmBcr lOH) orflanificrte ,>an y^iaÄ in^«^u 
oebuiifl ein XetadKUicnt. b(i% unbcjd)rdnttc ®f»»>«^^"e . 
ref<^ vV«bcn crmorbctc unb auöraut?tc. ^nile biete »v. 
würben^ nun omnefticrt. 

I^rofeff Of 'Jtu ^. »cw^erd, beut Xiuetot U« ftji' 
^nftUutS für »iodjemic in iBcrIui Xqljlem, ber tüMlii' 
fidlen ^Jrofcffor ber Vanbwtrtfd)aftliri]crt dw^rWIiy 
nannt würbe, öeriicl) bie ^auptucrkti \ W- 

toftenben »erein« beutfd}e« «^^"^»'V^ 
wuna befonberer SSerbienfte um b« €l)<mie unb 1 
- " -^ " x' bic Üic 



I 




uuvj 
tm 



11 



ilMrunafttorfdiunfl' bic Üicbifl- SÄ« ": uiUf. 
oefd)d^ten Witfllleb unfctef 
bicfcr anf?crorbentlic^n (Jl)nitifl 
wrnfd)C Ciwi. 



II II i* i 



j&0£ie «tr« 

märti|d)i 

in Untci4unj«. 1 

in 6d)önnoh h 

it^oftUd) 
trofe \>ütr- 

ei 



öcii Uir 
raa^rcif w 



3öir U'« 
r ft a n 
,rid)iin^''. 

Jübt. 



Xr r f. Vi 



f. 

r 
e 
e 



rtmfrter r 



y 



peroerletuna a^* 

nbattn, mToct »^^ 
k>(« «toHTteUteti iJi (^ 



>^9^'< ..--*r 










^\enimcn 5Rc<^tö. «om 30. 3loDcmbct 1920. (Öcfe^fl. 19->1, 2. 119.) 
$>ic tjcrfaffunööebenbe ^^preufeifc^c ßattbcöocrfammlunö W fol« 
öenftcS öcfe^ befc^loffcn, ^AJ^ hiermit ucrfüuöct xoixb: 

§1. 

(1) 2Scr öu^ einer iReligiotiööcfeafc^aft öffentlichen met^tg mit 
Btiraerac^er SBlrfung aui^trctcn roiH, Ut öen ^InStritt bei bcm 
Slmt^aeric^te feineö 353oönfi^eö au erflären. Xie (Srüärwng mm lu 
«ProtofoU öeö ©cric^t^ic^rctberö erfolgen ober alä einaelerHarung 
in öffcntlid) Bealöubtater Ö^orm cingereic^ rocröcn; ©Regatten io» 
roie eitern unb .<tinbcr fönnen ben §lugtritt in bcrfelben Urennbc 
erflären; bei ber erflörnng finbct eine SBertretung fröft SJottmat^t 
nic^t ftatt. 

(2) 3)ie rerfniicöcn SBirfnngcn ber 9ru&tritt&erflörungen treten 
einen SRonöt na&i bem Eingänge ber ©rüärnng bei bcm 5lmt8geri(§t 
ein; biö .bar)in fann bie Grtlnrung in ber im 5lbf. 1 Doröeft^rtebcitcn 
f^orm 5urüc!genommen werben. 

(3) 3)og §(mtggeri<^t bot non ber 9tbgabc «nb ber etwöigen 3u« 
rüdnabme ber 9lu^trittßernörung unüeraüglicb ben IBorftanb ber 
meligion^gefeüftboft, ber ber Grflörenbe angebört, 5« benacbricbtigen 
unb bemnäd)ft bem ?luggetretcnen eine SBefcbeinigung über ben t»oa* 
äogenen 9tn&tritt 5u erteilen. 

§2. 

(1) ^ie ?(ngtritt8crflärnng bewirft bie banernbc »cfreiung bc8 
Sluggetretenen non aUen ßeiftnngen, bie onf ber perfönli(ben 3«0e* 
börigfeit äu ber JReligion§gefcUfd)aft bemben. S>ic »ffreiung tritt 
ein mit bem ©nbe beg laufenben ^teneriabrö, iebo(b nicbt vox ^Iblauf 
üon brei 9Konaten narf) ?fbgabe ber ©rflörung. 

(2) ßeiftnngen, bie ni(bt anf ber perfönlitben 3wöcbörlöfeU äu 
einer meligion§gefeafd)aft bemben, inSbefonbere ßeiftnngen, bte 
«ntmeber Äraft befonberen S^ecbtStitelö öuf beftimmten ®runb* 
ftüffcn böften ober oon aften iC^rnnbftücfen beg öcairfö ober Don 
alitn ©rnnbftiicfen einer gemiffen .Qloffe in ^^^ J^^^^l^^^^^ ^}''\ll' 
fd)ieb beö ©efifeerS an entrid)ten finb, werben bnrc^ btc ^lu^rtttß- 
erflärnng nid)t berübrt. 

§8. 

?^ür bo8 S&erfabren werben Weri^t8foften ni(bt erbobcn; au ber 
Seglanbignng ber Grflärnngen unb au ber SBefcbeintgung über ben 
SluStritt wirb fein Stempel berecbnet. 

§ 4- 

(1) 2)ie SBeftimmungen biefeS <^cfe^e3 finben an^ auf ben §tug^ 
tritt oug ber einaelnen Snnagogengcmeinbe ^Inwenbung. 

(2) ein ^ube, ber onS einer ^nnagogengemeinbe 0«^?«^.^^^«" Jf^' 
wirb nur Dann a^aigiito emci aavttC»: v^Mua^ügt;?.«^,..-.^ , 

er tbrem Sßorftnnbc feinen beitritt ftbriftltt^ crtlort. 

§ 5. 

(1) 25ie5e8 ©efe^ tritt mit feiner 35erfünbunö In Äraft. 

m T^ip «cietee betreffenb ben §lui^tritt ou8 ber «itcbe, t)om 
14. ^^ai^^TS^^Ä f -^07) betreffenb ^^^^l^^^^^^^ 

ben iübifc^n ^nnagogengemcmben, t>om 28. 3ult 1^76 IWc«^««^ 

lung <S. 353) unb betreffenb bie e'Ici*^^^»«^ ^!l,^f„^^^*! "^-.em 
mrd)e unb au^ ben jübifd)en 3nnagogengeme nben r^om 13. ^eaem- 
ber 1918 (Oiefe^fammlung <B. 199), werben oufgeboben. 
93 e r li n , ben 80. S^owember 1§20. 

3Me ^xtuW^ etoötdtegUtniig. 
öfa. llnterftbriftctt. 







\y 




■m'^^crfAmdjuns 6.batf b« «.«ftmlguita b«r ®taat«b«b5rb«; 
K 7 gtbt 2 fiiibct cntn>rc(ö<nb« 9IiilBenbunfl. 
r\) 4c •Bcr dmäjunfl ronn bur« ^UMorbnung b«r ©taatSbc^otb. 

(5) /'''">'•«'"' Sa orM 4i ait f» batf bl« «jfMim« jinig imt 
ir'^jlm .. ". b<« ^i«t«bau^:« <rfU.„. <5ct,ört fei... bcr 
b cilM . (Scmcinbcu einem oncrronntcu Ca«b<8»ct6anb «n fo lii 
ci> c acrfrf)mcl3...i3 qcgcn bei -TOiltcn bcr bctciUattn ®"'"'"'"=".""' 
ZI "\Zm b« Bor^anbcncn ancrrannfc« ßanbcät-crbaub« 

ffic.>cf.minm.<, ober «In.rbuuug f« ®!?l«f>«6ö"i« f^M- » üub I) d«f 
bic niibcrc ober bi« neue (Scmeinbc Cälbf. 2) über. 
(7) Sie §8 S bi« 6 unb § 8 flNbcn «uf b»e «crf^mctjunfl Uou 
(5i)na(|09cngcmcinbcn feine 91nwellbung. 

(1) neber «übe barf wegen religiäte; «ebcnfert «u« b« Stmogogen- 
oomcinbe bcr er bür* feinen TOo^nfil) angehört, au4tfclen. 
(2 Cr ^ImWi erfolgt bur« erttdrnng bei beut SUmtSgerW,» 
bc« TOohn i K« iDie ffirflärung mnij bic «crtid)crurtg en Daltcn 
XX b«1."i.ritt lebiglirf; auf teligiöfcrtJBcbchreu beruht S. mu| 
Bor bem 9tid)tcr abqcgebeu tocrben; (t&egaticn foluic eitcn» unb 
n°nbcr i5>.. u ben ?lu^tri.t in berfctb.« HrfUnbe «naren; bc. bcr 

ertlärunq finbet eine ^Scttrctung '">'» ^''""«*' "'*M'"I*;, .„„ 
(3) S>ic 9l'i«trilt£icrtlärung tonn inncrfeatb etneS 'OTortat« U\ btm 
9lmli<<icri(f)t lunufacnommcn tocrben. h n^ 

( %'n"1jlmkKri*t bot Don bcr ?lbgobe, unb bcr «"»»•9'" ^'"l*; 
laOn.c bcr <}l««trlltäcrriar..ng unbcrjughcO ben ^"H «»»b bcr 

eVnagogcngemcinbc. tocld)cr bcr e■•«««»''^ ""«'^1« Ina flb r ' 
rirfjligcn unb beumädift bem ginggclrclenen eine «efd^etnigung Aber, 

■ ^^'; "'S^Tr^^S^ ^L:b^i'"Jr;erid„.roficn uid,. er.,.obe.; 3U 
ber SegtauHqnno bcr «rtiärungen unb 3" ber ^Jcf^cin.gung über 
ben 9luÄlrill Wirb fein Stempel bcrcdjnet. / . 

(6) Scr IDiebcreialritt eine« au8 ber ©t)»agoge..gemc..ibe 9lu8. 
aeirefcuen erfoigl bur« «märung gegenüber bem «otflanb bcr ©»■ 
nagogeugemeiubc. . 

a) 5>er giuälrltt beloirtt, fofern gteid)3eitiger •Uebertritt 3U einer 
• 5ffeullld).red)ttidKn 'Verfonatgemeinbe (8 14) erfolgt, oau bcr ?lu8- . 

?r be ui 4ta«f beä bei ber 9l««trilt8erf(arung roufenbeu 
. eteuer uärtat« 3" Ccifluugcn. bic auf ber perföutidK« 3ugebori9T«t- 
«.r ©Dnoqoqenqemcinbc bcruben, nid)t incftr bcrpfltd)tct »ft. 
2) erfolgt ber 9luätrilt ot,ne 9W«3'i"9'^ ^^"'"" 3« j"« 
6f cntlid).red)ttid)en «Perfonalgcmcinbe, fo t»lrb bcr 9Iu«tret übe 
mit Auf bc8 auf ben 3lu8tritt folgenbc« «atenbcrjabrc« «on fernen 
<Bcrt)fIid)tungen gegenüber ber ©tjnagogcngemetnbc, ber er bi«t)er 

""'1^« ^^trau'f'biiJier JJrift ift er oerpfli^tet an -'«- «■>» ^^'" f, 
bcttimiucnben 5ffcntli(f..rcd)tli«en Canbc^Bcrbanb "'"«f^'^,^""»*"/ 
bcnicniqeu «etraq aI8 Beitrag 3U cntrid,teu ben er uad, bem c- 
tociliqe« U>«tagebcfd)(u6 bcr ©cmcinbe au8 b« er «u8g tr_ekn j t, 
öii btcfe \\i cutrid)tcn hätte. t)at ocr ^uöqcircUa« uiü^i vui..v. ...... 

ZX^ nad, erfolqlcm 9ln8tritt beh. ^rcufjif«en Co-'b^^^^banb 

iübifdjer ©cmcinbeu gegenüber bic (SrHarung «'f'fl'flf t""'. ,™» " 

einen anbcren ConbcSucrbanbe ober einer bcftimmten fficme.nbe to.e 

ob« bcjcidjnct, feine 5kiträgc jabtc« toi«, fo ift er «>"Pf''* "■ "^fj 

•älbVa.tf ber 6tcucr)>fli«t qcgennl^cr bcr ©cme.nbe bcr er bi«ber 

a q 1 5rt bat, fie ai, ben <)}re«6ifd)eu Canbe8«crba..b )ub.fd)cr ©c. 

meh,bcn 3u Vblcu. Der •äluggctretcne ift bcred.tigt, bem Canbc«. 

r/r. b qcqcüber ,u bcf.innncn, baR feine 9}citräqe Icb.gt.* für be. 

fti„„ute, in. öon«f,aIt Borgefebcnen 3tocdc «"'»«"'>""9f>»^'" '>":,'"• 

Sie «öcrpflidjtung 3ur 3ablung an ben C<'"b«^.»«rf,<'"b /'('•• 

tocn« bcr giu^trelcnbc 3"g(«i* <"•« «""uigung be.tr.tt b e 6r| 

Hufafiuna al« Vcrfonaigcmeinbc beantragt t)at ober mnerbälb eine« 

WoSbcantraqt; bieSjcrpflidjlung tritt rüdtoirfenb to.eber cm. 

toeun ber '5lutrag abgetebnt ift. ... „ „ y,., is.^„n. 

(3) ©er 9lu8getrctene bat jebo« 3« folgenben ßaften ber ©l)no" 
«oflcngemeinbe für bic babei bcmertte tängere Sjit "»* ''""i" .„v: 
Sutrogen, alä loenn er feinen 9lu«trltf au« bet S^nagogeugcmelnb« 

nid)t crftört bätte: - >. rr «r-» 

a) 3U ben «oftcn eine« au6erorbentlid)cn Söaueä, bcffcn 5Kot. 
toenbigfeit Bor mbtauf beä ©Icuerjobrc«, in toel^em ber 
■aiuätrilt awi ber ®t)Hogogengemeinb« erflört Wirb, fcjt« 
gcftcllt ift, bi« 3um ^bloiife be« 3toctten auf bic ^luätritt«- 
erKörung fotgenben (Steucriabrc«; 

b) 3ur (Jrfütlung berjenigen «Berpflidjtungen bcr ©t)nagoqen. 
genieinbe, toetc^c 3ur3clt ber ?lu«tritt«erHörung britten 



«ßerfonen gegenüber bereit« begrunbet fmb, für bte 3>a.ier 
bi f r «erpfll^tungen. inbcffcn längften« b.« jum 9 b. 
taufe be« auf bie «!lu8tritt8erKärung folgenben fünf cn 
eteuerioftreS. S)er 5?elr«g. toeld)eu ber 9lu«gctretene |af)r. 
nr»« reiften bat. foll ben ©urdjfdjnitt^betrag ber bon 
Ibm in ben ber 9lu«lrttl8erflärung Bor&crgcgongeueu brei 
t2lcu«fl«br«li flelelfteten Weliön« "Id)' über leinen. 

(») g>U e® ftmitnemälj «Hbfal, S flub auf bl. L'clflunge« be. 

«cUragSpflidjtigen au ben Canbeöoerbaub onsurcdjuen. 

8 12 
(n 3>ie e^naqogenqcmeinbcn orbnen unb Bcrtoaltcn iftre ^hi- 
«cegTl feiten inrt?rt,alb bcr gcfeljlidje« ffircnjen 5«'^ '»»b 9- ^"^ 
regeln in«befonbere i^re ^crfaffung eir'<)lte6lid) ber gefeljlidjen 

ßf^irShnaflOgengcmeinbe muB eine« «öorftanb unb eine BO« 
h! . "^litoliebcrn V Wäblenbe Vertretung baben; «n Gonaqogcu. 
q neS b e ad, bc> leljtcn «olff^äblung Weniger al3 150 See en 
Sk fami an bi« ©teile ber Vertretung bic Verfanimlnng bcr 

?3l''I^^^SaS ^VcÄcuertrctung erfolgen in 9(eid;er «n- 
mlllcrbarcr unb geheimer -IBabt. 'äl"f 'älntrag »on '»'"boften« 
To Äeul b" smaVcred,tlgten, bie aber '»'»•flf''»« 2° ''"';"■ 
bercd;li°ite ©cmcinbcmitgliebcr barflelten muffen, erfolgen bie TOablcn 

W*SÜ aS Äimnmngcn. bic ba« ^ablred)t ober bieW 
barrcii wr öeuleinbeoertretuug unb 3"'« ©emctnbcöorftanb ober 
bie Iqeböriqfc ,ur ©emcinbcBerfammlung Bon einer langereu 
al8 ,toe1 äbr qen ^nitgliebfdjaft in ber (Scmeinbc, Bon einer ftcucr- 
ulen Äcftlciftung? ober Bon einer beflimmtcn ©taat«angef,ong. 

g Sfül^ J M:ibt"'l,a;''^Äf.i.n.nung«re«t bcr (Scmeinbeu 

in Sraqcu bc^ «^001^(1)113 <jcü)ar)rt. 

" - § 13. . ^ .. 

3)ic e))naqoqcnacmciHbcu finb bcrcdf^ticjt, i\xx (^rfutCung lOrcr 

muucicii fib«^ bU <öcrp[Ud)tuii9 3»r 2ci[tuug uiibcruljrt. 

(l)''ßabc» gubcn, bk i^rcu ^lu^tritt au5 einer 6t)iiac)oc,eu_c,emembc 
ober au3.Derfd)tebenen et)uaqoc,eucicmeinbeu iDcqeii r^I^ato r 2^- 
bcufeu erriart babeu. fic^ be^uf^ baueniber (£rfuUunci ber <3lufqabeu 
ocmcn criiuii i;u v , i y ..\_.,.,f ,,..K cjjic (C>cmeinbe\)crfa[fuiin 

• S°cn Wnaqogengcmcinbcn biefcr .^'^^-''''''i'^^^trT^m uq'lmS 
©l)naqoqenqen.cinbe Berleiben, toeun fie burd, '6"^^"'» "^ "»^ 
Me 3at,I it, er 9nitqlieber bic ©ctoäbr ber Sauer bietet unb Wenn 
«e bur« bie räunilid,« «cgrenjung be« «cjnr 8 bie Erfüllung ber 
^ufqabTn einer ©emeiube mögti« mad,t. (^ff»""'«';""'"^'-^,, . 
f2? ©ic ^nqcbörigtcit 3" «i»" ^er oualgemcmbe feilt eine »ci- 
tritt«TrHarunq Borau«. ©er 91u«tritt erfolgt burd, Crriarung gegen- 
über bem Vorflanb bcr ©emeinbc. 

(3) ^uf Verfoualqcmeinbeu finben bie §§ 11, 12, ^bf. 1 uno i, 
§§ 13, 15 bi« 24 9lntocnbung. 

.11. ©iaatäauffit^t. 

(1) ©ie ©ouaqogenqemeiuben finb BerJ>flid,tet. ber ©toat8befiorbe 

6re ©atiuug fowie «cfd,lüffc über e"'J;"'9*.ä"b"«"-2';' y"S*J "^ 

(2) Sie ©taalSbebörbe fann inncrbalb eine« Woiat« nad) b.r 
Ci;.rei«ui^ gegen eine neue ©aljung ober eine ©aljuugSanberuug 

(Jiufj)nic|) erbeben. ^ ^ ,.,,. . . *.. «..^ 

(3) S)er (Stufprud; ift nur au« bem C^)ruube 3«I^fft9. I>ö6 bic bc 
fd)to[fenc ealjunq ober eal3unvii<äuberuuci: 

a) mit einem etaatetqefcli m ^tberfprucb ftcbt, ^ 

b) 5ti iOror ©urdMübrunq einer ftaatlid)en 9niiU)irrung be- 

c) ^Tmmmu'nqen entbält, bur<b bie_ eine fl^orbnete «Der- 
möcicnöüeriüartung ober eine qcnuqcnbc "iöcrtretung bcr 

• (5teucrpflid)tivien nid)t gciüäbrleiftct \\\. ^_ ^ , 

{K\ ^eftreitet bie 6t)naqoqcnqcmeiubc, bajj eine bicfer ^orau;?- 
fcimqen uorlieqt. lo'entfd)cibot auf ^naqe im ^ertoaltunq^ftrct- 
eerfabren ba« ÖberBerwoltungSneridjt. 

(5) © e bef4Ioffcne ©aftuug ober ©aljungsaubcrung trU erft 1« 
^aft „a«bc « bic (Sinfprndjv^rift of)ue Crftebunq eine« öffPrud.^ 
SriAen ober auf ibrc (Sinballung burd, bic ©taatisbcborbe Bcr- 
jStet ober nad,bem bcr Äinfprud, im VerwaltungÄfueitBerfabro. 

iurücfqetoic[cn ift. 

^ ^ * § 16. 

i\\ ©ic 95Titü)irfunq be3 ötaate^ im (Steuenocfcn bcr Gt)naqi>qf«" 

öcLcbitn (§ 13) benimmt fid) nad) ben bi^bcrigen ^orfd^r.flcn. 



?ic *iikltroirMin(j bor Gtcucru crfotqt tm "5)crtoartun<?S3toon9«ö<:r« 
fahren nacf) bcii jcUkü^ c^cltcnbcu ftaatlicOcn 'öorfc^riftcn.^ 

(2) ^"^ci^cH nnborcr nu bic 0i)nOiioncngcmctnbcn 311 cutrtrf)tcnbcr 
^Uviabcii nie! Gtcucru uub ftantlid) nc»«^»»»9t<J«* (Scbül^rcu für bIc 
^kuuljunn bou ^üknräbuiin^Irttjcii fnibct bic ^citrcibunn im ^cr» 
Unilluufli?3U>(iufli?iKrfor)rcu nicf)t [tatt. 

(3) ^«u 3ur <lXcrtiu((inunn i>0\\ ^ttfucru berufenen Ornancn bcr 
«5j)nönonciuiciiicinbcu ftub blcjcuriKn Xlutcrlaqen, bcren fU 3ur ^c- 
ficucrunn bobrtrftMi, oon bcu 5nflilnblrt<ii 6ltta!iÄ« uub ©cuulube« 
bcbörbcn auf cirforbcru mit3utcilcu. 

§ 17. 
®U 6törtt^r>cf)öibc ift ()crccf;tint: * 

1. In bic *i^cnnöncnfitt)crlr)altun(j bcr 6i)uagonc"nc'"ciubcn <Jin- 
ficOt 3u ncOnicn unb (^Kfc^tnibri^fcitcu 3U bcanftanbcn; 

2. 3ur (5ic{)cruuq einer orbunjinöuiüfticjcn 5öcrmögcngt>crlD<iItung 
bic (viubcrufunn bcr (5cmciubcrort:)crf(f;aftcu 311 öcriougcn; 

3. bic 9vcd)tc bcr Organe bcr (5i)na<ipncu<icmcinbcn auf öcr- 
inöncnörccOtIiif)cni (s*)c6ictc burd; ^kDorimäd;tigt« au«3uübcn, 
iDcnn jene Organe nid;t Dorf^anbcn [iub. 

§ 18. 

STDclncrn ftd) bic 3uftänbincn Organe einer @t)nagogengc- 
mcinbc, gcfeljlid^e Cciftungcn ouf bcn ^au8!)alt«)>rau* 3U bringen, 
fcft3ufc!jcn ober 3u gencOniigcn, fo fanu bic (5taat«be]^orbe bic (Ein- 
tragung bcr Cciftungcn in bcn ^an«^attöt)rau betoirfen unb bic 
iDciter crforborlid)cn 9]tafjuar)mcn fetber treffen. 

«8efd)Iüffc ber (5i)nagogengcmcinbe bebürfen ber ©euel^migung 
bcr ©tanfi^hcbörbc bei: 

1. IVränfKrungcn toon (Scgcnftanben, bic einen gefd^id^tHrf^cn, 
UMffcnfd;aftnd)cn ober iTunfttücrt ^abcn; 

2. 91uleif)en, bic nid;t bfoB 3nr üorüberge^cnbcn ^HuS^irfe 
bienen; 

3. ^Inlegnng ober ^cränbernng bcr ^knuljung bon ^egräbni«- 
jjläljcn cinfd;licfjlid) ber (ScbüOrenorbnnng für bie ^cnutjiing; 

4. (Sammrungen, tocnn fic nid)t im 3ufammcnl^ang mit einer 
^Deranftaltnug einer (5t)nagogcngcmctnbe ober eincg ancr- 
rannten Canbcauerbanbcö ■ (§ 22, "iUbf. 4) borgcnouimeu 
iDcrben; , 

5. 'ikriPcnbung bcS (ScmeiubcDcrmögcng 3U anbcrcn a(« bcu 
bcftimmungögemäjjcn 3iiK(fcn. aufgenommen ftub ^etoilli- 
gungcn anS ber (Semcinbcfaffe, fofern fie im Caüfe eine« 
Saläre« 10 ö.^. ber 6oUcinna]^mc nic^t übcrfteig^n. 

§ 20. ! 

(1) (^)cgen bic (£ntfd)cibung bcr etaat^bebörbe finbct bic ^efd)löerbc 
an bic '^lnf[id)t«bcb5rbc, unb in bcn galten ber §§7,8,0, Qlbf. 3, 
§ 17, 3iffcr 1, § 18 bie Jtlagc im «öcriüaltunggftrcituerfal^ren ftatt. 

(2) 3)er austritt auö einem CanbcöDcrbanb ift 3U(affig, toenn gteid> 
frf)icbenbe *2Dirfung. 

III. ®<mcinbcbcrbänbe. , 
§ 21. 

(1) 3[ebc 5ffcntlid)-red)ttid)c 6l)nagogengemeinbc in '^rcufjcn muB 
einem al« öffcntlid).red)tlid; ancrfannten *iö,erbanbc (CanbeSberbanb 
bon 0i)nagogcngemcinbcn) angeboren. 

(2) 5>cr ^iut^tritt an9 einem Canbcgbcrbanb ift 3ulöffig, locnn gteid^« 
3citig ber Ucbertritt 3U einem anbcrcn iJanbcgbcrbanb ober bic 
f>rüi!bnng ctMCÖ neuen l?önbe^ivrb<>»«^«'« g^'unfi 8 9^ n/fAtcM. 

(3) ^lu^crbcm fann bcr 9Iu«tritt anS einem anerkannten Canbcö- 
bcrbanb obne Ucbertritt 3U einem anbcrcn Canbe«bcrbanb erfolgen 
auf (^^runb einer Xli . ftimmung ber toablbcrcd)tigtcn (Sfuieinbe- 
mitglicber, bei 6timmcnmebrr;eit ber ^IDablbercci^tigten, unb 3lbar 
mit" ber smirfung, ba& bie ^eitraggtiflid^t mit ^Ublauf bon brei 
Sabren crlifc^t. * i 

§ 22. : 

(1) (Sin burd) 3ufammenfd)rufj mebrerer 6t)nagogengemcinben ober 
ancrfannter 6t)nagogengemcinbc-^krbänbe ('iUbf. 4) gcbilbeter *iöcr* 
banb (Caubccfi>crbanb) ift eine iTörbcrfd)aft bei öffentlid)en «Kcd^t«. 
(£r barf aud) aufjcrj)rcufjifd)e jubifd;c <KeIigion«gcmeinben ' ober 
^crbäube bon fotd;en umfaffen. 

(2) 3)cr boU3ogcnc 3ufammcnfd)ru6 ift ber 0taatgbel^5rbe an3U- 
3cigcn. 0cr ''2ln3cigc finb ein <öcr3cicl^ni« ber «öcrbanbSmitglieber 
unb bic ^crbanböfaljung bci3ufügcn. 

(3) 3>ic 6taat§bcbörbc fann gegen bie 6aljung (Einfjjruc^ erl^eben; 
§ 15 finbct entfpred;enbe ^uloenbung. 

(4) 3ft bie (£infbruc5«frift berftrid)cn ober öuf ibrc (£inr)allung 
bcr3i(btet, ober ift ber (Einfpruc^ im <ÖertDa(tung«ftreitt)erfal^rcn 
3urüdgctoiefen toorbcn, fo l)at bic GtoatSbe^örbc auf ^t\ud)cn be« 
eanbcßi^irbanbe« bicfem eine fd^riftUc^e QJcfiJ^einigung 3U erteltcn, 
toeld^e bic (£igenf<^ft bed Ikinbedberbdnbed aK $törpit\<fyt\t bcd 
6ff€nt«d)en «Rec^t« urfunblic^ feftftetlt. 

§ 23. 
S)ic §§15 bis 20 finbcn auf ancrrahnU eanb€db«rbanb< (§ 22, 



•Jlbf. 4) entfbred)cnbc ^ntocnbung. 2>ic anerrannten Canbe^bcrbänbc 
babcn ein ©teucrrec^t entüKbcr gegenüber ibrcn 'iöcrbanbi^gcmcinben 
ober gegenüber bereu ^tlitgUcbern. 

§ 24. 

(1) f)ft einem Panbcöbcrbanb eine ^kfdKiui.iung gcmöfi ^ 22, 
?lbf. 4, erteilt, fo tritt bc^üglid) bcr ibm angeborcnben (Sicmcinbcn 
in ;7i5rr«n ber §9 5, n, «Jlbf. 3, §9 17, 18 bcr rtnerfannte Canbc?- 
bcrbrtMb nn bic (pfeife bcr 6tnntt<bcbr>rbc. (So (nunc ber *lkrbaub 
in bcn Ralfen bcr §§ 17, 18 trol\ (£rfnd)cnö bcr (Btaat^boWrbc 
bon feiner ^kfugnicJ feinen C^)ebraud) mad)t, fann bic (Staalöbcbörbc 
bic crforbcrIid)cn 9^Ta|}nabmcn fcfbft treffen. 

(2) 5Iud^ in anbcrcn fallen fann bic (Staatöbebörbc ibre Qk- 
fugniffe aUgcmcin ober für bcn (Sin.u'lfall auf bcn für bic bc- 
treffenben 0t)nagogengcmcinben 3uftänbigcn CanbeSberbanb mit beffen 
3uftimmung übertragen. 

(3) fjn bcn ^üircn bcr §§ 7, 8, fotl bic etaafgbcbörbc erft nad) 
^nbörung bc3 ancrfannten Canbci^i^crbanbcg entfd;ciben, bem bie 
beteiligten 0l)nagogengcmcinben angeboren. 

IV. @(^Iug« unb Itcbergangdbcfttmmungcn. 

§ 25. 
a>ag (StaatSminiftcrium bcftimmt, ü:»etd)c ^ebörben bic in bicfem 
©cfctj ben <3taa\Sbef)örbcn 3ugeiüicfcucn 9icd;te a'ji«3uüben I^abcn. 

' § 20. 

^ufgcbobcu iDcrbcn: 
. 1. bic bc3Üglid) ber befonbercu «öcrbältniffc bcr ^ubcn crlaffcncn 

• (^Kfctjc unb ^crorbnungen, folocit fic fid) nid)t auf ba^ 
<öolffiifd)uIn)efen ober bie *öcrpfltd)tung bcr (5t)nagogcn- 
gemeiuben 3ur ^krcilftcHung bon 9kligionöuntcrrid)t bc3icbcn, 
als gcfct)tid)c 9Jorfd)riftcn. 0ic bebaltcn jcbod) US 3U einer 
ctlpaigen 91eurcgelung in bcn cin3crncn (5i)nagogcngemeinben 
bic <n3irfung einer gcmäj} § 12 bicfc« (Scfcljci^ befd)loffencn 
'JJerfaffung; 

2. § 4 be« Cocfcljcg bom 30. 9tobcmbcr 1920 bctrcffcnb bcn 
^lu^tritt (txiS bcn ^kligion^gcmeinfc^aften öffcntlid)cn 9kd;liS 

((se. 1021, e. 110). 

'.'■''' ^ 27. 

(1) 6t)"ögögcngcmcinbcn im Giune bicfcö (ScfclKÖ finb bic (^k- 
meinbcn, Wrcn ^ititglicbcr nad) bcn *öorfd)riftcn beS bit^bcrigcn 
9lcd)tg ober bicfeg (5)cfcl3cg (§ 2) grunbfäljlid; alle im ^C3irrc bcr 
(Scmcinbc too^ncnben n"^<^^ H"^« 

(2) '3^ür ^;>cr)qualgemcinbcn gilt § 14. 3)ic (^cmcinbcn, bcncn 
nad) § 8 bcö ,<5)cfclKS bom 28. Sult 1870 bie 9icd)tc einer (5J)na- 
gogcngcmeinbc ' beigelegt ü>orben finb, unb bic „nfraclitifd)c 9U'- 
iigiouctgcfcfIfd)aft" ' in ' ^^ränffurt a. 92Tain finb ^crfoualgicmcinbcn 
im 6inne biefed (Scfcljcg. 

. •■ -'^' § 28. 

" (1) $Jür bk ))rcuBifd5cn (Scbictc bcr cbcmaligcn Herzogtümer/ 
(5d^tc«toig unb ^olftein, be§ ebcmaligcn Stönigreic^ö ^annober, bci? 
ehemaligen ÄurfürftentumS ifnrbcffcn, bcr ebcmaligcn Canbgraf- 
f<^ft ^cffcn-^omburg unb bc« ebcmaligcn Her3ogtum3 9taffau gelten 
M« na^ftc^cnbcu Uebcrgangöbeftimmuugcn. (toerben noc^ fcftgcftcUt.) 









- '.■ • ('*;,3jl 









f\y^L^ 



c 




-»^ 



/ 



Cnttourf clncß ©cfcfecö bctr.öic jübifrfjc SIcttsionößcmclnfcf)aft in fJJrcuBcu 

in bcr ^affiui^ Ut ^ef(^Iüffe M Serbanb^taged t>om 26. Tnärj 1928. unb bed CDrogcn ^atcd t>om 4. Sunt 1928. 



L 0|^n4oog<ndemetnben. 

3)ic 6t)naqogengGmcinbcn (0t)nagog€n-, jübifci^«. 5tuUu8% ifrac* 
Utifc^«, \\x<x^X\\\\^ JtuUu^gcmcinbcn) finb «örpcrfrf)aften bc« ö[fcnt- 

§ 2. •- • • • 

^nUglkb bcr (3t)iui5ogcngcmciiibc \\i jcbcr inncr^arb i^rcä ^c* , 
3trTcg tDol)ncnb€ Subc, bcr nic^t auf ©runb bcr \>\i^^x\<3,^x\. ©cfcljc 
<>^cr a«f ^luib bicfc^ ®£fdjc^ ausgetreten ober uac5 "illuStritt au^ 
bcr 6t)nagogcngcmctnbc ^JlilgUcb ciucc "^Pcrfonalgcmcinbc (§ U) ift. 

§ 3. 

(1) 3>ic (Errichtung einer 6^nagogengcmctnbe erfolgt 

a) für einen ^e3trf, bcr einer bcftc^enbcn (5l)nagogcngemetnbc 
Qfiin% xibcr kiltDcife angehört, burc^ einen mit 3^cibrittcl- 
me^r^eit bcr (5 timmb credit igten (§ 6) be« "SBejirfä ge- 
fd^kH S8cfcr>(u& unb burc^ 3uftimmenbc (Scnicinbcbcfc^lüffe 
bcr beteiligten (5t)nagogengemeinbcn; 

b) f4t "C4-IVC« S^5trf, bcr feiner (Jiinagngengcnieinbc angehört, 
burc^ einen mit einfacher 9Hc^r5cit bcr (5timmbercd)tigtcn 
(§ 6) bei ^c3irT3 geTa"&tcn ^efcOIu&. 

(2) 3)ic 'i8efd)tu5fa[fung ift bcrbci3ufü^ren, tocnn bieg Don einem ' 
drittel ber 01inimbere(^tigten (§ G) bcö ^e3irfö ober non einer 
bcr beteiligten (5i)uagogeugcmeinben ücrlangt toirb. 

(3) 3)er (Srric5tung€^bcfcf)lu{} mu|} gteic53eitig bic «iöcrfaffung feft* 

§ 4 • 

^eränbcrungcn bcr ^e3irFc oon 6t)nagogengcmGtnbcn erfolgen 
burc5 übcreinftimmcnbe ^efcf)lü|fc bcr beteiligten (3t)nagogengemcin- 
^«11, nac^bem fic^ bic ftimmbcrecf)tigtcn ©cmcinbcmitglicbcr (§ 6) 
bcÄ ^e3irTcä, ber einer anberen (5t)nagogcngemeinbe 3ugeteilt tocrben 
[dÜ, juii c'm^ad^ SHe^i^eit für bic ^eränberung auiSgefproc^en 
Oööen. 

§ 5 
^ie mangelnbc S^ifttmmung einer (5t)uagogengcmcinbc (§§ 3,4) 
fann'auf Eintrag einer beteiligten 0l)nagogengcmeinbc ober einer 
für bi« (Errichtung ober *25eränbcrung erforbcrlic^cn *32Tcbrl5cit bcr 
ßtinimbcTccf)ti9lcn (§ 3 ^bf. 1 , § 4) burcT; bic (Staat^bebörbc er- 
W totrbcn. 



. •- " • il § fi- 

el) 'Stimmberechtigt (§§ 3, 4) ift, toer am Sage bcr ^Ibftimmung 
.öoUjäbrig 'ift. 

(2) *21u3gcfc^foffcn öom 6timmrccf)t ift nur: 

1. l»er' cntmünbigt ift ober unter oorläufigcr ^onnunbfc^aft 
■ • ^.übcr tocgen gciftigcn (Sebrec^cnS unter '"^flegfcf^aft ftc^t, , 
. . - 2.' toer auf (Srunb rcc^tgfrdftigcr (Sntfc^eibung nii)t im ^cfil} 
ber bürgcrlicf;en (£brcnrcd)tc ober ber ^uitÄfäf)igfcit ober 
bc« *3a3abl- unb (5timmrcd)tg ift. 

(3) Sni übrigen toirb baii "^crfabrcn für bic gcmä| §§ 3, 4 unb 3 
lDor3une^mcnbcn *iHbftimmungcn öon ber 6taatÄbe^örbc geregelt. 

§ 7. 

(1) 3)ic (Errichtung einer 6t)nagogcngemeinbc unb bic ^cräubcrung 
bcr Sc3irfc üon (5t)nagogcngemcinbcn bcbürfcn bcr ftaatlic^cn (5e« 
nc^migung. 

(2) 3>ic ©cncbmigung barf nur üerfagt toerben: 

1. tocnn ein «cfd^Iuij (§ 3, 5Jlbf. 1,^ §§ 4 unb 5) unter ^cr- 
ICQung Don Viccoiöoorfdjriftcn 3uftaiiüc gcfauinUMi ift; 

2. iDcnn im ^alle bei § 3 bic neue 0i)nagogcngcmcinbc burc5 
ll^rc <iöerfaffung unb bic 3abl ibfcf ^Kitglicber nid;t bic 
(Sctoäbr bcr ©aucr bieten U)ürbc; 

3. tocnn im Jallc bc^ § 4 eine ber beteiligten (3t)nagogcn- 
gemeinden burd) bic 3<»bl «Orcr 9]1itgnebcr nid;t bic (öciuäbr 
ber 0aucr bieten toürbe. 

■ § 8 

(1) ^ei ^eränbcrung bor "ük^jirfe Don (2t)nagogeugemcinbeu f)at eine 
•ÖcrmögcnfitauScinanbcrfetjung ftatt3ufiiibcn. 

(2) 0ic ^crmögen^auvJcinanberfcljung erfolgt burd) ^yc|d)lüffc bcr 
beteiligten (3l)nagogengcmoinben. iCommt eine (iinigiptg nid;t. 3u- 

. ftanbc, fo entfc^cibct bic (2taati^bc^5rbc. 

(1) 3>ic ^erfcibnict3ung Don Gt)nagogengemcinbcn erfolgt burd) 
übcreinftimmcnbe ^kfcf)lü)fc bcr beteiligten (5t)nagogcngcHicinbcn. 

(2) ^IS ^erfd;mel3ung gelten bic *iJIufna5me einer ^5i)niKlogon- 
gemeinbc in eine anbcrc ober in mebrcrc anbcrc v2i)»^i5i^*iK*"i3<^' 
mcinben unb bcr Sufammcnfc^luß mehrerer öpnagogengcmcinbcn 
5u <iucr neuen (dcmcinbc. 



■''^^ 



■V^^:M^ 



iMimr 



r 



/>,-<- 



y 







oA 






^-^ 



^ ^r<v ^ 



^-^ 



y 



»^ «^ 



DIE JÜDISCHEN GEMEINDEN 



/ 



Von 



Dr. L. BAECK, Rabbiner zu Berlin 

Für die deutschen Juden hat der Ausgang des Weltkrieges seine besonders ernsten, 
sorgenschweren Folgen gehabt. Die Landesteile, welche im Westen und Osten ab- 
getreten werden mußten, waren Gebiete mit einer verhältnismäßig zahlreichen jü- 
dischen Bevölkerung. Noch mehr als die Zahl bedeutete ein anderes: sie umschlossen 
viele lebensfähige und lebenswillige Mittel- und Kleingemeinden. In ihnen, die von Ge- 
schlecht zu Geschlecht wie eine große Familie waren, hatte die Religiosität eine Wurzel- 
haftigkeit und Traulichkeit, deren die große Gemeinde entraten muß. Sie gaben dem ein- 
zelnen sowohl ein lebendiges Gemeinschaftsgefühl wie das persönliche Bewußtsein eine^ 
Wertes für das Ganze. Etwas von dem, was Wilhelm Raabes Wort meint, der deutsche 
Genius komme von der Gasse der Kleinstadt her, zeigte sich auch an dieser Frömmigkeit. 
Auch an ihr ist oft erfahren worden, daß der kleine Daseinsbezirk Kräfte schalTt und der 
große sie dann verzehrt. 

Unter dem Anwachsen der Großstädte, wie es die kapitalistische Zeit in einer bitteren 
Notwendigkeit brachte, hatte das jüdische Gemeindeleben schon schwer zu leiden, umso 
mehr, als hier die starken, festhaltenden Kräfte des platten Landes fehlten, da die land- 
wirtschaftlichen Berufe hier Jahrhunderte hindurch verwehrt gewesen waren. In den 
großen Städten hatten sich aus den Menschen der kleinen die großen Gemeinden gebildet, 
sie hatten oft auch deren Religiosität aufgebraucht. Der verlorene Krieg fügte nun zu 
diesem Gewordenen, Allmählichen das Jähe hinzu, er nahm eine Fülle kleiner Gemeinden 
fort. In dem Opfer an Menschenleben, von dem zwölftausend Gefallene zeugen, und in dem 
Opfer an Heimat und Gut stehen die deutschen Juden neben den anderen im Vaterlande, 
in der Einbuße an Gemeindeleben sind sie härter noch betroffen worden. 

Vor allem ergab es so der Verlust von Posen und Wrstpreußen und auch von Ostober- 
schlesien. Hier waren Stätten einer auch geistior c^v-i regsamen jüdischen Religiosität 
gewesen, em üoden fruchtbarer Kraft für das grc 3c Ganze. Die Meiibcheii üus diesen Ge- 
bieten wanderten, mit geringen Ausnahmen, aus der Heimat fort, in der seit altem ihre 
Familien gewohnt hatten, sie wollten Bürger ihres Vaterlandes bleiben; dieser Auszug der 
Juden aus Posen und Westpreußen ist eines der geschichtlichen Ereignisse unserer Zeit. 
Wurden diese Menschen damit der deutschen Judenheit auch erhalten, so 'n-aren ihre 
Gemeinden doch verloren. Die weitaus meisten hat zudem die Großstadt aufgenommen, 
sie bot die mannigfaltigeren Wohnungs- und ErwerbsmögUchkeiten. Eine noch größere 
Gemeinde war nun da, aber kein Ersatz, weder dem einzelnen noch der Gesamtheit, 
für die vielen kleineren Gemeinden. 

Auf den Rückgang der Geburtenziffer, eine Folge der fortschreitenden Verstadtlichung, 
der schon vor dem Kriege die Sorge geweckt hatte, und den die Kriegs- und Nachkriegszeit 
hatte anwachsen lasscr , ha: ^.ese Umschichtung dann weiter hingewirkt. Ein betrübendes 
Ergebnis weist die V- ..szL...ang von 1925 auf. Die Zahl der Juden im Deutschen Reiche 

at» 439 




beträgt danach 564379, neun Tausendstel der Gesamtbevölkerung. Dies besagt, für da* 
dem Reiche gebliebene Gebiet, zwar eine Zunahme von 29257 Seelen seit dem Jahre 1910, 
aber sie ist so gering, daß sie, bevölkerungspolitisch, eine Abnahme bezeichnet. Sie wird 
zudem noch durch die Tatsache eingeschränkt, daß im Jahrzehnt zuvor ein, allerdingi 
meist überschätzter, Zuzug aus Osteuropa erfolgt war. Während des Krieges waren ost- 
jüdische Arbeiter nach Deutschland gebracht worden, um leer gewordene Plätze auszu- 
füllen; die Wirren und Nöte der folgenden Zeit hatten dann andere noch, Menschen aller 
Berufe, nach dem alten Nachbarlande, mit dem sprachliche, geistige und wirtschaftliche 
Beziehungen verbanden, geführt. Für die meisten ist Deutschland nur ein Durchgangs- 
gebiet für wenige Jahre geworden. Einen Ausgleich des Verlustes haben sie nicht geben 
können. 

Zu all dieser Einbuße im Lande kam die an Weltgeltung. Seit dem letzten Drittel des acht- 
zehnten Jahrhunderts, diesem Beginn der neuen Zeit im Judentum, waren in ihm die deut- 
schen Juden, zumal wenn dieses Wort im Sinne des großen deutschen Sprachgebietes 
genommen wird, die führenden geworden. Die bestimmenden religiösen Gedanken waren 
von ihnen ausgegangen, ihre Tiieologie und Philosophie hatte den Weg zu den Juden aller 
Länder genommen, im sozialen und kulturellen Wirken für die Gesamtheit standen sie 
vornan. Die geistige Geschichte der Juden im neunzehnten Jahrhundert ist ganz wesentlich 
eine Geschichte der deutschen Juden. Auch der deutschen Sprache war damit ein weit- 
reichender Einfluß gewährt, sie war die Sprache der Wissenschaft vom Judentum geworden. 
In der Judcnheit der alten und neuen Welt bedeuteten die deutschen Juden weit mehr, 
als CS ihrer Zahl entsprach. Die Niederlage Deutschlands hat vieles von di^-ser Geltung 
zunächst in Fra[,e gestellt; auf die Führung so manchen gemeinsamen Werkes mußte 
vorerst verziciitet werden. Der allgemeine Verlust Deutschlands in seiner Siellang in der 
Weit wa.- so noch ein ganz besonderer Verlust, den die deutschen Juden erlitten. 

V .jhärrt hat alles uicses acr Rüjkgang und Niedergang der Vermögen, wie ihn die 
Jahre des Währungsverfalls dann brachten. In den jüdischen Gemeinden, in denen einer- 
seits der alte feste Besitz, andererseits die Besitzlosigkeit selten war, hat er die breiten Schich- 
ten getroffen. Diese, in denen herkömmlicher Fleiß, ererbte Sparsamkeit und reger Fa- 
miliensinn oft einen Wohlstand geschaffen hatten, waren die eigentlichen Träger der viel- 
fähif:,'en Leistung, die das Gomeindeleben ausmachte. Durch die Entwertung des Geldes, 
welche aiese Kreise besonders heimsuchte, ist damit die Gemeinde in ihrem Können 
'.hf*- 11 £2h'v^- beeinträchtigt worden; viele, welche in der Fürsorge und im Wohltun 
.miT.er die Gebenden gewesen waren, mußten jetzt Empfangende sein. Im Gefolge dieser 
\'erarmung, die in ihrem Umfange den Außenstehenden wenig bekannt ist, trat bisweilen 
eine Verelendung ein. Eine Tatsache spricht hier deutlich. Während die jüdische Wander- 
fürsorge sich vor dem Kriege fast ausschließlich Ausländern zuwenden mußte, waren in 
diesen anderen Jahren unter denen, deren sie sich anzunehmen hatte, zu emem Drittel 
Personen deutscher Staatsangehörigkeit. 

Von den Gemeinden konnte ihre Aufgabe so bisweilen kaum erfüllt werden; manche 
unter ihnen waren nicht einmal mehr in der Lage, einen Beamten angemessen zu besolden. 
\.">er die Not zog ihren Kreis noch darüber hinaus. Es war alte jüdische Auffassung, daß 

as Wohltun jedem einzelnen als Pflicht obliege, und daß der Bedürftige einen religiösen 

v.a.>pruch auf Hilfe habe, infolgedessen erstreckten sich hier die freie Wohlfahrtspflege 

onu die geordnete Liebestätigkeit recht weit, und eine stete Opferwilligkeit diente ir.r.ca. 

Neben ihnen stand als Angcleji^-nheit der Gesamtheit dann auch die Fürsorge für die theo- 

.;^ischen Bildi.rigsanstalten, :<\t die Pflegestätten der Wissenschaft des Judentums; sie 
waren ein besonderer Stolz der deutschen Judenheit und stellten einen Teil ihrer W elt- 
geltung dar. Auch sie, welche freie Fakultäten waren, ohne die Förderung seitens des Staates, 
hatte die Bereitwilligkeit der einzelnen geschaffen und erhalten. Jetzt waren die Stiftungen 




440 



■'-,':'hV*S*,'.»V;i 







entwertet, und die Beiträge versiegten. Die Pflichten, die bisher innerhalb der 
Gemeinschaft erfüllt waren, mußten nun unmittelbar von der, schwächer gewordenen, 
Gemeinde übernommen werden, so daß sie wiederum von ihren leistungsfähigen Mit- 
gliedern noch mehr beanspruchen mußte. Die Anforderung war eine beträchtliche, und 
sie hat hier und da, zusammen mit dem Anreiz von kirchenfeindlichen Gruppen her, 
tum Au»tritt au» der Gemeinde geführt, d«?n die neuen gesetzlichen Boitimmungeh 
ohnehin erleichterten. 

So war der Notstand groß, und er gibt cr«t den Maßstab, um die Arbeit zu würdigen, die 
für Erhaltung und Aufbau vollbracht worden ist. Eigene Kräfte haben sie im wesent- 
lichen durchgeführt. Wohl sind in der schwersten Zeit staatliche Aushilfen und Beihilfen 
gewährt worden, wohl wurde den Wohlfahrts- und Bildungseinrichtungen ein Beistand 
von ausländischen, ganz vornehmlich amerikanischen Glaubensgenossen zuteil. Aber das 
Entscheidende ist die Selbsthilfe gewesen. 

Das ersteErforderniswar, die Gemeinden enger zusammenzuschließen, um dasKönnender 
stärkeren |^lanmäßig für die schwächeren nutzbar zu machen. Es konnte nur durch eine 
Freiwilligkeit geschehen, vor allem in dem wichtigsten Gebiete, in Preußen, das zwei 
Drittel der deutschen Judenheit umfaßt. Die Gemeindeverhältnisse waren hier durch 
ein Gesetz von 1847, das noch in Kraft ist, geregelt. Dieses war aus Gedanken und Be- 
strebungen hervorgegangen, welche der jüdischen Religionsgemeinschaft niclit wohl- 
wollend waren. Es lehnt jeden kirchlichen Begriff einer jüdischen Gesamtheit, jeden 
rechtlichen, verbindlichen Zusammenhang der Gemeinden ab ; es erkennt nur die Gemeinde 
für sich und als einzelne an. Ohne es zu wollen, war es damit allerdings einer Eigenart eni- 
gegengekommen, die sich im Judentum entwickelt hatte. Dieses ist, vermöge des Verlaufes 
seiner Geschichte, mehr in der Form der Gemeinde, kongregationalistisch, als kirchlich 
verfaßt; es ist darin dem Kalvinismus und dem Puritanertum verwandt. Die Gemeinde als 
solche ist hier Trägerin der religiösen Einrichtungen. Was lebendige geschichtliche Eigen- 
tümlichkeit geworden war, wurde nun in Preußen starr gesetzlich zugewiesen. Eine fast 
unbegrenzte Unabhängigkeit der Gemeinde ist angeordnet, eine jede ist wie ein Staat für 
sich. 

Das hat, wie jede Kleinstaaterei, sicherlich auch sein Gutes gehabt. In jeder Mannig- 
faltigkeit konnte sich das Gemeindeleben gestalten, jede Besonderheit war möglich, und der 
Wetteifer wurde geweckt. Aber daneben standen die Nachteile. Auch die kleinste Gemeinde 
war auf sich selber gestellt, und das besagte doch nur zu oft, daß sie ihrer Ohnmacht über- 
antwortet sein sollte. Schon vor dem Kriege, besonders mit der Verkleinerung der kleinen 
Gemeinde, waren diese Schäden sichtbar geworden; nur hatte die durchschnittliche W^ohl- 
habenheit und die damit verknüpfte Opferfähigkeit — in m'cht wenigen Gemeinden be- 
trugen die Gemeindesteuern, zu denen meist noch freiwillige Spenden kamen, weit mehr 
als löö% der Einkommensteuer - sie nicht so bedrohlich in die Erscheinung treten lassen. 
Es war damals auch einiges zu ihrer Abhilfe geschehen. Der 1869 gegründete Deutsch- 
Israelitische Gemeindebun. hatte, vor adem auch in Preußen, den Schwachen m\nclien 
Beistand geleistet; aber -, -mc Tätigkeit fehlte das feste Gefüge. In zwei Provinzen, Han- 
nover und Hessen-Nass^.., Lesaßen die Gemeinden, von der vorpreußischen Zeit her, 
eine gewisse behördlich* Zus..mmenfassung; aber sie k:im eben nur diesem einen Gebiete 
zu Gute. Allgemein mußte in der Not der Tage die Vereinzelung der Gemeinde und die 
Verkümmerung, die daraus folgen konnte, ganz zum Bewußtsein gelangen. 

Die neuen Aufc;aben, die sich so ergaben, verlangten die neuen Formen des Zusammen- 
schlusses. Aus v.i...sem Erfordernis hervor ist der Preußische Landesverband jüdischer 
Gemeinden geschiificn v^orden, der sich nach vorbereitender Tätigkeit dann auf Grund 
allgemeiner Wah.vii im jahn- l.-i25 konstituierte. Trotz einzelner Mängel, die ihm noch 
anhaften, so eine v;ber»/rganiöci.ion, diesem Entgegengesetzten gegenüber dem Früheren, 

441 










hat er bereits in der. wenigen Jahren seines Bestehens segensreich gewirkt; er hat es ver- 
Llht d n GemeinschaftLllen zu festigen, einen Ausgleich in der Leitung zwischen 
Tn Gemeinden anzubahnen. Dieser Zusammenschluß konnte dann auch eme stet.ge 
tZ ge i"h ne Beziehung zu den staatlichen Stellen herbeiführen Es wurde schon sehr 
Md erreicht, daß. auf Antrag der Regierung, der preußische Landtag Be.hdfen an uoer- 
litete Gerne nden in seinen Haushalt einstellte, um ihnen die Fürsorge für den Rehg.ons- 
um icht zu ermöglichen oder zu erleichtern, und um ihren Lehrern und Rabbmern em 
Mtdesteinkommen sowie eine Alters- und Hinterbliebenenfürsorge zu sichern D.ese 
Zutsung hatte ihre materielle und noch mehr ihre moralische Bedeutung; denn s.eze.g^ 
Einerseits den wirksamen Wert der Zusammenfassung und gab -d""-'- '^^ .^^^^^^J ' 
niit dieser eigenen Arbeit in die große staatliche emgefugt zu sem D.e Bereitw Ihgke . 
Spfer zu bringen, wurde damit gefestigt. Dieser eigentliche Landesverband umfaßt den 
bei we tem grl>ßt n Teil der preußischen Gemeinden aller religiösen Richtungen; nur 
Sige wenige bUeben eigenbrödlerisch bei Seite. Eine kleine orthodoxe Sondergruppe 
begSndete einen eigenen Verband, um ihre besonderen Aufgaben und Interessen zu , 
pflegen. 

In mancher Beziehung günstiger hatten die Verhältnisse in den ^^J^'^^^';^" .^^^\^^^" 
gelegen. Hier bestanden seit langem festere Zusammenfassungen, zum Teil .olche offentUd. 
.rechtlicher Art, denen auch staatliche Mittel zuerkannt waren. Aber hier stellte sich dafür 
die Abwanderung und Abnahme der jüdischen Bevölkerung vor «^n^te tragen; m Bayern 
betrug diese Verminderung mehr als zehn, in Hessen mehr als fünfzehn Hundertstel. 
Auch hier ist die Aufgabe bald begriffen worden; die gegebenen Bindungen wurden ver- 
stärkt, neue geschaffen. Ein ähnliches gilt von den wichtigsten außerpreußischen Geoieten 
Norddeutschlands. Vornehmlich ist hier Sachsen zu nennen, in dessen ^'^-^l^-'^^J^l 
große Zahl von Zugewanderten gewisse Schichtungen und bisweilen Gegensatze be^^.rken 
konnte, die ihren Ausgleich verlangten. Zwischen allen diesen Landesverbänden oes eht 
eine Arbeitsgemeinschaft, die wohl in Bälde die besümmtere Verfassung eines Reichs- 
verbandes der jüdischen Gemeinden Deutschlands gewinnen wird, als Vollendung des W er- 
kes einer selbst gewollten neuen Ordnung. 

Neben dieser Zusammenfügung der Gemeinden, und zum Teil vor ihr, vollzog sich eine 
Zusammenfassung der Wohlfahrtspflege. Jener alte, immer festgehaltene Grundsatz d 
die soziale Hilfeleistung einem jeden als seine Pflicht zugewiesen ^-■. ^«^J-'^« \^^ '^ 
von einzelnen und mit einander verbundenen Kräften, von Individuahtäten ""d \-.n n 
regsam gemacht. Aber dieser, vor allem menschlich wichtige, Vorzug hatte ..en -...^ e.l 
eines häufigen NeneneI..a.^a .r and Durcheinander; in der Art. wenn auch nicht m der ^^ - 
kung, des Wohltuns konnte bisweilen eine gewisse Verschwendung hegen. Die alte Ze t 
des Wohlstandes konnte dies noch möglich erscheinen lassen; die harte Gegenwart muBte 

^ir.^ } «... or> ry^onrhes an^nimfen. was vor dem i\riec;e 

dem zu begegnen suciicii. iva^iü ivv^üücC ^.^ * ^^^^ *»•» * ,11 

erkannt und begonnen worden war; damals schon hatte man dahin gestrebt, alles. «^^ 
vorhanden war, und was sich betätigen wollte, planmäßig zusamme.-irafügen, und bereits 
im Herbst 1917 war dann die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden begründet 
worden. 

Es war allerdings, ähnlich wie in den Gemeindeverhänden, leichter, sie zu begründen, 
als sie durchzugestalten. Es war auch mit ihr, ähnlich wie dort, eine Gefahr verbunden 
die jode Organisation begleitet, die aber im Wohlfahrtswesen noch mehr besagt, die Gefahr 
der Bürokratisierung, durch welche an die Stelle der persönlichen Leistung vie.er die be- 
amtete Tä:.gkeit einiger tritt. In allem Wesentlichen ist es hier aber gelungen, die \\ohl- 
fahrt.pflegc fast überall zur Gemeinsamkeit und Einheit der Arbeit zusammenzufügen 
un. aoch ..I den einzelnen das Bewußtsein persönlicher Verpflichtung lebendig bleiben zu 
ia-- Durch d.;i Zusammenschluß war dann auch hier die maßgebende Vertretung 



} 




442 




gegenüber den Behörden und gegenüber den anderen Wohlfahrtsverbänden sowie die Zu- 
sammenarbeit mit ihnen ermöglicht. Auch hier sind dadurch Hilfsmittel von den Ländern 
und vor allem vom Reiche erwirkt worden; in verständnisvoller und mannigfaltiger Art 
wurde diese Förderung, zunächst auf Grund des Finanzausgleichgesetzes und dann vor- 
nehmlich durch Kredite an die Anstalten, gewährt. Der erreichte Weg bot auch den 
einzelnen Gruppen der Wohlfahrtspflege die Bahn, so dem jüdischen Frauenbunde und 
der Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge. Neue Richtungen konnten gewiesen, neue 
Gedanken verwirklicht werden. 

Wie allen Einrichtungen der deutschen Judenheit kam dieser Gemeinschaftswille 
ihren Schulen der Wissenschaft zu Gute. Hier hätte auch nur der Stillstand einen Rück- 
schritt bedeutet. Man erkannte, daß man durch ideale Güter einbringen müßte, was an 
materiellen verloren war; man ging bewußt dieser Idee aus den einstigen Tagen von Preu- 
ßens Erhebung nach. So sind gerade in der schwersten Zeit die drei theologischen Anstalten 
ausgebaut worden; durch neue Lehrstühle und durch neue Aufgaben wurde der Kreis der 
Arbeit erweitert. Neben ihnen ist dann 1919 in großzügigem Plan durch die Tatkraft und 
Opferwilligkeit einiger Persönlichkeiten ein Forschungsinstitut geschaffen worden, das 
den Beginn einer Akademie für v.ie Wissenschaft des Judentums bilden soll. In gleicher 
Weise haben die verschiedenen Gesellschaften, die der fachgemäßen oder volkstümlichen 
Verbreitung dieser Wissenschaft dienten, ihre Tätigkeit stetig weiterzuführen und aucli 
auszudehnen vermocht. So viel immer wieder von der persönlichen Opferfähigkeit ver- 
langt werden mußte und muß, so war allen diesen mannigfaltigen Bedürfnissen doch jetzt 
in ihrem Notwendigsten, dank den Landesverbänden, eine gewisse Sicherheit gewährt. Und 
wij überall war hier im Geben zugleich ein Empfangen: die Leistungen haben neuen Willen 
zur Einheit geschenkt. 

Diese vielfache Bereitwilligkeit v.'i.rde möglich, wcU sie aus dem Religiösen erwuchs. 
Hiervon kann mit wenigen Worten gesprochen sein, aber es ist das Wesentlichste, das im 
Tiefsten Geschichtliche. Den deutschen Juden ist seit altem eine ernste und klare Ver- 
bundenheit mit ihrer Religion eigen, der Sinn für das, was die Zeiten eint; die Juden in 
den rheinischen Landen, ihrer ältesten deutschen Heimat von anderthalb Jahrtausenden 
her, hießen einst weithin bei ihren Glaubensgenossen „die frommen Deutschen".^ Das 
neunzehnte Jahrlmndert mit all dem Veränderten und in mancher Beziehung Revolutio- 
nären, das es l acnte, iiat dann hier manchen Blick beirrt; die neuen Tage haben bisweilen 
kurzsichtig od jr auch blind für das Bleibende gemacht. Sie hatten auch ihr Auf und 
Nieder, und d^icbrn gab ^s die Verschiedenheiten nach Generationen und Landschaften; 
das Radikale bllr.^ . lerdings hier selten. Schon in den Jahren vor dem Kriege war danach, 
besonders von ..er J u-end und auch von der Jugendbewegung her, ein lebendigeres Gefühl 
für das Gehein-iis. /ar den seelischen Wert des Religiösen wieder rege geworden und hatte 
mannigfach sei:.e Gestaltungen und Formen gesucht; man hat damals schon von einer 
jüdischen Ren^^sbancc gesprochen. 

Er!cor.:sse in Kriege und nach ihm, Erfahrungen von dem, was über das Land und was 
Tiber .... Gerne .. .e i..r.a.srcicht, haben dann vielfältig das religiöse Empfinden vertieft, 
da. .. - ..oc S...OC.. ...siärkt. Die Angriffe auf Juden und Judentum haben eben dahin 
j^cw. . . .:j h:ib. . den religiösen Besitzesstolz geweckt und gefestigt, dieses Bewußtsein 
v( ;.. .celisc.v;!- Gut, das man von den Vätern überkommen iiatte. Wenn alles, was die 
Z .. -.gic, mancnc auch zu extremen Gedankenrichtungen, die vom Judentum fortführten, 

.gezogen hat, im Wesentlichen ist eine bestimmtere Frömmigkeit erwacht, und alle Rich- 
tu..gen im deutschen Judentum haben ihren Anteil an ihr gewonnen. Aus ihr hervor konnten 
erst die Bereitschaft und die Entschiedenheit kommen, die in den Gemeinden das Werk 
auf sich genommen haben, zu sorgen, zu erhalten und zu festigen. Dieses Jahrzehnt ist 
auch hier eine Zeit der Geschichte wie wenige. 




443 






Es ist schwer, von ihm ohne ein rühmendes Wort zu berichten angesichts der Not, 
die über die jüdischen Gemeinden wie sehen über eine Gemeinschaft hereingedrungen war, 
angesichts des Opfers und der Hingebung, der Geduld und des Zukunftsglaubens, die den 
Aufbau vollbracht haben. Spätere Geschlechter, denen die Ferne den Blick für die Linien 
des Ganzen geben wird, werden die Größe der Leistung ganz würdigen können. 



444 









W^^' 



\ ■ \ 




2lnlagc 

öctrcffcnb bic ^cr()ä(tiiiffc bcr (©ijuanortcttncmcinbcn in •j^rcufKu» 

(Had) 6<n Befcf^Iüffen ber augecotöentlid^cn DerbanbsDerfammlung 6es Preuglfd|en ianbtsv9tbar\hts gefe^estreuer Synagogen^cmcinben 

Dom ^ unö 5. September ^927.) 



jübifd)cn, 
ifrcKlitifcl)oii 



I Snnnnoqcnncmeiiibcn. 

§ 1. 

T>ic cnluuu^lU'l^lOl^ci.I^o.l (ciiiinqoc^cii 
SlultiK» , iirnoiitiifljcn 5UilliiO|KincinJ>cii, 
0\clilliolK»(^'nlcill^on, ilrucli:iicl)cii O\oliflionöötfmcin|cl)n(» 
Ich. ifr«iclilifrl)cii ■.l\c!iiiioii<:H)ojiMifcl)njtcn) jlH^ 5\örper= 
icl)iiflcn i^^oo i)fKiitli(l)on .Kcri)lo. : 

I>ic bcficl'oiircii cDiianotU'iMU'nicinhcn jliib ciiiinno^ 
(^e^^omci^^cn im ciniic Mofco ©c|cö»'o. , 

^ 2. 

I>lc cl)luulOlKlHlClm•ill^c^ ii^^ . 

rt) c^tulc^lM icrlito^i^l^cmcill^cn 
b) o^o^ 'Iic!^cnnlni''(Kinciiibcii. 

Vk 2 c r r i t r i n I n c m c i n b i' iiiiifnfjt — imbo- 
j^l)^^ct bcc' (Sl)ninl{lcro il)rcr boiuMinliiioinnfjinoii (<^riinb= 
hipcii - (illc (Ulf i^cin OVbidc hco hloiiijton vi^l'<Hcl)i'n 
-Ik.^irUcC' ll)ol)lU'^^CM 3lI^cll; ic^ocl) i[t eine pnrofl)lnlc 
OMicbcnmii hei ierritoiinliu'ineinbe ,^ii!n)ii(]. 

T>ie *iW h e n n 1 n i •:> n o m e i n h e miifo[?t — in 
rnüiruiflnf !C^in[idil uiibeffl)i(inht — auf eiiil)citliil)ei 
^l^ehenntiiioniiinMtKie ,\iiniiiniientretenhe 3ll^c^. 

Pie mit 0"5ruuh Uöninlidier ^^erorhmiiui nur O^ruiib 
beo C»5ejet5eo vom 2.S. 3iili l<S7(i ober nu[ C?)niiib ^i^y 
OVjeljeo Doiii 21. 0M\\\ 181)!» iiebilbelen cniuino(ieii = 
iKineinben finb ^iVheiintinoiKnieinben. 

i^ •'{. 

WitpÜeber ber ^eirüorinliieineinben fiiib alle inner- 
halb ihro:> ^Be.^irho u)ol)nI)aflen 3iibeii. iomeit nid)t auf 
vv)rnnb beo biol)eriflen jKd)to ober biejeo (<^ejeljeo ab- 
n»eid)enbe ^i^eitimnumfi'v.i lU'troiten finb, I 

O.Hitnlieber ber '^n'henntnioiienieinben finb ohne Ou'idr 
fid)t auf ihen Unihnnl} alle 3nben. bic bie 'i).l(i;(ilieb)d)afl 
hei bt-'^'t ."r,ii«i'.ioiiOiü"( i uinbrn eiu)Oib''n hniuii. 

I>ie (ileid),\eili(K 3unei)öii(vaMt \n uiel)iercn cnna-- 
(loiieniienieinben (3!errilorialtUMneii;ben, '33el<ennhiio(ie^ 
meinben) ifl .^iilnffig. lieber bie Oudjte unb isj''i<"Mni 
biefer ^.Uitfllieber beftinnnt bie '('»'^emeinbefaljunn. 

(Shcfrüuen ermerben mit ihrer 'ik'rheiraUnui. 5\inber 
mit ihrer (^)ebur( bie Sutu'höriqheit ,\ur cnnaiionenne^ 
meinbe beo Ci^hemanneo ober 'l^atero, folan^e nid)t uon 
ber (^hefrau ober beni .^<inbe, bei .Hinbern nor uüllenbe- 
teni 14. t'ebenc'jahre noiri iiefel}lid)en ^^ertreter, eine ab= 
uieid)cnbe 'JBillenoerUläruiui nad) bcu '^orfd)riften beö 
^ 7, '}lb). la) nni) b) abi]encben luirb. 

i? 4. 

1. 5Bo nod) Ueine icrrilorialnemeinbc b^ftel)!, erfoliU 
bie O^rünbunq burd) 9.1tehrheitobefd)luf) bcr luinflinen 
?.nitnliebcr. 

^inc ^chennlni'3n<?nieinbe eniftehl burd) i^cn 3ufam- 
mentritt uon 3ubcn. bie fid) auf einheillid)cr 'öel?enntni5= 
pruiiblnne ,\u einer 6nnano(ienncnieinbe äufamnicn^ 
fd)lief^cn. 

auf (^cineinben mehrerer politifd)er ^Ik.^irhe, fo fteht bcn 
3.1?itqliebern eineo jeben iioliti)d)en "iV/jlrhö boci )\(d)t ,^u, 
mit 7., ^.llehrheit ber ctimmbered)liqlfn für ihren politi= 
fd)cn 93e,\irh bie (Prrid)tunn einer nefonberten 6i)nnno= 
9cngelnei^'^' y. '...fujutiir,-, 

;>. -^^eränberunnen ber "-l^e.^irNe uon 6i)nagonenge= 
meinben Utinnen crfohien: 

a) burd) iibereinftimmenbe, mit -', 9JTehrheit ber sn-- 
ftiinbinen Crivme ber beteilinten cnnaqonenqe' 
meinben iiefafUen 'Z^e)d)liiffe, 

b) burd) 3ujaninienid)luf; uon innerhalb eineo ^Be- 

,^irh5 mohnhaften "Ainiflliebern einer ober mehrerer 

£nnaqonennemeinben beo ^lV,\irhG ^n einer befon= 

bereu cnnaiunieufiemeinbe mit -/ , O.Uchrhcit ber 

climmbered)ti(iten. 

4. I>ic 1Vrfd)meI,\unn uon ounagoiKiuiemeinbcn er= 
folqt burd) iibereinftimmenbe, mit '4 ?).Ue'hrhcit flcfafUe 
'^l^cfd)liif)e ber «^emeinbel{öriierid)aften. 

5)ie '^luflbfunp einer cnnanonennfmeinbe luinn 



befd)lufi über bie ')5crmenbunn beo ^crmöneno *Beftim= 
munden ,\u treffen, "illtannek fold)er ^^eftimmungen 

ber näd)ftnelegencn onnagogen^ 



fällt t^([Zy 
gemeinbe 



Sermonen 



5. 



nur burd) ^efd)luf; uon '/, ber tlUitnlieber erfolgen. 



§ 6. 
3\\ t)e\\ C^v'illen b^eo § 4 3iffer 2 uiiVb :\ regelt fid) bie 
'ZVfreiung uon ber bioherigen '•Beitrag5pflid)t ju ber 
onnagogengemeinbe finngemäf} nad) beii '•Z^eftimmungen 
IV5 i^ 8 '7lbi. 2a biefed Ct^efetjec». 

§ 7." 
V\( 3ugchi)rigluMt ,\u einer cunagogengemeinbe er- 
lifd)t für bcn Gin,Klnen 

a) burd) fvhriftlid)e 9.1Iitteilung ^c^^ ^?luofd)elbenben an 
hc\} ^^orftani feiner (^^emeinbe unter glcid),^eitiger '^or= 
hige eineo .1?ad)n'eifeo über bie bei einer anberen 
conagogengemeinbe beofelben "Orteo ober bei einer 
'iVhenntniogemeinbe ermorbene 3[)Iitgliebfd)aft. 

b) burd) '^^arotritt ohne gleid),Kitigen "^iHMtritt ,^u einer 
anberen 6i)nagogengemeinbe beofelben i^rteo. 

3in Ictjle:: Jalle" hat ber '•^luotrctenbe beim '^Imtoge- 
rid)te ^C5 '.iiNOhniitjeo ,\\\ i^roioluill beo 0)end)tofd)reibero 
ober burd) 'Borlage einer (Srhlürung in öffeuilid) beginn^ 
bigter 3orm feinen 'Jluolritt auo ber onnagogengemeinbe 
,\u erid/iren !nif ber 'i.^erfid)erung, baf? ber ^Jluotritt auo 
religiöfen (^rünben erfolgt, 

I>ic uom 3nhaber ber elterlid)en C^emalt gemiifj i;? 7 
'}lbf. la unb b abgegebene (Prldärung crftrecht fid) \n\] 
feine 5\inber, fofern "biefe bao 14. l'ebenoiahr nod) nid)t 
uollenbet h<U'en. 

Ö;hegatten fomie C^ltern unb ülinber, bie bao 14. Ce= 
benojnhr uollenbet haben, libnnen ben '^(uotritt in ber= 
ielben llrKunbe erUIüren. ^l^ci bcr Crlilärung finbet eine 
'IVrtretung Kraft '55üllmnd)t nicht ftatt. 

iDie icio'iiclK'n -2iMrlnmgen ber 'Jiuotritroeildarung 

Ueieii euun .'.mOjuu laui) mi.t Cmj^uiivj lal vIiWui;,,,^ 

bei bem '^lm.ogerid)t ein; bio bnhin liaiin bie (frUäning 
in ber in '^li'fatj 2 uorgcfd)riebenen ^orm ,',urüd{genom"= 
men lucrbcn. 

3ao '^imtogerid)t [)(\t uor, ber ^.?lbgabe unb ber 
enuaigen 3uriid{nahme oer VluotrittoerlUarung unuer= 
,'>iiglid) ben 'J5orftanb ber cunagogengemeinbe] ber ber 
(SrlUörenbe angehört, ,^i benad)rid)iigen unb bcmnäd)ft 
bem ^iuogctretenen eine ^iVfd)einiguhg über bcn uolh 
,\ogcncn 'iluotritt ,^u erteilen. 

C^ür bao 'Verfahren mcrbcn (5crid)t5koften nid)t er- 
hoben. 3u bcr ^Beglaubigung ber ©rldnrung unb ber 
'Befd)einigung über bcn ^luotritt mirb kein Stempel be^ 
red)net. 

V'\c (Srlddrung gemiifi i? 7 '^Ibf. la unt) b bemirld 
bie bauernbe ^ZVfreiung beo 'Zluogetretcnen uon Ceiftun^ 
gen, bie auf ber perfönlid)en 3ugehbrigl{eit ,\u ber 
6i)nagogengemcinbe beruhen. 

^ie Befreiung tritt ein: 

a) im ^allc bc^^ i;? 7 ^^Ibfat^ la mit beut ©übe beo 
5\alenberuicrteljahrco, in bem bie ^^lufnahmc in 
bie Oiiberc cunagogengemeinbe erfolgte; 

b) im Jaik beo i^ 



i^ 



5. 



3n bcn 3ällen beo tij 4 3iffer 2 uwt) :\ finbet 
eine auf ben C»^runbfäljen ber Z^illigheit bCruhcnbe *=öer- 
mögenonuoeinnnberfeljung ftatt. cic hol äu bcrüA« 
jid)tigen: 

1. ta^j ^Vrhältnio bcr tljtitgliebcr, 

2. bic ctcuerltraft. 
M. bie bcr (^emcinbc burd) bie 'ZJcränberung cnt» 

ftanbenc (Sntlaftung. 

3m ?ollc beo ij 4 3iffcr 5 fallt bno ^^crmögcn, lucun 
bic (Qcmcinbc einem ö|fcntliri)'rcd)llid)cn L*nnbcoi>crbnnb 
angehört, bicfcm üu; aubernfallo \)ai bcr '}luflüfunflo«i . 



im Jnllc beo i^ 7 ^^Ibfatj Ib mit bem '•Jlblauf beo 
auf bie 'Zluotrittoerldärung folgenben oteuer- 
iahrco. 
3m ^alle tiC5 ^ 7 ^^Ibfatj Ib hat ber 9IuGgetretene 

ferner ,^u folgenben l'aftcn ber cnuagogengcmeinbe für 

bie babei buuerlde längere 3eit nod) ebenfo bei.^utrugen. 

alo mcnn er feijicn ^^luotritt am bcr dnnagogcngemeinbe 

nid)t erldärt hätte: 

a) ,yi ben .Soften eineo auf?crorbentlid)en 'Baueo, 
beffen "iHotmenbigbeit uor ^^Iblauf beo dteuer- 
jahrco, in meld)em ber 'Jluotritt au^i^ bcr ci)nago- 
gengemeinbe erldärt mirb, feftgeftellt ift, bis (\iim 
vlblaufe beo ;,n>eitei] auf bie '.^luotrittoerldärung 
folgenben cteuer jahrco; 

b) ,\ur (Erfüllung berjenigen 'Berpflid)tungen ber 
cunagogengemeinbe, n)eld)e ,\ur 3eit ber '}luo= 
trittoerldärung britten ^iVrfonen gegenüber be^ 
reito begrünbet finb, für bie Dauer biefer 1Vr= 
pflichtungen, inbcffcn längfteno bio ,\um 'Jlblaufc 
h(^-» auf bic 'Zluotrittoerldärung folgenben fünften 
cteuerjahrcs. Der 'Z^etrag, mcichcn bcr "iJluo- 
tretenbe jährlid) ,^u leiften h'd, foll bcn 5)urd)' 
fchnittobctrag bcr uon ihm in bcn bcr "Zluotritto» 
crbWirung uorhcrgcgangencn brci ctcucrjohrcu gf» 
icifictcn '•Z^eträge nid)t überfteigen. 

•iöcrlcgt bcr ^luogctrctcnc feinen 'JPohufilj i\\\^ 
bem 'Bc/\irl{ feiner bioherigen öunagogengemei)ibe, 
fo tritt Im 5nllc bcs § 7 3i[fcr Ib bie uölligc 
93cfrciunn mit bcr '©egrünbung bcs neuen ^oh"' 
fiBeo ein. 



§ 9. 
•ZI>er einer ^-Z^eüenntniogemeinbe angehört ober mer 
auo ber lerritorialgemeinbe feineo "^ZZnihniitjeo auf 
O'jrunb beo i? 7 '.^ibf. Ib aiiogelreten ift, n)irb bei ^Z5er» 
legung feinco ^U^ohnfitjeo nur bann iDtitglicb einer am 
neuen ^^ohnfitje beftehenben 3:erritorialgemciiibc, luenn 
er ihrem ^^orftanb feinen ^Z3eitrift idiriftlid) erldnrt. 

^ZBcr alo iUntglieb einer Iierriioriahiemeinbe aw einen 
Crt Herzieht, an bem fich mehrere cnnagogengemeinben 
befinben, {)al binnen brei ^Wonafen ,')U erldären, n)eld)cr 
O^emeinbe beo neuen 215ol)niit}eo er angehören u'ill. 
(v>lbt er lieine C^rldärung ab. fo n»irb er .Uiitglieb ber 
älteften (<^emeinbc beo neu begrünbeten QBohniihcö. 

I^ie untere 'lU'rmaltungobehörbe hat i>c\\ am Orte 
bcjinblichen cnuagogengemeinben bie Oiamen uuh ^oh* 
nungen ,\uge,uigener 3ubcn innerhalb uler ^^Sochen mit* 
.zuteilen. 

t? 10. . 

1. Die cnnagogengemeinben orbnen \i\\\> ucrmalteu. 
ihie ;?l!;gelegenheiten innerhalb ber gofet{lid)en (<5rcnacn 
felbftünbig. 

cie regeln inobefonbere Ihre 'Z.^erfajiung einfd)llefdid) 
ber gefetjlirhen iVrtretung. bie minbcfteno ein aus ge* 
heiiuen iinb unmittelbaren ^Zl^ahlen hcruorgegangencs 
Organ umfaffen ujuf;. 

2. 'Z5erfaifungobeftinnnnngen, bie bao ^Z15ahlred)t unb 
bie "2l>ählbarheit .^ur ('•^emeinbcucrtretung ober bie 3uge» 
höriglu'it ,\ur (^^emoinbeuerfannnlung uon einer längeren 
nie einjährigen ^DJilgliebidiaft in ber (<^emcinbc,' uon 
einer fteuerlid)en AHinbeftlciftung ober uon einer be» 
flimmlen ctaatoangehöriglu'it abhängig mad)cn, finb, 
nnglillig. 

^R^'.\\)\ unb ilinimbriedriigt ift. luer am 3:agc bcr 
''''l'^'li>'Jinana bao .\ur ^Q3alil Aum l^rcuf'.lffhcn l^anbtng 
bercii)iigenbe VlUer h<ii. --^ — ■ — 

'^luogefchlofien uom ctinunrcfht ift: . 

1. ^Zr^er eniinünbigt Ift ober unter uorl.iufiger ^or-- 
mnnbfd)aft ober luegen aeifligen (s>ebi'ed)eno unter 
^^Mlcgld)aft fteht. 

2. iper auf (>)runb reri)toI<rüfiigcr (<:ntf(helbung nid)t 
iju ^Z^efitj bcr bürgerlid)cn (i;hrcnrcd)tc ober ber 
^^jmiofähigl<elt ober t^c^* Wahl' unb ctimin« 
rcd)to Ift. 

S>ao aldiue m]l> paiflue ^ZBahlrcd)! bcr brauen kann 
burd) (N^emeinbefatjung eingc)d)ränld unb auogefchloifcn 
luerben. 

Durch C^^emeinbefat^ung lumn bao aldiue unb paffiuc 
^ZI>ahlred)t, bie Teilnahme i\n gotteobienftlid)en y^nnb« 
liingen unb bie iVmitjiing ber (^eineinbeeinrichtuncicn 
gan;^ ober teiliueife an bie (Erfüllung rcligionogcfeljlichcr 
'l^orbeblngungen gelmüpft lucrbcn, 

*^ 11. 
Die cunagogengeineinbcn finb bcrechtiqt \ur 

p;;ii :i,..,- * vVi..f .: ,«. ... -4...., • ^ •' ' '' 

itiiiitii^ u)iir ^iu|t|uiiiM N^iituiii tu oorm uon 
fd)lägen ,^ii bcn unmittelbaren .)\eld)0\ ciaato- 
0'^emeiivfteuen\ ,^u erheben. 



f 



(Fr« 
ober 



II. 



i^ 



(demeinbeocrbänbe. 
12. 

cchHefKu fid) onnagogengemcinben ober ^Vrbänbc 
uon cDiiagogengemeinben ,\\i 'Z^erbänben .uifamiuen fo 
iinb biefe ^IVrbänbe .Hörperfd)aiteii beo öffentlid)en 
.Kechto. Die ^^erbänbe bürfen fid) and) auf aufur« 
preufdfche cnnagogengeineinben ober IVrbänbe er» 
ft redten. 

(Erfolgt ber 3ufainmenfd)luf', auf einheitlicher ^Vtf- 
luMintniogrunblage, fo kann jid) ber 'l^erbanb bcn OJomcn 
..l'anbeofunagoge" mit eiiwm ben (Sharalder bc'-> "Bc« 
henntniffco l<enn,\eid)ncnben 3ufat{ beilegen. 

i^ 13. 

3ft einem *^erbanbe bie ^Z5cfd)einigung bohin erteilt 
baf; er bie Cüigcnfchaft alo 5l'örperfchäft beo öffentlichen 
.l^echto hat (i; 20 ^Ibf. 2). fo tritt im 3allc beo (5:inucr» 
ftänbniffeo ber beteiligten (Qeineinben be,\üglid) ber nur 
ihm angehörenben (N^emcinben in bcn 3ällen beo i? 15 
2lbf. 2 bis 4 ber '•ZVrbanb on bie ctellen bcr ctäatO' 
behörbc. 

SiM bic ctaatobehörbe bie ^efugnio gan^ ober tcih 
lueife einem ^erbanbe übertragen "(i:) 20 -ZJbf. 4), fo 
kann, luenn bic betroffene ©emelubc mehreren <Z5erbän« 
ben angehört, eine rcd)togültlgc (Sntfcheibung nur burd) 
übercinftimmcnbc (fntfchliefjung ber bcteifigten ^Z5er' 
bänbc getroffen mcrbcn. '•ZBirb Ucbcrcinftirnfnung nld)t 
er,\lclt, |o ocrbiclbt bic (Jntfdjcibung bei ber otants« 
bchörbe. 




I 







III. etoatsouffic^t. 

§ 14. 
Tiic (Prriditiinn (^ 4 'siffcr 1 luib 2). bic '53crän^c= 
nmq bcr ^(suUc {^ 4 Siffci 3) unb bic <25cn'd)mcl.>im(^ 
i 4 3iffcr 4) uoH cniinqoiKnncmcinbcn bcDurtcn ocr 
Uiiiitlid)cii (<Scnol)iniqiimi. ?cm ^Intrapc üt plcidi.^citin 
^ic für bic cminqopcnqcmciiibc mnf?n<^blid)C. uon bor 
0}Ut)rlicit il)rci ailitnlicbcr bcid)loffcnc 93erfnfiiinq bei« 

.uifüqen. . i * 

3m '^iillc bcr 3uqcl)öriqUcit :^n einem nncrkmintcii 
l?nii^c5ucrbnnbc ioU bic cinnlobebörbc uor bcr (fntid)ci« 
bung bcn öujtnnbiqcn l^inbcsncrbaiib I)örcn. 

^ic (s'^ciicbmiqunq borf nur ucrfagt mcrben. lucnn 

n) ein TKid)Uif5 (i^ 4. Siff- h 4) unter ^erle^unq 

uon ^lACcbiei'oridiriftcn ^uftnnbe qchommcn \\i. 

b) bic burd) bcn ^75cid)luf^ betroffenen ciinaqoqcn= 

qcmcinbcn burd) il)rc "^Berfnifung unb bic 3nbl 

il)rer OTitqlicber nid)t bic ®cmöl}r bcr Pnucr 

bieten. ^ , , ...,, .,, .. 

I^rtö ^l?crfnl)rcn. bao bei bcn ^efd)luffen über bic 
^rrfditunq ^75cMrhoucrii>\berunq ober 93crfd)niel^unp 
uon cnnnqoqcnqcmcinbcn 5" beod)ten ift. unrb über bic 
^:»cftimmungcn bcs i? 10. 3iffer 2 l)iunu5 burd) bie 
cliiult.bvl)örbc gcrcqelt. 

3m 3rtllc bcc> ^ 4 3iffcr 3 luinn bic mnnqclnbc 
^ufrimmunq einer cunaqopenqemeinbe nari) ^^Inbörunq 
t^er ^Bctcifiqlcn nuf ciiifcitiqcn ^Jlntrnq bcr nnbcrcn 
cnnnqoqenqcmeinbe burd) "bie ctmitobcbörbc crict^t 
uicrbcn." 3m 3alle bcs § 5 entid)cibct. luenu iid) bic 
cunnqoqcnqemcinbcn nid)t einigen, bic ctnatsbeborbe 
nad) '^:}lnl)öVunq bcr ^Beteiligten. 

§ 15. 

'^ic cuniigogcnqcmcinben finb ucrvflid)tct. bcr 
ctiUitebcbörbc' i'bre ca^ung ioiuic ^75cfd)Iufic über 
cntjuuqeiinberung ein^surcidien. 

I)ic ctoatobeliörbc Imnn inncrl)alb eines ^.Uonats 
nad)" bcr (Pinrcid)ung gegen eine neue cnljunq ober 
eine c«ll?lnla'^(i^^e^u^Q Sinfprud) erbeben. 

'^er Cinivnid) iii nur nus bem (<^runDc ,snlnni9. 
bof^^bie bcfd)loi)enc cnt^ung ober cnt^ungsnnberuiig 

n) mit bcm clnaisqefclj in ^iberiprud) ftct)t. 

b) .SU il)rer i>urd)iül)nnig einer ftiuitlid)cn ailitmir» 
luiug iH'bnrf. ober ' . 

c). ^^ieftimmunqen cntl)iilt. burd) bic eine gcorbnctc 
IVrinögensncniuiltung ober eine genügenbc "X^qx-- 
tretung" bcr cteucrvflid)ligcn nid)t gemnbr' 
leiftet'ift. 

Bcftrcitct bic cnniigogcngcmciubc, bnf^ eine biefer 
^^ornuoieniingcn norlicqt.io cntid)eibet nuf Älnqc im 
"^Vruialtunqsitreitucrirthicn t>(\^^ <:bcrncrinnlliinqsger«d)t. 

I>ic beidiloficnc cnnunq ober cnt^ungsnni^crung tritt 
oril in <Krc\\\. nlu!)^cm ^ic. (finiprudioüül ocrftridicu 
oocr nuT ihre Cinnüiiunq burd) bic ctnütsbebörbe 
ucr,Md)lct oDer unchbcm bei (^iniprud) im ^7?crmn!tungs' 
iireitiurfnl)rcn i^iirüdigcmicjen ift. 

§ 16. 

T>ic ^.liitmirlning bes ctoutcs im ctcucriucien bcr 
cynügogcngemciubcn (>5 11) bcftimmt fid) und) bcn bis-- 



berigen 95orfd)riften. ^ie Beitreibung bcr Steuern er« 
folgt im «Bermoltunqö.viinngspcrfabren nad) bcn iemcils 
gcHcnbcn ftaatlid)eu ^orfd)riften. 

QBcgen anbcrer an bic cnnagogcugcmeinbcn ;>u ciit = 
rid)tcnber ^>lbgobcn alo cteuern m\^ ftoatlid) qciicb= 
migter (Öcbülfrcn für bie Benut>ung uon Begräbnis« 
Vlatjcn finbet bic Beitreibung im ^Bermaltungs^maiigs« 
nerfnbren uid)t ftatt. 

I>cn ,yir Bcranlngung uon öteuern berufenen i?r= 
gancn bcr cnnngogcngemeinbcn finb bicienigen Unter-- 
"lagen bic fic },ux 'Bcfteucrunq bebürfen, uon bcn .^u« 
ftanbigen otaats-- i\nt> (^cmcinbcl)ebi>rbcn nuf (<;rforbern 
mit,yiteil€n. 

I>ic 6taat5bcI)iJrbc ift bered)tigt: 

1 3n bie Bcrmögcnsucruuiltuiig bcr cDnanogen-- 
. " gcmcinbcn (?infid)t ju ncbmcn unb (?)c)eöiuibrig« 

Ueitcu 5U beanftanben, 

2 3ur 5id)erung einer orbnung6gcmaf'>cn 'a3er« 
mogcnsuermnltung bie eiuberufung bcr ®c= 
mcinbeUörverfd)nftcn ^u uerlangen, 

H ^ic {Hed)lc bcr <?rgane bcr ounngogengemcinbcn 
auf uermbgcn5red)tlid)cm ©cbict burd) Bcuolh 
mäd)tigte auszuüben, mcnn jene iDrganc uid)t 
uorbanben finb. 
(Gehört eine cnncgogengcmeinbc 
rcren ancrlianntcn l-'anbcsucrbänbcn 
ctaatsbcbörbc .yir ^:a5abrncbmung 
3iffer 2 unb H ibr ;^ugcjprod)enen 
Bencbmcn mit bem ^^erbanbc bc^iu 
bcred)tigt. 

§ 18. 
^Beigern fid) bic ,suftQnbigcn Organe einer omiQ« 
gogengcmcinbe. gefet5lid)c i?eiftungeu auf bcn .v^aus« 
baltuiigsvlan :,\\ bringen, fcft^uftcllcn ober ,yi gencD« 
migen.' fo luinn bic ctantsbcbörbc bic (Eintragung 
i?e[ftnngcn in bcn 5-)ausbalt5plan bcmirken unb 
lueiter " crforbcrlid)cn ' ^?.1Icifenabmcn fclbcr treffen. 

T>ic Beft:mmuiigen bcs § 16 ^Ibf. 2 finbcn 
ivrcci)cnbc vliuuenbung. 



einem ober mcb=^ 
au. fo ift bic 
bcr in '}\b\i\i] 1 
^:Kcd)te nur nari) 
. bcn ^^crbänbeu 



bcr 
bie 

cnt= 



§ 19. 



Bcfd)Iüffc bcr 
©encbmiqung bcr 



cnnagogengcmcinbcn bebürfen 
ctnatsbchörbe bei: 



bcr 



1. 



2. 



4, 



0. 



'BcräufKrungen uon (?)egcnftänben. bie einen ge= 
id)id)tlicl)cn. " ]uiifcnjd)af"tlid)en ober .Cxiinftmcrt 

hoben, 

^}luleil)en, bic nid)t blof-, .sur uonibergel)enben 

•i}Iu5i)ilfe bienen. 

Qlnlegung ober Bcränbcruiiq bcr Bcnutjung uon 

BeqräbuisiUät^en cinid)licf^lid) brr (J)cbübrenorb« 

uuiig für bic Bcnu^ung. 

cmumlunqcn. mcnn iic nid)t im 3uiauimcnnang 

mit einer Bcranftaltunq ciucr cnnaqoqcngcmcinbe 

oiVr eines ancriuinnicii vanöcsucrbanbes uorge» 

uommcn luerbcn. 

a^cr!uc^^ung bcs (^cmeinbcrcrmöqens ,su ünberen 
als bcn bcftimmungsmnfuqcn 3iucdicn. ^^lusge^ 
nommen finb Bemilligungen aus bcr (Qemcinbc» 
luiffc. fofcrn jic im i?aufe eines 3abres 10 u. .M. 
bcr colleinnal)me uid)t übcrftcigcn. 



§ 20. 

I^ic otaatsbebbrbc ift ucrpflid)tct. ber ci)nagogcii« 
gemeiube über bie ö:rteiliinq ber ftaatlid)cn ©enelimi» 
guug (i^ 14 unb 1.')) eine auitlid)e Bcfd)cinigung aus» 
.aufteilen, 

I>csglcid)cn ift einem l?aubesucrbanbc, ber jeine 
(s^rünbung unter Beifügung bcs Bcr,>cid)niffe5 bcr ^er* 
banbsmitgliebcr m\^ bcr "Bcrbaubefa^ungcn anzeigt, 
eine anitiid)e Beid)einigung .,yi erteilen, bie bie gigcn« 
iduift bcs l'anbesnerbanDc> als 5^öri>cr|d)aft bcs öffcnt« 
lid)en 0\cd)ts urluinblid) feftftcllt. es fei bcnn, bafi bic 
ctaatsbehörbe unter entitued)enber Olniucnbung bes 
ii ]') luirUiam (finfiniid) gegen bie cat^ung erhoben t)nt. 

3ür bic ctaatsaufiid)t gegenüber Dem 'Berbanbe 
fiubeu bie Befiimmuugen bcr i?i? 10—20 entfpred)enbc 
^^Iniucnbung. 

I>ie ctaatsbehörbe bann ihre Befugnis allgemein 
ober für bcn ein;^clnen 3all auf bie anerkannten Ber« 
bünbc mit ^^Birlumg für bic ihnen angcfd)loffcnen 
cDnagogcngcmeinbcn übertragen. 

i? 21. 

C<^egcn bie (Entid)eibung ber dtaatsbehörbe^finbet bie 
Bcfd)iucrbe an Me \>iiifiici)isbehörbc in bcn 3üiicn ber 
i-ii 15. 17 ^:?lbf. l, 3iffcr 1 unb i> 20 bic .^lage im 
95enualtungsftrcitucn'ahrcu ftatt. 3n bcn 3ällen bes 
§ 17 ^}lbi. 1. 3iffer 1 hat bcr i1\cd)tsbchelf aufTrf)iebenbe 
^Mrluing. 

IV. 6d)Iufes uirb Uebcrgongsbcftimmungen. 

§ 22. 

Pas ctaatsminiftcrium bcftimmt, iueld)e Bchörbe bic 
in bieicm (5cfc^ bcn ctaaisbchörbcn .\ugcwiefenen 
9\ed)tc aus.^uüben \)C\\. 

§ 23. 

\!lufpcl]obcn lucrben: bic be.^üglid) ber bcfonbcren 
S6ert)äiiniiic ber 3ubcu tilüiiituii ©cfcl}»: üüb Bci.- 
oibnungen. foiucit iic fid) nid)t auf bas BolUsid)u|. 
meien ober bie Bervnlid)tung bcr cuuagogengcmenibcn 
.yir Bcreitftcilung uon .)\e;iqionsuntcrrid)t be.^ichen, als 
geiet^)lid)c Borfdiriften. cic behalten jcbod) bis .yi 
einer ctnuiigen Olcurcgelung in bcn einzelnen cuna« 
goqenqcineiuben bie ^TBirluinq einer gcmnf^ i> 12 bicfcs 
(Öefct^cs be)d)lofjcnen Berfnffung. 



9Tod)bemcrliung ,v«m Gntrourf. 

lieber eine "ctümigc conbcircgclung bcr Bcrl)ältuMfc 
^er cnnagoqcngemeinbcn in bcn ehemaligen S;)erAog' 
liiuiern =d)lesmig unb .\iolftein. bcm ehemaligen Äönig» 
reid) s^annoier. bem ehemaligen !i\i!rfürftcntum Äur» 
heiien, bcr ehemaligen l'anbqrafidiaft !öef)cn»5;)omburg 
ünl^ beul ehemaligen .sici.^ogtuni Olaijau id)mebcn nodi 
<Bcrhanblungen. 



X. 



'^mi 



83. Jahrgang. Nr. 4 



MUgcm^ine ^ 



Berlin, 24. Januar 1919 



/T/- 




ntung öcs guöcnlums: 

€tn unpartciifd?cs 0rgatx für aUcs jüMfd?c Ontcrcffe 



Diffe geltuno erfcf?clnt wöd^entHd). 
2lbonnements»preis: bnrd? ben J^udj» 
!}onl>cI ober bt* pofl (in öerlin unb Dor« 
orten burd? un|Vre Dertriebsj^cUen) brjogen 
rierttljai]riid? 3 lU. — pojifdjerffonto 32^ 



Bcgrünöct oon KobMncr Dr. £uö«)ig pijiUppfon 

Untri aeitun^ brs 

(5el)clmcn Heglcriingsrots profeffor Dr. Cuftrolg ©ciger 

Verlag: Rudolf Mossc, Berlin, Jerusalcmer Strasse 46-49 



Jine t^laffnbungen fflr Scbartion un& 
CfpeblHon finb an ble JlbrefTe: Üerlag ber 
»^lUgmu geitang bes 3ubetifuni$ ', i^erlin 
SNV, 3erufalrnier 5fra^e -H» 4^), ju tidjteo. 
rcrUi«j VOM Jlnbolf 2no|fe, Dcrlin. 



^nijalt: 





Tic ä^cbcutuna bcr liTUiuma inin 3taat unb AHr(1)c fi« '^ 
tiK« .Vibontum. a.>ün 2^r. 3§mat .Ircunb. — Tic il^ortjc- 
3{eid)§ocrid)t§iat Olcoifl GrtjiUi?'. U'Pu \.. d. - ^^tni^cr 23vier. ilnni 
'IHpf. :3:v. tf:manncl ^iliroar;». — '^lu-i mciucm .^UiCivMartfbiul). *iUni 
Cbevlcutnnut b. ^If. i^eimann ^JJliUtiT. - rvcuillcton: 3e^im boS 
3ctniac. Tioiium nou OJL ^Uilvcrniann. — l?itinatur. 

Tcv «ictiuint>c()Otc (M^cilaac.^ur »Vlllacinciucn ,Scituiiabc§ oubentuin§* : 
5<cvlin, .ftöPiaöbcrö, ^^okn, a5vc?(aii, .nollu-vn, »C^ambuvö, Tüffolborf, i>inbc, 
'^Jullbcn, 2Jcrn, 'iiUn1d)niy— Q?c»n ÜJnl) imb ,ltvn. 

Qif ÖBÖ^tuntt ürr €rrnnunrt oon 
Ötaa|/iinö öiirriir für öno ^iiörntuin. 

^Umi Xr. ,\'3innr Tv r imi u i). 

:liMr luibcn bi'ii UH'VTuf'cv muliftclu-nbin Vliithit'.i-? ul^j 
lUiitvUiib bi'v yJiiiiiftaioltiMmniflioii ;nr 'iUulicii'ituiui ba 
7^u\\\<i bi.'v ^vi'iunnui iumi Mivilu- imb Ztanl imi liin; 
'»liMOVvunrt ,yir iiulx ovfiidu. T. -K i' b. 

3u bcn ^vvnnt'H' ^i*' ^«i' (^HMinitcv in MiM'cr ,kit am ticffteii 
ni'füiiM(|tc Xroip.uma ^^"^"^ A{ivd)r llll^ 3taat. (v.s ifi ^^^^ 
nloidr^citiii MiMCiiii-jC Jvvi'ti1i\ ^ioalö olnviic amt) bic btM"LMl^cl•cn 
icliniötcii .^iitcreiiiMi ^c^: OsH^LMItun^o lH*iiiI)vt, ll^^ c-:-« ift ^ev(^•lll 
Uüveifüii), lunm aluMiüiolOoii im oov^el•l•\vun^ bor X{-:-fu]üoii 
imb r^C'' ^\utevc|fi*v Me Ivvnno ftofit: 'A'cUlii' '^iMifuiuicii []at ^l^:' 
^Vl^lMltm^ luni ^cr bcabfiditiotcn 'JJJaüualimo vi cvunirtiMi? 

21MÜ man yi bictcr T^vaoc (^tolhinn nolimcu, fo mufj man 
■•iu) viiiiuliit t'.av ^ariUHn• [ein, bau Ircnnuna iH>n ^'taat iinb 
<vird)c politiivd riii ^dilanHiüvt i)t, abcv fein feitumriilcncr ^i^o- 
nvlff mit ffavcm, yucifcIöfiTicm ,\n()aU. ?sn einer ^Heific lum 
i.\inDern ift bic Irennnnn ^uin^piell bnvd)iierül)vt. 2et)en mir 
nuA jebod) bio 5.UTf)ältniife im eiincfnen nöl)ev an, fo ftnben 
loir, baf3 nid)t v^^^^ii^^^^ ^i^ njeiiclnnii bie tileidie ift. 

l\\\ bcn Tun-einiiiten Staaten imn 'i'kirbamerifa, in benen bie 
Tv'::::ui:ui am früiicftru Durren nmmen mnrbc, finb ;^,mnno>2^- 
ici'tunncn fiiv rolioiöfe ;"^mecfc inn-boten. Xie Ofi*rid]tnna einer 
3ti"$atvfird)c L>ber bie '^Inerfennniui ir^enbeiner .Uirdie a(v 
offent(id^red]tlidier ^»erbanb ift anvaefd)(üffen'). Xie üffent-- 
lidien 3d)nlen finb retiaii-nbMLv:^, felbft ba<j ^ibedefen ift in 
ihnen niffn überall n^^ftattet. :^^m (itaatc 'Ji^af()innton beifpielc- 
UHMi'e ift e^3 iit''el?lid) anöbriicftid) nerboten, im 3taate '3Jiiffit= 
'Unn anÄbrndlid) erlanbt. Ta^? Cn-fdieinen bon ^el)rorn ober 

') ,^^ bcr '4'ovfnifiina ihmi ,Mliiu>io l)iif{t oo: ./.Ijii'uumb '-Ml ^yt 
nottjit U'cvbiMi, iv t;i feinen ill^illcn einen ("»Vlftlidjen \\\ unlcrl)iilten 
|'^cv einem (MotteÄbicnft bci.ynoürinen, nod) ii>U eine .Uonfeffion obei 
nie ^?lvt be-j CMotte-^bienfte-i ikh- einer anberen oefetUid) beiun-.^iat luer^ 
iVn." ^sn ber '^U'rfaffunii v>on (Connecticut: ..'.Uiemnnb fort iiefetilid) 
^e',iiMiiu^en merben, einer bHMneinbe, .Uird)e ober reliipöfen 5.U'rbin- 
''^'nui bei 511 treten, nod) itjr ,^naered)net ober beitie;>iil)It UHnben." ^^n 
^'r iPevfaffnnii üon ^Jcm .;)erfelr. .,lKiennmb foU nenötint mcrben, 
'ftncu (^UMuibfiUHMi ,v«unber ober in (yrnicmiielimrt cine-j an-^brü(f= 
li»i)en ober treiUMllinen UUnfpredieiiv, ,unn 5*tm ober ,^nr ;^nftnnb- 
hn!t\inrt Don .Uird)en ober n^^ttec^bienftlidjen *|Uäticn ober ,^nr Unter» 
'tntniiin eine« (<)eifttid)cn ober einer 't>fnrre ;'U'lmten, 3tenern ober 
liiMti(]e ^citriine .v' .vifllen." 



i.'e()rerinncn in öffentlidicn 3e()n(cn in nctftliciicr Crben^^tiadit 
ift in ^^tennflilbania burd) (>)efel?, in Intern ^JJLU'f burd) ^:i^ermal= 
tuncvmerfünunii nntcrfaat. -Uoufeffiouelle ^^(nftalten fürfen in 
"^^w mciften (2'taatcu feine öffentlid)c llntcrftütnina cr[)altcn 
unb anbere^ji mel)r. Xac^ K\W'i aber r)inbert nid)t, baf? auf ber 
anberen S^eite beim Xumnref? ber '-I^-aud) f)enfd)t, bie ^it^unnen 
mit (Mebet yi eröffnen unb jebeo s^an^^ \\\ biefem ^ini)Hfe einen 
(sVift(id)en aufteilt unb befülbet. Vle()nlid)e (vinrieljtiiunen finben 
fid) aud) in ben einzelnen ^iAmibeöftaaten. Xrot? nvnnbjäl^ 
lid)er unb meitiie[)cnber Irennunn mm .Uird)c unb 3taat fet)en 
U)ir alfo bie "sbee uiel)t reftlov burd)aefül)rt, treffen bie(mel)r 
im einu'lueu eine 'iUn'auiefnnii be«? Aurd]lielireliivbfen mit einem 
rein ftaatrid)eu ^^Ift, luie fie in l'änbern, merd)e bie Ireunuua 
nid)t \\\\\\ %x\\\\\\^ erlHiben balum, beifbielvu^eifc in Xeutie()lanb, 
lonm bentbar märe. 

^sn ^iH^Uiien ift nl^ndifall^ qrunbfdblitl) ^ie Iiennuu;! 
Duu'ztaat unb .Uird)e burd)acfül)rt. Xic ^iUu-fafiuui^ l^on 
ls:u, ba- ^^un-bilb ber meiften neu',eitlief)eu beutfdien unb 
in^befonbere and) ber breuf5ifd)en ^iUn-faffitnq, beftimmt: 
Xic A-reil)eit jeber b-)otteöiiereI)runii ift vuuM"ii"ll^'rt. '.Uiunanb 
ift i'-duunqen, ira,enbu»!e an ben VKinblnnneu uub Jveierlirf]* 
feiten iraeubeine^ Uulte-? teil^inehmen ober beffeu 'Ku()e- 
tacie VI bcobad)ten. Ter 2taat ift nid)t bered)tiiit, bei ber 
(yruennunn t^ber ber Cvinietmiui bun .Unltuöbienern uo.enN 
eine ^.iiitmirfunn in Vlniprud) \\\ ner)men ober il)uen ben 
'iUu'fcl)r mit if)ren Cberen ober bie ^.IH^fanutnmcbuna iijrcr 
"?inL.rbnuunen \\\ unterfaiien (XHrtifel ll bi§ i«m daneben 
finbet )i;I) )ebüd) bie ^^.HM'timnuunv Xie ^^euMbuni^ra unb 
%ienfioneu ber .QuItU'Jbiener fallen bem Staate \ur V'aft, bie 
baui erforberlid)en Gummen merbeu itihrlid) in ba§ ^.l^ubnet 
einfiefteUt (?(rt. 17), eine ^>^eftimmuuii, bie aud) bem ifraeli= 
tiiviion A^nftu^^ v' f^^^^^ebote fommt. inbem bcffen ^litö^iaben, 
ateid) benen ber d)rifttie()en •Uirel)en, anf ben 2taat^>()anoI)aIt 
übernommen merben. Tcv meiteren ift ber iKeliaionouuter- 
rid)t, nad)bcm er infotcie be-S 3d)nlnefelje'> uom 1. ^sidi 1<S70 
(\\\~, bem obli(iatorifcf)en %U-ociramm ber ^inmÄfeI)ule oer« 
fd)munben mar, in ba^felbe mieber autaenommeu imn-ben. 
unb er mirb, cbcufo mic ber 'JJioraIunterrid)t, bor urfprüna- 
liri) "^^w n?eIiaion:3unterrid)t erfet^en follte, nad) ber i!lMeber= 
aufuar)me be-5 telUcrcn in ^^w ^lUan aber iieben il)m iier= 
bliet^Tit! ift, iivnnbfäl',rief) lum (<')eiftliel)en erteitr. [s-ür ben Tvall, 
bafj ein l\^r)rcr bamit betraut mirb, unterfte()t er ber ';>luf« 
fid)t ber JKelinion^biener. ^iUm biefem fonfeffionellen Unter« 
riel)t finb nur biejeniaen Minber bi^-«bcnfiert, bereu tyttern 
einen auc^brüdlidien entfnred)enbeu ^Olntrao in beftimmter, 
bafiir i)oraefel)ener rvorm (i^'l^ellt l)abcn. ^w ^n\ HJittel- 
fef)ulen ift ber n{eliniuuöuuterrid)t obtiiiatorifel) \\\\^ mirb 
^lleid)fall'^ bon Coeift liefen erteilt ober überumebt. \Hlle^ in 
allem fann iicfaot merben, baf? im nefamteu ^iU>lf.>leben bie 
AUrd)e fetten eine fo ii^'ofic 5)?ad)t erfannt bat mie in ^-i^el» 
nien bei nninbfät<Iic{)er Ircununo b^n 3taat unb Ävirri)e. 



«r —-c 






26 



^icir ^vennuno l)at Icbiflarf) biMu rtefiUjrt, ber Äird)e bie 
aiiöölid)reit SU QemäDrcn, fid) t)on jcbem ^^««;*^" J["öri 
frei bPiii "oom (Staat, insbefonbete matetieü, aertu^t 511 
cutuncfcln, fo baf5 man nid)t mit Unrcd]t öon ber freien 
Mird>e im unfreien Staat acfprod)en r)at. 

?(elinlid) mie in S^etflien lienen bie ^)erl)äanifle in Innrem» 
tnivn. ^.r, im orofsen (^)ansen fidi an ha^^ t)etntfd)e 5^orbttMe= 
Iialten dat (ucrateidie bie 5}erfaffuna l^om 17. €f tober m^, 
%xim r» bi^- 22). Xcx Staat entl)äU fidi faft mU(\ be§ Cvin^ 
nriff^ in bie ^tnqelenenricitcn ber .^Urd)en unb iKelimomS= 
qefeUidiaften, tränt iebod) auf ber anberen Gette emen be= 
träditlidien ^ei( ifirer Caften, inbcm er bic Cs)erialter ber f^iiU 
tu-bicner. einMiiienlid) ber ifraelitifdien, auf feinen ^ta 
übernimmt, ^nr 9ru§bilbunn ber fat()otifdien zmom unf 
^rofefün-en an bem ^kiefterfeminar ,yi ^nremburn befolbet, 
^ai^ 05rbäube ftetlt, Stipenbien nctinibrt unb anbereS mel)r. 
%x ,lraufvoid) UMoberum i|t nad) bem XrennumV^niMeü 
i>oni i) Xe^cmber m-* ber CTjrunbfai^ aufaeftelU, baf? alte anj 
bte ^^(uM-ibunn be& (^n^tte^^bienfte^s be^üntidien ^;)(n?niaben mi^ 
ben .C>au?>r)alt^^V(änen nid)t nur m Staate^3, jonbcrn audi ber 
STcpartcmente^ unb ber C^^emeinben ^u ftrcidien finb ^rt. 2). 
Taa aelit fo u^eit, baf^ ben .Kommunen fclbft bie -^x^rciabe tum 
C^emeinbenrunbftüden für aotte^^bien|tIid)e 3ii^ede Derboten 
ift, ba ()ierin inbirctt eine SubocntionierunQ ber riuliuo- 
anttalten entlialten mare. 

MJod) rabifairr ift man in ^hif^lanb üoracnanncn. ^unt) 
^cfret ber ^^olfÄfommiffare uoin 20. Januar Hörigen TsafireS 
mürben t>om l. mäx^ ah bic DJMttel ^um Unterf)alt Hon Airdien 
iirb f^apenen, ^ur ^übMibunn be^i Aultn^ unb ^um Unterl).ilt 
^er l<)ei'tlidicn unb nieli^ionc^bieuer, unter ;Sumeifunn emev 
^obncÄ" für i>ier ^^od]m, einaeitellt. Xen fird)lidien unb 
reliaiöfen ©emeinfdiaften mürbe ba^i ^{ed)t auf Cvitientum unb 
ber eiiarafter inriftifdier ^>erfönlid)feiten abnefbrodicn (§ 12). 
^nicH (viacntum ber !ird)Iid)en unb reliiiiüien (shmu ein klarten 
mürbe für 5?olf-?ciiientum erflärt (^^ 1-^). 

^ncrac(^enmärtic{t tnan fid) 'biefe ^[^erbättniffe bie 3?ei- 
fpicie tonnten nad) belieben u-rmebrt merben —, fo mirb 
oftne n,HMtere§ fCar. ^a\], um eine ^(ntmoit auf bie ;^raae 
jurd) ber ii^iVoeutunn 'ber eluMitueden XreniMina non .Uird)e 
iini) Staat für .ba^> rvubentum ]u neminnen, e^^ notmenbui 
ift ]\\ miffen, in meldicm llmfana unb in me(d)er 91^eife bic 
Irennunq beabfiditint ift. •'oierüber ift nun 'ba^? ^otnenbe , 
m mcw. 2eil§ au§ llnfenntniÄ. teil^ yim 3tncde ber ^Uv^ 
tation ift brausen im l?anbe bie ^.neinunii verbreitet morben, 
c^ rianble fidi um eine rabifale l^i^iiuia ber ?ixac\o in thd]c\u 
feina>Iidiem -Sinne. ?^nM>clfonbere finb berarti^e ^Ibfiditen 
^em .aM(tu^>miniftcr %boIf .<ooffmann ^uncfdirieben morbon. 
2^aÄ C5eaentcil ift ]ot)od), mie mit allem ^^adybrud betont 
meiben foU, in 31Urfridifcit ber Ti^ül Jöeber beftanb, nod) 
beliebt bislier bie ^Ibfidjt eine§ rücffid)t§Iofen, ben Scftanb 
iber Aird)en ober bic materieUe Steflunn -ber (^eiftlid)en 
iriien^mie (lefäftribcn'ben 5}oraebens. 3?ieam^r}r ift mieber» 
1)011 r>erüDrne:I)oIien unt) <il& mafjiiebenber C5efid)tÄ)>unft auf= 
ncfteüt morben, ba^ mit ^enfbarfter !0?iK)e nnt) ed)onu.n^ 
voriici^aiT^ien uivb jebe -*öärte, in&'befoitberc ^hcn ^ ärmeren 
AUrdicmiemeinbcn n^nenüber, oermiecen merben folle. 'AUit 
bieicn Xireftiucn Ijabc id) felbft meine ^^(rbeit für ba«? 
aiHnifterium übernommen unb ber ^ur 5?eratunii ber 
Irennuni^Mraac' h^^»" "iDiinifterinm einnefelUen Sonber= 
fonuniifion ift in ber erften Siinuui u. a. eine 
offi^iöfc 3)cnffd)rift üotnelent morben, in ber al-j (eiter.ber 
6efid)t§pnnft aufiieftellt morDen mar, ha\i 'bie Irennunn i)i 
einem aUmäI)lid]en, auf eine ^Jeibe ton ^af)ren \\\ uer^- 
teifenben "Jfbbau erfolaen, eine '■l^M'il^erareifnnn bec^ .Uird)en= 
caite« unb ,<^ird]enoermöi-jen§ für Staati?',^tuctfe nid)t |tatt= 
finden unb -burd) Sd)affnm] uon ;^onb^ bie fünftiaen l'ebeiU^ 



funbamente ibei i^irde nefid)ert mvhcn foücn; 'baf3 mei er 
aUe ^en ^ird>en ^unctoenlbeten ed>enfuniien x\u^ 3}crmad)t- 
niffe unterfd)ieb§loa beftätiiit, bie €elbftänbiflfeit ber IJanbc^- 
nnb ^^ronin^iaIfird)en nidit annetaftet unb if)nen bie ^lUn^ 
lidifeit be§ 8uiammen[d](uffe§ ^u 3[^ermL^en?- un'b ^>er» 
maltuna?inemeinifd^aften nemabrt metbcn foU. Xie ^^rane 
bea Steueired)t§ ber 5)U^linion§m^meinfd>aften ift t)i§Tier offen 
Oc-blieben, Feineefads in einem aninbfäi3lidi Herneineiiben 
Sinne beantmortet morben. ^:»ludi über bie formelle (vr- 
(eMmir-a ber aainen ;^raae ift eine enbnüUiae ^i^eftinimumi 
nod) nid)t (letroffen. ^^ebenfal^? mirb bie (vntfdieibunn nid)t obne 
\l1?itmirfiinn ber 3^otf^?oertretuna, fei e§ be§ ^{eid)?barlament^?, 
iei ea ber preuf?ifd]en eanbec^oerfamnirunn, erfoIiK"- 

Xa§ finb bic bi^-Iieriaen ?(bfid)ten. .Uommt eine ^Kcneluna 
auf'biefer (surnnblane ^uftanbe, f--> bat, mie be§ näheren faum 
aiiSeinanbernefcM \n merben braudit. ba§ preufufdie ?suben= 
tnm für feinen 'IWaub lum ihr nidits^i \m befonien. Ty bi«» 
beriaen funbamente feiner C^riften^, fomeit fie auf ftaat^^niefel?= 
Itd)er (^^runbraae berur)en, merben imn ihr nidit anaetaftet. 
7on Or)eaenteir fann bamit oeredinet merben, baf? im Sinne 
oiiieÄ billioen unb (lerediten ^Hu^joTeidv^ inib au^ bem Wrnnb- 
fal^, ber ^nirität f)erau?, folanae bie Staatf^botationen au-S alU 
aemeinen ^.mitteln für bie .^irdien nod) fortaefelü merben, and) 
ba<6 ^"Mibentum baluni nid)t au?>aefcbroffeii bleiben mirb. 

iaf? e§ ^u einer ^eaelnno auf ber (lefenu^eicbneten (^)runb= 
laae fd)IiefUid) fommt, fann iebod) feine§mea§ al§ au§aemad)t 
aelten. T\c ^uerft an? ben .Ureifen beS :^entruin.S beraub, 
bann aber and) imn ber eOanaelifd)en .Uird)e betriebene lief» 
tine ^^nitation (\mn bie Xrennuini. bie bi-? \nv Xrobuiui mil 
ber l\iköfunn aan^er ^U-ouiinen luun ^Keidie (U^fidirt bat, fann 
nir ^olnc baben, bafi bie ^Tieoieruiui fid) ueranlafU fiebt, im 
^Xuaeublid imn ber geplanten 5)Jafniabme Vlbftanb ^u nebmen. 
Iritt biefer ;?all ein, fo ift bocb nid)t mit einer 
nibaCiltiaen ^^lufiiabe beö ^Uane^3 \n veduien. Xie 
oiM"d)iditliebe C<?ntmideluna fprid^t oielmebr bafür, b(\U eS 
über fur^ ober Inno bod) ^w ber Xrennunn fomnit. Xann 
aber ift faum bamit ^n red)nen, bafi fie loiebcr unter 53c= 
biniiunaen fid) uolhiebt, bie für bie Aird)en erleid) nünftia 
finb. m ift Dietmebr (ü^ loabrfebeinlid) anvinebmen, bah 
eine rabifatere Strömung rabifalere formen forberu unb 
obne ^tüdfid)t auf tatfädilid) unb nefd)id)trid) (C)emorbene? m 
fonfequenter T^ermirnid)una ber Tsbee bie ^öfuna fudien mirb. 
Iritt biefer ^^all ein, fo mürbe bie ^olae fein, bafi alle yiru^t 
nod) beftebenben ^UH'binbinuien ^mifeben bem Staat unb ben 
^Keliaion^fHiemeinffbaften iininbfätjlid] nelbft merben. Ta« 
uuirbe naturnemäf? aurb für ba^S ^uibentuui netten unb ^n 
einfd)neibenben ;Volnen in red)tlidier unb tatfädilidier •'C'^infid)! 
fübren. lucit \vdil)^n 31>irfuncicn bann im cinv^nen \n red)!ien 
märe, foU in einem meiteren ^luffati unterfud)t merben. 

Bit öäotöL 

il^crlin, biMi 21. ?snnuni 1010. 
YV^enn biefe ;^ciren in bie C->änbe ber l^^'er m^Ianaen, 
vL/ fi"^ '»>tc ^'Oabren \ux -ilktion.iloerfammlunn lmll= 
U^aen, boffent(id) obne betrübenben 3mifd)enfall unb, mie 
)üir nleier)fan§ crmarten bürfen, in freibeitlid)em Sinne, '^ad) 
ben ilornännen ber mal)\en ^u ben einlernen l^rnbtanen, bei 
benen ba^- iircid)e ^^abrred)t yinmubc lan, ift nicbt ju cr= 
uiarten, ban bie llnabbänainen Soyalbemofraten irnenbmie 
bie 5)Jebrbeit erlangt baben, unb man mufj münfd)en, baf) bie 
liberaten %Uirteien ben Sien bauonnetranen baben unb bafi 
bie Teutfd)nationale t^artei, unter metd)em ^IJamen ficb bie 
innbünbeten Monferoatioen unb \nntifemiten uerbernen, trob 
ihrer unnebeuren ^^Initation feinen (vrfofn auf^umeifen bnben. 
SlkMin luir auf biefe ilOablen an biefer Stelle einneben, fo (\c- 
fd)iebt e^^ b^^uptfädjlid), um ]nm aUnmürfen eninenenvitretcn. 




■ms^^ 










4^» «^ v > 




















<^i-> ^^4n ^Trf^ «<^ * 











A 2^ 



i 




tct^üOU— 



^ ^ßf^^5^ >/*^^**^ 



^^>t vAi^7^j2 7^>^ 










/T% i^ /^t4f 









I 



•/? ^ 




b_y/^- J 





^^ ACf^/2>«^^4<f*^!^^ 




/^\^^j^^^^^^.^«^4Äf^- /^ /' -^i^**^^ 




t/.*^/^J>p^ 





/ 



if /*■ f^f 




i 



'■ V "'■7^ 



— '-y w ■■■■■'. -^7- — I 









'f^ 



.ff. 



y 



W 



"^•^ x^ vv 



/cy 



-^ 



n 



V'V 




^ßtifd^rtf t 



j. , 



beS 



Ce 






■:^ (^ti^s: StoatebScgsi i&i}if(§ea 



6Iiniben& 



f>^''' 






«MSü"; 



^5. 



/ 








,a IUI I — n. ■ mm ' 



^ «»» ■ s wu r »-'— j*' 



134 



3m Scittlt^cn iReicÖ 



und) tiefet STacfjntng ift aiuftlaiib Dormr-nngcn bc§ ogarjm f:t^' 
lidicii unb reliqicicn 05em€inid)aften bot? SRcc^t ouf fc flcntum abge= 
Ken unb äaei (Jigcntunt bcr ntdjUdjcn unb rcl.otöici. (Scme.n. 
dauin für SGoIläcigcnnim ctflfitt ^t. Saß ober eine b^tarti^ 
Kffl &„ng nid? in_^utW/-^ ?.«"?' . a. »irb un 



tum, „«agemeine »ei'unS ms yuoenrum'. .^'''"^j^v,"'- yrt „ 
micbctiiolt fictiiorqe&Dbcn unb olä maBgeSenbct ©eTdjtäpuntt au 
Snt mctbTbafe mit bentDarfter 2jaibc unb @d)=nunß t>otgc 
aSracn unb iebe Ute, initelor.bete bcn ärmeren .SWt^engemeinbeR 
bÄ"" Verminen roerben folle. STut bieten ©irdtmen ^aSe i^ 
fclift meine «'rbcit für bcS SKinütctium übernommen, unb bei äu^ 
leratSr" be Srennungäfrage «cm 5Kinift«ium. einge e^ten Son. 
S • riitnoii ift in bcr crften eitsung n. a. ctne omaio e ^cnl^ 
fAi^"S^aräck-at Verben, in ber alä Icitenber ®cfid)li;)untt fluigc= 
ttat LS »ar baftbie Srennung in einem mn&m^n, am c;.ne 
fetb «^i Sn^r n au Wfteilenben TOf.u enplgeu, eine Sei |^ 
e nreifunq bei S'ird;ens!iteä unb $Titd)cnBcnüDgcnä für etcats' 
S mit fto^tf üben ,:nb burd) €d)ai[ung Bon ?-onD-5 bie uuitigj;n 
l" enÄ m'iU^ ber ftirdje gefufjort mcrbc«^ iollen- baß t.c. er 




mirhcn M Sie «rage >ä €teuctred)t§ bcr Sieügion^gemew 
iÄ i^biäS 4n Ui^Sen, fein^^fattS m eir.em srHnb,a6t,J 

Äeinenben eiun^^ Ita \ n m?&e *nid-S 

Röt ba5 ''UUiClUUUl Uütv Ciuk.*. ,^l>,.^u....r> J^-»'' >>-'*^'*' 

ju befüt^i^teK, im föegentcil ift biefc warm ju begrüßen. 

» 

Sflm 23. f?cbtuat Würbe bie .8"le iübifdje SolKfio^fauIg' 
tn Se Un burd) etne in icm fltofeen ©aal beS «of «BaufcS in b« 
m.u,rirn[-.. 10 beianftottcle Seiet erö net. 35ie S«te iubi!d)e 
lo Sd,i?e wta ine etälte ber SSüJeufdiaft für ba£ Suf entu« 
t*.ffm 4 1 ber e-rtenntniS, bafe bie nteiftcn Subcn ttire iä>e|d)td)tc 
15 Sa I nen «nb Safe bürd, biefcn äßangel bet Snb^ffetent Sm„8 
S'nt« bÄutfd,en J^ube« ßtöfeet^tottb, JS^^^J^^J^^ 

R?eie iüb fX Sßol£k,od)fd)uIe miO nidit im ©teufte emet Jäarte - 
^*hmn eben tonbet bem ©efamtinterc fe unb ber ©eianit« 
SÄ«? öeS SuHumS Mencn! öud, bcr ßenttalBetein ift 

•"' Sc IdiifS'ßÄe m ä" ciKCtumabiaen ßm^5cb.u:3. 

ÄÄ flcfuuflcnen «falmS, mm ^abi, Dr. •««ßmann bav 

S bet'bl Selunct U,,iB«rdat bcflrüubet rtaxit. Gbc.fo npic bamaü 




ilL JJ-U —1^'' ' "^'^ 



.iii Tirr« 



Diktat vom 7. Maerz 1978 



Grimme unterbreitete den Gesetzentwurf dem Ministerpraesidenten 
am 22.10.31. 

Am 28 10 31 Besprechung von Klee und Lilienthal mit Grimme. 
SerJaAgen Fes??egung des Allgemeinen Wahlrechts ausser Frauenwahl 
in dem Entwurf. 

st-aatsministerium stimmt dem Entwurf am 31.10.31 zu. Ministerium 
beJprJci? mif iandesverbaenden am 27.1.1932 Allgemeines Wahl- 
recht. Grimme sendet Entwurf am 3.2.32 an Braun zwecks Zu- 
stimmung des StaatSBiinisteriums. Kultusministerium steht auf 
de™andpunkt. dass gemaess Reichsgericht nur ^er Austritt aus 
der einzelnen Synagogengemeinde zulaessig ist, das nicht not 
wendigerweise die Losloesung vom Judentum bedeutet. 

Dies widerspricht dem Austrittsgesetz vom 1920. da dies das 
Judentum, die juedischen Religionsgemeinschaften unter die 
Reliqionsgesellschaften des oef fentlichen Rechts zaehlt. 
Kochmann hatte 1920 gesagt, dass der Ausschuss sich einig 
war, dass unter Religionsgesellschaften oef fentlichen Rechts 
auch das Judentum als solches zu verstehen sei, und diese 
Rechtsauffassung wurde von dem Berichterstatter im Plenum am 
16.9.20 wiederholt. 

Freunds Standpunkt ist, dass der Entwurf einen Rueckschritt 
bedeutet und schaedlich ist und abgelehnt werden "»^e^ste, 
ebenso Kollenscher. Er verstaerkt den Prosess der Aufloesung 

- . -3 1-,- Ä. 4- '->~' •!'*-' öv-*-.v»/^ •» *-> loValo (^^m^ innen, 
des Judentums und uei Atwuixo^ej-v^**^ -.** aj.^ 






Morsey 



M-^ ['- 



p. 114# Jakobinermassregeln, Vergewaltigung der Katholiken und Pro- 
testanten, Berliner Gottesleugner ,Ueble Bluete aus deoi Ber- 
liner Grossstadtsumpf, geistiger Thersites, grinsender Wasser- 
speier vor einem Monumental^ebaeude, BBtificAiDidLlidicBiBDiluiiiB* 
p. 115 21.11# gab Haenisch zu erkennen, er bremse in der Frage 

Kirche und Staat taeglich nach Kraeften. Schreibt 18.12. an Staats 
ministerium mit Warnung gegen Ueberstuerzung der Trennung 

von Kirche und Staat durch blosses Dekret, schwerstwiegende 
politische Konsequenzen. Hob 28.12. den Erlass Hoffmanns vom 

29.11. ueber Fortfall des Religionsunterrichts de facto auf. 
War besorgt ueber Absonderungsbestrebungen in Grenzprovinzen. 
Separationstendenzen in oestlichen und westlichen Provinzen 

wuerdai dadurch gefoerdert. Staatsgefuege Preussens bereits 
gelockert, konnte gesprengt werden. 



\ p.119. 



Koeinische Volkszeitung stets Sonderpolitik ge^en BerlUTT 
wendet sich gegen §t ammesfremde Beherrscher Preussens, bereits 
p.118 werden starke Tendenzen gegen rohe Diktatur der rasse- 
fremden Eindringlinge (Eisner) in demselben Blatt bekaempft. 



p.l20 ff. Bestrebungen fuer eine westdeutsche Republik im Rahmen des 
Reichs. Adenauer foerdert sie vorsichtig, Falk und Meerfeld 



dagegen 



Mll^ - ^T». «;■»,. 




p. J.OO« 



Zentrums 



r J. eiXX CJL' 



a pj. X Cii \t 






Generalsekretaer des 

gegen den Saustall der Revolution und bezeichnet die Zentrale 

Raetefuehrung als Rat der Deserteure. Gegen die Errungenschaften 
dtes Berliner Bolschewismus. 



p.l59. Fussnote 13. Alle die alten, die Vaeter der Unheilspolitik und 
der Greisenpolitik waehrend des Krieges, die Erbmonarchen der 
Parlamentssitze faüÄen sieb wieder ein als ob nichts inzwischen 
passiert waere. 



p.l72. 



Waehlende Frauen und baeuerliche Anhaenger der Partei erstaunt 
ueber die Koalition mit der Sozialdemokratie, die als der Feind 
schlechthin bezeichnet worden war. 



p. 178. Groebers Rede sum Regierungsprogramm ocheidemains,die Revolution 
sei nicht notwendig und kein Glueck fuer das deutsche Volk gewesen 
Bekenntnis zur demokratischen Republik faellt ihm nicht leicht. 

p. 184. Beim Versailles Vertrag machen Landsberg und Giesberts den Vor- 
I schlag, das Reich im Fall ungenuegender Zugestaendnisse der 

Alliierten unter Ablehnung der Unterschrift dem Voelkerbund zu 
} unterstellen. Keine Mehrheit im Kabinett« 



^» 



mim^mMia& 






/fji- 




^^/* 



^i^f^^^ 







^^. 





^^^^ 



^ /^W^^^^**^-^ 



JUif/e//^A^ 



j„- 




/ 



^fp/^^üe^ 




A^ 



/«^ 




^j 



^•*-<-*^" 



^(^^4^ t^ A^ ^i/!ft7'^*^^ft^ 




\^>ü/^ 







/^.^^ 



^t^/ 



^ • 



> 4 



«^- 



</iJÄ*^^^ ^i¥L_ '*?^ .^5^ 



•>■ /^yyjt. 








^T'ca^ 








-y^ 



MmoK^ßtsmia^fXTi^^ 



.:iff^3L^, 



AR 3050 



IMAX^DIENEMANN 



0060 



Max Dienemann (1875-1939) . . x ^^ ^ u^^ -^n iÄ7q 

Born Krotoschin, (now Krotoszyn, PoLand), September 30, 1875 

Emigrated to PaLestine 1939 
Died Tel Aviv, ApriL 10, 1939 
Rabbi 



1898-1948 

Records of Max Dienemann 

Persona L Documents 

War memoirs by 1 Ma L Ly, Di enemann 

Di enemann 's arrest 
1914-1920, 1933 



10 i nches 



!and Max Dienemann, Orders for 



2 i t ems 



Cor respondence 

Letters to Dienemann a 

i nc Ludi ng ! C ha i m 

IRudoLf ,KitteL! (1),!J oseph,K Lausner 



.„„.M. ...d his wife MaLLy from various individuaLs 
Bloch! (1),!Martin,Buber! (3),lIsmar,ELbogen! (67) 



! (2),!ELse,Lasker-SchueLerl (2), 



(1) 



1 i nch 



!Franz,Rosenzweig!(3),!Eduard,Strauss 

jMgil"s and copies of Letters by Dienemann to various persons 



aLLylSiegfried,Guggenheim!(9) 




especi 

1933-1939 

Letters from prison by Dienemann 

1933, 1938 



to his wife 



25 i t ems 



3 i t ems 



Manusc ri pts 

Lectures and articLes, incLuding dissertation 

le^JüIefon Jewish history untiL the MiddLe Ages, given at the 



3 i t ems 



•Juedisches LehrhausQFrankfurta* 

1935 

Rp r mons 

1913-1938 



222 pages 



C I I I U M & .J 



C L ippi ngs 



Scrapbooks coUected by Siegfried Guggenheim "Judentum & Gebet 
.:..„.„.= =,„H h;,nH-uritten coDies of articLes by various perso 



tl 



cLippings and hand-wntten cop 
i nc Ludi ng Di enemann 
1935-1948 



s of articLes by various persons, 

193 pages 



•I 



Midraschim": clippings of articLes on the weekLy Torah portion. 



mainLy by Dienemann 

unda ted ... o. • ^ o 

ArticLes by Dienemann on Jewish reLigious topics, 

newspape rs 
1 909-1938 



2 i nches 
mainLy i n Jewi sh 



3 i nches 






X F 



ZeitB cnrift fuer Demograghie^^d^^^Statistik^der^^ucien^^ 

Der Anteil der Juden in ^eutschlarid an äem Beamtenstande und der. 
freien Berttten von Dr. jacoo aefeati. 




Jlr^Lben lediglich die Tatsache zu ^^onstati? ren, dass es Ö^^discte 

I^tiw Offiziefe im Reiche nicht gibt, um dass ^le Zahl der 

aktive V"4^^X:''^^^.-y.„+e^enden juedischen Bearataa seit 1895 (x*xi8 

f !'!S07T STfehf lls'^dle HaeSt'e. naemlich von 38 auf Ib gesunken 

ist. 

5;r"rozent8atz der Juden unter den ^f ^«"" ««J^f ^'f ^^^*J5^j'*"°'* 

Sn^ faSfreS^Ä-geJaWe £| ~^ ^ 

ifeferBeiSifsSSLf^zJSi/etirro/h^^vilrlr^^^^ S-a^eSn-isfder 
Sll!l S^Juden unter den hoeheren K.mmunalte amten Spring. Sehr we 
nig Juden finden sich unter den Reichs-unu Staatsboaratai mittleren 
Ranges, naemlich war 0,55 Prozent. Ganz verschwindend gerihg ist 
auch d4r Anteil unter den Kemmunalbeamtei mittlere! Ranges - 0,1596 
! unter dSn niederen Reichs-und Staatsbeamten - 0,179«- und den 
niederen K#ininunalbeanitQi -0,159^. 

Es lab im Jahre 1907 ...• ouedische Rich-ter in Deutschland ah 
4 28* Dieser Prozentsatz ist an sich guen^ ig; es ist aber zu ber 
ruecksichtigen, dass die juedischei Rich-fe r fast ausschliesslidi. 
der ersten Instanz euigehte ren. 

Unter den 665 Justizbramten , die in hoehere Stellen befördert 
wuraen, waren 108 getaufte Juden, von denen 30 = 27,89^ bef#erdert 
wurden. Es wurden von diesen 22 Oberlandesgerichtsraete = 20,4^ und 
8 Direktoren unü Prqesidentea = 7,4?^, waehrend von den Christen nu 
18,8^6 in die hoeheren Stellen hinaufruecklB n, 8,6^ zum Amt eines 
Oberlandesgerichtsrates kamen und 10,1 9^ Direktorei und Praesidenten 
wurden. Daraus ergibt sidi , dass die Justizverwaltung gewisser- 
massen eiw Praemie auf die Taufe setzt. 

Am Reluliw^ er i cht ^ibt es 
t autten Senat spr a 



1 ^4->.L> ^...J^.^l^ 



^i<% U 



v^^^e^en 



oxHeii 



pr aesidentei \ind mehrere getaufte Raete. 



60- 



In Bayern gibt es 47 jueaische Justizbeamte. Hiervon ist eiher 
am obersten Landesgericht, 4 sind Oberlandesgerichtsraete, 59 
Richter erster Instanz. Ein Jude ist Staatsanwalt, einer Amtsanwalt 
una 8 der eben erwaehnteo jiBdischai Ricnter waren Staatsanwaelte, 
bevor sie in die jetzigen Stellen einrueckten. An Getauften gibt 
es in der bayrischen Justizverwaltung nur 5, einei Staatsanwalt und 
zwei Richter erster InstR nz. Aber auch in Bayern ist kein einziger 
Jude Direktor oder Praesident (1) ( Waehrend des Druckes dieser 
Zeilen wird bekannt, dass aer erwaehn-te juedische Rat am Obersten 
Landgericht zum Senat spraesilenten bei demselben Gericht befoerdert 
wer den ist ; er ist uebri^ens gleichzeitig Honorarprofessor an der 
TJniversitaet Muenchen) . 



^i-:i^i 



'üilk^ 



\ 




Der Anteil der Juden in Deutschland an dem Bearaxenstande und 
den frei« Berufen von Dr. Jacob Segall 

-2- 




.5 In Sacnsen gibt es uebe rhaupt iceine juedischei Richter/ 
^iXÄlÄitt, in Wuerttc mberg nu: dfei juedische Rihhtsr erster 
Instanz. 

.. In Hamburg waren anfangs 1807 8 juedische Richter erster In- 
stanz, dagegen unter den 8 Getauften ein Oberlandesgerichtsrat und 
ein Lanlgericntsdirektor . Vor einiger Zeit js t ein Juae Landgericht 
direkter gewer dai . Elsass-Lothringen hatte anfang 1907 4 juedisc 
Richter, naemlich 2 Oberlandes^erichtsraete und 2 Richter erster 
Instanz, 5 Getaufte, von denen einer Oberlandesgerichtsrat und 2 
Ricnter erster Instanz waren. Inzwischai ist der eine der beiden 
iuedischen Oberlandesgerichtsraete , der zum Reichsgerichtsrat de- 
signiert, aber von der Reichs jus tizverwaltiing nicht angeneminen war, 
zum Senatspraesidenten befeerdert worden. 

... Rechtsanwaltschaft . Hier betrug der Anteil der Juden nahezu 
15 ^ sodass man geradezu von einer Uebersaettigung des Anwaltstand 
mit Juden spricht. Im grossen und ganzen aber laesst sich die 
BehauptTjmg, dass der Rechtsanwaltsberuf ueberfuellt sei, nicht aalt 
halten. Nicht die Zahl der juedischei Anwaelte ist zu gross, son- 
dern ihre Verteilxing ist zu un^uenstig. 



... 



p. 56 

Da8 öTiediBche DireJctiore und Lehrp rsonal hat von 1895 bis 1907 nur 
um 57» ziigen.nimen, waehrond gleichzeitig die Gesamtzahl desseLben 
vuu 27^ wuchs . Die P.lge hiervon war, dass der Anteil der Juden von 
1 ,44?b im Jahre 1895 auf 1,165^ im Jahre 1907 zurueckging . 
..Juedische VolksBchullehrer a n oel'f entlichen Schulen . Ihre Zahl i 
ist in Preussen im Sinken begriifen. Im Jahre 1896 gab es nerh 405 
juedische Volksschullehrer, 1901 394 und 1906 nur 386. . .Von den 
Ouedischen Volksschullehrern ist nur ein kleiner Teil an ppritnetis 
sehen Volksschulen an^ stellt. ..An evangeliscnen und katholischen 
loi««?*?'^^®" ^^* ueberhaupt kein juedischer Volte schullehrer bescha 

schaeftigt Die Zahl der oelf entlichen juedischai Volksaohul«, 

war nie sonaerlicn hoch und sinkt von .T«Vr i>..^i^* Z., jZ.J.^t'ltl'''^'^^^ 

iooJ ft"' "''^ '*^ oeffentliche iv.ea±B-^'T.iLrc,;^{^risol\^ 
Ilv,^I ^S^^??''- ^^ ^^^ Verfftssungsurkunde vom 5. Dez. 1848 pah dpn t 

liehst be5SlckSch??|f ilJd^n LlJ^n-^^^^'p^^r ^^^"'^eltniase mofg- 
Stanfipunkt, dass »alle nicS?„!^s"i ! •• -Regierung vertrat aen 
ein« kontessionellen Cha?Stef ir«^!'' oeffentlichen Volksschulen 
protestantische sJiulen seXn a^''^^' nf ''^^r ^^^^^olische od^r 
werden duerften lieKt aic^ h!^ v .,^® ^"^^^"^ "i<=^* angestellt 

«eine ^"iiJ^KiHit m einer Kl sam ■!», -, """^■^"»r 

Ä^ sae.m welcher sie 



• A 



-5- 



keine oder nur ße\nz wenige Kinder befinden,nicht uebertragen werden 
Die V/eiterruehrung der Kinder durch menr als eine papsse seite nr, 
einer iuedischoi Lehrkra.tt irt nicht gestattet. 




In Bayern betriig der • .Prozentsatz der juedischen Scnueler 1906-07 
0,5^, der der juedi sehen Lehrer o.b^**. 

Es gibt in Preussen 55 juedische Professoren und 45 juedische Ober- 
lehrer, 

11 juedische Oberlehrer an koeniglJc hen Schul en( 8 an Gymnasien und 
5 an Realgymna^ len) angestellt; von den uebrigen sind 69 an 
staedtiscnen Schulen und 16 an den beider, juedischen Schulen in 
Franklurt a Main. 

In Bayern liegen die Verhaeiitnisse bedeutend guenstiger. 

Im Jpiire 1907 waren von 100 Aerzten 6 J^xä.en gegenueber 5 im Jaiire X 
1895. 

Juristische Fakultaet 

IB? 4-/75 

Cnrister 1&^ 

Juden Vlf> Ordinarien (Zahirl) Extra: 55?^ Privat 30fo 

Cretauxte 72^ 

Christen 599^ Ordinarien (Zahl: 4) Extra: 22fa Privat 55 1/2 

Juden 22^/0 
Getufte 62 l/2fo 

Medizinische Faicultaet 
1874/75 

Christen 49f^ Ordinarien (Zahl: 6) Extra: 50f- Privat 56^ 

Juden 14^ 
Getaufte 55?^ 

T /^ o. rs /"» /~\ 

Christen 279^ 

Juden ^ Ordinarien ( Zahl: 6) Extra: 22 1/2 Privat 

Getaufte 12 1/2^ ^^ ''^^ 

Philosopniecne Palcultaet 

Cnriften 57^ f? ^^. ^\ Extra: 3195' Privat: 42fb 

Juaen 159& Ort^inarxen (Zahl: 3} 

Getaufte 509«> 

1909/10 

SSdir""" 17? Ordinarien (Zanl: L5) Extra: 29 L/29&,Privatdo 
Getaufte 249& ^^ 



\ 





M»ritz Busch, Tagebuchbl-.etter, Leipzig 1899 

Bü 1 

.■^.'.^aer Koenig die iialf=erwuerde nicirt gern srjiehi^ , und dasB 
'ihm namentlicn die .^^jlcunft der Dreissig-MaeiUE r Deputf*i«n des 
Reichstags weni^i Freude de. che. Er soll gesagt h;,ben:" Ei, da 
veraanke ich Herrn Lasker ja eine recntC, Ehre." 

Bd 3. P. 12 

Er kam wieder aul' di juedicnen Par lament ar;!£ r zu sprecnen 

und s9€te:"Ja, Bamberg^, Laskere tmd Rickert , die Streber." 
Icn beHi3rkte:"LaEke;r arbeite t jetzt wohl r-.ur im stillen, 
in inrem Kraenzchen. Er hat erxanren, aass er nicht raehr gilt, was 
er/ galt . ireimal bei aer Wa.l durchgefallen, der .:,r* se Mann 
und die beiden ersxen Male in Judensteedten , in Breslau uiü 
Frankfurt,unü datm in i.agdeburg." 

TT erwiaerte:" Ja, ich mache aber bei den Juden ei-x;^ uxxfc rscnied. 

ir erwiaen-e. o , enrlich. Die genen nicht 

"Die Heichgew«r denoi i----u xO-^nx q+Pi:iprn i)ie Strebsame 

aucn hier wohl die Christen die Schiiiomsten vxnc. nxcht da. .ude-. . 

wlr'^Len hiervon auf dfe J^ er um ihren Zusa^^-enhang mit aem 
Fortschritt zu reden, und er aeusserte , es wmidre J;^^' ^^«^^^ 
ihm so feind wahren, so undankbar gegen ihn; er habe xhnm doch 
ihre politische Stellung im' Reiche „ es chaffen. "Wenigstens dur h 
mPinfi TTnterschrif t" .fuhr er fort. 

/ 




\ 



H. 



.'*•«?! 



/ 



> 



M. 



;Yvv 



t* 



/■ 1 




/ 




p.6 



Dr. Jacob Ter Meulen. Der Gedanke der Internat ionalenOrganisation 
" in s«iner Entwicklung, Haag 1.92*" 

2. Band: 1789 - 188« . l, h--^ ^ ^/'f 

Von ädr franzoesischen Revolution bis 2um Wiener Kongress ^'J"^ 

Auch die Erklaerungji ifLf^chSeutSoh^edlfglSzf menschliche 
In den Debatten darueber zeigte sich ^eutlion.wie aas gau «ItKearbeitet 

Denken in sein« ^«^««biedensten Aeussejangea an djr AWassung ml 

dans auvune guerre.et veut yivre aj?«^!°^3®^-J|\f "J^t^ret des nations 
fraternitfe qu'abait commandie la nature -11 est de ^^»J"^* J ^^^ 
de protiger la nation fran9aise,parce que c'est de la France que aoii; 
partir la libertl et le bonheu r du monde. caix.la guerre et 

Volney (siehe Auszuege aus Monlteur uu *^>/ *— ,f ,0--« 

^•^ ^ ^ ^ A^4.H\r*»i Tv^QT^fiPtpr Titel VI der Verfassung von 

82.Mai 1790 angenommene Artikel iv(spaexer iixex vx uc v ^^^^3^3 

libert^ d^aucun peuji|ie#" 



# • 



SS!p,r:S.n,tiU m-.r.2 rird,r ».» »»d fordert die 



y W W^ Ate«« •«> 



Kationen 'liJ'ant^acht iii^.DerDespotismus.so sagte "^.f*«:^:^* f± y^^^^. 
^»tionnt die Freiheit muesste sie wieder vereinigen... Als aber der K.rieg 
SrÄ;t»UtÄ«h .11. .oho..ea Pl.joe .l|U.opl..n^^^^^ 




Bob.apl«T.(elel>e Atts2a.g. aus Monlteur 35 avrll 1793) 
ibbt OrJgolp.lslehe auszug aus Boniteur 26 ayrll 179S) 







■ -;v^v 



/ 



Ter Meulen 



-2- 




p.121 

Die franzoesische Revolution hat das demokratische Friedensideal zwar 
proklamiert, aber nicht verwirklicht ; sie hat es sogar schliesslich verleugnet. 

Die «emeinsame Gefahr der revolutionaeren Propaganda veranlasste bereits 

?i j|J?r??S? den Grafen Kaunitz.an die '«/««^^^J^ff ^^^f JÜ^^Ler" 
«,«n<it*.n Rundachreiben zu senden, in denen der Graf im Namen «■» Kaiser 
KSolLaSfdS Pflicht der Staaten hinweist, gemeinschaftlich Massregeln 
zu t?e??en:".. afin de^ Priserver la paix publi^e.la tranauillitl des 
Etats, l'inviolabilitl des posse.sions et la foi des traites. 

Dle^lehiiLisvolle Weise des Zustandekommens der Heiligen Allianz und 
die Unbestimmtheit ihres Wort lautes, welche aen wahren ^^^ichten des Fuer- 

siLbSndes freie Hand liess,feaben J«<io<'^,T^«i«° f ^^f^^^^Lr i^i^erlJerlauf 
Anfang an mit Misstrauen zu begegnen. Schliesslich sollte der weitere veriaur 
der Begebenheiten diesen Verdaechtigungen teilweise recht geben.Die Heili 
«Allianz wdrde bald mit der Politik der kontinentalen Gros sma echte, die 
nicht nu?g^aehrliche,revolutionaere Forderungen zu unterdrücken suchte, 
sondert sich^ auch geg4n voellig berechtigte und massvolle liberale 
Ansprueche richtete, identifiziert^. 

InzJdtchen war aber der Russische Kaiser immer mehr unter den Einfluss 
der reaktioJaeren Politik Metternichs geraten. Der oesterreichische 
ataarsSnn^Ser urspruenglich den Puerstenbund "^^ Spott angesehen hatte 
fand schliesslich in der Heiligen Allianz ein Mittel, die^revolutionaeren 
Bewegungen mit grosser Kraft zu unteraruecKen.AUi uxez.c ..c«« n-.— 
an Alexinders Stelle Metternich die Seele der Heiligen Allianz. 

z;ii Jahre apaeter starb Alexander. Von allen ^orschlaegen auf dem Ge- 
biete ter internationalen Organisation war nicht ?ehr uebrig f^f^^ 
öio t^inc^ qt««Tkiinff der StelluiiÄ der Gros sma echte •Die Heilige Aixianz 
laue ?ortSnS; den OefchlS?fbuechern als ein Symbfcd fuer Unter druecku 
Snd Re^tiSS gelten. In wiefern d.r Bund und sein Schoepfer daran 
Schuld trugen, ist schwer zu sagen.Der Vertrag, worin die fuersten alOi 
Si. .11- .:!:f H^^« TTr,+.«,.t.«n«T. Ihre Kinder nannten.war an sich ohne Gefahr. 
DerRrssi;;hrk;iVerhai"dasJenip,was er durch die Unterzelc 

beilegen Allianz an erkannte, bestimmt geglaubt. Er ^e*"«J*^*^»'^^j;f ein 
anfangs, im Gegensatz zu seinen Bundesgenossen, die Allianz nicht als ein 
politisches Mittel der Unterdrueckung, sondern als die solide Grundlage 
auf der das Staatensystem aufgebaut werden koenne. 

Er hatte wiederholt sehr liberale Ideen gehegt 







mrK 



^ 
















<i^' 



y^'VM^ 



M'^ 



/f i./' . ^ ^s«^-^^**, 



c? S'>^'^ 





^^ /^7 -^ .^^ j^. 






^ ^ 4^ *^^^; ^^- ^ 



^^ //e*^ ^ 






'SZ< TZ7/Z*/ ^>.-^«' --^'t^ 



^ ^ *^c.^-*-^Wvi^ ^ 



'C^ *<*AlUa> »M'*^ J^"*^ 



X.. T,^ .. „^ *=^ ^ ^♦^^ 



^ ^'^^^ 



'5>V .< 








* * 



• 






^'^^ 








:.**>< 







m 











^^f 



»>• 



^ A yv3. 4'1 



»rite 9 



SamiiiY 



Gronemann s. A« 







.^rt uns daran Ke- 
:.,n. dass der Tod 
ren immer rascher 
.^T ziotnstischcn Be- 
.ijram. Seil Herzl .^ 
;,rd 55 Jahre ver- 
..^ die. die damaU 
... ,^ii jugendlichem 
r.en und wciterga- 
-a reif zum Hin- 
alte Männer. Nach 
.ve ist jetzt Sammy 
'«hingegangen. 



war 

o:n 



uh nicht seine 
icichnen. sondern 
..nigen und liebens- 
.KlichkeitinB'reund- 
A Treue gedenken, 
war bereits Zionist. 
.,,1 den Plan trat, 
der alten Garde, 
der besten Schicht 
Deutschlands, tief 
. jüdischer Tradi- 
>x voll ausgerüstet 
i..,Mken des moder- 
••7on dem Au gen- 
er in die jüdische 
..,t trat, zog er alle 
h. Wie waren wir 
.• »n Gronemann an 
.ult trat! Welche 
vielächters durch- 
Saal, wenn er mit 



,i. uaar witzi^^^n Worten upd 

kurzen Handbewegungen den 

«t^HMr^'e' Dabei 
Gei^ner erdoiri .e. 

ca-nmv Gronemann nie 

o ^«rher o- war, wie alle 
Spas.smacner. . 

Fr war nur begnadet mit aer 

^"^ten" Gabe. -.,.■ --^^^"^ 

Komik dif "". tragiäihe unn 

See Komik des jüdischen 

7u«tell<;n. Er war der Aristo 
phanes der .ioni.t.sciien Bewe- 

gung. 



■^M 



Gronemann '^«^ ^ ^;^^'^^ Kaffee- 
^,enn wir mit '^^-"^ .'""^.^.^ieftcn 
v^onc im ernsten und veruu 
^ l^h Jasstn das immer wie- 
Gesprach sasbtn^a 

der plötzlich von *^^"^^ '^^^^^ 

xt::tr'rde. ^^^^ -u 

Mitleid mit dem ^'^^^^^^f ^^ I i^ 
, rfptzten Objekt seiner Pfeil<^ 
/erfetzxen j grund- 

Gronemann war «n 8 _^^_^^^ 

f '!,''niemn' dara" lag. einen 
ä'^neTTu vernicmen. sondern 



„„ a«r,.n -neJacH.naeJeber. 
Wgenheit .u *..^8e". ,„ 

chen und seine 

fröhlich X» "««"'^"h fzu war 

MO ein Panuimann; d-^.'^""^ 

u r. „o(.M zu weither- 

;l„;.„ waavi,ar, -o-;^-:f „^^ 

. ."> werden ^'-■•"« f ^K;mödien 
unt?e uelesen, bCine rwwi 
'."^h lanse aiitgeführt werden 
. • ~ iiTonii:»p Zioni- 
^^ '''^'^ K Moderen Leben so 
*^"^ '"''d enst des Jüdischen 
r:;:^s "an^'d^Er war ein Philo^ 
h des Lebens, der sich v'on 
" '• ,.n Schmerzlichen, das 

(ipm vielen öcnnici ,,ieder- 

il.ni widerfuhr, nicht nieder 

lu^s^ Wer hat ihn ]' 

boUL'en hess. wer ^^^^ 

klagen huren dass es inm 
.-ut '-ing? An ihm sahen wir du 
^ .vine letzten Tage nur die 
,.,,e\^d überl^ene. -^^''l^'^l 
;j U Mch selbst verspottende 

^'-x;rvc:^^^er^isti;e^ 

';:;hS hi::naner mid^.. v- 

^.|.gentlich an f^^^'^^^',,. 
^ ^^^. wenn er Belege 
.. seiner geistvollen, ofi «che... 
. ,. paradoxen Behauptungen aus 

A,-rmel schüttelte, 
/.un- letzten M.1 sah ich ihn 
„n Tage vor seinem Todt m 




einem meiner Vorträge, lebhaft 

h Ä- ^WonTasr-i^' 

-r" dÄ.rku'Lg,. war 

noch m den wiucii wn«» 

in .echter Gronemann»: «Was 

das« man fast zweifeln muss. o« 
CS wahr ist!» 

Fahrwchl. Heber lächelnder 

t'ordl^n seit du von uns gingst. 
Sammy Gronemann! 

ELIAS AIERBACH 



Das Budget 1952/53 

no«fundhei1 



doirs der ft.nt:^:.eth 
4er Vorwoche ei- 
lt- Aehnlichkeit zwi- 
neuen V/irtschafts- 
i*m Etat für 1032/53 
., Grabe Tutancha- 
„ dreiaalg Jahren 
»de. Das Tertium 
, f>esteht darin, dass 
.^ung mit unseren 
sorgen genau so 
, sein scheint wie 
Interesse an Mu- 
ver mit einem von 
. hat, riskiert seine 
-^«ch Kaplan, der 
i^en aus der Knes- 
.nkenbett gebracht 
..te, liegt nun auch 
' tnkenhaus und inr 
D Horowitz. ist 
5irllichor Behand- 
srph musste im 
blick einspringen 
t vrr.s Haus brin- 



riandtlt es sich 
>.. unsere führen- 



msm^^ 



„. n»«undheit treiben, ge- 
peitscht von der J^^^^^^^ 

r"Dre''-'tr könTen -.d 
r»^".*»--« Untergebeuen 

w* -It> Quentchen aer viciv. 
nicht ein ^"*'" . . ^^^ dürfen 

Histadruin Vorkehrungen 

""f°ffen hatte um Nachtsitiun- 
^en' u d" Schabbatharbeit «. 
verhindern. In d>e«r Ko""^'^. 
sion sass als medizinischer Ex 
nerte -Dr Mayer von der K 
Tarn Chollm. und als er in - 
nem telephomscC-n G"""'^. 

Tin ^i:f «r ----"^ 

horaus. 1a.ss inr ^ ^.^^^^^^^ 

'"-"^^•'^n, ;;.habbat„ .nttCndcn 
»n. I r-auf ent.-^niief dl 

^. im t ■ ■'"YinaW : 

le.« -♦mft' Tod«--: 



,,. .,ch in cien Weltzentren 

'In. Korresp<)ndenten zu hal- 
eigene Norrtsi^ .^ 

. . -t T<n7t sind wir, vjvjn 
-.anir^chon s^herrlich w.t 
i ,.t;ie<chritten. dass >^^J 
Informationsquellen ^^^^ j^^. 

. . r- im Hinbl ck auf die tcuiu 
'''^ ''!" Lpn.chaften d. neuen 
T dir^ heissen: I^visen 

.„, Rotationspapier n Gefahr 

.traten, von ^er Welt aDg 
niuen zu werden. Ein »me 

, •;ni.ten ^'^ p^ j^^g^t hat em- 

Mkanischer krasioe^v 



,,,, erkort: ^enn i.h vox^ der 
Wahl stunde ^^^^^cnen 
schlechten Reuierung mit ^e» 
tuneen und einer guten ohne 
tuncen u ^ i(,y^ für 

Zeitungen, wurde icr . j, 

A\n ♦Tste Alternative entscnei 
d n An die dritte Möglichkeit, 
ha?' d^r Präsident der USA vor 
r\rZ i^h^rn anscheinend 

'"•"rr'.Pdacht Womit durcn- 
nicht f^eaacni. 

«.,.»it gesagt sein *.<>ii. O'*'*" 
au? nit'it ge.rife.«- dntt'- 

gerajie wir in Jisrae diene dnu 

• Mö^ichkeit darstellen. f. ^ 



ko 
K' 



Und «ms» •* 



•■.l'iÄch. 

!*»d '^• 



Führ.': 
Part. 




'i^^ 






.^ 




I>Z p.v, 24 



"M»^ 



Das Judentum der Gegenwart v. Hugo Marx 

Verlag Die CTestaltuiig Zuerich 195/ 



WÄnn mfn be ruecKsi chtigt , wie si n .-.. n 



h die GemeinsGti^t't der Juden in 




Baden entgegenatanden, zu beseitigen sich anschickte, zunaechst ei n 
wilder Petxtioi» stürm dagegen einsetzle , wobei die Jxüen immer 
wieder als Fremde bezeichnet werden, denen gleicne Recnte mit oen 
Bu ergern des Staates zu gewaehren nicht geiechtfe rtigt sei. 

Die Vorlage wxrde danlc aem doktrim eren Ideali? mus der die 
Kamnpr in ;;cnei Zeit beherrschenden Intellektuellen Gesetz. Welcne 
inneren Vorbehalte aber selbst jene Kreise mach-ten, ergeben die 
Ausl'uehrwigen des HeidelberKer Historikers Kaeusser, der in der 
Kammer Berichterifetatter zur Gesetzesvorla^ und den Petitionen war. 
.... raeumte er doch dei (iegnern ein, die Abneigung wei'te r Kreise 
gegen die Juden sei nicht zu bestreitoi "Die Quelle der Ab- 



neiguri. '• so i'uehrte er aup ,»'ist im allgemeinen nicht religioeser 
Natur. Dns was den Israeliten von der christlichen Bevoellsrung 
scheidet. , was die Antipnthie gegen ihn erweckt, und re ehrt und 
was auch durhii einen Religionswechsel nicht anders wird,, aas 
ebtspringt eben auö nationalen, nicht aun religi® sen Gruenc.en.»» 



H r» o Ty^^n fMn ' - ryyrt 



'äÜbnt<SS"t^'^" ""^^ ümanaiyation von juedipcher Seite ginge von einer 
H^. -7 .^ O^e^sci^icht auf., die sich die allgemeine Geistesstroemuw 
der Zeit zu nutze machxn wollte. um ü:fe trennenden ep««n=,.««-f+ r^ ^ 
SchrsnJcen zu PaLl zu bringen, dase. aber di Sora/Salsl de? lu * 
den aer innen gebotenen Wohltat: nicnt nur mi- st r«i, i = ^^ * ^ 
vielfftcn ablehnend gegenueber stand i,nH^„? strauisch, sondern 
nöue Situation iiineSchs "" ^■^"'' ^«"e««n in ais 



.... p. 46 

Sa ?y?^'^?i!^^i^J?^^^?J:n.^l81b nur 6.5?^ aller preuasiachen Juden 
bereits 43.94" aileTnr-^aöwv,*'''^ '^^^''' »enerbergle im Jahre I910 
den.lm jl^ro igS laehlln J'r in^V"« ^^^^ ?^ ^^^^^^ deutschen Jud 
preua«ischen Juden ^'S^Sst^ei^Vfc?:! f?rS? ^W^ ^''"^ 
Juden. Im Gegensatz dazu verbiieben in piof^i^i "^^^"^ deutschen 
g-ahoerig- das noch 1816 ueber Ai* «ti ®° -trueher zu Polen 

mehr als den fuenften Teil alltr ,^-,^i ^P'^*^'^'^"«^^«'^ «^^«i«" und 
Jahre I910 nur noch 7 7I «nÜ^^ deutschen Juden teherbergte .im 



lS?r iT.^l.'^^^fol^^^-r SefligkeiT-h^rBr^ä^renbig^ alllnT.l- 

Jt mit Berlin rH« r^^' ^" diesem 

Waehre?d fir4«i",/'Yf^" «"« den .«.t- 



PaIIä --""• ^^j-'^ öüicner Heft 

;rn.i.jLe •^^•t gleichbedeutend int m^- -d -. . -^^^esf uns m dj 

aevoelle r ung mehr als 30OC 



ri^H^* 



aa « 



Mar X 



-2- 



Koepfe .aehlte, wohnten ^-J ^{l^-^lll^^l^l^^^^^^^ 

aller <i«\^J««?f .^^J^^u^f iit Igtji^B^e^lau mit'25.840,Ha:nburg 
Berlin mit l;72,b72,?ranK:iurx mxx ^3,^^, Iluencixen mit 

Juden aut'. 

^rMircierheitenschutzrecht hat sich inaessen von einem f^^ an- 
Das f^^t;'^^^^'^i:^^_.^^^ -,v,a als nur temporaer erwiesen, als seine 
ScJSep?er Sf s?S gea^^^^ Die Annähme,die Minderheitenschutz 
^ftqet&Sb^o^F werde Sich mit der Zeit dadurch eruebrigen,cias8 
Ife ffieSlit mi! dir Mehrheit allmaehlich in ein Staatsvolk versc 
schmelzt That sich als dur> haus irrig herausgestellt. Gerade das 
Gegenteil ist eingetreten.Durcn die bereils erwaehnte Stei^ rung 
des nationalen Selbsthewusstseins ujid das damit werbunaene ÄtXÄtoBn 
Bestreben, alle in anderen St^iatsverbaenden labenden gleichartigen 
ethnischen Subjekte in den Staatsverband der Hauptgruppe zurueck 
Zugewinnen, hat sich nicht nur keine Annaeherung der Minoritaeten 
vollzogen, sondern die Gegensaetze sind im G-egenteil immer stB.erker 
hervorgetreten. Eine iiiiperialistische Prop ganda,mit allen und 
vor allem mit grossen Mitteln arbeitend, hat das ihre dazu beige- 
trag5n,die Minaerheitenangleichung zu retardisren oder ueberhaupt 
immoeglich zu machen. 




n. 62 

Im ganzen genommen ergibt sich aus dem Gesagten, äass durcü dje 
Kennzeiciintuig aer Juden als eine Minderheit fuer die Erkenntni? de 
Wesens ihrer Gemeins cjhaf t und die Moeglicnkeix ihrer Existenbforn 
°r°''''''f -. *^^''^®'^*'^'^ l3t,Sie besagt eigentlich nur eine Selbstver- 
staendlichkeit.dass .ie Juden im VerhaeltnB zu ihrer Umwelt ueber- 
all eire Minderheit darstelle!.. Eine nationale Minderheit im ei- 
gentlicnari Sinne bilden die Juden aber nicht. Wenn sie ^ich ater 
daraur .versteifen wollten als solcle zu gelten!"" werde da?^i^f 
die Dauer ihren Interessen nur abtraeglifh seiA ang^if^hts eir er 

,und-5ii Jud^nrdirsicrdarSr^^uSt^f; Territorialstaaten zerschoßt 

n.ien Empfin eA der MeSrhe^rerslSch? In JcSi-ivf k°" ''^"^ "'^'^°- 
dasa sie wie ,ie echten nutinnoTI r^<^l Äcnili.<t bringen , ohne 

eines eigenen benac?^«teS toir„S^^f«f ^f "^^^ Rueckendeckung 

besitzen. dem sie eingegUeder"Je"^oennt«°''"''" ^''^^^^' 



■■■■■• •-'-^-"•v/Si 




ISRAELITISCHES FAMILIENBLATT 



Nr.l, 7. Januar 1932 



/ T«5mar Freund, am Abgrunde vorbei. . , , 

Cä?scheIduSg des Reichsgerichts vom 7.7.i931 die bedeutsamste 
^d folgenschwerste, die je das Reichsgericht xnexner ^"edischen 
Angelegenheit gefaellt hat. Landgericht und Oberladdesgericht 
hatten entschieden, dass Um Gegensatz zur Entwicklung bei 
den christlichen Kirchen innerhalb des Geltungsbereiches des 
Gesetzes von 1848 die Synagogengemeinden nicht zu den Koerper- 
schaften des oeffentlichen Rechts gehoeren. 

Reichsgericht entschied, dass die juedischen Gemeinden 
Alt-Preussens als oeffentlich rechtliche Koerperschaften, 
ihre Verwaltungsbeamten als beamtet im oeffentlich rechtlichen 
Sinne anzusehen haben. 

Haette Reichsgericht anders entschieden, waere Gruendung 
eines oeffentlich-rechtlichen Landesverbandes durch Zusammen- 
schluss der einzelnen Gemeinden nicht moeglich gewesen, 

Staatsbeihilfen hatten inre recntxiche v:.ruiiaiav^c. .v--.- -, 

die zahlreichen Steuerprivilegien, die den mit Rechten einer 
oeffentlich-rechtlichen Koerperschaften »"«gestatteten Religions- 
gesellschaften durch die Reichsgesetzgebung zufallen, haetten 
fuer sie keine Geltung mehr gehabt. 





. . . ^t^J^/U^' 











^. y^ ^ 






/^>^>.__?--- ^<^ ^tc^r/a^^__ 



^J^^clc/(f^ 



i^-Z^'fC^ 



.,— - I. . . ■ - I— -!■ 3 



_A^.^A ^^^yM 




















^y^ 



y/>^^/ /^^^^^ ^^-^^ ^Wv^-^/ 




^^ 



^ i^4^%^^ ^^-4^«^^ ♦*< ^ ^y^^^ 



€^ 



^/ 



> «i^x • «t 



^y^ 



/ 



/Z, fti 



^^ 



/ 



ic^^cte 



^^C^^^^/f^ 



T^^^. 



^ 




•^z- 



/ 



/ 



4rtf^ ^ *^*^^ ^^ 






/ 






A^/5 >/* 



j/ d><^Art.'k 



^t^C^CJ^jf ^ 



^. 



^^ ^ Mm) H44l ^^1^^,^^ ^) 



l 




<A^444iit*- 




#• /^^^M" 






7 







^•^'"t? '^•/''^' '^*^<^/*^*^ , U^ifiMfO^ 



Ut^ 



/ 







/ilSu 







'ii&m 



I 




}^ /^/~ 



ßmer«putj(& 




i,{, VamalS Die « « ' ° ''"te" ' " « i ,V »Jaufcn ocnjt |'"\'',f' 
>j;.l\scl,e Jnm. bn& 6 e Staat?8cn aH , , ^ ^ „ ^ , , , ( d, « f t " " f 

btnutcllcr ßclomnicn tPor. et ip «Rcöieruttö X^crOafUt, 

nw? Dciontcrcn »<?«)< ^««^ "***?; *"„„w ^^^ou^ aufmcrtfam 

,„;u„" ho8 9. 9iol>embct nad) ©<!??f«»l<>?!5'lC>,a nohörtc QuA *<r ®o«m 

»nt n Sjmcnbcrf KMuncDtiatcn ^f;,^^;"&e?n^? Stobt lictunuufnDten 

Xöd^aucr (Strafte ou8. JSlC ^^ [* J ^ ^^^^ g^ationalfosialinen frfHitf 
^)m ;5anc <*teln, in bcHcn ^J»^^'^"';"1,V.„ ,pncn blc betbciöetufencn 

Sdmljtcutc itiiebct ab, „iPCil f»* »»^ *" ""'* *^ 

mi!<t)cn woUtcn". ' .- . i^ouftättöiö fnt^r 

7i»|äf>riecr (greift n ,^<;« ®^^/öcrbrn»i^^^^ ^,^ 9,<,t„ 

eine <5cHclör«Vi>e clflCtU)«MMö "«^, 7, ''"* cj,„rt)cu. Gincc bct 

%vx Weiseln tüiirbc l>crbotcn 3U ?-«"*^" "i'Sltma eln^^ SdilimmeS 

2rad;lt.uUm nat,:u ftänbia e ne ^^'^%J"'^^"^,',Se eÄ ein 9tational. 

Tojlalijt oor bcn in einem 9^anni 3»f«mmmo^^^^^ ön. 

Tommanbicttc: „StiUocftanbcnt ' "f Jj^«*iJ^"J^^^e L ^^' 

«lud) in biffem ^allejüiirbc ^l^jf,«^""« n ble Ät^^ ^«8 

ficicbnt. 5krflcl)lid) liat bct (^tcatSanwalt G^Ö^" »« ^""^ 
CKmptt)ct|at)tcn9 33cfd)n»ci:be cmflcleöt . . . 






Wct an nulitcrcn fltoöen 'i^^^S.* SV >vcr cd träöt, H'i^l» «/' 

Ktinc ^crmin.^ an |üdif*cn S««to0en. 

tunüd)(t mim 5« >«:^n"« "• c.„ftll.niniftct i" 9!v. r. 

bc3 ,^«[ti3.«!i."!tctia =33 cttci »om 4 ^c ^ ^ ^ , ^ y, ,, ^ ( ui. t ■ 

naljtnc auf blc ntcfjt flCiCBnuj 

tQflc' ctlaficii: wiirtcv aiiii'!>'"""'"""'i"' 

PI bat Kn 9<"M,ein. ol8 ''& ''iL „,„,'Zm üb" >-'' ■""*•'*'" 

6. S.OC. S. 1144/45 "^=f „"[^;?„,f;, ' S "1*1 me^. üku.« 

Sctan ,t feien. 3^) wc* "»'''^ Ä«mtm« »c» «.rtlilw ""» 

Unter bcn tcl OTuöcv ''<lfl'^.^.>^"f " „f ?rCu!t 1873, «od, bor W>- 
bie auorbnunfl bcS 3*f ""'"^„Sw unb § mit bcn fonjt 3u 

„cl,mc.röcn 3lütf fluten Pd. M^ltnflt- •« ' ^_^^, ,„^„„ ,( „o , 

unb !^cntnpc AU lermtuetnflcn loin,iCT ii '^ ^(„jä „ctid)! 

bcfannt ift,bnfi ber '^''^f^o'^ ^^o n tl einer" rc«niöfc« «cfer. 
lidieu (Sc(d)ftft3 out cnicm 1"''^'"' Itf,'', "' „„ gm öiniuei« nu! Mc 

K"ßoT, Ulm. äu *'cvt,iu»eru «ceionet fo.n. fff.c , 

-ktx d«n RotboUtcnocrfolgungsn in tncxieo. 

»on «crf*.c.cncn Gcitcn »»ir. '*;tÄr Ä'UTÄ 

v.}^»,. Wittctluna ctöanat cmc ou'^^J^ 'i .^^. 

OTn*cn.^arinfl, bet un. tolocubc. 1*1^.^^ ^^^^^ ^^.^,.^. 

Ganc3 Clna cu8 einet »ff^'^^'^^jÄ ^''''' ^'' 

iTihi Ac €»ct!unn bc§ ^öftbentcn GaRcS. ^^ !y^ gjid^onnncb unb bct 
Knn* stinbct U au* bct » ?n bie ^-;^^J^»^,jit,,^ 5,,,,,,„cnt, übet. 
^llQ m Ijabcn bielcS ou8 b.;m ^«^"J^ ' ^"^ *' „ t)a8 OnocnlMm In bicKr 
noCcn U r»d) auö fonlt ^^"^^^"J^ "ecAc ift n.)T, bafj fid, icibet 

3fatl)oilfcl>c©lätt.t ba^u t)^,\(^^£"' ^^"^^^^^^^^^ ^,^^^.j ^^, ^ainc mtd)cn^ 
nu8 Iraenbcincm iiibifd) flinacnbcn ^^\"^"^^^^^ \ icncn-einc irinfornnicnc 

Saabtuno, bic notutlic^nut trollet u 

tpitb. Vao calumniatonbus. ^^ „.,^ „gute 

"^ 3u bcn beba.:ctUd;cn .^/ff J^ ^^SV^^^^^^ ^M^ 1027 :u bcn 
h,icbctl)otcn, t.aS imt l^^;^^ ^,;" ^"S Dabcn: . . ^ 

(55 bebeutet feine Ginmiid)una tn blc ^mut ^ ^^^^^ ^^^^^^^^^^, 
ftcnibcn etactcS, tt,enn ». t aud) ^^^^f ^..^^ ,nb Mübenbcn i'jnfcc 
batübct ^'inlbtnct oebcn ba^j n c ne r ^^ ^^,-^^^ ^^^'^•"S 

ßonac «tonen bon '^^''l^'LJtT aThl mVlften 5Ö!ättet bat and) \^M 
?d)at!ftct ^BetfPlöuno ^tub «^e « 8 b^c m , ,^^^^^ .^.„tjctuna; bcnu 

blcjea Oraan bie innctc ^^^''^^^^^^^^^ ,nc t? otflnnfl^^" ' bic 

feit feinem »^^»«^^^r J gl a rirenV»r.il^ ctteiben muHen. 



•fy^^' 



J^^ /SS 



c^^y-^ 



/2^f 



1? e^. 






a^^ 



AU 



r/2 77 
/2j 




•" 



r*^ 



. /^j-/^ 





^ 







/^ 






/^^ 








♦^ 








♦> «-^^ 






"t3 




4 ^Y^W^^ 



l^^ift^A}^ 

















'^ ' #»^ »^ ^^ ^ ^ »- »- 





^'^/^ ^ 









^^^'rr ^ ^"^rir ''^'^^*^^)^^ ^'^'p^c*^ 



■9 ♦ 



^y^'^T^ "-^"iy^ 



" **f -^•2^5^^.4^«5^-^^ • Cy 0^.y%* ,9^ '^/•i> ^^pf^^ ^ $9>^,J^ 



/ 






^Pf09^ ^l^^^iM hfp^M 




if^if^ s^5^.^^tl^ d^ 

















r 



2/ J^^A^ A^^^/^ \ ^^^ 




4«* .X» t4^ ¥t ^ M0 ^ , J^ 







OL. •*♦. d" /i^ Äw 



-triw^ lif 



^^•^ ^ i^44^444td^C4^^t^!i^ y J^fvS^^r^Ü4^ tf«*.**lfo. 





Af6 ^S. ti 






"^ffii^ ^ >w «^«^ «<^ /^ /^^ 




-^ 











/Vw'./t*. 



«»*« »4»>'»t>/4< 



<? ^ 




^ * j l t * H ' 





uiiu^ /4*<i<*^ Ait44t*^ y *M u/ i40 



/"fl-i 






^ .Mi».^»-^». ^ ^« " ^^ *>k«,^dH^<^ 












= —-.--^s-^^M 



■J*^ 



.-i':^-: 



.w 



V 



Nr. 15/16 



MB — 14. April 1976 



Seite 9 



MAX P. BIRNBAUM 




dphase der Emanzipation 




Am 11, April jäliHo sich zum 
hundertsten Male der (Jehurlsta^^ 
von Ismar Freund. Er war ein 
ungewöhnlich vielseitiger und be- 
gabter Mann : als Jurist hat er 
die Doktrin des Jüdischen Htaats- 
kirchenrechts quasi geschaffen un<l 
sich auf diesem Bpezialgebiof als 
Dozent der Hochschule für die 
Wissenschaft des Judentums un<l 
durch mehrere Standardwerke in- 
ternationalen Ruf erworben ; als 
Rabbiner erfreute er sich durch sei- 
ne Predigten — im wesentlichen 
zu den Hohen Feiertagen — grosser 
Beliebtheit. Im Kampf gegen «len : 
Antisemitismus galt er als der 
erfolgreichste Sprecher des „Cen- 
tralvereins deutscher Staatsbürger 
jüdischen Glaubens" (CV). Der 
Verwaltung der Jüdischen Gemein 
de Berlin, die mit rund ISO.Oor) 
Seelen ein Drittel aller deutsehen 
Juden repräsentierte, gehörte er in 
beamteter Stellung als juristischer 
Beirat und beratendes Mitglied des 
Gern ein de Vorstands an. .lahrelan'j: 
war er der verantwortliche Heraus- 
geber des Gemeifideblattes, für das 
er einen neuen, literarischen Rah- 
men schuf. J^s seine bedeutendste 
Leistung aber darf der von ihm 
1922 gegen erhebliche Widerstände 
geschaffene Preuftsische Landesver- 
band jUdiscber GrCmeinden angi* 
sehen werden, der durch die Zw 
sammenfassung von rund 750 jü- 
dischen Gemeinden die Müglichk«-U 
bot der Emanzipation der Juden 
in Deutschland die Emanzipation 
des Judentums folgen eu lassen, 
d.h. seine prinzipielle Gleichstellung 
mit den christlichen Kirchen zu 
erreichen. Dieser Aufgabe widmete 
er in zähen Verhandlungen mit den 
Staatsbehörden, in denen er Erfolge 
von historischer Bedeutung erzielte^ 

Bei alledem war er nach den 
Worten des Israelitischen Fami- 
lien blattes 1 „eine von jenen mu- 
sischen und künstlerischen Persön- 
lichkeiten, die an viele Gebiete des 
Lebens herantreten und es immer 
mit Verve, Temperament und 
künstlerischem Blick tun". Er 
spielte Violine, hatte eine schöne 
Stimme und zählte Künstler wie 
Arno Nadel zu seinen engen Freun- 
den. Mit Kenntnis sammelte er alte 
Meister und fand in geradezu en- 
thusiastischer Weise Gefallen an 
Reiten. 

Eine so vielseitige und eigen- 
willige Persönlichkeit musste na- 
turgemäss umstritten sein. In den 
Ministerien war er nicht beliebt, 
sondern gefürchtet ; misst man sei- 
ne „Unbeliebtheit" aber an dem 
von ihm Erreichten, so ist sie eher 
als Ehrentitel anzusehen. Ähnlich 
warfen ihm seine innerjüdischen 
Gegner vor, dass er sich nicht ein- 
ordnen könne und zuviel allein zu 
leisten versuche. Beide, wahrschein- 



Zum 100. Geburtstag von Dr. Ismar Freund 



lieh berechtigten, Vorwürfe glei- 
chen aber Freund's unbestreitbare 
Erfolge aus. Zur Tragik seines Le- 
bens gehörte es, dass er 11»31 durch 
kleinliche Parteirankünen aus sei- 
ner jüdisch-politischen Arbeit vor- 
zeitig herausgedrängt und auf das 
rein wissenschaftliche Gebiet lie- 
schränkt wurde. Ihm verziehen die 
wieder an die Macht gelangten 
Gemeindegewaltigen nicht, dass ei 
1926 die Religiöse Mittelpartei, der 
er aich kurz zuvor angeschlossen 
hatte, zu einem Faktor gemacht 
hatte, der in den damaligen G<'- 
meindewahlen eine entscheidende 
Rolle spielte und damit zum ersten 
Mal in Berlin eine nicht-liberale 
Mehrheit ans Ruder brach te^ 

Ismar Freund studierte an iWv 
Universität seiner Geburtssta<lt 
Breslau Rechtswissenschaft und 
Volkswirtschaft, wo zu seineu Leh- 
rern u.a. der damals noch junge 
Privatdozent Werner Sombart ge- 
hörte. Gleichzeitig verfolgte er sei- 
ne theologischen Studien am Bres- 
lauer Rabbinerseminar. 1.S99 legte 
er die erste juristische Staatsprü- 
fung ab und promovierte am 1. 
August 1900 zum Dr. jur. Während 
er noch zwischen der juristischen 
Laufbahn und dem Beruf eines 
Rabbiners schwankte — sein älte- 
rer Brudeij Dr. Samuel Freund, war 
der spätere hannoversche Laiid- 
rabbiner — berief ihn 1902 der 
Vorstand der Jüdischen (Gemeinde 
Berlin zunächst als wissenschaftli- 
chen Hilfsarbeiter und zwei Jahre 
später als juristischen Beirat. Im 
Winter 1905/6 begann er neben 
dem Gemeindeamt seine Lehrtätiji- 
keit an der Hochschule für die 
Wissenschaft des Judentums. Als 
JTn Jfthrp 1ft06 dftS Preussische 
Volksschulunterhaltungsgesetz er- 
lassen wurde und der Verband der 
Deutschen Juden als die damalige 
politische Gesamt Vertretung (mit 
Ausnahme der Separatorthodoxicl 
mit der Auswertung dieses Gesetzes 
befasst war, beauftragte er Freund 
mit der Darstellung des bestehenden 
Rechtszustandes. Das Ergebnis be 
stand in einem grundlegenden Quel- 
lenwerk von 400 Seiten „Die 
Rechtsstellung der Juden im preus- 
sischen Volksschulrecht", das 



Freund, der inzwischen auch die 
Leitung der ausgedehnten Schul- 
verwaltung der Berliner Gemein<le 
übernommen hatte, 1908 veröffent- 
lichte, und das für alle rechtlichen 
Fragen des jüdischen Schulwerks 
in Preussen ein unent})ehrliehes 
Hilfsmittel blieb. 

Zur Hundertjahrfeier des Eman- 
zipationsedikts vom 11. März 1S12 
l)ildeten die führenden jüdischen 
Organisationen und Gemeinden in 
Preussen unter Leitung des CV ein 
Komitee, für das Ismar Freund 
eine zweibändige Geschichte der 
Emanzipation der Juden in Preus- 
sen (Berlin 1912) verfasste. Wäh- 
rend diese Arbeiten jedoch der 
wissenschaftlich-historischen Auf- 
gabe gewidmet waren, den beste- 
henden Rechtszustand zu umreissen, 
entwickelte Freund mit seiner 1911 
im Jahrbuch für jüdische Geschieh-. 
te und Literatur veröffentlichten 
Schrift „Staat, Kirche und Juden- 
tum in Preussen'' zum ersten Mal 
ein Programm für die Zukunft. In 
ihr behandelt er die Stellung des 
Judentums im Gegensatz zu der 
Stellung des einzelnen Juden und 
kommt zu dem Ergebnis : „Solange 
das Judentum, die Mutter der an- 
deren Bekenntnisse, das Aschen^ 
brödel unter den Religionen im 
Staate ist und als ein den christ- 
lichen Religionsbekenntnissen eben- 
bürtiger Kulturfaktor nicht aner- 
kannt wird, solange wird auch die 
Zugehörigkeit zum Judentum im 
Einzelfalle als ein Mangel ange- 
sehen und entsprechend behandelt 
werden... Der Weg zur völligen 
Emanzipation des Juden führt über 
die Emanzipation des Judentums." 
Damit hatte Freund sein Lebensziel 
umschrieben, an dessen Verwirkli- 
chung er in der Folgezeit mit ge- 
nialem Blick für einmalige histo- 
rische Gelegenheiten und mit der 
ihm eigenen Zähigkeit und Tu 
beirrbarkeit heranging. 

Ein starkes Hindernis für die 
erstrebte Parität war das Fehlen 
einer dem Staat gegenüber legiti-; 
mierten Gesamtorganisation des 
Judentums in Preussen. Während 
in Baden und Württemberg solche 
Einrichtungen schon seit Beginn 
des 19. Jahrhunderts bestanden. 



1<< <<<<<<<<<<<< « (<< ' < '^ ■<< ' ': -< ;<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<^^^1 



yr 
yr 
y^ 

yr 
>r 

yr 

y 
y 
y< 
yr 
y< 
y 
yr 
yr 
>r 



FA.rXEX TOUR 

EINZEL- u. GRUPPENREISEN In die ganze Welt 

sowie BÄDERREISEN 

ERLEDIGUNG ALLER REISEFORMALITÄTEN. 
LASSEN SIE SICH FACHMÄNNISCH BERATEN ! 



i 



y 

yr 

y 



y r 

y ' 
y f 



hatte das für Preussen massgebende 
Gesetz von 1847 2 die völlige Auto- 
nomie der einzelnen Svnagogenge- 
raeinden festgelegt und bewusst 
von jeder darüber hinausgehenden 
Organisation abgesehen. Um dieser 
Zersplitterung zu begegnen, war 
zwar bereits 1869 der „Deutsch- 
Israelitische Gemeindebund'» ge- 
gründet worden, dem an tausend 
Gemeinden angehörten, und der in 
den nächsten 50 Jahren viele 
segensreiche Einrichtungen sozialer 
und kultureller Art schuf. Dem 
Staat gegenüber aber hatte er le- 
diglich den Status eines Privat - 
Vereins, zumal ihm nach seinen 
Statuten jede politische Betätigung 
untersagt war^ Auch dem 1905 ge- 
gründeten „Verband der Deutschen 
Juden", der die Vertretung der jü- 
dischen Religionsgemeinschaft ge- 
genüber den Staatsbehörden in Fra- 
gen der Gesetzgebung und Verwal- 
tung erstrebte, fehlte die offizielle 
Anerkennung. 

Dieser Kechtszustand erfuhr nach 
dem ersten Weltkriege durch die 
Verfassung der Weimarer Republik 
vom 11, August 1919 eine grund- 
legende Änderung. Artikel 137 die- 
ser Verfassung bestimmte im Ab- 
satz 5 : „Die Religionsgesellschaf- 
ten bleiben Körperschaften <les 
öffentlichen Rechtes, soweit sie 
solche bisher waren... Schliessen 
eich mehrere derartige öffentlich - 
rechtliche Religionsgesellschaften 
zu einem Verbände zusammen, so 
ist auch dieser Verband eine öffent- 
lich-rechtliche Körperschaft." 

Freund war bereits im Mai 1919 
von der Leitung des Deutsch-Is- 
raelitischen Gemeindebundes er- 
sucht worden, den Entwurf für eine 
Gesamtorganisation der deutschen 
Juden auf Grund der ihrer Vollen- 
dung entgegengehenden neue« 
Reichsverfassung auszuarbeiten. 

Nach wenicen Monaten lag die- 
ser Entwurf vor, der davon aus- 
ging, dass die Synagogengemeindeu 
in Deutschland als öffentlich-recht- 
liche Beligionsgesellschaften aner- 
kannt waren, und das« daher der 
Gemeindebund als ihre Zusam- 
menfassung gemäss den obigen 
Verfassungsbestimmungen den 

Charakter einer öffentlichrechtli- 
chen Körperschaft besass^ Es galt 
also lediglich^ die bisherigen Sta- 
tuten dieser Rechtslage und dem 
Bedürfnis nach weitgehender De- 
mokratisierung anzupassen. 

Es Würde hier zu weit führen, 

die Entwicklung der nächsten drei 

Jahre näher darzustellen. Nach 

grundlegenden Beratungen aller 

(Fortsetzung umititig) 



TEL-AVIV 

72. Allenby Rd. 

Tel. 612378 



! nov >n 



HAIFA 

59. Haatzmaut Rd. 

Tel. 525954/6 



yr 



1 Nr 15 Vdm 9. April 1936. <<<<<;<<<<<<<<<<<<<< < <<<<<<<<<<<<<<<<<<<^<<^^^^^^^ 



2 Das Gesetz von 1847 galt nur 
für das altpreussische Gebiet ; 
in den hinzugekommenen Pro- 
vinzen (Hannover, Schleswig- 
Holstein, Hessen 'Nassau u.a.) 
blieben die dort geltenden 
älteren Gesetze in Kraft. 



-»-'<' A.^S^lt 






■ZX*..'-l9<f< 



';",'.r>- 






'i'n"-:r-"y •- "■^y^T?^"^'^,^''^ 



nrnryiTw 



Seite 10 



MB — 14. April 1976 



Nr. 15/16 



Von den Juden in Argentinien 



(Schiusa) 



Flug zu den Gipfeln (Schiuss) 



der fleutschen und österreichischen 

Regierungen als geehrte Oäste zu 
Veranstaltungen eingeladen. Ande- 
rerseits bedeuten freilich die deut- 
schen Renten- und Pensionszahlun- 
gen in Argentinien wegen der tra- 
ditionell billigen Lebenshaltung 
und wegen des niedrigen Standes 
des Peso für den Empfänger t)e- 
sonders viel. „Wo in der Welt", 
fragte mich eine der Danion auf 
dem Büro der Asociation, „kann 
man von einer deutschen Koiitc so 
gut leben wie hier?'' 

Aber so erfreulich all dies war, 
— eine schmerzliche Enttäuschung 
Idieb nicht aus. Als ich nach etwa 
vorhandenem Material aus den 
den dreissiger und ersten vierziger 
Jahren fragte, — Material, das für 
jede wissenschaftliche P>earbeitung 
der Geschichte der jüdischen Aus- 
wanderung von grösstem Wt^rt wä- 
re, — erklärte niir eine der leiten- 



den Damen de- Asociation, sie 
selbst habe erst kürzlich ganze 
Kisten „des alten Zeugs" wegge- 
worfen. Und doch wäre besonders 
die Korrespondenz zwischen Bue- 
nos Aires und Berlin über die ICA- 
Auswanderung usw. von grossen» 
Interesse, ebenso wie die „grünen 
Fragebogen", die wir Tausenden 
von Auswanderern niitgalton, um 
sie zu genauer Berichterstatturg 
über ihre Erfahrungen zu veran- 
lassen. Von der Existenz des J-eo 
Baeck Instituts schien man gar 
nichts zu wissen. Es wäre dringend 
zu wünschen, dass die Leo Baeck 
Institute sofort au die etwaigen 
Nachfolgeorganisationen der dama- 
ligen Komitees in Brasilien, Argen- 
tinien, Chile, Uruguay, Ecuador, 
Colombia und Guatemala herantre- 
ten, um die Vernichtung weiteren 
Materials zu verhüten und das 
noch vorhandene zu bergen. 



Erlebnis in Costa Rica 



Auf der Rückreise von Argenti- 
nien stand uns ein Zwischenaufent- 
halt in Mittelamerika frei. Unsere 

. Wahl fiel auf Costa Rica, wo zwei 
meiner früheren Studenten leben, 
die ihre Anhänglichkeit viele «Tah- 
re durch Korrespondenz bewiesen 
hatten. Sie holten uns schon in al- 
ler Frühe vom Flughafen ab. Wir 
hatten einander 12 oder 13 Jahre 
nicht gesehen, und die beiden wa- 
ren inzwischen beruflich weit vor- 
angekommen, verheiratet und 
hatten Kinder. Als mir der eine, 
auf seine Frau zeigend, mit Stolz 
erklärte: „Sie ist auch jüdisch", 
war ich nicht weiter überrascht: 
denn Mischehen sind ja alltäglich. 
Aber ich traute meinen Ohren 
nicht, als er etwas später hinzu- 
setzte: „Und ich bin's jetzt auch!" 
Auf meine verblüffte Frage antwor- 
tete er zuerst, alles sei durch seine 

• Frau gekommen, und, so fügte er 
zu meiner Ueberraschung hinzu: 
„durch Sie!" Dies wies ich natür- 
lich zurück: ich hätte noch nie je- 
manden zu bekehren versucht. 
„Nein", sagte er, „aber du'-ch das 
Beispiel". Aber das war wohl nur 
ein momentaner Einfall, dem 
Wunsch entsprungen, uns etwas 
Freundlichen zu sagen. Die wahre 
Geschichte hörte ich, wenigstens 
andeutungsweise, spater. 

Während seines Aufenthaltes in 
New York habe es ihn verblüfft, 
dass ihn alle Leute ohne weiteres 
für einen Juden hielten. Das mach- 
te ihn nachdenklich. Dann las er 
das Buch von Stephan. Borming- 
ham : „The Grandees", eine popu- 
läre Geschichte der sephardischen 
Juden in den Vereinigten Staaten. 
Dort stiess er auf einen Namen, 
den er aus seiner Familienge- 
schichte kannte. Nun begann er 
nachzuforschen, wobei sich heraus- 
stellte, dass er — wohl von beiden 
Eltern — jüdisches Blut hatte und 



von Marranen abstammte. Später 
hatten wir das Vergnügen, seinen 
Schwiegervater kennenzulernen, an 
dessen jüdischem Wissen, Cha-akter 
und Stolz kein Zweifel sein konn- 
te. Man erzählte uns manches über 
die aus Sephardini und Aschkena- 
sim gemischte jüdische Gemeinde 
in San Jose und zeigte uns die 
Synagoge. 

Als wir nach zwei sehr schönen 
Tagen in Costa Rica abreisten, ging 
es mir durch den Sinn, welche tie- 
fe Erregung und Krise, welche Um- 
kehr und innere Befreiung es für 
diesen hochintelligenten jungen 
Mann bedeutet haben muss, als er 
sich seiner jüdischen Zugehörigkeit 
bewusst wurde und sich entschied, 
und dies zu einer Zeit, da viele 
blind genug sind zu glauben, sie 
gewännen etwas, wenn sie das Be- 
wusstsein ihrer jüdischen Herkunft 
zu verdrängen und sich jeder Zuge- 
hörigkeit zu entledigen suchen. 



in seiner Generation, der zwei Jahr- 
zehnte in der Berliner „Hochschule" 
und später noch in Jerusalem den 
Extrakt der „Philosophie des Ju- 
dentums'' heraus.lestillierte : Julius 
Gutmann. Sein gleichnamiges Buch 
erschien 1938, ein Monumental- 
werk,2 letzte Blüte am Baume der 
„Wissenschaft des Judentums", 
deren Entwicklung, Problematik 
und Zukunftsperspektiven G. Scho- 
lem eine grundsätzliche Betracli- 
tung widmet. In der Befreiung von 
der Theologie sieht Scholem, der 
grosse Gegenspieler von Kurzweil, 
die eigentliche Chance und Zu- 
kunftsmöglichkeit dieses Wissens- 
gebiets. 

1933, an der Zeiten Wende, ist 
auch das Gründungsjahr der 
„Schocken Bibliothek", die flann 
in den hebräischen „Schocken Ver- 
lag" einmündete. Salman Schocken 
(1877 — 1959), dem der Aufsatz 
„Wirtschaftsführer und Zionist" 
gewidmet ist, entstammt, wie Baeck 
und Gutmann, dem ostdeutschen 
Judentum. Siegfried Moses, der 
Autor dieses gründlichen Lebens- 
abrisses, hebt die eigentümliche 
Mischung von praktischer Begabung 
und hoher Geistigkeit in seinem 
Wesen hervor — und man möchte 
hinzufügen, dass sich dieser We- 
senszug auch bei andern Persön- 
lichkeiten aus der Provinz Posen 
findet — bei Ruppin etwa und bei 
Elias Auerbach. Moses gibt ein gu- 
tes Stück Wirtschaftsgeschichte. Er 
beschreibt den Aufbau des grossen 
Warenhauskonzerns, die neuartigen 
wissenschaftlichen Prinzipien bei 
seiner Organisation und T.enknng 
und ihre spätere Fruchtbarmachung 
ia der praktischen zionistischen 
Aufbauarbeit. So kommen in dieser 
Figur wenigstens die zwei andern 
Prinzipien der Mischna — der 
Dienst und die soziale Wirksamkeit 
— neben der Lehre, der der Löwen- 



in hebräischer Übersetzung — 
von Baruch und Woislawsky 
dreissig Jahre später ! 



anteil der Sammelschrift gewidtnet 
ist, — zu einigem Recht (Freilich 
darf auch hier dit? „Lehre" nicht 
übergangen werden : zum bewussten 
Juden und Zionisten ist Schok- 
ken durch eine der chassidisehen 
Frühschriften Bubers geworden). 

Zwei Dichter sind es, die am 
stärksten die Endphase der deutsch- 
jüdischen Symbiose in ihrem Rin- 
gen um ihre jüdische Identität 
weithin sichtbar über iiire Zeit 
hinaus gestaltet haben. Felix 
Weltsch schildert die Qualen und 
Sehnsüchte, die Frustrationen und 
Erfüllungen im künstlerischen 
Schaffen von Franz Kafka, der 
sich durch Vaterkomplex und Hem- 
mungen persönlicher Art dank Kon- 
takten mit der Welt des Ostjuden- 
tums während des ersten Weltkrie- 
ges in Prag zu einer Besinnung auf 
seine Herkunft durchringt. In die' 
Welt der literarischen Salons und 
der Ästheten-Gruppen des .lahr- 
hundertbeginns führt uns die Un- 
tersuchung Hans Tramers : „über 
deutsch-jüdisches Dichtertum''. Hier 
sehen wir den Judenstämmling 
Hofmannsthal verständnislos mit 
der jüdischen Atmosphäre des ga- 
lizischen Städtchens zusammenpral-' 
len, hier hören wir das selbstzer- 
störerische „Nein" des radikalen 
Assimilanten Rudolf * Borchardt. 
Aber hier entwächst auch aus dem 
George-Kreis das starke, stolze 
machtvolle jüdische Bekenntnis von 
Karl Wolfskehl ; feierlich und 
wortgewaltig „spricht die Stimme" 
— in ebendemselben Schicksals- 
jahr, da die „Philosophie des Ju- 
dentums" erscheint, da Zweig die 
„Bilanz der Judenheif' zieht — 
rein ihr Lied „Am Seder zu sagen": 

„Immer wieder — nun und im- 
mer wieder 
Samml' ich meines Volks verworfne 

Glieder 
Zu der Zeltnacht meiner Passah- 

fltunde 
Schlag' und schoniD — treu dem 

ewigen Bunde. 



Die Endphase der Emanzipation (schiusg 



) 



massgebenden Organisationen und 
Gemeinden wurde die von Freund 
vorgeschlagene Umwandlung des 
Gemeindebundes in eine Reichsor- 
ganisation auf dem XV. Gemeinde- 
tage des Gemeihdebundes am 23. 
Januar 1921 mit überwältigender 
Mehrheit angenommen. Auch die 
notwendigen Verhandlungen mit 
der Preussischen Regierung zwecks 
Genehmigung der Statutenänderung 
schienen zunächst erfolgverspre- 
chend. Dann aber traten unerwarte- 
te Schwierigkeiten auf : Differen- 
zen über die Auslegung des Art. 
137 zwischen der Preussischen und 
der Reichsregierung, Kompetenz- 
überschneidungen zwischen Kultus-, 
Innen- und Finanzministerium, vor 
allem aber Einsprüche der Separat- 
orthodoxie und der süddeutschen 
Gemeinde verbände (in Bayern war 



1920 der Verband Bayerischer Is- 
raelitischer Gemeinden gegründet 
worden) wurden vom Kulturmini- 
sterium nur zu bereitwillig als Vor- 
wand für immer weitere Verzöge- 
rungen benutzt. Inzwischen stieg 
jedoch in Preussen durch den Ein- 
bruch der Inflation die Not der 
kleinen Gemeinden derart, dass 
schleunige Hilfe durch die Gross- 
gemeinden notwendig schien. Da- 
für musste aber ein Zusammen- 
schluss der Gemeinden zu einer 
staatlich anerkannten Organisation 
mit Anspruch auf Staatssubvention 
— analog den Millionenbeträgen 
für die Kirchen — mit grösster 
Beschleunigung durchgeführt wer- 
den, zumal der Staat die Zuwen- 
dung von Subventionen von der 
Schaffung eines solchen Verbandes 
abhängig machte. Deshalb sah 



Freund Anfang 1922 nach Fühlung- 
nahme mit den verschiedenen Mi- 
nisterien keinen anderem Weg als 
die Gründung eines Preussenver- 
bändes. Am 16. Mai gewann er den 
Vorstand der Jüdischen Gemeinde 

• 

Berlin für seinen Vorschlag, die 
preussischen Gemeinden zu einer 
Tagung mit dem Ziel der Beschluss- 
fassung über solch einen Verband 
zusammenzurufen. Bereits eine 
Woche später legte er dem Vor- 
stand den Entwurf einer Verfas- 

I 

sung für diesen Verband vor, der 
sich an den Gemeindebund-Entwurf ' 
von 1921 anlehnte, aber die von 
orthodoxer Seite geäusserten Be- 
denken berücksichtigte und durch 
den unmittelbaren Zusammen- 
schluss der Gemeinden die rechtli- "" 
chen Schwierigkeiten einer Sta- 
tutenänderung des Gemeindebundes 
vermied. 

(Schiuss folgt) 



vT 



f 






^ 
V«' 








~ e ^• *^' ^ .^ 



.S" j. 5^ -» 



« >=► s :- - 



kiX» 






_ _- .. ,-•«•«-» (TV <w 



crf g: 



j^ ♦-► c: ^ 

E Crf ^ - 

5* -cß 



• ,^ '^ •~- 



^ ^ <=> 

£; *^^ u^ 

'-U /^ ja — "*' «^ 

-- • i-^..T: <" a> — 



> «1> ^> <b« 



•XI £»- CS 



^e- 






J=2/'>Oi 



•^ i^ » k . ._» ^-v •-• r? 



fi O 



o c 






5 o ?? ^ 



?» et =j 



.^-r— C^a.S'SWg^-^^o.r.'S- 
r^ ^^ o -c: o ^'rr S « - o - >^ .3 ^ 3 ^ «= 

»4 ♦-• ^ ♦•* ^ _« "^ •^ '_j w ^»^ 

o '-' n ti?. t* ^ *~ ■* r» r-^ •-« 



. .::: /o ^- != ö 1* "rJ .2; 

" - .-, 2 o " -^ =s,H 
' ' (- o "^ o ^ « '- 






^ r^ ?. ^' 



x> »- 



3 l 



«> 



6-^ ^^ -e 



* .;:i 






o 






-^ ^ ; / - ^/ f» *^ 



»^ o cj 



K -■> '^ .ti -^ ^ 



^^a 



u 






■t:: =5 



- e2; »- i* ^ 



o-r; -' 



- «-J !-• »— 

■' » Si '-^ 



w ti 









,iE O 



c ;=" 



?.r--e 






O "»^ 



o .— ^ C 'S" 



.•H '^ § i, Ä 



J^.^j^S'^H' 



ex ^ 



^<' 



«^ r-» •-* s> • — ' 









cn 



o 



O ^ CT' 



*= r= « ►- ti ^ '.::. 



»-• c 



'- XT^ 



2=^ 



CT. •-• 



O '• - 



.35 :: :-> 



M h: 



--j: ' 



*-• «-• o 






<C^:2.-« 



o 



o 






<n 



/.' .^ 



;<3 w- 
,11.—. 



•rt o c: •■• i» 



::4 C •. ' 



^■. ÄS 






.^ 'S '^:; rJ 

^^ *» k • ♦■» «^ '^ ^^ 






») 



•TT .-«ISI. 



'•> ^ 



Ä-e 



^ =o 



• •-• », *— • r-k c; •-« .•-* ^ 

>Q .H o: a .r: '-- o o 



O ^3 ■•- T' 



/.^ M *« •— » I — 



c. — /- :■ f J:-^,~ 






=- ^r> •?» 






• US 



-öS*-.;:: *.=r ■» 



S <35 c 



tJ 






o ♦- 






13» 



'-» >o >~ 






73 'yy 



U) 



jr .»-1 



•Ti o 



rj 



>fj .:-i ''-• ^i 

(«> '^ gf 5 

<-> CS o 









*-. li C 



n. 



rs i- t: 



•^ •:; =5 < — 

"•''''•Er« 



r^ 



OJt-, 



^iO 



'C 



u 



>» er w 



_ 5> CS o n: = 



o 



-•-■' '^ K 






03 



•xr;« 



SS-S'-^c^'Ä 



»-» cr.uD 






M i^ »-> 

'j o «w »v 



0-* o 



o 






/:> 






=5 „r^ _ «u o 

, . S O -«^ -4-1 



q-- J= 






Ü)o 



o o r: e 



r:> 



^ ;q •— jo c: -H» *•;:? --r r 






,^ -^ fcrf , 



Ir? 



a 



S 5: 



•s- 



« 



.- S cj e: .m Ä -r. o 

r^ ^ S := T. c _ c .r» 5^ 



6> *-< 



- O 



CS ^ 

O ■♦-' 
C3 



■3> 



>'^^ s « 



■t:'^' 



■•"' «rrli r-* ^ V* ;i 

V- n c- '^•^z ' <X' '-G?i^> 

«>> o "♦-♦ ^ ~ t* Äi'' ' 

^ ,2* <=* o n 53 o 

w oCJVä o CS « 







o 



E 

I"' n *-v ■ -»^ c - 

ti e c: c: o — • c:. 

2 ?, ^ S 'S "' ^ » 



— .1. S *- CR.— '^ 






J S •-• 



•rr^ 



•3 ♦— ••— » 









c»'. 






o »— cr> — . lU /3 



/5 !_, ^ :a /O 

•— »sc „ ^ *rr - 
**«£«> s= ;, ..- 



Kl 



Mir..** c: 

"•' ^ r; -« " 






M 

a o 



-rt <ij — • »- 3 j2^ o - 









rj •- 



<i> i: »= ♦* c;: 
r: £ o « 3 
•S.So 0.5=^ 



-* CS 




5; «) fl) O 

:.= c © -fc 

.- g .- . 

i; ix c V) 



« 



0) 



«A 



0) 



J3 



<1> 









dJ - <^' 






a; > 



"D 



O) 



»j 



(U 



0) 

-Q .r 



*" fc- 3 






CO ^ 

Kl 



V) 



*2. ^ 



.2 * 

^ C 

_ <D 

O TD 

3 4) 

CO d) 

<1> -^ 




~U..J 



1-V. 



:^ — 



»- ä> <ü 



N 



<i) 



D .-. 



,.. m 



CT) 
c: E 



- 0) 

"^ :^ O J= 






(y 



_ "o 00 



<u 



(D 






•/» 






.2 a: 



t: «D 
o CO 



S! Jr: O 



0) 



o 






*- -^ f. "ü 



CO 

- .§ -ä' üi 



0) 









:3 

V»- 

C 3 







9) 



</> 



o> 



0) 







<y :^ 

5 1 

0) 



N 



Q) 






CO 



O 



O n O) 



1- •=> 

E -^ 




^ 






'V 



r--. 



s. 



^v 



G 



<1> 



0) 



4> 



T) 



1) 



TJ 'J 



4) 






"- CO 



-Q 


f 


u 



C 



^ 


_iS 


< 
(D 


c 



c 



c 


> 


C 






^ 


:?. 




E 

3 
H 


to 


c 

3 




c 

4) 

4- 



E 

4» 


0) 


'5 


c 




JC 

'E 


C 
0) 


a 




C 


c 




J3 




4) 

■a 




< 


JC 



JQ 


c 

3 


0) 



»-<» 


0) 


c 


O) 


0) 


c 


^ 


a> 




• •<■»• 


V. 


(1) 


3 




C 


Q 




• 






*. 


«r 





0? 


r 






£ 







JC 




"o 


^ 







^ 


s- 


ö • 


oS 




SS 


•1 


E'? 




««» 


:i 


kS 



o 






O .£ 



<Ü 4> O »- "ö 



rv« 



<U 



^ ^ 



UJ -C 



4} O 



ü 



CN 



«o 



et 



«rt 



o 



<0 



E -S 



(/> 



4> 



4)1 



O. 



o .r 



0) 



-ü 



JC T) CO 

.:i^ 3 ^ 



•3 ^t 
O t 

^ Co 



4) 



4) 

V» 



« 



iO 



O 



2 u. 



N 



4; 

o 

J3 



O. 



fl) 



1} Cr:: 



N 



4> 



«/> 



■o , ^ 



u» 



'5 



ig 



4) 



o. o 



^ c 



JÜ \!C 



«.^— 0) 



E 



4) 



U ö ^ 



4> 



-2 

c 
ü 







<D 



i) 



5. •-:: tA 



=3 "P •= •? 



O 



CD 



4) 
E "^ 






4) 



ii' 4> 4> ^ 



.tr o 
F < 

4) 



2 2 



J 4» 

o 

Ü 

4> 

ö) 

u. 

O 

> 

o 

3 



y} 



c 3 

0) 4^ 



4) 
U- 

c 

4) 



.«— 


«M 


(/» 


c 


4) 




3 




k. 





«0 


w> 


ö) 


CS 


<* 


•1— 


CN 






00 





CL 


• 


-D 


3 


Z 







O) 

3 


a 
< 


X 


JD 

E 


c» 


<D 


TJ 


• «^ 


u 

X 


UJ 


Q 






^ *=^ Ä *-■ 

21, O C> -4-» 



C C o C « 

5 c r:»S' 






3 in 



G 



•"* ^v Cu . #^J 



» «« -r ?rj C « 5 .5 ' -• -' S ^ jr* « o -^i ;^" -^ 



r> 



c^ 



tS 







"X 



o ;-< I- •— ^^ jt: f^ it» ^ "' *= c: >o " 4? ^ •-• •-* r.^ ^-. tt> a» J=; c -~ /-i • -» ~" — ^_, • — xr m '^ S ^ r: «^ f=^-— 2i h: ~ = • ^ 

^''^s- JSi £'..:•;. ^ e? «^ :-- ä) ^^ '-'» tic o*? ;r>o'« •-^'*='^4-'— -'-Q^ '-^'|:r3 « r^ = :^ a S B = B o-^ti ^.':) ^ B'-r ^ ^ ^ B ^ ^ 

rT, o .^« .»v 2» O »-»..-.►- _, ♦*: <•— L. ii E ►- : 3 •— ••- v» o -<-» o -^ — ^^ »^ >_« .^/-j c3 ♦-* c c» •+? tl -- ' —^ c: — r-n •-' — •-' i!^ ~ »-♦ ,.t . , . 






N- jQ - .^ — ^ tr o *5 r: — ;v •- g o /a "' E 



0.0 



':$ •► ;? 

CO — 

— — t- 

o "-> "■ 



.-^a'n:--^ 



«^— ' ti r- 



x>. 



d o^e^S 



§1 



— ^S*■"r•^^C*- 



)^" 



* 



<-• Ö 



Ä «., 



C vC Ä ^ .ir /■- 

— 3 ♦-■ ■>-.•'-' r-ZZ 



/-t 



c* E c 
■;^ — <^ 1- 



c CS) I -r 



^:3 



.■^ *.— ^ rt' ^ j- '^ 2i -^ w o S. ^ e /^ -v •- .i: JJ ^ ;:i = g 3 ^' ?j =? « '^ =» c . . -iT : 

/-> , Q JI .^ *- X r3 ^ - ^ •-< <-* :w '••' 3 »j ^ ::--'■ tSC^c^ c; -* .— ._ vC —>_»•;« ^ 3 ^ ■-< ".-*-' ^n-.r: •- — 



— • '••♦ — =: — *. -• 



3r:it= 



t: v .— 



-.' /J 






•V 



•r5 



C><7-<» 



i-I '-^ ;r — 



hl ^^ *^ .— • 



o — 



•v ;t 



-TS 









• •-• V 



/3 



Bw 



J-^I^r/W J-''rJ 



,il>0 T/ - .- 



,_ O 



v/ 



-f '-f . 



"^ü^' 



Sf* 



e«fitc 2 



itti* ,5.»ii*cn bcm «'' f;^^, ri.rübc lifcni<t)cn itUftlt 
>jMitt«flcmcinf*iift sicm, --"i \r'„ a ,,-,i,,,hc„ ttäat — uiiö 

1.0t bio b'i>'«'c. "**' '"'^Ä?n m. illill'llbC W'llll i'fl'""' 

tiuiutrt.t Pot bom •'';;"' f ;^'Z.ö"^nc «lUolDal, 

„10 ^'i'""»»' 'ili , ' A . bciu ic J ö. HCl. uub hciiov 
-mWiw iHn bcfoDiflltn. ^" ""i,f"(,,.t „„gc- mcmal.. 



l»ga»H«lf«»«< gamitKii»«««« 




^;4...»« A<vh oiriifiL t mattet 6e0 ^irtu^ifcHen £<in6e 



lammeüc jirti 6onntafl. ben 10. ^^',;;^;.^^Vj; . f^ 
^in^r -tbuna bic üon 10 Hl)r pormittinv-' bii> m o»J, 'P"^\" 
' .biiuln baucrte. , 3unft*it MoR-o fj* ^er 3^^^ m 

I^cr (»-.toiK 3!at bo.> Vanbo^-notbautcs ocrlfliiflt bu 
^KT'oMCiobUMfl bc. :Vubc.w1cllO'^ mit 3n«ol,aUunfl 
„Her («iruiOiäMc !t•ilu•.^ autonome., «..tiourjo uon 1.1-S. 



-UlT^ 






^-.f:'K;;^fÄ^^ .i^^^^.^- 
hineintrieb. SlU *^« H* "^*se„ Jcfla .flon hat, inib i.rt 
iio man an »'«" t"'»' ?'^il,Sto luTbas nllcviuirtitiflltc 
Denen .nan 1<'W*«.^V-; ^''3.; „tUlilete Staat^bütner 

r «i,:;n ;nÄ«!''JbV'^uÄ.;ni,w «ci^ioma.. *.-.. 

lieh ..iri)t 3uin "»'"•"" ;,\'*;J'„"Xd)Ct 5Uette, «eflen 
lidien «ampK i"'-'««" '^'" ;'?'L 11 b bct öeiliflteit bct 
hie 3-oaatcUi ictung *' ^ ■^^'". 5f . ,"ü>,ci c b I c n ^JJicnirti' 

litftteit .ns ©cl.*t *l«fl »« |i<rtnbetunfl but* b.c iu. = 
J 11 a 1 1 e it 3 e 1 1 c n I' ' ^1;;; ^^..l i;,„ bas 6*on-- 
inten. r.om S\a.npi bet -' '",""°"iLei.ben obet bao. ettt= 
boit.ibcal aui bao \»' "'"^"' f.^;''' üabu" flottetfülltev 
liAIeit-v.bcal unb öe« / ;Ä" ITw c n i^ n. u .. an, 

Dat Da'3 ;^ubtiuum v«*-, 's^r4fr•1lWM^^i^r unb aber iJ^uubcii- 
S,u<;i 3ö5Wartnv«f ?>"«*" /°'yf'ji"dt bc* Wenden 

S;;;f ciÄ'c"' t;b^-'\;ÄS.orVnn«c.bUu«te. .-ebc. 

«^•|:fbeutl*e3ub..l«mauy.an*n^^^^^ 

ftait etu,a<!)e..b, *"J* » ''4,f„fn'''"cV""lifin"iIation ablony- 

mcnb. beginnt enbti« m b e,a U t«) ^' ai,,;tut.n, be.n 
oicleiv Seinet 3:", ' »« ' * "i'^^jen aui-ßeleüt «t. I e e I ..1 A 
er, ijeiite uon nahcsit «" " °'"" :i^ aciäütort unb opiei» 

nur n)iberitc!ien "'\"' " '"\'' ne « ««^ ** "'"*'-"* *"■" 
bereit. Ba.U «»t ','1" Peb?e unb ju ben üebcni- 
tinnt. mcnn e« ju >?<•! .Sf ";,."!",L'!.r,t «on bet eitlen 
„ t tt n b i « « e n ä""'"'^.? , „„«en "be^ 'SKotiHeben« ..uö 

wirb nudi bic ^"^«'^^^'" „r^i inirb au(h "^^^ 

mim^ ab^ui uflcn bic J^^^.»^^.;".: 1^1^ S^ Hnbebinftt^ 
Wcuicticu in dn 2t^'^3ITtmä bic ma„ bcm beuljcDcn 
bftt abforbort -. J^^^^/^^^U ,L^^ n leinet «)CJamtl)cU 

bcnen öleid),ct3t, t'iiif /re mb r.eblet i bernommen babni 

y^r lernen fen; bte batan [^"{f^^^^^^^^ i^irb. buH ein 
aiNunjcDlnuini U^ r u n t n iV-' <^»'/^/; 'triebe büi ^JKiöet- 
I taub buid) t>a^ '^l «^^»^^^v'^M^r.inct neuen ^il^elt bic 

^.--v.- s.,^. c^ rt 111 fi u r a c r in 



aller wruiuMn^i«- jintv-.- ^.».v - 

lit oerlan«.. baji allein auf biejor (».rnnblanc bw 
lu,nblun«c„ oon leinen «ertteter,. ne,«brt >»".!"«•«; 
lueiit (eine a'ertretet an, m erüiire.., bas b.eiet tSnt- 
.„uri bie 3"ittm.nunfl bc. pteu^üAen ?''»"'"""^^ "'; 
iinbe, wenn bie akl*lüiie be-s lianbe.Detbattbes beturt= 
idniflt u.crben, unb baft bet Vanbe^-ueibanb n* uor= 
behalte, anberenialU- ieine ?iotbernnflen uot be.n üa.ib» 
l,m VI uertrelen." 
-^l0.ov Vli.lr.rt (..üb e i " ü » »' '» ' » '' •' " " " " '" '' ^ ,,, 

övuiiuu,, ici. ^,f '^ *-';V n e t - 5L(ie^-bab<.M. iuie|e" barant 
Stettin unb «f a r 1 1) e > i"| [ ,-J. . j aotbeiunfleu bei 
hin, bajl bet enet«.!«!)! o y'» Pf t^'t |' '^j, , ^. , ,;„„ j,„t, 
V,„.oe>:...etba,.be.:. a..flW..^ H' . f,' ,- 'Vlnnore,. >'(a(h.eile 

lul*^.•m 1.1)0" J'i *^ "■","',',," ,,',i,„i.ou hotte, bo« ite 
be:- •..;ertietun,v:.e..tiuut e.. ' > ' "^ ^' II . i„" t ^J H.hl.e.h. -^ 
UMJK' lf.e.ni-.ubcn ... ber ,vra U *,•'!.' ,,„.;, 1,0.1 ^H..-. 
beionbor-5 uuAUoetlajf.fl (eiui. A'";'' 'A" t,tei(ehn We- 
ii,n.n„en be. «ebnero .uat *"Öi,\i;"l\ ,.« be. «us. 
Incinben ..en,.en .'^'V^'' * ^i"; .',;! r,uob bie iU-tU,*e 

alletDinß? an ö«^" ?.^"ÄZ. habe.i Diute noch bas 
idieiicrt le.en. a!ieli **'y"' "";" '-^ ■j^hm ins. Dte.» 
tnutal--Wa W, l» «";^, ,S !S't,no Setzte ü* («t 

'^'""""1'.,", ,''b.;""',.tien be,. U( e r b u ., b c t a « i.t bcr 
,^-it ^u,i(*cn fliittc War,, tmb |nia..« ilvr'\;^^^^^ J ;„ 

fein ^Jlnttafl tt. J\Ice, b'«''=-.f,3'"": Ijc sninirtni tonot 
»iitoinet abet enti(t).ebenet , .^u, bu ^i M^ 

rorvfÄn?;.:;^Ä|^übetn.^^^ 

«J'keÄt£^£Ä?^-.Äj 
bdtein mmmelu au^ ^^ „Sd^■'rat l>inentbal 

efbLU)cr übernimmt oa^.^ ^viiaa^u.. ^^, 



%\n Gamotafl, bei 
bvib ojtiübifd)cr DrI 
überfüllten flroBen 6" 
I>r. ^arri) (fpjte 
entiuurfe eines neu^n 
5>er iHebner, bet j 
'iNorfämpfcin für bic' 
aller ^uben in bf 
auv)fle,5eid)net flarcn 
reidKU ^JJfdnflel blejel 
flej^enüber bem bis I 
burd) eine ncrniinftl 
beworben crtrilfllid) tl 
Icrunflcn. Dutfl) bic [ 
bcbrohc man bie l£i»l 
VHns'liinber alo ^Isorl 
in ei üben unb Mi'nil 
iKelirtionolobrer ^u 
l^elHMire I^iffamieruiJ 
nid)t nur oon o;tiür 
jübiidier Seite mit 
T^cr iKertierunflsentuI 
l>en (>*»emcinbcn, |d)l 
f\ren^tes ^^lustrittsrel 
\UU bas lajic i« 
^subenbeit crfd)cinci 
pom L'anbc'operban« 
^^M^ 7snl)u' \W.^ ni 

iM»Mini|.htn >u^^*nfn^ 
\'(o v)it ti.MuiMhnl 

Isi u»'v^" <»Ub»> ^1 
bie )ult\enbi'i» Vl^»»!! 
„Tic oon uie 
grauen beiud)tel 
idier C^raanlfattij 

bblie(uMi biüt ei 
^lMcuH»)«nen \.'an| 
vxis joll unb mei 
bcs preuHijd)en 
(\cöen bie G-ntrij 



Y> 



1 

t 

\ 
I 



3,io beibcn Schanbet be. & « "' ^ " ',« V, 17," bm 
r^rirbboi. u'ntbe.t Wjo,. ""'^ ^^«„U"*,;^'";; ben n.it 
ethnelltiditct ""?'.'"''' •.;,,^5',Botbelaiteten ^'ubm.fl 
la..piabiiflcn .«^'''«"S b bet "tItW. ""» '"" *"' 
$1 1 a n t e. b 1 je i ._^^'"»f ''Vo t b a n , Sobn eint« hohe= 
bi.jl)et "nbcftta »cn 7^ a.n u^ iVnnflab mit bct %evm. 
tcn *cvlinet ?i...an.V' nmt^»;^^^^^^ ji„„,o,er Xt«n= 

,,u )')i"P''")'i'"'r- ^* " ,' .uMi r,\una ibtes &eimiuc(\e-i 



eine lelu ci,.flel,enbe b..rA uicic f ';',;;*;;•,, l*;ll„^i;.;, 

y.che..« Debatte M'l''« '' V^Ä^^ a b «, l " K ""er , 
k a r e 5 1 1 uotfleleflteu « ^ J ":' ü'iVa fü ba-> Inuicnbe ! 
bao uetflannene u.,b ben 'i' » ' " " , 'A'",? fln.flaben .»..rbe 
:xahr. 3nni A«^'^' ,*",>Sr ,u oern.inbei... 3»' *""»'- 
heidiloiien, b.e Infl'ß'^!*>,\,^'' «4 m n ■liii ioU bic Umlage 

cierun« be» ^'«'* '"Ä-IJo^en ( ein WoJ"" ".' ^'^ 
in »bhc uon artlt 3'^5"*'\ >3" ^I,, Vjjiitfllieb.flcme.npen 
Weiie erhöht .uetbcn, boR oon bu^ ^ ^^^^ „ 

i'ine Jtotitaub.beih.lie uo.. 5"»-' -tJ'"' ^..unnncn bet Ke- 

ucbmiflunrt tourd) emc P"\\\Vmh na u <»cnel)miflunt^ üor= 
jie ber^äcl>iten i.'a«vbcsD r anun^^^^^ 1^^^^^ ^,^ ^e 

oetertt loerben. '^Ui6) fd>on ^u-' p m^'' crfolacn, obiüol)l 

^iuSJrufun« bet. ^L«"^;i;;^;fJÄ^^ 

anrtereflt luar, ^^^'f ^"0""^^'^ f^^\^\ „„^lüDrli.Den Te- 
ben S\o teil ausfallen ju lajlcn^ .ai ^ ^ ,^ , s:j^<iec,babyn 
hatte beteilifltcn fi^ u \oVu aleid) über ^Kationalifte^ 

runflsbeftrebunflen ^J-^^,^" /*C 4crid>t bes ^iluMd)ujies 
U< Ort e l jt c i n * ^tcslni . ^^J Ytua nib ^Jlabbiner Tt. 
übet bie l'ebrerbitbum ^l*^ ^^^^^^^^ referierte, fnnben 

(f, a U i n e r . ber, "^/^„^^,:,/ /^^^^^^^^ ^iUniditunfl. 

,„it ihren tntereiiantcn ^lu^^^^^^^^^ ^.a'H dion 

X>r. nlee:üiesaiisfctnenJ)U^i"J^^^ . '^ ^^„^ ^jj^ittel^ 

icHt burd) 3»ia"""^«i^^«X, fUlutu^sIüS feien ober in 
Kineinben .ettoa i^^A^^^^^^.^ i n S(C,emeinben jei bie 
nad)ficr 3citjein it«rben^ jUid)^^^^^ ^^^^^^„ J^,,,. 

^abl t)er 2^^'^^'^^^*^..}?^^^, ^i-^hiHcn für bie ^abbmer^ 
^nefleniiber fei ^^.."^, 'fl•5^^\i Ä d^ OeVimrat (r> o l b^ 
eeminore ivu ^ ^^^^^'";„ J^ "VT5r rnUacn ob nid)t burdi 



,ie bem bis^eri 
i^ionsflcfei^ unb I 
t>en luibcrlpridj 
"lUeuf^ijdien l.'ai[ 
,^ii ücrcitcln.** 

Der ^l^oritanb 

batte beim ^rcui5i 

£>en bie C£ i n b e 

Iiri)en UierbaiJ 

Stimme ergebe M 

gilben. T»cr %^rc| 

reflunfl aus CSrfpm 

unb (vemeinbcoer^ 

burrt am 4. 3.^"»^ 

besoerbunb übern 

„Die C>cme| 

Dui'&i>"^Ö ^>^* 
nis flenommcnj 

ict)er ©cmcinbe 

(Einberufung 

,\um :5iDede ci 

iemitiidic ^ctl 

eine bcr aüid)tj 

unb ein bkbof 

baf^ bic ©cfanj 

bie ftänbiflc ' 

tum m u)ür 

Stell uuß 

neu burd) Ici| 

^ilusbaicf briv 

a>ic| 

^^us Siajfc 
Die "".ilnnabn 
bejfen t£nt.tüurf 
rief, aud) bie V 
regelt mürben, 
ber *ejprcd)unp 
f. 3t. beri(f)tetcr' 
betont roorbcn, 
tretunflcn Ür 
j^eben unb b; 
Die Staatsrcfli 
Ueberlcitunrt ^ 
üornimmt. '•Jl^ 
ijt bie ^ufamim 
ämter (iuni 
betradjten. bie 
banbcitc fid) i 
ber ben .lUitani 
mand)er luibci 
bas allflemcinej 
tion bieier iSnf 
munfl biefes ^ 
t) c r ü i e r U5 
aflOftcnproDinaj 
fteberiimter fo" 
^ilmt bes Krci 
feine ^iUabl crtj 
bes $1 reifes nc* 



W 103H 



H/l? 



^rtisr 



J 



J£ 



lei^s as Vafer/ 



A ly// 









Fo 



fJerJf 



ü^/Jet^^M 



hur^er C^/Jec//^/) 



'3'^ 



ewsaj 



j/^^o 



im-iWf.J^^ 







^f^^/c^J ^^^'k^^'^' i/^^^.j^ .^ ^€^^ /2^y , ^/^c/iy^*^ -t^ £,^^0^^ 









/^ 6-^ 



/y-j-c^^eJi ct^^^S ^^^^ed^/^U^ y 



fiiUy^^^^ ^^*'/^^^''^ C<i^U^A ^4^/€y^^ ^J^-U^.. - , /4^^? ^;^^ 








/?'/. 



v^^ 



t- l/^r 



"üU 



">! 



P 



^^^^;^ 



'A 



/ 



^^ ^ ^ 



/i^^ /cij^ii 






^c^ ^ 



( 



'■-r-^ 



?. 



in^i^A 




HK 





Aaa^-O^ 



<Jiy^ J^'/.iyH'/'ti'i^u /./^J (/iiicr.-^ //u f'r'i^ 



(yt^l A 



c 



-■::.if:tm 






London, Z2 November 1977 



\ 



Lieber Professor Hamburger, 

^r,« ^rn<-se Freude für mich, nach so langer Zeit wieder einmal 
es war eine grosse i^reude ^^^ / ' ^^^ bewundere Sie, dass öie 
direkt von Ihnen zu hören. Ich "»"^^""^ .^^f^";-^!^^ gehr schwer, und ich 
30 l-«^,Yef Ihr.f :nte:huiairen. dasJ i:i"so^'arge^:ichts von'mir habe 
^SL^läse^: Sw^hl^nKh^s erfreulicher ^^ ^^^^^^Z LBI 

.^r.orwS^g^L-hii:hfs:-r:f L-:\ci e n^^^ 

ae:rge Messe die nächste Memorial ^^<^:^^:^, ^^ e'ich'Sch":twas 

5:1!; Tede^befc f.tigtrfi: ^r;or^:rnrger;aLen ^^ir^ir^ 

':^^12:"Z tl d:bei vor anem -ch mich .itiert, wahr schexnlxch m^^^^^ 
Recht, obwohl er loyalerweise hinzugefugt hat ^^^^. P^^^^^-^Jf den jüdischen 
unterschied «ar zwischen den ^ -^-^^/C" rnlhS^fda^Tetzt o^ft auf- 
rerrfHi^dZ-'s^gift^Lr^Lze Phalanx von pos^ 

lemikern, die diese Situation von f -^i^, ""J/.^^-J^^gl^^LeDeutung von 
]S^^^X''^^^Z TeSr- : rrs^fuS l^ S^osses Unver- 
ständnis der Situation von 1953 gezeigt hat. 

Paucker hat mir über Ihren Plan berichtet, den Weimar-Band Ihres 
i-'auCKer nai. iuj.i uv^ wah-rsrheinlictl ei 



! 

/ 



A^. 



•i 'i 



Teilen erscheinen zu lassen. Daseist wahrscheinlich 



exne 



1 w*»^Vp.c; in zwei Teilen erscnexiiexi ^u ^^^^^^^^ ^_^ ^^^4--; <.^ «r»cf*. 

■ s;hr-gute Idee, und ich ^abe den Eindruck, dass aernu^ 

Teil der wichtigere sein wird, jedenfalls f^r aie "^i^ entgegen. 

Wir sehen alle mit Spannung dem Erscheinen dieses Bandes entgegen. 

was aber die Frage betrifft, die Sie direkt an "Jf jj^^>\^»,; J°,f ^=="^ 
ich, dass ich Ihnen nicht viel neues sagen kann, was '?^^ "^%" °f ^^^^^^^ 
sch;n wissen. Me von Ihnen erwähnte Haltung von Heinrich Loewe aus dem 

Jahr 1906 erscheint mir ^-^^ f ^^ «^^ ?r„:;ZeirmichsKhir nicht mit 
ich selbst nicht viel weiss, da ich in jener^eit mic Krinne- 

deutscher Politikbeschäftigt^ abe.^ ^ In^^der ^^e^^^; -^J^,^^,,, ,,_,,, „ehr- 

Tah! r^^o^ald::o^k;:tI:•:°üb;rhaupt -ch der nevolution von 19I« ..ur^^^^ 

^ c u^ «v,4- r, R Mav s.arburc und sein Ki eis , geiiux u^xi ^^i 
die obere Schicht, z.B. hax '•a^""^^" ^ ^^^ Situation i imer delikater, 
der Deutschen Volkspartei. Später wuraeoie ^^ richtig, dass 

als man mit dem Vordringen der '^azis rechnen musste.^si.tr.chg. 

manche individuelle ^/'i-'^' t*^* J^^^^^^^^i^thnen! Iber das^a^ auch unter 
jede Beteiligung an deutscher .^^^^^^^^^"^"^^ i^^^i^ren. Die grosse Mehr- 
den Zionisten nur eine kleine Minderheit von Ideologen^ S ^^^.j.^^. 
heit des zionistischen Bürgertums betrachtete das als ex^ntri ^^^ 
lismus, das war die ^'i^kung von Blumenfelds Tneorie der L ^^^^8^^ 

-2- 



\ 



) 



'MS^m^i^M. 





-- 2 - 

aen Sie selbst in X.re. -ie. erwähnen r^^^::^^^^-^^^^^. \ 
An,ter in der deutschen °der auch ^n der Vr^ ^^^ ^^lem um die zwea. ' 

sollen. Ks handelt «^«V^^^^' ^^^ "^Bei den inner-zionistischen Angriffen 
Fälle: Hermann Badt und Hans ^"^i'^- ^^^^„^ ^iele persönliche Momente 
gegen diese beiden spielten »«^^«J^^^;",;, ",3s dahinter wirklich ein echtea- 
fine Koi^e. Aber man ^^^"^ "^^^J^i^'Se bkden Herren, die ja übrigens 
Problem steckte. Jedenfalls haben ^^^ j^^ Gesinnung niemals ver- 
such reUfiiös-ortJiodoxjvaren, xhre zxonistx ^.^^^^^ einzuwenden. 

leugne^rtsr-Herr --^^^ß f^^/i^^nicht! dass^Sie der -.ache des Wahl- 
Wenn :.ie mich fragen, so Sl^'^^^^^^J^^^e Betrachtung zu widmen brauchen. 
Verhaltens der Zdonisten «-"^^^^f °ämmungsSssig eine Art hiasvergnugen 
Höchstens könnte man sagen, f ^^^^;^'''""| ^ie Haltung den einzelnen Über- 
bestand, aber offiziell -f /f »^^J; Hichtlinien. Oscar Cohns Haltung 
lassen, es ?ab da keine «^ ^^^^^^^^^''^^^i ^^t wie 3ie wissen, waren seine 
f/der Sache war i-.mer «^was problematisch, wxe ^^.^^^ ^^ ^^^_ 

Snder eifrige Zio«^-^«"' ^f, Berber ater zum Schluss war auch Oscar 
einigen, -%-.^- ^f^^f JrsigSSft^und wie Sie wissen, ist er m Da- 
Cohn sehr enttauscht und re&ifei^x 

gania begraben. ^ 

^"^ ri-io -irh i eider keine 

ich weiss nicht, o^ J^^^^^ J^'^^:^^^ Ana.' Mein Hat 
gedruckten quellen nachweisen kann, far.xe ^^^^^^^^^ sondern, falls 
Sre nur der, diese Frage «^^^Jt ausfuhrlicl ^^^^ natürlich eine 
sL überhaupt darauf bezug ««'^'^^ V'^^^b^l die i^ni.scheidun,- den Einzelnen 
.1 gewisse Problematik empfunden «^•^^'/^^J Zionistische Partei als solche 

I iberlassen blieb, wie ja --'=J"^^'^^i^3traass einzelne Personen sich für 

, 4.-:vv,^+o Ln^te eintrat, aussei uao ^ ^^^ rr^^^y.,ym, 

für eine ueo oj.«i.Auws, j _ Kareski i ui* ucxo i_.o ***'*—• 

: eine bestimmte Partei aussprachen, z.B. KaresK 

V, ■ Thv.s Buches ist jedenfalls sehr imponierend. 
Das Inhaltsverzeichnis Ihres Buches 1 1 ^^^ ^.^^^^ .,,^^j^ ^^ _ 

und ich staune, ob der Menge der ^^J^^*' f ^^^^^ ^as auch als ein erfreu- 
enden imstande waren und noch sind^ Ich ^^ ^.^^,,,,,, ,or -lle'^^Jie 
liches zeichen, dass alle Ihre °^S^"^j^f ^-^^orden sind, wobei ich noch 
Augen, die bei mir leider sehr schlecht ge .^^^ ^^^^ ^^^zt 

den fürchterlichen hebräischen Druck zu le.en ha .^^ ^^^^^^^,^ des Year 

irimmer geringerem Masse -^J^^/,J^*/%,/rche aber, noch zu tun was 
Book kann ich nicht voll_ mitarbeiten, je^ ^^^^^ .gefreut, von Paucker zu 
mir möglich ist. icn naoe lu^^i. '"T^rV/iv, ^uter Verfassung sina. «.uoU 
hören°'dass Gie körperlich "^J .|^^=*^?,"L^ also nur v-ünschen, dass das 
Ilse Blumenthal hat das f ^t^^^f^' ^'^^aus für Ihren bevorstehenden 
L bleibt. Dieser Wunsch ^^^^^^^^j^J'^^ einer Sitzung nach New York 
Geburtstag. Dass ich ^"'. '^^^^^^^^rechen. Aber vielleicht geschieht 
Sninfer! "l^h^Sfe mrcfnirü^lTc^sehr freuen, .ie wiederzusehen. 

inzwischen aber verbleibe ich mit herzlichen Orüssen auch 
an Ihre Frau, 






uM)'^-'^ Ix, 






/w«^ 






M#^ 






/ 



/ 



^crbttttb nationalbeu 




<ifsa r'^*i':^^;ii3^*'=iw ^i 




4»^ 



etic. 




^cffliaftsftcllc: «erlitt 58.35; iBItttncs^of Ö. ;, %; 






»JKAEi 






» # % V 4 »V •* 



i-« v# 






-*-i^ 



r.\ 



-, ,^ 



»• ^ ♦ 





3iR Siiiii 1921 




• 







* * V .^ 



'ul.i 



J». 




\ „ €'' 



'^ymi:^- ,. 




,*;t,iiw 



.?*' 



.•»i. 



• . - . . o 



-i' vH/V 



irl;!»^ ,t4*ij»4^ 



.ijin 'Si^ 




i4>^«'^;Mi 



<S)e«tf(^fu^tcttbe snänttcr uttb ^rouett iüblfi^cr ^löftatitttttittg, benett \%t 
®cutfd>tMttt über oUcs ge^t, i»lr rufen (£u{§ ouf jum 3«fommenfd^ltt^. ... -„ 

SSAt wcrDctt tti(^t um l)ie Seelen berer, blc nlti^t 

0litr\<n We «itter ««(^ tcenbcn wir uns, bie im ®cfü^l ISnflft m nnfcrer ©die 
ftonbcn, betten nichts nottot, als ber er«)i;<fecnbe «Ruf, ber i^rcm tieften <s»n|»^«ben 

9ltt$brttrli oeriie^, . #^4 v«.«. •* -^v 

'unter ©etttft^tum n»ar tins oon Äinb^elt on ctwos SelDftoerpänbui^es nnö 
fibe^ ©eibftoerftanblidjes fproc^cn wir nid)t. ^ber anbcrc erbeben tbre Stlatme», 
ble ttttbers fübten als wir, unb wir «tufetcn erfobren, bog mon glauMe, IM 
®ebÄbt«< bt^«% *•** ^'^^^^ ^^^^^ betttft^en 3uben ou». -su' -^^ ,, ^^^"^ 

^"'''' ' wir ie^'M^^ 

®el|dil »erben «tujfen wir bubcn unb brübcn, oon uwerwe&ten Söben wie«ott 

ober frcibcnkcnb fclb, gleidjoiel a» weither poUtifc^cn *^arlei 
^. .,. . 3hr ^ttr§ benennt, „a«r,rj,i2*Ä 

wir bMttcben ben BufauintenftbiuS berer, aber nur bcrer, bie »atiflttatiwtttW 
f üblen wie wir. ^(i^tet nlt^t öuf ben irrcföbrenbcn «Ruf: ,9Tur beine 3erfi>Ht* 
tcrung, nur bcine «luflöfiing ber Jübifeben Glnbeitsfront«. 2Bir beben tti(j^t,^i^„ä .^^ 
flleldjcn aUeg ntit gioniftcn unb Sübifcbnatlonttlett, mit „3wif(!|cnf(b''^tlem*, bos 
beiftf fbidjßtt, blc un&lör an>lf<bcn S^eutfcbtum unb 3nbcntwn jcbmau6ea,.^lt 
lnte?naüonol föftlenben. 6rt)nJarroflelftern. 9ßerben wir angcöriffcn vonßtjiixn, 
ble bo$ flute 2Bort „beutfcboömiftb" m ^arteipbf «fc crnicbriflt babcn, f» mögen 
wlrlirts-fleiaeinTttm webren. Slber borüber Öinous bcnnen rU trt^e 
tfig. m ir hennen n ur c i n e b^Jtlt tb c Ccin' 



^■..i»^; -«• 



. < i • ^.. 






* 4^ /> S C> 



yy* ^*« b^i^l«« ^terlattbei »DHctt wir orbeitett in «Rei^e unb ©Heb, m ber ^fit 7 C^ <• l 
uttfcrcr beutft^ett gjolftsöcnoffcn ttlc^tiöblfc^en Stammes, o^ne Ueber^ebung uni) 
«ttfbrlngWt^feclt, ober m«^ üfyxt ©ebrü&t^elt unb folfc^e 6e^eu, 




'.:«NM 



A ■> •- .. « . i 



le unter Seutfdften, ©leli^e unter (Sleidften. 

3« btcfettt ©elfte ttjollen wir njlrfeen 
ttO(^ innen unb oufeen. 3« blefem ©eifte 
niollen wir unfece ^wQcnb erstehen. 

SRatlonalbeutft^e Suben, fc^lieftt ^yx6s^ äufammenl 



^*:*' 









^ 



■"-■«- 



Sonltatstat J)t. UmI «Usanbet, Stealau ZuX\m »amBecger, Sternen l^aul »ej^mann, SfüttB 

*»** Direktor 



^anbelsrlc^tet granj «eerel, Srestau >^ Äommeratentat Suliue fBtt^tt, Seilin 



(Sari Seer, Seilin 

€ct)nftfteUer 

£r. ^utt Setltner, Berlin 

^ 6taat9ann>altfd)aftsrat 

iRei^tsamDalt OftUbH^ 8lai^, »erlln (5e^. aRebiainoIrot ^tof. Dr. 9W. »ptr^ttiM. Setiin grou 9Rtiiit »orÄtttbt »erlin 

*"«"ot S>lrektor ö. djirutg. «bt a Äronkenljous OUoabtt 

^'* ®- S'il^*5?*'' ^"^^" ^^- 2f"l »m^mann, SRegensbutg ^tofe[[ot 35i. Zona9 Co^n, greibuta i. S. * 

J)t. dopptl SKoers t IB, . 3oyep* 3)nTttop, Äicl 3)t. 6er^atb ««et, »etUn 2)r. ^iir( eaptUr, «etlin 

Strrarit ^ 9tecf)t«an«aU unD 9Iotar SanDgeriditsrat 

Sanitatsrat 2)r. Saifen^cim, Qpl|ena* fllfceb Sarfen^elm, Ccijenac^ (5e^. Suftiarat 9(tno(b gfeige, «teslau 

wfjt . »anktet • 




S>r. meb. «Iftcb gftAii!, SerUn SitgcR ^rtniib, Sreelau 6. ^ttunhliäi, Serlin $(of. 2)r. eieamttnb tShifberg, Berlin 

^ad^rit gabrtkant ttpot^ekenbefiget $ad)arjt 

.-''i'' ^«if S^tbl^Ibt, Berlin (Eirld^ Sompe«!, $annooei canb. ter. pol. Crnlt CEiomverl, arefelb' 

©crloflfbudj^änblct . 



9ios Sncfen^eimev, ^lürnberg 

Sttcbnc^ ^eusmann, SJlünd^en 
¥rof. 3)r. aWoj $ettm ann, Scrltn 

« . «. 0^ ^rof. a. b. UnioerfilSt 

•eotg $lt|c^eT, 93if(^nji| om »crge 

9lltteigut6be{t|ec 



Geurg (Buttmann, Königsberg i. ^. 

Stabtcat o. S>. unb 6tabtSUe{trr 

canb. iut. !|$a«( ^ed^t ^ac^en 
^anbelsric^ter (£ar( :$e9manii, Berlin 

Sicektoc 



2)r. 9(rfreb j^aas, snant^en 

0pe|talar}t 



.;r 



« »f 



Sriina ^etbm^etm, C^emni| 
8ftau (il]t $e9manB, Serlis«^ 



^i, Se^polb $ont0, i^ürnberg 

9led)tsanioaU 



nifteb 3miiterioa|r, Siebao i SdfUi^ 

Sabrikbej^er 



Äommeräientot ^lenfteln, gannooer 

.«ankbiscfctflc 



(5eneraIobetat5t a. b. Sanitätstat !Dr. C^ugen 3<tc0^9' Sttlin 
9lii^atb !3of(P^r !^ottmunb'9le(fnng§aufen 
(Mtf9 Hin«l9r Stojjei/Dttpt. 
ftub. p^ir. Stt<^ ^ufi^nit(9, gfteibutg i. S. 



5anbel9ti(!^ter Smif Sof^P^r Setlin 

QabrikbePger 



S)i. ttfti9 Hnodie, 'Üiünft^n 

Sa^narjt 



!£)r. ^antotomtcj, ^annooer 

«rjt 

Dr. üttbwii Kntjmaintr ätKum^en 



^.'V; 



«rit 

Snar fianbsberg, S^rlin Dr. Q. Sanier, Sfreiburg i. S.' ^^ 

itunftmalcT Sc)t »j»!^ 

Dr. Georg CdvenBetg, 93e*:Un Seorg Vlo]t9, ßeipaig ^rof. Dr. «ic^arb aWaBfam/ Sertin 

Direktor b. dffrntl. OPamtiirafunsMiiitM «rd^tsanioaU bir. «rjt b djirutg. Sbt. b flubolf 9)trd)oip«Krait(en^«ufr« 



Dr. Sias lauman«» Lettin 

9lr(l)tsanioaU «ab Rotn 

Dti Horl 9?eiime9er, SRünt^en 

Unioeifitätsprofrliror 



Dr. Sofef We«, Stuttgart 

«rat 



9{i(^atb nenmart Dresbcn 



Stubienrat Cutt Ofner, Sertin Dt. ^tani Oppentefmer, Serltn 



1 ■ • ' . 



Dr. mititlm $et(0, Srestau Sanitätsrat Dr. fftfteb 1?e9fer, Serlin 3ofef $i(), Serlin Dr. Seopotb $riR|, Dtesben 

Qadyarit gadjarat 6d)u{)mad^ermclftet ttrjt 



Dr. Scuno Wojenberg, SerÜn 

«rit 



Kommetjienrat 91. ftofenwalb, 9lütnbtxg i^ 
Stubienrat ^rof. Dr. Otto Äabenfo^ii, Serrin'^* 



#l«g iltii|m«iiii» Bamberg 

Sfratt (iftiba 9tuben|obn geb. Oppler, Seilin 
Dr. :|^ugo BtUnger/ Ceipaig $au( D. Solomon Setiin aHattin Si^ifT. Setiin $tof. Dt. ina. Osorg Si^Iejinget; Setiin 

Aci4)«onid)t*r«t Bankier Sankiet o. ^loT- «• b. S<d|n. löodfl^til*^ .-^ 

3u[tl3tot Dt. ®eofg Sieamonn, Serlia ^. . | 

9U(DuaiupaU unb ^{oxox il*''^U- 



Dt. $aul Sibottlonbet 

ftUtergttt«b«f., iEbrenbOrger b. Unio. 9re«(aii. 



•mb«fk«««(ft a. 1 

«iniatoc b. ^aifer ilDilt)clin'(Bef. t. ;$orbrrung b. QBiffrnfd)afirn. 



Dr. S. 6Ubcrmann/2Bilr5burg 
Sittbictuat Dt. 9ri| SBaibfntr, Serlin 



««b»i» IBtil. VlUh^en 

IRtt^ttanioaU , 



Dr. IBilbelm Strauß, Tlegensbutg 

«C|t 



Dt. 3uUaf Uamann» ^arlstu^e 
emtl SBetnberg, Otbenbutg Dr. i^riji ^Beinlerg, Serlin ^ 

Dr.SttUtts IBectbcr, SetUn Santtätscat Dt. 9Roti| Seft|er, Srctflbii < 

»Ircktot «14« 



•'M^M 




L<.-^c^ 



^•. 7^-U^Vfp/ 7c^feiAu^x.^<5 /^rv^^^^^, h'^hi'^^ ^■i^^jJh^i^ 



^ C\^^^iLe£u''-"^ ^ ■ <-i^' 







i.,......^Mh^U^- '^^^ ^^^ "^^"-^ 



,^J^..^ tk:^:^-^ 



j^,«*^^^ "^rJijp^e-M uJÖU^U '^ /.^v^^<p<^^' ■"-^'^7 



t 



><J..tM^4<^> _^i«n4-.M/4< .,^-'if><uo<h:sAj,..^->:-^^ i-'-ya—^ '■lA^n^-.A 




0^ 




^Lti 





/ 



y ^tiA^ Ju^^^ wi,/^ /j^^,Uj^ 











ietiThillel 




A^^ 




■v^i^> S.3h PAGE SEVEN 



fl 




DR. PAUL SIMON 
1 896 — 22. Februar — 1 97 1 

Es ist sicherlich kein reiner Zufall, dass wir im Jahre des 30 jaehrigen 
Jubilaeums unserer Gemeinde auch den 75.Geburstag unseres verehrten Praesi- 
denten Herrn Dr. Paul Simon, feiern duerfen. Herr Dr. Simon hat, mehr als 
irgendein anderer, seit der Gruendung unserer Gemeinde dazu beigetragen, das 
kulturelle und geistige Niveau unserer Congregation zu foerdem und es, seit 
Beginn seiner Amtszeit als Vorsitzender zu erweitern. Er hat es verstanden die 
hohen moralischen Grundsaetze, die er in seinem persoenlichen Leben fordert, as 
Leitprinzipien auf Beth Hillel zu uebertragen. Wir koennen sicherlich mit Stolz 
behaupten, dass unsere Gemeinde heute zu den angesehensten gehoert, die von 
deutschen Juden gegruendet wurden. ^^. T,iH«r. 

Beth Hillel setzt sich aus Mitgliedern aller religioesen Richtungen des Juden- 
tums und den vielseitigsten wirtschaftlichen Schichten zusammen und es ist ott 
nicht leicht, eine harmonische Zusammenarbeit unterschiedlicher Meinungen zu 
schaffen. Unter der Leitung von Herrn Dr. Simon stellt unsere Gemeinde eine 
homogene Einheit dar, die nur dem Feingefuehl des Vorsitzenden und seinem 
Bestreben nach Kompromissloesungen, die allen Richtungen gerecht werden, 

zuzuschreiben ist. . t> -j 4. ^^i«« 

Vielleicht koennen nur die engsten Mitarbeiter unseres Praesidenten seine 
stete Sorge um die Zukunft unserer Congregation, seine unermuedliche Tatkraf 
und seine aussergewochnliche Intelligenz, die er in den Dienst von Beth Hillel 
stellt voll wuerdigen. Die Tatsache, dass unsere Gemeinde trotz aller widrigen 
Umstaende heute in uneingeschraenkter Staerke weiterwirkt und eine geachtete 
^.tellung in den deutsch-juedischen Kreisen New Yorks einnimmt, ist auch in 
licht zu unterschaetzendem Mass unserem Vorsitzenden zuzuschreiben. 

Wir wuenschen ihm und uns anlaesslich seines 75.Geburtst.ages, dass er in 
verminderter Kraft und bei voller geistiger und koerperlicher Gesundheit 
iche viele Jahre seine segensreiche Taetigkeit fuer unsere Gemeinschaft Beth 

^"^^ ^^^^•'"^^^- William B. BUtnk 

/' 1 .Vize-Praesident 

'^ BBlEF AUS JERUSALEM: 

ichUamvalt James Yaakov Rosenthal, frneher Berlin und jetzt Berichterstatter 
{i Rechtsfragen des Israelischen Parlaments in Jerusalem fuer Haaretz Uaily 

K^ewsvaver Ltd., schreibt: ,, ^ 

" Mit grossem Interesse habe ich in der Kosh Hashanah - 30th Ann.versary 
Ausgabe des Organs der Congregation Beth Hillel den lehrreichen Aufsatz des 
Praesidenten der Congregation, Dr. Paul Simon, ueber "Die Teilnahme der Juden 
am deutschen politischen Leben", gelesen. Als einer der ' '"^»'t ."J^^r v^len die 
Rechte ausgeuebt haben", und als einer von diesen, der die Erinneiung 
an das politische Leben Deutschlands" nicht "verdraengt hat" (um Herrn Simon 
zu zitieren der da sehr treffend analysiert und skizziert hat), erlaube ich mir. 
in einigen Anmerkungen Herrn Simons Darstellung berichtigend zu ergaenzen- 
Mit einigem Recht haelt Herr Simon Stimmabgaben von Juden fuer die 
"Konservativen Parteien" fuer ausgeschlossen, vei-wischt da aber Grenzen und 
Distinctionen. Im Kaiserreich allein gab es Parteien, die sich konservativ 
nannten, spaeter nannte sich die Erbenpartei "Deutschnationale Volksparte. 
Es gab im Kaiserreich nicht - antisemitische Splittergruppen, z.B. die t rei- 
kon.servativen des Grafen von Posadowsky-Wehner", und da moegen einzelne 
Juden aus guten, sogar juedischen Gruenden, ihre Stimme abgegeben haben. 
Ferner warfen. z.B. in den Ostprovinzen, die Juden ihr Gewicht in die Wagschale. 

(Continued on Page 8) 



r.m4 



PAGE EIGHT 



// 



BETH HILLEL 



Ein Brief Aus Jerusalem (Cont'd) 
So wurden "Wahlpakte" geschlossen und sogar gehalten — z.B. von dem kon- 
servativen Kuno Graf von Westarp der in einem Wahlkreis zum Reichstag, in 
der Provinz Posen, jeweils, mit Erfolg fuer juedische Stimmen warb. Er erfuellte 
Versprechungen fuer wirtschaftliche sowie religioes kulturelle Belange der Juden 
und blieb bis zuletzt, als die Nazis schon an die Macht draengten, judenfeindlichen 
Stroemungen fem — sauberer als mancher Exdemokrat. 

Herr Simon haelt es fuer "ebenso wenig glaubhaft", dass Juden fuer das 
strikt katholische "Zentrum" gestimmt haben. Das mag fuer die Zeit bis 1918 
mehr oder minder (auch da nicht absolut), angehen. Aber spaeter aenderte sich 
^das grundlegend. Fuer die bayerische Schwesterpartei des "Zentrums", die sich 
1919 bildete, die "Bayerische Volkspartei", setzten sich sehr bald hoechst ge- 
wichtige juedischen Faktoren ein, aus wohlerwogenen juedischen Gruenden, z.B. 
Foerderung juedischer Erziehungssonderheiten, und auch in der Voraussetzung, 
dass diese Partei gegen Antisemitismus zuverlaessiger sein werde also selbst 
linksdeklarierte Faktoren. Und gerade Rabbiner Dr. Leo Baerwald s.A. gehoerte 
zu diesen juedischen Persoenlichkeiten. Spaeter schlössen sich auch in Preussen 
gerade verantwortliche Maenner des juedischen Lebens, vornehmlich in Berlin, 
dem "Zentrum" selbst ganz offen an, zumal das Berliner "Zentrum" in dezidiert 
politischen Fragen gewerkschaftlich eingestellt war und nach links tendierte. 
I Der Fuehrer der Berliner orthodoxen Austrittsgemeinde, Rabbiner Dr. Esra 
I Munk sA. vertrat sein "Zentrums-Credo" sogar in Tageszeitungen, und 1930 
1 kandidierte auf der Zentrums-Reichtagsliste fuer Wahlkreis Gross-Beriin einer 
der Fuehrer der Zionisten und ihr Hauptvertreter im Vorstand der juedischen 
Gemeinde, Georg Kareski S.A., ein Anhaenger Jabotinskys. Also, Juden der 
juedischen Elite aus verschiedenen juedischen Lagern exponierten sich, geradezu 

militant, fuers "Zentrum"! . ^ u. 

Schon sehr frueh, Jahrzehnte vor dem ersten Weltkrieg, wie ich aus Berichten 
in meiner (Berliner) Familie weiss, und seit 1918 geradezu massenweise, warer^ 
Juden, und zwar zahllose treue Juden, Waehler, Gewaehlte und auch offei 
agierende Mitglieder der Sozialdemokratie. Von Gewaehlten, im Reichstag de- 
Kaiserreichs und im alten Abgeordnetenhaus Preussens, seien nur genannt (au 
dem Gedaechtnis) : Paul Singer, Rabbiner Dr. Frank, Paul Hirsch (1918/2' 
Preussens erster republikanischer Regierungsschef ), und spaeter z.B. Eduan 
Bernstein, Ernst Hcilmann, Kuttner, Dr. 0«kar Cnhn fdpr 1917/22 zu d 
Fuehrern der linken Unabhaengigen Sozial Demokraten gehoerte und zugleil 
im juedischen Leben eine Spitzenrolle spielte) — und ferner der 1919 ermorde! 
USPM — Fuehrer Hugo Haase sowie Dr. Kurt Rosenfeld. 

Am Schluss sei mir ein persoenliches Wort gestattet: Mein treuer Jugend-] 
freund und Bundesbruder Rabbi Dr. Hugo Stransky schickt mir stets Ihr Blatt, 
und ich lese es gern; und mit Ihrer Gemeinde verbindet mich nicht nur das 
kindsmannschaftliche Sentiment (das ich gar nicht ableugne), sondern auch 
die Tatsache, dass mein verehrter Mentor Prof. Dr. Ermst Simon, wenn m New 
York in dieser Gemeinde ''seinen" Ort findet. Und, last not least, Dr. Leo 
Baerwald war mit meinen Eltern S.A., durch Familienfreundschaft und auch 
persoenlich (auf der Basis von ''B'nai B'rith") herzlich verbunden, und ich 
hatte die Genugtuung hier in Israel mit ihm zusammen zu sein. Dies schreibend, 
sehe ich ihn vor mir. Er ivar ein zugleich stiller "Werkmann*' und mutig-stolzer 
Jude unserer Provenienz, Vorbild fu er i;ip/e. ,.,,-. ^ ..... r m 

ALMO — HABERDASHER 

Spezial - Geschaeft fuer HERREN 

714 West 181 Street 




m 



4M ^'^ ^., 



/tf4^ M^ft/ ff /M^*^Ui/'*< . ^ ^u^- ^^ 






/Z^' 









Mr. and Mrs. Gerald Rosenberg 



61-46 77 Street • Middle yillage • New York 11379 



.♦■ f 




d 



I 



ä^'-#^ 






^r 



'^'-wh/l 



k i^-'77 



i> 



eo^ 





■t 




7 



Q\ 




sJjL^JLoA 



('CA^'^d 



flr'^ 



JU. 



^ ^-v^ l/-^ 




Cß-^ 



/O. 






^-^^^^ 



XP'. ^^ 




(h(^^\ ,^J^^ 



1) 



-^c^—ZO^x 




l 



^.cJ^e 







c(l.<2 -»^ 



O^-^' 






•^J 



/ 



|L Qyj^XJi '-^c^A.-^ 





o 




<:^ /^ c^^r^ t^^^ / 



i 




t^ i^^^^^ /^tjt. 







<x^ 



^^C^^^Jl-^J^Ly 







^ 



Mä4 



"ffn^^ f^ 



//U^ 



n 



/ZiCh{ß^i> Cj _ J./iLOnno 




n ^ ^ 



CoLLtCTi 



Üva ^ 



Ar 



c Cf «v>--^-.-«9 



/j/4 



S^fe2- 



4- 



J 



/\ <rt A JiM "ZL )/ -^ 



A^/t^ '^i'GZ^ 



ZT- S^C..' . /+-tr. 



f ^ 

nr 



_J^ /:i 6.-» U C ^^UL:D U ^ 










Ui^ 



J 



/ 



^♦-^ firf/'-", ^/ 



m ' 



h 



/ 



L^ 



XX 



10024 



14. November 1977 



Dr. Robert Welt seh 
7 a Crediton Hall 
London NW 6 IHT 
England 



^/ 



y 




i ^ i-^' 






i 



•y 



t^ 



-'^ 



eiii'^e^T— 



n^.i-t dein Si.e Sdiolen> 
wenig gelaechelt, auch in 



Lieber Herr Weltsch, 

> 

V^rr Peucker wird Ihnen sicherlich unsere Gruesse aus- 
gerichtet haben, ebenso wie er zu unserer Freude Ihre Gruesse 
uebermittelt hat. Von allen Seiten hoere ich, dass Sie sich 
nach wie vor Ihre besondere geistige Frische erhalten haben, 
wie sich abermals bei der Sitzung der drei Institute bestaetigt 
hat. Das gibt uns die Hoffnung, dass wir Sie und Ihre Frau 
im naechsten September bei der Sitzung der Institute in New York 
begruessen koennen. Das wuerde uns eine grosse Freude sein. 

Inzwischen habe ich das Year Book XXII erhalten. Ihre 
Einleitung zeigt von Neuem Ihren stupenden Kenntnisreichtum 
und schriftstellerische ungewoehnliche Befaehigung, zusammen 
mit dem di'^lomati sehen Geschick^ 
beitet haben. Dabei habe ich ein 
Erinnerung daran, dass, wenn es nach Scholem gegangen waere, 
die Glueckwuensche in dem Year Bool nicht haetten erscheinen k 
koennen; es waere dann mit Nr. XII bereits zugrunde gegangen. 
Statt dessen hat es sich weiter aufwaerts entwickelt. 

Den Artikel von Angress, sehr so:f§faeltig gearbeitet, wie 
alle seine Sachen, habe ich gleichfalls bereits gelesen. Angress 
wird der Chairman bei unserer diesjaehrigen Memorial Lecture 
sein, die von George Mosse gehalten wird. Mit Angress ♦ Ausfueh- 
rungen bin ich zum groessten Teil einverstcinäea, jeuocii nicht 
mit der Schlusspartie. Juden haben auch in der Weimarer Zeit 
in der sozialistischen Linken als fuehrende Theoretiker eine h 
bedeutende Rolle gespielt. Auch darf man nicht vergessen, dass f 
in der Weimarer Republik den Sozialisten eine Fuelle von Aufgaben 
zufiel, von denen sie vorher ferngehalten waren, und dass Kraefte 
von Juden dadurch auf neuen Gebieten beansprucht wurden. Auch 
dabei traten sie hervor. Ich werde darueber Angress direkt schreiben 
oder mit ihm darueber sprechen. 



./. 



- 2 - 




Herr Paucker wird Ihnen er^.aehlt haben, dass ich mich ent- 
schlossen habe, den Weimar-Band aufzuteilen und den ersten Teil 
vorweg erscheinen zu lassen. Es hat seine Nachteile, aber nur 
auf diesem Wege sehe ich die Moeglichkeit,2U einer Veroe ff ent- 
lichl^unq in absehbarer Zeit zu gelangen. Das vorlaeufige 
Inhaltsverzeichnis dieses Bandes sende ich Ihnen in der Anlage. 
Bitte seien Sie so gut, es auch Herrn Paucker zu zeigen. Ich 
werde noch bis zum Bnde dieses Jahres brauchen, um den Text 
fertiqzust llen - es fehlen mir noch Rathenau und die Fussnoten 
zu einer Reihe von behandelten Personen. Bis zum Ende des Jahres 
1978 hoffe ich dann, den vorliegenden rough draft genuegend 
ueberarbeitet zu haben, um ihn Jruckfaehig zu mahben. 

Uebrig bleiben "Juden als Beamte und Parlamentarier". Danueber 
werde ich eine ausfuehrliche Disposition ausarbeiten, wenn Ti^'^ftL^ 
Zeit dazu noch gegeben ist. Es *ird eine umfangreiche Arbeit werden, 
nicht etwa nur eine Nennung von Namen und eine kurze Darstellung 
von Personen. Auch hier wird das ganze Problem im Rahmen der Ent- 
wicklung der Weimarer Republik, der Personalpolitik im Reich und 
den Laendern und der wechselnden Zusammensetzung der Parlamente 
behandelt werden muessen. 

.XNun habe ich noch eine Frage im Zusammenhang mit dem Abschnitt 
-Die Juden als Waehler". Sie sehen, dass ich auf S. 2,n II d die 
Einstellung des Cantralvereins und des Verbandes nationaldeutscher 
Juden darstelle. Scheint es Ihnen noetig, auch ueber die Haltung 
rtPr Zionisten etwas zu sagen? Viel weiss ich darueber nicht ._^ In 
der monarchischen Zeit hat sich die Juedi^che Kundscnau 1^.1^0/ / 
unter der Redaktion von Heinrich I^ewe fuer den Buelow-Block und 
gegen die Sozialdemokratie ausgesprocben. In der Republik hat es 
den Streit um die Beteiligung von Juden an der deutschen Politik 
ueberhaupt gegeben, die Diskussion darueber, ob Zionisten Beamten- 
stellen in Deutschland uebernehraen sollten usw. Ich habe aber keinen 
Beleg dafuer gefunden, dass Juden von zionistischer Seite aufge- 
fordert worden sind, ihr Wahlrecht nicht auszuueben. Sie werden 
mir. ohne dass ich die gesamte Juedische Rundschau durchzuarbeiten 
brauche, sagen koennen, ob die Zeitung unter Ihrer Leitung sich 
. •• • _<!. «.7-*t« 1 ^^^^ -Tkii^v» o<^r»<^^ ^;^yn^l-ior ausaesnrocnen 

und ob sie fuer eine bestimmte deutsche Partei oder deutsche Par- 
teien Stellung genommen hat. Selbst die von Paucker zitierte Stelle, 
bei der beim Ruecktritt von Bruening das Verhalten seiner Regierung, 
unvorteilhaft von der Preussischen Rfgierung abstechend, dargestellt 
wurde, zeigt grosse Zurueckhaltung. Glauben Sie also, dass ich von 
dem wahlverhalten der Zionisten bei deutschen Wahlen ueberhaupt 
sprechen muss und. wenn ja. in welcher Hinsicht Zionisten abweichend 
von Centralvereinlern sich verhalten haben. Ich «»f^e Ihnen fuer 
Ihre Hilfe dankbar. Was die gewaehlten Zionisten betrifft, vor allem 



W^^i^m' 







3 - 



u-v^ loVi ciifa natuerlich behandelt, z.B. Cohns 
Oskar Cohn, so habe ich ^?■^^^"""®^^ . _ ^^^j. gpD, deren Organ der 
Unterstuetzung der linken OPP^^^Ji^^ii^^efcohn nur noch geringen 
Klassenkampf war. auch ^" ff^.?«^*/^^" ''^^ 
Anteil an der deutschen Politik nahm. 

unsere Korrespondenz «ar lange unterbreche^^ 
rfabrn^^L^jif mtrTterS ^Jefdr^o^lhnen zu hoeren. 
Mit herzlichen Grässe4ron uns beiden auch an Ihre Frau 



I 



N 



Ihr 



■\ 



ar>1 arte 



\ 



---ȧ. 



^^<?' 



i^tUiu U^ ^ p/fU^i^ ^ /^/f -2y 



'^^^A^.W '^;<i:^^^^ , . . 



















/dt^tjf^ , »^ *) 



/^v^ ^Ä*^:. ^ /^^ ^S^^^^ 








/6 //' .^i^ftv'^ *^^ii*^ {^^^^*::r^ 



2-K//^/r 



:, ^ ->^ /^^^^ ^^^*^y^ yyf 



^ Z^/- /ilM 4^ <«» /^V — ^^<i*^ J^*^ /V^*«-< ^ /^ •. 



4^ w^^^y 4Mk^ 4^ •. ^^Cwl- ^y< ix f - 











^ 







'C.^' 



t -TT- 



/: 



i^/^^'^^ ^4^^^^ .«^/J/ 




Ja^e^ u^-^^ ^^^ '^■^^ ^'^^'^ 



^. 



'^r 



^/^f- 4/e^^ 



^ 



^)^^^ 








/ 






/^ 






«^ 



£(^e^c4i'^^ 



"^ ^ 




Aus den Memoiren von Dr. Adolf Asch (Die Inf lations jähre 1919 -1928) 
Auszug. 

S.2 Unser Frontbund stand mit dem Stahlhelm, der grossen Organisation| 
Nationaler Frontsoldaten, die keine Juden aufnahm, in verhaeltnis- 
maessig gutem Einvernehmen, wie dies besonders bei den Beratungen 
der verschiedenen Frontbuende ueber gemeinsame Angelegenheiten 
zum Ausdruck kam. 

1922 wurde auf meinen Antrag von der Berliner Ortsgruppe des 
Juedischen Frpntbundes die Selbstzucht-Organisation gebildet, zu 
deren Leiter ich bestimmt wurde. 



-.' ^■MISM^ M^»- 



.■><5:-.->,i»iM^,i^ 






■* 



• 2 - 

ferner eine ßroschuere mit den Photographien hervorragender 
Juedischer Flieger-üffialere, durch die er erwies » dasa die 
Anr^ahl juedlßchor Flieger im Heere verhaeltnlcmaeselg groea 
gewesen war, waehrend dao Ge^jentell von JudengO£:nerlscher 
Seite behuptet wurde* Unser Frontbund stand mit dem Stahl- 
helm ^ der grossen Organisation nationaler Frontsoldaten, dl# 
keine Juden aufnahm, in vorhaoltnlsmaesöli; gutem Elnverneh* 
nent wie dioo beoondors bei den Beratungen der versohledonen 
Frontbuende uober gemeinsame Angelegenheiten eum Ausdruck 

kara* 

Krieg und Inflation alt ^t^^r Zerstoerung aller 

wirtschaftlichen ölchorheit konnte nicht ohne Folgen auf die 
sittliche Haltung der Bevoelkcrung blelbon. Die zeltweisen 
Heureichen suchten mit ihren leicht errungenen Papiennark- 
pakcten einander in Prot 35 und Verschwendung au ueborbloten. 
Die kleine Ansahl von ouden, die sich unter ihnen befand, 
gab, wie uobllch, den Antisemiten die willkommene Gelegen- 
heit f die Juden in Ihrer Gesamtheit voran tisrortlich ßu 
machen. Das gosellochaftliche Leben verfiel inobcöondore bei 
der gross taedtl sehen Jugend dlner lEiracr staerkeren Verwilde- 
rung* Der Krieg hatte den Frauen i^nd Macdchen die Gleich- 
berechtigung in den Schoss geworfen. Auch die jungen Macnner 
waren auf die geseilnchaftllcho Ueuordnung der Geschlechter 
nicht vorbereitet • Viele junge Leute sahen in den neuen 
Rechten und Freiheiten der jungen Maodohen nur den Wegfall 
der Schranken, der es ihnen ex^moeglichte, die bisherigen 
jungen Damen so zu behandeln wie sie es vorher mit den 
••kleinen üacdchen" der sogenannten niederen Staendo getan 
hatten« Erleichtert wurde dies 6.qx waonnerwelt dadurch, daaa 
die Anzahl der jungen Liaedchen die der jungen Llaenner in- 
folge der KrlegsverluQte erheblich ueberstieg. Besonders 
suegellos, geschmacklos und in seinem Einerlei oede f^ar 
das Treiben bei den oeffontll9hen Baellen, denen leider auch 
die juedische Jugend gewisser Kreise nicht fern biloba 

Im Jahre 1922 wurde auf meinen Antrag von der 
Berliner Ortsgruppe des juedischen Frontbundes die •Solbst- 
sucht-Organisation" gebildet, zu deren Leiter ich beotlmnt 
wurde* D^n direkten Ansto&s hlersu gab mir am Strande des 
Faniilienbades Ss^inenauende eine oeffontliche photographische 
Aufnahme einer GrupplJBtung von Paaren juedischer junger 
läaedchen und ^aenner, die in ihrer Stellung wohl als direkt 
obscoen bezeichnet werden musste. üacine innere Ablehnung 
dieser Schaustellung wurde mir durch spoet tische Bemerkungen 
von Zuschauern und durch die spaeterc B^rklaerung eines der 
Teilnehmer bestaetigt, dass er selbst auch die Aufnahme als 



v-?^$ 








^;<s=^-^> 






'Zp^t 











/^ /A^ 



A? '''^ ''-^ 




t/ 2^ 



\ 







n*^ 



^m^uum 






r 



y^. »^ ^ ^Ci**-4f. Jtc****-** v«e4^«>e ♦ 
















^i rV 




,' '.-■> 



/' 



^■■£ 



^• 




xii'- 



M 



/ 









^l^ 



I(/)^ 












lm^44A> /. ^^^^ /^/^^^ /^^^-^^ 




i^ -4^-*^ .*-^^^i^ '^^^ /2^<^ 




4 



>«***^^ '^ </^r^ 4,^ ^P 



^^ «piC. ^Qa4,A. 



o^tt.^Ä'^ €euV^ ^c/— ^^^S^ A!0^U- ^ ^4fe**> *- 






^'^ 












/ 





o 






P5 
W 

W 

w 

Q 

< 

Q 

P 



/ 




UNSERE LESER SCHREIBEN 

Z« urfiiM iiHi min HHiuimiii mdii iim-huiihiu li iiiiiiiiHinmini i .Minninmimnii. iiiuninniiniHHHi« 

/ - -t s «*^ i7r.Ti*^.> h4cc. oinio-fpn Staaten aLs "Verlierer" 



Dieiiolle des Verbands 
N0((ionaldeutscher Juden 

, ..ans Helmut Knütters hervor- 
.agendes Buch "Die Juden und 
die deutsche Linke in der Wei- 
marer Republik" ist das Thema 
einer gedankenreichen Rezension 
von Hans Sahl ("Aufbau", 6.10. 
1972). Hans Sahl unterstellt dar- 
in allerdings, dass "nicht wenige" 
der Mitglieder des Verbandes Na- 
tionaldeutscher Juden "wohl 
nichts dagegen gehabt" hätten, 
wenn die Nazis bei ihren Depor- 
tationen sich auf die Anhänger 
der Linksparteien beschränkt 
hätten, "denn sie selbst waren 
ja 'staatserhaltend'". Der Rezen- 
sent ist hierin nicht gut beraten, 
denn der Verband Nationaldeut- 
scher Juden ist auf Anordnung 
der Geheimen Staatspolizei vom 
22.11.1935(1 ) aufgelöst und sein 
Vermögen beschlagnahmt wor- 
den. Als Grund für diese Mass- 
nahme ist damals von der Gesta- 
po behauptet worden, dass durch 
die weitere Tätigkeit des Ver- 
bandsführers Dr. Max Naumann 
(der im Mai 1939 in Berlin ver- 
storben ist) "die Belange des na- 
tionalsozialistischen Staates und 
seine Einrichtungen erheblich 
gefährdet werden". 

Unrichtigerweise wird ständig 
eine Identifizierung des Verban- 
des Nationaldeutscher Juden mit 
der Deutschnationalen Volkspar- 
tei und deren Belangen konsta- 
tiert; tatsächlich ist der VNJ 
•parteipolitisch neutral gewesen; 
iTTseirrpir^Rethen waren Sözialde- 
mokraten oder Mitglieder der 
Deutschen Demokratischen Par- 
tei ebenso vertreten wie die der 
Deutschen Volkspartei. Einige 
stimmten wohl auch für die 
Deutschnationale Volks partei, 
denn einige der Spitzenredakteu- 
re im Hugenberg-Scherl-Konzerri 
(etwa Dr. Sally Breslauer) sind 
ebenfalls im VNJ aktiv gewesen. 
Im Gegensatz zur zionistischen, 
nationaljüdischen Auffassung, 
nicht aus öoiidariläl mit den 
Di^ut^chuatlonalen, kennzeichne- 
te der Verband sich als national- 
deutsch. 

Klaus J. Herrmann 

Montreal 



schroarz-ioeiss-rote Fahne hiss- 
ten. Letztere hat der Verband 
ohne Ziceijel bevorzugt. Wenn 
er auch Sozialdemokraten zu sei- 
nen Mitgliedern zählte, so wäre 
ich dem Brief Schreiber dankbar, 



einigten Staaten als "Verlierer" 
zu bezeichnen, weil sie Zahlun- 
gen zum Wiederaufbau des Nor- 
dens versprochen haben. Ähnlich 
könnte behauptet werden, dass 
dieses Land den Zweiten Welt- 



wenn er mir ein paar Namen krieg verlor, weil es Deutschland 
nennen möchte. Da der Verband und Japan beim Wiederaufbau 



sich öffentlich gegen "links" 
jorientierte Juden loandte und ih- 



half. 
Es ist unberechtigt, zu behaup- 



re politische Aktivität oft genug ten. dass die amerikanischen 
als schädlich anprangerte, halte , Truppen "durch die Bank unlu- 
ich es für ausgeschlossen, dass stig. unheroisch" kämpften. 
ein Sozialdemokrat es mit seinevi Schliesslich Ist in dem Artikel 
Gewissen vereinbaren konnte, ' selbst angegeben, dass wir "auch 



"And Now, I£ You'll Step Tüia Way — 



99 



ihm anzugehören. 



Australiens neuer 
Regierungschef 

"Meine Frau und ich haben 
den neuen australischen Mini- 
sterpräsidenten, E. G. Whltlam, 
persönlich kennengelernt, als er 
im Mai 1961 Gastredner des Jew- 
ish Council to Combat Fascism 
and Anti-Semitism war. Damals 
war er stellvertretender Führer 
der In Opposition stehenden Au- 
stralian Labor Party. Whitlam 
erklärte damals, dass Israel die 
einzige wahre Demokratie im 
Mittleren Osten und in Asien sei, 
und dass die Juden Australiens 
zu den eifrigsten Vorkämpfern 
der Menschenrechte in Austra- 
lien gehören. 

Wir begegneten Ihm wieder im 
August 1969, als er auf Einladung 
des Melbourne B'nai B'rith über 
seine mehrfachen Reisen nach 
Israel und über sein Zusammen- 
treffen mit Golda Meir und an- 
deren führenden Personen be- 
richtete. Er war inzwischen zum 
Führer der Australia Labor 
Party aufgerückt. Er habe, so 
sagte er, durch den Aufbau des 
Landes und durch seine kulti- 
vierte Bevölkerung einen über- 
aus günstigen Eindruck erhalten. 
Nach dem Vortrag hatten wir 
Gelegenheit, uns mit ihm zu un- 
terhalten. Da er als warmherzi- 
ger Freund Israels und der jüdi- 
schen <!>**n'«*^''^'^^^'r«ft bekaiuit ist, 
wurde seine Ernennung zum Mi- 
nisterpräsidenten jetzt in jüdi- 
schen Kreisen lebhaft begrüsst." 
Dr. Fritz Friedländer 
Caulfield, Vic, 
Australien 



gute. Intelligente, pflichtbewuss- 
te Offiziere" hatten, und es soll- 
te klar sein, dass die Offiziere 
mit zur Truppe gehören. 

Eric Michelson 
New York 



Hans Sahl schreibt: Dass der 
"Verband Nationaldeutscher Ju- 
den" Ende 1935 in Deutschland 
verboten wurde, bestätigt meine 
These, dass es den deutschen Ju- 
den nicht genutzt hat, sich zu 

tarnen sie wurden liquidiert, 

oleichviel, ob sie die rote, die 
schwarz-rot-goldene oder die • 



Haben wir den Krieg 
in Vietnam verloren? 

Zu dem Artikel "Der Krieg, 
den wir schmählich verloren ha- 
ben" ("Aufbau" No. 49, 1972) 
möchte ich folgendes bemerken: 



\7(^r. 




Boardwalk piaza 

On the Ocean • 2445 Collins Ave. • Miami Beach. Fla. 



Floridas neuestes und elegantestes KOSCHER Hotel 

An Miami Beachs einzigem "Boardwalk" 



STRENG 
GLATT 




ZENTRAL 

AIR 

CONDITIONED 

UND GEHEIZT 



Zum Tod von Heinz Pol 

Zu dem Nachruf auf Heinz Pol 
("Aufbau", 20. Oktober) sei er- 
gänzend gesagt, dass Pol wäh- 
rend des Zweiten Weltkrieges ein 
festangestellter Mitarbeiter der 
Zeitschrift "The Protestarit" war, 
die wertvolles Material über die 
pronazlstLschen Machenschaften 
im Lager der Alliierten enthüllte. 
Da ich selbst in dieser Zeitschrift 
vernichtende Enthüllungen über 
die Zusammenarbeit des Papstes 
Plus XII. mit den Nazis veröffent- 
lichte, hatte ich Gelegenheit, mit 
Pol In den Räumen der Redaktion 
zu diskutieren. 

Übrigens hatte dieser bedeuten- 
de Journalist eine hochbezahlte 
Position bei Ullstein als Filmkri- 
tiker aufgegeben, als der Verlag 
Ihn zwingen wollte, wertlose Fil- 
me der Hugenbergschen Ufa gun- 
stig zu besprechen. Wenige hät- 
ten soviel Rückgrat gezeigt! 

Dr. Henry Walter Brann 
Washington, D.C. 

Über den ^^Aufbau" 

"Diese Zeilen sollen Ihnen dan- 
ken Und zwar für Ihr wunder, 
bares,, unermüdliches, kontinu- 
ierliches Werk, mit welchem 
Sie uns beschenken. Sie leuch- 
ten wie mit einer Lampe in 
das schreckliche Gestrüpp un- 
f asslichen Geschehens; Sie ver- 
suchen, Augen zu öffnen, nor- 
male Anschauungswelse wieder 
zu schaffen. ... Ihr herrliches 
Porträt des letzten russischen 
Nobelpreisträgers hat mich tief 
erschüttert; Ihr Enthusiasmus, 
Ihre Wärme, Ihr feines Verständ- 
nis; und ebenso Ihr Porträt des 
sinkenden Amerika. . . . 

"Sie haben einen grossen und 
wohltätigen Einfluss auf mein 

Leben." 

Valerie Herz, Los Angeles 



In den 25 Jahren die wir in 
den Staaten leben, haben wir je- 
de Woche "unsern 'Aufbau' " bei 
uns willkommen geheissen. Seine 
Artikel über den Stand der Poli- 
tik in USA, In Israel und in an- 
deren Ländern haben uns wert- 
volle Aufklärung gebracht. Die 
Berichte über Kunst, Musik und 




fp7X-1^1^f<J^I,^4=><=.k<, 



Literatur haben un.ser Wissen 
bereichert. Selbst das Kreuzwort- 
rätsel findet unser Interesse. 

Ernest J. Gruenewald 

New York 



Bing-Memoiren 
als Musical? 

Robert Breuers Besprechung 
der Memoiren Sir Rudolf Bings 
veranlajsst mich vorzuschlagen, 
einem auf dem Buch basieren- 
den Musical den Titel "Sing 
along with Bing!" zu geben- 
Jimmy Berg 
New York, N.Y. 
* * • 
Ein Musical mit Karajan, Cal- 

f f~t 11! .■...^ a' TUvyry nlo TTnimf"- 

figuren könnte "Karacallibingo!" 
heissen, falls die Autoren den Ti- 
tel "I>on Rodolfo's Unfinished 
Bing of the Kubeling" nicht als 
ein besseres "Shape-In" zu den 
Tatsachen erachten sollten, auf 
denen das Met-Lib(retto) dieses 
BeUldonlpuccirossiver - Diver- 
timento ja schliesslich beruhen 
wird. 

Ilse Heinemann 
Forest Hills, N.Y. 



Henry Kissinger und der 
Jüdische Nationalfonds 

Wie verlautet, hat der Berater 
des Präsidenten Nixon, Henry 
Kissinger, einen Betrag für einen 
Hain des KKL zur Erinnerung 
an Kurt Fleischmann gespendet. 

Kurt Fleischmann war ein 
Klassenkamerad des aus Fürth 
stammenden Kissinger. Er emi- 
grierte nach England, wurde als 
britischer Soldat in der Schlacht 
bei Arnheim verwundet und starb 
vor einem Jahr in England. Die 
Jugend freunde Fleischmanns, 
unter ihnen Henry Kissinger. 
^brfo.-^ FlcLcliuiaüii^ Andenken 
durch die Pflanzung eines Hains 
des KKL im Jerusalemer Korri- 
I dor. 



Treffpunkt aller ehemal. Deutschen u. Österreicher in '^'?'"' "f/"*; 
ALLE Speilaldiäten: salz-, lucker- und fettfre., streng eingehalten 



Privater Pool & Beach 
Dietician im Hotel 
Ständiger Mashgiach 
Täglich Gottesdienste 
in neuer Synagoge 
FREIES TV IN JED. ZIMMER 
FREIE STRANDSTOHLE 
KINO • KARTEN PARTIES 
GALA SYLVESTERFEIER 



*12 



per Person 
p. Tag, 2 i. Zimm. 
Vom 2.-20. Jan. 
10 von 125 Zimmern 

EINSCHLIESSLICH MAHLZEITEN 

JOSEPH NEVEL, 

Eigentümer und Leitung 

JACK SCHWARZ, Associate 

NEW YORK OFFICE: 867-603« 



FLORIDA 






Deutsche unJ Ssraells 

Der Leitartikel "Neubeginnen" 
von Herrn Steinitz ("Aufbau" 
15.12.1972) mit seinem Appell an 
Deutsche und Israelis war mit 
"diplomatischer Finesse" ausge- 
schmückt. Es war den meisten 
fair und gerecht denkenden 
Menschen wie aus "der Seele ge- 
sprochen". Nur mit einer solchen 
toleranten Haltung kann Israel 
und Westdeutschland erfolgreich 

gedient werden. 

Leon Berelson 

New York City 



NEW JERSEY 



CALL US DiRECT pj^^ 1-800-327-3123 



Miami Resort Advertisers 

For information and assistance in preparing your ad, contact 
'Aufbau Representative Philip Sinitzer, 1881 Washington Ave.. 
Miami Beach, Fla., T el. 532-5978, or your advertising agency 
I Por Family Announcements and other ada oontact Aufbau directly i 



streng Glatt Kosctier Hotel Vi 



©, 



00 



tägl- p- Person 
2 im Zimmer 
12 von 157 
Zimmern 
Vom 2. Jan. 
bi.s 16. Jan. 
EINSCMLIESSL. STRENG 
KOSCHERE MAHLZEITEN 



IRENE 
COURT 



SUBSCRIPTIONS: 

HANS MARGOUUS 
1506 S.W. 23rd Street, Miami, Fla. 33145 



• Geheizter Swimming Pool 

• Privater Strand und Patio 

• Zucker- und salzfreie Oititen 

• Synagoge mit Ozeanaussictit 
« Air Conditioned • Parken 

WÄHLEN SIE DIREKT! 



oder N.Y. Oft.: PL 7-4238 

Abends A Sonntags FA 7-170 



Entire oceanfront block 
37tti to 38th St. MIAMI BEACH 

Phüne (305)531 0061 



MOTEl 

and 
HOTEL 

OPEN ALL YEAR 

ON THE Take, lakewooo, n. j. 

RESERVE NOW FOR 

Lincoln & Washinffton Ilolidays 

& WINTER SEASON 

• CREAT B'WAY ENTERTAINMENT 
• COLOR TELEVISION 

• NEW DELUXE ACCOMM. 
• DINING ROOM— 

• STRICTLY KOSHER 

VICTOR COHEN FAMII.Y. MC.MT. 

ORGANIZATIONAL OUTINGS 

MIDWEEK & Sl'NS. 

DIRECT NYC LINE: WO 2-8074 
N.J. Tel.: (MI) 3*3-3700 



The JEFFERSON Hotel 

124 Ttilrd Street, Lakewood, N. J 

Unsere Spezialität- Ru»>e und Ertiolung 
gepaart mit gutem koscheren Essen 
WS, IM wöchentl.; $13.50, »1$ 00 tagl 
Manfred Sc Herta Kati 101 3*3 0033 



^Mnklusiv"-Kur — 

Vergnügen 

eingeschlossen 

Eine sogenannte Inklusiv-Kur 
bietet der "Schwarze Bock" in. 
Wiesbaden an, eines der bekann- 
testen deutschen Kurhotels. Un- 
ter dem Motto "Mit Vergnügen 
ausspannen, abschalten, ausku- 
rieren: Entspannungskur im 
'Schwarzen Bock'" sind in dem 
Festpreis eingeschlossen: kom- 
fortables Wohnen in einem ru- 
higen Einzel- oder Doppelzimmer 
mit Bad; Begrüssungscocktall in 
der Hotelbar; Mittag, oder 
Abendessen; Frühstück — freie 
Benutzung des Thermalhallen- 
schwlmmbades und der Sauna; 
kurärztliche Betreuung; Karten 
zum freien Eintritt für die Wies- 
badener Kuranlagen; Stadtrund- 
fahrt mit hauseigener Limousi- 
ne; viergängiges Abschiedsessen 
plU5 Sekt im Felnschmecker-Re- 
fugium "Le Capricorne". Das Ho- 
tel verfügt über eine vollständige 
Thermal badeabteilung (Ther- 
malschwimmbad, Sauna. Heilbä- 
der, Fango, Massagen, Unterwas- 
sermassagen) mit Heilerfolgen 
bei Kreislauf. Bandscheiben. Un- 
fallfolgen und Rheuma. Auskünf- 
te über nähere Einzelheiten und 
Sondersprospekt werden auf An- 
frage durch das Hotel "Der 
Schwarze Bock", 62 Wiesbaden 
(West Germany) zuges andt. 

Auflösung des Rätsels vom 8. Dez. 

Waagrecht: 1. Rampenlicht; 6. 
Flunder; 10. boots; 11. Eloge; 12. Re- 
agens; 15. Unstrut; 21. Manie; 22. 
antik; 23. Amnesie; 25. Traumdeuter. 

Senkrecht: 1. Rumba; 2. Spalte; 
3 anon; 4. Fibeln; 5. Trier; 6. For- 
tuna; 7. USA; 8 dee; 9. Rosette; 

13 gut- 14. smart; 16. Nimbus: 17. 
Sen: 18. Ras; 19. Unikum; 20. Skier; 
24. Erde. 

Was in der Welt so vor »ich gefif, 
lum grössten Teil im "Aufbau" 
steh». 



t V-^S Vc> ^-"i )>W---' 



V3a 



/Vr'/x Rä 












<^f 






<2i^ 



^^cXe-^ 



/'V 



^^' 




■> /> ; 



121 






A 



(4 



I ^ i 




•^ (^.1- 




f w-»- 



/ 




^^ 







/ ^ , 



^ >^^^ M^ ^i^ ^ ^ ^v^ ^^ :? ^^^/^^^/,^ 



^^ 



/.? 












A^j_ c^^(^ j.t^iJ^ 








fühl^rh^t^ 



/^ ^^^U^^ y' 




/ ^^^-z^^ /7 -V ^^^.^.iii. 



./ 



^ts-^^^ 




-V '<*'f«4 



JUiAn ■ l> otkAin^^iU^ 



-< 






Di'.Srnest Hamburger 
67 Rlveralde Drive 
New York, N.Y. 10024 




14. April 1971 
EH/IS- T/331 






/ 




Herrn Professor Klaus J. Her 
Department of Political Science 
Sir George Williams üniversity 
1435 Druramond Street 
Montreal, Quebec 
Canada 



ann 





I 

i 



Sehr geehrter Herr Dr. Herrmann, 

besten Dank fuer Ihren Brief vom 5.ö*M. und 
fuer Ihre freundlichen Bemerkungen ueber meinen 
Artikel betreffend die juedischen Parlamentarier 
in Berlin. 

Ihre Mitteilung, dass die Deutsche Volkspartei 
sehr an der Kandidatur vr, Loew^uöteino intere- 
ssiert war, war fuer mich wichtig. Ich wuaste dies 
Sicht Natierlich waere es interessant zu erfahren, 
Sb Si^ser A?Irag von einer wirklich massgebenden 
Stelle der DVP ausgegangen ist, ob ^^^J^^^.f ^J^^ 
Kandidatur gehandelt haette, die Aussicht hatte, und 
wann dies geschehen ist. 

ich vemute. es war In der Zeit. In ^er die Volka- 
partei schon Im starken Nlödex'gang war, gegen Ende 

^-^ r.r.-!: o^rv„v,nv «1r ihr also an den Stimmen 

der Mltgri^derdSriundea JueülBcher Frontsoldaten 
sehr gelegen war. Aber, da I^wensteln nicht mehr 
lebt, wird es wohl schwierig sein, darueoer noch 
Aufklaerung zu erhalten. 

Mit freundlichen Orue»8en und nochmaligem Dank 

Ihr 






Dr. Ernest Hamburger 











jDDISCHERi 









Ni 



71 



1930 






D«r SlonltmM 



■iifff- "■■ -*' "'^'*^« ^<>'» ^* ^ 



•ifiw «ifww^srHÄSL 



RddiftoÄiwahlcn 

W»r erh.Ucn fortUufend .die« ^^f p^*d"gÄ'ei 
Gruppen Aufrufe, in ^Z^'l^^^^J^^J^gtbti^ck^iiMi wir 
wird Wir h«b«n mehrfach ^ J^litf^.ty^at ^hdlllch« 
dltjüduShen Wähler ,D«ut^W«»* Ä •i',e{£SgTi^legt 
Partei betrachten, ^«»«J« .•"' ''KiS;^^^^^ der föd&dicn 

werden kann. Entspre<Jendje[ »»«^J^^^^^ ^rtKhtft- 

Wähler und ihrer v«f^WedentHchen ^^"»«J*. „^„ Neigung , 

liehen Interewen i«t « i^^iXVwSh«« In Anbetracht der 
bei der Abgabe ihres St^«««ttetav«jew j ^ gegtnwärtiKcn 

Tataache, daß die J«»««laEJri^e SSraDUUrÄ^ für fu- 
Wahlkampf eine ao «»«f^^J^ff^^i Ja t « ge ten, daß üe 

ihne^ .oT- de-riMektn^'-für da. Zentrum «1«««. 

''"T: viele« Zuachrifte« weni« wir «jJ-Äpa-^Ä 
daß auch P«"tKhe Volkapart^^ JJ,, 

grammatisch auf J^^^ ^^^^^SSLu^^ »^ührer der 

Staatsbürger vor <»«" ^w^xe atehw Schreiber 

genannten Parteien <«««/;*^SSidS? ISS darum unbodenk- 
%r Briefe vertreten d^eAnilch^^^ ^^„ 

üch den Ren«"«*«; j!*J?**jr,ß?J5,'X de^ anlegen, daß eine 
„man kann als «S«^««" ^'JuT^JS^^ i,t und daß ihre 
Partei in ihrem Programm f^^^^^^"" ^len diese Mei- 
Führer sich ^^^J^j^^^i^^i^^^chi^, laß der Eindruck 

Reklame machen wollten. 



uor dem 



shieis. 




Bei der Behandliing ^^^^.^ 

?ufjrV^<?rEr**Lt^ 

%Hne.te« P««»?«£eit« ^^«J- 
SesTvouieren. er «""ß •*»*'JS^t rJS^ 
Die Tatsache, daß die «"<f »»^J* "'^?JJ? 
gation noch drei Kenner ^ ^'^J^^^^l 
Ud Sir Hope Simpson, UirtdtaM»0«f 

Sng des vScerbundsrate. W««««2Stfa 
ffich EngUnd in dieser A^^*^ ? 
OeschickUchkeit und feinen ^V*o^*^^^^^ 
J^STandpunkt der M.«datsk«iim^c««d 

gierung in irgendeiner Form m B»J*^' 

e:;a:^:^-7daß sich -« Völk«*«f«; 
davor hüten wiitl, es auf eine K^TJ^Lf 
Faktoren. Mandatskommtswo« und britiache 

nen zu lauen. ^ 

Oenf. 3 SeMember. aT^)JJ2' 

wurde, son'der P»^«»«-?!^*!!^ stol 

vSterbundsrate in einer 4«r eis te« SMm 

de«. I« Völkerbandkrel^ w»rd JH«— 

Im Rat keine umfangreicne •:^!r 

nlfen wird Die Aufgabe de« Benchir 

ttiSich« AuKnmlnistmP r o co p« , 

drt.kommi.«io«_«Uht des.Yc 



Icruaatem. 5. September. JJ- Vii/w.WulX fS 
eben^ IbgesälosSU Mhlung wwdej. In die Wah Us^ « 
die iOdfsche Nationalveraammlung (^"«•J*IJ ioojv i« 

vember stattfinden. . , . /t r a \ Die iOdlsche 

Jerusalem. 5. Septembe;. <J,^^^^^^^^ 
Oemeinde be««hloe(. eine Abordnung zum ni^n ^ , ,^ ^ . 

-erTa7ttis//?S^^^ 

Stadtverwaltung nach ,^em Mutter ^'J" »j* -«wlnnt. 

Zettun 

JS'*?ntü..cn-i Verlieht K.n'SrS";«;" » ^r A^l^^^ 

"erSchf auf Unterstütiung der 

jodirch-en Industrie ^»r'jS,.?^ «?«». ^i".^ Äut^ 
^le auf Koften der "•glichen U^^^^^^ Kaufl^uten; 

lelitct wird; keine Kw^kurrcni mit jf.bu^ 



iUlciL <«i^ |t*«d*il«k*e dar 

glerung Rech 



r<«ic*kiti 



er Ulli em, J^'^ni^lvrc^il^l ,;.nt die arabische 
"• ""iTfirnlV ^nX^^^ VorbedSUÄ für 

lüdlschen 1^"*""*'»^^^ ^ii, De.lerunff eint Unterati 
Odlschen Industrie «»"'ä-X- '''^WlftV ur^ 

^le auf Koeten der "•glichen Un^^^^^^ 

leistet wird; ^clne K<wkurrcni mit artD.i^^^^ offlfleUen 

Sei ZlonUtliehen Ä^/'^h?; h 'dii Orgin der Arabischen 
sein muß für beide yflV/'Äut K^n trahl«ches Land. 
Exekutive ^r •'••*» «"«.Pj'^Vkht iV^e^^^^ jüdlsch-araW. 
^'irV^X •' DU •rÄS' müßte« .ich , d.nllt abfinden. 
Ä •Ät^.Jii.-trUg^ ,,Hchte« 



, ^„^ an«! trlgt 

iruT«!« lahr werde« a«ch li» *«»' 

ÄJS?r?'le%?n" ^23;*%^-«.. 

SS2;SertJ:?e«w f^^^;;;J^\ 

die Palästina-Frage iu der *\omi^fWc»» 
iird - i.« vorigen Jahre Jf » ** «^^^ 
SSstina.Erelsnis*en e^|ge Sajunf"^^^ 
vorausnischen. Viel hängt WJ^bS ^ 
Mlstina-Berlcht« im Ptew» <« •«" ** 

London. 4. September. QJ^tS? 
punkt de. am J. Sejte«»ber ta t«*- gf 
rrdentllche« Ministerräte« w 

Verteidigung der « " i * * • ^ !JJ«Jli, 
gegenT im Bericht ^^^^Jf^^^?^ 
JXltene« Vorwürfe AußenmmisKr 
Führer der «Mj^^ben Megatlon. m oj 

SS t terikieJ Sä sU. Law^^ 
pithl« mit der iüdiache« Arbelterbewti 
tont hat. 

London, i. September, (J- ^ A 

r\ . Ti «ittem M der Unterttaatstr^ ' 
O « A t mittein. w «*» . ^^ 

Dr. Drummoud Shlel«, '^AJrXul: 
«u^i!* neleoatloa M ^n VWketwim 

kerbundirat «otwwKHg. Der britisch 




Vom 27. W« lum ja ajpt J«0 f|r 
»Ttß für da» arbeite"^* Pilü^tlna *»^ 
Vorbereitung de« v 
Tatttordnun« ^ -*ii,. 

L«%ena In -nwt- 

Referate ü^^«-' 
La«« "» ^"^^ 





^v /a^^ ^- '^'^^^^'^^^^^'^ ^ ^^-^^^Lfl 



"i^t^t 








oy ^/4^//<^ /^ 



< 



^fc^ 



-^ £htM^^ 



äjKi^ 






~^;li^iWi 



aao3i2. 



^«l^rfia, t a. OL i »30 



fUdAden VtffW **<^' 



R^j.«»^u> 8...... »<• M««r«h-*-~J; 



L 



'ß' 



A»«v 



s-nn 



XXXV. JaLirjp. 



•in«? 



mi&m^rS^SSL 



Eini^un^ in Genf 






rÄmm.* 



Wie sie suitande kAm 

^ea TOT dem VAlkerbandm« v(r> 

... t. r> I 1 i1 UM« ... 



Völkerbvndtnt 



über di* tu« 
tik einer der 

1 T 

-kcn 
ru" JiKlfn und Judentum tu 



* 



<tsioa vor ««w » w»*i »*»"---•-• — 
n« errekhte uns ••ch RedaWa«- 
aahM Bklit «iniühriicher auf «ctet 
Tehoi. Oe Eitedig«! «»«r Aiif^ 
Jude nahm diieo Verl««!, d« ni» 
rüt, SelbrtfmtüidUch voOm« *« 
i£ der DHft««« iwiKto« M*«- 

^, da6 e» twiKhai Att8e*««toUt<f 
op<. dem Berichtmtotter derMM- 
en AoseiMBdenetiimgeii g«owB« 
h geweigert hiben. ^J^^^ 



N.cl«tehend einige Meld«£e« d^e die VorgeKWchte der 
Elrf^ vor d«n VölkerH..«^' '*^""" Verlaufe dner Unter- 

Ot«f. 7. September über die Mai»d«t«frigen 

redufig mit <»*%5*i?* lÄe Außenmlrilster Hender^ 
Proeope ver«uch^ der «ng^JJ ^^^ AMnderungen elnteteer 



konnte diesem 



der B«f»«ht bereltt *--- "We Unterredung soll, wie 

^crlnW«: «WSJi ncunaUche. Ourlct. .etra.en 
heben. 



. Per iiiiXÜ- 
nt vermeidet 



_ hingegen 
^ modHiiierl« 
M«adnt«kom 
keiten der M 
,B die Mandat^' 
) ^r Mandalanr 
•JiciK Einigmc 

Wendimg in beaig airf ^ngta^j«^ 
am ar»prt«gfcb» BerkWe d« Man- 

; VMi^Siat« « enlhÄ«. Hm 
#«d lnf»»1awlent kamen n« 
, Stimme Tür die Araber. »« ^ 
PerKf. ei« rdn mnhammedanlaehm 
SSTder SOddawe, Rüduieht an! dk 
«Sien wonte, die to jngoalnwt«; 
e des jugoslawlichen AnßenmW««» 

sind ea ^^^^''^^^''^^^^l^lJPSE^ 
-.1.... u «»!»»# Vit hettimnRCn t.nm' 

;;i"Venn irgendein AoBejjjliiJjr 

jbörger In aelnem I-andt MMWR 

^tütet er bei de« «4«^f« .Th», 

JrückUch von Jyden bajddt, d«Fi- 

die batreffende Reglemag ia^jw* 
Wei»e jOdischc Sympathiaii. A«lW»r 

dnzeWien MicMc l 

Uoie dl« fcaamtr 
)ro6britontti«s «10$ 

der B«ri^ der »i«*»«*J««5^ 

S wSde«. Wlf btb« m 9H mm 

JI-A davor b«toi^«ita.t, 
iloiäMeflii scfftiiAbw^ Eff^lflM 

«MM Pdiftfu «n«»^ tmehirf«* 
■ bfld« tm»mmfm der i^^w 



Genf, 9. Sentember 
die Arbeiten der Mandat 



In seinem BericlU uncr 
,1.. ,!•» «f-nlcrhe At'n^n- 



^,..i-..,4.,. ^e!rh»t?^cr^N»'«h!eii stellen die Juden in 

DeutKhUnd vc 
Wähler. Diese 
•chen Auffasaungen 
künftige FQhnmg der 
benden poUtlsehen Pa^ 
aber gexwungen, die i 
wtU, aueti oach ihr<»r 
P^'"* «r M -4rd es für Juden beso«d«T5 schwer »ein. 

^ 1l3?J^d« Itelung L kommen. Per alte Ubera 

JlSr«dt deÄ S^.h'hTde^ J-^'Vm d' 
litmui, nai ae» w*^ ..-«„«^ i<aß innerhalb d 
von der Aaffa.«mg »^^^„.h l,l".h.rti^. S; 
„«r gleichwertige, »^r^*^"^/"!;, .Dn rr 

.tlerS^ der im Orunde jede Son^ ^^^^^ , 

f;:j'S:a^V ' -^^rtde" Mt .cn .m Zu 

mit der t . "*.._ 

selbst Parteien, die .Kxh a>e n 
,|ch als Fortsctning einer bes. 
f'n-!^ bf.rhwcren heute Teile ihres 
keine Rolle sp 



Ttnd 



h. VI 

1 < 



I 



^ 



lg für 



minister Proeope «« ^^ j^^ 

dem Völkerbundsrat f ^. ^r^ 

Durchführung des Pai^^ 
Verschiedp"*'^rit (^rr belo 

nationaler ^«,^; 

Kolonialmacht wie Enpl.» 

■sonder- 
"'![?*''' he vor cro ;oung der voiKcr 

sehen Procopc und Henders^ ^^^ ^ 

untcrsdieidet »ich der moo' , 

uS v«n ursprtlngUchen, iM^spnucrc . 

ipftrersntwor 

f , 7. Septenu^ 
Korrcspondentea der J ^ e/a»t>, üau 

dencr Staaten gemacht - f^g^^^^ bestem, in. »- 

r J e n i « eben "bei e g. . . . «^^.^t die Forderung 

tauf der Difi«»i««ber dei katholischen. Kirche 

nach einer Erwdtenmg dar Jvf.. 5,1 sehe und die pol- 
ia Palistina tu «J|d»«i. D«' ^^^ ^Absieht, in die Debatte 
« I • c h e Delegation habe vcTnd. daß der Bericht 

;,\rrtr ;^"*ÄJ1. » «« ^*'« ?"^^?*' 



,f1 

vom 



'* 






Schaft 



sie d 



saiz r 

nnd c 
Es e 

»ammen^ 



unserer 



Ulm "' 

des n 

i tu werben. Alle /io- 



ind .-«Mi* 
uns aus- 
Partei wählen. I^»" 






im Ver- 



den 



eratatter de*- MandatsK- 
Mitteilung des gut l^ 
audi die frafe «Iner ^.v- 
gtworfen. ^ *^ -v. Ssr 
Ver*retera 



0|glniaalon ^« 
v«rau«icht ' ' 
«her die A 
a1 de Oenc-.c 
!.'W dtr Mandat- 
Bclne fji'itäi" 
iäUÜMC u- " 

I artflcel vor 
' iar PilUti 



ier lvi»iT«' 



..X «>nirr<«> nach dner 
• n a l d e O e n e V e", 
iästina-Mandate« «uf. 
iitlonen des J.JA.- 
Verbund nicht xuf 
«chtung über die 
ndes xum Bericnt 
-.-'V das „Jour- 
at den Se- 
. da er im Hteblldt 
'ine Fo'"'^ ™d tdne 

^ev<^. .—**»«« ^'^^««12 
Völkerbttodst Dja 

Hal\HS«f <S< 2?!f 



tigen«. 

ruktion 
'i .; ist nicht lei 

j -ntierung relativ - „politischen 

^ ^^ÜStdihriücrr- Strnt 

^^" ^'^^ 7kdt für die Staatspartei oder »ur d.. 

cntbranr .;j ' „ lebhaftesten diskutiert, und wir 

Zentrum «. stimmen, wi^i^a-J^^^^j^^;,^ ^.^ .„ ^,,,, fallen 

^*« Fntscheidune zu kommen ver- 

'^ ' ' ""«;>■ «'..»,♦«. »her betonen, daß wir im Rer^enN' 

ptrtd haben ^fJ>*'*'*V.reski der auf der Berliner Li^te 
Kandidatur von Q*«7-^*V«jJl ,',t eJ ,ei nochmals d.irauf 
des Ze«*-^s au»eestem worden *«\ " «l,er Initiative vor 



«B« t 



h?n|ev 

rtL *k«' 
Ktt.ie vt/''--' 
InttanxiB if«^ 
drftddlleb bdo 
VcrhiÜttt de» 




Uabertaguofi 



auf dgener Initiative vor 
■^ <^r'^ritt handelt Es h 
ä^lsti«chen Part« 
Dna Problem Uegt »'.'* wie *r 
em von uns ah freundü • be < ' 
•n Mlkd»schen Angelegt ü 

bland In allen 
^«treffenden Frap 

• '^ f'STlOS bC 

len Laben 






^^J^rijSSmim. dnct Hefma^ das fOr 4 



I <U« Crüii 





Jit-li« mM»J«««2 Ä5JW7«r 8KK d« Ntbwi Ottena 
•!f?.!LlI#'flr* Ä Bä.lMuZb;rdt Mi.l.wK da. 



^Sde? Zionlr - in die allgemdne 



ihttr dm ttWrddit« Artikeln und Zuachrtfte«, die wir 
A^ iSSSLZuiwSSen In d« tdrten Tage« bekommen h«b 
äJKffii d! Aufruf, der die Wahl der SPD^em.r 
5?*^A«?«f *rlrt u V dia Untertchriften von Winisu 
^aSj^l .dt Aifrtj B e r g e r . Ministerialrat Goal. 
S^ffS^KutVÄS« Mwc«*. und Montj Ro. 
Sil M» tTd^h daraua. daB dch Ziorftlw. »d Übe .1' 
li/waM dntTbHtlmmt« Pwtd auf einem gemdn--^ / 
«f Z^l^nuM W. das die Untersdirift. r 

•«llSamSratiKhcr C-V.-Leute wie S c h w e r i n e r . R « 
r^Ä^iSTtrartlgen die Wahl der SPD^ emntrtU 

Am*y^ fahltii. Soatt ddi dahtattr dM Rftck^icht, ahme 

Or« Wall taebwi«? 



m^a. 



TwmMatmfti^ • As^ Iwl TiffflllutT 









/ 



/ 



.« 



\ 



\1 



-*■ 







4'-' 

v:7 







'/>-v - 



\ 






C" 




Seite 4«2 





h 



li 







Die RddntafiwaUen 

. '.', ,. ,u| iflilUlive «f 
1 von dif r. J'"" 

iiWhchfr Fra- 

• im Schlüsse 

in welchem «s u. a. n«"^- 

t7unu fü«" 

X,,. Augcn: hierb .. J,^'ll'^v;gVhlc• 
n RelcWace eile friirc der<«n 
ut^hcn Jinfm r,«f(rfrotlt werden 
: hcn mehr rur 7 "„ ,?«(! 

wie Im ArbcUerfürsorgeamt, 
.^♦» Ä„<1rinHrfr>rob!cm. aber unbc- 
,.ucr""A«snahmctrc5CtzffCOung 

.l<«che Juden. 



Die 



drt • \ f"- 

VcriffentUi-i'^'' 
Jrt:(, nach den ^ 
f 



risd «BCh dM Rwt«' 



Aoses Waldmana. 



• "-^^ r irr 0^41^:^ 



ycr'>j!^m^ ^^, /{,.C. und det AämuM»^ 

JftH. nach den . k a .^ney mögen di«te ftf^äUUmuti* 

... Commitlre dtr Jrwuh Ar^y. ^ ^^J^ T990 J- 

Guy de Maupassant «fÄ?""* J^n^Jlt^^^^ 



hbi, <Uft 




w«rd«. 



Ml 



r n 






&' 



P.a1t<:nl!; 



ki) für die ZctitrumspaHeJ kandidiert 
.:: Wir werden über d^^Au^p^ache In d" n^d.^^^ 
, V-.. Soweit wir nformicrt sind, war '"<^r^\ "" 
.Irr a^i Kandidat auf der Berliner Zentrums- 

If^tc ausersehen. 

UDtoverbaiia Hdlsther Gtinelnden 

np rrUssetv in der gema» j, - ^ 

November ^^ dem Büro 
„tdc9 Jüdin- her (jemcinden, Berim- 
- ?.chrtftlich ejnrurcirhen. ■ 

mun von nii"Jf^^"?,'^,*"V^ 

. .. . .-.^j. I .. .iiiTnf zum 

!e an- 



n 
r' 



1 sie nicht ent- 
1. I* -»,>!,...) oder 



r des BaUfeatea, acr ivw..».-- ^^^ gich 

'unK emeni cn.^cßcnMaJrt. *o„d^^^^^^^^ wird. 

oÄ .0 «ehr dagegen ^^ "' Vh Hnem Onmd*atz« xu wider- 
Ich hnbe den r«hlerj.egan«'rn Hne^ OüHigkeit Itjj: 

sprechen, der im PJ>^f•^''r'l;„ Geblieben und kanrt nun all dl« 
dehe 7ur rechten J^'t'- '^Jj^b'n pebheDen u^ ^^ ^^ 

Süße und Wehmut auskosten ° 'f ^^ .^^^^^^ können tu 

Paradies» au. ^em wir nicht v^rtf^^^^^^^^^^ K»"^^-^^;'' 

bieten vermag ch jf ^""//./i^indert ? ^ Wie hel\ und leuch- 
^..H^« Wie hat Sich die Stadt veranacnr^^ ^^^.^ f4.j*rHrh am 

tend war «le In den »«"*^" ö{,"^i';|^de» "AgeocyCoündbl 
11. Auffust, dem Tye der Erolfnung a » pr'cundt, die 
Auf SchriH und Tritt »ah man damai« rrcun y^f- -■«,.« 

man kannte und «^ß^^^.^^Äh ÄrX, leil des 

famille ein /oßer ^'««'^t'f ^.»^rn^^^.^/^^iK^^^^^ 

lieh, mit alten Stammesm.tgl.edern personh^^^^^^ ^^^^ ^.^ 

lo» an Menschen vorttler. die desselben Stamm« tlnd. 

Di. Konitr«(l-Sll. lind veft«»«"- M.n muB In "rtc» den 
PU,rS' ÄK«. Auch i« B'"!.'^«".*.li:Li*i'"Hi;^ 

Icnten in nen vi i k ^^ ^^ Personen mehr faßte 

df" f '"V r^ war aUo ein dauerndes Wachsen und 

*^' ' das lmere.5c an Kongreß und Agenct nahm «tel.7 
' '-^t man "^'^ '^el Säle zu besuchen, wenn man sich 



Zürich», tonder» •»^;^*fJ£S;*, 

Rolle, ta war »i^ T 

residierten im ..U- 
Caf^ Neumann war . 
leboreti, dort wurde 
Srt und Schiach"- 
Klatsch eine unar 

iledS toa Ca" NeMmann. 

Dieata Cafihauj 
die tich drei Wocb«. k-sj 
halten. Wen« IcH *-♦'• *" «'** 
Ocsichttrii di»»* ., 
Es ist BO, als wollt* 
haben geaiegt." »^« 
Call Neumano gr*l««t, den» 
haben immer «w- 



« 



.^ C« 



I JeberWdbstl iJ 
I misch« Oro». ' 
I gnadabeweise- ' 

wird. Aber v 

Stadt ZOrich c«i 

erbaut teia, aoll' 

die Gunst von »• 

Fräulein Paula zuwriw««. 
Daa aber lat auch drr «jM 

aut d« nichateo KwigTe«. ^ 

uawMK »• 

schlag d« ^ , . ^ 

li^'hen. NWhts und »s«»*«« « 



j «rusale« 
n ia I 




muft ein Vi 

. t ^ r. , 1 ; >> / 1 V 



als Vcrtraucnümanr.. ccr '^^^"' 



nh 
m 

als 



A- 

7U. l 

die \ 
wieder v 
c'^ehen. 



f: 



nur at 



dem < '<^" 

.:an* >vird 
-h*r eines 

Id- 
I er In «" 

,i,TvnPcrM.ir schließt die 

wenn fiir 

wird, daii 

(I 57 der 



ihi- 

\rr«*f mit- 



.10 II ii> V n 



n vom 23. Juli bis zum 14. August 

:, will. Ich habe alle drei le'-ron ^,-le 

. er verlassenen Räume wirkt p r- 

^»^ rc üt rl^entümürh: Während der Tagungen fana m.;t es 

,«ft. rs ist ei^emumirn ^^^^^^^ uebcnln jenen Räumen brf>. 

P' nur in seltenen Augenblicken war man 

o ^^rtcrt. Jet2t aber, da die Säle leer •■"<! 

<" \ucen und sehnt selbst die langw. 

ck'nur damit man wieder die vielen Leute sicsn^ 
., mai man sich des-sen bewußt sein oder nicht, so 



» i.* T.«« «ind verstrichen, seitdem mit dem letrten Klang 
, ^'^ ^ll'liede, Vn der SchluBversammlung de. Council« 
f! -^ T 'u'n.^n XU Ende «gan.en sind. Ich befinde 

" In Winkeln und auf Tuchen »'aKete, 

' , , . , u .rhaupt kaum von,tellbar, wieviel Druck- 

Makulatur, preß erzeugt. Während des Kongrat.«« 

,g auf Makulatur. Es Ist wie aas Diuheo 

, .« Die Worte sind der Blüicnrtaub uwl 

h nXrt dir Blutenstaub in der Luft ^*a eta «Uk 

'V ""^Z t «irh*«.rb« trifft und die Votauasetiung 

„gcs Stä.bchen ^«^ f «jchhiarbe tnm una ^^^ ^^^ 

für die ^' J^htschaft. So ist « auch m« 0^^ venchw««!«- 

KoiiLTf n. Millionenfach werden sie «J'PT^^.a^dm und «och 

. die Luft gestreut, aber ""' .^'^'"^ d' ^-- |^ 

^'!. h" pfucht. l>«^*;«?;-^";,,Vlch in -tT JS^ 

' ^'^' ^nJ^ied^h ffldch« de m BlOten- 

wandcln. »^'<^ -"f^"£^':,\';Ä W Siegen in Hatd«n 

staub dir s« nen Zweck verleim "»^^ !",,*,., -. .^ tr- 

"! M,u..u««r h#fum. werden iu»..mmcnp ^ ^ ^ 



,_ »ti« 

. «erlaiHrt«« *•*» 
n-'ca/i' >«%e« der S*ad< 

c i ab. 

/.entratKOfo da« 
< uabho« », ' 

kaat2«is batat-Lamwc?»»* wr 
■dieai Klüdtni u i1 li » d Oi w rg 
am Sahbat und an aÜtu |ddi 

In r 
wurde <. 
tung von Herr 
flir den Er a — - 
nenstrahlen 
«ine b«tiff^ 

A. '^ 
icttianr 
Indu 

Vort 
behaufi 
«Ischer > 
Waren — s 
eine A f 
• y s l f 
Seh 
Pal 



T V. 



- *- -'X-tt^.l 







6. DeT^ember 1977 



Herrn Dr. Robert Weltsch 
7 a Credlton Hall 
London NW 6 IHT 
England 

Lieber Herr Weltsch, 

Herzlichen Dank fuer Ihren Brief vom 22. November. Nun 
gehoeren Sie auch schon zu denen, die mich Professor schimpfen. 
Das haette ich von Ihnen in allerletzter Linie ervartet, und 
ich bitte Sie doch, es bei meinem ohrlichen Namen zu belassen. 
Mein Dank fuer den Brief richtet sich auch an Frau Irene, die 
sich der Muehe unterzogen hat, ihn '^u tippen. Ich weiss, wie- 
viel das bedeutet, und meine Frau weiss es noch besser. 

Ihre Information ueber die Zionisten als Waehler ist mir 
recht nuetziich. Sie bestaetigt, dar,s ich gut daran getan habe, 
keinen besonderen Abschnitt darueber auf^^unehmen und dies nicht 
als ein Versaeumnis angesehen werden kann. Vielleicht bringe ich 
einige Saetze, die das wiedergeben, was Sie mir geschrieben haben, 
Blumenfelds Wirken scheinen Sie recht skeptisch zu betrachten, und 
Sie haben wohl Recht mit Ihrer Behauptung, dass die juedischen 
Suer-^cr, cov,*eit sie Zioni*?ten v;ar^n, sich bei der Ausuebunq des 
Wahlrechts nicht anders verhalten haben als die nicht-zionistischen 
ffpoHjUiilhrn 3^c.Täe' und dass in der Praxis niemand Blumenfelds 
Theo'?ie der Encwurzelung gefolgt ist. Auf die Diskussion bezueg- 
lich der zionistischen Beamten werde ich in dem Kapitel eingehen, 
das sich mit Beamtenfragen beschaeftigt, auch in den Abschnitten, 
die ich ueber Badt und Goslar bringe. Goslar, wie Sie wissen, 
ein sehr liebenswuerdiger Mann, war als Pressesprecher der Preus- 
s.i sehen Regierung bei der gesamten Presse sehr beliebt. Bei seinem 
Ausscheiden unter Papen gab es in der ^Zeitschrift '•Zeitungswissen- 
'^^\cCcu schaff 



i^' 



(/. 



rCe<' 



bedauernde Rueckblicke auf seine Taetigkeit. Bei 
Hans Hirsciiiieid, der nicht Ziunint wcti uiid der fuc-r das Innen- 
ministerium sprach, waren die Rueckblicke mehr ^"^^^^^^f ®^^' J^f ^■'■ 
er parteipolitische Gesichtspunkte staerker 
als Goslar, aber im ganzen auch positiv. 



:um Ausdruck brachte 



Die Juden haben im Anfang der Weimarer Republik ebenso vor- 
nehmlich die DDP gewaehlt , wie sie «I -h vorher zur Fortschritt- 
lichen Volkspartei bekannt haben. Groesseren Zulauf hat die 
Sozialdemokratie von ihnen erst nach Gruendung der Staatspartei, 
1930, erhalten. Damals hat sich der groessere Teil fuer die SPD, 



./. 



-.vv^4 






*^ 



y 



Dr. Felix E. Hirsch 
Professor Emeritus 




Trkxton State College 

Trenton, New Jkrsey 08625 






yu^- 








stuAs^-A}^ (jß^d-iA in Skr- (JWdöe^iÄi- $~^^e^cßjL.>^_ 



£^>>0 



t^^^ x^^<!^^-e^K^''^^5.«<er Jl?^ 



. l^/iM^ j»v 



d^^^^n^^^fhh 











SUJiß>iA,^^f^ ,>&^CtJir feu4^ ^tJUt^ /^l^/z^ ß.^X-<^^-<r?K'^^ ^^*r^r^ 






,,jaj^ rOojr ^kA^^^ -^^ ^%^^ <t^ ^ 



^^....t^ i^ . 3^e^t*^-^^ ^'^^r^ 



JU'-'KJi 



J.^s^ä^f,^'^ BrxJ^^ÄiuA^ ^ AytAi^^ 




A<4P ^ 



e-r^'^MjJ^k ^/k.c4A, 









^^^/I /R^y^, He ' &-e/»*^ iAr^ ,r«^-=<-»(. «"^^ ^^ 



yUlJ'-i^^&^ 










V^ 




<>^ 







^..4^- g-elS^." (fo^^ /.^^-^^ ^ W^ -^ 






J-nJ-L^ 



(."^ 




.■■■•r.--i'V;*^;;; 






■ 



w 



Trkxton State College 

Trknton, New Jkrsey 08625 



Dr. Felix E. Hirsch 
Professor Emeritus 






essor bmeriius a * /f V ^ /"-na^^ 




^j^o cl4äA. > äö^xK) nntßioi (/tU^ 



£^eya 






-äre-^ 



i« 



^T' 




^TÄ^. 



(2,r^ ^Wc^ ö^/^ ö6u^ ^2^ 






ShcM^ 



S-hyO^-^-^r- i^ /6-OoxÄJ^ /.-o'-^-i^. ""^ßZi A V j^ 



-»Tk > .* Z/ x^ /^ ^\^~"Ä> y/r-WO ^N~5N.^.i^ t ^ I 



nrfiau^A^ 



AmJ^ 



u^ 



öß-^ ^^rßi^^7^-g-^^^^ J^tAr^^ 



£A^-nJl 








TUJisr 






^nJHV^c;^,,^^ ryic^JkriJ^ nje^^rAoM^ . ^^^ 






JiyO"iL.e^ 






(^{iX-^y^-kriM^ £J^ -^io^ 



Vo- 



0>r ^.^yC^ ^MjCK.jZ^ 








V /\ // •^ // 



'TudJh AjJk^ . dzA JUM. ^ a^ Herrn S^suu,^^<t^^ ^ 



IfruiA' .h^c^^J^^^^ Ä-vl^-ö»-^^ ^u^ <f^ ^^^ 




"Tiur^ n^J^ceÄUe- Q^^Ah^ \>^c^-&e^JU ^ 




'm^jiA.^'-AjLr 



&A^pO-^i^i^ Lcnh. A/ Jjt^ 



i-TLT 



a-u4-e. %i'<ßjriJrh^ , ^^ ÄaA^ -t^i-Tij^^ .^rtA^^iUL^ 7}'^^r>t^J~\ 












^<?? 



t-t^/U-V 




ja,n a 



/O 9 /O Ji 







O^ft^ ^Hjr^-rt-TLß-B^ 



UT3 <2-C 



v^ 



Tt^ 



LJZJTd/ly 



CL^ 







-'irzMu.&yi 



'^%<. ^-Ocfi-r 



\yn 



ä-rjuM^ J^^eMc^^^ ^ h/ilr 




Jt-O^ 



fJUU^ 



l'VcrrMui^ 




i^rn 







IjyA^rtrn ^vL i^e-r%ri'yLa..e^ ^ ^t^ xro-^ß^^k^ 



HUI ^??t^-t^ 



7re<xi^ //^ 



CL-'i^ 



Kü^ 



i^m^^mjir' 



JtX^u^^^ÜP^i^ /y%/e- 






Ulrich Dunker 

Der Reicbsbund juecliscber Frontsolr^aten 1919-1938 



Geschichte eiaes juedisbhen Abwehrvereins 



Duesseldorf, 1977. 



/ 



S.32 Berliner Mitglieder von 1921-1928 von 1300 auf 5000 

ri07^'^Wi4 in politischen Fragen war der Bund in juedisbh- 
r;iiaioesen fragen neutral, d.h. er hatte keine Meinung dazu. 
S 132 ff Loewenstiin macht Eingaben an die Reichskanzlei 
1933 unter dem Nationalsozialismasip-indem er (S. 135) sagt, 
dass sich die Juden nach dem Umsturz in zu hohem Maasse am 
staatlichen Leben beteiligt haetten oder <3ass die eingeses- 
senen deutschen Juden kein Interesse daran haetten, fol^he 
?ersSnen zu schuetzen, die nicht fest in deutscher Heimaterde 
wurzeln" r auch sagt er, dass das in Deutschland verwurzelte 
Judentum seine Gleichberechtigung behalten koennte und doch 
aeqen undeutsche Elemente gesicbert sein koennte, wenn es 
seiSe Organisation in bestimmter Weise durchfuehren wuerde 
Dii deutsche Jugend muesse, auch die juedische, im Sinne des 

J^lSs'^SerTi^F %:?lo?g?f Sa nach 1933 eine Politik, die . 
sich an den iewehlgen politischen Machtverhaeltnissen orientierte 

und sie anerkannte. 

S.343 Memoiren Nr. 13, Adolf Asch. . ^ ^ , -«^^ =^T,«r- 
Yad Vashem, Callmann Manuskript, Der Reichsbundjüdischer 
Frontsoldaten 01/142. - In Aschs Mmmoire «^^^„^f^^"^^^^' „ 
aass R.j.F. 1932 mit aer rrage mixo-uaci. xo^..^^ .--^-^---- -- - . 

fuer Polizei und republikanische Schutz formationen im Falle 
eines Buergerkrieges sich beschaeftigt habe. Verfasser sagt, 
dies ist nicht nachweisbar und haelt es fuer unwahrscheinlich. 
S 274 Dort ist von einem Wahlabkommen zwischen R.^.F. una 
c"v 1928 die Rede. Schon 1924 hatten sie ein Wahlabkommen 
g;Ichlossen. Siehe "Schild" 1.1.1925. 1930 bildeten juedi- 
sche Organisationen einen Reichstagswahlausschuss. Auf 
Einladung des C.V. trat auch der R.j.F. dem Ausschuss bei, 
uebrigens auch Vertreter der Z.V. f.D. 






•KULTUR 



GESCHICHTE 

DEUTSCHE JUDEN 

Vierzig Adelsnamen 

Der bezopfte Wachtposten am Ro- 
senthalcr Tor der königlich-preu- 
ßischen Hauptstadt Berlin notierte an 
einem Oktobertag des Jahres 1743 in 
seinem Journal wie üblich die genaue 
Anznhl von Rindern und Schweinen, 
die in die Stadt grtriobcn worden wa- 
ren. Gewissenhaft fügte er seinem 
Eintrag hinzu: „1 Jude". 

Dieser Jude, ein Hjähriger blasser 
und verwachsener Junge aus Dessau, 
war Moses Mendelssohn (1729 bis 
1786), der von Kant, Herder und Les- 
sing geschätzte Popularphilosoph der 
AufkUirung und bedeutendste Vertre- 
ter der Jüdischen Emanzipation. Unter 
den Nadikommcn (U nncU Rindvieh 
und StKwcInrn rubrizicr!"n rhn.>':n- 
phen finden sich die Träger von mehr 
als 40 Adelsnamen — so von Arnim, 

r— "" — ■ V i m ' i». ^ ^i ii ; i i |i I . i v m .m ^miß^fr^r'Wf9W^>'>Wf i 

I: 



Professor Ernst Simon: „Wie jüdisch 
war das deutsche Judentum?" 

Das Leo-Baeck-Institut, 1955 ge- 
gründet und nach dem Berliner Rab- 
biner, Rellglonsphllosophen und Prä- 
sidenten der „Reldisvertretung der 
deutschen Juden" Im Dritten Reich be- 
nannt, beschäftigt sich In seinen Nie- 
derlassungen in New York, London 
und Jerusalem mit der „wissenschaft- 
lichen Forschung auf dem Gebiet der 
Geschichte der Juden in Deutschland 
. . . seit der Zelt der Aufklärung". In 
zahlreichen Publikationen versucht 
das Institut, die „deutsch-Jüdische 
Symbiose" darzustellen. 

Das Interesse am Thema nutzte nun 
auch der am Tegernsee lebende Best- 
seller-Autor Bernt Engelmann, 49 
(„Meine Freunde — die Millionäre", 
„Meine Freunde — die Manager"), für 
sein neues Buch, das Ende Mal er- 
schienen ist*. 

Porelf O» 17Jfihriger hatte Engel- 
mann dn»".<* begonnen, Material für 
dieses Buch zu sammeln. Erste Funde 





V 



^. 



i 



.^- 



r 



/ 



'^ 




Die grundsätzliche Bereitschaft der 
Juden, auch der gläubigen Juden, sich 
dem Deutschtum zu integrieren, leitet 
Engelmann aus einem Bekenntnis des 
1925 verstorbenen S.-Flscher-Lcktors 
und Gerhart-Hauptmann-Entdeckers 
Helmann ab: „Es Ist nichts Unna- 
türliches darin, seine Bahn mit zwei 
Mittelpunkten zu laufen: einige Ko- 
meten tun es, und die Planeten alle . . ." 

Die Juden als Kometen und Wan- 
delsterne deutscher Kultur, als pro- 
duktives Ferment der bürgerlichen 
Gesellschaft In Deutschland dokumen- 
tiert Engelmann an zahlreichen Bei- 
spielen aus Kunst und Politik, aus 
Wissenschaft und Wirtschaft. 

Allein unter den Nachkommen der 
Jente von Hameln, einer deutschen 
Jüdin des 17. Jahrhunderts, entdeckte 
Engelmann so bedeutende Namen wie: 
Heinrich Heine; Paul Heyse, Litera- 
tur-Nobelpreisträger von 1910; £nr |^ 
Sternheihi; Felix Mendelssohn-BSf-" 
tholdy ; Johann Gustav Droysen, borus- , 
sischer Historiker und Alexander-der- 



i a i ; i u [viu i jmi Mmmm ^ mm 







^j 



j^\/\^\ 



t > 



'-« k. 



Judon l^jd.l'ommon Umon -on Sander«, von Arco, Milch, Du«»>tefb#'re; „V^u- jOdiv.li waren die deutschen Juden?' 



n 



Srh\vrl?v 

In, 






\'f)n Wintrrfeld, von 
■ •». von Uicl»1h<'f»M — , 
H'\ hob'" T'' '»»>lo. 

'I "lul Jl Unlvt I .«iitmin- 



mndite er (laut Verln« nrospekt) n^nh 
d' I KrlstMllniKhi im N 'rmber in.U« 
jn»f <\nr ^'mxV \v<» f. 'Iclur vmi 
'' ' ••'if-.,Mnnv I Hr von I« r» 



"•'; ('f» SA ».., I 



SN aus 



»' «i' , Iw 



'VohfMIfM'"?! 



ir 



'^'' wn < hr Synicn^jc im 

"Mcl ! • l)rittrl drs 20, Jahr- 
.,!vUtf'! (.'.-iWut r.oii Anfang drr fOnf- 
iH« r .'tlnp zum bevorzuKten For- 
fhung .goblet von Historikern und 
Sorloloj/f n. Insgesamt, so haben die 
K,xpo!t«n der Wiener Library in Lon- 
don festgestellt, seien von 1945 bis 1968 
mindestons 760.3 Bücher und Aufsätze 
übrr rinn fleutsche Judentum erschienen. 

Mit clor Gr'^rhlrhtc des deutschen 

rufl'Ml.Mi, brt;rl).'inigt sich auch die 

ri.'tp \vj';'5rn«?r»iort liehe Konferenz des 

',ro nMrrk-lTv^tltntn. Auf dieser näch- 

Ir WcH-hf in Jerusalem stnltflnden- 

den T»fi:nnR werden 2t) »n che Ge- 

l'lir«'», (ijr. ;iiis i>-w« .>ii(,».i ilnmmen, 

I h«^i )• n d«»f m«i<i»-. n .lurtentums- 

foiofiMiütr rli'iMitUM riauptvortrag 

ier TRgung, gehalten von dem Jeru- 

i..M'o|. Philosophen und Pädagogik- 



it 



M . iil>t, den „ganz kon- 
II • Mfhljchrn Zusammenhang 
«.ulMivorfolgung und totaler 
« »•• I Niederlage" entdeckt zu ha- 
^ • der Verfolgung der Juden 
hl he 11. I Untergang des Reiches be- 
gonnen 

Die n .tionalsozlallstlsche These „Die 
Juden sind unser Unglück" habe sich, 
so meint der Erfolgsautor, als eine „auf 
sehr makabre Welse erfüllte Prophe- 
zeiung" erwiesen. Die Deutschen hät- 
ten gerad.^ ..Jenen Teil ihrer Mitbür- 
ger verjagt und ermordet, der auf na- 
hezu allen Gebieten den relativ be- 
deutendsten Beitrag zu dem geleistet 
hnl. was man gemeinhin die Kultur 
elnr.«; V<TlkeB nennt". 



* Bernt Engelmann: »Deut«chland ohne 
luden. Eine Bilanx". Frant Schneekluth 
VerUg. München: SIC Seiten: 28 Mark. 



GroßoRloHraph, und Adolf von 
Hm' » (hrmlc- Nobelpreisträger von 

A'is d. I altrlngesessenen Ftirther 
l;iiiiilif drr Henles, die Im 19. Jahr- 
h'i ' .♦ .-;;; *"! . i i . l^ , , L^^ui • ü'oei gc trc- 
' ' ^tnmni' •» laut Engelmann: ein 
kM«hoijschor Blsdiof, ein bayrischer 
Krön Jurist, „einer der bedeutendsten 
Anatomen der Neuzelt", Friedrich Gu- 
stav Jakob Henle, und der derzeit 
amtierende Chef des Klöckner-Kon- 
zerns, Günter Henle. 

Neben den Familien Mendelssohn 
und Henle rec+inet Engclmann die Fa- 
milie Magnus zu den prominentesten 
jüdischen Familien In Deutschland. Sie 
war seit Jahrhunderten In Berlin an- 
sässig. Ihr entstammten neben Ban- 
klers, Politikern, Juristen, Diplomaten 
und Malern elf Universitätsprofesso- 
ren, darunter Gustav Magnus, der die 
grMtifiipjjende Entdeckung machte, daß 
i webe atmen, also Sauerstoff 

aut«" umen und Kohlen.säure abgeben. 

In der F«niilfenge.««diichte der JMa- 
gnu.s entdeckte Engelmanr^. auch den 
1962 verstorbenen Rundfunkpionier 
Dr. Kurt Magnus, mit Hans Bredow 



\ 




1^1' 



■^i'äi 



-K' 



rirtiiiiiiii 



iastujm 



rnwi 





^ KHl 



KULTUR 



Begründer und bis 1933 Leiter der 
RclchsrundfunkKescUschnft; und den 
Justizrat Julius Magnus, der die „Ju- 
ristische Wochenschrift" bis 1933 lei- 
tete und als Kapnzitftt auf dem Gebiet 
des internationalen Rechts wirkte. 

.„Fast glRnntlsch" Ist, laut Engrl- 
mann, der Anteil deutscher Juden am 
kulturellen Leben der Weimarer Re- 
publik gewesen. Jüdische Schriftsteller 
und Dichter wie Kurt Tucholsky, Ste- 
fan Zweig, Carl Zuckmayer, Jnkob 
Wassermann, Franz Werfel und Llon 
Feuchtwanger verhalfen der deutsch- 
sprachigen Literatur Im ersten Drit- 
tel des 20. Jahrhunderts zu Welt- 
geltung. 

Freilich, die deutschen Juden haben 
nicht nur als Künstler, Wissenschaftler 
und Literaten zum internationalen 
Ansehen der deutsdicn Kultur beige- 
tragen, sondern laut Engclmann auch 
Hin Politiker und MllltUrs die Srlbst- 
Überschötzung der Deutschen geför- 
dert. 

Ein Beispiel hierfür sieht Engcl- 
mann in BIsmarcks Pressechef, Ludwig 
Hahn, der zwanzig Jahre lang das 
„Literarische Bureau" des preußischen 
Ministerpräsidenten und später des 
Reichskanzlers geleitet hat. Von Ihm 
stammt eine „Geschichte des preußi- 
schen Vaterlandes", die es bis 1893 auf 
23 Auflagen und als kurzer Leitfaden 
sogar auf 48 Auflagen gebracht hat. 
Ebenso schrieb Hahn eine vom Kanzler 
selbst autorisierte vierbündige Bls- 
marck-Blographle. 

Selbst den antisemitischen „All- 
deutschen Verband" auf der äußersten 
Rechten hat, so Engelmann, ein ,, Voll- 
jude" mitbegründet: der Mediziner 
Professor Otto Lubarsch. Ein Jüdischer 
Kollege, der Sauerbrudi-Intimus Pro- 
fessor Rudolf Nissen, nannte Ihn einen 
„Jüdischen Antisemiten" und «inen der 
„Initiatoren der Harzburger Front" 
von 1931 zwischen Hugenberg und 
Hitler. 

Die Blographlch bedeutender 
dcutschnationaler Juden In der Wei- 
marer Republik prüfte Autor Engel- 
mann besonders aufmerksam. 

Er ormlttoUp; Ein Hldlsrhen Haupt- 
vorstandsmitglled der D'^utschnntlona- 
len, Konsul Salomon Marx, rief als 
Vorsitzender des „Berliner Bürgerra- 
tes" Anfang 1919 zum Kampf gegen 
die Spartakisten auf und finanzierte 
Propaganda-Aktionen, darunter ein 
Plakat, das zum Mord an Liebknecht 
aufhetzte. 

Der Mörder des Jüdischen Pazifisten 
und bayrischen Ministerpräsidenten 
Kurt Eisner, der rechtsradikale Ex- 
leutnant und Student Anton Graf von 
Arco auf Valley, war, laut Engelmann, 
^eln Enkel des zum Protestantlsmui 
übergetretenen Kölner Jüdischen 
Bankiers Salomon Freiherrn von Op- 
penheim". 

Auch über redite Prominenz unter 
den sogenannten Jüdischen Mlschlin* 
gen (nach den Nürnberger Gesetzen 
von 1035) gibi Engelmann sehr au«« 
fUhrlldi-Auikimft. 



KULTUR' 



So zählten ZU ihnen: 

> der preußische Kavallertegcneral 
und türkische Marschall Otto Ll- 
man von Sanders, Im Ersten Welt- 
krieg Gils siegrcidier Verteidiger 
der Dardanellen gegen die' West- 
mächto der „Löwe von Galllpoli", er 
war 5ohn eines Jüdischen Gutsbe- 
sitzers; 

> Generalleutnant Johannes von • 
Hahn, ein Neffe des BIsmarck-jf 
Pressechefs, Im Ersten Wcltkrlej/ 
Divisionskommandeur, dann Kom- 
mandant der Festung Posen und 
nach dem Krieg bei den Deutsch- 
nationalen; 

> Theodor Duesterberg, Enkel des Jü- 
dischen Gemeindevorstehers von 
Paderborn, Im Ersten Weltkrieg 
Goneralstabsofflzler, nach dem 
Krieg „Zweiter Bundesführcr" des 
„Stahlhelm", des dcutschnationalcn 
Frontkämpferverbandes, und 1932 
Im ersten Wahlgang Rcichspräsl- 
dentenkandidat; 

> Franz von Stephanl, 1918 letzter 
Kommandeur des L Bataillons im 
1. Oarderegiment zu Fuß, Frel- 



\ Dil JiiO«n OnD unitf UnpIoAj 






. » 1. 



» ' 



'■■' C. 



:Mnn»\mitmmi I ««>^ 



Juden-Hetze Im Dritten Reich 

ErfCütG Prophezeiung 

korps-Führer, seit 1933 als „Ehren- 
arier" Bundeshauptmann des 
glcldige.schalteten Stahlhelm, SA- 
Oborgruppenführer und Mitglied 
des Reichstags; 

> Erhard Milch, Sohn eines von ihm 
verleugneten Jüdischen Mnrlne- 
Oberstnbsapothekcrs, Im Ersten 
Weltkrieg zusammen mit Göring 
Fllegerhauptmann, Im Zweiten 
Weltkrieg General-Inspekteur der 
Luftwaffe und Generalfeldmar- 
schall. 

Für die These seines Buches, daß 
die Deutsdicn die intelligenteste Grup- 
pe des eigenen Volkes verfolgt hätten, 
führt Engelmann als Kronzeugen Wln- 
slon Churchill an, der 1940 erklärt hat: 
„Seit die Deutschen die Juden aus 
Deutschland vertrieben haben und da- 
bei ihr eigenes technologisches Niveau 
gesenkt haben, sind wir Ihnen wlsaen- 
■chaftUch voraus." 









1 • \ 



:^' 



iftföii. Wf. n/if;0 






*- '-^^'i 

■-/r^ 



Är:.t" ^^f^ ^°^^^ A... .......t.n ve.Zt. was pu.lishe. 

iJtJ^^;^ under the ps/ud. of Hans ^. Liehen. 






Kaznelson d 
in hls Jur! 



o^ note mention the x,y(e Fritz Max Gahen 
srr^ r!pnt«=^chen Ku1 tur]2fferj<ei ch > 







/ 




For your v^.f ormatlon there is %;"-?■ ^ ( ooppard/Hheln 
nar.h Verarm '-^i Erlnneriirgen 1912-1513 Uoppara/n 
H. Bold^ Verlag, J-yoJ), 3ö3py 

3. "Verband K^t lo^aldeut scher Juden" i ^^^^^^eutscheJude 

arUs^wnTo tS - r %rr/b:rs irr932h ihjr^^Sä 

fpSoalÄ^Sitle^^u^X^!" ISSllkJa. vol. l6. 
106. 
i.. Kaznelson, T...y ^r. ^euts>-hpn Kulturber^eich. pp. 737- 

^^''' Adolph Sal/inonsohn ^835-1919) war Geschs/tslnhaber 
der Dlsco^to-Gesell/chaft. 

«" . Arthur 3'aloTBonsoh/(ie59-1930). "^^'^^h Jk4r Fusion 

^cr T^ls^--^o-r,P«,^lschaft mit der Deutschen 3ank 
t?at A??hür'sal5^onsohn an die Spitze/des Aufslcnts 

rats «er DD-Ba; 



it 



p. •/^3. Eufeen/Gutmar^(l8i+0-1925)> c/tinder der 
Dresdner Bank. 



<^ 







/ 



^y. ^^,f J^ ^ 4i0< ^ Ä^ i^AW M ^ß 










hct Qcto- 

V:inittee. 






knUt^ 



-^-j 



CENTRAL EUROPEAN HISTORY 



VOLUML VIII 



NlJMHtH 3 



SliPTEMIU'U 1975 



ARTICLES 

Militansm and thc Development of Fascist Ideology: The 
Political Idcas of Colonel Max Bauer, lyK^iS 

BY MARTIN KITCIIEN 

Gcrmany and thc Eupen-Malniedy Affair 1924 26: "Herc 
Lies the Spirit of Locarno" 

BY ROBtUT P. GRATllWÜL 

A Jewish Collaborator in Nazi Germany: The Strange 
C^-er of Georg Kareski, 1933-37 

/i\ HERBERT S. LEVINE 

REVIEWS 

Otto Busch, ed., Vmasuchnn^ai zur Geschichte der jrühcn 
Industrialisierung^ vornehmlich im Wirt schaß srawn 
Berlin/ Brandenburg^; Otto Biisch, Industrialisierung 
und Gewerbe im Raum Berlin / Brandenlmr^^, 1S001S30 

BY RICHARD TILLY 

Pvichard Georg Plaschka et nl., hmrre front: Militärassistenz, 
Widerstand und Umsturz in der Donaumonarchie igiS 

BY ROBERT A. KANN 
CONTRIBUTORS TO THIS ISSUE 



199 



221 



251 



282 




1 



'^M^ 



250 Ccrmm^mhh^iipcn-nii^^ 

carno's cp.raph: "Hcrc 1.« thc Sp.rit of Locarno.-' Snll this imcnse 
dissatisfacfon wth thc react.on m Fans. Brüssels, and London du not 
blind hin. to pol.ncal rcal.ty. Ultimatdy, Strcscmann abandoncxl thc 
nroicct n. thc face of what hc rcahzcd was insurniountablc oppos.t.on. 
kni dcspttc th.s d.sappon,tn,cnt n, August hc journcycd to Ocncya u, 
September, whcre Gennany was adnnttcd to the Leaguc ot Nat.ons 
annd nuieh fantare. Hc closetcd in Tho.ry vvuh Br.and and contuuted 
to <eek a general rcconciliation of Frar.co-C.ernian problems. 

But thc täte ofthc Bclgian-Gcrman ,>cgonations proved a sad har- 
binoer of thc ulti.natc täte of thc Rhineland accords. Br.ands .and 
Stresen.ann-s caufous but optnn.st.c cxplorat,on ot P-^'l-'''-,'^ - 
„uuual .acconnnodatton was hctKctorth crtcct.vcly dampcned. Whcrc- 
as d>eir att.tude, the attitudc of many Belgians, and the att.tudc ot somc 
Enelishnicn Icft open a raupe of companblc i.>tercsts and cxpectat.ons 
vvh.ch had madc the pronrise of Locarno a real d.plo.nat.c poss.b.hty, 
subscquent dcvelopments suegcst that Poincare s att.tude d.d not. 

Lnrc i.. October ,c,.6, wh.le Europe st.ll looked w.th cxpcctat.o.. to 
the ant.c.pated results of d.e Septe.nber ..icct.ng at Iho.rv t,ctwccn 
Br.a,.d a>.d Stresen.a..,., the Belgian ambassador .n Pans reported to 
Brüssels: "Poincare rc.narked to o,.c of h.s fr.cnds, u..doubtcdly so tha 
thc latter would repeat .t to .nc: Tho.ry does not niod.fy my poht.ca 
att,tudc. Hrst. last, and always, 1 a.n rad.cally opposed to all tcrr.tor.al 
mod.f.cat.ons of the Treaty of Versa.llcs.' "«^ Hc .n.ght have sa.d th.s as 
eas.ly of Eupcn-Mah..ddy, or for that niattcr ot Locanio For. from 
latc .926 on, the spint was gone;« Strcscmann s cp.taph tor Locar.,0 
was o..ly slightly prcniature. 



A 






1^,'^, argumcnt ,ha. a rc.r.n .ssi™ .ould viola.e d.c Locamo pacfs guaraiuee of thc 
Rhcnish Status quo. 
83. See above, at u. i. 

M ^.t K-'b ,Cz.ir„-, D„,/.,„„.,-y. wl... cui.lcs par. 111 of „u.c par.s -1 hc Dcchnc <^ 
85 ä'.cja«.' P^' „ ' Althouch l.cobson and 1 disafircc in part on thc 

uni.iistakablc. 



///^ (^ AJcwishCoUaboratorinNaziGcrniaiiy: 
^^ Thc Strange Carccr of Georg Kareski, 1933-37 

HERBERT S. LEVINE 



HITLER' S takcovcr of power in January 1933 crcarcd a ncw 
and dangcrous Situation for Gcrnian Jcwry. Nazi policy de- 
vclopcd gradually, but hcforc thc spring of 1933 was well 
advanccd thcrc could bc littlc doubt that scrious mjury was intcndcd to- 
ward thc Jcwish connnunity. Thc "wildcat" anti-Scmitic actions ot 
undisciplincd SA mcn wcrc followcd by thc national boycott of Jcwish 
busincsscs conductcd on April 1. Legislative and administrative mca- 
sures, prccedcd and accompanicd by "unotficial" and "illegal" actions 
tcnding in thc samc dircction, bcgan thc proccss that dro\c Jcws troiii 
public employment, from medicinc, law, and teaching, trom cuiturai, 
political, and journalistic pursuits, and that sevcrcly hampcred thcir 
economic activity in any form.^ Long bcforc any sanc observcr could 
have glimpscd thc outlincs of the ''fnial Solution," the leaders ot thc 
Gcrman Jcwish community were faccd with a Situation demandnig thc 
utmost of thcir political and organizational talents.' As a Icading Jcwish 

Research for this study was supportcd by a Ford Foundation I lunianitics Grani and by 
a fcllowship from the Alexawür von Humboldt-Stiftung. 

1 Thc process by which thc Jcws were excluded from Gcrman society was given its 
niost influential theorctical ircatmcnt in Raul Hiiberg, 77»f Destruction of the European 
Jews (Chicago, 1961, 1907), in whicli u was sccn as die prciudc and thc iu..dcl for thc 
ultimate dcvclopnicnt of thc final Solution . Iniportant studies of thc dctails of thc cxclusion 
process have appcarcd more rcccntly, including Helmut Gcnschcl. Die Verdrän^unc der 
Juden at*s der Wirtschaft im Dritten Reich (Göttingen, 1966); Karl A. Schlcuncs, I he 
Twiued Road to Auschwitz (Urbana. 111 , 1970); and Uwe Oictrich A.hw, Judenpohttk 
im Dritten Reich (Dü.sscld<>rf, 1972). Adam's work in pnrticular contams important Sup- 
plements to, and revisions of, the picture given by Hilbcrg. 

2. Thc best continuing sourccs of information on the dctails of Gcrman Jcwish pohtus 
in thc N.izi pcriod arc Yad l'/ashem (later VaJiem) Studies on the European Jewish Ca'as- 
trophe (abbr. bclow: YIVS) and Leo Baeck Institute of Jcws from Cermany: Year Book (abbr. 
bclow; LBI: YB), as well as thc other publications of the Leo üaeck Institute. Thc ar- 
ticles in YWS and LBI: YB arc frcqucntly mcmoirlike accounts best treated as primary 
matenal, alth.nigh this has clungcd m rccent ycars. Thc works citcd in n. 1, above, all 
faü to considcr Gcrman Jcwish politics and institutions in an adcquatc way, when thc 

251 



■'i^mM 




252 AJcwish CoUahorator in i\azi Gcrmany 

parricipant put it, thc Situation providcd a classic casc of Toynbcc's 
"challcngc" and "response."^ To onc Gcrnian Jcwish Icadcr, Georg 
Kareski, it was a grcat and positive political opportunity.^ 

Georg Kareski died on August 2, 1947, at the age of sixty-eight, in 
Raniat Cian, Palcstine. He liad been in sennretirement for the past de- 
cade, active primarily as chairman of a health insurance fund run by the 
"Revisionist" brauch of the Zionist movement. Kareski's death briefly 



Herbert S. Lcvine 



253 



subject is dealt with at all, and tlicy thercforc givc a rathcr imc-Mdcd view of the cxciusion 
proccss. Thcy have not so far becn balanced by an cquivalent study of thc Jcwish partic- 
ipants in the pnxcss. Still iniportani dcspite its age and obvious nicthodological inade- 
quacies is Hans Lanmi, "Über die innere und äussere Entwicklung des deutschen Juden- 
tums im Dritten Reich" (diss.. Erlangen, i95 0- Valuable first-person accounts are in 
Kurt Jakob Bal!-Kaduri, Das Leben der Juden m Dcittsdihvid tgu (Frankfurt a.M., 19<53)- 
Specializcd studies of some general importancc include: Klaus J. Herrmann, Das Dritte 
Reich und die deutsch-jüdischen Organisationen 1933-^934 (Cologne, 1969), and Herbert 
YrcQdcn, judisches Theater in Kazideutschland (Tübingen, i9<^'4)- The Situation has been 
improved somewhat by the impressive number of local histories of the Jewish persecu- 
tion that have been appearing in Gcrmany. One l(Kal history rhat gives a good account o{ 
thc interaction between Jewish institutions and Nazi persecutors is Hans-Joachim Fliedner, 
Die Judenverfolgung in Mannheim 1933-1945 (Stuttgart, 1970- hiformation on German 
Jewish politics under the Nazis is given from the Zioni<;t perspective in Richard Lichtheim, 
Die Geschichte des deutschen Zionismus (Jerusalem, 1954): Hans Tramer, ed.. In Zwei 
IVehcn: Sie^^fried Moses zum Fünfundsieb zii^sten Geburtstag (Tel Aviv, 1962); Georg Lan- 
dauer, Der Zionismus im Wandel dreier Jahrzehnte (Tel Aviv, 1957)- Cf. Walter Laqueur, 
A History of Zionism (New York, 1972). 

3. Franz Meyer, "Bemerkungen zu den 'Zwei Denkschriften,' " In Zwei Wehen, 
p. 115. 

4. Despite the important posts he hcld, Kareski's name appears only oncc in the newest 
Standard Jewish reference work, in a completely "harmless" contcxt. See Encyclopedia 
Judaica (Jerusalem, 1971), 10: 464. A number of published articles by German Jews refer 
to hini unly ilcciingiy ah^ aiiiuiguuuMy, e.g., Kürt Jacvjb I'äii-Käuuri, "Leo 13äcck ana 
Contemporary History," YWS 6 (1967): 127-28; Ernst Simon, "Comments on the 
Article on the Late Rabbi Baeck," YWS 6 {i^jOj): 134; Benno Cohen, "Einige Bemer- 
kungen über den deutschen Zionismus nach 1933." ^" Zur/ Welten, p. 53 (Kareski is 
referred to negativcly, but not namcd). A bricf, but rclatively specific, negative evalua- 
tion of Kareski's role is given in Lichtheim, Geschichte des deutschen Zionismus, pp. 258-59. 
The most talkative published source is a memoir written during the Second \Vt)rld War 
but recently published, Heinemann Stcni, Warum hassen sie uns ei^entUclC^ Jüdisches Leben 
zwischen den Kries^en (Düsseldorf, 1970), T! • *15. 1^9, 139, 216-21, with a notc on 
Kareski by the editor, I lans Chanoch Meyer, pp. l^'>o-6^. Kareski's role is also touched in 
¥rccdcn. Jüdisches Theater, pp. 62-65. The Kareski case was discussed by Icading former 
German Zionists in Israel in 1959, but publication was considered undesirable for polit- 
ical reasons. See remarks by K. J. Ball-Kaduri in "Protokoll No. VI. Sitzung des Arbeits- 
kreises von Zionistcn aus Deutschland (Benno Cohen und andere) am 5. März 1959." »" 
the coUcction of thc Yad Washem (abbr. below: YW) ni Jerusalem. 01/245. Ball-Kaduri 
ciillccted the Kareski material in Yad Washem. Kareski's personil p.ipers are in the Cen- 
tral Archiven for the History of the Jewish People (abbr. below: C'A) in Jerusalem, P 82. 



reopened some old wounds. The Revisionist press in Palestine used the 
occasion, not mcrely to praise the dcceascd in thc usual fashion, but also 
to attack the old leaders of the official German Zionist Organization, the 
Zionistische Vcrcinigut{^ für Deutschland (Zionist Union for Germany).^ 
Later, some of thc residents of Ramat Gan tried to name a street after 
Kareski, but thev were dissuadcd bv a discreet reminder of the ambii^u- 
GUS role he had allcgedly playcd in Germany.^ After that, there was 
mostly silence. 

The peculiarities in thc reaction to Kareski's death wcre closely related 
to events that occurred when he visited Palestine in 1937, just prior to 
his fmal immii^ration. At that time, Kareski found himselt confronted 
with crowds screaming "traitor," "spy," and "police intormer."^ The 
campaign against him was organized by thc "Association ot Immigrants 
from Gcrmany," the Hitachduth Olcj Germania (HOG), a nominally 
nonpartisan Organization close to the Zionistische Vereinigung für Deutsch- 
land.^ In Octobcr 1937, the HOG published four accusations against 
Kareski, whirh dcscrve to be quotcd in hill: 

1. Mr. Karcski made the attcmpt, through non-Jewish authorities, to torce his leadcr- 
ship [sich . . . als Führer aufzifini^eti] on thc Jcws against thc wiJl ot all Jcwish organiza- 
tions of thc Jcwish Community in Gcrmany. 

2. After his expulsion in May 1933 [sie; final action was not takcn until August] 
from thc Zionistische V'creini^uu^^ für Deutschland, Mr. Kareski attemptcd to destroy the 
Zionist Organization in Gcrmany by dcnouncing it publicly as a Marxist citadel, as a 
brecding-ground of thc international Marxist spirit. 

3. Mr. Karcski allovvcd thc publication of a threat of murdcr against thc then chair- 
man of the Zionistische Ver einigun<^ für Deutschland m his newspaper, which was recently 
still appearing in Berlin. 

4. Mr. Karcski \vr>.s thech-'.irmnn ofthe bonrd ofdirerrors of the I-wria bank from its 
foundation to its collapsc. The bankruptcy of the Iwria bank causcd many smaller 
artisans and tradesmcn in Gcrmany and numerous immigrants to Palestine to lose dicir 
moncy. It was establishcd diat management and directors grantcd thcmsclves loans in 
an amount grcater than thc real assets ofthe bank. The guilt ofthe directors in thc col- 
lapsc ofthe Iwria bank was establishcd in thc othcial investigation by thc Jewish con- 
gregation of Berlin. In this conncction, Mr. Kareski was forced to resign his office in 
thc directorate ofthe Jcwish congrcgation.'^ 



5. Press extracts, CA/P 82/8. 

6. Testimony of Franz Meyer. YW/oi/245. 

7. Die Stimme (Vienna), Oct. 12, 1937. 

8. Hitachduth Olej Germania to Hcth Dm (rabbimcal court), "Schnt'tsatz der I IOC. in 
Sachen Kareski." Dec. 20. h>37. GA/P 82/25. 

9. Mitteilum^shlatt der Hitachduth Olej Germania (Tel Aviv), Oct. 1937. 






—m^ 




254 ^^ Jewish Collaborator in Nazi Gcrmany 

The accusations wcrc scrions and, if falsc, libclous. Kareski brought suit 
for libel against the HitiKfuhtth Olcj Gcnmmiii betöre the court ot thc 
chicf rabbi in Jerusalem, and a judgnient was delivered in early 1938- 
The court nnldly criticizcd some cxprcssions contained in thc HOG ac- 
cusations, but no cssential falsehood was tound. The HOG w^as declared 
innocent oFHbcl, and Kareski was by nnpHcation convicted ot thc tail- 
ings with w hieb he had bcen charged.^^^ Not evcn Karcski's niost reccnt 
dcfender can find fault with thc inipartiality and thoroughncss ot thc 
iudc!:cs.^^ 

The court cstablishcd diat Kareski had played a mo>^t peculiar rolc in 
Gcrmany, but the significancc ofthat rolc is still in question. Was Ka- 
reski an unjustly dishonorcd prophet o{ thc liard-hcaded realism that 
crcated thc State of Israel, as has bcen sufri2;csted in his detense?^- Or was 
hc a vcritablc prototype of thc "collaborator," thc first of the "Quis- 
lings," as an old enemy insists?^-^ Bcforc an answcr can bc suggested, a 
rcnewcd attcmpt niust bc madc to cstabüsh thc rathcr obscurc facts of 
thc case. 

An understanding of the matter rcquircs at least a summary knowl- 
edgc of thc international Zionist background. After the establishment 
of the British mandatc over Palcstinc in 1920, thc World Zionist Or- 
ganization (WZO) was rccognizcd by Britain as empow cred to creatc 
thc "Jewish Agency for Palcstinc" to which thc tcxt of the mandatc rc- 
fcrrcd. Through thc Jewish Agency and other affiliatcd institutions, thc 
WZO controlled Jewish immigration to Palcstinc within the quotas 
sct bv thc British, and enjoyed quasi-governmental authority over thc 
Jewish scttlcrs. But thc slow dcvclopmcnt of Jewish scttlement in the 
twentics did not scem to be Icading toward the establishment of a 
Jewish State, as Theodor Hcrzl had once proposed. Thc leadcrship of thc 
WZO tendcd to rcject HerzHan "political Zionism" in favor of the 
gradual strengthening of the small Jewish scttlement in Palcstinc, which 
was expected to scrve as a national cultural centcr for thc rest of thc 
Jewish pcoplc. 

During thc twentics, Opposition to mcre "cultural Zionism," the 
minimalist approach of thc Zionist leadcrship, coalcsced around thc 

10. Undatcd Gcrnian translation of judgnicnt, Y W/01/1 12; CA/P 82/28. 

11. M. C. Mcycr, in Stcni, Warum hassen sie uns}, p. 361. 

12. Ibid., p. 362. 

13. Benno Cohen, "Um die Leitung des jüdischen Kulturbundes in Deutschland — ein 
Kapitel des Kampfes um jüdische Autimomie nach 1933," 1945. YW/oi/6. 



Herbert S. Levine 



255 



person of Vladimir Jabotinsky, a Russian Jew who had fought in Pal- 
cstinc for thc British dunni^ thc world war in a niilitarv unit known as 
thc "Jewish Legion." The faction Jabotinsky formed within the WZO 
dcmandcd a "revision" of curreiu oftkial Zionist policy (i.e., a return 
to Hcrzl's program ofa Jewish State), and adopted thc name "Zionist 
Revisionist." The Revisionists called for thc rapid creation of an inde- 
pcndent State with a Jewish majority on both sides of the Jordan, re- 
gardlcss of Arab objections. Thc core of Jabotinsky's support was in 
castcrn Europc, whcre die Revisionists battled with thc socialist groups 
within the WZO, the labor Zionists, for thc loyalty of thc Jewish youth 
and of thc fcwish masses. Thc Revisionist idcology stressed an extreme 
form of Jewish nationalism, thc importance of military tradition and 
activity, a positive atritude toward thc Jewish religious tradition as an 
expression of nationality (Jabotinsky himsclf was not rcligious), and a 
militant hostility to socialism. The latter was regardcd as a "toreign" 
idcology, harniful to thc wcak Jewish nation bccau^c of the class di- 
visions it emphasized. Thc "anti-Marxist" linc was particularly strong 
in die Bctar,^'^ a uniformed Revisionist youth group that gave its mcm- 
bers some military training. 

Jabotinsky was primarily intcrested in thc rapid creation ot a strong 
Jewish State as a prcrequisite for national survival. He never advocated 
rigid antisocialism, Ict alonc any form of "fascism," but his movement 
was never entirely under his control. Amoiig his followers, particularly 
in the Bctar, were to be found advocates of an idcology thar combmed 
authoritarianism, extreme nationalism, militant antisocialism, the ro- 
niantic eiementb oi thc di^Lanl iiauoaai päst, äiiu ä giOruication ot mili- 
tary strength. It is not surprising, given thc political climate of thc latc 
twentics and the thirtics, that the Revisionists were frequcntly called 
fascists, espccially by their left-wing opponents within thc Zionist 
movement. After 1930 Revisionists and labor Zionists strugglcd with 
increasing violcncc in Palcstinc. By 1933 thc break between the WZO 
and Zionist Revisionism was virtually complcte, although Jabotinsky 
did not found his separate "New Zionist Organization" until "^91$-^^ 

14. "Betar" is a shortencd form of Brit Trumpeldor. The organizati* 11 was named after 
a fi-iend of Jabotuisky who had bcen killed in tiic Palestinian fighting during the First 
World War and whose Hfe was used as a n\odc\ of national hemism. Aff-r 1933 tl^e Cer- 
man Betar had no formal conncction with thc inteniational Organization, and was known 
officially as the Sationale Jugend Her diu. 

15. For a concise, objcctivc discussion of Revisionism, see Walter Laqucur, A History of 
Zionism (New York. 1972), chap. 7, and the bibliography, pp. 608-10. For a history of 



"^WSSWf^. 



■'^:^^msss?^^'.. 



msMi^: 



256 A Jcwish Collaborator in Nazi Gcrmauy 

One of thc most prominent Gernian Zionists associated with Revi- 
sionism was Georg Kareski, thc Berlin banker whosc political carecr is 
thc focus of this study. Kareski's pohtical basc was thc Berlin Jcwish 
congrcgation [Gemeinde; Hebrew: Kehila), thc pubHc body that rcpre- 
sentcd one-third of Germany's Jews. hi 1919, before the Revisionist 
movement had spUt Ziomsm, Kareski founded thc Jüdische Volkspartei 
(Jcwish People's Party), which entered elections for thc congregational 
assembly as the Joint rcprescntative of thrce minorities v- ithin the con- 
grcgation: Orthodox Jews. recent eastern immigrants, and Ziomsts. 
Thcy united against the dominant "hberal" group within the congrega- 
tion, which stressed German patriotism, opposed Zionism, and pre- 
ferrcd modernization in rcHgious and hturgical matters. ^^ The Volks- 
partei gaincd control of the congregational dircctoratc, thc executive 
agcncy chosen by the assembly, after elections in late 1928. Kareski was 
elected chairman of thc directorate. But the liberals werc bettcr or- 
ganized in the 1930 elections and thcy regained control of thc director- 
ate the foliowing year.^"^ 

Kareski came originally from Poznan, where he may ha\e had some 
contact with the eastern European Jewish tradition, but he was not 
rehgiously educated, and he did not learn Hebrew until after his im- 
migration to Palcstine.i« In this regard he was typical of German lay 
Jewish leaders, both liberal and Zionist. There is no evidcnce as to why 
he was attracted to Zionism, but it is ccrtain that he stood out as a mav- 
erick in thc Zionistische Vereinigung für Deutschland long bcforc 193 3- He 



the Revisionist movement from the mside. see J. B. Schechtman, The Vladimir Jabotmsky 
Story, vol. 1 : Rebel and Statesman; vol. 2: Hehler and Prophet (New York, 1956. 1961 ) ; and 
Schechtman and Y. Bcnari, History of thc Revisionist Movement, vol. i (Tel Aviv, 1970). 
A convenient summary of the Revisionist program is in Basic Principles of Revisiomsm 

(London, 1929)- 

16 "Liberal" m the scnse used hcre does not refcr to general German politics, but to an 
internal Jewish political group. as herc described. The "liberal" belief that Jewishncss was 
a matter of rcligion, not nationaliry, di tinguishcd liberals from all Ziomsts, ot whatever 
faction. This use of "liberal" is liable to misüiterpretation, but it is the term which was 
used by Jewish contemporaries to describe the dominant pi^litical faction within German 
Jewry, and there is no entirely suitable Substitute. 

17. Hans Klee, "Georg Kareski und die Jüdische Volkspartei," 195«. YVV/oi/217, is 
thc most complcte account, but thc daiing is confused. See also Lichtheim, Geschichte des 
deutschen Zionismus, pp. 169, 243-44, 255. Kareski actually hcld the pi>st (^f chairman of 
the congregational directorate from early 1929 to early 1931. 

18. Klee, Y W/01/2 17, and extract from Hamaschkif Aug. 3, 1947- CA/P 82/8. 






Herbert S, Levitie 



^^1 



was probably attracted to Zionist Revisionism for two reasons: he 
sharcd both its antisocialism and its "militant" political style.^^ 

Unlike the wealthv liberal Berlin Jewish notables who devoted their 
spare time to supervising the congregational bureaucracy, Kareski at- 
tempted to widen thc scope of congregational politics, even as he ener- 
gctically reformed congregational finances. He appealed directly to the 
artisans and petty tradcrs, many of them recent eastern inmiigrants, 
with a "demagogic" style that irritated many non-Zionist and Zionist 
leaders alike. Thc latter tended more toward intcllcctual persuasion and 
the building of sound institutions than toward populär politics. Thcy 
spccifically avoided congregational politics, and the necessary com- 
promises, as a matter of policy. Kareski soon became involved in a series 
of conflicts with thc leader of thc Zionistische Vereinigung, Kurt Blu- 
menfeld. But Kareski's dynamism, and the real devotion he displaycd 
both to his cause and to his friends, created a significant personal tollow- 
ing within both Zionism and the Berlin congregation.-o From this basc, 
he was ablc to operatc within thc new political context created by 
Hitlcr's takeover of power. 

Thc first [cwish institutional response to the Nazi challengc was on 
the practica! Icvel. In April i933 the obvious need for greatcr coordina- 
tion of Jewish relief, educational, and occupational training eftorts led 
to the creation of thc "Central Committce for Assistance and Con- 
struction" [Zentralausschuss für Hilfe und Außau). The Zionistische Vcr- 
eini^iung was not brought into the early negotiations, but in a decision of 
fundamental importancc it determined to support and to participate in 

,n IVforr 107 7 Kareski ureed Jews to vote for the Catholic Center party and avoid 
the "social Democrats. He was himself a Center candidate for the Prussian Lanätar, in 
1932 See extract from Hamaschkif, Sept. 1, 1947, CA/P 82/S; a Nazi pamphlct agamst 
the Center Rudolf Jordan, Das demaskierte Zentrum {Professor Dr. Dessauer, Projessor 
Dr. Ludwig Kaas, Syna^osien-l'orsteher Kareski) (n.p., n.d.), in CA/P 82/4^»; Arnold 
Paucker Der jüdische Abwchrkampf i^e^en Antisemitismus und \ationalso::iahsmiis m den 
letzen Jahren der Weimarer Republik (Hamburg, uj6H), p. 102. Revisionist s<uirces are 
reticent about Kareski. His name appears only once, in a iränor context, m Schechtman, 

Jabotmsky Story, 2: 29. 

20 Jewish leadership in Gemeinden and Zionism is discussed in Kurt Loewenstein, 
"Funktionäre im Zionismus," In Zwei IVelien, pp. 71-83. The tendency [;* ^^'^fj" J^" 
Jewish leaders toward discreet oligarchy is a major theme of Marjorie Lamberti, 1 hc 
Attempt to Form a Jewish Bloc: Jcwish Notables and Politics m Wilhelmian Germany, 
Central European History 3 (i97o): 73-93- On Kareski. see Klee, YW/01/217; ücnino 
Cohen, Y W/01/6; Franz Meyer, Hans Pomeranz, and an unnamed participant, YW/01/ 
245; and a bricf, rcmarkably hc.stile commcnt on a confrontation with Kareski m i9-9, m 
Kurt Blumcnfeld, llrlebte Judenfra^^e (Stuttgart, hX>-), P- ^^8. 




258 A Jcwish Collahorator in Xazi Gcrmany 

tlic Zcntralausschmsr^ An institution had bccn crcatcd wliich iinitcd 
Zionists and non-Zionists on thc basis ofpractical Jcwish rclicf and so- 
cial crtorts. Thc ncxt stcp was an attcmpt to crcatc a corrcsponding po- 
litical institution. 

Thc pohtical nnification of Gcrnian Jcwrv was attcmptcd at thc ini- 
tiative of nicn close to the largcst ori^anization c>i Gcnnan Jcws, thc 
"Central Association of Gcrnian Citizens of thc jcwish Faith" {Ccntml- 
Vcrvin dcutscJur Staatshür^^cr jüdischen Ghiubcns). Thc Caitml-l 'crcin had 
dcvotcd its niain ctforts to conibating anti-Scmitisni on thc basis of 
Gcrnian patriotism and a conimitnicnt to Weimar dcniocracv.^- Ac- 
tivc Ccntral-Vcrcin Icadcrs controllcd thc Jcwish coneregation of Essen. 
In the sinnmcr of 1933, thcy quictly formcd an alliance of thc Ccntral- 
Vcrcin, thc Jcwish vcterans' Organization [Rcichshuud jüdischer Frontsol- 
daten) ^ certain Jcwish youth groups, and congrcgational leadcrs from 
soiithcrn Germany, thc Rhincland, and Wcstphalia. Ultimatcly, the 
Zionistische Vereinigung agrccd to participatc. Thc Esseners and their 
aUics kncw from past experiencc diai die Benin congrcgational Icadcrs 
would oppose the foundation of a body representing not only Jcwish 
congrcgations but also the major Jcwish organizations (such as the Cen- 
tral-Verein and the Zionistische \ Bereinigung). The Berlin congregation 
had participated willingly in larger bodies only w hen it could control 
theni, as was the case with the Prussian State Association [Landesver- 
band) of Jcwish Congrcgations. The isolation and encirclcnicnt of the 
Berliners was successful. Berlin congrcgational chairinan Heinrich 
Stahl was pressured into calling a meeting of representatives of all major 
Jcwish organizations and institutions on September 17. 

This meeting crcatcd the National Representation ot Germanjews" 
{Reichsvertretung der deutschen Juden; name changcd in 1935 to Reichs- 
Vertretung der Juden in Deutschland), which until 1938 was the leading 
representative ot German Jewry at home and abroad. Space was madc for 
thc congrcgations, including thc Berlin congregation, by giving a large 
nuniber ot scats in the Reichsvertretung Council to the State associations of 
congrcgations [Landesverbände). Altliough Heinrich Stahl was givcn a 

21. Testiniony of Franz Mcycr and Georg Liibinsky, in K. Ball-Kaduri, "Thc Na- 
tional Rcprcsciit.ition ofjcws in Ccrniany— Obstacics and Acconiplishnicnts at Its Estab- 
lishment," YWS 1 (1958): i6S-r)9, 173-74. 

22. On thc CentTal-VcTcin in the Weimar pcriod, scc Pauckcr. Der judische AhivehrUampf. 
Two good additional sourccs of information on Cicrman Jcwish organizations bcft^rc thc 
Nazi pcriod are Ismar Sch(»rsch,7fir/5/; Reaction to German Anti-Semitism 1870-1914 (New 
York, 1972). and Werner E. Mosse, ed., Bitscheidun^sjahr igj2 (Tübingen, 1965). 



HHP^UÄi! 



Herbert S. Levitie 



259 



seat in thc dirccting presidium of the Reichsvertretung, political control 
was divided between thc Central-Verein and thc Zionistische Vereini- 
gtwgr'' After September 17, only thrce Jcwish groups were not for- 
mally rcprescntcd by thc Reichsvertretung: thc sniall, radically German 
nationalist Verband nutionaldeutscher Juden (League of Patriotic German 
Jcws), thc ultra-Orthodox Agudas Yisroel, and Georg Kareski's Revi- 
sionists. The Verband nationaldeutscher Juden tailcd to convince the Nazis 
that Jcws could bc German patriots. Its vcry existence was an otfense to 
German racial theory, and it was dissolved in November 1935.-'* It 
never accepted thc Rcichsvertretung. The Agudas Yisröel remaincd out- 
sidc the Reichsvertretung, but it did develop a close and harmonious 
working relationship with the new institution. The Rcvisionists were 
actively oproscd to thc Reichsvertretung and rcsisted all öfters to join. 
However, Kareski himself hcld a seat in the Council of the Reichsvertre- 
tung as a representative of the Prussian Landesverband. Although thc 
Council was not in real control of thc Reichsvertretunos affairs, Kareski 
couia use ms position to Reep a toot in the enemy camp. 

Kareski and his friends 111 the Berlin congregation had opposed the 
foundation of the Reichsvertretung and they criticized Stahl for yielding 
to thc pressure of thc Central-Verein campaign.^s This policy contrasted 
sharply with the willingness of the Zionistische Vereinigung to participate 
in and to ..trengthen the new Organization, even if this meant Coopera- 
tion with the Central-Verein, which had bccn the foremost representa- 
tive of anti-Zionist "assimilationism."^^ By the time thc Reichsvertre- 
tung was founded, Kareski was no longer even nommally a member of 
the Zionistische Vereinigung, and thc Zionist movement in Germany had 
been spiit. 

The final break between Kareski and the Zionistische Vereinigung 
nominally originated in a rathcr obscure incident in May 1933, when 

2}. On thc founding of the Reichsvertreitwi^, scc Hugo Hahn. "Die Gründung der 
Reichsvertretung," In Zwei IVelteu, pp. 97-105; Ball-Kaduri, "National Representation 
ofjcws in Germany"; Friedrich S. Brodnitz, "Die Rcichsvertretung der deutschen Juden." 
In Zwei Hellen, pp. 106-13; Klee, YW/01/217; correspondence of Willy Katzenstein 
(Bielefeld) with Ernst Hcrzfcld (Essen), July-Sept. 1933, in thc Wiener Library (abbr. 
below: WL) documentary collcction in London, 603. 

24. Thc pcculiar history of this sinall Organization is a major themc of Herrmann, Die 
deutsch-Jitdischen Or^an isationm . 

25. See Ictter by Kareski's ally Leo Krcindlcr to R.-A. Stern, Sept. 18, 1933, WL/603. 

26. "Assimilationist" was a tcrm uscd by the Zii>nists to describe their Jcwish enemics, 
other than those who followcd Orthodox rcligious practices. In some of its implications 
the terni couid as well apply to most Gcrnun Zionists. and it has little objective mcaning. 



/ 










,6o A Jcu'ish Cclhborator i„ Sa^i Gcmauy 

ta.c Office .u BcrUn at ^'^ ^^^ J^^^^^^^^^^^ ,,,y havc grown out of 

visionist vouth proup. The ""^"^^;" ^ f ^j^^, .„„ment, but it also 

Seen» to lux c been connectea ^^«^ a c^n . ^^ _^ ^^^^^^_^ ^,^^^ 

Clear intor.nation .s not avaüab le ^^^ - ; Jh^^^^ . ,^,^^,,^. ,,„,,„•. 

Kurt Bkunent-eld and the central --" " "'^ ; ^.^j ,,„, Karesk. res.gn 
,„„, used the tncdent as an -^^^^^^ '^^'^^^ i,„,,, cons.dered 
i4 the --?-?='^'°-l^^'^r'tos ~Lble whether the Z,.>- 

„/,f;.<c/u- 1 VrciM.i;»»,? had the tornul ri^t ^^^^^^^ 

.vhen Karesk. refused to obcy. l^« .";^^ "^°^, ,,,„ ^mall fact.on 
left the coaUt.on;,i^.W. ^-^-'-^'.^'tS.it a whole ren.a.ned 
in the congrcganonai a«eiuu.>. mc ,,,„rcsented in the con- 

\ ,ust. he telt free to form an -f^T^^^l^^M the s^veral small 
Rev.s.on.st groups m G""^^>_^ .^'^f^' ^ ^nton of Zion.st-Rev.s.on- 

immigration cert.ticates, part.culariy n Palestine. 

,.,lcd\x^rsons without s.gn.hcant >"" f^^° ™?,,,,y.f.ve perccnt 
After Aprn r933. the Jevv.sh Agency ^?^^^ /,,,„int to 
of all the certificatcs made ava.lable to it b> the but t, 

,.,„^ and h. .bundu.s of .he f ^--^Z-V^ ^^.'^ '.^ /i. YW/0./.45-. Kur. »lu.ncn- 

fcia to KarosU, May a., ,933. ^''^^'^.^^J; s^v (-.ronca«, June .,. .933. CA/l' 
jo, „;33. CA/l' 8./.7; Clcorß 1""^;^™^^^ ^ "^ .^^^^„y zio,.i.fs) part.cipat.o.. m the 
L/... D;u...cnfcld had Uu.g -^"f, ''^^^^t as a d.s.o...o„ of Z.on.s.... See Ulun.™- 
congrcgan.Mial dir«torate as an error, a.id ..vcn 
fcld, Etkh:e }udmj'rdsic, p. iS8. 



?ri'»^»y.'T^*' 






Ht'/'fcerr S. Lcp//ie 



261 



.ts brauch i,3 Germanv. the Patestine Office [P.\ästina-Amt). The wealth- 
r I WS ö id have goue to Palest.ne uuh lutle dift.culty , uuder the so- 
cn k?'captl>st" cal-,ory , siuce the Naz.s had not yet n.t.tutc-d ser.ous 
ba to he ansfer ot>roperty. But the wealthy. msofar as they em.- 
tcd orlallv prcfeJrecIto renu.n .n Europe, and European nafo.,s 
S t'tle objection to accept.ug those vv.th suff.aent u.kI. J^- - ^ " 
out meaus part.cularlv the youug, were morc naclnied to choose Palcs 
Hue r^xpressiou of the.r Z.on.st beUefs, or because they could hope 
br k rPacfcal ass.stance in traveUng there and .n sett.ng up a nc.v 
fc But bv November .935 only t^.^oo persons vv.thout .neans lad 
b e.. sent Ln. Gcrmany to Palest„.e>^ The labor cert.f.catcs became 
th I ex of cons,derable compet.t.on, espec.ally a.nong you..g Jews 
who S ncther rcspons.b.ht.es uor prospects to fc ^^^;^ 
and who were not welco.ne add.t.o..s to the gk.tted labor markets ot 

^ TEa'l'mc Offi.ce was the center of a very .nessy d.spute between 
che Reio "vouth ... the Bcur a,.d the Hechal,u youth co.mec ed 
w th h Z.c,m'..W.. Vercluis..,. The Palest.ne Off.ce was ru.. b>^ h 
^.ü.ische Vereunsun,, and regularly rece.ved -q-sts -„- ^^ . 
mct's assocates ... Palestine to de.ay .mm.grat.o.. ^^-«'f'^^;^ ^ ^ 
^mÖ. sts a..d espccially to Bctar me.nbers. The ...ternat.onal BcUn vxas 

lo V d'.n pi:.ns to b\pass the Jew.sh Agc.cy ^y ^;^-::^^ 
lewish en.ployers .n Palestn.e, who des.red to avo.d li'""S ;™" f^^ 
left ving u^.ion mcmbers. The ßcMr you,.gsters were -S-^ed b a^- 

sn.mn iabor Z.u...>is as daugerous. fascist tvpes, a.ul as a sourc of 
''scir abor" for Palest...ia>. capitalists. The Palest.ne Office d.d gra,.t a 
f : c rt at s to Rev.s,on.sts:but ,t refused to allow the State Z.on. 

Orgamzat.o,. to part.c.pate n. the ^^^^'^^^y'^^'^l^^^'X^ 
Vcrdui^uvg we..t so far as to engage ... .ntelhgc.ce operat.ons, plac.,.„ 

Hw/w/k^ spics in the BeMr. . . , , „„,K, wi.h the Tew- 

In earlv 1934. international Rcv.s.omsm broke ope.ily x .tu tl cJcn 
.sh A;™cy. ibout the same ti,..e, the Zioni.ischc Kon.,»-« k.n.ed 
fromlts se'rct .,.forma,.ts that Karesk, was P ottn.g a takeox^^^^ 
Palestine Office by the Revisio.iists, wh.cl. he hoped would bc o.cou 
L dTy the govJrnment as a.. "a,.t.-Marxist" ...easure. Ind.rect con- 
Jfrmation came fron, govem.nc.t sources. The takeover was prevcted 

.S. The jcwsh Age,.cy for Vales.n.e, "^^--^':;;Z::Jü:^^^^^^^ 
UefuKees fron. Germany," Nov. .2, ,935. „. the colkct.on <"""•" 
desNa.io„s (abbr. below: ASDN). 33-4^.: 5o/.88>V=o70, (K S^.30). 







262 A Jcwisli Collalwrator in Nazi Ccrmany 

hy thc Palcstinc OtHcc, which lobbicd with thc appropriatc ministrics. 
The two Zionist organizations and thcir youth groiips feil into a patrcrn 
of niutual licckling at public mcctiiigs. Tbcrc was occasional violcncc. 
Rcvisioiiists tricd to shakc thc rclationship bctwccn thc govcrnmcnt and 
thc Zionistische Vercitii^iwio by piibHcly dcnouncing thc lattcr as a Marx- 
ist Organization (and cvcn by caüing its mcmbcrs "Marxist pigs"). On 
thc othcr hand, Kareski had somc troublc with thc Gestapo bccausc ot 
Jaborinsky's anti-Gcrnian boycott, and hc blamcd sccrct dcnunciations 
by thc Zionistische Vereinigung, akhough hc could ncvcr actually provc 
that thcy had bccn madc. Th<TC is no rccord of a pubhc attcnipt by thc 
Zionistische l'ereini^^twii to associatc Kareski with Jabotnisky's boycott 
activitics.-'^ 

Thc ovcrwhchiiing majority ofGcrman Jcws were non-Zionists bc~ 
forc 1933, ^^^^ "^<^5^ probably rcmaincd so thcreaftcr. But Nazi anti- 
Scniitism did crcatc significant new opportunities for German Zionism, 
by discrcditing patnotic Ucrman ''assimilationists/' by ultimatciy for- 
bidding pubhc cxpression of thcir vnews, and by aftording official fa- 
voritism to Zionists in thc building of thcir institutions and thc disscm- 
ination of thcir propaganda. The Nazis recognized that both thcy and 
thc Zionists wcrc agrecd on thc ''national" nature of Jcwishness. Both 
movements agrecd that Gcrmans and Jcws wcrc separate pcoples, re- 
gardless of thc question of religion. Both agrecd that thc Jcws ought to 



->n 



\(). See "Arhfir^HTirht c\e^ 7enrrnlau«.sclnisscs der deutschen Juden fiir Hilfe und Auf- 
bau, I.Januar- 30. Juni 1934," in thc microfilni collection of thc Institut für Zeit^^t: schichte 
in Municli (abbr. below: IZ), MA 727/1, for dctailcd information on Palestiiie certificate 
distribution in the period in question. See furthcr Meyer, YW/01/245: Kare:.ki to 
Reichsvertretung, July 13, 1934, •''•"c^ t" Kurt Tuchler, Nov. 14, 1934. CA/P 82/17; 
Kareski to Ernst Hamburger, Nuv. 21. 1937, and Hamburger to Kareski, Dcc. 1. 1937. 
CA/P S2/27; Ernst Mnrcus, "The German Foreign Oftice and the Palcstinc Question in 
the Period 1933-1939," Y^VS 2 (195S): 182-83. For a sample of a pro-State Zionist 
connnunication to a Nazi oft'icial, see Hr. Friedrich Stern (iJerlin) to Dr. med. Gross 
(Rassenpolitisches Amt der NSDAP), Aug. 6, 1934, IZ/F 71 (Handakten Lösener)/2. 
Stem pinnted out Marxist tendcncies in the Ziomsiische l'crdni<^uii<;, contrasted this with 
the nnti-Mnrxist ideology of ihc St.ue Zic^iists, and suppo-^ed tli.u liie latter \v ere hampered 
in their growth primarily by the monopoly of tlie Ziouistische {'crcini\iim':i ovcr immi- 
gration to Palcstinc. Stern gave niembership estimatcs of 2,100 for the Bctar and ovcr 
10,000 f »r thc State Zionist Organization. These figures may be ti>o high, but no niore 
relir.ble oncs are availablc (niembership of tiie Zionistische l VmM/v.'"".C was ca. 30,000). 
Stern attacked both the Reichst'crtrciiin(> and the Zionistische V'cninii^utiii as uiirepresenta- 
tive, and recommended instead thc Jiiciische Volk- spar tci, *'of which the Hcrlin chairman is 
also President of the State Zionist Organization" (i.e., Kareski). 



-HäSSW^:':' 






Herbert S. Levine 



263 



leave Gcrnirinv.^^^ A recent mojor study of Zionism insists baldly that 
"Zionists did not enjoy a special rclationship m Nazi Gcrnianv."'^ Thc 
cvidencc suggcsts that the matter is cxtremcly complicatcd, and does 
not allow for such simple afhrmations. There was no uniform Nazi 
policy toward Jevvish organizations in thc carly ycars oi thc regime. 
Many Nazi officials, particulai ly ni the vital police agencies that directly 
supervised much ofGcrman Jewish life, did tend to favor Zionists ovcr 
"assimilationists" in thc most obvious manner, although thcy could not 
help but worry about "Marxist" tendcncies within Zionism. ^^ This gen- 
eral tendency is clcarly demonstrated ni the dctails of the Kareski casc. 
Thc oü'icial favoritism and the ncw rcccptivity of German Jcws to 
Zionist ideas increased the stakes in thc competition bctwccn the Zio- 
nistische V^ereitii^ung and the State Zionist Organization. Neithcr sidc 
could function successfully without the approval of Nazi authorities, 
and particularly of police officials chargcd with Controlling Jewish ac- 
tivitics. Both sidcs showcd that thcy wcrc capablc of spcaking thc !an- 
guage of the "New Germany," for it was vital to provc to Nazis and 

30. The fact of a certaiii agrcemcnt betwcen National Socialist ideology and Zionism 
is frankly acknowledged by former German Zionists, e.g.. Cohen, "Einige Bcmerkimgen 
über den deutschen Zionismus," p. 46, although Cohen stresses that Zionists were care- 
ful to avoid outright collaboration, with the implied exccption of Kareski (p. 53). For a 
less sympathetic view of Zitmist behavior, see Ernst Simon, "Jewish Adult Educatitui in 
Nazi Germany ns Spiritual Resistance," LBI: YB 1 (1956): <^)9-70- The matter is poten- 
tially embarrassing, and somc fornicr German Zionists have simply ignorcd the problem. 
Thus, thc memoirs of Kurt Blunienfeld, Erlebte Judenfra^e, stop short in January 1933- 
By contrast, embittered Zionist Georg Landauer, Zionismus, pp. 324-26, in effcct de- 
nounces the Zionisr ideology, and therefore his own fornier beüefs and hopes, tor tar too 
greata sin.ilarity to National Socialism. Lichtheim, Geschichte des deutschen Zionismus, pp. 
253ff., simply describcs thc incrcasiiig receptivity of C^crman Jcws to Zionism, and is 
quiteprepared to adniit that govermnent favoritism played a part. Cl. Lamm, "Entwick- 
lung des deutschen Judcnrun^.s," pp. 53-54, 149- 

31. Laqueur, Zionism, p. 500. 

32. Convincing evidence of police favoritism toward Zionists and repression of *'as- 
similationists" (iiickuiing Police adoption of Zionist termint)logy) is jirovided by Hans 
Mommsen, "Der nationalsozi.distische Polizcistaat ujid die Judenverfolgung vor 1938," 
Vierteljahrshefte für Zcity^eschichte 10 (1962): 68-87. Confirmation may be fnind in IZ/ 
MA 172 (Polizeipräsidium Göttingen) and in thc files of Dep.irtment II 112 ("Juden") of 
thc Sicherheitsdienst-Hauptamt (thc main officc of the "Security Service," a Nazi party 
intelligence gathering unit ciosely connected with thc Gestapo and thc SS). SD-I IAH 112 
records arc scattered throughout ihe microfilm collection of thc National Archives in 
Washington (abbr. bclow : NA), T-175. This police position had, by 1935, devoK )ped 
into a hard-and-fast linc, which prevcnted any public cxpression of "assiniilationist" 
views, and cvcn prevcnted the use of thc phrase "German Jew" (hence thc changc in that 
ycar from lleichn>ertretun(i der deutschen Juden to Reichsvertretunq der Juden in Deutschland). 






;f^|jn3ffiÖ3^!!SP^äS^S^ 




Jeus alikc that a Jcwish Organization could rcmaln politically "relevant 
ni thc new Situation. Kareski's fuhninations against "Marxisni havc 
alreaclv becn mentionea. For its part, thc Zionistische Vcrcim^^tni^ rc- 
acted to thc Nazi takcover by claiming that it had always opposcd nnxcd 
man-iage and Jcwish nitcrfcrcncc with "German cultm c,"^-'^ But Ka- 
reski's \actic endangcred his opponents— accusations oi Marxism were 
not taken Hghtly in Nazi Gcrniany. 

In gcncral, thc Zionistische Vereinis:w[^ prcfcrred to vvork withni thc 
Reichsvcmetun^ and the Zentralausschuss für Hilfe und Außnm, rclyuig ou 
nitcrnal (and^bv no mcans gcnde) pohtical pressure to nicrcase its 
strength ni thcse institutions, and rcfrainuig from unduly severe pubhc 
attacks on its ''assimilationist" associatcs. hi thc long run, this policy was 
successful in increasing Zionist influcnce within thc Jcwish Icadcrship in 
Germanv. Rclations bctwccn thc governmcnt and thc Zionistische Ver- 
eini^wKi: werc kept to a minimum, and concentratcd on mahitaining the 
csscntial transfcr agrccmcnts by which Jcws were perniitted to take 
most of thcir propcrt\' from Germanv to Palcstinc.^'* But Karcski dc- 
velopcd his own rclationship with the Nazis in a vcry dittercnt manner, 
to a vcry diffcrcnt purposc. 

Kareski had long enjoycd a reputation as a whccler and dcalcr, a man 
who supportcd those who supported him, whcthcr in busincss or m 
Jcwish politics. After 1933 he dcveloped a talcnt for *'fixing" things 
with thc police, which was used and appreciatcd by his tnends.^- This 
was quitc possibly thc kcy to his odd parmcrship with Heinrich Stahl, 
thc Berlin congrcgational chairman, a liberal Jcw who had displaycd no 
previous Zionist sympathics, Revisionist or otherwisc. Stahl had some 
diffxiilty with the Gestapo because of his support of Social Dcmocratic 
anti-Nazi cfforts in 1932. Karcski was a vigorous antisocialist and a 

U "Äusserung der Zionistischen Vereinigung für Deutschland zur Stellung der Juden 
im tieuen deutschen Staat," June 21, 1933. reprmted by Franz Meyer, In Zwei VVelnu pp. 
11^10 and by Herrniann, Die dcut sc h-jiuii sehen Organisationen, pp. i5-7-/| ^e clocu- 
ment r^presents a concerted Zionist attenipt to estabhsh a "special relationship with thc 
Nazis As Hemnann shows throughout his docunientation, thc Verband natwnaldeut scher 
luden and the Reichshund jüdischer Frontsoldaten niade siniilar efforts, based in their case on 
'thcir rccord of German nationalism. The Nazis rejectcd thcse claims as idcologically in- 
admissablc, since a Jew could not, by his nature, bc a truc German natu^nahst. 

U Marcnis. "Thc German Foreign OtFicc and the Palestme Question ; Ludwig Finncr 
"Vermögenstransfer nach Palästina 1933-1939." hi Zwei Welten, pp. i33-^>6; Havid 
Yisracli. "Thc Tliird Reich and the Transfer Agreement." >'"'"^' <l/ Contemporary His- 
tory 6 (197O. "^- 2: 129-48. 

35. Klee, YW/01/217. 



militant Zionist— thc Gcstapo's ideal Jcw. He may well havc protcctcd^ 
Stahl and the congrcgational directorate by lobbying on thcir behalt 

with the pol ICC. -^^ 

Stahl and others in the congregation, even some mcmbcrs of Karcski*s 
own jüdische Volkspartei, were restless undcr his domination.-^'' \n Oc- 
tobcr 1935 they tricd to decrease Kareski's power by cnlargmg thc po- 
htical ränge of thc congrcgational directorate to include rcprcscntativcs 
of the Central-Verein and thc Reichshund jüdischer Froutsoldaten. Karcski 
immcdiately pointcd out that thc inclusion of thcse "assimilationist" 
organizations would displcasc thc authoritics, but his advicc was dis- 
regardcd. Not long afterward Berlin municipal ofhcials suddenly dis- 
covercd that thc law of 1 847 that rcgulatcd thc congregation not only 
forbadc thc contemplatcd expansion of the directorate, but actually re- 
quircd an immediate reduction in thc luimbcr of its mcmbcrs. Thc sc- 
quence of cvents strongly suggcsts that thc matter was orchcstratcd by 
Kareski. Thc required reduction in thc directorate was carricd out in a 
manner which considcrably increased his relative strength in that body, 
and he was ablc to rcgain füll control ovcr Stahl and his own Organi- 
zation.^^ 

Yct Karcski obviously feit that the Berlin congregation oftcrcd too 
small a field for his talcnts. h 1934 he had unsucccssfully tricd to take 
ovcr the Palestine Office from the Zionistische Vereinigung. In thc fall 

36. Cohen, YU701/6. Gestapo suspicion of Stahl confirnied by Gestapa (Gestapo- 
Amt) Berlin to Staatskommissar Hans Hinkel, Aug. 15. i934. WL/575. Kareski had 
himself opposcd the Nazis before 1933 (as had his political friends in the Center party), 
and had even been more vigorous in his demands for effective Opposition to Nazi anti- 
Semitism than had most othcr Zionist leaders. See Paucker, Derjitdische AbwehrkawpJ, pp. 

/ -^ /--N T-u;^ 4.>^,. «<>♦• r,»^T-.-. »o V»T^'r. ifTr-cf-^rJ V»i« l^ter relationship wifh the 

39, ^5'^~53 ^'"i o^» ^'/y* ■''**•> ">-'>- j ">-'>■ .x-^»«* «.»^»"i >-"••-'-'>•" i '^ - ^ 1 

police. Thc most likely reason was idcological. A Jew who had opposcd Nazism before 
1933 on a "Jewish national" basis was more acceptable to thc Nazis than a supportcr of 
Social Democracy, and far more acceptable than a Jew who nüght support the NSDAP 
on the basis of Gern, an nationalism. 

37. In late September 1935 Stahl and Kareski's long-time close collaborator Alfred 
Klee signed the Reichsvertretun^ declaration on the Nurcmberg laws, thus supportmg the 
Reichsvertretung claim to represent all groups within German Jewry, and also supporting a 
rcaction to the Nurcmberg laws vcry diflferent from Kareski's own (see below). See 
Lamm, "Entwicklung des deutschen Judentums," pp. 106-9. 

38. Kareski to Stahl, üct. 4. i935. CA/P 82/21; Kareski to Wolfgang von Weisl, 
Apr. 1 1, 1936, CA/P 82/17; Ball-Kaduri, "National Representation ofjews in Germany," 
p. 162 and note. Thc law of 1847 had in the past caused tension bctwccn Prussian Jcws 
and thcir governmcnt. See Marjorie Lambcrti, "The Prussian Government and the Jcws: 
Official Bchaviour and Policy-Making in thc Wilhelminian Era." LBI: Yli 17 (197-^)^ 
5-17. 



:mw. 







266 AJcwi.^h Collahorator in Nazi Ccrmany 

of 193 s hc tricd oncc niorc to cxpand thc scopc of his political authority. 
This was ahnest ccrtainly thc cause of thc rcstivcncss in thc uppcr Icvcls 
of thc congrcgation— Karcski's aggrcssivcncss was bcconiing a bit o[ an 
cmbarrassmcnt, sincc it was ahcnatnig important Jcwish groups outside 
of thc congrcgational Organization. 

Karcski's targct in latc 1935 was thc "National Association ofjcwish 
Cukural Lcagucs" [Rcichsvcrhand jüdischer Knlturhündc) . The cultural 
Icagucs, fnst toundcd in Bcrhn in 1933, attcniptcd to givc cmploynicnt 
to d:c lari:c nunibcrs of Jcws niadc joblcss by thc "Aryanization" of 
Gcrman cultural lifc. Thc Nazi otficial chargcd with supcrvising thc 
cultural Icagucs, Hans 1 linkcl of thc propaganda niinistry, cncouragcd 
thcir activity on thc undcrstanding .hat thcy would hmit thcmsclvcs to 
jew ish cultural affliirs, and Icavc *'Gcrman culturc" alonc. But hc was 
contniually cnibarrasscd by Gestapo chargcs that thc cultural Icagucs 
WTrc "assimilntionist" in inspiration. This conccrn was shared bv the 
Zionistische \^ereiui<;ywi(i, and was in fact justificd. Thc Jews who ran the 
cultural lca<:ucs, Icd by Bcrhn conductor Kurt Singer, were Germans 
throuf^h and through, who had hardly been avvarc that thcre was such a 
thing as "Jcwish culture" until Hinkcl insisted that they discover it. In 
this they only represented thc cultural tastes of thcir Jcwish audicnces, 
which were as Gcrman as those of any comparable group of *'Aryan" 
thcater- and concertgocrs.-^^ 

Whcn thc cultural Icagucs united in the Reichsverhand in 1935, the 
Zionistische Vereinigung securcd its influence by dclegating Benno Cohen 
to be Singcr's dcputy dircctor. Thc Gestapo should hnvc been p]en«;ed, 
since Cohen's appointment indicated that the leagucs would be moving 
in a more Zionist direction. But thc Gestapo was not satisfied, and ander 
pressure Hinkcl dclayed approving the coniposition of thc Reichsverhand 
directoratc. At sonie timc in thc late fall, Hinkcl suddenly demandcd 
that Kareski be appointed dircctor, with Singer as his dcputy. Cohen 
was out. The cultural leagucs were not only to become more Zionist, 
but Revisionist as well. Singer consulted with the Zionistische Vereini- 
gnti^ and dccided that he would not work with Kareski. His decision 
was supportcd by the Reichsvertretung. For a tiinc thc activities of the 
cultural leagucs were banncd, m an attcmpt to force Karcski's candidacy, 
but in thc face of almost unanimous Jcwish Opposition thc police finally 

39. ?Tccdcn. JüiU.uhcs Theater, givcs ilic Ixst account of thc cultur.1l Icagucs. Hinkcrs 
flies arc in WL/575. Activities ot' thc cultural leagucs niay bc followcd iii thc Berlin 
congrcgational ncwspapcr, the Cjemeindeblatt. See also Cohen, Y W/o 1/6. 



Herbert S. Lcvine 



267 



gave way and approvcd a cultural Icague directoratc without Kareski, 
and with thc participation ot the Zionistische I 'ereinigung thrt ugh Benno 
Cohen. Thc fewish cultural Icagucs were an important elemcnt of Nazi 
"antiatrocity" propaganda, which ainicd at proving thc existence ot an 
indepcndcnt and tiourishing Jcwish litc ni Gcrmany. Thcy could not bc 
endan^crcd tor Karcski's sakc.'^^^ 

The Nazis might conceivably have pcrsistcd with Karcski's appoint- 
ment, had not the side ctfects of thc strugglc dcstroyed his rcputation 
abroad. Tlicre is some reason to bclicvc that Karcski's cncmics in the 
cultural Icaeucs contactcd Gcorc; Bernhard, cditor ot thc cnuj^rc ncws- 
paper Pariser Tageblatt. They drew his attention to a mystcrious story 
unfolding in Britani.'*^ The Tagebhtt broke the report on November 1. 
It seems that Kareski had provided money and a letter of introduction 
to onc Chaim Bcneber (ahas Bartenstein, alias Schwartzer or Schwarzer), 
a Gcrman Jew who had been arrcsted in Britam and dcportcd as a Ge- 
stapo spy. The money came trom thc Gestapo and w^as transterrcd 
through Karcski's Iwria bank of Berlin. It was mtcndcd, alonj; with die 
letter of introduction, to facilitatc Bencber's penetration of British Jcw- 
ish circles. Kareski later admitted the cssential truth of the story, al- 
though he unsucccssfully tricd to provc that his aid had been forced 
from him by the Gestapo. In 1935 he was not able to comment at all, 
and the Beneber affair discredited him abroad, even in the non-Jew ish 
press."*^ 

40. Frieden. Jüdisches Theater, pp. 62-65, Tollows Cohen, YW/oi/6. See also Kareski- 
nOG inal matcrial. CA/P 82/25. Before Kareski attenipted to take over thc cultural 
leagucs, he had been opposed to using congregational funds to aid theni. See hrceden, p. 
90 and note. In August 1935 the Gestapo acceptcd Singer as prcsidcnt of thc Rcichsvcrhand, 
but was worried about '*assiniilationist" influcncc in thc Kulturbünde and supportcd an 
iiKTcasc in Zionist and Staie Zionist participation at all Icvcls. See Hcydrieh. circular, 
Aug. 13, 1935, IZ/MA 172. Kareski was npparcntly first proposcd in late September or 
carly October as Schuhm^slei:er in thc Reichsvcrband, but his appointment was Liter esca- 
latcd. .See Kareski to Oskar Liskowski (Büro Staatskommissar Hinkcl), Oct. 4, 1935. 
attached draft, CA/P 82/17. It took some timc bcft)rc thc police gave up on thc Kareski 
appointment and hc was still dcscribed as prcsidcnt t^fthe Rcichsverband in SD-I lA II 1 1 2, 
"Lagebericht der Abteilung II 112. Apnl-Mai 1936," June 25. 193^>. NA/T-175/50S/ 
508/EAP 173-g-i 0-1 4/ 14/93 74 182-99. He never seems to have actually functioned in 
the Reichn'crband in any capacity. 

41. Friedrich Wolf (Paris) to Kareski, May 24, 193<^». C:A/P 82/16. Wolf suggested 
Bernhard was given the story by thc former theatrical chief of the Berlin cultural leaguc, 
Julius Bab. On Bab, a strong Centrid-Vcrcin anti-Zionist. see Vrccdcii, Judisches 1 hditcr. 

csp. pp. 17, 31-33- 

42. The Times (London), Dcc. 16, 1935; \eue Zürcher Zeitun<^, Dec. 17, i«;35 1 'i<^ 
atfair is discussed in Cohen. YW/oi/6, and at Icngth in Karcski-HOG trial materials. 
CA/P 82, csp. 25. 27. 







268 AJewish Collahorator in Nazi Gcrmany 

The Bcncbcr matter was bad enough, but iar worse was the effect of 
another Kareski action. On October 2 Kareski had a conversation with 
Oskar Liskovvsky, a subordinate of Hans Hinkel. Liskowsky theu pro- 
duccd a draft interview text. Kareski was bold enough to suggcst one 
minor akeration, which was not accepted, and he approved the rcst.**^ 
After some delav the interview appeared o\\ December 23 in the AnQ^riß, 
a Berhn daily pubhshed by the German Labor Front and closely asso- 
ciated with Joseph Goebbels~a paper not normally given to pubhsliing 
Interviews with Jews. The front-page headhne read "Cleaii Break Very 
Mach Desired. The Nuremberg Laws Also lailfill Old Zionist Dc- 
mands." The editorial preamble described Kareski as the president of 
the State Zionist Organization, rccently appomted as the head ot the 
Reichsverband of Jewish Cukural Leagues. According to the preambk% 
the interview provcd that Jews also regarded themselves as a "separate 
race" (Souderrasse). Therc is no cvidence that Kareski evcr approved the 
prcäiublc, but the body of the piece was shorking enough. 

In the interview, Kareski expressly avoided comment on those pro- 
visions of the Nuremberg laws, issued the previous September, which 
denied füll citizenship to Jews, but he fully approved of those sectioiis 
which described and enforced the "racial" Separation of Jews and Ger- 
mans. These, he claimed, legally expressed the long-held desire of Jews 
to develop in their own national direction. The cukural leagues would 
follow suit, even if they had to do without those Jews who had pre- 
viously not respected the special nature of their nationality and had in- 
terfered in German cukural life whilc ignoring their own.^** 

Much ot the interview mereiy icpcatcu tuc Mucr^ lo^uo o^i.*ix**ix ^.^.. 
ism had developed to allow for necessary Cooperation with the Nazis. 
The Kareski interview attracted unusual attention because he had al- 
lowed its publication in a Nazi newspaper, and because he had included 
threats against fellow Jews who did not share his views. He had clearly 
implied that there would be a major purge of "assimilationists" in the 
cukural leagues. Furthermore, aiid most seriously, he had chosen spe- 
cifically to support the Nuremberg laws in a period when the interna- 
tional reaction against them was still fresh. He was thus doing a consid- 
erable Service to Nazi propaganda by undercutting the international 
Jewish campaign against the Nuremberg laws. It is therefore under- 

43. Kareski to Liskowski, Oct. 4, 1935. ^nd attachcd draft, CA/P 82/17- 

44. Angriff (Berlin), Dcc. 23, 1935. rcprintcd in Hcrrniann, Die dcutsdi-jiulisrhcn 
Organisationen, pp. 9-11. 



Herbert S. Levinc 



269 



standable that his interview unleashed a powerful protest in die Jewish 
press abroad.^5 jhe Beneber story, and ugly tales o^ Karcski's storm- 
troop terrorism against fellow Jews, found implicit contirniation ni the 
Angriff. Kareski "became thejew who made Hitlerism the [Jewish] na- 
tional faith."'*^ 

Kareski was not a particularly stupid man. It mav seem stränge that he 
was prepared to risk his political base in the Berlin congregation, and 
his reputation at home and abroad, for the sake of the leadership of the 
cukural leagues— important institutions to be sure, but hardly at the 
Center of lewish political power in Germany. The evidence in Kareski s 
personal "papers, and in his newspaper, the Staatsziotiist, provides the 
explanation. In early 1935 he had developed a political plan quite sweep- 
inc^ in scope. Leadership of the cukural leagues was intended only as the 
first Step in its realization. 

Kareski regularly and publicly pointed out that the Zionistische IVrff- 
«i(Tt/»(7 was not only connected with international Marxism, but was a 
failure in terms of its Zionist mission. It had not produced large-scale 
Jewish immigration to Palestine. The real reason for this failure had 
nothing in fact to do with the Zionistische Vereini^^wK^, and a great deal 
to do with British sensitivity to Arab objections/^ but Kareski found 
a more useful explanation. The "cukural Zionists" in the Zionistische 
Vereinigung, he claimed, had foolishly allied themselves, through the 
Reichsvertretung, with the obsolete "assimilationism" of the Central- 
Verein and the Reichsbund jüdischer Frontsoldaten. This unnatural com- 
bination was politically powerless. It could not prepare the one Solution 
possible given present political realities, the 'Liquidation of German 
Jewry." Kareski proposed a program which would, with government 
encouragement, result in the emigration of twent>^ thousand Jews per 
year for the next ten years, primanly to Palestine. Within about twenty- 
five years there would be virtually no Jews left in Germany, given the 
high average age ofthose who would not be able to emigrate.'^« The 

45. Press samplings, WL/G 15. 

46. The Congress Bulletin (American Jewish Congrcss, New York), Jan 24. 1936. 

47. From 1935. British policy was strongly opposcd to largc-scale Jewish iiiunigration 
to Palestine. See Laqueur, Zionism, pp. 509ff- Even betöre 1935. the wavenngs of British 
policy hclpcd to Uniit Jewish imnugration. 

48. Kareski's emphasis on total liquidation of the German Jewish comnmnity was rcla- 
tively new. In the spring of 1933 hc had still supposed that niany or most Jews would rc- 
main in Germany. In regard to thcm, his position had been close to that of the Central- 
Verein. See Lamm, "Die Entwicklung des deutschen Judentums," p. 147- 







270 .4 Jcwish CoUahorator in Nazi Gcnnany 

prograin, hc bclicvcd, vvould makc possiblc thc crcation of a Jcwish 
State. Thc Gcnnan authoritics would in tlic mcantiinc rcfraiu from ac- 
tivc economic pcrsccution of thc Jcws, who in return would launch a 
vigorous campaign to cncouragc international trade with Germany. 

Thc emigration proposal was not particularly radical. Thc initial rate 
oi eniigration suggcstcd was prcciscly that supported by die jcwish 
Agency for Palestine, and an "ordcrly dissolution" of Gcrman [ewry 
was very nuich thc goal of die Zionistische i crcini^iin^.'^'^ But Kareski 
planned to carry out bis proposal through a new nadonal Organization 
of Gcrman fews, run bv liimself and his associates. hideed, this was thc 
main point oi his proposal, since he failcd to explain liow Britain could 
be convinced to open thc gates of Palestine. According to Karcski's 
notion, thc Gcrman govcrnment would liave complete veto power 
ovcr thc personnel of thc ncw Organization, and jcws would express 
thcir approval or disapproval of the principal leadcrs in yearly plcbi- 
scitcs (not clcctions). Thc Organization would have absolute power ovcr 
thc property ot Gcrman Jcws, which it would use to fniancc the emi- 
gration oi thosc without means, in collaboration with the Rcichshank. It 
would rigidly policc thc Jewish Community. Individuais not cooperat- 
ing would be punished, and obstreperous Jcwish organizations would 
be dissolved. Gcrman Jcwry would be massively transferred out of the 
country, mostly to Palestine, under the auspices of Kareski and his as- 
sociates in the State Zionist Organization and die Berlin Jcwish coiigre- 
gation 



Herbert S. Levine 



271 



50 



49. jcwish Agenry, memorandum, Nov. 12, 1935, Abl>)N/33-46: 50/ 18N 12/20701 
(R 5630); Kurt TuchJcr, "Ordnung in der Auflösung," In Zwei Welten, pp. 128-32. In 
1935 thc Rviilisvcrtntung dccidcd to plan for a Jcwish emigration of 12,000 to 20,000 per 
ycar for the pcriod 1936-41. After thc rcviva! of active pcrsccution in the suninier of 
1935 thcrc was no shortagc of prospectivc eniigrants, but only of places to send them. 
Actual Jcwish emigration in 1936 reachcd 24,000 according to thc RcUlisi'crtrvnm\^ coni- 
pilations, and contmucd to cHmb thcrcaftcr. See thc "Arbeitsberichte des Zcntralaus- 
schusses für f hlfc und Aufbau bei der Ucichsvcrtrctung der Juden in Deutschland," esp. 
1935 and 1936, IZ/MA 727/2. 

50. Information on Karcski's speeches and plans comes from the Staatszionist, early 
1935; Hans Pomeranz, "Zionistische Arbeit in Frankfurt/M von 1932-1939," i960, 
YW/01/275; Klee, YW/01/217; Pomeranz, YW/01/245; anonymous undated mem- 
orandum on the Staais^ionist, WL/G 15; Kareski HOG trail material, CA/P 82/25, 28; 
Kareski, "Liquidation des deutschen Judentums," Mar. 1935, and undated memorandum 
on emigration plan (by internal evidence, carly 1935), CA/P 82/31. Earlier attempts by 
the l'erbiuui nationiiLUutSilur Juden and the Reichshimd jüdischer Vront Soldaten (osp. by thc 
fornicr) to ^;ain somc sort t>f Nazi-sanctiiined control ovcr Gcrman Jcwish lifc bear some 
similarity to Karcski's plan, although thc latter was ccrtainly developcd indepcndcntly. 



It must be rcmcmbered that Kareski produced his political vision at a 
time whcn Gcrman Jewish lifc was still relatively autonomous. His pro- 
gram v/as complete in its essentials in March 1935, months before thc 
issuance of the Nurembcrii laws. It seems to have been an instant success 
with thc policc. By April, thc policc authoritics had becn convinced that 
the State Zionist Organization was acting in complete accordance with 
Gcrman policy, and that it was the best channel for gctting Gcrman 
Jcws into Palestine. Mcmbcrs ot Revisionist youth groups were accord- 
ino;l\' f^ranted the riirht to wear uniforms at thcir mectinüs, a riii^ht now 
withheld Ironi all orher Jcwish groups. It was assumed that the right to 
wear uniforms would give the State Zionists a special appeal to youiig 
Jcws in a Germany now dominated by unitorms.^^ 

In many ways, Kareski strikingly torecast the reOrganization actually 
forced upon Gcrman fews after the Kristallnacht "pogrom" of Novem- 
ber 1938, whcn the Reichsvcrtrctnno vv\as turiicd into thc puppet Rcichsvcr- 
t'itiiowi'^ and ioiced Lo act as a goveiinnent agency, depoiung fews and 
confiscating thcir property undcr govcrnment instrucrions."^- In a man- 
ner unique among Gcrman Jcws, Kareski proposed to givc the Nazis 
what they wanted, even before they had definitely dccidcd that they 
wanted it. His acdons in latc 1935, and particularly thc Angriß inter- 
view, pointcd the way. But die matter had a significance beyond the in- 
ternal Gcrman Situation. 

Thc international Revisionist movement foundcd the New Zionist 
Organization (NZO) in Vienna in September 1935. Kareski was in 
touch with Revisionist circlcs that werc trying to convince NZO presi- 



Sec Herrmann, Die deutsch-jüdischen Orjjanisationen, esp. pp. 66-67, 74-80, 94-98, 100. 
The Kareski plan diflcred from thcse prt)posals in iis highly dctailcd naturc, in its sug- 
gestions for economic and p<ilice control ovcr individual Jcws, and in its csscntial purpose, 
the liquidation of thc Gcrman Jewish Community (rather than its survival withiii Germany 
as a participating section of society). It is not possiblc to say what influence, if any, 
KarciJvi's plans had on ofilcial Gcrman planning in 1935- 

51. Mommscn, "Der nationalsozialistische Polizeistaat," doc. no. 5. 

52. Schlcuncs, Twisted Read, chaps. 7, 8; Ball-Kaduri, "Von der 'Rcichsvcrtrctiuig' zur 
'Reichsvereinigung,' " Zeitschrift für die Geschichte der Juden 1 (1964): 191-99; Shaul Esh, 
"The Establishment of the 'Reichsvereinigung der Juden in Deutschland* and Its Main 
Activities," YVVS 7 (1968): 19-38; hd:iu\, Judenpolitik, pp. 229-32. Important documents 
on thc changc arc in WL/'6o2, 604. The Reiihsuereuii\iun(i plan was developcd in carly 
1939 through Gestapo and SS Channels, and prcsumably built on previous Gcrman con- 
fiscatory Icgislation (esp. the one billion mark tinc imposed after thc Kristallnacht), as well 
as on thc experiences of Hichmann in organizing massive emigration in Vienna and 
Praguc. 13ut thc genesis of thc plan rcmains soinewhat obscure. 



272 A Jcwisli Collahorator in Nazi Germatiy 

dcnt Jabotinsky to givc up liis anti-Gcrnian boycott. This may well cx- 
plain why Karcski's cftorts wcrc supportcd by thc Gcrman govcrn- 
mcnt.^-^ Kareski and bis Revisionist contacts abroad believed that only 
an alliance wirb international tascism and anti-Semitism could produce 
a Jewisb State. Tbe German police authorities werc informed tliat Ka- 
reski 's Organization tavored a transt'er of tbe Palestine mandate froni 
Britain to Italy. One of Kareski's friends in Vienna, tbe Revisionist 
Journalist Wolfgang von Weisl, had held discussions with British fascists. 
Wcisl went so tar as to envision a tuture war in wbich tbe Jewisb State 
would be allied witb Britain, Poland, Japan, and Germany against tbe 
Sovict Union and Asian and Arab revolutionaries.^'^ Kareski may even 
havc developed a plan tor massive illegal immigration to Palestine by 
German Jewisb youtbs.^^ Tbis plan would bave been intended primarily 
to produce a Revisionist Jewisb State capable of taking its place in an 
inleiualioiiai aiiticoinniunisL coaiition. 

But in 1935 Kareski's plans, and those of Weisl and otbers of similar 
mind in tbe NZO, WTre premature. Tbey were resisted successfully by 
tbe Rcichsvertrettmg and tbe Zionistische Vereiniqungy and Jabotinsky 
steadfasdy rcfuscd to give up bis anti-German policics.^^ In 1936 Ka- 
reski suffered from severe bouts of ill bealtb tbat dictated a pcriod of 
relative quiescence. By early 1937 he was ready to resume his offensive. 
This time he ignored small game, like tbe cultural leagues, and went 
dirccdy aftcr tbe Reichsuertrettmg itself Tbe public offensive was launched 



53. Suggcsted by Cohen, YW/01/245. 

54. SD-HA II 112, "Lagebericht der Abteilung II 112, April-Mai 1936," June 25, 1936, 
NA/T-175/508/508/EAP i73-g-io-i4/i4/9374i82-99; Kareski to Wolfgang von 
Weisl (Vienna), Apr. 11, 1936, CA/P S2/17; Weisl to Kareski, Apr. 14, 1936, CA/P 
82/16. Weisl had for ycars been a well-known Revisionist activist in Europe and Pales- 
tine. See scattered refcrenccs in Schechtinan and Benari, Revisionist Movement, and 
Schechtnian, Jato/iViiJ^y Story, vol. 2. 

55. Claiined by H. C. Meyer, in Stern, VVarum hassen sie uns? p. 362, on inforniation 
from Wolfgang von Weisl. Thc police appear to have been awarc of, and to havc ap- 
proved of, Kareski's dcsirc for illegal Palestinian innnigration. See Momnisen, "Der 
nationalsoziahstischc Polizeistaat," doc. no. 5. No dctails of the schenie are available, and 
it may have been no morc than a vague notion, ncver applied. 

56. Jabotinsky's insistence on an economic boycott of Nazi Germany was absolute and 
grew out of a genuine moral commitment, as well as out of an effcctive prt)paganda 
campaign aimed against thc WZO and its program of transfering CkTinan Jcwish prop- 
crty to Palestine by means of massive purchases of German goods. Jabotinsky would al- 
low for no lapics in the matter, but he continued to usc Kareski as his contact in Germany, 
dcspite thcir obvious policy diffcrences. See Schechtman, 7<i^t'f"«5iL7 Story, 2: 29. 



Herbert S. Levine 



273 



in a Kareski speecb on February 2, 1937, before i\\c Jüdischer Volkslnind 
(tbe old I 'olhspartci) in Berlin.^ '^ 

Tbe Volkshnnd no longer served tbe purpose of organizing congrega- 
tional voters — the directorate avoided tbe legally rcquired elections 
during the cn.tire Nazi period. Tbe Organization was little niore than a 
sounding board tor Kareski; a somewhat expanded brauch of thc State 
Zionist Organization. Kareski also made good use of the congregational 
press organ, tbe Gcmcitidcblatt, since tbe cditor, Leo Kreindler, was a 
close friend. Tbroughout his offensive against the Rcichsvcrtrctun^ Ka- 
reski was supported by Heinrich Stahl and bymost of the members of thc 
congregational directorate, as well as by the directorate's political crea- 
ture, the Prussian Landesverband. 

With these means at bis disposal, Kareski drew up a new indictment 
o£ the Reichsvertretun^. It was based on the old charge that the Rcichs- 
uerirciHttg was an abi>üid, poulically inipoteiiL conibiiialioii, a mating 
of rabbits and carp." It was now empbasized that the Berlin congrega- 
tion, displaying as it supposedly did all tbe orientations within German 
Jewry working togcther harmoniously, was the only Jewisb institution 
suited to carrying out tbe practical side of Jewish work, in Cooperation 
with the Lande sverhätide and the smaller congregations. It was alleged 
tbat tbe Reichsvertretun^f had developed an enormously expensive ad- 
ministrative bureaucracy, doing work wbich was already being done, 
or should be done, by the congregations. It was suggested that thc en- 
tire administrative apparatus of tbe Reichsvertretw\^, that had by now 
mcorporated all centralized Jewish mstitutionai etiorts, shouid be dis- 
banded. Tbe Reichsvertretmn^ ought to be nothing more or less than a 
small political Council, capable of negotiating with the German gov- 
ernment. Wcre this retorm carried out, German Jews would bave 110 
need to go begging funds trom foreign Jewisb organizations.^^ 

This conccrted attack did not neglect tbe Zionistische Vereini<(yut]<;j and 
its related institutions, tbe Palestine Office and the transfer companies 
{Paltreu and Haavara) that handled the discounting and transfer ot im- 
migrant assets from Germany to Palestine.'''^ These institutions were 



57. Kareski spcech, "Haben wir eine Reichsvertretung?" Fcb. 2, 1937. CA/P S2/31. 

58. Loc. cit.; Gctueindeblatt, ]An.-MAy 1937, csp. Stahl spcech, Jan. 17, and Kreindler 
cditorial, "Der Erlösungsmarsch," May 30, 1937, as exnmples. 

59. Pallreti and Hiuvara had been functioning quite well, in agreement with iho Ger- 
man governmcnt. In February 1937, conuident with Kareski's first attack. the mwern- 
ment changed thc ruies greatly to the disadvantagc of emigrants, and thc two institutions 









274 AJcirish Collahorator in Nazi Gcrmmiy 

also accuscd of wasrcfulncss, aiul cvcn of vcnality. Bat thc main targct 
was thc Rcich<vcrtrctmi(i, thc instrunicin by which thc Ziotiistisciw Vcrei- 
tiiii^iUK^ now cxcrciscd poHtical influciicc o\ er Gcrnian Jcwry as a wholc. 
A grcat dcal was at stake. Thc 1937 biidgct of thc Rcichsvertntiiu^ was 
4,381,60c inarks, of which 2,770,000 marks woulcl conic froin thc 
British, Frcnch, and American Jcwish organizations unitcd in thc Coun- 
cil for Gcrman Jcwry, with hcadquartcrs in London.^'^ Thc Reichsvcr- 
trctim^ was the sole channcl through which thcsc torcign agcncics would 
send nioney into Gcrmany — thc vcry funds that Kareski insistcd vvcrc 
nccdcd only to subsidize Rcichsvcrtrctnu^ burcaucrats. 

On May 25 Kareski frankly statcd that thc State Zionist Organization 
w'as prcparcd to takc ovcr thc political work of thc Reichuertretuti^, 
leaving thc rcst to thc congrcgations. Rcichsvertretun^y prcsident Leo 
Bacck and managing dircctor Otto Hirsch<^^ discusscd thc complaints of 
thc Berlin congrcgation in secret ncgotiations with Kareski and Stahl. 
Karcski tricd unsuccessfullv to nitimidate Hirsch and Bacck into making 
concessions beforc thc political organs of thc Reichsvertretung, thc presi- 
dium and the Council, could nicct as schcdulcd on June 15.^^^ Both sides 
engaged in a press war. Kareski used thc Bcrhn Gemcindeblatt, whilc 
Bacck and Hirsch enjoycd thc support of thc press organs of the Ceti- 



Herbert S, Levine 



275 



encouiuered iiicrcasing govcmir.cnt t>pposition ihercaftcr. Thc Opposition camc from 
two sourccs, opcrating on clian^ctrically opposed policy ccuisidcrations. Thc Foreign 
Off'rc iT^d r»thcr mitii^iri'"«: hcrr^r\ fo <;prrnlarr on rhe ndvantngcs of Arab friendship. 
while ihcy dcvelopcd hcsitatioiis about cncouraging thc fonnation of a ncw ccntcr of 
Jcwish power in Palestine. The SS and police tirclcs in contact with Karcski still dcsircd 
to encourage Jcwish sctticnicnt in Palestine in ordcr to rcmovcjews froni Gcrmany, and 
opposed stirring up Arab nationalisiii in Palestine for that reason. This policy vw.s altered 
only slowjy. wnh grcat reluctaiuc. But tiie poIicc diel approve of ninking diffxiilties trr 
the Haavara transfcr, as a ploy to convnicc thc britisli to issue nu>rc labor certiticates in 
ordcr to cnipty Gcrmany of its poorer Jews first, n.th.cr than giving favored trcatment to 
thc wealthy. 1 he change in policy toward Haawira in carly 1937 allowed Kareski to 
attack thc transfer with impunity. See SD-HA II 112, "Zum Jiukniproblem," Jan. 1937. 
NA/T-175/508/508/EAP 173-p-i 0-1 4/ 12/9374067-86; Pinner, "Verniögenstransfcr," 
esp. p. 152; Yisraeli, "Transfer Agreement," pp. 136 40. 

60. "Sumn-iary of Budget of Keichsvertretung fc;r Work inside Gcrmany in 1937." 
March 1937. \VL/6o6. 

61. The RciJisviTirctun^ is frcc]ucntly iuentifieJ wiih Bacck altMic, but Otto Hirsch 
playcd a vitsl pi^litical and organi?ati<»nal role. On I lirsch, sec Maria Zelzcr, IV'cii uvJ 
Schicksal der Stiittcartcr JiuLii (Stuttg.irt, 19«')4), pp. 275-So. 

62. Getfu'iiuUbliVi, M.iy 30, 1937; (iemeiiidevorstand to Reiehsverirelimg, Jiuic 1, 1937. 
and Reichsvertretung to Genieindevorstand, June 4, 1937. WL/603. 



tral-Verein and thc Ziotiistischr Vereitiigtwg. Thc cxchanges wcrc hcated, 
to say thc Icast.^-^ 

hnportant support for ßacck and Hirsch camc from London. Thc 
Council for Gcrman Jcwry was donnnated by non-Zionists, used to thc 
nonpolitical traditions of Jcwish philanthropy. Ovcr thc preceding few 
ycars they had begun to work together with the World Zionist Orga- 
nization, although tcnsions had by no means disappeared. Thc leadcrs o{ 
the Council becamc somcwhat panicky at thc thought of the Reichs- 
vertretuug falling into the hands of Rcvisionists, whom thcy rcgarded as 
dangerous cxtrcmists within a Zionist movement füll cnough of odd 
types. After quick consultation with Felix Warburg in New York, thc 
Council sent a Icttcr of support to Bacck that viewed most negatively 
the prospect of a transfer of the Reichsvertretimg to leadcrs represcnting 
'limited scctions of thc communit)'." Thc Icttcr also containcd a threat 
aimed at the Nazi authoritics: "It is to be apprehendcd that, if the con- 
fidence in those who directed thc work [of thc Rcichsveriretung] wcrc 
impaired, the bodics represented in thc Council [for Gcrman Jcwry] . . . 
might be unablc to maintain on the present lines their assistance to the 
programmes on bchalf of German Jcwry, which includc the work of 
emigration and training."^"* Thc message was clear. If thc Nazis per- 
mittcd Karcski to takc ovcr thc Reichsvertretung, thcy would endanger 
the entire program of Jcwish emigration, and incidcntally lose one of 
their most profitable sourccs of despcrately needed foreign exchange. 

The presidium and thc Council of the Reichsvertretung mct as pre- 
viously schcdulcd on June 15, but no clear decision was reached. The 
lettcr of support from London was read, and apparcntly produced some 
imprcssion on thc four policc officials observing. Thc meeting created a 
special committec to invcstigate thc complaints raiscd by thc Berlin 
congrcgation. Thc committec includcd Karcski, but was controllcd by 
thc supporters of Bacck and Hirsch. The lattcr wcrc plainly attcmpting 

63. Ccniral-Vcrein Zeitung, June 10, 1937; Jüdische Rundschau (organ of Zionistische 
KemVi/tjwfnj), June 4 and 11. 1937; Camindcbhui, June 13, i937- Dcspitc considerablc and 
incrcasing limitations, thc Jcwish press in thc Third Reich was rclativcly free to cxpress 
c^ifTcring opinions on intcm.?l Jcwish questions until its Virtual disappearance after the 
Kristaihhuht. Thc most important limitation, by 1935, was directed against diose Jews 
who tricd to convince their fellows to remain in Gcrmany. See Lamm, "Die Entwick- 
lung des dcutsciicn Judentums," pp. 134-35. 

64. Lord Herbert Samuel to Bacck. June 11, 1937. and sec also Samuel and O. E. 
d'Avigdor (ii^ldschmid to Felix Warburg, draft telegram, n.d. (June 10, 1937'). Mt'yer 
Stephany (Joint Secretary, Council for Cicrnun Jcwry) to Samuel, June 11, 1937. WL/ 
606. 



276 A Jewish Coüaborator in Nazi Gcrmmiy 

to takc thc sring out of Karcski's attack by making soinc conccssioiis on 
thc practical Icvcl to thc Berlin cougrcgatioii's complaint that it was not 
bcing allowcd a sufticicnt rolc in Jcwisli affairs/'"' 

As thc commitrcc dchbcratcd on thc naturc of thc compromisc, Ka- 
reski addcJ to his arscnal m thc prcss war by supplcnicnting his control 
of thc Gcmciniichlm with a ncw papcr pubhshcd by thc State Zionist Or- 
ganization (the Staatszionist had foldcd in 1935). The ncw papcr, Das 
Jüdische Volk, combincd vigorous denunciation of all opposing Jewish 
organizations with an emphasis on heroic Jewish nationalisni, and sup- 
portcd the claim of thc Berlin congregation to thc practical Icadcrship 
of Gernian Jewry/'^ Das Jüdische Volk was foiindcd with unusual case, 
at a tinie when otficial restrictions wcre making it incrcasingly difficult 
for established Jewish (and other non-Nazi) papers to operatc.^^ The 
ncw papcr pulled no punches, and used a language vcry much akin to 
that found in the Nazi press. hi its sixth issue, there was a clcar injiinc- 
tion to Palcstinian Revisionists to murder thc leader of the Zionistische 
Vereinigwic, Siecrtried Moses, who was about to inimigrate to Palestine. 
Kareski did arrangc for a retraction in a later issue, but it was so incon- 
spicuous, and so vaguely wordcd, that thc sinccrity of his repcntence 
might reasonably have been doubted.^^ 

Thc special cominittee formed onjune 15 reported to the Council and 
the presidium of the Reichsvertretung on July 7. Thc result was a com- 
promisc that considcrably increased the influence of thc Berlin congre- 
gation in the supervision of Jewish educational and training efforts and 
in the wnrkincr<; of rhe Reichsvertretww itself A new presidium was 
clccted, which did not include Kareski, but which did include an otficial 
of thc State Zionist Organization. Kareski won a seat on thc ncw budgct 
committee created as a watchdog over Reichsvertretung tinances. The 
compromisc was thc result of considerablc pressure from thc Berlin 

65. "Protokoll der Sitzung des Präsidialausschusscs und des Rats der Ucichsvcrtrctung 
. . . vom 15. Juni 1937," and *'Protokt>ll der Sitzung der Ratskoniniission vom 28. Juni 
1937," WL/602; Ctmncil for German Jcwry, unsigned iiiemorandum, June 29, 1937. 
WL/606. 

66. Das Jüdische Volk, first issue, July 2, 1937. and issues following. See also Jüdische 
Rundschau, }unc iS, 1937, and Ccmcindcbl alt, June 20, 1937, f<>r contmuing press war. 

67. As was pointcd out in a vvcll-informed, carefully nonpartisan memorandum by 
World Jewish C:ongress, Sccrctariat of the International Ccntre (Gencva), "Thc Position 
of the Jews in Germany (cnd of October 1937)." submitted to Leaguc of Nations olVi- 
cials, Nov. 25 and Dec. 13, i937. ASDN/33-46: 50/7100/31721 (R 57-20). 

68. The murder threat was a major subject at thc Karcski-MOG trial. See CA/1^ 82/25, 
and Kareski to Zoltan lllcs (cditor, Das Jüdische Volk), Nov. 11, 1937, CA/P 82/27. 






Herbert S. Lcvitic 



277 



congregational directoratc, which had cven threatencd to break oß re- 
lations with the Reichsvertretung if its dcmands did not reccive soinc 
considcration. But the Reichsvertretung administrative structure rcmaincd 
intact, and Baeck and Hirsch for the time bcing retaincd control ot thc 
presidium and the ncw budgct committee by slim margins. Kareski had 
not yct won, but he had his foot in the door and thc Situation was still 
fluid/^'^ 

There is 110 telling liow far Kareski might have gone in his attcmpt to 
gain control of thc Reichsvertretung if he had not suddenly bcen hit by a 
blow from an cntircly ncw direction. In mid-July his Iwria bank teil 
into fmancial difficulty. Kareski, thc bank's board chairman, strugglcd 
to mcct current obligations. He failcd, because of the sizcable bad loans 
that had bcen granted in the past, in violation of the law and die bank's 
Statutes, to other members of the board and the management. Thc con- 
gregational directoratc was alarmcd at the impending bankruptcy, 
which would destroy the savings of a iarge number ofjcws w ich modest 
means. In an attcmpt to save thc bank, the congregational directoratc 
put up a Iarge loan. On July 23 Kareski was forced to resign from thc 
directoratc, nominally in order to avoid a conflict oi intercst. It was 
ncvcr provcii that he had profited pcrsonally from thc bank's misman- 
agement, but many of his dosest associates certainly had, and his per- 
sonal responsibility was undcniablc. The congregation's cffbrts to save 
the bank wcre expensive and futile. Thc hvria wciit bankrupt in Sep- 
tember, as Kareski left Germany for his fateful Visit to Palestine, and 
wild rumors flew connecting the bank with the Gestapo. "^^ 

Karcski's enemies in the Berlin congregation used the Iwria scandal 
as an opportunity to destroy his political power. Former allics, includ- 
ing Stahl, wcre disillusioncd by Karcski's rolc in the scandal and turned 
against him. Kareski handpicked his own replacement when he re- 
signed from the congregational directoratc, but his candidatc was over- 
whelmingly defeated by the assembly. The police maintaincd their in- 
tercst in congregational politics, and forced the directoratc to accept 



69. "Protokoll der Sitzung der Ratskommission vom 28. Juni 1937." and "Protokoll 
der gemeinsamen Sitzung von Rat und Präsidialausschuss am 7-7-37," WL/602; Das 
Jüdische Volk, ]u\y 9, 1937. 

70. Major sources for the Iwria scandal: contemporary issucs o( Gemcindchlatt and Das 
Jüdische Volk; antmymous undatcd contemporary memorandum, "Der lall Kareski, 

WL/C; 15; Kareski-HÜC; trial matcrial, CA/P 82/25-28. Other references scattered 
throughout CA/P 82 and Y W/01/245. 




278 AJewish Collaborator in Nazi Gcrmany 

Karcski's candidatc 011 Octobcr 15/* The State Zionists could continue 
to cxercise somc influencc in the congregation, but only as police agcnts. 
Their role as genuine fewish political representatives was ovcr, and the 
power ofKareski's Bcrhn Organization was broken. 

In the Rcichsvcrtrctiin^, Baeck and Hirsch were left to carry on their 
work in relative peace. Ironically and tragically, the acceleration of the 
Nazi anti-Semitic program after the Kristallnacht cventually forced 
them to plav the vcry role that Kareski had so niuch desircd for hini- 
self. The Nazis granted them a puppet dictatorship over their brethren, 
and they niournfully supervised the "liquidation ot German Jewry."'^^ 
But the "liquidation" devcloped in a direction horribly difterent trom 
that once cnvisioned bv Kareski. 

If Kareski's enemies arc to be believed, he was far blacker than hc has 
been painted here — a vicious police informer whose denunciations di- 
rectly resultcd in the interrogation and arrest of many Jews7^ The evi- 
dence is unclcai al iiiaiiy poiiits, but an evarüation Oi ivarcsKi s historicai 
significance nced not depcnd 011 unproven accusations. There is no 
doubt that he worked closely with the police and intelligence agencies 
of the German government and the Nazi part\'. In fact, hc had becomc 
so closely identified with the police by 1937 that they hesitated to use 
his Services in matters where police involvement was to remain secret. 
As Kareski himself once pointed out, "Every politically active person 
in Germany has relations with the Gestapo, and must have them.'"^'* 

71. Das Jüdische Volk,]\x\y 23, 1937; Gcmciiidcbkn, Oct. 24, 1937; "Schriftsatz der 
HOG," Nov. 24, 1937, CA/P 82/25; Stern, Warum hassen sie uns?, p. 217. 

72. See n. 52, above. After the KristaUnacht the Jewish political organizations were dis- 
solved. The State Zionist Organization, of no use to the Nazis after the Kareski dcbacle, 
had alrcady been disbanded by the authorities on Aug. 3t, 1938, on the grounds that it 
had niaintained connections with the inteniatioiul Revisionist movement, which was 
hostile to Gcrmany. See Hagen (SD-IlA II 112), "Die Organisationen der Judenhcit, 
ihre Verbindungen und politische Bedeutung," Sept. 1938, NA/T-i75/4u/4ii/EAl^ 
i73-b-i6-t 4/63/293*^2 19-56. 

73. There is very strong, but not conclusive, evidence that Kareski used blackmail and 
secret denunciations in 1935 against Alfred Ivupfcrberg, editt>r of the Israelitisches Fami- 
lienhhitt. 7he F'aniilienblatt was cventually taken over by Kareski's fricnd Leo Kreindlcr. 
See Kareski-HOG trial material, CA/P 82/25, 27, esp. Kupferberg affidavit, Oct. 28, 
1937 (P 82/25), and Mrs. Kreindlcr to Leo Kreindler, Nov. 11, 1937 (P 82/27). 

74. Kareski, lettcr to the cditor, Sept. 28, 1937, IsraeUtisches Wochenblatt für die Schweiz, 
Oct. 1, 1937. Kareski may have planncd his attack on the Rcichsvertretun^^ in Cooperation 
with the police, since an iinportant meeting bctween Kareski and an associate and police 
otTicials on Nov. 24. 1936, is recorded in SD-HA II 112, "Tätigkeitsbericht 1.10.193^»- 
15.2.1937," Fcb. 17, 1937, IZ/EICH {Eichmann-Prozess. Beweis-Dokumente) 1451- No 
mdicaiion of the subject of the meeting is given. In June 1937 Kareski oflcred to provide 



Herbert S. Levine 



279 



But Kareski wcnt further than any other significant Jewish leader in 
publicly identifying his cause with that of National Socialism, and his 
actions unquestionably endangered his Jewish oppoiients. 

Hans Chanoch Meyer has recently defcnded Kareski, in part on the 
grounds that he was liked by many who knew him. This may well have 
been the case. 1 he records of the Iwria scandal suggest that Kareski was 
a good friend — perhaps too good a friend. More important is Meycr's 
Suggestion that Kareski's actions were justificd by his unqucstioned de- 
votion to the creation ot a (ewish State in Palestine, and by our knowl- 
edge of the täte sutlered by those Jews who did not leave Germany. '^-'^ 
Unfortunately for this argument, there is no shred of evidence that Ka- 
reski ever foresaw the final Solution or anything approaching it. Meyer 
credits Kareski with first suggesting the illegal, mass immigration meth- 
ods which were used in late 1938 and 1939 by Revisionists and many 
other Zionists for getting Jews out of Danzig, Vienna, and other places, 
and iiitu Palcsiiiic. Theie ib 110 leal evidence iliac Karcbki did more diaii 
the numerous other Revisionists, and labor Zionists, involved in plan- 
ning the strengthening of thejewish population of Palestine. ^^ Kareski's 
own actions did not save a single Jew, and he came close several times to 
disrupting the entire emigration program, which certainly did save 
many. He acted in the interest of his own political views. He may or 
may not have served the cause of the creation ofa Jewish State, but he 
certainly ill-served his German Jewish constituents. The Zionistische 
Vereinigung, on the other band, was reluctantly ready to accept even the 
partition of Palestine, if it would lead to a settlement of the Palestine 
question that would aÜow more Jews to cscape the Nazi reach.'^ 



two free tickets to the SD for a trip to the Middle East (cventually madc by Hagen and 
Eichmann of SI^-HA 11 1 12), but this otTcr was rejectod ft)r fear Kareski's involvement 
would make it obvious that the German "joumalists" to be sent to the Middle East were 
actually police intelligence operatives. See Hagen (SD-HA II 112), rcport, June 17, 1937, 
N A/T-i 75/41 1/411 /EAP 1 73 -b-i 6-1 4/62/29361 89-94. 

75. H. C. Meyer, in Stern, Warrum hassen sie uns? 

76. Meyer, loc. cit., cites Weisl. On later Revisionist activities in Danzig, where a 
Revisionist did succccd in taking over Jewish leadership in collaboration with the police, 
See Herbert S. Levine, HitUr's I-ree City (Chicago, 1973), pp. 136-37. The British closely 
watchcd illegal Zit)nist immigration to Palestine, Revisionist and othcrwisc, and impor- 
tant material is in the Public Record Office, London, esp. in FO (Foreign Office) 371, File 
i3<^'9/48. p'irt of which is still closcd until 1990. 

77. Nevile Henders<Mi (British ambassador, Berlin) to Lord Halifax (British foreign 
minister). Mar. 23, 1938, Public Record Office, FO 371/21693/C 2112/251/18, reports 
conversation of Mar. 19, 1938, between cmba.ssy ofTicial and Hans Friedenthal, then head 
of the Zionistische V'ervini'^uno. On partition plans, see Laqueur. Zionism, pp. 516-27. 







28o AJcu'ish CoUahorator in Nazi Gcnnany 

The liopcs of the Zionistische Vcrcitiii^nti^y tor thc cstabli^liincnt of a 
Jcwish honic in Palcstiiic wcrc at Icast as fcrvcnt as Kareski 's, biit they 
wcre based on a iniich Icss extreme tonn of Jewish narioiialisni. It was 
assuined that the grovvth o\ the Jewish l^ilestiniau settlenient could 
proceed in a manner that respected Arab claims, and that peaceful and 
gradual sohitions to the Palestine problem could be found. This ap- 
proach was advocated by a number ot prominent German Zionists after 
their emigration to Palestine. They met with no success whatsoever. 
Their ideas feil completely out of tavor in Zionist circles after the be- 
ginn ing oi the Second World War, since they could not provide rapid 
Solutions to pressing dirticulties7^ As a result ot the Jewish catastrophe 
in Europe, the World Zionist Organization in practice adopted a Solu- 
tion to the problem ot thc Jewish State identical to that advocated by thc 
Revisionists, although thc argument w^ith the Revisionists on other mat- 
ters continued for some time7^ This development creates a possibility 
for retrospective Jewish approval ot Kareski, as Meyer 's recent iipolo<^ia 
shows. But an argument within thc contcxt of Zionist tactics and goals 
both exaggcrates Karcski's contribution to these areas, and ignorcs thc 
real significance of Karcski's role, the implications of which were Eu- 
ropean in scope, not merely Jewish. 

This was tirst realized after the war bv Karcski's old enemv from thc 
Zionistische Vereinigung^ Benno Cohen. Despitc Cohcn's dislikc of Ka- 
reski, he insisted that thc man was not to be regarded as a Nazi agcnt er 
spy. Rather, "Kareski w^as thc tirst cxample of thc Quisling in the Euro- 
pean World. "^^ Karcski's nationalism and hatred of socialism Icd logic- 
ally to an ideological as well as practical identification with National 
Sociaiism. For thc sakc of his poiitical convictions, and to advance his 
personal power, Kareski attempted to use Nazism to cnforce his will on 
his own pcople. \\\ short, hc was a "collaborator," as thc term eventually 
came to be understood in wartime Europe. 

78. Robert Wcltsch, "Dcutsclicr Zionismus iii der Rückschau," In Zwei IVcltcn, pp. 
27-42. Wcltsch hiinsclf, as cditor of thc Jndischc Rundschau durmg the Nazi perit)d, 
rcgularly disparagcd the notion of an exclusivcly Jewish State in Palestine, and this 
"cultural Zionist" position causcd some ditficulty within thc Zionistische Vercini(iun(>. See 
Lichthcim, Geschichte des deutschen Zionismus, pp. 236-41. Wcltsch, like fellow German 
Zionist Georg Landauer, was badly disillusioncd by the manncr in which the Zionist 
movement dcvclopcd and the State of Israel was founded. The process of disillusionincnt 
may be ft>llowed closcly in Landauer. Zionismus. 

79. Hannah Arendt, "Zionism Reconsidcred," Menorah Journal t,i (1945), rcprintcd in 
Michael Selzcr, ed., ZAonism Reconsidcred (New York. 1970J, pp. 213-49, esp. pp. 213-14. 

So. Cohen, YW/oi/6. 



Herbert S. Lcvific 



281 



A recent study of the Jewish Councils [Judenriite) that contributcd to 
the execution of the final Solution fmds that genuine [ewish "collabora- 
tion" wns virtually impossible, givcn the Nazi goal of excernnnation. 
Only certain corrupt, degenerate individuals may have been exccp- 
tions.si The conclusion makes a grcat deal of scnse, when applied to the 
Jewish Councils. But the Kareski case shows that genuine Jewisii col- 
laboration was indeed possible, betöre the outlines of the fmal Solution 
wcrc clenr to either perpetrators or victims. \n the polarizcd poiitical 
World ot the thirties, which participants tended to divide into fascist and 
antifascist, or communist and anticominunist, politics very frequently 
made stränge bedtellows. "Collaborationism" was morc than thc re- 
actioii to Nazi victories of vcnal or frightencd pcople. Even betöre the 
war, thc Nazi success story was the model and thc inspiration for a loosc 
international "movement." So strong was the appcal of a movement 
bascd on the nationalism of individual peoplcs, cemented by anti- 
"Marxism" and an ideology of struggle, that even Jewish nationalists 
might attempt to join. Given the anti-Scmitism of the Nazis and of 
many similar non-Gcrman groups, Jews wcrc rclatively immune to the 
allurcs of international 'Tascism." If, nonetheless, Jews like Kareski did 
fall victim to thc temptation to use Nazi power to achieve internal Jew- 
ish poiitical goals, we can hardly be astonished at thc relative case with 
which the Nazis were eventually ablc to rulc o-cupied Europe. 



^^ 81. Isaiah Trunk, Judenrat (New York, 1972), pp. 570-75. Cf. Herbert S. Levine, 
"Comments [on the European Jewish Hc^locaustj," Societas—A Review of Social Hisiory 2 
(197-2): 277. 



WS^ 




'' 19. Mai 1976 

Mr. Kurt Jokl 

83-3Ö Penelone Avenue 

Forest Hill«, NY 11375 

Iiieber ^Jokl, 

E« hat mich gefreut, Sie neulich bei unaerer Gruppe wieder- 
zusehen und auch zu hoeren, dass Sie juit" ineiner Prau und meiner 
Tochter aus alten Erinneruncren erzaehlt haben. Da Sie ein so 
gutes Gedaechtni» haben, so moechte ich heute daran appellieren, 
um Ihre Erinnerungen an die Breslaaer Zeit fuer meinen Weimar- 
Band, an dem ich arbeite, auszuwerten. 

bin gerade bei dem Kapite l/ ^Die Juden als Waehler" und 
gebe ieweila ain paar Beispiele fuer diejiriTlgenr^^crre*^ nicht demo- 



Ich 



gebe ieweila ain paar Beispiele fuer dieiiSTTigen, die nicht demo- 
Vratiseh sondern /Zentrum oder eine der sozialistischen Parteien, 
natuerlich auch Deutsche Volkspartei gewaehlt haben. Die juedi- 
schen Waehler lassen sich im allgemeinen in drei nruppen auf- 
teilen, Geschaeftsleute, Angestellte und Akademiker. 

Nun waren Sie ja in der sozialistischen Studentengruppe. 
Erinnern Sie sich ungefaehr, wieviel juedische Mitglieder diese 
hatte? Das wuerde einen guten Anhaltspunkt geben, im allgemeinen 
war ja, wie wir wissen, die Zahl der sozialistischen juedischen 
Waehler bis 1*^2P klein, f?ir stieg erst seit 1930 mit der Begrue«- 
dunq der Staatspartei und ihrem Zusammenbruch. Haben Sie auch eine 
Ahnung, wie gross r'ie sozialistischen Studentenverbaende an einer 
anderer* oder einigen anderen Universitaeten waren? 



Ich gäbe auch die Nam^n einiger juedischer Sozialisten auf 
Lehrstuehlen. Fuer Breslau habe ich Siegfried Marck, der je erst 
nach dem Knde der 7.eit Beckers von Grimme ernannt wurde» und fuer 
^i0^ Tirt^mv^rt^y^iM' A^r\ M^rUzinAr i^ 1 chard Puchs . der Mitalied des 
Preussischen Staatsrats war. Er war Extraordinär ios. Faellt Ihnen 
sonst noch jemand ein? An Medizinern, die praktizierten und nebenbei 
Vorleseungea als Privatdozenten oder Extraordinarien hielten, wie 
mein alter l'reund Rud41f Stern, bin ich nicht interessiert. 



) 



Sollten Sie mir eine oder einige dieser Fragen beantworten 
koennen, so waere ich Ihnen sehr dankbar. Inzwischen bleibe 
ich mit besten Gruessen, auch von meiner Frau, 



\ 




^/ 



4^ ^ii'/U*j^ 



/ 



Ihr 



/■ -- 




^mi-^ 



/ 







ir- 



Keicböminifteu Sri* ßortj^HJefeu un5 ©taataminifrer 
f^eumann ©ctjeec ala nacöFommen 5er olbenburgifdjen 
@ä)ut?ju5enfamilje C^ötuenftein 



Von Harald S c h i e c k e 1 



i 



Der Politiker und Reichsminister Erich Koch-Weser (1875—1944), dessen 100. 
Geburtstag sich am 26. Februar gejährt hat, Enkel eines Tischlermeisters in Jever 
aus einer ostfriesischen Bauernfamilie in Hesel (Kr. Wittmund) \ stammte durch 
seine Mutter aus einer der ältesten Judenfamilien der erst seit 1692 wieder von 
Juden bewohnten Grafschaft Oldenburg. Sie geht zurück auf Kaiphas Lev'i, der zu- 
nächst in Oldenburg im Dienst der Familie Goldsckmidt stand und seit 1759 in 
Ovelgönne lebte. 1765 erhielt er einen Schutzbrief zum Handel und Schlachten für 
das Gebiet von Stadland und Butjadingen. Seine Frau soll eine nahe Verwandte der 
Familie Goldschmidt gewesen sein". 1788 wurde sein Schutz bestätigt, und 1796 
beantragte er die Übertragung des Schutzes auf seinen Sohn Salomon Kaiphas. Des- 
sen Bruder Leib Levy (ca. 1771 — ca. 1829) lebte ebenfalls als Schutzjude in Ovel- 
gönne und war mit Tina (oder Dina), gen. Tolzhen Marcus (ca. 1777—18 52) ver- 
heiratet. Sie nannte sich, nachdem die oldenburgische Judenverordnung von 1827 
die Annahme fester Vornamen vorgeschrieben hatte, seit 18 32 LöweMStein und zog 
mit mehreren Kindern nach Jever. Ihr ältester Sohn war David Levy lewensteiH 
(1804—1881), der als Viehhändler in Burhave lebte und 18 37 einen Schutzbrief er- 
hielt. In erster Ehe war er seit 1828 mit Nanny Selig (1796-18 37) verheiratet, die 
später Smröder genannt wurde, Vv^itwe des Levi Mepidel(sopi). 18 37 schloß er die 
zweite Ehe mit Julie Mengers aus Bremerlehe, zog später als Rentner nach Olden- 
burg und ist dort gestorben. Seine Tochter Minna Lewenstein (1841—1930) wurde 
am 6. 6. 1866 durch Ziviltrauung mit Dr. Anton Koch (18 38—1876) vermählt, der 
als Oberlehrer an der Realschule und Inhaber einer höheren Mädchenschule in Bre- 
merhaven lebte und ein Schwager des Pädagogen August Kippeiiberg in Bremen war, 
des Vaters des Verlegers Anton Kivpenberg. Erich Koch (seit 1927 Kodi-Weser) war 
nach dem Tode des Vaters in die oldenburgische Heimat seiner Eltern zurückgekehrt 
und bis 1909 Bürgermeister von Delmenhorst gewesen. Als Stadtdirektor seiner 
Geburtsstadt Bremerhaven und als Oberbürgermeister von Kassel (ab 1913) be- 
tätigte er sich weiterhin in führenden kommunalen Stellungen und war nach dem 
1. Weltkrieg 1919—1921 Reichsinnenminister sowie 1928—1929 Reichsjustizmini- 
ster. Er gehörte zu den Gründern der Deutschen Demokratischen Partei und wurde 
1924 auch ihr Vorsitzender. Wegen seiner ablehnenden Haltung gegenüber den 
Nationalsozialisten, die ihn wegen seiner „nichtarischen" Abstammung auch zur 
Aufgabe seiner Anwaltspraxis in Berlin gezwungen hatten, emigrierte er 193 3 nach 
Brasilien, wo er 1944 starb'"'. Seine erste Frau Berta FortmaHn (1880—1923), Toch- 
ter eines oldenburgischen Oberlandesgerichtsrates, entstammte einer der reichsten 



^ Die Familie Kodi aus Hesel bei Reepsholt. In: Die Tide, 5. Jg., 1921, S. 233 f. 

^ Die Angaben über seine Familie sind den Judenschutzakten des Niedersächsischen Staatsarchivs 
Oldenburg sowie den jüdischen Personenstandsregistern entnommen, deren Inhalt in einer vom 
Vf. bearbeiteten Kartei festgehalten ist. — Zur Familie Coldsdiiuidt, zu deren Nachkommen auch 
Gerd Bucerius gehört, vgl. jetzt Gerhard Ballin, Die Familie Goldschmidt-Oldenburg. In: Olden- 
burg. Familienkunde, 17. Jg., 1975, S. 121— 156. 

' Artikel Eridi Kodi-Weser in: Bremische Biographie 1912—1962, bearb. v. Wilhelm Lührs, Bremen 
1969, S. 283 ff. (Klaus Sdiwarz); Georg v. Lindern, Kleine Chronik der Stadt Delmenhorst. Olden- 
burg 1971, S. 94 f. 



518 



GENEALOGIE - Heft 5/1975 






l^z^S^^lG&itiims^ 



Reichsminister Erich Koch-Weser und Staatsminister Hermann Scheer 



«t 



I 



Familien der Residenzstadt Oldenburg. Ihr väterlicher Großvater war, ebenso wie 
der Großvater ihres Mannes, zunächst Handwerker (Klempner) und hat dann als 
Kaufmann und Unternehmer zu den führenden Wirtschaftskreisen in Oldenburg 
gehört'. Zwei Neffen von Erich Koch-Weser, Söhne seines Bruders Adolf (1867 bis 
192 3), Rechtsanwalt in Jever und Rüstringen, Mitglied des Stadtrates sowie Ratsherr 
in Rüstringen (jetzt Wilhelmshaven), haben nach 1945 leitende Stellen in Olden- 
burg und Niedersachsen innegehabt. Dr. Ekhard Kod\ (* 1902), zunächst mit der 
Leitung des Ministeriums für Justiz, Kirchen und Schulen in Oldenburg betraut, war 
dann dort Oberlandesgerichtspräsident, Vizepräsident des Zentraljustizamts in 
Hamburg, Präsident des Verwaltungsbezirks Oldenburg von 1953—1955, schHeßlich 
Staatssekretär in Hannover'. Sein Bruder Dr. Harald Y.od\ (* 1907) gehörte der 
oldenburgischen Regierung 1946 als Finanzminister an und war später hessischer 
Finanz- und Wirtschaftsminister ^ 

Kalphas Levi 
ab 1759 in Ovelgönne 

^ 



Leib Levi 

(ca. 1771 — ca. 18 2Q') 
Handelsmann in Ovelgönne 



David Levy Lewenstein 
(1804—1881) 



Marianne Levi 

00 Joseph Schiff 

Kaufmann in Elsfleth 



Moritz Löwenstein 
(1816—1875) 
Arzt in Jever 



_/^ 



Minna Lewenstein 

(1841—1930) 

00 Dr. Anton Koch 

Oberlehrer in Bremerhaven 



Max Löwenstein 

(ab 1885 Scheer) 

(1852—1920) 

Arzt in Oldenburg 



Hermann Löwenstein 

(ab 188 5 Scheer) 

(1855—1928) 

Minister in Oldenburg 



-/^ 



Erich Koch-Weser 
(1875—1944) 
Reichsminister 



Adolf Koch 

(18e<7— 1923) 

Rechtsanwalt in Jever 

und Rüstringen 



Ekhard Koch 

(* 1902) 

Verwaltungspräsident in 

Oldenburg, Staatssekretär 

in Hannover 



Harald Koch 

(* 1907) 

Minister in Oldenburg 

und Wiesbaden 



Nun war Erich Koch-Weser aber nicht der erste Nachkomme der oldenburgischen 
Schutzjudenfamilie Löwenstein, der es bis zum Minister gebracht hatte. Denn ein 
Vetter seiner Mutter, Hermann Sckeer (1855—1928), war von 1908 bis 1919 olden- 
burgischer Minister und fungierte von 1920 bis 1924 mit dem Titel Staatsminister 
als stellvertretender Bevollmächtigter im Reichsrat und Vertreter Oldenburgs beim 
Reich \ Er wurde in Jever geboren als Sohn des Arztes Dr. Moritz Löwenstem 
(1816—1875) und der Johanna Sophie Juliane Sdieer, der Tochter des Obergerichts- 

* Vgl. demnächst H. Schieckel Zur Sozialstruktur der Stadt Oldenburg um 1900. In: Oldenburg um 
1900. Festschrift der Oldenburg. Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer Olden- 
burg und der Landwirtschaftskammer Wcser-Ems, Oldenburg 1975. 

-'Oldenburg. Nachr. v. 20. 1 1. 1953 ; Nordwestzeitung v. 13.1.1955; Wilhelmshavener Heimat- 
lexikon, Bd.], 1972. S. 357. 

« Der Oldenburg. Hauskalender 1947, S. 54 f.; Wilhelmshav. Heimatlex., Bd. I, S. 3 57. 

' Der Oldenburg. Hauskalender 1929, S. 52 f. 



GENEALOGIE - Heft 5/1975 



519 






Reichsminister Erich Koch-Weser und Staatsminister Hermann Scheer 






i 



j 



anwalts Johann Anton Scheer. Moritz LöwensteiH war der Bruder des David Levy 
Lewenstein und ist wohl schon vor der am 29. 3. 1847 erfolgten kirchlichen Trauung 
in Jever zum Christentum übergetreten. Der Sohn ist jedenfalls bald nach der Geburt 
getauft worden (26. 3. 18 56). Nun bestanden zwar in Oldenburg wie im übrigen 
Reichsgebiet damals für getaufte Juden keine Schwierigkeiten, höhere Staatsämter 
zu erlangen". Aber Hermann Löwenstein, der seit 1879 die höhere Beamtenlauf- 
bahn begonnen hatte, nahm bereits 18 85 als Amtsassessor ebenso wie sein Bruder, 
der Arzt Dr. Max LöwensteiH in Oldenburg, den Familiennamen der Mutter (Sckeer) 
als neuen Familiennamen an, da der Name Löwensteiti die jüdische Herkunft noch 
zu deutlich verriet. Später wurde in der Familie seines Neffen Koch dieser Namens- 
wechsel durch eine Anekdote glossiert: Der Großherzog von Oldenburg habe Her- 
mann Löwenstein angeredet mit „Mon eher Löwenstein". Seitdem habe sich dieser 
Scheer genannt "! 

Die anderen Geschwister von Moritz Löwenstein sind offenbar alle im Judentum 
verblieben. Kaiphas Levi Löwenstein (1805—1881) war Kaufmann in Jever und zog 
dann auch als Rentner nach Oldenburg. Heinemann Levi Löwenstein (* 1808) lebte 
als Goldarbeiter in Jever und Samuel Levi Löwenstein (1809—1841) als Klempner 
in Burhave. Auch die Schwestern heirateten Juden, die älteste, Betje, gen. Schönchen 
(+ 1797), den Jacob Salomon Colm aus Holland, eine andere Schwester einen Kauf- 
mann in Jever (Koopmann, oder Samuels?) und Marianne den Kaufmann Joseph 
Sdiiff (ca. 1786—1869) in Elsfleth. Dieser war der reichste Jude im Lande Olden- 
burg. Sein Sohn Gustav Adolph, verheiratet mit einer NichtJüdin, ließ sich bald nach 
dem Tode des Vaters taufen. Dessen Sohn, Rechtsanwalt Erich Schiff (1882—1970) 
in Oldenburg, hat im dortigen Kulturleben eine Rolle gespielt^". Der in Jever 1881 
geborene Rechtsanwalt Ernst Löwenstein, der 1939 nach Holland emigrierte und in 
den USA lebt, könnte der gleichen Familie angehört haben ". 

Da auch der von 1923 bis 1925 amtierende Minister Johannes Stein (1866—1941) 
der Sohn eines getauften Juden war, des Gymnasialdirektors Marcus Stein (1828 / 
bis 1917), so zeigen diese Beispiele, daß bis 193 3 den getauften Juden und deren 
Nachkommen die Bcamtenlaufbahn bis zu den höchsten Stellen unbegrenzt offen- 
stand, während es nur ein einziges Beispiel für ein von einem ungetauften Juden be- 
kleidetes Amt im höheren Staatsdienst gegeben hat in der Person des Landgerichts- 
präsidenten Emil Weinberg (18 57—1925)^'. Neben den Familien Löwenstein und 
Schiff haben übrigens auch die Mitglieder anderer, stets sehr wohlhabender jüdischer 
Familien vor oder nach der Eheschheßung mit nichtjüdischen Frauen ihren Übertritt 
zum Christentum vollzogen wie schon 18 32 Dr. Jonas Goldschmidt aus der oben 
erwähnten Familie und die Brüder Carl und Bernhard Georg Ballin in Oldenburg 
um 1900 ^^ Auch sie und ihre Nachkommen nahmen angesehene Stellungen in Staat 
und Gesellsdiaft ein wie die Nachkommen der Schutzjudenfamilie Löwenstein. 



"^ H. Sdiiedcel, Die oldcnburgisdien Juden in Wirtschaft und Gesellschaft. In: Niedersädis. Jahrb. f. 

Landesgesdiidite, Bd. 44, 1972, S. 289 f. 
^ Frdl. Mitt. v. Herrn Staatssekretär a. D. Dr. Ekhard Kodi, Oldenburg. 
»0 H. Sdiiedcel, a. a. O., S. 290. 
*• Enno Meyer, Die im Jahre 1933 in der Stadt Oldenburg i. O. ansässigen jüdischen Familien. 

Herkunft, beruflidie Gliederung, spätere Schid<sale. In: Oldenburg. Jahrb., Bd. 70. 1971, Teil I, 

S. 63. 
»•' H. Sdiiedcel. a.a.O.. S. 289. 
'' Ebd., S. 288, 290. — Zu den Familien Ballin und Löwenstein s. a. H. Sdiiedcel, Die jüdisdien 

Wehrpfliditigen in Oldenburg von 18c>7— 1918 und ihre Vorfahren. In: Genealogie, 20. Jg., 

1971, S. 429 f., 464 f., 498. 



520 




r^^j:Y<^: 









•: /V^ '^J:. 



^tHki.n.*'«»^ 



*■» » u 



4jt'*^ 



i% ^ 



'■:*■: 



»^.«.■♦-^•■■•■|fr,i 



.^4^^ ^^ 





an den Centralocrctn 

2lm 15. rvoniiftT üOÜcnDet Der frülicie 9|indj§. 
foiulet 3)r. ai^illKlm a« a r j fein 70. ßclHMb.,. 
ini)t. (Sr qei)ürt einer (^^encration t)on yjinn- 
ncrn an, bic man fo flcrii q(8 unmobern imb 
ti-bcrf)oa belöc^eln niüd)ti\ bie aber lieute auf 
6cl)ritt unb 3:ritt cntbetirt werben. 3:ie emen* 
fdjajten bicfer Wänner: d)nrafterlid)e Snube tcit 
fadjüdjc lüdjtiijfcit, men|il)lid)e SuucrliiilU'tcit 
ml)re Xolcrani. ec^te Ciberalitat, ttci emac- 
tüur^^elten CiunrnniämuS, ()0t nudj m<\xi alle* 
aeit bemiejen. Gin treuer ®ot)n fcinrr fQtl)0« 
lifdjin .Üird)e, ift er ^uflleid) opferbevnter jl^nr- 
Qer oes beiu^ijeu iüateilanbcä. ^Uä fyuf)ver 
be3 Sentrum^ lünr er iiieninl§ ^»nvteimnnn. 
ßr Oatte ben ^hit, eine Ätulturjd)anbc eine 
^ulturjdjnnbe 3" nennen. iliercit§ tni Soinniet 
1922 l)attc er beni (ientralüerein nl§ Q»rfttT 
33üriiVenber bcr O^eutfdjen 3cntrmn5partei ^lC 
OrnnbfntIid)e unb beiunfjte ^Uilelinuiui bcg Vdi» 
•ti|emiti?^uui§ biird) bie 5tatl)oIifen er! (ort. VU^ 
bie entuiirflinia ber »)ülitijd)on Uevliiiltniffc 
5Jinrr üernnlnfitc, an§ beiu ^.I^ovberaniiib bcr 
i)ülitifd)cn üinliiie abautreton, l)Qt er nlo ^in- 
fitjenöer öe§ ,;iiültyi)crein£v für bn5 fntl)i)li[a)e 
2)eiit|dj{niib" bie 'Jluffliinuin tnid) bti fntl)o=> 
Iijd)cn U){nfjon über ben yiatiüuaIfo,yalismii§ 
al8 ii)ejentliii)e lUufnnbe bitriobcn. 

Ten Si^cftvcbnuiien be§ (sentvaIiioviui§ I)nt 
nteidj'^fmi^ler yjinrji; fti'tö UHniajicö .Miiercht' 
unb [tarfe 3u[timmunn flcuubnict. ^ei.io ebeii= 
fnü8 frijon 1'.' ' ! furmnliorte Heber ,iufluntv 
„bn^ ber Slntifeniitiömug lid) fnft imni r niiil) 
olg eine ©coneridjaft o^O'» ^'^^ GljVMiontnii', 







% 



nncfelt-, toar bietfür ©runblüfle- 5« i?nftftiJ 
3iit erfl, otS il)m baS füflcnnnnt '.®el&bu^ 
bc^ ecntrolDiTeinä, iene 2)üfi mentennuippe 
über bie eteUnnfl bc3 5iatlonaIjo. inliSmu» 3"« 
%ibenfrQoe übermittelt worben oar, nat et 
bcni Gentralberein in folflenbcm ic^tcibcn ö«* 
banft: 

, . . 3d) l)abe mic^ bei meinen ©etfamm^ 
TnnaSreben |.l)r onSgiel^ifl ""* ^ '" ©fbontcn- 
nänaen biejeu neu nuftonc^enben ^eroeflunabe^ 
fdHiftigt unb nud) bobel bie oft afrobeju un- 
finniqen unb fic^ mibcripred)enbe i VluSfüt)tun. 
oen jaflor bcr oJti^ieUen ^^Irop nmme feft- 
ftellen fünncn. m ift mir ß?^ »C^^'^u "nj«Ö- ' 
bor lüie ein fonft \o flugeS unb bel)ertfct)te8 
O^ülf mie t>i\^ Deutfd)c, meniaftiuä ^u einem 
fu uiuficii X^ilc, fl"t !c öicl Ur.;inn etnnpbeii 
fonnte. (Sine Grflärung t)nbc irii nur m beni 
Umftnnbe fiuDen fi)nnen, bQ)j wir intolfle bet 
mirtfdjaftlidjen 9?üt fleiftifl ii^vrilttet unb 
bcriuirrt würben finb. Guu Söejietung 
fdjeint \a auf beni ^iarfc^e 5u ji n. 

5)ie bon bliiiöem ^o^i be()l itetc anttfc- 

mttijdje (Sinftellung ber 9iQticiialfo3taliften 

I)nbe id) fd)ün fuijt meinet äÜeltnnfd^QUung 

für ebenjo uenuuflid) wie toridjt unb un- 

finnin, ober ebeiifü oud^ für niibeutfc^ unD 

antinationnl nniviel)en unb bcfümpft, wo id| 

nur inuner Im (fteleoenl)eit an'nnben ^Qbc. 

^hr nertuolli'ä ninterinl wirb mir bet 

meiner weite von ^^Ibwelir unb i^erampfuna 

nirvWoKc Xienite leiitcn." 

W\x wünid)en tMu c fredjten ^'Jnnnc pwn 

l^ebensnbenb. ber il)ni - le UlUebcvtrl)r Jcuk-c 

ÖDeale in bie 'Unüif ii b In bag öifnmte ISc- 

meinfdjaitSweieli brMiflt. ^ 



■/ 



i 



I 



f 










A- '^*4f 



^ 






^f^ 



«^ .^w*^ ^U'W*^ 



/^ «/. ^^7 ^A/. .^ 



- ,>4yl-A 



/^ 




M 



Ai>^ 



// ^■^ 







/.' 



w i' 










/*^'4 ^/'^^/lid 







4U^u^ *<^/ /$/<^>r 



^yl^X^A^ 













^j:^^ 
^5;^ 





/^Jr/. 






fj^ 




ö 

s 



<»•»> 



' /fe^ 



J) 



'4m 



tH'^ 






* /ydJ 







441»».^ 






^J^^_ -i^ wtJt .öS— ^_j_ ^, 











%i^ j 4r ^.f^AH^^ 4mr/C4t. I>^ 










'"^^-"^^'f. 



"^i^si>\. 



EUROPEAN HISTORY 



-t—L 



TL& JULY aC 1978 : 869 




for the Fatherland 



By Arnold Paucker 




ULRICH Dt'NKER : 

Der Reichsbund Jüdischer 

Irontsoldaun 19191938 

354pp. Düsseldorf : Droste. DM4S 

One of the amisemitic mvtlis pro- 
valerH in Germany during ihc First 
World War was ihat Jews were 
shirking duty at the front for soft 
options in the rear ; in fact, Ger- 
nxan Jews had rushed to fight 
ujjder the Imperial colours wiih 
genuine patriotic fcrvour. The 
accuüKion drove Jewish miliiary 
statistitians lo undertake the dis- 
t.nicful rask ot' proving the " blood 
sacrifice " of the Jewish Popula- 
tion : one they nndertook with Teu- 
tonic thoroughnoss. Their metic- 
iilously asscmblcd figures certainlv 
showed that the number of Jewish 
war dead was in keeping with the 
esseniially middle-class character of 
the Jewish Community (and what 
more could he expected?) but suf- 
fered otherwise tho fate of all such 
rational argument, that of bcing 
ignored. After the expulsion or 
decitnation of German Jewry it 
was, ironically, left to philosemitic 
post-Nazi Gernvan histonans to sine 
the praise of the Jews* sacrifice for 
iheir hiloved faiherland. 

Ir >vas rf»c B^perslon« «;»«t ctxx tht"* 
honr>ur of Gerraany's Jewish .,oi- 
diers which led in 1919 \o the 
founding of the Reichshund 
jüdischer Frontsoldaten (RjF) by 
Jewish ex-servicemen. Throughout 
its exi«tence it remame<i a coniro- 
vetsiiU Organization and credit is 
(lue to a voung Gennan historian, 
Ulrich bunker, for having 
attempted its first full-scale his- 
torv, undeterred by psychologicai 
hlocks and the uneven quality ot 
the availabie sowces. 

The RjF has always had a bad 
press". Kurt Tucholsky—a left-wing 
lapsed Jew — referred to its activi 
lies in Weimar Germany as '* ihe 
groveüing of the beaten hefore the 
wielder of the whip ". An 

tini?«>noroufi remarlc v'iWi Im? 
home. Yet cveo within the 
Jewish foid there were many 
wiio vjewed certain martial 

(And it was left to historians of 
ihe German Democratic Republic 
to disc:»ver that the RjF had weak- 
ened the anti-fascist resistance of 
the Jewish population which, in 
view of the barely visible antifas- 
cist resistance of the German iK)p- 
ulation after 1933, is, to say the 
least, a surpri«ing Observation.) 

As emerges from Dunker's narra- 
tive, tlie RjF had many of the 
drawbacks of a Kriegerverein. Ger- 
many 's veterans' Organization s 
tended to be undemocratic, tliey 
were run on niilitary lines by nar- 
rnw-nilnHf»rJ ron*.prvariv*» ox- 

officers, and stood well to ihe right 
o«' ihe [Kilitical spectrum. Tlie Jew 
ish Version was fuunded by a 
Hauptmann Leo Löwenstein, who 
in ine war had invented a phi>n- 
ometer with which to deiermine 
the Position of enemy guns but 
whose talents did not extend to 
other fields. He and most of the 
oiher RjF leaders were pretty po<^»r 
materiai in comparison with tho<e 
who headed the main bodies which 
made up the intellectually distin 
guished Jewish Community, and 
they were to show themselvcs 
singulariy wooden-headed later on. 

However. the Jewish war 
veierans who eagerly joined ihe 
only jewi.sh ex servicemen's as>o 
ciation had altogether different 
dssumptiuns from the recruiis to 
the oilicr asj>ociation.s, like tho^e 
who in joining the unsavoury 
Stahlhelm openly proclaimed thetr 
hostility to Weimar democracy. 
The mombers of ihe RjF (3r..f)00 to 
40.000 at its height) subscrilx.'d to 
strictly limited objectives of an 
Organization which professed polii 
ical neutrality in both the German 
and the Jewish spheres. In German 
politics their allcgiances were gen- 
erally to the Democratic Party and 
the Socialists (German Jewry votod 
largely SPD by 1932), in the secular 
Jewish sphcre they were repre 
.sentcd by the Ccnfru/tercin 
deutscJier Staatsbürger jüdischen 
Claiihcns and to a levser degree b\ 
ihe Zioiiists, while Liberal Jiid.iism 
or Oiihodoxy served their rcli- 
gious nceds. In no way did the 
rank and file identifv with anv 
specific ideology of ihe RjF, which 
n«»v#»r constitutrd a significani 
alt . t ' on the T 

sc. . : — - leaders 

timpiv not of a calihre to plav anv 



snch role. These are esveniial qual- 
ifications of which Herr Diatker is 
in:sufficienily aware. 

The RjF did, on rare occasions, 
venture on to a " higher " plane 
bot in ihe climate of the Weimar 
Kepublic its activily VNas largely 
une.vceptionable, devot ed to the 
Provision of am-nunition for the 
baitle of siatisiics, the protectK.n 
of Jewish districts during oui- 
breaks of civil uinest, proiesis 
against the desecruiion of Jewish 
cemeteries and busy Propaganda 
campaigns against völkisch and Nazi 
antisemitism until the advent of 
the Nazi regime. 'Jhat the league 
concerned itself wiih measures for 
the defence of the Republic has 
likewise been documented. 

With the fall of the Republic 
and the revocation of emancipaüon 
the isolated Jewish Community was 
put outside the law. Some hopes 
iingered that fa^ciä.t dictatorship 
niight yet be a passjng pheno 
menon, but res|>onsible Jewish 
leaders were quickly disabused of 
such iilusions. Howt'ver, constant 
negotiatiün and a degree of accom- 
modaiion with the Nazi authorities 
were essential to safeguard the 
livelihood, security and later the 
retreat from Germany of the Jew- 
ish population. In this dangerous 
Situation the representative organs 
of German Jewry, above all the 
Reichsvertretung der deiHschen 
Juden, componed ihemselves with 
dignirv and sense. 



This cannot be Said of ihe RjF 
leadership, and Dunker does not 
have an tdifving story to teil. When 
in 1933 all civil servants of " Jew- 
ish blood '* were to be dismissed, 
the RjF decided to play the war- 
service card to obtain an exeniption 
lor Jewish front-line soldiers. Ihe 
\vell being of war veterans ^\as 
dose lo the heari of the aged sol- 
dier President whom the niisfor- 
tunes of Germany had placed at 
ihc heim, and some sniall place 
was reserved in his bosom for those 
Ol the Jewish persuasion. Hinden- 
Inug's intercession with lliiler un- 
doubtedly assisted the RjF pleas, 
and the qualifying group remained 
in oifice for a transitory perif»d. 
Ihe action caused dissent in the 
Jewish camp but a case could he 
made our for this scheme of Job 
j're^ervation. 

It is quite otherwise with the 
missives with which the RjF poÜcy- 
makers, tMKouragtMl by theo t« m- 
]>orarv success, bomharded the Na/i 
auth*>riries in 1933 and 1^)34. Of 
t ourse, under tfKalitarianism all 
such manifestations are susptct. 
The surviving records often do not 
reve.il the irue motives of those 
subjected to releniless pressure. 
The Jews had to adopt a special 
language under Nazism ; one must 
luiderstand how to read between 
the lines. Yet the excessive confnr- 
mism displayed in the RjF 
niomorantla, with their appeal for a 
place in the Na/i sun and protes- 



tatitHis «if loyalty to ihe National 
RevoUititvii, does i\ot deserve chari 
table Interpretation. The RjF pro 
posals ranged from the formal ion 
of a unified military Jewish youth 
under RjF command, to Jewish Ser- 
vice in the Nazi Wehrmacht with 
the aim of iniegi ating a " nuri- 
fied " Jewry weajied away from 
" oui-dated " libcialisni, as a special 
secior in the Third Reich. It was 
an unsolicited, entirely one-sided 
di.ilogue, and the Nurcmberg laws 
put paid to ihese faicical efforts of 
misguided individual^. 

Yet no broad Segment of the 
Jewish Community had authorized 
the RjF execuiive to assume tliese 
st.uices (as Duiiker wrongly implies ; 
from the d'Murung angle of the 
behavioural *' inodel " ne has im- 
posed on his materiai here as else- 
where, he stes a cchesivcness o€ 
iliought and action in Lhe RjF where 
none existed). üniy the aikh^rents of 
some righi wing Jewish splinter 
groups with which lhe RjF allied 
iiself for a tirae subscribcd to a 
rightist or nroto-fascist political 
philosophy. There is ample testi 
mony that such Outsiders in no 
way reflected the mood and aspira- 
tions of lhe German Jews umkr 
Nazi ruie. 

The valuc of Dunkej's contribu- 
tion lies chiefly in his marshalling 
of much new evidence ; he would 
have been well-advi^sed lo rrsttajn ! 
his t'heori'z:ng. 





^/L^ 



With Co 



l\ 




iments)^ 




LEO BAECK INSTITUTE 

4 DEVONSHIRE STREET, LONDON WIN 2BH 



R=«&?. 









^S^ 4/d^i/ul Ci/^ ««/«/^^ 



^U^ Jh/^ 













^^^^^ 4*<.^_ <V4**V ^ 






^<K^ 










/^f /Wf vy>' 



^ m M 



• - - 





>«/ 










•* r s^ ^ ^ 



^r€4t 



^ 



H^yf 



i 



I 



< 






•p 1. 'IJ 



-•^•»»»••■»T^iiPP 



'*•/ 



•^*«^. ••*•* 



K 






■t ■■ 




K 



56. Jahrgang ^r. 51. jM 



erlln, 16. lDe|cmber 1892. ^ , .^ 






^orrefvonbeujen ttnb Jtflfljrttljtett. 

li^^i ?u äm«se una" i(t fteiUd, m.berer 3l„r.d,t. Sie mc.t «ud, - 

ÄSi ntb B^rjÄ^^ 

t coeurTeger- n,«ben .n. »enu bie 3eU 9' --"; ; ^^Vll 

li Irb e« " S oeit bie „Iveuäseit«-.«", m.b if,t «u??pv»d, .f fo D t 
^f*H« er jr«^, Toaä «ir «cn jeuet Seite ,« ev,«arte., f,abeu. 
3e5 .eJ,r tnbf;Mtifla«f«..tveteu.u,,b«üe««9vi,-feä«™d,u,.e.n,. 

i^ mcrlin 12 S)ejembet. Sei bet 91e...oabt bet iHevva e.u 
.: . .«„tt"« !m ^'. LemU bei ™eld,er f.d, e.«,a 29 » „ ber fUn.n. 



■*M 



. r 

4 









i 



h«ed,tioto. ©emeinbcroäftlet bet^ciliflt H«"- f>* setfäfllt »otbcri:'^^ 
4eutä ent! ten bie §evten ä«oriö SOTan^eime« (3402 «tumnen) 
fiouirJ ebevmann (3375Z med,t?a«»«It liCtin (3855) 8""'« ®"*« 
msm Se r @ad,ä (3350, 3- «. Sfaat (3304), S«nbBe«<^ §«»() ^ 
KuaTa 50), l^llin Simon .2120), öevmnn S-*^^^«f;. «^^ ^ ; 
« Woffe (1865). 5m. 3. »obenftein (1804). 3» Stellt,, tttnn 
wrffl r u Souiä Oppeudeim (1801), ©eljeimratf, %x. »t 795) 
^ ^ rith g^t ^afttoimh (1782), ©tabttatd ^ai »laett (1743), 

!"'"! 1 Mfl n7'8 Souiä 3«ke (1711), Sinbitu« ®t. üWnben 
3)auib eitfdjfelb (1728), X-ouis jane v ;- > 

c» SRumentbal (1084), 8.©ie?finb (1646), % Steglou« (1646), aW^Jieu- 

MhTlG' TS ot55anneuba«m(1624),9lcd)t8an 

fdb(lG20,'S>« 0^^" (Parteien, ifeie^e in beniffiaMfampf 

»1 W«(in, 12. 5)ejember. 3n bet gefrtiüen »«f«'"";'""« *" 
m.„^tcntnnten bie unter SotPÖ be§ §etrn §evmann Sanbäberget 

r IbT^n bT iÄf 29,leTe.S ^^^^^^^^ 

«nftalt beftel,cnbcn 3ian„,.ed,«Itniffe able^n« * 

Majorität im 9(«(d,ln& an ^•'f^®*«^;21^6 « qebe« ©ä olflt 

„Sn obiaem S..nfd)e bet Somm.ff.on Jtenntn.ll ä« 9'"'"- /; ' „\ 

?obann bet (5tat be3-fttan!enf)a«(e§, bei njeld)em bet 9Je ete^,t |ctt 

C^ »Unnt,eimet bie «enta,.^^^^^^^^^^^^^ 

„.ntiou »on 45,000 »iatt füt bte be.ben 3«*« »«^ J"* ^„^ 2)i etto^^*.*- 

; nannte Snmme „eeiniat ^iefelbe »«b ^"^f^'-T'^^Sf m* L - 

bie nom Siefetenten ,?.ettn Sad)§ fut *"" ®^«"'"™^"'^ltiahte) «nb 
^ tein aefo 'betten 7000 '^'-'(«f^"«.^'- .">"'" Ln S ® tU= 
400 9J!at! K-r bie ©emeinbe SetKS.o". *« ««* f "^^^^^^^ ^„t gg 

bienft unb €d,ule in ben. §anfe ^7"^'\",f ' ,^^^^^^^^^ 
'roetben 2(X) «iorl einem in 9)loabit neu '"V' ':;(„,„ , 
TeSt, «otnnf betSd,.u& bet 6ffenmd,en ©.^unfl etfolflt. 






- V ■ 



"V 

.1» 




4 









iitv 



.is. 



«„.i.., 10. ^e,en,bet. ^et '»"''"f ^^ £„1; ^Ob L 
geftetn fattaefunben «nb be« in ®;^^.""""J;tEre«^ g.cmente 

LW,niten (.e.eaenl,eit «'«^*-; ^'^.f ^^J^^^^^^^^^^ if. bet 

bcr Partei ju ernuflcn. 9Jiit aueu öeö^n i . ^^ ^^ 

jLteitn« in'ba. »»"f--"''^:,^^ anfSSer'lnJtcUn.'Ben »u 
bc. >t.,oatamn,ent,m,tfe., ;»»-* \; J^'''^ bet'«»fa«^»n«n-- 



:^.Ä^ 



■^+ 



Vf 



.^J^, i 








■j^;i^y 



f. 



\ ■*' 



^■f.-ks 




■ i 



1 7 



;v 4 uK^ e fonfcviatiue %^arU. eine ucvnültelube etcauua 

faS m^ fle tiollen. ^n «uferen ^(reifen nnrb evu^artet, ba . unr 51 
• ßZa) Sir Jone« ba§ S^ä[)ulei« bc5 ^üüifemiti?mm§ Dod)Mtcu, fo 

'-.mJ^niri beffe« .Cpauptfielle lautet: „^ ^-^^ö; ^ ^- 
i^ beutfd)!o«fert)atiüc ^^iartei ^lu§fd)reituuöeu jeber ^^ht ^f'^^^t^ J' 
Sl be^. ^rograu«u.(5'ntunu1^. be« Sat3: .2öir uer.uerjeu bie ^^l«.= 
S ««öen bt§ 4üifenüti§mu^S" ^u ftrcid)en." ^ebuer lubrt au^: ^er 
. Kit^ muffe entfd^eibe«, ob ,.eiterl)in ba§ touferuatioe ^^^riu.jp ober 
Sp rt»"iS"u § Deüfdjen foüe. .^m Gutuntrf ()errfd)o uod) ber Oppor. 
:' U^Z. «eftärtt fei er in feiner ^^tnfid)t, baf. ber Dpportmu^uu^ 
e^ c^n^ere fa(,r et, burd, be« ^Irtifel be. fouferuatu;en Bod)eu 
battlben ber P^rer beä Opportuni.mu^3 in ber-;.artet ciefd)neben 
habe. %k einleitunrbeS (Sntiourfö laffc bie :j)cutunö 5u, ba^ miv 
■ ,.ei ^.roaranmte, ba§ von 187G «nb ba§ eine beftcde. ^on nner 5tnf. 
red)tex^aUu«ö be§ 187(;er ^;^roaraninu3 fann uid)t ßut bie Oiebe fem 
- (5r bdtte am licbften bcn öaujen @inleituurt§fat3 neftvid)en, aber e§ fei 
n^ohl tid)tig, ban eine sennffc t)iftorifd)e Sioutinuität flen)a()rt bleiben 
imiffe fang fid) nid)t eine (Gruppe auf (^huub be§ alten ^;>rogvamm§ 
abfonbern foUte. ^u ber ^^rouins ftebt man einer euentueaeu ^^Ibfonbe^ 
ruuQ fef)r fül)l entgegen. ®ie brenuenbfte ^-vage fei bie ^ubeufrage 
2)ie Svubenfrage ftef)e im 9Jiittelpnnft aller ^^U>iliältuiffe. ^er ^obfemb 
be§ S^o«fert)ati§mu§ fei ba§ S"t)cntl)um. ®ir i).^bcn bie S3erpflid)tiuig, 
ben im S3olfe fc^tummernben ^ünfdieu nad) ^'öfung ber ^nbenfrage 
9icd)mmg m tragen, ^nf^-olge ber ^Ui3id)reitnngcn be§ 5tntifemiti^Smu§ 
Ied)ät ba§ 35olf banarf), ta^ bie Slonfcroatiüeu bie ^ül)rinia ui ber 
JS-^m^ bei 5lntifemiti§m«§ «bcrncl)men. CTann merbcu natura 
WÄenbig bie 2Iugfd)reitungen aufl)ören. Hub ba ba§ ber 
^-aß ift, fo ift-ber ©al3 überflüffig. Stel)t benn im freifmnigen 
Programm: „mir t)er«rtl)eilen bie 5lu§fd)reitnngen be§ ^ubentbuni.V" 
es folgt av3 ber ©treidinng nidit eine il^ernüfdiuug ber loufcroatiüen 
mit ber antifemitifd)en i^artei. äöir braud)cn uu§ gemiffc ^^^erfönlid)^ 
feite« bc§l)alb nid)t an bie morffd)üf3e bangen laffen. ^lefe n)erben 
übrigeng fofoxt oon ber Söilbfläd)e iierfd)minbeu, menn bie berufenen 
Vertreter be§ antifemitifd)en S3o«e§ bie ^übmug übernehmen. ^.Jltle 
anberen fünfte treten gnrücf l)inter bie ^rage, ob bie ."subunfrage m 
t>a§ ^^rogramm aufgenommen merben foll. Slammcrl)err üon 53Iumen:= 
tf)at roenbct fid) gegen ben ^ilntifemiti^mug, bor ein ©egner be§ 
Slonfert)ati§mu§ fei. ®ac; beraeifc ber Umftanb, m fid) bie ^^Intifcmiten 
gcrabe auf fonferoatiDC 2öal)lfreife merfen man tann nid)t f onferoatiu 
fei« «nb einen ^btmarbt mäl)len (Of)o! Sd)aifmife. Tumult. ^Kuf: 
^üjlmarbt lebe ^oc^!) med)t§aniüalt St^rauf e^^:Jlrn^ii)atbe: ^sd) ^altc 
inid) für cbcnfo tcnfcroatit? mie ber ^^nrvc^uer. ^dy habe in ber 8tid)= 
xoa^l 3lt)lroarbt geiüäl)«. Söeitcr i)ahc id) 5f)uen nid)tg ^u fagen. 
(^inntentanger SöeifaU.) SanDrentmeifter i)on Dert3cn^ed)nierin fprid)t 
fid) im ©innc ^afing^^ a«§. ^aftor ^^«rdbarbt'iöcrli« ift aud) für 
Streid)u«ö bcg befprod)c«cn ^rogrammfal3C§, ber einem ^oufcruatinen 
aud) erlaube, ^^ilofemit 5« fei« ®utäbcfil3er «. Söalbon): CIt fei ber 
f onferöatiue ©cgenfanbibat beg C-^^'^ru 5a)tn)arbt nnb trol^bcm habe er 
il)m in ber Gtid)TOat)l feine Stimme gegeben, ^iir be« rvreifin«ige« 
, [tinimten ^^ationaUibcratc unb 3o,^ialbemofratcn «nb mir fagtcu un^, 
lieber ael)« 5lf)ln)arbt§ alg einen ^^eifinnigcn. Seminarbireftor iöefig = 
^riebebcrg erflärt, er l)abc mit bem ^'anbratl) von iöornftebt bcn ""iluf- 
ruf für ^illjliüarbt «nterfd)ricben, ba§ merbe er ftct^ tl)un^ J)Iebner 
crflärt fid) fd)lief}lid) unter lebt)aftcm äöiberfprud) gegen bie totreid)ung 
beä @a^eg be^üglid) ber 9lu§fd)reitungen besi ^:?lntifemiti':imu§. '^Ib^ 
georbneter 0. Werlad) ift für 53cibef)altung be^3 Sal^^, ^Tiarfemit3 = 
Skitin Ijält ben «mftrittcneu ^at, für eine Untlavl)eit unb tonucntionclle 
fiügc, bie bcrid)tigt werben muffe, (ix ift für ben Eintrag .Sllafing. 
«iclcfclb. 5öccf = 97ürnberg (il^ertreter a«^ 8übbeiitfd)lanb) ift für bcn 
^ilntrag Stfafing. 5)ic fonferuatiuc ^>artei follc in triiftigcr Dppofitio« 
äur JKegierung trctni. $)Pfurcbiger 8töcfcv: l^afi ber Sat^ be^üglid) bei' 



m, f)a 



r»<ft- «1 



L« vo« ^ u mit ben, (5ntun>rf .i„»crfl«ubeu cvt.ätt f,abcn ob«lc>cl, 
b«t vfc^obcutcn „c«cu bie .(«fna,„„e bev 3ubeu,ra<,e "^^^T 
„ovlianben mavcn. ©v l,atte eine «menbu-nnfl bcä f ""»"^f« " f 
„„t 'fic etiinmnnc, in bct iöevfanunlunfl fci u(.crrofd)cnb, cv bitte einen 

8(d,; ni^ äufoi cn. ?(b«eovbnctet uon iH«ucl,l,auvt: aB.v ^, en 
beS itas bevJfcu, bmnit über ben ©ntmurf beS f vosvamn.S berntl,en 
l b nb ex bv«Kl,t b«vd,anänicl,t a-örttid, angononunen sn toerbe«. 
In «ötftanb bev fa.Ui fei bereit, ben 9Utr«fl filaf.nn 
„nn,ne(,n.cn. ffionn luir baS nitc ^?roflramm nod, foäuiageu «I« 

. lam, ernng^ptnüt (,.ben, fo f«nn aud, id, nut «.Uem öe,mffen f« 
b , 'Eintrag ft afing fti.n.neu. Streiken mir ben ©a,3 bctre,ie«b b,e 

afd d,mgc« bea intifen.itiSnn.S, fo üofd,tief,en ©<V*« f «.*.m| 
„b monlidif, einftinnuig 3)er Eintrag Rlnfing «uf Stre.d,«. fl e« 
g„U b^coffenb bie ^Jln§fd,reit„ngen be§ 9l,Uifenuti§,n«§ >t„rb nutatleu 
nenen fiebcn Stinnnen angenommen. .. , , , , 

i» «crfiii, 1-^ -Eesenibcr. «egeniibet ben. Sefd,Iune beg ton er= 
vmtiom^arteitage., tnfU fid) ber «crtteter ber iWinoritcit ber Scnt *= 
U>nfevoan«en, §err ». .<Sel(borf, fotgenbermnfien «nS: «or aiUem 
„bor ftetlt uns bor 9.ntitcn,itiamn3, ber nad, nnaioeibent.gen S.,nnj on.n 
in ben fonfcroatinen (skldjaflsbetrieb nnfgenommcn merben fofi cer 
Sevfnd,, be„agogifd,e ?JI«nieren für tonfevoatioe 3mede '" ''"«"cmm g 
1 nennen, an ine abfdinffige «alm; er ftellt «nä «or b>e ern te «e. 

f, b«f, n biefen, !)ia..bban ba§ Siapitat oon ^JlntorUnt, oon ?(d)t,m9 
„or PtnigtcU unb «efeti, auf ..e(d,c3 n,ir für bie fd„«eren fta,np,e 
"ic u;ferer ®efcafd,«ft nod, be»orf.ef,en, ange-oiefen [n^i. terbrand,t unb 

uornniftct roirb." . 

ae SBcrliii, 11. 2)eäember. ?ln bemfetbeu Sage, an n>eld,em un 
gna« Rrieboberg = «rnSmatbe ber 9le£tor a. ® 3lt)ln>atbt jum 
S iabgeorbnctcn prottamivt n,«rbe, füOte bie Straftam.ne b 
« *uer\'aubgevid,.8 l i(,r mt(,ei., meiere. .Ibr^rbt -gen ^e c.M^m 
bor .sVrron i'öme uub Jlnftne äu einer ©efängmiiftrafe cou f»"f *'»' " ™ 
„vt eilte. ®aä govid,t.id,e erfenntuif. enthalt bie ^^^^ f^^ 
tßSio bor «ngetlagte gefinnbelt f)at, geijt ja bnrauS l,etuov, ba,! er 5»"» 
ff »Ua bie Sa*e troffen «nb „id,t perfbniid, oerloDen unb bod, 
K\:r e!bn,icl, angreift. Vuefoto,nmt er 5« bem Wf«*- " 
Isubouftinte;-.' e. Meibt nur übrig baMer cme ^^^^^^^ 
jübifdjer Üioligiou ift, ber anbere «euer ifi G()uft uub «^'"'''"'^^^t;; \ ; 

e MC finb oon d,rif,lid,en Arbeitern gefertigt, "»" * f^^ 
SHooiforen abgcnonnuon! Scr ilugetlagtc fagt smar, er «'«^ *« ■""' ' 
troff « unb nid,t bie ferfon, aber ba3 ift nid,t ™ai,r. . (Sr n,,n n a tM. 
«erfonen treffen, »ei feinem Snbonfjaft fd,e«t er fd, mrf)t, ben gauäeu 
I a, tenftaub anjugroifen. ®r boleibigt barauf loa, «nb ,oenn tnan b^ 
Ja tot boB er biä flemerbSmafrig botreibt, fo ift bieä temeSweg. 8 
gefagt. mW univbe e. mo.,t bei un? «uäfet,e«, n,enn e« mele l'eu 
aobo bie n.ie bor aiugetlngto (janbeltenV SBcnn eä .V^unberte oon 
miuKU-btä gäbe, unirbo'batbiUienmnb me(,r tu{,ig auf ber ©traße geben. 
s,!id,t baburd), ba,-! man enttaffene «rbeitcr ocrnimmt, tann man fo 
fnrAtbaro Süormürfc in bie äBolt fd,Icnbern, boffcn t,öd,fter^bar,n beftcW, 
baf< l,ier im 3lnf trage ber .Vlliance israelite M «iaterlaub u.et,r!o. fl. 
niad,t n-orbon fotlte. 23a.3 tann man tanm ernftl,«It nehn.en. LS .|t 
crnnefon. baf, Sbmc nnb SVÜbne ifjr «efteä baran gefelit Ijaben, uin ben,, 
Staat gute «e«el,re p liefern." «ngefid,tä biofer >»«" ■?*;" ^™«; 
tbeilung, u,old,o bor -'Intifcmitiämnä 00« ben. «encjtät.ofc e.fabt . 
|,at, tritt ba.5 Strafn.af,, .oeld,e3 bom 3t,.gettagton ä«b,tt,rt n>orbe> 
o( ftünb.g in bcn ,s>iutorgr.>nb. ^er Sprud, 311,t.o«rbtä .ft an ,.,,. felb 
äur äöabd,oit ge.oorbcn. Pr n-ofito. .rie e< behauptete, b.c Sad,c hene 
«nb nid,t porfimlid, oorlel,on. 2)a3 ®loi>1,c ift il).n m.berfaljren. S.e 
Strafe, .«old,c fci..o ^Verfo.. betroffen f,at, ift «erbäUn.f.n.ofi.g ger.ng; 
bi ead,e all, bie or uertritt. ber ^Intifen.iti.J.nu?, bat o.,.e Su-berlage 
erlitten, uon .oo(d,er er fid, - fo boffcn .uir - nid,t n.chr erf,olcn m.rb. 
Saf. ber ^^U-oscf, baj.. fiil,ren mürbe, bie 5mard,eu über b.e A ba„.-_e 
i.r:H-.|ile nufsutlarc... baoon maren .uir i.n Soran? «bor,,e«flt ebo.fo bnp 
bie porfö«lid,e (5-l,re«l,aftintoit be-S ei..3igcn K *";«"9*f "^"'. l";,; 
,„ei. ,tc;. .S.,ben, bc^ ,^errn 3fibov SÖ,oe, in il,rc,n oonc« ^'«1)^^ nf«e,n™ 
unhbo -Ka.3 aber nnfcrc 6-r.uartungcn «bortroncu f)"t, ba? tft ber 
aronl«,ed,fel, .uold,on bnrd, biefc. >iU-ojc6 ..nb fci..c O!ad„oo^c.. ber ganje 
a.apf ber '}(..lifenMtcn erfaljrc.. nu.jitc. «i..b e? bcnn .u.rtl.tl) «od, b.c 



,»*•'"■ 



•>,-*< 



; '. •■.■■t.^l,';,1 



II /-l 



f 



c7^ 




I 



AUS PHILO LEXIKON 1935 

Philo Verlag, Berlin 1935 




'^i*. 



en- u. Elek- 
durch Sturz 
in (1. Ärmel- 



_Lä£S[£SkSliJn: 1) Alfred, Brüssjtl 
18:37j7^928, Bankur, seh 
giofi" einen 

tsTrust, endete 
aus (ünem Flugzeug 
kanal. 2 ) L e o gen « 9. 1879 in 
Aachen, Uhomiker u. Physiker, Er- 
finder d. Schallmessung u. ihr erster 
Organisator au d. Front, leitet seit 
Gründung (8.Febr.l!)19) den Reichs- 
bund j. Frontsoldaten. 
Lnach /■ Kalender. 
Lubtrsch, Ot+n T^-i-- ""''•^ "• 



AUS 



iQooH T r R Mohr. Tuebingen 1966 
"ENTSCHEIDUNGSJAHR 1932 , f '^l^l^^if ^enreihe Nr. 13 



I 



614 



LBI-Schr: 

Mita rbeiterve rzeichnis 



Königsherrschaft Gottes im Alten Testament" (1951); „Geschulterer histo- 
risch-kritischen Erforschung des Alten Tcstamems'Tl 956); ^Gottesdienst in 
Israel" (2. Aufl. 1962); „Begegnung mit dem Judentum" (1963); .Psalmen* 
196( 



Ldewenstein, KuRT^geb. 1902 in Danzig. Studium der Nationalökonomie 
und Gesdiichte in Breslau und Berlin. Journalist. 1933-1938 Redakteur der 
„Jüdisdien Rundsdiau", Berlin. Jetzt Redakteur des Mitteilungsblaiu» de* 
Irgun Olej Merkas Europa in Tel-Aviv. Mitarbeiter des Leo Baeck Instiiuu, 
Jerusalem. Verfasser von Broschüren und Aufsätzen in historisAen Zeit- 
schriften. 







w 



S. 155 - Photostat (Oskar Cohn) 



^Ar 




/ 



\ 



Geyer - S. 190. Beim Wahlkampf gegen die USPD v/urden besonders 
die linken USPD mit antisemitischen Argumenten angegriffen, ob- 
in der Fuehrungsgruppe der linken USPD nicht ein einz-igpr 
r. In Hamburg und Berlin Flugblaetter mit Karikaturen der 
in einem Stil, wie 



u X e X *w 1 1 




1977 

SUN 

1 

8 

15 

22 

29 



MON TUE 



2 

9 

16 

23 

30 



3 

10 

17 

24 

31 



MAY 

WED 
4 
11 
18 
25 



THU 

5 

12 

19 

26 



FRI 

6 

13 

20 

27 



1977 

SAT 

7 

14 

21 

28 



14/15 



Sat. / Sun. 

May 

1977 



l»^,/r^ *U, 


^■^u^Uct^ 






• ,/, ^ 


jC^a^3 


c. 




./".^ 


'^ 




^i ^ / 


w^ 




■" 




gt^/tftx.jO^ 


?«.v<^<M^ 




y^^jt*^ 


y.//'t 


// 




AU^<t^ 


y/>^ 


</ 




k/m^tti^^ 


/v^# 


ff 




1 


/^ /. 


/3, 





MaxHachenburg 



-2- 




r 




^ 



p. 312 ^-^ ^ 

Eine gewaltige Rolle spielte zw jener Zeit die Stellung zu BismarcK 
Seine Riesengestalt, wie sie uns aamrla erscnien, erdruecJcte in vie 
l«n die selbfltn«r.dige Meinung, D? s wirkte ian«? nach. Noch 1917 
konnte i h das beobachten. Meine Frau fragte einen gelehrten 
Professor nach seiner politischen Auifasaing der aaraals^ recht kom- 




/., 



1 1 



\/ 



GESCHICHTE UND VEREOLGUNG 



»Judendörfer in Württemberg« 




Zur Geschichte der Juden in Deutschland sowohl im Mittel- 
alter wie in der Neuzeit ersdieinen immer mehr Arbeiten, 
teils umtassende Werke, wie die zweibände Germania 
Judaica, teils regionale oder lokale Arbeiten, die sich mit 
einer bestimmten Gegend oder Ortschaft und deren Um- 
gebung befassen. Im südwestdeutschen Raum ist neben 
einzelnen Studien die umfassende sechsbändige Arbeit über 
das Schicksal der Juden in Baden und Württemberg in der 
Verfolgungszeit erschienen, außerdem bringt für das hohe 
Mittelalter die oben erwähnte Germania Judaica vielfach 
Nachrichten, wenn auch nicht immer korrekt und nicht lük- 
kenlos. Nach verschiedenen Dokumentationen, die sidi mit 
dem Schicksal der größeren Gemeinden beschäftigen, hat 
sich jetzt ein junger Forscher ausschließlich mit den Dör- 
fern befaßt, in denen eine beachtliche Zahl von Juden lebte. 
(Utz Jeggle, Judendörfer in Württemberg. Tübingen 1969. 
Untersuchungen des Ludwig-Uhland-Instituts der Univer- 
sität Tübingen. Tübinger Vereinigung für Volkskunde. 
361 S.) Der Verfasser hat einen Forschungsauftrag über 
Fremdheit und Aktivität und will zeigen, daß Juden, Hei- 
matvertriebene, Ausländer und Fremde sich bemühen, sich 
in ihrer neuen Umgebung auszuzeichnen und nach Möglich- 
keit anzupassen. Im Rahmen dieser Forschungen kam er 
auf die Juden, die in Deutschland im wesentlichen ein 
städtisches Element sind, aber in Württemberg vor hundert 
und mehr Jahren großenteils auf dem Lande lebten. Von 
zehntausend Juden lebten 1832 93 Prozent in mehr als 
60 ländlichen Gemeinden. Jeggle widmet diesem Thema 
seine Doktorarbeit, aber diese Arbeit sprengt bei weitem 
den Rahmen einer Dissertation. Er ist in allen, auf Seite 
327 aufgeführten Dörfern gewesen, hat überall herum- 
gefragt, und da ja Juden nur nodi als stumme Zeugen 
auf dem Friedhof zu finden waren, mußte er sich auf Aus- 
sagen der christlichen Einwohner verlassen, die natürlich 
nicht zuverlässig sind, nicht viel von jüdischen Bräuchen 
wissen und daher manches verwechseln. Er betont dies 
ausdrücklich. Dies mindert jedoch nicht seine eigene Lei- 
stung. Eine wichtige Quelle bei seinen Besuchen in den 
Dörfern sind alte Frauen, die in der Jugend als Dienst- 
boten bei Juden gearbeitet haben. Sie mußten am Sams- 
tag Licht anzünden und auslöschen, heizen und die am 
Freitag gekochten Speisen wärmen. Wegen der strengen 
Trennung von Fleisch- und Milchspeisen mußten sie sorg- 
fältig darauf achten, daß nichts verwechselt wurde, aber 
sie haben manchmal Teller und Besteck, die für Fleisch- 
speisen bestimmt waren, zusammen mit milchigem Ge- 
schirr abgespült. 

Wie im größeren Umfang Gustav Freytag Bilder aus der 
deutschen Vergangenheit bringt, so versucht auch Jeggle, 



jüdisches Leben und jüdische Bräuche am Werktag und 
Festtag, wie sie auf dem Lande geübt wurden und von der 
diristlichen Umgebung empfunden wurden, vor Vergessen- 
heit zu bewahren. Der Schutzwall des Schabbat und der 
Speisegesetze bewahrte sie vor Abfall und Mischehe stär- 
ker als die städtischen Juden. Ein Rabbiner, der nicht ge- 
wissenhaft die Vorschriften innehielt oder abweichende 
Meinungen äußerte, war auf dem Lande untragbar, wäh- 
rend er sich in der Großstadt halten konnte. Jeggle versucht, 
für den angefeindeten und schließlich entfernten Rabbiner 
Jakob Stern in Buttenhausen eine Lanze zu brechen. Der 
wiederholt an anderer Stelle geschilderte Stuttgarter Ober- 
kirchenrat Josef von Maier konnte in Stuttgart, wenn auch 
manchmal unter Protest vieler Gemeindemitglieder, seine 
abweichenden Meinungen auch auf der Kanzel äußern und 
blieb unbehelligt. Bei dem engen Horizont des Dorfes 
Buttenhausen war Stern untragbar. 

Natürlich sind die Dorfjuden beruflich anders geschichtet 
, als die städtischen Juden. Sie bebauen selber den Boden 
oder handeln mit ländlichen Produkten, mit Hopfen, Wein 
und besonders mit Vieh. Jeggle bemüht sich, auch die im 
Geschäftsverkehr übliche Sprache festzuhalten, z.B. wird 
nun Schuk = Mark in manchen Orten bei Bauern und 
Handlern auf dem Markt noch heute gesagt, obwohl die 
heutigen Händler niemals Juden gesehen haben und diese 
Redensarten von ihren Vorfahren gehört haben. Diese aus- 
sterbende Sprache der Viehhändler ist neuerdings von 
W. Weinberg in Cincinatti näher untersucht worden. Sie 
ist nicht identisch mit dem Idiom, das von Juden in Osteuropa 
gesprochen wurde, sondern ist ein westjiddischer Dialekt. 
Bei sämtlichen Judendörfern wird die erste Ansiedlung der 
neueren Zeit genannt. Jedoch ist aus den obenstehend er- 
wähnten Werken bekannt, daß in manchen Orten audi im 
Mittelalter Siedlungen bestanden und in einigen Orten 
(Hohebach, Niederstetten und Sontlieiin) vielleidU sogar 
ununterbrochen. Drei Dörfer sind schon vor 1500 besiedelt, 
mehrere zwischen 1500 und 1600, andere um 1620 in 
Mühringen und vier anderen Dörfern. Die Herkunft dieser 
Juden ist unbekannt. In vielen Orten kommen Juden un- 
mittelbar nach Ende des 30jährigen Krieges, und zwar 
nachweisbar als Flüchtlinge vor den Kosakenverfolgungen 
des Bogdan Chmelnicki. Andere Juden kommen nach 1671 
als Flüchtlinge aus Wien. Auch die Berliner jüdische Ge- 
meinde wurde damals von Wiener Flüchtlingen gegründet. 
Im wesentlichen ist die Beziehung der christlichen zur jü- 
dischen Bevölkerung erfreulidi, mandimal freundlich, wenn 
es auch, sdion durch die Beobachtung der Speisegesetze, 
nur selten zu echtem gesellschaftlidien Verkehr kommt. 
Manchmal zeigt sich doch Mißtrauen, wenn nicht Abnei- 




18 



^fn^t. 



^^W 




Rabbi Low und die Golem-Sage sind unwiderruflidi mit 
dieser Synagoge verbunden, trotzdem Rabbi Johuda Ben 
Bezalel seine Lehrstätte in der dem nahen Judenfnedhof 
benachbarten Klaus-Synagoge hatte - Klaus von Klausur 
wie in einem Kloster! - und Golem der Gegenstand erner 
Wandersage war, die ursprünglich gar nicht mit dem 
Hohen Rabbi von Prag verbunden war. Weder er noch 
seine Biographen haben die Sage erwähnt. Aber eine Sage 
braudit, um Jahrhunderte zu überdauern, eine hervor- 
ragende Persönlichkeit, um mit ihr dem Vergessen zu en - 
rinnen, und das war Rabbi Low zur Zeit Rudolfs IL, als 
Prag so voll von Alchymisten und Gauklern, Astronomen 
und Künstlern war, eine europäische Residenzstadt mit dem 
größten Judenviertel. Der Golem hat nicht erst in unseren 
Zeiten in Meyrinks Roman und Wegeners Film Acrferste- 
hung gefeiert, sondern bereits zur Zeit der Mary Wollstone- 
craft-Shellev, die vor 150 Jahren ihren Frankenstein-Roman 
geschrieben' bat, der jetzt wieder in der Dracula-Ed.tmn 
beim Hanser-Verlag München herausgegeben vvurde. Mrs. 
Shelley, damals jung und noch nicht mit Shelley verhei- 
ratet, hatte auf ihrer Festlandsreise durch Deutschland von 
der Golem-Sage gehört und mit dieser Umarbeitung die 
beste Arbeit in einer verregneten Sommerwoche 1816 am 
Genfer See geliefert, trotz Byron, Shelley und Dr. Polidor., 
die ihre Mitbewerber waren! Nur daß Frankenstein nicht 
auf den antiken Lehm-Stoflf des Prometheus plast.cator 
zurückgeht, sondern Körperteile zusammensetzt Ich hatte 
einmal die Ehre, eine Gruppe von Wissenschaftlern an das 
Prager Grab des Hohen Rabbi zu leiten und erklarte Deut- 
schen die Sage rasch mit dem Golem-Roman und Anglo- 
sachsen mit dem Frankensteinmonstrum, nur die Japaner 
sahen mich rados an. Da sagte ich rasch: »Rabbi Low war 
der Vater der Kybernetik und der Golem der erste Ro- 
boter«, worauf ein alter Hen protestierend und impulsiv 
auf mich zuging und sagte: »Mein Sohn, der Vater der 
Kybernetik bin leh!« Es wai Prof. Dr. Norbert Wiener 
und ich habe ihm versprechen müssen, daß ich vom Rabbi 
Low nur als Großvater der Kybernetik künftig sprechen 
werde. Auch von George Eliot, eigentlich Mary Ann Evans 
1819-1890, wissen wir, daß sie mit dem Autor George 
Lowes, dem Goethe-Biographen, auf einer Deutschlandreise 
nach Prag kam und von der Judenstadt und ihrer Geschichte 
so fasziniert war, daß sie am Judentum interessiert wurde, 
was sich auch in ihrem Werk zeigte. Grillparzer empfing 
hier seine Inspiration zum Schauspiel »Die Jüdin von 
Toledo« und dem Esther-Fragment, Wilhelm Raabe^ zur 
Novelle »Hollunderblüte«, bis zu MaxBrod.der in der Nach- 



barschaft wohnte, aus seinem Fenster über dem Judenfried- 
hof zur Pinkassynagoge sah und hier seinen Roman »Reuben., 
Fürst der Juden« schrieb, mit einem unhistorischen ersten 
Teil der den Roman in Prag beginnen läßt. Vieles ist be- 
reits' geschrieben worden über den Sensationsroman 
»Biarritz« von Goedsdie. der unter dem Pseudonym John 
Reteliffe sdirieb; ein rasdi hinzugefügtes Kapite »Auf dem 
Frager Judenfriedhof« wurde dann als »Protokoll der Wei- 
sen von Zion« zum Leitfaden der Antisemiten, weil dort 
gesdiildert wird, wie zur Naditstunde alljährlidi die Ab- 
gesandten der 12 Stämme Israels mit dem Ewigen Juden 
zusammenkommen, um die Weltherrsdiaft der Juden zu 
besdiließen. Der ewig wandernde Jude hat den Besudier 
G. Apollinaire in Prag zu seiner Erzählung »Le passant 
du Prague« angeregt und James Joyce, der in Tnent be. 
einem Prager Spediteur Popper Englisdi unterriditete, hat 
seinen ahasvergleichen Ulysseus natürlidi mdit Popper 
nennen können, sondern nadi dessen Firma »Blum & Pop- 
per« in englischer Phonetik BLOOM! 

Wenn man alle Literaturinspirationen der altehrwürdigen 
Altneusdiul und des Judenfriedhofs anführen wollte 
würde daraus ein dickes Budi werden. Audr Wageribach hat 
sidi eigenthdi nidit dieser Thematik bei Franz Kafka ge- 
widmet und so steht in der reidien Kafka-Literaturnodi 
ein Seperatthema aus, haben dodi Pinkassynagoge Zigeu- 
nersynagoge und Altneuschul tiefe Eindrücke bei ihm hm. 
terlassen ebenso wie die Steinfigur eines barodcgekleideten 
Juden auf der Karlsbrücke, zu der es ihn immer hinzog. 



Ahnen wurde bisher mit dem hebräisdien »AI tenaj« 
(»unter der Bedingung«) verbunden, weil der Lokalpatriot.s- 
mus der Prager Juden sagte, daß solange in Jerusalem n.dit 
der alte Tempel neu erstehen werde, diese Sdiule die an- 
gesehenste Synagoge in der Welt bleiben wird. Nun, ange- 
sehen wird sie gewiß von Tausenden Touristen, aber durdi 
die drei Emigrationswellen der Juden nadi 1938 - Westen. 
Israel und nun neuerdings die Freie Welt - ist die Beler- 
schar die sidi heute nur aus einer orthodoxen Gruppe in- 
nerhalb der Prager Judenschaft zusammensetzt, sehr zu- 
sammengesdirumpft, daß man oft an Wodientagen den 
Zehnten Mann sudien muß. Niditsdestoweniger hat der 
tsdiedioslowakisdie Staat einen großen Betrag zur Reno- 
vierung bereitgestellt und es ist zu hoffen, daß die bereits 
in der Legende vorkommenden zwei Friedenstauben auf 
dem Dadi audi im vergangenen Mai mit dem Gruß 
»Shalom - Friede« in die ganze Welt hinausgeflogen 

Leo Brod 
sind. 




L7 






gung. Der erst kürzlich von mir geschilderte Hep-Hep- 
Sturml819 zeigte seine Auswüchse audi in manchen sdiwä- 
hischen Dörfern. Unerfreuliche Einzelheiten berichtet 
Jeggle aus Berlichingen, Jagstberg und Ingelfingen. Bis 
zum Aufkommen des Nationalsozialismus waren die Be- 
ziehungen im allgemeinen günstig. Jeggle analysiert die 
Ergebnisse der Rcichstagswahl im Kreise Horb bei den vier 
Wahlen im Mai 1928, September 1930, November 1932 
und März 1933. Man kann feststellen, wie verschieden die 
Ergebnisse in der Stadt Horb und in den einzelnen Dör- 
fern sind, und wie nur ganz allmählich die Judenfeindschaft 
sich in den Wahlergebnissen widerspiegelt. 
Was hier kurz berichtet wird, können nur Proben sein; die 



gründliche und sorgfältige Arbeit sollte fleifMg studiert 
werden, und man sollte bei gründlidiem Nadidenken Kon- 
sequenzen ziehen. Da die Arbeit von einer der Tübinger 
Universität nahestehenden Organisation herausgegeben 
wurde, konnte sie auch geschmackvoll ausgestaltet werden. 
Das Titelblatt zeigt einen jüdischen Dorffriedhof mit künst- 
lerischen Grabsteinen. Auf der ersten Seite sieht man die 
Baisinger Synagoge in ihrem jetzigen Zustand, als Scheuer 

verwendet. 

Jeggle hat weit mehr gegeben, als in einer Dissertation 

üblich ist. Man darf wohl nodi weitere Ergebnisse seiner 

Forschungen erwarten. 

Rabbiner Dr. Neufeld 



Hans 1. Bach 



Zur Geschichte einer schwäbisch-jüdischen Familie 




In diesem Jahrhundert großer politischer und sozialer Ver- 
änderungen wurde mir das an sich natürliche Bedürfnis, zu 
wissen, woher man kommt, zu einem dringlichen Anliegen, 
und so habe ich jahrelang versucht, alles zusammenzubrin- 
gen, was ich über die Herkunft meiner Familie aus Erinne- 
rungen und Dokumenten in Erfahrung bringen konnte. 
Ihre Geschichte ist nicht so sehr eine Folge hervorragender 
Individuen als charakteristisch für wesentliche Zeitströmun- 
gen unter deutschen Juden über einen Zeitraum von fast 
250 Jahren. Im folgenden möchte ich das Ergebnis meiner 
Bemühungen auch einer jüngeren Generation vermitteln, 
für die, in ganz anderer Umgebung lebend, die Frage der 
Kontinuität sich erneut stellt und die, wie ich hotfe, daraus 
ersehen wird, daß sie mit Zuneigung, Achtung und Stolz 
auf das menschliche Beispiel ihrer Vorfahren zurückblicken 
kann. In dieser Arbeit an der Familienforsdiung habe ich 
mich oft an ein Wort Jean Pauls erinnert gefühlt: »Wie 
anders gestaltet sich die sonst uns fremdartige Vorzeit, 
wenn unsere Verwandten durch sie ziehen und sie mit 
unserer Gegenwart verbrüdern und verketten!« 



Dettensee 

Die ältesten um das Jahr 1920 lebenden Mitglieder der 
Familie Bach wußten noch, daß sie aus dem Schwarzwald- 
dorf Dettensee kamen. Es liegt auf einer bewaldeten An- 
höhe über dem Neckartal, abseits von den Hauptverkehrs- 
wegen, etwa eine Stunde von dem Städtchen Horb. Ein huf- 
eisenförmig gebautes Schloß ist im 19. Jahrhundert bis 
auf die Grundmauern abgetragen worden. Sonst bestand 
das Dorf aus etwa einem Dutzend Häusern armer Bauern 
und Tagelöhner, auch hatte es im 18. Jahrhundert zwei 
(später drei) Judenhäuser, in denen bis 25 vielköpfige Fa- 
milien wohnten, und eine einfache, hübsdie Synagoge, die 
nach dem Tode des letzten jüdischen Einwohners, um 1925, 
mit Einwilligung des Oberrates der Württembergischen Ju- 
den in eine Kirche verwandelt wurde. 



Während des Mittelalters gehörte das Dorf zu dem Für- 
stentum Hohenzollern. Im Jahre 1638 kam es durch Kauf 
an den »Obristen« Keller von Schieitheim, Stadtkomman- 
dant von Konstanz, dessen Sohn es im Jahre 1715 an das 
Benediktinerkloster Muri in der Schweiz verkaufte, ein 
Geistliches Fürstentum des Heiligen Römischen Reiches 
Deutscher Nation unter der Oberhoheit des österreichischen 
Kaiserhauses. Der Fürstabt von Muri hatte noch eine Reihe 
anderer Besitzungen in der Gegend; seine Ökonomen ver- 
besserten die Ertragfähigkeit des Bodens, und Mitte des 
18. Jahrhunderts ließ er in Dettensee eine Volksschule 
bauen. Im Jahre 1803 fiel das Dorf wieder an Hohen- 
zollern zurück. 

Die Gründung der jüdischen Gemeinde Dettensee wird in 
Paul Sauers »Geschichte der jüdischen Gemeinden in Baden 
und Württemberg« (Stuttgart, 1966) auf das Jahr 1720 an- 
gesetzt. Damals sind vielleicht die ursprünglichen zwei 
Judenhäuser gebaut worden, doch haben Juden schon vor- 
her dort gewohnt: ein Beridit vom 1. September 1688 über 
eine Besichtigung der Herrschaft Dettensee durch den Kam- 
merrat des Herzogs von Württemberg, dem sie zum Kauf 
angeboten worden war, erwähnt unter den Einkünften 
45 Gulden Judenschutzgeld, die Sonderabgabe zur Erlan- 
gung der Autenthaitseriaubms und des landesherij»diafL- 
lidien Sdiutzes. Auch in einem Verkaufsvertrag aus dem 
folgenden Jahr, der zu einem langjährigen Prozeß führte, 
wird das Judenschutzgeld erwähnt, und Schutzbriefe an 
»Manuele und Sohn« von 1690 und 1694 sind bekannt. 
Stolz gilt ja als eine im besonderen spanische Eigenschaft. 
Woher die Juden stammten, die sidi in Dettensee ansiedel- 
ten, habe ich trotz langjähriger Bemühungen bisher nicht 
feststellen können. Es war für mich von besonderem Inter- 
esse, da mein Großvater David Badi mir in seinen letzten 
Jahren - er ist 1922, 85 Jahre alt, gestorben - erzählte, nadi 
einer alten Tradition stamme die Familie von einer spa- 
nisch-jüdischen, ritterlichen ab. Es war mir wohl bekannt, 
daß seit der Emanzipationszeit manche deutschjüdischen 
(asdikenasische) Familien sidi auf eine Herkunft von 



19 





Jeanette (?) Bach. Daguerrotype, ca. 1842. 

sephardischen beriefen, ohne daß dies je beglaubigt wer- 
den konnte. Mein Großvater war jedoch ein überaus recht- 
schaffener, wahrheitsHebender Mann, dem an einem sol- 
chen Prestige nichts lag. Eine alte, also aus der voremanzi- 
patorischen Zeit stammende Familientradition hatte einen 
höheren Anspruch auf Glaubwürdigkeit, selbst wenn der 
alte Name nicht mehr erinnert wurde. Dazu kam, daß ältere 
Verwandte, die ich in Mühringen nodi kannte, von einem 
von ihrer Umgebung auffallend abstechenden, »spanisch« 
anmutenden Typ waren, groß, hager, mit olivbrauner Haut 
und tietschwarzem Haar, und daß icli zu meiner Verblüf- 
fung erfuhr, der »Bachenstolz« sei dort sprichwörtlich - 
Stolz ist eine spanische Nationaleigenschaft. 
Meine Nachforschungen erstreckten sich, außer der Samm- 
lung aller Familienerinnerungen, deren ich habhaft werden 
konnte, auf die Prüfung von Grabinsdiriften, »Wimpeln« 
(d. h. bestickte oder bemalte Bänder mit dem Namen und 
Geburtstag eines Neugeborenen aus der bei der Beschneidung 
benutzten Windel gefertigt, die in Süddeutschland und der 
Schweiz um die Thora gewunden werden und von denen 
ich eine ansehnliche, von den Nazis beschlagnahmte Samm- 
lung hatte), die Durchsicht der Pfarrarchive Dettensee und 
Mühringen, in denen jüdisdie standesamtliche Daten ver- 
zeichnet wurden, des Hohenzollerischen Archivs in Sigma- 
ringen und des Württembergischen in Stuttgart sowie der 
einschlägigen Literatur*. Sie führten zu einer ausgebreiteten 
Korrespondenz und, unter anderem, einer Reise nach Gries 
bei Bozen, wo das im Jahre 1841 in der Schweiz säkula- 
risierte Kloster Muri eine neue Heimat fand. Leider waren 



dessen Urkunden nach dem I.Weltkrieg der Tiroler Unru- 
hen wegen in den Bergen versteckt und sind, trotz weiterer 
Nachfragen, auch seither nicht zugänglich geworden. Inzwi- 
schen habe ich kürzlich von Frau Flora Guggenheim, die 
sidi der Erforschung der Geschichte der Schweizer Juden 
widmet, erfahren, daß sie von ihrem Vater in der Provinz 
Posen von einer ähnlichen Familientradition hörte. Dieses 
in Notzeiten stärkende Gefühl direkter Verbindung mit 
einer leuchtenden Vergangenheit der Juden war also wohl 
älter und weiter verbreitet, als es bisher den Ansdiein 
hatte. 

Dem ältesten bekannten Vorfahren der Familie Bach, Marx 
Samuel, begegnen wir zum ersten Mal in einem Protokoll 
über die Vernehmung aller Dettenseer Juden vom 9. Ja- 
nuar 1764. Er wurde als siebzehnter in der Reihe von 
22 Familienvätern, zweier lediger Söhne und dreier Wit- 
wen gehört. Er gab an, er sei 24 Jahre alt, verheiratet (in 
erster Ehe mit »Marie aus Dettensee«), mit vier Kindern, 
Er stehe seit neun Jahren im Sdiutz, auf Wohlverhalten 
und noch ohne Sdiutzbrief (nadi der Verhandlung wurden 
diejenigen, die noch keinen besaßen, aufgefordert sich ihn 
innerhalb von drei Wochen zu beschaffen). Weiterhin gab 
Marx Samuel zu Protokoll, er handle mit Kupfer, Silber 
und anderen Waren. Auf die Frage, ob er fremde und ver- 
dächtige Juden oder Christen beherbergt oder ihnen Unter- 
schlupf gegeben habe, gab er zur Antwort: »Nein, er hätte 
die Gelegenheit nicht dazu.« 

Dieses trocken klingende Protokoll hat einen dramatische- 
ren Hintergrund, als man ahnen könnte. Die wirtschaft- 
lichen Nachwirkungen des 30jährigen Krieges (1618-48) 
und weiterer seither lasteten schwer auf dem Land, und die 
Verarmung der Bauern wirkte sich auch auf die Juden un- 
mittelbar aus: die Jahrzehnte um die Mitte des 18. Jahr- 
hunderts bedeuteten den tiefsten Stand in der jahrhun- 
dertelangen Wirtschaftsgeschichte der Juden in Deutsch- 
land. In Dettensee ging es einigen so schlecht, daß sie sich 
Räuberbanden anschlössen, die sich, meist wohl aus ange- 
worbenen und dann entlassenen Soldaten bestehend, in 
der Gegend gebildet hatten. Im Jahre 1755 waren bei einer 
widerrechtlichen Haussuchung der württembergischen Poh- 
zei fünf Juden festgenommen und nach Sulz ins Gefängnis 



Für hier erwähnte Einzelheiten bin idi den folgenden Autoren 
zu Dank verpfliditet: P. Martin Kiem, Gesdiichte der Benedik- 
tinerabtei Muri-Gries, Bd. 2, Stans, 1891; Rabbiner Dr. Moses 
Wassermann, Gesdiidite der Gemeinde Mührmgen (hand- 
sdirifdidi); Maria Zelzer, Weg und Sdiidcsal der Stuttgarter 
Juden, Stuttgart 1964. Femer mödite idi den Mitgliedern der 
Familie, die zur Vervollständigung ihrer Gesdiidite beigetra- 
gen haben, herzlidi danken. 




David und Emestine Badi mit Kindern, ca. 1885 (Albert Badi, 
TheklaUhry mit Germaine, Dr. Eduard Uhry, Sophie (Kahn), 
Ludwig Bach). 



20 






.■iv-.„, > . •.^•^•■l--V•'■,V.VVTS*::'^■'^- 



•-^. 









Seite 4 



MB — 23. Januar 1976 



Innerhalb Stuerzender Mauern 

Das Breslauer Tagebuch von Dr. W.I.Cohn — 1941 



Es gibt drei literarische Grund- 
formen der persönlichen Aussage. 
Das lyrische Gedicht spricht zu je- 
dem und allen, zu dem grossen 
Anonymus des Leserkreises von 
Mit-und Nachwelt. Der Brief ist 
das Gespräch mit einem gan« be- 
stimmten, dem Schreibenden meist 
wohlbekannten Adressaten. Das 
Tagebuch Ist die persönlichste, 
allerintimste Art des Ausdrucks, 
keine „Mit-Teilung", sondern ein 
Gespr&ch mit sich selbst, ein Mo- 
nolog ohne Zuhörer. Dennoch hat 
die Nachwelt auch vor dieser In- 
timsphäre nicht Halt gemacht und 
so sind die „Diaries" des Samuel 
Pepys, die „Briefe eines Unbekann- 
ten" dös Alexander von Villiers, 
die Tagebücher Theodor Herzls in 
das Licht der Öffentlichkeit ge- 
zerrt worden ; oft musste ein Jahr- 
hundert und mehr verstreichen, ehe 
solch ein Eingriff — nun nicht 
mehr mit dem Odium des Voyeur- 
tums behaftet — als statthaft emp- 
funden ward. 

Dr. Joseph Walk, der verdienst- 
volle Herausgeber des Cohnschen 
Tagebuchs „Als Jude in Breslau, 
1941", das vom Verband ehemali- 
ger Breslauer im Verein mit der 
Bar-Han Universität herausgegeben 
wurde,* hat um diese ganz beson- 
dere Problematik, wie sein Vorwort 
in hebräischer und englischer Spra- 
che bezeugt, wohl gewusst. Auch hier, 
wo es um objektive Wahrheitssuche 

t • . . «..^ :xi ^ Ci-rK^iWAn T.A'KeTti^or 

und das Andenken Toter respek- 
tiert werden, und am Schluss sei- 
ner Ausführungen bittet er, wie es 
am Grabe eines "Verstorbenen üblich 
ist, den Autor der Aufzeichnungen 
In aller Form um Vergebung. 

Wie Butli Atzmon-Oolien, die In 
En Schemer lebende Tochter des 
Tagebuchautors in ihren einleiten- 
den Worten mitteilt, hat I^*"- ^^^^ 
seine Aufzeichnungen vom Beginn 
des Jahrhunderts über vier Dezen- 
nien hin fortgeführt. Nur die letzte 
Partie ist in der vorliegenden Pu- 
blikation enthalten. Die Eintragun- 
gen beginnen am 1. Januar 1941 
und brechen am 17. November des 
gleichen Jahres ab... 

Das letzte von Willy Israel Cohn 
geschriebene Wort ist „Gestapo" 
gewesen, aber eines der ersten, das 
aus einem der Absätze des Beginns 
hervorleuchtet, Ist „Ewigkeit". 
Zwischen diesen beiden extremen 
Polen bewegen sich, die Betrachtun- 
gen, die Gedanken, die Befürchtun- 
gen, die Hoffnungen des Studien- 
rats a.D. Er Ist treu sorgender 
Hausvater für Frau und zwei Im 
Kindesalter stehende Töchter — er 
kämpft Ihren Kampf um ein wenig 
Nahrungsmittel, um das Kecht zu 
wohnen, um ein bischen Luft, um 
ein bischen Glück. Ein Kampf, der 
von Woche zu Woche, von Tag zu 
Tag, von Stunde zu Stunde schwe- 



rer, aussichtsloser, verzweifelter 
wird („Das letzte Mal auf der 
Sandlnsel Gemüse eingekauft"). 
Immer enger schllesst sich der Bing, 
immer näher rückt das Verhängnis, 
Immer erbarmungsloser der Würge- 
griff des Terror-Regimes, dem gros- 
se Teile Europas und der dort le- 
benden Juden ausgeliefert sind. 
Im Frühjahr und Sommer 1941 wer- 
den dann noch der Balkan und 
Bussland In die Todesmühle hin- 
eingeschleudert. 

Aber in jenen schicksalsschwan- 
geren Wochen und Monaten sehen 
wir auch den Gelehrten, den Histo- 
riker, den homme des lettres am 
Werk. Neben den ohnmächtigen 
Ausrufen „Vae Victls !" und „Die 
apokalyptischen Reiter" hören — 
und sehen — wir ihn Korrekturen 
lesen, Regesten exzerpieren, im 
Gemeindearchiv, in der Dombiblio- 
thek — Seite an Seite noch mit 
katholischen Schwestern ! — nach 
Urkunden zur jüdischen Geschichte 
suchen, Artikel für die „Germania 
Judalca'» verfassen, unermüdlich 
Material zusammentragen für die 
Chronik der Gemeinden von Prag 
und Eger, von Zittau und Halber- 
stadt, fahndet nach Judenurkunden 
der schleslschen Herzöge. Noch ist 
Zeit zu sammeln, es muss erhalten 
werden, mit letzter, schon erlah- 
mender Kraft das Erbe von Gene- 
rationen, um es weiterzugeben als 
Andenken, als Zeugnis, als Mahn- 



Willy Cohn ist Zionlst gewesen, 
er verfolgt gespannt die Ereignisse 
in Erez Israel, er bangt bei den 
Nachrichten vom profaschistischen 
Umsturz in Irak, von den Ereignis- 
sen in Nordafrika, und er jubelt, 
wenn eine Wendung zum Guten 
eintritt, wie es nach der geglückten 
Invasion Syriens Im Juni 1941 der 
Fall war. Und mitten in trüben 
Notizen, die von ZusatMeifen-Kar- 

bClA ÜXIVA a-»v^4^«At^"^»»»^.-*^*-" •^•■'■'-■" 

dein, ein sonniger Hoffnungsstrahl: 
es kommt über Schweden die Nach- 
richt, dass eine Gruppe der Jugend- 
Alljah, in der sich auch die Toch- 
ter befindet, In Mischmar Haemek 
glücklich gelandet ist ! 

Und immer wieder kehrt Willy 
Israel Cohn zu seinen Manuskrip- 
ten zurück, zu seinen Büchern, aber 
auch zu seinen Schicksalsgenossen ; 



er lernt und lehrt, er stärkt und 
spricht den Seinen Trost zu, er 
beobachtet und meditiert. Er no- 
tiert historische Bezüge : am Slm- 
chat Tora, schon nahe am Ende, 
dass das Fest nun schon acht Jahre 
lang In Unfreiheit gefeiert werden 
muss ; am 1. Mal erinnert er sich, 
dass vor neun Jahren In Breslau 
noch eine Demonstration für Welt- 
frieden stattgefunden hat. Cohn ist 
Sozialist gewesen, und am 31. Au- 
gust stattet er dem Grabe Ferdi- 
nand Laaalles einen Besuch ab. 
(Hier ist eine historische Unge- 
naulgkelt vom Herausgeber über- 
sehen worden, der Satz „Vor 116 
Jahren ist er in Genf im Duell 
gefallen". Lasalle starb 1864 — 116 
Jahre waren seit seiner Geburt 
verstrichen ! ) Noch am letzten 
Oktobertag des Jahres 1941 schreibt 
Dr. Cohn eine klare und saubere 
Würdigung des Historikers Oraetz 
anlässlich der fünfzigsten Wieder- 
kehr seines Todestages. Breslau 
und sein Seminar waren fast vier 
Jahrzehnte die Wirkungsstätte des 
grössten Geschichtsschreibers der 
jüdischen Moderne gewesen. Es Ist 
bezeichnend, dass Cohn in diesem 
— Im Jüdischen Nachrichtenblatt 
erschienenen — Aufsatz daran erin- 
nert, dass der Vorname des Histo- 
rikers „eigentlich Hirsch hless". In 
den Zelten, in denen das deutsche 
Judentum „Ferien von der Ge- 
schichte" hatte, war dieser Name 
vergessen worden. Aber auch dieser 
Gedenkartikel erschöpft sich nicht 
In der Rückschau auf Vergangenes. 
Er schllesst — Inzwischen haben 
die Deportationen begonnen und 
die Gemeinde Breslau, einst die 
vlertgrösste Deutschlands, hat nur 
noch ein Drittel ihres früheren 
Bestandes i) — mit einem Aus- 
blick auf die Zukunft („Die Auf- 
gabe für künftige Geschlechter jü- 
discher Gelehrter"). 

Denn Willy Cohn Ist ein stolzer 
Jude und ein starker gläubiger 
Mensch. Stets aktiv tätig, versank 
er nicht In dumpf -resigniertes Brü- 
ten. Durch die bleierne Atmosphäre 
der Mutlosigkeit stossen bisweilen 
Stichflammen eines grlmmig-maka- 



Nr. 4 

bren Humors. So hören wir, dass 
schlechte Nachrichten durch „Mund- 
funk" verbreitet werden. Der SS- 
Häuptling, der In Breslau zu einer 
Hetzkampagne auftaucht, Ist „Der 
Herr der Hlmmlerschen Heerscha- 
ren"; und als kurz vor Bosch Ha- 
schana des Jahres 5702 das Tra- 
gen des Judensterns verordnet 
wird, zitiert der Autor den treff- 
sicheren Witz vom „Orden pour 1© 
semite*'. 

Dr. Cohn Ist ein Erzieher ge- 
wesen, ein zutiefst gläubiger 
Mensch; seine emsige Kleinarbelt 
hat Ihn nicht zu einem Antiquar 
schrumpfen lassen. Wenn „seine 
Augen auf den alten Pergamenten 
ruhten", schöpfte er aus Ihnen Zu- 
versicht und Kraft, glich er jenen 
Gestalten aus Katastrophenzeiten, 
von denen Blalik (In seinem Es- 
say: „Halacha und Agada") er- 
zählt, wie sie „heilige Schriften 
aus der Feuersbrunst gerettet ha- 
ben". So konnte dieses „Und den- 
noch" geschrieben werden: „Und 
doch wird das jüdische Volk die 
Katastrophe überstehen"; aber er 
hat sein Lied nicht aussingen kön- 
nen; jenes Lied, von dem — gleich- 
zeitig mit Dr. Cohn — der junge 
Partisanenführer Heisch GUck In 
Wilna sang: 
„Es Ist nicht das Lied der Freiheit 

und der Weite, 
denn zwischen stürzenden Mauern 
hat das Vjplk es gesungen. 



i) Laut einem Im Anhang mitge- 
teilten anonymen Bericht „Jüdi- 
sches Leben in der Provinz Schle- 
sien und In Breslau 1940/41". 



•) „Als Jude in Breslau 1941". 90 
Selten, 1976. 



Sammlung 

von 

Materialien zur Geschichte der Juden in Deutschland 

Das Leo Baeck Institut wendet sich an alle Freunde mit der drin- 
genden Bitte, in ihrem Besitz befindliche Materialien, die von Interesse 
für die Geschichte der Juden in Deutschland sein können, dem Institut 
im Original zu übergeben oder zur Anfertigung von Kopien zu überlas- 
sen. Infrage kommen Dokumente, Briefe, Memoiren, Broschüren, deutsch- 
jüdische Zeitschriften und Zeitungen vorwiegend älterer Jahrgange, 
Zlonistica und dergleichen. 

Die Bewahrung dieser Materialien und die ständige Erweiterung 
der Archivbestände des Instituts dient der wissenschaftlichen Erfor- 
schung der Geschichte des deutschen Judentums, die das Leo Baeck 
Institut seit seiner Gründung vor 20 Jahren als seine Aufgabe betrachtet 
und durchgeführt hat. 

LEO BAEOK INSTITUT, Jerusalem 
Bustenal St. 33 
Telephon 33790 



»> 



A. TOBIAS 



\JX, DUII'rvMViui • ** o««^ -»*-«•• ^ 

Dr. Ball-Kaduri, der bekannt ist 
durch seine PubUkatlonen über die 
Verfolgungszeit, begeht dieser Ta- 
ge seinen 85. Geburtstag in voller 
geistiger Frische. In Berlin gebo- 
ren, trat er dort nach Abschluss 
des Rechtsstudiums in den Staats- 
dienst und wirkte später als 
Rechtsanwalt und Dozent an der 
Handelshochschule. Als Mitarbeiter 
der Reichsvertretung der Juden in 
Deutschland leistete er In den 
Schicksals jähren (1936—1938) be- 

und Steuerverwaltung. Nach seiner 
Allja begann er 1944 eine Samm- 
lung von Erlebnisberichten aufzu- 
bauen, um die Erfahrungen von ak- 
tiven Persönlichkeiten im jüdischen 
Leben Deutschlands festzuhalten 
und zur Klärung von Vorgängen 
beizutragen, für die sich kein Nie- 
derschlag in den Akten findet. 
Durch jahrelange stete Bemühung 
gelang es Dr. Ball-Kaduri, dieses 
Werk zu erweitern, bis die Samm- 
lung 1956 In das Yad-Wasohem- 
Instltut eingegliedert wurde. Die 
von ihm veröffentlichten Bücher 
„Das Leben der Juden in Deutsch- 
land im Jahre 1933" (1963) und 
Vor der Katastrophe — Juden 
in Deutschland 1934—1939 (1967) 
enthalten nicht nur die Darstellung 
der Hauptereignisse dieser Zeit, 
aondern geben auch dem „kleinen 
Schicksal" des Individuums Baum. 
In seiner Eigenschaft als Mit- 
glied des Vorstandes der CENTRA 
ist Dr. Ball-Kaduri zur Zelt eben- 
falls bestrebt, Dokumente von hi- 
storischem Wert zu erfassen. Möge 
es Dr. Ball-Kaduri vergönnt sein, 
in guter Gesundheit an der Seite 
seiner Gattin noch weiterhin nütz- 
liche Arbelt zu erfüllen. m.t. 






t /i< ^A4JU^ 



kffU^ 



aU^^^ ^CuuU ^'^ 



yf.^ 






/w^ 4/cf^ ^^ 






!5^ 



3't . 



■•■':':» 



■■■■, ''-■,: 'V'-*''! 




ZU lassen- Das hätte im reichen Mannheim vor 
50 Jahren nicht schöner sein können. 

Was ich als Anwalt, als Berater und in den Ver- 
waltungen von zahlreichen Unternehmungen gro- 
ßen und kleinen, tue, ist der wesentliche Inhalt 
meines Lebens, gehört aber nicht hierher Eher aber 
meine Aufgaben in den Organisationen der Anwalt- 
schaft, in der Stadt, dem Lande und dem Bund. Ich 
liebe meinen Beruf auch als Stand. In einer Zeit der 
Entpersönlichung, der Verbeamtung und der „Ver- 
aktung" muß versucht werden, den freien Existenzen 



auch ihre Freiheit und ihre Lebensmöglichkeit zu 
erhalten. Der Anwalt ist der klassische freie Beruf 
und er steht noch frei dem Staat und seiner Omm- 
potenz und seinen Mechanismen gegenüber. Pur 
diesen Stand einzustehen, ist eine große Aufgabe. 
Dafür, daß sie mir zufiel, bin ich dankbar. Das ver- 
langt Arbeit und Opfer an Zeit. Für beides werde 
ich entschädigt durch kollegiale Freundschaft in 
diesen Gremien weit über den nordbad.schen 
Kammerbezirk hinaus, durch Freundschaften, die 
sich aus der Berufssphäre ausgeweitet haben in das 
Menschliche. / 



/ 



Ludwig W. Böhm 



CARL UND ANNA REISS 



^ IL • nr ii «• Carl Reiß der Stadtgemeinde Manntieim 

V!., Jahrz.hnt. .ind ..rgongen, s.i. der Geheim. ''»^'"''"U^r.rW.Hk iegen inxwei Innotion.n di. Milli.n.nbeträ _ 

..in gesamt.. V.rmög.n hint.r.i.B. Vi.r Jahrzehnt., '•>/'"'" "'*J^^l^„r^^^''Zu f..tg.l.gt.n B..timm»nB.n nicht «.dacht -• 

Sti„„°ng .„.amm.n.chmo.z.n und - •'; .^^ "' -»/;; J^rT^"-^^^^ "'" *"■*"'"' ""'""" tll^t' 

werden konnte, lumol ouch d.r von Carl R.iB .elbit S.""" « ,.,ä„j,rt.n V.rhöltni... verlangten ab.r .in. .innvoll., d.r 

v-örtli*. Au:l=3.,nB de. Stitt.rwill.n. abl.hnt.n. °'« "" «'""-"."f ,;7:„jT,'^3 „„,., ,»,«, and.r.n Vorau...tz rricht.t 

g.g.nwärti8.n Situoti.n g.möB. Ausführung ..n.. ^"'•''''"'X."r2,S'J,D, Florian Wald.ck hat d.r Stodtrat a»f Anr.g»ng 
wurd.. Mit Zustimmung de. neu .mannten '"'•'^'''"T fj^JltnlZ ,°<l\^Zs,»r EinbuB.n noch imm.r b.träd.tlich.n 
d.. Ob.rbOr,.rm.ist.r. vor kurz.m b..d,lo...n, ''- "»* •^^;"2: ',"„",1 '.t und di. Erri*t„ng d.. .R.iB-Museum.- zu .er- 

MiH.1 der „Carl und Anna R.iB-StiHung" für ''",*'«'''""*°" °" „. d., Völk.rkund.- und d.s Naturkund.mu..». aufn.hm.n 

••-.-- c>..^i..naen de« früheren SchloBmuseums, aes »oinemuii« ,>._i,-j..:f» jankKor 

:rr.rd":u='E::;'ch;;d-:g -.\.-.s nah.. d„ ^^^^^^^^^^ 

SÄn^r; r'^:::::^ z!::;::^':rr^::zz ..l. .. .b.n Man„h.ims ge.chi,d.rt ., 



Als Carl Reiß am 3. Januar 1914 starb und die Nach- 
richt seines Todes durch die gesamte deutsche Presse 
ging, widmete ihm Fritz Wiehert in der „Frankfurter 
Zeitung" einen in seiner Schlichtheit bewegenden 
Nachruf Er zeichnete das Bild eines Mannes, der 
im Laufe der Zeit eine Art Besitz der Gesamtheit 
'.'.-_j.pj«P,. Auen ctnnrl pr nahe, alle, auch wenn sie 
ihrnic"ht"kannten, schienen sich ihm verbunden zu 
fühlen. Seine Erscheinung . . . drückte vornehmlich 
Kraft und Güte aus. Durch diese starke und warm- 
herzige Art, das eigentlich Persönliche, war Carl 
Reiß so eng mit dem Bewußtsein des Volkes ver- 
wachsen, war er im edelsten und höchsten Sinne ein 
Repräsentant der Stadt." 

Ein Jahr zuvor hatte Mannheim den 70. Geburtstag 
des Ehrenbürgers als eine großartige Volksfeier be- 
gangen: zu Hunderten waren Glückwünsche und 
Deputationen gekommen; im Nibelungensaal des 



Rosengartens fand ein glanzvolles Festbankett statt, 
und am Abend vereinigten sich fast sämtliche Mann- 
heimer Vereine zu einem Fackelzug, in dem nahezu 
8000 Menschen am Hause des Jubilars in der Rhem- 
straße vorbeidefilierten. An diesem Tage, sichtlich 
bewegt von den ihm dargebrachten Huldigungen, 
qab Carl Reiß die in der Geschichte Mannheims 

einzigartigen btittungen oeKumn, u.c ^. »- -- 

mit seiner Schwester zugunsten der Vaterstadt er- 
richtet hatte: „Die Allgemeinheit meiner Mitbürger 
soll alles erhalten, v/as ich hinterlasse. Denn -schloß 
er seine mit begeistertem Jubel aufgenommene An- 
sprache - im Herzen meiner Mitbürger fortzuleben, 
wäre der schönste Lohn und Anerkennung für meine 
Bestrebungen." ^ , 

Carl Reiß gehörte dem städtischen Patriziat an, jener 
in Mannheim nicht eben breiten, doch einflußreichen 
und angesehenen Schicht eingesessener Burger, 



V« 



der( 

vers 

Köf 

zehj 

Wir 

hei? 

Gri 

veri 

daH 

kci 

der 

Di« 

Leu 

St( 

üM 

zu 
eir 
Zuj 

gel 

ab 

au 

he 

un 

Lei 

G( 

sct 

tisl 

kul 

ni 

ra| 

v< 

lel 

Z( 

S« 




e\ 

jf 
hl 
U 



16 



t, 



r '■* ** 



* f 



C^i'^^' 



£ 



U(/(^' V 






/Uj^ 



4M^ 4Uc &^ 



^^.t^ /if^ . *^^ ÄtS*^^ ^t^ 



/^ J7 







^^ 




/f2^ 






0^ /^«^ 





/^JU j ^04;/i$^ Mw- 



/4 



^/ 



(f^ 



;>^/// ^^^^t^Zy'*^ 



^/g;a^^r^H*^i*^U4r i; <^^ 





(i(uLu<^ ^ ^ ^Hf ^^^ 




^ 




^ >^ > 







/^ d^A^M^ 



j^/'ff ^Ui^^ 



Rudolf Morsey, Die deutsche)?! Zentrumspartei 1917 - 1923. 

Beitraege zur Greschichte des Parlamentär Ismus 
der politischen Parteien, Duesseldorf 1966. 



und 



p» 14« Theodor Schieder, iteimarer Republik in Staatslexikon 1963, 
Spalte 505. 



p. 27. 



p* 43. 



Helga Grebing, Biefi christlichen Parteien Inder Weimarer 
Republik, 1958; Parteiengeschichte 1962. 



/^^iM^^*" 



1912 gaben 54,6 % aller waehlenden Katholiken dem Zentrum 
ihre Stimme( 1907: 63,8%; hoechster Stand 1881: 86,3%) 



p.57. Die konservative Fuehrung des Zentrums bestimmt durch Spahn, 
Porscn, Herold, auch Groeber; dagegen Erzberger. 

p. 65. Im August 1917 verliess Spahn die Reichstagsfraktion, Vorsitz 
Groeber, der sich nicht mehr mit Erzberger identifizierte. 
Groeber und Fehrenbach (vVuerttemberg-Badoi ) und Trimborn 
(Rheinland) bestimmten neben Erzberger die Geschiebe der 
Reichs tag sfraktion und damit den Kurs der Gesamtpartei. 
Alle mehr oder weniger dempkrati scher Fraktionsf luegel. 




■n«79» Die Zeit ^6noss'3i sahen in der Revolution einen historischen 
Einschnitt. Revolutionaere,ref ormerische, traditionalistische 
Bestrebungen und Eelemente wirken zusammen und gegeneinander. 
S. Bracher, Deutschland zwischen Demokratie und Diktatur, S. 863. 

p. 87. Bayrische Volkspartei unter Heim am 12.11.1918 gegruendet. 
Geht spaeter Fraktionsganeinschaft mit Zentrum ein, trennt 
sich endgueltig 1920 von ihm. 



p. 94. Peter weber,Stegerwald,1932(S.4ü) 



p.lll Schulthess 1918,1 S. 477 ff. Kundgebung der vorlaeufigen 
preussischen Regierung am 13.11. 1918.Kulturpolitik:Ein- 
heitsschule, Befreiung von politischer und kirchlicher Bevor- 
mundung, Trennung von Kirche und St:at in die Y/ege zu leiten. 
Verordnungen 27. und 28.11. sollen Reste d.r geistlichen 
Schulaufsicht beseitigen, kein Religionsunterricht als 
f Schulfach. "Gott entfremdete Kulturpolitik, Adolf Hoffmann 
( Kulturkampf gefuerchtet. 



.-...'X-,, 
I. " y^l 



/^^^^ 



i^^ 



Bruno Weil, stellvertretender Vorsitzender des C.V., ist 1930 an 
chtsvoller Stelle der Berliner Liste der Staatspartei aufge- 



aussi 



stellt worden. (C.V. Zeitung 



tung 22.8.1930 Nr. 34, S.442.) 



0^ 



^. A^' 0^^*^^ f /fji. //^'^'^ 




w ^M""^^ 






^^¥(4^ 






^^ .^W^ ^ - 



/A 









,^(^)t.^ 




^^^^"^ 



('f^vTiM- 








^-- .■■■ v-*::-.^ 



Dr. E. G. Lowenthal 



1 Berlin 37, 23-5-76 
Kaunstrasse 33 

Te\.M^^22 8026722 



Dr .E.Hamburger , 

67 Riverside ^rive, 

New York. N.Y. loo24 




7 /^ 4^""^ 



<*" 





Lieber Herr Hamburger 



fielen Sank für Ihr Lebens eichen vom 



19. d.M. Ja, wir hatten noch eine 



gu 



te Zeit auf unserer 



Highway und auc 
Kandersteg gelingt un 



riginellen Oberbs 
h deshalb lohnend. Nun wii 



terreich-Ostbayernfahrt , weg v 



om 



nochen wir 



th 



nen 



beiden, dass I^nen 



d Sie sich gut erholen wie m a 



ren. Wenn 



ich Mitte Juni 



von Siidjeut^chland au 



11 den vergangenen Jah- 

Süruna: nach Zli- 



s einen kleinen bprung 



rieh tue, w-rde ich an Sie denken, wenn un 



d falls mich der Weg am Baur au Lac 



V or 



beiführt. Aber auch sonst! 



Nun aber zu 



Ihrer Frage wegen der Köln-r Wähler 



Entre nous : die 



Thnen ge.^ebenen Auskünf 



te icheinen mir j.n der ^^^ehrza 



hl 



nie 



ht gerade repräsentativ zu sein, zuma 



1 ich rnit den m 



eisten Personen ^ver- 



traut bin 
und ich bin 



Keine von ihnen s 
sicher, dass ihnen, wenn ^ie 



pielte im jüdischen Leben ein 



as 



e nenns'A'erte Rolle 



die 



ahl haben, Jüdisch bew 



usste Per- 



sonen lieber sin 



d als andere. Bezüglich Ihres Namens 



etters füge ich hier aus 



m 



einem Archiv die Todes. 



anzeige bei (nichtiüdisc 



amens veu ut^rt) lu-^^^ j-^^^ ..^^^^ 

her Fr^ffidhof ! ) ; ich kannte H.H 



aus meiner 

Prof. Erwin von ß 



'tudienzeit flüchtig, er 



w 



ar ein naher ^reund me 



ines Doktorvaters 



eckera 



th, in der Emi-fation war er 1 



n 



Southampton/England und 



ging nach J^ieg^ende in die Türkei 






"k-pinster*' Weise iBep 



Kelsen vjar ers 

ra sentativ für die 



t nach meiner ^oher Zeit in 



18000 Kölner Juden. Als 






A^kää^miker^ü^de ich'ihnen den Geh^Sanitätsrat Tir. -^eniamia AuerDacti vorscnla- 
ten in Kö ln von I878 bis 1939; fclTTar «i6..rholt -eu^e von Unterhaltungen, dx 

fr;it\eine« 'vat.r über Sozialismu. und ^-^-.^^-"'^-.^-.^f f^^^^^Sie in 
ich bin *ast sicher, da.s er die SPD wählte. Näheres aber 3^J^/.^f^^"/^^,^^3,j, 
(1) "The Auerbach ^^amily", dem vorzüglichen -tammba»m von Dr. Siegfried M.Auerbach 

C.) K"^^i;er^ufs^z1?r.s1o^o!^i^L1s1^r("-i.:;efn:.'. vo..3-9-55)und durch 
3 einen Anruf bei seiner Tochter, n. Ljese Auerbach - s . den anliegenden rief 
vom 1?.*8.55; sie dürfte Ihnen waffr .cheinlicT'best ätigen ,w«s ich vermute.... 
R.« «nf -.uno Ki.ch waren '^^^^^£111?" U^iv .-Pr of es .oren durchweg "jü- 





mi 






Denken Sif? auch bei "Ihren /westdeutschen Juden" an 

(1) Jeanette Wolff (am 19. d.M. in Berlin gest.), ^PD-Stadtverordnete 
in ^ocholt/Westf ., identisc^ mit der früheren SPD-Bund stagsabgp- 

(2) Dr. Kurt 'Alexan^er-Krefeld (CV/Reichsvertretung-Bln ; AJP/Council/ 
IJPO-London; UPO-N. Y. .lund Am. i^'ede?ation-NY) , der vor 1933 DVP-- 
Stadtverordneter in }Crefeld war. Beruf: Rechtsanwalt; 

(3) Dr. Josef Neuberger, vor 1933 R.-A.in Düdseldorf, ausgesprochener 
SPDer, als ^ust izminister von MRW b-suchte er vor einigen fahren 

das LBI-NY. ; .o.. ^z d ^ 

{k) Prof .Dj.. Albert Salomon, Pädagoge und Soziologe, 1931-33 am Beruts 
pädap-ogischen {nstitut in Köln, nebenamtlich damals Herausgeber 
der "Gesellschaft", Organ der SPD, 1966 in NY gest., wo er an der 
"New School" doziert hatte? 
sehen, ich denke mit thnen, sogar über "^hre Fragen hinaus! 



;ie 



Re: Hesslein - s. meine 



Bemerkungen in den Tagebüchern von üirnst voder, 



S 367. Dazu fand ich vor einigen Jahren im Bund -sarchiv in Koblenz noch, dass 
er ab 1931 ehrenamtlicher Leiter des Kartells der Republikanischen Verbände 
Deutschlands war; seine Privatadresse lautete um dieseZeit: Berlin-Lichter- 
felde-Wpst, Hör ten^ienstr . ^o. Ich kannte ihn in meiner (ersten) Berliner Zeit 



^ 



persönlich, durch Hans Reichmann. 



Bevor ich mit herzlichen "^rüssen.. 



auch von Cecile, schlies^e, noch als 



Nachtrag 



^ 




(5) R.-Ji. Dr. Heinz (Heinnich) Frank, Sohn cfes Kölner ^aboinerjDr. Abra- 
ham Fcank, war ein liberaler Geaeindepolit iker md Anhän er der sPt>. Als solcher 
soll 'er 1933 schwer zu leiden -ehabt haben. Sr ist umgekomoien. Vieileisht haben 
Sie die Möglichkeit, ^on den KCern in NY Näheres u erfahren. Frak war wirklich 
eine im öffentlichen Leben stehende jüdische Persönlichkeitx in meiner Vaterstadt 

Sie merken, wie sehr mich Ihre Anfrage bescräftigt hat, die nicht sorg- 
fältig genug beantwortet werden kann. Daher auch meine Skepsis am Anfang meines 
Er i e f e s . 



Stets 




C4^^^' 




. = V 



2 Anlagen mit der Bitte um baldige Rückgabe . 'TtL 





J^uU-)^ ^/// /^^'^ ^. >A<r /^^f 



Ä«r 



? 



<r 



^<< 



/^^ 












/l^^Uix^ 2 ^ 







k.^, fj' £^4- J^-^^ ^.^/^X ^^^^ , // ^^. ^ ^- 



'W/^. 






^/ 







\ 



19. Mai 1976 



Herrn 

Dr. E.G. Löwen thal 
Kaunstrasse 33 
1 Berlin 37 




Liebe Freunde^ 

Herzlichen Dank fuer Ihme Karte vom 30. Anril 
aus Bad Leonfelden. Wir freuen uns, dass Sie sich 
dort erholt haben, trotz der 4^ Celsius, die Sie 
auf der Karte vermerken. Imponieren koennen Sie uns 
damit in keinem Fall, denn heute, am 19. Mai, haben 
wir 380 , was nach Adam Piese unter 4° Celsius liegt. 

Jedenfalls freut es uns, dass Sie im September in 
die USA kommen wollen und es entschaedigt uns dafuer, 
dass wir Sie im Sommer in der Schweiz nicht sehen werden. 
Unsere T'erierreise nach Kandersteg ist geplant? ob 
wir sie durchfuehren koennen, haengt von dem ciesundheits- 
zustand meiner Frau ab. 

Nun kommt das leschaeft liehe. Tn meinem Kapital 
••Juden als Waehler** habe ich jeweils einige Beispiele 
fuer Juden, die andere Parteien als die DD? gewaehlt 
haben. Fuer die sozialistischen Parteien weiss ich viel 
ueber Ostdeutschland, aber wenig ueber Westdeutschland. 
Ich nehme jeweils einen oder einige von Geschaeftsleuten, 
Angestellten und Intellektuellen. 

Fuer Xoeln habe ich mich an Frau Roseno gewandt. Sie 
nannte mir als Sozialdemokraten Fritz Kaufmann, Inhaber 
einer Strumpffabrik. Fuer Angestellte brauche ich kein 
Beispiel. Fuer Akademiker gab sie ihren Vater Ernst Bendix 
an, praktischen Arzt in Koeln, der mit der Aerzteschaft 
der Stadt in staendigem politischen Kampf gelegen habe. 
Auch ihr Mann und sie selbst haben stets sozialdemokratisch 
gewaehlt. Fuer die Universitaet nannte sie einen Namens- 
vetter von mir, der Mathematiker gewesen sein soll. Zuerst 
behauptete sie auch, dass Kelsen Sozialdemokratisch ge- 
waehlt habe, dann aber, nach Umfrage sagte sie, er sei 



./. 



-iT-- ^ . kli/. ^ LI L? 



.'"^ ■...iimH 






- 2 - 



nicht deutscher Staatsangehoeriger geworden und habe daher nicht 
gewaehlt. Das erscheint mir unglaubwuerdig, da ein ordentlicher 
Professor als Beamter ipso facto deutscher Staat sbuerger wurde 
(siehe Hitler) . Ueberdies war Kelsen einmal Dekan. 

Schliesslich war Bruno Kisch ja gleichfalls Ordinarius in 
Koeln. Er hat bestimmt nicht SPD gewaehlt, aber es waere moeglich, 
dass er, wie manche orthodoxen Juden, fuer das Zentrum seine Stimme 
abgegeben hat. Dann waere er unter den Beispielen juedischer 
Zentrumswaehler a^if zunehmen. Wenn Sie darueber nichts wissen, 
werde ich an Guido Kisch nach Basel schreiben. 

Haber Julie Salinger (Demokratin) und Eva Buettner (Sozial- 
demokratin) , beide Mitglieder des Saechsischen Landtags, habe ich 
inzwischen genuegend ''aterial gesammelt. Hu meiner Ueberraschung 
hat sich bei meinen Nachforschungen herausgestellt, dass das einzige* 
Zentrumsmitglied des Saechsischen Landtags Hesalein von Seiten beider 
Eltern juedischer Abstammung war. Die Juden bringen eben alles 
fertig. 



I 



In der Freude auf ein, wenn auch verspaetetes Wiedersehen 
in diesem Tahre senden wir Ihnen beiden herzlichste Gruesse. 



Ihr 






-"»'-fß}-^! 



8. Juni 1976 



Herrn Dr, E. G. Lowenthal 
1 Berlin 37 
Kaunstrasse 33 






//^ 



.1 



X 



i ^ -*■ 




l 



Lieber Herr Lowenthal, 

r„i".*: «nSe*?=' '"n- ai""lden Do,<.>»nte, dl. de» Brxef bex- 
gefue^t waren, zurueCk. 

^^ j— » -snofliach-reoraesentative vraehler mir 
Sie h»^" ««iJ'/^^^^rvirqissen Sie nicht, dass das 
besonders wichtiq »J"^" ^^^J^ehlern, nicht mit GewaeMten be- 
fragliche Kaoitel sich "^t waehlern ^^^^^^ Personen zu er- 

schaeftigt. Daher ist ®» »l^^J^^^J^ne «olle gestielt haben. 
mittein. die im :i^edischen Leben keine o ^^ ^^^^ Auerbach 

ruer Koeln ^o™"* «3«'' • S.^^a und iS werde ihn aufnehmen, 
selbstverstaendlich in Frage und xch^we^^ ^^^^^^^^^ ^^^ 

S ^rirToShrer^angerrf^n, die mir bestaetigt hat. was .le 
vermutet haben. 

ich ..-oe .^er die anderen von PrauKosenoaen^^^^^ 

auch in den Text «i^^^f^^^^^aef in d£ Weimarer Zeit noch jetzt 

An.3aben zv. «^^^«^^'.^^""Slenst Sozialdemokrat zu sein oder 

galt es als irgend ein J«^!;^''';' ,^te ich erwaehnen, falls ich 

rewese-i zu sein. Auch ^«.J;f^^ '"^^''^„g er SPD gewaehlt hat. 

eine Bestaetigung dafuer oekomme dass er ,^ ^^. ^^^ oesterreichi- 

ich weiss natuerlich, ^»HJ^ «ic-i oer deswegen interessant, 
--v,e" '7:-<t- hat taufen lassen. Das i-s^- f «^^ ..,-^vi«^ war-«n. 

;en".etäafte Juden i" «IJ^^-^^^fS tittl^rder Seu^schen Volks- 
Dagegen 9r,ielen getaufte J'^f^^n als Waeh ^^ ^ .^^ ^^^^ ^^^ 

r-artei ei "«e grosse Rolle. Tm «o ^^^. . j^,-^ y,^i-,e noch 
D?. Kurt Alexander in Krefeld f "»^"^ ^"^^J-.g^arteiliche Waehler, 
einige andere., nicht gekaufte J^''«;^;^^^^"^^; ^a vissen, und 
«o z B Fritz Rathenau im M.d.I., von aem . ic j _ , ,_ 

;:a:;hthal in Nuernberg. ^«-/j^äS;;,;;!; 
letzteren zeigt es sich, dass aucn »nt, is 

Tcann. 



/ 



leitete. ^ei dem^ 
.sehe interessant sein 



./. 







- 2 - 

4 -h *fa Koelner behandeln, da er 

SlUn. dagegen 7«%-|H°'iSTiS sehf "t erinnere Wegen 
an dessen Besuch i™J'-^-J; ^|jchara Auerbach hier ««"^«^:^„_ 

irank werde ich «i«^^*" ^'i^^uecJitellen. Die f »<=^;',„^**Jf Ser 
T>4« vraae 'isch werde icn ^^^^r 7^ «••n^erstecr sind, und nei acj. 
J^Wengen «u »ein vaehrena „xr .n Kanderste,^^^ 

*^i^fM"KÄit werde ich '^^^^^^t,/; C I A^y 'P'lrma Hollmann & Rose 
i;i^5isr*ritz Kaufn^ann Teilhaber der xrma^-^^^^ ..eranszubekom- 

Xhre Bemerlcun.en.eber nesslajn -J-J;;;^:;: e,ass er nach 

Feder habe ich "«c^f^^^tnd zu'aicV*e>oinmen ist. .ras ^^"^«J^^J^' 
dera Kriecre nach Deutschland zur aecK^^e lediaÜch seine Frau 

S-Ve;n.t\«r.berg ^•^rin'-aSSrf aufgehalten hat «nd ''«nn nach 
sich damals kurze 7.ext in P«™!^''^^; «eitere Bruder von -^esslein 
o-i-^^rreic^-. weitergereist ist. ."®f^ "r^-hile auscewandert . Dieser 
?»fnic; Brasilien, Paul ^'«"it^fe in die Wel? geschickt, um sich 
^ll v5r -^ort oolitisc^-.e '^'»"'^^^^fft^^tern und Fred Lessing war 
dSs "^Seninateriell etwas ^^.f^^^^tS P^blo Hesslein hat er am 
^TLr der '"'ezieher dieser ^Jefe äis Rueckkehr von Wronkow 
einer ^^\ .-^.y^i^^t . worueber ich ri»c\^er i , ^^^ jetzne 

Generatioi. weiss Se-itember 

, . _ .»ii^^cht schon, daas .enl-nt j-S-, i™^ 

eine Gesamtsitzung der ^^'J-^^^^J^^^J iJ Aussicht genommene gerinn, 
5r Gruoel stellt noch «est, ob der i ^^^ ginge es nicht 
de^ 12. September, '^'^'^'^^^nhrebin' «^ unserer Freude in. 3er,- 
weqen der Feiertage. .Da ^^^/^^^^ nehme ich an. dass Sie den 

Terrain so einriCiiter. wex.v^ 

teilne'imen koennen. 



Mit herzlichen Cruessen von Haus zu Haus 



Ihr 



P ;">^^ 




150 



Die Juden als Wahler 



fff 




Schon 1881 bezeichnete es die Sozialdemokratie allein als Ihr Verdienst, daß 
der Skandal des Antisemitenunfugs nicht die Ausdehnung einer allgemeinen 
Judenhetze annahm. Sie war es, die die Arbeiterklasse vor diesem „schmach- 
vollen, den niedrigsten Motiven entsprungenen Treiben'* gewarnt hatte *8. 
Bebel hat in seinem Referat den Antisemitismus vor allem aus den wirtschaft- 
lichen Verhältnissen versinkender Mlttelsdiichten erklärt. Entschuldigt hat 
die Sozialdemokratie den Antisemitismus nie; es sei denn, man fände eine 
Entschuldigung In Bebeis wegwerfender Bemerkung zu dem Schriftsteller 
Hermann Bahr, daß bei geringer Geisteskultur die Rasse Immer eine große 
Rolle spiele«^. Ihre Stellungnahme wurde Ihr durch den Grundsatz erleich- 
tert, in erster Linie das von Ihr verurteilte System und nicht die Menschen, 
die es tragen, anzugreifen. Sie hat Im Gegenteil deren Denken und Handeln 
oft als zwangsläufig zu erläutern versudit. Sie benötigte nicht den konkreten 
Gegner,, den jüdischen oder christlidien Kapitalisten, um ihrem Kampfe 
Schwungkraft zu verleihen. 

Das bedeutet nicht, daß alle Sozialdemokraten von antisemitischen Regun- 
gen frei waren. Gustav Noske berlditet in seinen Erinnerungen, daß der Ge- 
sdiäftsführer des „Vorwärts'', Richard Fischer, seinem Unmut gegen manche 
Juden oft sehr drastisch Ausdrudi gab. Auch Wilhelm Sollmann, der kurze 
Zeit in der Weimarer Republik Reidisinnenminister war, hatte antisemitische 
Anwandlungen. Der Reidistagsabgeordnete Eduard David hat seinem Kriegs- 
tagebuch seine Abneigung gegen jüdische Parteimitglieder, die seine Ansichten 
nicht teilten, in antisemitischen Wendungen anvertraut. Aber in die Öffentlich- 
keit drangen diese Stimmungen nicht, und die Haltung der Partei wurde durch 
sie nicht berührt. Sie wird vielmehr durdi das Äugnis Eduard Bernsteins aus 
dem Jahre 1921 gekennzeichnet: „In meiner fünfzigjährigen Mitgliedschaft 
in der Partei Ist mir kein Fall bekannt, bei dem ein Parteigenosse wegen seiner 
Zugehörlckeit zum Judentum bei der Verteilung von Ämtern zurückgesetzt 
worden Ist."'^^ 

Bekämpfung und Verteidigung der sozialdemokratischen Taktik 

Es konnte nicht ausbleiben, daß jüdische Anhänger des deutschen Liberalis- 
mus gegen die sozialdemokratische Auffassung und Taktik zu Felde zogen. 

«8 Bebel, Die sozialdemokratisdica Wahlaufrufe, S. 209. 6» Bahr, S. 23. 

■» Noske, S. 147 f.; David, S. 136 f.; 176; 181. Über Sollmann, Mitteilung, auf 
Grund pcrsönlldier Erfahrungen, von Herrn Max Todcus, ehemaligem Verlagsdlrck- 
tors der „Volkswacht" in Breslau. Silberner, S. 199 ff. hat frühere antlsemitlsdic Äuße- 
rungen, wie z. B. von Ridiard Calwer, und Vorkommnisse auf dem Lübed^er Partei- 
tag von 1901 erwähnt und hinzugefügt, daß soldie Äußerungen stets sdiarf zurüdc- 
gewiescn wurden, und daß offener Antisemitismus in der Partei nidit geduldet 
wurde. Er hat audi riditig erkannt, daß diese Verkommnisse immer seltener wurden 
und seit 1900 fast ganz versdawanden. - Bernsteins Äußerung in: Die Juden in der 
deutsdien Sozialdemokratie, De Socialistisdie Gids, Amsterdam, November 1921, 
S. 984 (in holländisdicr Sprache). 






..WSR^''Jf1^'s 






IS 



4 * d- 

ier 
le- 
;m 
)e- 
1er 
itet 
m. 
Ich, 
«n- 
ind 
lern 
>rte 
)hn 
inie 







Ich höbe vom Elternhaus die L.ebe zum Altertums^ 
verein mitgebrach, und als Fünfzehn|ahnger habe 
ich schon die Mannheimer Gesch.chtsblatter ver- 
schlungen. Für das, was nicht mannheimensch oder 
kurpfälzisch war im Tätigkeitsbereich des Verems 
hat Karl Baumann das Verständnis in mir wachge- 
rufen. Aber auch der Töchter des Altertumsverems, 
die längst nicht mehr bestehen, muß ich kurz geden- 
ken der Fomiüengeschichtlichen Vereinigung und 
der'sammlervereinigung. Jene begründete mein an 
Lebensiahren älterer, genealogisch fast besessener, 
gütiger Freund Otto KaufTmann, der vor knapp 
einundeinhalb Jahren in Trogen gestorben ist. Die 
sechs Bände „Alte Mannheimer Familien , die 
1920-1925 herauskamen, sind langst vergritten, 
und viele von ihnen sind im Feuer der brennenden 
Stadt aufgegangen. Den Vorsitz im Altertumsverem 
habe ich 1930 als Nachfolger Geheimrat Caspari. 
übernommen. 





Natur Mattes, der hervorragende Keniitnisse be- 
saß, konnte sich durch eine gewisse Unbeweglich- 
keit keine Freunde erwerben, was ich immer sehr 
bedauert habe. Die Fraktion stand in enger Ver- 
bindung mit dem Reichsaußenminister Julius Cur- 
tius der badischer Reichstogsabgeordneter war. 
Das Stadtparlament war ein erfreuliches Gremium. 
Die Gemeindeverfassung war ausgezei.nnet^ In 
den Debatten im Bürgerausschuß ging es manchmal 
hoch her, aber die Auseinandersetzung wurde kaum 
ie gehässig. Die vier großen Fraktionen wurden 
Ion Rechtsanwälten geführt. Die Demokraten spater 
durch einen Richter, nämlich Dr. Wolfhard. Der 
kaustische Witz des Kollegen Hirschler griff 
gelegentlich einmal den ehrwürdigen Kollegen 
Moeckel an, aber der allseits vorhandene gute 
Wille nahm den Angriffen schnell den Stachel. 
Alles änderte sich freilich mit dem Eintritt der Natio- 
naisozialisten. 



In meinem 40. Lebensjahr kam ich als Abgeordneter 
in den Badischen Landtag. Dort habe ich mich a s 
Abgeordneter Mannheims, der ich war, auch gefühlt 
und betätigt. Ein Jahr zuvor war ich als Stadtver- 
ordneter gewählt worden. Das so oft verachtete 
Parlament ist ohne Zweifel eine ausgezeichnete 
Schulung. Die Arbeit liegt in den Fraktionen und 
den Ausschüssen. Ein großer Teil der Reden .m 
Plenum sind Scheingefechte oder haben pa.le.po.j- 
tische Zwecke. Als ich 1929 in das PräVidium gewahU 
wurde, lernte ich, eine gesetzgebende Korperschaft 
•^zu leiten und eine schwierige Etatabstimmung ohne 
Zwischenfall zu dirigieren. Das Gefühl, daß d.e 
Länder sich in ihrem Parlamentarismus unnötig 
überschätzen, bin ich nie los geworden. Als ich 
später als Fraktionsführer an den Kabinettsitzun- 
gen teilnahm, kamen mir noch mehr Zweifel über 
die Notwendigkeit des ganzen staatlichen Ge- 
habens in einem kleinen Lande. Die bedeutends e 
porcnnllrhkftit im Landtag war der im Alter mild 
und weise gewordene, aber grundsatzfest geblie- 
bene Prälat Dr. Schofer. Jede seiner Reden war ein 
Genuß. Er hatte das Zeug zum großen parlamen- 
tarischen Führer. Auch Ludwig Marum, ein Opfer 
des Dritten Reiches, war ein Mann von ungewöhn- 
licher politischer Begabung. Mit einem anderen 
sozialdemokratischen Führer, Emil Maier, verban- 
den mich fast freundschaftliche Beziehungen Er war 
ein ausgezeichneter Mann. In der eigenen, kleinen, 
r aber gut besetzten Fraktion, die sich in Baden 
Deutsche liberale Volkspartei nannte, war immer 
1^ die Rivalität Obkircher und Mattes fühlbar Beide 
hatten große Qualitäten. Obkirchers Schärfe hat 
bewirkt, daß die Gegner die Vornehmheit semer 
Gesinnung anzweifelten. Völlig grundlos, denn er 
war eine ritterliche, wenn auch sehr empfindliche 



Mit Oberbürgermeister Kutzer bin ich nie recht in 
Fühlung gekommen. V7ohl aber sehr schneH mit 
seinem Nachfolger Heimerich. Von den vier Stadt- 
räten meiner Fraktion waren Architekt August 
Ludwig und Rektor Ludwig Haas die Prominenten, 
bei den Stadtverordneten war Richard Lenel die 
stärkste Persönlichkeit. *^' 

D'e Dämonen haben mein Leben nicht verschont. 
Das Herz pocht, wenn ich an sie denke und an ihre 
Opfer. Aber der tiefste Schmerz muß im Menschen- 
herzen veschlossen bleiben. Das Glück echter 
Freundschaft ist mir in diesen Zeiten reich zuteil 
geworden. 

Mannheim lag in Trümmern, aber man spurte 
den Willen, daß die Stadt wiederauferstehen 
müsse. Oberbürgermeister Braun bestimmte mich, 
noch einmal mitzuarbeiten. Ich bin ihm dafür dank- 
bar. Denn ich bedauere die erneute Tätigkeit in der 
- .. .14 , „:^u«. KAo'mo Frnktion und vor allem 

ihr Führer, Stadtrat Kuhn, waren nachsichtig, wenn 
ich gelegentlich über ihre Hürde sprang. Auch mit 
den Stadträten der anderen Parteien habe ich mich 
verstanden und sie sich mit mir. Der Stadtge.st, um 
den uns viele Städte beneiden, war nicht unter- 
aegangen, die Rezeptionskraft der Mannheimer 
Atmosphäre war geblieben. Die Bevölkerung er- 
lebte wie fast in allen Städten, eine Umformung, 
von der Tradition war immer noch etwas übrig ge- 
blieben, und dieser Rest konnte sich mit neuen 
Gestalten und neuen Gedanken nicht nur verstan- 
digen, sondern in einer guten Harmonie zusammen- 
klingen. Die Oberbürgermeister und der Burger- 
meister haben dabei getreulich mitgeholfen. Alle 
helfen jetzt mit, ein neues Nationaltheater erstehen 

15 



.'■'. 









I 



. .■f-....V-, 



-./'■. 



DicSInrüailrsle'^nnnlleWoIff 
slQrbnncliiniHjr.rKiiiiikhcil 



Q 



^^ 



i 



^5- 



1- , ^-^ 



n 






r 



VH 0^ 



m ^ 



J»i^- ■« <■•> 



1 






l^f .<^S 



p 



t^,^^ I 



^ ^^"^ ^^li'^tiÄi 



Berlin, 20. 5. dpi 

ni« HUcK.'iHrstr 
und rhrmallne 
Berliner ßtimlrs- 

Jranrttf WoUt ist 
nach irinjfrrrr 

■chwrrer Krank- 
heit icrntorbrn. 
8!f war M Jahre 
alt 
Die deutsche 



unrrnnkl liehe 
Stimme Kcrlln,«;, 
rin<' iibrrrnrriMic 
d( ul:chc l'oütlko- 
riii \i^\. liJr Immer 
vtislvinunt. Ihr 
Nunc blribt un- 
nu.^lö.schlich mit 
dor Berliner 

K;<rhkrleC:;KO- 
svhjihto vmd dem 
Kr« i'n ilsk.unpf 
d. 1 Stndt verbün- 
dt" n. 



^ 




•ii>iiiii i> II 






'.-. 



%.':• 



\ 



• f^' \ 



»t41>W*, i.i^...^— . 



m^ u^^ II I I I M III i jfM 



y \ 



.»<•■ 



J 



Starb mit 8!) JnSircn: die nortincr Stadt« 
ülictio Jcaricno WoKf. 



Jüdin hntl" dir 
Judcnvcrfol^iun»; 
der Nn/is ül^'i- 
Ifbt. Ihr M.nn 
und ihre l)rid(M 
Kinder Itainen im 
KZ um. 

Der Replerfndt' 
BüfBormcistor 
Klaus Schütz 7.\i 
Ihrem Tod: Eine 



Ii< r V»)i •^it/oncio 
dl 1 Jüdischen 

Cc'iru'inde zu 

n'vlin. Tlrinz. Ga- 
lin Ul. sMiite: Jc- 
anr llr Wolff ßeht 
ir" dir CHsrhirhlc 
d* r iüdi':rhrn Ge- 
nTcinsch.ifl ein ols 
eine drr Rroßcn 
jtidischon Fiou- 
engf stalten. 



HB 






teil 

MUSIK ZUR ENTSPANNUNG UND UNTERHALTUNG 

VIERMAL SINGENDE KLINGENDE OPERETTE 

_ Lehar, Stolz, Strauss, Zetter, Abraham - 



Preis pro Stereo- 
Langspielalbum: 
$598 



Preis pro 

Kassette 

$6.50 



Preis pro 

8-track 

$7.00 



MV 




Dl ^ii'-' ;i 




^u!i .»li 


T>IAV 




•J3 00 


nt i iitthiiiisii 




275 00 


DUM 




•JOT.fiO 


Drr (iiHM Bank 


rX- 


div 271.00 


ElJliiiprr Masi-hm 


Ml ** 


140 50 


Folien 




76.00 


Oclsrnb'.-ru 




182 00 


<'.HH 




1 27.00 


HAPA(1-I l<iy:l 




J29.0n 


HfUlt'l/i'nicnt 




152.00 


Höchst IM- Färb, n 




58.50 


Hoosch 




410.00 


Hol/mann 




175.00 


Horten 




73.10 


IWK 




185 00 


Kali-ChiMiiic 




109.00 


Kali-Sal/. 




402.00 


Karstadt 




247.00 


Kaufhof AG 




163.00 


KHD 




118.20 


Klocknor-Wcrko 


\a 


194.00 


Lindr A(l 




1.^50.00 


Lowenbrau 




379 00 


Mmnesniaiin 




171 00 


vfrtN-'i'amnir 




244.20 


Metal pcsellscha 


11 


108.00 


PWa 




152 00 


Preussag 




95.20 


RheiivstaVil 




152.10 


RW^-Stamme 




2' 2.00 


Rutgers 




335.00 


ScherinK 




286.50 


Siemens 

Stahlwerke Prine-Salzgltter 


365.00 


?üdz.uckcr 




123.10 


Thyssen 




242.00 


VARTA 




117.70 


VEBA 




135.00 


VEW 




136.20 


VW 







^alA 41.2 riü/Aiu r.uLu 39.8 Pr<> 
zent am Vortag. Devlsen-lmadler 
berichten über umfangreiche 
Verkaufe beim Pfund, die mit 
den Bofürchtunsen über ein 
Scheltern de.s Lohnpakts m 
Großbritannien in Zu.sammen- 
hanff stehen sowie mit der all- 
gemeinen' Wirtischaftssituatlon 

des Landes. 

Am Dienstag hatte die Na- 
tlonalbank als n^eueste Maß- 
nahme verordnet, daß Spargut- 
haben von Ausländern In der 
Schweiz von sofort an nur noch 
bis 20.000 SF gegenüber bishei* 
50.000 SF verzinst werden. Für 
bereits seit Ende Oktober 1974 
bestehende Guthaben bleibt der 
alte SatiZ hingegen bestehen. — 
An den Bankenschaltern muß- 
ten für 100 SF am Mittwoch 
bereits 109 DM nach 107.75 DM 
am Vortag bezahlt werden. Den 
US-Dollar bewertet« die Devi- 
senbörse amtlloh In der Mitte 
mit 2.5923 (Vontag 2.5972) DM. 



Ehrenpr.is.dent der Plattdeutschen 
Alten heim -Gesellschaft 

Die AufbahrunK mit Trauerleier 
am veruanRenen Donnerstag er- 
folKte im Kraus Funeral Home 

wir werden unserem guten Freund 
stets ein ehrendes Andenken be- 
wahren 

John Plüschau 

Präsident und der 

Direktorenrat der Plattdeutschen 

Alten heim -Gesellschaft 



Am 2. Juni 1976 verstarb Im Alter 
von 72 Jahren 

Christian Schanz 

von Fort Lee. N. J : geliebter Gatte von 
Oertrude. geb. Stephan, guter Vater 
von Werner In New Mllford. N. J . Heber 
Bruder von drei Schwestern und emem 
Bruder, gütiger Großvater von zwei En- 
kelkindern. Religiöse Trauerfeier am 
Samstag, 10 30 Uhr vormittags. In dem 
Hunt Funeral Home, 1601 Palisade Ave.. 
Fort Lee. N J Beisetzung Im George 
Wa.shlngton Memorial Park In Paramus. 
N J Beileidsbesuche heute Freitag von 
2 bis 4 Uhr nachmittags und von 7 bis 
9 Uhr abends. 



Queens 



Schlösser, die im Monde liegen 

n,it Mar.it Schramm und Rudolf Schock 

Monae liegen , -"^ , v. *- / -npr Zauber von 

fS de W Tuch noch so schön / Bösen 
T^lfperNemen / II«>^ BeHa / aund Ist 6^ 
\Aelt / Das macht die Beniner uuxk 
viele andere. 




Gedenkfeier für Jeanette Wolff 







'' ^'/ 




Komm in die Gondel 

mit Friti Wunderlich 
urchs Land der Operette 

rrüR euch Gott alle miltetoamder / Ich hab' 
SraeTd bin vo.eLfrel / Als HoUer G^^^^t / 
IcOi knüpfte man<Äie zarte Bande /Komm In 
die GorMel / Ta-eu sein, das aeg mli n^n. / 
Wte mein Ahnerl zwanzig Jahr / Ich bin nur 
wie 111^1 „,^^,^^^„^cpii / Schau einer sclio- 
nen F^u /^sJ^n^iä die Welt / Allein, wie- 
Ser allei^ / Z^^'el Märchenaugen / Freunde, 
das L^ben Ist leben^wert / Maske In Blau. 




Im Alter von fast 88 Jahien 
starb in Berlin Jeanette Wolff. 
die populärste und die an 
Dienstjahren älteste Polit^^^erm 
Berlins. Ihre weithin ruiende 
und mahnende Stimme — die 
ihr den liebevollen Spitznamen 
"Trompete" eintrug — half, 
West-Berlin neu aufzubauen. 
Ihr Beispiel wirkte als Antrieb, 
diese KZ - Rückkehi-erin. die 
Mann und zwei Töchter ver- 
loren hatte und deren Vertrauen 
in die alte Heimat unbeugsam 
geblieben war. selbst unter Tor- 
tur, wurde ein Symbol für Neu- 
geburt aus Ti-ümmem und dar- 
über hinaus für entschlossenen 
Widerstand gegen Nazismus und 
Kommunismus. 

Die Rheinländerin. schon in 
der Weimarer Republik eine der 
bekanntesten SPD-Abgeordne- 
ten erreichte Im Kampf um 
und für Berlin, das Vertrauen 
der westlichen Welt in ein 
neues Deutschland zu stärken 
und zu festigen. Gleich: eitig 
stand sie mit nlmme?^,mider 
Energie den rassisch und poli- 
tisch Verfolgten des Dritten 
Reiches bei Ihrem Kampf um 
mateneiie uuu öcenov^nc ,.--uc- 
gutmachung bei. 

'Trotz aller Leiden der Ver- 
folgungszeitl. die Ihr körperlich 
ständig zusetzten, verlor sie 
niemals weder den ihr eigenen 
Humor noch ihre Schlagfertig- 
keit noch ihren WlHen. die 
deutsche Jugend für die Demo- 
kratie zu begeistern. 



Ein Paradies am Meeresstrand 

Im Zauber der Melodien von Paul Abraham 

Will dir die Welt zu Füßen legen / Es ist so 
53chön. am Abend bummeln zu gehn' / Tou- 
jours l'amour / My llttle Boy / Ich hab ne 
alte Tante / Bin nur ein Jonny / Em Para- 
dies am Meeresstrand / Pardon Madame / 
Ungarlanid, Donaustrand, Heimatland / Nur 
öin Mädel gibt es auf der Welt / Ball Im 
Savoy / So küßt man nur in Wien / Rote 
Orchideen / Reloh mir zum Abschied noch 
elnmail die Hände. 



Ausschliesslich für 
KLEINANZEICEW Telefon 

937-5696 

unsere "•"•.^"•fi!''";ß . 30 37. Str., 
Staats - Herold CorpM 36 -30 j 
LONG ISLAND CITY, H. Y. l"«* 



Die Bewunderung und Liebe, 
die ihr für ihr tapferes Wirken 
entgegengebracht wurde, zeigte 
sich am deutlichsten an ihrem 
85. Geburtstag: Drei Tage lang 
wurde damals Jeanette Wolff 
gefeiert: im Rathaus Schöne- 
berg; In der von ihr Jahrzehnte 
lang' als Erster Vorsitzender ge- 
leiteten Jüdischen Gemeinde ; 
von der Arbeiter-Wohlfahrt, 
vom Vorstand der Deutschen 
Gewerkschaften und von Dele- 
gationen aller Bundestagspar- 
teien. Bundeskanzler und Bun- 
despräsident bezeugten ebenso 
ihren Respekt und Dank wie 
Jungens und Mädels aus den 
Berliner Schulen, die sie oft 
liebevoll ihre "Ersatz-Enkel" zu 
nennen pflegte. 

Ausgezeichnet mit dem Gro- 
ßen Bundesverdienstkreuz sowie 
mlit der Ernst-Reuter-Plakette, 
erfuhr Jeanette Wolff auch In 
Amerika hohe Anerkennung für 
ihr Wirken. Ihr zu Ehren wurde 
1952 in der New Yorker Town 
H?ll Pin Gala -Abend veranstal- 
tet, bei dem die Tapferkeit die- 
ser "Politikerin von Format" 
von Persönlichkelten wie Do- 
rothy Thompson und Greneral 
ciay"' gewürdigt wurde. Bei 
einem zweiten Amerika-Besuch 
1966 wurde sie als Ehrenvor- 
sitzende des Jüdischen Fi'auen- 
bundes in Deutschland in ver- 
schiedenen US-Städten festlich 

empfangen. . 

Nun planen > amerikanische 
Freunde, zu Ehren der in die 
Ewigkeit Abberufenen in New 
York eine Gedenkfeier: zur Er- 
innerung an eine "der großen 
deutschen Politikerinnen und 
jj,,^oviictinr><^n" — wie Berlins 
Bürgermeister Klaus Schütz die 
Heimgegangene bei ihrem letz- 
ten weg grüßte - und zum 
Gedächtnis an eine Kampferm 
für Fieiheit und Gerechtigkeit. 

Margo Wolff 



Konsulat geschlossen 

Am kommenden Montag, dem 
7. Juni (Pfingstmontag), bleibt 
das Deutsche Konsulat (sowie 
alle anderen Dienststellen) ge- 
schlossen. Dasselbe gilt auch für 
die Konsulate Österreichs und 
der Schweiz. 



,,,,,,,,,,,,,,,,iiiiiiiiiiii!i!,;iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniii:^ 

There's only 

one thing 

worse than 

f inding out 

you have 
Cancer. 

Not 
f inding out. 



Many Cancers can 
be cured if discovered 
early enough. Get a 
regulär health check- 
up. Start novv. 

We want to wipe 
out Cancer in your 
lifetime. Give to the 
A ni e r i c a n C a n c e r 
Society. 

American 
Cancer Society \ 

THiS SPACE CONTBIBüTtDBv THE PUBuSHtB 



FRESH POND 
CREMATORY 

Oldest Crematory in America 

Bronze Memorial Urns 

U.S. COLUMBARIUM CO. INC. 

Class Front Niche« 

Perpetual Care 

Free BooKlets Open to Public 

Crematorium Service Chapel 

Pre Arrangements 
61-40 WT. OLIVET CRESCCNT 

MIDDLE VILLAGE. \-^\'^-^- "'^^ 
Area (212) 821-9700 

Leichenbestatter 

PETER J. GEIS 

HERVORRAGENDE BEÜBUNG 
57-34 CaUlp« Ave., HWwood. M. Y. 
Telof on: VA l-6t4S 

OYPBESS HILLS CEMETERt 

NON-SECTARIAN 
URN sITES^nTc^E 

Call AP 7-2300 
or your Funeral Director 

833 Jamaica Avenue 
Brooklyn. New York 11208 



■— --'■'^•'^jjj-''t 



1 111» ii.iM>n«ljirimr ■ f»m»m'-^- 










SERVICES YOU NEED 

A QualitY Business Service Directory 




>^ f y^' 






XiJfii*it - 



Schön ist die Welt 

Melodien von Franz Lehar 

Ja. das Studium der Welbei- ist schwer / Wie 
ediie Rosenknospe / Sieh dort den kleinen 
Pavillon / Der Onaf von Luxemburg / Was 
Ich denke, was ich fühle / Hör Ich Cymbal- 
klänige / Zorlka. Zorlka, kehre zurück / War- 
um hast d(U milch wachgeküßt / Freunde, das 
Leben Ist iGbemsv^^^Ht / In einem Meer von 
Liebe / Warum hat jeder Frühling, auch nur 
I einen Mai / Dein Ist mein ganzes Herz / Ich 
I mooht wieder einmal die Heimat sehn / Un- 
! tcrmalung "Gold und Silber" Walzer / Schon 
« »st die Welt. 




ÜTOPIA MUSI^ CENTER 

^„ Musical Merchandise Repair and Instruction 

154 02 47th Ave y | 357-5666, A. FUCHS 

FLUSHINö, M. T. . — 




^;^r^;^i;n^- «^-^o^o - 224-2916 

KEIL BROSm WC. Bayside anU Bohem.a ^^^^^^ 

^. Wfdclinß and Funcr.u Disirps. luiiny. 

Flowers. Iroona» r^ kuwv^ fFNlT.R 

FLORISrS 7^^' sävVAY (Exil 29. BAYSIDE, N. Y. 11364 
220-15 LONG ISLAND eXPR^äswat 



SIRVING WIDGEWOOD AND 
GLVNDALB 

HOME 

MADE ^ ^ 

C A H D V 

AT «TS BEST 



Tel.: EV «-»IM 



Martha's Candy Kitchen 

«041 MVRTLE AVE.. HIDCEWOOD 



GL 6-3312 3 ^^^j^pyiE^ LUMBER CO. 

Kitchen C^:^t^^r^m»caJop»^Wjndow>^^^^ 



EINÄSCHERUNGEN 
und BEGRÄBNISSE 

DIREKTE EIHÄSCHERUHO 

$350 

Schreibt für Gratis-Broschüre 
EDWARD D. JAMIE 

National Memorial Chapel, Ino. 

141-26 Horthern ■•"'•J»»''*' 
Fluthing, M. Y. 11354 



GEORGE WERST, Inc. 

MODERNE FUNERAL HOMI» 
71-41 Cooper Avenue, C'«";*«'«' •*-^- 
Telefon: V A l-»777 

Original und etabliert 

Chas. Weydig i Son, Inc. 

20-68 Steinway Str.. L. I. City 
T«l.: AStori« * **^' 



8-0124 



FUNERAL 
HOME 



Gegründet 1907 

MORTON 

580 Onderdonk Avenuo 

RIDGEWOOD, L. I. 

Tel.: VAndyh« 1-136« 

° ' ™ nlwlrti»'"» Preis«. 



Leichenbestatter 



Verschiedenes — ;;p ^TTm— / 




Persönliche 
Anzeigen 

_ 1 ^Am\ 




Erfolereicho Ehaanbahnungon 

für Damen u. Herren guter Kreise Im 
Ait*r von 19—75 Jahren seit 1933. 

Toliif oni 753-6155 

wo SETZE TCH MICH ZUR RUHE? 

Biralltms"end 77 J^^*" "ma^'" 

A^" '"'J^TtT- 47T597'^i"7'aM L 

WITWER. 'ea: alleinstehend. J"g^"<;;^^"/ 
Erscheinung, naturllebend und haus- 
i,.r St glelchgeslnnten Kameraden 
schreiben Sie *^ Box B 780. Staats- 
7.pu.un g und Herold- - 

PoUterarbeiten 

(Upholatorly) 



Funeral Directors seit 1924 
352 EMt 87. Streel, New York City 

Wie bieten das ^^^f^''l'}\^,.^!n* 
auf Kundendienst und Sorgfalt 

Telefon: ATwater 8-2221 

Leicheiibestatter 

Brooklyn-Queens 

SchwilleFuneralHome.lnc. 



Family satlsfaction has 

bullt our reputation 

George A. Schwll« 

Lic. Manager-Owner 

Newly added 

St. Jude Room — 

M.32 Myrtio Ave., C'ondalo 
Fhone VAnddyko 1-2818 



« 



AUFF013TERUNO IW HAUtE 
,M.'. Sofa; auch neu bjjgjn 



i?;^" 'älter- ^^*^"'^'^*:..'*'SV;m.'^! 

Tochter «ur Betreuung -"•^^^^^-^J'/.n; 
Hunde». Hauppauge. 01..^*^^" 2-3 Wo- 
e^.ei Äern.°iV".^i^;sal.^erJ^ 




IVÄiLftBLE 



80 percent control of tht pabUc 
ffadinj United States 0. T. C. 



Most persons are eligible 

for substantial Social 

Security death benefits. 

For complete Information. 

Visit your neighborhood 

Quinn funeral home. 

11-9200 




KiO^J^'f' 



CO 



00 



< 



< 

Q 

I— ( 

et: 



Bernhard Brilling ZOjährig 

Ein ansehnliches Bijndel jüdisch- 
historischer Arbeiten hat sich da 
angesammelt, allein aus den letzten 
zehn, fünfzehn Jahren; es mögen 
mehr als drei Dutzend sein, mit ei- 
ner Fülle von Themen zur "be- 
schichte der Juden in Hamburg i nd 
Schleswig-Holstein, in Breslau i nd 
Schlesien. Berlin, Prag. Hessen. 
Ostpreussen und sonstwo im deut- 
schen Sprachgebiet. Aber dieses 
Bündel repräsentiert nur einen 
Bruchteil, vielleicht ein Zehntel des- 
sen, was Bernhard Brilling inner- 
halb fast eines Halbjahrhunderts ge- 
sammelt, durchforscht und zu Pa- 
pier gebracht hat: eine betonte Hin- 
gabe an die Thematik, ein immen- 
ser FIvHss^uissen^^ 

Kinderbücher von 
Simon Wiesenthal 

Der Leiter des Jüdischen Doku- 
mentationszentrums in Wien, Simon 
Wiesenthal, verhandelt mit einem 
amerikanischen Verlag über sechs 
Geschichten, die im Rahmen einer 
Jugendbuchserie veröffentlicht wer- 
den sollen. Es soll sich dabei um 
Detektiv- und Abenteuergeschich- 
teo handeln. Das Thema des ersten 
Buches, das im Herbst erscheinen 
soll, wird die Suche nach dem Ge- 
stapo-Offizier sein, der 1944 Anne 
Frank verhaftete und den Wiesen- 
thal 1963 bei der Wiener Polizei 
wiederfand.. D.B. 



hafte Kontinuität in der Auldck 
kung und Erschliessung immer 
neuer Quellen und Materialien und 
— nicht zuletzt — eine besondere 
Treue zur jüdischen Sache. Alles 
das ist charakteristisch für Brilling. 
der aus dieser Sphäre regionaler 
und lokaler deutsch-jüdischer Ge- 
schichtsforschung nicht mehr weg- 
zudenken ist. 

Als Archivar der Svnagogenge- 
meinde Breslau in den Jahren 
19 7/39 und später in Tel Aviv 
er rb er reiche praktische Ertah- 
- für seinen eigentlichen Beruf. 
L... als Historiker ist er auch 
durch die von der Westfälischen 
Wilhelms-Universität in Münster 
akzeptierte Dissertation über 'Die 
Juden und die Stadt Breslau im 16. 
und 17. Jahrhundert" bestens aus- 
gewiesen. 

Der 70. Geburtstag, den der 
Akademische Oberrat i.R. am 3. 
Juni in Münster 'W. begeht, bietet 
willkommenen Anlass, solche Er- 
wartungen und Wünsche auch öf- 
fentlich auszusprechen. Die beiden 
Buchstaben hinter dem wohlerwor- 
benen Titel machen Dr. Brilling 
nicht kurzerhand zum Ruhestands- 
beamten, weder für das Münstera- 
ner "Institutum Judaicum Delitz- 
schianunV, dessen Abteilung für die 
Geschichte des deutschen Juden- 
tums er leitet, noch für seine Vor- 
lesungen und Übungen, die er auf 
diesem Gebiet abhält. E.G.L. 




Icelandic has more to offer than the lowest 
jet fares of any scheduled airline to 
Luxembourg, in the heart of Europe. 

We also have excellent hot nieals, compli- 
mentary wines, after dinner cognac and 
attentive, courteous Service. 

In Short, we have the same kind of Ser- 
vice you'd get from other airhnes, without 
the same high costs. Because our air fares 
aren't just a Httle lower. They're a lot lower. 

For example, on a 1-13 day trip we can 
save you $201 (Cost: $499). On 14-21 day 
GIT Fares we can save you $121 (Cost: 
*^120). On 22-45 dayswe can save you $106 
(icost: $450). And on our APEX fare, we 
save you $66 (Cost: $398)* 

That's a lot of money. 

And it Stands to reason, the more you 
save on the way to Europe, the more you'll 
have to spend when you get there. 

See you rtravel agent. \y rite Dept. # XG. , Icelandic 
Airlines, (UO Fiftli Areuue, X.Y., XV. 100-''f- Or call 
toll free: SOO-J-J-i-öOSO, 

*Saviyigs based <>n fare coniparison with loicest com- 
parable fares ofuny other scheduled airline, roundtrip, 
Sew York-LuAemhoHry.Jiiü€,July, August. Faref^ 

subject to gorernnient approval. 

^20L Ulis is 

ivhat yiHi save 
when you 

fly Icelaiidic 
to Europe. 



Icelandic 

um>:!iiTJKTIARKSTOMH()W :W\\^ SiilMH I H> AIKI IM 



Sie könne nieht an einer Sitzung 
teilnehmen, seit längerer Zeit sei 
Nie krank, klagte Jeanette Wolff vor 
wenigen Tagen am Telelon. Diesen 
hedaiurnsvollen Ton kannte man 
bei ihr. die. an Kummer und 
Schmerzen gewöhnt, sieh immer 
wieder aiifraftte. sonst nicht. Ihre 
Stimme war zwar, wie eh und je. 
vernehmbar-kräftig, aber doch un- 
termischt mit dem zitternden Un- 
terton einer gewissen Verzweif- 
lung . . . tis sollte ihr letzter Gruss 
sein*- denn am 1*^. Mai ist diese 
leidgeprüfte, tüchtige, tapfere Frau, 
die ^lange im öffentlichen Leben 
Berlins und Deutschlands stand, in 
West-Berlin gestorben, kurz vor ih- 
rem SS. Geburtstag. 

Unter den jüdischen Persönlich- 
keiten von Format und Bedeutung, 
die sich seit dem Zweiten Welt- 
krieu in der heutigen Bundesrepu- 
blik" Deutschland "im öffentlichen 
Leben auszeichneten, war Jeanette 
Wolff — lange einzige Jüdin im 
Deutschen Bundestag — zweifellos 



eine der hervorragendsten und vor 
allem auch menschlich erhebend- 
sten Erscheinungen, — auch von 
parteipolitischen Gegnern allge- 
mein anerkannt und respektiert. 
Sie stand auch mit unserem "Auf- 
bau" in New York stets in enger 
und freundschaftlicher Beziehung. 

Jeanette Wolff war das älteste 
von den vielen Kindern des Leh- 
rers Isaak Gohen in Bocholt. Der 
Vater, ein religiöser und zugleich 
sozialistisch gesinnter Mann, hatte 
IS7S. im Jahr des Sozialistengeset- 
zes, den Mut aufgebracht, eher sei- 
nen Beruf dranzugehen, als seine 
Ciesinnung zu verkaufen. Schon 
mit Rücksicht auf die grosse Fami- 
lie war es Jeanette nicht vergönnt, 
zu studieren. Mehrere Jahre war 
sie Kindergärtnerin; 1909 wurde 
sie Mitglied der S.P.D. und 1919 
Stadtverordnete in Bocholt. Auch 
trat sie als Rednerin und Bericht- 
erstatterin. als Mitarbeiterin der 
Arbeiterwohlfahrt und des Dort- 
munder Ortsgruppenvorstands des 
Jüdischen Central-Vereins (G.V.) 
in Erscheinung. 

Anfang 1933, bald nach dem 
RcichNtug>brand, gehörte sie zu den 
ersten in Schutzhaft genommenen 
jüdischen Bürgern. Nach ihrer 
Freilassung, im April 1935, blieb 
sie unter Polizeiaufsicht. Entschlos- 
sen und lebenstüchtig, wie sie war. 
eröffnete sie damals in Dortmund 
eine jüdische Pension und hi^t mit 
den schmalen Einkünften ihre Fa- 
milie über Wasser. Von den Depor- 
tationen während des Krieges wa- 
ren die Wolffs besonders hart be- 
troffen. Was Jeanette, doppelt ver- 
folgt, einmal als Jüdin und zum an- 
(lorn :ds demokratisch-freiheitlich 
engagierte Politikerin, die ihren 



\Linn und zwei löehter in NS- 
Konzjntrationslagein verlor, in je- 
len zwölf dunklen Jahren durch- 
gestanden hat, ist in ihrem Erleb- 
lisbericht "Sadismus oder Wahn- 
>inn?" (1946) niedergelegt, einer 
Schilderung der unvorstellbaren 
Untaten, wie sie von Nazis in Ghet- 
tos und Konzentrationslagern be- 
gangen worden waren. 

Seil ihrer Befreiung hat Jeanette 
Wolff in Berlin gelebt; diese Stadt 
war ihr zur zweiten Heimat gewor- 
den. Bald fand sie wieder ihren 
Platz im allgemeinen wie im jüdi- 
schen öffentlichen Leben der zer- 
störten Stadt. Sie gehörte zum 
Gründerkreis der Berliner S.P.D. 
Bis 194S war sie Mitglied der 
Stadtverordnetenversammlung von 
Gross-Berlin, danach lange Zeil 
Mitglied des West-Berliner Abge- 
ordnetenhauses und von 1952 an 
fast ein Jahrzehnt lang Mitglied des 
Bonner Bundestages; hier hat sie 
sich vor allem in Ausschüssen, auch 
dem für Wiedergutmachungsange- 
leeenheiten, aktiv betätigt. Wenn 
es^ um Berlin ging, war sie immer 
zur Stelle; schon 1951 war sie, ge- 
meinsam mit General Lucius D. 
Clay und der amerikanischen Pu- 




Erfreuen Sie sich 

an einem NACH MASS 

GEARBEITETEN 

ANZUG 

von eintm 

MEISTER- 
FACHMANN 

• Sorgflltigt Handarktlt 

• Importierte Stoffe 

• Besonders fearbcitot für Ihr« 
Figur 

• Autscrgewöhnllch preiswert 

BRINGEN SIE UNS IHRE 

KOMPLIZIERTE 

MODERNISIERUNGEN 

ODER REPARATUREN 

WIR ÄNDERN IHREN 

SCHMALEN 

ROCKAUFSCHLAG 

NACH JEDER 

r.EWt>NSCHTEN GRÖSSE 

Frederic Greenhut 

503 FIFTH AVENUE 

'Entrance 42nd Street) 

ROOM 401 
Tel. 661-3706 



Max Salomon 
neunzigjährig 

Am 2. Juni feiert der aus Köln 
stammende Max Salomon in seiner 
derzeitigen Residenz, einem Gene- 
sungsheim in Hollywood (Kalifor- 
nien), seinen neunzigsten Geburts- 
tag. Der Jubilar, ein treuer "Auf- 
bau^-Leser, war in seiner Heimat- 
stadt kaufmännisch tätig, daneben 
aber machte er von seinen schau- 
spielerischen und poetischen Fähig- 
keiten am Kölner Rundfunk Ge- 
brauch, und ein Kölner Verlag 
brachte einen Band seiner Gedichte 
heraus, im Ersten Weltkrieg, in dem 
zwei seiner Brüder fielen, diente er : 
zwei Jahre an der Front und dann j 
noch weitere zwei Jahre im Ver- 1 
waltungsdienst. Später ging er auf 
einige Zeit nach Berlin, wo er u.a. 
in der Max Reinhardt-Schauspiel- 
schule unterrichtet wurde. Nach . 

üHi /.ui ueKgcKenri, ^lunu*.!^ «-i 
eine eigene Karnevalsgesellschaft 
("KKK": Kölner Karnevals Klub). 
Aus der Emigration kam er, auf 
Einladung des ehemaligen Kölner 
Oberbürgermeisters Konrad Ade- 
nauer, noch einmal nach Köln zu- j 
rück und wurde dort in Rundfunk j 
und Fernsehen und durch Verlei- , 
hung des Ehrenbürgerbriefes ge- 
ehrt und gefeiert. 

Erinnerungs- und Gedenkstätten 
auf DDR-Marken 

Das PostminisLei iuMi dci Deut- 
schen Demokratischen Republik 
2 gibt eine Serie neuer Marken imter 
f dem Sammeltitcl "Internationale 
i Mahn- und CJedenkstätten'" heraus, 
i'die Erinnerungsstätten an die Zeit 
^|der Hitlerverfolgungen darstellen. 
In dieser Serie ist soeben eine Mar- 
ke erschienen, auf der das Mahn- 
mal der Stadt Wien am Eingang 
des Wiener jüdischen Zentralfried- 
hofes abgebildet ist. 



blizistin Dorothy Thompson, in 
einer Kundgebung in New York für 
die Sicherung West-Berlins einge- 
treten. 

Im jüdischen Leben hat Jeanette 
Wolff bis nahe an ihr Lebensende 
zahlreiche Funktionen mit beson- 
derer Hingabe erfüllt. Seit 1946 
Mitglied der Repräsentantenver- 
sammlung der Berliner Gemeinde, 
war sie lange die Vorsitzende die- 
ses Gremiums und hat hier wie in 
der Leitung oder Mitleitung der 
Vorstände zentraler jüdischer Or- 
ganisationen in der Bundesrepublik 
ihre Fähigkeit, öffentlich zu reden, 
zu leiten ^und zu lenken, oft unter 
Beweis gestellt. 

An Anerkennung ihrer Verdien- 
ste und an Auszeichnungen für ihre 
vielfältige Leistung hat es nicht ge- 
fehlt. Seit 1967 Stadtälteste von 
Berlin, war Jeanette Wolff Träge- 
rin des Grossen Bundesverdienst- 
kreuzes und, seit 1973, der Ernst- 
Reuter-Plakette in Silber. Bundes- 
präsident Heinemann hob zu ihrern 
85. Geburtstag hervor,ihre politi- 
sche und soziale Arbeit habe sie zu 
einer der beachtenswertesten Ge- 
stalten im Berlin der Nachkriegs- 
zeit semacht. E. G.Lowenthal 



j 

i 

1 



A Division of the New World Club, Inc. 

2121 Broadway, New York, N.Y. 10023 

Phone: (212) 873-7400 

Cable Address: Aufbau New York 

Hons Steinitz fdifor 

Ludwig Wronkow Execufive Fc/ifor 

Robert Breuer 

Karin Czerny 

Richard YafFe A%sti^ant Editon 

Howard Wisla Advertising Manager 

Walter Isaac Circulalion Manager 

Jerry A. Brunell Presidenf and Publishtr 
Werner A. Stein Froosurer & Chairman, 
"Aufbau" Commiffe» 

Elsie Frank 

Werner Wohl Commiffee Members 

Manfred George, Edifor 19391965 

Ludwig Loewenstein, Presidenf 1952- 1968 

Michael Schnaittacher, Treasurer 19341977 

Hellmuth Kohn, Choirmon 1968-1972 
Nofbe.l Goldenberg, Preifdent lOAfl-107i 

Entered as second-dass matter January 30, 1940. 
at N Y Post Office under Act of March 3, 1879. 

Reg. U.S. Pat. Off. Mo. 422,891. 
Copyrlgtit 1»76 by New World Club, Inc. 

One year subscription: 

USA, Canada, Mexico $20.00; Israel $22.00; 

South America Reg. $23.00; Airmall $55.00; 

Europe and other foreign countries $25.00; 

Six month subscription (only USA) $13.00; 

Single copy 50c 

New rales al renewal of currcnt subscriptions 

ADVERTISING RATES ON APPLICATION 



Vol. XLII— No. 22 



May 28. 1976 



i 

i 



SUMMER SPECIAL 

STERN Cameras, Radios, Air Conditioners & Appliances 
4243 Broadway at 180th Street Tel.: (212) 928-0870 

Withthisad: 

Kodak Pocket Camera outf. Model 608 Telephoto $30.95 

Panasonic Model RQ 309, cassete tape recorder $30.95 

Norelco Model HP 1121 Rotary Razor $29.95 

Clock Radios from $12.95 & up 
LOW DISCOUNT PRICES ON EVERYTHING 



WIR KAUFEN 



und zahlen die HÖCHSTEN PREISE für 

ANTIKE UHREN, BRILLANTEN 
UND GOLDSCHMUCK 

Ebenso VERKAUFEN wir obengenannte Artikel 

JAN SKALA, JETZT 1 WEST 47. ST., N. Y. 10036 

Tel. Cl 6-2814 - Gl 6-2942 Wir «prechen deutsch 





AUS 
^"ITarSheimer- Hefte 3 



1954 --^ 



^ ^ 



w^p^ ^^9r^ '^Ir 



■ II I ■lilUM I T -—"-■■"' 



lilrlWiilii I i«i u,._^ 



R 



annneim«^^ ^i ♦-i.n^r-crermeister , - Mannheimer Frauen 
ichard Boettger, Altbuergermeisnex , 



eine Ortsgruppe gegründet, die sich mit ehrlicher 
Begeisterung in die Reihe der freiwilligen Nothelfer 
stellte. Die planmäßige Zusammenarbeit mit den 
anderen Wohlfahrtsverbänden vollzog sich — trotz 
weltanschaulicher Gegensätze — ohne ernste 
Schwierigkeiten. Sehr bald konnte die „Arbeiter- 
wohlfahrt", gestützt auf praktische Erfolge, ihre 
Existenzberechtigung unter Beweis stellen. In den 
ersten Geschäftsjahren traten hervor: Stefanie Hoff- 
mann, Therese Blase und Lina Kehl, Frauen aus dem 
schlichten Volke, die aus dem reichen Born des 
eigenen Lebens schöpfen konnten. Im Jahre 1933 
aufgelöst, wurde dieser Wohlfahrtsverband, als 
seine Zeit wieder gekommen war, erneut aufgebaut 
und steht, wie zuvor, auf gesundem Fundament. 
Die Realisierung der reichsrechtlichen Grundlagen 
der sozialen Fürsorgepflicht stellte die Gemeinde- 
verwaltungen vor vielfältige und neue Aufgaben. 
Abgesehen von sachlichen Erschwernissen waren sie 
nur mühsam zu meistern, weil es an geeigneten 
Fachkräften fehlte, vor allem aber an geschultem 
Nachwuchs. 

In dieser kritischen Situation wurde das „Fröbel- 
seminar" der Schwestern Rosa und Viktoria Grün- 
bpöm zum Retter in der Not. Später kam noch die 
fon Dr. Marie Bernays und Dr. Elisabeth Altmann- 
Gottheiner^mTPgro߀r Umsicht geleitete „Soziale 
Frauenschule" hinzu. An der Spitze dieser zwei 
Berufsschulen standen somit vier Frauen, die mit 
Fug und Recht zur geistigen Elite unserer Stadt 
zählten. Zu ihnen gesellte sich ein auserlesener 
Kreis pädagogischer Hilfskräfte. Jede LelnuiiSiüM 
besaß einen Lehrkörper, der nicht nur überdurch- 
schnittliche, sondern auch Höchstleistungen garan- 
tierte. Beide Schulen wurden gut frequentiert und 
ihr Ruf als erstklassige Lehranstalten drang über 
Mannheims Grenzen weit hinaus. 
Wie das Fröbelseminar, so war auch die soziale 
Frauenschule ein Privatunternehmen. Beide besaßen 
die staatliche Anerkennung und wurden aus öfFent- 
lichen Mitteln unterstützt. Schließlich mußten sie aus 
Zweckmäßigkeitsgründen der städtischen Verwal- 

Während die Leiterinnen des Fröbelseminars von den 
Machthabern des Dritten Reiches ausgeschaltet wur- 
den, hat man die soziale Frauenschule „nur um- 
geschaltet". Marie Bernays war ein aufrechter Mensch 
und lehnte jeden Gewissenszwang ab. So wählte sie 
das kleinere Übel und ging ins Exil. Sie fand freund- 
liche Aufnahme im Benediktinerkloster Beuron, das 
im idyllischen Tale der jungen Donau liegt, wo sie, 
an Leib und Seele gebrochen, am 23. April 1939 ein 
sanfter Tod erlöste. Rosa und Viktoria Grünbaum 
hatten Schwereres zu tragen. Beide wurden in der 
„Kristallnacht" verschleppt. Sie endeten nach würde- 



losen Irrfahrten in der Gaskammer eines fluch- 
beladenen Konzentrationslagers. 
Diese Rückschau, dem Gedenken auserlesener 
Mannheimer Frauen gewidmet, kann nicht ab- 
geschlossen werden, ohne Emma Kromer zu er- 
wähnen. Diese Frau und der von ihr aufgebaute 
„Mannheimer Hausfrauenbund" waren zwischen 
den beiden Weltkriegen für Mannheim ein Begriff. 
Emma Kromer verkörperte das Urbild einer Bürgerin. 
Ihrer Volkstümlichkeit verdankte si^ es in erster 
Linie, daß sie seinerzeit in den Reichswirtschaftsrat 
berufen wurde, eine Auszeichnung, die aufhorchen 
ließ. Jedoch lag ihr, ihrem Naturell entsprechend, 
das Wohl der zahlreichen von der hauswirtschaft- 
lichen Alltagslast geplagten Hausmütter besonders 
am Herzen, nicht weniger aber auch die Existenz- 
sorgen der ledigen berufstätigen Frauen. Nach dem 
Zusammenbruch unseres Volkes stand sie nicht 
beiseite. Mit erstaunlicher Kraft widmete sie sich 
nach dem zweiten Weltkrieg dem Wiederaufbau 
des Hausfrauenbunds, den das Naziregime aufgelöst 
hatte. Doch unerwartet ging das Leben dieser vor- 
nehmen Frau zu Ende. Mitten in umfassenden orga- 
nisatorischen Arbeiten begriffen, starb diese lebens- 
frohe Frau, die Gattin des beliebten Mannheimer 
Kammersängers Joachim Kromer, am 14. Juni 1947. 
Abschließend sei noch einer Persönlichkeit gedacht, 
die nicht erwähnt worden wäre, wenn sie die Druck- 
legung dieser Zeilen erlebt haben würde: Maria 
Zentmayer, die geistige Urheberin des Viktor-Lenel- 

Stiftes. 

Als junge Lehrerin und gern gesebenftr Gast im 
Hause des damaligen Handelskammerpräsidenten 
Viktor Lenel ergrifF sie die Gelegenheit, dessen 
Interesse für soziale übelstände im Bereiche der 
Mannheimer Volksschulen zu wecken. Schwach- 
begabte und sozial-bedürftige Kinder sollten auf 
angemessene Zeit aus dem Alltag der Volks- 
schule herausgenommen und in einem Kinderheim, 
unweit unserer Stadt, betreut werden. Unter Wür- 
digung der damaligen politischen Lage eine geradezu 
revolutionäre Idee! Es kam dem Oberbürgermeister 
Paul Martin sehr gelegen, daß der Stadtrat diese 
schwere Aufgabe nicht zu lösen hatte, da der Philan- 
thropViktor Lenel mit einer zweckgebundenen Stiftung 
einen erfolgversprechenden Ausweg fand. Im Jahre 
1911 wurde das in herrlicher Landschaft an der 
Stadtgrenze von Neckargemünd neu erbaute Viktor- 
Lenel-Stift seiner Bestimmung übergeben. Die 
Leiterin dieses Heims war selbstverständlich Maria 

Zentmayer. 

Maria Zentmayer, ganz aus den pädagogischen 
Grundsätzen eines Johann Heinrich Pestalozzi und 
Friedrich Fröbel erwachsen und von ihnen geformt, 
besaß von jeher eine große Liebe für die Jugend, 




nehm! 

skeptij 

schul 

Viktor 

anstall 

scheic 

Mensc 

Zehnt| 

in Ne 

maye« 

Praktii 

der „ 



10 



/I? Ml 




fr/iw UmluMtr 



.rf*- 



«- > 



d^ 



HC 



tJif^^J 9erf^if'/r 









^^■'^rJ ber/^ff^K' 



l^aUiXi 



4 ^^// 






mo'if 7^, M 



aa^ 



Bernstein 



rfi^ 



Geschildert von Gerhard Schulz in Ludwig Bergstraesser, Aus 
Geschichte und Politik, Kommission ^'^^r^Geschichte des Par- 
lamentarismus. Dar in auch Bemerkungen ueber Otto Bauer und 
Helphand. Rueok blick auf sein Leben in Eva Reicnmann.CV 2ei- 
tun|T23.12.193E, p. 529. Heil, I,p. 181 betrachtet es als Fehler, 
^o^o iv,n, o.,f ^rstfim Pflrteitae nach dem Krieg in «eimar nach 



Rueckkeiir in vx^.^ xolxw^-. . 

uebertragen mLrcLe,das grosse 
anhp-p-fp Rede sreRen ihn« 



sferat ueber ausv.aertige Poiiti 



Eduard Bernstein 
zu seinem 80. Geburtstag 
von Paul Kampffmeyer 

e.V. Zeitung, Berlin, 3. Januar 1930 

IX. Jahrgang Nr. 1 
Seite 6 




<^J4W^ 



/^■^?^ 



X^^ /^^^ ^fi^^!f4^ ^Py^^^ 





/^ /^^ -^^ -? .^ -* ^4(,.^^A^ 



P, ^(i^ 4^/^,040^^ " •^►^^ £/ /i^^-^^ 



/^^>i^^^ XX 



^^/^2W^ -'V^ ^^^^^ 









4'Ji 




^i^-«' 






^/-uj^OL. 





.•: 



V- 










^ 







^^^Uy/^ 




^w 



P^^^i-TSö^ 








H^i^^ 



/^'^u^te^ ^^¥4^9-^^ 










^ PI. yy 




■•oj^^^ 



( 







Eduard BERNSTEIN 1920/24 3. Wahlkreis 



Band 345,2l,Sitzq 



Ausweisungen »Fremdenrecht 

Sinowjew und Losowsky, Antrag Aderholt und 

Genossen Bd 345,21 itzg S. 763 A 



Band 348 .87 Sitza 



Ausvaertiaes Amt . Vereinfachung d auswaert, 
Dienstes. Betonung d. republik .Gedankens 



& 3094 B 



Krieg Schuld frage, moralische Schuld 

Kaiser Wilhelms und kaiserl. Deutschland 

Ausf uehrungen d • demokr . -Sozialist . 
New Siatesman ueber den dtsch.lMider- 
spruch gegen e Schuldbekenntnis 



S. 3095B 
3113 C 



S 3095 B 



Bm nd näi 5^ omIiMBmBih toiad m 



Reichsregierung 

Ministerreden. Mangelnde Anpassung an das 
Ohr der Welt 



S 3096 C 




Band 353.l88.Sitzg 



Sozialdemokratie Unabhaengige Sozialdem. 
Stellung zur Erfuellungspolitik des 
Kabinetts Wirth und zum Steuerkompromiss 

Re ichsregierung 

Ministerium Dr. Wirth i s. Politik 



6305 B 



S 6305 C 



1924 Bernstein nicht gesprochen 
1925/28 Bernstein nicht gesprochen 



^* "v '-1 



t * 




Sn$ oOtm UH . . . 

3u C^lnt^ Stroiletni Stt / tm sc. cra ntMnMini'Mwnw 



*Bct Cbuarb iPcvnftoln einmal U'äl)Vfn5 bct 
legten 3nf)rc in feinet ftiaen 5C-of)nnno in ber 
SPc^ener ctrafee get^cnübev fitjcn bur|tc, lucv il)n 
üüu 'JJJnrs unb (JnQeU\ von bei* l)eroi[cf)en rjvftf)' 
jeit bc3 3o3inli*mud jprcdjen I)örte, al^ oh bie 
örletniffe, »on benen et berid^tetc, firf) oeftcvn 
gnßetroöeu t)ätten. ber f)flttc bii3 (Sefnl)l: J)ier 
ift bie 3c»t )'tet)engctnicDcn, bicfer 3)ionii ift 
über aeitlidjeä 9)?nft l^inauv>aeiund)fen ^n einem 
Jenfmnl mcnfdjlidjer UnoergcinGlid^feit. ?tnn 




t[f er t>od) bcm aettlic^Mt ©efe^ erlegen unb üon 
un8 fleflanflen. (5r ftonb fnr^ öor i^oHonbnnji 
f-tn«8 breinnböc^t^iflftcn ßebenSia^re?. 

ebnnvb iPernfteinS nmfoffenbe nnb nevul)tc 
aC-üi-biflnnfl ^u fd)reib«t, börf bcnen nbevIüiKn 
bleiben, beten ttufflabcnftebiet fidj mit ber CHiu)?t« 
nrbeit feineS 8ebenÄ bedt feinen fo3inhftifd)en 
«amplöenoffen. Un8 liegt e8 ob, bie l'inien 
j«^/*ff«suitoFH>n hi«» ffhimrb iSPernftcinS. bes ;);nben, 
gntividlunfl be^eic^nen. Sie finb in beui nuid^ 
tiflen nnb einbtudöüoaen ©efümtbilb fcine-i 
S>eben« nnr fpärlic^ uotOnnben, nnb boc^ [teilen 
fie einen Sanbel Don ftatfer, ft)mptomQtifc^v 
gQL«id)tiflfeit unb nnmittclbarftet ©eflenaxittS- 
trbentung bar. 

ter $terftorbene ftnmmt an3 ben Greifen hei 
*i*orriner iübif(fy?n «leinbüvgertnma beffea '^in. 
tv'^.m nn bo8 3nbentnm t)intec bem ftatfen, 
\ , .N.inofrntifri^en 3nteveffc ber S^it .V«' 

rudgetreten ma^w. 3ein 5?ater lunr Cofomotiu. 
ffif)rcr, fein Onfef. "Krön ^^ernftein, :Kebnfteiit 
bev bntaetli(^'rnbifalcn „iöerliner U''ollfsi'i= 
tt"'-" tiefelbc l'inföfcfywenfnng. bie Ütinnt 
'l i\ \]ccici\übtx ben ^»PlitiidKn Vlnfidjten 

feiner f^^nmilie uoü.jog, inbem er fid) ber \o.\\n* 



V 



'^fiutgung anfc^fo^. nnl)m er niidj nu( 

' (Vbietc bor: er Wfte bie vrfrlidjen 

in bie iübifc^» ('k'meinfdjnft, inbem 

. jL, 1^(77 ber «uffcrbening feiner 'Vor. 

T i,;rdr"'^ii#tTTtt Jofge U'iftete. «o 

ö in einer 3f't '" ^^^ 

nu irtei \f)xe rnbifflfc 

r-i; in aüp i»örtlid)er 

n iJ)ii i inrofen jiim ,jotcn ?lffiml« 



Fanten-. (Senan fo felbftüerftänblid), Qc\m\ fo 
t^ovetifdj, flcnnn fo fur^fic^tio, luie I)ente ber 
iTpMunnniemnS feine Cpfer fovbert, forbeitc fie 
bninaf^ bie ao^ialbemoftatie. Unb ({mm fo 
fdjnell mirb Iientc mic bamalä bie £ d) e i n ^ 
tonieouenj bicfe^ Sdjcin rnbifalic'mn* offen» 
bat loetben. 

. 3m ,"JaUe &t>mxb iöctnftein^ offenlnnte fic 
fid) nnter bem in meljr ali einer Si^eiiefiung nnf- 
fri^lufjreidjen Jtrurf ber AhiegöinOre. Cr^ war 
nic^t ber einjigc 5örnc^ mit bem ^»^abifaFi«5mn8, 
ben ii'ernftcin foU^ie^en nuifete. 

Um bie 2s}enbc bee ^l'itjrrjunbcrt^ I)atte et 
in feinem C:>aiiptUHnf „Xie i'oran«fetjnnnon beö 
So^iali^muä nnb bie '^(itfgflben ber co.jialbemO' 
fratie" bie ^Infieinanbetlctuing mit ber moteria« 
liftifd^en (ßefdjid)t§diiffafinnii anfgenonnnen, bie 
bie (Sriinblertinifl für bie üoir il)m begrün' 
bete nene 9tidjtnng beä 'Keüifioni^mnS bil» 
bete. ?lnc^ fle nwr eine 'Äbfage an bie 
rabifale iVrelenbiingg. nnb 'Üeuolntion«' 
t{)eLnie beä nrfptüngiidjen ^efirgpWitbes, bem 
et bie i?el}te nom allnuiblldjen, refürnTotorifd^en 
^ineinioad)fcn in eine nene fo,5iaIpülitifd) De« 
ftimmte entJuirf(nng«jpr}rtfe bcv i8)irtfd)nft ent= 
gegcnftellte. ßbenfo Jvie et f)iet untet ben iUiX' 
fen (Jinbrürfen bct latfadjemuelt, bie et befoir 
bet« in gno^anb empfing, ben ?(nÄcinanbct(all 
ä)oiid)en 2i:iiflid)fcit unb I^eotie in einer 
l)iftorifc^en ^eiftnng bemie3, fe^tc fid^ in iF)m 
Qud) bie 6rfen>itni<^ bnrd^, boft er mit ber 2aU 
föd^c beS .Qird^nanittitts bie and) in ifjm 
nid)t ,3ut -Knr^e gebtnd)te ^^fbcnftage iljret 
Ciifung nid)t angenri^ert f)atte. 

r\m ?\ahxc 1917 nafim er fid) ^um erftenmol 
bei iübifdjen Problems in einet langeten Ab« 
r)iinblung „iöon ben 2tnfgaben bet 3wbe'r im 
aöeitftiegt" <in. 23on einem fe^r bemufet inbi« 
fd^en Stanbpnnftc auä fteüt er e^ barin al^ bie 
DJiiffion ber 3"ben bax, if)re natütlid^e cteCfimg 
3unid)en ben 5)ölfctn 3m einer geiftigen iPer^ 
mitttettoffe im Tienftc beä i'ölferftiebenä nnfe» 
bax 3u mad^en. (5Icfd; lucit entfernt bom 3iO' 
ni^nuiä lüie Oou einem gefinnunge-tofen l'lffinn^ 
Inutentum, toetfid^t er bie ®leid)bered)tigung 
unb glcid).3citige Betätigung beS „Ccnbe^«, bCiJ 
«tfluuneS- nnb be§ meltbürger liefen *|J:ittiotiS- 
nnid". 

Tiefe Schrift, an ber nnfeerorbentlit^ bieleS 

lUiiX) ijciiit iiud) UHU \OK\ai ytiuuL- iitult tuieb^i 

ernfter 5?ead^tnng mert mflre, bilbetc nur eine 
(Jtnppe auf öbiwrb iPornfteing äöcg 3nrftc! s^nn 
Jubentum. 3ein tätige? ^"tf^t'iK H^ fcitfjer 
nid)t melit etlalimt, fonbcrn in bauernbet »tör- 
betung jübifdKt 3'^'^'''' inebefonbere ber fo3iaIi" 
ftifd)en 'Valnftina-^lrbeit 3nm '?lu?brn(f gefoin« 
men. Xnbei fiot er feine im C^runbfaölic^n 
nblef)nenbc t>i"iltnng gegenüber bem 3ip>"*"'"8, 
in beffen luefteiiro^xiifdjet ?lbatt et einen iJfücf. 
)d)ritt in flbenonnbenc (5po(^en ber i^ölfer- 
gefd)id)te fal), nidjt aufgegeben. Xic iübifc^ 
fü3ialiftifd)e Arbeit »vat e8, bie il)n ajv30g. Xofe 
et fid) bet iLMtfung foldjet Hn^ie^ung in ed^tet 
Lfvfenntni^ menfdiliri)et iyigengefe^lidjfeit nidjt 
entzog, fonbetn iüeitgel)enbe 3d>lüffe btuan« 
30g. legt für bie überlegene, reife '^JcrfdnUdjteit 
bee "i^erftorbenen fd)bnftc<$ 3f»fl«"<^ ^b. (fr liefi 
fid) t>on ben in il)m erfpütten A^tnftftri^uHn tro- 
gen unb luar niri^t 3n eigenfinnig nnb nidjt 3u 
ftol3. im ?(Iter 3u erfUren, bafi er ben 
4(nd tritt i\u% bem ^iibentnm ui(^t 
U 3 g e n d 1 1 r , lo e n n et bie (int* 
w I (f hl n g u r n « geahnt f) A 1 1 e. 

' 'trinci beutfdj-jftbifi^ 5(^idfnl 
ift geeignet, un» iit «nfniljt ober in innere 



52« 

iPeruIjigung »u «Jifff^n, je nad)bem ii»ir frine 
bentfdK «?ber fein? jübifd^ ceite betradjten. ^n 
Wufruljt uetfetjt inio bie (ftfenntni*, wie iwil 
toir iHui einer 3i'it entfernt finb, in brr »«in ,V»be 
eine neue '^'idjtiing in mutiger, enffdiiebenei 
Jlbfelit bon bev alten beginuben biirfl. iVn:«: 
uon innnfKffin bie ;Wiffit;j:ig unb bie .); re 
l^'fnuUf)eit, bet et bienle, btunit 311 bif* i.ien 
Xie Selbftfetftdnblii-^fcJt, mit ber ber inri'dy 
3pv»iI^i''"o'^'^^ '^ernftein n\ '*' unb 

fid) befannte, fdjeint einer pn. .» ' • IK 
im 'i'ergfeid) mit bex fjentigei? ' 

3ein jübififieö 3d)idfal abet gib: ^ «*>e. 

Juifjtjeit: nud) bet ed)tefte m\t ftcengiie ririiafi^ 
mu^ Uetmag iiibifd)r Vebenemeitr nidjt nw' bie 
Xauet 3u übettömn unb \\t erfe^»» ^%r rvifrr 
bex .Wenfd) aU'-i bex Sdjnle be\ ^vittlidjteit '"V 
üotgel)t. um fo ftärfrr ixrtie't i'ui) in t 
(frfenntni^, bafi jnr Cfrfnilnug einer i 
meneren 3u(nnft auf feinen 4trnft;trofii in 
luetben barf, unb bafj ber jftbi^die bev ;: 
bef)rlid)ften einer ift. 




f 



m\ n m mm 

"i^on C^ofrf ^c»i (Vlantt^riitt). 

3m 9Inf(f)(nf) an unfcrc ftitifd)«.- iürbtdiinii 
bev (^tdffnunrt^^nernjjftoltunvi bft »"^nirn iiiM 
ftftcii a»o(feho(l)fd)nlc 5^crlln <(^. i». ^ .^ntiinrt' 
9lr. 45 b. 3.), ..Mite unb miie tll^ifdHr 'W r f- 
fubren wir in bem iwdiitfb» iN.i !' '' 
iunoen dJJufifciö bie äkfjritftiain bisk . 
»oic^tiflcn ItKiniiiJ ein 2täcf uuitcr. X ' "" 

3]t ein ®egenftanb nid)t lu'thanbo!: 
in einer reinen (jrfd)einnng'?fürni ni 
3n ermeifen, fo mirb bie ,'\vage v- 
(?jiften3 bcted)tigt. 3d) fann im (^ 
bn8 i'orI)anbenfein einer iübi jd)en IKi 
nnbebingte Diotioenbigfeit nidjt e \. 

bcnn nid)t bie verfnnft, fonbern bei .^ . -t. 
ben eine WuHf für bie iWrntd>l>rit hnt, blivb» 
bnS entfd)?ibenbc j^riterium. 

Wifet man bennod) ber jOettnnitSfrcK^c liiic 
gemiffc Öebeutunvi bei. fo uetficrt fie uu 
\vid)t, wenn man jenem bnnfun, mit Cxr 
bierieidP|t 311 be^eicf/uenbcn ÜBun . 
eine ei^afte JJormnlierung yi geben \3c 
3ebcr berartige -l'erfud) mnfj miB.^tüdi;- 
er nic^t ani bct ^uf\l felbft nbiuleit.»; 
unb njcil eine 5?etracr)tnng notivenbi \ ' 
bie mir l}entc il)rer inl)ult«et(läienbin ,,. 
megen abiel)nen muffen. 

lic (yin^Mt eine^ '^)olt«il)aratter9 ift aiv 
bei bobenftänbiger '^elKimatAing mi>gli(l^. co 
oetbinberte b(\^ Meben bex 3nben in ber Iia- 
fpora bnS 3nitanbefontmen eincd einlMttlic^n 
wjhffffwu («•hrrtrt«.^ 0(»tm fÄ «nöffhftß ^:cfct 
Einbeulung nod^ tvunbetnetimeii. toenn fiiir 
iübij(^ a^ufit in 3meifet gr^ooen i >i ' 
3übtf(^c a^tufif tvdte ciuf (^iruub be« )(' 
gefagten mit oon gcmetniH-i>tänbIid)r 
einbrntigen ^^oK^jügeii an4 benflxir. ("' 
oerftänblid)« unb einbeiiti^* {.WOfiß 
eiiftieren uid)!. «tteua ^otntncH. 
aud) bie '^Vifen bet kjnentjjiibfn 
biefe gelten nnb nic^ ali 9e«< 
3ubeit fd)(ed)tl)in anoefe^ vk. 
otientaltfc^n ^l(erf((iifteii beb 
eine« übetnuS tfin biffercnilr, 
fl)ftem^*. lie Uebettroguug iljrer iiaji., . 
unfero 3<otenfd)rift ergibt Aber ben Hl. »fi 
biefet ^fAnge fo gut )vie feine tfot^it. 
nod) fönnen bie läkifen b* nn^»»* 
3ubin fo)uot)( an^eMU 
tMufifprari». olft qu(| nK^^ 
Ud)eii üt^inbnngeii betMiec nx\ 

aWntetifll für eine äM Hdv 
bore iübifdK ^xM fein 

tet 'i^eTU>ell^ung 
nutet ftel)t pro' i^l) . 
netnu«ommt. ' ' (c " 
ftufif, fonbetn 
o|lfAbff<i( IRu 
in j STOer 
jiti?tf, jO fii^ti^ tc uumu i V i u i' i-.« ' v 






^ednesday 
January 
1977 






^*f* 



f\ vn 







f^^ ^H'H^r s^ uyt.c.y^'jf f^/'^^p 



December 1976 

S M T W T F S 
12 3 4 
5 6 7 8 9 10 11 
12 13 14 15 16 17 18 
19 20 21 22 23 24 25 
26 27 28 29 30 31 



January 
S M T 



W T 



1977 
F S 



2 
9 



3 4 
10 11 



5 
12 



6 7 8 
13 14 15 



16 17 18 19 20 21 22 
23 24 25 26 27 28 29 
30 31 



February 1977 

5 M T W T F S 

12 3 4 5 

6 7 8 9 10 11 12 
13 14 15 16 17 18 19 
20 21 22 23 24 25 26 
27 28 



26/339 



1/26/77 



'i^U ./2./n2^ 




'/« 






Ic^^^ %<-€^4 H./^^. a^^ 



^C^^'^^ 




iftl ^4^; /u^^'^-zL A^^e^\^ j^t^H^'^y 






.^^v 






* y T 






;<</ 



'^i^ l^t<f4^4^^ .- / ^^/%/^i^ ß^^f>r>^^^rt^ 



v/^fc 



• 



^^^^i/UC 



/^t^^f 






'^yM^<iJ e^^'i/^^'^ 



^ 



/^<fc^ - »^»^ /i»-<^^ '^^"^^ 






4w^^ 



/- /^/ • 4 



/ 



*^*V^ <^^/^^>y 



^^ ^^i a^^Us M^ 








77rr&- .7JCf ^*'^4cT l^y^/^j^ ^^^j ^ w-, -; - 



'rn^h ^i^ l: /vi^^/^ 



/^^fe^/^ Ä-^^^ 



^feV 



'^M/7^. 



A 









^^£ 



'^/ 



(l. 



tfii 'T/f 



^^> 



cci f PL ^// /^//A 



^ ^ /^*-t^/4r 









/^f jti^t O" 



■i 



A 



^ ^ /^/^'^ 



/> /^ ig^ 







^^ ^I^Z 









^ß^iU^ 



^(^ ^^ ^ 



^^J:^ 






// 






Al 






'/ -C 



^^^a /^ 






y^-m 



y4^^ 0^ f 4 ^ 6 — r 



^^/ 



■f -r'. 



c.:^^^ 



/^/^ ^gf/ ^t-t^^/^^*/^ 3^Wi^ ^aJ^ **^ ^.^^ ^^^<' 



T^ 







i-4^^ 



6w^ ^ 



i 









-A 



Al^ 



^^ 



/ /*' 



^^ /^' 



.^ ^ 



X 



'V'-y^ e*/i.u^ ^^. -fi. 



' r 



£f,A^^, 



i9f^ 



"^mm 



^ym 






JL. 



^ > 




7"" 






. ^ / _..£- j:,--^ /—:rr^ j ' -; 

^/^L^^ "^"^-^ ^^''f?' ^^^''^ *''^^ • ^\f^^k^- 



'■ /_ 



j^£^>/^^ 






...3 L. 






v//'//>v// — ^-'^si — ^d-fj^^rt- ^ r'^r:? 









jy^ • 




^2«^^ 



/ 






-,,,^ 










Ai-^i^ 




T^nTT^ 



y 



^E^/ 



y 



V / 



. ■ / 



r' 







f/i ^ 



.//. 




' ^— /S - 



<?fV[ 



..^ 



// //^///'/^ -;-r^:^^ -77^ //^/ :^^fV? 



>^^ d^i'r'',//^ /^/ / ^ 






/ 



u 



)-' 



^-/iJ r-^>^fL^ ^''^/i^ 



««^/l^^- # ¥ äf^^^^-g 




-'i-Ä 



iJ Jc^^t'^^^ "^ >^4*^ 4^ 



/ 




^^ -^1^ /f'y^- 




/ 



J V "^ ^ I 






<^ 



i> 





ll^ 




V'_ Jsi - -j:^ 






'V 










X- 



^ 







^ 
T 






v^-^ 



7^^ 



1 >^^ r «. ^ 






^ 

K 



_Ji^Y^j^ frC^ t^^ 



Ay-" 






K 







^ <^^^ 




2-1. 



(^ 










iW-^ 





V ^ ^ . / 



"tJ^fMM 




/ 



(w // 2" ^^t^- ^ Z***-*^ 



,^^>t->'^i^'"^ 







//^^ ^^ 



>^^ 



y 



-Z: 



^ ^U^ >**^ ^y^^4^ 



Oti^ ^-^ J^4,'^^-; ^^ /*^ >^ ^'^^ 






♦^^ 



*.-<i -<-^< 



-?^ 



^i4^ 9^-rS^^ ^«><^ 



\ii^^?t^ 







T'^JW. c^^e^ ^^^^ /^U 




/5 -i^y^^>fc< .^4rÄL- 








^ » 



^^^c^ 



:^</^^ 








T-«*^ 



''■■!'- "^ 



^:^^y^ 










• ' ' ' / 

















\Ä^fA^J ^^^-^^^'^ fe<^7^<^^ • 4Cf-.y^^ -^ ''4'^^cJ(^ A^/^^^-i/C 

-^^ / ^^^ ^ ^^ /^^c:. /}^X- /^^^^^ ^^y/€^ 




•/^ 



/A. ., // . /_^^^^^/?y A.. ..... ^^. ^^^^ 








f-ifc 



//> 



V*^,^ ,f^/'-*'^ /6<^^^ ^. i^ <2*<L- Jic^A^ ,.l,.A.u^ /Uu.^. 




<W Ä^ 'iUf^ ^^/^. n<^^^ 






/^./^ 







^ / 




LvliTiik^iU^«^ '.'.v..4^v%.'-4K~«:^:4^XlSbS^ 



-■-:/.,-'*v-';y;3LV»: 



< 



J. 



A- 



Ziel ^W M^^^i 



^ 



( 




Ä^ 



^L^t. 



P//- 



4ltJt 



/ 



iAti^rA^^ 



/' 



7i.^/^ 



/ 



Ä 



Ct*t» 



/i 



kcJC 



^/ 



C^/; 





A /JL. /^v/ 



/f'// 



'^ 




•/^ '^^lit'u 



r 



C/'^^ ^LU<i,l 



^; 



A 



'/ -fc^ ^<»^-' ^ ^ 



^ y /^ji^ /<^ 



I*». 



H'^^liW^;. . . J^ J^^-^'nliA / ^y^^^^y^ ^^ //^^t:/^^^^^^f-^ 



/ 



i; 



f^/ 



A 



Ä' /^>r 



^/^i^ /^; 



<r -ü^i^ A i--^ i ^^*<^/^ i^c/^t ^?ir6C 



i, ' ct.. 



^ft^ v/^/^ 



?.^K £ ^Uij^ 



/^^/^ /^^''^ . /^^^t, A 



<j^<^ ^/j^t'- 



^ ;^<^^, *■/ 



^^//^ A^4>^i 



■Ji-r ^ 



L /^ 



^,^t t.t^^/ 



^ . < 



-< i^ <^^ / 



^i^ ^/v4 



^/ 






^. 



^^^^^ 



iv^t-r xf 




/. 



>- 



/;? 



2i: 



r^ ^^<^ 



^A-cer-^^ 



/ 



/^ 




D 



><p^- 



^ 



X 



^/'^^^i 



^-r il P ^Zc.^^*^^ 













^\ 






^Aci /Vy 






i^d-^y^ 






^^ ^ '' ' /^..k^,^c.^^ ^^c^^,/^^_ ^/.^.//y. ^C.^.^^J/,>y 







«Ä^i^ . ^w«»^ /^-j 




<y^^^- 



/ 



v^Xr /^ 






M Li 6 



■) 



Ö liH) 



0?^ 







/ 











7 s;^^/ ^^A A/^^,^^5J^^^^^ 

*^ 'At^^Uu^ '^'^f^ '^/^.^ >^/i:^-.. /i.^^iüi^ 








1*6^^ >^.^^, ^u <^^ ^ '^^ y^ 

\)Uc., Aie-^^ ^yi^<^/^- ^"^^'^^ 










:..'5-^ 



2.J, M* /^^ ^j 






tAi ...^^ -<• -^^ ^ 








^^ 




^^/^ 



^x/ 






'*<' >k«4>K» 








A^ 



-ii^^e^ 












^^^<j^m^' 







-, ^ <£• 




w4^Af4^iy- ^^>/ c) >/^^>^e^ /- ^ A^^ ^tu^s^^ 



m7^ /-. ^i^4i'f^ 1/ /n^^j/i-(^ 



c^ ^ 



^k^^-^Ci"/^ 








h^< ^AU^/ <yL^^^^ ^yi ^/a^/^ fy , ><^ ^A ^ 



^^^^ ^ C 




>i: 



-^^ 



_^ «^''^<^^ /^^4^o ^-^>^/ ^'z^i^^^^*^; ^^ ^^^^^wi^-^/X v^4^^^^ -^ — 



/\.«*^ 






J^' ^ 



rt.C^ 














-^ ^**^ £ üM ^/!^^ h/:^^^ /^^^^^^i ^W^^^/ ^ c^^^ 






<7 7 






^ ^ .1. - 



^^ 






/ 



j, / >tf 1 ^^ ^ . y y 



.^/■Tj^^^y^ 



l 











>A^M^ /^,;-^<^/ 







W'V 



I ^— 



rf0f 







^>r 



1 //^ ^_jLLA^iU^--^^^-^^^^ 















<i^ /^^ 




Af 





;^^V- 




Süddeu^^^che Zeitung Nr. 266 D Seite 11 



Aus dem Marxismus hera usgedacht 

Zur Geschichte des Revisionismus seit Bvernstein 



HELGA GREBING: Der Revisionismus. Von Bern- 
stein bis zum „Prager Frühling". Beck-Verlag, Mün- 
chen, 281 Seiten, 24 Mark. 

Unter dem Sammelbegriff Revisionismus wer- 
den in dieser Sammlung gut dokumentierter und 
leicht zu lesender Studien der jetzt in Göttingen 
tätigen Historikerin eine Reihe von sozialisti- 
schen Theoretikern vorgestellt, die alle am Sy- 
stem des Marxismus „von innen heraus", also als 
Sozialisten, gründliche Kritik geübt haben. 
Marx entwarf die Vision vom nahe bevorstehen- 
den Zusammenbruch der kapitalistischen Wirt- 
schaft, aus dem „dialektisch" die klassenlose Ge- 
sellschaft der nächsten Geschichtsperiode ent- 
stehen würde. Auch innerhalb der als marxi- 
stisch firmierenden politischen Gruppen hatten 
sich früh Stimmen gemeldet, die eine „Revision'* 
des Marxismus für dringend notwendig erklär- 
ten. 

Gerade der erste dieser^^^Reyisionisten", 



.— «-V 



hJöuard üernstein^der fiucli pei söulicher ScnUiCr 
VörTMarxlRirtreund und Mitarbeiter Friedrich 
Engels gewesen war, wird in den Studien von 
Frau Grebing knapp und im ganzen treffend 
porträtiert. Ihn machten an den Prophezeiungen 
der Lehrväter seiner Bewegung vor allem die 
Ergebnisse der wirtschaftlichen Entwicklung ir- 
re, die die Zahl der Kapitalsbesitzer nicht 
schrumpfen, sondern gewaltig vermehren ließ 
und keine der wiederholten Wirtschaftskrisen 
zum „großen Kladderadatsch" des ganzen Sy- 
stems des Privatbesitzes an Produktionsmitteln 
steigerte. Er empfahl daher, sich nicht auf eine 
soziale Revolution, sondern auf demokratische 

Helga Grebing nimmt die geschichtsphiloso- 
phischen Argumente der Diskussion zwischen 
Bernstein und seinen innerparteilichen Gegnern 
als Bestimmungsgründe ihrer Meinungsver- 
schiedenheiten, während sie doch nur Rechtfer- 
tigungsgründe dafür waren. Auch die Gegner 
des Revisionismus, wie der offizielle Parteitheo- 
retiker Kautsky, glaubten nicht ernsthaft mehr 
an eine Dialektik des realen Geschichtsverlaufs 
wie Marx, sondern an eine Entwicklung der ge- 
sellschaftlichen Verhältnisse. Schade, daß der 
weitere Fortgang des Revisionismus vor allem 
im Kreis der Zeitschrift „Sozialistische Monats- 
hefte" kein Sonderkapitel in dem neuen Buch 
gefunden hat. Dort kamen die taktischen Motive 
für die Abweichungen von der früheren Revolu- 
tionsromantik, aber auch die methodischen Ar- 
gumente der Neukantianer gegen die „Realdia- 
lektik" der Frühmarxisten deutlicher und arti- 
kulierter als bei Bernstein zum Ausdruck, diese 
vor allem in den Beiträgen von Conrad Schmidt. 

Helga Grebing behandelt dann den „Austro- 
marxisten" Max Adler, der eigentlich in eine 
Geschichte des Revisionismus nicht hineinge- 
hört, da er Marx nur philosophisch durch einen 
Schuß von Kant'sdiem Kritizismus ergänzen 
wollte. 



Der Hauptteil ihres B'iiches aber gilt jenen so- 
zialistischen Theoretikel^-l, die nach der Abspal- 
tung der Kommunisten \>on der soziahstischen 
Bewegung eine neue Orthc^-ioxie der Schule von 
Marx teils aufrichten, teils t^^n weiteres Mal ver- 
hindern wollten. Georg von Lukacs und Ernst 
Bloch werden in ihren wechst^lnden geschichts- 
philosophischen Positionen .dargestellt Der 
scharfsinnige Karl Korsch, thec^retischer Lehrer 
von Bert Brecht, wurde vom Soi^ialdemokraten 
zum Kommunisten und dachte {.'ich am Ende 
ganz aus dem Marxismus heraus.. Der Wider- 
stand gegen Stalin brachte einen nt^uen antiso- 
wjetischen Revisionismus in Jugoslawien und 
Polen hervor, aber auch unter mte^ilektuellen 
der DDR, von denen Robert Havemann jn diesein 
Buch genauer analysiert wird. Der nach iSngland 
emigrierte Pole Leszek Kolakowski icommt 
schließlich zu dem Ergebnis, daß der Mant^smus 
nur noch eine unter vielen Traditionen de$ J^o- 
zialismus bilden könne. Sowjetische und chin.esi- 
sche Kommunisten aber werfen &ich gegcnsc.v.vio 
„Revisionismus" an den Lehren von Marx u.n<S 

Lenin vor. , 

Von den Eurokommunisten in Italien, tranK- 
reich und Spanien behandelt diese Übersicht nur 
einige Theoretiker, unter denen der grundlegen- 
de Italiener Gramsci zu knapp wegkommt. Im 
ganzen bietet das Buch eine anregende, lehrrei- 
che aber notwendigerweise unvollständige Ein- 
führung in die weit auseinanderführende Schar 
der untereinander zerstrittenen neueren Marxi- 
sten. IMMANUEL BIRNBAUM 

Zum Ideologiebegriff 

JÜRGEN RITSERT: Denken und geseUscnajüicim 
Wirklichkeit (1). Arbeitsbuch zum klassischen Ideo- 
logiebegriff, Campus-Verlag Frankfurt/ New York. 
182 Seiten, 15 Mark. 

Der Autor, Professor für Soziologie am Fach- 
bereich Gesellschaftswissenschaften der Univer- 
sität Frankfurt, stellt ein verunglücktes Konzept 
vor (Band 2 soll 1978 folgen). Es wird der Ein- 
druck erweckt, es handle sich um ein „Arbeits- 
buch" mit Textauswahl und Interpretationen, 
die das Verständnis der Texte erleichtern sollen. 
In Wirklichkeit ist die Textauswahl dürftig und 
nicht repräsentativ für die Geschichte des Ideo- 
logiebegriffs, und die Interpretationen sind 
Skizzen zu einem Buch über Ideologie aus der 
neomarxistischen Sicht des Verfassers. Was 
steht in dem Buch drin? Der Verfasser behandelt 
nacheinander „Ursprünge des klassischen Ideo- 
logiebegriffs", „Das Basis-Überbau-Problem im 
historischen Materialismus", „Geschichte und 
objektives Interesse — Probleme in der Weiter- 
entwicklung des Marxschen Ideologiebegriffs*. 
Der Anhang von 50 Seiten bietet die — wie schon 
gesagt — dürftige und einseitig auf Marx und 
Lukacz ausgerichtete Textauswahl. 

WERNER BECKER 



Verantwortlich: Peter Diehl-Thlele 



^ 



'T^^ — 'Z) ^/(^'Im o^yy, p' ^^r ^^c<^^*^^ 



/t^4^.t^ yc^Ui^A *e!e*^-4<^ 7^ 



r^- 



'^ 7^2L 



/ /V ^./Tß«sc* jV/ 



^^ /^ ^^ ^.<>^- 



/tvt./fi^ 4^.^^ 



44A^^^. ^^irA 



^^ *ttcC 21. 




^ i^uA -<^Z 







^*4^^ 



y 9^ 








- /^^^y '^<e#<^ 






^Ä.«^ 




^Juch über die große englit|:he Revolution geschi^ 

gab eine Zeitschrift „Dokumente des Sozialismus' 

seit 1902 war er sozialdemokratischer ReichstagsabgeO^ 

Die Eigenart und die Grenze seines Denkens hat 11 

Bernstein mit der für ihn selbstverständlichen Bescheid! 

r sehr genau erkannt: „Meine Art zu denken würde mich 

>/ für die Schule der positivistischen Philosophie und Sozio) 

qualifiziert haben." In der Tat: in der Leugnung der di'S 

tischen Wurzeln des Marxismus lag die Angleichung an 

naturwissenschaftliche positivistische Denken des 19. Jahl, 

hunderts beschlossen. 'Je entschiedener in der Gegenwait di( 

i i ursprüngliche Konzeption des Marxismus wieder zum Durch- 

•' bruch kommt, umso mehr tritt der Revisionismus in deiJ 

Schatten der Geschichte zurück. 1 

Gegenwärtig aber bleibt die Gestalt eines aufrechten, gil 

gen auch im Irrtum nur der Wahrheit dienenden Menscheril 

dessen edles Streben auch seinen Gegnern immer vorbildhchj 

warO- 




Der Sireik bei der Berliner Verkehrs- 
gesellschaft / Gusiav Schaum') 

I. 

In Heft 12 des 3. Jahrgangs der „Neuen Blätter" ist ein 
Artikel unter dem Pseudonym Martin Lohr erschienen über 
den Streik bei der Berliner Verkehrs-Gesellschaft, zu dem 
ich mich verpflichtet fühle, hiermit Stellung zu nehmen. Die 
gesamte Darstellung beweist, daß der Verfasser dieses Ar- 

i^EinTSelbstdarstellung Eduard Bernsteins ist im Band I der „Volks- 
wirtschaftslehre der Gegenwart", Felix Meiner- Verlag, Leipzig, erschienen 
und auch als Sonderdruck erhältlich, 

2) Wir bringen diese Entgegnung ohne jede Aenderung, da wir dem 
Angegriffenen sein volles Recht zur Verteidigung selbstverstandhch nicht 
kürzen wollen. Es ist aber gänzlich falsch,, wenn Schaum vermutet, daiS 
der Verfasser des im Dezemberheft erschienenen Aufsatzes nur deshalb 
ein Pseudonym gewählt hat, um ihn persönlich ungehindert angreifen 
zu können. Wir lassen nur in ganz zwingenden Fallen Decknamen zu. 
Gerade Schaum als Gewerkschafter wird zugeben müssen, daiS es in der 
heutigen poUtischen und wirtschaftlichen Lage durchschlagende Grunde 
für den Gebrauch eines Pseudonyms geben kann, ebenso wie es solche 
Gründe dafür gibt, daß selbst gute Sozialisten vorübergehend nicht -ge 
wcrkschaftlich organisiert sin^ >Vpnn Schaum sich persönlich angegritten 
fühUrso^iieß sich das wohl nicht ganz vermeiden, obgleich wir wissen, 
daß sein Kritiker ihn für einen in jeder Beziehung überdurchschnitt- 
lichen Gewerkschaftsfunktionär hält. GrundsätzHch unzulässig erscheint 
es uns aber, wenr Schaum sich als Streikleiter persönlich für nicht ver- 
antwortlich erklärt und sich, wie wir es nicht anders verstehen korinen, 
hinter die kollektive Verantwortungslosigkeit zurückziehen will. i>;nd die 
Gewerkschaften bereits so bürokratisiert, daß eine Verantworthchk- 
überhaupt nicht n^hr feststellbar ist? Unser Kritiker hat Schaum c 




üPBfll? 



Gesichtspunkten. Ich bin der Le^.te, der den . 
Parteireformator spielen zu wollen. Immerhin bin ich sen 
feinem Menschenalter Sozialdemokrat, habe in der Partei vof 
hren kleinsten Zellen an bis hinauf zu ihren führenden Köi 
lerschaften gearbeitet und glaube einen umfassenden Blick aJ 
lie Spitzen und Täler unsres gewaltigen Parteimassivs J 
laben. Insbesondere weiß ich, daß die hier berührten Prd^ 
jleme vielfach von guten, nachdenklichen und strebenden^ 
Genossen erörtert werden. Darum nehme ich vor der Partei- 
öffentlichkeit das Wort in der Absicht, niemand zu Liebe und 
niemand zu Leide zu reden und der Partei zu dienen. 



Eduard Bernstein und der Revisionismus / , 

J. P. Mayer U. i,2 j 4 4i^ f^^ l ?>C^^./^^^ 

Eäuam Bernstein hat in seinen letzten Lebensjahren gerne t^i^P^^ 




^^ ijahren gerne 

und ausführlich von seinen Eindrücken im Hause von Marx 
und Engels erzählt; manches, was der Forscher nicht in den 
Akten finden wird, wurde in dem amüsanten Geplauder des 
gutigen Greises wieder lebendig. Auch das Zimmer in der 
stillen Bozenerstraße, in dem der Besucher empfangen wurde, 
atmete den Geist einer Tradition, die den Jüngeren schon 
heute völlig fremd ist. Eduard Bernstein hat den „Sozialde- 
mokrat", das Kampforgan der vom SoziaHstengesetz betroffe- 
nen deutschen Sozialdemokratie, noch unter den Augen von 
Marx und Engels geleitet, zuerst von Zürich aus, dann, seit 
1888 unmittelbar in London lebend. Eng befreundet mit 
Karl Kautsky, mit dem er gemeinsam Marxens Anti-Proud- 
hon übersetzte, erarbeitete sich Bernstein die Grundlagen der 
Marx-Engelsschen Theorie. Der in der Mitte der neunziger 
Jahre einsetzende geschäfdiche Aufschwung und die inten- 
siv^e Beobachtung der gewerkschaftlichen Praxis in England 
führten Bernstein zu starken Zweifeln an der Lehre seiner 
Meister. Hatte Engels noch im dritten Band des „Kapital' 
„einen neuen Weltkrach von unerhörter Vehemenz" voraus- 
gesehen, so schien Bernstein die tatsächliche Entwicklung des 
Kapitalismus dieser Voraussage zu widersprechen. Bernstein 
begann in der „Neuen Zeit" eine Artikelserie, in der er unter 
dem Titel: „Probleme des SoziaHsmus" die Theorie mit den 
vermeintlich neuen Tatsachen in Einklang zu bringen suchte. 
Aus diesen Aufsätzen formte Bernstein das im Sommer 1899 
erschienene Buch: ,,Die Voraussetzungen des Sozialismus 
und die Aufgaben der Sozialdemokratie". Es ist die berühmte 
Programmschrift des Revisionismus geworden. Bern- 

1 35 



/./AA 










'^'^'- ''^-s^ 



\':H^\ 



hätte Kie? -^^^^^^^^^^^r^ 

die im dritten Hdu|H|H^^^HPi^uit sind, 
und zwar „LiberalismusaW^onservatismus" 
(Heinrich Stiakosch), „Konservatismus und In- 
telligenz" (Thomas Molnar) und „Zum Begriff 
Tradition" (Marcel Reding). Fast zwei Drittel 
des Buchumfanges sind speziellen gesdiicht- 
lidien Ausprägungen des Konservatismus ge- 
widmet. Auf Alfred v. Martins schon früher 
veröffentlichte Arbeit „Weltanschauliche Mo- 
tive im altkonservativen Denken" folgen Be- 
richte über den preußischen, den österreichi- 
schen, den ungarischen, den schweizerischen, 
den französischen, den spanischen, den russi- 
schen und den jüdischen Konservatismus. Je 
ein Beitrag gilt der Romantik, der konserva- 
tiven Sozialpolitik im 19. Jahrhundert, der 
Weimarer Republik. Von den Denkern sind 
gesondert gewürdigt Burke, Jeremias Gottheit 
sowie Marx und Engels, über die römisdi- 
katholische Kirche im 19. und 20. Jahrhundert 
hat Hans Kühner, über „Reichskunr.t und kon- 
servative Ästhetik" Alois Dempf geschrieben. 

Als sciiwerlich überraschendes Gesamtergeb- 
nis schält sich heraus, daß es den Konservatis- 
mus nicht in der Einzahl gibt, vielmehr — man 
muß den Plural bilden — Konservatismen, die 
vielfach schon im Ansatz voneinander abwei- 
chen. So wird kein Konservativer ausnahms- 
los allem, was als konservativ bezeichnet wor- 



dem Rückblick auf Veigangen> - dienen sollte. 

Ernst Mäste 



Nixon-Besuclis den eigenen Verbündeten i;i 
Hanoi, Pjöngjang und Tirana gegenüber nicht 



ZEITGESCHICHTLICHER 
BUCHVERSAND GMBH 

liefert jedes Buch. Katalog verbilligter Bücher und 
Fachkatalog Zeitgeschichte kostenlos. Teilzahlung. 
1 BERLIN 4S . UNTER D. EICHEN 9Sd • 8 32 72 09 




den ist oder sich selbst so verstanden hat, zu- 
stimmen (Kann). Aber natürlich stellt sich die 
Frage nach wiederkehrenden, wirklich typi- 
schen Merkmalen. Die Autoren nennen vor 
allem das Bekenntnis zu Tradition, Kon- 
tinuität und Autorität, die Bindung an zeitlose 
Werte, ein Mißtrauen gegen Neuerungen und 
eine Abneigung gegen Radikalismen, Utopien, 
verlockende Zukunftsbilder. Es bestehe ein 
Gegensatz zu den „Bewegungsparteien", die 
„vorgefaßte Idnen" verwirklichen wollen (Wil- 
helm Böhm). Dabei halte der Konservative 
nicht etwa grundsätzlich am Gegebenen fest. 
Den „nichtkatastrophischen Wandel" (Kalten- 
brunner) bejahe er durchaus, aber er lehne 
Revolution wie Gegenrevolution ab. Vergli- 
chen mit diesen, begünstige der Konservatis- 
mus „eine sehr viel langsamere Entwicklung, 
also einen niedrigeren Bewegungskoeffizicn 
ten" (Kann). 

Gibt es den Konservatismus erst seit Ed- 
mund Burkes „Reflections on the Revolution 
in France" (1790)? Kaltenbruniier lehnt diese 
Einengung ab, mag sich aber audi mit der Kon- 
struktion einer bis in die Antike zurückrei- 
chenden Ahnenreihe nicht befreunden. Etwas 
im Hintergrund bleibt die Frage, ob der Kon- 
servatismus in der Regel nicht von sich aus 
einen Anstoß gibt, sondern nur reagiert, mit 
anderen Worten: ob seine Haltung nur die des 
Protestes, die „konservative Funktion" (Hans- 
Joachim v. Merkatz) nur die des Bremsers ist. 
Hier kommt Kolnai der Bejahung nahe, wenn 
er Konservatismus und Revolutionismus durch 
eine „Asymmetrie" geschieden sieht. „Konser- 
vatismus in einem systematischen und apriori- 
schen Sinne analog Revolutionismus kann es 
überhaupt nicht geben. Es gibt prinzipiell ver- 
schiedene Spielarten der konservativen Hal- 
tung ..., nicht aber einen Fächer oder ein 
Spektrum konservativer Planentwürfe oder 
Gebrauchsanweisungen tur die Staats-, Uesell- 
schafts- und Wirtsdiaftsordnung." Wozu wohl 
zu bemerken ist, daß, was jene Ordnungen an- 
geht, spätestens in unserer Zeit „Planentwürfe 
oder Gebrauchsanweisungen" unentbehrlich 
sind, was umgekehrt nicht ausschließt, daß 
solche Projekte oder Rezepte einer konserva- 
tiven Kritik bedürftig sein können. 

Offenbar bedeutet der moderne Konservatis- 
mus durch seinen auf Burke zurückgehenden, 

iiiiiiiiiiiimiiiiimiiiiiiiiiiiimiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii 



DAS PARLAMENT /^ 




B 



Mit der regelmäßig ersdielnenden Beilage 

Aus Politik und Zeltgeschichte 



Herausgegeben von der Bundeszentrale für polltlsdie 
Bildung. 53 Bonn/Rh., Berliner Freiheit 7. Tel. 65 29 41. 
Redaktion (außer Beilage): 53 Bonn. Baunscheidlsti. 6. 
Tel. 65 29 41 (nach 17 Uhr 65 29 47). 

Leitende Redakteure: Friedrich Kippenberg und Dr. V/illi 
Weber. Redakteure: Egon Ludwig. Hellmut Wettlauf ier, 
Das politische Buch: Hermann Simon. 
Druck, Vertrieb und Anzeigen: Girardet & Co.. 2 Ham- 
burg 36. Gansemarkt 21—23. Tel. 34 12 51. Postscheck- 
konto Hamburg 313 64. Satz: Bonn« Unlversitats-Bucb- 
drudcerel. 

Abonnementsbezug zum Preise von vlerteltÄhrlldi 
DM 9.— elnschl DM 0,47 Mebiwertsteuer bei drei- 
wöchige! Kündigungsfrist zum Quartalsende Einzelver- 
kaufspreis DM Ö.80 einschl. DM 0,04 Mehrwertsteuer. 
Nachdruck nur mit Genehmigung der Redaktion. För un- 
verlangte Einsendungen wird keine Haftung übernommen. 



Wolfram Wette: 



/ 



pc 






**«f 



¥^ 



Kriegstheorien deutscher Sozialisten 



Marx, Engels, Lasalle, Bernstein, Kautsky, Luxem- 
burg.' Kohlhammer-Verla^^1l9«H 1971; 230 Selten, 
kartoniert DM 16,-. 

Der Pazifismus scheint untrennbar mit der 
sozialistischen Bewegung verbunden zu sein. 
So wird es heute gesehen. Daß das in der 
Vergangenheit nicht immer so war, erfahren 
wir aus der Untersuchung Wettes, die nicht 
nur in Fachkreisen gelesen werden sollte. 

Mit den Methoden der Friedensforschung 
und zum Nutzen der Kriegsvermeidung sucht 
der Autor zwei Fragen zu beantworten: 
Erstens — „Wie erklären die sechs sozi- 
listischen Theoretiker, auf die sich diese 
Arbeit beschränkt, die Ursachen des Krie- 
ges?" Und zweitens — „Unter welchen Vor- 
aussetzungen und nach welchen Prinzipien 
rechtfertigen sie den Krieg als ein Mittel 
sozialistischer Politik?" Die Beantwortung der 
ersten Frage nach den sozialistischen Kriegs- 
ursachen-Theorien wird in erster Linie die 
Politologen interessieren. Die Herausarbei- 
tung der sozialistischen Rechtfertigungsthorien 
von Kriegen ist von allgemeinem Interesse. 

Im Revolutionsjahr 1848 predigte Karl Marx 
nicht nur den inneren Umsturz, den Bürger- 
krieg. Er rief zum Krieg gegen Rußland auf, 
in dem er den Rückhalt der Reaktion sah. 
Friedrich Engels ging noch einen Schritt wei- 
ter. Er sah nicht nur den Krieg als Motor der 
sozialistischen Revolution, wollte nicht nur 



das zaristische Regime bekär pfen. Er predigte 
den Rassenkrieg gegen Sla^ven, — die „pan- 
slawistischen Südslawen", Kroaten, Panduren, 
Tschechen, die er als „Völk^rabfälle" bezeich- 
nete: „Der nächste Weltkrif-j wird nicht nur 
reaktionäre Klassen und D\nastien, er wird 
auch ganze reaktionäre Völker vom Erdboden 
verschwinden machen. Und das ist auch ein 
Fortschritt." 

Die soziale Revolution nuisse notwendiger- 
weise durch das Feuer tines Weltkrieges 
gehen — so resümiert Wolfram Wette die 
Aufrufe von Marx und Engels während der 
Revolution von 1848/49. Ais die „Konterrevo- 
lution" siegte, wurde ihnon Geduld abver- 
langt. In den nächsten Jahrzehnten begrüßten 
sie jeden Krieg in Europci, in der Hoffnung, 
daß sich in ihm die kapitalistischen Staaten 
zerfleischten. 1870 spekn- irrten Marx und 
Engels zunächst auf einen Sieg der Deutschen, 
da sein Resultat, die Einigung Deutschlands, 
uuch der deuts^heu •AU)eireipartei nützen 
würde. Als dann in Frankreich die Republik 
ausgerufen wird, ändert Marx seine Meinung: 
Sie zu erhalten, läge im Interesse des Prole- 
tariats aller Länder. In der Folgezeit vertraten 
er und Engels die Auffassang; daß ein neuer 
Krieg der ständig wadis<>nden Arbeiterbewe- 
gung mehr Schaden als Nutzen bringen würde. 

Im Unterschied zu Mnix und Engels hat Fer- 
dinand Lassalle die Wendemarke von 1870/71 



Hans-Ul;^h Wehler: 

Sozialdemokratie und Nationalstaat 



^Nationalitätenfragen In Deutschland 1840-1914. Ver- 
lag Vandenhoek & Ruprecht, Göttingen 1971; 289 Sei- 
ten, Paperback DM 19,80. 

Als historische Hypothek lastet auf den Be- 
ziehungen Deutschlands zu seinen (insbeson- 
dere östlichen) Nachbarn nicht nur die Ge- 
waltpolitik der Nationalsozialisten, sondern 
auch die Gernianisierungspolitik des Deut- 
.schen Reiches nach 1870. Die Frage, welche 
Haltung damals die Sozialdemokratie zum 
Nationalitätenproblem eingenommen hat, un- 
tersucht Wehler in seiner auf der Ausgabe 
von 1962 basierenden, aber völlig überarbeite- 
ten Studie, in der sich NdLioiirtliläleri-, Ideen- 
und Parteigeschichte überschneiden. 

Marx und ErTgels hielten Nationalitäten für 
Phänomene, die mit der bürgerlichen Gesell- 
schaft aufgekommen sind und die auch mit 
dieser verschwinden werden. Häufig erwies 
sich Marx (wie auch sein Freund Engels) als 
ein gelehriger Schüler Hegels, In seinem Sinne 
betrachtete er einzelne Völker als Träger des 
Weltgeistes. Deswegen unterstützte Marx 
nachdrücklich den Anspruch Preußens auf 
Schleswig als das „Recht der Zivilisation ge- 
gen die Barbarei, des Fortschritts gegen die 
Stabilität". Den „Trägern des Fortschritts" 
oder „der geschichtlichen Entwicklung" stellte 
er die „Völkerruinen" gegenüber. Wehler 
attestiert Marx im Hinblick auf dessen offen- 
sichtliche Sympathie für Großstaaten einen 
gewissen Hang zum sozialen Darwinismus, 
doch zählte Marx die Polen (ebenso wie die 
Ungarn) zu den notwendigen Völkern des 
19. Jahrhunderts. Seine Sympathien für die 
Polen entsprangen aber in erster Linie einem 
antizaristischen Affekt. Ein unabhängiges Po- 
len sollte das zaristische Rußland von Mittel- 
europa isolieren. Polen war für Marx und 
Engels nicht so sehr als Nation, sondern als 
revolutions- und militärstrategische Bastion 
von Interesse. 

Verschiedentlich gab Friedrich Engels seiner 
Verachtung für die kleineren südslawischen 
Völker beredten Ausdruck. Er sprach von dem 
„höchst verworrenen Völkerabfall" der süd- 
slawischen Nationalitäten und verstieg sich 
zu der Behauptung, daß in einem zukünftigen 
Weltkrieg „ganze reaktionäre Völker vom 
Erdboden verschwinden" würden. Die slawi- 
schen „Völkertrümmer" apostrophierte er als 
„Raubgesindel". Den Panslawismus bewerte- 
ten Marx und Engels als eine Spielart russi- 
scher Machtpolitik. Auch Ferdinand Lassalle 
unterschied im Sinne der Hegeischen Ge- 
schichtsphilosophie zwischen Kulturnationen 
und solchen Völkern, die „nur Dünger für 
andere Nationen" bildeten. 

Programmatik und Politik der Sozialdemo- 
kratie waren allerdings weitaus weniger von 
Hegel beeinflußt als die Thesen der sozialisti- 



schen Denker zum Napnalitätenproblem. Die 
Sozialdemokratie hatt^ «ich stets für die na- 
tionalen Minderheiten eingesetzt und wie 
keine andere Partei die Übergriffe des preu- 
ßischen Obrigkeitsstaatts beanstandet. Sie 
kritisierte die verfassungsrechtliche Abnormi- 
tät des besonderen „keichslandes" Elsaß- 
Lothringen, wandte sich gegen die Eindeut- 
schungspolitik im nördlichen Schleswig, lief 
Sturm gegen die rechtliche Benachteiligung der 
polnischen Preußen. Vollständig konzeptions- 
los war hingegen die Sozialdemokratie hin- 
sichtlich der Regelung des Nationalitätenpro- 
blems innerhalb der nigenen Partei. Dies 
zeigte sich insbesondere in ihrer Haiiung ge- 
genüber der „Polnischen Sozialistischen Partei 
in Preußen". Eine unglu-kliche Rolle spielte 
hierbei insbesondere die iür polnische Fragen 
kompetente und nach 1900 zeitweilig inner- 
halb der SPD einflußi. i(ie radikale Soziali- 
stin und rigorose inte rnationalistin Rosa 
Luxemburg, die nicht nin kein Verständnis 
Iür die organisatorische ligenständigkeit der 
Polen aufbrachte, sondern darüber hinaus, 
obgleich gebürtige Po^in, die Wiederherstel- 
lung eines einheitlichen pt)lnisdien National- 
staates sdiarf ablehnte, 

Etwa um dieselbe Zf'it, d.i Rosa Luxemburg 
ihrp pnlitisfhf» Arbeit iür die deutsche Sozial- 
demokratie vorwiegend im polnisch sprechen- 
den Teil Preußens begcnn, verzichtete die SPD 
darauf, wie zu Lebzeiten Wilhelm Liebknechts 
unermüdlich die Wiederherstellung eines pol- 
nischen Nationalstaates zu fordern. Dies hin- 
derte jedoch sozialdemokratische Abgeordne- 
te nicht daran, auch weiterhin die inhumane 
preußische Nationalitätenpolitik scharf zu kri- 
tisieren und auf einfe Anerkennung der sprach- 
lichen wie kulturellen Eigenständigkeit der 
nationalen Minderheiten zu drängen. Hinzu- 
weisen ist insbesondere auf die große Reichs- 
tagsrede Georg Ledebours im Dezember 1901, 
als er vor dem barbarischen Versuch warnte, 
einer Minderheit die Sprache der Mehrheit 
aufzuzwingen. Ledebour zählte darüber hinaus 
auch zu den wenigen Sozialisten, die Ver- 
ständnis für eine gewisse organisatorische 
Eigenständigkeit «ier sozialdemokratischen 
Polen zeigte. Auf dem Lübecker Parteitag der 
SPD widersprach er der vorherrschenden 
Meinung, daß außerhalb der SPD keine sozia- 
listische Gruppe eine Daseinsberechtigung 
habe. Zu einem anderen Zeitpunkt schlug er 
vor, die polnischen Sozialisten sollten zwar 
einen Bestandteil der Gesamtpartei des Rei- 
ches bilden, aber doch selbständig und unab- 
hängig von der Zentralleitung sein. 

Hans-Ulrich Wehlers Arbeit ist ein wissen- 
schaftlich gründlicher Beitrag zur Erhellung 
eines noch nicht ausgeleuchteten Abschnitts 
deutscher Geschichte. G'iselher Schmidt 



nicht mehr erlebt. Die Äußerungen des Grün- 
ders des „Allgemeinen Deutschen Arbeiter- 
vereins" stammen deshalb aus jener Phase 
der sozialistischen Bewegung, in der Kriege 
grundsätzlich gerechtfertigt wurden. Lassalle 
war zudem weniger Internationalist als im 
Grunde seines Herzens ein Deutschnationaler. 
In seiner 18.59 erschienenen Schrift „Der ita- 
lienische Krieg und die Aufgabe Preußens" 
entwickelte er eine Theorie von „gerechten 
und ungerechten Kriegen". Schon in der Ein- 
leitung bekennt er, sein politisches Hauptziel 
sei die Herstellung der deutschen Einheit — 
auch mit Eisen und Blut. Im Gegensatz zu 
Bismarck will er einen demokratischen, einen 
sozialdemokratischen Nationalstaat — freilich 
weniger nach den Vorstellungen der franzö- 
sischen Revolution als nach denen des ro- 
mantischen deutschen Nationalismus. Auch 
sein emotionaler Imperialismus unterschied 
ihn von Bismarck: Deutschland solle sich die 
türkische Erbschaft erobern; es sei zur Welt- 
herrschaft berufen, müsse als hochentwickelte 
Kulturnation die weniger entwickelten Natio- 
nen unterwerfen. Lassalle rechtfertigt nicht 
nur den Eroberungskrieg, er verherrlicht ihn. 
Deshalb resümiert Wolfram Wette: „Mit der 
Rechtfertigung des Krieges wegen seiner posi- 
tiven Auswirkungen auf den Gemeinsinn des 
Volkes wird Lassalles Theorie gefährlich in 
die Nähe späterer militaristischer Ideologien 
gerückt." 

In Distanz zu Marx und Engels wie zu Fer- 
/dinand Lassalle ging der deutsche Sozialdemo- 
krat E(iiiöxd,.Bernsteir^_Er ist der Vater des 
ideologischen Revisionismus, Was seine Theo- 
rie von Krieg und Frieden betrifft, so rückt ihn 
Wette in die Nähe von Immanuel Kant. Beide 
hätten den Krieg grundsätzlich verurteilt und 
seien für Friedenssicherung durch einen Völ- 
kerbund und durch ein internationales Recht 
eingetreten. Jedenfalls steht Bernstein am Be- 
ginn der pazifistischen Phase des deutschen 
Sozialismus. Demokratie in allen Ländern, die 
Solidarität der Völker, ein internationales 
Sicherheitssystem auf dieser Basis — das ist 
die Vision Bernsteins vom „ewigen Frieden". 
Beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges revi- 
diert er seine LTtopie. Er bleibt bei seinem 
Grundsatz, daß Demokratie und Sozialismus 
ohne Revolution und ohne Krieg durchge.setzt 
werden müßten und könnten, daß eine Evo- 
lution möglich sei. Nun rechtfertigt er aber 
die nationale Landesverteidigung, betont die 
Pflicht auch eines deutschen Sozialisten, seinen 
Nationalstaat mit der Watfe in der Hand zu 
schützen. 

Auch Karl Kautsky widmet Wolfram Wette 
ein Kapitel seiner Untersuchung. Es ist das 
am wenigsten ergiebige — nicht nur, weil die- 
ser sozialistische Theoretiker alles andere als 
ein Systematiker gewesen ist, sondern auch 
deshalb, weil der Verfasser aus seiner Anti- 
pathie kein Hehl macht. Es bleibt die Fest- 
stellung, daß Kautsky wie Bernstein ein be- 
dingter Pazifist gewesen ist, und ein Revisio- 
nist, kein Revolutionär. Rosa Luxemburg hin- 
gegen war revolutionäre Marxistin und zu- 
gleich entschiedene Pazitistm — ein Wider- 
spruch, der die Faszination ihrer Biographie 
au.smacht. Sie hat am konseguentesten von 
allen deutschen Sozialisten auf die drohende 
Weltkriegsgefahr aufmerksam gemacht, Mili- 
tarismus und Wettrüsten bekämpft. Ihre 
Kriegsursachen-Theorie lautete, auf eine For- 
mel gebracht: Kapitalismus bedeutet Krieg, 
Weltkapitalismus, das heißt Imperialismus, be- 
deutet Weltkrieg. Zu den Rechtfertigungstheo- 
rien des Krieges leistete sie keinen Beitrag. 

Franz Herre 



Kurz notiert 

4 

Der öffentliche Dienst am Scheideweg. Das 

Taschenbuch enthält die auf der 14. beamten- 
politischen Arbeitstagung des Deutschen Be- 
amtenbundes im Januar 1972 gehaltenen Re- 
ferate. Außerdem gibt es ein Podiumsgespräch 
zwischen Wissenschaftlern, Politikern und 
Publizisten wieder, aus dem deutlich wird, daß 
mit einer Reform des öffentlichen Dienstes und 
des Rechts seiner Bediensteten grundlegende 
Fragen der Staatsorganisation verbunden sind. 
(Kohlhammer-Verlag, Stuttgart 1972; 190 Sei- 
ten, kartoniert DM 13,80.) — x — 



^^Toyi^uRaArgumente waren für die 
Emanzipation von Moskau genau das ridh- 
tige Mittel, um die Position des Kreml auch 
gegenüber den kommunistischen Parteien in 
der Welt zu schwächen. 

Kuntze widerspricht an einer Stelle seiner 
eigenen These, wenn er schreibt, „die ent- 
scheidende Differenz erwuchs aus der Weige- 
rung Chinas, den Kreml als das Zentrum des 
Wehkommunismus im Sinne einer bedin- 
gungslosen Unterordnung unter die so- 
wjetische Macht anzuerkennen" (S. 65). Genau 
dies ist der Macht- und Interessenkonflikt, 
der mit ideologischen Argumenten ausgetra- 
gen wurde. Aber Voreingenommenheit und 
ein naiver Glaube an die Reinheit der chine- 
sischen Motive trübten dem Autor den Blick 
für die machtpolitischen Realitäten. Der Kon- 
flikt zwischen Moskau und Peking hat meh- 
rere Dimensionen. Kuntze bietet nur eine 
und diese leider in parteiischer Einseitigkeit. 

Joachim Glaubitz 

IIIIIIIIIIHIIIIIIIIMIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIillllHIIIIIIIIIIIHIIIIIIIi 

Zeitschriftenschau 

(Die Verlage, herausgebenden Institutionen 
und Bezugsbedingungen der Zeitschriften kön- 
nen in jeder Buchhandlung erfragt werden.) 

Vereinte Nationen, Heft 5/1972: 

Horst K ö r b e r : West-Berlin und die UNO- 
Horst Wiesebacti: Der Bevölkerungsfond der 
Vereinten Nationen; 

John S. R e n n i e : UNRWA-Hilfe für die Palästlna- 
flüctitlinge; 

Wilfried S k u p n i k : Die Dritte Konferenz der Ver- 
einten Nationen für Handel und Entwicklung; 
Dieter Tiegel: Weltwährungssystem und Dritte Weit 
-- Wätirungspolitische Aspekte der Dritten UNCTAD- 
Konferenz; 

Erhard Eppler: Zum Tag der Vereinten Nationen; 
Hyong-Kon Han : Korea und die Vereinten Nationen; 
Entschließungen des Sicherheitsrates: Nah- 
ost, Rhodesien. Namibia. 

Europa-Archiv, Heft 21/1972: 

Ernst Kobbert: Auch auf dem Gipfel keine volle 
Fernsicht. Zur ersten Gipfelkonferenz der enweiterten 
Europäischen Gemeinschaften; 

Valentin M. F a I i n : Auf dem Wege zur gesamt- 
europäischen Konferenz; 

Eberhard Kruse: Die Exportwirtschaft der afrikani- 
schen Länder. Schwierigkeiten und Aufgaben der Zu- 
kunft; 

M. Y. C h o : Drei Elemente der AuBenpoiiUk ier 
Volksrapublik China; 

Dokumente: Die Gipfelkonferenz der erweiterten 
Europäischen Gemeinschaft m Paris im Oktober 1972; 
Globalansatz für die Mittelmeerpolitik der Europäischen 
Gemeinschaft. Mitteilung der Kommission an den Rat 
vom 22. September 1972 über die Beziehungen zwischen 
der Gemeinschaft und den Mittelmeerländern, Die Auf- 
nahme diplomatischer Beziehungen zwisdien der Volks- 
republik China und der Bundesrepublik Deutschland; 
Japans Normalisierung mit der Volksrepublik China und 
seine Beziehungen zu den Vereinigten Staaten. 

Europäische Gemeinschaft, Heft 11/1972: 

Wilhelm Haferkamp: Die Ergebnisse des Pariser 
Gipfels; 

Ralf D a h r e n d o r f : Das Werden der Europäischen 
Persönlichkeit; 

Manet p i| r I P r • Da«! Schlecht behandelte Parlament; 
Hans K e p p e r : Gipfelkonferenz - Verzicht auf 
Symbolik; 

Marceil von D o n a t : öffentliche Bauaufträge - 
Nationale Gemütlichkeit; 

Marianne Kotthaus: Vierjährige lernen Franzö- 
sisch; 

Wolfgang H o f f m a n n : Die Sache mit dem Airbus - 
Es ist nianchmal etwas teuer, europäisch zu sein; 
Eckhard B u d e w i q : Asien suctit Arbeit; 
Frederik Bolin: Warum die Norweger nein sagen; 
Vagn H e i s e I b e r g : Warum die Dänen ja sagten. 

Publizistik, Heft 11/1972: 

Gerhard M a I e t z k e : Propaganda. Eine begriffskriti- 
sche Analyse; 

Wilmont Haacke: Politische Zeitschrift und zeitge- 
genössische Gesellschaft; 

Franz Ronneberger: Probleme publizistischer 
Selbstkontrolle; 

Heinrich S c h o I I e r : Verfassungsrechtliche Fragen 
des deliktischen Persönlichkeitsschutzes gegenüber der 
Presse. Ein Vergleich des Referentenentwurfes 1967 mit 
dem Regierunqsentwurf 1959, 

Wolfgang K o c z I a n : Acht Thesen zur Nachrichten- 
arbeit; 

Winfried Schulz: Samplebildung bei Tageszeitun- 
gen. Zur Diskussion um die Methode der Publizisti- 
schen Stichprobe. 

Die politische Meinung, Heft 145/1972: 

Rainer B a r z e I : Die Position von morgen; 
Alfons Otto S c h o r b : Der einzelne ist die Aufgabe. 
Ein Wort an die junge Generation; 
Gerhard Z e i t e I : Ursachen des Unbehagens. Staat 
und Wirtschaft brauchen wieder Stabilität; 
Manfred Schäfer: Wie man die Inflation bändigen 
muß. Das Programm zur Stabilität; 
Philipp Herder-Dorneich: Die Zukunft der 
Sozialen Marktwirtschaft. Am Neubeginn einer Entwick- 
lungsphase; 

Manfred L ö w I s c h : Wenn die Jungsozialisten regier- 
ten. . . . Perspektiven künftiger Wirtschafts- und So- 
zialpolitik; 

Bruno Heck: Die Alternative. Was nach den Wah- 
len zu tun ist; 

Ludolf Herrmann: Schlagwort: Qualität des Le- 
bens. Die Sozialisierung der Bedürfnisse; 
Hans-Günther Kowalski: Weiterhin politische 
Pfründe? Was der „Parlamentarische Staatssekretär" 
sein sollte; 

Otto K i m m i n i c h : Ostpolitik unter der Lupe. Bonn 
nach den Verträgen; 

Ernst M a i o n i c a : Neuvereinigung durch Sozialis- 
mus? Die gefährliche Utopie des .demokratischen So- 
zialismus". 

iiiiililiililiiiiiiiiiiiliiliiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiililililiiiiiiiiiiiiiiiii 



/r 



//(tt^UCy^^^ 



\ 



A(^ 7^3V 



OT 



B 



rti$t HaffihraerCol/f^^^'^ 



wr 



O^K^ <^m 



A 171, 








ösK^r Cfi, 






(IjO/^S jr^OK/V ryfQ 



MARCH 20, 1925. 



-2vnn n-i«-T vir.Dtr Dt^-'^n-iw D:yi^« -i>;j«pnynK iVTy"» l^ö V'^'^ö nyi 



hyonv y-i'^^n r« t^jjn :J'l^^t^^y pn 
|-<^«. r« ü^yii iyir^üD^^t<^vi^D nyi 

-t<T^'^ tVV ^?y*l2 Oyi f1''^w.^VJ.1i.r^ 

|-iv Dnri:»Ty2 in ny ü»n ins^Ejy^ 
■w:y^yi n dj>*it ony: üyi iv onyny: 




D1V :«nD^^2 D^N «pnyo« px lyn 
n lys^yn w ly^i^yn ü^d hj^e oa^^n 
üyni^D PN i.y"i^« yTi>*^DM: y?:yni:j 
r'^ v'\'?2 .v:'i<''\\:>'\^ P« "TJN'^'Dn 

PN yiriDtr Dt2''''2-i« y:^^'r^s 

•tiD 650 tf<pnyL« pN ryn'-: dv'' 
,iyt:^i2iN y^i'n^N yL3n>T^Ji<n{^ i^y: 
-j^T 1 t^D Dio^rc Dy-' ^ytDK' TN p« 

PQ .ynj^DK^ Dü^^D^IK IN INS *1N^ 

DnN ^iTN lyp p^^N y^yrp nyiyn 

,in!5«i -ijypitD 650 ly^DiprnN 

NpnyoN PN lyTN yrny^^N '"/' 

riD T>ns nyi ty^sj-iü^^n inN rysnNi 
n ly^i PN ,ynjiüt^'DL3^^2nN in y-iy^n 
'PH PN Mjyj niN pn üyii ::iVNCi^5N 









PN 






jnyip "iKpDjj ,m 



-y3 ]V2^n "TON^on t:yiisD pd lyt: 

ny own iN2D^nNp pn pn ,odn-i3 

■y:iv ,n2''D'D iy:jy :n pn ,t:D2^yT 

r.D ly-i^^^ n iy:yii dd''^V2 n ü^yot?^ 

.njN^on oyr.j^D ps lyi^N n 

-••^o PN lyi^^tj'yn "iidn: pa t^n ny 

IM ü:n^ "iy .n ,i ,no^3 n d>in tjyi 

-UN ,3Jir'D pn iy;rinwön-iN on 

*iyD IV rüiya lyo^N t^n iv '?:^H'\i 
'"■ ny2« .tDpJisnjNUiJ' pn lyan^^nu 

lyi^N mtfo n parnnv nyto^n 

nnyiyi "inyo DDNr.^: dh^n lys 

.lyny^ PN Djr-\ T^N "ly 
*; -)*D V T^N iy:y^^^r pD 



p-'^N ly-i^N nyjNpnyoN n lyfjyr inT' 
-^yii D^o ,i'?v:i :vjVi ]V'?v^m'i \v2vp 
lyi^N n lya^yn lyjyp oyii lyo vj 
."D^Q n finN ly^ytDjj' m uN^on pn 

DDNDtJ^ yni^nüyD dq^^h yrrsn n 
-'\s T^N -lyD^yn ,in«p inpdi^ m pD 
"ly-T- pD nyny^^JtD^ü ^m n pd iy: 
D^yii y^^n^N n dnh y^VN:y^yi 
.lynN Dp^K'yj ü«n r^yiysjNp üz'?'>n 
-NT lyrn nyiy^^Jü^o ^niv y"iy-;jN n 
tDiNDti^iyT^"'N "ny^N hk^d .n lyj^n 
PD ppvi^o iJ^y^ PN -!Nn:i!j-iüy3 ps 
yirtjipyrpy lyi pd ü^yr-^Tyns ,TnN9 
-yD:«p D2>^-i lyojni^Diyi -lyi pd 
.y^vN:y^y"T *iyi pd üsnn pn nyi 

'HD iv^^Vü^'^^v^ N T^N iHi^p .-n 
.n:N^:i^D^n pN "lynn^D ny^^^DD^^N^v 
DNüisy-i lyiiyj *in«' inyv^m t^n ny 
lySnNii ^- T^3 ,JNJOD>^n lyt^o^n p« 
T^N "ly .pniv lyüNjyo V2^'?ov pd 
"WD yri:yn3N:"iN n pd nyj^^N tDvy> 
-n: ny:'^f>p "'lyi pd .n n »lyDo^^N^y 
-^d^^nd pip lyDNo ün ly^M*! D«ii ys 
yiPDNinyoj^p n ü^!d üu nnc'D y:^' 
iayitDDpy n d^o d^j p.n lyuo^^N^vJiD 

VP tD^j üsnn"iy2''N t^n in«p .m 
■yo PD iN^ N T^N IV .nntJ^B pd ino 
■jytDC^ "in ünyn iy pn ot^^NyTN lyo 
I ,^Nyi^N v^t PD Vü^o^ "lyi IV IV :n 

|tD^D ÜD^ÜC n IV D^IN tD>J DDNO DV 

j.iVDynyüj^N yu^^ü^^sB pd it^D oyi 

;iyiiy: ly^n«^ pn hnnw^ t^n ny 
,-N^vND ny-T' PN ^|Ä^^^ n PD iy:'^K 
L'TJN^K'ü^n PN ^Bri^ys nyB^''»JD>^ 
'-••nsN ycDi^yTiDi^^ÄiD :^yr■•^• 
'-D^^N>VJ^3 pn i\ 



•>-;■? ^'■■••:.;.r-'''^--"'' 



^.H^^^ 



yp^t^ 










'1 



'ly iir y^^'wjy^ii 



yrjVr. n )vj 



[*n j^TN "ixfi VT^n D^ ^<' lyfrnynyt: 

|N D>M pn PB or^D p:y ivtJ'n^x'Div :v'^? pk t^p^ti^y: p« ü'^^nötj' 

hn^« D^D :jn^v^D^tD:yi^i< nypnxütj^nyi d^d lyi^yj t^n ny .üji^id mro 



,ny"iyf3KP DD>>n;':iynp lyjyj iyv,yany:^n üh)) ^.^n'» 
♦T pD't)DiNiiyj üi; "X'Vi^D D1V ö^^n'*») D^iK T^N -ly PN 
i;:iKS'nyi pn oyi iyüyiDy:DM"it< Dstoxy-i^K lyc'^üD^!' 

jynp lyjy: nrjn^o nyi i:ynnyn 
■y3 nND-iy-[ DH^N D'i^M :i:ny^:y-i ^-;. 



l-i«D in 2t5fn i^K Ml lyDyiyüPN yc' 
fcsn i^N PN ,Dn>N iy:yn D^yt::j'y:i 
i^v üNnyj üj^n -iy c^^r, lyoni t:^i^iiy: 

.Dyi iy:yii w:^^ 
i>:vi!: \v^v'?P rn^' nij: ::i>\-! -ly px 

: DiyD 

l^N N PN L^D^^N>Vl:JD N P3 I^N^' 

yi PN iyDynt:y:rnN pn i^n lyni^ 
üD^I^N^VND N ni y"!Ni: y^vN:y^y-i 
n>N n TN ,iyD>yn iv din D^ynt^ny 
ry:«iD ü^: ^jjt ü^^sin DD^'n y:^• 
^^üDNK^^^yry: n i»j ,iyüPN-iND ^ipi'^ 
NO lys^yn iv cin DjyD<*M^v pn jyD 

'DnN D^^prr^NJIN IV' IV PlID N ]V2 

.D^mN Dßf'^T.pD oy^^y: 
',y^VNT^jN:njs* viV' dh)) LDN::trjN" 
ty-T^N n ]vri^]:r^ ü^>d bj^ iv l^^j dü)) 

^'iiT ,yrN1p1N PN IJN^On ÜV))HC' r>N 

,r:iyn2N3iN pn iyi:iTy3 lyo^^siN 
.•^JNH r^N i:Nn iyt:'^2*iN y!='N >m ly^j^i 
,Dn« nyn ,vjy"iyöJ{jp dd^\i D^yn n 
DNn Dyü^•2{^p n Z'n^nn" nyi ,yTi:? 

-IN-i .11 .T .N ,yjJ>^tD3^^£ 1ND ]VnH^ 

.i:niT PN -ONH inyj lyD 
IV NpnyoN p^*? tyoipyj p3 i>n" 
TN ,pjyi i>N ^>ni ,ivnyT lye^yn 
■^yTH lyzNH lyjyp jy-t^N lyjNpnyoN 
lyi «iMN :w^')) yt:yrr^NiyD ys 

NEN>'^N PN D^-i^-lN DD^M ny^i^H^N 

"^N nyi PiMN mn '?'?22 NpnyoN o^ni 

■",yD ^y^vysD i^^^'-ünj v2 "^^n" 
n TN ,iviyn lyc^yn iv tD-i^Dy-iy^rN 
rySvT NpnycN pn ny'L>^>2TN yc'n\x 
PN DD^^ö yü^ysi^i nyi>T lys^njy^ 
IV Djyt:;;^"iy .o:y2N'3 iy:^Dvy' oy-;' 
PN D^nnp yjy:>>N v^]!^'\ lys^yn 
■^yn IV DjyLD^Miv pn ,NEi^-i>''N mT^ 
PN nyo^>2iN yt^'^^N j/rDiijji n lyc 
-y:rnN ly.vn Dij^ jy-i^N yny-:N 



pa ON^"? Dy-i PN ly^Niiy: iy::^Nr,v 

-:i^jy^y: n i^i jj/^j^n iv ?>>;. i TN"' 
"'N y3:ND -iNL ^fc{S,<5 vlDNt: iv D>>n 

.y*VNiivj 
•yin^D yij'n'N n tn ,0-'^ "^^n" 
•::y^ iy2i:fn ü:h':v -lyo^^^nN n pn 
•Nir»:^N n ry:y:i tDss^ypy: d-^nh 
vti'n'N y^N D>j ly^N ,nnn; y>v 
py Dfctn lyjyii TyD>m Ty^jy^oy^y 

-TM°!f?r^- DN11 PN TT D^yi^NH 

-^^>^: i>N i.MDyi jyjn iv ryj^^Nrv 

.y^VNi; 
^«pnyoN IV :jnynND n 2Nn tn" 
flTH yiPünjjJS ryjyii ly-i^x ny: 
o»2iN iy-;. IV iyiyny:i oiiJi^ n in^ 

y:^N1p^N PN njN^D.n T\y vn»Snl 

v-)y?y yT^2 n .doivj nno n ins 
ün: PD ny-\u'=' n r>N tDvy^ ryj^n lyo 
-yp yi^^3 ^n pn ,2ndk^dno t^^n ?]mn 
-'N lyiyi -^typ ry-iyn lya^j^ny: |y: 
T^ns Dyi lynyasN ^»t NpnyrjN pn 
N vi2V^üf D^'^-i^nN nj/;>vr^N t^'n pd 

iy n t:2Noy: «i tD«n inj^p .n-;. 
5:n£::n Pd d-i^j^v t^n dj^jp :2)inv'?i^ 
>T D:n:y-iyD ojsjn ny pn ,rinyDJ^N 
TN ,:w\VüV2 lyT D>o :jnny^'5-iy 
Dyp Npny»:N i^n i>n ny-ry^ m) 
■ip:>nN üyp ,y-T:iD:;^ n j^n 2npo 
pN^jjfi i«>^^Q ^{j3 X '::i^D PN ly^ 
'lyo lyp yoiD NTN D^fD TIN .T^iny^ 
n>\"i y"i:yL:^^-;j;3 inyT ,ts: dh^n dp^ 

.TyDD^^? 



MS T^N T^N ND^^ T^N yyonN lyt^tD^n 
:jnnny3 i^n iyoipy:i t^n iv inm av^ 
-yj T>N ny j^n ,Ty-^N yröntn n t^^io 
ny^n i^N DToy-iy^rN-iyD lyn^iJ 

•yiNf' 
-iy2 INJ :ynp tiö pmv jn.^yDip 
iy2ynt:yjDP2n' Tyj^M Dy T^"PNM .t^^ 
DtJ^iyiv ,iyn>N mTo y^y^s lynNpya 
"lynys;^» t^n yy^nN lytj'tD^n -lyi Tin 
TPNP .TT' T>N ,dp: nyiyD^3 lyi i-wi 
iy"in^jN:ni* iv yo^jny n ])b Ty^yj 
^n Ty:^'•^■^D'^yQ iv m ^n -ind ti:=»n' 
i-iN y!2n::N yK'^D\r:yD^ü:iN n iy:y; 

.yoyiö *iy-f 
T'n Typy:) to^: "i^!^ü:y:^>N t>n dh'^ 
.TyTN yc^>Dn tD-'o :jnnNDiy VüK^ny 
TyM pmv iHN^ rvJNiiv ly^^N to^o 
D:y:5D ,ü:yTtDD n ]vm: "^n: t^n ny 
n ryo^yn w tyiyii lycny: ddn iy 
Tyrn Disj-n to"»^^ y::v yc'n^N yi^'^on 
ny ,i>f'-iy2 t^« lyiniö*^ lyo^py; 
.üNHL} TIN HLDNi ü^o lyD^yn ^M D:y^D 
^n IV Ty:pvy2 i>t i^nh "iy iy2« 
IV Ml INJ TyTN IV PI ^y^vysD d^j 
-y»:N PN DijjT lyo mt nyi» ,yioyiD 
lyo^pi ys^yp /'y^ny iv >p ,Ni"5n 
-NT yDPiy:i diin inyj iv pi d^ t^'^n 
TIN iyn*N n tj^o tDpND^i^p T'M .Ty3 
TIN Nt3^^ T^N TyT^^ TIN Tysy^ ny-'M 
T^N Dpypy:D>iN ')V2h tD»n Ty^MS 
TNT ü^n T1K n>N y^ytors dni dh^n 

-^••^ n TND l^N D^N DP-IN iy Dyiü 
"^N T^T PN ,p^«D TyTJIN T1D V'2V1' 

y^N fiPN cn^N ü2inü iir^it^: y^^n. 
■\x yrn IND ::itoy-i lysiT iv Ty^iyn 

^'2 WBV^ö üvy^ Dn^N ojyp ti^n 
yoörpjyoNTiv yt^n^N yroapi y?N 

>DD'JMV ^^D TN2JST PN ,N2NT''N I\S 

"PV i^\"? ü^: T«3 T^N Ty ^njinaw ,5::p- 
D1V TycNitDy; an*w :2Nn i^n .t:DU 
piMN 1920 LJDi:nN T'N ^«o Tyt:K^iy 
"vsDiycNTii^ TyKJ^'DD^p^v '^yijs cyi 
N ^MN nyiDysLv in{>'> n p.n ,ryMi T'n 






■ij;d pk-iKDy man "i .uasyj ryv:«i t'>n 

-:k£ii;;j8 2jj.-i t« .:?8Diy ms nj/a» fv? 

•38J n« rj;c?«py3 td lyaun "t nw 3?Kr 
DyDt7«a 'MIX üDM-iayj a^n tk ni oin 

/ö'^■9^♦^:'n tanr; :jio>KnDMK ^v^^ r^K »yo 
.o"m:ny: cm n« D»«p3»?Dnyiv>ya onn 
n« iy?»Dy iY 3?Kr n ,ry'3'j'n iv n^n n 
"iKs nx ^y^y^nl iv duj*"8<d n pk jy?"n 

•fyTDru 
: OTDyin« .?»yo ^3 „id Dr>yBoyD 

Cuticura L»boratories, Dept. H. Maldan 

48, Mast. .025 »l'M .?«-iy3'K DDMP^XD 
.025 D1P?K0 .050 fl« 25 2?*<r 






^^cJ^ 







ERNEST HAMBURGER 6? Riverside Drive New York, N.Y. 1002U 



9. November 1971 



Dr. Robert Weltsch 



7 A Crediion Hill 
London N»W« 6, England 






J 



Lieber Herr Weltsch, 

vielen Dank fuer Ihren Brief v^om 21» Oktober. Es geht mir 
wieder besser, und ich bin in voller Arbeit. Sehr gefreut hat 
es mich, dass Ihr Appetit wieder zugenomnien hat und dass also 
die Sorgen, die Sie sich gemacht haben, blinder Alarm waren. 
Nehmen Sie sich in Acht, derm Ihre Arbeit ist noch fuer lan^^e 
Zeit noetig« 

Was Sie ueber Lilly Pokorny geschrieben haben, hat mich 
interessiert und aiuuesiert. Wie klein ist die Welti Dass Sie 
schon mit vier Jahren schoenen Frauen nachgeguckt haben, war der 
Anfang einer verheissungs vollen Laulbahn auch auf diesem Gebiet. 






.>dU 









SexTieH vvLuloCh 



einen Sonderdruck meines Artikels im Yearbook 196? geschickt und 
ihn bei dieser Gelegenheit darauf aufmerksam gemacht, dass nach 
Ihrer Auffassung das Eingriefen Oskar Cohns in der I-Iinoritaeten- 
frage bei der Beratung cier Weimarer Verfassung vor allem dem Wunsche 
der Poale Zion entsprach. Dazu antwortet mir Cohnj, dass er glaubt, 
dass seine eigne Erinnerung richtig ist, nach'cfer es insbesondere 
Kurt Blumenfeld und seine fl'eunde waren, die diesen Antrag vor- 
scnlugeno Die Poale Zion sei in Deutschland sehr iciein und kaum in 
der Lage gewesen, sich mit dieser Frage zu beschaef tigen, und 
habe fast ausschliesslich aus nichtdeutschen Juden bec^anden. 



/ 



i4<^l*t^f%^ A'if Uü^Ä ^>.Wir^4r; ^^- <'VfcV ^fl^^^^^^^ 



//^^ 



^^^ 



f^ 




-^^ijfjK p*. 



2. 



1971 



flimi Dr« Ifax Gruenowald 
L. B. I. 




Lieber Herr Dr« GraenemOdf 

leider kann idi nörgln nldit ins L.r.I« Ibmrmi« 

Erlauben Sie mir aber, Ihnen eine Bitte vorzutragen t 

Dr» Osoar Cohn war Reichstagsabgeordneter und 
Land tagsabgeordneter bis 1921a, war Zionist und hat sicö 
waehrend der Zeit als Abgeordneter intensiv, danach fast 
ausschliesslich mit juedißchen ringen besohaeftigt» 

Bi April und Mai 1925 reiste Goha aaeli Ü.SU. ia 

Auftrag der Jewish World Relief Organization zusamiwii mit 
1^0 MotflBkin und Rabbiner Eisenstadt. Zwei Briefe aus dieser 
Zeit an seinen Sohn sind l eigef\iegt. Diese Briefe werden 

Femer fuege ich einige Ausschnitte aus der amerika- 
nischen Jiddischen Tresse bei, die sich auf diese Zeit 
beziehen* 

Wuerden Sie die Freundlichkeit haben, diese Ausschnitte 
durchzusehen und ndch wissen zu lassen, db darin irgend etwas 
besonders Wichtiges steht, was fuer das Buch »* Juden im oeff ent- 
lichen Lpben Deutschlands*» (Weimarer Zeit) von Interesse ist 
oder ob ich mich damit begnuegen kann, Cohns Taetlgkeit in 
diesen üonaten auf ürxmd der beiden Briefe zu charakteriAieren* 

Die ganze Dokumentation stammt von Cohns Sohn, der in 
Israel lebt und dem ich die Zeitungsausschnitte nach Lektuere 
zuruecksenden soll« 

lfi.t herzlichen Gruessen und besten Wuenschen 

Ihr 



Anlagen 



/ 



Dr. Brnest Hamburger 
67 Riverslde Drive 
H#w York, N.Y. 10024 



20. Oktober 1971 
T/733-WIS 





Herrn Dr. Reinhold Cohn 
P.O.B* 4060 
Tel- Aviv, Israel 

Sehr geehrter Herr Dr. Cohn, 

ich habe heute an unser Buero in Jerusalem 
geschrieben und es gebeten, Ihnen ein Exemplar 
meines Buches "Juden im Oeffentlichen Leben 
Deutschlands, 1848-1913," zu uebersenden. Ich 
beziehe mich dabei auf meinen letzten Brief 
an Sie, 

Gleichzeitig geht# Ihnen von hier aus per 

LuftpOSL-DrUCKSacne tJXll c*ÄCmjHxa,x vA«o »jv/iivAv.4. ^-. ^w«*. 

meines Artikels im Year Book XIV (''One hundred N^ars 
of S^ancipation")^u. 

Der Antrag Ihres Vaters auf Anerkennung der 
deutschen Juden als nationale Minderheit in der 
Nationalversammlung im Jahre 1919 Ist auf den 
Seiten 34-36 behandelt, den Sie in Ihrem freund- 
lichen Schreiben an mich erwaehnen. 

Bei der Lektuere des Manuskripts wies mich 
Herr Dr. Weltsch darauf hin, dass Ihr Vater Bor- 
nehmlich namens der Poale Zion gehandelt hat, aber 
nicht im Namen der Zionistischen Vereinigung fuer 
Deutschland als Oesamtgruppe, flet^en Mitglieder eine 
solche Anerkennung nicht wuenschten. Ich habe dem- 
gemaess in meinem Artikel von einer "Fraktion und^^ 
nicht von einer der "official Zionist Organization 
entsprechend der Anregung von Herrn Dr. Weltsch 
gesprochen. 

Ich werde wieder von mir hoeren lassen und 

bin mit freundlichen Gruessen 

Ihr 






Dr. Er ne st Hamburger 






/ 



/ 



^ 2 - 



MiJ^/^^^^ 





\ 



m der ausgeaehnten Literatur ueber die Revolutionszeit ist 
Cohn stecs als Beigeordneter im Reichsjustizamt angegeben. Er war 
weder Staatssekretaer noch ünterstaatssekretaer. In der monar- 
chischen Zeit und in der Revolutionszeit gab es keine Reichs- 
ministerien, die ja das Kennzeichen eines P^^J^^^^^^^f^^fJ^" ..^3. 
Staates sind. Der Reichskanzler war sozusagen der einzige Reichs 
minister, alle anderen waren als Staatssekretaere seine Gehilfen, 
und die Behoerden wurden Aerater genannt. So war Hugo Preuss 
Staatssekretaer des Reichsamts des Innern "»«'Cohn Beigeordneter 
im Reichs Justizamt. Erst mit Annahme der vorlaeufigen Verfassung 
im Februar 1919 wurden die Aemter in Ministerien umgewandelt. 

Richtig schreiben Sie, dass Cohn Mitglied der Juedischen 
Gemeinde geblieben ist. auch Hugo Haase und Emanuel Wurm, ^er m 
der Revolution Leiter des Reichsernaehrungsamts war. Ich habe 
darauf wiederholt in meinem Buch hingewiesen, wie es ueberhaupt 
interessant ist. dass Maenner der USPD in viel groesserem Umfang 
Mitglieder der Juedischen Gemeinde ^Ueben als Maenner der SPD. 
Ebenso haben Sie recht damit, dass Cohn seit 1925 keinem Paria 
ment mehr angehoerte und schliesslich als Vertreter ^er Poale Zion 
der Repraesentantenver Sammlung der Juedischen Gemeinde Berlin 
angehoert hat. Aber Sie wissen vermutlich nicht, und werden er- 
staunt sein zu hoeren, dass Cohn niemals organisierter Zionist 
und auch nicht bei den Poale Zion organisiert war. Dies schien 
mir so unglaubwuerdig. dass ich Reinhold Cohn gebeten habe, mir 
dies noch einmal brieflich zu bestaetigen. Er hat dies getan und 
war absolut sicher. Ein Grund fuer die Zurueckhaltung kar von 
ihm nicht zu ermitteln, er schrieb nur, dass die Poale Zion. ob- 
wohl sie es wussten. gluecklich waren, einen wann von uex otauui 
Oskar Cohns als ihren Vertreter zu haben. 

Da Sie an Cohn so interessiert sind, moechte ich nochhinzu- 
fuegen. dass Reinhold Cohn mir Photokopieen von Briefen seines 
Vaters an ihn geschickt hat. Diese beziehen sich vornehmlich auf 
seine Reise nach USA im Jahre 1925. auf der er die amerikanischen 
Juden mit dem Schicksal der Ost Juden vertraut machen und fuer sie 
finanzielle Hilfe von ihnen erlangen wollte. Ein Brief vom Jahre 
1926 beschaeftigt sich mit dem Schicksal der "Weltbuehne ."^ch dem 
i^^ -.-_ c---*ricd Jacobsohn: <^ar-afrt\ic Brief beschreibt eine Zusara- 
menkunft^mirTschitscherin im Dezember 1926 auf der ^"^3^^^^^". „„^ 
Botschaft in Berlin und eine Aussprache mit ihm ueber den Zionismus 
und die juedischen Siedlungen in Russland, ueber die sich 
Tschitscherin gut informiert zeigte. Ueber dies alles werde ich 
schreiben. Reinhold Cohn. zuerst etwas verschlossen. ^^^ mir dann, 
als er Vertrauen fasste, dies Material und eingehende Informationen 
zugaenglich gemacht. 

Mit herzlichen Gruessen fuer Sie beide, denen sich auch meine 
Frau anschliesst, 



V 

\ 



\ 



■Jt 



^fHi. 



Ihr 




•^/L. 



ERNS 



T HAMBüRQKR 6? Riveraide Drive New York, N.Y. 1002U 



27. Oktober 1971 




'] 



Dr. Reinhold Cohn 

9-11 Tavne Street 
P.O. Box 1*060 
Tel-Aviv, Israel 



Z0 



Sehr geehrter Herr Dr. Coh.i, 

in der Anlage sende ich Ihnen den bollaendischen 
Zeitungsausschnitt mit bestemDank zun-sck. Die Aus- 
schnitte aus den juedischen Teitungen von New York lAtte 
ich noch einige' eit behalten zu duerfen, sie werden dann 
etwas spaeter folgen. 

Darf ich roch einige Tragen an Sie richten? Auf 
Seite a Thi-es Schreibens sagen Sie, dass Ihr Vater nicht 
organisierter Zionist war, aber auf derselben Seite unter 
Buchsx-abe f) schrelUn Si^ , dass er in der J^P^^^^^*!"^^ 
versamuilung die Poale Zion vertrat. Liegt darin nicht ein 
Widerspruch? Mar. sollte anneh:«n, dass der Vertreter der 
r,. ., .>j o„«u nie M^ fcrlipH anp-ehoerte« 

In der Anlage H, die sich auf die Naumann-Versammlung 
bezieht, ist etwa In der Mitte gesagt «auch Klee hat in der 
Verseilung gesprochen". Habe ich den Namen "Klee" richtig 
gelesen? Machen Sie sich Keine Sorge, ich werde natuerlich 
die absprechende Bemerkung nicht reroeffentlichen,_ sondern 
nur auf sein Auftreten in dieser Versammlung hinweisen. 

Sehr interesant sind die Anlagen C und D. Es wuerde 
sich schon lohnen, daraus etwas gelegentlich ^ujeroexfent- 
iLChen, bevor das Bucn erscnexm-, w«a j» -v^" --— -■••"--- 
Msp^ch nehmen wird. Wuerden Sie dagegen grundsaetz liehe 
SnLndun,en haben? Ich wuerde '^%t"-rlichnicht^ daraus 
publizieren, ohne vorher Ihre Zustinnmg eingeholt «u haben. 

Die Broschuepe "La Situation des "^^i^^/^!^^««" ^" „ 
eignet sich sehr luer unsere Bibliothek, und, da Sie in Ih^m 
Bri. r auf S.5 sich bereit erklaeren, diesen Bericht dem LEI 
au ueberlassen, so werde ich entsorechend handeln. 

Mit freundlichen Gruessen 



Ernest Hamburger 



-/- 



i^%\ 



-' '/jÄl 




/ 



i TELAVIV, 9-n, YAVNE STREET • POB. 4060 TEL. 6111 12 



DR. REINHOLD COHN AND PARTNERS 

rgnioii inD Tiinj"! n 

PATENT ATTORNEYS • G'DIDS 'DHU 

CABLES COPATENT 



DR. RilNHOLD COHN 
DR. MICHAIL COHN 
ISRAIL SHACHTER B.Sc. 



Your Ref. 



DDITJ'D 



611112 ."in • 4060.i.n • 9-11 niT 3im .tin-ih 

.0.3 nnani limu« 



Our Ref. 



IllD'D 



Dato 



Viin\ 



15th September, 1971 







i/ 



Dr. Ernest Hamburger 
67 Riverside Drive 
I^ew York, b.Y. 10024 

Dear Dr. Hamburger, 



'•C-''W 



Thank you for the two letters you sent to me 
through lirs. Gohn. I received them only two days ago and 
I hasten to give you a first answer. 

1) I am not in possession of documentary evidence 

of any kind concerning the political activity of my fatner. 
As far as I know he never kept a diary, nor did my mother, 
and whatever files there may have been have perished. 

2) Against tnis, i stxxx nave a^j. ^•.•■^ ^^u»-*t> -^ 
parents ever wrote to rae, and I shall go through them and 
trv to locate any that may have a bearing on the questions 
raised by you. If there are such letters, and if their 
Contents are not too confidential and personal. I shall be 
glad to let you have copies thereof. I hope to be able to 
revert to this matter within a few weeks. 

Sincerely, , 
Dr. Heinhold Cohn 



RG:CB 




''^v 'S'^J'I 



DR. REINHOLD COHN AND PARTNERS 

rgniDii ihd Tuni^'i -n 

PATENT ATTORNEYS • 0^0103 ' D T lU 

TEL-AVIV, 9-11. YAVNE STREET • P.O.B. 4060 TEL 61 11 12 • CABIES COPATENT . 6t 11 12 .1D • 4060.111 9-11 HIT 3im .TlN-in 




DR. REINHOLD COHN 
DR. MICHAEL COHN 
ISRAEL SHACHTER B.Sc. 



MAILING ADDRESS O^IJID» IVOt» K3 
TO : P.O.B. 4040 4060 .1 ♦« » t?N 
TEL AVIV 61040 61040 2>2H'in 



Your Ref. 



DDID'D 



Our Ref. 



UIB'O 



ina 'jiia'D -n 

.0.3 TBDOI IHTOJ« 



Date inwi 

1. November 1971 



Herrn 

Dr. Ernest Hamburger 
67 Riverside Drive 
New York, N.Y. 10024 



Fl 







"•/V * 



,,-T.»!^' 

-..i^ 






h0^ 







Sehr geehrter Herr Dr« Hambiirger, 

Mit bestem Dank bestätige ich den Empfang 
Ihrer beiden Briefe vom 19. und 20. Oktober 1971. 

Inzwischen habe ich vom hiesigen Leo-Baeck- 
Institut Ihr Buch erhalten und spreche Ihnen meinen herz- 
lichsten Dank dafür aus. i^benso war es sehr freundlich von 
Ihnen, mir den Sonderdruck Ihres Artikels »'One hundred 
years of Emancipation" zu schicken. 

fum noch einmal auf die Frage des Antrags 
auf Anerkennung der deutschen Juden als nationale Minder- 
heit zurückzukommen, so glaube ich, dass Dr. V/eltsch's 
Erinnerung unrichtig und die meinige richtig ist. Soweit 
I mir erinnerlich ist^ waren es insbesondere Kurt Blumenfeld 
^. A und seine Freunde, die diesen Antrag vorschlugen. Die 
l/!/^/M..J. \ Poale Zion waren damals in Berlin und überhaupt in Deutschland 
^ ^«^^^-Z j j^Q^j^ gj^j^g gg^j, kleine Gruppe und dürfte kaum in der Lage 

\ gewesen sein, sich überhaupt mit dieser Frage zu beschäftigen, 
i insbesondere auch deswegen, weil diese Gruppe ursprünglich 
fast ausschliesslich aus nichtdeutschen Juden bestand.^ 



Mit frexindlichen Grüssen 
Ihr ^ ^ i 




Dr. Reinhold Cohn 



"^ 



p 101-7000-871 



DR. REINHOLD COHN AND PARTNERS 

rgniDii |nj Tiini^'T -n 

PATENT ATTORNEYS • D'D1Q3 ' 3 T 1 U 



TH.Ay.V. ».„, YAVNe StRKI . PO... 4060 TH. «1 1. H ■ CA.l« COPATENT . 6, U .2 ."ID ■ 4060 .TH 



DR. RIINHOLD COHN 
DR. MICHAEL COHN 
ISRAIL SHACHTER B.Sc. 



MAILING ADDRESS D>2J1D0 "|VO^ Ni 
TO • P.O.B. 4060 'iOöO .1.» « tJN 
TEL AVIV 61040 61040 aUN'!?!) 



Your Ref. 



ODID^O 



Our Ref. 



Ulü'D 



9-11 ni3' 3im ,3'nK-*3n 

.Q.n 1B3UI INTIIJ« 



Date r"l«n 

?♦ November 1971 




Herrn Ernst Hamburger 
67 Riverside Drive 
New York, N.Y. 10024 

Sehr geehrter Herr Dr. Hamburger, 

Vielen Dank für Ihr Schreiben vom 27. Oktober 1971o 

Es klingt etwas ungereimt, ist aber Tatsache, dass 
mein Vater niemals orfranisierter Zionist war, weder im Nahmen 
der allgemeinen zionistischen Organisation (obwohl er '^^^if 
IhneJ schrieb - ein Amt beim zionistischen Kongress bekleidete) 
nocSbei den Poale Zion, obwohl er diese in der Repräsentanten- 
Versammlung der jüdischen Gemeinde Berlin vertrat. Natürlich 

stana er aen ruaxe zjxun ncuxe, ^x^^-, ^^^ . r , ", -i^ _ 

Freundsc-naften, und die Gruppe war froh, sxch durch ihn ver- 
treten lassen ^u können, auch ohne dass er ihr T'lxtglied war» 

In der Anlage H haben Sie den Namen "Klee" richtig 
gelesen. Es handelt sich natürlich um Alfred Klee, der Ihnen 
ia sicher persönlich bekannt war. Die abfallige Beurteilung 
seines Auftretens, mit der mein Vater keineswegs allem da- 
stand, sollte natürlich nicht mitveroff entlicht werden - de 
mortis nil nisi bene . 

Ich bin einverstanden damit, dass Sie Teile der 
Berichte der Amerik&reise (Anlagen C und D) veröffentlichen, 
würde aber doch gerne von Ihrem Angebot Gebrauch macben, vorher 
zu wissen, um welche Teile es sich handelt. Es ^«^^^^V!!«.* 
heute noch gewisse EmpfiidLichkeiten in amerikanischen Kreisen 

verletzt werden. 

Da Sie glauben, dass die Broschüre über die Polen- 
reise für Ihre Bibliothek geeignet ist, freut es mich, wenn Sie 
sie ihr überlassen. 

Mit freundlichen Grüssen 



/ 



/ 




ucne 

k 



Dr. Reinhold Oohn 



70C0 — 871 



L^ 



■■^■*<*>' 



^ 



.\Tir, Osler r Colm, 
Per iL. [16). 



PcriKrden nOtJuni 1934* 



^crmott ^ 






Gcnooße ü o r i u Z t o r* o r. ia k o f f . Kc,rko^ridjel# 



r-ohr* geehrter GcriOose Gto:.ionif»-Vorx , 




n 

w 



iuu i«:;tÄtcn ii:ule <iai;c ich C.io i.:i ^oi^^icr 1332 o<2Bofe- 
hGri.ulo ich Ih.rien,boi Ihrer V^urchrciDc durch 3crli/i,ia Väirte-sia- 
.acr ucr .Uotscnan U^c^i^ete.lAiider hut' sich di^^u-ls ;aviirio hoff- 
runo ^'icht erfüllt, Sit: v'"hrerid Ihres berliner Aufenthaltes auf de^ 
.^.ückrei^^ö XiOCtLücaii z^xoch.<:^nf^n V.ör.ncn.v/as sich coitdeiii in Deutsch- 
land orci;5nete,hat,v;ic L'-ia zlch6i.rZ:en icom^en, ooino bcsonaerc 
Virüun^ auch auf ;acii- und ineinor ya;v;ilic i^ohickcal au&trcül^t^Ich 
.:iau3 darüber eiiä,:c ^orte s^c-icn.rcil clieso rinse un:aittelbar alt 
der" Anro^r in:3 jusauacnhlrii-crudlc im i^tittelpunkt dieses Briefes 
üteht;gan3 ab^eüchov* davoü, da;i3 r;ie,v:io ich 'Ä^oiG3,far iusin und 
nciner lauilio. I-'/rt^ehcn i.:i.'ior liritorcsae gehabt haben. 

Ich haba IvCuti'iChV.md a:a xa;3C nach der ;wn<:ündunß 
düo ..üicabLaj;. v;::rxus;;oii,ii..ohcia.a nm .Cor^ren dieöca lixzcQ oino gro- 
...30 .ui^a^al .rtoiJiur x.iohi-'U-n 'icTca^inton verhaftet worden warQn•I^8 
iüw ;;;ir ^achl kl-^i:\-::<dlc:hfi.:i Zufiül ich ].reihcit und Leben vor- 
danr:e.hlo eü für ^iic .jkMt.oh dwr ihiai-uo.'icruni- ^u sp-it war, ha- 
bv.il :.iö :aoinc ':.ühnun.: v/ 1 cd c rhu It auf ■:je sucht »und in ihren Vropii^an- 
da-L>chriften - ich habe oic binhor in fünf Sprachen ßeoohen - er- 
v/eiiit .ur dio utUi..u.j ;.^ru:i.; die irarc.aich ne^ön Uona Luxonburg, 
:Cari Liobkxiocht U2ia ahuori:rj ^ i den Vorderbern Deutschlands au roo^- 
ncn und eine jan/se oeito Jxt .^.Unor Photographie zu ochrndoken. 



ww _ 



J 



'Lj; 



L 



2. 




1 



AU3 der Utti der hcchtr.an-.vültß Dm ich «cRen «koamunietischer 
.Betvti-un,-"Ko.nrnc.honvord(;r..rrs Gleiche ist meinem Sohn gescho- 
her.; er v;ar Pu'.ent^;r.7.-a-.;r.lr> Grund seiner Streichung v/urAe ihia amt- 
lich mitgeieilt,cr noi iliohLurior und auDScr-^em "cJcr Sohn deu Un- 
abWa,";i':en Ab.;«ord).oton 0&:<ar Gohn. der i::> Januar 1918 den. .iuniti- 
ons-.Tb«Itor-Gtrc1k an'3ov.e-.tolt und dadurch den Verlust des r.rie- 
.•0 3 hor'oei..;ef'-'.hrt hnbc"..1cin r,ohn hat .-nlt seiner 3'rau und dem sic- 
ber:jHhri3en Xinde 3^-ritucaland ge^en iJnde .Vir^ I9i3 vcrlasBen.meino 
TonHter eini.-c Ta;rc vnrher »sehr plot/.iioh;v;cil sie verfolgt war. 

Xtcine Tochtev- tut oeit Certc.aher iy53 in Palästina 

und nucht eine Bcschnfti.-uns räumlichst in der Arbeit.die sie ge- 
l(>rnthut^aeGundhcitnfür:3or-e für Kinder und erwachsene. 

■.:ci.'i -.ohn urio acine Mc'.mlic sind im April X9:h nach , 
Paristin^. se.r.,niQn;cr hat eicii r.uch dort in die Liste der Tatent- 
anvnlte cintra-cr, lasccr.,v.i 11 ..ber r.ucti lnduotrieli-2e.soh?.ftlich 
tMtiir «ei.n.l-.r iet auc.^cbi Ldctcr crjaniacher Chemiker und hat, be\ur 
er cciine Prüfung flr. Pat^ntunwalt able.-te.ln der GUrungs-Gheaio 
ftr.nf.. ATVoT^riiV Mich "induot.rioll r.earbcitct, 

r.ishor ;var ich hier -i^elhr.tTcrstHndlich ehronumtlich- 
2U Gunsten der riüchtlinöc und l-,2iiGranten tätig.Politioche Arbeit, 
soweit «t« überhaupt möfiUch ist. vollen die Jungeren ohne die Ael- 

teren irischen. 

Pio Tolitinch-sosiale Atiaoaphnre clrr r,misration wird 
hier, wie in den luidoren L^^ndcrn.von Vocho zu v/oohc schwerer. Nie:,i,-.ud 
weiss, wann uno eine ucchtedrchuns der inneren Politik Frankreichs 
oder der neue xlricj auü dca Lande oder ins KoasentrutionBlaßor wirf' 



\ 



MM 




Ucine /winder dV'lxißcn :aich,ebenrallö nach Palüoti« 
na ^u rrehen.Xcli ucchte ihnen fol'Z^n^vrenn ich die MöglichJceit eeho, 



do 



rt noch etwas l.üt^lichca zu leinten/Jnd hier ist der Punkt, auf 



den ich Ihre Auf.^icrhca.i>:ait lenken rauchte, 

::cin Sohn und Ich haben uns über die Hundelsbe^iio- 
hurccn ^wtcchon der Lov/jet-Union und Puristina z\x unterrichten ce- 
sucht •Darüber hat dun Arioricivri j.:cono::iic Coirmitteo for i^alestin« in 



•ol-Aviv eine /.uükunft erteilt,v-o^;on ich Ihnen hier zwei Durchschi *- 



[je beile^e^^Ja er.^ibt sich daraus, daso der Export der Gowjet-Union 
nach Palästina nie'; -ünGti-^ oritv.ickclt hat, mit einem ivückachlas vo i 
I93I - 1932, und al3o auch weiterhin einer aufsteigenden lintwicklun ; 
fähi/3 ist, wenn o;/3tc:mt loch in Paristina dartin gearbeitet wird.V.'ci- 
ter sact die AuoVanft dco Anerican iiconoraic Comiaittec for Palcstin ^ 
daos nach coinc:n V'ir>3on eine '»-cneral a^jency" der Gowjet-ünion in 
ral-utina nicht becittia. 195:2 fiel beinahe ein Viertel der öowjot- 
russißchcn Kinfuhr räch Palästina auf Petroleum- Produkte, mehr alo 
ein Viertel auf iiauhoi;i,cin r>iebtel auf lastenhoU für Orangen und 

Citruofrüchte. 

Der Strom der Z:inv;anderun£; in Palästina wachet trotz 
aller i-Iindoruniicn von :^onat ^^x .lonat.Die WoVmungsnot hat zum Teil 
phantastische Porncn.P^auhola v;ird aui' unabsehbare Zeit in eteiscn- 
dom Masse gebraucht. Pal'vntina ist ^lanz hol^arm* 

Die Produktion von Gitrusfrüchten Wichst sehr stark. 
P.inon I.ückschlai^ halte ich für wahrscheinlich, weil manche L^indor 
die Kinfuhr von "Luxusprodukten" wohl einschränken v/erden.iSine uia- 
fanf^reicho Produktion wird im ungünstigsten Falle bleiben, weil die 
Citrusfrüchte Palistinas wo,-;cn ihrer besonderen ^ualit'it gekauft 



> - — 



L^ 



a ^ 



4. 




v/ erden. 

Die AuadeUnuni^ der ILinfulir aus der Sowjet-Union auf andere 
^'arGn,Piöchkonüer\cn,:iäh£;arn, Leder u^o.w. halte ich für möglich. •) 

Die viichti^];Gte iraae dürfte über die des Benzins und anderer 
Petroleum- Produkte bein. 

Die Liicl-'iiider haJen don liafca von Haifa, den nördlichsten Ha* 
fcn Paläütinas sehr ^jut aaü<:ebaut ,ao dass jetzt die L»chiffe am Quai^ 
anlegen und uniai-ctelbur lüöchgu und laden. ferner ist Haifa der iind- 
pur.kt der UohrleituHiT; des MocBul-VotroleuiüS^diü wohl bald in Jetrieb 
ßcüetzt werden Yard...aa spricht davon, dasa eine Petroleum-Äaff inerie 
in Haifa (gebaut, ja iiüüar,daüö Haifa zwa Kriegshafen gemacht werden 

uoll. 

Der üOMZiin-Verorauüii in rux-tuoi.na oOit^wjaixu Aic«.na ^»;. •*->.- 

an i;isenbahncn, reich au iwUboatrassen.DGr WirtscViaf tu^iuidiua von 

Haifa durfte aich aucH auf uaü aruirenzende L:yrien orotrecken. 

Lie Sowjet-Union ivird veriautlich mit ihre^a Petroleum nicht 

ohne v/eiteres vor dem Ivlo&sui-Petroleum zurückweichen» sondern die 

Aonkurenz h-lten wollen. 

All diese r.rvvä-uni^cn, denen üich andere zufügen lassen, führen 
zu der i'ra.2;e,ob nicht die ..aridelsbeziehungen der Sowjet-Union zu Pa- 
lästina (samt Syrien und AC^ypten) vcr3rö3sert,\ertieft, systemati- 
siert werden sollten. 

Genossen von der hiec^ij^cn Botschaft - ÄocenberK und Tschle- . 
noff,raeine alten Bekannten, - haben mir gesagt, dass Palästina zura 
Ressort der Handelsvcrtretun^s in Ankara gehört, haben mir aber empfoh- 
len, meine Anre«r:unG Ihnen vorzulcc;cn;die Genossen wissen. dasB ich seit 
mehr als 25 Jahren den Vorzug; vertrauensvoller Beziehungen zu Ihnen 



L^ 



t^ 



ij. 



haue. 



/ 



Gerade hcrau.cc.a3t:v,-.r,n co nlr die ^ovjo^-Ke^lerun« anver- 
trauen .lU..a6chco ich raich .ernu.xn einer noch .u beatin..ondcn 
Porn.,dcn Ilandcloocxohunacn .vd.chon der Ua.jet-Union und PulUati: a 
(eventuell oa:at den ■.,.cVroarr:ndarn) -.vidncn.:,icin bcater .litaroeitor 
.nre mein üohn: er ir,t .4 ..hro nlt.war ncho. von I9j^^_^j928_^in 
Par.-st.ina.konnt La.d u.d Leute Bonuu and 3pricht und solu-cibt von 
den drei offt.lcUen Landes.prachon ::ncll.ch.HcurHi«ca./.rabiaoh dia 
..oidcn cr.tcn vol.l.tHndiy.dio dri.tc einl.erm.ncn. CSio wichtlgotc ^ 
Gcch^^fts^T^i-achr vlrd :achr und nehr die, öcutoche.) llcin Cohn und :c.f, 
haben n.a.e .«.iehurcr^n .ur ::.nd.t.-..egi.r.nu-.^ur Jc-ish Agcncy und 
^.n den ::reiB<.n dor " irt.chr.n.;.:.n.nc rer.önlicLen und politl^ohcn -^ 

.;,, A„~ r-„— .T>vc,cVial't.<Mi und in der oo^icli '<' 

schon i'rc£5r.o. 

ich blTAc t.5.c,lic.^.er aonoane -.toßoniakoff ,dic Gaciic 

elbut .u üborlcücn und .it den t^ ihr« :;ntcchciüun^ .uot.ndi^en 
a.roncen .u hcsprocaen und :.ir dann :aü,Uchut achnell eine Antv,o. , 
zu .^ehen.vcnn ei'-e vcr.ir.lichc neoprech.rg.in .ioolcr.u oder in Anlcc.'r., 
alt nlr urd/odcr .v-inc . I^ohn r.otie cr.chcint.so liec.c r.lon oa. u..- 



s 



ter ü:;ifjf"nden erjiw.;iic'.icn. 

ich hoil-e und v.unschc aehr.daca Ihre Irau und üio ürv..d 
haben.in jeder •linniohi zufrieden ou .eln.nancntlich auch 3onund., 3ll| 
lich.Hihrt "Jio r^r^T.t cin.Ti:.l der Vaz "»^ch raris ?' 

Bitte liohrutben oio .air buldijat. 
::it bc3tan Grayacn 

und in bekannter ^"crtoclVitzunj 

Ihr 



*«K 



u>-..- 



L 



Au: 



kunft der Arnerican ücono.uic Com'ii 

'i'ci-Aviv. 



ittee for FoloRtine 



•n ' 



l) l. u 



ii to r«;'!^: 



tino from :uFria>„ 



yoar 

1.937 
1928 

19 ?0 
19 -^a 

1932 



"7 "7 

4c: i> 



VL.lue 
L.P. 
C69 
704 
. 82.886 
75.034 

140.203 
99.020 



Chief articloG i ipor 



lc:6 rrom ilussia to Palcstinej 




1932: 



V.'heot flour inclucMn^: rreTiolma 
^vooa and ti^ber for building 
Vood, prepc.rod for cilrui^ fruit 

Q j j r« Q rj 

Kerosene^in oUier conteiiv-r? 
th£n tinr i-nü in tullc 



1,428.685 l^e LP 11.513 
10.53'^ in5 27-590 

n 

5.852 kg 13.654 

11.459,273 LU.r^g^^ 






Innofür ar. we hnov , thoie Ig no c^ner-l a^ency 



in palratine fo 



riuspian coodo . 




^^ 



^i^/ifflu^sk^^, ^ ^- 



i<f 



*> f 



'>^*^ Äi1,>C 






/ 



i/L^V 



>^ 




?5i*«« 



.^.J'. 



/?'. 



«^. 



^ 'iT. 4;i?t"-*'.ÄX 



'-**«/=, i/ ?4^ ^'^v-C '^ 7-^ 




X 



/•■"/ 



A 





/, 



±.^- 



:? 



i4 iij^r* ^^'^^4/A^/^ ''*'^ 



v^5 



lAf, 






i^ 



/ 



<«/ 



'.*'.ifc 



/ 



/ 



■if-ti» 



r*'^/ 



^*i-^'< 



/. tUAh-^^^- ^'?- 



7 



¥v 



f. 



o 



t; (/j hiifi ^ 



' k' h- ^A .V U^ü^ iA^!f i^^J %^ ^^y^ ^ •'■'' i 












Ifi ^-^in^u^ i^iU]/ n^'kß^^^^^i'Y^ j ^" '^"y^' v^' ^^^ 



>\ /:/ 'i , / 






■^^. 





/ 



~v 



:~- 



>1V 








■CJ 



i 



I 1/ 



p->fi ^ 



,1-^ -w ^ 



äSf 



"^■'.^ 



^Vi 



1^'/ / 



s. 









7^y .1 



f 

/ 






A-- 



■-f %. 



J- 



•-> . x' 



^' 






*'=' ^ 



'/^ 



rx. 



i^' t 



iü 



•■-?• 



•'»/ ^A.i4 



l^Jr^' 



%f/H'i/^ 






k^ 



n 'V 



i'A 



tfu 



f. 



/ 



^i 



V^ 



lt>f (/, 



lA- 



Af 



^ ' -•- / 



/Z 



yj\^/^ 



ti/, K 



i?-^ 



f 



/ 






'V 



V*' 



^iÄ^ 



^ ^« 






l/i 



,/ 



/£ 



/ 



iti^y^vtf/^/^ui\ I 



L^i 



- -i /j 



•^ . 



i/'ifAU'A^h'h.w 



{( 



/? 



ft '4- 



fV 



y 



et(; 



LH t ' * 



/-- 



-1.4', 



v/ 



L^iC./ 



'v/' 



Vr 



^ < 



i/ 



^-Ct 



'/' 



/ 



'/ V'- V/ 



4^ 



(mA^m\ /g.. 



/>' * 



:/^ 



>^ 



-i4^ 



y.^ >' 



^r 



/ 



)/.: 



■l-'k 



/V «- ./ 



,'"> * 



>^ 



f^ 



•/ 



.*-/, 



/L' 



/ 



T»^5f^.«' 



■ t %A'''t%i 



Du. OSKAK CO UN 

RECHTSANWALT 

TKI.EFON: MOABIT 7333 




1 



f" 



HKHLIN NW 87, DKN 

I.EVETZOWSTB. 16 A 



8. Dez. 1926 



iy^%Uvl . 



I 



Dein Briei- vom Zö, II. ist v/irklioh mit irgendeiner ZwieaheTi- 
po3t oahon vorgeatern bi sr ansekOFmim; dagesen var htute keine raoh- 
rioht von 'Dir. 'ö ist nlcVifc sicher, dass ich Dir heute« nooh eine 
längere Ant-vort ßeben kann, 7.'eil rdßh iridlvrere wiohtige Dinge gerade 
in (,'le«on Taigen sehr in B«VK:£m.£ halten; Der IConkurB Her^nn^ i: ngel 
u-(^ iie Mö,'-richk:it ihn zu beendigen, -Lie arundotüoke ir^ .1er Lande- 
berger üt-ö3se au verkauTer. cöyr zxi vermieten - cuf der einen Seite 
t^^;!ai-|¥ufreohterhaltiia2 der ""-eltbühno" nach dem Tode von Siegfried 
jaeobsohn. ^"fie Be3precrnan,-on darüber mit Peter Panter und den übrif: n 
Kitar-beitern, aovvle mit einem j\ngehörigcn der Frau Jaoobaohn - ^Sx%£ 

<1-«>n;^^]47^;;SvV^^" ^'■''^"-•■' i"-^^^'-i^'^'^ ^^"''^ ""^''^ niteinander zu tun und 

;^eitsig raoht ux;>t>Kr^i^krw^^;^^ viel. Beide Komplexe gehören ~ ner^^rv- 

boi beiiierlit - /.u den brotlosen Künsten. 

loh aohceibe Dir d^her heute nur,iEa3 ich diktieren ka.rnn. 

Der ?od von Juooböühn sefahrdet natürlich den Bestand der "^^^Itbuhn^". 

Diefle merkwürdige Redakteurperaönliehkeit, die kaum ihreegleichon 

hatte, läsöt Bi:^h nioht voll ersetzen; sohon deahuib ni'Snly wtril 
cUo Mcnüühen aehr cVUnn geüü.t sind, die aioh entaohlieseen - und ^ev. 
i:nt30hlue9 durohführen - durch Jahre und Jahre 12 - i'% Stunden tä-o- 
lieh zu arbeiten und dabei, viele Jahre hinduroh, d^m^M^id in Leber::- 
gerahr zu ^sein. Die ütändigen Mitarbeiter - Peter Ponter, MoruQ 
(Dr. LewincohiH von der VOw;üiöüht:n Zeitung), von Osjetzki, Berthold 
Jacobe nalomon - mochten gern die "Weltbuhne" unter der Leitung 







1 






V 



on reter Pantcr weiterrühren, 'v^evji ü 



ie vorder von Frau Jnoobßohn an- 



o-estreT:>ten redak 



tioneller. m tv/irkung und geoolmf tllohen Leittine: eloher 



sind. Ob ea ct-^^-^'^^B"^' »^^i^^-^' BoLch 
Di -3 heute erhöhe in ende ""^LU-mer zei 
.'/eber und Veran tv/ortliolier . in ;je 



♦•- II ' 



en 2.uBuan 



.d her zufcj teil 'jn, iöt fra.cTlioh 



cjhnct zunächst Peter lanter als Heraus 
dern Falle iat von dem Ausseihe! den 



jaoohBohno eine starke ^erininderung 



der Lcöerzolil -.etwa 13 000 - 1500© 



/j 



,u erwarten 



y.3 ist (Iure hau ö ni-vJht ö icher, daao e 



Q im ■^unQtlp;üten Palle 



• J t K,: 



gelingen 'verde, dieoe ZrEolmfcleru»^;; zn übörwinden. 

T-aa Uih Dir aber vor allera nitteilen r/ollte, itit i'olsendeo: 
•ne bei jedem meiner Eeauolie in Berlin, hat Herr TöOhltüühcrln 
n.ucL inoamal seine Viaiterikarte bei itiir acgeben laasen. luü habe dea- . 
halb einen EeuuJla bei ihm vorabredet ucd v/ar dw Sonnabend, den 4. d .!.!.. 
,^t-a eir,e Ptundu bei ihm in der Botschaft, "-ie immer, hat er uich leb- 
haft raoh DirVerkTOdiSt ur.d r:ioli inBbeBOr.dere gefragt, wie eich Deine 
-iOTiiatlBOher, Krlebnisae rje^talten. Das führte dann auf öle allgemeiner,. 
n'rager, dee Zicnienms und der ^üdiöohen Kiedelur.gen In Ltucsland. Ueber 
(!ie«e üir,a-e war er ganz ü'ut unterrichtet und erfühlte manohea Interee- 
sante von den riedlun-en gn ^er irriz:-., im Gonvemement Chereon ubw. 



Unter andercui s 



hl- 



T -f 



nrte er, aa^ni an den IJL'ern cieo Azowücnen i*ieejv,t> o.m:x^- 



(he VcrhLU tnlc^ae BC-ier, v./ie an der 



holländiöchen Kaste: ee öei aleo 



K /j 



J.,!^ 



'L 1. 



oh, (Hirch umfoni^r 



■iche Deicharbeiten viel fruchtbares Land zu ge- 



^i^^^en und Juden dort anzusiedeln. Aber die aelder fehlten dazu. DO0 

reite von der TiuderlaööunE im Cüten RuaölCindQ, nacjh Asien hin 



bleiche 



om 



Altai-':'TebirG-ö ( Btrervg ,o;enomr.en Gchon b 



ibiriüohee Gebiet). Die J^ow- 



,jetre,i:ienir.P: 



habe die LodcnvorhältniGee, Anoiedito^emoglichkei ten u 



ow 



in Jun^r Ger:end unterouchen Insaen und sie recht auoaiohtaruich befun- 






....^ 






L^^ 



1 




i 



Ccnj J'-ber ew feble abar aa-o (Vclc. !;cf:l:alb eripfinde es die Eowjeb- 
rep-lorang ariß-enfeliri, daüs sloh .iucli c,ir,erikeniöühe8 Kapital im der Gied- 
lunp:stät,i£3seit der Juden in IluaelaTid tetellige . Im Zusammen hang hier- 
nifc rrogte nioh Herr 'i'BohitBuherin, vie siüL Bisowt zionlBtiaahe Krei- 
tie ;:u .le- jücliecv,r.n Siedlurßen in ".usßland verhalte^Joh erwidert« ihr^, 
ciao.J nach meinem ^:loGen ir. dtr zionißbitiehen Preose Deutschlando durnh- 
euE. fOeitiv'=u den riedlunira-:verk in Rueoland Stellung genorronen norden 
sei; unbeoohadet der idi/olosiachen und geoohiohtlichen Bedeutung deo 
rKläetina-Auri'aueß verkenne nan in aionloti sehen Kreisen durob^ue nlo],.fi, 
dapa die f-iedluncen ir. Tiusuiand einer g-roosen und '-/aohoenöen i.nzaM 
ent'.nirzelter öGluth-Jurten die LröglicUol t BeibBtändiger, produktiver 
und jüeiecher liyiatenz bieten könnten. In Amerika «t.i die Frage gera- 
de wäbrenfl meiner An^^-eGenheit - und auch, naobher - streitig geworden, 

r.ber bauptßäobllcb v/cni ouanaio, w«il rüun xu ..^^-..^ -ci^-u-i,... r.i 

mvxncB befürahtet habe und vicdleicht noch befiirohte, dnoa aelbafc die 
amerikanischen Juden nicht slei^h.eltig Seid genug für beide Tätigkeita- 
g.bioto, ralätaina und Rur-jaland, aurbrlngen könnten oder -vollten .Mögll -A 
cei je, daaö ai<- offenen oder helmli.ihen Gegner des ZionlBnua unter dm 
aiTierlkaniüohen Juden, vor allem die arosoen, .vie v^arburg, Maruoball urv;, 



Cgü riedlUTig8v;ei-k in 



Tlui^ülMd o,la Hebel s^S^n 



(Ue 7:ioniai ermg der üvk. - 



lS::*niBChen. Juden l/enuti:t)n v;o 



llt^. Lvi äieser Sttaim-^gnalirne der aroöcun 



kön-ne rao.n übrigc^iUi li-uc 



h d^iran dtriker), (raa ich. auch Bolion in iimerika 



hol "bö f i^er tl:I üIü, :iri J.rbt i 'üi/veruart];.! U7.£:on, Ik toj; t, nu ö o»- , 



) daoB die Gror, 



} • 



.'Tl 



(^ie l^ö^-lichkeitien der Ka,pltalinveDti tion m\( 



:1 fies Abi^ntzes rimeriVo.ni- 



sohrr iDrluütirie in den ;;iidi 



möc:eT'!, 



,ln '^n ioläsrtir.a, i^n 



seilen SiedluTiiTen RuGolandß günstiger aneolKa 
d alöü durcli die UnterstUtzunS '^eo riecUur^.n- 



we 



rkes in IluGBland eiren Konal Tar ans amerikani Bühe Geeohäft nach R^^ro- 



H 



♦•• • V 



-, 4 ~ 



lor^'^ 80 harren v/'ollrn. 

Die Berarrkung über aie ric-^dlurfjömoel^öhkeiten lun Altai-aebirge 



n: 



ohtio Herr TschittJüia^rir utrii?en8 uuL' n; einen IIinvveiD,do.Q8 ein phantasti- 



aoher riJVYi. cleß Herrn Dr, Paul T" Nathan 



auf dia üiDBiecllune: von huriclerttau- 



fc-j 



-jenc^er: von 



Juden aiie dem In-ioni oder dem Süden außslande nach r.ibirien 



;t c r i (.;; h t o t s- e i ^ ]'. r kn ü p f 



t>e lUi-rcn die ^:Yeitere B':-rierkung, da^a die füed- 



lun'"BTTiC)gliohl;:eifceii in der 



"rr 



T' 1 



iiT'! inre zie^nlicli nahe Grenze an den nationa- 



le?-! Be3tirebuni>:en der Tataren haben. D 



ie Krim sei altea Tataren-oiedlunge-- 



\xr 



■5 "'0>i>ir^b3 et, und die Tatarc-n ßtreben danaoh, ihre Volkegenoaaen aus 



IV. 



ivr.'lnien nnd anderen 'Liir)6 



3ern v{aJu Iluociand zu vereinigen. Bei allzu 



rr 



rOBser Ausdehnung cier ^üdii^ätihen Sie(Uu>:5en würde es zu UnTreundlichkei-. 



ten von selten der Tataren "ko/iin'ien 



ni ^' Tlrterhal tun^;: wi.-nr 



te olah'dann ^er ßpraühenrrGge UDter ö.en 



JU'len in Biussland un(\ in rcici:.;tina :^u . ieh ßagte Herrn Teohi taehe ein, 
ae,ös nach meineiTi ^7i osen Cur PalüGtina keine Rpraohenfrage mehr bCBtehe, 
-'eni2:Btenß nicht in deni ßinno, da^Li ^..ie der Außdruok für den Gegensatz 
z'viaelien "altern" und "neuvin^' Juden tura pi&£ wäre. Für die Jun^e^ zionieti- 
Gche Generation in Paläotina sei öle hebräische Sprache alo wlohtifcetee 
Mitteik r-er Renati onalie-ierung und der Re£::eneration jUdiGohen Voikaturr^u 
:ine aelbstverötändliohe r.aohe . in Ruüöiand and in Polen ^:öße es auoh 
^(r:tzt noch anders eein; dcil| Pinde ienor Gegenüatz nooh immL-r den üymbo- 
lirevwr^ AutKlrnck in dem aprachenstreit • Herr Techitaeherj n beetatigte 
mi:, da33 die VerPolc^junc ^.er hebräiüeher Sprache in Hußoland von den al- 
ten BundiBten au8,?:ehe, öi^^- r:ninnu;.nieit..n geworden öeien. Lvr betonte utark, 
u. e.ci die .Sov'jetregifU-ung .an diesen Verfolgungen nicht beteiligt sei, eie 
hab^-^ r,iohtG gegm die hebnllsohe aprache, aber die Jüdiechen Genoeeen 
'v'.tten yö. von Jeher diu l<^^;^.i.i:, ein iroble^n» bis zum äueserüten IMde 









»«»« H l li " ■ ?!»• - 



-"--•^^ 



- i) - 



ZU dlalmti f^ren un^i. y.u3BerGt>e prciictiicclie Folgenin2:^'^n zu ziehen» 

Die ünfcerhal tun^5 Z'^^E ^onr. zu meinen persönlichen iVn^elRgenh'. 1- 

t^n über, (n;iobflem ich die von mir nooh geführten privatgeüohüf tlichen 

An.2:elegehlieiten deo Herrn Tsehitacherin zu Beginn der Unterhaltung tr- 

örtert hi.tte.) 

Kerr Taohi tBCherin Icanrte den Brief an Fitomoniekof f , rten ich 

Herr*^: Tochi tBCherin Anfang; '.!o,i iri Absr-chrift geBChiclit hatte, liesB Di"h 



von mir die Dinge nootacls d^^rl<^'gen, v;ohei natürlich manohee einfl"8n, 
^jc^.R Bchrif'tlioh nicht gesagt r.'erclen konnte, und erbot eich achllessll v-.h, 
die ri'ioh^^ r.oolTMUi.ln mit Ilerxi] Kreötinoki zu beBpreohen. 

Ich berichte Dir rjo aufj^ührlich über meine Unterhaltungen mit 
Herrn Tse hi tauche rin, weil ich gern mochte, dass Dich ihr Inhalt und d. 3 
unvcrkenrbare Intereeße ^^r'/i^/n des Herrn Töchi töcherin an den jüdiecl a 
Siedlungen in Ruaelard (und natürjich auch ^.n dem isioh ^vohl auch in er 
Behandlung der ^jüdicchen Dinge ausprägernden (jegenaatse zwischen RiuisJ^d 





und !;nglond) tn regen oollen, ^/iui^,^;^ ^t^ ^^^^ /iii/J^j(^ ^f fnM^h^ j(vtf 

t% chK ^7A'^lJ< nA/^^^AyrCv^iuutiAAiA^ 4cptW) - ich dihtiera Jetzt im 
Büro u>3iter - ul-J Aufassunqzn dar 7cioni6ten, narnantlich der ziO'- 
nistiechan A-^b':iit3r^b3io3gung in Palästina , über die jüdischen 
Siedlungen in [iissland, ferner über die ""Sp rachenfrage'' in einer 
Denkschrift niedp.rzuleg^n, die He-^rn Tschi tscherin zugän^ich zu 
niacnen wdre. ^juch über- den Gegensatz der Mundatsmacht zu Ruselond 
Hesse sich vom Standpunkte der Jüdischen Sozialisten und Nicht-^ 
sozial is ten in ^aldstina manches sagen. Desgleichen über Erfah'^ 
'^unqen in den Siedlunc/^n und Kivuzo.th, was viel leicht den Jüdi^- 



iv^ 



chen Siedlungen in %issland zu gute käme 



Fenn 









- 6 - 



V 3nn Du auf mjuu Anr^agung siagsh^n büillst, so wi ru 3€ 
sich aus 'ii'icksicnt uuful2 M'^naunteiuackt empfahl an, aie Dank" 
8ckrift an mich zu scriichen, amnlt ick sie Ilarrn Ischi tscnarin 
üb3nni tteln kann, F'^ gjht für ciia mcheten Wochen wanan eainer 
r.ucherkrankh3it indiz ^^'Unikdae '^rof. Dr. von Noordan, ^rank^- 

Ich hob?, auch D^, L ^'3lt€ch zu zim;^ ähnlichsn Oenk" 

sch^ift anrsrsnt, dabii abi^^ nicht üb^^" die obsn angafüh'^ten 

'^jnkta aasorochen, die sich u ^rvain'^ti g^e^ l'^'aiss nur aus der unmit' 

taJbu^an Anschauung in ^alästino, ujia aus djm Erlebnis in diesem 

Lande behandeln lassen. Ich sprach Dr^ V\\ vorgesternbei der Ein-^ 

äsche nxng von S. f, 

heute 
l^'enn der 3Hef noch aunehen soll, muss ich sohl iessen^ 

r/ w * ^ 

ein, ich habe Ihn na neut e Geld qeschickt . 



/M 





9 «rCJb-.ui -^^L^ä. ÄS^-^^ ^ « 



V -»r Zy 



-ß 











>4^iMWr;, 



:^/<?^ 



A^H^^ 







J- 



L^_. 



.1. 



Telephone Ashland 7791 



Ctble Address ••Werclief' 



r 



EUROPEAN DELEGATION 



JEWISH WORLD RELIEF ORGANIZATION 

Leo Motzkin Rabbi Moses Eisenstadt Dr. Oscar Cohn 



1 MADISON AVENUE 

Room 144 <^ n 

NEW YORK VZ% l/^ <At 



SAMUEL CAPLAN 

ExKutivt Secretary 




Ji 



^^^t^^t^ 





/f 



4f<i4t 





H^ 




f^^^^/f^ 






^k^ 






^^ jQ^, f ^^c^ ha^mm, y^-^^Y^ ^^ *^^M^ 




0t44lUr^yKii 



^/^Ul^ 




*«>«^fc» .»o-f .fc mA ■ ^^^ 



> 



1., 



/iU 



'1^ 



7 



'»tX 



^^ A^ ^ /n^*^^^ y. >^i^ 



//--, 






/ 



«^ '/M^w^'^^ %^^iA1fl^J^. 



pm^^/: AiA/rßl, U.'^/i^. 6[ i^. AW/uc ^/A ^ ««U^ / ^\jQ^t 






I-tiMi, 



tfc'^ ^ 










^W, 











> 



mm. 

X. 



Telephone Ashland 7791 



Cable Address "Wcrclier' 



EUROPEAN DELEGATION 



JEWISH WORLD RELIEF ORGANIZATION 

Leo Motzkill Rabbi Moses Eisenstadt Dr. Oscar Cohn 



1 MADISON AVENUE 
Room 144 

NEW YORK 



Ä ^^^'M 4X. 



SAMUEL CAPLAN J/ ^ <! f A' 






^ 






fM •^(v 






"^^ ■•■'"^ ;^iiV^. 






/ i- i / 1 












Ä414i{4i^^^^ 



. ATI V . »^ I ßi /y ' "*^ 




li- 



//. .. ^ 










' rrr ff ^4 't^if- V^ 

4/, /%y;^. *'. M. i*u/ 







'^y^Ptli 



•> s. 








H- 









^ 








^./^M 4^*^'/ ^y^^ Aw/& "^ 




'**^ - '-.i/y^/,,^ "-^W /A/j^/^- <u ß 




•^ -"■ •" •■VT 






i. 



-l^ 



BT'. 

1 



/ 








■ ■ •«.■•«■jKtüL' 














a^ 



h/ß 



/. .^K. 



i/^^iv 



p^9l fitj 




'Vit. 




',i/M 















fi. .. . /v ,.,,/ / .., ^ i^ "fw ^■'■^' 



f 




.^ 'Ulk'iÄKMM 




J^i^fy;{j 



WJ/u. 



%# 



■ t^-.'Vi.i>y..' 



ri ^ 



i( 



.■ /. 






o 



gl I M 



A.^oi/V ^*^^-</SAv ^^i^ ^^'^ 



V 









-W^ t4^ -Hm^ ^l^ 



\y 



'%i7L 




^^A*4 







"vvv 









^^^^*A, 



l 



.^-*^- 



Imm -«m»**' j«**<* 



LJ- 






Telephone Ashland 7791 



Cablc Address "Wcrclicr* 



EUROPEAN DELEGATION 



JEWISH WORLD RULIEF ORGANIZATION 

Leo Motzkin Rabbi Moses Eisciistadt Dr. Oscar Cohn 



MADISON AVENUE 
Rooin 144 

NEW YORK 



^Mfivi^ UA^L^ ^^ 



rrJ t2 



SAMUEL CAPLAN 

Extcütive Secretary 



'' '" //ÄY'^-'^'^ ^•''^ 



""(f^r 



WMaA^Aa, 



^^4/V 



f^^'. 




Hfl «^-^^ 



^*W4^n/ 
























j4. 






r^^^ i^'-^^i^^^y^ fi> 'uJi^ ^urA^k . f^f^ /^^ /f '^ J^?ih 












IL 



^■^ J^^ ^ v^ X< Z^. 




Vtf%\ 







y^oi^ 
















^)^i^ 







C 



^. 






w^'fwm 



U_J 



Uv^_. 



c 







^ VÄiLf ^Ä<ü 



WW 



' SS ' / 







f 



fVuui. 



^. 



Ä 



/ 






IK^iAVK, 



J^ 


























^, 



^tA^4^/y(H. ^y '^^^^ ^^ 



.7* 



A|^ i"^^ J'aa/ 







/>/v/*V- 



/ 



/ 



DR. REINHOLD COHN AND PARTNERS 

i'snioii inj T3ini"T -n 

PATENT ATTORNEYS • D'B'DS 'DHU 



m.AV,v, ,.n. rAVMe st.«t . p.o.b. .06o xe. *, n ,. • c.l.s coPATenr . .. .. n .in ..*o.rn 



DR. REINHOLD COHN 
DR. MICHAEL COHN 
ISRAEL SHACHTER B.Sc. 



Your Ref. 



ODIU'T) 



9-11 niT 3im .a'3K-*3n 
.D.a nnDiu 'iktui« 



Our Ref. 



UID'D 



Date 



inH" 



Herrn 

Dr, Erncst Hamburger 
67 Riverside Drive 
New York, N.Y. 1002A 




Sehr geehrter Herr Dr. Hamburger, 

Ich habe jetzt das mir zur Verfügung stehende Material 
durchgesehen und kann Ihnen jetztfolgendes mitteilen: 
1^ Wie schon erwähnt, handelt es sich um Briefe meiner Eltern 

an mich. Diejenigen m einer Mutt er reichen bis in das Jahr 1921, denn 
sie ist 1922 gestorben. Die Briefe meines Vaters gehen bis in sein 

m^ j ^ ^ -4 ^ V»-»» 1 OQA 

2, Um in diesem Zusammenhang einen kleinen Irrtum in Ihrer Auf« 
Stellung richtigzustellen: in der Emigration lebte mein Vater in Paris, 
nicht in Genf. Er vorliess Deutschland am 1. III. 33, zunächst nicht mit 
der Absicht, auszuwandern, sondern nur, um den unmittelbaren Gefahren 
zu entgehen, es war der Tag nach dem Reichstagsbrand, und der Vorstand 
der Liga für Menschenrechte, dem er angehörte, wurde in der Nacht 
vernaitet, mn iiao uiam uxxunk^txx ^k^'^j. ^^^^^.t^* — ■ ~- — - — ^♦- - 
nach Palästina, und dorthin verständigte ich ihn naC.h meiner eigenen 
Ausreise (25. III. 33), dass er nicht nach Deutschland zurückkehren 
könne. Er kam dann im April 1933 nach Paris. 

Im Sommer 1934 fing er an, seine Uebersiedlung nach Palästina 
zu führen, wo seine einzigen Kinder, d.h. meine Schwester Eva und ich 
mit meiner Familie, bereits waren (vgl. hierzu weiter unten, Abschnitt 3. 
Zur Ausführung des Planes kam es nicht mehr. 

Im Juli oder August 1934 fuhr er nach Genf, um an der Jüdischen 
Weltkonferenz teilzunehmen, die im August tagte (das war die Vorläuferin 



F 101 -7000—1270 






/ 




- 2 - 

des Jüdischen V/eltkonsresses) . In Genf stellte sich heraus, dass er 
krank war, er musste ins Krankenhaus und starb dort am 31.X.J4, 16 
Tage nach Vollendung seines 65. Lebensjahres. Er ist in Dogania am 
Tiberi^ssee beigesetzt. 

3, Ueber seine Arbelt im Verfassungsausschuss der Verfassungs- 
gebenden Deutschen Nationalversammlung konnte ich nur feststellen, 
dass er in den ersten 6 Monaten des Jahres 1919 häufig zu Sitzungen 
nach Weimar fuhr. Er sollte sich in diesem Ausschuss mit Hugo Haase 
abwechseln, wie weit dies geschehen ist, weiss ich nicht. 
4^ Ueber seine Teilnahme in dem Untersuchungsausschuss über 
die Kriegsursachen (das ist Ihre Formulierung; ich glaube sie ist 
nicht korrekt, denn nach meiner Erinnerung handelte es sich um Kriegs- 
führung, Kriegsziele und versäumte Gelegenheiten eines Frieden) liegen 
mir keine schriftlichen Berichte vor, denn ich war damals vorübergehend 
in Berlin und habe selbst als Zuhörer an den Sitzungen teilgenommen, 
in denen Hindenburg, Ludendorff und Helfferich vernommen wurden. 



5. 



Sr war ferner Hitglied der "Gefangenen-Komo-Ssion" . Ich nehme 

handelte. Von meiner Mutter liegt mir eine Mitteilung vor, dass er im 
April 1921 für diesen Ausschuss nach Reval fuhr, zusammen mir Fritjof 
Nansen. Eine damals aufkommende Vermutung, er sei von dort weiter 
nach Moskau gefahren, hat sich nicht bestä^tigt. 

6. In den Reichstag, der auf die Nationalversammlung folgte, 
wurde er wegen eines Formfehlers nicht gewählt. In seiner Abwesenheit 
in x^olen (sieiie darüber weitei* unlen) uaLtjrscurieb meine Mutter -lH 
Generalvollmacht die Annahme der Kandidatur, und ihre Unterschrift 
wurde nicht anerkannt. Für spätere Reichtagswahlen wurde er nicht mehr 
aufgestellt. 

Er gehörte der Verfassunggebenden Preussischen Nationalver- 
sammlung an (Mitteilung meiner Mutter 24.11.19) und wurde danach in 
den Landtag gewählt. Näheres darüber v/issen Sie. 




/ 



f 



\ 



8 Im Sommer 1918 war er Berater des ersten Botschafters der 

UdSSR in Berlin, Joffe. Späeiter vmrde er Kechtsbcrater (als freier 
Anwalt) der sovjetischen Handelsvertretung in Berlin, für die er 
sowohl in Deutschland wie in anderen Ländern, vor allem Schweden und 
Dänemark, wichtige Angelegenheiten erledigte. Diese auf sehr person- 
licher Grundlage beruhende Verbindung ermöglichte es ihm später, 
mehrfach in Hussland in jüdischen Angelegenheiten tätig zu sein. So 
reiste er im 3ept_embe£_1927__nach Moskau, soweit ich mich erinnere in 
Sachen de8 Lubawitscher Rabbi. Im März 1931 war er im Zusammenhang 
mit »i* der jüdischen Kolonisation in Südrussland (nicht Biro-Bidjan) 

wieder in Moskau. 

In diesem Zusammenhang ist ein • Gespräch zu erwähnen, das er 
am A. XII. 26 mit Tschitscherin hatte. Ein ausführlicher Bericht darüber 
befindet sich im Brief vom 6. XII. 26 (Anlage F). 

Ebenfalls in diesen Zusammenhang gehört ein Brief (Anlage G), 
den mein Vater am 20. VI. 34 aus Paris nach Moskau an den früheren Leiter 
der sovjetischen Handelsvertretung in Berlin, B.Storaoniakof f schrieb. 
Er regte darin an, dass er in Palästina für den russischen Handel mit 
Palästina Latig sein konnte. 

9, Seine Tätigkeit in jüdischen Angelegenheiten geht auf die 
ersten Kriegsjahren zurück. Aus der Zeit seit 1919 konnte ich aus 
der Erinnerung und den Briefen folgendes feststellen: 

a. In der Nationalversammlung stellte er, auf Bitten seiner 
zionistischen Freunde, 1919 den Antrag, den deutschen Juden den Status 
einer nationalen Minderheit zu geben (was auf den wütenden Widerstand 
des Centralvereins und anderer jüdischeir Organisationen stiess), 

b. Im A;gust 1919 beschloss die Internationale Sozialistische 
Konferenz in Luzern, eine Kommission nach Polen zur Prüfung der Lage 
der Juden zu schicken* iMein Vater war Hitglied der Kommission, 

c. Im November 1923: Reise nach Holland, Teilnahme an jüdischen 
Protestversammlungen gegen die nationalsozialistischen Ausschreitungen 
in Deutschland. Hierüber Brief - Anlage A mit holländischem Zeitungs- 
ausschnitt B. In einer ähnlichen Versammlung sprach er im Dezember 
1923 in Frankfurt a.M. 









V 



/ 




/ 



- A - 

d A.ril/Mai 1925: Reise nach USA im Auftrag der Jewish V/orld 
Relie'f Organization, mit Leo Motzkin und Ha.biner Eisenstadt. Hxerzu 
Briefe C und D sowie Ausschnitte aus der amerikanischen Yiddxscnen 

Presse» 

n " A. rr A^c^ Tiidischen Arbeitsamts und des Jüdischen 
e Seit der Gründung des juaiscnt^a nx u^ 

Arbeitsfürsorgeamts in Berlin nahm er regen Anteil an deren Arbeit 
Eine schriftliche Mitteilung darü^ber liegt mir erst aus dem Dezember 
1923 vor. da ich selbst von Ende 1919 bis Sommer 1923 in Berlin war. 

f Am 27. IV. 1927 erwähnt er in einem Brief seine V/ahl in die 
Repräsentantenversammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde, in der er 
die Poalei Zion vertrat. 

g. Ein Brief vom 29. VI. 27 erwähnt seine Teilnahme an dem 
deutschen Pro-Palästina Komitee. 

h. Teilnahme an inner jüdischen Auseinanderset?;ungen: Bericht 

„. , . .„ „-fviov ifo-rciammlune des Verbandes National- 

4. 11.24 über Diskussion in einer yersamraiunb 

H deutscher Juden (Anlage G-). 

i. Er war nicht organisierter_Zionist, hat aber an mehreren 
Kongressen teilgenommen, erstmalig 1921 in Karlsbad. Später auiticrte 
er mehrmals in einem der Kongressgremien, ich glaube, dem Ehrengericht. 
10. Ueber seine Tä^itigkeit im Pariser Exil liegen keine Unterlage^ 
mehr vor. ich kann darüber nur aus der Erinnerung berichten, denn ich 
war selbst von Ende Mäjirz 1933 bis März 1934 dort, ehe ich nach 

Palästina ging. 

Er hat in der Hauptsache in der Organisation Hias - EmigdireU 

gearbeitet, die ein Dachverband mehrerer jüdischer Hilfsorganisationen 

war. Dattöbtn hielt er engen Kontakt mit Leo Motzkin bis zu dessen Tod, 

und mit Nahum Goldmann, an deren Vorarbeiten für den Jüdischen Weltko- 

ress er sich beteiligte (s. oben Ziffer 2). Er beteiligte sich ferner 

an verschiedenen Tätigkeiten, die für die Hilfe. für die in jenem Jahr 

auswandernden deutschen Juden in Bewegung gesetzt wurden, und hielt 

auch Verbindung mit der Liga für Menschenrechte. Und wie früher in 

Berlin, war er für viele Bedrängte der .orsönliche Helfer und Ratgeber, f 



i 




/ 






- 5 - 



11. Das ist alles Wesentliche, das ich Ihnen mitteilen kann. 
Von den Anlagen erbitte ich die Zeitungsausschnitte im Original oder 
Kopie zurück. Den Komm issionsb ericht überlasse ich dem Leo Baeck 
Institut, falls er in" dessen unmittelbaren Interessensgebiet fällt, 
andernfalls möchte ich, dass er dem Zionistischen Archiv in Jerusalem 
gegeben wird (Sie können ihn mir zu diesem Zv/eck zurückschicken, v/enn 
V Sie v/ollen). 




Natürlich stehe ich Ihnen für etwaige weitere Auskünfte 
zur Verfügung. 

Nun habe ich meinerseits eine Bitte an Sie: der 1. Band Ihres 
V/erks steht mir nicht zur Verfügung. Könnten Sie so freundlich sein, 
mir eine Kopie des meinen Vater betreffenden Abschnittes zu schicken ? 



Mit freundlichen Grüssen, j^ 

Dr. Reinhold Cohn 



X\<y i XU 



\ 



\ 



\ 



26, Maerz 1972 



Herrn Dr. Gerhard Zwoch 
Deutscher Bundestag, Bibliothek 

53 Bonn 




Sehr geehrter Herr Dr. Zwoch, 

Haben Sie besten Dank fuer die Erfuellung 

meiner idttc und die ^^^^^f^^^^^^^^^^,;'^^^^^^^ . 
von Otto Braeutigaii "So hat es sich zugetragen • 
Ich habe die fuer mich^in Betracht kownenden 
Stellen excerpiert und verde das Buch in 
den nacchsten Tagen zuruec'Ksenden, 

Aucli bei Ihrer Hitarbeiterin moechte 
ich mich sehr fuer die ürledigung meiner 
liitte bedanlcon. Leider habe ich die unverzeihliche 
SUGndo begangen^mich ihres Namen?5 nicht mehr 
zu entsinnen und kann daher nicht unmitteloar 
an sie selbst schreiben, aber mein Dank una 
meine Gruesse, sowie die von Meiner Frau gelten 
sowohl Ihnen als auch ihr« 

Ihr 





\ I 











/ k 




M 



^f/ii^^u ^ti*^ fyjUiY .^^ 


















•'-«rt./»'» 












/4,f *a,^ .i^;^',/^/^y ^^ k<r^i//^i 4 y^. ..' 




/i 



M^/-^ 




/t«n 



4 -^^^ 



/^« 



1 !■' 









, ''l!>,(}^ ^/^i 7'c^U^ 4/l'<*.,^T&^ 



f«*|ö 



r 



iM^lSW 






LEO BAECK INSTITUTE 

FOR THE HISTORY OF GERMAN-SPEAKING JEWS 
JERUSALEM • LONDON • NEW YORK 






/ ..<8,*' 



4 DEVONSHIRE STREET 
LONDON WIN 2BH 
01-580 3493 



15. November 1971 





Or. Ernest Hamburger 
67 Riverside Orive 
Neu) York 
NY 10024 

Lieber Herr Hamburger, 

nicht sehr relevant, u^anrs ^^^ geuionnen 

«-.i,-,- r«Kri luyrHft von Alfred öerger rur uxo ^ « ^^ ^ ,„*. 

Namensschild uiar. 

ich «ta. .Ir .Pl.ub.n, Sl. ..hr.ch.milct. In «"»»*• 

plötzlich entschlossen haben, zur Barmxtzuja möxii 
fahren. 



Bis dahin 



Ihr 





Robert Uleltsch 






;\\ 



jt here 



\\ 



1 

kl 



O 



i 



Sender's name and address: 



IiBO BArCK INSTITÜTlÄi 

LONDON OTTFrCE; 

4. DEVONSHIEE STEEBT, 
JDONDON, W.l, 



AN AIR LETTER SHOULD NOT CONTAIN ANY 

ENCLOSURE; IE IT DOES IT WILL BE SURCHARGED 

OR«>SENT BY ORDINARY MAIL. 

The 'APSLEY' Air Letter 

A John Dickinson Product 
Form approved by Postmaster General No. — 71995/ 1Z 
-< Second fold here >• 




f 



, FAR AVXOM - 

AIR LETTER 

ABROGRAMMB 

■J 



f 




U 



I 



Or, Ernest Hamburger 



67 Ri\/ersid8 Driv/e 







"" ^ ^s-^^^^y» 






Cas^a, Roberta 
Via Bramantino 7 
Cti-66oo Locarno 




l 



rV^ 



i.« 



'(V- 



Herrn 

Dr. Erriest Hamburger 
Riverside Drive 6? 
Ke^^■ York, N.Y. loo24 



«-/ 



I 



,^ 



15. November 1975 



^>' 



|,„.///) ^' W 





/, 



^VtW.-^ 






-/^' V, 



Lieber Hamburger, 



habpn Sie vielen Dank für Ihren Brief vom 26. Oktober, der mich 
einesteils sehr gefreut hat, anderenteils aber doch betroffen 
machte, weil ich ihm entnehme, dass es Ihrer Frau gesundheitlich 
o-arnicht gut geht und dass sie nur noch sehr wenig a,usf:ehen kann. 
Bitte übermitteln Sie ihr doch unsere herzlichen und guten Wun- 
sche. Vielleicht wäre doch ein wärmeres Klima in der Winterzeit 
für Sie beide an^cebraciit. Aber ich kann mir dann wiederum auch 
vorstellen, dass die Bequemlichkeit eines Haushalts nicht zu un- 
terschätzen ist. 

Uns geht es gesundheitlich erträ-lich, wenn meine Frau und ich 
auch 'sehr vorsichtig leben müssen und ständig unter ärztlicher 
Kontrolle zu bleiben haben. Meine beiden Krankenhausaufenthalte 
in einer Snezialklinik in Bad Nauheim vor zwei, drei Jahren, ha- 
ben sich doch als wirksam erwiesen. Locarno hat leider nicht das 
überaus prächtige Klima, das ich mir erträumte. Ich kannte es im- 
mer nur in kurzen Ferienwochen und zu guten Zeiten. Aber das gan- 
ze Jahr hindurch ist es doch recht feucht mit einem stark wech- 
selnden Klima, das mir nicht überaus bekömmlich ist. Aber damit 
muss man vielleicht auf der ganzen Welt rechnen und Locarno hat 
aoch ein paar Monate, merkwürdigerweise mehr im Winter als im Som^ 
mer, die prachtvolle Wochen bringen können. Mit Locarno könnten 
wir klaglos zufrieden sein, wenn nicnt andere Din;:?e auf der Welt 
uns Anlass zu scnweren und manchmal de premierenden Überlegungen 
gäben. 

Wc.s nun Ihre dankenswerten Ausführungen zu Oskar Cohn anbetrifft, 
so habe ich wiederum daraus gelernt, dass man seinem Gedächtnis 






lug; 



ri o-r»f' onnrjprn ipHpn Namen unn .iede Zrhl veri 



fizieren muss, (einschliesslich dear neuen Encyclopedia Judaica, 

f das Jahr I936 festgelegt hat). Jetzt erinnere 



die sich auch au 

ich mich natürlich genau 



dass er 19 M in üenf starb und dann 



erst nach Palästina überführt wurde 
Fall war, ist zweifellos richtig, üa 



Dass dies im J-nre 1936 der 
ich erst Ende 1955 in Palä- 



stina ein, gewandert bin.TTn Dagan 



thur kuppin 



lia liefet er begraben, neben Ar- 



una neben dem an 



tten Präsidenten der Zionistischen 



Weltorganisation Professor Warburg, mit dem 



'ir genau die glei- 



hen Beerdigungsschwierigkeiten wie mit Oskar Cohn hatten. Palä- 



stinensis 



che Friedhöfe beerdi^_.en im allgemeinen 



eine Personen, 



die sich haben verbrennen lassen^] 



Keinhold Cohn habe ich sehr gu 



t 'ekannt, eoenso die Tochter Oskar 



Cohns, die Sozialarbt^iterin Eva Cohn 



m 



it der meine Frau jahre- 



land sehr befreundet war. Und nun hat wiederum der Sohn von Kein- 



A 



- 2 - 









# 



Herrn l)r. Ürnesst Hamburger 



tr. 



15. November 197 



?lYf^ 





*< 



hold Cohn hier in Locf rno in die Kähe geheiratet, und zwar eine 
Enkelin des berühmten Pelzhändlers Bernhard Mayer in Ascona. 

über die anderen Informationen, die Sie mir geben, bin ich Ih- 
nen sehr dankbar. Ich bin überzeugt, dass mein Gedächtnis ein- 
,fach versagt hat. Erstaunt bin ich natürlich sehr, von Ihnen zu 
lernen, dass Oskar Cohn nicnt Mitglied der Zionistischen Organi- 
sation war. Das ir.t alleraings eine sehr merkwürdige Sache und es 
ist gut, dass Sie insbesondere darüber noch mit Remhold Cohn 
korrespondieren konnten. Me deutschen Juden waren damals nicht 
so streng organisatorisch eingestellt, dass man eine .ui tgliedkarte 
verlangte oder etwas ähnliches. 

Ich bin hocherfreut, dass Sie Dokumente bzw. Brief abschriften von 
Oskar Cohn besitzen und ich stimme mit Ihnen überem, dass sie 
unbedingt veröii'entlicnt werden sollten. 

Ich kenne leider den Sohn von Reinhold Cohn nicht, da ich ja aus 
Palästina schon mehr als 25 Jahre weg bin. Aber vielleicht kann 
ich hier durch die Familie Mayer eine Verbindung herstellen und 
ihn einmal fragen, ob nicnt noch mehr Dokumente sich im l-amilien- 
besitz befinden, mehr als Ihnen zugänglich gemacht wurden, und 
dass vielleicht uie Originale an das DBI gehen sollten. Heinhold 
Cohn hat sicaerlich an diesen Dingen gehangen, aber ob der i^nkel 
noch Interesse daran hat, werde ich leicht feststellen können. 

Ich freue mich jedenfVlls sehr, dass Ihre Forscnungen auf diesem 
Gebiete und, wie ich mir vorstellen kann, auch auf anderen Gebie- 
ten erfolgreich .rewesen sind und ich sehe schon mit grosser Span- 
nung dem zweiten Band Ihres grossen Werkes entgegen, von dem ich 
mir natürlich denken kann, dass es, bei der Kompliziertheit der 
Materie, noch einige Zeit auf sich warten lassen wird. Ich wün- 
sche Ihnen jeaenfalls von Herzen gute Gesundheit und Arbeitsfreu- 
digkeit und wenn ich Ihnen, trotz schiechten Gedächtnisses, ir- 
gendwie behilflich sein kann, so wissen Sie ja, dass ich Ihnen 
immer zur »Verfügung stehe. 



Mit herzlichen Grüasen, au 



ch an Ihre Frau 



Ihr 




/ 



I 



) 



■.m.' 




A 



2. November 1976 



\ 



Herrn Dr. Hans Tramer 

P.O.B. 1480 

Tel Aviv, Israel 



^^ 




Lieber, verehrter Herr Dr. Tramer, 

Im Anschluss an unsere Unterhaltung ueber den Nachlass 
von Oskar Cohn wollte ich noch praezisieren, dass ein Nachlass 
im eigentlichen Sinne nicht existiert. Es handelt sich durch- 
weg um Briefe, die er mit seinem Sohne Reinhold Cohn gewechselt 
hat. In diesen Briefen hat Cohn staendig dargestellt, womit 
er sich jeweils beschaeftigt hat, und hat auch ueber seine 
Reise nach USA, ueber seine Unterhaltung mit Tschischerin und 
mit dem einstigen Leiter der Sowjet-Handelsvertretung in Berlin 
Stomoniakoff berichtet. Kopieen von vieren dieser Briefe sind 
in meinem Besitz, ich habe sie vor einigen Jahren von Reinhold 
Cohn erhalten. Aber nach Reinholdsßohns damaligen Informationen 
gab es bis zu Oskar Cohns Tode, 1934, eine sehr intensive 
Korreppondenz zwischen Vater und Sohn, von der Reinhold Cohn mir 
nur einige Proben geschickt hat. 



1 OOl . 

X ^ << .ii. , 



Ebenso gibt es Aufzeichnungen der Frau von Oskar Cohn bis 






Ich hoerte schliesslich, dass Reinhold Cohn als Patent- 
anwalt mit Herrn Seligsohn assoziiert war. Vielleicht wuerde 
ein Telefonanruf an ihn das Raetsel loesen, wo diese Brief- 
sachen und Notizen geblieben sind. 

Mit freundlichen Gruessen und besten Wuenschen fuer Sie 
und Ihre Gattin, auch von meiner Frau, 



Ihr 









^ 







l/t^^ ^yi^^i^ 




'r'~y 



^ ft/u^l, «4 ^^„.^i^ ^^4^ t^2^^ yic^^^^^A^^^ 




y-^^ 



>A/^ ^y. ^a^ a^t, 




C 



4J^ 




'^-y 



45^e^^ Ä -^ ^Z'- 



7/ivZ, (c^/iv^u^ 



^ 



*^4.^ 



P M<*^" k /// • Ü*>^ ^^^-^^^ d ^^ ^ ^^^^4u, , y^A^p"^ oQd;^/^-rA 



4 



f^M^^j^f^^l^ 



/Lt^t<^ 



%^^u^^ ^U^^ 





V 






i^^'^r ^^^^^^^ /^^4(^ UhJ^i^/^ ^^^'/'^ 









^ 






-fi^^^^^^^^^'^'^ ^ 



a5*Gii 



J/^^'A 



.^a^^. 



'^ 




w-^«*--A 



-X ^i*^- 








/ 



/^^ 






92-Y 







f 








^/^•> ^ /^ ^.u 



/ 
,i 



// / 








Ti&^^ 







/A 7',/<^ 



^^(^ Ä.A^^ */-^ ^^_ .0^ ^ ^4^ 4^ 








äLA^ ^^^ 







^ 



'M, f'^^A^a^ -^^.^^ ^^^>o C^^4^^Z ^ ^>^.4^ 



«^^ 




«^ 













\ Ar . ^/^i c^,^^ O iiiU^ /ai^ 



V» 



N 



r». 



£Y 



'A 



^l 






Aiypi^H^ ':-cn^l*<^'' ^'^ 






/ 



Cf f i^^ii^C w t-t^--- 



c 



Arti 



L^.^^ ^ 



% ^r.ö^ovni^i ^o^^ ^ K^"C\^*> />e.^{y /W«-f/^i 

i^*, //<t/ ^<^ z?/^;^ f-^^'x^ e^^fy>lC^ ^— 






Z^/ 7^^ 









1^ »//(., V/,^Jt^^.ty\ 



^ ^l 



^' 






5- .?? 



-Lf^ 



^^I^Ui-f 







x: . . ^ 












Ar ^ 










'^^^'^'-t^*^>4c^i 






^^^^^^\^c^ 



U 













V 






/i^ 



.. ^^^^^^ 







^^^^|B' 7:' 



//»VW, i^{ Ji,^L ( J-J /^^^^^ 






lA^tl^€^ — 



,/} li7- X .^'X '^ttu^ ^ 






p(^7 *h^J!t.ii^C 



ct4^ 



/l^i^u^4*i^ i- /9^^ 



)U^ 






^ 



s/C 



C^ i4^Ü4>4^^ .^iiec^ /i^^ 



4t^'t^* 



0. 




/ 



j c^*^ 



^f / 



/ifüJ 







«'//r< 



/^ : 



-^<r^ -^ 



/W-^'A^ 














k/ 



; 



/» o*^ 



Ui 



^/^./ß^ 



■^. 



^^/hf^r^*r 



I 



y 




^^/ ^^^ ^/^> ^'-'^^ 



'? 






(Hi./- /^i- •" 



^. 



^r^€^: 



>^y. 



f 



>^//^ yU-^/^ /</ //^ // /^/^^ ^^^^. 4^ 



'^^ 



^^ ^i^€^ .^/^•/^t^^i^ ^'^^ /^A 




)(V/ uu^^^ ^;?V /^^^^ -4--^. -^^ "^^^ 



/'^ 



/ /^^/^ 



V^Ä^^//^ ^4^ ^^^ 4^..^^^^ ^ ^^-. ^ 



/" 



>r / 



<^ y^y .^^/^. /r^r^/y/riv. ^/ /^<r^ /^^^a^r, /^^ 



^/ /^// . >4^^^.- /^^/ • ^^^^ ^^^^ ^^^ -- 



rx 



>^ 




r I 






'I- I' 







y/€// /^C^? /^^ 



\^) IC^t^ /^ia,42:cr // ^i^ ^ii^. C^y^ ^leiä^. 



^ic^ y^^rr 



-4-- 



v\ 



/v>6^i 



^>^/^/^ . /ffi /^^ A^ ^^ <;^y^ ' ^ ' ' 




/<en ^^ 



/^*^ /€Lf^^ 









^ s ffr 



/fLf -/^zr 



J 






^ Sffr 




i"\'W'!S6v"'*">-," 



^ 









r*x-^J4i> 






r 



^^^^r 






£^:;/- 



/ ^> 









*<i<- 



'<^ «4 



/ 



/h 



l^Hu) 



JUT /h^iiA-<^ — 



'^^^ 






^ 



/^ 



^aX^ 



/^^4';A^7^,^ ^>C/ ^^^ 



^.-^ 7 ' A>^ <^<e^^/ T( 



Kc^CiX '^Z 









\ 





•,>. S - /^A/' Jü^^- 



lU 




i£^ 






Kry. 



k 



/> 



L(/A ^y.f.Ä /yyM^C .y^^ 






/ 




Y^-C^o^x-^-^ 













-/ 



•5;^??!^w- 



REFERENCE. 



Eberhard Kolb,Die Arbeiterraete 



Hugo Haase 




j 




V 



..f^ 



1 



V 



Entschlusslosigkeit und Zaghaftigkeit durch verfahrehe 
Situation in USP mitbedingt, standen in vielem den oPD 
i-euten na eh er als den eigenen linksradikalen Genossen. 
Barth isoliert (S. 124/, 66,71 ff. 102) Barth schlaegt 
statt Hugo Preuss einen öozialdemokratai , statt Brockdorff- 
Rahtzau Breitscheid vor, abgelehnt. Vorsci.lag auf Ent- 
lassung Solfs, der OKI Schiffers abgelehnt .Sein ..unsch 
kein neues preussisches Kabinettyd, sondern nur Lommissare 
felis zur Liquidierung Preussens zu ernennen, da sonst Ein- 
heitsstaat nicht mehr moeglich, gegen die anderai Volks - 
beauftragten und den Vollzugsrat abgelehnt. 

S.154 ff. i^ussxsche Botschaft 5.11.1918 ausgewiesen, 
Gelder den LinksradiKalen zur Verfuegung gestellt, fi- 
nanzielle Unterstuetzung einer politischen Gruppe durch 
die Hegierung eines anderen Staates war nichts ausser- 
gewoehnliches, auch deutsche Botschaft in Kussland 
unterstuetzte finanziell verschiedene Gruppen, darunter 
Bolsc^ewisten . Tsch^tscherin bemueht sich bei Haase 
um sofortige V/iederaufnahme der diplomatischen Beziehungen, 
H^ase setzt dies auf 'i'agesoi dnung des Kabinetts 15.11. 
Am 18.11. Bericht Maases ueber Verhaeltnis zu ooviet- 
russland: der russischen Botschaft wurde Rueckkehr nach 
Berlin nicht erlaubt, und Sovietregierung scharf aufge- 
fordert, sich der Einwirkung auf die inneren Verhaelt- 
nisse Deutschlands zu enthalten und deutsche Regierung 
anzuerkennen. Ablehnung diplomatischer Beziehungen ge- 

üicx iiöfciiuc wexnUii^ >^L u UHU u Ol . ^\aueA UCX V U J. U 1 1" C X U ilg U-^V 

Gruenaung der I^PD sich betaetigt, verurteilte den Januar- 



putsch, musste illegal leben, da illegal 
gekommen. 



nach Deutschland 



S.159. Die rechte USP durch 
von Spartakus verschieden ers 
stand, dass Politik die gegen 
Buergerkrieg fuehren musste .U 
krieg unter allen umstaenden 
der Nationalversammlung, wolle 
im Interregnum Grundlagen fue 
zu legenrMilitarismus unschae 
Bureaukratie brechen, Demokrat 
fuer Sozialisierung legen. (St 
S.65). 



machtpolitischen Realismus 
trebte das Moegliche, ver- 

SPD gemacht wurde, in den 
SP Fuehrer wollten Buerger- 
verhindern.Sind fuer V»ahl 
n Termin herausschieben, um 
r sozialistische Demokratie 
alich machen,Allra^;Cht der 
ie sicherstellen , Fundamente 
roebel,Die deutsche Revolution 



f'iU<, *i^/</ *■' *^ >äi^ ^ ^ /**^ ^ 



/^ 













4'/>^i^'^^ 





/ 




44^ 



/^J»fmA^ ^ac^ ^^^4^*-^ 



/ 



/;^^^k^/f¥< &-^/f^ 






/^t^^ ^^(^^^^^y"^ 









'in 









(Z^-^^yi^ /^"^ 




i*n 




'^ 



/ 



7 



t^ r ^.y./. 




V^ 4^ ^ ^^ ^' -^ . ^^/^ 

^,i- *%»^ /.2--4i<' /^/&t< a.ti£/^,iic^ 



i4d 



,A'y, r'y7}^£>s TP^ s n 









J I l 



'V 



^^^ 






<^ /i^k^it^ 



















C;u^ 



V - 



T.^ ^y w^ /f^-^ *^/''^. -^^^ 




-/^c<r pM. c ft y 




(( l(r 



K 




l!/ 



li V 



ii %^ 



H if 





^-^yici^-^L^ 



i'X^t^ 



^^wiU^ 





/z-r 




a.^'C 




U'^. 



A C{. /<2-t-52^-<..^<2«^-<s-^ 



^ r ;s3.^^i^ ^^^ ^ ^^^i^-4-fi^^^ 



^/fi. >/7-u^^^^>y^ ^^1^ 









T':Ty»gf!Tj6«^'Wi i am wn 



U^^ 



/V-^-) /t^^>^l ^^ut z^'^^^;^ «-^y^ 




^r 







f^^ ^^^Cc^:^^ Ut.^^ 



^..t^-t^^ >>li^^>t^<^^^ 4^?^^««^ 



'2^^^^ >€_ ^^ 



aU^^c^ ^^ ^'^^^i^^^.cA.^e^ . 






^<fe^ 



^^^^/ 








^-^ / A^j^^f^c^i^\ /^^ ^.<^ ^!i^-l 
^ />.-^-/f /_ ^^ ^ C^^yCy 4.V^^ _^/ ^ ^ ^^.^7 ^^^^^ 




C. 



V. 



/ 



6^i.^^*^i^ 



/. 



j^ • 



^ 



/^Y^ C<jc^. 



(^^'^^ e^'T.zt ctst^^€,^i^cUcS ^^^c^dp 



]=fZL^ 




-^Y ft^c<<y 



^ V 




^t^ll 



y- 



(^. 




y 



^i^cr^'t.CC^ ^^y l-^^w3 .^:(£_ 



^''«^t^^ ^^^^ t'^^^l.u 



^ 



^f 



/^^cP 



/ 



/ <( 





t 



^1 




/f^^J^ ////- 




^^ 








^ ^%: 







(v^U^ C^ e] 




■ , // 




Ci 



(^f 







// 




V I 



^tn 





triff ///y}//7f 



€ 







W^^^ 










J f, //• /^l 






/^W -^/^ 






^ ^^ 












P^'C. ^^*^ /4S^yi-Lm 



äk tf /r^ 






V 




♦*^^ ^Z* 







/t;^ /^^tiJ- ^^ 










11- 



^^^ ^A, .^^g^^Ce«^ _^i 




^^' ■ f^^ 



> — fi 






/u.^^U*^^ 



Mt*y»A^ 






■■^^^w. 







4^**. » 't^ ^ 








iU^„^^,^4C^ ArV^ 




Z**^/-^ 



/«.^ 





^ ^ä t * * ^ C 



^ 





4 <# 



"--^^p/ 




//^■/^ -— /.; ^ ^^ 




/ 



den Regierungsstellen «gewandt werden^ Wir j^nder und Inländer 

rium des Innern in der sAarfstenWe^^se gegen so ^^^^.^ . 

lÄdt^-a^Äer-S 

schärfste vorgegangen wird . . . . ^^„_i_i.terium soll so vorgehen, und es 

Unser Standpunkt ist klar: ^as Irmemninisterium ^^^ ^.^ ^ 

geht uns längst nicht s*«! genug gegen solc^ ^^^^^^^_ 

?en aber, daß, wenn man die ''^^a^. ^'^^tenstellen, di'e leider zum großen 
die Organe des Innenministeriums die Beamtetste ^ ^^^ ^^^ ^^^^^ 

TeU antisemitischen Einflüssen f^^Yß^^fJ^^J* /gegen arme ostjüdische Pro- 
Minister des Innern bekannt ««m inußte^ gjen die wirklichen Schieber und 
letarier auf das rigoroseste ^°^9ehen „^^^r geg ^^^^^^^ „iditjüdischen und 
Wucherer, sowohl aus diesen Kreisen wie ^^^^^ ^.^ ^^^^^ 

nicht osteuropäisdien Kreisen tLdenDa^TsTdfe Gefahr, wenn das ostjüdi- 
die ostjüdischen Proletarier .«^/^^ffp^ fem Gehandelt wird, und wenn man 
^*^.^-^!-ii'^H^ltarnfrgSrdrsreber. und Wuchertum der Inlän- 

der und der Ausländer sp"ch . „.„^.„„^1 gekennzeichnet. Gegen ein 

Damit ... ist unser 9^;^^ ^^^n^^chef P^arier und gegen die Erschwe- 
Verbot der Einwanderung ausianaiscner 
^ng einer solchen Einwanderung sind w du *aus- ^.^^ ^^^_ 

Und wemi nun davon g«^PJ*%^°^f gegenüber den jüdischen Proleta- 
unter leiden könnte, wenn andere "^°^^^l^\^ ^^ kann ich nur sagen: 
:;rern eine ablehnende Haltung ^^^^^ große Unkenntnis über die Ent- 

Diese Ausführungen bauen s;* f^^^^^f ^ 'blems auf, denn es waren nicht nur 
stehung des sogenannten ostjudisAen Problems a. p3^t3ailand her- 

. fremde Länder, die die Auswanderung der Os^u ^.^^ ^^^^^^^ ^i^ 

vorgerufen haben._s_ond«n^es waren ein ^^^^^^^^ ^^d^^ ^^^^^^ ^„^ ^^_,^ 
in erster Lame üaiuA. ^.—^^ - -n^^iTninische Deutschland, aas wameü^ ^-s 

walt und Zwang ... 

e) Aus der Rede des Abg. Dr. Cohn (SPD) ') 

Gestatten Sie mir, mit eir.m P-Ö^Ui^en ^^^^^^^^^^ Z^:X^ 
nicht Ostjude. Es ist »offU*. daß »gentoner ^^ .^^ ^^^ .^ ^^ Jahrhundert 
einen Teil des Preußischen Staates e.nge Schlesien. Ich weiß nur, 

von Preußen annektiert worden ,m ^^^J'^^^^^^ ,^ ^,^,, gtadt mit ganz 
daß mein Großvater au* kern Ostjude war, ^^j^er Mitbürger 

Spalte 13 598 ff. ^ 

212 . 



1 







her zum Ehrenbürger gemacht worden ist. Audi mein Vater war >n se ner 
Heii^tTtadt Vorsteher der Stadtverordneten. So war es in zahlreichen Städten . 
!?^tnttv,pn Ostens Die Träger des deutschen Gedankens und der stadti- 
S\f SeT£ve?waltung in sehr vielen Städten Schlesiens. Westpreußens 
^d der ruberen Provinz Posen waren Juden, deren Väter oder Großvater 
^nmafas Ostluden über die grüne oder über die polizeiheb genehmigte • 
Gre^zL aekS^men "ind.'6iese Juden waren nicht die Nutznießer der Ost- 
markenzSgen^e sind es auch nicht, die durch gefälsdjte Statistiken, um 
Sa in den lesitz der Ostmarkenzulagen zu setzen, einen Teil der SchuW dar- 
^ tragen daß deutsche Teile von Posen und Westpreußen in die Hände von 
^len qespLlt worden sind, auf diese gefälschten Statistiken deutscher Be- 
amten hat sT* nachher die Entente berufen können, als es galt, eine uber- 
tTeaend polnische Bevölkerung in Posen und Westpreußen festzustellen^ Es 
versteht S ta der deutschen Geschichte von selbst, es gehört sozusagen zur 
wiorischen Gerechtigkeit, daß jene Träger des deutschen Gedankens in den 
Sovtnzen von dem offiziellen Deutschland schlecht behandelt und schon 
S Frieden in sehr großem Maße zur Abwanderung gezwungen worden sind. 
lA wUl in diesem Zusammenhange nicht von den sehr zahlreichen Juden 
ostSdUAer Abstammung sprechen, die, um nur einige Namen zu nennen, 
Ä! Uebermann. Haber, Cohnheim usw. Zierden des deutschen Geistes- 
lebens und der deutschen Wissenschaft waren ... , , , . 

i^s^e das ja nur. um zu beweisen, daß die Ostjuden in der deutsÄen 
Wirtsdiaf? und im deutschen Geistesleben doch nicht nur die Nehmer smd. 
S es na* den Ausführungen der Herren Kaehler. Fischbeck, v. Eynern usw 
ZI ^sdiein hatte. Sie sind in hohem Maße Geber, sowohl m wirtschaftlicher 
lle n^menmch in geistiger und kultureller Beziehung. Was wäre, schon vor 
lern KrTege der deutsche Export, nicht nur nach Rußland, sondern vor allem 
auA na* den englischen Kolonien, ohne die Ostjudeii gewesen, die m zahl- 
Sen tglischen Kolonien Träger des größten Handels ^^^^J^'^^l^^'^^^ 
der deutsche Fabrikant und Kaufmann seine Waren verkauft hat?! Was wäre 
ie deuUAe wTrtsAaft vor dem Kriege ohne die Ostjuden in Rußland gewe- 
f„! ,!"^w,c vrnrdP ohne die Ostjuden aus den Hoffnungen der deutsdien 

^;tsTaft,;uf den Wiederaufbau des Handels ^^^-^_^^^^Zl'Z^A^.7n2 
und mit Rußland, dessen natürlidie Vermittler sdion durch ihre Spradikennt 

%%^'Z't:r dS'rage der Ostjuden geschiditlidi-politisch vom deut- 
sdlTtand^unkte aus betrachtet: Den Weltkrieg konnte Deutsdiland nur so 
lange Zeit führen, weil es sidi auf die Ostjuden stützte ... 

Was wäre denn die deutsdie Okkupationsverwaltung in Polen Litauen 
unYukr^tae ol^e die spradikundigen. spradivermittelnden, dolmetsdienden 
An gewesen ohne die Ostjuden, die der deutsdien Heeresverwaltung das 
retmide die Pferde, die WoUe. die Metalle usw. zusammengebradit haben. 
oSe das deutsAe Heer nidit kämpfen konnte, ohne die, wie auch Luden- 
ri^ff bezeuat namentliA die Offensive im Jahre 1918 überhaupt niAt mog- 
Sa qewesen wär^lfoie Ostjuden, die siA so in den Dienst der deutsAen 
Kriefsflhr^g begeben habeii, erhielten ihren Lohn von h^'den Seiten. Von 
deutf Aer S^ite wurden sie mit der gebührenden Undankbarkeit behandelt, 

213 



■ 


■ 


^^^1 




. '.' ■' «■'■ 


■ 


fi 


-■>rV.V'^-^M 




1 




1 


""-w-Sl^^^^H 


^^^^**^ 






.1». »Wischer und polnischer Seite hatten sie durch die Pogrome 
und von "\ ; f ^*7ji,,^ deutschfreundliche Tätigkeit während des Krieges 
des Jahres ^ 'ivrVeJsorgung von Heer und Heimat während des Krieges 
zu qum.ovo^V J ^ .^^''^"'^„"„"^ögiidi gewesen, gleichviel ob es sich um die 
wäre ohm^ ^r; .J^'^f^^be^^eTgehandelt hat oder um die Tätigkeit von Kauf- 
Tätigkeit ^ >^ f;^\7;;j ZoTJd Stelle in Polen und der Ukraine . . . 
leuten und -V^^ ^^^ ^^.^^ „^^^^„ Deutsdinalionalen^ unter 

VergessoA N.^. "e r ^^^^^ hergekommen sind, auch nicht 

den unenvu-^^j'-'en Auslände r^ sozusagen deutsche Politik treiben, 

etwa 20 00.^^^-^- -^ foo Jahre ihres' deutschen Vaterlandes schmählich ver- 
nachdem ..^^--^-^ a Machthaber gehalten und ihnen die besten, zu- 

gessen, suT\ *',' .^ . {„i_diichen Generale, Minister und Diplomaten geliefert 
rf '"^>' N -eUo^fRenntnkampf. Plehwe, Kaulbars, Lambsdorff usw. wa- 
hatten^p.0 N,-e waren die schlimmsten Feinde des Deutschtums solange 
ren echte ^-;'i:.""^.. Nachdem jetzt, mit der Familie Romanow-Holstein- 
der Zar «;^.;; 93^";^ Fei* w^ggesd^wommen sind, drücken die Balten auf 
Gottorp, •^^:r;>^f^*XtsAen Lindsleute und flüchten sich hierher in den 
die "[^^,7;;;:::;!" GennanU die - ich wiederhole e« - über 100 Jahre von 

•u „l!„\v<--a und verraten worden ist . . . 

ümen ve-S^^ , j^^^ „^gn den Aufruf der deutsAen und 

- ?^^ "f ::,^>obeS Heeresleitung aus dem Herbst 1914 vorgetragen.-) 
°^*;':f.t-r-^r*e Ostiuden nützliche Elemente, denn sie dienten dein deut 
Dama.» ■»...< ,. Ferren der Heeresleitung versiaimen. .-..^^..-r 

sAen Y'TttmisZ7e^^^^-^nng nicht ausreichend oder nicht mit dein 
aber. ^Xf^^ffZemhie deutsche Sache agitiert hatte, wurde sie gequält, 
gewunsch.o;. -^ g ^^^ Deutschland deportiert. Ich will davon 

beraubt "^^'^"9; ^ j^^j ^^, deutschen und österreichischen Heeresleitung 
absehen, ^f^^ unmittelbare Ursache des Todes von Hunderten von 

vom Hcrb>. > ^^^^^ ^^^ Aufrufes, zur Vorbeugung von der russi- 

r^" M J-^Wtung oder Verwaltung glattweg aufgehängt wurden, um gar 
**ff -tir'lr übrigen ostjüdischen Bevölkerung die Neigung aufkommen zu 
nicht er.t i/-^' Lockungen der Deutschen einzugehen. Die Befurditungen die 
',^'^^'''^A\.f Heeresleitung von dem Aufruf herkamen, haben dann auch zu 
der rus^.^^^.^^^^ Verschleppung der jüdischen Bevölkerung gefuhrt. Sie wis- 
""' """T^V-^vnt haben Sie es vergessen oder wollen es jetzt niaii waui aa- 
sen - ^'/'\ ^^^ Zehntausende und aber Zehntausende von jüdischen Fa- 
•?"■» -^' «n nahe den deutschen Grenzen gelegenen Städten und Dorfern 
'"'i^^.Tr Cn evakuiert worden sind, eine Anzahl von Ihnen hat glucidicher- 
" . „U,- .- den Rückweg nach Litauen usw. gefunden . . . 
weise n«-^- j„j,^^^ ^^ ^em Gebiete internationaler Politik, das schon 

/ « ^^in= '• Scvering berührt hat. Die Deutschen haben eine Irredenta, um 
( Herr M.ivv y^.^^^j^^ Ausdrucksweise zu bedienen, unerloste, d.h^ 

mich e>nnvv . .^ ^ .^ ^^^ Tschechoslowakei, in Italien, im Elsaß 

versprcnou ^^^^^^^ ^^^^^^^ ^.^ ^.^^^,^_ d,ß ,idi die Lage d.e- 

""■^ n T:,: ■- verbessern werde, wenn Sie immer wieder vor aller Welt 



«) Siehe r>'>'^ 



1557. 



214 






■'■ffm 
■■••.,+ <.•» 




/ 



sagen, Deutschland könne nidit mit der Handvoll Ostjuden fertigwerden, 
könne sie geistig und wirtschaftlich nicht ertragen? Ist es vielleicht Herrn 
Abgeordneten Fischbeck und Herrn von Eynern bekanntgeworden, wie sich 
die Deutschen in Polen bei den letzten Wahlen zum großen Sejm verhalten 
haben? Die Deutschen sind dort, wie Sie wissen, eine der nationalen Minder- 
heiten.'und die nationalen Minderheiten haben sich dort für die letzten Wah- 
len zu einer Gemeinschaftsliste zusammengeschlossen, also auch die Juden 
zusammen mit den Deutschen. Die Liste der nationalen Minderheiten hat im 
ganzen etwa 80 Abgeordnete in den Sejm geschickt; davon sind etwa 40 Juden 
[und etwa 20 Deutsche. Sie ersehen aus diesen Zahlen, daß ohne die Mitwir- 
kung der jüdischen Wählermassen die deutsche nationale Minderheit dort ein- 
fach ohne Vertretung geblieben, zum Schweigen verurteilt gewesen wäre^ 
oder, anders ausgedrückt, die deutsche nationale Minderheit in Polen ist bei 
den Wahlen von den Juden in das polnische Parlament geschleppt worden. 
Wie soll es auf die Bereitschaft zur Fortsetzung dieser Bundesgenossenschaft 
zwischen Juden und Deutschen wirken, wenn man hier, knapp 100 Meilen 
vom Sitze dieses Wahlbündnisses ab, erklärt: die Ost Juden sind ein Men- 
schenschlag, mit dem die Deutschen überhaupt nicht auskommen können? 
Glauben Sie, Herr Abgeordneter von Eynern, oder glauben Sie, meine Herren 
von den Deutschnationalen, die deutschen Interessen im Auslande seien ein 
Porzellanladen, daß Sie darin so herumwüten?! . . . 

Schließlich die menschliche Seite dieser Sache: .... 
/ Was die Juden erleben an erzwungenen Wanderungen, an Leiden im Kriege 
und nach dem Kriege, es könnte einmal auch deutsches Schicksal werden, be- 
sonders wenn die Dinge sich so entwickeln, wie Herr Minister Severing voller 
Sorge uns vorgezeichnet hat. Und ich glaube, Herr Minister Severing steht 
mit dieser Besorgnis nicht allein. 

Artur Schopenhauer, den die Deutschnationalen mit Stolz unter die Juden- 
gegner zählen, hat einmal die Juden den Hans ohne Land unter den Völkern 
genannt. Johaim, der König von England, wurde spottweise so genannt, weil 
er sein Land verloren hatte, und Schopenhauer wendet das auf die Juden an. 
Als die Juden ihr Land verloren, zählten sie kaum so viel Millionen, wie es 
heute schon Deutsche sind, die ihr Land verloren haben und jetzt in der Irre- 
denta. unter fremden Völkern wohnen. Wenn da« pintHtt w;^q <s\rh PTPirmpn 
kann und, wie ich fürchte, auch ereignen wird: wenn Deutschland gezwungen 
sein wird, Millionen und aber Millionen Menschen in andere Länder zu schik- 
ken, darm sind diese Deutschen in noch viel höherem Maße „Hans ohne Land" 
unter den Völkern, als es die Juden jemals gewesen sind. Dann wird ein gro- 
ßer Kreis deutscher Menschen das Schicksal der Juden als eigenes Schicksal 
empfinden und sehen, daß das deutsche Schicksal, unter anderen Bedingungen 
und Vertiältnissen, nur die Abwandelung des jüdischen Schicksals ist. 

Ich wünsche dann dem deutschen Volkstum die Kräfte, die das jüdische 
Volkstum fast in einer zweitausendjährigen Entwicklung als „Hans ohne Land" 
bewahrt und bewährt hat. Nur dann wird sich das Deutschtum als Deutsch- 
tum erhalten. Dann werden es die Juden sein, die dem ins Unglück geratenen 
deutschen Bruder die hilfreiche Hand reichen, die heute der deutsche Mitmensch 
dem Ostjuden nicht reichen will Es ist das geschichtliche Verdienst der Juden, 



215 







i-: 



geistigen Brüder an den Ostjuden gesündigt haben. 



1564. Dr. Goebbels: Warum sind wir Judengegner? 
ArUkel vom 30. Juli 1928 ) 

Wir sind Judengegner. weM wir Verfechter der ^^^Jl^l^H^^'^Z^t 

tion auf der andeieu Seite gc^ey.. cr+nvircpl«;- 

Der Jude hat gar Kein In^resse an d. ^^l^^ .^^l^lf^^Tl'^^^s. 

fragen. Er kann das gar »^f * '^^^^"•.°;'^" einzige Gerne nschaft und gebt 
sind. Macht aus dem deutschen Voke eine emz^geoem ^ 

ihr die Freiheit vor der Welt, der J'*d^/**}f,„^f'"'^^'^X y^k in innerer 
Er hat also die ''-seren lYümpfe m der Ha^^^^^ ^^^ ^^. 

und äußerer Sklaverei J^'-^^/^^Xt verschuldet, und heute lebt er davon. 

'"S-i dt Sd^arl-^ir a. -^^^Tl^^^^^Z 

„er sind. Der Jude hat unsere R^„^^«,72S;n Ihm verdanken wir's. daß 
sere Sitte unterhöhlt und "«^^^«^raft gebroAen^ Ihm ^^^^^ ^^^ 

,..!, »,„.,to ,1!« Parias der aanzen Welt sind, boiange wir ivcu ^_^^^ 

;'r"a;;;ät;ig' "unter uns. Da wir unser Deutschtum vergaben. u.u.u, 

"rLrrdrpla:Se Dämon des ^^^^^Jo^:^^^^ 
wittert, da taucht er aus d- Verborgenen au uad beg'nn^s^e »^ ^^^^^^ ^.^ 

lose es merkt, hat er ihm schon das f -^ a^^^*^"^-^,,,, ,,, ^, p.oduk- 
Der Jud« ist unschöpferisch. Er P'^^uziert niAt er handeU nur 

S. 329 ff. 



216 



^^'^>y^5v--^ 







^//^ 



'Vt^- 



i^V 



V 



7. Der Antisemitismus 

Der Weltkrieg brachte in die antisemitischen Regungen, die seit dem Ende 
des 19. Jahrhunderts in Deutschland in Erscheinung getreten waren, eine neue 
Nuance: durch das Problem der ostjüdischen Einwanderung bzw. Durchwande- 
rung (s.Dok. Nr. 1561). Aufrufe der Generalkommandos der deutschen und öster- 
reichisch-ungarischen Armeen zu Kriegsbeginn 1914 hatten zwar den Juden 
in Polen die Befreiung aus russischer Bedrücicung verkündet (s. Dok. Nr. 1557), 
zu Arbeitszwecken wurden aber im Laufe des Krieges viele Tausende pol- 
nischer Juden nadi Deutschland deportiert. In Auswirkung der kriegerischen 
Vorgänge in Osteuropa, der Revolution in Rußland und des Zusammenbruches 
der Mittelmächte kamen in den folgenden Jahren neben anderen Bevölkerungs- 
gruppen wie Wolgadeutschen und Deutschen aus der Ukraine weitere Juden 
aus den osteuropäischen Ländern nach Deutschland, vornehmlich nach Berlm, 
aber auch nach Bayern, und wurden hier seßhaft; andere zogen weU^er in me 
westlichen Industrieländer oder wanderten bdlu nädi Amerika aus. Abgcse..en 
von den Arbeits-, Wohnungs- und Ernährungsproblemen, die in den ersten 
Jahren nach dem Kriege die deutsche Verwaltung belasteten und die durch 
den fremden Zuzug nocii verschärft wurden, so daß sich bereits die Weimarer 
Nationalversammlung in einer Entschließung gegen die Einwanderung Jremd- 
stämmiger Elemente" wandte, warf insbesondere die Einwanderung von Ost- 
juden zusätzliciie Probleme auf. Das eine war politischer Natur: während der 
Revolution 1918 und in der Zeit der inneren Wirren und radikalen Aufstande 
des Jahres 1919 sah man in ihr zugleich die Gefahr des Eindringens bolsche- 
wistischer Einflüsse, die man abwehren wollte. Ein zweites Motiv umschrieb 
ein Artikel der .Kölnischen Zeitung-, der sich gegen den Zuzug von Ostjuden 
wandte; er sah in den Zuwanderern kosmopolitisch gerichtete Elemente, 
Feinde der Autorität und zersetzende Kräfte, kurzum: „füi Völker von 
schwachem Nationalgefühl wie das unsrige eine Gefahr." Man fürchtete 
schlechthin den ostjüdischen Einfluß auf Literatur und Geistesleben in Deutsch- 
land, sein Eindringen in die Wirtschaft und in amtliche Stellen der Republik 
(s. Dok. Nr. 1563). Aus solchen Ansichten und Überzeugungen entstand eine 
Abwehrhaltung gegen den ostjüdischen Zustrom, die dadurch eine besondere 
Note erhielt, daß sie zu einem wesentlichen Teile von den in Deutschland 
längst ansässigen, mit dem deutschen Wesen geistig aufs engste verschmol- 
zenen Juden getragen wurde, wobei sich der Verband Nationaldeutscher Juden 
besonders hervortat (s. Dok. Nr. 1560). Erst recht wurde eine Abwehrhaltung 
von den Vertretern grundsätzlich antisemitischer Tendenzen eingenommen, 
weldie ihrerseits durcii manche Begleiterscheinungen der ostjüdischen Ein- 
wanderung belebt und verschärft wurden. In den völkischen Gruppen fand 



13 Uriacbtn und Polg«a, Bd. VU 



193 



% 



» ; 

i, 



X 

,1 






: ,1 






!' 

t'; 

!!i 

■<i. 




I ; 



.i'Wf:^^M^ 



.<WPP^^ 



-TV";* 




Rückwanderung nach dem Osten 1920/21 
Auswanderung nach Amerika über Danzig 
Auswanderung nach Amerika über französische 
und belgische Häfen 
Auswanderung in die westlichen Industrieländer 



12 000 
15 000 

15 000 
5 000 



47 000 



im wesentlichen bestätigt. Eme Schätzung inrer^ Prozent der eingewanderten 

Ta die v*,; Arbeiterfürsorgeamt ^-achten Ei^ze.an^^^^^^^ 
entziehen auch diese sich einer Na*pru ung^Das preuß^Je^^^^^^^^^^ 
Innern nimmt die Zahl der seit dem Weltkrieg und seit der ö ^.^ 

nadi Deutsdiland eingewandert^^^^^^^^ -- ^,^\,,, 

rr^nSTdro^y^anÄ^ 

ganzen Anzahl von Städten hervor. 

,562. AU, der Rede de, Abg. Held (BVP) Im BayerisAen Landtag 

am 16. November 1922 ) 

was den Antisemitismus in den B-J"Xt ^Sef 'l* hSe ifdieTeS 
darüber in diesem Hause_e_.n g^anz c^fen^es^Wort^sa^^^^^^^^ ^^_ ^^ 

r keirRa-ssra^tUeVirrbÄ^ ^1^«:^ Ahet ^^T^ 
jeden Menschen so. wie er ist. und behand^ ' .örterung geslell ^rd, darf 
Frage heute in den Mittelpunkt d^^ PoUUsAen E orterung ges^ 

• ich sie nicht einseitig betrachten und ^^'^»^«'"•„Xrt Jahre unter jüdischem 
. daß doch das deutsche Volk durch mehr als 1»"'^^"'^%'^" 1 Lrn zum 

- .) Nad>: ; erh«.dlungen de. BaycrUAen Umdtags. III. Tagung 1922/1923. Bd. 7 
(Sten. Ber.), S. 79. 

199 



' I 



! 



2. Die Unabhängigen Sozialdemokraten _..,_„. 

Die Reichstagswahlen in. ^-i 1920 hatten den Un^^^^^^^^^^^ 

kraten (USPD) einen großen E'j<> J 9 J-?*'^" ^^05«« Einfluß in den Länder- 
eingesdiriebene Mitglieder verfugten über g sozialistischen Par- 

parlamenten und Gewerkschaften und genossen ^^^ sdieinbar. Denn 

Lien des Auslandes Ansehen Ihre^Sta^^ Ttereinander befehdende Ri*- 
sdion seit 1919 war die USPD in zwei «^ ^^ ^ine radikale Linke 

tungen, eine gemäßigte Re*te(HaaseH.lferd g, ^^^ ,^ 

(Däumig. Curt Geyer. Stoedcer) f^^Pf J^'^-^ktionsprogramm ein eindeutiges 

LTenris^'r '^^^^X'^"- -Uß an die Dritte Mos- 

kauer Internationale durdigesetzt ). Moskau, um einerseits 

in. Juni 1920 sandte ^^^ ^^^ZnZt^elS<^^i^^--, einer gewissen 
über den Ansdiluß zu verhandeln andeerseUs ^^^^^^_ ^^^ ^.^ 

Unabhängigkeit ^^ /rwirken Dort steUte si ü^^er Selbstandig- 

wistisdien Führer der I"tf "^^'"'^^^^^„''derSigen USPD-Mitglieder forderten, 
keit bestanden und das AussAeiden denen.a Ansdilußbedingungen 

die sich damit nicht ei^^e'^tff'^^^/^er par ei zu opfern und sich zur be- 
turde ferner gefordert, den ^^^^^^^^iJ^^^lg^^A^aAen Kommunisten in 
dingungslosen Vereinigung mit den zahlenmamg ^^^ Parteitag 

DeutsAland bereit zu erklaren («'fl'«_^°^37J;,„g fallen. Die Linke. (Däu- 
i„ H»i'» im Oktober 1920 sollte die Entscheidung^^ ^^^^ ThMlmannl stellte 
Sig Strecker. Adolf Hoffmann. Curt oeye. -—■—■; Hilferding. Lede- 
7^ gegen die Rechte (Cn^^P'-- DiUmann Bre^sch ^,^ ^^^^^^,^,^^,, 
bour). Der demagogischeri »«edsamkeit de j.^^j.^ ^^ Hinweisen 

Internationale (Kon^ntern). Sinowjew gW ^.^ ^^^^^^.^ ^^ ,,^^^ 
auf den «Anellen FortsArm de JA^elt evo ^ ^^ vorwarf , die deutsdien 

begeistern (s. Dok. Nr. 1581 '»'•™°'"^' jütischen Gesichtspunkten zu sehen, 
Verhältnisse einseitig verzerr "»»«' sowjet.s* bekannten sich 

drang nicht durch (s Dok. N;J5«'f]^„^^i56 dagegen. Die Mehrheit verließ 
236 Delegierte für die Moskauer JJe^^^^i^^.f,, J^hte. die alte USPD zu er- 

bheben war v». '^""■- *'" -V, . ; Hi<. Unke USPD-Mehrheit den KOmmw— -" 
Ixn Dezember 192^f'°''.^fv'JSte Kommunistische Partei, die jetzt 
an und bildete mit ihnen de Vereinigte k ^^^ Parteitag m 

etwa 300 000 Mitglieder zahlte ('^.'JJ^^Jrt^f der USPD und 136 der KPD 
Berlin. Dezember 1920. der von 3*9 ^J^^'^^^'^itee. in dem USPD (Däumig. 

besucht war. ^^^^ J^^^ ,lZ^^TS:^^^^^) -ächst noch pari- 
Koenen, Stoedcer) und KPD (Levi, n« ,. 

, ^ , ^j TTT noic Nr. 636 c— -d, S. 163 ff. 

' 1) Siehe Ursadien und Folgen. Bd. III. Dok. Nr. wo 



4 

i 



254 



\ 



lu^f rtorr«:»n SIC (üc Reaküon 

rafwlemögli* in einem anderen yert^ato^ ^^.^^ "f^n ife 

und 600 000 Christen soviele Cysten i ^.^ ^.^g^ nehmen wie 

Sien hätten wie heute ^^^e »? May J^^^^^^^^^^^ 
sie sind, dann wird man ^ersteheii, mü .^ 

heraus die Reaktion ganz von ««^f ' f'^i-'^'f^^ring^^ dann sorge man aber 

•^ wm man diese Dinge in «if "f ^//.S das j'jS^S^^ 

auch auf der anderen ^^»^ ^f^J'^^^ ^^^^r^^_es_sis--^^ 

nffPT|tliAkeitni dit m der Art uno __ __ 

sdietien isl. 

, M.n vom 29 November 1922 über die 
,563. Die Debatte Im ^S^^^nTÄSdlu 

a)AusderRededesAbg.Dr.Kaehler(DNVP)') 

^, A .»it der Revolution nicht zur Ruhe 
n=e osHnHPnfraae ist in Deutsdüand «^''^der Rev ^^^^^^ Bedeutung, so 

^^"^LJ:^. i.t PS aar kein Geheimnis^ daüQie^^^^ ^^^ erheblich versdiarft 

. tatsächlich an dem ^nwaAsen «U^^^^^gen ^^^^^,^ ^^^ ^ sie aus 

und Monaten 9^ "J^^^^* ^^««^ •- ^ . •. .„a- der Sie zu rechtsstehen- 
Presse in der leizieu *-c* ir;simsdie Zeitung , cier oie ^« ^,j«„ hat 

"^^Kein anderes ^rg^ a^^^^^^^^ nachrühmen werden, hat 

den Kreisen 3a mci.t gerade 9 ^^.periode. Bd. 10 (Sten-Ber.). 

, -TTj;S;7irtzungsberlcbte de. Preußischen Undtag..l.Wahp 

/ Sp. 13 556 ff. 

200 



'i 

I 



#^' 







f^ -rr 



4^„ 








A 






'/ 



y^ 






arfcgrcS ßciruüt, ct5 tnf; bic ^ubcn cir.c JRcIiatonc^acmcinfc^aft fmb? 
ÄQt er cor 20 Sauren fd;oii gcrou^t, taf; er SJUtßlic^ cinc^ ]ubx;c^c:: 

' -SJc JÄttsunlcn 2rtlr^srScSt§re(5t2 feci traten 5w^n in ^bct 

i^erfaffuiicj nicbcraulcgcn, l^ot her 2IBg. Dr. Mn (Itnabl;. @03.) m 

ajcr 'bcutidicu DiGtiDnclücriQmmrung am 2'^: gci;ri:;ar angcregf. 

§tcrau üctöffcittridjt bcr G € n t r c T t3 e r c t it bcutfc^cr (^'i^^il<. 

jMrger jübifcljen Glaubend foIgGiibc (Srflärung: 

' ) ,"^tc[e 5Iiiffa[funa lüirb uon bcr Qctn,^ übcrmicocnbcn 2}lcr)rf)cit bcr 

'iübi]c^,cn a3ci3ÖICcrm:a ^^cntfdilanbS nid]t nctcitt Sic ftcüt licti mcl* 

incfcr nuf bcn Stanbpmift, bnf? trir Xctilfdic inbifc^cn (SlautcnJ fmb, 

-tio!^ ini5 ba5 2:ciitid)tui:i Aktion mib Solf, bas ^::bcntum ©laiiec 

■ unb 3tam:n ift, b.ifj itu$ bic ÖIaubcu€:= unb ©tammcSart abcr^ md^t 

tjcmfcli üoi! bcn S:cutrd)c:: abfcnbcrt, '^o.x^ ro\i \\\&X iubii'd)^nQtio!:a!, 

fon'^cru iübifd)C nkU^vonS^cmcmfcbiift nub fem jüDifdjcg ^olt, am 

aacnncr.iQftcn tu 2:cutfrfilanö unb. ^ icfcr etanbj)un!t tft rcn un5 

fcitii:5ci'tcticn unfcreS ^-l'crcmS ucxfodilcr. unb ncucrbin';^§ :ricbcr pra'tiicrt 

luotbc:: tu bcm ^:(uffal5 von Gcli. ?uit Dr. eitccn ^uchv m bc:i 

,;JIcitcn Öübifdicu 3)lonatc[)cftcn" •*:cm 'J5. :,ViniuiT l-*^'*- ,-.;^"?^^^^^ 

beiicniac bcr nu§ bcm ^ubcntitm cm i:ad}töüIfiKli^t 51}?aclit itrcbcnbcö, 

im'jcrialiflifdic^!. uor. ^:i?oIf5tcibcnfd^.aftcn gctricbcncö S3cie madjt bcn 

<vj,,^;^ s«= cYitSe»it!»'n.^ ntcM rnll crta^;!. Sir claubcn eine boncrc 

Suffal^nq^iliVn ^subciüum s'u I^abon, ircnn irir ba5 il^oIC bcr ykitöton, 

baä 53oIf bcr Solare mdU nitf ba^:^ Shucait cinc§ iücrtI[d3Ci! ^^c fc^o 

I)crabbriicfcii, ba§ an fRa-.tni unb 8cit öclnmbcu ift unb roic cUc ^OUcu 

Gleich 3pTCU im S^iubc iicnrcl)t.'V ^ ,, , -,r, iL v- 

^cc "im ncncii tili iüMfOjc«? ^aläftiiia. %c.l ,^^,cntrnm§Malt. bic 
©etmauia", bcrid^,totc über eine ^Infpradic, bic bcr i^apit im .ncnuftorutm- 
»u 9iom ceI)aUcn bat. S?bncM!£ XV. dujjcrtc fid) Dtcrbci g^:,:S^ über 
?3alärtina unb qcbaditc bcr ia^rinmbcrtclaniicn Stampfe bcr Cbriiti:nl}cit 
öcacn bic ^oI)ammcbancr um bic Stätten ©r jaatc I)t'-^^ain ^ .Ainb 
nun ba bicfc tjciüQcu Crtc jur unbcfd)rcib;id]cn fsTCubc aücr bcr fecroalt 
tjcr Gbriftcn i^urüdßcc^cbcn- [inb, !ani: c§ uu5 nid)t racidjivutia icin, 
rocldicS ed^idfal il)ncn bic rytiobcu^ronfcrcns tiorbcl;äIt; bcun oonc 
^^^ücifcl märe unfcr cigcifCr ed}mcr^ unb bcr c=a;uicv5 aUcr ^iOi^Mtcn 
öTO^, wenn in ^aläftina bic Uuöläubiöcn eine bc'ooraufltc 
^♦"^TT,. ^^ (,v^;,.Tf ,^ (5r ntävc rod) nröncr. mcnn bicTe crnaccncn 
(Stattcn^S3'ülfcrn''anüCTtraut n3Ür&cn, bic 'nid)t ^ J). ^ ij] «-' « ^^r)^, '^"l 
njiffcu aufecrbcm, \>d^ nid)tfatt)oIi)d^,e ^2lu5Iaubor, bic über ^Diittel aEcr 
<jlrt tjcrfüncn, \>q.^^ ^\z\<ii m\^ ^c^^^ £cib, ba3 bcr SU-icg uOcv bicfc ®c^ 
ßcn&cn öcbtat^t \):i.i, baju benutzen, um für if)rc \iebrcu ^4>ro pa* 
Ö a n b a ju marf)cn." r^ ,. ''** 

'ilultfcmitiiri'C Gcificltjcriyirrunn. Sic „5)eutfd)c 3cjtuns. 
ba§ berliner öauptcrgan bcr Sdjiücrinbuftricrien, rcontc bic eparta^- 
ti ft c n ! ä m p f e flar sn ßcrn in einen Ucinen S " b c n p o Ö ^ o m ou^i* 
münbcii raffen' ' h^ biefcm Bnjcrf crya()ltc- fie ibreu ßcfern Sd)auet; 
öcfcl)iditcn übet bU anöcblid) tufrifd)=iribiid)cn 5;ral)l5ic^er bcr ©eivcöuuö. 
fic W fiJ9«^ cntbccft, bafe übcrscngtc Stommuiuftcn atS 21bäcid)ca ^.. 
Toacnanntcu „3»bcnftcrn" Iracjcn! „ «v,.. r!t • 

^ ^ lir raarcn, fi) fd)rcibt bei ,;^orivart§" am 13. 2)Iar^, ^^?«.,^r; 
S3eOTiff, bcn idimcriüicßcnb^n ^(nctnbcn Jjf^.,^'^,«^^}!^,^},^^-}^;!)?^?,,;,',^^^^ 





/ 



'y 



'SlEBplETr!^ 



^Bsns^i^.^^ 



,>- -«S-i 







■-^'.Ji 







Bd. 


I 




Bd. 


II 




Bd. 


III 




Bd. 


IV 




Bd. 


V 


r 


Bd. 


VI 



i- 



Ursacben und Folgen 

vom deutschen Zusammenbrudi 1918 und 1945 bis zur 
staatUchen Neuordnung Deutschlands in der Gegenwart. 

Eine Urkunden- und Dokumentensammlung zur Zeit- 

geschidite. 

HERAUSGEBER UND BEARBEITER: 

Prof. Dr. Herbert Midiaelis und Dr. Ernst Sdiraepler unter 
Mitwirkung von Dr. Günter Scheel. 

BISHER ERSCHIENEN: 

Die Wende des ersten Weltkrieges und der Be- 
ginn der innerpolitischen Wandlung 1916/17 

(454 S.) . r: ^ 

Der militärische Zusarnmenbrudi und das Ende 

des Kaiserreichs (594 S.) 

Der Weg in die Weimarer Republik (Mi^t Namen- 

u Personenregister für Bd. I bis ili, 628 S.) 

Die Weimarer Republik: Vertragserfüllung und 

innere Bedrohung 1919-1922 (440 S.) 

Die Weimarer Republik: Das kritische Jahr 1923 

(572 S.) ^ ^, , 

Die Weimarer Republik: Die Wende der Naca- 
kriegspolitik 1924-1928. Rapalio-Dawespian- 

Genf (752 S.) 

Die Weimarer Republik: Vom Kellogg-?akt zur 

Weltwirtschaftskrise 192S-193Ö. Die mnerpoli- 

tische Entwidvlung (692 S.) 

Die Weimarer Republik: Das Ende ^des pa^ 

lamentarischen Systems. Brunmg — ^ -?cn 

Sdileicher (774 S.) 

-vr « 7- 1 a rr H^ Herbert Wendler &i Co., 
Dokumenten- Veriag u.. neiutn 

Kommanditgeselisdiaft. 
Berlin 



Bd. VII 



Bd. VIII 



/ 









/ 



^^ ^ ^^^'^^ ~ Or?f 






z^///. -y^//' .n^<4c*, /€A./t-^^^^ ^/^^^ 4P*^ 



K. 




<J^ 



'^ 



^^e^^ 



//, 






/^^tf^^'^ 4^' ^i!^'^^ 






^::2^ ^a^^^St^^^^c^ i^ 





y 




x^ 



^ 






^.^15^ . •^ -e/ '^^^^^^^^^ ^cx::^^^*^ ^^ 



/ 




y 






^ 






¥^ 



Sc 




/^CfV^ 



cj;5 ^JJ^^y^ 








>- <^ 




Zz^^^i ^ h^^^.^,M:l, ^ 






^^ ^ ^in^c^.,.^ P ./i^- ^^"^x '*-^'^ ^ ^^^ 




^ 



Ä/;«. 




--*^ 



^ 





TSjiMft^ -^ /^^S'i' —fj 



-«"V^ 



<iis^i^*i£_ 



^^ 



^^*' 







^ 



/^' 



<^^^ 



^^v 



*.^ 



^^^^^^ 




>^. 



^^5:^ 




^4*«^ C^'t^*^ 




-^^^ 







^/. 



l^jC^ 



'r. 



4? /^A 



S. 21 



i<^ 









>^' / /^ 



/tjj< /^ 



7-^;^ 



'^--^ /iö» -^ 



4 



^/A 






Ji<^*^(' ^^(^\ 



ee.< 



yg*^ 




^^^^j-^ ^. iü^-^/^UcU^ ^ /^^^^^,^'U .^/YJ^^-^^, c^ .'^^^^€^*^y 7 ^-^^ /^.>;^^^,^^<^ ^^ ^-r^-^W- 



/^^-^ ^ /^ P^ ^ /. Mcc^_i^u^ ^^ JU^<<: /^^ AA^- 



>ö:e^_4_^^;^ 







^ V 



^^ 



/^r^ 






1^ 






-e^.4^,^^ 



^ «.<^. ^-> >-t^, ^^ Z^^:- ^^r'^. V- 



,^ «»^'^ ^^>^i«^ /ifC'^(4i^— /itK^^^^— 



z' 



V^ 



^ ,JS 



,;^*^u4.-^ 





J^ 



/ 1^' 



^ 



^^^lrf*>^*«3M 






-r^;^^^^ , /fe^^ M^ ^^^-i^>C7^ 



o^^t-^»)^* 



';r^C^«^/ 



J> 



y 



^ 



^r.^ {S^7j ^2.7. /f ^ /u^ß /^M- ^*c^ -y 



Ji^*^^^ :? /^f^»'^*'**^^^ , ^ f^ ^*^' 



•'4«< 



.^ 






^5^»/5^>*5^ 



'/«ir^ 4?-vi_ . Z^;^^^^ Ai^yi^ 



1 '^^^i.:.£21<«..>t^^*wii ^ '-'^ /^^-^^„^^^<l4^.-i^-i-^-^-^^^ 










T 











'Vtki^y^ 



^y-t^'Cc/^^y^^ 












H^cJ^ 









^ ^ /u — .x^ - j ") ji y / 



/3./Z,/f / 




/. 









^(^^j-j/.-t 



u*~ 







•^:r:.'.->Lr>^:-^J:':-^/^-i 



•*f4^ 



^ lU 4-4 ^ /*^ i^ '^ 






>»W 35 




^^<»»^*^^ 



4v 






-^^ 




/ 




/^^i-v 










«^^ 






•;><W-<^> 










'1 











-4/ »^*^ii^^ • i^yt^-i^^ ^^^^^^ /" ^'^ 




«.««4 






.*. .«^ y.. />V 



y^^_,;3L_- ^4. ^i./ Vt-gi/ 



^ r 




/> ^ 



i/'^V^'-^p^*^ ^ 




*t^^^ 




^>^>^ (:i^~./^/(A^ 



i^<^'^'^ ^^ ^/^-^^^^/^^^^ 



^ /v-^ IC' ^. .^4^ 



^i^^^f^ 




^^K^^l^^A^ 



'^ 



^V' 



-^ 















^ (yy^^^^ci^^ ^. 




^'^y^j^ V ^f^'^:^^<^_^^ C^Vi ^ ^ .^ie^:^ W >^. ^^m/^ (^^Z^^fc.-^.^^'^^t^ 



i^^i^^pUsh^ 



44 

M7r 



P/-f^i^ 



/^./. 2/ ^. '2ff^jr ^ ^ecx.^ J^^y^^*<^~€. ^t4^^ 




CC^UtJ,^S][£_^J^^^9j y^'^: 



^ 









^€/äh-^ ^i^-^^M^ ^t€f6i>CU^ 



^^^A^^ /tw^^ *^^ 



'4«»-** -^ 






^ ^ 



r,^^4^ fOt^'j^/>s^ /f 






.A^ 







/i^i^M^^ 











-■:,ji^- 



fiuft bcfafjtc HcI) oni IDicnstag mll 

^ t)cn U3orbcrci:un9cn aum Partei« 

IcWcn, r.n öcm roin ^artCiDorJtanD 

min für tcn beginn Ui Nortel- 

i ; vi'.2licn utiD 3 e r n n, Ü a n b • 

j u n ö 5 r t feltjufetjcn. Ter am 

Jiöcn:5cn (Eröünurß bc3 ^artcitafli>, 

Prifpien criolat. pcl^t cormi-l3g3 

jcn,^ caraus. 2cn ©crid)t bc» 

In^rn^e ©eis. SIb 18crid)tcr(tattcr 

-tciau5fd)uf^ bsn ©cnojicn i) c r» 

ilunßrbcm tnirb bcr «pcrtcita^ ein 

\itic unb ®c!)'cn'' cn^ocO-""-^"^-"' 

cJcnoHcn ijiifcrbinö ßd^altcn 

-^^rotic im^ ÜanbirirtfdjQit" burft.» 

2ip|d)üö fprcdicn. 
Örunb bcr m 2>e-i!fi)Ianb t)cftcl):n« 
^crbcm folscnbc Cntf^Hc&unö 

ocrciniaten Sojinf^fmcfrolifi^en ^arKi 

frhdtnng bc^ militärifd)cn 5Iu»- 

iHrunb tcflcf)t unb baß bl2 jat^IIif.n 

3cft^,IC'f)cbcr ßcc-qrct T"'^, tna oitcnl. 

^n uuD bic !Bcrtd^i3um b:r Sic*!-: bcr 

'rcnitcn ßcgcn bie poli.ifdjc unb frj alc 

9 2Iii9na!)mcjuftQnbe5 bp.bcuh't unter 

rftcfi ff'a^n onn unb ÜBorilaiil t^cr 

ici!sfff)uri ßibt bobcr bcr CTrroarlung 

' 2IircncI)mc3iijt::nb nun cnUidj o^nc 

?r p r c n fi i I (f) c 2 n b t n q (aus- 
länd) einen Eintrag auj 2In|licbung 
n genommen. 



tcutr*c, Jüttn und Cojfalöcir.ofrotfc* 

(fpiioi) i^u einer ^ücrfammlunn. 

G3 mcr ocrau55jfcf)cn, ba5 bic ücrGf^trige !ücr|ammtung 
bcr „r.ötionalDcutidjcn Oi:bcn'' in bcr ^^rciic an Icbhnjtcö C.t;0 
finden oürbc. 0ibi \\e bod) in mc!)r clij einer 5lid)tung ju 
*£:tra1)ti:!in:n 21nla'^ o'ja^oU C3 für bcn lüu^icnjtclicnbcn - 
unb bas tu immcroin bod) ble unarl)curc ÜD2cf)rlicit ber ^e» 
Döltcrung — f.'oujr.r ijt, ba^u bin ridjtijen eian^punft au 
jinben. ©ir tönen nur ocm Stan^punit bcr SoiijiN 
b c m f r Q ti ! d) e n ^ a r t c i 0113 5u bieicu 23organgcn tolcl. 

liing nel;nicn. -...,._, ^ v t 

23on bir[cm aus fann es feinen Streit barubcr geben, bab 
*menfd)cn, bic in !Dcutfd;lanb als bcut|i)C Staolobürgcr geboren 
unb im bculjdjcn 8prad). unb Aulturfrciä rr.vscn fin^, oiiri) 
-»um bcutfdien 5ioIf gehören unb bafj gcncnOfccr bicicr 





gcnfdtj'c'bcr ©Gl:anfil)auung, bic ouf 5llflficngegcniäljcit Ic 
nil5cn, opr^anbcn fmb. «. ^ ** v 

tf (^i \\t bchcr gar fein ©unbcr. ta^ fuf) ein Icü ber 5ubcn 
kur Önüer[tcr iHcdnen b'rc^ion?- tühlt unb nur burd) bcn bnrt 
l)crrI:I)CTiicn Ünlifcmilismus gclftntcrt toirb, fidi ihr gan^ ai:\» 
u:fd)lic[^cn. 'iliKi ihm rctruticrt fid) jener ..Scrbfmb notiDnoI. 
)cuijd)cr Ouben", ber mcgen feiner gcIMic!)en 5lra[t cuä^ bei 



^^€if¥» bcr bcn Uorinärfs erljält, mufj Ifjn an Bcfanntc 
jHUKV rocltcrgcbcn. uraacuc Ccfccsa gciulnncn! 



JL 



t>x^\ta ßcaf»?ßl. 

— •"/ — ---»f 

cit bcc $?ommi!niften« 

i5in<:n«i' 2raf)tberid)t.) t'xt gfftric^e 
ung, bic bis in fc'ö fpäwa ^odjt» 
i>rc5!)cncr Xlrbcitcrfd^oft ber bcft? 2In. 
nx'9 Me Slrbeitirroflc oon bcn P. oni. 
1^'jf tur ioaccrrDnung ftcnb bic G;ii» 
rbnct-cn unb bic Söal)! bca *13räniiu^s- 
: Toricicn, gcr.cn i-ic ScVtal^cmofrollc 

[^.«n. narcn f< !)lo c f d)lQ 9*" I^»- 

-*'ion cuf tcm a\rr[tcly:ramt unb ftalte 

„..iitcn in 5krbinb'jng ßejcht. bie bc» 

] nb^n^cn. '&.re Stimme einem \o]\a\- 

eben. 5n bcr eitju'H önbcrte tlc ßpD. 

iin fincn ciacncti Slcn^ibaten mit bcr 

Urgcclldjcn aiim 1Bt*rft'!l)fr .^u mad>:n. 

]]\]>:H) fiimmtcn ober bic r?morrcfai 

3cr!d;liJ3, fo bcfj b-c ocibcn Slanbi:alcn 

\. Ta £rg cnli-J;li'^ für b<n f o 3 i c l • 

er Gbmunb 5ifd)«r. Xie «Drcs- 

t09 2icT5e!}en ber Stcmmuniften „n«» 

v-I[tcn SKrrcii'. ÜHit fcld)fn SrbciJcr. 

nb 3:eibcn?u&t bie OnMrclfcn bcr 2Ir- 

ciifi Dcrtotcn, fei an fein ßebcil)li£^e9 



?ampf In 6oycrn* 

lofraii?rI)cn flnnbi^atciu 

(eigener ^rcf)tbcrid)t.) (Hnc «ufyrr« 

? c m m l u r. n tcs 6 c 5 1 a I b « n * 

lürAc.i bcfd^iUlft: ftl) mit ben fommci- 

^ unb Crnltng. Srfcnbcccs 3:^t--f!T? 

i.i n<;a)if?:n bür^riid/cn Cog-rn cu&:r. 

|r ^iltunn cmc3 f3g:nanntcp 'Sörqcr» 

I r • s m u « (5-!mcd}t ro:r"en, bcren Srcl* 

■•rfmrcher Xt. Äu!)Io (Snr.Lifus 

'3:ine Scn'üivn^m 



.1 ^J■^ 



. , r i*n*i fiitltr. ^*tr ble 
,zH tnb 1JJarte=Quf!iu6 be- 
tßnMf:*i':t Ot)trb3Dern.cd)mu «n cl» 



mand^cn ridi ertrcm rolfi^djcn tyied^tcfrcifen l^nflcng fmbcl. 
'yin einer 23cr|ünimJung bicic'3 ißcrbonbcs, in bcr bcffcn mon« 
ar;I)ifd)c unb n^atlionärc CrinitcUung bcfoi'vbcr? Ircf^ ,vimjaiic>« 
trucf füin, I.Qt nun (Bcn. Dr. G !i n feine abu)cid}cnbe 
p e rj ö n l i d) e 5}lcin.fng ccrircicn mit bcm befannten Grjplg, 
bnä bic 23crjammlung in 5\rQdi untcrnlno. 

iJlad) bcn 'i3crid)tcn bcr bcut|d)nQliotiaIcn treffe l)at es bcn 
Slnfi'icin, oJs cb Gen. tr. GoJjn gcfagt fjatte, es fei lyr 

UeuljJ)en &bcr bie Ciubcn, unb es ici fcl}r frccJirl^^^ob bos 
bcutfdK 23oI! mcrt fei, baö um fcinctmiüen auf bcm oa)lad;t- 
felb gcfninptt rocibc. , 

5)ätte C3cn. !Dr. Cobn totfädilid) bcrariige Unncrcimtficttcn 
unb Bcidimarfiofinrcttcn ^um bcftcn gcgc'ocn, fo miTbc ^uns 
nid)t5 bnpon cbl^oltcn, fic als bos VJ fcnn,^,cid)ncn, mns fie imo. 
lat ä.tüd) ober IjanbcJi es fid) um eine g r b e tif a I f d) u n g 
bcr 00h 2t. (Tclm gcmadilcn Slu^fülinm-cn. T!a^ em intcr' 
nationaler Goyalbcmofrat bcrorlige llntcrfd)i:bc unter bcn 
5inU*»rn ma.-']i unb bcm btulfd)€n Soif einen i)iang hinter 
ben b'ibcrt ober enteren „239l[5tcilen* unb ^Joltern anmciit, 
ilt unbcnlbor. On Si}irtlid)tcii bot 2r. Gclm bic Srage a"> 
n-moricn, ob ein DeiüI.Maiib b:r !)l:n^.inn, bn-3 ftMucr oi'pcn^ 
ijicbcr au? bcm edi!ad>tlcli) maditpoliti!.I)C ©cbanfen op,crc. 
einen w.^i^cn SBcUtricg mit feinen graucntiQjton öoiscn 

2öir gcltchcn. b3!3 uns aud) in bicfcr Craf^J^a i^ic Problem» 
ftcüung ein rrcnig fpit^ün^ig i^^ei"^- ^^" einen neuen ©cIN 
fricq fcnn unter bcn gc(\ctcn:n Um:iar.ben für absehbare ,^cit 
üb«*fl>aupt nur cir. ?larr benfcn. Cn^roMdKn ßcytnitct ber oon. 
toitt bcr Icd)ntf bic 5lricr?au5rid)ten nur nod) unccbeucr» 
Ud):r. fo bafi bie fecli^-^^en Si>;r''arbc ^//^e^ ein ne-c? ^^Jf-r- 
niorbcn cIne|{clc£tciGcru»'g«[afjcn. Sluf bcr anbcren ecue 
olKr fann !e in Gin^clncr unb fein Bolf grün b. 
fdl^Iid) borauf ocrsichtcn, fid) gegen Unter, 
b r u d u n g ,^ u r © c h r ,ui f c n c n. ^ur eine g£red;tc Seit, 
prbnung, bic febcm feine C!>rc unb fein 2c:->encTcdjt gomabr^ 
iMitct unb bic für jc^cn Sirclt einen niitänbißen 3tiu)lcr xücta, 
{Qin bis 51 ■ ^::al)r tDirilid) bc'cii^icn. ^ ^^ 

Gs irt ci ...ar au<Ti nil^t bi-- tO^cinurg bcs Gen. 25r. Gohn 
unb t^ ift l'cyrimmt nid)t bie TOloinung bcr bcutf hcn So.val- 
bcmolü-ttc, balj bas bcut|d^c 2]nlf D:rp:iiurie: Jet. l:cl>cr hw 
nrunbc ,v ct'cn als fiJi c.cgcn 2c!;rü(fiir.g .^ir !ffic!jr ;;u fetten. 
Senn bic ^culfhe eoMarcinofratic, um es nn-^ cmmöl v' 
fn^.r, ifi nid)t onlinol'onr.I, fonbem — ro!S 7y 3. b!C cnr; i|.i)e 
,'erpartci — international. Onlemationahtat aber vt m 
unfcuu Sinne ni.t/5 engeres als bns Sir^bcn nod) einrr 
ir)armonic allct !|?a tr io t ismcn ber ganzen ^c.L 



I!rf)e?rufn^ffunflen ror^ulfflcti ?Da5 bcn ^crfonaj 
^/rnlrci' fCii'ft b'ünfff, 'o wix^i tifi.li|i'-llt. bi3b ^f^» ^^ '* M 
ni i n ift erii. m »ciji 421 ?:"' nmic ,3:1} 1, »iVi»;rcr.b bc«fp;r 
*4Joft miniftc ri um 19S i> eine cufpjcilL 

,*V r Hm?* ttr yJüitrihrri('I)r»'r'r: ^-t* C i ' ^ st bo ^; n '" 
ms 'ilr b eiu r ü c r IjQ l in I •> rour^e ron 'cntfii bcr 
jjItg.lttU!, b^fj bi:9 lüoiohl im C^nurcijc N5 '^ctr.iL\; 
3U!;i 2v[:cn icr clir.b'ücnU.i i\'c.r...n r,fl-oiJi)l- If | 
olbaurctDiönun-« eriVaKre über Mc 2i>i:rci.» IJMMijjiin . 
Inu:cn S.om.cn, SrnjcjtcClfn '-nb ^Iri^cicr j t!crr.m.;öi.i< , 
I)cbcn. lU r 3 I dM c II ii::d) Liefe Ü^ccmIcn Irci-rvlii' u i '• 
e 1 b ober 2J b f i n b i: n g t» f u m m c n . lo fonncn fic 
CviUrr:*»t;ällni5 Icfcrt U)ici/:r bcj isifti^t u'ei''en. 

25et cc: SoIIrer oallunfl nw^rbcu b»* Äl iV'.r. 
19 t>rcö. bcs ".ßcr|:ir.Q!3 cb^cbnut lein. *n Ux '^^\i\v 1 
ri-hrSiicunDcrucllurp anib bis 1. 'ilpiü l'J--* «'» 2IL;lcu 
ge.uui! 20 ^\rt3. tcö ^verjonüllianbcs rem 1. Oiu^ctr lO?- 

Die 6od>ücrncndi0cn in 6ci'lin 

©cftent, 2)i^n9rc:(^ cbcnb, 9,57 Uljr, lr»ifcn crf brm^ 
5rictriff)firc&c mit tcm füI;rplünmr!fV.nrTi >Z;dmi:llVJC bie V 
bcs erficn eadjücrjtcm'^r.gcnaij.-^ii'ouiioj für b;e ^iivJi)rL: 
'2iubpctfmr,cn iiub vom ;\rjc»i^n 'ilu^|d:!i& für tw Siiipitfi:'| 
Dircttor tcr ^Jtif uan ^in3 un^ bon lUrDjrlanX'n, \L 'i\ ' 
w\\i !Jk,iIcilivrjünül, im c,itn»cn ct'.!»a 4n ^^'«ciion'cn ein. 3' 
cm ^fm^cf ypn bcm ^Tiiifi'.ifb bcr Slricgjlnficnromniifi.r 
runßC'mi Tr. SKcijcr, cmpf^irn^n unb in tn» iptd (^ 
grlcüct. Dii' i)üuj'lnitt43;icbcr btö crftcn SIuMcVjü:* fiaV 
(ri>arlc'3 6atCi> roiücs, Cciicr trr 5':i;Lra:Lianf für C\; 
eii'ccpA Dn)cn T>. 'l\onno, i)ko;ti:-.^n!val' unb S^jrnir 
*2l!:f|iÄ:3rci3 t:r G'ccirir 0^m^K:.nl^ cir IRrl-cri fv t n b r 
r;rcftpr bcr 5?nnf oon Gnn'nnb, e«r CVrfua Cf)rrlcs Stc 
retiat ^rhlrc!d:cr ?.n^;:ftrurr.^^a•nc. Y^ .n r m c n 1 1 e r ^ ?i 
lor tis frau',bM'ii)cn Grcbit cc-ciir, *i>:o|Mlor für Hinc 
f.VJ^:» cn t<r £orbonn<?, ilüv Tr. Slli-crin T> i r c 1 1 1 . vr 
^inanvuificnl^Iiilcn cn bcr Ur.it r.-ntjt 3:!r..inn. B-ron 
i)Outcrö. ÜT.itn'i^'b bcr bcI.iildKn 5>ammrr, OmIIc i^rt 
SlQotc-niinir.cr w'^'ü 23i,^tnp;r?rncur bcr c'.^utc p.cin-rtnc 
Di« »Diupr.cbvr bc5 jnjcitcn 2Ii'6{d;u!('0 trjljcn cm l»(itln) 
um bic'elbp 5^'' *'^ 

I>ic Sbfiiabc brr Ca dm c r f» ö n b i gc n 'fr. t 
ftunnsfäbiflf'i« rrutfrtlnnb? cn f)Civ^ 
bcr yiPid)t»r.'a/rninT norf-m-tcfcn U'inrc'oucn VJ pru m 
ftänbtflf tifi/nr.cn üprsurcr^nun, i. c C5 ßlciibt tm ?nlcr 
orbn«.nr,&ccmü[5t'n ^^rüfun? bur.-^,frib.cn \a xivi'wiw. 5:M: 
n;j)t. bu5 ric 3id)DCTftiini:;.ncn fu'l) il)icr Slufn^^^ ptän);-- 
vicmiiicnhnlt e.ili:Ii-3cn [upncn. vo^rxw fic ilir Julirrcilo: 



?%^« /Sa...«^ ^*^*m AS-^ Ä^«.5.<*.*--^.-ftS* 



frf)lieiVi:1) cuf bie 5lc!d)!>!>nupi;:clt. bic bi'r c:t{af'i.7--n^ '^ c: 
ftriicn unb !l^ntif-n biflTiinfcn. 2:>:cl triüjt.acr hwx x^^Ww 
"ci'^-miofaln-'tiit D^iilfdilnnbs fd;oiiit wn^ ein 'öcfud) 
Ui:iWdun rc:c3:eitc.i wy !»^ 11 b r n* H M. 5^0O('O 
fcnbcn nnr tcm GinirQrj.b frctr^cr Xruppcn in hcfcm C 
fdiJir'^uno wi l^rci. £1.' förbatcn im !»J{?nnt:.Hird)!c: 
runb 8 üRillionon Tonnen Siciüfoblf. .Vi ^crcn ^Ib.rcuop 
Giicnbci)n:»ütcrrjQ3cn nourcn^i;i n^oicn. llrb tcutc*» I 
runa tüijtc :ür Sc^cmbcr 102:^ faum fi-) %:ts. trr 

rrr. ...,, .,-♦ « ,.«^ v^\r> »H Nc^ftn 'Dl^nct cbciira.Ia ni.'?i 

f)5JKr fein. ?iuf trc.djc 5roicr:c|:cl!uuncv^fcrn fi b >ie % 
überhaupt flUf3c'diiiKin3en tot. MCol *->^- f/'-.^f '''-^^ 
fonfli.vn GOtcrcc t:!;r trnrcn im 2:ont3:>i:rd:;a;uitt llOOi 
'•otuü-nbiq. lo .'u'i ber tünlid:c 2:^crf cinU^ic^ü''-') bcr f. 
tror.spcTK .•V3 000 bis 24 Cf/) ^^ifcn betrag. cdII r.Q? 
Dcfen 5U !cm:T cinfti-icn iööhe 5iirüü,rfu.}rt ipcr^fn. -- i :.. 
eine SSncjofcIrurg für lic ct<i furg tcr btutid}cn Ccifn-.r 
frit — bann mu^j tcs tl^erfc^^ismc'ert tts :tu^rnebKl9 31 
!Rci(^'gbflbnDerpoItur. fl 3U r ütfgcge bc n tnrc^ 

Cnglond und SoroictrurjlQni, 

Coupon. 20. r^nucr. (Glfl rrc^l?:cri(h^^ Tn bcr : 
Srncrfcnnuna bcr 3oirirtrfmcr.:n-3 ifl eti^f ^^f.'*-^' ?*' 5" 1 

fI:!;..^(n fircrcn. bct, b:. ^Icr/mun; bcmnc-ft rn^ c^Vl 

fenbr.1 rrir!? on bcren £p.l.c ^;x a'» ei-rmuellrr 5?rsd .f:^ 
tau In ?Ii:£r>d;t qcnrmmcn« rc.n'ca (Brcr>'? fN'Vn r 
liptrmntifd;-. ^>tn;rc;:r iK5 ..rc ün U-t^rrmclc ^^•■> "<'^^ 
erM-.Itre Smcrfer^nuTi bcr crn-ir.trn'.cii.nT burc^ ^(5 
Vmqi'i kt: 1. DPn ber ^<ffimi ^TJcJfrr- in ^rv•^ r.:f ^f 
<iefn)i:fTcncn fr^lnd;.rr«r'd}'n ^is.n.a-f, ? r.'n >r .. - 
polnifd).n'fi*d,tn (Trir'Jtrn'-tfticP 3 ron t-cr lur 

tuüild^rrn-cnddKP 5lPr;,M.9 CKt«." .l^iüriT-^Jf^ ^■"\'' 














^ 2^f ^^ ^<:^^^^ ytA:ar^-< ^.C ^^^-y^^ J-o^4, 



■^4 /y 



Vhv ^ 



^^^ 










^^4^^ 



'^/v^ 



//^ 



/^^^fi^' 



^//-r. y,//./ O yruC 



t^'^'vv^' ^;^g; 













; 






^^^^. 



'^ ^»^^v 



Vz^t 



t'^Y/^Jf ,c^t^ Ayn-^'^ jtM-iiii^ 



'■^iti- ■^y- 



'^^. ^J^a-^ 



^ 



/ 



iC/<i/^^l. ^W^;^/ ^^4' »^'C^t^ ^,^_ 



^i-y^utr /i_ 



/' 




^ ^^:^ 




y 



4^ ^ 4:,J / /^< A^^<^^4C _ ^^^55^ >^ 



^^:y^^/^. 




jtii-'J^^^^ _«;Kik^iizi-i_ ..=.'j^»j!r3t» s»' 



I - ^ y , 



6 ^> 



i/(/L 



^,*^ »»tCC»'*^ ' 



K /*« 







^ . . ^^4v// ^^^<^/ /^^X. - ^-^-"^i- 'a^, ^'^'^^ ^^""^i 






^ 






^'jC\.^«4^ '^^^^^^ä^. 







^-^-^-, ^£'^'— . u^^r^r^Hi 









t-» 







'hAeU /^^.^. ^-.^^^.^ P- ^^^ ^^ /^-'^ ^'^- 






,fv ^A<i 



'i^m 



AV/>*t0^' ^ (iSte. 



'yj 






/iüi .4«<<*l^ /4*^ö<!<^ 



,r;^ ;7/?v<^ 






4/iA^ 





V(/' 





JU^ /Mt^ ^44tt^^ 










;^^ /«•^ 



^^^^'»'(itdZy, 



^Ua,^^ /(^ jt^p^ri^.^ /^ ^^ ;^4!.^ 



/f^Ur 





1^ 



I 



VA 's «^ 



c 

A 






\j 



^ 






^■^*>i^ 






-*«l 



4 





H 



^ 



^^. 



•^ti*^J 



f. 



1^ ,* 



/i^->5F A*>. 



^00 



f,te'fl 






^r/^ 



r?. 



z^/L 



^i^^ 



(T^ 




V 




'4Am2^^*:l 



■'•p*3? 



/ 



^- 



//"^/ 



C ^M' 



u 



if=V^ 






^h ?)^k 






/ 



^ 






"/*-/ 



/<i^^ 



i 



i^- 



^ 

/, 




^«^rt 



^^^ 



*^ 



f 




^z 



«a^r^Ä^ 







^^' ^^5 — ^ ^^ ^ ^^ ^ 




^x^^ x^^^^*^ 





/ 



/ 




/ 



'^■K 



■>'r--'\^llrS^^ 




SJ 






>H 



Q 
PQ 




SCHALLPLATTEN 

„„„ luimiiiuiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiHim iiiiiiiniiuiiiitiiiuimiiM uiiiiiiiiiiiiiiiii iiiiniiiiiiiiiuiiiii 

Gustav Mahler: zwei 
Neueinspielungen und ein Buch 



Mahler: Symphonie Nr. 7. (Chi 
cago Symphony Orchestra, Ertr. 

Georg Solti). _„, 

London. CSA 2231 

« • * 
Mahler: Symphonie Nr. 4. (Or- 
chester des Berliner Rundfunks, 
Dir. Loi'ln Maazel; Heather Har- 
per, Sopran). 

Nonesuch, H-71259 



Alma Mahler- Werf cl: E rinne - 
rung«n an Gustav Mahler. Gu- 
stav Mahler; Briefe an Alma 
Mahler. Herausgegeben von Don- 
ald Mitchell. (Propyläen-Verlag, 
Frankfurt a.M./Berlin). 
"Im Sommer 1905 hatte Mahler 
die VII. Symphonie in einem Fu- 
ror niedergeschrieben". So Alma 
Mahler in ihren neu herausgege- 
benen Erinnerungen. "Mitte des 
Sommers 1904", fügte sie hinzu, 
"hatte er bereits die 'Bauskizzen', 
wie er sie nannte, entworfen." 

Aber erst mehr als drei Jahre 
nach der Niederschrift — am 19. 
September 1908 — erlebte das 
Werk nach rund zwei Dutzend 
Proben seine Uraufführung in 
Prag. Bis zum letzten Augenblick 
feilte Mahler an der Partitur. 
*'Seit der Fünften Symphonie", 
schreibt Alma Mahler, "war er 
dauernd mit sich unzufrieden; 
die Fünfte wurde fast für jede 
Aufführung uminstrumentiert, 
die Sechste, Siebente immer wie- 
der vorgenommen. 15s war eine 
Wende. Erst bei der Achten war 
er seiner wieder sicher . . . Da- 
mals in Prag aber war er zerfetzt 
von Zweifeln." 

Die Memoiren Alma Mahlers, 
die ihren Mann um über ein hal- 
bes Jahrhundert überlebte, sind 
(ebenso wie Mahlers Briefe an 
sie) reich an wichtigen Details, 
die den hochsensiblen, zwi.schen 
jauchzendem Glück und ab- 
grundtiefem Pessimismus 
schwankenden Menschen und 
sein o^rnÄ.qartige.s, wenn auch un- 
gleiches Werk illuminieren. Er- 
greifend ist vor allem die- Schilde- 
rung der letzten Fahrt des todes- 
nahen Komponisten von New 
York nach Wien. Freilich irritiert 
ein gewisses Element der Ge- 
schwätzigkeit und Naivität im- 
mer wieder in den Memoiren. 



Auch hat das Gedächtni^s der Au- 
torin, wie der Herausgeber be- 
tont, ihr manchen Streich ge- 
spielt. Ihre Daten sind nicht im- 
mer genau. Otto Klemperer, der 
1908 Kapellmeister in Prag war, 
weicht in einem wesentlichen 
Punkt von dem Bericht Alma 
Mahlers ab. Neben Klemperer 
waren mehrere andere junge 
Freunde Mahlers — Alban Berg, 
Bruno Walter, Bodanzky und 
Keussler — anwesend. Alma 
Mahler behauptete, diese Freun- 
de hätten an der Revision der 
Partitur mitgeholfen. Klemperer 
schreibt dagegen. Mahler habe 
die angebotene Hilfe abgelehnt. 




'*6 

ZEITUNGSWELr~ 

(miiiniiniiiiiniiniiniiiiHiiniiiiniiiiiiiiiiniiiiiiniiiiiiiiniiiiiiiiHuiniiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiMiiiiiiiuniiniiiiHinm 

Nekrolog auf ein jiddisches Blatt 

den Verlust nicht allzu sehr spü- 



Georg Solti 

Zeichnung von 3. F. Dolbln 



Das monumentale, aber in sei- 
ner Struktur äusserst divergente 
Werk führt von der Dämonie der 
Seclisten weg in der Richtung auf 
die "Faust"-Symphonie, Mahlers 
Achte. Es ist ein Bekenntnis zu 
Leben und Licht in den unökono- 
misch breiten Ecksätzen, lyrisch- 
romantisch kontrastiert in den 
drei Innensätzen: den beiden 
"Nachtmusiken" und dem Scher- 
zo. 

Dirigenten haben es immer 
schwer gefunden, die antagoni- 
stischen Elemente glaubhaft zu 
verketten. Georg Solti ist die Ver- 
bindung gelungen. Er entJiüUt 
die geistig-emotionelle Substanz 
Mahlers; alle Einzelheiten wer- 
den in das feste Gefüge der Ge- 
samtkonzeption sinnvoll einge- 
baut. In kurzer Zeit hat Solti 
den Chicagoern seinen Stil auf- 
geprägt, in dem melodischer 
FlUÄS und Farbe ebenso typisch 
ist wie der feurige Atem der Dy- 
namik. Und die Ingenieure von 
London (English Decca) haben 
im Krannert Center for the Per- 
forming Arts in Champaign-Ur- 
bana ein werktreues Faksimile 
des Originals geschaffen. 
• • • 
Lorin Maazels Einspielung 
bringt das phonographische An- 
gebot der vierten Mahler-Sym- 
phonie auf ein volles Dutzend. 
Unter der Konkurrenz bieten 
Bruno Walter, Solti, Haitink und 
; Szell grössere orchestrale Virtuo- 
isität, aber Maazels Interpreta- 



tion hat klare Konturen, Heather 
Harper ist eine besonders feine 
Solistin und der Nonesuch-Plat- 
tenpreis ungewöhnlich attraktiv. 
• * • 

Kurz notiert 

Schubert: Musik für das Thea- 
ter: Rosamunde; Die Zauber 
harfe. (Orchester und Chor vo 
Neapel, Dir. Denis Vaughan; Lu 
cia Popp, Sopran). 

RCA. VICS 1638 
• « • 

Eine ideale Kopplung. Beson- 
ders willkommen ist das (abgese- 
hen von der Ouvertüre) wenig 
bekannte "Zauberharfen"-Mate- 
rial. Die "Rosamunden"-Romanze 
"Der Vollmond strahlt", von Lu- 
cia Popp zauberhaft gesungen, 
gehört zu Schuberts eindrucks- 
vollsten Schöpfungen, Vaughans 
Leitung ist stilecht, die Repro- 
duktion, abgesehen von einer ge- 
wissen Unscharfe des Chorklan- 
ges, gut. 



Welcome to VIennu: Musik von 
Johann Strauss, Lchar, Ileuberger, 
Komgold und Siecz.vnski. (Bever- 
ly Sills, Sopran; Lor.don Philhar- 
monie Orohestra, Dir. Julius Ru- 
del). 

ABC-Dunli5ll, ATS -20009 

Das Übliche Potpourri — in un- 
üblicher Exzellenz. Beverly Sills 
und Rudel fanden offensichtlich 
Spass daran, sich in der Wiener 
Atmosphäre von ihrem Opern- 
werk zu erholen. Und es gelingt 
ihnen, den Spass auf den Hörer 
zu trarLsferier^Tt. Allerdings 
kommt diP Arie au.s Korngolds 
"Toter Stadt" dem SilLs-Opernstil 
mehr entgegen als die leichte 
Strauss- und Lehar-Patisserie. 

W. Seh. 



Als der inzwischen verstorbene 
Morris Weinberg vor 57 Jahren 
mit der Veröffentlichung des jid- 
dischen "Morning Journal" in 
New York begann, setzte er sich 
die Amerikanisierung der Immi- 
granten an der Lower East Side 
zur Aufgabe. 

Das Blatt hat sie mustergültig 
erfüllt. In der vergangenen Wo- 
che stellte die Zeitung, die den 
Namen "Day - Jewish Journal" 
(kurz: "Der Tag") angenommen 
hatte, ihr Erscheinen ein. Damit 
bleiben nur noch zwei jiddische 
Tageszeitungen am Leben, der 
"Forward" ("Vorwärts"), der 
^4urch eine erfolgreiche Rund- 
funkstation gestützt wird, und 
"ie "Freiheit", die sich durch 

hrliche finanzielle Appelle an 
^ re ultralinke Leserschaft auf- 
recht erhält. Ein hastig impro- 
visiertes kleines Nachmittags- 
blatt, das das Erbe des "Tag" zu 
erhalten sucht, dürfte kaum 
sehr lange am Leben bleiben. 

Der "Tag" selbst war ein Er- 
gebnis des Sterbens der jiddi- 
schen Presse gewesen: er hatte 
sich nicht nur mit dem früheren 
"Morning Journal", sondern 
auch mit zwei anderen Blättern 
— der "Wahrheit" und dem 
"Tageblatt" — verschmolzen. 
Nach der Amalgamierung be- 
hielt das Blatt seinen orthodoxen 
Charakter. Nahezu alle führen- 
den jiddischen Autoren der letz- 
ten sieben Jahrzehnte waren in 
den Spalten des "Tag" vertreten 
Schalom Asch, Schalom Alei- 
chim, Chaim Zhitlovsky, Chalm 




ren, denn es gibt rund 200 jüdi- 
sche Zeitungen in englischer 
Sprache. 

Es ist denkbar, dass das Ver- 
schwinden des "Tag" in der Sow- 
jetunion ein Gefühl der Schaden- 
freude auslöst. Die Russen könn- 
ten, auf die USA deutend, sagen: 
"Seht mal an, selbst dort stirbt 
das Jiddische. Was wollt ihr denn 
von uns?" 

Die Antwort darauf wäre: in 
der Sowjetunion wird das Jiddi- 
sche ermordet; in den USA be- 
geht es Selbstmord. Der Unter- 
schied kann uns nicht sehr trö- 
sten — aber er muss immerhin 

notiert werden. 

Richard Yaffe 



; 



DAVID BEN- GURION'S 



lODACI 

lonriL-i.. 



A PERSONAL 
HiSTORY 





He was witness to the emorgence of 
modern Israel. Indeed, he was a prime 
force in its rebirth. And now David 
Ben-Gurion becomes Israel's eloquent 
historian, in his "long-awaited book."* 

The former Prime Minister 'Covers a . 
tremendous amount of historic ground,"* 
from the tribe of Abraham four thousand 
years ago to the crisis-ridden present day. 

He teils of the rise of modern Zionism 
... the British Mandate years . . . the 
struggle for independence . . . the Sinai 
War. . . the Lavon affair. . . the Eichmann 
trIaI...andtheSix-DayWar. 

Inevitably.thc story of Israel is the 
Story of Ben-Gurion. What emerges, 
then, is a portrait of man and State that 
possesses Churchillian dimensions, 
Gauliist strength-and. above all, the 
Vision and purpose that are Ben-Gurion. 
'Püblishefs' Weckly 

A Sabra Book IVV Funk A Wagnalls, Inc. 

OlUrlbuled by Thomas Y. Crowell Company. 201 Park Avenue South, New York.N.Y. 10003 
AVAILABLE THROUGH "AUFBAU" BOOKS 
2121 Broadway, New York, N. Y. 10023 

•t the tpeciel priee •* »UOO for regulär edUlon — M$-0« for limited editlon 

plus 7% NYC §ale« U» 



An Ideal 
Gift 

Printed in English 
Regulär Edition 

$2000 

Limited Edition 

2,000 nunnbered copies, 

slipcased.on special slock 

and binding, 

signed frontispiece 

of Ben-Gurion $100.00 



A great chef 
shares his secrets in 

Splendid Fare 

THE 

ALBERT STOCKU 

COOKBOOK 

His oreatlons broiight famc to 
The Pour Seasons and to his 
own Stonehenge Inn In Con- 
necticut. He presents hl3 
ftnest dishes ^450 of them. 
Including specialtles from his 
native Switzerland) In reci- 
pes that can be prepared to 
perfectlon at hörne. 

Publ. Prlce $10.00 

Our Price Only 

.00 



$8 



Fritz Sänger 
siebzigjährig 

Zu Weihnachten konnte Fritz 
Sänger, bekannter Journalist, 
SchriftstellcT und Politiker, ei- 
ner der intelligentesten Köpfe im 
öffentlichen Leben der Bundes- 
republik DeutSiChland, seinen 
siebzigsten Geburtstag feiern. Er 
war von Hause aus Lehrer, wurde 
beim. Ausbruch des Dritten 
Reiches prompt aus dem Amt 
entlassen und fand, nach jahre- 
langer Arbeitslosigkeit, schliess- 
lich in der Redaktion der alten 
Frankfurter Zeitung Unter- 
schlupf, wo er bis zu deren Verbot 
blieb. Nach Kriegsende wurde er 
Chefredakteur einer Zeitung in 

dann, ab 



Greenberg Ephraim Auerbach, J949.„ ^'^ffLltJ'.^t'Jf. fdLf dt 
Glanz-Leyeles, Jacob Glatstem. 
Die jüdische öffentlichkeit ist 



eines weiteren jiddischen Organs 
beraubt worden, aber sie wird 



sehen Presse-Agentur (dpa), des 
massgeblichen und von ihm zu 
grosser Höhe geführten Nach- 
richtendienstes der gesamten 
deutschen Presse. Nach zehn 
Jahren schied er aus diesem Amt 
In London ist die in sozialisti- aus und widmete sich als soziai- 
schen Kreisen bekannte Publizi- demokratischer Bunde.'-tagsabge- 
stin Dr. Rita Rinden im 63. Le- ordneter ganz der Politik: ein 
bensjahr gestorben. In Südafrika kompromlssloser Kämpfer gegen 
geboren, lebte sie seit 1927 in Eng-! alle hitlerischen Überreste, ein 




land. In den Jahren 1935 bis 1938 
war sie Mitarbeiterin der Wirt- 
schaftsabteilung der Jewish 
Agency for Palestine und von 
1940 bis 1950 die Ge-schäftsführe- 
rin des Kolonialbüros der Fabian 
Society. Seit 1951 ist Rita Hinden 
die "ierausgeberin der Zeitschrift 
"Socialist Commentary" gewesen. 

egl. 



warmer Freund der jüdischen 
verfolgten und Emigranleii, ein 
Pionier fortschrittlicher Reform- 
ideen. 1969 liess er sich zu den 
Neuwahlen nicht mehr als Kan- 
didat aufstellen, ist aber Immer 
noch Mitarbeiter des sozialdemo- 
kratischen Parteivorstandes und 
aktiv publizistisch tätig. 

H.St. 



SIE SPAREN 

:t>/./U iah, 

$17.40 




l>ei swei 
Jahren 



fefenUber dem 
Elnzelverliaurspreis 



» GUTSCHEIN « 
NUR FÜR NEU- 
ABONNENTEN 



DAS SCHÖNSTE GESCHENK - 
EIN "AUFBAU'-ABONNEMENT 

Bitte senden Sie sofort kostenlos bis 
4 Februar 1972 den "Aufbau". Gleich- 
zeitig abonniere ich den "Aufbau" für 
1 Jahr $10.50 — 2 Jahre $19.00 



SÜDAMERIKA, ISRAEL und EUROPA 

für 1 Jahr. . $15.00 Q 2 Jahre $27.00 Q 



For NYC reildents add 7% »«lei tax. 
S«nd your ordtr with check to: 

AUFBAU BOOKS 

2121 BROADWAY 
NEW YORK, N. Y. 10023 









Name 

Strasse 

Wohnort Staat Zip Code 

Anbei mein Scheck n Moncy Order n 

Wir ienden in Ihrem Namen eine achöne Oeschenkkarte 

AUFBAU, Circulation Dept., 2121 Broadway 
New York, N. Y. 10023 



PER LUFTHANSA 

NACH EUROPA, ISRA EL 
UND SÜDAMERIKA*^ 




1^. 



.r^MMN 



«HMIM 



LAST MONTH 



i»'« August »»7« 



S M T W T 



r s_ 

12 3 4 5 6 7 

8 9 10 U 12 13 14 
15 16 17 18 19 20 21 
22 23 24 25 26 27 28 
29 30 31 




MONDAY 

27 

SEPTEMBER 



NEXT MONTH 



i»76 October i»^« 



S M T w T r s 



1 2 

3 4 5 6 7 8 9 

10 11 12 13 14 15 16 

17 18 19 20 21 22 23 

*5 25 26 27 28 29 30 



iz 






-ÄÄ^- 



^ 






p<^ *^^^ fy^C i •'*'- 



^ 



, \^ A. 



^^^, Jm^ ^ 



/^^i,r)iJi^ /r/y9 



V/.^ // 











t' 



7^/ (fZj 



The New York 
Public Library 

ASTOR. LENOX AND TILDEN FOUNDATIONS 



Call number 



: />P9,^ 



#^ 



Author or 
Periodical: 

Book Title: 



Date/Vol. No. 



/-:.:> ^i 



f 



'^/ 



f v 



^/ 



*- f 



r 






Correct and Legible Name and Address Required ' ' 



Name _ 
Address 
City 



y*^fi^^ 



^L£^ 



School or Business 



Zip 



\ 



form 29d 



MORGEN- JOURNAL vom 20. Maerz 192 5 



ueber OSKAR GOHN 



Auf einer Dinnerparty anlaesslich des Kongresses in Karlsbad 
gab er im kleinen Kreise ein Referat ueber die Lage der Juden 
in Russland und fuehrte u.a. aus: KKXXK«K)05XKXtKKXKtKXKKX^lOC5GfiMKKX 
XXXXS^XxrfcXXXtKX«MXXHKMi?XKtMK 
Ich bin Sozialist und Jude. 

Hiergekomen bin ich HiK in erster Linie als Sozialist 
innerhalb der Delegation, erstens um zu helfen^t^pd zweitens 
um die Uneinigkeit auf dem Gebiete der juedischen Hilfsarbeit 



zu beseitigen. 



- V^t 




y. z^r Jt'cA^^ c4^ciü -J^-o^^ 




JC-f'^^ 



^ 



^ &l.^ ^^-^^ ^ • 




7^ 



^ /u/^ 




/ 







.^/ 




W^/^ . 




^_^ 



-jo ^ - l ^ /l, a; i? .^x^; — __ £^^^_ 



2xr- j ■/ r 



•fi 





















^L. 




/. 


/ ^ ^/V 






^^*i^if^i 










^.x^., ^_^y/^^£. 




/^ 




3l..U^u2^ 



^i:^<^ 



1^ j ^ A 







/i^^A^J/'- ^^^^^^ 




t/f^yt./^ 



rtu^^ 



CCC4.^L^ 



jg^jwffwpaw 






/ 



^C^t^ 




^^/^./^^? A^^^ ^^^ "^^ 
/ 







/^^^'^4 ^^^ 




r 




^ 
>& ^ 



f7 ^>> 'y<^^ 



-*<t 




/ 






/ ^^ ^'^ p/^f^ /^^^^^^^^^ 




f 



^^ 







"'^ ^i i^i^ /^ fJl /^ 




</r//( 



't-tQ^'ü, ^-^^^ /^ii 






r^/ 




Hh ^-^ ^U /«ift^^ ^ / Är-.C^ »^k*-^ 



^/^^^ tfvU> ^ 



^2 



c^ 



WU 




/y/^ 



/. i, 2 ^AUji /L 



ß) /kl <^ V ^rf^ ef^^*^««^ t^ J^ ^ W > 






;^ 



it'^ ^ 



e.i^^**i 




^ 







Ui^-^t^ 



¥ 



,'> 



J/i^^ ^v"-^ ^./ /•^/' y2// <?-- ^"'^ ^z z;;^ 4>«?: 






v-JP'/' 







«- ■ •- — '■ y ^ "^^«^ T^ 









, ^^^^/^ 



*-< C^**C*^^ t^/t^ -^ 






^ 



>A ^ »i-J^ 









ä^-^ ^y'v^CC (yt^pi.^d' 



9-^. j" A r, /<> 



k/'/S /?C 






^, 



/ 



£^, 



/l^t 






' .■^ 



r 







.€^^^ 



f/ y ,^^ 






y 



^A.^.< 



!> 



4- 



V^*-X4. 



/ 



t^' 






r 



x< 



^ A 






^^•VC<(^ 



€^ 



>Cr^ ^^' ^f ^ 



x^) 



AÄ^ 



;^-r^' V ^"^^^ 



^ 




<_y^ 



^'^^ ^ *^fSiö5^ ^ V'^.,j^ /;/ "^i^^^^a^ 




J 



/ 






(< 



-O. 






c 



^ ^/ y <^ ^ '^' / y 



:X 



^yc-^,^.. 



_ — — 7^ p r 










'.•■*;>-" 







/ 



/UC4^/^UH^ 



^•^ 




^/t4t^A.<A*A0 "i^/u/i^Ut^ H^ /^^S'^^^ 



^^ ^4y ;'. ^^iU^^ 




€44* 



^0, 



'pt 



^ /t4U yfU ^44^4^, , 'Xß v/^<v^^? 



-^^t^/ff^, ^(4^, 



tU44i^ 









^^, 



'€^ 4^4* iU* 



^ P. /ü^QUii k4>^ a^"^*^ 



/ 






/ > V 










tÄ 



'tu^L^KA /^yf 




^i^ 'ik yi^^f^^'^^^2^ 






Tr r^. ^ 



■*-«. 1/ 



t^ 



'i 39-/ 



Ap^a 



^ M /U^La^—-^^^—^ 



/..A.^ 



/ 



•^■^ w' /h^i^,-^ h^<^_luii^^h^J^Z 



/^'^. ..^^^^^^ /«^t-.^4^ A'-^'^^ 



^'^ i^^^^-/ >i^^^-,^ ^.^ >^ 

/i#^^ ,yv^^L^ ^y^^ 



^>^ 




c^. 






^^c^M^- { ^/M>*^ ^ ^^'^ A^^^ 







^ 






^ ^^/ ^ 






M^ 







A 














;? /J' J'/' :7 /i^- /^ ■ /-^ 



A^^ f ''^ 






^, 



A'g^H,.--^ •'■^ 










^Vsji ^v^; <M^ 



/(/•./2. //'^/^ 






z^/:^ 



/^ /•^l^ 







^M*^ 



/f^i/^ ^1^^i4- ^^ 




rÜ^^*^ ^^'^ 



/ 










ERNPST HAMBURGER - River aide Drive 67 - New York. NY 10024 





Herrn Dr, Max Kreutzberger 
Casa Rober ta 
Via Traraentino 
CH-6600 Locarno/ 



28. Oktober 1975 

o / 



./ 




Lieber Kreutzberger, 

Nehmen Sie meinen besten Dank fuer Ihren Brief vom 
1. 01c?oS?. inzwischen haben Sie sich ja mit unseren 
Freunden in London getroffen. Von uns ^exden kann xch 
gesundheitlich nicht nur Gutes berichten. Mexne Frau 
feiSSt an zunehmender Arthritis. ^«^^.^^^"»^^J^f J;^^'^'' 
kann nur noch wenig ausgehen. Ich ««J^f J^^^^Jj'^J^. 
hintereinanderr zweimal eine Grippe, die mich sehr ge 
schwaecht hat. Dies ist aber jetzt ueberwunden. 

Die Arbeit macht uns trotzdem weiter Freude, und 
wir versuchen. Ben Weimar-Band zu foerdernj seine 
Fertigstellung wird aber noch lange Zeit in Anspruch 
neSSeS! wir hoffen, dass es auch Ihrer Frau gesundheit- 
lich gut geht und Ihnen beiden Locarno nach wie vor 
gut bekommt» 

was Oskar Cohn betrifft, so danke jc^^^^'^^J^^^^^^ 
Ihre ausfuehrlichen Mitteilungen. 0^°J^„^^,^^„^f^f °" 
des Judentums" sehr schludrig bearbeitet worden ist, 
hat es im Falle des Todesjahres von Cphn recht. Cohn 
ist ^ H. Oktober 1934. kurz nach Vollendung meiner 
6?. Sbens Jahres, in Genf gestorben, »^^s steht nicht 
im Widerspruch zu Ihren Erinnerungen. Es ist richtig, 
dass die üeberfuehrung von Genf »ach Palaestina erst im 
- • nr.^^ __aß-.n^4. ..^A ^^ <n r!i*»sftm Jahre m Daganian 
beig^se^zt w^^d^n^ist: "^ie Encyclopedia Judaica hat mit 
der Angabe des Sterbejahres. 1936, unrecht/ »^^ *"|^^1,,. 

des Dalums stammt von Dr. »f i"^°^^.<^°^"j .^^in ÄSeSuna' 
dem Sohn Oskar Cohns. den Sie 3= sicherlich in Palaestma 

gekannt haben. Br ist vor zwei Jahren gestorben. 






^ 



i 



mdt^ 



7//- 







-t 



.'f 



k 



liiii'^C. • 



u*^ 



d ? 



^ 



^yj^ 



fi^c^^ 



(//tlA!^ 



r.U 



/ 






^/<^.^ /^-«^ ^^ '^ /^'^< /^i^— 



/ 




4 t^ ■■— ^ 



,4_ ^er^^i^Z <^'<f a^-^i,- 



^^ Vi-- 






* SLI^^-^^ 





/ 



/ 




c 



Peter von Oertzen, Betriebsraete in der liovemberrevolution. (lieraus- 

gegeben von der Kormn.ission fuer Geschichte des Par- 
/ JJ la'..ientarisnius und der politischen Parteien. (Bd. 25) ^ 

/ /C^ Duesseldorf ^roste-Verlag")1965. -^ 

TD^ zz. E/^Slb, die Geschichte der Raetebewegung in der (^deutschen 

^ Revolution 1918/19, Duesseldorf 1954/ und f Die Ar^ 

beiterraete in ^er deutschen Innenpolitik 1918/19 
Duesseldorr 19627stellt fest,dass fuer die unteren 
Volksschichten, die neu politische Verantwortung 
trugen, die Raete nicht nur die einzig zur Terfue- 
gung st eh enaen, sondern auch die geeigneten instiui-ien 
te zur Erringung und zum Ausbau von Machtpositionen 
in der Verwaltung und damit zur Sicherung eines 
demokratischen Charakters der jungen Republik ge- 
wesen seien( S. 405,, 408). Aber Kolb bleibt vage 
weshalb und inwiefern die Raete eine solche Rolle 
spielen konntea. Sein Begrirf Demokratisierung der 
Verwaltung ist formal und erschoepft sich in der 
Vorstellung eines demokratischen Pairschubs in 
den preussischen Landratsaemtern. Die strukturellen 
Probleme der Demokratisierung und die Be eutung von 
Organen der direkten Demokratie, wie es die Raete 
waren, fuer ihre Loesung bleiben vo ellig ausser 
Betracht* 



f 




/* "D • 6 7» 



p. 82» 



p. 83. 



// 



Die einzige wirkliche Alternative zur buergerlichen Demokratie^' 
war nicht der Bolschewismus, sondern eine aur die- Raete ge- 
stuetzte soziale Demokratie. JA ^ ^ t 

Ende November 1918 kam es in zwei grossen Versammlungen der 
Berliner Arbeiterraete zu lebhaften Auseinandersetzungai mit 
den SPD Vertretern, die vor ueberstuerzten jüxperimenten (Kon- 
trolle der Produktion durch die Betriebsraete und Vorberei- 
tung der Sozialisierung) warnten. Angestelltenvertreter Julius 
Kali Ski und Cohen wurden Hauptsprecher der SPD Arbeiterraete 

/ ^ nr.. -•« 1 T/^ ■! -.^*,^^s «V "D/q o -:: lin -P . • W, Mn p1 1 PT* . 

\^* n. iw.ucxxcx , AJ>.ci-L OCX X c^wAi > ^^»w» — •^— « -- • > ■""' -„--. _j- - ^ 

S. EOl ff) .Auf der ersten Vollversammlung der Berliner 
Arbeiter-und Soldatenraete am 19#11. war das Auftreten der 
Linken •procner,R.Mueller,Daeumig,Haase,Ledebour , Liebknecht 

wenig ueberzeugend, radikale Allgemeinheiten. 
Die SPD Arbeiterraete, politisch der Partei treu, begannen in 
wirtschaftlichen Fragen eigne ^^ege zu gehen. Mn Teil von ihnen 
entwickelte unter dem .^uxXuös von J^.aliski und Cohen l S M) 
ein eigenes Raete-und Wirtschaftsprogramm, andere uebernahmen 
die Vorstellungen der USPD Raete oder entwickelten eigene, 

die auf derselben Linie lagen. 



IlM 



^m 







•p^^i^aBSPäR 






^{.T^-^% 



dAd^ 



von Oertzen 




p. 85 



Von Bolschewisten war nur Radek in Deutschland , Spartakus Ein- 
fluss auf die Arbeiter war sehr schwach, dem politischen Radi- 
kalismus seiner Anhaenger lagen die Probleme konkreter wirt- 
schaftlxcher Strukturveraenderung zu Beginn der Revolution rem. 




p. 113. Im Ruhrgebiet Streikbewegung im Januar 1919, vor allm Berg- 

arbeiter. Essener Arbeiter-und Soldatenrat , in aem SPD, uSP und 
KPD vertreten waren, beschloss am 9.1. die Sozialisierung des 
Bergbaus zu proklamieren. Verordnete Lohn-und Preiskontrolle, 
verlangte von i^etriebsleit^rn und Arbeitern Weiterfuehrung der 
Produktion. Ernannte einen SPD Juristen, den Landri cht er Rüb en 
zum Volkskommissar fuer die Vorbereitung der Sozi all sierung 
des Bergbaus, stellte ihm Beigeordnete der drei Parteien zur 
Seite. Konferenz in Essen am 13.1. aller Arbeiter-und Soldaten- 
raete des rheinisch-westfaelisc en Industriegebiets mit leil 
nähme von Vertretern aer Regierung und saemtlicher Gewerkschaften 
\ beschloss sofortige Sozialisierung des Bergbaus, nuben wurde 
1 als Volkskommissar bestaetigt. Une aus je drei Vertretern 

der drei Parteien zusammengesetzte Neunerkomnass^on" trat ihm 
zur Seite* 

p. 115 Am 22.1. schied R üben au s» die Arbeiter-und Soldatenraete er- 
setzten ihn durch Jen Komidunisten Dr. Julius i.archlewski (Larski) 
der voiksvircschaftlicher und Journalist scher Berater der Keu- 
p.121 nerkommission wurde, hüben hat in seinen Aeusserungen ueber die 
ff Arbeiterbewegung die drucEgreif ende Wirkung aer Sozialisie rungs- 
massnahmen betont und sich zum Verdienst angerechnet (Vorwaerts 






im n 
S7X ^1 



u,ixvu. 



ben, Parteitag in Weime^r 1919, S. 391) 



1 






P. 125 



Vertreter des reinen Ra^tesystems am linken Fluegel der USP, 
Daeumig, R. Mueller,W. Koenen,C. Geyer, otoecker,Brass ver- 
mochten nicht eine grosszuegige revolutionaere Politik zu- 
stande zu bringen. Im Ruhrgebiet war ihr Einfluss ohnehin 
nicht fest verankert. .Line planmaessige Leitung der Bewegung 
durch die Spartakisten hat es nie gegeben. 






^ 

/ 



p. 157 ff Cohen versuchte, die SPD aur ein naeteprogramm 

das die Grundsaetze der parlamentarischen Demokratie mit 
, wirklichem üiinfluss fuer die Raete vereinigte, gewann die Ber 

) liner SPD Arbeiterraete zeitweilig fuer seine Plaene, brachte 

diese unter dem Eindruck der grossen Streikbewegungen auf dem 
2. Raetekongress zur imn ahme, jedoch in der SPD Fraktion die- 
ses Kongresses nur eine knappe Mehrheit fuer Cohen , Minderheit 
fuegt sich dem Fraktionszwang, daher die Annahme aurdi den 
ganzen Kongress. Als Vorsitzender des Zentralrats der deut- 
schen Republik (spaeter Zentralrat der Arbeiterraete Deutsch- 
lands) ,bemuehte er sich, seine Ideen im SPD und bei Regierung 

durchzusetzen.Aber Weimarer Parteitag lehnte seine Plaene 
fast einstimmig ab und die SPD Arbeiterraete uebernahmen zu- 
nehmend die Gedanken des reinen Raetesystems und der Pro- 
dukt i onskont rolle • 






i^ 



I 






\ 



-2- 




/9 



I 



wäre B'-^ besser zu sannn "comperativ/aly respectable" ,oder einfach 'respectable ' , 
wobei las Hlort unter 'nführungszeichen gesetzt u/erden könnte. Uienn Sie aber 
meinen, daß das unnöt g ist oder Ihren Sinn entstellt, so können wir es 
auch einfach iDec^lasson und v/ersuchen, die dadurch entstandene Raumlücke 
pnciers auszufüllen, Jedenfalls ist die Sache nicht von prinzipieller Be- 
deutung, sondern zur ('eutlicheren Erklärung des \/on Ihnen Gemeinten. Es 
geschiüht oft, daß uns.ere alte Generation in ihrer Ausdrucksu/aise zuviel 
beim Leser voraussetzt. Die jüngere Generation weiß natürlich garnichts 
mehr von dem Charakter des Antisemitismus des Kaiserreiches und seines 
zumindest in der praktischen Politik doch sehr großen Unterschiedi^vom Anti- 
semitisnius der Mazizeit, 

Ähnliche Argumente haben mich beujogen, auf derselben Seite, Absatz 3, 
beim Obrigkeitsstaat die lljorte einzufügen "or so it seemed". Ich bin über- 
zeugt, daß in der populären Sprache die meisten Leser das Wort Obrigkeits- 
staat einfach identifizieren mit "autoritärem Regime", im Gegensatz zu 
Demokratie. Daher ujollLe ich andeuten, daß die Hoffnung von 1918, daß ein 
solches autoritäres Regime für alle Zeiten tot mar, sich nicht erfüllt hat, 
da ja nachher etiuas viil Schlimmeies kam als der kaiserliche Obrigkeitsstaat. 
Aber ich füge mich Ihr 3m 'iliunsch, Sie luerden uiohl nichts dagegen haben, daß 
ich hinter dem CJort 'Obrigkeitsstaat* einfüge "of the old order'; dies ist 
schon deswegen unet^läß lieh , lueil wir sonst eine Lücke im Text bekommen. 

Schließlich noch ein letz'er Punkt, betreffend Oscar Cohns Antrag 
auf minrierheitsschutz ^ür die Juden. In diesem Punkt glaube ich sind Sie 
im Unrecht; und Ihr Text luar auch nicht^ganz verständlich, ^ie ibirkliche 
tct^ Sachlage ist jedenfalls die, daß die liflfV^'^zioni s tische Organisation 

keine fY^inderheitsrecht^ für die Ou Jen forder ta.^f^'jjohl diu Zionistiache 
Theorie in Osteuropa dnmals die Forderung nach 'nationalen lYlinderheitsrechten 
zumindest in allen neunn Staaten zu einem Axiom erhoben hat, war man sich in 
Deutschland darüber kl^r, daß hier die objektiven Voraussetzungen für eine 
solche Forderung nicht vorliegen, "in solcher Antrag war auch ganz aussichts- 
los; und ausserdem wäre er bei den ieutschen Oudür so unpopulär geiwesen, daß 
es den Zionisten nur goschadat hätue. Oscar »John gehörte der kleinen Gruppe 
der Poale Zion an, dernn meist ost jüdische Führer ihm schon wegen ihrer 
theoretiGchen Scharf sinnigkeit maß jebend waren ur d dies veranlaßte ihn, 
einen selchen Antrag einzubringen. Es ist r^ber Tctsache, daß er damit keines- 
g j u;ego die Cesamthcit der Zionisten vertrat, sonuern nur eine ganz kleine 
/l ^if^''^\^ Gruppe, die daher auch unter den dnutschen Juden eine winzige Hflinorität 

darstellt^ Was Sie sonf t über dien i Sache sagen, ist volUommen zutreffend, 
aber d^e Darstellung der Tatsachen habe ich - übrigens Ihrem lüunsch gemäß - 
richtig gestellt/ und dfbei auch die etwas irreführende Ziffer von 10 000 
wegqelanen, bei der n^'cht klar war, worauf sie sich bezieht. Ich glaube, 
Sie könnnn in dieser Bt ziehung ganz beruhint sein, und ich weiß nicht, was 
Sie meinen, wenn Sie ein ITißfallen aus Jerusalem befürchten. "^ 

Ich weiß nicht, ob dieüe Bemerkungen Sie zufrieden stellen, lüenn 
^ liegend w^^lche Kleinigkeiten noch zl mac'ien sind, können wir das bei der 
UMvCw^^^,^*iel^^eiikor rektur tun, al~ ?r wie sie viellnicht selbst wissen, sind die Drucker 



O 
















^ 



fcTfnM^^'^ 








J^ 



^. /^^< / /4i 




■UJJ 



y / 



1-^ 



/ 



/? 



,:•;■'_,- j!2--** 



.^.- 



/ 






£V ^ Y^ ^' r - : 



^€ ^-? 



>^ 



f ■ ^«^v- /^ 






/' 



^^r 



z^.^/,, ^/^ ^^ _!„__.^e^d'^^ 



:-i^J^^ 



„<? ' 



/^^^J/!Le^ 



0'^ C" 






/, 



k*4^ä^ 



^■.^ 



'f 



i'" «'" 



7" 



t-' 



_^ 




/■^f f/<^ 



^. 



^ 









? 



'-^ 



zi^ 



^jß*%i — 









/ 



ri 



■fLi 



-f^ 






/ " r/ 



x^- 



s 







_r_AM^jl±^ 



'l^/A^i?!^^C-^'-^- '^ 



///. 



-A- 












r/' 



^:2l_- 






_£^ ^ 



r 7 







\AJt.^ 



— z^J j* — 



/ 



^f 



6a±^^^Jl--- 






•^ 



.r-"' 



Af^^, 






_A±lL±^ ^ 





/ f r-^-f'r 



» ' '^ ,; »V r ♦ " * .1 



///'?. ^A ^f_0^-tAj^^±j_^ 



^ 



4^r < ^ 



^j^/e 



4<r^ 



n -^ /^ A. 



. ^V<'<v' /^ 



./> 



^ 



^^ f N*^i- ^v 






/ 



/ 



l- , ^''^.^f21_-__^ "^ ^ ^ ^^ ^ 






'^ 






^<^^, 



/ 



o 

-> 



X/<.-" 



/ /"■ 



/. 



7 



/ 



// 



'Ä » -' 



/ 



^t::-^ 



;t;*^ftl 



t 







/ 



i / • 



)1^ 






.^^^ 



/y 



V 




4-^- 



/ 



^^^ t^-f ye 4 - 



-r 



^/^ 



_X£L_^-^ 



/ 




^ 



^■' 




/''' 



/ -." 



-^f 



1 ■ r r/ . 



<•;. 









^-'^^ 



;r^ 



V// 



/ * / 



U^ 



-^^ 



.f-^ 
i^ 



TT- 



/^. 



r-"^-?^,— :^' 



--r^ 



><^ . 



--'-^ 



^■■■ 



^ 



-T/U^ ^ f'^ 



v/f'^*-- 



r 

/ - 



y 



-A 



^v,.-Z^L-_^^^" 






V:,:v^__.^ 



« *" f' 






^ C^^_ £.^.^ ^ 







y 



^ i'Cf^ ^Xj 



/4^^ 






^ AP^^jt ^'^ J>7 ^^Z- 






^ 



^»4/ 



C^iUty- 



f^^ ^ J^^^^O^^^ 






'l4^^>^*t^C 



- J^Jl ^ r Ot\. ^'<^J^ vii. • di^.'t^//J^ ^YJ^ i^/r:<>^ -^*:.^*«<^i^5 






'^■/f ^ /^^^ j^ ^ "^ /^^*^^_a^ ^^ ^ '^'^^ (/ '^"^ -^-.f^ 



^^/ 



JX^ 



V ^ 



/' 



x/^r i^lu/ff^ /^U^^ ? /U€^ ^z^z:'7 Ä^^, 



icU a{a i/^A/" /" ^^€2^ ^u^^^-tiX'J 



'^ 






^x.. 



- A«? y / 



/-'/ ,<^ 



4 



/l 









-^^<wi^ iZ/^sr?--^- 






A^ ^ Au ^ >^ ^ ?yc*^<.*^ ^0^ ^ . ^'^^vfe^ 






V-^/ 







^ /cJ^ C^ 






T 








..X r /^ :^ 




^ 



y I 



/ 






-5» 



■K 










aus 




politik 
und 

geschichte 





beilage 

zur 

wodien 


r 


Zeitung 

djis Parlament 




Susanne Miller 




Gerhard A. Ritter 




Die November-Revolution 
1918 im Erleben und Urteil 


B 45/68 

9. November 1968 


der Zeitgenossen 
Eine Dokumentation 



Dr. Susanne Miller ist wissenschaftliche 
Referentin bei der Kommission für Geschichte 
des Parlamentarismus und der politischen Par- 
teien in Bad Godesberg. 

Professor Dr. Gerhard A. Ritter ist 
Ordinarius für Neuere Geschichte in Münster. 



Susanne Miller 
Gerhard A. Ritter 



Die November-Revolution 1918 
im Erleben und Urteil der Zeitgenossen 

Eine Dokumentation 



Herausgegeben von der Bundeszentrale für 
politische Bildung, 53 Bonn/Rhein, Berliner 
Freiheit 7. 

Redaktion: Dr. Enno Bartels 

Die Vertriebsabteilung der Wochenzeitung 
DAS PARLAMENT, 2 Hamburg 36, Gänse- 
markt 21/23, Tel. 34 12 51, nimmt entgegen: 

Narbforderungen der Beilage „Aus Politik und 
Zeitgeschichte"; 

Abonnementsbestellungen der Wochenzeitung 
DAS PARLAMENT einsdiließlich Beilage zum 
Preise von DM 9,— vierteljährlich (einsdiließ- 
lich DM 0,47 Mehrwertsteuer) bei Postzustel- 
lung; 

Bestellungen von Sammelmappen für die Bei- 
lage zum Preis von DM 5,29 zuzüglidi Ver- 
packungskosten, Portokosten und Mehrwert- 
steuer. 

Die Veröffentlichungen in der Beilage „Aus 
Politik und Zeitgeschichte" stellen keine Mei- 
nungsäußerung der herausgebenden Stelle 
dar; sie dienen lediglich der Unterrichtung 
und Urteilsbildung. 



Charakter, Bedeutung und historische Einord- 
nung der deutschen Novemberrevolution sind 
bis heute umstritten. Es fehlte nicht an Ursa- 
chen und Symptomen eines radikalen Um- 
bruchs: der militärische Zusammenbruch des 
Kaiserreichs; der Widerstand gegen die Fort- 
setzung des Krieges; die unerwartet harten 
Waffenstillstandsbedingungen der Sieger- 
mächte; die Absetzung der herrschenden Dy- 
nastien und deren widerstandslose Abdan- 
kung; die Übernahme der Staatsgewalt im 
Reich und in den Bundesstaaten durch vor- 
wiegend sozialdemokratische „Volksregierun- 
gen" und deren weitreichende sozialpohtische 
Maßnahmen; die spontane Bildung von Arbei- 
ter- und Soldatenräten im ganzen Reichsgebiet; 
eine bis dahin in Deutschland unbekannte Lei- 
denschaftlichkeit m der Di:imonstration politi- 
scher Stimmungen und Forderungen durch die 
in Bewegung geratenen Massen. Von diesen 
revolutionierenden Erscheinungen blieben je- 
doch entscheidende Machtpositionen unbe- 
rührt; Herrschaftsverhältnisse wurden modifi- 
ziert,' ohne grundlegend verändert zu werden: 
In den Reichsämtern und in den Ministerien 
der Einzelstaaten, in den Landratsämtern und 
in den Kommunalverwaltungen, in der Justiz 
und, vor allem, im Heer und in der Marine 
waiteten die Männer des Kaiserreichs weiter 

inres A.uui>; iii der v^ütodct^., ufi - 

und beim Großgrundbesitz wurde das Privat- 
eigentum — abgesehen von vereinzelten, 
sofort rückgängig gemachten eigenmächtigen 
Eingriffen von Arbeiter- und Soldatenräten — 
nicht angetastet; die schon in der ersten Phase 
der Revolution erfolgte Ankündigung der 
Einberufung einer verfassunggebenden Natio- 
nalversammlung und von Landesversammlun- 
gen deutete — trotz grundlegender Demokra- 
tisierung des Wahlrechts — auf eine gewollte 
Kontinuität der politischen Willensbildung 
und Strukturen hin; die bürgerlichen Parteien 
und ihre politischen Führungsgruppen wurden 
zwar vorübergehend im November 1918 m 
den Hintergrund gedrängt, aber nicht dauernd 



Einleitung 

abgelöst. Angesichts der zwiespältigen We- 
senszüge, die die neugeschaffene Republik 
damit von vornherein erhielt, ist es verstand- 
lich, daß schon sehr früh die Frage gestellt 
wurde, ob man ihre Geburtsstunde überhaupt 
als eine Revolution bezeichnen könne. 

Dennoch kann kein Zweifel darüber bestehen, 
daß im Bewußtsein der Miterlebenden jene 
Tage und Wochen einen tiefen Einschnitt in 
ihrem Leben bedeuteten. Sie empfanden ihn, 



INHALT 

Einleitung 

A. Zum Ausbruch der Revolution 

B. Schilderung, Bekenntnis und Reilexiön 

I. Arbeiterbewegung 
IL Bürgerliche Politiker und Publizisten 

III. Offiziere 

IV. Das geistige Deutschland 

V. Das Lager der Gegenrevolution 

Zeittafel 



je nach Standort, als eine Bedrohung oder 
als eine ChancP für ihre persönliche Existenz 
und für die der größeren Gemeinschaft, in die 
sie hineingestellt waren oder der sie sich durch 
eigene Entscheidung verbunden fühlten. 

Für die führenden Kreise des deutschen Kai- 
serreichs bedeuteten die Novemberereignisse 
und ihre Folgen den Zusammenbruch einer 
Welt, in der der einzelne seinen Platz hatte — 
einer Welt, die sie, trotz gelegentlicher Be- 
denken gegen Einzelerscheinungen, bejahten 
und die sie zu erhalten oder zu restaurieren 
hofften. Mit dem Erlöschen des Bismarckrei- 
ches waren die Wertmaßstäbe, an denen sidi 
seine Zeitgenossen — seine Repräsentanten 
und Nutznießer, weitgehend aber auch seine 
Kritiker und Opponenten — orientiert hatten, 

B 45 



1 - jf ^i*^*"^ 



unwiderruflich erschüttert. Die persönliche 
Krise, in die der einzelne damit geraten war, 
drückte sich einerseits in bitterer Enttäuschung 
und tiefer N iedergeschlagenheit aus, anderer- 
seits in dem Versuch, das Alte, das sich nicht 
als tragfähig erwiesen hatte, zu reformieren 
und mit dem Neuen zu verbinden, überlieferte 
Werte, die man weiterhin als gültig betrach- 
tete, wollte man in die neue Zeit hinüberret- 
ten. Aus der Verwurzelung in diesen Werten 
und dem Wunsch, einen völligen Bruch von 
Vergangenheit und Gegenwart zu verhindern, 
erwuchs vielen an verantwortlicher Stelle Am- 
tierenden, insbesondere Beamten und Offi- 
zieren, das Gefühl der Verpflichtung, „sich zur 
Verfügung zu stellen". Das hieß, auch unter 
den veränderten Verhältnissen weiter seinen 
Dienst zu versehen, schon um Schlimmeres 
oder das Schlimmste — das Absinken in den 
Bolschewismus oder ins Chaos der Anarchie — 
zu verhüten. 

Die bürgerlichen Schichten Deutschlands be- 
antworteten jene Umbruchzeit des Winters 
1918/19 mit sehr differenzierten Reaktionen. 
Nicht bei allen überwog das Gefühl der Re- 
signation und der sich schmerzlich abgerunge- 
nen Anpassung an das Unvermeidbare. Viele 
geistig führende Köpfe sahen hoffnungsvolle 
Ansätze, waren bereit, sich freimütig und 
schonungslos über die wahren Ursachen des 
deutschen Zusüninienbi uchs Klarheil zu ver- 
schaffen und aus ihrer Erkenntnis Konsequen- 
zen zu ziehen. Sie waren gewillt, den neuen 
Kräften eine Chance zu geben und sie aus 
innerer Überzeugung oder doch aus Furcht 
vor einer Spaltung der Nation bei einer 
monarchischen Restauration zu unterstützen. 
Dies gilt für eine Reihe bedeutender Gelehr- 
ter, Schriftsteller und Publizisten. Für Dichter 
und Künstler eröffnete das Ende des vierjähri- 
gen Völkermordens und der Ausbruch einer 
vom Volk getragenen revolutionären Bewe- 

der die Kluft zwischen Macht und Geist über- 
wunden sein, in der zwischen Volk und Kunst 
das Verhältnis wechselseitiger Befruchtung 
bestehen werde, über den Nöten und Widrig- 
keiten dieser Novembertage erhob sich für 
sie die Vision einer heraufkommenden Zeit, 
in der die bisherige Herrschaft von Gewalt 
und Geld durch die der Vernunft, der Mensch- 
lichkeit und der Schönheit abgelöst werden 
würde. 

Am anderen Rande des Spektrums stehen die 
uneingeschränkten, grundsätzlichen Gegner 
der Revolution; auch unter ihnen waren viele 
Vertreter des geistigen Deutschland. Sie wa- 
ren höchst unterschiedlich in ihrem sozialen 
Status, aber auch in ihrer Bewußtseinslage und 



in ihrer Zielsetzung. Die einen wollten als 
Anhänger und Vertreter des ancien regime 
einfach die Uhr zurückdrehen, das Deutschland 
des Bismarckreiches wiederherstellen oder die 
eingetretenen Veränderungen nicht wahr- 
haben. Die anderen, aktive Keimzellen der 
nationalsozialistischen Bewegung, bekämpften 
nicht nur die Revolution, sondern haßten auch 
das ancien regime. Sie waren völkisch-deutsch, 
rassisch-antisemitisch, antiliberal, hielten 
westliche demokratisch-parlamentarische Vor- 
bilder für dekadent und dem deutschen Wesen 
unangemessen. Von einem mystifizierten Ge- 
meinschafts- und Fronterlebnis ausgehend, 
verdammten sie die Revolution als Verrat am 
Blutopfer von Millionen deutscher Soldaten. 

Keine der hier im Groben skizzierten Gruppen 
bestimmte nach außenhin das Gesicht der No- 
vemberrevolution. Ihr Träger, wenn auch nicht 
ihr Urheber, war die deutsche Arbeiterbewe- 
gung. Die Revolution war ein spontanes Er- 
eignis, nicht das Ergebnis von Planung und 
Organisation. Es waren aber die Vertreter der 
organisierten Arbeiterschaft, die — wie Otto 
Wels auf dem Parteitag der SPD im Juni 1919 
sagte — ihr „Ziel und Richtung' gaben. Dies 
darf allerdings nicht in dem Sinne verstanden 
werden, als habe der Verlauf der Revolution 
den Intentionen der Arbeiterführer und -mas- 
sen entsprochen — qanz im Gegenteil! Ahpr 
die positiven, fortwirkenden Resultate dieser 
Revolution: die Schaffung sozialer Einrichtun- 
gen, die Demokratisierung der staatsrechtli- 
chen Grundlagen der Republik und die Be- 
wahrung der Einheit Deutschlands — all dies 
entsprang der Initiative der Sozialdemokratie 
und der Gewerkschaften sowie der in deren 
Tradition verwurzelten Arbeiter- und Solda- 
tenräte. Die Revolution wurde von der Arbei- 
terbewegung begrüßt in der Hoffnung, nun 
ihre jahrzehntelang verfochtenen Ideale und 
Forderungen verwirklichen zu können. D/> 
Tage um den 9. November sind gekenn- 
zeichnet durch die Begeisterung der verschie- 
denen Gruppen der Sozialisten für die im 
Kriege verlorene Einheit der Arbeiterbewe- 
gung. Sehr bald aber taten sich tiefgehende 
Differenzen wieder auf, die Aussicht auf 
organisatorische Einigung schwand, und um 
die Jahreswende war auch das Regierungs- 
bündnis zwischen Mehrheitssozialdemokraten 
(SPD) und Unabhängigen (USPD) zerbrochen. 
Um diese Zeit spaltete sich der radikale Flügel 
der USPD, der Spartakusbund unter Rosa 
Luxemburg und Karl Liebknecht, als Kommu- 
nistische Partei Deutschlands organisatorisch 
ab. Eine weitere Polarisierung der Kräfte, die 
in der ersten Januarhälfte im Berliner Sparta- 
kusaufstand gipfelte, war die Folge. Auf dem 



B 45 



linken Flügel herrschte tiefe Erbitterung gegen 
die Mehrheitssozialdemokraten, deren Regie- 
rungsführung die Hoffnungen derer ent- 
täuschte, die sofortige grundlegende Änderun- 
gen der Macht- und Besitzverhältnisse erwar- 
tet hatten. Und auch bei den Mehrheitssoziali- 
sten setzte Ernüchterung und Niedergeschla- 
genheit über die objektiven Schwierigkeiten 
ein die ihrer Politik einer inneren Befriedung 
des Landes, einer Versöhnung mit den Feind- 
mächten und einer wirtschaftlichen Gesundung 
des ausgebluteten Reiches im Wege standen. 
Während der Ausbruch und die erste Phase 
der Revolution fast frei waren von Gewalt- 
tätigkeiten, stand ihr weiterer Verlauf im Zei- 
chen blutiger Zusammenstöße zwischen radi- 
kalen Gruppen und Massen auf der einen und 
regierungstreuen Truppen, großenteils Frei- 
korps unter dem Kommando früherer kaiser- 
licher Offiziere, auf der anderen Seite. Die 
Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa 
Luxemburg durch Angehörige der Garde- 
kavallerieschützendivision belastete die Re- 
gierung Ebert selbst in den Augen ihrer An- 
hänger. 

Die im folgenden vorgelegte Auswahl von 
Zeugnissen soll einen Eindruck vermitteln von 
den Stimmungen und Überlegungen, mit denen 
Zeitgenossen auf die historischen Ereignisse 
reagierten. Viele dieser Zeugnisse sind unmit- 
telbar im Anschluß an das Erlebte entstanden, 
andere in der Distanz der Rückerinnerung. 
Mit dieser Auswahl einen wirklichen reprä- 
sentativen Querschnitt durch das deutsche 
Volk zu gewinnen, konnte nicht gelingen, 
denn die Überlieferung ist ungleichmäßig ver- 
teilL über die Reaktionen der einfachen Sol- 
daten, Arbeiter, Bauern oder Hausfrauen feh- 
len uns Berichte. Die zu Worte kommen, sind 
Menschen, die ihre Erlebnisse und Gedanken 
zu Papier gebracht haben. Es waren Manner 
und Frauen meist in herausgehobenen Stellun- 
gen die dank ihrer Personiicnkeit und dues 
Am'ts für einen größeren Personenkreis spra- 



chen und diesen ihrerseits wiederum be- 
einflußten. 

Die Einteilung in Gruppen, die bei der nach- 
stehenden Zusammenstellung getroffen wurde, 
ergab sich — abgesehen von den ersten Do- 
kumenten, die vom Ausbruch der Revolution 
handeln — aus der beruflichen Position und 
dem politischen und persönlichen Standort der 
jeweiligen Verfasser. Wir sind uns jedoch be- 
wußt, daß solch eine Einteilung nur eine Hilfs- 
konstruktion ist, deren Linien verschiebbar 
bleiben. Das liegt einmal daran, daß die Gren- 
zen zwischen den Gruppen oft fließend sind, 
dann aber auch an der Wandelbarkeit des 
individuellen Urteils und Verhaltens. Ein ein- 
drucksvolles Beispiel dafür ist Gustav Strese- 
mann, der mit zwei Äußerungen vertreten 
ist: einer vorsichtig-abwartenden, unmittelbar 
nach Ausbruch der Revolution, und einer 
scharf ablehnenden, zwölf Monate danach, die 
ihn als Gegner der Revolution kennzeichnet, 
obwohl er in seiner späteren Tätigkeit als 
Reichskanzler und Außenminister durchaus als 
„Vernunftrepublikaner" — um einen von 
Friedrich Meinecke geprägten Begriff zu ver- 
wenden — wirkte. 

Die Realität der Revolution in all ihrer Kom- 
plexität und Tragweite für das Schicksal der 
ersten deutschen Republik spiegelt sich in den 
Erlebnis- und Stimmungsberichten derer wider, 
die nicht nur Zeugen, sondern auch unmittel- 
bar Beteiligte waren. Ihre Aussagen, zusam- 
men gesehen, geben vielfach ein zutreffende- 
res Bild dieser Realität als es durch distan- 
zierte Darstellung und sachliche Analyse 
erfaßt werden könnte. 

Zur Technik der Edition ist zu bemerken, 
daß Auslassungen der Herausgeber durch 
eckige Klammern und drei Punkte [. . .] ange- 
deutet werden. Kurze, zum Verständnis not- 
wendige Zusätze der Bearbeiter im Text 
einer Quelle wurden ebenfalls in eckige Klam- 
mern gesetzt. Die Fußnoten stammen von den 
Bearbeitern. 



B 45 




A. Zum Ausbruch der Revolution 



Die Meuterei in der Marine 

Der im folgenden mit geringen Kürzungen 
wiedergegebene Brief eines nicht genannten 
Marinesoldaten über die Vorgänge in der 
Flotte am 31. Oktober 1918 wurde der in So- 
lingen erschienenen sozialdemokratischen 
„Bergischen Arbeiterstimme" von einem Leser 
aus Burscheid zur Verfügung gestellt. 

Hoffentlich kommt dieser Brief nicht in un- 
rechte Hände. Also es sind große Dinge pas- 
siert bei der Kaiserlichen Marine. Sämtliche 
Linienschiffe und Panzerkreuzer meutern. 
[. . .] Wir waren mit unserer Flottille eine 
Zeitlang draußen und hatten in der Nordsee 
aufgeklärt, waren verschiedene Male mit dem 
Engländer zusammen und merkten auch an 
sonstigen Anzeichen, daß etwas im Gange war. 

Als wir nun vor einigen Tagen einlaufen woll- 
ten, sahen wir, daß vor der Wilhelmshavener 
Einfahrt die ganze deutsche Flotte mit sämt- 
lichen großen Schiffen und Torpedobooten vor 
Anker lag, und wir mußten uns ebenfalls dort- 
hin legen. Alles war erstaunt, niemand wußte 
Genaues. Plötzlich hieß es, der Flottenchef 
will in der deutschen Bucht Flottenmanöver 
machen. Auf den plumpen Blödsinn fiel natür- 
lich keiner herein. Man bedenke aber auch 
diesen Unsinn, jetzt — mitten in der Krisis — 
ein großes Flottenmanöver abzuhalten. 

Der erste „Seeklar "-Befehl war nun auf Mitt- 
wochnacht festgesetzt worden, wurde aber 
dann plötzlich auf Donnerstag verlegt. Wir 
auf den abseits liegenden Booten wußten nicht, 
was los war, man hörte wohl etwas munkeln 
von Meuterei und Aufruhr, aber man glaubte 
es nicht. Gestern hieß es nun plötzlich: „,B 97' 
und ,B 112' (ein anderes Boot von unserer 
Halbtiottille) stehen von Ö Uhr an zui Vex- 
fügung. Chef des 1. Geschwaders." Wir gingen 
um 8 Uhr längsseits von S. M. S. „Ostfries- 
land", worauf sich der Chef des 1. Geschwa- 
ders befindet, der dann bei uns an Bord stieg. 
Wir wußten nun noch immer nicht, was wir 
von der ganzen Sache halten sollten, bis dann 
unser Halbflottillenchef die ganze Besatzung 
im Wohndeck antreten ließ. Dann hat er uns 
eine Rede gehalten, die ich in meinem Leben 
nicht wieder vergessen werde. Es wäre etwas 
Trauriges passiert, auf allen Geschwadern 
hätte die Besatzung verschiedener Schiffe den 
Gehorsam verweigert. Als die Flotte auslaufen 
sollte, hätten die Mannschaften den Feuer- 
löschapparat angestellt, so daß in allen Kes- 
seln das Feuer ausging. Bei jedem „Seeklar"- 



Befehl hätten sie dasselbe gemacht und infolge- 
dessen das Auslaufen der Flotte verhindert. 
Man fragte sie nach dem Grund, worauf sie 
antworteten, sie würden sonst keinen Befehl 
verweigern, aber unter keinen Umständen 
auslaufen. Sie wollten den Verzweiflungs- 
kampf der deutschen Flotte nicht mitmachen. 
An höherer Stelle sagte man sich, ehe wir die 
Flotte ausliefern, setzen wir alles auf eine 
Karte. Lieber lassen wir alles kurz und klein 
schießen, ehe wir dem Engländer unsere 
schöne Flotte ausliefern. Und wie auch der 
Kommandant S. M. S. „Thüringen" sagte: 
„Wir verfeuern unsere letzten 2000 Schuß und 
wollen mit wehender Flagge untergehen." 
Darauf haben sie (die Soldaten) zu ihm gesagt, 
er solle allein losfahren, und nun ging der 
Krach los. Auf „Thüringen" und „Helgoland" 
vom 1. Geschwader war es am schlimmsten. 
Die Meuterer hatten sich im Vorschiff ver- 
barrikadiert. Auf „Helgoland" hatten sie drei 
Geschütze besetzt. Die Rede, die unser Halb- 
flottillenchef hielt, kann ich hier nicht aus- 
führlich schreiben, er teilte uns nur mit, 
daß wir vom Befehlshaber der Torpedoboote 
dazu bestimmt seien, hier wieder Ordnung zu 
schaffen, und falls es die „Pflicht" erfordern 
sollte, müßten wir die Waffen gegen die eige- 
nen Kameraden erheben. Wie uns zumute 
gewesen ist, kann ich keinem Menschen erzäh- 
len. 

Wir machten unsere Maschinengewehre, un- 
sere Geschütze und Torpedos klar und fuhren 
etwa bis auf 200 Meter an die „Thüringen" 
heran. Inzwischen war aus Wilhelmshaven 
ein Dampfer mit 250 Marineinfanteristen ein- 
getroffen, die die Aufrührer wegtransportieren 
sollten. F^ils sich nun dif^selb^^r« urpinpm soll- 
ten, den Dampfer zu betreten, sollte „B 97" 
dazwischenschießen. 

Lieber Papa, wenn Du wüßtest, wie es mir 
zumute gewesen ist, als wir die Kanonen auf 
unsere Kameraden gerichtet hatten, welche 
ohnmächtige Wut ich hatte. Was sollten wir 
auch machen, es kam ja alles so plötzlich, 
keine Verständigung mit anderen Booten, kei- 
ner, der uns den Rücken deckte. Aber wir 
hofften ja immer noch, daß die Sache gut ab- 
laufen könnte. Endlich nach einer Stunde ga- 
ben die Aufständischen ihre Sache auf und 
zeigten durch die Bullaugen die Rote-Kreuz- 
Flagge. Sie ließen sich dann, ungefähr 



600 Mann, ruhig an Bord des Dampfers brin- 
gen. Uns fiel ein Stein vom Herzen, es hing 
an Haaresbreite, und wenn wir auch niemals 
auf unsere Kameraden geschossen hätten, auf 
uns waren von der Helgoland drei 15-Zenti- 
meter-Geschütze gerichtet, und wenn nur ein 
Schuß von uns gefallen wäre, von „B 97" wäre 
kein Holzsplitter mehr übriggeblieben. 

Ich werde den 31. Oktober in meinem Leben 
nie vergessen, es war tausendmal schrecklicher 
wie bei Oesel oder im Kanal. 

Auf der „Helgoland" und den andern Schiffen 
hatte sich der Tumult inzwischen etwas gelegt. 
Den Zweck haben sie ja erreicht, die Flotte 
wird in der nächsten Zeit nicht auslaufen, und 
wenn wir jedenfalls auch darunter leiden müs- 
sen, aber unsere Zeit kommt bald oder der 
Friede muß bald kommen. Sonst machen wir 
ihn uns selber. Die Marine macht nicht mehr 
mit — wenn nur die Armee und das Volk 
bald folgt. {. . .] 

So, lieber Papa, das ist nun, was ich Dir vor- 
läufig mitteilen kann. Beunruhigt Euch nun 
nicht, wenn's auch etwas drunter und drüber 
geht. Totschießen lassen wir uns nicht mehr 
die letzten Tage. 

„Bergische Arbeiterstimme' Nr. 266 vom 
12. 11. 1918. 



Karl Alexander von Müller 

1882—1964, Historiker und Publizist, Professor 
für Bayerische und Deutsche Geschichte an der 
Universität München. 1936—1944 Präsident 
der Bayerischen Akademie der Wissenschaf- 
ten. 

Ich ging unmittelbar nach dem Essen auf die 
Theresienwiese [München]. Es war ein schö- 
ner, warmer Herbsttag, friedlich gedämpftes 
t;^u* v;k^t. Hör Ravaria lind den alten Türmen 
der Stadt. Als ich gegen halb drei Uhr von der 
Paulskirche herkam, war das weite Wiesen- 
oval, das sonst nur zu den fröhlichen Zeiten 
des Oktoberfestes von lauten Buden und Men- 
schenmengen belebt war, noch beinahe leer-, 
erst die vordersten Züge der geschlossen an- 
rückenden Gewerkschaften begannen rings an 
den Einmündungsstraßen sichtbar zu werden. 
Aber am westlichen Wiesenhang, vom alten 
Schützenhaus bis zur Ruhmeshalle hinüber, 
standen, je einige hundert Schritt voneinander 
entfernt, schon drei, vier dunkle Menschenhau- 
fen, wie einzelne Bienenschwärme, um rote 
Sowjetfahnen — die ersten, die ich in meinem 



Leben sah — geschart, alle Köpfe nach innen 
gewandt. Näherkommend vernahm ich bald die 
gellenden Stimmen der Redner, die auf Tischen 
und Stühlen in jedem solchen Stoßtrupp 
schrien, und sah unter diesen, neben vielen Sol- 
daten, die ungewohnten Uniformen von Matro- 
sen—wie Sturmvögel der Revolution schienen 
sie damals Übernacht ganz Deutschland zu über- 
fliegen. Inzwischen rückten, pünktlich und nach 
der Schnur wie auf dem Kasernenhof, die er- 
sten Züge der Mehrheitssozialisten auf die zu- 
gewiesenen Plätze heran. Aber ihr Aufmarsch 
wurde verwirrt. Die vordersten Abteilungen, 
die in die Nähe des Hanges kamen, wurden 
unaufhaltsam von den Eisnerschen Rednern an- 
gezogen. Man sah die Ordner vergeblich hin 
und her eilen; Erhard Auer*), der versuchen 
wollte, die strömende Menge aufzuhalten, 
mußte den Versuch aufgeben; bald war der 
ganze Hang von ungeordnet wimmelnden Mas- 
sen erfüllt: und schon gab Eisner das Zeichen 
zum Aufbruch. 

Seine Haufen setzten sich nach oben, zu der 
Hangstraße, in Bewegung, einige tausend Hö- 
rer mit sich reißend. Eh' ich mich's versah, 
war ich selbst von der wild einherbrandenden 
Menschenwoge umspült und von ihrem Stru- 
del verschlungen. „Auf geht's! In die Kaser- 
nen! In die Gefängnisse! In die Lazarette!" 
Fanatische blasse Gesichter unter Arbeiter- 
und Matrosenmützen, viele aufgeregte Halb- 
wüchsige, derbe Frauen, denen die gelösten 
Haarsträhnen um Gesicht und Schultern flo- 
gen. „Tuileriensturm" *) dachte der Histori- 
ker. Es gelang mir, eine Welle zu benützen, 
die mich hart an die Gitterstäbe des Sdiützen- 
kellers warf, um mich zwischen Mauer und 
Masse eingeklemmt festzuhalten, bis die vor- 
beirauschende Flut um die nächste Ecke, auf 
die sogenannte Schwanthalerhöhe, abgeflossen 
war. Mittlerweile hatten unten auf der Wiese 
die Mehrheitssozialisten ihre treugebliebenen 
Massen — die sichersten Schätzungen schwan- 
ken zwischen vierzig- und sechzigtausend De- 
monstranten — allmählich wieder In Ordnung 
gebracht; Auer und die andern Redner ergrif- 
fen das Wort, die vorgeschlagenen Resolutio- 
nen wurden angenommen, und dann marschier- 
te alles in langen wohlgebildeten Reihen ru- 



1) Mehrheitssozialist, Innenminister in der Regie- 
rung Kurt Eisner. 

2) Palais des Tuileries, ehemaliges Schloß der frwi- 
zösisdien Köniqe in Paris, Anspielung auf die Er- 
stürmung der fuilerien durch revolutionäre Pariser 
Massen am 10. August 1792. 

B 45 



B 45 



TTr^Ti»"." 









rück durch die Stadt zum Friedensengel, wo 
die feierliche Schlußkundgebung anberaumt 
war. 

Als ich gegen sechs Uhr durch die sonntäglich 
stillen Straßen nach Hause kam, fand ich vor 
meiner Wohnung einen alten Schulkamera- 
den auf mich wartend, der vor kurzem als 
Hauptmann aus Südrußland zurüdtgekehrt 
war. Er war in erschreckender Erregung. .Ihr 
wißt ja alle nicht, was vor sich geht"! rief er 
mir zu. „Das ist der Bolschewismus! So fängt 
es an. Und wenn man ihm hier, im ersten An- 
fang, nicht die Kehle zudrückt, dann ist es zu 
spätl Ich habe docii alles in Rußland erlebt. Zu 
spät!" Er beschwor mich, die obersten Stellen 
müßten ins Bild gesetzt, zum raschesten Han- 
deln gebracht werden; er sei bereit, mit jeder 
zu sprechen, sie mit seinen Erfahrungen aufzu- 
rütteln. Aber zu wem? Während wir in die 
Stadt aufbrachen, entwickelte ich ihm kurz, 
warum ich zu den Ministerien kein Vertrauen 
mehr hätte; der König sei zu konstitutionell, 
um die Zügel an sich zu reißen; ich riet zur 
Kirche, zum Kardinal. Aber am erzbischöflidien 
Palais — so ausgestorben schien rings die 
stumme Straße und so blaßerregt mein Ge- 
fährte — erfuhren wir, der Kirchenfürst sei 
erkrankt, der Arzt habe unbedingte Ruhe vor- 
geschrieben. Es mochte inzwischen halb sie- 
ben, sieben Uhr geworden sein. Idti gab mei- 
nem Freund eine Empfehlung an einen Präla- 
ten im Ordinariat und ging selbst ins nahe 
Kultusministerium. 

Der wohlbekannte breite Klostergang, den ich 
vor fünfundzwanzig Jahren als Knabe an der 
Hand meines Vaters betreten hatte, lag dämm- 
rig in tiefem Frieden. Auch hier war das ganze 
Haus wie ausgestorben, alle Beamten bereits 
nach Hause gegangen. Der Minister sei viel- 
leicht noch im Landtag oder in einer Minister- 
ratssitzung; nur ein alternder Offiziant war im 

\r .;, — ,^^_ J^^ ,^r^i-r\ '\T-:%i-n-r oinc* niiq At^r Po- 

lizei mitübernommen hatte. Vor kurzem, er- 
zählte er, seien Pöbelhaufen drüben vor der 
Residenz erschienen und hätten geschrien: 
„Nieder mit dem König! Nieder mit dem Milli- 
bauerl Wir brauchen keinen König mehr!" 
Aber sie seien wieder abgezogen. „Was glau- 
ben Sie denn, daß das noch wird, Herr Dok- 
tor?" Wie ich die breite Treppe wieder hinab- 
stieg, kam er mir noch einmal nachgeeilt, um 
mir die Hand zu drücken: „Das wenn Ihr Vater 
hätte erleben müssen!" Er hatte Tränen in den 
Augen. Mir war zu Mut wie bei einem Ab- 
sciiied vom alten Bayern, in dem ich aufge- 
wachsen war, von der alten Zeit. 

Durch den dunklen Kuhbogen und die schmale 
Gasse hinter dem schönen Preysingpalais sab 

B AS 



ich zur Residenz, über ein Menschenalter lang, 
soweit meine Erinnerung zurückreichte, war 
hier, zwischen den beiden Bronzelöwen, unter 
dem Erzbild der Patrona Bavariae, jeden Mit- 
tag mit klingendem Spiel eine Kompanie des 
Leibregiments zur Wache des Königshauses 
aufgezogen. Nun, am ersten Tag meines Le- 
bens, da das Königshaus wirklich des Schutzes 
bedurft hätte, fehlte sie. Dunkel lag der Wach- 
raum, leer standen die Gewehrständer neben 
der leeren Fahnenöse. Die mächtigen Renais- 
sanceportale rechts und links davon waren ge- 
schlossen — Festung oder Gefängnis? Nur das 
ewige Licht unter der Mutter Gottes leuchtete 
wie immer aus seiner roten Ampel 
Müller, Karl Alexander von, Mars und Venus. 
Erinnerungen 1914—1919, Gustav Kippler, 
Stuttgart 1954, S. 265—267. 

Wilhelm Bios 

^849—1927, seit 1872 Mitarbeiter und Redak- 
teur sozialdemokratischer Zeitungen, Verfas- 
ser populär-historischer Werke, Reichstagsab- 
geordneter der SPD seit 1877 (mit einigen Un- 
terbrechungen), 10. 11. 1918 Ministerpräsident, 
8. 3. 1919—6. 6. 1920 Staatspräsident von Würt- 
temberg. Seine Frau Anna (1866—1933), von 
Beruf Lehrerin, war ebenfalls politisch und 
schriftstellerisch tätig; sie wurde 1919 Mitglied 
der Deutschen Nuliunulveiäammlang. 

Am Abend des 8. November befand ich mich 
in dem Restaurant Friedrichsbau 5^) und Im 
Nebenzimmer fand die Beratung der Metall- 
arbeiter mit den Leitern der Bewegung statt. 
Ich war rein zufällig in das Lokal gekommen 
und als ich bekannte Parteigenossen in das 
Nebenzimmer gehen sah, fragte ich einen, was 
da drinnen los sei. Er sagte mir, daß man 
„wegen morgen" berate. Da es nicht meine Art 
ist, mich vor- oder aufzudrängen, so hielt ich 
mich zurück. 

Auf den nächsten Morgen, den 9. November, 
war meine Frau als Mitglied des Landesvor- 
standes der sozialdemokratischen Partei zu 
einer Sitzung in das Gewerkschaftshaus be- 
stellt. Ich begleitete sie, da ich ein unbestimm- 
tes Vorgefühl kommender Ereignisse verspür- 
te, und so gingen wir von Degerloch herunter 
mitten in die Ereignisse des historischen neun- 
ten November hinein. [. . .] 

Am Karlsplatz, auf der Planie, in der Eßlin- 
gerstraße und am Wilhelmspalast herrschte ein 
ungeheueres Getümmel. Soldaten und „Zivi- 
listen", meist der Arbeiterschaft angehörig, 
wimmelten in äußerster Aufregung durchein- 
ander. Man sah auf den ersten Blick, daß die 



») In Stiittgar» 






Soldaten sich mit dem Volke verbrüdert hat- 
ten. Immerhin waren der Lärm und die Verwir- 
rung nicht so groß, wie man es aus den Schil- 
derungen anderer früherer Revolutionen 
kennt. Es war unverkennbar, daß jedermann 
vor Blutvergießen zurückscheute, das doch 
eine Begleiterscheinung so vieler Revolutio- 
nen gewesen ist. 

Informationen über das, was bis jetzt gesche- 
hen, waren von niemand zu erhalten.; wir streb- 
ten also ins Gewerkschattshaus zu kommen, 
wo der Hot, die unteren Räume und die Trep- 
pen voll schreiender und gestikulierender 
Menschen waren. Aus dem Waisenhaus waren 
Maschinengewehre herübergebracht worden 
und deren Anblick erregte die Menge ebenso 
wie die Mitteilung, daß in den oberen Lokali- 
täten sich eine Wache befinde. Die Situation 
war bedenklich, denn man glaubte, die Wache 
wolle schießen, während, wie ich nachher er- 
fuhr, die Wache glaubte, sie solle mit den Ma- 
schinengewehren vom Hof aus angegriffen 
werden. Wir legten uns ins Mittel, was aber 
nicht überall gut aufgenommen wurde, denn 
•ein riesiger, linsterblickender Schmied sagte 
grimmig zu uns, es müsse „ganze Arbeit" ge- 
macht werden. Viele verlangten, die Maschi- 
nengewehre sollten in den hinteren Saal ebener 
Erde gebracht werden, was schließlich auch ge- 
lang. Nachdem sie den Blicken der Menge ent- 
zogen, ward e«; ptwas ruhiger und wir stiegen 
zur Wache hinauf, die wir unter einem Haupt- 
mann in einem der oberen Säle landen. Ich 
sagte dem Hauptmann, daß die Maschinenge- 
wehre weggebracht seien und forderte ihn auf, 
mit seiner Wache abzuziehen, was er auch tat, 
denn ich sah ihn gleich nachher auf der Straße. 
Er ließ einen Posten zurück, der es vorzog, bald 
auch zu verschwinden. 

Die Aufstellung einer Wache im Gewerkschafts- 
hause war völlig zwecklos gewesen und hatte 
schließlich zu einem Gemetzel führen können. 
Wir begaben uns dann in den Saa., wn 
ter der Bewegung und der Landesvorstand be- 
raten wollten. Es waren aber noch eine Menge 
anderer Leute hineingeströmt. Da ich von nie- 
mand eine Auskunft erhalten konnte und mir 
viele Leute recht ratlos erschienen, begab ich 
mich auf die Straße, um die Vorgänge zu be- 
obachten. [. . .] 

Auf dem Schillerplatz vor dem alten Schloß, 
sowie am Denkmal des Kaisers Wilhelm I. fan- 
den Volksversammlungen statt. Vom Sockel 
des Schillerdenkmals herab proklamierten der 
Sozialdemokrat Hoscnthien und der Unabhan- 
qiqe Engelhardt die sozialdemokratische Re- 
publik und ließen darüber abstimmen; sie ward 
einstimmig beschlossen. Ich sah dann den ge- 
waltigen Demonstrationszug über die Konig- 



straße gehen; der Anblick war überwältigend. 
Alsdann begab ich mich nach Hause, da ich 
momentan nichts zu tun fand. 
Auf dem Heimwege ließ mich der Gedanke 
nicht los, daß dieser Revolution etwas fehlte, 
nämlich eine allgemeine, alles überbrausende, 
mitreißende und erhebende Begeisterung. Ich 
sagte mir freilich, daß durch die furchtbare Nie- 
derlage und das Elend Deutschlands die sonst 
wohl nicht ausbleibende Begeisterung notwen- 
digerweise etwas gedämpft werde. Aber der 
Gedanke stimmte mich immerhin etwas herab. 
Als meine Frau nach Hause kam, brachte sie 
die Nachricht mit. daß die Leiter der Bewe- 
gung mich ersuchen ließen, nachmittags im 
Landtagsgebäude zu erscheinen, da man mei- 
nen Rat wünsche. Ich begab mich mit meiner 
Frau dahin. 

Unterwegs sah ich die Revolution noch in vol- 
lem Gange. Eine aufgeregte Menge umdrängte 
den Wilhelmspalast, wo sich der Konig be- 
fand; auf dem Vorplatz und auf den Treppen 
redeten viele Menschen heftig aufeinander 
ein. Viele andere waren in das Innere des 
Palastes eingedrungen und hatten durch 
einen Diener vom König verlangt, daß seine 
Standarte eingezogen und die rote Fahne 
aufgezogen werde; er hatte dies verweigert, 
aber sie flatterte doch vom Dache des Palastes. 
Ein Leutnant hatte sich den Eindringenden 
-/••ders^tzt und wurde dafür blutig geschla- 
gen; dies war das einzige Blut, das am 9. No- 
vember 1918 in Stuttgart vergossen wurde. 
Die Offiziere hatten, wie man mir mitteilte, 
den Soldaten selbst überlassen, was sie tun 
wollten. Die Revolution hatte so vollständig 
g-siegt, daß ein reaktionärer Rückschlag ir- 
gend ^welcher Art vollständig ausgeschlossen 
erschien. Anfangs erschien mir diese wunder- 
bc^re Umwälzung, die alles auf den Kopf stellte, 
wie ein Traum; ich dachte mich aber rasch in 
die Wirklichkeit hinein. 

Von dd ab eist begann meine Betätinnng in 
bozug auf die sich abspielenden Zeitereignisse. 
Im großen Ausschußzimmer, das völlig über- 
füllt war. tagten Vertreter der beiden sozialde- 
mokratischen Parteien, der Gewerkschaften 
und des Soldatenrats; dazu waren noch eine 
Anzahl anderer an der Arbeiterbewegung be- 
teiligter Personen gekommen. Kaum konnten 
wir noch Platz bekommen. 
Die Physiognomie dieser bedeutsamen Sitzung 
hat sich meinem Geiste besonders eingeprägt. 
Auch hier vermißte ich den Hauch revolutionä- 
rer Begeisterung, den man doch hätte erwar- 
ten dürfen; auch hier drückte sich unverkenn- 
bar eine Stimmung aus, die man vielfach als 
Ratlosigkeit bezeichnen konnte. Diejenigen, 

B 45 



/ 



welche redeten, bemühten sich durchweg sicht- 
lich, an der Hauptsache vorbeizureden. Sogar 
eine sehr bekannte, bei jeder möglichen und 
unmöglichen Gelegenheit in den geschwollen- 
sten und blutrünstigsten Revolutionsphrasen 
schwelgende weibliche Persönlichkeit blieb 
stumm. Man drängte mich, eine Ansprache zu 
halten, und schließlich tat ich es. 
Ich erinnerte die Versammlung, die zum Teil 
ihre historische Mission nicht zu erfassen 
schien, daran, daß ihr durch die Revolution 
die öffentliche Gewalt in den Schoß gefallen 
sei. Wenn sie diese Gewalt nicht festhalte, so 
würden sich andere derselben bemächtigen. 
Idi verwies auf das Beispiel früherer Revolu- 
tionen und sagte: „Sie müssen eine proviso- 
rische Regierung bilden und diese Regierung 
muß vor allen Dingen darauf bedacht sein, sich 
eine Machtstellung zu sichern." 
Meine Rede wurde nicht mit Begeisterung, aber 
mit allgemeiner Zustimmung aufgenommen. 
Das Stichwort war gegeben. 

Bios, Wilhelm, Von der Monarchie zum Volks- 
staat, zur Geschichte der Revolution in 
Deutschland, insbesondere in Württemberg. 
Denkwürdigkeiten aus der Umwälzung. Zeit- 
genössische Memoirenwerke 1. Band, Verlag 
Berger, Stuttgart 1923. S. 20—23. 

Arthur Holitscher 

J869 — 1939, der Arbeiterbewegung eng ver- 
bundener Schriftsteller, Verfasser von Roma- 
nen, Erzählungen, Reisebüchern. In seinen Re- 
portagen über die Sowjetunion beschäftigte er 
sich insbesondere mit kulturellen Fragen. Er 
starb im Exil. 

Jetzt aber werde ich vom 9. November singen 
und sagen, dem Tage der deutschen Revolu- 
tion. Ich habe diesen Tag von früh bis Abend 
miterlebt, und er ist mir an der Hand eines 
ganzen Hautens von Notizen lebhatt m der Er- 
innerung geblieben. Dieser kläglich denkwür- 
dige Tag bot durch das zufällige Erleben, das 
ein Einzelner in Berlin in den Straßen hatte, 
schon einen genauen Hinweis und Überblick 
über das, was nun folgen sollte — die kläg- 
lich mißglückte Revolution des deutschen Pro- 
letariats, das Satyrspiel einer Revolution sozu- 
sagen vor der Tragödie, der langwierigen Tra- 
gödie des deutschen Arbeiters, die ihren Ab- 
schluß noch heute, da ich diese Zeilen schreibe, 
nicht gefunden hat. 

Um 8 Uhr früh hatte ich mit awei Mitgliedern 
des „Bundes" ''), dem Grafen Arco und Dr. 

*) Bund „Neues Vaterland", eine Anfang des Ersten 
Weltkrieges gegründete Organisation linker Intel- 
lektueller, die für einen Verständigungsfrieden ein- 
trat. 

B 45 



Gumbel, ein Stelldichein am Stadtbahnhof Bel- 
levue verabredet. Wir wollten von dort ge- 
meinsam zum Abgeordneten Oscar Cohn '^j 
gehen, um ihm die Dienste des Bundes für wel- 
che Art Betätigung immer in diesen Tagen des 
Ausbruchs der Revolution zur Verfügung zu 
stellen. Pünktlich zur verabredeten Zeit trafen 
wir uns am Bahnhof und traten alsbald in das 
/bereits trotz dem frühen Morgen überfüllte 
/ Vorzimmer der Rechtsanwaltskanzlei von Dr. 
Cohn ein. Cohn ließ uns vor den anderen War- 
! tenden in sein Arbeitskabinett. Wir brachten 
\* unser Anliegen vor. Betreten und mit einer 
gewissen Verlegenheit sah Cohn uns an, einen 
nach dem anderen. Ich schätzte Cohn als einen 
der geradesten, ehrlichsten und offensten Men- 
schen, denen ich im politischen Leben jemals 
begegnet bin. Ich bin auch überzeugt, daß er 
über keine besondere Verstellungskunst ver- 
fügt. Nach einer Weile sagte er uns: „Meine 
Herren, glauben Sie wirklich, daß wir, d. h. 
meine Parteigenossen, in die Lage kommen 
sollten, die Regierung zu ergreifen? Sollte dies 
geschehen, so werde ich natürlich auf Ihr An- 
liegen zurückkommen. Indes — glauben Sie 
wirklich allen Ernstes?" Dann waren wir ent- 
lassen. 

Hätten wir sogar diese Äußerung Cohns als 
eine Finte angesehen dafür, daß er Uneinge- 
weihten die Situation niclit vollständig erklä- 
ren und preisgeben wollte, — die Tatsache ist 
nicht aus der Welt zu leugnen, daß am 9. No- 
vember führende Männer der beiden soziali- 
stischen Parteien den Morgen buchstäblich ver- 
schlafen hatten. Sei es, daß das Datum der Re- 
volution auf einen anderen Tag festgelegt war, 
sei es, daß die Revolution die Deutschen tat- 
sächlich überrumpelt hat. 

An den Bahnhof Bellevue zurückgekehrt, 
trennten wir uns. Ich fuhr allein nach den Lin- 
den und sah mich plötzlich in einem Knäuel 
von Menschen, die sich vom Brandenburger 
Tor bis zur Friedrichstraßa durcheinander scho- 
ben. Man wartete auf Extrablätter. Man sah 
den Ereignissen mit Ungeduld entgegen. Wie 
schade, daß ich um 12 Uhr eine Verabredung 
mit Geheimrat Rang in seinem Amt, den Raiff- 
eisenschen Genossenschaften in der Köthener 
Straße, getroffen hatte. Gern hätte ich mich 
vom Zentrum nicht allzu weit entfernt, midi 
nach der Gegend der Maikäferkaserne im Nor- 
den aufgemacht, wo sich, wie man bereits Un- 
ter den Linden erzählte, zur Zeit entscheidende 
Kämpfe abspielten. 



5) Führender USPD-Vertreter, MdR, Rechtsanwalt. 
Nodi am gleichen Tag verhandelte er mit Ebert 
über den Eintritt seiner Partei in die neu zu bil- 
dende Regierung, 



10 






'i(d?k;tas&. 



An der Ecke der Neustädtischen Kirchstraße 
standen Soldaten um ein Maschinengewehr. 
Ein junger feudaler Leutnant in Feldgrau mit 
Monokel im erstarrten Gesidit meldete ge- 
rade einem anderen, der den Befehl über die 
kleine Gruppe hatte. Irgendetwas, salutierte 
dann und machte kehrt. Der Befehlshabende, 
ein jovial rundlicher Mann vom Aussehen 
eines Korpsstudenten und einem Kneifer über 
seinen gutmütigen Augen, stand da und ließ 
die Ereignisse ruhig an sidi herantreten. Ich 
ging zu ihm und sagte: „Sie werden dodi hof- 
fentlich nicht schießen lassen, wenn jetzt ir- 
gendwelche Unruhen Unter den Linden ausbre- 
chen? Sie wissen doch, was in dieser Stunde 
vorgeht. Sie werden doch nicht schießen las- 
sen!" Er sah mich an und sagte freundlich, 
schon ganz und gar unmilitärisch: „Ich denke 
nicht daran. Solange es nicht absolut notwen- 
dig ist, wird hier natürlich nicht geschossen 
werden." Die Soldaten kamen und stellten sich 
um uns beide, und der Leutnant wendete sich 
an sie und sagte: 

Es wird hier doch nicht geschossen werden. 
Unsinn! alles ist ja ganz still." Einer der Sol- 
daten sagte zu mir: „Nee, jeschossen wird nich 
mehr." 

Ich ging dann zum Büro des Lokalanzeigers 
hinüber, wo wir auf Extrablätter warteten, 
traf Unter den Linden noch den Herrn, der da- 
mals im Reirhstaq bei der festlichen Sitzung 
des „Kulturbundes" die bewußte blutrünstige 
Kriegs- und Siegesrede gehalten hatte. Er war 
in Zivil und redete auf ein paar Leute ein, die 
um ihn standen. Plötzlich wendete er den 
Kopf mir zu, erkannte mich. Aus mir quoll es 
heraus: „Euch verdammten Kriegshetzern", 
sagte ich, „geht es hoffentlich bald an den 
Kragen." Die Leute um uns herum starrten uns 
beide an. Ich ging dann noch die Friedrich- 
straße entlang bis zur Weidendammerbrücke 
und kehrte denselben Weg zurück. Als ich an 
Her Ecke der Neustädtischen Kirchstraße vor- 
überging, waren der Leutnant und die Solda- 
ten mitsamt dem Maschinengewehr schon ver- 
schwunden. Scharen strömten dem Reichstag 
zu. Die ersten Extrablätter meldeten die Flucht 
Wilhelms II. Das Büro des Lokalanzeigers war 
von einer Menge umlagert 
Der Krieg war aus. Der Krieg war aus! 

Holitscher, Arthur, Mein Leben in dieser Zeit. 
Der „Lebensgeschichte eines Rebellen' zweiter 
Band (1907—1925), Potsdam 1928, S. 150—152. 

Eugen Fischer-Ballng 

J881—1964, 1909—1913 Privatdozent für Kir- 
chengeschichte an der Berliner Universität, 



U 



während des Krieges in der Ausländsabteilung 
der Obersten Heeresleitung tätig, 1919—1929 
Sekretär des Untersuchungsausschusses des 
Reichstages für die Schuldfragen des Ersten 
Weltkrieges, 1930—1945 Direktor der Reichs- 
tagsbibliothek, danach Hochschullehrer, zuletzt 
Professor für Wissenschaft von der Politik 
an der Freien Universität Berlin. 

Aus dem Erlebnis des 9. November erwartete 
alle Welt den Beginn des Vernichtungskamp- 
fes gegen die Stützen der bisherigen Gesell- 
schaft. Gegen den Besitz, dachte man — und 
es lag in der Luft, so zu denken — , werde sich 
der Hauptstoß richten, und er werde den Adel, 
die Beamtenschaft, die Richter, die Offiziere, 
die Politiker der Rechten mittreffen. Es hätte 
niemand überrascht, wenn am 10. ein Sturm 
auf die Villen im Tiergarten eingesetzt, wenn 
ein Revolutionstribunal zu arbeiten angefan- 
gen, wenn die Volksleidenschaft an den lau- 
testen Siegverkündern und den obersten mili- 
tärischen Führern sich vergriffen hätte. Der- 
gleichen wurde erwartet. Aber ebenso selbst- 
verständlich rechnete die Phantasie mit einem 
Gegenschlag der alten Mächte, besonders von 
der Front her, aber auch in der Heimat. Da hor- 
te und las man am Vormittag des 10. Novem- 
ber, daß sich Hindenburg auf den Boden der 
gegebenen Tatsachen und der neuen Regie- 
rung zur Verfügung gestellt habe. Es werden 
unter den damaligen Lesern und Hörern dieser 
Nachricht wenige sein, die sich nicht heute 
noch erinnern, daß sich, als sie sie vernahmen, 
plötzlich etwas in ihnen drehte. Es war das 
Weltbild, das sich drehte, und die Teile 
des Gehirns, in denen es gesessen hatte. Der 
Erschütterung folgte das Auflachen, mit dem 
der Mensch das verrückte Weltbild begreift 
und anerkennt, oder aber die Wut und Empö- 
rung, mit der er begreifend der neuen Lage 
sich widersetzt. Hindenburg hatte bisher als 
der Inbegriff des monarchischen und militäri- 
schen Prinzips gegolten, gegen das die Revolu- 
tion sich anflphnte. Wenn der sich auf den 
Boden der Tatsachen und der neuen Regierung 
zur Verfügung stellen konnte, gab es dann 
einen einzigen Vertreter des alten Systems, 
dem nicht auf dieselbe Art in Dienst und An- 
sehen zu bleiben möglich war? Und wenn alle 
Hindenburgs Vorgang folgten — woran nicht 
zu zweifeln war — , fand sich dann nicht wie 
durch Zauber alles beim alten? Niemand konn- 
te dieser Überraschung ohne Gefühlsausbruch 
Herr werden. Welch ein Bild am Tage nach 
dem Sturz der Monarchie! 

Fischer-Baling, Eugen, Volksgericht. Die Deut- 
sche Revolution von 1918 als Erlebnis und 
Gedanke. Rowohlt-Verlag, Berlin 1932. S. 220 /. 

B 45 



B. Schilderung, Bekenntnis und Reflexion 



I. Arbeiterbewegung 



Richard Müller 

Geb. 1890, Metallarbeiter, Mitglied der ÜSPD, 
Organisotor der Berliner Revolutionären Ob- 
leute, seit 10. November 1918 Vorsitzender des 
Vollzugsrats des Arbeiter- und Soldatenrats 
Berlin. 

Und was zeigte sich in den Fabriken? Ein un- 
beschreiblicher Jubel über den Sturz des alten 
Regimes und über — die Einigung der beiden 
sozialistischen Parteien. 

Der „Vorwärts" hatte in seiner Morgenaus- 
gabe einen Artikel gebracht mit der Über- 
schrift „Kein Bruderkampf!", in dem er schrieb, 
der Sieg des deutschen Volkes und insbeson- 
dere des Berliner Proletariats stehe ohne Bei- 
spiel in der ganzen Geschichte da. Aber es 
müsse jetzt für die Zukunft gesorgt werden, da 
habe die neue Volksregierung bis zum äußer- 
sten zu tun. Die Aufgabe sei nur zu lösen, 
wenn die Arbeiterklasse einig und geschlos- 
sen bleibt. „Ohne das geht es nicht! Wenn 
Gruppe gegen Gruppe, Sekte gegen Sekte ar- 
beitet, dann entsteht das russische Chaos, der 
allgemeine Niedergang, das Elend statt des 
Glückes." [. ..] 

Der „Vorwärts" war an diesem Tage die Zei- 
tung, die sich jeder Arbeiter zu verschaffen 
suchte. Ihm stand nur die von dem Spartakus- 
bund neu herausgegebene „Rote Fahne" ge- 
genüber, deren Erscheinen den meisten Ar- 
beitern noch unbekannt war und die an diesem 
Tage auch nur in einer kleinen Auflage er- 
scheinen konnte. 

Was der „Vorwärts" schrieb, wirkte ungemem 
stark auf die Arbeiten selbst auf die, die noch 
am gestrigen Tage seine erbittertsten Feinde 
waren. Die ganze Kriegspolitik mit ihren Wir- 
kungen auf die Lage der Arbeiter, der Burg- 
frieden mit der Bourgeoisie, alles was die Ar- 
beiter bis aufs Blut gereizt hatte, war verges- 
sen. Die Freude über den Sieg der Arbeiter- 
klasse und der Widerwillen gegen den jahre- 
langen Bruderkampf drückten jede Überlegung 
nieder. Bis zum gestrigen Tage war jeder Ar- 
tikel, jede Notiz des „Vorwärts" mit Miß- 
trauen aufgenommen worden, jetzt wurden sie 
als ehrlicher, aufrichtiger Willensausdruck 
hingenommen. An einen abermaligen Verrat 
der Sozialdemokratie wollten die meisten nicht 
glauben. 

B 45 



Die „Rote Fahne" schrieb am gleichen Tage: 

Vier lange Jahre haben die Scheidemän- 
ner, die Regierungssozialisten euch durch die 
Schrecken eines Krieges gejagt, haben euch 
gesagt, man müsse ,das Vaterland' verteidi- 
gen, wo es sich nur um die nackten Raubinter- 
essen des Imperialismus handelte: Jetzt, da 
der deutsche Imperialismus zusammenbricht, 
suchen sie für die Bourgeoisie zu retten, was 
noch zu retten ist und suchen die revolutio- 
näre Energie der Massen zu ersticken. 

Es darf kein , Scheidemann' mehr in der Re- 
gierung sitzen; es darf kein Sozialist in die 
Regierung eintreten, solange ein Regierungs- 
sozialist noch in ihr sitzt. Es gibt keine Ge- 
meinschatt mit denen, die euch vier Jahre 
lang verraten haben. 

Nieder mit dem Kapitalismus und seinen 
Agenten!" 

Im gleichen Sinne sprachen die revolutionären 
Obleute in den Betriebsversammlungen zu den 
Arbeitern. Sie hatten damit keinen Erfolg, 
selbst dort nicht, wo sie jahrelang das voll- 
kommenste Vertrauen der Arbeiter besaßen. 
Die Arbeiter wollten ein Zusammengehen der 
beiden Parteien und sie hielten es für richtig, 
daß der zu wählende Arbeiterrat paritätisch 
zusammengesetzt wurde. So kam es in eini- 
gen Betrieben, daß Funktionäre der Sozialde- 
mokratie, die am Tage zuvor aus dem Betrieb 
geprügelt worden waren, weil sie sich dem Ge- 
neralstreik nicht anschließen wollten, nunmehr 
als Mitglieder des Arbeiterrats gewählt wur- 
den. — 

Müller, Richard, Die November-Revolution. 
Vom Koiserreicli zur Republik. 11. Bond. Malik- 
V er lag, W/en 1925. S. 34—36. 



Hugo Haase 

1863 — 1919. Rechtsanwalt in Königsberg, seit 
1890 sozialdemokratischer Reichstagsabgeord- 
neter, 1911 Vorsitzender der SPD neben Bebel, 

1917 Vorsitzender der Unabhängigen Sozial- 
demokratischen Partei. Im Rat der Volksbeauf- 
tragten führte er bis zu seinem Austritt aus 
der Revolutionsregierung am 28. Dezember 

1918 mit Ebert den Vorsitz. Am 7. November 

1919 starb er an den Folgen eines Attentats. 



12 



^^■-^^^ 




♦'"■'"V.V.r^'r 



Aus einem Brief Hugo Haases vom 26. No- 
vember 1918 an seinen Sohn Ernst: 
Die harten Waffenstillstandsbedingungen, die 
Notwendigkeit der überstürzten Demobilisie- 
rung das Detail der Ernährungspolitik er- 
heischen mehr als sonst die Aufrechterhaltung 
des eingearbeiteten Verwaltungsapparats. Die 
alten Beamten, die sich mit der Revolutiori ab- 
gefunden haben [...]. sind im Innern radika- 
len Neuerungen auf wirtschaftlichem und so- 
zialem Gebiet nicht geneigt, als bloße Techni- 
ker sind sie dennoch nicht zu entbehren. Die 
Scheidemänner haben aber Bürgerliche auch in 
wichtigen politischen Stellungen gelassen. So 
haben wir bis jetzt noch nicht die Entfernung 
Solls aus dem Auswärtigen Amt durchgesetzt 
der ohne meine Kenntnis ganz im alten Stil 
Erlasse veröffentlicht hat. [. . .] 
Ich würde allein mit meinen Freunden die 
Regierung ergriffen haben, wenn nicht die Sol- 
daten fast einmütig darauf bestanden, daß wir 
mit Ebert die Gewalt teilen sollten, und wenn 
nicht ohne Ebert ein erheblicher Teil der bür- 
gerlichen Fachmänner Sabotage treiben wurde. 
So müssen wir manches in Kauf nehmen, was 
uns contre coeur ist. Der revolutionäre Elan 
wird stark gedämpft. 

Haase, Ernst (Hrsg.), Hugo Haase. Sein Leben 
und Wirken. Mit einer AusMrahl von Briefen, 
Reden und Aulsätzen, Ottens-Verlag, Berlin 
1929. S. 173. 



Ernst Däumig 

2866—1922, seit 1901 Redakteur sozialdemo- 
kratischer Tageszeitungen in Thüringen und 
Sachsen, 1911-1916 des Zentralorgans der 
SPD Vorwärts", schloß sich der ÜSPD an. Als 
führender Vertreter der zunächst aus opposi- 
tionellen Gewerkschaftsfunktionären gebilde- 
ten revolutionären Obleute Berlins stand er m 
der Rpvo/nf/on auf dem linken Flügel der Par- 
tei deren Vorsitz er im Dezember 1919 über- 
nahm. Er war Mitglied des Vollzugsrats der 
Berliner Arbeiter- und Soldatenräte und be- 
deutendster radikaler Befürworter und Theo- 
retiker des Rätesystems. 

Auszug aus dem am 19. Dezember 1918 gehal- 
tenen Korreferat Däumigs zum Thema .Natio- 
nalversammlung oder Rätesystem' auf dem 
vom 16.-21. Dezember 1918 in Berlin tagenden 
allgemeinen Kongreß der Arbeiter- und Solda- 
tenräte in Deutschland. 

Das Neue, das geschaffen werden muß, muß 
bewirkt werden durdi die Aktivität, die poli- 
tische wirtschaftliche und kulturelle des gan- 
zen deutschen Volkes, des ganzen deutschen 



Proletariats. Das ganze deutsche Volk, das ar- 
beitende, werktätige Proletariat, sei es, daß es 
mit der Hand, sei es, daß es mit dem Kopf ar- 
beitet muß ergriffen und darauf aufmerksam 
gemacht werden, daß in diesen Tagen aus 
einem Meer von Blut und Tränen eine neue 
Welt entstehen muß. 

Da war meine erste Hoffnung dieses erste 
Revolutionsparlament Deutschlands '), das 
Parlament, das seit den Apriltagen des Jahres 
1848 zum ersten Male wieder die Stimme des 
Volkes unverfälscht zum Ausdruck bringen 
soll. 

Freilich, es ist ein eigen Ding um diesen er- 
sten Teil der deutschen Revolution und um 
sein Revolutionsparlament. Der Rausch der 
ersten Revolutionstage ist sehr schnell verHo- 
qen Alle die Bedenklichkeit, alle die Ru^- 
ständigkeit und zähe Anhänglichkeit an die 
alten Ideologien ist noch sehr stark vorhan- 
den. Da gilt es. nicht allein nach nationaloko- 
nomischen Berechnungen, sondern aus Kuitur- 
qründen heraus diese Revolutionsbewegung 
so vorwärts zu treiben, daß aus ihr wirklicü 
eine Volksbewegung wird, die die Tiefen des 
Volkes mit umfaßt. Das ist klar. Aber es ist 
nicht so klar, daß man es überall verstanden 
hätte. (Sehr richtig!) Denn, meine Herren^ kein 
einziges Revolutionsparlament der Geschichte 
hat einen so nüchternen, hausbackenen, ja, ich 
sage, philiströsen Geist aufzuweisen, wie die- 
ses erste Revolutionsparlament, das hier zu- 
sammengetreten ist. (Händeklatschen bei einer 
Minderheit.) 

Wo ist der große seelische, ideale Schwung, 
der durch die Nationalkonvente Frankreichs 
durchging? Wo ist die jugendfrische Marzbe- 
geLterung des Jahres 1848? Wo ist die Hymne, 
die aus der Freiheitsbegeisterung des deut- 
schen Volkes entstanden ist? - Nichts da- 
von zu spürenl Ein großes Symbol kann man 
sehen: auf den Staatsgebäuden flattern noA 

die Farben des aiien oyatt;iiAo x.... 

blemen und darüber ein armseliges ro es 
Wimpelchen. Das charakterisiert die Revolu- 
tion von heute! 

Allgemeiner Kongreß der Arbeiter- ^rid Sol- 
datenräte vom 16. bis 21. Dezember 1918 im 
Abgeordnetenhause zu Berlin. Stenographi- 
sche Berichte, Berlin 1919, Spalte 226 f. 



•) Gemeint ist der Kongreß der Arbeiter- und Sol- 
datenräte Deutschlands, der vom 16 bis 21- 1^^^« » 
in BerUn tagte und den heftig umstrittenen Beschluß 
f^RtP daß die Wahlen zur verfassunggebenden 
^N^'lrönaWers'a mm7ung am 19. Januar 1919 statt m- 
den sollen. Däumig gehorte zu der gegen diesen 
Besdiluß opponierenden Minderheit. 

B 45 



13 



Friedrich Ebert 

jS7l — 1925, sozialdemokratischer Reichstags- 
abgeordneter, 1913—1919 einer der beiden 
Vorsitzenden der SPD. In der Revolutionszeit 
führte er — zunächst gemeinsam mit Hugo 
Haase — den Vorsitz im Rat der Volksbe- 
auitragtcn. Vom 11. Februar 1919 bis zu seinem 
Tode war er der erste Reichspräsident der 
Weimarer Republik. 

Die hier folgende Ansprache hielt Ebert am 
16. Dezember 1918 zur Begrüßung des Allge- 
meinen Kongresses der Arbeiter- und Solda- 
tenräte Deutschlands. 

Soldaten, Arbeiter der Deutschen Volksrepu- 
blik! 

Gestatten Sie mir im Namen des Rates der 
Volksbeauftragten einige Worte! 

Mit einem Ruck leidenschaftlicher Entschlos- 
senheit habt Ihr in den ersten Novembertagen 
zertrümmert, was im Laufe der Zeit morsdi 
geworden war, habt Ihr die Abhängigkeit zer- 
rissen, die man als gottgegeben ansah, und 
den deutschen Volksstaat vollkräftig ins Le- 
ben gesetzt. Die Könige sind auf und davon. 
Die Republik muß nach den Worten unseres 
großen französischen Genossen, des Frie- 
densfreundes Jaures, eine Nation von Königen 
sein. Alle alten lierrcnrcchtc sind mit einem 
Sdilage zerbrochen, das Recht des Volkes ist 
die Grundlage des deutschen Staates. 

Aber wir sind uns klar darüber, daß die Repu- 
blik erst dann den Kern ihres Wesens erfüllt, 
wenn sie nicht nur die Herren, sondern auch 
die Ausbeuter beseitigt. Die tapferen Kämpfer 
der Revolution, die die Fürsten vom Thron, 
das Junkertum und die Schwerindustrie aus 
der Herrschaft des Staates vertrieben haben, 
sollen die Republik der Freiheit erobern, die 
freie sozialistische Volksrepublik. Diese 
junge Republik macht einstweilen noch emige 
Kinderkrankheiten durch. 

5 Wochen nach der Revolution ist der neue 
Staat noch nicht so gefestigt und geordnet, 
wie die alte fünfhundertjährige Herrschaft der 
Hohenzollern und die tausendjährige der Wit- 
telsbacher war. Alle, die ein großes Geschrei 
darüber erheben, wir vermöchten der Anarchie 
nicht Herr zu werden und seien nicht im- 
stande, einen normalen Verlauf des staatlichen 
Lebens herbeizuführen, waren gewiß nie am 
Aufbau auch nur der kleinsten Organisation 
beteiligt. Ihr Arbeiter und Soldaten, in der 
übergroßen Mehrzahl alte, tätige Mitglieder 
der Arbeiterbewegung, wißt, wieviel Mühe die 
Gründung des kleinsten Parteivereins oder 
der kleinsten Gewerkschaft macht, wie lange 

B 45 



es dauert, ehe sie ihre Aufgaben richtig er- 
füllt, — und Ihr werdet Euch nicht wundern, 
wenn der gewaltige Umschwung der Novem- 
bertage nicht alsbald einen Apparat zustande- 
gebracht hat, der reibungslos läuft und mit 
höchstem Nutzeffekt arbeitet. Gewiß drängt 
die Zeit. Nach den unsagbaren Verwüstungen 
des 51 monatigen Mordens, nach der frivolen 
Leichtfertigkeit der früheren Gewalten, die 
alles auf eine Karte gesetzt haben und, als sie 
fehlschlug, ratlos dastanden und nicht mehr 
aus und ein wußten und schließlich feige de- 
sertierten, steht die junge Volksrepublik vor 
den schwierigsten Aufgaben, die je einem 
eben erst geschaffenen Staatswesen gestellt 
waren. Inmitten eines allgemeinen Mangels 
an Bedarfsgütern jeder Art soll sie für unge- 
zählte Millionen Arbeit schaffen, während alle 
Rohstoffe fehlen; inmitten einer allgemeinen 
Auflösung der alten politischen und sozialen 
Ordnung muß sie unbedingt dafür sorgen, daß 
das öffentliche und wirtschaftliche Leben nicht 
einen Tag stillsteht, daß Sicherheit, Nahrung, 
Kleidung, Beleuchtung und Heizung vorhan- 
den sind. Die uns gestellte Aufgabe ist wahr- 
haft gigantisch. Ihre Lösung ist unmöglich, 
wenn jeder nach eigenem Kopf draufloswirt- 
schaftet. 

Nur fester, einheitlicher Wille kann der 
unendlichen Schwierigkeiten der Lage Herr 
werden! 

Die Arbeiterklasse im Waffenrock und in der 
Bluse, die im sozialistischen Kampfe die alten 
Götzen gestürzt und die neue Freiheit herbei- 
geführt, darf nicht dulden, daß Uneinigkeit, 
Zersplitterung, Eigensinn, Eigendünkel und 
Eigenmächtigkeiten sie um die Früchte der Re- 
volution bringen! Sie muß unbedingt verlan- 
gen, daß ein einheitlicher Mehrheitswille ge- 
bildet wird und eine einheitliche Linie in allen 
praktischen Maßnahmen der Staatsverwaltung. 

volution vorschreiben. 

Als am 9. November das Volk gesiegt hat, 
gab es keine regierende Gewalt in Deutsch- 
land mehr, alle alten Machthaber waren aus- 
einandergestoben und verschwunden, wie weg- 
geblasen und verweht im Winde. In diesem 
Augenblick mußten die Sieger die Gewalt er- 
greifen und die provisorische Regierung schaf- 
fen, die bis zum Zusammentritt der National- 
versammlung jetzt neu zu regeln und zu be- 
kräftigen Ihre Aufgabe ist. Dazu haben Sie sich 
hier zusammengefunden, Vertreter der Arbei- 
ter aus allen Gegenden Deutschlands, Vertre- 
ter der Soldaten von allen Formationen; Ihr 
Zusammenschluß soll das Beieinanderbleiben 
des einigen Deutschlands verbürgen. Ihr Zu- 



14 



■^'>^^':i 



sammenschluß soll die Einheit im Wollen und 
Handeln der Reichsleitung für die nächsten 
Wochen sicherstellen. Sie sollen aus der Ge- 
walt der siegreichen Revolution heraus den 
neuen Rechtsstaat errichten. Denn, verehrte 
Anwesende, auf die Dauer kann es in Deutsch- 
land nur eine Rechtsquelle geben: das ist der 
Wille des ganzen deutschen Volkes. Das war 
der Sinn der Revolution. Gewaltherrschaft hat 
uns ins Vordorbcn gostürzt; nun dulden wir 
keinerlei Gewaltherrschaft mehr, komme sie, 
von wem sie wolle. Je eher wir dazu gelan- 
gen, unsern deutschen Volksstaat auf feste 
Rechtsgrundlagen des Willens der ganzen Na- 
tion zu stellen, um so eher wird die deutsche 
Volksrepublik gesund und stark, um so eher 
kann sie an die Erfüllung ihrer großen sozia- 
listischen Ziele herangehen. Das siegreiche Pro- 
letariat richtet keine Klassenherrschaft auf. Es 
überwindet zunächst politisch, dann wirtschaft- 
lich die alte Klassenherrschaft und stellt die 
Gleichheit alles dessen her, was Menschenant- 
litz trägt. Das ist der große ideale Gedanke der 
Demokratie. Wer ihn ganz und restlos in sich 
aufgenommen hat, kann den dauernden Frie- 
den erringen, kann ein vollgültiges Mitglied 
der Familie der freien Völker werden. Demo- 
kratie und Nationalversammlung, die endgül- 
tige Überwindung der Willkürherrschaft, die 
dauernde Garantie der Selbstregierung des 
Volkes, das muß in dieser Zeit unsere Haupt- 
söige sein. 

Die Demokratie ist der Fels, auf den allein die 
Arbeiterklasse das Haus der deutschen Zu- 
kunft stellen kann. Verrichten Sie, Arbeiter 
und Soldaten, hier ein großes Werk der Frei- 
heit und der Demokratie, und die deutsche 
Volksrepublik wird aller Gefahren Herr wer- 
den und einer glücklichen Zukunft entgegen- 
sehen. 

Allgemeiner Kongreß der Arbeiter- und Solda- 
tenräte Deutschlands vom 16. bis 21. Dezember 
inio irr, Ahnanrrinpfpnhmise 711 Berlin. Steno- 
graphische Berichte, Berlin 1919, Spalte 3 f. 



Klara Bohm-Schuch 

^879—1936, sozialdemokratische Redakteurin 
und Schriftstellerin, Mitglied der Nationalver- 
sammlung und des Reichstags bis 1933. 

Auszug aus einem im SPD-Zentralorgan ver- 
öffentlichten Artikel. 

Der gewaltige Sturm, der das alte Deutschland 
zerbrach und über Nacht ein neues erstehen 
ließ, hat auch das Bollwerk niedergelegt, wel- 
ches die Frauen von ihren Staatsbürgerrechten 
trennte. Bisher war die Frau dem Staate nur 



15 



verpflichtet, hart und unerbittlich; nun soll 
es sich zeigen, ob sie trotz der schweren La- 
sten, welche sie trug — besonders während 
dieser vier Kriegsjahre trug — , reif genug ist, 
ihre Staatsbürgerrechte so auszuüben, wie es 
in ihrem und in der Gesamtheit Interesse liegt. 
Es muß sich erweisen, ob die Frauen den Wert 
der Freiheit erkennen und ob sie dieser Frei- 
heit dienen wollen. 

Wir Sozialistinnen haben unser Ideal, das 
Land unserer Sehnsucht, über Nacht erreicht. 
Weit offen stehen die Tore zu dem goldenen 
Land der Freiheit, und wir sind eingetreten, 
uns grüßt das Licht des neuen Tages. Aber 
vor den Toren stehen unsere Schwestern za- 
gend, scheu, zweifelnd, und ein Teil von ihnen 
mit bitterem Weh im Herzen. Ihr Leben lang 
haben sie gebetet zu Götzen auf goldenen 
Thronen und können nun nicht begreifen, daß 
das alles nur noch ein Trümmerhaufen ist. Sie 
hängen noch heute mit ihrem Wesen in einer 
Gesellschaftsordnung, die unser Todfeind war, 
die wir bekämpft und besiegt haben. Alle 
diese Frauen müssen erkennen lernen, daß 
das namenlose Elend, welches wir über vier 
Jahre erduldet haben, doch nur das Werk ihrer 
Götzen, das Werk des Kapitalismus gewesen 
ist. Die Vergangenheit ist tot und niemals darf 
sie auferstehen. 

Damit, daß am 9. November die Deutsche Re- 
publik errichtet wurde, ist das Werk der Re- 
volution erst begonnen. Wenn die Wahlen zur 
Nationalversammlung die Volksmehrheit für 
die sozialistische Regierung ergeben, dann ist 
ihr Bestand gesichert, aber vollendet ist sie 
erst, wenn unser gesamtes Wirtschaftsleben 
sozialisiert ist, d.h. wenn die Produktionsmit- 
tel öffentliches Eigentum geworden sind und 
im Interesse der Gesamtheit arbeiten. Nur 
wenn das Werk so systematisch vollendet 
wird, können die Segnungen der sozialisti- 
schen Republik in absehbarer Zeit für die ge- 
samte Arbeiterschaft zur Tat werden. (. . -1 

Große wirtschaftliche und soziale Aufgaben 
sollen in den nächsten Wochen gelöst werden, 
müssen gelöst werden, wenn die junge Repu- 
blik, wenn die Revolution nicht in Gefahr 
kommen soll. Und sie können gelöst werden, 
wenn die Arbeiterschaft sich einig ist. Aufklä- 
rend und einigend sollen die Frauen jetzt 
wirken, das ist ihre große Aufgabe. Sie sollen 
zeigen, daß auch sie reif geworden sind zu 
politischem Handeln. Die sozialistische Regie- 
rung wollen wir stützen, indem wir die sozia- 
listischen Organisationen stärken. 

Der Zukunft wollen wir dienen mit flammen- 
der Seele, indem wir einig arbeiten für das 

B 45 



Glück der Menschen auf Erden, für die Ziele 
der Sozialdemokratie. 

Bohm-Schuch, Klara, Die Frauen und die Re- 
volution, in: Vorwärts Nr. 332 A, vom 3. \2. 
1918. 



Heinrich Schäfer 

J880—1924, Sozialdemokrat, 1910—1918 Se- 
kretär der Konsumgenossenschaft „Hoffnung" 
in Köln, in der Revolutionszeit Mitglied des 
Kölner Arbeiter- und Soldatenrats und des 
Zentralrats der Deutschen Sozialistischen Re- 
publik, 1919 Mitglied der preußischen Lan- 
desversammlung, 1920—1924 Beigeordneter 
der Stadt Köln. 

Als mich mein Freund Sollmann ') am 10. Nov. 
bei Herrn Adenauer einführte und mich als 
den Volksbeauftragten beim Kölner Oberbür- 
germeister vorstellte, da war es mir keines- 
wegs wohl zu Mute und ich weiß, dem Kölner 
Stadtoberhaupt erging es ähnlich. Mit feinem 
aber keinesfalls verletzendem Humor bemerkte 
Herr Adenauer, daß er bedauere, mich nicht 
willkommen heißen zu können. Obwohl ich 
dem Oberbürgermeister bekannt war und er 
genau wußte, daß für meine Partei kein Grund 
vorlag, ihm zu mißtrauen, kann man doch 
verstehen, daß es Herrn Adenauer gerade 
nicht angenehm war, einen Abgesandten der 
Revolution als Kontrolleur zur Seite gestellt 
zu bekommen. Anderseits war er Real- 
mensch genug, um sich mit den unabänder- 
lichen Tatsachen abzufinden, ohne mit sich in 
Konflikt zu geraten. Der Kölner Oberbürger- 
meister ist kein Bureaukrat. Die Engstirnigkeit 
so vieler, auch höherer Verwaltungsbeamten, 
geht ihm ab. Sein scharfer Blick für die Ge- 
schehnisse der Zeit ließen ihn ahnen, daß es 
mit der Herrlichkeit des wilhelminischen Regi- 
ments zu Ende geht. Zudem war er Demokrat 
und daher von Hause aus ein^r TTmgninpie- 
rung unseres Staatslebens durchaus nidit ab- 
geneigt. Die politischen Ereignisse waren ihm 
in ihren Zusammenhängen völlig geläufig. 
Von der Revolution war er sicherlich weit 
weniger überrascht als gewisse andere Kölner 
Herren in ähnlicher sozialer Stellung. Er er- 
achtete es als im Interesse der Stadt gelegen, 
den A. S. R. [Arbeiter- und Soldatenrat] an- 
zuerkennen und in Konsequenz dieser Auf- 
fassung nahm er keinen Anstand, sich von die- 
sem kontrollieren zu lassen. So fiel es ihm 
nicht allzuschwer, sich mit mir als seinem 



7) Führender Sozialdemokrat, 1913—1933 Redak- 
teur der „Rheinischen Zeitung", 1919—1933 MdR, 
13. 8.-3. 11. 1923 Reichsinnenminister. 

B 45 



neuen Mitarbeiter zu verständigen. Den feh- 
lenden Willkommgruß ersetzte Herr Adenauer, 
wie ich glaube, durch eine wohltuende Offen- 
heit in all den Dingen, mit denen ich nunmehr 
„von Amts wegen" zu tun hatte. 
Ich war mir von Anbeginn darüber völlig im 
JKlaren, daß sich eine Geistesarbeit wie die 
pdes Kölner Oberbürgermeisters nicht in dem 
Sinne „beaufsichtigen" läßt, wie man etwa die 
Handlungen von subalternen Beamten kon- 
trolliert, überdies lag dies auch gar nicht in 
meiner Absicht. Mir kam es vielmehr darauf 
an, zu wissen, daß das Oberhaupt der stadt- 
kölnischen Selbstverwaltung nichts unternahm, 
was den Absichten der Revolution und den 
Intentionen des A.S.R. zuwiderlief. Ich glaube 
nicht fehlzugehen in der Annahme, daß es 
Herrn Adenauer eine sichtliche Erleichterung 
war, als ich in unserer ersten amtlichen Unter- 
redung zum Ausdruck brachte, daß ich ihm 
keinesfalls in den Schubladen herumkramen 
und ihm in der Ausübung seines verantwor- 
tungsvollen Amtes irgendwie hinderlich sein 
wolle. Anderseits wollte ich mehr als ein 
Symbol sein. Ich verlangte, daß er sich jeden 
Eingriffs in die politischen Rechte des A.S.R. 
enthalte und mich in allen Zweifelsfällen zu 
Rate ziehe. Die auf dieser Grundlage getrof- 
fene Vereinbarung wurde meines Wissens 
nicht verletzt. Auch ließ ich es mir nicht neh- 
men, in der ersten unter dem Zeichen des 
A.S.R. stattgefundenen Stadtverordnetenver- 
sammlung zu erscheinen und das Wort zu er- 
greifen. Im übrigen versah ich den Dienst eines 
Verbindungsoffiziers zwischen dem Rathaus 
und dem A.S.R. Außerdem nahm ich Gelegen- 
heit, allen denjenigen, die sich an mich wand- 
ten, mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. 

Schäfer, Heinrich, Tagebuchblätter eines rhei- 
nischen Sozialisten. Marcus und Weber, Bonn 
1919. S. 26—28. 



Gustav Noske 

J868 — 1946; sozialdemokratischer Redakteur 
und Reichstagsabgeordneter, 1918 Gouver- 
neur von Kiel, ab 29. Dezember 1918 Mit- 
glied des Rats der Volksbeauftragten, von Fe- 
bruar 1919 bis März 1920 Reichswehrminister, 
2Q20 — 1933 Oberpräsident von Hannover. 

In Kiel und vielen anderen Orten hatten sich 
Mehrheitssozialdemokraten und Unabhängige 
wie mit Selbstverständlichkeit zu gemeinsa- 
mer Arbeit zusammengefunden. Man redete 
nicht über Einigkeit, sondern nahm sie als Tat- 
sache hin, wenn auch die getrennten Orrani- 
sationen weiter bestanden. Obwohl die Unab- 
hängigen weit an Zahl hinter den Sozialde- 



16 



mokraten zurückblieben, wurde in den Äm- 
tern Parität geübt. Anders in Berlin. Dort 
setzte der Krakeel — nicht zwischen den Ar- 
beitern, sondern den Führern — sofort ein. 
Wortführer der Unabhängigen versuchten, wie 
■' es z. B. in Hamburg vorübergehend gelungen 
i war, das Heft allein in die Hand zu bekommen. 
Es bedurfte des Gebots der Soldaten, die kei- 
nen Zank zwischen den Parteien und Führern 
wollten, um eine paritätische Regierungsbil- 
dung herbeizuführen. Sechs Volksbeauftragte 
traten als politische Reichsleitung zusammen, 
Ebert, Scheidemann, Landsberg von den Mehr- 
heitssozialdemokraten, Haase, Dittmann, Barth 
von den Unabhängigen. 

Ende Dezember ging diese Verbindung in die 
Brüche und hatte den wahnwitzigen, verbre- 
cherischen Bruderkampf zur Folge, der schwer- 
sten politischen und wirtschaftlichen Schaden 
für Reich und Volk bewirkte und das Ver- 
trauen zur Arbeiterklasse und ihren politi- 
schen Organisationen erschütterte. In der 
Schicksalsstunde des deutschen Volkes ver- 
sagte ein großer Teil des sozialdemokratisch 
gesinnten Proletariats und seiner Führer, 
zeigte es sich den zu lösenden Aufgaben nicht 
gewachsen. Wirtschaftliche Einsichtslosigkeit, 
politische Borniertheit und die Phrase trium- 
phierten gegenüber den politischen und wirt- 
schaftlichen Lebensnotwendigkeiten des Vol- 
kes. Seinen besten Freunden hat ein Teil des 
deutschen Prnlptariats die bitterste Enttäu- 
schung bereitet. 

Noske, Gustav, Von Kiel bis Kapp, Verlag für 
Politik und Wirtschaft, Berlin 1920, S. 59—60. 



Rosa Luxemburg 

2870—1919, im russischen Teil Polens gebo- 
ren, war sie von Jugend an führend tätig in 
der polnischen und russischen sozialistischen 
Bewegung. 1897 promovierte sie in Zürich 
zum Doktor der Staatswissenschaften. Seit 1898 
lebte sie in Berlin und wirkte in der SPD als 
Redakteurin, Schriftstellerin, Lehrerin und Red- 
nerin. Sie war der bedeutendste Kopf des lin- 
ken Flügels der SPD, leidenschaftliche Gegne- 
rin ihrer Politik im Weltkrieg. Fast die ge- 
samte Kriegszeit war sie im Gefängnis, nach 
Ausbruch der Revolution wurde sie Redak- 
teurin der Tageszeitung des Spartakusbundes 
„Die Rote Fahne', Gründungsmitglied der 
Kommunistischen Partei Deutschlands. Am 
15. Januar 1919 von Regierungssoldaten er- 
mordet. 

Auszug aus einem Artikel Rosa Luxemburgs 
.Der Adxeron in Bewegung', erschienen in der 
'„Roten Fahne" vom 27. November 1918. 



17 



[. . .] Eine Revolution hat stattgefunden. Arbei- 
ter, Proletarier — im Waffenrock oder im Ar- 
beitskittel — haben sie gemacht. In der Regie- 
rung sitzen Sozialisten, Arbeitervertreter. 

Und was hat sich für die Masse der Arbei- 
tenden in ihrem täglichen Lohnverhältnis, in 
ihrem Lebensverhältnis verändert? Gar nichts 
oder so gut wie gar nichts! Kaum daß hie und 
da einige kümmerliche Zugeständnisse ge- 
macht worden sind, sucht das Unternehmertum 
dem Proletariat auch das Geringe wieder zu 
eskamotieren. 

Man vertröstet die Massen auf die kommen- 
den goldenen Früchte, die ihr von der Natio- 
nalversammlung in den Schoß fallen sollen. 
Durch lange Debatten, durch Gerede und par- 
lamentarische Mehrheitsbeschlüsse sollen wir 
sanft und „ruhig" in das gelobte Land des So- 
zialismus hineinschlüpfen. 
Der gesunde Klasseninstinkt des Proletariats 
bäumt sich gegen das Schema des parlamen- 
tarischen Kretinismus auf. [. . .] 
Statt auf die beglückenden Dekrete der Regie- 
rung oder auf die Beschlüsse der famosen Na- 
tionalversammlung zu warten, greift die 
Masse instinktiv zu dem einzigen wirklichen 
Mittel, das zum Sozialismus führt: Zum Kampf 
gegen das Kapital. Die Regierung hat bis jetzt 
alle Mühe darauf verwendet, die Revolution 
— zu kastrieren, unter dem Geschrei gegen 
jer^p Bedrohung der „Ordnung und Ruhe" die 
Harmonie der Klassen zu errichten. 

Die Masse des Proletariats wirft ruhig das 
Kartenhaus der revolutionären Klassenharmo- 
nie um und schwingt das gefürchtete Banner 
des Klassenkampfes. [. . .] 

In der heutigen Revolution sind die eben aus- 
gebrochenen Streiks keine „gewerkschaftliche" 
Auseinandersetzung um Lappalien, um das 
Drum und Dran des Lohnverhältnisses. Sie 
sind die natürliche Antwort der Massen auf 
die gewaltige Erschütterung, die das Kapital- 
verhältnis durch den Zusammenbruch ües 
deutschen Imperialismus und die kurze politi- 
sche Revolution der Arbeiter und Soldaten er- 
fahren hat. Sie sind der erste Anfang einer 
Generalauseinandersetzung zwischen Kapital 
und Arbeit in Deutschland, sie läuten den Be- 
ginn des gewaltigen direkten Klassenkampfes 
ein, dessen Ausgang kein anderer als die Be- 
seitigung des kapitalistischen Lohnverhältnis- 
ses und die Einführung der sozialistischen 
Wirtschaft sein kann. Sie lösen die lebendige 
soziale Kraft der gegenwärtigen Revolution 
aus: die revolutionäre Klassenenergie der pro- 
letarischen Massen. Sie eröffnen die Periode 
der unmittelbaren Aktivität der breitesten 

B 45 



\ 



.^'.-.•A*^)WP^ ' 



mism- 



Massen, jener Aktivität, zu der die Sozialisie- 
rungsdekrete und Maßnahmen irgendweldier 
Vertretungskörperschaften oder der Regierung 
nur die Begleitmusik bilden können. [. . .] 

Die proletarische Masse ist durdi ihr bloßes 
Erscheinen auf der Bildfläche des sozialen 
Klassenkampfes über alle bisherigen Unzu- 
länglichkeiten, Halbheiten und Feigheiten der 
Revolution zur Tagesordnung übergegangen. 
Der Acheron ist in Bewegung geraten, und die 
Knirpse, die an der Spitze der Revolution ihr 
kleines Spiel treiben, werden purzeln, oder 
sie werden endlich das Kolossalformat des 
weltgeschichtlichen Dramas, an dem sie mit- 
spielen, verstehen lernen. 

Zitiert nach: Luxemburg, Rosa. Ausgewählte 
Reden und Schriften, hrsg. vom Marx-Engels- 
Lenin-Institut beim ZK der SED, ILBand,Dietz- 
Verlag, Berlin (Ost) 1951. S. 617—621. 



Karl Liebknecht 

1871—1919, Rechtsanwalt, Anhänger des äu- 
ßersten Unken Flügels der Sozialdemokrati- 
schen Partei, Mitglied des Preußischen Abge- 
ordnetenhauses (seit 1908) und des Reichs- 
tags (seit 1912). 1916 Verurteilung zu vier 
Jahren Zuchthaus wegen einer öffentlichen 
Kundgebung gegen den Krieg, nach seiner 
Freilassung im Oktober ?Q/« neben Rosa Lu- 
xemburg an der Spitze des Spartakusbundes. 
Am 15. Januar 1919 von Regierungssoldaten 
ermordet. 

Der hier auszugsweise abgedruckte Artikel 
Liebknechts war nach dem Scheitern des Ber- 
liner Spartakusaufstands geschrieben worden 
und erschien am Tage der Ermordung Lieb- 
knechts und Rosa Luxemburgs im Zentralor- 
gan der von ihnen gegründeten Kommuni- 
stischen Partei Deutschlands. 

Jawohl! Die revolutionären Arbeiter Berlins 
wurden geschlagen. 



Und die Ebert-Scheidemann-Noske haben ge- 
siegt. Sie haben gesiegt, denn die Generalität, 
die Bürokratie, die Junker von Schlot und 
Kraut, die Pfaffen und die Geldsäcke und al- 
les, was engbrüstig, beschränkt, rückständig 
ist, stand bei ihnen. Und siegte für sie mit 
Kartätschen, Gasbomben und Minenwerfern. 

Aber es gibt Niederlagen, die Siege sind-, und 
Siege, verhängnisvoller als Niederlagen. 

Die Besiegten der blutigen Januarwoche, sie 
haben ruhmvoll bestanden; sie haben um Gro- 
ßes gestritten, ums edelste Ziel der leidenden 
Menschheit, um geistige und materielle Erlö- 
sung der darbenden Massen; sie haben um 
Heiliges Blut vergossen, das so geheiligt 
wurde. Und aus jedem Tropfen dieses Blutes, 
dieser Drachensaat für die Siege von heute, 
werden den Gefallenen Rächer erstehen, aus 
joder zerfetzten Fiber neue Kämpfer der hohen 
Sache, die ewig ist und unvergänglich wie das 
Firmament. 

Die Geschlagenen von heute werden die Sie- 
ger von morgen sein. [. . .] 

Noch ist der Golgathaweg der deutschen Ar- 
beiterklasse nicht beendet — aber der Tag der 
Erlösung naht. Der Tag des Gerichts für die 
Ebert-Scheidemann-Noske und für die kapita- 
listischen Machthaber, die sich noch heute 
hinter ihnen verstecken. Hiiiiiiielhoch schlagen 
die Wogen der Ereignisse — wir sind es ge- 
wohnt, vom Gipfel in die Tiefe geschleudert 
zu werden. Aber unser Schiff zieht seinen ge- 
raden Kurs fest und stolz dahin bis zum Ziel. 

Und ob wir dann noch leben werden, wenn es 
erreicht wird — leben wird unser Programm; 
es wird die Welt der erlösten Menschheit be- 
herrschen. Trotz alledem! 

Liebknecht, Karl, Leitartikel „Trotz alledem!' 
in: „Die Rote Fahne' vom 15. 1. 1919 [Aus- 
zug] 



IL Bürgerliche Politiker und Publizisten 



Hellmut von Gerlach 

1866—1935, linksliberaler Publizist, Herausge- 
ber der „Welt am Montag' und Mitglied des 
Reichstages 1903—1907. Im Ersten Weltkrieg 
Vorkämpfer der radikalen bürgerlichen Linken 
und des Pazifismus. November 1918 bis März 
1919 önterstaatssekretär im preußischen In- 
nenministerium. 1933 Emigration nach Frank- 
reich. 

B 45 



Von den Zehntausenden von Offizieren, die 
noch am 8. November auf das »Heil dir im 
Siegerkranz" eingesdiworen waren, hatte 
nidit einer am 9. November das Bedürfnis 
empfunden, für seinen Kaiser sein Leben hin- 
zugeben. Audi sie hatten sämtlich das Ge- 
fühl: Die Monarchie hat ausgespieltl Wer 
konnte, eilte nadi Hause, um Zivil anzuzie- 
hen. Wer auf der Straße von Soldaten ange- 
halten wurde, ließ sich widerstandslos seiner 



18 



Offiziersabzeichen entkleiden. Ein Sturm auf 
die Bastille tat nicht not. Die Verteidiger der 
deutschen Bastille zogen schon vorher die 
weißen Fahnen auf! Die Tore der Gefängnisse 
öffneten sich freiwillig, um die politischen Ge- 
fangenen wie den Hauptmann von Beerfelde, 
freizugeben, und ihnen den Weg in die Sozi- 
aldemokratie zu eröffnen. Die Soldaten ver- 
brüderten sich mit dem Volk. 

Fast ohne jedes Blutvergießen war die Hohen- 
zollernmonarchie in eine Republik verwandelt 
worden. Die Straßen Berlins waren von einer 
festlich-frohen Menge erfüllt. Kein Ruf nach 
Rache wurde laut. [. . .] 

Da ich sozusagen von innen her die ersten 
Monate nach der Revolution mitangesehen 
habe, glaube ich, etwas objektiver als viele 
radikale Kritiker die Sünden und Verdienste 
der neuen Machthaber gegeneinander abwä- 
gen zu können. Schwere Unterlassungssünden 
sind vorgekommen. 

Spielend leicht wäre es damals gewesen, wie 
in Österreich die Fürstenvermögen zu Gun- 
sten des Volkes zu enteignen. Das erwartete 
jedermann, die Fürsten wohl in erster Linie. 
Warum es nicht geschehen ist, ist mir nie klar 
geworden. Hätte man jedem der entthronten 
Fürsten eine Rente auf Lebenszeit ausgesetzt, 
so hätte das einen sehr noblen Eindruck ge- 
macht. Aber offenbar hat man damals Hem- 
mungen gehabt, die im Augenbiick eiuei so- 
genannten Revolution allerdings unfaßbar er- 
scheinen. Weit schwerer wiegt nodi die zweite 
Unterlassungssünde, daß man nicht den Finger 
gegen den Großgrundbesitz gerührt hat. In 
Estland, Litauen,^ Lettland, Polen und der 
Tschechoslowakei wurde die Masse der Land- 
bevölkerung der neuen Staatsordnung durch 
eine Agrarreform gewonnen, die den Groß- 
grundbesitz radikal besdinitt. Bei uns wa- 
ren die Bauern und namentlich die Bauern- 
söhne damals fast sämtlich „rot". Sie erwar- 
teten, daß nun endlidi ilii Landhunger gcsd^.. 
werden würde. Aber nichts Derartiges ge- 
sc±iah. Die sozialistisdien Gelehrten konnten 
sich sämtlich nicht einigen, ob man den Groß- 
grundbesitz sozialisieren oder parzellieren 
solle. Und weil man sidi weder für die eine 
nodi die andere Maßnahme entscheiden 
konnte, madite man überhaupt nichts. Die Jun- 
ker behielten ihre ganze Wirtschaftsmacht, die 
sie seitdem so trefflidi gegen die Republik 
ausgenützt haben. Die Bauern aber waren tief 
enttäusdit, daß ihnen die Republik zwar neue 
Steuern, aber kein neues Land gebradit hatte, 
und marschierten wieder nadi redits. Die Re- 
publik blieb einbeinig, eine städtisdi-indu- 
strielle Angelegenheit. „Hätte uns im Novem- 



19 



ber 1918 die Republik die Hälfte unseres Be- 
sitzes konfisziert, so hätten wir die andere 
Hälfte als ein Geschenk des Himmels ange- 
sehen", gestand mir später ein Großgrundbe- 
sitzer. 

Wer alle Unterlassungssünden der Republik 
ihren ersten Herren als todeswürdiges Ver- 
brechen ankreidet, übersieht jedoch die ver- 
zweifelt schwierige Lage der ersten Monate. 
Da waren es die außenpolitischen Verhält- 
nisse, die täglidi neue Sorgen heraufbeschwo- 
ren. Der Siegesrausch der Entente erbitterte 
das deutsche Volk, das sich von der Bekeh- 
rung zur Demokratie einen erträglichen Frie- 
den versprochen hatte. Alles mußte die Re- 
gierung versuchen, um die Waffenstillstands- 
und Friedensbedingungen wenigstens von Fall 
zu Fall zu mildern. 

Die grauenvolle Ernährungslage belastete die 
Köpfe der Verantwortlichen vor allem an- 
deren. Primum vivere! ») Aber die Ernährung 
war nicht einmal auf zwei Wodien im voraus 
sichergestellt. Der Verwaltungsapparat mußte 
aufrecht erhalten bleiben, auch wenn ihn nodi 
so reaktionäre Elemente bedienten. Da war 
der brudermörderische Kampf zwischen den 
drei Arbeiterparteien S. P. D., U. S. P. D. und 
Spartakusbund, dem Vorläufer der K.P.D. [. . .] 

Inzwischen zog Karl Liebknecht, ein ehrlicher 
Fanatiker, durch die Straßen von Berlin und 
rief zum Kampf geg^n die „Verräter an der 
Revolution" auf. [. ."] Zu diskutieren war mit 
ihm kaum. Aber er besaß eine Intensität des 
Mitempfindens mit den Opfern irgendeiner 
Tyrannei, die ihn zu jedem, aber w^irklich je- 
dem Opfer bereit machte. Ich habe vor dem 
Kriege viel in Sachen der russischen politi- 
schen Flüchtlinge mit ihm gearbeitet. Dabei 
bekam ich den höchsten Respekt vor seiner 
Selbstlosigkeit und seiner Willensstärke [. . .] 

Politisch gingen unsere Ansichten weit aus- 
einander. Aber idi habe ihn gern gehabt. Und 
ich glaube, daß aas auf Gegenseiliykeil be- 
ruhte. Als ich am Nadimittag des 9. Novem- 
ber 1918 auf der Treppe des Reichstags stand, 
wurde ich plötzlidi von hinten umarmt. Idi 
drehe mich um und blicke Karl Liebknedit in 
die halb feuchten, halb strahlenden Augen. Mit 
warmer Stimme ruft er mir zu: „Gerladi 
endlich die Freiheit! Sie gehen nicht ganz mit 
mir, idi weiß. Aber heute wollen wir uns doch 
zusammen freuen!" 

Gerlach, Hellmut von, Von Rechts nach Links, 
Europa-Verlag, Zürich 1937, S. 242—245. 



^) Lat.: „Zuerst leben* 



B 45 



Theodor Wolff 

j868 — 1943, bürgerlich-liberaler Publizist, seit 
1897 Redakteur, seit 1906 Chefredakteur 
des ^Berliner Tageblatts', 1918 Mitgründer 
der Deutschen Demokratischen Partei, 1933 
Emigration nach Frankreich, Tod im Konzen- 
trationslager. 

Unter dem ermüdeten Novemberrock schlug 
auch nur selten ein leidenschaftlich revolutio- 
näres Herz. Keine Literatur hatte die Geister 
auf die Republik vorbereitet, kein Freilig- 
rath»), kein Herwegh ^") hatte mit der 
Wucht des poetischen Wortes an den Für- 
stenthronen gerüttelt, und die Prosa der ra- 
dikalsten Kritiker hatte gerade bei der Staats- 
form am wenigsten verweilt. Es gab, nimmt 
man die eine Rosa Luxemburg aus, keine 
starke revolutionäre Figur. Der zapplige Lieb- 
knecht, den diese merkwürdige Frau nur aus 
opferbereiter Treue nicht verließ, war ein 
schmächtiger Tribun. Die sozialdemokrati- 
schen Führer waren wie ein Mime, der immer 
fleißig und anständig die Rolle des alten Va- 
ter Miller in „Kabale und Liebe" gespielt hat 
und plötzlich den jungen feurigen Ferdinand 
darstellen soll. Sie waren gezwungen, die re- 
volutionäre Sache in die Hand zu nehmen, 
weil es eine proletarische Bewegung war und 
weil sie nicht zulassen konnten, daß der un- 
ausqereifte Rebell und der bolschewistische 
Spartakismus ihnen die Arbeiterschaft entris- 
sen und ein Chaos erzeugten, vor dem ihre 
alte, an Ordnung, Vernunft und Disziplin ge- 
wöhnte Gewerkschafterseele Abscheu emp- 
fand. Einige dieser sozialdemokratischen Füh- 
rer wurden ausgezeichnete Minister, entwik- 
kelten sich, obgleich der kaiserliche Staat 
ihnen keinerlei Gelegenheit zu Vorstudien ge- 
geben hatte, zu staatsmännischen, vielleicht 
allzu staatsmännischen Persönlichkeiten und 
bewiesen mehr Regierungstalent als sehr viele 
ihrer Vorgänger unter dem alten Regime. 
Ebert, Otto Braun und Severing, die nicht auf 
hohen Schulen gewesen, nicht durch Examina 
gegangen, nicht in einer Beamtenkarriere auf- 
gestiegen waren, hätten in jedem modernen 
Staat, demokratischer Republik oder liberaler 
parlamentarischer Monarchie, sich vortrefflich 
bewährt. Sie kamen in den ungeheuren Wirren 
der Niederlage, mußten das Volk aus der Sint- 
flut auf den festen Boden führen, mußten, wie 
niemals Regierende vor ihnen, zwischen fort- 
währenden Schwierigkeiten, Widerwärtigkei- 
ten und Gefahren hindurchfinden, hätten für 



») Ferdinand Freiligrath, 1810—1876, radikal-poli- 
tischer Dichter. 

'") Georg Herwegh, 1817—1885, Freiheitsdichter, 
1849 am Aufstand in Baden beteiligt. 

B 45 



ihre Leistung ganz besonders den Dank der 
bürgerlichen und adligen Kreise verdient und 
wurden unablässig beschimpft und bedroht. 
Sie waren, ganz wie so viele bürgerliche Po- 
litiker, gegenüber skrupelloseren Parteigän- 
gern nicht immer klug und vorsichtig genug 
und nicht immer geschickt in der Auswahl 
ihrer Hilfskräfte, aber sie und die ungeheure 
Mehrzahl ihrer Genossen waren ehrbar, be- 
scheiden, uneigennützig und blieben in langer 
Amtszeit arm. 

Wolff, Theodor, Der Marsch durch zwei Jahr- 
zehnte, de Lange, Amsterdam 1936, S. 181 — 183. 



Marie-Elisabeth Lüders 

j 87 8— 1966, liberale Politikerin und Publizi- 
stin, im Ersten Weltkrieg Leiterin der Frauen- 
arbeitszentrale beim Kriegsministerium in 
Berlin, 1918—1921 Direktorin der Nieder rhei- 
nischen Frauenakademie in Düsseldorf, als 
Mitglied der Deutschen Demokratischen Par- 
tei 1919 — 1930 Mitglied der Weimarer Natio- 
nalversammlung und des Reichstags, 1937 
Zuchthaus und Gestapohaft, 1953 Mitglied des 
Bundestags (Freie Demokratische Partei, Al- 
terspräsidentin). 

Am 9. November 1918 starb meine Mutter. Sie 
wurde das Opfer der Folgen völliger Unterer- 
nährung, da sie sich konsequent weigerte, 
mehr zu beanspruchen, als durch die ungenü- 
genden Rationen gestattet war. Kurz vorher 
erreichte mich aus Berlin ein dringendes Er- 
suchen des Kriegsministeriums, mich sofort für 
die Zurückführung der vielen tausend Etap- 
penhelferinnen nach Deutschland zur Verfü- 
gung zu stellen. Nach dem Empfang dieser 
isiachricht ging ich sofort mit dem Telegramm 
des Kriegsamtes zu dem Vorsitzenden des 
Arbeiter- und Soldatenrats [. . .] und bat um 
einen Militärfahrschein, den ich auch erhielt, 

»^ -,/^/^r>T>-» r\r mit oirvom rolTT«=»f ä rhton -nrAnRi- 

sehen Adler gestempelt war. Man bestellte mir 
außerdem zur Unterstützung für den Abend 
zwei Soldaten; sie trafen pünktlich in meiner 
Wohnung ein. Nach zwei Stunden kam endlich 
ein überfüllter Militärtransportzug. Meine Be- 
schützer rissen unter Protest der Insassen eine 
Abteiltür auf, ergriffen mich an den Beinen 
und schleuderten mich wie ein Torpedo kopf- 
über auf zwölf Soldatenbeine, riefen „gute 
Reise" und knallten die Tür zu. Ich hatte 
Glück, denn die Soldaten waren aus Bran- 
denburg, einige sogar waschechte Berliner. 
Nachdem sie mich beleuchtet und Anlaß meiner 
Reise — Todkrankheit meiner Mutter — erfah- 
ren hatten, bestätigten sie ihre angeborene 
Gemütlichkeit und Hilfsbereitschaft mit dick be- 



20 






"j, :^ ss.iVw- 



legten Stullen und „wärmendem" Schnaps. 
Letzteren lehnte ich dankend ab, aber die 
Stullen taten mir sehr not. Zur Nacht rollten 
sie mich in einen Woilach, schoben mir eine 
Decke unter den Kopf und verstauten mich so 
auf den zwölf Beinen. Mit dem Hinweis an 
alle Mitfahrenden: „Wir haben hier eine janz 
feine Dame, die schlafen will", befahlen sie 
Ruhe. Im Nebenabteil ging es recht laut zu, 
die Unterhaltung war zum Teil etwas zweifel- 
haft. Plötzlich hing sich ein baumlanger Kerl 
über d:3 halbhohe Trennwand und verkün- 
dete: „Wenn ihr nicht gleich stille seid, hau 
ick euch übern Kopp, dat ihr durch die Rippen 
kiekt wie die Affen durchs Gitter!" Das ge- 
nügte. Nach etwa zehn Stunden waren wir in 
Bielefeld 'M- ^o n^^h etwa einer Stunde ein 
D-Zug durchkommen mußte. Unter Bedauern, 
guten Wünschen, und vom Fluchen des Sta- 
tionsvorstehers begleitet, stieg ich aus und 
rannte über die Gleise zum Bahnhofsgebäude. 
Auf dem Vorplatz fiel mein Blick auf ein 
großes Plakat; es verkündete die Gewährung 
des Stimmrechts der Frauen. Ein Mann, der 
neben mir stand und offenbar meine freudige 
Erregung bemerkt hatte, fragte sehr nüchtern: 
„Was wollen Sie damit?" Ich antwortete: „An- 
deren helfen!" Die Fahrt bis Berlin zog sich 
endlos hin, der Zug war fast leer. Die Frage 
„was wollen Sie damit" begleitete mich un- 
unterbrochen. [. . .] 

Nach dem gemeinsamen Beschluß — auch der 
Arbeiter- und Soldatenräte — , eine National- 
versammlung einzuberufen, setzte überall die 
Arbeit für die Wahlen ein. Ich zog von Stadt 
zu Stadt durch die besetzten Gebiete, zwischen 
Aachen, Essen und Köln, da ich nicht nur ne- 
ben Friedrich Naumann an der Spitze des Ber- 
liner Wahlvorschlages der Deutschen Demo- 
kratischen Partei (DDP) stand, sondern auch 
in Aachen und Düsseldorf aufgestellt war. 
Diese Wahlreisen waren wohl die anstren- 
cicndsten mein'^'«' vipr/igjährigpn politischen Le- 
bens: völlig unterernährt, ungenügend geklei- 
det, in ungeheizten Zügen, mit rigoros durch- 
geführten Durchsuchungen, langem Warten im 
Freien und in der ständigen Sorge, der Ver- 
wendung gefälschter Personalpapiere über- 
führt zu werden. Schließlich endete diese wo- 
chenlange Jagd im Düsseldorfer Krankenhaus, 
wo ich dann auch wählen mußte. 

Lüders, Marie-Elisabeth, „Fürchte Dich nicht. 
Persönliches und Politisches aus mehr als 
80 Jahren 1878—1962.', Westdeutscher-Verlag, 
Köln und Opladen 1963, S. 74—76. 



Margarete Gärtner 

J888—1962, Publizistin, 1914—1919 Referen- 
tin in der dem Auswärtigen Amt unterstehen- 
den Zentralstelle für Auslondsdienst, danach 
tätig in der Volksbildungsarbeit, in außenpoli- 
tischen Organisationen und in Frauenver- 
bänden. 

Neben der Arbeit konnte ich noch leiden- 
schaftlichen Anteil an den zur Um- und Neuge- 
staltung Deutschlands führenden Ereignissen 
nehmen. Zunächst wurden sicher nicht alle, 
doch viele Menschen vor die Frage ihres eige- 
nen Gewissens gestellt, ob sie, die Jahre und 
Jahrzehnte in irgendeiner Form, beamtet oder 
nicht, dem Kaiserreich und seinen Einrichtun- 
gen gedient, nach der Novemberrevolution der 
neuen, sozialistischen „Volksregierung" (hier 
tauchte das Wort, das später eine so fatale 
Nebenbedeutung erhalten sollte, zum ersten- 
mal auf) ohne weiteres dienen könnten. Auch 
bei mir war das der Fall. Ich hatte das Glück, 
mir bei einem weisen älteren Staatsmann Rat 
holen zu können, bei Staatssekretär Dr. Theo- 
dor Lewald^'-^) (...]. Lewald sagte etwa fol- 
gendes: „Das Deutsche Reich ist, sicher nicht 
ohne Schuld seiner Regierenden, zusammenge- 
brochen. Die Wehrmacht ist trotz vieler Siege 
und bewunderswerter Leistungen geschlagen, 
und die Heere strömen in die Heimat zurück, 
soweit sie nicht in Kriegsgefangenschaft ge- 
rieten, und treffen dort auf eine erregte, ver- 
zweifelte, halb verhungerte Bevölkerung. Das, 
was wir in den letzten Tagen in Berlin, Kiel, 
Hamburg, München, Leipzig und wo immer 
erlebten, wird leider erst ein Anfang sein. In 
diesem Chaos hat jeder auf seinem Posten zu 
bleiben und seine Pflicht zu erfüllen, sonst 
macht er sich am noch größeren Chaos mit- 
schuldig. Ich jedenfalls werde auf meinem Po- 
sten bleiben, solange man mich arbeiten läßt." 
Das war das, was ich brauchte, und ich weiß, 
daß Staatssekretär Lewaids Worte vielen an- 
dern, denen ich sie weitergab, geholfen ha- 
ben. 

Gärtner, Margarete, Botschofterin des guten 
Willens. Aulienpolitische Arbeit 1914—1950, 
Athenäum-Verlag, Bonn 1955, S. 47 f. 

Gustav Stresemann 

1878-1929, 1902 Gründer und Syndikus des 
Verbandes Sächsischer Industrieller, Mitglied 
des Reichstags 1907—1912, 1914—1918 (natio- 
nalliberal), 1918—1929 (Deutsche Volkspartei). 
1923 Reichskanzler, 1923—1929 Reichsaußen- 
minister. 



»M Die Fahrt hatte in Düsseldorf begonnen. 



21 



»2) Lewald war zu jener Zeit Unlerstaatssekretär 
im Reichsamt des Innern. 

B 45 



f. . .] eine der größten Umwälzungen ist vor 
sich gegangen. Der Kaiser und Kronprinz ha- 
ben der Krone entsagt, eine große Anzahl 
deutscher Bundesfürsten, vielleicht in diesem 
Augenblick schon alle, haben freiwillig für sich 
und ihre ganze Dynastie abgedankt oder sind 
zur Abdankung gezwungen worden. Der 
Reichstag, das Parlament des freiesten Wahl- 
rechts der Welt, ist von Soldaten besetzt, und 
die Abgeordneten sind außerstande, zusam- 
menzutreten, um als Volksvertreter zu wirken. 
Am 15. November muß ein neuer Kriegskredit 
von 15 Milliarden aufgenommen werden, der 
der verfassungsmäßigen Zustimmung bedarf. 
Niemand weiß, ob die inzwischen abgesagte 
Tagung des Reichstages stattfinden wird oder 
ob wir einer Entwicklung entgegengehen, die 
uns in der Schaffung von Arbeiter- und Solda- 
tenräten russische Zustände bringt, wenn wir 
auch erfreulicherweise noch am Abgrund des 
Bolschewismus vorbeigekommen sind. 

Das deutsche Bürgertum außerhalb der Sozial- 
demokratie sieht sich gegenwärtig fast zur 
Einflußlosigkeit verurteilt. In einigen Bundes- 
staaten wirken bürgerliche Politiker in den 
Ministerien mit, im wesentlichen handelt es 
sich aber dabei nur um sachliche Arbeitsmini- 
sterien, der politische Einfluß liegt in den 
Händen der Sozialdemokratie, innerhalb wel- 
cher der Kampf um die Vorherrschaft statt- 
findet. In der Zwischenzeit wurden die Waffen- 
stillstandsbedingungen der Entente bekannt, 
die an Furchtbarkeit alles übertreffen, was je- 
mals einem besiegten Volke auferlegt worden 
ist. Der Feind vor den Toren, zum Einmarsch 
in das zur Okkupation überlassene Gebiet 
bereit, schon heute drohend mit dem Ein- 
marsch in ganz Deutschland, „um Ordnung zu 
schaffen"! Transportkrisis und Hungersnot vor 
der Tür! Das große Problem der Demobilisie- 
rung ungelöst! Im Innern Bruch mit den Jahr- 
hunderte- und jahrtausendelangen monarchi- 
sdien Überlieferungen! Straßenkämpfe in der 
Reichshauptstadt und eine Ansprache Lieb- 
knechts vom Balkon des Schlosses der Ho- 
henzollern in Berlin — ist die Gegenwart, in 
der wir leben, eine Gegenwart, von der nie- 
mand zu sagen weiß, ob sie geordneten Zu- 
ständen wieder Platz machen wird oder ob 
sie zum zeitweiligen Chaos führt. 

Wir vermögen unsererseits zu den Ereignis- 
sen noch nicht Stellung zu nehmen. Was in 
diesen letzten Tagen auf uns eingestürmt ist, 
verlangt nach leidenschaftsloser Betrachtung 
und Würdigung. Es ist auch unmöglich, mit 
dem Sturmschritt der Ereignisse überhaupt 
Tempo zu halten. Wer weiß, ob das, was sich 
heute als Diktatur des Sechsmännerrates dar- 
stellt, morgen noch vorhanden ist? Der sozial- 

B 45 



demokratische Führer-, Ebert, gibt sich gewiß 
alle Mühe, die Entwicklung vor einem sich 
überstürzenden Radikalismus zu bewahren. 

Aber was ist heute noch von irgendwelcher 
Dauer? Unsere Aufgabe ist, alles zu tun, um 
Ruhe und Ordnung aufrecht zu erhalten und 
uns vor einem Chaos zu bewahren. Völlig 
falsch wäre es deshalb auch, daran Kritik zu 
üben, daß die Beamtenschaft sich der neuen 
Regierung zur Verfügung gestellt hat und 
weiter arbeitet. Die schwerste PflichtertüUung 
ist der Sieg über das eigene Empfinden. Wir 
begrüßen es, daß eine Persönlichkeit, wie 
Oberst Köth, seine Kraft als Staatssekretär für 
das Demobilisierungswesen zur Verfügung 
stellt, um dafür zu sorgen, daß die wirtschaft- 
lichen Vorgänge sich in Ruhe vollziehen, und 
wir verstehen, daß deshalb Beamte wie Krause 
und Schiffer auf ihrem Posten bleiben, die im 
Gegensatz zu den Verhältnissen stehen, wel- 
che durch die rote Flagge vom Brandenburger 
Tor gekennzeichnet werden. Besonnenheit 
und Pflichterfüllung bis zum Äußersten, das 
wollen wir unsererseits uns bewahren und 
hinüberretten, auch wenn um uns herum die 
festesten Grundmauern einstürzen, an deren 
Unerschütterlichkeit wir fest gelaubt hatten. 

Stresemann, Gustav, „Der Umsturz", Artikel 
in der Wochenschrift „Deutsche Stimmen" vom 
12. 11. 1918, in- Gustav f>tresemann. Von der 
Revolution bis zum Frieden von Versailles. 
Reden und Aufsätze, Staatspolitischer Verlag 
G.m.b.H., Berlin 1919, S. 40—42. 

Joseph Schofer 

1866—1930, katholischer Theologe, im Ersten 
Weltkrieg Felddivisionspfarrer. Landtagsab- 
geordneter seit 1905, Führer der Zentrumspar- 
tei in Baden. 

Es waren harte Tage; mehr wie einen braven 
Wehrmann haben wir noch begraben im Ma- 
detale oder auf dem Heldenfriedhof zu Gorze 
in Lothringen. Mitten in dieses Leid hinein 
kamen von Freiburg und Karlsruhe Tele- 
gramme, die mich nach Hause riefen; keines 
gab klar den Grund an; alle ließen jedoch 
schwere politische Sorgen erkennen. Diese er- 
sten Boten der Heimat trafen mich vorn in 
Onville. Beim Schein einer Karbidlampe oder 
einer Kerze las ich sie und sann und überlegte. 
Eines stand fest: solange noch ein Schuß fällt, 
bleibe ich bei meinen braven Wehrmännern. 
Ich gab so den Telegrammen keine Folge und 
keine Antwort. 

Unterdessen kam Schlag auf Schlag. Der Kai- 
ser war auf holländisches Gebiet übergetreten 



22 



und hatte damit Heer und Thron und Fahne 
verlassen. Es kam der Befehl zur Bildung von 
Soldatenräten. Man hörte Gerüchte von Re- 
volution in der Heimat; man sah sie schließlich 
in der Nähe. Der Waffenstillstand mit seinen 
niederschmetternden Bedingungen gab dem 
Krieg einstweilen die Waffenruhe und setzte 
so dem Blutvergießen ein Ende. 

Mitten in diese Tage kam ein Ruf der badi- 
schen Regierung zum Landtag. Ich nahm nun 
Urlaub, um der Einladung Folge zu leisten. 
Die Fahrt nach Hause gehört zum Bittersten 
meines Lebens. Ich hätte aufschreien mögen, 
als ich die Zeichen der Auflösung sah; sie wur- 
den an Zahl größer, an Inhalt trauriger, je wei- 
ter ich von meinem Truppenteil weg kam. 
Diese Erlebnisse zu schildern, versage ich mir 
an dieser Stelle. 

Daheim hatte das Zentralkomitee unserer Par- 
tei in Offenburg getagt und sich mit der ern- 
sten Lage befaßt. Ich hatte auch dazu eine 
dringende Einladung erhalten; allein ich be- 
wertete und behandelte sie wie die Tele- 
gramme. So konnte ich selbst dort nicht anwe- 
send sein. 

Fehrenbach '') war von Berlin gekommen und 
brachte, wie man mir nachher erzählte die 
ganze Niedergeschlagenheit aus den dortigen 
Erlebnissen mit. Ich habe später selber die 
Kugelspuren in seiner Reichstagspräsidenten- 
f 1. -n n-R '^oriei Ei-lphnisse keine 

Wohnung gesehen, u^n ^ci.ei — , , u ^ 

gehobene Stimmung erzeugen, wohl aber den 
ganzen Ernst der Lage zeigen, erscheint für 
jeden ohne weiteres begreiflich. Die Rede, 
welche Fehrenbach infolgedessen in Offenburg 
hielt, schloß mit dem Worte: „Finis Germa- 
niae'" (Deutschlands Ende). Wer will leugnen, 
daß die so bezeichnete vaterländische Gefahr 
unmittelbar vor der Tür stand? Sie zu sehen, 
sie in ihrem vollen Ernst zu erkennen, vol- 
lends die daraus zu erwartenden Folgen zu ah- 
nen und zu beklagen, das ist keine Schande; 
1, j:^ T^^r^or. oinps «seinem Volk treuerge- 
benen, stets vaterländisch denkenden und han- 
delnden Staatsmannes sind hier menschlich 
wohlverständlich; sie sind das Zeugnis vom 
namenlosen Unglück unseres Volkes wie vom 
treu patriotischen Sinn dessen, der sie vergoß. 
Solange ein Bismarck unser Reich für verlo- 
ren ansah, wenn der nächste Krieg, wenn 
also dieser Weltkrieg verloren ging, muß man 
volles Verständnis für die aus Berlin mitge- 
brachte Stimmung und Auffassung haben. Daß 



Fehrenbach in der Folge wie ein Junger zuge- 
griffen hat, ist bekannt. 

Diese Lage aber, so verzweifelt sie geworden 
war, durfte unter keinen Umständen zum Ver- 
zweifeln führen, nicht einmal zur Tat- und Rat- 
losigkeit. Höchste Energieentfaltung und klare 
Führung, das forderte die Lage. Sowenig es an 
der Front eine Instruktion für bestimmte kri- 
tische Fälle gab, ebensowenig war mit den 
politischen Erfahrungen der Vergangenheit 
hier viel anzufangen; was hier wie dort half, 
das waren bestimmte allgemeine Grundsätze, 
die Entschlußkraft und der Mut zum Handeln 
mit dem Ziele: die Revolution so rasch als 
möglich zum Stillstand und Schweigen zu brin- 
gen und die Staatsordnung und das Reich zu 
retten, die Heimat vor feindlicher Invasion zu 
bewahren, für Ruhe, Ordnung, Arbeit und 
Brot zu sorgen. 

Die Herren der Zentralleitung der Partei stell- 
ten sich — das muß zu ihrer Anerkennung ge- 
sagt werden — fast restlos auf diesen Boden. 
Sie mußten dementsprechend auch alles unter- 
stützen, was der Anarchie mit ihren namen- 
losen Gefahren steuerte und zu dem eben be- 
zeichneten Ziele immerhin noch führen konnte. 
Ich sage: „noch führen konnte". Die Hoffnung, 
ob es gelinge, war allerdings nicht besonders 
groß; aber gerade darum galt es, zu handeln, 
entschlossen zu handeln, in erster Linie die 
letzten großen und entscheidenden Ziele, wie 
ich sie eben kurz andentete. bestimmt zu ver- 
folgen und dazu alles Geeignete in die Wege 
zu leiten. 

Schofer, Dr. Joseph, Mit der alten Fahne in die 
neue Zeit, Herder & Co. GmbH, Verlagsbuch- 
handlung, Freiburg im Breisgau 1926, S. 102 
bis 104. 



13) Constantin Fehrenbach (1852-J926K Mitglied 
der Zentrumspartei, seit Juni 1918 Präsident des 
Deutschen Reichstags. In den ersten Wochen na* 
der Revolution bemühte er sich vergebens um die 
Einberufung des Reichstags. 



23 



Gustav Mayer 

J87 1—1948, Historiker und Journalist, 1896 bis 
1906 Korrespondent der „Frankfurter Zeitung', 
1920 a. o. Professor für (Jesctiichte der Demo- 
kratie und des Sozialismus in Berlin. Wäh- 
rend der nationalsozialistischen Herrschaft 
emigrierte er nach England. 

Brief von Gustav Mayer an seine Schwester 
Gertrud und seinen Schwager Prof. Karl Jas- 
pers vom 29. Januar 1919. 
Am Horizont hängt auf allen Seiten schwär- 
zestes Gewölk. Das Schlimmste bleibt die tiefe 
moralische Erkrankung des Volksorganismus 
und das Fehlen führender Persönlichkeiten auf 
allen Gebieten. Von der Nationalversammlung 
verspreche ich mir keine Konsolidierung der 
Zustände, überhaupt habe ich den Eindruck, 

B 45 



1 



mm 



•als ob in geschichtlicher Perspektive gesehen, 
eine Konsolidierung noch nidit möglich, viel- 
leicht noch nicht einmal wünschenswert ist. 
Der Deutsche hat in dieser Weltkrisis gezeigt, 
daß er kulturell noch ganz unfertig ist: gegen- 
wärtig strebt die große Masse der Besitzenden 
und auch der Intellektuellen aus Ruhebedürf- 
nis oder aus Geschäftsinteresse einfach zum 
Alten zurück; die Revolution soll nur eine 
Episode gewesen sein. Die Massen des Volks 
aber sind verwildert, verirrt, gänzlich aus dem 
Gleichgewicht gebracht, schlecht geführt, 
schlecht zu führen, und fast ist mir, als ob un- 
geheures Schicksal notwendig sein wird, um 
alle diese Elemente neu zusammen zu kneten 
und eine neue, höhere, fertigere Form unseres 
Volkstums zustande zu bringen. Ich fürchte, 
jene irren gewaltig, die da meinen, daß alles 
wieder gut ist, wenn der Hans die Grete, will 
sagen unser Spießer die ersehnte Verfassung 
bekommen hat. Ich fürchte, die einmal in Be- 
wegung geratenen Massen werden sich eine 
gemäßigt demokratische Regierung nicht 



lange Zeit gefallen lassen, ich fürchte, daß die 
sozialdemokratische Mehrheit, wenn es nicht 
gelingt, in den nächsten Wochen den wirt- 
schaftlichen Verfall zum Stillstand zu bringen, 
sich abgewirtschaftet haben wird wie in Ruß- 
land die Menschewiki. Die Philister, Spießer, 
kleinen Bürokraten, die sie führen, diese dii 
minorum gentium >4) sind den ungeheuren 
Aufgaben der Zeit nicht gewachsen. Wir brau- 
chen Männer, die bekennen, die Wege weisen, 
die fortreißen, die den Sozialismus als eine 
neue Religion verkünden, welche nicht nur 
private Wünsche erfüllt, sondern den Men- 
schen nach oben reißt. Besonders in den Mas- 
sen der Jugend, die den Waffenrock auszieht, 
die aber früher nie ordentlich gearbeitet oder 
zu arbeiten verlernt hatte, ist ein ungeheures 
Verlangen nach dem Großen, für das sie sich 
einsetzen will. [. . .] 

Mayer, Gustav, Erinnerungen, Vom Journali- 
sten zum Historiker der deutschen Arbeiterbe- 
wegung, Europa-Verlag, Zürich, Wien 1949, 
S. 316—317. 



III. Offiziere 

General Walther Reinhardt 

j 87 2—1930, württembergischer Offizier, im 
Weltkrieg Generalstabsoffizier, November 
1918 Departementsdirektor im preußischen 
Kriegsministerium, Januar 1919 preußischer 
Kriegsminister, Oktober 1919 Chef der Heeres- 
leitung, trat nach dem Kapp-Putsch von diesem 
Posten zurück. 

Aus einem Brief Reinhardts an seine Frau vom 
14. November 1918. 

Für weitreichende Zukunftspläne ist der Bo- 
den noch zu schwankend, Richtlinien meines 
Hand^in^ hlpihen: möalichst baldige Vereini- 
gung mit Euch, Sicherung einer Tätigkeit, die 
mir und Euch einen Unterhalt gewährleistet, 
aber mich nicht auf den Boden von politischen 
Verpflichtungen zwingt, die ich mit meiner 
Ehre nicht vereinbaren kann. Ob der zukünf- 
tige Offiziersberuf ein solcher Boden wird oder 
ob die neuen Männer vernünftig genug sind, 
das Heer nur zu einem parteifreien Vater- 
landsdienste zu verpflichten, den man audi 
ehrlich unter einer Republik tun könnte, das 

muß sich zeigen Ich bin Gott sei Dank nodi 

immer rüstig, kerngesund und keineswegs 
verzweifelt. Ins Herz getroffen ist freilich der 
heiße Vaterlandsfreund und der Soldat In mir. 
Die militärische Lage des Reichs ist furchtbar. 
Man sieht auch hier bis hinab in die tiefsten 

B 45 



Volksschichten keinerlei Freude in den Ge- 
sichtern über den Frieden. Diesen Schlag wer- 
den wir auch nicht vprgessen. Wir haben 
zweifellos große Schuld, aber auch unendlidi 
viel Unglück. Ekelhaft ist die Scheinheiligkeit 
und das Pharisäertum, mit dem jetzt viele 
ihren Teil der Schuld vollkommen verkennen, 
so alle linksstehenden Zeitungen. Das 
Schlimmste war die Unehrlichkeit und Zwie- 
spältigkeit unseres politischen Fühlens und 
Handelns, daran hat zweifellos auch die Ober- 
ste Heeresleitung ein gerütteltes Schuldmaß. 
Aber das läßt sich überwinden. Die äußeren 
Umstände sind schwerer oder wenigstens im 

noch ganz schwankend, die alte sozialistische 
Partei hat das Heft nicht fest in der Hand, nur 
sie bietet aber zur Zeit Gewähr für Ordnung. 
Man muß sie daher unterstützen. Es scheint zu 
gelingen, sie zu halten mit Ebert an der Spitze. 
Ich lernte dieser Tage alle diese Männer ken- 
nen. Er machte einen recht guten Eindruck. 
Fast alle Ordnungselemente halten zu ihm. 

Ernst, Fritz, Aus dem Nachlaß des Generals 
Walther Reinhardt, in: Die Welt als Ge- 
schichte, 18. Jg., Kohlhammer-Verlag, Stuttgart 
1958, S. 48. 



") Lat.: „Die Idole der kleinen Leute". 



24 



■^ß^i..^- 






Albrecht von Thaer 

J868—1957, preußischer Generalmajor, nach 
dem Waffenstillstand Kommandant einer Frei- 
willigen-Brigade an der deutsch-polnischen 
Grenze. 

Brief des Generalmajors Alhrecht von Thaer 
vom 20. 11. 1918 an seine Frau. 

In Berlin scheint die Entwicklung leider weiter 
nach links zu gehen. Jetzt sind Hindenburg 
und Groener '') in ihrer Ruhe doch eigentlich 
bewundernswert. Sie haben die Ansicht, daß 
man unser Volk nur mit einem schwer Fieber- 
kranken vergleichen kann und daß mit der Zeit 
auch dieses Fieber sich beruhigen wird. [. . .] 

Könnte doch unserem Lande noch geholfen 
werden! Unser Land hatte doch einen so 
prachtvollen Stand anständiger famoser Men- 
schen, aber wer von denen noch nicht tot ist, 
ist krank oder kaputt, und was sich jetzt deut- 
sches Volk nennt, damit ist momentan wenig 
Staat zu machen. Eine einstige Rettung 
Deutschlands wird m. E. auch wieder aus den- 
jenigen Kreise kommen, die bisher auch Be- 
amtentum und Offiziersersatz stellten, denn 
es sind nun einmal die Begriffe von Anstand, 
Moral, Pflichttreue seit Jahrhunderten da drin. 
Unsere Industrie-Arbeiterschaft ist von ihrem 
Volksheiligen Marx doch leider sehr stark 
vergiftet, und in den höheren Schichten hat 
Nietzsche sehr zerstörend gewirkt Du weißt, 
welcher Greuel er mir ist. Allerdings, als ich 
ihn kennen lernte, war er schon nicht mehr 
richtig im Oberstübchen. Die wenigsten Deut- 
schen haben ihn wirklich gelesen und von de- 
nen, die es taten, auch nur wenige ihn ver- 
standen; trotzdem sie also wenig von ihm wis- 
sen konnten, hielt doch jeder Esel sich nun 
für einen Herrenmenschen, der Anspruch 
hatte, sich völlig auszuleben, so sehr es ihm 
beliebte. 

Wenn man nüchtern sich alles überlegt so 
., j -^^^ Tv-o>>i fiir «^irtP nanze Reihe von Jan- 
ren mit einer Republik rechnen müssen die 
nicht rein sozial-demokratisch, aber stark so- 
zialistisch sein wird. Darum wird das Meiste, 
was an das Königtum und die alte Armee er- 
innert, verpönt sein. Im Westen und Osten 
werden die äußeren Feinde uns vom Lande ab- 
knapsen, was sie können. Riesenschulden wer- 
den wir ihnen bezahlen müssen. Diese nebst 
den inneren eigenen Kriegsschulden werden 
, hauptsächlich unsere besitzenden Klassen tra- 
Jqen müssen, so daß sie gänzlich verarmen. Die 
Rjudenschaft wird sich wohl durchmogeln, was 



sie ja meistens verstehen. Der Großgrundbe- f 
sitz dagegen wird am dollsten rangenommen 
werden. Der ganze Zustand des Lebens wird 
sehr zurückgehen, für uns alle kaum ertragbar 
vielleicht. [. . .] Ich kann mir eigentlich nur 
zweierlei denken, entweder sich möglichst un- 
ter gleichgesinnten bescheidenen Menschen in 
einem kleinen ländlichen Ort in Pommern oder 
sonst östlicher Heimat unterzutauchen oder 
auszuwandern, aber wohin? Die ganze Welt 
ist doch mit uns verfeindet. In den meisten 
Ländern würde man kaum Aufnahme finden, 
vielleicht blieben Argentinien und Chile oder 
Südwestafrika noch übrig, aber solange Deine 
guten Eltern am Leben sind, will ich Dir mit 
solchen Gedanken das Leben nicht schwer 
machen. Ich kann jetzt noch arbeiten und in der 
Hauptsache mich in etwas Neues auch nodi 
einarbeiten. Dieser Moment vergeht aber in 
einiger Zeit, denn wer jetzt über 50 Jahre ist, 
und diesen Krieg so erlebt hat, der wird auch 
einen Knax [sie!] davon weg haben. Vor al- 
lem denke ich an die Zukunft unserer Kinder. 
Mir kommt doch so ungeheuer viel darauf an, 
daß sie sich alle auf unserem Niveau halten, 
nichts trauriger als seine Kinder runterkom- 
men zu sehen und dabei, wieviel unzählige 
Kinder gibt es jetzt von Offizieren, die gar 
keine Eltern mehr haben, die für sie sorgen 
können. Das ist doch etwas Schreckliches! Un- 
ser Volk ist gerade in dieser Beziehung jetzt 
doch in schwerer Gefahr. 

Thaer, Albrecht von, Generalmajor a. D., Ge- 
neralstabsdienst an der Front und in der 
O.H.L., Aus Briefen und Tagebuchaufzeich- 
nungen, hrsg. von Siegfried A. Kaehler, Van- 
denhoeck & Ruprecht, Göttingen 1958, S. 274 
bis 275. 



15) 1918 als Nachfolger Ludendorffs Erster General- 
quartiermeister. 



General Walther Freiherr von Lüttwitz 

J859—1942 im Ersten Weltkrieg zuletzt Kom- 
mandierender General des dritten Armeekorps, 
danach Freikorpsführer, militärischer Organi- 
sator des Kapp-Putsches. 

Von den Greuelszenen, die die russische Re- 
volution des Jahres 1917 wie ein blutiges 
Fanal hinter sich herzog, blieb der deutsche 
Novemberumsturz zwar im allgemeinen ver- 
schont. Er braciite jedoch eine sich über das 
ganze Reich mehr und mehr ausdehnende i 
Anarchie, die befürchten ließ, daß nicht nur 
das Reich zerfallen, sondern auch das ganze | 
Volk im Sumpfe des Bolschewismus verkom- 
men würde. Zwar gehörten die sogenannten 
Volksbeauftragten, die die politische Macht an 
sich gerissen hatten, größtenteils der gemä- 
ßigten mehrheitssozialdemokratischen Partei- 

B 45 



25 



richtung an. Nur der Volksbeauftragte Barth 
stand hart an der Grenze des Kommunismus. 
Sie waren jedoch untereinander uneinig, trau- 
ten sich gegenseitig nicht über den Weg und 
bekämpften sich, jedesmal bevor eine Ent- 
scheidung zu fällen war, bis aufs Messer. [. . .] 

Der einzige, der eine staatsmännisdie Veran- 
lagung besaß, war Fritz Ebert, der spätere 
Reichspräsident. Ihm gelang es, den rechten 
Flügel seiner Partei so zu stärken, daß die 
Anfänge einer politischen Operationsbasis ge- 
bildet werden konnten. Aber diese stand nur 
auf sehr schwankendem Grunde. Neben den 
Volksbeauftragten krakeelten die Soldaten- 
räte, die sich mittlerweile zu Arbeiter- und 
Soldatenräten erweitert hatten. Ihre Führer, 
häufig ausgemachte Deserteure, vielfach glatte 
Landesverräter und sonstige katilinarische 
Existenzen, führten wilde Brandreden und bil- 
deten eine Zentrale in Berlin, die den An- 
spruch erhob, daß ihr die gesamte Staatsexe- 
kutive übertragen werden müsse. Eine ihrer 
Hauptaufgaben sahen diese Volksbeglücker 
darin, selber ein möglichst gutes Leben zu 
führen und sich hohe Barbezüge zu bewilli- 
gen. Außerdem wurde auch dafür gesorgt, 
daß das wertvolle deutsche Heeresgut mög- 
lichst schnell an internationale Konsortien ver- 
schoben wurde. 

Zumal in Berlin spitzten sich die Dinge immer 
mehr zu. Die SoIdäLenratszentruxc iieu sGicfSt 
herrlich Haussuchungen und Verhaftungen 
vornehmen. Die heimgekehrten Truppen ließ 
man ohne Aufsicht und ohne geregelten Dienst 
in den Kasernen herumlungern, in denen na- 
turgemäß bald alles drunter und drüber ging. 
Bald konnte unter diesen Umständen von ge- 
ordneten Truppenverbänden nicht mehr die 
Rede sein. Jeder Soldat kampierte in der Ka- 
serne, die ihm aus irgendwelchen Gründen 
gerade am meisten zusagte. Ein wildes Wei- 
bervolk ging in den militärischen Unterkünf- 

LCil UUS UilU. Liii Liiiet aUolU vaxL. c4.ii>wi i^ wi- c^ii 

Bande ehemaliger Zucht und Ordnung. Die 
Offiziere waren von den Soldatenräten meist 
zu völliger Ohnmacht verurteilt worden oder 
vielfach abgesetzt. Die etwa 4000 Mann starke 
unkontrollierbare Belegschaft der Kaiser- 
Franz-Kaserne führte beispielsweise ein jü- 
discher Feldwebel. [. . .] 



Einen starken Auftrieb erhielt das Treiben 
dieser zuchtlosen Elemente durch die Bildung 
des Spartakus-Bundes unter Rosa Luxemburg 
und Karl Liebknecht. Dieser Bund arbeitete 
offen auf die restlose Bolschewisierung 
Deutschlands nach russischem Vorbild hin. 
Vornehmlich auf sein Betreiben bildete sidi 
Mitte November in Berlin ein aus zwölf Ar- 
beitern und vierzehn Soldaten bestehender so- 
genannter Vollzugsrat, der unter der Leitung 
von Richard Müller und des früheren Haupt- 
manns von Beerfelde stand. Dieser Rat maßte 
sich sogar die letzte Entscheidung bei der Er- 
nennung von Regierungsbeamten und bei der 
Besetzung der obersten Behördenstellen an. 
So trieben die Dinge sichtbar der Katastrophe 
entgegen. 

Wenn ich angesichts dieser Entwicklung, nach- 
dem ich von der Front in meinen Standort 
Berlin zurückgekehrt war, nicht sogleich den 
Dienst verließ, so geschah das, weil ich wie 
viele andere Offiziere von der Notwendigkeit 
überzeugt und durchdrungen war, meine 
Dienste dem Vaterlande wenigstens so lange 
zu erhalten, bis die Herrschaft der linksradi- 
kalen Elemente gebrochen war. Vielleicht 
kann man auch sagen, daß mein Verbleiben 
auf meinem Posten eine höhere Fügung dar- 
stellte, denn Ende Dezember wurde ich von 
der gänzlich ratlos gewordenen und immer 
mehr bedrängten Regierung der Volksbeauf- 
tragten in zwölfter Stunde mit der Vorberei- 
tung zur Niederwerfung des Spartakismus be- 
auftragt. [. . .] 

Das alte Offizierkorps lieh seine Hilfe den 
Volksbeauftragten nicht aus Verehrung oder 
aus politischer Überzeugung, sondern aus der 
Not der Zeit heraus, die es gebieterisch er- 
heischte, das Hereinbrechen russischer Zu- 
stände zu verhindern. So wie die Dinge im 
inzwischen herangedämmerten Dezember 1918 
lagen, war dies nur im Verein mit der Regie- 
rung hbert möglich. Die Zeit, in der die Iruppe 
vielleicht selbständig und aus sich heraus die 
Revolte im Keim hätte ersticken und nieder- 
werfen können, war unwiderbringlich verpaßt. 

Walther Freiherr von Lüttwitz, Im Kampf ge- 
gen die November-Revolution. Schlegel-Ver- 
lag, Berlin 1934. S. 9—17. 



B 45 



26 






IV. Das geistige Deutschland 



Rainer Maria Rilke 

1875 — 1926, in Prag geborener bedeutender 
Dichter, 1914—1919 Aufenthalt in München. 

Brief Rilkes an seine Frau Clara Rilke vom 
7. November 1918 

In den letzten Tagen hat München etwas von 
seiner Leere und Ruhe aufgegeben, die Span- 
nungen des Augenblicks machen sich auch hier 
bemerklich, wenngleich sie zwischen den baju- 
warischen Temperamenten sich nicht gerade 
geistig steigernd benehmen, überall große 
Versammlungen in den Brauhaussälen, fast 
jeden Abend, überall Redner, unter denen in 
erster Reihe Professor Jalte ^") sich hervor- 
tut, und wo die Säle nicht ausreichen, Ver- 
sammlungen unter freiem Himmel nach Tau- 
senden. Unter Tausenden auch war ich Mon- 
tagabend in den Sälen des Hotel Wagner. Pro- 
fessor Max Weber aus Heidelberg, National- 
ökonom, der für einen der besten Köpfe und 
für einen guten Redner gilt, sprach, nach ihm 
in der Diskussion der anarchistisch überan- 
strengte Mühsam ^') und weiter Studenten, 
Leute, die vier Jahre an der Front gewesen 
waren, alle so einfach und offen und volks- 
tümlich. Und obwohl man um die Biertische 
und zwischen den Tischen so saß, daß die Kell- 
nerinnen nur wie Holzwürmer uuidi die dicke 
Menschenstruktur sich durchfraßen, — wars 
gar nicht beklemmend, nicht einmal für den 
Atem; der Dunst aus Bier und Rauch und 
Volk ging einem nicht unbequem ein, man 
gewahrte ihn kaum, so wichtig wars und so 
über alles gegenwärtig klar, daß die Dinge 
gesagt werden konnten, die endlich an der 
Reihe sind, und daß die einfachsten und gül- 
tigsten von diesen Dingen, soweit sie eini- 
germaßen aufnehmlich gegeben waren, von 
der ungeheueren Menge mit einem schweren 
mdSüiven oeiiciii ocyliliun wuiaun. x n-.i.^ii«^ii 
Stieg ein blasser junger Arbeiter hinauf, sprach 
ganz einfach: „Haben Sie oder Sie, habt Ihr", 
sagte er, „das Waffenstillstandsangebot ge- 
macht? und doch müßten w i r das tun, nicht 
diese Herren da oben; bemächtigen wir uns 
einer Funkenstation und sprechen wir, die ge- 
wöhnlichen Leute zu den gewöhnlichen Leuten 
drüben, gleich wird Friede sein." Ich wieder- 
hole das lange nicht so gut, wie er es aus- 
drückte, plötzlich als er das gesagt hatte, stieg 
ihm eine Schwierigkeit auf, und mit rührender 
Gebärde, nach Weber, Quidde ^^) und den an- 



^^) Finanzminister in der Regierung Eisner. 
»') Bekannter Dichter and Schriftsteller. 
*8) Historiker, Pazifist. 



deren Professoren, die neben ihm auf dem Po- 
dium standen, fuhr er fort: «Hier, die Herren 
Professoren, können französisch, die werden 
uns helfen, daß wirs richtig sagen, wie wirs 
meinen. . ." Solche Momente sind wunderbar, 
und wie hat man sie gerade in Deutschland 
entbehren müssen, wo nur die Aufbegehrung 
zu Worte kam, oder die Unterwerfung, die in 
ihrer Art auch nur ein Machtanteil der Un- 
tergebenen war. 

Rilke, Rainer Maria, Briefe, Bd. 11 (1914—1926). 
Hrsg. vom Rilke-Archiv in Weimar, Insel-Ver- 
lag, Wiesbaden 1950, S. 110—111. 



Friedrich Burschell 

Geb. 1889, Schriftsteller, Verfasser von No- 
vellen, Biographien, Essays. 

Man hat die deutsche Revolution, an der ich 
Anfang November 1918 in München beteiligt 
war, hinterher als bloßen Zusammenbruch 
oder gar als einen Militärstreik bezeichnet. 

Für uns, meine Freunde und mich, und für Mil- 
lionen Fronstsoldaten bedeutete die Abdan- 
kung der deutschen Herrscherhäuser und des 
bisher bestehenden Machtapparates aber nicht 
nur das Ende des sinnlosen, mörderischen 
Krieges, nicht nur Rettung und Befreiung, son- 
dern unendlich viel mehr: die Hoffnung, ja die 
Zuversicht, daß aus dem Umsturz eine neue 
und bessere Welt erstehen werde. 

Ich kann mich noch gut erinnern, wie mir in 
diesen Tagen Rainer Maria Rilke auf der 
Münchener Ludwigstraße begegnete. Ich trug 
die feldgraue Uniform eines bayerischen Ka- 
vallerieleutnants, von der freilich, wie es sich 
für einen Revolutionär gehörte, alle Rangab- 
zeichen abgetrennt waren. Ich war von dem 
fTPf^fiP in <;pinpm Amt am Promenadeplatz 
installierten Ministerpräsidenten Kurt Eisner 
gekommen, der mich zu einer Art von militä- 
rischem Adjutanten gemacht hatte. Rilke kam 
auf mich zu, er war an diesem Vormittag 
ebenso aufgewühlt wie wir alle. Die tiefe, 
manchmal bis zur Verzweiflung sich stei- 
gernde Melancholie, die ich während der letz- 
ten Kriegswochen bei meinen Besuchen in 
seiner in der Ainmillerstraße gelegenen Ate- 
lierwohnung hatte beobachten können, schien 
jetzt von ihm abgefallen. Ich entsinne mich, 
wie er mitten im Gespräch seine Hand aus- 
streckte, sie einige Male öffnete und schloß, 
als umspannte sie einen Gegenstand. „So reif 
ist die Zeit", sagte er zu mir, „man kann sie 
jetzt formen". Diese Worte, die ich nicht ver- 



27 



B 45 



gessen habe, trafen genau die Stimmung, in 
der wir damals lebten. 

Ich wohnte in einem geräumigen Parterrezim- 
mer der einst wohlbekannten, heute ver- 
schwundenen Pension Romana, Akademie- 
straße 7, dicht beim Siegestor. Mein Zimmer 
hatte einen separaten Eingang und war gleidi 
von der Straße aus zu erreichen. Es ging da- 
mals hoch bei mir her. Gesellig, wie ich war, 
ließ ich mir die vielen Besucher gefallen, die 
eifrigen Boten, die die neuesten Nachrichten 
brachten, und die hilfsbereiten jungen Damen 
aus den umliegenden Schwabinger Pensionen. 
Besonders gut erinnere ich mich an die Nächte, 
in denen wir bis lange nach Mitternacht bei nie 
versiegendem Tee und umhüllt von Tabaks- 
wolken diskutierend beiandersaßen. 

Burschen, Friedrich, Revolution, München 
1918/19. Aus meinen Erinnerungen (Statt der 
in der Emigration verlorenen Briefe), in: Briefe 
der Expressionisten. Hrsg. Kasimir Edschmid, 
Ullstein-Verlag, Frankfurt/M.— Berlin 1964, 
S. 143. 



Ernst Troeltsch 

J865—1923, berühmter evangelischer Theo- 
loge und Geschichtsphilosoph, Professor in 
Bonn, Heidelberg, seit 1914 in Berlin. 1919 bis 
1921 Staatssekretär tur evangelische Angele- 
genheiten im preußischen Kultusministerium. 

Sonntag, den 10. November, war ein wunder- 
voller Herbsttag. Die Bürger gingen in Mas- 
sen wie gewöhnlich im Grunewald spazieren. 
Keine eleganten Toiletten, lauter Bürger, man- 
che wohl absichtlich einfach angezogen. Alles 
etwas gedämpft wie Leute, deren Schicksal 
irgendwo weit in der Ferne entschieden wird, 
aber doch beruhigt und behaglich, daß es so 
gut abgegangen war. Trambahnen und Unter- 
yruiiuuciiiii giiigtjn vvie soiaou, ^^^o ^ ^j...^. ^^^^^^ 
dafür, daß für den unmittelbaren Lebensbedarf 
alles in Ordnung war. Auf allen Gesichtern 
stand geschrieben: Die Gehälter werden wei- 
terbezahlt. 

Montag, den 11. November hatte Hans Del- 
brück ^») seinen siebzigsten Geburtstag. Ich 
mußte, ihn zu besuchen, ein bißchen durch den 
Wald gehen. Meine Frau wollte mich nicht 
ohne Revolver gehen lassen. Aber in Wahrheit 
war alles absolut ruhig. Dort traf ich allerhand 
Spitzen der Gelehrten-, Beamten- und Finanz- 
welt. Es war eine merkwürdige Feier, ähnlich 



»•) Historiker und als Herausgeber der „Preußi- 
schen Jahrbücher" einer der bekanntesten Publi- 
zisten der Zeit. 

B 45 



einer Begräbnisfeier. Man sprach gedämpft. 
Der Glück wünschende Redner fand vor Trä- 
nen die Worte nicht. Delbrück erwiderte er- 
greifend, es sei das Ende der Friderizianischen 
Monarchie, mit der all sein politisches Denken 
und jeder Glaube an Deutschlands Zukunft 
verwachsen sei; sie habe stets an bösen Rück- 
bildungen und Erstarrungen gelitten, woraus 
sich stets revolutionäre Neigungen ergaben. 
So furchtbar wie jetzt, habe es freilich mit ihr 
noch nie gestanden. Der Glaube des Histori- 
kers an alle seine bisherigen Maßstäbe und 
Voraussetzungen sei ' im Wanken. Aber es 
gelte Goethes Wort: „Und keine Macht und 
keine Zeit zerstückelt geprägte Form, die le- 
bend sich entwickelt." Ich ging fort ohne Glau- 
ben an diese geprägte Form, denn soviel man 
sehen konnte, war gerade ihr „Gepräge", die 
militärische Form und der zugehörige „Geist" 
bei den Massen unheilbar zerbrochen. Was 
aber dann? 

Troeltsch, Ernst, Spektator-Briefe, Aufsätze 
über die deutsche Revolution und die Welt- 
politik 1918/22. Mit einem Geleitwort von 
Friedrich Meinecke. Zusammengestellt und 
herausgegeben von H. Baron, Verlag J. C. B. 
Mohr (Paul Siebeck), Tübingen 1924, S. 24—25. 



Max Weber 

JS64—1920, bedeutender Geseiiscnails- und 
Geisteswissenschaftler, einer der Gründer der 
modernen Soziologie, Professor in Berlin, Frei- 
burg i. Br., Heidelberg, ab 1919 in München. 

Aus einem Brief von Max Weber vom 
18. November 1918 aus Heidelberg: 

Der Zusammenbruch Ludendorffs, die Demora- 
lisierung der Armee: Folge des. ewigen Auf- 
peitschens der „Stimmung" durch Verspre- 
chungen, die unmöglich erfüllt werden konn- 
ten, diese Kurzsichtigkeit und dieser Mangel 
an Augenmaß für das Mögliche, dann diese 
Würdelosigkeit des Kaisers und die Zerfah- 
renheit der Dilettantenregierung — das alles 
war qualvoll. Lange werden wir daran zu tra- 
gen haben, was unserer Ehre geschah, und nur 
der Taumel der „Revolution" ist jetzt eine Art 
von Narkotikum dagegen für die Menschen, 
ehe die schwere Not kommt. Greulich ist auch 
das viele Phrasenwerk und deprimierend die 
vagen Hoffnungen und ganz dilettantischen 
Spielereien mit einer „glücklicheren Zukunft", 
die doch in der Ferne liegt, so fern wie je. 
Woran man sich freut, ist die schlichte Sach- 
lichkeit der einfachen Leute von den Gewerk- 
schaften, auch vieler Soldaten, z. B. im hiesi- 
gen „Arbeiter- und Soldatenrat", dem ich zu- 



28 



geteilt bin. Sie haben ihre Sache ganz vor- 
züglich und ohne alles Gerede gemacht, das 
muß ich sagen. Die Nation als solche ist eben 
doch ein Disziplinvolk — freilich, wenn das 
einmal wankt, dann wankt — das sieht man 
ja — auch alles, auch im Innersten dieser Men- 
schen. Entscheidend ist jetzt, ob die verrückte 
Liebknecht-Bande niedergehalten wird. Sie 
werden ja ihren Putsch machen, da ist nichts 
zu ändern. Aber es kommt darauf an, daß man 
ihn schnell niederwirft, und dann nicht etwa 
wilde Reaktion treibt, sondern sachliche Poli- 
tik. Das muß man hoffen — wissen kann man 
es nicht. Geht es schlimm, dann muß man die 
Amerikaner, ob man will oder nicht, Ordnung 
schaffen lassen. Hoffentlich bleibt uns die 
Schande erspart, die Feinde schalten lassen zu 
müssen, über dem allen denkt man fast nicht 
mehr an den Verlust von Metz und Straßburg! 
— sollte man es für möglich gehalten haben? 

Aus einem Brief Max Webers vom 24. 11. 1918. 

Zur Zeit ist unser „Gesicht" so zerstört, wie 
das keines Volkes in ähnlicher Lage je gewe- 
sen ist, weder Athens nach Aigospotamos 2») 
und Chaironaia-'M, noch vollends Frankreichs 
1871. Aber schnöde, ungerecht und lieblos sind 
die jetzigen billigen Urteile, die von den An- 
hängern der zusammengebrochenen Hasard- 
partie — natürlich — daran geknüpft werden, 
über vier Jahre Hunger, über vier Jahre 
Kampfer- und Morphiumspritzen der Stim- 
mungsmache vor allem — das hat s o auch 
noch kein Volk über sich ergehen lassen müs- 
sen. Wir fangen noch einmal wie nach 1648 
lind 1807 von vorn an. Das ist der einfache 
Sachverhalt. Nur daß heute schneller gelebt, 
schneller und mit mehr Initiative gearbeitet 
wird. Nicht wir, aber schon die nächste Gene- 
ration wird den Beginn der Wiederaufrichtung 
sehen. Natürlich gebietet die Selbstzucht der 
Wahrhaftigkeit, uns zu sagen: mit einer w e 1 1- 
politischen Rolle Deutschlands ist es vorbei: die 
angelsächsische Weltherrschaft — „ah c'est 
nous qui l'avons faite", wie Thiers zu Bis- 
marck von unserer Einheit sagte — ist Tat- 
sache. Sie ist höchst unerfreulich, aber: viel 
Schlimmeres — die russische Knute! — 
haben w i r abgewendet. Dieser Ruhm bleibt 
uns. Amerikas Weltherrschaft war so unab- 
wendbar wie in der Antike die Roms nach dem 
punischen Krieg. Hoffentlich bleibt es da- 
bei, daß sie nicht mit Rußland geteilt wird. 
Dies ist für mich Ziel unserer künftigen 
Weltpolitik, denn die russische Gefahr ist nur 
für jetzt, nicht für immer, beschworen. Im 
Augenblick ist natürlich der hysterische ekel- 

««) Sieg Spartas über Athen 405 v. Chr. 

2») Entscheidender Sieg Philipps von Mazedonien 

über Athener und Thebaner 338 v. Chr. 



hafte Haß der Franzosen die Hauptgefahr. [. . .] 
Die nächsten zehn Jahre werden noch entsetz- 
lich sein. Dafür, daß der politisch-soziale Maso- 
chismus jener würdelosen Pazifisten, die jetzt 
wollüstig in „Schuld" -Gefühlen wühlen — als 
üb der Kriegs erfolg innerlich etwas be- 
wiese, wie ein Gottesgericht und als ob der 
Schlachtengott nicht „mit den größeren Batail- 
lonen" wäre. (W i r haben gezeigt: Nicht im- 
ni e r !) — dafür, daß das schwindet, sorgen 
schon die Feinde. Den wütenden Klassenkampf 
müssen wir austoben lassen, bei der furcht- 
baren inneren Ermattung, die kommen wird, 
nur sorgen: daß er sich keine Theorie auf sich 
selbst macht, sondern, sich ehrlich eingesteht. 
Ehrlichkeit überhaupt ist jetzt das Aller- 
erste. Wir haben der Welt vor HO Jahren ge- 
zeigt, daß wir — n u r wir — unter Fremdherr- 
schaft eines der ganz großen Kulturvölker zu 
sein vermochten. Das machen wir jetzt noch 
einmal! Dann schenkt uns die Geschichte, die 
uns — nur uns — schon eine zweite Jugend 
gab, auch die dritte. 

Weber, Marianne, Max Weber. Ein Lebensbild, 
Verlag J. C. B. Mohr (Paul Siebeck), Tübin- 
gen 1926, S. 648 f. 



Kasimir Edschmid 

^890—1966, bekannter Romanschriftsteller und 
Essayist, bedeutender Vertreter des Expres- 
sionismus. 

Der folgende, stark gekürzt wiedergegebene, 
offene Brief Edschmids war an den sozialde- 
mokratischen Staatspräsidenten von Hessen 
gerichtet. 

Diese Bewegung, die mit einer elementaren 
Sachlichkeit und Reife die Lage umdrehte, hat 
Sie durch das Glück und Ihre Arbeit an einen 
Posten getragen, dessen Verantwortlichkeit 
schauerlich und neiderregend ist. 
Ihre Verantwortung ruht in ihrer Erstmalig- 

VoU Q^r. trotor» al« Fr^fpr VOr HrS NeUO. Auf 

den Griff Ihrer Hand kommt es bedeutsamer 
an als auf das meiste, was andere nach Ihnen 
tun werden. Sie haben eine Revolution zu ver- 
teidigen gegen das Seitherige und gegen das 
Chaos. Sie haben dem elementaren Ereignis 
die menschliche Formung zu geben, den Haß 
zu beruhigen, die Skepsis zu verachten, vor 
allem aber den Dingen Beweiskraft zu geben. 
Sie haben zu festigen. [. . .] 
Verfallen Sie nicht dem Irrtum zu glauben, 
daß Sie nun diese Stelle einnähmen, geschehe 
allein durch die vorzügliche Organisation des 
Proletariats, durch den Willen der Soldaten. 
Nie, sehr verehrter Herr, geschah solches ohne 
den Geist. Verwechseln Sie die Tatsachen nicht 



29 



B 45 



mit den Ursachen. Nur der Wille zur Freiheit 
und zur Gerechtigkeit, nur dies war der innere 
Anstoß. Die Revolution setzte es in den Stand 
der Macht. Nun festigen Sie es. 

Die Aufgaben sind hundertfach. Nehmen Sie 
nicht in dem verhängnisvollen Irrtum, dies 
sei nebensächlich, keine Zeit sei hierfür vor- 
handen, (was im Grunde das innerlich drin- 
gendste ist), dies, was wir fordern, worum idi 
Sie beschwöre, als eine ästhetische Angele- 
genheit. Es geht um das tiefste Geheimnis der 
neuen Existenz, es geht darum, die Grundla- 
gen des neuen Jahrhunderts geistig zu legen. 
Vertrauen Sie auf den Geist. Schaffen Sie ein 
Kommissariat für die geistigen Dinge und für 
die Kunst in Hessen. Geben Sie dem Lande 
und der Stadt, die aus dilettantischer Spiele- 
rei den Namen der Kunst eng verschwistert 
bei sich trug, geben Sie diesem Namen das 
eigentliche Recht, indem Sie ihn auf Gesin- 
nung stellen. Machen Sie aus dem Snobismus 
den Ernst. Aus dem Spiel die Tat. Sie, der Sie 
der Presse nahestehen, wissen, daß die gei- 
stige und künstlerische Jugend Deutschlands 
die Revolution gewollt hat, sie heiß begrüßt, 
daß ihre Ziele den Ihren parallel stehen, daß 
wir eine Literatur haben voll der radikalsten 
Forderungen der Gerechtigkeit und der Quali- 
tät. Sie wissen, wie schmachvoll sie unter- 
drückt war, wie der Geist, die neue Idee ge- 
knechtet war, wie alle offiyielle Gunst dem 
Ungenügenden zufloß. Machen Sie (endlich) 
den Kontakt zwischen Volk und Intelligenz. 
Treiben Sie kulturpolitische Propaganda. Stel- 
len Sie die heiße Lust zu arbeiten neben die 
Maschinengewehre und diese werden bald 
überflüssig sein. 

Auf zur kulturpolitischen Propaganda des 
neuen Staates. Nieder auch in der Kunst mit 
der Gesinnungslosigkeit, dem Mangel an Ridi- 
tung, Gesicht, Profil. Auf zum Zweck. Nieder 
mit der Aufpäppelung der Kitsdiiers mit der 
Ruhmesglorie. Nieder mit der Macht erbärm- 
licher Mittelmäßigkeit. Es lebe die Gesin- 
nung, die Qualität. Treiben Sie die Kunst, die 
so große, zutiefst politische Ideale hat, ins 
Volk. Sie haben eine Bühne. Machen Sie aus 
dem Hoftheater ein Revolutionstheater für 
das Volk. Haben Sie nicht Museen, Ausstel- 
lungen, Bildungsstätten, Adademien? Geben 
Sie die Macht in die Hände eines unbestech- 
lichen geistigen Rates. [. . .] 

Es genügt nicht, daß die Revolution da ist. Re- 
volution heißt Verpflichtung an ihrem Gei- 
ste. [. . .] 

Denn vergessen Sie nicht, daß, was Sie an 
einem kleinen Volke heut tun, den Ewigkeits- 

B 45 



wert jeder erstmaligen Tat, jeder ersten Er- 
kenntnis hat und daß Sie auch dies nicht nur 
im partikularen, sondern in ganz großem Maß- 
stab zu verantworten haben werdenl 

Frankfurter Zeitung (1. Morgenblatt), 5. 12. 
1918: Kasimir Edschmid: Kulturaufgaben der 
hessischen Republik. Ein Brief an den Mini- 
ster Ulrich. 



Käthe Kollwitz 

2S67—1945, sozialkritische Graphikerin und 
Bildhauerin. 

Tagebuchaufzeichnung vom Silvester 1918. 

Heute abend wollen wir bei Sterns sein. Die 
fünf verflossenen Silvesternächte waren rück- 
wärts gewandt. Waren voll Schmerz, Trauer, 
Sehnsucht nach dem Frieden. Diese Silvester- 
nacht wollen wir nicht für uns verleben. Hans 
ist da. Mit ihm zusammen wollen wir bei un- 
seren liebsten Freunden, bei Sterns sein, ge- 
meinschaftlich dem nächsten Jahr entgegen- 
gehn. Denn jetzt ist alles Zukunft. Zukunft, 
die wir hell sehen wollen über das nächste 
Dunkle hinweg. Man will heut nicht allein 
sein, man will sich Mut machen, will Glau- 
ben bekräftigen und ausdrücken. 

Dies Jahr hat den Krieg beendet. 

Noch ist kein Frieden. Der Frieden wird wühl 
sehr schlecht werden. Aber es ist kein Krieg 
mehr. Man kann sagen, dafür haben wir den 
Bürgerkrieg. Nein, soweit ist es noch nicht 
trotz allem Schlimmen. 

1918 hat den Krieg beendet und die Revolu- 
tion gebracht. Der entsetzliche, immer uner- 
träglichere Kriegsdruck ist fort, und das Atmen 
ist wieder leichter. Daß wir damit gleich gute 
Zeiten bekämen, glaubt kein Mensch. Aber der 
enge Schacht, in dem wir staken, in dem wir 
uns nicht rühren konnten, ist durchkrochen, 
wir sehen Licht und atmen Luft. 

Kollwitz, Käthe, Aus meinem Leben, Verlag 
P. List, München 1961, S. 94—95. 

Briefwechsel zwischen den Historikern Sieg- 
fried A. Kaehler und Friedrich Meinecke 

Siegfried A. Kaehler (1885—1963), Professor 
in Breslau (1928—1932), Halle (1932—1935), 
Jena (1935—1936) und Göttingen (1936—1953). 

Friedrich Meinecke (1862—1954), Professor in 
Straßburg (1901—1906), Freiburg 1906—1914) 
und Berlin 1914—1928, 1946—1948, 1948 erster 
Rektor der Freien Universität Berlin, 1949 
Ehrenrektor. 



30 



Kaehler an Meinecke 

Halle, 22. 1. 1919 

Sehr verehrter Herr Professor, 

vielleicht zu Unrecht habe ich angenommen, 
daß der überstürzte Gang der Dinge, welcher 
uns die sogen. Errungenschaften des Neuen 
Deutschland eingetragen hat, mich des politi- 
schen Bekenntnisses überhoben hätte, welches 
Sie von mir in gewissem Sinne bei meinem 
letzten Besuch am 1. X. 18 verlangten. Denn 
es wird sich, wo und wie man auch versuchen 
mag, durch die Kriegszeit fallen gelassene 
Fäden wieder aufzunehmen, nicht vermeiden 
lassen, unter Deutschen . . . von den Ereignis- 
sen auszugehen, die uns täglich und stündlich 
seit drei Monaten die Seele zermürben. Da- 
mals war es Ihnen noch von Wichtigkeit, mich 
von der Notwendigkeit dos demokratischen 
Parlamentarismus überzeugt zu sehen und von 
der Richtigkeit des parteipolitischen Weges, 
welchen Sie mit anderen führenden Männern 
zu diesem Ziel eingeschlagen hatten. . . . Heute 
stehen wir vor der Aussicht, daß ein demokra- 
tisches Reichsparlament mit papiernen Be- 
schlüssen den preußischen Staat „beseitigen" 
wird, ohne nennenswerten Widerstand bei 
einem Volke zu finden, dessen Führer und 
Massen sich bis zum 9. XI. als „königstreu bis 
auf die Knochen" betrachteten, und das mit 
seiner Wahl vom 19. [Januar] sich als ebenso 
überzeugt „mit beiden Beinen" auf den Boden 
der Republik gestellt hat. Ein fern stehender 
Beobachter mag vielleicht auf den Gedanken 
kommen, daß die gefährliche „englische Krank- 
heit", die uns aus dem Krieg in das Chaos be- 
gleitet, weniger die erhöhte Sterblichkeitszif- 
fer der Bevölkerung als ihre politische Kno- 
chenerweichung ist. Es gibt wohl kein treffen- 
deres und kein vernichtenderes Urteil über 
uns, als das Foch ") es dieser Tage ausgespro- 
chen hat, so ziemlich das Einzige, was man 
den Deutschen noch glauben könne, sei, daß 
sie Hunger hatten. Diese TciLbauie ist das 
Einzige, was im Kreisen der Dinge bei uns 
feststeht. Vor einem halben Jahr noch konn- 
ten wir hoffen, wenigstens unser geistiges 
Selbst aus dem drohenden Untergang zu ret- 
ten. Aber der Gang der Dinge hat ja erwie- 
sen, daß wir nicht einmal ein „Selbst" be- 
saßen, uns selbst als eine Einheit fühlten; 
diesen Traum haben nur wir törichten Front- 
soldaten geträumt. Was geschehen, hat ge- 
zeigt, daß die Hälfte des Volkes, zum minde- 
sten der Heimat, innerlich im Lager des Fein- 
des stand. Auch geistig war der Krieg schon 
verloren, als er begonnen wurde. Im Herbst 
1918 haben Demokratie und Sozialismus offen 



«) Französischer Marschall, 1918 Oberbefehlshaber 
der verbündeten Truppen in Frankreich. 



vollzogen, was sie seit zwei Jahren im wahn- 
witzigen Parteikampf vorbereitet hatten. [. . .] 

Und wieder wird das deutsche Volk die Si- 
syphusarbeit beginnen müssen, den Felsblock 
der Staatsgründung in jahrhundertelangem 
Mühen bergauf zu wälzen, um ihn dann wie- 
der in entscheidender Stunde zu Tal rollen zu 
lassen. Es ist nicht ein Geschehen durch äußere 
Bedingtheit, es ist eine aus der Tiefe des Volks- 
charakters notwendig folgende Entwicklung. 
Und weil ich glaube, daß es sich um Vorgänge 
säkularer Voraussetzungen und säkularer 
Tragweite handelt, kann ich den seltsamen Op- 
timismus nicht teilen, mit welchem die Deut- 
schen seit den Novembertagen sich den Fragen 
der Innendekoration eines Hauses widmen, 
dessen Mauern und Dach von fremder Hand 
eingerissen werden. Und ich verstehe ein Volk 
nicht mehr, das sich über Schmach und Schande 
des eigenen Verschuldens hinwegtäuscht mit 
der Spiegelfechterei, das Vergangene als 
schlechthin untauglich und lebensunfähig zu 
verwerfen und von sich abzutun, als sei es 
ein ihm Wesensfremdes gewesen, als hätte 
dies Vergangene nicht vor vier Jahren das 
ganze Volk zu einmütiger Verteidigung be- 
geistert, als sei der Wechsel auf die Zukunft, 
den man mit kühnster Kreditforderung aus- 
stellt, die einzige Wirklichkeit, die zu gelten 
hat. Und ich kann die Verachtung, welche die 
feindliche Welt uns deshalb entgegenbringt, 
nur für zu begründet betrachten, und ich muß 
sie teilen. Damit gehöre ich, so jung ich bin, 
zu denen, die keine Zukunft mehr im Vater- 
land haben. [. . .] 

Sie selbst, sehr verehrter Herr Professor, ste- 
hen den neuen Verhältnissen bejahend ge- 
genüber, wie sich aus Ihrem Beitritt zur de- 
mokratisch-republikanischen Partei -•^) ergibt. 
Da ich diese positive Stellungnahme zur Re- 
publik, die weit über das Sichabfinden mit den 
einmal gegebenen Zuständen hinausgeht, nicht 
verstehe und da «;ip auch im Widerspruch 
steht mit dem, was Sie gelegentlich meines 
letzten Besuches mir über Ihre Königstreue 
[. . .] sagten, so darf ich vielleicht aufgrund 
des alten Schülerverhältnisses die Bitte äu- 
ßern, über diese Stellungnahme, die ich auch 
unter geschichtlichem Gesichtspunkt nicht be- 
greifen kann, mir gütigst Aufklärung geben zu 
wollen. [. . .] Wir haben ja seit einem halben 
Jahrhundert das gleiche Wahlrecht gehabt, 
und die Massen sind staatsfeindlich geblieben: 
wir haben seit drei Monaten die Republik, und 
sogar eine sehr sozialistisch orientierte, und 
die industrielle Masse bleibt staatsfeindlich. 
Nicht die von Westen kommende Demokratie, 
welche die volonte generale und mit ihr Bil- 

") Deutsche Demokratische Partei (DDP). 



31 



B 45 



düng und Denkfähigkeit voraussetzt, liefert 
den Rahmen ihrer Gesichtspunkte, sondern 
der Bolschewismus, der politische Glauben 
der Primitiven, die gar nicht fähig sind, den 
Staat zu erfassen, sondern sich halten an das, 
„was sie sehen". Sie sehen den Nicht-Arbeiter, 
und sehen in ihm den Feind, weil er „anders" 
ist, genauso, wie die schon verdorbene Armee 
der letzten beiden Jahre im Offizier „den" 
Feind sah, weil er „anders" als sie selbst die 
gleiche Pflicht erfüllte. Und ich fürchte, der 
Gang der Ereignisse wird trotz der — zu 
schnellen — Niederwerfung der Berliner Bol- 
schewisten uns bald genug aller bürgerlich- 
akademischen Erörterungen über die bessere 
Staatsform entheben. [. . .] 
Mit der Bitte um Empfehlung an Ihre Frau Ge- 
mahlin 
Ihr in bleibender Verehrung ergebener 

Siegfried Kahler 



Meinecke an Kaehler 



[Ende] Januar 1919 



I 



Lieber Freund. 

Ihr Schreiben hat mich tief bewegt und erschüt- 
tert. Das Erste und Dringendste für Sie und 
mich ist doch jetzt, daß wir uns gegenseitig au 
r 1 _,-„* c,,'-.-.r^ -.1 TU -»rprctoh^^n *;iirben. Und 

dann möchte ich Ihnen ganz kurz sagen, wie 
ich zu meiner jetzigen Haltung gekommen bin. 
Ich habe von jeher in der Entfremdung der 
Massen vom nationalen Staate unser Grund- 
unglück gesehen, habe mich schon 1890 — 
darin ganz abweichend von meinem damali- 
gen Milieu — auf die Seite des jungen Kaisers 
gegen Bismarck gestellt, weil Bismarck die 
soziale Reform damals hinderte. Der Kaiser 
hat mich und uns alle enttäuscht — , aber je- 
nem Grundgedanken bin ich treu geblieben. 
Ohne sozialen Frieden zwischen Arbeiterschaft 
und Bürgertum, ohne Basierung des Staates 
auf beide Schichten sind wir nicht und werden 
wie nie eine Nation. Ich hoffte, daß wir es wür- 
den, als der Krieg ausbrach, und schrieb da- 
mals „diese innere Eroberung (Gewinnung 
der Massen) sei uns die eigentliche Erobe- 
rung, die wir machen müssen". Ich erstrebte 
natürlich auch größere Sicherheit unserer 
Weltstellung — aber beides hing für mich 
eng zusammen. Denn ohne innere nationale 
Kohärenz konnten wir auch nicht Weltpolitik 
treiben. Im Kriege und nachher — in der Re- 
volution — haben nun sowohl Bürgertum und 
alte Ordnungen, wie audi die Massen versagt 
und gesündigt — erstere durdi die wahnsin- 
nige Kriegsziel- und U-Bootpolitik und durch 
die ganze Hybris überspannter Maditpolitik, 

B 45 



deren Exponent Ludendorff wurde. — Letztere 
durch ihre Zuchtlosigkeit in der Revolution 
und jetzt. Wir sind im allertiefsten Abgrund, 

— was nun tun, um uns zu retten? Ich bin 
nach wie vor Herzensmonarchist, aber die Re- 
stauration der Monarchie, zur Zeit überhaupt 
unmöglich, würde uns nur von neuem wieder 
spalten, würde den Bürgerkrieg der einen 
Volkshälfte gegen die andere verewigen. Ich 
bürge nun nicht dafür, daß wir auf dem von uns 
beschrittenen Wege, ein Kompromiß zwischen 
bürgerlicher und sozialer Demokratie zu fin- 
den, den sozialen Frieden erreichen werden, 

— aber ich weiß nur das, daß wir auf jedem 
anderen Wege ihn nie und nimmer erreichen 
werden, — und das ist es, was mich mit 
schmerzlicher Resignation dazu gebracht hat, 
der demokratisch-republikanischen Partei bei- 
zutreten. In dem Konflikt zwischen staats- 
männischer Vernunft und ererbten Idealen, den 
wir alle jetzt auszutragen haben, glaubte ich 
mit festem Schritte den Forderungen der Ver- 
nunft folgen zu müssen. Was mich, inmitten 
aller inneren Gebrochenheit und Schmerzen 
und dunkelsten Stimmungen noch hält, ist, 
außer der Pflicht, für meine Kinder zu leben, 
der Gedanke an mein Vaterland, an mein 
Volk, das ich nie hassen kann wie Sie, wenn 
es sich anders beträgt als es sollte, — sondern 
für das ich leben und wirken möchte, solange 
ich atme. — maq es auch noch tiefer in den 
Abgrund sinken als es schon geschehen ist. 
Und die Hoffnung will mir auch nicht erlöschen, 
daß sowohl im Bürgertum wie in der mehr- 
heitssozialistischen Arbeiterschaft immer noch 
gute, tüchtige, zu einem Kompromiß miteinan- 
der fähige Elemente vorhanden sind. Darum 
lohnt sich der Versuch, auf den Trümmern des 
Alten einen Neubau aufzurichten. Glauben 
Sie mir, auch mich übermannt oft genug der 
Schmerz über den Sturz der alten Welt und 
den Verlust so vieler nationaler Güter, — 
aber solange wir den Glauben an unser Volk 
nicht verlieren, ist noch nicht Alles verloren, 
können wir noch hoffen und wirken. Ihre hoff- 
nungslose Stimmung aber ist furchtbar, furcht- 
bar — und ungerecht! Entsetzlich zu denken, 
daß Sie in verbitterter Opposition gegen das, 
was das eherne Schicksal uns aufgezwungen 
hat und was wir nur durch inneren Entschluß 
zur Arbeit am Neuen uns erträglich machen 
können — Ihr ganzes Leben verharren wür- 
den. 

In herzlicher Gesinnung 

Ihr getreuer Fr. Meinecke. 

Meinecke, Friedrich, Ausgewählter Briefwech- 
sel, herausgegeben und eingeleitet von Lud- 
wig Dehio und Peter Classen, Koehler Verlag, 
Stuttgart 1962, S. 328—332, 334—336. 



n 



Ernst von Salomon 

Geb. 1902, Schriftsteller, bei Ausbruch der Re- 
volution Kadett, nahm an den Freikorpskämp- 
fen 1919—1921 im Baltikum und in Ober Schle- 
sien sowie am Kapp-Putsch 1920 teil, mußte 
wegen seiner Beteiligung an dem Mordan- 
schlag an Rathenau eine mehrjährige Zucht- 
hausstrafe verbüßen. 

Levee en masse — wer bot uns das Wort? Das 
war es, ja, das war es! Wir mußten alle auf- 
stehen gegen den Feind. Wir mußten der Re- 
volution einen Sinn geben, wir mußten das 
Land aufkochen lassen, die Fahnen, die gültig 
waren, und seien es die roten, nach vorn tra- 
gen, — das mußten wir. Sollten wir nicht die 
Revolution lieben lernen? Hatte nicht Ke- 
renski weitergekämpft und hatte nicht Lenin 
der ganzen Welt den Krieg erklärt? Wir wür- 
den alle Waffen tragen, und wir würden sie 
tragen mit der Leidenschaft des Sieges, die 
uns mehr verhieß als unseren Bestand zu wah- 
ren, die uns eine Mission wert sein ließ, die 
der Verzweiflung ihren fahlen Schimmer nahm 
und aus Busch und Hecke, aus jedem Fenster, 
jedem Torweg unsern Haß und unsern Glau- 
ben spritzte. Wer sollte widerstehen unserm 
Aufstand? Der Mann, der uns das Wort bot, 
stand nicht im Ruche krauser Phantasterei — 
wir sollten's wagen! 

Ich wollte die Revolution lieben lernen; viel- 
leicht waren ihre Energien noch nicht ge- 
weckt. Vielleicht lauerten die Matrosen auf 
die Parole, vielleicht standen die Arbeiter, 
die Soldaten bereits zu heimlichen Bataillonen 
geformt, vielleicht war die Sprache der Auf- 
rufe schon gesprüht aus den quirlenden GIu- 
ten eines unmeßbaren, ungeheuerlichen, welt- 
trotzenden revolutionären Willens — die aktiv- 
sten Elemente der Nation trugen die Waffen 
schon in den Händen. 

Und ich lief durch die Stadt, aber die Stadt 
war ruhig. Und ich drängte midi in die Ver- 
sammlungen, aber erhitzte Redner donnerten 
von Junkern, Pfaffen und Schlotbaronen und 
vom fluchbeladenen Hohenzollernregime. Und 
ich las mit Inbrunst die Proklamationen, aber 
da stand etwas von einem Demobilmachungs- 
kommissar und Anordnungen zur Durchfüh- 
rung der Waffenstillstandsbedingungen. Und 
ich rannte durch die Straßen, aber die Men- 
schen gingen zur Arbeit, sie blieben kaum ste- 
hen vor den grellrotcn Plakaten, sie gingen 
müde in alten, abgeschabten Kleidern dem Hun- 
ger nach, unendlich geduldig, verdrossen, und 
wenn sie etwas sprachen, dann war es wie 
gemurrt, und die Frauen standen wie immer 



an den Ecken in langen Reihen und warteten 
ergeben. Ich schmiß mich an die Wachleute, 
aber die sahen mich mißtrauisch an und führ- 
te Worte im Mund, die ich kannte, zerledert 
und abgekaut und hundertmal gehört. Und ich 
sah geballte Massen mit wehenden Fahnen 
und prangenden Schildern, aber da schrie es 
über die Plätze „Nie wieder Krieg" und „Gebt 
uns Brot", und sie standen und sprachen vom 
Generalstreik und von Betriebsrätewahlen. 
Und ich wandte mich an meine Bekannten, an 
Bürger, an Offiziere, an Beamte, aber sie sag- 
ten, es müsse erst Ordnung werden und spra- 
chen von der Schweinewirtschaft, mit der un- 
sere zurückkehrenden Feldgrauen schon auf- 
räumen würden. 

Aber die Matrosen, die Matrosen hatten die 
Revolution gemacht, sie waren wie das mah- 
nende Gewissen aus ersten Tagen des Auf- 
bruches, sie strichen kühn durch die Stadt, sie 
waren Keim und Träger jeder Erregung. Zum 
zweiten Male ging ich ins Polizeipräsidium, 
stieg über die schmutzige, ausgetretene Treppe, 
ging in ein Zimmer mit rohen Holztischen und 
Bänken, auf denen Kochgeschirre, Brotbeutel, 
Bierkannen, Seifenstücke, Kämme, Tabaks- 
beutel, Fettgläser, Speckstücke in tollem Wirr- 
warr lagen und dazwischen verstreut Patro- 
nen, Karabiner, Seitengewehre, Lederzeug, in- 
des ein Maschinengewehr gebuckelt in der 
Ecke stand neben einer Kiste Handgranaten. 
Da lagen, borkten, standen die Matrosen, rauch- 
ten, spielten, dösten, aßen, sprachen, und über 
ihnen hing die Luft, schwer und blau, aus 
Schweiß und Staub und Rauch, der Ruch eines 
Heerlagers, voll sonderbar beklemmender 
Würze, gleich als ob alles ahnen ließe, daß hier 
Sprengstoffe lagerten, die auf den zündenden 
und befreienden Funken warteten. 

Und ich erniedrigte mich, ließ mich anfahren 
oder höhnisch belächeln, stand im Wege, ging 
nicht, bot schlechten Tabak an, mischte mich 
heiser in nidp Unterhaltung, belachte die Zo- 
ten, erzählte selber eine, biederte mich an, 
schmiß mich heran, suchte mir einen, zwei, 
die abseits saßen, holte Zeitungen vor. Und 
einer, ein Kleiner, Junger, mit kessem Gesicht, 
der frage mich aus, den log ich an, be- 
schimpfte den Kaiser, ließ mir erzählen von 
prahlerischen Heldentaten, wie sie ihre Offi- 
ziere verprügelt, wie viele Mädchen sie über 
die Bank gezogen, bestaunte ihn, bis der ge- 
schmeichelt duldete, daß ich über die Wach- 
leute herzog, über die schlappen Hunde, die 
die Revolution verraten wollten, aus Furcht 
vor den Bourgeois und aus Furcht vor den 
Franzosen. Und ob er wüßte, daß die Franzo- 

B 45 



sen herkämen, und was sie dann machen wür- 
den, die Franzosen würden doch keine Bewaff- 
neten dulden, und ob sie kämpfen würden, ob 
sie kämpfen würden gegen die Franzosen? 



V. Das Lager der Gegenrevolution 

Gustav Stresemann 

Seit jenem 9. November ist nunmehr etwa ein 
Jahr vergangen. In der schnellebigen Zeit, in 
der wir leben, ist ein Jahr mehr als sonst ein 
Jahrzehnt. Was vor der Revolution lag, er- 
scheint wie im Dämmer ferner Vergangenheit, 
obwohl uns von ihm nur eine verhältnismäßig 
kurze Zeitspanne trennt. Wir leben in der Zeit 
des durch die Revolution geschaffenen neuen 
Deutschland. Was hat es uns bisher gebracht? 
Fest steht zunächst das Negative: er hat uns 
bis heute einen Frieden nicht gebracht: Weder 
den Gerechtigkeitsfrieden, den die Anhänger 
der Revolution uns als schönen Lohn deutscher 
Demokratisierung und Revolutionierung ver- 
sprachen, noch den Frieden überhaupt [. . .] 
Die verlockenden Ideen von Völkerbund und 
Völkerversöhnung und einer neuen sittlichen 
Erhebung des Menschengeschlechts sind 
längst als Betrug erkannt. Die große außen- 
politische Weltillusion des 9. November ist 



Da lachte der Kerl und sagte: „Wir nicht, wer 
noch?" und spie in die Ecke. 
Ernst von Salomon, Die Geächteten, Verlag 
Rowohlt, Berlin 1933, S. 22—25. 



tönt von der anderen Seite. Das deutsche Wirt- 
schaftsleben ist gegenwärtig beinahe hoff- 
nungslos verrottet. Der furchtbare Sturz der 
Kurve der deutschen Produktion seit dem 
9. November kann nur millimeterweise ein- 
geholt werden [. . .] 

Die in den letzten Kriegsjahren beginnende 
Durchlöcherung der deutschen Sitten wurde 
durch die Revolution zum Niederbruch der Sit- 
ten und der Moral weitergeführt. Der ehrliche 
Handel und Wandel kann vor behördlichen 
Schikanen und Steuern nicht aus und ein, der 
Mittelstand geht hoffnungslos zugrunde, aber 
Schieber und Wucherer bilden die neue Aristo- 
kratie des Landes und schänden den Leiciinam 
der gemordeten deutschen Nation durch Or- 
gien der Spielleidenschaft, geschmackloser 
Lustbarkeiten und Selbstentwürdigung. Die 
Korruption hat Hausrecht im neuen Deutsch- 
land erlangt. Soweit in der kurzen Zeit mög- 
lich, ist an die Stelle des alten, in manchem 
vielleicht engherzigen, aber sachlich und fach- 



veriiogen. /\iie nuimanyen, uie Cc.a ^^^ a^-^i ^^^^ erproDten DeamLen uie ucauiaete xti*tCA 



Schlagwort ausmündeten: durch die Revolu- 
tion zum Frieden, sind hoffnungslos zerstört. 
Die Revolution hat uns nicht die innere Ver- 
söhnung gebracht. Leidenschaftlicher als je be- 
kämpfen sich im neuen Deutschland die neuen 
Parteien. Die deutsche Arbeiterschaft ist ge- 
spalten. Haase nennt Scheidemann einen Ver- 
räter. Der wildeste Terror wird gegen den 
Parteifeind angewendet und soweit das deut- 
sche Volk nicht wieder apathisch geworden ist, 
steht es sich in den einzelnen extremen Partei- 
richtungen so tremd gegenüber, dlt> spiädien 
die Menschen eine verschiedene Sprache. Nie- 
mand garantiert, daß der ersten Revolution 
nicht eine zweite folgt. Bürgerblut ist unter der 
Republik mehr geflossen, als unter der 500jäh- 
rigen Herrschaft der Hohenzollern. Belage- 
rungszustand, Zeitungsverbote, militärische 
Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Ord- 
nung, alle die Mittel des alten Regimes, nur 
verschärft und vergröbert, kennzeichnen den 
Stand der Dinge auf der einen Seite, der Schrei 
gegen die Noske-Garde und die Bluthunde ^*) 



") Anspielung auf die Äußerung Noskes bei der 
Übernahme des Auftrages, den Spartakusaufstand 
Januar 1019 zu unterdrücken: „Einer muß der Blut- 
hund werden, ich scheue die Verantwortung nicht." 

B 45 



tüchtigkeit getreten. 

Wer freut sich eigentlich des 9. November? Die 
Demokratie beginnt von ihm abzurücken, ob- 
wohl sie ihn erst bejubelte. Das Zentrum macht 
aus seiner Abneigung kein Hehl. Die Sozial- 
demokratie steht im Zeichen des Katzenjam- 
mers und einer ihrer Führer gesteht, daß die 
Massen sagten: wenn das Sozialismus ist, was 
wir heute erleben, dann wollen wir wieder 
zurück zum alten Regime. Die Unabhängigen 
fühlen sich durch den 9. November betrogen, 
weil die Revolution in einer Farce der kapita- 
listischen Republik geendet habe. Die Gefühle 
unserer Freunde bedarf es nicht darzulegen. 
Müde und armselig schleppt sich die Revolu- 
tion durch das erste Jahr ihres Bestehens, 
überall Niederbruch, fast nirgends ein Anfang 
von Neuem. — Das ist die Novemberstim- 
mung, in der das deutsche Volk den Jahrestag 
der Revolution begeht. 

Suchen wir nach dem großen Fehler der Revo- 
lution, nach dem, was ihr in der Geschichte 
ewig als Makel anhaften wird, dann ist es das 
Fehlen der Idee, der nationalen Erhebung zur 
Durchsetzung der Lebensbedingungen des 



34 






deutschen Volkes. Gewiß ist es unrichtig, das 
ganze Elend unserer Tage lediglich auf die 
Revolution schieben zu wollen. Sie übernahm 
eine bitter schwere Erbschaft; der Sieg im 
Weltkrieg war nicht mehr zu gewinnen, es 
ging nur noch um den ehrenvollen Frieden. 
Hier aber ist sie mit dem ungeheuren Schuld- 
konto belastet, die Zersetzung im Heere durch 
die Agenten der Revolution vorbereitet und 
durch die Regierung der Revolution nicht ver- 
hindert zu haben [. . . ] 

Der Friede war nur noch unter Opfern zu er- 
kaufen, aber daß er zum Niederbruch unserer 
ganzen Weltslellung führte, das ist die Errun- 
genschaft der Revolution. Und deshalb wird 
der Revolutionstag nie nationaler Gedenktag 
in Deutschland werden. Die Revolution und 
die Republik, beide vermögen dem Gemüt des 
deutschen Volkes nichts zu geben. Die leiden- 
schaftliche Auflehnung der deutschen akade- 
mischen Jugend und Schuljugend in den gebil- 
deten Ständen gegen den Geist des 9. Novem- 
ber zeigt uns den Weg in die neue Zukunft. 
Noch immer führte die deutsche Bildung, in 
der Jugend verkörpert, das Volk zu neuer Ent- 
wicklung. Die gemütsarme und in der Nieder- 
trampelung unserer nationalen Ehre gemüts- 
rohe Revolution hat bei dieser Jugend ausge- 
spielt und sich damit um ihr Zukunftsgedenken 
im deutschen Volke gebracht. Sie wird nie mit 
deutscher Größe, sondern sie wird nur in Ver- 
bindung mit dem deutschen Elend dpr Gegen- 
wart genannt und von späteren Geschlechtern 
verflucht werden. 

Stresemann, Gustav, „Zum Jahrestag der Re- 
volution', Artikel in der Wochenschrift „Deut- 
sche Stimmen' vom 5. 11. 1Q19, in: Gustav 
Stresemann, Von der Revolution bis zum Frie- 
den von Versailles. Reden und Aufsätze, 
Staatspolitischcr Verlag G.m.b.H., Berlin 1919, 
S. 190—194. 



Kuno Graf von Westarp 

1864—1945, konservativer Politiker, 1908 bis 
1920 Obcrvcrwaltunqsgerichtspräsident in Ber- 
lin Mitqlicd des Reichstags 1908-1918 (kon- 
servativ) und 1920-1932 (bis 1930 deutsch- 
national}, trat aus Protest gegen Hugenberg 
aus der Deutschnationalen Volkspartei aus 
und gründete 1930 die Konservative Volks- 
Partei. 

Auszug aus einem Artikel Westarps vom 
10. November 1918 

Preußens Königsthron ist zerbrochen. Die in 
500jähriger Geschichte begründete Herrscher- 
stellung der Hohenzollern hat ihr Ende gefun- 



35 



den. Der deutsche Kaisertraum ist ausge- 
träumt, des Deutschen Reiches Herrlichkeit 
und Weltstellung ist vernichtet; das alte ruhm- 
bedeckte preußische und deutsche Heer, die 
Flotte, der Stolz und Liebling des Volkes, lie- 
gen mit beschmutztem Ehrenkleide am Boden. 
Unsagbar schwer wurde das deutsche Volk 
durch das Geschick betroffen, daß es nach 
einem Heldenkampfe von 50 Monaten der 
Übermacht von vier Fünfteln der ganzen 
Menschheit militärisch erliegen mußte; schwe- 
rer noch und vernichtender trifft es die eigene 
Schuld, daß es zuletzt sich selbst aufgab, daß 
es sich lossagte von Treue und beschworener 
Pflicht, von Würde und Ehre, daß es sich wehr- 
los in die Hand seiner Feinde gab. Vor unsern 
Augen steht in unerbitterlicher Klarheit das 
Bild der Sühne, die dem deutschen Volke nicht 
erspart bleiben wird. Ein fürchterliches Erwa- 
chen wird dem Taumel der jetzigen Tage fol- 
gen. Noch hat man, da diese Zeilen geschrie- 
ben werden, die Waffenstillstandsbedingun- 
gen nicht bekanntgegeben, die der Feind dem 
wehrlos sich Ergebenden vorzuschreiben für 
gut befunden hat; noch kennen wir die Frie- 
densbedingungen nicht, die er alsdann diktie- 
ren wird. Wer zweifelt daran, wie sie ausse- 
hen werden? Jahrzehnte der Lohnsklaverei 
stehen bevor, in denen der unbarmherzige 
angelsächsische Herr der Welt dem deutschen 
Volke eine wirtschaftliche, persönliche und 
politische Knechtschaft aufzwingen wird, wie 
"'6 "^ch nie erhört worden ist. Innpfpr Zerfall, 
eine unüberbrückbare Kluft im eigenen Volke, 
die Unfertigkeit aller staatlichen Einrichtun- 
gen wird auf lange hinaus die Kraft zu neuem 
Aufschwung lähmen. Erst die Geschichte wird 
die Größe der Schuld ganz ermessen, mit der 
diejenigen belastet sind, die die Verantwor- 
tung für diesen Ausgang tragen. Durch Partei- 
sucht verblendet, haben die Sozialdemokraten 
um ihrer eigenen Herrschaft willen das Land 
dem Feinde preisgegeben. Haltlosigkeit, 
Schwäche, Furcht bei den regierenden Stellen 
und im Lager der bürgerlichen Parteien haben 
mit der unerbittlichen Folgerichtigkeit welt- 
geschichtlicher Entwicklung dem Ende zuge- 
trieben, vor dem wir jetzt stehen. Wir Konser- 
vativen haben das Schicksal nicht wenden kön- 
nen. Gemäß unserer Pflicht und unserer Über- 
zeugung haben wir nidU aufgehört, warnend 
unsere Stimme zu erheben; man hat schon 
während der Herrschaft des früheren Regie- 
rungssystems uns keinen Einfluß eingeräumt 
und uns während des Krieges seit über Jahr 
und Tag von jeder Mitwirkung ausgeschlos- 
sen. Wir werden weiter unsere Pflicht gegen 
das Vaterland erfüllen Heute sei uns noch 

B 45 




gestattet, schweigend in stillem Schmerz das 
Haupt zu senken. 

Auszug aus einem Artikel Westarps vom 
10 November 1918, zitiert in: Graf Westarp, 
Konservative Politik im letzten Jahrzehnt des 
Kaiserreiches, Deutsche Verlagsgesellschaft 
Berlin 1935, Band 11, S. 665. 



Elard von Oldenburg-Januschau 

^Q^^ ]937^ Rittergutsbesitzer auf Januschau, 

als deutsch-konservatives Mitglied des Preu- 
ßischen Abgeordnetenhauses (1898—1910), des 
Reichstags (1902-1912) und des Preußischen 
Herrenhauses (1915—1918) einer der Fuhrer 
der ostelbischen Agrarier. 1930-1932 erneut 
Mitglied des Reichstags (deutschnational). 

Ohne Macht und in dem rasenden Taumel 
dieser Tage auch ohne Einfluß gab es für 
meine Freunde und mich keinen Weg mehr, 
der Revolution im Innern entgegenzutreten 
und damit den Zusammenbruch der fünfhun- 
dertjährigen Monarchie der Hohenzollern zu 
verhindern. Ich finde keine Worte, um meinen 
Schmerz über das Geschehen des Novembers 
1918 wiederzugeben, um zu schildern, was in 
mir zerbrach. Ich fühlte eine Welt einstürzen 
und unter ihren Trümmern alles das begraben, 
was uer iiiiidii mcmca ^i,>u^ä^^ a-^- — '- ■ . 
was meine Eltern mich von Kindesbeinen an 
zu verehren gelehrt hatten. Das Werk, an dem 
Jahrhunderte gebaut, wofür auch meine Vor- 
fahren gestritten hatten, war nicht mehr. Das 
stolze Königsgeschlecht der Hohenzollern, für 
das mein Herzblut zu vergießen ich erzogen 
und bereit war, dem meine ganze Liebe ge- 
hörte, war in den Staub gesunken. Der Ehren- 
schild Preußens, der junge Ruhm des Deut- 
schen Reiches war durch den Verrat des eige- 
nen Volkes im Angesicht des Landesfeindes 






Zerrissenen Herzens machte ich mich auf den 
Heimweg und fuhr nach Westpreußen zurück, 
um wenigstens dort in den mir gezogenen 
Grenzen für Zucht und Ordnung zu sorgen. In 
Januschau begrüßte mich mein alter Diener 
mit der Botschaft, daß sich auch hier der Geist 
der Auflehnung bemerkbar gemacht habe. 
Einer meiner Knechte habe sich nicht ohne 
drohende Worte gegen midi zum Herrn auf 
Januschau erklärt. In dem Gefühl, daß hier auf 
meinem eigenen Grund und Boden schnell, per- 
sönlich und kräftig gehandelt werden müsse, 
nahm ich einen handfesten Knotenstock und 
begab mich auf das Feld, wo auch der erwähnte 
Knecht arbeitete. Ich trat auf ihn zu, nahm ihn 
beim Ohr und fragte ihn: .Wer regiert in Ja- 

B 45 



nuschau?" Als er nicht antwortete, schrie idi 
ihn an: „Ich haue dich in die Fress', daß du 
Kopp stehst." Diese Sprache verstand er^Sem 
Mut verließ ihn, und er bezeichnete mich als 
den Herrn. Das gegenseitige Vertrauensver- 
hältnis war wieder hergestellt. Er arbeitet 
nach wie vor mit der gewohnten Gewissenhaf- 
tigkeit in meinem Betriebe. Damit war die Re- 
volte in Januschau erledigt. Das Beispiel 
wirkte so, daß seitdem nie wieder eine Auf- 
lehnung bei mir vorgekommen ist. 

Dann aber begann es in meinem Kreise unru- 
hig zu werden. Allenthalben wurden Drohun- 
gen laut. So wurde ich zum Beispiel gewarnt, 
ich solle mich nicht auf meinem in der Gegend 
sehr bekannten Schecken in Deutsch-Eylau 
blicken lassen. Ein Telefonanruf aus Danzig 
kündigte mir den Besuch zweier Lastwagen 
mit revolutionären Matrosen an, die mich aus- 
heben wollten. Ich antwortete nur: .Die haben 
wenigstens etwas zu heben." Immerhin hielt 
ich es unter diesen Umständen für angezeigt, 
einen Stoßtrupp ins Leben zu rufen. Er bestand 
aus 36 Mann — alles altgediente Soldaten, die 
mit Waffen und Munition wohl versehen wa- 
ren. Aber er brauchte nicht in Aktion zu tre- 
ten. Sein Dasein hat genügt, um die Ordnung 
im Kreise aufrechtzuerhalten. 

Oldenburg-Januschau, Elard von, Erinnerun- 
gen, Verlag Koehler und Amelang, Leipzig 
1936, S. 208 f. 



Oberst Wilhelm Reinhard 

Geb. 1869, im Ersten Weltkrieg Kommandeur 
des 4. Garderegiments zu Fuß, organisierte 
Ende 1918 ein Freikorps, das er im Januar ge- 
gen den Spartakusaufstand in Berlin einsetzte. 
Später SS-Oberführer, General in der Wehr- 
macht, 1934—1943 Präsident des Kyffhäuser- 
bundes, einer Dachorganisation von Krieger- 
vereinen. 

Schon in Belgien hatte ich mit dem Komman- 
deur des Ersten Garde-Regiments, Grafen 
Eulenburg, über unser ferneres Wirken in der 
Armee gesprochen. Wir waren übereingekom- 
men, ihr so lange zu dienen, wie es unsere 
Ehre als preußischer Offizier ermöglichte, woll- 
ten aber beide nicht den Fluch der Geschichte 
auf uns sitzen lassen, als Kommandeure aus 
dem alten Gardekorps die Zustände zu för- 
dern, die in Deutschland eingetreten waren. 
Wir verabredeten uns, zum Kriegsminister zu 
fahren und zu versuchen, in Berlin Ordnung zu 
schaffen. 

Der Minister, Exzellenz Scheuch, der uns sehr 
wohwoUend empfing, hielt die Sache für aus- 



36 



sichtslos. Er war ja Kenner der Verhältnisse. 
Exzellenz Scheuch meinte, daß auch die soge- 
nannte Regierung wenig tun könne. 

Wir bestanden auf einer Zusammenkunft mit 
Herrn Ebert, den wir fragen wollten, was aus 
Deutschland würde, und erhielten sie durch 
Vermittlung des Kriegsministers zugesagt. 

Am 10. Dezember war ich mit meinem Divi- 
sionskommandeur, dem verstorbenen General 
von Jena, Zeuge dos Einmarsches der ersten 
Truppe, der Garde-Kavallerie-Schützendivi- 
sion in Berlin. Er in tadelloser Generalsuni- 
form mit Helm; ich in Felduniiorm, Mütze und 
Revolver. 

Schon bei unserer Ankunft war die jammer- 
volle Absperrung der von Wels gegründeten 
republikanischen Soldatenwehr auf dem Pari- 
ser Platz durchbrochen. Zehntausende von 
Menschen, meist pärchenweise, strömten in 
wildem Gedränge durcheinander. Irgendeine 
Ordnung existierte nicht. (. . . ] 

Der Wagen des Kriegsministers rollte an. Er 
wollte zur Tribüne. Kaum hielt das Auto im 
Gedränge, als Dutzende von Menschen das 
Dach erkletterten, so daß unter der Last die 
Reifen platzten. Schließlich erschienen die An- 
fänge der Truppe. Sie marschierten auf, und 
Herr Ebert redete. Aber schon marschierte eine 
neue Brigade an, im Volksgcdränge von der 
Ansprache nichts hörend. Unter dem Branden- 
burger Tor kam ihre Musik nicht weiter und 
spielte laut schallend „Deutschland, Deutsch- 
land über alles!" 

Zwischen der ersten und zweiten Strophe rief 
jemand aus der Menge: „Nu, Kinders. singt 
doch mit!" und schon stimmte alles in die alte 
Weise ein. 

Als man sang „Deutsche Frauen, deutsche 
Treue", war es, als wenn alles sich besänne. 
Man sah sich unangenehm berührt um; ddS 
Lied und die Musik verhallte, über die Wan- 
gen eines alten Herrn mit weißen Haaren roll- 
ten Tränen. Man schämte sich, es war das 
Ende! Auf den Wagen und Pferden der vor- 
überrollenden Truppenfahrzeuge saßen Wei- 
ber und Matrosen und paradierten in wüstem 
Durcheinander vor dem Oberhaupt der Repu- 
blik. [. . . ] 

Ebert verließ die Kanzel und wanderte, von 
einem Matrosen untergefaßt, hutschwenkend 
dem Palais eines Bismarck zu. 
Am Abend fand nunmehr die Unterredung mit 
ihm im Kriegsministerium statt. [. . .] 



37 



Zu der Besprechung mit dem Volksbeauftrag- 
ten Ebert waren außer dem Kriegsminister, 
Exzellenz Scheuch, der mit dem Kommando 
über die Truppen in und um Berlin beauftragte 
General Lequis, einzelne Regimentskomman- 
deure und Offiziere der Stäbe anwesend. 

Ich wurde aufgefordert, die militärische Lage 
klarzulegen, und führte aus, daß die alten 
Jahrgänge der Armee nicht — wie angeord- 
net — zu entlassen seien, damit das Heer be- 
stehen bliebe und Deutschland einen leidlichen 
Frieden bekäme. Ebert und sein Staatssekre- 
tär ^-^'l der Reichskanzlei Baake erklärten dies 
für unausführbar, nachdem einmal die Entlas- 
sung befohlen sei. 

Als ich erwiderte, daß mit den jungen, eben 
erst eingezogenen und durch die Revolution 
verdorbenen Leuten der Ersatzbataillone nichts 
zu machen wäre, sagte Baake, es sei nicht der 
richtige Ton, den ich hier dem ersten Volks- 
beauftragten gegenüber fände. 

„Das preußische Offizierkorps gehört nach Gol- 
gatha, dann wird alles besser werden." 
Ich erwiderte ihm, die Sozialdemokratie wolle 
uns vernichten; der Geist des größtenteils auf 
den Schlachtfeldern ruhenden preußischen 
Offizierkorps würde aber aufstehen. 

Die Unterredung drohte sehr scharf zu werden. 
Ebert bat in ruhigerem Ton, damit die Bespre- 
chung zu einem Ergebnis führen könne. Es 
kam nur noch die Lage innerhalb Deutschlands 
in Betracht. Ich machte nunmehr darauf auf- 
merksam, daß durch die Massenverhetzung 
und die durch Liebknecht allerorts betriebene 
Volksbewaffnung mit neuen revolutionären 
Aufständen unter der roten Fahne zu rechnen 
sei. Die schon in jenen Tagen unruhige Volks- 
Marinedivision würde der Ausgangspunkt für 
derartige Bestrebungen sein. Ich schlug vor, 
zur Beruhigung des Landes zu mindesten so- 
fort ein Gesetz herauszugeben, wonach jeder, 
der unberechtigt Militärwaffen, Munition usw. 
im Besitz hätte und sie nicht in 48 Stunden an 
der Militärbehörde ablieferte, zu erschießen 
sei. 
Ebert und Baake sprangen erregt auL 

Dieser führte aus, daß meine Forderung ausge- 
schlossen sei, weil es ein alter Grundsatz der 
Sozialdemokratie sei, die Todesstrafe aufhören 
zu lassen. Schließlich wurde beschlossen, daß 
jeder, der Waffen besäße, mit einer erheb- 
lichen Geldstrafe belegt werden sollte. Infolge 
der notwendigen Zustimmung der unabhängi- 
gen Volksbeauftragten zu dem Beschluß er- 



") Richtig: Unterstaatssekretär 



B 45 






schien das Gesetz erst sehr viel später und 
naturgemäß ohne jede Wirkung. Meiner An- 
sicht daß der Liebknecht-Aufstand beginnen 
würde, sobald die alten Jahrgänge der Armee 
entlassen seien, wurde widersprochen. Ebert 
und Baake wollten von einem solchen Aul- 
stande nichts wissen. Sie verließen erregt und 
mißmutig das Ministerium. Der General Le- 
quis, der folgte, äußerte: 

„Der Sozialdemokrat wird den Dreck noch es- 
sen, den er gemacht hat." 

Bei dem durch die jahrzehntelange Verhet- 
zung, durch die Presse in seinem Wahn ge- 
nährtem Volk, alles Militärische zu beseitigen 
war das wenige durch die Ereignisse noch 
brauchbare Personal der Armee nach der tnt- 
lassung der alten Jahrgänge kaum noch in der 
Lage, das große hereinbrechende Unglück zu 
wenden. 

Reinhard. Wilhelm. 1918-1919. Die_^^^^^^ 
der Republik, Verlag Bischofi, Berlin 1933. 
S.41—45. 




Adolf Hitler 

1889—1945, nationalsozialistischer Parteifüh- 
rer, 1933—1945 Reichskanzler, 1934 Reichsprä- 
sident, starb durch Selbstmord. 

So kam ich [nach dei Verwundung durch einen 
Gasangriff im Oktober 1918] in das Lazarett 
Pasewalk in Pommern, und dort mußte ich — 
die Revolution erleben! 

Es lag etwas Unbestimmtes, aber Widerliches 
schon lange in der Luft. Man erzählte sich, daß 
es in den nächsten Wochen „los" gehe — idi 
vermochte mir nur nicht vorzustellen, was dar- 
unter zu verstehen sei. Ich dachte in erster 
Linie an einen Streik, ähnlich dem des Fruh- 
:^u^^ TTr,rtVir.ctiqp Cprüchte kamen dauernd 
aus der Marine, in der es gären sollte. Allein 
auch dieses schien mir mehr die Ausgeburt der 
Phantasie einzelner Burschen als Angelegen- 
heit größerer Massen zu sein. Im Lazarett 
selbst redete wohl jeder von der hoffentlich 
doch bald herbeieilenden Beendigung des Krie- 
ges, allein auf ein „Sofort" rechnete niemand. 
Zeitungen konnte ich nicht lesen. 
Im November nahm die allgemeine Spannung 
zu. 

Und dann brach eines Tages plötzlich und un- 
vermittelt das Unglück herein. Matrosen 
kamen auf Lastkraftwagen und riefen zur 
Revolution auf, ein paar Judenjungen waren 
die „Führer" in diesem Kampfe um die „Frei- 
heit," Schönheit und Würde" unseres Volksda- 

B 45 



seins. Keiner von ihnen war an der Front ge- 
wesen. Auf dem Umweg eines sogenannten 
Tripperlazaretts" waren die drei Orientalen 
;us der Etappe der Heimat zurückgegeben 
worden. Nun zogen sie in ihr den roten Fetzen 
auf. [. . .] 

Meine erste Hoffnung war noch immer, daß es 
sich bei dem Landesverrat nur um eine mehr 
oder minder örtliche Sache handeln konnte. 
Ich versuchte auch einige Kameraden in dieser 
Richtung zu bestärken. Besonders meine baye- 
rischen Lazarettgenossen waren dem mehr als 
zugänglich. Die Stimmung war da alles andere 
eher als „revolutionär". Ich konnte mir nicht 
vorstellen, daß auch in München der Wahn- 
sinn ausbrechen würde. Die Treue zum ehr- 
würdigen Hause Witteisbach schien mir denn 
doch fester zu sein als der Wille einiger Juden. 
So konnte ich nicht anders als glauben, daß es 
sich um einen Putsch der Marine handle, der m 
den nächsten Tagen niedergeschlagen werden 
würde. 

Die nächsten Tage kamen, und mit ihnen die 
entsetzlichste Gewißheit meines Lebens. Im- 
mer drückender wurden nun die Gerüchte. Was 
ich für eine lokale Sache gehalten hatte, sollte 
eine allgemeine Revolution sein. Dazu kamen 
die schmachvollen Nachrichten von der Front. 
* Man wollte kapitulieren. Ja, war so etwas 
überhaupt auch nur möglich? 

Am 10. November kam der Pastor in das Laza- 
rett zu einer kleinen Ansprache; nun erfuhren 
wir alles. 

Ich war, auf das äußerste erregt, auch bei der 
kurzen Rede anwesend. Der alte, würdige Herr 
schien sehr zu zittern, als er uns mitteilte, daß 
das Haus Hohenzollern nun die deutsche Kai- 
serkrone nicht mehr tragen dürfe, daß das 
Vaterland „Republik" geworden sei, daß man 
den Allmächtigen bitten müsse, diesem Wan- 
del seinen Segen nicht zu versagen und unser 
Volk 111 üeii Kuiiiiucnav^u ^Lxc...i ..... 
ZU wollen. Er konnte dabei wohl nicht anders, 
er mußte in wenigen Worten des königlichen 
Hauses gedenken, wollte dessen Verdienste in 
Pommern, in Preußen, nein um das deutsche 
Vaterland würdigen, und — da begann er leise 
in sich hineinzuweinen — in dem kleinen 
Saale aber legte sich tiefste Niedergeschlagen- 
heit wohl auf alle Herzen, und ich glaube, daß 
kein Auge die Tränen zurückzuhalten ver- 
mochte. Als aber der alte Herr weiter zu er- 
zählen versuchte und mitzuteilen begann, daß 
wir den langen Krieg nun beenden müßten, ja 
daß unter Vaterland für die Zukunft, da der 
Krieg jetzt verloren wäre und wir uns in die 
Gnade der Sieger begäben, schweren Bedrük- 
kungen ausgesetzt sein würde, daß der Waf- 



fenstillstand im Vertrauen auf die Großmut 
unserer bisherigen Feinde angenommen wer- 
den sollte — da hielt ich es nicht mehr aus. 
Mir wurde es unmöglich, noch länger zu blei- 
ben. Während es mir um die Augen wieder 
schwarz ward, tastete und taumelte ich zum 
Schlafsaal zurück, warf mich auf mein Lager 
und grub den brennenden Kopf in Decke und 
Kissen. [. . .] 

Es war also alles umsonst gewesen. Umsonst 
all die Opfer und Entbehrungen, umsonst der 
Hunger und Durst von manchmal endlosen 
Monaten, vergeblich die -Stunden, in denen 
wir, von Todesangst umkrallt, dennoch unsere 
Pflicht taten, und vergeblich der Tod von zwei 
Millionen, die dabei starben. Mußten sich nicht 
die Gräber all der Hunderttausende öffnen, die 
im Glauben an das Vaterland einst hinausge- 
zogen waren, um niemals wiederzukehren? 
Mußten sie sich nicht öffnen und die stummen, 
schlämm- und blutbedeckten Helden als Rache- 
geister in die Heimat senden, die sie um das 
höchste Opfer, das auf dieser Welt der Mann 
seinem Volke zu bringen vermag, so hohnvoll 
betrogen hatte? Waren sie dafür gestorben, 
die Soldaten des Augusts und Septembers 
1914, zogen dafür die Freiwilligen-Regimenter 
im Herbste desselben Jahres den alten Kame- 
raden nach? Sanken dafür diese Knaben von 
siebzehn Jahren in die flandrische Erde? War 
dies der Sinn des Opfers, das die deutsche 
Mutter dem Valerlande darbrachte, als sip mit 
wehem Herzen die liebsten Jungen damals zie- 
hen ließ, um sie niemals wiederzusehen? Ge- 
schah dies alles dafür, daß nun ein Haufen 
elender Verbrecher die Hand an das Vaterland 
zu legen vermochte? [. . .] 



Elende und verkommene Verbrecher! 
Je mehr ich mir in dieser Stunde über das 
ungeheuere Ereigms klar zu werden versuchte, 
um so mehr brannte mir die Scham der Empö- 
rung und der Schande in der Stirn. Was war 
der ganze Schmerz der Augen gegen diesen 
Jammer? 

Was folgte, waren entsetzliche Tage und noch 
bösere Nächte — ich wußte, daß alles verloren 
war. Auf die Gnade des Feindes zu hoffen, 
konnten höchstens Narren fertig bringen oder 
— Lügner und Verbrecher. In diesen Nachten 
wuchs mir der Haß, der Haß gegen die Urhe- 
ber dieser Tat. 

In den Tagen darauf wurde mir auch mein 
Schicksal bewußt. Ich mußte nun lachen bei 
dem Gedanken an meine eigene Zukunft, die 
mir vor kurzer Zeit noch so bittere Sorgen 
bereitet hatte. War es nicht zum Lachen, Häu- 
ser bauen zu wollen auf solchem Grunde? 
Endlich wurde mir auch klar, daß doch nur 
eingetreten war, was ich so oft schon befürch- 
tete, nur gefühlsmäßig nie zu glauben ver- 
mochte. 

Kaiser Wilhelm II. hatte als erster deutscher 
Kaiser den Führern des Marxismus die Hand 
zur Versöhnung gereicht, ohne zu ahnen, daß 
Schurken keine Ehre besitzen. Während sie die 
kaiserliche Hand noch in der ihren hielten, 
suchte die andere schon nach dem Dolche. 
Mit dem Juden gibt es kein Paktieren, sondern 
nur das harte Entweder — Oder. 
Ich aber beschloß, Politiker zu werden. 
Hitler, Adolf, Mein Kampf, Zwei Bände in 
einem Band, Mündien'' 1933, S, 221-225. 



B 45 



38 



39 






Zeittafel 



1918 

28. Oktober 

In Wilhelmshaven Auflehnung von Ma- 
trosen der deutschen Hochseeflotte gegen 
Vorstoß in die Nordsee. Von da an Aus- 
breitung der Matrosenmeuterei auf wei- 
tere Hafenstädte. 

4. November 

Matrosen in Kiel überreichen dem Gou- 
verneur 14 Forderungen. 

4. — 9. November 

In ganz Nordwest- und Mitteldeutschland 
Sympathiekundgebungen für die Kieler 
Matrosen. Bildung von Arbeiter- und Sol- 
datenräten. 

6. November 

Abreise der deutschen Waffenstillstands- 
delegation nach dem Westen. 

7. November 

SPD fordert sofortigen Rücktritt des Kai- 
sers und d( s Kronprinzen. 

7./8. November 

Ausrufung der Republik in München. Re- 
gierungsbildung unter Kurt Eisner (USPD). 

9. November 

Generalstreik in Berlin. Der Reichskanzler 
Prinz Mdx von Baden übergibt Friedrich 
Ebert (SPD) das Kanzleramt und gibt die 
Abdankung Kaiser Wilhelms II. bekannt. 
Philipp Scheidemann (SPD) proklamiert 
vom Reichstagsgebäude aus die deutsche 
Republik. 

10. November 

Bildung des Rates der Volksbeauftragten 
(der vorläufigen Reichsregierung), dem 
3 Sozialdemokraten (Ebert, Landsberg, 
Scheidemann) und 3 Unabhängige Sozial- 
demokraten (Haase, Dittmann, Barth) an- 
gehören. 

Versammlung der Berliner Arbeiter- und 
Soldatenräte im Zirkus Busch. Dort Wahl 
des Vollzugsrats und Bestätigung des Rats 
der Volksbeauftragten. 

11. November 

Unterzeichnung des Waffenstillstandes im 
Wald von Compiegne. 

25. November 

Konferenz der Vertreter aller deutscher 
Bundesstaaten mit der Reichsregierung in 
Berlin (Reichskonferenz). 



30. November 

Erlaß des Wahlgesetzes für die verfas- 
sunggebende deutsche Nationalversamm- 
lung. 

6. Dezember 

Vorübergehende Verhaftung des Voll- 
zugsrats. Blutige Zusammenstöße zwi- 
schen Demonstranten und Regierungstrup- 
pen in Berlin. 

16.— 21. Dezember 

Reichskonferenz der Arbeiter- und Solda- 
tenräte in Berlin. Wahl des 27köpfigen 
Zentralrats der Deutschen Sozialistischen 
Republik, dem nur Mitglieder der SPD an- 
gehören. 

23./24. Dezember 

Meuterei der Volksmarinedivision in Ber- 
lin. Kämpfe um Schloß und Marstall zwi- 
schen Matrosen und Regierungstruppen 
unter General Lequis. 

29. Dezember 

Austritt der USPD aus der Reichsregie- 
rung. Eintritt von Wisseil und Noske 
(SPD) in die Regierung. 

30. Dezember — 1. Januar 

Reichskonferenz des Spartakusbundes in 
Berlin, auf der die Kommunistische Partei 
Deutschlands gegründet wird. 

1919 

3. Januar 

Austritt der USPD aus der preußischen 
Regierung. 

5. — 12. Januar 

Spartakusaufstand in Berlin. Niedersdila- 
gung durch Truppen unter Oberbefehl von 
Noske. 

15. Januar 

Ermordung Karl Liebknechts und Rosa 
Luxemburgs durch Angehörige der Garde- 
kavellerieschützendivision. 

19. Januar 

Wahl zur verfassunggebenden deutschen 
Nationalversammlung. 

6. Februar 

Eröffnung der Nationalversammlung in 
Weimar. 

13. Februar 

Bildung des Kabinetts Scheidemann. 



B 45 



40 






die Gemeinde nicht als Religions-, sondern als Volksgemeinde, sodass 
die Mitarbeit nicht von der religioesen Einstellung dbhdeiiyiy war. 
Manche Juden haben sich voellig vom Judentum getrennt und betrachteten 
sich weder unter dem religioesen noch unter voelkisch-rassischem Aspekt 
als zugehoerig 






(U4, ^// /^9^..***^ X./^^i^ /'■^*<^ 









4^^H^^//f*^ ^-^^ 



J-l. 



1 ' 







SÄlM 






4+ 




I I 



/ /- 



•* 

J^ 



A 



/ 



/^ 



-U- 



^^' 



7^ 



/^^ 



/^ 



4^/^*' 



J^. 



3^ 






M Wi 



m 



fm Ifmbi^rm Celm'^ 



TT 



/^iX Ä»- ^J^" 



///^ 






M 103i 



Sex ^ WtrP^ 



ßid Cohen 'liei^s, 



im-m 



jj /^a Jaf^ 




/ 



v( 



/ 



AI 




r 



j 






// 



Z<^* Dereinbcr 19?0 



Lieber i*'raenkel| 

VAur eci r.t uiuiere iiv,r<rIioii3tea Gluec^v-Wenscae za i/irerj Geburts- 
tüß. vir wienschen,aasü d:.3 nt^ae JLfcbeüs jähr xi nen Inr^: voli'^ Uesund- 
beit uüG Arbeit HA.rert zuvuyok ^ibU i>üzu ^exio.rt, d.:\^s .le etvvas 
vor8io>«t;if7fr leben und änc rlesxge .-u-bei •ü3programia»ci':ir> ..le öisner 
8t'=^ts irmeA'en'ilten b b?^a eCv^is elaschraenr.en» is Dieibt immer nocb 
genug, wodurch ^ie ^ille anderen Ihres *^ sibr^^anges an .,tualitae& uni 
'\:U^intit9et uebertreffen \r;ferderi# 

.^n Ihren Geburtstag bat laich iür« ^chvvestsr erinnert, die gestern 
abend ^niriefjda Sie sici ueber alt. racutbt-ant^.ürtung ihres Briefes 
'Von 26»J1« gev^undert hatueu. .xiZir.iBchin iiiu?iS> :uexn Bxlei' vom iu.IE« 
laen^st in Ihren ^-aendc n c-ein. L-ie ..eihnacn tspoöt isu behr Ih/igBam, 
adch ihre öchwester hatte i.hrcn ra-xef Vwu, io»i.^# erst n^i^ch 6 Ta^en 
ernfü »er« 



\ 



hun noci» einiges ueber ihre Fra^-en in d^ m vori^t'in Brief. Be- 
zue^.iicb Ooj''eii-Heust5 ji^Ciiriub icn JuXinv-u öchuii» * oö i cn v.ei .:.3,sv.';iviiat 
iia vei^f-iitlicnen nua de^i i>jch von iet^ r von '^ex tzeajBetriebsi-u crwii 
in uer Wovercberrevolution, Banj 26 in cer vuu der Aomiaibsion ruer 
Geschicbte den rKrlameriCari^muG hcra^;st£-t::;^^^beuen Bcin^. Es i^t ■-^^'^ 
9.n.i v,e iror. (ia-Y.i;zen ,neT' iut-ingfc't aöx. i^r-ich i üiec&rsaeeni:'ii:cnen .u^ndtag 
£'e:habt bat. L'ort i3i vuj ^ii.-eiri ^uT j« 4^: i:!::x,fi;iiUÄ.^Ä li • una »:->•-.'.., /^ix» 
von ^;einen t^iaenen die Rede. Dort ^.ibc t;3 au oh eii.e xä-Ki-ervin^'. l'uer 
die l)is>:rer>fln7 zwischen 'ier c^D Lnb3ühc-'x:.ung aui; -Jem 2* i^aetekongress 
uro oem ..eimftrer Parct.:i tfi^.« ..ahrociiei-ii-c:: isu ihnt:: Oerti^ens .:/Uoh 
onnebm DeKannt ,a:ii:u,üt-.a n ..- u noch li. i.cib.d^e: uescluch u- uer naete- 
bevvef'UnP". . • i.vn4 ui.a von t. .isiselten Dit; .:;.rüi:;xtcriBA; ve ir. u^r aeu w* 
sehen innenDoiitür ,19^^ kateriai. icn habe atet.-. Cohens i lan fuer 
unuurcbfuehrbMr rf.haltf n , iu aar 'iebf r^eu^iine,^^ 2a uiejeni-^-^n Parteien , 
cie , eiraer trafen, Bwhon ueb' rbclastet waren cuich oit Huigöut:,die 
parlamentarische Demokratie :cLit zKei rtalarrifuttnidie -^^'^^f ^ ''^f^^^'^^ 
nicht (renuesrern - ^- ., .,^. ^ r, 



6 



dri cter c^trämr rui t xV.itent6cnei':unrsreeht hirtiugfx-vOiiUuen.s 



anet te 



irrwarr ge><€;ndet. Coh-en hnl in d^r 



die. li frueh zeitig m vo'^llif^em 

RevolutiontizeiL Ivib irit l'.bert rasemmengf. arbeitet, ira^ tiej.üc. 

auf dera riaetcdonr.res*: i^a Oezeiiber vnar fcrlaatsiüüennii^ch. vocr 



Rede 



Ol 



o r : s t 



v^ 



ar er soAOhi in der monarchischen 



als *iiiich ii: der rei-ubi-x:ani.^nen 



Zeit ein eigensinniger ^Inzele-enger auf d'^m aeu.sseröt^;. rechten 
Flucgel der Partei n^ioh seinen revolirwionaer::-!! ^nf^-ientai« 

ßezuegiicn Blochs habe ich mir sein in Frag nacr: seinem Tode 
heraus^egebtjnes Vermaeohtnis,rievolu&ion d r ?.eltpolitik,1938 notiert, 
das ich vor langer Zeit gelesen habe, und Anna ;>ie:usen,r.in Leoon 



/ 








/ 



.•ps^^ 



X 



fuer Europa, In MemoriaiQ Jo.^eph Bloch, 1956, das ich noch nicht ge- 
lesen habe, lieber Zechlm schrieb ich ihnen schon, ciat^s er mein Buch 
in der Zeit beöprocheri hat»3ein Buch löt am ^j7..ll*19VC im '..'ines 
Literory Supr)l€-»nent,ü.l4Ci] be;^procheu .orden» Ich schicKe liuien 
ktixne Fhotokopie, v.eil ich enneha^c, dasG das TLS in berim :'u 
h^beü i^t • 



ic- aaii^v6 .i.nne 
nie iiitü Buc b e s • Q e g en 
vorbri m^i:in au . .ser , 
icii Miuli auf die Ju 
dalu.r richti^,"?^a3 o 

-iber BiiC 



an nociiXHi3 fuer Ihx^e so fveundllche Beur t;iilung 
Ihre ^.in':^^nd.jia> cü i^'^nn xch nichwß v.ei:.entl-.ches 



:^'h ö na u e s 
11 ex:ie ^ui nun^, 30 lit 
noc/iin;i Is ular/B*:^ stel 
und J I) t i rr X oht " , i-lne 
ueberblicj: Ucber da 
Ic)'i VreiiiS riiöht,ob 
h'ab 'c: , V;eiiii ni ch t , v» i 



daüis ii^li selbst ausgeruehrt habe, daaa uud 
v.en iiu :3«:yatiiw'hen t^aum bcschra^nkt h'ibe« .:. 
i^ 3a;<ai »dasa luein i.^uch kein Ge^janitbiH ^;ib 
a nicht b-absiohti^:t»^o ii»aunalpo.Liti.k und oe 
er» von -ndern behanci-lt Vvsrden. Ich h^-be die- 
lt ir- .neinem A.rtx><el in "Geschieht- in wi:'.3 
rz 1970, in dei-'i ich auf ->• 131 tf. ain'^.n Ge 
s Vririien des i-eo ^decK in3t:;.cuts geseben ha 
lo/; Lhnim de^^ls eir.en - onder-'^ruck davon 
11 ich f:S £:erne nachholen» 



v^arum 
3 ist 

t, 

iTent- 



3 






enschaf t 
r.amt- 
be* 
achiokt 




Uuette icV :.oa;'aiinali}0 iti/. uad oe^j entliehe Meinung einbeziehen 

foxderi. gfci.uei.it .Ui;i ein-cin oc?berblic u-bc^^r die 'Beteiligung der Juden 
an utr i.Oiüfaunaxpolitiii zu geben, nie, wie oi^ ric^. tl^T s-.'hreiben, ueber- / 
buä^ uivj tin*;,r€ioa ^fM^ b'::darC es noch ^.ruenalieher Vorai-b^^lü« lo' haotte 
di^:je aiciu ^orneYi^ien i?.oeriaeu, :.iii e in eca Bureais ^^^>ö aus meiner t'Ta^ 
und lair bestand, ua. ^)iud Ordinarien 'Aie Lechlin ati t ihre^ /srüstcnten 
una ^tudenttn -rheulich besser ^^^-rsiel'^.t . .as die ^'resse betril':-'t, 
sc haette ich lUich auch qualitativ dem nicht ^^j^noh^en getu.üilt.;.a2Si 
haette es sim-r ßruendi; che r.en Keautnia ues «'ublizitüetswesen:'. b-.idiiirft» 
Stellen oxe sich'docr: bitte 7or,dar^i-', icn ^-.ron Bernstein und Arthur 
Levinaohn. Theodor .olff und 'Jenrf?, brrnh'-<rd, •''Oöeph bloch min. Fricvdrich 



m 



uitzonae and -ri^ v )n bodc*!- 



citariiprer,^« ^'^iticut-ir ,kofitr-i neijna/L'' 

t c n s ■< e i i i' e r 8 oe n i 1 c iik e 1 ü r:u x n i f i r e r:i 

un.« charak^ertöi.eren raufisson. Oat» utr b ..rnteir-A. 

zelnea» Das buch w.^ere ^.eute nooi rächt erg; hinnen una Ic 



Laben u.'vl vli-^Kon hnet'o^; d«rntol.en 

Iwraerte eine 5 j.in^ 



vi J. 






nie 



data. 



f rii 



g':-:?'oraen« i 



ai':n dt. 3 'eiranir-iiiuc 



t'.ri 



rw 



tS 



l 






freund- 



8< 






ft 



^c/i mar-nen 



v; 1 



d 



ui se 



daat; icn es ueberhau^t noc/j 



.ini3eitit'keit aui'veiron, vo: nur^r retrt 

>'«rien -.ann. 



( 



w^ 



m 










26. November 1970 



Ernat Praenkel 



58 Ihnestrasse 
1 Berlin J>? 



Liebe Hamburgers ! 

Sie haben lange Zeit nichts von uns gehört. Üas lag daran, das^ 
ich krank war. Auf einer Eeise nach Yugoslavien , wo ich bei 
deur Akade-nie der rtissaaschaften eix-en Vortrag halten wollte,- • 
erlitt ich in Zagreb einen Herzanfall, der glücklicherweise 
kein erneuter Herzj;farkt sondern eine Herzinsuffizienz mit einem 
Lungenödem war. Da ich dank der hervorragenden ärztlichen Hilfe 
sehr rasch unter Sauerstoffbehandlung kam, ist alles gut abgelaufen 
und ich konnte nach vier.«/acherttlichem Krankenha^usauf enthalt 
nach Berlin zurückkehren. Jetzt muss ich mich natürlich noch 
schonenund auf Lesen und Schreiben beschränken. 



n 



Geschritben hatte ich vor meiner Heise einen längeren Artikel 
über "Rätemvthos und Sozial Selbstbestimmung " der sich mit der 
liätediskussion der Janre 1918-21 beschäftigt und der einen Beitrag ^*^ 
«« d«« Häteürot)aganda der " Neuen Linken " darstellen soll, 
ich habe mich vor all'„m mit ürnst Däumig und Sinzheimer beschäftigt 
möchte aber insoweit eine Ergänzung des Manuskripts vornehmen, 
als Cohen Heuss bisher zu kurz gekommen war. Die Quelle meiner 
Weisheit über CohM i.euss vor 191B ist Ihr Buch. Dort linde ich 
nun auf Seite 498 Anm. 16? einen Hinweis auf einen nutaiz im AuBb*u 
vom 29.'^. 1965. vVürdü es Ihnen sehr viel Muhe macnen, im Aufbau 
nachzufragen, ob es noch ein Exemplar dieser Immruer -ibt, eventuell 
ob 'eine "Lic -htpause " (auf deutsch phdtostatic copy ) erhältlich 
ist. Sie würden mir einen grossen gefallen tun. 

Haben Sie Gohftt-r.euss geka^int ? Vieles ist rätselhaft, 
soweit seine Tätigkeit nach dem 9. I.ovember 1918 in i-'rage kommt. 
;n„-n onh-no-iht ("Hip ijovemberrevolution S. 99 ;d ess er 



X 1 ' "• V» >'V> r-i vn >o 



1«J, L/1. -L. -L. 



sich 



bei den i^^ranzern einmal kurz aasgebildet worden sei 
am beginn der Kevolution seine Uniform wieder angezogen und um 
die Solaaten gekümmert habe. -Schön; aber wie erklart das, dass 
er Fraktionsführer der MSPD nicht nur auf dem ersten sondern 
auch c.uf dem zweiten xiätekom;:ress war? Wie «Hklart dasÄ , dass 
seine Zv;eikammererr:;olutiOTi auf dem zweiten x.atekongress von der 
MSPD i<^ra>ktion mit -rosser i.elirheit angenommen wurde und zwei 



i.:onate spä'ter aui. dem 



eimarer Parteitag der SPD mit allen ge&en 



eine Stimme abgejfcnt wurde. Cohen Reuss war d )Ch während kuraer 



Zeit eine Schlüs .:elf igur aer deut.-chen Politik und jerschwindet 
alsdann von der Ji^iiaflacne . Was hat sich damals hinter ^on Ku- 
lissen abgespielt ? 

Sozialxistsiceh ..onatshef te - gibt es da eigentlich eine 
anständige Mü^ Spezialuntersuchung ? Blcüch ko:^imt bei Ihnen 
auch ein wenig zu kurz weg. 



^C 



ir^ 



Und das 



bringt mich auf Ihr Buch. ich bin ^on der 



ti 



Zeit 



fi 



aufgeforaert worden, ei 



n 



e ausführliche i^ezension von 



y^*^ /Zechlins 
' ■ t#'f _ , 



ti 



Die deutliche 



Politik und die Juden im ersten Weltkrieg 



ft 



./.c 



zu schreiben, 
wichtig halte 
aass es ohni 
lieh ist. 
orden -und, wenn -^^ 



Ich habe "Zuo^Agt 



w 



eil ich das i:>uch für sehr 



e mehr ich mich hineinlese, desto me 



hr fühle ich 



enntnis Ihres Puchs überha 



upt nicht voll verständ- 



Ist Ihr J3uc h eigentlich U der " Zeit " besprochen 



w 



ein, hätten Sie etwas dag^en, 



dass ich ver- 



suche , aie Zustimmung der Beteiligten z 
zusammen zu rezensieren. 



u erlangen, beide Bücher 



/ 



^s ist Ihnen wahrscheinlich scnon so 



oft gesagt worden, dass 






^ 



J-hr Buch unentbehrlich ist 





J^ 




dass ihnen weitere Lobp. reisungen 
v-nmveili£ sind. i:.s ist als ein -eil der deutschen i-arlaments- 
"^Sicit^SeSs^ brilliant wie als Beitrag zur Judengschichte. 
Sein einziger Einwand ist : die public opinion kommt zu kurz . 
-^können ich natürlich auf den Untertitel berufen , 



üie 



aber ist es 

nicht aoch ein ./e'nirkün'stlich, Schönlank j", ^^^^f .l^j^^^^^^^Jj^f " 
Dars-teiluns l mit der besten im ganzen Buch ) als ^ourn..listen 
^u^füh^lic h zu v.ürcligen, v.eil er auch ..bgeordnüter war und 
auotunrxic " zu ^ t, , ervvähn-.n oaer gar nicht 

^rSaideln ? 5a^sSle*.aSand und (i.org Jellinack behandeln ist 

m^^ besonders verdienstvoll; aber v;o bleibt .rieh Kaufmann ? 

S.'b^n Sie nicht vie J.leicht bei der Behandlung -^t Parlamentarier 
der Slelns?attlichen Länder dos Guten zu viel getan und bei der 
Behandling der Juden, im nicht-staatlichen itaum ^^^ °f ,;i^*l^f t"^ 
Lebens sich zuviele hemmungen auterlegt ? Mit andern *Jorttn . 
Bnd zw-'ei ist fällig. 

But DonTtmisunderstand me :das Buch' ist grossartig und verdient 
ein ausführliche itezension , die es weiteren ^^^Jf^^^^i^^^^^J J^^f ' 
Uarf ich meckern?Qer Altonaer Lbwenthal hiess nicht Felix sondern 
Stto. MscSoche-deshalb wtäss ic^h es . Otto Löwenthal hatte 
einen Bruder und einen Sohn die -'eltxhiessen ^^l^x T^^^^T 
in Schwerin; i-'.lix II. war Anv:alt in Hamburg ^WöHInci i'clix I. 
iatten eineA Bruder lachard , der ein Onkel von mir war. 

■ Tornmt nicht auch die Kommunalpolitik ein w nig zu kurz ? 
-ch meine wegen des Gesamtbildes . Publizistik und Kommunalpolitik 
wareSioch Eigentlich die ^auotwirkungskreise der ^uden im "oftent- 
lichen Leben Deutschlands " und wird das Bild nicht ein wenig ver- 
zeichnet, wenn sie nicht als ganzes behandelt «erden ?i^ber- 
ve rmutlich können oie mich überzeugen, dass ich Jnrecht h«be. 

Nich eine kleine .Tage : Julian Borchardt wird bei unserer 

" Neuen Lin.en " wi.aer modern . Ich "^"^ ^'"f^f^.^]^^ ^ ":Z 
iQV-^ nioht ' ieüer aufgestoilt worden, weil er 191^ nicnt mit &e 
iäit iabe : :i.r scSeint so eine Art Vorläufer der APO gewesen zu 

sein 

}:ommen Sie nicht wieder einmal nach Europa, damit man 
sich über diese un>. hundert andere üinge einual v.**«*«; ;u_ssprecn- 
ei ka n ? Ich soll vorläufig noch nicht v.ieder nach den uSA 
fliegen. Vielleicht ini nächateh nerbst. 

Lin fiuter Gedankenaustausch feilt mir sehr. In Berlin 
wird es einsam. Bie guten Leute verlassen die PU , aie sich mehr 
unf mehr zu einem mirronstall entwickelt. Die einzigen üoffnung- 
unu menr zu einem ^nf:«-rnfln ..räch in der^'raktion Kreioig 



o o 



t» n n m;^ 



kommt una dass aie"grossaro 



i/:';e btud^nt nrevoite s 



ich Zusehens 



in einen V/e 

und Assis^^tenten 



ttlauf zu den l-'atronagepöstifchen verwandelt 



Studenten 



ciianzün sich ^^g^^"^ 



seiti£: die Tutoren* 



und 



xiSS 



isten 



tenposten zu und besorgensi 



ch in den sogen;\nnten Prüfungen 



gutes Wetter 



für weitere Beförderungen 



" Wenn 



die Festung gefallen ist, 



:chwei>-;en die Kanonen "- 



dann ist die ^egemvär lige Si 



tuation <-.n der'belriedeten Freie 



n 



Univer Imitat 



Und iierr o 



trauss erringt Wahlsiege, wie si 



tler noch nicht einmal ausgeträuiuu 



Hi 

der FAZ vom 17. November < 

baysrischen -Bezirken an 



hat 



ich 
•^^Qhen wiie sich $in 



iie Wahlresultate in den einzelnen 



Doch der Brie! ist schon viel zu l;.ng gevvorden. 



// 



^" ^/^ <<^ff^ — ihr ^ / 



nerzliche Griissc auch n.'=j?iens meiner Frau 

Ihr 



Ct^vti^ 



/>^ 



ly^i^ 



/;/// 




t^ 



/U/i^. 



4l^^: 



/^^ 




t^ 



5 6^ff C//^ ißj, I. /Vi /r^'^- / :^ ^ 




LAM.^-'<^ 









l f 




>. 



^^^^ 



'^ 



/ 




<i^u<<./^s^^ ^^l-^'ily^^ M\Aji^.^t^ A.<.^-^jz^'^ 



y 



/^ <^ 



4/A-7 



.Lc^'J^ 



/ 



^//X /ut4. 



'^ 



vCl-C^U-^ »', y, /l^C-C-e^/^ /tuC^^y^^C^ 



i!l-— ^-«H- 



'/ . ' CijA^-^ 



/-^O^^^f 



'Z 



^c^^-^ 



^U-7 



^v>-/cjX^ 







^^^-i^^AMtU^^iJ^ ^i^^^^A^^t^^^ ,j?6i/7 ^/- ^^ 






C.^OL^C^<^ 



/ 







/O 



:Ll,c. 




ytu^^i- 



I 



n^-c^ 









'H^e-^' ^^<- 




.ß-C-^-^C-f 







^'\/L^ 






/£,e^';^**< 




/^^ 




i/ /< (// 



1? 







(Ict, 



fTin^y 






f^^i 



P.72 



Cohen-Reuss veroeffentlichte Dezember 1918 in "Vollzugsraf • 
Aufruf gegen Antisemitismus. Vorwaerts warnte in dieser Zeit 
haeufig davor, Executive des Arbeiter-und Soldatebrats in 
schaer^oter Weise gegen reaktionaere antisemitische Aktionen 






^ 




^^ 



r 






t\% 






'U<^ 



'M^ 



dr/k 



%?^5-r^ ^^ 




Y- 



i-i'ii^i'f 






^ 



-S^ ^ 



^ ^^ 



^ /^ ^/ 






^-i^i^^i^iJL .^ 



^.s^^i-r P^, 



^^^^ 



^ 



.«iViz. 



i^-5^ 



"^^/^A 



/ 




'^.^.e^ 

7.^ 



'i^- 



HBHB 




^ 'j^^^^<^ZZAjU. oUx kjL^^cUJiuz^ ^/ru'eu2^^. %.J^-^>ß^'^ ^^ 
















^^ii^-C-o^K^ß» V Ä-C^ 



^ . \i^t^ ,L (^e/^WV-e»^^^ /V^-€^ 









r/ 






,ijuJ^\iA . ^^'"^ ^^ ^^ u/rU ^ iA^'M ^ML^^^A^ ^^^^'O^: 



Y'K.^ifii^c^c^l^ 



(KAAyO 



/^.^-^ ^{iA^M \yiyiyi<^\^^A...c^'y<^ h-iS^ 



4 . PÄ^Mi'^'^, 



{{i4'v(^L^^^jM IV ^ ^nuA^ . Kä.!^'^^ f ^p-y^ ^^^ ^-^/6., 



I 

















^dL^^- 



yjgu^t^.c^^tJji'O Ifl 



. fi/^ , . ^^ 






i.'LA^y j-i^'UJl^^^ — 






kn^ (V^cÄ^ \1 




./; 



^^^--^ /l^-o^^ M-^-C-^M i^tJisi^ <^L^^ 















- "7- 



^^-'t^i^ 



T^t^-^-t-^ I 



^./^^i^-.^/ 



^X^i^^x^^t^^ 



. U ) 






C^-1^ 










^ f "^^^ /^^^^^ . y 



t^ 



TlA^^M^ (pd . I^(pI qA^ ■ ^U.-^-^ 



'mA^'// /' . ^' k^Uc^ 







/ 







(L<^iJA /tc-u^<--L^ 



^, 




y. 



//?^' • 




[(^(ji^jA'^ ) 






\)hMyVH) 



ept>i^^-''<-<MMÄ^ 




^.c.c4'<.<Jic^u^xJ- l'<^ '^^'-V. ///f 



'ßA^^-^^ «^4^^c/^ /tx>^-^ -«-«^-f jf\<(/LLA'-t.''-L.^^t/T-*^ 



-v 



^. 










^ 



/^ , >^-c4r ^'^-<--<-^Y^'^^^^ /C<^<^ 



KqyiycAiX^'cy'^pi^ 



J 



S.S^, /f^-tu.^-- 



i?? 






■ ^mr^fvcM 







'^Ä*/ 



z ^ yii»^ ^Ik'^ ^/<^^4tj^ ^^U^t^k^ 










/^'M¥C' 









M 



<l ^. ,g^ < 4 />^ A...^ i^Vrti«r/ , . % /r-KY^««^ 




/SL ^'**^>*^ ^^.^^ c^ ^zIl ^^ . z^.»» . »^/^.^MP ä ^^^^-f^ 

7KC44f0W -/V^WJW. ^^i*^-^/' 




/ 



«EFERENCE. 



S. 177. 



fr . '^ 



V^olfeang ulben, 




Das Problem aer . ontinuitaet in der 
deutschen RevolutionlLomiuission fuer 
Geschichte des Parlamentari sraus und der 
polit. Parteien, Bd. 31, Duesseldorf 1965) 



Es gab IE Reichsaemter. Davon besetzt mit juedischen Staats- 
sekr etaer en ReichsscJaatzamt (Schiff er ) und Reichsernaehrungs- 
amt(Yyurm;. Es gab Beigeordnete zu jedem .Imt, jedoch nicht fee- 
nuegen^""~verfuegbar,ura alle zu besetzen, so Heichspostamt, 
und Reichskolonialamtjohne Beigeordnete. Unter Beigeordneten 
juedisch Bernst ein (Reichsschatzamt ), Joseph Eerzf eld(Inneres) , 
Reichs Justizamt Cohn. Ferner Staatssekretaer des Innern_Preussj| 
Kur ein Beigeordneter im Reichsschatzamt , Reichs Justizamt 
Reichsernaehrungsamt, keiner bei der '.Vaf fenstillstands^^pi;fi«iission 
einer i.. Kriegsministerium, einer , Carl Gie'b€T"Ter der OHL. 




o. 



22. 



/ 



i^iax 

MÄKk Cohen in ^.entralratssitzung erhebt Einspruch am 50.1.1919 
dass die Regierung als uebergeordneter Faktor ueber enura^rat 
irgeiiu welche Entscheidung zu treffen hat... .»enn von einer 
Instanz die Rede sein soll, die der anderen Uebergeordnet ist, 
sind wir d^r^Regierung uebergeordnet. 

SPD fiatfe situationsbedingte Erscheinungen , die an staatlichen 
Institutionen des rieiches gemessen zu dem fuer unzulaenglibh 
befunden wurden und verschwinden sollten, ^bert und Landsberg 
vergleichen Vo llzug s rat mit dem Ra up tau ssch uss des Reichstags 
um seine au f g^e n ztT \ \ mr ei p. s en uhcT"~die mang^elhaf ten .ualifika- 
tionen^^s einer Mitglieder zu kritisieren. ,Haase akzeptiert die 
Analogie, aber USP Vol.^sbeauf tragte sahen in den Raeten die zur 
Umgestaltung der Stuatsform noetigen Eraefte,aie auch in Zu- 
kunft aas proi^etarische Llasseninteresse wahren sollten. 



S.25 



s 



Dasa USP im Raetekongress 16-20.12.1913 entgegen Dittmann und 
Haase das neu zu bildende Kontroll^^rgan aer Regierung des z.en- 
tralrats , boykottierten , wurde von juehrern der USP scharf kri- 
tisierr,>on Dittmann als uükluge Abstinenzpolitik getadelt. 
Haase ueberzeugt ,dass USP im Zentralrat die dort herrschende kri 
tische Sti..miung verstaerkt haben wuerde. 



,^)srf:V\i'&i:. 






Wl Massenvernil 






leisten können. 




V 



^^ 



le. in Wirklich- 
keif wollen die Russen folgendes: 



mu- 



Max Co/ien-Reuss g 



iSSöi^i 



en 



/.^. 



Einer der letzten Ueberleben- 
den des letzten Reichstags des 
deutschen Kaiserreichs ist soeben 
in Paris gestorben: Max Cohen- 
Renss. Er gehörte zum Jahrgang 
Adenauers, und noch vor kurzem 
konnte man bei einem Besuch 
des Bundeskanzlers in Paris die 
beiden alten Herren bei einem 
Empfang einträchtig nebenein- 
ander auf einem Sofa sitzen 
sehen, in eine rege politische 

fiskussion vertieft. 
Max Cohen-Reu5s hat einst, als 
sozialdemokratischer Kandidat, 
Gustav Stresemann bei Reichs- 
tagswahlen geschlagen, ohne da- 
mit freilich Stresemanns Lauf- 
bahn zu beenden. 

Sein Name wurde weithin be- 
kannt, als Cohen-Reuss nach der 
Revolution von 1918 Vorsitzender 
des in Berlin tagenden Arbeiter- 
und Soldaten-Rats wurde, aus 



dem die Kommunisten einen So- 
wjet machen wollten, der Parla- 
mentswahlen verhindern sollte. 
Es war Cohen-Reuss, der diesen 
Bestrebungen erbitterten Wider- 
stand leistete und auch nicht vor 
den auf ihn gezückten Revolvern 
von Matrosen, die in den Sit- 
zungssaal eindrangen, zurück- 
wich. 

Später wurde er Mitglied des 
Reichswirtschajtsrats und mehr- 
fach mit Aufgaben auf interna- 
tionalen Konferenzen betraut. 
Seine Beherrschung der Materie, 
sein ruhiges Wesen, s'eine Mensch- 
lichkeit schufen ihm überall 
Freunde. 

Als Hitlers Herrschaft begann, 
emigrierte er nach Frankreich 
und konnte sich hier während 
des zweiten Weltkriegs verborgen 
halten. Nachher tauchte er, frei- 
lich stark gealtert, als Vertreter 




'»«siut.f»"; 





lass wir keinen Vertrag ab- 
schliessen, der uns zwänge, 
die weitere Entwicklung un- 
serer Atom-Waffen zu verlang- 
sarnen. Die ausgesprochensten 
Kritiker hierzulande sagen zwar, 
was sie wollen sei ein Vertrag,' 
der keine Hintertüren offen lässt'. 
In Wirklichkeit ist ihnen aber 
nur daran gelegen, die Atom- 
Teste nicht einzustellen. 

Was mich anlangt, so bin ich 
nicht der Meinung, sie seien un- 
bedingt im Unrecht. Wenn sie 
aufhörten zu reden, als hätten 
sie den Patriotismus gepachtet, 
so könnte die ganze Frage, die 
noch nicht völlig gelöst ist, 
duichaus diiikutiert werden. Ich 



der westdeutschen Sozialdemo- 
kraten bei der SFIO, der franzö- 
sischen sozialistischen Partei, auf 
mancher Kongresstribüne wieder 
auf. 

Die französische Republik ver- 
lieh ihm die Ehrenlegion: etwas 
später bekam er auch da.s Bonner 
Verdienstkreuz: Anerkennung sei- 
ner Verdienste um die deutsche- 
französische Verständigung, die 

ren noch unvorstellbar schien und 
die für ihn rein politische Gründe 
hatte. 

Er wurde, wie es seinem 
Wunsche entsprach, in aller Stille 
auf einem Pariser Friedhof be- 
graben. 



ZIG A R 



Unio. 

wisseil 

paar 

es a"t 

mögli' 

zieren 

die M^ 

die 1 

fahrci^ 

Es hu 

Mein* 

ber, ci] 

Metho^ 

tionen, 

zu en 

trügei 

für dc^ 

wirken 

möglich 



VQ 



V 



«,f 



1 



S.iff Z-R . IT- % ■ if^ 





At-uh 






v-t^ — 



Ci^^ytX\JL-<A 





fy^ rV-^LA^ /^,/^\^7,e/H/>^V T^^ AsiL^<..C ll^-^ce-v^ ^.«,-^^>e^l^ 



'yu^JU u-^^^^ ^ fß 0iJy/lU^ -y /\^ o^^Ä^^i^v^ 











^pJi^^^c^ 



CD . ^^. /y hA^U<Jl^'^