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Full text of "Ernst Hamburger Collection 1913-1980"

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i,ahor tifiii Social ^elh 



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iü. April le^l 



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g-ebrte i'Ta^). Cledsteln, 



^ir i« beide als i oileßen ^",,/«^ " ^^^1 tuvs erscho^x^en. 
uSber Abhandlungen 'l-^,^^^,f ^"t cc^^cb'^v t. der ^ud.au. den 
iie arbeiten slchorv.eitr_^>n - ^ ^^^^^^^ ^^ . ,^^.... 

ii (-• i* V e r e X u t c n i • o i. .c i j u . 1 1 
den b\Äoli« 



Ich ^>Bnnl- .jf^^"';'^t 



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.--"- .- - , , ,. ..n- vri jirer ^^1- ^^^f '^^"^'^ 

vorr^ehiaUcl. rar ..(nc ^^f^:; .{.^^, cl; - ic uocL .o:s^ 



' .;"^ ;:;•;;■■. ■Vc.je ^n :^i 2^1^^' ■■''^''',:..r.--y.^v.v^ weitet 
oliun. C<^^^-net .er en :;^;^^ ^ ,,3 :,.l :■ l'-.:- b. acna.rs 



.,t.e :;veite -^itto: lf^/^"J^?^,;:':^ ?fc '.S lue r •il..ater 
^a^-en unc vorher bei ^^^^;^tct:-'t:r^ei...> r:b^i uox.^- '^^f^ 

das fuer di. ^ei.t..ii . ^ _.^^ 



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mit 



Huer eine ^ntwrt ^^L.cr<= 
freun^lio^^^n Gruessen 

"" / Ihr 






rtr^^ 



MINISTERIALDIREKTOR i.R. 







\j 



/ 




MÜNCHEN 13, jO. 

Hiltenspergerstrafee 34 
Telefon 3740 00 



o 



61 



r 



Sehr p-eehrter Herr hamburf^er! 



2> 






iu Ihrem ;chrei>^en vorn 14. August. Vann ich Ihnen hez-f lieh 

meiner Person mitteilen: , • ^\.^^ 

Ich wurde zur Leitung der Soziala^ite^ lun- des s chsip^chen 

kinis+erlums des Innern (IV. Abtei lunp) _ nach ^f"'^^ ^^^ J^^^fni^te 
in der KOimniunalverwaltun?- iV-'m^-err und im 'J^urinrischen kiniste- 
ri.m des Innern am 1. September iq?3 von Zeipner m der Eigen- 
schaft als ivdnisterialdireVtor berufen, im Zuge der Reichs- 
exeHi+nve pepen Sachsen in den V/artestand versetzt, /on 19^b- 
103-5 war ich otadtverordiieier in D_resaen,1 '^3'5 aus dem btaats- 
k^%t entlassent-ft^r^de'-t9-35-13Mrration. 1048 
Deutschland. I'^'^^ü bis Ende 1954 im hessischen otaatsdien^t, 
Leitunr des Gesundheit swesenjfs im Re^ieruntrsbe irV Darmstartt. 

Praktisch und publizistisch immer tätig auf den Gebieten der 
So7-i alhy/^iene, Erzj ehunrsberatung, So-ialpsy chologie, irruppen- 
f?TlTeTT^md internationaler Gesundheit spoirraiT: 

Meine R-'cW^hr nach Deutschland geschah unter dera_ Gesich+s- _ 
rurvt der kitwirVung bei Gesundheitsplanung und ^inf ;hrung 
der in den angelsächsischen Ländern entwickelten oo' laltechm- 
ker ?ch habe unter anderem 1^50 in Darmstadt das erste deutsche 
Gesundheit seriehun.-s7.entr-m geschaffen. Die Versuche waren 
dr.rchv/er nicht erfolgreich. 

Doktor Hans l.iaier wurde auf meine yeranlasnun^_ von Prankfurt 

in meine Abte^li;ng ina sächoische«^ lnnenmnist¥ium berufen, mit 

5 er besonderen Auf.. abe, daß sächs^.che .Vohl|attsgesetz zu entwerfen. 

Dieses 1923 in Kraft gesetzte tferk galt als voroild.^cn. 



.- . .^r^ «nf^rvpnnter Fachmann auf dem üelsiete der 

ich hoffe Ihnen .It diesen Au.f ^'hrungen f ^r Ihre Arheit n.t.Ilch 

gewesen zu sein. 

Mit freundlicher l^mpfehlung 



Ihr 





REFERENCE. 



o £4 ff. 
heft 5 
ij'ebruar i9o^' 



3.150 



/ 



A 



o 



. 673-678 



Arbeiterwohlfahrt 5. Jahr^ng 19S0 



Dt- Bereas bespricht 'die benkschrift von Kai.nah Karminski 
und D?!^'aula Tronheim "Zur Heforrr. aer J^«^^,f^f ",]r,f ?Jf/ 
-SS ^0hI.aStJpSS^S?t-.S!" ie; e| 2^^^ 

S ksf-k!nnt!^KSie3it-Lä:dLp.f|a|^^ 
nlZl an religioesen Veranstaltunren abgelehnt .xrd..u.r 

selbstverstaendlich wird gehalten, aass die Leime rituexx 

gefuehrt v.erden, Gottesdienst vorsehen u.s.\.. 

ßlsprocSr^irfLhrbuoh ^^ .ohlfahrtspflege^Hrsg.vom 
Raup taussehuss fuer Arbei^ervohlfahrt.^nter den UitarLeiturn 
Qind 7 Juden 4 Kicht ^uden. Die Juden sind Dr. hanna ooim 
Heutig lac!eA?eim.Dr:phil h.c. Helene f^l!^^^^,,^,,, 

^i°fl:?iti^:?4s^irsi^sär?^ti:i;uJ^^Si^ 

"ioistziigt die Zeitschrift relativ mehr nichtgue.i sehe 
Mi arbeitif als die .Gesellschaft .darunter Lanaesraete und 
Mitarbeiter ai. qi ^ _^^^^ ^^^^ .ohlfahrtsPfleFe betraut 

eber- 




i.ensch (zum 



I'.". -■,-■:■;. tv"'i*;i" ■?.'?%>>".'„' 



die Buchbesprechungen zum groessten 
und Friedlaenaer. 

Heft 22,Nove..ber 1930 . ., ^ ,„ 

Artikel von Hans iv.aier ueber Der risikofreie 
50 ia ehr igen Bestehen des deutschen Vereins fuer oeffentl. 
und privite%^ersorge).I.Iaier vdll die Lebens Sicherung so 
eestlltln dass Arbeitskraft nicht zu jedera rreis ver.suf t 
fSfdei muss Snd Zugehoerigkeit ^^ /^^^^^'^^^T^l^, 
Irmee vom Lebensrisiko befreit v-ird.oov.eit die soziulpol^ 
Gesetze und i.assnahraen nicht ausreicnen , setzt ^^^ . "°^l^\'r^l''^ 
DflLe ein^ ^iel ist di e Ueberwindung der .rmut, nicht ihre 
Pfle e 1872 wurde Verein fuer Sozialpolitik gegruendet ,u 
8 fahr; spaetlr der Verein fuer oeffentl.und P^-vate .uer- 
^n-rxTP c'-^nRls noch unter einem anderen i.amen.i.ifc ..crte 
fchl^llerriJberliele des Vereins r^^^o^l^- ^^^^^^ 
öMov, rnf^v ihn Chor der antiken Tragoeaie aie lei^enscnai üx. 
Lrnd\rnSnae^L°ehe begleiten leidenschaftslos fuer .^ 

gutes, billiges, gerechtes eintreten. ..uss die oichcrung des 
risi-'Kofreicii -exibcne-n v.eit<-r betreiben. 



>•'■'■• _ 






REFERENCEi 



Ö.6i4 



0.722 



jn.r 



eiterwohlfahrt 5. Jahrgang 1^30 



/ 



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i''Ji^vi/^-^% 



Heft 22&,i:over;ilDer 1930 
Besprochen värd das Buch von 



^^ans i-aier , Gegenwartsfragen des 



SiESif is^rlsss;sss-s- sri^s-... 



Lesern darzustellen. 



Heft 25,Dezeraber 193Ü ^ ..--w^y^ -^c^. It^t7ten 

irtikel von i.urt Loevvenstein,Die . inaerrepu ulix.en ^^^^l^f:^^^ 
.irtiiiei. von i.ui p.^..en die bayerische .^egi erung ,die aie Be^ 

i^?^?'unriSrtchil "lichtu:?^ davon abhaengig machte 

d^isloÖtrschfB^einku^ 

unlBeeinflussung der Jugendlichen untersagt lotuieaen .rzie 

SSngszielen aer bayerischen Yol.sschulen zuv.iaerlacU. t . 



D.241 

ff 



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/. 318 



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431 

b. üDÜ 



6. Jahrgang 1931 

Heft 7,-ipril 1931 ^-^-,1 --»'^v -rt -cirhuie der Arbeiter- 

Berichtet ueber die ^^^endune a r .onl.ahrt.scr.uie ^tr 

wohlf-ahrt.die O.:tober 1CE7 erfolet \-*; J^-^^^^^^J^^hea x.irschfeld 
hedvig ..achenuei....-.nderc jueaiscue ...itfcüeüer ^o^'^_^ 
.v.Ltc-r Frxealaender...lara.32l,..ans -aier^ 
Kirschiferg.Ira ganzen ^TTücTenrü .acut juaeu. ..uupT;a..-cixo. 
Uf. .Lrna iia£'nus. 



lieft lü,ivlai 1931 a-beitslosen Juden 

besprochen ;urd das i.ucn ^^^ _Lafee^er_a_u 

•ies preuss.. .ini^-. teriums lac r vu- 



in Deutsch 
ic^n 

der' i-ei- 




I-eft 14,Juhi li3l und 



v^ft ?l -ov ICSI bev.andeln die Stellung der Inneren lui.sion(und 

der üaritasverband mit der inneren iJvxission m .;er i.i 
i.ohlf^^^hrtspflege zusammensitzen. 



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ler freien 



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REFERENCEi 



S.5Ö5 
ff 



Arbeitervvohlfahrt 6. Jahrgang i^ol 



J 



Heft 13,ciepteiTiber li^i 
enthaelt eine Zuschrift von 
ueber ci.s Heira des juelisch 
bei Franixfurt um Ilain, gegru 
um gefaehrdeten v^eiblichen 
öaeuglingen und Kleinkind o-r 
hfxs aar damals eine revolut 
Seilschaft staerkste ^^chwie 
i^esistenz- entgegensetzte . I 
kind-rabt eilung angeglieaer 



Eannah karminski . oi e bc; rieht et 
en Frauenbun-.es in Neu-Isenburg 
endet l£t7 von Bertha Pappenheim 
Jugendlichen , -schwänge ren,!^uette rn, 
n Schutz und Erziehung ai bieten, 
ion-jere Tat, der die juedische Ge- 
rigiveiten -aktive una passive 
.. l'auf d.r Jahre vvurde eine ochul- 
t. 






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5. :ipril IfeVl 






Frnu Lotte Lerate -i^-i v^t 

Hauptauööcbuss fuer Arceiterwüli^^lirt 

OilenhauerstraDi-'e 5 

53 wonn 

Lieb*:; J-otte Le^ulie, 

"''h^' ^?r\,n. fehlt sieVo'nt" ^«-nz in or,Berer x.^ehe.una vir 
sehr sie ^nb fehlt^sle^^orn^^^,,^^^^^^^^ ^eielouiuxt . 

hsten ans oit 



pesei-.en od-r v^snipstet« 



mein bach "Jucen t^'^'^^^t't^ir^ ri^ vor 1H48-Jfel8,t8 bc-bchaef- 
tigt ßicr. hauptsaechUcr mi.^c.>^run.^.v^^^ ,^.^^ 

So :^ i al ü einokr a t eL . 

- -1 -t-i. v-r, ri--- r.n-t =*T>recheride liucii fuer aie Moir^rer 

neae una ^^roernntUchun-^^^nu , ueb.r^i..ei.a.^^ ^^^^^^^^ 

sein-i' "it«e aus V^^^fr^I^rr^t in de" .rbeiter.*)riiranrt ausser 
werden koennte.Jielleicntxst in dc^.^rbc^ ^^^^ ^^^^^^^^ ^^^^^ 

seinen eigenen Arti^veln.die ^^;. ^^;''"„' _„t„Ht -Aeiss icii ».enig, 
seinem Tode (1953 j ^^^schicnen. J'eb .r^.errnstadt^^^^^^ ^^^ and ren . 

ueber ihn i.t aber ^^J^^.^^^J^'l^^^^^rts^iuiaterin.., 
er ^ehoerte aat'als '/ai ae.i juen,,b..-.i j-j- 
5leiieicnt haben oie einiecs Kater, al ueo^r um. 

Unter d.n Lommunalbeamten v..r ^:l^^^.^^^^r'J^ual' 
preussisc.en Ministerium dcoinnernoparkas.^ 



bankerj bearbeitete und dann 



. --- , "; ht ine;^ork unu ich nahe ueber 

Provin7,iaiverv.altun v.urde. ;f .^^■^f.^^" "^^^eSlt es mir voellig 
ihn daner ausreichendes Material. Da? egen iejiJ.o «a 



:'^*'t*«-vi 




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an I^ateriöl ueber Caspary> der doch soviel ich weiss, der ^ 
einzige Gozialdemokratißche Lanciesi^iaupt mann (Provinz Grenzmark/ 
war. ich v.eisa auch nicht was mit ihra nach 1955 geschehen ist. 
beber inn hoife ich von ihnen naeherv.s zu erfahren. 



In den otadtgemeinaen weiss ich von Hi.j>iara Juliii^i Koorak, 
der zuerst in Breslau, aaun Generalüezernent fuer ..ohlfahrt in 
Berlin v.ar,iceir! Parteifienosse, sondern DD.'. Ueber ihn und ueber 
irjtadtrat Xax kichel.aer m i'ranKiuru das x.uiturdezernat be- 
a^''heitnte,'>.br^r wohl auch auf aem Geoieo der ..onlfaiirtspf lege 
t^ieti^^ Yar,koe r.en Sie mir sicher einige Angaben machen, xn 
Koeln hat Hcrth. kraus ^ins tonlfahrüsaiut geleitet, in Breslau 



war 'J 
Be 



Landsberisr (der Bruaer von Otto -uandsberg) otadtmecizinalrat 
m i^eriiii hrit Dr. eyl gemrjfcct. Jitser *var auch .abgeordneter. 
Vielleicht haben läe in Inrgm^iatenal auch ueber diese Liniges. 
We("en ,B?r'.lin -ivende i.oh mi'?h',an ..al"Ccr i''riedlcieiider,mit dem ich 
im' Schrlft^^echoel ??tehv- vkn\ der mir aucn ueoer i^ucrgeri'^ister 
Carl ner*7 und einige andere Aisrainft ^,i:iban ^vonn. 



^ 



Unter d -n Helchsbearnten war nocn Jorocnca iiirsohfela ira 
Arbeits-iinir>teriU!Ti,die ich oben vergessen habe 'dxid von der ich 
f.-^rne r-ocii -n^hr wues-^tf^^ 

^rc^chrecice'- ^l'* bitte nicht - meinem üitte ^reht nichc etva 
dr}hir',d';is? i^>ic mir ueber alle i . se achreiban. .^ir wollen im 
Juiii znei blf irel »ocren IX: i>euts.,hlmd :>ein und dabei auch 
einic-e Tfä^e in Bonr bieioen. -tch uaci.te rair,dass ich dann in 
[hr Bureou kornmf' und 6x0 bic r^ai/in eirag^s xv.ati:rial fuer mich 
bereit halten koennten. wperj.- uies moet<liaiiV icn beabsiclitic-.e 
auch 5 :vjr Frier^rlch ).bert ötirtUDf zi gehen und dort ü.ateriaj 
ueber keamte und Abfrecrdnete einzusehen, dl e nicht auf ,ie:i '^eliet 
äf/r ;ohlf?3hrtsT^fIt G t? e ti> vartn. ^n die -tiftun. verde ici: 
aber dlreKt schreiben. 






wird mich freuen, bie bei ditJ^ier Gelcgerhcit wieder lu 
pehrr, vrö ich vae-^^r xhnen ^ufr eine ^uacvvort auf aiesen -brief 
aa.ii bar. Ueb r nedviigs J rinn; runfi;en Xibb<. ich 111 1 



usanue 1-1 Her 



i:o: -r'^pnn^lcrt ; loh hoffe, aucr* aiese i. Juni xr. ^-oria wie;. er zu 



sehfm -an-^' ni i ihr unt- r Hnd^:re':. aarutibcr zu sprecni-n. 
din£-r Ma ich in st-'-^endif-^-er Verbinau.-^,. 



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LEO BAECK INSTITUTE, INC., 129 East 73rd STREET, 

NEW YORK, N.Y. 10021 



REMARKS 



Name of author 



Title 



Publisher 



Price 



Copyright 



Proposed by Pate 



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UNIVERSITY OF CALIFORNIA, BERKELEY 



BERKELEY • DAVIS • IRVINE • LOS ANGELES • EIVERSIDE • SAN DIECO • SAN FRANCISCO 



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SANTA BARBARA • SANTA CRUZ 



SCHOOL OF SOCIAL WELFARE 



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BERKELEY, CALIFORNIA 94720 
















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Kämpfer für die Jugend 

Walter Friedländer wurde 80 Jahre alt 

Ein guter Freund Berlins und Bei- Veröffentlichungen hat er vorgelegt 

I ner Sozialdemokratie wurde am und unzählige Beiträge in einschlägi- 
20. September im fernen Kalifornien gen Zeitschriften bilden zusammen 
BO Jahre alt: Walter Friedländer, eine gut ausgestattete Rüstltammer 
Nicht wenige erinnern sich des güti- der sozialen Arbeit für Lernende und 
gen und menschenfreundlichen Man- Lehrende. 

nes, der von 1921 bis 1933 Stadtrat N^d, seiner Vertreibung aus 
für Jugendwohlfahrt im Verwaltungs- Deutsdiland hat Walter Friedländer 
bezirk Prenzlauer Berg war und der festen Fuß in Amerika fassen können, 
über seine amtLiche Tätigkeit hinaus Er lehrte von 1937 bis 1943 an der -i ^ 
als Dozent am Sozialpolitischen Se- 
minar bzw. der Wohlfahrtsschule der ■'mrmmff, 
Deutschen Hochschule für Politik 
und an der Schule der Arbeiterwohl- 
fahrt segensreich und mit großem Er- 
folg gewirkt hat. Er war der Lehrer 
von Ella Kay und Franz Neumann, 
die zu seinen engen Mitarbeitern im 
Bezirksjugendamt Prenzlauer Berg 
gehörten. 

Nach dem Studium der Rechtswis- 
senschaft, Nationalökonomie und So- 
ziologie in Berlin und München und 
der Promotion zum Doktor der Philo- 
sophie wandte sich Walter Friedlän- 
der dem Jugendrecht, der Jugend- 
wohlfahrt und der Jugendhilfearbeit 
zu. Im administrativen Bereich war 

^ er ein Praktiker beispielhafter Aktivi- 
tät; als Dozent schulte er mehrere 
Generationen künftiger Sozialar- 
beiter, /und seine wissenschaftlichen 
Neigungen lagen auf psychologl- 

\ schem und methodischem Gebiet. Er 

• lehrte, er organisierte, prisentierte, 
und er schrieb Über Menschenbild 

: düng, Jagendrecht. Jugendpflege, Kin- 

\ derschuts und Bozialwonlfahrt; 24 









Walter Friediänder 

Universität Chikago und von 1943 bis 
1959 an der Sozialwohlfahrtsschule 
der Universität Berkeley (Kalifornien), 
seit 1956 als Professor. In mehreren 
internationalen Kommissionen und 
Komitees amtierte er als Vorsitzen- 
der, auf vielen Kongressen seines 
speziellen Fachgebiets war und ist er 
heute noch ein gerngesehener Vortra- 
gender. Manche Ehrungen wurden 
ihm zuteil. 
Audi ins Nadikriegsdeutsdiland 



• /Vj.yr^. ..*' ^ . "^' *! jct Audi ins Nadikriegsdeutsdiland 

-i^' '• ^^>t' fi^V'Vi-i-i.A. rt.' vV %Vi..v^;^fe ' [j hat Walter Friedländer immer wieder 

' * • . • " -. • • . zuruckgcfuiiueik. Ei iüclt vurnagc iU 

' iU': : \ , \- ' i Heidelberg, Tübingen, Stuttgart, Frei- 

. V.^!;*^\ ; ' <i'.'(f •>y: *|| ' ■ ,; bürg, Frankfurt a. M., führte amerika- 

/.^«•'iv '. * !< nische Studiengruppen und war 1951/ 

•" '^-f •:¥..?*;, .'• - «'^ - f 52 Gastprofessor an der früheren 

?^: ^ 3)«i;^'Vi'^"' '/,'-,t * r-* '• Deutschen Hochschule für Politik in 

-,^iv*i;V;,'>V^ , ^ ' ' '' .. Berlin, 1966 an der Universität Köln, ^ 

; -^^'^ - ,t-;X ';•- •' ' -^ -V i, 1987 an der Freien Universität Berlin, l \.,i 

'^Üi':''''''h^^^-.'^:i'V'i'^/- ' i Große Erfahrungen, pädagogisdie 

'*''''-''• ' : Fähigkeiten, wissenschaftliche Solldi- 

^ tit und ein waches Bewußtsein profl- 

k Heren Walter Friedländer zu einer 

I humanen Pörsönlichkeit Im Dienste 

i, der sozialen Aufgaben unserer Ge- 
sellsdiaft. W.O.O. 



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His Fears 0/ Extremism 



San Francisco Chronicle 
29 March 1971 




New Honors for UC Sociologist 



By Carolyn Änspavher 

A 79-year-old scholar, 
whom many Professionals 
consider to be the greatest 
living authority on social 
welfare, has added new 
kudos to his alreadv for- 
midable array of honors. 

Walter Friedlander, Profes- 
sor emeritus of Social Wel- 
fare at the University of Cali- 
fornia in Berkeley, was 
pleased — but not particular- 
ly impressed — at having 
been given the National As- 
sociation of Social Workers' 
first annual Social Worker of 
the Year award on Thursday. 

FYiedlander, in p i n t of 
fact, is not a social worker, 
but a tireless worker for so- 
cial betterment. And for the 
first time in a long andbril- 
Üant career he is dismayed 
at what he sees around him. 



FEARS 

I He fears for this country; 

/ he fears for this state, and he 
is apprehensive over the fu- 
ture of the University of Cali- 
\ fornia. 

Extremists of both right 
and left. strident, raucous, 
Lising "sentimental patriot- 
ism" on the one band, and 
•'irrational radicalism" on 
the other, are bent on taking 
over this democracy, he said. 
These mutual hatreds and 
distrusts, he said, led to Fas- 
cism in Italy and the Nazi 



terror in G e r m a n y. "And 
they are uncomfortably close 
here," he said. 

BERLIN 

Friedlander, who holds de- 
grees in law, economics and 
sociology, left his native Ber- 
Un with his wife and daugh- 
ter in 1933. He was at the 
time a Berlin al der man, 
Commissioner for Child Wel- 
fare and Public Assistance, 
and a professor at the Uni- 
versity of BerUn. 
He spent the next four 

I years as executive director 
of Social and Legal Service 

i for Refugees in Paris, and 
then became a professor in 
the School of Social Service 
Administration at the Uni- 
versity of Chicago. 

Friedlander joined the UC 
faculty in 1943 and although 
he became emeritus in 1959, 
he is still in his Office on the 
Berkeley campus daily as a 
Consultant to faculty and stu- 
dents on international Prob- 
lems of social welfare. 

WELFARE 

Although he lives less than 
a block into the city of Oak- 
land at 6437 Regent street, 
and cannot vote in the April 6 
election, heconsiders the 
Berkeley Situation **very se- 
rious." 

He is apprehensive over 
further divisions in ttie oom- 



munity that he thinks iilti- 
mately will pit black against 
black as well as black 
against white. *There are 
some quite intelügent people 
in the radical group running 
for Office,:* he said, "but I 
doubt they will be able to 
achieve more democratic 
control ..." 

Democratic participation is 
a concept very dear to the 
heart of this small, frail man 
who has lectured at virtually 
every major university in 
Europe and the United 
States, and who has written 
24 major books and 151 
learned articles for profes- 
sional Journals. 

RACES 

He is pleased that 40 per 
cent of graduate students in 
the School of Social Welfare 
belong to minority races — 
black, chicano, Orientais and 
a few American Indians. But 
he is disturbed that lecturers 
and field Supervisors in the 
school are not given the op- 
portunity to participate in 
the selection of new faculty 
members. 

And he is most distressed, 
he said, that the UC Regents 
seem determined to keep the 
school's emphasis on theoret- 
ical research and doctoral 
programs when the need is 
for working Professionals 
tra»ied to give advioe and 



guidance to those who need it 
most. 

Friedlander, who meets 
frequently and informally 
with students, said he finds 
only a small minority "un- 
reasonable." 

Into this group he places 
the blacks who consider all' 
whites to be their enemies. 

HATRED ' 

*'We can make no progress 
against blind hatred," he 
said. 

He t'eeis this same "blind 
hatred" animates many of 
the top leaders of this coun- 
try and this state who seek to 
"stigmatize and penalize" 
the poor. 

''Nearly 100 years ago Ben- 
jamin Disraeli wrote that *to 
be poor is a crime,' " he said. 
"This concept is being ap- 
plied today." 

If Friedlander can find any 
solace in the turmoil sweep- 
ing every facet of our Socie- 
ty, it is that the United States 
has a "sound spiritual and 
economic background'* and 
the great bulk of Americans 
are not "fanatic." 

"My wife is feeling very 
frightened," he said, "and 
said that we should go some- 
where. But I asked her: 
'Where will we go?' I willbe 
80 in September and we will 
stay here in this house and 
hope • • .^ 



11 





A Berkeley scholar and author- 
ity on social welfare has added to 
bis formidable array of honors 
L Page 32. 



fc«C 



4 



cwRiamm vitae 

Walter Friedlander 
Professor of Social Weifare 
ünlversity of California, Berkeley 
6437 Regent Street, Oakland, California 94618 



^ 



Personal 



Born 1891, Berlin, Germany 

Married, one daughter, cllnical psychologist, in Washington, 



Education 



1910, Abiturium, Falk Realgymnasium, Berlin 

1914, BoA, , üniversity of Berlin ) • ^ i 

1918, A.Mo 5 üniversity of Berlin ) Studies in Im, economics and socio logy 

1920, PhoBo , üniversity of Berlin) in Berlin and Munich 



Professional Work 



1920-21, Jjudge, Juvenile Court, Potsdam 

1921, Bar esaminatlon, member of the bar, Berlin 

1921-33, Alderman and Conaalssioner for Chlld Weifare and Public Assistance, 

Berlin (IV) 
1927-33, Hecturer and Associate Professor of Social Legislation, Social 

Weifare and Child Weifare, Institute im Social sPedagogics, 

Academy of Polltical Science, affiliated wlth the üniversity 

of Berlin, School of Social Weifare, Arbeiter -Wohlfahrt, 

and Seminar for Social Workers, Berlin 
1930-33, ¥ice President and President of the Gersnan Chlld Weifare league 

and Member of the Board, International Child Weifare 

Union, «Sene^a 
1933-36, Executive Director, Social and Legal Service for Eefugees, Paris, 

France 
1937-43, Lecturer, School of Social Service Administration, llniverslty 

of Chicago 
1943-1959, Member of Faculty, School of Social Weifare, üniveroity of 

California, Berkeley, since 1956, Professor of Social 

Weifare 
1951-1952, Sabbatical studies in France, Swltserland, aad germany. fisiting 

Professor of Social Work, aerman Acadeo^ of Folitical 

Science^ Berlin 
1956-1957, Educational Director, study groups to Int er national Conference in 

Munich nnder Study Abroad, InCo , and Visiting Professor of 

Social VIelfare, Free üniversity of Berlin (Fulbrlght Senior 

Lecturerl »aoij 

1944-1958 ¥ice Chairman and Chalrman of California Bsist ßay Chapter, AASW; 

Chairman of Joint International Committee on Social Weifare; 
Charter Member, Honorary Chairman of Committee on Inter- 
national Socia:l Weifare, and Member, Commisslon on Social 
Work Education, Golden Uate Chapter, NASW^ 



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Publlcations: 

List attachod 



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* 



1959-60 

1960-61 
1961 

1962 



Visitirsg Professor of Social Work^, Michigaii State Uni^rörsityp East 
Iiansi]:i!g5 Michigan o 

Research in England^ Brance^, Germany and Italyo 

Delegate to Internaticmal Conference of Social Work in Romeo Directory 
study group to Israel«^ Turkey and Qreeceo 

Lectures at ]JRtematicnal Corgress of Preventive Medicina aud social 
Hygiene at Bad Godosberg^, ancl at the Gernian Congrees of Juvenil*? Goui'ts 
and Prdbation Services at Regßnsburgo Barticipation at faculty seminar 
f or teachers of social work linder the auspices of the Deutsche Verein 
für öffentliche und private Pftrsorse in Berlino 

1963-6ii Visiting Professor of Social Woii'k^ University of munesota<n Minneapolis,, 
Minnesota o 

Delegate of Society for th9 .Study of Social Problcias to Arden House 
Conference on CorrectionSo 



196U 



1965 



1966 
1967 



Ohai:imn on aornndttee on Soci ology and Social VJcrk^ Sociaty for the Study 
of Social Froblewa and at the Annual Conferences of th<j Society at 
Montreal o 

Delegate at the International Conference of Social Work in Ath3r s^ C^eeceo 

Visits to Israel^ ^taly^ Switzerland and Gerraanyo Lectures at the 
üniversitie^ and Araerica Houses at Berlin^ Heidelberg, Tübingen^ Stuttgart, 
Freiburgp and Frankfurt« Gonf erences at Roine,^ Italy Bxid Londcai;^ England« 

Meufcerp National Commission on International Social Welfare^^ NASW^ 
New York and Washington |> DoCo 

Delegate of American Sociological Association to Joint Conanission on 
Correctional Manpcjwer and Trainingo 

Visiting Professor of Sociolcgy^ University of Cologne (West Germany),, 
fisitlng Professor, Free University of Berlin, Gennany. 



Piibllcatlo aa of Walter A ^ ^Vledlander 



Jk.O 

caMMuaa 



1- 

lo 

2o 



"Menschenbildune" (Education of MaaldLnd)^ co-author Paul Oo8trei<jh et alU 
Eö'rllns Jo Schtjetachke, 1921c 



"Juger¥inot»' (The Distress of Iouth)|, cc>«autFiov O-erhari 1 
Leipzigs Ernst Olxieriburg, 19^2. 

»^Grumlatiee des J'Oi—'r^oht^'' (principlea of 
Leipzigs ßmst Olaf/* ^^-^ l92ho 



r ex alr 



i "^-elfare 



"Mo Z-^isaininena'^balt aar öiieutilc 
Jx Jmtem" (The -i rat Ion bc 

Ar< aa in the Ci-' Welfsr«? '3ui 



ad der rreien Jii^ndhilfe .^ 

.-n Public -ind Private Jhild ''•"» 



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''" /archführon^ des J^Jgerdt^eIicf:i%Bl■ 

. ^^.azaUon of the J-vm^-^'^' CoiH "^w aa a P.^ 

fcMsa von 1Ä.BZ\ et alo ^..-vt^arts 0„ Braiwip 1'. 



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8o »»liehrbach der -'ohlfalirts; 



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Hfjdwig ,.achenhe!jn et ala Eerliai lau| 
EoVo, 1927^ 2nd ociition 1930.- 






"Das Bacr, c'.a e^imifs^ U'-« ■ » of tteiChlld), co»3uthor_.M«l.> '-■-•5 



■J-; 



et alo I 



g .vV 



e L€utÄC5h© Verlaga<aii0talt^ 193<' 



lOo "Das liadit der Jagend- (The Cb^rtor of tonm), c<><«auw.ai Xhaoaox Tichnuaro 
Berlins JoH . .ui?;-. •• ^^: 






Ilo "Juicndt-eol.. .ad Jv^^ui dp flego" (aiild V, 
Dorilüs Arbeite rju|$eiid-Verla-jj 1930-, 






i C 



"Chilxirea^ Youug People^ and üremployinent," co^^author Ruth lieil 
Genevus The Save the Chi Ld reu Ijatemati oaal'.. Uaxon^, 1933 o 



:id et 



13c »^Child i:elfare in Oianiany Befci-e aid After Maailam/ co.>author ßarl Do 
lii'ere^ Chicago« The bidverslty of Chicago Press, 19U0o 

II4. "Introductdon to Social ;^elfai^o" ood Giiirs^ H.^.i i^ranoxc-^ 

Irico, 1955 (3rd prlnting 195?) 663 pp. 

1«;^ '♦Concente and liethoda of SociaJ Vork^" co-aut 
Iric.^ 1958^ 3C8 ppo 

160 Introduction to Social Ifl/elfare (caiinese Translation by MrSo Ming Lirs), 
Taipep Taiwtn: Cluna Culture Publishing Fourxiation^ 1959 (3 volumes^c 



1 






•4- 



17 XndivlduallTO and Social Helfare. /^ Aiialyala of the Syatea of Social Securlty 
and Social Weifare in France. New York: the Free Freaa of Clencoe, 1962, XIII, 

251 pp. 

18. Helene Simon. Ein Leben för .Mlal«i Gerechtigkeit. Bonn: Arbeiteraohlfahrt. 
Hauptauaachuaa. 1962. IV. 90 pp. Schriften der Arbeiterwohlfahxt Nr. 15). 

15o Ffinci^i e raatodi dl servizio (Translation by DTo Emma Fasolo)o Bologna: 
Societa Editrice il Mulino^ 1963o 

20. Contribution-Chapter A3 - to Lebeadige Oekumene , Festschrift für F. Siegaiuad- 
Schul tge zum 80 Geburtstag . Witten, Ui the r- Verlag, 1965. 

21 Grundbegriffe und Methoden der Sozialarbelt (Germsn Translation of Concepts and 
Methode of Social Work) . Neuwied a/Rh. , H. Luchterland Verlag, 1966>^^, ml 

22. Introduction to Social Weifare. Third, revised edition. Englewood Cliffs, 
New Jersey: Prentice-Hall, Xnc. , 1968. 

. 1 Sosyal Ref ah HiEmetine Baalangio (Turkiah Translation of Introduction to 
Social Weifare by Reaan Tascloglu.) Ankaras Senyuva Matbaasi , 1966. 

24. Sosyal Hi««etltt Kaoram ve Metodlari (Translation by Elkin Resin) Ankaras 
Kardes Matbaasi, 1965. .^ 









1^^/^^/^^ 




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II o SPRGIAL STÖDIES 



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2, 



'<En?.vkloc)aedisohe8 Handbuch des Kinderschutzea wiid der Jugandfflraorßs" 
(?a^ySSSc S Book of Child Protection and Child W^fare Sei^ce..), 
eSted S^xigClostenaann, Theodor Heller and P, Stephanie L«ipaxs« 
Akadfflniacho Verlagsgesallschaft, 1930o 

"Notpro-raMi der WchJ-fahrtsofloße, Denkachrift der Deutschan Zen-^e für 
Fr^lHSSwohlfahrt (An ^ergenay P«>ßram of Social Welfare S^rice.. 
t;emoran*ia of the Gennan Central Conndttae of Jdhmtary Child v^elfare 
Agencies)* Berlin, 1931 o 



Xn 



iTi 



|„ »The ShIss Federal criüninal Code of Decembor 21, 1937," co-author VJ,, 

Goiribe?^! 5-appler.>ent to Uxe Jciimal of Crtoä,nal Law arui Grruniaology, olo 
xSr^o: 1, Ilay-Juna 1939o Chicago» NorthHe8t«m üniirersity Preas, l?i9o 

AhTICLKS 

"Praktiache Erfa^inrnren mit der .Schutzaufsicht" (Practical Exr^. 
Probation Services), Zontralblatt für Jugen drecht imci Jj ii:^n^_ 
17g 192:;, ;]oo Ip PP« P-^^i^^o 

"niG 3eieutai|^ der ;.:mitaaat sieht fUr die Forsoigeer Ziehung^' (Tlia Sir^^ 
cancG of f robation .^ex-zioes for the Correctloiial Ednoax^ion)^ £!SiH-«i ' 
elvi. Il3 tische Praxia^ /olo 7,. 192?, Woo 1, PPo 7tU86o 

«Zuni Ent^^rf eims Bewahrunc9ge8et:5e9« (I^c^ai^ling the Bill on Caatoii^l 
Det^ntlon), ^^entraJAiha^^ ^^^'^ ^^^ 



j^aliaii 



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3o 



No, B, PPo 19i ff 



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5o 



6. 



7o 



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9. 



"Die ijesetaliche nesalu^i^ der Untart>r!.iie-uns iind Verser^^uaig uee 

(The Legal Provlelcng for the Placeinetit and Gare of ioator GhilHrr-n), 

tiutt'ir üiyl Kir.d , Vol,-. h» 1926, No, 8, ppo 63 ff. 

"PßrBorgeerziehurig ;ind Jugendamt" (Corroctioaxl Education and the Child 
"elfrro nureaii). /vrbel tenrohlf ahrt, Volo 1, 152c„ pp^ 53 f - 

"nio Ju'-^nl In clor GesstaKebung" (Youth on tho St.atuto B<>o'=<:«)i. I . 

fPhrgr,"volo 192^, No» 3, pp. 19 ffo and S^o, 5, PP«. 3/ ff« 

-Di« tiecht8GruaUae«n der Zuständigkeit in der freien V.'ohll'ahrts'ofleLa" 
('r?o tc'Ml Baals of it« Jurisdiction of Private Soci^a Ace.icie,3), .-^^ . 
w atotj Vol, i, y>26, pp.. 97 ff« 

"F0rsorgeer5iehunes,iii8talten" (Institatlois of Coxreetional Eduoation), 
A rbei te rwohlf ahrt^ vol, 2, 1927, pp» UO ff» 

"üia Beteiücung der freien VeASnde in dor J^SendfOrsot^e" (The i .xt^^ 

of Private Agencies In Child V'alfare Services), Arbelterwohliahrt^ VoU 2, 

1927, ppo 300 ff« 



lOo "1)1^^ elterliche Gewalt" (The Parental Ri£hts)g AriaelUii-wohlfalirt, Voio 2, 
192, 'j. ppo 51»0 ffo 



■6- 






llo "Vomundachaftan In Oesterreich" (Types of Guardianship in Austna), 
Arbeltenv-oblfahrt^ Volo 2^ 1927, pPo 752 ff« 

12 o "SittUcWceit und Straf rächt« (Ethics and CrLndnal Law), Ar^^MJ^^äläiHii 
Volo 3, 1928s PPo 108 ff. 



13 



lli. 



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■ on O.C Vfork in CklW 

126 ff o 



15 



•'■-' o 



"Die Aitioitatellung in der Jugendfttrsorce" (7 
WeLfaie i^ervices), Arbgiterwohlfahrtfl Vol. .^ 

"Die aualÄÄÜBchen Hi,nd6rjahri89n m Deutsclaa Jug^.or...ci^'' ('Phe jom? n 
Minora in thß Gennan Child VIelfare Löcl3l'>«0'V' , AÄea- "- OiaJjdS ^'' ' 
1928^. pp.. 219 ffo 

"2.im pÄdaßocischen Stand der t'irsoreeera ' (T'-'-.L, 

Correctional Educatiun), /'.rbei terwohlfahrt, >/al. 3, iW-o, pp^ 3^u n« 

"Zur ieseli»ch5.rtlich?n 'talliuig dur Vjeutigen i-'.jnil' "^r''. 
j^ -' . ^■- (Xhe Sfwlal Function of tl-^e Pi^sent 



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^nie SchtJoi(.epnicht(Br .4itgiieJer der ViollA'aa^ta uivi Jvge;v 
rrie »^^ty of Coitfidential Sacrt^cy of th3 1 :rt of r'^^V^^ 

Child V.eifare CmifdQfsiom) , BenJüu^rjo^ ^C'i- ,, . 






Bureau and the Irurraji aivl ?r 






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i.hp in Cor^'^^'i^li>wmi, 



') : 



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9 



''Psychopathen in dor F^ rg@er«leaung«' (Pß "C 
Uducation). Arbeite rvo lil f arirt^ Vol.. 5. 19 

»»BlldaneswÄaanatoon ff!r jugen.:{lich.i /rboitöXo«e (i: ,i-aiio i-^a Ka 



^^inctiöii <>l t/h vi 
. l;^31f PPc 



"Das >\ir t des VoJTiui«^e3 und Priagex-if in Fi^uca^n" (The Publ <- 
üvuxrdlan ard Cust^xtiao in Prussia), A^^lcriioalf^J^ Vol. 
13^' ff 

23. " Straf rech tsref arm ui^ soziale GerichUhilf." v-^^fom of t^ ^^^^^ Jode ar.i 
Adult ProbaUon S^^rviees to the Court) ^ isbeit^rwja^^ vo.U o^ l^iX^ 
PPo 233 ffo 

2!4o »•B^ürsor^^.eerziehun; -»--ftrderi un^i Jti-endllmtcir'^ (The Auv i of Coj 

i'iducation Hxvd tlie wuid welfare Bureaus) i, iitl:2i!££SL^li}i£i^ ^'^^ ^ ^^^ * 

ppo ^>'^ ^-^o 

2<o "I)a/ ..rzve »eedu/i-k^ Im r.v1.irt,er. Ju-ondrecht^ (Tlic . rluc-ple oi' Eduwtlon 



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30, 



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"Zur 'rage der Tagesheime für jugendliche ErweAsloee" (The Proble« 

of öay clre Centers for Yeung ünempJxjyed) , Ze|ta^2atL£üiLi;igS䣣22ä^ 

und Jufrendwohlfahrt, Volo 23^ 1931, PP«. 322 Tf^ 



"Zueamnenarbelt von Jugendamt und PoliaeibehBrden« (The GoopcratL.tm : 
:0Ua.re Boreau and PoUce Authorities)« ^a^a3>lattj11rju£end. 






V; 






^ - 



»TDle i^eure.;alune des freiwilligen M^elt. d'^nstes" (The New RegT 

the Voluiitary Labor Service), gLe Gemeiijäe^ Vol. 9, 193:5 PPo yö-> it. 

'*Kin^ neu© Adoptions-^itDlttlr^rfs stelle" (A He-/ Adoption Agency), PI- 
Prauds^ Volo Ul» ■ o 7^>1 Tfc 

"Die FamiUö als wl-UchartHclie und geistii^e E:Bheit in B^siehuig Äor 
t^Ur^orge'^ ("he FaniX/ as Ecorx^dc ai>d Spii^a.i.ual Unit in it.3 ^^ n -uo 

Social'Wii), Arb-^ ---r'^fahrt, ?olo 7, 1932, Po 50io 



•^ '' ' .e 



VoX^ ha, 1933^ PPc 22 ffc 



.uc< 



Fraclical f>T-e 

Volv 2U, ....:^-.ih 1933 



ir '' (The Ghlldren^'S Emr%or\cj Acti-* -i 



"■}i8 ['O^sat/Alche i^^ -nl^ir- der Bozi 
%jtabLiami^nt of Au . . - , 
1/33^ PPo 61^3-662 



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»■farices in the a..iT^n r ^ 1 ^i^-w^ices .ror Voung ......a;ploy6d; Schwelser- 






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«^^c^rwar^4^*..iit uud , _ aUon'- (Illegal Woric 
liehe Dieoat (Znrl'ih)., Volo IS 33? 'Jor h7o 



.ivlc-a,* iJt.i- s>^ 



"Dl^ aniilujigen der dieutschen }'ti% cge'" (ili^i ^1 ^. ^ ^^ ?!-, , . 
c . ' ^M- nicl;a r^-'--^^^.u (VletiJiÄ) - Vdj .. )i. IsiOc 10p pp^ i<--^ x^ 



38 o 



"oio hauu -.a irohiraurus,.iJ-«gerl8che lileslonder Schwele" (fhe Ff ^ 
KlS3lori of'üMitzerland isi 3<^i«a. V,ork), Se2ä5^i=^^.ai:^i^4ip' -^^^T^ 

«Bekämpfung der Arbaltsloai, 1. In den Vereinigten Sta-itea" (Tl^o PS-ght 
A..;al(ist Unanploysient ia the üJiited ötateB)^ Ge22>»^'5l.t. i „ 

p.eytg ?j1wsi^ d«;!vT5.t?afi. i^olo ITj July 1937p PPo l-7o 






* Pi,blicAtion3 in bwxx.2.<^rlanfi and Aiiatrla duriac tl-^. ner^oi of thc; 
appear^ i 'ju^ittr tiio pen namo of lialter Ao Kraffto 



r:fyt'i\l 



39, 



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' Fiiture of 



^t^- rlft f^Jsr 






«ni© Ztakunft der privaten Wohlfahrtspflege ir Asiöri 

Private ^^cial VIork in the üm.tQd States) p Sejm« _ 

a^S^t^iF.kelt (Zürich), Vol. 76, July WTl, Hoo f, ppo ./ r^i/^ 

^X New Cfdld Labor Law in Gennany/ lilJjoci^Sejsi^^ '^ - ^' 
of Chicago) ^ Volo ai, necember 1938^ ppo 70^«?(»Uo 

"Social IJork In G^ r- H2HS.-^£^JägH« (^«Iversity of Chicago^ ^ol 

May 1939^ Moo h» PP^ 34u 



. VII i, 



"Correctional rducation in G' 
June 1939p ppu 2Cn^'>'^.n, 



riyV* ^ö Sotjal jervice j^ 



h3o «Social VJork Umier Uie IlarJL I^^dwe,*' So^al J^i^.^_.^^ ^' 
1939^ Noa ^s VV^c> 9-llo 

^r. pre. ^ ?ri.mn^^ hmxm. (Michigan City,, Irdc);, >• ^ 3,- ^^^ 

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"Die r.altanc acnerJ 
Childr-on To^^rLa t; 



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Vol;, X£7j, April 15-^. ^, ''<= 
-.1^ : äaEllngahilfü .1,1 ..>ea 7ra«iMct«n Staaten, -nd > ^t ^ 

^,H ■ .' .i»T^u. V a«. i>.e fcrid of the Sßoond World ....r). ' io_. 
(Zurleti);, 7ol. -Uvi., Jv.Ly»A 3t 1.91.6, Mo« 7/Ö, PP- ^ 



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••Ju.5t:nd3trafreoht in USA« (I^flsUoian on J'iveni.ie ^ 

State«), Pg> Juventute., Vol, X'.vni, No„ ?.. Fr*j-«an^ ^.^i'? 



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1,9, «rcnuikimierfürsoreo xn u.i.- v^ocial 36nn.oi,s Tor «;;h"f ^^ij-^ 

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r;0o "Die Wall üea^irrihei t8ur.:axdi«tAon" (The V.orld >. .alth ^,J;^^^t„'^'*JJ,^_;; 
ppo 3cH 



i;io %o.i,<vot A Story of *Kaan Coaver8aUon," J^_So.-~ia3 Sar iiev. 

■/Ol, Xn^ Hoo U, Oe«ai.»bc<r 1917, pp-> 555-55f>o ^'^l 



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"Die iitbeiDÄtionale Konferenz für Soalalau^ait in Atlantic City" (The 
International Conference of isotiial VJork at Atj.ancic City)^ Pro Juventi;. U><> 
r/v^-^n Menauelle pour la Prote^hlon d^ li "^oimns'jg o Volo XJLCÄ^ Noc 



"Entwickelungfitendenzon der so^iialen Ai^eit in d^m Vereini 
liordamerika nach derr> ^^weiten Daltloleg" (Trenjl« :)f rocial l<c 
State« After VJorld I ;u' 11)« Sciivrei ser Zeita . '.t 

.qii-loRA r^nTllUfj^ Piibliau«. ^/ol . 87. Non xO*. 0- r 19l!Öf 



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»'Internationale F- en der öes^nidheitöxtotoi'go wid färsorgtirischen AuiEit.ildung'" 
(Intorxjational Pt->uiBiri/3 of P^^blic Kealth oerricaa and Social ^■'^rV ^xünc itAoa)^ 

Gesundheit und " " ' '•-"., Re^-g^ -^•'^g^r^e ■!^T^•^^^:lc:n^-^ Voi© 2^^ x«w/i, 4^ Aprl'- '9U9, 

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(Crdcaeo}j> Volr ^i, -^Oo ^5, ^nno 19)4'^^, opo " ^ 



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for Vacat.tor^.il Xrairdn^ in tho USA). Vrr-^ .^«^r^T^inte^ ^^_^e:nie jleu^uoi V> .„^f 



la- nrT> tr;-ction de la 1f^iiiv^sf?e i'ürich)^, .v>.:-c .. ^.- • ij, üoo < 
l^'5l^ ppo 279«ca2o 



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''Faidjleriftlrsorge Ixi i? ra^ikreioa" (Faridly -'ocial Service in Franctv;^,- wf 
Ar (t.3rL1j))o ArcJdv fttr Vi orilfalürtöpflee-e^ Volo l^^ April 19^'2^ pp« .>( 



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65 o "Coordijmtion of Family Vfelfare Senrtces tn France," gwSocial^Service 
Review (Chicago), Volo XXVn, Nop 1, tiarch 1953,, PP - 62-66, 

66 „ "Auffaneogrenzen für Püi-sorgeleistungsn in USA» (Maxiinum Limits Cor Sociel 
Welfare PaTT'ients in the ünitad State»), SwJ^e ^Aeit (Berlin), Vol.: 
Noo 6, Jima 1953, rm- 2lil-2li5o 

67o "Tbe Nrvj Refugees iii ücrroany? A Oallenge to S a .vork/ Socialjbrö 

. •. /M l:-»_l.\ n«1 V fVryi M<-,. Ji. Ofitoij«!- OS?,., -JDr. lS7-10lr- 



68, 



69 



"t)«3 neue Bunaeaadniatei-iun flu- Gesundheit, Eraiehunfi,, und V.ohlfafi;rt in öen 
USA" (Tlie ileiiT FederaD. Department of Health» Education, ■lod Weifart; m Ui-k), 
Soziale Arbeit (Berlin), Vol„ ?, Ko, 11^ Ho-reirlvr 1953, ppo lt95-aS-B„ 

»'Freiwillige Krankenirersichei'iüig unter der iBiBvr-^yli'^tmg ixi Kai 
(/olxmtary Health I -'^^^ranoe Müller the K^Iü*-" ^^o^ Ion in Call 

"*" " -' i luxi ^obJ. :t (Zürich), Vol^ 3^, c U , ^-^'^ 



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"Gt- ni der äJ!V--;ilk:fXiXJcn:.u ^c 

Socia.1 uor^r)^) 



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C 'ipv n&/ 195Uc l^iii-u^ -u.öiiui. manuscripto) 



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m (Bo^irk)jp voio u^ Ho. U^ ^prll 195-^, PPc 5^i-55o 



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"^r^a^^ru-M^ÄU i.iit A;nbalat.orien in Auiarika^' ( i;>r.f rionoeg ^-ilh J ödl -.^l j 

Praotlce in Aniörica), Schweissili^^ -'^'^^^ • 

Volo U6g Noo 11 ß Juoö 17^^^ pp7itU-lö5o 

«p'Crsoir^^arioGlia Litwirtoin^:: bei der iieiiaxKii.a.ic. c-a^oa^-öCii •.idet.BakraaJAeT i. 
USA'» (Social \'orker3^^ Partie ipation in the iVe&:meni, of 'Irrc^nlo i c^/cuc r 
Paiiöats In U..5o)j, A^.igUladlsohe Sc /Aalpro^lame^ .Kblii)^ Vol c ^^, 
3/9^ Jul,r ajod AttgustSi'p'tQMiber 1^5!*if PPo 0^^^$ 98«99o 

♦'Intematloiia^.e SOÄlalkonforetia in Toronto" (In ematicna] Confc 

Social .OTk at Toronto), ^Utteilur^^ 

Soglalart?eiter (Berlin),, 7olo i, Noo 5» öctober 195Ui, ppo 5--^-o 

**Au3bau der ariörikani.^chen -oz^ialTeroicherunc" (i^xpanslon of AneHc^^f ^''^"^ 
Ina^ironc^) s, Ueues Bef^iimen (Hannorer)^ Volc 5, Noa 10« Cctober 195i4* ppo 

16? 4660 



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^Der Ausbau der So^Aalversich^rmag In den ^Tereiidgten StaoUn" (%.q ^vctemion 
of social Inaurance ia the Un5,ted States), Soaiale ^rbeit (Berlin)., Vol. .v 
Noo II9 llor/ember 195^» FPo h9h-'h96o 

»•Selbsthilfe in interr^.tiorialf.r Beleucbtunc" (Seif Help iti . 
AonActa) Gesundheit und Wohl fahrt (Zririch;,. Volo 35|> Noo ...^ ü^ 

ppo i;u ifo 



81. 



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«Die Stöllung des i liehen Kindes in ibw-rik. 

nist-itlr^ate Child üi AmertceOp Jtulstiache J^^ 

ppo 13 ff o 

"Zur Jint^JiökBlune der araerlkanisclian So7.iv;"ij>olitik" (On the D.TTa. j^ of 

American Social Policy)^ Soziale Uelt (Gettingen)^ Volo :5,> 1 o. h, ^p^^x 
195?^ PPo 335 ff o 

«Daö Beruf 3blldimrer.i^3on in den VerelrdgUm £tatf.ten'' (7ocfst_ 
in tiie Urdted ..tates), ^ '•^- ' ^5:at^2gJäJäJHä£2älil^^ ^^""^ 



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Febri^ary l./^C-S(^ ppo 2*1 fi 



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Problem of Health In^^AraQ-je in th<^ OixiUd i.Cfcx-u; _^^ rr— ^r^r 1 

Pr8yv-ati-^f^ :iedlv;la (Zürich)^ \rolo 1. Noo 6^ Jui:a >.yU', ^^o ^hy-^!?vi anu 
0i;^tT^r-^"yii3cii3 /Brat^saitur^ (V^rv^a^^ 7ole ilj» I^Oo iii, No 



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«Klnrlchtung einer In/aj. i-ienTOraicharoiic in tho USA*^ (F.stebllshrwnt, o. 
Perriö/ioafc i)is.iöility Inaaraneo in the Unitod ütatee), ä£2^aJ.aJU»et^t^ /^ 
6^ rioo 2j, Fobroary 15'7, Po 59 ff- 

"i^eruCaschulwoeen In loa Vereinigten Staaten" (T^ie Systom of Voc-.i^u- ^ 
Äciucatioa in the Unit«! rtatea),, Recht da r Ju^aad, /ol. >» do. ^, i.ar<^ 

•'/v-uaban a«l Zuaai;un«.iart.eit iter privaten und ataatldchen Ju erandira in 
uS" uCSl,s and C^ratlon of Private ar.d P^iblic abild Wel.a.-e Areu.r.oa 
In thö United otates)^, Pro Juventute (Zürich),' Volo >8. «fo t'» J^«*» -t 

PPo <3t4 ffo 



yK •Induätri.alla^itio.-. aa.i JoclaJ Work," -'Oclai Caaeworü^ VdI., »!% uj. ., 
.'Jnvmfx^r 1957^ po Ij91 Ho 'Vi^>«>i' revietT' 






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92o "Neue Wegp in der aiaBrika^ischen GesundheltsfttrsöTg^ (New Ways in Ainericsn 
Public Health Services)« Zeitschrift fte Präventiv Medeglji (7:ijarLch),. Volo 2^ 
Noo 11, Noreraber 1957^ PPo ulo-i!25o 

93. «Ausbau der ftffenfclichen Familienffbrsorga in USA" (E3Q)ansion of Pu^dIIc 

Family Weifare Services in the UoS«), Nflehrtehtendienst ^das deutscnen fig^JM 
für öffentliche und private Fflrsorge (Frankf\xrt a/MoT^ x?ebruary 195öp Volo 3o, 
Noc 2 3 PPo $l«53o 

9Uo "Zur Frage der Voraussagbarkeit des Bewührungserfolges« (The Questlon of 

Predictabilitjr of Success in Probaticn), Das Recht der Juggid (Neu^ed a/Rho), 
Volo 6p Noc llj June 1958^ PPo l6l«l63o 

95o "Wohlfahrtswesen und Geweitechften in den USA« (Social Weifare PolLcy and 
Lab« Unimis in the U.S.). Ggweykschaftliche Monat^shefte (Köln)y vol. ?.j 
Septeiriber 1958 ^ ppe ^^T-^ö^T"" 

96o «FaiTdnenfarsorge und Krankenpflege in USA" (Fa«ily Gaswerk 

Services in tl« üoS«), Soziale Arbeit (Berlin)^ Volo 8^ Noc 1^ Ja.iUÄry 1959^, 
PPo 22'=25o 

97» "Psychologische und methodische CSrundlagen der EtruBelfallhllfe" (Psy^üological 
and Methodical Baeea of the Casework Method), took rerrlew^ Social Caaewo^, 
Volo XL, Noo 5, May 1959, pp. 28?»283o 

980 "Psychologische und methodische Qrundlagen der EinMlfaUhilfe" ^ Ruth Bang^ 
book re-rt.ew„ Social Proble«» (Bleomtngton, Indiana)« Vol« 6, NOo U^ bpnng 
1959s, PPo 373^57in 

99o "Changing Philosophy of Social Work," Rroceedinps of the '^JS^^^^^^P^S^U^'^^''^'^ 
Of Orad aate Schools of Social Worte in llichtgau^ Detroit» wayne ünlTeralty, 

im» PPo 13=19o 

IDOo "White Hoose Conference on Children and Yoath in USA/ Unsere Jagend (ttinlch) 
Volo 12» Noo 6» Ja» I96O9 PPo 28O-28I0 



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9 



"Social ProblemB in America" by Harry C. Bredeweyer and Jackson Töby, book 






review^ KSlni sche Zeitschrift fOr Soziolo^.e und Sozi alpsycholo 
Volo 12 (i960), Moo K PVo 75a^?5?o 

"Sozialfürsorge und Sozialwissenschft" (Social Weifare and Social Science), 
KSlnische Ze itschrift für Soalologie und Sogjalpsychologi^ (Kölnjj, Volo l^s- 

Noo U (I96Ö), PPo 62i}"637o 

"Wandlung der Grundgedanken so^.laler Arbeit mit besonderer BerÄcksichtigong 
der nordamerikaniachen Verhältnisse« (The Change of Fundamental Concept» of 
Social Work with Specj^al Emphasls on the ConditionB in Northern America h, 
Schneizerische Zeitschrift fttr Geroeinnfttzi^ceit (Zürich) ^ Vol. 100^ ilo. 1^ 
PPo 2^^ January 1961o 

"Qrundriss der öffentlichen Försorge" (Outline of Public Weifare Services) 

by Willy Eckelbergi "Anstalt sfftrsorgei Betreuung hilfsbedürftiger 14enBchen 

in geschlossenenen Fftrsorgeeinrichtungen" (Instituticnal Carej Gare of Dependent 

Persons in Closed Institutions) by Walter Schellhomi "Blindenr3Cfat»''Blindenhille" 

(Legislation an the Blind and Aid to the Blind) by ftibert Hensteribergo Book 

Reviews« Public Welfare ( Chicago) o January 196lj, Volo 19« Noo 1^ PPo 39-UOo 



-13* 

105n "Hauspflege in den USA« (Horoewaker Service« in the üeSo)^ Soziale Arbeit (Berlin) 
Volo 9, Noo 12^ December i960, ppo 528-531o 

106, "Zum Wandel der Grundgedanken amerikantecher Sozialarbeit» (to the Charge of 
^ Basic Conceptaof Araerican Social Wcs-k)^ Soziale Arbeit, Vol. 10^ Noc Ic, Januai^ 
1961, ppc l8-22o 

107o «A Report on Social Security Programc In the Soviet Union" by Charlös lo 

Schottland, et alc^ book review. Social Service RotIgw (UniYersii?r of Chicago), 
Volo XXXV^ rioT X September 1961^ ppTl5U«357c 

1080 "Zur IntemaUonalen Konferenz der Sozialarbeit" {^nm International Conference 
of Social Work--RaJie)5 Recht der Jugend (Neuwied a/toio)p Vol. 9j> No. 15 9 
August 1961^ Po 2360 

109o "Jugendarbeitsschutz'' by Paul Seipp, Walter Becker, and Gerhard Potrykua, 

book review, Chlld Weif are (Neif Yoric)^ Volo XLI, Noo 1, Jamiary 1962, Po U2. 



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111< 



"Praktische Jugendgprichtshilfe" by Hans Hartmann, Preiheir von SchlotthelM^ 
Hans UlUrich, and Helitiuth Meng, book revieir, Sdcial^rvice RaY ie? ^ (anlTersity 
of Chicago)^. Volo XXXVI^ Noo 1^ March 1962^ pp« 9ö«99o 

"Neue Wege der Ausbildung fflr die Sozialarbeit in Indien" (New Way^ of So^^al 
Work Education in India) b>' K. N. CSeorge (Uni^ersity of Madi^s) Iranslationo 
Rec>it der Jugend (Neuwied), Volo 10, No. 7» April 1962, ppc 102-.103o 



112,, «Zur Beruf Blage der araerlkaniBchsn Sozialarbeiter" (On the Profassiooal Condition 
<it American Social Woricers), Soziale Arbeit (Berlin), Vol., ll» No. U» April 
1962, ppc I60»l6l„ 

113 "Elternhaus und Schale» Ein Beitrag aar inneren Schulreform" (Family Hm© 
and Schools A Contribution to the IncßT Reforsa of the Sohoolj by Kurt 
Dloderlch, book raview^, Social Casework (New Tork), Volo XLIIIp KOo ö, Jwne 
1962j pp/321=322o 

Hl»c "Oeraeinschaftsplanung und Gesnelnechaftsontwicklung in den USA" (OoriBinitr 

C^ganiMtlo» and ConManlty D9TBlopB»nt in the ü„So )g Meueg Begiaoen (Bonn;» 
Volo 1962» Noc. 6j, JuBB 1962» ppo Sl-'SUo 

ll5c "Otto Bauer» Eine Auswahl aus seinwi LebenBueric« (OttoBauer« A Seieetioa 

of Wrltlng» from his WoÄ of Life) by Julius Braualhalj, book «"»ifw»^™! , ^^ . 
A nnalB of the American Academey of PoliUcal and Social Sciences (Phlläaelphia)., 

Volo 31i2, July 19«, Po 17L 

1160 "Helene Simcns frühe Arbeiten über Sozialpolitik und Wohlfahrtepflege" (Ifelei» 
Simon« 8 Early Studies on Social Policy and Social Weif are T1«oit)s »««?£ 
Beginnen (Hannover), Volo 1962, No„ 9, Sopterober 1962,, pp« 129-132c 

llTo "A Statement of Quiding PrlnBlplas on Standards of the Compalsory Education 

and Child Labor Laws (of New Yortc)»" by Gloria Bley, book rerl«», Child Weifaro 
(New York)« Volo XLIj, No„ 7» September 1962» ppo 326-»325o 

ll8o "Neue Probleme im Jugendarbeitaachat« in OSA" (New Problems in Child ^^or 

Protection in the UoSj, Maehrlchtendlenwt des Deuts chen Veretoa ftlrttf. entliehe 
und private Farsorge (Frankfurt a/HJ, 7ol„ hS, No. 11» ^iovBmber 190Z9 PP. KJO^ 

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119. 



120, 



121, 



122o 



123 



121», 



"Eröblenve der Jugendfürsorge in afrikanischen Emri-cklungsländem» 
(Problems of Child Weifare Services in the Developing A^can C^tries), 
Recht der Jugend (Neuwied^est^^rmany) , Vol« 10, NOo 21, November 1, 1962^ 
ppo 32I-32U0 

"Jugendliche Banden In Amerikas ihre soziologische Rolle und Massnahmen d«p 
Pflworge" (Juvenile Gangs in the US s ttoelr Sociological ^ole^^^„"f «V^!«. ^ 
of Social Services), w^ni.hter,dienst des 0«"^°^^" ^^f;^^«^ .^^f"*^^"^^ 
und private FÖrsOTge feaneford a/M»), Vol„ U2, Mo» 12, Decei*er 1962, 

PPo 505' "-" 



125 c 



"V0rt.eugende und heilende Massnahmer. der Pßrsorge ffc Verwa^loste J^"^ 
ia^n Vereinigten Staater." (Preventlve and R^biUtative ^ba8^»re8 fj Delin-» 
Sent Youth in the US), Nac)Hl^x^^^„de|^tg^en ^reins fttr {öffentliche 
■Ld private Flbsorge (»aBefoid a/CTTVololSrNS^o 12, December 1962, 
ppo 507=509o 

"Pämilien- und Jugendsoaiologie" (FamiUr- and Youth Sociolo^) by JJlrich 
^ "Jugend ü, Staat and Qesellflchft« : Ein Beitrag zur politischen 
Bildwgsarbeit« (Youth in the Nation and Society: ^ °°»^^*?;°" *° 
Political Education) by Peter Roedlo Book revaew» Social Problems 
(Spencers Indo), KiU 1962, Volo 10, NOo 2, ppo 198-.199o 

Social Qroup Works A Helptoe Process by Gisela Kcnopteo (Englewood Cliffss 
F^ice Hall, inco X963K B S o k ^^diwo Unsere Jug«.d (Munxch). Volo l5. 
No„ 6, June 1963« PP= 28U.-28$o 

"Zur Krise der öffentlichen Wohlfahrtspflege 1« OSA" (The Crisis of Riblixs 
Weifare Services in the US), Soziale Arbeit (Berlin), Volo 12, NOc U, 
May 1963» PP» 200»20l»o 

"Nochimlfls Jugendffiraorge in afW-kanischen EntwicklungsS&äen!" (A^ns 
ChSd^äfarel^Sces if ti» Developing African Co««t'i««)^^ ^^Ü^ 
JtSnd . (NeuMiedA^est Gerraany), Volo 11. Noo l5, August 1963, ppo 255^28» 



126, 



127 



1280 



129. 



130 



»Gefahren des Ueberflusses« (The Dangers of Affluence), Oewertachaf^iehe 
l^tshefte (Gologne, West Qermany), Volo 15. No» 2, February 196i,, ppo o>^7o 

"In Memoriam Hans Maier» (In Memory of Hans Maier), Neues Beginnen (Bonn), 
Volo 1961», Noo 1», April 1961», ppo U9"53o 

"Social Group Works A Helping Rfocess" by Gisela KcDopkao Book reviewo 
Soziale Welt (Dortmund, West Qerraany), Volo l5, Noo 2, ppo i66=.167o 

"Die 91c amerikanische Wöhlfahrtskonferenz in Los Angeles von 13« bis 
90 ftai 196L" (The ninety-first NaUonal Conference on Social Welfw-e xn 
S; SÄ Zli^^l 1961»), Nnrhrichy W. f ^ De^y S/^""^ 
fto Bffentlich a und private Fflrsorge (f^ancfora a/ko), vuxo i»U, No» ö, 

August 1961», PPo U09«Ul6c ' 

"SeedUme of Reform« American Social Service ^»f^SocialAction, 1918 ^1933" 

by Clarke A» Chanbers (üniversity of «1»»«'°**,?^°«» ^^^^L, 2682« 
Soziale Welt (MunsterAest Qermany), Volo 35, 196U, No„ 3, PP» 268-269o 



-15 



131o "Gewerkschaftliche Organisation der Sozialarbeiter in den ÜS/I" (lÄiicsi 

Organisation of Social Workers in the üS)o Gewerkschaf tliche Monatshefte 
CologneA^est Gerraany)^ Volo 16^ NOo K April 1965^ PP« iVl-^OIi. 

132 o "Die helfende Beziehrag al^ Grundlage der persSnlicheiP Hilfe o E^n Wegweises? 
der Hilfe von Mansch Zu Mensch" (The Helping ?roce8s aa basis of social 
caseworko A Guide^^line for interpersonal aid), by Ru^ Bango Book ^evieWo 
Neues Beginnen (Bonii'^ologrse/West Germany)^ Volo 1965^ Noo 1» July 19o^p 

Po 108n 

133, "Armut in Amerika (Poverty in the US), Gewerksohaf tliche Monatshefte 
(Cologne/West GernÄny)p Volo 16^ NOo 9s>' Septenfeer 19Ö57 PPo 566-^5680 

13Uo "lö-ankenversicheruRg für die Alternd© BevBlkerung in den USA" (Health 

Insurance fear the Aging Populatiai of the US), Gewerkschaftliche Monatshefte 
(Cologne/West Qerwany)^ Volo 16^ Noo 10;, October 1965^ PPo 631-632c 

l35o "Jugend im Konflikt mit der Gesellschaft" (Yoath 5j! Gonflict with ^«s®^^^ 
Society)^, Blfltter der Wohlfahrtspflege (Stuttgart/West*=Oerinany),, Volo 1^65, 
Noo 11p Noventoer I965s> ppo 330=^3310 

1360 "Das aiBsrikanische Krankenlnaus^Versicherungsgesetz voxn 1965" (The Awerican 
Hospital Insurance Law of 1965), HachrichteiBdiepst des Deutsc h ere Verein s 
fgr öffentliche und private Ffirsorge (FrancfQrda/Mo)j> Volo lOs> NOo id^ 
December 1965^ PPo U09-UIO0 

137 "Slegiaund-Schult«« als Gräader uad Erster Direktor dea Jugeodaats Berlin 

und sein Einflus» auf das Reichs jugead wohlfahr tsgeaetz" (Stegawod-Schultse 
as founder and first executlve President of the Berlin Children s Bureau 
and hl8 Inf luencc on the first National Chlld Weifare Law) , in Lebendige 
Oekumene , Festschrift für Friedrich Siegmund-Schultse zuw 80. Geburtstag, 
Witten: Luther -Verlag, 1965, pp. 122-128. 

138. "Recenti orlentamcnti della fonoa«lone per tl servlzlo sociale negli Stati 
ünttl," La Rlvista dl Servlslo Sociale . Roma: Instltuto per gli Studl dl 
Servisio Sociale, December 1965, Vol. V, Ho. 4, pp. 13-21. 






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139. 



140. 



141. 



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144. 



145. 



146. 



147. 



148. 



149. 



-16- 

"Neue amerikanische Sozialgesetzgebung" (New American Social Legislation) , 
Neues Beginnen , January-February 1966, Vol. 17, No. 1, pp. 18 - 20. 

"Neue Methoden der Sozialausbildung in den USA" (New Methods of Social Work 
Education in the US," Recht der Jugend (Neuwied a/Rh., April 1966, Vol. 14, 
Noo 4, pp. 85-88. 



Book reviews "Die soziale Sicherung des amerikanischen Burgers"; (The Social 
security o£ the American Citizen), by Dr« Klaus Doberschutz, Berlin: 
Duncker & Humblot, 1966, Gewerkschaftliche Monatshefte « Köln, June 1966, 
Vol. 17, No. 6, ppc 377-378. 

Book reviews "Der Aufstand von 01c Miss" (Mississippi: The Closed Society), 
by James W. Silver; Gewerkschaftliche Monatshefte , Vol. 17, No. 9, September, 
1966, Köln, p. 573. 

"Krankenversicherung für die alternde Bevölkerung in den USA" (Health 
Insurance for the elderly population in the US), Gesundheitspolitik (Berlin: 
Duncker & Humblot, Vol. 8, 1966, No. 2, pp, 123-124, 

"Correctional Rehabilitation Study Act of 1965." Newsletter of the Cr iminology 
Section. American Sociological Association , Vol. 1, No. 1, Spring 1966, 
pp. 6-7. 

"The Federal Correctional Rehabilitation Study Act of 1965 and Its Implications," 
Pennsylvania Association on Probation. Parole, and Correction Quartcrly . 
Philadelphia, Vol. XXIV, No. 1, Spring, 1967, pp. 31-32. 

"Allgemeine Principien der Sozialarbeit" (General Principles of Social Work). 
Neues Beginnen (Bonn), Vol. 18, No. 2, April, 1967, pp. 63-70. 

"Der Kampf Gegen die Armut in den O.S.A." (The Fight against Poverty in the 
United States), Soziale Arbeit (Berlin), Vol. 17, No. 1, January 1968, 
pp. 14-22. 

••Wandlungen im Nordamerikanischen Jugendgericht^* (Changea in the U.S. Juvenile 
Court System) , Monatsschrift für Kriminologie und Strafrechtsreform (Koln- 
Berlin-Bonn-Munchen) , Vol. 52, No. 5, August, 1969, pp. 185 - 193. 

••Reform der Fürsorgeerziehung: Eine alte und noch immer nicht erfüllte 
Forderung der Arbeiterwohl fahrt" (Reform of Correctional Education: An Old, 
but not yet Realized Demand of the Workers Weifare Organization), in 
Lotte Lemke (ed.), 50 Jahre Arbeiterwohlfahrt (50 Years Workers Weifare 
Organization), Bonn, 1969, 33-38. 



150. ••Zur Tragödie der amerikanischen Bergarbeitergewerkschaft** (The Tragedy of the 
American Miners Union), Gewerkschaftliche Monatshefte . July, 1970, Vol. 21, 
No. 7, pp. 433-434. 

151. Labour Unions and Social Workers ,** International Social Work (published by 
ICSW, lASSW, and IFSW) , Bombay: Vol. XIII, No. 4, 1970, 28-31. 







Arbeiterwohlfahrt Hauptausschuß e.V. 



53 



Bonn. Postfach. Ollenhauerstraße 1J&8 - Fernsprecher 231 84-87 





HANS MAIER 



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von 



Sein Leben und Y/erk 
Professor Walter Friedländer, Minneapolis, USA 



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Hans Maier 



Sein Leben und Werke 
Von Prof, Walter Priedländer, Minneapolis (USA) 



I. 

Kind heit_und_ Jugend 

Hans Maier wurde am 23. April 1889 in Prankfurt/M. geboren 
Sein Vater war ein überall hochgeschätzter, angesehener Bankier, 
der neben seiner erfolgreichen beruflichen Tätigkeit stark an 
kulturellen Fragen interessiert war, sich besonders neben dem 
Theater für Musik und für Malerei begeisterte und die klassi- • 
sehe und zeitgenössische Literatur und Lichtkunst sowie die Be- 
mühungen um eine politische Demokratie und den Frieden mit An- 
teilnahme verfolgte. Obschon er in seiner Bank naturgemäß mit 
finanziellen Fragen beschäftigt war, beherrschte das Geld sein 
Leben so wenig, daß er im Alter auch den Verlust seines großen 
Vermögens in der Inflation der 2oer Jahre mit Gleichmut ertrug 
und in den letzten Jahren seines Lebens seine freie Zeit ver- 
schiedenen humanitären und pazifistischen Organisationen wid- 
mete - ein echter Friedensfreund, der auf die im Grunde gute 
und friedliche Natur der Menschen vertraute. 

Noch stärker war der Einfluß von Hans Maier» s Mutter auf ihn 
und seinen Bruder Max-Hermann. Sie war ihren beiden Söhnen in 
herzlicher Liebe zugetan, teilte all ihre Freuden und kleinen 
Sorgen, spielte mit ihnen wie ein gleichaltriger Kamerad und 
half den Jungen bei ihren Schularbeiten. Sie blieb bewunderns- 
wert jung bis zum Ausbruch des ersten Weltkriegs in einer Ge- 
neration, in der dies noch eine Seltenheit war, so daß Hans 
und Max mit allen Fragen vertrauensvoll zu ihr kamen und stets 
Verständnis, Ermutigung und Hilfe bei ihr fanden. Dabei war 
sie von einem klaren Verständnis der realen Probleme des Le- 
bens erfüllt und von starkem sozialen Gefühl bewegt; sie wid- 
mete einen guten Teil ihrer Zeit der freiwilligen Mitarbeit 

- 2 - 






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- 2 - 

sowohl in der öffentlichen ArDienpflege der Stadt Frankfurt/lvI. . 
als auch in mehreren Organisationen der privaten Liebestätig- 
keit und stand ihren persönlichen i^reundinnen oft mit Rat und 
Tat bei, wenn sie in seelischen oder materiellen Schwierigkei- 
ten waren. Im Gegensatz zu ihrem Manne, der streng orthodox 
religiös war, war die Mutter freidenkend und völlig tolerant 
in konfessionellen Fragen. Dies war der wesentliche Streit- 
punkt in der Familie, Da der Vater auf der Einhaltung rituel- 
ler Gebräuche bestand, die seiner Frau und seinen Söhnen fremd 
waren, gab es des öfteren Meinungsverschiedenheiten, in denen 
die Mutter nicht nachgab, die aber dazu führten, daß Hans und 
sein Bruder Max das traditionelle orthodoxe Dogma ablehnten. 

In Frankfurt/M. besuchte Hans das Lessing Gymnasium, auf 
dem er 19o7 das Abitur ablegte. Auf dem Gymnasium war er ein 
guter Schüler, obschon keineswegs stets der beste; er ging 
nicht gern zur Schule, liebte aber besonders die Mathematik, 
war auch im Sport recht gut und gewann mehrmals Preise im 
Schwimmen und einmal im Turnen, während ihm Fremdsprachen 
nicht lagen und nicht leicht fielen. Er hasste das Auswendig- 
lernen, das in dieser Zeit auf den deutschen Schulen verlangt 
wurde. Er bestand das Abiturium 19o7 ohne Schwierigkeit, ob- 
schon ihn in diesen Monaten die Reichstagswahlen mehr als die 
.Vorbereitungen zum Examen interessierten. 

Seine Universitätsstudien in Rechtswissenschaft und Natio- 
•nalökonomie begann er in Freiburg, wo er drei Semester von 
19o7 bis 19o8 studierte. 

Noch in den letzten Jahren auf dem Gymnasium hatte Hans 
sich an eine beträchtliche Zahl seiner Klassenkameraden freund- 
schaftlich angeschlossen, mit denen er Interessen an Literatur 
und Dichtung, an dramatischen Vorführungen und an der inneren 
und äußeren Politik teilte. Mit ihnen besuchte er auch eine 
Tanzstunde, die sie mit jungen Mädchen zusammenführte, und die 
abwechselnd in den Häusern der beteiligten Familien an den Sonn. 
■ abenden zusammenkam. Mit seinen Eltern unternahm Hans während 
der Schulzeit Reisen nach Holland, Belgien und der Schweiz, von 

- 5 - 












denen ihn besonders eine Fahrt ins Engadin mit V/anderun,/:^en auf 
die Hohe Gcheidegg beeindruckt hat. In der Schule unternahmen 
die Kinder im allgemeinen keine größeren V/anderun^^en mit Aus- 
nahme einiger kurzen Fahrten in den Spessart und den Schwarzwald. 

Noch vor seinem Abitur lernte Hans im Jahre 19o6 seine spä- 
tere Frau, Anna Margarete Graetz flüchtig kennen, die von einer 

Mk^« »»■ •■mm' .»mm — l r^ 

Freundin, Ada Schiff, zu einem Besuch mitgebracht wurde. Anna 
war 189o in Dresden geboren worden; ihre Eltern waren viel krank, 
und ihre Erziehung wurde zum großen Teil Gouvernanten überlassen. 
Anna besuchte das Untel'sche Institut, eine bekannte Privatschule J 
deren Umgangssprache Französisch war, auf der auch zahlreiche aus 
ländische Mädchen unterrichtet wurden. Mit 16 Jahren verließ 
Anna das Institut und kam nach Frankfurt/M., um die Gymnasial- 
kurse für Mädchen zu besuchen^ sie wohnte bei ihrem Onkel, Prof. 
Ludwig Cohnstaedt. Ihre Verwandten hatten die eigene gleichaltri- 
ge Tochter zwei Jahre vorher verloren und nahiien sich Annas wie 
eines eigenen Kindes liebevoll an. Die Gymnasialkurse interessier-l 
ten sie aber nicht sonderlich; sie fand den Unterricht trocken 
und brach ihn nach zwei Jahren, kurz nach dem Tode ihres Vaters, 
ab, um sich der sozialen Arbeit zu widmen, die sie mehr als eine 
akademische Ausbildung anzog. Sie besuchte nun das Kinder./-ärt- 
nerinnen-Seminar von Fräulein Schwarz in Frankfurt/M. In der Aus- 
bildung im Kindergärtnerinnen-Seminar fühlte sie sich sehr, glück- 
lich, schloß sich an mehrere Mitschülerinnen an, besonders auch 
an eine nicht viel ältere Lehrerin, Helene Katz-Adorno, war fröh- 
lich und von außerordentlicher Anmut. Neben der theoretischen 
Ausbildung arbeitete Anna praktisch in der "Anstalt für private 
Fürsorge" und im "Verein Kinderschutz", was als ihre praktische 
Ausbildung verlangt wurde. .. , \ 

Nach Abschluß des Kindergärtnerinnen-Seminars ging Anna 19o8 
nach Berlin, um die soziale Frauenschule von Frau Dr. Alice 
Salomon zu besuchen. Auch in Berlin setzte sie neben den theo- 
retischen Kursen an der Schule ihre praktische Ausbildung in 
der "Zentrale für private Fürsorge" unter Leitung des bekann- 
ten Philanthropen Dr. Albert Levy fort, die ihr Freude machte. 
Dort wurde sie auch in den Kreis des fortschrittlichen Politi- 

- 4 - 












- 4 - 

kers Dr. Friedrich :^Iaumarm eingeführt und wurde mit Professor 
Theodor Heuss, dem späteren ersten Bundespräsidenten, und sei- . 
ner Frau Elli Heuss-Knapp_ feefreundet. 

Für Hans bedeutete der Beginn seiner Studien an der Univer- 
sität Freihurg die erste Trennung vom Elternhaus. Gleich im er- • 
sten Semester schloß er sich dem gerade neu gegründeten »Deutsch- 
Akademischen Freibund"an und trat der"Süddeutschen Volkspartei" 
bei. Neben seinen Studien nahm er höchst aktiv an der "Freien 
Studentenschaft" und an den soeben geschaffenen Arbeiter-Unter- 
richtskursen teil. Im Sommer 19o8 wurde er zum Vorsitzenden des 
"Sozialwissenschaftlichen Studenten-Vereins" gewählt. Von seinen 
Lehrern war damals Professor Sf^l^lze-Gäyerni t_z , der Vertreter 
des Genossenschaftswesen, von besonderem Einfluß auf sein Denken 
sowie Professor Rickert, der ihn mit der Philosophie von Kant 
und Haeckel vertraut machte. 

Durch das Studium der Werke Kants wurde Hans' Lebensphilosophie 
geformt. Während er in den letzten Jahren auf dem Gymnasium, sehr 
durch die Bücher Ernst .Haeckels beeinflußt, zum Anhänger des Ma- 
terialismus geworden war, änderte sich nun seine Weltanschauung 
und machte ihn zum Kantianer, der er bis zum Ende seines Lebens 
blieb. Ohne im konfessionellen Sinne gläubig zu sein, war Hans 
davon überzeugt, daß es jenseits des Erkennens eine transzenden- 
tale Welt gibt, die der menschlichen Vernunft verschlossen bleibt. 
In diesem Punkte stimmte seine spätere Frau Anna vollkommen mit 

ihm überein. 

Durch seine Teilnahme am "Deutsch-Akademischen Preibund" wurde- 
Hans in Preiburg sehr bald mit dem jungen Tübinger Privatdozen- 
ten und Führer der "Freien Studentenschaft", Wilhelm Ohr, bekannt, 
was zu einer engen Freundschaft zwischen beiden bis zum allzu 
frühen Tode Dr. Ohr's führte. Wilhelm Ohr hatte gerade damals den 
"Nationalverein für das liberale Deutschland" gegründet, der sich 
als Ziel setzte, eine Zentrale politischer Schulung für freiheit- 
liche Elemente zu werden, wie sie in ähnlicher Form von katholi- 
schen Kreisen in München-Giadbach im "Volksverein" versucht wurde. 
Auf dem ersten politischen Schulungskurs des "Nationalvereins" 
in Frankfurt/M. zu Ostern 19o8 lernte- Hans auch Professor Martin 

. ' - 5 - 



i^i'-y^fi^r-ifli 









- 5 - 
Rade kennen, mit dem ihn und später auch Anna eine warme Freund- 
schaft verband. 

Im Wintersemester 19o8/o9 setzte Hans seine Studien in Berlin 
fort. Er hörte dort Strafrecht hei dem berühmten, fortschritt- 
lich gesinnten Kriminalisten, Professor Franz von Liszt, Reli- 
gionsphilosophie hei Professor Adolf von Harnack, dem führenden 
Geist theologischer Philosophie, und deutsche Literaturgeschich- 
te hei Professor Erich S^chmidt. Auch konnte er sich in Berlin 
ohne Schwierigkeit seinen politischen Neigungen widmen, konnte 
Verhandlungen des preußischen Landtages beiwohnen, für den er 
eine Journalistenkarte von einer Preiburger Zeitung erhalten 
hatte, und zu den Sitzungen des Reichstages gehen, für die er 
Karten von dem sozialdemokratischen Abgeordneten Ludwig .Frank 
aus Frankfurt/M. erhielt. 

Die politischen Ereignisse des Jahres, der Bruch des Kaisers mit 
Reichskanzler Bülow und der Sturz des Bülow-Kabinetts gaben Kans 
Gelegenheit, im Sommer 19o9 seine ersten öffentlichen Wahlreden 
für die "Freisinnige Volkspartei" im Wahlkreis Oberbarnim bei 

Berlin zu halten. 

Zum Sommersemester ging er an die Universität München, wo für ■ 
ihn die volkswirtschaftlichen Vorlesungen des berühmten "Kathe- 
dersozialisten"Professor Lujo Brejntano die. größte Anziehungs- 
kraft hatten. Daneben benutzte Hans dieses Sommersemester zu 
Ausflügen zu Fuß und zu Rad in die bayerischen und oesterrei- 
chischen Alpen verbunden mit einer Besteigung des G-roßvenedigers 
und der Zugspitze durch das. Höllental, an der sich auch Hans» 
Bruder Max beteiligte. 

Von München aus'^^ging Hans auf zwei Semester nach Marburg und be- 
teiligte sich dort neben seinen Studien weiter an den Veranstal- 
tungen des "Akademischen Freibunds", der unter der Leitung seines 
Freundes Professor Martin Rade sowie von Professor Schücking, dem 
führenden Mitglied der Friedensbewegung und Professor Paul Natorp , 
dem bekannten Vorkämpfer der Sozialethik, stand. 

Nach Abschluß seiner Studien bestand er im November 191 o am 
Oberlandesgericht Kassel sein Referendarexamen. Noch im vorange- 
henden Winter 19o9 hatte er sich in Frankfurt/M. an der Gründung 

- 6 - 






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- 6 - 

eines Vereins "Jung-Prankfurf als einer Jugendgruppe der Fort- 
schrittlichen Volkspa2:^tei beteiligt, deren langjähriger Vorsit- 
zender er einige Zeit danach wurde und dem auch seine Prau im 
Vorstand mit angehörte. Wahrend soinor Rof erendarausbildung 
xt^ru\ VrAT.v^ 7>oA\: noiuo Pv^U (ioinI i :ui(uM,/i l, i on untor Pr'ofofJBor oGhüokinr-^, 
>'U'U*bui\i;^, vorL'Uberei len und sich weiter politisch an dor Loitun/:>; 
der Frankfurter Zweigstelle des "Nationalvereins für das libe- 
rale Deutschland" und an der Abfassung der von Wilhelm _Ohr ge- 
leiteten Schriftenreihe des Vereins zu betätigen, in denen er 
Aufsätze über "Die politischen Parteien"^ "Die Konservativen", 
"Die Antisemiten" und "Die Vorkämpfer deutscher Freiheit" ver- 
fai3te. Außerdem schrieb er ein kleines Lehrbuch über das Vereins« 
und Versammlungsrecht und half Dr. Ohr bei den Vorbereitungen 
der politischen Unterrichtskurse. Im V/inter 1911 fuhr Hans nach 
Eschwege, um im dortigen V/ahlkreis die Propaganda für eine Wahl 
Wilhelm Ohr»s zum Reichstag zu leiten, die aber nicht von Erfolg 
war. 

Nach der Ptückkehr nach Frankfurt/M. , nach dem Abschluß des 
Reichstagswahlkampfes fand sich in Frankfurt/M. eine ganze Zahl 
junger Männer und junger Mädchen zusammen, die an Wochenenden 
gern Wanderungen oder Radfahrten unternahmen, aber auch sonst 
gemeinsam Theateraufführungen und Konzerte besuchten und eigene 
Feste veranstalteten. Sie waren etwas älter als die Angehörigen 
der zahlreichen anderen Bünde der Jugendbewegung und nannten sich 
"Der Lauf klub" . Hans gehörte zu den Mitbegründern, Anna schloß 
sich der Gruppe im März 1912 an, als Hans Vorsitzender des Ju- 
gendvereins Jung-Frankfurt geworden war, dem Anna auch als weib- 
liche Vertreterin im Vorstand angehörte. 

Anna hatte unterdes nach Abschluß ihrer sozialen Fortbildung 
in Berlin zusammen mit einer jungen Kollegin, Grete Müller, die 
Leitung eines kleinen Kinderheims der Berliner "Zentrale für 
private Fürsorge" in Miersdorf bei Berlin übernommen, was bei 
der Jugend der beiden jungen Frauen ein rechtes Wagnis war. 
Dach einer kurzer Englandreise mit ihrer Mutter nahm Anna im 
Herbst 1911 eine Anstellung als Helferin im Reichswaisenhaus 

- 7 - 



l^:M5l^lv^*•:] 












chen gemeinsamen Interessen beider ist es nicht erstaunlich 



- 7 - 

in Niederbreisig am Rhein an^ die sie aber aufgab, als sie von 
ihren Verwandten Cohnstaedt in Frankfurt benachrichtigt v;urde, 
daß deren Sohn Emil im Sterben liege. Anna fuhr sofort nach 
Prankfurt, um Frau Cohnstaedt in dieser schweren Zeit zur Seite 
zu stehen. Sie blieb nach dem Tode des Sohnes im November 1911 
bei ihrem Onkel und ihrer Tante und nahm eine Anstellung bei der 
"Zentrale für private Fürsorge" in Frankfurt an, die damals von 
dem späteren Professor Pr. Wilhelm Polli&l^e.it geleitet wurde. 

« 

Bei den Wanderungen und Ausflügen der Jugendgruppe "Laufklub" 
lernten sich nun Hans und Anna besser kennen. Bei den zahlrei- 

, dalB 

sie sich im Herbst 1912 heimlich verlobten. Anna verließ um dies 
Zeit Frankfurt nochmals, um auf einer Tagung des Bundes Peut- 
scher Frauenvereine in G-otha einen Vortrag über die Arbeit der 
Jugendgruppen zu halten, der von Frau Pr. Gertrud Bäum er als der 
Vorsitzenden der Tagung außerordentlich gelobt wurde, und um an- 
schließend noch in Berlin an einem Aufbaukurs an der Sozialen 
Frauenschule von Pr. Alice Salomon teilzunehmen; daneben arbei- 
tete sie wieder praktisch in der Berliner "Zentrale für private 
Fürsorge". Einige Wochen später kam Hans anläßlich des preußi- 
schen Parteitages der Fortschrittlichen Volkspartei nach Berlin 
und konnte dort mit Anna zusammen sein. Im März 1913' mußte Anna 
aber zu ihrer in San Remo schwer erkrankten Mutter fahren und 
deshalb ihre Tätigkeit in Berlin aufgeben. Von Italien kehrte sie 
im Juni nach Frankfurt zurück. Hans nahm im Oktober an der gro- j 
ßen Tagung der deutschen Jugendbewegung auf dem "Hohen Meissner" 
teil. 

Am 14. Februar 1914 verlobten sich die beiden förmlich. Nach 
zahlreichen Feiern im Kreise beider Familien und bei ihren vielenj 
jungen Freunden legte Hans sein Poktorexamen in Marburg ab. Seine 
Pissertation "Pie geistesgeschichtlichen Grundlagen der konstitu- 
tionellen Theorie" ist 1914 im Verlag J.C.B. Möhr in Tübingen als 
Buch erschienen. Anna gab nach ihrer Verlobung ihre Stelle bei 
der Zentrale für private Fürsorge in Frankfurt auf, um freier zu 
sein, arbeitete aber noch ehrenamtlich bei der Zentrale weiter. 

- 8 - 






I 



:'i''-ÖJ'' 



- 8 - 

Im Sommer fuhren die Verlobten mit Annas Großmutter in die Tiro- 
ler Alpen und entschlossen sich, nach dem Attentat von Serajewo 
und dem Ausbruch des ersten Weltkrieges am 2o. August 191^1 in • 
Prankfurt zu heiraten und nicht erst die Ablegung von Hans »Ass- 
essor-Examen oder das Ende des Krieges abzuwarten. Viele ihrer 
Freunde waren bereits zu den Waffen einberufen und waren bei der 
Hochzeitsfeier schon in Uniform, Das junge Paar machte daher nur 
eine kurze Hochzeitsreise nach Königstein. • 



■ II. .• . - 
_Im_ersten Weltkrieg 

* ■ » 

Obschon beide erv;arteten, daß Hans auch bald eingezogen werden 
würde, wurde er im Oktober 1914 bei einer Musterung wegen eines 
chronischen Nierenleidens als"untauglich"befunden. Das junge Paar 
bezog die Wohnung einer Bekannten, die in England geblieben war. 
Im April 1915 gingen sie auf einige Zeit nach Berlin, wo Hans am 
"26. Juni sein Assessorexamen bestand. Danach kehrten sie nach 
Prankfurt zurück; Hans wurde auf Verwendung des mit ihnen befreun- 
deten stellvertretenden Bürgermeisters, Stadtrat Hermann Luppe 
(später Oberbürgermeister von Nürnberg und einer der bekanntesten 
deutschen Kommunalpolitiker) zunächst zur unbesoldeten, informa- 
torischen Beschäftigung im Armenamt der Stadt am 27. Juli 1915 
angenommen. Hiermit begann Hans Maiers Tätigkeit in der sozialen 
Arbeit, die für ihn wirklich der erwählte Beruf war. und ihn weit 
mehr als eine Tätigkeit in der Staatsanwaltschaft oder auf dem Ge- 
richt anzog. In einem Brief an Professor Martin Rade vom 9. April 
1915 schrieb er darüber; "Ich bin eben beim Armenamt als Assessor 
beschäftigt. Die Tätigkeit befriedigt mich sehr. Bei der städti- 
schen Verwaltung kann man doch in. ganz, anderem Maße helfen als 
bei der Justiz." , ..." 

In seiner Wendung zur sozialen Arbeit hat ihn Stadtrat Luppe be- 
sonders beeinflußt, der ihn über die großen Aufgaben der Kommu- 
nalpolitik als wichtige gesellschaftliche, demokratische Kraft, 
besonders auch als Trägerin der sozialen Sicherung und Fürsorge 

- 9 - 









.-'s'^^äfs^'i^: 



- 9 - 

für die unterdrückten und notleidenden Schichten der Bevölkerung 
aufgeklärt hatte, während er von Professor Martin Rade das Vor- . 
bild humanitären und toleranten Wesens gegenüber allen Mitmen- 
schen und der Achtung für andere Weltauffassungen und Werte ge- 
lernt hatte. Als dritte Persönlichkeit, die Hans Maiers Werden 
stark beeinflußt hatte, ist der schon erwähnte Dr. Wilhelm Ohr 
zu nennen, von dem er die Ideale freiheitlicher politischer Ge- 
sinnung und unabhängigen kritischen Denkens übernahm, die ihn 
später zum Anschluß an die sozialdemokratische Partei veranlaßten. 

Nachdem Hans und Anna Maier im August eine eigene Wohnung be- 
zogen hatten, wurde am 12. August 1915 ihr erstes Kind, Hanni, 
geboren. Wenige Tage darauf wurde Hans auf Verwendung von Stadt- 
rat Luppe als juristischer besoldeter Hilfsarbeiter beim Magi- 
strat Prankfurt angestellt und im November zum stellvertretenden 
Vorsitzenden des Gewerbe- und Kaufmannsgericht ernannt. Er kam 
hierdurch in enge Beziehungen zur Arbeiterschaft und zum Arbeits- 
recht, das ihn von dieser Zeit an besonders interessiert hat und 
ihn klarere Einblicke in die sozialen und wirtschaftlichen Ver- 
hältnisse der Arbeiterschaft gewinnen ließ. 

Im Juli 1916 fiel Wilhelm Ohr in den Kämpfen an der Somme; es 
war ein sehr schwerer Verlust für Hans und Anna, die ihn als ihren 
treuesten Freund beklagten und nie über seinen Verlust ganz hin- 
weggekommen sind. 

Im Herbst 1916 wurde Hans zum ersten Male zur sozialpädagogi- 
schen Lehrtätigkeit an dem Frankfurter Frauenseminar für soziale 
Berufsarbeit herangezogen, eine Arbeit, die ihm große Freude be- 
reitete und sich auch mit den Interessen Annas traf, so daß bei- 
de hierdurch eine Reihe von neuen Freundschaften gewannen, was 
für Hans auch eine wertvolle Vorbereitung zu seiner späteren Mit- 
arbeit an der Wohlfahrtsschule der Arbeiterwohlfahrt in Berlin 
bedeutete. Wie stark Hans» Begabung als Lehrer in der Wohlfahrts- 
pflege war, mag durch die Schilderung einer seiner Schülerinnen 
in diesen Kursen gezeigt werden. Sie schreibt: 

"Ich war damals 17 Jahre alt, als ich mich im Frauenseminar für 
soziale Berufsarbeit an einem vier Monate langen Kurs "Einführungs- 
kuro in oozialo und ethische Fragen" beteiligte. Hans Maier war 
damals 28 Jahre alt. Seine Frau saß zu meiner Rechten in der Klas- 

- 1o - 



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se. Als jemand sie fragte, wie es dem Baby (Hanni) gJnge, v/ollte 
ich es nicht glauben,^ daß sie ein Kind haben könne, Sie sah so 
jung aus! Hans »Präsentation der Vorträge war f aszinierendr^ man 
konnte nicht umhin, als von Anfang bis zum EnHe gespannt zuzu- 
hören. Kr lehrte Armenrecht und soziale und soioia'i -politische 
Geschichte, ]']r eröffnete mir damals eine neue Y/elt ..." 
"Wrst viel später in den UTiA ist mir ganz klar gev;orden, unter 
welchem Kastengeist und Klassengeist Deutschland damals litt . . 
Erst durch Hans ist mir klar geworden, daß man etwas ßegen diese 
Spaltung tun kann, und daß es die Verantwortung der Gesellschaft 
ist, diese Unterschiede auszugleichen...... Ich war damals die 

Jüngste in diesem Kurs, und meine Lebenserfahrungen v/aren im all- • 
gemeinen so gering, daß ich nicht mitkam. Aber Hans hat damals 
irgendwie meinen Hunger nach mehr Wissen auf diesem Gebiet ge- 
spürtj so fragte er mich, ob ich auf eine Zeit lang eine Beobach- 
tungsperiode auf dem damaligen städtischen Armenamt mitmachen 
wollte. Ich stimmte natürlich freudig zu. Ergab mir Gelegenheit, 
einen Einblick in die verschiedenen Zweige der Arbeit zu bekom- 
mene Jugendfürsorge, Altersfürsorge, Trinker-, Wohnungs- und Mit- 
telstandsfürsorge." "Bei ihm habe ich nichts von dem deutschen 
bürokratischen Geist verspürt, der damals leider einem die Flü- 
gel so sehr in Deutschland stutzte.'' ... "Damals hat sich die 
Freundschaft mit ihm und seiner Familie herausgebildet, die buch- 
stäblich bis zu seinem Lebensende angehalten hat. Dank seines Ein- 
flusses entschloß ich mich, die noch sehr junge und idealistisch 
aufgebaute Soziale Frauenschule zu besuchen. Um eintreten zu kön- 
nen, ging ich auf die Universitätsklinik nach Marburg und legte 
dort mein Schwesternexamen ab," "^-^ 

Im Laufe des Jahres 1917 verstärkten sich die politischen Kräf- 
te, die sich gegen jeden Verständigungsfrieden wandten und die Re- 
gierung zum hemmungslosen U-Boot-Krieg veranlaßten. Hans und Anna 
bedauerten diese Haltung aufs tiefste. Ihre Sympathien lagen bei 
der "Zentralstelle Völkerrecht", die unter der Leitung von Pro- 
fessor .Quidd^e, Professor S chückijig , Dr. Wirth (dem späteren Reichs- 
kanzler) und Professor Rössler in Prankfurt ihre'n Sitz aufcreschla- 
gen hatte, wo Hans oft mit ihnen allen zusammentraf. 

Hans hatte aber schon wesentlich früher schwere Sorgen wegen 
des wachsenden Einflusses der fanatischen "All-Deutschen", der 
Vorläufer der Nationalsozialisten, die in ihren Eroberungsgelü- 
sten immer wilder wurden, wenn ein Sieg der deutschen Truppen 
ihnen Aussicht auf weitere Erfolge zu versprechen schien. Schon 
im April 1915 schrieb Hans an seinen verehrten Lehrer, Professor 
Martin Rade, um ihm einen Vorschlag zu unterbreiten, wie die Men- 
schen "hinter der Front" einen künftigen gerechten Frieden vorbe- 
reiten könnten, der nicht auf Eroberungsgelüste, sondern auf die 

- 11 - 



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rn 



_ 11 - 

ethischen Prinzipien der Kantischen Philosophie aufgebaut sein 
müßte. In diesem Schreiben wirft er die Präge auf: "Wäre es nicht 
möglich, das ethische Prinzip zu einer die Staatenverhältnir.se 
regelnden Richtschnur zu erheben?" Er war zweifellos von Kant 's 
Schrift "Zwi ewigen Frieden" hierzu angeregt worden, wohl auch 
von den pazifistischen Ideen seines Vaters und Professor Quidde's 
und zeigte in diesem Vorschlag eine prophetische Ahnung der spä- 
teren Vorschläge Präsident Woodrow Wilsojis für die Schöpfung des 
Völkerbundes nach dem Ende des Weltkrieges im Jahre 1913. Im Früh 
jähr 1915 dachte Hans Maier nicht daran, noch einen neuen Verein 
zur Förderung dieser Idee zu gründen, da ja schon ohnehin so vie- 
le Vereinigungen beständen, sondern eine Korrespondenz zu gründe 
die politische Fragen unter ethischen Gesichtspunkten behandeln 
würde. Er schlug vor, daß man bedeutende freiheitlich gesinnxe 
Gelehrte wie Friedrich Wilhelm Förster. Professor Tro_e_lt_s^ und 
Menschen aus dem Medric.hskreis zur Mi^rbeit gewinnen könnte, und 
auf diese Weise ein Gegengewicht gegen die im Kriege übliche und 
wachsende Verbreitung von Lüge und Haß und Vergiftung durch die 
Aufstachelung niedrgster Leidenschaften durch die Zeitungen zu 
schaffen. 

Nachdem der verschärfte U-Boot-Krieg Amerika zur Kriegserklärung 
gegen Deutschland veranlaßt hatte, verschlechterten sich die 
' Kriegslage und die Lebensmittelversorgung erheblich. Und als im 
Sommer 1917 der Versuch einer Priedensvermittlung durch den Papst 
gescheitert war, wurde es deutlich, daß kein Verständigungsfriede 
mehr möglich war. 

Anfang 1918 wurde Hans zuir, Leiter der neugegründeten öffentlichen 
Hausratsgesellschaft für Hessen-Nassau ernannt, nachdem er schon 
zuvor die städtische Altmöbel-Bewirtschaftung in Frankfurt verwal 
tet hatte. Er arbeitete ferner auf Verlangen der Stadt eine Vor- 
lage für die Einrichtung eines städtischen Wohlfahrtsamtes aus, 
die vom Magristrat und der Stadtverordnetenversammlung gebilligt 
wurde und im Laufe der folgenden Jahre auch von mehreren anderen 
Städten als Beispiel übernommen worden ist. . 

- 12 - 



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- 12 - 



III. 



Die Weimarer Republik 

Schon während des Krieges hatten Hans und Anna ihr Vertrauen 
in die Monarchie verloren und waren "Repuhlikaner " geworden. Beim 
ZusamiTienbruch des Kaiserreiches waren sie deshalb bereit , mit 
vollem Herzen die Republik zu unterstützen. 

In der Nacht zum 9. November 1918 wurde die Macht in Frankfurt 
vom Arbeiter- und Soldatenrat übernommen. Die Arbeit in der 
städtischen Verwaltung blieb aber weiterhin sehr aufreibend, da 
die gewaltigen Aufgaben der Demobilisierung zu bewältigen waren. 
Zehntausende von Soldaten kehrten täglich aus dem Felde zurück, 
ohne vorerst Arbeit zu finden. Hunderttausende von Alten Erv/erbs- 
beschränkten und Frauen verloren ihre Arbeit in den Kriegsbetrie- 
ben, als die bisher ausschließlich auf Kriegsmaterial ausgerich- 
tete industrielle Produktion plötzlich eingestellt wurde. Alle 
Rohstoffe mußten abgeliefert Werdens Eisen, Metalle, G-urami, Nah- 
rungsmittel. Das gesamte Verkehrswesen stockte. 

Aber dieses Chaos, das nicht nur in Frankfurt, sondern in vie- 
len Städten herrschte, wich bald wieder einer gev;issen Ordnung. 
Dagegen bedeutete die ganze politische Entwicklung eine schwere 
Enttäuschung für Hans und Anna, die mit vielen ihrer Freunde von 
dem Zusammenbruch des Kaiserreiches und des preußischen Milita- 
rismus eine moralische V/andlung zu einem Staat mit genossenschaft- 
lichem Aufbau und auf freiheitlich-demokratischer Grundlage er- 
hofft hatten. Es herrschte damals im Volke und besonders in der 
Jugend ein Heißhunger nach neuen geistigen und sozialen Werten, 
nach der Möglichkeit aufrichtiger Aussprache, nach der Befreiung 
von den Fesseln der Kriegszensur und von den Lügennachrichten der 
militärischen Leitung. Die Folge dieser Strömung v;ar ein gewalti- 
ges Anschwellen der Versammlungen, Diskussionsgruppen, Vorträge' 
und Zusammenkünfte, auf denen politische, wirtschaftliche, ge- 
werkschaftliche und kulturelle Fragen besprochen wurden. Hans 

- 13 - 









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- 13 - 

Maier hatte fast an jedem Abend in eaner dieser Versammlungen zu 
sprechen, wurde von den verschiedenartigsten Gruppen und Verbän- 
den a^s Sprecher eingeladen. Und Anna ging fast immer zu diesen 
Veranstaltungen mit, die sie auch selbst stark interessierten, be- 
sonders zu Ausspracheabenden und Zusammenkünften der zahlreichen 
freideutschen Jugendgruppen. 

In diesen Monaten war auch Anna innerlich glücklich und nach dem 
Ende des Kriegsmordens wie aufgelebt, weil die seelische Last der 
Menschenvernichtung und des Krieges von ihr genommen war. Dabei 
waren Hans und Anna in dieser Zeit beide außerordentlich stark 
durch ihre Arbeit in Anspruch genommen, und Anna wurde auch oft 
von den zahlreichen G-rippeepedemien betroffen, die nach dem Krie- 
ge und der durch die Blockade verursachten Nahrungsmitteln und Koh- 
lenknappheit verschärft auftraten. 

Im Laufe des Jahres 1919 verursachten zahlreiche Streiks Schwie 
rigkeiten im Verkehrswesen und eine starke Ernüchterung der Hoff- 
nungen auf eine rasche wirtschaftliche und politische Erholung 
des Landes. ■ . . 

Im Herbst 1919 wurde Hans auf ein^r Versammlung des ^'Deutschen 
Vereins für öffentliche und private Fürsorge" In Berlin in den 
Hauptausschuß dieser Organisation gewählt, dem auch sein erster 
Chef in der Frankfurter Armenverwaltung, Stadtrat Karl Fl^e^sch, bis 
zu dessen Tode im Jahre 1915 lange angehört hatte. Bas Beispiel 
Stadtrat Flesch's hat die Ideen Hans Maiers wesentlich beeinflußt. 
Flesch hatte schon seit 1886 dem Hauptausschuß des Deutschen Ver- 
eins angehört und bereits in diesem Jahre auf der Jahresversamm- 
lung des Vereins in Stuttgart die Auffassung vertreten, daß die 
öffentliche Fürsorge keineswegs nur eine zweitrangige Stellung, 
subsidiär neben der privaten Wohltätigkeit einzunehmen habe. 
Später, im Jahre 19o1, hatte Flesch verlangt, daß die Verelen- 
dung der Bevölkerung in erster Linie durch sozialpolitische Maß- 
nahmen, nicht durch die öffentliche Armenpflege bekämpft und ver- 
hindert werden müsse. Er sprach sich damals für einen großzügigen 
Auöbau der Sozialversicherung aus und wollte die Aufgabe der öf- 
fentlichen Armenpflege darauf begrenzen, eine intensive Hilfe für 

- U - 









- u - • 

solche Notstände zu gewähren, die im Rahmen der Sozialpolitik 
übersehen oder doch nicht voll erfaßt werden konnten. Plesch führ- 
te damals aus. die Armut könne als "soziale Krankheit" im Ganzen 
nur durch die Sozialpolitik zurückgedrängt werden, man dürfe nicht 
länger eine Massenarmut als einen dauernden, unveränderlichen Zu- 
stand hinnehmen. Als dann im Jahre 1922 das Frankfurter Wohlfahrts- 

1 ) 
amt eine Schrift "Karl Flesch 's soziales Vermächtnis"^ herausgab, 

war Hans der Herausgeber und verfaßte das Vorwort zu diesem Buchj 

auch veröffentlichte er außerdem im folgenden Jahre in der "Sozia- 

2 ) 
len Praxis" Einen Aufsatz "Webbs undPlesch''^ S i^ ^^^ ^^ zeigte, 

daß die Auffassung Karl Flesch»s sehr den Gedanken der führenden 
englischen Sozialpolitiker, Professor Sidney Webb^ und Beatrice 
Potter-Webb, verwandt sei, die auch die Beseitigung der Klassenar- 
mut durch sozialpolitische Maßnahmen und einen Ausbau der Sozial- 
versicherung als einen Ersatz für die entwürdigende alte Armen- 
pflege verlangten. Es ist bemerkenswert, daß diese grundlegende 
Idee später auch von der Arjo e i^t erw oh 1 fahrt als eine ihrer wesent- 
lichen Forderungen übernommen wurde, bei deren Gründung Helene 
Simon die gleiche Theorie vertrat, nachdem sie während ihrer frü- 
hen Studien in England eng mit Beatrice und Sidney Webb verbunden 
gewesen war. 

Andere Erkenntnisse, die Hans Maier in seiner ersten Praxis in 
der Wohlfahrtspflege in Frankfurt gewann, machten ihn zu. einem 
überzeugten Verfechter des Gedankens einer einheitlichen, bezirk- 
lich aufgebauten Familienfürsorge. Hierfür sprach er sich zuerst 
in einem Aufsatz "Zur Frage der Quartierschwester" in den Sächsi- 
^ch,en BJ^ättern d^er Wo^hlf ^^^ im März 1921 aus sowie in 

einer weiteren Abhandlung "Die rechtliche Neuordnung des V/ohlfahrts- 
Wesens" in derselben Zeitschrift im April 1924 aus. In der ersten 

1) Schriften des. Frankfurter Wohlfahrtsamtes, Nr. IX,Reitz & 

Köhler, 1922 

' 2) Soziale Praxis, Jahrgang 32 (1923,- S. 291 ff. 



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Abhandlung vertrat Hans Maier Gedankon, die später im gleichen 
Jahr auf der ersten Reichskonferenz der Arbeiterwohlfahrt in Gör- 
litz von tielene Simon in ihrem Vortrag "Aufgaben und Ziele der 
neuzeitlichen Wohlfahrtspflege" als theoretische Grundlage der 
neu geschaffenen Organisation der deutschen Arbeiterschaft auf dem 
Gebiete des Wohlfahrtswesens anerkannt wurde« -^ Hans' fortschritt- 
liche Ideen waren schon im vorangegangenen Jahre anerkannt v/orden, 
als er nach seiner Wahl in den Hauptausschuß des Deutschen Vereins 
auch eingeladen wurde, in Holland zwei Vorträge vor dem ■' Armenrat" 
von Amsterdam zu halten, was ihm die damals seltene Gelegenheit zu 
•einer Fahrt ins Ausland verschaffte. 

In seiner Tätigkeit in der Komjnunalverwaltung in Prankfurt hat- 
te Hans eine beträchtliche Stütze an der Freundschaft mit Stadt- 
rat Luppe, der ihm stets ein wohlwollender Ratgeber war und ihm 
volles Vertrauen schenkte. Las führte dazu, daß Hans unter den Be- 
anten im Scherz "der kleine Luppe" genannt wurde. Als Stadtrat 
Luppe zum Oberbürgermeister von Nürnberg gewählt wurde und am 
1. März 1921 Frankfurt verließ, mußte Hans nun ohne diese starke 
Stütze aus eigener Initiative das Wohlfahrtswesen leiten. Wenige 
Tage nach Luppes Fortgang erfolgte der Kapp-Putsch, der zu einem 
Einmarsch der Reichswehr in Frankfurt führte 5 die Haltung der Sol- 
daten schien zunächst ganz unsicher, ihr Einzug wurde kurz danach 
von einer erneuten Besetzung durch französische Truppen abgelöst, 
da der Einmarsch der Reichswehr vertragswidrig gewesen war. Loch 
die Besetzung dauerte nur kurze Zeit. 

■ Zu Ostern 192o war Hans Maier auch in die Prüfungskommission 
des Frauenseminars für soziale Berufsarbeit gewählt worden und 
setzte nun seine Tätigkeit als Lehrer auf dem Gebiet der Wohl- 
fahrtspflege fort, die ihm später so wichtig wurde und ihm große 
Befriedigung gewährte. Eine seiner Hörerinnen in diesen Kursen 
schreibt darüber: ... 

"Hans Maier war ein wundervoller Lehrer; alle seine Studentin- 
nen schätzten ihn hoch. Er hatte ein ganz ungewöhnliches Verständ- 



3) Vgl. "Helene Simon - Ein Leben für soziale Gcrechtigkeit"von 
Walter Friedländer. Bonn: Arbeiterwohlfahrt Hauptausschuß 1962 
S. 36, 58-78. 

- 16 - 









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- 16 - 

nis und Einfühlungsvermögen, nicht nur in den fachlichen Pra.^cen, 
die er vortrug, sondern auch hinsichtlich der ganzen politischen 
Weltsituation und des Verhaltens der Jugend, die in diesen Zeiten 
besonders erregt und unsicher war. Wir alle lernten in dieser Hin- 
sicht sehr, sehr viel von ihm und sind ihm später sehr dankbar für 
seine geistige Führung und Anregung geblieben." 

Daneben wurde er als ?/litglied mehrerer gewerkschaftlicher Schlich- 

tungsausschüsse herangezogen und gewann weitere wertvolle lOinblicke 

in die ökonomischen und sozialen Verhältnisse der Arbeiterschaft. 

Im Herbst 192o veranstaltete er für den Magistrat im Rathaus 
einen sehr erfolgreichen Lehrgang für "IVIitarbeiter an Wohlfahrts- 
ämtern" , der ausgezeichnet besucht war. Hingegen erwies sich nach 
Luppes Fortgang seine Stellung in der Stadtverwaltung nicht als so 
sicher, wie er selbst es gedacht hatte, weil einige Mitglieder des 
Magistrats sich dagegen wandten, daß er bei seiner Jugend die Stel- 
le eines Magistratssyndikus erhalten sollte. Ihm wurde vor allem 
vorgeworfen, er habe als Gewerberichter zu oft zu Gunsten der Ar- 
beiter entschieden. Schließlich gelang es aber mehreren Freunden 
Oberbürgermeister Luppes im Magistrat - darunter Luppes Nachfolger, 
Bürgermeister Graf, - den Widerstand zu überwinden, so daß Hans im. . 
April 1921 zum Magistratssyndikus ernannt wurde. 

Neben seiner Tätigkeit in der Frankfurter Wohlfahrtsverwaltung 
war Hans auch als Mitglied in den Aufsichtsrat der "Deutschen Haus- 
haltswerke" gewählt worden, eine Tätigkeit, die häufige Reisen 
nach Berlin erforderte. Außerdem wurde er zu Vorträgen nach Köln, 
Nürnberg und Karlsruhe sowie in zahlreiche Orte in der Nähe Frank- 
furts aufgefordert. 'Nach dem schweren Explosionsunglück in Oppau 
brachte er das Hilfsangebot des Frankfurter Wohlf ahtsamtes für die 
Opfer der Katastrophe dorthin. An der Sitzung des Hauptausschusses 
des Deutschen Vereins in Weimar nahmen Hans und Anna gemeinsam teil. 

Im Oktober 1921 traten Hans und Anna aus der demokratischen Par- 
tei aus und legten ihre Ämter dort nieder, weil die politische 
Entwicklung dieser Partei sie tief enttäuscht hatte; die Partei 
war immer mehr unter den Einfluß ihrer großkapitalistischen Geld- 
geber geraten, die verlangten, daß die Politik nach ihren priva- 
ten Geldinteressen orientiert würde und soziale Forderungen izu- 
rückstelle. Der verantwortliche demokratische Wehrminister lieb- 

• ^ 17 - 









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^ 17 - 

äugelte mit den Verbänden der illegalen "schwarzen Reichswehr" 5 
maßgebende Führer zeigten sich sehr lau gegenüber dem Verlangen 
der Jugend nach politischer Demokratie. Die Wirtschaftspolitik der 
Partei war geleitet von ihrer Feindschaft gegenüber den notwendi- 
gen Steuern, die zur Ohnmacht des Staates gegenüber den Finanzmäch- 
ten und zu einer allgemeinen Inflation führen mußte. 

Folgerichtig traten dann Hans und Anna im April 1922 der Sozial- 
demokratischen Partei bei, deren Prinzipien ihren eigenen Ideen 
entsprachen. Beiden fiel der Abschied von vielen alten Freunden in 
der Demokratischen Partei indessen nicht leicht, weil sie mit ihnen 
durch langjährige Freundschaft verbunden waren. 

Es war nur folgerichtig, daß Hans und Anna nun auch der Arbei- 
terwohlfahrt beitraten, deren Programm aufgrund der Vorschläge von 
Dr. Helene Simon schon auf der Reichskonferenz in Görlitz im Jahre 
1921 zu derselben Zeit ganz den Gedanken Hans Maiers über die Aus- 
gestaltung einer modernen Wohlfahrtspflege entsprach. Dies bezog 
sich sowohl auf die Notwendigkeit, die vorbeugende Natur der Wohl- 
fahrtspflege in Verbindung mit der Sozialversicherung zu betonen, 
' als auch darauf, die Notwendigkeit, die veraltete, entwürdigende 

. Armenpflege mit ihren politischen Nachteilen für die Unterstützten 
durch eine Fürsorge zu ersetzen, die den Leidenden eine gesunde 
Lebenshaltung ermöglicht, ihre Kräfte zur Selbsterhaltung stärkt 

•und ihre Menschenwürde und politische Freiheit achtet, so daß die 
Wohlfahrtspflege nicht länger nur so kärgliche Leistungen gewährt, 
daß die Hilfsbedürftigen dies als Strafe empfinden, sondern daß 
sie zur Selbständigkeit als politisch Gleichberechtigte ermutigt 
werden. Auch Hans hatte schon vorher die"Verelendungstheorie" 
Ricardos^ abgelehnt, auf der das von Marx und Engels bekämpfte 
Prinzip der proletarischen "Reservearmee" beruhte. Ebenso wie die 
Arbeiterwohlfahrt hatte er sich dafür eingesetzt, daß kein Lumpen- 
proletariat der arbeitslosen V/erktätigen bestehen dürfe. 

Im Vorwort zu dem im Jahre 1922 in Frankfurt vom Wohlfahrtsamt 
veröffentlichten Werk "Karl Flesch»s soziales Vermächtnis", das 
wir schon erv/ähnten, wies Hans Maier darauf hin, daß ein großer 
Teil der darin enthaltenen Aufsätze und Reden des Stadtrats Karl 

- 18 - 



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Flesch während des Sozialistengesetzes erschienen sind, in der sich 
Plesch nicht hatte zur Sozialdemokratie bekennen können, ohne sein 
Amt und seine Wirkungsmöglichkeit zu verlieren. Dagegen zeigt Hans 
Maier auf, daß Plesch» s Forderung nach einem Aushau der Sozialver- 
sicherung und des Arbeitsrechtes, sein Verlangen nach ''Kinderbei- 
hilfen" für Familien mit zahlreichen Kindern, nach besonderen "Lohn- 
ergänzungen" in Zeiten der Arbeitslosigkeit oder schwerer Krankheit 
sich durchaus mit den sozialen Forderungen der Sozialdemokratischen 
Partei und der Freien Oewerkschaf ten deckten, deren Grundsätze und • 
Ziele Flesch freilich häufig nicht ganz verstand und auch mißdeute- 
te. Daß er hingegen die Notwendigkeit einer Arbeitslosenversiche- 
rung ganz in Übereinstimmung mit der SPD und den Gewerkschaften 
voll erkannte, hatte sich bereits darin erwiesen, daß Flesch in 
Frankfurt selbst eine solche kommunale Arbeitslosenversicherung 
eingeführt hatte, lange bevor das Reich im Jahre 192? eine solche 
Versicherung gesetzlich verabschiedete. Es scheint in der Tat von 
Interesse, daß Flesch als ein Vertreter des Bürgertums sich in sei- 
nen Bestrebungen für ein modernes Arbeitsrecht vor allem auf 
Lasalle berufen hat, dessen "Arbeiterprogramm" er als eine noch 
gültige Wahrheit pries. Plesch hatte mit Recht auf den Mangel einer 
systematischen Zusammenarbeit zwischen der Sozialpolitik - vor al- 
lem der Sozialversicherung - und den Maßnahmen der Fürsorge, der . 
öffentlichen Armenpflege und der privaten Liebestätigkeit hinge- 
wiesen. Sein Bestreben ging - wie Hans Maier im Vorwort zu diesem 
Buch hervorgehoben hat - auf einen Ausbau der Sozialpolitik, an 
deren Einrichtungen die Arbeiterschaft gleichberechtigt beteiligt 
war, und auf eine Einschränkung oder Reform der Armenpflege. 
Flesch» s Gerechtigkeitsgefühl veranlaßte ihn, sich für die poli- 
tische und soziale Gleichberechtigung der Arbeiterschaft einzuset- 
zen, zu .einer Zeit, in der solche Forderungen noch als "anarchi- 
stisch" und staatsfeindlich angesehen wurden. Er verurteilte scharf, 
daß die Unterstützungsempfänger ihr politisches Wahlrecht verloren, 
und forderte - wie es die Arbeiterwohlfahrt seit ihrer Gründung zur 
Hauptaufgabe machte - die Umwandlung der entwürdigenden Armenpflege 
in eine moderne Wohlfahrtspflege. Diese Richtung zeigte sich in den 
von Plesch in Prankfurt geschaffenen Einrichtungen: Lohnergänzungen, 

- 19 - 



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_ 19 - 
WolmunrB.uBchüsBC, Hiiro durch llauDpfleße-Einriohtunr^en, Hausrats- 
Sammelstellen, Wanderarbeitnstätten, Erholun,,sstätten, Kinderheime 
unentgeltliche Schulspeisungen. Hans Maier sagt in seinem Vorwort; 
..m^^nh.., rpdanken flogen den Zuständen seiner Zeit voraus unü 
wi^Sndaf Sorgen, dfs manchen seiner Zeit.reno.sen als uto- 
^?iihP Schwäraerl? oder als fixes Beharren auf von ihnen nicnt| 
?erstLdenen™?undsätzen erschien. In der geistigen Hinter- 
IlslenschSt Plesch's ruhen noch heute ungehobene Schatze. 

"^^rp!i??i;;effa:^i^ir^arz^riSiffrafau?'gfrLSfrKr^ 

SrtlciaftfichrLare^el auf der f ^f^^^f i^te^il^d^f rrfitin 
teilung Zurückgebliebenen zu heben und den Anteil aer ore 
Schichten an Kultur und Bildung zu mehren." 

Inzwischen war am 25. Februar 1922 Hans und Anna-s drittes, jung, 
stes Kind, Itergaret, geboren worden, 

Im Juni 1922 erregte die Ermorderung Walter Rathenau's in ganz 
Deutschland ungeheure Empörung. Ihr folgte eine rasche Zerrütung 
der Währung, die in wenigen Monaten den Wert auf den zehnzausend, 
sten Teil der früheren Kaufkraft herabsetzte und so zu einer fürch- 
terlichen Verarmung der arbeitenden Schichten des Volkes und zur 
wirtschaftlichen Vernichtung des Mittelstandes, der Rentner und 
Pensionäre führte. Als dann im Januar 1923 - infolge der l.ichter- 
füllung der Reparationsverpflichtungen des Friedensvertrages - die 
■ Franzosen das Ruhrgebiet besetzten, erweckte diese Maßnahme erneute 
nationalistische Erregung, die zu mehreren Sabotageakten führte, di 
den Franzosen Anlaß zu einer verschärften Abschnürung des Ruhrge- 
bietes gi)) Eine weitere Folge war ein rapides Anschwellen der In- 
flation, das nun den Kaufwert der Mark auf den hundertmillionsten 
Teil herabsetzte und mit dem vollen wirtschaftlichen und finanziel- 
len Zusammenbruch die Reichsregierung zum Rücktritt zwang. 
Die neue Regierung umfaßte eine Koalition von der Deutschen Volks- 
partei bis zur Sozialdemokratie unter St_res.ernann als Reichskanzler. 
In Frankfurt wurde Hans Maier neben seinen früheren Aufgaben im 
Wohlfahrtsamt und Syndikat nun auch die Verdrängten- und Flucnt- 
lingsfürsorge übertragen, da zahlreiche Familien aus den Besatzungs 
gebieten in Frankfurt Zuflucht suchten. Diese Elemente erwiesen sich| 
zum Teil als ungemein schwierig, so daß manche Familien es ablehn- 
ten, im Ratskeller zu essen, und forderten, im elegantesten Hotel. 

« 2o - 






- 2o - 



dem "Frankfurter Hof" versorgt zu werden, auch die Kosten für die Un- 
terhaltung eines Automobils zu bezahlen. Hierzu war natürlich das 
Wohlfahrtsamt weder berechtigt, noch waren ausreichende Mittel für 
solche Luxusversorgung vorhanden. Neben solchen arroganten Elemen- 
ten unter den sogenannten "Flüchtlingen" machten Betrüger und Speku- 
lanten, die neben den wirklich Ausgewiesenen von der Volksstimmung 
Vorteile erhofften, bei der Verwaltung der Flüchtlingsfürsorge vie- 
le Mühe. 

Im Oktober 1923 war mit der noch immer wachsenden Inflation der 
Wert der Mark auf den billionsten Teil herabgesunken. Im Rheinland 
und Bayerm wurden Separationsbewegungen deutlich, die am Rhein von 
der französischen Besatzungsmacht gefördert wurden. In Bayern rü- 
steten sich nationalistische Verbände zu einem Aufstand gegen das 
Reich, und in Thüringen und Sachsen begannen die Regierungen - als 
Gegenwehr gegen reaktionären Terror - die Arbeiterschaft zu bewaff- 
nen und "Rote Hundertschaften" auszurüsten. 

In dieser kritischen Zeit erhielt Hans Maier eine Anfrage vom 
Ministerialrat Dr. Freund in Dresden, ob er bereit wäre, als Nach- 
folger des verabschiedeten Ministerialrats, Freiherrn von W elc h, 
die Leitung der Wohlfahrtspflege in Sachsen zu übernehmen. Nach 
einer Vorbesprechung in Berlin nahm Hans Maier dieses Angebot an, 
weil er sich von dem Wechsel eine größere und noch selbständigere 
verantwortliche Tätigkeit versprach, und weil ihm in Frankfurt kein 
.Sitz im Magistrat gewährt worden war. Dennoch wurde Hans und Anna 
der Abschied von allen Freunden und Mitarbeitern in Frankfurt 
recht schwer. 






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- 21 - 












21 - 



IV. 



Arbeit in Sachsen 

Als Hans und Anna im November 1923 aus Frankfurt nach Dresden 
übersiedelten, konnten sie nicht voraussehen^ welchen Schv/ierig- 
keiten sie entgegengingen. Um die gleiche Zeit hatte die Reichsre- 
gierung beschlossen, die Regierung des Ministerpräsidenten Zeigner 
in Sachsen durch eine "Reichsexekution" zu stürzen, und hatte die 
Reichswehr unter Generalleutnant Müller nach Sachsen entsandt, =äie 
zunächst eine neue sozialdemokratische Regierung unter Eellisch 
einsetzte, die nur von der Demokratischen Partei unterstützt wur- 
de. Die Reichswehr entfernte einige als "radikal" verdächtigte Be- 
amte und organisierte mit Unterstützung des höchst antisozial und 
reaktionär eingestellten "Verbandes sächsischer Industrieller" eine 
sogenannte "Sächsische Nothilfe", deren Tätigkeit in die Aufgaben 
der "Abteilung für Wohlfahrtswesen und Jugendwohlfahrt" im Innen- 
ministerium übergriff, die Hans Maier als Ministerialrat unter- 
stellt worden war. Unter den alten^ meist stark rechts und monar- 
chistisch orientierten Beamten herrschte eine ausgesprochene Feind- 
schaft gegen die neu eingesetzten "Republikaner". Einige der neuen 
Beamten waren auch nicht verwaltungsmäßig vorgebildet 5, und ihre 
Schwächen wurden dann aus agitatorischen Gründen über alle Maßen 
verallgemeinert und aufgebauscht. Außerdem galt der Ministerialrat 
Dr. Freund, der Hans Maier nach Dresden berufen hatte, ganz zu Un- 
recht, als früherer Freund des abgesetzten Ministerpräsidenten 
Zeigner, als politisch radikal, während er in Wahrheit ein im 
öffentlichen Gesundheitswesen und der Sozialhygiene ungemein er- 
fahrener, kenntnisreicher und toleranter Arzt war. 

So wurde Hans Maier von seinen Kollegen und Mitarbeitern im 
Ministerium mit großem Mißtrauen empfangen; sein Mitarbeiter, Mini- 
sterialrat Dr. von Carlitz, war höchst erstaunt zu erfahren, daß 
Hans das Assessorexamen bestanden hatte und erhebliche fachliche 
Erfahrungen auf dem Gebiet des Wohlfahrtswesens besaß. 

Aber neben dieser feindlichen Aufnahme durch die alt^n, raonar- 
chiotisch gesinnten Beamten bedrückte Hans auch die vorübergehen- 

* 

- 22 - 



- 22 - 

de Trennung von Anna und den drei Kindern, die zunächst noch - bis 
zur Auflösung des Haushaltes - in Frankfurt bleiben mußten. Hans 
erwähnte in seinen Briefen an seine Frau, daß er sich unendlich 
einsam fühle, daß es aber wohl das Beste an dieser erzwungenen 
Trennung sei, daß beide Teile sich bewußt blieben, wie sehr sie 
aufeinander angewiesen wären und wie sehr sie zusammengehörten. 

Im Januar 1924 konnte dann auch Anna mit den Kindern nach Dres- 
den kommen, nachdem es gelungen war, ihr Haus in Frankfurt zu ver- 
kaufen. 

In Sachsen war unterdes ein neues Kabinett unter dem demokrati- 
schen Ministerpräsidenten Heldt gebildet worden, in dem das Innen- 
ministerium dem sozialdemokratischen Minister Max Müller (Dresden) 
unterstellt war, der sich allerdings nicht sehr für Wohlfahrtsfra- 
gen interessierte. Er rief zum 15. Januar 1924 eine große Konferenz 
ein, auf der Hans Maier das Referat zum Thema "Sparmaßnahmen in der 
Fürsorge" hielt. Diese Konferenz mit allen Amtshauptleuten, Bür- 
germeistern und den Vertretern der freien Wohlfahrtspflege in 
Sachsen führte zu einem merklichen Erfolg, da sie das überlegene 
fachliche Wissen und das tiefe Verständnis Hans Maier» s für die 
Probleme des Wohlfahrtswesens deutlich bewies und sein Ansehen in 
der sächsischen Verwaltung fest begründete. 

In dieser Zeit mußte' Hans Maier eine große Anzahl von Vorträgen 
halten, da die vom Reichstag verabschiedeten neuen Gesetze, die 
"Fürsorgepflichtverordnung" und das "Reichsjugendwohlfahrtsgesetz" , 
zum I.April 1924 in Kraft traten, und weite Kreise daran inter- 
essiert waren, darüber unterrichtet zu werden. 

In der Zeitschrift "Soziale Praxis und Archiv für Volkswirt- 
schaft" vom 3. April 1924 erschien ein Aufsatz Hans Maier» s über ^ 
"Die Trägerschaft der künftigen Fürsorge". In diesem Aufsatz wies 
er darauf hin, daß die Fürsorge finanziell gesichert sein müsse, 
um mit Erfolg zu helfen, und daß deshalb die Landesgesetze lei- 
stungsfähige Träger der Fürsorge schaffen müßten, die eine einheit- 
liche Durchführung der gesamten Fürsorge übernehmen können, statt 
die Ausübung der Fürsorge nach Aufgabengebieten zu zerreissen. Ge- 
meinden könnten nur dann erfolgreiche Träger der Fürsorge sein, 

- 23 - 






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- 23 - 

wenn sie genügend finanzkräftig für diese Funktion seien; sonst 
müsse der höhere Kommunalverband diese Aufgabe übernehmen. Unter 
ähnlichen Gesichtspunkten bereitete Hans Maier in dieser Zeit auch 
ein"Landesausführungsgesetz zum Jugendwohlf ahrtsgesetz^und ein 
"Sächsisches Wohlfahrtspflegegesetz" vor, die beide im April 1924 
vom Kabinett gebilligt und dem Landtag als Gesetzentwürfe zuge- 
leitet wurden. 

Im Mai 1924 veröffentlichte die Zeitschrift "Soziale Praxis und 
Archiv für die Volkswohlfahrt" einen weiteren Aufsatz von Hans 
Maier über "Immanuel Kant und die soziale Reform", der nachwies, 
daß Kant keineswegs einen "Sozialen Nachtwächterstaat" befürwor- 
tete, sondern in seinen Forderungen die Freiheit eines jeden Bür- 
gers als Mensch verlangte, ferner die Gleichheit eines jeden Staats 
.bürgers mit jedem anderen als Untertan und endlich die Sicherung 
der Selbständigkeit aller Bürger ohne Rücksicht auf ihre Wirtschaft, 
liehe und soziale Lage. Kant verurteilte deshalb auch das damals 
herrschende preußische Mehrstimmenrecht der Großgrundbesitzer und 
verlangte staatlichen Schutz für die nichtbesitzenden Klassen. 

Im Zusammenhang mit den neuen Gesetzen war in Sachsen die Abtei- 
■ lung für Wohlfahrtspflege aus dem Innenministerium herausgenommen 
und einem neu gebildeten "Arbeits- und Wohlfahrtsministerium" zuge- 
teilt worden, das von Minister Eisner geleitet wurde, der als er- 
fahrener Gewerkschaftler das Ministerium mit tiefem Verständnis 
für soziale Probleme führte. Hans Maier konnte mit ihm ausgezeich- 
net zusammenarbeiten. In dem neuen Ministerium herrschte auch nicht 
das gegenseitige Mißtrauen und die Feindlichkeit wie im Innenmini- 
sterium, und Hans konnte bald mit vielen Kollegen eine freund- 
schaftliche und konstruktive Arbeit aufbauen. 

Im Januar 1925 veröffentlichte Hans in den "Sächsischen Blät- 
tern für Wohlfahrtspflege", deren Leitung er mit seinem Referat im 
Ministerium übernommen hatte, einen Aufsatz "Die finanzielle Seite 
der Wohlfahrtspflege". Er zeigte darin, daß engstirniger Fiskalis- 
mus keineswegs wirkliche Sparsamkeit bedeute, daß die Wohlfahrts- 
pflege im Zusammenhang des ganzen staatlichen und gemeindlichen 
Lebens gesehen werde müsse. Es sei ungerecht, für die verschiede- 

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- 24 - 

nen Gruppen von Hilfsbedürftigen verschiedene Träger der Fürsorge 
einzurichten. Außerdem führe eine Trennung der Mittelaufbringung . 
für verschiedene Fürsorgezwecke auch zu unberechtigten Eingriffen 
in die Selbstverwaltung der Gemeinden und Kommunalverbände, die ver- 
mieden werden sollteia. Die Überschätzung der fiskalischen Gesichts- 
punkte führe zu einer Bedrohung der Selbstverv^/altung oder verhindere 
die sachgemäße Ausführung der gesetzlichen Aufgaben der Wohlfahrts- 
pflege. Ähnliche Gedanken vertrat Hans Maier in einem v/eiteren Auf- 
satz in den "Sächsischen Blättern für Wohlfahrtspflege" unter dem 
Titel "Die rechtliche Neuordnung des Wohlfahrtswesens", der im 
Jahre 1924 erschien. 

Im März 1925 veröffentlichte die "Soziale Praxis und Archiv für 
Volkswohlfahrt" einen Beitrag von Hans Maier über "Der wohlfahrts- 
pflegerische Gehalt des Entwurfs eines allgemeinen Deutschen Straf- 
gesetzbuches" , in dem er es bedauert, daß Kriminalistik und Wohl- 
fahrtspflege ohne rechte Zusammenarbeit wirkten. Er betonte, daß 
der Entwurf des Strafgesetzbuches in Bezug auf die Wohlfahrtspflege 
nach drei Gesichtspunkten untersucht werden müsses 1. nach den durch 
Strafen geschützten Gütern; 2. nach einer Verbesserung und notwendi- 
gen Umgestaltung der Straf maßnahmen 5 3. hinsichtlich von Sondervor- 
schriften für gemeinschädliches Verhalten. Unter diesen Gesichts- 
punkten wurden die Vorschriften des Strafgesetzbuchsentwurfs unter- 
sucht und im einzelnen erörtert. Hans legte dar, daß die Strafrechts, 
pflege erheblich von einer Heranziehung der V/ohlfahrtsämter, der 
freien Verbände der sozialen Arbeit und der Gewerkschaften gewin- 
nen könne. 

Später, im Jahre 1927, hat Hans Maier dann auch in zwei Abhand- 
lungen in der "Sozialen Praxis und Archiv für Volkswohlfahrt" unter 
dem Titel "Der wohlfahrtspflegerische Gehalt des Entwurfs eines 
Strafvollzugsgesetzes" den Strafvollzug unter ähnlichen Gesichts- 
punkten untersucht. Er betonte, daß die Strafe Abschreckung, Besse- 
rung und Unschädlichmachung bezwecke, von denen die beiden letzten 
in engem Zusammenhang mit der Wohlfahrtspflege stünden. Als beson- 
ders wichtig betont er die Strafentlassenenfürsorge als Aufgabe 
der Wohlfahrtspflege, die in Sachsen bereits zu den Pflichtaufgaben 
der Wohlfahrtsämter gehörte. Er vertrat die Aufassung, daß die No- 

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velle eine stärkere Sicherung der rechtlichen Stellung der Gefange 
nen und eine soziale, erzieherische Ausgestaltung des gesamten 
Strafvollzugs im Auge behalten müsse. Deshalb müsse auch die An- 
stellung hauptamtlicher Fürsorger in den Straf anstalten-neben den 
Aufsichtsbeamten, Lehrern und Geistlichen - gefordert werden. 

Im Frühjahr 1925 wurde nach laiigwierigen Verhandlungen in verschie- 
denen Ausschüssen der von Hans Maier ausgearbeitete Enty;urf des Säch- 
sischen Wohlfahrtspflegegesetzes im Landtag mit überwältigender Mehr- 
heit verabschiedet. 

Im Februar 1925 war der erste Reichpräsident Friedrich Ebert ver. 
sterben. An seiner Stelle wurde im zweiten Wahlgang der greise Feld- 
marschall Paul von Hindenburg als Kandidat der Rechtsparteien a:e- 
wählt, weil die Kommunisten sich nicht entschließen konnten - statt i 
für ihren aussichtslosen Kandidaten Ernst Thälmann zu stimmen - 
einen gemeinsamen Kandidaten der Linksparteien zu wählen. 

Zu Pfingsten 1925 besichtigte Hans mit seinem Minister Eisner 
und einigen Kollegen als Gäste der niederösterreichischen Landesre- 
gierung Wiener soziale Einrichtungen. Im August nahm er am Interna- 
'tionalen Jugendfürsorgekongreß in Genf teil und machte dort Bekannt- 
schaft mit Fachleuten aus vielen Ländern; im Anschluß daran fuhr er 
nach dem Tessin, besuchte die deutsche Heilstätte für tuberkulöse 
Kinder und vereinbarte dort die Einrichtung eines neuen Heimes für 
sächsische Kinder, die an Tuberkulose litten. 

Auf der Sächsischen Landeswohlfahrtstagung in Plauen hielt Hans 
einen Vortrag "Die gesellschaftliche Bedeutung der Wohlfahrtspflege" , 
der später als Buch veröffentlicht wurde. Bei einer Reichstagung des 
"Bundes Deutscher Frauenverbände "in Dresden im Oktober dieses Jahres 
konnte Anna ihre guten Freundinnen, Frau Luppe aus Nürnberg, Lotti 
^l.?is.s und Adele Beerensson aus Berlin, die geschäftsführende Vor- 
sitzende des "Deutschen Verbandes der Sozialbeamtinnen", in Dresden 
begrüßen. Kurze Zeit danach hatte Hans ein Referat auf dem "Deutschen 
Fürsorgekongreß" in Breslau zu halten. Ende Oktober hielt er dann 

einen Vortrag auf dem Sächsischen Gemeindetag in Zittau. 

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Schon im Frühjahr 1922 hatten sich Hans und Anna nach ihrem Bei- 

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tritt zur Sozialdemokratischen Partei' auch an die Arbeiterwohlfahrt 
angeschlossen. Als diese Organisation im Jahre 1926 eine eigene 
Zeitschrift unter dem gleichen Namen zu veröffentlichen begann, er- 
schien im Dezember 1926 darin ein Aufsatz von Hans Maier ''Brauchen 
wir noch eine Fürsorgeerziehung?". Schon in früheren Abhandlungen, 
die bereits erwähnt wurden, hatte Hans sich dagegen ausgesprochen, 
daß die aus der früheren "Zwangserziehung" stammende Fürsorgeerzie- 
hung als isolierte Maßnahme beibehalten würde, da sie als solbhe 
ihren Strafcharakter in den Augen der Bevölkerung nicht verlieren 
könne. Besonders v^rte sich Hans dagegen, daß neben einem besonde-. 
ren Verfahren und einer besonderen Vollstreclcung auch die Finanzie- 
rung von den allgemeinen Maßnahmen der Jugendfürsorge abgetrennt 
und anderen Behörden als den Jugendämtern übertragen würde. Damit 
sei bei der schwierigen wirtschaftlichen Lage vieler Gemeinden und 
Kommunalverbände, die sonst Träger des Jugendamtes und der Jugend- 
fürsorge sind, ein schwerer Gewissenskonflikt geschaffen, weil sie 
- entgegen den erzieherischen Interessen des Kindes und Jugendli- 
chen sowie iherer Familien - Fürsorgeerziehung vorschlügen, weil 
deren Kosten auf die Provinz oder das Land fallen und sie selbst 
entlasten. Hans verlangte, daß der Jugend das Stigma des "Fürsorge- 
zöglings" erspart werde, daß stattdessen eine freiwillige staatli- 
che Ersatzerziehung - möglichst mit Zustimmung der Eltern - ge- 
wählt werde, bei der Staat und Provinzen ebenso wie bei der bis- 
herigen gerichtlichen Fürsorgeerziehung die Kosten tragen. Den Ju- 
gendämtern müsse das finanzielle Interesse an der Anordnung der 
Fürsorgeerziehung genommen werden. Sie müßten die Träger einheitli- 
cher und umfassender Jugendhilfe sein. ... 

Als der Hauptausschuß für Arbeiterwohlfahrt nach der Eröffnung 
einer eigenen Wohlfahrtsschule -in Berlin im Jahre 1927 ein Leh r- . 
buch der Wohlfahrtspflege veröffentlichte, enthielt dies ein Kapi- 
tel von Hans Maier "Aufbau und Aufgaben der Wohlfahrt s- und Jugend- 
ämter". Im gleichen Jahre veröffentlichte. Hans noch in der Fach- 
zeitschrift "Die Arbeiterwohlfahrt" zwei Aufsätze, die sich mit der 
Ausbildung zum sozialen Beruf beschäftigten. In dem ersten "Aus- 
bildung zu sozialen Berufen" (Mai 192?) setzte er .sich dafür ein, 

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die Zulassung zur sozialen ArlDeit nicht ausschließlich auf Ausbil- 
dung und Examen zu beschränken, sondern auch ohne zwingende ein- 
heitliche Vorschriften für den Ausbildungsv/eg eine Zulassung für 
das Examen zum sozialen Beruf vorzusehen, wenn die Kandidaten ihre 
praktische Eignung in einem sozialen Amt oder einer Anstalt erw.e- 
sen haben. Als Vorbildung hielt Hans Maier eine volle Krankenschwo- 
sternausbildung nicht für erforderlich. Als beste Ausbildung sah er 
die an einer Wohlfahrtsschule an, an der nicht ausschließlich aka- 
demische und hauptamtliche Lehrkräfte, sondern auch Praktiker der 
sozialen Arbeit tätig sind. Er wünschte, daß diese Schulen sich vor 
allem Spezialistentum hüten sollten, aber die Grundsätze sozialen, 
volkswirtschaftlichen, psychologischen, soziologischen und staats- 
bürgerlichen Wissens vermitteln sollen. Vor allem müsse auch der 
Geist sozialer Verbundenheit und solidarischen Verpflichtungsge- 
fühls entwickelt werden. In der zweiten Abhandlung "Soziale Lehr- 
Stühle -an Universitäten" (August 1927) hielt Hans Maier eine star- \ 
kere Beschäftigung mit Fragen der Wohlfahrtspflege und Jugendnilfe > 
für angehende Richter, Juristen, Verwaltungsbeamte und Volkswirt- 
schaftler für sehr erwünscht, sah aber eine Gefahr darin, daß die 
Schaffung sozialer Lehrstühle an den Universitäten eine allgemeine 
■ Verengung des Zugangs zum sozialen Beruf zur Folge haben könne. 

Als der Hauptausschuß für Arbeiterwohlfahrt im Mai 1929 ein Son- 
derheft seiner Zeitschrift "Richtlinien zur Umgestaltung der Pur- j 
Sorgeerziehung - Forderungen an die Gesetzgebung" herausgab, steu- 
erte Hans Maier einen weiteren Beitrag zu dieser Frage bei, m dem 
er sich für die freiwillige Ersatzerzie^ung durch die Jugendämter 
bei gleicher Kostenregelung wie bei der Fürsorgeerziehung einsetzte 
Er verlangte, daß auch die Fürsorgeerziehung nicht länger Auftrags-^ 
angelegenheit der Länder und Provinzen, sondern ein Teil der kom- ^ 
• munalen Selbstverwaltung werden solle. Hierbei sollten Vereins- una 
Anstaltsvormundschaft aufgehoben werden, weil sie den privaten 
Organisationen eine zu starke Macht über das Schicksal ihrer Zög- 
linge geben. Die Lande söugendämter sollten Beobachtungsheime, Sich- 
tungsheime und Heime für Schwererziehbare einrichten und sich bei 
■ allen Formen von Anstaltsunterbringung an den Kosten beteiligen, 
auch bei den halboffenen Heimen. 



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Im April 1926 wurde die alte Festun^r, Ilohnstein in der oächoi- 
schen Schweiz als ''Jugendturg'' eingeweiht. Hans hatte sich mit 
grosser Hingabe dieser Gründung gewidmet^ die zugleich als kul- 
turelles Zentrum für die verschiedenen Gruppen der Jugendbev/e- 
gung und als Jugendherberge für Wanderer, Schulen und Einzelne, 
sowie für alle Jugendverbände bei Wanderungen in der sächsi- 
schen Schweiz dienen sollte. Der Leiter der Jugendburg, Conrad 
riahnewal d , verband aussergewöhnliches Verständnis für das Wesen 
und Wollen der Jugendlichen mit hervorragendem Organisationsta- 
lent. Im Sommer 1926 wurde Hans dann zum Vorsitzenden des Gau 
Sachsens der deutschen Jugendherbc3rgen gewählt und hat in den 
folgenden Jahren ein gut Teil seiner Zeit diesem Zweig der Ju- 
gendhilfe gewidmet. Er besuchte als Vertreter Sachsens den Ju- 
gendherbergstag in Msseldorf . Hans fühlte, dass er gerade in die- 
sem Zweig der Jugendpflege mit den besten Teilen der deutschen 
Jugendbewegung in enger Vf-:rbindung blieb, was ihm besondere Freu- 
de machte. Vielleicht trug zu dieser Freude auch bei, dass Hans 
seinen nahen Freund, Pfarrer Gottfried Rade (den Sohn Professor 
Martin Rades) zum Geschäftsführer des Gaus Sachsen des Reichs- 
verbandes deutscher Jugendherbergen eTnennen konnte, und mit ihm 
in ausgezeichnetem Einvernehmen und gegenseitigem Vertrauen ar- 
beiten konnte. Gottfried Rade wurde natürlich 1933 von den Nazis 
entlassen, und lebt seither mit seiner Familie als. Pfarrer in 
der Schweiz. 

Im September 1926 nahm Hans mit Minister Eisner und mit Hanna 
an der Tagung der Arbeiterwohlfahrt in Jena teil und besuchte 
bei dieser Gelegenheit auch die von dem bekannten Schulreformer 
Gustav V/yneken gegründete »'Freie Schulgemeinde" in Wickersdorf . 

Am Neujahrstag 1927 weihte Hans im Erzgebirge in Johann-Geor- 
genstadt eine neue Jugendherberge ein. Zu Beginn des Jahres trat 
Frau Dr. Martha Heymacher (später Martha von Dobrogoiski) als 
Referentin für soziale Ausbildung in das Ministerium ein, die bald 
danach sowohl mit Hans wie auch vor allem mit Anna enß befreun- 
det wurde. Sie wurde eine höchst wertvolle Mitarbeiterin, die 
Hans bei vielen seiner Arbeiten und neuen Versuche eng zur Sei- 
te stand, 

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Hans weitere wisGenschaf tlichc Arbeiten beschäftigten sich 
mit vielen Sonderfragen der Wolilf ahrtspf lege , den Auswirkungen 
der Wirtschaftslage auf die Finanzierung der i^'ür sorge, der Be- 
deutung der wirtschaftlichen Lasten für die Erwerbslosenfürsor- 
ge und Wohnungspflege, die am schwersten die v/irtschaft belaste- 
ten. Er kam zu dem Ergebnis, 'dass die Arbeiterwohlfahrt sich nur 
an den gemischten Arbeitsgemeinschaften beteiligen könne, soweit 
diese die Primärpflicht der Gemeinschaft zu wohlf ahrtspf legeri- 
scher Leistung nicht in Frage stellen und die freie ^.Vohlf ahrts- 
pflege nur als Helferin der öffentlichen Fürsorge betrachten. 

Trotz ihrer anstrengenden amtlichen Arbeit und der zahlreichen 
Reisen zu Konferenzen und Vorträgen fanden Hans und Anna in Dres- 
den noch Zeit, ein gastfreies Haus zu füliren, in dem sie nicht 
nur Freunde und Bekannte an den Abenden zu anregenden G-esprächen 
einluden, sondern auch häufig die Kinder ihrer Freunde, die durch 
'Dresden auf ihren Reisen oder auf dem Wege zu Studien hindurch- 
kamen, auf längere Zeit bei sich aufnahmen. Als Beispiel mag hier 
die Schilderung aufgeführt werden, die Hilda Binder, die Tochter 
von Stadtrat Gottlieb Binder, Bielefeld, von ihren Erfahrungen 

gibt; 

"Mit 18 Jahren war ich ein viertel Jahr in Dresden, und so oft 
bei Maiers in meiner Freizeit, Annchen Maier war wie eine Mutter 
(ich verlor meine Mutter mit U Jahren) und ich war ihr in herz- 
licher Liebe zugetan. I.mmer wurde ich im Maier-Haus mit offenen 
Armen aufgenommen und denke dankbar an all diese schönen Stunden 
zurück. Einmal kam ich von Prag zu Hans und Anna Maier mit mehre- 
ren Freunden — wir wurden zum Bleiben eingeladen für mehrere Tage. 
Hans und Anna Maier haben viel Gutes und Liebes getan für viele 
Menschen". 

Unter den Fragen, denen sich Hans in seiner amtlichen Arbeit besoi: 
ders widmete, war die der beruflichen Ausbildung für die soziale 
Arbeit. V/ir'haben schon seine Gedanken, die er in der Zeitschrift 
Arbeiterwohlfahrt darlegte, erwähnt. Nachdem es Hans gelungen war, 
als Referentin für soziale Ausbildung in seinem Ministerium Frau 
Regierungsrat Dr. Martha He:vnacher zu gewinnen, die bereits in 
ganz Deutschland den Huf einer .hervorragenden Sachverständigen 
auf dem Gebiete der sozialen Schulung besass, wurde in Sachsen 
mit grossem Erfolg die soziale Ausbildung gefördert. 






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Im ooiiuner des Jahres 1927 trirote sich aber zum ersten Male 
die Arbeitsatmosphäre in Ministerium in Dresden. Hans hatte in 
seiner amtlichen Eigenschaft auch die Leitung der '''oächsischcn 
Wohlfahrtshilfe'' übernehmen müssen^ als die Aufgaben der ''A'ohl- 
fahrtspflege aus dem Innenministerium auf das V/ohlf ahrts- und 
Arbeitsministerium übertragen wurden. In dieser halbamtlichen 
Organisation hatte Kegiorungsrat Dr. B öhme einem großen sächsi- 
schen Industriekonzern, der Firma Seidemann, erhebliche ICredite 
gewährt j um Massenentlassungen zu verhindern. Hans Maier erkann- 
te nun, dass diese Anlagekredite bei der Wirtschaftslage des 
Konzerns in Gefahr waren, erhebliche Verluste zu erleiden^ und 
zahlreiche Verhandlungen wurden notwendig, um zu versuchen, die- 
se Verluste bei der Abwicklung des Konzerns' wieder auszuglei- 
chen. Obschon die Verantwortung für die Kreditgewährung nicht 
auf Hans Maier lag, da diese schon vor seiner Amtszeit im Innen- 
ministerium erfolgt war, zeigte sich schon damials die I\Ieigung 
reaktionärer Kreise, Hans in diese Frage hineinzuziehen und 
ihn für frühere Fehler Anderer verantwortlich zu machen. Eine 
andere schwere Belastung wurde für ihn im Juli 1927 die Unwetter- 
katastrophe in Gottleuba und Muglitztal, bei der die Überschwem- 
mung zahlreiche Menschenopfer kostete. Hans Maier fuhr sofort 
mit Minister Eisner dorthin und konnte jahrelang nicht den An- 
blick der Leichen einiger ertrunkener Kinder im Totenhaus in 
Wesenstein vergessen. 

Im Laufe des Jahres 1929 wurden eine Reihe der wesentlichen 
Pläne des Wohlfahrts- und Arbeitsministeriums zur Wirklichkeit-, 
in Hellerau wurde die Wohlfahrtsschule unter Leitung von Frau 
Dr. Else Ulich-Beil eröffnet, eine Kinderheilstätte in V7achwitz 
und eine moderne Fürsorgeerziehungsanstalt im Jugendhof Otten- * 
dorf, für deren Leitung dei weithin bekannte Sozialpädagoge 
Dr. Karl Wilker gewonnen worden war. Dabei unternahmen Hans 
und Anna in dieser Zeit weiter viele Reisen zum Besuch von Ju- 
gendherbergen, Erziehungsanstalten und Strafanstalten, sowie 
zu verschiedenen Fachtagungen.. Zur zehnj;ihrigen Feier des Be- 
stehens des Wohlfahrts- und Arbeitsministeriums in Dresden wurde 
eine hauptsächlich von Hans verfasste Denkschrift vorgelegt. In 
den reaktionären Kreisen Sachsens, namentlich im Verband sächsi- 

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scher Industrieller und den von ihm beherrschten Zeitungen 
rief diese Schrift leidenschaftlichen Y/iderspruch hervor. In den 
Neuwahlen zum sächsischen Landtag ging die sozialdemokratische 
Majorität verloren; zum ersten Male wurden 5 nationalsozialisti- 
sche Abgeordnete gewählt. Abgesehen davon aber breiteten sich 
auch dunkle Schatten über Hans Maiers Arbeit im Ministerium aus. 
Der Seidemann-Konzern war in Konkurs geraten, nachdem er wider 
Erwarten zwei Jahre weitergearbeitet und sogar einige Rückzah- 
lungen an die Wohlfahrtshilfe geleistet hatte. Im Zusamjnenhang 
mit der allgemeinen schweren V/irtschaf tskrise Deutschlands und 
^ der ungeheuer anschwellenden Arbeitslosigkeit des Winters 1929/3o 
ergaben sich neue Schwierigkeiten für das Wohlfahrtsministerium, 
Ein Teil der Gelder der Wohlfahrtshilfe war in Berlin bei der 
Kurmärkischen Vermögensverwaltung angelegt worden, die durch 
Unterschlagungen ihres Syndikus in Schwierigkeiten geriet. Und 
"in Sachsen führten Veruntreuungen und Unterschlagungen bei mehre- 
ren Industrieunternehmungen, denen Arbeitsbeschaffungskredite 
gewährt worden waren, zu erheblichen Verlusten, Freilich erlit- 
ten überall in Deutschland ähnliche Krediteinrichtungen dasselbe 
Schicksal, Wie überall, brach auch die sächsische gemeinnützige 
Hausratsgesellschaft zusammen, die im Arbeitsministerium verwal- 
tet wurde, da die Millionen der Arbeitslosen nicht in der Lage 
waren, ihre Abzahlungsraten zu bezahlen. Trotzdem wurde dieses 
allgemeine Unglück im Landtag von den Nationalsozialisten und 
Kommunisten politisch gegen die Sozialdemokraten ausgeschlachtet. 
Der Führer der Nationalsozialisten und spätere sächsische Minister 

Präsident von Killinger erklärte im Landtag; "Die aus dem Zeig- 
ner-Sumpf vorhandenen Sumpfdotterblumen des Arbeitsministeriums s 
Eisner, Kittel und Dr, Mai er müssen beseitigt werden". 

Eine schwere Enttäuschung für Hans war es, dass bei diesen un- ^ 
berechtigten Anschuldigungen auch einige demokratische Journa- 
listen eine üble Rolle spielten und den Nazis Material in die 
Hände gespielt hatten. Als Ergebnis der Landtagsdebatte wurde 
ein Untersuchungsausschuß eingesetzt und ein Misstrauensvotum 
gegen da.s Ministerium von den Kommunisten und gegen Minister 
Eisner von den Nazis eingebracht. Als Folge dieser Verdächti- 
gungen wurde ein Disziplinair^eifahren gegen H£.v.s Maier und den 

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Präsidenten der sächsischen Landesversicherungsanstalt, Tem-pel , 
eingeleitet und Minister Eisner zum Rücktritt gezwungen. Unter 
seinem Nachfolger, dem Innenminister Richter, der dem bürgerlichen 
Block angehörte, hatte Hans Maier naturgemäss eine viel schwerere 
Arbeit, weil seine Ideen und die des Ministers sich häufig wider- 

- sprachen, Hans fand es absurd, dass ihm dennoch Vertretungen der 
Regierung imerhalb und ausserhalb Sachsens anvertraut wurden, wäh- 
rend ein Disziplinarverfahren auf seine Entlassung anhängig war. 
Andererseits konnte er sich nun manchen seiner anderen Interessen 
in grösserem Umfange als zuvor widmen, vor allem der Mitarbeit 
in der Arbeiterwohlfahrt, so dass Hans fast in jsder Woche einmal 
nach Berlin fuhr, um an den Sitzungen mehrerer Fachausschüsse der 
Arbeiterwohlfahrt und an den Sitzungen des Kuratoriums der Wohl- 
fahrtsschule teilzunehmen. Auch konnte er im Laufe des Jahres 
1931 der Zeitschrift "Arbeiterwohlfahrt" fünf Beiträge senden, die 

- aus dem Literaturverzeichnis am Ende dieser Studie ersichtlich 
sind, und denen im Laufe des Jahres 1932 noch weitere 8 Aufsätze 
folgten. • • ' 

Trotz aller Unrast und Unsicherheit, die durch die politische 
Hetze ge^en ihn in sein Leben gekommen war, wurde er noch immer 
zu zahlreichen Vorträgen und Kongressen aufgefordert. Im Herbst' 
193o hatte er auf dem kriminal-biologischen Kongress in München 
und auf der Tagung des Verbandes zur ^'örderung der Armen- und 
V/aiöenpflege in Prankfurt zu sprechen. Auch wurde er bei der 
Gründung der "Sächsischen Nothilfe" (trotz des noch schwebenden 
Disziplinarverfahrens) zum Greschäf tsführer bestellt. Ah der Ju- 
biläumstagung des Deutschen Vereins für öffentliche und private 
Fürsorge in Berlin, im Dezember 193o, nahm er zusanmien mit Anna 
teil. Im März 1931 konnte er als Vorsitzender des Gaus Sachsen 
der Ju.'^-endherbergsvereinigung des "Haus der Jugend" in Dresden 
einweihen. Der Kreis von Hans und Anna Maier in Dresden war in 
diesen Jahren mit den "Freunden der Neuen Blätter für den Sozialis- 
mus" verbunden, die monatlich einen anregenden Abend mit künstle- 
rischen und literarischen Darbietungen veranstalteten. Zu Pfingsten 
1931 nahmen Hans und Anna an dem Treffen der sozialistischen Für- 
sorgerinnen in Probstzella teil und danach an der Tagung des 
Archivs Deutscher Berufsvormünder in Naumburg. Beide waren auch 



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auf dem sozialdemokratiachen Parteitag in Leipzig (dem letzten 
vor der Machtübergate der Nazis) und nahmen an dem Packelauf- 
zug der Jugend teil, trotzdem ein heftiger Gewitterregen alle j 
Teilnelimer bis auf die Haut durchnässte. 

Der ZusamjQenbruch der Wiener Kreditanstalt im Sommer 1931 und 
des nachfolgenden Bankerotts der Danatbank und Dresdner Bank in- 
folge der Zurückziehung ajnerikanischer Darlehen leitete die ver- 
hängnisvolle Wirtschaftskrise ein, die leider überall in Deutsch 
land zu einer Niederreissung der sozialen Einrichtungen führte, 
während die grosse Not und die Arbeitslosigkeit der Massen gerad| 
intensivere Hilfe erfordert hätte. Viele der Gedanken, die Hans 
in seinen Abhandlungen und Aufsätzen in verschiedenen Zeitschrif 
ten über den Einfluss der Wirtschaft auf die Sozialarbeit ge- 
äussert hatte, erwiesen sich jetzt als sehr zutreffend. 

Das Disziplinarverfahren gegen Hans endete im Dezember 1931 
nicht mit der verlangten Amtsentlassung, sondern irdt einer ge- 
ringen Geldstrafe wegen angeblicher Mangelhaftigkeit der Satzun- 
gen der Wohlfahrtshilfe, einer Frage, die weder in der Anklage, 
noch in den Verhandlungen erörtert worden war. Offensichtlich 
wollte die Disziplinarkammer aus polititschen Gründen irgendwie 
zu einer Verurteilung kommen, obwohl sie Hans Maier von der An- 
klage der i^ahrlässigkeit in seiner Auf Sichtsführung freisprach. 
In der Presse wurde das Urteil als ungerecht kritisiert. In eineij 
sozialdemokratischen Vertrauensmännerkonferenz klopfte ein alter 
Arbeiter Hans auf die Schulter und sagte ihms "Ja, so geht es 
denen, die für uns Arbeiter eintreten". 

■ In den Nazikreisen wurde aber das Urteil als "zu milde" be- 
mängelt, weil diese die Entlassung von Hans verlangten. Trotz- 
dem wurde Anna Anfang 1932 in den Vorstand des Hellerauer Kin- 
dergärtnerinnenseminars gewählt und blieb sowohl in der Winter- 
hilfe der Arbeiterwohlfahrt wie in der städtischen Fürsorge in 
Dresden weiter ehrenamtlich tätig. Im Gespräch mit einer Freundin 
klagte sie in dieser Zeit einmal darüber, dass Hans es nicht 
erlauben wolle, dass sie wöchentlich eine Gruppe von Arbeitslo- 
sen zu sich zum Mittagbrot einladen dürfe. Sicherlich erkannte 
'sie nicht, dass dies von den' Vielen, die nicht berücksichtigt 
• . - 34 - 



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werden konnten, als eine Bevorzugung und als ''Vetternwirtschaft'' 
angeklagt worden wäre, da der politische Hass so hohe Wellen 
schlug. 

Im Frühjahr 1932 versuchten die demokratischen Parteien^ die 
SPD, die demokratische Partei, das Reichsbanner und die freien 
Gewerkschaften zur Abwehr der steigenden Terrorisierung durch die 
Nazis eine "Eiserne Prent" aufzubauen. Aber es war schon zu spät. 
Bei den V/ahlen z-um Landtag in Preussen hatten die Nazis unter 
42o Sitzen 162 erhalten, die Sozialdemokraten 93 und das Zentrum 
67. Im Reich war der Reichstag durch die Sabotage der Nazis, die 
■bei den Wahlen iibex 13 Millionen Stimmen errungen hatten, aktions- 
unfähig geworden. Das Kabinett Brüning hatte sich nach endlosem 
Zögern dazu verstanden, ein Verbot der SA und gS- Truppen durch eine 
Notverordnung des Reichspräsidenten anzuordnen, die aber niemals 
durchgeführt wurde. Die heimlichen Treibereien General Schleichers 
gegen Brüning und Groener gewannen die Unterstützung Hindenburgs, 
der alle, noch so bescheidenen Reformen Brünings hasste und aus 
Angst, dass seine Güter in Ostpreussen, die ihm von Landwirten 
geschenkt worden waren, von einer Landreform zur Minderung der 
Arbeitslosigkeit betroffen werden könnten, Brüning zum Rück- 
tritt zwang. Sein Nachfolger wurde auf Betreiben Schleichers 
Franz von PaToen, der auf der reaktionärsten Linie des Zentrumis . 
stand, alle demokratischen Ideen hasste und den Nazis bereits 
eng verbunden war, Schleicher erhielt das Kriegsministerium, 
Er hatte den Nazis im voraus Freiheit der Propaganda und Aufhe- 
bung des Verbotes der SA und SS zugesagt, versprach Hindenburg 
das Gegenteil, In Wahrheit verfolgten die Nazis ihre Überfälle 
und Provokationen unbehindert und gaben der reaktionären Regie- 
rung Papens den erwünschten Vorwand, die letzte sozialdemokrati- ' 
sch^ geleitete Regierung in Preussen unter Otto Braun durch den 
Reichspräsidenten auflösen zu lassen, Braun und Severing .fügten 
sich unter der Drohung militärischer Gewalt, General von Rundstedt 
wurde als Militärgouverneur für Preussen eingesetzt, und von. 
Papen selbst zum kommissarischen Ministerpräsidenten ernannt. 
Alle sozialdemokratischen Beamten in leitenden Stellen wurden 
durch Reaktionäre- ersetzt. 

Im September löste Papen den Reichstag auf. Und in Sachsen 
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nahmen nun die Nazis ihren Kampf gegen Dr. lAaior und Ilinioterial- 
direktor Kitjt^el, die letzten Sozialdemokraten in Arbeit sministeri- 
um mit erneutem Eifer auf. Der Nazi -Führer > Staatsfinanzrat 
.J §J!J?JSi-^^3 > v^^^ ^1^3 Nachfolger Kittel_^ ernannt worden. Er verlang- 
te, dasG ein neues Disziplinarverfahren gegen Kittel und Kans er- 
öffnet werden müsse, weil die sächsische Wohlfahrtshilfe ein 
Defizit von 9 Millionen RM aufweise. Das Kabinett gab diesem 
Ansinnen nach, um sich gegen die Angriffe der Nazis zu schützen, 
Minister Richter deckte Hans nicht, sondern schlug ihm vor, frei- 
willig von seinem Amt zurückzutreten. Auf diesen Vorschlag konn- 
te Hans nicht eingehen, da sein Rücktritt als ein Eingeständnis 
seiner Schuld gedeutet worden wäre. Trotzdem Oberbürgermeister 
Luppe aus Nürnberg nach Dresden kam und zu einem Vergleich zu- 
riet, entschloss sich Hans ihn abzulehnen, nachdem, die S}?D- 
Fraktion im sächsischen Landtag ihm dazu riet und erklärte, die 
ganze Aktion gegen ihn sei nur .eine politische Intrige, 

Nachdem Hindenburg Hitler zum Reichskanzler ernannt hatte, 
setzten die Nazis am 27. Februar 1933 den Reichstag in Brand, 
Der Naziterror beherrschte Deutschland völlig. In Sachsen wurde 
der Naziführer von Killinger zum Reichskommissar ernannt und 
löste am 1o. März das Kabinett auf. Am gleichen- Tage fuhr Hans 
Maier auf Urlaub nach Frankfurt^ während er am folgenden Tage 
mit allen anderen sozialdemokratischen Beamten in- Sachsen zwangs- 
beurlaubt wurde und verhaftet worden, wäre, wenn er in Dresden 
noch aufgefunden wäre, 

V, In der Nazize it, _ 

Zunächst war Hans allein nach Frankfurt gefahren^ Anna blieb 
mit den Kindern noch in Dresden zurück. Aber am 16, Kärz brachen 
25 SA-Leute nachts in das Haus ein, um Hans zu verhaften und das 
Amtsauto zu beschlagnahmen. Da sie beide nicht vorfanden, verbrann- 
ten sie die schwarz-rot-goldene Fahne im Garten, Anna fiihr da- 
raufhin nach Frankfurt, um sich mit Hans über die Zukunft zu be- 
raten. Eine Woche später siedelte die ganze Familie wieder nach 
Frankfurt über. Dort wurde erst am 1 , April bei einem großen Um- 
zug, zu dem die Gewerkschaften gezwungen wurden, und bei den ein 
Judenboykott und die Plünderung der jüdischen Geschäfte statt- 

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fanden, die wahre Natur des neuen Systems deutlich. Im 3ommer 
kehrte Anna noclimals nach Dresden zurück, um nach dem Verkauf ' 
ihres Hauses den Umzug nach Prankfurt vorzubereiten* Leider 
fand sie ihre Mutter schwer krank, an Krebs leidend im Kranken- 
haus vor. Das sächsische Finanzministerium sperrte zunächst die 
Pension für Hans und nötigte ihn, auf diese Pension ?.\\ verzich- 
ten, damit das Disziplinarverfahren eingestellt werde. Darauf 
ging Hans schliesslich ein. Allerdings hatte er in Frankfurt kei- 
ne andere Tätigkeit finden können. Viele geschäftliche Angebote 
kamen sämtlich von verkrachten, aussichtslosen Unternehm.ungen, 
die nur Geld erhalten wollten. Ende September starb Anna' s 
Mutter in Dresden. Im März 1934 bezogen Hans und Anna ein neues 
Haus in Frankfurt, Ende Juni kam Lotte Lemke zu ihnen zu Besuch, 
die etwa 6 Monate bei ihnen blieb und einen Zeitschriftenvertrieb 
Yon dort aus entwickelte, da sie nach der Auflösung der SPD und 
der Arbeiterwohlfahrt ihre leitende Tätigkeit in der Organisation 
verloren hatte, Anfang 1935 siedelte Lotte Lem.ke in eine eigene 
Wohnung über, wurde aber kurz danach verhaftet und in "Schutz- 
haft" genommen, während bei Hans und Anna in ihrer Wohnung eine 
Haussuchung stattfand. Am 1. März aber wurde Lotte Lemke nach 
Htägiger Haft wieder- freigelassen. Dieses Ereignis wurde in 
Hans und Anna's Haus gefeiert. Im Mai erhielt Hans seinen Pass 
zurück, der vor 2 Jahren in Dresden beschlagnahmt worden war. Er 
konnte nun seine alten Freunde, Gottfried und Hertha Rade, in 
der Schweiz besuchen und anschliessend eine Reise nach Italien 
unternehmen. Erst im Januar 1937 gelang es Hans durch Vermitt- • 
lung von Rechtsanwalt Dr. Bergmann eine kleine wissenschaft- 
liche Mitarbeit am '''Reichsarchiv" zu erhalten, die zwar keine 
volle berufliche Tätigkeit, aber wenigstens eine sinnvolle fach-^ 
liehe Beschäftigung bedeutete, • ' 

Ml 28. Februar 1937 fuhr Lotte Lemke aus Frankfurt ab, um eine 
Tätigkeit in Königsberg anzutreten. Hans, Anna und die Kinder , 
gaben ihr auf dem Bahnhof mit anderen Freunden das Geleit. 
Ende April trat Hans eine Reise nach Amerika an; Anna begleite- 
te ihn bis nach Köln. Während Hans 'Abwesenjieit schloss sich Anna 
eng an Hertha Rade an, die mit ihrem Manne aus der Schweiz zur 
Feier von Professor Rade's 8o. Geburtstag nach Deutschland ge- 
kommen war und Anna nun die früheren Freundinnen ersetzte, die 

- 37-- 












- 37 - 



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entweder wie Adele E^eerensGon nach England ausgewandert waren 
oder durch di? politische Situation räumlich von ihr getrennt 
worden waren. Hans besuchte manche alten Freunde in New York, 
vor allem Hedwig Wachenheim, den früheren Staatssekretär I-Ians 
Staudi'n/^er , Professor an der New Scholl for Social Ice-ioarch, 
die frühere Reichstagsabgeordnete. Toni Sender, die später ?.e- 
ferentin der United Nations geworden ist> und Professor Zduard 
Heym ann von der Columbia Universität. Sein Weg führte ihn auch 
nach Chicago und St. Louis, und er fand, dass die Presse und 
die Volksstimmung in Amerika sich sehr kritisch zu den Entv;ick- 
lungen in Hitler-Deutschland stellten, so dass auch die nicht- 
sozialistischen und nicht- jüdischen Kreise der Deutsch-Amerika- 
ner sehr unsicher geworden waren, die anfangs dem National-so- 
zialismus zugejubelt hatten. Auf der Rückkehr besuchte Hans nocl: 
die Weltausstellung in Paris, von wo er im Juni ohne besondere 
Schwierigkeit nach Prankfurt zurückkehrte. 

G-leich danach musste Hans nach Dresden fahren, wo er als Zeu-| 
ge im Disziplenarverfahren gegen Ministerialdirektor K ittel 
vernommen wurde. Er war sehr glücklich, dass dieser eine Woche 
später freigesprochen wurde, was auch eine Ehrenrettung der 
sachsischen Wohlfahrtshilfe und damit auch von Hans Maiers 
eigener Arbeic bedeutete. 

Leider konnten sich Hans und Anna nicht lange daran freuen. 
Im Juli erkrankte Anna, erlitt mehrere Ohnmachtsanfälle, Pieber-j 
anfalle und Schüttelfrost und musste ins Krankenhaus überführt 
werden. Trotz mehrerer Bluttransfusionen verschlechterte sich 
Annas Zustand, so dass sie am 12. August operiert wurde. Aber 
drei Tage später stellte sich eine Embolie ein, an der Anna 
am 16. August 1937 verschied. 

Mit dem Tode seiner geliebten Prau, die ihm die teuerste 
Kameradin und Gefährtin in allen Nöten gewesen war, war auch 
Hans 'Lebenswille gebrochen. Der Naziterror hatte ihr Leben und 
ihre Wirksamkeit zerstört. Hans -versuchte noch einmal > ob er 
neuen Lebensmut gewinnen könnte. Er besuchte seine nächsten 
Freunde, Gottfried und Hertha Rade in der Schweiz, machte eine 
l/iittelmeerfahrt nach Griechenland; doch er fand keine Erlösung 
von seinem tiefen Leid. Als er nach Prankfurt zurückgekehrt 
war, empfand er die Einsamkeit ohne Anna noch stärker. In 

- 38 - 









_ 38 - 



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einem AbGchiedsbrief an seine Freunde Gottfried und Hertha 
Rade im Dezember 1937 schrieb er: "In diesen V/ochen ist die^^ 
Steinplatte über Annchens Grab gelegt worden.. Ich habe in die- 
sen \Vochen alles geordnet, was noch zu regeln war. Ich will ihr 
jetzt folgen... In den letzten Jahren war das Erleben oft recht 
hart. Die Kraft, die mir die Zweisamkeit (mit Annchen) f -b, er- 
möglichte mir die Überwindung vieler schwerer Schläge und gab 
mir die Stärke, anderen Menschen , die verzweifeJ.. wollten, Mut 
und Hoffnung einzuflössen. Diese Kraftquelle ist erloschen. Ich 

bin sehr müde geworden Wenn ich an Annchens Grab stand, hatto 

ich das Gefühl, sie winke mir zu und sage; Wie wir im Sein zusam- 
men waren, so wollen wir's auch im Nichtsein bleiben. Hansli komm', 
hier findest Du Ruhe. Ich folge". 

Am 23. Dezember 1937 wurde Hans Maier im Frankfurter Kremato- 
rium zur letzten Ruhe geleitet. Vor einem Kreis seiner letzten 
treuen Freunde hielt Oberbürgermeister a.D., Dr. Hermann Luj2M 
die Gedächtnisrede. In dieser Ansprache erwännte er; "In unserer 
Erinnerung wird Hans Mai er weiter leben als der treue, uneigen- 
nützige Freund, der gütige Mensch, dessen idealen Wollen das 
Vollenden versagt blieb, weil er der Härte des unerbittlichen 
Lebenskampfes nicht gewachsen war, nachdem seine tapfere Frau ihn 
schon vorher verlassen musste." 
, Unter den Augen der Gestapo-Schergen auf dem Friedhof konnte . 
Dr. Luppe gewiss nicht erklären, dass der Grund des Freitodes 
nicht der harte Lebenskampf, sondern die niedrigen Verdächti- 
gungen und politischen Verfolgungen und der glühende Hass der 
Nazis gegen den aufrechten Sozialdemokraten und Sozialreformer 
Hans" Maier zum Opfer werden Hessen. 

Vor seinem Tode hatte Hans in seinen letzten Aufzeichnungen 
die Worte eingetragen; "Gegen das von grausamen Gesetzen regierte 
Leben bleibt der Willensfreiheit des Menschen eine einzige 
V/affe; das Gegenteil vom Leben, die Zerstörung des Lebens selbst,. 
der teure Tod", 

Trotz allem Schweren hatte er an der Seite seiner geliebten Frau 
ein glückliches, reiches Leben, das voll innerer Befriedigung un-l 
von geistiger und kultureller Erfüllung getragen war. Mit sei- 
nem Annchen hat Hans sich bis zu ''em frühen Tode die volle ju- 

- 39 - , 



'3i^ 






- 39 - 



gendliche Begeisterung der deutschen Jugendbewegung bewahrt, 
die die beiden in ihrer Jugend zusammengeführt hatte. Beide 
haben sich bis zuletzt, trotz einer ihnen feindlichen Umwelt, 
die tiefe Freude an der Natur bewahrt, die sie immer v^ieder die 
Schönheit der Landschaft, der Berge ^ Wälder, Flüsse und Seen 
auf ihren zahlreichen Wanderungen und Reisen in Deutschland, 
Österreich und in der Schweiz geniessen liess. 

Nicht nur Hans und Anna's Kinder, sein Bruder und ihre näohs 
Verwandten werden ihr Leben und Wirken nicht vergessen, sondern 
ein grösserer Kreis von Sozialdemokraten, Gewerkschaftlern und 
die Freunde und Anhänger der Arbeiterwohlfahrt werden Hans und 
Anna Maiers Andenken lebendig erhalten, die beide einen großen 
Teil ihrer Arbeit, ihres Idealismus und ihres Schaffens der 
Idee des Sozialismus gewidmet haben. 






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OBERMAGISTRATSRAT 




1 Berlin 44 / 1 < 

Drost«lbart«trae« 25 
T«lefon 68 27 25 
Pottscheck Berlin West 242 29 



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UNIVERSITY OF WASHINGTON 

SEATTLE, WASHINGTON 98105 / //■/// 



^.- 



School of Social Work 



May 16, 1970 




11042 Sand Point Wa^; 
Seattle - Washington 

98125 



Dr. Emcst Hamburger 

67 Riverside Drive 

New York City, N.Y,, 10024 



Dear Dr. Hamburser, 

Thank you very much for your füll lettcr. 

I an, ccrtainiy nlcased with your intcrest in ny «ather's lifo 
nnd worv i feei hönored and gladly grant you P^f i^^^**"^^^^ . 
Sir;o;e^r^:everal photo copies «^ ^^^^^^^^ - -, r:/tho 
to have th- incorporated into tho PO-^^^^^^ ,,^ 

Srarp:i11%rprwS^ ?.SSSÄi Lona.... 

I wonder if you n,ay want to «/^ /" ^-^ -;4J°"",^V4'^!\1aicr 
Photo copies that thore is a füll ^^»^ jf^?^ J^^^-;,^^ -^-^-.^^«-sr- 
in ..y band, in case anyone bas a ^f " f;/^rLrely as a 
this point I have sorne '^«l«^^^"^^ '^^^^ hI" "utobi ography is 
matter of record in any P^^l^^^^?!^,^^^* -^^ f^ther's '.ro- 

. ve.y P---\-^^/''r.\r"or^Si:t;or^atertai, tW-.gh 
fessional associatcs. It ^^ "^ '"^ ,^ j^ for the present 
rather hartnless but personal, J^^ should rem.x ^ 

niorely In our private hnnds. ^^^"[fif J^^c^st in this auto- 

one party v^o bas a «P-^^^^ fj^^f ^^Ij^^to s^-ro it with such 
biography, I an surc, wo sball be reaay 

a person. 

-1, f^y «^hnrin" your article on the Insttltut. 
Thank you ven' i^'«ch for ^barin^ your 
I read it with livcly and personal intcrest. 



Cordially yours, 

'eniy M.'Ylaier 
Profes soi^\ 




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►^ft. j-tiit,i^ i 



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2t3. .ipril 1970 



i4erm rrofessox- Henry i^^aier 
11030 v>and i oint ^löy^ 
Seattle, -ashington 98125 



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,iji^iMMM«'> 



V 



Sehr geehrtrr I^err Dr. feiaier, 



* V -uir^r.« hoT^^iif'h fuer ihr -^cnjeibtn voro 6. April 
Lassen ö\^ mich ihnen herziicn rut.r -^^'^ ».«t^i Klescn's 

1^4+ ,«r^ «r^tt;ip riip »gestern emgctroi reneu v;crjiiiwc.n vuü 



von 
f 



ihnen 



ftvif^rtikendf^r ^'rtans kHier^aem i^eben uua • eiK un.. aen 
fuer ihre linder zusarammge stellten band iJ. .-e.n.oriam 

ich habe die beiden letztgenannten f hrlfi-en "f^^^";^^ 

nur oberaa.chlich ^-^ ^»^noJnernricr; sU^ie ihnen'^^u.iass ' 
eine pr-aendUchere Lektuere 'J^J^"'"'";"' V' Artikel von Lotte 

der von Friedlaenders f^g^Pj^^^nd e?; Ihrel Vaters Jarer bervor- 
t'^^tn'i^sT ?aS ab'? tSfe "S'.iJten Sn.e.ein interessant und 
elnuruo's^oli: Die BxbUographie ist.^ie Sie richtiB schroxben, 
fuer mich von gro.sseän. i.ert# 

Ks hat mich be.egt. *i. nor^-n und lieoevoU .ie '^«J f Jf^- 
run.sband abgerasst una :^^sa..ens^^^ 

sehend,?leichfails v< r sichert, --^ r-uecK«. sa.dt veraen. 

vic 31,^ slci. vorstellen koermen.muss ton mich in dem g^pMnte n 
/.le öl', ^^^y v<iio --^ TioTct pli-mt' d'.'S Lebens und 

Buon recht kurz fasse«, ^ ""^^/^.^'^^^^ iconrt . Ich taoechte 
...irkens der ^^^:-;if^^'^^'^^^l^th. Leo Bp.ec. Institut 
indessen, aass das Andenken ^'^';^'! '"^ .^ (ieleh-te. btudenten und 
in Nev. York ^^^halten blexbt und «a.tuoi. (..1^-tc^ .rbeitsgeblr t. 

fS'tr"s?cb^^.fw[d^:t^S.rnt!^refsi:?en, d.eses .aterial benutzen 
koennen. 

Ich bitte 3ie dahrr um die Erlaubnis , von der 7°';;J^'^t;; J^^^i"*^" 
laend^r'veifaa.ten bio.raphie ^^^^"^^^^^t Infsenf 
herstellen und dem Archiv des Jjf*jJ^j^%,«JS'lJ :f Je?ersetzung 
«ri !i2 Zr^^"^ SmrrLr")rnfdte^'Bibliogaphie Photo. 



una des Deutschen wenig oder garnicht kundigen Lesern benutzt v.erden. 
ihre Uebersetzunt^ vwerde daher aann von grossem ».erte sein. 

schliesslich gestatte ich mir noch ein fort ucber dis Auto- 
biorra?bit!von aor aie .schreiben. Jie uir-rör mich zwar persoenlicn 
sehf intrrsaieren.cber fuer die .rb. i t -'[^--'^_Z^^^']^ h^ben' 
£;rforü.rlich,du tos uetrige >.aterxal ^«^^^^^f «!-"^,ff J* :" JS? 
jtaooh in der Bibliothe.: unseres i.eo ßnecic institutb ^^'^''J'^^^.^.,^ 
teTirm achnlichcr ..rt. beschrieb.« von '-'•'^««''«"/f^^^^^^^i^f'^'^" 
Au"fa^isun.en. Berufe, U.S. vv., die sich utbcr uie /.eit von etwa Ibo 
5ii "r c?s??^ee'.en. ünt. r ihner, sind euch ..lynche ke.ioxren.uie ein 
verv^arctes^etiet behandeln, z.b. eine kleine ..nnncrunRsschrift 
von cieu einsti.-n -chlicht^r L'rahn.ö.er zuerst in ub^rscniesle«, 
r'n. i Westfalen Kervorrarendes bei aer Beilef^.ung von Arbeitssti-..!- 
tlf^ it i^.U.iitet hct. Da ole die autohioKraobie, ecenso v^ie xnre 
^cb'^etteinf nätucrlich reibst behalten v^oll^r , aarf ica anre..cn,d833 
oic a^voti 'irerhotoXoTiic auf ..OBlen des Instituts herstellen lassen 
und K<s?att;n.d.-..,s ;^le' in unsere kemoircnsamaan^ aufgeroinnen v.ird* 
uir wtrd.n dt.s mit gro:;r.er Dankbt.r.';,?it be^ruessen. 

In '.er Annuhn:e,daeo da^ Leo Beeck Institut interessiert, v^erde 

ich veranlassi-n. dasa ihnen sofort nach ^ie «^«;,^^:^^-^^-;.^jy.i"'5^i'' 
nach b..,.nJlf:aa? der Feicitage ^er..onaerdrac. eines .rtikr.l| .u- 
ßcschickt ^Ird.den ichi ueber das instiiait in der ..eltschr.ft 
-Geschichte ii/ . is^cuachaft urtd l.'nte'rncnf' m aer .v.8erx?,urrme 
V. rocffentiieht habe. 

Tjr, Frwnd l<-bt nicht in ü 3, \, sondern in Väienchea; ich traf ihn 
dort HU" -ine-^ Hci:;e vor et,v,a Z o:lcr 4 Jahrf:n . ;-,lite icii in .^.u- 
saSie anK i"t dem goolantrn buch -.viedor ni t iü-a In H^ruehrunr r.om- 
meif sr tlM -^5 :iXv rino Pr^ude .:eLn,xim^ Ihra (h-.-e Gruesse una den 
Ausdruck ilirer .crtschaetsung fu-.r ihn ?x. urbr.rtait >.eln. 



r 1970 



*uit nochiAuligeru besten Dank f u: r ihre v.ertvolle Hilfe, bleibe 



ich mit her/.lichen Grueoata* 



^hr 



^/•/r 







i 



2. Juni 1970 
U/436-FG/IS 



Her:cn Professor Henry Maler 
11030 Sandpoiut Way 
Seattle, Wasiiington 98125 



^i^stv^ 



Lieber Herr Dr. Maier, 

gemaess Ihrer freundlichen Erlaubnis haoe^lch 
man^'iehr die Photokopien der Dokumente betreffend 
aer Lebenslau und das V^fii^ken Ihres Vaters herstellen 
und ebenso die von ihm £^;e5Chriebene Einleitung zu ueri 
Buch ^'Karl..,,ElQSah«ß soz-iales Vennaechtnis fuer unsere 
Archive priot.oo:raphieren laaßen. 

V/ie ich Ihnen schon in uieinem Brief vom 25. April 
d.J. schrieb, genuegt dieses Material voellig fuer etwa-- 
iFe Benutzer, die es wissenschaftlich oder biograpnisch 
verwerten wollen. Ich hatee volles Verstaendnis dafuer, 
dass Sie die /.utoüiographie bei sich aufzubewahren v/ueji- 
sehen. Jedenfalls ist das Leo I3aeck Institut m aer .^ujcunft 
bereit, diese Autobiographie der Sa^malun^ ihrer Memoiren 
einzuverleiben, wenn Sie eimual glauben sollten, dass die 
Zeit dafuer gekouinien isG» 




beide] 

und bei 

erlaubt haben, sie fuer unser^ Archiv zu verwerten. 



Mit herzlichen Gruesse-: 



Ihr 



Dr. Ernest Hamburger 



"ä-r^" 



■-,1.1 



UNIVERSITY OF WASHINGTON 

SEATTLE, WASHINGTON 98105 



School of Social H ^ork 



April 6, 1970 




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r. 



Dr. Arrest Hamburger 

67 Riverside Drive 

New York City, N.Y., 10024 



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Dear Dr. Hamburger, 

I regrct the delayed response to your letter of f«^'^"«^ 24th and hope 

might prove helpfully to you. 

First, Karl Flesch's book is on its way to you. /"'^'^'^f'^°f^' ^'J!,^^^-.,, 
SHi^s by surface .all a Mography on n,y ^^^^^J ^^ "tCo^t^V 
_i*.t.»_ Xr, iQftI >iw Professor Walter £•• rrieaianai-i.» ii...«. o » -• 
was written in 19öJ Dy i-roressor srticle bv Lotte Lemke, 

also served as the background material for an ^^"°J^^^; .''^^.„_ ^he 
hh« Vor^i7.Pnde der Arbeiterwohlfahrt, which was published under tne 
itll" n nSorUn, - Hans MaierJ" published in the >>"^^^^^-^ ;;-;;f * 
H f^% L Anril 1964 ( Bonn, Germany.) In turn I translated this 

to you. tor cnis ^^^ «rticle "In Menoriam" provides a clearcr 

account by Walter Fricdlander. 

Short bofore his death my father ^.rote a 200 P«se autobiography pri^arily 
«Personal lifo story for ny two slsters f ^''^ciLt Iflou U.Wc 
lander.s material is derived fron, ^his private -^-f^;^^^J/^^ ""^^^^ ^, 
that this autobiosraphy might be pertinent for your «=«^^JJ „ 
glad to check with ray sisters about the possibility of sharing 

you, 

"™nf„ot'"p2,nf nL«;L to » .f"r you h.. . oh.no. to rov.o. 

the material which I am sendin- to you. 

I was interested in your contacts with Dr. Freund. AJ^ough I do not 

know him personally his na.e s -l^J-- ^^ -', ZuM^Z .lad 
hirhost esteem to him. If he is in cnis couuux^ 



^1 r-^^« 



to call on hÜT, thG next time I shall be in the East. 

lifo and in tho Maicr fa:nily i«^ venera • f ^^^^^^l^^^^^^'^^^Je 
can be of any further assistance to you. I shall cry c 

prompt ly. 

Best wishes for your work and yourself . 



Cordially yours, 




TenTj W. Mai er 
Professor V 



HWl'l/lm 



^iHfciiil 




Dr. ßraest Hamburger 

67 Riverside Drive 

New York, N.Y. 10024 



24. Februar 1970 
U/1 57 -EH/IS 



Herrn Professor Henry Maier 
11030 Sandpoint Way 
Seattle, lAiashington 98125 



Sehr geehrter Herr Dr. Maier, 



[r. 



-'/ ^* 



•i^- 



Ihre Anschrift verdanke ich Ihrem Oniel, 
Herrn Dr. Max Hermann Maier, mit dem ich ueber 
mein vor kurzem erschienenes Buch *'Juden im 
Oeff entlichen Leben Deutschlands" \Nfiederholt 
korrespondiert habe. 

Ich bin jetzt dabei, das entsprechende Buch 
ueber die Zeit der Weimarer Republik vorzube- 
reiten und v/aere Ihnen fuer eine Hilfe dabei 



s 



ehr dankbar. 






Ss handelt sich umeine kurze Darstellung des 
Lebens und Wirkens Ihres Vaters. Ich habe ihn nur 
fluechtir, gekannt, d.h.dass wir uns zwei- oder 
drei lal auf Konc;res5en bGgei.Jnet sind, weiss aber 
natuerlich einiges von seiner Taetigkeit infolge 
seiner schriftstellerischen Aroei^, z.B. an der^^ 
Mitarbeit an der Zeitschrift "Arbeiterwohlfahrt 
und giegentlich an der "Gesellschaft". 

Ich lege nein Buch so an, dass ich versuche, 
die Darstellung der Juden oder Personen juedischer 
Abstammung In die deutsche Geschichte der betreffen- 
den Zeib einzuarbeiten, von jedem eine kurze Bio- 
graphie gebe, und ±cä Texo eine D.:^r Stellung der 
markantesten Punkte seines Wirkens in <imtlicher 
oder parlanient arischer Stellung. 

Koennten Sie mir die entsprechenden Lebensdaten 
Ihres verstorbenen Vaters geben, und vielleicht sein 
Viirken in einigen Zeilen charakterisieren? D.s wuerde 
mir fuer diesen Teil meiner Arbeit sehr zustatten 
kommen . 

-2- 



- 2 ~ 



24, Februar 1970 
u/1 37 - BH/IS 



l 



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Herrn Professor Henry Maier, 11030 Sandpoint Way, Seattle, Wash. 



Der ehemalige Ministerialdirektor, Dr. Hugo Freund, 
hat mir aiitgeteil., dass Ihr Vater auf seine Veranlassung 
von Frankfurt in seine Abteilung im Saechsischen Ministerium 
des Innern berufen und damals mit der besonderen Aufgabe 
betraut vmrde, das Saechsische Wohlfahrtsgesetz zu ent- 
werfen. Herr Dr. Freund fuegt^ hinzu, dass dieses 1923 
in Kraft getretene Gesetz als vorbildlich galt. Dass Ihr 
Vater ein anerkannter Fachmann auf dem Gebiet der Wohl- 
fahrtspflege war, ist mir natuerlich bekanno. Ebenso 
weiss ich wieviel^ Initiative er auf diesem Gebiet in 
Sachsen entfaltet hat. 

Aus dem Brief von Herrn Dr*. Max Hermann Maier 
ersehe ich, dass Ihr Vater Arbeiten des Frankfurter 
Stadtrats, Dr. Karl Flesch, unter dem Titel "Karl Fleschs 
Soziales Vei iiaechtnis" herausgegeben hat, und dass Sie 
ein Exeaiplar dieses Buches mit einem Vorwort Ihres Vaters 
besitzen. Wuerden Sie so freundlich sein, mir dieses Exepplar, 
das mich nicht nur v,'egen Ihres Vaters sondern auch wegen 
Fleschs, der eine Zeit lang Landtagsabgeordneter in Preussen 
war, interessiert, leihweise fuer kurze Zeit ueoerlassen 
und eventuell erlauben, dass wir fuer das Leo Baeck Institut 
eine Fhotokopie, entweder des Vorworts allein oder einiger 
noch sonst interessierenden Artikel daraus herstellen? 
Wir wuerden Ihnen das Buch in kurzer Zeit eingeschrieoen 
zuruecksenden. Dafuer waere ich Ihnen ganz besonders 
dai-kbar. 



Mit besten Empfehlunge 



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Ihr ergebener 



Dr. Srnesl Hamburger 



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Stammbaum 



1910. 




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R.3;^iei*un2Sdirektor i.H. 

Kurt Friedländer 

in Berlin - Chdrlottenburg 

ift auf ©runD Öcr ^erorönung Dom 13. 3uH 1934 5ur erinneruna an 
Den Weltkrieg 1914/1918 Das Don Öcm 9lcicl)5präfiDcntcn @cneralfeID= 
marfd)aU von ^inöcnburg gcftiftctc 

(gl)renkreu3 für ^riea6teilnel)mer 

DcrUeI)cn moröcn, 



«nr. ...*'• 161 • /3 5, 




Berlin, Den 9« April 1935. 



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Stammbaum, 



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Dagobert Friedländer, 

gel). Kolniar i. P. Sonntag 19. 2. 1826, gest. auf Breitenstein Montag 

27. 6. 1904, 

ISIC—ls.-)! in Wollstciii UiicliliätHllcr. \s:ü -I.ssl' in Uronilirr^- Uankier, Stadtrat, Vcrtrctfr 
der Stadt Brnmhcrj;- im lliiiftilia iis und l'roviiiziailaiidta";-. lssi> ^i!s;tj in Frankfurt a. M. 
II. ■/.. ins;; -IS!)! als Dirrktur der Industrie- und ('(tiuiiicr/liaiik. is!»i>--l!»(n aiil' I{rcitriistcin 

wolinhal't, 



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war verheiratet 
in erster Ehe mit 

Pauline geb. Friedmann, 

geb. Wollstein Mittwoch 29. 8. 1827, gest. Bromberg Freitag 27. 5. 1804 
(Verlobung Wollstein Samstag 15. 12. 1849, Trauung Wollstein Montag 

27. 5. 1850), 

und in zweiter Ehe mit 

Laura geh. Öttinger, 

geb. Breslau Freitag 30. 1. 1835, gest. Frankfurt a. M. Sonntag 12. 10. 1884 
(Verlol)ung Breslau Samstag 23. 11. 1867, Trauung Breslau Sonntag 2. 2. 1868). 



11 



Familie in aufsteig"ender Linie 
I. von Dagobert Friedländer: 

Vater: Joseph Jonas Friedländer in Kolmar i. P., geb. Rogasen 

Sonntag 13. 4. 1800, gest. Kolmar i. V. Dienstag 19. 11^ 1876. 

Mutter: Röschen Friedländer geb. Wolff, geb. Kolmar i P. 1801, 

gest. daselbst Freitag 10. 7. 1821). 

Großvater: Hirsch Friedländer in Rogasen, gel), (lasell)st 1775. gest. 
daselbst Sonntag 19. 2. 1843. 

Großmutter: Mariane Friedländer, geb. Rogasen 1770, gest. daselbst 
Donnerstag 13. 9. 1838. 

Großvater: Aron Wolff in Kolmar i. P., geb. daselbst 1771, gest da- 
selbst Sonntag 20. 9. 1840. 

(jroßmuttor: Hinde ^A^olff geh Lewin, geb. 1770, gest. Kolmar i. P 
Donnerstag 29. 10. 1840 



II. von Pauline Friedländer geb. Friedmann: 

Vater: Wolff Friedmann in Wollstein, geb daselbst Montag 20. 1. 1800, 

gest. daselbst Montag 3. 9. 1849. 

Mutter: Goldchen Friedmann geb. Schiff, geb. Wollstein Dienstag 

17. 2. 1799, gest. daselbst Samstag 19. 11. 1831. 

^j Großvater: Salomon Friedmann in Wollstein, geb. daselbst, gest. 
1) Frankfurt a 0. Sonntag 20. 11. 1831. 

I Großmutter: Hannchen Friedmann geb. Moses, g(d). Wollstein, gest. 
' daselbst Dienstag 4. 7. 1837. 

Großvater: Marcus Schiff in Wollstein, geb. Wollstein, gest daselbst 
Mittwoch 25 2. 1829. 

Großmutter: Johanna Schiff geb. Salomon, geb, Grätz, gest. Woll- 
stein Mittwoch 30. 7 1834. 






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III. von Laura Friedländer geb. Öttinger: 

Vater: Adolph Öttinger in Breslau, geb. Gr.-Glogau Montag 8. 2. 1796, 

gest. Breslau Mittwoch 26. 12. 1855. 

Mutter: Therese Öttinger geb. Friedländer, geb. Berlin Freitag 4. 5. 1804, 

gest. Breslau Dienstag 7. 4. 1857. 



.^. ( Großvater: Marcus Öttinger in Gr -Glogau, geb. Peiskretscham, gest. 

Gr.-Glogau Donnerstag 3. 6. 1824 

Großmutter: Rahel Öttinger geb. Abraham, geb. Gr.-Glogau, gest. 
daselbst Montag 24. 5. 1830. 






Großvater: Jacob Lewin Friedländer in Berlin, geb daselbst Mon- 
tag 26 11. 1764, gest. daselbst Freitag 19. 2. 1830. 

Großmutter: Rahel Friedländer geb. Prager, geb. (hvGlogau Juni 
1764, gest. Berlin Freitag 8. 3. 1844. 



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Familie in absteigender Linie 
I. von Dagobert und Pauline Friedländer: 

A^, Wolf Waldemar Friedländer 

in London, 
geb. Wollstein Donnerstag 24. 4. 1851, 

Kaufiii.inii, IiihalitT der vnn ilmi l^so firiclitt-tfii Firma ^W. FrirdlaiidtT in I.mikImh". 

verheiratet (Verlobung Mittwoch 14. 10. 1885, Ziviltrauung Berlin Mittwoch 
17. 2. ISsti, kirchliche Trauung Donnerstag 18. 2. 1886) 

mit 

Flora geb. Tichauer, 

geb. Oppeln Montag 6 6. 1864. 



Flora Friedländers Familie in aufsteigender Linie: 

Vater: Max Tichauer in Berlin, geb. Pleß Montag 20. 6. 1825, gest. 

Berlin Mittwoch 2, 12. 19U8. 

Mutter: Lina Tichauer geb. Friedländer, geb. Oppeln Samstag 30. 6. 1838. 



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Grot'.vater: Löbel Tichauer in Pleß, geb. Tichau Samstag 15. 1. 1791, 

gest. Thorn Mittwoch 13. 10. 1880. 

Großmutter: Amalie Tichauer geb. Ansbach, geb. Nikolai Donners- 
tag 20. 3. 1788, gest. Thorn Mittwoch 15. 5. 1872. 

Großvater: Marcus Friedländer in Loslau, geb 1801, gest Oppeln 

Samstag 22. 11. 1876. 

Großmutter: Julie Friedländer geb. Loewy, geb. Freudenthal Sonn- 
tag 30. 3. 1802, gest. Oppeln Freitag 26. 4. 1878. 






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Familie in absteigender Linie 



1. V o n W a 1 d e m a r und Flora Friedländer: 

Pauline Laura Hildegard (Hilda) Friedländer, 

geb. London Samstag 27. 11. 1886, 

verheiratet (Verlol)ung Donnerstag IS 4. l'J07, Zivil- und kirchliche Trauung 

London Dienstag 14. 4. 1008) 

mit 

Jonas (Joe) Friedlander 
in London, 

geb. Ashburton (New Zealand) Sonntag 7. 12. 1879, 
Kaufmann, Inhaber der Firma „J. R. l'riedlander". 



Joe Friedlanders Familie in aufsteigender Linie: 

Vater: Rudolph Friedlander in Ashburton (New Zealand), geb. Kolmar i. P. 

Donnerstag 7. 10. 1847. 

Mutter: Helene Friedlander geb. Gall, geb. Samotschin FYeitag 10. 3. 1848. 



^•[Großvater: Joseph Jonas Friedländer (s. Dagobert Friedländers 

ij Familie in aufsteigender Linie). 

GroLlmutter: Röschen Friedländer geb. Bock, geb. GrUtz Dienstag 
13. 12. 1814, gest Tirschtiegel Freitag 21. 12. 1894. 

^■[Großvater: David Gall in Samotschin, geb. Rogasen Oktober 1818, 

«1 gost. Samotschin Dienstag 17. 9. 1872 

r Großmutter: Doris Gall geb. Moses, geb. Rogasen Sei)teml)er 1814, 

^l gest. San Francisco Freitag 8. 3. 1901. 



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2. von Joe und Hilda Friedlander 

E i 1 e e n Marjorie Friedlander, 
neb London Donnerstag; ö. 11. 1908. 



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B. Regina Johanna Friedländer, 

gel» Wollstoin Mittwoi-h lü. 2. 1S5.M, 

vorheiratet (Verlobung Samstag II. 11. 1871. Ziviltrauung liromherg Mon- 
tag G. 5. 1872, kirchliche Trauung Mittwoch S. 5. 1872i 

mit 

Gustav Maier 
in Zürich, 

geb. Ulm a. D. Freitag (>. 0. 1844, 

K;iiirin;iiiii, liis IsTC, in flni I{.'i('li>liimk - A -;Tiit. issi - iss:, Diriktnr il,i' |)riit-(lnii lliiiulrls- 
(Irscllsclint't. 1NX.'> 1>;'»-' lnli;ilMi- i\ry l',;iiiklvuiiiiii;iii<litf (iii-1;i\ M ;i i c r vV Tn. IM l'r.mlil'mt .1. M 
isitj -iMil in Kriiiatiiii^in. M'il \^<'i> in /inii li ;il> l'ri\ iitiii.Mi ii nml Si liiil't--tillr|-. 



Gustav Maiers Familie in aufsteigender Linie: 

Vater: Aren Isaac Maier in Ulm, geb. Archshofcn Mittwoch 14. 7. 1813, 

gest. Ulm a. 1). Sonntag ID. 4. 1874. 

Mutter: Sophie Maier geb. Gugenheim, geb. Ulm a. D. Samstag 

22. Ü. 1822, gest. daselbst Dienstag 10. 10. 1848. 

GroUvater: Eisig Maier in Archshofen, geb. daselbst Freitag 22. 1. 
1779, gest. daselbst Mitt\vo(;h 2U. 8. 1817. 

Grothnutter: Edel Maier geb. Low, gest F:rnsbach Dienstag 
5. 11. 1861. 

GroCvater: Seligmann Gugenheim in Ulm a. D., geb. Hechingen 
Montag 21. 12. 1789, gest. Ulm a. D. Montag 13. 7. 18r.7. 

Grothnutter: Charlotte Gugenheim geb. Lämmle, geb. Kriegshaber 
bei Augsburg Dienstag 3. 2. 17.^9, gest. daselbst Mitt- 
woch 20. 12. 1838. 



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Gustav und Regina Maiers Familie in absteigender Linie: 

1. Paul Ernst Maier 

in Santiago (Chile), 
gel), rim a. D. Freitag 5. 9. 1873, 

Mlisdlx icrtc IMM iiL'si'iii iMMlvtischcs ,I;iIir ;ils Wcr^liMiiticHisstMUT. stiidirrtc ls:»-_' -;»;i iii Miinclicii. 
SliMUluiru i. 1'.. Hcriili iiiid l'i lilnir,!;- i, H. ihhiikin irrte ;iii «Irr Irt/t^fiiMiiiitrti Tiiix ersitiit 
i:mI(I ;i1s l)r. pliil., i;iiii;- iImiiii im Dienste iler Aiii^un-(inl(l-('uiii|i!i}i;iiie mIs (icdlo^c iiacli 
l\iiUI;ii\(l ( Ki^iliii Ifii . ^'Mti diese Siidiiiii^' Kiide Miii lUd.'i ;nit', \v;ir \ nm Septeiiilier 1;m»i; ;iti 
in l'imt.'i \reii;is Chile mit l'"it'niseliiiiii;- der ^enlnj^^iselieii und .Mineii-\'erli;iltni>sc \<<[\ 
l'MtM-i.Miien und l'enerlnnd liesehiit'ti^t niul ist seit i;t(is l'iiiN ersitätsprctfessor ile|- (ii-nlnMi,. 

in S;inti;ii;n Cliilei, 

vcMluMiati^t (\'orlol)ung Sonntag 8. 11. 11)01, Ziviltraiiung Zürich Montag 
a. 2. liH)J, idrciiliche Trauung Dienstag 4. 2. 1902) 

mit 

Maria Emma geb. Mayer, 

gob. Wvl (C[ St. »lallen) Sonntag 24. 1<). 18^0. 



1 



Ernst und Emma Maiers Familie in absteigender Linie: 

a) Erna Tatjana Maier, 

gel), im Lager der Anigun (joldminengesellschaft am Flusse Semi bei 
Nikolajewsk (Ostsibirien) Sonntag 5. 7. (22. 0. alten Stils) 1903. 



b) Nadja Bertha Maier, 

geb. Zürich Sonntag 2. 10. 1904. 



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Emma Maiers Familie in aufsteigender Linie: 

Vater: Karl Mayer in Münoiien, ueb. (Uin/.luux Montan 24. ö. 1>47. 

Muttor: Anna Mayer geb. Eberle, geb. Xorsingon Dienstag 21. 9 1^17, 

gest. Zürich Sonntag 31. 7. 1904. 

^ [ CirobYator: Karl Mayer in dünzburg, geb. Fgoltingen Freitag 7. ."•. 1S13, 

gest. Gunzbnrg .Montag 22. 8. 1870. 

OirolMtuittor: Klara Mayer geb Kastner, geb. lUirgau Freitag 2().2. 1^13, 
gest. Ciünzburg Donnerstag 24. 2 1887. 

i j GroVAater: JosephEberlein\orsingen.gob.OtiingenDienstag24.2. 1824, 
ll .'^^S't- Norsingon Sonntag 31. 7. 1870. 

I GroUmnttor: Joscpha Eberle geb Wanner, geb. Thaltingen Montn^r 

^X). 9 1^25. gost. St. r.allon Froita- l. 3. 1S89. 



2. Johann Arthur Maier 

in London, 
geb. rim a. D. Montag 15. 2. If^7ö, 

l\;iMlni;inn. Inluiher der \ nn ilini t'.tOl in Ldndun iTrichtetcn Kirru;! ...Inlm A. M;iier". 

verheiratet (Verlobung Freitag I. 1. 1909, Ziviltrauung Zürich Donnerstag 

15. 4. 1909) 

mit 

Alice (Liesel) geb Laissle, 

geb. Stockerau (Nieder-Osterreich) Donnerstag 23. 10. 1886. 



Liesel Maiers Familie in aufsteigender Linie: 

Vater: Karl Hugo Laissle zu ReutlinL^en, j:;ol.. 01)ertürkhcim Mittwoch 

2. ß. 1852. 

Mutter: Hertha Pauline Laissle geb. Beck, geb. Ulm a. l). Montag 

II. 12. 1854. 



Grotivater: Karl Christian Laissle zu Reutlingen, gel». Cannstatt 
Sonntag 25. 12. 1825, gest. Reutlingen Samstag 11. 7 11)00. 

Großmutter: Sabina Dorothea (Dorle) Laissle geb. Schneider, 

geb. Wahlheim Mittwoch 21. 9. 1814, gest. Reutlingen 
Freitag 28. 2. 1896. 

Großvater: Friedrich Wilhelm Beck in Cannstatt, geb. Stuttgart 
Freitag 20. 4. 1827, gest. Cannstatt Mittwoch 15. 10. 1^79. 

Großmutter: Maria Elisabeth (Lisette) Beck geb. Weydt verw. 
Mayer, geb. Ulm Freitag 13. 3. 1829, gest. Cannstatt 
Donnerstag 10. 1. 1895. 



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3. Johann Wolfgang (Hans) Maier 

in Zürich, 
geb. Frankfurt a. M. Mittwoch 20. 7. 1882, 

.studierte an d.-ii rniviTsitiit.'ii Ziiricli. Wien. St ra 1.11 »inj;' mi<l .Miuu-licri, inaclitf am l. Vi. ü"».') 
in Zinicli sein m.Mli/.iiiisclirs Staatsc\am<Mi. \vi\nlc am s. \i. 1!mi:. Assistenzarzt di'r Irren- 
anstalt und |tsyel\iatriselieii rniv crsitätsklinliv ..liurji-lii.lzli" in Ziirieli. jM-nnrnvierte am i'!t. 7_ 
lltos znm Dokt'M- der Medizin der dtirtij-en llnelischule und wurde am i:>. 1. l!M»!t zum 

Selsiindärarzt der (dd^eii Anstalt ernannt. 

verheiratet (Verlobung Donnerstag 18. 8. 1904, Ziviltrauung Zürich Dienstag 

14. 3. 1905) 

mit 

Leonie (L o n i) geb. Laissle, 

a-eb. Chemnitz Mittwoch 12. 11. 1884. 



Loni Maiers Familie in aufsteigender Linie 

s. unter 2. 



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Hans und Loni Maiers Familie in absteigender Linie 

^/ Hans K o n r a d Maier, 

geb. Zürich Mittwoch 24. 2. 1909. 

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(7. Goldine Wally Hedwig Friedländer 

in Frankfurt a. M., 
geb. Wollstein Mittwoch 15. 11. 1851, 

war verheiratet (Verloi)unir Sonntag 15. 2 1874, Ziviltrauung Bromberg Mitt- 
woch 27. 5. 1874, kirchliche 4Vaiiung lierlin Sonntag 'M. 5. 1874) 

mit 

Hermann Maier, 

geb. Ulm a. l). Montag 16. 8. 1847, 

KMiit'iiianii in IlMiiilxir;;'. 
Die Klif ist am 11. 7. iss;» j^ctrriiiit \\nr<lcii. 



Hermann Maiers Familie in aufsteigender Linie 

s. unter /^, 



Familie in absteigender Linie: 

1. von Hermann und Hedwig Maier: 

Paula Mathilde Sophie Maier, 

gel). Hamburg Donnerstag 17. ('». 1875, 

verheiratet (Verlobung Samstag 1. 2. 189(5, Ziviltrauung Konstanz Donnerstag 
16. 4. 189Ö, kirchliche Trauung Sonntag 19. 4. 189(3) 

mit 

Carl Cahn 

in Frankfurt a. M., 

geb. Worms Mittwoch 28. 9. 1864, 

.stiKlifitc l,s,s:i -si; in SlrjiUltiirn- i. H., HiidfUnTf,^ und |{.Tiin. maclitc IssC da^ K'cf.i .iidar- . 
18112 da^< A.ssc-s.sori'xanu'ii und ist seit J(>. ti. l»i»j lii'cht.saiiwiiit in Fraiiivtiirt a. .\1. 



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Carl Cahns Familie in aufsteigender Linie: 

Vater: Gustav Cahn in Straßl)urg i. E., geb. Worms Dienstag 29. 9. 1829. 
Mutter: Auguste Cahn geb. Lob, geb. Worms Sonntag 8. 1. 1837. 



/[Großvater: Carl Cahn in Worms, geb. daselbst Donnerstag 10.4. 1777, 

gest. daselbst Samstag 13. 2. 1861. 



r. I Großmutter: Babett Cahn geb. Dinkelspiel, geb. Mannheim Samstag 

1. 5. 1784, gest. Worms Sonntag 27. 9. 1835. 



Großvater: Adam Lob in Worms, geb. Abenheim Mittwoch 22. 2. 1809, 
gest. Worms Samstag 28. 5. 1864. 

Großmutter: Marianna Lob geb. Goldmann, geb. Kir(;hheimbolanden 

Sonntag 18. 9. 1808, gest. Worms Mittwoch 28. 1. 1891. 



2, von Carl und Paula Cahn 

a) Fritz Cahn, 

geb. Frankfurt a. M. Samstag 30. 1. 1897. 



b) Hans Cahn, 

geb. I'rankfurt a M. Samstag 15. 5. 1900. 















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Z). Theobald Martin Friedländer 

in Broniberg, 
geb. Wollstein Samstag 25. 10. IS.K'., 

KMiifmaim. iss.. isiis l'.jiiiki.T in Urunilirr';-. is'.ci -l!Mi:. DircUtor der IJr Imi.;-.i- l!;inU für 

Handel mid (icw.il.r in Uioniiin- s.-it 1. 1. Umm; Inlialirr der Firma Martin Kri.'diandrr 

in Hronilicr^-. 

verheiratet (Verlobung Freitag 26. 10. 1883, Ziviltrauung JMankfurl a. M. 

Sonntag 27. 4. 1884) 

mit 

Clara geb. Friedländer, 

geb. ßromberg Donnerstag 8. 12. 1864. 



Clara Friedländers Familie in aufsteigender Linie: 

Vater: Abraham Friedländer in Bromberg, gel). Matow Donnerstag 

1.1. 1829, gest. Bromberg Samstag 22. 1. 1881. 

Mutter: Doris Friedländer geb. Pink, geb. Osiek Donnerstag 12.6. 1834, 

gest. Bromberg Donnerstag 24. 10. 1867. 

IOroßvater: Salomon Friedländer in l'latovv, geb. Dol)rin 1781, gest. 
Flatow Montag 15. S. 1836. 
Großmutter: Zerline Friedländer geb. Kahnemann, gob Flatow 1781, 
gest. daselbst Dienstag 27. 1). 18r)3. 



GroUvater: David Pink in Bromberg, geb. Flatow b'reitag 10. 10. 1806, 
gest. Bromberg 31. 1. ISDU. 

Groilmutter: Rosa Pink geb. Becker, geb. I'latow 18U5, gest. daselbst 
Mittwoch 16. 5. 1838. 



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Martin und Clara Friedländers Familie in absteigender Linie: 

1. Paul Friedländer, 

geb. Bromberg b'reitag 15. 5. 18S5, gest. daselbst Freitag 10. 9. ls86. 

2. Kurt Friedländer, 

geb. Bromberg Montag 17. 9. 1888, 

maclitc im Mär/ l'.'ds in Hronilirr^- sein Alutnricntcni'xanirii und studierte seitdem an den 
riii\i'rsitäten Lausaune. Uerlin iiml München IJi'clitswisseiiscliaft. 



3. Erich Friedländer, 

geb. Bromberg Mittwoch 14. 10. 1891. 



15 



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IL von Dagobert und Laura Friedländer: 

A. Adolf Friedländer 

in Limburg a. L., 
geb. Bromberg Samstag 23 1. 18<il), 

stiulicrte Issn — ISKS in Ih'itlclhi'r;^-, Leip/i^-, Hfrliii und .M;irlinr;;-. niMclilf isss djis Hct'cn'inljir- 

«'xanicn, issit in Li'i|i'/,i}^- djis jnristisclic I)(ddor('.\;inu'n. 1s:m in liciiin d;is .\ss»'ss(irc\iinirii, 

wurde f.i^il Landriclitcr in liiniburjjf a. !>.. l'.'DT l.andfj,iTi('lit.srnt, 

verheiratet (Verlobung Sonntag 30. 1. 1S98, Ziviltrauung Frankfurt a. M. 
Freitag 27. 5. 1898, kirohlicho Trauung Dienstag 31. 5. 1898) 

mit 

Johanna Marie geb. Grosser, 

geb. Frankfurt a. M. iMontag 9. 3. 1S74. 



Marie Friedländers Familie in aufsteig'ender Linie: 

Vater: Hermann Grosser in Frankfurt a. M., geb. Neustädtel Sonntag 

19. 3. 1843. 

Mutter: Sophie Grosser geb. Blum, geb. Straßburg i. E. Mittwoch 6. 

11. 1844^ *,y^ ^/^;r^^^^«r. *^ . -il^-u^^U^ /^ J^/f/^_ 

Großvater: Isidor Grosser in l'rankfurt a. 0., geb. Zülz Freitag 
27. 6. 18Ü0, gest. Berlin Freitag 8. 12. 1S71. 

(iroßmutter: Therese Grosser geb Fuhrmann, geb. i'rescrhkau 
Freitag 17. 2. 1^^Ü9, gest. Berlin Sonntag 22. 10. 1870. 



Großvater: Salomon Blum in Straßburg i. P]., geb (laseli)st 1S07, 
gest. Reims Sonntag 15 \ 1883. 

(iroßmutter: Agathe Blum geb. Fuld, geb. bVankfurt a. M. Samstag 
20. 11. 1819, gest. Berlin l-reitag 21 3 1884. 









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Adolf und Marie Friedländers Familie in absteigender 

Linie: 

1. Erna Friedländer, 
geb. Frankfurt a. iM; Freitag 17. 3. 1899. 

2. Walter Dagobert Friedländer, 
geb. Liml)urg a. L. Montag 1. 1. 1900. 

3. Ilse Laura Friedländer, 

geb. Limburg a. L Montag 1. 1. 190(5. 



H. Max Öttinger Friedländer 

in München, 
geb. Bromberg Samstag 2S. 0. 1873, 

stndicrtc l'siM) iMCi in (ienf. Ilfididltcrj;-. Straßbiirj;- i. K.. Hcrlin, I.cijr/.ij;' nnd Milnclicn. 
inaclitf is;i;t in l.cip/.ij;- das inristisclic Duktonxanu'n. trat isü.) in den ba\ t-risclicn Staats- 
verhand. inacliti' im j^iciclK ii .lalir das erste Staatsexamen, isits das zweite Staatsexamen 
tiir den höheren .lustiz- nnd \'er\valtunf;sdienst nnd lieü sicli is;i:» in Münclien als Iteelits- 

aii\\;ilt nii'der. 

verheiratet (Verlobung Samstag 29. 12. 1900, Ziviltrauung Frankfurt a. M. 
Samstag 4. 5. 1901, kirchliche Trauung Sonntag 5. 5. 1901) 

mit 

Bella geb. Forchheimer, 

geb. Nürnberg Sonntag 9. 0. 1878. 



Bella Friedländers Familie in aufsteigender Linie: 

Vater: Hugo Forchheimer in l-rankfurt a. M., geb. Weibhausen Sonntag 

0. 12. ls46, gest. Fassau Sonntag 7. 1. 1906. 

Mutter: Jenny Forchheimer geb. Mayer, geb. Laupheim Freitag 25. 

12. 1850. 

17 



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Großvater: Simon Forchheimer in Xürnborg, geb. Weibhausen Mon- 
tag 17. 3. IBlf, gest. Nürnberg Dienstag 10. 10. IbbZ. 

t Großmutter: Jeannette Forchheiiner geb. Wassermann, geb. Hru.^k 
j bei Erlangen Sonntag 24. 4. 1.S2.5, gest. Nürnberg Mittwoch 






Irlang 
30. 7. 1902. 

GrotWater: Aron Mayer in Ulm a. D., geb. Laupheim Dienstag 4. 2. 
1823, gest. Ulm Donnerstag 22. 9. 1887. 

l\ (;roi;mutter: Mathilde Mayer geb. Steiner, geb. Lauphc-im Donnerstag 
"• ( 15. 7. i,sl:4, gest. Ulm Dienstag 21. 2. 1893. 



V'- 



Max und Bella Friedländers Familie in absteigender 

Linie: 

1. Otto Friedländer, 

geb. Mün(>.hen Mittwoch 4. (i. 1902, gest. daselbst Dienstag 17. 11. 1908. 

2. Leonore Friedländer, 

geb. Münc^hen Mittwoch 7. 12. 1904. 

3. Rudolf Friedländer, 

geb. München Samstag 15. -. 1908. 



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Namens Verzeichnis. 



Abnihani, Kabel . 
Ansbach, Amalie . 



Si-iti- 
. 4 



ßpck, Bt'itba . 
Elisabeth 
Wilhchu 

Becker, llosa . 

Blum, Agathe . 
Salomon 
Sophie . 

Bock, R(ischeii . 



Cahii, Auf?iiste 
Babett 

.. Carl . . 

., Fritz . 
Gustav 

„ Hans . 

„ Paula . 



Dinkelspiel, Babett 



Eberle, Anna . . 
Jost^pli . . 
Josepha . 






10 
10 
10 
14 

d; 
i<; 
n; 



i: 



, . i;5 

12, 13 

. . 13 

. . 13 

. . 13 

. . VI 



13 



8 
8 
8 



Forchheimer, Bella . . • 






17 


„ HuKo . . . 






17 


„ Jeannette . 






1« 


„ .Jenny . . • 






17 


„ Simon . . 






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Frledlandcr, Eileen . . 






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„ Helene . . 






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„ Joe . . . 






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- Rudolph . 






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Seid- 

Friedländer, Alirahaui M 

Adolf 1<! 

Bella 17 

Clara 1^ 

^ Daf^obert 1 

Doris 11 

Kridi 1^ 

Frna ^~' 

Flora l 

lledwiff 12 

llilda •"' 

Hirsch 

.Jacob Ticwin ... 3 

Ilse 1' 

•'••"'»>^ -■' 

.^'•li'' * 

Kurt l'« 

„ Laura 1 

Leonore l'^ 

Lina 1 

.Marcus J 

Mariaue - 

Marie 1" 

Martin 14^ 

Max 17 

Otto 1*^ 

Paul l'> 

Pauline 

Kah(d 

Regina 

Röschen jf^'b. Bock 
Röschen geb. WoUV 

Rudolf 1« 

Salonion U 

'rher<'se •* 

VValdeniar .... * 

Walter 17 

Zerline H 



11 

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1» 



Friedniann, (Joldcben 
II an neben 
Pauline . 

77 

„ Salonion 

WohV . . 
FuhrniaiiM, Th(M-ese . 
Fuld, Aj>athe .... 



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1 

2 

k; 
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(iall, David '• 

„ Doris •> 

Helene •'• 

(i(ddmanii, Marianna 13 

Grossi'i-, Hennanii !♦! 

Isidor It: 

„ Marie Ki 

Sophie 10 

Therese H! 

Gugenheim, Charlotte 7 

„ Seligmann .... 7 

Sophie 7 



Kahnemann, Zerline 14 

Kastner, Klara ^ 



Laifile, Hertha 10 

Christian 10 

„ Dorothea lo 

Hugo 10 

„ Liesel i» 

Loni 11 

Lämmle, Charlotte 7 

Lewin, Ilinde -' 

Lob, Adam 13 

Auguste 13 

Marianna 13 

Low, Edel 7 

Loewy, Julie 4 



X 






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Maier, Aroii Isaac 
„ Arthur . 
Edel . . 
Ernst . . 

Emma . 
„ Erna . . 

„ (Jiistav . 
„ Hans . . 
„ Hedwig- 
„ llernianii 
„ KtMirad 

1/u'Sol 
„ Loni . 
„ Nadja 
„ l'aula . 
H<'Kiii:\ 
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Seiti' 
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12 
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7 

7 



AIay«!r, Anna . 
Aron 
Emma . 
Jenny . 
„ Karl . . 

„ Klara . 

Mathilde 
Mosi'S, Doris 

llanncheu 



Seite 
8 

18 
8 

17 
8 
8 

18 

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Ottin"er, 



71 
1^ 



f. 



Adolph 
Laura . 
Marcus 
Rahel . 
Thereso 



//f Piiik, David . . 

„ Doris . . 

- -^ „ Rosa . . 

; Präger, Hahel . 



3 
1 
3 

3 
3 



14 

11 

14 

3 



30 



Salomon, Johanna 
S«hirt", (loldchen . 

„ Johanna . 

„ Marcus . . 
Sc-hneider, Dorothe 
Steiner, Mathilde 



Tiehauer, Amalic 

Flora . 

Lina . . 

Löbel . 

Max . . 



n 



Wanner, Josepha . • . 
Wassermann, Jeannet t(^ 
Weydt, Elisabeth . . . 

Wolflr, Aron 

„ Hinde 

Röschen . . . . 



S.itf 

•> 

2 

. 10 

. 18 



1 
4 
4 
4 
4 



8 
18 
10 

2 

2 
•> 



Familienkalenden 

G := Geburtstaj?. V Verlobungstaj?. H = Hoeh/,eitsta}jr. '1' Todestag. 



8 
10 
15 
20 
22 
22 
23 
28 
30 
30 
30 
31 



Januar 

Abraham Friedländer 

Walter Friedländer . 

Ilse Friedländer . 

Arthur-Liesel Maier 

Hugo Forcliheimer 

Auguste ('ahn . . 

Elisabeth Heck . . 

Löbel TiclKiuer , . 

Wolff Friedmann . 

Eisig Maier .... 

Abraham Friedlän<le 

Adolf Friedländer 

Marianna Lob . , 

Laura Friedländer 

Fritz ('ahn ... 

Adolf-Marie Friedländt 

David l'ink 



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F e b r u a r 

1 (3arl -Paula Cahn 

2 Dagobert-Laura Friedländer 

3 Charlotte (iugenheiui . . . . 
l Aron Mayer 

4 Ernst-Emma Maier 

h Adolph (Htinger 

13 Carl Cahn (1861) 

l") llerniaiin-lledwig Maier . 

ir. Artliiir Maier 

Ki' Regina Maier 



17 

17 

18 

19 

19 

19 

21 

22 

24 

2! 

24 

25 

2») 

28 



Goldchen Friedniann . 
Therese (Grosser . 
Waldemar-Flora Friedländer 
Dagobert Friedländer . . . 
Jacob Lewin Friedländer . 
Hirsch Friedländer .... 

Mathilde Mayer 

Adam Lob 

•losepli Fl crle . . . 
Klara Mayer .... 
Konrad Maier . . . 
Marens Schilf .... 
Klara Mayer .... 
Dorothea Laifile . . 



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14 

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20 

21 

30^ 



M ä r 7. 
Joseidia Eberh^ . . 
Habe! Friedländer 
Doris (irall .... 
Marie Friedlän<ler 
Helene Fri(Hllaiider 
Elisabeth Heck . . 
Hans-Loni Maier . 
Simon Forchhnnier 
Fiiia Frie<lländer . 
HernKinn (jrosser . 
Amalie Tiehauer . 
Agathe Blum . . . 
Julie Friedländer . 






21 



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15 
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19 
19 
20 
24 
24 
26 
27 



April 
Therese <")ttinger . . 

Carl Cahn (1777) 

Jonas Friedläiuler . 
Joe-Hilda Friedlandcr 
Salonion Blum . . . 
Arlliur-Liosel Maier 
Joe-Hilda Friedlander 
Aron Isaac Maier , . 
Carl-Paula Calui . . 
VVillielm Beck . . . 
Jeannette Forchheinie 
Waldeniar Friedlände 
Julie Friedländer . . 
Martin-Clara Friedländer 



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Mai 



Babett Cahn 



Therese Ottinger 



5 Max -Bella Frit'dländer . 



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Karl Mayer (1^13) (i 

(4nstav-Ke}?ina Maier . . . . \ \l 

Anialio Tichaner ...... i T 

Paul Frledläuder i G 

Ilanä Cahn G 

Rosa Piiik. '1' 

Rahel üttins^er T 



24] Karl Mavor (H47) 

I 

27 üasobert-Pauline Friedliinder 



(1 
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27 



Pauline Friedländer 



28! Adam T>öh (18tJ4) 



Herniann-Hedwiff Maier 
Adolf-Marie Friedländer 



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II 
II 






Juni 

Hufj^o Laißle . . . 

,\ Marcus ottinj^er . 

4 Otto Fi-i(Mllätider . 

() Flora Friedländer 

! 

9J Bella Friedländer . 
12 Doris Friedländer (I 
17 Paula Cahn ... 
20 Max Tichaner . . 
22 Sophie Maicr . . . 



27 
27 
28 
30 



Isidor (1 rosser . . 
Dagobert Friedländ» 
Max Friedländer . 
Lina Tichaner . . 



inU) 



. (1800) 
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Juli 

4 Hannchen Friedniann 

Erna Maier 

lo! Röschen Friedländer (VVolfT 
13: Seli^niann Gugenhein 
14 Aron Isaac Maier . 

14 Christian Lailile . 

15 Mathilde Mayer . . 
26| Hans Maier .... 
.30 Johanna SchitV . . 

.30i Jeannette P'orehlieinu' 

I 

31 ' Joseph FJ)erle . . . 
311 Anna Maver .... 



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August 
Salonion Fiiedländei 
Rudolf Friedländer 
Hermann Maier . 



IH Ilan>!-I.(>ni Maier 



20 



29 



Fisig Maier . . . 
Karl Mayer . . . 
Paulinc Fricdländcr 



( 1870) 



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21 
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27 
27 
28 
29 



September 
Wolrt' F'riedniann 
Ernst Maier . . 
(lUStav Maier . . 
Paul Friedländer 
Mariane Friediänder 
David Gall . . . 
Kurt Friediänder 
Marianna Lob . 
Aion WoltV . . . 
Dorothea Laißle 
Anna Mayer . . 
Aron Mayer . . 
Josepha Eberle . 
Babett Cahn . . 
Zerline Friedländ) 
Carl (^alin . . , 
Gustav Cahn . . 



(I.SC.I) 



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24 
25 
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29 



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Oktober 
Nadja Maier .... 
Rudolph Friedlandcr 
David Pink ..... 
Sophie Maier .... 
Simon Forchheiiner . 
Laura Friedländer . 
Löbel Tichauer . . . 
Waldeinar-Flora Friedlä 
Erich Friedländ'T . . 
Wilhelm Beck .... 
Therese Gros.ser . . . 

Liesftl Mai er 

Doris Friedländer (l'ink 

Emma Maier 

Martin Friedländer . . 
Marti n-C'lara Friedländer 
Hinde Wolli" 



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20 
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2.3 
2*) 
27 



November 
lErnst-Emina Maier . 

Edel Maier 

Eileen Friedlander . 
Sophie Grosser . . . 
Gustav-Re}j:ina Maier 

liOni Maier 

Hedwig Maier . . . 
Otto Friedländer . . 
G<ildchen Frietlmann 
Agath(! Hliiin .... 
Salomon Friedmann 
Marcus Friedländer . 
Da}?obert-Laura Friedländc 
•lacob Lewin Friedländer 
Ililda Friedhinder 



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Dezember 

Max Tichauer 

Hugo Forchheimer 

Joe BViedlander 

Leonore Friedländer . . . . 

Clara Friedländer 

Isidor (Jro.s.ser .... (1871) 

Bertha Laißle 

Höschen Friedländer (Bock) 
Dagobert-PaulineFiiediänder 

Jonas Friedländer 

Seligmann (^ugenheim . . . 
Höschen Friedländer (Bock) 
Christian LaiLUc! . . . 
Jenny Forchheimer . . 
Charlotte Gugenheim . 
Adolph Ottinger . . . 
Max-Bella Friedländer 



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24 



Satzung 



des 



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Friedlaendersehen Familientags. 



§ 1. 

Zur Krhaltiing und Förderung eines engen Anschlusses aller Nach- 
kommen des Herrn D a g o b e r t F r i e d 1 a e n d e r nebst ihren Ehegatten 
fmdet alljährlich zu Plingsten in Homburg v. d. H. ein Familientag statt. 

§ 2. 
Mitglieder des Familientags sind die xNachkommen des Herrn 
Dagobert Friedlaender und ihre Ehegatten. 

§ 3. 
Der Vorsitzende des Familientags wird aus dessen Mitgliedern auf 
die Dauer von drei Jahren gewählt. Nach Ablauf dieses Zeitraums ist der 
bisherio-e Vorsitzende für die nächsten drei Jahre nicht wieder wahlbar. 

Bei Verhinderung des Vorsitzenden führt das älteste nicht ver- 
hinderte Mitglied und auf dem Familientage selbst das älteste anwesende 
Mitglied die Geschäfte des Vorsitzenden. 

Solange eine Wahl nach Absatz 1 noch nicht erfolgt ist, werden die 
Geschäfte des Vorsitzenden von dem Vorsitzenden oder stellvertretenden 
Vorsitzenden des Vorstandes der Dagobert Friedlaender Familienstiftung 
wahrgenommen. 

§4. 
Schriftführer des Familientags ist der Schriftführer des Vorstandes 
der Da-obert Friedlaender Familienstiftung, falls er zugleich Mitglied des 
Familie^itags ist. Ist er dies nicht oder ist er an Wahrnehmung der 
Tätigkeit des Schriftführers verhindert, so bestimmt der Vorsitzende ein 
Mitglied zum Schriftführer. 

§5. 
Die Tagesordnung des Familientags stellt der Vorsitzende fest. Sie 
soll jedem Mitgliede möglichst vier Wochen vor dem Familientage be- 
kannt gemacht werden. 



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Antrügo zur Tagesordnung sollen möglichst längstens sechs Wochen 
Anträge auf Grund einer bereits nütgoteilten Tagesordnung moghchs 
längstens zwei Wochen vor Plingsten bei dem Vors.t.ondcn angebracht 
werden. 

Der Vorsitzende ist berechtigt, 

1 ein Mitglied mit dem Vorschlage gemeinsamer Veranstaltungen 
bei Gelegenheit des Familientages und mit ihrer Ausfuhrung 
zu betrauen, 
'> dieses Mitglied zu ersuchen, die Kosten solcher Veranstaltungen, 
die später nach Köpfen auf die Teilnehmer umzulegen sind, 
einstweilen zu verauslagen. 
Jedes Mitglied hat den Ersuchen nach Absatz 3 zu entsprechen. 

§ 0. 
Die stimmberechtigten Mitglieder sollen möglichst zwei Wochen vor 
Pfingsten dem Vorsitzenden Anzeige machen, falls sie oder ihre mmder- 
iährigen Kinder an dem Familientage teilnehmen wollen. ^ 

^ Auf Wunsch ist jedem Mitgliede mitzuteilen, von wem eme Anzeige 
nach Absatz l eingegangen ist. 

§ 7. 
Der Familientag entscheidet, vorbehaltlich der Bestimmungen des § 9, 
«kich Stimmenmehrheit. 

Jedes volljährige Mitglied hat eine Stimme. 

Hei Stimmonglcichhoit gibt die Stimme des Vorsitzenden den Ausschlag. 

§ 8. 
Diese Satzung tritt mit Beginn des Farailientages 1912 in Kraft. 

§ Ö. 
Abänderungen dieser Satzung können nur beschlossen werden: 
entweder 1. auf dem Familientage 

oder 2. durch schriftliche oder mündliche Abstimmung, 
zu welcher jedem stimmberechtigten Mitgliede, an das eine Mitteilung tun- 
lich ist, Gelegenheit gegeben werden muß. 

Im Falle zu 1 muß die den Antrag auf Satzungsänderung enthaltende 
Ta'^esordnung vier Wochen vor der Beschlußfassung allen stimmbe- 
rechtigten Mitgliedern, an die eine Mitteilung tunlich ist, bekanntgegeben 
sein. Der Beschluß tritt erst in Kraft, wenn er auf zwei aufeinander- 
folgenden Familientagen gefaßt ist. 

hn balle zu 2 bedarf es einer Mehrheit von drei Vierteln aller 
stimml)erochtigten Mitglieder, an welche eine Mitteilung tunlich war. 
(Beschlossen von dem Familientage am 13. Juni 1910.) 



H[^]H 



H 



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Nachtrag 1912.") 



I. Stammbaum. 



S. H Z. 2 V. 0. ist vor Eileen oinzufUffon: 



a) 



S. (> nach Z. ;^ v. o. cinzufllpon : 

b) Nancy Diane Friedlander, 

geb. London Mittwoch 11) 4. 1911. 

S. !> nach Z. s v. n. finzufügon: 

d) Gustava Melita Maier, 

geb. Santiago de Chile Donnerstag 5. 10. 1911. 

S. 12 Z. 1 V. 11. ist nach Frankfurt a. M. zu setzen: 



S. 12 nach Z. 1 v. u. einznfUpfen : 

wurde durch Patent vom 7. s. 1911 zum .Tustizrat ernannt. 

S. 1.^ Z. 2 V. o. ist am Ende statt des Punkts ein Koniina zu setzen. 

S. 13 nach Z. 2 v. o, einzufügen: 

gest. Straßburg i. E. Dienstag 5 3. 1912. 

^^1 Z. fi V. o. muU Jetzt lauten: 

^P in Broni»»erg, seit 1!)()1 Handelsrichter, seit 1!H(» unbesoldeter Stadtrat. 

S. 1.^) Z. 7 V. o. ist hinter Rechtswissenschaft zu setzen: 

> 

S, 1.') ist hinter Z. 7 v. o. einzufügen: 

machte 11)11 in Königsberg das Referendarexamen 

8. 17 Z. 11 V. u. muß jetzt heißen: 

anwalt nieder, seit 1912 Mitglied des Vorstandes der Anwaltskammer. 




IL Namensverzeichnis 

S. 19 Spalte 1 nach Z. 1 v. u. einzufügen: 

Nancy R 

S. 20 Spalte 1 nach Z. 1 v. u. einzufügen: 

, Gustava 9 

III.^ Familienkalender. 

S. 21 Spalte .T nach Z. 1 v. u. einzufügen: 

.')! Gustav Gähn I T 

S. 22 Spalte 1 nach Z. 1 v. u. einzufügen: 

lit; Nancy Friedlander IG 

S. 24 Spalte t nach Z. 1 v. u. einzufüg.Mi: 

5! Gustava Maier 1 f^ 






IV. Adressenverzeichnis. 



Z. « v. o. heißt jetzt: 



Park Str. 20. 



An Stelle von Z. i:» v. o. ist zu setzen: 

Waldemar 126 Oakvvood Court 

Kensington 
London "W. 

Z. 1 V. u. heißt jetzt: 

Parkstr. 20. 

^^^TiZzählung der Zeilen .sind die unten beündlieheu Seitenzahlen und die Striche 

nicht mitgezählt, wohl aber die Einfügungen durch den Nachtrag 1911. 



i V. 






Nachtrag 1912.*) 



I. Stammbaum. 



S. ß Z. 2 V. 0. ist vor Eileen oin/.nfUf^en : 



a) 



S. (> nach Z. 3 v. o. cinzufilsen : 

b) Nancy Diane Friedlander, 

geb. London Mittwoch 19 4. 1911. 

8. !> nach Z. 8 v. o. cinzufügon : 

d) Gustava Melita Maier, 

geb. Santiago de Chile Donnerstag 5. 10. 1911. 

S. 12 Z. 1 V. n. ist nach Frankfurt a. M. zu setzen: 



S. 12 nach Z. 1 v. u. eiiizufllffcn : 

wurde durch Patent vom 7. s. 1011 zum .Tustizrat ernannt. 

S. l.T Z. 2 V. o. ist am Ende statt des Punkts ein Komma zu setzen. 

S. 13 nach Z. 2 v. o. einanfügeu: 

gest. vStraßburg i. E. Dienstag 5 3. 1912. 

•11 Z. (5 V. o. mnß Jetzt hinten: 
' in Bromber^, seit l!»oi Handelsrichter, seit 1910 nnbesoldeter Stadtrat. 

S. l.T Z. 7 V. o. ist hinter Rechtswissenschaft zn setzen: 

> 

S. 1.') ist hinter Z. 7 v. o. einzufUfJcen: 

machte UM 1 in Köuij^sberjj^ das Referendarexamen 

S. 17 Z. 11 V. u. mnß Jetzt heißen: 

anwalt nieder, seit 1912 Mitglied des Vorstandes der Anwaltskammer. 




IL Namensverzeichnis 

S. 19 Spalte 1 nach Z. 1 v. n. cinzufiljj^en: 

Nancy fi 

S. 20 Spalte 1 nach Z. 1 v. n. einzufilgen: 

„ (Justava 9 

III. Familienkalender. 

S. 21 Spalte 3 nach Z. 1 v. n. einznfUsen: 

.-)! Gnstav Cahn | T 

S. 22 Spalte 1 nach Z. 1 v. u. einzufll}i:en: 

li»! Nancy Friedlauder \ d 

S. 24 Spalte 1 nach Z. 1 v. n. einzufüj^en: 

5| Gustava Maier \ d 



IV. Adressenverzeichnis. 



Z. S V, 0. heißt Jetzt: 



Parkst!-. 20. 



An Stelle von Z. 13 v. o. ist zu setzen: 

Waldemar 120 Oakvvood Court 

Kensington 
London W. 

Z. 1 v. n. heißt Jetzt: 

Parkstr. 20. 

^^d^.iihluuK d.'r Zeilen sind die unten betimllichen Seitenzahlen und die Striche 
nicht mitgezählt, wohl aber <Ue EinfUgnnsen durch den Naehtraj; 1911. 



V ^% 



:i 



Lony Friedländcrs Familie in aufsteigender Linie 



Vatfi- Ernst Georg Philipp Wilhelm Kirsch zu Limburg a. L., geb. Wies- 
baden Montag «J. U. \m. gest. Limburg a. L. Dienstag 
22. 2. 1!t21. 
Mutter: Therese Auguste Emma Kirsch geb. Schmitson, gob. üüssel.lorf 

Dienstag 10. 7. 1855. 
Grossvater : Daniel Wilhem Kirsch .u Wiesbaden geb, Dicthardt Mon- 
tag :). 12. 1«27, gest. Wiesbaden Uonnerstig .'d. 2. 1^8^. 

arossmutter: Eleonore Katharina Kirsch f ' S*"f ^••' J^^^ 

luülüe b. Katzenelnbosen Montag s. 1. 183s, gest. Wies- 
baden Montag 27. IMiMl. 

Grossvator: Tcutwart Schmitson zu Wien, geb bVankfurt a. M. Sonntag 

IS. i. 1S:-^(I, gest. Wien Mittvvoeli 2.0. 1S6.-J. 



'v 

M 
U 
V 



Vi 



i arossnu.tter: Wilhelmine Schmitson geb. Beckel ^eb. Wiesbaden Sonn- 
-I ^bend 10. 10. is2t), gest. l^allenstedt a. Harz Sonnti^ 

If). U. 190S. 



a 
S 



Adolf und Lony Priedländers Familie 
in absteigender Linie: 



Daniela Friedländer, 

gob. Limburg a. L. Montag 11.1. 1021. 

s 17 vor Z 10 v.u. Zusatz: , . . 

seit November 1918 l. VorMtz.udor dos havr. Anwaltsverbande». 



8. IT Z 1 V. u. Zusatz 



» ir> 



2:est, München Freitag 2S. C. lOlS. 



S. IS nach Z. l v. u. Zusatz: 



4. Gerhart Friedländer, 

geb. Münclien Freitag 2.^.7. r.JlO. 



II. Mdtncnsvcrzcichnis. 



Kiniufü;?en : 






Baerwald, Doris i' 

l.esBcr '•' 

PauUne ^'^ 

Beekel, Wilhelmine l' 



11 



Carr, Fritz 
Hans 



l.-i 
i;$ 



Friedländer. Berta !•'' 



II 
11 
•1 



Daniela . 

Gerhart 

Lony 



Gundlach, Emma Mt\ er de 
Walter . . • 



IT 
18 
IT 

8 
8 



.lacobsohn, Berta geb. Müller lä 

Berta Frieda !•'> 

Doris !•'' 

Hans IJ 

Isidor lö 



11 
11 
11 
11 



Kirsch, Daniel 

Eleonore Katharina 



11 
II 

V 

•1 



IT 

, 17 

Emma ^ * 

Ernst 1' 



Lony 



17 



Maier, E^'a 
Helle 
Ines 
Lorna 
Marta 



1» 

?i 
'1 
11 



Müller, Berta 

Ramsden, Hilda 
Mr 



11 
11 
!) 
10 
11 

l."> 



6 



Scharremweber, Marta Marianne 1 1 



8chauft'ele, Guillermo . . . 

„ Helle 

Marta Marianne 



Schmitson, Emma 
,. Teutwart 

Wilhelminc 



Seligsohn, Pauline 



Westetidorif, Helle 



11 

11 
11 

17 
17 

IT 

15 



Striciter, Eleonore Katharina . IT 



11 






III. Familicnkalcndcr. 



8 
14 



Januar 
Eloonore Katharina Kirsch 
Lorna Maier 



Februar 
8] Hans-Helle Maier 
22] Ernst Kirsch 
23 Daniel Kirsch . . 



10 

25 
28 

11 
13 
18 
28 

1 

4 

13 

20 

30 

9 

24 
29 



März 
(Justav Maier . . . 
Marta Maier 
Lesser Baerwald 

April 
Daniela Friedlilnder 



Eva Maier 



Teutwart Schmitson 
Helle Maier . . 



M a i 
Lony Friedländer ... 
Adolf-Lony Friedländer . . 

Eva Maier 

Berta .Jacobsohn geh Milllcr 
Isidor Jacobsohn 

Juni 
Kurt-Berta Friedländer . . 

Doris Jacobsohn 

Jennv Forchheimer . . . . 



G 
G 
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G 
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G 
G 

V 
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T 



Einzufügen : 

Juli 
1 Hedwig Maier .... 
■2 Adolf-Lony Friedländer 
1 Gaillermo Schauflfele 
10 Emma Kirsch .... 
23 Berta Friedländer . . 
28 Gerhart F'riedländer 
August 
6 Doris Jacobsohn . . . 
September 

21 Teutwart Schmitson 

I 

■2'\ Kurt-Berta Fried 1 ander 
Oktober 



G 
G 

H 
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T 
G 

T 



10 
10 
18 
19 
27 
30 



Wilhclmine Schmitson 
Isidor Jacobsohu .... 
Lesser Baerwald .... 
Marta Marianne .schautfele 
Guillermo SchautVele . 

Ines Maier 

N ^• e m b e r 



15 Wilhelmine Schmitson 

17 Ernst Maier 

27 1 Eleonore Katharina Kirsch 

:!9! Ernst Kirsch 

Dezember 



3 
13 
17 



Daniel Kirsch . . . . 
Pauline Baerwald . . 
Waldemar Friedländer 



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II 
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G 
T 



IV. Ortsverzeichnis. 



Antwerpen streichen. 

Berlin Justizrat Leo Fricdländer. W .iO Lands- 
huter Strasse 25 ni. 

Frau Grt'tchen Fischer gob. Forch- 
heimer. Schöneberg, Iiins- 
brucker Strasse 19. 

Dr. Fritz Carr. NW ti, Schumannstr. 18. 

Breslau Gertrud Ebstein. Kaiser Wilhelm- 
»trassc r>2, Gartenhaus i. 

Bromberg (Bydgoszez) Martin Friedländer : 
streichen. 

Frau Hermann Mensor. Klise geb. Eb- 
stein. Sowinskicgo 12/14. 

Christburg streichen. 

Frankfurt (Main) Alice Forchheimer : streichen. 

Hans Forchheimer. Gärtnerweg «3. 
Hamburg Erich Friedländer. Ferdinandstr. 29. 
Limburg Frau Hedwig Maier: streichen. 
Löbau streichen. 



London statt Waldemar Friedländor : Flora 
Friedländer. 

(ioorg Fricdländer: streichen. 

John .\. Maier. Moorside, 6 Heathviow 
Gardens, Putney lleatli S. W. 

Neumark streichen. 

New-Orleans ,, 

Posen it 

Santiago (Chile) Ernst Maier: streiclien. 

Walter Gundlach. Avenida Miguel 
Claro Nr. H75. 

Stieglitz streichen. 

Strassburg i. E, ,. 

Stettin Kurt Friedländer. Am Logengarten 3. 

Stuttgart Martin Friedländer. Obere Birlten- 
waldstrasse 127. 

Valparaiso streichen. 

Wilmersdorf „ 

Zürich statt Gustav Maier : Regina Maier. 

Bei Dr. Hans W. Maier statt Oberarzt 
jetzt Professor. 









III. Pcimilicnkalcndcr. 



EinzafUgen 



Januar 
81 EUonore Katharina Kirsch | ( 
14 Lorna Maier 



(4 



Februar 
81 Hans-Helle Maier 



22 



Ernst Kirsch 



23 Daniel Kirsch . . 

März 
101 (iustav Maier . • 



25 



Marta Maier 



28 Lesser Baerwald . 

April 
111 Daniela Friedländer 



13 

18 
28 



Eva Maier . . 
Teutwart Schmitson 
Helle Maier . • 



H 
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T 
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G 
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;1 



M a i 

II Lony Friedländer . . • 
1 Adolf-Lony Friedländer . . 

13 Eva Maier 

20 Berta Jacobsohii geb. Müller 
30 Isidor Jacohsohn 



9 

24 
29 



J u n i 
Kurt-Berta Friedländer 
Doris Jacobsohn • • 
Jenny Forchheimer 



G 
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T 

G 

V 
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T 



Juli 



1 



Hedwig Maier 

Adolf-Lony Friedländer . 
ij Gaillermo Schauffeie 

loj Emma Kirsch 

23 Berta Friedländer . . . • 
28i Gerhart FrietUänder 
August 

6 Doris Jacobsohn 

September 

Teutwart Schmitson . . ■ 
Kurt-Berta Fiiedländor 
Oktober 
101 Wilhelmine Schmitson 

10 j Isidor Jacobsuhn 

isj Lesser Baerwald 

19J Marta Marianne Schauffeie 
271 Guillermo Schauffeie . • 

•!0l Ines Maier 

K o \- e ni b e r 



15 Wilhelinine Schmitson 

17 Ernst Maier 

27 Eleonore Katharina Kirsch 

•29' Ernst Kirsch 

Dezember 

3] Daniel Kirsch 

i 
13J Pauline Baerwald . . • 

17 1 Waldemar Friedländer 



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IV. Ortsverzeichnis. 






Antwerpen streichen. 

Berlin Justizrat Leo Friedländer. W 30 Lands- 
huter Strasse 2:)>". 

Frau Gr.'tchen bischer geb. Forch- 
heimer. Schüneberg, Inns- 
brucker Strasse 19. 

1 

Dr. Fritz Carr. NW «, Schumannstr. IH. 

Breslau Gertrud Ebstein. Kaiser Wilbelm- 
strasse «2, Gartenhaus i. 

Bromberg (Bydgoszer) Martin Friedlander: 
streichen. 

Frau Hermann Mcnsor, Klisc geb. Eb- 
stein. Sowinskiego rJ/14. 

Christburg streichen. 

Frankfurt (Main) Alice Forchheimer: streichen. 

Hans Forchheimer. Gilrtnerweg «3. 
Hamburg Erich Friedländer. Ferdinandstr. 29. 
Limburg Frau Hedwig Maier: streichen. 
Löbau streichen. 



London statt Waldemar Fricdländer : Flora 
Friedländer. 

Coorg Fricdländer: streichen. 

.lohn .\. Maier. Moorside, 6 Heathview 
Gardens, Putnev Heath S. W. 

r4eumark streichen. 

Naw-Orleans „ 

Posen M 

Santiago (Chile, Ernst Maier: streichen. 

Walter Gundlach. Avenida Miguel 
Claro Nr. «75. 

Stieglitz streichen. 

Strassburg i. E. ,. 

Stettin Kurt Friedländer. Am Logengarten 3. 

Stuttgart Martin Friedländer. Obere Birken- 
. waldstrasse 12*. 

j Valparaiso streichen. 

1 Wilmersdorf ,i 

1 Zürich statt Gustav Maicr : Regina Maier. 

Bei Dr. Hans W. Maier statt Oberarzt 
jetzt Professor. 



p^*^^^»^ 






?lachtrag 1924.*) 



I. Stammbaum. 

S. I. Z. .") V. 0. lautet Jetzt : i- i > ini i 

o-eb. Wollstein Donnerstag 24.4.1851, -est. London Donnerstag 1-.12. l.ni, 

S. 5 vor Z. 1-' V. u. oinzutilKen: 

Die Ehe ist etwa Oktober 1921 geschieden worden. 

S. 6 nach Z. 1 v. u. einzufUg'cn : rn « 

Hilda Friedlander schritt etNva Knde Noveiul.er l'.)21 zur neuen Ehe mit 

Mr. Ramsden in London. 

S. 7 Z. 8 V. o. lautftt jetzt: ^ 

geb. Ulm a. 1). Fi'oitag (>.!•. 1841, uest. Znrieh Sonnabend K». :5. l<)2b, 

S. 8 Z. 4 V. o. lautet jetzt: 

geb. Ulm a. D. Kieitag •',. !>. InTH, uest. Santiago Ki-eitaa- L. 11. r.)n*). 

S. 8 vor Z. V2 V. u. einzufiij?on : 

jetzt verheiratet nüt Walter Gundlach in Santiago, 
fülirt den Namen Emma Mayer de Gundlach. 

S. !i vor „-J. Johann Arthur Maier- einzufUf^eii : 

e) Ines Viktoria Maier, 

geb. Santiago de ("hile Freitag 'Ml lu. r.M4. 

S. lü am F.ntle einzufügen : 

c) Lorna Maier, 

geb. London Fivitag 11.1. ÜHC). 

S 11 Z. 9 V. o. iieisst Jetzt: 

der Universität ZUrioh. ;;o. U-. unt; daselbst Titularprofessor 

S 11 vor „Loni Maiers Familie In aufsleitfender Linie'- einzufügen: 

" Die Ehe wurde durch Urteil vom 2T.(). 1917 geschieden. 

S. 11 am Ende einzutUi^en: 

d) Eva Maier, 

geb. Zürich Dienstag 13.4. lOlf,, gest. Zürich M.)ntag KJ. .'). 1918. 

Hans Maier schritt zur zweiten Klie 
(Ziviltrauung Zürich Sonnabend 8.2.1919) 

mit 

Elena (Helle) Marta geb. Schauffele gesch. Westendorft, 

geb. Buenos Aires Sonntag 28. 4. 188<I. 



Helle /Aaiers Familie in aufsteigender Linie: 

Vater: Guillermo Schauffeie zu Bn.uios Aires, geb. (^annstatt Donnerstag 

27. 10. 18r)9, gest. Buenos Aires Montag l. 7. 1921. 

Mutter: Marta Marianne geb. Scharremweber in Hanfield «Argentinien. 

gel». Buenos Aires Montag 19. 1<>. 18r;s. 






Hans und Helle /Aaiers Familie in absteigender Linie: 

Marta Johanna Maier, 

geb. Zürich Freitag 25. :5. 1921. 

S. 12 Z. 2 V. 0. muss Jetzt heissen : 

in Frankfurt a. M. 

S. 1-.' Z. .1 V. 0. muss jetzt heissen : 

geb. Wollstein Mittwoch 1.^). 11. 18.')4, gest. Frankfurt a.M. Sonntag 1. .. 19->, 



S. 12 Zusatz zu Z. 1 V. u.: 



, 1920 Notar. 



S. i;i Z. 1 V. u. Zusatz : 

jetzt (Vf. des RegPr. Wi(3sbaden 4. 12. 1914) Fritz Carr 

in Berlin. 



"^ Zählun;,' der Zeilen .sind die unten befindlichen SeitenzalWennmWli^i| 



Kitvfllgn 



durch die bisherigen. 






2 

S. i;i nach Z. .'. v. u. : 

machte .September lült! das Abiturientenexamen, studierte Medizin, Februar 192.'. Staats- 
examen, M;ii 1!»-',) Doktorexamen, Oktober Ji»2;> Assistenzarzt ;in der Privat-Franenklinik \ on 

üeheimrat Professor Dr. P. strassmann in lierlin. 

S. \•^ Z -2 V. u. Zusatz: 

jetzt (Vf. des Re^d'r. Wiesbaden 4. ^^2. li)l 1) Hans Carr, 

S. i:i nacli Z. 1 V. u. : 

machte .hini uns das Abiturlüntencxainen, studierte Maschinenbau, November IitJ.i Exiiinen 

als Diplomingenieur. 



S. II Z. 2 V. 0. rauss .jetzt luMSsen 



iii Stiitts'-irt, 



S. i:> von Z. 4 y. o. jib. wie fol>?t. zu ändern : 

2. Kurt Friedländer in Stettin, 
^•eli. Ih-omherft' Montag 17. 1). 18SS, 

machte im Mürz 11>()8 in Broniber<? sein Abiturientenexamen, studierte an den Universitäten 
Lausanne, Berlin und München lieehtswissensehaft, machte llMl in Königsber;^ das ileferemlar- 
examen, IMKI das Asses.sorexamen. wurde l!)2() zum Ücgierun^sassessor ernannt, l'.ti'.". Jto- 

gierun^srat bei der Rei?it>run}f in Stettin. 

veiiieiratet 
(Verlobuni'- Mittwocli !). (3. 102<), Ziviltmuiing Berlin Montag -JT. 9. ürjO) 

mit 

Berta Frieda geb. Jacobsohn, 

geb. Lissa i. Posen Montag 2)). 7. bs91. 



Berta Friedländers Familie in aufsteigender Linie: 



Vater: Isidor Jacobsolin, geb. S(;hul)in Montag .'^O. f). 1S.")0, üest. daselbst Frei- 
tag 1<». 10. 1902. /' 

Mutter: Doris Jacobsohn geb. ßaerwald, geb. Nakel Fi'oitag (J. S. ISOO, gest. 

daselbst Donner.slag 2 b d. I!l2(). 

^ ( Griossvater: Hans Jacobsohn. 



S Grossinuttr-r: Berta Jacobsohn geb. Müller, geb, Sehubin Freitag 20. ö. 1831, 
* ire.st. ebenda bSsl. 



Ol 

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V 



Gi-ossvater: Lesser Baerwald, geb. Nakel Montag is. 10. 18:50, gest. daselbst 

Dienstag 2S. 3. 1910. 

(jrossmutter: Pauline Baerwald geb. Seligsohn, geb. Nakel Montag 1'). 12. bsll. 



3. Erich Friedländer in Hitiniiurg, 
geb. Hromberg Mittwoch 1 1. 10. 1S91, 

machte im Februar llUO in Brnniber^' sein \bituri«nteneiamen, ging zur AusbilduiiK als Kauf- 
mann nach Hamburg' und Valparaiso, 11)21 Prokurist der üambur{?er Ex- und Import-Firma 

Franz. Unsenthal. 

S. Iti nach Z. 12 \-. o. einzufügen : 

Die Ehe wurde dureli l'i-teil vom 12. II. 191 I (r.'chtskräftiir Mai 191.Ö) 

geschieden. 



S..17 nach Z. n v. o.; 



in Limburg a. L. 



S. 17 nach Z. A v. o. : 

besuchte das Lyzeum in Limburg und das Oberlyzcnm in Cobleuz, machte am l. .i. IKlit ihr 
Lehrerinnenexamen, wirkt an dem Lyzeum de.s V'ereins „ lüchterschule'' in Limburjf. 

8. 17 nach Z. R v. o. : 

besuchte das (Gymnasium in Limburff, trat l»22 in die kaufmännische Lehre. 

8. 17 nach Z. 8 v. o. : 

besuchte die Töchter-schul« in Limb'irg, das lA'zeum in Oberursel und die Handelsschule in 

Frankfurt a. M.. 1922 Uankbcamtin in J''rankfutt •. M. 



Adolf Friedländer schritt zur zweiten Ehe (Verlobung Dien.stag 4.;"). 1920, 

Ziviltrauung Limburg Freitag 2. 7. 1920) 

mit 

Eleonore (Lony) Wilhelmine Emma geb. Kirsch 

geb. Limburg Dienstag 1. .'). 1S8S. 






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D^ir ist nicht bekann:(f ,dass Kobrack ein Nachruf gewidmet 
worden ist. Auch in Rudolf Pense's Lexikon der Sozial~und Jug:en d- 
hilfe (Frankfurt,1942i\ nicht erw^-hrrT;; ' — 

^.^ Mit Dor-othea Hirschfeld war ich g-ut bekannt. oie war kinis- 
terialrätin im Reichsarbeitsministerium und Minister yVissell 
schätzte sie hoch. Ich glaube, sie hatte damals massgebenden Einfluss 
auf die gntvjiclung des i^ürsorgerechts , namentlich das Gebiet des 
Arbeitsschutzes für Frauen und Kinder, für die Errichtung der .ix - 
beitsnachweise und die Sozialversicherung. In der Wohlfahrtsschule 
der Arbeiterwohlfahrt war sie als Dozentin geschätzt , war mit Louise 
Schroeder und Marie Juchacz befreunoet und menschlich von ausser- 
ordentlicher Inte,^rität .Leider sind mir die Daten ihrer Geburt und 
ihres Todes nicht bekannt , obwohl ich mit ihr bei meinem Aufenthalt 
in Berlin nach 1945 oft zusammen v/ar. Ich weiss nicht, ob Verwandte 
von ihr noch erreicht werden können, viellecht kann die Arbeiter- 
wohlfahrt Berlin darüber noch etwas erfahren oder Frau Käte Rawiel 
Dozentin an der •'^/ohlfahrts schule der AW in Berlin undTjetzt '^Msi- ' 
dentin der International VereirÜF^ung der Sozialarbeiter (Adresse: 
^ESLJJl-ifeZJdLOwise Reuter-Ring 25)die mit Dorothea Hirschfeld p-ut be- 
freundet wa rVUör'o t h e^Tirr s cHTe Id hat im Lehrbuch der Wohlfahrts - 
P^l^f^ der Arbeite -Wohlfahrt (ers% Auflage 192jt, zweite Auflage 
1930) das Gebiet " ''/ohlfahrtsp:esetze , Wohlfahrtsbehörden und Für- 
sorerepraxix" behan:^elt. 



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9« November 1971 



Professor Walter Friedlaender 
6U37 Regent Street 
Oakland, Ca« 9h6l8 







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//■ 



r'^r-i 



Lieber Freund Friedlaender, 

in unserm Schriftwechsel In Europa erklaerten Sie sich damit 
einverstanden, dass ich mich nach unserer beider ^««f^J^^^^i 
Ü.S.A. mit Ihnen in Verbindung setze, ^f ^^'^^^J . P?'^"^ J^^m St 
der ''orberei tung meinee Weimar-Bandes auf dem Gebiet, auf dem Sie 

besonders sachverstaendig sind. 

Ich habe, wie Sie wissen, mit I^tte I^nüce korrespondiert und 
von ihr einige wichtige Hinweise erhalten, ^-a. schrieb sie ^r, 
dass Frau Dr. Sophie Quast und die Senatorin Ella Kay ihr einige 
Angaben gemacht haetten, die fuer mich wichtig waren, und sie hat 
TSesI uebermittelt. Ich habe auch die ^^-^^'^l^'U'^^,^ ^,^ 
Frau Quast, sodass Ich mich direkt an sie «^n^en kann, und Irau Kay 
ist wahrscheinlich via Rathaus zu erreichen. Ich ^^«1^^^ f ^"« ^^ 
beide nicht, koennten Sie mir mit wer Igen Wo-ten sagen, o^^le nooh 
2r LJteren oder zur Juengeren Generation gehoeren usw., damit ich 
nicht voelliger Ignorant bin, wenn ich an sie schreibe. 

I h habe die Absicht, in dem Weimar-Band auch Kommunalbeamt» 
zu beJ^deln. Wuerden Sie so freundlich sein, -i^ kurz Ihre exgnen 
Lebensdaten und einige weitere Angaben, die ■^'' ««^^«^'^«^i^^^,''"*";!!"» 
zu uebersenden? Das waere mir wichtig. Waren in Berlin noch andere 
1ued£S Buergermeister, Stadtraet« oder Magis.ratsraete aul dem 
Gebiet der WohlflSt besonders taetig - nicht nur Sozialdemokraten? 
?ch weisrnS^rdem Obermagis trat.rat Kobrack, der vorher in ^leslau 
war ^d ?n Srlin wohl eine Art fuehrender amtlicher Stellung ^uf diesem 
r^birt bekleidet hat. Ist ihm einmal ein Nachruf gewidmet worden? 
Sh «eissf 5^' er mit seiner Frau nach Auschwitz eportiert worden i^t. 
Z.Tlj:e irrt sich, wenn sie annl.mt,er^ habe nach England imigj^ie^n 



koennen. 



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von grossen Persoenlichkeiteb in der Arbeiterwohlfahrt, die zugleich 
R«amt« oder Abgeordnete waren, moechte ich ausser Ihnen behandeint 
E mSrI Hans cSpa^i, Fritz Wittelshoefer, Hedwig Wachenhelm und 
StSa Sirschfeld. üeber Maier weiss ich ^enug d«"\l«^. ^f «J^^f 
9i; i^ber ihn verfaast haben, an Caspari habe ich geschrieben, Fritz 
Sut^Shoefer wir mein Freund, und ich habe weiteres Material von reiner 
witil. von Hedwig Wachenhelm ^iss ich aus unserer langjaehrigen Kollegen- 
schSt ?^undschaft und Nachbarschaft in New York genug, von Dorothea 
lir^hfeirkaum etwas. Es scheint, dass Frau Kay ueber sie iniomiert 
St abei vieUeicht bissen Sie mehr ueber sie, moeglicherweise ist auch 
In der "Arbette^ohliahrt- ein N.chruf ueber sie oder Irgend eine der 
Sde"n Personen erschienen, abgeseher, von Hedwig ueber die ich alle 
Nachrufe gelesen habe, und ueber Caspari, der noch lebt. 



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/ 









- 2 - 



Ludwig Simon, der ja weniger in dieses Gebiet ^;ehoert, lebt in 
NewYork, und ich habe von ihm direkt alles noetige Material. In dem /^C^^-'*^ 

Trief von Lotte: Lemke erscheint ferner Klara Weyl, die Frau meines ^-,,,;-y^X- 

Kbllegen, der zeitweise Berliner Volksbeauftragter war. Klara Weyl ,^<^^:,\cA 

waere sicher intere:^sant zu erwaehnen, da sie Stadtraetin in Berlin 
und Leiterin des Lances jugAidamtes war. Ich habe auch ihre Geburts- 
und Todesdaten. Ist ueber sie irgendwo ein Nachruf erschienen? 
Sie ist im Oktobfr I9I4I gestorben. 

Bitte seier. Sift so iremdlich irdr zu schreiben, ob ich irgend eine i>^^ "-'f^ 
Persoenlichkeit aus dem Kreise, der fuer nieine Arbeit in Betracht kommt, 
uebersehen habe. Nataerlich kann ich nicht weniger Dedeut^nae Personen 
einbeziehen. Lotte Lemke wies mich noch auf Siddy ^ronsky hin, Sophie 
Quast sei ih-e Mitarbeiterin gewesen. Ich schwanke, ob ich sie ein- 
beziehen soll. Sie war eine ueberaus interessante Persoenlichkeit und 
aus sentimentalen Gruenden erinnere ich mich der Zeit, in der wir beide 
Mitarbeiter an den Sozialistischen I4)natsheften waren. Ihre Leistunr:en 
waren gross - aber waren sie es auch auf aeni Gebiete, das uns inter- 
essiert, als Stadtverordnete? 

Hun x^ill ich Sie aber nicht mit weiteren Fragen behelligen, Sie 
werden ohnehin nach der Lektuere dieses Briefes bedauern, dass Sie mir 
erlaubt haben, mich an Sie zu wenden. 



Mit herzlichen Gruessen und besten ^Afuen^chen 



Ihr 






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- 2 - 



\ 



von Personen, die nicht P-t«igenos3- -^-f'^^^ Berlin 
Dr. Kobrack. den ich von Breslau aer ^^"^.^^^^^g^^ darueber hinaus noch 
el^e bedeutende TaetigkeU ^^ff "f :^^;^;^ S Sem geolanten Bande er- 
Mir Nan^n .rit.eilev. ^•^'-•^«'^'.'/^^".S^r |u Dank verpflichtet. Es handelt 
scheinen .vlH^-n, «nors ^!;-^. f ^^ "g^^^n betreffe-den Stellungen eine 
sich nalm-rtlch r.-ai u-t. ^^^f ^ ' f ® J^. "i^^t um jeden einzelnen, sonst 
bedeutaa^ue v;irksaml:eli entfaltet haben, niht um j .^g^^i^,j_g. „icht, 

wuerde d^r Hahmer. cc3 B^ch-r n f =Pf!"^*/%J^^„en zu produzieren, sondern 
ein I^xikon «..er eine Anein^^e^^^^^^ 

Snifiusstläl-SLiie rih..c.f.us.in,. darzustellen. 

. , u-ir„ -h-p ;'" .ü.r zuteil werden lassen 

koennen und fre^xic-liche Oruf-sse 

Ihr ergebener 



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NUMMER 15 



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„DER WEG" 



10. APRIL 1947. 



Else Lüden 



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Ein Ccdenkblutt für Richard Joachim 



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Die liberalistischc Ixlirc, alles im wirt- 
schaftlichen und sozialen Leben dem freien 
Spiel der Kräfte zu ühcrlassen, hatte zu 
einer tra^t^ischen Bedrückung der arbeiten- 
den Klassen geführt. Nach langsamem, 
aber stetigem Ringen waren schließlich 
Gesetze zum Schutz der Gesundheit er- 
lassen worden, aber auch diese Maßnah- 
men genügten nicht : neben den Arbeifs- 
schütz mußte das Arbeits recht treten. 
In den Jahren von 1918 bis Ende 1932 
hat diese Art der Gesetzgebung einen 
starken Ausbau erfahren. Das Recht der 
Albeiter, sich in Gewerkschaften zusam- , 
menzuschließen. wurde gesichert; die bis 
dahin oft nur auf dem Papier stehenden 
Tarifverträge erhielten durch die Erklä-» 
rung der Allgemcinverbindlichkcit fast Ge- 
setzeskraft. Neue Wege wurden mit dem 
Betriebsrätegesetz, der Schlichtungsord- 
nung, dem Arbeitsgerichtsgesetz beschrit- 
ten. Ein Gesetz über den Arbeitsvertrag 
war in Vorbereitung. Alle diese Gesetze 
sollten dann zusammen mit den älteren 
Arbeitsschutzgesetzen in einem Gesetzbuch 
der Arbeit vereinigt und aufeinander abge- 
stimmt werden. Dies Buch wäre ein be- 
deutungsvolles Scitenstück zum deutschen 
) Straf recht und zur deutschen Zivilgesetz- 
gebung geworden! Einer der fähigsten 
Mitarbeiter an dieser Gestaltung und Pla- 
nung war der Ministerialrat im Reichs- 
arbeitsministerium, Richard Joachim. Na- 
mentlich auf dem Gebiet des Schlichtung"?- 
wesens hat er schöpferisch gewirkt. 

Der grauerY\'olle Umbruch im Januar 
1933 hat nicht nur all diese hoffnungs- 
vollen Keime vernichtet, sondern Joachim 
ist auch ein Opfer des Sadismus gegen das 
Judenfum geworden Zuers» ließ man ihn 
unbehelligt und duldete, daß er sich der 
jüdischen Wohlfahrtspflege widmete. Mit 
seinem reichen Wissen hat er den Gefähr- 
deten und Verfolgten zu helfen gesucht, 
soweit es nur irgend mciglich war. Hier 
durfte er ganz seinem gütigen Herzen fol- 
gen, das er sonst oft unter Humor, manch- 
mal auch mit scharfem Sarkasmus zu ver- 
bergen suchte. Allmählich aber trafen 
auch ihn immer härtere Prüfungen. Er 
lernte das KZ in Sachsenhausen kennnen, 

Jüdisches Theater 
9,Baderech^^ 

Das Kulturamt des L'NRRA-Lagers 
Schlachtensee unter der rührigen Leitung 
\on Mr. Jones lud zu einer Vorstellung 
des ersten und einzigen jüdischen Theaters 
in Berlin ein. 

„B a d e r c c h." — Das bedeutet soviel 
wie „Unterwegs", und ein gleiches besagt 
auch der Titel der bunten revueartigen 
Veranstaltung: „Mit dem Wanderstab in 
der Hand." Ja, Künstler, Regisseure» 
Bühnenbildner — sie alle sind DP's, die 
sich auf bemessene Zeit mit dem Wander- 
siab in der Hand auf den Thespiskarren 
schwangen, um im Tempo der bewegten 
Zeit das kleingewordene Reich großer jü- 
discher Kunst zu durchfahren. 



Nicht ohne Vorurteil geht man zu solch 
einer Schau. Weiß man doch, daß viele 
der besten jüdischen Künstler in den KZ's 
grausam umgebracht worden sind und wie 
schwer gerade diese Lücke zu füllen ist. 



ist aber auch dort durch seine Ruhe und 
.seinen Humor vielen Leidensgefährten zum 
Trost geworden. 

Joachim war ein rührend guter Sohn. 
Der größte Schmerz, der ihn in den Jah- 
ren der Verfolgung traf, war wohl der, 
daß er lange im voraus wußte: der gelieb- 
ten, über siebzig Jahre alten Mutter stand 
i\ie Deportierung bevor! Er suchte es ihr 
so lange wie möglich, bis dicht an die 
Stunde des grausamen Abschieds, zu ver- 
heimlichen. Dann kam er selbst wieder 
einmal in Gefangenschaft nach Moabit, 
aber seine Schwester, mit der er bei der 
Mutter zusammen gelebt und die in der 
Munitionsindustrie arbeiten mußte, durfte 
ihn ab und zu besuchen. Als die Schrei- 
berin dieser Zeilen sjch bei ihr einmal 
wieder nach seinem Schicksal erkundigen 
wollte, prangten r.n der Tür die bekannten 
Siegel : das einst so schöne und behagliche 
Heim war von der Gestapo geschlossen 
worden ! 

Richard Joachim hatte gute Beziehun- 
gen zu Rußland. Im Dienst des Arbeits- 
ministeriums hatte er eine Studienreise 
nach der Sowjetunion durchgeführt und 
suchte später < durch Vorträge aufklärend 
über das Land zu wirken. Da lebte manch- 
mal die Hoffnung auf, ob es ihm nicht 
vielleicht gelungen sein könnte, nach Ruß- 
land zu entfliehen. Aber diese Hoffnung 
muß man wohl begraben; denn wenn er 
roch lebte, wäre er sicher an die Stätte 
seines früheren Wirkens zurückgekehrt. 
L^nd welch ein bedeutungsvolles Arbeits- 
feld würde er jetzt hier finden ! 

So manche der gesetzgeberischen Taten 
aus den Jahren 1918 bis 1932 werden nun 
von den Vcrr>chandclungen der Nazizeit 
befreit und durch die Besatzungsbehörden 
oder, soweit ihnen die Zuständigkeit über- 
' tragen wurde, durch die deutsche Verwal- 
tung zu neuem Leben erweckt. Für das 
deutsche Arbeitsrecht kommen vorläufig 
hauptsächlich das Betriebsräte- und das 
Arbeitsgerichtsgesetz in Frage. Möchten 
aber auch die weitergehenden Pläne all- 
mählich Gestalt gewinnen und das einheit- 
liche Gesetzbuch der Arbeit für Deutsch- 
land geschaffen werden ! 

Sowie sich aber der Vorhang hebt, sind 
die Bedenken verflogen. Mit einem Fanatis- 
mus, mit echter Kunstbegeisterung geht 
hier eine Schar von Menschen, die buch- 
stäblich „aus dem Koffer leben", zu 
Werke. — M. Äbelmann lenkt hier ein- 
fallsreich und mit sicherem Geschmack 
Einzelspiel wie Massenszenen. 

Fast unmöglich, die Fülle des Gebotenen 
restlos in die Zeilen eines Berichtes zu 
iiwingen. Begrenzen wir uns auf das 
Hauptsächlichste. Leo Hecht, der kulti- 
vierte Ansager. Als Violinvirtuosin von 
Format bewährt sich Franka Richter ; 
innige und schwermütige Romantik atmet 
der gepflegte Sopran von Stella Markus- 
Martini, Hilda Preikszat bcinäch- 
tigt sich mit einem sehr gekonnten Akro- 
batiktanz der Bühne und der beifallsfreu- 
digen Menge. • 



Szene auf Szene rollt ab . . . "Wir sehen 
die Juden von heute auf ihrer Wander- 
schaft; wir schmunzeln über die Komiker 
H e p n e r und S z p e r I i n g ; wir lachen 
liell auf* über die witzige Lagersatire 
„Nach dem Bad" (Textautor H. Gliks- 



man) mit Abelman und Wampan. Max 
Szpecht, der musikalische Illustrator 
des Abends, untermalt ein ländliches 
Liebesspiel „Unter der Mühle" mit Miriam 
Rus,.Hepner und B e k e r. In die 
Zeit der Partisanenhelden führt uns eine 
Szene aus dem Lazarett, die allerdings, 
ebenso wie der Sketsch „Hotel Terkalje" 
(von Scholem Aleichem) nicht zu den 
stärksten Eindrücken der Spielfolge ge- 
hören. 

„Der König und der Narr" ist zwar 
farbenprächtig, paßt aber nur sehr bedingt 
in den Rahmen jüdischen Zeitgeschehens. 

Dann ist der Horatanz, eine erstklassige 
choreographische Leistung des Ballett- 
meisters Nazaroff, zu nennen. — Wir 
eileben die aktuelle Szene „Die Nazis in 
der Hölle" mit David M i n s t e r in der 
großartig durchgeführten Paraderolle als 
Satan. Das ist echteste Revue init zeit- 
naher Freimütigkeit, aus der Feder von 
Lo Hecht, ein Memcnto und zugleich eint' 
Warnung vor dem Nazismus, der sich nur 
tot stellt. Unauslöschlich — eindrucksvoll 
und entschieden der Höhepunkt ist die 
Massenszene: „Blockade", — eine geniale 
Inspiration des Dichters A. Jones. Die 
Bühne bedarf hier keiner Requisiten, — 
die Massen in rhythmisch-chorischcr Sym- 
bolik formen sich zu einem Schiff, am 
Bug eine Gallionsfigur, die gen Palästina 
weist, am Top die Flagge Blau-Weiß, und 
so durchfurchen sie das Meer, Herr wer- 
dend aller Gegenströmungen ... 



Euer Schiff ist seetüchtig, — eure 
'Mannschaft hervorragend, — der Kurs 
liegt fest; nun steuert weise. 

Erich Hopp. 

Eine bekannte Stimme 

Hitlers Stimme verließ London, um 
nach Deutschland zu gehen. Es ist die 
Stimme des Schauspielers Marius Goring 
(mit Göring nicht verwandt, echt bri- 
tischer Herkunft), der Hitler in den be- 
kannten Serien-Sendungen des englischen 
Rundfunks „Der Schatten des Haken- 
kreuzes" darstellte. 

Bei Sendungen in deutscher Sprache 
stellte Goring sein Talent für Mimikry 
in den Dienst der Gegenpropaganda. 

Er wird mit seiner Frau, der aus Hit- 
ler-Deutschland geflüchteten Schauspie- 
lerin Lucie Mannheim, in einem Schau- 
spiel „Eifersucht" vor englischem und 
deutschem Publikum auftreten, und zwar 
in beiden Sprachen. Das Stück wird 
im Herbst in London über die Bretter 
gehen. 

Uns Berlinern ist der Charme und das 
Talent Lucie Mannheims noch in bester 
Erinnerung. Wir würden uns freuen, ein 
Wiedersehen mit ihr zu feiern. 

Daily Herald 

Habimah im eigenen Hans 

Seit einem Jahre spiejt die Habimah 
bereits im eigenen Theater in Tel Aviv. 
Benutzt wurde bisher nur das Parkett. 
Demnächst werden die Galerien fertig- 
gestellt sein, das Theater wird dann einen 
Fassungsraum von 1050 Besuchern haben. 
Habimah gab 1946 260 Vorstellungen. Die 
Zahl der Besucher betrug 160 000 (rund 
100 000 mehr als im Jahre 1945). Atlu 
neue Stücke werden für diese Saison vor- 
bereitet. Aufhau, N. Y. 

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Dr. E. G. Lowenthal 



1 Berlins?, l6-10-7o 
Kaunstraße 33 
Telefon: 84 05 22 



LUFTPOST /AIR MAIL_ 

Dr. E.Ha iiburger f 
Leo Baeck Institute , 
129 Bast 73 Street, 
New York 21 , __N .Y»^ 



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Betr. .Richard Joachim (Juaen im ö if entli ehen Lebea II '}) 




Lieber Dr«» Hamburger: 

Das »»offiziöse LBI en miniature" in der Kaunstrasse in Zehlendor f ^est 
scheint doch sein Gutes zu haben« c.» 

Mr. Paucker (der Durchschlag di ses Briefes erhält) schrieb mir unter 
dem 13. d.M. wegen einer Fotokopie aus agm »»Weg»' vom llo^«19^7, die er vor 
einiger Zeit von der hiesigen Jüdischen Gemeinde für Sie erbeten hatue. ffib 
ich vyohl einmal nachstosten wollte? 

Das tat ich nicht, weil aas nicht zu den Annehmlichkeiten des Lebens 
gehört • 

Da ich aber eiai-e vollständige jahrgän..e vom »»Weg" besitze, dessen 
gelegentlicher Mitarbeiter ich nach dem ^lege war, entdeckte ich ohne viel 
Muhe den Aufsatz, an dem -^hnen gelegen ist, und sende Ihnen hiermit eine 
Fotokopie, die ich mit Hilfe meiner Frau herstellen liess* 

Ich glaube, dass dies der einfachste Weg der ^Jrledigung Ihrer Bitte an 
Mro paucker ist, auch wenn er zu einem späteren Zeitpunkt #ine Fotokopie 
Ton der Gemeinde erhalten sollte (was ich, entre nous, nicht glaube), Schlxess- 
lieh ist die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten die Gerade (Geometrie, 
Quarta )♦ 

Überdies tue ich all das -ern, weil es um Richard Joachim geht, ^^n 
ich schätzte und »»mochte»»; er hatte ei-nen bewundernswerten trockenen Humor. 
Eine Würdigung seiner Persönlichkeit finden Sie in dem von mir herausgegebenen 
Buch "Bewährung im Untergang»» (Stuttgart I963)« 

Mit herzlichem Gruss 



Ihr . 



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Aglage 

P.S. Hätten Sie die ^'reundlichkeit , Dr. Grubel an die Beantwortung^meiner Briefe 
vom 0.7. (LBI Nevs) und 16o9o7o (Seesen) zu 



eriaaern? Dank, EGL 






cc : Mr.A. Paucker , LBI, Londan 



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27. Oktober 1970 
U/710-2H/IS 



Herrn Dr. E.G. Lowenthal 

Kaunstrac'oe 33 I 
1 Berlin 37- 




y 



Lieber Dr. Lowenthal., 

\ 

mit vielem Danl-: beütaetlä^e Ich Ihren Brief voni 
16. d.M. und die Photokopie des Artikels ^f^ft^2^^ 
ich moechto nicht versaeiirnen, Frau Dr .DJMentV!sr^._.oel 
In den Dapk -ri"! t einzusctiliepsen - sowie aen Hinwot^ 
im' die Schilderung Jouchir.3 in ^'pev;aehruna im Untersang . 

me me-'nen das offlzloerse LPI en miniature" 
sch-iniauch sein üu.as zu haben. Acn, wenn Sie ^^'uessten, 
;?e'; t tch Ihre Hinv.e..-.e, Inre Zusa.nmenstellungen aus 
den. deutschen Schrifttun und alles '^^^^^'f^^^'^^-^^J^^^f^^^^,. 
Sie fuei- uns getan nabenJ War, hauen wir von Ihren. Nach- 
folger''? Nichts! 

Dr Grubel habe ich an die Beantvrortung Ihrer 
Briefe vom 8. Juli (Lßl-News) und lu. September d.J. 
(Seesen) erinnerl. Ich bin sicher, er wird bald ant- 
Worten. 

Mit heriilichen Gruss und uoch-aalige-n Dank 

Ihr 



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Ernest Hamburger 









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Kurt Friedlander 






Am 17. September hätte Mini- 
sterialrat i. R. Kurt Friedlan- 
der (Friedländer), der a.m 12. 
August in London starla. seinen 
Achtzigsten begehen sollen. 

Bis vor einigen Jahren war er, 
der schon seit etwa 1948 das Amt 
eines Legal Adviser beim United 
Restitution Office (URO) in 
London innehatte, einer der drei 
"Joint Managers" der für Nazi- 
verfolgte wichtigen Rechts- 
schutz- und Beratungsstelle in 
Rückerstattungs- und Bntschädi- 
gungsangelegenheiten. 

Der Regierungsdirektor in 
Stettin und, in dieser Eigen- 
schaft, zugleich stattlicher 
Schlichter für die Provinz Pom- 
mern, war im Frühjahr 1933 aujS 
Amt und Laufbahn verdrängt 
worden. Er konnte bald für die 
durch die Errichtung der Juri- 
stisch - Wirtschaftlichen Bera- 
tungsstelle" erweiterte Arbeit des 
Central-Vereins in Berlin gewon- 
nen werden. Seine wirtschafts- 
und sozialrechtlichen Erfahrun- 
gen und Kenntnisse kamen die- 
ser Organisation und der Reichs- 
vertretung der deutschen Juden 
gut zustatten. In diesem Zusam- 



menhang denkt man auch an 
Friedlanders Mitwirkung an der 
Sammlung "Sozial- und Wirt- 
schaftsrecht, ausgewählt und be- 
arbeitet für die Bedürfnisse der 
Juden in Deutschland" zurück. 
In sechs Jahren Berliner und 
mindestens 15 Jahren Londoner 
Beratungs- und Vetretungsar- 
beit hat Kurt Friedlander Sach- 
kunde und Lebensklugheit in ei- 
ner Form bewiesen, der nichts 
von juristischem Formalismus 
und beamtenartiger Bürokratie 
anhaftete. Als er 1939 nach Eng- 
land kam, hat er, ob als Inter- 
nierter oder später, als Lagerist 
oder als "clerk", seine innere Ru- 
he, seine Gelassenheit bewahrt. 
Er erhielt sich das Interesse für 
das gute, nunmehr vorwiegend 
englische Buch und seine Aufge- 
schlossenheit für das Leben um 
ihn. 

E. G. Lowenthal 

Wohltaten verbinden oft die 
Menschen. Wo aber diese nicht 
vergolten werden können, bleibt 
zwischen Geber und Empfänger 
oft eine Kluft, welche wohl Jahr 
und Tag mit den Schlingpflan- 
zen der Anhänglichkeit zudek- 
ken, aber nie ausfüllen können. 

H. C. Andersen 



»rirbton 



^2L^ DEN GEMEINDEN 

:['»''''l|l||l!lllll!IIIilllll!ll!lllll!llUt!illllllllllllliillill!llliillillllillllltillltilllllll^ 

j:7-i-^'-V- J2^ Chodesh 9 



i. 



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KURT PRIEDLANDER 





Fiat 8, ^^^-^— -- 
35, Shoot-up-Hill, 
London N.W. 2. 



!.««»«« 



den 15. Mai, 1961. 



*> V #^' 



2 j7! 



Sehr geehrter Herr Hamburger! 

^^^ jQ]^ danke Ihnen fuer Ihr Schreiben vom 10. Mai 

"^ .^ Ich habe micn sehr gefreut, nach so langer Zeit Y/ieder 
"^^ feinnal von Ihnen zu hoeren. 



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(fu,v< .'^v» 







Die Arbeit, die Sie machen v/ollen, halte ich 
fuer sehr verdienstvoll. Es werden auch an anderen Stellen. 
ZusaP-uaenstellungen ueber fruehere juedische Persoenlichkeiten 
ßpmacht, insbesondere auch von Herrn Dr. Hans Reichmann, 
der Leiter der UNITED RESTITUTION ORGANIZATION LTD. ist, 
in deren Buero in London ich ala Le,,al Adviser arbeite. Ich 

einen Durchschlag dieses Briefes 
er Ihnen noch weitere Auskunft als 



habe Herrn Dr. Reichniann 
gegkd'bQn. Vielleicht kann 
ich ^eben. 



Bei selchen Arbeiten denke ich im-iier an das Yorv/ort 
von Georg Herrmann in "Jettchen Gebert", in den: er sagt: 
"Denn erzaehle ich nicht diese Geschichte, so wird niemand 
sein, der diese noch erzaehlen wird',' und diese wuerde ver- 



loren 



gehen 



und dies waer<-j schade". 



Am ausfuehrlichsten kann ich Ihnen natuerlich 
ueber mich berichten. Unsere Fam^ilie war mit der Verwaltung 
schon seit langem verknuepft. Mein Grossvater, der Bankier 
in Bromberg war, war Stadtrat und Vertreter der Stadt 
Bromberg im Herrenhaus. Er hat wegen der daT;alij3n antisemi- 
tischen Bewe-^ung (Stoecker) seinen Posten als Stadtrat auf- 
gegeben. Mein Vater war ueber 25 Jahre Stadtrat in Bromberg 
und als Bromberg im J hre 19^0 polnisch wurde, zog er nach 
Stuttgart. In Bromberg, wie in allen Grenzgebieten der^ 
Provinz Posen, gab es keine antisemitis 3he Bewegung. Die 
Juden waren allgemein geachtet und waren besonders rational 
eingestellt. Sie gehoerten den allgem.einen Vereinen en-, lie 
Beamten und Offiziere verkehrten in bu^rgerlichen sowohl 
in christlichen wie in juedisohen Kreisen. 

Ich habe im Jahre 1916 meinen Gerichtsassessor ge- 
macht - ich war dienstuntau-aich - und war beim Amts- und 
Land -^ericnt Bromberg als Assessor taetig. 1918 wurde ich 
fuer^Buerotaetigkeit zum Militaer eingezogen und auf Anfor- 
derung des Magistx-ats in Bromberg wurde ich von der Justiz- 
verwaltun;- beurlaubt und als Magistrats-Assessor beschaef tigt .| 
Irgendwelche Schwierigkeiten ergaben sich auf Grund meiner 
juedischen Religion nicht. Die Zusammenarbeit war reibungslos.! 



A 



- 2 - 






die 
erurig 



Ich batte die Leitung aller Wohlf :?hrtseinri -.htungen und 
ifr Vorsitzender des Ge.verbagerichts. Als Broir.berg 19.0 
polrisch wurde, beantragte ich meine ^ebernanne in - - 
Preussische Innere Verwaltung und .cam an die Regi< 

in Stettin als Justitiar. 

in Di^eubx _^^^ ^^^^ ^^^ Beamtenlaufbahn reselmaessig 

durchlaufet» und bin immer bevorzugt befoerdert worden. 
1^1 war zuerst in der Regierung Stettin, m der ich, 
w^e ueblioh, alle Dezernate durchlief. Dann war ich 
fGer '2 Janre Ooerregisrungsrat beim Oberpraesidium als 
üolitischer Dezernent u-iter dem Oberpraesident Lipmann, 
Lr getaufter Juue war. Da ich mich imn.er fuer soziale 
Pra4n interessierte, wurde ich Regierungsdirektor bei 
der^Regierung Stettin als Vertreter des Regierungsprae- 
sidenten im Vorsitz des Oberregierungsam.ts und des Ver- 
sorg-angsgerichts. Aus dieser Stellung bin icn in Janre 
1935 als" Jude entlassen worden. 

Im amtlichen Verkehr mit den Kollegen haben 
sich Erie ir'3-endwelche Sciiwierigkeiten ergeben; der amt- 
liche \rerkehr war reibungslos. Den persoenlichen^ Verkehr 
mit den Kollegen habenmeine Frau und ich nicht viel ge- 
pflegt; dies lag aber zum Teil an uns, da wir sehr zurueck-| 
haltend waren. 

Im Ne'oenamt war ich ^fichter fuer den Bezirk 
Pommern. Die. ist, vie Sie wohl wissen, ein Amt, das sich 
mit der Schlichtung von Arbeitsstreitigkeiten betassx. 
In dieser Eigenschaft war ich Angestellter des Reichs- 
arbeitsministeriums und bin erst am 30. fc. 1933 entlassen 
worden, weil das Amt des Schlicnters einging und durch 
den Treuhaerder ersetzt wurde. Der Reichsarbeitsminister 
Seite ror-ari' Entlaß su.ig mit Absicht nicht damit begruendet] 
d»8e ich Jude war. Es gab 11 Schlichter; der einzige y 
^uedische Schlichter ausser mir war Professor Dr. Braani 
äer hauptam.tlich taetig war. Er lebt nicht mehr; er warj 
sehr angesehen und wurde haeufig in besonders schvvierigen 
Streitigkeiten eingesetzt. Meine Eigenscnaft als duae * 



war m 



dieser Taetigkeit nie ein :iindernis. 



Ich glaube, dass das Vorstehende das ist, 
was Sie wissen wollen. 

In der preussischen inneren Verwaltung wurden 
in den Lokalbehoerden sehr wenig Juden beschaeftigt . Mir 
ist nicht bekannt, dass es einen juedischen Stadtrat gab. 
In Po.inern war ich der einzi-e Jude in der inneren Ver- 
waltung. Spaeter wurde dann in der Regierung m Stettin 
noch ein Oborregierungsrat Hi£schbs£«Jpeschaef tigt ; dieser 



kam 



aus 



der staedtischen Verwaltung. Seine Witwe lebt 






- 3 - 



\><r<^ft^.zM 



noch: Gerti Hirschberg, 56, Renters Gardens, London N.W. 4. 

Die meisten Juden waren natuerlich in der Justiz be- 
schaeft^gt, insbesondere in Berlin. In Stett;.n gab es auch 
beim Ob^ffinanzpraesidiumein oder zv.ei juedische Ragisrungs- 
r^ete, deren NaSen mir aber nicht mehr erinnerlich sind. 
Im px-eussischen Innenministerium waren taetiäS 

Ministerialdirektor Goslar, der nicht mehr lebt, 
im preussischen Handelsministerium v.ar Ministerialrat 
F 18 t o w, der auch nicht mehr lebt. Er war, wie ich weiss, 
unter seineA Kollegen '"^sonaers angesehen; er hat zusairnen 
mit Ministerialrat Joachim den bekanntesten Ko.^entar .um 
Arbeitsrecht herausgegeben. Er hat, soweit \°;^^/%f ^' ^^^^,.^3, 
Schwieri -keiten daraus gehabt, dass er Jude ^^^- JjJ^^^^^i^^, 
r-r Freund .var Ministerialrat J a c h 1 m im Reicusarbeits 
ministerium, der das Dezarnat fuer T^rbeitsstreitigkeiten 
hatte Ministerialrat Joachim war eine ganz besondere Per- 
soeälchkritf er war ein taetiger Sozialdemokrat er genose 

die Achtung aller Beamten des ^^1°^^^^^"^^^^ f^^^^^^f^J'^'^^^sa 
auch wenn diese policische Gegner ..aren. ^er Umstand, dass 
-r Jude war, ist ueberhaupt nie beruehrt worden. Unter d-r 
pLen-Re3erung sprach Joachim haeufig in sozialdemokratischen 
i^apen itegieiun^ -fx ,„ ^-, „„^.^.„n wurde Herrn von Papen m einer 
Versammlungen. r.iu Wahlzettel wuraenöj.ii- „^v^o-r-r^^i r>ht Herr 
Kabinettssitzung vom Reicii^arbeitsminister ueberreicht. Herr 

Joachim wurde daraufhin als Senatspraesident ans Reicnsver 
sicherunKsamt versetzt. In dem ueblichen Fragebogen gab Herr 
Sachimtuf diFprage, in welcher Weise er sich in der sozial- 
demokratischen Partei betaetigt habe, ^^'"^^^^^^^^.^-^'^Jj'' 
ieder moeglichen Weise betaetigt". Nach seiner Entla^oung 
wir Serr Joachim bei der Reichsvertretung der Juden m 
Deutschland taetig. Er ist umgekommen. 

Ein hervorragender Beamter innerhalb des Preussischen 
WohlfabrtsminII?eriSms war Ministerialrat ^. Wittelshoefer. 
Er hat an der Ausarbeitung aller Sozialgesetze fuehrend mit- 
gearbeitet. Er war Vertreter der preussischen Regierung im 
Reichsrat. Er auch war ein guter Freund von mir und ist 
talerzlich gestorben. 3eine Witwe lebt: 80, Greencrof t Syriens, 
Sflon N.w: 6. Auch er hat nie Sci.wieiigkeiten daraus genaLt, 
dass er Jude war. 

Vizepraesident Dr. C o r n e 1 war ein i^ervorragender 
Beamter von allen geschaetzt und geachtet. Er war Stellver- 
?re?e? derPolizeiplaesidenten in Stettin und spaeter Vize- 
praesident in Magdeburg. Er lebt nicht mehr. 

Bei der Reichsbahn -wurden, soweit ich weiss, hoehere 









- 4 - 



öuedische Beamte beschaeftigt , aber hauptsaechlich als 
Fachbeamte (Bauraete). Eine hervorragende Stellung hatte der 
•ni-rPktor bei der Reichsbahn Spiro. Er war Leiter aes 
?entfalLrcL?rungsamtB der Reichsbahn eine sehr va^^^^^ 
vortimö-svolle Stelle, da die Beamten der Bescliaxtun5oSxe±j.e 
besonSI?In Versuchungen ausgesetzt waren, ^b war anerkannt 
dass es sein Veraienst war, dass ge^en die Geschaeftsfuehrung 
Serve?wa!tvngsarbeiter der Reichsbahn keine Vor'^erie erhoben 
wurden! ärr Ipiro lebt nicnt mehr, ^ie Adres<3e seiner Witwe 
ist: 61, Danas Court, Wembley Park, Middx. 

Ich moechte auf keinen Fall unerwaehnt lassen He ^rn 
Minist-riPlrat Dr. H i r s c h, der ein hoher Beamter im 
Sier^t^miergf-'nen Ministerium und -^^^^^l^^^^^J^- 
sehen war. Er war spaeter sachlicuer Leiter der Reichsver 
tretung der Juden in Deutschland und ist umgekommen. 

Dies ist alles, was nir im Augenblick einfaellt; wenn 
Sie weitere Fragen haben, so bitte ich Sie, mir wieder zu 
schreiben. Ich helfe Ihnen gern. 

Viele herzliche Gruesse 




(K.FRIEDLARDER) 



/ 



^TfU -m^ M^ ^ ^-^^ 

Lieber Herr Hamburger, 



// 






80, Greencroft Gardens, 
London, N.W. 6. 

624 0580. 



■feroh 20th 71. 










Entüciiuldicen Sie bitte, da. s ich mich e.st jetzt 
fuer Ihren Brief vom 14. November bedanke. Ich hstte 
es gleich tun wollen, liann kam die viele Correspondence 
vor Weihnachten, öohliesslicü der Postbtreik, durch d.n 

man alles liegen liess. 

Ihre Nachrichten ueüer Ihre t'a.milie waren wenig erfreu- 

licj-lch hof.e sehr, dass uei ...va alles ^t g.hen wird. 

Ich kenne und kannte so viele V^erwandte und i'Yeunde,die 

nie- wieder Symptome hatten, auch nach Jahrzehnten nicht. 

Aber im Anfang -lacht nan sich natu-rlich Sorben. 

Mein Bruder schickte nir grade den Ausschnitt aus dem 

/uf bau ueuer Ihren 80. GeQurtstcg und schrieb mir, da^s 
er Sie gesprochen haette. Nachtraeglich moecnte ich 
Ihnen noch eine herzlichsten Gliaeclc^^'uensche cULsspre- 
chen, moegen Sie weiter so fauelhaft ruestig und taetig 
bleiben, '.s war -ine i^^reude, Sie beide so " i^gn^V^ 
in Kandersteg svi der zu sehen. 

Sie fragten nach den Lebensdr ten meines Mannes s 
1888 - 1958. Ich fand auch das .Docu:i ent ueber oeine 



üest£.llung als negieiningsrat beim iieichsamt fuer Lan- 



n- 



dcjsaufnahnie: 29 •6,22. 

Mir ist es die ganze Zeit scf] lacht gegangen. Die Galle 
blase machte mir da,ueriir .>eschw rden bi^; zum Jährt: sende, 
mein erstklassiger und üehr conservativer Chirurg sagte, 
sie muesse heraus, da man ^omplicationene erwarten nuess- 
te, hatte aber Bedenken Vv-e^en meiner Nervenkrankheiten, 
die eine Ilarcose gefaenrlich machen, ^a ich seit V/eih- 
nechten einen sdeus^lichen i.ueckfall der Nervenkrank- 
heit habe,rJCten der Internist und der Neurologe von 
einer Operation ab und der Chirurg schrieb mir grade, 
er wj.'-rrle nur im Notfall operieren, v/obei er hoifte,daös 
der nicht grade in der chweiz «intreten wucrdw* Jeden- 
falls v/ollen sie ndr einen Brief an einen evtl? Narcoti- 
soer mitgeben mit cille*1[ Vorsichtsmassregeln. 

All dies hcielt mich nicht vom xteisen zurueck, was ja 
meine groesste Freude ist. Zuna ..chst plane ich, Mitte 
April wieder nach Lugs.no zu gehen, dann :]nie Juli nach 
Pontresina und mich Mitte y-prll mit meinem Brud^-r in 
V/engen zu treffen. Da das ja nicht so weit von Kander- 
steg oder erligen ist, koennten wir dann vielleicht 
ein Wiederseüen arrengier^n. -Vir Jiaben in Wengen im 
Hotel Hegina emietet. Hoffentlich v/erden sich alle 
Plfene verwirklichen. 

liier, wie uerall in der V.elt sient es wenig schoen 






H^il^ikiuiceu<^i }to haMuc {U^t^Kto j . ^g- i- ^\<> 



n^i- ru,. Die aax K(:ft:r;:i. .ü^K.iiici vudc Arlu-it^^-ninpc k:un 
•/M u.-t»' Kr{;«l!ni . d'^i' x{v\\\ Sw^y^i^'MwV in-hfii den «;r/i«-- 

lind JiH',! fi'iliuic als A\jI g.'dirii ■/:u;;''\vi.'-< ii \\\\A <J;i».> dem 
Durrhridnün.;: l'iMaiii'.icil tc«>i<'HTt wi^dt-T! ii)ii--r. j<\ill? df- 
konunijiulf lUiiMlcst lirs(»igrg<"-orz '/.-idid: \«>r ilci.i juii'.'ii'.!- 
hilfcgj'sol:': vcrairsclnr-dit AV'rd«Mi srdli ;, ihüIm; .i l d. -"»{.', ,au>;s- 
I>t'stln:iii«iM:-rn .si< Jicrütrlli.!), daß (lurtM iticiil diiu-li ri-ir 
<iidgiilh*;c U. ;.cidung drr t.'I><-i«i,auj,^ vo») yXiil^raliCi) an die 
Juf^cndiiiali'r risdiwtil u Kr uiiivÖglif )j *j;. nJn.ln wird. 



Tm aUcn A :Ltti|:;-vn:){>«>n ^/»;^do iiiuiiui-v wi. iU-r 1..»:,; 4^;g 
d;di der SiiMi des roucn Ju,.<-Muhilf.';;»;fM-, 

fVni>i^eiid-.»laJ»<;rol5ddclrra<!»ki:irU; zur Vcr/üi^nn-^l'du-f.. 
!\?ti«M- krau uuv^vx v.iedtT ämid Aufdruck. d.iH da?-, neue h?- 
ü,. ud!;iir<^grstl:^ ?!^r-l a]'i-<?r \ or.nixMli-n lir-dürf.", die iioc«: 
vitl /...dt rrfordr'-M. Di'^ VctvntwfHtnnj^ ^^r<-cnii'>'-r dtf« 
S.l^ick^ai d. r 1 ^jüik ud'ii (irii<-)ulioa cilaul'c c^ uivlit, iii< i' 
i'.h«'*-^ lilr/i /,u a'.!jvilcu. 



IM-: R s (> Ni.i cii ?•; N/iC H « k: ht cr^j 



Ki.*n;«BV(C!r.'SMS^JUif-i'^ 



•'.'■ ■rfr';' 



d-».' . (^''i »• J«ÄJFI»v<«>,-'.!r?%'-WS'*; 



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3. Kanüiiei 



.^ 7;c/ di-ia AvMpradt auf '/.nJilut.i:, lon /'(/^ ?;f'gc.'./ Ji-rnihdi c.^ 

if'rA ?./.! (iiicii •'< Uniändi;;' n Aiisi'rwh der PflfVf innifoi und 

nicht UV1 v'uici, 'roj die Pjii'i;riuiL{t(.r iihir '((-vifigcrien I'iit sei f.P- 

onspnt.iJi da- Pfl'i'id, indes. 

Url "il des Lo:)tlt^ vir\valtunf;.st«'n<-4i»« JI>.«t>n-> .er 

Ht.nnüv^r - 111 A f-l/nV ^ vom V.b. 1957. 

— IWV, JtlGr.. KlVvG "■ 

Tutf'ef'Unuh 

T)i>', Kiliticriu, 0\*' Iviiulcrloo verheil oIk« isv, erkhlvl*^ hith be- 
,ch: das :iin 16. :!.19r>() f;t:hoior;r Kij!''» in PAepc /u nchir.in. 
V).'!S Ki<-ibjuj:ctidHii5i X. stiHiial«.' d.ci ZuuciHuat, cii^rt Pile^v-^^" 
kliid.-a an die KJaicoriu zu. l^is v.ur ttj',TV\Jsimg au die IslH-c- 
)irx mu\ ihriri Kli.»iiap«j tun :il . H. 3 Vf^:! l-ci'juui üiel» *\c^B Ki'id 'n 
It IM Iviiülv) heijn {,. 

Die 6 ifMT/. it ic )1. (sov.jvtisdic 15. .>a!,"Ui.j;s/oi!e) Wfditiinif le 
Ivindcnuillcr l»..-j'^!r..^rlo a«n 29. 1 U !>>: dn.'-'fi dm U:\t des 
Ivv<;i.so3 11. du: Jui.kführuii- ihre- K indes. Ttnn Jr.-onih.r.U Y. 
tili.' <lrr Klii-oriii mit, dafJ di.s [•(U[;rl iui M. am t'.."». 1. ]95.''; 
i>.;th II. v.ii s..iucv Mtiit«'r gchrodit >'rrilv' -'dlf und furdcrlc 
i;i^rcriu au«, t'as Kimi ai; i^ios-jm (i^^e uad. Hi'u.v'over /» 



}uiis<,tr}. J>ip Ti'. -rrlJ-i^«! 's,(i<.;«-itcn f-id., d,^H Ivin.I hcrain/u- 
«ich.u, v«{{i die JM'iUrr ikf .K!i:iif-' niöu i:\ Ü'A ka-'i sei, das 
Kwj<! }l. ovi\v.mii:h-r.n}'ii2 i\\\iZ\vAi.h.vi). Oaa Kro-.j(i}>nli.nit >... 
sloHtc iu dvi) Sd)r*-d,'-.-. .ui dj:& J vi-. lul'U« t Y, vo:a ! ('. .1. i'Mft 
9. 6. Iv'.'iS l'e>l5 dn!j .1 f't :;f; luid Ortlin-fg dcs Iviiui« >• h--i don 
Püitgeellf-rn i.iehl ;..!- üurfreachcir;! ai\^''.'.';(di-ji >v-«.r'icn küardeiu 
Mi; <\('Ui Sduoibea v.»n 1.^.12.1''."..% ,:n\.r.v{, da.=i Kroisja;,.-;;ul- 
oai X. den ]'ß..-t^ci Itrrn die I'tk--''.st!di».-?uiljiouaii; iü; d;i» 
Kiiitl M. Dim Avii.i.\'-i-'rli\ ardaete uiil de'.i l>ef.<:!dnC v«tia ji.'. 1. 
19;i6 iru d?d'. das K9i-.' ?J. £U die Vniiniiiuierin, das .ln^rrnd' 
amt \., l»prRiev^uf,ch,-.jt ^ci. Aui kkl.l9:/> wx^yA,- da«? Kind M. 
ai?<* der l'fio-estclle '• ■ diu Plu >'efdt<.vri }jcr}:?i8se»^'»r»»»'«^-*> w«''! 
v.ij doi Kindr^.sr.iiHU'r c;nle,epe!u;;e'^«eweir«n\ die is an ihr.;« 
Woatiöiti': iu d<.r s.ovjc*.i-«JiCu U* salzuugssöouc vt.rh;atFl'5. 

IhjUT dc-ti ]8. 2. iVr.'.. hr.,->ii'.r.''.{.'lc Jic. Klägori:» h-.i dem S<.- 
xkdamt -- 3i!{;«nd:i:ii' ■— die Nadizaldu)»;:; des Pt!- ,.^^.•Ulv•^ Ht 

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WITTELSHOFER,P,-: 

Sozial-u. Wirtschaf tsrect. . . 
der Juden In Deutschland. 1936. 



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14. November 1970 








Liebe Frau Witte Ishoef er, 

Ihren Brief vom 18# Oktober habe ich noch nicht beant- 
viortet.sond rn Ihnen nur die Dol^umente ai rueckschicken lassen. 
Ich bitte Sie dafuer um Entst huldig. ng,«ir haben schv^ere ..ochen 
hinter uns* Fast wie eine Duplizitaet der Ereignisse ist es ge- 
schehen, dass gleichzeitig mit d.m Ausbruch Ihrer Krankheit 
in Pontreaina auch bei uns die ..orgen begannen, iv.ein Schwager, 
den ^ir in Paris besuchen wollten, erlitt einen ochlaganfall, 
wir konnten ihn nur itri Hospital besuchen, er machte einige Fort- 
schritte und wir fuhren etwas beruhigter nach i>iew York zurueck. 
Dann kam der zweite Schlaganfall, der seinem Leben_ein iuide 
setzte und wur waren jetzt wie er zwei rochen in Paris zur 
Beerdigung und um den Haushalt aufzuloesen- er war unverheiratet. 

Als wir von der üchvveiz nach New York zarueckgekommen waren, 
ueberraschte uns Eva mit der Mitteilung, dass sie ins Hospital 
gehen rausste, leider stellte sich heraus, dass eine radikale 
Brustoperation vorgenomiaen werden musste. Sie ist zwar gut ver- 
laufen und Iva erholt sich relat.v schnell, aber natuerlich 
bleiben die grossen Sor^^en. 

Von Ihnen selbst hoffen wir, dass üe auch ohne Operation 
ueber die Gallenbl-isenentzuenaung hinweggekomiaen sind und 
sich wieder wohl fueirilen. Darueber wuerd> n wir gerne eine 
i^ac bricht von ihnen haben. 









ich danice Ihnen fuer die Mitteilung, dass Ihr Mann auch 
Mitglied des x^epublikanischen Richte rbundes war. ich glaube 
ich h??be mir in Kander st g Geburt s-und Todesöahr a^^f^f^^^^?^^^ » .... .^ 
ke^n aber die Notiz nxcht xhr finaen. -ar es nicht isas - t&üiiJT //jlj 
Ferner geht aus den Dokumenten nicht hervor, wann ihm die 
Stellung als Hegierungsrat i iseich angeboten worden ist, 
also wann er sie angetreten hat. i oennen Sie das mir vielleicht 
noch mitteilen? Die Zeu niose von Hirtsieft.r und Schneider 
sind das wichtigste , neben meiner Kenntnis seiner Person und 
den Publikationen, von d«: nen ich manche wieder aufgefunaen habe. 



// /yr- //^ An Frau Friedlaenders Besuch in New Yori. erinnere ich 
^U^C4 /mich g^ rn. ochoenen Dank au ein fuer die dresse von Heinemanni ich 

bin einmal in Philadelphia It Kenipntr und ihm zusammen gewesaa . 



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Herr ^Unisterialrat Fritz Wittelshoefer war vom November 1922 in Preussischen 'Tini- 
sterium fuer Volkswohll'c.hrt, und zwar vom r^ebruar 1923 ab als Ministerialrat, bis 
zur ./uflüesung bio aur /.ufloocune; 4 es ^vTinisteriums ':jad.e November 1932 taetig. 

Waehrend der ganzen Zeit war die .- esamte oeif entliche rtiers'^rge sein Hauptar- 
beitsleld. In den spaeteren Jahren bearbeitete er auch die T^.ngelegenheiten, die 
die oeflentliche und private Wohlfahrtpflege gemeinsam angingen und war zuletzt 
auch an den AufgaieÜ^n der Jmgendv/ohl fahrt mitbeteiligt. 

In den i3eginn seiner Amtszeit fiel öine umfangreiche gesetzgeberische Taetigkeit. 
Er hat an der gesetzlichen i^euge staltung der oeff entlichen i'Yiersorge herveorragend 
mlfeewirkt. Die Preus-dsCLien Bestimmungen stam-en fast ausschliesolich aus seiner 
Feder, iuff die '.Gestaltung der Reiohsgesetze hat er massgeblich eingewirkt, ins- 
besond re, indem er die preussischen Antraege, die ebenfalls zum groessten Teil 
sein* n Anregungen entstammten, als BTegierungsver treter im Heichsrat vertrat. In 
den spaeteren Jahren war er Preussischer stellvertretender Bevollmaechtigter zum 
Heichsrat un-d hat in dieser Eigenschaft auc- an der Beratung anderer socialpoli- 
ti scher Vorlagen mitgewirkt. 

Sein Arbeitsgebiet hatte mannigfache Beruehrung mit dem Gesundheitswesen. Nicht 
nur lag ihm die i^\iersorge fuer Kruei-pel, Geisteskranl^e, Blinde, Taubstumme und 
aehnliche Gebrechliche ob, .sondern er hat auch an den Preuosisciien Ausfuehrungs- 
bestiH^mungen ueber die BekaempfungS^ der Geschlechtskrankheiten we^.en d^engen 
Zusära-.enhanges mit ier oeffentlich% rüersoege mitgearbeitet. 

Seine verwaltende Taetigkeit galt vor allem der Durchfuehrung der Fuereorgege- 
setze und der IJeberwachung der durchfuehrungsbehoerden. dr hat aber auch mehrfach 
Notstandsaktionen durch. 'ofueart, insbedondere arug^insten von Fluechtlingen und von 
Bewohnern der Grenzgebiete. Bei Verhandlungen ueber internationale IJnterstuetzungs- 
abkommen war er mehrfach als Preussischer Vertreter Mitglied deutscher Delegationen. 

Endlich liess sein j^rbeitsgebiet dauernde |4rbindung zu den Nachbargebieten, be- 
sonders der Sibcial Versicherung und der Arbeitslosenhilfe halten, von der die Puer- 
sjbrge fuer nicht vereicherte Arbeitslose ihm oblag. Auch diese Gebiete sind ihm 
also wohlvertraut. So wur ie er im Jahre 1932 vom Heichsrat auf Vorschlag Preussens 
zum nichtstaondigen Mitglied des Keichsversicherungsamtes, der obersten Süruch- 
behoerde fuer Streitigkeiten aus der Social Versicherung, bestellt. 



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Bei dv:r Aufloesung des Wohlfahrtsministeriu-is, bei der eine erhebliche Anzahl 
der Sachbearbeiter in den einstweiligen Huhestand versetzt vmrde, wurde Herr 



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iterialrat Wittelshoef erregen seiner Sachkunde fuer sein Arbeitsgebiet in 



:das ^'inisterium des Inneren, dem diese Aufgauen des Wohlf&hrtsministeruims ufecr- 
1 tragen worden waren, uebernomnen« 

Berlin- Tempelhof, den 31. üctober 1938 



gez. Dr. i^^. H. Hirtsiefer. 

PreuLSoi scher Staatsminister a.D* 






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Dr. Alexander Schneider-Kewenig 

Ministerialdirektor i. R. 



Berlin-Charlottenburg 5 ^ a r.*%4 t t o'Äry 

Suarezstraße 64 8 •April 1937. 

Fernruf: 301811 



In den Jahren 19P6 bis Enäe 1932 bin ich MiniBterialdi- 
rektor und Leiter der Abteilung ••Volkswohlfahrt" im Preussisohen 
MiniBteriura gleichen Namens gewesen« Zu den mir unmittelbar un- 
terstellten Dezernenten gehörte unter andern Herr Ministerialrat 
J^itz Wittelshöfer* 



. •^s!*-: j e^ L^ "T^setr -rs<~- 





'"'"^Das sehr umfangreiche Arbeitsgebiet des Herrn V/ittelsho- 
fer umfaßte die gesamte öffentliche Fürsorge in Preussen, insbe- 
sondere die gesamte unterstützende Fürsorge, die BHirsorge für 
Erwerbslose, für Erwerb sbe schränkte, körperlich Behinderte und 
alle iebrechlichen, für Blinde und Taubstumae, für Wanderer und 
Asoziale, ferner die Arbeitslosen-Hilfe, die Gesundheitsfürsorge, 
die Armengesetzgebung, die Geschlechtskranken-Gesetzgebung und 
das Correferat in der Jugendwohlfahrt. 

Herr ^ittelshöfer hatte nicht nur die Aufsicht über alle 
preussisohen Kommunen bei der Durchführung ihrer sozialen Auf- 
gaben, sondern war auch an den legislativen Arbeitten auf den ge- 
nannten Sebieten sehr stark beteiligt und zwar in Preussen und 
in seiner Eigenschaft als stellvertretender Bevollmächtigter 
Preussens im Keicherat auch bei der Gesetzgebung des Deutschen 

Heiches. 

Dabei verfügte Herr Wittelshöfer über eingehenste Fach- 
kenntnisse auf allen diesen öebieten bis in die letzten Einzel- 
heiten, wobei ihm sein ausgezeichnetes Gedächtnis zu statten kam. 
In seinen Arbeiten war er unbedingt zuverlässig und wissenschaft- 
lich 



mmmmptim^t^ »■> afc^ ^ *»■ 



lieh gründlich, um-slchtlg und den praktischen Bedürfniaaen des 
Lebens Eechnun« tragend. Infolge seiner hohen Intelligene, selneB 
unermüdlichen Fleißes, seiner Genissenhaftigkelt und seiner un- 
gewöhnlich ausgedehnten Spezialkenntnisse gehörte er Bu den be- 
sten meiner Dezernenten. In Anerkennung seiner Kenntnisse und 
Leistungen wurde er zum nicht ständigen Mitglied des üeiohsver- 
sicherungsamtes, der obersten deutschen Spruchbehörde in Versi- 
chorungsangelegenheiten, ernannt. 

Seine zahlreichen Veröffentlichungen fanden bei den le- 
gislativen Stellen stets starke Beachtung und boten, v?ie ich im- 
mer wieder habe feststellen können, vor allem auch den Komfflur||j|^ 
und untergeordneten stellen sehr wertvolle Hilfen bei der J^rakti- 
schen Durchführung der sozialen Arbeit. 

Ebenso zeigten die mündlichen Darlegungen des Herrn Wit- 
telshöfer in Form von Vorträgen und Vorlesungen, daß er sein gro- 
ßes theoretisches Können und seinen Blick für das praktische Le- 
ben - de nach dem Zuhörerkreis in streng wissenschaftlicher "ei- 
se oder auch in volkstümlicher packender Darstellung - wiederzu- 
geben wußte. Da er sich zum Dozenten besonders gut eignete, habe 
ich es im Interesse der guten, tiefgehenden Heranbildung des 
^Naohwuchaes in r! er sozialen Arbeit l«»bh«ft begri^ßt. «1b H«r^ 
telshöfer im Jahre 19?9 auf der Verwaltungaakademie in Berlin 
Vorlesungen über preussioches Fürsorgerecht übernahm. 





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Lhort Litt of Pubilcation«» 




1. The fgre^^T part of the »«ction 'Public Weifare • in Iliing-Kautai 
''Hc.ri.bu€h l*uer Verv, Itun^^ und Wirtcchaft in Reich ^nd Preuscen'* ^ ,/ 
( a le .dintr coll^ctlon or Germtn anä Prust^ian conttltutlonal 2,^^ 
ucnlnlfetr/.tly« lawe itb cormnentmry } • 
. From 191^4 to 1333 articlef= In the p«r5o<llcalii d^allng wlth Public 
•^«rui-v^fö anf'J Lccial foiL.lcy voh ae 

T'li; FuerfnrprG»^ , '»Dmit^ch* ?.oitf?chT-ift fü^- -'o^lf i-hr-rpflege'' ,*'Zeit - 
f^cTirift für {..t Hf>i?^v»:ui'^f ':n" , "Ar>)*^1ter^oMfa>>rt" , "Vcl VRwchlf ^hrl * 
(o i'cl,..! rn-^r locical or th'^ Pruseian Lüriiet y cf Public ^*c3rdre ^n»3 
He Ith), "A-b^^lt uTVi B ^-ur","Zelt6chrift für Jüaitc^M* VohH>:ih^ta* 
pfle^ro uuji Tor 1al Politik" "!>dl7.1nl€Che ^*elt" 
on 

a. '.^cvrrrjun anc Pnifri 5.an Kblic Aself^tuncc La./, csp«ci ^lly on th€ 
nurr-rroit. nf^p'.':en*ß ana on the relief for the eo-Cdliea Kleia- 
rantriff-^* (^«^rcone *vtO''' or inc*xpable ol' ^/ork-'-ni^j ^ho virithout 

thü infl.it im coixli have lived on • nearneci incomt .^1x1 ej^v^uv/e; , 
h. th^i Reior- of fto Acrifct nee tor T:*amyfc ^mo VH>r*n:.ntf^ 
Ct x"hi> eUjTgee. iion£ fo/' ^, Pre£f:jrv:xion- (Deten-*:! li-) Act (corr^^t- 

pcnc'incj to t le Srltii^h Uen^al Deflci^noy Act) ai i itc reX tlc m^ 

to \hH iiooK^i. Ol' C:^ rection ('-ork'.tu&'^fc) , 
d« tnf* Inf li t^nce of -«'he Profecflcnal (Hbitual) Crirr inr.l; VAct on 

Public Wolf ai-'-. ^ 
e* t?:* ''^elatlopr bete-T! TJr'f:nplo;;rm"'nT yt*"nef1t c^n- Pi )! ic lefiit'::*- 

unce, 
!"• the Heptrcu^ieione of t 'f:? PrufcFlnn iubl5c ■ tt i<bt ^nf e Lav/ on 

tbe Prüfet im Blind, Dumb and De f Callr^ren; • Sduc tlcn A.ct, 
g. pjcoroiniiiing l^Iw-^ruree In *» h<^* Cn^^e rf i,h<* Crjrplei^ 
1\. «..he Reform of t".y i'«.w for ohe 111 ,^;itä^i .te ChJÜci^ 
3. r^^nm 1V<^. to 1038 ur'i iclet in ''Zeixt^chrli't i ür Jueditcne ^'obl- 
fu!irtLpflv?t.5e uua Loci^ilpolitik" on 

u.. Göu* ein /i^lient Ä)XT>ul5r*oT»t .et 'im Pi'Uv^eian Alitnt fc icf L^tw 

b. Hev« Allen© Police Or- r 1938 , 

c. "ihe A.li€in Chilü in Youth and ^elf *« Lj.« 19.7, 

c! . Cbx^T'^T? fr in Fj^.-^riv 1 .s. n. ' in the L:?*^ cf tot* vt^aeloiss 1.>:'U5 
e, Tne Lteri uicjition <?ct| itö iontentb ^nd Adtninii trutlon 1..'..5, 
4. a Book ' t-ocitJ.. .nö 'conomic Law, (pelÄCt^'l n;i axpli-in©:: for t^hö 
requir'-iTi^nt of thf^ J«we in Oer«*.-.ny" wrltton ^vt the requei-t of ih% 
Bcara of Dtput ^'qer of tb<* Ge^Tan Jewr» A^on:; cther .'^ubj-c^c it 
deix/t w3th Public Afcel(rancc= ':.Mä Locrial Ineur-ance, Pv^blic He Itb 
an-j You' h ;Velfa.rcj L&w , Naticnality -n^ K-aCiul La.^ , P-rvetport La/, 
Alienc und Zmlgi-ution Leu.-« 193G, {^upi^lement 1^37• 






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Short LI et of Publlc&tioii§# 




'^v;^-,:^yi^J 



1. TU» gi'eater fart of the ••otlon 'Public Welf«p«' m niing-*aui»i 
"IUtiv3bu*fc fU«r V«rw.ltu«g uad WlPtschtft In Ä«l«l» und Pr«»»on'* *_ ^^ 
( tt le^iding ooU«ctlon ©<r Oot-bmi «ad PnuKian eewtittttiwMl J*w« 
iuj«tx»li«tratlv« ItatB >.lth eeMwntavy). .. \.^^ _w, *^ 

is, FroB 1924 to 1933 »rtlcl«» In th« »«rtodiwa« «f»lin« •**>> TttbU« 
W«lf&^e ana &oel«l Polloy (U«h «• * _ . «" ^^ 

"Die Fuereorg«!», "Owteeh« Ätltechrlft für roblf»hrtepflfg»*,''Z«U- 
»cbrift für öü.« Httmatwei «n" , "ArbslterwelilfÄhrt", "VelkMfÄlfatort 
(oiflcia |)«rlo<Jlc«l of th« PruMiaa lilnl»tiTr of Public W«Är« »nfl 
Hecath), "Arbeit unci B«ruf " ."ZÄitechrift für ^üölec»« fohlfahrt« - 
pfiee.;« und e«iialpoUtlk" , "Modt«lBi»eho «olt" 

on j •11 *». 

a. acrrnaa «Ki Px-uesian Kblic Aoolotance L»*, «opsclilly on th» 

nuaerous -jöenusjento SJid on tho r«ll«f for th« co^^allod Kloin- 

r«ntn«r (paroono a^ed or lnea|>&bl« of «orlciilg who wltSwut 

tho Inflation oould havo llvod on vnoornad inoo«» and »aving»), 

b. the Hoform of the Aetiotaaeo for Traap» amd Vägrante» 

c. thß »ugsoetioM for a PrcBorv.*tlon- (Dotentln-) Act (eorroe- 
ponding to tho Brltioh laent^d Doflciency Act) ^Ji^ itfc rol-tion* 

- to ^h• HouEOt of Co rootion (forkhouoeo), 

d. th« Influence of th« Profoeolonnl (Kebltual) CriwlnalfcAAct on 

Public Weifare, ^ «vw,* . 4 * 

0. tho HoiÄtion« bot^oen ü»ow^loy»ent B«n«flt and Pvthiic Aeoxot- 

slucc • 

f. the Repercu»»lo»o of tue Pruoolan Publlo Aetlot^nce hm on 
the Pru»*lan »Und, Du«b and D»uf Chlldronc» Educ.tion Act, 

g. Econoioleing Boaeure» in the Gare cf the Crlpplee, 
h. the Refor« of the Law for the lilegitlaate Ghild, 

3. Froa» 103;* to 1938 urtlclot in "Zeitechrlft t'iir Juodltche Wohl- 
ftthrtopflogo uaa »#«l«lpolltik" on ^ „ ^ t 

a. Oernan Aliene Bxpulalow» A«t an<? Prue.iaa Allen» **J^J^j^*" 

b, Kow Allen« Police Order 193S, -^ 

0. Tb« Alien Cblld In Youth aad «elf-ro La» 1937, 
d. Changi » m rmrrlly La« on<: In the l-^ of «)• »**^*^;"„ ^f^?. 
• . Th» fct«rlil»ation Iht, It» «ontont. and Adidnl.tratlon 19^. 
4. a Book "BoolAl and Soonoale La«, ••l»et«ci i^nd explained for U»e 
r»oulreÄont of the J«r» in (Je«a«ir «nfltten tX tbo r»que6t »f tbe 
Board of PoputV^e» of the Oenran Jew». Amng other »«^J««^* **, .. 
4oal/» with PUtello ABBlftan«» »M Eoclal In»uranoe, Public Health 
•ad Youtb ^lelfare Law, Kationality and Raoial Law, Pa»»port La», 
Alien» and anlgratlon Lau, 1936, Suppleaent 1937. 






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K- ■ ,:<: fA'.^-- 1 



Prof. Walter Friedlander 
6437 Regent St. 
Oakland, Ca. 94618 



ür . -Irnst Hambur e;er 
c/o/Leo Harck Institute 
129 r'iast 73 Street 
New York, N.Y. , 10021 



Lieber t^reund Hamburger, 



13 . November 1971 



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»«(("»•anj. 




in Beantwortung; ihres Briefes vom 9»dJn.: 



Frau Dr.Sofi 
alt; Frau Sena 
Grüner '^e^r 2 i 
Reuter und Suh 
n^en Jahren fre 
Säu^linp:e von 
Wutanfall ersc 
diesem Mord od 
war • 

Ihrem /uns 
benslauf von m 



e .iuast,der 
torin Ella 
st ,unp:efähr 
r v^enatorin 
iwilliei; ihr 
rinem Poliz 
hlaeen wurd 
er auch nur 

che entspre 
ir und ein 



en Adress Sie haben 

Kay, deren Privatadr 

im gleichen Alter, 

für Jugend und Spo 

Amt verlassen, als 

eibeamten,ihfem Ffl 

en, obwohl Frau Kay 

an der Pflep:estell 



,ist etwa 72 Jahre 
esse 1 Berlin 47, 
Frau Kay, die unter 
rt Wir, hat vor eini 
in Zehlendorf zv/ei 
egevater. in äinem 
in keiner .Veise an 
e verantwortlich 



chend lege ich Ihnen einen kurzen Le- 
paar Zeitungvsausschnitte bei. 



In der V\/eimarer Zeit waren verschiedene jüdische Bürger- 
meister tc tätie: in der .V e imarer Zeit , die auf dem sozialen ---> ^ 
Gebiet prominent waren. Vor allem Obern^^igistratsrat Dr .i^^^^z / ly^^h/J 
Ollendorff ,der noch schöpferischer als sein Kollege Kobrack 
einer der besten bachverständigen auf dem Gebiete des vVohl- 
fa' rts- und Jugen&ilfs -esens war. Leider habe ich keine genauen 
Daten über sein Leben, aber ich hoffe,dass seine -Vitwe,Frau Fanny 
Ollendorf f (Jerusalem, Harris House , V(?>;i^ys Street) noch am Leben 
ist und Ihnen alle5 /^-"i chtige sagen kann ..Wahrscheinlich ist auch 
sein enger I^dtarbeiter in der Zentralstelle der Juden, Dr .Max 
KreuzPerrvj^-essen Adres^' in Aj-cona dem Leo Baeck Institut bekannt 
ist) in der Lage Genaueren über Franz Cllendorff raitzuteUen. 

'Mhrend Franz Ollendorff besonders auf dem GeÄete der Jugend- 
wohlfahrt führend war, v/ar Kobrack einflussreich auf dem Gebiete 
der Altershilfe. Ich hatte mit ihm keine weitere Verbindung nach 
meiner Emigration im Jahre 1933 und lernte erst aus Ihrem Brief 
von seiner Ermordung in Auschwitz. 

Frau Klara vVeyl w ar Stadträtin (im Magistrat) und Leiterin 
des Landes jugendamts. Ihr Mann ,Dr .med.vVeyl ,war-wie Sie zutreffend 
bemerken-, Vorsitzenr^er der Stadtverordnetenversammlung. Klara ;ieyl 
war einflussreich, hatte aber keine besonderen hohen Kenntnisse 
der '/ohlfahrtspolitik und stand den beMierkenswerten Experimenten 
in der Fursor^^eerziehung im/'Lindenhof '"' unter iJr.i^arl '^^/ilker 
ohne Verständnis für ihre pädagogische Beaeutung gegenüber. 

Bürgermeister Carl H^z (Kreuzberg) war entgegen Ihrer 
Ansicht an der Sozialarbeit so stark interessiert ,dass er als 
einziger Bürgermeister in Berlin damals das Dezernat des Jugend- 
amtes selbst behielt, nachdem er es zuvor schon in Spansfau in 
der gleichen Funktion behalten hatte. Sie wissen sicher, dass er 
in der Nazizeit nach Israel ausgewandert und dort verstorbem 
ist. Seine Tochter lebt in Israel, doch kann ich leider ihre 
Adresse nicht fin(ien. 






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Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen 

(Archiv für Wohlfahrtspflege) 



Dr . Qu/B 



. DeutsAes Zentralinstiu .tJü.^JozialeJFragen^^^ 33. Miguelstr. 83 . 

Herrn 

Ernest Hamburger 
57 Riverside Drive 
New York, N.Y. 10024 



1 Berlin 33 (Dahlem), 

Miquelstraße 83 



9.12.1971 



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Sehr geehrter Herr Hamburger! ^^^ 

Ihr schreiben vom 24.^1971 mit Po^^f^^^^P^l Y°^ 2?:?- r-^^ 
irh am 8 12.1971 erhalten. Unser Institut ist selbstver- 
ständlich bereit, Ihnen behilflich zu sein; wir werden die 
Sien über Dorithea Hirschfeld ermitteln. Schon heute kann 
?S'?hnersa°gen' dLs Frau H-. Ministerialrätin war und zie_m- 
lirh immittelbar mit der Begründung des ReicnsarDei-usminj. 
stäiuSIräs seinen Sitz in Berlin. Invalidenstrasse hatte, 
dort die Bearbeitung der Kb-u.Kh-Fürsorge übernahm. 

Urau Siddv Wronskv ist niemals Stadtverordnete gewesen; 
silisrnlben Albert Levy stellv. Vorsitzende der Zentrale 
?ü? SIvI?e Fürsorge Berlin und Dozentin in den Sozialschu- 
len in Berlin geweien und hat nach dem Tod von Dr. Levy 
im März 1922 die Leitung der Zentrale allein übernommen. 
S?e ist schon vordem allein für das von der Zentrale begrün- 
dete Archiv für Wohlfahrtspflege verantwortlich gewesen. 
Sie ist von 1925 an Mitherausgeberin der Deutschen Zeit- 
schrift für Wohlfahrtspflege gewesen; ebenso ist viele Jahre 
in Gemeinschaft mit dem damaligen Magistrat Jer Stadt Berlin 
das Berliner Wohlfahrtsblatt unter ihrer Hauptschriftleitung 
herausgegeben worden. 

Frau Wronsky hat sowohl im Hauptausschuss des 5®"''^!°^^^^®^" 
eiSS fS?"öff entliche und provate Fürsorge als den Ausschüssen 
les Hauptausschusses für Arbeiterwohlfahrt eine erhebliche 
Rolle eespielt. Sie ist endlich eine wesentliche Mitarbei- 
terin bli der {.Auflage des Handwörterbuchs der Wohlfahrts- 
pllegeCCarrne^ann 's Verlag Berlin 1924. Herausgeber Mi- 
\ nisterialrat Dr.Karstedt) gewesen. 

Über Obermagistratsrat Dr.Kobrak können wir uns nur bemühen, 
IhSen Material zu verschaffen. Wir wissen nur, dass er ab 1925 
irdie Leitung des damaligen Zentralwohlfahrtsamtes der Stadt 
Berlin eintrat und der^cheidende Sachbearbeiter und Gestal- 
\ ter für die Durchführung der Fürsorgepflichtverordnung gewe- 
sen ist. 

Ich glaube, dass Sie damit aus der Verwaltung der Jahre 1923- 
1933 die eAtscheidenden Persönlichkeiten gefasst haben, sofern 
Sie schon hinreichendes Material über Alice Salomon haben. 



Sobald als möglich werden wir Ihnen das Weitere nachreichen. 

Ponxheddionto. Bln.-W..c 599 97 B»k für Hand«! und I»d) 



4000 1. 70 



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PS. Zu Ihrer Frae^e wegen Stc.dy Vronsky : 

Ich wUrdesie unbedinp!;t unter den wichtigen ^Persönlichkeiten 
auf dem Gebiete der Sozialarbeit in der .Weimarer Zeit aufzählen. 
In Pense's Lexikon, das ich erwähnt habe, steht folgendes über 
Sida7'W^sky: Seite 319: 



"Sidonie Wronsky,geb. 
in Tel Aviv. 

Vor 1933 Leiterin df-r '^ 
Archivs für 'A/ohlfahrtspf le 
Fr auenschulen.^'Int scheidend 
am ^'Leitfaden der /ohlfahr 
1926, "Quellenbuch zur Ges 
A-beitete mit den zentrale 
r-eutschen Juder, auch der " 
und des preussischen Lande 
V^anderte am 7.9.1933 nach 
Wohlfahrtsschule des Lande 
wissenschaftliche Fachbibl 



20.7.1S33 in Berlin,gest .3.12 .1947 

Zentrale für private Fürsorge^und des 
f?:e'^ seit 1925 »Lehrerin an sozialen 
e Veröffentlichungen: Beteili°:ung 
tspfleee", Schrift '^Soziale Therapie" 
chichte der •\[ohlfahrtspflep-e"1924; 
n jüdischen Hilfsorganisationen der 
alten zentralen V/ohlfahrtsstelle" 
sverbandes jüdischer Gemeinden . 
Palästina aus, schuf dort die erste 
s. Das Sozialarchiv und die sozial- 
iothek Israels gehen auf sie zurück". 



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/ Siddy fronsky war auch als Stadtverordne und enge Freundin 
Frieda -/underlich ^s einflussreich in der Sozialpolitik Berlins 
in dieser Zeit, ebenso als eine der massgebenden Dozentinnen an 
6,^r sozialem Frauenschule Alice Salomom^s und in ihrer Autor- 
schaft mit Alice Salomon in ''Soziale Diagnosis" (einer Uebertra- 
gunc^ von Mary Richmond^s "Social Diagnosis" ,dem 'A/erkjöas die 
Grundlage für das moderne "casework" gelebt hat. 

Dass es ihr kurz nach ihrer Emigration nach Israel gelang, 
Henrietta Szold zur Gründung der ersten .Wohlfahrtsschule in Israel 
zu bewegen und deren Leiterin zu werden , bezeuet ihre organisato- 
rischen Fähigkeiten. Ich traf Siddy 1936 in London auf der Inter- 
nationalen Sozialkonferenz, auf der sie mit vVürde jede Zusammen- 
arbeit mit den Vertretern der Nazis ablehnte. Sie erwähnten 
selbst Siddy ^s wichtip:e Mitarbeit an den "Sozialistischen Monats- 
heften" ,aber auch ihre Mitarbeit an der ^'Sozialen Praxis" ver- 
dient anerkannt zu werden. 



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in 6ct: -tAnliuücl an^uijcbcn. 




Z e u es "^i i 



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iicir Dr. Alex Bein v/ar voiu 1. Jani 1927 bis 15. 
April 1933 als v.'isoeiischaf tlicher Angosteliter bei der Archiv- 
abteilun^^ des ReicLsarchivs tätig. Mach einer grüadlichen 
Durchbild an:::; in den nie torischen rlilf swisr>enschaf ten (Paläo- 
graphie, Diploniatik, Chronologie, moderne :..k:ten-^und .^.rchivkunde) 
v/urdo er der Gruppe A VI Nachlasse und Zeitgeschic htiicne 
>:;an:L.lungen zugeteilt, oeine Crdnun ;,sar bei ten erstreckten eich 
auf folgende Isiachlässe: 

L a 3 s a 1 1 e , Robert Blum, "i r d m a n n s d ö r f - 
f e r , I'vl a r v^ u a 1' d c e n , Streit, H a m m. a - 
chei', 11 ildebrandt* 
Durch diei^e Ord iUng^^arbeiten , die ccViv/er zu sichtendes 
und auf ihreii wissenschaftlichen Vvert nur niühsarn erkennbai'es 
Archivriiaterial behai.del t cMx, hat sich jieiT 'Dr. Bein ndt der 
deutschen Geschichte des 19. u.-d 20. Jahrhunderts in politischer 
wirtschaftlich-sozialer und kultureller hinsieht eingehend 
vertraut gen.acht. Nach Beendigung dieser Tätigkeit wurden ihm 
als selbständiges ;;acngebiet zwei Registraturen von Behörden 



-.4^ 



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des Reiches aus der Zeit des Friedensschlusses 1918/20 
über\^flßsen. Es war seine Aufgabe, sie völlig neu zu ordnen, 
das sehr lückenhafte Material zu ergänzen und eine Kar- 
tei anzulegen, die den Gesamtiniialt der Akten für die 
wissenschsftliche Forschung erschlösse Ausserdem erhielt 
er den Auftrag, den Gesamtbestand der an das Reichsarchiv 
abgegebenen Aktenbestände der obersten Reichsbehörden 
in einer Zentralkartei festzulegen, sowie die archivali- 
sche Terminologie, die auf den letzten deutschen Archivtar.en 
besprochen wurde, sinngemäss für das Reichsarchiv festzule- 
gen. Auch die Protokolle der i.ioaatsbesprochungen der wissen- 
schaftlichen Beamten wurden von ihm gefertigt. Ebenso nahm 
er regen Anteil an dem Aufbau archivalischer Ausstellungen 
verschiedener .-rt zur Geschichte des 19. Jahrhjnderts . 

Alle diese vielseitigen Aufgaben eines Archivars an 
einem grossen modernen Archiv hat Herr Dr. Bein stets zur 
vollsten Zufriedenheit und unter genauer Beherrschung des 
Stoffes ausgeführt, seine vielseitigen Kenntnisse und seine 
organisatorischen Fähigkeiten jederzeit in den Dienst des 
Reichsarchivs gestellt, auch in der von mir erstrebten 7/ech- 
selwirkuug zwischen amtlicher archivalischer Tätigkeit und 
freier wissenscnaf tiicher Arbeit in zahlreichen Forschungen 
Zeugnis für seine wissenscnaftliche Forschertätigkeit abge- 



legt 



Herr 



Herr Dr. B e i n verfügt sowohl über die historischen 

TT r,.t'icicp die ihn befähisen, 
n Akteabeständea aufzubauen und zu 



wie über die a 

ein Archiv v:At moderne 



V er v/alten • 



Für den beurla'^.bten Präsidenten 









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Direktor im Reichsarchiv. 



Nr. 4 



MIJ — 20 Januar 107o 



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ALEX BEIN - 70 JAHRE 



Wenn Alex Bein ein biographi- 
sches Formular für eines der vie- 
len Who's Who ausfüllt, pflegt er 
in der entsprechenden Rubrik nicht 
emen. sondern drei Beiiife zu 
schreiben: Schriftsteller, Historiker 
\uvX Archivar. Da es bei ihm keine 
•überflüssigen Worte gibt, muss je- 
der der Begriffe für ihn eüien 
l)€Sonderen Wert imd eine spezielle 
Tätigkeit bezeichnen. Schriftsteller 
und Historiker sind für ihn nicht 
identische Begriffe, obwohl seine 
schriftstellerische Tätigkeit immer 
auf historischem Gebiet lag. Alex 
Bein iühlt sich in der Art' seines 
ScJireibens oft dem Künstler nä- 
her, dor durch sein Einfühlungs- 
vermögen in das Leben und die 
Problematik der historischen Per- 
sönlichkeit das Bild eines lebendi- 
gen Menschen schafft. Viele der 
historischen Arbeiten Alex Beins 
sind Biographien, die berühmteste 
sicherlich die Herzl-Biographie, die 
Bein 1934 als Sljähriger veröffent- 
lichte. Sie hat seinen Namen be- 
kannt gemacht, ist in vielen Spra- 
chen und Neuauflagen erschienen 
und ibis heute das Standardwerk 
über Herzl geblieben. Neue Quel- 
len wurden hier und da gefunden, 
Bein selbst hat- in den vergange- 
nen 30 Jahren viel Neues über 
Herzl veröffentlicht, aber das hi- 
storisclie Bild der Persönlichkeit 
Herzls. so wie Bein es 1934 zeich- 
nete, ist in seinen Zügen nicht 
mehr verändert worden. Das Neue 
sai diesem Bild waiv, dass nicht 
ein Monument gemeisselt wiu-de, 
s(mdern dass es mit menschlich- 
sten Zügen gezeichnet war. bei de- 
nen gerade die Zweifel und Schwä- 
chen es dem" t^ser nahebringen, 
ohne es 2U verkleinem. Bein hat 
über jMolzkin und Kuppin, über 
dw liien.e und Franz Oijpeniieitner 
gearbeitet, und immer wieder be- 
wies er sein ausserordentliches Ta- 
lent für biographische Darstellung. 
Arthur 'Huppin war von der Be- 
gabung des jungen Historikers so 
beeindruckt, dass er ilm auffor- 
derte, mit ihm zusammen die Ge- 



schichte des judischen Siedlungs- 

Werkes im Lande zu schreiben. Ur- 
sprünglich halte Ruppin gemeint. 
Bein solle nur das Material sam- 
meln, denn Ruppin konnte sich 
nicht vorstellen, wie jemand über 
den Aufbau schreiben könne, der 
ihn nicht selbst miterlebt hat, Alex 
Beins Antwort an Ruppin war, dass 
Mommsen die römische Geschichte 
geschrieben hat, ohne Kömer ge- 
wesen zu sein; und die Kunst des 
Historikers sei es eben, aus den 
Quellen ein Bild zu schaffen, das 
weit umfassender sein kann als 
das subjektive Bild des Zeitgenos- 
sen. So stimmte Ruppin zu, dass 
Bein die Geschieht© der zionisti- 
schen Kolonisation allein schreiben 
solle. Sie ist neben der Herzl-Bio- 
graphie das zweite Standai'dwerk 
Beins geworden, beide Bücher die- 
nen nun mehr als drcissig Jahre 
als Grundlagen zionistischer Er- 
ziehung. 

^ Alle historischen Arbeiten Beins 
sind auf archivarische Quellen ge- 
stützt, ohne sich in Kleinigkeiten 
zu verlieren — eine Gefahr, vor 
der jeder „ Archivar steht, der zum 
Historiker v/ird. Bein hat es im- 
mer verstanden, das Ganze zu se- 
hen, die vielen Details in einer Ge- 
samtkonzeption zu beurteilen und 
sie m seiner Darstellung nur in 
den Vordergrund zu rücken, wenn 
es für das Verständnis des Gan- 
zen notwendig v.'ar. Er beobachtet 
vor allem sich selbst und die Men- 
schen, mit denen er in Berühnmg 
kommt. In vielen <.ie.sprächen be- 
tonte er, dass man sich selbst 
kennen, sich selbst beobachten 
muss, um über Menschen schrei- 
ben zu können. Stets hat er sich 
für 5eine wissenschaftlichen Arbeiten 
zex.trale Themen, gewählt; >n den 
letzten Janren widmete er sich vor 
allem der Geschichte der Judi^n- 
frage und des modernen Antisemi- 
tismus. Bisher sind einige wert- 
volle Artikel von ihm über diesen 
Themenkreis erschienen (z.B. über 
„Tiie Jewish Parasite" im Year 
Book des Leo Baeck Instituts, IX 



[rJivlj, S. 3 ff und über Lassalle 
im Bulletin des Leo Baeck Insti- 
tuts, Jg. 19t36. S. 330 ff), seine 
Freunde und Schüler hoffen, dass 
auch dieses kommende Werk ein 
..Klassiker" wird. 



Der Gymnasiast Thomas Mann 






(Schluss) 

liehen Blick auf die kleinen Geister 
in der Antiheine-Front seiner Zeit 
versichert er, ,, welch eine denk- 
malswürdige Erscheinimg dieser 
Kunst 1er Jude unter den Deutschen 
gewesen." 

Verständlicherweise haben auch 
bereits mehrere Germanisten in der 
heutigen deutschen Heineforschung 
auf das Aufklingen der Heinemusik 
und -gedanken im Werke Thomas 
Manns hingewiesen. Zu den Einfäl- 
len über Krankheit und Tod im 
dritten Band der „Reisebilder", wo 
es bei Heine heisst: „Das ganze ita- 
lienische Volk ist imierlich krank, 
und kranke Menschen sind immer 
wahrhaft vornehmer als gfesunde, 
dem nur der kranke Mensch ist ein 
Mensch, seine Glieder haben eine 
Leidensgeschichte, sie sind durch- 
geistet..." meint der Organisator des 
Düsseldorfer Heinekongresses im 
Oktober 1972, Prof. Manfred Wind- 
fuhr, in seinem Buche „Heinrich 
Heine, Revolution und Reflektion" 
(Metzier — Stuttgart), dass diese 
Gedanken bereits an den fi-ühen 
Thomas Mann erinnern. Aber ge- 
wiss lassen sie auch an den spä- 
tem denken, und im Hintergrund 
der Heineschen italienischen Land- 
schaft sieht man auch schon die 
Umrisse des „Zaul>erberg". An an- 
deren Stellen seines Buches zieht 
Windfuhr Parallelen zwischen den 
„Memoiren des Herrn von Schnäbe- 



le wobski" und Thomas Manns gros- 
sem Schelmenroman, den ,, Bekennt- 
nissen des Hochstaplers Felix 
Krull", zwischen den „Florentini- 
schen Nächten" und der „Betroge- 
nen", sieht in Heines mythologi- 
schen Schriften einen „iromschen 
Humanismus, der auf Thomas 
Maams Behandlung des Mythos vor- 
wegweist." 

In der DDR hat Inge Diersen 
Heines Hinweis auf die Inkon- 
gnienz zwischen der Riesenliaftig- 
keit Cloethes und der spiessbürger- 
lichen Enge in eineni deutschen 
Kleinststnat in Beziehung gesetzt zur 
breiten Entwicklung dieses Motivs 
in Thomas Manns „Lotte in Wei- 
mer". Dieser Hinweis in ihrem 
Buch „Untersuchungen zu Thomas 
Maim" (Rütten & Loening, Berlin 
(Ost) 1959) ist zutreffend, aber es 
wirkt doch grotesk, wenn die Auto- 
rin weiter schreibt: „Dennoch und 
aufs ganze gesehen ist ,Lotte in 
Weimar' nicht nur ein v/ertvoller 
Beitrag zur aktuellen antifaschisti- 
schen Literatur, sondern besitzt 
grosse Bedeutung für die nationale 
Wiederbesinnung im Kampf für ein 
demokratisches Deutschland... Tho- 
mas Manns Goethe-Roman ist als 
ein Kampfbuch gegen den Faschis- 
mus und seine Ideologie gedacht 
imd wirkt trotz aller Begrenzun- 
gen und vieler im einzelnen falscher 
7\n3ichten in diesem Sinne..." 

ERICH GOTTGETREL 



Als Archivar erhielt Bein seine 
Ausbildiuig am Re^chsarchiv in 
Potsdam, wo er in den v-hren 1927 
bis 1933 arbeitete. Im Reichsarchiv 
war er immer als bewusster Zio- 
nist aufgetreten, und gerade dies 
war die Basis, wie er oft ei'zählt, 
für die guten Beziehungen zu den 
politisch rechts gerichteten Men- 
schen in dieser Hochburg des 
deutsch - konservativen Nationalis- 
mus. 1933 wanderte Bein in Erez 
Israel ein und trat nach Fertig- 
stellung der Herzl-Biographie 1935 
in das Zionistische Archiv ein, das 
von Georg HcrJiiz geleitet wurde. 
Bein übernahm die Verantwortung 
für zwei neu 2u gründende Abtei- 
lungen: Privatarchive imd Institu- 
tionen des Jischuw. Vom Reichs- 
archiv brachte Bein neue Metho- 
den und Erfalnnmgen mit, und der 
Aufbau des Zionistischen Archivs 
und seiner Sammlungen spiegelt 
diese in vieler Hinsicht wider. 
Denn im Rcichsarchiv hatte man 
Nachlässe und Archivgut nicht- 
staatlicher Institutionen — Par- 
teien, politischer und unpolitischer 
Vereine — und auch Flugblätter, 
Maucranschläge, Wahlzettel und Pro- 
pagandamaterial gesammelt, d. h. 
Material, das nach konsen-ativer 
Archivtheorie nicht in Archive, son- 
dern in Bibliotheken gehörte. Bein 
begründete diesen neuen Zugang 
ähnlich wie die I^eiter des Reichs- 
arclüvs: eine Bewegung — dort der 
deutsche Einlieitsgedankc, hier der 
Zionismus — lässt sich nicht nur 
in Behördenschriftgut doloimentie- 
ren. Er betonte die Bedeutung der 
Privatarchive und vor allem die 
Wichtigkeit der persönlichen Auf- 
zeichnungen und liricfwechsel, derm 
gerade die persönlichen Äusserun- 
gen und Beziehungen shid oft der 
Schlüssel zum Verständnis von Ent- 
scheidungen und Handlungen. Wenn 
heute im Zionistisciien Zentralarchiv 
über 300 private Nachlässe und Ar- 
chive vereinigt sind, so ist das vor 
allem Alex Beins Verdienst. Oft 
dauerten die Verhandlmigen über 
den Erwerb eines einzelnen Archivs 
viele Jahre; Bein zeigte bei diesen 
Verhandlungen nicht nur unendli- 
che Ausdauer, Zielstrebigkeit mid 
Geduld, sondern auch Einfühlungs- 
vermögen und ausserordentliche Be- 
gabung als Verhandler. Nie hat er 
ein Archiv für Ck)ld erworben; sei- 
ne These war immer, dass er nicht 
um etwas bittet, sondern viel Grös- 
seres anbietet: Unsterblichkeit. Der 
Name einer Persönlichkeit und sei- 
ne Aktivität werdeji nie mehr ver- 
gessen, wenn der Nachlass ins Ar- 
chiv aufgenommen worden ist. Sein 
Erfolg in den unzähligen Verhand- 
lungen ist zum grossen Teil seiner 
echten inneren Überzeugung zu dan- 
ken, dass seme These der „Un- 
sterblichkeit" richtig ist und nicht 
nur ein Argiunent bildet. Nie hat 
Bein etwas gesagt, was er nicht 
wirklich memte, und seine eigene 
Überzeugung teilte sich dem Ver- 
handlungspartner mit. Als vor we- 
nigen Jahren das Sokolow-Archlv 
nach Jerusalem überführt wurde, 
war dies vielleicht der Höhepunkt 
cUeser Tätigkeit, die mit der Ein- 
ordnung des Herzl-Archivs begon- 
nen hatte. 

Nach dem Weltkrieg begaim er 
eine systematische Tätigkeit, um 
jüdisches Archivgut aus Europa 
— mid vor allem aus Deutschland — 
nach Jerusalem zu ülx;rführen. Das 
Motto, das Bein in den Jahren 
der Mas.senaliiah prägte war „Kib- 
buz haGaluyot der Archive". Nicht 



nur Menschen, die überleJjenden 
der Katastrophe, auch das kollek- 
tive Gedächtnis der Gemeinschaft 
und der Gemeinden aus Europa 
sollen nach Jerusalem, dem neuen 
Zentrum jüdischer Geschichtsschrei- 
bung, „heimkehren". Mit unermüd- 
licher EnergiÖ vertrat er diese Idee 
auf wissenschaftlichen Tagungen 
und bei Verhandlungen mit Regie- 
nmgen. Unter ijersönlicher Gefahr 
rettete er tausende wichtige histo- 
rische Akten, die heute die Grund- 
lage des „Zentralarchivs zur Ge- 
schichte des jüdischen Volkes'* in 
Jerusalem bilden. *' 

Nach der Staatsgründung bot 
Bein seine Hilfe bei der Organi- 
sation der Archive und zur Aus- 
arbeitung eines Archivgesetzes an. 
1956 wurde er von Ben Gurion 
dazu berufen, als erster Staats- 
archiv ar die Ausführung des /ir- 
chivgesetzcs zu leiten. In diesem 
Amt trat Bein fi^ zwei wesentli- 
che Forderungen ein: Eine zentrale 
Archiv\^erwaltung zu schaffen, die 
weniger durch gesetzliche Vorschrif- 
ten als durch freiwillige Zusam- 
menarbeit entsteht, und für Libe- 
ralisierung der Benutzung von Ar- 
chivgut zur wissenschaftlichen For- 
schung. Der Archiwerband und die 
vom Gesetz vorgeschriebene Ko- 
ordinationskomjnission aller öffent- 
lichen historischen Archive waren 
für ihn wie zwei Saiten emes ein- 
zi!;en Instrumentes, und er .spielte 
gern als Virtuose auf l^eiden Sai- 
ten zugleich. Gesetzliche • R/Cgelun- 
gen für das Staatsarchiv wurden 
von den öffentlichen historischen 
Archiven freiwillig als bmdend 
übernommen, und die Koordina- 
tion der Archive ist bei uns heute 
grös.ser als in manchen Staaten, 
die eine staatlich zentrale Archiv- 
verwaUung halben. 

Auch auf dem Gebiet des inter- 
nationalen Archiv wescns war Bein 
im Laufe der letzten 15 Jahre aus* 
serordentlich aktiv. Von 1968 bis 
1972 war er Mitglied der Exekutive 
des Internationalen Archivrates; die 
internationale Wertschätzung fand 
ihren Ausdruck, als 1970 die Ver- 
treter von 25 Archiwerwaltungen 
ihre Tagung in Jerusalem abhiel- 
ten. Besonderes Gewicht legte er 
auf die Ausbildung von Nachwuchs 
Archivaren; auf Grund seiner Irü- 
tiotive rief man 1960 an der Jerusa- 
lemer Universität zweijährige Lehr- 
j-'änge für akademische Archivare 
ins lieben, in dessen Rahmen Bein 
Archivgeschichte und Quellenedition 
unterrichtete. In der umfassenden 
Edition der Schriften und Briefe 
Herzls hat Bein das Vorbild ge- 
schaffen, das traglos dio Editions- 
tätigkeit aller Archive el^Kinso be- 
einflussen wird wie das Sammeln 
von Privatarchiven und zeitge- 
schichtlicher Dokumentation fast 
allen Archiven in Israel den Stem- 
pel seiner Archivkonzeption aufge- 
drückt hat. 

Es wäre falsch zu sagen, Alex 
Bein sei vor zwei Jahren in den 
Ruhestand getreten, denn seiiie Ak- 
tivität ist kaum verringert; nur 
vom administrativen Ballast als Lei- 
ter des Zionistischen Zentralarchlva 
imd als Staatsarchivar hat er sich 
befreit, und er setzt sehie Tätig- 
keit als Editor der Herzl-Schriften 
und als Historiker und Schriftstel- 
ler fort. Seit 24 Jahren bin ich mit 
Alex Bein in fast täglicher Zusam- 
menarbeit verbunden. Der 70. Ge- 
burtstag, den er am 21. Januar 
begehen konnte, ist für ihn nicht 
e\n Ausdruck des Älterwordens, 
sondern ein Anlass, dem Lehrer 
und Freund Dank, und Wertschät- 
zung auszusprechen und ihm un- 
verändert fruchtbare Wissenschaft 
liebe Arbeit zu wünschen. 

P. A. \LSnERG 



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Adolf Leschnifzer über Leo ßaeck 

Eine Richtigstellung, um der historischen Wahrheit willen 



Professor Dr. Adolf Leschnit- 
zer in Neiv York, ein alter Freund 
und Mitarbeiter des "Aufbau", 
hat die Redoktion des "Aufbau" 
auf einen Irrtum aufmerksam 



gen und Befehlen der Gestapo 
und der SS. 

Baeck blieb in Deutschland als 
die zentrale Figur eines zwar in 
vielfacher Hinsicht lediglich pas- 



gemacht, der Will Schaber, als er siven, jedoch spirituell und reli- 
das Buch " Aufbaul Reconstruc- giös äusserst aktiven Widerstan- 
tioji; Dokumente einer Kultur im | des. Er was fest davon überzeugt, 

- •■" ^-».i- — "'""*' dass das nationalsozialistische 

Regime, wie stark es auch immer 
aussah, zusammenbrechen wür- 
de. "Dieses System kann nicht 
bestehen, es muss untergehen 
und es wird untergehen, weil es 
auf Lügen aufgebaut ist." Er leb- 
te in konkreter Gewissheit, da&s 
der Zusammenbruch des Hitler- 
reiches bevorstand. Und er hat 
recht behalten. Genauso, wie er 
recht behielt mit der Antwort, 
die er der letzten Auswandere- 
rin aus dem Mitarbeiterkreis der 



Exil" zusammenstellte, an einer 
Textstelle unierlaufen ist. Es 
wird im Buch (auf Seite 236) 
Professor Leschnitzer ein Zitat 
unterstellt, das nicht von ihm 
stammt. Er hatte in einer Debat- 
te das Wort ergriffen, zu der da- 
mals 'März 1963) "Aufbau" viele 
Persönlichkeiten aufforderte, 
nämlich der Stellungnahme zu 
Hannah Arendts Analyse und 
Beurteilung des "Falles Eich- 
mann": die bekannte Gelehrte 
hatte damals in vielen jüdischen 



IXAii t.«V«k^ x.»'*./**» •. — -*»-.— __-_-- 
..,..^v,.- ^. - „jüdischen Organisationen gab, 



bevor .sie 1941 Deutschland ver 
Hess. Sie fragte ihn beim Ab- 
schied: "Herr Dr. Baeck, wo soll 
das alles noch hinführen?" Er 
antwortete: "Zur Teilung 
Deutschlands." 



Ernst Rosenstein 
gestorben 

In Buenos Aires ist Ernst Ro- 
scnstein verstorben. Seine deut- 
sche Heimat hatte er ~ Schwer- 

des ersten 
Weltkrieges — 1935 verlassen, 



von Personen und Ereignissen 
des Holocaust lebhafte Meinungs- 
ausserungen ausgelöst. "Aufbau" 
Hess i?i seiner Ausgabe vom 29. 
März 1963 verschiedene Stimmen 
zu dieser Debatte zu Wort kom- 
men, darunter auch Professor 
Leschnitzer, der — mis guter 
Kenntnis — ein Wort über Rab- 
biner Leo Baeck, den letzten 
Sprecher und Vertreter des deut- 
schen Judentums, beisteuerte. 
Bei der Wiedergabe im "Aufbau"- 
Buch wurde nun Leschnitzer 
falsch zitiert: er [egt -~ mit vol- . ^^ ^ 

lem Recht — Wert auf eine Rieh- \ „_,?,.„: ^ , 

tigsteUung. die die Redaktion um 
der historischen Wahrheit willen 
bereitwillig vornimmt. Die Quint- 
essenz seiner damaligen Ausfüh- 
rungen lautete wie folgt, und 
diese Passage hätte richtig im 
Buch stehen müsseri: 

Im Gegensatz zu dem. was von 
Hilberg (Raul Hilberg, "The De- 
struction of European Jews". Chi- 
cago 1961) nüchtern, aber unzu- 
treffend vermutet und von Frau 
Arendt aufgenommen und zu ei- 
ner Verdächtigung aufgebauscht 
wird, leistete Baeck Widerstand, j 
wo und wann er es für richtig und 
sinnvoll hielt, und wiis.ste plan- | 
voll, zielbewus.st und energisch | 
zu Handeln, aucYi troto Drohun- i 



Zum Tode 

von Eugenie Söderberg 

Am 9. Januar starb die .schwe- 
dische Schriftstellerin Eugenie 
Söderberg in ihrem Heim in New 
York. Sie war die Frau des Philo- 
sophen. Schriftstellers und ehe- 
maligen Kunsthändlers Hugo 
Perls. 

Frau Perls wurde 1903 in Hei- 
delberg geboren, wo der Vater, 
Alexander Riffkin, einen Lehr- 
stuhl an der Universität inne hat 
te. Die ursprünglich russische 
Famihe liess sich später in Stock- 
holm nieder. 1928 heiratete Fräu- 
lein Riffkin Michael Söderberg, 
den Sohn des bekannten Schrift- 
.stellers Hjalmar Söderberg; lei- 
der verwitwete Frau Söderberg 
bald. Sie schrieb allerdings wei- 
ter unter dem Namen des verstor. 
benen Mannes. Bevor Frau Sö- 
derberg Schweden verliess, betä- 
tigte sie sich aktiv in dem schwe- 
dischen Flüchtlingshilfswerk zu- 
gunsten der Naziflüchtlinge-. 1939 
emigrierte sie nach Amerika, wo 
sie eine zweite Heimat durch ihre 
Verehelichung mit Hugo Perls 
(1943) fand. 

Eugenie Söderberg schrieb eine 
Anzahl von Büchern, hauptsäch- 
lich kulturellen Inhalts, aber 
auch Romane, Novellen, Hörspie- 
le und Drehbücher. Sie war über 
zwanzig Jahre Korrespondentin 
führender skandinavischer und 
finnischer Zeitungen und Zeit- 
schriften, und sie rezensierte ak- 
tuelle Kunstausstellungen und 
Theaterstücke in New York. Zu 



Ein Blick auf "ORT" 



Eün langjähriger Leser und 
Freund, William Graetz in Phi- 
ladelphia, macht uns auf das 
Jahrbuch 1972 von ORT auf- 
merksam, das jetzt vorliegt. 

ORT ("Organization for Reha- 
bilitation Through Training") 
ist die weltweite jüdische Orga- 
nisation, die es sich zur Aufgabe 
macht, Menschen beruflich aus- 
zubilden, so dass sie ihren eige- 
nen Lebensweg gestalten kön- 
nen und von keiner Wohltätig- 
keit abhängig sind. Junge und 
Erwachsene. Flüchtlinge, Ver- 
armte und solche, denen eine 
Ausbildung aus verschiedensten 
Gründen versagt war. werden 
mit dem Wissen und der tech- 



um nach Argentinien aaszuwan- iHi'en bekanntesten Buchern ge- 
dern, wo er in ein Kallee-Export- hören -Kulturen .Sov et n933) 

-- "Studentfabriken' (1936», der 
Roman "Min son är min" und in 



Unternehmen eintrat, das er 25 
Jahre später als Manager ver- 
liess. Nebenher war Ernst Roson- 
stein Freizeit -Komponist und 
-Dichter. Er schrieb zahllose Lie- 
der und Verse, vorwiegend in 
.schwä.bischer Mundart, die er bei 
Vereins- und Familienfeiern vor- 
trug. Deutschland hat er nie ver 



englischer Sprache das Kinder- 
buch "Hawaii a Way of Life" 
(MacMillan: 1962), mit Photos 
von ihrer Schwester Anna Riff- 
kin »bekannte Stockholmer Pho- 
tographin, vor wenigen Jahren 
in Jerusalem verstorben). Die 



gessen fast jedes Jahr fuhr er SchwcstcTn haben mehiere Bu- 
für einen Urlaub in die schwä- eher zusammen herau.sgebracht. 
b ische Heimat. L H.B. j ^ '^- ^'^' 

Jüdischer Friedhof in Köln-Deutz: 
Debatte und Aktion 



im letzten Dezember hatte 

^=-— ==^-— — — "Aufbau" eine Zuschrift eines 

~~ ' ' Lesers, Herrn Walter Kratz aus 

Catherine Stern gestorben Loui.sville. Kentucky, veröffent- 

+ 0.-K ir. ' licht, in der dieser über den Zu- 
Im Alter von 79 Jahren .starb m ^^^^^^ ^^^ jüdischen Friedhofes 

New York Dr. Catherme St^rn^ . .^ Köln-Deutz Klage führte, auf 
Die gebürtige Breslauerm erhielt ; Gräber seiner Eltern 
ihren Dr. phil. von der dortigem. _ , --- 



Universität, eröffnete einen Mon 
tessori-Kindergarten und wurde 
weithin bekannt durch ihre Ent- 
wicklung von visuellen Hilf.smit- 
tt-ln zum Erlernen von Lesen und 
Schreiben. 1938 kam sie mit ihrer 
Familie in die Vereinigten Staa- 
ten. Sie arbeitete mit Max Wert- 
heimer an der New School und 
war Research Director der Castle 
School, einer 

Schule für Kleinkinder. Eines der 
Bücher, die sie veröffentlichte, 
ist "Children Discover Arithme- 
tics: An Introduction to Struc- 
tural Arithmetic". 

Sie war die Witwe von Dr. Ru- 
dolf Stern, Spezialist für innere 
Medizin. Sie hinterlässt einen 
Sohn, eine Tochter und fünf En- 
kelkinder. 



liegen. Sein erbitterter und ver 
bitterter Brief hatte ungeahnte 



sehe Gemeinde gemeinsam Geld- 
mittel zur FriedhoLspflege be- 
reitstellen, — aber das reiche 
nicht au5. Der Geschäftsführer 
der Synagogengemeinde, der zu- 
gleich auch gewähltes Mitglied 
des Kölner Stadtrates ist, weist 
aber nicht nur darauf hin, dass 
nicht genug Fachkräfte da seien, 
um die Pflege wirklich zu ge- 



Alex Bein 70 

Einer der bedeutendsten jüdi- 
schen Historiker unserer Zeit, Dr. 
Alex Bein (Jerusalem), feiert am 
21. Januar seinen 70. Geburtstag. 

Dr. Bein ist in Steinach an der 
Saale geboren, studierte Ge- 
schichte an der Berliner Univer- 
sität als Schüler von Friedrich 
Meinecke und veröffentlichte mit 
dessen Hilfe seine Doktorarbeit 
über Alexander Hamiltons 
Staatsanschauung; Meinecke ver- 
schaffte ihm auch eine Stellung 
beim Reichsarchiv in Potsdam. 

1933 siedelte Alex Bein, von Ju- 
gend an entschiedener Zionist, 
mit seiner Frau Betty nach Palä- 
stina über. 1934 veröffentlichte 
er eine Biographie Theodor 
Herzls, die bald als Standard- 
werk anerkannt und in mehrere 
Sprachen übersetzt wurde. 

Seit 1933 war Dr. Bein als stell- 
vertretender Direktor der Cen- 
tral Zionist Archives sowie nls 
Gastdozent der Hebrew Univer- 
sity und bei Yad Vaschem tätig. 
Nach der Staatsgründung Tsraels 
wurde er zum Staatsarchivar er- 
nannt. Er setzte seine Herzl-For- 
schungen fort und widmete sich 
dem Studium des modernen An- 
tisemitismus. 

JDr. Fritz Friedlaender 

Caulfield, Vic 

Australien 



nischen Fähigkeit ausgestattet, 
sich ihren Unterhalt würdig zu 
verdienen. William Graetz war 
einer der unzähligen Schrittma- 
cher für die Organisation, die 
ihre Arbeit in der östlichen und 
westlichen Welt immer weiter 
verbreitet. 

Aus dem umfangreichen und 
eindruck-svoUen Jahrbuch 1972 
greifen wir als ein Beispiel die 
Statistik der ORT-Schulen in Is- 
rael heraus. In dem kleinen Land 
sind an 45 verschiedenen Stellei 
solche Schulen, und an vieleij 
davon, wie in grösseren StädtenJ 
mehr als eine (Jerusalem hat 
Programme). Im Jahr 1972 wuij 
den in ihnen 42,534 Menschei 
unterrichtet, davon die mei.sten 
in Fortbildungs- und Beruf.sschu- 
len; fast 10,000 gehörten zum. 
Programm der Erwachsenen-Aus-j 
bildung. 

Israel Ist nur eines der 21 Län- 
der, in denen zusammen 700 Un- 
terrlchts-Pr og r amme laufen. 
Jährlich werden über 65,000 Per- 
sonen von über 3500 Lehrern aus- 
gebildet — in 90 verschiedenen 
Berufsarten. Die jährlichen Ko- 
sten dieses Programms betragen 
ungefähr $25,000,000. 

Bei weitem das umfassendste 
Programm besteht in Israel; da- 
zu kommen jüdische Gemein- 
schaften in Nordafrika, Iran, In- 
dien, Frankreich, Italien und 
Südamerika. Die Regierung der 
Vereinigten Staaten und Agen- 
turen der Vereinten Nationen 
t>eteiligen sich an Hilfsproüram- 
men der ORT zur Förderung un- 
terentwickelter Völker. 

Die Altersklassen der Schüler 
gehen von 12 bis 60. Zwei Drittel 
von ihnen sind Teenagers, denen 
ORT die beste Möglichkeit für 
eine bessere Zukunft bietet. An- 
dere sind Erwachsene, die entwe- 
der nie einen wirklichen Beruf 
hatten, oder die ihn durch Zu- 
fälle und Unfälle des Lebens ver- 
loren. ORT hilft ihnen allen. 



Folgen; sogleich stellte die Stadt- \ währleisten, sondern dass es 
Verwaltung dem bis dahin einzi- : auch lange dauerte, bis die Fol- 
gen alten Gärtner Gehilfen zur gen eines Rowdyaktes vor zwei 
Verfügung die Hauptwege wur- 1 Jahren, bei dem 200 Grabsteine 
den gesäuiDert, mit dem Abhak- 1 umgestossen und zerstört wur- 
ken von Gestrüpp von den Grab- ; den, überwunden waren. Er „lagt 



Stätten wurde begonnen. Dar- 
über hinaus aber nahm sich die 

bedeutenden 



f ctui u.u v.ao... Redaktion einer 
experimentellen i.,,^^^ „ .,„^^. , 




Kölner Zeitung, der "Kölnischen 
Rundschau", des Themas an, 
und zwei Reporter des Blattes 
untersuchten gründlich Rechts- 
lage und tatsächliche Situation 
und schrieben dann einen mu- 
sterhaften ausführlichen Be- 
richt mit Abbildungen, 

Es gibt in Köln fünf jüdische 
Friedhöfe, stellte der Bericht 
fest, von denen einer (Bockle- 
münd> noch benutzt wird. Die 
Lage auf dem alten Friedhof in 
Köln-Deutz sei wirklich "bös", ob 



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New York. N. Y. 10008 



aber auch darüber, dass es Ange 
hörige von dort Begrabenen gibt, 
die die bescheidene Gebühr von 
45 DMark für Jahrespflege pro 
Grab nicht aufbringen wollen 
oder können. 

Nun, vieles ist geschehen, und 
manches geschieht weiter, und 
Herr Kratz aus Louisville hat ei- 
ne Photographie des Grabes sei- 
ner Eltern bekommen, da^ jetzt 
(es ist in der Kölnischen Tlund- 
schau abgebildet» tadellos und 
sauber aussieht. Aber der Be- 
richt in der Zeitung lässt doch 
die Frage offen, ob, bei allem 
guten Willen, die verfügbaren 

^, „.. , __ Gelder und Arbeitskräfte ausrei- 

wohl die Landesregierung, die j chen. auf die Dauer eine Instand- 
Stadtverwaltung und die jüdi- haltung zu garantieren. 



Zum Tode 

von Lady Henriques 

Im Alter von 83 Jahren ist in 
London Lady Rose L. Henriques 
verstorben. Zusammen mit Ehe- 
mann Sir Ba;sil Henriques war 
sie die Gründerin des Bernhard 
Baron Settlements in Londons 
East End, dessen Aufgabe es war, 
jüdischen Verfolgten aus dem 
Hitler-Deutschland zur Flucht 
nach England zu verhelfen, eben- 
so wie Juden, die aus Osteuropa 
geflohen sind. Ihr Leben stand 
ebenso wie das ihres Mannes 
ganz im Dienst ihrer Glaubens- 
genossen, die auf fremde Hilfe 
angewiesen waren. Jetzt, nach 
dem Tode von Lady Henrique.s. 
wird da.s Settlement für immer 
seine Tore schliessen. Die Erinne- 
rung an Rose Henriques und ihr 
Wirken jedoch wird wach bleiben 
— auch rein bildlich — denn 
nach dem Tode von Sir Basil hat 
Königin Elizabeth die Strasse am 
Settlement in 'Henriques Street" 
umbenannt. Lady Rose selbst 
wurde von der Königin im ver- 
gangenen Jahr noch mit der Me- 
daille des Britischen Empire aus- 
gezeichnet. R.M.L. 



America's Largest German Language Newspapef 

2121 Broadway, New York,N.Y. 10023 

Phone: (212) TR 3-7400 

Coble Address: Aufbau New York 

Hans Steinitz, Edifor 

Ludwig Wronkow, Executive Editor 

John M. Harold, Adverfising Manager 

Walter Isoac, Circulaiion Mar^ager 

Board of Direcfors: 

Dr. Norbert Goldenberg, 

President and Publisher 

Elsie Frank, Vice President 

Jerry Bruneil, Treasurer 

V/erner A. Stein, Budget Director 

V/erner D. Wohl, Director 

Monfred George, Editor 1939 ) 965 

Ludwig Loewenstein, President 1952 J 968 

Michael Schnaittacher, Treasurer J934 1972 

Hellmuth Kohn, Chairman 1968 1972 



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Entered as second-class matter January 30 1940, 

at N Y Post Office and at additional mailing offK» 

under Act ol March 3, 1879. 

Reg U.S Pat Off. No 422,891, 

A Division of New World Club. Inc. 

Copyright 1973 by New World Club, Inc. 

Type set by West End Printing Corp. 

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HEIN, ALSXAOTKB, Israel bietorian, archiviat, author; b» oteinach, 
Ger*, Jaru 21, 19031 s. f'orit« ann Lina (Bruckheim); ?h.J)., Berlin ü«, 
1926; m» Betty Bilftstein, 192B; children: Yohaiian, Nehemla; settlad 
lr\ lal. 1S<35. t>tate archivist, btate of Israel, 195t., dir* central 
Zionist Archivee, Jerusa]i*r., sinoe 1955, ^eputy dir#, 193€-:y4; lectu- 
rer, Archives Coureee, ilebrew U#| Chimn, Israel Archivea naen; menber, 
executive cornm., Institu'.e i'or Zicniet I-.eüearch, Vel-Aviv Liiiv. , 
member executive comm. , Interrational Council of Archives; member,tä, 
Israel lliotorical üocj member Council, Yad-Ya-ohem, Archivlet, leut- 
aches I eiohsarchiv, iotsdam, l^j27-33# Authori (in ^J^Vi) i ie ..taateidee 
Alexander Kamiltona in ihrer Entstehung und Entwicklung, 1927; -Frie- 
drich HaTTjmacher, 1932; Per ZicriaDue und üein v.erk, 193i. (editicna in 
French, Fun., Hun^., ■; ssech. , ie^tian); (in }iebrewj Thecdor Hersl, 
"Riography, ? vole, 1934, 1939, revieed ed , in 1 vol., lytl (ed. in 
Ger* 1934 and ^n^., 1940^ 6th reviv^.ed and illuatr. ed* 1957, paperback 
ed. 1962; ahrldged opan. ed* 194<") ^rye I^ih r otzkin, 1:^39; ^he Return 
to thc boil. Ä Hißtcr3'' cf Jewlsh Bettlement in Israel • Hehr* 1943, 

1952, ed, alsc in Butch, Hung., um*, Yirldish; 
Jewish Hgricultural üettlenert in tretz Israel, 1944 (ed, inü»ngl., 
Ital., Yiddish); Kerzl anö Preyfus, 1945,' Israelis Charter of Freedom, 
1949 (ed* in i^ng*, llunf., Ital*, 'i^^r.. , reprints 1966) Hehemia ce 
TieiBe, 1 95' ; ith Herzl and in HIb Footsteps, 1954; lodern Antisemi-- 
tism Hno ite; Place In the History of the Jewish guestior. (Hebrew, l^ngl 
Crer. 1^56); ihe -^^uture f Cur P-^et (Hebr*, 1965); The Jewish l^raöite 
Kotes on the Semantice of the Jewish Problem (-^n^l*, ^er*, Hebrew, 
1964*1966); Franz Oppenheimer (Ilebrev/, Cer. 1965 /.Kditor : (in Ilebrew) 
The Inotsikin Book, 1939; K-y lif^ <^riC. tork: The Äutol lOe.raphy and ilarie 
of Arthur ^uppin, 2 vole, 1944-1947 • new ed. 3 vols, I96Ö; Ferzl's 
Complete -crks, eince 1954; contributor ti»: Brockhaus ii^ncyclopedia 
(Ger., Articlee on the history of X^.^.^.)^ lL;27-34; Gerciaiäa Judaica 
(Ger*), 1934; hebrew i^ncyclopedia (articlejb cn the history of Zioniem 
and Pal* and on Archives), i!)ncyclopedia Judaica (Archives) etc*; an- 
thologies; professional magazinee; daily pres8* Home: 3 lenyamin 
vtetudela ot., Jerusalera, Office: ?*C.B* 92, Jerusalem. 



1945, 1951; i-ngl* ed. 






W^'^^r" 



ms^Msi^ 









Seite 4 



Dr. Alex Bein 60 Jahre 



Der auf den 21. Januar fal- 
Unde CO. Geburt stns von Dr. 
.\lov Bein, dem Leiter dos ge- 
;-aaUen Archivwesens im Staate 
Israel imd Direktor des Zioni- 
.stischon Zentral-Arcniivs in J«> 
tusalcm, bietet den crvvünscii- 
ton Anlass, einmal in der Oef- 



s'wd für die I<;rlor.-ch\mg der Ge- 
schichte der zionistischen Bewo- 
^un;: nicht wen'iier wichtig ah* 
die ofiizieüon Dokumente der 
zionistischen Korpcr;5chaÜen und 
Institutionen. So hat sich Dr. 
Bein in den '20 Jahren, in denen 
er im Zionistischen Archiv nc- 



fentlichkeit über den Archiv- ben dessen Direktor tätis war, 

diens-t sprechen. Die Entfaltung um dann nach dcosen Uebcr- 

iliosor der historischen Wissen- triit in den Ruhestand sein Amt 

Schaft dienenden Täli£»keit in uu- zu i.berneh'^.:ien, ausserordentli- 

.';orom Lande in den letzten 2,\vei- che Verdicncte erworben, 
einhalb Jahrzehnton ist zu ei- 



nem sehr eihoblichen Teile der 
Arbeit Dr. Beins zu danken. 
Zwar ist dem Schreiber dieser 
i'^eüen anlässlicii veines Aus- 
scheidens aus dem Amte des Di- 
rektors des von ihm ^ergründeten 
Zionistischen Zentral -Archivs 
von cWxn damaüaen Vor:?it,'.enden 
licr Zionistischen Exekutive in 
.■meiner Absciüed'^-rjde beschei- 
nigt worden, dass. er das Ver- 
dienst habe, durch die Eröfinung 
»irs Zionistischen Zentral-Ar- 
chivs in Jerusalem"! einen neuen 
Bcrufszwcii; in Eiez-Israel ein- 
!»el'ührt zu haben. Das mag rich- 
tiq sein, ändert aber niclits da- 
ran, dass die grosse Entv.ick- 
luna des Archivvvesens in unse- 
'-■cm Lande und Staate durch Dr. 
Hein iierbeigeiührt worden ist. 

Dr. Beins Tätigkeit als Arcüi- 
^ar begann unmittelbar nach 
P.eendigung seines Univcrsitäts. 
Studiums. Im •' Reichsarchiv" dco 
Deutschen Reiches in Potsdam 



Damit erschöpfte sich iedo.-h 
Dr. Beins Wirken .ür die Ent- 
wicklung des Archivv.'esens in 
Erez-Isracl nicht. Währcxid all 
dieser Jahre v.'ar sein stets der 
ZuKunft zur.ev/andter Sinn dar- 
auf gericlitt-t, das in den jndi- 
rchen Siedlungon, den städti- 
schen wie den länoliciien, \or- 
handene dokumentr.rische Qucl- 
lon-!iaterial zur Gesfhiclite des 
jüdisciien Siediunr-^swerkes si- 
cher zu stelicu und vor V( rnach- 
lässigung oder gar Vernichtung 
zu schiitzen. .\ut ür. Beins Ini- 
tiative ist die Errichtung einer 
Anzahl vim lokalen ArchUru 
zurjckzuführcn. soweit das Quel- 
lenmatejial nicht dem Zionisti- 
schen Zentral -Archiv übergeben 
wurde. 

Diese Arbeit Dr. Beins fand 
ihre Krönung ii: der 'Ze't auch 
der Frriciitimg .ies vStartes 1<- 
ri'.ei. Sobald die er.sten Sciiv.'ie- 
ri^keiten der, jungen Stsa^es 
übecwundm waren, -;!ng von 



w isseiisehaftiieh und praktisch Dr. Bein die initiative aus, räch 



.ui.^gebildet und v/ährond einiger 
.Jahre erfolgreich tätig, musste 
Ck nacn dem na.ionalsozialisti- 
.■^chen Umsturz seine Tätigkeit. 
;j'jfgeben. Er war im Geiste des 
Jucienfums erzogen und im 
'"Blau-Weiss" frühzeitig zum 



Z'nnismiiS 
er seinen 



den Archivdfonst ii\\ Staatr Is- 
r.T^I zu ;. iner ;^e.-etzlicl-) c'cfegel- 
;en Einrichtung zu machen. Sinn 
und .Aufgabe des von Dr. Be'n 
formulierten und von der Knes- 
set beschlossenen Archlv-^lrsot- 
res war und ist: auf der einen 
Seile die Sichenmg al'es amtli- 
chen — und nach M')gli(hk.;it 
auch .rrivaten — dokumentari- 
scb.cn und Aklenmatcrials dur-"".! 
Aijlieferung an Archive, und an- 
dererseits Sf^'^.utz der Archive 
vor Ueberflutung durch hi^^^o- 
riseh wprtlose.<= Material, d.'s 
rechtzeitig vernichtet werden 
muss. 

Es war nur konsequent, dass 
d"r Schöpfer dieses das Ar- 
chivwescn im Staate Israel mu- 
stergültig r'-vgolnden Archivge- 
setzes. Dr. Bein, kurze Zeit nach 
Anra.lime des Gesetze«: in der 
Knesset zum "Gannas ha-lVItfU- 
nali", zum obersten Leiter des 
Arcinvwesens in I?rn61 ernannt 
wurde. In dieser Stellung wirkt 
Dr. Bein, g«"rr)eirs?ra mit cin»'m 
im Archiv-Gesetz vorgesehenen 
"Obersten Archiv-Rat", jm Sin- 
ne der Aufgaben des Gesetzes. 
Heute schon kann gesagt wer- 
den, dass für die Sieherun-« des 
Ouenenmnterials zur neuesten 
Geschichte des Staates und Vol- 
kes Israel in den inzwischen auf 
IZ Institute angewachsenen öf- 
fentlichen Archiven Israels dank 
der Tätigkeit Dr. Beins die al- 
lerbeste Vorsorge getroffen ist. 

Archivare mü.ssen. da ihre Tä- 

Ausdehnung der Sammlungen tigkeit ja der Geschirhtsichrei- 

•>in. Dr. Bein ging daran, die in bung dient, naturgemäss nicht 

Erez-Lsrael vorhandenen zionl- nur ausgebildete Historiker sein, 

•itischen Privatarchive auf zu- sondern, was vielleicht noch 

spüren und dem Zionistischen wichtiger ist, historischen Sinn 

Archiv zuzuleiten. Die Zahl der besitzen. Dr. Bein hat es durcn 



gelenkt; so kannte 
Weg, der ihn, wie 
.-eine Eltern und Geschwister, 
n.-'ch Erez-Israei führte. Hier 
iKitte er, neben der Beendigung 
i'ipcr gro.s.sen wissenschaitlichen 
.•\rbeit, die er noch in Deutsch- 
I: nd begonnen iiatte, nämlich 
seiner B'oRrapiiic Theodor 

Hrrzls, die seinen Mamen in der 
;;.mzcn zionii^tischen Welt be- 
UMini gemacht hat, nur ein Zieh 
die Rückkehr zur Tätigkeit als 
.Nrch'var. Im Jahre seiner Ein- 
wanderung nach Erez-Israel war 
mm das Archiv der Zionistischen 
Weltorganisation durch den 
Schreiber dieser Zeilen von Ber- 
lin nach Jerusalem überführt 
v.'orden. Seine Entwicklung litt 
darunter, dass sein gesamter 
Reamtenstab nur aus dem Di- 
rektor sowie einem technischen 
Beamten bestand. Wenn die Be- 
stände des Zionistischen Archivs 
nicht toter; Material bleiben soll- 
ten, musste die Zahl der Beam- 
ten vergrössert werden. So war 
Dr. Beins Gewinnung für die Ar- 
ijeit am Zionistischen Archiv 
inehr als erwünscht. Er begann 
;m Jahre 193.5 seine Tätigkeit 
als zweiter Archivar des Insti- 
tute. Damit :setzte eine Perio- 
de grossen Aufschwungs in der 



/ur Geschichte der zioRisti.^^chen 
Hewe^ung und (^tr^ .Aulbaus 
Eroz-israels, ist so gro. s, davj 
es den Rahmen dieses Auf^r»tzes 
' -»lengen würde, aucli nur einen 
Teil von ihnen aufzuzahlen. Wir 
müssen uns demit begnügen, 
•eiiv.' drei grossen seil^.'-tandigen 
Werke zionistisch-historischen 
inh.alts hier anzuführen. Das er- 
.-ie und sicherlich bedeutendste 
von ihnen, du umfassende llio- 
Kvr.iiUiU- Theodor Herzls, tlie 19?\ 
r-.uerst in hebräi'-'cher Sprache 
ersehien und später in viele 
L-;i.':vr'chen übersetzt wurde, ist 
Ijei-eits früher genannt v/orden. 
Sein Z'.veiles grosses Werk galt 
der Persönlichkeit eines atif 
viele)) .:ionistisch(m und allge- 
mein-jüdischen Gebieten tätig 
.g'-wesenen Mcnne.>. Leo Moizkin. 
Das Werk erschien 1939 unter 
dem Titel: "Sefer Motzk n". 
AM>?h d -ses Buch war eine zio- 
nistisch -biograohische Untersu- 
chung, v.ie überhauiit Dr. Beins 
!ie.-ondere }ii;UoriO!-ra]jhische 

N'cigtmg dem Wrrken der Per- 
sön1{e)ik< 't .eilt. Er hat die be- 
.sond»>re Fähigkeit, in die Nei- 
gun-^en und Lei'.ttmgea eine.> 
Menschen ijjs in die letzii^ Tiefe 
h.nelnzuscl'jaticn un^l das Er- 
k: nute in durchsichtiger K'ar- 
l"te'"t voi den Leser zu stellen. 
Dass Dr. i3oin aber auch dar; 
Wiiker. einer Mcnschengruppo 
zu erkcn'*ien und zu scuiidern 
versteht, zeigt sein drittes ri,ros- 
•es litCL-arisehes Werk, das 1042 
hehräiscJi er.^diienene l'.uch: 
'Gesoliichto der «ionisli'cbpn 
^loloniN i*>'»n "on dei- Z"it llorzls 
bis zur Oo}.'Ctiwart' . Wenn wir 
fernr-r erv.ahnen, dass e.9 Dr. 
l^eins Tätigkeit £felun?.ien ist, die 
I!rio''e Tlioodor Herzls in gvÖss- 
ter Vollständigkeit nicht nur zu 
sa:r.'^'' ein, .sondern von dieser zur 
Geschichte des Mensehen und 
des zionistischen Politil<er.s be- 
dei:tsamen Snmmlung bisiier drei 
Bände herauszugeben, r.nd dass 
OH ihm ferner glückte, diei Ver- 
iagL^anstalten im Lande zu-am- 
iiienzubrjngen, um in li) Bänden 
das zioni.'riisch-literarische Oe- 
samtwpiii ticrzls zu publizieren, 
so zeigt dies, tlass lOr. Bein auch 
über die Qtialitäten emts iior- 
vorragenden Organisators ver- 
ftigt. 



Wenn wir Alex Bein heute 
aus An]3s.-i -eines 60. GeburLs- 
tages die ailerherrJiehsten VVun- 



^ 



r 



Nr 3 — 18. JanuaiJ 



Der \\irkiingsl)crcich von Zeitschriftml 

Die Hamburger Wochenzeitung Zeitschriften, darunter der vi 

"Die Zeit" verürtentlichte eine tigsten bterarüschen Org;.np 

Uebersicht. die sich mit der Ver- Landcvj, beschäftigte. Die ThJ 

l-jreitun- einer Reihe deutscher enthielt folgende Einzel hii,l 



• 


Druck- 


Abon- 


1 rcil 




auflage 


nenten 


Virki 


.ibsc-hnitte 


.30 OOU 


4 500 


90(]l 


Akzjiite 


G700 


6 100 


30(1 


alternative 


1 100 


800 


wl 


civjs" 


20 000 


3 500 


hl iiüo' 


Cc.'loquitm-i'- 


20 000 


18 300 


' 30ü 


cen tra 


20 000 






Diskus^^ 


aooo . 


1 700 


(; )0ü 


Fihrikntik 


6 800 


6 400 


5U 


riT.nkfurtcr Hefte 


7 000 


5 900 


d 


Hochland 


9 800 


9 300 


i 


konkret* 


30 ()i)0 


18 000 


15 m 


Literatur Revue 


30 000 


10 000 


19l 


Merkui- 


4 500 


verkaufte Auflage 


: .3S 


Der Monat 


20 000 


8 000 


12 uc: 


Neue de itsche Hefte 


2 000 


1.361 




Neue Rundschau 


4.'i00 


3 200 




Das Sciiönstu 


62 800 


29 200 


27 8i);i 


Si>racl((? im ttchni- 








.■^chen Zeiia 


Iter 2 500 


900 


1( 


Streil-Z»'it-Schrift 


1 4(m 






Theater h( ute 


10 000 


14 000 


2' II 


We.t und V/ort 


2 200 


2 000 


2 



*) St'identenzeitschnft 



Die liier viederye.pei^enen 
Zalilen sind insofv-^rn interessant, 
(■•is .l-ir.-ius hervorgeht, dass (ie^ 
Wirk-ni«''; einer Zpit.-ichrift nicht 
Hnnd in Hand gehl Tuit der Höhe 
der An i läge. Wenn m^m von don 
St'.aienler-.eitsehrift'm ;.bsieht, 
riie jnt^r V>esonderen Bedingun- 
rfn>-i ve''I.»rf' i'et werden, so zeigt 
:-ieiT, d.-)KS ilie Auf^afifeziffern der 
an den Zeifun^'^kiesken verbrei- 
teter, /."i'tschriften horli sind. 
"D;-;, Sehör.st'»", "D^r Monat" 
und di(^ "Literatur K 'vue" rich 
vneT) li'cr eine besondere Stel- 
hmu ein. lOage'/en sind die Auf- 
!a<:cn der im wesenUichen oder 
T'Ur i.n Al)<^>inemont bezogenen 
Zeiisr hriften ftering, z.B. btü der 
"Neuen Hundschnu", dem "Mer- 
kur" d( n "Neuen deuts'-hen 
Tfefteu", die zu den wesentlich- 
"■ft^ii liter.'irisehen Zeil-Schriften 
in'; beutigen Deutschland gehö- 
ren. Lio<^ andere Frage ist, wa- 



rum es so .^chwer ist, der.] 
Zeitsehrirten im freien Vcl 
ai". II setzen, d.h. ob dies unj 
reji Ciinrakter liegt oder an 
{jeriegim Interesse, das 
Buciihiiiidel fiu' sie bestellt 
ri .; .liier ergibt sich mit 
DeuiMchkeit, und das i.st 
relativ geringe Umfang do 
.ses der v.-'rklich an literinj 
Dinf.i n interessierten, dii' 
nem L:inde v/ie Deutschhii 
ständige Leser solcher 
.:^chrir',en ni Fragv^^k.: 
währiTid die mehr un^'-rlÄltei 
eingestellten Publikati(iie||i, d 
sich dio. Wahrung eines gewisse 
Niveaus zum Prinzip f^'c^acl 
haben, immerhin beacl||;licl 
Atiflage/.iffern erreiehm Iconi 
ten — die nattirlich in keini 
Wcü.-e mit denjenigen etwa d" 
giossen Massen-IllustrierteO, d 
auf Sen.iationen abgestellt sin 
verglichen werden können. 



3i 



sehe fiu- ni>ch viele weiter-- er- 
lo'.gieithe Lebensjahre nusspre- 
eben, ?;o wissen wir, dass die 
Erreichung diesse Lebensdatums 
fiir ihn in keiner Weis»' einen 
\bschlu.~s oder au^h nur (Mne 
Unt.'rbreehung" seinem; vielseiti- 
gen WiJkens bedeutet. Er wird 
aucli in Zukunft, wie bisher, sein 



ganzes lnteres.se und seine Ar 
heitskraft in den Dien.st d''S Ar 
ehivwesen.s in Israel und der Er 
forschimg imd Dar.stellung der 
zionistischen Bewegting stellen. 
Mö':e ihm das Schicksal hierzu 
Kraft und Gesundheit erhalten. 

Dr. GEORG HERLITZ 



I 



rLBLlK.\T!ON DKS LEO T.AIXK INSTITUTS 



zionistischoa rrivat;irchive, die 

ins Archiv gelangten, nahm 
durch Dr. Beins unermüdliche 
.Arbeit ständig zu. Diese aus Pri- 
valhand stammenden Quellen 



z.^hlreiehe wissenschaftliche Ar- 
beiten bewiesen, dass ihm dieser 
Sinn in hohem Masse eigen ist. 
Die Zahl seiner geschichtlichen 
lTntersuchun;;cn, in.sbesondcre 



Soeben gelangte zur Auslieferunfr. 

KURT J3LUMENFELD 

Erlebte Juden frage 

Ein Viertel jahrliunderl deutscher Zionisinus 

Herausgegeben und mit einer 

Einführung versehen von 

HANS THAMER 

(.Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart) 

rrcsisestimnien: 

. .jene Migie. die d> r Mensehenknider höchstes Glück ist. . . 

Er bediente sich souverän des Besten, was von .schöplerischcn Geistern 
unter Juden v/ie Nichtjuden erträumt und gedacht worden war.... 

Ein 'n fe.ss'dndem jmo»":-; sionistischen Stij gehaltener Querschnitt durch 
dl" Fülle .!en( r Tagesgeschebni.s.se. . . . 

Tieis: In f »anzIi-iiK n IL 13.60 
Bitaun i'ublisbing Co. Ltd.. Tcl-Aviv, 15, Rambam Str.. I'.O.B. 1480. 












6 





Nr. 5 



MB — 31. Januar 1964 



/r /^^^ ^'^^'^«y- 



5 



Das Land Hannover und seine Juden 

I. Geschichtlicher Rückblick 



Es liegt eine gewisse Tendenz 
in den rasch aufeinanderfolgenden 
Synagogeneinweihungen in der 
deutschen Bundesrepublik, die alle 
unter der Losung „Sühneaktion" 
stehen, eine Tendenz, die auch bei 
der am 10. November 1963 in Han- 
nover stattgefundenen Synagogen- 
einweihung — genau 25 Jahre nach 
der Zerstörung des seit 1870 be 
stehenden Gotteshauses — deutlich 
in Erscheinung trat. In seinen 
Grussworten weist Rabb. Dr. 
Schorsch auf die Rückkehr aus der 
babylonischen Gefangenschaft hin. 
Das klingt sehr euphemistisch eben- 
so wie die Episode von dem aus 
dem Samenkorn erwachsenen 
Baum, der die Gruft sprengt, die 
zu öffnen verboten war. 

Das anlässlich dieser Einweihung 
von der Landeshauptstadt Hannover 
und der Jüdischen Gemeinde ge- 
meinsam herausgegebene und sehr 
schön ausgestattete Buch unter 
dem Titel „Leben und Schicksal" 
führt in seiner Einleitung das Wort 
von Leo Baeck an, nach dem die 
Geschichte des deutschen Juden- 
tums zu Ende sei. Das vorliegende 
Buch handelt demnach nur von je- 
nem vernichteten deutschen Juden- 
tum, seinen Leistungen und seinem 
Untergang, da es ja imwahr schein- 
lich ist, ob je wieder die einmal 
erstrebte Verbindtmg von deut- 
schem Judentum und Deutschtum 
zustandekommt . 

Hannover, die gegenwärtige 
Hauptstadt des Landes Niedersach- 
sen in der Bundesrepublik, zeigt 
ein Auf und Ab in seiner kompli- 
zierten politischen Laufbahn. Als 
ein Erbe der Dynastie der Weifen 
tritt das Landstück Hannover im 

12. Jalxrlauiidert in die GeSChichtC 

ein, es wird durch ein Konglomerat 
verschiedener Teilfürstentümer zum 
Kernstück des Fürstentums Calen- 
berg, gewinnt dann 1512 das Für- 
stentum Braimschweig und Göttin- 
gen hinzu imd steigt 1634 zimi Her- 
zogtum Braunschweig-Lüneburg auf. 
Herzog Ernst August (1679—1698) 
erlangt 1692 mit Hilfe seines jüdi- 
schen Hoffaktors Leffmann Behrens 
(Liepmann Cohen 1634—1714) die 
Kurwürde, dessen Sohn besteigt als 
Georg I. den englischen Königs- 
thron und verbindet damit die Ge- 
schichte beider Länder. Napoleon 
schloss das Land Hannover dem 
Westfälischen Königreich an (1810— 
1813), in dem die Juden Bürger- 
rechte erhalten, um nach Einbezie- 
hung des Königreichs Hannover in 
den Rahmen des „Deutschen Bun- 
des" wieder zu „Schutzbürgem" 
degradiert zu werden. 1837 wird 
Hannover mit Grossbritannien 
durch Personalunion verschmolzen. 
Nach dem Kriege 1866 verliert es 
als eine preussische Provinz seine 
Selbständigkeit, dagegen wird aber 
den Juden das längst erstrebte 
Bürgerrecht eingeräumt. 



Ein ähnliches Auf und Ab zeigt 
auch das Werden der jüdischen Ge- 
meinschaft im Räume des unter 
Hannover stehenden Hoheitsgebie- 
tes, wo wir jüdische Spuren in Hil- 
desheim, Goslar, Göttingen, Wunst- 
dorf, Hameln, Braunschweig, Blan- 
kenburg und Helmstedt im 13. 
Jahrhundert, in der Hauptstadt 
selbst um 1303 finden. Fürsten und 
Magistrat bestimmen jeweils das 
Geschick der Juden, die zuerst 1499 
als organisierte Gemeinschaft einen 
Schutzbrief für acht Jahre erhalten 
Bald wieder Verstössen, dann wie- 
der geduldet, müssen sie 1588 die 
Altstadt für 200 Jahre meiden und 
sind nur noch in der Neustadt — 
unter unmittelbarer Herrschaft der 
Weifen — zugelassen. Hier soll be- 
reits 1529 Michael von Derenburg. 
Hoffaktor des Herzogs Erich I. von 
Calenberg und erster Hofjude der 
HohenzoUem, ein Haus errichtet 
haben. Die Bezeichnungen Juden- 
teich und Judendamm sowie der 
älteste jüdische Friedhof an der 
Obernstrasse (auf dem Sandberg) 
sind Zeugen dieser frühen Ansied- 
lung. * Hier „auf dem Berge" er- 
richtete der Mäzen Leffmann Beh- 
rens Cohen 1703/4 eine — einstwei- 
lige — Privatsynagoge an der Stelle, 
wo die vorige 1613 zerstört wurde. 
Leffmanns Verdienst ist auch die 
Errichtung eines Landesrabbinats 
(1687) für das ganze Gebiet des 
Kurfürstentimis, das unter der 
Schreckensherrschaft 1937 sein 250- 
jähriges Bestehen feiern konnte. 
Auch die im Jahre 1762 gegründete 
CHievra Kadischa beging im gleichen 
Jahre ihr 175jähriges Bestehen. Die 
von dem Hoffaktor Meyer Michael 
David 1799 ins Leben gerufene jüdi- 
sche Schule nach dem Vorbild von 
Priedländers „Freischule'" in Berlin 
hielt sich als jüdische Mittelschule 
bis zum Jahre 1931. 

Mendel Zuckermann hat in einer 
Übersicht über den jüdisch-ge- 
schichtlichen Inhalt des Kgl. Staats-, 
archivs zu Hannover viel Material 
über die rechtliche Lage, insbeson- 
dere der „Schutzjuden", die in ei- 
nem Statut von 1723 verankert und 
bis 1842 in Kraft blieb, aufgedeckt. 
Darin finden auch die Bemühungen 
zur Errichtimg einer Lehrerbil- 
dungsanstalt Erwähnung, die 1848 
errichtet imd von Direktor Frens- 
dorf (1803—1880) bis zu seinem 
Tode geleitet wurde. Eine ebenso 
bedeutsame Erziehungsaufgabe er- 
füllte die von Konsul Moritz Simon 
1893 in dem benachbarten Ahlem 
gestiftete Gartenbauschule — unter 
Investierung von 3 Millionen Mark 
— , die sich besonders segensvoll 
auch nach 1933 auswirkte. Die ge- 
nannten Archivalien nehmen viel- 



* Siehe dazu die 1961 in Hannover 
erschienene Arbeit von Magret 
Wahl: ,X>er alte jüdische Friedhof 
in Hannover". 



fach Bezug auf das Amt des Lan- 
desrabbiners, seine Wahl, seine 
Funktionen und die von ihm auf 
bestimmten Gebieten ausgeübte Ju- 
risdiktion. In der Reihe der Lan- 
desrabbiner, die mit R. Josef Süs- 
sel (1687—1703) beginnt, ragt vor 
allem der Sohn von R. Markus Ad- 
ler, Nathan Adler (1803—1890), der 
ab 1831 als erster Landesrabbiner 
mit Doktortitel in Hannover wirkte, 
dort die deutsche Predigt einführte 
und 1845 zum Oberrabbiner von 
Grossbritannien berufen wurde. Die 
beiden letzten Landesrabbiner, Dr. 
Selig Gronemann (1884—1918), Ver- 
fasser der „Genealogische Studien", 
sowie Dr. Samuel Freund (1924— 
1939) sind typische und hervorra- 
gende Rabbinergestalten des unter- 
gegangenen deutschen Judentums. 
Der Aufschwung der Synagogenge- 
meinde, deren Mitgliederzahl von 
668 im Jahre 1852 auf 5521 im Jahre 
1925 stieg, zeigte sich auch in ih- 
ren zahlreichen kulturellen und 
sozialen Institutionen, von denen 
die „Zentralstelle für Wohlfahrts- 
pflege" vorbildlich für andere 
Grossgemeinden wurde. Mehrere 



BUdseiten mit Titeln der in Han- 
nover erschienenen zahlreichen Ar- 
beiten zur Geschichte der Gemein- 
de, darunter auch solche von den 
Lehrern Meir Wiener (1819—1880) 
und Mendel Zuckermann (1867— 
1927), beweisen eine rege Forscher- 
tätigkeit. Besonders interessant ist 
das Titelblatt des von Lehrer S. E. 
Blogg verfassten „Hannoverschen 
Israelitischen Kalenders auf das 
Jahr der Welt 5621 (1860/61)". Blogg 
sorgte auch für die Anschaffung 
hebräischer Typen in der Druckerei 
Telgener, mit deren Hilfe hebräi- 
sche Bücher und die Jahrgänge 
1883—1886 von S. R. Hirschs „Je- 
schurun" in Hannover erscheinen 
konnten. 

Ein schwer bewegendes Moment 
der jüdischen Gemeindepolitik bil- 
dete das integrierende ostjüdische 
Element, das 1929 25% der Mit- 
glieder betrug, aber nur zu ca. 10% 
Wahlberechtigung hatte. Dieser TeU 
der Gemeinde trat vor allem gegen 
die Reformbestrebungen auf und 
führte den Kampf um die Aufrecht- 
erhaltung der konservativen Tradi- 
tion. Erst 1936 konnte mit Hilfe der 
(jüdischen) demokratischen Volks- 
partei die Aufhebimg des soge- 
nannten „Aufnahmeparagraphen" in 
Hannover durchgesetzt werden. 



II. DIE ANTISEMITISCHE BEWEGUNG UND IHRE 

KONSEQUENZEN 



Bereits Sammy Gronemann (1875- 
1952), der Sohn des Landesrabbi- 
ners, berichtet in seinen „Erinne- 
rungen eines Jecke" (Am Owed, Tel 
Aviv, 1946) über die antisemitischen 
Strömungen während seiner Gym- 
nasialzeit am Goethe-Gymnasium in 
Hannover. Wie sehr die Meinung 
von der Minderwertigkeit der Juden 
sich eingenistet hatte, beweist die 
Rüge eines „toleranten" Lehrers ge- 
genüber einem seiner Mitschüler: 
„Schämst du dich nicht, deinen 
Kameraden wegen seines Judentums 
zu beschimpfen? Würdest du einen 
Buckligen wegen seines Höckers 
oder einen Blinden wegen seiner 
Blindheit beschimpfen? Als Jude ge- 
boren zu sein, ist in der Tat ein 
Unglück für ihn, als wäre er mit 
einem Fehler behaftet auf die Welt 
gekommen, und es ist eine Grob 
heit, einen armen Menschen deshalb 
zu beschimpfen". 

Die zu Ende des vorigen Jah: 
hunderts sich ausbreitende Bewe 
gung verstärkte sich nach dem ei- 
sten Weltkriege derart, dass z. B. 
die Studenten der Technischen 
Hochschule in Hannover den Aus- 
schluss der Juden von den deut- 
schen Hochschulen forderten, ein 



Jahr später (1920) wurden die jüdi- 
schen Studenten aus der örtlichen 
Studentenvertretung ausgeschlos 
sen. In Hannover kam es zu einem 
Prozess wegen Artur Dinters be- 
rüchtigtem Buch „Die Sünde wider 
das Blut", man erhob Anklage ge- 
gen den Redakteur der antisemiti- 
schen Zeitschrift „Sturm", und 1925 
musste Professor Theodor Lessing 
(1872—1933), der nach der Macht- 
ergreifung in der Tschechoslovakei 
von Fememördern erschopsen ^vur- 
de, seine Lehrtätigkeit aufgeben. 
Nach 1933 nahmen die Ereignisse 
auch in der Synagogengemeinde 
Hannover ihren zwangsmässigen Ab- 
lauf. Eine besondere Tragik aber 
drückte sich in dieser Gemeinde 
dadurch aus, dass von hier am 28. 
Oktober 1938 mit dem Abtransport 
der ehemaligen polnischen Staats- 
angehörigen auch die Eltern Her- 
schel Grünspans in das Niemands- 
land abgeschoben wurden. Nach der 
Vernichtung der jüdischen Institu- 
tionen war die Unterbringung des 
Gemeinderestes in den sog. „Juden- 
häusem" nur zeitbedingt, bis auch 
von Hannover die Transporte nach 
Riga und nach Theresienstadt ein- 
setzten. 



III. BEDEUTENDE HANNOVERSCHE JUDEN 



Erich Lfith zum 60. Geburtstag 



Der Mann, dem wir an seine 
hohe Wirkungsstätte in Hamburg, 
die herzlichsten Glückwünsche zu 
seinem 60. Geburtstage am 1. Fe- 
bruar 1964 senden, hat viele Freun- 
de in Israel und deshalb braucht 
er nicht vorgestellt zu werden. Was 
er für Israel getan hat, für die 
Verständigung beider Völker, denen 
wir angehören, ist aus seinem Le- 
benswerk nicht wegzudenken. LUth 
wusste um die Schuld, er kannte 
und hatte erlebt die Gefahren des 
Hasses, deshalb warb er um Be- 



gleichung, um Verständigung und 
Frieden. Für diese ihm zur Her- 
zenssache gewordene Überzeugung 
trat er ein, mit dem Mut, der ihm 
eigen Ist, mit der Brillanz seines 
Wortes und seiner Feder, die er 
besitzt. Wir können dem Freunde 
Erich Lüth an diesem Tage nur 
wünschen, dass ihm noch viele 
Jahre in Gesundheit vergönnnt sein 
mögen, damit sein Lebensziel die 
Vollendimg findet, die er sich selber 
wtinscht. 

H. T. 



Der grösste Teil des Buches ist 
der Welt des Geistes und den Er- 
innerungen an die „Welt von ehe- 
stem" gewidmet. Eine gründliche, 
auf Quellen aufgebaute Studie von 
Herbert Mundhenke würdigt den 
Hoffaktor Leffmann Behrens; das 
Leben des fast unbekannten Raphael 
Levi (1685—1779), des Schülers und 
Sekretärs von Leibnitz und Bahn- 
brechers der modernen Mathematik 
wird gezeichnet von Ludwig Laza- 
rus. Helmut Zimmermann schreibt 
über eine der bekanntesten jüdi- 
' sehen Familien Hannovers, die Det- 
I molds, deren Vorfahre 1749 einen 
' Schutzbrief zur Niederlassung auf 
der Neustadt erhielt. 

Von dem gleichen Autor stam 
men Lebensbildnisse des Erbauers 
der grossen Synagogen in Hanno 
ver und Breslau, Edwin Oppler, so- 
wie der Familie Berliner. Zu die- 
ser Familie gehörte auch die 1890 
In Hannover geborene Dr. Cora Ber- 
liner, deren Wirken als Geschäfts 
führerin des Verbandes der jüdi- 
schen Jugendvereine und im Rah- 
men der Reichsvertretung unverges- 



sen ist, und die 1942 leider „den Weg 
ohne Rückkehr" antreten musste. 
Heinrich Sievers steuert eine Skizze 
über den bekannten Geiger Joseph 
Joachim bei, während Ludwig La- 
zarus das Wirken von Dannie N. 
Heinemann, des Schöpfers der „Hei- 
nemann-Foundation", schildert. Eine 
Würdigung aus der Feder von Claus 
Harms erfährt der Regisseur, Thea- 
terdirektor und Theaterwissen- 
schaf tler Dr. Georg Altman (1872— 
1962). 

In anderen Aufsätzen werden 
noch Siegmund Seligmann, der Di- 
rektor der „Continental"-Gesell- 
schaft, die Brüder Gumpel, der No- 
belpreisträger Otto Meyerhof, der 
Biochemiker Carl Neuberg und 
manche anderen aus Hannover 
stammenden bedeutenden Persön- 
lichkeiten behandelt. Leider haben 
Hans CJoslar, der 1889 in Hsinnover 
geboren wurde, und Sammy Grone- 
mann, der als achtjähriger nach 
Hannover kam, nur Kurzbiographien 
von wenigen Zeilen erfahren. 

S. GOLDMANN 



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Cora Berliner wurde im August 1930 zum Professor ernannt (C.V 
Zeitung 12.9.1930, Nr. 37, S.491.) 



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Kr. 34/35 



MB — 3. September 1972 



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Seite 17 



Wagner, Liszt, die Zigeuner und die Juden 



tes ergrünen . . . Diejenigen, welche 
alauben. dass Palästina sie als sei- 
ne Befreier erwartet, werden la- 
chein bei der Beschreibung unserer 
Uebe und unseres Hasses und 
wir wir haben nur die Stiin voi 
mesem Lächeln zu beugen" schreibt 
Liszt. und was. meint L^fzt konn- 
ten die Juden über die Proben ei- 
nes Talents" hinaus leisten, wie 
er es Komponisten wie Mende s 
söhn und Meyerbeer zuerkennt? 
S^e? wird der Kritiker zum Prophe- 
ten und schreibt vor hundert Jah- 
ren im Beginn seines 11. Kapitels. 
Man möchte glauben, dass die 
Israeliten, diese der ganzen Welt 
geweissagten Gäste, eine eigene 
Kunst zu besitzen sich vorbehalten 
haben, bis sie zu einem eigenen 
Herd gelangt sind. Sollte jemals 
einer unter ihnen sich /i^den der 
sich entschliessen könnte m ihrem 
vaterlande ihre Empfindungen und 
Leidenschaften in einer Kunstspra- 
che zum Ausdruck zu bringen, dann 
würde auch die Inspiration ihre 
Werke durchlodem. ihren Accenten 
Gewalt, ihren Seufzern Klage, ih- 
ren Verwünschungen Kraft geben; 
sie würde sich weit über die brei- 
ten schwingen ihrer Hoffnung er- 
heben und mit der vollen Flamme 
eines fahlen und unheimlichen Lich- 
tes die Strophen durchglühen, wel- 
che ihren durch Bitterkeit verbli- 



RICHTIGSTELLUNG ZUR 

GEDENKFEIER FUER DIE 

SECHS MILLIONEN OPFER 



ebenen, aber zornspruhenden Lip^ 
pen entfallen! Dann werden sie die 
Herzen ihrer Glaubensgenossen er- 
beben machen - dann werden die 
Brüder des Künstlers seine Arbei- 
ten nicht als eine Industrie mehr, 
den Christen geraubt, als eine Iro- 
nie mehr auf ihre ungeschickten 
Versuche betrachten. Ergriffen von 
freudigem Schrecken werden sie 
gewahren, wie ihre Empfindungen 
und ihre Leidenschaften m der 
Kunstwelt ideales Leben gewinnen; 
starr vor Erstaunen werden sie ei- 
leben, dass schon jetzt, noch vor 
der Ankunft ihres Messias, ihre 
Niedrigkeit verherrlicht, ihre Ar- 
muth geachtet, ihre Massigkeit ge- 
rühmt, ihr Elend besungen wird, 
dass ihren Lumpen wie werthvol- 
len Reliquien Ehre widerfahrt dass 
ihr Schachern als weise Nothwen- 
digkeit gepriesen, ihr kriechendes 
Wesen als das Temperament der 
Schwäche belobt, die ^2,^^tenden, 
ihnen von barbarischer Beschimp- 
fung geschlagenen Wunden gekusst 
und heilig gehalten, die Male ihrer 
Erniedrigung mit Wohlgeruchen ge- 
salbt werden!" . 

Die Möglichkeiten emer judi- 
schen Kunst, einer jüdischen Mu- 
sik im jüdischen Palästma fana 
Liszt im Erlebnis des Gottesdien- 
stes in Wien bestätigt, er „erieote 
gleichsam ahnungsvoll sehend und 
hörend, was aus einer judaiscnen 
Kunst werden könnte, wenn die 
Israeliten in neuen, von ihrem asia- 



Im ,,MB" vom 14. Juli 197*2 ha- 
ben wir von der merkwürdigen 
Geschichtsauffassung berichtet, die 
in der Rede von Oberrabbiner Un- 
termann anlässlich der diesjährigen 
Gedenkfeier für die sechs Millio- 
nen Opfer des Naziregimes zum 
Ausdruck gekommen sein soll. Wie 
--.- -ii'i HUt zir-'?'''"'^-SS^j."r o le ir" 

''^•toJi'Mlt wird, werden bei -der- 
mitgeteilt wira, traditionsge- 

^"'•'^ried^lfch sl^chs Gedenkker 
mass leaigii^" sechs Millionen 

entsprechend den J^«^ ^^ ^ich 

opfern. enzund«^^^%5rücksetzung 
fr^fend^emer Landsmannschaft han- 
deln kann. Ausserdem weist 01>er- 
rabbiner Untermann darauf hin, 
dass es ihm völlig fem lag, das 
deutsche Judentum anzugreifen oder 
zu beleidigen, er wisse die Ver- 
dienste und Werte dieser Gemein- 
schaft wohl zu schätzen. In seiner 
Rede bei der diesjährigen Gedenk- 
feier hatte er ausgeführt, dass er 
das Galut überhaupt als ein Un- 
glück für jede jüdische Gemein- 
schaft, wo sie sich auch befinde, 
ansehe, da es zwangsläufig eine 
Assimilation mit sich bringe. Le- 
diglich als Beispiel habe er in die- 
sem Zusammenhang auf das deut- 
sche Judentum hingewiesen, da es 
als erste jüdische Gemeinschaft in 
Europa der Verfolgung ausgesetzt 
gewesen war. Wir bringen diese 
Richtigstellung unseren Lesern gern 
zur Kenntnis. (Die Red.) 



tischen Genie geschaffenen Kuns..oi • 
men den vollen Pomp ihrer Phan- 
tasie und ihrer Träume, die ganze 
Tntensitätder sid beseelen deji_Ge- 



fühle und ihrer unterdrückten Lei- 
denschaften ergiessen und die 
Gluth ihres Feuers offenbaren wur- 
den — dieses heissen Feuers, das 
s'e voll Vorsicht mit Asche bedek- 
ken, damit es uns kalt erscheine". 
Hat Franz Liszt die tiefsten Ur- 
sachen und Gründe verkannt, wel- 
che die Juden Europas gezwungen 
haben, ihre Gefühle zurückzuhal- 
ten den Ausdruck von Empfindun- 
gen zu bändigen, gedrückt statt 
frei zu sein, so ist seine Vision des 
Entstehens einer freien Kunst im 
freien jüdischen, zurückgewonne- 
nen Palästina erstaunlich nicht nur 
vom Blickpunkt seiner eigenen 
Zeit Hier standen sich weitgedie- 
hene Assimilationsbestrebungen 

und antisemitische Agitation ge- 
L^enüber- hier wirkten jüdische 
Komponisten. Dirigenten, Solisten, 
Pädagogen. Schriftsteller -7 "^fT^" 
che von ihnen gefeiert und umju- 
belt andere zurückgewiesen und 
verhöhnt. Aristokraten verkehrten 
in den literarischen und musikali- 
snhen Salons feingeistiger Jüdischer 
Damen, und jüdische Bankiers hat- 
ten an mancher hoher politischer 
Entscheidung Anteil, während der 
Antisemitismus nicht nur unter der 
Oberfläche gärte. Zur Formuherang 
praktischer Vorschlage zu einer 
NeulTesiedlung Palästinas uijd zui 
Ve™-klichung der im Judenlum 
stets lait-nten Zionssehnsucht war 
e. noch weit. Und da erträumt ein 
'.n Juden im Grunde nicht reun^ 
lieh gesinnter, kosmopoliiisch wie 
auch national geprägter Kunstler - 
Un4- von Geburt, Weltbürger der 
S^lol^s Frankreichs ^n^^, .^f ^^^^^^^ 
Janas, unijubelter Lieblmg der 
F^aJien. residierend im Weimar_des 



'deutschet Dichterfürsten — eine 
Renaissance des Judentums in ih- 
rem verlorenen biblischen Lande, 
die Geburt einer den Juden eigenen 
Musik „am eigenen Herd". Wagner, 
den das Thema der Erlösung m 
allen seinen Dichtungen zentral be- 
schäftigte, sah nur im Untergang 
die Lösung der Probleme der Ju- 
den und ihrer Umwelt. Franz Liszt 
verachtete die Juden in der christ- 
lichen Umwelt und sah wohl lur 
Christen wie Juden das wahre Heil 
in der Rückkehr der Juden ms 

Heilige Land. 

Man vermutet kaum, in einer 
Schrift über die Zigeuner und ihre 
Musik in Ungarn Gedanken über 
Judentum, jüdischen Gottesdierist 
und Jerusalem zu finden. Manch 
Abstossendes, auch manch histo- 
Tisch schief Gesehenes mag über 
die Zigeuner sowohl wie über die 
Juden im Buche stehen. Gerade m 
diesen Tagen aber geben Liszts 
Gedanken viel Stoff zum Denken -- 
als Dokument der Zeit und als 
prophetische Vision, in der poeti- 
scher Schwung und jo^^^^tische 
Ekstase sich zu lebendigem Bilde 
vereinen. ^ pgxER GRADENWITZ 




ZUa^^^^NCKüMG AN EINEN 
lEDLüTENDEN JURISTEN 

.ievthold Freudenthal, an dessen 
100. Geburtstag am 23. August von 

unstischen Gelehrten -^J^'^^^^- 

innd jetzt wieder ^^^'^\^;;^f L. ^^^^^^^ 

gehört in der Tat zu den Pionieien 

eüier bestimmten Sparte seines Fa- 

rl^es Auf seine Anregung und sein 

ücht nachlas-sendes Drängen geht 
dif Schaffung des ersten deutschen 

Jugendgerichtes im -^^^^^^^ .,^^|.;^^f. 
rii-k Freudenthal war ein btiai 
rechtler, der sich jedoch nicht imt 
^er Wissenschaf tlichen Theorie be- 
gnügte, sondern aktiv mit immer 
erneuten Aufrufen und Denkschrif- 
ten für eiiv^ neuyp.itlicne, geregelte 
verwahrlosten- ^nd StraffälUge^- 
flirsoiRe kämpfte. Semen Gedan- 
J<in8än,?en folgend wu.ae i^^- ^"f- 
lieh das erste Jugendgefangnis in 
Witt lieh in der Nähe von Trier 
eingerichtet. 

Der humane Geist, der das Wir- 
ken Berthold Freudenthals be- 
stimmte, ist wohl als ein Erbe 
seines Vaterhauses zu betrachten. 
Er wurde 1872 in Breslau als Sohn 
des bedeutenden Spinozaforschers 
und Dozenten am Breslauer Rabbi- 
ncrseminar Prof. Jacob Freuden- . 
thal (1839—1907) geboren. Nachdem 7 
er sich 1899 an der juristischen 
Fakultät der Breslauer Universität 
habilitiert hatte, wurde er schon 
1901 nach Frankfurt a.M. iDerufen, 
wo er seit 1914 als ordentlicher ^ 
Professor des Strafrechts bis zu - 
seinem am 13. Juli 1929 erfolgten | 
Tode lehrte. Mit seinem 1914 er- 
schienenen Buche „Gefängnisrecht 
und Recht der Fürsorgeerziehung 
hatte er das Standardwerk dieses 
Gebietes geschaffen. In den letzten 
Jahren seines Lebens setzte sich 
Freudenthal besonders für die AD- 
schaffung der Todesstrafe ein. 



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Bekannt in Stadt und Land 

für feinste Damen- und Herrenmoden 



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TierziiCiiÄi tur oTc — ci .TTTT 
grosse Anteilnahme. 



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_ Am 9. Dezember 1961 starb, 
|«iein geliebter Bruder, unser 
guter Onkel 

Dr. Fritz Corsingl 

früher Berlin 
plötzlich und unerwartet. 
MARGOT SPLETT 
RUDOLF und RENATE: 
LENNIG. 
638 West i60th Street, 
New York 32. N.Y. 



K December 15, 1961 



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FRITZ CORSING 



1 



^it grosser Trauer werden 
^iele, die Fritz Corsing gekannt 
naben, erfahren, dass er im Alter 
von 73 Jahren soeben in New 
York gestorben ist. Wir erinnern 
uns noch, wie Corsing vor fast 14 
Jahren mit seiner Frau, seiner 
treuen Gefährtin in schwersten 
Jahren, nach New York kam und, 
beredt und von leidenschaft- 
lichem Zorn erfüllt, über seine 
Erlebnisse während der Nazi- 
jahre in Deutschland sprach. 

Corsing, ein gebürtiger Berliner, 
hatte das Askanische Gymnasium ab- 
solviert und in München. Berlin und 
Würzburg Jura studiert, ist eine Zeit 
lang Staatsanwalt gewesen und trat 
nach dem I. Weltkrieg in preussiche 
Staatsdienste ein. 

Er wurde Referent Otto Brauns. 
hielt sich grossartig im Kapputsch 
und galt alle die Jahre hindurch als 
mutiger Demokrat, bis Papen erschien 
und seinen Staatsstreich vom 20. Juli 
1932 verübt. 

Als Hitler zur Macht kam, be- 
gann für das Ehepaar Corsing 
wie für so viele andere ein düste- 
res Leben voll dauernder Span- 
nungen und Nöte. Corsing musste 
Zwangsarbeit leisten und ging 
dann Untergrund, immer in Ge- 
fahr, verhaftet zu werden. Den- 
noch brachte er die Geduld auf, 
eine Biographie Bernadottes zu 
schreiben, die auch nach dem 
Kriege erschienen ist. 

In der ersten Zeit nach dem 
Kriege hat Corsing in Berlin un- 
verdrossen wieder auf juristi- 
schem Gebiet gearbeitet. Er war 
zusammen mit dem alten Reichs- 
minister Schiffer als MinisteriaU 
direktor in Berlin tätig und 
offenbarte auch grosses diploma- 

Lufthansa fliegt nach Ost-, 
Süd- und Westafrika 

Lufthansa wird im kom- 

Frühjahr zwei neue 

nach Afrika einrich- 

iialtlich der noch aus- 

jenehmigungen Sßi- 

[schen RegierUj 

Len SJ. 




tisches Geschick besonders im 
Verkehr mit russischen Stellen. 
1947 kam Corsing nach New York, 
wo er Aufträge des Bundesfinanzmi- 
nisteriums erfüllte, aber auch Bücher 
übersetzte. Er war Mitglied der 
deutschsprachigen Gruppe des PEN- 
Klubs in London. 

Dieser liebenswerte, liebens- 
würdige, stille und sehr kulti- 
vierte Mensch, der stets eine 
innere Heiterkeit ausstrahlte, 
wird nicht vergessen werden. 



Brieinuarhen 



Der Preis-ßoom in Europa 

Die Preissteigerung für Brief- 
marken in Europa beträgt durch- 
schnittlich 25 Prozent. Es herrscht 
Knappheit an wirklich gutem Ma- 
terial; auch sind in vergangenen 
Jahren erhebliche Bestände nach 
Amerika abgewandert, und endlich 
vergrössert sich auch die Zahl der 
Sammler unaufhörlich. Es ist 
auch eine gewisse Flucht in 
Sachwerte zu beobachten, denn 
Marken von guter Qualität (man 
legt grössten Wert auf wirklich 
gute Stücke, die sogen. Luxus- 
exemplare) sind, wie die Er- 
fahrung dieses Jahrhunderts 
Europäer gelehrt hat, Sachwerte. 

Edwin Mueller, der Herausge- 
ber des "Mercury 



Tairobi O 
^^ mry nach Johan- 
JeTegt. Die Verbindung 
^stafrika soll am 1. März 
luf genommen werden; die 
liung der Strecke nach Ost- 
J=;üdafrika ist für Mitte Mai, 
^icherweise auch schon einige 
lochen früher, zu erwarten. 
In Knapp acht Stunden 
nach Ghana 
Für kurze Reisezeiten wird die 
Lufthansa durch Einsatz des 
schnellsten Strahlverkehrsflug- 
zeuges, der Boeing 720B Jet, sor- 
gen. Dieses Flugzeug legt die 
nahezu 10.000 km lange Strecke 
nacs Johannesburg in 15^ Stun- 
ien zurück (reine Flugzeit 12Mi 
jtunden) ; für die rund 6.000 Ki- 
lometer bis Accra braucht die 
Joeing 720B Jet nur 7 Stunden 
md 45 Minuten. Den Fluggä- 
sten stehen auch hier die preis- 
jgtigen Economy-Klasse und 
Senator-Service in der Er- 
Ilasse zur Verfügung. 
''Ueberlistung der Zeit 
^in seltenes Ereignis werden 
he Passagiere auf dem Flug von 
-.agos nach Accra erleben kön- 
len: Sie werden eine Viertel- 
\tunde früher ankommen, als sie 
[bgeflogen sind. Da die Uhren 
Accra wegen der unterschied- 
kchen Ortszeiten im Vergleich 
lu Lagos um eine Stunde nach- 
gehen, kann der Reisende nach 
inem Flug von 45 Minuten 



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hoffen für Tou- 
risten, und" e!R modernes Kran- 
kenhaus gehörten. Das Kranken- 
haus wurde dieses "Jahr, unter 
Teilnahme einer Gruppe von New 
Yorker Mitgliedern, eingeweiht. 
Zur Zeit befindet sich ein Alters- 
heim im Bau, das für älter gewor- 
dene und pflegebedürftige Insas- 
sen der Wohnheime in erster Li- 
nie bestimmt ist, und wodurch die 
Fürsorge auch für die Aeltesten 
der Insassen gewährleistet ist. Zur 
Einweihung dieses Heims ist wie- 
der ein Gruppenflug, unmittelbar 
nach den kommenden Pessach- 
feiertagen vorgesehen. 

Genügend Zeit für Sightseeing 
Trips in Israel und Europa ist 
vorgesehen. 

Auskunft durch das New Yorker 
Bureau von Women's Social Service 
Inc.. 240 West 98 Street, Apt, iE, New 
York 25 N. Y., oder Tel.: WA 8-2687 und 

WA 3-3523. 

Therese Goldschmidt, 

New York 

schon um 20 Uhr in Accra aus 
dem Flugzeug steigen, obwohl 
er erst um 20,15 Uhr Ortszeit in 
Lagos abgeflogen ist. 

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S 470 ff t Als Kurator starb, schrieb Michel an Elsas, ob er Kurator 
werden wollte. Elsas wurde nach verschiedenen anderen gefrag;:(Nentwig 
Riezler und Hans Simons, nennt aber als am geeignetsten Lande.) £)cL 
Riezler erhaelt den Posten . ~ 

\ S. 477 I Ernst Kantorowicz, Verfasser der Biographie Kaiser Friedrichs 
i li wird fuer Universitaet gewonnen. Grimme dabei entscheidend. Er- 
' hielt Ordinariat fuer mittelalterliche Geschichte. 



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S.541i Pfingsten 1928 Tagung der religioesen Sozialisten in Heppen- 
heim 80 Teilnehmer, darunter Buber, Sinzheimer.Loewe. S.544i Neue 
Blaetter fuer den Sozialismus ,hersgb. Tillich und Heimann. .Unter 
ihnen u.a. Haubach und Hierendorff, Radbruch, Bergs traesser, E^jkarlT 
Kehr. Loewe warnt vor der i<«dikalisierung der Arbeiterbewegung durch 
falsche Deutung der Wirtschaftskrise aus>^ einem mxssverstahdenen so- 
zialen Determinismus,ruegt die Fesselung der SPD durch gewisse Formeln 
verlabgt von ihr endlich programmatische Bejahung von Nation und 
Staat. Seit 1931 fuehren Mannheim, Loewe, Ludwig Bergs traesser und 
Ulrich Noack Arbeitsgemeinschaft zur Sozial-und Ideengeschichte ueber 
mehrere Semester hinweg. /j/t^/.'^^' 

S 469« MinisterialdirektorRichter weis\. auf Beruf ungsverhandlungeny^^-;^ 
uAd Gewinnung von Scheler, Till ich, Wertheimer, tfe Man und Loewe hin,/ ' y _ 
auch auf Verhandlungen mit Karl Vossler, Cassirer und Snte^ixxxx /y,M^'^ 
Poetzsch-Heffter hin. Als Nachfolger von Gnoenberg wurde Adolf / ^ 
Loewe aus Kiel berufen. (?f Dies auf S. 505).-'?'*/ M^i^"^ 



Kluke S.cSeac 557 t Loewe bekennt* sich zur energischen Umformung der Uni 
versitaet. (Zeitschrift fuer Erziehung, Jahrgang 7, Sept. 1931) Er behaeljr 
den Bildungsauftrag auch fuer die breiteren Schichten im Auge, Vor- 
/ schlaege einer Zweiteilung der Hochschule. Sieht den Aufstiegswillen 
JdA/i/ einer mittleren und unteren Schicht der nicht a^f^^er akuten wirt- 
''^ , Schaftskrise beruht.Ein neuer Staat ist zu bauen.die «*««« des Durch- 
//^ Schnitts fuer den kuenftigen Beruf zu schulen und der praktische Will 
^ ^ dfesir MensSen vom Resen?iment gegenueberi ihrer «'^«,<;i"«^J^^^«" ^Jl^^" 
len Position zu^ reinigen. Schlaegt einen gebundenen und einen freien 
ährgang vor,der erstere mit Studienplaenen, Leistungskontrolle durch 









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Aus: Der Tagesspiegel vom 14. Juni 1966, S. 12 



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unerwartet entschlief am Sonntag, dem 12. Juni 1966, 
unsere liebe Tante und Großtante 

Dorothea Hirschfeld, 

Ministerialrätin a.D., 

im Alter von 89 Jahren. 

Ihr Leben war erfüllt von Liebe und Fürsorge. 

Für alle, die um sie trauern 

>) Marianne Droßel, geb, Hirschfeld 
Heinz Droßel 
Landessozialgericht srat 



Stuttgart-Degerloch, Alte Vveinsteige 120. 

Die Trauerfeier findet am Donnerstag, dem 16. Juni 1966, 
um 16,45 Uhr im Krematorium, Berlin 65, Gerichtsstraße, 
statt . 






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Heues Beginnen 1954 {/) O C' 

Vom Armenwesen zur sozialen Fürsorge^ 3 

Erinnerungen aus meiner Tätigkeit im Reichsarbeitsministerium 

Von DorothealH irschfeld, Berlin 




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Die Redaktion hat mich gebeten, in die- 
ser Nummer, die unserer 75jährigen 
Marie Juchacz gewidmet ist, etwas aus 
meiner Tätigkeit in dem früheren 
Reichsarbeitsministerium zu erzählen. 
Ich komme dieser Bitte um so lieber 
nach, als mich diese Arbeit ja oft in Be- 
viXhvu^g mit Marie Juchacz brathto. 

1 1 Meine Tätigkeit in der sozialen Arbeit 
11 begann 1904 mit meinem Eintritt in die 
\\ von Stadtrat Emil Mucnsterberg, dem 
damaligen Leiter des Berliner Armen- 
wesens, gescliaffene und unter seiner 
|-; Leitung stehende Zentralstelle für Ar- 
menpflege und Wohltätigkeit. Diese hatte 
\i die Aufgabe, alles Material auf dem>Ge- 
biete von Armenpflege und Wohltätig- 
/Jteit zu sammeln und zu sichten, um da- 
■ durch Behörden, Organisationen und 
Einzelpersonen Auskunft zu erteilen. Sie 
gab die monatlich erscheinende „Zeit- 
'schrift für das Armenwesen" heraus und 
.^wurde nadi Muensterbergs Tode zur 
Berliner Gesdiäftsstelle des Deutschen 
P Vereins für öffentlidie und private Für- 
■' !5orge ausgebaut, dessen Vorsitz Prof. Dr. 
Polligkeit übernahm. 

n Im. Jahre 1916 rief der Deutsche Verein 
für öffentliche und private Fürsorge zu 
einer Tagung auf, in der die Aufgäben 

|-'Und Probleme der Kriegerwitwen- und 
Kriegerwaisenfürsorge aufgezeigt und 

»Richtlinien für diese Fürsorgearbeit auf- 
gestellt werden sollten. Die Tagung 
führte zur Errichtung des Hauptaus- 
schusses der Kriegerwitwen- und Krie- 
gerwaisenfürsorge und eines Arbeits- 
ausschusses, der unter die Leitung von 
Dr. Helene Simon gestellt wurde. Hier 
.wurden die wissenschaftlichen Grund- 
lagen' für die Organisation und Durch- 
führung der Kriegshinterbliebenenfür- 
sorge gelegt. 

[>Von der praktischen Seite her hatte 
meine Tätigkeit als Leiterin einer der 
KHilfskommissionen des mit Kriegsbeginn 
-•ins Leben gerufenen „Nationalen 
f Frauendienstes" gleichfalls die Aufgaben 
der, Kriegshinterbliebenenfürsorge an 
j^iiidi herangebracht. Denn wenn auch 
F:der Nationale Frauendienst ursprünglich 
als .eine die amtliche Fürsorge ergän- 
.zende frei willige, Fürsorge für die Fami- 
^lien der Kriegs^ilnehmer gedacht war, 
so mußte er sich' doch schon während des 
Krieges immer stärker auf die beson- 
deren Nöte der Kriegshinterbliebenen 
einstellen, je größer die Zahl derer 
wurde, die der Krieg ihres Ernährers 
.beraubte. 

Im Jahre 1919 wurden Haupt- und Ar- 
beitsausschuß der Kriegerwitwen- und 

.Kriegerwaisenfürsorge zusammen mit 
dem schon vorher geschaffenen Reichs- 

. ausschu ß der Kriegsbeschädigtenfürsorge 
Um das Ende 1918 errichtete Reichsar- 
I- beltsministerium übernommen. 'Im Mai 
1919 wurde ich in das Ministerium beru- 
fen und in der Abteilung „Soziale Für- 
sorge für Kriegsbeschädigte und Kriegs- 

•hinterbllebene" mit dem Referat Krie- 
gerwitwen- und Kriegerwaisenfürsorge 
betraut. 

\i^- E^-War das erste Mal, daß eine Frau in 
ein Reichsministerium in den höheren 

[.^Verwaltungsdienst berufen wurde, und 
es war nicht ganz leidit fi^r mich, mich 



in der „Geheimwissenschaft" der Mini- 
sterialarbeit zurecht zu finden. Was ich 
bisher auf sozialem Gebiet getan hatte, 
war im Rahmen freier Organisationen 
geschehen, und der bürokratisclie Appa- 
rat war mir zunächst ziemlich fremd. 
Ich habe auch später von meinen Kolle- 
gen selbst gehört, daß sie meine Ein- 
berufung mit starkem Mißtrauen be- 
trachteten: eino Frau, dazu noch Sozial- 
demokratin, ohne abgeschlossenes Stu- 
dium — wie sollte das werden? Aber es 
wurde, und ich glaube, ich kann heute 
rückschauend sagen, daß es besser ging 
als die Kollegen und als ich auch selbst 
erwartet hatten, und daß ich mich 
schnell in den Ministerialapparat hin- 
einfand. Ich habe auch von Anfang an 
mit den Kollegen vertrauensvoll zusam- 
mengearbeitet und stehe noch heute mit 
einigen von ihnen in freundschaftlichen 
Beziehungen. 

Organisationsgrundlage für das neue 
Fürsorgegebiet wurde die Verordnung 
über die soziale Kriegsbeschädigten- und 
Kriegshinterbliebenenfürsorge vom Fe- 
bruar 1920. Sie übertrug die Durcli- 
führung der Fürsorge den bei den Stadt- 
und Landkreisen zu bildenden Fürsorge- 
stellen. Bei den Ländern, in Preußen bei 
den Provinzialverwaltungen, wurden 
Hauptfürsorgeste.llen errichtet. Sie wur- 
den im Reichsausscliuß der Kriegsbe- 
schädigten- und Kriegshinterbliebenen- 
fürsorge zusammengefaßt, der als be- 
ratende Organisation dem Reichsarbeits- 
ministerium zur Seite stand und zu 
regelmäßigen Sitzungen zusammen- 
berufen wurde, in denen alle Gesetzes- 
vorlagen und alle wichtigeren Verwal- 
tungsanordnungen durchberaten wur- 
den. Hier wurden auch die Richtlinien 
beraten und besclilossen, die im Ministe- 
rium für die Durchführung der Gesund- 
heitsfürsorge für die Kriegshinterblie- 
benen, der Berufsfürsorge für die 
Kriegerwitwen und der Erziehungs- und 
Borufsfürsorge für die Kriegerwaisen 
aufgestellt worden waren. Manche der 
hier zum erstenmal angeordneten Für- 
sorgemaßnahmen sind später auch in die 
„Reichsgrundsätze über Voraussetzung, 
Art und Maß der öffentlichen Fürsorge" 
übernommen worden, in denen nadi der 
Neuregelung der Fürsorge durch die 1924 
erlassene Verordnung über die Für- 
sorgepflicht das materielle Fürsorgerecht 
zusammengefaßt wurde. Sie haben daher 



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, das neue Fürsorgerecht, das an die Stelle 
der alten armenrechtlichen Bestimmun- 
gen trat, entscheidend beeinflußt. 

Die Vorbereitung aller gesetzlichen Neu- 
regelungen auf dem Gebiet der Fürsorgp- 
geschah von Anfang an in enger Verbin- 
dung mit den freien Organisationen, den 
Spitzenverbänden der freien Wohl- 
fahrtspflege und den für die einzelnen 
Gruppen von Hilfsbedürftigen entstan- 
denen Zusammenschlüssen, wie den Ver- 
bänden der Kriegsbeschädigten und 
Kriegshinterbliebenen sowie der Klein- 
imd Sozialrentner. Zu den bestehenden 
konfessionellen und interkonfessionellen 
Spitzenverbänden trat sehr bald der 1919 
unter Führung von Marie Juchacz ge- 
gründete Hauptausschuß der Arbeiter- 
wohlfahrt, mit dem enge Fühlung zu 
halten zu den Aufgaben meines Refe- 
rats gehörte. Idi habe sowohl an den 
vorbereitenden Beratungen als auch 
später an den Jahresversammlungen 
der Arbeiterwohlfahrt als Vertreterin 
des Ministeriums teilgenommen. Dar- 
über hinaus boten gesetzliche und ver- 
waltungsmäßige Neuregelungen auf so- 
zialpolitischem und wohlfahrtspflege- 
rischem Gebiet häufiger Gelegenheit zu 
fruchtbarem Meinungsaustausch, der 
sicher sowohl der Arbeit des Ministe»- 
riums als auch der der Arbeiterwohl- 
fahrt zugute kam. 

^Noch enger geknüpft wurde meine Ver- 
^ bindung mit der Arbeiterwohlfahrt, als 
diese 1924/25 daran ging, einen Nach- 
" Schulungskursus für in der Wohlfahrts- 
pflege stehende Männer und Frauen zu 
veranstalten. Vorangegangen war der 
einige Jahre vorher gemeinsam vom 
Reichsarbeitsministerium und der Ar- 
beiterWohlfahrt unternommene Versuch, 
einigen geeigneten Kriegerwitwen eine 
F^erufsmöglidikelt dadurdi zu schaffen, 
daß sie einem Kurzlehrgang eingeglie- 
dert wurden, den die unter Leitung von 
Dr. Alice Salomon stehende Soziale 
Frauenschule eingeriditet hatte. Nun 
aber sollten in einem eigenen Nach- 
schulungslehrgang der Arbeiterwohl- 
fahrt sorgfältig ausgewählte Männer 
imd Frauen die Möglichkeit erhalten, die 
staatliche Anerkennung als Wohlfdhrts- 
pfloger zu en.verben. Hier liegen die 
Anfänge der systematischen Schulungs- 
arbeit der Arbeiterv/ohlfahrt, die dann 
einige Jahre^später zur Gründung der 
eigenen Wohlfahrtsscrtule der Arbeiter- 
wohlfahrt führten! Ich habe von Anfang 
an an dieser Arbeit teilgenommen, wobei 
mir die Tätigkeit im Ministerium natur- 
gemäß sehr zugute kam, und kann sagen, 
daß die Erinnerung an sie zu den schön- 
sten meines Berufslebens gehört. 



Als wir gegen die Reglementierung kämpften 



Von Louise Schroeder, Berlin 



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X Vor mir liegt das Protokoll der bevölke- 
rungspolitischen Tagung des Hauptaus- 
schusses für Arbeiter\vohlfahrt in Jena 
vom September 1926. Es stimmt mich 
wehmütig und froh zugleich: wehmütig, 
weil der größte Teil der damaligen Re- 
ferenten wie Dr. Quarck, Dr. Moses, Ger- 
trud Hanna, Elisabeth Kirschmann-Röhl 
uns seit langem — zum Teil infolge 
nationalsozialistisdier Grausamkeiten — 
verlassen mußten. Nur Dr. Zadek und 
Dr. Kautzky weilen außer mir selbst 
unter den Lebenden.~i Es stimmt mich 
aber auch froh und stolz zugleich, zu 
sehen, mit welchem Ernst die junge Ar- 




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beiterwohlfahrt die im Kaiserreich un- 
gelöst gebliebenen und durch den Krieg 
soviel dringender gewordenen Probleme» 
wenige Jahre nach ihrer Gründung in 
Angriff nahm und versuchte, nicht nur 
Schäden zu heilen, sondern die Ursachen 
zu ergründen und ihnen entgegenzu- 
wirken. Sehen wir uns das Inhaltsver- 
zeichnis an, so werden nach dem grund- 
legenden Referat über „Sozialismus und 
Bevölkerungspolitik" der „Schutz der 
schwangeren Arbeiterin im Betriebe", 
die Fragen der „Prostitution und Regle- 
mentierung" sowie der „Sdiwanger- 
scha'ftsunterbrediung und -Verhütung" 



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Dezember 1973 



Frau Marianne Drossel 
Stuttgart-Degerloch 
Alte Weinsteige 120 



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Sehr geehrte Frau Drossel, r/fi- 

gestatten Sie bitte, dass ich mich in der folgenden 
Angelegenheit an Sie vende. 

Ich bereite ein Buch ueber Juden im oef fentlichen Leben 
Deutschlands in der WeimarerRepublik vor. Ein entsprechendes 
Buch ueber die monarchische Zeit habe ich im Jahre 1968 im 
Verlag J.C.B. Mohr (Pau 1 Siebeck) in Tuebingen veroeff ent- 
licht. Der Verlag ist Ihnen ja sicher bekannt. 

In dem kommenden Buch moechte ich einen kurzen Abschnitt 
(Dhrer verstorbenen Tante, der Ministerialraetin gprothea 
Hirschfeld v;idmen. Ich weiss etwas von ihrer Taetigkett aus 
eignem Erleben, da ich in der damaligen Zeit als Mitglied der 
sozialdemokratischen Partei dem Preussischen Landtag angehoerte. 
Auch habe ich Dorothea Hirschfelds Erinnerungen, die in a©^ 
Zeitung Neues Beginnen 1954 erschienen sind. Frau Hirschfeld 
beginnt mit ihrer sozialen Arbeit 1904 und schreibt vor allem 
ueber ihre Taetigkeit im Reichsarbeitsministerium und in der 
Arbeiterwohlfahrt. Ich kenne auch ihre Veroef fentlichungen, 
ueber die Anstaltsfuer sorge, die Frau in der charitativen und ^^ 
sozialen Arbeit, Artikel in der Zeitschrift "Arbeiterwohlfahrt 
usw. Ich weiss ferner, dass sie 1951 einige Monate in Israel 
war und dann wieder nach Deutschland zurueckgekehrt ist. 

Was mir fehlt, ist eine kurze Beschreibung ihrer Schul- 
bildung und dessen, was sie vor 1904 getan hat. Sie war damals 
27 Jahre, und ich nehme an, dass sie schon vor ihrer Arbeit 
in der Zentralstelle fuer Armenpflege irgendo anders taetig 
gewesen ist. Ferner ist mir unbekannt, wie und wo Frau 
Hirschfeld die Hitler-Zeit verlebt hat. Das Jahr ihrer Geburt 
und ihres Todes ist aus der Anzeige im Tagesspiegel vom 14. 6. 
1966 ersichtlich, die Sie eingesetzt haben und aus der ich auch 
Ihre Adresse erfahren habe. 

Wuerden Sie so freundlich sein, mir die Informationen, um 
die ich bitte, zugaenglich zu machen? Es handelt sich nicht um 
laengere Ausfuehrungen, kurze Angaben genuegen. Es waere auch 






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interessant zu wissen, ob Frau Hirschfeld im J udentum verblieben ist 
oder liSsiden^in oder getauft war. In jedem Falle wuerde sie in dem 
Suche erscheinen, nur pflege ich dies im allgemeinen anzugeben. Ich 
SeSme an! das! Sie von^Seiten beider Eltern juedischer Abstammung gewesen 

ist. 

Ich weiss, dass Dorothea Hirschfeld eine der wertvollsten Mit- 
arbeiter innen unserer Bewegung auf sozialem Gebiete und ein warmherziger 
Sensch wa^ wie ich aus Unterhaltungen mit anderen fuehrenden Mitgliedern 
Se? A?beit;rw;Slfahrt. wie Marie Juchacz und Hedwig Wachenheim ent- 
nommen habe, und wie ich es auch aus ihren Schriften ersehe. Es liegt 
SirSher darnp, den ihr gewidmeten Abschnitt in meinem Buche durch 
?hre Informationen zu ergänzen, damit er vollstaendig und wahrheits- 
aetreu das Leben und Wirken der Frau wiedergibt, die als erste in den 
hoeheren JerlatJungsdienst eines Reichsministeriums 1919 berufen worden 

ist. 



Mit besten Gruessen und Empfehlungen 



Ihr ergebener 



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ROSH HASHANA 5738 / 1977 



AMERICAN FEDERATION 
OF JEWS FROM CENTRAL EUROPE, INC. 

570 SEVENTH AVENUE 
NEW YORK, NEW YORK 10018 



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He who Orders the heavens, 
May His peace extend to us 
and to all Israel. 



Einstein and Judaism 

Einstein believed that it was most desirable to preserve and perpetuate 
the cultural values the Jews developed over thousands of years. He 
had grown up in a non-observant home, but, in the course of his life, 
he became more familiär with Jewish customs and rituals. His intense 
devotion to Judaism developed after World War I, when, living in 
Berlin, he familiarized himself with Zionism and leamed about the 
plight of the many Jews who had been expelled from Eastern Europe, 
and tried to find a home and livelihood in Germany, just as we, after 
Hitler's assumption of power, were forced to leave Germany to find a 
home and livelihood in the four comers of the world. 

Einstein's idenrification with Judaism, and his concern over the 
Problems the Jews have been faced with for many centuries, became so 
strong that when, after the death of Weizmann in 1952, he was offered 
the presidency of Israel, he declared that his "relationship to the Jewish 
people has become my strongest human bond ever since I became fuUy 
aware of our precarious Situation among the nations of the world." 
Einstein believed that, embodied in the traditions of the Jewish people, 
is the love of justice and reason which, he feit, must continue to work 
for the good of all nations, now and in the future. 

It has frequently been claimed that his support of Zionism and his 
active interest in the creation of a Jewish homeland were inconsistent 
with his ideas of internationalism. "Not inconsistent," he said. He had 
stood all his life for the abolition of political frontiers, for the universal 
brotherhood of man. "If we did not have to live among intolerant, 
narrowminded, and violent people," he said, "I should be the first to 
throw over all nationalism in favor of universal humanity." 

Einstein died while working on an address which remained unfinished 
and which was to be dedicated to the seventh anniversary of Israel's 
independence. A few days before, he had appended the last signature 
in his life to a Joint Manifesto with Bertrand Russell urging action to 
avoid mankind's universal annihilation. These two last activities of 
Einstein symbolize the most important non-scientific interests of his 
life: his never-ceasing struggle against war, for universal peace, and 
his concern for the Jewish people. His life and work, as a whole, may 
be characterized most aptly by Goethe's famous lines: 
{ "Er glaenzt uns vor, wie ein Komet entschwindend, 
I Unendlich Licht mit seinem Licht verbindend". 

(From a lecture by Professor Otto Nathan, a friend of the late Albert Einstein and the sole 
executor of his Estate, before the Jewish Philanthrophic Fund of 1933, Inc., New York, 
New York, April 27, 1977). 



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I)r. iiartin Löwenthal ist als Oberregierungsrat in den Aaress- 
büchern verzeiclffreT von 19^9 bis 193^ ^it der Adresse: 
V/ilmersdorf , Sächsische Str. Ho. 

Ab 1933 als Ministerialrat bezeichnet. Adresse jetzt: 

Schöneberg, Badensche Str. 1o. 

Adresse und Name anp:egeuen bis zum Adreßbuch von 19^3» 

In den Heichshandbüchern er^scheint Dr. Löv/enthal 192^ als 
Regierungsrat in dem Ministerium, 19^6 als Überregierungsrat 
und 1-3l^als Ministerialrcrt . 1933 ist er nicht mehr im Innen- 
ministerium sondern erscheint im i^eichsarchiv r.ls Leiter der 
Abteilung IV ( Jasticialia) . 
weiter war nichts festzustellen. 



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die Sicheruiig der momHfchen, 

Dr ^lAnfrlArl AAoCeS EhrendoktOr <*^'' juristischen tma poiitisLhen 

r. ^legiriew MW\%J>x:^ tmfJiiwwi^^w» Rechte der überlebenden der Ka- 

■ LI L •• • l«Av« I lB<«im#Arei^ri^ tastrophe eintrat. Als erster 

der rIeDrOISCnen VniVerSIVWli staatskontroUeur Israels errang 

Tn fpirrlioher Form fand im ^bewuJiderjiswerte VerbinduniT Siegfried Moses durch seine be- 
Ai'iph Uie^^^^^^^^ Tf^^orie und Praxis dar. In \wunder7isicerte Führung des Am- 

i^hn^-^'.h^^^^^ öieihm einen sich nationale und\tes tvahrend zwölf Jahren mit 

Hi^.!hrLn Dok m^^^^^ Zv\^umanitare Zielsetzung in dem \ Gerechtigkeit und Slandhaftig- 

HeÄhen Unh^^^^^^^^ <^n Moral und Recht.\keit die Wertschätzung und 

^nfttltt InV Ansc^^^^^^ hoheitlicher Grösse gelanate\ Hochachtung des ganzen Volkes. 

w rd^ d e Verlefhune der Ehren | er in jenen schweren Jahren, da Auch weiterhin setzt suh Sieg- 
doktorai vorgenommen mit de- in Deutschland der Nazismus sei- fried Moses für geseUscluiflUche^ 
nen neben Dr. Siegfried Mofif^s\nen Kopf zu erheben begann, als 
noch acht WLsscnschaftler und er als letzter Vorsitzender der 
verdiente Pcrsönhchkeiten des | Zionistischen Organisation in 
öflenthchen Lebens ausgezeich- 
net wurden. 

Die Laudatio für Moses hat in 
deutscher Übersetzung folgen- 
den Wortlaut: 

"Das Leben und das Wirken 
von Siegfried Moses stellen eine 



Deutschland in einer Atmosphä- 
re stündiger Spannung, schwerer 
Veranticortung und persönlicher 
Gefährdung für den weiteren Be- 
stand der Gemeinschaft und die 



Nixon appellierf 

(Fortsetzung von Seite 1) 

"sich nicht klar genug zu den 
für das Judentum wichtigen Fra- 
gen äussern". 

Er sagte, da^s eine solche Be- 
wegung die existierenden Orga- 
nisationen nicht verdrängen sol- 
le, denn Spitzenkontakte seien 
auf alle Fälle weiter notwendig. 

Die Strategie der Republikaner 
gründet sich auf die Hoffnung 
eines abermaligen Wahlsiegs in 
Kalifornien und auf die diesma- 
lige Eroberung des Staates New 



soziale und kulturelle Aufgaben 
ein, besonders als Präsident des 
Leo Baeck Instituts, das sich die 
Erforschung und Darstellung der , ^^^^ ^x^„^. ... 
Geschichte des deutscheji Juden- ly^^.^^ ^^j. jQgg Senator Hum 
tuins zum Ziel gesetzt hat. I phrey zufiel Beide Staaten wel- 

In Würdigung und A^^^rken-\^^^ ^.^^^ grosse Zahl jüdischer 

„_ ,^.. - _ - nung der grossen Leistung /"'' j -^^ähler auf die bei einem har- 

Rettung jedes Einzelnen wirk te.\ die VerwurzeluJig der mit lcleuro-\^^ Kampf' über den Au.sgang 
Seine Tätigkeit zugunsten der\päischen -^«^«^^^ ^^';,.^«'^^^""^ i entscheiden können. 

Juden aus Deutschland setzte er \ seiner ausserordentlichen Dien- \ 

auch nach seiner Einwanderung \ sie für den Staat Israel hat der 

im Jahre 1937 fort. Mit der gan-\Senat beschlossen. Siegfried "'- 

zen Kraft seiner Energie wid- ! ses den Titel eines Doktor 

mete er sich der Leitung des Wer- 1 Philosophie ehrenhalber d^ He 

kes der '-Haavara" und nachher bräischen Universität Jerusalem 

voar/r esyäer in das Ringen um \ zu verleihen:* 





Dolf Sternberger 
wurde 65 

Der auch als vielseitiger und 
origineller Publizist bekannte 
Profe.ssor für politische Wissen- 
schaften an der Universität Hei 
delberg, der Jaspers- und Tillic 
Schüler Dolf Sternberger. ist 
Jahre alt geworden. Er ent- 
stammt einer evangelischen Fa- 
milie, ist aber seit 1931 mit der 
geborenen Ilse Rothschild verhei- 
ratet. Bi.s zu seinem Au.^schluss 
aus der nationalsozialistischen 

Reichskulturkammer war er Re- ...,.,, 4. 

daktionsmitglied der -Frankfur- i Verleger vor tunf Jahren unter 
ter Zeitung- - heute steht er als dem Titel "Bedroht -- Bewahrt 
Mitarbeiter und Berater in enger !- Der Weg eines Verlegers pu- 
Ve'bindung zur -Frankfurter i blizierte, wird sichtbar, wa.s die- 
^ll-emeinen Zeitung-. Nach ser Mann tat. um ein grosses Erbe 
Kri'^c-sende war Dr. Sternberger 1 vor der Bedrohung zu schützen, 
Mit-ründer der Zeit.schrift -Die ' um die Werke der deutschen Li 



r Mann, der die "Buddenbrooks 
zum Bestseller machte 

Zum 75. Geburtstag von Gottfried Bermann Fischer 

Der Verleger Gottfried Ber- 
mann Fischer vollendete vor kur- 
zem sein 75. Lebensjahr. In sei- 
nen Leben.serinnerungen. die der 



Wandlung" und bis 1958 Mither- 
ausgeber der -Gegenwart". Er ist 
Vorsitzender der Deutschen Wäh- 
lergemcinschaft. Mitglied der 



teratur hinüberzuretten in die 

Zeit nach Hitler. 

Aus dem Arzt wurde der Verleger 

Als Schwiegersohn Samuel Fi- 



Deutschen UNESCO-Kommi.'^sion ; schers begegnete Gottfried Ber- 
und führend im Deutschen PEN- ! mann dem Versuch eines Kon- 
Zentrum und in der Deut.-chen j kurrenzunternehmens. gro.sse Li- 
Akademie für Sprache und Dich- | teratur zu Kaufhauspreisen anzu- 



tung. Darmstadt. 

1967 verlieh ihm die Stadt 
Frankfurt, in der er lange wohn- 
te, die Goethe-Plakette. In der 
"Vorbemerkung 1945" zu dem von 
ihm gemeinsam mit dem späte- 
ren württembergischen Kultusmi- 
nister Professor Gerhard Storz. 
und dem 1970 verstorbenen 
Münchner Publizisten W. E. Süs- 
kind herausgegebenen, den Nazl- 
jargon kennzeichnenden "Wör- 
terbuch des Unmenschen" findet 



bieten, mit einem Gegenzug: mit 
Zustimmung Samuel Fischers 
warf er Thomas Manns "Budden- 
brooks" als Volksausgabe für nur 
2.85 Reichsmark auf den Markt. 
I>er Erfolg: 700,000 verkaufte 
Exemplare in wenig mehr als ei- 
nem Monat. Nach Gründung der 
Fischer-Bücherei sollte sich die- 
ser Erfolg später, zu Beginn der 
fünfziger Jahre, in grossen Di- 
mensionen wiederholen. Die 
•'Schrittmacher"-Autoren waren 




lErnst Posner SOjährig 

Der aus einer Berliner Ärzte- 
familie stammende Dr. Ernst Pos- 
ner, der sich einst in Deutschland 
und, nach seiner erzwungenen 
Auswanderung, in Amerika um 
die wissenschaftliche Fortbildung 
der Archivare hochverdient ge- 
macht hat und in Fachkreisen 
als Mittler zwischen dem deut- 
schen und dem amerikanischen 
Archivwesen gilt, vollendet« am 9. 
August in Washington .sein 80. 
Leben.sjahr. Bis 1935 war er 
Staat^archivrat in Berlin und 



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Wolter Isooc, CirculaUon Manager 

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Dr. Norbert Golden berg. 

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Hetlmuth KoKn, Chairmom 

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Kurt B. Landsberger, Budget Dirtcfor 

Eiste FronV, CompfroUer 

Werner D. Wohl, Direcior 

Monfred George, Editor ]939 1965 

Ludwig Loewenstein, President ?952 1969 

Michoet Schnoittocher, Treasurer 1934 J972 

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under Act of f\/1arch 3 1879 

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Vol. XXXVni— No. 32 Aug. 11, 1972 

442 



Ein Cloisters-Festival 

Am Sonnabend. 12. Augu.'^t 



iipozent an der dortigen Archiva- Vormittages bis 

ren.schule. In Amerika .setzte er „Lv.r^^,,^rr. .r. ^^^ >i,^ic. 



seine archivpädagogische Tätig- 
keit, von 1945 an al.s Profe.s.sor. 
fort. 1955-56 war er der PiiLsident 
der "Society of American Archi- 
vists". Seit 1949 ist er wiederholt 
besuclisweise in Deutschland ge- 
wesen und hat an der Marburger 
Archivschule häufig Vorlesungen 
über amerikanisches Archivwe- 
.sen^ gehalten. 1962 wurde er mit 
der Bestand.saufnahme amerika- 
nischer Archive betraut. 



^^den ita^^^ch ^ n;;n;n;iVn Thornton Wilder. T^K>m^ Mann. 
S-ftz 'Der Verderb der Sprache j Joseph Conrad. Stefan /-we ig. 
f;; der Verderb de.s Men.schen - Pearl S. Bück und Carl Zuck- 
seien wir auf der Hut!" E.G.L. tmayer. 



niers den Bermann-Fischer-Ver- 
lag in Stockholm. Zwei Jahre 
später musste er zusammen mit 
Juli 1897 in Glei- ] .soiner Familie in die USA aus 

wandern, leitete den Verlag dann 
von New York au.s und gründete 
hier die L. B. Fischer Publishing 
Corporation. 

Nach dem Zweit€n Weltkrieg 
konnte er den Emigration.sverlag 



Der am '"«l 
Witz in Oberschlesien geborene 
Gottfried Bermann .studierte 
nach der Kriegsteilnahme in 
Breslau, Freiburg und München 
und promovierte 1923 zum Dok- 
tor der Medizin, arbeitete dann 
als Assistenzarzt im Kranken- 
haus am Friedrichshain in Ber 



5 Uhr nachmittags in den Clois- 
ters »Fort Tryon Park und 193. 
Strasse) ein "Medieval Fe.stivar' 
stattfinden. Da^ Programm .sieht 
, unter anderem einen mittelalter- 
lichen Markt, ein 'iebendcs** 
I Schachspiel, Bogenschiess- und 
I Pferdeturniere, mittelalt<:M-liche 
! Musik und eine Zaubertrick-Show 
vor. In Buden werden Glasn^ale- 
reien, Puppen, mittelalterliche 
Münzen, Textilien und Krüge 
ausgestellt sein. 

Das Festival stellt den Gipfel- 
punkt eines sechswöchigen Work- 
shops der "Cloister.s and Commu- 
nity Environment Inc." für die 
Jugend der Washington Heißhts- 
Inwood- und Marble Hiil-Distnk- 
te dar. 



Frankfurt wurde der Leben.sweg 
eines Mannes gewürdigt, der zu 
den bedeutenden Verlegerper.sön- 



konnte er den i^imigrauun.svcwa^ Uchkeiten der Welt zu zählen ist. 
mit dem in Deutschland verbhe- l^c^J^^^^^n^" ^^ .^^^ nomnhen 



benen Teil wieder zusammen füh 



Seinem unablässigen Bemühen 



Ün"l925"t;are7;n den S. n.^.r | reXbamVt war der Weg frei für | ^'^^Vs^^tTv^rXlcTn" d^ls"d"l 
Verlag ein. heiratet« «in Jahr j die Fortführung der schon sm , M<- e/i nuu .lu _ ^ ,„„,;„j^„ 



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später die älteste Tochter des 

Verlegers und übernahm 1929 die 

Geschäftsführung des Hause^^ S. 

iFi-scher. Nach der nationalsozia- 

'. listLschen Machtergreifung emi- 

j griert« er zunächst nach Wien 

|und gründete 1936, unter dem 

(Beistand seiner in Deutschland 

1 damals unerwün.schten Autoren, 

den Bermann-Fischer-Verlag. 

Im März 1938 wurde die.-^er Ver- 
lag liquidiert. Bermann Fi.scher 
ging daraufhin nach Stockholm 
und gründete dort mit Hilfe de.s 
schwedischen Verlags Albert Bon- 



— - ^ 1 1 Werke der einst geschmähten 

X^t.^^er^Z^eT^:^''^. iTd-^'für'^^/ntartef fricl.rt.n Au- 
scher-Bücherei hat unterde.ssen 



die Gesamtauflage von 60 Mil- 
lionen weit überschritten. 

Mit der Verleihung des Gros- 
.sen Bundesverdienstkreuze« und 
der Goethe-Plakette der Stadt 



toren Krieg und Terror überleb- 
ten und dem deutschen Verlags- 
wesen hervorragende Schrift.stel- 
1er aus aller Welt hinzugewonnen 
werden konnten. 

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SittfAaftMmt. iBbJttQttnan». Habt«» »ciaalultaiy ii. WWMWi 
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Aus : "Magdeburger AmtslDlatt" vom 11. März 1953 
Oberbürgermeister und Reidispäsident. 

An den ^errn 
Reichspräsidenten 

Berlin 
Wiltielmstrasse . 

Der unterzeichnete Oberbürgermeister von Magdeburg sowie sein Stell- 
vertreter Bürgermei3ter_Gold3ctoidt_sind heute Vormittag durch 
schwer bewaffnete SA. unter Anwend^mg von Gewalt und schweren Demüti-| 
gun^en an der Ausübung ihres Amtes behindert worden. Der unterzeich- 
nete Oberbürgermeister ist schweren Demütigungen nur dadurch entzogerj 
worden, dass ein hinzukom..ender höherer Polizeioffizier ihn in 
Schutzhaft rdam. Der Bürgermeister wurde gezwungen, sich einem grosser! 
SA-Trupp zu zeigen, die Hakenkreuzfahne zu grüssen und an der gewalt-| 
samen Besetzung der Yerwaltunssgebäude des Reichsbaimers persönBch 
teilzunelmen. Erst nach einer Stunde ist er durch Inschutzhaftnahme 
durch die Polizei in Sicherheit gebracht worden. Ich bitte, den -erri| 
Eeichspräsidenten und Ehrenbürger der Stadt Magdeburg,die Verwaltung 
unserei Stadt durch entsprechende Anweisungen an den zuständigen 
Kommissar des Reiches vor der Wiederholung solcher Gewalttätigkeiten 
•und Amtsbehinderung zu schützen. 




Magdeburg, den ll.Kärz 1933 



Reuter 



MI>w«'*V.TVibaM 



(Standort: Universitäts-Bibliothek d.PÜ.Blja 
durch Manske, 9.7.54. ) 



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Di« Vorbereitungen der Oberbtirgermeieter- \md Bür ger- 

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Eeisterwahlen 
(Magdeburger Amtsblatt v. 2.5. 1931) 





9tettte? (Berlin) uttb (Bolbfi^mibt (gR ogbcbttrg) Me nettcti g»a^lpra«fftftfey 

litt i^r 3tallionöfü^rci- miumclu- foUicubi- oifUuima lU'. 



X9A i^gciaU bcf Beratungen in brr 2^a^(uür6erettungd< 
fomnil^B 

Am i^rcitüti, bcm ^. flpril, trat bie ÄDtumiffion ^ur ^liotbcrcitunfl 
öcc CbetbütBCtmcutcr« uiü> vöürflcrmciitccipal)! ^u einer 3i^uiin 
Aufammcn. ^n biefcc Aommifiion finb fN:!anntlid^ fäintlic^* 
(^ritlttoncn bcft 3tabt|McIamciUd bertrcten. 

^S^ec ^^tU^nbe, 3tabtt>ccorbnctcn<iNor)tc^c SjÖ-tJC.« Jiub ciiioauft? 
bcr^^^ng junöx^t bdd tfröcbni* b«r oor längerer ^cit üatt. 
pcfunbciun cifttn ^i^un^ bet Äommiffion befannt, loonac^ bie 
fo5ialbeinofrahf4* ^wltion ben Cbertnirgccmcutet unb ein 
»eitew» fcefoCbele* SKagtitratJmüglieb iteflen. trä^rcnb bie «€« 
fetuna bet ©ütBtrmeijttcpofttn» cntioeb«c bon bcr JHcd>t3fraftu>n 
(>bet X<cutfd^ ® t n nta t>a rt ci vorgenommen uxrben \o\L "^va ^n« 
f<^u|t bototi iratbc btc 

STttibiteh» bc^ JDIcr%srtCT«ct{lrc« 

l ^ct 8tt|ctc lex .,> 
( U i>lbti wriam 4ti et4tocf»rbaetc»fT«hUm 
etOäxIt; ba% f« att Aaxtbtkücsi für bcn Cfxrbürgcrmeiüerpoiien 
Jen ottt tott fa flji. I a tj x>(iOctUa) in Corfc^ bringe. 2i« 

• luic üon bcn \änftriffcn bcr l'iagbc&uroer greife, bic ficf» gcflcn bcn 
■ 3tQbtrat Sleutcr mcnbcten, bccinfluffen gu lanen. Ter bon bec 
fo,^ialbcmofratif4cn ^raftion Dürnefc^lagene Stonbiböt fe» ein 
i'iann, bcr fid» mit feinen foniinunolpolitifcben gä^ißfcilen fel^n 
Uiffcn fönne. auf bic XaifadK, Xxx)^ biefcr Manbibat cm JKann bon 
Cuöluätcn \€\. feien bie «ngriffe tfcgcn feine ^crfon Aurüd« 
jufu&ren. Xie fo^ialbcmofratifc^ grottion benfe nicftt baran^ oon 
bcr ftanbibatur iHeutcr auriufautrcten, befien ©irfen übrig^nö 
aud) bon einem TeTTTRcr tJÜrgerlic^n ^Jrefie, fofcrn fie objeftib in 
t^rcm Urteil fei, aneilannt roürb«. Xie fo/jiolbemofratif(^ ^roltion 
werbe einmütig auf jebcn gaO an ber Äanbtbatur 9teuUt feit» 
^Iten. 

Xcc SSertretct ber ' -^ 

Itmaiuaiftif^H «rcfti»« 

ftibt aun«^ feinem iPcbauem barübcr «uSbrurf. bcfe bcr 8ru«f<^B 
dut «Jorbertiiung ber SBo^n nid>t bereit« frü^r ;iufoinm£n. 
getreten fei. 3n feinen meüeren «u-Jfü^rungen roenbct fid> ber 
JRcbner gegen bic ??orna^me bcr ©a^ in nic^toffentli^er ober 
offentlu^r Ätaböxrorbncten.Steung unb gibt ^u bcr Äanbibalur 
Aeutcr bie ffrflärung für feine graltura unb gartet ab, \ic/ts biefe 
ftanbibatur ouf bcn ft^rfften ablc^nenben öibcrfüinb tio^ 
werbe. 3m übrigen toatne er bot bet Go^ bei Äonbiboxen «eutei, 

bet fnr 3 »iabcfcma uamöaliffr feL ""ZITT^ 

'"bcr .. *"' ""*' " ' '""' 

lt»ffftI(Ufi 

We <8rltörung ab. bnfj bic in bcr SUnmmfiioii ucrtrctcncn iWit' 
t ber «cd^töfraftion bon it)ier ,>irtftuMi 
f bcanftrcgt ntdi bcboUmorijtiflt feien, eine C*rflärun(| uir 
rfsii bc# Sanbibaten ber fo.^iolbemofrQtifdicn JrnfJion nli^uflclicu. 
t gcalttotiSfübrcr bcr 
ciitf4eR @taa(lDartet 

»ft batouf l^in, XioSf^ bic 'l^iciicnuj-.cnntocn bov fdilcditcitc ^-IMb 

a bem Äonbibatcn cntbiiUt txUtcii. Tic ooii ibin iMiincfioIfiii 

iitmnfte in )Ö€rIin alvi Ikurtoiltcn bcn Mnnbibntcn buidmuc' 

Snftig. Xie ftaotsportcilidjc Aiti'Jion mcrbc nod» in ^i^crlm Vluc-- 

Bnftc fc^riftltd^ einigten, bur allen "XiiuKii ncncn bie ^iH'i. 

ädtigungen, bic gegen bcn Mnnbibntcn aiKincjticut jinb. Vlli- 

■»"C^b ecllärtc ber <"vjil)rcr bcr jfaini;>nitcilid)cii Ainftiuii, baj; 

ine Brution fid^ aur^cit nud) nid)t Oüil-chnltloc' für bcn 2lobU- u 

ier erflärcn lijnne. 

fSertretcT bcr f o m ni u n i it i f d» o n a i n f 1 1 o ii regt an, 

®runb bcr gegebenen 3itnatioii iind> ciiiii.H'n Joiuii omc neue 

jung bcr Äoumiiffion cin^ulHuifcn. 

I^J^bcnbe betont, bnf? ber Ütnt fiu H»:n niilcbingt lue- s\\\\\ 
ifmetben bc* jet>t auiticreiibcn Cl\Tl)iirncrnuiit.-ro imici Ttidi 
b^Agcbtai^t rocrben iiuiffc. ^nfolncbciicp, fci ec-. notiiu'iibin,' 
lite fejt^ujtsnen, tocr für bie .S^unbibutiM ^»tcuic i cinticle. 



►^ 3raltiou bcr 'Xeiitfd)eu 3tmuc-piutci foiui ber Miiubibntnr 



'$, Sitte» Stabtrat ^Hcutcr nidit l>cbiiu;iiihV-i'J^' untimmeii, 
'nbem nur unter bcm oiiobriidlidicu MHul'cbalt, bor, bic U'citercii ^ 
tt»lünfte,btc t>iö dum U'ionina in >i< c rl i u cuukuW" Uurbcii. ^ 



ttfttaiiulL'' .,.,„^,^ft«u^*- 
X iOcctreter ber 
imai«niftif(^en ^Vroftion 
Antragt, bic üßJa^len mii ^ ^oiU" 

nhrb abgelcl^nt. 

^cr JBorfifeenbc fdireitct nlcboim -.ur 

Vb^immnnn über bic MonbiboturjUcutcr, 

bie folflcubci ^ C?rncbmv tiai 



;i; iH'ijiiiicbcii. Iicicr Vliitnu; 



Tiüt bir ^onbibatur 91 cutc r werben (5 Stimmen ber fosiaibrmo 
fratifdjrn tVroftion ulfib^ef Staati^partei abflefleben ntatn eine 
Stimme ber .Qommuniften bei 3 Stimmentljoltunflen ber iNcdiu^ 
ifraftton. 

'^tabtberorbnctcn'U^orftclK'' '■i' n c r itcüt nlobnnn bic 

wnf)l bcd iöürflcnnetftfrc 

.^ur i'lik'fpradw. 

Tic 

^HcdMcfrttftion 

üt)loi^t bitrd) il)rcii ^'ü^r^r bei; 2tnbtriit Tr. ''A' a ti 's>iillci inn. 
Ter ,viibii;r ber <vraftion bcr — 

Xeulfdjen Staat«bortet 

luiimt 3t'.ibtriit Wo l b i dj 111 i b t i:l'ins\bcl'itviv in ^l^oridiliui- 
Ter ,Yiifircr bcr 

io\inlbeniofratifdien ^^raftiuii 

crfiiirt ,^ii bcn 'i^ürfdiUincii, Dnj; feine fvrofiioii mit :'iudnd)t tu;» 
^tc iHMi bcr JUcd)tx-friiftuni Ivi bcr Miinbibotur bcc- Ci)erl>iir,ici 
mciitcr-> (U'iil'tc ^^limmciilbaltiiiiii mib mit '»{iiditdit ihu- allem anr 
btc JatfadK-, bar, bie ^'icdttviraftion luidi bcn Vlcui'.cniiuu'u b.i 
H'i'.ic(bcl>iiriKr "i^reiic bereite- fcitiuMciit fci, nidit in bcr X.'aiic luare, 
bic Manbibatnr bc-:- 3tabtrat-r. ^Vi a n iN>aUci \\i untcrüiii-en. Tci 
k ualbcmofratifdKii Araftion Tüfinc I>ci bcr Oi"ii>'''"i'^^r">H'ii Vtiiic 
iiid)t ,sii(Kmiitet ircrben. für bcn Manbibatcn bcr :Hcil)tc-fraftioii \u 
itimmcn. r^nfült^cbeffcii mcrbc iic bem Manbibatcn bcr TciitidKii 
itaatc-parici ibrc 3timme ndvii. 
Ter 2prcdK'r bcr 

tummnnifttfdien ^raftion 

irtlart, ixx}] feine Araftion einem foininniiMtiidicn Maiu'^ibateii iliic 
itiininc lU'beii ipcrbc. 

Tic 

flliftimmutin 

ciiUlu foliicnbco (irjiclMiic-; 

AÜr ben Monbibaten ber JWcdit<>fraf«ioii Tr. Wnb lueibeii 

;{ 3tintmeii ber JHed|t(>froffion al»ficrteltcii. 

AÜr bcn Monbibnieii bcr Teutfdicn 3fontobnrtci (*J bJ Ö,j dM« « M 

tuerbrn 3tiinmeii boii bcr io,U(ilbe»tbtr<^>*t'd)cii unb ftaatcbartei 

lidicn ;>r(irtion flr.siiOlt ncfien bie 3timme beo fumnuiniftifdien 

'4<ertrctcr«>. 



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H„.. ««Tollcaatlmme". Maffdebur«. 30.4.1931 



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Reuter vrnd Goldschmid t . 
Die Bechtsfrfkti^ zwischen zwei Stühle gesetzt - Die 
Bärentaktik der bürgerliche) 
Die Flucht ergreifen - Erbaulicher 




Die Hechtsfraktion zwischen zwei sxunxe 6«a«.^w - ^^^ 
«s!^^^+QV+^v Apr bürgerlichen Presse - Die alte Kinaerei« 
If f ®2?.^^u* .^!L?^f « : irbaulicher Familienzwist . 



Das Plenum der Stadtverordneten-Versammlung hat gestern 
in nichtöffentlicher Sitzung in einer Vorwahl entschieden: 
38 Stimmen für den Sozialdemokraten R_e_u_t_e_r_( Berlin) als 
Oberbürgermeister, die gleiche Stimmenzahl für den Staatspar- 
teiler G o 1 d s c h m i d J; als Bürgermeister. Die Kommu- 
nisten h'Itt^n' ihre eigenen Kandidaten und sammelten pro Vor- 
schlag ihre sechs Stimmen. Die Nazis stimmten - drei Mann 
stark - unentwegt gegen alle. Die Rechtsfraktion war ausge- 

zogen. V. it 

um das wort eines Theatermannes zu variieren: "durcher 

ist noch keine politische Gruppe gefallen als die Rechtsfraktior 
die mit Hilfe einer skrupellosen Presse die Sozialdemokratie 
aus dem Spiele werfen wollte. Der Montag und der Dienstag habe 
tausend unanfechtbare Beweise gebracht, daß der ganze person- 
liche Kampf gegen Reuter, der mit beispielloser Gehässigkeit 
geführt wurde, nicht nur ein über alle Maßen rohes, sondern 
auch ein unehrliches Spiel war. Die Rechts- 
fraktion hat ja gar nichts gegen die Person Reuters. einzuwen- 
den, sie kann auch nichts einwenden, denn_Reuter ist als 
Mensch und Kommunalpolitiker unantastbar. Das geben jetzt die 
Gegner selbst zu. Es wurde deshalb gegen Reuter schamlos ge- 
hetzt, weil man die Sozialdemokraten in dem erbaulichen Spiel 
um die höchsten Verwaltungsposten matt setzen wollte. Man 
glaubte, es ginge überhaupt ohne Sozialdemokraten. Als der 
Rechtsfraktion aufdämmerte, daß sie sich dabei selbst um 
ihre Bürgermeisterposition brachte, suchte sie das Steuer 

«v, + oQie Verbindung mit 
herumzuwerfen, suchte sie veiux 

den Sozialdemokraten. 

schon in der S i t z u h g des Z e h n e r a u s - 
Schusses wurde den Vertretern der Rechtsfraktion von 
sozialdemokratischer Seite gesagt, sie. die Rechtser, seien 
durch die überschlaue Taktik ihrer Presse schon derartig ge- 

-2- 




^ 



«^ 



- 2 - 



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1 



bunden als Gegner Reutera » daß eine freie Vereinbarung 
wohl nicht mehr möglich sei. Das brachte bereits am Freitag 
vergangener Woche die Rechtsfraktion scheußlich durcheinander. 
Denn ihre Führer, besonders der Stadtv. Hennige- ein 
sehr kluger und sachlich denkender Mann, dem eigentlich quali- 
tativ eine andere Fraktion zu wünschen wäre - erkannten wohl, 
daß es für sie eine fürchterliche Schlappe bedeutete, wenn 
sie keinen von den leitenden Posten erhielten. Sie lenkten 
sehr entschieden ein, ließen ihre treue Presse glattweg fal- 
len und erklärten, sie lehnten alle Verantwortung für die 
Schreiberei der bürgerlichen Zeitungen ab. 

Am Montag wurde der "Bolschewistenhäuptüng" - frei nach 
der "Magdeburgischen Zeitung", der "für Magdeburg unmögliche 
Mann", der Sozialdemokrat Reuter von den Vertretern der 
Hechtsfraktion ges ucht.Er wurde um eine 
Unterredung gebeten! Das sei a u s d r ü c 
lieh festgestellt, weil es so gut paßt zu den 
fetten Behauptungen der "Magdeburgischen Zeitung" , der "Tages- 
zeitung" und des "General-Anzeigers", die Sozialdemokratie 
stehe mit diesem Kandidaten ganz allein auf weiter Flur. Und 
die Vertretung der Recht sfraktion erklärte sich bereit, für 
JReuter zu stimmen, wenn sie ihren Bürgermeister bekomme. Sie 



k- 



brauchte dazu die Sozialdemokraten. 

Für diese Wahlvereinbarung war es aber zu spät, das zer- 
töpperte Porzellan ließ sich nicht wieder kitten. Am Dienstag 
spielte so ziemlich ohne Unterbrechung das mephon: die Rechts- 
fraktion wollte die Wahl mitmachen, ^^gen Reuter war mit einem 
Male gar nichts einzuwenden, er hatte in einer persönlichen 
Unterredung sogar einen überaus günstigen Eindruck gemacht, 
die Auskünfte vom Deutschen Städtetag, von hohen Regierungs- 
stellen, von bürgerlichen Politikern waren glänzend für Reuter. 
Das war plötzlich der gegebene Mann» 

Na Ja, das wußten die Sozialdemokraten ohnehin. Den Unter- 
händlern der Rechtsfraktion zeigten sie aber die sehr erheb- 
lich kühle Schulter: die Sozialdemokraten halten auf Zuver- 
lässigkeit und Sauberkeit in der Politik, deshalb hielten sie 
die Verbindung mit der Fraktion der Staatspartei aufrecht, 
die unbeteiligt war an der Hetze g^z^n Reuter, die sich schon 



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für den Kandidaten der Sozialdemokraten erklärte, als der 
Stank und der Klatsch noch im besten Zuge war. So wird ein 
Staatsparteiler, nämlich der bisherige Stadtrat Gold- | 
a c h m i d t, Bürgermeister. 

Die Sozialdemokratie hat der Rechtspartei, hat auch der 
Rechtspresse eine Lektion erteilt. Sie hat ihre Macht und die 
qualitative Bedeutung ihrer Führung wieder einmal offenbart, 
in der roten Stadt im roten Land! Damit 
wird man sich rechts abzufinden haben: in den Zeitungen und 
in den politischen Kreisen. Aufregung und Proteste nützen 
da nichts, nur Ueberlegenheit im politischen Kampfe. Die ist 
aber immer noch links! So wird es auch bleiben. Das kindische - 
Spiel, das die Rechtsfraktion an Dienstag wieder anfing, näm- 
lich die Sitzung zu verlassen, die Flucht zu ergreifen, macht 
nicht den geringsten Eindruck. Das ist keine Politik, sondern 

Klamauk . 

Die Hetze, die man vielleicht nunmehr gegen den Staats- 
parteiler goldschmidt versucht, ändert auch nichts und nimmt 
ihm auch nichts von seiner Würde. Er wird Bürgermeister und 
Reuter Oberbürgermeister! - 

Die Probeabstimmung in nichtöffentlicher Sitzung. 

In der nichtöffentlichen Sitzung der Stadtverordneten 
gab der Vorsitzende B_a_e r^ einen kurzen Bericht über das 
Ergebnis der Vorberatungen" in der Kommission zur Vorbereitung 
• der Wahlen des Oberbürgermeisters und Bürgermeisters. Auf Grund 
dieser Verhandlungen sollte der sozialdemokratischen Fraktion 
der Oberbürgermeisterposten sowie die Stelle eines besoldeten 
Stadtrats und der Eechtsfraktion oder Staatspartei der Bürger- 
meisterposten zugeteilt werden. Die Verhandlungen haben in 
einer zweiten Sitzung der ^Kommission zu dem Ergebnis geführt, 
daß von der sozialdemokratischen Fraktion Stadtrat Reuter 
(Berlin) als Oberbürgermeister in Vorschlag gebracht wurde. 

Stadtv. H e n n i g e st ellt für die R e c h t s f r a k -| 

t i o n folgenden Antrag» 

1. Die heutige Vorbereitung der Wahlen für den Oberbürger- 






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S^oU. liwt^L. ÄbM. Sl.lfMh blüh.» I»üu.tTl« «md "•■»>••';» 

2jrrdtrd:/^ir.'^rä:-aS:HiÄtiT,'^f.«..»b.nd. 

. Tv,.« «n«hfc«TOiialt-Ana©rn8«lt8 war dl« Gebundenhölt «a öl« i«» 
g» In lh»«r ^*'^'»^**"^*^''';."„'t „,.»,* staHlhala und RÄiohabannar 

rr.ra:%Li:ra;Ja2^r;/:iJ^^^^^^ 

«irSlfia m Straban «m KOhei-an arattHnt wardaa auf aino» .«ga,auf 
Jim Seriiia^o« aaohbaratsdtan fUr Ihra Sondarlalatu 8 »taad. 

%al alJJJ ktoftlgan Reloharaform Map dan Sita fUr «J» Land |ltg 

»ardan. ^ _ ^^ Jehran von dai- towciu al^ 

-na üarrniom ? .tPrw.^*/i«^nis«a dar ßtadt fllr dla rortaataotK 

Bühna abtrat, rlafon dla !»fordernl8«a fT' "'^°1,* aa? sof da» tJntw 

de» In Ansrlff ganommanan Plantins naoh «Ino» Kann, <*'ä' J^^.J'"-,^:^^ 

SJlatan d«r etadtls^han i^sttei dlgkaitaawalga »>•"•• ^r^J.Ji^SJJ J* 

tat, abar a. laj "l«»Jt f« "•'ni/S: I^jiJtan ÄS*l*>-5««» ^^ 
*»Slatrat «nd StadtTarordnetenvairaa««l«ng •J^>{8 J^^^ ^„^J^ 



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b«rül»»ti»n ^ftg«d4»lm9g9r Halbkugoln d«s 3tftdtburg#n«i^lj|t«i^d Otto v<» 
0u#fAck«i k0in0 «^ruft und G«« It k«nn si# von«in«rxdor Xo^if'oi&s'^n« 
t^omi Hautdir sprach^ dimn spr/iich dli» ^tnd^ji mochte «r «^»ji^^ dt^r "^nt«» 
wioklung «eisen odw xalt^^gern beliebten f ^jiflü tigf^n l^ponle gegentf-» 
gumente auf Hu-en i^ahi^en Gehalt aurüokfü]M!»ett«i21ne iim ah'"^ *^.5iyorX«|^ ' 
von IhDi «leir ie^v^lobtxini^ für die ^tedt i^i \iO iad?ri^«iir#*i0a guten 
ÖeetBrid einer Uiltoa ^tedtlcaoaej den er UöemiÄf eine Hinter- 

l^esienaehacft des frUberon verdlonten Stedtk^u^v erera Profeaaor Dr« 
Landaberg, lleaa er_c\y^ti?lt/«la mr aua dem *^atsbeu« welda en muaBte^ 
diea au elneir 2ait In der viele 3tMte, «aoh ßröaaere und potante« 
re^ Ihre Verpfliohtangea nloht er Üllten und :^8hlungar erapreahea 
bia«eilön ohne aureiohende Regif*rungagenebmiguiig Ubernaimen, von de- 
nen featatond» daaa aie auob nloht inneg^>hfilton werden konnten* i:)en 
•^ertUöl^aa durchalQl5?l£ont gut eufgegllediirton af^ushÄltspläna und 
der Kontrolle aelner Maführimgiii Jeder Boalöbnng hattV ihn aelne 
i£rfahrung in Iferiin gelehrt, d vera^im f tfef er Jl.n J«agdeburg 

dem üauahaltaplan-Blrektor und den ^-elter daa Ho'sbniinsTnjfüfunciaamta . 
ÜÜeräll A^trit^t, vereoi»gte aie alt dan beaten utlfakr^fton aus allen 
Abtollungen und gab ihnen weite Vqllai^aht# Aber üeuter vmaate genau, 
daaa ea atuaaer der Organiaation auch dea Geldea rum tvriegr'^hron be-> 
darr, daaa die ll07anninal;9it^tsanaft aiob aufbaut auf dQV i^aase^X^a«» 
halb galten 3ta<Ubankjind^parkB^se aoine beaondere sorge und Teil- 
nähm^.i^ine Hröniing fand sein Streben in dieaer Dichtung, ala ea ihr» 
gelang, die aq,h«obendcn ß.'Jhulden für die v?(!»rke dur^^h eine foste Axi^ 
leihe von Ip iiillionen äohweiaer ^'ranken äu ©raetsen^Daa Bankenkonaor- 
tiu», daaa 4ie vergab,nahm keinen Änaipaa en der Lötge in anderen 
StMten, keinen %iatoaa an den rotVnliehrhe^^ in der istadtvereal^ j 
tung, öuoh nicht an dßa roten Bürgermeister, deason kotitrnunlstlaohe 
Anfinge alt. gern er fr aasten. Von vornherein sahoa die Geldgeber in 
iveuter und se:nem Stäbe Garanten der Wli*ta^.haftliohi<:elt*Ia d»n ver- 
aohiedanen Verhandlungaphaaea gab Kontor suaamsienf ab sende ^eurtellun* 
gen über die i<age Aqt Werke, aeine Hervorhebungen erwieaon den Sach- 
kundigen, der in BerllnjJ geaehea, gelernt und etwaa vor eich gebraoh* 
hat^ i^le Beauoher aua de« t ankenkonaortium in Magdet^urg und das öre«* 



ml um aelbat, vor dorn :^rnat ITeuTer in Z'irigjb mit aelnem ötabe er- 



achien, veratanden wohl, v;aa Ihnen geboten tffurdei eine unverfiJlachte 
Verc^gansUberMoht, eine aufgeteilte Erfolgarechnung undeine vor- 
aohau^ künftiger Jahre •Das Vertrauen au Reuter lleaa bei don Geldge* 
bern an die stelle der Sotwendigkeit, I^inaelheiten au a<h ecken, wie 
ea Bunkere Pflioht ist, daa Vertrauen au aeinen ErkH^rungen treten, 
aie SÄben ihre Sohi»ei2©r-Frank-killion die aie aur ieit ihrer Fällige 
kalt, goraiime Zeit naoh dorn Aiasoheiden Heutera zurUokernlelten* 

Klne formale, aber nloht eben leiohte Belaatung war ea,daä8 der 
Sohweiaer «B» "^It img^ijesperrten A^öI andagelde rn gewährt wurde und xäali. 
aaoh den einsohl ügXgea' Vor achrlT^fc^^ affentllohe aebletj^l 

kürperschnft ,^^i?öben w^rC^n durfte^Vm über dleae ziahwlerlgkeit blnTiei 
zuk03i.r.on, gründete die Stadt Magdeburg oine Gesell anhaft privaten lüeejfe 
In die ole ihre v^erke einbrachte, undd ese Ce^eXlaohaft tia4»>^ dW *^^^ 
leihe oaf^Kle tmrdo gegen die t^erka-i^O ein Vorwurf erhoben, aaöh nao>;| 
der Herraohaftaübernahme dea Natlonalsoalallarsua wagten die ^^ ««^nthalSÄl 
nloht, eine Behauptung, daäs Intereasen d^r utadt od^r ihrer ^dr^er- 
Äohaft nloht hinrelohend geisrjirt aclcn; bei der ^ßrenaang der '^-i^ 
etündigkelt Ihrer Oyg^x^ geh £irnat ^eut^r «uf der Bsöla aelner ISer- 
liner *>^nntnl»ne den Vorsohlag elnea gealoh©rten Halv^on», dcrra- Ar.Iol- 
heglffubiger blieb/ nur^ waa dorn ai^iblgo5r|JebtTh*tV 

^Ine i€«3*rn«teBe der fCtemerel lat hier «u erethnen, die ^^9% ^tmj^n 
»agdeburge koawaeralellen Ruh« verband: Infolge ä^v ^^ 1 rta^. hart skr l»c 



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bml^* ^vjrl^ra^näimg ^&^^u, äl.lV^^ 



KTMt {««uteiP' in MiLgädburg 



(^^Aif B#it4» 5 tat var«ah«nUtch vor ci^ji lauten AbaatiSj d«r i^it 4ä9m 
. «ts l>eglnnt "«^ahÄii wlj^ ntm mit ^s^j^nftt H«utft9 In »ein iiaiis % do» f ol^ J 
^ondd ^baati» «u&galAaaena) 

Im ^öhulr;6aon h Alf der ^tadtaohulrat^ oin iffigUngl i ober j,mn, mxtgm» 
BtXogon flUÄ dea öl^0h3lcohQa Volkaschulweeenjf mit i^tolz pflegte ev aie)| 
z\x erinnern, 6rä»i: er bei der» ulktut döa ^^ats&oa 

•'iiln voller Liauch »tuül^rt nloht ^ern, oin IskOTCV noch viel 
\^enigor*% 

gelcr^ßntllfth «ölnrr ivotolmifrtthjreprüfiinß ''ein Lehror^ geschrietea h«b<| 
enatett ein •^eer^^r^^.Mlt l)m etreifte ^^eutor durch die tihnlonp Heu- 
ter» f.#jn_tnl» j7on ^aion^Elnis^^lh^tBn In ihnen '•ar frepyanflSalbat 
öohn utTd ^kei von*'!nf^Ht2K¥nrr©^^ l^utunleasor olner unireasenden 

Snh-nlbliatmg, hatte er rur fslnile eine TJnhrbafte De Etehung. Innig ver- 
hpindon war Eeuter sro2h mit »eine» Stellvertret^^p» dea Keoltea BUr- 
germelstcr^ der die «erke und die Perconalsaofcen betreute, und «it 
dem StadtkSsiÄ^erart öer aelTi ^ehtlfe auf vielen Gobloten dea atsdtl^ 
ÄShen ^mxahalfca^eaona w«r*'v'lt dlaaen vier Kollegen traf «loh neu^er 
hiöiflg, m«metoal taat t?^glleb tel einm tUpkta^hen >:«iffee, dMt Vor* 
ll?ufer vieler weiterer türkiJ^cher Kaffa^a, ol^ Hü-i eaf s® nm l^l>ens^ 
eeg erefrteteo»4ö4ttera r»ftahr>capbelteri ^^r9n Fliegen auf dor Tagea« 
Ordnung et!md«n, irardea ÄUgerogen^Meae ^öeaprechen ^Ält ihren A29echflrer| 
fangen Ina ^anaohllohe ^^l^en de(i IXetelllgt^a viel Klärung tandAnleea 
«u veiteren KlUrungen# eoter pflegte ca fnde dae iSrgebnla eu **formu^ 
Heren % dankbar emr er für Jeden vcrechlag hierfür. 



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«ard«» *u«««rord»ntlloh» Abgaben «!• GrundMuorbiatduer und Atali«- 
»•»rb^ltrügo kau« g«sahlt| dto IjihaberaoliuldyarsQhralbung«» d«r atadt 
UfttUtt »Inön Bö«'««nw«rt Ton «fcwa d«r Halft« liupöe *«»m*0rt«a « «» 
b«ldd« au b«a8«rn, «rklSrto dl« Stadtka»«« aloh berait» dl« i>obuld- 
vsraohwJlbungan eu 9o )( Ihraa Uannwartaa bai Anxial»» «ur Zahlung fttr 
dl« «anannton Abgaban cu verraohnan.ln imraa» üait afclag dla Böraamic 
tla dar Sohuldvarachralbtmgen faat «mm bla «a di« Armabmabawartung 
»otT 90 S< und für dla Stadk ergab aloh dan«ban nooh dla Jdgllabkalt, 
Ibra ciobuldvaraohralbungan planrnSaalg au tllgaa.Alna «iabanairitung dla 
aar Aktion «ar»daaa dl« ttagdaburgar Strasstnbfihnaktla, das Spar-*'»- 
nla» daa klalnen iÄaanaa Inllägdaburg, ml» In dan liuraanatlag iaia»*-»- 
gazogan wurda.Hab«nbelj dlea« ßfcraaoenbabn war «In UeJs^lSail»?« 
«autara, Brlnnarung an daa Barllaar varka&adazarna* braohte Ihr mmx* 

nl«faolia Pördarung. - ^* tr - 

Qttta Flnama- und Saaaanlaga «rlaubt d«r Stadt, «In off«n«a i^i"« 
fUr dl« Opfer d«r lü-la« eu «oigan, fi5r dla pfio^a deiijüitur und rOj- 
dla »annlgYaohen "^f gaban, dla Ihr obllagan. ho % Ihra« Beuahaltf „ 
gab dla i>tadt Im Wohlfahrta- und Qasundiieltawaaan au«, 25 ^ für dan 
Kulturatat «Inaohllesalloh dar Schulen.Bln tatkräftigar wohlfahrta- 
und Qeaundhaltadazarnent unteratütate Keuter, atündlg rang w mit 

' daa Känuaerar um lÄlttel für aelna Baatrabungan und, wenn beide nloht 
einig wurden ©ntaoMad Kauten *'Dar Ober hat ganlokt^.Megdeburgs Mit- 
tel erffiögllohten ea dabei, nloht nur eine Hotvvohlf fihrtspflege au trei- 
ben, aondern auoh durch geeignete Massnahtaan der Mlederteehr von Wot- 
atandan bu begegnen. Dem üaugenoasenaohaftaweaan war Peuter «alt der 
öerimer i^eit ein pOr der er7 neben" lEä'Vorgte In Magdeburg der Leiter 
der eaugonoaaenaohaftan, dar Fraktlonavoraltzender der SPD war, rdr 
Bageoeasen« BerUalcaiohtlgang. Tlefban und KoohbHU waren In guten Hto« 
den.Der Uoohbaudeaernent betreute daa i'heater.Aageaiolits dar Uot dar 
Zelt gingen die Ä«inungen Über die Ml;y;ftl^XÖ?-<Jaa .^^eat«r «uaelnandari 
man a tritt In wlevlelen iiauaern geaplalt werden aollte, weloh« Dar- 
bietungen wUnaohanawart waren, wie Regle und Kualk gaatfltet werdoa 
aollten, wolohe SHnger und ßohausplaler verpfllohtat werden durtten. 
Der OberbUrgarmalator gab dam Theaterleiter freie Jintanhaldung, aber 
auf Gmnd «einer Verbindung ralt dem ivunatleben In Berlin hatte er 
«anoh« filaalohtaa, dl« «loh aum vorteil der Stadt auawlrktan.Wle er 
Volkakunat gepflegt wl«aen wollte, umrlaa und erklSSrte er In aelner 
aede In der Stadthall«, ala er den dort anweaendea GQrhard„üaup,ts>#« 
g«l«gentlloh ««In«« 7o, Geburtstages feierte - dlea« frel_gahaU»n« 

't'ßad» war ein U«k«nntnl« weit über dl« D«cietltung doa *ngea hinan«, 
■ dea"^lohtar« "Vor ^onnewantorgang" tmrd« dann auTgerohrt und maohar 
mag nach der aymbollaohen Be eutung dleaea ntel« für dl« Varaa« «1- 

tan gefragt haben» „ r^ « « ^ 

a«h«n wir nun mit Kmst Hcmter In sein Helm, ilaaer «ann Reuter 
war ein "i^lgenspurer.Br sog nicht In die gerKualge, herradi «f tlloh« 
Villa, die aalnaa Vorgänger an aehanatar Promenade hergerlohtat war •►'^ 
•r'wohnt« In «ln«r OanoB?enschaftssl«dlung unddort blühte sein Fairsl- 
ll«nl«b«n In «In«» Wohnung 'von""vier Zlncaera, dlea %en war wahrhaftl»; 
«ltt«a freien Menn«« wUrdlg.Dort hatt« er aalnen Verkehr Innerhlab 
der Fsailll« und ml» seinen f^«'jnden, soweit er aolohan Verkehr nicht 
euf Möglichkeiten auaaerhalb der wohaung vorwiaa.In seiner Wohnung 
gingen dl« alten Freund« au« und «In, alle EU donan er dl9 Inner« Be-s 
»lehung hatt«, polltlk«r, !ü8nn«r der Kunst, .Irfcschafter d«r gro9a«n, 
b«aond«ra atartllohen \md konrnninalen Betrieb« und «ohllesslloh ^»•. 
ah«n der Preundnohaft a<iileohthin.Hler hatte er nloht nur dfn V^f^m 
alt den Menschen dl« 1ha lagen, «ond«rn m?ch mit aelnen BUdhern. 
k«hrt« bei den alten Gpleohen «In und •rhl«lt «loh <v.*- i— i-- - 



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oimi^ .fc*ia9, da«» «r »ftohhor In Ankara eo viel«« »u »•»opley^n rar- 
löodhtÄ.iir du:rohgrub den GiHhe und ImmtiP m^hr b#f«atlg a aioh soint 
U^^b» t^ «^-??.©i»rc(iimin und/DorothOÄ^ , d»« Kpo« d«r V«rrtrl«b«n#n«HlW bö- 
t^ aoUtote^ er solne Ooogrftphio-BÜohör mit d«n aclOJnen ßlldora»-%ar w 
Ä^og «iah mit der ^ali ßilt.Nloht allola die wirtöoiaejft«v7uader und ihr ^ 
Vergehen, a^^oh der moderne Wonach In eil aeiaea ^pekten «eren offea 
vor seinem ßllok.Hler faaete er die Gedanken die er In den vielen 
-ahlaelten, die er durohzuÄachen hette^ dann heraueatellte^iii:» war »ei* 
ne Absiohtt aeine liörer zu heben, ihnen Veratändui« für die hohen ^ 

io^iterien «u ermöglichen xa /die ihn «n aelner t^tellunsnehme brachten. • 
üooh der halb schlaf trunkene Mann auf der letzten Benk des VereÄnai*- 
lungösaalee sollte aufgerüttelt werden 2u des Reiters Idealsten, er 
»ollte aie veratehen.ünd Reuters tberReugung, dass die Ideal» tmd U* ^ 
nien »einer i^eroel die rlohtis«^» ö^iöni dleee Überzeugung w€^r so ^ 

gross, daaa er von dem tana auf der Gtraese und d&m ^Bxm in Arbeit ^ 

erwartete, sie v^Urden seine Ideele wUrdlßen und annehmen, aeiner *^»p- ) 
tel iiire i>ticime geben*^»eimal iat dieser Groase cntt^usqhtj ÄratJiob^ j 
ale er \m 1933 dachte, öqt deutsche Wähler yieräe ßich vom Rtlckfall 
in die Barbarei abhalten lasBon, er werde sich für eine nelt konatruk*-:i 
tiven Alf baue atatt Ilerraohaft auf Grund ZerattJrung und fiampf ent- 
•acheidon, und »weitöna ala er Im Horjbat^^lg^ erwartete, die ^^^t 
befindliche Regierung werde vom Volke kexne volle Vollmacht ernalten. ; 
taxaüOLX Dem stakkon Reutor von 1933 gab aeine niederlaßt die Kraft \ 

au dem Äartyrlum äor beiden folgenden Jchre, der eufgeriebene Reuter 
von 19!>3 »ahlte für «ein enttöuachtea Zutrauen mit dem lÄben#"Pul- ; 

iWermann" dagte r mir,*^elne Uehrhelt wUre zu ortragen gewesen, aber 
(lain aolcher I3ergrutsch lat nicht u verwinden '• Wo a gute *Hige hatte 
'aiah vorbereitet ein Remla au aehen, er vertraute, daaa erkannt wer-» 
de, waa grosS gut im Hegierunr5Sprograwm ael, und daS dlea eine Ver-» - 
wirkliohung von GrundaStzen der ßPD ael^Olcae :Urw<*rtung war sein Irr- j 
tuffl,weiL erlaubt lat, aioh daftJr elnea aolohen ^Vortea z\x bedienen^ er -; 
entspr^g «ua einer grundlegenden Kigenaonaf t Srnat Reutera, aelner 
Achtung vor den anderen 'Jienaohen, ihrer Würde \ind ihren Fähigkeiten, 
wie er aolohe taohtung gexelgt h. t In aelner Familie, vor aeinen Freun*»..- 
ä.m, gegenüber aeinen Be0mten,angesichta seiner wiitbürser.i^r erwarte- 
te 9!u viel von aeinen lUtbUrgom, ur.aere unfertigen Ver ai* sungaver** ^i 

hJUtniaae rl?ohten aioh 1955 «1« ^933* ■ 1 

In llagdoburg ateht «ein Name, sie kennen aeine •^^off^eisung, auch we»| 

er nioht aehr Ist, oie werden ^rnat lieuter folgen, oobal4 sein grosaetj 

Ruf an aie ergehen kann» I 



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I tfrtoaf tot tMMwrtornraafn trat vU»IMI tta« acw 
«L-<lM« «t« tl«MtaJ «»Mir tt. e r ■ f r »«fto la 9nlim tßm 
ym»m «Mtorat MM«it. •• ■«• «If» «■* (tr »■ rta «t* 
mrtoa. ¥tr( atsttiilt ta«*ra towM* 
I« «AWra. 

•fi toi fkfrtaat tor atota trT»attaa«flrfra flatt tl«k( 
«•I MMMrtMaMub taaa« »tltatl Mwrto«, •» M» »rnntor to* 
fltifl «««i Mr tatiaktafe«! «rrvalliat »a l*f*B. 
to« •■ •• Mfldt mrtoa aa» to« ia tot |r«i«(a d«tl tai*uM 
aato lrt4to da», tu tiato am atora ««naattaa«atoaart«a «t«n 
irafiia CtoaMtoto tt atot aa* rtar «miaral »aliiif*« ta« 

• «l«f(Bk«it. tW ti««aUirBai toi fttato «lictoTt aak laatoft 
KA aa« «aluKAta «al^toaaaa'a. to« m «ataif^fa tNtrtrwa ito« 
»rt«««aaa«a»wai liatoa tt« CMM«« WH«r «artHca »«ftaaafa, 
Wl ito« ««rnttaatfa iai fUl%aaa ina4| itoci Stirft aa«iMrl< 
tat totfUiit Mitoa aa tor ««TMliaa«. «ator« i| da« traM> 
Ira«««. M« Bt* aar Iftr« Xatm. taatota ttWa to^^atd, «ar alAl 

«•* Mafra »raaMitoa Nt M« laita ra« aw» r a«w la 
taiM« t «» aa >il i. 9m toi 
||a«tocaa««a imm, «l* aa* to« macffmaw« 
aatort a(*niaa«a. •«« It totot $m» ■«fatora. tot SlaM Ua 
ttmrmn a>i» krr «!toUartoa«r<««*f. to« (■ 
Iralk ito« «tctfatMa« IMi. toirMMt M* t«vafc'.ta4t« aak gf«*^ 
MtttA titilKi f«rtaaal«aUltl |M4WU imi «aftt«. 

tl« ta«lattvauf>al«a tai «aatotout» üattaaMaal Na« 
toltia iaMHt aa* »artaai(ataTH*«a aa» toawIraMMfa «f 
Htm. to«a fta* Ha» to« OM«»« Itorr fartrt SU atortratra 
P« aa* »aaa ai*i. ««aa ci»< taalNtatiaa toa ^alala ato« ria 
•atort «IMIUk«? Maiftaa» Itoira to« nHlHilMi gritWa litt«, 

• ••«■»'MatifaU« la Virlaaalttaata ta «t* 
Hatca, Ma M«r ito« toirlaatfalarlUfe totfrlatotn lattoM« Ita* 
aa«|ia««a. .^1« Ca«laltoaM(Tai«a irrttoa frla« faliMf to« ttoa* 
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»ifatt aa kl« Itoakttonirt flNtaaataatrtfiMri ta» »ctiaal. 
•ialgr taa(««» <i»aaa»ra airra ta ■la«»«»ar« awattot tt^mt, 
a«aa ItaaMta al4t »i« tMniat to« »nMlaataiflra tWa. 
la »aa Matoa a«»aM Mm. f alarraaaa 
ta «at»««taM fa tiaHii, »al IIa ««aarla« 
la »a« »«f Naa«aalait«ftBa »alt« la» »« ai to Ma a» »aa taa> 
aaBalfracra aa» INa««» »«« M»ufeto«f«ra. 

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taatr«»aaf«a MaitH. INa »«a krl«ttat«a IlllaUatora to« 
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If^mMf CUM» baaaatiltMca <natli<l«tHiaatta»» atj» >i« 
tteH tot »t«! StatotAJt a«c»(a««*>«» Uttot ^4 f«[toaklaM|cM 
tal Va|laa»f*ak tori^Ht «ta»» •Votftr»c< fM«. tri ta*(««H 
laM» lB«l#wi»aa» tot •ülaa toUMaVtit C« ftnara maartaat 
M •ra««»«^» «ta. ftotiiMlaara aio. >it f»«4« itaaiHtoit* 
Mtftct« iB eu» <urfa«to &MMt«:M<ft« u8UttBau««tji In <4ri« 
to» aB«ariawrtoa«w «uiMiitadai« Wi!i>aani. acttoa aaraii*)«* 

Cftt^M». Viambofttn >««|- uui «tdAta. ^«»r I t««m . 
Sitte to» aa* 9nc»CTAir-»irr «t»<iMu-n 3taMtat» Baml»- 
fdai«! a(«»«a aM«H*ta«r« tPütff/rawtiKr 9r4»rt 1ftm$e. 
Hiaayrlaiilfiii daaMla« ij^riHir «UMiar. trüan'. •ctrir»«' 
tal « lU (liVBim . Hr iu%t ht» nam t*ri;in ot|idn«rnfu 
Sta»tta:i ^u;t BxrtoR aottciAtatfcu fKni.iirrialdii V ti ! p f i • 
aaan co^, iPvriia', PIraii <ildra ?*i«ab 'Hamm, i^ara^ 
i^r 'ttdbUn tiMfl«-« ^äi irN* tai! in twiiNi>rrm IbaM* 
(tarne,. Tm* ««riaUat »<t riNtii tta»! lü falonito« #tti«tMtoH 

3i;ai8w. «tahi». f|iuaib£>kai iti »aai.t |uai ^i<tM- 
tat «cvAktt. 

VrArc I» Ittauntn, Ofin»r ^ «l:mBirR, 't^•,ilc I 2iimm;n. »ttut 
3(UrI ao, uuaiMti« 2 2ii«im;n. (toii>Akti iH Niant tot :*!««:•• 
9<Kltdtt 'tt^tx 

tit UAtt Ciakt f:>tmt füliifimf n^Ju'.iai Viil»'r;iuiNii 
S1 eiiMimra, ci*na^ 4 «timmrn. mtiV sS^dd '* U»<a)akli 
ifi WtntMrtialrai Vu1»rtmdiin 

9<i toi S^bi tor (i>4uilft.'mofrati)(ton «lanb dairn «■lUturlK'ii 
fiel Mccatirr unb Äiaati^mttttUi t>tt cuv.jxt. nNm nr b»^;«« 
8*nrl aöfloton. **• ^vr Wukt ff» tc*:«witr.I:*fn Äi»iO;?iuii 
MtoR »»c «ejmlftcmofrairn »ripr .^t-iul al> Tk 3M<it«i»fltff Ift 
Btaattfn tili iKrtn na«»« »anPiMt^n. tir tommunnH'n boUtw 
in jctooi iWobltwna ikrrn rr«iirii «anAtJalni 

ffadi <|rI*^;<»unfl Jcr fSoWcn mit »i« «(»un« MmJsti. T«« 
BleWaorlamou (jffci auf fl *<Kton ;n bir J^ti.tn. — 
«8« l«T Ri^tiffcitlükra «ilaa». 

«fton b<i *c<4iur>l''iiBnfl utvr Mc Qakt bf ; b;ri Nio;**'.*» 
ctabttoir txtliloHcn Bic Ät.iMiHioibiutfn iiubrcu »Xniubru.niS 
brt(f>untirn Arrntt iMtbmfM Ut AUiKtnoitn» «cmiisn» wn» K-r 
VH<»an« tor «trfif to« a<i»<if<toii («arirnftiirdpi« mit ?H-m 
3ta»i||ortrit(riefioc Äflufmnnn nn? .^iiuciburft, fton tot tn« 
itcBuna wn Xi. Ori&fnn><^a "1* Iurttor bri tor A'.nAii^r« 
««ttafla law»« »tot tot «atirttoa« ton T*. «•a»»m««» «i« 
««lafto« ker «fWttrHiAia 9«Ta<»T*ift«. «H« Nr fonif^N VtH' 
ta»«n ket nu|ip#f«ntii*ia «i»uii» aiittoB aaaowanu«. — 



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9!a»»rtiaii feftarru. «fr toiiMkK bbm ihm (n» IM« btt Vair«. 
t*il( «H «latokur». «OM 1«M t»« IMii rrUrntt rr in« ««toit« 
K»r(!|an»a«tf aak aar m* SdtvitHrtor :n orrlitor^nm ctrthmar« 
Idti». 9.'<a» Htoatotr»«« kttici IVidlnru < aon l(««i ht« l(«tt itaK 
rr »I* 1BI(> M« ÄdaiMc»rTfaan»awr! ircitri <ni«. «m tOlo Im« 
tB14 laar «r al« flnictacntortirttr tox .VMnv.mmt' tati«. Ho* 
inmi TnlnolBn.' aa Ükittncf nm Ittlt h» IU16 iVinal* rr« 
MffX kB*« tfonafnnff oa* ton (Nlrraktrnt ^uMot 9rHt0- 
Mtkktttm — ima <»CM仫 <h uu fcaH to Ina IUI ai«tot ta toa 
X«<ntt »N .9arr»(Uaaa*4fcUenH|aMn«. 



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akWBMalt a k. t Staototoit« fuan« flMflw» to« fSctwiRto* 
to» ft<tt««»«« tot e«u«riioi>«tMdxitt<n Km<tMut«41anM 
atatorat fl«c faitofasaa. 
Oknodf «HitoraMitn vtirto am il. 9t<*rai*«r 1W1 in 
«»«4nau viwrcn «li bciMii» m OaltontdOi IMM to* W^iturKR» 
fXflBKn miD lt(U< la ^<*tr 1»H «nr rntr nn» lai >hrr «W» 
»tt «Bcilt |iiTi?ii((ta Vttilun« et». fUMk rnwx 3M<tarHKi» Z<t>* 
takax aat Srlifitrn aiar (totumr |(alwraHRin ih ^otor «i« 
ArdRfoaaott in Cw«wrtttt&t tafi». ««»arn tritt ci la ton 
ftaaHiai tor itatn ^VbtxMbt ai* MaOrici 'Stakttat tm. ao 
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dual bt« KtaaMV bttiti aiaktiäie »octfciuimmtii. vdOMiU 
aiaarn al* ot»^> Wnwt Mt eo«tatbcau>traUn V'"*^*^"^ 
«nft « u ( • • r m a n n un» Nt lUibttaactrld « t tf « r vit9t- 
fldtifuaa Itt tn\ »urft» »rni Hx ««gutunj ni^t ou«f«I»tP*»n. 
ba tu Mtta (»«laliMtafhihinvia btanUan^ic £if Vciban»* 
luR^a luittNt «.>9<n fU| bi» «a Mt 8««« fe«» ««"ken «an!« 
mfaimatnkniAt ank »tt ttnf^rttta»«« iMt«»»"«" •>«■» •j?'*; 
aa«cU<4 »tr «cautaMa Ita. 2>i« CüuotiMh Mt Kti bcr SaW 
4iB3uni t«ttank. I«m h« ■lilldaniid atanblto«"» 
a«4n6(ru tti SRoaifttat antki« il«otflfi ej)otnwj|jna^Bi«n 
tutlf«. «m ya «tat «um futoUUb «u btinot«. 

«^a bulcn «patwcitsn'ib**"^ tcanrl <( avm vkt Bonaunot 
IhAtMdaaa ptcut CtafttratiUcCkn. fft aia^t t€u StattMc 
aijlatua »aa Uitum «IntiiWaij «lUtUuna ua» ta«. «im» Ui 
ttxun la l«f»im»en. oI» b<n. b«t nun Uilüti«! axcNn JbD. 

tw Rt*i»f toftion, iwf 6t» »ebti flUUgtnfttlt • « ■ • P « » « n 
t«|it. lu la« alte ««atBtct tan Ui JaMtafhaUn 9tM1lU 
MMiMtiHf- {«Mi aMlai aatpMi lotte. »ot |«i «U ttac« 
|taI<ftU8i Cyana aai aidt btrtiL OkatWt t» «nsäilt. "">">• 
fwrt ftnat«». »llo a»a|!«n (U atU br«i fDmm«n Oob«r mtt 
cmtm «aU b»« •rohjür ?'«»« ♦ *««" »a" «rntuttn, bafc cl 
K« ©ttttdjflften |aat)tTa(|lUI i«""^!» «■■ "«i '**^ ^t?: 
Mat» lai tart |a lTia|ni. t>tt at|M«i ««11, b««" »Sf*"? 
•etaaMaoea loaalt. tefttaiaiu ataUi« tea «ottol- 
«albttaiaaa. ttnb ta» »ox «»•«»•« «"^« 
^luai aia4lfa |U *• vit h\* tlctata •<iiktt: CU ..fyuU 
teM- ctala« m«t aif|r aiU. »cUUiaUa H4 «■> Wi UfHawan« 

•ta tatiat btt Xaaiaftate^ «ad Mt bctttt euSi 



aa« il« MK tattAfi aiit wtt i ti ili l« »«IttiMyiäfc to §<>• 
fUMaa IM Ifr-VHaatTtati^ Ml f«a|til«tetff ttTlIt ••»> 
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Nwift <ll«4ni) Mtait Itx.fMtalltaMfwHMt 
I atsflitBl MiAillttL 9ai Utifca f^tfk> M 
aatt Itt aoMutaiftea aa. Ia| Nt tciif »Min 



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CiUoll M^ B«nMi«l*lat 

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m) M »»t««»! larUatf^wuH «wclra »jHI«., ^^ ^^_^ 
•ialtxat#a«««riiDMrtlaxa«.lathri|ti|tni«t«tni««». 

lalalrlaHta t« üatlaal Hattfaalta. lak abtt etat MUdt 
faftnalt CttaV^^aln Mrlantea Mi. W faitt Ite fttt«^ 
ba|a Mtt. «itr awa btlattUct iwal«ti lotOltt. «totnftltt 
ttaalji attaMilf tt aaf Idl Ke««»t(illtai« ■»ifdta Cialt 
an» lKta|mla|n, bat Ht «tftflM«!« bit aBtiat|t XarifMttt 
•aMIijt 

CtoM». atfltti fCtaatbi.) fHauat btai f ntMO btr Kf4lttn 
aab 8u4 btai Intraa Ui eoitflltamofrattn «a. (•• fofl Mt* 
fa4t iMTbcn. 8a(rf4|(ii>ltft« «ud bald bw edaffn" titauUn 

eiolt». «taaiat (St<4tb|.) Mtiaaot. ba| Mt ««Ttttt» bei 
VtaaiHrott im lumdKrat btr Ctn^fnbabn baUl Rooihratt« 
befdlufi toccpfltdut Bcrben. i« Emni {ctmt ■nttoo** A» »irtt"- 

CloMa. Stlatt lAomm.) nuint. bcr stBii{<iM»irifcbaftIi4t 
Bttricb b«T Ctrahdiba^n txMHU («iiun Cotteil für b\t lOae« 
Butniett. 8i btinfit b<n laeiUm Inira« (in. bt« tio^nlatun 
|u tecbiQiatn. 

etobto. Aalatn ^Soi-): f^t« fictoMflang bei fValr^rctfc« 
mürbe t>cm Pcirr&rliiutaang nidt dtnlalt tua, b«aa et bat (etnc 
dcünb« la ber aa^taidnen 8)ml(&aftlici|c. di regt an, bi< In* 
t»i«t bem fiUinbäbnaulfcfiui) |a abctBMiJen. 

CbetbOraeraiei ftet Wratet: 8* t>ta Inträaen muh bei Ra|i« 
ftcat crft leuUuiio n(4a<rn. 't)it Stcaunglnalmc rairD abt>dn0tg 
fwR ton 6ci 9u9*. ob bi« »ttHdtftlide «MninMaQe btt Ctu^n« 
bobn otso^i bUtbt £<a IU4Un bn flolocil&t tan lafMUtot 
(Uien bte bct RtnoritAt ocienültt. 

Vit Ctabt». ^taatgt (ntdlH) nnl IhiHtt (Jbam.) ünb 
mU bicfcc •teOanonabBM m^ tiwi n t taa bi a . 9*t »enftea fl(| 
aeaen flatfAuHbctntuna. 

Kad kllafter «cfdAftletlnnailbclattti »hl M4Uf|cn, bU 
Mntxä0e an ben Sulf(iu| |a &lts»tiica. 




_ _ eirja 

Ipocca. Toab litat' •cfialKbi tat« Rä«tftMt, bcxjhitmtt^ la% 



lex aetM «tobtral ol» |hndnAbe;tcnicat brtnocnb «cbraadi »ctbt 
Baal btitten Kalt fitttoe« bi» Boten bei •»rlonbluapen 
MI bft b«r •n(raae ber irclten übet ben tRcxctn für •Uinmol* 
Baii0Da(f«a. C»tei tcurbc btm S2«n«tttt<tenr(bn(i IXtlct anb 

6 inet 09r4ea f»rdflu>n Dem k»iolb«nioftalil<bfn J<r<ifiioiilta|TeT 
lamboboi ftne fidrltunb« über bei arm(innü«i(icn OoV 
annqlbaa O'lo"»" bie «elMl bem unbelcbrbartn erm Wtaet 
hit Earade oeiJ<W>ni •» rafldjje »ubwnb ber Äcbe auf Winem 
etu|i umler. »ic ein Cdalbub. bem bet Uebret eme «tanb> 

*"" 'ttet'cad Boai llamfitat mirba ben ftcrtea btt lledtca ein 
leattWbtl »»tt otfait. f herftüraermeitl er W e a t e x am! batoat 
|tn. baH bif Safiaor a(«ane> »"»■ ben iflBII kt *tab! (e|T ga 
f^bt«rn i\* »<t namlKt in ibret enllKarnben Aorm ao« bet 
9tcHe #a|ltei*er sUtu \» au»<»ebea»et nerben, oI» \tt etn 8««' 

tamtnfrrud in Wirttbtbnra berfU» rrtola« X<iran tK jebod aidl 
atTincHea m benfca >» «««»nJ«I: »Utate »«^un«!. 
laauntetntbmu'iaen müKrn hA bei btt •labt ^ilfc 
lalen. nxii \u niAt mrbi itieitfr frninea. 

1^% aalb bu « m m « m ft e n tn ber f»ront (i e « e « b\t 
teaMtaRu|i«e l|>aatatH|(rtt iunbea.* netwunbert |eute niemanb 

«t ^|mi »wrbt la einti ftalira tbetdaana mit bea 
Caocltttleca ua» 1Ior«!rrn ant btr 8l(dten, bic Hd «u etnfr 
^ftUMH ISiinrbeit f«m c*.«d«4 ber Itabi niifdeiiwnb aar aidt 
|»«eb(t |atiui^nMa lonnen an» iBoOtn. — 

fite flccWMf Itt MMii 

fttl btt VetdnntaiaAani »oa fftnooben »irb bte €t|un(| 
«Mtntt t»r JBagiftrat tesll «tl, b<>| ir bei Cerfldtfuna bet 
AärUtonM betm CoUtalrttamt tm 1PctTa«e ttcn inonno narl, 
IM« er tan bet to»ialbe8wfrati|dtn gtattien lei bet >ftt|uafl 
In fhdtiaie beanira«! »Mbea »at. aa«etti««> !«*_ ,^ 

V««en einer N'ibfidT'ftea DoiarsanifatitfR na manfdtn 
•it^nlatprtal Ite«! (sae aiRfabc »M. Ctabtrot laalm gib« 
«utrUtcani b«iu. Ol baabcit Ud babti um Ra^nalmta. bie 
nod ta CMbtam btr Vcilanbinn« fulta. Aux aftbtatn dtlt 
(tC bt« f tabtattacbnetta . .,a U« *jt ftmodt »ttbtn. 

«tad ttaet fat|cr v*« Jta Aamaiuatften entfetltittn 9t' 
fdMtlM»aNai«aeb«Tt<. »iib la bü 7«fr«at»tiMni nnattrrien. 
dkm ttifntU »erbea eine Xet|t Retnri e«Tla«en erUbtft. 

tUlrr M fipItRtt Vrtirbana wn tfinttiutafbabren in bra 
ftnlitn Itrtdtet ttttt» dtaaeltrf iCa») dkt «r»trb«!o1c 
UH btr Vtatrifl flu lata, tw 0«eta|t »tib geoen »t« frtimowa 
läf famaiaam«« a*«eiH>ai«iea. . .. ^. 

«•1 m «eaatnadfang »tf fleitanfirialtt «a bt« f»trata 
• alle a. «tamana b«aniT«ara bie «tiametloiiaitltta 
»w fa»ant tat I ^Irt at ttriAnftra. na^UHm ClitbUnHf 
•Ifllti^Ul^t rrflfffl |at, M| Mt Waaiftral beoi Nntra« 
aid« laVtSaKi« «erbt, irub er «bgcUbni, n t)»rta|t, bt« citw 
tiMriat f«»»'» ««ff^tli »irt aacmaauRtn. 

Mm »en gea t ta«aa ttnlaa etan ^ taltalltifa af 
Ha SSMtcilaat br» MlMa«f«*ffffM»t«atl lfr<dMt ^tabta. fIMtf 
(S«*i t*t dal»« Mm «m StMIdtll«« »«r ff«|llta<d«" 
LWlü »tilt«. tf» Votloit «tu angtaooiaitn. 

Mm «tnatdlitM Mt »aaa «ta «ntruo n IlttMtn. In 

.te mn Hl pfnißitm fit »rttidtmtjft btt *naf|»a. 

K»r3 i^ aal »aani aniMdaa l«l««altt tnitag bn tau«!« 

»tri trfadi. M Na ttitlli«H »« 
(eabalNVttilUlalt la|M «t ••rfe«. 



dl laanat anfdiltttab bet »crrfMaa bt« Riwillxatl filet 
Mt Ridlltfelano »oa iiset etobttaiWteaea gar ^eilenblang. 
tXcbtt bal SaHaabtlamaiea bieftf «orfd^l bcttdttt dtabt» • 
Datticin 0an. dl (oll eian bei biet t^argefdloieatn unb im 
9uni Icctttl 4kiBd|U«a »cnanat »tttta. Kugieid »tri eta Vw 
tcag btt dtaatlaattti. aS« bret CtabttatUfcIlen einiufMien. mit* 
beraten. 

Stobt», talan (Jbaiai.) leontxatt ttrobfe^aag bet Ctabt> 
tallgabi auf «dt 

t)tz «Rtraa bei Ctoatlpartei »txl »oa et(tfit» dtaatai bt« 
grflabet dt n>tS aOe bret tleaen aal dtfaatntlgrünben (anen 
(allen. 

CbexlätjKtineiflet lleatei ctnärt. bofi er bem Vntrag ber 

Ztaatipartei ntAi beittelen tann. I^ti Raatftrat ilt bcitrcbi, mti 

porfcmlten Rlttctn |u atteiten, bu QkidaftlUiae erlaubt loeitcre 

lafduntung aber atdl- Xu aageiMRnte Btnan|Ia«« evfi>ttcrt. 



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fUätra« Bid|r<tMäM HwH. Kai tian l«r Icii, In 

«Hin Mltaiait »«CtaÖrt; Mm l«fia«|i ■«ö«« !«• ^ 

»oatlltat kl« •• i«l«l iÄoiUlaü. w« Üd «al tiMi In «ann 
laftr ga leülamtn. Zai sCtdl bn etabottatlatita »al« n la» 
W nMlrni. lui bmi »erdnbtri«« Oittfdtrftlni%äUati«a Wm 
bti Raattttel ie|l bt« ttaM «it ttacl dtabtxaU »ac »itftt MI 
ntdt W» ttut faaljftlUiit «ttl« I« ftag« jMuata. «»Mai 
fBmtn n« ndMolltte »tilta. »«an Mt fMtAtigaa| «tM«! (M 
limntm Hd uil«l««beffea fit Mt Stobt leta« »dvtengleiica bn* 
oul «roeben, »ean kM auf bi« Ciabl »on |»tt t^rica »»cgidttt 

'^%tobt». ttwMkm m»m^) MÜ »ü Mik M« IbdU Mtlta 
a«a nii« «Uoeben «M>«e 

CtJetburnetmrtJmJInrtt« Idaal aad ttnaal. bafc »nt|« U 
lo* oDe brfi «ifUen »oil Mf Wgwraaa beMiCt »«rbei' wurhea. 
Xainildea Hebe alHt ber ■bboabefdluH bei ffdoHirail. befiea 
SpataiUcn uud beim 9tcgi«i«nai»aifibcBtea aa«<laaat »irtra 
vi(b. 

Stobt» tttaet (ftomm.): TU Aedle rebtt (aaü lanuc««« 
Spatlamtcit, »onim tut fie cl |ter niAiT 

«ei ben dtUuternnflen bei «oritel^rl gat WMHaimaai tu 
holten ftafcner unb ViiiAeioiti Crbnun(Urufe. 

Ti» "liiite crllJii. ba» fi« ftd an fetner IMtimauiag be. 
leiltaen »etb« Tte Intrdge bet RommumUen unb bei StaatI« 
paiUi «nerben abaelebnt » « ^ ^.^ 

9ür »u ißJobl a»etbtn »otaei4ta«ta »oa bea So«ta8«aia* 
ftatea Buloermann, »cn ben «i'mmuniiien lÄlbeL •«• 
loübll iPlrb ^iilMrmunn mit 31 «ttmmen. Iir Jiriii« gib! b«i »ei 
OaM »einen aetitl «b Setft» a*»«.-l *<"& »«'H. 'e4« entlwUen bta 
«amen «<}bel »itt «ui»erm«tnn fcfl oHfl ber Ragtitrat bie ««• 
itattguna nndii«l>en. ^„ ^ _^ . 

IRad lAneQet dtleWgung etnuier tl»abuadieB »tri eia la. 
trag btr Wtdittn auf Oerabltiang ^er «utii>««5ie»Jidt« 
biaunabirStablterorbnelen unb unbeiolbeten Stobl* 
tat« auf SO Vtait im Vlonat bcbanbcit. Xei eifpattc Stttag i«l 
bn OinteraotbUfe gat eerfügaag geiteBl laeilea. 

dtabtv. «taatai (»tafltlp.i bebouert, ba* bie Redte M 
nidt mit btn anOetn Jlrohtontn la Uer'Jtniuno ge1e|t bat Tot 
betkiutrt au^ *taM» ^lumboj» (Soft.) 9i bvontrogt ein« 
iaterfTafHoneOe Beft>t«*ung mit ber drlebtgung bei &id( la 
boanfttann. Stob» llldMain (Hemm.^ loenbct fid fifta bea 
Intaag. «i »tn, bo* nat be« Stotawrcttmetea »ntidibigang gf 
g^U irltb, bu etn dintomnun «nter «>» norf loben. 

Xte tilebigung atti» ber inletftafitoMaen «tguag «fcn» 

*8ur Betftanbtung HeV« bonit Intraoi bet toai«untl«a, 
Mt «d mit bea «emeiabeotbeturliSnen, ber Irlei»^ betn 
Rogtitrot u. o. befaHen «Ste ttwtben oom €»rf». •of- 
lunaeni ■ulfiibrunjien oot faft leerem C«ufe begninbet. 

Stobt» Sad i^Joi) an«Bortei ben Jtwimunftilen ;| 
fden fornmunitliiden flonlumaerftn |ai btt Vitttuna lÄtt^roKirttgea 
Ibbou ber C-ibnr ni* •eVtlter Irontrogi *«■«" baben bi« »r«f 
auiRtittn tbr it>abret Sonnen «rAeigt 

«toMD «e»ei (Äe*tla.) erllarl ftoHnft. ba| et mit feinet 
'Webe itibtt Me «Suhortr »on btr Intjune »erUiebt« b«N. «ein« 
JoÄtrunatn ititn in feiner Wttit butdyfubrlKir. ,».,^ 

«a« einem »AluKmctt »aftnet» merben bte f»«ma»iti|*ta 
Intttige abgtlebnl 



I 



itt 



VMmtOtttn f«A»i0t Hn ftct6lt dtc CtaM 



8ui fteilanblano fielen bann bie Infroge ber Redttn ilber 
ben tieteia fAr dlcta»«bnangl»efen unl» flnit^cie 
btt Sogtalbemoftottn. 

^tabiK Weaee inedtip) be^rflnbct bi« finftane t^m Wit. 
teUunglbUitt btl titrttnl für lfItimDcbnungla>t{en babe ber '^tt- 
tin bte (rtnitfOung btt IKtetMiblunatH »uUr Sttiglitbn betonnt» 
ffcgelen. «wn gtorf |at bic «labt aal CWnilninttteitermitteln ober 
m )fber fRobnung inBefttert. Cltr lüitiütn b*t <£tctbt (trode ©fttt 
Betlortngebtn. ©offentliA tf« ber «Uttin |o gtfeftijit bah ein Ju« 
fammcndrud mdi eintritt Tte (»eburien. unb ?>tirot»»iffcrn 
ftn» ia Scatfdlanb metl ;turü<f(ie<|angen. \a Nah <n dufunft groV 
Satgilottt atd« mehr bnrcbnefübrt Bett>en »müden 

Stob», flaalam <j^> 9it mtAtlfrattian bat fid burd 
etat »etitttt* Vreflemelbung irreffllren lalien t*t IKtiittlimol» 
blotj bei Hercnl für KlriniDolmui^MiiMfen unlrrTidtttt fttne IKie. 
ter ftber btt Äinan<i»erVtItniHe im ae^nwartigen ttautneftn. tfl 
Ifl aat|(|tt|t »oilca, aw bet •ttein btafame, »eitn fdileiM» 
Ktttci tlia nietta nidt loMtin. «t« Btalaung bat gute ftriUMe 
gcgttgt. tm Rtettrn gefdieM tn btn Reubanmobnangen ein 
Untcdl. weil bie Wtetra btird »ii lolen Soulotttn «u lentr ftnl 
t\t ilroftien (orbett Mdbilfe tu «nfcage Nr MedliftAfDon bot 
fu liberltetMcnhen un» uamobrrn frefftnadttdtia aud anherba!b 
Raidefratgl ft^Mt Caran ttAft Ite He^dlfrariinrt burd btr 
ffpr«wll«t»»g ilret Infrotie, Me Sdttll SiaMti «lumbobm weift 
nod. »1« prtaate unb biltoetlul grttltttc f9obniiitti*Nitt(wfttU 
(dtflen in firnfuri genua (tnb tie Infroge ifl cm «lltittun«»' 
i^tbUr ia ben eiortn Ittiben Ti« .^fAtlfrattiisn 



(dtn Öiel.nnhf ncxb antrfwnb un erttKinen tlt 

4tabiD. MallcTfl («toatl«.»- »tabt». Äofniet »at brm ttJb«. 
httotbntKn Unrtfi uii» bei tPftleftenbeil a*lk'ltfn. lati» b«e In. 
frone ber ;*»c<tulf.tflipn firb tcm (»*mtinnag!oitt ^uitn leia 
(tatet TttnH trwwftn. C>«i»f;nili4 entfielen Mua« '«•»•*•*• 
tt(l«. Tte Ceiter bet cemtinntlUgen tiNia»«reiae labta M«riM* 
laitand geffen lAumige XKitUr aeAtigt. 

C»«T»ir«et»el«e 5 «ealee 

Tte ntdiilfrofüon tixtre tn bet \:.i(t* it-rnUn. ttd p|n« >«• 
fltiftaae im *.uUtiaettt übet bir »J.ige bei Jtrtm« fitt «t<in. 
it^bitunalttitfin |w ottenlieitn. Tut« lolAe InftJgm anr» eo» 
«nUben ber itoM gefalibtt. Tet Slabt mib baburA »et »reSMt 
f[idB)ert. tu «og Itioi lattc |ebr«»««« *•« »»»»niÄte •uManlt 

«labtP lletd«fM («<dt»t» ) »ctfadf bie »tit«te 9aatitt«> 
feil lu Nrtel^l(len. . ^ ^. » ^ ■. 

€t.iMP «flev i^edlftiJ t| »rtlounl. ba| Mt «iiftatfto 
grcde tirttuuno Mmot» raten lobe, «i« «titgaag M »t« 
re»io'.id but>ti bte WiiteiTun^jf« bei »ttt n» rntfiaaben. T» »n» 
»att tViiiwiit|<lo|t 6>tbe «■ iltfi »^tii lfc»|tiun|jitn tifte|ea Uje«. 
Mt tvvibU hyt»en fiwne«. t»« teiwbei«'«tfai< fAc b»e Re**** 
liafluiN mdtt an. ^ *. . 

gtubm. tfa»Hl» •*«•) flbeiftilTt b« «ceMamntRta »n 
'.'üpc tn tbter VuU*. ?« ÄuWanb IM S« ,>.«mUwE eine « -m^M 
flemtte KBöbnflaOJe «U la tentf^Waub «m ^«»trdKt 
irp*ful<»tiBnJiool»nun(jen Ni Uninbettalte »n ben VelnaMgea 
btr »lVjuaencltuilcJMtt»n gtlfi ben *«rUil Vr (Kmemnugiatn iTaa» 
mei|<' «II temL>nitrnlt««#t*|ch ful f<MeAJ« (»«««i»eOi*k|l»« 



In «mmtrUr iBn'lreeitänö'beT fNoinii'ntlgrÄVa gtHliaatt Tu \'~^ a^^'tit 'iVortbtim^tettJdaf» Me befie 
ffnf»itflHng fcrt of^r N« «oiialbernnfialrn red« l««»^, .^"'f tte Inf rage Nr «t*M|n»ttnm M» «;« 



lirtbt oUei IUI üetnrenbniing Zie (^ulbeK|«r «iil WitleU unb 
•ratiiaelnupgrn mAifra lid Irati bei bea 3a|iaIb«omltateR be. 
bonfrn, »«^ ntA« n«d «tebr ibm l»alnn»»flen leer lltirn Tte 
Sougentflcnldaftea fta» «ufgtbaat aal Aiafdcn aOn didtunten 
an» ft.tb burd ibee 9inf«<lleit gefaab «iMttbtn. 

Wfttei «iM >«? «ebner auf Ma ttad w btt Te»a|tim. 
•tftSfdah ein uab cavltfiu btr lütdUlMtfitoM. >ul itiHlt^itb 
bamil ga Ie1d.tftltta. ^ _^ . 

Ha eiVtcNa t<« »tc Cfnid«n| btr trtannitatr VnUnlaag 
unb f llgoag ber e«nigingfteoti|ipnW Ut btt llenbaatea. Tai 
»uHt eint «htttailatang Ititatea. f «rd Mi fttOMiimlMgc 
SaaivMft (M «Hell rtteffr» wM%. «te eaaManlir lab 
tegtUaMtg Waaiu •aTb«n ?m frttta «wt« »4|M ba* ntd« 1t 
(«ta fit »tnlgtil frtit» »ntea gctaMt 9t¥9 bal »ttM» «aain 
(UM. UM lolta Rtetta aab ga» «idtlegrtita Mi »i«b»itlti- 
tädaanfrn aiA «am ftnCammtalrnd M« «tfUfldMlt«. ^^ 

»»WH Man »••••J »tllt MI •w?:""*!*«'« JSS 

naagHatf^rriaea rt«n«Wl »ffiW« »•• id«M«M|* i^i»" 

NI aa| aar. Sttln k«|t et boatl, bal »mi Ma »lettia «nf M« ♦•••• 



b««itt erttMM 



btnen 



In^enwitimen »atben Me famalNcmuftaiifÄea iHilvifi. nad 
I b<» IVitgbetmtgfi HMuiiMretn txt Toai M (K«w »> tfd«a 



ftcimittiirit.lMeirUidafI »i»* 'm«»«' d* naliftnaaana ff»4lrl 
laiiMn (oU, bnmi H« bard f|g|ibaraiodu«f Mr ««lidl 



^(dmmcnltad Mt Okfcatdah »A»biai giialua »frira 
dWi« intfi^n ^iiMti'ig \M bocouf b'ag»»*« i 
«a« M» ^algin«ftf>ifriiu|l»maien In add)»n OMin 
(l«i4a(Ha«n tat tt«ei»<«h»«^'» Ml "^ 



mi itaii »t<*ttnlaf*iat*i»iMM*»«dM»«am*»J* 

PHa M« fKidiMi »irladtHM^ M«a »iftnii^ •ff' 
nm f rfoifle 4r an^detntid »«dl M|a|M. S» m ^»mm 



tm* »eitifitdMt« Kn|i«Ma*«li 
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C6crbürArntirtft(r 9{entcr 

fü^ct in feiner iBcorüf^unofircbe fol^cnbed au»: 

«sehr flccftrter .^ccc Stoücoe! ^u' 3tnbUierorbnctcn»??cj:fanimIunn 
ber 3t(Tbt S'iflflbcburfl ftal Slnfan^ ^uU Sic ,:^ufammen mit 
.^ipci nubcron .QoDcflcn f^xun bofolbcten SKitolicb bc3 SKanbeburpet 
äkiiaiitrrttö nt'iiHiWt. 3<it bicfer SBaljI finb eine JRci^ oon (Jtcifl» ' 
inffcn itf'cr unfcr S?anb (\cIommcn, bie aud» für unferc 3tnbt niÄt 
i-<hnc »volacii fKibcn bleiben fönnen, unb wir toaren be*^Ib alsJ 
^.'(uaiitrat n>Jnötint, bcr 3lnbtDcrorbuetcn.^^crfömmlun(^ ein« 93or» 
liMc ui untcrbrcitv.n, »Donocö jpir biS ^ur ©icberfe^r befTercr unb 
flcorbnctcr 'ik'rb*illnifTc auf bic S^cfc^unfl amcier Stellen üetAicöten. 
*iL<ic haben bnmald ba8 SToncoium bcr Stabtbcrotbnctcn't^crfonint» 
luujl criucijl, un^ einen ber brei ocnjäölten sperren ju benennen. 
ui;b n)ir babcn bofouber* botauf binflfiriefen, baf^ bie finan.vcUe 
Viane ber Stabt c* crforbcrt, bie StcUunfl beS t^inanjbeAementen 
cnbltd) mit einem DoIIomtlidb bamit betrauten $vcrrn j^u bcfefeen 
unb bem ,'^u|tanb, bcr ^bncn in bc!annt ift, ha^ biefeS Amt neben» 
nmtlidj üon einem anbcren SKortiltcatSfoIIcncn öcrnwiltet tt)irb, ein 
'dixl^c ^u üindKn. Tic Stabtöcrorbncten«^crfammIunß üt unferer 
'lufforberutift rtefolftt unb bat Sie, febr flccBrtcr .^rt Äonepc, für 
biefo ."vuiiftion qcrtiiiblt. '^A b<ibe nun bic Gbre, Sie in ba8 Amt 
iMUö befülbeten StabtralS ber Stobt XRanbeburn cin.^ufül^rcn. 
^i:- n"t bov eritemni, hi\[\ icfi aXi Cberburfjermcifter einer Stabt 
fii tfhvc b*it'e, eine folcbc r^funftion tioriuncbmcn, unb biefe (Jin« 
fiibrunii eriolrtt unter llmftnnben, bic fic bieüeic^t untoiOfürlii^ 
ul'cr ^en ^inbiiicn einer fonftipen ffinfüBruna binauBbebcn. Sie 
^ill^ inbiolrturt In-folbetcd 2Rit(tIicb beS SWnailtratSlonefliumB in 
v> n I bf r it n b t acn^efcn, Sic baben im WeicbSminifterium bc9 
,XnnerTi nn bcn ^llrlvilcn bcrfanunn8re(f)tlicber 9Zatur, bic fid^ mit 
ber 3fclliinrt bcr (Homcinbcn in ^tarfem SKafec b<fdKifti(\en, »nit> 
arbeiten fönnen, Sic miiTen olfo penau rtu» eigener (Jrfa^runa, 
»nie bie Üai^c bcr beutfcbcn (Memeinben unb Stäbte beute ift. Sie 
UM^on. i>i\i', bcr uniiemobniicbc Tmrf einer fdinieren ffiirtf(baft5« 
fnfe in itnrf einfcitiner SScife bei bcr 9lu?cinanbcrfe^unn inner- 
halb ber Träger ber öffentlidben SBirtfdwft auf bic (Äemeinbcn 
\\dc\\t nunbcn ift unb baf^ ben Oicmeinbcn baburcb eine 9(ufnabe 
oblierit, beren i?öfuna i>on cnlftbeibenber ^E^beutnnn für bie fünftifle 
v5'ntu>irf!Min nnfcre? ftäbtifcbcn OkmeinmcfenB überÖaul't fein, 
uMib. ?ic finb ba'' ift auS öftren ?luffäben unb Sibriften Be» 
fiinnf. \\ui> NiS (lebt ja au<b mi8 ?brer TiitiaTcit beröor — toie 
nn ittle, bie mir au? bcr Ärlvit in ben (Äemeinben bcrt)orne(<an(^en 
»tn^, ein über^euflter Wn^änfler ber ftäbtifd^en 
i' ^ l iMt c r m a 1 1 u n . nnb Sic tocrbcn fo flut »nie idb unb olle 
ll^^eren nnfi'en, baf', bie iuiblifd)« Serbfttjertpaltunfl mie bic ©clbft» 
i\in'al!iin>i überbaurt fid» nur bcbouptcn, fic^ nur balten Tann, 
!i\'nn cc ibc nclinnt, ber unflcbcucrn finan;\iellen Si^teriflfeiten 
'•''crr w UH'rbf n, benen fic annenblicflid) auSfltfc^t ift. 
£ir finben bei ber tlcbrrnabnr ^xt% ffmtri in Wla%%t1mtn t\nt 
3tnbtiirrni«ltun« »er, beten T^inaitjim fflnt nlAt in Via nie« 
(> tt r a . aber nu^erbolb SIK«(|bcbttrfl «19 fctfknct grlten «nb httf 
■Huf ein bnrAou» Rutrr ifl. 

"bneii UMvb uidjt bie Hufflobe oMiet^en, bie ^finanjen ber QtoM 
W a it b c i> u r a in Crbnuno au bringen, fonbetn We flufgoBe, fit 
m'aefidjt? ber arof;en 9Jöte, bie un« nodt beöotfteben, bie fi4 
•ir.ifi'Uo:« iteincrn merben, tn Crbnun« %n Volten. Xo8 »rirb eine 
lisfaalv (ein, btc (id^ mit bem, tPoS bilV't fleleiflet tsorben ifi, 
^n^d>au^ irtrb menen lönnen. unb trenn ^(nen baS — toic id^ 
;'\bneu tterUdbem fonn, mit unferer llnterftüluttQ — geliititen arfxK 
bann n^rb r^bncn Dirlleid^t nicbt bie uolle 'nnecf<nmin<^ bei R4i(^» 
burflcr ^^üvaerfdwft «uteil ttjetben — fo ßcof^ QVufioncn bfitfcn 
Stc beim ?lntriti T^btef Amte* nt(6t ffäben •— , ob« fl(^ bie t»ob 
VlnerTennun(i oQer berjenioen» bie obieftib ftbcr folAc ^noc 
urteilen. 

Sic twrtcn fid). wtc^ter ^rc Kollege — kimit foge i<^ 5bn«t 
audi ni«^tö 9Jeuc# -. übetbau<»t unter Vtitioen «ertältniffen »on 
^imufiiMifn frei nrtf<!ben muffen. Vktt ein SRonn in ^ptet «teQuna 
beute mac^ unb »ie tx e» möc^: fl<!^T ift et immer DCt^bctl 
S<«enn ein ginonjbtsenient. toic ef in 2Wo(jb<buco oeäAeN 
ift. ArfcrDen onfammelt, bann fe^^t n fk| bcc CitMotton «ul, lofc 
rr in bet Stabtt>eTOTbneten'^rfdinmlnii« intet^Siett mitb. »iefo 
et boju fommt. 9lc|et«cn «n}vfainm«Iii, bot («i Mk pnti »ji«t> 



I 



I 




bSrt! Qemi et fein« 9lefcrbcn anfiTmineft, bonn fcbt ec ^d^ gmj 
fuj^x bet <oituQtion au», ba^ i^ bei näd^fter <|Üe|fnbeit i^a^l 
tottb: txa Hi ia fein f^tnber, nidft einmal HicfenH.'» Vtt bei Kanu 
anf^efammeltt (^>eiterfrtt.i '?llfo bamit. oerebrter i^eri StoOt^t. 
tDecben ^i« rechnen muffen. Sd^erigfeitcn ^pvcben ^f^tn ttfieit 
in einer Seit« bie erregter utib neiDöfer ift al» je eine ^ii tiMox 
toar, in münniöfodber Art bon aüen Seiten Iwöt^m'"- 
Qi toirb autb in ber Äatur ^Jl^re» 9fmte8 lie^n, ^ah 3ie Txäi nlAt 
ubeaxQ 0<^^unbe ecnterben fönnen. Sie fönnett nie|t ouit 
bem^rofjen ^fäilbotn bie (Mnben nacb ret^tl unb 
(inffl, nacb <>Tlen Seiten auiteilen. (Sie tnerben un; 
bielme^r unterftüben muffen bei ben SJemübunaen, bie tvit feit 
SRonaten Octrciben, 

bitrA ciferne SlMrfamreit tinb Sttl^erfte BurfitfbaÜnnd ei im rt« 
mitUäftUf baft islr bie Untetftfii^nnfien hux «iul^ablani brinnen 
finnen, «iif bie bie «erntften ber Hrmen, auf bie in»bef0nber( bie 
fcbeeUag (FrtterlKofen in unferer 3tabt einer lerei|li|teii 
tinfbru4 erbeben f innen. 

SBcnn unS ibai toeitcr öelinpen iDicb, bann \nallen toir — bai ift 
tnelleidjt ttivcti befd^iben, ober idj (»lanbe, bicfc ^öe'cbcibenbeit ift 
bcrccbtJQt — Äufrid)en fein, unb mir motkn, ob uni bann ßob ober 
Zabel trifft, «n« fo^cn, baf; niir unferc ^fiidit (letan bnbcn. «ber 
fc^liefelid^, t>erc]^rter ^rr ilollccie, locif^ aud» idb, unb Sie »iffen 
e8 auc^; iSBenn biefe ?lrbcit, bic bor un8 ftcfH, o-bnen unb mu- 
ftcmeinfam mit 5bnen oelinpt, n>irb mic^ bcr l'o5n nidbf au?» 
bleiben; bcnn tocnn eS ben üffentlid)cn .^ör^jcric^ftcn in oemetn« 
famec acbeit, bic i<^ an biefct Stetlc fdbon meJ^rfocb bctoni babe. 
(lelinflt, öuf bem SJe^jc, bcn n)it uiieber^It borflc.^cidjnct baben, 
unfer S^t in Crbnunft ^u baltcn, mit fporfomften SÄitteln ^u 
toirtfd^ten unb bafür ,^u )or(jcn, baf^ toon bem Wrofjen, moi .^um 
Teil erreicht tnorbcn ift. mbiilidn't jpcnia berlorent^cht, möfliidjit 
biel et^Iten toirb. baf^ auf bcr anberen Seite bie iöürflerfdwft 
möfflidjft flefcbont mirb, öann uurb bie 3^it fom.Tien, n^o bic proben 
S^en.bie uns iji bicfer Slrife jeOt auferlc{|l n)Drbcn finb, rtcmilberi 
tocrbcn fönnen. 2>ann ti>irb aud) bon benen, bie fid> ben Sinn für 
Objeftitoität unb für G^rlidjfeit lai ^olitiidKU STaml'f, ber ja oudö 
bor unfcrcn Toren nid)t b<^Umücbt. btuKibrt babcn, bic ?Inerfcnnunn 
nicbt ouSbleibcn. Tiefe unferc SIrbcit niirb in&bcionbere audb i"brc 
lYtüAtc tcc^n für bie fünftipc, beute fo ftad umftrittenc StcHunfl 
bcr ©cmcinbcn; bcnn babon, ob un5 unierc Arbeit ic^t oclinflt, 
bannt bic füuftiflc foftifd^ ftaatöredjtlic^ Stellung bcr (>Vemctnben 
im öffcntlid^n Ücbcn Teoitfc^lanb») ab. 

Sie fennen SWagbcburg fdion, Sic uurben aRoflbcbuto 
nod) mcbt fenncnlernen, unb Sic rrerücn fcben. Kor? biefe* 
iWaobebnrfl, boö Seute, tfie eS nidbt fennen, nidil riduifl ju 
tt)üri»igcn »iffcn. eine Stobt ber ilrbcit unb eine 
Stobt ber Sciftunfl ift, unb bofj biefe Ztab t mit 
ibrer iabrbun^ertelan(\en ^robition burdtou« 
bcrecbtißt ift, ftolj «uf boS ju fein, rtjo« ibre 
bürget in beroangeneji ^^abrbunberten, t»oe 
il^rc öütfler in ber fcbtocren ,Seit nacbbcm .<>rieoe 
flcleiftet boben. SBir fijnncn mit Stols auf biefe Xoten 
lurürfblidcn, unb xvix trcrben fiol^ fein lönncn, tt»cnn ei unl (i«' 
Unnt, ba8 öcfcboffene ^u crbaltcii unb c8 beiicren Reiten entfle(teii' 
^ufübrcn. So, n?ie id) Sie fcnncnaelcrnt bobe, fo, xoie idt Don 
^l^rer Arbeit rteif^, bin id) übcr.^cuat, fcbr aecl&rtcr .Ctcrr itollcdc, 
ba)& '^^nen bie EJ^cifterung ijbrer Mtbcit (tclingen loirb, uni) bai-, 
Sie burd^ ^bte fieiftungen bem immer noib iveltberbreitcteu 
CHerebe ein Cnbe mad&en Serben — ttjcnigftcn« für ^bre '^crfon --. 
bai in jobvm, ber au8 IJbrer JRi&tunfl fommt, ni<il ben Vicinv 
ficbt, bcr ein 3iel bor Hupen bat. bcr etmai leiftcn toia, ber cta>a^ 
fann, fonbern olanbt, jcbcn SCJonn !^brer JHidjtung alt einen 
iparteibu(bbeamtcn f(^mäben gu muffen, fiaffen mir uni, bercbrtcr 
J&err ÄoIIege, burd» gor nidjti in unfcrem ;'^iel< oblenfen, ber 
Stobt unb bcn 5ffcnilid»en ^ntercffen uncigcnnütjtg, unporteiifdi 
unb gerecht, immer bai ©efornnuobl ber Stobt im Äußc. §n bienen 
S>ie 8eü unb ber CPrfoIg — bei bin icb ficbet — »oieb für Sie unb 
mit Sbncn jufammen für un» alle fpredKn unb bencn redW flebcn, 
bie in bcr augeiiblidUd) fd)mer betoegten 8eit bie 9Ierbcn nidjt 
tJerlieren, fonbetn unbeirrt mie biibet toeiter für ^utfcbbrnbi 
»'^ufonft nnb für 25eulf<bronbi (SJröh* crbciten. C^n biefem Sinne. 
SHti AoOe^, be^rüf^e i* Sie berjlicb unb boffe, ba\i ei 3bnc« 
pcltnoen totrb, tote 3bt verx «mtiborgünfter in ber turaen 8eit 
[einet latiflfell jatlfdbcn bet Stabtt>erotbnttcn»^erfammIuna unb 
Sf"..'!?*^*^*^* <*"^ ^**"*'" Hrbeitifiebiet bat ein öetttttuenittoOcc 
Vctbattnii berfteUen lönnen, unb »ie bet natbetige fünonj. 
bejenunl ft* in ber ganseti «tobt Äefpeft ali tadi(i<brr »e- 
bettf^tt feinet Katerie ertoorben bot, ein filei<bei ^ectronen so 
Später ^fon unb «inen ßleidjen »lefpefl t»or ?bren Sc^nnar« iü 
«rrliwen. IKn biefem Sinne begrüfee i<b €ie beriliib insirbalb bei 
ft&bttf<bcn Sdtpctftbaften SIogbeburQi. (SkifalL) 

9ür bie 6tabtberotbntten43etfamfnIttn(^ ri(btei 

eine Slnfptod^ cttoa fofynibtn ;$ii|iritl on bai VlnaiflTotimHiiWb: 
««OteftdtUn 9k mit. fck «Kldei ^tc €tobti«t, bo« i4 «■« 
Omn km Uamtn ber >hi b i »m»ib ne>pn«yertu mu i l> in. hM§ hl 
^\ f«rtiio(irt i« bebcntfoau irbnerfibafi, bx« brtdiAii MI» 
«nb Qiai»fin{4ji bf^rbttnoi. ^ futb ben avtfUs bcTÜEaiiM« tuS 



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.\Svrcti jii tH'fonnt, btiin ilitc tötiflfcit tu ;JSilD<ritiib» \\i nud) l»t* 
ntdj l'irtflNfüurfl gffcrunflfn. ffitc UMJfrn, Ikib £ie i^iflcnf driften 
mitl»riim<n, bie bei «Mbl sum Vcilcii fein wetben. 3ii* brüten 
mii v^fonnen^it, bte ocrabe in brr (\c(«einP(Utiiun ««^cit t)on fiobet 
.i*wi»<utun« ijt. «ie n't brinjunb crforNTlid) unb /Cvtr Cbcrlni.fl.T- 
niciftcc ^1 ja Nift fc^on bi-.5 lui^rn ttar^cktit. \o ba^ ic^ ücc> 
4td)kn lann, nad^autocifcn, itnuum bic ^cfonncnbctt iiolnvtibia 
lit^ 3ic bringen mit xu%i^c 3üd)lid)fcit, bic tncin broucbt, am 
übec^nuW *i« flwHc« SKcrf .v» fdjiffcn. 3»c bringen mit AU*iH, 
bcc tsil^ttfl i^, ol^nc b«n mon ni(t)id fdmfffn Innn. 3ic briaticn 
mit bte r^riebfertiolcit» bie bie l^ranlic »libt. bah 3ic nidit nur 
im VlapiUcat, fonbern auc^ in brr ^tdbtlKrrorbiictcii'il^crifamm' 
lttn() in outec CBeifc j^ufammciiacbeitcii. unb \o briiiaen ^\c ttx 
3tabiMrotbneten«^ccfammluno bii». nni<^ )tc cifUMiUid) uuinfc^t. 
^n ^^rem Amt, bii« ^\t in ber ^3ti)btDi-lmv1Itllt^^ itbciitofi:ucti 
merbcn. mirb ei ntt^t lcid)t fein, bic Tinnc <)u utciitcrn. 3ic 
tMtbcn ioftllofc antidoc lu-fornmcn, bie 3ie nic^t Ocfiifbi'.vn 
fömien, fclMt bnnn, u>cnn bic ÜJcvinmmluna fic aW brin^cnb bc« 
fürkDortct. 3ic mcrbcn rinnen müficn um bic iWiuf, aber itft 
»wife, bafe e» :^bncn unicr ivührunrt bcö ."C^irm Cbcibiirneimcijt.T»} 
nclingcn irirb. bai j^u tun, um bcn itiivfcn unb i;\utcn Flamen 
unfecci Stobt trcitcibin au fejtincn. Unb nun Iningc id> !^bucu 
no4rinaIl> j^r^lidjc OUüfee unb WlitdiuünfdK unb büffc, baj^ ij^hncn 
bie ÄrWt in ÜÄanbcburn tnH' bor 3dj»i)icriiifeitcn uiel ivrcubc 
ma^n »itb unb- rufe ;^bncn ^ju: ^<icl Wlürf unb uicl Grfolii!" 

?[n ben SKooiftrrtt*biri(\cuten unb 3tiibtücriubnclcn'^^oiitcbvn 
rit^t fobann 

®taktrat ^«iDcrwonn 

folgenbe XanteSroortc: 

Sebr gccBrter ^ert rberbiiriKvmciitcr! 3ebr occbrtcr Cwi 3ttibt = 
berorbneten-^Jürftcbcr! ä'icinc fel^r flccbrtcn Tiuucn ull^ vcrvcn! 
ms bic|>rnflo on midi bcraiitr^it, ol> td) itM ?lmt einc^- ^PimiftCci-iI. 
rate» im DicidjSminiftcruim bei'. ^>niiern UM:d)fcln »uollte mit bcm 
9mt eines aJutfliftratSmitnltcbeS in iUuiobel'utn, bcm bie ,>inainen 
anocrtraut roerben, Ifcibc \d\ mi>t cmei reifltdicn Uelicrlc,uni(\ 
unter50(jen. "^dj habe mir bie 3dmucriflfcitcn nidit »crbcblt. (5in 
^dftveui Amt in fdftticritcr ,^cit! 'JL^cnn id) beute ba* VJnit über» 
ne^me, fo (iefd»iebt ba^ nadt crnitcr ^rüfunti. 
^df Itfnt jur 3elbftt)crnialtunö t\ern .^urüd, ircil id) in il^r bic 
alüdlicWten ^bre meiner "^camtenlaufl^abu ücrbradjt babc, a\i c8 
möfllid) ttHir, bei nü"'t'(icreii ^Jl^irtfdjrtftvDcrbuÜnincn n.id) lüiö,^lid}. 
feit eine fortfi^rittlidjc ©ntnnrflunrt mit bcm 3iele ber vebunfl 
aller (Dlieber unfere# ii^^lfeS aiv^jubabncn. .C>eutc finb bic Reiten 
^diledit, ober un« leitet bic ouffnuno, baf-, fic iviebcr bcücr. ba\\ 
\xt toieber ben Seiten anticolidKu irerben, bie mir hinter und 
6aben. ^<mn mirb e3 roicber ein Wlüd fein, im foiiimcnben ÄnniDfc 
in Docberfter fiinie ,^u ileben. ?n foldjcr ?[rbeit irar S'Iaobelnirfl 
fübrenb. 5Beiteft(]icbenbe feciale Jvortfdjrittc hat man (»u bcr^i^^en 
AClouf^t mit einem '£ko, bcr bie .^livpcn unb Untiefen tjcrmicb, 
on benen onbenpörts jcbt bie 3täbte ,iu fdieitcrn brobcn. 

Jim f^toierinften mar icboc5 für midi bie f^raoc ber eigenen 
(Fi()itun(t9prüfuna t^u. lofen, bic Jrrnnc ob ui> befiibifli bin, ob idj 
bai Stüftseun ^^be, bier bicfee 3mt ^n iiF'Tncbmen, bii8 tom 
Cxrtn Cberl'ür(Krmeiiter unb bom .'ocrrn 3tabtt)crctrbnctcn»^^or« 
ftclftei umriffen ift. ,^di babe mir aUc biefe Jtöbrniffe flarflcmad»t 
unb mW^ ni(6t obne innere« S^ibcrftrebcn 3um „^a" cntfdiloffen. 
9Ko0belmrQ ift mir nidit frcmb. ^idit bie furje 3cit meines 
Vvfcnt|alk» fi'xcv in ä'Janbcburo ald ^ermunbcter im Sifau« 
bataillon tetll iA crmäbnen, aber .^cbn ?.abre SBcrufStätiflfeit, biete 
perfönliifte iPef«nnlfd»aff, mandjcr Cfinblid in bai iJebcn ber 3tab^ 
oenxwliung geben mir bie CKemiHbeit, bav, tA mit bem Seben 
SSoßbeburgf txrtrout bin. ^enn id) babei fape, ba\\ icb boS 
Vlaobelmroer 3tabtleben fenne, fo meine icb nicbt nur baS Vtt* 
toaltunailcbrn, fonbern aud^ bai Seben ber SS^irtfAaft. ber 9n^u« 
rtrir, bei ^nbels, bei (Memcrbef, baS Seben ber freien S3erufe. 
bec {DcowtenfdMft, ber 9n(ieftentenf(^ft unb ber flr&eiterfc^ft, 
ftuleiu ober niAt auminbeft. 

auf ber Äebenfmfin.v, bie xur (Jrinnetung an bie 300. tSieber» 
fel^ bei Hagsi^ ber 3erftüninn bon SRoffbeburo aepräflt ift, fte&en 
bie Gorte: „SBiebei^burt nndi S^ietra^ unb Kotl" !l)icfe Sorte 
foBen ben Sinn ber f^ier bon bamaff niAt nur bafdn toicbcr' 
lieben, bo^t (idl) on bie (finäfcberunn Sitogbefrurgi auf t)ftttter!nift 
ein Onf^teo fd^oft — bie SBorte foHen oud» eine flufforbeninfl an 
itben einzelnen fein, SSiebergeburt in unferer QkQentmxTi nadt 
3NHett<M|i unb itci gu feinem 7eile gu f4i>ffen. tUb »er{))re6r, 
bof) 14 ^tti SImt, baf mir fenle biet fiberttogen n>irb, tn bfin 
Qkifle fOlrren tnetbe, ben biefe Vuffoiberunfl lK)T(iutfe|t. 
^4 btmft t^l^n, fe^r oee^rtrr ^rr Cberb&TQcnneHter, unb ?ri^eii, 
te|r oeclcter Ocrr (3tübtt»erorbneten>9orfteI)cr, für bie f reunMt4en 
IBort« bct Ocftrfifmno. 34e ^ben meinem i&erAen oufierorbentlid) 
iroM ftUtiL ^ liabt burd^ fie nod^ totii mtfy: bai ®ef übt cr^Iten, 
bo% k| Kkftt in eine frentbe Stob) ^efornmcn bin, bielmcbr in eine 
€t«M. I« ber idb boWi» IHn. in ber i(( fHennbe ^be. ^ toeibt 
mi^ vtm&itn. l^^nM beiben, meine fel^ geexten i^ctTen, t^lnen 
«Sek, meine Xonten nnb lC*etrcn, feine dnttitufdfrnnn gu tercitea. 
9n Mcfc» ^taiiK totf ic| bof mir ä&cTtToa«n( Sau 4l«nttteieit 
^SBetfiE) ^ ^ ^ -.4. 



CFIrc WaftifiraUmiHriluaii. 

HU iperidjtcrftatter ritt Stobtt». ÄuMert iSog.^ bet lÖerfamm« 
fuiifl Wennluiö üon ber SlelIu)tflnobme bc« JKafliftratl unm H« 
tron ber ^Hed)t*fraftion bettelfenb Vtufbcbung ^et ^obrpreiv- 
erb^ibuno für J^abrfdjeiubefte unb gu bcm «uitoji ber fojiaJbeuti^ 
fratifdicn ffraftion bctrcffcnb Wu#flabe bon »lobrfdwiuljeften ui 
i5ru>erl'i>lofe ^u ermöHi-^tem H>reiS. ^m Äleinbobnau*)d»uv, fcr bei 
VJ)itr.in öcr !)ied)t*fraftiou alwlebnt »oorben, mabrenb bem fojjial 
bemotrntifdkMi Vhitrofl ^UiUMtunmt fct. Ter WaiTiJtrat fei bcm 
<^>rf*laa ber Strafecn'lfifeubabn-Wefeüfdiaft beiftetreteu, für ^r^ 
mcrl'»loie auf iebergeiticen "iyibcrruf 2yorf)enfabifi)einbefie uiü 
fed)» Jrabrfdjcinen gum greife bon 0,M) :iiaW. ^a oerabfolt^en 
5tabto. 'ikevtev i^iHii.) beantraot für feine J^raftion, büfi bei 
a'iafliftrat mu ber 3tranen't^i(enbabn»(HefellfdKift über eine mofl» 
l)d)|t balbijie allgemeine 3enfüun ber Jtabrpreifc in '.i^erbaiiMunfl 
eintreten foUc. C^n ^Seiten, in bencn bie freie iüjirijdvift ^Jreii' 
icnfujui uoriiel^mc unb nürtcincinc IL'ü^nfenfuuocn bttrdw'nbrl 
»nürben. muffe audj eine 2enfunfl ^e^ Xorife ber öffentliditn .ooni'^ 
in l^rfdifinunfl treten, "^ud) 3tabtb. .srafjncr (Mcmni.» Ivfüi' 
turrtet für feine J^raftion ^ic 3enfunn ber aUocmemcn ,>ii!upreife. 
Tc9 meitern forbert er freie Jtabrtmüfllidjfeiten für (jimerliiloie 
für hie ^abrt Juir Stempelitellc unb ^urürf. Xie für L*rii>crboloie 
auc'aem'benen i^ahrfdieinc müßten unbefriftet fein. Tic fuinmu» 
niitifdie ^Iraftion tonne infolflebeffen ber nctrüffcuen ^'iciu-lunn 
nidjt .^uitiinmcn. ^ta^t^). iHof^berfl f3tflat»n'-) rept un, ^UH bic 
3traf-,cnl'al)n micber 3ur '^lii^iiube üon KÜnfcrf)eftcii lil'crju'r^en 
mi)flc. Tarülier hinaus müffc e? oucb in iWartDcburi^ mötilulj fein, 
in ,iufunft bcn *-i<erfauf tjon Jrabrfdieinbcften bei ben 3trai;en' 
hrthnfdKiifncrn ju ermö<ilidien. 2iefe für li'iafl^ehur^^ neue vrm 
itditunii bürfte mit f>JürfMd)t auf ben ^I-erfehrÄrüd^wnj^ nid)l mehr 
auf etficMu-hc 3d)micrinfciten flohen. Te* U'citern rc^t ber :Heb. 
ncr (^n, burdi ein 'ilUofat barauf biuäuipeijcn. baf^ be: lleocrfüllinifl 
ber 3traiicnl'ahumarten Viinbcr unb Inhaber tjon 3d)ülerfabr' 
filiemcn öc:; IJnpndifcncn H.^laf maclxMi mufften. Hm 3d)lufTc feiner 
l'luöführunacn fprii^t ber JUcbner bic (rrtoartunß an», taii bie 
3taMberirhncten'MU'rfainmIunrt lid) ^er belicren (iinitd)! bd 
.Mlcinl'abn''''lnyfdiuffeS fünen u\o\\c, ba in ben ^orti^en \ycratunaen 
üoiu Tcjcrncnien barauf hiniieioiefcn ipurbc, ba|) bic 3ta^lueI 
maltun\Ti ouf bie fünftiiie ^Hentabilitiit ^cr 3traj',cnl'abu l>ei ihien 
'•i'cidilüjfen J)iüd|id)t nebmcn müffc. 3tabtb. 3puter il'IJt.iOi-» 
beautrnnt bic ^^u^^^cl)nu^o ber crnuiHirtten J^abifcbeinbeftc auA) 
auf 3o^iol« unb Kleinrentner, bic Wültiflfeit ber Jvahrjd»einbcfte 
für »friperbSlofe auf einen tlVonat au':«,^ubebncn unb bicfellvn 'i'cr* 
aüiiitinunflcn cindi itricflJbcfdjiibioten ah oO ^rojent 2^efd)*ibinnjui 
,^u ncipabrcn. 3tabtö. öennipe {'Jl^.) meijt barauf hm, bo«-, 
feine ^"vraftion bisher eine Grfliirunn bcS Tc^erncntcn bermine, 
nianun in SPianbchurn ber ^^crfouf bon »?ahrjd)einhcften m bcn 
3traf^cnlKibn)paticn nod) nid)t einiKführt fei. 3"m onbcrn betont 
er, baf? nod) in bcn ^.yorftäbten ferne flenüßenbe Jlnjiahl bon SluS» 
(labefteKen borhnnbcn mure. y?adj feiner .Üenntni* flcbc eß j». 5^. 
in ber 9feucn ??cuftabt nur arnei 9fu§flaheftellen. Xie J>ted)t»frof. 
tion mürbe eS benrüj'.cn, falls feine tedmifdicn 'iJebenfen entflcaen« 
flünben, menn eine viJfrmebruno ber auSgabefteQen für J^abrfdjcin- 
fceftc in ben ü'orftabtcn burdjacfübrt mürbe. Tie ^nrcduna ber 
fommuniftifdien J^raftion bmluibtlid) ber öieltui^idbauer ber {"rabr. 
fdjcinhefte für GrmetbSlofe halte feine ^rraftion für bcred)tiot. 3u 
bcn auSführunnen ber Correbner nimmt ber Xcserncnt, 3tabtrat 
^»aupt, baS iSort unb meift insbconbere barauf bin, baf^ bie 
3traf;enbabn fein ftäbtifdK« Unternehmen fei, fonbern eine (^e- 
feUfdjaft. Xurd) bie ohgefdiloffenen ??erträfte fei eS ber 3tabt 
infolgebeffcn nicöt moalid), fömtlithe (icäufeertcn Sünfdje ju er« 
füHen. CS nebe toobl faum eine ©rofiftabt in I^eutfd)lonb. m bet 
bie Gtraf^cnbol^nbcrhältniffe trofe ber Sotjeiten nod^ fo ßut fun- 
bicrt feien »Ic in Kac^beburn. ?(n K a n n 6 e t m 3. S?. fei neuer» 
bingl bei ber ftubtifdien 3tra»^,enhohn ein Hufd)ui> bon 00(>(X)«DS)iaR. 
erfor^erlid^ 81m Sdiluffe feiner flusführunj^en betont 3tabtrat 
.S>out>t, bflfj feitenS ber 3trnf,enbobn im Stabtbegitf SWagbe» 
burfl 80 auSaabefteOen für irabrfdjeinliefte cinncridjtet feien. ?n 
feinem Scblufuport beantragt ber ^erit'jlerftatter, 3fobtD, Slub» 
nert, bic Uebcrmeifunn ber (if^tfQt'n «nträoe an ben filein- 
bo^noulfdm^. ^Bie foaialbemofratifd« f^raftion mürbe b'<t 9rU> 
tiauno bes 3Ran(\el« ber ©efriftun^ ber OUiltirtfeit für bic ffnoerbs« 
lofenfabrfdieinc narf» ber !^id)t.ina bearüf^en, baf^ tbve (Heltunfi«' 
bouer auf t4 ia^t ouSflebcbnt mürbe. 3tobtb.."iJoift. SJoer nwiii 
borouf ffin, baH l>iS^r bei aWaöUtratSborloaen, bie ber ««eifomm- 
lung nur gur flenutni#nobme aui^elrttet mürben, bie ?<crfamm 
lunfl ouf SteHuna boii ilutrafleu unb «bftimmunfl berjidjiet btitte 
C^nfolftebeffen fdUunt er bor, bon biefec (Bej»flovifn5«it ni^t ai>nu 
»eidKn unb bie Wnreaunnen unb Antrüge bcm SH'o«',ptrot aU^ 
SRatcrial gu übermeifen, Siabtb. ftaf\ner i^mm.) »rcnbet ftd» 
«egen ben iPotfdjla« bc» iltorfteber» unb »ÜBfiftt bie «^^tlmm«^o 
übet bie «ntröße. 3tobtb..i<ocft. «oer fttHt fcft, bei», bsc «urröiv 
unb finreounoeu mit SRebrlKit bem IVasiftxot ubcov.rcfÄi fetcn. 

€tobt>. ^eiinioe {m.) beantni«it Aut&f&enpetfniM bet «»ot- 
lOQe an ^n t9a|faiilt(&n^. 3tttbt». Ilsniferl i«»g.) «cUt 
bemoeoenilbct fef), boji auA burA eine Rvrfi(r»eTtoetfKii« bet 9W' 
famt oa (ca tttif^b ftim anbextpeitiac ttofuna Qtfttaden acCbca 



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e^MUM toamt n Main Mtaa». Mft «taiÄlttniaara «»• !•« 

^«MMfc •matte «JltAiM) fMMtt «ItafaM •»tlaaf Ma 
Ha»Tl<ti«abtnfa tn t«" ««•^■^_. ^ .„ .4^. MMilA. In. 
fal«(Mma iH fctt «««flu* »Ji •««*♦ ?^*» ,Ä"»JSSJSffff^ 

«M »crMaM(a. We artiAe^rat 14 tag* ••»«m^J'"- ^ -^ 
Uxm «Mt»u(<arit8t«t N»W«I«<»« »«a«ta««» W«*«« »» 

»M 5iHiai «Aflitau. air Ät»U» ««tf. "f • .f^*2!: 

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taljaiua fk» Mi «ti»»«. _.^^ . , ■■„tn.i.ii.itii 

SM HnfKialiiligi liifc»«* t« aHMUt BMiiiawumm^ 
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UaM bcitrtnb «r lÖH' b<»« to«tuntnten«sain«n ujvb '«8»« tm ?a*r« 
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^,^trtLmtiSLk vn «acbebufQ an. ?n bu <t diatnitfcaft ftntu «i 

fc«iitn«ttUnuB 3bi »aflbflmran BafJ'Htot »itb 4 
^raannMiicmat AMitrogta. — 



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Ufa arttPatgto, yn»»« .»'«"^ff^^Sj'^J^. 



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wo» tei Ä«. tu •«•««?•?«*• £?«JßffiL; 

Mt fNffcaai Mi «•«■•»rtj« »2!i!?»LÄiSSi?tt 
(Aak Mt <i^Nt»a» MkUafi«« MtNa, ftc« .M*«Mi£Tca m 




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Sic BKtb«n 00m £Ja5» eH4e»m b<atun^<: 'it MnbrU «i» 
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«tlAofl« «m öttUfibfit ^:üit«l btl KiiUftlA^n *u4f nMjP'M'» «>" 
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*tflbt» IltMr .JttAi«»! > ««» baotncn. Ti» «u»mibinf Ut 
&((Mn «<» wtttaftli* «uf l'»t)fnl,ti» »tfoiftt. (1» k; n-At *« "• 

loScn. X^te bauU<M Un;»otä«a1«*»«H I«' «Vvaia««*«« */;?'' 
bui(fi bt» txDorftcbrnN U:n,inlirunfl tbcnf-iU» luAl «■ be*<W«. 
tfdbtrat tratMt: X>* At.'nijdyn ai.int.-n foitrn »"Na 
»tflnr*nbauf»tn a» wel. tw unfteulwr ImtUrn uiun '-''«•*«"»''" 
na« btfi «tupiKn (^tT.nnt iwrM« Ttc cn« «Hiir». tann 1« 
Swdkrn&fluWm auh^rbolb t<t «ranfftibauUi uuttto.bTa*« nyr- 
b«n tat «uOtdi»« iwtVnbuH» i« fnit *«nf «.iPii«rtK «'"«'** 
tum a«»«>'^«'v X« ?nfrtH«n V» TOunfr|*ri' r»»;1>»»«bo»»««^ *»»«» 
mit bfn UwUguiKirn »tntxritanbfn. Xi» «'f'''^^!'«» '■ "^ 

aiturpifcMn Ö inif N»ibt <ur^t>t utt.it>anr*iaJi l»'««'^.** 
«n ober mU «(ha«m «iiMln 9t»h« (c>*i«.*afl.(nrf«t »ftvTM 
(t*ult «Mtbtn. „ -^ _.. ,^^_ 

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Daclaa» an ?U*M» «0* «toMiot ftaatatt unt J»t<»« ••»•• 

eÜlukiBatt an» Xw »^«tn \ltmi* BetlaBcn ui»a<r» >M« WHaaa«. 
aMi «l«a ilita «awRuMnoea anib «rtnuna «vtr.^iw« 

ttii f(»rla0r antb cnjaaaaiai«« M^^n *»*»< anb •waia* 
" !« b«t ttaituaant Mtf teta #f ttoiuit taiUrtkn attMa 




tftnxritatt Üi bw ^*aItMt(«M ««» »'««*■• MrV>nb»at« ^>i»M. 
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B^a^etmtltan Bartr^n. 



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Derlag pon ®. fjäring» 

1895, 






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174 



5)ic Bufunft. 



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3ofcpIi €^amhcviam. 



<^ Sü^rc/ber liberalen cnslüdcn Unioniftcn, bcutl^ äu ",«««, gobe ,ä 

crW c« bcn tnticf,eibenbe« -Siuct nad, BOtwottä, na m c« aUmaDl.d, bcn Stuf- 
IIa ,« n,«r tbeöctrfclenbcn StcUun«. ®a entftcljt nun b.c Stage: »utd, 

Sc G 1-^« ten Lr Ige ^maun ba« SWc« ju SBcge gebraut «af? G. (,n5. 

r 7 w srrmntt bic fclbcn bic ihn aucf) al« f olititct Botmart« gcbracf)! lieben : 
:f a b S b2 S ron,Li,-c^c «rille getvülne Cbern«d,e„ba.; ^a. 
M emjäna^ic^ , »on »cc^felnbe« 9luflenbUcf.5mn,mnngcu taum ber„I,r,e, nnr 
bu 4 eh. bewerbe nc. ^X<^'^ »on £c|>,toeUl,cit bcfdj.uerte ©enn.td m ^.^■.^ ^-.^ 
Sien be S b n, bof.o leichter &«& faficn ""b befto re|ter n^l -rantcn, 
. . ZU^Z\ oricn irtc «Ibtjlicfi oiiftretenbe SBciraicfelunge» idineU .neutcrusc, 

^elito Tber Seljaublung i()ter S5iini<^e, in bet Sorge Tür .f,re S^eburfutm, 
E't ' i e„ »nnKj« ftnbcn. 3<* m^e (T(,amberlam ben am 

weiten enäuMcn unt r ben cngUitljen %<olititcrn ber Gegenwart nennen. 
50tc„ten en d,cn ^^. ^„ g^,,„6,,(„i„ ,, ehern ol^ republ. 

f„nii*en Uionnaen in.met mel,t einic^tumpfen ""b fein poUh,rf,er ^tanbpuntt 
rfTtnef Sr n d, rcc^.. Iricbiebt. ^-ibgli*. «6er um fo mterejmnKr 
1 s Tsn,m ba- ä?eviu* (einen poUtii<fien »fanfcroi.gcn nacbjuim.ren. &' 
S tZ^i^^^:^^ r.b«, Ol. branbro..,ev ..abilaier aU ni.ea.n,ng. 
1 il- «. *;r?nffÄfroimb nl^ ißcfüriüortcr einer l}innancn ^srenpolitif , entei locit 

:5;';e:r.ti:^o^^ 

flcLmen 2ßal,lred,t* «nb beä obIigator,i(i,en, «nentgeltUd,e« ^^f •-•'f"";"'* ; 

e . nnb\eummt mit bicfen, <|.*rogramn. feine etilen vol>t,,d,en enolge 

Z ,c 6e ^eil ftanb obi»ol,l b,.rd, bic »ollfte SVoalitiontre.be.t gen^at, le, too. 

n ustriÄ^ Act" »om oabre 18(V> bic (>,cnonc"lrt,at 

b ncS in tn bi.i,ev glän.cnbftcn .ibfdnutl ihre.; ^^^^^^^^l^^ 
auf Soli (<ficm n.ic n,ivtl,i<^aftlid)em («ebietc bu- '"bn-bueUc ^ ottr... m b.d 
»lütC ^c ntcljr in 3' lAC »effcn bic, nnrtt,fd,aftlid,en Slntgaben bc-.- ^ta,m^ 
«,r ?tftc«un« iiner guten auianä im Staat.Jl,a«-Jt,alt fid, Bcremtaducu bef 
ln£f«;;V;:arfV, ber Sortü^ntt^trieb '^^ ^^^Z^i::^- 
Sr« S^iracr» loic (ic inübcjonbcrc »on Stuart ShU? Wcfeaidiaft »fr":,,. 
1 bm »übe, „nb al* ber junge Gbambcr.ain, ber fd.ou » v ""9l 

„ bentebattirflnb« bie Sftufte ber polit.fd.cn Debatte ju " ""^" ^ ^"^^^ 
hltc, in ben bemotratifd,eu ^"tftvon, genetb, fall er fenjer '^''^^^l'f^^l^'K 
!nl 'n,er(t«glid,cn SJcf-^äftigun« gcmäf, (einen ^'2„"tu'e'rt.n <, e\ « - 






c^ofept) C^amberlain. 



1 ^r 






(«leiten" »ettatl,« [ie ¥nm «"«8. ©i' 9}etMUntne fiaben MM« 

■'■■ "3 ,eut im SJunbc mit ©aü.but,, C(,utc^i(l, bem «,er508 »on 

■-.; mit ßotb? «nb fiorb«iö(,n«n für bie antcgrität beä SRc.d,e«; bct 

' ""i" 'S Jon ebebem bet, «be « er «U bic cntic^iebmi.cn Sibcralcn, tmct 

'.■trn ocaenaeet in einer Slrt »ou SiaffetK^auBimämu»; ber Sott#trt6un, 

'"'- Ce n r .3" nacf,bem.et a(. ^romnäialpotititu« crftcn JHausc. ae- 

, ' , r r ° 3af,re' inter einanbcr Sürsermcifter »on »ir.n.nn^am se^eKn 

o7bcn 50it9tiebern bet Sßef.eubilub* in Sonbon m.t «nmm.gfter S8er= 

. l,äaeii.tpclien würbe, barf Deute oU ber Ginjige faft ouä uit^t tdms' . 

:::Veb «b nc ät«;,,,^:,,!, be« Xrauatt be8 ^ufüuft.sen «anis* »on 

"„b 6 1 en Uer (u|tori(dje 9iücfblicte unb SlnipietuuBeu f.nb m ,e.nen 

:: »eläfammer fo feiten mie in feinen frül,eiten, un» menn "/f ""j^" 
.^uüoncn ceaen bie er fosar noci, al« aoreiftet 2)iann unb ?ol.t,ter W'i 
e %ue Wütenbe .^.Inb Wlt, i,.t er feinen ß^ntafter a(ä re,u,ter Sß.rt- 
. teu r t e g bewaljrt. e(,an,berlc,inl S.nblnnaen »erfte^t ^^^^Z'-Z 
iTu ag u Ol« erperimentolpotititer nimmt, ber für m P» "'ÜK öc,c^af 
ur ei'"enTa6fta6 t^nnt: ben ber Jaugüc^leit „nb Swedmäßigte.t beftel,enber 
Ci.«i<^t«ngen, gen.effen an bem gegenmärtigen Seburtn.fe „f,. .„(„„,„ 

Sa« «crabe ift für GDambcrtain bejeii^nenb, bafe er bei Slbftrattionen 
, nie ange aufgeatten l,at, ob,.oW er al«. angc^enber ®""'t«'"7; ''"« 
„-Lm ine politifde ^ilbung »ol,l aud) bort geholt ^«6"' ">«*; '''° " '« ^f ' ; 
T ed,äi 3 Oren äumat, fic in ßngtanb fuc^te: bei ®>nit(,>9i.earbo 3pl,n 
Stuart aiu, ^ia auta . 9lad,ben, -im bie große 9^etorm '« 2»"^ !*'; 
;r^i«raeU burcDsefilDrt war, fd,ob fid, bie gra^e ^/^ ""'"'f »S,; m^: 
;,nf^cu a3„«-5[cDulunterrid,t« in ben «^»'^^"Srunb Unter ben e.t^^atoM»c. 
-t 9liemanb bafj ber englifdje ©ebantc »crmelttid)t unb, faft e;n .^alirseDut 
■A cZn Von Sarwin« Urfprung ber Strien" (mm. »o« ber tt.r^en e^re 
"Id mlipirt fei, um bie Serftaatlie^ung ber 2d)ulen nac^ aOgemein 9. ttgen 
-o-men, aud Won im ^nteteffe ber oon ber Staatätit^e fc^wer bena^tOe.hgten 
;'Sm Se t «, bie r,e«te ja grüfetent^eil« für aitd,euentftaatli<D«n8 fd,warmen, 
■•-4aur,X";b u ma^eu. «ber über bie Sorm ber «euerung gmfle« 
.ne't^. nun rmeit au«eiuanber. ^«« Oiefef gorfter«, ber bem grofeen fia- 
^;uct ® abftone (186«-74) angehörte, madjte be« ltntcrri<^t 5»"° '8"t r fj, 
„gleich aber legte e« ben SJorftänben jener ^roletamrgru^pen, e man eup| 
miftif^ gamilien nennt, nun no<^ eine befonbere S^ulfeuer °"f. «•'"''; 
kfte «.bl SitcDeufcDulen unterftüfet unb neben > «e„ b,e "i" " ^°«* f «f;^ 
' ->ard-Bchools) gcfAaffen unb unterhalten werben |oUten. «selten würbe eme 
.Sat T f-r 5«r%ta9e wi. in biefem Satte. ^f"^"f " '-f, ^'^'j; 
:euc cm^brenb unb erftärte, nic^t e^er rul,en ju wcUen, aU ^^^ZX 
. befe" infamen Steuer" befreit wäre. Sä war eine w«nbett.oUe ®e- 
"nfi fii bie Solt^gunft, noc^ baju auf ebrlic^e SEeife, ju enuerben. 
■»mWain« ^eben »0« bamal« enthalten oW 'ünftti^e ^^en*">'9'" »"^ " 
-irfter Otbnung etwa S)a». wa« Einem auf ber ü^im 5« ^m'^ M""«- ^' 



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176 



%k $,ntvLn\t. 



ift roirflicTj ein .^liaffifcr in ber cc§t engüic^cn ^unft bc^ einfarfjbcnfcng >[,]^\u- 
thinking). Unb ouc^ ]^^t, ohmi)i längft in bcm reifen ?Utcr, rao bic unaii^ 
6tei6Ii({jc 9fkftcjion über bie eigene 5^atur bie naioc ^unft in ^JJanier lidftc 
luonbeln fönncn, öerfäüt er nie in bie fotfc^e ^rätcnfion, beim 9Reben ju fc^rift 
ftcUern. yinx ^ot fic^ im ^Qufc ber ^atjre unb noc^ einer [ießrcic^ äurücfgclegtcn 
ÖQufbQ^n ber ^Uar^cit bie Ö^'ome qU frf]mücfenbe§ Crnoment beigcieUt. 

S)a§ 9luftreten in ber Sc^ulangelcgen^cit i)at CSljambertain ben Gfjrcn 
namcn eine§ 33o[fgfreunbe§ eingetragen, ben er quc^ bcljielt, als fic^ issi; feine 
fliege öon bcnen ©labitonc^ trennten. Xic 5lubcren frcilidj, bie begüterten 
Sllaffen, tuaren öon bem mann^ nic^t gcrabe erbaut, ber fic^ 'Dor fünfunb^TOan^ig 
^aljren!) mit bem Giebonten einer |)rogreffioen Gin!ommen)teucr trug unb ber 
i^nen 5umut[)ete, bie Sloften für ec^ulen ju tragen, bie fie — ©ott fei 2)av! - 
nic^t mit iljren Slinbern ^n bcidjirfen brandeten. Xie Sirmingf)amer 'aber luarcn 
üon ifmi bcgciftert. ^ic mäf)lten ilju in bie ftäbtifd^c 2cfjulbcl)örbe, macfitcn ibn 
1SG9 5um etabtrütf) unb, üom $^a()re 1873 cih, mo (il)amber(atu licbcr.nv.? 
breit3ig söbtte, breimal ijintereinanber jum 53ürgcrmciftcr. ^Ui^ Mmu ü; 
geljeuren B-rtö^-i^öorfe mürbe unter feinen ^Xufpi^ieu eine mobcrne 2tabt, ua^ 
in ben ^luäuel labnrintljifcf) gcmuubener, irf)mut3iger, raud)iger (Mafien u!;^ 
03äf5djen bradjtc er l'idjt, Öuft unb £rbnung. 5luf3crbem trugen feine :5c- 
mül)uugen in bie ^rrmeuDermattung, bie Sdnil- unb ^auitüteinridnungcn cm 
fo gefuubeci, t^ormärt^^treibenbe^ 9eben, ban man aUbci\h 33irmingbam yi ucmicn 
anfing, menn Hon einer mufter()aft uermaltcten 2tabt in C5nglaub bie Diebe mar. 
P.ngleidi mar für (Sbambcrlain felbft eine belfere ^l^orbercitung ouf bie poluudic 
if)ätigfcit taum bentbar, unb aU er IHTG für il^eftminfter iuv ^Parlament gcmahlt 
mürbe, .zeigte fidj, mae^ bie genauefte S!cnntnin be^^ fokalen 9iäbcrmcrfc> mcrrh m. 
lieber ^llJaugel an Slkaditung tonnte fid) ber pavlamentariidie ^kiiUng 
nom 5Cugenblid feine.s Gintrittc^^ an nid)t bctlagcn. G^^ mar bae fogeuamitc 
5^iervarlamcnt, unb in ibm ftanb Tiöraeli an ber Spille. „53ierparlamcnt" 
(liefs e§ barum, meil bie 3ri)anfmirt[)e, bie mit OHabftonei? ^m^rnuyi^'^i^my 
gebung nidjt aufrieben maren, i()r in bcm m()i^jturcid)en tiiiglanb mäditigcc^ ^Innani 
für bie ^arie^^ in bie ^IiMiagfdiale gemorfcn batten. i^alb nun famen, ,^ni:u.! 
nad) ber fiicnenb unb forrctt imrgetragenen esinn^fcrnrebe , bie avgmölmt'.-l' 
Vrüfcnbcn ^^Irifto traten barin überciu, bcm incUicrufcucu Di\ibitalcn ba-? a-.;v 
bifat einc^ (Gentleman ;,n5uertcnncn. ^^ütuug, ^^luftrcten, Ci'ridicinuug mar^.i 
tabello^. ^^x gefdimeibtgc ^^hidy:^, bie jugcubfrifite ^Innucgliditcit ber C^Uicbcv. 
ber freie, offene XHuoibrnct im glattrafirtcu Ojcfidit mit ber feinen, faft 5unlidicu 
y^afe, bie ftablblauen, nur beim rKcbeu gan^ geöffneten ^:iugen, bie id)mar5cn, 
lnr,^gefd)nittenen, forglid) gefdjcitelten C^^aare, ba.^u bie furzen, aber bcitnnmtcu 
©eften, bie uoUfommeuftc ^x'berrfdmng ber MöfUd)tcitfürmclu, bic fait gciudn 
mobifd)e Xrad)t: all T^aci fd)on ^n einem CSufemble ^"ianimeu, an bcm luD 
llniftürMerifdie^:^ fd)mer entbccten licf^ ."nui ^Inirlament nahm (ibambcrlaiu uv 
fort eine ;?lufgabe in xHngriff, bic in Gnglanb gerabe;,u an ber Ä^uruH ber H^- 
^yalen Tyrage liegt: iiJanregetn ^ur tlH'rminberung ber :i:runtfud)t 3« rmb^u 
^;^sm CMegenfal^ \u bem fogenannten ,/ii^afferapoftel" 2ir iTvMUiam \?amfou un: 
nnberen'Dhibifalcn, meld)e bie Grlaubniü snm ^l^ertauf Hon 2pintuoicu vou 
ben feievlidj befragten ^teuer^alilcrn ber einzelnen ^^k-^irte aoeiü opnon) ai 



r^i^i^.-f. 1 



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gdcpt ffiljombettain- 



177 



-■: L^X Wtaclialtcn. ©r finbct ni(6tä e^rciW« bann, bafe bet 
^"''1 it i-S^Mc «irb, foul nur ba. s,3ubUtum babci 9«t fS^r. u„b 
"'liSeMm crnft gemeinten, $«n,or bereit, ^m «nb «^ »n. Kenner. 
" a ,übe Jänf"'. «^"" " ''«" '"' **' ^"^»1)1 ber ©äuiex babur^ ä« nnnbern^ . 
r-°'f . " 1877 l «te et einen entjptedjenben ©efe^entnjntf out ben %n<i) beä 
Ksf^lXt bem einstetfen in bie pri»atn,irtl,Mamid,e fenerb.. 
'■ Itelt noA Wen «.rücüdjrectenbe farinment bewarf m, ol,ne jeboc^ (emen 
:^tt^ rtt n "f, qen. Cr fnftr «ietme^r fort, bie iJffentlic^e ^e.nnng 5al> 
'"t 6d«n «n Vt jctt bie (äenngtrjnnnc,, einen Ihni^m.ng fiel, »or ere.tcn 
r„ er'ben Grfolq feiner ^Ben.ütjnngen in abfctjtarer geit mc^t auÄf^l.efet. 
^ ''^"-tar,^ eren brei^aljren parl«n>ontarifrf,er 21,ä.i8teit ,nn^ä Gl^tnberlnm 
,-n.Aer Siebentuno en.por, bof, il)n ölabftone, al« bie flrofeen aUsemeiuen 
j;-- If inf '^alre 18«0 bi 2 r«.9J!e(,rl,eit t,er,.el,ten, jnn, .?>anbel8n,nuf,cr 
1 Zcf, ro nil 3a(,re ä.mor (1H73 nnb 1874) (,at,e 6i,«n,ber(ain «labftone* 
"; tS- V *. eb,m, b r irifd,en 2taat.firAe, bie Cr^eiternnc, be. all- 
,*^^e^m l^a 5tä, bie Gi«fü.,rnn8 be« obUsatorifc^en a}o»«fc^n nnterr,cl,t., 
^'-Tr^ör;^^. uptin .tte an er»äl,nen, id,«ad, nnb tleinmiitOig, '^".if ,«""'« 
nr^n S fen Staat.monn «enannt; jetJt würbe er fein ©el,er, b.ellet*, n-i 
rM»r»enr,(,etler meint, weil er weniger im Sabinet al8 .m Parlament 
« fSt^to« ;V. ber 21,at Ijatten nnn «labftone. egwtifc^e Snnben - b,e , 
^Aofabe me"n,briak bie 2«ban=Gjvebition, ber Sa» äartnm« nnb b.e J^^re,.- 
:. un öor o>,« - i benfallf. einen .SVrititer weniger, obgleid, b.e nnver|al.lt.,d,en 
Sm be« 9leicf,e» erft fväter in ei.amberiai« einen S8e,(*nUer ^nben 
ion"n' kreft w r beffen ganse It,ati«.ei. bielu,c(,r bnrd, fein 9teffort ab= 
"brt- imb m biefe 3cit t"«Wt fW) bie Grinnernng an jwei öe et^e, b,e m ba« 
'm^t'ennV^ora gangen finb. Jurd, ba. eine, ein ^atentt^iefefc wnrben b,e 
?oZ für 1 n«d «ierjel,« 3a(,ren erlüfd.enbeä %*atent bebeutenb (Bon 1 . , l'l.rl. 
S irJ SfW ) ermäßigt, wäl.renb ber frei, fnr ein »«'«"M^* ^^"';'^,;, 
10 öftrl anf 4 v'fttl. (jerabgefetst »nrbe, wonon nnr eines ,otort ju erlegen 
»ar Grie dÜernngen b i ber i<erwertl,nn« »on Gvfinbnngen b.e al. fco l- 
•Wm e "InbenLrben. Surc^ ba^weite wnrben 9:«ibbran,*e •"•«;>;;""; 
.»cicn abgef eilt, «eibe« waren 5al)n,e »iafsregeln, tn.t benen f.d, e,n 3 e«o Int onar 
mit\n5ntunb.gen vftcg. «nb bie bewiefen, wie «d,.ifl C«l«bf,one f^^^^ 
■y^MuLmi eingefcläUt ^atte, aU er ibn ber ä'"W""li'l"9 " !"« > 
Viberali^mn« für fällig Ijielt. Gine britte aieform, .c n«,er f '« "" 
trieb, brachte «,n jn.ar 5«t f arlamentSn>e^rf,eit .n ©egenfafe l,a te b fnr «be 
^ «.berechenbaren ä'orjug, bie Seele feiner ^'"^^""""9'^ f " f " 
»üenbaten nnb »om Sanbe ein frennbli^e« Gc^o au^nlbfen. «^ war ,rflo. 

lange meßbar, bafe bie grofeen 3«,eber, nm 'i'i'f'""'""»'''^ «^""f "' ?*!, 
uit^ctwa alä3}rem,öoljberf«ufenän mftffen, üe lanfen Uefien, bt« cm ^tnm 
-r. morfdien* flnnber jerfe^t batte nnb bie a-ianni^ait ertrnnten wa,. ^o 

1-2 









•r. > 






-3 






— ■ ■ ^ — Kfm-^ 



1 * V ■ 

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«."■"^IV 



178 



5)ic 3"f""ft' 



war nic^t nur basi 5tnlage!apitai gerettet, fonbcru, ba biefi5 fottjo^r luie bie 
Sabung üöer^oc^ Der[ic^crt njaren, ein ungeheurer ^4>rofit gemacfjt. %\x6) i»; 
Parlament fafeen bie Öcute, bie auf folc^c Söeifc ^Dhlltonörc getnorben jucren. 
unb :^ebcrmann fonntc fic beim 9kmen. S^icjc infame ^rojriä mar Don bcm 
brauen ^^limfoü 187Ö jum erfteu Wlait im Parlament benunjirt tuorben, mit 
bcm (ärfolge, boft bie Stngelegentjeit, nac^bem fie gemaltige^ 5luffe§en erregt 
Ijatte, in einer Slommiffion begraben mürbe. 9Zun griff G^ambertain cm. 
ßunädjft öerfc^ärftc er bie ^nfpcttion bcr Slauffafjrtcifdjiffc unb lief] fie fo oft 
unb 5u fo ungelegener 3eU burd)fucf)cn, baf5 bie 9tl)eber gan.') empört (sjegcn 
nmferegeln ergriffen. ^T)rc ^Deputationen madjten jebocf), tro^i i^rer broficubeti 
Sprache, nidjt bcn gcringften öiubruif. 5[l^bann brachte er, bem Umucfcn },\x 
ftcucrn, eine 93ill ein — mit einer ^tcbe, bcr nac^ bem Urtfjeil eine§ gciftveidic:i 
Js-raujofen nur bie '^:|3atina bcs( Slltcrtfjumö fcljlt, um ttaffifcf) 5u fcili. -$:rov< 
beut mürbe bie 33itl ücrmorfen: fo fe()r mar in ber ?JieIjr()eit ber bamaliacn 
3?crtrcter ber euglifrfjen ??atiou ber 03cmcinfinu brutalifirt. '(Sf)amberlaiu i).>i:c 
nic^t§ mciter nertangt, aU '^(\\^ bie ^i^cftimmungcn ber 5^-abritgciel3gebuiu^ vam 
2e^ut3C ber Secteute auf ben ^)U)ebercibctrieb au^gcbeljut mürben, unb er t[)i:t 
ci^ mit einer "i^egrünbung, bie für hn\ „common sonso" feiner fo,^ia[politiicf)Cii 
il^cftrcbungen bejeii-^ncnb ift. „^6) mein," fagte er, „bafi eö feine mirtfauicrc 
5:ricbtraft giebt aU ba^? :^ntcreffc, unb ibzw bc§f)alb finbe idj eine ©efei^gebung, 
bie ben Gigcunul'; 5u ber 9J?cufc^üdjfeit in Qicgenfat^ bringt, fdilcdjt, unb miU 
Dcrfudjen, ^itw Ggoiömu^ auf bie ^eitc be^ ©uten 5u fc^affen.'' Dafi bcr ^^et)!- 
fc^tag CS()am6erlain nerftimmen muffte, ift begreif(ir§, unb menn er fidj aud) 
bereit finbcn (ief3, bcm SVabinct treu ^u bleiben, fo nmdjte er bod) feinem '}Mv 
mutl) in ^^aljlüerfammlungcn Öuft unb nerfünbigte Ijier mit erfrifdienber SlUu 
()cit bie .'oauptpunttc feiuc^ fo^ialpolitifd^cn "'].^rogramm§. 

Diefesi ^:i>rogramui ift in vueicrlci 'l^ctcar^t uon Ijerimrragcuber StCMcfittgfeit. 
(Jinmal bebeutet eö ben STonHMitvatioupuutt, \\\ bem ber frü()erc unb bcr gegen 
märtige (Sl)ambevlain murmeln unb uou bem au^^ feine gan^c öffcutlidjc lltiätiiitcit, 
troti bem 5lbfatt imn OJlabftoue 188(;, im i'idjte bcr (5inl)eitlidjfeit evid);i:tt. 
^^•crner beanfprudjt e^ bie SlMirbe eiue^ ()iftorifdjen 2)otument», \^a eg bie 0'''«'^'^ 
rung imm '^'taate ju inaugurirenber fo^ialcr :^}iVformen gegenüber bcr ötonomiiu):!« 
(vutl)altfamfeitlcl)re ber alten i'ibcratcn in bie pra!tifd)c "^^soliti! einfül)rte. ÜMvhcv 
\yxht man, ertlärte Gljamberlain, bcr potitifd)en Ce!ouomie ati^ 5i}iffenid)aft luvai 
fo,Malcu 9ieic^tl)um bie SvMffenfdjaft imm fo^talcu (^tüd geopfert unb \>^\\ A^n-t 
fr^ritt ftatt in bie ä^erbefferung bc^o \?oofec> bcö ^nbinibnuni'? in Wi-' Söadjc^tliuin 
ber ^otalfumme bcö öffcutlid)en ^l^ermügensi gelegt; bat)er Ijabe fidj ber üJeid)tl)uni 
©nglaubg üon 2:ag jn ^ag üermel)rt, mälircnb bie 5lrmut^ ber SHaffen, bie jenen 
9^eic^tl)um erfdjaffen balfcn, beaugftigeub angcfdimoüen fei. Da^> fei mc^er logiid) 
nod) geredjt, noc^ in Rutunft baltbar. lieber biefc allgemeinen ^;^ofitionen binan.-, 
mie fie (^arU)le, ^. St. 2)iill, Oiu^fin, bem englifd)eu >Pofitiöi§mu^ gemeiufant 
finb, ging CSl)antbertain ju ben folgcnbcn C^iuselnljeiten über. Grften^^: ^Itefonn 
bcr S)onfumfteuern, ^meiten^: Üieform ber Gintommcnftcuer. Gr Ijielt eö f»^' 
unmögtidj, fic^ babci au beruljigen, baß ber 2:abaf be§ armen SDJannc!^ nut 1 ». 
bie Ciigarre bcy reid)en ^Dianneö bagegcn nur mit (1—7 ^^^ro^ent üom ^lOcrtli^' 
berbalten müffc; nod) toeniger, bafj ber arme ?.nann uac^ bcn 53ered)nuniu-5 



'-'ftZ-i^w^ 



'W 



i 



i^ofc^j^ C^ambcrlain. 



179 



I 



ll 
11 






. .'^vrofcffor^ i^conc Scbi TVa^rojcnt, bcr 33egtttertc hingegen nur SVa^rojcnt 
;„füinmcuftcucr 8« SQ^cn ^obe. !Dic üngcrcd^tc öJleic^^cit. bcr Zuflöge jci 
^Vf bur(§ bic im ridjtigen 3?crl)ältntfe iux ^s^tcucrfä^igfeit ftef^enbc 93cloftung, 
rt'ii burc^ bic progrcffiöc Ginfommcnftcucr, 511 criej^cn. 9JJc^r (gtoub noc^ 
itirficftcn e^ambcrlain^ SBorfc^tägc 5Ut Söfuitg bcr Öanbfrage auf, obroo^t auc§ 
icntn eine n)ci[c 33efonncn^eit qU 33afi§ ücrbücB imb bcr Staatsmann fort- 
»u^r, r^c Qit bcm 9}hf3[tob i^rcr mi^iü^xhaxtcit in obicl)barcr 3cit ju mcffcn. 
^T Verlangte, wk bic 3üäialrcformer au^ bcr 9?icorbo=iSdiulc, ba]^ 't^a^ 9kdjt 
i^.c >Primogcnitur crlbfrfjcn folle, ]aM fein ^Tcftamcnt öorf)onbcn fei; ferner: bic 
'-iünbüd^c^cnbcrnngbcg au^bcr^'Cnboljcit [tommcnbcn<^Qgbrcdjt§; Erleichterung 
Id Sonbübcrtragungen burd) ^loftcnminbcrung unb 33eic^ncibung bcr umftänb- 
lii^cn Formalitäten; bic .<pcrau!^gaec gegen eine ©ntic^äbigung bcr tion bcn 
ciroBörunbbcfi^eni in bcn legten ,>(jrl)unbertcn ufurpirtcn öicmcinbelänbercicn; 
cnblit^ bic (£rr)ö()ung bcr im ^^'safirc 1692 feftgciciUcn nnb ^u bcn jetzigen iöobcn- 
»Citren aufeer i>cr()ältnif5 [tcfjcnbcn Cirunbftencrn. 2ein 3icl lüar, einmal bcn 
i-äc^tem beijufpringen, bie bcn au^ bcm ancljrmcrtl) bcö ®runbbcii|5e§ bcredinetcn 
iiac^tjin^ 5u 5al}len l)attcn nnb ilm hod) in ^''■■'Ific beö auf beut freien 
g}iarftc burd) bic ameritaniid)C Slonfurrcu') f]evbcigefüljrtcu ^^srei^fturae^i für 
lanbiüirt^fdjaftlic^c CSr^cugniffc nic^t 5U crfdjmingcn nerniod)tcn; bann aber, 
3rocitcnsi, burc^ ßerftücteiung ber grof^en ^ticfcngüter lcbcn^fäl)igc iJkuerngiiter 
feiüif eine adcrbantrcibcnbc, fefsfjaftc ^I^cöblfcrung 3U fdiaffcn unb fo ba^ 33rac^» 
rrerben immer größerer l'änberfUidjen 6)rof3britannien§ 5U ^inbern. A^cr sBormurf 
einer btinben STonfi^^fatiouroutl) blieb jetjt CSl)amberlain nidjt erfpo^rt, obgleich 
er njicberl)olt, um beut 'i^crftänbnifs nac^.^ulielfen, erflärtc, ha)] hau ^txcb^n nac^ 
Erwerb mie bie bcm CSigcntfium anl)afteubc Sidicrljclt .scrftüvt mürben, mcnn 
hl bcr S5el)anMnng beftcficnber (iigcnt()um^^ricrl)ältni]fc nuc^ nur ein 3d)atten 
tjon ^ritiolität fid) geltenb mad)e. ^^tefcn ilHtnuüvfcn lag aber allerbing^ bic 
richtige 53cobad)tung ^u ©ruube, ban bie uon CSliambcrlain erftrebtc ^.'anbreform 
fo^iaiiltifc^ gefärbt mar, ba {l)m, mic fif^ gezeigt Ijat, nid)t gleid) M)n ii^rigl)t 
nnb md\axi (Sobben „oredinnbel in ?anb", bie ^^lufl)cbung olfo aller gefet^lidien 
t3c|c§rän!ungen bcr Sl^erfügungfrcif)eit, ber ^ibcitommiifc unb ^Primogenituren, 
ül§ gbcat öorfd)mebtc, um fo ein neuc^ bequemet ':taufdjmittcl ;,u gemiunen. 
v!r backte Icbiglidj an bic ?Zotl) bcr -iniditcr unb an ba^ rapibc lHnfd)mellen bc^ 
ftabtifc^cn Slrbeiterprolctariat^^ ba megen bc^ uuaufljultfamen 2iutcus; ber We* 
trrtbcpreifc auc^ bic 3(rbeiterlöl)nc auf bcm ^.^anbc fo ftart fielen, baf; in füuf^elju 
;"\a{)rcn foft eine SDhllion Öanbarbciter in bic 2täbtc ftrömtcn, aur^ l)ier bic 
Vatmc Ijcrabbrüdtcn unb glcldj^eitig bic ?cbenömittelprcifc liinauftricöcn. 3?on 
Vn cjtrcmcn ^ürberungen, bie nac^ bcn l'el)ren bon .£ienri) ©eorge bic 3?er» 
ftaatUc^ung besi gefammten Oirunbc^ unb 53obcni^ verlangen, l)ält fid) C5l)ambcr= 
l^.in burc^auö fern; nur ücrmcift er, in jüngfter ßcit ftärfer al^^ fvüljcr, auf 
y^'lanh, um 5U geigen, ma§ bic etoatöintcnicutiün ^u ©unfteu bcr bcbrüngtcu 



>r,^ 



-Steter unb iBauern tljuu taun. ^n bcr 3:ljat ()at \\(i) ba^ cnglifd)C ^>ubli= 
f«m burc^ bic irifdjc unb fc^ottifc^c ^2tgrargefct^ge6ung ber IctUcn jman^ig 
•^ä^an bic 3Lr?ijglic^feit unb 2:l)unlid)teit be§ ftoatlidjcn (Jingriffi^ in bic 
trioatc 53crtrag§freil)cit allmäljlidj gemöl)nt, unb (Sljamberlain barf t>aS 5?er- 
iienft Bcanfprudjcu, im Öegenfa|5 5« bcm in ben ^irabitioucu bcr ortl)oboj:en 



l'l 



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.... ^ 



180 



<I)tc 3«^""t*- 



■ Octonomcn QuföCJOQC^fencn ©lobftonc bic 9^ot^iöcnbig!cit ciltcr öorfic^tic^cu 
. (Staat^^ntcrtcntion nacf)brücflic^ betont imb ol0 einer bcr erftcn prottiidjcn 
^olitücr bic 35a^n für bcn foäialcn gortfrfiritt frei gemocht sn l)Q6cn. 

SlUmä^tic^ treten fo in (St)amberlain bic rein poUtifc^cn Qntereffcn hinter 
bie fo5iQlpolitif(^en gurüc!. (Sr lüiU in f olgenben |)QUptpunttcn gunäc^ft bcn 
33crfuc§ einer it)irt{)fc^aftlic^cn Dlefornt gemacht feigen: 1. ©cfepc^c Slüräung bct 
Slrbcitjcit für 35erg[eutc unb anbcrc in gefätjrlic^en unb Befonbcrö aufrcibenben 
SBcruföarten bcfc^öftigte Sirbcitcr; 2. ort^ftotntarifc^e »eftimmungen über 
m frütiäeitigere ^djüefecn ber Öabcn; 3. 33egrünbung ton ^(t)icb^geridjtcn 
mt 5^cr(jütung t)on gerocrblic^en etrcitigfeiten; 4. Unfaügcntfrf)übigung, oucj» 
genommen in bem ^aüe eigenen 53crfrf)ulben^; 5. 3Uteröpenfionen Tür bie 
«Irmen- (> 33efcrjräntnng nnb Ikberniac^ung ber Ginn^anberung äJiUtcUoicr; 
7 Grwciternng bcr 33cfugniffe ber ^täbte 5ur C^crftcllung öon i>crbciienuuicn 
unb Aum 33au t)on ^trbciteriuüfjnungcn; 8. Grmüd)tigung bcr ©cmenibc 
Verwaltungen, burdj i^or1trcc!en oon (Selbem unb anbere CSrlcic^tcrungcn Mc 
arbeitenbcn .SKaffcn in bcn "8^ eigener SBofiuljäufer 5U fcfecn. ©^ ift für Me 
id^ige poUtifc^c K.^Qge fcnn^eic^ncnb, bafe bie auf bic 35unbcggenoiicu]d)an 
tSbambertain^ unb ber liberalen Unioniftcu angeimc)encn SlonfcrMtiucn icm 
foAialc^ ^^rogramm 5um grumten 2:f)cil anänne^mcn geneigt fc^einen ^rtfjur 
,^ameg Salfour, bcr eigentliche ^ü^ircr bcr ^lonfcrtatlucn im Untcr^au^ nnc 
im Sanbc, bürgt mit feiner ganzen ^^crgangcnl)eit bafür, bafe er ai)ambcrlam 
bcr mcrtl)Dol(ftc m^x fein loirb, wenn bie uon iljm längft crfeljute (sJclcgcnljcit fid) 
' barbieten wirb, „fojiale, mdjt fo^iaüftifc^e 05cfe^gcbung" 5" Betreiben. ^ 

5(bcr norf) lebt bie irifdje ^rage, unb fic brolit, audj noc| auf weitere 
<:^Qbrc binaug bie fo^ialc 03cfefegcbung laljm 3u legen, ^c^on war 6l;ambcrlain 
gans uon iljrcn ^^lufgaben erfüllt, aU bic Grciguiffc eintraten, bic in icmcm 
politifcben öcbcn bcn äuBcrcn SBcnbcpuntt bilbcn. 5U^ er 1885 m bcn Simhl- 
tampf trat, ber nadj bcm fo furalcbigcn SUbinct ^alis^burt) bic Sibcralcn wtcbcr 
, an/atuber brachte, galt er noc^ allgemein aU ^äule be^ fortgcfdjrittcniicn 
^>iberali^mu^, obwol)l fein 9?abi!ali§muc> ftctä" meljr auf bcm io5ialpolitiiri)cii 
' al§ auf bcm rein politifd)cn Gebiete gelegen war. G^ war ba^er aud) gaii^ 
natürlicb ha^ er wieber in,^ Slabinet ©labftonc eintrat, ha er nidjt af)ntc, boii 
beffen irifcbc ^soliti! bal)in ging, in 3^ublin ein (Sonbcrparlamcnt 5U erndncu 
unb mit cnglifdjcm öclbe, unter öuanfprud)nal)me bcr grofebritanuiidjcu 
(Steucrsa^lcr, bcn cnglifc^cn C^ut5l)crren il)r ßanb abautaufen, um bie midien 
SBäcbter barauf erbanfäffig äu wachen. (il)ambcrlaiu büntteu nun, alö bcv 
leitenbe (2taat§mann feine 5tbfidjten funbgab, bic 5um ®cf)u^e ber 9?eu^^oCinl)cit 
in feintn irifdjcn 33ilU uorgefc^enen ^autclcn gering; aber tro^bem iljm ha^ 
Streben bcr ^rcn nad) nationaler ^clbftanbigteit ftet§ Ü)hubc^agcn ocrur)adit 
liatte war boc§ fein Ginfpruc^ gegen bie irifc^c Sclbftrcgirung 5"erit nur 
bebiugt. dagegen empfanb er eö oon Dorn Ijereiu al^ Ungcrcditigtcit, m 
Manb britifd)eS ©clb 5U fojiaten Dieformen ^n ücrwcuben, um bcvcu 
Herbeiführung in Gnglanb fo gewaltige Vereine wie bie Canb^rlierorm« 
ßiaa fid) bcmüfitcn. ©ic ^^einungüerfd)iebenl)eiten jwifdien bcn beiben biel)crigui 
öenoffen crwiefen fic^ fofort al^, fo grof5, bafe Cq^ambcrlain jur l^erwunbevung 
uon 5-reunb unb %zmh auö bem Slabinct fc§icb. Tenn er Ijatte biölang al. 












^ofcp^ (lt)amfytxlain. 



181 



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. i/*i;cuiib öCßoftcn, unb tvcnn er jc^t in @lobftonc§ S3otfc§fQgcn bcn erften öer^ 
-nifsücffcn (Sdjritt 5ur Stuffbfung be§ 3?ci(^c:g fa^, ttJciin er fcl6ft ganj unüer* 
...vii mit fd^ucibcnber ^ßerebfamfctt bie- 9?eic^gtreuc ber :3rcn beätüeifelte, 
r« fa^ bie ötfcntli(f;c SJ^cinuug in biefcm SBerfjoltcn einen c^an^ unvermittelten 
ifirinungttJec^fel, bem bie fadjlic^e Söegrunbung feljle. XoR aber eine fotc^e 
ccrfjanben mar, bofür ift ber 33en)ei§ faft ^onbgrciflic^. ®cr poUtift^e Cr^rgeij 
hätte i^n jttjingen muffen, um ber i{)m 5ucrfannten — nid^t angcniof5ten — Slnttjart» 
[i;aft ouf bie liOernfe "i^^remicricfjaft n)i(Ien [elbft ernftere Tiffcren,^en mit bem 
*;>artei§ou^t ju übcrfcfjen. "änd) fjatte fic§ bie onfänglicfje iBcfpöttetung ©lab* 
f.*)nc§ in eine iolii)e 3?eret)rung gercanbelt, bafj nur bie oderjcfjiüerftcn fac^Uc^en 
^cbcnfen ifjn treiben fonntcn, eine öon ber ©leicfjfjeit ber lle6er,)eugungen gc» 
ragenc unb ouf (angjöfjriger ^ampfgcmeinfc^aft bcrufjenbc ^rcimbfrfjaft fursmeg 
,u brechen. (50 giebt baljer nur eine (Jrflärung für (Ifjamberlainö bentiuürbigcn 
i3ru(ö mit ölabftonc im ^afjre 188Gr ben 3^öng feinet patriotifdjen (^5ciin|icn§. 
iarfiber marb ber bigfjcrige ©egenfat^ gu ^aliöburi) öergcffcn, ücrgeffen auc^ 
iic Ölbneigung gegen ben bii^fjerigen C^efotg^^mann Ölnbftonc^, bcn „üorncf)m 
grcB^crrtidjen" Dkrquii^ öon ^artington, bcn f)cutigcn .{"cr^og von Tct)onj{)ire, 
uiih bie ^Dujbrübcrfcfjaft mit 3of)n ?Jiürlci), mit bem i^n mcnige ^saf)rc 5Uüor 
gCTobe bo§ o^^ntereffe für bie trifd)e Gman'^ipation ;^itfamnicngcfül)rt hatte. (5r 
blieb bobci, ha]] nir^t er QHabftone, fonbcrn bofe biefcr ifju, 0)ofd)en, •V'ortington, 
bie gan^c liberale ^^artei lierratljcn fjahc, unb al§ bann bie fogenaniiten ßon» 
fcTcn^ett ber 3:afclrunbc, jene ^i^crfudie, bie beibcn liberalen O^ruppcn micber ,^u 
vereinigen, ,vuecflo!^ leerlaufen maren, ba bemirftc bie Slampfgcnoffenfc^aft mit ben 
SlonfcrDatiocu, bie (^5eiiHil)nljcit, auf iljre Xcnh unb (impfiiibunguicife ?)i'ücfiidjt ^u 
net)men, oud) inCiliambcrlain fclbft einen llmfd)mung, ber nid)t foiuo()t feine gruub^ 
fü0ltdjen 9fnfdjauungcn alc> bie Vlrt iljrcrC^'icltcnbmadjnug im politifdjen 2ebcn berüfjrte. 
2)as^ trat fdjüu 18X7 bcutlid) licriHH-, ali^ (i()ambcv[ain nou einer neu 5U 
bilbenben 5i'ationalpartci fpradj. "iWid) bem 3iM"ammciibrud) ber liberalen 'J-Mirtci, 
meinte er, muffe ber '-l^crfml) gcmari)t lucrben, eine neue ©ruppc ju Inlbon, bie 
in ollen fo5ialcn unb politifd)cn Thingen niiiit menigcr ber ^ad)c bc^ J^^^I'^J^'i^^^ 
ergeben fei al^ bie i^ibcralcn ber alten 2cl^ule, ,>nglcid) aber aud) nirt}t uicnigcr 
entft^loffcn fei, ber 5luard)ie in jebcr ^-orm ^u unbcrftc()cu unb bie (5in()cit bcü 
9?eic^e0 fmuie bie .t)crrfd]aft be^^ '^.MuUimcutCi^ aufrcd)t ^u erl)altcn. .v^cute e;-iftirt 
bie Partei, mtciuoljl nid)t bem ^famen nad), unb l)cute gicbt alle 'AnUt yt, baf', 
fein politifd)cr ?ltt uufercf^ >2taati^nmuucy für bie Wcfd)irfe fciuc'j i^atcvlaube^ 
ton fo nac^ljaltiger '^^ebeutuug gemefcn ift, mie feine 3:reunung lum OUabftone 
Im <^a^re 188(). ,Qn mclc^em iDiafje freilid) fidj (il)ambcrlain, menn er einmal 
6ur SJioc^t gelangt, einiger früljcr mit groBer Sd)ärfe betouten rabifalen %kO' 
flTQnunpuufte erinnern mirb, magt fein ?3Jenfd) anzugeben, ^cbenfall^ Ijat ba§ 
4">Qu8 ber l'orb^ nidjt^i ?lrgc'5 lum iljui ,^u befürd)teu, uuilircnb umn bodj mcif^, baf3 
t'ie progreffiöe CÜ-iutommeufteuer mie bie Trennung ber Mird)e üom Staat in 
i^m einen 5lnl)änger baben, ber fid) bei paffcnber Öelegcnlicit ftett^ 3U Äkn-te 
Qielbcn mirb. Clinc j^)iüetfel aber fteljt ber ^ü[\: in Guglanb muffe bie bemo* 
IrQtifc|e Güülution nun enblid) ,^u (.fünften ber fo',ialcn dieform einen Stillftanb 
f^leiben, im ^Diittelpiiuft uidjt nur üou (iliamberlaiuö politifdjom Teufen, fonbcrn 
Wicft fic^ an, bie leitcube 0>bcc im i)ffentlid)cn \?cbcu be^ ^snfclrciilie!^ ,^u merbcu. 

Dr. S. 3ocnger. 












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B«tg>» lax PttlT«3niiaiitt 

Pult«ni«tm wurd« Im Ioy«b«r X891 ale Sohn de« Justiarat. 
PtaTttZMim in Halberstadt geboren und war zunäohat dort 
»1. leohtsanwalt tätig. 1929 berief ihn der damalige Retoh.- 
lantBialniBter Severing in sein Mlnieteriun und übertrug ihm 
4a« ottt errlohttte Referat "KeiohBreform", nachdem der ur- 
•prUügUoh« Plan, eine Kommunalabteilung im Innenminieterlu« 
sa bilden und diese Herrn Pulvermaan au übertragen, aufge- 
geben worden war. Kur« darauf veranlaßte der damalige Magde- 
burger Ot^erbürgermeiBter Bmet Reuter die Wahl Pulvermnns 
aum Stadtkämmerer in Magdeburg. Diese Tätigkeit endete 1933. 
Kura vor Kriegsausbruch wanderte Pulveraann mit seiner Frau 
nach Palästina aus, cta dort aonächst in der ISandatsverwaltun« 
und später im israelischen I.-.ndearechnuiao3hof eine Tätigkeit 
als Koutroller zu übernehmeu. riitte der flizif^'-ißer Jahre kahrte 
Pulv8r:aann zurück .xnd iuU.ia eoiaen ^/oh.i3itz in Frankfurt am Main. 
BT beschäftigte sich mit ifrr.-en der wie^-erßutnaci.uns und ver- 
faßte den Artikc.1 über das modorne Israel iia Herder-Lexikon. 



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e,25 wa«, (auaüai. öefteaflcib). X ^^ ^^ "^ Allgemeine Zei/unQ des Judenfuma 

ffietraöunb 6d,tlftlelt«ng: S8e.Iln W15, emfetGtr.42. ffernfp«*«: J 2 Olitvj 5074. r^oflf^ecffonto: «crlin 804 72. .:. »anrfonio: 5)re.bner »anf, IDepontenfoffe H^ 



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an den Ccnerd(üctcln 

Stin 15. 3anuar üollcnDet bct frülKtc 9icid)8- 
fonalet 35t. äüiltjclm 3Ji q r j fein VO. ßebcny- 
jnt)r. (5r Qcl)Lht einer (5icnevation üon 5!Jtän- 
iiern an, bic man fo flern nl& nnmobern unb 
tibei1}Plt beliidioln niörijtc, bie ober l)eute auf 
6d)ritt unb ir tt cntbet)rt roerbcn. Xie (Sin^n- 
fdjajten biefcr ? (änncv: djnrnfterürfjc ^aubevfoit, 
jndjlidjc lüdjti^ifeit, inenjd)lid)t :jiui)i>rläiiuitc»t 
tüal)rc ^olcran;, ed)ti? üübcralität, tief einac^' 
n)uv3elten 4Mnimni§mn§, l)nt audj -MJary alle- 
seit beiüiefen. ö^in treuer 8i>I)n feiner tntl)o« 
lijd)en itird)e, i t er aunleicO opferbeniter Ü3ür- 
ger be§ beutfd en UJaterlanbeö. 5114 n:iit)ret 
be§ ?,entruni^ war er niemals *|.^ rteininnn. 
ßr I)atte X>t\\ ^JJhit, eine .Uultnrfd ^\\h^ eine 
iuiltnvfd)aube 311 nennen. ilk»reit§ im '3ünimer 
1922 l)iUte er bem (ientralnercin al§ (yrftet 
SPorfiluMPer ber Xeutfd)en ^eiUrnuK-partoi Mc 
Ornnbiali:id)e unb bemufde ?lblel)nunti be8 '?lU' 
tifemiticMui^ burdj bie Älatl)oIifen crl ätt. \Hl-5 
bie öntu)idlnnrt ber politifd)en llH'vtiältniiic 
D.Unr]C ueranlafdc, nu§ ben\ U^orberi vunb bcr 
Volitildjen i5id)ue abzutreten, t)at er al?i 'lUu-- 
fiijenDi^r oeä „U^olt^ueveinö" für bn^ atl)Olikl)e 
5nit|M)(aub" bio IHutUärnnn and) ttn- fatljo--^ 
lifdjen UHnffen über ben y^atiinialji iiali^nuK- 
al^ ui'.ientlid)e l'lnfnabe betrieben. 

T n ::»H1trebnnaen beö Cknitraluereiu-S l)at 
9;eid) lan;>Ier ^Uüirji: ftetö lebl)aite§ "sntereiie 
mib )t irfe 3n[tiumuuin o^'^^'i^''^^^^- ^ '^^^^ eben=^ 
fnlI8 fdjon 192:' formulierte Hebtr^euGuniv 
„tnfi ler 9(ntife!iiti^mu§ fid) faft immer audj , 
QU eine ©egneridjaft o^'Ö^» ^'"»^ 6{)viftcntum, ' 



^ TDeAlca aeoen bie falboTltt^ ÄonWfloiu en»" 
^JoTir, tüSr öierfür Sjunblüfle b» I.ÜÄ; 
•J^eit erft, 0I8 tt)m baS foflcnonnte „aWelUDUt^ 
beS (fcnttttloercinS, iene 2)üfumentenmappe 
über bie eteUung be8 yiQtional|ü5iali8mu8 hWX 
S\ubenfraae übermittelt roorben uuit, hat tt 
bem eentraltjerein in folflcnbcm (Sdjrelbcn oe- 

bantt: 



, 3d) l)abe mid) bei meinen löctfamtn^ 

InnaSreben feljr au^fliebig mit ben ©ebanfeit- 
onnaen biefer neu anftnud)enben U eroeounfl Uc- 
fduiftigt unb nnd) babei bie oft ( ernbe^u un- 
inniaen unb fid) mibcrfpred)enben Vlu8füt)run. 
oen foaar ber offiaieüen ^liroflv unmc feft- 
fteflen fönnen. m ift mir flero ^e^u unfn|i- 
bar mie ein fonft fo fluQe^ unb t)el)ert|d)te8 
S>kilf mie X^^^ beutfc^e, roeniafteni 3U einem 
fo grüfjen acile, auf fo uiel Unfi ni etnöel)cn • 
tonnte. (5ine enflärnnfl t)abe id) nur m bem 
llmftanbe fin^^l fonnen, b.ifj mtr mfolöC Dct 
mirtfdjaftlid)eu ^J^ot öeiftig 3crrüttet unb 
iieruiirrt \wx\>^xi fmb. ©ine SBcffetung 
fdjeint ja auf bem yjiorfd)t' an fein. 

2:ite üon blinbem ^A\ betjlcitetc ontifc- 
mitifd)e (^inftdlnna ber ^iationalfcaialiften 
Iiabe id) fdjuii traft meiner äÖeltimfd)auung 
•für ebonfo üenuerflic^ mie törid)i unb un- 
\ finniq, aber ibenjü aud^ für nnbfutfd^ unO 
antiuational n;iqefel)en unb bcfämpft, mo id) 
nur in mer b, \\\ Welrflenleit ni^f»»'t)en l)Qbc. 
^l)r mortDoHe- ^HJoterinl mirb mir bct 
meiner uuiteuMi VUnuel)r unb 93ifämpfun9 
mertnoilc Xieinte leiiten." 
^UMr u)ünfd).n bem (v^fredjten W nunc einen 
Coben^Hibrnb, biv i()m te aLUeberM)r feiner 
i^beale in bie k^itif n b in X>i\% fliinmte (Se- 
in einfd)aft§mefe^n brinot. »_ 






^ii\enifle UUonate nadj Uuncm (iO. (^^eburtc- 
foi ^\\\ bom ihm viele C?l)r uuien ani- jiI^ifd)en 
unb nidjtjüMfiljeii -Uveifen Icreitet mo ^•.•n \\\\}>, 
ift am r>. Januar ber Veciat ouvvat tm ^'Ui-mar- 
tiaen Vlmt ^l^rohijor ^r. imorit Gobern- 
beim in U^erliii \\^\<\^ für, er, fdnuercr Alrn il- 
licit (Vlt^^^^^i-'"- '- '•'bcrnl)eiui (\alt alo luionbeier 
gidjfiinbioer nnj bem C^aliete lemit fuier An- 
fdinnen. :v^m SiM'mnmei l)anfl mU miivn= 
iclKift'idien IS-rpeDitionen nad) ^l^ila mm ww^ 
©urien bei benen er tätii) mar, t)a( er bor- 
S, cbLMi'c mubtiae ^ilHn-fe oeröjfentlMit. Vlnf 
iüöifd)=mrien|diaitlid)em C^>^^biete ^eMmete n 
fdi a8 U .u-filuMu^cr biT föeeüfdnift 3.' ^l^•^e> 
r mm ber UtU tenfdjaft be?^ Anbeutum- au.5, m 
b 'i %orb. vaiiatiidjniaiH^tifd .n ©efellfduin bot e 
er ben g Driftfübrerpoften mne ^iehn fe a v 
ttjiffcnfd)n tlicben ^Xätitifeit mnb er V^t«^ ^)'_it, 
.oUflemeincii inbifd)en ;s"tcriiien yi ^Y"^;^^ 
ftanb er bem 2cut d)=3frn Utifdjen '■ "^u f ; 
C Dor unb mar ^'^orfi^eiber ber ) .eluiiujen 
fl • ttolttar ei für J^riebe uub Cviuljei m bcr 
S; Ä. fi, ber ^i^auiltina-Ätolo.uiation, 
fei e§ bet be§ ileren C^aieffib mie ber und be» 
fdjt^ibeneren be3 ß^ra, liel) er be.e.tmiUiO 

^^tefÄeit be. (^ e n t r alb . r ein 6 
bradjte er aufrid)tiöe ©d)atnnö cntjeanu r 
fbrberte fic. wo er e§ uermodjte. (Ss oeroniö 
faum eil e Bod)e. oI)ne bafj mir mit d)m Der» 
Sene Äii^ «nb örunbfä^lidje ,s^a,en 
K oradien feid) ^^^^\^^ eraebenbe ^'^^n d)= 
SmVn etfnUte er mit uorbilbli.i)er ed)neUu3» 

feit unb b^rfinbli.l>rett. »,« „oiun^r 

••morit^ 3 b e . übet m umr ein t)0 iul)m-r, 
^ntiiipr Ibaralter; er t)otte für leben ^ui otie- 

^;;Io -ühinp Vlrt fcrm ob c enen ilai 'Pf- ^3" 

J^tutSr Äanbl^' tv .^bioii ,- beeni^ 
trädjiSen. eein licbenSmü o.ae-^, frei nblid)e. 



21\1en fd)affte ibm biet J^vei übe. oem 2ob 
reifjt im beutfd) iübifdjcn «eben eine \iude, bic 
faum aiK-3ufnllni ift, benn nur ine e enntniS- 
iMdie unb muviel)ene inbifdie >|'er|Lnlid)feiteu 
finö bn, bic niien ibrem UHnuf el)venamtlid) 
üi- \:>^\^^ bentfdi '.^ubentum 3u iuirfm flemiUt 
finb'^ ^liioritj (5rberid)eim (\s\Si M ebm l\\ beu 
^iHvfLmlirlifedeu r.er ^i>ürfrieflovd bie. mie Dtc • 
(C^iUbberciir, bi ^Jiatl)an, bii> UJiat nnd, bie 
eiljiffer' bic i^.inon, bem beund)en \ubcntuiu 
ibre Urafte liii'Mi, glt'idjflülti.i, auc meld)en 
5i3emeiV"\viinben. ^ .^ ^ _, .„^ 

Unfer herdi l)e3 Witi^fübl pdt ber ^-nmiltc 
bea ^lUuitorbene.i, [einer ^-üMtme, feinen iunbern 
unb bem qreif.n etiefixiter, bem jefannten • 
(5ener,nI(onfuI Cvuflen Xianbau 

T^er yiame yJioriü ^obernlie m lunb n ote 
©eldjtditc beä bentfcß^fu :3iif>entnn^S eniflel)cu. 

Dr. Alfred Wiener. 

'Hl§ U^ertretiv be§ (^entrn Hierein nol)mcn 
on \n\ U'eijeluu p;-feierlid)feitai in iöei|enfee, 
au Der ?U)orbnui.aen be§ Vtu-iuMirtinen ?tndö, 
?,cr 6tabt Berlin (C)berbürocrme'fter S)t 
eabm), ber miffen1d)aftlid)en \\\^^ J"?/^*^? 
iibr erfd)aften, benen ber Ik^ftorbene üljrenb 
obei miarbeitcnb anflel)ört bntt. er d)ienen 
maren ber ^i^orfit^eube be§ (m ntvaioerein8 
5?r SrobniV nnb ftetlt>entrvteni er SjnbifuS 
Sr' 9llfreb Oitfd)bera teil. J5 le 0^0""^«"' f 
fckbe irauerrebe I)iel? SRabbiner %x. ßeo ^ 

lö a e cf . 

^««litrtt Dr. h. c. mMxi «Pitmet 
öeftotl>en 

«Im 5.3nmmT ift in «ctlin ^uftMtnt ^t. h. e. 
oifCVt «LUnnct im 76. ÜcbenSjabrc flcttorben. et 
ük te d"a § i'onfd, unb ^iVMficnfd.nlllcr bö*ftcn 
llnfc cnl yJlit ocm ficntratuercln. Km er 0I8 
treue« yJliti lieb oinobi-rtc, imu er b^irrf) ftatfc« 
bntevcffc an feimn UUltrcbmigcn cn« ixrbunben. 

kleine (Lfironlf 

18 lammt ihren 75. (V.et^urtstöfl. — Ter frU^cte 

?"d 2? ) i Uiciec (iljvcuDotfinenber. 6cr fficmeinbe 

♦rnim-reina uUiufl Sicoinbad) rolco 0111 »..). jciuiox 

' t'ü "X aVt - ^-c i)litfllie-bcc 3o «ü, unb -Muna 

Ca^dimaun Ci'rclan) feiern am 21. 3«miat *Dc 

frei i, ihr «^ (vhrlubllüum. i.'ariyniQntt mit ojlihteHA 

tUU.. SIU tciu mifoKorirbeo 53erl>aU>u crbUlt <t 



; 



MlUTARGESCHiaiTUCHKS FüRSCHUNGSAMT 

Jez* F a» A 

Az»: 50-55>-0:?, TgbKr. 6b/74 



Herrn 

Ernest Hamburger 

67 Riverside Drive 

New Y o r k, N> Y, 10024 

USA 



7800 FRI.IHUHG IM BHEISGAU , 11 ♦ 2.1 974 

KAISFH lOSliPH-STR 262 
Hill JON 34279 



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Sehr geehrter Herr Haraourger t 

Ihr Schreiben vom 12.12.1973 an Frau Dr. Bach wurae von dieser in der 
Zwischenzeit uoer das Bunaesministeriam der Verteidigung an das Militär- 
geschichtliohe Forschunßsamt weitergeleitet. Leider befinden sich hier 
keine Unterlagen üb.3r den von Ihnen genannten Pragekomplex. Das Amt 
hat vor sechs Jahren seine gesamten Aktenbestände an das Bundesarchiv - 
Militärarchiv abgegeben. Ich könnte Sie daher nur an dieses Archiv 
verweisen, von dem jedoch mitgeteilt worden ist, dass Ihnen sämtliche 
einschlägige ^kten schon im Sommer 1972 im Bandesarchiv in Koblenz vor- 
geleßt worden sind» 

Wahrscheinlich werden Sie sich noch nicht an das 

Institut tur Zeitgeschichte, B München 19, Leonrodstr, 46 b 
gewandt haben. Da nan sich dort eingehend mit aen Fragen betr» jüdischer 
Mitbürger oefasst hat, möchte ich Ihnen dringend empfehlen, bei aetn gen. 
Institut anzufragen 



Mit vorzüglicher Hochachtung ! 
Im Auftrag 



(Dr. Pricke) 



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Reichsverwaltung 



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TaschenKalender fuer Verwaltungsbeamte 1931. 2. Teil Personal- 

nachweise .... Beelin 1931 

( Der Stand bezieht sich auf den Sommer 1930). 

Auswaertiaes Attt 

Es werden nur ausser Staatssekretaer von Buelow die Leiter 
der Abteilungen, ihre Vertreter und die Vortragenden Legationsraete 
aller Abteilungen genannt. 

Vertreter von Ministerialdirektor Dr. Koepke, Abteilung 2, 
Wpst-und Suedosteuropa,Voelkerbund und Abruestung ist der 
Vortragende Legat ionsrat Dr. von Friedberg, Dirigent. 

In der Vereinigten Presseabteilung der Reichsregierung 
(Abteilung B des A.A.) ist der Vertreter des Pressechef s, der 
Dirigent Dr. Ritter von Kaufmann-Asser, Vor tragender Legationsrat. 

Unter den Vortragenden Legationsraeten aller Abteilungen 
erscheint Dr. Michelsen, sonst niemand von den juedischen Mitgliedern 
des A.A. 

Reichsministerium des Innern 

Unter den Ministerialraeten erscheint Dr. Loewentha 1 und 
Pulvermahn 

Unter den Oberregierungsraeten erscheint Dr. Goldmann 
(Abteilung II, die fuer Gesundheitswesen, Veterinaerfragen, Staatsange- 
hoerigkeit, Wanderungswesen, Deutschtumspflege, Minderheitenwesen 
zustaending ist ) .Loewentha 1 und Pulvermann sind in Abteilung I 
fuer innere Politik, Presse, Rundfunk, Polizei, Passwesen, Verfassung, 
Verwaltung, Beamten und Versorgungswesen.) 



Reichsfinanzministerium 

Staatssekretaer Dr. Schaeffer. Ministerialdirektor der Ab- 
teilung III (Verwaltung der Steuern vom Einkommen, Vermoegen, Umsatz, 
Verkehrssteuern) ist Dr. Zarden .Leiter der Abteilung IV (fuer 
gemeinsame, Friedensvertrags-und Rechtsangelegenheiten) ist 
Ministerialdirektor Dr. Dorn. In dieser Abteilung ist Ministerialrat 
Dr. Fuchs und Oberregierungsrat Dr. Lazarus taetig(bei letzterem 
nachzupruefen,ob Kude) 



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TascheniattÄnder 1931 



ReichsvirtschaftsministerAum 

Als Oberregierungsrat erscheint Dr. Nathan (nachzupruefen ob Jude. 
Im Statistischen Reichsamt sind einige juedische Referenten. 

In der deutschen Gemeinschaft zur Erhaltung und Foerdeuung der 
Forschung, die frueher Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft e.V. 
hiess und jetzt zum Geschaeftsbereich des Reuchsministeriums des 
Innern gehoert,ist der zweite Vizepraesident Fritz Haber. 

Reichsarbeitsministerium 

In Abteilung IV a( Arbeitsmarkt, Arbeitsvermittlung, Arbeits- 
beschaffung. Arbeitslosenversicherung, allgemeine Fragen der Sozial- 
politik, internationale Sozialpolitik) erscheint ein Ministerialrat 
Dr. Lehfeldt(nachpruefeb ob Jude ) und unter den Regierungsraeten 
Dr. Hilde Oppenheimer. Zum Geschaegtsbereich des Reichsarbeits- 
ministeriums gehoert das Reichsversicherungsamt. In ihm erscheint 
als Senatspraesident Dr. Lippmann und ein Dr Behrend.im ganzen 
gibt es 25 Senatspraesidenten. 

Zum Geschaeftsbereich des Arbeitsministeriums gehoert auch der 
deutsche Bevollmaechtugte fuer Arbeitsfragen in Oberschlesien 
mit Sitz in Beuthen,Dr. Brahn, Regierungsrat a.D. Ferner gehören 
zum Geschaeftsbereich des Ministeriums Standige Schlichter (13 Be- 
zirke) Schlichter fuer Pommern ist Regierungsdirektor Friedlaender 
in Stettin(beim Oberpraesidium) .Schlichter fuer Westphalen ist 
der oben genannte Dr. Brahn mit Sitz in Dortmund. 

Reüchswehrministarium 

Unter den Ministerialraeten aller Abteilungen ist erwaehnt 
Benda,der im Wehramt taetig war. Diese Aemter ressortierten von der 
Heeresleitung. Rueckfrage ueber Benda ist unterwegs (an Bundesarchiv 
-Militaerarchiv ) 

Landesarbeitsaemter unter den Praesidenten kein Jude. Due Leiter 
der Arbeitsaemter sind nicht genannt. 






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bell, Tra^oedie dtsch« Liberalismus 



ö, 431 



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i-rns . Koi.ert Curtius , deutscher Geist in Gefahr, l^^a, beschreibt 
barbarisierung, .ibkehr von Bilaung, Abneigung, abenalaendische 
hultur lebendig zu erhalten. Neue Rundschau verteidigt Libe- 
ralis.aus nur schwach, ihr Ton blieb kuehl una unbeteiligt. 



S. 



Jaengcr, politischer Re-akteur kritisierte deutsche Deino- 



o.42t ff 



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kratie, nennt Parteien geistig ausgehoehlt .. ui- einigen besona<.rs 
tuechtigen staatsniMennischen loepfen waren die iramerhin er- 
staunlichen .-Lnfaenge der Konsolidierung zu danken... I::! Grund 
war die Demokratie ein i'riuniph achtbarer ilt telmaessigke - 1 
(Neue :'(un^. schau l^ol , l ,o. 700 j riuch oaenger gali das Wirtschafts- 
system a jnrTTn'^rh o 1 1 , a a s i^nae d^s '■ITap'iTciL ismus war gekom:ien 
keine Zuversicht. .;uenscht ,dass Bruening de:r ostelbischen Welt 
einen V/est-und sueddeutschen Ste.ipel gibt, sonst ist sie ueber- 
haupt nicht au retten. Preussische Jahrbu^rCher \.aren von Kans 
Delbrueck liberal gemacht worden, er zweifelte nicht an der 
Dauer aer Republik, starb li'd^. ^.Is Papen sein kabinett bil- 
dete, wurde Konservatismus ^.ieder he rvorgeholt, begruesste He- 
gierungsf orm,die dem deutschen Charakt r am gemaessesten sei, 
ütaat in d m der Off izie r und Beamte besonders geschaetzt vvuerden. 
Nationalsozialismus vorsichtig behandelt ,Poter:ika ocandal ueber- 
haupt nicht beruehrt , dagegen Ludwig Klages anti-ehtellektuelle 
Theorie gelobt und hoechlich bewundert .Furcht und Opportunismus. 
Liberalismus . ar damals schon stark zersetzt. 

ii^rnst Juenger, Verachtung des buergers und des Liberalismus, 
Verherrlichunir'cles Frontsoldaten , einseitiger Nationalismus 
"das gef aehrliche beh errsci.t die ^egen\'.art (der .-irbeiter 
l^;:.a,o.ö5j Verschlagenster Angriff gegen liberale Lebensform 
in der Tat.i-ein ueri blieb erhalten. NritiK gegen alles was 
mit liberalen Prinzipien zu tun hat. Deutsche ..ulturtradi tion 
als servile Unterwerfung unter westlichen Geist geschmaeht. 
Ruft zur Formung autarker Wirtschaftsgebiete auf. Deutschj-ai.d 
ist vielleicht die Fuehrung zugewiesen in kommen . en weltpoli 
tischen Auseinandersetzungen (F. Fried, das Nnde des i^api tal ismus 
1^31, o.262,2ö4) .Nit.lieder des Tatkreises liefen in ihrer 
iviehrneit Litler zu,laehmten die Gegenkraefte gegen ihn, dis- 
kreditierten die Regierung Bruening. 



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iDNaaadäa 



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A.ufsatz 

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nt Ernst 



B e n d a L 



Die Verjährungs-Debatte im Bon- 
ner Bundestag ist in entscheiden- 
dem Masse durch den CDU-Abge- 
ordneten Ernst Benda, einen BerU- 
ner Rechtsanwalt, beeinflusst wor- 
den. Nicht nur seine Rede im 
Bundestag war bedeutsam, sondern 
er war innerhalb seiner Fraktion 
die eigentliche treibende Kraft zur 
Aufrohung der Frage. Benda wurde 
bei einem Besuch im vergangenen 
Jahre in Israel tief beeindruckt 
und kam damals zu dem Ent- 
schluss, gegen die von Justizmini- 
ster Bucher vertretenen Tendenzen 
aufzutreten. 

Wie in der deutschen Presse be- 
richtet wird, gehörten Bendas El- 
tern in der Nazi-Zeit zur Beken- 
nenden Kirche. Bendas Grossvater 
^war Jude, und zwar ein sogenann- 
fter „privilegierter Jude" als Front- 
''kämpfer des Ersten Weltkrieges 
und Träger des Eisernen Kreuzes 
erster Klasse. Er wurde später Mi- 



if/c- 



nisterialrat im' Reichswehrministe- 
rium. ~~ÄKtässHch~ des Geburtstages 
des Grossvaters im Jahre 1932 
stand vor seinem Haus eine Ehren- 
wache des „Stahlhelm". Wenn spä- 
ter Gestapo-Beamte in die Woh- 
nung eindrangen, empfing er sie 
im Schmucke seiner Kriegs- 
auszeichnungen, wurde aber den- 
noch von ihnen zusammengeschla- 
gen. Der Abgeordnete berichtet, 
wie im Jahre 1943 sein Grossvater 
ihn am Tage seiner Einberufung 
zur Marine ermahnte, „die Verbre- 
cher nicht mit dem irregeleiteten 
Volk in einen Topf zu werfen". 
Trotz seiner ,, privilegierten" Stel- 
lung sollte der Grossvater schliess- 
lich nach Theresienstadt abtrans- 
portiert werden, doch gehörte er 
zu denen, deren nichtjüdische 
Frauen durch ihre Demonstration 
vor dem Gebäude der Staatspolizei 
in Berlin diese Massnahme verhin- 
derten. 



Restilutions - Zahlungen 
aus Deutschland 



werden besten« erledigt durch 



ISRAEl DiSCOUHT BAHK LTD 




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Gürtel enger schnallen, 
sehr viel enger! 



Von HANS STEINITZ 

♦'Die grösste Gefahr, die unse- 
rem Wohlstand droht, Ist ein auf- 
geblähtes Regierungsbudget auf 
der Au^igabenseite", erklärte Prä- 
sident Nixon in seiner Botschaft 
an das amerikanische Volk, die 
er am 29. Januar seinem offiziel- 
len Haushaltsplan für das kom- 
mende Fiskaljahr vorausschick- 
te. Er hielt Wort; der neue Haus- 
haltsplan ist ein Budget der 
Sparsamkeit, der Ausgabendros- 
selung, des Spar-Rotstif tes ; es ist 
ein frugales Haut-und-Knochen- 
Budget ohne jede Spur Fett, — 
und das Stichwort "Austerity". 
das die Engländer in Bezug auf 
ihre öffentlichen Finanzen im 
Zweiten Weltkrieg geprägt hat- 
ten, gilt nunmehr für die Ver- 
einigten Staaten, — freilich 
nicht Im Krieg sondern im Nach- 
krieg. 

Geld sparen ist an sich nicht 
schlecht. Nicht die Steuern erhö- 
hen müssen (was der Präsident 
versoricht» ist bestimmt auch 
nicht schlecht. Aber vor weniger 
als zwei Jahren, als die Wäh- 
rungskrise uns zu ertränken 
drohte, hatte der Präsident eine 
revolutionäre neue Währungspo- 
Utlic eingeschlagen und sich zu 
ihrer Rechtfertigung plötzlich 
als neu bekehrten Anhänger von 
George Maynard Keynes dekla- 
riert — und Keynes, der grosse 
Nationalökonom unseres Jahr- 
hunderts, hatte empfohlen. Geld 
auszugeben und nicht, Geld ein- 
zusparen: Geld, das der Staat 
ausgibt, zirkuliert, schafft Arbeit, 
bringt In Form von Löhnen Geld j 
unter die Leute und produziert | 
allgemeinen Wohlstand. Diese i 
Lehre von Keynes ist jetzt wieder 
beiseite gelegt worden. 

Natürlich lässt sich zur Vertei- 
digung unseres neuen Sparbud- 
gets mancherlei sagen. Vor zwan- 
zig Jahren betrug das Budget der 
Vereinigten Staaten auf der Aus- 
gabep.^eit-e 70 Milliarden Dollar; 
iiieute beläuft es sich auf fast 
rlermal so viel, 269 Milliarden. In 



vier Milliarden Dollar mehr be- 
willigt bekommen als in den letz- 
ten Jahren, also während der 
vietnamesischen Kriegs dauer, 
nämlich über 81 Milliarden Dol- 
lar im ganzen. Kein Wunder, dass 
man dann wieder mit einem De- 
fizit am Jahresende dastehen 
wird. 

Umso grimmiger wurde vom 
Präsidenten und seinen Haus- 



Quofation of the Week 

iiimiiiiiiiiiMiiiiiitiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii 

How solid is the peace 
in Vietnam? 

"What is likely is a period of 
political maneuvering and Sub- 
version of established organi- 
zations by Vietcong agents, 
seeking to put in power a 
"neutralist" group that would 
be open to Communist take- 

over." 

Bernard Gwcrtzman 
in The New York Times 



haltstechnikern, meist Industriel- 
len und Reklameagenten aus Te- 
X2US und Kalifornien, die Sparaxt 
auf den noch verbleibenden Ge- 
bieten geschwungen. Viele innen- 
politische Ausgaben sind gesetz- 
licli festgelegt und können nicht 
reduziert werden: Zinsendienst 
für die Staatsschuld, Kriegsteil- 
nehmerpensionen, Altersrenten. 
Internationale Zahlungsver- 
pflichtungen usw. Also stürzen 
wir uns heissa auf das was bleibt: 



die Sozialprogramme der Ära 
Lyndon Johnson, die dieser in 
seinem "Feldzug gegen die Ar- 
mut" und seinem Kampf für die 
"Grosse Gesellschaft" eingeleitet 
hatte. Nicht alle diese Program- 
me haben sich bewährt, das wird 
niemand behaupten, und bei 
manchen wurde zu viel Geld für 
falsche Zwecke ausgegeben; aber 
andere waren ausgezeichnet, wie 
die Beihilfe für die Schulen und 
den gemeinnützigen Wohnungs- 
bau und das "Headstarf-Pro- 
gramm für unterentwickelte Kin- 
der. Und will uns jemand wirk- 
lich und ernsthaft einreden, dass 
es im Interesse der allgemeinen 
Wohlfahrt und des allgemeinen 
Wohlstandes liegt, alle diese So- 
zialprogramme radikal zu strei- 
chen und brutal und rücksichts- 
los mit dem ganzen Sozialpro- 
gramm Lyndon Johnsons Schluss 
zu machen? 

Keine Einsparungen an Militär- 
h aushalt und Weltraumfor- 
schung, wenig Einsparungen an 
den Subventionen für die Land- 
wirtschaft, dafür aber radikalen 
Abbau des Wohnungsbaupro- 
gramms der öffentlichen Hand, 
der Zuschüsse zu Medicare und 
Medicaid. zum Schulunterricht, 
zur wissenschaftlichen For- 
schung, zu Schüler-Milchspeisun- 
gen, zur Restaurierung des öf- 
fentlichen Verkehrswesens: das 
ist unsere Perspektive im ersten 
Nachkriegsjahr, das ist es, was 
Fred Hechinger in der "New York 
Times" in Bezug auf das Schul- 
wesen und Head Start eine "Poli- 
tik bösartiger Vernachlässigung" 

nennt. 

Gewiss ist das letzte Wort noch 
nicht gesprochen; der Haushalt 




• • 



WIE VfIR HÖREN 

iiiiiiiiimiuniii!iiiiiiiiiiiiniiiiiiiiii!iiiiMiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiini!iiiiiiii!imiiiiiiiiiiiiititiii"iiMiHiiiiiiiiiiii"niiii^ 

Rabbiner Dr. Bernhard Briliing. Düsseldorf gewählt worden. Vor- 
Akademischer Oberrat an der her schon war er seit längerer 
Universität Münster i.W., seit , Zeit Vorsitzender des Gememde- 
Jahresfrist offiziell im Ruhe- rats (Repräsentanz). Er hat 
stand, setzt auf Grund freund- ' auch seine anwaltliche Tätigkeit 
schaftlicher Vereinbarung seine ! wieder aufgenommen. egl 

Tätigkeit als Leiter der Abtei-' ♦ ♦ * 

luno- für die Geschichte der Ju- 1 Der schweizerische Sender Be- 



derTam Institutum Judaicum De- ' romünster erinnerte am 8. Jana 

iciiiiai ov.» vx^x, -V. - , litzschianum sowie seine Vorle- 1 ar an den Kammersänger, Kom- 

einen bisherigen vier Jahren als sungen und Übungen fort. Dem- ponisten und Dirigenten Richard 

-• • ' *^-" nächst erscheint als Band 14 der I Tauber, dessen Todestag sich 

"Studia Delitzschiana" (Verlag ' zum 25. Mal jährte. In einer be- 

W. Kohlhammer, Stuttgart) Bril- 

lings Werk über "Die jüdischen 

Gemeinden Mittelschlesiens" 



räsident hat Richard Nixon 
ihr für Jahr den Haushalt mit 
Jlnem haarigen Defizit abge- 
rschlossen. und zusammenaddiert 
hat er runde hundert Milliarden 
Etohar unserer Staatsschuld hin- 
zugefügt — was vor ihm kein 
Präsident fertig gebracht hatte. 
Und wenn er uns jetzt Tor- 
schlägt. den riesigen Beamten- 
apparat der Bundesregierung em 
wenig zu trimmen, so wird man 
dem vernünftigerweise nicht wi- 
dersprechen wollen. 

Aber die Realität sieht natür- 
lich ganz anders aus. Selbst das 
Sparbudget 1973/74 wird nach 
heutigem Voranschlag noch mit 
einem Defizit von mindestens 12 
Milliarden abschliessen: das 
ganze Spar-Geschrei führt also 
zu nichts und ändert an unserer 
inflationsfördernden Versciiul- 



dung nicht das geringste. Das ist iworben. Der 1895 in Königshütte 



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SO. weil an unseren Militärausga- 
ben nichts eingespart wird. Piä.^i- 1 
dem Nixon hat uns rechtzeitig : 
gewarnt: Denkt ja nicht, dass I 
nach einem Kriegsende in Viet- 
nam auf einmal Geld in Hülle 
und Fülle für soziale Aufgaben 
(und Haushaltseinsparungen) da 
sein wird, weil wir dem Pentagon 
nicht mehr so viel Geld in den 
.Rachen zu werfen haben; das 
iUmmt nicht, das ist eine falsche 
^Toffnung auf Friedensdividen- 
Chat er gesagt^, und in der 
voll 1973 der Pentagon noch 

[MitimiiiiiinnmiiiiiiiimiiiiniiiniiiiiüinnMiiH) 

"VACATION 
SUGGESTIONS" 

Resort hoteis offer many ex 
cellent vacation suggestions 
in "Aufbau." 

Pages 4, 5, 6, 7, 19, 20, 21 

kllllltlllllltlüllHiiililiittlllllllllllllliililllllillillüiilUltlh 



merkenswerten einstündigen 

Sendung wurde die vielgestaltige 
sängerische Leistung des gefeier- 
ten und verehrten Künstlers an 
vielen schönen Beispielen aus 
Oper. Operette und Konzertsaal 
ins Gedächtnis gerufen. egl 
* * * 

Prof. Hans Mayer, der Inhaber 
des Lehrstuhls für deutsche 
Sprache und Literatur an der 
Technischen Universität Hanno- 
ver hat Einladungen zu Gastvor- 1 
lesungen in den USA angenom- 
men. Der vorzeitig aus seinem 
Amt scheidende Wissenschaftler 
verlässt Hannover verärgert dar- 
über, dass nicht entsprechend 
seinem Vorschlag Dr. Fritz J. 
Raddatz als Professor für neuste 
Literatur nach Hannover beru- 
fen worden ist. H. E. 
♦ * * 

Kurz nach ihrem 100. Geburts- 
tag starb am 17. Januar 1973 
Cläre Hugo Stinnes, die Witwe 
des Konzerngründers Hugo Stin- 

j^^^^ ,^„.^ ^ ., _. nes. Sie wurde in Mülheim beige- 

jahres kürzlich in den Ruhestand setzt. Sie hatte vergeblich ver- 
getretene nordrhein-westfälische sucht, nach dem Tod ihres Man- 
Justizminister, ist im Dezember nes zusammen mit ihren beiden 
zum Vorsitzenden des Vorstan- ; Söhnen die ihr verbliebenen Fir- 
des der Jüdischen Gemeinde i men neu zu entwickeln. 



e.g.l. 

* * * I 

Als Frontkämpfer des Ersten | 
Weltkrieges konnte der Orienta- 
list Dr. Ernst Daniel Gold- 
schmidt bis 1935 in seinem Amt 

.als Bibliothekar an der Preussi- 
schen Staatsbibhothek verblei- 
ben. Dann aber wanderte er nach 
Jerusalem aus, wo er bis 1962 an 
der National- und Universitäts- 
bibliothek in angesehener Stel- 

I hing tätig war. Er hat sich na- 
mentlich auf dem Gebiet der Er- 

! lorschung der jüdischen Liturgie 

' (Pessach-Haggadah; SeUchoth; 
a.schkenasischer Machsor) gros- 
se und bleibende Verdienste er- 



Oberschlesien geborene Wissen- 
schaftler ist unlängst in Jerusa- 
lem gestorben. 

* • • 

Dr.Dr. Josef Neuberger, der 
mit Vollendung seines 70. Lebens- 



wird vom Präsidenten vorgelegt, 
aber verabschiedet wird er vom 
Kongress. Im Kongress meldet 
sich Widerstand gegen diese dra- 
konische »und so ungleich und 
unsozial verteilte) Politik der 
Sparaxt. Senator Humphrey hat 
sclion sehr trocken bemerkt, in 
Zukunft würden demokratische 
Kandidaten für hohe Wahlämter 
einfach sagen "Ich bin für Lyn- 
don Johnsons Sozialprogramme" 

und sie könnten sicher sein, 

begeisterten Zuspruch von den 
Wälllern zu bekommen. Selbst 
i die Methode des Präsidenten. 
' Kredite, die der Kongress bewilr 
i ligt hat, einf acli liegen zu lassen 
und nicht auszugeben, wie er das 
im letzten Herbst «schon einmal 
getan hat ^und was verfassungs- 
mässig ein sehr fragwürdiges 
Verhalten ist»: selbst diese Me- 
thode wird den Kongress nicht 
davon abhalten, ein Minimum 
von Sozialprogrammen beizube- 
halten oder gar neu zu beschlies- 
sen. 

Dabei Ist der Kongress weder 
leicht sinnig noch verantwor- 
tungslos. Es gibt im Kongress 
ernsthafte Volksvertreter (wie 
Mills aus Arkansas und Proxmire 
aus Wisconsin», die scharf dar- 
auf achten, dass der Kongress 
nicht munter Milliarden bewilligt 
ohne für ihre Deckung zu sorgen: 
i diese Kongresswächter verdienen 
! mindestens so viel Vertrauen wie 
die anonymen Büromänner im 
Weissen Haus. Es ist zu hoffen, 
dass Mills. Proxmire und ihre 
ernsthaften und wertvollen 
Freunde im Kongre.ss dafür .sor- 
gen werden. da.-=s bei aller zweck- 
mässigen und sinnvollen Sparpo- 
gewöhnlirhen Bürger, 
keine Rüstungsindu- 
und Petroleummagna- 
doch nicht den Gürtel 



Don't you dare growl at mcl 

Courtesy Chicago Sun-Time« 

ganz so eng zu schnallen haben 
werden, wie der neue Haushalt>s- 
plan des Präsidenten uns emp- 
fiehlt. 




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Wohin Geht l^ten? 

Diese Frage stellen sich die Vielen die sich in Ruhe und Zufriedenheit 
in andere Länder zurückziehen wollen. Locarno? Lugano? Riviera? 
England? Deutschland? Oesterreich? Spanien? Italien? Israel? Aus- 
tralien? Neu Seeland? St. Croix oder St. Thomas? 
Wohin auch immer: Für die Verschiffung Ihres Haushalts, klein oder 
gross, gibt es nur eine fachmännische fvlethode: 

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internationalen Möbeltransport spezialisiert ist und der es sich zur Aufgabe 
gemacht hat die Errungenschaften der "Containerization", namnch Spar- 
samkeit Schnelligkeit und Sicherheit, dem Verziehenden zugute zu bringen. 








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Samuel Saenger (2) 






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S. 1246 ff: 1929 schrieb S,, Umwelt habe sich sehr veraendert, 
Zielsetzung der Zeitschrift bedarf einer Revision. Bermann- 
Ifischer wollte Neue Rundschau politischa aktivieren, schaerf eres 
weltanschauliches Profil verschaffen gegen die Tat, wo 
intellektuelle Wegbereiter des Nationalsozialismus gescheit und 
demagcbgssch wirkten und zur Vernebelung des Geistes beitrugen, 

S. 1280" Hugo Smmon legt April 1933 den Vorsitz im Aufsichtsrat 

des Verlages nieder, emigriert nach Frankreich. Gegenueber Kessler 

der ihn in Paris traf zweifelt er, ob S. Fischer in Berlin weiter 

existieren kann. Saenger sucht Ende 1933 Schickele auf, dieser 

schreibt, er sagte ihm, Fischer sei koerperlich bedroht, wolle 

sich eher mit Knueppeln totschlagen lassen, als Deutschland 

verlassen. "Er (Saenger) sprach stundenlang, 2 Tage hintereinander. 

Er selbst machte einen so, bejammernswerten Eindruck,^, dass sein^ . r^ 

Aussehen ueberzeugender war als alle seine Worte." ^^<^cZ^r.'>c^ ^i/i^i/- /"t,?/^ ^/ 

S. 1303 Y Februar 1934 erwarbnt in kurzer Ahmerkung dass ^^*f /ä^^^ä^ ,~y *^^- 

Geheimrat Prof. Dr. S. aenger, jetzt 70 Jahre alt, 30 Jahre i^€u^^i/t^^ 

(ebenso wie Prof. Dr Oscar Bie) der Zeitschrift gedient habe. 

Ihre Wirkung war Leben, und das ist und bleibt ein seltenes 

Geschenk. Saenger erschien 1934 noch mit 2 Aufsaetzen unter 

seinem Namen und 3 Junius-Beitraegen und dann verstummte er. 

Loerke hat in einer Tischrede 18.2.34. Bie und Saenger gefeiert. 






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Samuel Saenger ' as^M ^ 

aus: Peter de Mendelssohn, S, Fischer und sein Verlag, Frankfurt a.m. 

1970 



'a /" Photokopieen S. 459-463; 854 - 857; 1138 - 1139 

S. 663 I den Umschwung von 1914 nannt Saenger den Kopfsprung des 
liberalen Geistes in die " Logik im Chaos". 



S.708: Die " deutsche Gesellschaft 1914" spielte waehrend des 
Krieges hinter den Kulissen eine bedeutende Rolle, Verbindungen 
zwischen Regierungen und Leuten aus allen Gebieten des oeffent- 
lichen Lebens, beeinflusst durch diese zwanglosen Beziehungen in 
kritischen Augenblicken Politik und Kriegsfuehrung wirksamer 
als die zensurierte Presse ( Harry Graf Kessler)/. Erster Vor- 
sitzender Wilhelm Solf,im PraESIDIUM Hauptmann, Rathenau, Richard 
Strauss, im Gesellschaftsrat Mosse,S. Fischer, Louis Ullstein 
Reinhardt, Diederichs, Kiepenheuer und zahlreiche Bankiers und 
Schwerindustrielle. Unter Mitgliedern Kurt Wolff, alle 5 Ullsteins, 
Theodor Wolff, Georg Bernhard,Liebermann,Bie, Saenger, Heimann 
Julius Hirsch. •** ^^"'•^ 

S. 793 I Artikel von S. S. (Samuel Saenger) November 1918 Neue 
Rundschau. ,. ^ 

S. 8191 Flacher hatte seit 1908 den politischen Teil der Zeit- 
schrift geleitet und Verlag auf den Gebieten der politischen 
und soziologischen Literatur beraten. Ging ins A.A., da Republik 
neue Kraefte suchte, deutscher Gesandter in der Tschechoslowakei. 
Schied Februar 1919 aus, seine letzten Junius-Chronik erschien 
im Maerz 1919. betrachtete diplomatische Mission nur als zeit- 
weilig. 

S. 858« Kayeer richtete 1921 eine neue "Chronflkd des Auslands" 
ein, die im naechsten Jahr in " Stimmen des Auslands" umbenannt 
wurde. Saenger nahm 1921 Taetigkeit wieder auf ,Kayser ab Januar 
1922 verantwortlicher Redakteur, damals auch Junius-Chroniken 
wieder erschienen. Im A.A. gibt Saenger weiter Vortraege und 
Schulungskurse ueber Staatswissenschaft und politiscmhe Geschichte 
fuer junge Attaches und angehende Diplomaten. 

S. 1001t Ff^bruarheft^924 Glueckwunsch artikel fuer Saenger, 60 Jahre, 
war jetzt der Aeltest^ und l^etzte der vorangegangenen Redaktion 
bestimmte weiter frisch und elastisch das politische Gesicht der 
Zeitschrift . 



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S.1135: Politische und wirtschaftspolitische Literatur, bis dahin 
Randgebiet, wird von Saenger immer mehr ins Zentrum gerueckt, 
klare Erkenntnisd der Zusammenhaenge, indem er Blick gleichzeit 
auf Deutschland und Aijjerika gerichtet hielt. ^ 

S. 1233: Saengers Aufsatz " Abschied von Weimar" 
September 1932. Nennt Bruening den verzuecktesten Priester der 
Praesidialautoritaet,der er bis zu seinem Sturz geblieben ist. 
Alle die Jahre hindurch haben "unsere demokratischen und sozial- 
demokratischen Regenten mit Papiermassregeln ein bittarmes 
Regime zu stuetzen gesucht und ein Platzhaltedasein fuer ihre 
die Offensive vorbereitenden Gegner unterhalten. 



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i^^g ;zg?.^g Lage in Deutschland und die Juden. 

Berlin, 5. Juni (J.T.A.) Im Zui^a>rmei.hang mi t/ien 
pess imistischen Betrachtungen ei er Reihe j Lidiocher Zeitun- 
gen in Deutschland in ße<:ug auf die Gestal tung der inneren 
Lage uird uns von einer gut infundierten lersönl ichkeit 
initgeteilt, daß ^u irg endioelchen Hesorgnissen keine rl ei 
Anlaß besteht. Allen bisfier igen Äußerungen des neuen 
Reichskam lers von Papen und den o ff i ^i eilen Regi erungs- 
erklärungen ist klar ^/^ entnehmen, daß die neue Reichsre- 
gierung entschlossen ist, im Kjinne der vom Reichspräsiden- 
ten von Hindenhurg ihr übertragenen Aufgabe die Verfassung 
strcngs tens r:u handhaben und es nicht ::u;:ula -sen, daß die 



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Gleichberechtigung des einen oder anderen Teils der Bürger 
ang etaste t oder daß vonst von Staats wegen einer Klasse 
oder jlel igicn mit Voreingenooi.nenhcit begegnet wird. 



Auch die in den let.zten Tagen vo 11 ^:ogeneri Neu.ernennungen 
hoii er Ben .ter bieten hie rf ' r e i ne )ewähr. 



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1.) An 



Berlin, <\en/>Y. Juni 1932. 



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Herrn i^er;atiür/orat i rofe^^^'or iJr.oobernheirn 

Auswärtigeres Arat . 



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L301992 



Sehr ^^eenrter Herr Sobernheirn ! 
Die '^leldung der Jüdischen i'elegraphen- 
Agentur über die /veränderte Lage der deut- 






schen Juden, die Sie mir dankenswertervfeise 
übersandten, deckt sich inhaltlich und auch 
in ihrer Formulierung vollkornraen mit der Auf- 
fassung der ^^eichsregierung. Ich hof l'e, dass 
sie dazu beitra|^;en wird, die Befürcliturjgen zu 
zerstreuen, denen ¥i»^f,^i-'^*^*tme ein loil der 
jüdisclien ^Bevölkerung durch unbegründete 
Gerüchte anscheinend leider zum Opfer ge- 
fallen ist. Ich brauclie nicht zu betonen, 
dass die Heichsregierung sich ihrer durch 
die Verfassung gerogelten ik^fiignisse bowusst 
ist, nach denen sie eine Einschränkung der 
verfassun/'S'Aemäss allen Staatsbür.^:^ern zu- 



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stehenden Hechte zum liachteil eines ^eiles 

der i^evülkerung auf ausserparlarnentari schem 

Wege überhaupt nici.t durchführen konnte. 

icii wäre Ihnen dankbar, wenn Sie in 

dieserii »^inne weiterhin ch^fklärend wirrxOn 

würden^und bin mit bester: Grüssen 

Ihr 
sehr er(i;ebener 



(Ji.d.H.St.S.) 



2.) 



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REFERENCE. 



.rnold Brecht. i.:it d-r I.raft des Geist es. Lebenserinnerun^;en 

2.Kaelfte 1^.27-1^07. otuot^art x^b7 



eff' 




ihviot spaet in 



amt 



Stellungen geraten 



sein v.irtschaftlich 



•evvie^te^ Urteil und sein vcrsci 



mit-zter über gu triiuetiexr Iiumor 



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te ihia im V^rnaeltniö zur Beamiens 




niuss 

an bureaukratisch. 



cnaft ueber u'^r 



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lebte Probleme in 



leinem K^^eis aurch-^-usDrechen 



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dem Ritten bui Bo.-en .^.erbracht 



ach let'^ter Begegnung auf 
heiler ^rnsüen Lach- 



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lieh Tust unveraendert .aber vor 



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v-eht , Vvaren 
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beide ochaeffcrs m ihrer ..eisheit und ..Dg 



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reuö^e c.m Austausch von i^rinnerung- n 



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Ter Rp-nhiik >^eT"«t.en. ^'^ — 



k bei ^^-^ Ge«-hiphte de^ Vjei- 



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5732 



ROSCH HASCHANA 



September 1971 



Stuttgart 



Tiscliri 5732 



AN GOTT 



— .\ 



Du Queir des wahren Lebens, 
Wie lauf ich nicht nach dir? 
Hab alles aufgegeben; 
Das irre, wirre Leben, 
Was ist es mir? 

Nur dich, nur dich zu schauen. 
Sehnt meine Seele sich: 
Vor dir nur will ich beben, 
Kenn' keine Kraft im Leben 
Als deine, Herr, als dich. 



Könnt' ich im Traum dich finden, 
Wie gerne schlief ich ein: 
Wollt' nimmer auferstehen. 
Nein, schlafen, träumen, sehen - 
Und stille sein. 

Könnt' dich im Herzen schauen 
Dein armes Erdenkind: - 
Hätt' ich dich nur da drinnen. 
So jauchzte all mein Sinnen 
und gerne war' ich blind! 



Jehuda Halewi (deutsch von Emil Bernhard Cohn) 



Neujahrsgruß 

Allen Mitgliedern der Israelitischen Religionsgemeinschaft, allen Freunden und Be- 
kannten in Deutschland wie im Ausland, sowie allen luden in Israel und m der ganzen 
übrigen Welt wünschen wir ein segensreiches, friedliches und glückliches Neues Jahr. 



iiijnDn n3iü na^irb 



Dr. F. E. Bloch 
Landesrabbiner 



Vorstand und Ausschuß der 

Israelitischen Religionsgemeinschaft 

Württembergs 






INHALTSÜBERSICHT 



FEIERTAGE 

Gedanken und Eindrücke am Weltmeere . . ., von Hans Sternheim 
Rosch Haschana in Niederstetten, von Bruno Stern . 



1 
5 



EREZ JISRAEL 

Ein neuer Wind weht..., von General Cha Jim Herzog 

Nach sieben Jahren, von Richard Crossmann 

Die Midraschah für jüdisches Wissen im Negev, von Schmuel Mor 

Eine Giura leitet einen Kibbuz für Baala-Teschuva, von Nissan Gordon 

Deutsche Filiale in Jerusalem, ein Interview 



9 

9 

11 

12 

13 



JUDENTUM 

Die Synagoge in unserer Zeit, von Rabb. Zvi Harry Levy 

Der Raw von Siblin, von Seh. J. Agnon 

Die Genisa von Kairo, von Rabb. Dr. Zwi Rabinowitz . 
Über Beschneidungen, von Dr. William Boss 

Abraham Schlesinger zum Gedenken 

Eine Botschaft vom Weltdirektor der Jugend-Alijah 



16 
18 
21 
23 
25 
25 



GESCHICHTE UND VERFOLGUNG 



Dorfleben in Rexingen, von A. Loewengart 

Der Familienname Loewengart, von Dr. Stephan Loewengart . 
Rabbiner Dr. Tänzer, von Rabb. Dr. Auerbach und Dr. Steiner . 

Kilian Steiner aus Laupheim, von Dr. Schenk 

Der Jüdische Friedhof im Mühringer Talwald, von Stefan Schlatter 
/ Geschichte einer schwäbisch -jüdischen Familie, von Dr. Hans J. Bach 



Die jüdischen Friedhöfe in Württemberg und Hohenzollern 



26 
29 
30 
33 
35 
37 
50 



LOKALES 



Nachrichten aus der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs 



52 



J^i/i^^d'M 






vf>''^->A>-i 



darauf zu achten, daß das Feuer nicht auf andere Häuser 
übergreift.« Daraufhin ging ich zu Bürgermeister Gunkel. 
Mit allen möglichen Ausreden suchte er die wahren Gründe 
zu vertuschen. 

Ich ging zum nächsten Telefon und habe den Jüdischen 
Oberrat in Stuttgart, Herrn Weissmann, angerufen. Erst 
dann habe ich erfahren, was eigentlich los war. In der 
gleichen Nacht wurden audi in allen Häusern, die noch im 
jüdisdien Besitz waren, die Fensterscheiben eingeworfen. 
Als ich zur Synagoge zurückkam, stand das Gebäude noch, 
aber das Gotteshaus war vollkommen ausgebrannt. 

Was übrig war, wurde in einer Ecke im Synagogenhof auf- 
gehäuft und erneut angezündet. Zum Beispiel die Tora- 
rollen, Gebetbüdier, Talessim. usw. usw. 

Auf dem Wege nach meinem Hause wurde ich verhaftet 
und in das Gefängnis in Rexingen eingeliefert. Mit mir 
kamen noch andere. Als der Zehnte eingeliefert wurde, 
machte jemand die Bemerkung: »Jetzt kann uns nichts mehr 
passieren, wir haben Minjan.« 

\^iele andere kamen noch hinzu. Nach 24 Stunden wurden 
wir ins Gefängnis nach Horb transportiert, zwei Tage später 



kamen wir im Sammeltransport, mit Juden der ganzen Um- 
gebung, nach Dachau. 

In Rexingen war unser Gefängniswärter der Polizist Joseph 
Göckle. 

Er empfahl uns, alle Wertsachen ihm zu übergeben, da er 
sie imseren Angehörigen überbringen werde. Er sagte, »im 
anderen Falle wird euch dodi alles abgenommen.« Er hat 
gehalten, was er versprochen hat. 

Ungefähr zwei Wochen nach unserer Entlassung aus Da- 
chau bat mich der diensttuende Landjäger ihn abends in 
seiner Wohnung aufzusuchen. 

Er sagte mir folgendes: »Ich habe aus dem Aschenhaufen 
eine Torarolle herausgenommen, die ziemlich gut erhalten 
ist. Ich weiß, daß sie demnädist als zweite Gruppe nach 
Shave Zion auswandern. Wenn Sie diese Torarolle mitneh- 
men wollen, steht sie jederzeit zu Ihrer Verfügung.« kh 
war mir bewußt, daß es eine Gefahr sein wird, diese Rolle 
ohne Edaubnis mitzunehmen, trotzdem habe ich es getan. 
Heute ist diese Torarolle, etwas angebrannt, etwas mit 
Messern zerstochen, aber sonst gut erhalten, im Gedenk- 
raum der Rexinger, in Shave Zion aufgestellt. 



Dr. Sicphan Loewengart 



Der Familienname »Loewengart« 



Die Suche nach dem Ursprung des Familiennamens ist eine 
faszinierende Aufgabe, möchte doch jeder gerne etwas über 
die Urspründe seiner Familie erfahren. 

In meiner Geburtsstadt Fürth in Bayern, einer jüdisdien 
Gemeinde mit mehreren Tausend Seelen, waren wir die 
einzige Familie dieses Namens - außer der etwas zweifel- 
haften nur literarischen Person eines Barons Loewengart, 
einer der Aktoren der «Juden von Zirndorf« von Jakob 
Wassermann, ein Roman, welcher, fem von jeder Wirk- 
lichkeit, sich dennoch auf dem völlig realistisch beschrie- 
benen Hintergrund der Stadt Fürth abspielt. 

Mein Vater war noch in dem kleinen, zu Württemberg ge- 
hörigen Dörfchen Pflaumlodi im Nördlinger Ries geboren, 
aus dem die Juden zu Beginn unseres Jahrhunderts weg- 
gezogen waren. 

Pflaumlodi gehörte ursprünglidi der Grafschaft Oettingen- 
Wallerstein in der - wie in den anderen Oettingenschen 
Grafsdiaften - ein Anzahl jüdisdier Gemeinden durch Jahr- 
hunderte bestanden haben; nach der Liquidierung der 
kleinen Herrsdiaften kam es, wie der größte Teil der 
Oettingensdien Bezirke, zu Bayern und endgültig zu Würt- 
temberg im Jahre 1810. 



Abschriften und Faksimiles von einem großen Teil der 
Matrikeln der süddeutschen jüdischen Gemeinden befinden 
sidi in der hebräischen Universität in Jerusalem und er- 
möglichen es mir, die Aszendenz der Familie - wenn auch 
nur bis zum Anfang des vorigen Jahrhunderts - zu ver- 
folgen. 

In dem Dörfchen Pflaumloch lebten zu Anfang des 19. Jahr- 
hunderts etwa 60 jüdische Familien, wahrscheinlich nach 
ihrer Austreibung aus den Reidisstädten seit 1560 ohne Un- 
terbrechung. Die jüdischen Häuser befanden sich in einem 
abgesonderten Teil des Dorfes, gruppiert um eine Syn- 
agoge, wie in vielen Orten Württembergs. Grotesker Weise 
hatte die Synagoge ein kleines Türmchen mit einer Glocke, 
welche zu bestimmten Zeiten läutete. Die Gemeinde hatte 
auch seit 1833 einen eigenen Friedhof und nach den Doku- 
menten war der Anlaß einer herannahenden Cholera- 
epidemie der Grund zur Anlage des Friedhofes. 

Unter den Familien des Ortes befanden sidi, laut Angabe 
des Württembergischen Staatsarchivs und in Übereinstim- 
mung mit den Daten der Matrikel, im Jahre 1838 sechs Fa- 
milien mit dem Namen »Loewengart«. Fünf von ihnen wa- 
ren Brüder und der sechste ein Sohn des Ältesten von ihnen. 
Alle Brüder waren schon im vorgeschrittenen Alter. Ohne 



:>^.-. 









29 









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Zuhilfenahme großer Phantasie kann daher angenommen 
werden, daß der Vertreter der jüngeren Generation, 
»Loeb«', (Sohne des Joseph) bei der Namenswahl für die 
ganze Familie von entscheidendem Einfluß war. 

Württemberg war wohl das letzte der mitteleuropäischen 
Länder, das den Juden die Verpflichtung auferlegte, Fa- 
miliennamen anzunehmen, nämlich erst im Jahre 1828. 

In den Steuerlisten der Fürstlich Oettingen-Wallerstein- 
schen Verwaltung - die Fotokopien hiervon verdanke ich 
der Verwaltungsdirektion in Harburg in Bayern - kann ich 
die Aszendenz meiner Familie noch um zwei Generationen 
zurück verfolgen (die ältesten Vorfahren dürften noch vor 
dem Jahre 1700 geboren sein), obwohl jedes Mal nur der 
Vorname und der des Vaters verzeichnet ist. Die letzte 
dieser Listen aus dem Jahre 1810 weist noch keine Fa- 
miliennamen auf, ja auf dem Grabstein der Eltern meiner 
Urgroßmutter Loewengart, die Regensteiner hießen, und 
ebenfalls in Pflaumloch ansässig waren, aus dem Jahre 
1828, auf dem Friedhof in dem benachbarten Wallerstein, 
ist der spätere Familienname noch nicht erwähnt. Unschwer 
ist anzunehmen, daß die Annahme des Familiennamens 
teilweise auf den Vorschlag der Obrigkeit, aber auch auf 
die Tatsache hin erfolgte, daß derselbe Familienname l)e- 
reits längere Zeit in jüdischen Familien mit einem gewissen 
Ansehen in Württemberg und angrenzenden Gebieten 
existierte. 

Wir wissen in Israel, daß bei der Wahl neuer Familien- 
namen häufig solche gewählt werden, die mit denen be- 
kannter oder angesehener Persönlichkeiten identisch sind. 

Laut Mitteilung der Archivdirektion Stuttgart wird ein 
Isaac Loewengart aus St. Gallen erwähnt, der im Jahre 
1827 eine Geldforderung an die Stadt Bopfingen geltend 
macht, die auf einer Forderung seines Vaters, des Hof- 
faktors Wolf Levi in Hohenems, aus dem Jahre 1798 be- 



gründet war. Tatsächlich existierte der Familienname 
»Loewengart« auch in der alten Judengemeinde Hohen- 
ems im Vorarlberg. Wie aus dem Vorigen hervorgeht, müs- 
sen diese Loewengarts Leviim gewesen sein im Gegensatz 
zu meiner und anderen Familien Loewengart. 

In den Martikeln des hohenzollernschen Städtchens He- 
chingen, die im Gegensatz zu den meisten anderen Matri- 
keln bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts zurückreichen, wird 
schon im Jahre 1760 die Geburt eines Simon Loewengart 
(Sohn des Jakob) erwähnt. Von hier aus hat also der Fa- 
milienname »Loewengart« wahrscheinlich seinen Ausgang 
genommen. 

Die Familien Loewengart aus Rexingen, die wie der Schrei- 
ber dieser Zeilen nach Israel kamen, stammen aus dem 
hohenzollernschen Dchfchen Dettensee, wie ich von meinem 
Freunde, Artur Loewengart, in New York, der mit seiner 
Familie in Israel aufs engste verbunden ist, erfahren habe. 

Der Familienname »Loewengart« erscheint ferner in den 
Matrikeln von Laudenbach bei Mergentheim. 

Vor einigen Jahren sandten mir Freunde eine Ansichtskarte 
aus Heilbronn, in der sie mir unter großer Bewunderung 
berichteten, daß sie meine Familie auf einer Erinnerungs- 
tafel erwähnt fanden. Ich mußte den meiner Familie zu- 
gedachten Kredit dankend ablehnen. (Ob der Name Lö- 
wengart auch in anderen Orten des württembergischen Be- 
reichs angenommen wurde, oder ob die erwähnte Heil- 
bronner Familie von einer der oben erwähnten abstammt, 
ist leider nidit bekannt.) 

Jedenfalls können diese Zeilen feststellen, daß der gleiche 
Familienname, wie in vielen anderen Fällen, von mehreren 
Familien an verschiedenen Orten unabhängig angenommen 
wurde, teils unter dem Einfluß der Behörden, teils durch 
das bloße Motiv der Nachahmung. 



Rabbiner Dr. Auerbach, Stuttgart 







Rabbiner Dr. Tänzer 



Wie ivir schon in der letzten Ausgabe berichtet haben, 
wurde anläßlich des 100. Geburtstages von Rabbiner Dr. 
Tänzer eine Gedenktafel für die zerstörte Synagoge von 
der Stadt Göppingen angebracht. Heute bringen ivir nun 
zum Gedenken an die einmalige Persönlichkeit dieses 
Rabbiners zwei Nachrufe, die bei seinem, Ableben 1937 er- 
schienen sind. 

Durch den vor wenigen Wochen erfolgten Tod des Rab- 
biners Dr. A. T ä n z e r , Göppingen, hat die Judenheit in 
Deutschland einen schweren Verlust erlitten. Dem Rab- 
binerstand in Deutsdüand ist wohl der wissensdiaftlich be- 
fähigste Rabbiner entrissen worden. 



Er war 1871 in Preßburg geboren und stammte aus einem 
bedeutenden Rabbiner-Geschlecht. Schon in frühestem Kin- 
desalter wurde er ins jüdische Schrifttum eingeführt. Kaum 
dem Knabenalter entwadisen, trat er in die berühmte Rab- 
binerschule in Preßburg ein. Wer in ihr mitkommen wollte, 
mußte bereits über ein hohes Maß jüdischen Wissens ver- 
fügen. Es gab auf ihr junge Gelehrte, die ob ihrer Kennt- 
nisse und ihrer Denkfähigkeit bewundemngswürdig waren. 
Freilich, moderne Bildung drang nicht oder nur sehr spär- 
lich dorthin. Aber den dort Geschulten fiel es nicht allzu 
schwer, sie sidi anzueignen. Das zeigt das Beispiel des erst 
achtzehnjährigen Aron Tänzer. Ein ehemaliger Mitschüler 
von ihm, Rabb. Dr. Neuwirth, Stuttgart, berichtete mir 
folgendes: In einem Nachbarstädtchen Preßburgs wohnten 






30 



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nur wenige Juden. Zu den Hohen Feiertagen luden sie drei 
Zöglinge der Preßlnnger Rabbinerschule ein, um die für 
den Gottesdienst erforderliche Zehnzahl voll zu maclien. Zu 
ihnen gehörte audi Aron Tänzer. Dieser trat vor Beginn des 
Schlußgebetes am Versöhiunigsfest vor die Gemeinde und 
las eine von ihm in hochdeutscher Sprache verfaßte Predigt 
vor. Sie war wohlgegliedert, gedankenreich und schwung- 
voll. Die Hörer waren über diesen Jünghng erstaunt und 
\'()n ihm begeistert. Wo hat er es nur gelernt? 

Er war der fleißigsten einer. Sein lebhafter Geist ruhte 
nicht. Er drang in die Tiefe. Eifrig suchte er nach der Wahr- 
heit. Schier unbegreiflich, welche Mühe er sich dabei gab. 
Schließlich wurde er ein bedeutender Geschichtsforscher. 
Von größtem Einfluß für ihn wurde der hervorragende 
jüdische Philosoph Moritz Lazarus. Zu ihm blickte er mit 
größter Verehrung empor. Der Verkehr mit Moritz Lazarus 
war sein tiefstes Erlebnis. In der Vorrede zu seiner Schrift 
»Judentum und Entwicklungslehre«, nüt welcher er in den 
viel Staub aufwerfenden Bibel- und Babel-Streit eingriff, 
sagt der Zweiunddreißigjährige: »Und in des teuern Mei- 
sters Hand habe idi gelobt, nach besten Kräften in sei- 
nem Sinne zur Ehre des Judentums zu wirken, für dessen 
fortschrittliche Entwicklung vertiefte Erkenntnis und all- 
gemeine Anerkennung offen und unerschrocken einzu- 
treten. 

Seine erste Arbeit galt dem bekannten jüdischen Religions- 
philosophen Joseph Alba (1381-1445). Dessen Bedeutung 
wurde bestritten. Dem Verfasser der »Grundlehren« wur- 
de vorgeworfen, daß er seine besten Gedanken dem tief- 
sinnigen jüdischen Religionsphilosophen Ghasdai ihn Cres- 
cas (1340-1410) entlehnt, ja sich nicht einmal gescheut 
habe, ihn wörtlich abzuschreiben. Der fünfundzwanzig- 
jährige A. Tänzer wies aber nach, daß diese Behauptung 
falsch ist. Selbst, wo der Wortlaut beider mittelalterlicher 
Philosophen gleichlautend zu sein scheint, drücken sie doch 
ganz Verschiedenes aus. AronTänzer ist bereits ein selb- 
ständiger Denker. Die darauffolgende Arbeit wurde schon 
erwähnt. Er beherrscht vollkommen die Bibel-Babel-Litera- 
tur und hatte sich den umfangreichen Stoff mit der ihm 
angeborenen Gründlichkeit angeeignet. Nodi gärt der junge 
Most, es brodelt, stürmt und braust in diesem jungen Ge- 
lehrten, mit Leidensdiaftlichkeit schreibt er seine Sätze 
nieder; aber allmählich gewinnt dieser junge Geist die 
Macht über sich, er trägt dann seine Gedanken ruhig in 
einer Spradie von edler mustergültiger Schönheit vor, aber 
seine geistige, sich nicht mehr ändernde Eigenart äußert 
sidi schon in dieser Studie. Während er seinen Gegenstand 
streng wissensdiafdich behandelt, bedrängen ihn zu glei- 
cher Zeit praktische jüdisdie Zeitfragen. Er war nie ein 
Stubengelehrter, den die Welt da draußen nichts angeht. 
In dem Büchlein verlangt er eine Synode der jüdischen Ge- 
lehrten und Rabbiner der ganzen Welt. 



Seine Abhandlung über die Mischehe in Religion, Ge- 
schichte und Statistik der Juden (1913) ist ein kleines Mei- 
sterwerk, das nidit veralten wird. »Länder, in denen die 
größte Zahl von Juden zu Mischehen schreitet, sind Deutsch- 
land und Ungarn. Das erstere allen voran.« Neben dem In- 
halt ist audi die Form der Abhandlung bemerkenswert. Der 



Stil ist vollendet. Er hat dann eine Anzahl wertvoller ge- 
sdiichtlicher Aufsätze verfaßt, während des Krieges, an dem 
er als Feldrabbiner teilnahm, »Über die Juden in Polen«, 
»Brest Litowsk«. Die wesentlichste Bereicherung bringen aber 

der jüdischen Wissensdiaft seine großen Werke: »Die Ge- 
schichte der Juden in Hohen-Ems und im übrigen Vorarl- 
berg«, Die Geschichte der Juden in Jebenhausen und Göp- 
pingen«. Die Gewissenhaftigkeit und Sorgfalt, mit der der 
Forsdier arbeitet, sind kaum zu übertreffen. Mit unermüd- 
licher Geduld sammelt und studiert er die Quellen. Die 
Bücher lesen sich trotz aller Gelehrsamkeit sehr leicht. Sie 
sind fesselnd gesdirieben. Eine Fülle der Geschichte zieht 
an dem Leser vorüber. Seine Geschichte der Juden in Würt- 
temberg liegt im Manuskript fertig vor, sie ist soeben ge- 
druckt worden und erscheint in den nächsten Wochen. 

Seine Moritz-Lazarus-Biographie erblickte bis jetzt nicht 
das Licht der Öffentlichkeit. Der literarische Nachlaß von 
\h)ritz Lazarus - die Briefe von ihm und an ihn - wurden 
von der Witwe des Philosophen dem treuen und verständ- 
nisvollen Freund A. Tänzer vermacht. Er sichtete dieses 
hohe Erbe und machte dadurdi der Nachwelt einen uner- 
schöpflichen Geistesschatz zugänglich. 

An einem Riesenwerk arbeitete er nodi: »Die Tora im 
Talmud, alle Torastellen in den beiden Talmuden mit 
ihren Verwendungen und Deutungen gesammelt, über- 
setzt und erklärt«. Als ob er ahnte, daß sein Leben zu 
Ende gehe, sdirieb er Tag und Nacht daran, aber er brach 
zusammen, ohne die Arbeit zu Ende geführt zu haben. Das 
erste, zweite und fünfte Buch sind beendet, das dritte und 
vierte fehlt. Dodi geben aU die genannten Schriften und 
Bücher noch kein vollständiges Bild von dem Umfang sei- 
ner wissenschaftlichen Tätigkeit. Im Grunde genommen 
waren alle seine Vorträge wissenschaftlidie Leistungen und 
druckreif. 

Im Talmud (Horajoth 13 a) heißt es: »Ein jüdischer Ge- 
lehrter ist höher zu sdiätzen als der jüdische König. Denn 
stirbt jener, so gibt es seinesgleichen nicht mehr, stirbt 
dieser so ist jeder gesunde Israelit für die Königswürde 
geeignet. Stuttgarter Jüdische Gemeinde-Zeitung 1937 



Rcchtsamcalt Dr. Albert Steiner, Göppingen 

. . . und seine Gemeinde 

In der gewaltigen Lebensarbeit des viel zu früh entschla- 
fenen Herrn Rabbiners Dr. Tänzer nimmt sein Wirken in 
Göppingen einen ganz besonders hervorragenden Raum 
ein. Dreißig Jahre lang war er mit seiner Gemeinde ver- 
bunden; er hat sie vorwärts und aufwärts geführt, oftmals 
betonend, daß er stolz auf diese Gemeinde sei. Wenn unser 
Herr Dr. Tänzer dieses Urteil fällt, so hat er nidit zum 
wenigsten durdi seine eigene Persönlidikeit und sein segens- 
reiches Schaffen den Grund dazu gegeben. Gewiß war es 
ein guter Boden, weldien der Verewigte vorfand; als er im 
Jahre 1907 als Nachfolger des nadi Ulm übersiedelten Rab- 
biners Jesaias Straßburger s. A. das Rabbinat Göppingen 



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überiionimen hat. Aber der beste Boden verödet und wird 
wertlos, wenn es ihm an der richtigen Pflege mangelt, und 
darin gerade liegt der Schwerpunkt: unser verehrter Herr 
Dr. Tänzer hat den Boden in Göppingen mit allem Ver- 
ständnis, aller Sorgfalt, allem Fleiß und aller aufopfernden 
Liebe gepflegt, nichts wurde von ihm außer Adit gelassen, 
imd so ist es ihm gelungen, das ihm anvertraute Feld mit 
Stolz sein eigen nennen zu dürfen. 

Vom ersten Tag an hat Dr. Tänzer den Geist richtig erfaßt, 
welcher in Göppingen alte Tradition war und in dem die 
Gemeinde geführt sein wollte. Es mag ihm schwer gefallen 
sein, sich diesem fast übersteigerten Liberalismus anzu- 
passen und sidi damit abzufinden. Bis zur äußersten Gren- 
ze des Möglichen - soweit er es verantworten konnte - hat 
er dies getan. Niemals konnte ihm auch nur im mindesten 
Unduldsamkeit vorgeworfen werden, und wer die religiösen 
Sitten und Bräuche kaum beachtete, wer nur ganz selten 
den Gottesdienst aufsuchte, war nicht weniger für ilm zu 
finden, wie die gerade in Göppingen so kleine Schar der 
Gesetzestreuen. Allen war er der treueste Freund, Berater 
und Lehrer, gleichgültig, worum es sich gehandelt hat. 

Schwer ist es, all die umfassenden Gebiete zu analysieren, 
welche der Verewigte weit über den Rahmen und die Pflich- 
ten seines Amtes hinaus allein in der Jüdischen Gemeinde 
Göppingen als deren erster Diener bewältigt hat. Was er 
noch außerdem als einer der bedeutendsten Gelehrten und 
Wissenschaftler geleistet hat, vollendet erst richtig die 
Würdigung dieses seltenen Mannes. 

In ihm ist eine Persönlichkeit dahingegangen, die, wie 
kaum ein zweiter, die Sprache beherrscht hat. Es w ar jedes- 
mal ein Genuß, ihm als Redner zu lauschen. In die vollen- 
detste Form goß er den Reichtum seiner tiefen Gedanken- 
welt, imd mit der Lebensweisheit verband sich der uner- 
schöpfliche Schatz des Wissens, über das er durch seinen 
rastlosen Fleiß und den Drang, stets neue Kenntnisse für 
sich selber zu erringen, verfügt hat. Es blieb sich gleich, 
ob er in der Synagoge eine Predigt hielt oder die heilige 
Schrift erklärte, oder ob er seine Hörer in Vorträgen und 
Lehrkursen fesselte. Kein Wunder, daß immer wieder alle 
Vereine und Organisationen ihn darum baten, einen Vor- 
trag oder einen Lehrkurs abzuhalten, und wenn es ihm ir- 
gendwie möglich war, erfüllte er selbstlos alle diese Wün- 
sche. In seiner großen Vielseitigkeit meisterte er jedes 
Thema, und was es audi war, er kannte keine Oberfläch- 
lichkeit. Begeistertes Feuer trug jedesmal seine geistvollen 
Ausführungen und riß die Zuhörer mit. 

In diesem Zeichen erfüllte er auch seine Aufgabe als Lehrer 
der Jugend; nichts verabscheute er mehr, als ein trockenes 
Dozieren, und es fiel ihm leidit, den Unterricht lebendig zu 
gestalten. Er war ein Pädagoge vom besten Schlag, und als 
zu Beginn des Weltkrieges an der Göppinger Mädchen- 
realschule ein großer Lehrermangel eintrat, übernahm er 



aus freien Stücken den deutschen und den Geschichtsunter- 
ridit. 

Ihr Ende fand diese Tätigkeit damit, daß er - gleichfalls 
freiwilhg - im Jahre 1915 ins Feld zog und drei Jahre lang 
auf dem östlichen Kriegsschauplatz das sdiwere Amt eines 
Feldrabbiners versah. Trotz allen Strapazen fand er audi 
dort die Zeit zu seinen Forschungen und hat deren frucht- 
bares Ergebnis in verschiedenen Schriften niedergelegt. 

Gerade die historische Forsdiung lag ihm ja stets ganz 
besonders am Herzen, und so war er der berufene Mann, 
die Geschichte der Juden in Jebenhausen und Göppingen 
zu sdireiben. Vor nunmehr zehn Jahren ist dieses Werk 
erschienen, »der ehrenvollen Vergangenheit der Israeliten- 
gemeinde in Jebenhausen, der hoffnungsvollen Zukunft der 
Israelitengemeinde in Göppingen gewidmet.« Das statt- 
liche Buch spricht für sich selbst, und es ist nicht nur ein 
Ehrenmal für die Jüdische Gemeinde in Göppingen, son- 
dern vor allem für seinen Verfasser. Diese Geschichte ist 
aber audi der beste Zeuge für die gute Entwicklung, wel- 
che die Gemeinde vornehmlich unter der Obhut ihres 
Herrn Dr. Tänzer genommen hat, und wie er neben seiner 
Tätigkeit als Rabbiner und Lehrer allen Vereinen und Or- 
ganisationen stets seine ganze Kraft zur Verfügung gestellt 
hat. Ganz besonders waren es die Israelitische Wohlfahrts- 
zentrale und der Jüdische Kulturbund »Merkuria«, die in 
ihm ihren eifrigsten und bewährtesten Förderer hatten. Alle 
karitativen Aufgaben und die Pflege des kulturellen Lebens 
waren ihm Herzenssache, und es war die verdienteste Aner- 
kennung, als ihn die »Merkuria« im Jahre 1936 zu ihrem 
Ehrenmitglied ernannt hat. 

Schon vor vielen Jahren hat ihm auch der Veteranen- und 
Militärverein »Kampfgenossenschaft« in Gcippingen die 
Ehrenmitgliedschaft zuerkannt als Zeichen ihrer Dankbar- 
keit dafür, daß er die Geschichte dieses Vereins anläßlich 
seines Süjährigen Bestehens verfaßt hatte. 

Es gehört der Vergangenheit an - aber es darf und soll zu 
Ehren des Heimgegangenen festgehalten werden, - wie 
Herr Dr. Tänzer es gewesen ist, der schon im Jahre 1909 in 
Göppingen eine Volksbibliothek mit ungefähr 700 Bänden 
gegründet hat. Diese Bücherei, welche zwei Jahre später 
von der Stadtgemeinde Göppingen übernommen worden 
ist, hat er viele Jahre lang ehrenamtlich verwaltet. Ebenso 
ersuchte der Verein für Kunst und Wissenschaft diesen 
ausgezeichneten Kenner der Geschichte und Literatur Jahr 
für Jahr um die Abhaltung von Vortragsreihen, deren 
starker Besudi am besten ihre allseitige Beliebtheit bewies. 
So hat es dieser geistige Führer verstanden, sich überall 
die höchste Achtung, Verehrung und Liebe zu verschaffen. 
Jeder einzelne empfand in aufrichtiger Trauer die gewaltige 
Lücke, welche der Tod gerissen hat, als der Entschlafene in 
den frühen Morgenstunden des 26. Februar von seinem 
schweren Leiden erlöst worden ist. In treuer und dank- 
barer Anhänglichkeit wird weit über das Grab hinaus das 
Andenken an diesen Mann für alle Zeiten fortleben. 



32 



Stmltardiiiar Dr. Schenk 



Kilian Steiner aus Laupheim der große Finanzmann Württembergs 



Es mag übertrieben ersdieinen, dürfte aber doch dem We- 
sen Kilian Steiners sehr nahekommen, Nxenn ihm bei sei- 
nem Tode \on manchen, die ihn näher kannten, das Prädi- 
kat eines Finanzgenies ZAigebilHgt wurde. Zweitellos galt 
er im letzten Drittel des vorigen Jahrhunderts als der maß- 
vebende Finanzmann Württembergs, war er doch nicht 
bloß zum allmächtigen Direktor der Württembergischen 
Wreinsbank emporgestiegen, sondern auch in last allen 
Großunternehmungen des Landes, soweit sie, und zwar 
vieltach auf seinen Rat hin, die Form der Aktiengesellschatt 
angenommen hatten, die einflußreichste Person geworden. 
Daneben fand er nodi Muße, in seinen frühen Mannes- 
jahren politisch aktiv an der Gestaltung der deutscheu 
Dinge mitzuwirken, später eine geraume Zeit hindurch den 
Schwäbischen Schiller verein und dessen Sammlungen zu 
unterstützen und maßgebend bei dessen Museumsbau m 
Nhirbach tätig zu sein, sich eine wertvolle Kunstgalerie an- 
zuschaffen, bei seinem vom \^Uer ererbten Schloß Grolv 
Laupheim für den Sohn Mut ein landwirtschaftliches Muster- 
crut zu errichten und dazu einen damals weithin als Sehens- 
würdigkeit geltenden Park anzulegen. Damit rundet sich 
für uns sein Bild zu dem einer Persönlichkeit mit einer sol- 
chen Spannweite von Begabungen und Interessen, wie sie 
selten in einer einzigen Person vereinigt erscheinen. 



Kilian Steiner wurde am 9. Oktober 1833 in Laupheim als 
achtes Kind von zwölf Kindern von Viktor Steiner und 
Sophie geb. Reichenbach aus Hohenems in Vorarlberg ge- 
boren Den bei Israeliten seltenen Vornamen Kilian \er- 
dankte er seinem mütterlichen Großvater. Der Vater, ein 
jüdischer Handelsmann, war immerhin so wohlhabend, daß 
er im Jahre 1843 das oben erwähnte Schloß Groß-Laupheim 
samt Brauereigerechtigkeit zum Löwen und anderen Lie- 
crenschaften um 40 000 Gulden (rund 71 000 Mark) vom 
württembergischen Staate hatte erwerben kcinnen. Dieser 
hatte drei Jahre zuvor die Objekte zusammen mit Schloß 
Klein-Laupheim, in das jetzt von Wiblingen her die Be- 
zirksbehörden verlegt wurden, von den Freiherren von 
Weiden gekauft. Diese hatten 1730 die ersten Juden am 
Ort aufgenommen, nidU nur, um dem Marktverkehr einen 
Auftrieb zu geben, wohl mehr noch war das Interesse der 
beiden Schloßherrschaften darauf gerichtet, Schutzgeld und 
andere Abgaben von ihren neuen Untertanen zu erhalten. 
Diese aber scheinen sich bei dem Handel durchaus 
wohlbefunden zu haben, wurden ihnen doch hier Frei- 
heiten eingeräumt, die ihre christlichen, durchweg leib- 
eigenen Mitbewohner nicht genossen. Die Zahl der Juden 
nahm bis 1869, als Laupheim Stadt wurde, immer mehr zu, 
vor allem durdi Zuzug von außen her. Wann und woher 
die Familie kam, die ab 1828 unter dem Namen Steiner in 
den Akten erscheint, konnte nodi nicht ermittelt werden, 
da die Juden erst in diesem Jahre gesetzlich zur Annahme 
von feststehenden Familiennamen gezwungen wurden. Zu- 



vor hatten sie in der Regel nur einen oder zwei hebräisdie 
Vornamen geführt. Als Großeltern konnten nodi \iktor 
Simon Steiner (1762-1804) und Marianne geb. l^nstein 
festgestellt werden. Auf sie gehen all die zahlrcidien spa- 
teren Namensträger in Laupheim /.urück. also auch die 
Zweige der Familie, die sidi hernadi hauptsädilidi mit der 
Gerberei und dem llopfenhaudel besdiäftigen. 

Kilian Steiner sdieint sich als Kind nidit redit entwickelt 
zu haben; einer seiner Lehrer soll dem XatcM- geraten 
haben, ihn aus der Schule zu nehmen und ein Handwerk 
lernen zu lassen. Trotzdem absoKierte er das G> nmasium 
in Ulm und hernadi das in Stuttgart, und studi(Mte an den 
Universitäten Ti.bingen und HcMdelberg. LS3S legte er che 
erste höhere Justizdienstprüfung ab und wurde IS76 uodi 
/um Doktor juris utriusque (Doktor beider Uedite) promo- 
viert. Im Jahre 1859 ließ er sidi als Reditsanwalt m Heil- 
bronn nieder, übersiedelte jedodi x ier Jahre danadi aui 
BetreÜHMi seiner Freunde nach Stuttgart. Denn inzwisdien 
hatte er sidi der Politik zugewandt. Ls handelte sidi um 
die Frage, ob Württemberg weiterhin mit den anderen sud- 
deutsdien Staaten unter der Führung ()sterreidis sdiutz- 
zöllnerisdi bleiben oder dem Beispiel PreußcM.s, nut cUmu 
der größte Teil Deutsdilands, jedoch ohne Osterreidi, seit 
1834 im Zollverein verbunden war, folgen und zum Frei- 
handel übergehen wolle. Damit in engstem Zusainmenliang 
stand audi die Frage, ob Osterreidi audi in Zukuiilt die 
pohtisdie Führund Deutsdilands behalten oder ob diese 
das Non Bismarck geleitete Preußen übernehmen sollc^ Nach 
kurzem Zögern bezog Steiner mit .seinen politisdien Ireuii- 
den Stellung /ugunsten Preußens und gründete mit diesen 
zusammen 1866 in Stuttgart die Deutsche PartcM, wahrend 
einer Zeit, in weldier der größte Teil seiner Mitbürger samt 
der Regierung des Landes nodi auf der anderen ScMte 
standen. 



1869 begründete Steiner auch seinen eigenen Hausstand 
durch seine Vermählung mit Clothilde geb. Radier aus He- 
diingen (1833-1919). Aus ihrer ersten l<he mit dem \hmn- 
heimer Weinhändler Adolf Goldsdimidt halte sie zwcm 
Tckhter mitgebracht und nun wurden dem Ehepaar Steiner 
nodi drei weitere Kinder gesdienkt, zwei Söhne und eine 
Tochter Der ältere, 1870 geborene Sohn Viktor wurde 
Reditsanwalt in Kolmar und zog nadi seiner Vertreibmig 
aus dem Elsaß am Ende des ersten Weltkrieges nadi Ess- 
lingen wo er 1939 starb. 1897 hatte er eine Ehe gesdilossen 
mit dLr Tochter Karoline Elisabedi des 4^übinger Inter- 
nisten Theodor Jürgensen. Steiners Toditer Luise wurde 
die Gattin des C^hemikers Dr. Edmund Darrie, wahrend 
der jüngere Sohn Adolf Wohlgemut (Mut) Steiner (1876 bis 
1957) nadi dem Tode seines Vaters als Diplomlandwirt 
Schloß und Sdiloßgut i.bernahm. 1904 erfolgte seine Ver- 
mählung mit Ruth von Kalckreuth (1879-1955); sie war 



33 






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aus einem fränkisdien Uradelsgesdilecht hervorgegangen, 
das sidi nadi seiner Übersiedlung in den deutschen Osten in 
brandenburg-preußischen Mihtärdiensten einen khngenden 
Namen erworben hatte. Der einzige Sohn dieses Ehepaars, 
Uhidi Steiner, ist als Initiator des »Laupheinier Kreises« 
und des Ulridi-Steiner-Verlags über ganz Deutschland be- 
kannt geworden und hat sich um seine Vaterstadt durch 
seine wohltätigen letztwilligen Stiftungen verdient ge- 
macht. Er ist un\'ermiihlt geblieben. Noch kurz vor seinem 
Tode gingen Schloß Groß-Laupheim durch Kauf 1961 in 
das Eigentum der Stadtgemeinde Laupheim über. Ulrich 
Steiners Schwester, Frau Nhirie-Luise Gräfin Leutrum von 
Ertingen auf Schloß Xippenburg, Kreis Ludwigsburg, be- 
wahrt nunmehr den Nadilaf^ ihres Großvaters Kilian 
Steiner. 

Kilian Stciiwr als FinauzfacJuiunui 

Es gilt nun, daß wir uns derjenigen Tätigkeit unseres ehe- 
maligen Landsmannes zuwenden, bei der ihm seiner Be- 
gabung gemäß am meisten Erfolge beschieden waren, näm- 
lidi der eines Finanzfachmannes. Mit der beginnenden In- 
dustrialisierung Württembergs hatte sich gezeigt, daß die 
wenigen kleinen, bereits vorhandenen Bankinstitute nidit in 
der Lage waren, den Kreditbedarf der wachsenden Unter- 
nehmungen zu decken. Man brauchte dringend leistungs- 
fähige Banken. Darum wurde 1868 die Württembergische 
Vereinsbank ins Leben gerufen, aber es gab manche Schwie- 
rigkeiten mit der Regierung, bis die Genehmigung vorlag. 
Auch Kilian Steiner wurde sofort in den Aufsiditsrat be- 
rufen und übernahm 1882 dessen Vorsitz. Bald stellte sich 
auch heraus, daß die nunmehr in größerer Zahl entstehen- 
den gewerblidien Großbetriebe auch einer neuen Redits- 
form bedurften, um die für die laufend nötig werdenden 
Erweiterungen erforderlichen Kapitalien aufzubringen. Da- 
für bot sich die Form der Aktien-Gesellschaft an; sie allein 
ermöglicht es, aus vielen kleinen Einzelbeträgen große 
Summen zusammenzubringen. Dazu bedurften sie aber 
der Hilfe einer leistungsfähigen Bank und die Württem- 
bergische Vereinsbank unter Steiners Führung stellte sidi 
dieser Aufgabe. Er wurde der finanzielle Berater zahl- 
reicher einheimischer Unternehmungen, so - um nur we- 
nige zu nennen - der Union als des größten deutschen Ver- 
lagsinstituts, der Badisdien Anilin- und Sodafabrik in Lud- 
wigshafen, des Salzwerks Heilbronn, der Ermstalbahn 
Metzingen-Urach, der ^h^schinenfabrik Esslingen, der 
Zahnradbahn Degerloch, der Laupheinier Werkzeugfabrik 
vorm. Steiner, der Ludwig Löwe AG in Berlin, des Löwen- 
bräus München und der vielumstrittenen Umwandlung der 
Daimlerwerke in Cannstatt in eine AG. 

Gerade das Beispiel Daimler zeigt, daß Steiner bei seinen 
umfangreichen Finanztransaktionen auch mit mancherlei 
Widerständen zu kämpfen hatte. Es wurde ihm schnöde 
Habgier und rücksichtslose Interessenvertretung vorgewor- 
fen. Dem steht aber das Zeugnis eines Mannes gegenüber, 
mit dem er zeitlebens in treuer Freundschaft \ erbunden war 
und ihn daher besser kannte, des Bediner Nationalökono- 
men Professor Dr. Gustav von Schmoller. Bei der Trauer- 
rede, die der große Gelehrte seinem Freunde in Heidel- 
berg am 27. September 1903 gehalten hat, führte er folgen- 



des aus: »Und was war es, das Steiner zu seinen Erfolgen im 
Leben befähigte: Ihn charakterisierte ein seltenes und stren- 
ges Pflichtgefühl. Der bloße Gelderwerb, der habsüchtige 
Egoismus ersdiien ihm stets verächtlich. An der Spitze der 
großen Konzerne braudien wir keine geriebenen Gesdiäfts- 
leute, sondern Männer, denen das Wohl der Allgemeinheit 
gleidniel gilt wie das ihrer Aktionäre.« In gleicher Weise 
rühmte Schmoller auch die Einstellung Steiners zu den 
sozialen Fragen seiner Zeit. Die neuen Großbetriebe 
könnten auf die Dauer nur mit einem geistig, politisch und 
moralisch sich hebenden Arbeiterstand gedeihen. Er be- 
grüßte deren berufliche Organisation in Gewerksdiaften 
und war der Antipode jener Scharfmacher unter den Unter- 
nehmern, die in jeder Lohnforderung eine Bedrohung ihres 
Herrenrechts sahen. 

Stritwr als Förderer von SeJiiller-Verein und -Museum 

Das Lebensbild Steiners wäre unvollständig, würde nicht 
audi noch des wesentlichen Anteils gedadit werden, den 
er am Zustandekommen des Schillermuseunis und seiner 
Sammlungen in Marbach gehabt hat. Von Freunden des 
Dichters war schon zu seinem 100. Geburtstag am 10. Nhii 
1859 dessen Geburtshaus in Marbach erworben und ein 
Schillerverein begründet worden. 1890 hatte Professor Otto 
Güntter in Stuttgart eine umfangreiche Ausstellung von 
Werken schwäbischer Dichter veranstaltet, die im ganze-i 
Lande ein lebhaftes Echo gefunden und den Wunsch gt- 
zeugt hatte, eine Dauereinrichtung hierfür zu sdialfen. Auf 
Anregung des Marbadier Stadtschultheißen Traugott Halc- 
ner und des audi als Dichter bekannt gewordenen Stull- 
garter Professors J. G. Fischer fand sich Dr. Steiner be- 
reit, Mittel für den Erwerb von Nachlaßstücken Schillers 
zur Verfügung zu stellen. Steiner selbst gelang es auch, 
Köniii Wilhelm II. von Württemberg für die große Sache 
ZU interessieren. Dieser gab die Anregung, den Marbacher 
Schillerverein zu einem Schwäbisdien zu erweitern; auch 
wurde bereits der Bau eines besonderen Museums erwo- 
gen, da man nunmehr auch die Werke anderer schwäbi- 
scher Dichter zu sammeln gedachte. Steiner letzte sich mit 
Rat und Tat für die Bewältigung dieser neuen Aufgabe ein: 
Er opferte seine Zeit zu zahlreichen Sitzungen und Bespre- 
chungen, er spendete Geld zum Museumsbau und zum 
Ankauf wertvoller Manuskripte - sogar in Bedin hatte er 
einen Agenten beauftragt, der dort die Auktionen nach sol- 
dien aufsuchen mußte; er ließ den literarischen Nachlaß 
Ludwig Uhlands und Berthold Auerbachs aufkaufen, um 
ihn dem Museum zu schenken. Letzteren hatte er monate- 
lang in seinem eigenen Tuskulum in Bad Niederau zu Gast, 
um ihm die Fertigstellung seiner Werke zu ermöglichen. 
Die Einweihung des Schillermuseunis sollte Steiner nicht 
mehr erleben, zwei Monate vorher ist er, der so\iel zu 
dessen Zustandekommen beigetragen hat, dahingesdiieden. 

Steiner als Landwirt 

Doch zuvor hatte der Vielbeschäftigte noch eine andere 
Aufgabe zu erfüllen. Da sein jüngerer Sohn Mut seiner 
Neigung entsprechend Landwirtschaft studiert hatte, zog 
auch der \'ater, ohne seinen Wohnsitz in Stuttgart aufzu- 
geben, im Jahre 1897 nach Laupheim. Eir kaufte nahe 
seinem Sdilosse die erforderlichen Acker- imd Wiesen- 



34 









grundstücke zusammen, errichtete neuzeitliche Gehaude 
liir Stalkingen und Scheunen und schuf ein landwutschatt- 
liches Mustergut. Seine Käse- und Butterproduktmn 
wie auch seine Saatzuchtgevvinnung machten ihm 
nun ebensoviel Freude wie zuvor seine gr(,(5en Kartell- 
gründungen. Er brachte es in wenig Jahren soweit^ 
daß angesehene Landwirte aus nah und fern nach Sdilob 
Laupheim wallfahrteten, um die Geheimnisse seiner tech- 
nisch vollendeten, trotz der seinerzeit herrschenden land- 
wirtschaftlichen Not lukrativen Betriebe zu ergründen Auch 
ein SchlofHxirk mit vielen exotischen Pflanzen wurde an- 
gelegt und galt weithin als Sehenswürdigkeit. Noch nach 
seinem Tode wurde Steiner zum Wohltäter an semer Ge- 
burtsstadt: Zur Herstellung einer Zufahrt zum neuen Stadt- 
bahnhof ließ die Witwe im Dezember 1905 der Stadt em 
Legat von 10 000 Mark auszahlen. 



\ 



An äußeren Ehrungen hat es dem verdienten Manne nicht 
gefehlt: 1889 ernannte ihn König Karl von Württemberg 



zum Geheimen Kommerzienrat, und sechs Jahre danach 
verlieh ihm dessen Nachfolger, Kernig Wilhelm II. das 
Ehrenkreuz der Württembergischen Krone, womit die Er- 
hebung Dr. Steiners in den persönlichen Adelsstand ver- 
bunden war. Am 25. September 1903 ist er in Stuttgart 
an den Folgen einer Operation gestorben. Zwei Tage dar- 
auf hat ihm bei der Einäscherung in Heidelberg sein Freund 
Geheimrat Gustav von Schmoller einen tiefempfundenen 
Nadiruf gewidmet: »Du hast nicht umsonst gelebt. Du, 
der so reich begabt, an solcher Stelle wie du auf Tausende 
gewirkt hast. Was ein Leben wie das Deinige an guten 
Ideen Gefühlen, Handlungen in sich barg, an neuen Ein- 
richtungen erzeugte, das ist mit dem Tode nicht verloren. 
Es sind Samenkörner, die tausendfache Frucht tragen, die 
in uns immer neue Auferstehung, Kräftigung und Aus- 
breitung erleben, denn 

Wer den Besten seiner Zeit genug getan, 
Der hat genug getan für alle Zeiten.« 



Stefan Schlauer 



Der jüdische Friedhof im Mühringer Talwald 



y,.ko,neu,an.d,c Auf.telU.u, «„.s „uaulU.h.n. .»m T.// sc^niftlUh.n ül>erli,i,-n.,„en 



leländeumschau 

Itcre aus Mühringen im Kreis Horb gebürtige Einwohner, 
wa der Jahrgänge 1880, 1890, 1900, 1910, evtl. 1920 wis- 
en von der Geländegestaltung, der Geländeumschau, ge- 
wissen Gebräuchen und Besuchern im Mühringer Talwald 
viel zu berichten, war es doch in früherer Zeit üblich, daß 
mdi Personen der katholischen Gemeinde Mühringen unter 
anderem bei Beerdigungen teilnahmen und Niele Toten zum 
Talwaldfriedhof begleiteten. Gleich nach der Ankunft und 
Ansässigmachung von Juden etwa in der Zeit des Dreißig- 
jährigen Krieges von 1618 bis 1648, gewiß auch einige Zeit 
früher und noch mehr im Verlauf des 17., 18., 19. Jahr- 
hunderts aus Landgebieten im Mitteleuropa und aus dem 
Osten und Westen des Kontinents war es notwendig ge- 
worden wegen der Schaffung einer Begräbnisstelle für 
Personen israelitischer Religion mehrere Geländeschauen 
durchzuführen, und zwar ösdidi der Gemeinde Mühringen, 
an Waldplätzen der Ortschaft an der unteren Eyach. 

Wegen der Anwesenheit von zahlreichen Buschwaldungen, 
bewaldeten Rainen, Böschungen, Steilhalden, riesigen Sen- 
kungen, Trocken- und Regensdiluchten xon der Anhohe 
bis fast zum Fluß und Wiesengelände war es nicht ge- 
rade einfach, für zahlreiche Gräber, die nachher nidit an- 
getastet werden durften, einen geeigneten Platz zu finden. 
Schließlich werden überall bei Beerdigungen einigermaßen 
ebene Stellen der Erde gebraucht. 

In jener Zeit vor Jahrhunderten hatten auch in der Ge- 
meinde Mühringen die Barone, die Freiherren, die Mark- 



grafen auf Schloß Hohenmühringen ein gewichtiges Wort 
im Rate der Gemeinde mitzureden, so auch bei der Ab- 
gabe eines großen Platzes für Beerdigungen und für Kul- 
tusereignisse innerhalb der Israelitischen Gemeinde, die in 
Mühringen bisweilen bis zu 100 und mehr Einwohnern um- 
faßte. 

Am ehesten erinnerlidi für unsere heutige Zeit (jetzt 1969) 
sind die Namen der Herrschaften in Schloß Hohenmüh- 
ringen- Freiherren von Rauner und die Raunenschen Er- 
ben, später Freiherren, Barone von Münch in mehreren 
Generationen ab 1700 bis zum Ende des ersten Welt- 
krieges 1918/1919. Erst im Verlauf der zwanziger Jahre 
1920 1930, verblaßte die Erinnerung an das einstige W^ir- 
ken der sogenannten Patronate im Sinne des sogenannten 
Patrone oder Chefs oder wie man in USA sagen wurde, 
des leitenden Inhabers oder des Boss. 

Natürlich mußte bei der Festlegung des Platzes für den 
Friedhof der damaligen Israelitischen Gemeinde Muhringen 
im Talwald, etwa 1500 bis 1700 Meter unterhalb der Ort- 
schaft in Nähe der »Honorsmühle«, nördlich von Felldort, 
westhdi von Evach, südlich von Ahldorf, nordwestlich von 
Bad Imnau, östlich von Wiesenstetten usw. die Herrschaft 
von Hohenmühringen besonders informiert werden. 

Wie es für Waldfachleute den Anschein hat, ging vor der 
Anlegung der großen Begräbnisstelle ein allgemeiner Holz- 
schlag voraus, bei dem aber gewisse Waldbäume geschont 
wurden Das dürfte lediglich Sache der platzbesitzenden 
Gemeinde gewesen sein. Den am besten geeigneten Platz 



35 









^^.A^.>:^^Ä^^ 



hatte man vor Jahrhunderten gefunden, zwar damals noch 
klein an Raum, aber immerhin vorgesehen für Hunderte 
von Quadratmetern Fläche. 

Wenn zum Beispiel Fußgänger drüben am Felldorfer, Müh- 
ringer »Steige« verkehrten, sahen sie wegen der schwachen 
Bewaldung zum Beispiel um die vergangene Jahrhundert- 
wende den damals schon angelegten Friedhof mit den 
Grabsteinen im direkten Blickfeld fast vor sich liegen. Die 
Dichtigkeit, die Größe, das Alter des Waldes ist auch rund 
um den jüdischen Friedhof im Tal durchaus entscheidend 
als naturbedingtes Geländemaß in der Haldenlaudschaft. 

FAn Wahlfriedhof für das ganze Rahhinat 



Zahlreiche meist auswärtige Besucher und sogar jüngere 
Leute aus Mühringen selbst stellen anläßlich der Besuche 
immer erneut die Frage, ob die jüdische Gemeinde im 
vorigen, vorletzten Jahrhundert so umfangreich gewesen 
sei die Anwesenheit von 1200 bis mindestens 1300 Gra- 
bern lasse darauf schließen. Das anzunehmen wäre ein 
Irrtum der Friedhof im Tal wurde nicht allein für Be- 
gräbniszwecke für in Mühringen verstorbene Juden, son- 
dern zusätzlich für verstorbene Personen aus anderen Or- 
ten des Mühringer Rabbinats angelegt. Die Städte Horb 
und Haigerloch, die Orte Baisingen, Rexingen. Mühlen, 
Nordstetten, Dettensee in Hohenzollern besaßen damals 
noch keine Friedhöfe. So wurde zum Beispiel der Horber 
Friedhof und der in Haigerloch weit später angelegt, nach- 
dem der älteste jüdische Friedh(.f im Mühringer Talwald 
schon bis zur nunmehrigen Hälfte mit Gräbern belegt war. 
In einem amtlichen Vermerk war, um ein Beispiel zu 
bieten zu lesen: »Balingen an der E>'ach. 3 Personen jüdi- 
scher Konfession. Sie zählen zum Rabbinat Mühringen, 

Oberamt Horb.« ,, . • xfi 

Somit geht hervor, daß der jüdische Friedhof im Muh- 
ringer Talwald der älteste ist in Württemberg und Hohen- 
zollern und somit das Recht genießt, unter Denkmals- 
und Altertumsschutz zu stehen. Wie nun die drei Personen 
jüdischen Glaubens in Balingen a. d. Eyach zum Rabbinat 
Mühringen zählten, so war es damals auch mit Horb 
Wildbad soweit bekannt ist, mit Oberndorf am Neckar und 
mit vielen Städten und Dörfern im Gebiet des genannten 
Rabbinats. Man sprach früher von einem Sammelfriedhot 
für Verstorbene aus Gemeinden mit jeweils nur wenigen 
jüdischen Mitbürgern. Schließlich war hier und dort die 
Anlegung eines Friedhofs für drei, vier oder fünf Personen 
unmöglidi. 

Die Größenverludtnisse des Platzes 

Mit Grablegungen vor Jahrhunderten wurde am Westende 
des Platzes begonnen. Eine gleichmäßige Grabsteinlegung 
hat nidit stattgefunden. Mag sein, die Witterungsverhalt- 
nisse haben in langer Zeit die vielen alten Steine abwärts 
zum Hang verschoben. Man erkennt insbesondere wahrend 
der Arbeit die verschiedenen Zeitalter und Handhabung m 
der Steinhauerei. So kam im Verlauf der Jahrzehnte eme 



Art von Grabsteinefeld zusammen, das sidi heute wie eine 
Art ungleicher Terrasse von unten nach oben gehend an- 
sdiaut Das 17. Jahrhundert ging dahin, es folgte das 18. 
Jahrhundert, dann die neuere Zeit um 1900 und die Jahr- 
zehnte bis zur letzten Beerdigung am Platz im Jahre 1940. 
Der zweite Weltkrieg war damals sdion im »Gang«. Julius 
Feigenheimer und Sohn Heinz erhielten oben am Nordost- 
platz eine Ruhestätte. Der Friedhof ist länger geworden. Er 
ist 100 Meter lang und fast 50 auf 60 Meter breit. Man 
rechnet allgemein rundauf mit 6000 Quadratmetern, eher 
noch einige Ar mehr, weil gewisse Stellen an den jeweiligen 
Grenzen gewissermaßen wegen Verkehrsverhältnissen bei 
Holzschlägen, Verkehr mit Fuhrwerken, Schleppern und 
Traktoren »ausgezäunt« wurden. 60 Ar Platz im Muh- 
ringer Talwald sind natürlich angesichts der großen Wald- 
fläche kaum bemerkbar. Immerhin ist der jüdische Fried- 
hof im Tal weitaus größer als der Mühringer Friedhof am 
Walde jenseits der Eyach. Dort kommt es an gewissen Stel- 
len nadi 40 und 50 Jahren zu Ausgrabungen. 



Aus der Zahl 1200 bis 1300 Beerdigten am Platz gegen- 
über etwa 800 Grabsteinen ist zu entnehmen, wieviele 
der aufgeführten Toten keinen Grabstein erhalten konn- 
ten. Gewiß handelte es sich da um Personen, die wah 
rend ihres Erdenlebens in unserer Gegend so gut wk 
keine Angehörige und keine Bekannte besaßen. Vielfad 
kam es aiidi zu raschen Verwitterungen insbesondere de 
roten und rotbraunen, zum Teil auch der gelblichen Sanc 
steine. Ein Wald- und Friedhofsarbeiter hat bereits einig. 
Jahre nach dem zweiten Weltkrieg mindestens 30 im Gr;. 
und Moos versunkene Grabsteine ganz alten Formats au. 
gegraben und auf redit gestellt. s 

Nur der Weite des Platzes ist es zu verdanken, daß zw. 
sehen den Grabreihen und an Stellen, von denen man nichi 
weiß was einzeln geschah, Waldgruppen und Gebüsch- 
inseln gepflegt werden können. Der idyllische Platz des 
Waldfriedhofs, ohne Zieraten, ganz im Sinne der Natur, 
aber da immerhin Ordnung. Das alles zwischen fast 800 
Grabsteinen aller Größen, Formate und unterschiedlicher 
Besdiriftungen, bis 1840, 1850 fast durchweg in hebräischer 
Schrift, ab 1890 in hebräischer und deutscher Beschriftung, 
ab durchschnittlidi 1900 in der Regel in deutscher Schrift 
und mit den üblichen Zahlen. 

Platzerweiterung gegen Osten 

Im Verlauf der beiden Jahre 1926 und 1927 kam es oben 
am Tor und in Richtung nach Osten, also das Tal weiter 
abwärts, zu einer beträchtlichen Platzerweiterung. Die 
damaligen, jetzt längst verstorbenen Gemeinderäte in Müh- 
ringen, Geschäftsinhaber Julius Feigenheimer, Mühringen, 
und Sigmund Levi, Gesdiäftsinhaber ebenfalls aus Müh- 
ringen,^ stellten den Antrag, ein Stück Wald abzuholzen 
und fi'ir Begräbnisse freizugeben. Bereits zum genannten 
Zeitpunkt (1927) konnte mit der Anlegung z. B. des Grabes 
von Kaufmann Emil Elsässer oben fast beim Tor begon- 
nen werden. ^^^d fortgesetzt 



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36 






Dr. Hans J. Bach 



Zur Geschichte einer schwäbisch-jüdischen Familie 



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Fortsetzung und Schluß 



STUTTGART 






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Stuttgart, mit damals 60 000 Einwohnern, war gegen Muh- 
ringen eine große Stadt. In einem Talkessel inmitten be- 
waldeter Hügel schön gelegen, begann sie eben, sich aut 
die umliegenden Höhen auszubreiten. Ihre beiden Haupt- 
zentren waren der Schloßplatz und der Marktplatz. Der 
erstere war von einem Viereck prachtvoller alter Kastanien- 
bäume umgeben, mit breiten Spazierwegen längsweise und 
diagonal; in einem Pavillon in der Mitte spielte an Sonn- 
tagen im Sommer eine Militärkapelle, eine Attraktion für 
jung und alt. An einer Seite war der Platz von dem Alten 
Schloß begrenzt, in rotem Sandstein mit den meterdicken 
Mauern einer Festung aus dem Mittelalter und einem 
Innenhof zwischen Säulengängen. Im rechten Winkel dazu 
lag das Neue Schloß, ein Denkmal fürstlichen Prunkes aus 
dem 18. Jahrhundert, hufeisenförmig einen Hof umgebend, 
der groß genug für Militärparaden war. Der Kcinig be- 
wohnte jedoch keines der beiden Schlösser, sondern das 
Wilhelmspalais an einer der nächsten Querstraßen, eher 
einer würdigen Privatvilla gleichend. Die Wachablösungen 
waren ein Schauspiel für groß und klein, und zu Anfang 
des jetzigen Jahrhunderts jedenfalls konnte man Wil- 
helm IL, den dritten König seit der Begründung der 
Monarchie, mit seinen zwei weißen Spitzhunden allein auf 
der Straße Spazierengehen sehen, ehrfürchtig gegrüßt. Auf 
der dritten Seite des Schloßplatzes, von der eine Straße 
zum damaligen Bahnhof abzweigte, stand der sogenannte 
Königsbau, ein durch Treppen erhöhtes Kolonnaden- 
gebäude mit scheinen Geschäften, das Ende der von links 
kommenden Hauptstraße der Stadt, der damals gebauten 
Königstraße mit den wichtigsten öfifentlichen Gebäuden. 
Der Marktplatz dagegen, mit dem Rathaus und von statt- 
lichen alten Fachwerkhäusern umgeben, morgens mit dem 
bunten Treiben des Obst- und Gemüsemarktes, lag mitten 
in der Altstadt mit ihrem Gewirr verwinkelter Gassen und 
kleiner Plätze; viele der Häuser stammten noch aus dem 
Mittelalter. Die Altstadt, wie überhaupt ein großer Teil 
Stuttgarts, ist bei einem Fliegerangriff im letzten Weltkrieg 
zerstört und erst seither wieder aufgebaut worden. 

Die jüdische Gemeinde 

Wir wissen, daß die Firma Bach & Eppstein zuerst in der 
Rosenstraße 44 untergebracht war. Sie ließ ursprünglich 
von Heimarbeitern, später von Fabriken weben. In den 
Familienakten habe ich noch einen Vertrag darüber mit 
dem Fabrikanten Carl Rossler in Dörflas, der 30-40 Arbei- 
ter beschäftigte. Das Unternehmen nahm rasch einen er- 
freuHdien Aufschwung. 

Das Gesdiäftsgebäude lag nicht weit von der im maurischen 
Stil gehaltenen Synagoge, die, seit 1859 im Bau, im Jahre 
1861 eingeweiht wurde. David Badi war eines ihrer Grun- 
dungsmitglieder und hatte daher seinen Synagogenplatz 
auf Lebenszeit. 



Die jüdisdie Gemeinde war erst einige fünfzig Jahre alt. 
Im Mittelalter waren die Juden aus Stuttgart vertrieben 
worden Im 18. Jahrhundert berief der Herzog Karl Alexan- 
der den brillanten, aber sorglosen Hofjuden Joseph Süß 
üppenheimer (»Jud Süß«) als Finanzminister an seinen Hof. 
Nach dem Tode seines Gönners wurde dieser jedoch für 
dessen Verschwendungen verantwortlich gemadit und in 
einem Käfig gehängt. Danach dauerte es ein halbes Jahr- 
hundert, bis Juden wieder Aufenthaltserlaubnis in der Stadt 
erhielten. Die Neugründung der Gemeinde war der Ban- 
kiersfamilie Kauila aus Hechingen zu verdanken, die sich 
dem württembergischen Hof finanziell wie auch durch 
diskrete diplomatische Vermittlungen unentbehrlich ge- 
macht hatte, als Württemberg, im Jahre 1806 während der 
Allianz mit Napoleon I. zum Königreich erhoben, sich in 
den Befreiungskriegen den Alliierten gegen Napoleon an- 
schloß, d. h. mitten im Krieg die Seite wechselte. 
Der Bau der Svnagoge spiegelte das rasche Wachstum der 
Gemeinde wider. Im Jahre 1808 neu begründet, hatte sie 
1832 erst 124 Seelen gezählt; bei der Einweihung der 
Svnagoge waren es 847, drei Jahre später schon 1100, und 
die Zahl wuchs weiter an (1871: 1800, 1910: 4291 ein- 
schließlich des Vororts Cannstatt, bei einer Gesamtbevolke- 
rung von 286 000 Einwohnern). Die meisten der Stuttgarter 
Juden waren Geschäftsleute, mit vorläufig wenigen Fabri- 
kanten, Ärzten und Rechtsanwälten (erst seit 1819 waren 
sie zu dem ihnen bis dahin versagten Universitätsstudium 
zugelassen), aber relativ vielen Bankiers. Doch waren auch 
der erste Direktor des Kgl. Konservatoriums für Musik und 
der Branddirektor der Stadt, der ihre Feuerwehr begrün- 
det hatte, Juden - beide Pioniere neuer Entwicklungen. 



Reformjudentum 

Die Einweihungspredigt des Rabbiners Dr. Joseph Maier, 
der ursprünglich Hausrabbiner der Familie Kauila gewesen 
war klang in die Worte aus: »Geliebtes Stuttgart, unser 
Jerusalem!« Darin lag das Bekenntnis, die jahrhundertelang 
gehegte Hoffnung auf messianische Erlösung, deren Inbe- 
griff Jerusalem war, durch die Emanzipation der Juden in 
europäischen Ländern erfüllt zu sehen. Das war die Hal- 
tung der gemäßigten jüdischen Reformbewegung, wie sie 
sich seit den Diskussionen der Rabbinerversammlungen 
der 1840er Jahre herausgebildet hatte. Der Gottesdienst, 
mit Orgel, Chor und deutscher Predigt, sonst aber über- 
wiegend noch hebräisch, folgte der gleichen Linie. 
Die Emanzipation stand audi in der Organisation der 
jüdischen Gemeinden nidit nur auf dem Papier. Der Stutt- 
garter Rabbiner war der theologische Leiter der sogenann- 
ten »Oberkirchenbehörde«, die, seit dem Jahre 1831 beste- 
hend alle jüdischen Gemeinden Württembergs umfaßte 
und in Deutschland einzig war: die anderen deutschen 
Staaten widersetzten sidi einem soldien Zusammenschluß, 
um eine Anerkennung der Juden als Gemeinschaft, selbst 



37 



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7' ^.1 



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wenn nur religiöser Natur, zu vermeiden, und in Preußen 
zum Beispiel konnte der Landesverband der jüdischen Ge- 
meinden erst im Jahre 1922 begründet werden. Diese 
frühe und vollständige Eingliederung der Juden bedeutete, 
daß »Kirchensteuer« zusammen mit der Einkommensteuer 
vom Staat erhoben wurde und die Angestellten der Ge- 
meinden Staatslieamte waren. Sie kam auch darin zum 
Ausdruck, daß die Stuttgarter Rabbiner in den persön- 
lichen Adelsstand erhoben winden, Dr. Maier ebenso wie 
sein Nachfolger, Dr. Moses Wassermann, der aus Mührin- 
gen, wo er seit 1835 amtiert hatte, im Jahre 1874 nach 
Stuttgart berufen wurde. Erst mit Dr. Theodor Kroner 
(1893-1923) wurde dieser Brauch aufgegeben; der König 
soll bei einem Besuch der Synagoge auf die Frage, ob diese 
groß genug sei, seinen Scherz: »Majestät, wenn nicht alle 
hereingehen, gehen sie alle hinein, aber wenn alle herein- 
gehen, gehen nicht alle hinein!« fehl am Platze gefunden 
haben. 

David Bachs Familie 

Damit sind wir jedoch der eigentlichen Familiengeschichte 
vorausgeeilt. Im Jahre 1866 heiratete David Bach. Seine 
Braut war Ernestine Schwarz (1846-1920), das mittlere der 
sieben Kinder von Salonion Schwarz (1812-1889) und seiner 
Frau Sara, geb. Eppstein (1813-1881). Sein Schwiegervater 
war der Vorsteher der Mühringer Gemeinde, der, ein gelern- 
ter Uhrmacher, Schwarzwälder Kuckucksuhren durch ganz 
Europa vertrieb, bis nach Odessa, zuerst mit der Post, spä- 
ter mit der Eisenbahn. Er besaß sechs Häuser, vier Gärten, 
Äcker und Wiesen, und man traute ihm ein »Millionengul- 
denvermögen« zu. Selbst einer armen Familie entstammend, 
hatte Salomon Schwarz seiner schönen, aber mittellosen 
Braut heimlich 1800 Gulden geschenkt, bevor er sie seinen 
Eltern zuführte. Die Armut ihrer Kindheit ging ihr jedoch 
auch später noch nach. Sie war eine außerordentlich tüch- 
tige Hausfrau, aber sehr sparsam: »Da seht, was für schöne 
Birnen ich hab'«, konnte sie Besuchern erzählen, ohne die 
Freiheit, ihnen davon aufzuwarten, obwohl ihre Gärten voll 
davon hingen. Um so freigebiger war ihr Mann. Er hatte 




'' ' "v, ys. . ■ '^: 



Salomon und Sara Schwarz mit ihren Töditern Auguste (Des- 
sauer), Ernestine (Badi) und Jeanette (Dreifuss). Daeuerrotvpe 
ca. 1854. ' ' 



38 



immer eine Bücbse mit Geld für die Armen stehen, und 
auf jeden jüdisdien Feiertag bekamen seine Töchter ein 
goldenes Zwanzigmarkstück, seine Enkel ein goldenes 
Zehnmarkstück. Als er einmal von einer seiner weiten Rei- 
sen zurückkam, sagte er: »Kinder, heut hab' ich euch bloß 
eine Bretzel mitgebradit - idi hab' 500 Gilden verloren«, 
woraus man schließen kann, was er ihnen sonst mitbrachte. 

Das junge Paar zog mit der Firma von der Rosenstraße, 
die am Rand der Altstadt lag, in die damals erschlossenen 
neuen Stadteile, zuerst nach der Olgastraße 28-30, später 
in die nahe gelegene Hauptausfallstraße nach Süden, Ghar- 
lottenstraße 13, wo meine Cir()fk>ltern bis zu ihrem Le- 
bensende wohnen blieben. 

Ernestine Bach hatte die Schönheit ihrer Mutter geerbt, mit 
lockerem rötlichblondem Haar, das sie in Locken über der 
Stirn trug. Sie war eine ausgezeichnete Hausfrau, die auch 
mit heranwachsenden Kindern ihren Haushalt allein be- 
sorgte. In Mühringen waren jeden Dienstag Gänse ange- 
trieben worden, und sie behielt die Gewohnheit bei, eine 
Gans in einem Ställchen in der Küche zu halten und selbst 
zu stopfen. Andererseits freute sie sich, an dem LebcMi der 
Stadt teilzunehmen, legte großen Wert darauf, der Mode 
entsprechend angezogen zu sein, und bemühte sich, an Bil- 
dung nachzuholen, was ihr in Mühringen versagt gewesen 
war. Aus ihrem Nadilaß haben wir nodi ein elegantes rot- 
ledernes Canwt de Visites, worin sie die Theaterstücke und 
Opern, die sie gesehen hatte, verzeichnete, zusammen mit 
Einmadnezepten. Ihre Lebenskraft sdiien unverwüstlidi, 
und noch mit über Siebzig lernte sie Klavier spielen, mit 
einem hinter den Tasten eingeklemmten Kartonstreifen, 
auf dem die Noten, die zu meistern sie sich nicht mehr zu- 
traute, durch Zahlen ersetzt waren, und spielte nur stolz, 
wenn auch etwas stockend, das erste Liedchen vor, das sie 
sich beigebracht hatte. Die Beziehungen mit Mühringen 
wurden mit Besuchen, Briefen und Gesdienken lebhaft auf- 
rechterhalten: Obst und Geflügel kamen von dort, erwidert 
durch Weinsendungen. Großvater sdnieb auf jeden Sams- 
tag einen Brief an seine Eltern, solange sie lebten, in Hodi- 
deutsch mit hebräischen Budistaben, die sie leichter zu 
lesen verstanden. Die Ferien liebte das junge Paar in Ba- 
den-Baden zu verbruigen. 

David und Ernestine Bach hatten sechs Kinder, von denen 
zwei Söhne früh starben, einer mit 14 Tagen, der andere 
mit vier Jahren. So wuchsen ihnen zwei Söhne, Albert 
(1869-1942) und Ludwig (1872-1957), und zwei Töchter 
heran, Thekla (1867-1929), die Älteste, und Sophie (1883 
bis 1962), ein Nadikömmling, 16 Jahre jünger als ihre 
Schwester und fast schon generationsgleich mit deren 
Töchtern. Aus ihrer Jugend weiß ich eine merkwürdige Ge- 
schichte zu berichten, die mein Vater Albert Badi erzählte. 
Als kleiner Junge hatte er Gelbsudit, die auf eine besondere 
Art behandelt wurde. Eine große Runkelrübe wurde ausge- 
höhlt, mit seinem Urin gefüllt und in den Raudifang ge- 
hängt; als der Urin ausgetrocknet war, war die Gelbsucht 
vorüber. 

Die beiden Jungen, Albert und Ludwig, zeitlebens eng 
miteinander befreundet, waren seit ihren frühen Jahren 
begeisterte Briefmarkensammler. Albert Badi legte den 
Grundstock zu seiner späteren wertvollen Sammlung in 



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David und Ernestine Bach mit Kindern, ca. 1895 (Albert Bach, 
TheklaUhry mit Germaine, Dr. Eduard Uhry, Sophie (Kahn), 
Ludwig Bach). 

seinen Schuljahren, wo er die Erlaubnis erhielt, unter den 
Akten im Dachstock der Ministerien nach Brietmarken zu 
fahnden, was eine gute Ausbeute der frühesten, später sehr 
gesuchten württembergischen Marken ergab. Auch machte 
es ihm \'on Jugend an Spaß, Landschaften in Aquarell zu 
malen, was er später besonders in Ferien häufig tat. Er war 
ein großer Verehrer von Heines Werken, kannte sich gut 
darin aus und schaffte sich die erste Gesamtausgabe so- 
fort an. 

Unhstellun^ der Firma 



Mit dem immer rascheren Aufschwung der deutschen Wirt- 
sdiaft in dem Industriezeitalter besonders nach dem 
Deutsch-Französischen Krieg von 1870-1871 änderten sich 
die Verhältnisse. Die Fabrikation von Stoffen in relativ 
kleinen Betrieben konnte sich gegen die Konkurrenz der 
neu entstehenden Großfabriken nicht halten. David Bach 
und sein Geschäftspartner sahen sich vor die Entscheidung 
gestellt, entvveder eine eigene Fabrik zu gründen oder aber 
zum Engroshandel überzugehen, der bei dem steigenden 
Bedarf sofortige und lohnende Aussiditen bot, und sie 
wählten das letztere. Einige der damals gegründeten Tex- 
tilfabriken anderer württembergischer Juden brachten es im 
Laufe der Zeit zu Weltruf. David Bach aber, als gelernter 
Weber, war in seinem Herzen ein Handwerker, stolz auf 
die Qualität seiner Stoffe, und stand der Großfabrikation 
mißtrauisch gegenüber, dem Risiko einer großen Kapitals- 
anlage ebenso wie dem neuer Absatzmethoden. Er war 
nidit kleinlich: seinen Töchtern gab er, neben ihrer Aus- 
steuer, Mitgiften von 50 000 und 80 000 Goldmark, und 
auch die Söhne erhielten einen Kapitalbetrag zusammen 
mit einer Aussteuer. Wohl aber war er genau: es wurde von 
ihm erzählt, daß er einem Kunden eine Postkarte mit einer 
Halbpfennigmarke sandte, um eine Pfennigdifferenz anzu- 
mahnen - vielleidit eine Verunglimpfung, aber nidit ohne 
einen editen Kern. 

Als die Söhne heranwuchsen, hätte Albert Bach, nachdem 
er sein Einjährigenjahr beim Militär absolviert hatte, 
woran er gerne zurückdachte, am liebsten Biologie studiert, 
vielleidit aus Begeisterung für Häckels »Welträtsel«. Die 
darin ausgesprochene Überzeugung, daß die Welt aus dem 
Wirken von Naturgesetzen allein, also ohne göttliche 
Sdiöpfung, erklärbar sei, beeindruckte ihn tief. So glaubte 
er an mechanisch wirkende Naturgesetze und bezweifelte 



die Existenz Gottes, was ihn nicht hinderte, aus Pietät mit 
seinen Eltern in die Synagoge zu gehen und in seinem 
Verhalten ein bewußter Jude zu sein. Doch durfte er nicht 
studieren, da sein Vater ihn im Geschäft nicht entbehren 
konnte, während der jüngere Sohn, Ludwig, dem das Stu- 
dium freigestellt wurde, die Kaufmannschaft vorzog. 
Nadi dem Militärdienst, dem eine Lehre im väterlidien 
Geschäft vorausgegangen war, gingen die beiden Brüder 
nacheinander zu weiterer Ausbildung nach Berlin. Albert 
Bach gehörte einem Kreis von Gleichaltrigen an, die am 
Wochenende in den Ausflugslokalen Billard spielten; er 
hatte seinen eigenen Billardstock, zusammenlegbar wie ein 
Spazierstock und mit einem Elfenbeinknauf, und hob ihn 
auf, obwohl er ihn später nicht mehr gebraudite. Er er- 
zählte von einem Mitglied dieser Gruppe, der weniger ver- 
diente als die anderen, daß er über jedes Glas Bier Buch 
führte und, wenn diese sich noch eines bestellten, notierte 
»ein Glas gespaart«; so hatte er am Monatsende eine an- 
sehnliche Ersparnis zu verzeichnen, kam aber darum nicht 
besser mit seinem Gehalt aus. 

Die Töditer erhielten Klavier- und Malstunden und nah- 
men lebhaften Anteil am sozialen Leben der Stadt, mit 
Einladungen, Bällen, Theater, Konzerten und Ausstellun- 
gen. Ein Ausspruch der von allen verwöhnten Sophie, als 
sie noch ein heranwachsendes Mädchen war und auf dem 
Weg zu einer Gesellschaft versuchte, eine Drosdike zu be- 
kommen, ist in der Familie sprichwörtlidi geworden: 
»Kommt emol a leere Chais, sitzt auch jemand drin!« Ganz 
im Stil der Zeit hatte Ernestine Bach den heißen Ehrgeiz, 
ihre Töditer an Akademiker zu verheiraten. Tatsächlidi 
heiratete Thekla den Arzt Dr. Eduard Uhry in Saargemünd 
in dem damals deutschen Lothringen und Sophie den 
Rechtsanwalt und Notar Dr. Berthold Kahn in Zweibrücken 
in der Pfalz. Thekla Uhry erlebte nur noch den Beginn der 
Nazijahre und starb in Saargemünd, während ihr Mann bei 
ihren Töchtern Germaine Mayer und Margot Wertheimer 
in New York bis zu seinem 86. Jahre lebte. Berthold und 
Sophie Kahn siedelten in diesen Jahren, als das Leben in 
Zweibrücken unhaltbar wurde, nach Stuttgart über und 
folgten dann ihrer Tochter Hilde Feist nach New York, wo 
Berthold Kahn starb. Nach dem frühen Tod ihrer älteren 
Tochter lebte Sophie Kahn bis zu ihrem Ableben bei ihrer 
jüngeren, Elsbeth, jetzt Elischewa Lernau, die früh nach 
Israel ausgewandert war und eine angesehene medizinische 
Übersetzerin in Ramat Gan ist. 



P^^^^S 



D. Bach & Söhne 

David Bach trennte sich in den neunziger Jahren von sei- 
nem Mitinhaber Max Eppstein. Als die Ausbildung seiner 
beiden Söhne sich dem Ende näherte, nahm er sie in die 
Firma auf, deren Name in D. Bach & Söhne geändert 
wurde. 

Im Jahre 1901 verheiratete sich Albert Bach mit Berta Sam- 
son (1879-1966) aus Neustadt an der Haardt in der Rhein- 
pfalz, zwei Jahre später Ludwig Badi mit Elsa Einstein aus 
München (1881-1923). Beide Frauen waren schwarzhaarig, 
Bertha mit großen Augen und voller Energie, Elsa weicher 
und gesetzter. Während Albert und Bertha Bach sich er- 
gänzten und in glücklidier Ehe lebten, war die von Elsa 



39 



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und Ludwig Bach zu Anfang nidit ohne Spannungen. Aus 
München stammend, mit seinem farbigeren Leben von 
Künstlerfesten und Opernaufführungen, die gesellschatt- 
lidie Ereignisse waren, fand sie Stuttgart spießbürgerhch, 
während ihr großzügiger Verbrauch ihrem sparsamen Mann 
zu weit ging. Aber die gegenseitige Anziehung war so groI5, 
daß sie sich doch immer wieder aussöhnten. 
Beiden Famihen, Albert und Ludwig Bach, wuchsen je 
zwei Söhne heran, Hans (geb. 1902) und Rudi (geb. 1904), 
und Fred (1909-1969), der als Fabrikant in Israel emem 
Herzsdilag erlag, und Erich (geb. 1911), jetzt Börsenspe- 
zialist bei einer Großbank in Tel Aviv; den erstgeborenen 
hatten Ludwig und Elsa Bach früh verloren. Die be- 
schränkte Anzahl der Kinder bei allen vier Familien stach 
von den kinderreichen der früheren ab, war aber typisch 
für diese Generation der Emanzipation. Sie hatten es zu 
Wohlstand gebracht und wünschten ihren Kindern eine 
gute Ausbildung zu weiterem Aufstieg und keinen schwe- 
ren Existenzkampf, was jedoch bedeutete, daß die Eltern 
viel länger für sie zu sorgen hatten; auch wollten die 
Frauen nicht so viele Kinder haben. 

Bertha und Elsa Bach waren viel allein, da ihre Männer die 
Woche über den größten Teil des Jahres auf der Geschäfts- 
reise waren. Ernestine Bach hatte nicht die Gabe, sidi mit 
ihren Schwiegertöchtern herzlich zu stellen; Ton und 
Atmosphäre der Familie waren nüchtern und eher karg in 
direktem Ausdruck von Gefühl. Das macht auch verständ- 
lich, daß meine Mutter, Bertha, in deren Elternhaus Ge- 
burtstage richtige Familienfeste gewesen waren, sidi einsam 
fühlte, als an ihrem ersten in Stuttgart, nach einem liebe- 
vollen Telefonanruf ihres Mannes, erst abends ihre Schwie- 
germutter anrief, ihr gratulierte und sagte: »Komm' dir 
doch dein Geschenk abholen!« 

Einige persönliche Jugenclcrinnerungen 






Wie später immer noch erzählt wurde, sagte meine Groß- 
mutter, als sie mich - ihren ersten Enkel - als Neugebore- 
nen zum erstenmal sah: »Der wird emol a Doktor!«, womit 
sie jedenfalls in gewissem Sinne recht behielt. Ich weiß 
noch wohl, daß ich vor der Geburt meines Bruders Rudi, 
noch nicht drei Jahre alt, mit Scharlach ins Krankenhaus 
kam, wo meine mütterliche Großmutter, aus Neustadt her- 
übergekommen, mir jeden Tag Gesellschaft leistete. Als idi 
wieder nach Hause durfte, mußte mein Lieblingsspielzeug, 
der Infektionsgefahr wegen, angeblich »für die armen Kin- 
der« zurückgelassen werden, was mir gar nidit einleuchtete, 
da idi bereit war, ihnen ein anderes Spielzeug zu schenken. 
Zu Hause waren große Veränderungen vorgegangen: ich 
bekam ein Erwadisenenbett, in meinem Kinderbett jedoch 
lag ein kleiner »Mohr«, der mein Bruder sein sollte, und 
ich wußte nicht recht, was ich daraus madien sollte. Das 
hinderte nicht, daß wir, heranwachsend, enge Freunde 
wurden. 

Meine Eltern wohnten seit ihrer Heirat in einem der da- 
mals modernsten Häuser, Danneckerstraße 14, mehr als 
haushoch über der tieferen Alexanderstraße gelegen. Das 
Haus war in dem neuen Jugendstil gebaut, mit einer breiten 
Porphyrbalustrade bis zum ersten Stock, hohen Zimmern 
und pradit\ollem Blick über die Stadt. Die Wohnung be- 



stand aus sieben Zimmern, an einem langen Gang ange- 
ordnet; vorne, gegen die Straße zu, zwei Gesellschafts- 
räume, in deren einem das Klavier stand, der andere ein 
Salon mit damastbezogenen Mahagonimöbeln und einem 
dreiteiligen Spiegel, ebenfalls im Jugendstil. Dem Gang 
entlang folgten Mäddien-, Bade- und Kinderzimmer, mit 
einer geräumigen Küdie gegenüber. Nach hinten zu, über 
der Stadt, lagen das Schlafzimmer meiner Eltern, mit einem 
großen Mahagonispiegelschrank und breitem Aussiditsfen- 
ster und, durch eine Schiebetür mit ihm verbunden, das 
behagliche, auf die Glasveranda führende Wohnzimmer, 
mit einem grünen Kachelofen, in dessen Rohr im Winter 
Äpfel für uns Kinder gebraten wurden. Im Dachstock oben 
lag das für alle Wohnungen gemeinsame Bügelzimmer, 
regelmäßig benutzt, da auch die sogenannte große Wäsche 
mit der Hand zu Hause gewaschen wurde; wenn Mutter mit 
dem Mädchen bügelte, durfte ich mitkommen, um nicht 
allein in der Wohnung zu bleiben, und erinnere mich nodi 
wohl an den wundervollen Geruch trockenen Holzes und 
die weite Aussidit über die Stadt bis an das ferne Neckar- 
tal. Solange mein Bruder noch klein war, hatten wir außer 
dem Dienstmäddien nodi ein Kindermäddien, Maria Köh- 
ler, die uns erst verließ, als er zur Schule kam. 
Aus diesen frühen Jahren sind mir nur einzelne Moment- 
aufnahmen im Gedäditnis geblieben. Eine ist die Erinne- 
rung an einen regnerischen Sonntagnachmittag, wo die ganze 
große Familie bei uns zum Kaffee war und das Eßzimmer 
füllte, in dem über Eck meines Vaters Schreibtisdi stand. 
Mein Ball rollte dahinter, und ich stand nachdenklidi da, 
wie ich ihn holen könne, ohne die Erwachsenen zu stören, 
als Rudi, noch ein Knirps, mir zurief: »Slupf unten durch!« - 
bezeichnend für unsere verschiedenen Temperamente. An 
sdiönen Sonntagmorgen führte Mutter uns im Stadtgarten 
spazieren; man erging sidi auf den breiten Wegen, und sie 
begrüßte Bekannte, wir Kinder, in weißen Matrosenanzü- 
gen, durften aber weder Blumen aus den Beeten pflücken 
noch audi spielen - es schien uns der Gipfel der Langeweile 
zu sein. Ein kleines Blitzlichtbild ist das von Mutter im 
ausgeschnittenen weiI3en Ballkleid mit einem glitzernden 
Brillantanhänger gute Nacht sagend: sie kam mir feenhaft 
schön vor. Eine andere festliche Gelegenheit, von den Er- 
wachsenen mit großer Aufregung erwartet, war ein Gast- 
spiel von Caruso im Opernhaus, zu dem die Eintrittskarten 
ein Mehrfaches des üblichen Preises kosteten. 



Ich selbst sang als kleiner Junge im »Museum«, wohl bei 
einer Purimfeier, mit einer hellen Sopranstimme ein senti- 
mentales Lied »Meine Mutter nennt mich immer Herzchen« 
und konnte das Lampenfieber der »Großen« eigentlich 
nicht verstehen; nur die scharfen Proszeniumslampen wa- 
ren störend. 

In unserem Haus und den gegenüberliegenden wohnten 
mehrere jüdische Familien, mit deren Kindern und christ- 
lichen etwa gleichaltrigen wir manchmal in den Gärten hin- 
ter den Häusern und auf der Straße spielten. Diese waren 
aber so steil, daß man Bällen weit nachlaufen mußte. Lie- 
ber gingen wir im Sommer in die Wälder auf den Höhen 
über der Stadt und sammelten im Herbst in einer Botani- 
siertrommel Brombeeren zum Einkodien. Im Winter 
konnte man mit dem Schlitten vom »Bopser«, dem höher- 
gelegenen Aussichtspunkt, bis ans Haus rodeln. 









40 






msii: 



Großeltern 

Wenn man 7ai den väterlichen Großeltern in die Charlot- 
tenstraße kam, ging man meist erst ins Geschäft, das sich 
in einem zweistöckigen, an das Wohnhaus anschließenden 
Gebäude im Hot befand. Im Büro oben saß Großvater an 
seinem großen Schreibtisch, aut dem er einen Briefl^e- 
schwerer mit farbigen Glaseinschüssen stehen hatte, der 
uns Kinder immer aufs neue faszinierte. Mein Vater und 
Onkel arbeiteten, wenn sie seltenerweise im Geschäft wa- 
ren an Stehpulten. Die sdiwere Kopierpresse, mit der dem 
damaligen Gebrauch entsprechend alle noch handgeschrie- 
benen Briefe auf Seidenpapier kopiert wurden, durfte man 
nicht berühren. In den Lagerräumen standen an den Wan- 
den entlang Regale, gefüllt mit schweren Stoffballen. Die 
Angestellten, Frl. Schoch, die Buchhalterin, Herr Hummel, 
der spätere Prokurist, Herr Deicher, der Lagerverwalter, 
und die jüngeren, meist schon jahrelang in der Firma tatig, 
waren freundlich und hoben uns große Mengen »seltener« 
Briefmarken auf. Audi mit dem Packer unten waren wir 
befreundet, der uns später ein Bücherregal schreinerte. 
Abends waren die Lagerräume noch mit hissenden offenen 
Gasflammen spärlich erleuchtet, 



Die Wohnung lag im ersten Stock des Vorderhauses. Das 
Wohnzimmer, mit einem ansdiließenden Salon, hatte einen 
dreifenstrigen Erker, von dem aus Großmutter das Stra- 
ßenleben zu beobachten liebte und an dem ihr Nahtisch 
stand, daneben über Eck ein Schreibsekretär, in der Mitte 
Biedermeiermöbel. Das Schlafzimmer dahinter, nahe der 
Wand des Nebenhauses und darum dunkel, schloß an zwei 
Kinderzimmer an, die auf eine Veranda über dem Hof 
hinaussahen. Meist aber fand man die Großmutter m der 
Küche Es gab eine Anisschnitte mit einem Glas Wassei 
zum Eintunken, sonst aber hatte sie nie Zeit. Ihr Stopfen 
der Gans im Küchenställchen war mir, vielleidit mit einer 
Erinnerung an »Hansel und Gretel«, zuwider, so sehr idi 
zu Hause ein Vesperbrot mit Gänseleber liebte (unter den 
Damen der Familie gab es einen Wettbewerb, wer die 
größten Lebern hatte, mit deren Verkauf sie ihr Haushalts- 
geld selbständig vergrößern konnten). Da überdies der 
Zeigefinger von Großmutters linker Hand im Vorderglied 
merkwürdig reditwinklig nach innen abgebogen war, 
fragte ich mich als kleiner Bub, ob sie nicht vielleicht eine 
Hexe sei behielt diese Vermutung aber wohlweislich tur 
mich Sie' ließ sich nie erzählen, was uns gerade beschäf- 
tigte und es schien, als ob sie sich um ihre Enkel mdit 
kümmere; tatsächlich jedoch wurden die Großeltern bei den 
regelmäßigen Freitagabendbesuchen der Eltern sehr ge- 
nau über uns auf dem laufenden gehalten. Doch inag es 
wohl sein, daß ihre Enkelinnen ihr näherstanden als die 
Enkel. 

ranz anders waren meine mütterlichen Großeltern. Ein 
großer Teil meiner Jugendjahre und der meines Bruders 
tar mit ihrem Haus, Gaisburgstraße 10, nahe der Olga- 
str.ße verbunden. Wir waren fast jeden Nachmittag bis 
zum Abendessen dort, aud. die ganze Schulzeit hindurch. 
Zuerst gab es Kaffee, wozu Großmutter immer etwas auf- 
gehoben hatte, ein Schäldien vom Nad.tisch, ein Stuck 
KuZn oder einen der duftenden Apfel, die im Schrank- 
zimmer auf langen Hürdengestellen aufl.ewahrt wurden. 



Sie interessierte sidi für alles, was wir ihr zu erzählen hat- 
ten Nach dem Kaffee machten wir unsere Sduilarbeiten. 
Dann gingen wir in den großen betonierten Hot hinunter, 
um Rollschuh zu laufen oder mit den Kindern der Nach- 
barschaft zu spielen. 

Großvater Moses Samson (1847-1923), ein hochgewachse- 
ner breitschultriger Mann mit ergrauendem, blondem 
Sdmurrbart, hatte sein Büro in einem einstöckige.. Ge- 
bäude am Ende des Hofes. Er war kurz nadi der Ge^xirt 
meines Bruders mit seiner Weingroßhandlung von Neu- 
stadt a. H. nadi Stuttgart gezogen, um seiner Tochter naher 
zu sein und seine Enkel um sich zu haben. \'on einer an 
das Büro anschließenden Remise führte eine Treppe in den 
tiefgelegenen Weinkeller, der unter mehreren Hauser- 
blöcken hindurchlief. In den Gängen standen reihenweise 
hohe Fässer, in denen der Wein gärte, den er fuderweise 
in der Rheinpfalz kaufte; des berauschenden Geruches we- 
.en durfte man nidit lange unten bleiben. Oben spritzten 
und schwefelten die Küfer die Fässer, in denen der Wein 
versandt wurde, und als kleiner Junge hatte auch ich eine 
grüne Küferschürze, ein Holzhämmerchen und eine »Lö- 
get« ein an Riemen auf dem Rücken getragenes, über den 
Kopf hinausreichendes Transportgerät, und »arbeitete« 
eifrig damit. In einem kleinen Gärtchen neben der Remise, 
wo Großvater schöne Erdbeeren zog, hatten wir Kinder 
jedes sein Blumenbeet und steckten Kastanien, aus denen 
aber nie etwas wurde. Er fühlte sich von keinem Geräusch 
unserer Spiele gestört, und der Hof war unser Kinder- 
paradies. 

G>„ßvatei- war mit sechzehn Jahren, mit einem Billet und 
drei Mark in der Tasche, nach Amerika geschickt worden, 
um dem, den Juden damals noch unerwünschten, dre.jah- 
riaen Militärdienst zu entgehen, und hatte es in sieteehn 
Jahren zuerst in Texas, dann in einer der neuen Gold- 
grabersiedlungen zu einem gutgehenden Store gebracht m 
dem es alles zu kaufen gab, was die Ansiedler brauchten. 
Als eines Abends, da er allein im Laden war, ein Mann .hn 
mit der Axt umzubringen versuchte, nahm er die Lebens- 
gefahr als Hinweis darauf, es sei Zeit, nach Europa zurück- 
zukehren. Das tat er und heiratete kurz nach «emer Ruck- 
kehr Seine schöne und kluge Frau, Fanny Levy (849 bis 
1888) starb bei der Geburt ihres vierten Kindes, als meme 
Mutter sieben Jahre alt war. Nadi einem Jahr heiratete er 
ihre jüngere Sdiwester Emma, die die Kinder autzog, oh.« 
je eigene zu haben, und später ims Enkel verwöhnte. Als 
uns bei ihrer Silberhochzeit das Alter meiner Onkel rmd 
meiner Mutter, die um Mitte Drei(5ig waren, auffie, ver- 
muteten wir, vielleicht sei Großvater ihr zweiter Mann. 
Sie blieb »Großmutter« und hat nie erfahren, daß w.r 
wußten, sie sei es nicht leiblidr gewesen. Großvater Samson 
war großzügig, fleißig und rmteruehmend, ließ s.(;h aber 
als Selfmademan nicht leidit dreinreden und brauste 
sdmell auf: das Essen und seine Weinkaralfe mußten Punkt 
zwölf auf dem Tische stehen, wenn er aus seinem Bur<, 
nadi oben in die Wohnung kam, sonst konnte er die 
Suppensdiüssel zum Fenster hinaus auf die Straße werfen. 
Idi war sein Lieblingsenkel und fürd.tete midi ii.dit Nor 
seinen Zornausbrüdien, da er sid, sofort besänftigte, wenn 
er midi sah, und idi wurde wohl audi öfters zu diesem 
Zweck ins Zimmer geschickt. 






^*< 






41 



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mx'.r'n 



w ' '.y2'it-'^-'r- y^sMo, 



Die ScdcralKMulc hei ^U'u iH'idcii Ciol^dtcm waren clx-n- 
lalls sc'lir versdiiedeii. CiofKalcr Bacli koimlc ärgerlich 
wmkM», wenn seine Kinder, ^elanj^vveill, heim Sinken ihre 
i«i)>enen SpäHe niaehten, kam aher nieht aiil (he hh-e, den 
Sinn des Kesles /n erklären, den er voianssetzte. Kein 
sokher Nhßklanu; liiil)le den /weilen Ahend in der (iais- 
hur,nstia(k', wo au(h Channkkah, mit dem iMit/iinden der 
ker/en auf einem einiaelien I lol/.hrellchen, ein slralilendes 
Familieniest war. 



Schule utid Musik 

Zuerst Hinii ieli zwei Jahre in die J^an/ nahe ii;elegene 
Klementarsehnle, wo iel» /uwcMlen den .ehrenvollen Auf- 
trags erliielt, dem 1. ehrer Sehmitter Heite in seine Woh- 
nung /u hringen, und (hihei einen Augenhliek /u uns in 
die Wohnung schliiph>n konnte, um /u sehen, was uiilten 
am Fag dort los war. 

Ks mag wohl während der Ferien gewesen sein, als im 
Jahre U)()S das glän/end weifk' Zeppelinluftsehill üher 
Stuttgart flog, mit den Diiehern unten sehwarz voll Men- 
sehen - ein hinreißend seluiues Bild. Um so größer war die 
allgemeine ßesliirzung, als wenige Stunden später das gas- 
getuUte Lultsehiir üher dem Vorort Fehterdingen Feuer 
fing und aushraimte. leh weiß nielit mehr, wie ieh hinkam, 
war ai)er stolz, ein Stüek von der noeh rauehenden Hülle 
als Andenken zurüekzuhringen. Frst hei meinen späteren 
Studien üher den Beitrag \'on Juden zur deutsehen Kultur 
fand idi, daß Graf Zeppelin die Patente des jüdisehen Er- 
finders des lenkharen Luftsehittes, David Sehwarz, nadi 
dessen Tode gekauft und verwendet hatte. 

Nadi einem Jahr im Realgymnasium, wo der Lehrer Bazlen 
eine iiherfüllte Klasse von üher fünfzig Sehülern mit reidi- 
lidiem Gehraueh des Rohrstoeks in Ordnung hielt, mit fast 
einer halhen Stunde Weg quer dureh die ganze Stadt, kam 
idi in das gegenüberliegende Eberhard-Ludwigs-Gymna- 
sium. Das »humanistisdie« Gymnasium, das naeh mir aueh 
mein Bruder und mein Vetter Fred besuditen, hatte eine 
alte, nodi aus der Reformationszeit stammende Tradition. 
Es war als Ausbildungsstätte für Gelehrte und Theologen 
gedacht, und der Nadidruck lag auf Latein und Griechisch, 
wobei der Zweck verfolgt und, denke ich, erreicht wurde, 
den Sdiülern eine tiefer fundierte Bildung zu vermitteln. 
In zweiter Linie kamen Deutsch und Französisch, mit 
Englisdi als freiwilliger Wahl, und Geographie. Die natur- 
wissenschaftlichen Fächer spielten eine untergeordnete 
Rolle, dodi hat ein junger Mathematiklehrer mir für immer 
ein Interesse an diesem Fach vermittelt. Außerdem gab 
es Zeichnen, Musik und Sport, wozu auch Schwimmen und 
Florettfechten kamen. Der Rektor Klett (»Bastei« mit 
Spitznamen) lehrte selbst meist nur an den Oberklassen; 
er hatte eine wunderbare Gabe, einem in breitem Honora- 
tiorenschwäbisch etwa den Gehalt einer horazischen Ode 
nahezubringen, aber sein menschliches Vorbild eines auf- 
rediten, weltoffenen Mannes war mindestens ebenso wich- 
tig. Der Griechischlehrer Eiben war stolz darauf, einer alten 
Stuttgarter Familie anzugehören und eine elegante Homer- 
übersetzung zu präsentieren, bevorzugte diese aber gegen- 
über allen anderen Einfällen. 



42 



Die Mitsdniler kan.en aus allen Krei.sen der Bevölkerung, 
von. Bauernjungen bis zu dem Grafen von Gemnnngen- 
llornberg, der seine iMugernägel zentimeterlang wachsen 
ließ so daß sie sidi einrollten. Ich war am besten n.it 
Werner Halbadi befreundet, der später Fabrikant wurde. 
Mit meinen drei jüdisdien Mitsdiülern, Hermann Garle- 
bad», Manfred Uhlmann und Kurt Thalniessinger, die alle 
später Reditsanwälte wurden, hatte ich extra Religions- 
stunde, die aber als ^T^^idi- meht zählte und von keiner 
Seite redit ernst genommen wurde. In den ersten Jahren 
gab es nidit selten pers()rdiche antisernitisdie Bemerkun- 
gen, mit ansdiliefk'uden Boxkämpfen, die idi gegen die 
Gegner die ganze Pause hindurch führte. Audi unter man- 
dien der Lehrer wirkte der Antisemitismus der ISSOer Jahre 
nodi nach. Der ultranationalistische Geographielehrer Strö- 
lin zwar ließ direkt nichts davon merken, außer daß er 
einen hart an dvn Haaren über dem Ohr zog. Ein junger 
Hilfslehrer jedodi sprach einmal von >^den Juden, die nadi 
Kno})laudi riechen-, kh kannte Knoblauch nicht und er- 
zählte die Bemerkung zu Hause, worauf ein Gesprädi 
meines Vaters mit dem Rektor weitere solche \'orfälle 
unterband. 

Auf eine Besprechung meiner Mutter mit dem Direktor, 
Prof. Max von Pauer, hin, wurde ich (bereits achtjährig) 
nadi einer Gehörprüfung, ohne die üblichen V r^ Jahre 
rhythmischer Gymnastik als Vorbereitung, als jüngster 
Schüler der Klavierklassen in das Kgl. Konservatorium für 
Musik aufgenommen. Meine erste Lehrerin, Frl. Weicker, 
stammte aus Ostpreußen und trug zu jeder Stunde einen 
anderen Bernsteinanhänger mit eingeschlossenen Insekten, 
was ich noch nie gesehen hatte. Eine weitere Anziehungs- 
kraft war eine Mitschülerin, eine bildhübsche junge Russin, 
bei deren Stunde ich zuhören durfte, wenn ich früher kam, 
und die nodi ein paar Minuten zu meiner blieb. Ich machte 
rasche Fortschritte, übte morgens schon vor der Schule und 
abends und durfte nach zwei Jahren bei der feierlichen 
Abschlußzeremonie ein Rondo von Mozart spielen. Es war 
eine kleine Folter, am Rande des großen Saales entlang- 
zugehen, an allen Lehrern vorbei nadi links bis an den 
Aufgang zum Podium, dann nach einer Verbeugung diesem 
entlang bis zu dem Flügel, der ganz rechts stand. Ich 
erinnerte mich aber in Gedanken an die ersten Akkorde, 
die ich zu spielen hatte, und dann kam das Stück mir von 
selbst wieder zurück. 



FamUienspaziergang 

Der Spaziergang der ganzen Familie am Sonntagnadi- 
mittag war eine Unternehmung. Zuerst holten Rudi und 
ich unseren Vater und Onkel vom Skat in einem mit Zigar- 
renqualm verräucherten Gafe ab, wo wir ein Stück Kudien 
bekamen, wenn die Partie noch nicht zu Ende war. Dann 
versammelte sidi langsam die Familie am Olgaplatz. Zu- 
letzt mußte die Großmutter aus der Charlottenstraße noch 
extra abgeholt werden, die, auch als sie schon über Siebzig 
und, wie sie sagte, »nicht groß und nicht schlank« war, 
weiße Blusen zu tragen liebte, wogegen ihre Schwieger- 
töchter Einsprudi erhoben. Wenn dann alle beisammen 
waren, setzte die Kolonne von bis zu 17 Personen sich in 



( 









Bewegung, meist zum Restaurant »Im Sünder« auf einer 
der Anhöhen, wo im Mittelalter der Stadtgalgen gestanden 
hatte, oder durch die Wälder in eines der ländlichen Gast- 
häuser, im Frühjahr manchmal mit der Straf^enbahn zur 
Kirschblüte ins Neckartal, wo es Zwiebel- oder Käsekuchen 
zu essen gab. Wenn die Kirschen reif waren, wurden sie 
per Baum verkauft, und jung und alt beteiligten sich am 
Pflücken, Einsammeln, Essen und Heimtragen. Voraus gin- 
gen meist Vater und Onkel Ludwig, dann kamen die beiden 
Großväter, gefolgt von den Damen mit meinen Vettern 
Fred und Erich, auf die trotz ihrer weißen Matrosenanzüge 
Sandhaufen eine große Anziehungskraft ausübten. Wäh- 
rend des Ersten Weltkriegs, als die jüngeren Männer der 
Familie an der Front standen, kamen noch Tante Else, die 
Frau von Onkel Willy Samson, ihre Mutter, Rose Lauch- 
heimer aus Laupheim, und ihre kleinen Töchter Trude und 
Lisbeth dazu, oft auch meine älteren Kusinen Germaine 
und Margot Uhry und Tante Sophie Kahn mit ihren Töch- 
terchen, der dunkelhaarigen, ernsthaften Hilde und der leb- 
haften blonden Elsbeth, die, noch unvergessen, nach dem 
Essen ihren Löffel mit einem kräftigen »Fertig, pappela« 
auf den Teller legte. 



Gesellschaf tslehcn 

Die Stadt hatte ein reges gesellschaftliches Leben. Sein 
jüdisches Zentrum war die Stuttgart-Loge des Ordens Bne 
Brith, der schon im Jahre 1843 in Amerika begründet wor- 
den war und sich seit 1882 in Deutschland ausgebreitet 
hatte; diese Loge bestand seit dem Jahre 1899. Unter dem 
Wahlspruch »Wohltätigkeit, Bruderliebe, Eintracht« bot sie 
den Mitgliedern regelmäßige Vorträge und Aufführungen, 
interessierte sie jedoch besonders an ausgebreiteten wohl- 
tätigen Veranstaltungen, denen sich vor allem die Damen 
widmeten. Die Loge selbst unterhielt das Jüdisdie Schwe- 
sternheim Stuttgart und eine Ferienkolonie für erholungs- 
bedürftige Kinder. Sie nahm nur selbständige Kaufleute 
oder Akademiker auf, war aber über ihre philantropischen 
Zwecke hinaus von Bedeutung, indem sie nicht nur Streitig- 
keiten zwischen ihren Mitgliedern schlichtete, sondern durch 
rechtzeitige Hilfeleistung z. B. auch Bankrotte vermied. 
Mit der Wohltätigkeit hingen wohl die einzigen Ostjuden 
zusammen, denen ich als Kind begegnete, Sally Ausübel, 
der uns die Eier lieferte, ein großer Mann mit durchdrin- 
gend blauen, gütigen Augen, und Frau Karschinierow, die 
Modistin meiner Mutter, die einen hochbegabten Sohn 
meines Alters hatte. Ich konnte »Polacken«, wie die Ost- 
juden in Bausch und Bogen genannt wurden, mit diesen 
Menschen, mit denen wir so freundlich standen, nicht in 
Beziehung bringen. 

Privat gab meine Mutter französisdie Stunden an junge 
Mädchen der weiteren Familie. Ihr Vater hatte in Amerika 
die Bedeutung von Spradikenntnissen erlebt und, für die 
Zeit ungewöhnlich, alle seine vier Kinder zur Fortbildung 
nach Frankreich, England oder Belgien gesdiickt; sie war 
im Pensionat Bloemendal in Brüssel gewesen, von dem sie 
eine große Vorliebe für französisdie Sprache und Literatur 
zurückbehielt und auch uns Kindern frühzeitig vermittelte. 
Bei den Stunden jedodi hielt ihre Geduld nidit recht Sdiritt 
mit ihrer Begeisterung. 



Ein Kreis befreundeter jüdischer Damen traf sich regel- 
mäßig zu wöchentlichen Tee-Einladungen, obwohl sie sich 
beklagten, daß jede die anderen durch größeren Aufwand 
zu übertreffen suche. In der Öffentlichkeit jedoch wurde auf 
einfaches Auftreten streng geachtet, und kaum jemand hätte 
ahnen können, daß es bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges 
eine erhebliche Anzahl jüdischer Millionäre in Stuttgart 

gab. 

An Ghristen kam öfters thmns Baum zu uns zu Besuch, 
der blondbärtige Feuilletonredakteur des Stuttgarter Tage- 
blattes, nachdem die Eltern ihm ein Märchen des lOjähri- 
gen Rudi gesandt hatten, das er auch druckte. Er sang 
Volkslieder zur Gitarre und nahm mich zu langen Spazier- 
gängen ins Neckartal mit. Er nannte sich einen »Braten- 
barden«, dessen poetische Begeisterung von der Güte der 
Bewirtung abhing, und während Vater gegen sein Interesse 
an Wein nichts einzuwenden hatte, ging ihm das für Mutter 
zu weit. 

Die WäscJieführik 

Auf den Sonntagsspaziergängen durfte man mit Vater und 
Onkel gehen, vorausgesetzt, daß man sie nicht durch Fra- 
gen unterbrach. Ich erinnere mich noch gut an sorgenvolle 
Gespräche, die ich vor dem Ersten Weltkrieg oft mit an- 
hörte. Im Engrosgeschäft hatte sich dadurch, daß die 
Webereien dazu übergingen, ihre eigenen Verkaufsorgani- 
sationen aufzubauen und auch Detailleure direkt zu be- 
liefern, ein harter Konkurrenzkampf entwickelt, wobei ein- 
zelne Verkäufer so weit gingen, unter dem Gestehungs- 
preis, also mit Verlust zu verkaufen, nur um sich die Kund- 
schaft zu erhalten. Die beiden xMänner, für die, da sie 
beide die ganze Woche über auf der Reise waren, dieser 
Spaziergang ihre fast einzige Gelegenheit bildete, sich 
miteinander auszusprechen, sahen, daß dieser Zustand auf 
die Dauer unhaltbar werden würde, und entschlossen sich, 
den Engroshandel allmählich in eine Wäschefabrik um- 
zuwandeln. So rundete sich der Kreis, nachdem ihres Vaters 
Unternehmen die entgegengesetzte Entwicklung durch- 
laufen hatte. Erst stellten sie nur einige Reihen von Näh- 
maschinen in einem der Lagerräume auf und fabrizierten 
zunächst einfadie Arbeiter-Flanell- und Nadithemden. Das 
Haus Gharlottenstraße 13 wurde zu klein, und die Firma 
siedelte in zwei Stockwerke eines großen, modernen Ge- 
schäftsgebäudes Sophienstraße 26 um, dessen rechtzeitiger 
Ankauf sich später, in der Inflationszeit, auch als eine kluge 
Maßnahme erwies. Nach dem Ersten Weltkrieg stellte sidi 
die Fabrik ganz auf die Herstellung von Herrenhemden 
und Pyjamas um. Vater holte sich aus Bielefeld, das in 
diesem Gebiet führend war, einen Zuschneider, und 
ich erinnere mich noch wohl an die hohen Lagen von 
Stoffbahnen, mit Bleistäben gerade ausgerichtet, die nach 
Metallsdiablonen zuerst mit einer elektrischen Kreissäge, 
dann mit dem Handmesser zugesdmitten wurden. Ich be- 
wunderte die Geduld und Geschicklichkeit, mit der Vater 
auch die kleinsten Stücke wie in einem Zusammensetzspiel 
zu verwenden wußte, und die Sorgfalt, mit der er, den 
Zwicker abnehmend, Stoffe liebevoll und kritisch mit der 
Fadenzählerlupe untersuchte. Mit der Zeit entwickelte sich 
die Fabrik zu der besten ihrer Art in Süddeutschland. 
Manche ihrer Hemden habe idi weit über dreißig Jahre 
lang getragen. 



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43 









Der Erste Weltkrieg 

Meine Eltern und wir Jungen waren in den Ferien in einem 
abgelegenen Hotel in den Schweizer Alpen, als der Erste 
Weltkrieg ausbrach, und wir erfuhren es nur dadurch, daß 
jemand zum Zahnarzt in die Stadt unten im Tal hatte 
fahren müssen. Es beeindruckte mich tief, mit welcher 
Ruhe Vater in all der Aufregung Zugverbindungen nach- 
sah für die Mitgäste, meist junge Paare auf der Hochzeits- 
reise, aus vielen europäischen Ländern, wo die Männer sich 
möglicherweise in kurzem mit der Waffe in der Hand als 
Feinde gegenüberstehen würden. Da alle Bahnstrecken 
voller Militärzüge waren, fuhren wir selbst mit langen 
Aufenthalten nach Stuttgart zurück und kamen erst tief in 
der Nacht ans Ziel. Obwohl über das militärpflichtige Alter 
hinaus, wollte Vater sich sofort als Freiwilliger melden, 
doch hatte Onkel Ludwig, der Jüngere, Einziehung zum 
Militärdienst zu erwarten, und die Fabrik, zum kriegswich- 
tigen Betrieb erklärt, wurde fast ganz auf Soldatenhemden 
und Überhandschuhe umgestellt. Mutter half beim Roten 
Kreuz im Königsbau. Ihre beiden Brüder - der dritte war 
noch als junger Mann einem Gehirntumor erlegen - standen 
an der Westfront, wo Onkel Willy Samson schwer verwun- 
det wurde; Tante Sophies Mann, Berthold Kahn, war Be- 
satzungskommandant einer polnischen Stadt. Sie selbst kam 
mit ihren beiden Töchterchen den ganzen Krieg über nach 
Stuttgart. 

In die ersten Kriegsjahre fiel meine Bar Uizwa. Ein kosche- 
rer Haushalt wurde nur noch von den Großeltern geführt, 
und auch sonst spielte Religion, wenn es sich nicht um 
Kampf gegen Antisemitismus handelte, in den völlig eman- 
zipierten jüdischen Familien keine große Rolle mehr. Zum 
Unterschied von den Lehrern, die in der Schule Religions 
Unterricht gaben, war jedoch Herr Maier, dem die Vor- 
bereitung für meine Bar Mizwa oblag, ein tief frommer 
Mann, und ich nahm die religiöse Feier sehr ernst - so sehr, 
daß es mir als ältestem Enkel fast sonderbar vorkam, daß 
man dann von allen Seiten besdienkt wurde; neben vielen 
Büchern sind mir ein Photographenapparat, ein Feldstecher 
und ein Mikroskop noch in Erinnerung. 

Die etwas spätere Tanzstunde, mit lauter Teilnehmern aus 
»guten jüdischen Familien«, war mir zu steif, obwohl 
rasche Walzer mir Spaß machten. Die bildschöne Hannah 
Wolf, aus einer der reichsten Familien Stuttgarts, war 
dabei, deren spätere schwere Lähmung nach einer Erkran- 
kung als Schock empfunden wurde. 

Mit dem Fortgang des Krieges kühlte die erste hohe 
patriotische Begeisterung sidi mehr und mehr ab. Von der 
Schule wurden wir ganze Nachmittage lang ausgeschickt, 
Blätter von den Bäumen in Säcken zu sammeln, die zu 
Viehfutter zermahlen wurden. In den Ferien gingen wir 
»auf Landhilfe« zu Bauern, Kirschen pflücken oder Mähen 
zu helfen. Es gab Lebensmittelkarten, aber selbst die 
kleinen Rationen an Fleisdi, Butter und Zucker wurden 
nicht immer ausgegeben, und um das Wenige, was es gab, 
mußte man oft stundenlang Sdilange stehen. Halb ver- 
faulte Kartoffeln und getrocknetes Dörrgemüse, das wir 
»Stacheldraht« nannten, waren die Hauptbestandteile der 
Ernährung. 



44 



Mutter fand diese Kost für heranwachsende ungen un- 
genügend und ging aufs Land »hamstern«, wofür sie sehr 
gesuchte Hemden aus der Fabrik im Tausch gegen sons 
kaum erhälthd.e Lebensmittel anzubieten hatte. Emmal 
hielt ein Landjäger - einer der Polizisten in grüner Um- 
form die auf den Straßen nadi Ordnung sahen - sie an 
und fragte, was sie in ihrem Rucksack habe. »Was denket 
Sie - Bauernbrot, Eier und Wurst!« war ihre kecke, wahr- 
heitsgemäße Antwort. Er dachte, sie halte ihn zum besten 
und ließ sie laufen. 

Auch Kohlen waren zu knapp, um mehr als ein Zimmer zu 
heizen. Vater pflegte abends aus der Zeitung vorzulesei. 
und die Nachrichten mit Mutter zu bespredien; mit Sdiu 
arbeiten beschäftigt, habe ich dabei für immer gelernt, mici 
auf meine eigene Aufgabe zu konzentrieren. 

Trotz des Krieges gab es mancherlei kulturelle Anregungen. 
Idi hatte einen oft wiederkehrenden Traum gehabt, in dem 
ich fliegen und mich in der Luft frei bewegen konnte. S(, 
schloß ich mich einem Kreis von Altersgenossen an, die 
unter Führung von Georg Hirth Flugzeugmodelle und 
Segelfliegen studierten. Ihr Interesse an den aerodynami- 
schen Eigenschaften von Flugzeugprofilen stach jedodi \on 
meinem Ikarustraum einer Überwindung der Erdanzic- 
hungskraft zu sehr ab, als daß ich es lange dabei ausgehal- 
ten hätte, und erst Jahrzehnte später, in einem englischen 
Vedag mit der Herausgabe wissenschaftlicher Bücher be- 
schäftigt, habe idi gesehen, daß diese Jungen der Zeit um 
eine ganze Generation voraus gewesen waren. 

Ein Vetter meiner Mutter, Ernst Joseph aus Straßburg, ein 
eifriger Wanderer und Sportsmann, brachte mir ein Paar 
der damals nodi ganz neuen Ski mit. Skilehrer gab es noch 
nicht. Ich übte einen Nachmittag lang auf einer geraden, 
ziemlidi vereisten Straße, fiel 57mal hin und lernte dabei 
wenigstens, unversehrt zu fallen und wieder aufzustehen. 

Was ich an Konzerten und Theateraufführungen in diesen 
fahren hörte und sah, hat keine bleibende Erinnerung 
hinterlassen. In dem kurz vor dem Krieg errichteten Kunst- 
gebäude am Schloßplatz gab es jedoch manchmal gute 
Bilderausstellungen. Die Schwester von Herrn Deicher in 
der Fabrik war Malerin, und durch sie lernte ich einige 
andere Maler kennen, die in einem Haus auf einer der 
Stuttgarter Höhen ihre Ateliers hatten, darunter Oskar 
Sdilemmer, der später an das Weimarar Bauhaus berufen 
wurde, und wurde von ihnen auch in abstrakte oder expres- 
sionistische Darstellung eingeführt. So begeisterte mich eine 
Gedächtnisausstellung der Bilder vom Franz Marc, kurz 
nachdem er 1916 im Krieg gefallen war. Ich bestürmte 
Vater, den »Turm der blauen Pferde« zu kaufen; das Bild 
sollte, wenn idi mich recht erinnere, 250 Mark kosten. Er 
war auch dazu bereit, obwohl er diese Art Kunst für eine 
rasch vorübergehende Abirrung hielt, und der Kaut schei- 
terte nur daran, daß keine der Wände in unserer Wohnung 
groß genug war, das Bild zu hängen. Es machte Eindruck 
auf die Familie, daß es kurz darauf von der Galerie moder- 
ner Bilder im Berliner Kronprinzenpalais für 10 000 \hirk 
angekauft wurde, wo es eines der Zentren ihrer Ausstellung 
bildete. 






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Jugendbewegung 

Nach einem Ferienaufenthalt im Sdiwarzwald hatten die 
Eltern mir und Rudi, als ich etwa 13 und er 10 Jahre alt 
waren, ungewöhnlidierweise erlaubt, allein eine mehr- 
tägige Tour durdi die Wälder zu machen. Wir genossen sie 
sehr und hatten bei dem abendlichen Telefonanruf nichts 
Ärgeres zu berichten, als daß wir ein Hornissennest auf- 
gescheucht hatten und von den erbosten Insekten eine 
ganze Strecke weit verfolgt worden waren. 

Diese Tour war eine Art Auftakt zu der Jugendbewegung, 
dem Hauptereignis dieser Zeit für uns beide. Kurz vor den 
großen Sommerferien hatte ein Schulkamerad mich ein- 
geladen, dem »Wandervogel« beizutreten, dessen Mit- 
glieder, im Gegensatz zu den überlebten Formen und In- 
halten der bürgerlichen Gesellschaft, im Wandern eine Be- 
freiung von naturfremdem Städtertum, einseitigem Intel- 
lektualismus und geschäftstüchtigem Nützlichkeitsstreben 
suchten. In den Ferien ging mein Freund auf »Landhilfe« 
zu einem Bauern, wo ein Pflaumenkern seine Magenwand 
durchbrach, und von der Operation genesen erlag er einem 
Herzschlag; ich hatte ihn zuletzt vor der Abreise gesehen 
und versuchte die erschütterten Eltern zu trösten, so gut 
ich konnte. So verzögerte sich jedoch meine Aufnahme in 
den »Wandervogel«, und bald danach wurde sie dadurch, 
daß die Bewegung ein deutschvölkisches Bekenntnis in ihre 
Statuten aufnahm, unmöglich. 

Die jüdische Jugend antwortete mit der Gründung eigener 
Jugendbünde, zunächst des zionistischen »Blau-Weiß«, 
wenig später des »Deutschjüdischen Wanderbundes Kame- 
raden«, in dessen Stuttgarter Ortsgruppe ich, zusammen 
mit Otto Feldmann und Franz W\)lf, und danach Rudi eine 
führende Rolle spielten. Die Teilnahme an den sonntäg- 
lichen Familienspaziergängen war vorbei. Wir, eine Gruppe 
von Jungen und Mädchen, gingen jedes Wochenende und 
in den Ferien »auf Fahrt«, ohne Rücksicht auf Wetter und 
Jahreszeit, in Kniehose, Ledergurt und Windjacke, auf dem 
Rücken Rucksack und Kochkessel. Das Ziel der deutschen 
Jugendbünde, »aus eigener Verantwortung sein Leben zu 
gestalten«, war auch das unsere. Wir lernten auf diesen 
Fahrten ganz Süddeutschland kennen, bis nach Vorarlberg 
hinein, die Höhen der Sdiwäbisdien Alb und abgelegene 
Dörfer, oft mit schönen mittelalterlichen Holzschnitzereien 
in den Kirchen oder bäuerlichen Hinterglasmalereien an 
den Fenstern. Meist schliefen wir bei Bauern im Stroh. 
Abends wurde gekocht und um ein Feuer herum Volks- 
lieder gesungen und Märchen erzählt. Während der Woche 
lasen wir auf Heimabenden etwa Bubers »Ghassidische Ge- 
schichten«, wie denn, teilweise aus Reaktion gegen völki- 
sche Zielsetzungen, ein »Wille zum Judentum« immer 
stärker in den Vordergrund trat. Das hinderte nicht, mit 
einer Wandergruppe deutscher Jugend, die man unterwegs 
traf, Volkstänze zu tanzen und über das Feuer zu springen, 
ohne eine Ahnung davon zu haben, damit einen altheid- 
nischen Brauch wiederzubeleben. Das Verhältnis zwischen 
Jungen und Mädchen war unbefangen kameradschaftlidi, 
da es »Ehrensache« war, nähere Beziehungen zu vermei- 
den, was spätere Ehen zwischen »Kameraden« jedoch nicht 
ausschloß. Die Eltern ließen ihre anfänglichen Bedenken 
rasch fallen. Für unsere eigene kleine Zeitschrift »Kame- 



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raden« machten Rudi und ich ein »»Schwabenheft«, und 
mit den Führern anderer Ortsgruppen durdi das ganze 
Reich hin standen wir in enger, freundschaftlicher Verbin- 
dung. Zum ersten Bundestag in Metzlersreuth bei Kassel 
kam Franz Rosenzweig aus Frankfurt herüber, noch ohne 
eine Spur seiner späteren Erkrankung, und forderte uns 
tief ernst auf. Hebräisch zu lernen als Voraussetzung dafür, 
dem Judentum wieder nahezukommen. In den Hitlerjahren 
bildeten frühere Mitglieder der jüdischen Jugendbewegung 
nicht selten das Rückgrat der jüdischen Hilfs- und Auf- 
bauorganisationen. Die sozialistische Gruppe der »Kame- 
raden«, die den Namen in »Werkleute« umänderte, wan- 
derte geschlossen nach Palästina aus und gründete den 
Kibbuz Hasorea. 

Das Ende des Krieges warf auch auf die Schule seine 
Schatten. Die jüngeren Lehrer waren fast alle an der Front. 
Die alten Professoren, die übrig blieben, schleppten den 
Betrieb etwas mühsam fort, was mich veranlaßte, eine 
ganze Bibliothek deutscher Geschichte während der Stun- 
den unter der Bank auszulesen. Im Lateinischen bekamen 
wir Leitartikel aus der Zeitung zu übersetzen, wobei für 
die vielen modernen Worte wie »U-Boot-Krieg« der Ge- 
brauch des Lexikons gestattet war. Im Deutschen sollten 
Freytags »Journalisten« gelesen werden. Ich schlug vor, 
statt des antisemitischen Stückes Gerhart Hauptmanns Re- 
volutionsdrama »Die Weber« zu wählen. Die alte Pro- 
fessor erwiderte, darauf sei er nicht vorbereitet, aber wir 
erklärten, wir würden die Erläuterung selbst übernehmen 
und taten es auch; er saß etwas betreten hinter seinem 
Pult. Ein Lichtblick war Professor (später Oberstudien- 
direktor) Griesinger, der nicht nur ausgezeichnete Franzö- 
sischstunden gab, sondern auch - eine erstaunliche Er- 
fahrung - junge Menschen ernst nahm. Privat zu Hause 
spielte er vierhändig mit mir, wobei ich Brückners Sympho- 
nien kennen und lieben lernte. 

Nach dem Konservatorium war ich zur weiteren Ausbildung 
zu dem Pianisten Ernst Bergmann gekommen, und ich 
erinnere mich noch lebhaft, wie er mit dem Rücken zum 
Flügel wie unbeteiligt zum Fenster hinaussehen konnte, 
dann aber, ohne sich umzudrehen, haargenau Uneben- 
heiten im Fingersatz korrigierte. Mit einem weiteren Jahr 
intensiven Studiums konnte ich hoffen, es bis zur Konzert- 
reife zu bringen, und schlug meinen Eltern vor, dafür ein 
Jahr Urlaub von der Schule zu nehmen und das Abitur als 
»Auswärtiger« mit meinen Klassengenossen zusammen zu 
machen, drang aber nicht damit durch. Ohne noch zu einer 
pianistischen Laufbahn entschlossen zu sein, empfand ich 
doch die Unabgeschlossenheit dieser Studien als schweren 
Rückschlag und habe die Weisheit von Vaters Nein erst 
später eingesehen. Das Abitur selbst war mehr oder 
weniger eine reine Formsache. 



Revolution und Nachkriegszeit 

Die deutsche Revolution von 1918, eine Reaktion auf den 
Verlust des Krieges, kam plötzlidi. Marinetruppen aus Kiel 
besetzten die Ministerien, ohne ernsthaften Widerstand zu 
finden, und nach großen, turbulenten Volksversammlungen 
wurde Württemberg zur Republik erklärt; der König 



45 



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dankte unter allgemeinem Bedauern ab. Für einige Zeit 
ging alles drunter und drüber; viele Städte und Firmen 
gaben ihr eigenes »Notgeld« heraus, von dem Rudi und ich 
eine Sammlung anlegten, die bei der Auswanderung ver- 
lorengegangen ist. Die »Weimarer Republik« schaffte Ord- 
nung und tat ihr Bestes, aus dem vom Krieg geschwächten 
Reich einen modernen demokratischen Staat zu machen, 
hatte sich jedoch gleichzeitig der Feindschaft des Auslan- 
des und der wachsenden Drohung reaktionärer Kräfte im 
Innern zu erwehren und wirtschaftliche Probleme zu mei- 
stern, unter denen die Geldinflation obenan stand. Das war 
der Hintergrund des Lebens in der Nachkriegszeit, in dem 
Hoffnungen auf politische und wirtschaftliche Stabilisierung 
und Befürchtungen rechtsradikaler Putsche dauernd wech- 
selten. 

Nach dem Abitur ging ich zur Universität und wählte für 
das erste Semester das schön gelegene Freiburg i. Br. Als 
ich mich vor der Abreise, mit Rucksack und Ski, von meinen 
väterlichen Grofieltern verabschiedete, sagte Großvater 
trocken, er denke, die Universität sei zum Studieren da, 
und ich mußte ihn beruhigen, die Sportausrüstung sei für 
die Wochenenden bestimmt. Noch unentschieden, was ich 
am liebsten tun würde, belegte ich auf den Rat der Eltern 
Jura, wechselte jedoch bald zu Philosophie (bei Husserl und 
Heidegger) und Germanistik über, nahm aus reinem Inter- 
esse an einem herrlichen Seminar von Buschor über 
griechische Vasenmalerei teil und verbrachte die Wochen- 
enden mit der dortigen »Kameraden«-Gruppe in den Ber- 
gen. Die Anfänge der Inflation machten sich bemerkbar. 
Mutter kam nach Freiburg, setzte mir auseinander, daß es 
in den unsicheren Zeitläuften sicherer sei, sich auf einen 
Brotberuf stützen zu können, und überredete mich, das 
Studium durdi eine Buchhändlerlehre zu unterbrechen. 

So kam ich für zwei Jahre, von 1921 bis 1923, nach Stutt- 
gart zurück, zur Lehrzeit in der Buchhandlung Neff. Von 
dem Vorkriegsmonatsgehalt konnte man kaum mehr ein 
Straßenbahnbillet kaufen, aber Vater war dafür, es trotz- 
dem zu sparen - die Zeiten würden sich wieder ändern. 
Diesmal folgte ich seinem sonst so klugen Rate nicht und 
legte das Gehalt in Büchern, die wir Lehrlinge zu Vor- 
kriegspreisen kaufen durften, wertbeständig an. 

In diesen Jahren kam ich dem väterlichen Großvater näher. 
Der Tod seiner Frau, unserer Großmutter, im Jahre 1920 
hatte ihn schwer getroffen, aber seine »eiserne Energie« 
hielt ihn aufrecht, und bis zu einer Woche vor seinem 
Tode ging er noch, 86jährig, jeden Tag in die Fabrik. Rudi 
und ich pflegten am Jom Kippur bis zum Ende des Gottes- 
dienstes mit ihm in der Synagoge zu bleiben und ihn dann 
heimzubegleiten, wobei er gerne von seinen jungen Jahren 
erzählte. 



Mutter suchte, nachdem ihre Söhne erwachsen waren, ein 
neues Feld der Betätigung. Zunächst dachte sie daran, in 
der Fabrik zu helfen, wofür ihr jedoch die kaufmännische 
Ausbildung fehlte, und Vater war auch aus einer Reihe 
sonstiger Gründe nicht dafür. So gründete sie im Septem- 
ber 1919, als auch Frauenvereinigungen anderer Bne Brith- 
Logen gebildet wurden, die der Stuttgart-Loge, deren süd- 
deutsche Distriktsvorsitzende sie wurde und in der sie eine 
in der Nachkriegszeit notwendig gewordene Lebensmittel- 



Verteilung an Bedürftige, Krankenbesud.e und ähnliche 
wohltätige Veranstaltungen organisierte. 
Rudi war nach der Schule zum Kaufhaus Brüd..- Landauer 
in Stuttgart in die Lehre gekommen. Außer der Jugend- 
bewegung widmeten wir einen großen Teil unserer Frei- 
zeit der Familienforschung, nicht zuletzt auch, un.^ dein 
Zwielid^t kultureller Wertsetzungen das Gefühl der Vei- 
wurzelung in einer Tradition -^ /ästigen. Ein Fund 
»herrenloser« alter Briefmarken in den Akten war \ atei 
„ündestens so willkommen wie unsere Ergebnisse. Das 
Interesse an Familienforschung führte mich mit Dr. Otto 
Hirsch zusammen, den ich in diesen Jahren näher kennen 
lernte Er war, als Beamter, Leiter der Neckarkanal A.G., 
die das kühne, inzwisdien teilweise verwirklidite Projekt 
verfolgte, durch eine Reihe von Sdileusen, die die Steigung 
der Alb überbrückten, die Flüsse Main, Neckar und Donau 
zu verbinden und damit eine Schiffahrtsstraße durch ganz 
Europa von der Nordsee bis ans Schwarze Meer zu schaf- 
fen. Gleichzeitig war Otto Hirsch Präsident des Oberrats 
der Juden in Württemberg und, mit Theodor Heuss be- 
freundet, dem späteren ersten Präsidenten der Deutsdien 
Bundesrepublik, auch politisch tätig; er nahm midi zu 
einer der Jahrestagungen der Deutschen Demokratischen 
Partei nach Tübingen mit. Sonst war ich oft im Hause des 
Rechtsanwalts Dr. Richard Reis, am Waldrand in Deger- 
loch gelegen, zu Besuch, mit dessen drei Töchtern ich Aus- 
flüge machte und Konzerte besuchte. Er war im Stuttgarter 
Gemeinderat und hatte ausgebreitete kommunalpolitische 
Interessen; abends konnte er im Familienkreise hin- 
reißend vorlesen, etwa aus Dante, und zur Erholung ging 
er Fischen. Seine älteste Tochter, Ella Kessler, Juristin wie 
er, ist im Konzentrationslager umgekommen, da sie ihre 
alte Mutter nicht allein zurücklassen wollte, während die 
beiden anderen nodi rechtzeitig auswanderten. 

Durdi unsere Beschäftigung mit der Familiengeschichte 
waren wir mit Mühringen wieder in nähere Beziehung ge- 
treten. In der Nachkriegszeit wurden natürlich auch jüdi- 
sche Familien und Geschäfte von der Wirtschaftskrise be- 
troffen, und die Stuttgart-Loge, deren Wohltätigkeit bis 
dahin nur Außenstehenden gegolten hatte, mußte ihre 
eigenen Mitglieder mit einbeziehen. So gründete Mutter 
namens ihrer Frauenvereinigung das Schwarzwaldheim der 
Loge in Mühringen, als Erholungsstätte für Kinder von 
Logenbrüdern. Die ganze Ausstattung des Heimes wurde 
von Stuttgarter jüdischen Firmen gestiftet. Sein Bestehen 
nützte auch der dortigen, durch den Wegzug der Jugend 
immer mehr verkleinerten und verarmten jüdischen Ge- 
meinde. 

Vater hatte außer seiner Tätigkeit in der Fabrik, seiner 
Teilnahme an Mutters Bestrebungen und der Briefmarken- 
sammlung seinen eigenen sozialen Bereich. Er war ehren- 
amtlicher Waisenpfleger, vom Staat mit der Betreuung der 
Erziehung unbemittelter Waisen betraut, wobei er viel 
Gutes tat, ohne ein Aufheben davon zu machen. Audi 
setzte er die Tradition seines Vaters fort, der die finanziel- 
len Angelegenheiten seiner verwitweten Mutter und seiner 
Sdiwestern verwaltet hatte, indem er viele Abende lang 
den Steuererklärungen von Mitgliedern der weiteren Fa- 
milie widmete. 



{ 



46 






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■'-■f^M^fii 



Die Inflation zog weite Kreise. Mein mutterhAer Groß- 
vater der siA zur Ruhe gesetzt hatte, sah sein betraf - 
UAeJ Vermögen hinschwinden, war aber zu stolz, ugend- 
welche Hilfe anzunehmen, und wir mußten, um .hn vor 
wirkhAer Not zu bewahren, Lebensn.ittel unter der Hand 
nf Haus schmuggeln. In der Fabrik war es je Uinger des o 
schwieriger, aus dem Verkaufserlös -^^esahts d . Geld- 
entwertung die Rohstoffe wieder zu beschaffen. Vat.r 
" Ite auA rmter diesen scliwierigen Umstünden kernen 
d Angestellten entlassen, so dal5 der Privatverbrauch so 
tit w,e n»glich eingeschränkt wurde und men,e Abre.se 
^1 Studimn sich einn.al um ein paar Wochen verzögerte. 
In Deutschland bevorzugte nran, im Gegensatz zu den 
enghschsprechenden Ländern der Nachkriegsze.t, e,n H u^, 
n min es erschwingen konnte, gegenüber emer M.et 
"Tnul l"e Eh*n waren, als sie es sid. leisten kennten, 
Z'rXZ Haus gezogen, SandW-;;^-^^ ^^^ 

P..erre sie ^ewo^;-;;— -' fLnlX ^Garten, 
einem schonen blick ins lai 

den sie lange vermißt hatten und .""' ^-^J ^^^']Xr. 
,,.heten. Auch Onkel Lud.«. ^^^^^2. die 

und die seinen Kindern eine gute Mutter war^ 

Mein Studiun> der Germanistik wurd. i-J-f ^^ ,,^ 

nnd Leipzig f-'^-f-^^. ^ /; "M.mate nach Frank- 
0„Utorpromotu,n gnrg K^h f u em p ^^_^ ^^^^ ^^^_^^^^^^_^^, ^_^ 

reich, zuerst nach Cenoble ^.^^ ^.^^^^ 

Paris. Dort erreidrte nnch de. ^^^ ,^ jer 

Band der Jean Paul-Ausgabe der Freu 5.S ^^^^_ 

'^''-' 't 'rSrve'S tt— kc.nc,mie studierte, 
setzte und an ^er U" ve. ^^^ Gleichzeifg 

u„ dann ^-^ :--^;^^ ,„ .einer chemischen Doktor- 
arbeitetc. -'" ;]^'^; J„p,„i„uerien, und meine Kusn,e 
Äb:ththn"l:.e xLizin, so daß ein Teil der Junge- 
fen Familie sich in Berlin zusammenfand. 
Lltrat im Jahre f..e in d. Fabr. ein w^^^^ 

„eines Vaters^ J^-^ :-i"Ma;er, m^ deren Mutter die 
stand trat, ""^ ^;''="t, eevesen war. Sie zogen später in 
unsere '-^«^'^Jrdi E e^Tessen Bau, ebenso wie den 
ein Haus nahe dem der t.iie , ^ ^^ leitete, 

U„.hau der ^'''d-Jj^.Xin^de^Fabrik. Einige Jahre 
ein Bruder unserer Buchhalterin ^.^ 

-rrF:ieTsX"d:jIS::en Söhne die Arbeit 
L vS::fortSre„. während die älteren sich ihren eigenen 
Weg suchten. 



mentarische üeinoKiaiic, h ^pdoch svste- 

zur Regierung gekonnnen, nützte diese ^''^ " J^J , ^^^,, 
nvitisch und skrupellos zur Errichtung e.nei D.ktatu au^^ 
r Erfolg war ebenso einem Appell -n-—-^ 
Selbstbewußtsein zuzusdireiben, das den Verlust 
eIu Weltkrieges nicht wahrhal.n -» -> ^ j« ^ * , 

lassen und würde ersdiossen, wenn idi ^ «^-^^"^h'^; " ^ei- 

tung las ich die Aniwoi Weiter- 

Berufsbeamtentnms«, von diesem Tage an vvar a 

Irist und ein ausgezeichnetes Zeugnis meines Chefs nidit 
aus. 



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Nazijahre 



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TU xm2 war die Firma D. Bach & Söhne zu 
^m «e l^i^um aurdi einen Gratulationsbrie 
t oSSrniisters geehrt worden - ein langer Weg 



:£;rRa::lhre,ießenJ^nie^^ 
f A\t^ Tilden bedeutete diese, dal3 Juüen nui a 

Der jüdischen Religion wurde Toleranz ^'^J^ 

Steife' der E.nanzipa,_i..nsideologie c^e as 50 ^^^^^^^^^^^^^ 

nnangefoAten geblieben 7"' ^^'^^ "^jf~Ueineswegs 

"f aem Z^^^S^ ----' - "f ■""^; 
19 .?«:: sexuelle Beziehungen -'->- ^ ^^ ^ 

»A-n«, einschließlich - M-^^ds d::chTs::ißen 
der« konnte mit ™^f tirK—atic.nslager kam. 
tS:'l:::^^ZZ^^^ wurde es verboten, m jüdi- 
i: Htdialtungen besdiäftigt zu sein oder zu bleiben. 

vieler Nationen seit dem Altertum 8''' ,^^. 

des Problems gefunden zu haben. C^ad Dar 
rühmtes Bud. über die Entstehung der Arten ha 
Untertitel »Das überleben «"-""''f '«"";;, ™^,, vor. 
,ampf«; dort — , t:::en"lf sil de^ tdingungen 
Sth:: zTic^^va^H^a^^^^^^ anpassen, überleben, was 



47 



I 






^m^yi 



seiner Anschauung nach ebensogut Läuse wie Löwen sein 
konnten, und als überzeugter Christ fügte er hinzu, solches 
Überleben sei gleichzeitig auch die Folge göttlidier Vor- 
sehung. Die Nazis, aus der christlichen Polemik gegen die 
Juden in der Vorstellung aufgewachsen, daß nur die einen 
oder die anderen auserwählt sein könnten, schloßen aus 
Darwins Buch, daß Überleben die Auserwählung einer 
»Rasse« beweise und daß sie also nur zu überleben braudi- 
ten, um ihren Anspruch auf Weltherrschaft »wissenschaft- 
lidi« dargetan zu haben. Sie mußten sich dabei allerdings 
sowohl das Ergebnis natürlidier Zuchtwahl wie das Walten 
der göttlidien Vorsehung selbst anmaßen. Das erklärt wohl 
in einem tieferen Sinne, wie sie zu Gruppenmord als poli- 
tischem Werkzeug kamen, um als einzig Erwählte übrig- 
zubleiben. 

Um von dieser Hintergrundbetrachtung zu unserer Fami- 
liengeschichte zurückzukehren: Dem »Judenboykott« vom 
L April folgte eine Verordnung, nach der alle jüdischen 
Geschäfte und Praxen als solche gekennzeichnet werden 
mußten, verbunden mit vehementer Propaganda gegen 
Kaufen bei Juden. Die jüdischen Unternehmen gingen zwar 
zunächst eher besser, da ein großer Teil der Bevölkerung 
sich diesem Boykott widersetzte. Auf die Dauer jedoch 
wurde die Lage der jüdischen Firmen mehr und mehr un- 
haltbar, da unter dem Druck der Nazis audi die Angestell- 
ten, so treu die meisten blieben, die Beschäftigung darin 
zunehmend als Schwierigkeit empfanden. Im Jahre 1936 
wurde daher, wie viele andere, die Firma D. Bach & Söhne 
verkauft, während das Geschäftshaus von der Arbeitsfront 
beschlagnahmt wurde. Es war ein harter Entschluß, die 
Fabrik, an deren Aufbau drei Generationen gearbeitet 
hatten, aufgeben zu müssen, und ein fast noch härterer, 
sich von der Heimat, in der man tief verwurzelt war, zu 
trennen, aber der Schlag wurde tapfer und stolz getragen. 
Rudi wanderte mit seiner Familie noch im gleichen Jahre 
nach Palästina aus, wo er sich völlig umstellen mußte. Er 
begründete ein gut gehendes Importgeschäft und wurde, 
als der Zweite Weltkrieg Importe aus den europäischen Län- 
dern unmöglich machte, stellvertretender Geschäftsführer 
einer Parfümeriefabrik. Auch meine Vettern Fred und Eridi 
gingen nach Palästina. Fred heiratete dort Margot Vos und 
baute eine Fabrik für Fruchtsäfte auf, während Erich und 
seine Frau Mirjam (geb. Stern) zuerst in der Siedlung 
Nahariya im Übergang zu landwirtschaftlicher Arbeit eine 
sdiwere Aufgabe fanden. 

In Deutschland wurde nicht nur jüdischen Firmen das 
Leben zunehmend unmöglich gemacht, sondern auch der 
kulturelle Bereich »gleichgeschaltet«, so daß jüdische 
Schriftsteller und Journalisten, Schauspieler und Künstler, 
die im deutschen Kulturleben eine bedeutende und oft 
führende Rolle gespielt hatten, sich fast über Nacht ge- 
brandmarkt und beschäftigungslos fanden. Die Reichsver- 
tretung der deutschen Juden, in der sich alle Richtungen 
zusammengefunden hatten, baute fast aus dem Nidits ein 
großes jüdisches Schul- und Kulturwerk auf, das nicht nur 
die plötzliche Lücke füllte, daß Juden sich aus dem deut- 
schen Geistesleben herausgerissen sahen, sondern auch 
dieser arbeitslos gewordenen geistigen Elite eine neue Auf- 
gabe bot und vor allem den Mut und die Zuversicht von 
Juden hodihielt. 



In diesem Zusammenhang hatte idi seit dem Jahre 1933 
die Mitherausgabe der führenden Zeitsdirift »Der Morgen« 
übernommen, in enger Mitarbeit mit Dr. Otto Hirsdi, der 
gemeinsam mit Dr. Leo Baeck die »Reidisvertretung« lei- 
tete. Dieser innere Widerstand, unter den Augen der Ge- 
heimen Staatspolizei, der jede Nummer zur Zensur vor- 
gelegt werden mußte, war nidit ohne die Gefahr, unver- 
sehens ins Konzentrationslager abgeführt zu werden. Sie 
kam uns drastisdi zu Bewußtsein, als eine der Nummern 
des »Morgen« beschlagnahmt wurde mit der Begründung, 
wir hätten behauptet, daß Juden Erhebliches zur deutschen 
Kultur beigetragen hätten - was zwar nicht in, wohl aber 
zwischen den Zeilen gestanden hatte. Die Gefahr forderte 
zur Anspannung aller Kräfte auf, und der Enthusiasmus 
dieser Jahre machte sie zu einer der beispielhaften Zeiten 
des deutschen Judentums. 

Bei aller kollektiven Brutalität schreckten Nazis als Einzelne 
oft feige vor Entscheidungen zurück, und wenn man ihnen 
furchtlos und entschlossen gegenübertrat, war es möglich, 
sich gegen sie zu behaupten. Dr. Baeck, zur »Gestapo« be- 
fohlen, schlug einmal ärgerlich mit der Faust auf den Tisch 
und kam damit durch. Auch ich habe ein kleines Beispiel 
davon erlebt. Im Jahre 1937 war eine Weltausstellung in 
Paris, zu deren Besuch sonst nicht erhältliche Devisen be- 
willigt wurden. Ich ging auf das Polizeiamt, wo Anträge 
dafür gestellt wurden, und ersuchte um diese Genehmi- 
gung. Ich wurde gefragt, ob ich Jude sei, und auf die be- 
jahende Antwort wurde mir gesagt, da Juden »national 
unzuverlässig« seien, könnten sie keine Devisen zugeteilt 
bekommen. Ich erwiderte, in bezug auf mich sei dieser 
Gesichtspunkt vom Reichsministerium für Propaganda ge- 
prüft und durch die Ausstellung der Arbeitserlaubnis als 
Redakteur nicht anwendbar gefunden worden. Der Beamte 
wurde blaß und sagte, das müsse er der Gestapo vorlegen. 
Die Entscheidung dauerte ein paar Tage, aber ich erhielt 
die Devisen und konnte in Paris nicht nur die sehenswerte 
Weltausstellung besichtigen, sondern auch meine Kennt- 
nisse der neuesten Weltereignisse auffrischen und mit aus- 
gewanderten Mitarbeitern Fühlung aufnehmen, da man 
durch die hermetische Zensur in Deutsdiland sonst völlig 
isoliert war. 

Die Nazis fanden den zähen Widerstand der Juden zu 
erfolgreich und sahen, daß er nur durch extreme Maß- 
nahmen zu brechen war. So benutzten sie die Erschießung 
des Botschaftsrats vom Rath in Paris durch einen polnischen 
Juden zu einer Demonstration der »deutschen Volkswut«. 
In der Pogromnacht vom 9. November 1938 wurden in ganz 
Deutschland die Synagogen in Brand gesteckt und danach 
die jüdischen Männer, deren man habhaft werden konnte, 
verhaftet imd in Konzentrationslager verschleppt. V^ater 
und Onkel Ludwig kamen in »Schutzhaft« auf den Heu- 
berg. In der Danneckerstraße hatten wir im gleichen Hause 
mit dem Richter Dr. Dill gewohnt, dessen Frau ich zu- 
weilen beim Singen am Klavier begleitet hatte und von 
dem wir nicht ahnten, daß er in der Gestapo eine hohe 
Stellung einnehmen würde. Mutter ging zu ihm und er- 
wirkte die Freilassung von Vater und Onkel nach einigen 
Tagen; sie erzählten zurückhaltend von dem, was sie mit 
angesehen hatten. 



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■. \. 



48 









.-inige Monate zuvor hatte ich Suse Ruth (geb. Fle.sch- 
:S ) in BerUn geheiratet. Am 8. November abends nahm 
'eTnen Anruf der Gestap<. ab, der midr zu emer Be- 
Irel ng der jüdischen Redakteure und Journahsten iruh 
Inlauten Morgen bestellte, erzählte mir aber -st <^av - 
als wir sicher in London angekommen waren; alle d e sKh 
diu einfanden, wurden sofort ins Konzentrat.ons ager ah- 
tnsportiert. Statt dessen packten wir spät abends unse.e 
Sgsten Sachen in eine Tasd,e und fuhren zu Freunden. 
Als iedoch in diesem vornehmen Vorort Steine gegen d>e 
Fente losen und eine Har.ssucJrung zu beturc^rten 
rUlLen Wir, -;— IreL^Ltll 

zurückzufahren, v ^^^^^^^^^ ^^^. ^^^^^_ 

Heten w.r vors.dU.g, ^f^^'J'^ j^ „ß,,,,,. gehabt«. 

ren Freunden an - sie hatten alle geiau 

r'.,llpn Ulfall vor, und so fanden wir 
Suse sduitzte emen Galle antall v ^^^ 

Unterkunft bei einer dinsthchen A.zt.n. A ^^^ 
.ten Morgen ^n ^em Po..- ^^^^^^^^^ 

Reichsvertretung helfen zu l^' ""^". p^„,je,„ «uf 

dorthin, sahen aber brennende ^^ - -- " . ^ 

f Straße fUegen. ^^^^ -'^ i^'^^äden eingeschlagen 
denen ubeiall die fcnsie ' o, j^u svurden; der 

„nd die Besitzer herausgezerrt "d^^^^^^^^^^ ^_^^ ^^^^^_ 

^'^r " rr ^ Z. tr Lgl,^ und *. zugerij 
tenfrau, sei aus aein n ^^^^ zurück, 

tet worden. Wir kamen jedoch htU zu 

, ,.,, .ds sie uns niAt länger verstecken 
Einige Tage danacii. als s e ^^^^^^ ^^.^ ^^, 

konnte, ohne -"^^^ ^ ^^^/^^ ,,,„*; vorher ins Konzen- 
Martha Hirsch, da Otto Hirsüi ^^^^^^ ^^^^^ 

Uuig versteckt, bis ^^f ,7" . „^„^^hn, wo jeder, der einen 
siditig fuhren wir m. d f -t,,; K„nzentrati,.nslager 

als Juden a-P^^''- '" ^J^rWohnung vorbei, darauf ge- 
bedeuten können, an unsere ^^^.^^^ ._,^ 

faßt, rauchende Tri^immer von ^*^ ' ^^^ ^.„j ,;„,„„ 

sehen. Aber alles s*^n ^^^J^J^^^, p^e Beamten 

o":::;:;::ult^:t::rd::^en, der nur allzu Wirk- 

lidiwar. ^^^ jüdischen Institu- 

r ;;td: i:iX.e auf^el^t und ihr Vermögen 



besAlagnahmt. Dem Verbot aller iü^'^Aen Ze t n n^md 
Zeitschriften fiel audi »Der Morgen« ^J.^P^«^; .J^J^". 
hatte ich allen Versuduingen, dort zu We.ben wider tan 
den um zu meiner Aufgabe an der ZeitsAnft zurück u- 
U h en, nun aber hatte sie ihr Ende gefunden. Nur m 
blieb übrig; die Auswanderung zu ve^-Aem ^^^^^ - 
keineswegs einfad.^ die meisten .u..p;u d^e ^ ^ "de^^^^^^^ 

oder verlangten den Nachweis aer vvenigen 

Geld durfte man -'^--^X;::te:t:nate nervL 

Fällen, ^-'-f''""'\^'~ 2 ,ur Auswanderung not- 

zermürbenden Wartens, bis alle zur 

.vendigen Dokumente |-i--n,en vvaren^ d^c^ Abg be 

Schmucksachen und -"-"-■". ^'"''^'''""trLn die man 
der Möbel, Bücher und sonstigen »ahsehsk^ten^ 

.Unehmen wollte ^^ ^^ ^^;^^X:Z. wurde 
gepackt wurden. ^^'f^^f^X in Hamburg beschlag- 
der unsere dann auf dem bpeicnei 
nahmt und der Inhalt versteigert 



FS gelang meinem Bruder und '^;^Z:£^^ 
Eltern no* ^^:^^^f^ ^.^l^i^^^^^r^^nVerm^- 
retteu, wenn sie dort audi in ar^^«;'^^ . j j^ „^^men. 

„.sen leben -"^--'X::^^^^-> '" '''''''''■ 
Vater erlebte in einem oesdieidene ^,^,ßp 

„., ein paar —^tp^nturhSr Kartenspiele 
damit, semen Garten zu pneb ^^ ^.^^^^ 

wir, gegen ungewohnte und an^t>^engen ^^_^_ 

dem Refugeeheim 7;;^,::ttitue Assistentin am 
genommen wurden und ^"^^^ ^ .^^^„„^ „leitete, wäh- 
Institut für Perlen- -<! f '^J^'J'^Lehrhaus hieh. Im Jahre 
rend ich Vortrage am I"'!'^^ ''^ ^ j^.j Kindern zu 

1947 siedelten Rudi und Ruth '"•' J<^^ ^ ^,^,^^^, f„,„e 
seinen Schwiegereltern nach New V.k ul^e ^ 

ihnen nach einigen ^l— tt -" .^..e alten Jahre 

Anfängen, -"/^ .^'f^^l ^'^'„f.ie «„, Russisch zu lernen; 

^•'^r''^ K^if aS t .1 "ü^;; si; regelmäßige Kran- 
in ihrem Klub alter nei b phantasievoUe 

deren Geschichte eines Tages weiterzuführen. 






49 



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Wie an dieser Stelle öfters berichtet, befinden sidi in unse- 
rem Vervvaltungsbereidi 52 größtenteils leider geschlossene 
Friedhöfe, wo keine Bestattungen stattfinden, weil am Ort 
keine Glaubensgenossen mehr leben. 



Jüdischer Friedhof ButtenJiansen 
Deutsche Inschrift auf dem Gedenkstein 

Von 1787 bis 1943 bestattete die jüdisdie Gemeinde Butten- 
hausen ihre Toten auf diesem Friedhof. Die letzten jüdisdien 
Bürger der Gemeinde ruhen nidit in heimatlidier Erde. Fast alle 
kamen während der Zeit der Verfolgung bis zum Jahr 1945 in 
den Konzentrationslagern um. 

Insclirift Rückseite 

Im Jahr 1967 wurde der Friedhof mit öffentlidien Mitteln 

instandgesetzt. 





Die jüdischen Friedhöfe in 

Die Friedhöfe werden von den zuständigen Behörden in- 
standgehalten und von unseren langjährigen Mitarbeitern 
Hermann Spielmann und Ludwig Weiss ein- bis zweimal 
im Jahr kontrolliert. Hierbei kann zumeist mit Genug- 
tuung festgestellt werden, daß sidi die Bürgermeister- 
ämter redlich Mühe geben, um die Friedhöfe in gutem 
Zustand zu halten. 
Gans besonders hervorzuheben ist der Friedhof in Butten- 

Ldupheim. Gedenkstein auf dem ehemaligen Stjnagogenplatz. 
Hier stand die im Jahre 1836 erbaute Synagoge der altehrwürdi- 
gen Israelisdien Gemeinde. Dieses Gotteshaus wurde bei den 
Verfolgungen unserer jüdisdien Mitbürger am 9. November 1938 
zerstört. 






Jüdischer Friedhof Grcgiingeu: 1696 ältester Grabstein 
1620 Judcnsiedhing 



Laupheim: Ehemaliges Leulwnhaus mit Eingangstor 
zum jüdisdien Friedhof 



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50 



p.613 flf. Bis Ende 1923 hat sich Mehrheit der Zentrumsleute auf den 

von Wei .ar gepraegten demokratischen Nationalstaat einge- 
stellt« Partei vermied programmatisches Bekenntnis zur 

neuen Staatsfonn. Bekannte sich zur ehrlichen Bejahung 
und gewissenhaften Pflichtenuellung im Kahmen der nun 
einmal V7irklichkeit gewordenen Verhaeltnisse. Republikani 
sehe Gesinnung hatte im Katholizismus keine Tradition« Die 
ab 1922 gueltigen Richtlinien des Zentrums, in denen das 
lort Demokratie und demokratisch nicht vorkamen umgingai 

ein ausdrueckliches Bekenntnis zur Republik durch ein Be- 
Kenntnis zum deutschen Voll© st aat. Arthur Rosenberg irrt mit 
Annahme, dass Zentrum in Rheinland-Westfalen und ü-S« die 
gesamte Verwaltung in der Hand gehabt habe. Klagen von Hess 
Lauscher u.a. ueber Zuruecksetzung von Katholiken in Ver- 
waltung und an Hochschulen. 



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31. Dezember 1974 



Mrs. Ruth Alon 

16 a Tel-Manah Street 

Haifa - Achusah 

Israel 



Sehr geehrte Frau Alon, 

Ihre Adresse habe ich von Ihrer Schwester, frau Marianne 
Drossel in Konstanz, erhalten, mit der ich korrespondiert habe. 

Darf ich mich mit folgendem Anliegen an Sie wenden. Ich 
habe im Jahre 196R ein Buch ueber Juden im oe ff entlichen Leben 
Deutschlands im Verlag Mohr in Tuebingen erscheinen lassen, nas 

sich mit Regierungsmitgliedern, Beamten und ^^f^"'^^"^'^^" ^" ^^^eite 
Deutschland waehrend der monarchischen Zeit befasst. Ich bearbeite 
jet7.t ein entsprechendes Buch fuer die Weimarer ^eit. Beide 
Publikationen werden unter den Auspizien des Leo Baeck Instituts 
vorgenommen, und Sie koennen mein bereits erschienenes Buch im 
dortigen Leo Baeck Inntitut einsehen. 

In der in Vorbereitung befindlichen Publikation moechte 
ich Ihrer Tante Dorothea Hirschfeld in einem Abschnitt gedenken. 
Sie war die erste Frau, die in ein Reichsministerium in '^^^ 
hoeheren Dienst berufen worden ist und hat im Arbeitsministerium 
im Reich Hervorragendes geleistet. Ich wusste von ihr bereits 
in der damaligen Zeit, da ich im Preussischen Innenministerium 
beschaeftigt und Mitglied des Preussischen Landtags war «na ^^ch 
viele in der Arbeiterwohlfahrt mit Ihrer Tante zusammen wirkende 
Frauen wie Marie Juchacz, Hedwig Wachenheim und andere gut ge 
kannt habe. 

Es macht mir also keine Muehe, die kurzen biographischen 
Bemerkungen zusammenzustellen, zumal ich nicht nur die ^'6^^ 
Schrift "Arbeiterwohlfahrt" in New Yr rk einsehen konnte, sondem 
auch die Erinnerungen Ihrer Tante an ihre Tqetigkeit im^Reichs- 
arbeitsministerium vor mir habe, die im "Neues beginnen 1954 
erschienen sind. Ihre Schwester hat mir ferner T^^?^^^^^;^; J"L„ 
Ihre Tante in der Hitler-Zeit dreieinhalb Jahre im Lager Theresien- 
stadt interniert war. Ich weiss auch, dass Ihre Tante einige 
Monate in Israel zum Besuch ihrer Verwandten, also vermutlich 
vor allem Ihrer selbst, war. dass sie sich aber dann entschlossen 
hat, nach Deutschland zurueckzukehren. Geburts- und Todesdatum 
sind mir bekannt. 



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Was mir fehlt, ist das Folgende: Ihre Tante schreibt in 
ihren Erinnerungen, dass ihre Taetigkeit in der so^-ialen Arbeit 
1904 mit ihrem Eintritt in die entralstelle fuer Armenpflege 
und Wohltaetigkeit begonnen habe. Damals war sie ?7 Jahre alt. 
Es liegt also zwischen dem Zeitabschnitt, in dem sie die hoehere 
Maedchenschule verlassen hat, und dem Beginn ihrer sozialen Arbeit 
eine Zeitperiode von etwa zehn Jahren, Ist Ihnen bekannt, was sie 
waehrend dieser zehn Jahre getan hat? Ob sie ihre Schulbildung 
vervollkommnet oder bereits auf einem andern Gebiet gearbeitet hat? 
Hat sie nach 1945 in Deutschland noch irgend eine Taetigkeit aus- 
geuebt? 

Dies sowie irgend welche andere Mitteilungen, die zur 
Charakterisierung von Dorothea Hirschfeld beitragen koennten, 
waeren mir sehr willkommen. 

Mit bestem. Dank im voraus und freundlichen Gruessen 



Dr. Ernst Hamburger 



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T»nK iKiin nnarj ^u/ ^''^vn "'d'? n'^wn -sm nn D\rr-inu; nnPK 
Un acrogramme contenani un objet quelconque sera envoye au tanf d'une lettre-avioii. 
An aerogramme containing any enclosure will be sent al airmaii-letler jate. ^_^ 



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^i . ^laus Arndt 

205 HAMBURG 80 

Fanny-Davld-Wcg61 

Tel. 738 52 51 



Hamburg, am 29.1viai 1972 




Herrn Ernest Hamburg er 
Leo BaeciC Institute 
67 Riverside Drive 

New York, Wi 10024 USA 



Sehr geehrter Herr Hamburger l 

Eben erreicht mich Ihr freundlicher ^pief vom 24.1viai 
1972 • Da ich gerade an der Schreibmaschine sitze, v;ill 
ich ihn sofort b e an t v/orten. Zuvor darf ich Ihnen je- 
doch noch danken. 

Mir ist - um das Ergebnis vorweg zu nehmen - nichts be- 
kannt i^iber irgendv/elche Akten oder sonstige Unterlagen, 
die sich auf Juden in der Reichswehr der .'/eimarer Re- 
publik oder während der Nazizeit bezögen. Ich vrilsste 
ausser dem Militärgeschichtlichen Institut in i^^'reiburg 
im Breisgau ( ,an das Sie sich offensichtlich schon ge- 
wandt haben) sogar auch niem.and, den ich zu fragen ra- 
ten könnte. 

Mir ist lediglich aus meiner und meiner Familie eigener 
Erfahrung etwas iltber die amtliche Ahnenforschung der 
l'/ehrmacht bekannt. So war in meine eigenen iviilitärpa- 
piere der Vermerk eingetragen ''beschränkt v/ehrv/ürdig- 
Mischling II. Grades". Das bedeutete, dass ich zwar 
wehrdienstpflichtig war, aber nicht Vorgesetzter 
" Deuts chblfitiger" werden durfte. Bei meinem Vater 
V7ar nach der Musterung in den -Vchrpass eingetragen, 
er sei ''v/ehrunvrfirdig - Mischling I.G-rades''. Sein be- 
reits eint^eruf ener jüngerer Bruder (mein Onkel) ^.vurde 
mit dem gleichen Vermerk 1940 (das Datum kann ich nicht 
mit letzter Sicherheit angeben) aus der "Äirma.cht ent- 
lassen. 

Zum Schluss habe ich noch die Bitte, dass Sie mir 
freundlicherweise einen Hinweis geben oder ein liix emplar 
zusenden, wenn Sie den von Ihnen geplanten Aufsatz 
schreiben sollten, von dem Sie in unserer Korrespon- 
denz lüber meinen Grossvafeer gesprochen haben. Das 
wäre sehr freundlich. 



'Ait freundlichen G-riÜssen: 

■>^ C, Orwll 

( Dr. Claus ilrndt ) 






. « iL,^>^/*Hlb.«.J 



/> 



^rcKin Dr. Bab in 

BunaesminisxeriuL'i aer Verteiaifc;uni, 
53 :3onri-±^uiEdorf 
ii'ottfach 161 



17.1. .7; 



An 




Militärgesch. Forschun^samt 
78 Freibur p 

Kaiser- Josef-Str. 262 



/ 



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; betrifft: Juaen im Heichswehrministeri 
' ^ ^^ ^ör iVeimarer Zeit 



um und als Offiziere 



Bezug: Schreib 



en von ..rn^st Hamburger, New York 



vom 12,12.73 



Nach Mck.pr.che mit CTL Dr. Wie.eotte bitte ich ^i 

des Schreibens von Herrn -^>n. . » k ^"^ Bearbeitung 

nerrn ^rnef-.t Hamburger, N.Y, 

Mit freundlichen ürußenl 



üehr eieehrter nerr Lar.iourger! 

Mit ouensteienoer jJurchschrift haDe ich Ihr schrei uen vom 
12.12. an das Militärgeschichtliche iorschungsamt in Prei- 
ourg weitergegeoen, nachdem ich mich .ei dem aas knt oetreu- 
enaen Offizier vergewissert haoe, daß Ihr Jrief dort die 
umfassende und gewissenhafte .Bearbeitung finaen wird^ aie 
er oraucht, und ua^ aort einige '/issenschaf tler mit hi^-tori- 
schen ira,.en uoer Juden in aer V/ehrmacht oefaiit sina o.w. waren 
LT. Wie.eotte empfiehlt, aal. Sie evtl. auch in Veroindung 
treten mit aem Staatearchiv in Kooienz, einem Dr. Heye, 
ich stehe selostverstänali.h Jederzeit zur weiteren Verfügung! 



:it er^ebtneii irrüßen! 





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i^'-jT^j^^it- 



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67 Riverside Drive, New York, N.Y. 10024 

27. Dezember 1973 



/ 



Frau 

Oberregierungsraetin Dr. Ilse Bab 

Bundesministerium der Verteidigung 

53 Bonn-Duiesdorf 

Postfach 161 




/ 



Sehr geehrte Frau Bab, 

nehmen Sie meinen besten Dank fuer Ihr freundliches 
Schreiben vom 17. Dezember und dafuer, de^ss Sie meinen 
Brief vom 12. Dezember an das Militaergeschichtliche 
Forschungsamt in Freiburg weitergegeben haben. 

Bevor ich mich an das Staatsarchiv in Koblenz wende, 
moechte ich zunaechst einmal abwarten, pb meine Fragen auf 
Grund der Akten des Forschü ngsamts beantwortet werden 
koennen. 

Ich war ganz erstaunt, dass eine Frau im Bundes- 
ministerium der Verteidigung arbeitet. In der Weimarer 
Zeit gäbe es meiner Erinnerung nach im Reichswehrministerium 
nur Maenner. Wenn das der Fall war, so waere es ja ganz 
interessant, in meinem Buch darauf hinzuweisen, dass in der 
Bundes republik zum ersten Mal eine Frau im Vertei^igungs- 
ministerium taetig geworden ist. In der Annahme, dass Sie 
juedischer Abstammung sind, koennte ich dann bei der Bearbei- 
tung des Reichswehrministeriums darauf hinweisen und, wenn 
es ihnen recht ist, Ihren Namen erwaehnen. Das koennte ent- 
weder im Text oder in einer Fussnote geschehen. Wuerden Sie 
mir in diesem Falle schreiben, welches Referat Sie bearbeiten? 

Mit freundlichen Gruessen 

Ihr ergebener 



^ iS k\ 



OKRin Dr. Ilse Bab in 
Bundesministerium der Verteidi^gung 



11^ iDtao/ Public relation 



s 







Sehr -geehrter Herr Harri bur^-^er, 



53 Bonn 1, den 7. 1 .74 

Postfach 161 
Fernsprochon 2 01 61 
Fernschreibor 0886 575. 0886 576 







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/ 



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/ 



für Ihren Brief von 27. Dezember danke ich Ihnen. - I.Iit der "G-leich- 
berechti-'une^" ist das so eine Sache: Mittlervveise ^iut es in ieaem 
Bonner Ministerium Frauen im höheren Dienst, und zwar 6 ^^-! Zur hallte 
Beamtinnen und Ane^estellte. Llit Aostand an der Spitze steht aas Aus- 
wärtii^e Amt. Im Verteidigungsministerium giot es 16 Frauen im höneren 
Dienst, das sind relativ wenige, zumal die Mehrzahl von ihnen im 
Sprachendienst tätig ist. Immerhin sind im BLiVg insgesamt runa 5ooo 
ijeute tätiu^. Die Bundeswehr hat - einschließlich BIvIVg - runa 150 OüO 
zimile Mitarbeiter! 

Zur Zeit ^iot es zwei Frauen, die Hef erentinnen sina (Minisxerial- 
ratinnen - aüer erst seit Kurzem - , jeiae Juristinnen) • Ich selust 
bin Hilf sref erentin und eine nichtjuristische VerwaltunesDeamxin. 
(Dr. phil.) Ici. haoe aazu eine oesonoere Frulun^- vor demi Buncespersonal- 
ausscnuLi aole^^en mußen: Sie werden sich erinn^rri , ^a. in der Verwaltung 
nur oer gilt, oer Jurist ist oaer Techniker. B^i uns im. Hause Kann er 
dann naturlich auch Offizier sein. Daneoen Kann mian jetzt auch Beamter 



in seiner Desonaeren i'achrichtun, 



ein, wie z.B. alb- Jr'sycholo^^ie 



a. 



Is 



/ 



G-eograpn, als G-eologe usw. 

Ich üin also als i'rau im ^ii!N ^ keine Rarität - aucn nicht als Mensen 
jüaiscrjer Aüscammung, die insofern gegenstanuslos ist, weil ich Gestimmt 
nicht unter üie Gruppe "Juuen in den Sxreitki'äi ten" falle, bo viel ich 
weiß, nat aie Bw insgesamt urei Juuen (zwei Offiziere, 1 Zivilist). 
Doch ist diese AusKun.it liichL verif izici't . Hier im tiMVg arüeitex aer 
Zivilist, i'er könnte u.U. in aei* von Ihnen üeausich li^^ ten Fußnote er- 
wannt weraen. 



Mein Arbeitögeoie t , in dem ich tat ig uiii, trä^ t jetzt als Referat 
den Ecnönen deutschen i'^amen puulic relations. Früher niei^ ea^Ofient- 
lichkeitsarüeit , als solc^hcr ist er -iuct. in uer '^w gangig. In diesem 



SvS'^^^_^S^<.^3^''»+*''' 






V. 



. r . , 



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Referat haoe ich mehrere Einzelauf ci^oeu , wir sind ins,,eeümt 8 
Hilfsreferenten. 

Ich las kürzlich, daß Julius Bao dem Leo Saeck Institute seine 
Hesammten Kritiken vermacht hat? uann ist dies der einzige Ort 
der Welt, der über Kritiken von ihm verfu^it. Die Berliner Akademie 
uer Kiinste hat ja ein Julius rt^D ..rci.iv eineserichtt t , oesitzt aoer 
nicht viel, lie Berliner Volkszeixunc. ist mit allen Archivsamm- 
lun^en restlos vernichtet. - Durch wen ^ina Sie eigentlich auf 
mich gestoßen? Meine Eltern haxxen schon in Berlin Se^annte ihres 
Namen, aoe^ oü aas Ihre Familie oaer ^ar^ Sie selDst war(en)? 



Mit freundlichen Grui.5en, 
Ihre 






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ERNEST HAMBURGER 



- 67 Riverside Drive « New York, NY 10024 



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9. Maerz 1972 



Herrn Dr. Hans Bach 
2 Templars Avenue 
Lonfion N.W. 11, England 




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Sehr geehrter H rr Dr. Bach, 

ich habe in der Rosch Haschana-Nummer 1971 
der Israelitischen Religionsgemeinschaf tWuerttembergs 
Th-cn interessanten Artikel ueber die Geschichte einer 
schSeMSuedischen Familie ^f -f- "f .^^^^J^^^^"^""' 
dass Sie in der Weimarer -eit als ^^^^^^or im Reichs 
innenministerium taetig gewesen sind. Dies war mir 
wichtig fuer das von mir geplante Buch ueber Juden iin 
oe£fen?lichen Leben Deutschlands in der Weimarer ..eit; 
das entsprechende Buch ueber Juden im ^^^fff ^JJ^^^.^^.^ 
Leben Deutschlands in der monarchischen ^eit. erschienen 
1968 beim Verlag Mo^r in Tuebingen, ist Ihnen vielleicht 
bekannt . 

Ich nehme in das Buch ausser Regie rungsmitgliedern 

und Parlamentariern auch die i^^'^i^'^^^^^S*^^;^^^" '""^^sitaets- 
nnter aewissen Voraussetzungen auch :iuedische Universitaets 
gelSr^rauf! Wenn ich die ..eilen au« S. 47 der genannten 
Publikation richtig verstehe, so waren Sie als Lektor 
veriitJJcS nicht Beamter sondern im Angestelltenverhaeltnis 
Im Ministerium tqetig. Dies wuerde mich jedoch nicht 
hindern, Sie in das Buch aufzunehmen. . 

Ich habe den Eindruck, dass das, ^vas ^ie in Ihrem 
Artikel schreiben, ausreicht, um die "^^uerlich kurze Dar 
Stellung Ihrer Person und Ihres \^irkens zn geben, D^tte 
sie abS?. mir mitzuteilen, ob Sie ''"dem, was Sie geschrie- 
ben haben, besonders ueber Ihre Taetigkeit im Ministerium 
einiges hinzufuegen koennen oder wollen. Welches wardder 
-eiipunkt! in dem Sie in das Ministerium einberufen wurden? 

Darf ich mir bei dieser Gelegenheit erlauben, Sie noch 

ueber andere juedische Beamte i'^/^f'^^ri^Tn^^^^tar 
Innern zu befragen/ Bekannt sind mir der Justipar 
Dr^ewenSal.^eber den einiges in den Erinnerungen von 
Arnold Brecht zu finden ist, auch der Ministerialrat M«^ 
P^ivemann, ueber den mir seine Witwe sowie Herr Baur achter, 
derihnen noch aus der damaligen ^ext in Erinnerung sein 
duerfte, alle notwendigen Informationen geschickt haben. 



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HGdi>;iq V7achenheim, die meine Kollegin im Preussischen Landtag war, 
arbeitete in der Fi Impruef stelle als Regierungsraetm, und ueber 
sie v?eiss ich natuerlich alles Wesentliche. Dann gah# es noch 
in der Medirinalabteilung des Ministeriums einen Dr . /tSoldmann; 
wis£5en Sie ^ufaellig ueber diesen etvas? Haben Sie noch Kenntnis 
ueber andere juedische Beamte, die in Ihrem Ministerium gearbeitet 
haben? Fuer eine Beantv;ortung m.einer Fragen v;aere ich Ihnen sehr 
danVbar, besonders ueber Goldmann, da ich ueber die drei andern 
genug weiss, und ueber Persoenlichkeiten, die ich vielleicht 
ueber sehen habe. 

Lassen Sie mich bei diewer Gelegenheit noch sagen, mit via 
grosser Freude und welchem Interesse ich Ihr Manuskript ueber 
Jacob Bernays gelesen habe und wie sehr ich die Gruendlichkeit 
und Lebendigkeit Ihrer Darstellung bewundert habe. Ic!h hoffe 
sehr, dass es 7\x einer Publikation durch das Leo Baeck Institut 
kommen wird. 

Mit besten Gruessen und Empfehlungen 



Ihr 




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2, Templars Avenue, 
London NWll OPD 

TEL. Ol - -4.55 SeSA. 

16. März 1972 




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Sehr geehrter Herr /Hamburger, 

Haben Sie besten Dank für Ihren freundlichen Brief vom 9.Mätz. 
Ich bewundere Ihr scharfes Auge, das die kurze Bemerkung über meine 
Tätigkeit im Reichsinnenministerium in der Familiengeschichte erspäht( 
Ihrem Buch über Juden im öffentlichen Leben Deutschlands in der monar- 
chischem Zeit war ich nochji nicht begegnet, es freut mich aber, dass 
Sie nun an dem Gegenstück dazu arbeiten. Wollen Sie bitte den nach- 
folgenden Einzelheiten entnehmen, was sich in den Rahmen Ihres Buches 
fügt. 

Vom Herbst 192b bis zum 7 • April 1933 war ich als Lektor der Prüf- 
stelle Berlin für Schund- und Schmutzschrif *en am Reichsinnenministe- 
rium tätig. Die Stellung umfasste einerseits die Abfassung wissen- 
schaftlicher Gutachten über alle eingereichten Schund- oder porno- 
graphischen Schriften oder Serien für den Leiter der Früfstelle, die 
dann in der Regel die Grundlage der Urteile bildeten. Andererseits 
hatte ich die effektive Leitung des Geschäftsganges der Prüfstelle 
inne, deren Leiter, die jeweiligen Kulturdezernenten im Polizeiprä- 
sidium, meist nur den Vorsitz in den Prüf Sitzungen führten, sonst aber| 
kaum die Zeit fanden, direkten Anteil an den Geschäften zu nehmen. 
Die Schundprüfstellen waren, wie Sie sich vielleicht erinnern mögen, 
politisch umkämpft, und meine Tätigkeit war von einer gewissen kultur-| 
politischen Bedeutung, da es sich nicht nur darum handelte, den im 
Gesetz vorgesehenen Schutz der Jugend vor Schund- und Schmutzschriften] 
wirksam dnnchzuführen, sondern auch, einem Missbrauch des Gesetzes 
durch Unterdrückung echter literarischer oder wissenschaftlicher Werke| 
vorzubeugen. Diese waren keineswegs immer leicht zu erkennen: ein 
Prühwerk von ^laubert, als anonymer Nachdruck einer schlechten Über- 
setzung eingereicht, konnte ich mit den Mitteln literarhistorischer 
Analyse identifizieren. Im Einvernehmen mit dgn Leitern der Prüfstellel 
habe ich auch in anonymen Zeitungsartikeln deren Standpunkt vertreten] 

Wiederholte Anträge zweier Leiter der Prüfstelle, meiner Stelle 
Beamtencharakter zu geben, voraRBichstag befürwortet, scheiterten an 
f^'en damaligen * Sparbudgets' • In späterer Anerkennung Meiner Arbeit 
bin ich jedoch als Regierungsrat a.D. pensioniert worden. 

b.w. 



TToch nach meiner Entlassung schlug der damalige Leiter der Pilm- 
prüf stelle, ORR Dr. Seeger, mir die gemeinsame Abfassung eines Kom- 
mentars zum * Schund- und Schmutzgesetz* vor. Es kam dann nicht mehr 
dazu, da die Nazis, verärgert darüber, dass wir eine Reihe ihrer 
Bücher als Schundschriften erklärt hatten, die Früfstellen kurz nach 
der Machtergreifung aufhoben. 

Der hervorragende erste Leiter der Berliner Prüfstelle, ORR Bruno 
Adriani, mag wohl jüdischer Abstammung gewesen sein; ich habe vor 
zwanzig Jahren aus Amerika zuletzt von ihm gehört. Im Ministerium 
kannte ich Herrn Baurichter und Ministerialrat Pulvermann, flüchtig 
auch Hedwig Wachenheim, doch sind weder die Medizinalabteilung noch 
Dr. Goldmann je in meinen Gesichtskreis getreten - es tut mir leid, 
Ihnen da nicht helfen zu können. Mit Dr.Kerapner stehen Sie wohl sich< 
lieh in Verbindung, und ich nehme an, dass Sie von der Pressestelle 
der Preussischen Staatsregierung auch ORR 1 ax Harteck (Hirschfelder) 
auffi:enommen haben. 

Sie werden gewiss verstehen, wie sehr mich Ihre Anerkennung meinerj 
Bernaysbiographie feefreut hat, da Sie doch bestimmt in Ihren eigenen 
Büchern auch dem Problem begegnet sind, zwischen der Gründlichkeit 
der Darstellung und der Lebendigkeit der Präsentation einen Ausgleich] 
herzustellen. Ich erwarte nun eben Dr. Grubeis Bescheid. dLut. ;K^ /^>v«. 



Mit den besten Grussen und Empfehlungen 



Ihr 



h ^ Ä-i X , '^- '^ 



X^ 



Herrn Ernest HamburfS"er, 
67? Riverside Drive, 
New York, N.Y. 10024 



> 




Frau Dr. Ilse Bach 
53 Bonn-Duiesdorf 
23 Schieffelingsveg 




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l^. Dezember 1973 







) 



Sehr geehrte Frau Dr 

ich hoerte, dass Sie im Verteidigungsministerium arbeiten 
und erlaube mir, im Zusammenhang eine Frage an Sie zu richten. 

Ich arbeite an einem Buch ueber Juden im oef fentlichen 
Leben Deutschlands in der Weimarer Zeit, das im Verlag J.C.B. Mohr 
(Paul Siebeck) in Tuebingen erscheinen soll. Dort habe ich auch 
ein Buch ueber Juden im oef fentlichen Leben Deutschlands in der 
monarchischen Zeit 1968 veroeff entlicht. 

In die kommende Publikation muss natuerlich auch ein 
Abschnitt ueber Juden im Reichswehrministerium und als Offiziere 
in der Weimarer Zeit aufgenommen werden. Nun ist mir bekannt, 
dass im Reichswehrministerium Hans Benda, ein getaufter Jude, 
bis 1932 mitgearbeitet hat. Er war seit 1926 Ministerialrat. 
Alle notwendigen Angaben habe ich von seinem Sohn und seinem 
Enkel erhalten. 

Ferner habe ich die im Bundesarchiv Koblenz befindlichen 
Akten durchgesehen und bin auch mit den Akten vertraut, die 
in Kornelimuenster aufbewahrt werden. Auch das Buch von 
Rudolf Absolon "Die Wehrmacht im Dritten Reich", das unter den 
Schriften des Bundesarchivs 1969 erschienen ist, ist mir bekannt. 

Im Juni 1934 wurde von der Wehrmachtsabteilung des 
Reichswehrministeriums berichtet, dass das endgueltige Ergebnis 
der Durchfuehrung des Arierparagraphen im Heere ersehen liess, 
dass sieben Offiziere, acht Of fiziersanwaerter, dreizehn Unter- 
offiziere und 28 Mann davon betroffen wurden. In der Marine 
waren die entsprechenden Zahlen drei (oder vielleicht nur zwei) 
Offiziere, vier Of fiziersanwaerter, drei Unteroffiziere und vier 

Mann. 

Mich interessieren vor allem die Offiziere. Da der Arier- 
paragranh sich ja auch auf Personen erstreckte, bei denen nur 
ein Elternteil oder ein Grosselternteil juedisch war, wuerde 
ich gern wissen, ob unter den Offizieren Personen waren, die 
von Seiten beider Eltern her juedi scher Abstammung waren. 
Das wuerde bedeuten, dass Juden (natuerlich einschliesslich 
getaufter Juden) in der Weimarer Zeit in die Wehrmacht einge- 
stellt wurden. Ich nehme aber an, dass es sich meistens um 












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1' 



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. . T.. die nach nationalsozialistischen Begriffen Nicht-Arier 
Kfrch^-eirBefrlffen .einesvegs .u.en .aren. 

Sina Sie in der .a.e ^ie-u -ae- u^^^^^^ 
„ation zukommen zu lassen? J^^J^.J/JJaen und Di«-i<3enten wenn sie 
mein Buch beziehe ich aucn 9«?°"^"^^ Abstammung waren, mit ein, una icn 
^on Seiten beider Einern .uedischerAbstammu^g^^ ^^^^^ ^^^ ^^^^^^ 3^ge- 

ovVlaere dies eingehend in aer f-^V*^ . "^ 
Sani?« Nicht-Ar ier^nicht beruecksichtige. 

Mit besten Empfehlungen und freundlichen Gruessen 

Ihr ergebener 



^nnt^m Erleben; ich war damals 
P.S. ich kenne die ^^«l^^J^^^^J^i^arL^ha^^ im Preussischen Minister! 
Mitglied des Preussischen Landtags unu 
Innern gearbeitet. 



lum 



des 



KURT BAU RICHTER 




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4 DÜSSKLDORF-NORI) 
M EIN ECK i: STR. 28 
TEL. 4;j 6« 25 

BÜRO: THYSSENHALS 
AUCJUST- THYSSEN -STR. 1 
TEL. H24 6H 89 



d.^}-. 8. 1971 



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Sehr gee::rter Herr Kcinburger! 

Vielen DarJc für Ihren Brief. ]:atürlich erinnere ich mich 
sehr gut an Sie. Entweder wohnten Sie - ..de ich - in 
Eichkamp, oder wir hahen uns gelegentlich dort getrof- 
fen. Ich war persönlicher Referent von Severing und 
wurde von Groener und vorher von Wirth in gleicher 
Punktion ü-bernommen. Meine Entlassung erfolgte unter 
von Gayl (Papen-Regierung) . 
n^ Dr. Löwenthal Jcann ich nich gut erinnern. Er wird 
im HaiTdb^^Tfü^'das Deutsche Reich , herausgegeben von 
^/^yyrä^^ Reichsministeriun des Innern, Ausgabe 1929, als Ober- 
regierungsrat in der Unterabteilung IB für 'Verfassung 
■md Verwaltung der Abteilung I aufgeführt. Leiter dieäer 
Unterabteilung war damals Ministerialrat Dr .Kaisenberg. 
Zu dieser Unterabteilung gehörte auch das Justitiari,at . 
Löwenthal war ein stiller, zurückhaltender Beamter, 
der allgemein gesch.^ltzt war, politisch aber nicht hervor- 
trat. Es könnte sein - ganz genau kann ich mich leider 
nicht erini.ern -, dass er dem damali.cen Reichsbund jü- 
'"^^ ! discher Frontsoldaten angehörte. Sein späteres Schicksal 

- nach 193'j - ist mir nicht bekannt. l 

Zur Unterabteilung IB gehörten auch Reichsreforra u id 
Neugliederung des Reiches. Severing berii§f dafür als .'ii- 
nisterialrat Max Pulvermann, Sohn von Justizrat Pulvermann 



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m oben genannten II' nd buch nach den 



Stand von Februar 1)29 ist Pulvernann nicht £^eni.-nnt; 
er ist also spater j^^^ekomraen. Auch Brecht nennt ihn 
nicht nuitientlich, spricht aber im Zusaiamenhang mit den 
G-esetzentwür -"cn, die er und Poetzsch-Hef .i ter zur 
Reichsreform vorgelegt hatten, davon, dr;.ss danch, 
reichlich spa/it, das Reichsinnenministerium daran ging, 
einen a.mtlichen Gesetzentwurf auszuarbeiten: 



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n 



Der Referent, ein erst kürzlich, eiberuf ener jüngerer 



Ministerialrat, fing noch einnal von vorne 






via er 



den :>eratungen zun grossten Teil nicht beigev/ohnt hatte. 
Es leostete grosse Geduld, ihn Punkt für Puiikt zu 

unterrichten Schlieöslich v;urde auch dieser 

Entv/urf fertig." Brecht behaaidelt dann die Unterschiede 






wischen seinem und dem antlichen (Pulverma.nnschen) 
' Entv/urf. Sie finden diese Darstellung im 2.Bajid, 



S.81 ff. u .d in einem Brief im Anhang an Staatssekretär 
Zv/eigert S.^l-lo ff. Dass der Entv/urf des Reichsinnonmi- 
nisteriums so spät kam und in längeren Verhanalungen 
mit den vor].iegenden Entwürfen vovl Brecbit und Poetzsch- 
Hefrter abgestimmt v/erden musste, v/ar nicht die Schuld 
von Max Pulvermann, für den inöglicpLerweise nicht recht- 
zeitig eine Ministerialratsstelle zur Verfügung stand. 
Pulverraann war vorher oder nachher - das kajin ich aus 
dem Gedächtnis r.iclit genau sagen - in der Stadtverwal- 
tung Magdeburg als Kämme i^t^r mit J'Jrnst Reuter alsüber- 
bürgermeister und Goldschmidb als Bürgermeister tätig. 



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KÜRT BAURICHTKR 



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4 DÜSSELDORF- NORD 
M K I N K C K i: S T R . 2S 
TEL. 43 6fi 25 

Büro: thyssp:nhaus 
august-thyssp:x-str. i 

T K L. 824 63 89 



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Nach 1933 lebte er in Berlin, zunächst in ij]ichkamp, später 

in der Nähe des Baiinhofs Heerstrr-isse . 'iach seiner Heirat in den 



'jo 



er Jahren emigrieije er, hatte nach aem Kriege ein Amt als 



i^^inanz-Gontroller in Israel, kehrt aus gesundheitlichen Gründen 



nach Deutschland zurück und ist Jahre danach in Frankfurt gestor- 
ben. 

V/eitere jüdische Mitarbeiter hat es meines V/issens ii;i Reichs- 
iniiehministerium nicht gegeben. Viele Personalien in den ixinisterie: 
waren Käthe Rosenheim bekannt. Sie stehen vielleicPit i.iit? ihr 
in Verbindung. Auf alle ?älle gebe ich Ih>ien die Adresse: 
Kate Rosenheim, Sunny Viev/ Manor, 224^!-5 Oupertino Read, 
Oupertino, Ca^liiornia 95ol^. lulvernrain v/ohnte zuletzt 
Frankfurt :,.I'I., V/olfgangstr . 26 . Ich v/eiss aber niclit, ob seine 
Frau, Marianne geb. Kailer, -lit der ich keiiie Verbindung meiir habe, 
dort wohnen geblieben ist. 

Ich hoffe, daäs Ihnen die leider nur knappen Auskünfte etwas 
nü t z e n w erden. 



Mit besten V/ünschen und fcundlichen Grüssen 



Ihr 











PS. Wohnen Si^ '".Y.loo2^ oder loo29? Falls sich ein weiterer 
Schriftwechsel ergibt, bitte ich um Klr.rstellung. Ich ]comme 
Anfang September in die Schv/eiz, aber da.nn sind Sie wohl bereits 
fort . 






KURT BAURICIITER 

REGIERUNGSPRÄSIDENT a. D. 



4 DÜSSELDORF-NORD 
MEINECKESTR. 28 
TEL. 43 66 25 

BÜKO: THYSSEN-HAUS 5. 5 

AU(iUST-THYSSEN-STR. 1 
TP:L. 824 63 89 



1972 



Herrn 

Ernest Hamburger 

67 Riverside Drive 

New York N. Y. 10024 



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Lieber Herr Hamburger! 

Auf Grund Ihres Schreibens vom 20. 4. 72 werde ich mich gerne nach 
Herrn Goldmann und Herrn Gause erkundigen.^ 

Leider habe ich Herrn Goldmann vergessen, s^wir im vorigen Jahr 
miteinander korrespondirrten. "ich^abe ihn gut gekannt, weiß aber 
nicht wann er ausgeschieden und wo er verblieben ist. Ich werde ver- 
suchen mehr über sein Schicksal zu erfahren. 

Nach Herrn Gause werde ich mich gleichfaUs erkundigen. Ich habe mit 
Herrn Dr. van Dam , dem Leiter des Zentralrates der Juden in Deutsch, 
land, guten Kontakt. Er wird mir die Auskunft wahrscheinlich ohne be- 
sondere Mühe beschaffen können. 
Sie werden in Kürze Weiteres von mir hören. 



Mit freundlichen Grüssen 




Ihr 



\^ 



A/t^ 



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ZENTRALRAT DER JUDEN IN DEUTSCHLAND 

Körperschaft de» öffentlichen Rechts 



Herrn Kurt Baurichter 
Regierungspräsident a.D 

k msseldorf 30 
Meineckes trasse 2d 



SEKRETARIAT 
4 Düsseldorf-Nord 

Fischerstraße 49 
Telefon 448697/443108 

Fernschreiber 8-584727 



27. Juni 1972 
DrvD/ha 



;^*\ 



Sehr geehrter Herr Baurichter, 



• V. Tinrno Anf^ra^e we^en des Oberregierungs- 
heute kann ich Ihre Anfrage ^eg^ Amerika aus 

rats Dr. Goldmann ^^^^^^^^^^^^ f ^eit Ils Professor 
gewandert und starb vor 1^^^^,^?^^, ?^f Hea^ran der 
Imeritus; er war Professor of Public Health an 

Yale-University, 



Mit besten Grüssen 



Ihr 






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Dr. n.Qf. van Dam 
Generalsekretär 



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Dr. Ernest Hamburger 
67 Riverside Drive 
New York, N.Y. 10024 



14. Juni 197? 




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Herrn Regierungspraesident a.D. Kurt Baurichter 
Meineckestr. 28 
4 Duesseldorf-Nord 



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Lieber Herr Baurichter, 

im Ansdfl-uss an unsere Korrespondenz moechte ich Ihnen 
mitteilen, dass ich inzwischen den Namen Dr. Goldpianns mehrere 
Male in dem Buch von Pritzmichael Roehl ueber Marie Juchacz 
erwaehnt gefunden habe. Goldmann hat neben seiner amtlichen 
Taetigkeit in Verbindung mit der Arbeiterwohlfahrt gewirkt 
und ist auf Konferenzen der Arbeiterwohlfahrt als Sprecher 
hervorgetreten. Das kann etwas weiter helfen. 

Ich weiss nicht, auf welche Quellen Sie sich bei Ihren 
Nachforschungen, die Sie dankenswerterweise unternehmen, stuetzen, 
aber jedenfalls bietet eine Nachforschung bei der Arbeiterwohl- 
fahrt wahrscheinlich eine Moeglichkeit, wenigstens teilweise 
neue Informationen zu erhalten. Das kann ich aber selbst tun, 
da ich Lotte Lemke kenne und mit ihr wiederlrit im Schrift- 
wechsel gestanden habe? ich brauche Sie damit nicht zu bemuehen. 

Ende dieser Woche will ich nach Europa fahren, zuerst 
nach Koblenz, wo ich bis Anfang Juli im Bundesarchiv arbeiten 
moechte. Sollte es der Zufall wollen, dass Sie bis dahin Neues 
ueber Goldmann erfahren, so seien Sie so freundlich, an die 
folgende Adresse an mich zu schreiben: 

Hotel Union 
Loehrstr. 73 
4 Koblenz. 

Mit wiederholtem Dank und freundlichen Gruessen 

Ihr 









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23. Januar 1973 



Dr. Alexander Bein 

c/o The Central Zionist Archives 

P.O.Box 92 

Jerusalem, Israel 

Sehr geehrter Herr Dr. Bein, 

^^^ Sie sicher v^issen, bereite ich gegenwaertig den Weimar- 
Band meineiB^cSes "Juden Im oef fentlichen Leben Deutschlands 

vor. 

qplbstverstaendlich kann iclwlicht jede J'^e'^ische Persoen- 
T >,v!?;flTrin der Weimarer 7eit im Dienste des Reichs, eines 

sondern ich muss mich auf charaKterisriscn«. « f 

Ausserhalb der Hoheitsverwaltung moechtc ich gern ^eber 
Beamtf;rfrSv-\ndBibliothelcsdienst einiges sagen S6wex^ 

Ach weiss, waren Si- ^f ,?if ^f^^J^^f ^^erSn He so freundlich 
des Reichsarchivs. Ist dies ,^^*:=""y- ."^Thr Leben und Ihren 
sein, mir einige informative ^«^^^" "^J^!,.^^- ^^^gJe entsprechend 

beruflichen Werdegang -\^^^^^^^^^J^' 3^t^te auch Ihre spaetere 
in das Buch einarbeiten kann. DaDei soiite au 
TaeSgkeit in Israel eine kurze Erwaehnung finden. 

weis auf zwei Publikationen, die ''^^^raphisch wicnt g 

ein Buch oder liegen Artikel vor. f?;^^^^^^ "^^^^^ die Jebersendung 

fassen? In diesem Fall waere ^^h Ihnen ^^^^^^^^„^^19. januar 

dieses Materials dankbar. Die Notiz im Aufbau ^om 1 ; 

1973 anlaesslich Ihres 70. Geburtstages. ^" J^"^/=^ ^^"^" "* 

traeglich herzlichst gratuliere, ist mir bekannt. 

Mit freundlichen Gruessen 



Ihr 



"'*^''^\ 



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n ' n '7 1 y n n>3i'sn n 1 n n d n n 

>T3inn »3i»xn iionNn 

THE CENTRAL ZIONIST ARCHIVES 
JERUSALEM D''7\yn' 



. 813/62 'PD 





Pebruary 5» 1973 



Dr. Ernest Hamburger 
67 Eiverside Drive 
NEW YORK. N.Y. 10024 

U. S. A. 



/ 



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Sehr geehrter Herr Dr. Hamburger.' 

Herzlichen Dank für Ihre Glückwünsche. 

Zu Ihrem Buche: 

Sie haben Hecht, dass ich im Reichsarchiv der einzige 
iüdische Beamte war. Formell gehörten auch Professor Rothfels 
n^d Professor Bergstilisse.-a-em Reichsarchiv an; sie erschienen 
aSer'^aum lemals^so^Sern waren mit Forschungsarbeiten beschäf- 
tigt, und man hat, soweit ich damals verstand, über das Reichs 
archiv ihnen diese Forschungsarbeiten ermöglicht. 

Ich war im Reichsarchiv von 1927 bis 1955 beschäftigt, kam 
dorthifauf Empfehlung meines Lehrers, Friedrich Meirecke, bei den 
i?h ml? einer Dissertation über "Die Staatsidee Alexander Ha- 
miltons in ihrer Entstehung und Entwicklung" promoviert hatte, 
Sie ?Sn ihm dall^aäikat "Valde laudabile" erhielt und von ihm 
als Beihef? der Historischen Zeitschrift veröffentlicht wurde. 
Ich hatte im ersten JahJr mich ziemlich heftig gegen anti- 
semitische Umtriebe gegen mich zu verteidigen, die dann von dem 
?Jasidenten des Reiohsirchivs von Mertz abgestellt wurden. Ueber 
meine Arbeit im Reichsarchiv füge ich Ihnen eine Kopie des Ab- 
gangzeugnisses bei. 

Ich füge ferner bei zwei Aufsätze meiner Kollegen Dr. Herlitz 
und Dr. Aisberg, die zu verschiedenen Gelegenheiten «rschienen 
sind. 

Einige biographische Angaben über mich und meine Veröffent- 
lichungen finden Sie in Who's Who in World Jewry.-b ine genaue 
BibliSphie meiner Veröffentlichungen wird im laufe der nächs- 
Sn 3 Kte im Jahrbuch des Institute for Zionist Research, 
Universität, Tel-Aviv erscheinen. 



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■I CiC^>~r>'^ T^i-y/iuf , 



-2/ 






1. Ibn Gabircl St. P. O. B. 92 TELEPHONE 39261 P^'^^ .9 2 .1 .n .1 ^n'3A I2N 'm 



n^D'^iyn n>Ji>^n nininunn 

>T3inn oi>^n noiNn 

THE CENTRAL ZIONIST ARCHIVES 
JERUSALEM D>'7^;iT 



ReF. 



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-2- 



Ich habe bei meiner Arbeit im Reichsarchiv immer im Auge 
gehabt, was für meine zukünftige Arbeit in Palestine-Israel 
wichtig sein könnte /und habe versucht so umfassend und gründlich, 
wie möglich alles zu lernen, was ich lernen konnte • Tatsächlich 
konnte ich dann auf dem Gelernten weiter bauen, zunächst im 
Zionistischen Zentral^Archiv, das dadurch zu einem modernen Ar- 
chiv wurde und dann bei der Organisierung des Archivwesens im 
Lande überhaupt, in den letzten Ib Jahren, wie Sie wissen, als 
State Archivist. Fast alles, was ich über Archivdinge hier ver- 
öffentlicht habe ist in hebräischer Sprache. Es hat wohl keilen 
Sinn, wenn ich es Ihnen übersende. 

Mit besten Grössen 



// 




t/^il1 



T)r. A. Bein 






/glGl 



1. Ibn Gabirol St. P O. B. 92 TELEPHONE 39261 jlQ'JÜ .9 2 .T .n .1 ^ITnA PK 'm 



tA'i 



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►■■«*««' 



67 Riverside Drive, New York, NY 

10024 



Dr. Alex Bein 

The Central Zionist Archives 

P.O^L.BOX 92 

Jerusalem, Israel 



21. Februar 1973 



Your ref. ab/62 



Sehr geehrter Herr Dr. Bein, 

ich danke Ihnen sehr fuer Ihr Schreiben vom 5. Februar 
sowie fuer alle Anlagen, aus denen sich alle fuer das geplante 
Buch wichtigen Informationen ergeben. Auch die Artikel aus 
dem MB waren mir sehr wichtig. Georg Herlitz habe ich dfut 
in Deutschland gekannt, er war ein entfernter Verwandter. 

Von der Bibliographie Ihrer Veroef fentlichungen werde 
ich noch Gebrauch machen koennen, da bis zur Publikation 
des Buches noch lange Zeit vergehen wird. 

Es ist ungewoehnlich, dass Sie sich, wie Sie schreiben, 
heftig gegen antisemitische Umtriebe im ersten Jahr ver- 
teidigen mussten, in dem Sie im Reichsarchiv taetig waren. 
Aehnliches hat mir bisher keiner von den Herren oder ihren 
Nachkommen mitgeteilt, soweit die betreffenden Persoenlich- 
keiten in einer Zentralbehoerde des Reichs oder Preussens 
taetig waren. Dahinter muss wohl eine bestimmte PersoenO 
lichkeiteii gesteckt haben, di4i^e Hetze gegen Sie entfacht 
hat. ^^^ ^'^ 

Mit nochmaligem Dank und besten Gruessen 









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'-'•rmi^ 



Herrn Dr. Ernst Benda 

Praesident des Bundesverfassungsgerichts 
Karlsruhe 



Sehr geehrter Herr Dr. Benda, 



6. Dezember 1972 



i) 






gestatten Sie bitte, dass ich mich mit einer Anfrage an 
Sie wende. Ich habe Sie einmal bei einem Empfang im Deutschen 
Generalkonsulat in New York in der %eit, in der 2ie Bundes- 
minister des Innern waren, kennen gelernt. Ich selbst war 
in der Weimarer Zeit Beamter im Preussischen Ministerium des 
Innern und Mitglied des Preussischen Landtsags. 

Im Jahre 1968 habe ich im Verlag J.C.B. Mohr in Tuebingen 
ein Buch ueber Juden im oeffent liehen Leben Deutschlands publiziert. 
Es beschaeftigt sich mit Regierungsmitgliedern, Beamten und 
Parlamentariern, die entweder der juedischen Religionsgemeinschaft 
angehoerten oder von Seiten beider Eltern juedischer Abstammung 
waren, auch wenn sie Christen oder Dissidenten waren. 

Das erschienene Buch beschaeftigt sich nur mit der monar- 
chischen '^-'eit. Ich bereite jetzt d^^n entsprechenden Band fuer 
die v/eimarer Epoche vor. Es liegt mir nichts an einer reinen 
Namensaufzaehlung, sondern an der Beschreibung des Lebens und 
Wirkens einer Anr.ahl von markanten Persoenlichkeiten und an 
einer Darstellung der Taetigkeit dieser Persoenlichkeiten im 
Rahmen der Entwicklung der Weimarer Republik. 

Mir ist bekannt, dass Ihr Gtossvater juedischer Abstammung 
war. Ich wuerde gern ueber ihn einige Wprte sagen, da er wohl 
der einige hoehere Beamte juedischer Abstammung war, der im 
Reichswehrministerium gearbeitet hat/ Ich nehme an, dass er getauft 
war. 

Die ^^entralnachweisstelle des Bundesarchivs^in Kornelimuenster 
hat mir mitgeteilt, dass Ihr Grossvater 1867 geboren sei, dass 
sein Pruefungsdienstalter als Regierungsbaumeister der 29.5.1896 
und sein Anstellungsdienstalter als Oberregierungsbaurat bei 
der Dienststelle des Wehrkreisbaudirektors III der 1.4.1920 war. 
Herr Benda sei am 1.4. 1926 zum Ministerialrat befoerdert worden 
und habe 1932 die Altersgrenze erreicht. 

Ich waere Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir mitteilten, ob 
diese Angaben richtig sind, ob der Vorname Ihres Grossvaters 
gleichfalls Ernst war und ob er im Ministerium gleichfalls auf 
seinem Fachgebiete beschaeftigt worden ist. Sollten Sie weitere 
wichtige Informationen ueber ihn haben, so waere ich Ihnen 



:#''S3 






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ai ^if mir zuqaenglich machten. Ein Aufsatz i 

||5%^?"^^^?ger5Shren in der hiesigen ^l<=^-^'^^ilZltTr^iTn'iBsen 
erschienen ilt und sich mit Ihrem G^°«^^«^er. auch mit Ereignxssen 
nach seinem Ausscheiden aus dem Arote und mit der Darstellung aessen 
befasst Jas Sie selbst im Jahre 1943 berichtet haetten - die 
Slbnung! äie Verbrecher nicht mit dem irregeleiteten Volke xn 
einen Topf zu werfen - ist "'- *-->»""♦■ 



mir bekannt 



Mit verbindlichem Dank im voraus und bester Empfehlung 



Ihr ergebener 



Rudolf Benda 
Oberinprenieur i.R. 



1 Berlin 13 (Siemensstadt), den 2^3• 12.1 9^2 



Im Heidewinkel 22c 



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(ß^l^ 



Sehr geehrter Herr Hamburger l 

Wie Ihnen mein Öohn mitteilte, hat er mir Ihr Schreiben vom 

6.12.72 zur Beantwortung zugesandt. Nachstehend werde ich 

anhand der noch vorhandenen Unterlagen Ihre Fragen beant- 

WD±en. Sie können diese Daten, soweit verwendbar, für Ihr 

Buch verwenden. Zunächst die Lebensdaten: 

Hans Benda, geb. 25.11.1^^6? zu Berlin, 

Sohn des Kaufmanns Ernst Benda und Ehefrau 

Virfi:inie , geb . Hanf f 
Getauft am 16.5. 188^ 

Verh. am 16.9.1895 mit Margarethe r-^:arsmann, 
Tochter des Geh.Kanzleirates Wilhelm Harsmann 
5 Kinder: Sohn Erwin, geb. 1896, gest. 1920 

Sohn Ernst Rudolph, geb. 1899 
Tochter Brigitte , geb. 1910, gest. 19^6 
Gest. 26.7.19^-^5 in Mupperg, Kreis Sonneberg. 
Die Berufsdaten meines Vaters waren: 






Z/S 



1892 Kgl. Regierungs-Bauführer 



r> 



1.^4-. 1905 

50.6.1911 
9.10. 1915 

2^.5. 1921 
6.5. 1926 
1.8. 1952 
Februar 1955 



Regierungs-Baumeister 
Garnison-Bauinspektor 

Baurat 

Intendantur- und ßaurat 

Oberregierungsbaurat 

T'linisterialrat 

^O-.iährige Dienstzeit 

Ruhestand 



Militärische Laufbahn: 



15.^.1891 

22.5.1897 

20.7.1907 
25.5.1912 
1.10.191^+ 

22.11. 191^ 



2^.12.191^ 
etwa Mittel 91 5 



Ein.iähripr Freiwilliger, Inf .Reg. Nr. 7^ 
Secondlieutenant d. Reserve 
Oberleutnant d. Landwehr-Infanterie 

Abschied 

freiwillig wieder eingetreten 

als Komp. Führer zum Feld Inf. Bat 1.55» 

Winterschlacht in Masuren u.a. 

Ek I u. EK II, Verwundeten Abz. 

Hauptm.ann d.L 

Als Intendantur- und Baurat zur Kilitar- 

Intend?.ntur beim Generalgouvernement 

Warschau. Dort bis Kriegsende 

Charakter als Ma,ior verliehen. 



22.12. 1921 

Ebenso, wie mein Vater, meldete sich auch mein Bruder 191^»- 
als Kriegsfreiwilliger, und ich selbst machte als 16-däh- 
rip:er im FCadettenkorps das Fähnrichsexamen und wurde März 









1916 als Fähnrich ins He^ .^iijj-':estellt , Ende 1916 Lei^tnant. 
Die berufliche Laufbahn /führte von Charlottenburg 1901 nach 
Frankfurt/ Main, 1905 nach Mühlhausen im Elsaß, 1915 nach 
Kassel und schliesslich etv/a 1925 nach Berlin, 
Unsere Familie lebt, der Überlieferung nach- seit 1701 in 
Berlin, wohin sie nach der Königskrönunp; aus Königsberg; kam. 
Der älteste Bruder meines Vaters war Professor Carl Benda, 
bekannter Pathologe in Berlin. 

Mein Vater repräsentierte immer den verantw^ortunr^sbewußten 
pflichttreuen preußischen Beamten, sehr patriotisch, poli- 
tisch liberal. Vielleicht interressiert iSle der folgende Brief- 
aus zugsweise : 

"Als ehemaliger Chef der Heeresbauverwaltung und Vorgesetzter 
des Ministerialrates a.D. Hans Benda erkläre ich, daß ich den 
Genannten bei der Gründung der neuen Heeresbauverwaltung in 
diese als Oberre^^sierungsbaurat und Vorstand der V/ehrkreisbau- 
direktion III übernommen hatte, vjeil er als einziger Beam.ter 
in gleichartiger Stellung im Kriege die im Kriegsgebiet zu er- 
füllenden Aufgaben kennengelernt hatte, also für den Aufbau 
wichtigste Hilfe ... leisten konnte. Benda hatte außerde' sei- 
ne Eignung als Heeresbeamter durch volle Einr iiederun: in den 
Geist des Heeres bev/iesnn, indem er trotz seines Alters von 47 
Jahren sich bei Kriegsbeginn freiv/illig zur Truppe m.eldete, nach 
Teilnahme an den schv/eren PCärapfen im Ost^^n als Korapanieführer 
zum Hauptmann befördert wurde und nach schwensr Erkrankung und Ge- 
nes^mg noch 5 Jahre im besetztenGebiet große Militärbauten 
geleitet hat. ... göz. Meyer , Geheimer Oberbaurat 

und Abteilungschef im .Reichskriegs- 



II 



ministerium. 

Später litt er sehr unter den Diffamierunben der Nazizeit, mußte 
den Stern tränen, v/urde auch einmal in seiner V^ohnung von SA-Leu-*-en 
trotz des angelegten EK I schwer mißhandelt. Er hatte mehrere 
Schlagaiif alle. Nach Ausbombung erreichte meine Kutter ^^.vakuierung 
nach Ostpreussen, spater nach Thüringen. In diesor Zeit gelang es 
ihr, steine /Abstammung zu verbf^rgen, sodaß vfenigstens das ächlim.mste 
vermieden wur-ie. Er starb dann bald nach dem Krier:e, ohne das ich 
ihn hatte wiedersehen können- ich war selbst noch in einem Zwangs- 
arbeit slager, mein Haus zerbombt, meine Söhne im Felde. 
Ich hoffe, Ihnen [geholfen zu haben, wählen Sie aus. 

Mit freundlichen Grüßen 

Ihr 








BUNDESARCHIV 

Az.: '•'7 lg b/H 

(bitte bei Antwort anzugehen) 



r 



Y,unheiAyA)\v 54 KobfeMZ, Km Wöffer^M 11, PootfaA 310 C 



54 Koblenz, öeH 5-- f^^a^ 1971 

y y Pernrnf: (oiöi) 14" 

f , / y-yy.r^^ ^ FerMscireiber 861816 

""^ Neuer lemruf : 

(0261) 3^9- 1 (Vermittlung) 



Herrn 

Dr. Ernst Hamburger 

67 Riverside Drive 

NEW YORK, N-;^-_i^2?§ 
USA 



i 



^^>< 



(Antwort-) Sdireihen bitte 
unter Angabe unseres 
Aktenzeichens 



Sehr geehrter Herr Dr. Hamburger! 

Der Herr Bundesminister des Innern hat eine Ablichtung Ihres Schreioens 
vom 26. April 1971 - T,''367-EH/IS - dem Biundesarchiv übersan^t, weil im 
3undesministeri^um des Innern keine einschlägigen Unterlagen verwahrl werden, 
aus denen die von Pnnen erbetenen Angaben über die Herren Dr. LÖv/enthal, 
Freud, 3adt und Rathenau ermittelt T•^'^>^d«>- konnten. 

LeJde^ ist die ;:H:uellenlage auch im Bundesarchiv nicht sehr günstig. Die 
hier verwalteten ochriftgutsplitter des ehern, Rej chsministeriums des Innern 
betreffen im wesentlichen die Zeit seit 1:'33. Imm.erhin kcrinten Sic bei 
einem Besuch in Koblenz die hier vorhandenen G ^schäftsverteil^ingspläne 
des ehem. Reichsministeriums des Inner'n (1922 - 193^'') durchsehen, um auf 
diese Weise detaillle'.-'tore Angaben übev den beruflichen W g D-. Low-nthals 
Im Relchstniniste^ium des Innern zusammen ■'.ustel!' en, als s-^e aus den gewiß 
auch in den U3A zugänglichen Staatshandbüchern zu ermitteln sind. Eine 
D^archsicht v;eiter^^^^ mögH nh'^vweise -^Inschlnglger Ar':^hivr!lj en insbeson'^ere 
aus dem Bereich des Nachlaßschriftguts kennte für Sie nützlich sein. Da 
Ihre Auüslcnten, eincj Benutzungsgenehmiguii^ für das Deutsche kontra] archiv 
Potsdam, x 1^ Potsdam, Berliner Jtra3e 9B-I0I, wo der weitaus größere Teil 
der Akt'jn des ehemaligen Reichsministeriums des Innern insbesondere aus der 
Zeit der Weimarer Republik verwahrt wird, zu erhalten, leider gering sind, 
müßten Sie versuchen, Ilinen fehlende Informationen über Herrn Dr. Löwenthal 
auf andere Welse zu ermitteln. Da der spätere Staatssekretär und Reicns- 
mlnlster Dr. Lämmer.'^ ^'ährend ^''■^>" ^<-^^v<yr^lnr^^^ 7.--!t ein K.-^Tlege (füi- p1n1:-e 



Sac. lete sogar Korreferent) Dr. Löw(,^nthals war, ist es nicht ausgc- 



Zaklungaverkehr üher oherj'manzkaaae KoMcmz: ?oaU(he(ki'.onlo LM?>M'i>f;dfcM ^888 unb laniteazentralhank Köhlern 



- 2 - 

I 57001 50& 



^«&^.. c^tt^itJr^MM 






- 2 - 



^t 



L^'' 



schlössen, daß der Im Hauptstaat^archlv Düsseldorf. 4 msseldorf-M. , 
Prlnz-n-org- Straße 72, verwahrte Tellnaohlaß Lammers für Sie inte- 
ressante Informationen über Dr. Löwenthal enthält. Vielleicht kann 
Ihnen auch Hei-r Re-lerun-spräsldent a.D. Kurt Baurichter. 
h T>-3pseldorf-N., Melneckestr. 28, der- um ICJo das Sachgebiet- 
"Wirtschaft und Finanzen" Im Reichslnnenrnttiisterlum wahrnahm 
und dessen Korreferent Dr. Lowenthal war, to^aben über das 
Schicksal Dr. Löwenthals machen. 
..Unterlagen über die von Ihnen -enannten Beamten des ehemalieen 
Preußischen Innenministeriums dürften, sieht man von den Staats- 
handbüchern ab, hier allenfalls Im Nachlaßschriftgut von Ihnen 
- ermittelt worden können. Ich habe daher eine Kopie der mir 
vom Herrn Bundesminister des Innern übersandten Äblichfong 
Ihres Schreibens dem für das ehemaligen Land Preußen zuständi^ai 
Geheimen Staatsarchiv der Stlft'ons Preußischer Kulturbesitz, 
1 Berlin-Dahlem, Archlvstr. 12-1-1 mit der Bitte um Bearbeitujig 
•■hinsichtlich der ehemalisen preußischen Beamten übermittelt. 
Die Nachweismöglichkeiten dieses Archivs sind allerdings eben- 
falls gering, da die Ltberlleferung des ehemaligen Preußisdien 
' Innenministeriums zum weitaus größeren Teil im Deutschen Zentral- 

archiv Kerseburg, x 12 Merseburg, Weiße Kauer 48, verwahrt wird. 
■ ' Für eine Mitteilung, ob Sie das B'ondesarchiv 2nde Juni aufsuchen 
..werdeai um Ihre 1967 hier begonnenen Forschungen fortzusetzen, 
wäre -ich Ihnen dankbar. 



/^ 7 



Mit vorzüglicher Hochachtung 
In Vertretung 




''■ptl^L^ 



(Dr. Vogel ) 









^d. Archivdirektor Dr. Stahl 

BUNDESARCHIV 

- MILITÄRARCHIV - 

Az.: 6992 /Hamburger 

(bitte bei Antwort anzugeben) 



Militärarchiv • 78 Freiburg/ Br. • Postfach 

Herrn 

Dr. Ernest Hamburger 

67 Riverside Drive 

New York. N.Y. 10 024 
USA 



78 Freiburfi i. Br., den 23. März 19 72 

Wiesenta^traße 10 

Fernsprecher (0761) 42006 

Zahlungsverkehr über Bundeskasse bei der OFD Koblenz 

(Postscheckkonto Ludwigshafen 5888 oder 

Landeszentralbank Koblenz Nr.: 57 001001) 

(Anlwc^! ) Sire^b^n bitte 
UEter Arijnb^ unseres 
Aklenzoirhßns 

Luftpost 



^.^ 




^ 




Sehr geehrter Herr Dr. Hamburger! 

Auf Ihre freundliche Anfrage vom 17. März 1972, für die ich 
mich vielmals bedanke, darf ich Ihnen zunächst einen kurzen 
Zwischenbescheid geben. Gern wird das Militärarchiv Ihr Vorhaben 
unterstützen. Doch gibt es eine ganze Reihe von Schwierigkeiten, 
die eine schnelle Beantwortung ausschließen. 



Zunächst sind praktisch alle Personalunterlagen, soweit sie 
bis 1933 ins Heeresarchiv Potsdam gelangten, beim Luftangriff auf 
Potsdam vernichtet worden. Das gleiche gilt für die Akten des 
Reichswehrministeriums, soweit sie in dieses Archiv gelangten. 
Darüberhinaus ist aber auch leider die Masse der Akten des Mini- 
steriums durch eigene Vernichtungen bzw. durch Luftangriffe 
zerstört worden. Inwieweit Materialien 1945 beim Einmarsch der 
sowjetischen Truppen in Berlin in deren Hände gefallen sind, 
vermag ich leider nicht zu sagen. 

Eine weitere Schwierigkeit besteht darin, daß das Militärarchiv 
praktisch keine Möglichkeit hat, selbst festzustellen, ob ein 
Elternteil oder beide Elternteile jüdischer Herkunft waren. Es ist 
für eine Reihe von Offizieren bekannt, daß sie jüdische Vorfahren 
hatten und daher nach 1933 zum Teil aus der Wehrmacht ausgeschlos- 
sen wurden. Da von diesen Offizieren Personalunterlagen nur noch 
in Ausnahmefällen vorhanden sein dürften - für das Heer in Korne- 
limünster bei der Zentralnachweisstelle des Bundesarchivs, für 
die Marine bei der Deutschen Dienststelle (Wehrmachtauskunftstelle) 
in Berlin -, sehe ich noch nicht ganz, wie ich Ihren Wünschen 

b.w. 



yj'jj.i --TJ^^'jTw. 



<t>-*v S^jiA 



nachkommen kann. Ich habe zunächst einige Referenten um 
Stellungnahme gebeten und werde Sie dann erneut unterrichten. 



Mit verbindlichen Empfehlungen 

bin ich 

Ihr sehr ergebener 



X 



w 



BUNDESARCHIV 

Zenfralnachweisstelle 



5106 Kornelimunster, den 



.^. 197'^ 



Fernsprecher 431/432: Ortskennzahl 2408 



Az.: 



1 A(- - 6^0/72 



bitte bei Antwort angeben 



r Bundesarchiv Zentralnachweisstelle 5106 Kornelimönster "1 

Herrn 

Dr. Krnest Hambur/^er 

::.Zt. ^4 -^oblenz 
ilotel Union 
Löhrstr. 73 



/- 








"u^f^^ 



< 



-i*^ 



]3etr. : Jihiische Offiziere und Beante in der Iieichswehr nis 1955; 
hier: Namen, ];ienst^^rade , Dienststellungen, Sc-:icksal usw 



,esuf:: Ihr Schreiten vom 14.6.1972. 



-^^//-♦i 









^.,.,C 



lehr geehrter Herr Dr. Hamburger 



Unter aem 



:i: -r'O lO 



hier verwahrten personellen Schriitrut der :runere 



»» 



ehrrnacht und zwar den des Heeres und d 



er i^uftwaffe 



.er 



rinc verwahrt die Deutsche Dienststelle, 1 Berlin !;2, 



Kriegsrna 

■Eichborndamn 167 - befinden 



u 



ich keine Unterlagen (Namensliste 
)', 'die jene Offiziere und Beamte der damaligen heiohswehr 



enthalten, die wegen ihrer 
195 3 entlassen worden sind 



Die l^ntlassunf 



idischen Abstammung nach de::, ^l . 1 



und 



Mann sc 



jüdischer Soldaten (Offiziere, Unteroffiziere 
haften^) wurde ermöglicht durch die i-inführung des 



sogenannten " Arier paragr 



)hen" in der Reichswehr durch Erlaß 



des Reichswehrministers vom 



-'■) 



8 



<") 



1954 



Dieser hatte bereits mit Krlaß von 



o 



7.S1955 (HYBl. S. 75) die 



tcn "Gesetzes zur .iederherstellung 
7.4.19 55 (R^'-^l* 1 -• ^'^^) ^^^ ^'^^^ 



Durchführung des sogenann 

des Berufsbeamtentums" vom 

V;ehrmachtbeamten und seine Anwendung auf Angestellte und Arbeite 

der Wehrmacht befohlen. 

Ich darf in niesem Zusammenhang vei'weisen auf 

Schriften des Bundesarchivs 1b 



Rudolf Ab so Ion, Die v 



M'hrmaclit im Dritten Reich 



Band I, ^0. Januar 1955 



/; - Harald Boldt Verlag, Boppard/ Rhein 



2. August 1954 
- 196 



Diesen Band kann 



ihnen siciierlicli die Bibliothek des Bundes- 



a 



rcliivs in P.oblenz zur Vorfiigunp steilen 



über den von Dmen genannten 1.1 i n i 



t e r 



a 1 r 



B e n d a liegen seine Person 



alakte .sowie andere Unterlagen 



die Auskunft über seine persönlichen Verhältnisse geben v--rrter, 



nicht vor 



/' 




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Y'' 



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V 



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Folrendes kann über iiiu 



CÄ, La. *^ V.A 



e;. 



[am^Llüter, der Beamten der 



Heeresverwaltung, hier: Bauverwaltunp, (Anhang; zu Siekraann' s 
Taschenkalender 1924/2^ und 1952/33) bestätigt werden: 



G e b ur t s j all r gan g : 186 



<-? 



rü f un:rs d iens t al t er al s iiep.i erunf^sbaumei s t er 



C- J % 



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1 fj ^-' 6 



ji 



nstellunp:sdienstalter als (^berrcrierunrsbaurat b-ei de 



Dienststelle de: 



'ehrk r e i sb aud i rekt or s 111: 1 . -4.1 920 



1^1, 



6ü) 



1.4.1926 wurcie E , z um 



... i n i F> t e r i al r a. t b' e f ö r ci e r t ( h VB 1 . 1 ': 2 1 



uiejiAnitsbezeichnun^ führte er noch 19^2 als AU^ehör- 



er 



des iLoichswchrniinisteriums (^beer 



( v\ 



Da 



Tj 



m 



Jahre 186? f.^eboren wurae 



ei V 4. 

erreichte er :ait 69 jähren im 



Jahre 1932 die Altersgrenze. D.h., daß sein Ausscheiden aus aer 



ich'svehr nicht auf Grund des o.a 



Ae 



braucht 



Gesetzes verfüpct woraer 



T "n 



± 



ch bedauere sehr, mangels. Unterlaf^.en , die sich wahrsc-:Ginl ic 



,m d 



iurch Luftan^jriff im Ai^ril 1949 zerr^törten Heeresarchiv 



1 "»"T 



^otsdam befunden haben, leider nicht behilflich sein zu können 



hochac^^tungsvoll 
Im Auftrag: 



/ffl4/i^. 



2r,L 71^ 



A^i^ - ^U^.ff^ /^R*-^u< ^^ y^^ 



Hig/^ 



*v*i^<t 



/ 



4^^ /<; ^fy/ti4c^ 



^Cl 



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( 



r-t-on iG.Juni 19/2 



/Lieber :.^reund Caspar i 




f 



i "- 



,>|fWi«^/ 



' . h< rzlich aeaankt fuer die mir 
"v.er ndcb selbst «lue . os.e ^^^^ _^eg.e^en . 



u^rBl i verleihe > ch . exra ^ ^i^nstotdens 

°icäer teilnabmen.aubc lies ^^^^ .^^ ^^,, 
c;Xicaei ,,e-^, einmal iqeii KU-oci .aier- 

Fuer micn.'^ew <--^ f .r. erbiet- te cies .-'-««^J-' 

bunder tjaehrxgen oescbxc^^,^^^_ ^,, ^^,,, .. 

icennunu, fuer ^-le ici • 



liabe. 




13. Dezember 1973 



Dr. Adolf Lowe 

1125 Grand Concourse, Apt.319 

New York, NY 10452 



Lieber Freund Lowe, 




/ 



da die flfleine Anfrage Sie interesAiert hat, so sende ich 
Ihnen noch die bei der Ordnung meiner Materialien wieder auf- 
getauchte Information ueber Ihre Ernennung zum Regierungsrat 
im Reichswirtschaftsministerium. Sie befindet sich im Bundes- 
archiv R 43 1/927 und Sie koennen sie von doert, wenn Sie wollen, 
in Photokopie beziehen. 

Aus dem Protokoll der Sitzung des Reichsministeriums vom 
23. Dezember 1921, nachmittags 6 Ührx 

S.3 - ausserhalb der Tagesordnung: Reichsminister Schmidt 
bittet das Kabinett, der Ernennung des Referenten im Reichs- 
wirtschaftsministerium Loewe zum Regierungsrat zuzustimmen, obwohl 
er das ^i den Richtlinien vorgesehene Alter noch nicht erreicht 
habe. Die Minister Hermes und Groener sowie Staatssekretaer 
Mueller aeussern Bedenken gegen die Ernennung. In der Abstimmung 
spricht sich die Mehrheit des Kabinetts fuer die Ernennung aus. 



Mit herzlichen Gruessen fuer Sie beide 
auch von meiner Frau 



Ihr 



' , "f'-r./'g^ 






I 



Dr. E. G. Lowenthal 







1 Berlin 37, 1-11-73 
Kaunstrasse 33 



Tel. 84 05 22 



B'^tr . Ihr 



^ 



UJ, 



iX. '~\'t ■< '■ ' - > ••' •' ''•^' ^ — -" •• ' 



I ii r .c: c !• I r e i e a vom ^-d-1o-'/3 



H-'5 



r sie einiges lirauch 



oöald ich Mah^res weiss, m^lie icn 



Lieb'-r Herr hamburger: 

T^orotnea üir^chfeld ist mir - neu! -u-r ich habe 
mehrere ^uhler ausgestreckt, um uo^ 

hr-^re zu f^rui'^ren. . , . . 

mich aofoit ^.i-^der. ^^^ mag einige vkurze) 2eit dauern. 

^"iL h-rziichen. ^ru^L- von Haus zu ^^au; 
riüten ■•"-'unschen für Ihr Ergehen, 

stets Ihr 



lS und allen 



'ä 



;: rz-t:^ -^ ^ A-^ 




Dr. E. G. Lowenthal 



jr.Ernest iramburger, 

L • -b • I • ♦ 
Kew York 






1 Berlin 37, O« » 1-73 
Kaunstrasse 33 

Tel. 84 05 22 



C 




Lieber Herr -amburger: ^ ,v.Pnhe- 

Abschrift ^^er J-®^'^^'*'^f,^,^"^„es "iirinnerungen. . ." v 
(2) Potokopie eines Auisatzt,s 

von D.H. aus aer. Sahre 19^4. 

.V, a-ind keine Antwort auf 
Beide fnterlagen sind keine ^ 

l^re .'.age. Wäre es f^^f, J.^gl^t-'eß'rlöch euer 
entweder aie ^^^^^te in otuttg ^ ^^./-,^^^,surkun- 

,^rau i^enke um ''l'' -^\f^^'\Yn xcYi dazu nicht legi- 
Ifmiert; SrercSLTirt^fSr"oas Lan.esarchiv hier. 
''^^- ^3 ^-tsche ;entralins.itut s .nlag^^^ 

hat auf '^ei^^.^jrvita zu f ndei.^üngegen habe 
Hinweise auf D.Hs ^^^a zu i. ^^^^^ g^^_ 

ich in der ^^^^^^^^en Bibliothek ^^,^^^^^^^^ ^ ,^ 

aeckt, die ich r^^^^^^^^^^ [n i;eutschlanü , h.^gc 
(1) Die AnstaltslursoEbe in oearbeilet 

von ^^'^^'y^ ,.^ 't^Inie und D.H., Leipzig 19lo , 
von Hedwig ^^^'°"^® Stativen und sozialen 
"l^ie l^ ^^ahrb rerirau^ibewegung 1912, 

Aroeit (in: «^"^^^f^* /\.t.,,^ner o.J., ö.l?8-58 
Leipzig/Berlin B.U-_ubner,^o. ^,^^ ^.^^. 

"Allgemeine luisorfaC ^^^^^ 

chstagung der a^'I- , ld;{ii;i u.a. , m^rlin, 
Aianceshauptmann ur. a^paii 

j-:ietz, o.Jo . ^iK^-r len wir doch spra- 

Weiss i>-^^f;P^^J-;ekground" ^^ich nicht 
chen, nichts uoer DcHs i^acK^i 
\lc^^■oT Vriedlänaer J 
v/alt t-r rii ..„„-,„ nius zu uaus , dmmer 

liprz'iiche ürusse ^on "au^ /^u .. 

"^ Ihr /- , \ 

2 A nlagen '.,' 



(2) 



(3) 



1/ 



t 



% 



\^ 



16. November 197 3 



Herrn Dr. E.G. Lowenthal 
1 Berlin 37 
Kaunstrasse 33 



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Lieber Herr Lowenthal, 

besten Dank fuer Ihre Briefe vom 1. und 9. November 
und Ihre Bemuehungen fuer Informationen ueber Dorothea 
HirschfelÄe 

Die Selbstdarstellung in dem von Ihnen beigefuegten 
Artikel aus "Neues Beginnen 1954" gibt einen ausge-^ 
zeichneten Ueberblick ueber ihre Arbeit seit 1904 bis 
1933. Was sonst noch festzustellen ist, naemlich fuer 
die Zeit vor 1904 und nach 1933 werde ich versuchen, von 
Frau Drossel zu erhalten. Einiges weiss ich selber aus 
der Zeitschrift "Arbeiterwohlfahrt" fuer die ^eit vor 
1933, auch ueber die Mitarbeit von Frau Hirschfeld an dem 
von .ler Arbeiterwohlfahrt herausgegebenen Handbuch fuer 
Wohlfahrtspflege; sie war eine der Mitherausgeber innen. 
Was rriedlander weiss, hat er mir auf meine Bitte etwa 
vor einem Jahr mitgeteilt, Lotte Lemke hat keine wesent- 
lichen Informationen. Das Geburtsl>ahr war 1877; mehr 
brauche ich nicht, da ich die Daten nicht angebe. 

Auch muss ich mich ja beschraenken, da ich sonst ins 
Uferlose komme. Dorothea Hirschfeld wird im wesentlichen 
unter dem Gesichtspunkt einzuordnen sein, dass sie zu 
' den ersten s->zialdemokratischen Beamten m den Reichs- 
mini-.terien gehoerte und dass sie die erste weibliche^ 
Beamtin war, die nach der Revolution in eineReichsmmisterium 
einberufen worden ist. Mein Material wird also ausreichend 
sein, ^Aenn Frau Drossel Auskunft geben kann. Ich selbst 
weiss ncch, dass Dorothea Hirschfeld 1951 in Israel war, 
um Verwaiste zu besuchen, dass sie aber die dringenden Auf- 
forderungen, dort sich niederzulassen, abgelehnt hat. Dies 
alles fuer Ihren Artikel 1977 zu ihrem 100. Geburtstag. 

Wie immcjr haben Sie mir sehr geholfen. Herzliche 
Gruesse von H^us zu HausI 



-=*^ 












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Ernest Hamburger - 67 Rlvorsifle Orivc. - New Vork, SV 100?4 



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[\<K.kt3. 



21, Februar 1974 



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Herrn Dr. Otto Nathan 

?4 Fifth Avenue 

Nev? York, N.Y. 10011 



Sehr geehrter Herr Dr. Nathan, 




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ich bereite zur Zeit unter den Auspizien des 
Leo Baeck Instituts ein Buch ueber Juden im °eff ent- 
lichen Leben Deutschlands in der Weimarer Republik 
vor. In erster Linie v;erden fruehere Regierungs- 
mitglieder, Beamte und Abgeordnete behandelt. Ein 
entsprechendes Buch fuer die monarchische !^^t (1848 
habe ich vor einigen Jahren im Verlag J.C.B. Mohr 
(Paul Siebeck) in Tuebingen in der f^^^^'^^"'^?^^^. .„.^ 
wissenschaftlicher Abhandlungen des Leo Baeck Instituts 

erscheinen lassen. 

Anaesichts Ihrer frueheren Taetigkeit als Be-mter 
moechti fcS lie gern in den jetzt in Vorbereitung befind- 
lichen Band aufnehmen. Wuerden Sie so ^ ^^^^^^^^^ J^Jl"' 
mir 7U diesem Zweck Ihren Lebenslauf unter besonderer 

Beruecksichtigung Ihrer -i-^-^^^^-" ^^J^^^^S/^lSe; 
keit in Deutschland zu ueber senden, aber auch Ihr Wirken 
nach 1933 kurz darzustellen. Es handelt sich nicht um 
e??blographisches Lexikon, sondern um eine historische 
Darstellung, innerhalb deren das Wirken ^uedischer 
?ersoenlichkeiten, das besonders charakteristisch war. 
seinen Platz finden soll. 

Wenn es Sie interessiert, wie das erschienene Buch 
anaeleqt war, so finden Sie dies sowohl im Leo Baeck 
?n1hitut als auch in der New York Public Library. Sollte 
S ihr weg in das Leo Baeck Institut fuehren. so wuerde 
es mich freuen, Sie bei dieser Gelegenheit begruessen zu 
koenien, vte!5;icht sind Sie in diesem Fall so freundlich. 
Seh vorher unter meiner P^vaten Telefonnummer (ENdicott- 
?-1736) anzurufen, damit wir ein Zusammentreffen verabreden 
koennen. 



Mit besten Empfehlungen 



Ihr 



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ESTATE OF ALBERT EINSTEIN 

24 FIFTH AVENUE 

NEW YORK, NEW YORK lOOIl 



March 8, 1974 





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Mr. Ernest Hamburger 
67 Riverside Drive 
New York, N.Y. 1002i+ 

Dear Mr. Hamburger: 

I am sorry that, due to circumstances which were unavoidable, I am 
late in replying to your letter of February 21. 

I was happy to learn of your Suggestion to include me in a volume about 
members of government, public officials and members of parliaments m 
the Weimar Republik. I gladly accept your invitatton to submit material 
for the purpose indicated in your letter. 

It so happens that I am just now occupied with some urgent work, the 
deadline of which was about two months ago. I hope that you can give 
me a brief extension of time. As soon as I shall see my way clear I 
shall prepare the material for which you have asked. I am also happy 
for your invitatton to visit the Leo Baeck Institute. I shall avail myself 
of that opportunity as soon as ttme and pressure of work will permit me 
to do so, 

With kind regards, 

Otto Nathan 
TRUSTEE 



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ESTATE OF ALBERT EINSTEIN 
24 FIFTH AVENUE 
NEW YORK, NEW YORK lOOl I 






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April IT, 197*^ 



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Mr. Smest Hamburger *' lO | J T; 
6? Rlverslde Drive 
New York, N.Y. 1302U 

Dear Mr. Hamburger: 

A8 I proTnlsed in my letter of March 8 I ehould like to glve you some detailB about aiy 
government aervlce durlng tho Weimar Republlc. 

I entered the Statlstleche Reichsamt ae •'Wissenschaftlicher Hilfsarbeiter" in October 
1Q20. I vas promoted to Reglerungsrat earljr in 1923 and left the Reichsamt tovard the 
end of 1929. During these years I had various offlcial dutles. I helped develop the first 
consumer price index in the fall of 1920. Fxv.m 1925 or 1926 on I was In Charge of the 
dIvTiT5n-äiäIt«g irith foreign economic relations and was, at the ^«J-^^^.^^^' * "'^'"5^': °* 
the Institute for -Business «yoles Reaearch whlch was attached to the ««l«*^^*"^^' ^^^^. 
again trwr-ÄlpSnsme-förSusiness fluctuations outside of Germany. J"JJ*J^^^^f ^^^ 
I was the editor of tvo volumes published by the Reichsamt on «fr^^ nftS« R«ichsamt L 
World, ( ae Wirtschaft des Auslands ). I also participated, on behalf °^ ^'^^^^«^f ^^^;i'' 
various coimnittees of the League ol^ Nations and the International iBbor Officem Geneva 
I^d vas a member of the German delegation to the World Economic Conference i" ^eneva In 
1927. After leaving the Reichsamt I was appolnted as Oberregierungsrat to the Minis try 
of EooRomlcs m Berlin. I served here as one of the two economlets on ^^e staff .f the 
MlnistrT. On March 6, 1933, the day after the Bitler election.T as^ed ^^^« J«^^f ^^^;°! 
the MinistiT and the Civil Service and was able to do so on the ^^^^^°f /^""^J^^f .^^^ 
ficate that ny health made it no longer possible to fulflll the dutles as a civil servant. 

I left Germany early in April 1933. 

Durlng the entire perlod of my offlcial government aervlce I taught economics, for many 
years at the Volkshockschule of the city of Berlin and, from 1928 to 1933, at the 
Hocluschule für Politik. 

If you have any addltlonal questions I should llke you to feel free to get in ^'^^hj'i^h 
me. We could possibly discuss it over the phone to spare you any further correspondence. 
I am soriy to wrlte you in English but I have no facllities to do so In German. 

Wlth klnd regarde, 

Otto Nflthan 
TRUSTES 



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6. Dezember 1972 



An die Oberfinanzdirektion Hamburg 
Zentrale Erfassungs- und Auskunftsstelle 

fuer die Angehoerigen der dieraaligen 

Reichsfinanzverwaltung 
Roedingsmarkt 83 
2 Hamburg 



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Sehr geehrte Herren, 

auf Empfehlung von Herrn Dr. Buettner vom Bundesarchiv 
in Koblenz erlaube ich mir, mich an Sie mit einer Anfrage zu 
venden. 

Ich bereite gegenvaertig ein Buch ueber Juden im oeffent- 
lichen Leben Deutschlands in der Weimarer Zeit vor. Das 
entsprechende Buch ueber Juden im oeffent liehen Leben Deutschlands 
in der monarchischen Zeit habe ich 1968 im Verlag J.C.B. Mohr 
(Paul Siebeck) Tuebingen publiziert. Ich war in der Weimarer Zeit 
Beamter im Preussischen Minir>terium des Innern und Mitglied des 
Preussischen Landtags. 

Soveit die juedischen Beamten des einstigen Reichsfinanz- 
ministeriums in Frage kommen, bin ich ueber Dr. Hans Schaeffer, 
Staatssekretaer von 1930 bis Anfang 1932, und seinen Nachfolger 
Dr. Zarden, einen getauften Juden, genuegend unterrichtet. 
Ebenso bin ich ausreichend informiert ueber Dr. Dorn. 

Es scheinen aber noch einige juedische Herren in weniger hoch- 
gestellten Posten im Reichsfinan^'ministerium taetig gewesen zu 
sein. Sollten Sie ueber diese Informationen haben, so waere ich 
Ihnen fuer eine Mitteilung sehr dankbar. 

Es ist zu vermuten, dass der Ministerialrat Dr. Fuchs, dem 
Staatssekretaer unmittelbar unterstellt, der voelkerrechtliche 
Angelegenheiten bearbeitet hat, juedisch oder juedischer Abstammung 
gewesen ist. Koennen Sie mir darueber eine zuverlaessige Infor- 
mation geben? Namen und Amtsbezeichnung entnähme ich dem 
Geschaftsverteilungsplan vom 14. Oktober 1932, der in den Nachrichten 
des Reichsfinanzroinisteriums Nr. 40 vom 24. Oktober 1932 veroeff ent- 
licht worden ist. Dies habe ich im Bundesarchiv in Koblenz ein- 
gesehen. 

In der Abteilung I (Haushaltsabteilung) wirkte ein Oberregierungsrat 
Hirsche*. Die Information im GeschaAf tsverteilungsplan enthaelt 
den Vermerk "scheidet zum 1.4.1933 aus". Hirschel war eine Zeitlang 
persoenlicher Referent des Reichsfinanzministers Dr. Dietrich. 

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Auch er war, wie ich annehme, Jude oder juedischer Abstammung 
Ferner habe ich gefunden, dass in der Abteilung III a ein 
Oberregierungsrat Dr. Lazarus fuer Liquidations- und Gewaltschaeden 
taetig gewesen ist. Bei ihm findet sich derselbe Vermerk wie 
bei Oberregierungsrat Hirschel. Ich vermute, dass auch er 
juedisch war. Wenn Sie mir ueber diese Fragen eiB^. Informationen 
erteilen oder mich auf andere juedische Beamte im Reichsfinanz- 
mmxsterium aufmerksam machen wollten, waere ich Ihnen dehr 
dankbar. Als juedisch betrachte ich alle diejenigen, die der 
juedischen Religionsgemeinschaft angehoerten, ferner Dissidenten 
und getaufte Juden, soweit sie von Seiten beider Eltern juedischer 
Herkunft waren. Dagegen ziehe ich in den Kreis meiner Bearbeitung 
nicht diejenigen ein, die von Seiteeines Eltern- oder eines Gross- 
elternteils juedischer Herkunft waren. Ich habe die Begruendung 
dafuer in meinen Publikationen gegeben. 

Mit verbindlichem Dank im voraus und bester Empfehlung, 



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Oberfinanzdirektion Hamburg 

Zentrale Erfassunos- undAusKunftstellB TQr 



Zentrale Erfassungs- 

/\,,. h.nriqö der Rhem. Reichsfinanzverwaltung 



P 1400 - Z 534 - 517/72 

Geschäftszeichen und Datum dieses Schreibens m der 

angeben I 



Bitte Geschäftszeichen 



Antwort 



13. Februar 1973 
= '«"" ) APP...29..Q 

[inetz: 9. 20.7 j 



Hamburs: 11» 

Rödingemarkt 2 
^^ Postnetz 

Behördennet 

Fernfcfareiber 2 16 20 16 soll d 



Postanschrift: 
Oberfinanzdirektion Hamburg. 2 Haniburg 11. Postfach 1 1 0880 

Herrn 

Ernest Hamburger 

67 Riverside Drive 

New York , N.Y. 100 24 
212 endioot 2 - 1736 

U.S.A. 



^,- 



Betr. : Jüdische Beamte in der ehemaligen Reichsfinanzver- 
waltung 

Bezug; Ihr Schreiben vom 6. Dezember 1972 



Sehr geehrter Herr Hamburger! 

Infolge besonders starker Zunahme des Geschäftsverkehrs bei der 
hiesigen Stelle im Monat Dezember des vergangenen Jahres und zeit- 
weiliger Abwesenheit des einzigen Mitarbeiters komme ich erst jetzt 
dazu, Ihr oben aufgeführtes Schreiben zu beantworten. Ich darf 
hoffen, daß Sie mir deswegen Nachsicht gewähren werden. 

Zu den von Ihnen genannten Herren ist folgendes zu bemerken: 
1) Ministerialrat Dr. Richard Fuchs , geb. 13.6.1886 in 
Berlin, jüdischen Glaubens, gehörte vom 1.11.1916 bis 
31.10.1919 dem Reichswirtschaftsgericht an und war anschließend 
Landrichter beim Landgericht lin Berlin. Yom 8.8.1919 
bis 31.10.1919 war er nebenamtlich und vom 1.11.1919 bis 30.11.1919 
hauptamtlich im Reichswirtschaftsministerium tätig. Am 1.12.1919 
trat Dr. Puchs zum Reichsministerium für V/iederaufbau über und 
wurde dort am 10.3.1922 zum Ministerialrat ernannt. Infolge Auf- 
lösung dieses Reichsministeriums wurde er am 10.5.1924 in den 
Dienst des Reichsfinanzministeriums übernommen, aus dem er mit 
Ablauf des Monats Dezember 1933 auf Grund des § 6 des Gesetzes 



- 2- 






- 2 - 



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zur Wiederherstellung des Beruf sbeamtentums vom 7.4.1933 
in den dauernden Ruhestand versetzt wurde. 

2. Oberregierungsrat Dr. Julius Lazarus , geb. 23 . 1 . 1891 
in Berlin, jüdischen Glaubens (seit 1909 jedoch evan- 
gelisch), nahm am 6.4.1922 seinen "Dienst als Gerichtsassessor 
beim Reichskommissar beim Reichswirtschaf tsgerioht auf, v/urde 
dort am 1.5.1922 zum Regierungsrat ernannt und wechselte dann 
am 28.9.1922 zum Reichsministerium für Wiederaufbau über. Nach 
Auflösung dieses Ministeriums wurde Dr. Lazarus am 10.5.1924 in 
das Reichsfinanzministerium übernoirmien, hier durch Urkunde vom 
29.6.1929 zum Oberregierungsrat ernannt, und auf eigenen Antrag 
am 10.2.1933 aus dem Reichsdienst entlassen. Im September 1933 
wurde er beim Landesfinanzamt Berlin wieder als Oberregierungs- 
rat angestellt, dann vom 10.10.1935 an vom Dienst beurlaubt und 
mit Ablauf des 31.12.1935 auf Grund des § 3 des Reichsbürgerge- 
setzes in Verbindung mit § 4 der Ersten Verordnung dazu in den 
Ruhestand versetzt. Er verlegte später seinen Wohnsitz danach 
nach Niymwegen in Holland. 

3. Unterlagen über einen Oberregierungsrat Hirschel konn- 
ten hier nicht festgestellt werden. 

Darüber hinaus habe ich noch die nachstehend aufgeführten ehema- 
ligen Beamten jüdischer Herlcunft ermitteln können, die bei den 
dem Reichsfinanzministerium nachgeordneten Behörden tätig gewesen 

sind: 

1. Regierungsrat Dr. Ernst Callomon, geb. 5.7.1893 in 

s t r o w o (Posen), mosaischen Glaubens, wurde am 1.4.1923 
unter gleichzeitiger Ernennung zum Regierungsassessor endgültig 
in die Reichsfinanzverwaltung (Geschäftsbereich der Besitz- und 
Verkehrssteuern) übernommen. Er war zuletzt beim Finanzamt Berlin- 
Wilmersdorf-Süd als Regierungsrat tätig und ist auf Grund des § 5 
des Reichsbürgergesetzes in Verbindung mit § 4 der Ersten Ver- 
ordnung dazu vom 14.11.1935 (Reichsgesetzblatt I S. 1333) mit Ab- 
lauf des 31.12.1935 in den Ruhestand versetzt worden. Er verlegte 
seinen Wohnsitz am 18.12.1937 nach New York. 

2. Regierungsrat Dr. Ernst F a b i s c h , geb. 29.9.1889 in ^ 
Berlin, mosaischen Glaubens, wurde durch Anstellungsurkurie 



- 3 - 






- 3 - 



vom 20.7.1923 zum Regierungsrat ernannt und gleichzeitig 
beim Finanzamt Mühlenberg XI in Berlin endgültig in die 
Reiclisfinanzverwaltung übernommen. Er gehörte zuletzt dem 
Zentralfinanzamt in Berlin an und ist auf Grund der unter 
vorstehender Nr. 1 genannten Bestimmungen mit Ablauf des 
31.12.1935 in den Ruhestand versetzt worden. Er wanderte 
am 8.12.1937 nach Amerika aus. 

3. Regierungsrat Friedrich Ledermann, geb. 26.6.1893 
in Berlin , jüdischen Glaubens, wurde am 1.8.1923 
unter Ernennung zum Regierungsassessor endgültig in die 
Reichsfinanzverwaltung (Geschäftsbereich der Besitz- und 
Verkehrssteuern) übernommen und dem Finanzamt Friedrichs- 
hain in Berlin zur Dienstleistung überwiesen. Am 1.6.1925 
wurde ihm eine Planstelle beim Finanzamt Teltow in Berlin 
übertragen, nachdem er durch Anstellungsurkunde vom 25.5.1925 
zum Regierungsrat ernannt worden war. Zuletzt verrichtete er 
seinen Dienst beim Finanzamt Wedding in Berlin. Im Frühjahr 1933 
wurde er vom Dienst beurlaubt und beging zusammen mit seiner 
Mutter am 23.5.1933 Selbstmord. 

4. Oberregierungsrat Adolf Oppenheimer, geb. 26.9.1880 
in Berlin, jüdischen Glaubens (am 25.5.1902 evangelisch 
getauft), '.vurde im Einvernehmen mit dem Preußischen Minister 
des Innern am 1.2.1922 als Regierungsrat in die Reichsfinanz- 
verwaltung übernommen und dem Landesfinanzamt Groß-Berlin, 
Abteilung für Besitzsteuern, in Berlin zur Dienstleistung 
zugeteilt. Er war dort zuletzt als Oberregierungsrat tätig 

und ist auf Grund der unter Nr. 1 genannten Bestimmungen mit 
Ablauf des 31.12.1935 in den Ruhestand versetzt worden. 

5. Regierungsrat Dr. Paul Pflaum, geb. 20.8.1893 in 
Neidenburg, mosaischen Glaubens, wurde auf Grund 
der Anstellungsurkunde vom 5.12.1925 zum Regierungsrat ernannt 
und gleichzeitig beim Finanzamt in Elbing in die Reichsfinanz- 
verwaltung übernommen. Er blieb aber weiterhin kommissarisch 
beim Reichsausgleichaamt tätig und wurde mit Wirkung vom 
23.2.1931 mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Vertreters 

der Restverwaltung für Reichsaufgaben beim belgischen Ausgleichs- 
amt in Brüssel beauftragt, von der er mit Ablauf des 31.12.1931 



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- 4 - 






- 4 - 



6. 



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wieder entbunden ivurde. Am 2.1.1932 trat er seinen Dienst 
beim Landesfinanzamt Berlin in Berlin an. Zuletzt verrichtete 
Dr. Pflaum seinen Dienst beim Finanzamt Neander in Berlin und 
wurde auf Grund der unter vorstehender Nr. 1 genannten Bestim- 
mungen mit Ablauf des 31.12.1935 in den Ruhestand versetzt. Er 
verlegte seinen Wohnsitz am 7.8.1938 in das Ausland. 

Oberregierungsrat Dr. Siegmund Pick, geb. 2.11.1886 in 
Breslau, evangelischen (früher jüdischen) Glaubens, wurde 
zunächst durch Bestallungsurkunde vom 25.11.1920 zum Regierungs- 
rat ernannt und mit Wirkung vom 1.12.1920 endgültig beim Finanz- 
amt XIV in Berlin in die Reichsfinanzverwaltung übernommen. Er 
fand aber bis auf weiteres Verwendung beim "Finanzamt Berlin-Neu- 
kölln. Nach vorübergehender kommissarischer Beschäftigung im 
Reichsfinanzministerium wurde er zum 1.7.1924 als Vorsteher an 
das Finanzamt Mariendorf in Berlin versetzt, dort ajn 1.8.1924 
zum Oberregierungsrat ernannt. Er war zuletzt beim Landesfinanz- 
amt Berlin - Abteilung für Besitz- und Verkehrssteuern - in 
Berlin tätig und ist mit Wirkung vom 1.12.1933 auf Grund des 
Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 
7.4.1933 in den dauernden Ruhestand versetzt worden. Ende 
April 1939 verlegte er seinen V/ohnsitz nach England. 

7. Regierungsrat Dr. Emil Rosenberg, geb. 8.7.1890 in 

Brandenburg /Havel, mosaischen Glaubens, fand zunächst 
ab 1.6.1922 beim Reichsvertreter bei der Hauptstelle Berlin des 
Reichsentschädigungsamtes als Gerichtsassessor Verwendung. Am 
1.1.1923 wurde er zum Regierungsrat ernannt und ihm die Stelle 
eines Regierungsrates bei einer dem Reichsministerium für Wieder- 
aufbau nachgeordneten Behörde vom 1.8.1922 an übertragen. Infolge 
Auflösung des Reichsentschädigungsamtes wurde Dr. Rosenberg ab 
1.10.1929 in die Reichsfinanzverwaltung, Geschäftsbereich der 
Besitz- und Verkehrssteuern, übernommen und dem Finanzamt Mitte 
in Berlin zur Einarbeitung überwiesen. Am 1.7.1930 wurde er an 
das Finanzamt in Nauen versetzt und verrichtete zuletzt seinen 
Dienst beim Finanzamt Börse in Berlin. Mit Ablauf des 31.12.1935 
wurde Dr. Rosenberg auf Grund der unter vorstehender Nr. 1 ge- 
nannten Bestimmungen in den Ruhestand versetzt. Er verlegte seinen 
Wohnsitz am 17.1.1939 nach London. 



- 5 - 



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8. Regierungsrat Dr. Heinrich Strauß , geb, 30.4.1894 in 
Cannstadt , israelitischen G-laubens, \mrä.e zunächst 
mit Wirkung vom 1.6.1924 als Regierungsassessor beim Finanz- 
amt Orteisburg in die Reichsfinanzverwaltung übernommen. 
Nach seiner Ernennung zum Regierungsrat durch Anstellungs- 
urkunde vom 22.11.1924 erhielt er mit Wirkung vom 1.12.1924 
eine Planstelle beim Finanzamt in Insterburg. Zum 1.7.1925 
>Airde Dr. Strauß an das Finanzamt Friedrichstadt in Berlin 
und am 1.4.1934 weiter an das Finanzamt Tiergarten in Berlin 
versetzt. Dort erreichte ihn auch seine Versetzung in den Ruhe- 
stand mit Ablauf des 31.12.1935 auf Grund der unter vorstehen- 
der Nr. 1 genannten Bestimmungen. Dr. Strauß verließ am 16.3.1959 
Deutschland, hielt sich vorübergehend in der Schv/eiz auf und 
nahm dann seinen Wohnsitz in New York. 

Ich hoffe, Ihnen damit gedient zu haben. 



Hochachtungsvoll 
Im Auftrag 



(Rauscnfenbachl) 







ßfee Geähäftszelchen 'und ?ä?urti dieses ScTitilbW 



bürg 



In der Antwort 



angeben 



Hamburg 11, 

RödingB markt 2 
^g^ PoBtnctz : 

Behnrdennetz 

Fernschreiber 2 16 20 16 soll d 



16. Februar 1975 
3^ ^^ ^^ 1 App. .290 

i 9. 20.7 j 



Pottantchrift: ^ 

O berfinanzdirektion Hamburg. 2 Hamburg 11. Postfach 11 0880 

Herrn 

Emest Hamburger 

67 Riverside Drive 

New York , N.Y. 100 24 
2i2 endicot 2 - 1736 

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Betr. : Jüdische Beamte in der ehemaligen Reichsf inanzver- 

wal tung 
Bezug; Ihr Schreiben vom 8. PebiTuar 1973 



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Sehr geehrter Herr Hamburger! 

Ich habe Ihre Anfrage vom 6. Dezember 1972 inzAvischen mit 
meinem Schreiben vom 13. Eebruar 1973 - P UOO - Z 534 - 
517/72 - beantwortet. 

Nach Abgang dieser Antwort ist es mir durch weitere Nachfor- 
schungen doch noch gelungen, eine Spur des von Ihnen genannten 
(Herrn Hirschelzu entdecken. In den aus dem Zentralbüro 
des Reichsfinanzministeriiims bierher ausgelagerten Personalakten 
des Reichsministers der Finanzen Hermann Dietrich (nicht 
Dr. Dietrich) befindet sich ein Schreiben des Badischen Staatsmi- 
nisteriums vom 30.5.1932, in dem ein Regierungsrat Hirschel nament- 
lich erwähnt ist, der um Übersendung der bei diesem Staatsministe- 
rium befindlichen Personalakten des Reichsfinanzministers Dietrich 
gebeten hatte. Dies läßt darauf schließen, daß dieser Beamte tat- 
sächlich persönlicher Referent des Reichsfinanzministers Dietrich 
gewesen ist. 



Im Entwurf 

gezeichnet 

Rauschenbach 



Hochachtungsvoll 



/ 



Im Auf>l?ag 




Herrn Dr. Ernst Posner 

1&I5 South Arlington Ridge Road 

Arlington, Va, 22202 



Sehr geehrter Herr Posner, 



30. November 1972 



/ 



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darf ich mich mit einer Bitte an Sie wenden« ich 
sah neulichaus der juedischen Presse, dass Sie Ihren 
80. Geburtstag gefeiert haben, wozu ich nachtraeglich 
gratuliere - ich habe das schon hinter mir - und 
vermute daher, dass Sie mir ueber Juden im staatlichen 
Archivwesen in der Weimcirer Zeit nuetzliche Informationen 
geben koennen. 

Ich waere dafuer dankbar, da ich gegenwaertig an einem 
Buch "Juden im oef fentlichen Leben Deutschlands in der Weimarer 
Zeit" arbeite. Ich moechte darin nicht nur politische Beamte 
und Beamte in der allgemeinen Staatsverwaltung innerhalb der 
Gesamtkategorie "Beamte" behandeln, sondern auch eine kurze 
Ueber sieht ueber Beamte in mehr technischen Dienstzweigen 
geben. Das Ganze soll in die Personalpolitik des Reichs und 
der Laender eingegliedert werden, und es soll gezeigt werden, 
wie verschieden z.B. die Laenderregierungen zu der Anstellung 
von Juden sich verhalten haben. 

Mein Buch ueber die Juden im oef fentlichen Leben 
Deutschlands in der monarchischen Zeit (1848-1918) ist 1968 
im Verlag J. C.B.Mohr (Paul Siebeck) in Tuebingen erschienen. 
Es befindet sich in der Library of Congress und vermutlich 
in einigen andern Bibliotheken in Washington, und Sie koennen 
es dort einsehen, wenn Sie sich ein Bild von der Art machen wollen, 
wie ich die Probleme bezueglich der Beamten, Parlamentarier usw. 
angefasst habe. 

Koennten Sie mir sagen, ob Juden in groesserem Utnfang in 
der Archiv- Verwaltung der Laender taetig waren, ob es einen 
oder mehrere juedische Archivdirektoren gab, ob Sie einige der 
im Archivwesen taetigen Juden fuer besonders erwaehnenswert 
halten, und koennten Sie ueber sich selber ein paar Zeilen 
hinzufuegen, aus denen Ihr Lebenslauf und Ihr Wirken im Archiv- 
wesen in Deutschland und auch Ihre^ Taetigkeit in spaeterer 
Zeit erkenntlich werden. Der Arti>^l im Aufbau ueber Sie ist 
mir bekannt. 



Mit bestem Dank im voraus und freundlichen Gruessen 



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P.S. Ich war in der Weimarer Zeit 
Preussischer Landtagsabgeordneter 
<*•* ftiÄeFn, ^^ Preussischen Ministettum 



Ihr 






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Washington, D.C. 20016 






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Ernest Hamburger, 6? Riverside Drive, New York, NY 1002U 



17. Januar 1?73 



Herrn Dr. Ernst Posner 

66 Aegeri Strasse 

CH 6300 Zug, Switzerland 



Sehr geehrter Herr Posner, 

nehmen Sie meinen besten Dank fuer Ihren Brief vom 6. Januar 
d.J. Ihre Informationen ueber juedische Archivbeamte waren mir 
sehr wertvoll. Ebenso bin ich Ihnen verbunden fuer den Hinweis 
auf den Artikel VJolfgang Mommsens in Der Archivar, und die von 
Ihnen herauspegebenen Selected Articüs. mit der biographischen 
Einleitung von Paul Lewinson. 

Ich erwidere Ihre guten .^.^lensche fuer das Neue J.ohr auf 
das beste und bleibe 

mit vielen iruessen 



Ihr 



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Frankfurt, den 7« September 1971 • 
Wolf sgengstr . 26 



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Dr. Marianne rulvermann /"^ ^- / 

Sehr geehrter Herr Doktor i 

PUr Ihren Brief vom I7. August danke ich ihnen vielmals. Leider 
kann ich Ihnen nur sehr begrenzt über meines Mannes Tätigkeit etwas 
berichten. Ich hpbe meinen Mann erst im Jahre 1957 geheiratet ^nd bin 
im Jahre I959 mit ihm nach Palästina (damals) ausgewandert. 

Mein Mann wurde am 11. November l89r^geboren und starb^am^f^.^^Mai l^GO M-^x 
Er war Volljude. Vom Jahre I920 bis 1933 war er Mitglied der SPD Deutsch- 
lands. xJ" war Mitglied der Vereinigung republikanischer Beamter und An- 
gestellter in ivipgdeburg seit 193ii.Er war vom Jahre I915 bis I918 zum 
Kriep-,e eingezogen und verwundet. 

Mein Mann war Gerichtsassespr seit I920 mit Dienstalter vom 1910^ beide 
Juristischen Prüfungen bestand er mit gut. Er featte die Befähigung zum 
Richteramt. I923 wurde er als Stadtrat (Syndikus; in Halberstadt ein- 
geführt, u.a. hatte er das Sozialamt als eine i^ufgabe, er wtr dort 71/14. 
Jahrr. Er wurde sehr gut verabschiedet. 

Vom Ap rillg^O.b is November I931 wurde er als iviinisterialrat ins Reichs- 
mini sli^eFlumdes Innern oerlin berufen, x^ie Reichs- und Verwaltungsreform 
sowie die A^ommunal Angelegenheiten wt^ren seine ..ufgabe. Verum Herr Se- 
vering ihn ansj^^rech, weiss ich nicht, tierr Oberregierungsrat Dr. Viktor 
Bngelhardt, zuletzt in i\euHs, blfefeb bis vor wenigen jBhreh*"sein Freund. 

Aus besonderem Drang zur selbständigen Mitarbeit ging er November I93I 
aus dem Ministerium fort und das ±^t eines Kämmerers in Magdeburg wur- 
de ihm übertragen, die früheren uründe sprachen dafür. Ausser dem Fi- 
nanzdezernajit sowie die i^eitung von Stadtsparkasse und ^tadtbank wurde 
ihm 1932 die gesamte Steuer-und AbgBbev er waltung unterstellt. Er hatte 
viele Reisen zu machen, wer zur ivrediteuf nehme im Ausland und mit wirt- 
schaftlichen Organisationen dienstlich sehr verbu-den. m Magdeburg 
hf.t er sehr gut mit Oberbürgermeister x^eutter zusammengearbeitet, er 
blieb ihm ein grosser Freund in der Auswanderung, mit dem er korrespon- 
dierte und nj.ch seiner Rückkehr nach Deutschland hf t er zu seinen Leb- 
zeiten ihn und seine rrau oft gesehen, ii,^ sehr anerkennendes ^eugnis 
hat er von Heutter. Dr. Löwenthal kannte ich nicht, mit aoldschmidt 
stand er gut, mehr we'ss ich nicht, ^n dem Buch über -Er^st Reutter" 
von Willy Brandt und ..ichard Löwenthal ist mein Mann erwähnt. 

im JehrM 1933 wurde mein Manrirp^nsioniert und bektm auf Vertrag seine 
rension. jür ging mit seinen jj,ltern nach Berlin, , in ihrem Hause wohn- 
te ich von 1937. -Jis 1939 beriet er alte Bekannte in geschäftlichen 
.ngelcgenneten. ^ half auch jüdischen Institutionen, besonaers dem 
nerrn Ministerialrat ur. Otto Hirsch. Ich selbst war eine Sozialrefe- 
rent in immer. 

ir wanderten I939 nach .alestine (damals; aus. Mein wenn bekam im 
Kriege seine rension aus Deutschland nicht. ji;r tat fiele ..rbeiten aus- 
serhalb seines ioerufes. ^r trug aus einem ..pscheheverleihhaus in Jeru- 
salem , 






2. 



salem, wo wir wohnten, ..aache en Einzelkunden ^us und seine uhefin, 
einp xxTztin eus Deutschlen<i , die wusste woher er wer, gab ihm ein 
glänzendes Zeugnis, ^b dieser lat wurde er sehr hoch in -.srael geach- 
tet, ^anach bekam er bei Kriegsbeginn eine i-^rbeit beim "Cost Acconn- 
ting, ar Sup.lv board" bei der ivontrolle der ^ebensmittelanschefl'ung^^n. 
jß^r verliess 19^5 die Stellung mit der höcins'en ..uszeichung im bgengs- 
zeugnis uradp 1. Er war beim oustodian of Enemy rroperty, alles in Je- 
rusalem, er wurde 19lj7 - Is ein^^ menschen "of highest oplnion beurteilt. 

l^ech einen relativ kurzen .^cit bei der Sochnuth gine^ er zum ^tete 
Controller, i^r stieg in seiner xltigkeit hocn sul*, leistete eine sehr 
verantwortliche ^.rbeit. Er bat im «ahre 195i; um seine ^jit lassung, da 
er nach ^eiitschl&nd gehen wollte. x.ie Verabschiedung wurde ihm ungern, 
aber sehr ehrenvoll gegeben. 

meinem Mann wollte man in Deutschland die nechtsanwaltschaft zurückge- 
ben, die er nicno anneniu. jfnhe iunter, die ihm vun dem berliner magistrat 
fc.ngeboten .vurdc^n, wollte er nicht. .,ir wohnten erst in^^^^^g ^^(^j^güssel- 
dorf und gingen dann endgültig nach rrankfurt. mein Mannv in einigen 
besonderen wi edergutmechungssacnen, erteilte mancn^n •.at an Sachver- 
stfend ge. x»r wol te Zeit haben für sein^ besonderen Liebhabereien 
^uf seinen senr gekonniAi ^ebieten wie Jura, Geschichte, ^iteratur 
und ahnlichem, ^ein Mann starb f m ^arzinf ax kt in „.bano/ Italien, seine 
tresundheit war schun ein^' ^eit lang seh. getroffen. 



^ch hoffe, Ihnen mit diesen eingaben etwas gedient zu haben, ^u eilen 



'K*-^l 



Fragen, die ich ihnen beantworten kann, bin icn gern bereit, 
bes ' en ^/Tünsche für eise erfolgreiciie xarbeit« 

Anit freundlichen v^russen 



eine 



Ihre 




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ERNEST H;^MBURGER c/o 



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2. Maerz 1972 



Frau Dr. Marianne Pulverrnann 
26 Wolfsgangstrasse -*^'^ 
6 Frankfurt am Main 



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Sehr geehrte gnaedige Frau, 

wie ich Ihnen in meinem letzten Brief schrieb, 
habe ich Frau Hanna Reuter an die Erledigung meiner 
Bitte erinnert, ueber Ihren Gatten und auch ueber 
Buergermeister Goldschmidt etvyaiges Material zu senden, 
das sich im Ernst-Reuter-,4rchiv in Berlin befindet. 
Das ist nun eingetroffen, verspaetet, weil die Sendung 
umfangreich war und daher nicht mit Luftpost geschickt 
wurde. 

Es wird Sie interessieren, dass sich unter dem 
Material eine Niederschrift Ihres Gatten befi^inflet,^ und 
zwar vom 21. April 1954 "Ernst Reuter in Magdeburg . 
Ueber Ihren Gatten selbst ist nicht viel m seiner Nieder- 
schrift gesagt, aber er weist darauf hin, dass Reuter 
innig verbunden war nicht nur mit dem Zweiten Buerger- 
meister, sondern auch "mit dem Stadtkaemmerer, der sein 
Gehilfe auf vielen Gebieten des staedtischen Haushalts- 
wesens war. Mit diesen vier Kollegen traf sich Reuter 
haeufig, manchmal fast taeglich bei einem tuerkischen 
Kaffee..." Ihr Gatte hat sich in dieser Niederschrift 
ueberbescheiden ausgedrueckt, wie das sine Art war. Herr 
Baurichter hatte mir schon mitgeteilt, wie liebenswuerdig 
und bescheiden Ihr Gatte stets aufgetreten ist. 

In dem Material befindet sich ferner eine Photokopie 
der Magdeburger Volksstimme vom 4. Juli 1931 ueber die 
Wahl der neuen Stadtraete, darunter Max Pulvermann, dessen 
wichtigste Lebensdaten in dem Artikel angegeben sind, sodass 
auch dies meine Dokumentation gut ergaenzt.. 

Wenn Sie die erwaehnte Niederschrift und den Zeitungs- 
artikel nicht besitzen und Wert darauf legen, sie zu erhal- 
ten, so bin ich gern bereit, fuer Sie Photokopien anferti- 
gen zu lassen und Ihnen zuzusenden. Im uebrigen ist 
auch ein Artikel in einer andern Nummer der Volksstimme 
ueber die Einfuehrung von Max Pulvermann in sein Amt 
im November 1931. 



Mit freundlichen Gruessen 



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Ihr ergebener 






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Unterlialtung V/.B. oit Dr. Pulvermann am 24.4.54 






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P weist insbesondere darauf hin, öass Ell im Be^/zusstsein der 
luaßdeboxßer Bevolicerunr; nicüt die Stäche der P;.rtei, sondern der 
-ansen Stadt vertreten Hat. ITacii einen Jahr war er aucii der 



" Oberbürgermeister der anderen". 



II MMbJ i*irai 1 1 



Die arössenordnunff von Kardeburg liess eine pei^ihil^che^^i^ämig 
des OB W, v/i r Gio et-a fir einen Dezernenten in Berlin nicht 
gegeben war. 

Uich die Hasis haben ]il nie t .^en Yoir/urf gemacht, dass an 
seiner Ve:^^;n:tunf; irgenc! etv/as unsauber gewesen sei. 

Die 10 hillionen aus der Sclr.veis >7urden vor allom f:ir das 'Sb^ 



serv/erk einfei^elzt. - V/ilhrend eine btaat v/i.-- ^^oj^- ^xxre ..ec-.sei 
ni;nrr^nlÖGen konz.te, i:ahlte Laede:,urfr seine ...ech^iungen Dar. - 
ES wäre jedoch falsch, der, värtschaft__ic.-en Aufbau^in :.:agdeourg 

, -..1-,-.,,, r- -,-;-'- nnr^ vroblecie" der i/ix't scaaits— 
und die Auceinan.-erseU.anj^ uj. ., aun ixojxfc-L.v.i- 

krise allein als: eine LeiatunG iSs darsustellen. 



ER zeiclmeto sich vom ers-tcn Tag sein s Virkens in i:. durch 
seine ausbleichende '7irkuny aus. Seine leichte Ironie, nxt 



manoiiiiial verletsen. -.Jr ..icttc 



V-! n-ic' KonöCiien 



der er f llliren \voi- . ce, ;.':onn"- 

au nelHuen« 

Die Koalition im Magistrat basierte auf einer Zusammenarbeit 
zwischen SPD, Demokraten und Zc^rum. Bargermeister (Joldschmidt 
(Staatspartei) v/urde nach der .-Lacht übernähme" vom >_o_^ 
gesv/ungen, die hakenkreur/fahne :,'u crüssen. 

Dr. P. hält es far mörüch, dass Dr. I e^^sel (Ir^-slden t des 
Landesarbeitsamts 1 -Üncaen-Süd) '^er die unsekrrton Yorg -ng 
um den 20.7.32 Auskunft geben könnte. (An herbei xst mai- 
schen fescbTieben worden, b' ) 









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2h« ^bvemb€^ 1?71 



Frau Dr« Scohie Qua^t 
Mansfelderstrar.öe 32 
1 Perliii 31 



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Sehr geehrte Frau Dr. Quast-, 

Ihre Adresse verdanke ich Lotte Lemke, imd diese hat Ihnen vermutlich 
schon iv'cehev ge^jchriel-eii, dasa ica eiri Bv..ch ueber Jvieden im oeffentliohen 
Leben Dcu^i^schlands in der Weiok^röi' Zeit vorbereite, in dem eheiaalige 
Regifcrangsmit^ixif-xicr, P:rriuLenl.c.rier "uixc. i^^.anite Juedischer Kerk^onft im 
Rahrrßn der geac^icntlichen rjitwicKiui^i uti .eiiaarer f^epi;bUk dargestellt 
werden soilen, m^ encbprechanae 3ach ueber die monarchische Zeit vlöUö - 
1918) ist im Jahre 1968 im Verlag J.C.D. Mohr in Tuebingen erschienen, und 
w«nn es Sie int^reb-c^lert, 3o kot^unen Sie sicher sin liXiT^lar in einer der 
Berliner Biblictheker ocer durch Kucckirare bei lU-.rrn Dr. E.G# Lowenthal, 
Kaunstrasse 'i'i in ^^ehlembif, fcur Einsicht f-rhalU^n. 

Ich erlar:be mir nun, mich .nit Jer Bitte an Sie %u wenden, mir bei der 
7usamnißn3teIlunP, de^ M^terialt^ aji" uem Gebiete, auf dorn Sie so ^^^se 
Kenntnisse hsiDsu, oehiliiich i^u oein. iah xia..e aie Dokunen r^a^tion ueber 
eine Reihe von t^r.c aen, mV. oBaen ich aaa inelni^r fr-^heren Abaeordiieten- 
und b€a;nt*^n Ue ci^-kej. r, freiließ cUaf-.UcIi cder beruflich verbunden war, bereits 
in meiren Kaenden. Daau ^ehoeren ^mz Wit-eishoeier, Walter Frlodlaeiider, 
Hans Ca3r>£Ti - mi. oer leiüc^n letzteren :. tä..e icn In rchririiicaer T^rbinaung 
und andere. An Krnöt herrns Uai,, dcrr jeUt in UcluiT^bier. lebt, habe ich 



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ge3Chria>.cri uuc» aofie^vo.'. il'in .'::.v^-. 



t- •■•■•chrLcht 7\-i ftrhaitan, auch Dora Segall 



Wird nir beBt.-immt ejjrlges ue"ix-r senden. D^ 3uct von .Vladlaenaer ueoer 
Helene i>irK>n L-t, niir I^t{.i u-niKe vor eU.y.m^ touicen ..obensanat, and Hedwig 
Wachenneia wi^ xicxiL /iui* -rfeüne Kolle-in, bonaern auch arsere N^^chbarin in 
Uaw XoYX, t^oaaas ich ünuer « ie 5li. £ UaD^, auch ai.s Nachinife von irnst 
FraenKei uiia Lo ^e i/änitce sina mir bekaruto 

Ich weiss jedoch kaum et^-ae- o^Uv Dr^vD^ea Hir^chfeld, nur dass sie 
am 12. J'uni 1?66 gestorben ist ur.o zr^i^Gt, in TemD^lhof gewohnt natj Koennen 
Sie mir etwas aus direkter Kenntnis uenor sie schreiben, oder S-Liia irgend 
welche Mc.ch-u.te oocr Ai-tikel von ihr oaer uab.-r sie erschienen, auf die Sie 
mich hinweisen Koemiten, sodass ich au£ all aen. -In Bilc- ihres U»ber.s jn<i 
Wirkens zu zeiconen vermüt.chLe. ieiTiei- iioerte \chy do-tic Sie eine eaemalige 
Mtarbeiterin von Siddy Wronbky sind, die Ja Ecitv;eise Stadtverordnete war, 
und ueber die auch Kachruie in rieeu^^r* in Israel erschienen siJia, wo si« 
zuletzt gelebt hat. Auchhier wurde ich mich ueber weitergehende ^^[5*f^^^'-°Vo 
ueber inr Leber, und Wirken ireuen. 3idoy Wrontii-y war 1919 meine ^^^^P^^ j^ 
Mitarbeiterin an den Sozialistischen 14>nats heiter, sie muss eine ungewoennxac 
Persoeniichkeit gewesen sein, wie schon aamais ihre Beitraege zeigx»n. 






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Frau Dr» Sophie Quast 

per Adr» Deutsches Zentralinstitut 

fuer 30«iale Fragen 
Miquelstrasse 83 
1 Berlin 35 




20« Deaember 1971 



Sehr geehrte Frau Quast, 

ich dwto Ihnen bestens fuer Ihr Schreiben vom 9* Dezember 1971 
und fuer Ihre Bereitschaft, rair Material ueber Do^oüiea Hirschfeld 
und, wenn moeglich, auch ueber Dr. Kbbrak zu uebers enden. Es irird mich 
sehr freuen, dies zu erhalten. 

Da ich mr Persoenlichkeiten behandeln kann, die entweder Abgeordnete 
oder Stadtverordnete bzw. Staate- oder Koommnalbeambe waren, so wuerden 
Frau Wronsky und Alice Salomon ausscheiden. Beide werden aber selbe t- 

verstaendlich im Zusammenhang mit der Gesamtbearbeitung erwaehnt werden. 
Dankbar bin ich Ihnen auch fuer die Bestaetigung, dass ich ndt den von 
mir genannten Personen die entscheidenden Menschen erfasst habe. 



Mit freundlichen Oruessen 



Ihr ergebener 



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Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen 

(Archiv für Wohlfahrtspflege) 



Dr . Qu/B 



1 Berlin 33 (Dahlem), 26.12 • 1971 
Miquelstxaße 83 



, De utsdies Zentral institut für soziale Fragen - 1 Berlin 33. Miquelstr. 83 

Herrn 

Ernest Hamburger 

67 Riverside Drive 

New York, N.Y. 10024 






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Seh- geehrter Herr Hamburger! 

Im Nachgang zu unserem Schreiben vom 9.12.1971 berichten 
wir noch, das Dorothea Hirschfeldt 1933 nach 
Amerika emigriert ist; sie hat sich 19^5 ganz kurzfristig 
in Berlin aufgehalten, soweit wir informiert sind, hat 
sie aber weiter in Amerika gelebt. Sie ist vor einigen 
Jahren verstorben. 

Alles Material über Frau H. ist an Frau Lotte Lemke, 
die seinerzeitige Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt, Bun- 
desverband e.V., 53 Bonn, Ollenhauerstr. 3, gegangen. 
Sie würden bei Frau Lemke ohne weiteres alles Notwendige 
erfahren können. 

Was Dr. K o b r a k angeht, so haben alle unsere Ge- 
währsleute gepasst. Jedermann weiss, dass er um 1935 oder 
1936 nach England emigiert ist. Prof. Dr. Friedlän 
der, 6437 Regent Street, Oakland9, California, soll 
ihn aber in Amerika getroffen haben. Vielleicht lohnt es 
Ihnen, an Prof. Dr. Friedländer zu schreiben, vielleicht 
weiss er die genauen Daten. 

Mit verbindlicher Empfehlung 



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832 84 a« 



PostsAeckkonio: Bln.-West 599 97 



Bank für Handel und Induitrie, Depkt 20, Kto.-Nr. 201 026 



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Frau Hanna Reuter 
Buelowstrasse 33 
Berlin 37 




14. Oktober 1971 



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Liebe Frau Reuter, 

Ich weiss nicht, ob Sie sich meiner noch aus der Weimarer 
Zeit erinnern. Ich war damals Mitglied des Preussischen Landtags, 
und Ihr Mann, Sie und ich haben uns gelegentlich in Magdeburg 
gesehen, wenn ich zu einem Vortrag oder einer anderen Gelegenheit 

dort hinkam. 

Ich wollte mich heute mit einer Bitte an Sie wenden. Ich 
habe 1968 ein Buch " Juden im oeff entlichen Leben Deutschlands" 
bei Mohr in Tuebingen erscheinen lassen und darin die monarchi - 
sehe Zeit (1848-1918), behandelt. Wenn es Sie interessiert, so 
werddn Sie es veemutlich in der Bibliothek der Freien Universitaet 
finden, oder bei Ernst Fraenkel oder E.G. Lowenthal,Kaunstrasse 37.. 
Es sind manche -ersonen darin beschrieben, die zu unserer gemeinsamen 
frueheren Zeit gehoeren,wie Kugo Haase, Oscar Cohn, Eduard Bernsteim, 

Ludwig Frank u.s.w. 

Ich sammle jetzt das Material fuer den Band ueber Weimar 
und suche die Regierungsmitglieder, Parlamentarier und Beamten 
jener Zeit, ihre Person, ihr Wirken u.s.w. zu wuerdigen. Unter diesen 
befindet sich der Ministerilalrat im Reichsinnenministerium 
Pulvermann. Kr war nur 1 h Jahre im Reichsdienst, vorher Stadtrat 
in "fiälber Stadt und wurde im November 1931 Kaemmerer in Magde — 
bürg. Pulvermanns Witwe hat mir alle notwendigen Angaben ueber 
die Taetigkeit ihres Mannes im Rr ichsdienst gesandt, weiss aber 
von seinem Wirken in Magdeburg nur, dass er die Steuer-und Abgabe 
Verwaltung, sowie die L- itung der Stadtsparkasse und Stadtbank 
hatte, sie schreibt mir, dass er mit Ihrem Gatten sehr gut zusam- 
men gearbeitet hat, und dass dieser ihm auch bei der Auswanderung 
sehr geholfen und dass er ihn und Sie selbst nach seiner Rueck- 



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Tcehr nach Deutschland vielfach gesehen Öabe. 

Meine Frage isti haben Sie noch eine Erinnerung an 
Pulvermann, vielleicht noch Dokumente, die sich auf ihn bezie- 
hen und koennten Sie mir einige Worte zu seiner Charakterist ik 
schreiben, mit deren Hilfe ich das Bild etwas farbiger gestalten 
koennte? Da die Pulvermanns erst in der Hitlerzeit geheiratet 
haben, so hat Frau Pulvermann unmittelbare Erinnerungen an die 
Magdeburger Zeit ihres Mannes nicht. 

Erlauben sie mir eine zweite Frage. Frau Pulvermann er- 
waehnt den Magdeb^irger Buergermeister Goldschmidt. Ich nehme wohl 
an, dass er als 2, Buergermeister unter Ihrem Gatten gearbeitet 
hat. Nach dem Namen ist zu vermuten, dass er juodischer Herkunft 
war. wissen Sie darueber etwas? Und koennten Sie in diesem 
Falle mir auch ueber Goldschmidt einiae Informationen geben? 

Mit meinem besten Dank im voiraus fuer jeden Beistand, den 
Sie mir bei der Vorbereitung meines Buches leisten koennten, 
bleibe ich 



mit freundlichen Gruessen 
Ihr ergebener 




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3kn^.a h.U.mJ.t,cLa^^ Sie aor. de^t 7/to.f.og.ta- 
p/^c «.c-ütc^ Saho^a^^^ ^^ c^ea-uen^c^v.'«/. Tom 
geh^muJt inajcJve.n LoRivien,, 

5.Le nüJi nnd^ U,A.oc44-<^raAAd,ü^w Oh^-a^ Ba- 
cJte^ daa Ue^-cuj. m^^.te-U.en. uract^ca, voa dem 
A.di C4 daru-L Jje.^/L.e.lrca kxiJW.» 

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Mr. Walter Schiff 

318 Shipley Road - Apt.322 

Wilmington, Del. 19809 



Juni 1972 / -r^>^^ 




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Sehr geehrter Herr Schiff, 



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bestens. 

In der Anlage sende ich Ihnen die Original- 
photog^aphle «inlchgemaess. im eingeschriebenen 

Brief, zurueck. 

Die veroeffentllchung meine. Buches »ird 

?n 'llT/tl 'üohr^P»Sl siSci) in 
i:eSn ^n i;',;?;*"^ 'ich -P«f/|,f-5;/" 

l?feer^Set^?oS"S.J?"l55"i: ^f^S ell^l 
'^enn d4r Litpunkt gekommen sein wird, wovon 
rta., Institut Sie benachrichtigen wird. "^^ 
RuecksJcit auf Ihre uns bei der Vorbereitung 
SefBuches erwiesenen Informationen und Ihre 
Gefaelligkeit habe ich das Institut geoeren, 

?hnen da2 Buch, wenn Sie es 1^«^^«^«"/°^,^^"' ^re 
zum Preise abzugeben, zu dem es sonst nur unsere 

Mitglieder erhalten. 



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Anlage 



Mit besten Empfehlungen 












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Lieber IIc:rr -r.lir.^^^^^-'' 



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,^^^,l-vi,rt noincr :-.rimGrunpen 



bedankt.-^a icb ä^V. b^-et.v . ■ _^^^^^^^_^^^^_^^^ ^^ ^^.^_ ^^^ ^ -,on einer Kor- 
,ur Vcrfunnin. nu 3-:,c :lcn. ittc 'c^ 'inv ' - -' ^ ^^^^ wüsche, s vnicvdc mich .u- 



reVctur ■-^^■'-- •-'-'' ■^-■■■ 



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- - .>--,^ nch:-n.-ar: cn ver;:ivrt-n .o 



^^ciric nc:^ici:un"-^'^ •' 



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• .v^ -h-che. s TAicvdc mich ^.u- 
, - -, . -^ -1 o X' r.ir 3 . ,^r , ^v^ • 
r.. v^-rnz-x --r ;;_nlicl ist. 

i;";.rjc'.: brincenjöasn ich 



„cnn ich den .ortlaut rxcn.:. .^^ .-^ - ^^ . .....ncrnt joOcn Tar, vrie cüi 

V.U verstehen r^crtc.T. n - ^ ,„„.,,.,p,,t auf Orund ncses 



Schulöu re ^-ic von mir ro^c^^cnc ^ ,^....^or .iisslanÄicnner.m sich 



rasch ci-;;orbcnen .iVn.mn vor 



a^. unentbehrlich .u c-nircn/' ioicnc ^-' -^.^ „ ...^^^ rcr-en ccn „ied^r.tand 

0., .! • -•" - 



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ocffcntlicnt, v.c.^ e.. ..^ - _ ■,^...,- .;,-:,ion,-^i^ ■-^' 

„ux .^hr bitten. 0' no.,.- -^ ^ 

. . .,.. V- n'chb ucbcrnorirrn v:xr.-. 
bclo.n,^t,unrinr..i., x. -^-' 

. . n" un^^ frcunf-Ti-r.-trn --u .-.^- -^ 
l-it vrrbincliohr^ton ' n.- un. 



Ihr 



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Ur^'ula Zürcher-ür^hr» 
Thun, ^chwalmernstr. 12 



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29. VIII. 7ü 




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Öei-v verehrter Herr Dr. Ham>^urger, 



unser Telei^hongespräch war mir ein grosses Vergnügen, und 
abraachungsgemäss schicke ich Ihnen (roit gewähnlicher Po^t) eini- 
ges Material über meinen Vater und Grosi^vater. Der ^rösote Teil da- 
von ist mehr Lektiire zum \^er^v.i-aftn als zum Veröf f pn+ 1. ichen,aber mir 
schien, Ihr Intereese war so lebh.ft... Ubri-^ns fiel mir noch ein: 
Sie c,«g^en doch, es gebe so wenig Le'ite mehr, die man fra,:^en 'fionrvQ , 
r.i>.o i^an.^^die bestimmt sehr viel weiss , allerdings weniger über JudRn 
i^ Aratsleben als über solche im freien (>ei' te<5leben, ist Frau Eva 
Ke-^sler-.on-^^, 7 br^.a r Lane, New Haven,Conv- . Sie ist je tzrmit einem 
•♦arisohRn" deutschen Ju^-^sten an der Yale-Univ. verheiratet; ih- er- 
ster Aiavi- -rar der Psycholog;. Ha-- Prir^zhorn, ihr Vat-r w^r An-«lt in 
Berlin und Oesc^-ftober^ter sämtlicher bedaatenden Künstler der natu- 
ralistischen Epoche, wie Ha^,-'-tmann,Ot + o Brahm etc. Ev« -'.^^t 82, hat aber 
ein phantastisches Gedächtris -nd würäe(wenin sie nicht gerade in einer 
De-nression steckt) sich-- vieles erzählen können. Sollten Sie es für 
nützlich halten, sich mit ihr in Verbiridung zu setzen, so brauchen Sie 
rT?r mei>ien Nar-en z^i nennen. 

y/a« J oachim betrifft: Ich i^nnH in -inem alten Bri«f von Si+zler 
die An-^be,dRf^s ein Nachr^^f auf ihn von Elizabeth Lü^^--° in der Zeit- 
schrift "DE^ Weg- vom 10. IV. 47 erschienen sei. Da Sie ja in Ihrer un- 
glaublichen library sämitliche Druckerze -gnisse der ;7eM. -finden können, 
ist hier vielleicht noch irgendein unbekanntes Faktu- zu eruieren; es 
Van^^ natürlich auch eine En+^-u^^chung sein. 

Ich hcffe,3ie -ina glücklich über den Oze^n '/nieder nachhause 
gelangt und kommen mit Ihrem 2. Band gut vorwärts. Ks w-'re mir eine 
grosse Freude, -it Ih--n in Ver^i-Hnng zu bleiben. Viplleic>^t kann 
ich nächstes Jahr in MerVigen Auß ^n Aug- Ihre BeV'.nrit-chaft machen! 

Mit <^^n besten Grüs;:en und Wünschen Ihre 




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17. Maerz 1972 



Frau Ursula 7uercher 
Thun (Kanton Bern) 
Schwalmernstrasse 12 



Sehr geehrte Frau 7uercher, 



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besten Dank fuer Ihren Brief vom 5. Maerz, 
der uns sehr erfreut hat. Wie Sie sehen, bin 
ich wieder bei der Arbeit. 

Vor allem danke ich Ihnen dafuer, dass Sie 
mir das Bild Ihres Vaters zugesandt haben, das 
wir in das Archiv des Leo Baeck Instituts ueber- 
nehmen werden. Ich stimme mit Ihnen darin ueber- 
ein, dass es sich wahrscheinlich nicht lohnt, 
die Paesse fuer teures Geld photokopieren zu 
lassen. Ich werde mich aber noch informieren, 
ob man sie im LBI haben und die etwa 30 Frs 
dafuer ausgeben will. 

Es freut mich, dass Sie gesund durch den 
Winter hindurchgekommen sind. Natuerlich muessen 
wir uns im Sommer wieder sehen. Auch meine 
Frau freut sich darauf. Ob wir nach Merligen 
kmmmen, ist noch unsicher. Aber wenn wir in 
die Schweiz und in Ihre Naehe kommen sollten, 
werden wir uns bestimmt melden. 



Mit besten Gruessen 



Ihr 



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Sehr geehrter Herr Dr. Hamburger, 



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11. III. 71 



ich rnuss mich sehr bei Ihnen entschuldigen. ^ ür zwei Briefe habe 
ich Ihnen zu danken, und wenn Sie es in Ihrem biblischen Al\er zuwege- 
bringen, eine Korrespondenz so pünktlic' zu führen, so sollte es mir 
erstrecht gelingen. Leider sehe ich deutlich, dass ich schon jetzt mit 
meinen Ange egenheiten chronisch ira Rückstand bin, ohne dassidie Ar- 
beitslast eigentlich zu gross wäre, ich lebe wahrscheinlich zu gemüt- 
lich und organisiere nicht genug meine Zeit, ^ie dem auch sei, es tut 
mir leid, Sie auch noch enttäuschen zu müssen: loh kann die "Bekennt- 
nisse einer Mannesseele" im Augenblick nicht finden und habe die Müsse 
nicht, alles auszuräumen, um sie zu suchen. Aber ich werde sie suchen 
und Ihnen dann sofort zuschicken. 

in Ihrem Brief vom 1. Dezember erwähnen Sie noch die Schleicherschen 
Kabinettspläne, soweit sie meinen Vater betrafen. Ich kennte mir denken, 
dass sich Dr, Weichmann, der ja damals sehr aktiv politisch tätig war und 
etwa seit 1930 mit seiner i'rau bei uns verkehrte, an diese Sache genauer 
erinnert. Aber der hat jetzt auch andres zu tun! Immerhin, da ich Ihnen 
sonst noch nichts helfen konnte- soll ich mal an ihn schreiben? Seit 
dem Krieg habe ich die Verbindung nicht mehr aufgenommen, aber ich mochte 
seine Frau immer sehr gern. Auch sie weiss vielleicht noch einiges. 

Meine Gesundheit ist ausgezeichnet , besser als mein Gedächtnis , und 
bei Ihnen scheint beides aufs beste zu funktionieren. Ich hoffe sehr, 
Sie im Sommer kennenzulernen; neulich sprach ich im Konzert mit Dr. 
^irschel von Ihnen, der sich auch auf ihr Kommen freut. 



Mit den besten Grüssen und /Wünschen Ihre 



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Gustav Behrendt 



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geb. : 



15.7.1860 in Callies i.Poinm 



Eltern: Joseph Behrendt, Kaufmann 
Rosalie Behrendt 

Luisenstädtisches Realgymnasium in Berlin 

Großkaufmann und Handelsrichter am Land- 
gericht I in Berlin 



21. 3.1920 



23. 3.1921 



3.11 .1921 



19.11 .1921 
24. 7.1925 



ins Ausv/ärtige Amt einberufen, mit der Lei 



tung der Abt. IV (Rußland, Skandinavien usv/.; 
beauftragt. Amtsbezeichnung Ilinisterialdirek- 

tor 

(Dienstbeginn 22.3.1920) 

zum Ministerialdirektor im Ausv/ärtigen Amt 
ernannt und bestellt 

auf eigenen Eintrag von der Leitung der Ab- 
teilung IV entbunden und beurlaubt 

in den einstweiligen Ruhestand versetzt 

in oen dauernden Ruhestand versetzt 
(Personalabbauverordnung) 



Aus: Blücher "Deutschlands Weg nach Rapallo" , Wiesbaden 19!?1 



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Posten auszuharren. Das gelte audi für mich. Aber er sei bereit, mir 
sofort einen mehrwöchigen Erholungsurlaub zu bewilligen. Er sei gewiß, 
dali ich nach Rückkehr seinen Standpunkt auch zu dem meinigen machen 
würde. 



(Behrendt/ 



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Das Auswärtige Amt und das russische Emigrantentum 

Als ich nach mehrwöchigem Erholungsurlaub am 1. August 1919 mei- 
nen Dienst im Auswärtigen Amt wieder aufnahm, war der Versaillcr 
Vertrag von den Herren Müller und Bell inzwisdien unterzeichnet wor- 
den. Unter seinem Unstern stand fortan Deutschland. 

Audi im Auswärtigen Amt hatte sid. manches verändert. Es waren 
allerdings noch dieselben Menschen, die in den Amtsstuben saßen und 
sidi auf den Gängen trafen und unterhielten. Aber an der Spitze stand 
zum ersten Male ein Mann, der völliger Laie auf dem Gebiete der aus- 
wärtigen Politik war, und wir wußten anfangs nicht, wie wir uns ihm 
gegenüber einstellen sollten. Vor allem war aber ein großer Teil der 
Arbeit jetzt der Ausführung des Friedensvertrages gewidmet, also Auf- 
gaben, die den Interessen unsere früheren Feinde dienten. 

Ich legte Wert darauf, mit diesen Dingen nichts zu tun zu haben, und 
war daher durchaus damit einverstanden, als ich weiter mit Angelegen- 
heiten des Ostens beschäftigt wurde. 

In dieser Zeit wurde in dem Aufbau des Auswärtigen Amts eine 
Reform in Angriff genommen, zu der verschiedene Vorschläge vorlagen. 
Schließlich nahm man den Plan des Geheimrats Schüler an. Die alte Ein- 
teilung in Politische Abteilung, Personal-, Wirtschafts- und Rechtsab- 
teilung wurde durch regionale Abgrenzung ersetzt, in der die politi- 
schen und wirtschaftlichen Belange nach Ländergruppen zusammenge- 
faßt wurden. Die Ostabteilung, in die ich Aufnahme fand, wurde nach 
' einigem Hin und Her einem homo novus. der aus der Wirtsrhaft kam, 
Herrn Berend, unterstellt, der den Titel Ministerialdirektor erhielt. Aber 
die Abteilung bekam ihr Gepräge dadurch, daß der bisherige Legations- 
rat im Haag, Baron Ago v. Maltzan, als Vortragender Rat in sie eintrat. 
Maltzan war ein überlegener Geist, der den in seinem neuen Element 
unsicheren Direktor in kurzem völlig in den Schatten stellte. Eme be- 
sondere Rolle in der Abteilung spielte audi der Legationsrat Hauschild, 
der Rußland gut kannte und eigene Ideen mit persönlicher Initiative 
verband. Außerdem trat der Legationsrat v. Dirksen als Leiter der Ab- 



52 



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tcilung Polen durch Fleiß und Tüditigkcit hervor. Idi selbst hatte das 
lu erledigen, was mir von Herrn Bcrend und Baron Maltzan zuge- 
schrieben wurde, und zwar waren es hauptsädilidi Angelegenheiten, die 
sich auf die baltisciicn Staaten und die Ukraine bezogen. Außerdem er- 
hielt ich von Baron Maltzan den Sonderauftrag, mit den nach Berlin 
emigrierten Rechtsrussen Kontakt zu halten. Baron Maltzan, der sidi 
I m deti Kreisen der deutschen Parlamentarier als links eingestellt ausgab 
1 und besonders die Beziehungen mit links orientierten Politikern pflegte, 
bemerkte dazu: .,Wenn Sie durch Ihre Beziehungen zu russischen Rechts- 
kreisen bei den linken Parteien in Schwierigkeiten geraten, so können 
Sic darauf redinen. daß ich Sie decke." 

Das war ein interessanter Spezialauftrag, denn in Berlin waren be- 
deutende Persönlichkeiten aus dem alten Rußland eingetroffen. Als 
Emigranten hatten sie wenig zu tun, verkörperten einen wichtigen Ab- 
schnitt russisdier Vergangenheit, dachten viel über Rußlands Zukunft» 
nach und waren gerne bereit, über jedes angeschlagene Thema zu disku- 
tieren. Allerdings öifneten sie ihr Herz erst ganz, wenn sie ein gutes 
Frühstück oder Diner mit entsprechenden Weinen hinter sidi hatten. 
Idi lud sie deshalb viel in meine Häuslichkeit oder in meinen Klub ein 
und war ebenso häufig ihr Gast. Woher sie das Geld dazu nahmen, 
nachdem ihre Revenuen aus Rußland versiegt waren, ist mir immer ein 
Rätsel geblieben. Aber man mußte wohl damit rechnen, daß die wohl- 
habenden Russen früher gewohnt waren, im Auslände Konten zu unter- 
halten, und daß sie beim niedrigen Stande der deutschen Valuta für ihr 
ausländisches Geld hohe Mark-Beträge einwechseln konnten. Gelegent- 
liA sind auch Werte, die aus Rußland herausgeschmuggclt wurden, durdi 
meine Hände gegangen. Zum Beispiel kam einmal ein in Leinen ein- 
genähtes Paket an micii auf dem Kurierwege, das von so außerordent- 
licher Schwere war, daß der Bote der Kuricrabteilung es keuchend zu 
meinem Zimmer schleppte. Als idi die Umhüllung öffnete, lag ein Barren 
puren Goldes vor mir, der sich merkwürdig auf meinem ärmlichen 
Schreibtisch ausnahm. Glücklicherweise brauchte ich für die Aufbewah- 
rung nicht zu sorgen, denn gleich darauf präsentierte sich der Eigen- 
tümer. 

Das russische Emigrantentum in Berlin war eine Pyramide, von der 
nur die Spitze übriggeblieben war. Es fehlten die unteren und mittleren 
Volksschichten, die Arbeiter und Bauern, Handwerker und kleinen Kauf- 
letite. Statt dessen waren Offiziere, Beamte, Künstler, Finanziers, Poli- 
tiker und Mitglieder der alten Hofgesellschaft vertreten. 



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] scrcn Fabriken keine Rohstoffe und in unseren Banken kein Geld. Dai 
Cicspenst der Arbeitslosigkeit sdilich durch die Straßen der Großstädte 
und die Kaufkraft der Mark sank von Tag zu Tag in erschreckender 
Weise. Alle hatten wir das Gefühl, daß unser Volk hoffnungslos dem 
Abgrund zutaumeie, und nirgends sahen wir Rettung und Ausweg. 

T In dieser verzweifelten Lage fingen wir an, die Moglidikeiten zu prü- 
* fcn, die Rußland uns bieten konnte. Rußlaml war ein gewaltiges Gebiet, 
auf dem die Bestimmungen des Versailler Vertrages nidi^galten. Ruß- 
land hatte Rohstoffe und Gold und braucfitcTIrzeugnisse, wie sie gerade 
von der deutschen Industrie hergestellt wurden. Täglich erhielten wir 
im Auswärtigen Amt Besuche von deutschen Gr;Dßindu*tri eilen und an- 
deren Geschäftsleuten, die die Wiederaufnahme' des Handelsverkehr! 
mit Rußland als den einzigen Ausweg darstellten, um dem Ruin zu ent- 
r gehen. 

Auf der anderen Seite wurden aber Stimmen laut, die vor Sowjct- 
I Rußland warnten. Manchen Rechtspolitikern erschienen die Bolschewi- 
ken als die Verkörperung des Bösen und jeder Verkehr mit ihnen all 
schlechterdings unmoialisch. Manche Mchrheitssozialisten hatten den 
Bolschewiken nicht vergessen, daß sie durch ihre Wühlereien die deut- 
sche Arbeiterschaft gespalten und Unternehmungen zur Einführung des 
Räte-Systems angezettelt hatten. 

Der Ministerialdirektor Berend, der damals an der Spitze der Ost- 
abteilung stand und für unsere Ostpolitik hätte tonangebend sein müs- 
sen, war, wie schon erwähnt, ein Außenseiter, der nach der Revolution 
ins Amt gekommen war und eine Konzession an die Theorie bedeutete, 
^daß der Kaufmann dem Beamten überlegen wäre. Herr Beren4 erwies 
sich als loyal, anständig und klug, aber ihm mangelten alle Vorausset- 
zungen, um in »der Außenpolitik in so schwieriger Zeit eine Rolle zu 
spielen. Dagegen besaß der ihm unterstellte Vortragende Rat Ago Frhr. 
v. Maltzan alles das, was seinem Chef fehlte. 

Über keinen Diplomaten der Wilhelmstraße ist es sciiwercr zu schrei- 
ben als über Maltzan. Er war nur mittelgroß und hatte einen für seine 
Statur zu großen Kopf mit nicht besonders modellierten Zügen, aber 
zwei interessanten braunen Augen, die das ganze Gesicht beherrschten. 
Er verfügte über einen außergewöhnlichen Intellekt, der blitzschnell 
arbeitete, die verwickeltsten Dinge mit spielender Leichtigkeit ent- 
wirrte und in jeder Situation einen Ausweg wußte. Er war ein Meister 
in der Kunst der Menschenbehandlung und der Unterhaltung. Er kannte 

94 



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sofort die kleinen Schwächen jedes Gegenübers und wußte in witziger 
Weise darauf dauernd Abzahlungen zu leisten. Er erfaßte mit medialem 
Instinkt, was der andere dachte und wollte, und führte die Unterhaltung 
stets so, daß auch die schwierigsten Besucher ihn «um Schluß bei riedigt 
verließen, selbst wenn sie sachlich nichts erreicht hatten. 

Maltzan bezeichnete sich gerne als Schüler von Kiderlen, bei dem er 
als Attache gearbeitet hatte. Später war er auf diplomatischen Posten in 
Europa, Amerika und Asien gewesen und hatte sich besonders in Peking 
bei der Gesandtschaft bewährt. 

Als er im Jahre 1919 vom Haag ins Auswärtige Amt verseUt wurde, 
mietete er in der Kaiser-Allee eine große Etage und stattete die Räume 
mit chinesisdien Altertümern prachtvoll aus. Er gab dort, unterstützt 
von seiner mondänen Gattin, Frühstüdce und Diners, die in dem von der 
Inflation heimgesuchten Berlin eine Seltenheit darstellten und dem Gast- 
geber eine einzigartige Stellung*eintrugen. Er vermochte diese Gastlich- 
keit nur dadurch zu entfalten, daß er über Privatvermögen verfügte, 
Beziehungen zum Lande besaß und einen eigenen Fonds, den sogenann- 
ten Zimmerlc-Fonds, der anfänglich 600 ÜOO Mark betragen hatte, für 
diese Zwecke heranziehen konnte. 

Die Geselligkeit im Hause Maltzans war auch deshalb einzigartig, 
weil der Gastgeber um seinen Tisch Politiker der verschiedensten Rich- 
tungen versammelte. Er lud Herren von der äußersten Rechten bis zur 
äußersten Linken ein. Von den Deutsdinationalen gehörte Professor 
Hoetzsch, von den Demokraten Theodor Wolff und Georg Bernhard, 
von den Sozialisten Wels und Breitscheid und später von den Bolsdie- 
wiken Krassin, Radek, Tsdhitschcrin, Scheinmann und Kopp zu den 
Gästen. Alle wurden mit der gleidicn Höflichkeit und der gleichen 
Gastlichkeit empfangen, und jeder nahm immer das Gefühl mit, daß 
der Gastgeber sich ihm besonders gewidmet habe. 

Maltzan gab sich nacb außen den Anschein, mit seinen Sympathien 
fur Linken zu gehören, nannte sich im kleinen Kreise manchmal den 
roten Baron und sprach in den Wandelgängen des Reichstags mit Vor- 
liebe mit Sozialisten. Wie er im Innern seines Herzens dachte, verriet 
er niemand. Einmal ließ er mir gegeniiber am Tage einer Rciihsiags- 
wähl die Bemerkung fallen: Xlauben Sie nicht, daß ich eine kollekti- 
vistische Partei wähle." 

Da ich in nächster Nähe von Maltzan wohnte, fand ich mich jeden 
Morgen um acht Uhr vor seinem Hause ein, um in dem Auto, das ihn 



iki. 



95 










lum Amt führte, mitzufahren. Er hatte dann bereits die Zeitungen 
durchgeflogen, und die Viertelstunde des Beisammenseins war immer 
recht instruktiv für midi. 

Maltzan war ein Mann, der gioße politische Kombinationen in seinem 
Kopfe von Anfang bis zu Ende durdidachtc, den Mut zum Handeln 
besaß und über die Fähigkeiten zur technischen Durchführung verfügte. 

Es dauerte nicht lange und Maltzan hatte in allem, was die Ostfragen 
anlangte, im Auswärtigen Amt eine ähnlich dominierende Stellung, 
wie sie im Foreign Office vorm ersten Weltkriege wohl Sir William 
Tyrrell eingenommen hatte. Maltzan überspielte den Ministerialdirek- 
tor Bcrend völlig, besprach sich, wenn er dies überhaupt für nöüg 
craditete, direkt mit dem Staatssekretär und Außenminister. Aber diese 
beiden waren so tief in die Probleme des Versailler Vertrags verstridct, 
4 daß fic Maltzan in Ostfragen meistens freie Hand ließen. Gleichzeitig 
sicherte er sich nach der parlamentarischen Seite hin, indem er mit den 
maßgebenden Rcichstagsabgeordneten niemals den Kontakt verlor und 
bei besonders widbtigcn sogar den Eindrudc erwedcte, daß er sie ui 
seine letzten Pläne einweihte. 

Wir, die wir in der Ostabteilung unter ihm arbeiteten, erhielten 
immer klare Instruktionen von ihm, und, wenn wir sie dann aus- 
geführt hatten, wurden wir stets von ihm gedeckt. Aber der einzelne 
erfuhr von ihm hundertprozentig nur das. was in seinem eigenen Sektor 
vorging. Dj ich die Randstaaten und Persien bearbeitete, und mein 
Kollege Hauschild für Rußland zuständig war, so ist mir vielleicht das 
eine oder andere aus dem russisdien Komplex trotz dauernden Ge- 
dankenaustausches mit Hauschild entgange'n. Aber über die großen 
Linien war ich unterrichtet. 

Bevor Maltzan daranging. Fäden nach Moskau aufzunehmen, machte 
er noch einen geheimen Versuch, eine Intervention zustandezubringen. 
Er hatte erlebt, daß Graf Goltz und Bermondt an dem Widerstände 
der Entente gescheitert waren und schloß daraus, d:il> ein derartiges 
Unternehmen nur mit Unterstützung der Entente durchgeführt werden 
könne. Er begann daher Anfang 1920 streng vertrauliche Besprechun- 
gen mit Engländern, Amerikaner und Franzosen, die sich im dienst- 
lichen Auftrage in Berlin aufhielten. Nach dem. was in der Ostabtei- 
lung durchsickerte, ließen die Besprediungen mit dem englischen Ver- 
treter, General Malcolm, sich durchaus hoffnungsvoll an. Die Ameri- 
kaner' waren unentschieden und auf französischer Seite war klarer 
Widerstand lu spüren. 






96 



f 



\ 



Dr. E. G. Lowenthal 




1 Berlin 37, o-^^-?! 
Kaunstraße 33 
Telefon: 84 05 22 



^' 



Lieber ^r . ilaL.burger 



Vielen Dank für ihr Lebenszeichen aus dem mir so vertrauten "3eatus 



II 



vom 29. August 



Jetzt sind Sie also zwei t^S© wieaer an 



der Riversiae 



un 



d ich hofx'e 



das 



s Sie die Rückreise so g 



u 



t üoerstanaen haben wie die Kreuz- und querrei- 



sen durch Suropa 
für Sie das Ricn 



Ich glaube, dass die Mischung von Ausspamiun^ 
tii5:e war. Stimmts? 



u 



nd Arbeit 




mit. 
al- 



für 



y-ehr lä^^st sica nicht erm 
licnen «ngaben ein wenig anlangen 

Alle kleinen Reisen sind 



itoeln. HoliJentlich können öle mit den spär- 



ut verlaufen, ich meine otuttgart und rauiburg 



tet für eine weitere (Tages-)reic3e na 



Gecile riis 

beschäftigte "«»oche : Eröffnung d 



ach Köln/Bonn. Dam. folgt eine 



er Auosteilung "Leistun, 



und cchicksal - 3oo 



Jahre jddiocne aemeinoe in 



irierlin*' im Berlin-fiuseum, dem stadthistor iscaen 



Museum a 



er Stadt; a ie üusatellung ist Sacne 



es Senats, ^'ir beiae ha Den viele 



a 



Leihgaben gegeben, ic 
ben, weil mich die i'iijse 



selbst dazu n0ch 



einen Beicrag für den ^"ataiog geschrie 



ums 



direkter in darum bat, ai 



les ziemlich in letzter ^iinu- 



te 



Iröf f ni^ng 



di 



ese 



:ehts dann 



in d ie 



mi 



Woche. I^actiste: Preooe-Kmp.ang zu ^^^euers i^hren. Uaerncichste 

t (mit gelegentlichen Abstechern 
November. Hin- und Rückfahrt 
nd lohnend ist. Post wird laufend 



- hof ^'entlieh - in den Black Fores 



nahe .-Schweiz), ZurucK nicht vor Anfang 



t Unterbrechungen (stops) da, wo es schön 



u 



nachgeschickt, ausnahmslos. **äe 



könate (zuminuest )ich ohne Zeitun^-en 



Ie ben 



i/v ir w ur >^ e n uns freuen, 



v\' e 1 c e r m 



it Ihnen in 



u 



ter Verbindung zu bleiben 



u 



nd ??elep,entlich sacu vom Fojttgang der 



Aroeiten an Ihrem Band II ^u hören. Dazu 



viel Glück 



Muos ich noch erwähnen, dats uns ai 
sehr beschäftigen; wir leben ja n 



e Ber iin-Verhandlungen naturlich 
icnt in den Tag hinein. Jedenfalls i3cheint 



ein An Lang gemacht zu sein, 



un 



d das ist schon viel 



Sie 



Herzliche ^russe und Wunoche von uns jeiden 

stets Ij>r 



an Mrs. iiamburgor und für 




, ^%- - \\ 



%i^t\«^ 'S?!'? 






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Sie fragen nach den G-ründen für den Rücktritt des Leiters der 
Ostabteilung, Ministerialdirektor Behrendt. Ich verweise hier- 
zu auf das Buch des Gesandten Dr. V/ipert von Blücher "Deutsch- 
lands Weg nach Rapallo", Wiesbaden 1951, 3. 52 f, S. 94 ff., 
der, damals Hilfsarbeiter in der Ostabteilung, das eigenartige 
Verhältnis zwischen dem amtsfremden Abteilungsleiter und seinem 
amtserfahrenen Vortragenden Rat Ago von Maltzan aus eigenem 
Erleben schildert. Nach dem Ausscheiden von Behrendt trat Malt- 
zan am 3.11.1921 zunächst kommissarisch dessen Nachfolge an 
und wurde am 22.12.1921 zum Ministerialdirektor und Leiter der 
Ostabteilung ernannt. Ich lege Ihnen die angegebenen Seiten 
des Buches von Blücher in Ablichtung als Anlage bei. 




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15. September 1971 



Herrn tr* U.Gy Lov^enthal 
1 beriin ^7 



Lieber Dr# Lov^enth!«.! , 

Ich wape nun vieder z-u schreiben, da ich annerin2t;,dusc dit 
fuer le urJ vor sllem fuer ^hre Frau so anstr^^ngeadcj Zeit 
d-^^r Vorbereitung der 1 racseiitation aer Jeaer i'accbuccber nuniaehr 
vorbei li.1 ana oiö ulesen brier erat naoh aara v^ichticcn uxia 
sicher triuniDbalen 15. üepteraber erholten v.crd lu 



mit 






( 



sie isehcn daraus, dasn es auch mein drin.iender .unsch i^t» 
uixu ibiien üob-r den Ozean ninue£ in e>utcr Yerbinduxc ;:u bleiuen. 
v;ie Sie ricl^ti^ sagen, ist dif^ Mifi^.-hung von au spai.nung una 
Arbeit fuer mxch das ivicntii^^e und, da ich ^t^.egen auf eiaer 
-Uwen .rhoIunp.sbasis nnraaf.e,i:iObe i<5h auch die rste ;och(.^ in 
Liew York rait Bchrec lis^her warmr ^^enchticir.eit gut ucbcrstandan* 

Vielen Dan.^ fuer die Uebersendunt-^ der Daten ucbor Guatav 
Behrendt. ..3 hilft iriso:Cerii5alo .>ie angaben, dass er ein fretreide 
geschaert natte* Das uv.ute w auf wirtsjohaftliche bezxenungen oiit 
Kussland hin und iat v.ahrö(aiei auch der Irrurididas:.- ixn eu alt 
ihm als k^h..r.(iha\xfmuu und nie; t mit ei.cni ^tnir.ttn verbuchen 
v.ollte.init .aissland ziuiaechst ins tvirts-hartli - he unv. dann xns 
politische Geöch.eft r.u/ kommen, .r v.ar aber ofrenbm nicnt 
der richtige i-ann dal'uer. 

Üb Sie dieser Brief noch in Berlin erreichen v.ird, t^eios 
iCi. nicht. Aber er wird ihnen hoffentlich in den Jchvarzvira^d 
nachgeschickt v;erdenifuer ihren -.ufenthalt dort und ihi-e 
Abötecher in die oChv.eiz wuenschen wir ihnen oeiaen mte Er- 
holung und viele f'reudo. 

Herzliche Gruesse und va\ensche von Haut; zu Haus 



ihr 



^.^ 



tj^ 



^.^4^1^ 






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V 



Cohn, Jedor 



fti^tJi0^l''y 



geb. 
gest 



12.4.1878 in Berlin 
24.1.1933 



(^^. Sr/^CC^*^- ^ 



1. 7.1916 
1. 1.1920 

31.10.1928 



Pressebeirat der Gesandtschaft Kopenhagen 

Angestellter in der Vereinigten Presseah- 
teilung der Reichsregierung 

Regierungsrat /holiW^^ /^,a ■^*<''>''^' * 





/ 



/ 



von li^riedberg, Heinrich 



geb. 
gest 






22.9.1881 in Ber-in 
18.7.1933 



/6c 



^ 



/^ 



Juni 1904 
23. 1.1909 

1. 4.1920 
5.12.1920 



23. 3.1921 
30. 6.1930 



/ 

1. juristische Staatsprüfung 

Staatsprüfung für höhere Preußische Ver- 
waltungsbeamt (Regierungsassessor) ^ 

Ministerialrat im Reichsfinanzministerium 

Einberufung 'tn das Auswärtige Amt 
(Dienstantritt 3.1.1921) 

vortragender Legation^at im Ausj^^ije^^^^ ^ 
Befugnisse eine^s Ministerialdirigenten .^^l^\ 




\ 



Dr. Freudenthal, Martin 



geb. : 
gest. : 



23.3.1835 in Breslau 
1939 oder 1940 in England 



mosaisch, seit 16.7.1906 evangelisch 

Vater: Dr. Jacob Preudenthal, Professor der 
Philosophie an oer Universität Breslau, Qreh. 
Regierungsrat 

I^lutter: Therese Preudenthal, geb. Sachs 



12. 3.1903 



k~ 



7. 3.1907 

6. 3.1910 

18. 2.1912 

1912/13 

3. 3.1913 



19^4 -1917 

Ende 1919 
9. 3.1920 



24.12.1921 



12. 4.1922 



19. 4.1922 



5. 5.1922 
29. 7.1922 

26. 9.1923 



Abitur am König ./ilhelm-G-^/mnasium Breslau 

Studium der Rechts- und Staatswissenschaften 
in Breslau, G-cnf und Leipzig 

1. juristische Staatsprüfung 

Br.jur. (Breslau) 

Assessorexamen 

Rechtsanv/alt 

in den Preußischen Justizdienst wieder einge- 
treten 

Teilnahme am ersten V7eltkrieg 

als Leutnant d.R. entlassen 

probev/eise zur Vorbereitung für die höhere 
ausv/ärtige Laufbahn in das Ausv/cärtige Amt 
einberufen (Dienstantritt 17.4.1920) 

zur Führung der ilmtsbezeichnung "Legations- 
sekretär" ermächtigt 

zur weiteren Beschäftigung der Gesandtschaft 
in Prag zugeteilt (Dienstantritt 1.5.1922) 

Verleihung einer Planstelle für Legations- 
sekretäre und Vizekonsuln 

zur vorübergehenden Verwaltung des Konsulats 
nach Brunn entsandt 

Übernahme der Leitung der Paßstelle Reichen- 
berg 



- 2 - 



- 2 - 



\ 



26. 11.1924 



27. 6.19^5 



22. 6.1926 






6.11 ,1926 



23. 8.1929 



28. 7.1931 
20.11 .1931 



'7'"' 



25.10.193; 

14. 1.1933 

3.10.1934 

19.1 -.1935 



zur Übernahme des Referats Tschechoslowakei 
in das Auswärtige imt einberufen 

für die Dauer seiner Tätigkeit bei der Deut- 
schen Delegation für die Verhancilungen _ 
zwischen Deutschland und der Tschecnoslowakei 
betreffend dJe Übernahme reichsdeutscher 
Bahnen durch die Tschechoslowakei zur Fuhrung 
der i\mtsbe Zeichnung "Gesandtschaftsrat' er- 
mächtigt 

zum Konsul in Lüttich ernannt 
(15.8.1926 vor Übernahme des Postens m 
Lüttich zui" Information bei der Gesandtschaft 
in Brüssel beschäftigt) 

Übernahme der Geschäfte in Lüttich (Eröffnung 
des Konsulats) 

zu koFimis sarischer Beschäftigung in der Presse 
abteilung in dss Auswärtige Jmt einberufen 
(Dienstantritt 7.10.19'^9) 

zum Konsul I. Klasse ernrnnt 

"zur Erledigung eines Sonderauftrages in den 
Vereinigten Staaten von anerika" (^^tudium des 
amerikanischen ?ilm;vesens) für die Dauer von 
6 Konaten der Botschaft in .ashmgoon zugc- 

(Dienstantritt 5.1.1932 - Der oonderauftr^g 
v/urde bis zum 1.1 '"'.193" verlängert) 

zum Gesandtschaftsrat I. Klasse ernannt 

ins Auswärtige Amt zurückgekehrt 

in den einstv/eiligen Ruhestand versetzt 

xc.it Wirkung vom 1.1.1936 gem. § 3 des Reichs- 
bürp-ergesetzes in Verbindung mit ^ 4 der i. 
VC dazu vom 14.11.1935 in den Ruhestand ver- 
setzt 



1936 



nach England übergesiedelt 



Dr. Adolf Priedeinann 



gell). : 
gest. : 



1871 
21.12.1932 in Amsterdam 



Studium der Rechtswissenschaft, Lr.jur., 
Hilfsrichter, Rechtsanv/alt in Berlin 



seit 1914 



20. 2.1919 



zum 

1. 7.1921 






:1. 10. 1922 



im Auswärtigen Dienst des Reiches im Privat- 
dienstvertragsverhältnis beschäftigt. Mit- 
arbeiter des "Komitee für ^.e'ci Osten", das 
"v/ährend des Krieges in i\inerika, Polen und 
der Schweiz für die Interessen des Reiches 
tätig gev/esen ist" 



zu vorübergehender aushilf sweiser Deschäfti- 
gung bei der G-esandtschaf t Bern und späterer 
Verv/enciung beim G-eneralkonsulat Amsterdam 
einberufen (Bearbeitung der jüdischen Ange- 
legenheiten) 

Diensto.ntritt in Bern: 28.3.1919 
Dienstantritt in ilmsterdam: 7.5.1919 



von ^exi Dienstgeschäften beim G-eneralkonsulat 
ximsterdam entbunden 

als "ehreno.mt lieber Beirat für die Bearbeitung 
jüdischer Angelegenheiten" dem Generalkonsulat 
Amsterdam (ohne Besoldung) zugev/iesen. 



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©ie ^ebeutimg ber DOJubcn für t)eutfd)lanb. 

«>on ben 3at)no(en ^Problemen ber äufietcn W^l, bie plöljlid) «or un? auf= 
^-O ftchen fixb uns bie be« eutopäil«t)en Citenä unb SüboftcuiS b.c ftembe,len. 
®ie »eniflcn in Tcutfd,lanb, bie (id, bief,er mit ben poliliidjen ^^''ji;''»"«"' »" 
anbeten ffiöttern befafct hatten, Dielten ben Sütid nad, 3Be,ten aet.d,tct. (Sä Dat 
Bot ben. ffiriese troti «tlet 2d,»ieti9feiten eine *t «on mci,lid,et ßememb..r9= 
fdiaft fleseben. Stnfetanb mat «eltenfetn. Unb nnn l.alten nnv «"' "*;2'^' 
bie es nnbetannten SanbeS beiefet unb iel,en, ba« in d,m e.n bunte? »oHe^ 
nemild, lebt, beffen SebenSformen, fpta«(id,e unb tultutette Gigenatt un? ftemb= 
attiB betai,ten, unb be|fen Sefen mit nid)t Betfte(,en. ®et ©tang bet ^.nge 
flbet läfet nm UKnig 3eit äum ©tubiu.n. Bit muffen W b,e ^tobe batauf 
abregen, ob mit bie Sü()teteigen(d)aiten bejitjen, bie äut Se.tung anbetet 
gjationen beinbigen; benn eS gi» t.id,t nut ,u etobetn unb geotbnete Jet= 
mattungen ^« id.afien, fonbetn aud) ®t,">Potf)icu 3» etmetben, Suttut au Bet= 
bteiten, Ginituf, ju [.«cpi. Stei bon aiotutteiten, unbeirtt b»':*^®''"'^''''« 
unb Stbneigtmgen, muffen mit ben Gtmiioungcn nüd,ten.et ^t«atällugt)e.t 
folgen .fiict mollen mit eineä bet miditigften Seitorobleme biefe? ganaen ftom= 
ptete? ofteutopaifc^et Stagen betjanbetn: SaS5i;tobIembe t D ft i u b e „. 
Cttei bet a}e()anblung biefet Stagc batf nid)t »on mett(id)en auf oftI.d)e 5öet= 
^ büttniffe gefd)roffcn metben. Sie Subeu ®eut|d)IanbS, Staulte.*«, 
gtaliens unb Gngtanbä finb butd, mitt(d,aftlid)e Snteteifen unb gefca.ge »e» 
aiebungen eng mit it)ten TOitbütgetn anbeten Stanune? unb ©laubenä t)et= 
bunben Sie finb mit bem 33oItStum it)teS Sanbcä i,eOTad)fen; baä I)at getabe 
bietet Stieg Hat etioiefen. ®emi6 madjt fid) in mandjet S)eaiel)ung ein ünnngel 
an gemeinid,aftlid)en Stabitionen unb eine Gigenatt füt,lbat, bie nad) aiemung 
bet einen auf Diaffeantagen, bet anbeten onf fojiale, mitttd)nftlid)e unb betui= 
li«e SBetDättniffe autüdaufttbren ift. 58iel(eid)t fmb beibe «(nfid)ten nic^t ol)ne 

33etcd)tigung. ,r. -jt 

äBie bem auä) fein möge: -Sie ^Itojentant)! bet meftlidjen ^uben ift nid)t 
fltofe, it)te Setmebiung gering, ein aUmäl)Ud)et StnSgIcid) mal)rtd)einl.4 5Dlan 
mitb einanbet mit bet 3eit immet bcffet uetfleben, unb fdjou I)eute fuljfen f.d, 
bie Suben bet gtofecn ffultutftnoten als 2ö()ne if)reS öebuttälonbeS, al8 teil= 
Saftig ibreä geiftigen äkfiüeS. SBitb bod) fogat Bon mand)en bebauptet, bafe fie 

biefeS itultuttcbcn nttau nad)boItig becinfluffcn. 
©ans anbet8ftel)t es mit ben Suben beSOftenä. e.e fubten 

{i* butd)nuS als BÖItifd)e Giubeit, alg bcfonbcten »eftonbteil innet()alb bet 
ummo(,nenben 5Ö!el)tbeit, Bon bet fie fid, butd, Sptadje, SebenSgeiuobnbe.t, 
tulturetteS unb teligibfeä Gn.pfinben fcljarf untetfd,eiben. 3a()tl,unbettetang 



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■nam^Bm-^ 




Jn'cbemann: 3)ie ^Sebcutung ber Ojl/uben für 3)eutfd)(ant). 675 

finb pe bie aj^ittlcr meftlid^cr Ginflüffc gcmcfen, fie bilbctcn bcn gjattelftanb, 
maren öor adcni bic STauflcutc imb ^anbmerfcr be§ Sanbeg. "Daä adcg ift l^cute 
faft 0an3 öcrloren, fie [inb bie politifcf) iinb foaiat Gntredj)teten. 5Iber bic 3u= 
0el)örig!eit au einer atteii Jlultur I)at i^r (2elbftgc[üf)f erhalten, iinb ber äußere 
2)rudf hat nur beioctraGcn, Gigeuart unb 3"[ainmenge6örigfeitögc(ül)I au [tärfen. 
ie ^uben bca CftenS [inb in ber übergroßen 2J?c^rf)eit beut)c()er 5(bfunft, 
unb fie beaeid)nen fic^ felbft noc^ ^eute atä ^5Ifc^fenafini", Xcutfrf)e. O^re 
S3äter finb auf ben D^uf ber polnifd)en S^önigc cttüa feit bcm ;^af)re 1100, öier 
Sal^rljunbertc lang md) $o(en gemanbert, bcm Hmerifa bamaliger 3eit, mo fie 
in ben ©tobten, meift greid^a^itig unb gemeinfam mit bcutfc{)en J^oloniften, 
D^ieberlaffungen begrünbeten, ^on bort auS aogen fie meiter nad) ber lUraine, 
beut, europäifd)en ^J^ußlanb, unb fie bema^rten nac^ bem S^iebergang unb oft 
dölligen 3]erfd}n)inben ber bcutfd)en Siebler bie (Erinnerung an ba3 §er!unftS= 
lanb in Xxad)t unb Sprache. ^a\n ber lange 9{ocf unb bie baauge^örige 2Jlütje 
finb mitteraltcrlid)e beutfc^e ^ürgertrac^t. ®er iübifd)e „i^argon" aber ift ein 
mit l^ebräifd)en S3rocfen unb einigen ffamifdben SSorten üerfetjtcS W\iitlf)oä)= 
btui\d) rr)einifd)er unb fränfifc^er SIbfunft. 2Bie bie aug Spanien eingeiüanbcr= 
ten ^uben ber 2:ür!ei nod^ Ijcute ha^ Gaftitianifd) if)rer ^ritüorbern reben, fo 
biejenigcn ^^oleng einen bcutfc^en 'Diafeft, ber fid) Dom §oc^bcutfd)en nic^t 
weiter entfernt I)at, unb nic^t unoerftiinblic^er ift, aU etma haä Sc^mtiaer ®ütfd). 

Unb bie Oftjuben fjaben nid)t ttwa nur äufjerUc^ bie ©pradje gewahrt — 
aud^ ber geiftige ©etjalt il)rer S^ultur, fomcit fie nic^t auf religiöfcr ©runblage 
ertt)ad)fen ift, — muraelt im 'Deutfd)tum; ber jübifdi^beutfc^e Xiakrt ift ein 
njiüigcr äJJittler ber beutfd)en öebanferntjett gemcfen. Sc^iiler, C^JoetI)e unb 
Scffing finb in ben Jargon übertragen, ebenfo Sc^IofferS 2öeltgcfd)id)te unb 
n)iffenfd)aftrid)e ä3üc^er «tter Scbramcige. Ter Dkfpcft uor bcut)d)er SSiffenfc^aft 
ift öermutfic^ nirgenbs im ^(uöfanbe bor bem Slriege größer gemefen, a\^ unter 
ben Oftjuben. ©anbte bod^ biefc§ bilbungS^ungrige SSolf, bem bie ruffifc^e 
9?egierung burd^ bie fogenannte ^^roaentnorm^ ben S3efuc^ f)öf)ercr Schuren 
nadb 2)JögIidi)feit erfd^merte, feine Söfjue in (Sd)aren auf beutfc^e Uniöerfitäten, 
Don benen fie SlenntniS beutfd)en ökiftc^Icbeng im G)f)etto brad)tcn. (S§ ift 
nodb in frifd)er Erinnerung, \)a\i ber alfau aablreid)e 23efud) iübifd)er Stubenten 
fd)tießtid^ 5lbmef)rmaßrcgeln IjerDorrief; unb bod^ ^at gerabe ber ruififd^--jübifc^e 
Stubent ben 9tuf)m ber beutfdien Sclire burc^ bcn ganaen Often getragen. Unb 
aud) bie bcutfd)e SiUffenfc^aft f)at bicfen i^üngern biet a« bauten. 

5iatürlid) barf man nun aber nid^t glauben, ba^ bie Oftiubeu ein beutfd^eg 
Slutturercment barftellen. ^()r gciftigcg Scben tüuraelt üor allem in ber rcligiöfen 
Srabition unb in ber talmubifd)en SSiffenfc^aft. Unb baä ift begreiflidj, benn bie 



') 93gl. bcn Sluffatj öon 5(lc£anbcr Gliaöberg „Xic ^uben in Siujjlanb" im £)cft 
^9iußIonb" ber S. ÜJi. . 



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676 



Slbolf Sriebcmann: 



neue 3eit ftat etft Bot futsetn an i^te Süte flepod)t. ®ut* bie OTaigefeJißebunB 
beä (SJtQfen Sflnaticm im n>eftli*en aSintel beä tuffKcfien SHiefenteidiä äufammem 
geptefet, leben fie fern Bon bet Sßelt unter ttoftlofcn aiet(,ältniflcn. 2anbetn,etb unb 
Vac5)tun9 ift il,nen Betboten; f.e fmb auf bie Stäbte beld,tänft, in benen b.e St» 
mtb^möfllicf,teiten ßeting Tmb; nut menige f.nb tei<f,e Saufleute Sabt.tanten, 
geletnte öanbmetfet unb bePOen alä iol«e gteiäügigfeit. 3m 2(ntleblung8= 
besitle aber untetliegen (ie id)nenet HJtoletatif.etnng'). 3" §anbe( unb §anb= 
met! metben fie butd, ben etftatfenben porni|d,en 9)litte(ft«nb ""mer me^t 
jutücfgebtängt, unb bie polnitc^en Snbufttieatbeitet rceigetn P* »'/"«J' "" 
ibnen in ben gabtiten 3u[ommenäuatbeiten, ©aju fom.nt eine faft Bott.ge 
5Re4t(orig(eit. Staat, ©emeinbeBettBaltung, lebet «eine Söeamte obet ©enbotm 
mat in bet tufPt(f)en Seit iftt Seinb, bet pe bef,inbette, quälte, i^ten lefeten 
»fennig 3« etpteffen Betfucfite. erliefen« Betbteitete f.«, um baä eienb BoH. 
fUinbig äu mad,en, feit 3af,ten in »a^fenbem mfee mittfcf,aftli(Det Slnt.fem.. 
ti8mu8 untet ben ^ßolen, bet fid) f^üefeli« ä»m etbittetten Sot,!ott fteiflttte. 
Sein ffiunbet, menn fid) untet fol<f)en 5Betf)ältnitfen bet 3ube ^olen» - abge» 
feben oon bet fe^t bünnen mo()l^abenben Dbettd)id)t - immet m<^t Bon bet 
Slufeenmelt abf^lofe. ein Seit bet füngeten ©eneration ift auägemanbett; ein 
anbetet t)nt auä äioniftifc^en, aud) fo3iatittifd)en 3uIunft?(,offnungen, ben SDlut 
3Ut gottejiften, gef^öpft. ®ie gtofee a«enge abet bat M 3" *«" „f ''9*77 
beS altiübifcJ)en @cf)cifttumä geflüdjtet, baä neben ben tein teligiofen Slbbanb= 
lungen bie übetliefette ffieiä^eit longet 9Jeit)en Bon ®efd)led)tetn in fi* f^loB- 
©0 ift eine fettfome ffultutmif^ung entftanben. ®a8 öet)itn beä öftlidien 
Suben bcbetbetgt neben ben pl)ilofopf)ifd)en Irattaten bc§ 5D!aimonibeä, tal= 
niubif(b=iutiftitcf)en Stagen unb religiöfen Sotfdjtiften ot)ne Sa^ ftetä beutfcf)e 
Sulturelemente, oft beuttcf)e Slaffitet, mat£iftifd)e ©ebanfen, etteltifc^ aufgenom= 
mene Sfultutbtocten aflet 2ltt. ®iefe abet Betmittelt butcf) baS <J)eutf(^tum. 

3u biefei reunbetlicf)en Sultutmifd)ung ^at baä 9?uffen= unb ^olentum Bet> 
bältniämäBig toenig beigettagcn, 3!alüclirf) finben m im Sargon au« 
flaroifcbe SBotte; aber jebe beliebige flbetfebung jeigt, bofe fie gegenubei bem 
beutfcben eiefamtciiatattet be8 .Sübifdjcn" Betfdjminben. Unb aud) bie poInif«e 
©eiftcstultut bat im SlnficblungSgebiet oetbaltniämäfeig gctingcn ©influfe et= 
rungen - abgefe()cn Bon bet bflnnen Obcitd)id)t polniid)=otfimiliettet 3uben. 
®et Sube bcä Dften? bat bcmnad) eine auägefptocfiene Gigenart; et ift webet 
beutfdiet nod) flamifdiet fflultut äugef)örig, obet fein bem Xcutfd)en Beimanbteä 
©ptadjtum wie baä ftarle beutfd)e eiemcnt fcineä SBcfenä bcfäl)igen ibn in l)et= 
uottngcubem TOafec ä"m SierftanbniS unb jum a'iittler bcä beutfd)en ®ebanfen8. 
S)eutfd)e SBaffen bobeu nun einem grofeen Seile biefet biä()er bart bebtudten 

■) Sßfll. ben Sluffati »on flaptun^SIogan ,I)ic Sage m lübifdjen 5ptoUtatiot8 in 
SRufefanb' im Jjeft ,3iu6laiib »on Önnen" bet <S. m. 



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©ie ^cbcutuncj bcr ö(l;ut)cn für :Deutfd[;lanb, 677 

unb an bcn 0rcn3en il^rcr 2öiberftanb§fäf)infeit angelangten aj?enfcf)enmaffe ble 
greil^eit gebrad^t, unb e§ bcftcfit menig 2öaf}rfcf)einl{d)feit, baß fie micber in 
ru[[ifcf)e 5(b[)ängigfeit gelangt. 2Bie für bie anberen „grembüölfcr" bcg tüc[t= 
licf)en 9f?u6ranbg, bricht nun aucf) für bie i^uben eine neue 3cit an. Jür bag 
d\c\6) gilt eg, bie burc^ bie 33eri)ältniffe gegebenen 3?orteite au nutjen. 

eine erörtening bcr SlriegSaiele ift auraeit auggefd^Ioffen. 2}iögen fic^ aber 
bie ^ingc mc immer geftalten; bag eine ift fcf)r njatirfcSeinlic^, bnfe ^luglanb 
i^urlanb, Sumaffi, 2:eile bon Sit^auen berliert, unb bafe im übrigen bag t)or= 
nialige ^ongrcfj^^olen eine innere 5Iutonomie erfjalten mirb. ^m öebict Slon= 
gre6=$oren§ lebten nun im ^a^re 1913 neben 9 919 000 ^olen 1957 000 
Quben (gleich 15 ^^roaent ber (sicfamtbebölferung), bon benen 1912 000 (gleich 
14,87 ^roacnt bcr ©efamtbebölferung) ben Jargon fprerfien. Ginaclangabcn 
über bie ©pradjenbcr^ältniffe ber ^uben finben mir in ben eingaben ber aagc= 
meinen 25olIgaäljhing bon 1897. 'Danarf) fprarf)en bon 1321000 Quben: 
1 264 900 ^erfonen (glcid^ 95,8 ^roaent) ben Jargon, aber nur 40 380??erfonen 
(gleid^ 3,5 ^roaent) bie polnifc^e Sprache, G-139 $roaent (gleich 0,5 $roaent) 
bie ruffifd^e unb 812G ^erfonen (gleich 0,2 ^roaent) f)od)bcutfc^. Tic übergroße 
SDIe^raa^l ift in hcn Stäbten angefcffen, mo fie in gcfc^loffener 2Jlaffe mo^nt unb 
lebt, ^n Söarfc^au a- 33. macf)en bie ^uben mit SOG 001 ^^erfonen ctma 
40 g^roaent ber iöcbölferung aug. Unb in £oba beträgt ber iübifcf)e ^roaentfatj 
über 39 ^roaent. (g§ gibt aber (BVdhU, m if)r ©ebölferungganteil big auf 
90 ^roaent fteigt. ^m ©urdjfd^nitt machen bie ^uben 37,7 ^roaent ber 
gefamten ftäbtifd)cu ä3ebölferung aug. ^n .^urlanb finb etma 51 000 ^uben 
anfäffig, unb im bcfetjten Seile SöeftruBlanbg (obnc .^^ongrefjpolen) mof)nen 
nod& ctm 1000 000 ;S»ben. Gin fo ftarfer 23cbölferunggcinfd)lag bon aug= 
gefprod)ener Eigenart unb fulturcller S3efonberl)eit, bcm nod) megcn feineg 
SBo^neng in gc)d}lof|ener 2«affc befonbere 33ebeutung 3u!ommt, l)at Slnfpru^ 
auf 33erüdffidbtigung bei ber 5)icuorbnung ber "^^inge. 

f^ie 23erf)ältniffe liegen nun im Often nid)t gana gleid^artig. ®ie nur ctma 
'^^ 51 000 ecclen 3ä(}lenben, böl)er fultibierten ^ubcn STurlanbg mürben bei 
einer Slnncfion fdjucll eingcbcutfd)t merben. Sie baben ol)nef)in, fomeit fie im 
fianbe geboren maren, fd^o" bigf)er ftar! unter bcm Einfluß bcg baltifdKn 
5)eutfd)tumg geftanben. Sdimieriger mürbe bie grage merben, menn etma bag 
öoubernemcnt 3umalfi, gröfjere Seile bon ^olen ober 2itl)aucn mit bem 9flcid) 
bereinigt merben foßten. ®ie Söfung mirb bann babon ab()ängen, mie groB bie 
anaugliebernben Okbiete fein merben unb in melc^er 5lrt fic^ bie SSerbinbung 
mit bem 9Rcid) gcftaltet. ^ft fie enger ^atur unb l)anbelt c§ fid) um nid)t affau 
gro|5e 2anbfläd)cn, fo mirb, mie bei S^urlanb, bie burd) eine beutfdjc ^olfgfd)ule 
geförberte 5lnpaf|ung fd)ne(len 33erlauf nel)men. 5luf bie bieten anberen 2Jiög= 
lic^feiten einaugebcn, ift nid;t Ort unb 3eit. mi befc^ränfen ung beg^alb 



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678 



5lt»olf Sncö':"!^'""- 



Umr^ m:m eine "" cUUd,e elb a„b^>^^^^^^^ g,eid,.flemeinid,aft tritt. 

e, fanu tcin 3meiicl lein, ^"« ^"^Z' " ^ ' ^i^ A"b lulturcllen eiflen= 
„nb £it(,aueu. ben ecf,«ti U,rer «''«f ". ^ * f.rd, »eM unb politif^e 

®teüuu9n«t)me unte: bcn H?olcu >"'<"'''* T ,, ' ,{,„,g „n bnS ?oten= 

3„be„ »i« ireilid,, m ^ ^^^ „VS Äin 3"'«e,ie„ ««= 

tum, mit ben, ca leine '^''''*.° f'*^" "" i,„t\i je fflc«blfctnn9Md)id)t bet 

Binben. ^er -'-«^^^"'"'^ ;7, f (, ^ S ellWajt ift 3U ii,ret iauj= 

poI„ii*e„ ^»«'7«'!;«t:f J «e er «ibeUt^t fid, im a^e^ufetjein 
„o^me id)einfaat bete.t. ^ e »»""^ j^'"" j^ 3„,„g bewat)ct bleiben, 

lt,ret eiflenort ber ^AJolonü.etnnB »^^ \'J^^ 1 ,;„ ,„ie unä i^eint, 

ebenio illibetaleä als in tultutcUet ffleä.ebnnfl in» ,j t,„t,) 

Je einbeaiebnn« iübüd.er aMfen m ben ^^^]^^^^^,, „,,be„ 
„ur äuf,erlid,er 5,«tnr le.. ^^^^^^^ «cbränot (eben, ber 
(icf, aesen beu «nllurcllcn -"» -'""^ ' '^^'"^^ „^ g,ift„ge. 2o mürbe ein 
unnetmeiblid) pats flve.,en ""'f^'^' *","",",„'„ 4 baS ?MmnmcnUUn 
Stntilemitiäum. ber boIniId)en «eIeEl«a - 'cj« ^« ^^ J^ ,^,^^ ,,„ 
bet »eBÖlletnnflSteile Pren mncbe. ""^ b. ouben > _^^ ^^ 

®:ud ,« nod) »iel feilerer einl,eü ^-^^^^ ZJ bie ^olnUc^eu 
C^erabe bo. ^'^a^Ueil bjien «^rbe a „ ult ..«be ,^^ ^^^^^^^ ^ 

gdjmärmer erbten §«6 ber ^< en ^^.„„„„,„eile nolmenbifl .ft. 

nn,nid)cn eine «"f'"'^"«"""' ^^ flr!7Aein eines SmanfieS «etmeiben! 

«erabe bie ^^»ten Jo.llen (elbj b- ^^^^^^[^ „„ J„,„ ,nnber= 

®ie, bie ielbfl io einbnnfllid, baS 2oS b r n m t ginpünbunflen 

„„,eret Sl.nnne b«be«, '^ ^ ^'^ , Uu ? be' n po<niid,cu C.emeinmefen 
famer Stainfiernng b«^>'°''"'*'";*",, " " „. «,fijte jaunneln, inbem eS 
„„d, ,olili!d, Scjaben «;;. •;."' "„'n mil b'en, 0ta«tSorfla = 

jcinellntertancn3"''''H.fl "" iebt. ®enn 

„ i S nu> S i n n e r l i d, « e r m a d, ( e u e n J u fl c " ^ ^ 

uns ber gcfcUfi^c 2d)nD ber ^^'> *«'"'" " _ ^i;iubett)eiten fleleßen, 

«ber and, im beulid)en 5ntere„e 'i' "' ;J2 " " ;' ^, ,3 s^„j,„, ber 
2eben bod) in 5Uolen G9< 000 mein lutl,en,d,e ^eulidjc, flle.a) 






:Dic ^:Sebcutunc| bcr 0(l)ubcn für Deutfct)(anb. 679 

(Bcfamtbebörfetung. ©eutföilanb f)at ein ftarteS ^ntctc(fc, fie bei \{)xtt ®prarf)e 
unb ^nationalität 311 erl}aücn, um [0 mef}r, al§ fic einen erf)ebric^cn ä3cftanbteil 
bcr ^nbuftrieücn unb (^koBfaufleute be§ 2anbe§ bilben. 2d)on finb bicie Don 
if)neu bom ^olcntum aufGcfogcn roorben. ^ei l^ob3, bei 2;omafd)cn), bei 
Söarfd^au finbct man beut[d)e Roloniften, bie je^t erft, narf) bcr beutfd)cn 
Offupation, fid) auf i()re 5l6funft unb Sprache bci'innen. Sie alle bem 2)eutf(i5= 
tum auf bie 2)aucr au crl}aüen, »üirb nur mogüc^ [ein, menn i()ncn bag S^^erf^t 
auf bie (grljaltuno if)rer Gigcnart, Dor allem il)re 2d)uk garantiert mirb. SBaS 
aber ber reinbcutfd)en ^JJ^inorität rcdjt ift, mirb bcn nnbercn lüiinberl)citen billig 
fein. Unb an bcr ftarfen iübifd)cn 2Janberf)cit mit i[)rem bcutfd)en "Diateft 
mürbe ba3 ^eutfcbtum in ^olcn einen ^tüdfjalt finben. SBürbe bod) bcr natür= 
lic^c entmirftungSgang ba3u führen, hai bielc iübiid)e GÜcrn if)re Minber in 
bcutfd)c 9Jlittct|c^uren fenben, bie an Dielen Orten baburd) ejiften3fäl)ig mürben. 

greilic^ mufs bei ber 33cr)anblung ber öftlid)cn ^ubcnfrage mic jebc $oIoni= 
fierungStenbcna, fo auc^ iebc ©ermanificrungStenbena bermicben merben. S^^ic^t 
nur au§ ©ered)tigfcit, fonbern aud) au§ politifd^cr ^ltug^)eit. ^n bem! lange ücr= 
folgten unb bcbrücftenOftiubcn lebt ein tiefe§a)aBtrauen gegen aUcWemaltl)aber. 
einbcutfd)ung§oerfudbc mürben ni^t nur Söibcrftanb medcn, fonbern auc^ ha^ 
neue Gkmeinmcfcn inneren 3d)mierig!eiten augfctjen unb bie polnijd)e 3Jlc()rf)eit 
mit i^rem ftarfen 9Mtionalgcfül)l in einen «egenfafe 31"" Tcutfd)tum treiben. 

2Bir muffen aber ha§ grüfjtc Gkmidit barauf legen, bafj hai polnif^e Sanb, 

burd) bie Sßaffen ber 3entralmä^te gefd)affen unb mit einer bon ir}nen in 

ftaatlid)er 0cmeinfd)aft lebenb, fic^ mit bem Söeftcn in innerlid)em 3ufammcn= 

^ang fül)lt unb bie Spitje nad) Often, gegen D^ufelanb fef)rt. ^n einem bc= 

fiegten SRuBlanb merben nod) lange 3eit 9lac^cgcbanfen gären, bielleid)t bon 

ber 9^egierung 3ur 5lbmcl)r rcbolutionärer Grfd^üttcrungen gcpjlcgt merben unb 

aur gebbe gegen ben bcrbafjten SBcftcn treiben. 5lber au^ ol)ne Gkmalt mirb 

ha^ ®cutfd)tum feine 9iecbnung finben. ®cnn bie Suben be§ OftcnS miffen, 

ba6 nur bie bon ben S^erbünbeten fi^crgcfteüte jübif^c 3Solf§fd)ule ibnen 

greibeit ber ©ntmirflung berbürgt, bafe nur bie in ber 3}erfaffung beranrcrten 

unb in ber ©efetjgebung 3um' ^lugbrud gebrachten gorbcrungen bcg Sf^eicb^ 

unb ^fterreid)§ ibnen ibre Eigenart erbalten fönnen. Sic merben banfbar fein, 

meil jcber St)mpatbiebcmcig fic beglüdt. 5lber aud), mcil ibr ^ntcreffe fic babin 

fübrt, ficb bog 53oblmollen ber 33efd)ütjer 3" crbalten. 

;^on ictjt l)abcn bie ^reibeit unb @leid)bered)tigung anfünblgenben ^ro!la= 
mationen unferer ."oecrfübrer, fomie bie für ung fclbftberftänblid)c ©e^ 
red)tigfcit, bie hcn ^uben bcr bcfctjten ©ebicte autcil mirb, grüd)tc getragen. 
:3n ^Imcrifa leben 2V2 2}liltionen ^uben, bon bcncn fiebcn 5(d)tel C^inmanberer, 
Vorüber unb Söbne bon :3ubcn im curopäifd)en Cften finb. Sie finb, aufier ben 
^eutfc^en unb :3ren, faft bie einaigen Hmerifaner gemcfen, bie mäbrenb bc3 
S^ricßcg bie (Bad)t ber 3entrarmäd)te bcrtreten baben. ä)cfonber2 fcbarf ift ba2 





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4 II 



68o 5l^olf$5ricl»<:mann: 

:="".:".: sr'r:;s :;v:::.-r :j.i .» 

IZ Sl ( e nid)t treibt, lo manbetn fe nid)t. 6? ilt em fltoB« 3tttum ju 
r f Ife b e 'suben U OftenS Bern it,te 3Bol,n{iatten «ettaffen; Deute 
;?; ; f u tiC i J.er nai be« 2änbc:n be. ^c,te„. über bej. 
San Itabe bct 9«a„n auS ber breiten Siaife I,änflt «" l-'- ® '" f J 
^Z Samilie, an ieinen (Arabern. Sr liebt bie öein. a^er ^--fj^^ 
^' cr,,„,h. ßißtn unb freubifl manbctt et nur narf) $ala[tma, Dem x.anue 
SeSi 5« t eine '.!aUe„.o.cni,a.ion bort fet,.t e. ebe„,o(ebr an 



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E. i./:it'w 



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J)ie 55cl»eutun() bcr öfl/ubcn für J)ciUfc^(anb. 68 1 

©clb unb borgcbilbcten Oroanifatorcn, rolc an bcr 9Rcgicrung3crIaubnl8. ®a8 
aUt^ müBtc crft bcfrf)afft mcrbcn, unb bic Siebtung fönntc nur aamä^Ud) 
bor \i6) gef)en. i^ier niuj} aber möglicf)ft (d)neC[ für bie grojje 9}lengc $Hat ge= 
f^affen ttjcrben. ^cS^alb mu6 eine grofeaügigc Söirtfc^aft^politif fofort naä) 
bcm Kriege clnfe^en, um bie jübifd^en aJJa[fen 3u ©artenbau unb ßanbrairtfd&aft, 
aur Heimarbeit im meiteften Umfange, unb aur ^nbuftrie übcraulciten. (5i^er= 
^cit ber ^erfon unb (Sd)ut} gegen 2ßiß!ür, SHcrf)t auf eigene Sprache unb S^ultur 
muffen gemä^rleiftet fein. ®ann mirb bie grofee SBanberung aufhören, unb bcr 
3ubc mirb gern unb frcubig ein 33ürger beg 2anbe3 fein, in bcm er geboren Ift. 
2öia man auf beulfc^cr ©eite ben ©renaf^Iug, fo [jalten mir i[)n jcbenfallg nur. 
für eine Übergang^aeit unb nur in ber gönn für ai^ecfmäfeig, bafe er aöc bic 
öftlid^en Elemente trifft, bie mcgen Hrmut ober S3ilbunggmiangel Söcbenlen 
erregen. 5lber, mie gefagt, biet ©rfofg mürbe biefe aJiafercget f^merli^ fjaben. 
(SS gibt nur e i n e grünblic^e i^eilung beS Übels unb ha§ Reifet, b i e © r u n b = 
urfad^eaubcfeittgen. 

JBiSmarcf ]^at einmal bon bcr auSmärtigen ^olitif ^reugenS gefagt, pe beftc^c 
aus einer 9^eif)e bon bcrfeljlten ©elcgcnrjeitcn. $)ier bietet \i^ eine ©clcgcnlicit 
bon mcittragenben golgcn. SBirb pe aielbemußt bermertet, fo mirb fic nic^t nur 
bcm 'iRci^ ben ®anf bon SJIiliionen geplagter 2J?enfd)cn eintragen: beutfd^e 
S^ultur unb 2öirttd)aft merbcn reiche (Srnte galten. 



33er alte 5ube unb ber ruffif^e Ofpjier, 

33on OctQDeSD^irbcQu. 

... 3d) fab einmal in einer ruffifd)fn 6tabt einen fetjr alten 3uben; er fofe on 
einer 6trafeene*e auf einem 6tein. 6fine 9Iafe mar hrumm, feine ^ugen tränenb, 
fein langer ^art ^eraauft, feine Äleibung «rlumpt unb übclrifd)enb, unb trot^bcm 
roar ber 't£flann fd}ön. (Er faf^ fo an ber totrafcenedie unb roärmte an ber 6onne 
fetnen fiedjen 2eib ... (Ein Offiaier ging oorbet, feinen langen Söbel nad)fd}Ielfenb. 
5Il5 er ben 3ubcn erblidite blieb er fofort oor Ibm ftet)en unb begann, o^ne bafe 
ber ©reis ben gertngften ©runb baau gegeben ^ätte, nur aus 3eitoertreib, Ibn a« 
befd)lmpf en . . . 5)er alte 3ube fteüte fid) fo, als ob er nldjts borte. 5)ie[e «^iJaTiöltat, 
bie burdjaus nld)t aus 3lnglt, nldjt einmal aus Q3erad)iung harn, bradjte ben Offia^er 
in foldje 2Cut, ba^ er ben (Breis mit (einer bel)anbfct)ubien ^anb Ins ©efidit fdjiug, 
fo bafe biefer oom Stein, auf bem er gefefjen, au "iöoben fiel unb role ein anqefdjoffener 
^afe aappelte (Einige ^affanten biteben fteljen, bann bllbete fldi eine STRenge, bie 
Über bas 6d)aufplel gana glüAlld) mar; bie fieute beulten oor (Entaüdien. fttefjrn 
ben armen SD^ann mit ben ,NÜfeen unb fpleen lljm In feinen Sßart. 5)er 3ube. ber 
fc^roädjer als ein kleines Ätlnb mar, erbob [xdi mit oleler SOZübe oon ber (Erbe unb 
faate, obne ben leifeften 3orn In ben klugen, bie nur (Erflaunen oor einer fo finn« 
lofen ©raufamkelt ausbrücftten: ,.2Barum fd)lägft bu mld}? ^abe Irf) bir etroas 
^afes getan? ^rnnft bu mld) überbaupt? ... (Es Ifat \a gar keinen 6tnn, mld) 
ju fd)laflen . . . 5)u blft alfo oerrüdii?" S)er Offiaier a»dite bie ?Id)feln unb ging 
feiner 2Bege, oon ber ganaen OJ^cnge als ein ^elb begrübt unb berounbert . . . ©er 
oUe 3ube feßte [\^ mteber auf feinen 6teln. fjct) kam mit Itjm Ins ©efprödj, unb 
er fagte mir: „6le [mh alle fo . . . ©ana obne ©runb fdjlagen fie uns. 3)er Offiaier 
roelfe flnfad) nld)t, roas er tut. Unb bod) Ift er kein fd)lect)ter Äerl . . . 5)enn er 
^atte mlc^ auct) töten können . . . Sllemanb mürbe Ibn bafür tabeln. Im ©egcntell: 
oUe mürben lim prclfen unb beglüdiroünfdjen. 3"r 53elobuung mürbe er noc^ fieser 
eine ^ejörberung bekommen. .. 9Tein, er Ift gor kein fct)Ierf)ter ^erll" 

["ilus: „Les vingt et un jour d'un neuraßtbdnique."] 



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Von Dr. Adolf Friedemann stelle ich Ihrem Wunsche entsprechend 
zwei Berichte in Ablichtung zur Verfügung. Sie stammen aber 
beide aus Friedemanns Tätigkeit in Amsterdam; ein Bericht aus 
seiner Berner Zeit konnte nicht ermittelt werden. Dr. Friede- 
mann ist wiederholt für die Erhaltung des jüdischen Referats 
im Auswärtigen Amt eingetreten und wünschte auch die Entsen- 
dung von jüdischen Referenten für jüdische Angelegenheiten an 
einzelne besonders wichtige Auslandsvertretungen, wie etwa 
New York, Bern, London, Jerusalem. Dabei sah er in einer sol- 
chen Organisation auch einen willkommenen Rahmen für seine 
eigene V/irksamkeit . 




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ipj|h- ■aMWfK|&- imstardam, den 6. Augast 1915. j 

Tf^i§ßmt%t§ #eneraMlonKulat Tesseleohadostr. ll. 

Iftr öie Äieötrlanbe. 

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ä -Ar 

lie-ber. Korr" Prof ossor! 8alISt^^J 

J'&t-v.rliol. •L..'! die Pclon ■■-uan .;c zu b-?iirt eilen, o1i t.'I:- ^Lo 
- ^,^.^ .. -"^-iv,., , o:,er :-.tcu-t. -tor di 3 ?rtigV:oit i:: ^slando erfordert 
^etrt ■)5- ro^r VoLos JÜaü: vcn Dipl- tio. In IIa- Italien ist niexi dor- 
• ' masro -ib -trau !■:->., das3 sciou die ?,ctoiliGunc; alnas denatscl.cn loli- 
tikeri^ (ui."^ -oc? aar:: ei^eg Be«xnten) an oinor Aktien gegen die lolon 
;>.,K-^:^4 r- cl^ :j-tlon al .s olni dautacho Aktion oreobsinon sra lassen. 
•Aas dieser Än?e ni-r hut si(i. raoin Ycrcox. xx ar^o^n. das ßio mm v.'ohl 
Quoh V.ossar wiirdigen. Jedunfalls hat dor 'grosse Srfolg, dou iou tis- 
• "lier hier tohoc uni-osor..ldon eu ,:elu) erzielt, ha-be, nur fladuro'. oin- 
' treten kennen, dass ich mich ledi£lioL ulp Jude rat und -berdien 
Holirnder in den Vorderertilnd schoh. Gerade diosep Yorsol.an hat cU o 
iQUte gewonnen und ihnen d'as T.^sstrauon eanornmen. In dor Anla^-o ncn- 
"l/ de ich im-.en AT:.sohrift des DaiÄhriefos. den n.ir daä Anti-rogroraicnitce 

*schi^l<±o. -Jotzt hiu :chr.it' drei ejidoron .U'-tionor. "besohiftict , ni in- 

•' e . • - 

lichi: 

T."' 3ilduPF -inen Komitees 7Air ünt erhrln^-u;^* ur.t orern''hrtor/-«^/;:>^'- 
" • doutsGlier Kinder, auch dar cobild^tna Strnda. in .^.cl- 
■ laua. ITclDen dor FTsoreo ^^x dioXindor ho -f -i icl. dar,m'ch 
%'x erreichen . rlaao -:an sich mil dor TTot in Deut wnl^Jio 

hesch'-ftict uv,d dadu-!h die !<'olc '-"^ ■'^.'^'^'^'^^^^'C^^ 
kernen lo-r.t . Ines wrlter :^£dilroioho holl-ndischo ?6.T-ilien, 
' diohiPde" hei sich aufno'rinen, wir" er in den v rloroncor^^n 
" ponr>r\ Kontif-t wit daiit Siohon P^ynill m korjnen. Das %vir(i f-r 

die Wiederaufnayjne der BonlcliunG -^n und eine Vorbessorung 
_ ■ .-^sr Stinuiurr- sehr wertvoll soin.0r"nöune9 3ltzunß honte 

Zj BiiiJuiu '^'^HGö r.omitoes von holl''ndi8ohei: Ka3 :iov-^.on, die 
' 'l>i') 2rkl''•n^.^: dos Inhalts a'b,^G"b -n eollen. (^ass ... ricicn 
f IrP.rt -n -^.yj.c V/ied^roafr iohtuug- Do:-t8ciaandi3 jralrti^^hoa 

' Beißtand loiston v/ollon. 

3./ lol. ^3rh/-ndolo mit dor. Kaa£ or Koniit oo ^"^Jl^^'-^^:,;j:H ?, . _ . 
-Htor den Trarü--ort dat j^'-diooLar Arb oit or^Por-^on Itro i :linGO 
naol AriorUra. Das Ilao^er Komit oo hat sich auf moino Litte 

f L351127 



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"horiitü nit den - jGa:i'üt::ii3'7:.-^t(.i- <:'rr VorL-lj-i /t ^.. otuaton, 

4./I3I. ho_'f^;, 3liion :;r {?8ü .:>r r T^-:trc!f; aiic den c o--'»^^-'T^-*^-'ton 

Gel dorn den ^int i-Pogrom-KGriit oo.-. >"r 'la,*: Ar'b .it -a-f-'-reorgo-^.^ 
L351128 ^^ -^- er]:.<ltr^n. 

Sio soh'^n, das:: ioh roiahlioV- .tu tu:: lut?, iLTBcrio: r ..?3 mo3> 

j:>n3 und ab^-nOs d i.-^. B-jpGecb-jn f-^-^r da:-: 1?.Vj v ■. 'Tan^^t r'irf ;v;: ^;* cson tind 

loh iiooii llt-rarico::, i^^r öi? hol'^.tlndij^oiio r:';3?e, tiu.*' It. d-r Vor- 

jr-'ü-aii^: von Po^; ron • nach rloht-. . t^'tij "bli.. 

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Gcr.^d.nrat vo-^ ":u.n"'joldt ist eine fe^:-::t l.l '-^h : ITut:-:% C*~..o Auf 
rorderariL" wird er t'-vviLib i^ioat riGol: Berlin lorlo:t-3Q. ^Lcr -rwa or 
:.>urjQ.;:crdert -.vird, ^:la'ul::ie ioh auch an einen x round Tiiolioi.' Bcrl^lii., | 

Hit dor WolxnuAj-cfraje ]:eibe ich hlor (:rcsso Sol^vioriflreit an« | 

I^io Ponsicnen sind elend, und icii siehe cn ?.f.or. tü^/TTSn kai'm aber 

'naur.i iv^-ond ot^as "b clrcaTion. Unddio Leute rarlan£;on irrsi-mie^a Preleei« 

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I'^'rcine klein? möTDÜert e T7o?unun£* oline Poneion, das eii^zi^o, vrns ioh 
hier r."berhQupt seit 'Joolion ^joseh^n habe, so?" io'.. ;li?l«4CC»~ icr.atlloh 

zjcilon. Im Haac l^t all^s lialb üc toaor^ al:or lil :.r tltzon n? 1 rüe 

*" ■ ■ * 

. Sohieber horxcn, denon os ^äli Gjld ^^-arnieiit onhonrit -...d .;.ck? . . .':aoh^f- 
t 0. • Oesundheltlieh ^oht es nir mfsüig« Ici. 'nl . ro'-r al), V'^a l-it it« 



Und dazu das ont ootslin-lic 'Jotter. Seit ncnut-n ' 



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3ohf5n iri;»- iSti wfiro cohr p.-^t^ 'vonn unp'-;' ■ T^rh^ii. '.süo -^.'.nsl ge- 



o'^dnet -^r^rd^n ni;d,--.i^*^« vo>" allor jinnial i": dl-,« lar,'^ Ir^n;,, , ,' • l^i-.ore 
reit diL?T>onieren ^n kön:ion. Dao ProvisorLi-v. mit !.? . ni'*l'?J. "^ t ni .'on- 
nun'o-'' vf^rt Taert dan Ljbon iri o in ^r un^^laiibll '^hen Wr' ::::•• Vnr f^ohön 
v/^ro oi3, v.-in.i ^/7ir <^ie Au-f r. ei -jhnun^ •^-'ber di o wdLtjrr: ?ftti^''.>.^' : o--:3pro- 
j'.:n könriien. Wollen Sl :• niolt linnal "i>'^r Inspektion rroin^^r T^tig- 

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::.>it" naci: Holl£.nd kon^ien? 






^rute Bensorung: f-tr IhJfe ITeural^ie und W'itor futo lilTholung in 



3 ins. 



I!lt beat an Grrv»8'8en an Sie und die Tlinder ind or-» 
eebe^Jl-I^S^-^^^^^Con an Ihre Gattin ihr 



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]^e«tf c)ie« 'liltiieraMlonfuUt 
fnrlfte ^MberUnbe. 



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AB8t«rd«m, 4« Sesamlier 1920 



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In dorn mir zug«g»ngen«i Brl»se ita ijxswärtlgen 
jUntes vom 21. Oktober 1920'III Jad.260. - ', Mf den loh In d«n 
ntohsten Tagen besonders berichten werde, war angegeben, dass 
Deutschland »urzelt trotz der Sohwierigkeit seiner Ärnöhmnga- 
lage und des Arbeitemai'lt^eB mehr als "ioO.öOO Olrtjtiden Gaetfretmd- 
Schaft gewährt, daas aber eine YersohÄrfung def fbtlage 4»- 
Deutschland meglicherwelse dazu drängen werde, zu Ausweisungen 
grösseren Stils seine ::uflucht nehnen «u ntSaaen. 

IflV Btoksloht «ttf die schwere wlrteohaltUche 
Belastung, welche der Aufenthalt so vieler Oßt Juden ftr Deutsch- 
land bedeutet, habe ich dieses Problem, daa ja auch ftr Holland 
gelöst werden ibuss. mit dem Grand-Habbin und einigen anderen 
einflusür eichen Herren besprochen- Ich habe Torgeschlagen, dass 
die holländischen Juden siOi im Kinverst ändnis mit der hiesigen 
Regif^run£ an den Tölkerbund wenden und verlangen, dass er sich 
der Angelet.- '^nheit annimmt. Und zwar nach der Richtung hin. daas 
der Völkerbund feststellt, welche überseeischen Staaten zur Auf- 
nahme der heimatlos gewordenen, heute in Central* und ^Test-Suro- 
pa sich aufhaltenden Juden aus dorn Csten bereit sind, und dass 
dann von Seiten des Völkerbundes die internationale Regelung der 
•janderung erfolgt. Pas wtrde zur Folge haben, dass ein erheblicher 
Teil dor Cst.^^ m in l>utß<*hlp.nd, die gerne weiter wandern möch- 
ten, ohne es au können. Deut sohlend verläset und nach Amerika 






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Dr. Adolf ?riedemann. 



Herrn 






AiHot ordai-, L. j^obruar 1921. 

Tot oriiiP:^cLan3 \)Z "b. 






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Heichsininistor a.D. C^ o t 1: o i n , 

T.Ütglied dos Höiclista^s, 

Ho cl'iv/ohlFe bo r on 



Berlin. 



Hochveroiirt er Horr Llinisterl 



Ilein Freund SoTDornlieira sohriob mir, dass er Sie imlengst 
gesprochen habe, dass meine frtheron Briefe Ihnen nicht ganz Luiinteres- 
sant gewesen seien, -and dass auch weitere Situaticnsberichte 3io interes 
Sieren v/l'rden» Gerne will ich versuchen, Ihnen l'ber die Stell-^ong 
Deutschlands, wie uian sie hier sieht, fortlaufend einiges zu berichten, 
ebenso fber meine eigene Arbeit. Nur ftrchte ich, Sie bei Ihrer 'grossen 
Arbeitslast mit lang-en Berichten 'ZU quälen, und ich v/^'re Ihnen deshalb 
selir danhbar, "jenn Sie mir kurz mitteilen wl'rden, cb meine Briefe zu 
lang seien, was Sie im einzelnen besonders interessiert, -and wcrvber ich 
Sie auf dem laufenden halten konnte. 



\r }*T~^<tz^ 






den. 



Darf ich zuntichst unbescheidenerv. aise von mir selbst re- 



!'eine Tätigkeit hier hat sich sehr gev/eitet. Ich darf 



sagen, das:", obvv'ohl mir nat-f'rlick nur bescr.r^'nkte :.:ituel zur 7erflgra*g 



stehen, sic:> in meinem Hause hier nicht ni\r alle ari; 



r» n (^ "' • -^ in f^n "^'^ i .-i •■^ ''s 



Ami;t erCcjTis treffen, sondern auch christliche Politiker, rresseleute, dl '^ 
Leiter der groSL:en BarJion usv;. I;;: r anr:;on lande habe ic/. Besiehun-en an- 



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Ixi dor T:ili-atLtiL'l:Git flr dGuts..;l:o llindor !:onn:,o icl, rnonr al2 güig 
rillion i:ark nach -Dout uchland soxidcn. '^v;Gel;n T^ntlaatun- DoutsoMands 
von dGii dor-L in ron;-Qii .voilondea Grv;3rb3l63en CstiudGn habe icl. Sol^rit 
tG asr holllndischen Juden in Veroindun^ mit den I.'inistGr KameüGsl: 
b3i dem TölkGrbund Grwirkt , die horientllch "U Ginor intornationalGn 
3G-eluns der V/andGr-anG direkt von C&teuropa nach Uauarsee f Ihren dtxf- 
ten. Die .-aiCGlGgonheit soll boreits in dor Februars it z-ons in Genf ver- 
handelt werden. ?tr die Hfckkehr der ausgewiesenen deutschen Templer 
nach Palästina habe ich in London nicht unerheblich bGitragen kcnnen>^- 
Die Bildung der deutsch-hollündischen Yerst £jidi£-ungs->:onEiission des 
Verbandes " Heder land in den Vreeade" ist auf moine Anresuns erfolgt, 
und die Eerren stehen mit mir in dauernder Aus,-prache. In Sachen Cb 
Schlesiens habe ich mit vielen Eerren, hollSndischen Presseleuten -o- 
amerikanischen und englischen Politikern gesprochen und nach llrtften 
Stimm^ong zu machen v er cucht . Die 3egrlndung einer deutschfreundlichen 
illustrierten holländischen Zeitung ohne ^eden finanziellen Zuschuss 
von deutscher Seite war bereits sehr weit gediehen ^and auch von Aus- 
wärtigen -Imt gefördert, ist aber im ^letzten Augenblick leider an de: 
'Jiderspruch des Gesandt en gescheitert , der keinerlei derartige Aktionen 
wl-nschte, obwohl nach dem a.:^gearbeit eton Plan ^Gde irgendwie aufdring- 
liche Propaganda vermieden vsA mir durch die ob^sktivc Schilderung des 
kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Zockst andes Deutschlands 



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e'^.-en dio Forderung 



-ewirkt \7erdon sollte. Gegenwärtig bin ich bemtht , geg 
der :^tonto auf Ablieferung der TTilchklhe durch giDHvorfthrungen, Vor 
trtge u.dorgl. 3ti::i.:rang rra mackon r...d nach y.cglichkeit die -.'chlfahrts 
cr.:anlßa1;ionen du einom Protest r'.usfCT-or. - 



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Dieses ist ^in klolnor Uouorblick fber meine Arbeit, die 






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sich nattrlicli auf viele JÜnaelheiten erstraclrt. Aber ich möchte ihre 
zeit nicht unnl-tz in Anspruch nehmen. Sehr hohindert bin ich nattrlioh 
dadurch, dass ich mich noch immer nicht in einer festen Position befin. 
de und S:trc:üt der Unklarheit meiner Stellung mit einem gewisnien Miss- 
rauon der mit den Vorhältnissen nicht vertrauten Personen viel zu 



4- 



kiänpfen hatte.- 



Die Stimmung hier gegentber Deutschland hat sich wesent' 
lieh gebessert. Jian ftrchtet uns nicht mehr, und wenn man uns auch 
nicht liebt, so weiss man doch, dass die lebensinteressen Hollands als 






des Sinfuiir Staat es flr Deutschland mit unserem Schicksal eng ver^rnfpf 
sind. Sin angesehener Folländor fasste das ktralich in die -.Torte zu- 
s&TTien: -■Vonn der LTagen krank ist, kann der Mund nicht essen." 

Dahingegen ist die Stimmung sehr schlecht f-fr die j'ran- 
sosen die heute Iborall im Auslande als die Träger des militaristi- 
sehen Gedankens und dar Unruhe in Ä-aropa gelten. Niemand glaubt, dass 
Deutschland die jintschMigungsf orderungen akaeptieren kann ui'.d wird. 
und man Ingstigt sich auch vor der llöglichkeit dar Annalime, weil sonst 
natürlich das Ausland als Abnelimer indirekt einen Teil der deutscher. 
Kriegsentsohi'digpJig bezahlen ra-fsste.' Im allgemeinen ist man bez-tglich 
des argebnisses der londoner Konferenz wenig hoffnungsvoll, wenn es 
Simons nicht selbst gelingt, lloyd George -umzustimmen. Aber viele 
loute sind auch in dieser ^Beziehung sehr skeptisch und meinen, dass 
-:erade die Sngllnder mit Rtcksicht auf ihre Stellung auf dem Teltmarkts 
die Abgabe vcn/jusfuhrzcllen verlangt hatten, vza die deutsche Konloir- 
renz aun-uschal.ten. Sie meinen, -Ingland liege nijht so viel am deut- 
schen ?'&rkt , wie an einer Froihaltung der anderen I^'crlrt d von deutschen 
•"a-^nn ■•'■-^ TloYl C-ocr.'-e .-^laubo auch, dass TJoutschl-and vic-le Dingo ir.! 

*'C^^.r-r. P^e^s vcn En^rland V.mrZen mtsco. Die rriinü^osori f:oio:i ::Ginesv;os?? 
""^ " '" allein 






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das troicendG .^Jlement zwn Zuötmidokörrnien der Pc^risor Bosohltsse ^owe- 
SGn. IlattrlioK ist n^or sohv/er zu LeurtGilo:i, ob an dioson /aisichten 



etwas WdroG ist. 



V/ean der Ilarlrkurs trotz alleni sicli "behauptet, so 




liegt dies nach Jlnsiclit der Mesicen Banl-iers hauptsj-^chlicli daran, dsss 
die L-ar:-- nicht mehr in dem Masse v;ie frther Spekulationso'o jekt ist, -ani 
dass in Augen^Dlick kein irgendv/ie lebhaftes Bedürfnis flr fremde Valu- 
ten seitens Deutschlands "besteht. So 3öi auch kein leibhaftes Angeoot 
von Liarken vorhanden, und dieser Zustand bedinge die relative Festig- 
keit der I-ark. Dahingegen besteht wenig ITeigung aehJ. deutsche Industrie 
werte. Häuser u.dergl. zu kaufen, weil man mit einem starken Her-onter- 
gehen der Hantabilitfit rechnet, und v/eil ausserdem hier Tvenig flüssi- 
ges Geld vorhanden ist. Der Zinssatz hält sich auf etwa 7^5 "ond hat hier 
noch steigende Mendens, sodass die leute lieber ihr Geld im Inlande 

anlegen. ^^^ -,7irt Schafts läge in Kolland selbst ist sehJr trau- 

ri-. Viele Fabriken stehen still, fast die gesamte Diamar.t en-Ind-istrie, 
von der iasterdam ja grösstenteils lebt, feiert, -ond viele Industrielle 
stellen jet^t bereits die von ih^nen bisher gezahlte Arbeit slosen-Untsr- 
Etltsuns ein. Grosse Diamanti;.re er^rgsn die Abv;ar.derung nach Antwerpei., 
wo man leichter von T^^.gland P.ohv/are erhalt und die I^-'h^ne billiger sind. 

Der Mittelstand leidet auch hier sehr unter der 
rapier-inflaticn. Die ?.egierung hat deshalb ns;:en des Kreditabkommens 
mit Deutschland Viele Angriffe erfahren. ^Denn^dadurch^^nicht nur 
die Inflation gesteigert, ^^ondorn viele/Artikel, .vo.c::e von holltndi- 
scken va-oflouten in /unerika gekauft v.'er^^en missen, werden dort vor 









Holli;nd-.rn mit Gulden befahlt. •;7as eine -^veitere -.twert^oiTg des Guldens 
ce^enfber dem Dollar bedingt. In alLerletcter Zeit soll der Geschäfts- 
-an- einselnor Industrien hier sich ein Tranig verbesrert haben. 






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C>) etwas an diesen Dinßon flT Sie, Herr Minister, neu oder 
interessant zu v/issen ist, kann ich nattolich nicht beurteilen. Ich 
möchte auch aus dem gleichen Grunde nicht auf Einzelheiten eineehen. '^ 
Aber wie ich bereits an 3ingans meines Briefes sagte, hin ich selir gern 
"bereit, Sie fber alles su informieren, was irgendwie IhJ: Interesse 
erregt, und ich wEre Ihnen deshalb flr eine wenn auch tans kurne llach- 

richt besonders daniibar. 

üit dem Ausdruck vors-i'glichst er Hochachtung und 

verbindlichstem Dank ftr das frdl. Interesse, das Sie meiner ^beit 

stets erwiesen haben, bin ich, Herr Hinist er, 



Ihr 



Tiinen. gans ergebener 



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©eutötljcs (ßenetaH&onöulat 
für bie ^iebetlanbe. 



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Aiasterdaii, 25. Fo^Druar 1921. 






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Hc eile' e ehrt er Eerr Miniöterl 





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Darf ich mir heute erlauben, bei dem grossen 
Interesse, das Sie stets de., deutsahen Ausseahandel z-ogewendet haben. 
einen kleinen Berichten Abschrift au Sie .u senden, der sich auf die 
Verhältnisse irr. vorderen Client bezieht. Ich habe an das Goueral- 
Xoneuiat in dieser Angelegenheit berichtet, ^veil ich erfuhr, dass sich 
Mesige Ea-ofmaanskreise ^^it de:. Gedanken der Begrtixdung einer grossen 
Import-Gesellschaft ftr Palästina und Syrien tragen, weil eine grosse 
Mesige schdffahrtsgesellschaft beschlossen hat , Jaffa anzulaufen, 
und weil dar britische Handelsminister. Sir Alfred llond. in einem den 
"Deily Hews" gewährten Intervievv vom 14.ds.Kts. die englischen liauf- 
leute besonders daratufhlngewiesen hat. dass Palästina und des Hinter- 
land grosse Eandelsmöglichkeiten bieten, denen bisher nicht die not- 
wendige Beachtung zuteil geworden sei. 

Das Land selbst befindet sich in schneller Britwicklv^. der 
Bedarf an Xebensmitteln. Konfektion, landwirtschaftlichen Maschinen, 
Artikeln ftr die Brau-Industrie. die Blmen-Ztchtmig. sattler-und 
Kcrbo-Febrikate, Llaschlnen zur Gewinnung und verarbeit^ong vcn Steinen 
ftr Bauzwecke. 77irk-und Strumpfwaren, I'cbeln. fertigen Artikeln aus 
Eol:^, wie Eisenbahnschwellen. Penst errahmen usw.. ist ausserordentlich 
gross und kann gegenwärtig nur zvm ^Teil 'Defriedigt werden. Die Preise 
haben eine ungewchJ.liche Höhe erBicht und liegen durchaclmlttlicb etwa 
ECfi t^Der den londoner Preisan. Dabei soll die grosso FArOTOnderyng erst 
in den nlchsten Honaton einsotten, wenn der Bau dor Sloktrisitätswerko 
eai Audsche Fluas und der Auebau dos Hafen.s von Kaila begomien sein wer- 
den - Untornci-jniingon. die nicht nur viele tausende von Arbeitern be- 
sohtiftieen. Bcndern auch zahlreiche gebildete Familien mit gr" erkoren S] 



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Bedi:rfni3sen und viele titndler ii.- i^na üTxiit^^i 

Ver7.altui>3 oeabsicr-t ißt dami im Susainn;ei.x.r\)eiten mit dsr sionis. i3cr-en 
Cr.^aniaaticn. die den Betrag von 25 LIillior.en Pfmid Sterling zur Ver- 
flfeim£: stellen will, nacli Kupfer zu scMTfen, Petrolev;. su ertoho-or., 
dessen Vorkon^nen zierlich sicher - erscheint . und eine ganae Reihe von , 
Patriken.vorsugsweiEB ftr den ^v^ort landv/irt Schaft licher Produkte nach 
3uropa, zu errichten. Hie landwirtschaft entwickelt sich sehr schr.ell, 
und der f rebeweise Anbau von Baumwolle und Tabak hat vorstelicho ?.e- 
sultate ergeben. Auf die Möglichkeiten, die das Hinterland bietet, ha- 
be ich noch in der Anlage -besonders hingewiesen. - 

in der letzten Zeit haben mich wiederholt Herren aus Palästi- 
na hier besucht und ihre Verwunderung dartter geäussert, weshalb man 
dieses gute Absatzgebiet ke^pflos den englischen Interessenten tlDer 
l< lasse, me Bevölkerung selbst wtrde bei den jetzt drt:ben ftr alle Ar- 
tikel -geforderten ?fucherpr eisen scheinbar die detitsche Konkurrenz 

freudig begrasen. 

loh erlaube mir umsomehr, Ihre Aufnierkssmkeit , hochverehrter 

Herr Minister, auf diese Angelegenheit zu lenken, als ich nicht weiss, 
ob es mir vergönnt sein wird, noch längere Zeit im Interesse des Reichs 
zu wirken. Denn ich höre von Berlin, dass infolge des herrschenden 
Geldmaneels beabsichtigt wird, eine Reihe von Auslandsstellen einzu- 
ziehen und auch die meinige nicht fber den 1. Juli ds. Js. hinaus fc )- 
bestehen zu lassen. loh mochte aber bis zum let zfeen' Augenblick meiner 
Tätigkeit alles, was in meinen schwachen Krilften steht, tmx, um das 

deutsche Interesse zu wahren. - 

Gegenwt^tig bin ich damit beschttft igt. einen Schritt aller 

holltlndischen v/ohlfahrtsorganisationen als Protest gegen die Forder-ung 
der Sntente auf Ablieferung der deutschen Milchktlie herbei zufthren 
und habe eEßioht, dass sich das holländische Ministerium bereits mit 
der Angolegenheit beschäftigt. Ausserdem bereite ich gemeinsame mit 



anderen Herren Vorft-hrungen von Filiiis l'bor das in Deutschland horr 



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v.rr^P -it^derelend in Rolland vor. 
Mit deiT: Ausdruck vorslgH-ii-^ ^^ -^-^ 



Herr lünicrt er. 






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Herrn 

P.eichsp.iniBter a.D. Gotiiein, 
ied des Beich?ta;:s, 

oron, 



Mitglied des Beich?ta;:s 



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©eutöcf)eö ißeneraMäonöulat 
tut hit ^ieöerlanbe. 



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ATistordSr.. 2. IVvrz 1921 






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KcelrvereliTter Eerr ::iiiis-er! 






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Dar^r ioh Il^i^en zun^'chst -einen herr^lichst en 
paiilv ffr die in Ihrem Schreil^en vom ^7. Fvor,.-^. 

tbera.B fre^xidliche Bereitschaft s.,en, sich meiner i^ele^enheit 
anzunehmen. Ich hin mir .eva^sst , hier- nlcl^ .an. anntt.lich ga.ir>t 
.u haben; das i^ auch die mir offen ge^-sserte Ansicht unseres 
fri^heren und gegen^^tigen Generalkon^le und .ohl auch die der a^t- 
liehen Stellen in Berlin. Denn das Sol^eioen des Kinisters weist 
darauf besonders hin. Nattirlich wtrde ich sehr bedauern, ..enn ich 
meine Tt^igkeit einstellen mtsste. Vor alle.' auch im vaterländischen 
Interesse. Denn die Schlussfolgerungen, die man aus der Entlass^mg 
des wohl gegenwärtig ein.igeu Jvdischen Beamten im Aaslandsdienst 
hier und ander^^rts .iehen wtrde, wären schwerlich freundlicher Natur, 
oWnl ich seihst sicherlich giauhe, dass im wesentlichen nur der 
tatsächlich vorhandene Geldmangel zur ^tscheidung des Auswärtigen 
Amtes geffhrt'hat. Aher natürlich wtrden doch die vielen misstraui^ 

o. . j • ^-.^^ -r^n-'^TPLQcn-jnp- hesondors -^ionn keine ander?»'ei- 
ischen Elemente in dieser rJioiassuns, ^.e^^ji-u^xo 

tigevor^endune orfolet. oine' Fortsetzung der xr<ihoron von Yorurt ei- 
len g.leitoten Politik er-Mlcken, Und da. v^t^de aas Ergelonis r.ain.r 



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Mosican sw3iiL^hrl::-en Aroelt su nalns:- £:ross3a 
ointrSc-i^leen. Sic d^:rfcn versichert soiu. dass ich ^ei die^.n Zr;;£. 
!pxnsen moin por^^miichos Intercaso erst in rv.iter linio i:z Au^a 
habe, und d".3,. ich vor allern wrnaoMe. das. T^rgleiche mit de3 7cr- 
rehol ..3. der -^.jU-üdor .rx Xlnc^n^tor. des P-eiclios vorrniedan warie:!. 















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,.„0. ...n,on P,eiU, von 0...n 1- «UM. S.OV-...-C ...... - ...r... 

aon aar rneiöv. on Lfnaer ^^j * ^ ., .^ 

n ^ -, - a y der «GKonwLrtie. o-^-' 
Hori- Geueral'iccnsixl C r :a e r , a-x . u 

T.andol3beirat der Aus 3 onhandols stalle pr.oxaxert. 

deutsche YTov^^^ geleitet r^t, ...r l....m .1. 

. .n^ ^-^ s^hr von den el^on er^Quiten mlssliohen .o.^en 
hier an-sosend und so b-nr vu^i .<. ^.-. 

. .a«. .r den dringenden Wunsch nassorte, ßa..3insa:n mx. .a. 

.^^ A..,^n "Qo-^ATts vor dein .^ixi" 

^ n t .^ r,-,-. ■PaViY'on "Olli dorii ):^Cj^Ix L^\^^ -"■ " ^*-" ^ 

nach Berliii zv. xanreu, u^^ ^y «*/t^^ 

, ^x .-- tipv-^ Gramer darauf liingewissen, v^.^^ 
treffen Ihres Briefes hatte icu Hex.x. .r.m.r . _ _ . 

aehx ion vor allem Urnen. hoc>^ereln-ter nerr .xniotor, rp ^ 

,-,^f,.vc,f T-i'-en lat einholen würde, iierr 
bin -and dass ich in &llen zunt.chst In-e-x .iu 

I... r.-.3 o^^-i. in ei-- Ye.,ncE3n3ar.-eles,nheit ^d, dar ;70=>.e .n 
Borllr. .» tun und =« dies.. 3.e=.» einen .ur.en ürleut er.eten. de. 

, «-f- w-'-^^-i ^ ^v- TV'r.sr» ausserordent- 
mir a-a;Vn "bereits erteilt ist. ^^;^.xai.ü 

V. <^1^ TTsr— Creiie- uiid mich empfangen wollten, 
lioh •ian>.''oar sein, r.^im Sie hör... ^ro...-. 

ohwohl ieh durchaus verstehe, dass Schritte vor der P.üclckehr des 

, . ^-r^^,vvT>' ^h vjörden. wir nichts 61):^:^ 
T^n^sters aus London untunlich sind. i.a.trx.-.a ^erde^ ^ 

. o^ r-'4 i-^h we-ae so&leieh nach der Unterred^uiig, ohne 
Sie unterneh3Ti3n, ui^a i'-n ^v^-a« ^^^ ^ 

.^a/^oT rar'h Amsterdam zurtoj^- 
.. jut-.^ '^.«f -P'-pv^p-en zu Bein» 'meaer n^cu ^i^^ou-^^. 
aivf das AuOTlrtige ^lAit o^o^^-^-C«^- /.^ - f 

. . . ^r.^r^ c^^^^ex^rMeiten ffr mich nieten, si.<:ter noon 
fahren. ?-^^ -^vird Komo jonv.^er.j^-vc^ ^ 

.imal einen Urlau'o nach Bariin .u erhalten. 

?^it ncc^rnaÜGom -or^lndliohst em Dani bin i oh - 

Ihr 



canz ari^ebener 



Herrn 

3GicU3n:in}. 



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■^ter a.T). Gothoin, 

Hoch:7ohl£3toron, 



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für ölt ^ieöerlanöe. 



lasterdan, 3C. ispril 1921 



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Ihiere Bzcellens! 









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«^ ^r. /qc-- oci Thnen nicht tQiorr/'^'nsch« 
i.t in der secenvrrtigen Situation einiees il^er die 3tir.n:.ms des i^e- 
landes aus direkter Quölle .u hören, erlau.o ich .ir. IKnen folsendea 
xait.uteilen. illeraings Mtte ich dabei fi^ den Pail. dass loh l^akann 
tes melde, mildernd in Betracht .u ziehen, dass ich nur auf Grund der 
Lekttre der deutschen Zeitungen beurteilen kann, wie '.^eit i-ian der 

formiert ist. 

^ Die hiesige Presse und aucH die Politiker, die ich spreche, sin( 
sehr pessimistisch gestimmt. Das deutscher .^^nipatMen gewiss nicht air 
zu verdächtige ^^Algemeen Eandelsbiad^^ l^rachte an letzten Sonntag in - 
seiner :7ochent^ersicht und vorgestern in einem besonderen ilrtikel tber 
die läge :^'oia i3isdruck, dass es den Franzosen tl)erhaupt nicht um die 
Schaden SV er gi'tung zu tun sei, dass sie vielmehr beabsichtigen, selbst 
um äiBn Preis schwerer eigener materieller Sch^igung, äion unbequemen 
deutschen Ilachbar d'^rch Vernichtung seiner Ind-u^trie so zu treffen, 
dass er f-'r alle Zul-iunft zur Chrimacht verurteilt sei. Lloyd C-ecrge hin- 
gegen sei ein so schwc.chlicher Cpport-anist und er lasse sich so sel'jr 
durch die Rticksicht auf die englisch-französischen Beziehungen im Orient 
leiten, dass von ihn irgend v/elche energische Zinflussnahme a^of Franl^.- 
reich nicht zu erhoffen sei. "Die Hoffnung, so sagt das '^Algemeen Han- 
delsblad'' , dass es zu einem Bruch z\vi:-chen den Alliierten in der deut- 
schen oTrago kommen v/erdo, erscheint erheblich gering»" 

Ungeffhr den gleichen 3^:. andpun.it neh.nen clio andoT^en Blätter ein, 
mit Aosnahme natürlich der; "Tej.egraaf'\ der stets rein f ranzcsiscli ge- 
sinnt war und ist. 

Das "liandelsblad' macht auch darauf aufmerksam, dass seinem pari- 
ser Ivorrespondonten deutlich von den zuständigen Atollen in Paris er- 
klärt ;;orderx sei, an dsr letzten doutr-oben ITote sei vor allem zu t alein. 









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daas 3io diö ITiolitboöolir üiikung der acuta cLen HandelslDösIs als Bodin^ng 
ftr die d€A.itöcjlien ZoJilungen auföt eile. Davon köiino mit ?.voi:3ioh.t auf 
dlo all^ö^eine läge koino Rode sein. Dua Blatt bemorkt dazu, dioöe pa- 
riser AouSF>erung spreche Bände, 

r-arf loh dazu noch persönlich foleondos bomorken: jji der lotsten 
deut..'cken Ilcto, v/i o auch an ir""heren, wird auch in neutralen Kreisen 
fretaden, dass sie unklar in einer Ileihe von Punkten gehalten sei. Ich 
vermag natürlich nicht zu beurteilen, wie v;eit das auf Absicht beruht. 
Aber der IlLXOkt ist, dass auch in neutralen Kreisen lauernd ein gewis- 
ses I.Iis.-_ trauen gegember den deutschen ^ibsichteh besteht, da.s durch 
blcscc Versicherungen liier die guten Absichten Deutschlands nicht be 
hoben werden kann. Und 2U einem Bericht über die Hede von Dr. Simon 
im Reichstag, v/o sich Simon tbier dieses LIisstrauen äissert, fragt das 
■'AlKemean KandelslDlad" , "ob dexin die deutsclien Gesandten im i^island 
noch nienals t^er diesen Punkt an das Auswirtige Ant berichtet hc-tton.'^ 

Als Gesamtergebnis der 3et rachtainsen darf man sagen, dass Deutsch- 
land in ssiner gegenwärtigen läge in Holland tberjiegend die Sfcimnong 
ftr sich 'nat, dass man sich 3tark tber die Franzosen exgert. welche die 
-/Jiederherstellung der -"olt verhindern, dass man aber tber unsere ITotsn 
auch nicht erbaut ist und glaubt, dass wir entweder mehjr zahlen oder 
doch unsere sahl^mgsunf rnigkeit deutlicher dokumentieren könnten.^ 7?ir^ 
auch viel und häufig auf die !^iesen-!)>vid3nden hingewiesen, welche vie^e 
deutschen -.Terko aussehet en, und es ist mir wiederholt gesagt worden, ^ 
warum denn die deutsche Regierung nicht einen gewissen Druck auf die 
Industrie versuche dahingehend, dasa sie lieber billigere 7aren liefere 
und sich mit gcringGrem Gewinn begnfge. Das wfrde z^or ,^:qnkung dar Prei- 
se in I>3ut3chland beitragen -and den Gegnern nicht den Yorwand su inner 

ornaiten Pcrdertüigen geben. 

Dia 3ch^;rf.erigk3iten eines solchen Druckes auf die deutsche In- 
dustrie Tcrkeme ich natfrlich nicht. Ich bom-he mich l^^erhaupt nur re- 
ferierend v/idorzugeben, wie man hier die tage ansieht. 

in der cborschlesi sehen ?rago ist man ebemalls sehr pessimistisc:.. 
!,:ai .-a^-i:t. das.. Deutschland das In?,u3trie--^ebict . verlieren wird. Tenn 






.-..-.-..^Vnt '.o tr--r-t f^-cV'ortloh die i^n-ml^^ngliohe Bearbeitimg das Aus- 



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Auslandes in dloser ?vai,o mit die Scirjild. liLi) habe ich auch Horrn Dr. , ^ 
lukaschok iznd Herrn Dr. roTDer.nann- t'^'^-'^r^ , ^1- ^j-^ mich, whl auf Inro 
freundliche YOTaniassun^; hin, hier aufsuchten. Hier in Holland wenigst ens 
ist sehr wenig ^-eschehen. :2s wurde nicht rent^ender I^influss auf die Pres- 
se genoimen, und diejeni£:en Personen, wie .-• 3. ich seihst, die sich seiir 
f-^'r diese An^-elot-onheit interessierten und ziu" ioifkltlrung mancherlei hc:t- 
ten mitwirken kennen, sind ausser Susamjnenhang mit den Propaganda- 3t eilen i 
in Deut ^. Chi and fewesen. Ich liahe wiederholt an Herrn Dr. Schotte und an- 
dere Herren die Bitte gestellt, mir doch Direktiven zu g^hen. Aber das ge- 
schah nicht, und Herr Dr. Schotte ist sogar liier gewesen, ohne mich auf- 
zusuchen. Nun wtTiSchen Dr. lukaschek und Dr. Dobermann, dass ich mit jüdi- 
schen Herren aus Sclilesien nach londcn gehen und dort wirken soll. Ila- 
ttrlich bin ich gerne bereit, alles su tun, was in meinen schwachen llrc^f- 
ten steht, aber mir scheint es jetzt ffr eine Aktion reichlich spslt zu 
sein. Im letzten HerbE't habe ich Herrn Dr. V.'underlich aus Cppeln die Ein- 
reiseerlaubnis nach ::kigland verschafft, ihn dort geftlixt, und es waren 



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cht sr ei che Verhandlungen angeknvpft (mit Herren, die ziim ^'Poreign 



Cffice'^ Beziehungen hatten, mit Leuten, die lord Hobert Gecil und andereiig ^ ^ 
einflussreichen Politikern nahe standen, auch mit amerikanischen Journa- x W 

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listen). Aber leider war Herr Dr. '.Tunderlich von uns mit ranz unsul^nr- - ^ - 

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liehen Geldmitteln ausgestattet, blieb nur ft'nf Tare in London u*id reiste^ ^ ^3 



dann wieder heim. Danach kam die Aktion wieder ins Stocken, ^ird die ^^±^ ^ ^ S 

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Scheidung tber Cberschlesien noch hinausgeschoben (was ^i^cellea^ -r.'-hl- ^^'5 

mann, den ich hier sprach, nicht ffr ausge schlössen hQt), sc l:Ömite man ~" 
wohl in London und auch in iißiorika noch mancherlei verliehen. Aber dann 
Sind die llimiten kostbar. Und seit der Abreise dos Herrn Dr. lukaschek 
von hier habe ich nichts mehr gehört, also seit ctvm acht Ta.en. Danach 
glaube ich anneh-nen zu m-C'ssen, dass seine diesbesfclichen .Vtnsche in Ber- 
lin auf irrend -.Yelche Ilindornijisc gestosr-en sind. 

Vielleicht interessiert 3urc Jiccellens schliesslich noch.dnss iufcl- 
ee Ihres Artikels im "Berliner (.'acoblatf • tbar PalTstina eine £an.o F.oihe 
von .fragen tl.or S.^.ort-l.Töcliehkeiton ur.d dergl. hiorhor an mich ^olangt 
Sind, so eut wie ir.öelich 1-a.ho ich sie beantwortet.' Ich habe auch Geglaubt 
der deutschen Sache .u nlt.en. inde.a ich ftr -Het Vadorland" und "nlt 






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ITiouws van den Dag" oinen Aufsatz ll^er die oncH'^ch-französische/: Orient- 
Politik sohriob, in dera ich die l^egens':*^ zo sv/iaohen Pranlcreich und Eng- 
land in Crient herrorhob und darauf aufmorksa^n machte» wie selir die Poli- 
tik der Franzosen das Jtdische Interoa^e in Pal •■st Ina schcdise und wie 
un7,uvGrl:'s:f:ig andererseits die enrliöclie Politik in iliren Yerspreohunc^en 
30i. Das l-^iabo ich an der Hand der Stellung iDOidor Llüchte zur arabischen 
j-rage erörtert. Infol^^e dieses ilrtikels "bin, ich gestern ooboten ;7orden, 
f-'r eino neu gegr-rndete, rrosse» jfdische :<,eituno Mer, die internatio- 
nal verbreitet v/ird, und welche vom Herbst an dreispracliig (deutsch, hol- 
l^indiGoh, englisch) erccheinen soll, "iber das oleiQ^^*^ Thema ausfllirlioh 
in einer ^irtihol- Serie su berichten. 

Indem ich u-ri .^nt schul dl c^anc bitte, ;Yenn ich Jiierer .^cellenz i:ax- 
merlisaiikeit mit bereits bekannten Tatsachen unntts in /jispruch oenoiijniei 
haben sollte, bin ich mit daTi Ausdruck vorsrelichster Hochachtung "Oäid 



best en 3np f ehluns en 



3aerer üccellenz 
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Bd. II, Leipzig l'-K^l 



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< ,';r bcij(U>cn ftaii>, imb Cfinia, ba bie ^Unbeintuni]en liba-- 
tund)tr, finv;bntcu, baft cht i:iui>ic^:< ^VniL^orn einen ^2Iiif(tnnb unter 
bcn Ixumw ^civouimn tuiubc, unb [ic babor ^cn V^luibjud^ bcr i5:p 
pcbition ani^'inrnct l)attcn. ODcr ^erlanr bcrjcibcn, bie am b. SJi^ai 
auf gonnoia Umbctc, ift bcfnnut. SRaii)bcm bif ^>avrtucr fid) am 
eübonbc ^cr Tsmol iciti^.fr^jt uub über 7Ü0 ^D^iann an .^lönfljritfn 
t)erlrtrcn tiattni, niuintni fic bie 3njc( tyicbet, nac-bcin h\t <bin(\\\&it 
^^eaicrinu] anr.27. Citobcr tS74 auf C3r»nb bcr iSftmmelum^ bc^ 
t.i-;ir!icl!rn(>HManbtfn,^Uir. fbatcr 3ir !ä:i)oma^ Uahc, mit Dem nud^ 
^^cttn.i onti.inbton Clnbo ein ^Ibfcnmfu e^ctrolfen l}atle, bnrcf) ba« 
üjina fu1) i^crpjliditcio, büi ^-amilicii ber d^rmi^rbctfn eine (^nt- 
fchäbiöunc} bon 1u(K)(h> Xack^ unb eine folc^e üon lOOOOO 
5rnci^ an bie jupnniicfje Sf^cc^ierur,; fOr bie 5Io{tcTi bcr C^ptbition, 
bie fünf a)?illioncn XuUar-^ bctruiien, \n jal^lc^i. 
' 3m §^blt bc^S 3al)vc>5 l)attf id) bie g}aJtntun(^ üon mdner 
:*«uung l^viiii auf?crDrbcntltd)cn C^jefaubtcn unb bci)Damftd;tioten 
^ ■ \ .X in\51)iua eHjalten, mit bcr 133ei(una, micij erft j^u ^Injarg 
... tiöc^lVn :önf)rcd auj meinen ncucit f ofjrn 8« bcocbni. '2}cvot 
^ *■ r bie 5Hci|e bortf)in antreten fountf, hihb mir tu)d) eine tranngc 
r^entjdt jit crlcbiQcn. avr ^Toniul be« bertfc^jcn 9?ad)^ $)obcr, 
am IL "änwH in ^afobotc ermorbot löacbcn; ber SDRörber, 
jitai, ber {eine Sßiuttct bcfti>t)teÄ ttnb fic^ mit bcm i^xic^ 
'^^ifbftQt)lsi auf einer ^|(J)un?c nac^ ^atobate cingcfc^iJit Ijaite, 
< ' bort bciii ^nUjrcr bericlbcn ba3 ^offQoeg«Ib fdjnlbin c^c'oUebcn, 
, .k! fein CH\) in einem ltcbcrtid)fii ^nufe nervra&t unb wox ba^ 
:j ani bie atrano genanten, loxi f)aüc er bcn Mrnfnl iieif!)n, 
eiu n!t^> ^Slcib (\c\uh]\, ob baci ein j^vembcr fei, Xüav ibm nad): 
gcqamun unb b<ütc bcn Ffanen, {d)n)ndUidKU Di:ünn, rn ii.h 
üCT.^eblidr ,vi retten panidito, um rin ^i^i.ar Rieben jnneo tuxvn 
(HdjlDovii? iV't.'tct. Ol lüar ioinrt cic^nijen iporbcn uiiD an feiner 
ed)ulb loiuite fdn ^ukücI biftcben, e? faiii für mid} nnr barnuf 
an,' fcftjtcüni sw iaijcn, ob er l-:i ^^Hpumbe otc uvdm^iniii i in. 
^ic i'pu nur tnu ^'l llnter)ud)U!ia beuuitra.iton ^JJ^arinetu^ie bc^ 
Ijauvtitoü bviv ei'tore. tio iavani'd)0 ^Kciv^vinu^ \oar in aroHcr 




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(5iirpini m niiciu lolciien ("saUo tliuii ^v;n.•^c: uli cnuiDertr. boA 

rufen laiifu, u;in 1 nn ;!V^Daiioni ul-n Cuii '^^Ol•Ull' auviiuaijcu u^^ 
Um crjmi^fn, bm ^"^uvDim! Dc-idluti auclj umcr :)icaiiTiii!A :,h übct^ 
i:nttu;i. liuic clunbo jrr.tn Litt- uii t f; Oiinl^r.in,; uiv Vlubinia 
beim ^ifnbo unb bie ^ad)t üeiliej, tr)ie uti aiuH^.lcl^-'u liaitr Ter 
DJöiber njuibc jcfiulM.^ bci^^^cn unb mn '>:> rcrtcui: ci hiii.Krid)tct. 
;X(U Icbutf ob, ni-.c (MflbmtfdiabMint.i \\\ vaUw^yu. ba bit- javamjd)« 
:h,.;h'nni,: .:nb ^^i:(]OiboH uollftmiMii totnit i-^obnnbclt i^cbabt {)aütn, 
boi Ormoibcte uicnianbfii .yinufdc^, bcr auj cnic Untcntüluinc^ ^u* 
liniui^ lUhnbt l)fmc uiib iciuc ^^kübcr burcf) jcinc rcil)t lubciitenbc 
A>tntriiufiniirfiafliebcr £oiiie übcr()obcii lüarcn. l^-? njnr ber cinatG^ 
bfraitinc A^\li in Onpan, fiir bcn feine (Mflbcntfd)äbiiiinui iininbcrt 
tutirbc unb icf) glaube, bau üb uibt cjchabt l)abr, jo >it banbcln, 
tüic Uli buHji (3fll)an. ^m\\\c ^cit jvalcv cvbu^lt id) bic ^^Kittrilung, 
baf) ba^ (^^rnb bc^ "üJt&rber^^ bcijen i-'fid)nnn', nad) f.imr i^^aiutt&» 
(tnbt ^urnffiicbrad)t unb bort bci^robcn lüorbfu unir, 'joii ^cr V'^e* 
\)öl[crung täc]Ud^ mit ^^Huiufn ijcidmirult uu'vbc imb uir buiclbc tic-^ 
luijjfTmnöni ein ^^lUillial)i1s<ort (vrimitcn ici. od) c^ina ,J»u bcm 
^iJ?imÜcr brr Vluömartincn Vir iclciienbcitni, um 'üidi uIut Mc'"c ^^or^ 
gange ju bc)d]trcTcu Tnicibc crflaiie luh 'r-it bnnt, bu' a-- 
jorbcrMcn ^^cjcblc ,mi crUmVu, hi.^tc abn hin^u, r >n oicjcH'Cii vor 
au^iubtlub nid)t^ nütjcn mürben „Heben 2\c'\ i^mte er, ,Ayto nt 
nle^ Oicbell bingcndUct unb jein slüvi, auÄacilollt miMbeu unb ieincm 
(>^rabc mrrben birjclben i5t iru ermieien mic bem Tdiiev ^Ua>r^Cl^? 
^I^urin iic^t Icmk iUiii-odiiMU,^ vir bcn l'iitiibo uu^ Me :)i.tU(run.w 
joubern c^^i ül nur ein VhK^Mud ber ftorfcr 'Mvc^}vm^, Mo bunt 
lr^c iU-er bnö Oicm:^' nlir' - " '• 'm Michruie :itmt ui ,^.umii Iktim)t 
qt-.nen i vr ■ \Kdd'; uu,.ui .i.;i:ui. luv o^iP^^i^'-i "-'bi^ t^b 'Oir 
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'•Herr(Ludwii^ Haber aus Schlerdon (Deutschland) trat sein Amt als 
deutscher KÜnzvl zu Hskodato Ini Februar ö.es ?• Jahres der Heiji 
an (1074)» Kurze- Zeit vorher war das Land dem V^alt verkehr geoeffnet 
worden, und in der Bovcelkerung be/:tand grosse Beunruhigung vegen 
dieser Harsnahme. Hidichika - Tasaki, ein Samurai des Fuerstentuins 
Akita, der von dein Eindrin-en der; Europaeertir.as den Niedergang der kaiserj 
treuen Gesinnung im japanischen Volke befuarchtete, wollte die Europaeer 
aus dem Lande vertreiben. Er ka:.u nach Kakodate, stiess auf Herrn Haber. 
der gerade seinen Spaziergang loaclite, griff ihn an. verfolgte ihn urid 
toetete ihn an 11. August des genannten Jahres hier an dieser Stelle* 
Herr Haber war 32 Jahre alt, als er den Tod erlitt* Herr Blackstone, 
(dor britische Konsul), sorgte fuer das Eegraebnis. das e^i Tage nach 
dem Tode auf dein Friedhof Yar'.ascdcnari erfolgte o Der Moerder stellte 
sich sofort dem Gerici:le \xtvl wui'de am 26, September enthauptet* Diese 
Suchne war der Gnmd, dass das Ycrbrechea ohne politische Folgen bliebe 
Jetzt, nachdem 50 JaVue seit dem Tode Ludwig Habers verflossen sind, 
haben wir seinen Grabstein hierher an die Stelle seines Todes versetzt 
und auf den Sockel diese Inschrift angebracht, uin das Gedaechtnis des 
Mannes zu verewigen, der als Opfer der Erschließung des Hafens Kakodate 



starb, 



11. /uguc3t dos 13o Jahres der Taisho (192^^) 



Bibliothek Hakodate 



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Eine metallene Plakette mit dieser deutsclien Inschrj.ft l>?fand sich am Sockel eines 
Denksteins fuer Ludwig Kabor in Stadtpark von Hakodate auf der Insel Ho^^Jcaido* Sic 
ist allerdings waehrend des zweiten ^..■eltkrieges gestohlen worden, wurde dann wieder 
aufgefunden, aber sie ist nicht wieder an dem Dev.knial angebracht worden, da die Dieb3 
erst gefasöt wurden, als sie die grosse Metallplatte bereits ganz zerbrochen und 
beschaedigt hatten. Ich sah sie noch in der Bibliothek von Hakodate. Aber eine grosse 
Tafel in japanischer Schrift bringt den selben Te.^'t. Die Stelle des Kordes ist eine 



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der Sehenswuerdigkeiten in Hakodate geworden, v;ird viel besucht, und ist stets mit 

Blumen geschmueckt. 

Der Gedenkstein seiter ist in V/irklichkeit ein Grabstein, der urspruenglich 
au-T dem Friedhof in Yamasedomari aufgestellt vrar. Die Inschrift lautet, soweit ich 
mich erinnern kann: 

"Hier ruht unser geliebter Bruder 
LUDV/IG HABER 

Geboren in Schlesien 18^3 
Gestorben in Hakodate 187^ 
Er ruhe in Frieden«" 
Es ist eine seltsüüie Geschichte s die hinter dieser schlichten Inschrift 



steht : 



Cominodore Perry kam mit fuenf grossen Schiffen der amerikanischen Flotte 



im Jahre 1852 nach Japan und setzte es durcli, dass die lleiji Regierung sich bereit 

erklaerte, das Land fuer die europaeischen Maechte zu oeffnen« Auf seiner zvjeiten 

Fahrt nach Japan fuhr er bis nach Halcodate auf der noerdlichsten grossen Insel des 

Japanischen Archipels« Perry erkannte sofort, dass der HaJ?en von Hakodate von 

besonderem Wert fuer die amerikanische Walfischfaenger-Schiffe sein vmerde« Es ist 

ein ganz geschuetzter Hafen in einer sonst sehr stuermischen See» Bisher waren' es 

den Schiffen nicht nur nicht erlaubt worden zu landen, sondern Schiffbruechige wurden 

in grausamster Weise getoetet« Jetzt war die Moeglichkeit geschaffen, dort Kohle, 

Wasser und frischen Proviant zu nalimen. 

Als zwei Matrosen der Perry sehen Flotte im Hafen starben, bestand Perry 

darauf, dass sie an Land beerdigt vrurden. Das gehoerte zu seiner Politik die 

Japaner fuehlen zu lassen, dass die Europaer wirklicji ein Anrecht auf dem japanischen 

Boden haetten. Und so wurde von dem grossen buddhistischen Friedhof ein Stueck fuer 

einen "Foreigners' Ccmetery" abgezaeunt, in dem die amerikanischen Matrosen beigesetzt 

wurden. Zwischen ihren beiden Grabsteinen ist eine grosse Steinplatte angebracht, 

auf der ein ruehrendes englisches Gedicht eingemcisselt ist, ungefaehr desselben 
Inhalts wie die berueinnte Inschrift von Thermopylae: "Wanderer, kehrst Du heijn, so 



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Vörkuende dort, dass Du uns hier liegen sahst. Vir gaben unser Bestes fuer unser La| 
Es sind noch ein paar andere Europaeer aaf diesem Fremden-Friedhof begrabe 
aber nur wenige. Der naechste war Ludwig Ilab^r, desson grosser Grabstein in der Mit! 
des Friedhofes steht. Jetzt vrerden schon lange nicht mehi* Auslaender dort zur leözt 
Ruhe bestattet. Der Friedbiof ist gan?, verwachsen, aber er ist nicht verwahrlost» de| 
die deutschen Nonnen einer\ nahen Kbsters betreuen die Grgeber. 

VJer wai' dieser Ludwig Haber? Er kam aus einer angesehenen juedischen 
Familie in Breslau. Sein Vater, Jakob Habor, wsir Mitinhaber des vaeterlichen Ge- 
echaeftes, das sich mit dem Aufkauf von Roh77olle auf den grossen polnischen SinitiJjüi 
und schlesischen Guetern beschaeftigte. Auf einer dieser Reisen starb er an Typhus 
in Brodny. Sein9 junge Frau blieb mit sechs Kindern zurueck, von denen Ludvdg Haber 
der juengste war. Er \v^chs mit seinen Geschxristorn in dem grossen schoenen Familien 
haus in der Albrechß Strasse auf, ein Nachbarhaus d^s Kolinarischen Hauses, das 
Gustav Froytag in "Soll und Haben" schildert. Der Vfollhandel in Schlesien und Polen 
florierte daraals nocli. Die australische V/olle war noch nicht auf dem Markt erschien» 
was spaeter zu einem vollkommenen Niedergang fuehrte *. und so war die Firma seines 

, Onkels Julius Haber solir erfolgreich, und seine verwitwete Mutter konnte ihren Kinde J 

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eine gute Erziehung gebsn. 

Ludwig Habers einer Bruder, Siegfried Hater, gruendete eine eigene Firma 
fuer Farbstoffe und Chemikalien, die ausgezeichnet ging, und war Stadtrat der Stadt 
Breslau» Dessen Sohn war der Nobelpreistraoger- Professor Fritz Haber, der das 
Verfahren erfand, Stickstoff aus der Luft zu gewinnen, und damit den verarmten 
Boeden Europas die Moeglichkeit gab, ihre wachsenden Bevoellcerungen zu ernaehren. 

Ein anderer Bruder, Eduard Haber, ging nach Suedamerika und kehrte als 
wohlhabender Mann zurueck. 

Bruder Julius Haber studierte Jura und wurde nicht nur Anwalt am Reichs- 






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gericht mit dem Titel Geheimer Justizrat, sondern auch Vorsitzender des Deutschen 
Anwalts-Vereines. Er hatte uebrigens an dem 70er Kriege als Offizier teilgenommen 
und das Eiserne Kreuz 1, und 2. Klasse erhalten, was ja damals mehr bedeutete als 



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in den Weltkriegen» 

Wahrscheinlich hatte der juen-^sto Bruder Ludwig auch mit Auszeicjrinung 
als Offizier in Frankreich gekaempft und sich dann entschlossan, fin d3n deutschen 
Konsular-Dienst einzutreten* 

Seit den Besuchen der amerikanischen Flotte v/aren 7.wanzig Jahre verstrichen. 
Die Meiji Restoration bezog sich nicht nur auf die Eroeffmmg des Landes fuer den 
Verkehr mit den europaeischen Ilaechten, sondern es war eine voellige Umstellung der 
japanischen Innenpolitik» Landreforn, Abschaffung des Kastensystems, insbesondere 
der Krieger-Kaste der Saiaurais, die damit Rang, Landbesitz und Vermoegen verloren« 
Die Bevoelkerung war aufs aeusscrste beunruhigt, und es war nur zu natuerlich, dass 
eich dies in Feindschaft gegen die "rothaarigen Fremden" aeusserte» 

Bisher hatten nur britische und franzoesiocho Niederlassungen in Japan 
begonnen, die sich auf Hakodate und Yokoharaa beschraenkteno D?-nebcn bestanden die 
alten hollaendischen Niederlassungen fort» Deutschland war nach dem siegreichen 
Krieg und (ä:^ der endlich erreichten Einigung des Landes besonders darauf aus, nun 
auch einen gebuehrendon Platz im V7elthandel einzunehmeno Export und Import nach 
dem Fernen Osten waren dazu unerlaesslich» 

So wurde das erste deutsche Konsulat in Halcodate eingerichtet und I874 

vmrdo Ludirig Haber dorthin geschickt. Das Lebsn dort muss nicht einfach gewesen 

sein. Das Klima im Sommer ist wie in Norddeutschland, mit vielen Stuennon, Die 

Wint^rmonate sind eisig. Die Stadt Hakodate, die- jetzt eine geschäftige Handele- 

und Hafenstadtg^mit mehr als 300.000 Einwohnern, war damals noch nicht viel mehr 

als ein grosses Fischerdorf, Ludi/ig Haber fand dort den britischen Konsul und eine 

kleine Handvoll anderer Euroi:>eaeer vor, darunter einen jungen Naturforscher aus 

England an den er sich besonders anschloss, da sie gemainsame Interessen hatten, 

an 
Er schrieB viele und lange Briefe nach Haus Kiii die Geschwister und Freunde * 

leider ist diosa Korrespondenz verloren gegangen. Er kaufto schoene japanische 
Lackwaren, Elfenbein Schnitzereien und Stickereien, die er nach Haus als GescherJce 
sandte. Und ganz wie seinfiBrucder in Deutschland machte er taeglich lange 
Spaziergaengß, wohl meist an der Ducht von Hakodate ei 



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-5- 



schoenen Blick auf den Ozean und ferne Berge hat. Auf einem dieser Spaziergaenge 
ereilte ihn sein Geschick, 

Die verzweifelte Lage öfiV Samurais macht es verstaendlich^ dass immer 
wieder Versuche gemacht vrurden, die Fremden aus dem Land zu vertreiben » Zuiu Teil 
waren diese Versuche ganz kindlich« Als Perry ins Land kar.i ^versuchte die Stadt 
Hakodatö sich mit einer Festung zu schuetzen, die gajiz nach dem alten Vauban' sehen 
System in einera fuenfeckigen Stern erbaut vjurde, mit hohen Idauern und Wallgraeben, 
die den modernen Geschuetzcn nicht standgehalten haetten« Die Hollaender in Japan, 
die nun schon 200 Jahre abgetrennt vom Mutterland in ihren Niederlassungen lebten, 
hatten diese Bauweise angeraten* Jetzt glaubten die ehemaligen Krieger, die Samurais, 
dass sie nur genug der roten Teufel mit ihren langen Schuertern umbringen rauessten, 
in der alten traditionellen Form des Kampfes von Mann zu Mann, um das Land^ von den 
verhassten Fremdlingen zu caeubern. Ich sprach in Hakodatö einen japanischen Arzt, 
dessen Vater, ebenfalls ein Arzt, den Moerder untersucht, ein Gutachten ueber ihn 
abgegeben, und ihn fuor geisteskrank erklaert hatte. Der Moerder glaubte, sein Land 
von einer grossen Gefahr zu befreien und hatte sich noch ^m selben Tage als "HeW 
den Behoerden gestellt. 

Die japanische Regierung versuchte sofort diesen Mord zu suehnen, da sie 
politische Verwickliuigen mit den europaeischen Mae cht en fuerchteton© Zur selben 
Zeit waren ein englischer und, soweit mir bekannt^ auch ein franzoesischer Konsulats- 
beamter ermordet worden. Der Familie Haber v;urde eine grosse Summe Geldes als 
Suehnegeld angeboten. Die Familie lehnte ab, "da sie sich ihre Toten nicht bezahlen 
Hessen". Aber sie sandten Geld fuer einen Grabstein, und da wahrscheinlich die 
Summe viel zu hoch war, so vmrde ein dementsprechend grosser Grabstein gesetzt. 

Im Jahre 192^ kam Professor Frits Haber auf einer V/eltreise nach Japan 
.-und ueberreichte der japanischen Regierung eine grosse wissenschaftliche Bibliothek 
im Namen der K»iiser Wilhelm Gesellschaft fuer Wissenschafteno Durch den ersten 
V/eltkrioß und das grosse Erdbeben von 1923 waren naenlich die wissenschaftlichen 

Bibliotheken in Japan in einer sehr schvjierigen Lage, da fast al]e ihre Buecher- 
bcstaende verbrannt wareiv 



^6^ 



Vor seiner Reise hatte Fritz Kaber bei der japanischen Regierung angefragt, 
ob sie wuessten wo sein Onkel Ludv/ig Hab^r begraben laege, da er die Grabstaette 
besuchen wollte. Das entsprach vollkorumon den japanischen Begriffen der Vorfahren- 
verehrung. Es war eigentlich selbstverstaendlich, dass er "dem verehrungswuerdigen 
Geiste seines ehrenwerten Onkels seinen Respekt zu bezeugen" gedachte. Die japanische 
Regierung und die deutsche Gesandtschaft planten sofort eine Feierlichkeit an dem 
Grabe. Da sich aber herausstellte, dass der kleine "Fremden-Friedhof" die Zahl der 
Besucher nicht wuerda fassen koennen, so wurde eine Replica des Grabsteins an der 
Stelle errichtet, wo der Mord stattgefunden hatte. Diese Aufgabe vairde von den 
Japanern uebernommen, und so kam es, dass der Grabstein in allen Einzelheiten kopiert 
wurde und nun sowohl auf dem Friedhof wie an der Mordstelle ipi Park ein hoher Stein 
mit der Inschrift steht: "Hier liegt unser geliebter Bruder, etc." 

An der Feierlichkeit nahmen der deutsche Botschafter Dr. Wilhelm Solf , 
die deutsche Kolonie. Mr. Mori der Privatsekr etaer des Grafen Goto, der japanische 
Grossindustrielle 1^. Hashi, und viele andere japanische V/uerdentraeger teil. Die 
Bibliothek in Hakodate besitzt Photos davon. In der Bibliothek vrird auch sonst das 
Andenken an Ludwig Haber wach gehalten. Sie haben einen kleinen Raum mit Photos und 
Dokumenten und mit deutschen Buechern, die ihnen von Fritz Haber bei seinem Besuch 
geschenkt \rurden* 

Ich selber besuchte Hakodate als ich I966 in Japan einen Soimaerkursus an 
der Sophia üniversitaet in Tokyo mitmachte. Die deutsche Botscliaft konnte mir keine 
Auskunft ueber den Onkel Ludwig Kabar gebsn und vmsste auch nicht, dass er der erste 
deutsche Konsulatsbearate in Hakodate gewesen wai-. Alle ihre Papiere waren im zweiten 
Weltkrieg vernichtet worden. Aber die Botschaft brachte mich in Verbindung mit dem ' 
Sekretaer der Deutsch- Japanischen Freundschaf ts^esellschaft, Admiral Koshima, der 
mich zu einem geselligen Abend der Gesellschaft einlud. Dies fuehrte dazu, dass er 
den Buergermeister von Hakodate von meinem Aufenthalt in Japan unterrichtete und 
meinen Besuch ankuendigte. Zu meiner grossen Ueber raschung betrachtete mich die 
Stadt Hakodate als ihren Ehrengast. Ich wurde schon am Flugplatz von der Handelskammer 



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und dor getsjnten Presse, plus Radio und Television ei'ipfancen« Es vrar eine Feier 
811 dem Grabstein, uobci eifrig nefümt wurde; die Berichte ueber meinen Besuch 
erschienen in allen Zeitungen des fernen Ostens, von Bangkog bis nach Sidney und 
Melbournee Am Abend gab mir die Stadt ein »»ceremonial dinner" mit Ansprachen des 
Buergenr.eisters und neiner selbsto Es war ausserordentlich eindrucksvoll. 

197^ beabsichtigt man in Hakodate den ICO-^aehrigen Todestag zu feiern. 
Es waere vielleicht angebracht, wenn der deutsche Botschafter an dieser Feier 
teilnehmen wucrde, Falls ich noch am Leben bin, v/erde ich sehr gern auch wieder 
hinfahren. 

Ich moechte auch noch erwaelmen, dass Herr Carl V/eidl-Raymon in Hakodate 
das Andenken Ludwig Habors pflegt, Herr Weidl stanrat aus dem Sudetenland, kam als 
junger Mann nach Hakodate und hat dort enorm viel getan, um die Viehzucht und den 
Fleischverbrauch zu foerdern und die deutsche V'ui-stmacherei dort einzufuehren. 
Er ist jetzt weit ueber ?0. Ich saii mit welchem Respekt er von den japanischen 
Behoerden behandelt wurde, und wie selir er das Ansehen der deutschen Kolonie 
geniesst. Er hat eine Ha.bsr Memorial Gesellschaft gegruendet, denn Ludwig Haber 
ist sein Ideal, der Leitstern seines I^bens, Vielleicht sollte sich die deutsche 
Botschaft auch mit ihm in Vorbindung setzen, ^' 

Philadelphia, den 1. Juni 1971 



Elisabeth Freund 







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3. November 1872 in Berlin 



September 1954 






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1891 -1895 

1895 

18. 4.1902 

19.12.1904 

1. 4.1907 

29. 6.1907 

12. 4.1915 

9. 5.1919 

1. 7.1920 

1. 8.1920 



am 

10. 5.1921 

21. 6.1921 



10.10.1921 
16. 1.1923 

19. 8.1923 
16. 8.1923 
27. 7.1926 

9. 4.1927 
20.12.1930 

31. 3.1931 
18. 7.1933 



Studium der Philosophie, Philologie und 
Staatswissenschaften in Berlin und Kiel 

Berliner Berichterstatter des "Hamburger 
Korr e spondent " 

in das Auswärtige Amt einberufen (Preßreferat) 

Vizekonsul 

Ständiger Hilfsarbeiter im Auswärtigen Amt 

Legationsrat 

Wirklicher Legationsrat und Vortragender Rat 

in den einstweiligen Ruhestand versetzt 

im Auswärtigen Amt wiederbeschäftigt 

Zum Ministerialdirektor in der Reichskanzlei 
ernannt (Leiter der Vereinigten Presseabtei- 
lung der Reichregierung) 

stellte Heilbron sein Amt Reichskanzler 
Dr. Wirth zur Verfügung 

als Ministerialdirektor z.D. zur persönlichen 
Verfügung des Reichsministers Dr. Rosen in das 
Auswärtige Amt einberufen 

Ministerialdirektor z.D. Heilbron übernimmt 
die Leitung der Kulturabt eilung 

Ministerialdirektor in der Reichskanzlei, Lei- 
ter der Vereinigten Presseabteilung der Reichs- 
regierung 

als Pressechef der Reichsregierung erneut in 
den einstweiligen Ruhestand versetzt 

Übernahme der Leitung der Kulturabteilung im 
Auswärtigen Amt als Ministerialdirektor z.D. 

zum Generalkonsul in Zürich sowie zum Konsul 
für das Fürstentum Liechtenstein ernannt 

zum (Generalkonsul I.Kl. ernannt 

in den einstweiligen Ruhestand versetzt 

Übergabe der Geschäfte des Generalkonsulats 
Zürich 

in den dauernden Ruhestand versetzt (gem. § 6 
des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufs- 
beamtentums) 












DER STANDESBEAMTE DES STANDESAMTS AACHEN 

Standesamt Aadien • 51 A achen • Po stfach 1210 







Herrn 

Dr. Ernest Hamburger 

Z.Zt. Hotel Victoria 

Kanderste^ (Schweiz) 
Berner Oberland 



515 



Fernruf 472. 

Telex 832654 skac d 

A 






Ihre Zeichen 



Ihre Nachricht vom 

9.7.71 



Mein Zeichen 

A 16/20 



Tag 
14.7.71 



Betrifft: Auskunft aus Personenstandsregistern. 
Sehr geehrter Herr Dr. Hamburger! 

In Beantwortung ihrer Anfrage teile ich Ihnen 
mit, daß der von Ihnen benannte Heinrich 
Jacob Emil Robert Ritter von Kaufmann-Asser 
am 1. August 1882 als Sohn der Eheleute Dr. 
Richard Ritter von Kaufmann-Asser und Maria 
Franzisca geb. Eltzbacher in Aachen geboren 
ist. Als Religionszugehörigkeit der Eltern 
ist "evangelisch" angegeben. 

Im übrigen weise ich noch darauf hin, daß der 
Tod des Vorgenannten beim Standesamt Wiesbaden 
unter Nr. 356/1954 beurkü^^det ist. 

Mit "^^zügf icher Hochachtung 

'•""V/Wf^' (Kremer) 

rC^FiLeS::; 3T3« :Co7,re:!b:n. a'g' BUat Aachen ', 0,7«a . Aachener Ba„. SCOO • Bank i.r 
''■'=-™'"'' GemeLwirtschaf. A.C., Filiale Aachen .0003137 • Delbrück «. Co. lOM 



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Dr. Meyer, Ricliarci 






ge"b. : 
gest. : 



28.10.1884 in Kassel 
2. 8.1956 



evangelisch. 

Vater: Ir.jur. Paul Meyer, Königl. Preußischer 
Oherregierungsrat in der Eisenloahndirektion 
Prankfurt/M. 

Nutter: Helene Meyer geb. Speyer 



1903 
1903 -I9O6 



12.12.1904 



3. 11.1 906 
17.11 .1906 
19. 2.1913 

1. 3.1913 



23. 5.1914 



4. 8.1914 

20. 9.1914 
8.10.1914 






1.11.1914 

14. 5.1915 

I9I6/I7 

14. 7. 1916 
5. 4.1917 



Abitur am Lessing-G-ymnasium Prankfurt/M. 

Juristisches und wirtschaftsv/issenschaft- 
liches Studium in Genf, Heidelberg, Cambridge, 
Berlin und Bonn 

Bachelor of i^ts in Pconomics der Universität 
Cambridge 

Keferendarexamen in Prankfurt/M. 

Pr.jur. (Leipzig) 

Königl. preußischer Assessor 

für die Dauer eines Ja.hrcs zur unentgeltlichen 
informatorischen Beschä.ftigung der G-esandt- 
sch.aft in Peking zugeteilt 
(Dienstantritt 23.5.1913) 

Beschäftigung bei der Gesandtschaft in 
Peking um ein Jahr verlängert 

Abreise von Peking zur Mobilmachung 

vorübergehend bei der Botschaft in 
V/ashington beschäftigt, 

nach Heimkehr Meldung als Kriegsfreiwilliger 

im Auswärtigen Amt beschäftigt 

zum diplomatischen Dienst zugelassen 

Kriegsdienst (\:estfront) 

zum kaiserlichen Legationssekretär ernannt 

Leutnant d.R. 



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30. 8.1917 



17. 11.1918 



I7.12.I9I8 



2. 9.1919 



16. 12. 1919 



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.12.1920 



17. 3.1922 



s. 1.1923 



10. 3.1925 



8. 5.1926 
22. 5.1926 



8. 7.1930 



vom Heeresdienst befreit und ins Auswärtige 
Amt (Nachrichtenabteilung) einberufen (seit 
Dezember 1917 bei der Politischen Abteilung 
beschäftigt) 

der diplomatischen Vertretung des Reiches 
in Warschau zugeteilt 

nach Abbruch der diplomatischen Beziehungen 
mit Polen ins Auswärtige ilmt zurückgekehrt 



mit v;irkung vom 1.10.1919 der Priedensdele- 
gation in Versailles zugeteilt 
(Diensta-ntritt 10.10.1919) 

zur weiteren Beschäftigung ins Auswärtige 
Amt einberufen 

für die Dauer der Verhandlungen in der ober- 
schlesischen Präge zur Führung der Amtsbe- 
zeichnung ''Legationsrat'' ermächtigt 



Verleihung einer Planstelle für Legations- 
sekretäre und Vizekonsuln; der Botschaft beim 
Vatikan zur Beschäftigung überwiesen und für 
die Dauer dieser Tätigkeit zur Pührung der 
Amtsbezeichnung "Botschaftsrat" ermächtigt 
(Dienstantritt 16.4.1922) 

zum Botschaftsrat bei der Botschaft beim 
Vatikan ernannt 

krankheitshalber auf unbestimmte Zeit beur- 
l3,ubt; eine Rückkehr auf den Posten bei der 
Botschaft beim Vatikan ist nicht vorgesehen 

aus dienstlichen G-ründen (Verhandlungen über 
das polnische Konkordat) wird der Antritt de 
Urlaubs bis zum 12.9.1925 hinausgeschoben 

in den einstv/eiligen Ruhestand versetzt 



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für die Daue 
als G-eschäft 
Leitung der 
und für die 
der Amtsbeze 
sandter und 
tigt (Überna 



r der Beurlaubung des Gesandten 
sträger mit c^er kom-raissarischen 
Gesandtschaft Asuncion beauftragt 
Dauer dieser Tätigkeit zur Pührung 
ichnung "außerordentlicher Ge- 
bevollmächtigter Minister" berech- 
hme der Geschäfte 1.7.1926) 






wegen Erkrankung Übergabe der Geschäfte 17.12 
1926 und Heimreise 

zur vorübergehenden kommissarischen Beschäf- 
tigung in das Auswärtige Amt einberufen 
(Dienstantritt 9.7.1930), vertretungsweise 
Wahrnehmung der Geschäfte des Dirigenten der 
Abteilung II 

- 3 - 



- 3 - 



25. 2.1931 



10. 3.1931 
27. 3.1931 

19.12.1935 



zum Stellvertreter des Leiters der Abteilung 
IV für die .togelegenheiten des mhen Ostens 
und Nordens bestellt 

zum Vortragenden Lega tionsrat ernannt 

zum Ministerialdirektor im Auswärtigen i\jnt 
ernannt 

mit .Wirkung vom 1.1.1936 gem. § 3,,des Reiclis. 
bür^ergesetzes in Verbindung mit S 4 der 1. 
VO dazu vom 14.11.1935 in den Ruhestand ver- 
setzt 



1939 



nach Schweden übergesiedelt 






H« Schlesinger 




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The Roosevelt r/ 8I8 
2101 16 Street NJI. 
^/ashington D.G. 20009 

11. Januar 1972 



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Lieber Herr Dr, Hamburger: 



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Unter Bezu^ auf Ihr Schreiben von 2.Dezenber v.J.-uoechte ich, da ich mich üi 
meinem Schreiben vom 21. November ml ssver st aendlich ausgedrueckt habe, klar- 
stellen, dass es richtig ist,dass !Jaltzan bis zur Uebemahnie des A.A. durch 
Rosen die Ostabteilung in der Hand gehabt hat und dann von diesem auf sein 
Referat besc'iraenlct 7/urde .dann seine Versetzung nach Aihen durc}isetzte. 
Mir ist noch eingefallen, das s es noch einen Osnerallconsul Puchs gab, den ich 
1932 auf einer Dienstreise in Peking kennen lenate,derjuedischer Absta^-naung 

gewesen sein koenntc« 

Ein alter Kolle^e,der mich loierzllch besuchte, sagte nir,dass Prof .Dr. Ernst 
Wilheljn Meyer, der lange in der Personal Abteilung taetig war, Anfang der dreis- 
siger Jahre Legationsrat an der Botschaft in Aashta. ton -.rardcdann ajigebJich 
frei^Tillig ausschied weil er dew Ilazisyster,; nicht dienen Trolltc^wsGcn juedische 
Abstammmif; verabschiedet wurde. Der Ikindesrcpublik diente er als :3otschafter in 
Incüen und nach seinen Ausscheiden aus dem Ausv»aerti:-cn Bienst .nirde er Abge- 
ordneter des Bunde stafs [Er blieb in Arierika hat dort geheifate;T:,unsere Fand- 
lien iTaren sehx befreundet, er hat nich iratier in dem Glauben ,<^lassen, dass er 
frerwillig ausgeschieden \mrj 



Mit freundlichen Gruessen 



Ihr 




ißj'M' t"^" 



■Jr.UJi- 



Dr. Erich Hichelsen 



geb 



15.6,1879, Banzig 






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Eltern: Oskar Mlohelsen, Apotheker 

Rosalie Miclielsen geb. Baschwitz 



1397 
1897 -1900 



1901 
Juni 1901 

13. 6.1901 



4. 6.1905 
28. 3.1905 

1. 4.1905 

üept. 1910 

2. 5.1911 



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3. 5.1911 



4. 7.1913 



^V)^^'^^. 12. 1914 



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12. 3.1915 









1?. 9.1917 



Reifeprüfung Kgl. Gymnasium Daaslg 

Studium: Jura und Nationalökonomie, Berlin 

Studium der chineei sehen bprache am Orienta-- 
liachen Seminar Berlin (Diplomprüfung im 
Juli 1900) 

Pr.jur* (Rostock) 

Grerichtsreferendar 

als Dolmetochereleve beim Gouvernement 
Kiautsohou einberufen (Landesbeamter des 
Schutzgebietes Kiautsohou auf Widerruf) 

Tätigkeit im :Dolmet scher- und Verwaltungs- 
dienst 

1 . Dolmetscherprüfung 

2. Dolmetscherprüfung 

etatsmäßig Kaiserlicher Dolmetscher beim 
Gouvernement von Kiautsohou 

nebenamtliche Lehrtätigkeit an der Deutsch- 
Chineaiachen Hochschule in Tsingtau 

"Prüfung für die höheren Zivilverwaltungs- 
Dienststellen im Sohutagebiet Kiautsohou 
bestanden** 

Ernejanung 2um Bezirkaamtmenn beim Kaiser- 
lichen Gouvernement von Kiautsohou 

zum Dozenten an der Deutsche-Chinesischen 
Hochschule in (Tsingtau ernannt 

in den Dienst des Generalkonsulats 
Schanghai getreten 

nebenamtliche Lehrtätigkeit an der Deut- 
schen Medizin- und Ingenieurschule 
Schanghai 

Hilfsarbeiter beim niederländischen General 
konaulat Schanghai 



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11. 3.1919 
10. 6.1919 



39. 9.1919 



£0. 5.1920 



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29. 5.1920 
4. 2.19-1 



21. 2.1921 



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13.10.1922 



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3. 1.1926 

22. 3.- 

51. 5.1926 

11. 8.1926 



9. 4.1927 

9. 7.1929 

17. Ü.1932 



16. 9.1933 

31. 1.1934 

17. 3.1934 



Febr. i939 



von Schanghai abgereist 

vorübergehend im Reichsverwertungaamt 
(Abt. III des üeichäaciiatzminiateriumsj 
beschäftigt 

S5U vorübergehender auBhllfaweiser Beschäf- 
tigung ins Auswärtige Amt eingetreten 

der diplomatischen Vertretung in Tokio 
überwiesen mit der Amtsbezeichnung Konsul 
(Dienstantritt 5.8.1920) 

Rocht zur smrung des Titels «Regierungsrat» 

Recht zur Pührang des Titels "Geheimer 
Regierungsrat" 

_JLals Kolonialbeamter" e'inntweilig in den 

Ruhestand versetzt 

zum GeoandtsohaftBrat II- Klasse an der Bot- 
schaft £okio ernannt und dsmit endgültig 
in den auswärtigen Dienat dea Reiches über- 
nommen 

auf Heimaturlaub abgereist 

während des Urlaubs im Auswärtigen Junt aus- 
hilfsweise beschäftigt 

ins Auswärtige Amt zurückgekehrt und Abt. 
lY überwiesen 

zum Legationsrat I. Klaose ernannt 

suffi Vortragenden Legationsrat ernannt 

mit (3er Stellvertretung des Direktors der 
Abt. lY für die Unterabteilung Oetasien 
Ijeauftragt 

zum aenern Ikonsui I. Klaa»# in Schanghai 
ernannt, jedoch nicht entsandt 

in den einstweiligen Ruhestand versetsßt 

gemäß § 6 des Gesetzes zur Wiederherstellung- 
des Beruf sbe^-imtentums in den dauernden 
Ruhestand versetzt | 

nach China ausgevmndert 






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MINISTERIALRAT A.D. D? CURT RADLAUER 



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1 Berlin 62, den 20. April 1969 
Innsbrucker Straße 3 



.j; .Xi-« 



^^^R. i:jo. 



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Sehr geehrter Verlag ! 

I. "Tagesspiegel" habe ich aus der sehr guten Besprechung des 

Buches von Ernest Hamburger: "Juden im öffentlichen Leben 

Deutschlands" ersehen, daß der Autor an einem zweiten Band 

seines Werkes arbeitet. 

loh binl^flljüdisoher Abstammung und in der Kaiserzeit zum 

Re.ierungsrat ernannt worden. Während der Weimarer Republik 

war ich als etatsmäßiger Ministerialreferent im "Auswärtigen 

Amt" tätig. 

Ic'^ habe 1932 öffentlich gegen die Politik v. Papens protestiert 

und mich ostentativ zur Disposition stellen lassen. 

Falls Herr Hamburger weitere Erläuterungen wünscht, bin ich gern 

bereit, ausführlicher zu berichten. 

Mit vorzüglicher Hochachtung 



i^- /^c,r{^^ 



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7» Mai 1969 



Herrn inisterinirat a.lf 
i.;r* '--urt ..iadiauer 
Xnni:.truckarstrasse 5 

üerlin 6£ 



ij^hx geehrter Hexr i^r. Kadiaue r. 



D«r Vcrlri^ J.C.B* Ohr hat aiir ^hr Schrt^lben vom EU* >pril 

Luhe una raeiner .rb^it an a ^^/*^^^^.V !1 i ^ „r - r vi f-^-rdinrs nouh 
eut f.e e^€^b ringe* , bis ziu a^ sc^en v ..x u.-x 

eine ger^ia^ *:.ext verG^^heii uird. 

in Ihrer Lauf bc.hn unü In Inre'i i^eben u ich It^/, iiBltdt... 

Beh-m.Uun,- In meinr^m öuohc sein koermieii? i-cn v,eib;i ni.u.xli-^. 
^'^:'!';^^r1 i^' --"'und aam> h1. Icferent im .uavmertigen ^au uaeO.g 

dlplomritisonai L'ienstös - bezoicm«!.. ^ot '.!.. .icc^ei- 

ferner sehe ich.dass sin ^r. von ^ricabarg la A. . Vü^aicer- 

S"^!;^"i!"aeti il-l.e.' et%..s ..en.rea/ Ich v.ruut. er U^t ein^ 

iIaci-.i:omrr* das Justi;:minls c.r. -^ej"^' :,''!;; UirHe^rn von oim-.ont 
der vfohl eia liachKOMie von t u.Hrü voi< ..ir.isct. wa. . 

Elttfi e«x3chuldl,'.n öle die vielen f "':^"- f «" Jf „^^^^f ^'•^* 
lueli hln»el3exi koennten.war-re icr ihnen »enr (UmKUir. 



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.'It b<,^stcn £irp-^etilur.ien 



Ihr «^rföban^r 



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PARC-HOTEL DES SALINES 



BEX-LES-BAINS 
SUISSE 



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M«ntel»r»alrr>t o. D. 

Dr. Cur!: Rodlauer 
BERÜN-SCHC -IG 

(nmi>rucker Strafe« 3 

P**»ruf: 71 ^1 ^g 



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Dr. Ernest Hamburger 
67 Rlverslde Drive 
New York, N.Y. 10024 



26. September I969 
W/535-SH/IS 



Herrn Ministerialrat a»D. 
Dr. Curt Radlauer 
Innsbruckerstr. 3 
Berlln-Schoeneberg 



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Sehr geehrter Herr Radlauer, 

mit gleicher Post geht heute an Sie die 
Dokurjientation zurueck, die Sie mir freund^ 
liclierweise ueberlassen haben. 

Ich habe sie mit grosser Aufmerksamkeit 
gelesen und gestehe, dass ich von Ihrer Person, 
der Vielseitigkeit Ihres V^irkens und dem Mut 
und der Entschlossenheit, die Sie in den ent- 
scheidenden Momenten gezeigt haben, ausser- 
ordentlich beeindruckt bin. 

Es ist bedauerlch, dass ich in dem kuenf- 
tigen Buche ueoer Weimar nicht in dem Uhifange 
von den Dokuaenten Gebrauch machen kann, wie 
ich es w^aenschte. Wie schoen waere es, wenn Sie 
noch dazu kaemea, Ihre Löuenserinnerungen nieder- 
zuschreiben. 

Von einigen Ipesonders wichtigen Dokumenten 
habe ich Photokopien herstellen lassen, die ich 
fuer aieine Beaijfeieitung benoetigen werde. Wuerden 
Sie darait einverstanden sein, dass nach Benutzung 
diese Dokumente dem Archiv des Leo Baeck Instituts 
einverleibt werden, wo sie Forschern der Zeit, 
In die Ihr Wirken faellt, zugaenglich gemacht 
werden? 

Beruflich besonders wichtig scheint mir die 
Verbindung Ilirer anthropologischen Ausbildung 
und Ihrer Taetigkelt vor dem Ersten Weltkrieg 
mit der 12Jaehrigen Wirksamkeit in der Presse- 



-2- 









- 2 - 



26. September 19o9 
Vl/53!3-EH/lS 



i^j.V^t*MK»>S^A<jrfA.^ •• -^•' 



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Herrn Ministerialrat a.D. Dr. Curt Radlauer, ^fll'^lll^ll'^llll^i 

abtellung des Auswaertlgen Amtes sowie die Anerkennung, 
die Sie dort gefunden haben. Politisch Ist vor fllern 
interessant Ihr oeffentllcher Protest im September 193^^, 
durch den Sie sich so klar und ueberzeugend von der 
verhaengnisvollen Politik abgesetzt haben, die damals 
eingeleitet worden ist. Nicht minder wichtig ist die 
Wiederaufnahme Ihrer Arbeit nach 1945 in einer Ihnen 
bis dahin fremden Behoerde imd Ihr Wirken fuer rassisch, 
politisch und religloes Verfolgte in Berlin. 

Vielleicht ueberlegen Sie sich einmal, ob Sie 
nicht zu gegebener Zeit die gesamte Dokumentation dem 



Archiv des Leo J3aeck Instituts uebergeben sollten, in 
dem fuer eine sorgfaeltlge Aufbewahrung und fuer eine 
Verwertung Sorge getragen wird. 

Mit nochmallßem verbindlichen Dank fuer die Ueber- 
lassune Ihres Materials und mit dem Ausdruck der Freude, 
dass ich auf diese Art -wenn auch unbekannterweise - 
mit Ihnen in Verbindung treten durfte, verbleibe ich 

Ihr ergebener 



Dr-.Ernest Hamburger 



P q Ich sehe mit Interesse den Informationen entgegen, 
^^■^ die Sie mir freundllchert^else ueber andere Persoen- 
llclikeiten des Außwaarbigen Amtes geben wollten. 












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ISTERIALRAT A.D. D5 CURT RADLAUER 




1 Berlin 62, den 5. November 1969 
Innsbrucker Straße 3 



Sehr geehrter Herr Hamburger ! 

Für Ihren liebenswürdigen Brief vom 26.9.^969 danke ich Ihnen 
herzlich. 

Meine (ehemalige) Vielseitigkeit, die Ihnen aufgefallen ist, beruht 
nicht auf eigenem Verdienst. Sie ist - wie ja auch bei vielen 
anderen Zeitgenossen - das Resultat des zweimaligen Erlebens der 
Stunde "0", wonach ganz von neuem angefangen werden mußte. 

Ich bestätige auch mit bestem Dank, daß ich alle Dokumentationen, 
die ich Ihnen zur Verfügung gestellt hatte, zurück erhalten habe. 

Die Verzögerung dieses Briefes bitte ich zu entschuldigen. 
Gesundheitlich geht es mir nicht besonders. Auch wollte ich Ihnen 
gern etwas Zuverlässiges über Mitarbeiter jüdischer Abstammung 
im Auswärtigen Amt während der Weimarer Republik mitteilen, aber 
trotz versuchter Nachforschungen und Nachfragen gelang es nicht. 

Einige Freunde sind tot, andere Verbindungen völlig zerrissen, 

ich selbst (im 86. Lebensjahr) nicht mehr agil genug, um ernstliche 

Nachforschungen anstellen zu können. 

Es tut mir wirklich aufrichtig leid, Sie in dieser Beziehung 
enttäuschen zu müssen. 

Zur Fertigstellung Ihres neuen Werkes wünsche ich Ihnen vor allem 
Gesundheit und Schaffenskraft. 



Mit verbindlichsten Grüßen 
Ihr ergebener 



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'^m ^K^ic'rAMag v:ai, und? eisum )Berl(^t öo5 ')^.^d)l .c^tcubüxow 
Mtg -ToiitiflH'r ScitunasDcilw^cv, am Ton;- ". .laai'ovmiUat) 






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n\ icüici MCMcn '.^H,i,ii ai-: Untct* 
nneu. Xa bic ^iM^iiHl t"^'-' Uut't- 
\d) xH, bat man [ic ia öe» nroKcn .^auu- 
"ür t^tcffo iinö i-Mibfinim linö t»e 

uaijiucn ticr Unurjurtjunc] 
, üjni liv 3ci)U'mbec i.if- 
'• ' ■ "..••■ '-' ^- • ■..,i.;:. itcvö'^i. ; ^11 ^io)cm 3''^''-"f ^f^ 

, c . <^vofeoi Vautiin-ochcr ancjv'bvariM 3^' 
•"^ O-ibcit alle ^rafiionou i^ic 'i^orttctei cut» 

;'iuu; ciii^c l'.mlvertooxiri'^cr [r.ib au i>et iioiniji cifdrcncn. 
.. .■ üunfnu!*.] bei 3it3Ui\ij buic^ bei! U'-irflyciibcu, ''hi^c^, iHbe, 
oiOAir juiijupü jov Vi'intiitt in V\c Xacs^^oxi'mmo, Obciregiciuiuv^j 
xni Xu rHnit> 1 a u c r ^u einer ^^cvibi'Iit-Uer. Crrnäinnv^ bas 'H^ort. 
(if n:")!' '■ Cf'5'HnVb ben tueii'tcn üon .^iinon bcfauut fem, ^.'!B 
iii} feit .;. ovii)v-en a\^s 5>olcq;PVUi ^-c in-cii:.ibtk\iiin^ bor ;Htirt)£>' 
tcflicnum litt ben :Hei(i^^tan bic offi.jiaje t^icfioborictittiffattuux^ 
wbov bt€ 8'ivHinvj€n biv :j);cid)ärfl<i^aitü|c6üf)\' iii>jc]eiit>t Ijabc. I^a 
jv»Dorf> b<i poliHfclH' ^lui^ ttx Kirnen jHc; S'iTo.'iieturm mctnfv 
i'j!".^'1)cn lli ii nri^ci[;uirt)T l)abc :.:! iir.dj eiitfc^lün\'n, 

: .;>iua ^i« i;... :.M....;iiM: jju tii'fj.'i! iiit'b nu, v' öorq<H't!it<» v^p- 
Ui?röv' qebeh'u, mirt) ^ur li-^potttion 511 fteUcu Eic fi)nncn {id^ 
cjiito:, bnj^ miv v'i; (i'ntjd^Ltf^ fein idy.wx ji^tallcn ift; fefr.n öic 
^iibci; in v'\[jrcm Mveifc mar riue )ct)i' !";t'icjwnic. uit;b tci> Ijjbc 
fie t>ojt .dornen jV'^^- t^tan. ^ic ii»av alleiDtravS uidit nmner jhm 
3»t)(uiA.»riqfci:cit; i;anb€ltc 00 jic^ hod) um eine ini>fliid)ft obi<:?tiue 
I^^vMirtjtciftattuuq, bic iib^^v ^tJa ^^avt«icn [tctjcn muHte. 'Ö.Vnn 
idj ojc^c «id)ii»ittififi''tcu übevtpjnben foitnte. \o l>crbvinfc id) tia«^ 
iu elfter )K<.m^ ^V)rci •J)ii:^ilfe un^b o^vcm SoönvoUcn. l'u'nc 
Tinwr up> -pciKn, itt) btu-.' ?ie. mii ein fuMiiiMidh- -^luo.'ntcn 
\u bcnialjren. — 'iU>rfioeuöi; i^ijbc: ^(ii K^bnutc ba* iftug- 
IdKibcn ^c^ v>o-cn Xi. ^Haölauet iinb fanu i^m nui bcn XauJ 
^' '■■ ^ '^n ccd^'vu. ^-.h er icinv Straf* iaitoc ^vil)re l)iiiOiivd) bcn 
i^ i >cv :Hvifl)rMv'jfi^o in Düibi Midier ^liJ^ifc jur ^Vrt'ii}V.uuii 

(lefteilt ':i' vKle 'Imh: -vn foitneii b<.:^t'U^cu, tyi^ er fid^ öftbei 
flvii^te V'iulH» c^ciu't^*;»^ l>-<^ um i?bieftit) üb.r ^W ?(r{'citcu bcr 
«.iv>''c^ü)ic ^u ü''rid)t;n. ;Un Ck^i latfad^• iclbft tiinncn luir leider 
iiid;t^> ai'bcU-n. « iNorMucn^et C i) b e ftcüt bjuu fejt, Mr, fid) b*!i 
^lu&jd)u^ aitf &n\u ^^^e'djluffc« iu bt'V U^Un Zmnc rXi 

Untcri!irbun,i»au\-fd):iH fonüituiert l)at. ^ur Untci"jud>uuq -ftcrKin 

■■ ' " -^ ■ ^" lüddiom 3«iU^in'ft '.U ^ic Sunmclbun^i :-^> 

'i. üor j.^01 nart? Irintv'?« ;» >•, .Hi'fttmmui-.i' 
2. ^\u ,mb iu :ucid^ct ^nr- j»ii' Ucbciiv -" 

'-'iuTlöfunq, v. > tuav b<t-^ "Ik'dmlicu 

bCV (ri'5(|Cyi:rnu^..,.;ic b.' '' ' ' •' 



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K»«* K|>»»ik1# «im der Wyrg*» 
»chioKt*- (ies I>ntf^n R#^ch ist w<.t 

<l«ti:alA vi»t au>^<;*hf". wohin dj.' 
Polilik de« d>i?^.a:i>{' r J{»Mrh'k irr 
Ut. von l'aprn f .ehr»» musHi. i.-.l 
dl* )m vo'll*»f! h£'v*u^tK«*in (Vr Kol 
grr. «hJrhrt*? , litfs»? P..ht 
BUi;.MChei) 

(»« Ö^r \i>r1iil\ ;iui ^. 
fautlirhkpit ki«Ä ha. ff i^^i, rd 
rÄde in .Ifn Kf'M^Ti lit-r n 
»chuft Auf.«*eh«*r! rr • k/-*. 

K-Apr«JCh<'n »Ura«, knf ;, .11. *♦ >i, f: 

liicht uaf \hr ^<«•nn^nr^'^ l'r'.k «t 
rtto^Z^n ►M^rufeft l>*»r,' sjr t. I.i; 
reu hrnd jfewMrnt w..r'i«.r. \ ,,,1 
konnte damüiit don N iMpiits- r» 
ef»«»fm« verhirdern. wir -.'tif f; /^r 
i«»i KftppputHch il; <T!»'.'i 1 \l\,e. MM 
'*en) Wid»»r!«tanu d*T n.t.ei. B»-aii 
l»*ii «cheitotie. 

U»iu«W nwa w»r Ml d»r Frei«»- j 
Hi)t«<lvaiff Atnr KeichMe« lerurg «m , 
ll4»i»mt«r ju«<k>»riier Ai»pUwnrru»M: 
-CMrt llMli«w«r* i^\B M>niKteria^ 
r«frreRi t»«tirf, »em»^ AuffaH« war 
«♦». kuri« befiehl»' ueb»r »üe Ver- | 
^ndlunft-n uttii Beschlu#^»e «»er 
»\<'H ht8ia«:i-Hü»>»chu*».<i«« dem off» , 
/K»e*«n W'lffichftn Teiegraptwn 

uore^iu und fiern Kundfunk »u he- ^ 
♦ein. fcr k«5l*? d»« B^rieiiVtwUl- , 
t'irjf •»<) 7.ii'K«'»ta't^'», 4mtm tW d«i» 
J4eK h im Au»l»f«<i« k«ii»er» Sch«^n 1 
rnntrug. ferner »oliten <j^*' g^ \ 
rMiinte») offizji»e»en Spr»«lMrohre 1 
f.rn r »ffK«'" die Regi«niac tf»- ! 
m.i»*»-!'-* Fi'lHik keine bett» n i^r p } 
Ke>»'UÄiiz verieitien. t 

iUdlaaer K.itte d>e*i' Taetijrk»*» 

12 .1 -hre fun«l\inh »iijtipeiieht und; 
'!m(>»' < if ifk'enh'it jf»>habt, mit der] 
4*»s.inil*>n }''*'*-^ iii»»mtnenaa«r 
iieit*»!), Ww i«»i «r aUgwii' n »•- 
.. ^♦*«**t2l war 

l-,r war • (^er Mehrht-U dp8 
l «4m i wuc^uUK"^^»«*'«'^"*'»*** •! e r 
Ait<t<>tit. 'ia.^.v ein \ erf:«■*>'^rn^|^- 
f»u«^. <iei iCfii hiir»»K »«•'"'<? vorlag, 
ii>(l » s »ntsiand fuer ihn die V r^tt** 
»>|) er ^uifr pif-iistpf iM'ht • '«-• 
iM»jn»'u. (»♦•v^ Ks.-»er> fi^lKen solle. S<'in 



THB JBWlfttt- WA¥ 



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gebot ihm, alir Mittet, di« ihm 
zur Verfuftfung ntan^en, au/xu- 
hrii^en. «m der Opff^tüdUrett voa 
' d«ir frefMärtWi)«!! W • f e dwr 
K»kKa n >n l wwi g X(<imlDiB wm g^ 
bm%. t^ ▼efM^fcnUVbte d«H«r 4i» 
KntichliiMuung ^^ Au««rHiW!««« 
iurch «•»rrtheh« Tal»yr>yHer>b<>- 
p«i*u* iMM^ durrh den RiMi/ifxink. 

Am gleichen Tage erstattete er 
seinem Vorif^vHetzten im Mini>» 
teiHinj Bericht uel>er den Verlauf 
<Jer Sitzung- des A.iaschusse« un«l 
ueber !w»ine HH'turiß datu. ¥It wi'-^ 
a\if ;iHe d'-rt ^'»rJ?•*• brachten 
(iiuendo hin. ;ius denon onvkidfr 
legfjrh hfTvorginp, d a ?* 5 der 
Refrh^kantler und die aof^fforder 
ten Minister im Ai»»rhu?i«* haett»'n 
'^r«ehei»irr mu*^«eM V «rh »fi Ze^* 
TOT Imkehr. m* 9pra<^* i«« Ge- 
wl»»enii der HatJtm haette nicht 
^•«taempft werden duerfa». 

In einer Bespreciiuiic im Aus- 
wmertifen Amt am 14.^pt«nrvber 

<kiv^e» ivnd t*t) 4tr Asakki A«*- 
(^T^K'k, timm wenn «rat ManMil d^ 
ffttMUlieh« Boden 4er Republik 
vetlaaeen wuerde, ikr Staet noi- 
wer>di|re9^eiAe in dem Svmpf <ler ; 
lll«Ceiita»>\ veramiNo woerde, ein 
Creachehen, daa »etnen treffenden 
AuMlrui k ini MaliAnelafoaialiamua , 
finden weiae. 

.^Lv>r Miniatenalbeainte, der d^n 
Vorsiti in jcrer Deaprechunc 
fuehite. ♦-rkleei-t«, djuia nach :*ei 
nv^^T In/«»imal»on auch weiterhin 
der ReRh^kanziei und die Minister 
m< ht im Auforhuaa ertebeineii 
^tienJen. Auf die LinwerKionK 
Redleeer«. d«a R«<iitairefeehl de« 
Volk*»* werde die» nicht lj«in»eifen, 
erwul**rt^ rr L>»a Voifc wird auf 





der IMgMilif: «U^en 
^ Am fo)^r>der T»re ♦rk hielte "vjfhaftung unlerUiel» 

Re^leeHr »eitievr Vorsfeaetnen, t^ * urie RaAiaee ei^rd 
i rfte« tfi- sniTfeiHitH ^r pnrr)piel- 4ti Naxia ina kuoiemriit 

^ DfffereTir in <ier Aasf^ifiini^ der gekrat-ht 
I Itefehffv^ffmaamiK: (tm pf^Htik de« 
I Kahinelti Papen nicM tnthr mit* 

maohen k«>enn« uod <iie« lUr Ötf- 

foiitUdikeit zur kLeruitAts y^hen' 

werde, h^ aeusaerte »uch seui-i B<- 

fuerhtunjf. laa« durrh die Ma lipu- 

lttti<>inn l .iperH ir\u Natii^i^lia- 

mu.^ iUi^ Ti>r zur Ma<ht ^♦'«'«'(fnet 

Aerdf. Er wie« fetfiei ,».i aiifihin, 

das« .lie Nhzjs keif.*' K'.»;pr..>«i>se 

kenru-n lind, oiani.-.' 1;. -i* r ' Ke- 

Ki^iUDtf, ruefk.sichtJii...s di«- «' jpini- 

«e Macht an Kich j'-ismu A;.t*den. 
Darauf v^jrüe KadUurr init 

Verhafartjf K*'^^r«ihl, fall.-. « » '^»ich 

aU Ue.'iiiif»»r ^f^t^u >\if ' i/»«!» 1 Ke- 

gieiunif V r.leii Au»>r.v ! 

Trotzdem gab dieser am 22Kep- 
tcraber in der Sitrunh; i^ * Äer- 
WÄchungsauaarhuHaes, in der iurt- 
gwnm Goerinc ala i^eugt; vh nont- 
»en wurde, urwl u» der »ijtoiuf- 
folsrezvden I>eaa*^konferw>x seineA 
Prote«t bekanat, indem ♦*; er- 
kieeru, daag er die Puiiuk dea 
Kabmettri Pa^ea m»t eeinen pde* 
tischen Auffoaiiuni^tn ni<:ht vf>ii|ia- 
oartn koenne, und «teilte sein J^mk 
zur Verfuegun^. Fr wurde a|lch 
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loh. Curt Radlauer, geb. 10.^0.1864, studierte Ar3 thropoloßie , Ethnologie und Sozioio^i. 

t?Sen:jraftS:r??udien!^%J:S t'^^lllii'l^-^r^lt'lt^'l^'T'' '''^'''^' -^^« anth;opologi3ch- 
••Lenrbuch der Anthropologie" vor^2do?rSa;t?nr^eiL'pLt:l;'opif-l[.4f 'J^^r" *"^''" ^^'^'^^ 
Zun. 1.4.1910 erhielt ich von der G.neral.er.altung der Königlich Preußischen Museen die Berufung 

1.4.1910 - 31.3.1913 - ^,^--!=^-fJ^jchen Hilfsarbeiter a. Königl . Museu. für Völkerkunde zu Berlin 

^biene. Wer ist s?' V. Ausgabe, Verlag Degener, Leipzig 1911, S.1136 ^^"^^^"^ 

wurdf icfam"^ ^"""'^ "'"'""" Museumsdirektor Geheimrat Prof. I:r . von Lu.chan 

15.4.1913 - 30.9.1919 = ^.;;3^j;^i-^--"--^ Det.old berufen und zum Regierungsrat befördert. 

Ausgrabungsarbeiten geiriemsam mit Prof Dr. Weerth im Teutobur.--- Wa^- i 
D?e A'rbe?'er'™uf::r?^'H''^^ """ Erforschung der Arminlu^-Sch ahnten 
jili'l^litbg^brL^^^J^JJe^^^' '^^'^'^=" ^^^ '"^«-^ Weltkrieges i. 

Dazwischen: J-J-J-^^^^Jeg: Kriegsfreiwillige^ , Bayerischer Militar- 

Verwunaeten-Abzeichen. FrontJampferkreuz! ^-^P^i^chen Hausoraens mit Schwertern. 

(Siehe: Kürschners Deutscher Literatur-Kalender igU wegen Museumstätigkeit in Detmold.) 







1.10. '919 - 5' .':?.1932: Re^-ierurffirat .ab 1927 etatsma^ir.er Obern^gierungarat und Ministerialreferent 

im Auswäiftrgeri Amt (Presseabt,- i ung) . 

Siehe: Kit;jchner3 Deutscher Gelehrtenkalf-nder. 1 926 . Verlag Walter de Gruyter. Leipz 
Tm r,eptemb-r 1932 öffentlicher I-otest des noch im Auswärtigen Amt befindlichen Dr. Radlauer gegen die 
I-oMtlk des Reichskanzlers v. lap^n. (Kiene Tageszeitungen jener Zeit). Gründe; Nach heimlicher 
Verabredung init den NalionalsozialiBten erfolgte der Dtaatsstreich der Absetzung der preußischen 
Regierung, wodurch die letzte demokr-itische Gäule ge.uiirzt wurde; die Auflösung des Reichstags, wodurch 
die nationalsozialistischen Reichgte-smandate von 107 auf 230 stiegen, also um mehr als das Doppelte; 
ciie Aufhebung des Verbotes der SA, wodurcn überall ii. Deutschland blutige Straßenkämpfe entstanden. 
ries alles in der trügeriscnen Hoffnung, daß Hitler deshalb die Papen-Regierung tolerieren würde, was 
selbstverständlich nicht geschah. 

1.1,1933 _ 18.7.1933 * Oberre;'ierin.=:tirat zur Disposition. 
19.7. 1933 - 8.5.1945 = Nationalaozi ilistiöche Verfolgung wegen politischer Haltung und jüdischer 

Abotair.aung. Zweimal verhaftet. Konzentrationslager Sachsenhausen, Berliner 

Gestapohaft. Trotzdem nach Haftentlassungen: Illegale Mitarbeit für Hilfe an 

Verfolgtet? ^'rüpre Oberregierungsrat Dr. jur. Kaufmann ^^17.2.1943 ohne 

Gerichtaver -ihren von der SS erschossenkii^'« ^« ; • 

Siehe: H.D. i.euner: When comp^.slon was a crime. Verlag Oswald Wolff, London W.I., 

1966. p.124. 

9.5.1945 - 19.11.1945 = Wiedergrür. ..ng un,i Leitung der Evangelischen Hilfsstelle für ehemals Rassever- 
folgte. Slene: Propst D. Dr. Heinrich Grüber: Erinnerungen aus sieben Jahrzehnten. 
Verlag: Kl-psnheuer % Witsch, Köln 1968, S.272. 

20.11.1945 - 30.9.1956 = Hauptrefereiit in der Generalsteuerdirektion Berlin, später stellvertretender 

Dezernatsleiter im Landesfinanzamt Berlin; Wiedereinsetzung als Oberregierungsrat, 
später Bef ördr "ung zum Regierungsdirektor und Senatsrat. 
""Außer Dienst"" . 



ab 1 . ; 0.1956: 



EhrenmitgJied' des Vorstandes der Evangelischen Hilfsstelle, 
Vor3tand$nitgiiel der "Arbeitsgemeinschaft der Vertretungen rassisch, 
politisch oder religiös Verfolgter (Spitzenorgan der Berliner Verfolgten- 

VereiniguiiÄen und Hilfsstellen;, . , «, ,. i. j 

Mitglied des Härtefonds für rassisch Verfolgte nicht jüdischen Glaubens beim 

Bundesfinanzministerium (HNG-Fonds), ,' ^ . ^\ b 4 „ +„„,■! +„.-i -i .^i 

(s.Zt. von der Britischen Militärregierung hineindelegiert) : Beiratsmitglied 

"Allaemeinen Treuhand Organisation für erbenloses Vermögen , Berlin, 

der '"'^ 

Mtglied des Kuratoriums für ale Verleihung der Ossietzki-Medaille , 
Ehrenmitglied und ehemal. Präsident der Berliner Sektion der "Internationalen 
Liga für, ^Äenachenrechte" . 



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Ble Hllfatätigkeit der Gruppe: Oberregierun.^rat Pr Jur Pranz^Kaufma^^^ 

. » V 1+or.ohmpn der evanseliachen Bekennenden Kirche tätig, aber auch - wo es sich 
rie Gruppe war im Arbeitsrahnen der evangeil3cnen ^g^. Hilfsarbeit, die in erster Reihe 

aus den Verhaltnissen «^|f^-^^^f-!^fo?dina?iat Berlin ausgeführt wurde. Auch mit den Quäkern 
von Frau Br. Sommer vom ^i^^J^f ^J^^^^ °jf,"^^^ p^anz Kaufmann wurde nach seiner Verhaftung ohne 
arbeiteten wir zusammen. O^erregierungsrat Jr. rranz Vorher, am 11. Januar 1944, 

Gerichtsverfahren am 1 . J« --, J^J^, rund^F^SCen) SS^rdas Sonde^gericht III beim Landgericht 

w tn'iriJi;«^ri«rZucitSau3- oder Gefängnisstrafen verurteilt. 

^il b:i anri^Irftandsgru^pen kannten eich aus Gr^.den der Geheimhaltung untereinander nicht all. 



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gezwungen wuraen. ...^-.^ "Unter.etauchten-C Juden und politisch Verfolgten) aurch Her-abe 
Die Gruppe hatte die A^^S^.^«' ^^'^^.^^ fals^ner oder geschickt geänderten Passen und Perscrial- 
von Lebensmitteln, I'e^«"^??,^,"^i^;^!;^ehter " $erf-lgte/ha?ten keine Möglichkeit mehr, sich Leb.ns- 
ausweisen zu helfen. Ji%'^^|f!^5^^"^be .eflfachter Personalausweise sollte dazu dienen ihnen 
mittelkarten zu verschaffen. ^^^ "^5^6^,^® ,^®^^ ;°°"^ k,_„f,„„v,lUc''en8 zu geben, aber auch 2 sich um 
1) bei öffentlichen Kontrollen ^ie Möglichkeit des Purchachlup^enszu^g ^ ^ ^^^^igi^^^^^en, 
Arbeit und damit um Brotverdienst bewerben zu können Di.^^^^ ^^^ Bekanr.tgabe der 

Ausweise usw. der gegenseitige Erfahrungsaustauscn von . u | rreplanter. Großkontrollen 
durch SS-Kontrollen Straßen sowie evtl auch der durch .e ^^^l^^,,,^^,^,,,^,^.,,r, 

firmöglichst w:cSJelS5 fr?anrierrwrrden,'damlt%s den Nachbarn nicht zu sehr auffaxle, we.n 
öft-ßrs Besuch kßjne • 

"SSoSftlLä'ren^'im Sich °"öhTlnr«reLr. Anzahl seln.r Mitarbeiter f.».en zu .5,.n,„. «a. .Ihr 

leider auch gelang. y^ v.A^^^ ..qq p- ^ypIVp 

Wir Gruppen mitglieder fragten f i-j/fJ-'^^i^^^^l-^Al^LgLen'' CericS :f ^^^ ' 

oder wie sein wirklicher Name 3«^' ^^.f/^^'f' """^LeKitimatioS Wir mußten damit rechnen, da!? auch 
unruhig flackernden Augen - das ««"'^^^^"^'^„,^^^,^^fg;lgfcht schon die Gestapo lauerte, um unseren 
einmal ein Spitzel darunter war °f^^^^J^J^^^,'^^^J^^ii,.s5naen" zu bringen. Wir wußten auch, 
Schützling zu fassen und durch entsetzliche Q^^ler zum Ji^-^n .u ^ 6 heimlichen Zusammenkunft 



wer n 



sie draußen um die Ecke 



herum weiter warten und 

wir ^enau die 



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diese Viei'-e 
Umgebunjä unserer 



lieber war es der Gestapo, v... w ^-- -.~~ v ■,, ber-b»io>''* e ter. wir genau 

noch mehr "H"*«^«?^'^^^^^^">i^^'^'i'cr zM *rte;'*dap ^ax. draußen auf gute Fange wartete, warnten wir, 
:SS^;ir..'aSi dir^rFlüsterLtteS'vermoLt^n, die Verfolgten davor, zu uns zu kommen.. . 

Me Lebensmittel ^wurden,unter^Gl^ichge3innten...g^^ 

ärrS^ASKehrgu^;;cfgei,ach^er-Eeber;.mittelkar.en A^^ 

durc>- hohe Bestechung saugen ..-rworDen oaer durch Kunstlei ^Li tho,,ra^.nen; geiaxauui, ui k 

Deprimierend war, daß die Gruppe viel mit Kriminellen arbeiten mußte. Sie erwiesen sich aber als 
gute Fälscher und waren zu Diebstählen ^egen gute Belohnung bereit. 

Wie verwegen übrigens auch von ordentlichen Menschen gestohlen wurde, dafür nachstehend ein Beispiel: 
Eineir lungen jüdischen Studenten hatte die Gruppe durch einen falschen Auswels Gelegenheit gegeben, 
^n einer l?oßen renommierten Pensterreinigunsanstalt als Fensterputzer angestellt zu «erden 
v?n^s ^Lf^bekam pr von 3einer Firma den Auftrag, im Keichssicherheitshauptamt in Berlin die 
Fnse^iu putzen. Er nahm seine Leiter, seine ExVr, Schwämme, Lederlappen usw und gng zur 
ArUit Ncichdem er mehrere ^^^roße Fenster in Korridoren gereinigt hatte, kam er in einen Buroraum, 
in deJ/zwei Ge^tapobeamte an inren an den Fenstern befindlicher J^^-^i^^J^^^S«? «^'^«^^ sL uLeSt 
2wi3C>en Schreibtisch und Fenster seins Leiter aufstellen zu dürfen H^ ^er Welse, daß sie ungejtorx 
^!iter arbeiten könnten. Hoch auf der J-eiter während des Putzens stbbend, beobachtet er, daß sich 
In'elnerSrat:"«" S?emp;ihalt.r .ehrer^ Amts.tempel auf den Schreibtische^ befanden und daß in 
einer- hervorziehbaren Schubfach, uas unverschlossen war und aus» dem die Beam.ten von zeix zuj,eix 

loSmulfre SeraSsnSn, auch Personalausweise lagen. Der Jf i-^« S^^ll^Je Spft^LHAfile ScSJJib- 
sehr feuchten Schwamm absichtlich.die Fenster so zu bearbeiten, daß einige ^P^^J^^^,^^^/;^ ^°JJ*^ 
t'sche u'd auf die Uniformen der Beamten kamen. Scheinbar sehr erschrocken entschuldigte er sicn 
J^^Berliner SiaJikt den er gut biherrBChte. Die Gestapobeamten brurnmten ärgerlich und arbeiteten 
weiter. Das Spiel wiederholte sich. Schließlich wurde es den T^^f'^^^/^i^J^^J' ^^|-^JJS?*?e s?ch 
auf und fragten, wie lange denn die Dreckarbeit wohi "0<=^/^^!^?-^^^/^^5^J.^?^rtl«Dfe Fenster 
von der Höhe seiner Reiter herab wiederum vielmals und "-«i"^« ' " Jf ^,^^'^„^°J°^^ standfA auf und 
sind dann aber auch gan: blank." Eie Beamten schimpften, begannen ^^,^^^'=^«?' ^*^J®" J^^ Tinlre 
gingen aus dem Zimme?. Blitzschnell huschte der Fensterputzer von ^«ir^^^^«^*^;^ ^t ?eSter8ch*lben 
Formulare und einen von den am Halter hängenden Amtaatempeln. Dann J^"^'?^^^/^_^J^/*^*?'^J°f ^''^ 
ab und als jetzt nach zwei oder drei Minuten die BX Beamten wieder ^^^ Zimmer traten rief er. 
"Ich bin letzt fertl«. Vielen Dank, meine Herren!", stieg von der Leiter und entfernte sicn mit 
seinem Handierksleug^ Selbstverständlich hat er in dem Fensterreinigungsinstitut nicht mehr weiter 
gearbeitet und bekam einen anderen ^(Tamen mit tusweis. 

Ministerialrat a.D. Pr. Curt Radlauer. 



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1 Berlin 62, den 19. November 1967. 
Innsbrucker Straiie 3 




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4m \ii«vvärl(gv* Amte Berliä. — "Si|ti. 10. la i 
jur^ Vater: ,Aptrthek<«ibesit;«er Si«g«l«ti«l «. in herUn. ~ 
tu^r: Regina* felii M'Utt-k. — Henucilte tias Viicilikh Wer- 
iejr$<it^ C>>Q0i«iriaii( uiifl «la* Uorotl«isJistiMHi«t4it KcHl^'vmn«- 
Mni in Beriim <i^o%r die JjlpifepliiriinK be*.tand widmete sieh 
<i^rB|i|d«m5fü<l^ifi«)uf tien UniveMiläfeu \\etVm. Z»ri<^i. Hoon 
»md Mümiiea. wnr^ 19()7 Inm Df. phil. i>Tom<.virrt. kam l<>IO 
fth *^Tsstns«4»nftlKher!lit(i^irbuitrr oir K-l, Museum Jüi \olkfr 
lltiid»^ in Bfrün, ||Üi|ittl^ Rrpiorang^t iipd niachie den 
•^fi«« \ou 19U I^WiIi!iv^Knc{?'*fr< iH^%er im Kp!. Bayri- 
hrti fr^iuiUigen Ant»>mol)Ukorj)s mit. ivi9 \% ur<1r R. kodimis- 
^ihih ins AwH^urUg«? Ami überttifmiiun, wurde ctai-m«ißiger 
>i<Teiit und ist' »«4t i«2r OberrliiFierMiiirsritt, — Werke: „Bei- 



«!er ^fe»Ha«T Oselist^iaft für Anthro|>oli^rw?. F^<hfiol.>g»e und 



risih^T Milit.ir*\«rdienstord»Mi loit Sthwertcrn; nilf.i kre-uz mjt 
Sehwertcni dvs iJppUt^rn Hansordt^n^. Kip[>isdHs Krifgsvrr- 
<fien»itkreu*, Oestcrtridusdieit Ver<|i«n»*krf»j/. - Rorliii W 5«, 





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^i^fCU^J 



Dr. Hans Riesser 



geb. : 



17.9.1 887 in Frankfurt /Main 



Eltern: Jacob Riesser, G-eheimer Justizrat, 

ordtl. Honorarprofessor an der Universität 

Berlin 

Emilie Riesser geb. Edinger 






4.12.1909 
29. 4.1910 

22. 7.1914 

Dez. 1914 - 
Anfang Mai 1916 

1. 7.1915 

I7.II.I9I8 - 
1. 6.1919 



22.II.I9I8 



11. 3.1919 



3. 7.1919 



1. 4.1920 



12. 4.1921 



17.11.1921 



6. 4.1923 



Kaiser-Eriedrich-Schule (Ref ormg^nnnasium) 
Charlottenburg 

Abitur 1906 

Studium der Rechtswissenschaften in Oxford, 

München, Berlin (7 Semester) 

Referendc?rexamen 

Dr.jur. (Jena) 

Assessorexamen 

Beschäftigung im Uaclirichtenbüro des Reichs- 
marineamts 

Marine-Intendanturassessor auf V/iderruf 

Leiter der Politischen Kachrichtenstelle 
(Reichskommissar für das politische Nach- 
richtenwesen) 

probeweise zu unentgeltlicher Beschäftigung 
in das Auswärtige Amt einberufen 
(Dienstantritt 24.11.1918) 

b.a.w. dem Eriedensbüro zur Verfügung ge- 
stellt 

zur Ausbildung dem Generalkonsulat Ghristiania 
überwiesen. Amtsbezeichnung als Yizekonsul 
(Dienstantritt 6.8.1919) 

mit Wirkung vom 1.4.1920 Verleihung einer 
etatsmäßigen Stelle als Legationssekretär 

ins Auswärtige Amt einberufen 
(Dienstantritt 11.7.1921 bei Abt. Vi) 

an die Botschaft Washington versetzt 
(Dienstantritt 5.12.1921) 

zur kommissarischen Wahrnehmung der G-eschäfte 
eines G-esandtschaftsrats an die Gesandtschaft 

in Riga versetzt 
(Dienstantritt 7.9.1923) 






n 



- 2 - 



9. 7.1923 

15. 7.1925 
20. 7.1926 



28. 7.1931 

29. 7.1933 
17. 3.1934 



j « rnö + n- r-vp i t in Riga Beilegung 
de? MtsbSeioLung aeso.ndtschaftsrat 

.um aesandtsctoxtsrat II. Klasse ernannt 

an die Botschaft Paris versetzt 

zum Gesandtschaftsrat I. Klasse ernannt 
in den einst^v-eiligen Ruhestand versetzt 

..„ ü r A^r, ra.^f^\vp'=^ zur Wiederherstellung 

stand versetzt 



^n «T^ 1 4 1950 in den Auswärtigen Dienst der 
Dr. Messer wurde am 1.4. 195 J in ^phörte zu den Beam- 

Bundesrepuhlik Deutschland ühernommen. ^r gehorte zu^ 
ton' d^-e das GeneralV.onsulat New YorV. nach dem --^^^^ /jj^ 
Sig n u e,,,,neten. Vom Herhst 1953 leitete er -l^st das 
aeleraLonsulat und nahm zugleich das ...t ^^^^^^^ 
n-honhtors öer Bundesrepublik: Deutscniana o.iu x 

A^ or. 11 1954 wurde er zum Botscüc^ixcr ei.xicii 
Nationen ^^ -Ruliestand. 

Botschafter Riesser trat am 31.1-. ly.i 









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Saenger, Samuel 



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Juni 1 888 

9.12,1091 

1397 

seit 1898 
bis 1919 

20. 4.1910 
Sommer 1917 

1919 

1. 4.1919 

Juni 1919 

1. 4.1920 
11. 2.1920 
28. 2.1921 
17.10.1921 

9. 9.1923 



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17 2.1864 in baagar ("im früheren Rußland 

an der preuß. Grenze gelegen , 
also vohl Litauen) 



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1944, liOG Angeles 



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n^v^-- Sept. 1926 

31. 5.1929 



Studiuja: Neuere liprachen 

Pr.phil. 
Oberlehrer-Prüfung 

Oberlehrer 

Lehrer an der Friedrich-Werderschen 

Oberrealschule in Berlin 

Verleihung des Prädikats "Professor" 

im Auftrag des Auswärtigen Amts nach 
Stockholm entsandt 

Studienrat 

Kommiss. im Auswärtigen Amt 
mit der Führung der Geschäfte der vorläu- 
figen deutschen Vertretung in Prag betraut 

in den Pveichsdienst übernommen 

Geschäftsträger in Prag h^^^<^-y^^ ^^->^ 

zum VLR ernannt ^^^, ^.t^/^W*. a^-^ 

Geschäfte in Prag übergeben, 
ins Auswärtige Amt einberufen 

z.D. gestellt ^ ..^ a^^^^ 

und Abtl. "P" zur Beschäftigung überwiesen 

ohne Verwendung 

a.L. ( ff^fuiu. ^^ ) 

Wohnsitz ins Ausland verlegt ,^..„^^ 

zunächst Paris - Absicht der Übersiedlung 

nach Los Angeles zu seiner Tochter Lelia 

Semon ^ / .^ . 



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ERNEST HAMBURGER 



6? Riverside Drive New York, N,Y. 10021; 




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27. Oktober 1971 



Herrn Rudolf Härtung 
c/o S« Fischer Verlag 
Hohen.:; olle rndamni 125/126 
1 Berlin 33 



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Sehr geehrter Herr Härtung, 

iQ-h geü chatte mir, mich an Sie zu wenden, obwohl ich 
Ihnen persoenlich i.icht bekannt bin. Aber irgendwie erscheine 
ich in der Neuen Rundschau, denn in Heft h/l?69 haben Sie einen 
Bericht von Iloburt Weltsch '*Aus dem Jahrhunüert der Judenernanzi- 
pa'.ion" veroei-Ientiicht, in dem inein Buch "Juden im oefient- 
lichen Leben Deucschlands^* im "erlauf aer Abhandlung wiederholt 
zitiert und darauf suni eckgegriffen wird» 



DietJe-s Buch bef asst sich mit der monarchischen Zeit 
(I8I16 - 1918). Ich bin jetzt dabei, den entsprechenden Band 
ueber die Weimarer Republik vorzubereiten, cind in diesem 
Zusammenharig wenue ich mich an Sie« 

Einer der juedischen Beajiten des AusvJÄaertigen Amtes, 
den ich besprechen .r.oechte, war Sa^nuel Saenger^ Er war seit 
1919 im Auswaertigen Auit, cann Geschaei tst:f*ieg^£^r In Prag, dann 
^eder im Auswaertigen Arut in Bariin, und er wurde 1929 bei 
Erreichung cer Altersgrenze per^^ioniert» 193^'-' ist er najh ü.S.A. 
enigiiert« 

Saiouel Saengor war einprominen i>er Micarbeiüer der Neuen 
Rundschau in der V/eimarei Zeit, alj ihr politischer Redak^^eur. 
Mpine Trage ist, ob daraeber noch Liformationen vorhanden sind, 
ob vielleicht ein Artikel ueber ilin erschienen ist, ob zu ermit- 
teln isl, seit wann und bie wann er an der Neuen Rundschau mit- 
gearbeitet hat usw. Ich nioechte auch gern ausfindig machen, ob 
er schon in der Zeit, in der er beimA.A. war, politischer Redakteur 
bei der Neuen Rundschau oder lediglich Mitarbeiter gevvesen ist. 
Seine Artikel wiederzufinden, macht hier keine I^ehe, da die 
Neue Rundschau jener Zeit in Bibliotheken in New York vorhanden 
ist. 



/ 



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' ] 



I\ier eine Auskunft waere ich Ihnen ausserordentlich 
dankbar. Soll en Sie :laiTben, dass ich bei einer andern 
Stelle, etwa von einem der andern Herausgeber oder vom Verlage 
Eher eine zweckdienliche t^itteilung erhalten koennte, so lassen 
Sie es mich bitte wissen, o. er vielleicht sind Sie selbst so 
fre ndlich, meinen Brief dorthin weiterzugeben und mir davon 
Mitteilung zu machen. 



Mit besten Lnpfehlungen 



Ihr ergebener 



Dr# Ei*nest Hamburger 



■"'■^5-» rj J";i''f^ 



Erbest Hamburger 
67 Riverside Drive 
^s^ew york,N.Y. . 10024 




Herrn P.udolf Härtung 
c/o S. lisch er Verlag 
Hoherizollrr'rridaTmn 125/126 

1 iierlin 






17. i:oven^'ber 1071 



,/v /• 



Sehr geehrter Herr H^rtunc, 

Erst jetzt "»sonnte ich ö^<? Buca ?eter do Mendelssohns 
•'S. Firichor un.^ sein v'erlag" hier erhalton. In diesem ruc?ie 
sind ciie Tragen, -:^ie ich mir r-rlaulit^^ , in :r.cin'^^n nriefe vom 
27. Oktober dieses J.-hres an Sie' zu richte::, zur v^^nuege 
beantwortet. Oamit entfaellt die BiLto,Jio ich ausge- 
sprochen habe, mein Hriof ]^cM\n al3u al3 orl'?:icrt angesehen 
vre r den. 



^"•it besten :mnfehlungen 



Ilir ergehener 




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f fA-y. 



K-x^aA^ 



13, April 1972 



-%.- 



Mrs. Elisabeth Chapiro 



V.,.*..'*»«^*' 



mit freundlichen Gruessen 



uebersandt von 



Anlage 



Dr .S.Baenger 



"Joseph Chamberlain" 

(Die Zukunft , Elfter Band, 1895) 



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Mnvi^cl '^Ui/j€i 




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459 



', rc politisdie Bewegungen 

-.^tcrdrückung »kein Unglück« sei, und erlaubte 1921 ^i^^^i^lio- 
Luxusaus-abc, die als Privatdruck in 550 Exemplaren im Mundi- 
Phantasus-Verlag ersdnen. Nach dem Ersten Weltkrieg ersduen 
VovcUc auch in einigen fremdsprachigen Ausgaben, aber ihr deut- 
- Ersdicinen erlebten Fischer, Bie mid audi der Dichter selbst nicht 
,.. j-g ^^rde erst 1958 in den Sammelband Erzählungen aufge- 

'.rficn. 



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«AMUELSAENGER 

r3,c Umgestalti~dcr Zeitschrift war mit der »neuen Form« dos Jah- 
r-i 1904 noch nicht abgeschlossen. Im Gegenteil: diese neue Gestalt 
crtcnbarte schon bald eine eigene Gesetzmäßigkeit und innere Dyna- 
clik, der Veriag und Redaktion Rechnung zu tragen halten. Am 8. Ok- 
tober 1907 schrieb Fischer an Schnitzlcr: 

c . v,'crdcn es mir gewiß nidit verdenken, wenn ich alle Gcsichtspnnkte 
'tcnu mache, die für die Neue Rundschau imd für meinen \ enag spre- 
di-n. Die Neue Rundsdiau ist jetzt in einer schwierigen Situation. Sie muii, 
hei Erhaltung ihres Niveaus, einen weiteren Leserkreis zu erobern suchen, 
fru den Mitarbeitern, auf die sie sich in Zukunft stützen wil die praktische 
Mufrlichkeit zu geben, ihre wichtigen Arbeiten dort zu vcröff entheben, ^^lr 
|1:;q dabei, den Ümfan- der Rundschau zu enveitem und den Inhalt man- 
n.sialtiger zu gcstahen. Wir haben für den nächsten Jahrgaiig einige be- 
crutsamc Er^vcrbungcn gcmadit, wir sind sidier, daß Sie auch m Zukunit 
i.jt der Rundschau zufrieden sein werden. 

Der Umfang der Zeitschrift wurde zu Reginn des Jahres 1908 aber- 
rials auf neun bis zehn Rogen, also 144 bis 160 Seiten pro Heft ver- 
^rrÜßert, der Preis des Einzelheftes blieb bei zwei Mark fünfzig, aber 
(la^ Vierteljahresabonnement wurde von sechs auf sieben Mark er- 
höht, und die typographische Gestallung wurde strenger und einfacher. 
Dies waren äußere Symptome einer inneren Wandlung Bis '-.diri^b 
inscineuxRückbhck: '" ' ' ■^^''V' ^ 

• indem man an den mehr dekorativen Zcidmungen der Künstler lieber 
»= une. verwendete man den Raum und die Mühe auf eme noch bessere 
-/..-lilung des großen Materials, das zur Verfügung stand. Es trat allmahhg 
tii'> Einsidit immer mehr hervor, daß die rein hterarische Begrenzung der 
Z*;itscbrift auf keinen Fall für die Zukunft das Maßgebende sein könne. Die 
-rkerea poUtisdien Bewegungen in unserem Lande machten eine kräfti- 
ßetonung dieses Gebietes notwendig, und um dies mit allem nötigen 
m und mit aller fruditbaren Personenkenntnis durdizuführen, wurde 
'or S. Saengcr in die Redaktion aufgenommen, der mcht nur auf 
niFsensdiafllidiem, sozialem und politisdiem Gebiet als erster Ken- 
liad Schriftsteller sich bewährte, sondern auch durch seine warmen 
liungen zu künstlerisdien Leistungen in diesem Milieu besonders 
" amen war. . 









itif/''"''-'^-; 



460 



y, • <tv- viDie Neue Rundschaw 



\ 



Mit anderen Worten: es wurde ein Fachmann gebraucht für die Ge- 
biete, von denen Fischer und Bie nichts verstanden, und dieser Fach- 
mann mußte über weitreichende persönhdie Beziehungen auf diesen 
Gebieten verfügen, um die geeigneten Mitarbeiter heranzuziehen, 
und er mußte außerdem selbst sdireiben können. Samuel Saenger 
war genau dieser ?vlann. Der mit Bie gleichaltrige, damals vierund- 
vierzigj ährige Staatswissenschaftler und politische PubUzist war ein 
Schüler Friedrich Naumanns und des freisinnigen Abgeordneten 
Theodor Barth, der seit 1885 die Wochenschrift >Die Nation< heraus- 
gab, in der zahlreiche Freunde und Mitarbeiter Fischers wie Brahm, 
Schienther, Mauthner, Julius Elias und Kerr sich ihre publizistisdicn 
Sporen verdient hatten. Theodor Barth hatte selbst der >Neuen Rund-- 
sdiau< im Dezember 1907 seine Briefe über deutsche Politik an einen 
amerikanischen Freund geliefert und diese Sparte 1908 noch in eini- 
gen Nummern mit der Politischen Chronik fortgeführt, aber er hatte 
seine eigene Zeitschrift zu besorgen, und als ein ständiger politischer 
Redakteur gebraucht wurde, hatte er Saenger an Fischer empfohlen. 
Saenger hat seine erste Begegnung und Unterredung mit Fischer 
selbst geschildert, und diese Schilderung ist für beide Männer, die so 
völlig verschiedenen Neigungs- und Interessensphären angehörten — 
denn daß sie aus verschiedenen Welten kamen, konnte man, wie sich 
bald zeigte, keineswegs sagen! — , überaus aufsdilußreich: 

Anfang iqcS bat midi S. Fisdier zu einer Besprechung in sein Vcrlagshaus, 
ohne in der Einladung mehr anzudeuten als den Wunsch, mich für redak- 
tionelle und literarische Mitarbeit an der Neuen Rundsdiau zu vcrplliditen. 
Ich fand einen kleinen Herrn vor, von beherrschter Gebärdensprache, von 
auffallend gesammeltem Blick, spädich im Gebrauch der "Worte, wohltuend 
kühl in seiner Freundlichkeit und an seinem Gci^enüber mensdilich durch- 
aus beteiligt. Das eif;entliche Thema der Unterhaltung wurde zunädist nur 
obenhin berührt, wir betrachteten einander . . . Von meinen Veröffent- 
lichungen hatte er dieses oder jenes zwar gelesen, aber im Grunde mehr 
von ihnen gehört als sie in sein Bewußtsein aufgenommen. »Sie sollen 
auch wertvolle philosophische Bücher veröffentlicht habcM. °h^x dieses 
Gebiet liegt Jeriseits meiner Interessensphäre, vielleicht auch«, fügte er mit 
schailvliaftem Lächeln hinzu, »jenseits meines geistigen Horizontes.« . . . 
Das war keine üble Einleitung. Der Kontakt war hergestellt, ich empfand; 
daß ich es mit einem ernsten und gehaltvollen Mann zu tun hatte, der 
mehr sein als sdieincn wollte und durch die bisher schon ungewöhnliche 
verlegerische Leistung zu immer weiterer Steigerung seiner Verantwortun- 
gen angetrieben zu sein schien. In diesem Alarme war innere Bewegtheit, 
aber weder eine Spur von Eitellieit noch von nervöser Unruhe. In der über- 
scharfen Berliner Luft der damahgen Tage, die von Vitalität jeder Art strotz- 
te und durch ein groteskes Gewimmel von Göttern und Götzen beäng- 
stigte und verwirrte, eine höchst angenehme Variante ... 
Nachdem [er] mir eröffnet hatte, daß er der Redaktion seiner Zeitsdirift 
eine politisch-soziologische Abteilung anzugliedern beabsiditige und y^r- 



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,l,j:iemde Provisorium _ , 4 i 

• T r^Jt ihrer Leituns ^u betrauen gedenke, faUs mich die Au£- 
.^^sv^cisc rmdiimt Ihrer Lei^^^.^^^ ^^ _^^^ ^^ ^^^^ ^^ j^^^. 

' '^ -^^'' ZfJd o^e weiteres meine Haltung, die für das mir zu rcser- 
, ,-,^. Er verstand oimej ^^^ ^^ beschwichtigte 

,^^,,ae GeUct ^^f^^^l^^l^, diplomatische VorlUufigkeit. Dem. es 

-^--"/^'S^'n tw ga^ un^ gar 'nicht um die Schematisierung von 

... dem ^^.f ^_'' ^i^ SaturgemäU bei Menschen selbständiger Prägung 

.,,^üonsaui^aben d,^^^^^ mußten, sondern um eine Pi-üfung meines 

,^rllicUcnde ^^f ^^^^,;3^i,,^ Gewissens. Er wollte wissen, wie ich zu der 

^^T^f>\idi unter Oscar Bies künstlerischer Leitung immer glänzender 
*'^5aitcte. Anders gesagt: ob die psychologischen Voraussetzungen emer 
Z^usiomcnarbcit gegeben seien. 

rac^ nodi anders gesagt: war dieser neue Mann im weitesten kul- 

n 4'cüusclien Sinn verstanden, ein >Hofmannsthalsdier Mensch<? In 

^ Sinn war er es gewiß: er hatte mit Hofmannsthal die englische 

^lulosophiscl.e Schule, die Disziplin der englisdien Essayistik und 

Publizisük, die tiefgehende Kenntnis der angelsächsischen Welt und 

ihre Geistesgeschichte als intellektuelle Erzichungsgrundlage gemein- 

»ain Hofmannsthal wurde in seinen Aufsätzen niciit müde, auf das 

mclisdie Menschenbild zu verweisen, so wie Saenger unablässig eng- 

i lisciic poUüsche Erkennüiisse und Erfahrungen zum \ergleidi heran- 

\ zog. Saenger fährt fort: 

KU idi nmi die Fülle der Mregungen und Befruditungcn lien-orhob, die 
«inc und seiner geistvollen Helfer Verlagsarbeit mir gespendet hatte aber 
n rlcidi audi offen mancherlei Einseitigkeiten und Onenüerungslucken 
hcklagtc und dami, den Horizont er.^•eltemd, die Befurditung ausspradi, 
daU die gohcilimen Bezirke der >reinen< Literatur bald von einer sidi hcr- 
anwalzcnden Weltrevolution aus ihrem Fürsidiscin aufgescheucht werden 
künntcn und eine Kulturdämmerung im realen Baume im Anzüge sei, lag 
Zu.limnnuig in seinen Augen. »Nadi dem, was idi über Ihre -^Ilsdlauun- 
ncn gehört habe, war ich auf älmhdie Bekenntnisse gefaßt.^ \iclleiclit« 
(wieder lädieltc er sdialkhaft) »habe idi Sie deswegen hcHeoet.. .vber 
•chcn Sie die Entwicklungstendenzen nidit dodi chi wenig zu schwarz r«« 
Auf soldion Wellen wurde unser erstes Gesprädi an den sadüichcn Prob e- 
ircn vorbei ins Mcnsdiliche und Allgemeine getragen. Und so kam, dipio- 
malisdi gcsprodicn, für em Provisorium em Gentlemen's Agreement zu- 
Uandc. 

Das »GGnllemcn's Agreement« hielt fünfundzwanzig Jahre; das Provi- 
•orium dauerte mit unwandelbarer Beständigkeit bis ücf hinein in die 
Kulturdämmerung, die Saenger damals am Horizont heraufziehen 
iah. Er sah die Entwiddungstcndenzen nidit zu sdiwarz; niemand 
lali sie sdiwarz genug. Saenger begann seine redaktionelle und pubU- 
listisdie Tätigkeit an der Zeitschrift unvcrzüglidi. Er übemalim von 
Barth die Politische Chronik, die er vom Herbst 1908 an regelmäßig 
Monat für Monat, Heft für Heft beisteuerte, und zwar bis J92S imtcr 



. ? 



462 



>Die Neue Rundschau* 



dem Pseudonym >Junius<, das er mit gutem Bedacht den berühmten 
anonymen engHschen Junius-Briefen des aditzehnten JahrhunderU 
entlehnte, imd ab 1925 bis iQoS auch unter seinem eigenen Namen. 
Die Zahl seiner gezeichneten und ungezeichneten, semer großen und 
kleinen Beiträge während dieses Viertel Jahrhunderts ist nahezu un- 
Übersehbar. 



DIE NEUE REDAKTION '• 

Mit dem Eintritt Saengers in die Redaktion erhielt das einzehie Heft 
der Zeitschrift eine neue, von der bisherigen Gliederung abweichen- 
de Struktur. Man bemühte sidi, wie Bie erläutert, auch äußerlich die 
Stoffmenge so zu gruppieren, daß »dem Blick des Lesers gleich von 
Anfang an die innere Arbeit und das System der Zeitschrift klar 
wird«. Statt der wenigen und »oft sehr ähnhchen Beiträge« der frühe- 
ren Jahrgänge, enthielt das Heft jetzt oft zwölf bis vierzehn größere 
und zahlreiche Ideinere Aufsätze sowie Anmerkungen und Glossen, 
und es ergab sich von selbst, wie Bie sagte, eine Zweiteilung in eine 
»schöpferische« und eine »kritisclie« Abteilung: 

Der erste Teil des Heftes hat die verschiedenen Arten der Produktion zu 
, be^vältiscn. Ein politiscli-sozmler Artikel am Anfang hat sidi als das natur- 
1 liehe Schema ervNuesen. Ein Koman, der sich durch mehrere Hefte fortsetzt. 
' Gibt trotz der monatlichen Unterbrechung der Haltung der Zeitschrift eine 
gewisse Stange, die niemand entbehren will. Eine kürzere Novelle, die da- 
zu -e-eben wird, muß in der Farbe und im Charakter möglichst davon ab- 
stechen. Memoiren oder Briefe, Tagebücher, Reisen empfehlen sich als 
unersetzliches Dokument persönlicher Bekenntnisse die die Krcift einer 
Dichtung und die Belehrung eines Aufsatzes in sich vereinigen. Daneben 
ist ein Aufsatz angebracht, der über solche Memoiren oder irgendwie aus 
alten Kulturen berichtet und das starke fortsdirittliche Element durch einen 
behaglichen Konser^•atisnlus des literarischen Interesses kompensiert. Klei- 
nere Essays belehrenden oder berichtenden Charakt -rs laben daneben 
noch ihren Tlatz und ein künstlerisches Feuilletoxx madi si.a am besten 

r.um Schluß dieser Abteilung. , , . , , , • . 1 

In der zweiten Abteilung, die wesentlich kritisdi zu halten ist, kommt es 
darauf an, die verschiedenen Gebiete der Literatur, Kunst, Soziologie, Me- 
dizin, Katur^visscnsdlaft, Finanz so darzubieten, daß mit den 80 Artikeln 
dieser Art, die der Jalirgang bringt, eine fast vollkommene Lbersidit über 
die augcnbhd.hdie Arbeit aller Kunst und Wissensdiaft gegeben wird. 
Jedes Heft hat außerdem seine pohtisdie Chronik. Die klemen .\nmerkun- 
ccn zum Sdiluß sind Iciditer anzuordnen. Sie halten die Mitte zwisdien 
einer produküvcn und einer mehr kritisdicn All, soUen müghdist schart 
und präzis sein, was in Deutsdiland selir schwer ist. ^.jf- 

Den pohtisdi-sozialen Aufsatz zu Beginn des Heftes schrieb Saenger 
nur selten selbst. Er gewann Friedrich Naumann zur Mitarbeit, der in 
den Jahren 1908-1912 eine Anzalil bedeutender Artikel beisteuerte. 



:„.: «SU« Struktur 

Snmbart fiehörte schon seit 1896, Franz OppeiJieimer seit 
''"■'', den rctclSißigen Mitarbeitern; IleUmuth von GerlaAs Na- 
'^'' Wt sTon ^902 in der Zeitschrift, Wüly Hellpach ab 1905. 
r "tSe ete A-ahl neuer Namen von Ruf und Gewicht hinzu 
'""ä em ärZand Tönnies (.908) und Alfred Weber Co-) und 
^' hid des Ersten Weltkrieges Ernst Troeltsch (19.5) «-.d F"^^"* 
^" el 0916), und unter seiner Förderung entwidcelte s.ch ab .908 
r DoraFros zu einer markanten politischen Publizistin. 
Cunenlb!b re »Stange« des Romanvorabdrucks lieferten olme 
t'n X die Autoren des Buchverlags, Dodi gab es l"er zuweilen 
SSeiten, nicht nur in der Honorarfrage. So er^-arb Fischer 
sSe^rs Roman Der Weg ms Frc.c zvim Abdruck im J ahrgang 1 908 
Srehe r vollendet war, und maclile Schnitzler auf Grund der vor- 
rtnden Teile gewisse Kür^-ungsvorschläge. Dieser Bneiwechscl 
':S Se eingehend Fischer sich persönlich mit Gestalt und Wirkung 
Si^c^ft beschäftigte und wie behutsam er seine Autoren an- 
faßte. Am 11 . November 1907 schrieb er an Sdimtzler: 

, . , K u 1 T^;1 Ho« Manuskriptes, den Sic uns geschickt haben, 
Bio und idi habe d„ J^^^^^^^^^. kennen, haben wir nodi kci- 
gelesen... Ua wir crsi uic iiaü ^^^^^^ cipnpm Bic ist krank. Da ich 

^^ rn^^rerf Wn-ki^g in ^^^^Hundschau ein.es ..^^ 

aus der Lektüre ergeben hat. '"'t^"^"" Tst iS habe B,e gebeten, die 
td. das den Roman einleitet, das ^^»f ^^'^ f '' ^°^ if^^nen, um meinen 
U-ktüre des Romans mit dem .--"'^"^n da erste K^pite fortfiele, z« 
KindmA, daß mdits fehlen wurde, -^^^^^^.^^.Xcht prüfen Sie selbst 
kontroUieren. Bic bestätigte mcmen E'^f™'^' ^^""™^Priclien. die nach 
.adi . . . Sie finden im i'.^-X-Er^Xn'ctwaf rufbaC Viclieidit prü- 
^, rs::tf eiJ^dtef Äie -mein als Einsdiaf.^ 

^^-^^:^^^^^^^^^'-^ -— - ^^« 
Rundschau zu umlangreich ist ... . 

Sdmitzler cntwortete am 15. November, er sei zu Stridien uiid klei- 
nen Änderungen durchaus bereit und wolle biscli^rs und B es \o 
sdiläge gern berüisidrtigen, aber das erste Kapitel des l^o-^-J"^ 
zulasten sei ganz unmögheh. Er würde seinem 1^°--.;- J^^^^J^^ 

Unredit zufügen, wemr er ihn erst beim zweiten '^^'P''^! J f^ 

Ucße. Gerade dieses zweite Kapitel fmde er selbst das sdiwadiste, und 

das erste gehöre nadi seiner Memung zu den besten. 

Kodier gestand unvcrzüglidi zu, es habe »natürhdi etwas sehr Miß- 
dres Kürzungsvorsddäge zu madien, ohne das ganze Werk zu ken- 
en. Idi habe mir das selbst gesagt, ... Sie übersehen das ,a ..el b^- 

..cr und deuüidier, und wemx Sie, das erste Kapitel mebt entbehren 



" «^ t^^^*^'^Jf^-f~^4^e^ m 



Mit dem internationalen Aspekt des juedischen Problems 







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steht aucli^drST&BSchaeftigung des Berliner zionistischen Rechts- 






anwalts Adolf Friedemann im Ausyaertigen Dienst des 
Reichs, zuerst an der Gesandts 




Deutschen 






m Bern, sodannVam General- 
konsulat in Amsterdam in Verbindung. Hier handelte es sich Ver- 
den 



f I Ja ^^hehmlich um die Beeinflussung der Fuehrer des Judentums m c 

Vereinigten Staaten, Gros^^jfllritannien und anderen Laendern im 



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i^^ Sinne der deutschen Bemuehungen um eine Erleichterung der Situation 
I^Ht*, in der unmittelbaren Nachkriegszeit und um die Herbei fuehrung eines 

fuer Deutschland ertraeglichen Friedens. j y[ on So b e rnlieiuf und vorr^ 






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Kor itz Schlesinger 



'A'aehrend Ulrich die uebliche Vorbildung fuer die Lauf"- ahn 
eines hoeheren Beamten hatte, war Moritz Schlesinger ein Aussensei- 
ter. eine einmalige Grscheinuna im Auswaertigen Amt. 1886 in Magdeburg 
geboren, besuchte er die hoehere Schule und leistete 1904/5 sein 
militaerisches Dienstjahr ab. Entgegen dem wohlwollenden Rat eines 
Vorgesetzten, der ihn vor nnttaeuschungen bewahren wollte, nahm er 
am Ausbildungskurs fuer Offiziere teil, wurde aber als Jude zum Rb- 
serveoffizierkorps nicht zugelassen. Schlesinger waehlte die 
kaufmaennische Laufbahn. .:r begruendete ein ImDort?ünd Kxportgeschaef t 
und spezialisierte sich im Teppichhandel. 3r baute eine Firma in 
Persien auf und kehrte einen Tag vor Ausbruch des Srsten Welt- 
krieges nach Deutschland zurueck. Seine Familienbeziehungen gingen 
nicht nur nach Deutschland, sondern auch nach oestliOien Laendern. 
seine Mutter stammte aus Ungarn, seine Frau aus Lodz in Polen. 

Im Kriege brachte es Schlesinger zum Vizefeldwebel. Als der 
Krieg sich seinem -inde naeherte, gehoerte er einem Kommando an, 
dem die Bewachung eines Kriegsgefangenenlagers in ooeberitz an- 
vertaut war. Am <?. November 1918 wurde er zum Soldatenrat gewaehlt. 
Intensiv beschaeftigte er sich mit der Frage, was nach dem Abschluss 
des Vv'affehstillstandes mit den Kriegsgefangenen in den deutschen 
Lagern geschehen wuerde. Das war hauptsaechlich ein Problem der 
russischen Gefangenen. Das einstige Zarenreich war in einzelne 
Teile zerfallen. Buergerkriege tobten. Die russischen Gefangenen 
draengten nach Hause. Auch die deutschen Bewachungsmannschaften 
wollten so schnell wie moeglich heimkehren. Die vielen Hunderttau- 
sende russischer Gefangener konnten, wenn sie sich unaeordnet 
ueber das Land ergossen, zu einer schweren Gefahr fuer Leben und 
Sicherheit der Bewohner werden. Dazu kam das politische Problem. 



Bolschewistische Propaganda war in die Lager eingedrungen . 
Die meisten Offiziere waren konterrevolutionaer . Im Zusam- 
menhang mit all dem stand das Schicksal der etwa Hunderttausend 
deutscher Kriegsgefangener in .<ussland, deren schnelle Heim- 
schaffung erstrebt wurde. r.s galt zu handeln. 

Diese Uetaerlegungen, Hntschlussf reudigteit und einige 
Glueckszufaelle halfen Schlesinger bei seinem Eintritt in 
den oeff entlichen Dienst. Er war Sozialdemokrat, wenn auch sei- 
ne Mitgliedschaft mehr nominell als aktiv gewesen war.'^r hatte 
Gelegenheit, dem Volksbeauftragten Scheidemann seine --.rwaegungcn 
vorzutragen. Dieser verwies ihn an die Mitglieder des Partei- 
vorstandes Otto Wels und Hermann Mueller und er gelangte 
schliesslich an einen pazifistisch gesinnten Offizier, den 
Hauptmann von Beerfelde, der die militaerischen Angelegenhei- 
ten bearbeitete. 3s war ein Augenblick, in dem man verzweifelt 
nach Menschen mit neuen Ideen suchte. Marxistische Theorie 
half da nicht weiter. Am +**"< November wurde der Waffenstill- 
stand geschtossen/Am 13. November meldete Wolf f 's elegraphen- 
taureau, dass der Vizefeldwebel Schlesinger in das Kriegsmi- 
nisterium berufen und mit der Kriegsgefangenenfrage betraut 
sei. Der Minister verfuegte, dass jede die Kriegsgefangenen 
betreffende Anordnung von Schlesinger gegengezeichnet werden 

muesste . 

Es war nicht das erste Mal, dass ein Jude im Xriegsmini- 
sterium arbeitete. Walter .-^athenau hatte die Kriegsrohstoff- 
abteilung geschaffen und bis zum Fruehjahr 1915 geleitet. 
Aber Rathenau war eine international bekannte Persoenlichkeit . 



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Wirtschaftlicher :Crfolg und literarischer Glanz umstrah:fctGn 
den Sohn des Begruenders der Allgemeinen :.:Jlek:trizitaetsge- 
Seilschaft. ::r war beim Kaiser und bei Reichskianzlern eingefuehrt. 
Von Schlesinger dagegen vusste niemand etwas. Der Subalternoffi- 
zier trat als Unbekannter in eine Behoerde, in der sonst nur 
hohe Offiziere wirkten. Seine Aufgabe war ungev7oehnlich schwierig.. 

Schlesinger ueberzeugte den Aat der Volksbeauf tragten^zusam- 
men mit Kraeften im Kriegsministerium und im Berliner Arbeiter- 



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nd Soldatenrat von der Notwendiakeit , eine von bureaukra tischen 



Fesseln freie Sonderbehoerde zu errichten. Pm 2. Januar 1919 trat 
die i-ieichszentralstellG fuer Kriegs-und Zivilgefangene als selbstaen- 
dige i^eichsbehoerde ins Leben. Sie wurde spaeter dem l^eichsab- 
wicklungskommissar unterstellt und oarlamentarisc/i durch das 
Reichsfinanzministerium vertreten. Schlesinger wurde zu ihrem ge- 
schaeftsfuehrenden Leiter ernannt. Abwicklungskommisar wurde der 
sozialdemokratische Staatssekretaer Albert Grzesinski. Grzesinski 
war tatfreudig und liess sich von der Bureaukratie nicht imponie- 
ren, ^^r ist spaeter als Polizeioraesident in Serlin und als preus- 
sischer Innenminister in die Geschichte der Weimarer .^iepublik ein- 
gegangen. ::r gewaehrte Schlesinger jede Kilfe. Zwischen den beiden 
Kaennern entwickelten sich freundschaftliche ^Beziehungen. 

Drei Jahre hindurch hat Schlesinger an der Loesung des Kriegs- 
gefangenenproblems gearbeitet. Ss war aussenpolitisch kompliziert. 
Diolomatische Beziehungen zwischen Deutschland und Sowjetrussland 
bestanden nicht. Von deutscher Seite war die Zentralstelle ein 



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ichtiges Bindeglied zwischen den beiden Staaten. Schlesinger 



gehoerte zu denen, die mit den russischen Vertretern und ihren Vor- 

zu verhandeln hatten. 
gesetzten/Viador Koopp war sein wichtigster Verhandlungspartner. 



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.brr auch zu Tschitscherin und Litwinow trat er in Beziehungen. 



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scher und /Aissischer Seite herrschte ein tiefes Kisstrauen. Dieses 
viirde durch die Frage der russischen Fluechtlinqe verstaerkt. 
Ferner wollten viele Gefangene nicht nach Russland zurueckkehren . 
In den Laaern wurde oolitische Propacranda getrieben, in ihnen 
herrschte; Unruhe und Piass, 3ine Kontrolle auszuueben war schwierig. 
Das deutsche A.uswaertige Amt erleichterte die Situation nicht. 
Die alten Beamten waren eifersuechtig auf den Aussenseiter , der 
in der Heichszentralstelle mit Aufgaben betraut war, jük fuer 
die nur gschulte Diplomaten als geeignet angesehen vnarden. Die 
Natur seiner Taetitf'keit brachte es mit sich,dass Schlesinger mit 
Regierungsstellen des Auslandes Verhandlungen zu fuehren hatte, 
die ueber die Kriegsgef angenenf raae hinausgingen und sich auf 
wirtschaftliche, soziale und humanitaere Fragen erstreckten. Ihm 
wurde eine viel groessere 53elbstaendigkeit des Handelns gewaehrt 
a/s den in die Hierarchie des Amtes eingesponnenen Diplomaten. 
Diese hatten ueber die Lebensfaehigkeit des Sowjetsystems verschie- 
dene Auf fassunaen. Schlesinger war ueberzeugt von seiner Dauer. 
Er arbeitete unter diesem Gesichtspunkt und fand seine staerkste 
Stuetze in Ago von Maltzan,dem Russlandreferenten, der 1921 zum 
Leiter der Ostabteilung ernannt wurde. Auch Graf Ulrich von 
Brockdorf f-x^antzau, der 1922 als Botschafter nach Moskau ging. 



und sein Nacl}folger Herbert von Dirkseia lieseen Schlesinger jede 
Hilfe zu Teil werden. n i ii ii iL - ^Til i fr üfriT ,i Tir>g ^vermQcht(^ji»r die Intrigen 



des Reichswehrministeriums, die Angriffe aus dem Auswaertigen Amt 
und der Presse der Rechten und die Hetze gegen den^" juedischen 







Teppichhaendler" 

Die Verzoegerung der Heimsendung der Kriegsgefangenen aus 
den westeuropaeischen Laendern erschwerte Schlesingers Aufgabe. 
Eine gewissenlose Opposition bezichtiqte die deutsche Regierung 
eines mangelnden Interesses an dem Schicksal der deutschen Kriegs- 
gefangenen. Die Verzweiflung der Angehoerigen ueber die Zurueck- 
haltung der Gefangenen wurde demagogisch ausgenutzt . In einer gros- 
sen Debatte im Reichstag im Dezember 1920 richtete der deutsch- 
nationale Abgeordnete Henning hemmungslose Angriffe gegen Grzesinski 
und Schlesinger. A.uch eine vox\ der Reichszentrale herausgegebene 
Broschuere zur Aufklaerung der Heimkehrer" l\^as ist in Deutsch- 
land geschehen?^ im 3inne der Regierungsparteien verf asst^erregte 
einen politischen Sturm. Selbst ein volksparteilicher Reichstagsab- 
geordneter , also der Vertreter einer Partei, die damals die Regierung 
unterstuetzte, schreckte vor der Verleumdung von "Schlesinger 
&< Co." nicht zurueck.Im Reichstag kam es zu Tumu.lt Svenen. 

1921 wurde Fridtjof Nansen zum Hohen Kommissar des Voel- 
kerbundes fuer die Fluechtlinge ernannt. Schlesinger wiarde sein 
Vertreter in Deutschland. Er arbeitete eng mit Nansen zusammen 
und kam dadurch in Verbindung mit dem Voelkerbund, als Deutsch- 
land noch nicht Mitglied war. Fuer die fuersorgerischen Aufgaben 
der Zentralstelle zog er das Mitglied des sozialdemokratischen 
Parteivorstandes Maris Juchacz heran. Mit ihr besprach er auch 
die Gruendung der Arbeiterwohlfahrt als Vertretung der organi- 



ierten Arbeiterschaft in der 



wohlfahrtspflegerischen Arbeit in 



B™t.=nx,„a. .1» trat ™„ „.b.„ die ,™„,=„ionello„ ver^.end.. die 
I„„.re „isslon.den c,ritas.«ba„d und die Juedieche .ohlfahrtspflece, 

• T,r.-h=.o^ c;rhaetztG den einf lussreichen Mann, 
^^^ r>r^\-n T'^rpu7. Marie Jucnacz scnae.i:z.ut- v.c-ii 
sowie aas Rote :.reuz. i-cij. ^^ /£tJL n^^ 

.. iterwohlfahrt bei ihrer Entstehung und l.rschliessung ^ 
**^^*uÄt3Sffr^^^^itgl^ des Hauptausschusses. 



der der Ar'^^e 
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.nfang 1922 war endlich die Heimsendung der deutschen Gefangenen 
vollendet, die Dispositionen ueber die russischen Gefangenen und 
..uechtlinge waren getroffen. Die Reichszentralstelle vn.rde aufge- 

1097 richtete der Reichskanzler VÜrth.der damals 
lopst. Am 31. Januar 1922 richtttie 

auch da. Aus.aerti,e M,t leitete. a„ Schlesinger ein Dankschreiben: 

..Sie haben Ihre »n-<>li=\->;-''„df oc^Seh?? 'tS'^^S^'^f^""''' 
reiche Arbeit erfolqreich ^-" f ^?„^f Sie <ue?HKehr in die Hei- 
"„^r;;;^rJrnL:;:irrrie°??";h^LaSrs£,us dieser stellun, 

?;fr'lhf :;foS.rrr„^ivcS"s^SrJei"der„aeSete!roanK lue- " 

zusprechen" . 
Gleichzeitig ersuchte v;irth Schlesinger. im Auswaertigen A^t fuer die 
.ntwicKlung der deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen taetig zu 
werden. Hieraus erwuchs eine elf jaehrige/ Taetigkeit. 1923 wurde 
Schlesinger die Amtsbezeichnung "Generalkonsul " beigelegt. Der 
Aussenseiter wurde aber nicht in die P^amtenlaufbahn uebernommen. 
da der Personalreferent sich dem entschieden widersetzte. Er wurde 
bis zum 3hde seiner Tae-U-gl^eit aus einem Sonderfonds bezahlt. 

Schlesinger verfolgte aufmerlcsam die Verhandlungen, die zum 
vertrage von Ra.allo im Jahre 1922 fuehrten. Kr war zunaechst zum 
Mitglied der Delegation ausersehen. d.=^ den Re:i chskanzler 
Wirth und den Aussenminister Rathenau nach C^nua begleiten sollte. 



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r,nr Liste der Teilnehmer gestrichen. Tschitscherin 
Er wurde aber von der Liste aer 

4--^ ■cTr-rrr'.n Qpines i^irRens fuer 
bezeichnete ihn als persona non grata wegen seines 

• n^nt-crhland. In einer Unterhaltung 
die russischen Fluechtlmge in Deutschland. 

.it ih. vies Schlesinger darauf hin.dass seine Arbeit hu.anitaerer 
,rt war und dass er stets die Anwerbung von aussen in den Lagern fuer 

. , ^^ v.^>^P Dies half ihm aber nicht, da auch 
die weissen Armeen bekaemoft habe. Dies nax 

,. '4. -{^ :^::.r^7:,^\n Reinen Viert leqte . Der Ver- 
^ ^^■;.or> AnTj<=c;f^nheit in i<apaii'-^ r^^^xn^^^ 
Kaltzan auf seine AnwesennexL. 

„,, „■,. el. .er. «Irt.s „.. Ma^.ans au. a.ut.ch^r una Ts=Mtsch«.n, 
au, russischer Seite. H.lt.an .atte ^«he,*. sch™„te„ae„ .atheoau 

, , ..„„»„- = = ioReit des Vertrages 2U ueberzeuqen, und wusste, 

von der Zcveck.maessig*^t:i-L^ '-^^^ -^ ^ 

dass .bert ihn .issbilligen wuerde. Unter diesen U.staenden zog Maltzan 
vor. auf die Praesenz Schlesingers zu verzichten, da er sich in dieser 

Frage nicht unbedingt auf ihn verlassen Konnte. 

^^ v>-:.4- c: oTn 1 p- c; i nae r in Moskau 1923 
Mach Abschluss des Vertrages hat Schlesinger 

„ .e„ «sprecuucen ^.^.u der »irtsc.af tlichen ;.esti»,u„ce„ 
aes Vertrages teil,e„o»,.e„. Hier .»waehrte er sich von neue«. .rocK- 
aorff-.<.ntz.« rueh«te ihn als den besten Konner der Hentalitaet der 
ru,si,chen Unterhaendler und ihrer Verhandlungsweise. DirKsan hat srch 
als -.achfolger .roc.dorff-.ant.aus in HosKau sein Urteil zu eigen 
,e„acht..r nannte ihn einen guten Kenner der .estlich.n und cestlr- 
chen Kentalitaet.Rlug und phantasiehegabt .einen unterhaendlor.der 

. • 4-oK. --ii-n;.tioneP Auswege fand,.«mr*. selbstlos, witzig 
in den schwierigsten c>ituationcn ..usn j 

und einen guten Freund. 

.Schlesinger hat auch in den spaeteren fahren der Weimarer ae- 
ouMiK wichtige Functionen bei der Ausgestaltung der deutsch-russi- 
schen Wirtschaftsbeziehungen wahrgenommen, .aehrend >.r ^Vorbereitung 
des berliner Vertrages zwischen Deutschland und der Sowjetunion 



8 



vom 



April 1926 war er in Moskau, .ir suchte die Bedenken seiner Partei 



zu beschwichtigen, die von dem Vertraqsabschluss eine Yerschlech- 
terung der Beziehungen zu den V^^est/iaechten und der otelluna Deutsch- 
lands im Voelkerbund befuerchteten.F.r hat nicht ohne .;:inseitigkeit 
seit dem Abschiuss des Berliner Vertrages Moskau als das Zentrum 
der kuenftigen deutschen Aussenoolitik angesehen .Sein Mitarbeiter 
Otto Braeutigam nennt ihn in seinen Erinnerungen den Motor der 
Wirtschaftsbeziehungen zur Sowjetunion. Schlesinger war nicht nur ^ 
diplomatisclyrsoH^n auch in der Pflege des Kontakts mit der Oeffent- 
lichSieit ueberaus geschaeftig und ging dabei den anderen Beamten 
des Auswaertigen Amtes oft auf die Nerven. Seine Gegner hatten das Ohr 
Stresemanns, der von 1923 bis zu seinem Tode 1929 das Auswaertige ;^jnt 
leitete und mit dem wiederholt Zusammenstoesse hatte. Stresemann be- 
trachtete ihn als einen ?:mporkoemmltLng unter den Traegern einer 
Tradition, an der der Aussenminister im Grunde seines A^erzens mehr 
hing al5^ an der Ausgestaltu.na der demokratischen Republik. Er haette 
d^^n Aussenseiter am liebsten aus dem /^jnte entfernt. Dies verhinderten 
JGdoch Schlesingers einflussreiche Stuetzen in der Hierarchie des 
Amtes, die sein Wirken zu schaetzen wussten. 

Schlesinger hat sich \ni»iüj" uhull : als einzigen Juden im Aus- 
waertigen ;\jT\t bezeichnet und die Zurueckdraengung der Juden im 
Reichsdienst beülagt. Er wies darauf hin, dass bei den Wirtschaf ts- 
verhandlunt^csn auf russischer Seite juedische Vertreter eine geachtete 
Stellung hatten und Gutes leisteten. ]':s ist richtig, dass Schlesinger 
in dem Jahre, in dem er diesen Ausspruch tat, der einzige Jude in 
der Zentrale des Amtes wsr. riti.! lUl jiiÜL,i. i .ii i;iL - iffh^m i.iiirjUpi - ii"ii abgr, 

a1-grr-h-r -^-- >.-.-; ^>.r..Tni.irmi ,Ur.i ■ . inii i , i i I Tl. ■i.,i i HL iclmuuLu.iu illLlir 

.. FuMU iiao i\\.ioiMiQ«;i ' 4!ifn Hmt i-t r^^ glln.i^riin ii i i m Mir f J ' Oi'^n i [^Qpo 'gie 






9 ju/^c^M^i^^'ii^ 

fuer die Anfaenge der 7-eimarer HepubliK charaRteristische^ieran- 
ziehunc von Personen aus Wirtschaft und PolitiK.d^nicht ueber 
die normale Beamtenlaufbahn in ihr i^^t gelangten.pchon vor Strese- 
manns Zeit aufgehoert >«^.. .^r hat sie vaehrend seiner vinistertae- 
tig^eit nicht vieder aufaenommen. Unter jenen PersoenlichReiten 
waren natuerlich Juden eher zu finden. als in der normalen Ueamten- 
karriere.von der sie bis 1918 faktisch ausgeschlossen waren. 

Schlesinger hat schon 1927 mit dem Gedanken gestielt. aus dem 
Dienste zu scheiden und seine Memoiren zu schreiben. Er wollte sie 
unter dem Titel "Zehn Jahre Aussenseiter" veroeff entlichen. Davon 
ist i er damals abgekommen. Als er als das erste Oofer Hitlers 
aus dem Auswaertigen ..mt ausschiec^ und 1933 nach den Vereinigten 
Staaten emigrierte. hat er den Gedanken wieder aufgenommen, ir 
blieb interessiert an der Aufhellung der Aussenpolitik der Weimarer 
zeit, vor allem der Vorgaenge. deren Subjekt und Objekt er gewesen 
war. Die Erinnerungen dieser im Auswaertigen Dienst einmaligen, 
voellig unbureaukratischen und vielfach auf eigenen Wegen diplo- 
matische .:rfolge erzielenden ^ersoenlichkeit verdienen veroeffent- 



licht zu worden. 

Schlesinger ist 1974 in Washington gestorben 







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May 12, 1971 



To: Dr. Hamburger 

Re: Moritz Schlesinger 



Mr. Schlesinger called from Washin- 
ton. While he is glad to cooperate 
with you, for the neMt2-3 months he 
is not able to do anything himself, 
but he might be able to find out 
something through third parties. 

He thinks, it might be best if 
you called him 

202/ DEcatur 2 - 0800 

Ext. 818 

He will be home all day today as usually, 
except tomorrow only after 2:00 P.M. 

He lives 

Hotel The Roosevelt 
Washington, D.e. 20009. 



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Dr. Ernest Hamburger/ 



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Herrn Moritz Schlesinger 
2101 l6th Street N.W. 
Washington, D,C. 20009 



12. Mai 1971 
T/405-PG/IS 







s 



Sehr verehrter, lieber Herr Schlesinger, 

es v;ar mir eine grosse Freude, mit Ihnen zu sprechen, 
und ich danke Ihnen fuer die mannigfachen Informationen, 
dtiie Sie mir gegeben haben, und die mir ermoeglichen, meinen 
Besuch bei Herrn Dr. Sasse in Bonn besser vorzubereiten, al 
es bisher geschehen ist. 

Das Year Book XIII des Leo Baeck Instituts ist heute 
an Sie abgegangen, die Zahl der Seiten, auf denen Sie erv/aehnt 
sind, ist in meinem vorigen Brief angegeben. 

Ich i-mensche Ihnen gute Gesundheit waehrend des Sommers 
und freue mich, im September wieder mit Ihnen in Vei bindung 
ti*eten zu duerfen. 



Mit freundlichen öruessen 
AU /r/fpy l^i^ y^^ -^^y .A /^f^ 



Ihr 






- i ,*. ^1 )^T ,t 













Ernest Hamburger 



.1 ^C>i^ / /^^j ^.^ ^^ X^^ 



-vi»»! 









DT*, Ernest Hamburger 
67 Rlverslde Drive 
Hew York, N,Y. 10024 



5. Mai 1971 
T/38S- m/l 



o 
o 



Herrn Woritz Schleöiriger 
331 Maryland Avenue N,^. 
Washington, D,C. 20002 



- — ^ü . »...'.•^Ä<ä-«>W;öi^^W 



Sehr geehrter Herr Schlesinger, 

gestatten Sie rair bitte, mich in folgender 
JUll^leBenhelt an Sie zu wenden. 

Ich bereite ein Buch ueber Juden im oeff ent- 
lichen Leben Deu. schlandß waelirend der Weimai-^er« Zelt 
vor. Vornehmlich gilt es der aa.rst;ellung des Wirkens 
Juedischer HegierungsmiGglieder, Beamter und Parla- 
mentarier. Ich habe ein entsprechendes Buch ueber 
die monarchische Zeit (l343--19l3) im Auftrage des 
Leo Baeck Instituts publiziert. • Ss ist im Verlag 
J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), Tuebingen, 1968, erschienen. 
Wenn es Sie interessiert, koennen Sie es in der Library 
of Congress einsehen. 

Ich plane, d#n Weimarer Band aehnlich anzulegen, 
d.h. Leben und Wirken der betreffenden Persoenlichkelten 
im zeix^geschichi/lichen Rahmen darzus^.ellen. 

Sie haben eine wichtige Position im Auswaertigen Amt 
waehrend der Weimarer ^eit innegehabt. Wuerden Sie die 
Ouete haben, rair einen kurzen Abrisn Ihres Thebens und 
Ihrer amtlichen Taetigkeit zur Verfuegung zu stellen, 
aus dem ich die wesentlichen Daten und Pakten entnehmen 
kann? Dafuer waere ich Ihnen ausserordentlich dankbar. 
Sie haben Entscheidungen gefaellt, die weit ueber den 
Ihnen offiziell zugewiesenen Aufgabenbereich hinausb&o- 
gangen sind, und darum ist es umso v^ichtlger, dass ich 
Ihre Mitteilungen als Grundlage meiner Darstellung 
verwerte . 

Ich habe im Year Book XIII des Leo Baeck Instituts 
auf S. 186-187 die Wiedergabe Ihrer Informationen in den 
T«|;ebdchem von Ernst Feder gesehen, den ich noch gut 



•2- 









- 2 - 






5. Mal 1971 
T/388-EH/IS 

Herrn Morlts; Schlesinger, 331 Maryland Ave. N.S., Washington, D.C. 



aus aieiner deutöchen und spaeter meiner franzoeBlschen 
Zelt gekannt habe. Koenmn diese Informationen in der 
Darstellung von Feder als einwandfreie Geschichtsquelle 

ben^itzt werden? 

Auch der neue Band soll unter den Auspizien des 
Leo Eaeck Instituts ersciioinen. Zu Ihrer Inforination 
moechte ich hinzufuegen, dass ica in der Weimarer Zeit 
im Preussischen Ministeriums des Innern beschaeftigt 
und von 1924 bis 1933 preussischer Landtagsabgeordaeter 
war. 

Es ist einmal in dem Year Book davon die Rade, dass 

Sie der einzig« Juedisciie i3eamLe Im Auswaertigen Aint in 
der Weimarer Zelt waren. Abgesehen von Sobernheiu, der 
in der Pussnote auf Seite lB6 erwaehnt wird, hat noch 
kurze Zeit Samuel Saenger im Auswaertigen Ami; gearbeitet, 
nachdem er von seinen: Prager Posten abgerufen i^rorden ist» 

Unter den getauften Juden beX'and sich Ernst von Simson 
(schon als Christ geboren), Enkel Eduard von Sinisoms, Bei 
diesem weiss ich nicht, ob er voll Juedlscher Abstainmung 
war. Vielleicht koennten Sie so freundlich sein, mir darueber 
etwas zu sagen, wenn Sie daimeber infon;iiert sind. Ebenso 
gab es den vornehnillch als Fressechef, spaeter aber auch 
in der Kulturabt eiluag des A.A. taetigen I^riedrich lieilbron. 
Von Ahm weiss ich nicht, ob er ein getaufter Jude oder ueber- 
haupt nichtjuedischer Abstaanung war. Vielleicht sind Sie in 
der Lage, mir auch darueber eine Infonnation zu geben. 



Ich danke Ihnen im voraus bestens fuer jede Hilfe, die 
Sie bereit sein koennten, mir bei raeiner Arbeit zuteil wer- 
den zu lassen und bleibe mit besten Empfehlungen 

Ihr ergebener 



^nest Hamburger 



"''st*"-'" 




/ 



21. Mai 1971 
T/432-EH/IS 



Herrn Arnold Paucker 
Leo Baeck Institute 
^ Devonshire Street 
London^ W.l - 



Lieber Herr Paucker, 

in der Anlage uebersende ich Ihnen eine 
Photokopie des Briefes, den ich soeben von Herrn 
Moritz Schlesinger erhalten habe. Bitte nehmen 
Sie Kenntnis von seinem in letzten Absatz ausge- 
sprochenen Wunsch und setzen Sie sich nit ihm 
unmittelbar in Verbindung. Aus der Photokopie 
ersehen Sie auch seine Adresse. 

Ich fuege ferner einen Zeitungsausschnitt 
ueber die Widerstandsgruppe Herbert Baun bei. Die 
Gruppe und ihre Taetigkeit sind Ihnen sicherlich 
bekannt, aber der Artikel ist Ihnen seinerzeit 
vielleicht entgangen. Sie wissen sicher, dass 
die fruehere Lothringenstrasse, die zürn Juedi- 
schen Friedhof in Berlin-Weissensee fuehrte. 
Jetzt Herbert-Baum-Strasse heisst, und dass 
Herbert Baum in der Ehrenreihe des Friedhofes 
beerdigt ist. 



Mit herzlichen Gruessen 



Ihr 



Ernest Hamburger 



v'jr^Xi-,^j 



•^.n 



Anlag 

Photokopie d. Briefes von M-„ ^ . .^..^it 

Artikel "Das Fanal im Berliner Lustgarten 19^2 au 



. Schlesinger , Washington, D. C . v . I8 . 5 * 71 » 



s 



"Neues Deutschland", 18.8.1957. 






Dr.Ernest Hamburger 
6? Rlverside Drive 
New York, ILY. 10v024 



21. Mai 1971 

T/431 -eh/IS 



Mr. Morit2 Schleßinger 
2101 l6th Straet N,VJ. 
Washington, D-C. 20009 



^' 



■ .f-"-. 






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Liebei- Herr SCiLleaing,er, 

besten Dank fuer Ihren Brief von iB.d.M. 

sofort nach ßapfang des Briefes habe ich eine 
P^ntokoDle an Dr. Arnold Paucksr bex.ii LBI-'^'^?^°" 
PhotoKopLe ctu i^i .?,.,„.„„ qiph mit Ihnen unmittel- 
gesandt und ihn teoeten, sicn rai.o x^i^ 

bar in Verbindung zu setzen. 

Ebenso danke Ich Ihnen bestens ^^'^^ f^^l'lfJLll^ 
Sendung, der Dokuaente, die ich rait grossem Interesse 

gelesen habe. 



Mit freundlichen Gruessen 



Ihx- 



Erna st Hamburger 



/ 



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I', 



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23. Juni 1971 



\ 



Rtrrn M« ^chlasinfgr 
Th« Hooaevelt Bo» ölo 
2101 16 Jtrset N»*v. 
Washington ^.Z. 2CX)09 

3#hr geehrter Herr Schlesinger, 

•in iohreiben von Herrn i)r« Smeet Lamburger in dem er mich 
von Ihrem :Sohreiben an ihn vom 16« 4ai in Kenntnis aetste» und dMi 
er mich bat, mioh mit Ihnen in der /Uigelegenheit der i^eder-Tage- 
bücher in Verbindung zu setzen, erreichte mich erst in der ersten 
Juniwoche nach einer längeren Abwesenheit aus London. Ich hatte 
daraufhin meine Mitherausgeberin, Frau Dr. Lowenthal-Heneel, Berlin, 
die ohnehin mit Herrn Dr. Hamburger *itte Juni in Bonn eine Verab- 
redung getroffen hatte, gebeten die 3aohe mit ihm au beepjreohen. 

Ich verstehe natürlich Ihre Einstellung, und wir haben damit 
gereolxnet, dass im einen oder anderen Falle, noch lebende Personen 
gewisse Einwände ge^^-enaber manchen Aufzeichnungen und Äusserungen 
Ernst Feders erheben w^'irden. Ich darf aber auch oie sehr bitten z\x 
verstehen, dass es die Herausgeber in diesen wenigen Fällen nicht 
als Ihre Aufgabe ansehen konnten, die Aussafce eines Oespräohapartners 
^^gf^ti die von Feder abzuwägen. In unserer Einleitung 2^u der Buch- 
Ausgabe der Tageb'ioher haben wir auch gerade auf diesen I\inkt bestug 
genommen. 

Obwohl nun der Text bereits umbrochen und vor dem Ausdrucken 
war, hat Frau '^. Lowenthal im Einvernehmen mit Herrn Dr. hamburger 
im allerletzten Moment eine redaktionelle Insohaltung einzwängen 
kdnnen, in der darauf verwiesen wird, dass *iber die in ihrer Art 
einmalige und sehr schwierige Position, die oie im Auswärtigen Amt 
hatten, Ihre demnächst erscheinenden iSemoiren Auskunft geben werden, 
iitit dem Verweis an dieser itelle auf Ihre eigenen : rinne rungen an 
diese Zeit, scheint mir, dnss wir den besten <^eg gefunden haben. 

Ich bin mit verbindlichen Biapfehlungen, 

Ihr sehr ergebener 



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Arnold Paucker 



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