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Full text of "Etymologisches Woerterbuch der englischen Sprache"

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ETYMOLOGISCHES 



WOERTERBUCH 



DER 



ENGLISCHEN SPRACHE 



VON 



EDUARD MÜELLER 



ERSTER THEIL. 
A— K. 



V COETHEN. 

BKUCK UND TEKLAO TON PAUL SCHETTLEB. 

1866. 



VOEREDE. 



>v^/\^i^^^^^^Arf^ 



l/er yersndi eines etymologischen Wörterbuchs der englischen 
spräche wird an sich keiner grossen rechtfertigong bedürfen. 
Denn im allgemeinen werden die satze auf wenig widersprach 
stossen: dass ein wissenschaftliches studiom der spräche auch 
der etymologie nicht entrathen darf; dass diese selbst nicht nur 
in einer leichtfertigen and unkritischen, sondern in einer gründ- 
lichen und wissenschaftlichen weise getrieben werden kann; dass 
£de endlich auch für die zWecke des Unterrichts und der schule 

• 

auszubeuten ist und mehr als bisher geschehn zu sein pflegt 
nutzbar gemacht werden muss. Bedenken oder zweifeln gegen 
den werth aller etymologischen forschung, zumal auf einem enger 
omgranzten gebiete, entgegenzutreten ist wenigstens hier der ort 
nicht, weil dabei auf die yerschiedene auffassung des wesens und 
der entwicklung der spräche müsate eingegangen werden. Wer 
die neueren arbeiten auf dem felde der vergleichenden und histo» 
rischen grammatik kennt, wer ihren einfln88_nur auf daa sfcadium 
der klassischen sprachen verfolgt hat, der wird die bedeutung 
einer echten etymologischen forschxmg nicht leugnen. Was aber 
fnr die neueren sprachen in dieser beziehung von männern wie 
Grimm und Diez bereits geleistet worden ist, braucht nicht erst 
hervorgehoben und gerühmt zu werden. 

Während nun für die romanischen sprachen und die fran- 
zösische insbesondere die werke von Diez, Scheler und Weiss- 
Haas dem heutigen bedürfnisse in verschiedener weise entgegen- 
kommen, war für das englische bisher nur wenig gethau. Die in 
Deutschland erschienenen englischen Wörterbücher nahmen auf 
etymologie entweder gar keine rücksicht, oder waren wie das 
von Grieb in dieser beziehung werthlos, wo nicht gar schädlich 
zn nennen. Die hierher gehörigen werke englischer und ameri- 
kaiiischer gelehrten aber liessen, abgesehen von ihrem umfange 
and preise, wodurch sie vielen unerreichbar bleiben mussten, gar 
manches zu wünscBen übrig. Dem deutschen forscher, lehrer und 
Schüler konnte für etymologische zwecke weder Webster und 
Worcester genügen, noch mit Richardson und Wedgwood gedient 



/' 



— IV - 

Bein. Denn so werthvoU diese Wörterbücher in verschiedenen 
punkten sein mochten , so war doch die objektiv-historische for- 
schnng und die nüchterne besonnenheit &8t ganz zu vermissen^ 
ohne welche die etjmologie gerade immer wieder zu einem «piele 
der willkühr, höchstens zu einem geistreich dilettantischen spe- 
cuUren wird. Dass^ also ein etymologisches Wörterbuch der eng- 
lischen Sprache zeitgemass und dags es besser als seine vorganger 
herzustellen war, konnte angenommen werden. Dazu schien die 
aufgäbe selbst nicht allzuschwierig zu sein. Denn es war ver- 
gönnt die vortrefflichen , arbeiten von Fiedler, Koch und besonders 
von Matzner in ihren englischen grammatiken zu benutzen, sowie 
alle die ergebnisse zu sammeln, welche für die germanischen und 
romanischen Wörter des englischen bei Grimm, Weigand, Diefen- 
bach, Diez und anderen sich fanden. Waren ihre forschungen 
eben in England meist noch unbeachtet oder unverwerthet ge- 
blieben, so galt es vor allem das bisher gewonnene zusammenzu- 
fassen, zu sichten und zu ordnen. Freilich konnte bei der aus- 
fuhrung solcher arbeit das ziel naher oder ferner gesteckt und 
mu§ste danach der eine oder der andere, weg eingeschlagen werden. 
Sollte das höchste erstrebt werden, so konnte dies nichts 
anderes sein als ein umfassendes historisches Wörterbuch der eng- 
lifichen spräche, in welchem die vollständige geschichte jedes ein- 
zelnen Wortes mit reichlichen belegstellen gegeben würde, kurz 
ein werk wie das Grimmische für unsere neuhochdeutsche spräche. 
Bekanntlich wird ein solches in England selbst von der philolo- 
gical Society im grossartigsten massstabe vorbereitet; ob es in 
seiner ausführung, insbesondere des etymologischen theils, dem 
plane und allen gerechten erwartungen entsprechen wird, kann 
aus diesem oder jenem gründe fraglich erscheinen. Ihm zuvor- 
kommen oder nur damit wetteifern zu wollen war kaum eines 
einzelnen, am allerwenigsten meine sache. Rücksicht auf das be- 
scheidene mass der eigenen kraft wie auf die beschränktheit äusserer 
gelegenheiten und hülfsmittel wiesen vielmehr entschieden darauf 
hin lieber den nächsten als den weitesten wurf zu wagen. So 
konnte denn andrerseits an ein gedrängtes buch zum praktischen 
gebrauche für die schule, nach art des kleineren werks von Sche- 
1er, oder der arbeiten von Hauschild, Busch und Weiss-Haas für 
französische etymologie, gedacht werden. Es^würde dann die von 
Schmitz mit recht angeregte frage zu erwägen gewesen sein, ob 
tiioht besser ein nach stammen geordnetes etymologisches Wörter- 



- V - 

baeh f&T die dentech«, franzSsische und engli&clie spräche zu- 
gteifeh zu yersnchen wäre. Allein bei der augenblicklichen läge 
der lAche, wo gerade anf dem englischen gebiete so unendlich 
▼iel noch imennittelt oder wenigstens unsicher war, die wirklich 
gewonnenen ergebnisse aber überall zerstreut erschienen, galt es 
tüir widitiger dem forscher und lehrer des englischen ein be- 
qiiemes hulfsmittel zu bieten, das ihm bei eigenen weitem Unter- 
suchungen sowohl als für den nächsten praktischen zweck bei 
dem unterrichte dienen konnte. Ich würde sagen, dass ich mir 
da« romanische Wörterbuch ron Diez zum muster genommen habe, 
wenn ich mit den selbständigen und bahnbrechenden forschungen 
dieses mannes meine geringen leistnngen auch nur im entfernte- 
sten vergleichen dürfte; dass ich ihm nacheifere wird mir vielleicht 
vergönnt sein durch eingehende Untersuchung schwieriger worter 
8]>ster zu beweisen. Genauer werde ich meinen zweck bei dem 
vorliegenden buche als denselben bezeichnen können, welcher 
Scheler bei seinem dictionnaire d*6tymologie fran9aise vorschwebte, 
nämlich die^ vereinzelten resultate mannigfacher Untersuchungen 
zu vereinigen und übersichtlich zusammenzusteUen. Ich bin da- 
bei bemüht gewesen, mit grösster besonnenheit zu verfahren, weil 
mir vorläufig mehr darauf anzukommen schien, unter dem reich- 
liidi gebotenen stoffe einsichtsvoll zu wählen, als zu vier, fönf 
anderen Cönjekturen eine sechste hinzuzufügen, deren begründung 
anverhiltnissmässig viel zeit und räum würde in anspruch ge- 
iftommen haben; ich wollte zunächst nur den grund sichern und 
ebenen, auf welchem anderen und mir selbst weiter zu bauen ge- 
stattet wäre. Von welchen grundanschauuugen ich in der be- 
httndlung der Wörter ausgegangen bin, wird sich dem unbefangenen 
«nd einsichtigen^ leser von selbst ergeben; am meisten habe ich 
gestrebt mich vor einseitigkeiten zu hüten, in folge deren aus 
einem momente, wie der onomatopöie, wo möglich alles erklärt 
werden, oder von der einzelnen spräche aus ohne volle berück- 
riehtigung der historischen Vermittlungen die grosse etjmologie 
betrieben, am englischen der Ursprung und die entwicklung aller 
spräche nachgewiesen werden soll. Dass selbst durch ein mehr 
negatives verhalten hier ein gewisses verdienst zu erwerben war, 
wird man werken gegenüber wie dem etymologieal dictionary von 
Wedgwood, oder dem buche von Voigtmann (Dr. Max MüUer's 
Bau-wan Theorie und der Ursprung der Sprache. Leipzig 1865.) 
schwerlich leugnen können, lieber einzelne hierhergehörige punkte 



— VI — 

habe ich mich ansfahrUoher als es an dieser stelle geschehen 
kann, in einer besonderen kleinen schrift (Zar englischen etymo- 
logie. Cöthen bei Paul Schettler 1865.) ausgesprochen; andere 
denke ich in einer „ge^ehichte der englischen etjrmologie'^ bei 
genauerer besprechung meiner rorgänger zu behandeln. 

Die einrichtung des buches selbst, hoffe ich, wird im ganzen 
den wünschen der kenner entsprechen. Mir lag daran, so weit 
es in der grossten kürze mögUch war, den näehsten ursprang 
der Wörter aufzudecken, den gang ihrer begriffs- und form- 
entwicklung anzudeuten und auf den Zusammenhang innerhalb 
der grossen indogermanischen sprachengruppe hinzuweisen. Ob 
dieses oder jenes wort aufgenommen, ein anderes ausgeschlossen 
zu werden verdiente, konnte im einzelnen falle zweifelhaft sein; 
der bequemlichkeit und nutzbarkeit des buchs wegen sind von 
den allgemein gebräuohHchen Wörtern eher zu viel als zu wenig 
zugelassen; aus demselben gründe habe ich auf die wichtigeren 
lexicalischen werke reichlich auch da verwiesen, wo die resultate 
derselben mir zweifelhaft oder geradezu falsch erschienen, der ge* 
sammelte stbff aber irgendwie beachtung verdiente. Eine Über- 
arbeitung meines buchs würde vielleicht mehr auf seltene und 
jetzt veraltete ausdrücke in den englischen klassikern, andrerseits 
auf eigenthümliche Wendungen und redensarten rücksicht zu neh- 
men haben, dagegen manche Verweisung auf die Wörterbücher 
entbehren und dafür besonders treffende belegsteilen aus den 
schrifbsteUern selbst bringen können. Für den ersten versuch 
bitte ich um nachsieht; auch insofern als trotz redlicher mühe 
in folge von mancherlei missgünstigen Verhältnissen verschiedene 
übelstände, Unebenheiten und versehen entstanden sind, die dem 
scharfen f^uge des beurtheilers nicht entgehen werden. Bei dem 
Schlüsse des zweiten bandes, der etwa binnen Jahresfrist erscheinen 
soll, wird es nicht an Veranlassung und soll es meinerseits nicht 
an gutem willen mangeln nachtrage , Verbesserungen und zusätze 
zu geben. Jede die sache fördernde beurtheilung und Zurecht- 
weisung wird mit dem grossten danke von mir entgegengenom- 
men werden. ^' 

Cöthen im april 1865. 

EDUARD MUELLER- 



QUELLEN UND ABKUERZUNGEN. 

A r c h. Archiv f&r das Studium der neueren sprachen und literaturen heraus- 
gegeben von Herrig. band 1 — 36. 
Be necke (Müller und Zarucke), mittelhochdeutsches Wörterbuch. 
B i n n. Binnart, biglotton aroplificatum sive dictionarium teutonico-latinum etc. 
1701. 

Boiate, dictionnaire universel. 1843. 

Bopp, vergleichende grammatik. 2te au^. 

Bosw. Bosworth, a compendious anglo-saxon and english dictionary. 1855. 

Boaterwek, Caedmbn; die vier evangelien in altnordhumbrischer spräche. 

Br. W. Versuch eines bremisch-niedersächsischen Wörterbuchs. 1—5. 1767. 
R. V. Reineke Vos, 

Chaxnbers*s£ncl. Encyclopaedia. vol. 1-6. 

Col. Coleridge, a glossanal index to the printed english literature of the 
13 th. Century. 1859. 

CotG[r. Cotgrave, french-english dictionary. 1650. 

Die?. Diefenbach. vergleichendes Wörterbuch der gothischen spräche. 1851. 
Or. Eur. Origines £uropaeae. 1861. 

r>iez, etymologisches Wörterbuch der romanischen sprachen. 1853. Anh. 
kritischer anhang zum etymologischen wörterbuche. 1859. I. U. 
zweite ausgäbe des etymologischen Wörterbuchs. 1861. R. Gr. ro- 
manische grammatik. 

Dac. Ducange, glossarium ad scriptores mediae et infimae latinitatis. 1710. 

Dues. dictionarium- gallico-germamco-latinum. 1664. 

Etm. Ettmüller, lexicon-anglo-saxonicum. 1851. 

Fiedler, wissenschaftliche grammatik der englischen spräche, band 1. 1850: 
band 2. (von Sachs) 1861. 

Frisch, teutsch-lateiniscbes Wörterbuch. 1741; uouveau dictionnaire des pas- 
sagers. 1746. 

Germania, vierteljahrsschrift von Pfeiffer, band 1 — 9. 

GesentuB, de lingua Chauceri. 1847. 

Graff, althochdeutscher Sprachschatz. 

Grein, glossar zur bibliothek der angelsächsischen poesie. 

Grieb, englisch-deutsches Wörterbuch. 1842. 

Grimm: der blosse name deutet auf das Wörterbuch: A. E. Andreas und 
Elene; 6r. grammatik: G. d. d. S. geschichte der deutschen spräche; 
Myth. mythologie: R.A. rechtsalterthümer; Kl. S. kleinere scnriften. 

Hai. Halliwell, dictionary of archaisms and provincialisms. 1847. 

Haupt, Zeitschrift für deutsches alterthum. band 1—12. 

Heyne, Beovulf. 1863. 

Heyse, fremdwörterbuch, 12te ausg. von Mahn. 1859. 

Jamieson, etymological dictionary of the scottish language; Supplement. 
1808. 1825. 

Johnson, dictionary of the english language. 1828. 

Kehre in, onomatisches Wörterbuch. 1862. 

Koch, historische grammatik der englischen spräche, band 1. 1863. 

Leibnitz, collectanea etymologica. 1717. 

Leo, sprachproben. 1838; rectitudines singularum personaruro. 1842. 

Lucas, englisch-deutsches Wörterbuch. 1856. 

Mahn, etymologische Untersuchungen auf dem gebiete der romanischen spra- 
chen. 1855 ff. 

Mätzner, englische grammatik. 1. !^. Fr. Gr. französische grammatik. 

Müller, Vorlesungen Aber düe Wissenschaft der spräche, deutsch von Böttger. 
1863. 



Pott, etymologische forschungen auf dem gebiete der Indo-germaniBchen spra- 
chen; Personennamen. 

Pr.-Pm. Promptorium Panrulorum, by Way. 

Rapp, grundnss der grammatik des indoeuropäischen sprachstamms. 1852. 
die No. deutet auf das wurzelverzeichniss im 2ten bände. 

Richardson, a new dictionary of the english language, combining explana- 
tion with etymolog)'. 

Rieeer, alt- und angelsächsisches lesebuch. 1861. 

Sanders, Wörterbuch der deutschen spräche. 1860 ff. 

Sc hei er, dictionnaire d*^tymologie fran^aise. 1862. Ausz. kurzgefasstes ety- 
mologisches Wörterbuch der französischen spräche. 1865. 

Schleicher, compendium der vergleichenden grammatik der indogermani- 
schen sprachen. 1861. - 

Schmid, die geaetase der angelsachsen. 1858. 

Schmitz, englische grammatik; encyclopädie nebst Supplementen. 1859 ff. 

Schwenck, Wörterbuch der deutschen spräche. 1855. 

Skinner, etvmologicon linguae anglicanae. 

Smart, Walker*s pronouncing dictionary of the english language. 1857. 

Trench, a select glossary of english words. 1859. E. English, past and 
present; on the study of words. 

Wackernagel, Wörterbuch zum deutschen lesebuche. Umd. die umdeut- 
schung fremder Wörter. 1863. 

Wedgwood, a dictionary of english etymology. 1859. 1862. 

We^gand, Schmitthenner*s kurzes deutsches Wörterbuch, 3te aufl. 1853 ff. 

Worcester, dictionary of the english) language. 1859. 



I. angelsächsisch, 
ahd. althochdeutsch, 
altengl. alt^nglisch. 
altfr. altfranzösisch, 
altfrs. altfriesisch, 
altn. altnordisch, 
altpg. altportugiesisch, 
alts. altsächsisch, 
altsp. aits^anisch. 
arab. arabisch, 
armor. armorikanisch. 
bask. baskisch, 
bret. bretonisch, 
bürg, burgundisch. 
dän. dänisch, 
engl, englisch, 
fr. französisch, 
frs. friesisch, 
gadhl. gadhelisch. 
gael. gaelisch. 
gascon. gasconisch. 
goth. gothisch. 



gr. gritehisch. 

Sehr, hebräisch. 
I ir. irisch. 
I isl. isländisch. 

it. italiäniscb. 

kelt. keltisch. 

kymr. kymrisch. 
i lat. latem. 

lett. lettisch. 

litth. litthauisch. 

mgr. mittelsriechisch. 

mhd. mittelhochdeutsch. 

mlat. mittellatein. , 

mndl. mittelniederländisch 

ndd. niederdeutsch. 

ndl. niederländisch. 

nfr. neufranzösisch. 

nhd. neuhochdeutsch. 

nndl. neuniederländisch. 

nordhbr. nordhumbrisch. 

norm, normannisch. 



npg. neuportugiesisch, 
npr. neuproTenzalisch. 
nsp. neospanisch. 
occit. occitanisch. 
osk. oskisch. 
pers. persisch, 
pg. portug^iesisch. 
poln. polnisch, 
pr. provenzaüsch. 
rom. romanisch, 
russ. russisch. 
*8chott. schottisch, 
scbwd. schwedisch, 
schwz. schweizerisch 
skr. Sanskrit. 
^Blav. slavisch. 
sp. spanisch, 
syr. syrisch. 
▼en. Tenezianisch. 
wal. walachisch. 
wall, wallonisch. 



ETYMOLOGISCHES WÖRTERBUCH 



DER 



ENGLISCHEN SPRACHE. 



ERSTER TREIL. 



A. 

A. 1. ein; der unbeatimmte artikel in der aus an verkürzten 
form ; ags. an, ulteugl. an, on, a, o u. a. w. Mätzner 1^ 307. S. 
das ursprünglich damit identische zahlwort one und an. 1. 

A. 2. — wie die Wörterbücher genügend angeben , aus ver- 
schiedenen Wörtern verkürzt und entstellt; als präfix bereits im 
ags. ä theils dem goth. us (ur-r), ahd. ur, ar, er, ir, theils einem 
an, on oder of, äf entsprechend; vgl. Mätzner 1, 484. Etm. 
50 fP; in Wörtern von ursprüngUch griechischer abstammung na- 
türlich auch a privativum u. s. w. Vgl. z. b. arise, about, 
adown; amnesty u. s. *w. 

Ab a cot doppelkrone; mlat. abacot. Ducange: „pileus augu- 
stalis regum Anglorum, duabus coronis insignitus. Vide Chron. 
an. 1463. Edw. IV. p. 666. col. 2. hb. 27. Ita Spehnan.*' fr. abaco, 
abacot. Boiste: „couronnement du chapiteau d'une colonne; or- 
nement de tete des rois d'Angleterre." fr. abaque, it. abaco vom 
lat. abacus, gr. aßa^ tisch, platte. Jedenfalls nach der ähnUch- 
keit der gestalt, welche die alte englische königskrone mit dem 
architektonischen abacus zeigte; vgl. mitre. Dasselbe wort kommt 
in unverändert lat. form abacus mit der bedeutung rechentisch 
vor; femer vermittelt durch das fr. abaque in der form äback, 
in der es dann bis auf den ton mit a b ä c k rückwärts = a-back, 
ags. on bäc zusammentriffl;. 

Abaft (baft) nach hinten; von dem ags. bäffcan hinter, nach, 
ohne; zu bäfta rücken aus be-äffcan. Mätzner 1, 394; Etm. 39. 
vgl. wegen des stammes after; frühzeitig sowie jetzt nur noch 
als Schifferausdruck vorkommend. Chaucer: „every man shewid 
his connyng tofore the ship and baft." Wedgwood 1, 1. 

Abaisance Verbeugung; in dieser form zunächst auf das fr. 
abaisser (zu bas, it. basso, lat. bassus. Diez 47 ; L, 56) zurück- 
zuführen, welches engl, als abäse erscheint; es vermischt sich 
aber nach form und bedeutung leicht und vielfach mit obeisance, 
fr. obeissance gehorsam; (zu fr. obeir, lat. obedire). 



"N 



Abaudon (ab and) autgeben; fr. abandonuer, abandon von 
der altfr. redensart ä bandon in gewalt, nach belieben (altengl. 
at abandon, abandonly) zu dem fr. bau, nilat. bannuni, aus ahd. 
pannan. Diez 42; I, 50; Dief. 1, 299; Wedgwood 1, 1 fif. vgl. 
ban, band. 

Abarcy Unersättlichkeit. Hai. 1, 3. abarstick insatiable- 
ness. This word is found in Cockeram, Skinner and most of the 
later dictionaries: Duc. abarcenum (abartenum) = inhonestum. 

Abare aufdecken; ags. äbarian entblössen (zu dem engl, 
bare, nhd. baar); davon auch abarnare in der rechts- 
sprache dem richter entdecken, mlat. abarnare; vgl. Schmid 
Ges. d. A. 523. 

Abäse niederlassen, erniedrigen ; fr. abaisser ; vgl. ab ai s an c e. 

Abash beschämen; man möchte das wort mit bash und 
bashful ebenfalls zu fr. abaisser ziehen, sodass abäse und 
abash nur Spaltung eines und desselben wortes wären und 
jedenfalls zeigen die altengl. formen abäse (bei Maundeville und 
Chaucer abayst betreten, verlegen; vgl. Arch. 27, 420.) anlehnung 
an und Übergang in das roman. wort; gleichwohl verdient die 
ableitung andrer wie Dief. 1, 281, Mätzner 1, 136 von dem 
niederdeutschen basen, verbasen beachtung; Br. W. 1, 1. 59. 
basen thörichte einfalle haben; verbasen verirren; verbaast be- 
stürzt, erstaunt; vgl. Grimm 1, 1148. 

Abate niederreissen , abnehmen; fr. abattre; lat. batuere. 
Diez 49; I, 58. vgl. bäte. 1. 

Abawed erstaunt (bei Chaucer); es bieten sich zur erklä- 
rung die zwei fr. von Diez 38. 011; I, 46; II, 270 auseinander- 
gehaltenen Wörter ebahi (was auf badare und den naturausdruck 
des Staunens bah hinzuweisen scheint) und ^baubi, altfr. baube = 
lat. balbus stammelnd; vgl. Scheler 101. 

Ab (abb) the yam of a weawers warp; ags. ab, ob aus äveb, 
oveb == anveb, onveb. Etm. 68. vgl. nhd. anwehen, nach Grimm 
1, 515 auch wohl gleich ordiri telam. 

Ab bot abt; ags. abbod (über das t fiir d vgl. Mätzner 
1, 129) fr. abbe, altfr. abbet, pr. abbat, aus "lat. abbas, abbatis. 
Das lat. wort kam in die kirchensprache aus dem syr. abbä 
vater; Marc. 14, 36; davon dann die abgeleiteten abbatissa, 
abbatia; die Wörter gingen in die meisten neuem sprachen über; 
vgl. nur engl, abbess, abbey, ir. abbesse, abbaye, nhd. abt, äbtissin, 
abtei, it. abate u. s. w. ; vgl. Wedgwood 1, 5. 



— s — 

% 

Abbreuvoir tränke, kittspalte ; fr. abreiivoir von abreuver, dies 

aus abeurer (abevrer) zu fr. boire, it. bevere, lat. bibere trinken. 

Abear betragen: leiden; ags. äberan; s. bear 1. 

Äbeched gesättigt; vom altfr. abecher, nfr. abequer in den 

Schnabel geben, ätzen zu fr. bec schnabel (gael. beic, bret. bek) 

Diez 50; I, 60. s. beak. 

AbeJe (abel, abel-tree) die weisse pappel; nicht mit Wedg- 
wood zu dem slav. bialo weiss zu stellen, sondern auf das fr. 
aubel, aubrelle, unser nhd. albele, alber, mhd. alber, ahd, albari 
= pappel und weiter wahrscheinlich nicht auf lat. alba = der 
weisse (bäum), sondern vielmehr auf arbor, it. albero, altfr. albel 
zurückzuführen; vgl. Grimm 1, 22. Weigand 1, 24. üiez 381 ; 
IL 4 und Anh. 10. 

Ab et unterstützen, anstiften — kaum unmittelbar von dem 
ags. betan, ndd. boeten feuer anmachen Br. W. 1 , 120 sondern 
zunächst romanisch, wenn auch weiter hinauf einem germanischen 
stamme entsprungen ( vgl. b a i t ) und vielleicht in den • begrifl' 
von betan ausweichend; mlat. abettum anstiftung, altfr. pr. abet 
trug, list ; pr. abetar, altfr. abeter hintergehen, zum besten haben, 
norm, abet köder, abeter ködern; vgl. Diez 507; II, 210; Wegd- 
wood 1, 5. 

Abeyance an wartschaft; s. unter aby. 
Abi de bleiben, warten; ags. äbidan erwarten ; vgl. bide. 
Abigail kammermädchen u. s. w. eigentlich hebräischer 
eigenname — haupt des reigens, tänzerin — ; Heyse 4. 

Able fähig; fr. habile, it. abile, pr. abilh von dem lat. 
habilis geschickt, passend; dazu dann ability u. s. w. ; wohl 
aus dein engl, able, mndd. abel erst entlehnt ist kymr. abl = 
powerful, able, sufiicient; Dief. 1, 2. 

Ablet (ablen) weissfisch; fr. ablette, able, mlat. abula von 
albulus zu albus weiss, euphonisch für alble (wie faible, foible, 
engl, feeble für floible, lat. flebilis) nhd. albe imd albel; Wei- 
gand 1, 24; Scheler 2. 

Abo de. 1. voraussagen; vgl. bode. 
Abo de. 2. aufenthalt — zu abide und bide. 
Ab out um; cvgs- äbütan aus ä-be-ütan neben dem nur ein- 
mal zusammengesetzeu bütan; altengl. und mundartlich noch 
abouten; Mätzner 1, 403 und vgl. but, sowie out. 

Above über; ags. bufan = be-ufan mit vorgetretenem ä = 
on; vgl. nhd. hoben ürimm 2, 198 von hoben thal, eigentlich 
ndd. baven Br. W. 1, 02. ndl. boven; vgl. up. 



Abraid erwachen, erwecken (veraltet); ags. äbregdan her- 
ausziehen — (auch abray vgl. bray mischt seine formen damit) 
noch bei Chaucer von dem herausziehen des Schwertes. 

Abridge abkürzen; altengl. abrege; von dem fr. abreger 
aus dem lat. abbreviare, welches daneben unmittelbarer in abbre- 
viate und seinen ableitimgen erscheint. 

Abrrfad weit, draussen; von dem ags. ä und bräd breit; vgl. 
broad; doch trennt davon Grimm Gr. 3, 155 abroad draussen 
als das altengL abrood aus altn. a braut vom wege, weg von. 
Mätzner 1, 396. 

Abut angrenzen; fr. aboutir zu bout; vgl. butt. 

Aby ertragen, büssen u. s. w.; zu trennen ist aby == abie, 
abide und aby für abuy erkaufen ; Mätzner 1, 484 ; demnach siehe 
abide^ bide und buy;' die Wörter verschwammen aber inein- 
ander und zugleich fand bei der begriflfsentwickelung — büssen 
(erkaufen), leiden, aushalten, bleiben, warten — auch anlehnung 
an das fr. bayer, nfr. beer, baer den mund aufsperren, warten 
statt, woraus abeyance anwartschaft (mlat. abbeyantia v. Du- 
cange) sich entwickelte; vgl. WedgwooÜ 1, 7 — 12. 

Abyss (abism, abysm, abime) abgnind; it. abisso, pr. 
abisme, fr. abime von dem lat. gr. abyssus — lißvaang — ; über die 
theilweise schwierigen romanischen formen vgl. Diez 3; I, 3; Arch. 
25, 387; 31, 140; — man nimmt zur erklärung eine mlat. su- 
perlativform abissimus an. 

Accoil sich herandrängen; altfr. accoillir, nfr. accueillir 
sammeln, aufnehmen; vom lat. ad-colligere zusammenlesen. 

Accomplice mitschuldige; fr. complice, it. sp. compHce 
vom lat. complex-icis verwickelt ; altengl. noch das einfache com- 
plice sowie accompUce theilhaber hn guten sinne bei Shakspeare. 

Accomplish vollenden u. s. w. von dem fr. accomplir 
(accompliss — ) und dies vom lat. ad-complere erfiillen; über die 
bildung dieser ableitungen vgl. Mätzner 1, 4(55 und Franz. 
Gramm. 203. 

Accord einklang u. s. w. fr. accord, accorder, mlat. accordare 
eigentl. die herzen (lat. corda) zusammen, in einklang bringen, 
also nicht von chorda saite. Diez 5; I, 6; Scheler 4. 

Accost antreten, anreden; fr. accoster von dem lat. costa 
ribbe (fr. cote ribbe, küste; cote seite) vgl. coast. 

Accouter (ac coutr e, a c c ou rt) ausrüsten ; fr. accoutrer, pr. 
acostar; das romanische wort wird bei Diez 118; I, 14.9 von 



eontare, it. costnra nath und so a,u8 lat. consuere, it. cucire, fr. 
cx)adre, abgeleitet ; andere dagegen führen es auf coustre, cöutre, 
lat. custo8, nhd. küster (sacristain eharge de la toilette de la Vierge 
et de rarrangement du mobilier d'une eglise) zurück, oder auf 
lat. cultura in dem sinne von cultus schmuck, anzug. Scheler 5. 
Accrue wachsen; vom fr. accni, accrue zu accroitre aus 
dem lat. accrescere heranwachsen. 

Ace as; vom fr. as, lat. as, welches die einheit bezeichnete; 
vielfach aufgenommen wie isl. as, dän. es, ahd. mhd. esse, 
nhd. as. 

Achat; achator vorrath; käufer, lieferant; von dem ^. 
achat, acheteur — acheter, mlat. accapitare = adcaptare eigentl. 
zu-, annehmen, erwerben. Diez 4; I, 5; altfr. achater^ acater. 
Ache (ake) schmerz ; von dem ags. ace, ece, äce schmerz, 
acan schmerzen, ndd. aken, aeken Br. W. 1, 9, altengl. aken noch 
als starkes zeitwort wie im ags. mit dem präteritum bke. Mätz- 
ner 1, 358; über weitere Verwandtschaft vgl. üief. 1, 5 und 2, 
724 sowie ail. 

Achieve ausführen, vollenden; fr. achever, sp. pg. pr. 
acabar zu ende führen ; zu lat. caput köpf — anfang — dann aber 
auch ende, fr. chef; vgl. chief, chevisance; altengl. und 
mundartl. noch das einfache cheve zum ziele konmien; mlat. 
cbeviare, altfr. chevir, venir a chief. Hai. 1, 245; Arch. 27, 421. 
Acker pflanzenerde, feld; ags. acer, äcer, nhd. acker ent- 
sprechend dem lat. ager; ebendaher acre, fr. acre, mlat. acra in 
der bedeutung eines flächenmasses. — gr. dygog, lat. ager, goth. 
akrs, aJts. accar, ndl. acker, altn, akr, schwed. äker, dän. ager; 
vgl. Grimm 1 , 172. Dief. 1 , 32. Trench E. 193. (god's acre). 
Acorn eichel; ags. äc-ceni, äc-corn neben äcern, aeceren; 
altn. akam, dän. agem, goth. akran frucht, ndl. aker, nhd. acke- 
ran, eck^ u. s. w.; es scheint, als sei das allgemeine akran 
frucht frühzeitig auf die besondere frucht des eichbaumes ange- 
wendet und dabei assimilation an sie, engl, oak, nhd. eiche sowie 
an corn eingetreten; vgl. Grimm 1, 173. 3, 24. 79. Dief. 1, 31. 
Mätzner 1, 431. Grimm Gr. 2, 337. 3, 375. 377. 

Acquaint bekannt machen; vom altfr. accointer, mlat. 
adcognitare zu lat. cognitus, cognoscere; Diez 110; I, 138; 
Scheler 4. 

Acquit entledigen u. s. w. fr. acquitter zu fr. quitte vom lat. 
quietus ruhig; siehe quit, quite, quiet und coy. Diez 98; 1,124. 



— 8 — 

A c 1 n panzerrock — auch hacqueton; vom altfr . auqueton , 
ixfr. hoquetoii, pr. alcoto, mndl. acottoen, sp. algodon uud alcoton 
9US dem arab. al-qoHon baumwolle; das wort bekam im rom. 
den begrifi* watte, dann wattirtes wams, panzerrock u. s. w. 
Diez 115; I, 144; vgl. cotton. 

Adaw 1. aufwachen; mit dawn zu ags. dagiau; vgl. day. 

Adaw 2. erschrecken, bezvnngen — nach Wedgwood 1, 21 
von dem fr. adoucir — ; eher möchte es ursprünglich ad-awe, 
also eine Zwitterbildung wie ad-doom, sein von a w e , ' das selbst 
auf das oben angefahrte abawed eingewirkt haben könnte. 

Adder natter; altengl. edder neben nedder; ags. näddra, 
nedder, nedr, nSdre neben aedr, aettor (wie es scheint, trat hier 
eine annäherung an das ursprünglich kaum verwandte ätor gift, 
nhd. eiter ein) ; goth. nadrs, altn. nadr, nadra ; alts. nadere, nadra, 
ahd. natara, mhd. natere; nhd. natter neben atter und otter u. 
s. w. Grimm 1, 595. Mätzner 1, 157. 172. und weiter Dief. 2, 93 
bis lat. natrix. Das n scheint also weniger in folge einer ver- 
kennung des mit dem unbestimmten artikel versehenen haupt- 
worts (an adder för a nadder) als nach einem auch sonst ver- 
breiteten Wechsel der formen abgefallen zu sein. 

Addice, adz, 'adze handbeil; von dem ags. adese axt 

— etwa zu dem lat. acies gehörig? 

A d d 1 e ; das wort , in seihen verschiedenen bedeutungen be- 
darf noch sehr der etymologischen aufklärung. Man kann etwa 
unterscheiden 1 , verdienen; 2, eiterndes geschwür, faul, eitel, 
leer; 3, Weinstein; man vgl. ags. adela = mist Grimm 1, 177. 
engl, addle-pool mistgrube — femer die ndd. ausdrücke Br. W. 
1, 10. 292. 5, 324. aal, adel, eddel; adel-pool mist, mistpfütze 

— sowie vielleicht das ags. ädl krankheit (^del faul, engl, idle; 
hierher?) 

Addoubed, addubbed ausgerüstet, (zum ritter) geschlagen ; 
von dem altfr. adouber, adduber, it. addobbare, sp. adobar, mlat. 
adobare; das rom. wort nach Diez 5; I, 6 vom ags. dubban, 
altn. dubba einen streich geben (wallon. in Namur dauber schla- 
gen) zuerst vom ritterschlage gebraucht; ags. dubban to riddere 
zum- ritter schlagen , fr. adduber ä Chevalier ; demnächst bezeich- 
nete es die mit der feierlichkeit verbundene ausrüstung. Doch 
möchte Scheler 6 wenigstens die bedeutung ausrüsten, herstellen 
lieber auf einen andern german. stanmi duba, nhd. daube zu- 
rückführen. 



Address richten; geschick u. s. w. fr. adresser, adresse 
mit dem engl. fr. adroit geschickt aus dem lat. directus und dem 
daTom abzuleitenden directiare, rom. dirizzare, drizzare. Diez 
292 ; I, 352 ; Scheler 6. 

Adeling prinz, königssohn; ags. ädeling, altn. ödüngr, 
ahd. edilinc, mhd. edeUnc, nhd. edeling; Grimm 3, 28. von dem 
ag». ädelo, nhd. adel u. s. w. Grimm 1, 176. 

Adept erfahren; von dem lat. adeptus (adipisci) einer, der 
erlangt hat; „one completely skilled in the secrets of his art, a 
name at first assumed by the professors of alcbymy.^' 

Adieu lebewohl; fr. adieu — elliptisch aus dem altfr. ä 
diea soyez, ä dien allez, pr. a dieu siatz; vgl. it. addio, nhd. 
gott hefohlen. 

Adjourn vertagen; fr. ajourner zu dem fr. jour tag, ans 
lat. diumus taglang, mlat. jomus; vgl. journey; sojourn. 

Admiral admiral; fr. admiral^ it. sp. pg. almirante u. s. w. 
Diez 13; I, 16, aus dem arab. amir-ul-mä befehlshaber des 
Wassers oder amir ul ba'hr befehlshaber des meeres oder auf dem 
meere, mit auslassung des letzten wortes; vgl. Wedgwood 1, 23. 

Ado treiben, lärmen — von dp mit dem präfix a, also 
etwa wie im nhd. gethue mund^rtl. vorkömmt fiir treiben, ge- 
treibe u. s. w. 

A dv anc e, ad vant age vorrücken, vortheil; aus dem fr. avancer, 
avaniage (zu avant von dem lat. ab ante von vom) missverstandene 
formen, insofern die präposition ad hineingelegt ist, die sonst 
dem fr.- a entspricht; vgl. Scheler 9. 23. 

Adventure abenteuer, gefahr; fr. aventure, it. awentura, 
sp. pg. pr. aventura (nhd. angelehnt abenteuer, mhcjl. aventiure, 
schwd. aefrrentyr, altengl. aunter) zu fr. avenir, lat. advenire 
ankommen, dann begegnen; vgl. wegen der begriffsentvricklung 
arrive; für das deutsche wort Grimm 1, 27. 

Advice, advise rath, melden; fr. avis, aUs lat. visum das 
gesehene, videre sehen ; it. fu viso a me = lat. visum mihi fiiit — 
it. awiso, pr. fr. avis gutachten, meinung, nachricht; zeitwort 
awisare u. s. w. Diez 374; I, 443. 

Advontress, advoutry ehebrecherin, ehebruch ; von dem 
altfr. avoutre, lat. adulter, was pr. avultre neben aultre ward, 
»odass znerst das d ausgefallen, dann wegen des hiatus das v 
eingeschoben wurde; vgl. Diez Rom. Gr. 1, 164; im engl, wurde 
darauf, wie so ofl, das ursprüngliche lat. d wieder angenommen. 



/ 



\ 



— 10 — 

doch kommen daneben die formen avouier, avowtry vor; altengl. 
avowtrie; Arch. 27, 420. 

Advow, avow ofifen erklären ; fr. avouer , pr. avoar, ^ lat. 
Votum (ad- votare) ; hierher advowson, altfr. advoison, advoesoii; 
vgl. vow; im roman. und demnach auch im engl, lag indessen 
hier eine Vermischung mit dem andern lat. stamme advocare (fr. 
avocat, engl, advocate) sehr nahe; vgl. Scheler 24. Wedg- 
V wood 1, 25 flf. 

Aerie (eyry) hörst; fr. aire; dies ist in seiner einen 
bedeutung „ebener platz^* jedenfalls das lat. area (danach auch 
engl, area), vielleicht dasselbe ursprünglich in dem anderen 
sinne „adlemest," wobei Scheler an das nhd. aar denken möchte ; 
schwerlich hat es mit engl, egg, nhd. ei etwas zu thun; vgl. 
Diez I, 7. 

A f e a r d in furcht ; erklärt sich leicht aus dem einfachen 
fear und so eine menge ähnlicher Zusammensetzungen mit a 
wie afar u. s. w. 

Affear, affere bestimmen (eine taxe); altfr. afeurer von 
feur gesetz, taxe;- aus dem lat. forum markt, gerichtsplatz u. 
8. w. vgh afforage. 

Affile glätten, polieren; fr. affiler zu fil, lat. filum faden; 
^gl. file. Scheler 135, 7. 

Afforage umgeld, ohmgeld; fr. afforage, mlat. afforagium 
aus lat. ad forum, adforaticum = droit de fixer le prix des .den- 
rees, surtout du vin, du vieux verbe afforer, affeuter == mettre 
le prix aux denrees; vgl. affear. 

Afford liefern — gewiss nicljt vom lat. apportare noch 
von afferre — wahrscheinlich nach Mätzner 1, 178 und Wedg- 
wood 1, 27 für affore (= to -make effective Hai. 1, 20.) mit 
angetretenem d zu lat. forum, fr. afforer, afeurer; vgL affear; 
vielleicht mit einer gewissen anlehnung an das ags. fordian fordern. 

Affray erschrecken; vom fr. effrayer zu lat. frigere; Diez 
634; 8. fray; nach Wedgwood 1, 28 ff. vielmehr zu lat. frangere, 
fragor; aber vgl. Diez U, 299; Anh. 16; sowie Dief. 1, 397. 

Affy, affiance verloben, anvertrauen u. s. w. vom fr. fier, 
fiancer, it. afiidare, fidenzare zu lat. fides treue, fidere trauen; 
fidentia; it. fidanza, sp. fianza, pr. fizansa, fieusa; Scheler 134. 
vgl. confidence. 

Aft, after hinter, nach; ags. äft, äfter hinten, hinter; zu 
goth. afar, afta, alts. eft; wiederum, nachher, altfrs. efke, eft; 



— 11 — 

altengl. eft; altfirs. after, efter, alts. aftar, afber; altii. aptr, aftr, 
5chwd. dim. efter, ahd. aftar, nhd. after als präfix und als haupt- 
wort. Dief. 1, 84. Grimm 1, 185. 

Agate. 1. achat; fr. agate von dem gr. lat. äxariß^ achates 
von dem flusse Achates in Sicilien, an dessen ufern der stein 
nach Plin. 37» 54 zuerst gefrinden wurde; nicht zu verwechseln 
mit gagate, gs^gi J6t. 

Agate. 2. auf dem wege; entspringt aus dem altn. gata 
pfad; vgl. gate. 

Again, against wieder, wider; vom ags. ongegn, ongen, 
agen gegen, neben einfachem gägn, gen und to gegnes, to genes ; 
das t am Schlüsse ist erst in der neueren spräche angefugt, wie 
in amongst, amidst und interest; Mätzner 1 «178; so dass 
auch die jetzige treniiung des adverbs und der präposition erst 
später eintritt; altengl. agen, againes u. s. w. Mätzner 1, 404; 
über die weitere Verwandtschaft in den germanischen sprachen 
alts. te gegnes, altfrs. tojenst, altn. gegn, gagn, igegn imd im 
dat. plur. gegnum durch, scRwd. genom, igenom, dän. igiennem, 
ahd. kagan, inkagan, mhd. gegen, gen, nhd. gegen, gen, ent- 
gegen u. s. w. vgl. Grimm Gr. 3, 260; s. gain. 2. 

Age alter; fr. age, altfr. edage, eage, aage u. s. w. gleich- 
sam von einem lat. aetaticum zu aetas Zeitalter Diez 551; II, 
195; M. Müller Vorl. über die Wissenschaft der Sprache p. 247: 
„seltsamer weise ist nur das suffix stehen geblieben, der stamm 
ed, freiUch im lat. nicht eiimial ein stamm (aetas aus aevitas) 
ist verschwunden." 

Aghast entsetzt; obwohl jetzt oflFenbar in Verbindung mit 
ghost gesetzt, könnte es doch, wie Wedgwood 1, 30 ff. ausein- 
ander setzt, aus agazed entstanden, dann aber zu gaze zu ziehen 
sein; vgl. Hai. 1, 20; altengl. agasten erschrecken; Chaucer, 
Shaksp. gast. 

Agio aufgeld; fr. agio — it. aggio — scheideform von dem 
it. agio, fr. aise gemüthlichkeit ; s. ease Diez 7; I, 10; 
Arch. 31, 153. 

Agist, agistiftent einfehmen ; mlat. agistare ( Ducange) zu fr. 
gite == giste, gesir liegen vom lat. jacere, fr. giter übernachten ; 
vgl. gißt. Wedgwood 1, 31. 

Aglet, aiglet stift, senkel; fr. aiguillette verkleinert aus 
aiguille nadel und dies selbst vom lat. acus nadel (acicula, acu- 
cula, mlat. acucla. Bcheler 9.) 



— 12 — . 

Agnail uagelgeschwür ; ags. angnägele, frs. ongneil, ogneil, 
ahd. ungnagel, nhd. mundartl. anneglen, einnegeln nach Grinini 
6r. P, 416 zu mhd. uiic, uhd. unke, lat. aiiguis schlänge — 
wunn im finger — und erst angelehnt an n a i 1 , nhd. nagel ; 
vgl. Dief. 2, 93. 

Ago seit, vor — eigtl. vergangen — die abgekürzte form 
des participiums a - gone von g o , ags. ä - gangau i ä - gän 
vorbeigehen; alteugl. agone, agon^ igon; vgl. go und Mätzner 
1, 407. . 

Agog lüstern -r au gog eifer, hast und vgl. dazu die fr. 
gogo (vivre a gogo lustig leben) gogues, goguenard u. s. w. 
Diez 646; H, 315. Scheler 159. 

Agree übereinstimmen, wilfahren; fr. agreer zu gre aus 
lat. grattim angenehmes, geföUigkeit, it. grado; vgl. gree; hierzu 
agreeable angenehm; fr. agreable, sp. pg. agradable, it. agra- 
devole; Diez 180; 1,222. 

Agriot Weichselkirsche; fr. la griotte, aber auch Tagriote, 
ragruotte, mlat. agriota ; gewiss ist »dies letztere die ursprüngliche 
form, aus der man, die erste silbe als weibHchen artikel miss ver- 
stehend la griotte machte (wie la Pouille für l'Apouille, lat. 
Apulia) ; agriote aber ist wohl kaum mit Scheler 164 auf gr. 
äyQu^y äyQiukrfi sondern vielmehr auf lat. acer, fr. aigre (vgl. 
eager) sauer zurückzuföhren, gleichsam Säuerling. 

Agrise fürchten; ags. ägrisan förchten; vgl. grisly und 
grizzle. 

Ague fieber; mlat. acuta (sc. febris) acutes, hitziges fieber; 
rom. fi^vre aigue, febre aguda, also von dem lat. acutus spitzig, 
scharf. 

Aid helfen ; fr. aider — aide (ältere rom. formen ajude, ajue, 
ai'ue, aüe u. s. w.) vom lat. adjutum, adjutare, adjuvare; Diez 
8; I, 11. 

Aigret; s. egret. 

Ail schmerz, schmerzen; ags. egljan, eglan, elan schmerzen; 
zu goth. us-aglian schänden, misshandeln; vgl. ndd. echehi, 
öcheln Br. W. 1, 285 und Dief. 1, 5, 34; 2, 724, tvo es auch mit 
ags. acan, acian == engl, ake, acke zusammengestellt wird. 

Ail 8 bärte am weizen; ags. egl spitze, egla ähre; ahd. ahil, 
nhd. achel, ndd. ailen Grimm 1, 162. Br. W. 5, 324; vgl. auch 
Dief. 1, 8; goth. ahs ähre, sowie anes, awn, ear. 2. 



— 13 — 

Alm zielen, ziel; vom altfr. eHmer, pr. esmar, altsp. altpg. 
aisniar ans lat. aestimare schätzen ; ebendaher das mhd. änien, 
aemen zielen; Diez 133; I, 165; also ursprünglich dasselbe mit 
fr, estimer, engl, estimate. 

Air Inft, sangweise, miene u, s. w. fr. air, pr. aer, air, aire, 
it. aria (aere) sp. . aire, pg. ar; das rom. wort ist gewiss in 
einigen seiner zahlreichen bedeutungen, kaum in allen das lat. 
aer luft; vgl. Diez 25. Anh. 13. Arch. 25, 390; 31, 141; Scheler 
9; and verschiedene vermuthungen (lat. ager, atrimn) bei Diez 
L 7 ff. 

Aisle, aile Seitenschiff einer kirche; von dem altfr. aisle, 
nfr. aile, lat. ala flügel; vgl. über das auffallend eingedrungene 
s Diez Rom. Gr. 1, 267. 

Ait Werder, inselchen; die nebenformen eyght, ey«t 
weisen auf das ags. iggad, igod insel hin ; vgl. i s 1 a n d. 

Ajar halbauf — in diesem sinne kaum das einfache jar, 
was man vgl. — nach Wedgwood 33 = onchar d. i. on the 
tum zum ags. ceorran kehren; man vgl. schwz. achar, ndl. aen 
karre, akerre; mundartl. deutsch ankerren eine thür, sie nicht 
ganz schliessen. 

Akimbo; s. unter dem einfachen kimbo. 

Alamodalitj Übereinstimmung mit der hellsehenden mode 
— interessante bildung von dem fr. ä la mode (lat. modus; vgl. 
mood) nach der mode. 

Alarm waffenruf, lärm; fr. alarme, it. allarme = all' arme 
zu den waffen (lat. arma) vgl. einerseits das mhd. wäfen, andrer- 
seits die nebenformen alärum, larum sowie nhd*. allarm, lärm. 
Mätzner 1, 170. Hai. s. v. larum. Weigand 1, 24; 2, 12. 

AI ^8 ach, o weh; vom fr. helas — he las; das he entspricht, 
da h ein stummes zeichen ist, eher dem lat. klagelaute ai (gr. 
Ol) als dem deutschen ha oder hei; pr. ai las, altfr. hai las, 
halas, alas, it. ahi lasso, femin. ahi lassa, von dem lat. lassus, fr. 
las müde, elend, unglücklich; Diez 201; I, 246; volksthüinlich 
entstellt in alack, wovon dann alack a day, lackaday, ja sogar 
lackadaifly und lackadaisical ; Mätzner 1, 418. 

Alchymy alchimie; mlat. alchimia, fr. alchimie u. s. w. 
zunächst von dem arab. al-kimiä, also eigentlich mit dem 
artikel (arab. al) versehen; aus gr. XW^^^^ (^^ X^^oq saft, xhiv 
giessen) Diez 10; I, 13; Mahn 81 — 85; vgl. chemistry. 



— 14 — 

Ale oho 1 alkohol, feines pulver; aus dem arab. al-kochl, 
eigentl. das feine spiessglanzpulver zum färben der äugen (daher 
auch engl, alkool antimonschminke) dann auf den feinsten 
Weingeist übertragen; dasselbe ist fr. engl, alquifon i^ach dem 
sp. alcofol, alquifol. Diez 10; I, 13 und ausfuhrlich Mahn im 
Arch. 25, 471 ff. 

Alcove alkoven; fr. alcove, it. alcova, sp. alcoba aus dem 
arab. al-gobbah oder al-qubbeh gewölbtes gemach, zeit von 
qabba wölben, also nicht vom ags. cöfa, nhd. koben (Grimm Gr. 
3,. 429 von alah tempel und kovo koben, kofen) oder erst in 
weiterer Verwandtschaft darauf und auf das lat. cub-are zurück- 
weisend; Diez 10; I, 14; Grimm 1, 206. 

Aid er eller, erle; ags. alor, aler, alr; engl, mundartl. aller 
und owler, ahd. elira und erila, woraus nhd. eller und erle; vgl. 
lat. alnus (fr. aune); ndl. eise, auch nhd. eise, slav. olsza, olsche, 
litth. elksnis. Grimm 3, 416. 417. 894. Das d nach 1 einge- 
schoben wie öfter, z. b. auch in alderliefest (Shakspeare) nhd. 
allerliebst, ndl. alderlievest. Mätzner 1, 176 über das ags ealra, 
altengl. schott. nhd. aller, ndl. alder vor Superlativen; altherbest 
= best of all ; Col. 4. 

Aldermann rathsherr — auch nhd. aus dem engl, herüber 
genommen aldejmann neben altermann — vom ags. aldormann, 
ealdormann zu eald, engl, old; ealdor = vita, auctor, dominus; 
Etm. 6. 7; Grimm 1, 203. 

Ale hier; ags. ealo (gen. ealeves) ealod, alts. alo (in alo- 
fat Hei. 61, 8) altn. schwd. dän. öl — wahrscheinUch weiter zu 
goth. alev, lat: oleum, oUva; gr. tkaiov oe[ zu stellen. S. Grimm 
1, 1821 ff. Dief. 1, 36 und vgl, beer, oil. 

A 1 e g a r bieressig, aleessig — nachgebildet dem engl, v i n e g a r, 
fr, vinaigre = lat. vinum acre saurer wein, Weinessig. 

A leger munter; fr. alegre, altfr, halaigre, it. allegro (in 
dieser form dann als musikal. terminus aufgenommen) von dem 
lat. alacer rasch, munter. Diez 11; I, 15. 

Alembic destillierkolben ; fr. alambic, pr. elambic, sp. alam- 
bique, pg. lambiqae, it. lambicco, limbicco, zunächst von dem arab. 
al-embiq und dies von dem gr. aftßi§ becher, destillierhelm ; 
Diez 198; 1, 243; auch im engl, die verkürzte form lembeck, lembic. 

Alert munter; fr. alerte wachsam, sp. alerto, churw. erti, 
it. air erta auf der hut, erta anhöhe, von erto steil, dem part. von 
ergere --^ lat. erigere aufrichten. Diez 400; U, 25. 



— 15 — 

Alexandrin alexandriner ; fr. alexaudrin eine nach dem 
franz. romaun d'Alixandre oder dessen umdichter Alexandre 
Ton Bemay oder Paris c. 1180 benannte versart; Weigand 1, 26. 

Algates jedenfalls — .allewege wie always; s. gate und 
agate. 

Algebra algebra; fr. algebre, sp. it. algebra von dem arab. 
al-gebr eigtl. Verbindung getrennter theile von gabra getrenntes 
verbinden, vollständig al-gebr w-al-muqäbalah Verbindung und 
vergleicbung ; Heyse 31. ^ 

Alhollantide (alhalontide) allerheiligentag; entstellt aus 
all-hallow-tide. 

Aliant; veraltete form fiir alien ausländer, fremder vom 
lat. alienus fremd — zeigt ein hinten angetretenes t, wie peasant, 
tyrant, cormorant und andre; vgl. Mätzner 1, 177. und für 
das altfr. Diez Rom. Gr. 1, 296. Ahm. 

Alkali alkaU; fr. alcali, von dem arab. al-qaU oder al- 
kilja zu kalaj im tiegel kochen, rösten; vgl. kali; wie alchymy 
neben chemistry; nhd. alchymie und chemie und ohne unter- 
schied der bedeutung koran und aUcoran. 

Alkoran und korah; wie im nhd. alkoranund koran von 
dem arab. al-korän eigtl. die lesung, das buch; zu dem zeitwort 
karan lesen; fr. alcoran u. s. w. 

All all; ags. eal, goth. alls, altn. alr und so in allen den 
germanischen sprachen al oder all — weiter vielleicht mit dem 
gr. okog gleich Dief. 1, 41 ff. Grimm 1, 206. (ir. uil, welsch oll, 
annor. hoU, gr. oAog, osk. sollus, lat. salvus, skr, sarva werden von 
Grimm als identisch damit genommen; dann wäre es ursprüng- 
lich ein und dasselbe wort mit engl, safe, fr. sauf für salf aus 
lai salvus.) 

AI Tay und alloy legiren, mildern; von dem fr, aloyer, 
it. allegare aus dem lat. ad legem dem gesetze gemäss; vgl. 
onser nhd. legiren und das fr. hauptwort aloi der gesetzmässige 
gehidt einer münze; Diez 202; I, 248. Andere wollen in dem 
rom. Worte das lat. ligare binden, alligare anbinden erkennen; 
m dem engl, allay würde sich nach Wedgwood dem rom. stamme 
auch der germanische ags. älecgan niederlegen, zur ruhe bringen 
(vgl. lay), sowie das fr. alleger vom lat. levis leicht, mlat. leviare 
fär levare, it. allegiare erleichtern gemischt haben; vgl. Diez 204; 
I, 251 ; und allerdings sprechen die bedeutungen für, die formen 
nicht gegen einen einfluss der art. 



— 16 — 

Alledge, allege anfahren; fr. alleguer, lat. allegare. 

Allegiance unterthanen treue u. s. w. fr. allegeance zudem 
lat. alligare verbinden, verpflichten, aus dem das fr. allier, engl, 
ally mit seinen weiteren ableitungen entsprang; vgl. liege. 

Alley lustgang, gasse; von dem fr. allee und dies zu dem 
immer noch sehr dunkeln aller gehen (nach Diez von^ aditare 
(zu lat. adire) anditare, andare, anar, aner, aler) über dessen 
verschieden versuchte herleitung zu vergleichen sind Diez 18 ; 
I, 22 ff; Arch. 25, 387; 31, 141 und Scheler 11. 

Alliance, ally, alligate; aus lat. alligare theils unmittelbar, 
theils durch die fr. formen alliance, allier vermittelt; vgl. alle- 
giance. 

Alligator alligat or ; auch fr. und in anderen neueren 
sprachen alligator — entstellt aus dem sp. el lagarto oder pg. 
o lagarto (vom lat. lacertus, läcerta, woraus fr. l^zard, engl, 
lizard eidexe wurde) Scheler 11 nach Mahn. 

Allodium, allodial u. s. w. allod, allodial ; mlat. alodium, 
fr. allen, pr. alodi, aloc von dem deutschen al-od d. i. ganz 
eigenthum, freies eigenthum; jenes od erscheint ahd. 6t, ags. 
eäd, altn. audr in den abgeleiteten eigenschaftswörtem otac, 
eadig, audugr; vgl. nhd. kleinod; Grimm 1, 238; Etm. 58; Diez 
12; I, 15; und Dief. 1, 56. 

Allow zugeben; von dem fr. allouer und dies von dem 
spätlat. allocare; cf. Ducenge; eine Vermischung von dem lat. 
locare und laudare braucht man der bedeutung wegen nicht ge- 
rade anzunehmen, wiewohl sie bei dem zusammenfliessen jener 
beiden in dem fr. louer 1, vermiethen 2, loben und bei. gewisser 
berührung der bedeutungen sehr leicht eintreten konnte; vgl. 
darüber Wedgwood 40 ff. und Scheler 11; jedenfalls hatte allow 
früher auch den sinn von anerkennen, billigen, loben; vgl. 
Trench 3 ff. 

AI Iure anlocken; zu fr. leurrer, leurre; s. Iure. 

Almana ck almanach; fr. almanac, it. almanacco, sp. alma- 
naque — aus dem arab. nämlich dem artikel al- und — nach 
Mahn — manä mass, zeit, Schicksal, zu manaj bestimmen, festsetzen, 
hebr. mänah zählen; andere wollen es auf einen andern zwei- 
felhaften arab. stamm zurückföhren, so dass manah ursprünglich 
„geschenk*^ bedeutet habe, oder auf das von den Arabern auf- 
genommene gr. fiavaxog = -circulus lunaris (bei Vitruvius.) vgl. 
Scheler 12. u. 10 unter alchimie; Diez 12; I, 16; Weigand 1, 31. 



— 17 — 

Almond mandel; fir. anmnde, sp. almeudra, it. mfkndorla, 
mandola, ndL amandel, nlid. mandel — entstellimgen aus dem 
lai gr. amygdala, a^vyddkrj, im walach. mygdali neben mandoli. 
Scheler 12. 

Alms almosen; ags. älmäsBe aus gr. ikerjfioovvtj erbarmen 
(ebendaher fr. aJmosne, aumöne, pr. almosna, nbd. almosen, it. 
Umosina) altengl. almesse, im plural almesses, bei Shakspeare 
alms als singolar, später meist als plnral missverstanden. S. 
Mätzner 1, 231 ; altengl. auch almose, almoyn u. s. w. Hai. 1, 47. 
A 1 n a g e messen mit der eile ; von dem fr. annage, aune, pr . alna, 
was aas dem germanischen worte (goth. aleina u. s. w. vgl. engl, 
eil) nicht unmittelbar aus dem lat. ulna abzuleiten ist; Diez 
13; I, 17. 

Along, Aloft, Aloof und andere ähnliche Wörter er- 
klären sich unter den einfachen stänunen. 

Alone; zusammengesetzt aus all und one wie das mhd. al 
eine, nhd. allein ans all und ein ; schon im 13. jh. alone Col. 4, wäh- 
rend ein ags. eal-än noch nicht vorzukommen scheint; vgl. über das 
nhd. wort Weigand 1, 28 u. s. lone. 

Alose alse, eise; lat. alausa, alosa bei Ausonius, altkeit, dann 
fr. aloae. S. Diez Rom. Gr. 1, 80; Dief. Or. Eur. 222. 

Alum alaun; fr. alum, lat. alumen; daher dann als wissen- 
schafthcher ausdruck a 1 u m i n e, fr. alumine und weitere ableitungen. 
Always immer; ags. ealne veg; ejine an sich deutliche Zusam- 
mensetzung aus all und way, also wie nhd. allewege, mhd. alle 
wege; vgl. it. tutta via, sp. todas vias, fr. toutes voies, woraus erst 
das neuere toutefois. Qrimm 1, 232. 241. Scheler 325. 

Amalgam, amalgama amalgam, gemenge; ebenso in den 
romanischen sprachen; Diez 14; I, 18; aus dem gr. (tidkayfia 
erweichung, fiaXaxog weich, fiaXdaaeiy erweichen durch Umstel- 
lung des g und vortreten ded* arab. artikels al zu erklären; 
vgl. Scheler 12; Heyse 37. 

Am bin; ags. eom, goth. im u. s. w. vgl. Mätzner 1, 366; 
Koch 1, 347; merkwürdig wegen der erhaltung des alten per- 
sonalzeichens; gr. dfii; skr. asmi; lat. sum; altslav. jesmi, Utth. 
esmi u. s. w. Bopp V. Gr. 2, 374; Schleicher 2, 686. 

Amate; in seinen verschiedenen bedeutungen und seinem 

verschiedenen Ursprünge erklärt es sich aus dem einfachen mate. 

Amaze erstaunen; es hat kaum mit amay, dismay (s. 

anter may. 1.) etwas zu thun, sondern ist zu maze zu stellen. 

MtUl«r, Etym. Wörterbuch. 2 



— 18 — 

Ambassador, embassador n. s. w. gesandteri; £r. ambas- 
sadeur, ambassade, it. ambasciata u. s. w. Diez 14. 15; I, 18; 
spätlat. ambascia, ambaxia; es wird zarückgefährt auf das goth. 
andbahts diener (ahd. ambacht, uhd. amt) und dieses in die par- 
tikel and und bak rücken, engl, back zerlegt. Grimm 1, 280. 
G. d. d. S. 131 ff. vgl. Dief. 1, 255 ff. und Wedgwood 1, 46. 
Nach Wackemagel Umd. 5 ist das deutsche wort erst aus dem 
kelt. ambactus umgedeutet; vgl. besonders Dief. Or. Eur. 227 ff. 

Ainber bemstein, amber; fr. ambre, it. ambra, sp. pg. 
ambar, alambar, alambre aus dem arab. ambar, was aber selbst 
aus fremder quelle stammen soll; mhd. amber, ämer, nhd. ambra, 
amber. Von dem fr. ambregris (gris grau; vgl. agrise, grizzle 
u. s. w.) das engl, ambergris und grisamber,. ungedeutet 
auch amber-grease (grease, fr. graisse fett), weil es eine graue 
fettige masse ist; Ghambers^s Enc. 1, 190. 

Ambes-ace (ames-ace, ambesas u. s. w.) := twoaces, the 
lowest- throw on the dice — auch fr. ambesas, von dem lat» ambo 
beide und as, ambos asses beide eins. 

Amble passgang, trippeln; fr. ambler, lat. ambulare. 

Ambry (aumry*, almery, almonry) Speisekammer, bücher- 
schrank, schrank, almosenhaus; mlat. almaria, armaria, altfr. armaire, 
it. armärio, sp. armario, ahnario, kymr. armari, bret. armel, mhd. 
almar, nhd. almer (Grimm 1, 244.) zu dem lat. armarium schrank 
— eigtl. waffenschrank ; im engl, fand indessen nach form und 
bedeutung ein gewisser Übergang inalmonry — zualmsalmosen 
gehörig — statt; vgl. Diez 554; 11, 200; Wedgwood 1, 47; Scheler 
19, nfr. armoire und Hai. 1, 53 unter ambry; vgl. Wackemagel 
Umd. 51. 

Ambuscade, ambush hinterhalt u. s. w.; fr. embüche, em- 
buscade, embusquer, it. imboscare, sp. emboscar zu dem fr. bois 
und buche, it. bosco, mlat. buscus, nhd. busch, worüber weiteres 
unter bush — in den hinterhalt, eigtl. in den busch legen. 

Amel. 1. und davon enamel schmelz, emaiUiren; von dem fr. 
^mail, it. smalto, mlat. smaltnm nach Diez 320; I, 383 auf ahd. 
smaltjan, smalzjan, smelzan, nhd. schmelzen, nach andern auf das 
lat. maltha mörtel zurückzuführen; vgl. melt und smalt, nhd. 
smalte. 

Amel. 2. in amel-corn dinkel, speit; entspricht nach dem 
bekannten Wechsel der liquiden 1 und r dem nhd. amer, ahd. 
amar sommerdinkel und ist demnach wenigstens wohl nicht un- 



— 19 — 

mittelbar aus dem gr. afivXov abzuleiten; nhd. auch amelkom, 
amelmehl; Grinmi 1, 278. 

Amenable verantwortlich (wer vorgeföhrt werden kann); 
vom fr. amener herbeifahren, dies von dem einfachen meuer, it. 
menar aus dem lat. wenn auch unklassischen minare treiben, 
fuhren; mlat. minare; Diez 222; I, 272; Schmid G. d. A. 632; 
TgL demean. 

Amende (amends, amendment) strafe, ersatz, besserung; 
von den fr. amende , amender, die frühzeitig aus dem lat. emen- 
dare, von fehlem reinigen, bessern entstellt zu sein scheinen; 
Diez 553; H, 197. 

Amerce strafen; von dem lat. merces lohn, später auch dank, 
gnade; die geldstrafe, insofern sie von der gnade des gerichts 
abhing, ist geradezu misericordia gnade; vgl. WedgVood 1, 48; 
Scheler 219; Diez 226; I, 275; Schmid G. d. A. 632. 

Am es 8 achselkleid eines priesters; entstellt aus amice Von 
dem fr. amict, lat. amictus bekleidung, amicire bekleiden. 

Amethyst amethyst; fr. amethyste, aus dem lat. gr. ame- 
thjstns, a^i-drarog gegen die trunkenheit wirkend; diese eigen- 
Schaft legten die Griechen dem bekannten violblauen steine bei; 
aber den stamm des gr. fie^veiVy fie-dv vgl. engl, mead meth. 

Amiable freundlich u. s. w.; fr. amiable, pr. amicable von 
einem lat. amicabilis, also nicht identisch, wenn auch nahe ver- 
wandt mit fr. aimable, lat. amabilis, deren bedeutung es im engl, 
mit vertritt. 

Amma. 1. äbtissin; ahd. ammä, mhd. nhd. amme «s nutrix, 
altn. amma grossmutter; spätlat. amma, sp. pg. ama amme, pfle- 
germ, hausfrau; bask. ama, gael. am mutter, occit. ama gross- 
mutter. Diez 458 ; U, 90 ; Grimm 1, 278 ; vgl. selbst das hebr. 
em mutter; Weigand 1, 35. 

Amma. 2. band, bruchband; vom gr. of/u/ua band zu dem 
Zeitwort ameiv knüpfen. 

Amnesty amnestie; fr. amnistie von dem gr. d^vfjatela aus 
dem a privativum und dem stamme fivtjayt-^ fiva — die Vergessen- 
heit, Vergebung; vgl. memory. 

A m o n g, am o n gs t unter ; auch mit abgefallenem a nur 'm on g, 
mengst; altengl. amang, amanges aus dem ags. ämang, onmang 
c. dat. mit, bei, unter. Das ags. hauptwort gemang, mang, nhd. 
menge gemenge wird zur praeposition, wie noch bei uns ndd. 
mang, mank Br. W. 3, 128 ; das s ist genetivisch, das t aber an- 

2* 



— 20 — 

getreten wie in against, ainidst. S. Mätzner 1, 404, wo auch ver- 
schiedene ältere nebenformen angeführt sind ; wegen des stammes 
vgl. many und Grimm, Gr. 3, 155. 268. 

Amount steigen, betragen, betrag; zu mount, fr. moiit, 
lat. mens berg; fr. monter steigen, amont bergaufwärts, wie aval 
(zu lat. vallis, fr. vallee, engl. Valley thal) thalwärts, niederwärts, 
avaler verschlingen. 

Amper (ambury, anbury) blutwarze bei pferden; ags. 
ampre, Bosw. 

Amulet amulet; fr. amnlette vom lat. amuletum, dies aber 
schon aus arab. hamülat was getragen wird, zu dem zeitwort 
hamala tragen; Weigand 1, 37; Heyse 43. 

Amuse unterhalten; fr. amuser. S. muse (nach Diez 236; 
I, 287; Scheler 230 vom fr. museau aus lat. morsus, nach ande- 
deren zu lat. musa oder ahd. muozon frei von arbeit sein, nhd. 
musze.) 

An. 1. die vollere form des unbestimmten artikels a; ags. an, 
nhd. ein und demnach identisch mit one; vgl. Grimm Gr. 4, 381. 

An. 2. wenn; ursprüngl. soviel wie and; Mätzner 1, 415 
und Wedgwood 49 ; wegen der bedeutung zu vergleichen der 
conditionale gebrauch des mhd. unde; Grimm Gr. 3, 286. 

Ananas (anäna bei Thom«on) gewöhnlich pine-apple ananas; 
fr. ananas, sp. ananas, pg. ananas, ananaz, it. ananas, scheint 
südamerikanischer herkunft zu sein; vgl. Mahn im Arch. 27, 99. 

Ancestors, ancestry vorfahren; von demfr. ancetres, altfr. 
ancestres, ancesserie aus lat. antecessores Vorgänger; über dtis 
zwischen s und r eingeschobene t vgl. Diez 553; 11, 197; Rom. 
Gr. 1, 234. 

Anchor. 1. anker; ags* ancor, ancer, altn. akkeri, schwd. 
ankare, ahd. anchar, mhd. nhd. anker, ndl. anker; aber auch 
fiiltfr. anchore, nfr. ancre, it. sp. pg. pr. lat. ancora, gr. ayxvqa; 
(litth. inkoras, lelJt. enkuris, russ.jakor', poln. ankier.) Grimm 1, 379. 

Anchor. 2. als mass von flüssigkeiten — meist anker ge- 
schrieben, ndl. nhd. anker, mlat. ancheria, anceria — schwerlich 
von dem lat. amphora. 

Anchor. 3. (Shakspeare) verkürzt für anchoret, anchorite, 
anachorite einsiedler; vom lat. gr. anachoreta, dvaxcoqrjrijg klausner 
zu avax(OQ€iv sich zurückziehen; ags. äncra, alts. enkoro; ahd. 
einchoraner alleingekorener — mit anlehnung an das deutsche 
an ein; Wackemagel Umd. 56. 



— 21 — 

f 

Anchovy Sardelle; fr. anchois, pg. anchova, enchova, sp. 
anchoa, it. acciuga (mdartl. anciova, ancioa, anchia) nach Diez 5; 
I, 6 aus dem gr. lat. a(pvrj^ aphya, apua, apya — mit dem suffix 
Qga zunächst it. acciuga aus apj-uga u. s. w.; dagegen nach 
Mahn auf ein iberisches wort zurückzuföhren , bask. antzua 
trocken^ an dessen ursprüngliq^e bedeutung noch die an asciugar 
trocknen, döjren sich mehr anlehnende it. form accitiga erinnere ; 
Scheler 14. 

Ancient. 1. alt; vom fr. ancicn mit angefugtem t; s. Mätz- 
aer 1, 177 wie peasant von paysan u. s. w. altengl. auncyen 
(Maund.) altfr. ancien, anchien, pr. ancian, sp. anciano, it. an- 
ziano gleichsam einem lat. antianus zu lat. ante vor, altfr. ans, 
anz, ains. -Diez 21; I, 27. 

Ancient. 2. fahne, fahnrich — in der form an ancient. 1. 
angelehnt; aus fr. enseigne, it. insegna von dem lat. insignia 
zeichen; vgl. ensign. 

And und; ags. apd, altengl. and, bisweilen zu an verkürzt, 
besonders auch in dem sinne von if ; (the ifs or ands) vgl. den 
conditionalen gebrauch des mhd. unde; auch in blosses a entstellt; 
altfrs. ande, and; alts. endi, ahd. indi, unte u. s. w. mhd. unde, 
nhd. und; Grimm Gr. 3, 272. 273. Mätzner 1, 410. 415. 

Andirons feuerböcke; wie die daneben vorkommenden 
tonnen e n d i r o n und handiron jedenfalls nach dem ersten theile 
des Wortes umgedeutet und an end, band angelehnt sind, so ist 
auch der zweite theil kaum ursprüngUch iron, am wenigsten 
das ganze aus ags. brandisen entstellt zu Henken ; das nfr. laudier 
(was Frisch aus dem dtsch. länder in nhd. ge-länder erklärte) 
scheint aus Tandier entstanden zu sein ; altfr. andier, mlat. ande- 
dus, andena; wallon. andi (zu dem deutschen ende, engl, end?) 
und daraus könnte auch das engl, wort hervorgegangen sein; 
schwerlich hat, was Wedgwood 1, 51 meint, das fläm. wendijser 
eigtl. wendeisen eingewirkt oder gar den anderen Wörtern den 
Ursprung gegeben; vgl. Diez 672; 11, 345; Scheler 196. 

A n e 1 e die letzte Ölung geben (Shaksp.) ; ags. on-elan (= to 
anoint with oil; Bosw.) zu ele öl; vgl. Hai. 1, ül; weiteres be- 
sonders über an ele =^ to temper in the fire s. unter anneal. 

A n e n t gegenüber, in betreff, über ; ursprünglich a n e n gegen- 
über, aus dem ags. onefn, onenm gegenüber ; von dem adjectiv efen ; 
daraus entwickeln sich die formen anens, anense, anentis, 
aneyntis, anenst gegenüber; Mätzner 1, 405. vgl. die entwick- 



— 22 — 

lang der nhd. fonnen neben, nebens, uebenst, nebst aus in eben 
Grimm Gr. 3, 104. 105. 107. 267. Weigand 2, 250. 

Anes, awns grannen, acheln; altn. ögn, schwd. agu, goth. 
abana, ahd. agana, mhd. agene^ nhd. ahne in den bedeutnngen 
spren, stengelaplitter, bartgrannen; vgl. ail. Weigand 1, 21. 
Dief. 1, 8. Grimm 1, 189 nntec agen; vgl. noch dän. ayne; 
gr. axva, axvQOv, lat. acns, finn. akana, est. aggana. 

Angel engel; ags. ängel, goth. aggilus und so in die ver- 
schiedenen deutschen sprachen herübergenommen, ahd. angil, 
mnhd. altfrs. ags. nnd. ndl. dän. schwd. engel, alts. engil, altn. 
angill u. s. w. aus dem lat. gr. angelus, ayyelog engel, böte; 
auch in den roman. sprachen £r. ange, altfir. angele, pr. angel, 
augil; davon fr. engl. angelot = monnaie empreinte d*un ange; 
Scheler 14. Dief. 1, 4; dem heutigen engl, au gel liegt nicht 
sowohl das ags. engel als das altfr. angele, aingle, angle zu 
gründe, etwa mit der oft erscheinenden Wiederannäherung an die 
lat. form; Mätzner 1, 151. 

Anger zom u. s. w.; zum ags. ange enge, ängstlich gehörend ; 
doch zunächst von dem altn. ängr kummer, schwd. ängr schmerz, 
dän. anger schmerz; weiter zu goth. aggvus, ahd. angi, nhd. 
enge, lat. ango; Dief. 1, 4; also nicht unmittelbar aus dem lat. 
angor. 

Angle; ags. angel, fr. angle, lat. angulus u. s. w. ; das 
engl, wort beruht offenbar auf zwei verschiedenen, wenn auch 
zuletzt selbst wieder zusammenfallenden stammen ; 1. an gl e winkel ; 
fr. angle, lat. angulus^ (Scheler 14.) 2. angle haken, angel; 
ags. angel, altn. öngull, ndl. angel, ahd. angul, mhd. nhd. angel, 
fortbildung des ahd. ango, mhd. ange zu dem lat. aculeus, uncus. 
Grimm 1, 344. 

Anguish angst, quäl; fr. angoisse, altfr. anguisse, angustie, 
it. angoscia, pr. angustia, lat. angustia enge; vgl. ahd. angust, 
mhd. angest, nhd. ndl. angst zu goth. aggvian, aggvij^a; Dief. 
1, 4 ff. Grimm 1, 358. Scheler 14. 

Anise anis; fr. anis, lat. anisum, gr. änaov, avrjaov, avrjrovy 
avrjO-ov dill. 

Anker anker (als mass von flüssigkeiten). S. an c hör. 2. 

A n k 1 e knöchel ; ags. ancleov, ndl. anklauuw, enklaauw und 
enkel, altn. okuU und ökli, schwd. dän. ankel, ahd. anchal, 
anchala, enchil, enchila, mhd. nhd. enkel; die ags. und ndl. 
formen sehen wie Zusammensetzungen mit klaauw klaue aus — 



— 23 — 

* 

aber ags. cleov, engl, clew ist verschieden von clay, engl, claw; 
Tgl. eine ähnliche bildung in dem ags. lareov lehrer. Grimm 
3,485. 

Anneal glühen, brennen; mit Ölfarbe tranken u. s. w. — 
zunächst doch wohl auf das ags. onaelan brennen, ael, onael 
feuer zurückzufahren ; das £r. nielle, altfr. neel, it. nieüo, sp. pr. 
niel, mlat. nigellum (dessin en ^mail noir sur fond d'or ou d'argent ; 
de Fadj. nigellus dim. de niger. Scheler 234; vgl. Diez.238; 
1, 290) konnte allerdings damit gemischt sein ; Wedgwood 1, 53. 

Announce ankündigen; fr. annoncer, lat. annuntiare, wo- 
raus wieder unmittelbar das engl, annunciate. 

Annoy belästigen; von dem altfir. anoi, anui, anoier, 
anoier, n£r. ennui, ennuyer und dies nach Diez 239; I, 291 aus 
lat. in odio im hass, z. b. est mihi in odio er ist mir im hass, 
Terhasst, lästig — it. nojo, uoja; sp. enojo (enoyo) pr. enoi, 
ennei; vgl. Scheler 113 — sowie wegen einer anderen ableitung 
Ärch. 31, 150'; für das engl. s. auch noisome. 

Annul vernichten; fr. annulier, nhd. als fremdwort annul- 
lieren von dem lat. annullare zu lat. nuUus keiner. 

Anoint salben; zu fr.' opidre salben, lat. unguere, im par- 
ticip fr. oint, lat. unct-us. 

Anon sogleich, bisweilen; altengl. anone, anonen, onan 
Col. 58; von dem ags. on an sofort, eigentlich „in eins,^^ ein 
für allemal; vgl. das heutige at once; über den ags. ausdruck s. 
besonders ürein Glossar 1, 31. Also nicht eine Verdoppelung 
des on, wie Fiedler W. Gr. 1, 300 meinte, noch weniger aus 
a-non, nhd. an nun entstanden, wie Schmitz will E. Gr. 109; 
a-none erst verkehrt aus dem missverstandenen an-one. Mätz- 
ner 1, 396. 

Anslaight anfall, Schlägerei — zu slay, slaughter, 
onslaught, nhd. schlagen, schlacht; s. slay. 

Ans wer antworten; ags. andsvarjan, ansvarjan, onsvar- 
jan, nordhbr. onsvaeria = respondere, zu svarjan = affirmare, res- 
pondere Etm. 749; altn. andsvara, schwd. ansvara, dän. ansvare, 
zn ags. sverjan schwören, goth. svaran; s. swear. Dief. 2, 356; 
die bedeutung ist ursprünglich „dagegen versichern ;^^ vgl. lat. 
re-spondere. 

Ant. 1. für and, and it, an it = if it; femer för am not, 
art not, are not; vgl. an. 2. * 



— 24 — 

Ant. 2. ameise; von dem ags. aemette, altengl. und noch 
neben ant fortbestehend emmet; siehe dieses wort und über 
den Übergang des m in n Mätzner 1, 123. Trench E. 254. 

Anthem kirchlicher gesang u. s. w.; aus ags. ante£a (vgl. 
ags. stefn, stemn, nhd. stimme) altengl. antem, antephne von 
dem gr. lat. ävricpcovog {dvtl u. (ptDvrj) antiphona gegengesang, 
woraus pr. antifena, fr. antienne yorgesang wurde (wie Etienne 
aus Stephanus Diez 553 ; II, 198) ; auf den eintritt des th statt t 
(vgl. Mätzner 1, 132.) hat wohl die falsche Vorstellung eingewirkt, 
das wort sei ursprünglich gr. avri und vf^ivog^ zumal das engl, 
hymn nur wie him lautet und deshalb noch immer gern in 
anthem gefanden wird z. b. bei Smart. Grebräuchlich sind neben 
anthem die dem gr. nach bedeutung und form treuer geblie- 
benen antiphan und an^tiphony. 

Äntic, antique hanswurst, lächerlich, alt u. s. w.; von 
dem fr. antique, lat. antiquus alt; die jetzige so abweichende 
bedeutung scheint sich allmählich in der art entwickelt zu haben^ 
dass das wort, zuerst auf werke der bau- und bildhauerkunst 
angewandt, dann groteske figuren, komische masken u. s. w. be- 
zeichnete ; dazu mochte die nahe liegende . ideenverbindung von 
„alt, altmodig, unmodern, lächerlich" kommen. S. Wedgwood 
1, 54 flf. 

Antimony antimonium, spiessglanz; fr. antimoine, mlat. 
antimonium und dies nach Mahn verderbt aus dem arab. al- 
ithmidun; vgl. Scheler 15; Heyse 56. 

Ant 1er weidsprosse — wie es scheint das fr. andouiller, 
altfr. endouiller in ders. bedeutung , mit t anstatt d ; vgl. Mätzner 
1, 129; das fr. wort ist zweifelhaften Ursprungs, nach einigen 
von dem lat. ante vom, nach andern von dem deutschen ende, 
oder auch von fr. andouille wurst (dies vom lat. inductilis ? Diez 
553; n, 197) abzuleiten; vgl. Scheler 14: „soit par ressemblance 
de forme du vieux mot endouiller, bäton auquel on suspendait 
les andouilles, soit, et ceci nous satisfait davantage, de Tall. ende 
qui a la meme signification (come de cerf.). 

Anvil amboss; von dem ags. anfilt, onfilt; altengl. anvelt, 
ndl. aanbeeld , aenbeld , ahd. anafalz zu dem deutschen falten, 
falzen, ags. fealdan; vgl. engl, fold, goth. fal|»an; vgl. noch ndd. 
ambult, ambolt 6r. W. 1, 14 und wegen der bedeutung das 
nhd. ambosz aus anapoz von ana und pözan = goth. bautan, ags* 
beätan, engl, beat stossen, schlagen, sowie lat. incus zu cudere. 



— 2B — 

Glimm 1, 277; 3, 1303 £F. ambosz, falzeu, falzambosz; eine andere 
Tennathong bei Dief. 1, 377, wonach es zu altfrs. filla, alts. 
fillian, ahd. villan, mhd. ndd. ildl. villen schlagen, schinden ge- 
hören würde. 

Any irgend ein; altengl.- ony, any, eny von dem ags. änig, 
oenig zn an ein; alts. enig, ndl. eenig, ahd. einac, einic, mhd. 
einec, einic, nhd. einig-e Grimm 3, 206; Gr. 3, 9; 2, 308. 

Apartment zimmer; fr. appartement zu ä part bei neite, 
besonders — also eigentlich eine abtheilung eines hauses — von 



dem lat. pars (engl, part) theil. 

Ape afife; ags. apa, ndl. aap, altn. api, schwd. apa, dän. abe, 
ahd. affo, mlid. nhd. äffe — weiter aber auch ir. gael. apa, welsch 
epa, altböhm. op, böhm. opec, opice, slov. opitza u. s. w. ; aUe 
mit abgelegtem kehllante das skr. kapi, gr. xi^Trog, neiTtog; Grimm 
1, 182. 

Apostle apostel; ags. apostol, altfr. apostle, apostole, nfr. 
apötre n. s. w. nhd. apostel, wie schon goth. apaustanlas her- 
übergenommen aus dem lat. gr. apostolus, aTCoarokog abgesandter 
za aTvo und arikkeiv, * 

Appanage leibgedinge, apanage; fr. apanage, mlat. apa- 
Mgimn vom lat. panis brot, mlat. panagium lebensnnterhalt, pr. 
apanar, altfr. appaner mit brot versehen, ernähren; Heyse 60. 

Apparel geräth, kleidnng, ansrüstung; vom fr. appareil zu 
pareil, mlat.- paricnlns Verkleinerung vom lat. par gleich — it. 
parecchio, plur. parecchi mehrere, apparecchiare, sp. aparejar, pr. 
aparelhar, fr. appareiler eigentl. paaren, zusammenstellen, zu- 
sammenfügen (vgl. combine zu bini je zwei) rüsten; über den 
stamm vgl. pair und peer. 

Appeach; veraltet in dem sinne des heutigen impeach, 
mit dem es desselben Stammes ist; s. impeach und dispatch. 

Appeal sich berufen; fr. appeler, altfr. apeler, hauptwort 
apel, apiel vom lat. appellare rufen — nhd. als fremdwort ap- 
pellieren. 

Appear, appearance erscheinen, erscheinung; von dem 
altfr. apparoir, appareier; bei Chaucer noch apparence, bei Gower 
apparency, fr. apparence vom lat. apparere. 

Appease besänftigen; fr. apaiser zu paix, lat. pax friede; 
Tgl. peace, altfr. pais, pes, apaisier. 

Apple apfel; ags. äppel, plur. äpple; frs. appel, ndl. appel, 
ndd. appel, altn. epli, schwd. äple, dän. äble, ahd. aphul, aphol. 



— 26 — 

mhd. nhd. apfel — auch in den slav. sprachen z. b. russ. jab- 
loko, böhm. gablko, sowie in den keltischen z. b. ir. ubhal, 
abhal, gael. ubhall, welsch afal, armor. aval — femer litth. obolys, 
lett. ahbols — weiteres z. b. über den vermuthlichen Zusammen- 
hang mit dem nhd. obst, ags. ofat s. bei Grimm 1, 532. 

Apply anwenden; fr. appliquer, lat. applicare — fr. plier 
lat. plicare; vgl. das einfache engl. ply. 

Appoint bestimmen; fr. appointer, lat. appunctare zu lat. 
punctum — pungere. S. das fr. engl, poinib. 

Appraise, apprize, appreciate schätzen — wie fr. 
apprecier enthalten in verschiedener form den stamm lat. pretium 
werth, belohnung, fr. prix. S. enrgl. price, prize und praise. 

Apprentice lehrling; fr. apprenti; altfr. apprentis, rouchi 
apprentiche, sp. pg. aprendiz — engl, auch verkürzt prentis, 
prentice zu dem fr. apprendre lemön, im particip appris; eben- 
daher dann engl., apprise benachrichtigen; das fr. wort aus 
lat. apprehendere, apprendere erfassen, was daneben wieder er- 
scheint als fr. apprehender fürcjiten, engl, appre he nd ergreifen, 
fiirchten u. s. w. 

Approach nahen; fr. approcher vom lat. prope (propiare, 
appropiare, wal. apropiä, pr. apropchar, altit. approcciare. Diez 
710; n, 891); unmittelbar an die verwandten formen lat. appro- 
pinquare (approximare aus ad und proximus) angeschlossen 
die engl, appropinque, appropinquate, approximate. 

Approve billigen; fr. approuver vom lat. approbare zu 
probus rechtschaffen, gut; daher dann approbation u. s. w. 

Apricot, friiher apricock aprikose; fr. abricot, it. albercocco, 
albicocco, sp. albaricoque, pg. albricoque, ngr. ßeQVKOnov; die 
romanischen formen sind durch das arab. hindurchgegangen oder 
wenigstens von diesem beeinflusst, arab. al-berqüq; der Ursprung 
aber ist in dem lat. praecox, praecoquus frühzeitig zu suchen, was 
schon als bestinmite bezeichnung der frncht vorkommt. Martial. 13, 46 : 
Vilia maternis fueramus Praecoqua ramis 
Nunc in adoptivis Persica cara sumus; 
im gegehsatze zu den persica (engl, peach); im mgr. TtQaixoxxiov, 
TtQeKOKKiov erscheint das lat. wort am getreusten ausgedruckt. 
Die engl, und nhd. form zeigt eine gewisse falsche anlehnung 
an das lat. apricus sonnig, aus dem das nicht mehr verstandene 
wort frühzeitig erklärt werden mochte ; vgl. Diez 9 ; I, 13 ; Sehe- 
1er 3 und Wedgwood 1, 58; Mahn 49. 



— 27 — 

Apron sphürze; yerkürztAus napron (vgl. nap-kin sowie 
bei Hai. 2, 570. 571. nape, napery, nappem, naprnn im Pr. Pv. 
25) fr. napperon von nappe, lat. inappa tischtuch. Diez 694; 
n, 373 ; ' im altengl. kommen nebeneinander die formen napron 
(Chaucer) nnd apperon, apem vor; über den Wegfall und zutritt 
eines n zu anfange der Wörter vgl. Mätzner 1, 157. 172. 

Apt geneigt - mit leichtem begrifiBwechsel aus dem lat. 
aptos geeignet, geschickt. 

Ärbalist (arcnbalist) Steinschleuder; pr. arbaleste, fr. ar- 
balete von dem lat. arcubalista (Yegetius), woraus auch das nhd. 
armbrnst entstellt ist. Grimm 1, 556. 

Ärbor (arbour) laube; in dem worte scheinen zu ver- 
«hiedenen zeiten verBchiedene stamme und begriffe rieh gemischt 
ZQ haben; am wenigsten ist es unverändert als das lat. arbor 
bäum zu denken; wohl aber verkürzt aus mlat. arborea waldung; 
daneben entstellt aus dem altengl. herber, herbere, arberye,'was 
auf lat. herba kraut, herbarius hinweist; ja selbst h arbour 
mag ^auf form und begriff („schutzort^^) nicht ohne einfluss ge- 
blieben sein. 

Ar eh. 1. bogen — neben arc — wie fr. arche und arc aus 
dem lat. arcus bogen. 

Arch. 2. (arch-) gross, haupt-; präfix mit doppelter aus- 
spräche (ark — artsh), schon im ags. arce-, fr. arche und da^ 
neben fr. engl, das ursprünglichere archi- aus dem gr. ap;fe- 
zu a^€iv herrschen, vorzüglich sein u. s. w. — Daraus- dann lat. 
archi-, it. arci-, nhd. erz-, Grimm 8, 1076. In den bildungen, 
wo dieses präfix eine üble bedeutung steigerte, wie in arch-rogue, 
arch-traitor u. s. w. musste es sich leicht dem folgenden arch. 
3. nahem. 

Arch. 3. arg, lose, lustig; ags. earg, altn. argr, schwd. arg, 
dän. arg und arrig,.ndl. arg, ahd. arac, mhd. arc, nhd., arg in 
dem sinne von „träge, nichtsnutzig'^ u. s. w. Grimm 1, 545; 
Tgl. Wedgwood 1, 61. 

Archil orseille (rock-moss); aus dem rom. it. oricello, or- 
oella, orciglia, roccella ; fr. orseille, orceille, orsoUe, roccoUe ; nlat. 
liehen roccella, von dem fr. roc, röche; it. rocca, roccia, worüber 
weiter unter rock; Heyse 639. 

Archives archiv; fr. archives, mlat. archivnm, archium 
Ton dem gr. aQX^^ov, eigtl. sitz der obrigkeit, dann aufbewah- 
mngsort der Urkunden u. s. w. ; Heyse 70. 



— 28 — 

Are. 1. als form von to be — altengl. aron, aren, arn 
— analog der zweiten person der einzahl art, altengL arte, art, 
ags. eart; Mätzner 1, 366. 

Are. 2. der quadrirte deeimeter; fr. are, aus lat. afea fläche. 

Are. 3. ackern, pflügen = to ear; ags. erjan, goth. arjan, 
ahd. aran, nhd. mundartl. ären; vgl. Dief. 1, 70 und ear. 3. 

Argosy eine art grosser schiffe — von dem mlat. argis 
ein lastschiff und dies von dem berühmten schifi'e der sage Argo. 

Ark archct; ags. earc, arc; goth. arka, ahd. archa, nhd. arche, 
fr. arche von dem lat. arca kiste, kästen und in der Yulgata 
von dem schiffe Noahs gebraucht; vgl. Dief. 1, 67. 

Arm. 1. arm; ags. earm, goth. arms, frs. erm, mndl. aerm, 
nndl. arm, altn. armr, schwd. dän. arm, ahd. aram, mhd. nhd. 
arm u. s. w. ; vgl. slav. ramo, lat. armus = humerus; Grimm 1, 
551 ff.; Dief. 1, 67 ff. 

Arm. 2. bewaffnen, arms waffen; fr. armer, armes vom lat. 
armare, arma; daraus dann z. b. army, fr. armee, it. armata, 
sp. armada, mit. armatk die bewaffiiete (macht), heer, flotte, armee. 

Arpent ein feldmass; fr. arpent, pr. arpen (wegen des an- 
getreteneu t vgl. z. b. altfr. tirant, engl, tyrant), altspan. ara- 
pende, mlat. arapennis, aripennis, arpentium, bei Golumella 5, 
1, 6 schon als galUsch angeführt arepennis: „Galli .... semi- 
jugerum quoque arepennem vocant." Diez 555; H, 200; nach 
Mahn ein keltisches wort, dessen zweite hälfbe ein keltisches Zahl- 
wort enthalte; vgl. Dief. Or. Kur. 233. 

Arquebuse (älter argabushe, harquebus) hakenbüchse; 
fr. arquebuse, altfr. harquebuse, sp. arcabuz, it. archibuso, archibugio, 
arcobugio wie vom lat. arcus, it. arco' bogen und bugio durchbohrt, 
aber nach den älteren formen mit aspiriertem h altfr. harquebuse, 
haquebute, wallon. harkibuse besser zurückzuführen auf das ndl. haak- 
bus, fla,m. haeck-buyse , nhd. haken-büchse , sodass die romanischen 
formen daraus erst angeeignet und umgedeutet wären. Diez 23 ; 1, 29. 

Arrack (dafür auch rack, raki) arrack, reiss-palmenwein ; 
von zweifelhafter abkunft; nach Weigand 1, 56 verstümmelt aus 
dem indischen rakschasura dämonenwein (weil nach Manus ge- 
setzgebung verboten) mit dem arab. artikel; dagegen nach Mahn 
(Heyse 75) von dem arab. araq schweiss, saft, abgezogenes gei- 
stiges Wasser, zu araqua schwitzen. 

Arraign anklagen, vor gericht führen; es scheint das fr. 
arraisonner, arresoner, adresoner; adresner, aregnier u. s. w.; 



— 29 — 

mlat. arrationare =^ ad rationem ponere zur rechenschaft ziehen 
(ygL Duo. 8. V. ratio) zu sein, wie bei Chaucer aresone, bei 
Manndev. arreson in der bedeutung „mit jemand verhandeln, 
jemand anreden" vorkommt; vgl. über das unorganisch ein- 
getretene g Mätzner 1, 176; z. b. foreign, sovereigne; auch 
worter wie ar ränge konnten etwa einfluss darauf haben; vgl. 
darraign, deraign. 

Arrange ordnen; fr. arranger zu rang, ranger, welche 
Wörter auf ahd. bring zurückgeführt werden; vgl. ränge, rank 
nnd ring, sowie das entgegengesetzte derange, fr. deranger. 

Arrant notorisch, arg, heillos; das wort will Wedg- 
wood 1, 63 sca den deutschen formen, goth. airkns gut, rein, ahd. 
erchan echt ii. s. w, stellen; vgl. Dief. 1, 23; Grimm 1, 546 
dagegen zu ags. earg; vgl. arch. 3.; das letztere scheint am na- 
torlichsten und wird auch von Wedgwood 1, 504 unter anfuh- 
rung des nhd. arg, ags. earg, altengl. arwe »» arrant Col. 6 vor- 
gezogen; nur wird sich das wort in der art entwickelt haben, 
dass es an errant sich anlehnte und mit diesem vermischte, wie 
denn wirklich auch arrant für errant vorkommt; s. Hai. 1, 87, 
wo es geradezu erklärt wird „probably derived from the licen- 
tious character of wanderes in general;" gewiss konnte vermöge 
der begriffsentwickelung „fahr^d, irrend, umherstreifend, nichts- 
nutzig" u- s. w. ein knave errant leicht zu einem arrant 
knave Verden. 

Arr as tapete ; benannt nach der nordfranz. stadt Arras, welche, 
nach einigen, auch dem stoffe rash, nhd. rasch den namen ge- 
geben haben soll. 

Array Ordnung, anzug; aus dem altfr. arroi, arrei von dem 
einfachen altfr. roi, it. redo, über welches zu vergleichen Diez 
283; I, 343; Arch. 31, 152; ray. 3. und curry; sowie auch 
ready, da jenes rom. wort auf deutschen Ursprung, ags. raed, 
nhd. be-reit zurückgeföhrt wird. 

Arrear rückstand, nachtrab, hinten; aus dem fr. arriire, 
vom lat. ad retro, it. addietro, pr. ariere zurück ; vgl. fr. derriÄre 
von de retro; Diez 287; I, 347. Daneben gebraucht das 
engl, noch das unveränderte fr. arridre und das nicht als ein- 
faches, sondern als verkürztes wort zu denkende rear. 

Arrest hindern, festnehmen; von dem rom. arrestare, fr. 
arreter (a-rester) aus dem lat. restare zurück-, stehenbleiben — 
gleichsam ad-restare zum stehen bringen, feststellen u. s. w.; 



— 30 — 

daher auch das ganz in fr. bedeutung und form vorkommende 
arret besehluss, artheil — wie nhd. beschlusz zu be-schlieszen ; 
Diez 28; I, 34. 

Arrive ankommen; fr. arriver, it. arrivare, ßp. pg. arribar, 
pr. aribar anlanden, ankommen, vom lat. ripa ufer, mlat. adripare 
ans ufer treiben, it. arripare. Diez 28; I, 34; vgl. river. 

A.rroint (aroint, aroynt)fort, weg;eswirdzu dem altengl. 
roin, fr. rogne kratze gestellt (Mätzner 1, 420) ; mehrere andere 
erklärungsversuche siehe bei Hai. 1, 85. 

Arrow pfeil; ags. areve, aruve, arve neben earh zu dem 
goth. arhvazna, altn. ör, gen. örvar, mhd. arf wurfspiess; vgl. 
über weitere, sehr ungewisse Verwandtschaft Dief. 1, 71. 

Arse the buttocks; ags. ears, mndl. aers, nndl. aars und 
naars, altn. rass, schwd. ars, dan. ars, arts, ahd. mhd. ars, nhd. 
arsch, gr. oqqoq für oqooq und vielleicht zu oQWfit bewegen, re-- 
gen; s. Grimm 1, 564. 

Arsenal zeughaus, arsenal; fr. arsenal, sp. arsenal, it. 
arsenale, arzanä, mgriech. aqaevdhfjg; daneben aber it. darsena, 
fr. darsine, darse abgeschlossener theil ei^es hafens, von dem 
arab. dar 9anah haus der betriebsamkeit , pers. tarsanah; Diez 
28; I, 34; Heyse 77. 

Arse nie arsenik; fr. arsenic von dem lat. gr. arsenicum, 
oiQQevtyiov eigtl. männliches, stark wirkendes (gift). 

Arson mordbrennerei; altfr. arson zu lat. ardere brennen. 

Art. 1. bist; ags. eart; vgl. are. 1. 

Art. 2. kunst; fr. art vom lat. ars, artis; dazu artisan, 
artist, ferner z. b. artemage Zauberkunst, ars magica; vgl. 
magic; über die begrifPsentwickelung, vermöge deren kennen, 
können , wissen , listig sein u. s. w. sich nahe berühren , vgl. 
Wegdwood 1, 64; Trench 8. 

Artichoke artischoke ; it. articiocco , fr. artichaut , nhd. 
artischoke von dem arab. ar^di schauld erddorn; andere rom. 
formen it. carcioffb, sp. alcachofa, pg. alcachofra sollen aus dem 
arab. alcharschufa entsprungen sein; Heyse 78. Diez 28; 1,^34. 

Article artikel; im engl, in einer grossen anzahl scheinbar 
einander fem liegender bedeutungen gebräuchlich, ist doch für 
alle zurückzufuhren auf lat. articulus gUedchen (artus glied); 
fr. article; vgl. Smart unter article und wegen ähnlicher 
begriffsentwicklung capitulate Trench 29. 



— 31 — 

Artillery artillerie; fr. aortillerie, it. artiglieria li. s. w. Ton 
dem pr. artüh schanze , pr. ' artilkana , altpg. artelharia wurf- 
geschütz u. 8. w. zu lat. ars, artis kunst, wie engin maschine 
zniflgenimn; Diez28; 1,^5; Wegdwood 1, 65; über einen andern 
versneh, das wort vielmehr auf artns^ articnlus (articularia glieder- 
kanst-reiche maschine) zurückzuführen s. Arch. 31, 142. 

Arval (arvel, arvil Hai. 1, 89) leichenbegängniss ; von 
dem altschwd. arf-61 erbebier, wie bridal von dem ags. br^d- 
ealo; über den stamm des ersten Wortes altengl. erve, goth. 
arbi, altn. arfr, ags. aerf, nhd. erbe u. s. w. vgl. Dief. 1, 66; 
2, 729; Grimm 3, 708 £F. 

As. 1. as; fr. as, lat. as; s. ace. 

As. 2. wie, als; altengl. as, als, alse; ags. ealsvä; vollstän- 
diger erhalten in also auch, nhd. also. Mätzner 1, 417; Grimm 
1, 247 ff.; vgl. all und so. 

Ash äsche, esche; ags. äse, altn. askr, schwd. dän. ask, 
ahd. asc, mhd. asch, nhd. asch, äsche, esche; vgl. lat. aesculus. 
Grimm 1, 578. 

Ash es asche; ags. asce, axe, äsce; goth. azgö, altn. schwd. 
aska, dän. aske, ndl. asch, ahd. asca, mhd. nhd. asche. Weitere 
vervrandtschaft s. bei Grimm 1, 578 ff.; Dief. 1, 6. 420. 

Ashlar bruchstein, quaderstein; ältere formen ashelar, 
achlere, aslqre, estlar, achiler u. s. w. HaL 1, J92; das wort 
scheint entstanden aus dem pr. ascla splitter, asclar spalten, das 
nebst altfr. astele, pr. astela splitter nach Diez 29; I, 35 vom 
lat. astula für assula brettchen, mittels der formen ast'la, ascla 
abzuleiten ist. 

Ask fragen; ags. äscian, äxian; ahd. eiscön, mhd. eischen, 
nhd. heischen, alts. escön, frs. aakia, altn. aeskja, schwd. äska, 
dän. äske. Grimm 3, 363; Schwenck 264; Bopp V. Gr. 1, 66 
litt, jeschkoju ich suche, russ. iskatj suchen ; kelt. (gael.) aisk s= 
a request, petition ; Pott Et. F. 1, 269. 

Askant (askaunt, askance, askaunce) altengl. in der 
bedeutung von askew quer und in der von scarcely kaum; 
tgl. Hai. 1, 91 ascaunce; in dem ersten sinne gehört es zu 
askew xmd asquint, wie in nordengl. mundarten sken >» 
Bqnint; in der bedeutnng scarcely gehört es zu scant, scanty; 
das ce ist als ursprünglich genetivische endung anzusehen; 
Mätzner 1, 396. 383; wo neben dem einfachen skew verwiesen 
wird auf das altn. ä ska =» oblique. 



— 32 — 

Aap. 1. vollständiger aspic natter; fr. aapic, pr. aspic, 
aspis, sp. pg. aspid, it. aspide vom lat. gr. aspis, aamg. 

Aap. 2. YoUständiger aspeii-(tree) espe; ags. aap, äps 
espe, äspen espen; altn. espi; nhd. espe, früher aspa, aspe, lett. 
umgestellt apsa; name und begriff rührt an ash esche. Grimm 
3, 1157. 

Ass esel; ags. assa, asse neben esol, eosol, nordhbr. asal, 
goth. asilus; alts. esil, ndl. ezel, amnhd. esel; aber altn. asui, 
dän. äsen, aesel, schwd. äsna; lat. asinus (davon it. asino, fr. 
äne u. 8. w.). — Weiteres über verwandte Wörter im gr. slav. 
kelt, Grunm 3, 1143. Dief.-1, 75. Rapp No. 436. asl esel. 

Assail anstürmen; fr. assaillir von dem lat. assilire, salire 
anspringen, «pringen; mkt. assalire, aasaliare angreifen, asaultua, 
assaltus angriff z. b. in den lat. gesetzen der Angels. Sdmüd 
532; Daher dann it. assalto, fr. assaut, altfr. und danach 
engl, assault. 

Assart ausroden; fr. essarter, altfr. assarter, pr. eissartar 
von dem mlat. exsaritare zu dem klass. sarrire hacken, ausreuten, 
sartum u. s. w. Diez 622; U, 283. 

Assassin meuchelmörder, assassinate morden; fr. as- 
sassin, it. assassino entstanden aus dem arab. haschischin eigtl. 
name einer secte im 11. jh., deren mitglieder, durch einen aus dem 
hanfe bereiteren trank berauscht, jeden von ihrem oberhaupte 
geforderten mord verübten; vgl. Diez 29; I, 36. 

Assaj — meist nur in einzelnen speciellen bedeutungen 
erhaltene nebenform von dem gewöhnlichen essay. 

Assemble versammeln, assemblj u. s.w.; fr. assembler, 
assemblee von dem spät lat. assimilare, assimulare zu ad und 
simul neben dem anklänge an similis und dem zunächst dazu 
gehörigen klass. assimilare; vgl. it. sembiare, fr. sembler von 
simulare. Diez 314; I, 376. 

Assess besteuern; vom lat. assidere, assessum, mlat. assidere 
talliam, fr. asseoir la taille, un impot. 

Assets nachlass, habe zur deckung der schulden genügend ; 
altengl. asseth «s sufüciently, enough und so zunächst wohl das 
fr. assez, pr. assatz, it. assai aus dem lat. ad-satis (vgl. satiate) 
assatis; leicht konnte allerdings der stamm assid- (assess) 
sich damit vermischen. 

Assi z es assisen; fr. assises zum altfr. pr. assire, lat. assidere 
festsetzen, assise festgesetzter gerichtstag ; vgl. Diez 555 ; 11, 201 



— 33 — 

and Scheler 20 auter dem naheverwaudteu asseoir, sowie etwa 
Mätzner Fr. Gr. 237. 

Assoil lossprechen; (ussoile, assoille bei Ghaucer u. Maund.) 
Ton dem &. absoudre, altfr. absoiller, assoiller zu dem lat. absolvere 
(absolvre, absobre, absoldre) Scheler 3 ; Hai. 1, 98 ; Arch. 27, 420. 

A SS nage massigen; altfr. assoager, assouagier , gleichsam Von 
einem lat. assuaviare zu suavis milde, etwa wie fr. alleger zu 
einem alleviare und levis; Diez 556; II, 202. 

Assure versichern; fr. assurer zu sure, fr. sür, altfr. seür 
von dem lat. securus ohne sorge (cura) ; vgl. ahd. sihhar, sihhur, 
nhd. sicher; Schwende 613; daneben veraltet die genauer dem lat. 
entsprechenden formen assecure, assecurauce. 

Ast er t erschrecken (bei Spenser); zu start, startle. 

Astone, astony, astonish, astound in staunen setzen; 
altfr. estoner, nfr. etonner betäuben, erstaunen von dem lat. 
attonare , verstärkt in extonare andonnern ; vgl. Diez 625 ; II, 288. 
die engl. Wörter zeigen in der älteren spräche noch deutlicher 
als jetzt den begriff des lat. attonitus; s. Trench 11; das d am 
ende ist unorganisch .angefügt (vgl. so und, fr. son, lat. sonus 
Mätzner 1, 178); ausserdem scheint sich mit dem roman. stamme 
ein anderer, german. gemischt zu haben; vgl. stun betäuben, ags. 
stunjan, nhd. staunen ;.s. Grimm 3, 998. 

Asylum asyl; fr. asile von dem lat. gr. asylum, äavlov; 
aavkog unberaubt, unverletzlich zu avkäv plündern und dem a 
privativum; (die alten ausdrücke für den begriff waren ags. 
fridhüs, fridstov, fridstöl, fridsöcn; vgl. fridstole). 

At an, bei, zu; ags. ät c. acc. und dat.; goth. at, alts. at, 
ahn. at, ad, schwd. ät, dän. ad, frs. et, it, ahd. az u. s. w. — 
vgl. Dief. 1, 77. Grimm Gr. 3, 164. 253; ferner lat. ad; skr. 
adhi; Bopp V. Gr. 3, 489. 

Atlas. 1. ursprüngl. der name des halbgottes in der mytho- 
logie, der die säulen des himmels trägt, seit Mercator im 16. jh. 
zur bezeichnung einer Sammlung von landkarten gebraucht, wohl 
weil auf dem titel solcher werke ein Atlas befindlich war; fr. 
nhd. atlas. 

Atlas. 2. als name eines seidenen zeuges (papiers) kam 
atlas aus dem morgenlande-^ arab. türk. pers. atlas glattes, seidenes 
tach, eigtl. kahl, abgerieben, glatt zu arab. talasa ausstreichen, 
aasloschen, woher arab. tils haarlos, glatt. Weigand 1, 62; nhd. 
atlas; Heyse 85. 

Mfilter, Elym. Wörterbuch. 3 



— 34 — 

Atom atom; fr. atome eigtl. das untheilbare von dem gr. 
ato^iog zii Te^iveiv zerschneiden, theilen; vgl. tome. 

Atone versöhnen, sühnen, vereinen (vgl. über den älteren 
gebrauch Trench 12) ; aus at one, wofür noch bei Spenser adver- 
bial atone, attone im vereine, beisanmien vorkömmt; vgl. auch 
Wedgwood 1, 72. 

Attach anheften, binden an «. s. w. ; fr. attacher. 
Attack angreifen (sich an einen machen); fr. attaquer. 
Beide Wörter sind nur scheideformen eines und desselben stammes 
fr. tache, it. tacco, attaccare, sp. atacar (vgl. engl, tack); dieser 
ist aber seinem Ursprünge nach nicht ganz aufgeklärt; er scheint 
eher auf das deutsche (ags. tacan, engl, take) als auf das lat. 
(tangere, tactus u. s. w.) zurückgeführt werden zu müssen; vgl. 
Diez 338; I, 404; Scheler 316 und Dief. 2, 665. 666; vgl. d et ach. 
Attain erreichen (attainder, attaint); zunächst auf das 
fr. atteindre, lat. attingere zurückweisend ; die Wörter wurden vor- 
zugsweise in der rechtssprache und in ganz besonderen bedeu- 
tungen üblich; nur scheint im engl, mehrfach ein Übergang in 
taint beflecken, fr. teindre vom lat. tingere färben einzutreten; 
z. b. attaint bei Shakspeare = taint, spot. 

Atter eiter; ags. ätor, attor eiter, gift; alts. etar, ettar, 
ndl. etter, altn. eitr, norw. eitr, schwd. etter, dän. edder, ahd. 
eitar, mhd. nhd. eiter, ndd. etter. Br. W. 1, 323. Grimm 3, 391; 
attery eitrig, giftig, zornig; vgl. das deutsche mundartl. atterig 
in demselben sinne; s. Hai. 1, 107 if. 

Atterrate anschwemmen; wie das fr. atterrir, nur in ge- 
nauer anlehnung an lat. bilduiigen, zu dem lat. terra erde, land; 
ad terram. 

Attic dachstube; dasselbe wort wie attic, fr. attique, lat. 
atticus, gr. arxi-Kog attisch; auch im fr. bezeichnet man einen 
zierlichen aufsatz von pfeilern auf einem geschosse als attique ; 
Smart : „attic more particularly applied to an order of small Square 
pillars at the uppermost extremity of a building, as originally 
used in Athens, and intended to conceal the roof ' — dann dach- 
stube 11. s. w. 

Attire anzug, putzen u. s. w. ; daneben tire, was zu 
vgl. — die gewöhnliche ableitung von dem fr. attirer scheint auf 
den ersten blick genügend, da die bedeutungen analoges zeigen 
(vgl. nhd. anziehen = fr. attirer und = attire) ja in dem fr. attirail 
zeug, geräth sich ganz zu berühren scheinen ; dennoch wird diese 



— 35 — 

annähemng besonders vermöge des vorgetretenen ad erst später 
erfolgt und tire nicht vermittels fr. tirer (it. tirare u. s. w. 
erklärt aus 'goth. tairan, nhd. zerren, engl, tear zerreissen), 
i^ondem unmittelbar auf deutschen stamm ags. tir, ahd. ziari, nhd. 
zier zurückzuführen sein; Mätzner 1, 195. Diez I, 413. 

Attorney anwalt, Stellvertreter ; das zeitwort a 1 1 o r n , ent- 
standen aus dem altfr. atomer ist Zusammensetzung und findet 
seine weitere erklärung bei dem einfachen turn, fr. toumer, it. 
tornare; das engl, attoru hat nur noch die ganz specielle bedeu- 
tung als tenninus des feudalrechts „die lehnspflicht' übertragen,*' 
diese aber floss aus der allgemeineren des altfr. atorner „wohin 
richten, kehren, zurecht machen, '* aps der sich andrerseits wieder 
die von „schmücken," altfr. atorn zurüstung, fr. atour putz ent- 
wickelt; Diez 348; I, 410; das engl, attorney, altfr. atome, mlat. 
attomatus ist ursprüngl. jeder mit etwas beauftragte, eines anderen 
stelle vertretende; vgl. über seine ehemals allgemeinere bedeu- 
tang Trench 13. 

Atween, atwixt; nebenfomien von between und betwixt, 
wo ihr Zusammenhang mit two (vgl. nhd. zwei und zwischen) 
entwickelt wird. 

Aubaine heimfallsrecht auf die Verlassenschaft eines frem- 
den: fr. aubaine, aubaiu, albein, mit. albauus und dies entstan- 
den aus einer form aUbanus vom lat. alibi anderswo; Diez 556; 
n, 202. 

Auburn alter auch alburn und abron kastanienbraun; es 
kann kaum etwas anderes sein als das altfr. aubour, pr. alborn, nfr. 
aubier; lat. albumum splint; eigtl. das weissliche (albus weiss); 
auffallend ist allerdings der Übergang des begriffs, indessen vgl. 
man altfr. aubere bei Duez = cheval grisätre, marque de taches 
noiratres ; das weissliche konnte im gegensatze zum ganz dunkeln 
allmählich ein lichtes schwarz bezeichnen, vielleicht hatte auch 
browp und burn einfluss. 

Auger grosser bohrer; ags. nafoger terebellum Etm. 233; 
ahd. nabager, nabiger, nagiber, mhd. nabeger, negeber, nhd. näher, 
neber Weigand 2, 227; ndd. näviger, neviger Br. W. 3, 225; 
ndl. egger, eveger avegaur — eigtl. der spiess, das eisen, womit 
die nahe (vgl. nave) gebohrt wird, im ndl. und engl, vermittels 
abfalls des n vom entstellt; altengl. noch navegor Hai. 2, 572; 
vgl. Dief. 2, 383. . 



— 36 — 

Aught neben ought etwas; ags. auht, aht, äviht (ygl. 
naught = nhd. nicht za goth. aivs, ags. av, a und yaihts, ags. yiht, 
engl, wight) Mätzner 1, 300; Grimm Gr. 3, 52; Dief. 1, 131 ff. 

Au In eile; altfr. alne, nfr. aune; vgl. alnage. 

Aunt tante; ehemals auch ante — aus lat. amita; alt&. 
ante, woraus mit vorgetretenem t nfir. tante, nhd. tante wurde; 
Diez 731; H, 419. 

Author autor; lat. autor, fr. auteur; über das unorganische 
th statt t vgl. Mätzner 1, 132 z. b. Anthony aus Antonius. 

Autodafe ketzergericht; neben den vielen leicht kennt- 
lichen Zusammensetzungen mit auto (von dem gr. avtog sMbst) 
ist dies wort wegen seines ganz verschiedenen Ursprungs zu be- 
merken; es ist span. auto de fe, pg. auto da fe ^=^ lat. actus 
fidei, handlung des glaubens. 

Avail. 1. nützen; fr. valoir, lat. valere gelten, werth sein, 
altfr. valeir; vgl. prevail. 

Avail. 2. gewöhnlich avale fallen, sinken; noch bei Maundev. 
herabsteigen von einem berge; fr. avaler verschlingen, ehemals 
in das thal ä val (lat. ad vallem) hinabfahren ; hierher dann auch 
das &. ins engl, übergegangene avalange, avalanche lawine; 
Diez 558; H, 204. 

Avast; a nautical expression for hold, stop, stay; avast tal- 
king! = cease jtalking! it. bastare = to suffice; basta = enough! 
cease ! bret. basta, bastout = to satisfy, provide for, suffice. Wedg- 
wood 1, 76 ; vgl. Diez 48 ; I, 58. ^ ' 

Avaunt. 1. fort! eigtl. vorwärts; fr. avant vor (wie es in 
vielen engl, ursprüngl. fr. Zusammensetzungen vorkommt) vom 
lat. ab ante; vgl. van. 

Avaunt. 2. rühmen = v aunt; vom fr. vanter aus dem lat. 
vanitare prahlen (Augustinus) zu dem klass. vanus eitel; altfr. 
avanter; vgl. Arch. 27, 420. 

Aventure unfall, zufälliger tod; fr. aventure; seltene form 
neben dem gewöhnlichen adventure zu lat. advenire. 

Avenue baumgang; fr. avenue zugang, ebenfalls zu fr. ave- 
nir, lat. advenire hinzukonmien. 

Aver. 1. (aver) versichern, bewähren; fr. averer, mlat. adverare 
zu dem lat. verus wahr. ' 

Aver. 2. (aver) in den Zusammensetzungen aver-cattle, aver- 
com, ayer-land frohnvieh u. s. w. ; altengl. aveer, altfr. aver habe, 
fr. avoir von dem lat. habere ]iaben; mlat. averium vieh; vgl. 



— 37 — 

Scbmid G. d. A. 533, sowie Ducange s. v. averum und Wedg- 
wood 1, 76. 77. 

Average; in seiner bedeutung „frohngeld, frohne, abgäbe" 
entspringt es gewiss dem eben erklärten aver. 2. mlat. averagium 
Düc; und ebendaraus scheint sich weiter der sinn „mittlerer, 
werth, durchschnitt*'*" entwickelt zu haben; dagegen muss man 
für die bestimmte bedeutung „haverei" mindestens eine anlehnung 
an das fr. avarie (aus dem german. ndl. havery Diez 32; I, 39) 
annehmen; kaum ist die bedeutung „durchschnitt** erst aus der 
letzten nach dem it. avaria {^= calcu ation and distribution of the 
loss arising from goods thrown over board) abzuleiten, wie Wedg- 
wood 1, 78 dies möchte; über den stamm des roman. wories it. 
araria, fr. avarie vgl. noch das engl, haven. 

Avile herabsetzen; fr. avilir zu lat. vilis niedrig. 

Avise; ältere form neben ad vice; so auch avys ganz dem 
fr. avis entsprechend; daneben als ausdruck im handel aufge- 
nommen wieder unmittelbar aus dem fr. avis und aus dem it. 
awiso. 

Avoid meiden, leer machen, räumen; von void leer; 
(vgl. die älteren bedeutungen bei Hai. 1, 118 to leave, to quit, 
to get out of the way) altfr. vuid , nfr. vide aus lat. viduus ver- 
waist, leer Diez 745; II, 436; vgl. void und widow. 

Avoirdupoise (avoir-de-peise) gemeines gewicht; das fr. 
avoir du poids, aver du pois; nur ist das avoir, aver nicht das 
Zeitwort, sondern das hauptwort aver. 2. indem der ausdruck 
zunächst bezeichnete „articles of merchandize that are sold by 
weight;** vgl. Hai. 1, 119; über das fr. poids, altfr. pois, poix von 
dem lat. pensum verwechselt mit pondus vgl. Diez 259; I, 315 
und poise.* 

Avouch; zu dem altfr. voucher, lat. vocare; s. das nähere 
anter vouch und vgl. Wedgwood 1, 79 ff. 

Avoutr-er ehebrecher; s. advoutress. 

Avow bekennen, behaupten; fr. avouer; s. advow, vow. 

Award entscheiden, urtheil u. s. w.; ags. äveardjan bewaliren, 
schützen; daher noch in der älteren spräche == to ward off; die 
Übertragung auf die entscheidung des gerichts, welche schütz ge- 
währt, lag nahe genug; man vgl. ward und das ursprünglich 
mit diesem identische , nur durch die roman. sprachen vermittelte 
gnard. 



— 38 ~ 

Aw,e schrecken, ehrfurcht u. s. w.; ags. ege, äge; egjan, 
goth. agjan in afagjan abschrecken, ögan sis sich furchten, mhd. 
ege = terror, ahd. aki = disciplina ; hierhin (die altengl. eigh, eie 
furcht, aghful furchtbar ; zu vgl. mit goth. agis furcht, ags. egesa, 
ahd. agiso, mhd. egese, eise u. s. w. noch nhd. eisen, ndd. aisen 
erschrecken; s. Grimm 3, 362 ff. Br. W. 1, 8 und über die 
sämtlichen verwandten Wörter Dief. 1, 2. 419 ; 2, 723 ; Hai. 1, 330. 

Awhape verwirren, (awape = confound, stupefy, astound 
Hai. 1, 120) nach Wedgwood eigentlich ==to take away the breath 
with astonishment , to stand in breathless astonishment , erinnert 
nach form und bedeutung sehr an das goth. af-hvapjan, af-hvapnan 
ersticken Dief. 2, 599 ff., ohne dass sich im ags. oder sonst recht 
vermittelnde formen zeigten; doch vgl. whiff. 

Äwk, meistens zusammenges. awkward verkehrt, unge- 
schickt; — ültere formen und mundartl. aquarde, awkert u. s.w.; 
es scheint mit dem goth. ibuks zurück zusammen zu gehören, 
wie eine menge Wörter der verwandten sprachen z. b. altn. 
öfugr, schwd. afvig, dän. avet, ahd. abuh, mhd. ebech, nhd. äbicht; 
vgl. Dief. 1, 92; Grimm 1, 58; ursprüngliche entwicklung aus 
der Partikel af ist wahrscheinlich ; schwerlich aber eine Zusammen- 
setzung aus ags. ä-veg=away anzunehmen, wenn auch eine der- 
artige angleichende erklärung nahe lag; vgl. Trench 15. Wedg- 
wood 1, 82 ff. ; als ags. wird angeführt avoh = forte , injuste, 
male. 

Awl ahle, pfriemen; ags. avul, avel, äl, äl; altn. alr, ahd. 
ala, mhd. al, nhd. ahle; — litth. yla, ylas; — daneben in erwei- 
terter form ahd. alansa, alasna, woraus sich die roman. wörter ent- 
wickelten fr. alesne, al^ne, sp. alesna, pr. alena, it. lesina, mndl. 
aelsene, nndl. eis; vgl. Grimm 1, 191; Diez 203; I,. 249. 

Awm ohm, ahm; mlat. ama; ahd. äma, öma, mhd. ame, 
ome, nhd. ahm, ohm, ndl. aam, altn. äma, aus mlat. mgr. ama, lat. 
gr. hama eimer, a/tit] wassereimer; Weigand 2, 305» 

Awn granne; s. an es. 

Awning zeltdecke; nach Wedgwood 1, 84 von dem ndd. 
havenung in der allgemeineren bedeutung eines vor wind und 
Wetter geschützten orts; in diesem sinne hat das Br. W. 2, 607 
havenung, havenung, havenje, haavje und z. b. die redensart „hier 
hebbe ik haavje** hier bin ich bedeckt, im schütze; vgl. haven. 

Ax (axe) axt; ags. acas, aex, eax; goth. aquizi, alts. acus, 
altfrs. axa?, ndl. aks, ndd. ekse, ahd. achus, akus, mhd. aches. 



n 



— 39 — 

ahs, eckese, nhd. ax, axt, mondartl. äckes, äcks u. s. w. altn. 
öxi, öx, gen. axar, schwd. yxa, dän. ökse u. s. w. — gr. d^ivrj, 
lat. ascia für acsia von der wurzel ac, die in acies und im skr. 
aschn waltet. Xlrimm 1, 1046. Dief. 1, 5 ff. 

A X e 8 kalter fieberschauer (a c c e s s) ; vom fr. acces fieberanfall 
aus lat. accessus — accedere herantreten. 

Axle achse (neben dem unveränderten axis); vom lat. axis, 
gr. a^cjr, ahd. ahsa, nhd. achse, axe, fr. axe u. s. w. in den meisten 
neueren sprachen; wegen des eigenthümlichen , angetretenen 1 
vgl. bilduugen wie participle, syllable; Mätzner 1, 174. 

Äy, aye. 1. ach! empfindungslaut wie ah, nhd. ah, ei u. s. w. 
vgl. Mätzner 1, 417. 

Aye. 2. immer, ja; ags. ä==äv, goth. aiv, ahd. eo, io, mhd. 
ie, nhd. je u. s. w. ursprüngl. accusat. adverbium von dem haupt- 
worte goth. aivs zeit Dief. 1, 26; die bedeutung „ewig, immer" 
konnte dann leicht in die einer starken bejahung übergehen; 
Mätzner 1, 381. 399; vgl. Wedgwood 1, 85. 

Azare azur; fr. azur, it. azzurro; mlat. lazur, lazurius, 
lazolum; pr. altsp. azur, it. auch azzuolo, sp. pg. azul von 
dem pers. lädschaward, lädschuward lasurstein, blaustein, blaue 
färbe; ladschawardi, lädschuwardi himmelblau, indem das anlau- 
tende 1, wahrscheinlich durch einfluss des arab. azr-aq blau, ab- 
geworfen wurde; Heyse 94; — also dasselbe wort mit lazuli in 
lapis lazuli. 



B. 

Babble schwatzen; fr. babilbr, it. babbolare; ndd. babbeln 
Br. W. 1, 34; nbd. bappelu, bappem Grimm 1, 1120; das wort 
in vielen sprachen ähnlich erscheinend ist wohl aus dem nator- 
laute, den ersten Wörtern des kindes hervorgegangen (vgl. baba 
mutter, babbe vater, papa vater; pap, pappa brei, essen in der 
kindersprache) Weigand 1, 89; Diez 383. 560; 11, 6. 207. 

Babe, babj kleines kind; scheint ebenfalls aus den unter 
babble erwähnten naturlauten des kindes als bezeichnung seiner 
selbst hervorgegangen zu sein ; wenigstens gilt dies för die wurzel 
einer menge ähnlicher und sinnverwandter Wörter in den roman. 
sprachen; Diez 34; I, 41; vgl. das keltische baban kind, puppe. 

Baboon pavian; fr. babouin, it. babbuino, sp. babuino; 
altengl. babion, babian, babewyne, ndd. bavian; mlat. baboinns, 
papio; nach Diez 34; I, 41 und Wedgwood 1, 87 wäre es zu 
dem fr. babine äffen-, kuhlefze, deutsch mdartl. bäppe maul zu 
ziehen; andrerseits erwartet man als bezeichnung des fremden 
thiers eher einen fremden, etwa dem lat. entnommenen namen 
und so will es AVeigand 2, 351 als eine art sehr wilder boshafter 
äffen mit einem hundskopfähnlichen köpfe aus dem mlat. papio, 
papionis wilder gefährlicher hund ableiten; bei Maundeville pa- 
pyonn; „in Cipro men bunten with Papyonns, that ben lyche 
Lepardes.*' vgl. Ducange s. v. papio, der eine stelle anfuhrt, 
von Jac. de Vitriaco: „Sunt ibi (in terra lerosolymitana) cameli 
et bubali abundanter et papiones, quos appeUant canes silves- 
tres acriores quam lupi.*' Areh. 27, 425; woher aber papio? 
vgl. noch Scheler 25: „ce mot etant aussi applique aux enfants 
badins et etourdis, il faut lui supposer une origine commune 
(rac. bab.) avec babiole. (vgl. babine, Diez 50 unter beffa, sowie 
das engl, baber-lipped, baber-lupped). Daunou (bist. lit. XVI, 
39) dit que tracer ou peindre les figures marginales sur les 
manuscrits s'appelait babuinare, et que babouin avait au Xllle 
siecle la valeur de homuncio, petit bonhomme.^^ 



— 41 — 

Babooshes türkisclie scliuhe; fr. babouclies, mit der sache 
aas dem Oriente gekommener name; pers. päpüsch, päpösch, 
pabük, türk. päpusch, päpüdsch; Heyse 95. 

Bachelor janggesell u. s. w. ; fr. bachelier ; vgl. über die nocli 
sehr fragliche ableitung Diez 34; I, 41; Anh. 14; Weigand 1, 
89; Wedgwood 1, 87; Arch. 31, 144. Die jetzt im engl, ge- 
wöhnliche bedentung hat sich entwickelt aus der ,Janger mann 
als anßknger in einer kunst oder Wissenschaft;^^ vgl. das fr. ba- 
chelier es lettres. 'Was die weitere entstehnng anlangt^ so sagt 
Diez: ,,baccalare it., pn bacalar, fr. bachelier, aus letzterem it. 
bacelliere, sp. bachiller, pg. bacharel; die eigenthche heimath 
dieses wortes ist Frankreich und der spanische nordosten, wo 
baccalarius zunächst den besitzer eines grossen bauemgutes, 
einer baccalaria (seit dem 9. jahrh. vorkommend) bezeichnete. 
Sodann ging der ausdruck auf den ritter über, der zu unver- 
mögend oder noch zu jung war, um ein eigenes banner zu füh- 
ren und wohl einem fremden folgte; endlich, und dies ist die 
heutige bedeutung, auf den, der sich im besitze einer dem doc- 
torgrade untergeordneten academischen würde befindet, in welchem 
sinne es in baccalaureus umgedeutet ward: do baccharo e do 
sempre verde louro. Lus. 3, 97." Von diesem baccalaureus dann 
auch das engl, bac.calaureate. Etymologien will Diez nur 
verneinen, so 1, von bas cavalier niedriger ritter, was z. b. Wei- 
gand annimmt; 2, vom lat. baculus; 3, von dem gael. bachall, 
ir. bacal stock. Nach Langensiepen Arch. 31, 144 käme es von abba- 
ticalarius dem abteiguts- (abbaticale zu abbaticus) Verwalter ; nach 
Wedgwood wäre der Ursprung in dem kelt. bachgen knabe, ba(!hes 
kleiner liebling zu suchen; daraus sind entstanden das fr« ba- 
celle, bacelote, bachele, bachelette junges mädchen, diener, lehr- 
ling; baceler dienen, lernen; bacelerie jugend; bachelage lehre, 
stodium der ritterschaft: vgl. dazu noch Diez 36; I, 44 unter 
bagascia und überhaupt Heyse 95 : Scheler 25 ; das wahrschein- 
lichste ist ursprüngliche abstammung aus dem keltischen und 
spätere mehrfache umdeutung und anlehnung. 

Back. 1. rücken; ags. bäc, ndd. back, bak Br. W. 1, 36; 
altn. bak, ahd. bach, bacha, pah, pahha rücken; Weigand 1, 91; 
dazu aback, backbiter (schon altn. bakbitari); ferner back 
als adverb, wie nhd. zurück; vgl. bacon. 

Back. 2. (bac) gefäss, prahm; fr. bac föhre; mlat. baccus, 
kelt. bak schiff, ndl. bak, auch nhd. back in der bedeutung 



— 42 — 

Bchüssel; Weigand 1, 91; Br. W. 1, 37; dazu auch noch nord- 
engl, backet gefäss zu kohlen, wie fr. baquet zuber zu bac; vgl. 
Diez 35; I, 42 unter bacino, sowie das engl, basin; Dief. Or. 
Eur. 237. 

Backgammon bretäpiel; frühere etymologen wie Johnson 
erklärten es aus dem kelt. bach gammon kleine schlacht, besser 
Strutt aus dem ags. gamen (vgl. game) altn. gaman spiel und 
back. 1. ^gs. bäc; Wedgwood aus gaman und back. 2. dän. 
bakke bret, schüssel; die letzte erklärung stimmt am besten zu 
dem sinne; zu stützen sucht sie Wedgwood noch durch die be- 
merkung, dass die redensart bei dem spiele „to make, to leave 
a blot'* einen stein ungedeckt lassen nicht aus dem gewöhnlichen 
engl, blot, wohl aber aus dem dän. blot bloss, nackt; blotte 
sig sich biosssteilen erklärt werden könne; auffallend ist nur, 
dass weder altn. noch dän. der name des spiels selbst back- 
gammon vorzukommen scheint. 

Bacon speck, specksch wein ; altfr. ,bacon Speckseite, mndd. 
bake ; vgl. baeckesmeir == adeps porcinus ; baeckespeck , baecke- 
vleesch = caro porcina (Binn.). Es gehört dem stamme nach zu 
back rucken, indem jenes altfr. bacon aus dem ahd. bahho, 
mlat. baco entstand; einerseits kömmt mundartl. das fr. engl, 
bacon für das ganze seh wein vor, andrerseits ist nhd. bachein 
der Jägersprache soviel als wildsau; Grimm 1, 1061: „Da sich 
am rücken des Schweines feiste und speck häufen, nannte man 
erst das rücken- und seitenstück (die Speckseite) dann das ge- 
schlachtete, aufgehängte, zuletzt auch das lebendige mastschwein 
bache." 

^ad schlecht; die etymologie dieses worts ist noch sehr 
dunkel; Wedgwood stellt es zu dem nhd. böse, ndl. boos, weist 
aber das goth. bauj^s taub, stumm ab; Johnson ver^eicht gar 
das ndl. quaad; Mätzner 1, 268 sagt ; „bad dial. = sick, ill gehört- 
vielleicht zu dem ags. biddan am boden liegen, wovon bedd bett 
und bedling, badling--=effeminatus;'* vgl. Dief. 1, 282. Leo 
Bectitud. 19 setzt ein ags. bad, bead=»ahd. päd hermaphrodit 
voraus. 

Badge zeichen; kaum ist mit Wedgwood 1, 90 an das 
deutsche batze und ähnUche Wörter zu denken, so dass badge , 
mlat. bagia ursprünglich ein aufgehefteter fleck, dann ein ab- 
zeichen gewesen wäre; eher mit Mätzner 1, 151 an das ags. 
beögan biegen (vgl. bow) und beah ring, ehr^jnzeichen , oder etwa 



— 43 — 

an das fr. bagne, mlat. boga, baga ring, was von dem lat. bacca 
beere, perle, ring einer kette hergeleitet wird, vielleicht aber 
selbst auf german. stamme beruht. Arch. 35, 83. 

Badger getreidehändler, dachs; das wort scheint in beiden 
bedeutungen dasselbe zu sein , etwa weil der dachs seine nah- 
Tung wie ein aufkäufer von allen seiten zusammenschleppt ; mlat. 
bladarius, iL biadajuolo, fr- altengl. bladier getreidehändler von 
dem it. biado, fr. ble (aus lat. ablata nach Di^z 52. 570; I, 63; 
n, 220; Anh. 19; Mahn Et. U. p. 31) indem dann auch der fr. 
name des dachses blaireau als diminutiv, gleichsam bladarellus, 
biadarello hierher gehört ; die entstehung von badger aus bladier 
mittels ansüälls des 1 findet Wedgwood wenn auch ungewöhnlich, 
doch nicht unerhört; vgl. indessen bawson. 

Baffle verspotten; fr. beffler zu it. beffare, fr. bafouer; vgl. 
sp. befo Unterlippe^ des pferdes, als adj. dicklippig, ferner aber 
bair. ndl. beffen «= keifen , bäppe maul; das genues. fa beffe das 
maul gegen einen spitzen scheint den Übergang der bedeutung 
anzuzeigen. 

Bag sack; mlat. baga sack, kiste; fr. bague bündel, lomb. 
baga weinschlauch; das wort scheint auf das kelt. zurückzu- 
weisen, gael. bag, kymr. baich, bret. beach last, bündel; gael. 
bac hindern, aber auch altn. baga in derselben bedeutung; vgl. 
pack. 

Bagatelle kleinigkeit, bagatelle; fr. bagatelle; it. baga- 
tella bedeutet auch taschenspielerei , bagattino ist eine kleine 
kapfermünze; vielleicht zu dem unter bag erwähnten altrom. 
baga; it. bagata, wovon bagatella das diminutiv, ist schon klei- 
nigkeit. 

Baggage heergepäck; fr. bagage von dem altfr. bagues 
guter, bündel (vgl. bag) pr. bagua bündel, packet; pr. bagatge, 
it. bagaglia , mlat. bagagium ; nur die im engl, nicht . ungewöhn- 
liche bedeutung „Uederliches frauenzimmer^^ u. s. w. (nicht kol- 
lektiv wie unser nhd. pack) ist wohl auf altfr. bagasse feile dime 
zarückzufuhren, neben welchem nach den diminutiven baisele, 
bachele dienstmädchen auch ein bagache vermuthet werden darf; 
Tgl bachelor, pack und Diez 36; I, 44 unter bagascia, so 
wie Scheler 25. 

Bagnio bade-, huren-, sklavenhaus; it. bagno, sp. bafio, 
pr. banh , fr. bain vom lat. balneum bad ; Heyse 97 : „Bagno, 
eigtl. bad; das sklavengefängniss , der sklavenkerker in Constan- 



— 44 — 

iduopel von Spaniern in dem gebände eines ehemaligen bades 
eingerichtet; überhaupt verwahrungsort der sklaven und beson- 
ders der zu den galeeren verurtheilten Verbrecher in Frankreich, 
(fr. bagne)." 

Baguet gerte, rundstab; fr. baguette, it. bacchetta, sp. 
baqueta aus dem lat. baculus stock mit verändertem sufiBx (vgl. 
Diez Rom. Gr. 2, 224) von dem vorauszusetzenden bacus. 

Bail; ist jedenfalls aus mehreren quellen zusammengeflossen 
und nach den verschiedenen bedeutungen etymologisch zu schei- 
den; dabei tritt aber fortwährend' Vermischung mit dem gleich- 
lautenden bale ein, wenn auch nicht in jedem sinne, bail. 1. 
bürgen, bürge u. s. w. — dazu bailabje, bailee, bailor, 
bailiff u. s. w. — fr. bail, bailler, bailli pacht, übergeben, 
amtmann von dem altfr. bail pfleger, erzieher, Verwalter, mlat. 
ballivus vorgesetzter, vogt und ballia, ballivia, nhd. ballei, aus 
dem lat. bajulus träger, dann wärter, bajula; it. baila, balia 
amme, wärteriii; insbesondere wurden später bajuli genannt die 
erziehier; daraus entwickelten sich die begriffe „pfleger, -land- 
pfleger; beschützer, bürge" u. s. w. vgl. dazu Wedgwood 1, 95; 
Diez 37; I, 45; Scheler 26. bail. 2. in dem sinne von post, 
bar; grenze im walde, kleine stocke bei dem cricketspiel ; fr. 
baille, bale, balle, revenir ä ses bales in dem sinne von barriere 
u. s. w. baUses Seezeichen ; es scheint demnach auf das lat. palus 
pfähl zurückzuweisen, wiewohl übertritt des lat. p in rom. b 
ini anlaute sehr selten erscheint, bail. 3. ein fahrzeug aus- 
schöpfen, bail. 4. ballen, bail. 5. feuerzeichen , freudenfeuer; 
werden vielfach und im ganzem wohl besser bale geschrieben; 
s. demnach bale; ausserdem bleiben immer noch einzelne be- 
deutungen zu erwägen z. b. bail henkel, griff; sollte es zu bail 
ausschöpfen — gefass — gehören? vgl. bale. 3. 

Bait. 1. köder, ködern, speisen, erfrischimg u. s. w. ; ags. 
bat speise, bätjan; altn. beita köder, anmachen, auf die weide 
fuhren. 

Bait. 2. anfallen, hetzen, plagen, beizen u. s. w.; von dem 
ags. baetan, ahd. beizan hetzen, zäumen, zügeln. Beide 
stamme sind kaum auseinander zu halten, da sie bereits 
ags. nahe verwandte ableitungen des starken Zeitworts bitan 
beissen sind. Alle die verschiedenen bedeutungen lassen sich 
ohne grosse Schwierigkeit auf den grundbegriff des beissens zu- 
rückfuhren und die entsprechenden deutschen Wörter wie beissen 



— 46 — 

und beizen (ygl. essen, ätzen) zeigen ähnliche Übergänge; es 
sind aUeitungen von dem sing, praet. des starken zeitw. goth. 
beitan, ags. bitan, ahd. pizan, also aus goth. bait, ags. bat, ahd. 
peiz; vgl. bite und Dief. 1, 292; Weigand 1, 129; Kehrein 
825 ff.; Dief. 1, 292. Auch als name einer fischart (white baits) 
mag das wort ursprünglich nur „speise" oder .„köder'*^ sein; da- 
gegen kommt bait ablassen am preise jedenfalls nur verderbt 
fär bäte, abate vor. ^ 

Baize (bays, bayes, bayze) boi, starkes wollenzeug; fr. boie, 
it baietta, dän. baj, schwd. boj , mndl. baai, nhd. boi, boy, ndd. 
baje Br. W. 1, 36; das roman. wort, dem die übrigen erst ent- 
nommen zu sein scheinen, könnte wohl aus bay. 1. hervorge- 
gangen, also der name der färbe auf einen bestimmten 'stoff über- 
tragen sein; vgl. bureau imd Diez 77; I, 95 unter bujo; die 
engl, form mit dem s-laute baize mag missverstandener plural 
sein; vgL auch bay. 2. 

Bake backen; ags. bacan, ndl. bakken, altn. baka, schwd. 
baka, dän. bage, ahd. pachan, mhd. bachen, nhd. backen (letz- 
teres vermittels niederdeutschen einflusses statt des zu erwar- 
tenden bachen; vgl« engl, make, nhd. machen u. s. w.) Grimm 
1, 1065, wo weitere Verwandtschaft bis hinauf zu dem skr. patsch 
gr. qxoyeiv angegeben ist ; ' vgl. auch Weigand 1 , 92 ; sowie 
über die altengl. noch starken formen baken, boke, ybake 
Mätzner 1, 357. 

Balance wage, gleichgewicht u. s. w.; fr. balance, sp. it. 
balanza, pr. balans, it. bilancia vom lat. bilanx die wage, eigtl. 
doppelschale; vgl. im nhd. die fremdwörter halance und büanz 
{fr, bUan, it. bilancio); über die angleichüng des ersten vocals 
an den der Stammsilbe in balance vgl. Diez XX u. 55; I, 68. 

Balcony balkon; fr. baloon, it. balcone, sp. pr. balcon; 
von dem mlat. balco (davon auch it. balco, palco) holzwerk, ge- 
rast — aus dem ahd. balcho , • palcho , nhd. balken ; vgl. noch 
altn. bälkr gitter , umzäimung und siehe b a 1 k ; Diez 39 ; I, 47 ; 
Wackemagel ümd. 6. 

Bald kahl; die abstammung des Wortes ist noch sehr frag- 
lich und alle aufgestellten etymologien können nur als mehr oder 
weniger wahrscheinliche vermuthungen gelten. Wedgwood geht 
davon aus, dass bald in manchen Verbindungen zunächst „weiss- 
fleckig, scheinend^^ bedeute (bald-faced stag, bald-coot, bald- 
kite); dies führe aufgael. ball flecken, bret. bal blässe; eben-- 



— 4€ — 

daran scheint bereits Johnson gedacht zn haben; jedenfalls ver- 
liert sich Wedgwood mit seinen weiteren vergleichungen wie 
altn. bäl Scheiterhaufen ganz ins Ungewisse. Richardson da- 
gegen geht von der älteren Schreibung ballid, balled aus und 
denkt an „rund und glatt wie ein ball'^ — danach würde es zu 
ball gehören; ein immerhin bemerkenswerthes zusanmientreffen 
ist, dass im roman. Südwesten neben baldo = goth. bal^s, engl, 
bold ein gleichlautendes wort vorkommt, dessen bedeutung „^^©r? 
entblQsst" dem engl, bald nahe tritt; Diez 39; I, 47; der Über- 
gang aus dem begriffe „kühn** in „eitel, leer, kahl", den Diez für 
das roman. unwahrscheinlich findet, wäre für das engl, eben auch 
nur möglich. — Findet man in bald ein altes, etwa aus dem 
kelt. ins.ehgl. gedrungenes wort mit der ursprüngl. bedeutung 
„weiss" so stellen sich dazu litth. baltas, lett. balts, slav. bjel, 
bei weiss; siehe Grimm 1, 5.79. 1081; Mythol. 202. 

Baldachin, baldaquin baldachin; fr. sp. baldaquin, it. 
baldacchino, mlat. baldachinus, baldechinus von dem it. Baldacco 
= Bagdad (das g dem d angeglichen durch Verwandlung in 1; 
vgl. em er al d = Smaragd; Diez Rom. Gr. 1, 218). Bagdad war 
berühmt wegen der seidenen, golddurchwirkten stoffe, teppiche; 
davon mlat. baldakinus, altsp. balanquin, altfr. baudequin, engl, 
b a w d k i n , mhd. baldekin , baldeken seidener stoff , brocat ; 
später wurde der damit bedeckte traghimmel selbst so genannt; 
Diez 39; I, 47. Frisch 1, 51. 

Balderdash mischmasch, unsinniges geschwätzt darf man 
als erste bedeutung annehmen „idle senseless talk," aus der aller- 
dings die anderen sich wohl ableiten lassen, so bietet sich altengl. 
balder = to use coarse language, noch mundartl. Hai. 1, 134 und 
ndl. balderen, ndd. balleren lärmendes geräusch machen Br. W. 
1, 44; Grimm 1, 1093; Wedgwood 1, 98; vgl. dash. 

Baldrick, baldric gürtel, degengehenk; ahd. balderich; 
mlat. baldrellus, baldringus Duc. 1, 494; altfr. baudre (baldret) 
pr. baudrat; vgl. nfr. baudrier, it. budriere, pg. boldrie; das wort 
weist weiter zurück auf ags. belt, lat. balteus gürtel; s. belt; 
Diez 562; H, 210; vgl. Dief. Or. Eur. 240. 

Bale. Verschiedene stamme sind in dem worte zusammen- 
geflossen, das überdies mit bail vielfach verschwimmt. Man kann 
etwa unterscheiden: 1. noth, quäl, trübsal; ags. bealu, bealo in 
dens. bedeut.; der lautübergang wie in ealu = ale; alts. balu, 
altn. böl übel, ahd. balo bosheit, strafe u. s. w. palemunt böser 



— 47 — 

Schirmherr, nhd. ballmoBd Sanders 1, 73; zu dem goth. balva- 
yesei bosheit, balveins quäl, strafe. Dief. 1, 272. Auch dies 
bale oft, besonders altengl. bail. — . 2. ballen, verpacken; 
fir. balle, it. balla, nhd. balle, ballen, mlat , balla, bala — neben- 
form Ton ball; hierher auch z. b. bale ballen =10 riess papier 
u. 8. w. 8. bale oder bail (out water) ausschöpfen, dän. balle, 
ndl. balie, uitbalien (tgl. fr. baquet, bacqueter) in derselben be- 
deutong; nhd. ausbalgen Grimm 1, 827 zu balge, balje 1, 1086; 
ndd. balje zuber, badewanne Br. W. 1, 44; vgl. engl, pail 
eimer — hierher auch die veraltete bedeutung von bale „bauch ;'' 
vgl. belly wie ndd. balg = bauch Br. W. 1, 43; die begriffs- 
entwicklung scheint also etwa zu sein: „balg, schlauch, bauch, 
gefass, gefäss zum schöpfen" u. s. w. vgl. Dief. 1, 270 unter dem 
goth. balgs u. 8. belly. 4. bale (bail) Wachtfeuer, signal- 
feuer; ags. bael feuer, brand, altn. bäl Scheiterhaufen. 

B a 1 i 8 1 e r armbrust ; nhd . balester kugeiarmbrust ; vgl. Weigand 
1, 97; it. balestra, mlat. balestrum, balestra, balistarius arcus 
von dem lat. balista, ballista, ballistra zu dem gr. ßakkeiv werfen. 

Balk balke, furchenrain, querstrich, fehler, hindern, tauschen 
u. s. w. ; ags. balca, bolca, alts. balco, ndl. balk, altn. bialki und 
bälkr, schwd. bjelke, dän. bjälke, ahd. palcho, mnhd. balke* dem 
auch viele der engl, bedeutungen eignen; Grimm 1, 1089 ff.; 
goth. fehlt das wort, dafür ans, und der weitere Ursprung ist 
dunkel. Der abgezogene begriff „vorbeigehen, unberührt lassen, 
verfehlen" kann von dem sinnlichen „einen balken bei dem pflü- 
gen lassen" ausgegangen sein; ferner berühren sich „hindern, 
hindemiss" mit „einen balken in den weg legen, einen balken, 
querstrich machen ; " der grundbegriff ist doch wohl das lat. 
tignum, trabs, und kaum, wieWedgwood will „der furchenrain;" 
vgl. kelt. bale = a ridge of earth between two furrows; die litth. 
lett. balkis, russ. balka, poln. balka, belka scheinen nach Grimm erst 
entlehnt, da sie altslav., böhn]. u. s. w. fehlen. 

Ball; wie im nhd. sind besoiiders zwei verschiedene ball 
auseinanderzuhalten, wenn auch weiter aufwärts beide wahrschein- 
lich zusammengehören: 

1. ball, kugel, ballen (bale); fr. balle, it. balla und davon 
abgeleitet it. ballone, fr. ballon, engl, balloon, sowie fr. ballot, 
ballotte, engl, ballot. (Scheler 27: „ballotter, se renvoyer la 
balle ; dans le sens de donner des suffirages, ce verbe vient du subst. 
ballotte, petit buUetin, ou petite balle de diverses couleurs, servant 



— 48 — 

ä tirer aa sort dans leB elections.) Nun aber aach ahd. pallo, 
palla, mhd. bal, balle, nhd. ball, balle; ndl. bal, altn. böllr, schwd. 
ball, dän. bold; man denkt theils an den im goth. balgs (vgl. 
bale, bellj) zu gründe liegenden stamm mit der bedeutung 
des schwellens, theils an das lat. pila, gr. 7ccilla, Jtälkeiv schwin- 
gen, etwa auch ßdXXäiv werfen; vgl. Grimm 1, 1090 ff. u. Diez 
40; I, 48. 

2. ball, tanzgesellschaft ; fr. bal, it. ballo zu dem it. ballare, 
altfir. baier tanzen aus mff. ßakkil^etv tanzen, gr. ßaU^iv werfen. 
„Das ballwerfen war in dem mittelalter, wie bei den Griechen, 
ein mit gesang und tanz verbundenes spiel, davon in den rom. 
sprachen ballare tanzen;^* W. Wackernagel altfr. Lieder 236; 
so gehört dazu engl, bal lad, it. ballata, fr. ballade, nhd. bailade 
eigtl. tanzlied, dann ballade; ferner ballet, it. ballet, nhd. ballet; 
it. balletto diminutiv von ballo tanzfest. Vgl. noch Scheler 26. 
27; Weigand 1, 98; sowie über einen weitverbreiteten stamm 
bal (bil, bul) mit der bedeutung „blasen, schwellen, runden^^ 
Dief. 1, 283 ff. 

Ballast bailast; ndl. nhd. ballast, dän. bag-lest; von dem 
letzteren worte ausgehend, nahm man es als entstanden aus bac-, 
back-last, dän. bag-laes rücklast, rückfracht ; so wäre nach Wedg- 
wood 1, 101 ballast eigentlich die rückfracht ' des leeren schiffes, 
oder, da dies wenig zur sache zu stimmen scheint, nach Wei- 
gand 1, 98 die hinterlast, last hinter oder unter der eigentlichen 
ladung. Vielmehr ist es nach Mahn dem kelt. bal, ir. beal sand, 
Sandbank und lasd, lad last, ladung entsprungen und die andern 
formen wie baglast, barlast u. s. w. sind nur Verstümmlungen 
und angleichungen ; vgl. Heyse 98 und Scheler 197. 

Bailock hode; altengl. ballokke, ags. bealluc; es mag in der 
ursprünglichen bedeutung eines rundlich angeschwollenen körpers 
(vgl. ndl. klooten ballen, hoden) zu bellan = tumere gehören; 
Etm. 282; Dief. 1, 283; vgl. ball, bell. 

ßalm baisam; neben dem volleren b als am aus dem lat. 
gr. balsamum (fr. bäume), ßakaa^wv, was selbst entlehnt scheint 
aus arab. balasän; auf diese form weist auch das goth. balsan 
zurück. 

Baltic (the Baltic sea) das baltische meer; neulat. mare 
Balticum, von dem lat. balteus gürtel, altn. belti u. s. w. ; s. unter 
belt; Grimm 1, 1455 erinnert aber auch an Baltia bei Plin. 4, 
13 und das litth. baltas weiss. 



— 49 — 

Baiaster gelandersäule ; gewöhnlich im plurale balosters, 
ballusters, ballisters, bannisters ; fr. balustre, &. engl. nhd. balustrade 
aus dem lat. gr. balaastium, ßakavOTtoVy sp. pg. balaustra, balausptia, 
it. balaostra blüthe des gratiatbaums , nach einer ähnlichkeit der 
form angewandt auf Verzierungen eines geländers und dann, auf 
dieses selbst; Diez 39; I, 47. 

Bamboozle zimi besten haben, betrügen; schott. bombaze, 
bmnbaze erschrecken, in erstaunen setzen; das einfache bam in 
demselben sinne ist wohl eher daraus verkürzt als das Stamm- 
wort dazu. Wedgwood 1, 102 denkt an eine Zusammensetzung aus 
bam, bum = to hum und dem ndl. baesen =>= delirare, conftise 
with noise; verbaesen = stupefacere, attonitum reddere. 

Ban bann, Verkündigung, fluch u. s. w. ; ir. ban, mlat: 
bannos, bannum; deutscher abkunft: ahd. pan, mhd. ban, nhd. 
bann, ags. (ge-) ban, frs. bon, ndl. ban, altn. bann, schwd. bann, 
dan. band zu goth. bandva zeichen, bandvjan bezeichnen, ahd. 
pannaTi das gericht bezeichnen, woraus it. bandire, fr. banuir, 
engl, banish geworden zu sein scheint; vgl. dazu abandon, 
band, banner u. s. w. Diez 42; I, 50; Grimni'l, 1113 sowie 
über die ganze weitverzweigte familie Dief. 1, 296 — 300. 

Band band, bände u. s. w. ; &. bände, it. sp. pr. banda; 
aber auch goth. bandi fessel ; altn. schwd. band, ndl. bandt, band, 
dan. baand, ahd. pant, mhd. bant, nhd. band u. s. w.; vgl. Diez 
41; I, 49; Grinmi 1; 1096; die weitverzweigte familie der hier- 
hergehorigen Wörter scheint erst aus dem german. bindan (vgl. 
bind) in das romanische eingedrungen, aus diesem aber vieles 
in das engl. nhd. zurückgekommen zu sein. Das engl, band 
hat jedenfalls seinen nächsten Ursprung nicht allein in dem ags., 
wo allerdings bend fessel, band ist, sondern zumal für die be- 
deutong bände ist gewiss die romanische Vermittlung anzu- 
nehmen. Um nur nach einer seite hin den gang der begriffs- 
entwicklung anzudeuten, so konnte das roman. banda, fr. bände 
sich leicht zu der bedeutung „verbundene gesellschaft'' entwickeln, 
um so mehr, als nun auch vielfach und frühzeitig die begriffe 
„band, fahne, erkennungszeichen , truppe^^ sich darboten; vgl. 
goth. bandva zeichen, bei Paul. Diaconus 1, 20: „vexillum quod 
bandum appellant;^' dann it. bandiera, &. banniere, banderolle 
woraus engl, banner, banneret, bannerol; mhd. baniere, 
nhd. banner und pannier u. s. w. S. Wedgwood 1, 108; Dief. 1, 
296 ff. sowie engl, bond und für die entwicklung der formen 

Httller, Elym. Wörlerbach. 4 



— 60 — 

im nhd. Kehrein 230 flF. 247. Hierher gehört z. b. bandy hin 
und her schlagen, fr. bander den ball von einer seite zu der 
andern treiben; bandy-legged aber vom fr. bände gespannt, 
gebogen ; vgl. b e n d und s. über die allerdings verschieden denk- 
bare begriflfeentwicklung auch Scheler 27. 

Bandit räuber; fr. bandit, nhd. bandit, it. bandito (daher 
auch engl, der plur. banditti) von dem it. bandire; mlat. bannire, 
fr. bannir, engl, banish verbannen, also zu ban. 

Bandog kettenhund; aus band-dog, wie ndl. Kilian : „band- 
hond canis vincuUs assuetus, et canis pecuarius, pastoralis/^ bei 
Wedgwood 1, 106. 

Baue gift, verderben; ags. ben wunde; bana, bona mörder; 
altn. bani mörder, bana tödten, dän. schwd. banemord, tödtung, 
ahd. bana todtschlag, mhd. bane verderben; zu dem goth. banja 
schlag, wunde; über dessen weitere Verwandtschaft vgl. Dief. 

1, 273. ßopp V. Gr. 3, 205. (gr. (psvo), skr. han aus dhan.) 

Bang schlagen; hangle prügel; es scheint aus dem skan- 
dinav. gebiete in das engl, herübergekommen zu sein ; altn. bänga 
klopfen, schlagen, schwd. bänga, dän. banke; sehr nahe hegen 
aber auch die deutschen bangen, bangein schlagen u. s. w. ; ben- 
gel prügel. Grimm 1, 1104, 1471; Br. W. 1, 76; Grimm Gr. 

2, 61; bingan No. 607; vgl. bun. 

Banian-days fasttage der seeleute; vgl. Chambers's Encl. 
1, 668; bani ans ist der name gewisser leute, besonders kaufleute 
in Indien, welche sich streng aller thierischen nahrung enthalten; 
sie gehören zu 'der dritten käste Vaisya; der indische name be- 
deutet zunächst nur „kau&iann,^^ von dem skr. banij. 

Banish verbannen; fr. bamiir. üeber die bildungssylbe ish 
vgl. Mätzner 1, 465, über den stamm band. 

Bank bank; ags. banc hügel; fr. le banc und la banque. 
Das wort ist in den german. sprachen von anfang an — nur ein 
goth. bagks? mangelt — weit verbreitet, ahd. panch, mhd. der 
und die banc, alts. nhd. ndl. bank, altn. bekkr, schwd. dän. 
bänk; Grimm 1, 1105 ff.; daher erst stammen die roman. aus- 
drücke (it. sp. pg. banco, pr. fr. banc u. s. w. allerdings auch 
kymr. banc ; s. Diez 41 ; I, 49) sind aber dann als kunstausdrücke 
des Spiels u. s. w. vielfach zurückgekehrt. Von banc war schon 
ags. geschieden benc, was im engl, regelmässig zu b euch geworden 
ist, während bank theils an das ags. banc, theils an die roma- 
nischen formen sich anlehnt. — Hierher z. b. bankrupt bank- 



— 61 — 

rott; fr. banqueroute aus it. bancorotto (rotto = lat. ruptus ge- 
brocben, was im engl, wie oft wieder deutUcher hervortritt), weil 
dem zahlungsunfähigen Wechsler, kaufmann seine bank öffentlich 
zerbrochen wurde; vgl. banco auch im engl. ; femer banquet 
gastmahl, fr. banquet, it. banchetto eigtl. eine kleine bank, dann 
tisch, gelage u. s. w.; ebenso banquet, oder ganz unverändert 
fr. banquette brustwehr, erdbank. 

Banner u. s. w. ; siehe unter band. 

Banter spotten, scherz; Johnson's ableitung von dem fr. 
badiner ist kaum glauHUch; Wedgwood 1, 109 führt aus ßi- 
chardson die folgende stelle Swift's an: „When wit has any 
mixture of raillery, it is but calling it banter, and the work is 
done. This polite word of theirs was first borrowed from the 
bullies in White Friars, then feil among the footmen, and at 
last retired to the pedants — buf if this bantering, as they call 
it, be so despicable a thing etc. ;^^ erklärt ist damit freilich sehr 
wenig; Worcester vergleicht auch nur das fr. badiner. 

B a n 1 1 i n g kleines kind — im wickelbande — s wathing band, 
wie nestUng ein junger vogel noch im neste; vgl. über das t 
statt dz. b. antler aus deiü fr. andouiller, sowie Mätzner 1, 
129; über die ableitungssylbe ling Mätzner 1, 444. 

Bar barre, sperren u. s. w.; fr. barre, it. sp. pg. barra; 
das Zeitwort fr. barrer u. s. w; es scheint aus dem kelt. bar 
spitze, ast in das roman. , dann erst in das deutsche mhd. bar, 
barre, nhd. barre und ins engl, gedrungen zu sein; derselbe 
stamm etwa in dem ahd. sparro, nhd. sparre, sperren, it. sbarro, 
sbarra, sbarrare; dazu gehören dann barrier, fr. barriere, 
barrister; vgl. das fr. barreau als gerichtsausdruck , sowie 
barricade, embarrass u. s. w. S. Diez 47; I, 56; und fiir 
die hierher gehörigen fremdwörter im nhd. Heyse 103; Rapp 
No. 348. par eisen — erkennt bar in der ursprünglichen bedeutung 
metallstange als identisch mit lat. ferrum eisen. . 

Barb. 1. hart, Widerhaken, fischart; zu fr. barbe hart, 
lat. barba; dazu barb 6 r, it. barbiero, mlat. barbarius, fr. nhd. 
barbier. „The barb of an arrow is the beard-like jag on the 
head of an arrow directed backwards etc." Wedgwood 1, 109 ; 
fr. barbelle; barbele. Auch der fisch engl, barb, barbel, it. 
barbio, sp. barbo, fr. barbeau (barbel), lat. barbus, nhd. »barbe 
ist der bartfisch von seinen bartfäden. 



— 62 — 

Barb. 2. berberross; auch fr. barbe verstümmelt aus dem 
altfr. barbare von den Berbern in Nordafrika, deren name ur- 
sprünglich ^ohl orientalisch vielfach mit dem lat. gr. barbarus, 
ßaQßaQog gemischt ward; vgl. Heyse 111, wonach die Berbern 
arab. die landbewohner im gegensatz zu den Mauern als Stadt- 
bewohnern wären. 

Barb. 3. .pferderüstung ; ist nach Wedgwood 1, 109. ent- 
stellt (vielleicht mit anlehnung an barb. 1.) aus dem fr. barde 
^pferderüstung; über dieses vgl. bard. 3. und Diez 44; I, 53. — 
Zu barb. 1. gehören auch barb et pudel (auch ein vogel) ver- 
mittels des fr. barbet pudel; ferner etwa fire in barbe zu fr. 
barbette batterie ohne brustwehr, oder eigtl. die plattform, auf 
welcher stehend die kanonen frei über die brustwehr weg feuern. 

^ßarbecue ein ganzes gebratenes thier, seh wein in West- 
indien. „It was the custom of those savages (the Caribs), when 
they took prisoners, to cook their flesh on a kind of grate called 
„barbacoa," whence the term barbecue;" Wedgwood 1, 254. 

Barberry berberize; auch engL berberis, berberi, fr. ber- 
beris von dem neulat. berberis aus dem arab. berbaris, barbäris 
Sauerdorn; in der form barberry seinem letzten theile nach an- 
gelehnt an berry beere. 

Barbican oder barbacan schiessloch, schanze, brücken- 
kopf u. B. w. ; fr. barbacane, it. barbacane , sp. pr. barbacana, 
pg. barbacäo — bei Bosworth und Lye bereits als ags. barbacan, 
barbycan aufgeführt — nach Diez 43; I, 52 arab. herkunfk; 
Wedgwood 1, 97 nimmt an, dass es aus demselben pers. bäla 
khaneh oberes zimmer entstanden sei, aus welchem er mit an- 
deren balcony herleitet. Vgl. Scheler 28. 

Bard. 1. barde, sänger; mlat. bardus, kelt. Ursprungs; bardd, 
bret. barz bezeichnung der dichter und sänger, entweder von dem 
Wallis, bar wuth, begeisterung, oder von dem ir. armor. bar aus- 
gezeichnet, glänzend, gelehrt; Dief Or. Eur. 245. 

Bard. 2. dünner speckschnitt; fr. barde (Scheler 28: barde, 
tranche de lard et bardeau, ais mince et bourt, du vha. barta, in- 
strument tranchant). 

Bard. 3. pferdehamisch; (vgl. barb. 3.); aus dem fr. barde; die 
herkunft des fr. Wortes ungewiss ; Diez 44 ; I, 53 erinnert fiir das- 
selbe wie für bardeau schindel, bardot lastthier an das nord. 
bardi schild. 



— 83 — 

Bard. 4. in to bard wool „die wolle dea kopfes und halses 
?on dem anderen vliesse sondern," .wechselt mit to beard und 
steht wohl nur für dieses wort. 

Bare baar, bloss; ags. bar, bär, altn. berr, schwd. dän. 
bar, ahd. par, mhd. bar, nhd. ndl. baar; Grimm 1, 1055; wo- 
nach es nicht, wie Wedgwood, Schwenck und andere wollen, zu 
dem stamme bear tragen, ndd. beren, sondern eher zu dem 
ron berry zn ziehen wäre; das zeitwort to bare entblössen, 
berauben beruht zunächst auf dem ags. barian, äbarian ent- 
blössen, enthüllen. 

Bargain handeln, handel, kauf; altfr. barguigner,. bargaig- 
ner knickern, zaudern bei dem handel; bargaine ceremonie; it. 
bargagno unterhandeln, handeln. „So ruht das wort vielleicht auf 
barca fahrzeug, das n^ch Isidorus definition die waaren hin- und 
herbringt, sodass bargagno ursprünglich das hin- und herhandeln 
bedeutete." Diez 45; I, 53. 

Bärge barke; fr. bar^e kleines schiff, nhd. barke ist nur 
aebenform von dem folgenden worte. 

Bark. 1. barke; fr. barque, it. sp. pg. pr. barca (aber auch 
altn. barkr schiff), mlat. barca, barcha, barga (schon bei Isidor. 
19, 1, 19: barca, quae cuncta navis commercia ad littora portat) 
sodann altfr. bärge, nfr. berge ; die verschiede4en formen scheinen 
za beruhen auf dem gr. ßccglg, vermittels eines spätlat. barica; 
gr. lat. baris; ^^ßagig apud Aegyptios dicebatur cymba, qua 
cadavera vectabant ad sepulturam;" Propert. „Baridos et contis 
rostra Libuma sequi;" cf. Herodot 2, 41. 96; kopt. bari, barahe; 
Diez 44; 1, 52. 

Bark. 2. borke, rinde; altn. börkr, schwd. dän. bark; altn. 
barka = cutem induere, cortice tingere ; birkja = decorticare ; in 
das englische und deutsche scheint das wort erst aus dem norden 
eingedrungen zu sein, wenigstens ist das nhd. borke ursprünglich 
ndd. altclev. borke, barck Br. W. 1, 122; Grimm 2, 243; etwa 
verwandt mit birke, engl, birch. 

Bark. 3. bellen; ags. beorcan, borcjan; vgl. das altn. barki 
kehle. 

Barley gerste; das ags. wort ist bere und so noch schott. 
bear; zu dem goth. barizeins gersten, altn. barr gerste; jeden- 
falls auf diesen stamm zurückweisend mag das engl, wort doch 
zunächst aus dem kelt. herübergenommen sein; kymr. barllys, 
kom. barliz, was erklärt wird, als bara, bar, barr kom und llys 



— 54 — 

pflanze; vgl. Dief. 1, 287 ff. Grimm 1, 1138: „baris, bere eat- 
spricht aber dem lat. far, farrig und farina gerstenmehl, und ist, wie 
dieses von ferre, abzuleiten von der reichen wurzel bairan, beran.*' 



Barm. 1. bärme, hefen; ags. beorma, nhd. barme, bänae 
aus dem ndd. aufgenommen neben dem gewöhnlichen nhd. hefen, 
ndl. hef scheint zu heran, engl. bear. 1. zu gehören, wie hefen 
zu heben, fr. levain zu lever; Br. W. 1, 55; Grimm 1, 1134; es 
findet sich auch in dem schwd. berma, dän. härme wieder; vgl, 
Dief. 1, 326. 

Barm. 2. schoos (bei Chaucer, Gower und mundartl. noch; 
besonders in einigen Zusammensetzungen barm-cloth, barm-skin 
schürze); ags. bearm; bearm-cläd, bearm-hrägel ^tm. 284; goth. 
barms, alts. barm, altn. barmr, schwd. dän. barm, ahd. paranL, 
mhd. barm, nhd. barm-herzig; Grimm 1, 1134 flF; Dief. 1, 287. 

Barn. 1. scheune; schott. bern; ags. bem, beren, berern, 
bere-ern d. i. gerstenhaus, wie bere-flör und bere -tun komhof, 
landgut, engl, bar ton; vgl. das nhd. fast verloren gegangene 
harn krippe und darüber Grimm 1, 1137 flf. sowie barley. 

Barn. 2. kind; Shaksp. beam, bairn, bam und so noch 
schott ; einst in allen germanischen sprachen gemein, goth. bam ; 
ags. beam kind neben beom held; alts. barn, mndl. baren, frs. 
bem, altn. schwd. dän. bam, ahd. pam, mhd. bam — jetzt nur 
noch in den nordischen und friesischen sprachen übUch; Grimm 
1, 1137: „von der wurzel bairan, heran, wie rtAvoVy Ttxoi^ von 
T&ieiv, tUtuv und dem goth. berusis parens zur seitej aus den 
urverwandten sprachen begegnet litth. bernas, lett. behms kind, 
söhn, knecht;*' vgl. bear. 1. u. Dief. 1, 258 fi*. 

Barnacle,bernacle entenmuschel (lepas anatifera), baum- 
gans (anas leucopsis) ; diese nach jener benannt, weil man glaubte, 
dass sie daraus entstände, Chambers's Encl. 1, 700; nach Wedg- 
wood' kelt. Ursprungs, indem manx. baym mutze, deckel, barnägh 
eine ähnlich gestaltete muschel bedeute; gael. baimeach und 
welsch brenig; im fr. kehrt derselbe name des vogels barnache, 
bamacle wieder. 

Barnacles nasenklemme, brille; es könnte wohl dasselbe 
wort wie das vorige sein, indem das instmment nach einer ge- 
wissen formähnUchkeit den namen erhalten hätte ; Wedgwood 1, 
114 will es mit den ihrem Ursprünge nach selbst sehr unklaren 
fr. Wörtern bomi blind, bomicle schielend u. s. w. in Verbindung 
bringen; vgl. Scheler 38; Diez 62; I, 77. 



— 56 — 

Baron baron; fr. baron, it. barone, sp. varon, pg. varäo, 
pr. bar (accus, baro), altfr. ber (accus, baron), mlat. baro und 
baros; das wort bedeutete zunächst den mann im gegensatz zur 
frau (noch fr. engl, baron and femme in der rechtssprache, 
heraldik u. s. w.), dann den starken, freien mann, den hochge- 
borenen Vasallen. Die ableitung ist sehr zweifelhaft; das lat. 
baro, das ahd. bero träger zu bairan, heran, d^as kelt. bar held 
hat man darin erkennen zu müssen geglaubt oder an lat. vir, 
goth. vair, oder wieder an goth. bam, ags. beom gedacht. 
ä. Diez 45; 1, 54 ff. u. Ajah. 14. Scheler 29; baronet ist 
natürlich Verkleinerungswort von baron, wenn auch im engl, 
vielleicht verwechselt mit banneret; Wedgwood 1, 115; vgl. 
Dief. Or. Eur. 250. 

Barrack baracke, hütte, barracks kaseme; fr. baraque, 
it. baracca, sp. barraca aus barra abgeleitet (vgl. bar) wie das 
gleichbedeutende it. trabacca vom lat. trabs balken; nahe tritt 
auch das gael. barrachad hütte von barrach zweige; Wedgwood 
1, 115. Für die begriffsentwicklung vgl. b rot hei. Spanische 
etymologen sagen, es sei aus dem arab. barracas fischerhütte 
zuerst in das span. gekommen; mlat. erscheint es in der form 
baraca, baracha; s. Schwenck 41; Diez 43; I, 51. 

Barracan (barragan, barrakan) berkan; altfr. barre- 
cau, nfr. bouracan, it. baracane, sp. barragan, pg. barregana, 
mhd. barragan, barkän, nhd. berkan imd barchent, mlat. parcä- 
nus, eigentl. barrac&nus ein zeug aus kameel- oder Ziegenhaaren ; 
vgl. camelot. Der name stammt aus dem Oriente; das arab. 
barrakan, barkan bezeichnet ein schwarzes gewand. 

Barrator händelstifter, betrüger, barratry waarenf älschung, 
baratterie (altengl. baret, barette betrug, list) hart er tauschen, 
tauschhandel ; die Wörter stammen aus dem roman. altfr. barate, 
barete betrügerischer handel oder tausch, bareter prellen, it. ba- 
ratto, barattare, pr. barat, altsp. barato, mlat. barata = fraus, 
dolus qui fit in contractibus vel venditionibus. Der Ursprung 
des romanischen Wortes ist nicht ganz aufgehellt ; unter den Ver- 
schiedenen erklärungsversuchen ist sehr ansprechend der von 
Diez 43; I, 51: „ein wort, das dem begriffe vollkommen genügt, 
ist gr. TtQdrteiv handeln, geschäfte, geldgeschäfte machen, kniffe 
brauchen; von den griechischen kaufleuten konnte es das abend- 
laud Entlehnen; wegen b aus dem gr. 7t vgl. boite zu Jtv^ig u. 
andere; der Serbe hat augenscheinlich dasselbe wort baratati 



— 56 — 

geschäfte treiben;'^ nicht unpassend vergleicht Scheler 28 unser 
aus dem hebr. sächar herumziehen, handeln entstandenes schachern. 

Barrel fass u. s. w. ; fr. baril, altfr. bareil, bariel, sp. pg. 
barril, it. barile; kymr. baril, gael. baraill, mlat. barile, barillns; 
ableitung von bar, rom. barra. 

Barren unfruchtbar; altengl. barrayne; altfr. baraigue. 
mundartl. bereigne, breine, nfr. brehaigne; Diez 579; 11, 229 f. 
will es nach der ältesten form baraigne von bar mann (vgl. 
baron) ableiten, sodass es eigtl. raannweib bedeutet habe, dann 
„keine kinder gebährend;" er vergleicht dazu sp. machorra von 
macho man, pr. toriga von taur stier, ja schon lat. taura un- 
fruchtbare kuh von taurus stier. Das bret, brec'hafl geht den 
andern keltischen mundarten ab; noch weniger dürfte an das 
nhd. brach, ndl. braeck (unbebaut, zu dem zeitwort brechen; 
s. Grimm 2, 281 ff.) zu denken sein, die zu der ältesten form 
baraigne wenig stimmen. 

Barricade barrikade; fr. barricade, it. barricata von dem 
fr. barrique , sp. barrica , also mit baril zu barra stange , stab 
(vgl. barrel, bar); man denkt auch an das altfr. barri hinder- 
niss, barrier versperren und jedenfalls liegen fr. barre, barriere 
in form und begriff nahe; aber zunächst scheint das wort doch 
aus barrique entstanden und wird im zusammenhange damit em- 
pfunden ; (Dict. de T Acad. barricade s. f. espece de retranchement 
qu'on fait avec des barriques remplies de terre etc) ; Wedgwood 
1, 116 will es unmittelbar von barre ableiten und vergleicht 
caValcade, allein da vermisst man das vermittelnde zeitwort barri- 
care, wie cavalcare, fr. chevaucher. 

Barrier barriere; fr. barriere, it. barriera, sowie barrister 
anwalt (bar gerichtsschranke, fr. barreau) von dem roman. barra; 
vgl. bar. 

Barrow. 1. trage, bahre, wheel-barrow Schubkarren; 
das vielverbreitete wort von dem stamme bairan (vgl. bear. 1.) 
zeigt sich theils als reine ableitung ahd. pära, m^d. bare, nhd. 
bahre, alts. bära, mndl. baar, ags. baer, bere, theils mit ange- 
fügtem g (eigtl. i, j) ; so ndl. berrie, mundartl. deutsch radeberge 
= wheel-barrow ; das engl, barrow muss aus einer form der art 
entstanden sein ; ags. berewe (bei Somner) ; vgl. über die endung 
ow Mätzner 1, 118; eigentlich dasselbe wort nur durch das 
romanische hindurchgegangen ist hier, fr. biere bahre Diez 42; 
I, 51; die roman. Wörter nämlich (fr. biere, selten bar, bard; 



— 67 — 

YgL Scheler 28 ; it. bara, pr. bera todtenbahre, tragsessel, churw. 
bara leiche, burr tragbahre) sind erst dem deatschen entnommen 
ans ahd. pära, bara; vgl. Dief. 1, 260. 

Barrow. 2. hügel, grabhügel; ags. beorg (beorh) berg, 
anch in dem sinne grabhügel; ,,Yorhton mid stanum änne steapne 
beorh him ofer" ; Josna 7, 26 ; vgl. Beov. 2807. 3097 ; demnach das 
goÜL bairgs (in bairgahei), nhd. berg n. s. w. Dief. 1, 262 ; leicht 
mischen mochte sich mit diesem barrow ein anderes ags. bearu, gen. 
beamwes, bearwes hain, wald, was in eigennamen noch erscheint, 
aber anch im kelt auftritt kymr. berfa, gael. barpa; Koch 1, 4. 

Barrow. 3. der geschnittene eher; ags. bearuh, bearh, bearg, 
ahd. pamc, parch, mhd. barh, nhd. barg, borg, horch, ndl.bargh; 
vgl. Grinun 6. d. d. S. 25. (lat. verres, skr. varähä.) 

Barter tauschen; s. anter barrator. 

Barth verschlag, obdach für das rieh; s. unter berth. 

Barton herrenhaus, nebenhaus; ags. bere-tun, wie bere-wic, 
engl, als eigenname Berwick; vgl. barley und barn. 1. 

Baritone, barytone bariton; fr. baryton, it. sp. baritono 
ron dem gr. ßaqmovog tieftonig. 

Base. 1. niedrig, tief, herabsetzen, bass (in diesem sinne bei 
gleicher ausspräche gewöhnlich bass geschrieben) ; von dem fr. 
bas, it bassQ niedrig, tief; spätlat. bassus fett, dick, kurz, dann 
erst niedrig; Isidorus: bassus = crassus, pinguis; Papias: bassus 
= curtus, humilis; dies wird dann von einigen auf den griech. 
comparativ ßäcaiov von ßadvg tief zurückgeführt, von andern auf 
keltischen Ursprung; allein es scheint echtlateinisch; vgl. den 
eigennamen Bassus; so Diez 47; I, 56; Dief. 1, 282; hierher 
bases (Shaksp. a pair of bases) eine hose, strumpfe, fr. bas 
abgekürzt aus bas de chausses; femer abäse, debase u. s. w. 

Base. 2. neben dem unveränderten basis; fr. base, lat. 
gr. basis, ßäaig gang (ßaivetv gehen), fuss, fussgestell. 

Base. 3. steht ausserdem in folge der ausspräche missver- 
standlich för bass^^bast, für bays=sbars z. b. to bid the 
base von dem barlaufen u. s. w. S. bass. 2. und bay. Anm. 

Bash sich schämen (bei Spenser), bashful; vgl. abash. 

Bashaw pascha; pers. bäschä verkürzt aus bädischäh, 
padischäh von päd beschützer, skr. pati herr, pä herrschen und 
schäh konig; nach andern wäre es pai-schah = ftiss des schah, 
also bildliche bezeichnung; nhd. als fremdwort pascha, bassa, 
padischäh, fr. pacha; Heyse 646. 



— 68 — 

Basil. 1. basilikum; lat. basilicum, gr, ßaaiknaov Ab,8 könig- 
liche (kraut), von ßaaiXevg könig, wegen des edlen duftes so ge- 
nannt; fr. basilic, mhd. basilie. Ebenhierher Basil als eigen- 
name, verkürzt aus dem gr. lat. Basilius. Ferner basilisk ba- 
silisk , ßaaikia^og, die asiatische königseidechse ; fabelhafte, köpf, 
flügel und fösse eines hahns an sich tragende schlänge, deren 
blick tödtet; der name daher, weil man sie wegen eines weissen 
flecks auf dem köpfe als gekrönt ansah; Wedgwood 1, 118. 
Später wurde die bezeichnung auf ein feldgeschütz übertragen u. s. w. 

Basil. 2. gehre, schräge, schiefer winkel eines meissels 
u. s. w.; vgl. Wedgwood 1, 150; fr. biseau, sp. bisel; etwa das- 
selbe wort* auch engl, bezel ringkasten; nach Diez 56; I, 70 
könnte es von dem lat. bis zweimal stammen, so dass der begriff 
„zweifach, doppelt" in den von „schief übergegangen sei^ 
Scheler 35: „biseau ne serait-il pas derive de bis comme signi- 
fiant bordure ä deux facettes taillees obliquement, en talus?'* 
vgl. bias. 

Bas in (bason) becken, bassin; fr. bassin, it. bacino, pr. 
bacin, mlat. baccinum, bacinus. Die gewöhnliche herleitung des 
roman. wortes aus dem ahd. bechi, bechin, nhd. becken ist 
nach Diez 35; I, 43 wegen des lautwandels zu verwerfen und 
vielmehr auf ein kelt. Stammwort bac höhlung zurückzugehen; 
vgL back. 2.; hierher bac inet, fr. bassinet. 

Bask sich wärmen, sonnen; nach Wedgwood 1, 118 ent- 
standen aus dem altn. baka sig (vid elld) sich an dem feuer 
wärmen, indem das mediale bakasc, bakaz — mit suffigiertem 
reflexivpronomen — zuerst baks, dann mit einer nicht ungewöhn- 
lichen Umstellung bask geworden sei; s. busk. ' Man kann dazu 
vergleichen das ndl. bakeren wärmen, zig in de zon bakeren; 
ndd. bakeren wärmen Br. W. 1, 39. 

Bask et korb; keltisches wort, welsch basg gefiecht, span- 
geflecht ; basged, basgod korb ; bereits bei Juvenal sat. 12 : „adde 
et bascaudas et mille escaria," und ausdrücklich als britisch be- 
zeichnet von Martialis: 

„Barbara de pictis veni bascauda Britannis 
Sed me jam mavult dicere Borna suam;" 
vgl. besonders Dief. Or. Eur. 251. 

Bass. 1. bass; fr. basse, it< basso, nhd. bass zu fr. bas 
niedrig, tief u. s. w. vgl. base. 1.; liierzu bassoon, fr. basson, 
it. bassone, ursprüngl. die ital. augmentativform'. 



— 59 — 

Bas 8. 2. neben bast bast, linde, bastmatte; ags. bäst lin- 
Jenrinde, bast; das wort ist in den germanischen sprachen mit 
versciiiedenen, doch nahe verwandten bedeutungen weit verbreitet ; 
(Irimm 1, 1148; altn. schwd. dän. ndl. mhd. nhd. bast, ahd. 
ftaäl. vielleicht von dem stamme binden, band ; vgl. bind. 

Bass. 3. seebaarsch, sander; es ist wohl nur nebenform von 
harse, ags. bears, ndl. baars, nhd. barsch; wegen des aus- 
fallenden r vergleiche man base. 3. fiir bars, femer nebenein- 
ander das nhd. barsch , altn. barsk = austerus , im ndd. basch, 
bask Br. W. 1 , 59 und überhaupt die engl, ausspräche des r; 
Mätzner 1, 52; 159. 

Bass. 4. küssen (bei More); fr. baiser, lat. basii^^e; vgl. 
bnss. 

Bastard bastard, unecht; altfir. bastard, nfr. bätard; it. sp. 
pg. bastardo, pr. bastart, mlat. bastardus und dann auch nhd. 
basbard, mhd. basthart, bastart, ndl. bastaart, bastert, litth. bös- 
tras; die eigentliche ableitung des weitverbreiteten Wortes ist 
schwierig; der letzte theil scheint nur ableitungssylbe zu sein, 
wiewohl man auch das wort hart, hard darin finden will. Am 
wahrscheinlichsten ist es das- altfr. pr. bast saumsattel, nfr. bat 
und die ursprüngl. deutsche endung art, ard; vgl. Diez 48; I, 57; 
Jvrheler 30; also gleich dem altfr. fils de bast, jetzt wohl miss- 
verständhch fils de bas söhn des saumsattels, altengl. begetin 
ö bast, a bast ibore, born in baste Wedgwood 1, 119. Die be- 
zeichnung wäre dann etwa, weil dergleichen uneheliche kinder 
oft ?on den maulthiertreibern auf saumsatteln gezeugt wurden, 
s. Cervantes Don Quijote c. 16. Mahn; vgl. die deutschen aus- 
drücke: bankert, von der bank fallen u. s. w. Grimm 1, 1111. 
Nach Grimm und Weigand 1, 109 anders: „das wort ist aus 
dem roman. und mlat. bastardus, kömmt zuerst in der 2. hälfbe 
des ll.jahrh. von Wilhelm dem Eroberer, dem natürlichen söhne 
des herzogs von der Normandie Robert II. (des teufeis) vor. 
Dies bastardus aber stammt aus dem altnord., wo ein, wie es 
scheint, in hieben «usdauemdes (unsprödes) wenngleich nicht 
aws dem reinsten metalle geschmiedetes schwert den namen 
bastardr, basthardr „hart wie bast" führte und damit als ein 
unechtes bezeichnet wird,'* s. genaueres bei Grimm 1, 1150; noch 
andere vermuthung bei Dief. 1, 281.' 

Baste; verschiedene stamme scheinen in dem worte gemischt, 
doch ist die abstammung im einzelnen kaum sicher genug, um 



— ttO — 

bestimmt scheiden zu können; baste heften, lose nähen ist nfr. 
bätir in demselben sinne, sp. bastear, it. imbastare, catal. embastar ; 
nach Diez 48 ; I, 58 f. vom ahd. bestan flicken (mhd. besten und 
noch nhd. besten, besteln, basten zu hast Grimm 1, 1676; vgl. 
bass. 2.); baste begiessen bei dem braten; rom. bastir heisst 
zubereiten (eigtl. stützen, bauen Diez 48. 49; I, 58), hat aber 
nirgends die specielle bedeutung; man könnte daher auch dabei 
eher an dän. at baste en steg einen braten braunen und die 
nhd. besten, entbästen ==: die haut (den hast) abziehen denkeu, 
weil man dies that, um das fleisch besser zu bräunen; hiervon 
könnte wieder baste prügeln nur eine bildliche anwendung sein, 
obwohl .es andrerseits an das roman. bastone it., fr. bäton er- 
innert, oder an altn. bejsta, schwd. bösta, dän. böste schlagen, 
durchprügeln; vgl. Wedgwood 1, 119 ff. 

Bastinade (bastinado) bastonnade, stockprügel (auf die 
fusssohlen) ; fr. bastonnade, it. bastonata, sp. bastonada zu it. bas- 
tone, nfr. bäton stock (auch im engl, als baston scherge, 
baton stab, knüttel). Ueber den Ursprung, den er auf das gr. 
ßaardteiv stützen, ßdara^ lastträger zurückführen möchte, vgl. 
Diez 48; I, 58; hierher dann auch bastion bastion, bastei, fr. 
bastion zu bätir bauen, mlat. und roman. bastire bauen. Scheler 30. 

Bat. 1. fledermaus, hure; altengl. hatte, aus dem mlat. blatta, 
blacta, batta = luciftiga, vespertiho (vledermus); das klassische 
blatta bedeutete nur verschiedene insekten, aber vorzugsweise 
lichtscheue (vgl. Vergil. Georg. 4, 243 blattae lucifugae); der 
Übergang der bedeutungen war demnach leicht; zu der form 
blacta vgl. das schott. bak, back, bakie-bird, schwd. nattbaka, 
dän. aftonbake fledermaus; Wedgwood 1, 122; Mätzner '1, 130. 

Bat. 2. keule, knüttel; (dazu batlet, batler, batstaff 
u. s. w.). Zunächst ist doch wohl an das fr. hatte schlägel zu 
fr. battre, it. battere, lat. batuere (Diez 49 ; I, 58) zu denken ; in- 
dessen fuhren Bosworth und EttmüUer nach Lye bereits ein ags. 
bat, bat fiistis, altn. beit lamina explanata sCh; Etm. 306; Dief. 
2, 414; und selbst zu beat könnte es nach form und bedeutung 
gehören. Unter den mancherlei übrigen bedeutungen von bat wer- 
den noch einige anders zu erklären sein. So steht es als abkürzung 
von Bartholomew, femer für „batzen;" vgl. Grimm 1, 1160. In 
bat-men stückknecht, bat-horses stückpferde scheint es das fr. 
bat packsattel zu sein; fr. cheval de bat; vgl. Chambers's 



— 61 — 

Encl. 1, 742 and über die abstammang von bat bastard 
und Diez 48; I, 58. Scheler 30. 

Batch gebäck, das auf einmal gebackene, derselbe schlag 
(the same batch), das für einmal zusammengehörige, das gleich- 
artige; zu bake backen; vgl. das nhd. fiatze masse, klumpen 
Grimm 1, 1160 und das schott. batch gesellschaft, bände. 

Bäte. 1. abnehmen, vermindern u. s. w. ; fiir abate aus 
dem fr. abattre (zu lat. batuere) niederschlagen, ablassen. „Com- 
pose de battre. La particule a repond au latin ab; aussi eoai- 
^^dt-on jadis abbattre. Ce verbe est peut-etre le seul qui presente 
encore une trace du latin ab." Scheler 1. Als ausdruek der 
Mknerei bat flattern, beizen, könnta es auch für das fr. battre 
(des ailes), sowie für bait. 2. stehen. 

Bäte. 2. streit; (Shaksp. vgl. make-bate Unruhestifter). 
Man wird ziuiächst an eine Verstümmlung aus d e b a t e zu denken 
haben; allerdings fuhrt Bosworth aus Lye bereits ein ags. bäte 
= contention an; vielleicht mischte sich mit dem fr. das ags. 
beadu, beado kampfr Ausserdem bleiben für bäte noch manche 
bedentungen mit fraglicher abkunft z. b. bäte holzfaser, kaum 
= bat. 2. ; to bäte wohlauf, zu pass; etwa zu dem stamQie von 
better; s. Dief. 1,289. 

Bath, bathe bad, baden; das wort mangek zwar in dem 
goth., findet sich aber sonst in allen den germanischen sprachen 
wieder; ags. bad, plur. badu bad, badjan baden; alts. bath, ndl. 
bad, ahd. päd, mhd. bat, nhd. bad nebst den entsprechenden 
Zeitwörtern ; weitere Verwandtschaft mit dem nhd. bähen erwärmen, 
warm baden , baden scheint abzuweisen ; vgl. Grimm 1 , 1069, 
wo vielmehr auf skr. bad, väd lavare, gr. ßoxhvg tief, ßamaiv 
tauchen hingedeutet wird. 

Batiug ausser, abgerechnet; eigentlich participium von 
bäte, abate abziehend; vgl. saving, durin g, sowie fr. durant 
a. 8. w. Mätzner 1, 407. 

Batist batist; fr. bätiste, altfr. baptiste, toile baptiste ent- 
weder von dem angeblichen erfinder Baptiste Chambray einem 
leinweber in Flandern im 13. jh. oder wahrscheinlicher „tauf- 
leinwand" (gr. ßaTtti^eiv u. s. w.) weil ein sehr feines leinen an- 
gewandt wurde, um kindem, die soeben die taufe erhalten batten, 
den köpf abzutrocknen; Heyse 106; vgl. Weigand 1, 110 und 
cambrick. 



— 62 — 

Battel und hatten mit der grundbedeutung „mästen, föt- 
tern, düngen," die aber wieder zu beruhen scheint auf der in- 
transitiven „gedeihen," erinnert auffallend an das oberdeutsche 
hatten frommen und eine menge andrer ableitungen des stanrmes 
bat (goth. batiza bessA", s. better) goth. gabatnan nutzen haben; 
doch will Grimm das hochdeutsche hatten davon .trennen, wie 
von dem ndd. ndl. baten; vgl. Grimm 1, 1158 und besonders 
Dief. 1, 289 anmerk. 1, wo die übrigen englischen Wörter bat- 
ful sehr fruchtbar, batner mastochse, battable anbaubar,' 
battel fett, fruchtbar hierhergezogen sind; man vgl. auch die 
ausdrücke der Oxforder Studenten battel, battler, battels. 

Nun aber mischen sich in battel wie in hatten ganz an- 
dere stamme ein: 1. battel fiirbattle kämpf; s. unter batter; 
Uattle'boot, Verkleinerungsform von dem ags. bat, engl, boat, 
zugleich aber vermittelt durch das roman. wort it. batto, battello, 
sp. batel, pr. batelh, fr. bateau (batel), was eben auf jenes ger- 
manische wort ags. bat, altn. bätr u. s. w. zurückgeführt wird; 
Diez 49; I, 59; Scheler 30. 2. hatten tannenbret, latte, leiste, we- 
berlade u. s. w. ; es gehört wohl zu bat. 2.; nach Wedgfwood 
1, 124i wäre es ein ursprünglich adjektivisches bat-en von bats 
holzstücke; vielleicht ist es aber firühzeitig aus fr. bäton selbst 
verderbt. 

Batter stossen, zermalmen (auch das batter der kochkunst); 
es ist das fr. battre schlagen, worüber bäte. 1.; dazu gehören 
dann eine anzahl weiterer den fr. ableitungen genau entsprechender 
bildungen: battery, fr. batterie; battle, fr. bataille, 4t. ba- 
taglia Schlacht; bereits bei Ädamantius martyr: „batualia quae 
vulgo battalia dicuntur;" dazu battalion, fr. bataillbn schlacht- 
haufe. Für den ausdruck batter überhängen, vorspringen (von 
mauern) vgl. man das nhd. sich werfen. Femerist battle-door 
(battle-dore) ballschlägel jedenfalls angeglichen aus dem nicht 
mehr verstandenen romanischen ausdrucke, nur nicht wie Smart 
will, aus bat dore, sondern aus it. battadore drescher, sp. bata- 
dor Waschbleuel, fr. batadoir „bancs pour laver les langes des 
enfants;" batadeur, batadour schlagstein im puffspi«l; battle- 
ment zinne, embattled mit zinnen versehen, aber auch „in 
Schlachtordnung gestellt" entsprechen dem it. battagliere zinne, be- 
festigtes dach. Wie in den bedeutungen hier nahe berührung statt 
fand — bauwerke zur vertheidigung im kämpfe — so wird man bei 
den formen nicht nur an battle, batter, sondern auch an 



— 63 — 

fr. bastiUe, bastion, bastir, bätir bauen zu denken haben; vgl. 
Wedgwood 1, 125. 

Baubee (babee, bawbee) ein halber penny; „the origin 
of the term is obscure, but it is most probably a corruption of 
bas billon. In the plural form the word is often popularly used 
in Scotland to signify mon^y generally. In Scottish song baubee 
is synonymous with a girPs fortune or marriage - portion , as 
Jenny's baubee." Chambers's Encl. 1, 762. 

Baudekin, bawdkin; s. unter baldachin. 

Baufrey; s. unter belfrey. 

Bavin reisholz; Wedgwood 1, 126 vergleicht das altfr. baflFe 
bündel, reisbündel. 

Bawble (bauble) tand, narrenpritsche ; in seinem allge- 
meinem sinne mag es das fir. babioles kinderpossen (nach Frisch 
mlat. baubellae; vgl. Diez 34; I, 41; Scheler 25 und habe, 
baby) sein. Zu bai^ble in dem ausdrucke the fool's bauble 
fuhrt Wedgwood 1, 125 an: „BabuUe or bable, librilla, pegma. 
Libnlla dieitur instrumentum librandi, a bable or a dogge malyote. 
Pegma, baculus cum massa plumbi in summitate pendente." 

Bawd kuppeln, kuppler u. s. w. (dazu bawdy, bawdry); 
darf man annehmen , dass der ursprüngliche sinn nicht dirty ist 
(dies behauptet Wedgwood nach einigen stellen Chaucer's und 
denkt darum an to baw == to void the bowels und an den kelt. 
stamm baw = dirt, filth, excrement ; - vgl. Dief. 1, 280) sondern 
rielmehr „üppig, geil, unzüchtig," worauf dann sehr leicht 
Mschmutzig" wird, so bietet sich zunächst das altfr. band (nfr. 
bandir, s'ebaudir) it. baldo keck, lustig, üppig, was auf german. 
Ursprung, goth. bal|>s (vgl. bald, hold) zurückgeführt wird. 
Diez 39; 1, 47: Dief. 1, 271. 

Bawl schreien, rufen; Wedgwood 1, 127, der es als natur- 
laut erklärt, zieht als analogien herbei unter andern das lat. 
baubari bellen, piemont. baul^ bellen, laut sprechen ; am nächsten 
ffir das engl, liegen altn. bella = impingere, coUidere, ags. bellan 
Etm. 282, nhd. bellen, besonders auch in den alten starken ab- 
lantsformen, ball, beall, boU u. s. w. isl. baula = to low or 
bellow as an ox; vgl. über weitere Verwandtschaft und begriffs- 
entwicklung bell, bellow und Grimm 1, 1451. 

Bawsin, (bawson) dachs ; der name scheint von dem weis- 
sen streifen auf seinem gesiebte herzukommen ; it. balzana , pr. * 
bausan, altfr. bau9ant ist weissgezeichnet von thieren, der name 



— 64 — ' 

des ebers in der fabel; nfr. balzan = cheval uoir ou bai aux 
pieds blancs ; nach Diez 385 ; 11, 8 von dem it. balza saom, ein- 
fassung aus dem lat. balteus gürtel; nach andern aus dem arab. 
bälhasan „mit dem schönen, mit dem zeichen der Schönheit/*' 
aber gerade im spanischen fehlt das wort; noch andere w^ie 
Chevallet legen das bret. bal weisser flecken zu gründe; vgl- 
Scheler27; Wedgwood 1, 127. (Bemerkung verdient, dass selbst 
der andere engl, name des dachses badger an badge abzeiebeu 
anklingt und auch das fr. blaireau an das ndl. blaere == vacca 
nigra fronte alba (Binn.) erinnert; vgl. indessen badger.) 

Bay. 1. braun; fr. bai, pr. bai, sp. bayo, it. bajo von dem sel- 
tenen lat. badius, was Varro gerade von der färbe der pferde 
gebraucht. 

Bay. 2. lorbeer (bay-tree lorbeerbaum, bays lorbeer- 
kranz) ; das wort bezeichnet eigentlich die beere (vgl. unser nhd. 
lorbeer) £r. baie beere aus dem lat. bacca, aus dem andrerseits 
vielleicht das fr. bague ring hervorging. Vgl. badge. 

Bay. 3. bai, fensteröflfnung, abtheilung einer scheune; fr. 
baie, it. baja, sp. pg. sard. bahia; aber auch im deutschen bai, 
ehemals ä,uch baifenster; baisalz meersalz, wie im engl, bay- 
8 alt; vgl. Grimm 1, 1080. Die weitere herkunft des wortes 
ist noch einigermassen fraglich; Diez 38; I, 46 sagt: „Isidorus 
fährt das altrom. wort baia als ein lat. an; „hunc portum ve- 
teres a bajulandis mercibus vocabant baias;'^ Frisch findet seinen 
Ursprung im fr. b^yer das maul oflfen haben, klaffen, wie denn 
auch baie überhaupt eine öflEuung bezeichnet, und diese erklärung 
scheint sich durch die catalon. form badia, von badar öfifnen, zu 
bestätigen, deren d im span. schon vor Isidor's zeiten ausgefallen 
wäre;" (vgl. bay. 4.). „Andere erblicken in bahia ein bask. 
wort, daher der name Bayona, Bayonne aus baya, baia hafen 
und dem adjectiv ona gut;*' (diese ableitung, von. Mahn beson- 
ders gestützt, erscheint am meisten beachtenswerth) ; „andere ein 
keltisches wort, gael. bädh oder bägh, wozu die verschiedenen 
romanischen formen recht wohl zu stimmen scheinen.** Dagegen 
(jrrimm 2, 483 : „es gewinnt grosse -Wahrscheinlichkeit , dass der 
Wurzel biegen" (goth. biugan, ags. beögan, engl, bow) „auch 
das fr. baie, it. baja überwiesen werden müsse, woher unser bai, 
mhd. beie, ndl. baai, engl, bay zurückfliesst; die roman. zunge 
verwischte den kehllaut , oder löste ihn auf in i , ganz wie das 
goth. bugjan zu dem engl, buy wurde.** 



— 66 — 

Bay. 4. In die übrigen bedeutongen des wortes scheinen noch 
immer mindestens zwei verschiedeAe stamme sich theilen zu 
müssen; zunächst bay harren, warten, altfir. baie, pr. bada ver- 
gebliches warten, fopperei, possen ; zu it. badare, altfr. baer, beer, 
nfr. bayer den mnnd aufsperren, warten u. s. w. Diez 35 ; I, 43. 
46; ygl. to make a bay eine pause machen, hinhalten. Hiermit 
aber mischen sich offenbar (zunächst in jagdausdrücken, die dann 
wieder allgemeinere anwendung finden) anklänge an das fol- 
gende wort. 

Bay. 5. bellen, anbellen, das wild stellen, noth, bedrängniss 
(vgl. to stand at bay, to keep at bay); für abay von dem fr. 
aboyer bellen (lat. ad-baubari bei Lucret. baubari Diez 550; II, 
1^) altfr. abayer, altengl. abay Hai. 1, 4; ferner fr. abois 
„propr. extremite oü est r^duit le cerf force, lorsque les chieus 
I'entourent en aboyant; au figüre = derniöre extremite.*' 

Anmerk. Bays lort)eerhain , lorbeerkranz ist schon unter 
baj. 2. erklart; bays boy s. unter baize; bays barlaufen steht 
wohl nur verderbt für bars; s. bar, base. 3. und vgl. bass. 
3. = barse, wie aus dem fr. cocart, cocarde neben cockard 
ancb cockade entstand. 

Bayonet bayonet; fr. baionette, von der stadt Bayonne, 
weil bei einem stürme auf diese 1665 nach Diez , oder 1670 nach 
Weigand, die waffe zuerst angewandt worden sei, oder daselbst 
erfanden um die mitte des 17. Jahrhunderts, nach Heyse 97 im 
jähre 1640. Duez (1664) hat bereits bayonnette. 

Bazar basar; fr. bazar, aus dem Oriente herübergekommenes 
pers. arab. wort bäzär markt. 

Be; 1. sein; ags. beön neben vesan; vgl. unser nhd. bin u. 
(He grammatiken Fiedler 1, 285; Mätzner 1, 366. 

B e. 2. Die häufige vorsylbe, altengl. be^ bi, ags. be, bi, big, 
goth. bi, ahd. pi entspricht als untrennbare partikel dem nhd- 
^ und verhält sich zu by, wie jenes zu bei; vgl. Mätzner 1, 
485 u. by. 

Beach ufer, Strand; wobei*? weder bank noch beck scheint 
dasselbe wort zu sein, wie Wedgwood annehmen möchte, indem 
^r beach entweder auf isl. bakki = a bank, a shore, oder auf 
ags. beccs=sa forook zurückführen will; die bildung der form wäre 
auffallend, zumal aus bank, und nicht einmal die bedeutungen 
vollen recht passen, da beach vorzugsweise den flachen Strand 
(bezeichnet. Fast noch eher möchte man denken , es sei mit 

Malier, Etym. Wörterboch/ 5 



— 66 — 

einem nicht ganz nngewölinliclien auäfall d^s r (vgl. Mätzner 1, 
159. Col. 9: „Beech, sb. Alys. 5242 (breche) 0. and N. 14? 
Compare for the Insertion or Omission of the r, A. S. spraecan. 
Engl, speak, gin and grin or grinew, groom and A. S. guma/*'} 
ans breach, ags. brece, brice brach, in dem sinne von brandung 
entstanden. Bichardson erklärt es aus dem ags. beag, byge 
biegung zn beögan biegen. 

Beacon bake, leuchtfeuer, zeichen; ags. beäcen, beäcn, becn 
u. s. w. zeichen, wink, fahne; ahd. pouchan, nhd. aus dem ndd. 
bake Br. W. 1, S9, ndl. baak, baecke, alts. boean, frs. bäken, 
bSken zeichen, signal; vielleicht nhd. pauke statt bauchen eigtl. 
heerzeichen Grimm 1, 1080; (dagegen nach Weigand 2, -350 
pauke vom lat. buccina); aus dem ags. beäcen, vermittels des 
Zeitworts beacnjan, entstand dann Veiter das engl, b ecken 
winken; vgl. beck. 2. 

. Bead kugel, perle (rosenkranz) ; altengl. beade, bede; ags. 
bed, gebed, nhd. gebet; vgl. bid. Hält man fest, daas die be- 
griffsentwicklung ausging von redensarten*wie to bid one's bedes, 
beads seine gebete hersagen, sq erscheint der Übergang erklärlich, 
wonach das wort erst „gebete," dann „kugeln an denen das 
gebet hergesagt und abgezählt wurde, endUch „kugel, perle^^ 
überhaupt bedeutete; hierher dann bedes man, bedehouse 
u. s. w. 

Beadle büttel, custos, herold; ags. bydel böte, herold zu 
beödan, goth. biudan, nhd. bieten, s. engl, bid; ahd. putil, mhd. 
bütel, nhd. büttel, ndl. beul. Die immerhin etwas auffiillende 
Wandlung des ags. (allerdings mit e wechselnden) y in engl, ea 
erklärt sich wohl daraus, dass auch das roman. mlat. wort seinen 
einfluss geltend machte, it. bidello, sp. pr. altfr. bedel, nfr. bedeau, 
mlat. bedellus, nhd, pedell, formen die nach Diez 54; I, 66 
genau auf dem ahd. petil = emissarius , minder genau auf jenem 
ags. bydel u. s. w. fussen; vgl. Diez Rom. Gr. 1, 290; wegen des 
lautwechsels leave. 

Beagle windhund; da das fr. bigle, bicle in dieser bedeu- 
tung erst aus dem engl, herübergenommen scheint, so wird an 
franz. Ursprung (beugler ; vgl. Wedgwood 1, 131) flicht zu denken 
sein; dagegen entspricht nach form und bedeutung das ags. 
beögol biegsam, gelenk. 

Beak schnabel; fr. bec, it. becco, pg. bico schnabel; das 
engl, wort wird zunächst aus dem fr. gekommen sein, dies aber 



— 67 — 

im kett. semen Ursprung haben, gael. beic, bret. bek, kymr. pig. 
änetonins Vitell. 18: „cui Tolosae nato cognomen in pueritia 
Becco fuerat, id valet gallinacei rostrum;'' auch ndl. bek; vgl. 
Diez 50 ; I, 60 ; Dief. Or. Eur. 252. 

Beaker pokal, becher; zunächst wohl aus dem altn. bikar; 
doch ist es bei Germanen wie Romanen überhaupt weitverbreitet, 
it. bicehiere u. pecchero, ahd. pehhar, pechäre, mhd. becher, ndl. 
beker, schwd. bägare, dän. bäger, nhd. becher und kann zu lat. 
bacar = vas vinarinm (bei Festus) oder gar zu gr. ßUoq irdenes 
gefass gezogen werden; vgl. das spätere mlat. bicarium, picarium 
(for bacariam ?) S. Diez 54; I, 65; Grimm 1, 1213. Wackernagel 
Umd. 19. 

Beal beule; s. boil. 2. 

Beam balken, bäum, strahl; ags. beam bereits in denselben 
bedeutungen ; (ausserdem auch noch beam, beme, byme tuba, b^mjan 
=tuba canere; diese bedeutung tritt dann hervor im engl, boom 
brausen, tönen, welches aber auch =:-beam bäum ist, nur mit 
grösserer annäherung jder form an das alts. und ndl.) goth. 
bagms, alts. ndd. bom, ndl. boom, frs. bäm, altn. badmr, sch>vd. 
dän. nur in Zusammensetzungen erhalten bom, ahd. poum, mhd. 
boom, nhd. bäum; vermuthungen über weitere Verwandtschaft 
8. bei Grimm 1, 1188; Dief. L, 252; über den begriflfswechsel 
vgl. Trench E. 43. 

Bean bohne; ags. beän, altn. baun, schwd. bona, dän. bönne, 
ndl. boon, ahd. p^a, mhd. böne, nhd. bohne ; vgl. in den urver- 
wandten sprachen lat. faba, gr. niavog, kelt. ffaen u. s. w. bei 
Grimm 2, 224. 

Bear. 1. tragen u. s. w. (die verschiedenen bedeutungen sind 
im ganzen leicht auf die des lat. ferre, ferri zurückzuführen); 
ags. heran, goth. bairan, alts. frs. ndl. ndd. heran, beren, baren 
(vgt barrow. 1.) altn. bera, schwd. baera, dän. bare, ahd. 
beran, mhd. beren, bem, nhd. ge-bähren. Ueber die entspre- 
chenden formen der urverwandten sprachen lat. ferre, gr. tpiQeiv^ 
»kr. bibharmi u. s. w. s. Dief. 1, 257 flf.; Rapp No. 96. par tragen; 
über die engl, formen des starken zeitworts vgl. Mätzner 1, 352; 
über ableitungen z. b.birth, bürden; sowie über die reiche 
entfaltong des stammes im nhd. Eehrein 45. 

Bear. 2. bär; ags. bera, ahd. pero, mhd. her, nhd. bär; 
landL bere, nndl. beer; altn. biorn, schwd. dän. björn; vielleicht 
zu bear. 1. von dem stamme bairan u. s. w. s. Grimm 1, 1122 ff. 

5* 



— 68 — 

Beard bart (in mannichfacher , aber leicht zn verfolgender 
anwenduüg — auch als zeitwort — und Übertragung) ; ags. beard^ 
frs. berd, ndl. baard, ahd. part, mhd. nhd. bart; weitere Ver- 
wandtschaft bei Grimm 1, 1141; lat. barba u. s. w. (vgl. barb); 
slav. brada, lett. barsda; Rapp No. 357. prap bart. 

Beast vieh; altfr. beste, nfr. bete vom lat. bestia, auch 
anderwärts eingedrungen, dän. hast, beest, ndl. ndd. und gemein 
nhd. beest neben bestie; Br. W. 1, 82; Grimm 1, 1244. 

Beat schlagen, stossen; ags. beatan, ahd. pdzan, mhd. bo- 
zen," nhd. fast verschwunden ; Grimm 2, 268 ff.; altn. bauta; viel- 
leicht mit lat. fundere und noch höher hinauf mit lat. batuere 
(it. battere, fr. battre; vgl. bäte) verwandt; vgl. noch beetle. 1. 
und über die formen des Zeitworts Mätzner 1, 364. 

Beath baden, am feuer wärmen, härten; es scheint nur 
nebenform von bathe, ags. badian zu sein. 

Beauty Schönheit; fr. beaute zu beau, bei von dem lat. 
bellus schön; davon dann beauteous, beautiful u. s. w. 

Beaver. 1. biber, ags. beofor, befer, beber, ahd. pipar,"mhd. 
nhd. biber, ndl. bever, altn. bifr, biur, bior, schwd. bäfver, dän. 
bäver; litth. bebrus, lett. bebris, slav. bohr, lat. über und daraus 
wieder roman. mit anlautendem b it. bivaro, sp. bibaro, bevaro, 
befre, fr. biövre; ein uraltes, vielleicht zu dem stamme „bauen" 
gehöriges wort; Grimm 1, 1806. 

Beaver. 2. visier, Sturmhaube; wohl das fr. bavifere (comette 
de taffetas dont on omait Tarmet dans Tancienne armure). The 
moveable part of a helmet , which , when up , covered the face, 
and when down, occupied the place of a child's bib or slobbe- 
ring cloth; fr. baviere from baver to slobber, it. bava, sp. baba 
etc. vgl. Diez 49; I, 59; Wedgwood 1, 133; Hai. 1, 155. 

Die beiden Wörter vermischen sich wohl um so eher in der form, 
als auch ein gewisser Übergang der bedeutungen wenigstens jetzt 
entschieden vorhanden ist — biber, biberhut, hut, heim u. s. w. 

Bechic mittel gegen den husten (jetzt meist pect oral 
vom lat. pectus-oris brüst); gr. ßtjxi^ov gegen den husten ßi^^ 
dienend. 

Beck. 1. bach; ags. becc, alts. beki, ahd. pah, mhd. nhd. 
bach; Grimm 1, 1057: „von der wurzel backen (für bachen) wie 
torrens von torrere, brunne von brinnen, sot von sieden, welle 
von wallen, bulüre, scatere, das warme entspringen, quellen, 
rinnen aus der erde bezeichnend;" vgl. über Verwandtschaft 
zwischen bach und gr. nrjyrj Grimm 1, 1051. 



— 69 — 

Beck. 2. wink, winken; es scheint nur Verkürzung aus 
beckon und demnach wie beacon auf ags. beäcen, beacnjan 
zorückzuweisen. 

Bed bett, beet; ags. bed, goth. badi, alts. bed, ndl. bed, 
bedde, altn. bed, schwd. bädd, dän. bed, ahd. petti, mhd. bette, 
nhd. bett, beet u. s. w. S. Dief. 1, 254 ff. und 6rimm 1, 1722, 
wo der weitere Zusammenhang mit bitten, goth. bidjan (vgl. engl, 
bid) in der ursprünglichen bedeutung „zu boden liegen^^ ange* 
deatet wird; vgl. Grimm Gr. 2, 25; Mjth. 27. 

Bedegar, bedeguar rosenapfel; fr. b^degar, bedöguar 
Ton dem pers. arab. bäd-äward oder bad-äwardah eine art Weiss- 
dorn oder distel^ der durch den stich der rosengallwespe entstan- 
dene rosenschwamm oder schlafapfel, der, unter das kopfkissen 
gelegt, für schlafbewirkend galt; Heyse 108. 

Bedereep, bid-reap emtefrohne; in den ags. gesetzen 
bed-rip oder ben-rip das firuchtschneiden (vgl. reap, ripe) auf 
aofforderung (to bid); vgl. Schmid G. d. A. 376 u. Ducange. 

Bedlam irrenhaus; ursprüngUch ein bestimmtes in London 
nach Bethlehem, vollständig S. Mary Bethlem benanntes und 
1545 für mondsüchtige errichtetes hospital. - ' 

Bedrid, bedridden, bedrede bettlägerig; ags. bedrida, 
bedridda, bedredda, ndd. bedde-redig Br. W. 1, 65; Wedgwood. 
1, 135 erklärt: „one who rides or is permanently bome on his 
bed;'* und in der that scheint es schon ags. im Zusammenhang 
mit ridan verstanden zu sein ; indessen vgl. . ahd. pettiriso, mhd. 
beiterise, nhd. bettrise^ welches Grimm 1, 1738 zu risan fallen 
stellt; so wie auch ags. hride, hrid; mhd. rite, ritte fieber. 

Bee biene; ags. beö, altn. b^ (b^-fluga), schwd. dän. bi, 
ahd. pia, mhd. bie, nhd. beie neben dem gewöhnlichen biene, 
ndl. bij; Grimm 1, 1367. 1814, wo die weitere Verwandtschaft 
(lat. apis, apicula, &. abeille; lett. bitte) und vermuthung über 
die Wurzel (skr. pä = bibere, oder zu dem stamme des nhd. 
bauen?) zu finden ist. 

Beech buche; ags. bece, beöce neben dem ursprünglichen 
boce; becen buchen; ahd. puohha, mhd. buoche, nhd. buche, ndl. 
beuk, altn. beyki (für boeki), schwd. bok, dän. bog u. s. w. gr. 
fff/og, lat. fagus; Grimm 2, 469; vgl. book. 

Beef rindfleisch, früher auch rind; fr. boeuf von dem lat. 
bo8, bovis; beef-eater scheint eine umdeutung aus dem fr. 
bnffetier von"buffet zu sein; vgl. buffet. 1. 



— 7« — 

Beer bier; ags. beor, abd. pior, mbd. nhd. ndl. bier, altn. 
bior, frs. biar u. s. w.; aus dem deutschen in das romanische 
gedrungen it. birra, fr. biere u. s. w. Grimm 1, 1821; die deut- 
schen formen scheinen selbst frühzeitig aus dem lat. bibere trin- 
ken entstanden zu sein, das sich in biber, biver, bior, bier ver- 
wandelte, wie es im roman. zu bevere, bere, beure, boire wurde; 
Weigand 1, 151; Wackemagel Umd. 24; beeragre, beeraigre 
bieressig, wie vinegar,>fr. vinaigre; vgl. alegar. Ein anderes 
beer in pillow-beer, meist bier geschrieben s. unter bier. 2. 

Beestings; s. unter biestings. 

Beet. 1. runkelriibe; lat. beta, fr. bette. 

B e e t. 2. b e t e to add fiiel to a fire ; ags. betan besser machen ; 
mit fyr verbunden das feuer anstören u. s. w. zu dem stamme 
batan; vgl. better; Grimm. 2, 571 ff.; ndd. böten; s. unter 
ab et.' 

Beetle. 1. ramme, bleuel; ags. beötel, b^l, betel zu beatan 
stossen, schlagen; s. beat; ndd. bötel knüttel Br. W. 1, 126; 
mhd. bozel ; vgl. nhd. boszeckel bei Grimm 2, 268 und das mund- 
artl. binneböszel. 

Beetle. 2. käfer; ags. betel, bitel motte, käfer; zu bitan, 
engl, bite beissen; also eigentUch mordax, wie auch in den 
Gl. Älfr. mordiculus erklärt wird bitela. 

Beetle. 3. überhangen (beetle-brow); es gehört viel- 
leicht mit zu beetle. 1.; Mätzner 1, 198 vergleicht noch das 
ags. beötjan drohen. 

Beg bitten; die ableitung dieses Wortes ist sehr dunkel; 
wahrhaft verzweifelte erUärungsversuche scheinen es, wenn Johnr 
son unser nhd. begehren oder Grieb ausser dem goth. bidjan 
noch ein ags. giemen^ dazu stellt. Wedgwood 1, 137 nimmt an, 
das Zeitwort sei erst mittels Verkürzung aus beggar entstanden 
und dies komme von bag sack; von dem haupl^eräthe ,' dem 
bettelsack seien die bettler benannt; für diese entwicklung ver- 
gleicht er z. b. it. bertola, bertolare, dän. pose, posepilte, gr. 
dv}.aiiog sack, ^)M%iteiv einsacken, betteln, so wie eine anzahl 
von stellen aus Chaucer und Plowman, welche die stehende Ver- 
bindung der Wörter bag, beggar und beg zeigen. Zunächst in 
bezug auf das dunkle nhd. begine, engl, beguin, it. beghina, 
fr. beguine sagt Grimm 1, 1295: „das offenbar unhochdeutsche 
wort erfährt vielfache ableitung von einer angeblichen stifterin 
ß^gg^i oder einem stifter Begue, von dem engl, beg betteln, 



— 71 — 

beggar bettler, von begnin kappe oder schleier, welche solche lente 
tragen; ja Huydekoper op St. 3, 449 fuhrt begyne auf die Albi- 
genser zurück, welche ketzer auch diesen namen empfangen. 
Wie aber, wenn das noch gar nicht ags. und altengl. beg und 
b^gar selbst erst aus dem betteln der beghinen und begharte 
entsprungen wären? die behauptnng scheint kühn; es käme da- 
rauf an, zu ermitteln,' welche engUsche Schriftsteller sich des ver- 
boiDS beg zuerst bedienten; das Ormulum, Chaucer undPlowman 
haben es noch nicht.^^ (Dies ist wenigstens für die letzten beiden 
em irrthum; vgl. Wedgwood 1, 137); an einer andern stelle, 2, 
51 dagegen stellt Ghrimm es kurzweg zu dem nhd. Ritten, ags. 
biddan, indem er sagt: engl, beg für bed; ebenso Schmitz 
Encycl. Sup. 1, 78, der, nicht ganz treffend, das dän. begge ^=s 
nhd. beide anfuhrt; vgl. ausserdem Dief. 1, 294; der Übergang 
des d in g bleibt immer auffallend und scheint eine Vermischung 
mit oder wenigstens eine art einfluss von einem anderen stamme, 
sei es nun bag sa(^, oder goth. biugan, ags. beögan biegen, 
sich beugen, vorauszusetzen. • 

Begin beginnen; ags. beginnan neben ginnan, äginnan, 
ongmnan, alts. ahd. biginnan, mh^. nhd. ndd. ndl. beginnen; 
altii. ginna anlocken ; nach Grimm zu dem altn. gina, , ahd. kinon, 
mhd. ginen gähnen. S. Grimm 1, 1295 und Haupt's Zeitschr. 8, 
18, sowie Dief. 2, 405 ff. unter dem goth. du-ginnan; Br, W. 1, 
"2; Schwenck 49; über die formen des starken Zeitworts vgl. 
Mätzner 1, 347; Heyne 188: „ginnan, participialbildung von der 
WZ. gr. xöv, xctivio^ ahd. gin, ginen, geinon mit der grundbedeu- 
tung offen sein, bereit seiu.^^ 

Begone. 1. fort, packe dich; es ist nur das zusammenge- 
setzte be.gone sei gegangen von be und go. 

Begone. 2. in woe-begone, gold-begone; dies ist 
das particip von dem alten zusammengesetzten bego, ags. begangan, 
began, welches unter andern auch die bödeutung „umgeben" hat ; 
Tgl. nhd. begehn und betreten, besonders das letztere in dem 
bildlichen an woe-begone erinnernden sinde, so wie das ndl. 
begaen. 

Beguard, beguin; s. unter beg. \ 

Behalf, besonders in behalf of um willen, wegen; ^u dem 
^gs. healf, half hälfte, halbe, seite; vgl. das nhd. halben in 
meinethalben, altfrs. bihalva ausgenommen, ndl. behalven ausser; 



— 72 — 

ebenso im ndd. Br. W. 1, 73; Grimm 1, 1320; vgl. Mätzner 1, 
408; 2, 482 und half. 

Behave beherrschen^ handhaben, sich benehmen; ags. be- 
habban umgeben, festhaben; für die begriffsentwicklung genügt 
es zu beachten, wie „sich haben, halten, tragen^^ vielfiäch das be- 
nehmen bezeichnen; vgl. unser nhd. sich behaben von Göthe 
ganz in dem sinne des engl, behave gebraucht; Grinmi 1, 1316; 
übrigens s. have. 

Behold betrachten; ags. behealdan in dem sinne des engl, 
behold wie des nhd. behalten, ahd. pihaltan, alts. bihaldan, ndl. 
behouden; ^irinun 1, 1321: „wie die Wörter des sehens übergehen 
in den begriff des hütens, tueri schützen, unser warten, garder 
beschirmen ausdrückt, der sehende sein äuge auf die gegenstände 
richtet, sie im äuge behält, sie in aufsieht nimmt, so erklärt sich, 
dass unser behalten im ags. behealdan, engl, behold anschauen, 
anblicken aspicere bedeutet." Vgl. Wedgwood 1, 140 u. s. hold. 

Behoof, behoove behuf, sich geziemen; ags. behöf vor- 
theil, gewinn;* beho^an, behefe u. s. w. Etm. 453; ndl. behoef, 
behoeven, nhd. behuf, behufen Grimm 1, 1343, wo auf die weitere 
Verwandtschaft mit haben und heben verwiesen ist; vgl. darüber 
auch Dief. 2, 488. 544 goth. gahobains enthaltsamkeit, sowie die 
engl, have, (behave), heave. 

Belch aufstossen, rülpsen; altengl. bolk, boke; ags. bealcjan, 
belcettan, bealcetan = eructare; vgl. dazu noch ags. bälcan laut 
schreien (Grein 1, 77) ndd. bolken, bölken Br. W. 1, 113; ndl. 
balken, bulken; Grimm 2, 231. 

Beldam, belamy, belamour; es sind die fr. ausdrücke 
belle dame, bei ^i, bei amour, der erste mit einer etwas auf- 
fallenden änderung des begriffs — „schöne £rau'^ besonders in 
der anrede „verehrte frau (noch bei Spenser), verehrenswerthe, 
alte frau, alte hässliche frau, hexe." — 

Beleaguer; s. unter leaguer. 

Belfry glockenthurm , warte; altfr. befiBroit, berfroi; nfr. 
befiroi, it. battifredo, mlat. beUredus, berfredus aus dem mhd. 
bercvrit, bervrit schanze". Die engl, form ist jedenfalls eine um- 
deutung, wenigstens dem heutigen Sprachgefühl der Engländer 
eine Zusammensetzung oder ableitung von bell. (Smart: „bel- 
fry =the place where the bells are hung orrung"); allein früher 
bedeutete das wort auch im engl, eine schanze, einen beweglichen 
thurm; ähnlich lehnt sich die it. form vermittels umdeutung an 



— 73 — 

battere an. Nach der gewöhnlichen meinuug wäre das mhd. 
benrrit = berc-vrit bergende, zum schütze dienende veste das 
orsprongliche wort; vgl. Diez 49; I, 59. Weigand 1, 134 da- 
gegen nimmt auch das bereits als eine umdeutung aus dem sei- 
nem nrspnmge nach dunklen mlat. belfredus, berfredus. 

Belief, belieye glaube, glauben; altengl. leve, schott. leif, 
ags. leafe, geleafa glaube, gelefiän, gel^fan glauben; goth. ga- 
laubjan, laubjan, ahd. galauba, mhd. gelouben, glonben, nhd. 
glauben, alts. gilobian, giloban, ndd. loven, loeven, gloeven, ndl. 
looven, gelooven zu dem goth. liubs; vgl. Dief. 2, 143 so wie 
die engl, worter lief, leave, love. 

Bell glocke; ags. belle, ndl. belle, bei; das wort scheint 
BOT eine bestimmte anwendung des klangwortes ags. bellan vom 
geechrei des ebers, nhd. bellen Ton dem hunde, engl, bell schreien 
Tom hirsche xmd laut brüllen, isl. belia, schwd. bAla zu sein; vgl. 
nhd. schelle im zusammenhange mit dem zeitwort schallen und 
s. Grimm 1, 1451. 

Bellibone eine schöne (Spenser); &. belle et bonne 
.«schon und gut" zu einem worte yerwachseii, wie gr. xalonicyad'og. 
Bellow. 1. brüllen, gebrüU; ags. bulgian, bylgian; der sel- 
tene Übergang von y in £ erklärt sich hier durch einfluss andrer 
Wörter wie bellan; vgl. bell. 

Bellow. 2. meist bellows blasebalg; ags. baelg, baeUg, 
bjlig, belg schlauch, balg, bauch, woraus nur in einer scheide- 
form das engl, belly bauch; goth. baigs, ahd. pale, mhd. balc, 
nhd. balg, altn. belgr, schwd. dän. bälg „sowohl die volle schwel- 
Wde, als die abgestreifte haut" Grrimm 1, 1084 ; zu dem starken 
Zeitwort ahd. pelkan, mhd. beigen, ags. belgan =^ tumere, dann 
i^asci (lat. follis, foUicuIus ; weiter lat. foUum, gr. q>vli/)v und die 
skr. Wurzel phull = pandere ; ir. bolg follis, bolgaim tumere u. s. w.); 
'^gl. Dief. 1, 270, so wie ^ie engl. Wörter bulge und budget. 
Selon g gehören; zu long; vgl. wegen -der begriflfsent- 
wicklong ags. langjan unpers. mich verlangt, so wie nhd. belan- 
gen, anlangen, anbelangen, belang, in denen eine der engl, ähn- 
liche und gleiche bedeutung theils noch waltet , theils früher 
waltete; Grimm 1, 1436. 

Below und alow; zu low, wie fr. en bas zu bas; Mätzner 
l 396; 2, 466. 

Belt gürtel; ags. belt, dän. belte, schwd. bälte, altn. belti 
piel, meerenge, nhd. belt als name der meerenge, ahd. palz 



— 74 — 

gürtel; lat. balteus; Grimm 1, 1455; vgl. dazu Baltic und 
baldrick; Dief, Or. Eur. 240. 

Bench bank; s. unter bank. 

Bend biegen, beugen, spannen; ags. bendan, isl. benda; 
es gehört in ähnlicher weise zu bind, ags. goth. bindan^ ags. 
bend fessel, wie fir. bander zu bände und selbst das nhd. bän- 
digen zu band und binden; Grimm 1, 1100 u. Diet 1, 298; vgl- 
die begri£Fsentwicklung von string. 

Beneatli/ underneath unter; ags. beneodan, benidan, 
undemeodan von dem adv. neodan, nidan, nide, nid unterwärts; 
altengl. binethen, bynethe, undemethe; ndl. beneden; das ein- 
fache n e a t h kömmt vor, wird aber als verkurzimg aus b e n e a t h 
angesehen; vgL nhd. nid, nieden, nieder; Mätzner 1, 402; 2, 
464 u. nether. 

Benefice, benefit pfründe, lehen, wohlthat; die klaren 
dem lat. beneficium, benefactum, bene facere, fr. benefice, bien- 
fait entstammenden Wörter mögen nur wegen der bedeutuug von 
benefice erwähnt werden; beneficium war bereits mlat. ein 
durch gnade gewährtes grundstuck, gut und wurde dann beson- 
ders auf die von der kirche für die lebenszeit übertragene stelle 
angewendet; vgl. Ducange s. v. und Trench E. 95. 

Benison segen; altfr. beneisson, benisson (nfr. .benediction) 
zu fr. benir, altfr. beneir, it. benedire, lat. benedicere. 

Beut. 1. xieigung, hang; ableitung von bend. 

Beut. 2. grasart, binse; ags. beonet, alts. binet, ahd. 
pinuz, pinoz, pinez, mhd. binz, nhd. binse; die Verwandtschaft 
mit bind binden weist Grimm trotz der analogie von lat. jun- 
cus, jüngere zurück. 

Bequeath vermachen; ags. becvedan = legare, eigtl. zu- 
sprechen von dem einfachen cvedan; s. unter quoth. 

Beray; s. unter bewray und ray. 

Bereave; ags. bereäQan, nhd. berauben; s. unter reave 
und rob. 

Berme, berm rand de^ festungsgrabens ; fr. berme; das 
fr. wort aber scheint deutschen Ursprungs zu sein; vgl. ndl. 
berm dämm (Kil.) breme, nhd. bräme rand, verbrämen, ags. 
brymme, engl. brim. 

Berry beere; ags. berie, berige; alth. peri, mhd. her, nhd. 
bsere, altn. ber, schwd. dän. bär, goth. basi (vgl. ags. basu pur- 
purfarben ; xoTCiuvog zu tcokkoo) altniederrhein. bese neben beer, 



— 7B — 

ndl. bes. Nicht zu bear, goth. bairan wegeu des urspränglichen 
s, sondern nach Bopp zu skr. bhakschja speise von bhaksch 
essen, woraus andrerseits lat. bacca (vgl. bay. 2.) entsprang; 
Grimm 1, 1243; Dief. 1, 287. # 

Bert (veraltet) hell, klar, glänzend; dasselbe wort wie 
bright; vgl. nhd. den letzten theil zusammengesetzter eigen- 
namen Al-bert, Al-brecht u. s.w. 
Berth; s. unter birth. 2. 

Besant (byzant) goldmünze; fr. besant, pr. bezan, it. bi- 
sante, sp. pg. besante, mlat. byzantius, byzantus, gr. ßv^dmog 
nach der Stadt Byzanz benannt. 

Besayle urgrossvater ; fr. bisaieul von dem lat. bis zwei- 
mal und fr. laeul, it. avolo, sp. abuelo, pr. aviol Verkleinerungsform 
Ton dem lat. avus grossvater; vgl. Grimm Gr. 3, 677: „auf das 
wiederum Terkleinemde und kindisch machende oder auch auf das 
ehrwürdige hohe alter wird die diminutive oder kosende form 
passend übertragen.'^ 

B e s e e c h ersuchen ; ältere form ist * beseek , beseke , ags. 
bffiecan; z. b.: 

„His heart is hard that will not meke 
When men of mekeness him beseke.*^ 

Chaucer. R. R. 
so auch noch bei Shakspeare; s. daher seek; Mätzner 1, 837. 
Besom besen; ags. besmia, besem, besm, ahd. pesamo, mhd. 
beseme, besme, nhd. besen, ndl. bezem, bessem; die weitere ab- 
kunft ist'unermittelt; vgl. Grimm 1, 1614; nach Weigand 1, 109 
ans einer und derselben wurzel mit bast, welche den begriff 
binden, flechten hat. 

Best beste; s. unter better. 

Bet wetten, wette; Wedgwood 1, 148: „from abet, in 
the sense of backing, enoouraging, supporting the side on which 
the wager is laid;" der Übergang der bedeutungen in dieser 
weise erscheint aber schwierig und es dürfte höchstens ein ein- 
von abet auf die form anzunehmen sein; ursprüngUch w^rd 
Wort kaum etwas anderes sein als entweder ags. bäd oder 
^ed, welche beide „pfand" bedeuten ; die Veränderung der buch- 
staben wäre hier wie da, wenn auch äelten, doch nicht uner- 
hört, da zuwäilen selbst aus ä engl, e (Mätzner 1, 96) aus w 
ein b (Mätzner 1, 125) und aus d zumal auslautend öfter t wird 
(ttatzner 1, 129); vgl. wed. 



— 76 — 

Betray verrathen; aus der germ.* vorsilbe be- (ags. bi^, 
bi, be) and dem romau. Btämiue altfr. trair, u£r. trahir, it. 
tradire von dem lat. tradere übergeben, überliefern, yerratheix. 
Hierzu also das abstracte hauj^twort treason, altfr. traison, 
nfr. trahison yerrath und als bezeichnung der person traitor, fr. 
traitre , alt&. trahitor u. s. w. , nach den lat. traditio , traditor ; 
das veraltete betrash verrathen,* mag, wieWedgwood annimmt, 
eine nebenform von betray sein, aus dem fr. trahiss- (trahiss- 
ons) entstanden. 

Better, best besser, beste ; ags. betera, betest, betst; goth. 
batiza, batista, ahd. pesiro, pesisto, mhd. begser, bessist, besii 
nhd. besser, best u. s. w. durch die verschiedenen germanischen 
sprachen; das altengl. adv. bet erscheint in derselben form 
ags. alts. altn. u. s. w. Grimm 1, 1644; Dief. 1, 288; Grimm 
Gr. 3t 603; (skr. bhad-ra glücklich, gut von bhand felicem esse). 

Between, betwixt zwischen; das erste aus dem ags. be 
tveönum -von tveöna, tv^na eigtl. dat. plur. aber bereits ags. als 
adverb und praposition gebraucht, altengl. betwene, daneben 
auch atwene, atween und bloss twene. Bet w ixt, altengl. be- 
twix, betwixen neben atwix, atwixen, atwixt von dem ags. betvih, 
betvihs, betveox, betvux, auch schon betvuxt zu tvih innerhalb, 
zwischen, tvä zwei, wie nhd. zwischen zu zwei; vgl. twain, 
two; Grimm Gr. 3, 269; Matzner 1, 178. 406; 2, 423. 

Bevel schmiege, schräg u. s. w. ; fr. beveau (bevel), biveau, 
beuveau, beauveau. 

Bever. 1. s. beaver, 

Bever. 2. vesperbrot; es ist kaum etwas anderes als „trank, ^^ 
altfr. bevre , boivre , nfr. boire , it. bevere , lat. bibere trinken ; 
dazu beverage getränk, altfr. bevrage, woraus beurage, beu- 
vrage, nfr, breuvage wurde, it. beveraggio; Diez 579; 11, 230. 

Bever. 3. (mundartl.) zittern; ags. beoi^an, nhd. beben 
und bebem, bebbern Grimm 1, 1210; Sanders 1, 102; zu dem 
stamme vgl. noch alts. bivön, ndl. beven, altn. bifa, schwd. bäfva, 
dän. bäve, ahd. pipen, mhd. biben; urverwandt skr. bhi, gr. 
(pißoiiai, lat. paveo u. s. w. ; Grimm 1, 1050. 1051. 

Bevy trupp, schaar; fr. bevee, it. beva Wedgwood 1, 149; 
woher? schwerlich „a contraction of fr. belle vue a fine sight.^^ 

Bewray verrathen; altengl. bewrey, bewrie, mundartl. noch 
das einfache wree; vom ags. vregean, vregan anklagen, goth. 
vrohjan, ahd. ruogan, mhd. rüegen, nhd. rügen, altfr.. wrogia, 



— 77 — 

raogia, raeka, wreia'u. s. w. ; mndd. wrog^n, wrögen anklagen, 
um geld strafen, ragen; altn. roegja verleumden, schwd. röja 
enthüllen, yerrathen; J)ief. 1, 235; Br. W. 5, 294; yielleicht 
mischte sich damit das ags. bevreön bedecken, vreöhan, vreön 
Yksi. 152. (To bewray, in the sense of dirtjing, is explained 
bj the fr. faire calige^ , to bewray or accuse kis hose viz. by 
the sense of smell; wall, ariierto dirty; Wedgwood 1, 149 f. — ?) 

Beyond jenseit; ags. begeond, begeonden, altengl. bigenie, 
bigonde, bigonde u. s. w. zu yond, ags. geond, goth. jaind 
(lorthm; s. yonder; Mätzner 1, 403; 2, 475; GrimmGr. 2, 
755; 3, 127. 264; Dief. 1, 119. 

Bezil ringkasten, ringfdtter; wohl gleich basil. 2.; fr. bi- 
:seau, bezean (bezel) auch „ce qui fixe la pierre dans le chaton 
d'ime bagne." Frisch 254 trennt die zwei fr. biseau und denkt 
bei dem letztem an nhd. beiszen. 

Bezoar bezoar, magenstein der gazelle; fr. bezoard, it. 
belznar, bezoar, sp. bezoar, bezar aus dem arab. bazahar, bädi- 
zahar, pers. bädzahr, pädzahr, fadzahar, entweder von bäd wind 
and zahr gift, also für bädizahr wind, vertreiber des giftes, oder 
von päd beschützend, vertreibend, heilend und zahr gift; vgl. 
Heyse 112; Scheler 33; Weigand 1, 148. <, 

Bezzle trinken, verjubeln; Wedgwood 1, 150: „probably, 
like gazzle, formed from an imitation of the sound made in 
greedy eating and drinking — then applied to wasting in de- 
baüchery." — ? 

Bias schiefe seite, hang, kraft; fr. biais schiefe; Diez 568; 
L 65 sagt: „pr. val. altcat. biais, neucat. biax, sard. biasciu quere, 
schiefe u. s. w. ; in den Isidor. glossen findet sich bifax duos 
babens obtutus, also mit doppeltem blicke, schielend, wie sp. bis- 
ojo doppe^ngig, schielend heisst, bair. zweiäugeln, schielen, 
^hmeller IV, 299. Aus bifax (bisfax für bis-oculus) konnte 
prov. bifais , biais werden (vgl. wegen des syncopirten f refiisar, 
rensar; profimdus, preon) und zwar erst als adj. mit der bedeu- 
tung Bchielend oder quer, nachher als subst. gebraucht; mlat. 
\>ifiicieB, bifaciare Carp. stimmen ganz zu biais, biaiser.'* 

Bib trinken, geiferlätzchen ; das wort scheint mit dem fr. 
Wberon trinker, saugfläschchen, ndl. bibern viel trinken, biberer 
^^er verhältnissmässig jung und aus dem lat. bibere trinken 
bembergenommen zu sein ; auch in dem sinne „geiferlätzchen^^ ist 
68 wohl als eine Verkürzung etwa aus bib-apron zu denken. 



— 78 — 

Bice, bise blaue, grüne malerfarbe; fr. bis hellgrau, it. 
bigio ; Diez 54 möchte es nach Vossius auf ßvaaoQf bysseus bäum- 
wollenfarbig (vgl. HaU 1, 177 bis) zurückfahren und erwähnt, 
dass ßvaaog auch die« braune seide der pinna marina bedeutet, 
die viel verwebt ward; lieber noch im Anhang 19; I, 66 auf 
bombyceus, das seine erste sylbe verloren habe ; noch andere ab- 
leitungen bei Scheler 35 ; die grundbedeutung wurde dann „duö- 
keV^ altfr. azure-bis, altengl. azure-bise; azure-byse Hai. dunkel- 
blau; vert-bis dunkelgrün; vgl. engl, nhd, b ister, fr. bistre 
Heyse 116; (nach Mahn wäre der Ursprung aller hierhergehorigen 
Wörter in dem bask. baltza, beltza, baza, beza schwarz zu suchen) ; 
später brauchte man wieder bise für ganz - bestimmte färben, 
indem man von azure-bise u. s. w. den ersten theil wegliess, 
dessen bedeutung aber festhielt. 

6 ick er streiten, schnell hin- und herfahren; vgl. nhd. pickem 
wiederholt leise pochen Weigand 2, 381; bicken hauen, stossen, 
bicker und bickel spitze Werkzeuge zum schlagen; das engl, 
wort (vgl. bicker schott. bei Jam.) ist also bick mit der itera- 
tivendung; vgl. pick. 

Bid bieten, bitten, beten u. s. w.; Mätzner 1, 353. In dem 
^ngl. zeitworte sind zwei ursprünglich getrennt« stamme ver- 
wachsen 1. goth. biudan, ags. beödan, alts. biodan, ndl. bieden, 
altn. bioda, schwd. bjuda, dän. byde, ahd. piotan, mhd. hinten, 
nhd. bieten (engl, forbid =^ nhd. verbieten — worüber weiteres 
bei Grimm 2, 4. Dief. 1, 302.) 2. goth. bidjan, ags. biddian, (engl, 
b e g für bed ?) alts. biddian, ndl. bidden, altn. biddja, schwd. bedja, 
dän. bede, ahd. pittan, mhd. nhd. bitten Grimm 2, 51 ; woneben sich 
noch ein besonderes schwaches zeitwort ahd. petön, mhd. nhd. 
beten, alts. bedön, ndd. beden in der bedeutung precari entwickelte. 
Grimm 1, 1696. Dief. 1, 294; Rapp No. 100. pat. 3. sagen, bitten. 

Bide, jetzt meistens abide bleiben, warten, wohnen, er- 
tragen; ags. bidan, abidan, goth. beidan, alts. bidan, ndl. ndd. 
beiden, altn. bida, (Cor bida), schwd. bida, dän. bie, ahd. pitan, 
mhd. biten, nhd. mundartl. beiten; Grimm 1, 1403; Br. W. 1, 
73; hierzu auch von dem Präteritum abode. 2. aufenthalt; vgL 
Mätzner 1, 359 und über den ganzen stamm Dief. 1, 290. 

Bidet kleiner klepper; fr. bidet, aus keltischer wurzel gael. 
bideach winzig, bidein kleines geschöpf ; kymr. bidan Schwäch- 
ling, bidogan kleine waffe; Diez 568; U, 217. 

Bier. 1. bahre; fr. biere; s. das weitere unter barrow. 1. 



— 79 — 

Bier. 2. (beer) in pillow-bier kissenüberzug ; nhd. bühre, 
ans dem ndd. bfire, büren Br. W. 1, 169; nach Grimm 2, 511 
zn dem ahd. pnrran, mhd. büm erbeben, also eigentlich das auf-, 
übergezogene linnen ; vgL noch zu dem stamme nhd. bor, empor, 
gebühren Grimm 2, 238; 3, 433; Weigand 1, 398. 

Biestings (beestings) biestmilch; ags. beöst, b^st; 
bjsting (Schniid G. d. A. 380. 542.)' ahd. piost, mhd. nhd. ndl. 
biest, ndd. beest und büst Br. W. 1, 82; Grimm 2, 3; es wird 
ZQ dem goth. beist Sauerteig gestellt Dief. 1 , 291 ; vgl. auch 
Diez 567; II, 216 über das altfr. mer betee lebermeer. 

Big. 1. gross, dick; zweifelhaften Ursprungs; nach Wedg- 
wood 1, 153 wäre es durch verlust des 1 aus bulk, bu Ige* ur- 
sprünglich in der form bug entstanden und so zu der wurzel 
belgan (vgl. bellows, belly) zu ziehen. 

Big. 2. wohnen, bauen; in diesem mundartl. worte tritt 
eiae spur des stammes bau-en hervor; ags. büan, bügjan, goth. 
baaan; über dessen weitere Verzweigung, besonders auch die 
liMifigen nebenformen mit g, gg, gj vgl. Dief. 1, 274 flf. 

Bigarroon, bigarroo herzkirsche ; fir. bigarreau = „grosse 
ceriae en coeur, ä chair ferme, blanche et rouge ;" bigarrer bunt- 
scheckig machen; die fr. Wörter werden sehr verschieden abge- 
lötet; von Caseneuve aus bigerrica vestis (altfr. bigerrique ein 
wannendes zottiges kleid von den Bigerri oder Bigerriones, einer 
gallischen yölkerschait in Aquitanien, wovon jetzt noch die fr. 
gndschaft Bigorre in den Pyrenäen übrig ist;) von Menage aus 
bis-variare ; von Diez aus bis-carrer (bis zur bezeichnung des 
uiregehnässigen, verkehrten; (jarre <= lat. quadratus; vgl. nhd. 
scheckig zu schach; Diez 569; II, 218). Nach Mahn wären die 
worter auf bizarre zurückzufuhren und mit diesem aus dem 
hask. zu erklaren; vgl. bizarre und Arch. 30, 450 flf. 

Bigbt, bought bucht, bug; ags. byht winkel, wohnung, 
sehwd. dän. bugt, ndl. bogt, nhd. bucht zu goth. biugan,'ags. 
beogan, nhd. biegen; s. bow; vgl, noch ndd. bugt, schott. ew- 
I>ögt8 Schafhürden, nhd. gänse-bucht; Br. W. 1, 107; Grimm 2, 
^\ Sanders 1, 236; kaum abzuweisen ist auch bei diesem 
Worte der gedanke an eine annäherung der stamme bauan woh- 
lieiL and biugan biegen; vgl. big. 2. 

Bigot frömmler, blinder anhänger; fr. bigot, dessen ab- 
«tonmung sehr ungewiss ist; (1. von bi god, dem ausrufe herzog 
Kollos, zunächst als Spitzname der Normannen; vgl. Diez 569; 



— so- 
ll, 218; Ducange s. v. Bigothi; 2. von Visigothus nach Michel, 
Hist. d. races maudites 1, 359; 3. mit beguin, beghard n. s. w. 
zu it. bigio (s. bise) Wedgwood 1, 154; 4. von dem lat. obliquus 
Langensiepen Arch. 25, 390). Diez empfiehlt zur berücksichti- 
gung, dass es eigentlich gemeinromanisch sei sp. bigote knebel- 
bart, hombre de bigote ein ernster, fester Charakter, damit zu- 
sammenhängend it. s-bigottire muthlos machen, aus der fassung 
^ bringen ; auch Scheler 34 giebt nur eine Zusammenstellung der 
verschiedenen ableitungsversuche , ohne eine entscheidung zu 
wagen. 

Bilberry'heidelbeere; der erste theil der Zusammensetzung 
ist unklar; analoge benennungen derselben oder einer ähnlichen 
frucht weisen auf verschiedene stamme hin; vgl. dän. b5ll-bär 
moosbeere nach Outzen von der färbe, wie blae-berry (blae == 
blue), indem bei, belg ein altes wort für „dunkel^^ sei; dagegen 
nhd. bick- beere und bickel- beere auch ndd. Br. W. 1, 86; 
Grimm 1, 1808, wobei man auch bickel kugel, bik, pik pech 
zur erklärung herbeigezogen hat ; vgl. noch billiards undbill 
nach seiner verschiedenen bedeutung und abstammung. 

Bilbo, bilboa schwert; eigentlich klinge von der stadt 
Bilboa, Bilbao in Spanien, wie damascener von Damascus; die 
eisengruben in der nähe derselben sind noch berühmt; vgl. Hai. 
unter bilbo. 

Bilboes, bilbows fiisseisen (besonders auf schiffen) ; an 
das lat. bojae fesseln (vgl. buoy), wie Wedgwood 1, 157 will, 
ist kaum zu denken, denn er sagt selbst mit recht: „this leaves 
the first syllable unaccounted for;^^ obgleich das ndl. boeye =» 
handyser, voetyser (Binn.) zu der bedeutung trefflich stimmt; 
eher wäre es als eins mit dem vorhergehenden worte zu denken, 
sodass bilbo = iron überhaupt und bilboes = irons gesetzt wäre, 
auch etwa die sache selbst aus Spanien stammte; vgl. Smart. 

Bilboquet ein Spielzeug (cup and ball); fr. bilboquet, 
voif biUe kugel (vgl. billiard) und boquet; letzteres wird er- 
klärt theils als petit bois (=:: bosquet) oder dem sinne nach pas- 
sender als bochet kleiner becher, kleine höhlung, Verkleinerung 
von it. bocca, fr. bouche mund; Scheler 34. 

Bile. 1. beule; eigentlich bessefe Schreibung neben beal 
und boil; s. boil. 2. 

Bile. 2. galle; fr. bile, lat. bilis. 



— 81 — 

Bilge der weiteste theil eines fasses, schiffes, bauch; ags. 
bae]g, belg, bylig schlauch, bauch; also nur neben belly, 
bellow, bulge entwickelt aus dem stamme belgan »> tumere. 
Bilk tauschen, betrügen; nach Wedgwood 1, 157 nur ver- 
derbt aus dem gleichbedeutenden balk. 

Bill. 1. Schnabel; altengl. und ags. bile; es scheint ur- 
sprünglich als das organ des hauens* (billen) gleich zu sein mit 
dem folgenden worte.^ 

Bill. 2. axt, Schnittmesser; ags. bill schwert, alts. bil, 
ohd. bille steinhaue von 'billen hauen ; Tgl. Grimm 2 , 26 und 
ak nahe verwandt unser nhd. beil (beihel, ahd. pihal) Grimm 1, 
1374; Weigand 1, 127. Vgl. skr. bhil Andere. 

Bill. 3. nach Grimm 2, 26 ein uraltes wort mit der bedeu- 
tong „recht, billichkeit;^^ nhd. un-bill, billich; den Engländern 
ist bill für das eingebrachte und angenommene gesetz ganz ge- 
laufig geblieben; vgl. ags. bile in bileviht, bilevit = simplex, 
mitis Etm. 292. 

Bill. 4. Zettel, schrift, Wechsel; zum theil mit bill. 3. sich 
vermischend aus mlat. billa; vgl. &. billet, dessen volle form 
daneben im engl, erhalten ist; das fr. billet, it. boUetta, bulletta 
ist eigentlich ein versiegeltes, mit dem Urkundensiegel (bulla) 
versehenes blättchen; vgl. bull. 2. 

Bill. 5. als eigenname; abkürzung von William, ags. Vil- 

helm, woraus Willy, Billy, Bill wurde, wie aus Richard gar Dick. 

Billements weiberkleider ; fr. habillements mit abwerfung 

der ersten sylbe wie story aus history und spital, spittle, 

M, spital aus hospital; über den stamm vgl. h ab it. 

Billet. 1. Zettel, billet; fr. billet, mlat. billeta, verkleine- 
nmgswort von billa; vgl. bill. 4., bull. 2. 

Billet. 2. (billot) scheit, harren, klumpen; fr. billot, 
bille klotz, block; dies ist nach Diez 55; I, 68 auf bille kugel 
(vgl. billiards) nach Scheler 34 mit C!hevallet auf einen anderen, 
kelt. stamm, ir. bille, bret. bill, pill baumstamm zurückzuführen. 
Billiards billard; fr. billard; der fr. ausdruck, mlat. billar- 
dus scheint zunächst einen stock bedeutet zu haben und erinnert 
dann an biUe, billot, billet. 2. In seiner besondern anwen- 
dung auf das spiel aber tritt das wort in nähere berührung 
ZQ nnd wird darum angesehen als eine ableitung von mlat. sp. 
billa, it. biglia, fr. bille; dieses aus lat. pilä abzuleiten erlaubt die 
l^ntregel kaum; nach Diez 55; I, 68 stammt es vermuthlich von 

XfiUer, Etym. Wtfrterbncb. 5 



— 82 — 

dem mhd. bickel knöchlein, würfel, udl. bickel beinchen, womit 
die kinder spielen; Heyse 115: „fr. bille, it. biglia, entweder 
vom mhd. ndl. bickel knöchlein, womit die kinder spielen, oder 
eine abänderung des lat. bulla, etwas rundes; oder vom kelt. 
bili, ein runder und glatter stein, mit dem die kinder spielen. ^^ 

Billion billion; fr. billion, dem million nachgebildet mit- 
tels des lat. bis zweimal , * eine million in der zweiten potenz, 
dann auch 1000 millionen. 

Billon.; s. unter bullion. 

Billot; s. unter billet, 2. 

Billow woge; zunächst, da es im ags. zu fehlen scheint, 
wohl aus dem skandinavischen, altn. bjlgja, schwd. bölja, dän. 
bolge; mhd. bulge, nhd. (veraltet) bulge, Grimm 2, 511; auch 
ndd. Br. W. 1, 158; Sanders 1, 240; aus der wurzel belgan an- 
schwellen; vgl. bulge, " budget, bellows, belly, sowie 
Dief. 1, 270 unter dem goth. balgs. 

Bin kästen; ags. bin und binne kästen ,. krippe ; vgl. die 
deutschen benne, binne korb, fr. banne, altfr. benne, mlat. benna 
gefass. Festus: „benna lingua gallica genus^vehiculi appellatnr^^ 
(korbwagen). Diez 51; I, 61. Grimm 1, 1473. 2, 36. „es wird 
fast wahrscheinlich, dass schon das keltische benn sich an binden 
flechten schliesst; die Kelten mögen es von den Deutschen, 
die Römer von den Kelten empfangen haben;" vgl. Dief. Or. 
Eur. 252. 

Bind binden; ags. bindan, goth. bindan, altn. schwd. binda, 
dän. binde, ahd. pintan, mhd. nhd. ndl. binden ; Grimm 1, 1051 ; 
2, 31 ff. Dief. 1, 296; vgl. band, bend u. s. w.; statt bind 
scheint bine zu stehen in ausdrücken wie hopbine, wood- 
bin e, die zugleich an wind, nhd. winde erinnern; vgl. Trench 
E. 231. lieber die reiche entwicklung des stammes im nhd., 
welcher die engl, theilweise entspricht, vgl. Kehrein 230 ff; über 
die Wurzel im skr. bandh Bopp V. Gr. 1, 236. 182. 

Binnacle kompasshäuschen ; die ehemalige form war bit- 
tacle auf deren änderung vielleicht der gedanke an bin kästen, 
behältniss einwirkte; bittacle aber entstand aus habitacle, lat. 
habitaculum wohnang, bauschen, fr. habitacle = armoire de la 
boussole (Boiste); wegen der Verstümmelung vgl. billements. 

B i r c h birke ; mundartl. birk ; ags. beorce , birce , byrce ; 
ndl. berk, altn. biörk, schwd. björk, dän. birk, ahd. piricha, mhd. 
birche und wie nhd. birke; über die entsprechenden ausdrücke 



— 83 — 

in den urverwandten sprachen z. b. russ. bereza, serb. breza, 
lett. behrse, lat. betnla, ir. beith, welsch bedwen, bedw u. s. w. 
vgl Grimm 2, 39 ; Diez 52 ; I, 63 (lat. betula, it. betula, betuUa, 
bedello u. s- w.; fr. bonleau); Dief. Or. Eur. 257. 

Bird vogel; ags. bird, bridd junges, yogeljnnges; noch bei 
Shakspeare in der älteren, allgemeineren bedeutung Henry IV, 
5. 1: „Being fed by ns yon used ns so as that ungentle gall 
the cuckoo's bird useth the sparrow;" für die entwicklung der 
Bedeutung vgl. fr. poule huhn aus lat. puUus, pulla junges, pigeon 
taube ans pipio vogelchen (s. pigeon), sowie auch fowl nach 
seiner begriffsentfaltnng. Die abstammung, ob von breed, 
brood oder von bear. 1. kann zweifelhaft erscheinen; Wedgwood 
1, 160 nimmt das erstere an und vgl. nhd. brut (s. auch Etm. 
320, Dief. 1, 258); indessen ist lautlich, wegen der vocale das 
letztere wahrscheinheher ; ags. byrd ist geboren, geburt, das 
engl, hätte dann mit aufgäbe der Umstellung (noch bei Chaucer 
brid) die ursprüngliche form wiedergewählt wie in frost, ags. 
foTst und froste thrash, thresh, ags. j^erscan; vgl. Koch 1, 147. 
Birth. 1. geburt; ags. byrd, gebjrrd, goth. gabaurj^s, 
ndL geboorte, altn, burdr, dän. byrd, schwd. börd, ahd. purt, 
mhd. burt, nhd. ge-burt Grimm 2, 552; zu bear. 1. goth. bairan 
Dief. 1, 257 ff. 

Birth. 2. (berth) räum, platz u. s. w. ; es scheint auch 
unreine ableitung von bear. 1. mit eigenthiimlicher begriffs- 
entwicklung zu sein; vgl. die bedeutungen von bear, bearing 
und Wedgwood 1, 146. 

Biscuit Zwieback; fr. biscuit, pr. biscueit, it. biscotto, sp. 
bizcocho aus dem lat. bis coctus zweimal gebacken; so auch it. 
guascotto halbgar aus quasi coctus Diez 57; I, 71; nhd. als 
fremdwort biscuit Heyse 116; vgl. nhd. zwie-back; hierher bis- 
cotin zackerplätzchen mit anschlnss an die it. fprm, fr. biscotin, 
it biscottino. 

Bishop bischof; ags. bisceop, biscop aus lat. gr. episcopus, 
imawmog aufseher, goth. aipiskaupus und so in den verschiedenen 
sprachen entstellt und verkürzt, altfrs. alts. biscop, ndl. bisschop, 
altn. biskup, schwd. biskop, dän. bisp, ahd. biscof, piscof, mhd. 
pischof, nhd. bischof; it. vescovo, pr. veskes, fr. ^veque, sp. obispo, 
pg. bispo; finn. piispa, gael. easbuig, ir. easbog, welsch esgob, 
annor. eskop, slav. biskup, litth. wyskupas, alban. piskopi u. s. w. 
Grimm 2, 46. 

6* 



— 84 — 

Bisk kraftsuppe, voraus beim ballspiele; fr. bisque. ,,Ce mot 
nous reste obscur, soit dans le sens de potage, soit comme terme 
du jeu de paume. H est probable que le verbe bisquer avoir 
du d^pit se rattache ä bisque en tant qu'il exprime uue d^fsdte 
au jeu de paume'^ Scheler 35 ; Frisch denkt an das nhd. bischen 
— suppe aus leckerbissen — ; andere an biscuit, oder unmittelbar 
an das lat. bis-coctus in dem sinne zweimal gekocht. In der 
zweiten bedeutung ist es vielleicht verwandt mit dem it. bisca 
ein öfifentliches spielhaus; Heyse 116. 

Bismut h wismuth; nlat. bismuthum, nhd. bismuth, wis* 
muth, dän. bismut, &. bismuth ; „altd. wesemot d. i. wiesenmahd, 
das in einer reihe liegende abgemähte grüne gras auf einer 
wiese, s. v. w. Schwaden, aus welcher rothe und weisse blumen 
hervorsehen, womit er von den bergleuten wegen seiner rothlich- 
silberweissen , mit grün untermischten färbe verglichen wurde.^^ 
Heyse 971. 

Bison. 1. äuerochs, bison; zunächst auB dem lat. bison, 
gr. ßiaiov (Oppian), fr. bison, nhd. bison; jenes aber soU erst 
aus dem altdtsch. wisunt, wisant, wisent der wilde stier, eigentl. ^ 
der weisende — fährer der heerde — herüber genommen sein; 
Schwenck 64; Heyse 116. 

Bison. 2. (mit den nebenformen bisson, bissom, bisen, 
bizened, beesen, beesome) blind} ags. bisen blind (aus biseönde 
zu seon sehen?); vgl. ndl. byziende kurzsichtig, byzien kurz- * 
sichtig sein und auch nhd. beisichtig kurzsichtig. 

Bister nussbraun; fr. bistre = „suie cuite et detrempee. 
Tous les dictionnaires rapportent ce mot ä bis (s. bice), mais 
cette unanimite d'opinion ne nous convainc pas sur la certitade 
. de ce rapport." Scheler 35. 

Bistoury schnittmesser ; fr. bistori, it. bistori, bisiorino; 
von zweifelhafter abkunfb; Scheler 35: „d'origine inconnue. Ni 
Tetymologie bis tortuosus, ni celle de Pistoriensis (de la ville de 
Pistoie) n'est ä meme de nous satisfaire." Frisch: „weil es ge- 
krümmt ist, von tour." 

Bit. 1. bissen, gebiss; die verschiedenen bedeutungen 
lassen sich leicht auf den begriff des stammzeitwortes bite 
beissen zurückführen ; ags. bit, bitte bisschen ; bitol gebiss, zaom ; 
nhd. bisz, biszen, gebisz; vgl. Kehrein 825 ff. über die entwick- 
lung der Wurzel im nhd. 



— 86 — 

Bit. 2. Bezeichnung gewisser balken auf dem schiffe, ge- 
wöhnlich bitt geschrieben; dazu als zeitwort bitt und bitter; 
Tgl. nhd. beting, bäting Sanders 1 , 120 ; altn. biti c[uerbalken, 
worauf Diez 57; I, 71 die roman. Wörter it. bitta, sp. bita, fr. 
bitte stuck holz, pfähl zurückfährt und aus den erftirter glossen 
p. 279. a. beibringt: „bitus lignum quo vincti flagellantur.^' 

Bitch hündin; ags. bicce, bice; altn. byckja, oberdeutsch 
bätze, betze Grimm 1, 1160. 1741 und über weitere Verwandt- 
schaft G. ,d. d. S. 38. 39; vgl. über das fr. biche hündin neben 
einem anderen biche hindin Diez 568; 11, 217. 

Bite beissen; ags. bitan, goth. beitan und so fort einstimmig 
in allen deutschen zungen alts. bitan, ndl. bijten, altn. bita, 
schwd. bita , dan. bide , ahd. pizan , mhd. bizen , nhd. beiszen ; 
urverwandt skr. bhid = Andere, rumpere, perforare, lat. Andere, 
fidi, vielleicht gr. qpcido/mt; Grimm 1, 1399 und Dief. 1, 292; 
über die engl, formen Mätzner 1, 359; über die urverwandten 
sprachen Bopp V. Gr. 1, 12 f., Rapp No. 103. pint trennen, 
spalten. 

Bitter bitter; ags. biter, goth. baitrs, alts. bittar, ndl. 
bitter, altn. bitr, schwd. dän. bitter, ahd. pittar, mhd. nhd. bitter 
zu dem goth. beitan; s. bite und vgl. Dief. 1, 269; Grimm 2, 
53; Kehrein 828. 

Bittern. 1. bittre soole, muttersoole; weiterbildimg von 
bitter. 

Bitt er n. 2. rohrdommel; altengl. bittour, bitore, fr. butor, 
auch it. bitore, sp. bitor ralle u. s. w. ; über das angetretene n 
vgl. Mätzner 1, 177. lieber das roman. wort Scheler 45: „du 
latin bos-tanrus selon Belon, Nicot etc.; d'apres Menage, de bu- 
gitanrus, pour mugitaurus." 

Bivouac bivouac; fr. bivouac, bivac, altfr. bihouac, biouac, 
altengl. bihovac, bioac ; das fr. wort wird allgemein abgeleitet aus 
einem ndd. biwake, nhd. beiwache, beiwacht, indessen ist dies 
wenigstens nach Grimm 1, 1406 aus der älteren spräche nicht 
aufzuweisen. 

Bizarre wunderlich, launenhaft; fr. bizarre und daraus 
auch nhd. als fremdwort bizarr. Das wort hat in den verschie- 
denen roman. sprachen abweichende, theilweise nicht ganz leicht 
zn vermittelnde bedeutungen it. bizzarro zornig, eigensinnig, 
lebhaft — schon bei Dante und Boccaccio — später wohl erst 
uach dem fr. seltsam; sp. pg. ritterlich, prächtig, freigebig, fr. 



— 86 — 

bizarre wunderlich. Scheler 35 sagt nach Diez 57 ; I, 71 : „Kien 
ne se presente pour expliquer soit Torigine, soit le rapport re- 
ciproque de ces mots. Le snbstantif bizza colere parait ayoir 
ete deduit de Tadjectif. La langue basque possede Vadjectif 
bizarro avec le meme sens que Tesp ; et en outre le mot bizarra 
avec Tacception barbe.^^ Aus diesem baskischen worte bizarra 
hart leitet nun Mahn alle anderen wörter ab (begrifPsentfaltnng : 
bärtig, männlich, tapfer, muthig, heftig, lebhaft u. s. w.); „den 
vorfahren der heutigen Franzosen müssen bärtige mä^ner wun- 
derlich und fratzenhaft vorgekommen sein/^ Zugleich fasst er nach 
Cotgrave nur als modificationen desselben wortes in bezng auf 
form wie bedeutung: bigearre, bigerre , . bigarrer u. s. w. ; vgl. 
bigarroon. S. die ausfuhrliche entwicklung im Arch. 30, 450. 

Blab schwatzen, plaudern, blabber schwatzen, lügen; 
ndd. blabberen Br. W. 1, 92; nhd. plappern Weigand 2, 389; 
mlat. blaberare für das klass. blaterare; da eine gewisse laut- 
nachahmung in dieser art von Wörtern aUerdings stets eine be- 
deutende rolle spielt, so fehlt es nicht an anderen anklingenden 
formen, ohne dass jeder einzelnen ihr bestimmter Ursprung und 
Zusammenhang nachgewiesen werden könnte; vgl. blubber und 
Wedgwood 1, 162—164. 

Black schwarz; ags. bläc, blac, altn. blakkr, dän. blak in 
derselben bedeutung; femer ags. bläc, isl. blek, schwd. bläck, 
dän bläk, ahd. plah, ndd. blak in der bedeutung tinte — schwer- 
lich mit bleak zusammen zu stellen; „eher ist es verwandt mit 
blaken im ndd. ndl. s= urere, uri (nach der lautverschiebung 
g}liy€iVj g)loyiCeiv^ skr. bhrädsch glänzen, vgl. bleach) und be- 
zeichnet brandschwarz, schwarzgebrannt, wie auch ater und 
aid^ü) sich berühren." Grimm 2, 59. 62. Br. W. 1, 93; Dief. 
1, 310. 

Blackguard trossbube, lump; nach Wedgwood 1, 165 
zuerst verächtliche benennung der niedrigsten, mit schmutziger 
arbeit beschäftigten dienerschaft eines grossen oder bei hofe „die 
schwarze garde" von black und guard; dann von dem ein- 
zelnen gebraucht ; belege für diese begriffsentwicklung bei Trench 
21 ; E. 189 ; wegen des zur bezeichnung des einzelnen gewordenen 
collectivbegriffs vgl. z. b. com r ade. 

B lad der blatter, blase; ags. blaedre, bläddre (biedre), 
altn. bladra, bledra, schwd. blädra, dän. bläre, ndl. blader, 
blaar, ahd. plätara, mhd. blater, nhd. blatter; Grimm 2, 77; 



— 87 — 

rgl. noch das nhd. blase, blasen; engl, blister zu dem stamme 
goth. blesan; ags. bläran, engl, blow, nhd. blähen. 

Blade blatt; ags. bläd, alts. blad, ndl. blat, blad, altn. 
blad, schwd. dän. blad, ahd. plat, mhd. blat, nhd. blatt; vgl.. 
Termathongen über weitere abkunfk und Verwandtschaft bei 
Grimm 2, 73. (ygl. ags. blaed fiructus, mlat. bladum). 

Blain beule, blase; altengl. bleine, ags. biegen, altn. blina, 
dän. blegn, ndl. bleyne (Binn.), ndd. bloien Br. W. 1, 103; es 
^scheint eine nebenform von blad der blase aus dem stamme blä 
(ä. blow) zu sein, der sich mit j, h, g entwickelte; vgl. nhd. 
blähen, mhd. blajen Grimm 2, 61; dasselbe wort ist dann wohl 
in dem fr. blague enthalten, welches sonst auf das deutsche balg 
Zurückgeführt zu werden pflegt. Vgl. Bapp No. 106. pla. 3. 
blasen, flammen^ 

Blame tadel, tadeln; fr. blame, blämer, pr. blasme, altsp. 
blasmo, it. biasimo von dem lat. gi;. blasphemare, ßKdaq>r]^0Vy 
ß)jaaq>r^fi€iy lästern, was dann später wieder in der ursprüng- 
licheren form und bedeutung auftritt, fr. blaspheme, engl, blas- 
pheme; nhd. als fremdwort mit etwas veränderter bedeutung 
blamieren; Heyse 117. 

Blanch bleichen u. s. w. , blank weiss, leer (blank 
verse, verse void of the rhyme to which the ear is accustomed) ; ' 
fr. blanchir; blanc, blanche; das roman. wort' it. bianco, sp. 
blanco, pg. branco, pr. fr. blanc stammt zwar selbst erst aus 
dem german. ahd. planch, mhd. blanc, nhd. ndl. schwd. dän. 
bhnk zu nhd. blinken, ndl. blinken (noch stark blonk, geblonken; 
▼gl. Grimm 2, 64. 127; Gr. 2, 36; No. 406.); indessen scheinen 
die engl, worter zunächst aus dem fr. gekommen zu sein; we- 
mgstens ist ags. blonc, blanc selten und scheint nur als blonca, 
blanca weisses pferd vorzukommen (Grimm A. E. 165; Etm. 
312; Grein 1, 124). Blanket decke u. s. w. ist wohl nur das 
fr. blanchet weisses, wollenes zeug, nach andern von dem er- 
finder benannt. 

Bland, blandish sanft, mild u. s. w. ; fr. blandir Scheler 
36; lat. blandus, blandiri; vgl. Dief. 1, 308. 

Blare brüllen; ndd. blafren Br. W. 1, 95; nhd. plerren, 
plärren, blarren Grimm 2, 66; mhd. bleren blöken wie ein 
schaf, ndl. blaeren (Binn.). 

Bläst lufbstoss, pesthauch, entzündung durch den blitz u. 
8. w. ; ags. wird bereits von Grein und Dietrich unterschieden 



— 88 — 

ein bläst =^ ardor, flamma, fax und blaest, altn. blästr, mhd. 
blast, nhd. älter und mundartl. blast (Grimm 2, 72) = flatus, 
ndi. blas Br. W. 1, 95; in dem engl, worte haben sich beide 
ganz gemischt; wegen der stamme vgl. dazu blow und blaze, 
besonders blaze. 1. 

Blatan't brüllend, blökend; altes participium mit der ur- 
sprünglichen endung (ende, ande, and), welche der franz. ange- 
glichen ist, von blate = bleat. 

Blay weissfisch; altn. bleikja, ahd. bleichä, mhd. blieca, 
nhd. bleibe und blieg, blick; vgl. Weigand 1, 160 und bleak. 

Blaze; die verschiedenen, wenn auch nicht unvereinbaren 
bedeutungen dieses Wortes weisen wie bei blast auf verschiedene 
stamme hin, die doch wieder im einzelnen schwer zu trennen 
sind und weiter hinauf zusammen gehören mögen; man kann 
etwa unterscheiden: 

blaze. 1. flamme, lodern, leuchten; ags. blaese, blase, blyse 
flamme, fackel; bläsere, blaesere, blisgere, bljsgere^^incendiarius; 
isl. blys, dän. blus flamme; Dief. 1, 327. 

blaze. 2. weit und breit bekannt machen, ausposaunen; 
ags. blaesan blasen, goth. blesan, ahd. pläsan, mhd. nhd. blasen, 
ndl. blazen, altn. bläsa, schwd. bläsa, dän. blase. In diesem sinne 
engl, auch blazen, blazon; s. weiter unten. 

blaze. 3. weisser flecken auf der stim, die bäume lachen; 
vgK nhd. blas; blasse, blässe, blesse Grimm 2, 67. 71; Br. W. 
1, 99; ahd. plas; ndl. bles kahl'(Binn.), blesse (Kil.). 

Hierzu kömmt nun noch blaze, blazon wappenkunst, 
Wappen, zieren, preisen, verkünden; das aus dem fr. blason erst 
wieder aufgenommene wort soll nach Diez 58; I, 71 seinen Ur- 
sprung offenbar in dem ags. blaese, engl, blaze haben =» fackel, 
glänz, dann von der auszeichnung in dem Wappenschilde, wie 
von glänz, prunk, rühm verstanden sein ; vgl. ahd. bläsa trompete, 
ndl. blazen prahlen. Andere gehen mehr von der bedeutung 
blasen, goth. blesan, ags. blaesan, ahd. plasan u. s. w. auch bei 
der erklärung von blazon aus; vgl. Wedgwood 1, 169; Scheler 36. 

Um die Zusammengehörigkeit aller der verschiedenen bedeu- 
tungen und formen zu verstehen, vergleiche man noch z. b. die 
ndl. ausdrücke bei Binnart: blaesen = flare, vier blaesen, op 
den hoorn blaesen ; blas-kake (beroemer) = jactator ; blaeson = 
praeconium, buccina aber auch wapenschilt; blaesoenen wappen 
erklären, aber auch ausposaunen. (Heyse 117: „blason angeblich 



— 89 — 

von dem deutschen blasen, weil der herold das erscheinen jedes 
riliers im tnmier blasend ankündigen nnd sein Wappenschild 
deuten und auslegen musste, was man „das wappen ausblasen^^ 
nannte; oder vom mhd. blas fiackel, das ist glänz, ruhm/^) 
Vgl. Grimm Gr. 3, 392 blas (candela) ein angeblasenes licht. 

Bleach bleichen, bleech die bleiche; ags. blaecan, ahd. 
pleichen, nhd. bleichen u. s. w. von dem adjectiv engl, bleak, 
ags. blac, alts. blec, ndl. bleek, altn. bleikr, schwd. blek, dän. 
bieg, ahd. pleich, mhd. nhd. bleich; das engl, bleak hat neben 
dem ursprünglichen sinne bleich und selbst vorzugsweise die be- 
deutnng kalt, frostig; vgl. Trench 22; über den stamm, das 
starke intransitive zeitwort ags. alts. blican, altn. blika, ahd. plihhan, 
arplichan, nhd. erbleichen, schimmern, matt schimmern von der 
Wurzel blik, vgl. skr. bhrädsch glänzen, gr. (pUyeiVy lat. folgere, 
flagrare brennen, glänzen; s. Grimm 2, 97; Bopp V. Gr. 1, 
236; Bapp No. 121. prank. 3. lärmen, glänzen; No. 109. plank. 1. 
glänzen und wegen der entfaltung im nhd. Kehrein 845 — 855; 
im engl, noch veraltet bleike blass werden; hierhergehört dann 
anch bleak weissfisch; vgl. blay. 

Blear trübe, besonders in blear-eyed triefäugig, blear 
traben, teuschen; schott. bleerit, bleert u. s. w. (Hier zu schei- 
den, wie Wedgwood 1, 171 thut, scheint unangemessen.) Man 
Tgl. das ältere und mundartl. nhd. blerr als bezeichnung einer 
augenkrankheit; s. Grimm 2, 107; Weigand 2, 390; ndd. blarro- 
ged, bleeroged Br. W, 1, 95. 99, schwd. blira, dän. blire mit 
den äugen blinzen; den Zusammenhang mit blerren, blarren, 
plärren weist Grimm ab, weil diese Wörter mehr den laut be- 
deuten , dagegen „wahrscheinlich ist ein Zusammenhang mit dem 
ahd. plehanougi = lippus, prehanougi = glaucomate laborans 
(GrafiF 1, 123), wovon auch it. barlume und fr. berlue ausge- 
gangen sein mögen;" vgl. noch blur. 

Bleat blöken; ags. blaetan, ndl. bieten (Binn.),* bleeten, 
blaten, ahd. pläzan, nhd. bläszen, mundartl. bläszen, blätzen 
Grimm 2, 73; Graff 3, 259; Schmeller 1, 238. Man halte dazu 
die ebenfalls den naturlaut nachahmenden nhd. blähen , bläken, 
Woken, gr. ßhrixrj, ßlrjxdofiai und vgl. blatant. 

Bleb bläschen, Wasserblase, (blebby voll blasen; bleb 
nrnndartl. trinken); wird von Wedgwood zu blab gestellt. 

Blee (veraltet) färbe, gesichtsfarbe, ansehn; ags. bleoh, bleov, 
bleo, alts. bli &rbe, was zu ags. bleövan, goth. bUggvan schlagen 



— 90 — 

zu gehören scheint; Etm, 311; Dief. 1, 243. 311; vgl. blue, nhd. 
blau und blei; Grinim 2, 81. 88. 

Bleed zur ader lassen, bluten; ags. bledan zur ader lassen 
von bldd blut ; s. das weitere unter b 1 o o d. 

Blemish verunstalten, flecken; Pr. Pv. blemyshen = ob- 
fiiscare; da das alt&. blesmir nicht sowohl erbleichen, wie das 
nfr. blemir, als beschmutzen, schlagen bedeutet, so kann die a1>* 
stammung des englischen Wortes davon nicht zweifelhaft sein. 
Diez 571; ü, 221 nimmt nun als grundlage des fr. bleme das 
altn. ßubstantiv blami bläuliche färbe von dem adjectiv bla 
blau (s. blue); danach blemir zunächst blaue flecken machen, 
schlagen, dann blau werden, erbleichen. (Chevallet leitet bleme 
vermittels einer barbarischen mittelform blecimus von dem ahd. 
pleih, ags. bläc (s. bleak) ab, Menage gar vernüttels blaximns, 
blasmus von dem gr. ßld^; Scheler 36.) 

Blench stutzen, zurückschrecken, abwenden, hindern; ist, 
wie es scheint, der grundbegriff „mit den äugen blinzen,*^ so 
wäre es nur eine nebenform von blink; vgl. das mundartl. 
blench blick, sowie ndl. blenken neben blinken glänzen (Binn.); 
indessen ist es wahrscheinlich, dass, wie jetzt gewiss, so schon 
frühzeitig mit diesem blench ein anderes zunächst roman.blan eh 
sich vermischte, zumal da „erblassen^^ ebenso wie „blinken mit den 
äugen" ein zeichen des erschreckens, der Verlegenheit war; dass 
höher hinauf beiden derselbe stamm zu gründe liegt, ergiebt sich aus 
dem zu blanch,blunkbemerkten; vgl. blink und Wedgwood 1, 172. 

Blend mischen, blenden; ags. blenden == miscere und cae- 
care; blandan = miscere; goth. blandan vermischen, dagegen 
gablindjan blenden; altn. blanda, schwd. blanda, dän. blande 
mischen; ahd. plantan, mhd. blanden als starke Zeitwörter mischen; 
nhd. blenden nur schwach == blind machen; vgl, aber z. b. blend- 
ling'bastard, mischart Grimm 2, 106; Br. W. 1, 99; über den 
Zusammenhang der formen und bedeutungen, die sich etwa aus 
einem wurzelverbum blindan =^ turbidum, nubilum esse erklären, 
vgl. Grimm 2, 119 und Dief. 1, 304 flf.; für das ags. Etm. 309 
und s. blind, sowie etwa blunder. 

B 1 e s s segen ; ags. bletsjan, blessjan oder mit kurzem vocale 
bletsian (Grein), altn. blessa, schwd. blessan segnen, altschwd. 
blezan segen, nach Grimm Myth. 32 zu dem goth. ags. blotan 
opfern; vgl. Dief. 1, 313; nach anderen zu goth. bleij^s, ags. 
blide milde; s. Dief. 1, 307 und bliss; bless in der alten be- 



— 91 — 

I 

deutung Bchwingen z. b. „their buming blades about their heads 
do bless" Spenser F. Q. erklärt Wedgwood „from the action of 
the band makmg the sign of the cross while blessing oneself or 
others;^^ in anderen stellen scheint es für to woond zu stehen 
und das fr. blesser (etwa von dem mhd. bletzen flicken, zebletzen 
in stücke hauen Diez 571; U, 221) zu sein; Hai. 1, 185; 
blessing segen, bereits ags. bletsung. 

Blight brand, mehlthan, nordamerik. auch „hautausschlag;^^ 
ags. blaecda, blecda, blaecdrust = vitiligo, aussatz, flechten; wie 
es scheint zu bläc, blaec bleich, weiss; von der färbe benannt 
die krankheit, insbesondere, der pflanzen, dann übertragen. Im 
ndd. wird verblekken von der sonne gebraucht, welche die saaten 
oder die grasgewächse yerbrennt: „de sunne het dat koorn ver* 
blekket, dat koorn is verblekket" Br. W. 1, 99 zu blekken schei- 
nen, leuchten, blitzen. 

Blin aufhören; ags. blinnan = be-Hnnan zu linnan, goth. 
af-linnan aufhören, ahd. bilinnen, mhd. gelinnen, engl, mund- 
artl. lin, schott. leen, altn. Unna, dän. mundartl. linne, linde; 
Kef. 2, 143. 

Blind blind; ags. blind, goth. blinds, alts. ndl. schwd. dän. 
nhd. bUnd, altn. blindr, ahd. pUnt, mhd. bUnt zu erklären aus 
dem verlorenen starken zeitworte blindan No. 595. Grtmm Gr. 
2, 59; vgl. blend, Dief. 1, 304; Grimm 2, 119. 

Blink blinzen, blinken; noch als starkes zeitwort ndl. blin- 
ken; d^egen schwach nhd. schwd. blinken; nach Qrimm als 
eine erweiterung von blichen, ags. blican anzusehen; vgl. bleak; 
Bo ergiebt sich der Zusammenhang mit nhd. blicken und mit 
blinzen, blinzeln, welche letztere kaum mit Griinm 2, 128 aus 
bündezen entstanden zu denken und zu blind zu stellen sind, 
Tielmehr aus blinkezen, dem frequentativ von blinken (Schmeller 
1,237); Tgl. Dief. 1, 304. 

Bliss Seligkeit, wonne; ags. bliss, bliss, blids freude; von 
dem adjectiv bilde froh; s. blithe, 

Blissom vergnügt, geil, bocken u. s. w. ; es ist dasselbe 
wieblithesome lustig von blithe; bereits das ags. Wide be- 
deatet laetus und luxuriosus; vgl. wegen des begriffsüberganges 
theils bawd, theils das nhd. geil, ahd. keil üppig, übermüthig; 
(ienn. 8, 351. 

Blister blase; gehört zu dem stamme blasen, goth. blesan, 
vgl. blow; ndl. bluyster; daraus nach Diez 572; 11, 222 das 
altfr. blostre kleiner hübel auf dem erdboden. 



— 92 — 

Blithe lustig; ags. bilde, goth. blei|^8 milde, alts. blidhi, 
ahd. blidi , mhd. blide , ndd. bUde Br. W. 1 , 100 ; blid (Klaus 
Groot) , nfrs. bly, blye; ndl. blijde, blij, altn. blidr, schwd. dän. 
blid mild; hierher bliss und blissom', vielleicht auch bless; 
8. Dief. 1, 307. 

Bloat schwellen; to bloat herrings beringe räuchern; 
bloater bückling; besonders in der speciellen bedeutung auch 
blote. Es ist nicht unwahrscheinlich, wenn Wegdwood 1, 178 
dies auf altn. blautr weich, eingeweicht, schwd. blöt, dän. blöd 
zurückführt ; schwd. bl6ta, lägga i blött einweichen ; hiess einmal 
der künstlich bereitete, eingesalzene fisch blAt-fisk, so konnte 
der ausdruck leicht missverstanden auf den geräucherten fiscli 
angewandt werden; bedenklicher scheint es bloat auch in seiner 
gewohnlichen bedeutung „schwellen** daraus zu erklären, weil das 
eingeweichte anschwelle; vgl. über den wenig klaren verhalt der 
etwa der form nach entsprechenden deutschen Wörter Grimm 
unter blöde, blosz, blutt, sowie Dief. 1, 306 ff. 314. 

Blo'b blase, Unterlippe, maul; scheint nebenform von blab, 
bleb zu sein; vgl. blabber, blubber; in allen diesen wörtem 
mag eine gewisse lautnachahmung eingewirkt haben; natürlich 
gehört auch blobber zu blubber. 

Bleck block, klotz, hemmen, blockieren; blockade blo- 
ckade; es fehlt an entsprechenden wörtem in den germanischen 
sprachen keineswegs: ahd. mhd. bloch, nhd. bloch, block, ndl. 
blök, isl. blökk, schwd. block, dän. blök. Nach Grimm 2, 135 
ist nun ahd. piloh verschluss (zu goth. lukan, ags. lükan, engl, 
lock) mit frühe getilgtem i zu ploh geworden, eigentlich also 
der verschluss, dann stock, klotz, block; davon die romanischen 
Wörter fr. bloc klotz, häufe, fr. bioquer, it. bloccare, bloccata; 
fr. blocus aus deutschem bloc-hüs blockhaus. Ist die höchst an- 
sprechende ableitung richtig (Weigand 1, 162 verwirfk sie; andere 
meinen wenigstens, in block habe sich mit dem aus piloh ent- 
standenen noch ein anderes ursprüngliches gemischt) und ist auch, 
wie Grimm vermuthet, das skandin. blökk nicht alt, so darf man 
sagen, dass das engl, block in den meisten, wo nicht allen be- 
deutungen zunächst auf das romanische zurückweist; wenigstens 
fehlt im ags. jede spur, und bildungen wie blockade setzen 
it. bloccata u. s. w. voraus ; vgl. Diez 572 ; U, 221 ; Dief. 2, 152. 

Blond, blonde blonde („feine seidene spitzen , seidene 
kanten so genannt, weil sie ehemals einen gelblichen schein 



— 93 — 

hatten"); fremdwort wie im nhd. aus dem fr. blond hellgelb, 
helUiaarig, it. biondo, mlat. blondus, blundus u. s. w; dieses 
Wortes Ursprung aber ist nicht ganz aufgeklärt; man hat an das 
ags. blondenfeax misch-, grau - haarig . von blandan mischen (s. 
bland) gedacht oder auch an eine rhinistische form aus altn. 
bland, dän. blöd, schwd. blöt sanft, weich, nämlich von färbe 
oder beschafiPenheit; vgl. Diez 55; I, 68; Grimm 2, 143; Dief. 

1, 304 flf. 

Blonket grau (Spenser); in diesem worte scheint eine 
spar des ursprünglichen, germanischen blank, wie es ags, in 
blanca, blonca = equus albus erscheint, sich erhalten zu haben; 
Tgl. blanch, blank. 

Bio od blut; ags. blöd (=» blöd aus blövad? £tm.), goth. 
blo^, alts. ndd. altfrs. schwd. dän. blöd, ndl. nfrs. bloed, altn. blöd, 
ahd. pluot, mhd. bluot, nhd. blut; abgesehen von' dem auslau- 
tenden lingualbuchstaben, der einige Unregelmässigkeit zeigt, 
durch alle deutschen sprachen in gewohnter analogie verbreitet. 
Als stamm scheint man denselben annehmen zu dürfen, der im 
ags. blövan, engl, blow, bloom, nhd. blühen steckt; Grimm 

2, 170; Dief. 1, 312. (Heyne 136: „vom skr. phal dirumpi.") 

Bloom blume, blüthe; (ags. blöstma, blösma blume, blöma 
= massa, metallum, welche bedeutung auch engl, bloom noch 
zeigt); alts. biomo, ndl. blom, bloem, altn. blömi, blöm, schwd. 
blomma, dän. blomme, goth. blöma, ahd. pluomo, bluama, mhd. 
blaome, nhd. blume. Zu den formen mit s ags. ~ blösma, engl, 
blossom vgl. noch ndl. bloesem blüthe, bloeysel blüthen, mhd. 
bhiost, nhd. mundartl. blust. S. Dief. 1, 312; Grimm 2, 157. 
169 und blow. 2. 

Blot flecken; des Wortes Ursprung ist noch sehr dunkel; 
von den verschiedenen analogien, welche Wedgwood 1, 180 bei- 
bringt, mögen nur erwähnt werden dän. blat, blatte, plet tropfen, 
nhd. mundartl. blotz fall, plotz, plötzlich Grimm 2, 152. Ueber 
blot in eigenthümhchem sinne bei dem pufPspiel vgl. back- 
gammon und unser seltenes blott Grimm 2, 152; auch das der 
form nach hier anklingende fr. blottir kauern weiss noch Scheler 
nicht zu erklären ; vgl. noch Dief. 1, 306. 

Blotch ist meistens wohl nur das erweiterte blot; in dem 
äiiine „finne, hitzblatter^^ erinnert es an ags. blaecd, blaecda; 

iblight. 

Blote; 8. unter bloat; vgl. auch Dief. 1, 314. 



— 94 — 

Blow. 1. blasen; ags. blayan wehen, nhd. blähen, alid. 
plajan, mhd. blaejen; „offenbar liegen nhd. blasen, goth. blesan, 
ahd. plasan und weiter lat. flare ganz nahe" Grimm 2, 61. Vgl. 
Dief. 1, 310 und bladder, blister. 

Blow. 2. blühen, blüthe; vgl. bloom; ags. blovan, alts. 
bloian, bloan, ndl. bloejen, ahd. pluohan, pluojan, pluon, mhd. 
blüejen, blüen, bluon, nhd. blühen. „Allen nordischen sprachen 
gebricht das wort, und in der goth. ist es nicht zu ersehen; im 
ags. rühren blövan florere und blävan flare dicht aneinander und 
beide bilden das praeteritum stark bleöv; von blovan lautet das 
participium praeter, blöven, von blävan blaven; im engl, blow, 
praet. blew fallen sie ganz zusammen." (Vgl. Mätzner 1, 304.) 
„Auch ist nahe Verwandtschaft zwischen blühen und blasen dem 
buchstab und dem begriffe nach nicht zu verkennen ; die blume 
bricht und geht aus der knospe, wie die luft aus dem munde; 
lat. florere steht für flosere (wie flos, floris für flosis) oskisch 
hiess der junius flusalis = floralis blüthezeit , flosere aber liegt 
unserem blasen^ flare unserem blähen und blühen parallel ; wie 
natürlich sind im engl, blow beide Vorstellungen geeinigt." 
Grimm 2, 154; vgl. z. b. noch blowze roth-, paus -backiges 
firauenzimmer, mit einem aufgeblasenen und blühenden gesichte. 

Blow. 3. schlagen, schlag; schott. blaw; ags. bleövan (bei 
Etm. 311; Grein 128) ist fraglich; Grimm spricht das Zeitwert 
dem altn. alts. und ags. ab ; dagegen ahd. pliuwan, mhd. biiuwen. 
nhd. ndd. bleuen; mndl. bluwen, blauwen = percutere, flageUare, 
nndl. blouen (blouwen het vlas den flachs brechen); vgl. die 
diesem stamme entspringenden blee und blue; Grimm 2, 111; 
Dief. 1, 310 unter dem goth. bUggvan. 

Blub schwellen, geschwollen; nebenform von blab, bleb. 

Blubber (theilweise mit der nebenform blobber) blase, 
Wasserblase, walfischspeck, sich dicke backen weinen u. s. w. : 
Wedgwood 1, 183 zieht dazu weiter als hebenform bluther 
und sagt, hier etwa das rechte treffend: „These words seem 
directly formed by imitation, and are intended to represent the 
noise made by a mixture of air and liquid shaken together, or 
spluttering out together, whence the sense of bubble, froth, foam; 
„the water blubbers up" Baker Northamptonshire Gloss. „And 
at his -mouth a blubber stode of fome" Chaucer. Hence the 
modern appUcation to the coating of fat, with which the whale 
is enVeloped, consisting of a network or frothy structure of vessels 



— 96 — 

filled wiih oil/^ Auch die bedeutang ,,weinen^^ würde sich danach 
leicht erklären ; vgl. deutsch mundartl. blubberen von dem blasen 
werfenden wasser, und ndd. blubbern, herüt blubbern unbedacht- 
sam daherplaudem Br. W. 1, 105. 

Bludgeon knüttel; unklaren Ursprungs; form und sinn 
erinnern an den stamm von blow. 3. schlagen ; oder gehört es zu 
dem deutschen blotzen schlagen Grimm 2, 153; ndl. blutzen 
zerstossen, nhd. plotz, plötzlich? Man erwäge auch die deutschen 
ausdrucke blotze, plötze, plante kurzes messer; s. Weigand 2, 
394; Dief. 1, 314. 

Blue blau; ags. bleoh (bleov, bleö, bUo) blae Etm. 310, 311; 
and besonders häufig das Substantiv bleö färbe s. blee; ahd. 
plao, mhd. blä, nhd. blau, ndd. blau (blaag Br. W. 1, 96) ndl. 
blaaaw, altn. blär, schwd. bla, dän. blaa^ mlat. blavus, blavius, 
altit. biayo, altsp. blavo, pr. blau, blava, &. bleu Diez 54 ; I, 65 ; 
— eigentlich „gebleut, blau geschlagen^^ zu der wurzel bliggvan; 
s. blow. 3.; da das ags. eigenschaftswort selten, wo nicht un- 
«ticher scheint, so könnte das engl, blue zunächst auf das roma- 
nische wort zurückzuführen sein; vgl. Grimm 2, 81. Dief. 1, 311. 
Bluff dick, barsch, grob, steiles ufer, die äugen verbinden; 
weder Ursprung des wortes, noch die entwicklung der verschie- 
denen bedeutungen ist recht klar; zu erwägen sind etwa ndl. 
blaf = planus, aequus ; nhd. verblüfiFen ; ndd. Bluffen , verbluffen 
durch Worte oder gebärden furcht und schrecken einjagen San- 
ders 1, 172; Br. W. 1, 105; Dief. 1, 305. 308. 

Blunder versehen, irren, stolpern; die erklärung John- 
äon's „to mix foolishly or blindly^^ legt den Zusammenhang mit 
blind und ble^d sehr nahe, sodass es der form nach eine 
ablautende bildung von blindan mit der grundbedeutung der Ver- 
wirrung, Verblendung wäre; vgl. Dief. 1, 304 und das nhd. 
blander Grimm 2, 167. 

Blunderbuss blunderbüchse , musketon, tölpel; Smart: 
mA gun that may be fired bliinderingly , and yet do execution, 
being one of large bore, to carry many bullets;" diese erklärung 
des ersten theils ist schwerlich richtig; buss ist das ndl. bus, 
busae; ndd. busse Br. W. 1, 170 und vgl. baller-busse Br. W. 
1. 45; nhd. büchse; das nhd. blunder-büchse, (Sanders 1, 236) 
ücheint erst dem niederdeutschen und engl, worte nachgebildet 
ZQ sein. Wedgwood 1 , 186 möchte die mundartl. bedeutung 
•ttölpel*^ als die erste, den namen derwaffe erst davon entlehnt 



— 96 — 

ansehen ; man möchte aber eher an blunder in dem ursprünglichen 
sinne = congeries denken (Grimm 2, 167) und an eine mit al- 
lerlei eisenwerk geladene büchse; vgl. plunder. 

Blunket hellblau; eher als an die auf slav. gebiete aufge- 
fundenen analogien poln. blekij; azurblau, böhm. blamkyt blau 
möchte man an das veraltete blonket grau denken, sodass es 
ebenfalls mit zu blank gehörte; Hai. 1, 189 giebt an „a white 
stuff, probably wooUen^^ (also gleich blank et) und „a Ught blue 
colour;" immerhin bleibt eine yermischung ursprünglich verschie- 
dener stamme in dem worte möglich. 

Blunt stumpf, plump; in älterer bedeutung nach Wedg- 
wood leer — bare and blunt^ blunt of beistis; Dief. 1, 304 wagt 
kaum es mit dem altn. blundr, schwd. dän. blund Schlummer zu 
dem goth. blinds zu stellen, sodass es etwa ursprünglich das 
participium praeteritum wäre und das durch mischung in seiner 
reinheit, dann das in seiner feinheit und schärfe geschwächte 
bezeichnet hätte; vgl. noch Dief 2, 753. (1, 314.) 

Blur flecken, beflecken, auswischen; Wedgwood 1, 189 
nimmt es als eine zusammenziehung aus bludder, bluther, blubber 
und führt zur stütze aus Halliwell an bluter = to blot, dirtj, 
blubber; vgl. Dief. 1, 306, wo blur und blurt unter dem goth. 
blau|>jan abschaffen erwähnt werden. 

Blurt herausplatzen — erinnert allerdings sehr an die unter 
blur angeführten Wörter; zu to blurt at höhnend angaffen 
vgl. man etwa das deutsche plärren anstarren in dem hochd. 
vocab. von 1429; Schmeller 1, 337. 

Blush erröthen; ags. bl^sjan, äbl^sjan erröthen, ahd. blü- 
gison, ndl. blose, blosken röthe, blosen erröthen; nahe liegt die 
Verwandtschaft mit den Wörtern blühen, blasen; vgl. blow. 1. 2. 
und Dief 1, 327. ' ' 

Blust er brausen, toben; es scheint eine Weiterbildung des 
in blast, blow enthaltenen stammes zu sein, wobei ein gewisser 
einfluss der lautnachahmung angenommen werden mag; vgl. das 
ndd. blustem Br. W. 1, 106, sowie das oberdeutsche blastiem, 
blaustem bei Schmeller; in bezug auf die formentwicklung mit 
s aus blühen u. s. w. auch dasnhd. blust blüthe bei Grimm 2, 
169 und überhaupt blow. 1. 2. 

Boa schlänge, boa; (Wedgwood 1, 190: „It. boa, bora, 
any filthy mud, mire, puddle or bog; also certain venomous 
serpeiit that lives in the mud and swimmeth very well and grows 



— 97 — 

to a great bigness. Florio/^ Scheler: „mot americain/^ Heyse: 
^.neolat. boa, bova von dem lat. bos, bovis ochsf wegen der grosse 
so genannt.^') Das wort ist alt, wenn auch verhältnissmässig 
spat in die neueren sprachen eingedrungen und möglicher weise 
ein amerikanisches oder afrikanisches wort (aboma) mit wieder- 
gebend, Plin. h. n. 8, 14 : „faoiunt his fidem in Italia appellatae 
boae, in tantam magnitudinem exeuntes ut divo Claudio principe 
occisae in Vaticano soUdus in alvo spectatus sit infans. Aluntur 
primo bubuli lactis succo, unde et nomen traxere;^' die in dem 
letzten satze angedeutete etymologie ist kaum zu vertreten. 

Boar eher; aga. bar, ndl. beer, ahd. per, mhd. ber, auch 
noeh.nhd. mundartl. und ndd. bär, beier, behr, behr neben dem 
gewohnlichen, übrigens unverwandten eher; vgl. noch das lon- 
gobard. pair, paiz in sonorpahir, sonorpaiz; Grimm 1, 1124. 1368; 
G. d. d. S. 695 ; Br. W. 1, 77. 

Board bret, tisch, bord u. s. w. in einer mengjs verschie- 
dener bedeutungen, die sich doch ohne grosse Schwierigkeit auf 
jene ersten zurückfuhren lassen; ags. bord »= tabula, margo, 
goth. baurd in fotu-baurd fussbank, ahd. port =r labium, limbus, 
mhd. bort, nhd. bort, bord ; ndl. bord, boord ; altn. bord s= ora, 
asser, sehwd. dan. bord; nahe verwandt erscheinen die formen 
ag8.brord, breord, brerd, bred in ahnlichem sinne; „brede still 
Qsed in Suffolk for a board to press curd for cheese^^ Hai. 1, 208 ; 
ebenso im skandinavischen und deutschen hinab bis zu dem üb- 
bchen nhd. bret, auch ndl. nebeneinander bord und berd; Grimm 
2, 238. 374; Dief. 1, 284; der stamm erscheint vielfach im ro- 
manischen, vgl. Diez 61; I, 75 und vermittels dessen wieder im 
engL vgl. border, broider, brothel; wegen der gemeinsamen 
Wurzel etwa auch broad oder bear. 1. (das bret entweder das 
sich „breitende'* oder das „tragende*'); vgl. noch Weigand 1, 
170. 181; Kehrein 50; Etm. 285. 320. 

Boast prahlen, sich rühmen; die abstammung ist dunkel; 
Wedgwood 1, 190 denkt an nhd. bansen, pusten und ähnUche 
Wörter, sodaas der Grundbegriff wäre „sich aufblasen;" andere 
wie Mätzner 1, 114 an das ndd. bost =» brüst, sich hosten sich 
brüsten (vgL ndl. borst brüst); altn. baust bedeutet gipfel. Hai. 
1t 198 föhrt bost bereits als ags. an, wie es scheint ohne grund ; 
dagegen, wäre der lautübergang in breost, brost, borst, bost, 
boast unbedenklich und es früge sich wie alt die skand. ausdrücke 

Mauer, Etym. Wörterbach. 7 



— 98 — 

sind, schwd. brösta sig, dän. bryste sig; vgL Dief. 1, 332; Wor- 
cester verweist auf die kelt. bosd, bost. 

Boat boot; ags. bat, ndl. boot, altn. batr, schwd. bat, dän. 
baad; das nhd. boot ist erst in den letzten Jahrhunderten ans 
dem ndd. eingeführt Grrimni 2, 237; die entsprechenden roman. 
worter it. batto, batello, sp. batel, pr. batelh, fr. bateaa weisen 
aber auch auf die kelt. zurück, ir. bad, welsch bad, gael. bata. 
Heyne 128: „vielleicht das gespaltene, gezimmerte von der wz. 
skr. bhid, lat. fi-n-do; goth. bit, prs. beita in etwas veränderter 
bedeutung.*' 

Bob; den ausserordentlich mannigfachen bedeutungen scheint 
zu gründe zu hegen die der „stossweise erfolgenden, baumelnden 
bewegung,^V welche an verschiedenen danach benannten dingen 
wahrgenommen wurde ; den Ursprung des wortes zu erklaren ist 
um so schwerer, weil seine kurze form auch an mancherlei Ver- 
stümmlungen denken lässt wie Bob =» Robert; Wedgwood 1, 191 
nmmt es in seiner weise als lautnachahmnng jener art bewegong. 

Bobbin spule; fr. bobine, piemont. bobina, ndl. (Binn.) 
bobbyne = girgillus. „Nach Salmasius von bombyz, weil sie 
einer eingesponnenen Seidenraupe gleiche. Von bombus, weil 
sie ein summendes geräusch macht, wäre grammatisch besser. 
Wie verhält sich aber dazu das pic. norm, bobinette klinke ?^^ 
Diez 573; 11 , 223. Zu dem letzteren vgl. Wedgwood 1, 191 
bobbin = a httle knob hanging by a piece of thread: „Poll 
the bobbin, my dear, and the latch will fly up.*^ Red Riding- 
hood. Hai. 1, 190 hat noch bobbin, a small fagot. Kent. 
Wedgwood verweist auf keltische wört^r: gael. babag = atassel. 
fringe, Cluster ; baban »= a tassel, short pieces of thread. 

Bockland buchland, briefland; missverstanden för book- 
land, ags. bocland, was meist im gegensatze zu folc-land und 
laen-land vorkonmiend, nach Schmid 6. d. A. 538 vermuthlich 
ursprünglich nichts anderes bezeichnet hat als grundbesitz, der 
durch Urkunden (böc speciell = Urkunde) verliehen worden ist. 

Bode. 1. verkünden, zusgs. abode Verkündigung; ags. bod 
gebot, boda böte, bodjan verkünden; nhd. böte; zu dem starken 
zeitworte bid, ags. beodan, goth. biudan, nhd. bieten als ab- 
lautsform; im engl, ist das hauptwort als personenbezeichnung 
ausgestorben; vgl. Grimm 2, 271; Dief. 1, 302; Kehrein 1018. 

Bode. 2. halt, aufenthalt; vgl. abode. 2. und siehe bide, 
abide, wovon es mittels ablauts gebildet ist. 



— 99 — 

Bodge; die bedeutung scheint zunächst zu sein ^^stutzen, 
lornckfiEJiren/^ dann ..stecken bleiben^^ und weiter mischt es sich 
mit botch flickwerk thun, eine sache schlecht machen; dunkler 
abkonft. 

Bodice schnürleib; es scheint ursprünglich nur der plural 
von body, == bodies zu sein; vgl. stays und wegen des Über- 
gangs in den singular odds, pox Mätzner 1, 231. Dann ver- 
stand man es wohl als eine ableitung von body analog dem fr. 
corect zu Corps, nh'd. leibchen zu leib. (Wedgwood 1, 191: „A 
woman*8 bodies, or a pair of bodies, corset, corpset.'^ Sherwood's 
Üict. „Thy bodies bolstred out with bumbast and with bagges'^ 
Gascoigne in ß. i. e. thy bodice stuifed out with cotton.) s. body; 
vgl. auch bei Hai. 1, 191 bodise = bodies. 

Bodikins, bodlikins als gemeiner schwur; enthält ver- 
steckt und verstümmelt die anruftmg gottes oder der heiUgen Jung- 
frau; vgl. nordengl. beleakins, by' r lakins, by öur lakin (lakin »» 
ladikin zu lady) sowie od's pitikins (pity), odd's dickens! 
(derü?) s. Mätzner 1, 421. 

Bodkin. 1. a species of rieh cloth, a corruption ofbaudkiu, 
bandekin; s. unter baldachin. 

Bodkin« 2. nadel, früher besonders -dolch ; das wort erscheint 
als Verkleinerungswort (vgl. über diese verkleinerungssylbe kin 
Mätzner 1, 432) nur schwerUch von body, wie Skinner meint, 
da der allgemeine begriff „körperchen" wenig passt, sondern von 
dem veralteten bot (Hai. 1, 198 a sword; a knife; anything 
that bites or wounds); dies aber wird kaum etwas anderes sein 
als das ags. bat = fustis, altn. beit =^ lamina explanata aber 
auch „ein bissigem thier;" vgl. Etm. 310 unter bitan. Andere 
weisen dem worte vielmehr kelt. Ursprung zu, gdh. biodag, bidag,^ 
bideog r= dirk, dagger, kymr. bidog; was schliesslich auch auf 
die Wurzel des goth. beitan, engl, bite hinweisen würde; vgl. 
Dief. 1, 293. 

Body körper; ags. bodig = corpus, statura; ahd. potah, 
mhd. botech, älteres nhd. bottech in demselben sinne „ein ur- 
ahes auch zu dem gael. bodhaig stimmendes wort" Grimm 2, 
278; damit jedenfalls nahe verwandt ahd. potacha, mhd. boteche, 
nid. bottich, bottig grosses gefäss; vgl. Grimm Gr. 3, 457; 
^eigand 1, 173 mid wegen der begriffsentwicklung belly, nhd. 
balg u. 8. w. 



— 100 — 

Bog sumpf; scheint ursprünglich keltische benennuiig der 
moräste und so etwa aus dem ir. eingedrungen zu sein (The 
Word- is of Irish origin, being from a Gael. root signifying a 
bobbing, quaking motion. Chambers's Encl.) ir. bogach = bog, 
moor or marsh; gael. ^)og = soft, moist; bogau = anything 
soft, a quagmire. Wedgwood 1, 192 führt noch an: „gael. bog 
=: to bob, to move, ir. bogadh = to stir, shake or toss; vgl. 
Dief. 1, 301, wo die kelt. Wörter mit dem germ. stamme biagan, 
nhd. biegen, engl, bow zusammengestellt werden. 

Boggle stutzen, schwanken, heucheln; es könnte eins sein 
mit boggle, bogle gespenst, geist in boggle-.bo, bogle-boe = 
a scarecrow und dies erinnert an die deutschen ausdrücke bogge, 
bögke = larva, terriculamentum'; böögg, bögk vermummte ge- 
stalt; bockelmann Grimm 2, 204. 221; Tgl. bug in bug-bear. 

Boil. 1. kochen; fr. bouillir, it. boUire, sp. pr. bullir, pg. 
bulir, bolir vom lat. buUire^ buUare sieden, blasen werfen (bnlla 
Wasserblase). 

Boil. 2. beule, geschwür, blase u. s. w.; dafür die formen 
bile, beal, die dem Ursprünge näher scheinen; ags. bil, byle, 
byl = carbunculus; ahd. pülä, piula, mhd. biule, nhd. beule, 
ndl. buil, frs. beil, schwd. bula, dän. bule geschwul^, altn. beyla 
höcker; zu goth. bauljan in ufbauljan aufblasen und einem dazu 
zu vermuthenden biulan „wie blase aus blasen, (pvarifia und 
pustula aus q)voäv, tuber und tuba aus zvtpovv, tumor aus tumere'' 
Grimm 1, 1745; vgl. Dief. 1, 283; von den englischen formen 
scheinen bile, beal unmittelbar aus dem ags., boil dagegen 
mit anlehnung an die ndl. und hochd. formen, auch wohl unter 
Vermischung mit dem roman. boil. 1. dem ähnliche bedeutong 
zu gründe liegt, entstanden zu sein. 

Boisterous lärmend; in der älteren spräche auch bois- 
tous, bustuous heftig, roh; das wort scheint seinen urspnmg zu 
haben in dem ndl. ndd. byster (Binn.) ungeheuer, wild; bei 
Richey „wüst, öde;" Br. W. 1, 171 büster wüst, wild, fürchter- 
lich; nndl. bijster; auch in das nhd. übergegangen biester, ver- 
biestert verwirrt, bewildered Grimm 2, 3 und 1, 1398 beistem wild. 

Bold kühn; ags. beald, goth. bal^s schnell, tapfer, ahd. 
pald, mhd. halt, nhd. bald (nur noch als adverb gebrauchlich) 
schnell, ndl. boud, altn. ballr, altdän. noch bold sonst im skand. 
erloschen ^— dann auch ins roman. übergegangen it. baldo o. 
B. w. Diez 39; I, 47; ,Grimm 1, 1081; Dief. 1, 271; vgl. bald 



— 101 — 

und bawd, sowie über den zQsammenliang mit dem agB. baldor, 
bealdor held, fürst und dem altn. gott Baldr, Balder, ahd. Pal- 
tar Grimm Myth. 202. (Heyne 132: „zu skr. bal-am krafb, lat. 
val-eo?") 

Bole. 1. boIoB, fettige erde, farbeerde; gr. ßcakog, lat. bolus 
in derselben bedeutang z. b. bolus armenia; das gr. ßükog be- 
deutet aber überhaupt erde, erdschoUe {iQtßtjJiog^ i^ißdika^ gross- 
schollig) und so auch schon lat. bolus ein tüchtiges stück (Ter. 
bohun tanimn mihi ereptum tarn subito e faucibus); erhalten im 
engl bolus arzneikugel, pille, indem auch die boluserde vor- 
mals in der medicin als bissen, kügelchen gegeben wurde. 

Bole. 2. stamm, baumstamm, bohle; altn. bolr rümpf, stamm, 
schwd. bal, dan. bul stamm, block, nhd. bohle dickes bret; in 
dem älteren engl, throate-bole = column of the throat Wedg- 
wood 1, 195. Die eigentliche herkunfb bleibt einigermassen dun- 
kel, zumal das wort sich keineswegs in allen germanischen spra- 
chen und, wo es auftritt, ziemlich spät zeigt, wie dem nhd. bohle 
kein ahd. mhd. entspricht ; es könnte ursprüiijo^lich das „geschwol- 
lene, dicke^' bedeuten Grimm 2, 223. vgl. boil. 2. und boll. 

Bole. 3. höhlung, hecken, pfeifenkopf u. s. w. ; s. bowl, 
wie auch für bole. 2., kaum für bole. 1. geschrieben wird. 

Boletus pilz; lat. boletus aus gr. ßtoliztjg essbarer pilz, 
woraus auch ags. bulot, bulut, bolot, sowie ahd. puliz, mhd. bülz, 
nhd. pilz; Weigand 2, 383. 

Boll Samenkapsel (am flachs, mohn u. s. w.); nhd. boUe 
von den flachsknoten Hni capita und besonders von den wurzel- 
knollen der zwiebeln, ndl. hol köpf; vgl. selbst ags. boUa ge- 
ßss, heafod-bolla = c^anium, wie ahd. himi-polla, mhd. him- 
bolle himschale (vgl. ndd. brägen-panne , engl, brain-pan Br. 
W. 1, 130; belle 1, 143.) nhd. ndd. boll rund, kuglich; auch 
altengl. bo 11 en schwellen, geschwollen; Grimm 2, 231; den 
Wörtern allen scheint der begriff des gerundeten, geschwollenen 
zu gründe zu liegen, in dem sich die stamme biulan (ygl. boil. 2.) 
imd belgan (vgl. belly u. s. w.) berühren; Dief. 1, 283; vgl. 
auch bole, bowl. 

Bo Ister polster, kissen; ags. bolster, altn. bolstr (== cumulus) 
schwd. bolster, ahd. polstar, mhd. bolster, nhd. bolster oder ge- 
wöhnlich polster „ein altes, allgemein verbreitetes, sichtbar mit 
boUss tumidus, rotundus und belle »= gemma verwandtes wort 
Grimm 2, 234; vgl. also boll. (Heyne 137: „jedenfalls aus 



— 102 — 

bolh-8-ter, thema bolh-s-tra, als ansgestopftäs ; vgl. goth. balg-s, 
lat. folli-s und belgan.") 

Bolt. 1. bolzen u. d.w. ; ags.bolt, altn.bolti, dän.bolt, ndLbout. 
ahd. polz, mhd. bolz, nhd. bolz, bolze, bolzen: vgl. Grimm 2, 
234; die verschiedenen bedeutungen, welche das wort in der 
engl, wie in den anderen sprachen« zeigt, lassen sich ungezwungen 
auf „etwas mit dickem ende , knöpfe , köpfe versehenes" zurück- 
fuhren, mithin auf den in boll liegenden begriff des an- 
schwellens. Man vergleiche besonders auch die romanischen 
Wörter fr. boulon bolzen, it. bolzone bolz, pfeil, welche sich 
nach Diez 59 ; 1, 73 f. ohne Vermittlung des deutschen , aber in 
ganz analoger weise aus dem lat. buUa knöpf eines nagek ent- 
wickelt haben. 

Bolt. 2. (boult) sieben, l^euteln; bolter beutel; aber auch 
bultel mehlbeutel, kleie; die Wörter entsprechen den fr. bluter 
mehl in der mühle sieben, blutoir, bluteau mehlsieb; .mlat. bn- 
letare, buletellum, auch fr. mundartl. bulter; diese aber wären 
nach Diez zurückzufuhren auf bure altfr. grobes luch (vgl. 
bureau) von dem lat. burrus = rufus; s. Diez 77. 572; I, 95; 
n, 222; das nhd. beutel, beuteln scheint doch nur zuföllig in 
den buchstaben nahe zu treten, es müssten denn die mlat. und 
altroman. formen selbst schon aus dem deutschen beutel abzu- 
leiten sein, sodass bure und burrus ganz aus dem spiele bliebe; 
vgl. Scheler 37 und Wedgwood 1, 207. 

Bolus arzneikugel, pille; s. unter hole. 1. 

Bomb bombe; fr. bombe, it. sp. bomba, gleichsam das 
„sunnnende geschoss,'^ von dem lat. bombus, gr. ßofißog tiefer 
ton, summen; dazu dann .engl, bombard u. s. w. ; fr. bombarde, 
bombarder. Das wort ist natürUch in seiner besonderen bedeu- 
tung vielfach in andere sprachen eingedrungen, wie nhd. bombe; 
andrerseits zeigen sich wegen der ursprünglichen lautuachahmung 
manche ankUngende oder entsprechende Wörter; so kömmt 
selbst engl, bomb vor mit der bedeutung „getöse," ndl.* bom = 
tympanum, dän. bommer ein donnerähnliches geräusch und die 
nhd. bomme trommel, bommen summen u. s. w.; vgl. Grimm 2. 
236; Diez 60; I, 74 und boom. 2. 

Bombasin bombasin; fr. bombasin und verstümmelt basin, 
it. bambagino aus dem mlat. bambacium gewand aus • bombyx, 
gr. ßo^ißv^ seide, bäum wolle; mgriech. ßajußaxiov^ lat. bomby- 



— 103 — 

einas; ndl. bombasyn- = gossjrpium, xylum, bombyciuiu lana 
mistam (Binn.). 

Bombast (bumbast) bombast; nach Grimm 2, 236 wäre es 

von bombus, ßofißog abzuleiten (s. bomb) und der gr. ausruf 

ßoftßa^ anzuziehen, der Unwillen, staunen und spott ausdrückte; 

so aueh Schwende 75 ; andere denken an den beinamen des Theo- 

phrastus Paracelsus, der sich Bombastns nannte (wohl erst nach 

dem bereits rorhandenen worte). Nach der meisten meinung 

aber und am wahrscheinlichsten gehört es, wie bombasin, zu 

bombax, bambacinm u. s. w. ; Sanders 1, 188: „aus dem engl., 

wo bombast zunächst ein zum auswattiren dienender stoff ist 

(Shaksp. Henry IV, 2,4, wo der dicke Falstaff angeredet wird 

.,my sweet creature of bombast^^) dann aber auch wie der ähnliche 

fostian barchent übertragen auf schwulst der rede;" vgl. Heyse 

120. Auch Wedgwood 1, 197 zieht es zu bombyx, indem er eine 

stelle für die bedeutung padding-cloth anfuhrt: 

„Lette none outlandish tailor take disport 
*To stuffe thy doublet foU of such bumbast." 

Gascoigne. 
Jedenfalls kömmt bei Shakspeare und früher (vgl. die beleg- 
stellen bei Trench 22 und £. 199) bombast, bumbast in dem 
smne von zeug, watte mehrfach vor und so wird Smart recht 
kaben: bombast „originally a stuff of soft loose texture, used 
toswell garments; fhstian, big, high-sounding, senseless Janguage." 
Bond band, verbindUchkeit u. s. w. ; im goth. ags. fehlt 
die genau entsprechende form ; dagegen altn. band, schwd. band, 
dan. baand, ahd. pant, mhd. baut, nhd. band; ausserdem vgl. 
ags. bend = vinculum, engl, band, bound und den ganzen 
stazmn von bind, ags. bindan, goth. bindan, nhd. binden; sowie 
die hauptwörter nhd. bund, ndl. bondt, bond. 

Bone bein, knochen; ags. bau, goth. bain (zu vermuthen 
ans baina-bagms), schött. bain , ahd. pein, mhd. nhd. altn. bein ; 
alte, altfrs. ndd. ndl. schwd. dän. ben (been, ben); „eins der 
merkwürdigen wörter, mit welchen unsere spräche ganz für sich 
steht und von ihren urverwandten gesondert scheint, zugleich 
aber zeigen es alle deutschen zungen voll einstimmig" Grimm 
1, 1381; ausserdem vergleiche man, auch über die etwa statt- 
findende Verwandtschaft mit keltischen Wörtern z. b'. kjrmr. bön 
bein Dief. 1, 264. 257. 339; Wedgwood 1, 197. 



— 104 ~ 

Bonfire freudenfeuer; die nächstliegende ableitang von 
dem fr. bon gut (Johnson) ist schwerlich die richtige; wahr- 
scheinlicher nach Wedgwood 1, 198 die Yon dem kelt. ban hoch 
(ban-ffagl hohes freudenfeuer). Chambers's Encl. 2, 217: ,,In 
Scotland the populär term is bain- or ban6-fire, which Jamieaon 
says is apparently a corruption of bail-fire, which may be donbted. 
(vgl, bail. 5.) The niost probable etymology is the Welsh bau 
high, wheuce ban-ffagl, a lofty blaze, a bonfire. The same hills 
that in English are called Beacons, are in Welsh called Bans or 
Yans. In Danish, also, baun is a beacon, and may be traced iu 
such names as Banbury.^^ 

Bongrace sonneuhütchen ; fr. bonne grace guter anstand; 
die kopfbedeckuiig benannt nach dem guten aussehen, das sie 
zu verleihen schien. 

Bonnet kappe, mutze, damenhut; fr. bonnet,*sp. pg. 
bouete, pr. boneta. Diez 60; I, 74: „ursprungUch name eines 
Stoffes : ab illo tempore nunquam inductus est squarleto vel panno 
viridi seu bonneta (luill. de Nangiaco (um 1300); woher dem 
Stoff* dieser name geworden, muss dahin gestellt bleiben. Indessen 
erkennt J. Urimm zu Merkel L. Sal. p. LIV in dem malber- 
gischen ob-bonis (obpinis, abonnis unterhaube, haarbinde) ein 
dem roman. bonneta bereits verwandtes wort;^^ vgl. Scheler 38. 
Wedgwood 1, 198 bringt ein gael. bonaid = hair dress, sagt 
dann aber: „the word seems of Scandinavian origin etc." Nach 
Mahn bei Heyse 121 wäre es wahrscheinlich orientalischen Ur- 
sprungs; ostind. banät wollenes zeug oder tuch. 

Bonnibel schönes mädchen (Spenser); vom fr. bonne et 
belle gut und schon (lat. bona et bella) oder vielmehr wohl 
för bonny belle; bonny besonders in der älteren und der schott. 
spräche üblich für „hübsch, froh, fett" aus dem fr. bon„ bonne. 

Booby tölpel; die it. babbeo, babbaccio, babbano, babbuasso 
schwachkopf, gimpel klingen nach form und bedeutung an; s. 
Diez 34; I, 41 und vgl. habe; doch genügen sie nicht zur er- 
klärung des engl, wertes, noch weniger freilich die Verweisung 
bei Wedgwood 1, 198 auf die sylben ba, bo als „representing the 
sound naturally made in opening the mouth." 

Book buch; ags. böc, goth. böka, alts. buok, ndl boek, 
altn. bok, schwd. bok, däu. bog, ahd. puoh, mhd. bnooh, nhd. 
buch ; über die weitere herkunfb und den vermutheten Zusammen- 
hang mit nhd. buche, engl, beech vgl. Grimm 2, 466; Dief. 



— 105 — 

1, 333; wo besonders auch der einklang der slav. sprachen her- 
Tortritt: buk bache, bukva buch and brief, buki buchstaben. 

Boom. 1. bäum (hafenbamn, signalstange) ; es ist ein und 
dasselbe wort mit beam, nur für bestimmte bedeutungen in der 
zanaehst an das ndl. boom, ndd. böm erinnernden form. 

Boom. 2. brausen, brüllen, brausend einherÜEihren ; zu ags. 
beme, b^e = tuba; b^jan = tuba canere; vgl. noch bei Chau- 
cer beme =s trumpet. Ueber den vocalwechsel vgl. man das um- 
lauisverhältniss von 6 und e im ags. überhaupt, femer die engl, 
loose, smooth; ags. leas, lesan, l^san, sniede und Mätzner 1, 112. 

Boon gütig, geföllig, fröhlich, gnade, gäbe u. s. w. ; man 
denkt zunächst und gewiss mit recht an das fr. bon, lat. bonus, 
bonum gut; vgl. bonny; allein die ältere bedeutung "von boon 
bitte, gesuch weist auch deutlich auf ags. ben, altn. bon = ro- 
gatio, preces, schwd. dän. bon hin und die ganze begriffsentwick- 
Inng scheint eine Vermischung der beiden stamme fast vorauszu- 
setzen. Dief. 1, 294. 

Boor bauer; ndl. boer, ndd. bür, ags. gebür, ahd. gipür, 
mhd. gebür, nhd. bauer; zu dem zeitworte ags. büan, ahd. püan, 
nhd. bauen; goth. bauan wohnen; Grimm 1, 1170. 1176; Dief. 1, 
274 ff. vgl. bower, husband, neighbour; wegen der be- 
griffsentwicklung Trench E. 203. 

Boord scherz (veraltet); &. bourde, altfr. behord, bohort, 
boohourt, mhd.. bühurt ritterspiel, spiel, spass; s. über das sei- 
nem weiteren Ursprünge nach ziemlich dunkle wort Diez 577. 
37; n, 227; I, 46; Scheler 40 u. bourd. 

Boose kuhstall (dazu boosy trog, boosy-pasture die 
dem viehstalle zunächst liegende weide) ; ags. bös stall, altn. bäs, 
Bchwd. bäs, dän. baas, frs. ndd. boos, bösem, busem; nhd. banse, 
goth. bansts scheune; vgl. über das nach dem laute (vgl. goose, 
nhd. gans) und der begrifPsentwicklung merk^rdige wort und 
»ein vorkommen Dief. 1, 274. 439; Grimm 1, 1119; Gr. 2, 264; 
3, 417; Br. W. 1, 49; Weigand 1, 103. 

Boose. 2. (booze);.s. unter bouse. 

Boot. 1. vortheil, gewinn, frommen, nützen; ags. bot = com- 
pensatio, emendatio, reparatio und so noch altengl. böte; goth. 
botjan nützen, bota nutzen; das wort erscheint erst in dem all- 
gemeineren sinne von „ Verbesserung'*, dann besonders in dem 
ron „sinnesbekehrung** in den verschiedenen germanischen spra- 
chen: alts. buota, ndl. boete, altn. bot, schwd, bot, dän. bod, ahd. 



— 106 — 

puo3, puosa, mhd. buo3, buo3e, nhd. bnsze früher auch busz. Pur 
die entwiqklung der bedeutungen im engl, zeigt schon das ags. 
vollständiges yorbild z. b. to boot obendrein, bereits ags. to böte 
Gh-ein 135; vgl. nhd. zubnsze zulage an geld u. s. w.; über die 
weitere herkunft und Verwandtschaft s. Dief. 1, 288 und Grimm 
2, 570 ff. „man wird wenig fehlen, wenn man för das gesuchte, 
jetzt verlorene verbum batan, bot die Vorstellung von vigere, va- 
lere, integrum esse ansetzt, für bats bonus die von validus, inte- 
ger, sartus, von heil, ganz"; vgl. abet, better^ beet. 

Boot. 2. Stiefel, schosskelle; fr. botte, altfr. boute, it. botte, 
sp. pr. bota u. s. w. in den bedeutungen „kübel, fass, schlauch. 
Stiefel" vielen sprachen gemein; Diez 64; I, 79. „Auf Urver- 
wandtschaft hätten anspruch md-og, rtvd'^iijv, Ttirrlvr], ßovrigy ßvng, 
lat. butta, buttus und fundus, mit mannigfachem unterschied und 
Wechsel der form" Grimm 2, 579; dazu gael. bot stiefel, ags. 
butte, bydeu, nhd. butte, bütte ein grosses geföss; vgl. butt, 
bottle, body. 

Boot. 3. alterthümlich für boat. 

Booth bude; vielfach in den verwandten sprachen auftau- 
chend mag es ins engl, zunächst aus dem skandinavischen ge- 
kommen sein; altn. bü|^, büd bude, hütte (zu büa wohnen; vgl. 
boor) schwd. dän. bod; ndl. boede, bode, nhd. bude und dane- 
ben baude, was an die slavischen Wörter böhm. bauda, buda, poln. 
buda,* russ. budka erinnert, oder daher stammt. Auch kelt. for- 
men entsprechen, wie kjmr. körn, bod haus, böthog hutte; s. 
Dief. 1, 276. 

B 1 y beute ; altn. b^ti, schwd. büte, dän. bytte, ndl. buit, beut ; 
im hochdeutschen erst ziemlich spät mhd. büten, nhd. beute (daraus 
entlehnt die roman. Wörter it. bottino, sp. botin nach fr. butin 
Diez 65 ; I, 79 ; die ursprüngliche bedeutung z. b. des altn. Zeit- 
worts byta ist „täuschen, vertheilen", b^ti tausch und beute; vgl. 
ndd. büte, büten tausch, vertauschen Br. W. 1, 174; auch ndl. 
bueten, buiten erbeuten und tauschen; Grimm 1, 1749. 1753; 
vielleicht in den umfang der wurzel bieten (s. bi4) gehörend. 

Borachio weinschlauch, trunkenbqld; sp. borracha, it. bo- 
raccia weinschlauch (von ziegenfell?) zu dem roman. borra, lat. 
burra flocke, kurze wolle, span. borra, borro und borrego junges 
schaf mit kurzer wolle Diez 63; I, 77. 

B Order rand, grenze, einfassen; zunächst auf fr. border, 
bordure, weiterhin aber auf die unter board aufgeführten ger- 



— 107 — 

manischen Wörter znrückzafoliren, auf denen mlat. bordus, borda, 
bordnm und die verschiedenen roman. formen beruhen ; Diez 61 ; 
L 75; vgl. ausser board noch broider und brothel. 

Bore. 1. praeteritum von bear; ags. bar; s. Mätzner 1, 352. 

Bore. 2. bohren; ags. borian, ndl. boren, altn. schwd. bora, 
dän. bore, ahd. porön, poran, mhd. bom, nhd. bohren, hinwei* 
send auf das lat. forare; Grinim 2, 227; Dief. 1, 259. 

Borne neben born participinm von bear; vgl. über die 
ganzen alteren und ags. formen Mätzner 1, 352; in anderer be- 
dentong „grenze, bach'^ wird es meist gesehrieben und ist nur 
nebenform von bourn. 

Borough burgflecken; ags. byrig, bürg, burh bürg, stadt (in 
der form bury in vielen eigennamen erhalten, wie Canterbury) 
und so durch alle german. sprachen, goth. baurgs, ahd. puruc, 
pure, mhd.burc, nhd. bürg, alts. burug, bürg, ndl. borg, ^Itn. schwd. 
dan.boig; aus dem zeitworte goth. bairgan, nhd. bergen, ags. beor- 
gan (vgl. borrow); in naher, wenn auch nicht immer genau zu 
verfolgender Verwandtschaft dazu gr. nvqyog, spätlat. burgus und 
die zunächst daraus abzuleitenden roman. Wörter sp. pg burgo, 
itborgo, fr. bourg; Diez 62; I, 76; vgl. bürge ss und s. über die 
deutschen Wörter Qrimm 2, 534, über die ganze weite Verbreitung 
des Stammes Dief. 1, 261. 264; Bapp No. 116. prak. 2. schützen, 
decken. 

Borrel ländlich, grob, borrel-folk; altfr. burel, borel wie 
da« nfr. bureau bedeutet ursprünglich grobes wollenes tuch von 
bure in demselben sinne, was vielleicht zu lat. burrus, gr. Ttvqqog 
rothb'raun gehört; bezeichnete nun altengl. borel das grobe ge- 
wand des bauers (s. Hai. 1, 197: „borel, a kind of coarse wooUen 
cloth ; borler a clothier^^), so konnte es leicht die bedeutung von 
vbänrisch grob" erhalten; vgl. Diez 77; I, 95 unter bureau. 

Borrow borgen; ags. borgian =^ mutuari; ahd. porgen = ca- 
Tere, parcere, spondere, mhd. borgen := tueri und mutuum dare, 
m. accipere, nhd. borgen; Grimm 2, 240 ff; die begriffsentwick- 
long liegt schon im ags. klar vor: beorgan (goth. bairgan) ber- 
gen, schützen ; borg schütz, Sicherheit, bürgschaft, leihe, „to borge 
sellan" auf borg geben, borgian borgen; vgl. die älteren bedeu- 
tnngen von borow, borowe = pledge, surety etc. bei Hai. 1, 197, 
die nhd. bergen, borgen, bürgen, femer Schmid G. d. A. 540 und 
über den ganzen stamm borough u. Dief. 1, 261 ff. 



„ 108 — 

Boscage, bosket gebüsch; fr. bocage^ bosquet und m der 
bedeutang blumenstrausfir bouquet, älter boschet, boschage, it. bosco 
u. 8. w. zu mlat. boscus, boscus dessen weitere, ziemlich dunkle 
herkunfb unter bush zu erörtern ist; Diez 63; I, 78. 

Bosh schein, anschein; Wedgwood 1, 204: „a word lately 
introduced from our intercourse with the East, signifying non- 
sense. Turk. bosh, empty, vain, useless, agreeing in a singular 
manner with Sc. boss, hoUow, empty, poor. Jamieson.^^ 

Bosom busen; ags. bösum, bösem, bosm schoos, busen, frs. 
bosm, ndl. boezem, ndd. bussem Br. W. 1, 170; ahd. puosum, 
mhd. buosem, nhd. busen, aber noch bei Luther bösem und 
mundartl. bussem; nach Grimm 2, 483. 494. 563 aus der wurzel 
goth. biugan, nhd. biegen (s. bow) vermittels formen wieböham; 
nach andern zu mhd. base; Grimm Gr. 2, 44; Kehrein 637. 

Boson hochbootsmann ; verderbt, aber der ausspräche an- 
gepasst, aus boatswain; s. alsoboat und swain u. vgl. coxon. 

Boss buckel, beule ; fr. bosse, it. bozza, pr. bossa, welche 
Wörter nach Diez 65; I, 79 aus dem german. ahd. pözan, mhd. 
bozen, nhd. boszen stosseu stammen, das dem ags. beatan, engl, 
beat entspricht; hiervon emboss auftreiben; vgl. auch botch. 

Bot; scheint theils Verkürzung von botcher pAischer zu 
sein; ein anderes bot s. unter bodkin; bot besonders bots 
(bots on it) pferdewürmer führt Wedgwood J, 207 auf gael. botus 
in derselben bedeutung, boiteag made zurück; vgl. boud; das 
kurze wort steht ausserdem entstellt für mancherlei andre Wörter, 
wie but, both, bought, boät, bit u. s. w. vgl. Hai. s. v. 
bot. 

Botch. 1. beule, geschwür; es gehört genau mit boss und 
dem dort erwähnten stamme zusammen; vgl. ndl. butse beule, 
butsen schlagen, nhd. butzen; Grimm 2, 594. 

Botch. 2. flicken, stümpern; man vgl. ndl. boetsen flicken; 
nhd. batzen «» sarcire, grob flicken, grobe nath nähen, welches, 
nach Grimm 1, 1160 (vgl. Dief. 1, 289) nur verderbt für besten, 
büszen stände; indessen könnte es doch aus batzen, batze, wie 
flicken aus fleck entstanden sein , so dass man für das engl, theils 
an botch. 1., theils an patch erinnern muss; vgl. über ähnli- 
ches im roman. Diez 65; I, 80. 

Bote geldbusse, wergeld, house-bote, firebote liefe- 
rung an holz zum bau oder zur feuerung; ags. bot Vergütung, 
betan; s. das weitere unter boot. 1. u. beet. 2. 



— 109 — 

Both beide; ags. begen, bä und zusammengesetzt batvä, 
bntwo, bnta; altengl. neben- both, bothe auch bey, beye, boo, bo 
mit den genitivformen beyre und botheres ; goth. bai und bajo^s, 
alts. bedhia, bede, ndl. beyde, ndd. beede, altn. bädir, bädar, baedi, 
sehwd. b&de, dän. baade, ahd. pede, mhd. nhd. beide u. s. w; 
vgl. besonders Grimm 1, 1361 ff.; Dief. 1, 256; Mätzner 1, 276. 
Die engl, von der ags. etwas abstehende form ist sicher weniger 
aus der ags. Zusammensetzung bätva u. s. w. (wie Wedgwood 1, 
2(H> anzunehmen scheint) als yielmehr aus den entsprechenden 
skandinavischen und deutschen formen zu erklären ; altschott. baith 
Mätener 1, 132; vgl. noch Rapp 1, 160; Bopp V. Gr. 1, 125; 
skr. ubhäu, litth. abbu, altslav. oba. 

Bother quälen, stören, belästigen; Wedgwood 1, 206: ,,from 
the Irish, where the word signiiies grief, affliction. Gamet, Phil. 
Trans. 1, 171." 

Bott pferdewurm; s. unter bot; in der bedentung „knie- 
kissen" gehört es vielleicht zu fr. botte bündel; vgl. bottle. 2. 

Bottle. 1. flasche; fr. bonteille, it. bottiglia, sp. botilla, bo- 
tija, mlat. buticula, Verkleinerungswort von dem unter boot. 2. 
besprochenen, weitverbreiteten botte, butte u. s. w. in der bedeu- 
tung „geföss." 

Bottie. 2. bund; fr. botte, botteler; deminutiv botel, bo- 
tean; das fr. wort scheint deutschen Ursprungs zu sein; vgl. nhd. 
bosze = fasciculus lini ; ahd. pozö = lini stipula zu boszen stos- 
sen (vgl. beat) Grimm 2, 268; Diez 64; I, 79 u. Scheler 38. 

Bottom. 1. grund, boden; ags. botm, alts. bodam, ndl. bo- 
dem, altn. botn, schwd. hotten, dän. bodn, bund, ahd. podam, 
mhd. nhd. bodem, boden; vgl. Grimm 2, 209 ff. und Dief. Or. 
£ur. 394 auch über die hierher gehörigen Wörter in den urver- 
wandten sprachen; lat. fiindus; ^idhel. bond, bonn; siehe noch 
Diefl 1, 253 f. u. Rapp. No. 344. pant. 2. boden. Von diesem 
bodem ^=^ „boden, schiffsboden, schifft ^ kommt sodann engl, b o t- 
tomry, nhd. bodmerei, ndl. bodemerij, auch fr. bomerie (norm, vor- 
schoss auf den gewinn eines schiffes ; Dict. de Trev. Diez 573 ; 11, 223) ; 
Ueyse 119. Heyne 137 : „als ausgegrabener zu lat. fod-io, litth, bed-u." 

Bottom. 2. knäuel, aufwickeln; scheint zu fr. botte, bouton 
u. B. w. zu gehören; vgl. bottle. 2. u. button. 

Bond komwurm; s. unter bot. 

Bouge schwellen, geschwulst — nebenform von bulge; in 
der bedentung „börse, bauch eines fftsses^^ vgl. besonders die fr. 



— HO — 

t 

bouge kämmerchen, bauch eines fasses, bougette kleiner ranzen 
u. sieheb ad get; in dem sinne „mundvorrath, freier tisch'* aber 
stellt es sich zunächst zu fr. bouche mund (vom lat: bueca backe, 
mund) ; ofificiers de la bouche. 

Bough ast; ags. b6g, ahd. puoc, mhd. buoc, nhd. bug, ndl. 
boeg, altn. bogr, achwd. bog, dan. bov zu dem zeitwort bi^en 
(bow), die biegung — dann als bezeichnung gewisser theUe an 
thieren, menschen, schiffen ; auf die zweige des baums angewandt 
bereits im ags. nach Bosworth. Grimm 2,494; Etm. 276; Dief. 
1, 278. 

Bought. 1. kaufte, gekauft; formen von buy; ags. bohta<, 
boht von bycgan; s. Mätzner 1, 337. 

Bought. 2. biegung, windung; aus dem stamme „biegen,*^ 
goth. biugan, ^gs. beögan, engl, bow gebildet, wie ags. byht, 
ndl. bogt, nhd. bucht; vgl. schott. bught, bucht Schafhürde u. 
nhd. gänse-bucht u. s. w. bei Sanders 1, 236; Br. W. l, 107. 

Bougie Wachskerze; fr. bougie, it. bugia, sp. pg. pr. bogia 
von der stadt Bugia, Bugie in Nordafrika, woher wachs und ker- 
zen durch den handel kamen; so nach Menage, Diez bei Sche- 
1er 39. 

Bouillon fleischbrühe; fr. bouillon zu bouillir kochen^ wo- 
rüber das weitere unter boil. 1. 

Bounce springen, krachen, lärmen u. s. w. ; eigentlich wohl 
mit gewalt schlagen; ndd. bunsen, anbunsen klopfen, anklopfen, 
so dass es einen dumpfen schall giebt; vgl. auch nhd. bums, 
bumbs, bumbsen als schallnachahmende Wörter; Br. W. 1, 162.^164. 
(Bei Spenser: „Yet still he bet and bounst upon the dore*' und 
in dem Br. W. „an de dör ankloppen dat idt bunset ; daal bun- 
sen; he fult dat et bunsede^') vgl. Qrinmi 2, 515; auch fand wohl 
eine gewisse anlehnung an das folgende b o u u d statt in der be- 
deutung springen. Dief. 1, 273. 

ßound. 1. springen, prallen, sprung; fr. bond, bondir, nach 
Diez 573; II, 223 von dem lat. bombitare summen, woraus bon- 
dar und bondir entstanden sei ; vgl. mlat. bunda == sonus tym- 
pani und die mundartl. fr. bonder, bontir. Scheler 38. 41 will 
es mit Menage in der bedeutung springen lieber durch einge- 
schobenes n entstehen lassen ans sp. botar, fr. bouter von dem 
ahd. pozan, mhd. bozen. 

Bound. 2. grenze, begrenzen, boundary; ron dem altfr. 
bodne, bonne,boune,bousne, nfr.bome, mlat.bödina,bodena, bodna, 



— 111 - 

bonda; über die ziemlich dunkle herkmifi; dieser Wörter vermu- 
thangen bei Diez 574. 575; U, 224. 225 unter bome und bou* 
der und bei Dief. 1, 300. Seheier 38: „bonna a en ontre donne 
bonnarium, mesure agraire d'oü le fr. bonnier, flam. bunder, angl. 
bonndary/^ Wedgwood 1, 209 sagt von den mlat. Wörtern: 
..probably firom the Celtic root bon, bun, a stock, bottom, root. 
Brei men-bonn, a bonndarj-stone (men =» stone) ; bonnein, 
to set boonds, to fix limits. The entire value of such bounds 
depends npon their fixedness. Gael. bunaiteach, steady, firm, fized. 
It isremarkablethatwe find very nearly the same Variation in the 
mode of spelling the word for bound, as was formerly shown in 
äie case of bottom, which was also referred to the same Celtic 
root^^ Anch Heyse 123 denkt an kelt. Ursprung, armor. böden 
eine baumgruppe als grenzbezeichnung, bonn die grenze, wovon 
Tielleicht die stadt Bonn als grenzstadt den namen hat. 

Bound. 3. band, gebunden — ablautendes praet. und par- 
ticip der Vergangenheit von bind; ags. bindan, band, bundon, 
banden, nhd. binde, band, gebunden, binden; Mätzner 1, 349. 
Eine besondere beachtung verdient indessen noch das bekannte 
boand to (for) bestimmt nach; obgleich es nämlich jetzt durch- 
wq^ auch als das particip von bind aufgefasst zu werden pflegt 
tmd als solches wohl erklärt werden kann (Smart: „bound, des- 
tined, tending, going, intending to go; this application of the 
Word ig taken either firom the Orders given for the government 
ofAe voyage implying Obligation, or from the notion of stret- 
ching or tending included in the general sense of the participle^') 
«) könnte dies doch leicht nur eine neuere verkennung und bound 
in diesem sinne ursprünglich dem Zeitworte bind fremd sein. 
Wedgwood 1, 209. 210 fährt aus Richardson mehrere stellen an, 
in denen altengl. bone to, boon to, bouü to überhaupt für „be- 
reit, fertig zu'^ steht und bown, boun fertig - machen, bounde, 
bowned bereitet, fertig ist z. b. in den Reliques von Percy 
banfig anzntrefiFen ; vgl. Col. 14. boun, adj. = ready Wright's L. P. 
p. 100. ßitson's A. Ö.^VIJI, 149. ü. N. büinn; bouning = ma- 
king ready. Wright's L. F. p. 25. Wedgwood 1, 210: „It is 
the participle past buinn , prepared , ready from the Icel. verb 
boa, to prepare, set out, address.^' vgl. busk. 3. 

Bounty milde, gäbe; fr. bonte, lat. bonitas; die ursprüng- 
liche bedeutnng ,,güte'^ noch im altengl. bountee Hai. 1, 201; 
Trench 23; vgl. wegen des begriffsübergangs charity. 



— 112 — 

Bonquet blmnenstraoss ; fir. bouquet, über dessen herknnft 
bosket und bush zu vergleichen sind. 

Bonrd spajss, scherz; s. boord, Diez fuhrt die engl. Wörter, 
wie das fr. bourde und das gael. bürd alle auf die altfr. behord, pr, biort. 
und diese dann auf deutschen Ursprung zurück — mhd. bühurt turnier, 
lanzenspiel — ursprünglich vielleicht name der waflfe bot-hort, bo- 
hort das nach dem gerüste stossende (nhd. bürde, ahd. hurt, altfr. horde 
und botar stossen von dem stamme ahd. pozan) Diez 37; I, 45. 

Bourdon; s. unter bürden. 2. 3. 

Bourgeon; s. unter burgeon. ^ 

Bourn. 1. (bor ne) grenze; fr. bome,über dessen entstehiing 
aus dem mlat. bodina, bodna bereits bei bound. 2. gesprochen 
und auf Dief. 1, 300; Diez 574; II, 224 verwiesen wurde. 

Boürn. 2. bach (burn); oft in zusammengesetzten eigenna- 
men ; schott. burn, ags. byrna, bume, brune, buma ; goth. brunna, 
ahd. prunno, mhd. brunne, alts. brunno, frs. buma, altn. brunnr, 
dän. brond, schwd. nhd. brunn, brunnen undseitdemlS.jh.ausdem 
niederd. herübergenommen auch bom, wie ndd. ndl. bom ; alle in 
der bedeutung des fliessenden wassers, brunnen, quelle, bach 
u. s. w.; vgl. Br. W. 1, 122; Dief! 1, 330. Grimm 2, 243. 433: 
„Wurzel von brunne ist brinnen nach der Vorstellung eines war- 
men sprudeis aus der erde schoos, und genau so gehört quelle 
zu einem alten quilan ardere, flagrare, skr. dschval, lat. calere, 
woher sich quelian necare, engl, kill, ursprünglich comburere, 
qualm vapor, nidor und kole carbo leiten; sot, sod, ags. seäd pu- 
teus zu sieden fervere, woher Soden benennung warmer quellen; 
ags. vell, engl, well zu veallan wallen u. s. w.'* vgl. burn. 

Bouse(booze) saufen, b o u s y bef ranken ; ndl. buys betrun- 
ken, buysen zechen, saufen. Nach Wedgwood 1, 211 zu dem 
ndl. buis, buyse gefäss, fiasche, altfr. buise, nfr. buse röhre, höh- 
lung (vgl. buss. 2. u. Diez 583; II, 234) '„So from Du. kroes, 
kruis vas potatorium, kroesen, krosen potare, to carouse; from 
kroeg, a crock kroegen; from W. pot, a pot, potio to tipple;" 
vgl. in dieser beziehung auch nhd. bechern von becher Grimm 
1, 1214. 

Bout mal, gang, reihe u. s. w. ; fr. bout ende, eigentUcb 
aber stoss, streich; zu bouter, it. bottare stossen, von dem mhd. 
bösen (s. beat); hierher die fr. in das engl, übergegangenen 
boutade, boutefeu; vgl. Diez 64; I, 79 u. but, butt, 
button. 



— 118 — 

Bow. 1. biegen, yerbeugong; ags. beögan, bügan, goth. biu- 
gan, ahd. piocan, mbd. biegen, nhd. biegen, beagen, ndl. buigen, 
in den nord. sprachen nur das part. praet. boginn =» goth. bu- 
gans; Dief. 1, 300 u. Grimm 1, 1742. 1814, sowie RappNo. 123. 
pok biegen, fliehen, wo die merkwürdige Verwandtschaft mit den 
urverwandten sprachen (lat. fogere, flectere, gr. g)evy€iv u. s. w.) 
80 wie mit goth. bngjan, engl, buy erörtert wird. Im altengl. 
wie im i^. ist das Zeitwort, theilweise mit der bedeutong flectere 
viam^ ire, stark; in demselben sinne aber schon mit schwacher 
form z. b. bei Wicl. John 5, 13 bowide; vgl. Wedgwood 1, 211. 

Bow. 2. bogen, bog u. s. w.; ableitung von dem vorigen 
Worte, wie ags. boga und boh, bog, ahd. bogo, mhd. böge, nhd. 
bogen und bng, ndl. boog und boeg; s. Grimm 2, 218. 494 und 
^1. bongh. 

Bowels eingeweide; altfr. boel darm; nfr. boyau, it. bn* 
dello, venet. bu^le eingeweide, altsp. bndel von dem lat. botellas 
verkleinemngBWort von botulns Würstchen, schon frühzeitig mlat. 
in dem sinne von eingeweide; „si intestina- vel boteUi perforati 
claadi non potaerint^^ Leg. Angl. bei Diez 75 ; I, 93 ; Duc. 1, 663 
unter botellns. 

Bow er. 1. lanbe, mastkorb; veraltet und mondartl. auch in 
der form boor stube u. s. w.; a^s. bür, alts. bdr, altn. bor, 
schwd. bur, dän. baur, ahd. pur (noch in der alten bedeutung 
von ^^wohnung'* wie im ags. „her furlaet in lante luttila sitten — 
prat in büre, bam unwahsan'* Hildebrandlied ; vgl. Grein 1, 150.) 
mhd. bür, nhd. bauer ( Vogelbauer) ndd. buur Br. W. 1, 166; 
Grimm 1, 1173; zu dem zeitwort goth. bauan, ags. büan, ^hd. 
bauen; vgl. boor, husband, neighbour. 

Bower. 2. neiger, beuger; in manicherlei anwendung als 
umnittelbare ableitung von bow. 1. 

Bowl kugel; fr. boule (vom lat. bulla Wasserblase; s. boil); 
in bowl w^tes gefass (wovon dann wieder im fr. bol, nhd. bowle, 
bole), was nach der rundung seinen namen haben kann, scheint 
doch auch b o 1 1 anzuklingen und könnte fast das ags. boUa trink- 
ge&s, altn. bolli fortdauern; vgl. Dief. 1, 270. 

Box. 1. buchsbaum, büohse, veischlag u* s. w. in vielen ver- 
schiedenen bedeutungen, deren entwicklung jedoch keine grosse 
Schwierigkeit bereitet; ags. box in den bedeutungen buxus und 
pyxis. Bereits gr. Ttv^g buchs und nv^ig büchse, lat. buxus und 
pyris, mlat. buzis, ahd. buhs, puhsa; vgl. Wackemagel Umd. 13. 

MttUer, Etfm. Wörterbuch. 8 



— 114 — 

nhd. bnchs und buchse, büchse, ndL bos-boom und bus, fr. bnis 
und boite (altfr. boiste, auch altengl. bei Chaucer und Maundey. 
boyst kästen, schachte! — aus buxis, buxida, buxdia, bustia, pr. 
bostia); gewiss also überall die verschiedenen bedeutungen auf 
denselben stamm zurückzuführen. Grimm 2, 476. Diez 64. 573 ; 
I, 78; n, 223; box kutschersitz ist auch wohl nur eigentlich 
ein besonderer verschlag, kaum auf das deutsche bock «s gesteile 
in kutscher-bock zurückzufuhren, wie Wedgwood 1, 213 annimmt. 

Box. 2. boxen, schlag; schwd. baxas, boxas, dan. baxe, ndd. 
baaks, baaksen Br. W. 1, 41; auch nhd. boxen, baxen etwa zu 
dem nhd. bochen, pochen, schwd. boka schlagen. 

Boy knabe; ndl. boeve, boef, mhd. bube, nhd. bube und in 
mundarten bub, bua, ndd. bove, frs. boy Br. W. 1, 128. Das 
engl, boy bereits alt cf. Col. 14. Grimm 2, 458; nach Wacker* 
nagel Umd. 28. wäre bube aus dem lat. pupus abzuleiten. 

Brabble zanken, hader; ndl. brabbelen scherzen, streiten, 
zanken, verwirren, vermischen. Nicht unwahrscheinlich ist der 
Zusammenhang mit babble und mit brawl, welches letztere 
Wedgwood 1, 215 daraus entstanden denkt, wie scrawl aus 
scrabble xmd engl, crawl aus dem ndd. und ndl. krabbelen. 

Brace; so verschieden auch die bedeutungen des Wortes 
sind, lassen sie sich doch fiast alle auf gemeinsamen grundbe- 
griff und Ursprung zurückfuhren; das wort beruht gewiss auf 
dem fr. bras arm (altfr. brace , it. braccio, sp. brazo aus lat. bra- 
chium, gr. ßQaxiwv) und ist dann „any thing that, like an arm, 
encircles something and so keeps it tight.^' Smart. So kann man 
die naheliegenden bedeutungen von brace annschiene, brace- 
let, fr. bracelet armband, bracer armschiene, embrace, fr. 
embrasser erklären, aber auch entferntere, wie brace, fr. brasser, 
nhd. brassen, ndl. brassen als schifferausdruck , brace of birds, 
bracing air (vgl. a string of horses und wieder bracer ad- 
stringierende arzenei). Immerhin mag ein genaueres eingehen, 
welches hier unthunlich ist, zeigen, dass auf diese oder jene be- 
stimmte anwendung noch ein andres wort einfluss geübt hat, wie 
jedenfalls brace nicht in jedem simie dem fr. bras auch nur der 
unmittelbar formellen ableitung nach gleich nahestehend gedacht 
werden darf; vgl. brass u. braze. 

Brach Spürhund, bracke; das wort scheint ein altes deut- 
sches,, wenn auch früh in die roman. sprachen übergegangenes 
wort zu sein ; ahd. braccho, mhd. nhd. bracke, mlat. bracco, braco, 



— 118 — 

bracDs, it. bracco, sp. braco, pr. brac, fr. braque (daron bracon* 
nier) Diez 66; I, 80; da es aber weder im altnord. noch ags. 
Torzakommen scheint, so wird es nach England erst wieder ans 
Fnmkreich gekommen sein; vgl. Grimm 2, 289. Weigand ver- 
ireist mit Wackemagel darauf, dass die wurzel brach mit dem 
lai fragr-are starken geruch von sich geben, empfinden zusam- 
menstimme. Andere, wie Chambers denken an keltischen ur- 
spnmg Ton brac fleck, so dass die erste bedentung „gefleckter 
hnnd'^ gewesen wäre ; vgl. noch mehr vermuthnngen über gmnd- 
begiiff und abstammung bei Grinmi 2, 289 (von bero, beracchio, 
beraeho junger bar, junges, junger hund, oder nach dem nord. 
raeki, schott. räche zu der wurzel reka treiben) so wie Wedg* 
wood 1, 215, der aber, wie fast immer, die historischen verhält- 
nisse ganz ausser acht lässt und nur irgend welchem lautanklange 
folgt, 

Brack bruch, lücke, stuck, fehler, ausschuss, salziges u. s. w. ; 
wenn auch theilweise klar nach form und begriff auf ags. brac 
brach und das wurzelverbum goth. brikan, ags. brecan, engl, 
break, nhd. brechen zurückweisend, hat doch seine ableitung 
för die weiteren bedeutnngen manche Schwierigkeit ün<l kann 
Terschieden gedacht werden, allenfttUs durchaus von derselben wurzel 
(z. b. bruch — ausschuss — verdorbenes — durch seewasser ver- 
dorbenes flusswasser u. s. w.) In den naheliegenden sprachen 
feUt es keineswegs an Wörtern, die der form wie dem begriffe 
nach entsprechen, so : ndl. brack =^ nae sout smaekende, salsus ; 
brack-goet =» merces salso corruptae; brackwater => aqua marina, 
Salsa; ebehso ndd. brak salzig, brakwater Br. W. 1, 130 und 
aus dem ndd. sogar vielfach in das nhd. übergetreten brack aus- 
sehuss, brackwasser, brackgut u. s. w. vgl. Grimm 2, 289; fer- 
ner schon altn. brak = oleum rancidum, dumpfheit (wovon nach 
Diez 66; I, 81 die romanischen Wörter kommen; it. brago, nfr. 
brai schlämm, theer ; wenn nicht alle diese Wörter auf gr. ßgaydg 
= ^log sumpf, teich zurückweisen ; nach Diefenbach käme mlat. 
braium = lutum aus dem kelt; vgl. Scheler 41. Ausser jener be- 
reits angedeuteten beziehung zu dem stamme brikan (break) lässt 
sieh eine andere berührung mit vrikan (wreck, wrack) nicht 
nbersehen; vgl. Dief. 1, 233. — Hierzu engl. nhd. brackish. 

Brack et leiste, klammer, console u. s. w.; der grundbe- 
griff scheint überall der dBs einschliessens, festhaltens zu sein 
nnd so ist es zu brace zu stellen, indem verschiedene romani- 



— 116 — 

sehe formen hier von einflofis sein konnten; fir. braqnes kreb»» 
scheeren, braque seil zum halten, der kanonen auf dem schiffe — 
Frisch; brague, a mortise for holding things together — Gotgr. 
Piedm. braga, an iron for holding or binding anything together ; 
vgl. Wedgwood 1, 217. 

Bradoon trense, wassertrense ; es steht fnr bridoon, bxidon, 
fr. bridon Verkleinerung von bride; s. unter bridle. 

Brag prahlen, prahlerei (dazu altengl. bragly fein, zier«- 
lieh, engl, bragger, braggart, braggardism); zunächst 
wohl aus dem romanischen gekommen, altfr. brague Instbarkeit, 
bragard stutzer, mndl. braggaerd, braggeren, neupr. braga pran- 
gen« stolzieren; für die^e aber vermuthet Diez 577; U, 228 skand. 
Ursprung, altn. braka prangen, übermfithig sein, brak geräusch; 
damit käme man auf die wurzel brikan, wie bei dem nhd. bracht, 
pracht Grimm 2, 283; noch vergleiche man andere beziehungen 
zu bairhte (bright) und zu keltischen wortem; Dief. 1^ 266. 
268; Wedgwood I, 217. 

Bragget eineart honigbier (braket, braggot, bragget); nach 
Wedgwood 1, 218 von dem welschen brag === malt und das von 
bragio 9» to sprout; i. e. sprouted com; vgl. brew. 

Braid flechte, flechten; ags. bregdan, bredan in demselben 
sinne (ic brede me max = ich flechte mir netze), ndd. breiden 
stricken, flechten Br. W. 1, 138; Grimm 2, 356; auch die ent- 
fernteren, theilweise veralteten bedeutungen des engl, braid er- 
klären sich aus dem ags. leicht; so ist braid, abraid auf- 
wecken, auffahren ganz das ags. äbregdan; abraid bei Chaucer 
noch ganz wie äbregdan ziehen (z. b. das schwort); braid trü- 
gerisch ist das ags. brägd, bregd trug, list; ferner upbraid 
schelten bereits ags. upgebregdan = exprobrare ; vgl. Hai 1, 204 ; 
Grein 1, 138 ; die grundbedeutung scheint „hin und her ziehen^^ 
zu sein, altn. bregda schwingen, ziehen, vorwerfen; weitere ver- 
muthungen bei Dief. 1, 266. 324; vgl. bridle. 

Braid breit; ist die schottische form von broad. 

Brail riemen, steiss eines falken, brails geitaue; altCr. 
braiel = ceinture placee au dessus des braies — also zu braie win- 
del, ehemals hose, it. braca, sp. pg. braga, pr. braya, lat. braca, 
braccae, was als ein gallisches wort aufgeführt an das bret. bra- 
gez erinnert Diez 65; I, 88; aus dem fr. gehören hierher noch 
brayette hosenlatz und debrailler entblössen; vgl. Wedgwood 1, 
218 ; das wort von einem ganz speciellen sinne — hosenband — 



— 117 ■— 

aoflgehend scheint thdils allgemeinere bedeutung gewonnen^ iheils 
wieder als Mkner- und schiffer-ausdruck ganz besondere anwen- 
dang gefdnden zu haben; ygl. breechesu. Dief. Or. Eor. 264. 
Brain gehim; ags. bregen, frs.. ndL brein, ndd. brägeu, 
bregen, brem Grimm 2, 353; Br. W. 1, 130; auch die engl, zn- 
sammensetzongen mit dem worte finden sich ndd. wieder, wie 
brainpan bragenpanne, dnll- brain ed dnllbrage. Die wei* 
tere herkonfb und Zusammengehörigkeit (mit nhd. brei oder 
biadem, brodem^ oder gr. ßgey^a^ /9^%€d?) ist dunkel; s. darüber 
Dief. 1, 325. 

Brake. 1. brechen (hanf), breche; die verschiedenen bedeu- 
tongeu lassen sich meist leicht auf den begri£F „brechen^* im ei- 
gentfiehen oder nneigentUchen sinne zurückföhren und finden sich 
W den entsprechenden deutschen Wörtern wieder; Tgl. breche 
bei Sanders 1, 194. 202 u. brake Br. W. 1, 132, sowie Grimm 
2, 342 ; das wort ist nur nebenf orm oder Weiterbildung von break, 
wie ganz ähnlich in den verwandten sprachen; ndd. brake, bra-* 
ken neben brak, braken, breken ; schon ags. bräcjan neben bre* 
can, ahd. brachdn, mhd. nhd. brächen (vom acker), altn. braka, 
schwd. braka, dan. brage, ndl. braecken het vlas; vgl. break u. 
Dief. 1, 318. 

" Brake. 2. gebüsch, domgebüsch, farnkraut; darf man da* 
Ton ausgehen, dass der begriff zunächst war „a bottom overgrown 
with thick tangled bmshwood, a place overgrown with shrubs, 
brambles, fem, sweet broom, etc.^^ und der name dann erst auf 
einzelne bestimmte pflanzen übertragen wurde, so hegt es nahe 
brake als das ungebaute land — auch 6ngl. brake und break — 
&hd. pracha, mhd. nhd. bräche; ndl. braak, dän. brak aufiEufas- 
sen und so als mrsprunglich eins mit brake. 1. zu nehmen; vgl. 
noch ndd. brake weidenbusch Br. W. 1, 131, sowie über die nhd. 
brach und brache Grimm 2, 282; im ganzen etwa auch Wedg- 
vood 1, 219—222. 

Bramble brombeere, domstrauch, gebüsch; ags. brembel, 
braembel, bremel, brember inders. bedeutung; "ahd. brämal dom- 
strauch — desselben stammes wie der erste theil in unserem nhd; 
brom-beere, brambeere sowie auch des engl, broom; vgl. dazu 
l>Miidei8 die nhd. brame, breme bei Grimm 2, 293. 362, der an 
^ine Wurzel briman (lat. fremere, gr. ßqifxeiv) erinnert, in der sich 
^a die bedeutungen des summens und Stechens (vgl. nhd. 
^umse) gemischt hatten. Weigand 1, 174; Schwenck 86. 



— 118 — 

• * 

Bran kleie; nfr. bran abfall, alt&. altsp. bren, it. breono, 
mnndartl. auch bran kleie; ein -keltisches wort, gael. bran, kymr. 
bran, bret. brenn kleie, mlat. brannnm, brenninm Diez 68; I, 84 
u. Dief. 1, 321, wo es zu dem weitverbreiteten stamme brikan 
gestellt wird; Koch 1, 4. In bran^new steht bran ftir brand; 
vgl. Trench E. 233: „When the first syllable of 'bran-new was 
speit brand-new, how vigorous an image did the word contain. 
The brand is tlie fire, and brand-new equivalent to fire-new 
(Shaksp.), is that which is fresh and bright, as being newly come 
from the forge and fire.'^ Vgl. das engl, bright as a brand, so- 
wie das nhd. funkel-nagel-nen. 

Branch zweig; fr. branche, it. altsp. altpg. pr. branca — 
ein altes romanisches wort, vielleicht schon der römischen Volks- 
sprache bekannt; pr. auch branö kralle, zweig, wal. brence vor- 
derfiiss, mlat. branca leonis als pflanzenname (vgl. auch das nhd. 
dem roman. entnommene branke, pranke tatze, klaue) Diez 66; 
I, 81; wo die möglichkeit eines Zusammenhangs mit keltischen 
benennungen für „arm^^ zugegeben wird, dagegen verworfen die 
deutung ans dem lat. brachimn mit eingeBetrtem n. 

Brand brand, brandmal, schwert; ags. brand, brond «s ti- 
tio, gladius, altn. brandr, schwd. dän. brand, ahd. prant, mhd. 
l^ant, nhd. ndl. brand; über die weitere ableitung von goth. 
brinnan, ags. beoman s. burn u. Dief. 1, 326. 327. Wegen der 
bedeutung „schwert^^ vergleiche man die nordischen benennungen 
liomi, eldr, logi, die wie brandr von dem feuer auf die waffe, 
auf das flammende schwert angewendet werden, sowie den span. 
namen Tizon für das schwert des Cid von titio feuerbrand. Ueber 
die Verbreitung des german. wertes in das romanische gebiet — 
altfr. braiit, branc, bran schwertklinge, it. brando, pr. brandd, 
fr. brandon, it. brandire, sp. blandir, pr. fr. brandir den degen 
schwingen u. s. w. — s. Diez 67; I, 81. Die engl. Wörter sind 
natürlich theilweise, wie brandish, erst durchs fr. vermittelt zu 
denken. 

Brand-sunday auch nhd. brandsonntag ; vgl. fr. dimanche 
des brandons „se disait anciennement du premier dimanche de 
careme, parce que, ce jour lä, le peuple allumait des feux, dan- 
sait äTentour, etparcourait lesrues et les campagnes en portant 
des brandons ou des tisons allum^s.^* Dict. de TAcad. 

Brandle (brangle) wanken; fr. branler (^branler) und 
dies für brandoler (it. brandolare) ; vne brandiller verkleinenmgs- 



— 119 — 

wort ro brandir schwingen, also eigentlich „wiederholt in klei- 
nen Schwingungen bewegen^^ ; s. die weitere herkonft unter b r s n d ; 
TgL Diez 67; I, 81 u. Grimm 2, 304. 

Brandreth, brandrith brandbock^ dreifuss, brunnenein- 
fassong; ags. brand-röd, brand-reda, auch mhd. brantreite, ahd. 
piantreita; Grimm 2, 300; Weigand 1, 175; der zweite theil der 
Zusammensetzung, der zu dem stamme Yon ride oder von ready 
zu gehören scheint, wird frühzeitig missverstanden und entstellt; 
TgL die yerschiedenen formen bei Hai. 1, 206. 

Brandy branntwein; auch brandy*wine und brand- 
wine; ndl. brandtwyn, brandewijn, schwd. brännyin, dän. bran- 
Tin; das engl, scheint erst aus dem deutschen und niederl. ge- 
kommen zu sein, wo früher die beiden Wörter der zusammen- 
aetxung getrennt waren und das participium flektiert blieb ; Grimm 
2, 305; dann wurde es verkürzt mit anlehnung an die so häufi- 
ge ableitnngsformen auf y. 

Brangle; in der älteren bedeutung „wanken, hin und her 
bewegen^' zeigt sich, dass es nur eine nebenform von b ran die 
aas fr. branler (brandiller) ist „the spelling with ng being an at- 
tempt to represent the nasal sound of the French n^* Wedgwood 
It 225; aber auch in dem gewöhnlichen sinne „lärmen, keifen^^ 
ist es wohl dasselbe wort, indem die unruhige bewegung als ver- 
mittehider begriff, erschiene und die ähnlichkeit des klanges in 
wrangle eingewirkt haben könnte; vgl. jedoch altn. brank =» 
tomultus, turba, nihd. brangen, nhd. prangen u. überhaupt Dief. 
1, 266 ff. 

Brank. 1. buchweizen. 

Brank. 2. gebiss, zäum (scolding bridle); obwohl der an- 
laut nicht genau stimmt , wird es doch mit ndl. prange com- 
pressio, mnylpr^nge, pranger, nhd. pranger schandpfahl, mittel- 
deutsch brang zu prangen, goth. (ana^) praggan bedrücken zu 
stellen sein. Dief. 1, 340; Weigand 2, 411. Ghambers^s Encl. 2, 
309. 310: „The word is supposed to be derived from the Teu- 
tonic pranghe a bridle. In the Dutoh Netherlands, the pillory 
was called pranghe from the yoke or coUar, in which the neck 
of the culprit is held.*^ 

Bransel, (bransle, brawl) ein alter tanz; fr. branle 
zu branler, s. brand; auch im deutschen kömmt vor branle, 
brandle für einen hoftanz; Grimm 2, 298. 304. 



— 120 — 

Br ant. 1. wie br ent veraltetenebenfonnvonbnrnt (nhd. ver- 
brannt, von der färbe) in brant-, brent-, brandgoose brandgans ; s. 
burn. 

Brant; 2. (brent) steil, hoch; ags. brant, bront, altn. 
brattr, schwd. brant; Grein 1, 136. 

Brase bereiten; Grein 1, 137 erinnert an die engL brase, 
braze, to make ready, to prepare und braze, to be impndent 
bei dem ags. bräsne, bresne = potens. — Wedgwood 1, 226 da- 
gegen scheint anzunehmen, dass brase zunächst zu erklären sei 
aus to brase meat =» to pass it orer hot coals und dann würde 
es zn brass gehören. ' 

Brasil; a word used in dyeing to giv^ a redcolonr. Ithas 
nothing to do with the country of that name in America etc« 
HaL 1, 206; das land scheint seinen namen erst von dem rothen 
farbholz, das es lieferte, empfangen zu haben (s. Wedgwood 1, 
226 ; Sanders im Arch. 26, 127) ; die benennung der färbe aber von 
den' glühenden kohlen sp. pg. brasa gekommen zusein; s. brass. 

Brass erz, Unverschämtheit, braz^n ehern, brase löthen; 
ags. bräs erz, bräsen ehern, bräsian vererzen, altn. bras löthnng, 
brasa löthen, davon die romanischen Wörter it. bragia, braeia, 
sp. pg. brasa, fr. braise glühende kohle, fr. braser löthen, ndl. 
brase kohle (Binn.) Diez 66 ; 1, 80 ; Dief. 1, 327 ; kaum gehört hierher 
das ndd. ndl. brass menge, ungeordnete masse; vgl. Weigfmd 1, 
177; Grimm 2, 306. 

Brasse eine art fisch; ndd. brasse, nhd. brassen^ braohsen, 
brachs, mhd. brahsem, brasme, ahd. brahsema, ndd. im 11. jh. 
bressemo, ndl. braessem; davon auch fr. breme (bresme); Wei- 
gand 1, 176. 

Brast barst, geborsten; zu burst, wie nhd. brast «= fra- 
gor, strepitus zu bresten, bersten Grimm 2, 307. 

Brat; verschiedene, wenn auch schwer zu trennende Wörter 
scheinen hierin zusammeng^ossen zu sein. Die hauptbedeutnn- 
gen sind; „balg (verächtlich von einem kinde) lumpen, mantel, 
decke, schürze ; '^ zunächst liegt das ags. brat mantel, tuch, aber 
nach Wedgwood 1, 227 ist auch welsch brat ^=^ rag und gael. 
brat = mantle, apron, cloth ; für die verächtliche benennung ei- 
nes kindes vergleicht er bret. trul, pil = a rag, ianlen or pilen 
(in the feminine form) a contemptuous name for a woman, a slut ; 
vgl. auch nhd. lump und lumpen ; indessen nach Trench 24 wäre 
brat ehemals keineswegs verächtliche bezeichnung, vielmehr ur- 



— 121 — 

iprfinglich gleich brood gewesen und etwa daraus entstellt; 
auf eine noch andere begrififsentwickelung wird man geführt^ 
wenn man mit HaL 1, 206 brat zunächst »s mantel, tuch, 
schiirze, dann für a child^s bib or apron und endlich als benen- 
nirng des kindes selbst nimmt. 

Brare brav, trotzen, prahlen; fr. brave, braver. Das in den 
roman. sprachen verbreitete und von da in das engl., sowie in 
die andern germanischen sprachen vielfach eingedrungene wort 
ist seinem Ursprünge nach dunkel; Grimm 2, 339 erinnert an 
das lat. probus und dasslav. pravi; nach Diez 67; I, 83 kömmt 
es entweder von dem lat. pravus oder von dem kelt. braw, oder 
von dem deutschen raw; die letzte ableitnng scheint ihm die 
beste; sehr erschwert wird die Untersuchung wieder durch die 
begnSisentwicklung, welche einmal von dem sinne „unbändig^* 
auszugehen scheint , andrerseits auf eine alte bedeutung „geputzt, 
stattlich'^ zurückweist; auf diese letztere gründen dann Wedg- 
wood 1, 218 u. Scheler 42 ganz oder theilweise den keltischen 
Ursprung von bret. brao, brav schmuck, fein ; sicher ist auch nach 
Trench 24 im älteren engl, die bedeutung „schmuck^^ die vor- 
herrschende und zwar wäre es erst im 16. jh. in das engl, auf- 
genommen, im 17. jh. las deutsche.; vgl. noch eine andere ablei- 
tong aus lat. ravus heiser im Arch. 31, 144. 

Brawl. 1. lärmen, zanken, streit ; altengL bralle; dän. bralle 
laut und viel sprechen, ndd. nhd. bralleu schreien Gxinun 2, 292 ; 
aber auch fr. brailler, was als ableitung von braire gilt; Diez 
578; n, 229. 

BrawL 2. rundtanz; die anwendung des wertes in dieser 
bedeutung neben brangle, brandle beruht wohl auf entstel* 
hng des fr. branle, indem brawl lärmen, keifen fär brangle 
erst in dieser, dann auch in der anderen bedeutung genommen 
wurde.* 

Brawn dickfleisch, muskel; aus fr. braion, pr. bradon, bra- 
zon, braon, lothr. bravon, it. brandone, brano von dem ahd. brätö, 
accus, bratun, braton fleischtheil, wade; (vgl. mhd. nhd. bnite, 
brat Grimm 2, 308 S. u. ndl. braeye, braede wade , braten) Diez 
67 ;I, 82. Brawn heisst nun aber speciell auch „eher, eber- 
fleisch ;^^ ist es da nicht ein besonderes wort, wie. Grimm 2, 292 
annehmen möchte, indem et nhd. brähnen nach dem eher schreien 
▼on einem brehn, etwa wie bocken von bock ableiten will, so 
wird — und dies ist wahrscheinlicher — ein ähnlicher begriffst 



— 122 — 

Übergang anzanehmen sein me bei dem nhd. bache; 8. bacon 
u. Grimin 1, 1061. 

Bray. 1. zerreiben; altfr. breier, nfr. broyer; dies wird zu 
der german. wurzel brikan, ags. brecan, engl, break, von ande- 
ren aber zu keltischen Wörtern gestellt; vgl. Diez 69; I, 86; 
Dief. 1, 322. 

Bray. 2. tonen, dröhnen; es scheint genaner zu dem Bjgs. 
bracan, altn. braka es crepare zu gehören und weiter auch auf 
die Wurzel brik, lat. frag hinzuweisen. 

Bray. 3. wie ein esel schreien; es* ist das fr. braire, mlat. 
bragire, was wieder entweder auf keltische wurzel, kymr. bragal 
lärmen zurückzuführen ist, oder aber aus raire mit vorgetretenem 
b erklärt wird; Diez 577. 712; H, 229. 393. 

Bray. 4. hügel, wall; schott. brae hügel; ist nur als neben- 
form von brow anzusehen. 

Brayl; s. unter brail. 

Braze, brazen; s. unter brass. 

Breach bruch, bresche; fr. breche, aber auch ags. brice 
und bräc in derselben bedeutung ; das fr. wort, welches mehrfrkch 
in andre sprachen eingedrungen (it. breccia, sp. brecha, nhd. bre- 
sche) kömmt wohl von dem ahd. brecha, ndl. breke, nhd. breche ; 
s. Grimm 2, 342, 372; Diez 578; 11, 229 u. break. 

Bread. 1. brot; ags. bread, alts. bröd, ndl. brood, frs. brad, 
altn. braud, schwd. dän. bröd, ahd. prot, mhd. nhd. brot, nur 
im goth. mangelnd, wo dafür hlaifs (s. loaf) gilt. Als wurzel 
möchte Grimm 2, 399 am liebsten ansehen das ags. breötan, altn. 
briota, ahd. priozan brechen, in dem bei brot die wesentliche 
Vorstellung das brechen zu sein scheine und mancherlei analoge 
ausdrücke in anderen sprachen zur bestätigung dienen können; 
sonst hat man auch an ags. breovan, nhd. brauen, oder an ags. 
braedan, nhd. braten gedacht: Weigand 1, 184 und Grimm G. 
d. d. S. 398. — Das engl, bread in der bedeutung „brocken^ S 
welches jene ableitung von breötan zu stützen scheint, ist wohl 
nur „brot brechen.^^ 

Bread. 2. ausbreiten; ags. braedan gehört zu bro ad; eben- 
dahin bread th weite; altengl. breadthe und brede, ags. braedo 
(braed), altn. breidd, nhd. breite. In der bedeutung „flechten^^ 
aber ist es gleich braid. 

Break brechen, bruch; ags. brecan, goth. brikan, alts. bre- 
can, ndl. breken, ahd. prechan, mhd. nhd. brechen, in den skan- 



— 123 — 

dmarächen sprachen nur als schwaches zeitwort, oder vielleicht 
ans dem deutschen entlehnt, altn. braka, schwd. bracka, dän. 
brakke; ,,am tage li^ die Urverwandtschaft von lat. frango (für 
frago) fregi, wie von ^ijywfii, ^|at (für (pqrjywixtY Grimm 2, 342 ; 
for die weitere Verzweigung vgl. Dief 1, 318—326 ; Rapp No. 120. 
prank. 2. brechen, wo auch burst zugezogen wird, sowie indisch 
bliandsch brechen, mit ausgefallenem r; wegen der ableitnngen 
im nhd. Kehrein 59 — 72, sowie brake, breach u. s. w. 

(Zu breakfast frühstück, eigtl. „brechen des fastens^^ vgl. 
den roman. ausdruck fr.^ d^jeuner, sp. desayunar, wal. dejunit von 
dem ki jejunare Diez 176; I, 217.) 

Bream. 1. brassen; fir. breme (bresme, bei Nicot auch bra- 
me, bremme) aus dem deutschen brachsme, ndl. brasme; s. brasse. 

Bream. 2. abbrennen (ein schiff vor dem kalfatern) ; gehört 
ZQ broom. Smart: „bream =» clean a ship; broom = clean with 
a broom'' ; vgl. Giambers's Encl. 2, 324. 

Bream. 3. kalt; woher? etwa identisch- mit breme. 

Breast bmst; ags. breost, goth. brusts, alts. briost, frs. 
blast, brast, brüst, burst, mndl. borst, ndd. borst, bost^ boss, 
altn. briost, schwd. brost, dän. bryst, ahd. prust, mhd. nhd. brüst; 
nach Orimm zu bersten (vgl. burst) alts. brustian sprossen, so 
dass „brüst'' die keimende, vordringende, wachsende, schwellende 
wäre. Grimm 2, 443; Weigand 1, 187; Dief. 1, 331^ 

Breath athem; breathe athmen; ags. braed geruch, duft, 
a&em; zu vergleichen sind ausserdem nhd. brodem, bradem heis- 
ser dimst, dampf, ahd. pradam, mhd. bradem Grimm 2, 291; 
ferner nhd. brodeln und engl, broth. 

Breech steiss, breeches hosen; schott. breeks, ags* bröc 
(plor. brec), frs. brok (plur. brek), mndl. broek, ndd. brook Br. 
W. 1, 145; altn. -brök, schwd. bracka, ahd. pruoh, mhd. bruoch, 
nhd. brüch ; Grimm 2, 410 ; femer die urverwandten roman. Wör- 
ter it. braca, sp. pg. braga, pr. braya, altfr. braie vom lat. braca, 
bracca, welches selbst als keltisches wort gilt; Diez 65; I, 80; 
nfr. biagues; (braie vnndel; vgl. brail; britch) nhd. braxe 
Weigand 1, 179; vgl. besonders noch Wackemagel Umd. 50 und 
Dief. Or. Eur. 262—265. 

Breed brüten, brut; ags. bredan zu brod; ahd. pmotan^ 
mhd. brüeten, nhd. brüten, ndl. broeden; s. Mätzner 1, 331 und 
brood. 



Breeze. 1. leichter, kfihler wind; fr.'brifle, it. brezza, sp. 
briza, brisa nordostwiad (sofern dies nicht zu bisa gehört) ; daher 
it. ribrezzo schauer? vielleicht von dem it. rezzo mit verstärktem 
anlaut. Diez 68 ; I, 85. Nach Heyse 129 ist das wort vielmehr 
keltischen Ursprungs, Wallis, brysg lebhaft, hurtig, brjs rascfaheit, 
ir. gael. briosg; vgl. fr. brusque u. engl, brisk. 

Breeze. 2. (brise, brize) wespe, bremse; ags. briosa ne- 
ben brimse (nhd. bremse); wie es scheint, von dem in dem stamme 
brim, brem liegenden begriffe des summens; vgl. brim. 

B r e e z e. 3. kohlenstaub ; b r i s s staub, kehricht ; fr. bris bruch, 
trümmer von briserbrechen ; s. darüber Diez 580; 11, 231 ; Dief. 1, 
319; Or. Eur. 273 und vgl. brittle; nach Heyse 129 keltisch. 

Brehon-laws eine art alter irischer gesetze; von dem ir. 
brehon richter, eigtl. breitheamhuin ; s. Ghambers's EncL 2, 328. 

Breme grausam; altengl. mundartl. breme »s renowned, vi- 
gorous^ fierce, cruel; ags. breme berühmt; Grein 1, 139. (Heyne 
139: „aus be und ln*eme, wz. skr. yram vocare Leo.") 

Brent; s. unter braut. 

Brennage brennagium, eine art hundesteuer; ursprünglich 
in lieferung aus kleie als hundefiitter bestehend; also zu bran 
kleie; s. Ducange s. v. brennagium. 

Brettice (brattice) yerschalimg, a fence of boards in 
a mine or round dangerous machinery, bretage a parapet; 
schott. brettys befestigung, altfr. bretesche kleines hölzernes mit 
zinnen versehenes kastell; pr. bertresca, it. bertesca, baltresca 
Streitgerüste; ebendaher mag auch bartizan eine art vorbau 
zur wehr stammen ; vgl. darüber Wedgwood 1, 227, der die Wör- 
ter auf schott. bred, nhd. bret, ndl. berd (s. board) zurückfuh- 
ren will; nach Diez 52; I, 62 ist die herkunft dunkel; über die 
verschiedenen mlat. formen vgl. Ducange s. v. bretachiae. 

Breve, brevet, breviary breve, brevet, breviar; fr. bref, 
br^ve, brevet, breviaire u. s. w. alles von dem lat. brevis kurz, 
mlat. breve kurzes schreiben, breviarium kurzer auszug, gebetfor- 
melbuch u. s. w.; vgl. brief und das ebenfalls hierher gehörige 
nhd. brief; (eigentlich littera brevis, dann überhaupt scriptum, ahd. 
brief, briaf, mhd. brief, brieves, ndl. brief, schwd. bref, dan. brev, 
weder ags. noch engl. Grimm 2, 379.) 

Brew brauen; ags. breövan, ahd. priuwau, mhd. briuwen, 
nhd. brauen, ndl. brouwen, altn. brugga, schwd. Inrygga, dän. 
brygge. lieber die herkunft von dem altgallischen brace (Phn. 



— 128 — 

18, 7) QÜat. braciom, ir. gael. braich, kjrmr. brag, altfir. bras malz, 
nüai biaxare, fr. brasser brauen, sowie über die orrerwandtBchaft 
mit lat frigere, gr. (pffvyuv rösten s. Diez 578; ü, 229; Grrimm 
2, 321; Weigand 1, 178 und Dief. 1, 320. 324; 2, 754; Or. Eur. 
265-267 ; Wackemagel ümd. 5. 

Brewet brühe, gebräu, brewis brühe; lehnen sich zwar 
jetzt nach form und bedeutnng zunächst an brew an, mögen 
aber ursprünglich noch näher zu broth gehören; vgl. Dief. 1, 
321; Wedgwood 1, 249 und die altengl. formen brouwys, briw. 

Bribe geschenk, bestechung, bestechen; fr. bribe stück 
äbnggebliebenes brot, wall, brib almosen, und so noch bei Chau- 
cer bribe »= reliqniae coenAe, quae tribuuntur mendicis, stips; 
mendicare Gesenius 83; altfr. briban bettler, landstreicher, it. 
birbante; ygl. über die weitere Verbreitung auf dem roman. ge- 
biete Diez 68; I, 85; der Ursprung des wortes wird weniger in 
dem ahd. bilibi brot, nahrung als in dem keltischen stamme, 
kjmr. briwo brechen, briw abgebrochenes stück zu suchen sein; 
Seheier 43; Dief. 1, 321; die begrififsentwicklung macht keine 
Schwierigkeit (vgl. brechen, brocken, brosamen, milde gäbe, al* 
Bioaen, betteln, landstreicher, geschenk, bestechung u. s. w.) 

Brick. 1. backstein; fr. brique, it. Imcco, ndl. bricke, brjke; 
das fir. wort bedeutet mundartl. überhaupt „stückchen,^^ wie mi- 
dreneitB das engl, brick „bruch, ritze,' schadhafte stelle ;^^ fr. 
brique de pain s=» ags. hlafes brice; dies verweist deutlich auf 
entstehung der roman. formen aus dem german. stamme, goth. 
brikan brechen, ags. brecan, bryee; s. break; ist auch der ent- 
wicklungsgang nicht mit voller bestimmtheit zu erkennen, so darf 
man doch annehmen, dass brick backstein zunächst auf das fr. 
brique (erst bruch-, dann ziegektein?) zurückzuführen ist, wäh- 
rend die anderen bedeutungen unmittelbarer an das ags. erin- 
nern; Diez 69; I, «5. 

Brick. 2. kerl, bursche; altfr. bric, pr. bric, bricon, it. bricco 
in B-bricco, briccone sohelm, spitzbube; „nach Ducange von dem 
roffl. briga zank, wozu aber die kehltenuis nicht passt. Näher 
liegt ahd. brecho verletzer, störer, vgl. hüs-brecho praedator, ags. 
brica, desgl. altfrs. breker verbrecher^^ Diez 69; I, 86. 

Brickle, brickley, mundartl. bröckle zerbrechlich; wie 
die eutsprechenden.-nhd. (zer-) brechlich, bröcklicht, ndd. brek- 
lik, brokkelig, brokkerig Br. W. 1, 132 ableitungen zu brikan, 
igs. brecan, nhd. brechen; s. break u. brittle; vgl. Grimm 2, 



— t28 — 

brecht, Albert, Bert*ram; vgl; ansserdem pcacbt, bracht glanz- 
fölle, ehemals in der bedeutang „lauter schall ;^^ s. Weigand 1, 
136 ; 2, 408 und über eine grosse anzahl etwa verwandter Wörter 
in den verschiedenen sprachen, bei denen die beziehung auf licht 
und ton sich vielfach mischt und wechselt Dief. 1, 265; Wedg- 
wood 1, 237 ff. u. brag. Bopp V. Gr. 1, 123. 236: „mit skr. 
bhradsch glänzen, gr. q>Xiyui^ lat. flagro, fulgeo wurzelhaft zu- 
sammenhängend;^^ vgl. Sapp No. 109. plank. 1. glänzen, wozu 
auch blank, blink, bleach gehören wurden. 

Brilliant, brilliancy glänzend, glänz; fr. brillant; zeitw. 
briUer, it. brillare, sp. pr. brillar funkeln, glänzen ; am wahrschein- 
lichsten von beryllus (in der parmes. mundart brill) dem meer- 
grünen, sehr glänzenden und durchsichtigen edelsteine; wie das 
nhd. brill, brille augenglas ebenfalls auf jenes gr. lat. ßijQvXXog, 
ßriQvkhoVj tcryllus zurückgeführt wird; Diez 70; I, 87; Scheler 
43; Grimm 2, 382. 

Brim. Wenn auch die meisten, wo nicht alle bedeutuagen 
dieses Wortes sich zuletzt aus derselben wurzel, die etwa goth. 
briman lauten und theils summen, theils stechen bedeuten wür- 
de, erklären lassen (vgl. bramble, broom u. Grimm 2, 293. 
362), so sind doch zunächst für das engl, besser zu sondern: 

Brim. 1. rand, bis zum rande fiillen; ags. brenmie, brymme 
rand; nhd. brame, bräme, ver-brämen, mhd. bremen, braemen; 
baier. bräm streifen, randbesatz, brane waldrand; Weigand 1, 
175; Grimm 2, 293. 302; Dief. 1, 316. 

Brim. 2. bekannt, hart, streng; ags. breme, s. breme. 

Brim. 3. see, fiuss (mundartl;) ags. brim woge, meer; altn. 
brim brandung, dichterisch meer; Grimm Ä. u. E. XXXIV. Heyne 
139: „eigentlich das treibende, wogende, skr. bhram rotäre, i^tare, 
quassare.^^ 

Brim. 4. brahnen, brämen (von der wilden sau); ag8.brem- 
man, nhd. brummen, brämen, brähnen (vgl. brawn), ndl. brexn- 
men, ahd. preman, mhd. bremen; lat. fremere, gr. ßqi^iuv^ it. 
bramare, fr. bramer Diez 66; I, 81; hierzu dann in^jorsprungli* 
eher Verwandtschaft bri ms, ags. brimse, nhd. bremse von stechen- 
den, sunmienden insekten; vgl. breeze. 2. 

Brimstone schwefel; fiir brin-, brun-, bryn-stöne, wie 
schott. noch brunstane von dem ags. brine, bryne brand zu bry- 
nan, byman, engl, burn, nhd. brennen; also wörtlich granz un- 



— 129 — 

serem bernstein von bemen brennen, schmelzen entsprechend 
„brennbarer stein'' Weigand 1, 136; Grinun 1, 1526. 

Brinded, brindled gefleckt; wohl auf fr. brin zweig, 
biindille ästchen zurückzuführen, deren Ursprung freilich keines- 
yiega klar ist; Diez70; I, 87. 84; zur Vermittlung der bedeutun- 
gen sagt Wedgwood 1 , 240 „a brindled cow js in Normandy 
«alled vache brang^e from bringe = a rod;" nach Dief. 1, 328 
wiese es vermittels keltischer formen auf die wurzeln von Wörtern 
wie brown, burn u. s. w. hin. 

Brindice das zutrinken; it. brindisi, venet. prindese, fr. 
brinde nach Diez 390 ; II, 14 von dem deutschen ausdruck bring 
dir*8. 

Brine Salzwasser; ags. brine, bryne in demselben sinne, 
adL brijn, bei Binn. bryn =s pekel Salzlake; über die weitere 
abstammung ist nur soviel zu sagen, dass es schwerlich, wie 
Wedgwood 1, 240 meint, dasselbe mit brim, eher noch zu dem 
zu burn gehörigen und bereits unter brimstone erwähnten 
biyne brand gehört, so dass das Salzwasser nach seiner brennen- 
den, beizenden eigenschafb benannt wäre ; vgl. Etm. 327. 

Bring bringen; ags. bringan und so in allen deutschen 
mondarten mit merkwürdiger ausnähme des altnordischen; goth. 
briggan, ahd. prinkan, bringan, mhd. nhd. bringen, alts. bren- 
gian, ndL brengen, frs. brensza; schwd. dän. bringa, bringe erst 
neuer eingeführt; über die meist unregelmässige flexion brahta, 
brought, nhd. brachte, sowie über die Urverwandtschaft mit 
bera (goth. bairan, ags. heran, nhd. beren, gr. g>€Qeiv, lat. ferre) 
und mit break (brikan, brecan, brechen, {q))Qi^ywfii, frungo) vgl. 
Grimm 2, 384; Dief. 1, 318; Mätzner 1, 337; Weigand 1, 182; 
Rapp No. 119. prank. 1. thun — wo das gr. TtQdaaeiv als dazu 
gehörig angesehen wird. 

Brink rand; schwd. dän. brink hügel; altn. brekka; ndd. 
brink grüner hüget; Br. W. 1, 140; Grimm 2, 391; Dief. 1, 262. 
331 ; auch altn. bringr hügel , sich anschliessend an altn. bringa, 
schwd. bringa, dän. bringe brüst. 

Brisk flink, munter; die unmittelbare ableitung von dem 
fr. brusc, it. brusco, wie sie mit Johnson noch Wedgwood 1, 240 
anzonehmen scheint empfiehlt sich weder dem laute noch dem 
begriffe nach; dagegen scheinen beide, das romanische wie das 
engl wort auf demselben keltischen gründe zu beruhen, Wallis. 
brjBg lebhaft, hurtig, ir. gaeL briosg, wenn nicht die roman. 

MHUer, Etym. W»rt«rbaeh. 9 



— 130 — 

Wörter mit Diez 74; I, 92 lieber aus dem ahd. bruttisc, brutt'sc 
finster, grimmig zu erklären sind ; vgl. Heyse 129. 131 ; Dief. Or. 

Eur. 273. 

Brisket bmst der thiere; fr. brechet, brichet brustknochen; 
doch kommen wohl beide von einander unabhängig zunächst aus 
dem kelt. kymr. brysced = brisket, breast of a slain animal; 
bret. bruched, brüsk brüst, magen, thierbrust; s. Dief. 1, 331, 
wo dann weiter verwandte gruppen z. b. im nhd. brös-chen, 
oberd. brues brüst, . brustdröse des Schlachtviehs beigebracht und 
zu goth. brusts gestiellt sind; s. breast. 

Bristle börste, borsten, sträuben ; ags. bristl (Bosw.) , byrst; 
' altn. burst, bust, schwd. borst, ndl. borstel, ahd. porst, mhd. nhd. 
borst, börste, zeitw. borstein Grinmi 2, 246; es bleibt zweifel- 
haft, ob es zu dem stamme von burst, oder von bear, oder von 
beard zu stellen sei, da begriff und form sich auf verschiedene 
weise vermitteln lassen; vgl. Schwenck 77; Weigand 1, 171. 

B ritain; ags. Breoton, Bryten entweder nach dem walHs. 
Stammhelden Prydain, selten Bryt, Brydein, benannt oder vom 
Wallis, brith bunt, weil die alten Britten ihre nackten körper zu 
bemalen pflegten, weswegen die Galedonier, ein iheil der Nord- 
britten,.bei den Bömem Picti d. i. bemalte, hiesseh; Heyse 129; 
Weigand 1, 183. Etm. 322; Dief. Or. Eur. 274; über die ver- 
schiedene, ehemals wechselnde bedeutung von B ritain und Bri- 
tany vgl. Trench 25. 

Britch; es scheint doch nur eine, durch die kürze der aus- 
spräche herbeigeführte, andere Schreibung fui breech zu sein 
und nichts mit dem nhd. britsche, pritsche gemein zu haben, aus- 
ser wo es etwa auch an der stelle von bridge steht. 

Brittle zerbrechlich, spröde, hinfällig, als adverb brit- 
tely, britly; altengl. brotel; ags. brytlic = broken in pieces, 
ableitung von bryttian, bryttan, breötan brechen, wie brickle 
von brecan; s. Mätzner 1, 432 j vgl. altn. briöta =^ frangere, ahd. 
pru5i = fragilitas, prusic ^= fragilis und überhaupt zu dem star- 
ken Zeitwort das unter b r e a d bemerkte ; Grimm 6r. 2, 20 ; No. 
229; femer Dief. 1, 319. a. und wegen weiterer Zusammengehö- 
rigkeit engl. Wörter aus dem roman. gebiet Diez 580; U, 231 
unter briserbrechen; breeze. 3. 

Broach spiess, nadel, anfangen; fr. broche, altfr. und noch 
mundartl. broc, it.» brocco, brocca, sp. pg. pr. mlat. broca nadel; 
aus lat. brochus, broccus hervorragender zahn. Dasselbe wort ist 



— 131 — 

brooch nnr in bestiinmter bedeutung nach dem fir. broche 
sehmneknadel, wie auch nhd. als fremdwoct brosche, broche, dann 
far „schmuck'* überhaupt ; Diez 70 ; I, 87. Eben hierher gehören 
ferner die ausdrücke brocade, brocado, brocatel för Sil- 
ber-, golddurchwirkte stoffe , it. broccato, fr. brocart, nhd. brocat 
m it. broccare, fr. brocher stechen, sticken, femer broach, 
abroach anbrechen, anfangen, erfinden, verbreiten, zunächst an- 
stechen, anzapfen eines fasses von broach, fr. broche zapfen; 
Tgl. Scheler 43; auch broccoli spargelkohl, it. broccoli kohl- 
sprossen ist ableitung von brocco, broccolo spitzes pflöckchen, 
sprosschen. 

Broad breit; ags. bräd, goth. braids, alts. br^d, ndl. breed; 
altn. breidr, schwd. dän. bred, ndd. breed, ahd. mhd. nhd. preit, 
breit, schott. braid; „das wort stimmt, die Unregelmässigkeit in 
der Verschiebung des anlautes abgerechnet, zu skr. prithu breit, 
von prith hinwerfen, ausdehnen, (ausbreiten), welcher begriff auch 
in dem hierher gehörigen mhd. wurzelverbumbriten weben, flech- 
ten zu gründe liegt" Weigand 1, 180. Grimm 2, 356 (gr. TtXatvg, 
litth. platus, lat. latus für platus) Dief. 1, 315; vgl. bread. 2. 
braid, bridle; sowie Rapp No. 250. plak breit. 

Brock dachs; das ags. (bei Bosw. aus Somner angeführte) 
broc dachs scheint vielmehr keltisch zu sein; gael. broc = bad- 
ger; vgl. Leo Rect. 9. anm. 38; nach Wedgwood 1, 243 würde 
das thier auch diesen nainen von seinem weissgestreiften gesiebte 
tragen; er vergleicht gael. broice mal, flecken, brucach gefleckt, 
breac scheckig, brocach und noch schott. broukid, brooked ge- 
streift; im gesiebte, gesprenkelt, ausserdem ähnliche Wörter im 
kymr. bret. ; auch dän. aber broc dachs, broged bunt. Die mundartl. 
bedeutungen, in denen sonst brock noch vorkommt, müssen an- 
ders erklärt werden; s. Hai. 1, 212; in dem sinne a piece or 
fragment gehört es zu break, wie nhd. brocken zu brechen; 
in dem sinne a cow or husbandry horse ist es das altn. brockr, 
brockhestr; s. bereits ags. broc = grumus und brocc =^ equus 
Tilior bei Etm. 317; zu brock als bezeichnung desdachses vgl. 
bawson. 

Brocket (verkürzt auch brock) a hart of two years old; 
fr. brocart zu broche spiess, wie im nhd. spiesser zu spiess und 
engl, pricket zu prick: „because the animal at that age has a 
Single sharp broche or snag to bis antler. The fallow-deer bf the 
same age was termed a pricket. 'Cotg." Wedgwood 1, 244; vgl. 

9» 



— 132 — 

m 

noch den fr. jägerausdruck broches ^= d^fenses da sanglier n. s. 
broach. 

Brodekin, brodequin halbstiefel; fr. brodequin. Scheler 
44 : „it. borzacchino, esp. borcegoi du flamand brosekin, broseken 
(Kiliaen), diminutif de broos, qui est suppose etre une transposi- 
tion de byrsa cnir; cp. flam. leerse botte, de leer ctiir^^; nach 
Diez 63; I, 78. 

B r g u e holzschuh, irischer dialekt ; ir. brog schuh, holzschoh. 

Broider, embroider sticken; fr. broder, cat. brodar ent- 
weder aus keltischer wurzel kymr. brodio, gael. brod, altengl. 
brode stechen; andrerseits kommen in betracht wallon. brosder, 
altsp. altpg. broslar = brosdar, mlat. brosdus, brusdus gestickt 
von dem gleichbedeutenden ahd. ga-prortön, sofern dies nebst 
ags. brord, altn. broddr spitze, stachel auf ein goth. bruzdön 
zurückfuhrt; Diez 61; I, 75. Grimm Gr. 1*, 319 u. besonders 
Dief. 1, 285. 286. Scheler 44: „d'autres, enfin, admettent dans 
broder une simple transposition de border.^^ 

B r o i 1. 1 . lärm, tumult, aufruhr ; fr. brouiller verwirren, it. brog- 
lio empörung, imbroglio; die romanischen Wörter werden ver- 
schieden erklärt; Diez 71; 1, 88 nimmt sie zusammen mit it. 
broglio, fr. breuil umzäuntes gebüsch, briihl; it. brogliare, fr. 
brouiller sprossen, sprudeln, hervorbrechen, sich empören (altfr. 
broil, bruil, mlat. brogilus, broilus Mätzner 1, 113) und denkt an 
keltischen Ursprung, kymr. brog aufschwellung, oder auch deut- 
schen stamm mhd. brogen sich erheben; Scheler 44 möchte fr. 
breuil und brouiller von einander halten und dies von dem deut- 
schen brudeln herleiten; vgl, nhd. brodeln, brühl bei Grimm 2, 
396. 426. 

Broil. 2. braten, rösten; die ableitung des wortes auch in 
diesem sinne mag zweifelhaft erscheinen; allenfalls Hesse es sich 
mit broi4. 1. als dasselbe wort fassen, wenn man an dessen be-. 
deutung* „sprudeln" denkt und von der intransitiven bedeutung 
„braten" ausgeht; vgl. boil; Wedgwood 1, 245 findet darin das 
fr. bruler brennen, altfr. brusler, was er übrigens noch mit bra- 
siller vermengt; vgl. Diez 73; I, 90; Mätzner 1, 194 erinnert 
dagegen ankymr.brwlio,brwlian und vergleicht die schweizerischen 
ausdrücke brägehi, prägein; s.über letztere Grimm 2,291. 353. 

Broke. 1. imperfectum und participium, neben dem seltenen 
imperf. brake und dem gewöhnlicheren part. broken, von 
break; Mätzner 1, 354. 



— 133 — 

Broke. 2. mäkeln, knppeln (dazn brok er, brokerj, bro- 
kerage); Yielleicht von dem ags. brucan brauchen, besorgen wie 
fr. coortier auf lat. curare und nhd. makler, ndl. makel^re auf 
maken machen zurückgeführt werden (Diez 120; I, 150; Wei- 
gand 2, 90; Schw^nck 388); ganz anders freilich erklärt Wedg- 
wood alle drei ausdrücke, indem er davon ausgeht, dass der be- 
griff des aussuchens der schlechten waare zu gründe liege und 
mm die worter von brok,-brack, von corrigere, correctarius und 
Ton makel, makein herleiten will ; 1,245 — 247. 

Brome. 1. brom; der von Baiard 1826 entdeckte einfache 
Stoff mit unangenehmem geruch; gr. ßQÜ/nog gestank; Heyse 130. 

Brome. 2. in dem ausdruck brome-grass trespe; es ist das 
lat gr. bromus, ßQOfiog als name einer haferartigen pflanze. 

Bronze (bronz) bronze; fr. bronze, it. bronzo, sp. bronce, 
mlat. bronzium „nach Muratori und andern von bruno (vgl. 
brown) für bnmizzo, bruniccio" Diez 72; I, 89; Weigand 1, 
184 fragt: „ob ursprüngHch slavisch? da russ. serb. bronza, poln. 
bronc, sloven. bronz, böhm. brfl, bron metall; Grimm endlich in 
seiner, G. d. d. S. 12 will es mit brass zusammen bringen, so- 
dass der nasal entweder zugetreten oder in der kürzern form aus- 
ge&Uen zu denken sei; vgl. Heyse 130; Wedgwood 1, 247. 

Brooch brosche, juwel, kleinod; s. unter broach. 

Brood brut; ags. brod, ndl. broed, ahd. pruot, mhd. bruot, 
nbd. bmt, den nord. mundarten abgehend; über seinen freiUch 
unsichem Zusammenhang mit ags. breövan, nhd. brühen imd engl, 
broth Tgl. Grimm 2, 424. 453; ausserdem breed xmd Dief. 1, 
326; sowie Wedgwood 1, 248, wo auch aus dem kelt. gebiete 
Terschiedene worter beigebracht sind. 

Brook. 1. ertragen, dulden; altengl. brouk, schott. bruik, 
ags. brucan gemessen, brauchen; altn. schwd. bMtb. bruka, ndd. 
bruken, ndl. bruiken, ahd. pruhhan, mhd. bruchen, nhd. brauchen 
zQ goth. bruka, brukjan Dief. 1, 329; Grimm 2, 315; die jetzt 
gewdhnUche bedeutung von brook hat sich aus der des ags. 
bracan (auch Hai. 1, 213 fuhrt unter andern an to keep foodon 
tke stomach, to digest) etwa entwickelt wie unser nhd. verdauen, 
verBchlacken in dem sinne von vertragen, ertragen, verschmerzen. 

Brook. 2. bach; ags. bröc; gewiss dasselbe mit ndl. broek, 
akd. pmoh, mhd. bruoch, nhd. brüch, ndd. brook, deren bedeu- 
tnng „sumpfe nicht weit abliegt; Leo Rect. 73; Grimm 2, 410; 



— 134 — 

Dief. 1, 266; wo verschiedene andeutangen über die wurzel des 
Wortes gegeben sind, deren erörterung hier zu weit führen würde. 

Brpok. 3. (mondartl.) geschwür, beule; es mag das ags. 
bröc, broca = afifliction, misery, disease sein, 

Broom ginster, besenkraut, besen (vgl. 'bream. 2.); ags. 
brom, bräm, ahd. prämo, prämä, mhd. nhd. bräme von verschie- 
denen rankenden stachelgewächsen, ndd. bräm ginster, nhd. bram-, 
brom-beere; s. bramble; Grimm 2, 293; Er. W. 1, 135; Dief. 
1, 32.0; 2, 750. 

Broth brühe; ags. brod, ahd. prod, bair. brod Schmeller 1, 
253; Grimm 2, 395 unter brod und 2, 423 unter brühe; vgl. 
brew, bread und über weitere Verwandtschaft Dief. 1, 334. 

Brot hei bordeil; fr. bordel, mlat. bordellum, it. bordello, 
sp. bui'del (auch adjektiv) ursprünglich baracke, hüttq (ältfr. auch 
bördele schlechte hütte) dann dimenhaus ; Verkleinerungswort von 
dem pr. catal.- borda, altfr. borde baracke zu goth. baurd; vgl 
board; Diez 61 ; I, 75; Ducange s.v. bordellum und wegen der 
metathese der buchstaben Mätzner 1, 185. 

Brother bruder; ags. brodor, goth. bropar, alts.brotharraltn. 
brodir, schwd. dän. altfrs. ndd. broder, ndl. broeder, ahd. pruoder, 
mhd. bruoder, nhd. bruder und sq nicht nur in allen germani- 
schen , sondern auch den urverwandten sprachen des indoeuro- 
päischen Sprachstammes, wie skr. bhrätr, zend. brata, gr. q>garrjQ, 
lat. frater, it. fratello, fr. frere, altslav. bratr, poln. serv. brat, ir. 
brathair, welsch brodyr u. s. w. Grimm 2, 417: „bhratar leitet 
Bopp vgl. gr. 1135. 1136 von der wurzel bhar oder bhr ferre 
sustentare und deutet bhratar als den erhalter, emährer der mut- 
ter und jüngeren geschwister nach des vaters tod"; Weigand 1, 
185; Dief. 1, 332; Grimm G. d. d. S. 185 (266); vgl. wegen der 
entwicklung desselben wortes auf dem romanischen gebiete friar; 
über den unregelmässigen plural brethren (ags. dat. sing, breder, 
nom. plur. brodru, brodra; altengl. sing, broder, brother, brether ; 
plur. breder, brether, bredere, bretheren, brethren) vgl. Mätzner 
1, 220; Koch 1,412. 416. Bopp V. Gr. 1, 550; 3,390: „durch die 
beschränkung auf den plur. hat das uralte wortbildungssuffix im 
engl, den anschein eines ausdmcks der mehrheit gewonnen.^^ 

Brow braue, rand, höhe; ags. breäv == palpebra neben brü 
(brun ?) cilium ; schott. bree, brie braue, brae hügel, altn. bra == 
cilium, brun, br^n = supercilium; goth. brahv, ahd. präwa, pra, 
mhd. bräwe, bra, nhd. braue, bran, brane, braune; wegen der 



— 135 — 

begriffsentwicklung vgl. noch ags. eag-hjU ai^enbrane und für 
die mrenrandtschaft (skr. bhrü =» snpercilium, gr. o<p(ivg^ ir. 
abhra, russ. brov' u. s. w.) Grimm 1, 788. 804. 2, 321; Dief. 1, 
316; Rapp No. 356. pra angbrane. 

Brown braun; ags. briin, altn. brunn, schwd. dän. brun, 
bnmn, ndl. bruin, ahd. pran, mhd. brun, nhd. braun, und von 
dem germanischen in das romanische gebiet gedrungen it. sp. 
bnmo, fr. brun Diez 74; I, 91. Ueber den wahrscheinlichen Zu- 
sammenhang des Wortes mit der wurzel goth. brinnan, nhd. bren- 
uen, engl, burn s. Grimm 2, 323. Dief. 1, 326 ff. „braun kann 
nach zwei seiten hin bedeuten entweder brennend, leuchtend, oder 
gebrannt, brandschwarz^^ ; vgl. auchWeigand 1, 178 u. s. burn, 
burnish. 

Browze abweiden (das junge laub, die sprossen); altfr. 
broQst weide, blätterabfall, brouster, pr. brostar, nfr. brouter (för 
broüter) abweiden; die roman. formen (s. Diez 72; I, 90) sp. 
broza, pr. brus, brossa, fr. brosse, broussailles u. s. w. werden 
zurückgeführt auf ahd. pros, mhd. bros, nhd. brosz spross (vgl. 
Urimm 2, 399) oder aber auf den stamm burst hervorbrechen, 
alt», brustian sprossen, dem wieder die keltischen formen nahe 
treten bret. broust strauch, brousta abweiden; vgl. Scheler 44; 
Dief. 1, 268. 319. 322 u. s. burst, breast; altengl. u. mundartl. 
bmtte = browze. 

Bruise brausche, zermalmen, quetschen; so nahe die ablei- 
tnng von dem ags. br^san in demselben sinne zu liegen scheint, 
darf man bruise kaum unmittelbar und allein daraus erklären, 
da einerseits ui mit langem u-laut niemals ags. Ursprung zu ha- 
ben Bcheint (Mätzner 1, 121), andrerseits altfr. bruiser, bruser 
zerschmettern ganz üblich war ; dies letzterie trennt Diez 582 ; II, 
234 von briser und will es auf germanischen stamm ahd. brochi- 
aön oder jenes ags. br^san zurückfuhren; dazu vgl. ndd. braus 
Br. W. 5, 343 ; nhd. brausche Grimm 2, 328 und überhaupt Dief. 
1, 320; Or. Eur. 273 über die keltischen verwandten. 

Bruit gerücht, aussprengen; fr. bruit, braire, it. bruito, 
braire u. s. w, „nicht unwahrscheinlich ist, schon nach Menage, 
dem lat. rngire, rugitus um der onomatopöie willen ein b vorgesetzt, 
wenn nicht bereits in der römischen Volkssprache eine form bra- 
gire, dem gr. ßfix^^ naheliegend vorhanden war*^ Diez 73; I, 
91; dagegen will es Mahn bei Hejse 131 auf keltischen Ursprung 
zurückfuhren. 



— 136 - 

Brun bach; für burn; s. bonrn. 2. 

Brunei, brünette brünette; fr. brunet von brun braun; 
8. das weitere unter brown. 

Br Union blutpfirsich; fr. brugnon, it. brugna, pg. bronlio; 
scheint zunächst auf prugna (prunea) aus lat. prunus pflaume zu- 
rückgeführt werden zu müssen, wenn gleich die benennung der 
färbe bruno (s. brown) mit von einfluss gewesen sein und die 
erweichung des anlauts p in b herbeigeführt oder wenigstens er- 
leichtert haben mag; vgl. Diez 73; I, 91; Scheler 44. 

Brunt stoss, angriff, heftigkeit, hitze; darf man von der 
letzten bedeutung ausgehen, so wird das wort zunächst auf das 
skandinavische gebiet zurückzufuhren sein, altn. brundr, bryndr, 
dän. brjnde; vgl. hochdeutsch brunst, ndl. bronst, schwd. dän. 
brunst zu goth. brinnan; s. burn und Dief. 1, 326; auch die 
englischen etymologen wie Richardson und Wedgwood &ssen es 
= bruned, brund, brunt für bumt. 

Brush bürste, bürsten; die älteren formen broce, breche, 
brosse weisen deutlich auf das altfr. broce, fr. brosse, sp. broza, 
bruza, bruza bürste und dies scheint nur eine besondere anwen- 
dung von dem fr. brosse kleines borstiges gesträuch, broussailles, 
sp. broza u. s. w. Diez 72 ; I, 90, über deren Zusammenhang mit 
den deutschen stammen burst und brüst zu vergleichen browze« 
sowie burst, bristle; s. auch Scheler 44 unter brosse und 
brout; Wedgwood 1, 251 ff. 

Brüsk (brusque) grob, roh, brüsk; fr. brusque; it. sp. 
pg. brusco herbe, finster; über die entstehung der romanischen 
Wörter aus dem ahd. bruttisc, zsgz. brutt^sc finster, grimmig oder 
wahrscheinlicher aus keltischer wurzel s. brisk. 

B r u s 1 1 e rauschen , knistern ; ags. brastlian, mhd. brasteln 
s= crepitare, nhd. mundartl. brasteln, brascheln neben dem ge* 
wohnlichen prasseln Grimm 2, 306. 308; der eintritt des dunkle- 
ren lautes kann nicht auffallen, wenn man an das leicht ankUn- 
gende rustle, ags. hristlan und die ablautende onomatopöie im 
nhd. rascheln, ruschein denkt; vgl. Dief. 1, 320. 

Brüte thierisch, roh; fr. brut, brüte; lat.' brutus ; dazu dann 
brutal, brutish, brutality, brutalize u.s.w. wie ähnlich 
im fr. und nhd. Scheler 44; Hejse 131. 

Bubble blase, blasen werfen; ndd. bubbeln, ndl. bobbehi, 
dän. boble; das wort scheint ähnlich wie babble lautnachah- • 
mend zu sein und sich ausserdem nach form und begriff leicht 



— 137 — 

ZQ berühren mit roman. wertem fr. bulle; bube blatter, blase; 
Tg], engl, bub blasen werfen, bubs weibliche bmst; die weite- 
ren bedentangen von bubble „blase, leerer schein, betrug, be- 
trügen" konnten sich leicht entwickeln; vgl. Br. W. 1, 153; 
Grimm 2, 457; Scheler 45; Wedgwood 1, 253. 

Buccanier, bucaneer Seeräuber, flibustier; fr. boucanier, 
botteaner, boucan; der name soll von dem karaibischen boucan, 
bocan „darre, platz zum räuchern des fleischest kommen; die 
Franzosen hätten davon das zeitwort boucaner räuchern, auf die 
büffeljagd gehen gebildet und boucanier eigentlich büffeljäger sei 
dann name der bekannten räuber in Amerika geworden. Wedg- 
wood 1, 254: „Those who established themselves in the islands 
for the purpose of smoking meat were called buccaniers. The 
term bocan is still applied in the West Indies to a place used 
for the drying of produce;" vgl. Heyse 124. 

Bück. 1. bock; ags. buc, bucca; altn. bokki, schwd. bock, 
din. buk, ahd. pocch, mhd. boc, nhd. bock, ndl. bok, finn. pukki; 
mlat. buceus, fr. bouc, pr. boc, churw. bück , comask. bocch, cat. 
boc, arrag. boque, altsp. buco, it. becco; wieder auch ir. poc, 
welsch buch; so weit verbreitet das wort ist, so scheint es doch 
weuiger von anfang an gemeinsam, als verschieden entlehnt zu 
sein, ohne dass mit bestinmitheit das gebiet seines Ursprungs nach- 
gewiesen wäre. Diez 574; 11, 224 „es ist im celtischen lind 
deutschen einheimisch, nach Grimm aber erst aus dem romani- 
schen ins deutsche verpflanzt; G. d. d. S. I. 42." In dem wör- 
Wbuche dagegen sagt Grimm 2, 201: „keltische und lateinische 
spräche haben keine wurzel dafür; buceus ist aus den deutschen 
sprachen geholt; bucca maul ist unverwandt, unser bock aber, 
▼ie diesmal Wächter einsah, stammt aus bochen stossen, da der 
nächsten sinnlichen betrachtung das thier als ein homstossendes 
auffallt." Vgl. Wedgwood 1, 255. 

Bück. 2. (bouk) bauche, lauge, waschen; ndd. büken, 
nhd. bauche, bauchen, schwd. byka, dän. byge; fr. buer, bret. 
'>Qga, das auf ein älteres fr. buguer deutet; it. bucata, sp. pg. 
bngada, fr. bu^c das waschen mit lauge. Die gewöhnliche ablei- 
tung ist von dem it. buca loch (bucare durchlöchern), weil die 
lange durch ein mit kleinen löchern versehenes tuch geseiht 
werde; im sp. wird dieselbe handlung colada durchseihung ge- 
nannt, wie SchmeUer unter sechteln bemerkt. Eine andre ablei- 
tang von buchen-asche, aus welcher besonders die lauge bereitet 



— 140 — 

kel, insbesondere ob das germanische wort dem romanischen ge- 
biete entnommen ist oder umgekehrt, ob nicht am besten ein 
weitreichender natarausdmck hier anzunehmen sei; im latein 
klingt nichts an, aber ebensowenig in der älteren deutschen sprä- 
che; vgl. puff und Scheler 39, der die lautnachahmende inter- 
jektion als die wurzel der hierhergehörigen worter annimmt; 
ebenso Wedgwood 1, 259. Unmittelbar dazu gehören nun von 
engl. Wörtern: 

Büffet. 1. stoss, maulschelle, puifen; altfir. bufet ohrfeige. 

Büffet. 2. credenztisch ; fr. buffet. Diez 76; I, 93: „welcher 
umstand -dem credenztisch den namen buffet gab, ist unbekannt ; 
sp. bufete heisst Schreibtisch;^^ man darf annehmen, dass es zu 
jenem unter buff. 2. erwähnten zeitwort mit der bedeutung stos- 
sen, schlagen, blasen, schwellen, fr. bouffer, bouffir, it. buffare ge- 
hört ; die begnffsvermittlung aber kann verschieden gedacht wer- 
den ; vgl. Scheler 45, der am Uebsten mit Menage an eine „figure 
enfl^e^^ der ersten buffets denken möchte, schliesslich aber auch 
fragt: „qui sait encore, si buffet n'est pas une forme corrompue 
de buvette?^^ und an die mlat. bufetagium, bufetaria tranksteuer 
erinnert; ausführUch behandelt die etymologie des wortes Mahn 
im Ärch. 27, 98 und fasst das resultat bei Hejse 132 kurz dahin 
zusammen: „fr. buffet, it. buffetto, sp. bufete, mlat. bufetum ur- 
sprünglich prunktisch, so viel wie lat. abacus von dem aJtfr. buf- 
fer = bouffer, aufblasen,* schwellen, daher altfr. buffoi prunk, 
pracht.*' 

Buffoon possenreisser ; fr. bouffon, it. buffone zu it. buffa, 
sp. bufa posse, it. buffo windstoss, jedenfalls auch zu dem stamme 
der vorigen Wörter, in dem wie öfter „blasen^^ und „schlagen^' 
sich berühren; vgl. fr. soufflet blasebalg, ohrfeige; fiir die be- 
griffsentwicklung kann man femer anföhren das nhd. Windbeute- 
lei und altfr. boule Wasserblase, windbeutelei ; Hejse 124 meint: 
„von pr. bufEur, fr. bouffer blasen, die backen aufblasen, wie es 
die lustigmacher zur belustigung der zuschauer thun/^ 

Bug. 1. stolz, eingebildet; wird als identisch mit big ge- 
nommen ; nur dürfte es dann eher die entstellte als die ursprüng- 
liche form sein; ein einfluss ^on bug. 2. erscheint nicht undenk- 
bar, wenn man an bugs'-words denkt, welches ein auf ein- 
schüchterung und erschrecken berechnetes prahlen bezeichnet; 
vgl. Wedgwood 1, 260. 



— 141 — 

Bng. 2. (bug-bear) schreckbild, popanz ; nhd. bögk, bögge, 
bogke =^ larva, terriculamentam ; dunkler abkauft; vgl. Grimm 
2, 221 u. boggle. 

Bug. 3. wanze; schwerlich ist es, wie Wedgwood 1, 260 
meint, dasselbe wort wie bug. 2. und nur „given in a secondary 
sense to insects considered as an object of disgust and horror^^; 
aber woher? 

Bngle. 1. büffel, hom (zum trinken, blasen); altfr. bougle 
ochse ans lat. bucolus, wovon auch das &. beugler brüllen stammt ; 
Diez 568; II, 217; in der älteren bed^utung von ochs bei Chau- 
cer, Maondevylle, noch in der bibel von 1551. Deut. XIY. „These 
are the beasts which ye shall eat of: oxen, shepe and gootes, 
hert, roo, and bügle" Wedgwood 1, 260. CoL 15; Arch. 27, 421. 
Bügle. 2. glaskoraUe; Wedgwood 1, 261; „an omament 
of female dress consisting of firagments of very fine glass pi- 
pes sewn on. " „Et dietae dominae nunc portant bugolos qui 
sie nominantur, quos cooperiunt capillis capitis earum ligatis 
sapra dictos bugolos." De moribus civium Flacentiae. — A. D. 
1388. Muratori. 

Bügle. 3. giinsel (name einer pflanze, der ajuga, auch der 
pronella vulgaris), über deren deutsche namen zu vgl. Weigand 
1, 186. 464. 

Buhl (buhl-, bool-work) mattes gold, perlmutter zu 
eingelegter arbeit, nach dem erfinder einem Franzosen namens 
Beule unter Louis XIY benannt; Ghambers's Encl. 2, 415; er 
hiess A. Ch. Boule u. lebte 1642—1732; Heyse 125. 

Build bauen (altengl. beeiden, bilden, beiden, aber auch 
byUe, mundartl. beild, bield schützen Mätzner 1, 121. 339; Wedg- 
wood 1, 261); schwerlich unser nhd. bilden, ndl. beeiden; s. 
Grinun 2, 8, noch mit ags. bilide = imago zusammenzustellen; 
ein ags. byldan bauen neben byldan starken, ermuthigen (von 
bold) ist fraglich, dagegen sicher ags. bold haus, gebäude Grein 
1, 132, vielleicht auch bylda = baumeister Grein 1, 151. Wedg- 
wood nimmt es unmittelbar entstanden aus bylle = altn. bylja 
bauen, zu altn. b^li wohnung, büa bauen, wohnen ; demgemäss ge- 
borte es zu der in bower, boor u. s. w. vorgeführten wurzel 
des nhd. bauen; vgl. noch Dief. 1, 275; Grimm 1, 1170; Leo 
ßect. 36. Heyne 137: „bold, als holzbau zu skr. bhil Andere." 
Bulb knoUe, zwiebel, hervorragen; fr. bulbe von dem lat. 



— 142 — 

bulbus, gr. ßokßog; über weiter aufsteigende Verwandtschaft vgl. 
boll und nhd. boUe Grimm 2, 231. 

Bulge bauch eines fasses, leck; vgl. bilge; für dieses wort 
wie für bulk gewähren die verwandten sprachen analogien, die 
wie die engl. Wörter bei ly, billow, bouge, budge. 2. bilge 
u. s. w. alle auf die wurzel belgan mit der grundbedeutung tu- 
mcre zurückweisen; aber schwierig und unsicher ist vor der 
band noch die entwicklung der einzelnen formen und bedentun- 
gen; vgl. Wedgwood 1, 261 — 263; nhd. bulge schlauch, leder- 
sack Sanders 1, 240. 

Bulimy heisshunger; fr. boulimie, it. buhmo u. sbulimo von 
dem gr. ßovlifiog, ßovhfiia eigtl. ochsenhunger, ßovg ochse und 
Xifiog hunger. 

Bulk umfang, masse, körper; altengl. bouke körper, bolke 
häufen; schott. bouk = trunk, body, mass, siz'e, bulk; ndl. bul- 
cke = thorax; ehest Eil., dän. bulk = a lump, clod; altn. bul- 
ka = to swell; ausser dem unter bulge und den dort ange- 
fiihrten Wörtern gesagten vgl. man besonders noch Dief. 1, 270. 
283 wegen der zahlreichen keltischen analogien, wie kymr. bulg 
grosser runder körper u. s. w.; bulk-heads Scheidewände auf 
einem schiffe erwartet noch besondere erklärung; kaum wird man 
es mit Wedgwood 1, 263 fiir verderbt aus balk-heads neh- 
men wollen. 

Bull. 1. stier, bulle; nhd. ndd. bulle, bolle; ndl. bul, altn. 
boU, bauli (litth. bullus, lett. bollis) ags. in der ableitung buUuca 
= vitulus, engl, bullockj in das nhd. erst ziemlich spat auf- 
genommen; vgl. Br. W. 1, 159; Weigand 1, 192; Grimm 2, 
512 ff. „bulle geht unmittelbar zurück auf bellen, das uns = la- 
trare, ags. aber auch boare, mugire bedeutete und von dem sich 
bullen = mugire ableitete." Vgl. bell. 

Bull. 2. a papal rescript, bulle; ags. bull von dem lat. bulla 
blase, kugel; mlat. rundes zeichen, Urkundensiegel, Urkunde; in 
dem letzten sinne dann vielfach aufgenommen wie it. bulla, fr. 
bulle, nhd. bulle; vgl. boil. 1. und Diez 59; I, 73. 

Bulla ce schlehdom, pflaumenart; ehemals buUoes; altfr. 
balose, beloce, beloche u. ä. w. Dief. Or. Eur. 262; auch nach 
Wedgwood 1, 263 keltischen Ursprungs ; bret. bolos, polos ; welsch 
bwlas, fr. bellocier = a bullace tree ; it. buUoi, bullös = sloes. 

Bull-beggar einer, der mittels einer päpstlichen bulle 
bettelt, archaist. der popanz; über diese bedeutung bemerkt 



— 143 — 

Wedgwood 1, 263: „corrupted from W. bwbach, Du. bnlle-bak, 
a bog-bear, by confosion with mock-beggar, a scare-crow, bug- 
bear (mock-clown in the same sense) Florio ;" vgl. übrigens b u 1 1 y. 
Ballet kugel; fr. boolet Verkleinerungswort von boule, wel- 
ches sieb neben bulle aus dem lat. buUa entwickelte; s. boil. 1. 
u. bull. 2. 

Bulletin büUetin; fr. buUetin, it. bolletino berichtszettel, 
von dem it. bolletta, bulletta, fr. billet zettel, eigentlich ein be- 
siegeltes blättchen zu it. bulla; s. bull. 2. u. billet. 1. 

Bullion. 1. ungemünztes gold oder silber; dem worte ent- 
sprechen fr. billon, it. biglione, sp. vellon mit der bedeutung von 
kupfermünze, schlechte münze; es wird bei.Heyse 115 zurückge- 
führt auf fr. bille kugel, klotz, block, stab , besser aber mit Sche- 
1er und Wedgwood nach Manage und Scaliger auf das mlat. bulla 
Siegel, Stempel; mgr. ßovkXiori^iov ^^ cxmeus monetae; bulla enim 
est. diploma regium; ita quoque dicta est monetae matrix, quia 
legiam habet eiBSgiem Scaliger. Scheler 84 : „anciennement bullion, 
d'on billon, signifiait le lieu oü Ton monnayait, de la mettre au 
billon = remettre en valeur, faire refondre d^ la monnaie de 
maavaise aloi, mätaph. remettre en etat, puis la locution monnaie 
de billon mauvaise monnaie ;^^ vgl. für das engl, wort und die 
begri&entwicklong den ausföhrlichen artikel bei Wedgwood 1, 
265 und Trench 26. 

Bnllion. 2. veraltet, meist bullions metallverzierungen, 
haken und schnüre, nägel; wenn auch theilweise mit bullion. 1. 
rermischt beruht das wort doch gewiss zunächst auf fr. boulon 
nagd mit knöpf und bouillon dicker goldfaden, welche Wörter 
selbst wieder auf lat. bulla blase, nagelknopf zurückweisen ; siehe 
über die roman. worter Scheler 39 und im ganzen Wedgwood 1, 
264 ff. 

Bully bramarbas, lärmen, übertäuben; das wort scheint zu 
nhd. bollern, boUem, eigentUch poltern neben jenen aus dem 
ndd. entnommenen Wörtern, ndl. bulderen, holderen, verbulderen 
2q gehören; vielleicht sind ursprünglicher die Zusammensetzungen 
wie Bully- John, Bully-Jack, bully-rock, bully-rook, 
bully-back, welche den auffallend entsprechenden ndd. buUer- 
jaan, buUer-bak, buller-brook entnommen und dann nach engli- 
scher weise verkürzt werden mochten; vgl. Lucas 1, 254; Br. 
W. 1, 159. 



— 144 — 

Bulwark boUwerk; ndl. bolwerk, schwd. bolverk, nlid. boll- 
werk; das germanische wort, welches erst in dem 15. jh. anf- 
gekommen, bald aber in verschiedene sprachen aufgenonunen 
zu sein scheint (poln. bolwark, russ. bolverk, &. bonlevard, it. 
baluardo, sp. balnarte) wird abgeleitet von bohle (bohl-werk) bei 
Frisch 1, 118, oder von dem mhd. boln, ahd. polön, bolön wer- 
fen, schleudern, sodass es erst schleudermaschine, dann den ort 
zur aufstellung einer solchen u. s. w. bezeichnet hätte; vgl. 
Schmeller 4, 141 ff.; Grimm 2, 234; Diez 576; U, 227; Weigand 
1, 168; an engl. Wörtern hole u. work. 

Bum. 1, der hintere, steiss; nach Wedgwood 1, 267 wäre 
es nur entstellung vo^ bottom, wie diesem &s. böm entspricht. 

Bum. 2. lärmen, schlagen; ndl. bommen tönen, trommeln; 
es mischen sich hier gewiss bis zur Unmöglichkeit genauer Schei- 
dung mehrere ursprünglich .verschiedene wortstämme, 'wie sie un- 
ter bomb und bump för die bedeutungen tönen, schlagen er- 
scheinen, aber auch wieder fiir den begriff beule, Wölbung; vgl. 
bump geschrei der rohrdommel, beule, schlag; femer nhd. die 
interjection bimi^ und davon bumsen, im engl. boom. 2. und 
bumble-bee = humble-bee; über die berührung von schlag 
und beule s. boss. Im einzelnen ist hier noch manches zu er- 
forschen, wie bum-boat, bum-bailiff, bumpkin; um so 
schwieriger, je mehr das kurze und trübe lautende bum zumal 
im scherze, vom volke aus den verschiedensten Wörtern entstellt 
werden konnte; Wedgwood 1, 267. 

Bun (bunn) eine art backwerk; bun, bunny kaninchen, 
kaninchenschwanz ; bunny beule, bunion geschwür am fusse; 
auch bei diesem worte ist es schwer und vor der hand nnrath- 
sam, gewisses zu geben. Wenn, wie es scheint, altengl. bung in 
verschiedenen bedeutungen von bun v(trkommt, so kann man er- 
iimem an das alt&. bugne beule — von dem bigne und beignet 
abgeleitet werden — aber auch an deutsche Wörter, wie bunge 
, trommel und überhaupt den stamm hingen; vgl. Dieis 76; I, 94; 
Grrimm 1, 1471; 2, 524. 525 unter bengel, bunkel; in ermang- 
lung von besserem möge noch hier stehen, was Wedgwood 1, 
268 giebt: „the primary origin of the word may be sought in 
the notion of striking expressed by Bret. bunta, bounta to push, 
to strike; prov. Engl, bunt or punt to strike with the head, 
to kick; — Baker. PI. D. bunsen to strike. Manx bun a butt 
end, thick end; gael. bun a root or stump; bun-feaman a tail, 



— 145 — 

a bob*iail. Hence the Engl, bnnny for a rabbit, becausethe short 
tail of a rabbit in nmning is very conspicuons. Bun , a rabbit, 
the tail of a bare. Halliwell/^ 

Banch beule, hocker, bund, büschel; scheint mit dem vor- 
hergehenden Worte nahe verwandt za sein und auch wenigstens 
theilweise auf dem stamme bingan stossen zu beruhen ; vgl. ndd. 
bimsen Br. W. 1, 164; die begriffsentwicklung wäre etwa wie 
liei bum, boss zu denken; altengl. ist bunch schlagen; aus 
der bedeutung „schlag^^ aber konnte sich dann die von „beule,^^ 
..schwellende masse/^ „bündel" entwickeln, wodurch das wort 
freilich mit einem andern staiume bindan sich mischen musste; 
man vgL nhd. bunkel bei Grimm 2, 525 ; Weigand 1 , 193 und 
an englischen wortern bunt bausch, bauch eines segeis; bunt 
mehlbentel, bunting beuteltuch, die man zwar mit Wedgwood 
h 269 als verwandt zusammenstellen kann, die aber weitere sich- 
tnng und genauere erklärung erwarten; vgl. Dief. 1, 339. 

Bündle pack, bimdel; ags. byndel, nhd. bilndel, oberdeutsch 
u. mhd. das bündel, der bündel, ahd. das kipuntili, gabantili, 
luhd. das gebundel, gebundelin; es ist eine Weiterbildung von 
hond zu bindan; s. bind, bondu. für das nhd. 'Kehrein 246. 

Bung spund, spunden; zu vergleichen sind die nhd. spund, 
ehemals bunte, mundartl. bunte, punt, woraus mlat. bondonus, 
fr. boude schleuse,, zapfen, bondon spund entstanden Diez 573; 
II, 223; das engl, ng könnte durch einfluss der fr. nasalen aus- 
spräche entstanden zu sein scheinen, doch wird auch kelt. bwng 
spmid angeführt; vgl. im allgemeinen Schwenck 635. 

Bungle stümpern, stümperei; nach Wedgwood 1, 271 würde 
PH zn dem stamme bingan (s. bunch) schlagen gehören; „Icel. 
bongon, ars rudis; bönganar-smidr, iners malleator, tudeator; 
from 0. Sw. bunga to strike, as cobble from cob to strike. Icel. 
banga. Dan.* banke to strike. Because nailing on a patch is the 
mögt ihartificial way of mending a thing." Johnson führt ein 
welsches bwngler = bungler an. Am nächsten liegt offenbar 
altn. böggla unordentlich zusammenpacken, böggr bündel. 

Bunt, bunting; die Wörter, welche bei Heyse 133 mit 
dem nhd. bunt zasanmiengestellt werden, erwarten wohl noch 
eine andere erklärung; vgl. bunch. 

Buoy boje,. schwimmen ; weitverbreiteter Schifferausdruck, frs. 
bui ndl. Binn, boeye = voet-yser, hand-yser aber auch anker- 
berdt, nndl. boei, nhd. aus dem ndd. boie ; altfr. boye, nfr. bouee, 

KiU«r, Etym. Wörterbuch. 10 



— 146 — 

pg. boie, • sp. boya ein auf dem wasser schwimmendes mit einem 
taue oder einer kette (boja) befestigtes stück holz, von dem ur- 
alten lat. boja (bei Plautus schon bojae fesseln) mlat. boia Dnc. 
1, 713; altit. boja, pr. boia, altfr. buie, mhd. boie, beie fessel, 
kette; vgl. Br. W. 1, 108. Grimm 2, 229. Diez 58; I, 72; hin- 
sichtlich der Sache vgl. noch ndd. bake, engl, beacon. 

Bur; s. unter burr; auch veraltet = bür für bower. 

Burbot quappe; fr. barbotte, s. barb. 1.; auf die Schrei- 
bung und ausspräche mit dem trüben u wirkte etwa die falsche 
analogie von turbot oder eine eben so unrichtige beziehting auf 
bur ein. 

Bürden. 1. (burthen) bürde, last, beladen; ags. byrden, 
altn. byrdi, dän. byrde, schwd. bord, goth. baur|>ei, ahd. purdi, 
mhd. nhd. bürde, ndl. borde, bordene (Binn.) zu dem stamme 
bairan, engl, bear; s. Grimm 2, 532; Eehrein 50; Dief. 1, 258. 

Bürden. 2. altengl. bourdon schlussreim, refrain, mit der 
stimme, dem hasse begleiten; fr. bourdon bass, brummstimme, 
hummel, it. bordone, sp. bordon, pg. bordäo; das wort ist wohl 
lautnachahmend, indessen bemerkt Diez 62; I, 76: „ist es rich- 
tig, dass die langen trompeten der Orgelpfeifen diesen namen 
führten (Ferrari, Ducange), so konnte man ihn von dem der lan- 
gen pilgerstäbe (vgl. bürden. 3.) entlehnt haben und hiemach 
würde das gael. bürdan gesumme, altengl. bourdon von aussen 
eingeführt sein.** Scheler 40. 

Bürden. 3. (burdon, bourdon) pilgerstab; fr. bourdon 
zu bourde, it. bordone, sp. pr. bordon, pg. bordäo stütze, pilger- 
stab ; bildlich angewendetes lat. burdo lastthier, maulthier, wie 
nach Govarruvias sp. muleta das maulthier und den krückstock 
bedeutet; Diez 62; I, 76. 

Burdock klette; s. unter burr. 

Bureau Schreibtisch, schreibstube; fr. bureau, eigentlich eine 
mit grobem wollenen tuche (bure) überzogene tafel, woraus sich 
dann die andern bedeutungen leicht erklären. Bure aber fuhrt 
Diez 77 ; I, 95 zurück auf it. bujo, lomb. buro dunkel von dem 
lat. burrus (bei Festus: „burrum antiqui quod nunc dicimus ru- 
fnm") vermittels der formen burius, burrius, sp. buriel, pg. pr. 
burel, so dass die färbe dem zeuge den namen gab; vgL borrel; 
Dief. Or. Eur. 26Ö. 

Burganet Sturmhaube; altfr. bourguignote, sp. borgonota, 
eigentlich ein burgundischer heim. 



— 147 ~ 

Bargeon (bourgeon) knospe, keimen, treiben; aUengl, 
borion, boorion, burjown, £r. bourgeon; über dessen herkunft 
Diez 577; II, 227: „grammatisch möglich ist entstehung aus dem 
ahd. bmjan heben, sodass bourgeon (ahd. burjö ?) etwas sich he- 
bendes, herrorbrechendes bedeutete; occit. auch das einfachere 
boure äuge eines zweiges. ^^ 

Bürge 8 8 bürger; &. bourgeois, altfr. burgeois, altengL bur- 
geise; das fr. wort stammt zunächst aus dem lat. burgensis Diez 
62; I, 76; über bürg aber, das dann auch in burh, burgh-bote* 
bnrgraTe u. s. w. erscheint s. boroughu. Dief. 1, 264. 

Burglar nachtdieb, räuber (burglary, burglarian, 
burglarione); mlat. burglator, burglaria aus burgi latro, in- 
dem lat. latro (accus. latron-em) burgund. zu läre, pr. laire, altfir« 
laiies, lerres, lieres, nfr. larron wurde; vgl. borough und lar- 
ceny; Chambers's EncL 2, 436. 

Burin grabstichel; fr. burin, it. borino, sp. pg. buril, altsp. 
boril von dem ahd. bora terebra, boron terebrare; s. Diez 62; 
1, 77 u. bore. 1. \ 

Burke morden, um die leichen zu verkaufen; von dem na- 
men — William Burke — des ersten resurrectionman, der, im 
jähre 1827, zum tode verurtheilt wurde ; Lucas 1, 257 ; Chambers's 
EacL 1, 230. 

Burl noppen; s. unter burr. 

Burlesque possenhaft, burlesk; fr. burlesque, it. burlesco 
Ton dem it. sp. pg. burla posse und dies nach Diez 77; I, 95 
aas dem lat. burra mittels der Verkleinerungsformen burrula, burla; 
^ZQ it. burletta komische oper; jenes lat. burra bei Ausonius 
scheint ursprünglich dasselbe zu sein mit burra, rom. borra zotte; 
vgl. it. fiocco flocke, posse , sodass der grundbegrifl wäre flocke 
^ etwas unbedeutendes — lat. flocci habere — vgl. nhd. lap- 
paüe kleinigkeit von läppe mit latinisierter endung u. s. burr. 
Burly dick, aufgedunsen; s. burr. 

Burn. 1. brennen; ags. beoman, byman, brinnan =« ardere; 
brennan, beman, bam^ «= cremare, goth. brinnan und trans. 
brannjan, ahd. alts. brinnan und trans. brennan, brennian; all- 
iQ^Iich laufen wie im engl, so im hochdeutschen das starke in- 
trans. und das schwache trans. zeitwort in einander; Grimm 2, 
3G5. 391 ; Dief. 1, 326 ; altn. brenna, schwd. brinna, bränna, dän. 
brande. Ueber die altengl. und schott. zum theil noch starken 
formen vgl. Mätzner 1, 336; wegen der metathese überhaupt 

10 • 



— 148 — 

Mätzner 1, 184 und in bezug auf das vorliegende wort die ndd. 
ndl. formen bemen, barnen, altfrs. bema Br. W. 1, 80. 

Burn. 2. bach; s. bourn. 2. 

Burnish glänzend machen, polieren ; fr. brunir, it. brunire, 
sp. brofür, broliir, pg. bomir bräunen und dann „glänzend ma- 
chen,*' wie mhd. briunen, auch nhd. als fremdwort brünieren 
Sanders 1, 229; von dem fr. brun, it. bruno; s. brow'n; die me- 
tathese in dem engl, burnish erklärt sich leicht aus den nicht 
nur angels. sondern auch roman. analogien; vgl. das pg. bomir, 
sowie Diez 74; I, 91; Rom. Gr. 1, 248; zugleich lag eine anleh- 
nung an das stammverwandte burn nahe. 

Burr, in manchen bedeutungen gewöhnlicher bur geschrie- 
ben; die bedeutungen sind so zahkeich und die form des Wortes 
ist so kurz und abgeschliffen, dass hier leicht noch mehr als zwei 
verschiedene stamme gemischt sein können und vorläufig andeu- 
tungen über die etymologie genügen müssen; die zu gründe lie- 
genden hauptbegriffe scheinen zu sein das „kratzende*^ der klette, 
dann das „hervorstechende, sich erhebende;" dazu ist nun vor 
allen zu vergleichen das it. sp. pr. borra, fr. bourre kurze wolle, 
flockiger stoff; s. Diez 63; I, 77 und burlesque; dann möge 
hier stehen ein versuch, die bedeutungen zu vermitteln von Wedg- 
wood 1, 274: „A bur then is a seedvessel which sticks to our 
clothes like a flock of wbol and is not readily brushed off. The 
Northumberland bur is a huskiness of pronunciation, as if the 
Speaker had some kind of bur or flocks in his throat to impede 
his utterance;" davon dann bur dock; vgl. dock; ferner ge- 
hört hierher burl noppen, die flocken ablesen. Andere bedeutun- 
gen weisen mehr auf das inburgeon zu gründe liegende fr. 
boure äuge, spross hin und wie dies auf ahd. burjan heben zn 
beruhen schien, so entspricht burl y „aufgedunsen" auffallend dem 
ahd. purlih „was sich erhebt, hebt, hoch." 

Burrel. 1. butterbime; zu fr. beurre in demselben sinne, 
von beurre butter; s. butter. 

Burrel. 2. „The burrel-fly is the oxfly; burrel-shot is a 
sort of case-shot. It signifies tormenting" Smart ; danach konnte 
es sein fr. bourreler peinigen zu bourreau, pr. borel henker, über 
dessen zweifelhafte abstammung von boja fessel, gleichsam boj- 
er-ello oder von boucher (s. butcher), oder von einem eigen- 
namen zu vgl. Diez 576; U, 227; Scheler 40. 



— 149 — 

Bnrrock kleiner dämm, wehr; über das verkleiiiemde ock 
Tgl. Mätzner 1, 443; von bnr in dem sinne von hindemiss oder 
etwas hervorragendem. 

Burrow (aach verkürzt bur) erdhöhle, kaninchenloch ; es 
mag dasselbe wort wie borough, burgh sein und zu demgoth. 
bairgan, ags. beorgan, nhd. bergen gehören; jedenfalls wird die 
fbna jetzt leicht und viel&ch verwechselt mit borough und bor- 
row; vgl. bury. Wedgwood 1, 275: „burrow is used in many 
parts of England in the sense of shelter firom the wind ; the bur- 
row gide of the hedge ; a very burrow place for the catÜe ; " da- 
ZQ vgl. ags. beorg berg, schütz, hügel, grabhügel; gebeorg 
schutzwehr, Zufluchtsort. 

Burse = ezchange, börse (dazu bursar, bursary); 
ans fr. bourse, mlat. bursa, byrsa, gr. ßvQOa mit der begriffsent- 
wicklung: feil, leder, beutel, geldbeutel, ort für geldgeschäfte ; 
man vgl. besonders noch das fir. bourse in der bedeutung ,^sti- 
pendinm^' und die demselben mlat. bursa entsprungenen nhd. 
Wörter burs, burse, bursche Grimm 2, 546 ; dasselbe wort ist na- 
türlich, mit verhärtetem anlaut purse, ahd. pursa, nhd. börse; 
woza disbuTse, ehemals auch dispurse, u. reimburse gehö- 
ren; g. Mätzner 1, 124. Vgl. ausserdem Scheler 40 wegen der 
entsprechenden roman. Wörter und: „quant au mot bourse en 
tant qu*il signifie r^union de banquiers, agents de change etc. 
Gnichardin dejä nous en fait connaitre Tetymologie : la premi^re 
place qui correspönd a ce que Ton appelle bourse aurait ^t^ celle 
de Bruges (XIV. siicle), c'etait Thötel d'une famille patricienne 
appel£e Van den Beurse (fr. de la Bourse) dont les armes sculp- 
tees qui suimontaient la porte et qui se composaient de trois bour- 
ses, ont donn^ le nom a tous les batimens de Tesp^e.^^ 

Bur st bersten; ags. berstan, ndl. nhd. bersten, dagegen 
altengl. brest, brast, ahd. brestan, mhd. bresten, altn. bresta, 
schwd. brista, dän. bröste ; auch alts. brestan ; hierdurch wird ge- 
langend angezeigt die Verwandtschaft des wortes mit den stammen 
Wkan (s. break) brechen und altn. briota (s. brittle) in dem- 
selben srnne; vgl. Grimm 1, 1527; Dief. 1, 320; über die engl, 
formen Mätzner 1, 342. 

Burthen; s. bürden. 1. 

Bury steht theils in der bedeutung „bürg, festung, woh- 
mmg** für burh, borough — veraltet und in eigennamen — ; 
tiieÜB ist es in dem sinne „ begraben ^^ ags. byrigean , byrigan, 



— IßO — 

byrgean «=» sepelire zu beorgan, goth. bairgan, nhd. bergen, ver- 
bergen zu stellen; auch den engl, ableitungeu entsprechen meist 
schon ags. formen, wie byrigels (byrgels) grab, begräbniss; by- 
rigen u. s. w. vgl. Dief. 1, 261; bury in bury-pear ist das 
fr. beurre zu beurre butter; vgl. burrel. 1. u. butter. 

Bush. 1. busch; altengl. busk, altn. büskr, büski = virgul- 
tum, schwd. buske, norw. buska, busk, dän. busk, ndl. bossch, 
bos; femer aber ahd. ? (bramalbusc GrafP 3, 218), mhd. buscb, 
bosch, nhd. bosch, busch und mlat. boscus, it. bosco, pr. bosc, 
sp. bosque, fr. bois, neben mlat. buschia, pr. bnsca, fr. buche. 
Ueber den sehr zweifelhaften verhalt der worter zu einander und 
den weiteren Ursprung (etwa von bauen vermittels eines ahd. bu- 
wisc, buisc baumaterial) vgl. man besonders Grimm 2, 556 ; Wa- 
ckemagel Umd. 6 und Diez 64 ; I, 78 ; das engl, wort scheint zu- 
nächst auf den skand. formen zu beruhen. Vgl. hierzu bosca- 
ge, bosket, busk. 

Bushi 2. radbüchse, buchse; seinem. Ursprünge nach eins 
mit box. 1.; vgl. ndl. busse büchse, schwd. hjul-bosse == tbe 
bush of a wheel; nhd. büchse, buchse Sanders 1, 236. 

Bushel scheffel; altfr. boissel, nfr. boisseau, wall, boisteau, 
mlat. (vom j. 1214) bustellus, eine ableitung von fr. boite, pr. bo- 
stia, altfr. boiste, bret. boest; Diez 573; 11, 223: „aus pyxis ge- 
staltete sich mlat. buxis bei Paulus Diac.« woher die pr. form 
boissa; im 10. jh. bemerkt man buxida vom akkus. pyxida 
(Ttv^ida)^ umgestellt in buxdia, bustia, welches letztere im 11. jh. 
begegnet, pr. bostia u. s. w.^^ 

Busk. 1. s= bush busch. 

Busk. 2. blankscheit; fr. busc — und dies wohl nur neben- 
form von buche holzscheit (wie nhd. blankscheit assimiliert ist 
aus fr. planchette tafelchen) ; Scheler 45 ; 37 ; doch könnte man 
auch an einen Ursprung aus kt. fustis denken, vgl. bust; im- 
merhin bleibt der Wechsel von t zu c bedenklich. 

Busk. 3. anziehen, fertig machen, geschafkig sein; 'nach 
Wedgwood 1, 276 zusammengezogen aus altn. buask für bua sik 
sich bereiten; „the frequency with which to busk is used as sy- 
nonymous with to make one boun, is thus accounted for ; as boun 
is simply buinn, the past participle of the same verb bua, the 
deponent form of which is represented by the E. busk;" vgl. 
bound. 3. u. bask. 



— 16t — 

Basket; ist das an das engl, busk, bush angelehnte fir. 
bosqnet; s. bosqnet, boscage u. s. w. 

Buskin halbstiefel; erscheint als Verkleinerung von boot 
mit der ableitongssylbe kin, etwa ans der form bnts-kin mit assi- 
milation an skin entstanden zu denken. 

Buss. 1. kuss, küssen; schwd. bussav nhd. mundartl. buss, 
puss — scheint kaum etwas mit dem fr. baiser, it. bacio, lat. ba- 
simn gemein zu haben, sondern eher als eine nebenform von 
kiss angesehen werden zu können, deren consonantenwechsel in 
lautnachahmung und kindersprache seine erklarung fände; in 
di^em sinne mag man dann vergleichen gael. bus =» a mouth, 
lip, snout; poln. buzia = mouth. Ups, also a kiss; sp. buz »== 
a kiss of reverence, vielleicht selbst das lat. basium; s. Diez 472; 
H, 106; Dief. 1, 286; Grimm 2, 570. 

Buss. 2. eine art fahrzeug; büse Ghrimm 2, 563; altfr. busse, 
buae, bnce, mlat. bucia, busa; pr. bus, altsp. buzo; ags. butse 
in butse-carlas schiffsleute (bei Lye; s. auch Duc. v. buscarla), 
ndl. buise fischerboot, altn. bussa, von butta, buttis mit Ducange 
a. anderen Diez 583; 11, 234; s. boot. 2. 

Buss. 3. katze ^^^ puss; vgl. nhd. buse Grimm 2, 562. 
Buss. 4. vulgare, aber sehr übliche abkürzung für omnibus 
&ls name des modernen fuhrwerks, (lat. omnibus für alle), wie 
cab von cabriolet. 

Bust. 1. büste — auch in der vollen roman. form aufge- 
nommen busto; it.sp.pg.busto, pr.bust, fr. buste. lieber die ver- 
schiedenen versuche den dunklen Ursprung des roman. wortes 
an&uhellen, findet sich folgende gute Übersicht bei Scheler 45: 
itBoste, it. esp. busto, prov. bust. D'origine douteuse; ni Tall. 
brost, poitrine (vgl. breast, boast und Heyse 134), ni le lat. 
bnstom corps brule peuvent etre allegu^s. M. Diez (vgl. Wörterb. 
78; I, 96; Anhang 15), comme Ferrari, se demande, si Tit. busto 
n'est pas peut-etire altera de fusto, qui a la meme signification 
et qui vient de fustis. (Pour la Substitution de b a f il cite Te- 
xemple de bioccolo, de fioccus, et de bonte, de fons.) Si cela est, 
ü &ut que le fr. buste soit de provenance itaUenne, ce qui est 
pea probable. M. Littre n'hesite donc pas a voir dans buste une 
altlration de Tall. brüst, quoique Telision de r ne se justifie par 
ancon exemple franfais. Gachet est d*avis que le vfr. bus, buc, 
bn, rouchi busch =» buste, tronc humain, le wallon et prov. buc, 
BL, baca, busca tronc d'arbre, sont des mots identiques, proce* 



— 162 — 

dant tous de boscus, buscus bois. BuBca s'est modifiö en busta, 
arbor ramis iximcata, de la le fr. buste. Pour le changement de 
c en t, Gachet cite vfr. mustiax, jarret, wall, mustai, rouchi ma* 
tiau, qui viennent de musculas, soris de gambe (gloss. lat. rom. 
de Lille). La forme intenu6diaire a da etre masquiau, mnqoiau.'* 
' Bust. 2. holzstoss, Scheiterhaufen; unmittelbar aus dem lat. 
bustum in demselben sinne entstanden; dazu bustal. 

Bustard (bei Florio bistard = bustard) trappe; fr. ontarde. 
it. ottarda, sp. avutarda, pg. abetarda, betarda, pr. austarda ; alle 
aus dem lat. avis tarda langsamer vogel; Plin. h. n. 10, 22: mPI'o- 
ximae iis sunt, quas Hispania aves tardas appellat.^^ Scheler 243 
fugt nach Diez 246; I, 299 hinzu: les mots latins se transfor- 
mSrent d'abord en au-tarda, d'oü o-tarda, utarda, fr. outarde. Par 
une nouvelle preposition de avis Tesp. fit av-u-tarda. Le aus 
dans le prov. austarda est une reproduction j)lu8 complete de Te- 
lement avis. Le vfr. et champ., par apherese de la syllabe ini- 
tiale a, dans avis .tarda, et par le durcissement du v initial en 
b, ont fait bistarde;^^ aus der letzteren form gingen dann die 
englischen Wörter hervor. Vgl. Dief. Or. Eur. 349 und über eine 
ähnliche forpientwicklung ostrich, es trieb. 

Bustle geschäftig sein, lärm u. s. w.; nach Wedgwood 1, 
279 wird es auch buskle geschrieben und wäre das altn. bustla 
to make a splash in the water, to bustle zu vergleichen; beach- 
tenswerth ist ein in deutschen mundarten vorkommendes busteln, 
pusteln in dem sinne „allerlei kleine arbeiten geschäftig verrich- 
ten,^^ welches kaum erst aus dem engl, eingedrungen ist und auf 
einen Zusammenhang mit dem nächsten worte busy hinzuwei- 
sen scheint. 

Busy geschäftig, beschäftigen, business geschäft; ^^. bj- 
sig (biseg) occupatus; bysigu (byseg) occupatio; bysegjan occu- 
pare; das wort erscheint noch im ndl. besech, bezig, bezigeu 
und (daher entnommen?) im ndd. Br. W. 1, 81; weiter kann es 
zusammenhängen mit altn. bisa summo et rudi nixu moliri, so- 
wie mit dem goth. ana-busns auftrag zu dem stamme biudan, 
Dief. 1, 302. Einen zusanunenhang mit dem fr. besogne geschäft, 
als dessen grundwort Grimm 6. d. d. S. 364 (256) besig, busy 
nehmen möchte, weist Diez 322; I, 385 zurück. 

But. 1. ausser, nur, aber; ags. büton, b&tan, auch schon ver- 
kürzt hüte, entstanden aus be-ütan (vgl. out) mit der bedeutong 
extra, sine, nisi; vgl. ndd. buten Br. W. 1, 174, ndl. buiten 



— 153 — 

diaoflseii' and als ähnliche hildungen die nhd. auszer, drauszen. 
Die scheinbar weit auseinander liegenden bedeutungen von but 
lassen sich doch ohne grosse Schwierigkeit aus dem grundbegriif 
..ausser*' entwickehi; vgl. in dieser beziehung z. b. das fr. mais 
aber, entstanden aus lat. magis mehr, darüber hinaus; Wedg- 
wood 1, 280. 

But. 2. in Terschiedenen bedeutungen = butt. 
But eher fleischer; fr. boucher, pr. bochier, langd. boquier 
Ton dem pr. boc, fr. bouc bock (s. bück. 1.), also eigentlich 
bockschlachter; ,,que en carieras publicas li boquiers el sanc dels 
bocs no jhieton, ni av^isson los bocs en las plassas.^^ — Coutume 
d'Alost in Dict.Lang; so im it. beccario, beccaio yonbecco; vgl. 
(lariiber Diez 574; II, 225; Anhang 6. Wedgwood 1, 281. 

Butler mundschenk, küper; fr. bouteillier, boutiUier von 
dem fr. bouteille flasche; s. bottle, boot. 2. und butt. 2. 

Butt, vielfach auch but geschrieben, ende, ziel, stoss, stos- 
sen, berühren, fass; in dem stark abgeschhffenen worte stecken 
offenbar mehrere zum theil bereits im fr. formell zusammen&l- 
lende stamme , auch von germanischem einflusse nicht unberührt ; 
TgL im allgemeinen die entsprechenden ndd. ausdrücke butt, 
bntte Br. W. 1, 173 und die nhd. bei Grimm 2, 578 ff.; mit 
öemUcher Sicherheit wird man folgende scheiden dürfen: 

Butt. 1. stoss (eines thieres, beim fechten) stossen ; fr. botte, 
boQter; it. bottare, romanische Wörter, die selbst wieder aus dem 
deutschen posan, bögen, hervorgegangen zu sein scheinen ; eben- 
dahin gehören aber auch but, butt ende, an einem ende be- 
rühren^ angrenzen, nebst ab ut -zunächst von dem fr. bout, abou- 
tir; 8. Diez 64; I, 79; Scheler 41. 

Butt. 2. fass; ags. byden, butte, bytte, nhd. butte, bütte, 
ahd. putin, putina, mhd. büte, bütte, büten; altn. bjtta, schwd. 
bjtta, dän. bötte; aber auch it. botte, sp. pr. bota, fr. botte u. 
ß. w. vgl. boot. 2. Diez 64; I, 79 unter botte; Grimm 2, 579; 
nach Weigand 1, 198 diese Wörter aus mlat. butina flasche von 
dem gr. ßvriyrj, 

Butt. 3. ziel; zunächst das fr. but, das dann aber wie butte 
tmd bosse mit dem unter butt. 1. aufgeführten Wörtern gemein- 
samen Ursprung hat; s. Diez 65; I, 80 unter bozza. 

Butter butter; ags. butere, fr^. butere^ nhd. butter, ndl. 
botter, boter; it. butiro, burro, fr. beurre, pr. boder aus dem lat. 
butfrom (zuerst bei Colum. 6, 12) gr. ßovrvgov; dieses nach Hip«- 



— 154 — 

pocrates bei Plin. h. n. 28, 9 eigentlich skythisch and an die 
gr. worter ßofvg kuh xxnAtvqog käse angelehnt; vgl. aber Galenus: 
„ex %ov ßo€iov vofiiCu) ßovrvgov xakeiad-ai^*^ und überhaupt Grimm 
2, 582 ; G. d. d. S. 695 ; als urdeutsch kann es schon wegen man- 
gels der lautverschiebung nicht gelten; vgl. Dief. Or. £ur. 275. 

Butter-fly Schmetterling; ags. buttor-fleoge, auch nhd. 
butterfliege, buttervogel, butterschütz, ndl. botervliege, boterrogeL, 
boterschijte , ndd. botterragel „wie sonst molkendieb, weil mau 
glaubte, dass Schmetterlinge odßr hexen in deren gestalt milch 
und butter stählen'^ Grimm 2, 585 ; Myth. 2, 1026 ; die begriffs- 
beziehung kann freilich auch anders gedacht werden, wie Wedg- 
wood 1, 283 sagt: „so called &om the excrement being supposed 
to resemble butter ^^ (ndl. boter-schijte) oder Smart: „so named 
from the yellow species or from the butter-season.^^ 

Butte ry Speisekammer; obwohl jetzt zunächst an butter 
erinnernd, scheint das wort ursprünglich vielmehr zu bot t fass, 
bottle flasche, butler kellermeister zu gehören, sodass es für 
butlery stände; vgl. bottelrye ndl. Speisekammer; die yermengung 
war nach begriff und form leicht; vgl. buttery als adj. von 
butter. Wedgwood 1, 283 fahrt an: „sp., boteria, the störe of 
wine in ships kept in botas or leather bags;^^ mlat. butarins, bon- 
tariu8=qui butarum curam habet; buttarius =: qui buttas seu ejus- 
modi vasa onerat, implet Duc. 1, 734. 

Buttock steiss, hintertheil; über die bildungssylbe ock vgl. 
Mätzner 1, 443, der wegen des stammes auf das altn. butr «= 
truncus verweist ; schwerlich hat das wort mit dem ndl. bout bein- 
knochen, bein (bei Binn. bot s=*been, os) etwas zu thun, wie 
Wedgwood 1, 284 meint. 

Button knöpf, knospe; fr.bouton, it. bottone, sp. pr. boton; 
nach Diez 64 ; I, 79 : „eigenthch etwas hervorstossendes, ausschla- 
gendes,^^ vielleicht buchstäbHch das ahd. bozo bündel(knollen?); 
auch das kymr. bot, both runder körper ist verglichen worden, 
die it. doppelform aber mit t und mit z in bottone und bozza 
scheint deutschen Ursprung anzuzeigen. Wedgwood 1, 284: ,fit 
is remarkable that Chaucer, who in general comes so close to the 
Fr., always translates bouton, the rosebud, in the R. R. by bo- 
thum and not button. W. both, a boss, a nave; bothog, ha- 
ving a rotundity; bötwm, a boss, a button; ^^ vgl. Koch 1,4, nach 
dem es nicht ags., bei Wicleffe in der form botoun dem kymr. 
botwn, gael. putan entspricht; jedenfalls machte sich bei dem 



— 1S5 — 

Worte allmählich der fr. einfluBS überwiegend geltend; vgl. noch 
bati 1. 3. 

Bnttress Strebepfeiler, stütze; altengl. botress; botrasen to 
make battresses to a bailding (Hai. 1, 199); das wort ist ohne 
zweifei abzuleiten aus dem fr. bouter, buter stützen (vgl. arc-bou- 
tant Strebepfeiler, bntt^e widerlage) also auf den stamm butt. 1. 
zarackznfuhren ; zweifelhaft bleibt nur die entstehung der form, 
indem die endung ess, ress verschieden (etwa ursprünglich plu« 
ral?) erklärt werden kann. 

Buxom munter, verliebt — ehemals folgsam — oder, auch 
der form nach, nhd. biegsam; altengl. bowghsomme, bowsom, 
ags. bocsum (Bosw) zu ags. beögaji biegen, s. bow; ndl. ge- 
boogsam biegsam, gehorsam; Wedgwood 1, 284; Trench 27; 
E. 138. 

Bny kaufen; ags. bjcgan, goth. bugjan, alts. bnggean ; vgl. 
Dief. 1, 315 mit einigen unsichem vermuthungen über weiteren 
nrspmng und Zusammenhang; nach Grimm R. A. 606 aus einem 
sjmbol beim kaufhandel, dem biegen oder brechen des halmes 
kerzdeiten, also zu goth. biugan, ags. beögan, engl, bow zu 
stellen; über die formen im altengl. Mätzner 1, 337; ebenda: 
,,ein compositum von buy ist das noch bei Spenser und Shaksp. 
rorkonunende aby, abie eigtl. bezahlen, das man irrthümUch aus 
abide entstehen lässt ; altengl. abiggen, abuggen, abien ; ags. äbyc- 
gan redimere." 

Buzz summen, gesumme; darf als lautnachahmend mit ähn- 
lichen wortem, wie it. buzzicare sich sanfb bewegen, summen, buz- 
zichio, buzzichello gesunmie, verglichen werden. 

Buzzard bussard, dummkopf, sinnlos; wie die nhd. buss- 
kart, buszart, buszaar, ndl. buizert aus dem fr. busard und buse, 
it. bozza, bozzago, abuzzago, pr. buzac von dem lat. buteo einer 
art raubvogel (Plin. h. n. 10, 9, 69), der wegen seiner geringeren 
brauchbarkeit zur falkenjagd frühzeitig als bild eines dummen 
menschen gebraucht zu sein scheint. Ueber die bildungssylbe art, 
ard Tgl. Diez Rom. Gr. 2, 311; Mätzner 1, 439. In dem aus- 
drucke blind-buzzard = blind-beetle maikäfer erinnert das 
wort zunächst an buzz sunmien, hat aber zugleich den begriff 
der dummheit; Wedgwood 1, 285: „We also say, as blind as a 
^^le, as Fr. ^tourdi comme un hanneton, as heedless as a cock- 
chafer, from the blind way in which they fly against one." 



— 156 — 

By durch, bei von; ags. be, bi, big mit dem dat. = juxta, 
ad, in, de; altengl. be, by, ursprünglich eins mit der untrennba- 
ren Vorsilbe be, wie nhd. bei und be; Mätzner 1, 401. 485 ; goth. 
bi und so in den entsprechenden formen (pi, bi, be, u. s. w.) 
durch alle germanischen sprachen, indem sich albnähUch, aber 
schon in den älteren mundarten der ursprünglich kurze i-laut 
wenigstens für das selbständige wort verlängert. Vgl. Dief. 1. 
293, wo auch die entferntere Verwandtschaft mit skr. abhi u. s. w. 
angedeutet ist; Bopp V. Gr. 3, 490. 

Eye (veraltet) wohnung; ags. by, bye; eigtl. skandinav. altn. 
b^gd Wohnung zu büa bauen; s. bower, boor; daher by in 
den endungen der Ortsnamen; vgl. Leo Rect. 35. Ebendaraus 
erklärt man by- law Specialgesetz, eigtl. gesetz einer einzelnen 
Stadt, schwd. by-lag, dän. by-love, altn. b^ar-lög = leges urbanae, 
altn, b^ar-rettr = jus municipii; später musste by-law natürlich 
auch dem sinne nach leicht als eine Zusammensetzung mit b y bei 
erscheinen, vgl. Smart 76; Wedgwood 1, 286. In der redens- 
art good b'ye gilt es wohl mit recht als eine entstellung vou 
god (good) be with you, good be wi' ye, zu der Verkürzung in 
ausspräche und Schreibung zusammengewirkt haben mögen. 



0. 

Gab Cabriolet; abkürzang von cabriolet, fr. cabriolet zu 
cabriole Inftspning, ehemals capriole eigentlich „bocksprung/^ mit 
se cabrer sich bämnen vom lat. caper Ziegenbock; danach ein 
leichtes fahrwerk genannt, welches solche spränge erlaubt. 

Cabal kabale; fr. cabale, it. sp. pg^ cäbala, ursprünglich hebr. 
rabbinisch kabbalä von dem chald. kabbel empfangen, eigentUch 
geheinmissYolle erklärung des alten testaments — und in diesem 
i^iime auch engl, cabala' — dann geheimlehre, geheimbund, ver- 
9chworang, intrigue; das wort auch in seinem abgeleiteten sinne 
ist alter als 1671 (z. b. bei Duez 1664, bei Monet 1636), also 
nicht etwa erst entstanden zu denken aus jener benennung des 
englischen ministeriums Clifford, Ashley, Buckingham, ArUngton, 
Lauderdale ; höchstens kann man gelten lassen, was Macaulay H. 
0. E. 1, 209 sagt: „these ministers were emphatically called the 
cabal; and they soon made that appellation so infamous that it 
has never since their time been used except as a term of re- 
proach;*- vgl. Sanders 1, 848. 

Cabaret wirthshaus, schenke; fr. cabaret von zweifelhafter 
herkunft; nach Menage von dem gr. xcf^rjy krippe (zu xa^rrw, 
/jd:ir'i/ßg) mittels der formen caparis, caparetum ; nach Frisch ent- 
>itanden aus c^ponerette zu lat. caupona schenke; nach Heyse 
135 vielleicht aus cabanaret zu cabane, cabine; s. cabin; Sche- 
1er 46. 

Cabbage. 1. kohl; aus dem mlat. gabusia, fr. cabus von dem 
lat. Caput köpf, it. capo, capuccio kopfchen ; vgl. Diez87; 1,111; 
ako eigentlich kopfkohl; vgl. ndl. cabuys-coole, nhd. kappes bei 
Weigand 1, 562. „Im.voc. incip. teut. ante lat. kabbas, mhd. der 
kapas, kapes, spätahd. kabus, capus. Aus fr. der cabus, it. ca- 
pnccio, welches, wie russ. die kapusta kohl, aus mlat. caputium 
<^puze hervorging, und der geschlossene kohl schien einer mönchs- 
kappe ähnlich ; " vgl. Sanders 1, 868. 



« 



— 158 — 

Gabbage. 2. betragen, stehlen; fr. cabasser in demselben 
sinne; ndl. kabassen einp9,cken, stehlen, zu fr. cabas, ndl. kabsA, 
korb, sp. capazd, capacho lederner eimer, korb; pg. capaclid mit 
plüsch gefötterter korb, cabaz korb, nach Diez 87; I, 111 za 
dem lat. stamme capere fassen, vgl. cap; der begri£f des stehlens 
konnte sich leicht entwickeln, etwa wie bei dem fr. empocher 
und dem nhd. einsacken; vgl. Grimm 3, 262. 

Cabin, c ab in et hütte, kabinet, schrank u. s. w.; fr. ca- 
bane, cabine, cabinet; sp. cabafia, pg. pr. u. s. w. cabana, be- 
reits aus dem 7. jh. bekannt; Isidorusbei Diez 86; I, 110: „hanc 
rustici capannam vocant, quod unum tantum capiat,^^ aber weder 
auf capere, noch auf cappa sondern auf kymr. caban, diminutir 
von cab hütte, bude zurückzufuhren; Tgl. Scheler 46. 

Gable kabel, tau ; ndd. ndl. dän. schwd.' kabel , aber auch 
fr. cäble, altfr. chable, cheable; sp. pg. cable tau, seil, it. cappio 
schleife, knoten; es ist das mlat. capulum, bei Isidorus: capulum 
fimis a capiendo; caplum funis; mgr. xaTrllov, Der weitere Ur- 
sprung ist dunkel, schwerlich im semitischen, hebr. chabal, arab. 
habl zu suchen; aber auch kaum mit Wedgwood 1, 287 zurück- 
zufuhren auf das unter cablish zu erwähnende cadabula, sodass 
dies erat die wurfimaschine bedeutet habe und „from the sense 
of a projectile engine the designation was early transferred to 
the strong rope by which the strain of such an engine was exer- 
ted;" vgl. Diez 87; I, 111. 

Gablish buschwerk, eigtl. Windbruch; fr. chabUs, altfr. 
caable, chaable schweres wurfgeschütz, aber auch das niederwer- 
fen, die niedergeworfenen bäume, äste u. s. w. ; dazu fr. accabler 
niederdrücken. Nach Diez 583 ; I, 234 leiten form und begriff 
von caable auf gr. TMZTaßohlj niederwerfung, zer3törung; auf die 
benennung der maschine wirkte gewiss lat. catapulta mit ein; 
för die begriffsentwicklung vergleicht Wedgwood 1, 288 ii tra- 
boccare, to hurl down, from trabocco, an engine for casting sto- 
nes ; mid. lat. manganare, it. magagnare, ofr. m^haigner, £. maim« 
main, from manganum; vgl. darüber maim. 

Gaboose (camboose) schiffsküche ; nhd. ndd. kabuse ver- 
schlag, dän. kabyse, schwd. kabysa; fr. cambuse, ndL kabuys; 
vgl. Weigand 1, 552; Br. W. 2, 713; vielleicht auf den unter 
cabin erwähnten kelt. stamm cab zurückzuführen. 

Gaboshed (heraldik) geköpft; fr. caboche (»s la teste eo 



— 189 — 

Pic. Doifö), it. capocdo, capoccia zu capo, lat. capat köpf Sche- 
1er 46; s. cap und cape. 

Cabotage kustenhandel ; fr. cabotage; caboter >» navigner 
de cap en cap (sp. cabo); b. cape. 

Cabriolet; s. unter cab. 

Cacao (cocoa, coco) kakao — der form nach mitcocoa- 
not, coco-tree kokosnuss, kokosbaum zusafamenlaufend — ist ame- 
rikanisches wort, eigentlich kakahuatt oder kakahuatl, das in das 
sp. engl. VL s. w. aufgenommen wurde; Diez I, 97. 

Cack kacken; ags. cac = düng, ordure; cac-hus «= privy 
Bo8w., ndL nhd. kakken, kacken; lat. cacare, gr. TuxycäVy nancmv, 
it. cacare, fr. faire caca — aber auch dän. kakke, böhm. kakati, 
kelt. cac koth, caca kothig ; vgl. Br. W. 2, 720. Weigand 1, 552 
sagt Ton dem deutschen wor|;e : „der Verhüllung wegen entlehnt 
nnd zwar, wie es scheint, erst im 17. jh. aber gleich sehr geläu- 
fig;*^ indessen ist da» wort, zumal in der kindersprache, so weit 
imd früh Terbreitet, dass kaum an blosse entlehnung zu denken 
ist, sondern hier mehr lautnachahmende bildung zu walten scheint. 

Gackle gackeln, schnattern u. s. w. ; ndd. kakeln plauderen, 
nhd. kakeln, gackelen, gackeren ; ndl. caekelen gackern, schwatzen, 
fr. caqueter, schwd. kakla ; vgl. gr. %otxdtßiv; zuufU^hst wohl nach- 
ahmung von thierlauten, dann auf die rede der menschen über- 
tragen; 8. Weigand 1, 382; Scheler 51; Br. W. 2, 718. 

Caddis. 1. (caddice) eine art band und zeug; altengl. 
caddas Hai. 1, 226; soll keltischen Ursprungs sein; Heyse 136. 

Caddis. 2. = cade-wprm strohwurm; s. cade. 2. 

Cade. 1. zahm (cade-lamb, to cade) Wedgwood 1, 
288: ,Jeel. kad, a newbom ofTspring; kädra, to Uck thenew-bom 
Toung; bama-kad, a young infant.*^ 

Cade. 2. in cade-worm strohwurm; dimkler abkunfl. 

Cade. 3. tonne, &88; von dem lat. cadus fass. 

Cade. 4. in cade-oil kadinöl; vom fr. pr. cade eine art 
Ton grossem wachholderstrauch juniperus oxycedrus. 

Caddy theebüchse; Wedgwood 1, 288: „from the Chinese 
catty, the weight of the small packets in which tea is made up.^^ 

Cadet jünger xmter geschwistern, cadett; fr. cadet, altfr. 
und mondartl. capdet , it. cadetto , mlat. cadetus jüngerer söhn, 
dann jünger adlicher, der seine laufbahn im kriegsdienste beginnt ; 
entstanden aus mlat. capitettum, diminutiv zu lat. caput köpf, 
i^o eigentlich häuptchen, junges haupt; vgl. sp. cabdillo, cau- 



— 160 — 

dillo herr, anführer and wegen der bildung das fr. cadaerfare ans 
capitastrum; Diez 583; II, 235; Scheler 47. 

' Cadge eine last tragen , cadger höker, cadge hokerkorb; 
es wird nur eine durch verkürzte ausspräche entstandene neben- 
fomi von cage sein = „an inclosure of tmgs or wire in which 
birds are kept;^^ vgl. die bedeutungen von cadge bei Hai. L 
226, so wie Mätzner 1, 151. 

Gaftan kaftian; Orient. Ursprungs; tiirk. kaftan langes ober- 
kleid, pers. chaftan panzerwamms ; daher dann it. caffetaao, fr. 
cafetan, nhd. kaftan, russ. kaftan u. s. w.; Heyse 487. 

- Cage käfich; fr. cage, altfr. caive, it. gabbia, gaggia, sp. pg. 
gavia, ueapr. gavi, ven. sard. cabbia von dem lat. cavea, aas dem 
andrerseits auch ahd. chevja, chevia, cheviä, mhd. kevje, nhd. 
kefig, käfich, käficht entstanden; Diez 158; I, 195; Weigand 1, 
553. Genau damit zusammenhängt cajole, fr. cajoler schmei- 
cheln, betrügen, auch cageoler, eigtl. wie einen vogel im käfich 
behandeln, wie sp. enjaular in den käfich sperren von dem dimi- 
nutivum nfr. geöle, altfr. gaole, jaiole u. s. w. ; s. gaol ü. jail. 

Caitiff Schurke, elend, niederträchtig; pr. caitiu, fr. chetif, 
sp. cativo, it. cattivo schlecht, elend ; vom lat. captivus gefangen, 
welches mit der reiner bewahrten form und bedeutung da- 
neben erscheint als it. cattivo, sp. cautivo und den dem lat. noch 
einmal unmittelbar abgeborgten fr. captif, engl, captive; übri- 
gens hatte im alteugl. das wort noch seinen ursprünglichen sinn 
z.b. „Aristark, myue evene caytyf* (concaptivus mens, Vulg.) gree- 
tith yo^v wel." Colos.4, 10. Wiclif. bei Trench29; wegen der ei- 
genthümlichen begriflFsentwicklung ,vgl. man Horat. Uarm. 3, 5. 
und die bedeutungen des deutschen elend Grimm 3, 410; Ger- 
mania 8, 339. 

Cake kuchen; schwd. kaka = a cake orloaf; enkakabröd 
= a loaf of bread; dän. kage; die dem begriflFe nach genau, der 
form nach nicht ganz entsprechenden ndl. koeck<, nhd. kuchen 
zu den Zeitwörtern ndd. kakeu, nhd. kochen = backen gehörig 
scheinen zunächst auf die lafc. roman. ausdrücke wie coquere zu- 
rückzuweisen, stehen aber zu den skand. engl. Wörtern jedenfalls 
in naher, wenn auch nicht ganz klarer Verwandtschaft; vgl. cook, 
kitchen. 

Calamanco ein mehr gestreiftes als geblümtes wollenzeng; 
sp. calamaco, fr. calamande, nlid. kalamank, kalmauk, ndl. kal- 
mink, kalamink, kallemink; schwerlich mit Weigand 1, 556 so 



— 161 — 

m erklären^ dass die benennung ursprüngUch auf das geblfiinte 
gegangen nnd von lat. calamintha eine art minze abzuleiten wäre ; 
besser mit Schwenck and Heyse 488 nach den formen mlat. ca- 
lamancns, calamacus, calamantus, calamaucus, camelaucns, ngr. 
KafitXavKior als eine kopfbedeckong^ ein kleid aus kamelhaaren; 
Tgl. camlet, camelot. 

Calamary tintenfiscb (calamar); fr. calamar bei Duez 
Schreibzeug und tintenfisch ; ngriech. yiaixxfiäQi tintenfass, xakafidfi 
^aldaaicv tintenfisch, von dem lat. gr. calamus, xdla^og röhr, 
schuf (Tgl. engl, calamus röhr, uhd. kalmus ein gewürzhaftes 
Schilfrohr und ha Im), dann schreibrohr, schreibfeder, theca ca- 
lamaria federkasten, Schreibzeug, gr. yuxkafidQiov ; auch im nhd. 
als fremdwort Torkommend calmar, kalmar Heyse 138. 

Calash leichter wagen; fr. caleche, it. calesse, calesso, sp. 
calesa; nhd. kaiesse, kalesche; slavischer herkunfb böhm. kolesa, 
verkleiuert koleska, poln. kolasa, verkl. kolaska, mss. koliaska, 
serb. kolitsa verkl. von kola wagen, eigtl. plural von kolo rad, 
slav. kolo, plur. kolesa rad, mss. kolesö rad; (vgl. wheel); 
ealash in der bedeutung sonnenhut — auch das fr. caldche — 
scheint nur eine übertr^ung des namens auf eine kopfbedeckung 
ZQ sein; s. Wedgwood 1, 289. 

Caldron kessel; fr. chaudron, it. calderone, sp. calderon, 
ZQ ii caldaja, sp. caldera, pr. caudiera, fr. chandiere, mlat. cal- 
daria kessel von caldarius zum wärmen bestimmt aus dem lat. ca- 



warm. 

Calendar. 1. kalender; mlat. calendarius, lat. calendarium 
von ealendae erster tag des monats (zu calare, gr. xakeiv rufen ; 
weil die priester den beginn des monats ausriefen? vgl. skr. k&la 
zeit); fr. calendrier, it. sp. calendario, nhd. kalender u. s. w. 

Calendar. 2. (meist calender geschrieben) rolle, zeug* 
presse; fr. calandre für colandre aus lat. cylindrus, gr. xvIivöqoq 
roUe, walze, sp. calandria Diez 585 ; ü, 237 ; vgl. gr. xahvdij&fa 
==xv)uvdi^Qa wälzplatz. (Zu calendar. 1. gehört calenders 
die kalandsbrüder oder kalandsherren, eine am ersten tage jedes 

• 

monats sich versammelnde brüderschaft andächtiger personen im 
13. Jh.; -später mehr durch schwelgerei als durch frömmigkeit be- 
kannt Heyse 488. Zu calendar. 2. noch calander, calan- 
dre körn wurm; auch deutsch glander, galander, ndl. klander, dän. 
klaner eine art käfer, fr. calendre, calandre^ wie es scheint nach 
seiner walzenförmigen gestalt benannt; calander (calandra) 

MdUer, Etym. Wörterbuch. 11 



I 

f 



„ 162 — 

als name eines vogels, auch im deutschen galander, it. colandra, 
fr. calandre, mlat. calandrus u'. s. w. nach Diez 80; I, 99 ent- 
stellt aus dem gr. x^Q^^Q^og; allein bereits gr. bedeutet xailayd^, 
xdXavÖQog eine lerchenart; vgl. Weigand 1, 384. Scheler 48.) 

Calenture tollfieber der Seefahrer; fr. calenture von dem 
sp. calentura zu dem zeitwort calentar erhitzen vom lat. calere 
warm sein. 

Calf. 1. kalb; ags. cealf, calf, goth. kalbo junge koh, alts. 
ndd. ndl. kalf, altn. kälfr, schwd. kalf,. dän. kalv, ahd. chalp, mhd. 
kalp, nhd. kalb u. s* w. ; vgl. Dief. 2, 436. Grimm vermnthet ein 
verlorenes starkes wurzelverbum kilban Gr. 2, 58, No. 581; ein 
blick in weitere Verwandtschaft ergiebt sich bei calf. 2. 

Calf. 2. wade; altn. kälfi, dän. kalle (kalve); eigenthümlich 
ist das zusammentreffen der beiden begriffe „kalb^^ und „wade'' 
in demselben stamme; dasselbe kehrt wieder auf dem kelt. ge- 
biete gdhl. calpa, colpa = vacca, equus; sura; vgl. Dief. 2, 436; 
auch andere Wörter weisen auf einen stamm kilban, ags. ceol&n 
zurück, dem Etm. 381 die bedeutung „crassescere^' geben möchte : 
vgl. altn. kolfr =^ bulbus radicis; ahd. cholpo = fiistis, cauh« 
und die entsprechenden mhd. nhd. kolbe, schwd. kolf, dän. kolbe, 
ndl. kolf; s. Grimm Gr. 2, 58, No. 581 ; immerhin bleibt der Ur- 
sprung und zusanmienhang der beiden calf noch dunkel. 

Galiber bohrweite eines geschützes« beschaffenheit, kaUber; 
(daraus entstellt calliper, callipers tasterzirkel) fr. calibre, it 
calibro, sp. pg. calibre, nhd. kaliber. Mahn, auf die altfr. form 
qualibre (bei R. Etienne, Cotgrave und neben calibre noch bei 
Duez) frissend leitet es ab von qua libra? von welchem pfunde, 
welchem gewichte? sodass es erst das gewicht, dann den durch- 
messer der kugeln, die weite eines geschützes bezeichnet habe. 
Diez hatte mit Herbelot, Menage an arab. Ursprung gedacht arab. 
qalab modell, qalib brunnen ; vgl. Heyse 489 ; Diez 81 ; I, 101 ; 
Anh. 20 ; Scheler 48. Im älteren engl, und noch bei ghaksp. be- 
deutet caliver auch eingewehr, büchse, hakenbüchse ; dies nimmt 
Wedgwood 1, 290 als den frühem sinn und fuhrt alles hierher 
gehörige, wie auch cable auf das altfr. calabre, letzteres auf 
cabre ziege u. s. w. zurück; so unwahi scheinlich diese entwick- 
lung ist, so kann man das zugeben, dass im engl, auch hier ur- 
sprünglich verschiedene Wörter sich mischen mochten, insbeson- 
dere jenes caliver gewehr nicht oder nicht allein als eine über- 



— 163 — 

tragang des sinnes von caliber aafgefasst werden mag, sondern 
mit jenem calabre zusammenhängt; ygl. carbine, carabine. 

Calice kelch (chalice, calix, calyx); ags. calic, fir. 
calice aus lat. calix, -icis^ woraus auch ahd. ehelich, kelih, mhd. 
nlid. kelch entstand ; damit vereinte sich das lat. gr. calyx, xdXv^ 
blomenkelch, welches wie calix als wissenschaftHcher ausdruck 
auch im engl, aufgenommen unverändert blieb, während in ca« 
lice und chalice der ags. und besonders der roman. einfluss 
ach geltend gemacht hat. 

Calico kaliko; fr. calicot, von der stadt CaUcut, Kalkutta 
in Ostindien, aus der das zeug zuerst kam. 

Calif (caliph) kalif; fr. calife, nhd. khalif^ kalif h. s. w., 
arab. chalifa, chalipha, eigentUch nachfolger von dem zeitworte 
chala& nachfolgen; erst titel der nachfolger Muhammeds, dann 
der arabischen farsten im allgemeinen. 

Calk. 1. to drive tow or oakham etc. into the seams of ves- 
9ek to make them water-tight, kalfatern; die ableitung ist unge- 
wiss; Wedgwood 1, 291 vergleicht: „Lat. calcare, to tread, to 
press or stuff; Prov. calca, calgua. Fr. cauque, a tent or piece 
of lint placed in the orifice of a wound, as the caulking in the 
cracks of a ship ; Grael. calk, to calk, ram, drive, push violently ; 
calcaich, to cram, calk, harden by pressure.^' Man darf es doch 
wohl als eine Verkürzung nehmen von dem nhd. kalfatern , ndl. 
kale&teren, kalfateren, kalfaten, fr. calfater, calfeutrer, pr. calafa- 
tar, cale&tar, altsp. pg. calafetar, it. calafatare, calefatare, mgc. 
wlatpatBiv^ ngr. TuxXaqKxri^eiv nach Heyse 489 tius arab. kalafa 
ritzen mit moos oder palmfasem verstopfen, türk. kal&t werg 
zum verstopfen der schififeritzen ; das unverstandene wort mochte 
mit anlehnung an andere stamme aufgenommen werden. 

Calking. 2. kalkieren, durchzeichnen ; fr. calquer, it. calcare; 
ächeler meint vom mittellat. calcare = vestigium alicujus premere, 
insequi (wurzel calx ferse, bildl. spur) fugt aber hinzu; „cette 
etymologie, cependant, reste encore ä verifier ; " und wahrschein- 
licher ist das wort in diesem sinne vom lat. calx kalk, fr. chaux 
a\>zi]leiten, so dass es ursprünglich bedeutete „auf frischen kalk 
abdrucken;" s. Heyse 139 und vgl. chalk. 

Call rufen; altn. kalla, dän. kalde rufen, ndl. callen, .kallen 
schwatzen, dtsch. mundartl. kallen reden, ahd.challon nugari; vgl. 
Br.W.2, 722; Schwenck 300; Grimm Gr. 1«, 876; Rapp No. 6. 
3. rufen, (lat. calare, gr. xaXeiv.) 



— 164 — 

Call et hure; fr. caillette = femme babülarde et frirolc, 
eigtl. Verkleinerung von caille wachtel (s. quail), die als ge- 
schwätziger und verliebter vogel gilt (fr. chaud comme une caille) : 
ebendaher dann auch call et schelten, belfern, fr. cailleter. Wedg- 
wood 1, 292 fuhrt auch ein gael. caile = a girl, hussey, queen, 
strumpet an und vergleicht dann zu der begriffsentwicldung das 
böhm. korotwicka = a little partridge, and also a prostitute. 
Einen ganz anderen Zusammenhang stellt vermuthungsweise Dief. 
2, 439 zwischen call et, mehreren entsprechenden keltischen 
Wörtern und dem goth. kalkjo oder kallri hure auf. 

Gallons schwielig; fr. calleux, lat. callosus zu dem lat. cal- 
ItiB, fr. 'cal Schwiele. 

Callow ungefiedert, kahl; ags. calo, calves; ahd. chalo, mhd. 
kal (kalwes) nhd. kahl , ndl. kaal — vielleicht frühzeitig entlehnt 
aus dem gleichbedeutenden lat. calvus, wovon dann fr. chauve. 

Calm still, stille, stillen; altengl. cawme; fr. calme, calmer; 
it. sp. pg. calma windstille, ruhe; ndl. auch ndd. und daraus 
nhd. kalm, kalmte, kalmen still, windstille, in einem halbschlmn- 
mer liegen; s. Weigand 1, ö56; Schwenck301; Sanders 1, 854; 
das wort ist romanisch imd wird von Diez 81 ; I, 101 auf gr. 
xavfiaj mlat. caumahitze, heisse tageszeit, ruhezeit zurückgeführt, 
wie denn auch fr. chömer, for chommer, chaumer dasselbe wort 
wie calmer ist; s. Scheler 48; dagegen möchte Langensiepen im 
Arch. 31, 145 calmer als eine scheideform von charmer (charme 
aus carmina, calm'na, calma zauberlied u. s. w. ) nehmen; für 
die erste ableituing spricht doch , dass sp. pg. calma nicht nur 
windstille, ruhe, sondern auch heisse tageszeit bedeutet. 

Calotte (calote) priestermütze ; fr. calotte; Scheler 48: 
„c'est un diminutif de Tanc. cale nom d'une coiffure de femme 
dont nous ne connaissons pas la provenance. ^^ Frisch denkt an 
das lat. galea heim, ebenso Heyse 139. 

Caloyers (auch in der unentstellten form calogeri) grie- 
chische mönche; fr. caloyer, neugr. xaAoyepog, xaAo^i^o^, eigtl. 
gute alte von dem gr. 'KaXog schön, gut und yf.QMv der alte. 

Caltrop stemdistel, fussangel: ags. colträppe bei Bosw. als 
bezeichnung einer stachelpflanze. Lucas fährt als nebenformen 
an : caltrap, calthrop, galtrop, chevaltrap, in der letzten form 
offenbar eine umdeutung in das fr. — pferdefalle= trappe de che- 
val; diesen sinn würde aber bereits das ags. wort darbieten col- 
träppe = colt-trappe; vgl. engL colt und trap; gleichwohl 



— tw — 

wird der Ursprung vielmehr in einem lat! calcitrapa zu suchen 
sein, auf welches das gleichbedeutende fr. chausse-trape zur&ck- 
weist. 

Calumet fiiedenspfeife ; fr. calumet, nach Scheler 48 wie 
chalomeau eine yerkleinernde ableitung von dem lat. calamus 
Schilfrohr; doch möchte man fast erwarten, dass ein amerikani- 
sches wort SU gründe hegt und etwa nur eine anlehnung an das 
romanische statt fand. 

Calver to cut in slices, to shrink by cutting. and not fall 
to pieces; nach Wedgwood 1, 298 nur eine nebenform voncarve. 
Camaieu, camayeu, cameo kamee; fr. camee, camaieu, 
it. cammeo, cameo, sp. camafeo; die beste der verschiedenen ab- 
leitungen (vgl. Schwenck 96) ist nach Mahn: „mlat. camma, 
eama (ahd. kimma, altfr. game, gemme = lat. gemma) davon 
eamaens, it. cameo, fr. camee; das mlat. camahotus, woraus ca- 
mayen, camaieu entstand, war barbarisch für camaeus altus (al- 
tos =s altfr. hault, pr. aut mit h durch einfluss des ahd. höh, 
goth. hauhs, engl, high) camaieu; also eigtl. edelstein mit erha- 
bener arbeit; s. Mahn bei Heyse 139. 140 u. Scheler 49; — Diez 
li 104 und Rapp No. 289. kam. 3. stein versuchen noch andere 
ableitungen, jener von dem gr. xo/i/ia, rom. commatulum einge- 
schnittenes, dieser von dem slav. kamen stein. 

Camail mäntelchen; fr. camail mäntelchen, ehemals hals 
des Panzerhemdes, it. camaglio, pr. capmalh, capmail kopfrüstung 
Ton capo (lat. caput) und malha, fr. maille; s. mail. 

Camber. 1. cambist Wechsler; it. cambiare wechseln, cam- 
bista, fr. cambiste, changer aus mlat. cambiare, bei Apul. cam- 
bire tauschen, vertauschen {-KotpintBiv ^ xdfißeiv); vgl. Diez 82; I, 
102; u. s. change. 

Camber. 2. krummholz; camber-nose, cambered, 
c am bering; fr. cambrer biegen, runden, wölben, neupr. cam- 
bra bogenförmig krümmen, aus mlat. camerare wölben; camera 
gewolbe u. s. w.; vgl. engl, camerate wölben und s. Chamber. 

Cambric kammertuch; benannt nach der stadt Cambrai, 
ndl Kamerijk, lat. Gameräca in Flandern, wo es verfertigt wurde. 

Came. 1. kam; praeteritum von to come* kommen; ags. 
CTam, cam; s. Mätzner 1, 352. 

Came. 2. fensterblei. 

Camel kainel; lat. camelus, gr. xafitjlog {b, chameau u. s.w.; 
uhd. kamel) von dem hebr. gämäl, kopt. gamul, arab. dschaml, 



— 166 — 

dscheml, skr. kramela, kram^laka; davon dann camlot, camlet, 
fr. camelot, it. cambellotto, ciambelotto, sp. camelote, chamelote, 
nhd. camlot u. s. w. , eigentlich zeug aus kamelhaaren ; Weigand 
1, 200. 557. 

Camera, camerateu. s.w.; s. unter Chamber; vgl. cam- 
ber und comrade; nhd. camera, kammer u. s. w. Heyse 140. 

Gamisade nächtlicher Überfall; fr. camisade, attaque fiiite 
de nuit, Tarmure couverte d'une chemise; nach Wedgwood 1, 293: 
,,to distinguish the attacking party, or rather perhaps a surprise 
of the enemy in their shirts." Ueber den zweifelhaften arsprung 
des fr. cheinise, it. camicia, camiscia, sp. pg. pr. camisa, mlat. 
camisa, camisia vgl. Diez 82; I, 102; Scheler 59; auch altengl. 
erscheint es als camus, camis feines gewand ,Hal. 1, 228; die an- 
zunehmende grundform camis wird noch am wahrscheinlichsten 
auf kelt. camse langes kleid, oder auf semitischem urspmng be- 
ruhen, arab. kamis untergewand, hemd, was weiter zurückzufüh- 
ren wäre auf das ind. kschauma leinenzeug; vgl. Heyse 140 u. 
besonders Mahn Etymol. Unters, camicia. 

C a mm o c k hauheche\, name verschiedener pflanzen ; bei Bosw. 
ags. cammoc, cammuc -» maiden weed, bog fennel, or rest-har- 
row, cammock. ' 

Camomile kamille; fr. camomiUe, it. mlat. camamilla, ca- 
momilla, nhd. kamille verderbt aus dem lat. gr. chamaemeloii, 
Xccfiaifiijkov eigtl. erdapfel wegen des apfelähnlichen geruchs der 
blüthe; Plin. h. n. 22, 26. 

Camous, camoys gebogen, krumm; fr. camus, it. camuso, 
camoscio, dessen Ursprung zweifelhaft, nach Scheler 49 im lat. 
camurus gekrümmt zu suchen ist; vgl. Diez 84; I, 107, der es 
als eine Zusammensetzung mit muso (fr. museau) schnauze auf- 
fassen möchte, sodass camus ursprünglich stumpfnasig, dann al- 
bern, krumm u. s. w. wäre. 

Camp lager, beer; ags. camp, comp lager, kämpf, wie das 
fr. camp, it. campo u. s. w. , andrerseits mhd. champh, nhd. kämpf 
entlehnt aus dem lat. campus feld; dazu dann engl, campaign, 
fr. campagne, it. campagna offenes feld, feldzug, femer fr. Cham- 
pagne, engl. c£ampain, engl. fr. champion, mlat. campio 
kämpfer, Champignon feldschwamm u. s. w. Scheler 49. 

Campher kampfer; fr. camphre, it. sp. canfora, mlat. cam- 
phera, camphora, ngr. TuxgxwQoij it. cafura, mhd. gaffer, nhd. kam- 
pher von dem arab. pers. kafiir, caphör (daher sp. mit dem arab. 



— 167 — 

artikel dcanfor), malay. kapür, hindost, kapüra (vgl. hebr. kopher 
harz, pech); nach.Weigand 1, 559 ist die ursprüngliche indisdie 
fonn kanpnra und das n theils in m verwandelt, theils assimiliert 
und aosgestossen ; Tgl. Diez84; I, 108; Heyse 490; Wackernagel 
Umd. 26. 

Can. 1. kann — anomales zeitwort — veraltet als infinitiv 
= to know; ags. can, goth. kann, knnnan kennen, wissen, nhd. 
köimen and kennen und so durch die germanischen sprachen 
lÜDdureh mit weitreichender Verzweigung in den urverwandten 
sprachen (doch zunächst von dem lat. gnoscere, noscere, gr. yvcSvai^ 
ag8. cnavan, engl, know zu trennen); s. Mätzner 1, 369. Dief. 
2, 466. 

Can. 2. kanne; altfr. canne (nordfr. tant vala canne ä Tiauve, 
quen le fin est brisians) canette u. s. w. Scheler 50; mhd. nhd. 
kanne, ndl. kan, kanne, schwd. kanna, . mlat. cana, canada, can- 
nata, caneta, canneta, lat. canna röhr, röhre; dazu verkleinernd 
eanakin (Mätzner 1,432); s. cane, canuon u. Weigänd 1, 560. 

Canail pobel; fr. Canaille* (altfr. chienaille), it. canaglia, sp. 
canalla eigtl. hundepack vom lat. canis hund, fr. chien u. s. w. 
vgl. kennel. 2. 

Canal kanalr fr. canal, it. canale, auch schon ahd. chanäli, 
nhd. kanal vom lat. canalis, vgl. die ursprünglich damit identi- 
äehen Channel und kennel. 1. 

Cancel vergittern, durchstreichen; fr. canceler von dem lat. 
cancelli schranken, gitter, woraus wieder deutsch kanzel; vgl. 
chancel, chancellor u. Weigand 1, 560. 

Candle licht; ags. candel; fr. chandelle, aus lat. candela. 

Candy überzuckern, zuckerwerk; fr. candir, candi, sucre 
<^di, nhd. kandies, kandelzucker u. s. w. nicht von dem lat. 
candere weiss, glänzend sein (wozu die engl. Wörter candor, 
candid, candidate ganz wie die entsprechenden lateinischen 
^d französischen gehören), sondern zunächst vermittels des sp. 
uacar cande oder candi aus dem arab. pers. qand zucker und 
dies vom skr. khanda stück, stückenzucker zu der wurzel khad 
spähen; g. Heyse 142; Mahn Etymol. Unters, unter candi; 
Diei I, 108. 

Cane röhr; fr. canne, lat. canna; da?u auch canister 
torbchen, büchse, lat. canistrum, gr. TcavaatQoy ein von röhr, canna, 
^^^^^^yxo^iq geflochtener korb; (ebendavon das nhd. knaster, ca- 



— 168 — 

naster eigtl. tabackskorb, dann korbtaback und taback überhaupt : 
8. 'Heyse 141). 

Canker krebs; ags. cancre, lat. Cancer, welches im fr. engl., 
theilweise auch im nhd. als fremdwort bald unverändert, bald in 
anderen bedeutungen mehr angeeignet vorkommt; vgl. fr. engl 
Cancer, chancre ; nhd. kanker spinne, früher auch von der krank- 
heit. 

Cannibals menschenfresser, kannibalen; sp. Canibal ent- 
standen aus Caribal = Caribe Karaibe, eigtl. tapfer, name de^ 
bewohner Westindiens u. s. w. Wedgwood 1, 294. 

Cannou kanone; fr canon, it. cannone, sp. cafLon u. s. w.« 
eigtl. röhre, geschützlauf, schweres geschütz von dem lat. canna 
röhr; s. cane. 

Canoe kanoe, kanot; sp. pg. it. canoa aus der spräche der 
Karaiben canaoa; das &. canot indessen ist Verkleinerungswort 
von altfir. cane schiff (vgl. cane ente, altfr. canote) ndl. kaan, 
nhd. kahn, altn. kani schnabel, schiff; schwd. kaha, dän. kane 
kahn; Diez 585; II, 238; Weigand 1, 553; es mag bei demworte 
eine zufällige begegnung und dann aneignung stattgefunden ha- 
ben, wie sie bei calumet vermuthet wurde. 

Canon kanon, regel, messkanon, kanonikus u. s. w.; von 
dem lat. gr. canon, xavciv regel (eigtl. messstange, gerader stab 
zu xdway ndvri röhr; s. cane), fr. -canon, chanoine, mlat. cano- 
nius, canonicus, engl, canon; s. über die entwicklung der ver- 
schiedenen bedeutungen z. b. Heyse 491. 

Canopy thronhimmel, baldachin; it. canope, wal. canapeu, 
sp. fr. canape ruhebett von dem lat. gr. conopeum, natytoTrelov 
eigtl. mückennetz (gr. xwvcDif/ mücke) dann ein damit versehenes 
ruhebett u. s. w.; die engl, bedeutung hegt also dem ursprange 
näher. 

Cant. 1. ist zunächst stamm mehrerer unmittelbar auf dem 
it. lat. cantare, canere singen beruhenden Wörter, neben denen 
derselbe stamm vermittels der fr. umbildnng auch engl, als 
chant, chaunt auftritt; darauf hat man auch zurückgeführt 
cant spräche der spitzbuben, bettler, the sing-song or whining 
tone in which they demand alms; doch meint Wedgwood 1,294: 
„the real origin is the Gael. caiimt, speech, language, applied in 
the first instance to the special language of rogues and beggars 
and subsequently to the peculiar terms used by any other pro- 
fession or Community; Gael. can = to sing, say, name, call." 



— 169 — 

Cani 2. kante, ecke, kanten, omstossen, sto8sen u. s. w. ; 
nhd. kant, kante, kanten, kentern; vgl. Sanders 1, 864; alle aus 
dem ndd. eingedrungen Br. W. 2, 733 ff. ndl. kant rand, altn. 
kantr, schwd, d&n. kant; it. sp. pg. canto, altfr. cant ecke, win- 
ke], gp. pg. anch stein, it. auch seite, gegend. Man vergleicht gr. 
tav^os Winkel des anges, reif um ein rad, lat. canthus radschiene; 
keÜ cant kreis, radschiene; nach Diez 85; I, 109 konnte die 
reihe der begrilEsentwickhing etwa folgende sein : kelt. kreis, rand ; 
genn. rand, ecke und mit daraus rom. ecke, seite, gegend; ab- 
leitangen sind it. cantone, sp. pf. fr. canton ecke, landschaft, engl. 
canton; femer it. sp. cantina, fr. cantine winkel, keller, engl, 
canteen; indessen gilt anderen das letztere wort als zunächst 
entstanden aus it. canova, mlat. canava keller, verkleinert cano- 
rettina und dessen Ursprung als ungewiss; vgl. Diez 392; II, 16; 
Scheler 50; hierher gehört dann auch sp. cantillo steinchen, fr. 
chanteau, pr. cantel stück, wovon engl, cantle stück, zerstückeln, 
cantlet; vgl. Dief. Or. Eur. 278 ff. 

Cant. 3. Versteigerung, versteigern; aus pr. encant, enquant 
(wegen abwerfnng des en vgl. engine und gin, encyclopedia und 
cyclopedia Mätzner 1, 164); fr. encan, altsp. encante, it. incanto 
Versteigerung nebst den entsprechenden Zeitwörtern enquantar, 
encanter, incantare vom lat. in quantum wie hoch? für wie viel Y 
Diez 193; I, 237; Scheler 110; ebendaraus das nhd. gant, ver- 
ganten Weigand I, 388. 

C anter leichter galop; Wedgwood 1, 295: „formerly cal- 
W a Canterbury ^allop. If the word had been from cantherius, 
a gelding, it would have been found in the Continental languages, 
whieh is not the case;^^ vgl. Hai. 1, 230: „Holme, mentions the 
Canterbury rate of a horse, in his Academy of Armory 1688.*' 
D^r Ursprung wird trotz dieser, wohl nur durch anlehnung ent- 
standenen at^assung, in dem lat. cantherius (aus dem kelt. ?) ndl. 
canter wallach (bei KiUaen) zu suchen sein; vgl. Dief. Or. Eur. 
278 u. gauntree. 

Cantred (cantreth, cantref) distrikt (in Wales); nur 
zufallig dem unter cant. 2. erklärten canton nach bedeutung 
^ form nahetretend, bezeichnet das engl, territorial hundred 
voü dem welschen cant hundert (urverwandt mit lat. centum u. 
». w.; s. Dief. 2, 583 und vgl. hundred) und tref = hamlet, 
indem der letzte theil der Zusammensetzung wohl nach analogie 
^on hund-red entstellt wurde; vgl. Wedgwood 1, 295. 



~ 170 — 

Canvass grobe leinwand (canevas), entwurf, erörtern, prü- 
fen (eine wähl), sich bewerben, intrigniren bei einer wähl u. s. w.: 
fr. canevas grobe leinwand, pr. canabas, sp. caflamazo, it. cana- 
yaccio zu dem it. canape, fr. chanyre n. s. w., lat. cannabis, can- 
nabns hanf, mlat. canava, canaba hanf, canaväciom hänfenes zeug, 
grobe leinwand; vgl. über die Urverwandtschaft hemp; über die 
begriffsentwicklung aber Wedgwood 1, 295: „to canvass a matter 
is a metaphor taken from sifting a substance throngh canvass 
and the verb sift itself is used in like manner for exansining a 
matter thoroughly to the very grounds.^'* 

Gap mutze, kappe u. s. w.; ags. cäppe, cappe aus lat. capa, 
cappa und dies am besten nicht zu caput köpf zu stellen , son- 
dern mit Isid. 19, 31, 3: „capa, quia quasi totum capiat homi- 
nem^^ zu capere fangen, umfangen, wie ahd. gi&ng kleid zu £lhan 
fangen; die erste bedeutung mag demnach gewesen sein: „um- 
fassendes gewand, mantel;^^ dann entwickeln sich in den verschie- 
denen ableitungen die begriffe „kleid, kopfbedeckung** u. s. w.; 
ahd. chappa, mhd. nhd. kappe, it. cappa, sp. pg. pr. capa, fr. 
cape und chape, femer die Weiterbildungen altfr. chapel, nfr. 
chapeau hut, it. cappello, cappotto, cappuccio, capperone a. s. w. ; 
die meisten erscheinen auch im engl, wie cape, chapel u. s. w. 
Diez 87; I, 111. Schwenck 303. Heyse 161. 

Caparison Satteldecke u. s. w.; fr. eapara^on aus dem sp. 
caparazon, einer Weiterbildung von capa; s. cap. 

Cape. 1. mantelkragen ; fr. cape, pr. mlat. capa; s. cap. 

Cape. 2. Vorgebirge; fr. cap, it. capo, nhd. cap von dem 
lat. Caput köpf; vgl. wegen der begriffsentwicklung das engl, 
headland, ndd. hofd Br. W. 2, 639 in dem sinne „Vorgebirge;'' 
wegen des stammes chief und he ad. 

Cap er. 1. luftsprimg, eigtl. bocksprung; fr. cabrer sich 
bäumen zu lat. caper Ziegenbock; vgl. it. capriola, fr. cabriole, 
capriole; engl, capriole, cabriolet, cab. 

Caper. 2. kaper, kapper (gewürzhafte knospe eines strauchs); 
fr. capre, it. cappero, lat. gr. capparis, xaTtTtoQig^ mlat. capera; 
aus dem arab. pers. kabar; daher sp. pg. mit dem arab. artikel 
alcaparra, neben dem ein£Ekchen arrag. oaparra; auch nhd. kaper, 
kapper Diez 87; I, 111; Weigand 1, 561. 

Capital, capitulate u. s. jv.; die entwicklung dieser in 
den meisten modernen sprachen aufgenommenen worter aus dem 
lat. Caput haupt ist nach form und begriff klar; capitulum (vgl. 



— 171 — 

chapter) ist das hanptstäck, der hanptpunkt ; mlat. capitulare 
hanptpnnkte aufstellen, darüber verhandeln, capitulieren ; vgl. über 
diese Wörter als firemdwörter im nhd. besonders Heyse 144; ini 
fr. Scheler 51. 57, und über die begriffsentwicklung von capi- 
tulate Trencb 29. 

Capoeh, caponch, capnch kapnze; sp. capucho, it. ca- 
pnecio, fr. capnce, nhd. kapnze, mlat. capucinm, capntium, ablei- 
tnng von dem mlat. capa, cappa weiter das hanpt mit bedecken- 
der mantel; s. cap; hierzu dann capuchin u. s. w. 

Capon kapaun; it. capone, fr. chapon, sp. capon, ndl. ca- 
poen, capoin; ahd. chappho, mhd. kapun, nhd. kapaun ans dem 
lat capo, (capus) gr. xcf;rcav; Weigand' 1, 561 und Sanders im 
Arch. 26, 125. 

Caprice lanne, eigensinn; fr. caprice, sp. capricho von dem 
it. Capriccio und dies zu capra ziege mit bezng auf das beneh- 
men di^es thiers; vgl. it. ticchio wunderlicher einfall aus ahd. 
nki böckchen ; fr. verve laune, zu verva widderkopf, vervex widder ; 
it nacia ziege neben nucc laune; Diez87; 1, 112; Scheler 51.336. 

Capriole Inftspnmg, bocksprung; fr. capriole, cabriole, 
mlat. capriola ziege, reh; s. caper, cab u. s. w. 

Capstan (capstern) kabestan; fr. cabestan von dem sp. 
cabrestante, cabestrante nach Wedgwood 1, 298; Scheler 46 zu 
cabra, fr. chevre ziege — wie nhd. bock oft für ein gestell — 
also das sp. wort eigtl. stehende ziege; dagegen nach Mahn bei 
Hejse 486 von dem sp. cabestrar anhalftem, cabestro halfter, 
lat capistrum halfter, band. 

Captain hauptmann, kapitän; fr. capitaine, it. capitano zu 
dem lat. caput haupt; vgl. chief, chieftain. 

Capul, caple (veraltet) gaul, pferd; Dief. 2, 726 fuhrt an 
gadh. capuU entsprechend den veralteten engl, schott. formen ca- 
pol, capyl, capell, caple, capo =» horse, mare (urspr. equus cas* 
tratos?) 

Car karren; fr. char, ndl. karre, karr, ahd. charro, mhd. 
karre, nhd. karre, karren, von dem lat. carrus, mlat. carra; da- 
Ton spatlat. carricare, it. caricare, fr. charrier und charger, femer 
charrette, chariot und auf diesen romanischen ausdrucken beru- 
hen dann die engl, cart, carry, carriage, chariot, charge 
Q. 8. w.; jenes lat. carrus aber gilt selbst als keltisch; vgl. welsch 
dr, bret karr, gael. carr^ Weigand 1, 564 und besonders Dief. 
Or. Eur. 283—285. 



— 17i — 

Carabine, carbine karabiner; fr. carabine, it. sp. pg. ca- 
rabina zusammengezogen aus carabagina vom mlat. carabaga 
kriegsmaschine; verderbt für cadabnla aus dem gr. Tuataßokij das 
niederwerfen; s. Diez 88; 583; I, 113; II, 234; Heyse 146; vgl. 
cable, cablish. 

Carack (carrack) karacke, lastschiff; fr. carraqne, ndl. 
kraecke, nhd. karracke aus dem sp. pg. carraca, it. earacca nach 
Frisch zu dem mlat. carica last gehörig; s. car; u. Dief. Or. 
Eur. 285. 

Garacol wendung mit dem pferde; fr. sp. pg. caracol, cat. 
caragol, it. caragollo, caracoUo in den bedeutungen „schnacke, 
Wendeltreppe, wendung mit dem pferde*/^ vgl. gaeL carach ge- 
wunden, gedreht; Diez 89; I, 113; nach Mahn wahrscheinlich ibe- 
rischen Ursprungs, während es sonst meist von dem arab. karkara 
sich im kreise drehen abgeleitet wurde; Scheler 51; Heyse 14(5. 

Carat karat; fr. carat, it. carato, altpg. quirate, nenpg. sp. 
quilate von dem arab. kirät, kirrat, gr. negdtioy wie ein hom 
(lUQag) gebogene hülse des Johannisbrotbaums, als gewicht ge- 
braucht, so lat. bei Isidorus: „cerates oboli pars media est, sili- 
quam habens unam et semis;^^ venet. carato noch der same des 
Johannisbrotbaums; Diez 89 ;I, 113; Weigand 1, 562; Heyse 492. 

Caravan karawane; fr. caravane, it. caravana u. s. w. ; vom 
arab. kairawän, pe«. karwän, kirwän karavane, durch viele ge- 
genden reisend; mit dem pers. seraj, seräi* verschluss, hof, hof- 
burg (vgl. seragliö) zusammengesetzt karwänseraj, woraus it. 
caravanserai, engl, caravansary. 

Caravel, carvel karavelle (leichtsegelndes schiff); fr. ca- 
ravelle, it. caravella, sp. carabela, Verkleinerung von dem sp. ca- 
raba grosses fahrzeug vom mlat. carabus kahn (bei Isidor. 19, 1, 
26 = parva seapha) lat. gr. carabus, TidQaßog käfer, krabbe, schiff; 
vgl. Duc. 1, 919. 

Caraway feldkümmel; it. sp. fr. carvi, neupr. charui vom 
lat. careum;, gr. xdqov; derselben herkunft ist arab. al*karavia, 
was auf die roman. Wörter mit eingewirkt haben mag, sp. alca- 
ravea; auch nhd. karbe, karve, karbey; Diez 91; I, 115; Wei- 
gand 1, 563. 

Carboy; „alargeglass bettle for holding oü of vitriol, med. 
gr. xa^a^iTtoyia (caraboyia) vitriol, copperas.^^ Wedgwood 1, 300. 

Garcanet halsgeschmeide; altfr. oharchant, eherchaut, nfr. 
pr. carcan, ndl. karkant halskette, halseisen; hat nach Diez 586; 



"1 
I 



— 178 — 

0, 238 seine qaelle weder im gr. Kaqiiivog krebs, zange, noch 
im deutschen kragen, sondern offenbar im ahd. queroa, altn. qyerk 
gargel, hals. 

Carcass gerippe; fr. carcasse, sp. carcasa^ it. pg. carcassa 
in derselben bedentong; daneben it. carcasso, sp. careax, pg. car- 
cas, fr. carqnois (for carqaais) köcher. Diez 89; I, 113 yermu- 
th^ darin eine Zusammensetzung aus lat. caro fleisch und capsus, 
cassos mlat. kästen — also fleischkasten, fleischgerippe — über- 
tragen auf den von reifen zusammengehaltenen köcher, wie car- 
cassa und auch das engl, carcass eine mit reifen umgebene 
bombe bedeutet ; vgl. Duc. carcasium, ngr. xdQxam gerippe, schale, 
köcher; 8cheler 52. 

Card. 1. karde, karden; fr. carde, sp. pg. it. carda, cardo 
ftos lat. cardnus distel; ahd. carta, mhd. karte, nhd. karde. 

Card. 2. karte; engl, mit erweichtem auslaute (s. Mätzner 
l 131) aus fr. carte, lat. Charta, gr. x^^^ papierblatt; davon 
in leichtversülndlicher entwicklung fr. Charte, chartre, carton; 
engl, chart, charter, cartoon n. s. w. 

Cardinal kardinal, hauptsächlich; fr. cardinal vom lat. cardo, 
(mlat. cardinalis) thürangel , hauptpunkt, um den sich alles dreht ; 
TgL Duc. 1, 925 ff; über die begriffsentwicklung Heyse 147. 

Care äorge, sorgen u. s. w.; ags. cearu, caru, cearian, ca- 
rian; goth. kara sorge, alts. cara, ahd. chara klage, nhd. char- 
freitag; über den weiteren Zusammenhang mit kelt. car, carc, lat. 
caru», carere, cura vgl. Dief. 2, 444 ff. s. die engl, cark, chary 
n. die deutschen char-, karg; Weigand 1, 210. 563. Heyne 143 
^rgleicht skr. dscharä senectus, inflrmitas von der wz. dschr con- 
teri, consumi, confici. 

Careen kiel, kielholen; fr. carene, carener; it. carena von 
dem lat. carina kiel. 

Care er laufbahn, lauf, laufen; fr.*carri^re, pr. carriera, altfr. 
nmudartl. charridre, sp. carrera, it. carriera eigtl. rennbahn fiir 
wagen vom lat. earrus wägen; s. car. 

Care SS liebkosung, liebkosen; fr. caresse, caresser, it. ca- 
rezza vermittels des mlat. caritia (caritiare) aus dem lat. carus, 
it caro, fr. chcrtheuer, lieb; Wedgwood 1, 302. 

Cargo schif&ladung; sp. cargo last, cargar laden ^= it. ca- 
ricare, fr. charger vom lat. earrus; s. car und charge; eben- 
dahin gehört caricature Zerrbild, fr. caricature, nhd. karrika- 



— 174 — 

tat vom it. caricatara, zu caricare beladen, überladen, in Zeich- 
nung oder rede übertreiben u. s. w. 

Cark kummer, sich kümmern; ags. carc (bei Bosw. Sonm.) 
cora; die mit care, ags. cearu nahe verwandte form erscheint 
besonders vielfach adjektivisch ags. cearig, alts. mod-carag, altn. 
kargr, schwd. karg, dän. karrig; ahd. charag, charg, mhd. nhd. 
karg, ndl. karig in den bedei^tongen: „sorgenvoll, besorgt, vor- 
sichtig, schlau, zähe, geizig^^ u. s. w. ; engl, chary; vgl. care 
und das weitere bei Dief. 2, 444 ff; Weigand 1, 563. 

Carle, carl mann, kerl; ags. carl, altn. karl, ahd. charal 
karl, mhd. karl mann; nhd. Karl als vomame; dasselbe wort, 
nur in bequemerer ausspräche verderbt und meist in verächtli- 
chem sinne gebraucht ist churl, ags. ceorl, mhd. nhd. kerl. 

C arm ine karmin; fr. sp. carmin, it. earminio; s. das wei- 
tere unter crimson. 

Garminative mittel gegen blähungen; von dem lat. it. 
carminare reinigen, eigtl. krämpeln zu Carmen krampel, carere 
krämpeln. 

Carnelian kameol; s. cornelian. 2. 

Carnival, carnaval karnaval; fir. camaval, sp. camaval, 
it. camevale, campvale; doch wohl eigentlich die nacht vor dem 
aschermitwoch, wo man dem genusse des fleisches'auf längere 
zeit entsagt, also vom it. came (lat. caro, camis) fleisch und vale 
leb' wohl oder 'subst. it. abschied -, jedenÜEills wurde das wort froh- 
zeitig so aufgefasst, wenn auch mlat. formen vde camelevamen 
darauf hinweisen, dass es daraus mittels carnelevale entstanden 
sei und ursprünglich „plaisir de la chair permis la veille du ca- 
reme*' bedeutet habe. Diez 393; 11, 17; Scheler 52; vgl. auch 
Wedgwood 1, 303. 

Carob Johannisbrot, karobe (als gewicht); it. carrobo, fr. 
caroube, sp. garrobo , algarrobo vom arab. charrüb in demselben 
sinqe; wegen der bedeutnng „gewicht" s. carat; vgl. die ne- 
benformen it. carrubbio, sp. garrubia, fr. carouge. 

Carol gesang, jubellied; altfr. carole, querole, it. carola 
reihentanz; der Übergang der begriffe ist leicht; vgl. ballad 
unter ball (goth. laiks tanz, ahd. leih spiel, gesang); die ab- 
stammung ist ungewiss; wenn es mit Diez 586 auf lat. chorus, 
chorulus zurückzufuhren ist, so müssten die entsprechenden Wör- 
ter auf kelt. gebiete erst später eingeführt sein; kymr. carol ge- 
sang (nach Owen von car freund). „Am sichersten geht man, 



— 175 — 

was die form anlangt, mit Wackemagel, der in caroler ein aus 
choranla gebildetes verbmn annimmt (coranlare «» conculcare, 
treten, daher tanzen bei Ugutio), ans diesem verbum das subst. 
conmla, carole tanz, saitenspieP^ Diez 11, 239. 

Caronse zechen; altfr. carrous (Duez: „carrous, boire tont 
m. gahr aoss, bibe totom ; faire carrous gahr auss trinken^^) sp. 
veraltet caranz völliges ausleeren des bechers, nach Coyarmyias 
run dem dentschen gar aus! vgl. bnndisi Diez 390; II, 14; das 
engl, caronsal nun erscheint theils als eine ableitung Ton ca- 
rouse, theils aber entspricht es dem tr. carrousel, it. carosello. 
Die ableitung dieses letzteren von carrus wagen oder currus 
(Frisch) scheint keineswegs sicher, tumal da es zuerst ein tur- 
üierartiges ritterspiel, später ein ringelrennen auch mit wagen 
bedeutet ; möglich wäre, dass carrous aus deutschem gar-aus ent<- 
^pnmgen zuerst „zecherei^S dann überhaupt „festlichkeit,^^ später 
besonders in der Verkleinerungsform „ringelrennen^^ und endlich 
das demselben nachgeahmte spiel bedeutete; vgl. Scheler 52; 
Die2 L 115; Heyse 149. 

Carp. 1. karpfen; &. carpe, sp. carpa, wal. crap, pr. escarpa, 
it. carpione, mlat. carpio und schon im 6. jh. carpa, woher dann 
auch ahd. charpfe, nihd. karpfe, nhd. karpfen, ndl. carper, altn. 
karfi; kaum lässt sich das mlat. carpa als eine entstellung des 
lat. gr. cyprinus, xv/iQiyog nehmen (Calepin: „carpio a Benaci 
lacQs accolis appellatur piscis, uni huic lacui peculiaris, quem aureis 
arenulis victitare tradunt. Cave autem accipias pro illo pisce 
quem carpam vulgo dicimus, nam longe ab eo diversus est.^^) 

Carp. 2. sticheln, reden; doch wohl von dem lat. carpere 
rupfen, spotten u. s. w., was später in die bedeutungen des ta* 
(iebs, zankens, schreiens ausweichen -konnte ; allerdings bedeuten 
die roman. Wörter altfr. carpir, charpir, it. carpire zupfen, reis- 
sen im eigentlichen sinne (Wedgwood 1, 304 führt an port. car- 
pire = cry or weep) und andrerseits erscheint die bedeutung 
..sprechen'^ für das engl, carp sehr frühe; „carpin or talkyn, fa- 
bulor, confabulor, garrulo*' Pr. Pv. bei Wedgwood. 

Carpenter zinunermann; fr. charpentier, pr. carpentier, it. 
carpentiere, sp. carpintero wagner, Zimmermann von dem lat. 
carpentum wagen, carpentarius wagner, mlat. überhaupt holzar- 
beiter; daher fr. charpente zimmerwerk u. s. w; über das vielleicht 
kelt. carpentum s. Dief. Or. Eur. 281 ff. 



— 176 — 

Garpet teppich, decke ; (vgl. über den frülier allgemeineren 
sinn des Wortes Trench 29); mlat. carpia, carpita vom lat. car- 
pere zupfen bezeichnete lintemn carptum qnod yulneribns indi- 
tur (davon it. carpia, fr. carpie, charpie, nhd. als fremdwort 
scharpie) dann allerlei damit ausgestopfte oder davon gefertigte 
decken, zeuge; so ist carpita den Academicis Cruscanis ,,un ap- 
parato di tavola vile composto di materie grosse di lana e di 
pezze di diversi colori." Duc. 1, 942. Nach Wedgwood 1, 305 
bedeutet im rouchi carpete, a coarse loose fabric of wool and 
hemp, packing cloth. „Eune tapisserie d'carpete, des rideaux d'car- 
pete^^ Hecart; carpette, tapis d'emballage Boiste; ndl. carpet =»= 
gausape, tapetum. Binn. kftrpetten grobe leinwand, packtuch. 

Carriage fuhrwerk, führe, ehemals die last = charge, 
vgl. Trench 30; fr. charriage, charge; das zeitwort carry, fr. 
charier, nordfr. carier ; femer hierher caroche, mlat. carochium, 
caroccium, it. carrozza, altfr. caroche, nfr. carrosse; femer cart, 
fr. charrette, it. carreta, mlat. careta, vgl. nhd. karrete, alle zn 
lat. carrus wagen; s. car, charge, career und andere, die 
sich in weiterer Verzweigung anschliessen caricature, cargo 
u. 8. w. 

Carrion, carion aas; älter carojme, careyne, altfr. ca- 
roigne, it. pr. carogna, fr. charogne, rouchi carone von dem lai 
caro fleisch. 

Carronade karronade (art kanohe); von dem orte Carron 
. in Stirlingshire, Schottland benannt, in dessen berühmten eisen* 
werken sie zuerst gefertigt wurden; Chambers's Encl. 2, 636. 

Carrot mohrrübe; fr. carotte, it. carota vom lat. carota 
(Apicius); von der gelbrothen färbe der rübe dann engl, carrot 
fuchskopf, carroty, carrot in ess rothhaarig, rothhaarigkeit. 

Carry fahren u. s. w. ; cart wagen; s. unter carriage, car. 

Cartel kartell, vertrag u. s. w.; fr. cartel, it. cartello, car- 
tella streifen papier mit einer aufschrift, diminutiv vom lat. charta, 
mlat. cartollus; ebendahin gehören cartoon, caYtooch (fr- 
carton, it. cartone; fr. cartouche, it. cartuccia, cartoccio) und aus 
dem letzten mit eingeschobenem r cartridge; vgl. partridge, 
fr. perdrix aus lat^ perdix, it. perdice; Mätzner 1, 175. 

Carve schneiden, schnitzen; ags. ceorfan, ndl. kerven, ndd. 
karven, nhd. kerben; schwd. karwa, dän. karve; vgl. Schwenck 
311; Br. W. 2,. 744; Grimm Gr. 2, 38, No. 438. 



— 177 — 

Cascade Wasserfall; fr. cascade, it. cascata yom it. cascare 
fallen, dessen ableitnng usgewiss ist; entweder aus casco hin- 
fällig, alt von dem altlat. cascus alt, oder von dem lat. casare 
fidlen (Plantos) vermittels der erweiterten form casicare, cas'care, 
zn dem lat. cadere fallen, im snpinum casum; Diez 393; II, 17; 
Scheler 53. 

Gase. 1. behältniss, hülle, einstecken u. s. w.; altfr. casse, 
chasse, nfir. caisse, casse, chässe, it. cassa, sp. caxa, pg. caixa, 
pr. caissa vom lat. capsa zu capere behältniss, mlat. cacia; for 
einige bedeutungen mag man auch einfluss des fr. case, lat. casa 
hatte, haus annehmen. 

Case. 2. fall; fr. cas, altfr. cas, quas, tat. casus fall zu ca- 
dere fallen. 

Case. 3. mundartl. für because (Mätzner 1, 409), wie auch 
case. 2. sich leicht mit cause, fr. cause, lat. causa in dem 
sinne rechishandel, rechtsfall vermischt. 

Casemate kasematte, wallgewölbe; fr. casemate, sp. casa- 
mala, it. casamatta; zweifelhafter abstammung; nach einigen, wie 
Corarmvias von casa-matta niedriges haus oder verdecktes haus, 
it. matto dunkel, bhnd, verdeckt Heyse 151; nach anderen von 
C2A3L und sp. matar todten, haus zum tödten, mordkeller Wedg- 
wood 1, 307; oder besser aus casa und mata metzelei Diez I, 
116, wie engl, slaughter-house ; Diez 91 aber meint: „lässt sich 
nicht in casa-matta zerlegen und somit hat die erklärung dessel- 
ben aus gr. xda^ia grübe, höhle, plur. x^<^/'«^ö (s. bei Menage) 
immer noch besseren grund ; " vgl. Scheler 53 ; Mahn Etymol. 
Unters. 6. 

Cas er n kaseme; fr. caserne, sp. pg. casema, it. caserma, 
wal. cesarme, im altem deutsch kasarme; wohl ursprüngUch vom 
lat. casa haus, wie caverna von cava; Mahn möchte lieber ein 
ZQsammengesetztes it. casa d'arme waffenhaus als zu gründe lie- 
gend annehmen; vgl. Diez 91; Anh. 21; I, 116. 

Cash. 1. kasse, kassa; it. cassa, fr. caisse kästen, dann geld- 
kasten, geldu. s. w. vom lat. capsa; vgl. case. 1., dazucashier, 
fr. caissier, it. cassiere, nhd. kassierer. 

Cash. 2. (cass) und jetzt meist cas hier kassieren, vernich- 
ten, ungültig erklären u. s. w. ; zurückzuführen auf das it. sp. pg. 
cafv.so, pr. cass, altfr. cass, quass leer, unnütz ; it. cassare, fr. cas- 
ser, gpätlat. cassare in dem sinne von quassare und cassum red- 
dere; lat. cassus eitel, nichtig; in cash verschwammen dann die 

MttUcr, Etym. W0rterbacb. 12 



— 178 — 

beiden begriffe „geld einziehen*' und „vernichten," wie ähnlich 
in den nhd. firemdwörtem kassieren, einkassieren vgl. Diez 92: 
I, 117. 

Cask hehn, fess; casket kästchen; fr. casque heim, cas- 
quette mutze aas dem sp. casco scherbe, schädel, gefass, heim 
und, wenn man diese sehr wahrscheinliche entwicklung der be- 
griffe festhält, vielleicht vom sp. cascar zerbrechen ans lat. quas- 
sare, erweitert quassicare u. s. w. Diez 476; II, 110; Scheler53. 

Cassate alterthümlichfur cashier; Cassation, fr. Cassa- 
tion kassiereu, kassation; s. cash. 2. und vgl. über die entspre- 
chenden fremdwöiter im nhd. Heyse 151. 152. 

Cassimer, mit den theilweise mehr angeeigneten neben- 
formen casimere, cassemere, kerseymere kasimir; fr. Ca- 
simir (cachemire), it. sp. pg. casimiro benannt von dem lande 
Kaschmir, skr. ca^niira . „entweder, weil er ursprünglich von da- 
her bezogen ward, oder wegen einer ähnUchkeit im gewebe mit 
den berühmten schawls von Kaschmir;" Heyse 494; Diez II, 110. 

Cassino kasino; fr. casino und so in vielen sprachen als 
fremdwort aufgenommen aus dem it. casino zu it. lat. casa hatte, 
haus, eigtl. lusthäuschen, dann gesellschaftshaus, geschlossene ge- 
sellschafb, gesellschafbsspiel; vgl. Heyse 151. 

Gas sock eine art rock; it. casacca, sp. pg. casaca, fr. ca- 
saque überjacke u. s. w. ; von dem it. casa hätte, mit einem be- 
griffsübergang wie bei dem mlat. casula hüttchen, kleidungsstück. 
altfr. casule, älteres nhd. kasul, kaselmessgewand Sanders 1,873; 
vgl. Diez 91; I, 115. 116 unter casacca, ca8ipola,8o wie die engl 
cape. 1. u. cabin. 

Cassowary, cassiowary kasuar; fr. casoar, ndl. casuaris; 
malayischer name des vogels kassuwari, suwari; Heyse 494. 

Gast werfen, wurf; altengl. caste, casten; scheint aus dem 
skandinav. gebiete herübergenommen, altn. kasta, dän. käste, wo 
es ohne entsprechende Wörter in den verwandten sprachen sich 
findet; vgl. Mätzner 1, 342. 

Gastanets handklappern; fr. castagnettes aus dem sp. cas- 
tafietas von castafia, lat. castanea kastanie; auch im nhd. al^ 
fremdwort castagnetten wegen der ähnlichkeit mit zwei halben 
kastanienschalen; vgl. chesnut. 

Gaste käste; fr. caste, nhd. käste aus dem sp. pg. cast« 
race eigtl. die unvermischte, reine vom lat. castus keusch, rein. 



— 179 - 

Castle scUoss, kastell; £r. chäteau, chatel aus dem älteren 
casteao^ castel, lat. castellnm, dimin. von castrum. 

Castor biber, castorhut; fr. castor, lat. castor, gr. tuxotcoq 
Tom skr. kastori moschusthier ; dazu castoreum, lat. castoreum, 
gr. 'ixtaTioQiov bibergeil. 

Gas träte entmannen, bammeln; it. lat. castrare, fr. chätrer, 
nlid. kastriren. 

Cat katze; ags. catt, altn. köttr, ketta, ndl. kat, ndd. katte, 
ahd. cbazza, mbd. nbd. katze (neben kater); wohl entlehnt aus 
dem lat. catta (Martialis 13, 69) catus, von dem die romanischen 
formen it. gatto, gatta, sp. gato, gata, pr. cat, cata, fr. chat, 
chatte, ngr. yaxa entsprangen; auch auf keltischem gebiete fin- 
det sich kymr. cath, ir. cat; vgl. Weigand 1, 570; Diez 166; 
1, 205. 

Catacomb katakombe; it. catacomba, sp. catacumba, fir. 
catacombe; nach den meisten von der gr. praeposition xarof und 
tmnba bei der grufl, oder von einer gr. bildung yuxTaTVf.ißiov; 
besser nach Diez 92; I, 118; Weigand 1, 567 von dem roman. 
catar schauen (lat. captare fassen, dann gleichsam ins äuge fassen) 
mid comba entweder (lurch assimilation an den anlaut c in cata 
entstellt aus tomba (sp. it. nebenformen catatumba, catatomba) 

oder auch unentstellt vom sp. comba gruft ; also eigentlich „schau- 
gruft,'' weil die römischen katakomben die körper voumärtyrern 

^d heiligen bargen und darum von andächtigen Christen besucht 

wurden; vgl. noch wegen der analogen bildung die it. catafalco 

und cataletto und s. scaffold, tomb. 

Catch &ngen; ungewisser herkunft; nach Wedgwood 1, 

309, Scheler 58 wäre es nur eine nebenform von chase, fr. 

chasser, im rouchi cacher; indessen scheint Mätzner 1, 337 mit 

recht deutsche abstammung zu verlangen und vgl. käka = attrec- 

tare im altnord ; vgl. die altengl. formen cacchen, cahte, icaht 

Koch 1, 312; Col. 17. 

Catch- p oll häscher, büttel; wird erklärt aus catch- und 

poll == fass den köpf; mlat. cacepoUus, chacipollus, altfr. chace- 

pol, chassipol; ags. haecepoU, haecewoU; s. Schmid G. d. A. 219; 

Duc. 1, 746; altengl. cacherel sb. = catch poll. Pol. S. 151. 

Col. 16. . 

Catechism katechismus; fr. catechisme; von dem gr. 
^^^r(iia^ioq^ xaxrff^ilyBLv Unterricht, unterrichten, kirchenlat. catechi- 



— 180 — 

zare und gr. xaTtjxelv entgegentönen , belehren {-mxtol entgegen, 
rpiiiv tönen); vgl. ij/cJ, auch im engl, echo wiederhall n. s. w. 

Cßrter. 1. lebensmittel anschaffen; alt&. rouchi acater, nfr. 
acheter, it. accattare (pr. subst. acapta) kaufen von dem lat. ad- 
captare, mlat. accapitare; vgl. achat. 

Cater. 2. (quater, quatre) die vier auf karten, w^ürfeln; 
fr. quatre vier, lat. quatuor; cater-eousins weitläufige ver- 
wandte, Schmarotzer, eigtl. vettern im vierten grade. 

Caterpillar raupe; scheint eine entstellung des fr. chatte 
peleuse, chatepelue kom-, kellerwurm; norm, carpleuse raupe, 
eigtl. haarige katze; man vgl. fr. chenille aus lat. canicula hünd- 
chen, raupe, in lombard. mundarten gatto, gattola katze, kätzchen 
für raupe, mailänd. can, cagnon hnnd = Seidenraupe; auf die 
bildung des engl. Wortes mag dann pill plündern eingewirkt 
haben; vgl. Diez 593; II, 246; Wedgwood 1, 312. 

Cathedral domkirche; fr. cathedrale vom lat. cathedralis 
zu dem sitze (hier eines bischofs) gehörig, lat. gr. cathedra, 
naxHÖQa sitz, stuhl; s. chair. 

Oatkins kätzchen (an bäumen); mit bildlicher anwendung 
des thiernamens cat wegen des zarten, weichen felis und etwa 
ähnlicher gestalt des Schwanzes; ebenso im nhd. kätzchen, ndl. 
katten, kattenstarten und bei Binn. cattekens; fr. chaton; Wei- 
gand 1, 569; Wedgwood 1, 312. 

Gattle vieh; dasselbe wort wie chattel, gewöhnlich plu- 
ral chatteis habe und gut; fr. catel, chatel, cheptel, cheptal, 
ndl. catel, cateyl aus dem lat. capitale eigentlich vermögen, gut; 
vgl. sp. pg. caudal, pr. cabdal, altfr. chaudel vermögen, überfluss 
zu capitalis, mlat. capitale gut, vieh und allmählich captaleu. s.w. 
Duc. 1, 883; Schmid G. d. A. 542; vgl. Diez 476; H, 111; 
sowie über die begriffsentwicklung in dem engl, und den Über- 
gang der begriffe vieh und vermögen Trench 30 u. fee. 

Caucus amerikanische Wahlversammlung; „this is a cor- 
ruption of calk-house, a calker's shed in Boston, where the pa- 
triots before the revolution had usually held their meetings'" 
Chambers's Encl. 1, 206. 

Gau die kraftsuppe, glühtrank; fr. chaudeau, ehemals chau- 
del für caldel in derselben bedeutung; vgl. mlat. caldellus, dimi- 
nutiv von caldus eine art trinkgeföss zu lat. calidus heiss : s. Duc. 
1, 760 und caldron. 



~ 181 — 

C au 1 netz, haube; scheint aus dem unter calote erwähnten 
ältfr. cale entstanden zu sein; Wedgwood 1, 313. 

Cauliflower blumenkohl; fr. ehoii- fleur, aus cole, lat. 
colis, eaulis und flower. 

Cause waj, causey kunststrasse — in der ersteren form 
angelehnt an way — Mätzner 1, 483; fr. chauss^e, altfr. cauchie, 
eaucie, sp. pg. calzada, pr. caussada, flam. kautsije, kaussijdei 
bsgije, nhd. als fremdwort chaussee, entspricht einem lat. cal- 
eiata von calx, mlat. calceata, calceta, calceia, eigentlich eine mit 
kalk gemauerte Strasse ; vgl. Diez 87; 1,101; Duc. 1, 755u.chalk. 

Cavalier reiter, ritter; fr. cavalier reiter, chevalier ritter, 
lt. cavahere, von dem it. cavallo, fr. cavale, cheval, sp. caballo, 
lat caballus, gr. xaßdllifjg pferd ; wovon bereits mlat. caballarius ; 
hierzu dann cavalry, fr. cavalerie, it. cavalleria u. s. w. ; vgl. 
chivalry. 

Cave, cavern höhle; fr. cave keller, caverne höhle von 
dem lat. cavus hohl , cava höhlung , cavema höhle. 

Cavesson, cavezon zäum, kappzaum; fr. cavesson, it. 
cavezzone zäum, sp. cabezon hemdenkragen ; it. cavezza halfter, 
altfir. chevece kragen, sp. pg. cabeza köpf zu lat. caput köpf, ca- 
pitiom kopfbedeckung ; vgl. Diez 95; I, 120; aus dem fr. cavesson 
omgedeutet auch nhd. kappzaum; Weigand 1, 562. 

Caviare kaviar; fr. caviar, it. caviale, sp. cabiar, cabial, 
ngr. TuxviaQi, türk. haviär — russ. ikrä — nach Heyse 498 ein 
tatarisches wort. 

Caw krächzen; s. imter kaw. 

Cease aufhören; fr. cesser, lat. cessare und dies abgeleitet 
^om lat. cedere weichen, welches wieder fr. als ceder und engL 
in der form c e d e erscheint ; vgl. die nhd. fremdwörter cessieren, 
cedieren. 

Ceiling decke eines zimmers, ceil täfeln; man denkt zu- 
Qächst an fr. ciel, it. cielo, lat. coelum himmel, dann betthimmel, 
auch (im it.) Zimmerdecke und einen gewissen einfluss dieser Wör- 
ter mag man gelten lassen; allein der engl, ausdruck ehemaU 
seel, seeling geschrieben, scheint zunächst täfeln, getäfel über- 
banpt bedeutet zu haben, daher z. b. upper ceiling oberes getä- 
fel Zimmerdecke und zurückzuweisen auf fr. sceller, ehemals wie 
noch bei Daez seeller siegeln, sceau, ehemals seel, sael siegel, 
cliamp. sagel von dem lat. sigillum, aus dem unser nhd. siegel; 
sigülare aber war schon lat. »» figuris omare; also galten 



— 182 — 

die ausdrücke erst von dem schmucke, ausputz der zimmer; vgl. 
Wedgwood 1, 314 u. seal. 2. 

Celeri, jcelery selleri; fr. cfleri, piem. seier, comask. selar, 
ven. seleno, gemein it. sedano, nhd. selleri von dem gr. aihvov, 
was zunächst eppich, später aber auch die pflanze bezeichnete, 
die unter den roman. Wörtern verstanden wird ; Diez312; 1,374; 
Heyse 840. 

Cell zelle, cellar keller; lat. cella, davon^ dimin. cellula, 
fr. cellule; fr. cellier, cellerier aus dem lat. cellarium, mlat. celle- 
rarius; vgl. ebendaher alid. chellari, mhd. kellaere, nhd. keller 
neben dem später entlehnten zelle. 

Cemetery kirchhof; fr. cimetiere, it. cimeterio, sp. cimeii- 
terio, mlat. coemeteriunir von dem gr. xoiixrjrinQtov eigtl. ruhestätte 
zu xotfiav zur ruhe bringen, yLoif.iaad'ai ruhen. 

Center mittelpunkt, centrum; fr. centre von dem lat. ceu- 
trum ; gr. xivrqov eigtl. stachel, dann zweck in der Scheibe, mittel- 
punkt derselben. 

Cess. 1. eine gesetzliche pflicht versäumen; lat. cessare ; vgl. 
cease. 

Cess. 2. Steuer, besteuern; scheint nur eine nebenform von 
sess und dies verkürzt zu sein aus assess; wobei nach Wedg- 
wood 1, 315 das dem begriflFe nach sehr nahe liegende lat. ceii- 
su«, censere, fr. censer einen einfluss auf die Umwandlung des s 
in c ausgeübt haben könnte. 

Chafe erwärmen, sich erhitzen; fr. chauffer, s'echaufPer; 9. 
über den lautwandel Mätzner 1, 105; altfr. caufer, pr. calfar, 
esealfar von dem lat. calefacere, it. calefare erwärmen ; vgl. Wedg- 
wood 1, 315. 

Chafer. 1. feuerpfanne, wärmer; ableitung von chafe. 

Chafer. 2. käfer (cock-chafer, fern-chafer); ags. 
ceafor, ceafyr, ahd. chevar und chevaro, mhd. kever und kevere, 
nhd. käfer, ndl. kever; den weiteren Ursprung sucht Weigand 1, 
552 in dem ahd. chevä schote, hülse, sodass ^es ursprünglich das 
nagethier in schoten sei (vgl. chaff); andere gehen auf ags. caf 
beweglich oder auf ceafl kinnbacken (vgl. chew) zurück; 
Schwenck 299; Sanders 1, 849. Grimm 5, 19. 

Chaff. 1. spreu, kaff; ags. ceaf, ndl. caf, kaf; mhd. nmdd. 
kaf, nhd. kaff mit ahd. chevä schote, hülse und so vielleicht mit 
nhd. käfer, engl, chafer aus einer Wurzel (ahd. chefan? einhül- 
len?); Weigand 1, 532; Br. W. 2, 714. 



— 183 — 

Chaff. 2. iu/ der veralteten und mundartl. bedeutnng auf- 
ziehen, necken, schwatzen; scheint theils, wie chaffbone kinn- 
backen an ags. eeafl kinnbackeu nnd engl, chew kauen, theils 
aber auch an chafe sich erwärmen, streiten zu erinnern; vgl. 
Wedgwood 1, 316. 

Chaff er kaufen, knickern, waare u. s. w.; darf als eine fre- 
^oeutativform von dem ags. ceäpiau (uhd. kaufen) angesehen 
werden; altengl. chaffaryn; vgLDief. 2, 440 und Wedgwood 1, 316; 
sowie cheap; Trench 32. 

Chagreen. 1. kummer (gewöhnlich in der reinfranz. form 
c h a g r i n geschrieben) und chagreen. 2. gekörntes leder, scha- 
grin (meist shagreen geschrieben) fr. in beiden bedeutungeu 
chagrin. Es ist auch nach Diez 588; 11, 240 nur ein and das- 
selbe wort, it. zigrino, ven. romagn. sagrin, ndl. segrein, mhd. 
stager, nach Menage von dem türk. sagri rücken , kreuz, weil das 
leder von diesem theile der esel und maulthiere genommen wurde ; 
die Araber nennen es zargab. Da man nun diese oder eigent- 
lich die ähnliche haut eines seethieres auch zu reibeisen und fei- 
len benutzte, so wurde chagrin ein passender ausdruck für na- 
genden kummer, wie das it. lima feile ähnlichen sinn vertritt 
(it. limare == to fret und to file; far lima »« to tret inwardly; 
auch piemont. sagri schagrin, sagrin kummer Wedgwood 1, 316) 
gennes. sagrinä nagen, sagrinäse sich verzehren vor kummer ; vgl. 
eine ähnliche begrüFsentwicklung in dem nhd. kummer unter 
comb er. 2. 

Chain k^tte; fr. chaine, altfr. chaaine, chaene, chaaigne von 
dem lat. catena. 

Chair 'stuhl; fr. chaire kanzel, lehrstuhl, altfr. chayere, 
chaere wie in den mundarten theilweise noch in der bedeutuug 
Ton stuhl überhaupt ; altsp. cat. cadira, piemont. comask. cadrega 
Ton dem lat. cathedra, gr. xa&idga; vgl. cathedral. 

Chaise halbkutsche; fr. chaise stuhl, stuhl wagen; es scheint 
ein verhältnissmässig junges, durch verderbte ausspräche etwa im 
lö. jh. erst aus dem vorigen entstandenes wort zu sein; „die äl- 
teste franz. grammatik, von Palsgrave 1530 rügt chöze für chaere 
als einen fehler der Pariser ausspräche ; man sehe Wey bist, du 
lang. p. 264" Diez 588; II, 241. Auch Duez bezeichnet es uoch 
ak wort der Pariser statt des gewöhnlichen chaire. 

Chalice becher, kelch; s. imter calice. 

Chaldron; s. unter chawdron. 



— 184 — 

Ghalk kreide; ags. calc,. cealc, alts. cal(x; nhd. kalk, ahd. 
calc, chalch, mhd. kalc, ndl. kalk aus dem. lat. calx, calcis, gr. 
Xoh^; ebendaher dann die romanischen Wörter, it. calce, sp. cal, 
pr. cals, cans, &. ehaux ; hierzu nach der gewöhnlichen erklärang 
chalk kalkieren (vgl. calking) eine Zeichnung auf frischen kalk, 
dann auf papier übertragen; vgl. Grimm, 5, 64. 66. 

Challenge herausfordern, rechtlicher einwand, Verwerfung; 
altfr. chalenge, chalonge, pr. calogna leugnung, bestreitung, vom 
lat. calumnia Verleumdung, falsche anklage; mlat. „actio in jure 
qua quis rem quampiam sibi per solemnes juris formulas asserere 
conatur aut pro qua litem intendit.^^ Duc* 1, 776. v. oalunmia; 
vgl. Wedgwood 1, 317. 

Chamade zeichen zur Übergabe, schamade; fr. chamade, 
it. chiamata, pg. chamada von dem it. chiamare, pg. chamar, 
lat. clamare rufen, also eigentlich der ruf oder schrei der Über- 
gabe; Heyse 160; Diez 11, 242. 

Chamber zimmer u. s. w. ; fr. chambre, it. camera, lat. 
Camera, gr. y^a/ndga gewölbe, gewölbtes zimmer; ahd. camara^ 
chamara, mhd. kamere, kamer, nhd. kammer; vgl. camber. 2., 
comrade u. chamberlain. 

Chamberlain kammerherr; fr. chambrelain (neben cham- 
bellan von dem mlat. cambellanus), it. camarlingo, sp. camarlengo, 
pr. camarlenc, von dem ahd. chamarlinc, nhd. kämmerling; s. 
Chamber. 

Chameleon schillereidechse , Chamäleon; davon dann das 
Zeitwort chameleonize; von dem lat. chamaeleon, gr. xotpLaikiwv 
eigtl. erdlöwe; vgl. camomile. 

Ghamfer auskehlen, abschrägen; fr. chamfrein, chanfrer, 
chanfreiner, chanfreindre; altfr. chamfrain, pg. zeitwort chanfrar, 
sp. chaflan, chaflanar; ob identisch mit fr. chanfrein, chanfrain 
kopfstück der pferderüstung? jedenfalls zweifelhafter abkauft; 
Scheler 56 erinnert, auf die form des Zeitworts chanfreindre sich 
stützend, an cant = coin (s. cant. 2. u. c an ton) und freindre, 
lat. frangere brechen. 

Chamois gemse; fr. chamois, it. camoscio, camozza, sp. 
camuza, gamuza, pg. camu9a, camur9a, ohne zweifei zusammen- 
hängend mit ahd. mhd. gamz, nhd. gems; allein die formenent- 
Wicklung ist, wie der Ursprung, noch unaufgehellt ; vgl. sp. gamo, 
gama dam wild schon 1186; (für dama wie golfin neben dolfin 
erscheint?); andere denken an die kelt. wurzel cam krumm, we- 



— 186 — 

gen der gebogenen homer; vgl. Diez 83; I, 105. Scheler 56: 
..Pougens propose ponr chamois une origine de Tarabe koby- 
mafz = cbevreau des montagnes. Cela concorderait parfaitement 
avec le tenne latin rupicapra = chevre des rocbers." Heyse 160 
nimmt das deutscbe gamz, obue es weiter zu erklären, als das 
Stammwort der romaniscben formen; aueb das gr. x£/icfg, ^efi^dg 
hat man zur erklärong berbeigezogen ; Scbwenck* 219. 

Champ kauen; mundartl. cbamm, cbam, cbamble; zweifel- 
hafter berkunft; von einem altfr. cliampayer? Grieb; Worcester; 
Wedgwood 1, 318 sagt: „properly to cbew so as to make the 
unapping of tbe jaws be beard ^' und bringt in seiner weise aller- 
lei lautanalogien bei. 

Champagne, cbampaign. cbainpane' u. s. w.; fr. 
Champagne und campagne, it. campagna, mlat. campania ebene 
gegend, als eigenname scbon bei Gregor von Tours; bei den 
feldmessern ist campaneus, campanius gebräuchlicb ; die anwen- 
düng auf bestimmte gegenden, deren wein u. s. w. begreift sieb 
leicht; Diez 83; I, 106; zu dem lat. campus feld; s. camp und 
die nächsten worter. 

Champerty tbeilbaberschaft an kosten und gewinn; fi*. 
champart antheil an der ernte, garbenzehnte; von dem lat. cam- 
poä und pars, partiri, partitus; mlat. campipars, campartium, 
campartagium u. s. w. von dem getbeilten nutzen des ackers; s. 
Duc. 1, 806 flf. u. vgl, jeopardy. 

Champignon essbarer schwamm, champiguon; fr. Cham- 
pignon, it. campignuolo eigtl. feldschwamm von dem lat. campus ; 
botan. name bei Linne -agaricus campestris ; Diez 589 ; ü, 242. 

Champion kämpfer; fr. champion, sp. campeon, pr. campio, 
it. campione von dem mlat. campio zu campus feld; (nhd. kämpf; 
ahd. kämpf = duellum und die ableitungeu ahd. campjo, mhd. 
kämpfe, nhd. kämpe, ags. cempa, altn. kappi) gebildet wie ta- 
bellio notar von tabella; Diez 84; I, 107. Duc. 1, 794—806; 
Q. camp; wegen der begriffsentwicklung vgl. nhd. ins feld rücken, 
in den kämpf ziehen u. ähnliche Wendungen in andern sprachen ; 
engl cample streiten, zanken, nhd. kampeln a. s. w. 

Chance glucksfall; fr. chance wiirfelspiel , glücksfall, altfir. 
cheance zu dem zeitwort choir, cheoir, lat. cadere fallen; mhd. 
nhd. schanze, chance, daher die redensart „in die schanze schla- 
gen'' auf das spiel setzen; vgl. it. cadenza, £r. engl, cadence 



— 186 — 

in anderem sinne von einer lat. form cadentia; Heyse 161; Diez 
589 ; n, 242. 

Chancel chor (durch ein gitter getrennter räum in der 
kirche); aus lat. cancelli gitter, mlat. cancellus; nhd. kanzel eigtl. 
der für die geistUchkeit bestimmte gesonderte platz, dann der 
lehrstuhl des predigers; cancelli bedeutete aber auch die schran- 
ken bei einem gerichtshofe , einer behörde u. s. w. ; davon daii« 
cancellarius, fr. chancelier, chancellerie, engl, chancellor, Chan- 
cery, nhd. kanzler, kanzlei, kanzlist; vgl. z. b. Schwenck 308. 
Heyse 491; über die mlat. ausdrücke Duc. 1, 814 und wegen dej? 
wortstamms noch das engl, cancel. 

Chandler lichtzieher, krämer; fr. chandelier lichtzieher und 
leuchter von dem lat. Candelarius zu candela, fr. chandelle, engl. 
candle licht; Wedgwood 1, 320: „Then, as if the essential 
meaning of the word had been dealer, extended to other trades, 
as corn- chandler. Chandry, the place where candles are kept, 
from chandler, as Chancery from chancellor.*' 

G hange tauschen, tausch; fr. changer, change; altfr. can- 
gier, caingier; it. cambiare, cangiare, sp. pg. cambiar, pr. cani- 
biar, camjar aus cambiare im frühsten mlat. neben cambire bei 
Apulejus (gr. TcafiTtrsiv, xdfißeiv) zusgs. it. scambiare, fr. echan- 
ger, engl, exchange; vgl. camber. 1. 

Channel kanal, rinne; £r. chenal, eheneau neben canai. 
wie im engl, dasselbe wort in den formen canal und kenne).!, 
erscheint; vom lat. canalis Wasserleitung, röhre, zu canna röhr; 
s. can'e. 

Chant singen, gesang; fr. chant, chanter von dem lat can- 
tus, cantare, canere ; dazu chanter, chantress, chantry wie 
fr. chanteur, chanteuse, chantre, chantrerie ; daneben manche un- 
mittelbar dem lat. entnommene formen mit cant — wie auch 
im fr. z. b. cantatrice u. s. w. 

Chaos chaos; fr. chaos;. das gr. /aog eigtl. der gähnende, 
leere, unermessliche räum (zu ;fa/v£/i' gähnen); vgl. in der alt- 
nord. götterlehre ginnunga-gap von giuna gähnen undgapkluft: 
vgl. Trench 32. 

Chap. 1. spalten, springen, sprung u. s. w. ; in naher be- 
rührung zu den ablautsformen chip, chop und unter diesen 
weiter zu verfolgen; wie denn auch in den anderen bedeutuugeu 
ch-ap sich mehrfach mit chop vermischt zu haben «cheint. 



— 187 — 

Chap. 2. kinnbacken; ags. ceaflas und ceaplas kinnnbacken ; 
vgl chaff. 2. 

Chap. 3. handeln, feilschen; chap man kau£nann, käufer, 
kimde (daneben in der form chop) ags. ceapian, copman, goth. 
kanpon, nhd. kaufen; Tgl. cheap und über die ganze gruppe 
der hierher gehörigen Wörter Dief. 2, 440; dazu z. b. chap- 
h k s kolportierte bücher. 

Chap. 4. junger mensch, laffe; könnte eine übertragene an- 
wendung von chap. 2. maul, kinnbacken sein, wie nhd. laffe zu 
laffan, lepphan lecken zu gehören scheint; vgl. Wedgwood 1, 
340: „Compare Dan. kiäft jaw, muzzle, chaps, which is Vulgarly 
nued in the sense of a person ; ^^ andrerseits könnte es für das 
verkürzte chapman künde stehen; ygl. nhd. ein' guter künde, ein 
närrischer künde; engl, an odd chap. 

Chape a plate of metal at the point of a scabbard, das 

ortband u. s. w. in einer menge von technischen bedeutungen; 

vgl. Lucas 1, 317; ganz entsprechend dem fr. chape von dem 

Frisch nach anföhruug verschiedener bedeutungen sagt: „item 

allerlei andere dinge, die über etwas gemacht werden ; " vgl. auch 

das nhd. kappe Sanders 1, 866; es ist demnach das fr. chape =« 

mlat. capa; s. cap; aus cape, chape entwickelten sich dann eine 

anzahl franz. meist auch im engl, erscheinender wÖrter, deren 

formbildung und begriffsentwicklung dem verständniss keine grosse 

Schwierigkeit darbietet; so fr. chapeau im engl, nur als fremd- 

wort; it. cappello, altfr. chapel auch in der bedeutung kränz — 

der statt des hutes getragen wurde — davon weiter fr. chapelet, 

engl, chaplet kränz (vgl. mhd. schapel) rosenkranz; femer fr. 

ehapelle, engl, chapel, nhd. kapelle, it. cappella, mlat. capella 

and engl, chaplain, fr. chapelain, it. cappellano, mlat. capellanus. 

(Das wichtigste über den begriffsübergang in ehapelle — denn 

die formale etymologie scheint sicher cappa, cappella zunächst 

Heine kappe, kleine decke — unter andern kurz und gut bei 

Scheler 50: „Selon Ducange (1, 863), le mot capella, dimin. de 

cappa, et signifiant une petite cape ou chape, s'appliquait parti- 

culierement ä la „chape de St. Martin'' et a 6te ensuite affecte 

au lieu sacre oü eile etait conservee „in quam (aedem) etiam 

praecipua sanctorum aliorum ?Mxf.fava illata, unde ob ejusmodi re- 

liqniamm reverentiam aediculae istae sanctae capellae appellautur.'' 

C'eat ainsi que, par metonymie, capella serait devenu synonyme 

de sacellum. D'autres (vgl. Wedgwood 1, 322) rejetant cette 



— 188 — 

f 

Etymologie historique, dönnent ä ce mot le sens de couverture, 
de dais surmontant un antel, d'oü, par extension, se serait iusen- 
siblemeut produite racception: Ueu separe dans une eglise, cha- 
pelle. Ilesterrone de rapprocher, comme le fait Chevallet, capeUa 
de capsella, petite chasse." Vgl. noch über die weitere begriffs- 
entwicklung z. b. Weigand 1, 203, überhaupt Diez 87; I, 111): 
hierher auch chaperon, fr. chaperon, it. capperone u. s. w. 

Chapter kapitel; fr. chapitre aus lat. capitulum inderkir- 
chensprache (daher ahd. capitul, nhd. kapitel) zu caput köpf, 
eigtl. hauptstück; aufschrift, Versammlung eines ordens wegeu 
der Statuten, die da, in capitula getheilt, vorgelesen wurden. We- 
gen der lautwandlung des 1 in r (lat. capitulum, it. capitolo, sp. 
capitulo, caJ)ildo, pg. cabido, pr. capitol) vgl. fr. apotre und epitre 
aus lat. apostolus, epistola Diez Rom. Gr. D, 241. Bezüglich der 
begriffsentwickluug sagt Soheler 57: „Capitulum, locus in quem 
conveniunt monachi et canonici, sie dictum, inquit Papias, quod 
capitula ibi leguntur. On disait aller au chapitre comme on dit 
aller au cateqhisme. Cela fait que chapitre est devenu synonyme 
d'assemblee ou corps de chanoines. D. chapitrer, reprimander 
en plein chapitre; cp. Tall. kapiteln, einem das kapitel lesen — 
abkapiteln, engl, to chapter; vgl. Duc. 1, 897; capital, ca- 
pitulate u. Heyse 144. 

Char. 1. verkohlen, charcoal holzkohle; als andere and 
ältere formen dafür werden angeführt chark und chark coal; 
aus dem letzten konnte durch falsche trennung der bestandtheile 
sehr .wohl char-coal entstanden und dann erst auch das blosse 
char in gebrauch gekommen sein, das in anderen bedeutungeu 
geläufig war. Zu jenem chark nun, das auch to creak bedeutet, 
vergleicht Wedgwood 1, 323 das ndl. krikkolen = carbones acapni 
minusculi, q. d. carbones crepitantes, a sonitu quem ardentes 
eaunt. Kil. cricken = carbones creperi. — Bigl. from kricken. 
to creak, sonimi creperum seu stridulum edere. — Minsheu. — 
„The E. chirk or chark was also used for a creaking orgrating 
noise and wellbumed charcoal is singularly sonorous when sho- 
velled up or struck together. — So chark -coal would be clin- 
king or creaking-coal ; " vgl. chirk und creak. 

Char. 2. tagesarbeit, a tum of work u. s. w. ; in diesem 
sinne auch vielfach chare geschrieben, wird in Verbindung ge- 
bracht mit dem ags. cerran, ndl. keeren, nhd. kehren — ags. cer, 
c^r Wendung, mal, gelegenheit, geschäft — als die periodisch 



— 189 — 

wiederkehrende arbeit; indessen könnte man es anch als eine 
blosse nebenform Yon care sorge, mühe nehmen, oder wenigstens 
einfluss dieses Stammes gelten lassen; vgl. Dief. 2, 445; Wedg- 
vood 1, 323. Die zahlreichen mundartl. bedeutnngen von chare 
.«anhalten, verscheuchen, erheucheln, kom winnen, .enge Strasse, 
goldlack^^ lassen sich theilweise ungezwungen auf jenes ags. cer- 
ran und cer zurückfuhren, verlangen ^ber noch im einzehien ge- 
oanere erwägung, als hier gestattet ist. 

Char. 3. alpenforelle. 

Char. 4. wagen; fr. char, lat. carrus; s. das üblichere car. 

Character kennzeichen, charakter; fr. caractere vom lat. 
fharacter, gr. xaqaATriQ zu %aqaaaBiv einritzen, daher ursprünglich 
..eingeritztes, aufgeprägtes kennzeichen.^' Interessant ist die, wenn 
Huch leicht verständliche, doch von der deutscheu vielfach abwei- 
^'hende begriffseutwicklung im engl.: in dem älteren gebrauch 
tritt der nrsprüngUche begriff noch weit deutlicher hervor als 
bei ims, jetzt aber geht auch die abstrakte anwendung weiter; 
man vgl. bei Shakspeare die bedeutung „eingraben," bei Wicleffe 
..brandmal^' und jetzt' „ zeugniss ; '' s. Lucas 1, 318, vergUchen 
mit Heyse 161, iSanders 1, 252. 

Char ade sylbenräthsel , charade: fr. charade; das wort ist 
zweifelhafter herkunft, wie es scheint ziemlich neuen Ursprungs; 
(weder bei Duez, noch bei Frisch u. Boyer findet es sich.) Man 
hat an eine ableitung von dem lat. clarus , it. chiaro , chiarare 
gedacht, vgl. chamade; allein es kommt kein it. chiarata, sp. 
cbarado vor; Wedgwood 1, 324 leitet es ab von dem norm, cha- 
rer, langued. chara = to converse und Scheler 57 bemerkt zu 
dieser ableitung: „la charade serait ainsi une enigme, par voie 
de conversation. Y aurait-il quelque rapport entre charade et 
les B. L. caragus^ carajus, carauda, caraula = sorcier , magicien, 
derineur?'- Schwerlich! Diez 11, 243: „der endung nach fremden 
arsprnngs und doch fehlt es im it. und sp., neupr. charada( — o) 
= it. ciarlata heisst geplauder, im fr. vielleicht in „wortgetändel" 
übergegangen, woraus die gegenwärtige bedeutuüg. ** Worcester: 
..from the name of the inventor." 

Chard blattribbe u. s. w. ; fr. cardezu lat. Carduus, s. card. 1. 

Chare; s. unter char. 2. 

Charge last, beladen; fr. charge, charger; it. caricare, car- 
care, gp. pg. cargar, carregar, pr, cargar und dem entsprechend 



— 190 — 

die hauptwörter, von dem mlat. carrioare eineu wageu, lat. car* 
nis, beladen; s. car. 

Chariot wagen; fr. chariot; s. ebeüfalls unter car. 

Gharity liebe; fr. chante, lat. Caritas. 

Chark; s. unter char. 1. u. vgl. chirk. 

Gbarlatan marktschreier, charlatan; fr. charlatan aus dem 
it. ciarlatano von ciarlare, sp. pg. charlar, val. charrar, norm. 
charer schwatzen (vgl. char ade.) Vermuthungen über den sehr 
zweifelhaften Ursprung des romanischen Wortes s. bei Di^ 99; 

1, 126 (Muratori von dem namen Charles, Gharlem^ne, den die 
franz. bänkelsänger in Italien stets im munde geföhrt hatten; 
Menage verweist auf lat. circulari, circ'lari als marktschreier, her- 
umziehen; Diez: „Giarlare kann auf roman. boden gewachsen. 
es kann ein naturausdruck sein, wenn man nicht vielmehr eine 
ablautform von zirlare, sp. cirlar, darin erblicken will ; vgl. bask. 
chirchila = charlatan.^^ Langensiepen im Arch. 31, 147: „Inbe- 
zug auf die bedeutung anknüpfend an it. gridare, fr. crier, v. 
quiritare, das auch eigtl. kreischen, jammern heisst , leite ich ciar- 
lare auf ein von querulus gebildetes querulare sich ewig beklagen, 
geschrei machen und lärm schlagen zurück.^^ 

Gharles' wain der grosse bar; ags. carles vaen, dän. karls 
vogn, schwd. karlwagn; vgl. wegen der bestandtheile die werter 
carl, churl, die identisch sind mit dem fr. eigennamen Charles 
und wain, waggon, wegen der benennung des gestims Grimm 
Myth. 1, 138. 

Charlock, carlock ackersenf, ackerrettich ; ags. finden 
sich als benennungen derselben oder ähnlicher pflanzen bei Bosw. 
cerlice und cedelc, cedeleac (auch engl, kedlack, kedlock); 
der letzte theil der Zusammensetzung scheint demnach das ags. 
leac, engl, leek, nhd. lauch zu sein. 

Gharm zaubern, zauber u. s. w. ; fr. charmer, charme, altfr. 
charme zauberlied, Zauberformel, it. carme vom lat. Carmen lied. 
Zauberformel, mlat. carminare bezaubern ; altengl. c h a r m , a hum 
or low muifmuring noise, the noise of birds, whence a charm of 
goldfinches, a flock of those birds scheint mindestens mit auf 
das ags. cirm, cyrm = clamor, Stridor, tumultus; cirman, c}t- 
man = clamare zurückzuweisen; vgl. Wedgwood 1, 324; Dief. 

2, 445. 

C h a r n e 1 todtengebeiue enthaltend, charnel-house beiu- 



— 191 — 

haus; fr. charnier beinhaus, chaniel fleischlich mit chair fleisch 
Ton dem lat. caro, camis fleisch. 

Chart, charter karte, Urkunde u. s. w. ; fr. Charte, chartre 
&. Card. 2.; nur ist charter-house karthause offenbar volks- 
thümlieh angeeignet aus fir. Chai:treu8e (lat. Garthusia name jener 
einode bei Grenoble in Frankreich, wo das erste kloster des stren- 
gen Ordens des h. Bruno 1086 gestiftet wurde; Heyse 494.) 

Chary behutsam, sparsam; ags. cearig besorgt, traurig; vgl. 
cark (ndl. karigh, nhd. karg, altn. kargr, schwd. karg, dän. 
kanig u. s. w.) care u. ehar. 2. Grimm 5, 213. 

Chase. 1. jagd, jagen; fr. chasser, it. cacciare, sp. pg. ca- 
zar. altfr. chacier, cachier, altsp. cabzar, pr. cassar; unter den 
4of mancherlei weise versuchten ableitungen verdient nach Diez 
79: I, 98 und Scheler 58 am meisten anerkennung die von Me- 
nage aus dem lat. captare fangen (schon klass. captare feras; in 
einem alten glossar dTj^vtrjg erklärt captator) vermittels eines 
ans dem participium captus mit dem snffix iare gebildeten cap- 
tiare; in einer Urkunde von 1162 captia «== venatio nach Gachet; 
Tgl. catch, das doch schwerlich als scheideform davon angese- 
lien werden darf. 

Chase. 2. ciseliereu, emaillieren; verkürzt aus enchase ur- 
sprünglich einfassen, fr. enchasser zu chässe, aus lat. capsa be- 
hältniss; vgl. cash; hierher auch chassy rahmen, fr. chässis; 
Diez 92; I, 117. 

C haste keusch, rein; fr. chaste, lat. castus; dazu dann 
ch asten reinigen, strafen, sowie das genauer dem fr. chätier, 
lat. castigare entsprechende chastize züchtigen, nebst einer an- 
zahl deutlicher verwandten; vgl. Smart unter chaste und dem 
unmittelbar dem lat. entnommenen castigate; über die ablei- 
tungen der Zeitwörter mit -en und mit -ize s. Mätzner 1, 431. 466. 

Chasuble messgewand ; fr. ehasuble, sp. casuUa, it. casipola, 
casupola eigtl. hüttchen vom lat. casa, mlat. casula; Diez 91; I, 
116: vgl. cassock u. chesible. 

Chat. 1. schwatzen, chatter schnattern; an das jedenfiills 
laatnachahmende wort klingen manche Wörter in den naheliegen- 
den sprachen an wie fr. caqueter, vgl. cackle; ndd. köddern, 
ndl. kwetteren, schwd. quittra, dän. quiddre ; vgl. Dief. 2, 477. 

Chat. 2. zweig, chatwood reisholz; s. unter chit. 

Chat. 3. kätzchen; mundartl. neben cat; es ist nur die fr. 
form, wie sie z. b. auch in dem fremdwort chatoyant vorkömmt, 



— 192 — 

oder in ähnlicher weise das reinfr. chäteau neben dem eigtl. engl. 
Castle, ebenso chatelet und chatellany oder chatteis neben cattle 
vorkommen und sich leicht erklären; vgl. über derlei doppelfor- 
men überhaupt Mätzn^r 1, 204 ff. 

Chaudron, chauldron, chawdrou eingeweide, kaldan- 
nen; erinnert nach form und begriff an das ndd. kaldünen, kol- 
dune, nhd. kaldaunen, dän. kallun; s. Mätzner 1, 108. 175; nach 
Weigand 1, 555 mlat. calduna, böhm. kaldaun, kaltaun, poln. 
kaldun dann; welsch ist coluddyn der darm, coludd eingeweide, 
därme/ kaldaunen; vgl. Sanders 1, 853. 

Chaw; erscheint als eine nebenform theils von jaw kinn- 
backen, theils von chew kauen. 

Cheap wohlfeil, gering; ags. ceap kauf, kaufgegenstand n. 
s. w. vgl. Schmid G. d. A. 543 : alts. ndl. ndd. k6p, altfries. käp. 
nfries. keap, kaeep, altn. kaup, schwd. köp, dän. kiöb, ahd. chouf» 
mhd. kouf, nhd. kauf; vgl. chap. 3. u. Dief 2, 440; Br. W. 2, 
842; Mätzner 1, 274. Die engl, bedeutung „billig" entwickelte 
sich aus der ags. „ka\if' vermittels elliptischer redensarten, so- 
dass cheap eigentlich für good-cheap guter kauf steht; vgl. ndd. 
gddkop wohlfeil, ndl. goedkoop, nordfries. gödküp; femer das 
fr. ä hon marche und wegen der ellipse besonders auch das heu- 
tige engl, to get a thiug a bargain etwas wohlfeil bekommen; 
Wedgwood 1, 327; altengl. cheep, chep, chepe, kauf, handel; 
grettere cheep -- ä meilleur marche; Arch. 27, 414; bereits ags. 
yde ceäp leichter kauf; heardan ceape harten, schweren, theuren 
kaufes; Beov. 2416. 2483; vgl. Heyne 143, wo ceäp als ein lehn- 
wort aus dem lat. caupo genommen wird. 

Chear; s. unter cheer. 

Cheat betrügen; Wedgwood 1, 328: „The escheators er 
cheators were officers appointed to look after the king's escheats 
(s. escheat), a duty which gave them great opportunity of 
fraud and oppression, and many complaints were made of their 
raisconduct. Hence it seems that a cheater came to signify afrau- 
dulent person and thence the verb to cheat." So wahrscheinlich 
nach form und begriff' diese ableitung ist und so gewiss chea- 
tersfürecheaters und umgekehrt gebraucht wurden, so könnte 
dennoch dies nur ein Wortspiel mit zwei ähnlich lautenden, ur- 
sprünglich ganz verschiedenen Wörtern und demnach ^cheat ein 
selbständiger stamm sein; vgl. ags. bei Bosw. ceatta = cheats 



— 193 — 

und bei Etm. 287 ceat circnmTentio , wozu angezogen werden 
das denteche chö^dn, fries. kate würfel, köten würfeln. 

Check. Die Terschiedenen bedeutungen des Wortes, auf de- 
ren genauere darl^ung hier verzichtet werden muss, können 
wohl ohne zwang auf ausdrücke bei dem Schachspiele zurückge- 
fohrt werden, so viele mittelglieder auch im einzelnen falle an- 
zunehmen sind, und so schwierig die vollständige begriffisentwick- 
long erscheinen mag. Jenes spiel it. scacco, sp. xaque, pg. xaque, 
pr. escac, fr. eehec (jeu d'echecs), altfr. plur. eschacs, eschass, ea- 
diiess — davon engl, chess — mlat. scaccus, plur. scacci; Duc. 
2, 789 ; nhd. schach u. s. w. wird abgeleitet von dem pers. schah, 
ächach könig als der hauptfigur; s. Duc. Diez 804; I, 366. Andere 
nehmen als zu gründe hegend an das ahd. schah, ndl. schaak 
raab, nhd. noch Schacher rauber Scheler 103; Weigand 2, 550. 
Diez 304 : ,,altfr. echec in der bed. raub,, pr. escac, comask. scach 
geht anf das gleichbed. nhd. schäh zurück, das auch die bed. von 
scacco in sich begreifl.^^ . Von dem ausdrucke bei dem spiele nun 
nhd. schach dem konig, schach matt; fr. echec au roi, ^hec et mat, 
engL check to the king, check mate wären dann die über- 
tragenen bedeutungeu ausgegangen, wie fr. ^chec verlust, check 
Verlust, hindemiss u. s. w. Femer entstand daraus fr. ^chiquier, mlat. 
scacarium Schachbrett, wegen des gewürfelten aussehens engl, 
checker, checkered, vgl. ndl. schakeeren, schackieren; nhd. 
schecke, scheckig Weigand 2, 568. Nun wurde fr. echiquier, altfr. 
eschakier, eschequier, eskiekier, mlat. scacarium (Mätzner 1, 155) 
aach der name eines gerichtshofes in der Normandie und weiter 
emej behörde in England, altengl. cheker, eschekere, jetzt ex- 
cheqner kammergericht, Schatzkammer, nach der gewöhnlichen 
ansieht (Duc. 2, 7^0 ff. Diez 1. c.) von dem gescheckten boden 
oder tafeltuche des ortes, nach anderen, wie Gachet, auch. von 
jenem altfr. escac, eschac, ahd. sch&h beute, raub; Scheler 103 
unter ^hiquier. Aus dem engl, check er mag dann wieder 
verkürzt sein check in der bedeutung „an Weisung aufdiebank, 
anweisong, namenszug, contremarke^^ u. s. w. 

Cheek backe; ags, ceäce, cece; cec (Bout. Nh.) backe, ceic- 
ban backenknoehen, ndl. caeke, kaak ; caek-beeu, kaak-been ; ndd. 
kakel Br. W. 2, 717; nhd. keek (Frisch) keke (Wächter) dertheü 
Ton dem kinne bis zu dem halse; käkel-reem zungenband. 

Cheep piepen (von kleinen vögeln); lautnachahmend wie 
das gleichbedeutende p e e p ; vgl. im deutschen als bezeichnung 

MUlff, Etym. WOrUrbach. 13 



— 194 — 

t 

des geschreis junger hfiliner schiep und ffir ein junges hnlm 
schiepchen. 

Che er (chear) gesiebt, aussehen, muth, freundliche anfiiahme, 
bewirthung, mahlzeit, freudc, erfreuen u. s. w. (vgl. chear = look, 
countenance bei Hai. und die stellen bei Trench 83, wo chere 
dem lat. vultus entspricht) ; fr. chÄre, altfr. chifere (daher it. chwL 
cera), sp. pg. pr. cara antlitz; die dem engl, worte entsprechen- 
den bedeutungen finden sich in dem älteren fr. und in den muud- 
arten (vgl. noch Duez und Scheler 60; Diez 88; I, 112; Duc. 1, 
918) nur dass das an sich zweideutige wort, welches also ur- 
sprünglich Zusätze wie good, h^avy u. s. w. verlangte, im en^. 
vorzugsweise auch ohne diese von dem heiteren antUtz gebraucht, 
zum Zeitwort gemacht wird u. s. w. Der Ursprung des roman. 
Wortes ist nicht ganz zweifellos ; Diez leitet es , doch nicht ohne 
eigenes bedenken, ab von dem lat. gr. cara (Corippus im 6. jhd. 
de laude Justini 2, 412. 418 „postquam venere verendam Caesaris 
ante caram^^) antlitz, xcr^or, xdfrj haupt, antlitz. (Langensiepen 
im Arch. 81, 146 denkt an quadra Mche, tisch, gesichtsflache, 
esstisch.) 

Cheese käse; ags. cese, c^se; alts. käsi, kiesi, ndl. caee, 
kaas, ahd. chäsi, mhd. nhd. kaese von dem lat. caseus (bei Varro 
5, 108 erklärt: „hoc primum debuit pastoribus caseus, e coacto 
acte ut coaxeus dictus") vgl. Weigand 1, 566 u. Grimm 6. d. 
d. S. 697 (1005). 

Chemistry chemie; chemist Chemiker; fr. chimie, it. sp. 
pg. chimica; Heyse 164: „gr. Xrj^uiay XVfiBia^ von xvfiog ftüssig- 
keit, saft, von xv(a, xio) ich giesse, lasse fiiessen, weil die chymie 
zuerst darin bestand , safte zu medicinischen zwecken aus den 
pflanzen za ziehen und diese auch wohl oft- zu mischen^*; vgl. 
Scheler 60 u. alchymy; wegen der anderen ableitung ronx^f^^^ 
als dem namen Aegyptens Trench E. 249. 

Gherish hegen, pflegen; fr. ch^rir zu eher theuer, it. caro, 
lat. carus. 

Cherry kirsche; ags. cirse, cyrse; fr. cerise, it. ceregia, 
deriegia, sp. cereza, ahd. kirsä, mhd. kirse, nhd. kirsche aus dem 
mlat. cerasea, gr. xcQaala^ d. i. wohl bäum mit homhartem frnckt- 
kerne (gr. xe^ag hom u. vgl. homkirsche, komelbaum), mit Stein- 
frucht, welcher besonders um die westlich von TrapesEont am 
schwarzen meere gelegene stadt Gerasus, gr. KeQaaovg wudis und 
dieser nach Eustath. zu Hom. IL 2, 858 u. zu Dionys. 456 den 



— IM — 

iuun«i gab, nicht umgekehrt, wogegen auch jene bildung cerasea, 
oerasta streitet. Den Römern war die kirsche schon vor Lucallus 
nicht unbekannt; Weigand 1, 586; die engl, dem ags. und hoch- 
dtecL gegenüber etwas auffallende gestaltung des wortes scheint 
eben mehr auf den roman. fonnen zu beruhen; vgl. Mätzner 1, 168. 
Chervil kerbel; ags. cerfille, &. cerfeuil, it. eerfoglio, sp. 
eerafoho, lat. gr. caerefohum, chairophylon, x^'i^^t/AJlov; eben- 
daher ahd. cherrola, mhd. kervele, nhd. kerbel. 
Che SS. 1. Schach;. s. unter check. 
Chess. 2. Unkraut im kom, brand; chess-apple. 
ehest löste, kästen, brüst; ags. eist, eiste, cyste; nhd. kiste, 
ahd. chista aus lat. cista, gr. nuattj^ wegen der begriffsentwick- 
lang Tgl. nhd. brust-kasten, sowie im allgem. das nhd. kiste und 
kästen bei Weigand 1, 567. 586 ; sdion* ahd. in ablautenden for- 
mesL chista, chasto Wackemagel Umd. 50. 

Chest-nnt (ches-nut, chesten-nut) kastanie; altengl. 
ehesten, ehesteyne; fr. chataigne, chastaigne von dem lat. cas* 
tanea; ahd. kestina, mhd. kestene, nhd. mundartl. keste, käste 
neben dem weniger ang^igneten kastanie ; auch ags. cjrstel, cyst-, 
eyrten-beim. Das lat. castanea von dem gleichbedeutenden gr. 
xcfaroyoy, welcher name von den städten Castana {Kctaxava) in 
der landschaft Pontus am schwarzen meere und in Thessalien 
(letztere bei Herodot Kaad^avaia) die von kastanienbäumen in 
falle umgeben waren; vgl. dagegen cherry. Weigand 1, 566. 
CheTeril Zicklein, ziegenieder; altfr. chevrel, nfr. chevreau 
jonge ziege Ton ch^vre, lat. capra ziege. 

Cheyisance das vollbrachte werk, vertrag u. s. w.; fr. che- 
Tissance von chevir «» venir ä bout, venir ä chet, altfr. venir ä 
Chief, altengl. chieve, chive, cheve vereinbaren, zum Schlüsse kom- 
men; vgl. achieve} das fr. chef, altfr. chief, pr. cap ist das lat. 
Caput köpf, dann für an&ng und für ende angewendet ; de chief 
en chief von anfang bis zu ende ; rechief, * rechap wiederan&ng ; 
8. Diez 592; I, 246 und vgl. chief. 

Chevron sparren (in der heraldik); fr. chevron, pr. cabrio, 
eabir6 in demselben sinne; sp. cabriou, caviron holzblock, eigtl. 
bock, auf dem etwas ruhet; es ist das lat. capreolus zu caper in 
derselben anwendung; ein sehr altes zeugniss für das fr. wort 
ist in den Oass. Gloss. capriuns ; s. Diez 593 ; II, 247 und Wedg- 
wood 1, 331. 

13* 



— 196 — 

Gliew kauen — auch chaw geschrieben und gesprochen; 
ags. cedvan, ahd. chiuwan, mhd. klugen, in diesen drei sprachen 
noch als starkes zeitwort, sonst nur schwach vorhanden, wie nhd. 
kauen, ndl. kauwen, kaauwen ; vgL Weigand 1, 570, wo auch auf 
die Verwandtschaft; mit ags. ceäce (s. check) hingewiesen ist. 

Chicane schikane; &. chicane; der Ursprung des fr. Wortes 
ist einigermassen zweifelhaft; nach Diez 100; I, 126 gehört es 
wahrscheinlich zu it. cica kleinigkeit, fr. chiche knauserig, aus 
lat. ciccum kleinigkeit und bedeutete ursprungl. „krämchen^% dann 
„kleinigkeit, unnütze spitzfimdigkeit, hader um nichts; ^^ dagegen 
nach Mahn bei Heyse 165 wahrscheinlicher iber. abkunfb, bask. 
chikia, chik-erra klein. 

Chick, chicken küchlein (tochick sprossen); ags. cycen- 
cicen, ndd. kiken, küken, kieken Br. W. 2, 769; ndl. kieken, 
kuiken, nhd. küchlein Weigand 1, 646; vgl. engl. chickUng, altn. 
kinklingr, kjkHngr, schwd. kyckling, mundartl. kuklung, kokling, 
dän^ kylling ; es scheint zu der im goth. qvius lebendig steckenden 
Wurzel zu gehören; vgl. Dief. 2, 482 ff. und s. quick. 

Chide schelten; ags. cidan ein starkes zeitwort (vgl. darüber 
Mätzner 1, 360), welches sehr vereinzelt in dem ags. und engl, 
dasteht (Grimm Gr. 19, 1025. No. 159) und an das in deutschen 
mundarten kaum anklänge erinnern, wie das Schweiz, kidenlaat 
schallen; vgl. noch einiges bei Dief. 2, 478 unter dem goth. qvi- 
than, über welches quoth nachzusehen ist. 

Chief haupt, hauptsächlich; altfr. chief, nfr. chef, pr. cap, 
it. capo u. s. w. vom lat. caput; dazu dann chieftain, altfr. 
chevetaine, chataine, neben captain; vgl. ausser dem letzteren 
cape. 2., achieve, chevisance u. s. w. wegen der Urver- 
wandtschaft he ad u. Dief. 2, 531. 

Chilblain frostbeule; s. chill und blain. 

Child kind; ags. cild oder cild, plur. cildm; gewiss eiaes 
Stammes mit dem nhd. gleichbedeutenden kind, ahd. chind, über 
dessen weitere Verbreitung und abstammung noch unter den engl, 
kid, kin, kind zu reden ist; nur darf man schwerlich einen 
späten Wechsel des n in 1 annehmen ; vgl. vielmehr das goth. kil- 
|>ei mutterleib und überhaupt die goth. Wörter keian, kilj^ei bei 
Dief. 2, 448-450; Weigand 1, 583 unter küt und kind; über 
das auf den plural beschränkte wortbildungssuffiz Bopp V. 6r. 
3, 390. 



— 197 — 

Chili firost, k&hl, frieren, kälten; ags. edle, c^le frost, kalt; 
neben cold, ags. ceald und cool, ags. c6l zu dem goth. kalds 
Dief. 2, 437 ; als formahnHche Wörter sind besonders zn beachten 
ndl. kil kalte, ndl. ndd. killen kälten, (vor kälte) schmerzen ; ygl. 
Br. W. 2, 770 und siehe ansser cold und cool wegen mögli- 
cher, wenn auch erst entfernterer berührung kill tödten. 

Chime. 1. (chimbe, chimb) rand, kimme; ndl. kim, 
timme rand, horizont; ndd. kimm Br. W. 2, 772 und in das 
nhd. aufgenommen der kimm, die kimme, diekimmnng Schwenck 
315; Sanders 1, 906; Weigand 1, -583; schwd. kim; anch im ags. 
Bcheint das wort Torhanden gewesen zu sein ; vgl. Etm. 382 cim- 
«tan = basis, cimbing =» junctnra. 

Chime. 2. (cliimb, chjmbe bei Hai.) einklan^, glocken- 
spiel, tonen u. s. w.; chymyn or chenkyn with bellys. Tintillo. 
Pr. Pm. bei Wedgwood 1, 338, der sich begnügt das wort zu 
bezeichnen als „imitatiye of a lond clear sonnd^^ und allerlei 
ähnlich klingende Wörter aus dem finnischen anzufahren weiss *, 
sach mit chirm ist es kaum zusammenzustellen. Sollte es, wie 
Jimins und Bfinsheu annehmen, aus cymbal frühzeitig verkürzt 
aem? Hai. 1, 250 hat: Chymbe. A cymbal. (A-S.) As a chymbe 
or a brazen belle, That nouther con undirstonde ny teile. Cursor 
Mundi. Ms. Coli. Trin. Cantab. f. 72; vgl. Col. 18. chimbe Bb.= 
cymbal. Ps. cL 5. u. Chime sb. (of bells). Alys. 1852. Dan. kime. 
Chimera (chimaera) hirngespinst ; fr. chim^re, it. chi- 
mera, sp. quimen^ von dpm lat. gr. chimaera, xh^^^Q^ eigtl. ziege, 
dann das ungeheuer 11. 6, 181 : „Tt^oa^c littiVy oni^^ de d^ax6>v, 
\disar^ de x^/^crf^a/^ 

Chimney kamin, Schornstein; fr. chemin^e, älter chimen^e 
ü caminato, camminata, mlat. caminata ein mit einer feuerstätte 
(gr. xdfiivog brennofen) versehenes gemach; daher in der Aelfr. 
gbsse caminatnm «ef^hüs feuerhaos; ahd. cheminäta, mhd. ke- 
menate, kemnäte; vgl. nhd. kamin; und über die ältere bedeu- 
tung von chimney ofen Trench 35; mit slav. kamui stein und 
dem german. hammer stellt es zusammen Rapp No. 289. kam. 3. 
**cin; vgl. Arch. 81, 145; Weinhold, die deutschen frauen im mit- 
telalter p. 332 anm. 

Chin kinn; ags. ein, cinn, cinne; goth. kiunus, alts. kinni, 
ndl kinn, kinne; altn. kinn, schwd. kinne, dän. kind, ahd. chinni, 
fflhd. nhd. kinne, kinn in den bedeutungen kinn, kinnbacken u. 
8* w. ,,Das wort stinmit lautverschoben mit lat. gena wange, gr. 



— 200 — 

reiterei, fr. cavalerie; vgl. cavalier und wegen der bedentung 
Trench 35. 

Cive Schnittlauch (meist plur. chives oder in rein fr. form 
cives); fr. cive, lat. caepa, cepa zwiebel; chives staabfaden 
konnte dasselbe wort sein, wie denn chirets auch för die wurzel- 
fasem und chives für wurzelzwiebeln überhaupt yorkömmt, je- 
nes formell genau zu fr. civette dimin. von cive stimmend; 
immerhin konnte auf die entwicklung noch ein andrer stamm 
eingewirkt haben, wie fr. chevelu zu cheveu, cheVeul, chevol, lat 
capillus haar, ein haarartiges wurzelgefuer bedeutet; vgl. Wedg- 
wood 1, 336. 

Ghock; erscheint als nebenform ton choke, chuck, 
«hock. 

Ghocolate Schokolade; fr. chocolat, it. cioccolata, sp. cho- 
colate, mexikan. Ursprungs; chocollatl Diez I, 129. Scheler 61: 
„du mexicain choco, bruit, et lattle, eau; les Mezicain's prepa- 
raient le chocolat en le faisant mousser dans de Tean chaude 
(Bescherelle) — du mex. choco, cacao et lattle, eau (Dochez)**; 
nach Mahn bei Heyse 167 entweder von cacauatl kakao, oder 
von xocoatl ein getränk aus mais; vgl. Chambers's Encl. 3, 4. 

Ghoice wähl, auserlesen; fr. choix, älter chois, pr. causit: 
Zeitwort fr. choisir, pr. causir, chausir, und das romanische wort 
nach Diez 594; U, 248 aus dem goth. kausjan prüfen, oder gleich 
aus dem starken kiusan wählen, über welches weiter zu Tgl. 
choose u. Dief. 2, 457. 

Ghoir chor; fr. choeur, lat. chorus, gr. x^fog; neben dieser 
form kömmt im engl, theils das unveränderte lat. chorus, theik 
am meisten angeeignet und durch anpassen der Schreibung an 
die ausspräche umgestaltet quire, altengl. queer (Maunder.) vor 
übrigens auch ags. chor, wie im deutschen chor; vgl. wegen der 
begriffsentfaltung z. b. Heyse 168. 

Ghoke ersticken, würgen; ags. äceöcian»sBuffocare Etm. 
387; ceöcians=»ruminare, considerare; chokes bedeutet in mnnd- 
arten, chpuks schott. die kehle; nach Wedgwood 1, 336 isL 
kok, quok kehle u. davon koka, quoka verschlingen; so scheint 
das wort in naher Verwandtschaft zu cheek, chew u. s. w. zu 
stehen. 

Ghoose wählen; ags. ceösan, goth. kiusan, alts. kiosan, 
mndl. kiesen, nndl. kiezen, altn. kiosa, schwd. kiesa, kesa, dan. 
keise, ahd. chiosan, mhd. nhd. kiesen, ndd. kosen, kören; vgl* 



— 201 — 

olid. er-koren; kor in will-kfir q. b. w. Br. W. 2, 849; Dief. 2, 
455; Kelurein 1085; wegen der Verbreitung anf roman. gebiete 
nnd des rBcktritts Ton da ins engl. vgl. choice; Heyne 148: 
,,8kr. Ted. gosb benevole accipere." 

Ghop; die vielen Terscbiedenen bedeutongen des Wortes 
genau zn ordnen und in ihrer entwicklang nachzuweisen, ist eine 
schwierige aufgäbe, zu deren losung hier nur andeutnngen gege- 
ben werden können. Einerseits werden die nächstverwandten 
chap und chip viel£Eu;h anhält zur erklänmg bieten (z. b. chop 
kaufen ist chap. 3.; andrerseits darf man den einfluss der laut- 
nachahmung (nur nicht in dem masze wie Wedgwood 1, 387), 
etwa auch einwirkung des fr. couper annehmen; immer wird die 
erklarung mancher einzelnen anwendung unsicher bleiben. Nur 
onbeispiel ffir viele! the wind chops oder chops about bedeutet: 
„der wind springt um, ändert sich plötzlich; dies erkort nun 
Wedgwood in seiner art: „the sjUable chap or chop represents 
tiie sound of a sudden blow etc. hence to chop is to do anything 
suddenly as with a blow, to tum; the wind chops round, when 
it makes a sudden tum to a different quarter. — From the no* 
tion of tuming round the word chop passes to the sense of 
exchanging.^^ Gewiss nicht schlechter ist die entgegengesetzte* 
begriffsentwicklung „kaufen, tauschen, wechseln, drehen^^ u. s. w., 
znmal wenn man festhalten darf, dass f&r die engl, sprachbil- 
dnng der begriff „kaufen^* für chop und ags. ceap u. s. w. (s. 
ehap. 8.) als der ältere anzunehmen ist. Wiederum könnte man 
aber auch von chap. 1. ausgehend an das nhd. kappen und 
kippen erinnern, in denen sich die begriffe sehneiden und um- 
kehren (umkippen) berfihren. 

Chorus chor; lat. gr. chorus, x^Sl b. choir u. quire. 
Chough dohle; ags. ceö (Bosw.) ceä (Etm.); Mätzner 1, 
150, wo über das wie f lautende gh gesprochen wird, verweist 
anf ahd. couh, gouh, nhd. gauch, ags. geac; es mögen sich in 
dem engl, worte die bezeichnungen verschiedener vögel gemischt 
haben; vgl. besonders noch ndl. kauwe dohle, altengl. kowe 
dohle; femer fr. choucas, pr. caucala, sp. chova und choya^ 
nebelkrahe, altfr. choe, pic. cave, pr. cau, chau eule u. s. w. ; die 
romanischen Wörter selbst vielleicht deutschen Ursprungs; Diez 
S94; II, 248: „der stanmi mag deutsch sein: mhd. chouh eule; 
8. Grinmi 1*, 178; ein vogel cauha findet sich L. Alam. 99, 18; 
▼gl. ndl. kauw kriLhe, engl, kaw krächzen/* 



— 26« — 

Ghonse pinsel, betragen, prellerei; Wedgwood 1, 338: 
,,ehowBe firom the Tnrkish chiaus, a mesaenger or enToy. In 1609 
Sir Robert Shirley, who was aboat to come to England with a 
mission from the Grand Seignor and the lang of Persia, sent 
before hm a chiaus, who took in the Tnrkey and Persia mer- 
chants in a way that obtained mach notoriety at the tinie. 
Hence to chians became a slang word for to defrand — Gifford's 
Ben Jonson 4. 27. S. Baadiasin, Ben Jonson nnd aeine schule 
1, 427; und die betrefiFende stelle im Alchemist 1, 1. „What 
do you think of me, that I am a chiaus? — What's that? — 
The Turk was here, as one should say, doe you think I am a 
Turk?" etc. vgl. Trench E. 90. 

Chrism salböl; chrisom eigtl. geweihtes hemd für die 
kleinen kinder, das bei ihrer salbnng nach der taufe gebrancht 
wurde, dann für das anschuldige kind selbst; vgl. Hai. 1, 249 
chrisome (daher dann z. b. chrisom- calf) bereits ags. crismae=l, 
chrisma; 2, yestis alba; von dem kirchl. lat. chrisma, gr. Xfßofia 
ssu xifi^ salben; ahd. chrisamo, chresamo, chresmo; mhd. chre- 
seme, krisem; nhd. chrisam Heyse 169; fr. chrdme, chremeau; 
vgl. Duc. 1, 1075. 

Christ Christus; lat. christus, gr. x^<7ir<i^ der gesalbte su 
Xficj salben — nebst seinen ableitungen und zosammiBnsetssangen 
bedarf hier weiter keiner erklarung; über eine interessante be- 
gri£fsänderung von christendom, ehemals, wie dem laute, so auch 
dem begrüBfe nach gleich dem nhd. christenthum, jetzt in der 
bedeatung Christenheit vgl. Trench 36. 

Ghronicle chronik; fr. chronique; mhd. crönike, nhd. 
chronik, aus dem gr. lat. xifovog zeit, %i(ovixa^ chronica; die eigen- 
thümliche engl, form weist gleichsam auf ein chroniculum zurück, 
mochte aber auch in falscher analogie an die zahlreichen formen 
auf cle und unter einfluss des adjekt. chronica 1 entstehen; TgL 
Mätzner 1, 454; im älteren engl, ist die rein fr. form cronique 
zu finden. 

Chub aland, kaulbars, pinsel; die grundbedeutung ist wohl 
dickkopf wie in dem fischnamen chevin, fr. chevane, cheviniau; 
chubby ist kurz und dick, chubby-faced bausbackig; dazu 
treten dann chuff, chuffy mürrisch, grobian, welche bedeu« 
tungen auch chubby zeigt und die von der ^gentlichem nicht 
weit abliegen; vgl. nhd. dickkopf, fr. tete, tfitu, tttard; der form 
nach erinnert chub theils an cop, nhd. köpf, theils an die ro« 



— tos — 

mamech«!!, dem Ist capat entsprossenen Wörter wie chef, oapo 
ü. 8. w. sowie die daher stammenden mlat. capito, capitanus, 
eaphatenos, carena; s. Wedgwood 1, 339. 

Chnck, chnckle; bei diesen Wörtern darf man woU 
Ton der laatnachahmung ausgehen, so gut wie bei den nhd. 
glucken, glucksen, sehlnchasen nnd ahnlichen ; wenigstens erklaren 
&A damit die bedentongen „glucken, schnck^i', lachen ;^^ auch 
mag in diesem fidle Wedgwood recht haben, wenn er 1, 340 
sagt: ^to chock one nnder the chin is to give him a sndden 
blow, so as to make.the jaw chackor snap; to chnck in the sense 
of throwing may have the same origin/^ 

Chnm stabenbnrsche (auf Universitäten); scheint eine ver- 
stommlnng zu sein ans comrade oder dem ags. cumassadvena 
gast, oder chamberfellow; Mätzner 1, 168. 

Chnmp, chnnk klotz, holzblock; Wedgwood 1, 341 ver- 
gleicht jnnk nnd cob, freilich ohne damit den ursprang auf- 
Eohellen. 

Church kirche; ags. cyrice, alts. kerika, altfirs. kerke, altn. 
kyrkia, ahd. chirihha (chilichä) mhd. nhd. kirche aus dem gr. 
xv^iaxiip eif^h dem herm (xi^io^) gehöriges (haus); Weigand 1,584. 

Churl bengel, bauer; ags. ceorl, ndd. kerleman, nhd. kerl; 
Tgl. carle. 

Churme (churm, chirm) geschrei, lärm; ags. cyrm; vgl. 
das unter charm und chirk beigebrachte u. Dief. 2, ^5. 

Churn butterfass, buttern; ags. cyrin, cym, cerene, cernan, 
nlul. kernen, kirnen, ndd. kamen, ndl. kamen, kernen — auch 
sdiott und mundartl. engl, kirn, kern — altn. kima, schwd. 
lärna, dän. kieme, vom altn. kiami nusskem und milchrahm, 
daiL kieme, dtsch. mundartl. kern, kern und milchrahm zum 
bottem, insofern der kern das. beste von etwas bedeutet; nhd. 
kermnilch, ndl. kerne-, kame-melk, schott. kimmilk; Weigand 
If 579; es würde dann nahe berührung mit com, ags. com, 
goÜL kaum u. s. w. anzunehmen s6in. Dief. 2, 441. Nach an- 
dern wäre dagegen churn identisch oder wenigstens nahe ver- 
wandt mit quem, ags. cveorn, cvym, goth. qvaimus mühle 
Dief. 2, 470. Wedgwood 1, 347 zieht auch das ags. cerran, 
cyrran, nhd. kehren herbei. 

Cibol, chibbol zwiebel; fr. ciboule, sp. ceboUa, it« cipoUa 
Yon dem lat. cepula (cepulla) diminutiv von cepa (aus welchem 
auch das nhd. zwiebel entstanden, während bolle an den letzten 



— 204 — 

iheil nur anklingt and ilm aneignen half; (ygLbolle, boll); 8. 
aach chive. 

Cid er obstwein; fr. cidre, sp. eidra, it. cidro, sidro, wal. 
cighearin ans lat. sicera, gr. <r/x£^or, was entstellt zn cisera und 
dann cidra worde (wie fr. ladre ans Lazare, Lazams) ; altsp. noch 
sizra; Diez 318; I, 381; das wort scheint übrigens weiter orien- 
talischen nrsprongs zn sein, hebr. schechär, aram. schichrä, arab. 
sakar berauschendes getrank; Weigand 1, 213; ebendaher das 
nhd. mundartl. oder eigentlich jndendentsche schicker angetnmken, 
betranken. 

Cierge Wachskerze; fr. cierge, pr. ciri von dem gleichbedeu- 
tenden lat. cerens eigtl. wächsern zn cera wachs, fr. cire; auf 
demselben stamme beruht ahd. cherzä, charza^ charz, mhd. nhd. 
kerze. 

Gigar (in mehr engl, schreibang segar) cigarre; fr. cigare, 
Ton dem sp. cigarro ein fingerlanges mit geriebenem taback ge- 
fälltes papierröUchen zum rauchen, eigtl. name einer art taback 
auf der insel Cuba. . 

Gin der ausgeglühte kohle, schlacke, glühende asche; wie- 
wohl sich das wprt nach form und bedeutnng für das heutige 
Sprachgefühl an fr. cendre, lat. cinis, cineris anlehnt und wirk- 
lich unter dessen einfluss sich entwickelt haben mag (vgl. z. b. 
die ganz auf das lat. zurückweisenden cinereous, cineration 
u. s. w.^ so ist es doch zunächst das ags. sinder schlacke, rost; 
altn. sindur, dän. sinder, ahd. sintar, lühd. nhd. sinter die beim 
schmieden abspringende glühende schlacke des eisens, dann über- 
haupt schlacke; ndl. sindelessscoria (Binn.) sintel ausgebrannte 
schmiedekohle; altn. sindra funken sprühen — vielleicht ursprüng- 
lich das sich absondernde; vgl. sunder und Schwenck 617. 

Ginnabar zinnober; it. cinabro, sp. pg. cinabrio, fr. cinabre, 
pr. cynobre, nhd. zinnober u. s. w. vom lat. * cinnabaris, gr. 
Tuwdßafig^ luvpdßafi^ pers. kinbar, zindscharf, zindsehafr, zind- 
schifrah, sim-schagaraf, hindost, schangarf, arab. sindscharf, sind- 
echafr, zundschufr; Heyse 976. 

Ginnamon zimmt; gr. lat. x/n^/uov, cinnamum, hebr. kin- 
namon, lat. cinnamomum, woraus im deutschen sinnamin , zinna- 
min, zinnament, zinement, zimmt; wahrscheiHch zu gr. xairi;, 
lat. canna, hebr. kanah (vgl. cane) gehörig, wie fr. cannelle 
kleine röhre, zimmt bedeutet. 



— 206 — 

Cion (scion) reis, spross; fr. cion, scion für sicion yondem 
lat Sectio abschnitt (secare schneiden), wie wir sagen schnitt- 
ling; YgL noch fr. scier sagen yon dem lat. secare schneiden; 
Diez 723; U, 408. 

Cipher Ziffer, chiffre, zahl; fr. chiffire, it. cifrn, cifera; sp. 
pg. ci£ra; die erste bedentong scheint die des blossen Zahlzeichens 
ohne absoluten werth, der null zn sein. (Im Breviloquas cifra»» 
figara nihiU, wal. cifre null; ygl. noch engl, a mere cipher und 
mkt cifra bei Dac. 1., 1087); der name kam, wie das Zahlen- 
system von den arabem; arab. ca£Eur leer, cifr (cifron) ganz l^r, 
letzteres als snbst, das zeichen null, arab. meist durch einen punkt 
aoagedr&ckt, dann der name auf die anderen neun zeichen über- 
tngen; Diez 101; I, 127; dasselbe wort ist it. sp. pg. zero, fr. 
lero das Zahlzeichen null; Diez 377 ; I, 447. 

Circle kreis; fr. cercle, lat. circulns zu circa, circum was 
engl in einer menge Zusammensetzungen und ableitungen theils 
onreiandert, theils leicht erkennbar erscheint; vgl. Smart; Mätz- 
nerl, 500. 

Cistern cisteme; fr. cisteme, lat. cisterna eine ableitung 
Ton cista, wie carema von cava. 

Citadel dtadelle; fr. dtadelle, it. cittadella eigtl. kleine 
Stadt, dann beifestung u. s. w.; diminutiv ygm it. citta, fr. cit4, 
engl city aus lat ciyitas (sp. ciudad, pr. dutat, ciptat u. s. w.) ; 
ik engl, ableitung Citizen ist formell etwas auffallend gegenüber 
dem fr. dtoyen, altfr. dteain, citien, lat. gleichs. ciyitanus und 
^ z scheint durch angleichung an das sinnverwandte denizen 
eingedrungen zu sein; Mätzner 1, 451. 

Citren citrone; citrul kürbiss; fr. citron, citrouille; die 
letztere frucht wegen ähnlicher färbe und gestalt nach der ersten 
benannt; vgl. noch mlat. dtrö; it. citriulo gurke n. s. w. aus dem 
gr. mfoif, welches nach Weigand 1, 214 auf arab. turundja zu- 
rückzuweisen scheint. 

Civet zibeihkatze; fr. cirette, it. cibetto, zibetto; morgen- 
ländisches wort; pers. zabäd, arabi zubäd, zabbäd .schäum, zibeth; 
dafon auch mgr. ^nhiov zil^eth, ^nhrjg zibethkatze, neugr. 
^imhi; Heyse 976. 

Clack klatschen, klappern, plappern u. s. w.; fr. daquer in 
denselben oder ähnlichen bedeutungen, claque klaps mit der band; 
^ sind lautnadiahmeade naturausdrücke, die sich.vielfEich in an* 
ieren sprachen ähnlich wiederfinden; vgl. mhd. clac; ndl. klak- 



— 208 — 

Gl aap haken, klammer; altengl. clapse (s. über die meta- 
these Mätzner 1, 184); nach Wedgwood 1, 346 wäre clapse die 
ursprüngliche form und ans clap entstanden zudenken, wienhd. 
schnalle zu schnellen gehört; ndd. klaspe leiste Br. W. 2, 794. 

Glatter klappern, klirren; lautnachahmendes wort (vgl 
clap) ndl. klateren rasseln, ndd. kläterenBr. W. 2, 794; oberdtsch. 
klattem plaudern — wie auch clatter diese bedeutung hat — 
daneben klitteren; Schmeller 2, 364; Weigand 1, 598. 

Glaw kralle, klaue; ags. clavu (clä), ndl. klouwe, claeuwe, 
Uauw, ahd. chlawä, mhd. kla, nhd. klawe, klaue; altn. klauf^ kld, 
schwd. klöf, klo, dän. klov, kloe. Nahe berührung findet statt 
mit clew (clue), vielleicht auch mit cleare, doch muss die 
Wurzel noch als unermittelt gelten; vgl. vermuthungen bei Wei* 
gand 1, 590. 635; Schwenck 318. 

Glay thon, lehm, schlämm u. s. w.; ags. daeg, ndl. klei, 
klai, ndd. klei Br. W. 2, 798 und dann auch ins nhd. einge- 
drungen klei, klai (klei-boden) Weigand 1, 588 (pöln. kl^y, böhm. 
kleg leim); mundartl. auch im engL noch die ursprünglicheren 
formen clag kleben, claggy kleberig; vgl. mittelndd. Uikken 
mittels thon binden, leimen; altniederd. klekvan. Wedgwood 1, 
348: „Dan. klag, kleg <» clammy, viscous, sticky, and as a noun 
■B loam; Dan. klag, klagge «= mud; Prov. E. clays =» bogs.*^ 
Glay ist also jedenfalls die zähe, bindige erde und berührt sich 
seiner wwrzel nach ziemlich nahe mit cleave. 1. 

Glay es flechtwerk; fir. daies, altfir. doie, pr. cleda hürde, 
mlat. dida, clia, cleta, dimin. cletella; es vnrd aus dem keli er- 
klärt, altir. cliath, kymr. dwyd; s. Dief. 2, 536; Dies 595; II, 
249; German. 3, 1 ff. Duc. 1, 1121; SchmidG. d.A.548. 

Glaymore grosses schwert ; gael. claymore, glaymore, glay- 
mör «B great sword; eigentlich claidheamh-mör. 

Glean rein, cleanse reinigen; ags. claene; daensian, daes- 
nian; ahd. chleini glänzend, mhd. kleine, nhd. klein zierlich, 
&in, nicht gross; ndd. kleen, ndl. kleen, klein, schwd. klen, dän. 
klein; der begriffsentwicklung nach scheint die grundbedeutung 
„heU, glänzend ^^ gewesen zu sein, wonach das wort nahe zn 
einem weitverbreiteten stamme glin, glan träte ; vgl. keltische aus- 
drücke wie kymr. glän »> purus u. s. w. bei Dief. 2, 413 u. s. 
gleam, glitter; Schwenck 319; Rapp No. 223 klan sanft, klar; 
„vielleicht mit abgefallenem guttural lat. lenis sanft.^^ 



— 209 — 

V 

Clear klar; altfr. der, cleir, nfr. dair, lat. ciaras und eben- 
falls aoa diesem mhd. dar, nhd. klar, ndd. ndl. klaar zuerst von 
dem tone, dann überhaupt hell; vgl. ir. klor = dear, neat, dean; 
Wedgwood 1, 348. 

Cleare. Das englische hat in diesem worte zwei stamme 
rennischt, die ursprünglich und in den verwandten sprachen noch 
Ton einander geiarennt bleiben, wenn auch nahe aneinander strei- 
fend; vgl. über die formen Mätzner 1, 360. 362. 334. « 
Cleave. 1. kleben; ags. clifian (cläf, clifon, clifen), ahd. 
cUipan, mhd. kliben, alts. cliban Grimm Gr. 1^ 1024, No. 129; 
aus den starken zeitwörteru entwickeln sich frühzeitig die ent* 
sprechenden schwachen, die auf den heutigen sprachstufen allein 
bleiben ahd. chieipan, kleiban, mhd. nhd. kleiben und ahd. chle* 
pen, mhd. nhd. kleben; ags. cleoQan, clifjan; ndd. kliven, ndl. 
cle?en, kleeven, schwd. klibba, dän. kläre; der stamm erinnert an 
dag gr. ykiay yköid leim, lat. glus, gluten; s. glue; Schwenck 
319; Kehrein 906. 

Cleave. 2. spalten; ags. deöfan, clüfan (cleäf, clufon, cloven), 
aach.im engl, noch mit starken formen clove, doven ; alts. cliobhan, 
cUiopan, mhd. klieben, nhd. klieben, klauben, ndd. klöven, ndl. 
Uieven, klooven, altn. kliufa, schwd. klyf^a; Grimm Gr. \\ 1026, 
No. 208; Br. W. 2, 810; Weigand 1, 595; der stamm weistauf 
^ lat glubere, gr. yXwpiiv; vgl. noch Kehrein 1020 und cleft. 
Clef Schlüssel (in der musik); fr. clef, lat. clavis — wie nef 
daa kirchenachifif, fr. nef, lat. navis. 

Clem noth leiden, verhungern lassen (mundartl.); ist wohl 
BOT eine nebenform und übertragene anwendung von clam; vgl. 
auch ags. clem Rieben clom fessel. 
Clench; s. unter clinch. 

Clepe rufen (veraltet); ags. cleopjan, clipjan, clypjan Etm. 
392; noidhbr. cliopia, altengl. hÄfig formen davon wie clipie, 
cfipen, clupe; clepude; yclepud u. s. w. Col. 19; schott. clep 
schwatzen, rufen, nennen; wegen des stanunes kann nur im all- 
gemeinen an elap und die dort angeführten Wörter verwandter 
8pi»chen, die einen schall, laut bezeichnen, erinnert werden, wie 
^ihd. klappen , klopfen , insbesondere ahd. chlaphön , mittelndl. 
clappen schwatzen, mhd. klaffen schwatzen; s. Weigand 1, 589. 
Clergy, clerical, clerk; fr. clerge, clerical, clerc von 
iem lat. clericus geistlicher, gelehrter, Schreiber, gr. idrjqiTMq zu 
^W>S loos , dann geistlichkeit als der erwählte stand ; zu den 

XBUcr, Etym. WOrterbach. 14 



— 210 — 

formen ygl. noch mlat. olericia , sp. clerecia, pt. clercia, nhd. kle- 
risei, wegen der interessanten begriffsentwicklnng die bibelstellen 
Nmn. 18, 20. 21; Deut. 10, 9; 18, 12; Act. 1, 17. 25; 1. Petr. 
5, 3; femer Duc. 1, 1123 ff. Trench 39; Heyse 501. 

Clever geschickt, passend, artig; der Ursprung des wortes 
ist nicht ganz klar; Wedgwood 1, 350 giebt zunächst als eine 
gewöhnUche und nicht unpassende ableitung an, dass es ans de- 
liver entstanden sei, zieht dann aber doch eine andere vor; er 
fuhrt an, das wort komme in dän. mundarten in derselben be- 
deutung yor klöver, klever — det er en klöver kerl »» that is a 
clever fellow — und sucht es sammt dem altengl. clivers = claws, 
cliver «» to climb mit den stammen von cleave und climb in 
Verbindung zu bringen, sodass clever zuerst bedeutet habe snat- 
ching, catching; dazu ndl. kleverig 3=: sticky, ndd. klevisk, klevsk: 
klefske finger, diebische finger, an denen alles kleben bleibt. Am 
wahrscheinlichsten ist noch, dass clever eine bildüng von cl eave. 1. 
ursprünglich in der bedeutung „klebrig,^* glatt und zähe, gewandt 
u. s. w. ist; vgl. ahd^ chlepar, mhd. cleper als adjektiva, nhd. 
kleber als hauptwort Weigand 1, 590; ndl. clever als name der 
klebenden pflanze epheu. Worcester: „Derived evidenÜy from 
the verb to cleave (cleave. 2.) It is curious to observe that se- 
veral of the words wbich describe the various mental powers 
are derived from words signifying to spHt, cleave, or separate ; as 
sdence from scio probably the same as scindo, to cut ; clever from 
cleave; distinguish, discriminate , both signifying a dividing or 
sifting process etc. English Synonyms edited by Abp. Whately/' 
Dafür liesse sich als analogie anfuhren das nhd. gescheid von 
scheiden; Weigand 1, 422. 

Clew (clue) Igiäuel, leitfaden; (Smart: „a ball of thread; 
the thread that forms the ball; the thread used to guide one in 
a labyrinth; anything that giAes or directs one in an intricate 
case) ags. clive; cliveu (cleoven) knäuel; ndl. kluwen, klouwen; 
ndd. klouwen Br. W. 2, 811 j ahd. chliwa, chliuwa, clüwa, älter 
und mundartl. nhd. kleuel, kleul neben dem jetzt allgemein übli- 
chen knaul, knäul, kneuel; s. darüber Weigand 1, 604, der weiter 
auf lat. glo-bus, glom-us hinweist. Berührungen mit claw, cleave 
nach form und bedeutung sind nicht zu verkennen, wenn auch 
nicht leicht zu bestimmen; clew als „ecke des segeis" erinnert 
an das gr. 7roi5g, lat. pes, wenn man es als claw klaue, fiiss des 
Segels nehmen darf; anders geht dagegen Wedgwood 1, 347 for 



— «n — 

diese bedentong yon dem zeitworte aus ,,To clew np a Ball is to 
äuten it up, to draw it up into a bunch/^ 

Click ticktacken, klappern, schlag; dicket klopfer, hammer 
an der tkor; fir. cliqner klatschen; cliqne klaps, klatsch, diquet, 
diqnette, cliqneter klapper, klappern; naturausdrücke wie ndl. 
khcken, ndd. klik, klikken Br. W. 2, 783; Diez 596; II, 250; 
Tgl. clique; clack. 

Client dient; fr. client, lat. cliens, gen. cli^ntis eigtl. der 
hörige gleich clnens von dnere, gr. xXieiv hören, über dessen 
Turerwandtschaft mit heutigen Wörtern zn ygl. Dief. 2, '568 and 
listen. 

Cliff. 1. (clif) Schlüssel in der mnsik; nnr nebenform nnd 
andere schreibnng für clef, fr. clef, lat. clavis. 

Cliff. 2. klippe, clifted zerklüftet, felsig, schrofi; ags. clif, 
atts. clif, altn. klif, ahd. chlep, clep zn dem stamme cleave. 2. 
klieben, spalten; ygl. nhd. klnft; dagegen scheint das (erst ans 
dem ndd. gekommene) nhd. klippe, ndl. clippe, schwd. klippa, 
dan. klippe, wenn auch nahe verwandt, doch davon getreimt werden 
zn müssen ; auch die beiden ursprünglich verschiedenen stamme 
von cleave wirkten wohl frühzeitig zusammen in der bildung 
hierher gehöriger Wörter ; Weigand 1, 597 ; Schwenck 322. Heyne 
143: „als gehöhltes, vom wasser unterspültes ? vgl. gr. yXaqxo 
höhle, yldqfv höhle, grotte.^^ 

Climate oder in mehr verkürzter und angeeigneter form 
clime klima; fr. climat vom gr. tdifia, gen. yMfiarog zu ydiveiv 
neigen; die neigung, dann die nach dem grade der neigung, 
welche die erde vom äquator an gegen die pole zu hat, sich rich- 
tende wärme oder Witterung; Trench 40. 

Climb klettern, klimmen; altengl. climben, schott. clim; s. 
über die älteren starken formen JMLätzner 1, 347; ags. climban, 
ndl. klimmen, ahd. chlimpan, mhd. klimben und schon wie im 
nhd. klimmen; der grundbegriff scheint steigen, indem man sich 
festhalt und so weist das wort auf die wurzel clim, clam hin; 
Tgl. clam, clamber und s. Weigand 1, 595 ; Kehrein 179 — 182. 

Clinch (clench) nieten, zusammenfassen, Wortspiel; Smart: 
<ito grafip in the band, to double the fingers, to riret; that which 
holds both ways, hence a word with double meaning, a pun etc. ;" 
ahd. chlencan, klenkan in einander verschlingen, knüpfen (ags. 
clengan hat Etm. 391 mit der bedeutung exhilarare, also auch 
eme Weiterbildung von clingan wie clinch, oder eben organi- 

14* 



— 212 — 

scher clench nur in sehr abweichender bedentung, worüber zu 
vgl. ding, clink); nhd. ndl. klinke, klinken Sanders 1, 940; 
Weigand 1, 597; Grimm Gr. 2, 60, No. 598. 

Cling anhangen, ankleben; ags. ^clingan entspricht ganz der 
form, aber nicht recht der bedentung nach; denn es heisst nach 
Etm. nnr 1. marcessere, 2. clangere, nach Bosw. to wither, to 
pine, to cUng or shrink np, nach Grein nur se contrahere, mar- 
cessere; immerhin Hessen sich die bedeutungen vermitteln in der 
folge ,,sich zusammenziehen^^ „zusammenschrumpfen, verdorren'^ 
dän. klynge ist häufen und sich anhängen ; vgl. Weigand 1, 597 : 
Mätzner 1, 348 u. clinch. 

Cling oder gewöhnlich clink klingen, klirren; ist natur- 
laut, wie clang, dank; als starkes zeitwort in dem hochdeut- 
schen besonders häufig ahd. chlinkan, mhd. nhd. klingen, auch 
altn. klingia, klaka; Kehrein 324 £P; im ags. scheint die bedeu- 
tung klingen für clingan kaum sicher; s. oben cling; jedenfallg 
mischten sich hier zwei verschiedene stamme, wie denn clink 
in der bedentung „thürhammer^^ wieder ganz an unser nhd. klinke 
erinnert; s. clinch und vgl. noch Wedgwood 1, 351 — 353 dessen 
darstellung wenigstens zeigt, wie schwier^ es ist, die hier nahe 
an einander rührenden Wörter, click, cling, clinch, clink u. s. w. 
auseinander zu halten, und von wie verschiedenen punkten man 
ausgehen kann, um eine bestimmte anwendung dieser oder jener 
form zu erklären, z. b. ,,A clinch in the sense of a joke must 
probably be understood as the G. kniff, a pinch and also a cun- 
ning trick, sleight, firaud, quirk ; ^^ vgl. da mit Smart unter clinch. 

Glinquant flitterstaat; fr. clinquant rauschgold, von dem 
ndl. klinken, klingen, oder, worauf die formen lothr. cUnclant, 
neupr. clinclan weisen, von dem deutschen klingklang; vgl. noch 
fr. clincaille metaUener hausrath, entstellt in quincaille; Diez596; 
II, 250. 

Clip beschneiden, stutzen, umschliessen; altn. klippa schnei- 
den (davon das hauptwort schwd. klippa, dän. klippe, altclev. 
dyppe, ndl. clippe, klip und ins nhd. eingedrungen klippe; vgl. 
cliff) nhd. klippen, klipp im ablautsverhältniss zu klappen, klapp, 
sodass auch clip neben clap den heller tonenden schlag bezeich- 
net; vgl. ndd. klippen Br. W. 2, 890, ndd. ndl. klippe wie das 
nhd. klappe in der bedentung falle; darauf kann dann die be- 
dentung „umschliessen, umarmen^^ sich gründen ; Weigand 1, 597 ; 
Wedgwood 1, 353. 



— 213 — 

Clique cliqne ; als fremd wort aufgenommenes fr. cliqne ; woher 
dieses stammt^ ist nicht ganz sicher; Diez 596; II, 250 berührt 
es unter cliqne klatsch (vgl. click) „wie kam aber cliqne zu der 
eigtL fr. bedentnng rotte ? oder sollte es in diesem sinne wirklich 
das ahd. gilihho (min gilihho meines gleichen) ndl. gelijk vor- 
stellen?*^ Schaler 63 dazu: .,rexpression cliqne, societ^ de caba- 
lears, est tout-ä-&it analogae a claque, reunion de claqueurs. ** 
Sanders 1, 936: „sollte das wort nicht zunächst wie klacks eine 
zQsammenhangende, aneinanderklebende masse bezeichnen?^* 

divers name verschiedener pflanzen; ags. clife, clifvyrt ^s 
agnmonia, lappa; ndl. clever epheu zu cleven Binn.; zu dem 
stamme cleave; vgl. clover und clever. 

Cloak (cloke) mantel; ndl. bei Binn. clocke es toga, pal- 
Ihim; von seiner ähnUchkeit mit einer glocke hiess einreiseman- 
tel, Überrock mlat. clocca, altfr. und noch in mundarten cloche, 
cloque; Dnc. 1, 1133. Scheler $4; demnach ursprünglich ein wort 
mit dem folgenden clock. 

Clock nhr, Schlaguhr, benannt von der glocke; ein weitver- 
breitetes wort, pr. cloca, clocha, mlat. clocca, cloca (im 8» jh.) 
ags. clucge (9. jh.) nord. klukka, ahd. clocca, glocca, glogga, mhd. 
f\^^gg^i ^^' glocke, ndl. clocke, aber auch auf keltischem gebiete 
ir. elog, kymr. doch. Diez 597 ; II, 250 : „die herkunft des Wortes 
ist unsicher. Die ags. form scheint ein radicales u zu verlangen, 
aber oft entsteht ags. u aus lat. oder roman. o. Man leitet cloche 
z. b. vom fr. clocher hinken in beziehung auf ihr hin und her- 
scbwanken (vom lat. claudicare) ; vom ags. cloccali , engl, cluck 
(älter auch clock) glucken, gluchzen, was der bedeutung nicht 
zusagt; vom ahd. klochon schlagen; besser wäre vielleicht kloppen 
auf roman. weise abgeleitet cloppicare, da der Walache clöpot 
sagt, der Serbe clopotar glockenträger z. b. widder; oder vom* 
ross. kölokoV in gleicher bedeutung Bapp Gramm. 2, 136 ; '^ vgl. 
Weigind 1, 446. 

Clod dicke geballte masse n. s. w.; berührt sich nach form 
und bedeutung auft nächste mit clot und ist vielleicht nur eine 
nebenform von diesem, welches der vergleich mit den verwandten 
sprachen als die ursprünglichere form erscheinen lässt; das ags. 
cläd felsen, hügel passt wenig dazu; besser clot bei Bosw. = a 
log. Man vgl. ausserdem altn. klöt schwertknauf; ndl. cloot, 
kloot, ndd. kloot, ndl. cluyte, ndd. clute, ahd. chlöz, mhd. klöz, 
nhd. klosz, klotz (mhd. kloz) — alle mit der grundbedeutung 



— 214 — 

einer dicken geballten masse; Br. W. 2, 809, Weigan^ l, 600. 
wo ein starkes wurzelverb. goth^ klintan, ahd. cliosan spalten yor- 
ansgesetzt wird (bair. kleuzen spalten Schmeller 2, 365); so dass 
aus dessen plnr. präteriti gebildet klotz nnd klosz erst ein abge- 
spaltenes stück, dann eine für sich geballte masse wäre. 

Glog last, klotz, hemnien, gerinnen, holzschnh, überscholi; 
verschiedene sich nahe tretende worter wie clot, elod einerseits, 
log andrerseits konnten hier leicht in einander laufen; daneben 
werden kelt. Wörter ähnlicher bedeutung aufgeführt, die auf die 
bildung des engl, wirken konnten, welsch cleg-, clog, cltig; die 
begriffsentwicklung „last, klotz, kloss; hammer, gerinnen; holz- 
klotz, klotzschuh^* u. s. w. hat gerade keine grosse Schwierigkeit; 
vgl. Smart. 

Gloister kloster; fr. cloitre (cloistre), lat.. claustrum, altist. 
clostrum yerschluss, riegel; mlat. clostrum kloster, ahd. chlöster, 
mhd. nhd. kloster — zu lat. cls^udere schliessen, verschliessen. 
Vermittels des fr. clorre, clore, paxt. clos verschlossen, gehege 
gehören ebenhierher engl, close verschliessen, dicht u. s. w. 
clos et, fr. closet eigtl. diminutiv von jenem clos, während das 
fr. engl, clause die lat. form reiner bewahrt hat. 

Gloom (veraltet und in mundarten) verkleben; ags. claeman 
illinere; cläm lutum; wegen des lautübergang^s vgl. z. b. broom, 
ags. brom, bräm; Mätzner 1, 112. 

Close, closet; s. unter cloister. 

Clot; s. unter clod. 

Closhe. * 7)The game called ninepins, forbidden by 17 Ed. IV. 
Du. klos, a ball, bowl; klos*bane, a skittle-ground; klossen, to 
play at bowls. See clod;" Wedgwood 1, 355. 

Cloth kleid, tuch, clot he kleiden; ags. cläd vestimentam 
und clädjan vestire; altfr. kläth, ndl. kled (cleedt), ndd. kleed 
Br. W. 2, 798, altn. klaedi, schwd. dän. kläde, mhd. kleit, nhd. 
kleid; im goth. ahd. und alts. fehlt das wort, dessen ursprang 
noch dunkel ist. (Wackemagel bei Haupt 6, 297 versuchte es 
aus mlat. cleda bürde, gatter herzuleiten, woher mhd. glet ein- 
zeln stehende hütte; Wedgwood 1, 355 fasst es als „properly that 
which Covers and keeps one warm; W. clyd, warm, sheltered; 
Ue clyd, a warm place ; dillad clydion, warm clothes (dillad, clothes). 
ßret. klet, sheltered ; Ir. cludaim, to cover up wamr, to cherish, 
nourish; cludadh, a cover or eoverture; Gäel. clum-har, cluth- 
mhor, warm sheltered; cluthaich, cluth-eudaich, clothe, make warm; 



— 216 — 

Lat claudere, to shat;'' vgl. Weigand 1, 592; Rapp No. 28. 
klat wohin than : „slav. kladon icli lege auf und an ; infin. klasid 
mit vielen, ableitungen; aus dieser wurzel scheint das ags. cläd/^ 

Cloud wölke; das ags. clüd felsen, hügel, das der form nach 
genau entspricht, will der bedeutung nicht zusagen. Wedgwood 
1, 356 fasst es als eine nebenform von clod, sodass es eigent- 
lieli die geballte dunstmasse bedeute; im altem ndl. finde sich 
neben clot == engl, clod auch clote =^ engl, cloud; eene vurige 
clote eine feurige wölke — Delfortrie ; er erinnert femer wegen 
der begriffsentwicklung an das fr. ciel mattonne und wegen der 
fonn an das altengl. clowdys = clods bei Hai. 1, 257; vgl. clod; 
die rennuthung hat viel für sich, wenn man auch gern noch ge^ 
naaere bestatigang der entwicklung erwartet. 

Clough. 1. thalschlucht ; nach Bosw. schon ags. clough, a 
cleft of a rock or down the side of a hill (Somner); bei der häu- 
figen Verwechslung von gh und f scheint es zu ags. clüfan spalten 
zu gehören; vgl. cleave. 2. cliff. 2. (clif, cliof == mpes) u. s. 
Mätzner 1, 12(). 150; Schwenck XIV. 

Clough. 2. (cloff) gutgewicht. 

Clont läppen, flicken, beschlagen, nagel, benageln, sehlag 
n. 8. w.; im ganzen entsprechen auch die bedeutungen des ags. 
cMt, clutjan = pittacium, lamina, consuere, clavare Etm. 365; 
Bosw. hat für clüt 1. a Uttle cloth, clout; 2. a plait; 3. a seam; 
weiter aber scheint das fr. clouter benageln, clou nagel (vom lat. 
clavns) einfluss gehabt zu haben; den gang der entwicklung zu 
bestimmen, bleibt schwierig ; nur ist kaum die bedeutung „schlag^^ 
als die ursprüngliche anzusehen („The primary sense is a blow, 
ag when we speak of a clout on the head " Wedgwood 1, 356) 
wenigstens weist darauf weder der fr. noch der ags. gebrauch 
bin: eher könnte aus dem sinne „beschlagen^^ überhaupt „schla- 
gen, schlag'^ hervorgegangen sein; Koch 1, 4 gäl. clud, kymr. 
clwt. 

Clove. 1. gespalten; s. cleave. 2. Mätzner 1, 362; clove 
kluft, Schlucht, ebenfalls zu cleave, ags. cleöfan, clufan; vgl. 
cliff. 2. clougb. 1. sowie ndl. clove, klove, kloove, ndd. klove, 
klöve spalte, kluft; clove „a part separated; appropriately the 
parts into which garlic separates, when the outer skin is removed ; 
Tgl. nhd. eine spalte knoblauch ; ags. clufe = spica (Etm.) an 
ear of corn, a clove of garlic (Bosw.) ; vgl. ndl. kluyve, kluyfken 
looeks, udd. klaven, klove, een klaven kruflook (knuflook) eine 



— 216 — 

spalte knoblanch; vgl. noch claw und über clove in diesen auf 
cleave spalten beruhenden bedeutungen Br. W. 2, 810. 811. 

Clove. 2. gewürznelke, nelke, näglein; ist, wenn aucli selbst 
der bedeutung nach clove. 1. nahe tretend, ursprünglich davon 
zu trennen fr. clou, altfr. clo, wall, clä, pr. clau, sp. clavo, it. 
chiavo, chiode vom lat. clavus Diez 395 ; II, 19 ; it. chiodo di gi- 
ro£ano , chiodo d*aglio, fr. clous de girofle ; nhd. nelke , naglein 
Weigand 2, 239. 

Clover klee; ags. claefer, schwd. kldfirer, dän. klever, ndl, 
klaver, ndd. klever, ahd. chleo (gen. chlewes) mhd. kle, nhd. 
klee; „dunkler herkunft und keineswegs mit ahd. chliopan kUe- 
ben (cleave) zusammenhängend, womit weder der vocal, noch 
das ahd. w (goth. v) stimmen; auch mit klaue wage ich keine 
Zusammenstellung" Weigand 1, 591;^ vgl, Qrimm Gr. 3, 372 so- 
wie divers. 

Clown bauer, tölpel, hanswurst; nach Wedgwood 1, 356 
wäre es wie die nebenform lown mit clod , clot u. ^s. w, in Zu- 
sammenhang zu bringen, sodass die begriffsentwicklung der des 
nhd. klotz einigermassen entspräche und das ndl. klotte, klout^ 
= engl, clod den Übergang der formen zeigte ; immer noch an- 
sprechender, wenn auch keineswegs sicher scheint die gewöhnliche 
ableitung von dem fr. colon, lat. colonus mit der begriffsentwick- 
lung: „landmann, bauer, tölpel;" vgl.. Trench E. 63, wo diese 
etymologie nach Skinner durch die ältere form Colone gestutzt 
wird. 

Cloy übersättigen, vollstopfen, vernageln; das wort, wenig- 
stens in der letzten bedeutung ist gewiss das fr. clouer, enclooer 
nageln, vernageln zu clou von dem lat. clavus (s. clove. 2.) xmi 
die ersten, jetzt gewöhnlichen bedeutungen lassen sieh auch ohne 
grossen zwang daher ableiten (nageln, verstopfen, vollstopfen) 
indessen könnte immer auch eine Vermischung mit einem anderen 
stamme stattgefunden haben; vgl. Wedgwood 1, 357. 

Club kenle, grobian, klub; die mancherlei bedeutungen wer- 
den wohl auf den grundbegriff keule, kolbe (vgl. nhd. keule, 
kolbe, ndl. kolf Schwenck 333) zurückzufuhren sein, wenn auch 
die Vermittlung nicht immer klar und unbestritten ist. Smart: 
„a heavy stick thicker at one end than the other; the name of 
one of the suits of cards, of which among the Spaniards the em- 
blem was a club, though with the Spanish name we have adopted 
the French emblem, a trefoil;" club in dem sinne einer ^eschlos- 



— 217 — 

smen geeellschaft scheint ademKch alt zn sein, yielleicht znföllig 
von einem zeichen der. kenle zuerst anf eine bestimmte gesell- 
scbaft angewendet. Heyse sagt: „entweder verwandt mit klnm- 
pen, klnmp, nrspr. eine aneinander gedrückte masse, von dem 
mild, klimpfen an einander drücken, oder von clnb theil, beitrag 
sor zeche, daher eine gesellschaft, zn welcher jeder beitragt von 
kfieben, engl, deave, ags. cleö&n spalten, theilen/* Jedenfedls 
mit clnmp nahe zusammen tritt clnb in clnb-footed wie die 
enkprechenden ausdrücke zeigen, deutsch klump-fnsz, altn. klum- 
bu-iotr, dän. klump-fodet, ndl. klomp-voet. Wedgwood 1, 357 
vergleicht noch welsch clob ein knöpf, clobyn eine grosse masse > 
miss. kluV ein ball, ein knaul; s. besonders noch clump. 

Gluck glucken; ags. cloccjan, naturausdruck wie lat. glocire, 
fr. glousser, it. chiocciare, sp. cloquear u. s. w., nhd. glucken, 
glucksen; Diez 99; I, 125; Weigand 1, 447. 

Clump klump, kloss, klotz; altn. klumpr, schwd. klump, ndl. 
Uomp, ndd. klump, nhd. klump, klumpen, zu einem wurzelver- 
bimi klimp-an, mhd. klimpfen Grimm No. 369 = stringere ; Wei- 
gand 1, 595. 596. 601; vgl. clam, climb mit ihren nahe ver- 
wandten wurzeln, sowie club. 

Clumsy kurz und dick, ungeschickt, plump; am nächsten 
Hegi die unmittelbare ableitung von clump und als eine solche 
wird es jeden&lls jetzt empfinden; vgl. Smart; indessen wäre es 
mögfieh, was Wedgwood 1, 358 durch die älteren formen clom- 
sid, clommed, cumbled, comelyd wahrscheinlich zu machen sucht, 
dass es zunächst zu clam, ndd. klamen, verklamt, verklomt ge- 
hörend, erst die bedeutung „erstarrt, steif ^ dann die des unge- 
sdiickten, dicken erhalten hätte. (Thou clomsest for cold Pr. 
Pv. Our hondis ben aclumsid. — WiclifF. Havi de froid stiff, 
elunpse, benumbed — Cotgrave. Trench 39.) 

Clung; wie überhaupt ablautende form von cling in seinen 
verschiedenen bedeutungen (Mätzner 1, 348) weist es besonders 
noch in dem veralteten sinne „welk, trocken, zurückschaudern'^ 
deutlich auf das ags. cUngan = marcescere, vgl. to shr ink, zurück. 

Cluster traube, büschel, schwärm; ags. clyster (cluster) 
tranbe; ndd. klnster „was dick und dicht zusammensitzt^*^ sik to- 
Kunen klusteren «= conglomerari; vgl. auch ndd. klister, nhd. 
Ueister, altn. klistr, schwd. dän. klister leim, zähes bindemittel; 
Br. W. 2, 806. 815; Schwenck 320; Wedgwood 1, 358 zieht 
noch herbei die ndl. klos, klisse, klette, klisseji u. s.w. in denen 



— 218 — 

die grandbedeatting das zusammenhalten, fest aneinauderhalten 
ZQ sein scheint. 

Clntch greifen, griff; altengl. clucchen, schott. cleik, cleek 
tritt nach form und bedentung ziemlich nahe zu claw n. clinch. 

Glntter lärmen; ablautende nebenform von clatter; vgl 
das mundartl. engl, clitter-clatter und das ndd. klateren, kläteren, 
klöteren, klitteren Weigand 1, 598. 

Glyster klystier; fr. clyst^re ausdemlat. gr. clyster, xXixrri^ 
von nkv^av abspülen, waschen, wie die andere fr. bezeichnimg 
layement von laver. 

Coach kutsche; fr. coche, sp. cöche; it. pocchio; aus dem 
roman. auch nhd. kutsche, ndl. koets u. s. w. Der Ursprung des 
Wortes ist nicht unbestritten; nach einigen kam wort und sache 
aus dem slav. gebiete, poln. kocz, böhm. k'otsch staatswagen; 
Weigand 1, 655 ; nach andern aus dem ungar. kotczy (wal. coeie, 
alban. cotzi; Sanders 1, 1064: „nach Schröer eigtl. ein wagen 
aus dem dorfe Kocs bei Baab^') und jedenfalls ist dies eine alte 
sage; Avila (1553) bei Diez von CarlV. : „se puso a dormir an 
un carro cubierto, al quäl en Hungria llaman coche, el nombrey 
la invencion es de aquella tierra (Cabrera 1, 66.); demgegenüber 
hält Diez fest, dass die it. form cocchio nur aus den eigenen 
mittein dieser spräche erklärt werden kann, (etwa von conchula 
kleine muschel oder coclea Schneckenhaus wegen der gewölbten 
form der wagen) und dass das fr. coche ohne slavischen einflnss 
aus dem it. hervorgegangen sein mag; Diez 104; I, 132. Eine 
art Vermischung mit dem fr. couche lager, engl, couch war sehr 
leicht und scheint in dem ndl. koets bette, lager, kutsche, in dem 
oberdeutschen kutsche lotterbett (bei Schmeller 2, 88) hervorzu- 
treten; vgl. couch-house neben coach-house in den Wörterbüchern. 

Goal kohle; ags. col, ndl. kole, ndd. köle, schwd.* kol, dan. 
kul, ahd. chol, mhd. kol, nhd. kohle, alin. koljem feuerstahl, kol- 
bytr feuerzünder, ags. coln feuerstein; „der grundbegriff scheint 
das feuerzünden zu sein; denn schwd. heisst kylla, quilla feuer 
anzünden ;^^ Schwenck 332; Wedgwood 1, 359. 

Coarse grob, roh, rauh, gemein; Wedgwood 1, 359: „for- 
merly written course, ordinary; as in the expression of conrse, 
according to the regulär Order of events. A woman is said to 
be yerj ordinary, meaning that she is piain and coarse.^^ vgl 
schott. course = coarse und wegen der begriffsentwicklung die 
nhd. gewöhnlich, gemein; nur ein nach weis für den Übergang des 



— 219 — 

sahst, conrse in das adj. conrse, coarse wäre erwünscht. Andere 
baben an eine metathese aas lat. crassns oder ans gross gedacht. 

Coast küste; fr. cöte, altfr. coste; it. pr. pg. costa, sp. 
cnesta rippe, seite, koste; fr. cöte seite ans dem lat. costa rippe, 
Seite, mlat. costa knste ; woybxlb auch nhd. küste , ndl. custe, kust. 
Diez 114; I, 148; Weigand 1, 654. 

Coat rock; altfr. cote langes oberkleid; it. cotta, sp. pg. pr. 
cota, nfr. cotte Unterrock (cotillon) cotte de maille panzerhemd; 
mlat. eotta, cottns (9 sc.) Die roman. Wörter aber werden zn- 
rückgefohrt anf german. nrsprung, ags. cote, cot == casa, altn. 
kot = casa n. pectorale Mätzner 1, 207; engl, cot hütte (daher 
hülle u. s. w. vgl. cassock) oder ahd. chozza, nhd. kotze zot- 
tige decke (was wohl selbst erst aus mlat. cottns, cotta entstand 
Weigand 1, 629); vielleicht aber doch vom lat. cutis haut, hülle. 
Vgl Diez 115; I, 144; Dief. 2, 546; sowie über die deutschen 
entlehnten formen ahd. chossä, cnzin, mhd. kutte Wackemagel 
Tmd. 14. 

Coax schmeichelnd betrügen, einfaltspinsel ; altengl. ist co- 
kes s= a fool und davon wohl erst das zeitwort abgeleitet := to 
make a cokes or fool of one Wedgwood 1, 359; jenes cokes aber 
scheint das fr. cocasse einfältig, lächerlich zu sein, was nach 
Scheler 64 mit cocart, coquet von coq hahn herkommt; vgl. 
eock. 1.; Diez 599; H, 253. Bei der Unsicherheit der ableitung 
mögen noch einige andere versuche hier stehen, wie sie Wor- 
cester angiebt: „cogs, a kind of vessel used on the coast ofYork<^ 
shiie, or cogsmen, the crew who navigated them and who were 
notorious beggars. Lye. Bishop Kennet. Bichardson. W. cocru, 
to fondle, Span, cocar to make wry &ces, to coax. Webster.'* 

Cob. 1. Die vielen verschiedenen bedeutungen werden sich 
meist auf den grundbegriff „the head, that which is round like 
the head, a lump or thick mass of anything'^ zurückführen lassen; 
danach erscheint cob nur als eine nebenform von cop (vgl. cup.) 
hanpt, spitze, ags. copp = 1. ca]ix, 2. culmen ; ahd. chopph, mhd. 
köpf halbkugelfÖrmiges gefäss, nhd. köpf haupt, ndd. kopp köpf, 
knppe, nhd. kuppe, ndl. kop; daneben nun auf dem roman. ge- 
biete it. coppa, sp, pg. pr. copa, fr. coupe, wal. cofe becher von 
dem mlat. cuppa becher aus lat. cüpa, cuppa fass ; aus der be- 
dentang einer runden schale entwickelten sich sodann die andern 
köpf, gipfel, rundliche masse.'' vgl. auch bret. cob = tete, bout; 
kymr. cop = summit. Mätzner 1, 201. Diez 110 j I, 139. Wei' 



„ 220 — 

gand 1, 628. 651. Br. W. 2, 843. — Cob als benennnng ver- 
Bchiedener thiere kann sehr wohl auf eben denselben Ursprung 
zurückgeführt werden, wenn auch die genaueren entwicklongen 
hier zu weit fuhren würden z. b. cob kleiner starker pony you 
der gestalt; spinne (cob-web); in mundarten heisst sie atter- 
cop, ags. ätor-coppa das giftgeschwollene thier (eiter-kopf), ndl. 
spinnekop; davon konnte das blosse cob, cop als bezeichnung 
des thieres bleiben. Wieder mochte cob „kügelchen^^ leicht be- 
sonders angewendet „hode*^ und danach wieder „unkastrirtes 
pferd^^ bedeuten. — Hierzu passen cob =s the thick head of maize 
(▼gl. nhd. kolbe) cob-nut «=" a large round nut ; cob-coals = coals 
in lumps; cob-stones = large stones. 

Cob. 2. schlagen, schlag; dies wird dagegen als ein beson- 
deres wort zu nehmen und zu altn. kubba = amputare, perfirin- 
gere zu stellen, sowie mit schwd. kuffa «» ferirer trudere, engl, 
cuff zu vergleichen sein; Mätzner 1, 201; Wedgwood 1, 359 
vergleicht auch welsch cobio = to thump, to bunch, cob = a 
knock or thump. 

Für eine genauere Untersuchung besonders zu benutzen sind die 
mannigfachen bedeutungen von cob und die Zusammensetzungen 
damit bei Hai. 1, 259. 

Gobble flicken; „ firequentative of cob, to knock; hence to 
mend by clapping on a patch" Wedgwood. 1, 359; vgl. über die 
bildung solcher ableitungen Mätzner 1, 432; auch in andern be- 
deutungen darf man wohl cobble als eine weiterbüdung von 
cob &8sen; z. b. cob = a large stone, cobble = a pebble. 

Gocagne, coccane; s. unter cockney. 

Gochineal Cochenille; fr. Cochenille, it. cocciniglia, sp. co- 
chinilla mexicanisches insekt, das eine scharlachfarbe giebt, vom 
lat. coccinus scharlachfarben, mittels der Verkleinerungsform coc- 
cinula Scharlachbeere und insekt der Scharlachbeere; lat. coccos, 
gr. xoxxog beere u. s. w. 

Gock. 1. hahn; ags. cocc, &. coq, wal. alban. coc6s', chwL 
cot; vgl. die fr. verba coqueriquer, coqueliner, ndl. kokein — na- 
turausdrücke von der stimme des vogels entlehnt; vgl. auch nhd. 
gockel, gückel-hahn; Diez 599; II, 253; Weigand 1, 462; eine 
menge von anwendungen, besonders auch benennungen gewisser 
Werkzeuge weisen auf den namen des vogels zurück, dessen flGtrbe, 
Stellung, eigenthümlichkeit die begriffsentwicklung vermittelte; 
vgl. die bedeutungen des fr. coq und des nhd. hahn; bei der 



— 221 — 

leichtigkeit nim, mit der im engl, hauptwörter auch zn verben 
Verden, ohne die form zu ändern, ist es sogar wahrscheinlich, 
dass, wo nicht alle, so doch ^e meisten verbalen bedeutungen 
ron cock eben dahin zurückgeführt werden müssen (vgl. Smart: 
,,to cock :=s to set erect or hold holt upright, an application sug- 
gested by the strutting of a cock" etc.); aus dem verbum ent* 
wickelten sich dann leicht wieder umgekehrt neue anwendungen 
als hauptwort. So unsicher einzelnes bleiben mag und so leicht 
bei der kurzen, abgeschliffenen form des Wortes Verwechslung und 
yennischung eintreten mnsste, lassen sich die folgenden nnprüng- 
lieh verschiedenen stamme noch trennen. 

Cock. 2. kerbe; fr. coche, cocca, pr. coca, besonders von 
der kerbe an der armbrust gebrauchlich (dazu it. coccare, fr. en- 
cocher u. s. w.) dunklen Ursprungs; Diez 104; I, 131. 

Cock. 3. boot; altfr. coque, nfr. coche, sp. coca, it. cocca 
kleines fahrzeug, aber auch auf german. und kelt. gebiete, ahd. 
koccho, nhd. kocke, ndd. kogge Weigand 1, 616 ; ndl. kog; kymr. 
cwch, bret. koked; nach Diez 104; I, 131 zu lat. concha; vgl. 
Scheler 63; Duc. 1, 1151; Wackernagel Umd. 15; Koch 1, 4; 
bierza engl, cock swain; vgl. boatswain u. Wedgwood 1,361. 
Ton den nächstfolgenden Wörtern stehen viele, vermittels des fr. 
coq noch in nächster Verwandtschaft mit cock. 1. 

Cock ade cocarde; fr. cocarde, coquarde; wall, cockäd hut- 
seUeife, band, abzeichen von coq, weil dem hahnenkamme ähn- 
lieh; Diez 599; ü, 253; oder erst übertragen auf den schmuck 
7on dem altfr. cocard, coquard eitel. Das fr. cocarde in dem 
heutigen sinne nämlich scheint nicht alt zu sein — Frisch hat 
es, Dnez aber nicht; nach Wedgwood hat es Cotgrave in der 
bedeatnng a Spanish cap, also any cap wom proudly or pertly 
on ihe one side ; danach ist das wahrscheinlichste, dass cocard, 
cocarde, von coq, erst hahnenhaft, eitel, geckenhaft bedeutete, 
dann auf eine modische kopfbedeckung angewandt, endlich von 
einem bestimmten schmucke dieser gebraucht wurde ; vgl. Wedg- 
wood 1, 361, sowie ausser cock. 1. noch coax u. cock et. 1. 
(coquct.) 

Cockatrice; a serpent supposed to rise from a cock's e^ ; 
fr. coqnätris, cocatrice , mlat. cocatrix ; name , wie verschiedene 
zBge des &belhaften thieres weisen auf coq hahn hin ; vgl. b a - 
flilisc. (Wedgwood 1, 360 ninmit unter anfuhrung der sp. for- 
men cocatriz, cocadriz, cocodrillo eine entstellung an „a manifest 



— 222 — 

corrnption of the name of the crocodile.) Das wort mag aller- 
dings aus crocodiliis entstellt und dann an cock angelehnt sein; 
vgl. Wackernagel Umd. 14; mhd. kokodrille, cocatrille, kocheU 
jdrille mit Versetzung des r nach hinten. 

Cock er; dies mit einer häufigen ableitungssylbe gebildete 
wort mag als beispiel dienen, vrie in derselben form sich man- 
cherlei verschiedenste bedeutungen vereinen, deren Ursprung und 
entwicklung nicht immer mit voller gewissheit nachgewiesen wer- 
den kann. So ist cock er. 1. üebhaber von hahnenkämpfen deut^ 
lieh ableitung von to cock hähne zum kämpfe ziehen, gehört 
denmach genau zu cock. 1. Dagegen scheint cock er. 2. ver- 
zärteln, verderben zu einem anderen stamme zu stellen zu sein, 
über den unter cockney nachzusehen ist (oder gehorte es auch 
zu cock. 1. gemäss einer begnffsentwicklung ähnlich unserer re- 
densart hahn im korbe sein?) cock er. 3. eine art von hunden, 
vielleicht weil vorzugsweise bei der jagd auf wood-cocks ge- 
braucht; c Ockers. 4. reitgamaschen — woher? 5. in der redens- 
art according to Cocker ist es eigenname, entsprechend dem deut- 
schen Adam Biese Lucas* 1, 363 ; Chambers's Encl. 3, 105. 

Cock et. 1. lose, frech, in mehr fr. betonung, Schreibung 
und bedeutung coquet; fr. coquet kokett, wie cocard, cocasse 
zu coq der hahn, also zunächst sich brüstend, eitel wie ein hahn 
u. s. w. Diez 599; U, 253; vgl. cockade, coax, cock. 

Cocket. 2. Zollschein, zollstempel; vielleicht von dem fr. 
coquet schiff, boot; s. cock. 3.; sodass cocket zunächst das zoll- 
schiff bezeichnet hätte; cocket-bread. „Steph. Skinnerus, in Ety- 
mologico Anglico , ait cocket-bread videri dictum panis quoddam 
medium genus inter purissimum, seu similagineum, et vilissimnm 
Airfhreum; illudque quod coketo seu cymba in urbem advehitor, 
quem ad modum Parisienses pain chaland vocant, quod Chelan- 
dio deportatur^^ Duc. 1, 1154; vgl. Diez ü, 241. 

Cookie. 1. kleiner hahn «=? cockerel zu cock. 1. 

Cookie. 2. name mehrerer pflanzen; ags. coccel, cocel, aber 
auch fr. coquiole bei Duez — orge bastard taube gerste; (ob in 
Verbindung mit fr. coquelicot Diez II, 253?) Wedgwood 1,361; 
lith. kukalas, poln. kakol, gael. cogal. 

Cookie. 3. muschel, Schnecke, schalflsch; fr. coquille, it. 
cochiglia vom lat. conchylium, gr. xo/^vAiov, lat. Cochlea, gr. 
xci^Aog; durch cockled schneckenartig gewunden scheinen dann 
die verbalen bedeutungen „sich biegen, kräuseln ^^ vermittelt zQ 



— 223 ~ 

sem, wiewoU auch omnittelbar von cock leicht das zeitwort 
cockle in verschiedenem sinne abgeleitet werden konnte; vgl. 
Wedgwood 1, 362. (Zur erwägung stehen noch z. b. cockle 
scher], eine art stein, hot cockles handschnusse, ein spiel der 
matrosen.) 

Cockney zierbengel, Weichling, londoner Stadtkind. (Den 
ursprünglichen gebrauch giebt Wedgwood 1, 362 an: ,,The ori- 
ginal meaning of cockney is a child too tenderly or deUcately 
nnrkired, one kept in the house and not hardened by out-of-doors 
life; hence applied to Citizens, as opposed to the harder inhabi- 
tants of the country, and in modern times confined to the Citi- 
zens of London. Cocknay, carifotus, delicius, mammotrophus. To 
bring up like a cocknaye — mignoter. Delicias facere to play the 
cockney. Dodeliner — to bring up wantonly as a cockney. Pr. Pv. 
and anthorities cited in notes. Puer in delicüs matris nutritus, 
Anglice a cokenay. Hai. Cockney — niais, mignot — Sherwood.") 
Entstanden ist cockney, wie es scheint, aus dem älteren coc- 
cane, cocagne, cokaygne; £r. cocagne, sp. cucafia, it. cuccagna 
Schlaraffenland, in dem die häuser mit kuchen gedeckt sind von 
dem roman. worte, aus welchem auch das nhd. kuchen entstand, 
cai coca, chw. cocca, occit. coco, pic. couque zu dem lat. coquere 
kochen, backen; aus dem„ begriffe schlaraffenJand konnte dann 
leicht der weitere verweichlichter, verwöhnter mensch sich ent- 
wickeln. Auf diese weise vnirde dann auch cocker. 2. hierzu 
gehören, ygl. ndl. kokelen, keukelen «= nutrire sive fovere culina 
ond leicht erklärt sich, wenn cockney älter auch als verkleine- 
nmg von cook vorkommt. S. Dies 117; I, 147; Weigand 1, 
647 mid vgl. Scheler 73 aber die verschiedenen ableitungen des 
fr. coquin. 

Cocoa (coco, cacao) kokosnuss; im engl, werden die 
namen für kokosnuss und kakao vielfach verwechselt; s. cacao; 
fr. sp. coco, bereits gr. xotha kokospalme, xoi^ eine egyptische 
pahnenart, xoxTCog kern, beere u. s. w. Heyse 502. 

Cocoon cocon; fr. cocon, ableitung von coque in der be- 
deutong schale, hülle des eies, der nuss; s. cock. 3. 

Cod. 1. hülse, schote, beutel, hodensack, kissen u. s. w. ; ags. 
eod = pera Etm. scrip, satchel, small bag Bosw. und dies viel- 
leicht 9chon entnommen aus oder urverwandt mit den kelt. Wör- 
tern, kymr. cod, coden sack, tasche; bret. k6d, göd tasche; vgl. 



— 224 — 

Wedgwood 1, 363, sowie über den möglichen ziuammenhang mit 
fr. coBse und selbst mit dem nhd. schote Dief. 2, 238. 

Cod. 2. codfish kabeljan; der fisch heisst bei Linn^ ga- 
das morhna und cod könnte erst aus dem lat. geflossen sein, 
wie aus morhua das fr. morue vielleicht entstanden ist; vgl. 
Scheler 227. 

Coddle, codle langsam kochen lassen, yerweichlichen. Ohne 
grund wohl nimmt dafür Wedgwood 1, 363 zwei verschiedene 
stamme an, da die begri£kentwicklung bei Smart ganz annehm- 
lich scheint: „to parboil, figuratively, to keep warm, to indulge 
with warmth, to make much of ^ ; der Ursprung freilich ist dunkel 
und wird auch durch die vergleichung des ndd. koddelen in der 
eile und obenhin das leinenzeug auswaschen Br. W. 2, 835 wenig 
aufgehellt. Vielleicht ist es das fr. chaudeau; s. caudle. 

Goe hütte der bergleute; nhd. kaue, ehemals kawe und kay, 
wohl aus mittellat. caga haus, bauschen, lat. cavea käfich (s. cage); 
Duc. 1, 1006; vgl. ndd. koje Br. W. 2, 836; ndl. koye, kooi 
käfich, Schiffsbettstelle u. s. w. vgl. Weigand 1, 570. 618. Ueber 
coe in andern bedeutungen s. coo. 

Co-elder mitältester; mischbildung aus eider und der la- 
teinischen vorsylbe (co, com, con), über welche hier nur auf die 
lezika und Mätzner 1, 501 zu verweisen ist. 

Caffee kaffee; fr. caf^, it. caffe, sp. cafe; nhd. kaffee — je- 
denfalls aus dem morgenlande stammender name, nach einigen 
von dem arab. qahuah wein, aus beeren gekochter trank; türk. 
kahweh — die kaffeebohne bunn — nach anderen stammt dieses 
wort selbst erst aus dem namen Eaffa, einer gegend in Afrika, 
welche die heimath der pflanze sein soll; s. Diez 80; I, 98. Wei- 
gand 1, 553; Heyse 487; Arch. 31, 145. 

G off er kiste, koffer, und c off in sarg, hülle; sind ursprüng- 
lich dasselbe wort; fr. coffire u. coflin, it. cofano, sp. pg. cofre, 
sp. cuebano grosser korh; sp. pr. cofin körbchen, von dem lat. 
cophinus, gr. Tcotpivog korb, mlat. cofferum Duc. 1, 1148; aus dem 
roman. gebiete (Diez 105; I, 133) drang das wort vielfach an- 
derwärts ein; vgl. nhd. koffer und das mundartl. kober; s. San- 
ders 1, 965. 967; Weigand 1, 615. 616. 

Cog. 1. BS cock, cock-boat; s. also cock. 3. u. vgl. coggle, 

Gog. 2. zahn an einem rade; es erinnert an cock. 2. kerbe, 
mag also auch auf keltischem gebiete seinen Ursprung haben, 
wie daselbst analoges zu finden ist für das nächste wort. 



— 226 — 

Cog. 3. täuschen; kymr. coggio; einiges über die noch sehr 
dankle etjmologie dieser wortet findet man bei Wedgwood 1, 
364; Dief. 2, 577. 

Coggle; steht verkleinernd in dem sinne von cock und 
cog boot; sonst sind coggle-stones kieselsteine und coggle 
in mundarten ist wacklig. 

Coif käppchen; £r. coiffe, it. cnffia, scuffia, ngr. ax(wq)iay 
sp. cofia, escofia, pg. coifa, älter escoifa, altfr. coeffe, wal. coif; 
ndl. yeralt. coifie haube; nach Diez 110; I, 149 nicht ans dem 
Oriente gekommen (hebr. kobha heim; arab. kufiyah = a head* 
kerchief Wedgwood 1, 365) sondern zunächst aus dem ahd. kuppa, 
kuppha = mitra — vermittels einer form kuphja — mlat. cofea, 
cnphia und jenes ahd. kuppha wäre schliesslich nur das unter 
cob, cop, cup erörterte lat. cuppa gefass, becher; vgl. Duc. 
l 1424. 

Coil. 1. aufwickeln, rund zusammenlegen; fr. cueillir, altfr. 
cnellir, cuillir, coillir, it. cogliere, sp. coger, pr. colher aus lat. 
colligere zusammenlesen, sammeln; för die begriffsentwicklung 
fihrt Wedgwood 1, 365 die redensarten an pg. colher hum cabo 
= to coil a cable, sp. coger la ropa = to fold linen. 

Coil. 2. lärm, tumult; Smart: „perhaps figarativelj, because 
a stir or tumult is wound up from smaller beginnings^' (eher 
konnte man wohl „Verwirrung'' als den mittelbegriff zwischen 
..aofmckeln'' und „lärm^' annehmen) or the word in this sense 
may be allied to call"; schwerlich! Wedgwood 1, 365 vergleicht 
kelt. worter, gael. coileid, a stir, movement or noise; goil, boi* 
ling, vapour, fdme, battle, rage, fury; goileam, prating, vain 
Utde. 

Co in ecke^ keil, Stempel, münze, prägen u. s. w. ; besonders 
in den ersten bedeutungen auch coigne und quoin geschrieben; 
fr. coin, altfr. quin, it. conio, lat. cuneus keil; im fr. sind im 
ganzen bereits dieselben bedeutungen, nur gehen in dem neueren 
gebrauche des wortes die sprachen auseinander, indem das engl, 
coin vorzugsweise =^ fr. monnaie, dagegen fr. coin »s engl, 
coraer ist; vgl. Wedgwood 1, 365: „To coin money is to stamp 
money, from Lat. cuneus, fr. coin, quin, the steel die with which 
money is stamped , originally doubtless from the stamping having 
been effected by means of a wedge (lat. cuneus, fr. coin.) Coin 
in old fr. was frequently used for the right of coining money. 

MaiUr, Etym. W»rterbnch. 15 



— 226 — 

Sp. cüila, a wedge; cnfio, a die for coining, impression of the 
coin." Duc. 1, 1421 unter cmieus. 

Coit werfen; s. unter quoit. 

Goke (coak) entsehwefelte Steinkohle; dunklen Ursprungs. 
Wedgwoöd 1, 366 fuhrt an: „coaks = cinders; a grindle-coke 
= aremnant of an old wom-down grindstone; coUce =the core 
of an apple; — Wall, chauke = germe de Toeuf Grandgagnage'' 
und sagt dann: „the term colk or coke then appears to signify 
a hoUow, then the empty remnant of a thing, when the virtue 
is taken out of it. It may aceordingly be explained from the 
Gael. caoch, empty, blind, hoUow; caochag, a deaf nut, nat 
without a kemel, the core of a nut." Dagegen Heyse 177 : „wahr- 
scheinlich von Cook kochen, lat. coquere, schwd. koka, dän. koge'* : 
ebenso Worcester und schon Skinner. 

Gold kalt; ags. ceald, cald, goth. kalds, alts: altfries. kald 
ndl. coudt, koad, ndd. kold, altn. kaldr, schwd. kall, dän. kold. 
ahd. ehalt, mhd. nhd. kalt u. s. w., von einem im altn. noch be- 
wahrten stammverbum kala kalt wehen, frieren Grimm No. 68; 
lautverschoben stimmend mit dem lat. gelu; gelare, gelidus und 
mit slav. chlad, chlod kühle, wo nur Versetzung eingetreten ist: 
vgl. Weigandl, 556; Dief. 2, 437; sowie chill und cool. Rapp 
No. 201 kal. 1. kalt; wo weiterer zasammenhang mit glassund 
fr. glace vermuthet wird. 

G 1 e kohl ; ags. cavel , caul, ceavel, cöl aus dem lat.' caulis. 
colis, gr. xavlog stengel; ebenso übergegangen ins ahd. chol 
mhd. kol, nhd. kohl (neben ahd. cholo, chola, choli, mhd. köle), 
it. cavolo, sp. col, pg. couve, pr. caul, fr. chou ; kymr. cawl, brei 
kaol; Weigand 1, 617; Diez 95; I, 121; s. cauliflower. 

Golic kolik; &. colique, aus dem lat. gr. colica, xtahxq sc. 
vocog krankheit in den eingeweiden; eigtl. adjektiv von xcDAoy, 
Colon glied; auch engl, colon als terminus der grammatik zur 
bezeichnung eines Satzgliedes und des Unterscheidungszeichens, 
sowie der ärzte zur bezeichnung des grimmdarms. 

Gollar halsband; lat. coUare, it. coUare, sp. coUar, fr. coUier. 

Gollation; fr. collation, lat. collatio zu conferre; der er- 
klärung bedarf nur die eine eigenthümliche bedeutung des wertes 
im fr. engl, „kleine mahlzeit." Heyse 181: „mlat. collatio, con- 
fertum von conferre dapes speisen auftragen^ ^; da dies die be- 
griffsentwicklung allerdings noch nicht recht erklärt, so möge 
folgen, was Scheler 66 darüber beibringt: „En voici Torigine la 



— 227 — 

pks aocrediiee teile que Texpose Duc. 1, 1159. A coUationibus 
monasticis (Conferences, lectnres des moines) qnibn& finitis ad bi- 
bitionem ibatar, serotinae coenae collationum appellationem sor- 
titae sunt. CoUation serait ainsi un rafEraichissement pris ä Tissue 
dane Conference; le terme a elargi ce sens primordial et a fini 
par passer du couvent dans le monde. D'antres ätort, pensons- 
noQs, ont vn dans la collation an piqueniqne pour leqael chacun 
contribne (confert) pour sa part. Cette explication pourrait an 
besoin allegner le terme BL. confertnm = compotatio. 

Collop fleischsshnitte, fettes fleisch, dickes kind n. s. w. ; 
loach Johnson „from coal and op, a rasher boiled npon the coals) ; 
es ist wohl das miat. colpus , colpo , colponis = frnstom Duc, 
das auf dem roman. gebiet als it. colpo, fr. coup, pr. colp u. s. w. 
meigt in der bedeutung „schlag'* erscheint und auf lat. colaphus, 
gr. im)Mipog zurückgeführt wird, wenn auch german. stamme wie 
kolb und klop mit darauf eingewirkt haben könnten; vgl. Diez 
L 134 und über verwandte stamme club. Bichardson nimmt 
es als „corrupted from coUow the smut of coaP^ ; anlehnung und 
amdeutung mag allerdings dabei im spiele sein. 

Collow, colly russ, schwärze; ursprünglich schmutz von 
kohlen, also Weiterbildungen von coal. 

Colon el oberst (gesprochen cumel); fr. colonel, aber alt- 
engl. altfr. und sp. coronel ; it. colonello ; man hat die zwei ab- 
leitongen von colonne heersäule, colonelle erste compagnie eines 
regimentes, aus dem lat. columna säule, sodass colonel för colon- 
nel der anfuhrer einer colonne ist, und, wie bei Wedgwood 1, 
368, ron corona kränz, kröne, the captain coronal of a regiment, 
the chief captain. Da 1 und r wegen der lautähnlichkeit öfter 
wechseh, Mätzner 1, 52, so hängt die entscheidung nur von 
dem alter der formen und der angemessenheit der bedeutung ab ; 
danach scheint corona nicht das ursprüngliche Stammwort zu sein, 
wobl aber mag zu zeiten die entstehung aus columna vergessen 
Qnd eine anlehnung an corona eingetreten sein. 

Colophon schluss (in alten druck werken angäbe des ver- 
feuere, druckortes, Jahres u. s. w.) ; ob und in welcher beziehung 
es za dem namen der stadt Colophon und dem nach ihr benannten 
colophony geigenharz stehe, kann streitig sein (vgl. Smart; 
Chambers's Encl. 3, 133); nur das ist festzuhalten, dass bereits 
im gr. 6 xokoqxjiv gipfel, ende, schluss, ini&elvat xolotpwva den 

15* 



— 228 — 

schlussstem daran&etzen bedeutet, daneben 17 Kokoqxav name dei 
Stadt und xoloq)(avia sc. ^fjrlvr], maaa name des harzes ist. 

G0I08SUB koloBs; lat. gr. colpssus, xoXooaog riesenbildsmle^ 
insbesondere die vor allen hohe, dem sonnengotte geweihte eherne 
auf der insel Bhodus. 

Colour färbe; fr. couleur, lat. color. 

Colt füllen, wildfang; ags. colt, schwd. kult grosses ferkel, 
derber junge — und so finden sich auf dem skandinavischen ge- 
biete noch einige entsprechende worter, die selbst eine Vermitt- 
lung mit dem ags. cild, engl, child erlauben; schwd. knll, dän. 
kult kinder einer ehe, wurf von thierjungen; kull, kulter, kul- 
ting, koltring grosser junge; s. Dief. 2, 451. 

Comate. 1. behaart; lat. comatus von coma, gr.xSfif] haar; 
dazu comet, fir. comete, nhd. komet, lat. cometa, gr. iiOfiijrT;g 
haarstem. 

Comate. 2. mitgenoss — aus der vorsylbe co- und mate. 

Comb. 1. kämm; ags. camb, comb, alts. camb, altn. kambn 
schwd. kamb, kam, ahd. champ, mhd. kam, nhd. kämm; ndL 
cam, kam — von einem verlorenen starken zeitworte kimban 
(Grilnm No. 592.) Etm. 382; jenes kimban würde etwa bedeutet 
haben „gezackt, zinkig sein* ^ ? oder jüngere? und auf eine wurzel 
kim zurückweisen; Weigand 1, 558. ' 

Comb. 2. (combe) kleines thal (öfter in zusammengesetz- 
ten eigennamen) ; bei Bosw. ags. comb, a low place enclosed with 
hills, a Valley; scheint nach Wedgwood 1, 368 aus dem kelti- 
schen zu stammen cwm, comb thal. Vgl. aber die roman. worter 
altfr. comba tiefes thal u. s. w. Diez 107; I, 135 (vom lat. con- 
cavus?) wovon zunächst das engl, wort abzuleiten ist, da das 
ags. sehr fraglich, das kelt. wahrscheinlich selbst erst entlehnt 
ist. Zu erwägen bleiben comb in honey-comb honigscheibe, 
ags. hunig-camb, wohl zu comb. 1. und comb, coomb als 
name eines maszes „a half quarter or measure of four busheis, 
fr. comble , heaped measure. Or is it from the dutch kom, a 
trough, a ehest, a deep dish" ? Wedgwood 1, 374 ; vgl. das nhd. 
kump Br. 2, 895 ; nhd. kump^ welches nach Weigaäid 1, 649 ans 
mlat. cimpus, gr. xvf.ißog abzuleiten, aber von kumme, ndl. kom, 
ahd. chummä (aus lat. cucuma kochgeschirr) zu trennen wäre. 

Comb er. 1. kämmer; ableitnng von comb. 1. kämm, käm- 
men. 



— 229 — 

Comb er. 2. (gewöhnlich cnmber) beschwerde, hinderang; 
aus dem fr. pr. encombre, it. ingombro hindemiss, you dem lat. 
cumulos häufe; vgl. fr. comble; ebendaher leitet man das nhd. 
kommer, mhd. komberf was meistens „schwere sorge/^ mundart- 
lich aber noch „banschutt^^ bezeichnet; Vgl. Weigand 1, 648; 
Duc 1, 1181; Diez 106; I, 134. Wedgwood 1, 368 dreht ver- 
kekrter weise die ganze begriffsentwicklmig nm, indem er ausge- 
bend Ton isl. komra grollen, missvergnügt sein darans ndl. kom- 
ber, konimer, nhd. kunmer sorge entstehen xmd die bedentong 
fjast, schntt^* erst eine spatere sein lasst. 

Co mbjMT^ Silber-, lippfisch; lat. labios comber. 

Üffme kommen; ags. coman, criman, goth. qyiman, alts. 
knman, ndL komen, aitn. schwd. komma, dan. komme, ahd. chu- 
loan, chomen, queman, mhd. komen, nhd. kommen; s. über die 
formen im engl. Mätzner 1, 351, im nhd. Weigand 1, 620; wei- 
tere yerwandtschaft Dief. 2, 481 ; Rapp No. 46. kva kommen (lat. 
renire ans gaemire?) die entwicklnng der begriffe ist im ganzen 
ohne Schwierigkeit zu erkennen, wenn auch im nhd. mehrÜEU^h von 
der engl, abweichend; vgl. z. b. engl, become mit nhd. bekom« 
men, bequem — Kehrein 30. 

Comfit coufect, einmachen; fr. confitures, confire, it. con- 
fetlo aus lat. conficere, confectum anfertigen ; vgl. wegen der be- 
griSbentwicklung das nhd. einmachen, eingemachtes; mlat. con- 
fectae sind fructns saccharo conditio Scheler 69. 

Comfort trost, trösten, behagen u. s. w. ; fr. confort, con- 
forter; it. spatlat. confortare starken zu lat. fortis stark; die ur- 
sprongliche bedeutung „kräfügen^^ findet sich noch in dem alt- 
engL z. b. And the child wexed, and was counfortid (conforta- 
hator Vulg.) in spirit; Luke 1, 80 ; Wicl. And there appeared an 
angel unto'Him from heaven, comforting Hirn {iviaxvcjv dx/rSv) 
I^ike 22, 43. Tyndale. Trench 41 ; das engl, wort in seiner spe- 
cifischen bedeutung „behagen, bequ^mlichkeit,^^ ist dann wieder 
viel&ch als fremdwort in die anderen sprachen z. b. in das fr. 
nhd. mit unveränderter Schreibung comfort, nur etwa der aus- 
spräche anbequemt aufgenommen. 

Comfrey beinwell, Wallwurz (symphytum) ; „a plant formerly 
in repnie as a strengthener (vgl. die deutschen namen beinwell, 
beinheil), whence it was called knit-baclf and in Lat. „consolida, 
confirma, conserva;" Dief. Sup. comfrey seems a corruption of 



— 230 -- 

the second of these,; vgl. dazu die namen it. consolida, sp. con- 
suelda, &. consoude. 

Gomma komma, eintheilung; Tom gr. nofi^ia einschnitt, ab- 
schnitt, glied einer periode zu hotxzsiv hauen, schneiden; TgL 
Colon. 

Co mm and hefehl, befehlen; fr. Commander, von dem lal. 
commendare, welches zunächst empfehlen, später aber auch wie 
das einfache mandare befehlen bedeutet; vgl. dazu engl, com- 
mend, recommend. 

Commence anfangen; fr. commencer, it. cominciare, sp. 
pr. comenzar, pg. come9ar; zusammengesetzt aus com und ini- 
tiare (lat. inire eingehen, initium eingang, anfang) mail. inza: 
Diez 108; I, 136. 

Commodore kommodore, befehlshaber zur see; es scheint 
nur eine Verkürzung zu sein aus dem sp. comendador, it. com- 
mendatore, comandatore, pg. commendador, mlat. commendator 
und so im wesentlichen ein wort mit fr. commandeur, engl, com; 
mauder; vgl. command. 

Company, companion gesellschafi; , genösse; fr. com- 
pagnie, compagnon, it. compagno, mlat. companium aus com und 
panis brot ; vgl. ahd. gimazo und gileip von maz speise , leip 
brot und bereits goth. ga-hlaifs genösse, mitschüler von hlaiä 
brot (s. loaf); dazu dann fr. aecompagner, engl, accompanj 
begleiten; wegen des begriffs vgl. Trench 44. 

Compare vergleichen; fr. comparer, lat. comparare; altfr. 
comparer, comprer und altengl. compare zeigen noch die anderen 
bedeutuQgen des lat. comparare verschaffen, erwerben; vgl. it. 
comperare kaufen. 

Compass compass, zirkellinie, umfang; fr. pr. compas, it 
compasso, mlat. compassus von dem lat. cum und passus mit- 
schritt, gleicher schritt, tact, mass, Werkzeug zum messen, zirkel; 
vgl. fr. compasser, it. compaatare gleichen schritt halten im ge- 
gensatz zu trepasser, trapassare überschreiten ; die bedeutang von 
compass als nautisches instrument hat sich später eingefunden; 
„the mariners compass is so called, because it goes through the 
whole circle of possible variations of direction" Wedgwood 1,370; 
die ableitung aus dem lat. hält Diez 109; I, 137 fest trotz der 
von Dief. Celt. 1, 112 geltend gemachten kelt. analoga cwmp 
kreis, cwmpas kreis, zirkel, die selbst entlehnt sein mögen. 



— 231 — 

Complexion gesichtsfaxbe , temperament, zasammeiigeBetzt- 
beit; fr. complexion, lat. complexio; die abkunft ist so klar wie 
in einer menge ähnlicher Wörter, z. b. compassion; nur wegen 
der eigenthamlichen begriffsentwicklnng verdient das wort beach- 
mg; das lat. complexio Zusammenfassung bekömmt wenn auch 
spät den sinn körperbeschaffenheit ; vgl. Scheler 68 : „complexion, 
L. complexio, ensemble des proprietes phjsiques, disposition ge* 
nenüe. En angLus ce mot a retreci sa signikcation de constitu- 
tion, temperament ä celle de teint/^ 

Compliment compliment; cbmply willfahren; fr. compli- 
ment, aas dem lat. complere erfüllen, mkt. ^ officium quodm 
recte exsequi; davon it. compire, compiere seine pfiicht erfüllen, 
sich aufinerksam erweisen ; dann compliment, höflichkeit, im nhd. 
komptiment, auch in der (jedenfalls erst abgeleiteten) bedeutung 
Verbeugung; vgl. courtesy und curtsy; Scheler 68. 

Complot complot; fr. complot för comploit aus complici- 
tarn, complictum vom lat. compUcare verwickehi; vgl. spätlat. 
complex, -icis, fr. engl, complice mitverwickelt, theilnehmer, theil- 
haber an einer schuld; s. Diez 598; II, 252; vgl. noch plot, 
worauf complot jedenfalls einfiuss geübt hat. 

Compt. 1. (gewöhnlich count) rechnen; altfr. conter, nfr. 
compter, lat. computare; vgl. count. 

Compt. 2. (veraltet) zierlich; lat. comptus, altfr. cointe; s* 
qoaint; Mätzner 1, 205. 

Compose, Compound; zu lat. componere, compositus; 
vgl. über diese bildungen Mätzner 1, 116; 178 und expose« 

Comrade genösse, kamerad; fr. camarade, it. camerata, sp. 
pg. camarada, seiner bildung nach coUectiv («» fr. chambree) also 
stabengenoBsenschaft von camara, s. Chamber, dann von der 
einzelnen person; in der ursprünglichen bedeutung, wenn auch 
veraltet, noch im it. sp. pg. ; analog ist piem. mascarada mas- 
kenzQg und einzelne maske, femer in' gewisser weise nhd. freuen- 
zimmer, eigtl. weibergemach, dann weib ; auch stute eigtl. aufent- 
halt far pferde, dann weibliches pferd; vgl. steed; Diez I, 102. 
Con. 1. vielfach als erster theil von Zusammensetzungen ver- 
wendete Partikel in der bedeutung mit, zusammen nach dem lat. 
cum, com, con, co u. s. w. Mätzner 1, 501; als abkürzung auch 
för das lat. contra gegen. 

Con. 2. (veraltet) kennen, lernen ; ags. cunnan, goth. kunnan. 



— 232 — 

altengl. conne, connen, nhd. können und kennen; vgl. can. 1., 
Mätzner 1, 369; Weigand 1, 622. 

Conceit begriff, wähnen ; mit conceive, copcept, con- 
ception u. s. w. vom lat. concipere zusanunen&SBen , er&ssen, 
begreifen, fr. concevoir, it. concetto, lat. conceptum; vgl. zu der 
übrigens sehr klaren begriffsentwicklnng ausser Smart noch 
Trench 44. 

Concern angehen, antheil; concerning angehend; fr. 
concemer von dem mlat. concemere ans lat. cemere sehen, in 
der bedentung wie lat. spectare, fr. regarder „hinschauen auf S 
dann „aiigehen^^; vgl. Scheler68; wegen des gebrauchs von con- 
cerning als Vorwort im fr. concernant Mätzner 1, 407; 2, 484. 

Concert concert, abrede, verabreden u. s. w. ; fr. concert, 
concerter, it. concerto ; nach Diez 109 vom lat. concertare zusam- 
menstreiten, was leicht in den begriff zusammen verabreden über- 
gehen konnte ; in der bedeutung „musikalische aufiuhrung^^ drückt 
concerto den sinn von concentus aus, ohne daher abzustammen; 
es heisst hier eigentlich Übereinstimmung; andere wollen das lat 
conserere aneinanderreihen, zusammenfugen zu gründe legen, 
zumal it. conserto mit concerto wechsle, oder auch eine entstel- 
lung aus concentus annehmen; Scheler 68; Wedgwood 1, 371. 
Diez I, 137: „unter concerto di musica kann man ursprünglich 
nur eine Verabredung oder anordnung zum .zwecke der musik 
verstanden haben ;, an concentus ist nicht zu denken.^^ 

Gonduit leitung, kanal; fr. conduit, conduict von dem lai 
conducere, conductum, die vrieder in dem engl, als conduce, 
conduct erscheinen. 

Cone kegel, kegelartige frucht; von dem lat. conus, gr. 
xfSvoQ, auch nhd. in den fremdwörtem „konisch, koniferen," wie 
engl, conic, coniferous; fr. cöne, conique, coniföre. 

Coney, cony kaninchen; altfr. connin, connil; it. coniglio, 
sp. coneja, pg. coelho, pr. conil von dem lat. cuniculus ; vgl. dän. 
kanin, schwd. kunil, ndl. konyn, älter deutsch kanin, nhd. ka- 
ninchen, in mundarten kün, künlein, külle ; Schwenck 302 ; Wei- 
gand 1, 559 und besonders Dief. Or. Eur. 308. 

Gonge, congee abschied, Urlaub, Verbeugung; fr. conge, 
altfr. conget, congiet, it. congedo, pr. comjat von dem lat. com- 
meatus das weggehen. 

' Gonjure beschwören; fr. conjurer, lat. conjurare verschwö- 
ren ; die abstammung ist klär und die begriffsentwicklnng ergiebt 



— 233 — 

sieh recht gut an den verschiedenen deutschen Zeitwörtern schwö- 
ren, beschwören (to conjnre nnd to cönjure) verschwören ; Wedg- 
wood 1, 372. 

Conquer^erobem; dazu conqueror, conquest; erkla- 
ren sich leicht ans den fr. besonders den altfr. formen, fr. con* 
qnerir, altfr. conqnerre erobern, lat. conqnirere erstreben^ ecwer- 
ben; fr. conqnerant, altfr. conqnerenr eroberer nnd ans dem lat. 
eonqoigitas, conqnis^tns, conqnis'ta, fr. conqneste, conqnSte, it. 
sp. conqnista. 

Consol; gebranchlich nur alsplnral consols acontraction 
of Consolidated annuities, certain frinds in the British stock mar- 
ket, bearing 3 percent interest; Chambers's End. 3, 194; con- 
solidate befestigen, fr. consolider, lat. consolidare zu solidns 
fest; vgl. solid nnd console. 2. 

Console. 1. trösten; fr. consoler, lat. consolari. 

Console. 2. console, kragstein; fr. console; von zweifelhaf- 
tem Ursprünge. Scheler 71 : „Ce verbe fran9ais (consoler) a d^- 
gage le snbst. console, mais ce demier offre nn singulier retonr 
da sens figore, moral , inherent au verbe consolari, au sens phy- 
siqne et primitif de ce mot, savoir sontenir, affermir (rac. sol, 
d'ou solum, solidns) sens effac^ ddjä dans la langne classique. Les 
mots correspondants it. consolo, esp. consuelo sont synonymes de 
consolation. Si Tetymologie qne nons donnons ci-dessns ä con- 
sole n'est point jng^e digne d'approbation , il faudra, en atten- 
dant mieuz , admettre soit une mutilation de consolidare (console 
ponr consolde; on dit aussi en effet en rouchi console p. con- 
sonde vgl. comfrey), soit une composition du L. solea, cit^ 
par Festns comme signifiant seuil, plancher ; ^^ vgl. dieselben ver- 
mathongen bei Heyse 203. 

Constable constabel u. s. w.; fr. connetable und wieder 
ai26 dem engl, herübergenonmien constable; altfr. conestable, -it. 
conestabile und contestabile , sp. condestable, pg. condestavel, 
deutsch wenn auch mehr oder weniger als fremdwort constabel, 
constabler, connetabel ; ehemals und mundartlich mehr angeeignet 
ahd. cnmistadul, chumistuodalo (stadal stand, scheune, stuodal 
stütze) mhd. kunstabel, constofeler u. s.w., nhd. kunstabler. Wacker- 
nagel Umd. 56. Nach den mlat. formen conestabilis ; comestabi- 
üs scheint es keinem zweifei zu unterliegen, dass alle die Wörter 
anf das lat. comes stabuli eigtl. stallgraf zurückzufahren sind. 
Die theilweise sehr von einander abweichenden bedeutungen lassen 



— 234 — 

sich von jener grondbedeutnng aus woU entwickeln nnd zu be- 
achten ist nur noch, dass gerade bei so verschiedener auffiassuBg 
and anwendung desselben ausdrucks eine umdeutende etymologie 
sehr nahe lag, wie der gedanke an constabularius stallgenosse, 
oder an constare fest stehen oder gar an eine „stütze des königs'^ 
in dem verderbten ndl. conincstavel. Scheler 71; Wedgwood 1, 
372; Duc. 1, 1201 ss. 

Contrast Widerspruch, widersprechen u. s. w.; fr. contraste, 
pr. contrast, it. contrasto; fr. contraster, pr. contrastar, it. mlai 
contrastare aus lat. contra entgegen und stare stehen. 

Contrive erfinden, ersinnen; altengl. controve, contrevevon 
dem fr. controuver erdichten, trouver, altfr. trover, truver finden ; 
über die etwas auffallende lautwandlung vgl. Mätzner 1, 93 und 
retrieve, reprieve; das in dem worte enthaltene trouver, it. 
trovare u. s. w« ist etymologisch nicht ohne Schwierigkeit , doch 
zeigt Diez 358; I, 427 auf sehr überzeugende weise seine her- 
kunft von dem lat. conturbare, turbare, wie fr. troubler aus tor- 
bulare entstand; die begriffsentwicklung ist: „verwirren, durch- 
einanderwerfen um zu suchen, suchen, finden,^^ ^wie denn roman. 
mundarten noch mehrfach trovare in dem sinne des lat. tarbare 
haben. Andere .wollten einen deutschen stamm zu gründe legen, 
wie Grimm Myth. 853 nhd. treffen ; goth. drupan ? vgl. Scheler 
72. 330 und Ausz. 189, wo für die begriffsentwicklung an das 
lat. consequi verfolgen, erreichen, für die form an lat. conturbare 
erinnert wird. 

Controll kontrolle, kontroUiren u. s. w.; fr. controle, zu- 
sammengezogen aus contre-röle gegenrolle, gegenregister, von 
contre, lat. contra gegen und r6le, pr. rolle, rotle, it, rullo, rö- 
tolo, lat. rotulus = rotula rädchen, rota rad, dann rotulus, mlat 
in der bedeutung rolle, papier u. s. w. vgl. custos rotulonun «= 
keeper of the rotuli or roUs, one of the justices of the peace of 
a county appointed by the crown to keep the oounty records; 
8. Duc. 3, 702 und roll. 

Conundrum Wortspiel, witz; unermittelten Ursprungs; die 
älteren Wörterbücher haben das wort nicht, die neueren geben 
keine ableitung; es findet sich (zuerst?) in the Splendid Shilling 
von John PhiUps 1676—1708. 

Gonvey fahren, convoy geleiten; sind ein und dasselbe 
wort fr. convoyer, altfr. convoier, conveier entstanden aus lai 
con-viare, wie fr. envoyer aus lat. inviare Diez 747 ; 11, 438. An 



— 236 — 

das lat eonyehere ist es nicht einmal angelehnt, geschweige denn 
daraus entstanden zn denken. 

Coo girren; — sonst auch croo — ist lantnachahmend , wie 
ähnliche Wörter in andern^ sprachen z. b. fr. roncouler. 

Cook. 1. koch, kochen; ags. coc, cuc, ahd. coch, mhd. nhd. 
koch, ndl. kok nnd so in anderen sprachen entnommen dem lat. 
cocQs, coqnns koch, coqnere kochen. 

Cook. 2. wie der knckok schreien; lantnachahmend, wie der 
name des Togels cnckoo, nhd. kucknk; vgl. cnckoo. 

Cool kühl; ags. cöl (edle, c^le) zeitwort cdljan, ahd. chnol, 
mhd. oberdtsch. küel, nhd. kühl, ndl. koel, dän. koel u. s. w.; 
TgL das weitere nnter chill, cold nnd über die ganze gmppe 
Dief. 2, 437; Eapp No. 211 kal. 1. kalt. 

Coom roBS, kohlenstanb, wagenschmier; nach Johnson yon 
dem fr. ^cnme, welches selbst auf dem altn. sknm, ahd. scüm, 
nhd. schäum beruht, und allerdings in dem sinne von schlacke 
und abfall verschiedener art angewendet wird; Worcester Tcr- 
gleicht auch fr. cambouis Wagenschmiere, pr. camois koth. 

Coop kufe, hühnerkorb; ahd. chuo&, mhd. kuofe, nhd. kufe 
fiiss, aus lat. cnpa fass, tonne, mlat. cuppa, s. cup; ebendaher 
fr* eure, sp. cnba in der bedeutang kufe und hühnerkorb (hen- 
Goop), ndl. kuype, woraus wohl das ndd. küpe, kiepe. Coo per, 
ndd. küper, ndl. kuiper, nhd. küfer. Das zeitwort coop ein- 
sperren ist doch nur eine besondere anwendung des ausdrucks ; 
Tgl. eage käficht, in den käficht thun. 

Coot Wasserhuhn; nur , in ermangelung von» besserem möge 
hier stehen, was Wedgwood 1, 375 darüber beibringt: „Coot, a 
water fowl, called also a moor-hen — Bailey. . The two are often 
confounded, and in the moorhen the short white tail bobbing up 
and down, with a motion like that of the tail of a rabbit , is a 
Tery conspicuous object. Now as the latter animal is from this 
canse called buuny, from Gael. bun, a stump, it is probable (man 
möchte allen&lls „possible^' gelten lassen) that the name of the 
coot is also taken from the tail. W. cwt, a little piece , a short 
tail; cwta, cwtog, bob-tailed; cwt-iar (iar^=hen) a coot or water- 
hen.^' Worcester fuhrt als ndl. an koet. 

Cop kuppe, gipfel, schober; altfr. cope, nhd. kuppe, köpf, 
ndd. kopp u. s. w. ; s. cob, wo die weitere abstammung von 
dem roman. cuppa, coppa, lat. cnpa, cuppa angegeben ist und 
^gL cup, cope. 



— 236 — 

Oope. 1. kappel, decke; altfir. cope und so mit dem Tor- 
hergehenden cop ein und dasselbe wort, dessen weiterbildang 
in it. form cupola anch engl, erscheint, wie fr. conpole, nhd. 
kuppel. 

Cope. 2. chorrock, kopfbedeckung, bedecken ; altengl. copen, 
mlat. capa, cappa; incappare =^ operire; ags. cappa, cappe = 
pileus, cucnllus, nhd. kappe; s. cape und cap; auf die form mit 
o mochte die leicht eintretende vermengung mit cope. 1. ein- 
wirken. 

Cope. 3. sich einlassen, streiten — ursprünglich wohl mit 
jemand handeln, feilschen, wie cope mundartl. »= chop, exchange 
vorkommt und copeman neben chapman dem ags. copman, nhd. 
kauf mann entspricht; so wäre es das ndd. kopen, ndl. koopen, 
nhd. kaufen, goth. kaupon, worüber zu vergleichen sind chap. 3., 
chaffer, cheap; Mätzner 1, 201. 

Coppel (cupel) test, probiertiegel; fr. coupelle von coupe; s. 
engl, cup; vgl. nhd. kapeUe Sanders 1, 865. 

Cop per kupfer; aus dem spätlat. cuprum entstanden die 
roman. formen sp. pg. cobre, fr. cuivre, sowie die germanischen 
ahd. chuphar, mhd. nhd. kopfer, kupfer, ndd. kopper, ndL koper, 
schwd. koppar, dän. kobber; das lat. cuprum entstand aus cu- 
preum = Cyprium aes erz von der insel Cypem, auf der reiche 
kupfergruben waren; Weigand 1, 651. 

Copperas vitriol u. s. w.; it. copparoso, sp. pg. caparrosa, 
fr. couperose von dem lat. cupri rosa, wie das gr. xahuavdw 
kupferblume. 

Coppise und copse Schlagholz, gebüsch; altfr. copeiz, co- 
peau frischgeschlagenes holz; zu couper schlagen, also mit fr. 
coup, it. colpo zu lat. colaphus, gr. -Kokat^g; vgL coUop; Scheler 
76; Diez 107; I, 134; U, 252. 

Copy abschrift, kopie; fr. copie von dem lat. copia menge; 
Scheler 73 : „ce mpt vient sans doute de la phrase latine copiam 
facere scripti multiplier les exemplaires d*un manuscrit. II sig- 
nifie 1. transcription, 2. exemplaire de la transcription" — wie das 
nhd. abschrift; in einer der lat. näher stehenden bedeutung er- 
scheint copy in dem älteren engl, zuweilen, vgl. Trench 45; 
wenn auch wohl mehr in einer" art von bewusster und gelehrter 
annäherung an den lat. gebrauch des wertes. 

Coral koralle; fr. corail, it. corallo, mlat. corallus, coralluiDf 
von dem lat. coralium, curalium, gr. xoqdkkiGVj xovQaliov, yuofjdXujiif. 



— 237 — 

Cor bei (corbet, corbü) korbchen, kragstein u. s. w. ; der 
architektonische ausdruck beruht auf dem ir. theils corbeille korb- 
chen (von dem lat. corbis korb) theils corbeau, corbel (von dem 
lat. corvüs rabe) ; ebenhierher gehören danach c o r b e il der schanz- 
korb und schott. corby, corbil rabe; über die fr. ausdrucke 
corbean und corbeille in dem architektonischen sinne vgl. die Wör- 
terbücher; zu beachten ist för den sinn auch das nahetretende 
fr. eoarbe yom lat. corvus gekrfimmt. 

Cord schnür; fr. corde, lat. chorda, gr. x^^^ darm, darm- 
seite, schnür; nach dem fr. corde hat dann auch cord die be- 
dentong „klafter;^' dazu fr. engl, cordon schnür. 

Cordiner, cordwainerschuhmacher; cordovan, cord- 
wainkorduan, eineartleder; it. cordovano, sp. eordoban, pr. cor- 
doan, fr. cordouan nach Cordova, Gordoba in Spanien benannt, 
Tonwoes bezogen ward; davon abgeleitet dann it. cordovaniere, 
altfr. cordoanier, nfr. cordonnier; Scheler 74; Diez I, 140. 

Core das innerste einer sache, das herz; fr. coeur, lat. cor, 
(gen. cordis, davon die ableitungen cordial u. s. w.); in der 
bedeutung menge menschen steht es an der stelle von corps, fr. 
Corps, lat. corpus, indem die Schreibung der ausspräche angepasst 
wurde. 

Cork kork; sp. corcho aus lat. cortex, corticis rinde, wie 
sp. pancho von pantex, panticis durch vergröberung des c in ch 
entstand; ebendaher nhd. kork; Diez 480; 11, 115; Weigand 
1, 625. 

Cormorant seerabe; fr. cormoran (mit angetretenem t wie 
ancieut aus ancien, Mätzner 1, 177); vom bret. mör-vran (mdr 
meer, bran rabe) mit vorgesetztem corb «= corvus, corbeau, also 
eine pleonastische benennung wie loup-garou; pr. corp-mari bei 
Diez 600; U, 252 entsprechend dem lat. corvus marinus. 

Com. 1. kom; ags. com, goth. kaum und so mit geringen 
abweichungen in Schreibung und ausspräche durch alle verschie- 
denen germanischen zungen kom, körn, koren, ahd. chorin, chora, 
mhd. nhd. kom, daneben kern, altn. kiarni, von einem vermu- 
Üieten wnrzelverbum goth. kaiman und lautverschoben stimmend 
zu lat. granuin; vgl. Weigand 1, 578. 625. Schwenck 312. 336. 
Dief. 2, 441. ff., wo besonders auch die slav. formen verglichen 
nnd, wie altslav. zryno, russ. zemo, böhm. zmo u. s. w. 

Com. 2. leichdom; fr. cor, ehemals com, lat. comu hom; 
zu diesem lat. roman. stamme gehören noch eine menge andrer 



— 238 — 

Wörter wie comage, comea, comute; comy hornig (neben comy 
kömig zu com. 1.) vgl. die folgenden artikel und wegen weitrer 
yerwandtschaft hörn. Dass in den ableitnngen Öfter die beiden 
stamme sich vermischen, kann nicht auffallen; die verschiedenen 
beiieutungen lassen aber sogleich auch die abstammung erkennen; 
vgl. z. b. cornage Lucas 1, 420. 

Cornelia n. 1. (comelian-tree) komelkirsche ; fr. comouille, 
älter comoille, it. comiola, nhd. komel-kirsche, mlat. cornolium 
Duc. 1, 1340 Weiterbildung aus dem lat. comus komelkirsche, 
vermittels diminutivformen wie cornuculum, comicula — im engl 
oft verkürzt zu cornel. 

Cornelian. 2. (stone) kameol; it. comiola, sp. comerina, 
pr. pg. comelina; fr. comaline vom lat. comu hom, weil seine 
färbe der des (aus hom gebildeten) nageis am finger gleicht Diez 
112; I, 140; das nhd. kameol würde demnach auf einer missver- 
ständlichen anlehnung an lat. caro, camis mit dem gedanken an 
fleischfarbe beruhen; Wedgwood 1, 378: „others derive it from 
carneous, because flesh-coloured. Butthe true derivation is, pro- 
bably, from the semitransparency of the stone resembUng hom. 
G. homstein, cornelian, chalcedonj, agate.^^ 

Cornemuse dudelsack; fr. comemuse; it. sp. pg. pr. cor- 
namusa „soll aus comu musae zusammengesetzt sein; prov. coma, 
altfr. come heisst hom als tongeräthe; musa, altfr. muse pfeife, 
flöte, aber die composition ist för die sache nicht bezeichnend" 
Diez 112; I, 140. Scheler 74. 231 nimmt den ersten theü der 
Zusammensetzung als zeitwort comer = sonner du cor ou de la 
trompe ; come-muse ^= qui corne de la muse und muse als Stamm- 
wort von musette aus mlat. musa musikalisches instrument. Da- 
gegen erklärt Heyse 216 come-muse als hom-pfeife, „so genannt, 
weil sie ursprünglich mit einem ziegenbockkopfe oder zwei hör- 
nern versehen war, deren eines die hineingeblasene luft aufhinunt, 
die aus dem andern als pfeifenartige töne hervorkömmt ;^^ vgl. das 
nhd. bock-pfeife dudelsack, was freilich fast wie entstellt aus dem 
engl, bag-pipe aussieht, aber immer mit bezug auf die ehemalige 
gestalt des instmments gebildet sein kann; anders Grimm 2, 206 
„worauf der hirt den bocken vorpfeift.** 

Corner winkel, ecke; fr. comier, comiere die ecke betreffend; 
mlat. cornerius — auch fr. comiÄre, mlat. comeria für ecke selbst 
vom lat. comu, fr. come, die wie das altn. hom, ags. engl. nhd. hörn, 
ags. hyme, a^^ der bedeutung hom vielfach in den begriff spitze, 



— 289 — 

ecke, winke! übergehen; vgl. hörn; Scheler 74 come No. 8. 
Duc. 1, 1338; Dief. 2, 538. 

Cornet homchen, körnet, düte, haube u. s. w.; das wort 
entsteht in seinen verschiedenen bedeutuugen aus dem entspre- 
chenden fr. cornet und comette^ Verkleinerungswörtern von corne, 
lat coma hörn Scheler 74 ; die begriffsentwicklung kann in ein- 
zehien fallen zweifelhaft erscheinen, z. b. in cornet, fr. comette 
staudartenjunker, körnet; es bedeutete jedenfalls zunächst die 
Standarte (wie enseigne fahne, dann fähnrich) Scheler 74: cor- 
oette, BL. corneta 2. petit etendard de compagnie (rorigine de 
cette appellation ne m'est pas claire) 3. g. m. porte-^tendard ; es 
war ursprünglich ein langes, an der spitze der lanze doppelt be- 
festigtes stück taffet, dessen form den namen veranlasst haben 
^'^f ^S^' Heyse 216; Schwenok 112. 

Comic e kranzleiste an dem sims; it. cornice, sp. comisa, 
fr. comiche, wall, coronise von dem lat. coronis, gr. yioqcDvig 
Schnörkel, ende, zierrath u. s. w. ; im roman. verwechselt mit cor- 
nix, wie auch gr. KOQiivr] krümmung, kränz und krähe bedeutet; 
Tgl. nhd. kamies ; Diez I, 140 ; Weigand 1, 564. 

Corody (corrody = a claim on a religious house by the 
king or another aa due for the sustentation of his chaplain or 
others; panisbrief; mlat. conredium, conradium, corredum, corro- 
dium, Duc. 1, 1289 ss. it. corredo, pr. conrei, altfr. corroi ausrüs- 
tang, ausstattung; nfr. corroyer zubereiten (leder); der stamm 
ist dunkel; s. Diez 283; I, 343; Scheler 75 unter corroyer und 
über den ganzen stamm vgl. array undray. 3. Dief. 2, 159 — 161. 

Coroner leichenbeschauer, koroner; ein kronbeamter, mlat. 
coronarius, coronator „Anglis dicitur judex placitorum coronae 
etc. Duc. 1, 1348; also von dem lat. Corona kröne; vgl. crown. 

Corp oral. 1. neben corporeal leibUch, körperlich von 
dem lat. corpus körper, fr. corps; vgl. corps, corpse; dasselbe 
wort nur in einer bestimmten anwendung ist corporal das ge- 
weihte messtuch, das korporale, mlat. corporale, palla qua sacri- 
ficimn tegitur in altari, also weil es das corpus Christi deckte ; vgl. 
Col. 34: „corporas, sb. = a cloth on which the Clements were 
laid at the Eucharist. H. D. 188. 

Corporal. 2. korporal; fr. sp. caporal, it. caporale, henne- 
gau. coporal, corporal, letztere form auch im Berry ; nhd. korpo- 
ral. „Ein in Italien entstandenes, aus capo haupt durch einschie- 
bong fast seltsam gebildetes wort'' Diez 86 ; I, HO. Will man 



— 240 — 

nicht mit Scheler 51 gerade umgekehrt die form corporal als 
die ursprüngliche, abgeleitet von corpus in dem sinne eines kleinen 
heerhaufens, annehmen, so wird man wenigstens eine frühzeitige 
anlehnung an corpus zugeben müssen. Schder: „La terminaisoii 
oral nons est suspecte; or corporal rend parfaitement Tidee de 
chef d*un corps de garde et derive regulierement du latin corpus, 
corporis;" Langensiepen im Arch. 31, 146 meint, es konnte wohl 
von capo reale, fr. chef royal herkommen, also eigtl. einen kö- 
niglichen officier bezeichnen! 

Corps u. corpse; ist das lat. corpus, fr. corps nur für ver- 
schiedene bedeutungen in verschiedener ausspräche und Schrei- 
bung; zu der, übrigens im fr. und selbst im deutschen entspre- 
chenden begriffsentwicklung — „körper, heerkörper, todter kor- 
per" u. 8. w. vgl. noch Trench 46, wonach corpse ehemals 
nicht nur cadaver, sondern auch corpus bezeichnete; s. corse. 

Gorsair seeräuber, korsar; fr. corsaire, it. corsare, corsale, 
pr. corsari, sp. corsario, cosario, mlat. corsarius von dem lat. cursns 
lauf, currere laufen, woher sp. corso das kreuzen eines schiffes 
zur see, corsa ausflug zur see, corsear kreuzen, kapern; vgl. &. 
course und engl, course. 

Corse leichnam; es ist = corpse das lat. corpus, fr. corps, 
altfr. cors; ebendahin gehören natürlich ableitungen wie fr. engl, 
corset leibchen und corslet bruststück einer bekleidung, einer 
rüstung, zu deren begriffsentwicklung verglichen werden mag engl. 
bodice von body, nhd. leibchen von leib. 

Corsned das notbrot; ags. corsnaed, nach Etm. 385 nncl 
Wedgwood 1, 379 von ags. cors, corsian fluchen (vgl. curse) 
und snaed, bissen, stück; besser, nach Grrimm R.A. 932 von cor 
kür, wähl (vgl. choose) und snaed; für diese letztere ableitung 
spricht auch das fries. kor-bita kürbissen; vgl. Duc. 1, 1352; 
Schmid G. d. A. 549. 

Corvet korvette; fr. corvette, pg. .corveta, sp. corbeta von 
dem lat. corbita lastschiff (zu corbis korb) mit romanisirter endong; 
Diez 111; I, 140. 

Cosier (veraltet) flicken, flickschneider ; zu dem fr. coudre, 
pr. cöser, cusir aus lat. consuere, neben dem schon in den glossen 
Isidors cusire steht; Diez 118; I, 149. 

Co SS et das ohne mutter aufgezogene lamm, füllen, verzag; 
Wedgwood 1, 379: „It. casiccio, a tame lamb bred byhand. Fl. 
from casa, house, as in Duffolk, cot-lamb. Wal!> cosset, a sueking 



— 241 — 

I 

t 

pig, ü probably uncoimected ; ^^ aber jedenfalls ist för das wort 

Tiel eher dieses cosset als jenes ganz abseit liegende it. casiccio 

zu beachten. 

Co st. 1. (veraltet und mundartl.) ribbe, seite; altfr. coste, 

nfr. cote, lat. costa; Tgl. coast. 

Co st. 2. kosten; altfr. coster, conster, nfir. conter, lat. con- 

stare zu stehen kommen; aus dem roman. worte, it. costare, sp. 

costar entsprang auch mhd. nhd. kosten; Wackernagel Umd. 27. 
Costiye verstopft, hart; fr. constip^, lat. constipatus von 

constipare zusammendrängen, drücken. 

Costume kostüm; fr. costume neben coutume von dem lat. 

consuetudo; s. das weitere unter custom, Diez 114; I, 143. 
Cot, cote hütte, köthe; dies alte wort findet sich in den 

meisten german. sprachen wieder, ags. cot und cote (cyte), mhd. 

nhd. kote, nndd. köt, kate, altn. kot, schwd. käte, kote, dän. 

kaade, ndl. kot u. s.w. in den bedeutungen hütte, stall, versteck; 

s. Dief. 2, 546 ; auch kelt. cwtt bauschen Weigand 1. 628 ; gadhel. 

coite, cot; hierher die ableitung cottage; einzelne bedeutungen 

Ton cot wie „fingerling, zotte*' weisen zunächst auf die ml^j;. 

formen cota, cotta, cottus, cottum Duc. 1, 1365, in denen der 
abergang der bedeutnng „haus^^ in ,.kleid^' hervortritt; man vgl 
coat, die nhd. kothe, kutte, kotze und Diez 107. 115; I, 135. 
144 indem cot s» a small bed, cradle, hammock auch an das 
pr. cota, fr. coite, couette u. s. w. erinnert. In dem sinne topf- 
gncker könnte cot ursprunglich ,, weiberrock ^^ (s. coat) dann 
wcib, weibischer mann bezeichnen: so erklärt Wedgwood 1, 381 
eotqueen „the dement signifying woman (cf. queen) isrepea- 
ted, as so often happens when the original form of the word has 
lost its significance ; '' vgl. Wedgwood 1, 379 — 382, wo jedenfalls 
cot. 1. u. cot. 2. cote in dove-cote u. s. w. als identisch zu 
nehmen sind, als grundbedeutung von cot. 3. aber genommen 
wird a matted lock zotte u. s. w. 

Cot ton bäum wolle; fr. coton, it. cotone, sp. al-godon mit 
dem arab. artikel von dem arab. qoton, al-qoton; nhd. kattun^ 
ndL cottoen, cattoen; vgl. acton; Diez 115; 1, 144; Sanders 1, 878. 
Couch lager, legen; fr. coucher, it. colcare, corcare, cori- 
care, wal. culca, pr. colgar, altfr. colcher von dem lat. coUocare, 
spater culcare stellen, legen. 

Cough husten; vergleichen lassen sich nhd. keuchen, keir 
di^ ndL kiohen, kichhoest (s. c hin -cough), dann auch ags. 

HUtor, Etym. Wtfrttrbacb. 16 



— 242 — 

ceahhetan = lat. cachinari, nhd. kichern, alle latttnachahmend; 
B. Weigand 1, 574. 580; Schwenck 309. 313; Dief. 2, 484; selbst 
das mhd. huchen, nhd. hauchen erscheint als nahe verwandt in 
fonn und bedeutung. 

Coulter (colter) pflugschar; fr. coutre, it. coltro, lat. culter. 

Council, counsel rath u. s.w.; fr. conseil, lat. consilium, 
concilium; davon dann counsillor, counselor n. s. w. 

Count. 1. rechnen; fr. compter und Konter (begrifiPsentwick- 
Inng.wie im nhd. zählen, erzählen; vgl. teil u. account) aus 
lat. computare, comp*tare rechnen, zählen ; it. contare, sp. contar, 
pr. comtar, altfr. cunter neben conter. 

Count. 2. graf; fr. comte; altfr. cuens, cunte, cumte, conte, 
it. conte, sp. pg. conde von dem lat. comes, comitis begleiten 
mlat. graf; dazu county, fr. comte, countess, fr. comtesse, 
yiscount, fr. vicomte, lat. vicecomes. 

Counter. 1. zahlpfennig, zahltisch, rechner; wie die ent- 
sprechenden fr. conteur, comptoir zu count. 1. 

Counter. 2. häufiges präfix; fr. contre, lat. contra neben 
der rein lat. form contra, contro; s. Mätzner 1, 501. Als ein 
beispiel von angleichung verdient unter den Zusammensetzungen 
besondere erwähnung counterpane (Smart: „It is so called 
from' that kind which was composed of variegated Squares er 
panes), was ursprünglich weder mit counter, noch mit pane zu- 
sanmienhängend vielmehr aus dem fr. ebenfalls assimilirten contre- 
pointe, courte-pointe eigentlich coute-, coulte-pointe entstanden 
scheint, lat. culcita puncta gestickte decke; s. über culcita u. die 
daher stammenden roman. worter Duc. 1, 1415; Diez 107; I, 135; 
Scheler 77. 

Countenance ansehn, gesiebt, gunst (ältere bedeut. z. b. 
bei Gol. 20 appearance, demeanour, courage); fr. contenance von 
dem lat. continentia zu continere, fr. contenir, engl, contain; 
wegen der eigenthümlichen begriffsentwicklung des ' engl Wortes 
kann man etwa nhd. haltung und geberde vergleichen; die all- 
gemeine haltung und erscheinung wird öfter auf das am meisten 
charakteristische gesiebt eingeschränkt. 

Country land; fr. contr^e gegend, it. contrada, mlat. con- 
trata vom lat. contra, wie nhd. gegend, mhd. gegenöte von dem 
Vorwort gegen, eigtl. das entgegenliegende; Duc. 1, 1319; Wei- 
gand 1, 403; Diez 110; I, 139: „indessen sagt man prov. in 
fiesem sinne auch encontrada von encoutrar begegnen, woraus 



— 243 — 

contnda recht wohl abgekürzt sein konnte. Diese form mit en 
beseitigt zugleich die von mehreren vorgebrachte herleitnng aus 
conterrata; ^^ Tgl. Wedgwood 1, 383. Country-dance ist um- 
deutung des fr. contre-danse. „Gontre-danse or dance in which 
ihe parties stand opposite to one another, becomes country dance, 
as though it were the dance of the country folk and raral dis- 
tricts, as eontrasted with the quadrille and waltz and more arti- 
fidal dances of the toi^.^* Trench. 

Couple paar, koppel; fr. couple, it. coppia, vom lat. copula 
band, rerbindong; altit. cobbola, pr. cobla — dazu auch fr. Cou- 
plet und danach engl, couplet strophe, eigtl. verknüpfiing von 
Tersen; aus derselben quelle nhd. koppel, kuppel. Weigand 1, 
623. 651. 

Courage muth; fr. courage, altfr. corage, sp. corage; it. 
coraggio, mlat. coragium, Weiterbildung von dem lat. cor herz, 
ohne benutzung des radikalen d, wie noch in anderen ableitun- 
gen z. b. fr. curee, altfr. coree, coraille Scheler 77. 81; DiezI, 139. 
Courier, course kurier, cours u. s. w.: fr. courrier, course, 
conrs, it. corriere, corso ; die roman. Wörter deutlich aus dem lat. 
ciurrere laufen, cursus lauf. 

Court hof; fr. court, pr. cort, it. sp. pg. corte, wal. curte, 
mlat. cortis Tom lat. chors, chortis Viehhof; die begrifibentfaltung 
erläutert sehr gut das entsprechende nhd. hof mit seinen ablei- 
tongen; vgl. engl, courteous, courtesy, courtier^ courtship, cour- 
tizan, mit nhd. hoflich, hoflichkeit, höfling, den hof machen, hö- 
fisch, hübsch, als fremdwort courtisane buhlerisches ho£Eräulein 
u. 8. w. vgl. Sanders 1, 772; Heyse222; über weitere Verwandt- 
schaft jenes lat. chors vgl. gar den, Schwenck207; Dief. 2, 390 -ff. 
und Bapp No. 301 kart. 1. geschlossener räum. 

Cousin Vetter; fr. cousin, ndl. ^syn, pr. cosin, it. cugino 
zusammengezogen aus lat. consobrinus, wie dies die churw. for- 
men cufflrin, cusdrin erweisen; sp. sobrino Diez 119. Cosina ma- 
gin (verwandte) hat schon der voc. S. Galli sc. 7 ; Diez 1, 150 ; 
über andere, abzuweisende ableitungen vgl. Scheler 77. 

Couth (veraltet) freundlich, geschickt; ags. cüd notus, fa- 
miliaris, amicus Grein 1, 172; häufiger ist noch das zusammen- 
gesetzte un couth, ags. uncüd, oncüd ignotus, inimicus, saevus. 
Cove verschlag (pigeon-cove), obdach, kleine bucht ; die letzte 
gewöhnlichste bedeutung als die abgeleitete genommen (obdach 
— cove auch in der bedeutung wölben — Zufluchtsort — bucht — 



— 244 — 

vgl. ausserdem bight, bougbt und nhd. bucht Wegen der 
begriffsentwicklung) darf man als einziges Stammwort annehmen 
das ags. cofa = cubile ; altn. kofi' hütte, mhd. kobe, nhd. kobe, 
koben, ndd. kaven Br. W. 1, 755; Weigand 1, 615; allenfalls 
mochte ein anderer stamm fr. couver, it. coyare, lat. cubare brü- 
ten, hegen, pflegen (vgl. covey) einfluss ausüben. 

Covenable passend, covenant vertrag; von den fr. con- 
venable, convenance zu lat. convenire übereinkommen ; mlat. z. b. 
convenientia Duc. 1, 1321; altfr. formen mehrfach ohne n; vgl. 
Mätzner 1, 159 ; auch nfr. couvent, altfr. altengl. covent aus con- 
ventus; insbesondere gehört hierher covin, covine = a deceiifol 
agreement between two to the prejudice of a third ; altfr. covyne ; 
fr. in mundarten couvinen, covinen Verabredung, zu dem lat. con- 
venire, altfr. auch mit n convine, it. convegno, sp. convenio be- 
dingung; Diez II, 253; Hai. 1, 275. 

Cover bedecken, decke; fr. couvrir, sp. pr. cubrir, it. co- 
prire von dem lat. co-operire zudecken; die ableitungen wie co- 
vert, coverture nach den fr . couvert, couverture bedürfen keiner 
erläuterung; coverlet ist wahrscheinlich, wie Wedgwood 1, 385 
meint, aus fr. couvre-lit entstanden, wie auch die ältere form co- 
verlyght, coverlyte Hai. 1, 275 vorkömmt, dann aber als die Ver- 
kleinerung von -Cover aufgefasst mit dem häufigen snfi^ let; s. 
Mätzner 1, 458. 

Covet begeliren; altfr. covoiter, co veiter, cuveiter, it. cupi- 
tare, covidare, pr. cobeitar, nfr. convoiter (mit unorganischem auf 
einer falschen Vorstellung von Zusammensetzung mit con beru- 
hendem n) aus lat. cupere, cupitum, cupidus vermittels einer vor- 
auszusetzenden spätlat., form cupitare; Scheler73; Diez 120; 1, 150. 

Covey brut, volk (rebhühner); fr. couvee (de perdrix) zu 
couver brüten, it. covare, f)r. coar aus dem lat. cubare in dem 
sinne von incubare. 

Cow. 1. kuh; ags. cü, ahd. chuo, chua, mhd. kuo, nhd. kue 
(noch bei Luther) kuh; altn. ku, schwd. ko, dän. koe, ndl. koe, 
koei, ndd. kö ; in den urverwandten sprachen lat. kelt. ceva (Co- 
lum. 6, 24 : alpinae vaccae .... quas ejus regionis incolae cevas 
appellant.) skr. gaus (in der Stammform go ochs und kuh; vgl. 
Grimm G. d. d. S. 23). üeber den alten plural kine zu cow wie 
ags. c^ zu cü, altn. k^r zu kü vgl. Mätzner 1, 219; im allgemei- 
nen Dief. Or. Eur. 295 ff. und ßapp No. 283 ka kuh, vieh. „Bopp 
hat aus dem indischen nachgewiesen, dass ein nomeu, dessen 



— 245 — ' 

gnmdsilbe go ist (auch gauh, accus, gäm) sowohl das rind, ochs 
imd knh, als auch die erde bedeutet; gr. ßovg, ydla, yrj u. s. w. 
Bopp V. Gr. 1, 254; vgl. Grimm Myth. 631. 

Cow. 2. einschüchtern; cowish furchtsam. Wedgwood 1, 
385 zieht herbei schwd. kufwa, dän. kue = to subdue, bring 
down, keep under; vielleicht ist es nur verkürzt und als stamm 
angesehen von coward feigling mit dem auch cow er kauern, 
sich ducken leicht vermischt werden mochte; doch konnte cow 
anch die quelle von cower sein. 

Cow. 3. schomsteinkappe ; scheint verkürzt für cowl zu 
stehn. (In einigen Zusammensetzungen mit cow ist die etymologie 
verdunkelt oder ungewiss; vgl. cowage, couhage, cow-itch 
name verschiedener pflanzen, in der letzten form deutliche Zusam- 
mensetzung gleich nhd. kuh-kratze, aber doch wohl erst volks- 
thümlich dazu gemacht; cow-slip Schlüsselblume, am besten wohl 
ZQ fassen als cow's lip, ags. cü*s lippa nicht als cow-slip oder 
entstellt aus cow's leek; vgl. Wedgwood 1, 387.) 

Coward feigling; altfr. coard, cuard, couart, nfr. couard, 
it. codardo, pr. coart (sp. pg. cobarde, altsp. cobardo aus co-ardo 
far codardo wie juvicio aus ju-icio — ) jedenfalls eine Weiterbil- 
dung des lat. cauda, it. coda, fr. queue, altfr. coue, coe schwänz ; 
nur die Vermittlung der begriffe ist verschieden versucht worden ; 
nach einigen ist couard der den schwänz einzieht, wie ein flie- 
hender hund; nach andern, der sich am schwänze (des heeres) 
hinten hält, nicht hervorwagt ; MahnE. U. 76 erklärt, dass couard 
kürz-, stumpfechwanz in der thierfabel der name des hasen ge- 
wesen — im altvlaem. Reinaert cuwaert — und dann erst von 
diesem thiere auf einen feigen menschen übertragen sei, wie nhd. 
hasenfusz, hase ; immerhin scheint die Vorstellung eines erschreck- 
ten thieres mit eingeklemmtem schwänze — lion couard heisst 
in der heraldik der so abgebildete löwe — nicht ganz abzuweisen 
zusein; vgl. Diez 105; I, 132; Scheler 76. Die Zeitwörter fr. 
couarder, engl, coward weichen, entmuthigen sind erst abgeleitet. 

Cower kauern; wie schon unter cow. 2. angedeutet, hat 
die ableitung Schwierigkeit; es mag ein germanischer stamm zu 
grnnde liegen, vgl. nhd. kauchen und das noch nicht sehr alte 
kauern Weigand 1, 570. 571 ; dabei aber kann anlehnung an an- 
dere demente eingetreten sein; s. Wedgwood 1, 385. 

Cowl. 1. kappe; ags. cugle, cuhle, mlat. cucuUa Duc. 1, 
1409, woraus es auch in das roman. überging, altfr. cuoule, sp. 



— 246 ~ 

cognlla, wie mhd. kogel, kugel, gugele, ahd. chngeUt, nhd. kogel ; 
Weigand 1,' 617. 

Cowl. 2. kübel, zuber; scheint auf das fr. cnvel, cnvean zu 
cnve, lat. cupa, mlat. cupa, cnpella, cnpdlus, nhd. kübel zurück- 
gefiihrt werden zu müssen. 

Eine Vermischung mit cowl. 1. tritt einem entgegen, wenn 
nhd. kobel, ndl. kovel, keuvel haube, mönchskappe bedeutet und 
80 jenes cowl. 1. sammt coif auch auf lat. cupa hinweist; ygL 
Weigand 1, 645. 615; s. cob, cop, cup; und besonders über 
alle hierher etwa gehörigen Wörter Dief. Or*Eur. 242 ff. 

Goxcom^ narr = cock*s comb hahnenkamm; Smart: „a 
comb resembling that of a cock which licensed fools formerlj 
wore ; hence a fop ; also a flower coloured as a coxcomb^' ; bei 
Shakspeare auch in der bedeutung Scheitel des kopfes — wohl 
von der kopfbedeckung. 

Coxon, coxswain bootsmann =« cock's swain; s. cock. 3. 
und swain. 

Goy. 1. ruhig; altfr. coi, coit; it. chieto, sp. pg. quedo aus 
dem lat. quietus; s. Diez 98; I, 124 und vgl. quit. 

Coy. 2. kirren, anlocken; s. unter decoy. 

C o z e plaudern, cozy, cosey traulich, behaglich ; zu fr. 
causer (coser), wie nhd. kosen von dem lat. causari; Diez 113; 
I, 142; Weigand 1, 626; ahd. chösön, mhd. kosen sprechen, re- 
den; von dem vielleicht erst das fr. causer beeinflusst wurde, da 
es weder zu chose noch zu cause recht passt; Scheler 54. 

G o z e D betrügen ; schwerlich steht es im zusammenhange mit 
fr. coyon, it. coglioue; coglionare, wie Wedgwood 1, 387 meint; 
vielleicht ist es nur von dem verkürzt für cousin stehenden coz 
gebildet, oder hängt mit dem vorstehenden c o z e zusammen. Wor- 
cester: „from the noun cousin. i. e. to deoeive through pretence 
of relationship. Minsheu.^^ 

Grab krebs, krabbe; ags. crabba, ndd. und daraus nhd. krabbe, 
ndl. krab, altn. krabbi, schwd. krabba, wohl entlehnt aus dem 
lat. gr. karabus, naQaßog meerkrebs; aus dem german. gebiete 
ins fr. gedrungen crabe. In einer nahen, wenn auch nicht ganz 
klaren Verwandtschaft damit steht femer nhd. krebs, mhd. krebe5, 
spätahd. crebis, mittelndd. krevet, ndl. kreeft, woraus wieder ent- 
sprang fr. ecrevisse, henneg. graviche, wall, grevess; im engl 
wurden endlich diese roman. formen aufgenommen und angeeignet 



— 247 — 

xoeraj-fish und craw-fish; Tgl. Mätzner 1, 483; Weigand 
l 629. 636; Diez 613; 11, 272. 

Die zum theil .weit abliegenden bedentnngen ,,holzapfeI, 
saaer, mfirrisch, hebebock^^ lassen sich dennoch mit der ersten 
woU yennitteln ; man bedenke einerseits, dass der krebs kneifend, 
znsammenziehend gleichsam beisst, wie dem geschmacke nach der 
saure apfel nnd dass auf der anderen seite thiemamen wie bock 
\L s. w. wegen gewisser ähnlichkeit in der gestalt zur bezeich- 
nang von geiathen dienen; nur ist kaum mit Wedgwood 1, 388 
anzunehmen, dass er ab in dem sinne von windlass for raising 
weighi» (auch trivet to set OTer a fire) yermittels metathese aus 
dem roman. worte für bock, ziege, fr. cheyre, sp. cabra hervor- 
gegangen sei. 

Crack krachen, brechen; naturlaut wie ahd. chrachön, mhd. 
nhd. krachen mit dem hauptwort und ausrufe krach, krack; ndl. 
crack, cracken, craecken, kraaken; fr. crac, craquer, gael. crac; 
dazu im engl, die Verkleinerung er a ekle, ferner in verschiede- 
nen sprachen der name eines hart gerosteten backwerks ndl. kra- 
keling, fr. craquelin, nhd. kracheichen ; aus dem fr. ist wohl mit 
Umstellung cracknel geworden, in welchem nun die ableitungs- 
silbeel, nel an den stamm crack getreten scheint; daneben kommt 
auch mundartl. cracklings vor. 

Cr adle wiege; ags. cradol, cradul, cradl; altengl. credille, 
gadk creadhal, craidheal eigentlich korb, flechtwerk ; vgl. weiteres 
nnter crate. 

Graft kunst, handwerk; ags. craft veiftnogen, kunst; ahd. 
mhd. nhd. kraft =^ vis, copia; altn. kraptr, ndl. cracht, kracht; 
die bedentnngen gehen in den heutigen sprachen etwas auseinan- 
der, wio sich am besten z. b. zeigt am engl, crafty »= astutus 
neben dem nhd. kräftig = potens, validus^ also dort mehr von 
geistiger, hier von körperlicher stärke; „mit altn. krafa forderung, 
kraefr stark aus einem vermuthlichen goth. wurzelverbum kriban 
treibend wirken? Grimm Gr. 2, 51 No. 541. Weigand 1, 630; 
oder einem ags. crefan = agere, cogere Etm. 398. Heyne : „skr. 
kra-t-UB potentia?" 

Crag. 1. (rack) hals, nacken; ags. hracca = the rack, neck, 
hinder part öf the head — aber auch hraca hals, husten, aus- 
wurf, altn. hraki; ahd. racho, mhd. nhd. räche, rächen, ndl. craege 
kehle, femer isl. krage, dän. krave, nhd. kragen, ndl. kraag kra- 
gen, eigtL hals; vgl. Weigand 1, 630 ; 2, 450; Schwenck 497 und 



— 248 — 

8. rack. 4. femer reach, retch; fr. racher, oracher; Dies II, 
393; Wedgwood 1, 389. 

Crag. 2. klippe, felszackeu; keltischen Ursprungs, gael. creag 
felsen, welsch careg stein, caregos kieselsteine; vgl. fr. crau name 
eines kieselfeldes bei Arles; altfr. craug steinig vom bret. erag, 
kymr. craig u. s. w.; Diez 603; 11, 258; Wedgwood 1, 389. 

Crake Wachtelkönig (crex pratensis) ; sonst auch rail, nhd. 
ralle genannt ; das wort ist wohl nach dem lat. gr. crex, x^^ zu- 
gleich den ton des vogels nachahmend gebildet. 

Cr am vollstopfen, einzwängen; ags. crammian = farcire. 
altn. krami druck, kremia, schwd. krama, dän. kramme drücken; 
ferner nhd. krammen und krimmen, mhd. krimmen, ahd. chrim- 
man zusammenziehend fassen Weigand 1, 632. 640; benlhnmgen 
liegen nahe mit cramp u. clam. 

Crambe strandkohl; crambo reimspiel; Wedgwood 1, 389: 
„a repetition of words, or sajing the same thing over again. From 
the Greek proverb dig xQoi/nßr^ S^dvarov^ cabbage twice boiled is 
death; lat. crambe repetita, a tedious repetition. Hence, probabljr, 
crambo, a play in rhyming in which he that repeats a word 
that was said before, forfeits something.^^ 

Cramp krampf, krampe; ags. cramp (cromp) s» spasmus; 
das fest zusammenziehen und halten ist der grundbegriff des wur- 
zelzeitworts Grimm Gr. 2, 34 No. 370; ahd. chrimphan, mhd. 
krimpfen, krampf; ahd. chrampho eisenhaken, nhd. krampf, krampe; 
altn. krappr eng, kreppa einengen, zusammenzwängen, ndl. kramme, 
kramp; vgl. Weigand 1, 632. 633; über die roman. daraas ent- 
sprungenen Wörter fr. crampe, crampon, it. gramba u. s. w. Diez 
I, 223; vgl. clamp. 

Crane kranich, krahn, zapfröhre; ags. cran (cranu, cranus ?), 
altndd. cranö, ndd. kraan, ndl. kraan, schwd. kran (trana, dän. 
träne) ahd. chranuh, mhd. kranech, nhd. kranich, kelt. garan, gr. 
yiqavog, lat. grus ; das griech. wort bedeutet schon den vogel und 
das hebezeug; s. über die verschiedenen bedeutungen Weigand 1, 
631. 633; Schwenck 339. 341; Br. W. 2, 864; auch fr. crone 
vom bebezeug aus ndd. kran Diez 11, 259. 

Crank kurbel, knie einer röhre u. s. w.; dann auch (meist 
in der abgeleiteten form crankle) sich schlängeln; die im ab- 
laute entsprechenden crinkle sich winden, bug, falte, (vgl auch 
cringe sich krümmen, tiefe Verbeugung) sowie er in gl e band, 
ringartiges gehören damit genau zusammen und weisen auf einen 



— 249 — 

genemsameii stamm etwa mit der bedeutong „krümmen, cdch 
krnmmen^' zurück; in den yerwandten sprachen fehlt es nicht an 
Wörtern, die nach form und bedeutnng nahe treten ags. Cranc^ 
flexDs, debilis, moribondus Etm. 399; neben dem vorhandenen 
cringan «== mori setzt er noch ein yermnthetes crincan "» fiectere, 
texere an; in dem sinne leidend, schwach findet sich das adjektiy 
duicb alle german. sprachen altn. krankr, ahd. chranh, mhd. 
kianc, sckwd. nhd. ndl. krank Schwenck 341; Weigand 1, 633; 
mehr der engl, bedeutong entsprechen aber ndl. krink kreis, ron- 
dnng, kronkel &lte, ranzel, kronkeln verwirren; altn. kringla 
(kringr kreia) schwd. kringla, dän. kringle, nhd. kringel, kringen 
kreis, kreisförmiges gebäck u. s. w. Weigand 1, 640. In der 
bedeutong „rank, in gefsdir umzukippen ^^ ist crank wohl das 
alte cranc gebogen, schwach, nur in besonderer anwendung; auch 
mag annähemng an oder selbst rermischung mit andern ähnli- 
chen stammen nicht geleugnet werden; vgl. rank, ring, sowie 
^wenck 340 anm. u. 345. Nach Wedgwood 1, 390 ist auch 
8cbwd. kraenga, ndl. krengen «s to press down a vessel on its side, 
to heel over. Vgl. über die berührung mit ring, wring und 
wrong Dief. 1, 237. 

Cranny riss, spalte; fr. cran kerbe, cr^ner spalten, cr^neau, 
altfr. pr. camel manereinschnitt, zinne, it. mundartl. cran, crena, 
von dem lat. crena bei Plinius; Diez 602; U, 257. Die entspre- 
chenden wdrter auf deutschem gebiete sind vielleicht auch darauf 
inruckzufuhren, da es an einer wurzel zu fehlen scheint; ndd. 
kam einschnitt, kamen einschneiden; oberdstch. krinne kleiner 
w; Br. W. 2, 741 ; Schwenck 345. 

Crants todtenkranz (Shakspeare) ndl. kraus, krants (Binn.) 
lihd. kränz, mhd. kränz, ahd. chranz; altn. schwd. krans Wei- 
gand 1, 633. 

Crape flor, krepp, kräuseln; fr. crepe, crespe. lat. crispus, 
(wovon engl, crisp) kraus; crape, a tissueoffine silk twisted so 
aä to form a series of minute wrinkles Wedgwood 1, 391 ; ndl. 
krip; das engl, wort ist wohl erst spät aus dem fr. herüberge- 
nommen und nach der franz. ausspräche geschrieben. 

Crash zerbrechen, krachen; altn. krassa, schwd. krasa zer- 
reiben, zerschlagen und daraus das fr. ecraser zerquetschen Diez 
613; n, 272; schwer zu entscheiden ist aber, wie viel antheil an 
dem heutigen engl, worte die skandinavische form hatte, wieviel 
die französische (auf sie weist besonders das sh statt s hin, vgl, 



— 2B0 — 

Mätzner 1, 137 und über den abfall des 6 vom 1, 156), wieiiel 
endlich eine gewisse lautnachahmung, deren einflnss hier kaum 
ganz geleugnet werden kann; vgl. noch die engl, craze ond 
Crash. 

Cratch. 1. kratzen (jetzt meistens Scratch, vgl. über das 
vorgetretene s Mätzner 1, 173); altengl. cracchen; ahd. chrazzon, 
chrazon, mhd. nhd. kratzen, schwd. kratta, ndl. kratsen, ans dem 
german. gebiete ins roman. gedrungen it. grattare, fr. gratier, 
egratigner n. s. w. Diez 181 ; I, 224 (vgl. Scheler 162 ; ArcL 
25, 405 Langensiepen aus corraptare); die deutschen Wörter will 
Weigand 1, 635 zurückfuhren auf spätlat. caraxare, charaxare 
ritzen, kratzen, aus gr. xaqdaaHv; vgl. character — allein es 
ist hier wohl weniger an entlehnong als an einen viel&ch ver- 
breiteten, gemeinsamen stamm (vgl. ahd. krauen) zu denken. 

Cratch. 2. raufe, kribbe; fr. cr&che (creiche, cresche bei 
Duez) it. greppia, crebbia, pr. crepia, crepcha, altfr. crebe und 
greche von dem ahd. krippa, krippea, alts. cribbia, nhd. kribbe 
— also ursprünglich ein und dasselbe wort mit dem engl, crib; 
s. dieses und Diez 182; I, 225. 

Crate geflochtener- korb ; ags. erat wagen (eigtl. wohlkorb- 
wagen, wagenkorb) Etm. 398, nh^. kratze korbgeflecht, ahd. cratto, 
cretto, mhd. kretze, ndl. krat u. s. w. Dief. 2, 536, der noch mehr 
entsprechende formen aus andern sprachen beibringt und fragt: 
„schliessen sich unmittelbar an lat. crates, urverwandt oder früh 
entlehnt?" Schwenck 242; Weigand 1, 634; vgl. die engl cradlc 
und grate. 

Graunch (cranch, crunch) mit den zahnen knirschen; 
scheint lautnachahmend zu sein, doch wohl veranlasst von dem 
fr. grincer, pic. grincher knirschen Diez U, 321; was von ahd. 
gremizon = ags. grimetan abgeleitet wird. 

Cravat (ehemals crabat) halsbinde, cravate; fr. cravate, ii 
cravatta, sp. corbata ; in Frankreich seit der ersten hälfte des 17. 
jhd. aufgenommene benennung einer halsbekleidung von den Croa* 
ten, fr. Gravates, sp. Gorvatos; so auch altit. croatto, henneg. 
croate, croyatte für cravatta, cravate; im engl, steht dann auch 
Cravats statt Groats für croatische truppen oder pferde ; vgl. noch 
nhd. krabaten wilde, muntere kinder, für croaten; kravatte ab 
fremdwort zunächst aus dem fr. Sanders 1, 1004. 1021. Br. W. 
2, 859; Heyse 223. 



— 251 — 

Crave verlangen; ags. crafjan petere, implorare; altn. 
kr^a fordern, Bchwd. kraf^a, dan. kraeve, mlat. cravare Dnc. h 
1372; aber auch kymr. crefd in demselben sinne; jvgl. über die 
weitrerbreitete Verwandtschaft Dief. 2, 422 und s. craft. 

Craven feigling, feige; es lautete ehemals cravent, cravant 
and war: „aneientlj a term of disgrace, when the party that was 
orercome in a single combat yielded and cried cravant^^ Bailey 
bei Wedgwood 1, 393; vgl. Smart; jener ruf des besiegten, aus 
dem das wort entstand, war aber wohl ursprünglich das fr. 
creante in dem sinne „ich ergebe mich'^ von creanter, craanter 
feierlieh versichern, bekennen, aus dem lat. credens, gleichsam 
credentare, mlat. creantare; s. grant und recreant Duc. 1, 
1372; Diez 603; U, 258; auch das hauptwort erbaut bürgschaft 
konnte als* ausruf gebraucht, erst den besiegten , dann den feigen 
bezeichnen. 

Craw kröpf; nhd. kragen hals, kragen, ndd. gekröse hals; 
Br. W. 2, 861. Weigand 1, 630 ; schwd. krafwa, dän. kro kröpf, 
ndl. kraege hals, Schlund; s. besonders crag. 1. 

Crawl kriechen; nhd. (aber erst aus dem ndd.) krabbeln, 
krawweln kriechen, kratzen; daneben krauen kratzen, kräuel; 
Weigand 1, 635 ; ndd. krauein Br. W. 2, 860, ndl. krabben, crab- 
belen, dän. kravle; vgl. noch scrawl. 

Crawfish, crayfish, ehemals crevish, creveys; aus fr. 6cre- 
visse unter benutzung von craw, crab und fish — auch crabfish 
kommt vor — angeeignet; s. crab und Mätzner 1, 108. 

Crayon stift; fr. crayon, eigtl. kreidestück von craie, altfr. 
croie, it. creta, sp. greda; aus lat. creta, dem auch ndl. crydt, 
kryd, kryt, ahd. crida, mhd. krite, nhd. kreide entstammen. 

Craze zerbrechen; (die begriffsentwicklung selbst der etwas 
abU^enden bedeutungen, wie craze d verrückt, bietet keine be* 
Bondre Schwierigkeit; vgl. Smart) fr. ecraser zerschmettern, zer- 
qnetsehen und dies ein speziell franz. den Normannen abgeborgtes 
wort altn. krassa, schwd. krasa zerreiben, zerschlagen; s. crash, 
crnsh. 

Creak. 1. knarren; fr. criquer knirschen, it. criccare, cri- 
cbiare, ndl. krieken wie schon gr. Kgliuiv, xQiKeiv zirpen u. s. w. 
natorausdrücke ; vgl. cricket. 1. Diez 604; 11, 259. 

Creak. 2. als name des vogels — ralle, Wachtelkönig — 
8. crake; ausserdem in creak of the day s. er eck. 3. 



— 262 — 

Cream rahm; fr. creme, it. sp. pr. crema, mlat. crexna (cre- 
mum) bei Yen. Fort, abgeändert ans lat. cremor milchsafl Dies 
116; I, 145; s. über weitere beziehimgen zu nhd. rahm a. s. w. 
Schwenck 500 u. ream. 2. 

Crease falte, ranzel, brach; Wedgwood 1, 396 bringt aus 
dem kelt. bei bret. kriz a wrinkle, tack in a garment; vgl. nhd. 
krinse rinne, farche; kraus, krause. 

Creed glaube; in diesem worte — lat. credo, crede — er- 
scheint der sonst häufig unverändert aufgenommene latein. stamm 
cred*ere glauben, am meisten in der Schreibung dem engl, an- 
gepasst; vgl. credit, credence u. s. w. 

Creek. 1. bei dem schwanken der Schreibung steht es viel- 
fach für creak. 1. knarren. 

Creek. 2. kleine bucht; ags. crecca, ndl. creck,' kreek, fr. 
crique, pfiitze, kleiner graben. 

Creek. 3. (creak) of day tagesanbruch ; ndl. krieken mor- 
gendämmerung ; ndd. krik schein, glänz; de krik vam dage = 
aurora rutilans Br. W. 2, 874 ; — vielleicht ursprünglich dasselbe 
mit creak rauschen u. s. w. nach einem nicht seltenen über- 
gange der bezeichnungen des schalls auf das licht (vgl. nhd. 
hell, lat. clarus u. s. w. ; Schwenck 266 ; Grimm A. E. XXX. 

Creep kriechen; ags. creöpan, alts. criopan, ndd. krupen, 
ndl. cruipen, altn. kriupa,' schwd. krypa ßr. W. 2, 887; nahe 
dazu tritt ahd. chriohhan, mhd. nhd. kriechen« altn. kreika, schwd. 
kräka, ahd. chresan verwandten stammes mit crawl; Weigasd 
1, 639; Schwenck 344; aus dem kelt. gebiete führt Wedgwood 
1, 398 an: „gael. crup = crouch, bend, contract, shrink; crub = 
sit, squat, crouch, creep; crub == a claw, fang; crubain = creep. 
crouch, cringe, shrug; cruban = a crouching attitude, a crab- 
fish, any crooked creature ;** vgl. über fr. croupirDiez 183; 1,226. 

Crescent halbmond, halbmondförmiger platz; lat. crescens, 
cresoent-is wachsend, luna crescens zunehmender mond, wie fr. 
croissant wachsend u. halbmond. 

Cresskresse; ags. cerse, caerse, ndl. kers, kerse, ahd. cressa, 
chresso, mhd. nhd. kresse, altndd. crasse — aber auch auf dem 
roman. gebiete it. cressione, fr. cresson, neupr. creissoun, cat. 
crexen; unsicher ist das verhältniss der roman. worter zu den 
german., ob die wurzel im lat. crescere — a celeritate Crescendi 
— oder aber in dem ahd. chresan kriechen zu suchen sei ; s. da- 
rüber Diez 116; 1, 145; Weigand 1, 638; Schwenck 343; bei 



— 253 — 

Dac. 1, 1381 finden sich als mlat. formen cresso und crissonium 
und Wedgwood 1, 398 meint dazu gar: „perhaps from the cran- 
ching soond of eating the crisp green herb ; fr. crisser, to grind 
the teeth." 

Cresset leuchtfeuer u. s.w.; nach der gewöhnlichen ablei* 
tong wäre es das fr. croisette und dies diminutiv Yon croix, -lat. 
crox kreuz (s. cross) also kreuzchen — „formerly beacons were 
osoally surmounted by a cross*^ Chambers's EncL 3, 315. Smart; 
richtiger ist zu denken an fr. creuset, altfr. croiset schmelztiegel, 
pfanne; mlat. crucibulum Duc. 1, 1389, sodass cresset pfanne, 
pechp&nne u. s. w. wäre. Jenes fr. creuset selbst aber wird besser 
als auf creux hohl oder croix kreuz auf einen stamm zurückzu- 
leiten sein, der im engl, cruise. 2. ndd. krus (vgl. crucible) 
erscheint; s. Duc. 1. 1. Scheler 79. Dabei mag man eine früh* 
zeitige anlehnung an, erklärung aus und Vermischung mit dem 
stamme des lat. cmx, fr. croix annehmen. Wedgwood 1, 402: 
. Jn the sense of a lamp we have Rouchi crasse, crache (pic. cra- 
cet Schmelztiegel, mlat. cracetum) Dutch. kruysel, krosel (ndd. 
kreusel, kreisel, kriesel, krüsel thranlampe Br. W. 2, 888; vgl. 
nhd. kraus bei Sanders 1, 1019 anm.) fr. creuseul , croissel, a 
hanging lamp, E. cresset, a large lamp fixed^ on a pole.^^ 

Cr est kämm, busch, kränz; fr. creste; crete, it. sp. cresta 
von dem lat. crista. 

Cr et in kretin; fr. cretin. Die gemeine herleitung von lat. 

creta kreide nach der färbe (daher Campe nhd. weiszling, kreid- 

ling) ist schwerlich die richtige. Scheler 79 : Torigine de ce mot 

est obsure; eile est probablement suisse, comme la chose eile- 

meme. On cite generalement le^romaunch cretina == creature 

c. a d. miserable creatare. L'etymologie chr^tien repose sur mie 

confasion avec le sobriquet donne aux cagots. v. c. m. dans Du- 

cange. Genügender Mahn bei Heyse 225 „für crestin vom pr. 

emtar, crastar verschneiden, entmannen, verstümmeln, berauben, 

Tom lat. castrare (fr. chatrer) abschneiden, entmannen u. s. w.; 

also ein geistig und körperlich geschwächter verkümmerter mensch.*' 

Crevice spalte; fr. crevasse, pr. crebassa zu dem zeitwort 

fr. crever, pr. crebar, it. crepare, sp. pg. durch Umstellung queb- 

nr brechen — vom lat. crepare krachen , platzen (davon nhd. 

crepiren sterben von thieren) Diez 116; I, 145. 

Crew. 1. altes Präteritum von crow krähen; Mätzner 1, 364. 



— 264 — 

• 

Crew."; 2. menge, schiffsmannscliaft ; ag9. cre6y? altn. kri 
Matzner 1, 102; vgl. crowd. 

Crewel; Wedgwood 1, 398: Two-twisted worsted. B (ailey.) 
Properly a ball of worsted; 6. knäuel; PL D. klevel, a ball oi 
thread. The interchange of liquids in this class of words is verj 
coqamon; vgl. clew; Weigand 1, 604. Smart erklärt übrigens 
das wort: „yarn twiisted or wouud on a knot or ball;^^ in mand- 
arten hat es ausserdem die bedentung von cowslip primel Hai. 
1, 279; wegen der gleichen ausspräche wird es auch cruel ge- 
schrieben. 

Crib kribbe; ags. cryb, crib, alts. cribbia, altfrs. ndd. kribbe, 
krubbe, ndl. krib, krub, kribbe, ahd. chrippa, chrippea, mhd. nhd. 
krippe, schwd. crubba/dän. krybbe (altn. kryppa krümmiing) ; aus 
dem german. kamen die romanischen Wörter wie it. greppia, creppia. 
pr. crepia, crepcha, altfr. greche, crebe, nfr. creche und daraus 
wieder engl, cratch; s. Weigand 1, 641; Schwenck 345; Diez 
182; I, 225 u. cratch. 2. Das nhd. kribbe, krippe bedeutet auch 
einen flechtzaun an ufern, kräbe ist ein korb, auch in dem engl 
crib tritt die bedeutung eines geflechtes mehrfach hervor, sodass 
der begriff des flechtens, durch einanderkrümmens zu gründe zu 
liegen scheint und das wort seinem stamme nach zu creep, crab 
und ähnlichen Wörtern tritt ; vgl. Wedgwood 1, 398, wo die kelt 
ausdrücke Manx. crib = curb, contract, shrink und Gael. crap 
«=s crouch, bend, contract, shrink herbeigezogen sind. 

Cribble sieb, sieben; fr. crible, lat. cribrum, cribellum, ü 
crivello ; unmittelbar auf das lat. zurück gehen auch im engl ver- 
schiedene bildungen wie cribration, cribriform. 

Crick. 1. knarren, krach; wie das fr. cric lautnachahmend 
und nur eine nebenform von creak, creek. 1.; vgl. auch crack. 

Crick. 2. fluss, krampf, steifer hals (a localspasm). 

Cricket. 1. grille, heimchen; fr. criquet, neupr. cricot, ndL 
krekel, picaxd. crequeillon, kymr. cricell u. s. w. naturausdracke 
von dem zirpen des thieres; vgl. creak, creek. 1. Diez 604; 
n, 259. 

Cricket. 2. schemel, bock, gerust; davon dann wohl das 
bekannte spiel, zunächst the stick or peg serving for a mark in 
the game of bowls; fr. criquet kleinea pferd, nach Frisch tob 
dem deutschen kracke altes, schlechtes pferd; allein nach Wei- 
gand 1, 629 ist dieses kracke selbst erst ein ziemlich neues dem 
ndl. kraak (vgl. carrack) entnommenes wort. Fast mochte mHH 



— 255 — 

ifl cricket. 2. dasaelbe wort rermathen, wie cricket. 1. der 
aiiy das8 der jedenfalls ältere name der grille anf ein pferd (vgl. 
nhd. henpferd) und Weiter auf ein gestelle (vgl. fr. chevalet von 
cheyal) übertragen ¥rurde; es würde dann bei dem ballspiele 
crieket nrsprünglicb name von dem sein, was jetzt wick et ge- 
nannt wird ; andrerseits verdient beachtang das ags. cricc (Bosw.) 
a staff, cratch; vgl. crutch, nbd. krücke. 

Crime verbrechen; fr. crime, lat. crimen (zusammengezogen 
ans cemimen von cemere erkennen, entscheiden n. s. w. vgl. gr. 
t^yuv Bapp No. 16. kar. 1. unterscheiden, sehen) woraus un- 
mittelbar die ableituugen criminal, crimination u. andere. 

Crimp, crimple kräuseln, krumpeln; wenn auch die zu 
gründe liegende wurzel nicht ganz sicher und klar in der form 
ermittelt ist (vgl. Etm. 398 criman, crimpan; Weigand 1, 644 
ahd. chrimpan), jedenfalU gehören crimp, cramp, crump mit ihren 
weiterbüdungen, crimple, crumple abkutend zusammen und er- 
wachsen einem stamme, dessen grundbedeutung contrahi, contra- 
kere gewesen sein mag; an berührungen mit ähnlichen stammen 
fehlt es nicht; vgl. nhd. krumpeln, rümpfen, schrumpfen, bes. 
ndl. ndd. krimpen Br. W. 2, 874, nhd. krimpe bei Sanders 1, 
1033; s. cramp u. crump; Wedgwood 1, 399. 

Crimson carmoisin, roth; fr. cramoisi, it. carmesino, cre- 
misi, cremisino, sp. carmesi, nhd. karmesin; von dem arab. ker- 
mez, adj. kermazi; mit dem artikel auch span. alkermes, alquer- 
m^ (vgl. nhd. engl, kermes) entstanden aus dem indischen,' 
skr. kruni-dscha wurmerzeugt (pers. kirm, skr. krimi wurm u. 
dschan erzengen); aus derselben quelle auch nhd. karmin, engl, 
carmine; s. Diez90;I, 114; Weigand 1, 205. 578; He7se499. 
Cringe, cringle, crinkle; siehe unter crank. 
Cripple krüppel, krippel; ndl. krepel, kreupel; altndd. cru- 
pel, ndd. kröpel ursprünglich wohl „der kriechen muss, weil er 
lahm ist," also zu engl, creep; ags. creöpan; ags. crepel ist 
„a httle creeper, a crawfish," crepel höhle (wohin man sich ver- 
kriecht); Br. W. 2, 878. 879. Weigand 1, 644. (Wedgwood 1, 
400: „cripple. Properly a crookback or humpback, one who 
goes crooked. Icel. kryppa, a hump, curvature, coil; kryppil a 
knmpbacked or a lame man; Dan. krybe, krob»»to creep; krob« 
bei, krobbling, a cripple, a stunted object, vgl. crop, croup. 1. 
Q. group; Diez 183; I, 226 unter groppo.) 



— 256 — 

Crisp kraus ; lat. crispus, fr. crepe, crSpn (crespe) vgl. crape. 

Groak krächzen; ags. cräcettan; ahd. croccizan, chrockezan, 
mhd. krochzen, nhd. krechzen, krächzen aus lat. procitare, za 
crocire, gr. ^wLeiv nbben x^dKeiv^ vgl. fr. croasser; natürlich er- 
leichterte die lautnachahmung hierbei die entlehnung; Weigand 
1, 629. 

Crock topf; ags. crocc, crocca, cruce; ahd. kmag, craoc, 
cruh; mhd. cruche, nhd. krug, kruke; femer fr. cruche, altfr. 
cruge, gask. cruga, pr. crugd ; diese nach Diez 604 ;• 11, 260 sa- 
nächst aus dem. kjrmr. crwc eimer (gerundetes gefäss) und erst 
in entfernterer beziehung zu ahd. cruoc. crog^ altfrs. kröcha, ags. 
crocca, chw. cruog, hruog; man vgl. noch als beweis der weiten 
Verbreitung dän. krukke, ndd. kruke neben dem verwandten kroos, 
ndl. kruycke neben croes u. s. cruise. 2. Weigand 1, 643; Br. 
W. 2, 880. 884; femer cresset und Schwenck 346. Auch 
Koch 1, 4 führt neben ags. crocca die kelt. worter gal. crog, 
kymr. crochan an. 

Groft zaunland (an inclosure adjoining ahouse); ags. croft 
= praediolum Etm. 401; wo es unter cre6pan aufgeföhrt wird; 
unbestimmte vermuthungen über die herkunfk aus dem ^erman. 
(goth. graban) oder keltischem gebiete (gael. croite umzaunung, 
crodh umzäunen) s. bei Dief. 2, 419; auch Wedgwood 1, 403: 
„Gael. croit, a hump, hunch, a croft or small piece of arable 
land." 

Gromlech steindenkmal, dmidenaltar; nach Worcester and 
Heyse 226 ein kelt. wall, wort von crom schief, sich neigend und 
Uech, ein flacher stein; ir. cromleac. Ghambers^s Encl. 3, 327: 
,,The etymology of the word does not seem to be ascertained, bnt 
it is believed to be celtic and to signify the „bent," „bowing," 
„inclined^' or ,,8uspended^^ stone. 

Grone. 1. ein altes schaaf; 2. (wohl nur übertragen) altes 
weib; unklarer herkunfb; ein ags. crone, was Johnson anfahrt^ 
ist weder bei Etmüller noch bei Bosworth zu finden. Wedgwood 
1, 403 denkt theils an gael. cronan, schott. crone, croon sammen, 
brummen, stöhnen; andrerseits an ndl. karonie, kronie => fr* 
charogne , it. carogna , engl. Carrion; sodass der begriff aas? 
schlechtes thier auf das schaaf eingeschränkt, dann auf weiber 
angewendet wäre. 'Zu erwägen bleibt auch crony alter bekannte, 
was jedenfalls dazu gehört. „Scotch woyn, crone or croon, * 
groan; — applied to the hollow murmuring sound with which 



— 257 — 

old witcbes uttered their incantations; also to the incantation 
itself, and hence, probably, to the witch. Jamieson. Richardson/^ 
Worcester. 

Croo, schott. crood, crookle girren, gurren; sind lautnach- 
ahmende Wörter, wie crow, crook, denen sie nahe treten. 

Crook haken, krümmen; woher gerade die engl, spräche 
das Wort empfangen hat, ist schwer zu sagen, da nicht im ags. 
sonst aber vielfach verwandtes begegnet, altn. krökr haken, dän. 
krog, aber auch kymr. crog, fr. croc und sogar ndl. kroke falte, 
deren verhältniss zu einander sich nicht recht erkennen lässt; 
Tgl. Diez 604; IL 259; Wedgwood 1, 403; vgl. auch crutch, 
nhd. krücke. 

C r o p kröpf, spitze, ernte, abschneiden ; ags. cropp = cima, 
corymbus, spica; gntturis vesica; so weit auch die bedeutungen 
auseinandergehen, scheint es doch nur ein wort zu sein etwa 
mit der begriffsent&ltung : „geballte, runde masse, hervorstehende 
nindung, kuppe, kröpf, spitze, oberer theil der feldfiüchte, schnitt, 
ernte u. s. w. vgl. die Wörterbücher z. b. Smart ; ahd. chropf, mhd. 
nhd. kröpf halssack, halsgeschwulst ; ndl. krop kröpf, brüst, sa- 
latkopf ; ndd. kropp Br. W. 1, 879 ff; vgl. die romanischen Wörter 
fr. Croupe, groupe Diez 183; I, 226 mit entsprechenden kelt. 
ausdrucken kjmr. cropa kröpf, gael. cnip zusammenziehen; s. 
Croup. 

Gross kreuz u. s. w. ; altn. kross, fr. croix, altfr. crois, 
cruiz, pr. crotz, it. croce, sp. pg. Cruz, ahd. chriuze, cruci, mhd. 
kriuze, nhd. kreuz, ndl. kruis, alle aus lat. crux, crucis. Die 
zahlreichen ableitungen im engl, schliesseix sich theils an die fr. 
form, theils .an die lat., theils ganz an cross an; vgl. croi- 
sade, croises; crucial, cruciate, Crusade (mlat. cruciata) 
cruise kreuzen (ndl. kruisen von kruis, wie fr. croiser von croix, 
nhd. kreuzen von kreuz) ; crossness mürrisches wesen von cross 
kreuzen, vorquer, übel gelaunt u. s. w. ; s. die Wörterbücher. Bei 
einzelnen Wörtern können -noch zweifei wegen der abstammung 
walten; z. b. crosier wird in seinen verschiedenen bedeutungen 
Mkrummstab (mit kreuz), kreuz (stembild), schmelztiegel** zu fr. 
croix, lat. crux gezogen; in der ersten bedeutung aber gehört es 
zonäehst zu fr. Crosse und dies würde nach Diez 116;I, 146 aller- 
dings auf lat. crux vermittels cruceus, crucea, nach Scheler 80 
dagegen auf croc, crochet zurückzuführen sein; über crosier 
schmelztiegel vgl. crucible, cruset, cresset. 

MttU«r, Siym. WOrurboch. 17 



— 258 — 

Grotch, crotchet haken, klammer u. s. w.; fr. ctoc^ cro- 
chet; 8. über den weitem Ursprung Scheler 80 u. crook. 

Crouch. 1. mit dem kreuze bezeichnen; crouch-mass fest 
des heiligen kreuzes — ist nur eine nebenform von cross, wie 
bereits altfr. ss, ch wechseln; Mätzner 1, 145. Dazu scheint 
überhaupt der stamm cross (lat. crux, fr. croiz) nach form und 
bedeutung sich vieKach zu mengen mit dem von crook, crutch; 
vgl. crosier unter cross und wegen ähnlicher vorg^ge er es- 
set, crucible. 

Crouch. 2. sich ducken-, kriechen; zu crook; doch -vgl. 
auch die bereits unter creep mit erwähnten ahd. chriohhan, mhd. 
kriechen, nhd. kriechen, kreuchen. 

Croup. 1. (croop) steiss der vögel, kreuz der pferde; fr. 
Croupe, pr. cropa, it. groppa, sp. grupa, scheinen mit fr. groupe, 
engl, group zusammengehörend deutsch- keltischen Ursprunges 
zu sein; vgl. crop Scheler 80; Diez 183; I, 226; dahin gehört 
Croupier, fr. Croupier spielgehülfe: „la locution etre assis en 
Croupe derriere qlqu. a donne naissance aux termes de jeu Croupe, 
Croupier.*' Scheler 80. 

Croup. 2. häutige bräune, croup ; die bezeichnung der krank- 
heit scheint in England entstanden und von da aus in die ande- 
ren sprachen gedrungen zu sein. Scheler 80: „motanglais d*nne 
racine celtique marquant contraction, retr^cissement; gael. crup, 
contracte, crupadh contraction.** Nach Heyse wäre es eins mit 
crop, nhd. kröpf, ndd. kropp als geschwulst am halse; Wedg- 
wood 1, 407 denkt auch hier wieder an lautnachahmung, zumal 
mundartl. croup «» croak; indessen aer krankheitsname scheint 
verhältnissmässig jung und zuerst von den ärzten gegeben zu 
sein, vielleicht in Schottland nach einer dort übUchen bezeichnung, 
wie es denn ausdrücklich als schott. wort aufgeführt wird — a 
term adopted by the faculty for a kind of squinancy. 

Crow krähen, krähe; ags. crave comix; crävan, nordh. 
cräwa, creäwa eantare instar galli; altengl. crawen; vgl. über 
die starken formen Mätzner 1, 364; bei offenbarer lautnachah- 
mung finden sich überall verwandte ausdrücke, so das hauptwort 
ahd. craia, chraia, chräa, chrä, mhd. krä, kreie, mitteldtsch. kraeje, 
nhd. kraehe und das zeitwort ahd. chrahan, craan, mhd. kraejen, 
nhd. krachen ; ndl. kraeye, kraeyen, altn. kräkr rabe, kraka krähe 
'^ (über das wesen und mass der lautnachahmung in diesem falle 
;VgL Max Müller 812); vgl. croak, croo u. s. w. 



— 259 — 

Crowd. 1. fiedel, geige; (to crowd, a crowder) auch croud 
und croath geschrieben; keltischen Ursprungs, kymr. crwth, a 
hollow protuberance, bulge, belly, fiddle; gael. cruit, a harp, a 
fiddle; mlat. chrotta, crotta; ir. cruit, a hunch, also a harp, a 
fiddle; cf. Duc. 1, 1082, wo aus Fortunatus 7, 8: 

„Romanusque lyrä plaudat tibi, Barbarus harpä, 
„Graecus Achilliacä; crotta Britanna placet/^ 
vgl. die ausführliche Untersuchung über chrotta u. s. w. bei Dief. 
Or. Eur/ 303 S. 

Crowd. 2. drängen, gedränge, menge; ags. creodan = pre- 
mere, premi; croda = compressio (crud menge, multitudo, turba 
confertissima Lye.) Etm. 400; Grein 1, 168; ndl. cruyden = pro* 
tradere. Binn. Wedgwood 1, 407 stellt es ausser mit kelt. Wör- 
tern, wälsch crwd = a round lump mit curd u. s. w. zusammen; 
8. crew u. Dief. 1, 239. 

Crown kröne; fir. couronne auslat. Corona, gr. xo^cJw;, ahd. 
Corona, mhd. nhd. kröne; nach Wedgwood 1, 408 wälsch crwn 
= round circular, ir. cruin, round ; gael. crün = the boss of a 
shield, a crown, garland. 

Crubible schmelztiegel ; mlat. crucibolum, crucibolus Duc. 
1, 1389; it. crucivolo; fr. creuset Scheler 79; s. cresset. Am 
wahrscheinlichsten ist, dass das etwas dunkle wort auf dem ein 
gefass bezeichnenden stamme von cruise. 2. beruht, aber früh- 
zeitig missverstanden an das lat. crux, crucis angelehnt und mit 
der lat. ableitungssilbe — bulum versehen wurde, die sich schon 
in der klass. spräche an bezeichnungen von gefassen wie aceta- 
bnlom, turibulum vorfindet. 

Grude, cruel; lat. crudus, crudelis; fr. cruel bedürfen so 
wenig einer weiteren erklärung, wie die mit cruci — beginnen- 
den, die auf lat. crux, crucis zurückweisen. 

Cruet (crevet, crewet) fläschchen; könnte ebenfalls zu dem 
sUnune von crock, cruise. 2., crucible u. s. w. gehören; 
nach Wedgwood 1, 402 stände es für creuset, cruset; „the loss 
of the s gives Engl, cruet, crewet, crevet, a phial or narrow- 
mouthed glass to hold oil or vinegar, a meltingpot. 

Cruise. 1. kreuzen, kreuzfahrt; cruiser u. s. w., ndl. kruisen 
von kruis, fr. croiser von croix, nhd. kreuzen von kreuz, dän. 
krjdse von kryds; s. cross. 

Cruise. 2. kleiner krug; ndl. kroes, ndd. kroos Br. W. 2, 
880; nhd. kraus Sanders 1, 1019 anm. ; dän. kruus u. s. w. vgl. 

17' 



— 260 — 

crock, sowie die damit zusammenhängenden cresset, crn- 
cible n. s. w. ahd. chrusul, mhd. krusel, krüselin; ein nahe tre- 
tendes altsp. crisuelo lampe, crisuela unteres gefass derselben, 
crisol Schmelztiegel (vgl. cresset, ndd. krilsel u. s. w.) erklärt 
Diez 482; ü, 117 aus dem bask. criselua, cruselua lampe bei 
Larramendi. 

Grum (crumb) krume; ags. Etm. 401 cruman, ä-cruman «= 
fnare; crume, mica; altn. kraumr, krumr; ndd. kröme, krom, ndl. 
kruim und erst ans dem ndd. herübergenommen nhd. krunle; dazu 
als Zeitwort engl, crum, crumble, ndd. kromen, krömeln, krom- 
ken, nhd. krümeln, ndl. kruimeln ; Br. W. 2, 878 ; über das ein- 
getretene b 8. Mätzner 1, 177; die weitere herkunft ist dunkeJ. 
doch vgl. Sanders 1, 1038; Schwenck 347; wo besonders auch 
auf slav. gebiete entsprechendes angeführt wird wie poln. kromka 
krume; zu beachten sind auch die deutschen grumpen, krampen 
grosse stücke, feste korper in einer flüssigkeit und der plaut 
könnte in dem stamme ursprünglich sein, so dass die Wörter mit 
den nächstfolgenden zusammengehorten, wie auch Wedgwood 1, 
409 annimmt: „the cnun or soft part of bread is the partwhich 
is easily crumbled." 

Crump krunmi; ags. crumb, ahd. chrump, mhd. kramp, 
nhd. krumm, ndl. krom; vgl. crimp, cramp, Weigand 1, 644; 
dazu dann crumple, nhd. krumpebi, krumpeln, wie crimple 
zu crimp. 

Crunk (crunkle). To cry likeacrane or heron. Lith. krank- 
ti, to make a harsh noise, to snort, croak; krunkinti, kran- 
kinti, to croak. Wedgwood 1, 409. 

Crup = Croup. 1.; dazu crupper, fr. croupiere schvranz- 
riemen. 

Crusade; s. unter cross. 

Cruse = cruise. 2.; cruiset, fr. creuset s. cresset.^ 

Crush zerdrücken; wenn auch nach begriff und form sehr 
nahe an crash tretend, scheint es zunächst auf dem romanischen 
stamme altfr. croissir, cruisir, it. crosciare, sp. cruxir knirschen, 
knirschen machen zu beruhen, mlat. crusdre, die nach Diez 117; 
I, 147 auf ein goth. kraustjan zu kriustan zurückzufuhren wären; 
8. darüber Dief. 2, 468. 

Crust kruste; (nebst vielen deutlichen ableitungen) ; altfr. 
crouste, nfr. croüte, it. crosta, sp. costra, ndl. korst, ahd. cruBta. 



— 261 — 

nild. kroste, altndd. crogte, ndd. korste, koste Br. W. 2, 855 ; von 
dem lat. crasta harte äussere rinde oder schale. 

Crutch kracke; ags. crycc, cricc = baculus, nhd. krücke, 
ndd. kracke, ndl. krack, crucke, schwd. krycka, dän. krog — : aber 
auch auf roman. gebiete verbreitet it. gruccia, croccia, altsp. 
croza, pr. crossa, fr. Crosse; der Ursprung ist entweder in dem 
gennan. stamme altn. krökr, vgl. crock, oder aber in dem lat. 
crax zu suchen; vgl. crosier, cross; Diez 116; I, 146. 

Cr y schreien; fr. crier schreien, cri geschrei; it. gridare, 
sp- PS- gritar nach Diez 182; I, 225 aus dem lat. quiritare ab- 
zuleiten, nach anderen von dem goth. gretan, ndl. krijten oder 
dem ahd. scrian, nhd. schreien, oder auch von kelt. Wörtern; vgl. 
Dief. 2, 431. 

Crypt krypte, gruft; it. cripta, fr. crypte, lat. gr. crypta, 
^VTttTj von dem gr. hl^vtcttj verborgen zu %qv7tTuv verbergen; 
über die begriffsentwicklung s. Duc. 1, 1404 ss. Wedgwood 1, 
410. Ebendaher nhd. gruft; s..Weigand 1, 460; Kehrein 646. 

Crystal kry stall; fr. cristal, lat. gr. crystallns, 7L(^TaXXoq^ 
eis, bergkrystall, durchsichtiger edelstein, eigentlich alles durch- 
sichtige und gefrorene von K^varaivBiv durch kälte XQvog gerin- 
nen, gefrieren machen. 

Cub junges u. s. w. ; das wort ist ungewisser herkunft; von 
Wedgwood 1, 411 wird nur isl. kobbi angeführt, a seal, vitulus 
marinus (dan. sael-hund); andere vergleichen ein ir. caobh; in 
einigen bedeutungen wie „viehstall^^ könnte es zu lat. cubare ge- 
zogen, in einer andern „schrank^^ etwa als Verstümmlung von 
cnp-board angesehen werden; man beachte ausserdem die nahe- 
liegende vermengung mit coop, cop, cob; s. 8mart. 

Cu b e cubus; fr. cube, lat. cubus, gr. xvßog; dazu cub i c u. s. w. 
Cubebs kukeben; neulat. sp. pr. pg. cubeba, fr. cubebe, it. 
cubebe, kömer einer art indischer pfeflFerpflanze , vom arab. ka- 
kabat, pers. kabäbah; Diez 117; I, 147. 

Cubit elbogen; lat. cubitus zu cubare liegen, weil man sich 
darauflehnt; gr. ycvßitov; vgl. xi;7rrw sich bücken; inden roman. 
sprachen it. cubito, altsp. cobdo, pr. coide, code, neusp. codo, fr. 
coude; Diez 117; I, 147. 

Cucking-stool tauchschemel. ' A chair on which females 
für certain ofifences were fastened and ducked in a pond. The 
chair was soinetimes in the form of a close-stool, which contri- 
buted to increase the degradation. Manx. cugh , excrement in 



— 262 — 

children^s lauguage; Icel. kuka cacare. Cukkynge or pyssynge 
vesselle — scaphiom Pr. Pm. — Wedgwood 1, 411; vgl. über 
die Sache und den unterschied zwischen dem cucking-stool und 
dem ducking-stool z. b. Chambers's Encl. 3, 689. 

Cuckold hahnrei; altengl. coke-wold; der zweite theil des 
Wortes erscheint zwar als die endung old, ags. yeald, vald, nhd. 
walt^ wald, wird aber nur durch anlehnung und veränderang der 
roman. form altfr. cougoul entstanden sein; dies aber, nfr. cocu, 
pr. cogul, it. cuculo ü. s. w., mlai cugus (cuculus) wird erklärt 
als bezeichnung des betrogenen ehemanns per antiphrasin nach 
dem namen des vogels, der seine eier in fremde nester legt; 
Diez 118; I, 148; Mätzner 1, 430; vgl. indessen Scheler 65, wo 
auch auf die vermengung mit coq hahn — nhd. hahnrei — hin- 
gewiesen wird. 

Cuckoo (cuckow) kuckuk; fr. coucou, altfr. coucoul, it. cu* 
culo, dtsch. kukuk, kuckuk, ndl. koekoek u. s. w. lautnachsüi- 
mende benennung des vogels, die denn auch ohne lautverschie- 
bung im klänge übereinstimmt mit dem lat. cuculus, coccjx, gr. 
xoxxt'^, skr. kokila; vgl. Max Müller 311. 

Gucumber gurke; nach Bosw. schon ags. cucumer; fr. con- 
combre, pr. cogombre, it. cocomero, sp. cohombro; auch nhd. 
kukumer, cucumer Weigand 1, 226 aus lat. cucumis, gen. cu- 
cumeris. 

Cud futter im vormagen, mundvoll u. s. w.; -vgl. bei Somner 
cud = what is chewed, und so denkt man zunächst an ags. ceovan, 
engl, chew; indessen scheint es, wie das mundartl. quid, zu- 
nächst die bedeutung interior pars gulae — dann vormagen, 
das darin wiedergekaute, das gekaute überhaupt — zu bedeuten 
und wird deshalb mit dem goth. qvipus bauch zusammengestellt 
dem altn. quidr, ags. cvid, schwd. qued entsprechen; vgl. die 
immer noch unsicheren vermuthungen bei Wedgwood 1, 411, 
femer Dief. 1, 145; 2, 479. 

Cud die sich ducken; nach Wedgwood 1, 412 wäre es nur 
aus crudle, crewdle, croodle (mundartl. formen mit der bedeutung 
„sich zusammendrängen, um sich zu wärmen^^ u. s. w.) entstanden 
und gehorte so zu dem increw, crowd enthaltenen stamme; 
dazu stimmt 4lie_ erklärung bei Smart : „to lie close or snug, to 
press close to, so as to keep warm.'* 

Cuddy. 1. kajüte; ein fremdes, wohl ostindisches wort 
CShambers's Encl. 3, 353: „cuddy was a name first applied in 



. — 263 — 

East-India tradiiig ships to a cabin under the poop, where the 
men messed and siept. The same name was afterwards given to 
the only cabin in very small vessels and sometimes to the coo- 
king-room." 

Cuddy. 2. (cudden) tölpel, auch name verschiedener thiere ; 
Ton Ungewisser herkunft. 

Cudgel knüttel; ndl. (Binn.) codse, cudse neben dem neue- 
ren knodse, knudse knotenstock, keule, knodsen, knudsen schla- 
gen, prügeln; fr. cosser, it. cozzare ist mit den hörnern stossen 
und wird auf lat. co-icere (coictns, coctus, coctiare) zurückgeführt 
Diez 115; I, 144; Scheler 75. 

Cue schwänz, ende, Stichwort; fr. queue, altfr. coue, coe, pr. 
coa, it. coda, lat. cauda schwänz. 

Cuerpo — to be in cuerpo im hemde sein; eigtl. in dem 
(blossen) körper, sp. cuerpo vom lat. corpus körper; s. das wei- 
tere unter corpse. 

Cuff schlag, schlagen; der Ursprung ist ziemlich dunkel; am 
nächsten steht es skandin. Wörtern ^^ie schwd. kuffa stossen, 
schlagen, altn. kubba = amputare, perfringere, altn. kubbr, 
schwd. kubb = trunculus, ferner der verwandten gruppe schwed. 
knuffa, nhd. mundartl. knuflFen; vgl. Dief. 2, 440; Weigand 1, 
612; schwerlich hängt es mit dem fr. coup zusammen. In einer 
zweiten bedeutung „aufschlag am ärmeP^ kann es wohl aus der 
ersten entstanden sein vgl. nhd. die ausdrücke klappe, aufschlag 
u. s. w. Wedgwood 1, 413; der form nach, aber kaum der be- 
deutung nach entspräche auch fr. coiiFe, it. cuffia Diez 119; I, 
U9; 8. coif. 

Cuirass kürass, brustharnisch; fr. cuirasse, it. corazza, sp. 
coraza, pr. coirassa, nilat. coratia, coratium, curacia, curatia ur- 
sprünglich lederne brustwehr, gleichsam lat. coriacea von coria- 
cens ledern, corium, fr. cuir leder. 

Cuisse (cuish) beinschiene (armor for the thigh); fr. cuisse 
schenke!,, pr. coissa, cueissa, it. coscia von dem lat. coxa hüfte, 
Oberschenkel; mit Übergang des begriflFs wie gr. jtiTjQiov hüfte, 
ngr. fir^l schenke!; hierzu sp. quixote, val. cuixot beinhamisch; 
dasselbe fr. cuissal, cuissar (Duez); Diez 113; I, 142; Scheler 81. 

Culdees kuldeeer, keldeer, eine gewisse art' mönche in 
Schottland und Irland; die gemeine ansieht, als sei der name 
Terstummelt aus lat. cultores dei Verehrer gottes wird vielfach be- 
stritten und meist ein keltischer Ursprung angenommen, doch 



— 264 — 

bald dieses bald jenes wort zu gmnde gelegt; näheres z. b/bei 
Chambers's Encl. 3, 354 u. besonders Bouterwek Caedmon 
Einl. XXVin. XL. (gael. cuil höhle, einsamer ort, cuildeach ein- 
siedler; oder Gille, Ceile De == diener gottes; oder nach Bouter- 
wek von keld, celd wasserspmdel , sodass die insel lona wegen 
der naturerscheinnng die Eeldinsel, dann die schüler Colnms da- 
nach Keldei genannt worden wären.) 

Gull aussuchen; altfr. cuillir, coillir; nfr. cueillir, it. cog- 
Uere, sp. coger, pg. colher sammeln, zusammenlesen, vom lat. 
colligere; sp. escoger auslesen; s. coil. 1. 

Cullendar, colander durchschlag; zu lat. colare durchaei- 
hen, fr. couler ringen, sp. colar filtriren, colada = lye, strained 
ashes for washing; coladera, a colander or strainer; über das 
hineingetretene n s. Mätzner 1, 174; hierher auch cullis, fr. 
coulis durchgeseihete kraftbrühe. 

Cullion (cuglion) hode, schurke, knabenkraut; it. coglione^ 
mundartl. cojon, sp. cojon, pr. fr. coillon, couille von dem lat. co- 
leus hode, verwandt mit culeus sack ; pr. altfr. coil, wal. coiu, it. 
coglione auch für schuft, menime gebraucht und so sp. collon, fr. 
coyon, coi'on, deutsch kujohn ; Diezl06; I, 133; Weigand 1, 226; 
Heyse 180. 

Cullis kraftbrühe; fr. coulis zu couler, lat. colare; miat 
coladicium, pr. coladitz fliessend, lat. gleichsam colaticius: s. 
cullendar. 

Gully; Wedgwood 1, 414: „Properly the entertainer orcom- 
panion of a courtezan. A leacher whom a courtezan or jilt calk 
her cully. From fr. couille, testicle, penis. Thence a fool, a soft 
headed fellow, one who may be easily led by the nose or put 
upon;" vgl. die ableitungen in den Wörterbüchern u. s. cullion. 

Gulm. 1. halm; lat. culmus; über die Urverwandtschaft des 
Wortes vgl. halm. 

Gulm. 2. schmiedekohle; Wedgwood 1, 414: „This term iß 
now applied to the kind of coal found not in solid lumps but 
in a loose powdery condition. The proper meaning is smut, and 
the latter name is given in Pembrokeshire to a superficial layer 
of coal in a still more imperfect condition than culm. Culme of 
smeke ftiligo. Pr. Pm. 

Thanne Pacience percejnred of pointes of this cote 
That were colomy thorough coveitise and unkynde 

desiryng. P. P. 



— 265 — 

Colmie, black, foul^ dirty; becolmed (King Hom) = blackened. 
Probably connected with collow, coUy, smut, soot. Worceerter 
rergleichi kelt. cwhn. 

Culprit yerbrecher; in seiner endnng unklar scheint das 
wort doch von dem lat. culpa schuld, culpare anschuldigen, cul- 
patas der angeschuldigte, etwa mit zugetretenem r herzukommen ; 
Koch 1, lf9; Mätzner 1, 175; an eine Zusammensetzung mit fr. 
pret oder pris ist wohl kaum pi denken, noch weniger an einfluss 
des lat. reatns. 

Cnlyer taube, waidtaube; ags. culfre, nordh. culufr, alteügl. 
colver, colver bei Chaucer, Maundeville; Grimn^ Gr. 2, 134 ver- 
gleicht das slav. golub; dagegen 3, 341: „aus dem lat. columba, 
durch eine seltsame Verwechslung mit coluber, fr. couleuvre; vgl. 
Koch 1, 5; Arch. 27, 416. 

Culverin feldschlange ; fr. coulevrine, couleuvrine von cou- 
leuvre, lat. coluber natter, schlänge. 

Cumber; s. unter comber. 2. 

Cunniug listig, list; ehemals in allgemeiner, auch sehr 
ehrenvoller bedeutung z. b. I believe that all these three Persons 
(m the Godhead) are even in power and ia cunning and in 
might, füll of grace and of all goodness. Foxe, Book of Mar- 
tyrs; Examination of William Thorpe r— bei Treuch 47; — ei- 
gentUch nur das participium der gegenwart von dem alten cunnan 
können, kennen, wissen; s. can. 1. con. 2. 

Cup becher, Obertasse; ags. cupp, cuppa, copp = poculum, 
calix, culmen; fr. coupe, it. coppa, sp. pg. pr. copa, wal. cofe, 
Qilat. cuppa becher, von dem lat. cuppa, cdpa fass; über die be- 
rührangen mit dem nhd. kuppe, köpf (tassen-kopf, schr5pf-kopf 
= engl, cup) vgl. cob, cop, cope, sowie Diez 110; I, 139. 
Hierher gehören das engl, zunächst dem it. entnommene cu- 
pola, fr. coupole, sp. cupula, nhd. kuppel — von der gestalt 
einer umgestürzten schale — sowie das unter coppel bereits 
erwähnte cupel. 

Cnp-board (zusammengezogen cubbard) schrank, Schenk- 
tisch; die gemeine erklärung, dass es aus cup und board zusam- 
mengesetzt literally a table for holding the cups war, ist auch 
wohl die richtige; ohne noth will Wedgwood. 1, 415 es aus cup- 
bur, cup-bower entstellt sein lassen, da keine ältere form dieser 
vt vorzukommen scheint, und die isl. bur, cella penuaria ; utibur, 
a separate place outside a house for keeping victuals ; fata-bur, 



— 266 — 

a wardrobe, ags. cumena-btir , a guest-chamber keineswegs ein 
cup-bur fordern oder nur erwarten lassen. 

Cur schlechter hund; Wedgwood 1, 415 fuhrt es auf kelt 
Ursprung zurück, walsch cor'zwerg, klein; coravon kleiner fluss, 
corgi kleiner hund. Indessen näher liegt vielleicht ein ndl. korre, 
das er anfahrt; zu erwägen sind dazu ndd. köter, nhd. kother, 
welche selbst dunkel sind, insofern sie schwerlich zu koth, engl 
cot gehören; s. Br. W. 2, 859; Weigand 1, 628; cur könnk 
daraus zusammengezogen sein. 

Curb krummen, biegen, bändigen, kinnkette u. s. w.; zu 
lat. curvus krumm, fr. courbe, courber, courbette, davon engl. 
curvet eigtl. krummer sprung eines pferdes; femer curre 
krumm, krümmen u. s. w. 

Gurds quark, lab; cur die gerinnen; nach Wedgwood 1, 
416. 407 durch Versetzung aus cruds, crudle entstanden und dem- 
nach zu crowd zu ziehen; dafür sprechen die formen crud = 
crowded, to coagulate; crudle = to shake, shudder; crud die 
to coagulate, to curdle, also to crowd or huddle; cruds = 
curds. Hai. 1, 283. 

Cure, curate, curacy sorge, heilen, pfarrer u.s. w.; von 
dem lat. curare sorgen; cura sorge, mlat. seelsorge, pfarrstelle, 
curatus ein pfarrer, fr. eure, eurer, eure, üeber die begriffsent- 
Wicklung vgl. Duc. 1, 1426. 1430 ; Scheler 81 u. Trench 47. 

Curfew abendglocke; fr. couvre-feu, courefeu von dem fif. 
couvrir (s. cover) und feu feuer (lat. focus heerd, it. fuoco, sp. 
fiiego u. s. w.) mlat. ignitegium, the notice for covering or putting 
out lights at a certain hour in the evening. „Item quod buUüs 
tabemarius seu braciator teneat tabernam suam apertam post 
horam ignitegii" Lib. Alb. 1, 251. Wedgwood 1, 416. Duc. v. 
ignitegium. 

CurI kräuseln, locke u. s. w. ; ehemals cruU; altn. kruU» 
verwirren, kraus machen; mhd. krüUe, nhd krolle, ndd. kralle, 
ndl. crol (Binn.) krul; Br. W. 2, 885; Weigand 1, 642, wo es 
mit kralle zu einem starken wurzelverbum ahd. chrelan gezogen 
wird; über die metathese vgl. Mätzner 1, 185; über beziehung 
zu roman. Wörtern wie it. crollare schütteln, fr. crouler einstür- 
zen, (die doch besser auf ein lat. etymon co-rotulare zurückgeführt 
werden) s. Diez 116; I, 146. 

Curlieu, curlewbrachvogel; altfr. corUeu, nfr. courlis, mlat. 
corlinus, corlivus; nach dem geschrei des vogeb (Frisch), woßr 



— »67 — 

WedgwooS 1, 416 noch anfahrt den mundartl. namen querlu 
(Bern) und ein ähnliches rassisches wort karlaikat' »=> to cry 
fike a crane. 

Carmndgeon filz, knicker; nach Johnson entstanden ans 
coenr mechant; besser, wenn anch noch nicht ganz überzengend 
und befriedigend Wedgwood 1, 416: „The quotations in Richard- 
son seem io leave little doubt that it is from corn-madgin, a 
dealer in com. The dealers in com were the most anpopular 
persons in times of scarcity, as they were always sapposed to 
be keeping np the price of com by their avarice. — The aediles 
comle hang ap 12 brazen shields made of the fines that certain 
com-madgins paid for hoarding up their grain. — Hollandes 
Liyy." Commadgin stände dann wohl fiir com-merchant , was 
allerdings bei flüchtiger ausspräche leicht so verderbt werden 
konnte. 

Cur ran t korinthe, Johannisbeere; fr. raisin de Gorinthe von 
der Stadt Corinth, weil die kleinen rosinen viel von da kommen, 
engl dann übertragen auf die sehr ähnliche Johannisbeere. 

Carrent kourant, ström u. s. w.; currency; fr. coarant 
ZQ courir, lat. cnrrens, currere laufen. 

Curry. 1. gerben; nfr. corroyer leder, thon, mörtel zube- 
reiten; altfr. conreer bewirthen, it. corredare ausstatten, also zu 
it redo, arredo, fr. arroi; s. array, ray, corody, sowie Diez 
283; 1, 343; wegen der verengerten bedeutnng (auf welche viel- 
leicht der gedanke an fr. cuir, lat. corium leder eingewirkt haben 
mag) vgl. unser nhd. gärben, gerben und engl, gar, gare; 
carry striegeln ist eben auch nur eine besondere an Wendung 
des ursprünglich allgemeinen wortes; vgl. Weigand 1, 389. 418. 
Von dem allerdings auffallenden „to curry favor^* sich einzuschmei- 
cheln suchen giebt Wedgwood 1, 417 folgende ansprechende er- 
kiänmg: „to curry favour is a proverbial expression corrupted 
from curry favel, fr. etriller fauveau = to curry the chesnut 
horse. Tel ^trille fauveau que puis le mord, the ungrateful jade 
bites him that does him good. Gotg. It was usual to make a 
proper name of the colour of a horse and to speak of the animal 
a« Bayard, Dun, Lyard (fr. Hart = grey) Ball (white-faced) Fa- 
vel (fr. &aveaa from fauve, fallow) and any of these was taken 
proTerbially for horse in general. Dun is in the mire. Who so 
bold as blind Bayard ? When the meaning of Favel in the pro- 



— 268 — 

yerb was no longer nnderstood, the sense was made up bj the 
sabstitution offftvour/^vgl. Hai. unter currjfayell nndfavelli 
1, 287. 349. 

Curry. 2. A word imported from the East- Ladies, de- 
noting a mixture of various eatables, a very relishable composi- 
tion; Chambers's Encl. 3, 371. 

Curse fluchen, fluch u. s. w.; ags. cuis, cors fluch, cursjan. 
corsjan fluchen; Wedgwood 1, 418 scheint ohne weiteres anzu- 
nehmen, dass es mit Umstellung flir cross in dem sinne von to 
execrate with the sign of the cross stehe ; was er über die voces 
dubiae sagt, die segnen und fluchen bedeuten, ist ganz richtig; be- 
denken erregt nur dass ags. weder ein cros, cross, crosjan in dem 
sinne von kreuz^ segnen, noch auch nur cros, crus in dem sinne 
von fluch zu finden ist. 

Curtail, curtal gestutzt, stutzen u. s. w.; aus lat. curtos 
(fr. court, engl, curt, nhd. kurz, ndl. kort u. s. w. Weigand 
1, 654) entwickelt, ursprünglich gewiss ohne beziehung auf fr. 
tailler oder engl, tail^ an die es jetzt anklingt, sondern mlat. 
curtaldus, it. cortaldo, altfr. courtauld, courtaut, nfr. courtand; 
vgl. wegen der letzten silbe z. b. engl, ribald, fr. ribaud und 
Mätzner 1, 439. 

Curtain Vorhang, courtine, gardine; fr. courtine, it. sp. pg. 
cortina, wal. cortine bettvorhang; schon bei Isidorus cortinae 
sunt aulaea; es weist auf chors Umzäunung hin (vgl court) wie 
aulaeum auf aula; mlat. bedeutet es hofchen, mauer zwischen 
bastionen, Vorhang um den altar, überhaupt etwas schützendes 
und ist im gründe mit dem klassischen cortina rundung, kreis 
identisch Diez 112; I, 141; Duc. .1, 1357; Scheler 77; dasselbe 
ist nhd. gardine Weigand 1, 389; Heyse 876. 

Curtsy; ist nur eine der kurzen ausspräche angepasste 
Schreibung für courtesy, fr. courtoisie hoflichkeit, Verbeugung; 
s. unter court. 

Uurve, curvet; s. unter curb. 

Cushion küssen; it. cuspino, fr. coussin, sp. coxin, dinu- 
nutivform gleichsam vermittelt durch ein culcitinum von dem lat. 
culcitra, culcita Unterbett ; ebendaher ahd. cussin, mhd..kn88in, nhd. 
küssen (kisseu) Diez 107; I, 135 unter coltrice,. Weigand 1, 619. 
654; Wackemagel Umd. 22. 27; über die entsprechenden Wörter 
im kelt. und den Ursprung von culcita aus dem altgaHiscbeo 
Dief. Or. Eur. 306 ff. 



— 269 — 

Castom gewohnheit (neben costume kostüm); ygL be- 
züglich der begriffsentfaltung habit gewohnheit, fr. habit kleid, 
habitude gewohnheit; nhd. etwas au sich haben von kleidem 
und gewohnheiten; fir. contume und costume, it. costuma und 
costume n. s. w. aus lat. consuetudo — consuetudinem — nach 
Diez 114; I, 143; indem mit benutzung der endung amen zu- 
nächst 'ein consuetumen gebildet ward, oder vermittels einer me- 
tathese consuetudinem, consuetudimen, consuetumen, constumen, 
eostmnen, costume entstand; vgl. Arch. 31, 147; Scheler 75 
und 13 unter costume und amer. Custom zoll ist kein beson- 
deres wort (wie Smart es auffasst zu cost) sondern gleich dem 
fr. coutume, coustume, mlat. costuma, custuma ursprünglich die 
..gewohnte regelmässige abgäbe,** dann überhaupt „Steuer;'* s. 
Dqc. 1303 und vgl. ähnliche begriffsentwicklungen bei o r d i - 
nary, regulär. 

Cut schneiden; altengl. kuten (kutten, kyten?) kitte P. Pm. 
Chaucer; altn. kuta, cultellis (kuti) pungere Mätzner 1, 341; der 
orsprung des Wortes ist noch sehr dunkel; man hat einerseits 
Terglichen ndd. kuten ausweiden, schlachten, küt eingeweide, 
ferner auch katten, kadden, kaddeln zerschneiden Br. W. 2, 753. 
ÖOl S; andrerseits bringt Wedgwood 1, 419 keltische Wörter, wie 
wälsch cwtt = a little piece, a cut; vgl. Dief. 2, 480 und cud. 
Zq erwägen wäre eine entstehung aus oder wenigstens anlehnung 
an den romanischen stamm in cutlass, cuttle (fr. couteau messer) ; 
>. das folgende wort. 

Cut las (cutlass, cutlace, cutless) hieber, hirschfanger ; fr. 
eout^las zu couteau von dem lat. cultellus und den Weiterbildun- 
gen gleichsam culteUaceus zu culter messer; It. coltello and the 
aogmentative coltellaccio become in the Venetian dialect cortelo, 
ä knife and cortelazo a pruning knife or bill. Hence the 0. E. 
conrtelas and with that striving after meaning which is so fre- 
quent a cause of corruption curtal-axe** Wedgwood 1, 419; 
hierher auch cutler messerschmied , fr. coutelier und weitere 
ableitnmgen. 

Cutlet rippchen u. s. w.; wenn auch jetzt an cut anklin- 
gend etwa wie nhd. schnittchen an schneiden ist es doch ur- 
sprunglich fr. cotelette diminutiv von cote, lat. costa rippe; s. 
coast. 

Cuttle- fish black, tinten-fisch; cuttle heisst veraltet auch 
megger; fr. couteau, lat. cultellus und so darf man wohl dem bei- 



— 270 — 

treten, was Wedgwood 1, 419 hat: „W. mor-gyllel, the sea-knife, 
firom tbe knife or feather shaped bone contained in its body. In 
some parts of France it is called cousteau de mer. 

Cymbal cymbel; fr. cymbale, lat. cymbaluni, gr. xvfißaXoy 
Yon xvfiißog boblung, gefäss; ahd. zymbalä, mhd. zimbel, nhd. 
zimbel, cymbel; vgl. das ähnliche aber keineswegs identische 
timbal. 

Cypress cypresse; lat. cyparissus, cupressus, gr. xvTtoQiaaog, 
it. cipresso, fr. cypres, nhd. cypresse n. s. w. 

• Czar czar; slay. wort; altpoln. czar,. czarz, jetzt car gespro- 
chen wie zar, kroat. czar, czeszar, russ. zarj, ungar. csaszar, 
ebenso wie nhd. kaiser aas dem lat. caesar, gr. xataaQ entstan- 
den; Weigand 1, 227; Heyse 232. 



D. 

Dab schlagen, schlag u. s. w; wegen einer grossen menge 
abgeleiteter bedeutungen und wegen seiner abgeschliffenen kurzen 
form bietet das wort einer genaueren etymologischen Untersu- 
chung manche Schwierigkeit; indessen darf man wohl als grund- 
begriff annehmen „leise schlagen mit etwas weichem, feuchtem/^ 
dabei den einfluss der lautnachahmung gelten lassen und ausser 
den nahe tretenden engl, tap und dub besonders vergleichen 
ndd. dappen, dappeln, auch ins nhd. übergegangen Grimm 2, 750 ; 
ndl. dabben, dabbeln =» contrectare, lutum pedibus subigere. Binn. 
Genau dazu gehört naturlich dabble prätschem, plantschen, 
wühlen. Wedgwood 1, 420: „The sound of a blow with some- 
thing not resonant, as a lump of soft clay or a wet cloth is re-. 
presented by the syllables „dab, dib, dub,^^ as to dab a sore with 
a wet towel. The firequentative dabble represents the paddling 
sound of water agitated by the hands or feet;^^ (vgl. ndd. dobber, 
ndl. dobber = a float Br. W. 1, 218 ; dobberen auf den wogen 
auf und nieder treiben). „The term has the same meaning in 
the name of the dabchick or dobchick, a water fowl which is 
constantly bobbing under water.*^ Auch för die weitere begriffs- 
entwicklung kann man im ganzen zustimmen: „Asthesameword 
which represents the noise of a blow is commonly applied to the 
instrument which produces it, dab is used to signify a small 
quantity of something soft, such a lump as may conveniently be 
thrown, as a dab of butter, of mortar etc.; a dabbet a yery 
smaU quantity; a dab-wash, a small wash got up on asudden.^^ 
Das fr. danber stossen, puffen scheint selbst erst germanischen 
Ursprungs und wenigstens auf die form d ab ohne einfluss gewesen 
zu sein; vgl. daub, dub. In der auffallenden bedeutung „ken- 
ner*^ ist dab vielleicht Verstümmlung von adept (&lsch ver- 
standen a dept, a dab). 



— 272 — 

Dad (dada, daddy) papa, tata — bildungen der kinder- 
spräche, auf welche vielleicht auch dade, daddle gängeln, 
wackelnd gehen zurückzufahren sind; man vgl. fr. dada in der 
kindersprache , dann überhaupt Steckenpferd, dadee kinderei; 
Scheler 83 stellt damit noch dadais, sowie dodiner und die na- 
salirten formen dandin, dandiner zusammen ; s. dandle, dangle 
und Wedgwood 1, 421 ; Worcester vergleicht die kelt. ausdrücke : 
gael. dait, ir. daid, wälsch und com. tad, armor. dad. 

Dado Würfel (in der haukunst) ;^ it. dado, sp. pg. dado, pr. 
dat, fr. de, alt&. dez (und davon das gewöhnliche engl, die 
plur. dies und dice, altengl. dis, dees, deys; s. Mätzner 1, 94. 218) ; 
mlat. dadus. Der Ursprung des romanischen wortes wird von 
den meisten gesucht in dem lat. dare geben — dare ad terram 
auf die erde werfen — so dass es sich verhielte wie nhd. vrarfel 
zu werfen; oder etwas anders gefasst Scheler 84: „d^ represente 
L. datum et a d*abord signifie le hasard, Utt. ce qui est donne 
(cp. Chance =» ce qui tombe, quod accidit) jeu de de =» jeu de 
hasard; puis le noui s'est donne ä Tinstrument servant ä con- 
suiter, ä tenter la fortune.^' Von anderen vermuthungen möge 
hier nur noch die erwähnt werden, wonach es aus dem afab. 
dadd lusns, res ludicra (daddon, dadda ^^ game of dice) stammte ; 
übrigens vgl. Diez 120; I, 150; Arch. 81, 147; Duc. 2, 28 unter 
decius. 

Daedal bunt ; eigentlich kunstvoll nach Daedalus dem kunst- 
berühmten beiden der griechischen sage ; gr. als eigenname Jai- 
dalog; daidakog kunstreich, daiddkXio künstlich arbeiten u. s. w. 

Daff bei seite schieben; mag nur eine andre form für doff 
= do off wegthun sein; in andrer bedeutung dagegen „ein&lts- 
pinsel^' erinnert es an das altn. daufr blödsinnig, traurig, taub; 
s. deaf. 

Daffodill affodill, asphodillwurz : ir. asphodele, lat. gr. as* 
phodelus, daq)6d€log. 

Dag. 1. dolch, taschenpistole; dazu dagger kurzes schwert ; 
fr. dague, it. sp. daga und aus dem roman. ins deutsche gebiet 
gedrungen ndl. dage, dagge, nhd. degen; isl. daggardr, schwd. 
dän. daggert, mlat. daga, dagger, dagerius Duc. 2, 3 ; aber 
auch keltisch und vielleicht daher stanmiend in Wales dager, dagr, 
in der Bretagne dag, dac ; Diez 120 ; 1, 151 ; Grimm 2, 896 ; Weigand 
1, 237; übe;r die bedeutung vgl. pistol, it. pistolese kurzer 
sabel. 



— 273 — 

Dag. 2. klunker, lampen, besadeln, thauen, nieseln u. s. w. ; 
die menge yerschiedener bedeutungen lässt hier noch andere 
stamme erwarten, obgleich Wedgwood 1, 423 alle auf denselben 
orsprong zurückfuhrt: „the syllable dag or ,dig represents the 
noise of a blow with something sharp, then the instrmuent with 
which the blow is given, or anything of similar form ; ^' so wird 
erklärt altengl. dag =» to pierce; a small projecting stump of a 
tree, a sharp sudden pain; femer dag = a fragment of a slashed 
edge, a jag or shred ; dagge of cloth = fractillus Pr. Pm. da- 
gon = a slice: „a dagon of your blanket, leve dame^' Ghaucer; 
indessen beachte man wenigstens ags. daag, dag = anything that 
is loose, dagling, dangling. Bosw. nach Sonuier; (däh, dag ist 
engl, dough, nhd. teig) femer altn. dögg thau, feiner regen; 
döggvar es sprühet; ndd. daak nebel, idt daaket es ist nebelig 
Br. W. 1, 181; hierzu vielleicht daggle vgl. Dief. 2, 689; dag* 
lets eiszapfen mögen dags or jags of ice sein, sodass sie der 
form nach von dag. 1. abstammen. 

Dainty fein, köstlich, leckerbissen u. s. w.; älter daint; 
von Wedgwood 1, 424 wird auf die kelt. Wörter für zahn wälsch 
dant (plur. daint), ferner dantaidd = deUcate, dainty (bei Koch 
1, 4 dantaidh), sowie wegen der begriffsentvdcklung auf tooth- 
some SB palatable verwiesen; (s. tooth und Dief. 2, 676); auch 
das oberdeutsche däntsch leckerbissen, däntschig lecker bringt 
er bei, wie es von Grimm 2, 750, vgl. Schmeller 1, 386, vergli- 
chen wird mit dainty; aber die kelt. und oberdeutschen formen 
können doch wenigstens in dem worte dant, zahn u. s. w. nicht 
denselben Ursprung haben; mundartl. und veraltet engl, danch, 
donch, dauneh; altfr. daintie, daintier, daintee leckerbissen wird 
mit berufung auf ein pr. dentat = ragout, mets von Gachet aus 
dens erklärt; altengl. deintie in der bedeutung value ist das 
altfr. deinetet, lat. dignitas (vgl. bei Hai. dainty = worthy) kann 
aber auch kaum jenes dainty leckerbissen geben; Diez U, 262. 
Dairy milcherei; ehemals deyry, dery von dem alten noch 
bei Chaucer vorkommenden d e y , a servant in husbandry, mostly 
a female, whose duty was to make cheese and butter etc. siehe 
die guten nachweise bei Wedgwood 1, 424. Der name kommt 
vom milchen; vgl. schwd. deja, a dairy-maid, altschwd. daeggja, 
dia to give suck; ags. diende = lactantes (Benson in Ihre), schwd. 
di-barn a nurse-child; dän. dägge mit fremder milch säugen; 
auch in deutschen mundarten, östr. daien (Loritza) lactare, bei 

UUller, Etjrm. WUrterbuch 18 



— 274 — 

Höfer östr. dein = lactare; über die weitere Verwandtschaft, be- 

* 

sonders auch auf slav. gebiete und hinauf bis skr. duh mulgere 
vgl. dug und Dief. 2, 608. — (Eine ganz andre vermuthung 
über dairy bei Grimm 6. d. d. S. 704; wonach es entstanden 
aus ags. dairim, daegrim, was morgenröthe, dann anbruch des 
tages, die zeit des melkens, das melken u. s. w. bezeichnete.) 

Dais thronhimmel; schott. dees, deas; &. dais, altfr. dois. 
pr. deis; im altern fr. ein tisch „ä curt esterras e ä mun deis 
tuz jurs mangeras.*' L. des Rois. Un jor seeit al maistre deis'* 
— oue da; he sat at the principal table or high dease; Chron. 
Norm.*' Wedgwood 1, 425. Seheier 83: „ces mots designaient 
une table et sont reguherement formes du lat. diseus, primitif de 
Tit. desco et de Fall, tisch. L acception du mot moderne se rap- 
porte au drap dont lea dois ou dais etaient ordinairement sur- 
mont^s pour empecher que rien ne tombät du plafond sur les 
mets;" s. Diez 605; II, 262. Chambers's Encl. 3, 399; Hai. 1, 
296 und vgl. die engl, desk, disk, dish. 

Daisy gänseblämchen ; day's eye, ags. däg's eage Col. 22. 
Bosw. „That well by reason men it call may 
„The deisie or eis the eye of the day.'* 

Chaacer in Kich. 

Dale (in anderer form dell) thal; ags. dal adivision, dale, 
Valley ; dalo indecl. f. dalu, -e f. = a dell, cavem, goth. dal oder 
dais; alte. ndl. ndd. dal, dal; ahd. mhd. nhd. tal, thal; altn. dalr^ 
schwd. dän. dal u. s. w. ; siehe Dief. 2, 611 flf. wo besonders auch 
keltisch« Wörter beigebracht sind, auf denen die engl, form dell 
unmittelbar beruhen mag; kymr. dell, dol ebene, thalgrund, fluss- 
thal. „Bosworth stellt die ags. bedeutung division voran; eher 
nehmen wir die sinnlichere bedeutung fissura, fovea des goth. 
Wortes aus gleicher wz. dl findere mit dails entsprossen an;'' 
vgl. deal. 1. Grimm No. 463. Gr. 2, 41; RappNo. 361 tal tiefe. 

Dallop „a slattern, a clumsy and shapeless lump of any- 
thing, to paw, toss and tumble about carelessly" Wedgwood 1, 
426; es werden dazu mehrere altn. und isl. Wörter mit etwa 
entsprechender bedeutung angeföhrt, wie dolpungr = the surf, 
beating of the waves ou the shore; dolpr = animal ofunwieldy 
size; dalpa i feninu = to flounder in the mire; dalpa i arum«» 
to paddle with the oars, to row softly; vgl. ausserdem die deut- 
schen dalpen, talpen ungeschickt gehen, plump zuschlagen, tölpel 
u. s. w. Grimm 2, 700; Schwenck 680; die deutschen Wörter 



.— 276 — 

werden freilich meist der art erklärt, dass sie mit den skandinav. 
kanm etwas gemein zu haben scheinen (dalpen zu delben; s. 
delye; tölpel =s dörper von dorf) indessen fanden hier gewiss- 
viele angleichungen statt und eine gemeinsame wurzel könnte 
wohl zu gründe liegen. 

Daily tändeln, spielen, zaudern; schwerlich mit Wedgwood 

1, 426 zu lat. talus knöchel, würfel, spiel; man vgl. ahd. dalen, 
dallen, dahlen, mundartl. tallen kindisch werden oder spielen, 
altn. thylja schwätzen. Grimm 2, 696: „da es auf possenreissen 
hinausläuft, so kann es mit dem alten dala larve, monstrum 
(Graff 5, 397) und tala maske (Duc. Graff 2, 877) zusammenhäUr 
gen ; man na>hm die larve vor, um darunter scherz zu treiben und 
zu necken.^' Hier könnte vielleicht auch das dunkle doli puppQ 
seine erklärung finden ; schott. dall = a doli, a silly woman dressQd 
in a flaunting manner. (Andere wollen in dem worte nur lautr 
nachahmung oder den stamm des engl, du 11 erblicken.) 

Dam/ 1. mutter, dame (daneben die volle form dame); fr. 
dame, it. dama neben den anderen formen it. donna, sp. duefia 
u. s. w. aus lat. domina , dom'na — wie altfi*. dam , dame W9 
dominus herr; nhd. dame. „From being used as a respectful 
adress to women it was applied xar i^oxrpf to signify a mother 
as sire to a.father. Subsequently these terms were confined to 
the male and female parents of animiJB, especially of horses" 
Wedgwood 1, 426; Diez 127; I, 158; Scheler 83. 

Dam. 2. dämm, wehr, sumpf, dämmen u. s. w. ; ags. nur 
das Zeitwort demman, ebenso goth. faur-dammjan ; dagegen altn. 
dammr, altschwd. dampn, alts. 'altfrs. schwd. dän. ndd. ndl. nhdi 
dämm, dam, mhd. tam und aus dem germanischen auch fr. dame 
= digue d*un canal; poln. tamma; mlat. damma = emissarlum, 
' schleuse; die bedeutung schwankt zwischen „damm'^ und „um- 
dammter teich,^' vgl. dazu dike und ditch, nhd. .deich und 
teich. Das starke zeitwort, von dem es abstammt, ist verloren 
und die weitere Verwandtschaft unsicher; Grimm 2, 707; Dief. 

2, 613. 

Damage schaden, beschädigen u. s. w.; altfr. damage, nfr. 
donunage, pr. dampnatge aus dem lat. damnum (altfr. dam, auch 
wohl ins. ags. gedrungen demm Etm. 587 ; vgl. Dief. 2, 649. §.) 
mlat. damnatio schaden, verlust. „Ui ei nemo contrarietatem vel 
damnationem adversus eum facere praesumat.^^ Duc. II, 1, 6. 

18* - 



— 276 — 

Damask damast; fr. damas; it. damasco und damasto, nhd. 
damast, dammast nach der stadt Damaskus, it. Damasco, fr. Da- 
mas, von wo das geblümte zeug kam; nach demselben namen 
damaskeen, fr. damasquiner, nhd. daraasciren von der stahl- 
arbeit, sowie damascene zusammengezogen damson damasce* 
nerpflaume. 

Dame dame; s. unter dam. 1. 

Damn verdammen; fr. damner, lat. damnare verurtheilen^ 
woraus auch nhd. verdammen. 

Damp feucht, dampf, dämpfen; altn. dampi, dän. ndl. ndd. 
damp, ahd. dampf, mhd. tampf, nhd. dampf; poln. dim, zu dem 
itorken zeitwort mhd. dimpfen rauchen, Grimm No. 368, Benecke 1, 
831 ; verwandt scheinen ahd. daum, mhd. toum, oberdeutsch dam 
(Schmeller 1, 371) schwd. dam in den bedeutungen „dunst, 
dampf, aufgeregter staub ;^^ vgl. femer nhd. dumpf, dumpfig; 
Grimm 2, 714; Schwenck 117; Wedgwood 1, 428—430. 

Damson damascenerpflaume ; s. unter damask.* 

Dam sei fräulein; altfr. damoiselle, neufr. demoiselle, it. 
donzella, sp. doncella, pr. donsella; lat. gleichsam dominicella zu 
dominus u. s. w. ; s. däm. 1. und vergleiche wegen der engl, 
form nhd. mamsell für fr. mademoiselle. 

Dan. 1. abkürzung för Daniel; hebr. eigenname bedeutend 
„der richter gottes, der göttliche richter." 

Dan. 2. i= don, master, sir; sp. don aus lat. dominus, wife 
dofia, duefLa aus domina, fr. duegne, engl, duenna. 

Dance tanz, tanzen; fr. danse, danser; it. danzare; sp. pg. 
pr. dansar, danzar, wal. deutzui, inlat. dansare von dem ahd. dan- 
86n ziehen, dehnen, aus dem stammverbum dinsan, goth. >insan, 
(nhd. gedunsen Kehrein 290); das nhd. tanzen, ndl. danssen, 
dän. dandse u. s. w. scheint erst aus dem romanischen wieder 
zurückgekommen zu sein in der bedeutung saltare ; Wackemagel 
Umd. 6; das alte dansa, danza mag zunächst „zug, ziehende 
reihe" bedeutet haben; vgl. nhd. reihe und reigen; Diez 121; I. 
151; Schwenck 669; Dief. 2, 704; Grimm Gr. 2, 35; No.396. 

Dandelion löwenzahn; entstellt aus fr. dent de lion, lat. 
gr. leontodon löwenzahn {Xiojv, liovrog und odovg^ odovtog; vgl. 
lion und tooth); die -pflanze so genannt wegen der form der 
blfitter. • 

Dandle schaukeln, liebkosen, verzögern; fr. dandiner sieh 
hin und herwiegen, dandin alberner mensch; wovon wohl erst 



— 277 — 

engL dandy; der Ursprung ist zweifelhaft; nach Wedgwood 1, 
431 und Scheler 83 würde es von der wurzel dad (s. dade) ent- 
sprossen die schwankende bewegaug der kleinen kinder u. s. w. 
bezeichnen; Diez 606; II, 262 verweist dagegen nur auf die ger- 
manischen, auch von Wedgwood angefiihrten nhd. tand, tändeln, 
nindl. danten = ineptire Binn; oberdeutsch dantem vgl. Schwenck 
668; (die heimath des Stammes tand, dand bleibt also fri^lich; 
die endung -le ist diminutiv und frequentativ; vgl. d angle Mätz* 
ner 1, 433; andrerseits eine bildung mit er, dand er bei 'Hai. 
1, 291 in der bedeutung to hobble, to wander about). 

Dandr uff Schorf, grind; Wedgwood 1, 430: „Bret. tan, 
tifi, fr. teigne, scurf. W. ton^ skin, crust; marwdon, dead skin, 
dandmfT. Perhaps the W. drwg, bad, evil may form the conclu- 
sion of the £. word, dondrwg, the bad cnist orscab. Icel. thenja; 
OH 6. gadanjan, to stretch, to spread.'' 

Dang er gefahr; fr. danger, mlat. dangerium zu dem lat. 
damnum schaden. Diez 606; II, 262: „Es bedeutete in der alten 
spräche das strenge recht des oberherm in beziehung auf den 
besitz seines untergebenen ; fief de danger z. b. ist ein an vie- 
lerlei bedingungen gebundenes lehen, das leicht eingezogen werden 
konnte. So heisst danger überhaupt wiUkühr, gewalt (wie noch 
jetzt das norm, wort) se mettre en danger de qu. sich dem be- 
lieben eines anderen unterwerfen; desgl. Weigerung, Schwierig- 
keit; (auch pr. dangier) faire danger de dire quch. sich wei- 
gern etwas zu sagen; limous. abneigung, Widerwille. Aus dam- 
nunf einbusse leitete man damnarium, fr. damnier, gespr. danger; 
letzteres vertrat auch damnum in seiner mlat. bedeutung beschä- 
digung.^' Ueber eine andere ableitung aus dominium, welche 
durch die berührungen von damnum, dangerium mit dominus, 
dominium u. s. w. im mlat. sehr nahe gelegt wird vgl. Diez Anh. 
16. Gachet 111", der sich ebenfalls für damnum entscheidet; 
überhaupt s. Duc. U, 1, 7. 8; Scheler 83 und Wedgwood 1, 431 flf; 
Trench 48. 

D angle baumeln; in mundarten das Stammwort dang-==to 
throw down, strike with violence Hai. 1, 291 ; ags. dencgan stos- 
sen, altn. dengia, norw. dängje, sehwd. dänga, mhd. tengen, ahd. 
tangol hammer weisen auf ein verlorenes starkes zeitwort tingan 
Grimm Gr. 2, 61 ; No. 606 hiu ; iterative mit dem ableitungs 1 
(s. Mätzner 1, 433) zeigen sich unter einfluss des ablauts mehr- 
fiich: d angle; vgl. mit ding und dingle- darigle; altn. dangla; 



— 278 — 

schwd. dingia und dangla, dän. dingle, nhd. dengeln die sense 
durch klopfen schärfen, ndd. dungein, schwebend hemiederhängen 
(hin und her schlagen) Grimm 2, 925. Br. W. 1, 272; vgl. ding. 

Dank dunst, dumpfig, feucht; scheint zu demselben verlo- 
renen starken Zeitwort dinkan, dank, dunkun (obscurari?) No. 600 
Grimm Gr. 2, 60 zu gehören, dem altu. döckr (niger) döckva 
(obscurare), alts. dunkar, ahd. tunhal, nhd. dunkel für tunke! 
(obscurus) entspringen ; auch schwd. dän. dunkel Schwenck 141 ; 
Grimm 2, 1533; der begriffsübergang zwischen dunkel, neblig, 
feucht ist auch sonst nicht selten; mundarl. engl, ist danker = 
a dark cloud Hai. 1, 292; auch formell wird eine wenn schon 
entferntere Verwandtschaft zwischen, den stammen dank und 
damp, oder nhd. dunkel und dumpf nicht ganz abzuweisen sein ; 
Wedgwood 1, 434. 

Dapper flink, gewandt, nett; ndl. dapper, ndd. dapper; 
ahd. taphar, mhd. nhd. tapfer, schwd. tapper, theils in jenen be- 
deutungen, theils in den nahe verwandten „stark, muthig, an- 
sehnlich;'' es wird zu dem slav. dobr gut gestellt; ndd. dobber, 
dobbers = sincerus, probus ; Br. W. I, 184; Schwenck 669; 
Grimm G. d. d. S. 285; die weitere herkunft ist sehr fraglich; 
Diez 737; II, 426 leitet <lavon das fr. trape, trapu her; Rapp 
No. 256 tapr ^t. 

Dapple bunt^ buntscheckig ;. Wedgwood 1, 434; ,,Promdab 
a lump of something soft, a blotch or spot, Icel. depill, nubecula^ 
a spot on ground of differeut colour, deplottr, dappled. So from 
Pr. matte, a clot mattele, clotted, ciel mattonne, a curdle'd or 
mottled sky. — The" resemblnnce of dapple-grey to Icel. apalgrar, 
or apple-grey. Fr. gris pommelö, is accidental. 

Dare dürfen, trotzen, herausfordern u. s. w. ; altengl. dar, 
dare, dere, infinitiv dürren, darren, ags. dear, dyrran, goth. ga- 
daursan wagen, ein in den meisten deutschen sprachen vorkom- 
mendes, altes, anomales und vielen mischungen ausgesetztes Zeit- 
wort; ahd. turran, mhd. türren, getürren u. s. w. ; siehe die weitere 
Verwandtschaft bis hin zu. nhd. dreist und aufwärts zu gr. ^a^^£Tv. 
bef Grimm 2, 1394. 1743; Dief. 2, 619; Rapp No. 143 tar. 3. 
wagen; über die engl, formen Mätzuer 1, 370. 

Dare hat aber noch eine menge anderer, zum theil veral- 
teter bedeutungen, für welche andere stamme angenommen werden 
müssen, obwohl im einzelnen die mengung sehr leicht war und 
daher jetzt die genaue sonderung und bestimmung sehr schwer 



— 279 — 

ist; Tgl. dare bei Hai. 1, 292 ^ to pain or grieve, härm mit 
dem ags. derian, nocere Etm.- 559 ; daru, damnnm ; ahd. tardn, 
mhd. derjen schaden ; ferner tmterscheidet Wedgwood 1, 436 ein 
dare. 2. to be cowed, stapified, to lie motionless, to be terrified, 
(Hai. 1, 292 auch to lurk, to liehid) to darebirds, to catch them 
by frightening them with a hawk, mirror or other means und 
verweist dafür besonders auf ndd. bedaren stille, rahig werden, 
ndl. bedaren; 6r. W. 1, 63; da mnndartl. statt dare auch darn 
vorkommt Hai. 1, 292 so konnte selbst Vermischung mit dem 
ags. dernan yerbergen eintreten. 

Dark dunkel; ags. deorc, dare, dearc; das wort scheint sich 
in den germanischen sprachen weiter nicht zu finden und wird 
von Wedgwood 1, 437 als das gael. dorch, dorcha genommen; 
immerhin bleiben zu erwägen ags. derne, dyme fürdearcni, ahd. 
tami für tarhui, tamjan für tarhnjan, ags. dernan dunkel, ver- 
hüllen, nhd. t«.m-kappe Etm. 558; auch das altn. döckr schwarz 
steht doch assimilirt für dörkr. 

Darling liebling; ags. deor-ling von deör theuer, s. dear 
und über das verkleinernde ling Mätzner 1, 444. 

Darn stopfen (deam); das ags. dernan, dyrnan ist verhüllen 
imd passt, w^nn auch der form, doch kaum derbedeutung nach; 
besser vielleicht fiihrt man das engl, zei^wort zurück auf fr. dame 
stück, schnitt, oder unmittelbar auf das diesem zu gründe hegende 
keltische wort darn stück, was Diez 606; H, 263; Solieler 84 
nach Pictet mit skr. darana, division zusammenstellen ; Koch 1, 4 
kymr. dam stopfen; s. besonders Dief. Or. Eur. 311. Wedgwood 
1, 438: „The primary meaning may probably be a handfdl, W. 
dwm, a fist, Gael. dorn, a fist, doman, a handful of anything. — 
Die begriflfsentwicklung ist wohl wie in nhd. flicken zu fleck, fr, 
vapiecer zu piece ; vgl. Duc. unter darnus. 

Darnock (Sannock) gamasche, auch hedgers gloves; Wedg- 
wood 1, 438: ,,Icel. dornikur, domingar, stiff boots for wading 
in the water. I cite this word from the singularity of a Gael. 
derivation, as we should so little expect a convenience of this 
kind to have been adopted from a people in the condition of the 
Celts. Gael. domag, a glove, gauntlet, from dorn, flst; Manx, 
dornaig a covering for the band or fist, used to guard the band 
against thorns. — Cregeen." Eine Vermischung konnte leicht ein- 
treten mit dornik, dornix und dornock bezeichnungen ver- 
schiedener Stoffe, deren name auf die städte Doomik, Toumay in 



— 280 — 

Flandern und Dornock in Schottland zuräckgefohrt werden; ^1. 
Worcester 438. 

Darnel lolch; lolium temulentum, taumellolch, fr. ivraievon 
ivre trunken Scheler 187; weil sein genuss einen zustand der 
betäubung und trunkenheit hervorbringe; das engl, wort findet 
sich wieder iiu rouchi darnelli und wallon. heisst nach Wedgwood 
1, 438 damise, daumise betäubt, trunken u. s. w. ; kaum ist etwas 
auf die weitere vergleichung des stammes dar mit schwd. dare, 
nhd. thor, ndl. bedaare bethören zu geben; vgl. Schwenck 677. 

Darraign ordnen, den kämpf beginnen u. s. w.; altfr. des- 
rener, derainer, derehdner, dereiner ; mlat. derationare sich recht- 
fertigen durch kämpf, daher im kämpfe entscheiden, zum kämpfe 
ordnen; vgl. arraign und bes. Duc. unter ratio; Schmid G. d. 
A. 558. 

Dart wurfspiess, pfeil; fr. dard, pr. dart, it. sp. dardo, wal. 
darde auch slav. ungr. darda, aus dem germanischen gebiete 
herübergedrungen; altn. darradr, ags. darod, darad, ahd. tort 
und als primitiv altn. dorr, wozu dasgr. ddgv, do^arog (vgl. tree) 
verglichen wird; Heyne 117: „verletzender, vgl. der-ian nocere, 
skr. WZ. dhrsh'/^ das engl, dart scheint erst aus dem romanischen 
zurückgenommen zu sein, wenn schon es auch unmittelbar ans 
dem ags. darod entstanden gedacht werden kann; Mätzner 1, 130. 

Dash schlag, sehmeissen; von jeder heftigen und lauten be* 
wegung; man darf hier vor allem an die in der interjektion 
dash pat{»ch noch lebendige lautnachahmung erinnern; das deut- 
sche datsch Grimm 2, 825, dän. daske vergleichen und dann im 
ganzen dem b^jistimmen, was Wedgwood 1, 440 sagt: „it is figu- 
ratively appUed to feelings analogous to those produced by a 
sudden blow or loud crash, to overwhelm, confound, put out of 
counteuance. 

Dastard feige, feigling; ags. daströd erschreckt, particip 
von dästrian, ädästrian erschrecken, dessen Stammwort in dem 
altn. däsa abmatten (dasadr abgemattet, daestr labore defessus, 
das (dos) languor) gefunden wird; Etm. 563; die endung ard 
ist hier also nicht die gewöhnliche ableitungssylbe art, ard 
(entstanden aus hard), sondern derselben mittels Umstellung von 
rod in ord, ard angeglichen; Mätzner 1, 439. 

Date. 1. datum, datiren; fr. date, dater von dem lat. datum 
gegeben (in einigen bedeutungen auch engl, datum unverändert 
gebraucht); dazu dater und datary, fr. dataire; mlat. datarius, 



— 281 — 

primus cancellariae romanme minister, sie dictas a litterii exp«- 
ditis qnibns vulgo addit: datnm Bomae. La charge de cet officier 
s'appelait dataxia, fir. daterie. La formule datam Komae, donn^ 
ä ßome a donne naissanoe au terme date ^^ indication du lieu 
et du jour de Texpedition d'une piece, puis en general indica- 
tion precise d'une epoque: s. Scheler 84: Duc. vv. datum, da* 
tare etc. 

Date. 2. dattel; fr, datte, altfr. dacte, it. dattero, dattilo, 
sp. pr. datil, ahd« dattel^ poln. böhm. daktjl; lat. gr. dactylus, . 
äaxTv^/}g eigtl. finger, dann wegen der ähnlichen gestalt frncht 
der dattelpalme. (Als naane des versiusses auch engl, in der vol- 
leren form dactyl). 

Daub schmieren; dunkler herkunft; einige fuhren als quelle 
kelt. Wörter .an, wie wäisch dwbiaw, ir. dobhaimh; andere wollen 
es auf das fr. dauber zurückfuhren, das selbst vom ags. dabban 
abgeleitet wird (vgl. d ab, d üb) und dessen bedeutung„schlagen^^ 
kaum passt; Wedgwood 1, 441 geht von dem substantivbegriff 
daub lehm, dreck aus, der allerdings die andern entwickeln 
konnte and erklärt es „from dab, an imitation ofthe soundmade 
by throwing down a lump of something moist.^^ Wie er hier nach 
seiner weise schon ungehöriges gewicht auf die lautnachahmung 
legt, 80 haben gewiss die roman. worter tapia, a mud wall (bei 
Diez U, 178 tabique) lang, tap, tapo, plastic clay mit daub 
nichts gemein. 

Danghter tochter; agd. dohtor, goth. dauhtar, alts. dohter, 
udl. ndd. dochter, ahd. mhd. nhd. tohter, toehter, altn. döttir, 
schwd. dottir, dän. datter u. s. w. ; über die weitere abstammung 
and Urverwandtschaft gr. O^r/ürrjQ, ir. dear, litth. dukte, finn. tytar, 
läpp, daktar, skr. duhitr (das säugende kind oder die melkende 
tochter) vgl. Dief. 2, 615 ff; Grimm G. d. d. Ö. 185. (595. 

Daunt schrecken; (ehemals besiegen, Hai. 1, 298 daunt, to 
conquec; in the provinces to stun, to knock down. Also todare, 
to defy) schott. dant^ danton, dauntou ist das altfr. donter (dan- 
ter), nfr. dompter bändigen, vermittels eines domitare vom lat. 
domare zähmen. Ueber weitere beziehuugen (gr. dafiäv, deiuiv, 
do^iog) vgl. Bapp No. 135 tam zähmen; Dief. 2, 669 u. s. tame. 
Dauphin; fr. dauphin als titel der kronprinzen von Frank- 
reich von bis 1349 zur revolution; s. dolphiu. 

Daw. 1. dohle; ahd. täha, mhd. tahe und in abgeleiteter 
form ahd. tahala, nhd. talle, dahle, dohle; mundartl. formen im 



— 282 — 

deutschen kommen noch heute dem einfiichen engl, daw näher, 
wie schwz. d'ähi, östr. dacha; vgl.^Schwenck 131; Grimm 2, 695. 

Daw. 2. dämmern; gehört mit dawn zu day tag. 

Dawdle die zeit verspielen; erinnert der bildung und auch 
wohl dem stamme nach zunächst an daddle, dade. 

Dawn dämmerung, tagen; ags. dagian, ndl. daagen, udd. 
dagen, nhd. tagen; s. also day. 

Day tag; ags. däg, goth. dags; alts. ndl. ndd. schwd. dän. 
dag, altn. dagr, ahd. mhd. nhd. tac, tag u. s. w. ; altengl. daraus 
dawe erhalten in daw. Ueber weitere Urverwandtschaft des 
Wortes (lat. dies — divus, skr. wurzeln div und tagh glänzen) s. 
Dief. 2, 606 ff. Rapp No. 368 tav. 1. licht, tag, gott und vgl. 
diet, journey. (Einige Zusammensetzungen sind zu erwähnen; 
day'sman Schiedsrichter erklärt sich aus day in der bedeutung 
„termin^S ^g^richtstag;^^ dayhouse gehört nicht hierher; s. 
dairy.) 

Dazzle blenden; das veraltete einfache daze scheint über- 
haupt „verwirren, betäuben" bezeichnet zu haben, vgl. Hai. 1. 
294 unter dazed, und so mit altn. dasa abmatten identisch zu 
sein (s. dastard) vgl. ndd. däsen Br. W. 5, 358 und das hier- 
hergehörige dizzy. 

Deacon diakonus, helfer; ags. diacon, deacon, altfr. diacne, 
nfr. diacre vom lat. gr. diaconus, didnovog diener. 

De ad todt, neben dem hauptworte death tod; ags. deäd, 
deäd, goth. dau{>s, dau{>us; altn. daudr, daudi, altmnhd. tot, 
t6d, ndd. ndl. dood, dood, neunord. död u. s. w. Durch alle 
germanischen sprachen samt den entsprechenden Zeitwörtern für 
sterben (s. die. 1.) einer Wurzel ^, dhu entsprungen, Dief. 2, 
630 oder wie Rapp sie ansetzt No. 127 ta sterben; über die ur- 
sprünglich participiale form des adjectivs vgl. Grimm Kl. S. 1, 324. 

Deaf taub; altengl. defe, ags. deäf, goth. daubs, dau&, alts. 
douf, ndd. döv, ndl. doof, ahd. toup, doup, mhd. toup, nhd. taub, 
-altn. daufr, schwd. döf, dän. döv; s. weitere verwandtischaft bei 
Dief. 2, 613 , wo besonders auch keltische Wörter und rhinistische 
formen verglichen sind; vgl. dumb und dub. 

Deal. 1. theil, theilen; schott. dail; ags. dael; goth. dails, 
alts. ndl. del, amnhd. tail, teil, theil, altn. deila, neunord. del ; 
aber auch weiter in den urverwandten sprachen litth. dalis, poln. 
dola, slov. illyr. del, gadhl. däla, skr. dala theilen, mit der sinn- 
lichen bedeutung spalten, wie diese auch in den anderen sprachen 



— 283 — 

immer noch hervortritt z. b. ags. dael-äx, lat. dolare, dolabra; 
Dief. 2, 609 flf. Rapp No. 134; (bemerkenswerth ist die Unregel- 
mässigkeit in dem anlaut, da man goth. ndd. u. s. w. bereits t 
erwartet, wie skandinaT. telja, telje teller, mit dem messer schnei- 
den); für das engh ist vor allem noch zu vergleichen dole. 2., 
dole-ax nur dem vocale nach geschiedne formen, wie mean 
and moan; wegen der abgeleiteten bedeutungen „handeln, sich 
benehmen" vgl. Wedgwood 1, 445 : „to deal is to give to each 
bis lot; hence to traffic or have intercourse with others." 

Deal. 2, tannenholz; ndd. dele, dale Br. W. 1, 194. 195; 
ndl. deel, ahd. dil, mhd. dil, dile, nhd. diele in der bedeutung 
.,bret, planke," altn. pil, {>ili, {>ilja und ags. f>ill, {>ile; wenn auch 
urBprüngliche Verwandtschaft oder selbst id^ntität mit deal. 1. 
anzunehmen ist, so darf man doch im engl, die beiden Wörter 
nicht unmittelbar als eins nehmen (Smart: „the wood of the pine 
80 called because, more than any other sort of wood, it is put 
ont in portions for various purposes ; a plank of wood is a deul, 
which Word is now restricted to the pine); während deal. 1. un- 
mittelbar aus dem ags. stanmit, kam deal. 2. entweder aus dem 
ndd. oder wahrscheinlicher aus dem kelt. dell spalt, deile bret 
Dief. 2, 611; vgl. dell und dale; Grimm 2, 1099; Weigand 
1, 245. 

Dean dekan, dechant; wie das fir. doyen aus lat. decanus, 
decan, deän, eigentlich ein aufseher über 10, decem z. b. mönche 
Q. 8. w. ; ahd. techant, mhd. dechän, nhd. dekan und dechant, 
ndd. ndl. deken; Br. W. 1, 101; Grimm 2, 880. 

Dear. 1. theuer, ags. deöre^ d^re, dior; alts. diur, ndd. dür, 
ndl. dier, ahd. tiur, diur, mhd. tiur, tier, nhd. theuer (teuer), altn. 
djT, schwd. dän. dyr; der weitere Ursprung ist unaufgeklärt. 

Dear. 2. verletzend, verhasst, verderblich; schott. dere zu 
ags.'derjan, altengl. deren = to hurt, in jure, ags. daru schaden; 
vgl. dare. 2. Heyne: „deor wild, kühn, grausam (zu skr. dhvr, 
dhvar ferire, laedere?) 

De am. 1. stopfen; s. unter der gewöhnlichen form darn. 

Dearn. 2. einsam, betrübt, still; schott. dam, dern von dem 
ags. dyrne, dierue, alts. demi = occultus, secretus; Grein 1, 214; 
Tgl. dark. 

Death tod; ags. dead, goth. dau-pu-s das sterben; vgl. die 
adjektivform dead und das verbum die. 



— 284 — 

Debate streiten, wortstreit; fr. d^attre, debat sa dem ein«^ 
fachen battre schlagen, lat. batuere; s. abate, bäte. 

Debauch ausschweifdng ; fr. d^bauche, debaucher in der- 
selben bedeutung ; „das einfache veralt. bauche nach Nicot tüncli- 
werk der wand, nach Menage werkstatte von apotheca, nach Ge- 
nin schindel von bois, von welchen Wörtern es aber nicht stam- 
men kann;^' debaucher wäre demnach etwa „aus der werkstatte 
verlocken, verfuhren ^^ wie embaucher einen gesellen annehmen, 
listig anwerben bedeutet; wegen des Ursprungs von bauche (bange 
lager eines wildes ist vielleicht dasselbe wort) vergleicht man altn. 
bälkr Zwischenwand, gael. balc erdkruste; vgl. balk und s. Diez 
662; II, 210; Scheler 84. 

Debonaire freimdlich, höflich^ fr. debonnaire, ehemals de- 
bonaire entstanden aus de^bon aire (air) in welcher redensart 
air verschieden genommen wird; s. air und vgL Diez 25; I, 7; 
Scheler 9; Wedgwood 1, 446. 

Debouch aus einem engen passe (öffiiung, mund) heraus- 
kommen; fr. deboucher zu bouche mund, it. bocca, von dem lat. 
bucca backe, mund; Scheler 85. 

Debt schuld; fr. dette voq dem lat. debita, plur. von debi- 
tum zu debere schulden ; ebendahin debtor, debit; fr. d^iteur, 
debit u. 8. w, 

Debüt erster versuch; fr. d^ut eigtl. point de depart Zu- 
sammensetzung mit but ziel, ende; s. butt. 

Decant abgiessen; die Engländer fassen es meist als eine 
Zusammensetzung von cant. 2.; so Wedgwood 1, 446: „to cant 
a vessel is to tilt it up on one side so as to rest on the other 
edge, and to decant is to pour off the liquid from a vessel bj 
thus tilting it on the edge, so as not to disturb the grounds^^ ; in 
derselben weise Smart; näher liegt das fr. decanter Scheler 85: 
„decanter pour decaneter? der. de canette; (mlat. caneta, vgl. 
can. 2. entwickelte vielleicht ein zunächst von den gelehrten ge- 
brauchtes decanetare, decantare, was dann ziemlich unverändert 
in die neueren sprachen drang). „II &ut, si nous rencontrons 
juste, admettre que Titalien decantare et Tesp. decantar sont tires 
du frau^ais.^^ 

Decay verfallen; fr. dechoir vom lat, decidere, de-cadere; 
fr. choir, altfr. cheoir, pr. cazer, it. cadere aus cädere, das über- 
trat in cadere; altfr. auch caoir, caer, cair; vgl. Mätzner Fr. 
Gr, 238, 



— 285 — 

Deceire teuschen; fr. decevoir, lat. decipere, wie conceive, 
receive, fr. concevoir, recevoir, lat. concipere, recipere; altfr. 
auch foimen wie rechoivre, rezoivre, recivoir, recever, receveir; 
Mätzner 1, 99; Fr. Gr. 238. 

Deck deck, decken, decke, schmücken; (ags. |»äc, pac, |>eac) 
ndd. deck, nhd. decke, ndl. deck, dän. dak — als schiffsausdtock, 
sonst aber ahd. decki, decha, mhd. nhd. decke, altfrs. theke, ndd. 
deke, dan. däkke, besonders als zeitwort yerbreitet ahd. dakjan, 
dekjan, mhd. nhd. decken, altfr. thekka, ags. f>eccan. ndl. decken, 
altn. pekja, schwd. täkka, dän. däkke; femer ags. {>ac, {>ah, engl, 
thatch, altn. f>ak, schwd. tak, ndl. dak, hochdeutsch dach; das 
starke stammverbum ist verloren Grimm No. 552; Gr. 2, 53; be- 
merkenswerth ist das schwanken des anlauts; regelmässig ist die 
laatabstnfong in lat. teg-ere (gr. ariyto) ags. päc, altn. f>ak, ahd. 
dah; s. Grimm 2, 660; 882 0". G. d. d. S. 283; Rapp No. 129; 
s. besonders thatch; auf deck scheint theils ndl. einfluss ein- 
gewirkt zu haben, theils auch wohl das ags. deagan schminken, 
firben, schmücken, woraus sonst freiUch das engl, dye hervor- 

Decoy ködern, locken; älter, wie es scheint, ist das blosse 
coy. 2. coyen, das etwa auf ndl. coye, kooi Vogelbauer, vogelfalle, 
ndd. koje und kave Br. W. 2, 755. 836, s. cage, zurückgeführt 
werden und sich mit dem fr. dechoivre, deceveir, s. dec^ive, ge- 
mischt haben mag; nach Wedgwood 1, 447 stände decoy für 
duck-coy also eigtl. entenfaug, allein das verhältniss ist wohl um- 
gekehrt und decoy vom volke in duck-coy umgedeutet. 

Dedalian dädalisch; s. unter daedal. 

Deed that; ags. daed, goth. deds in ga-deds; alts. ndd. ndl. 
däd, amnhd. tat (that), altn. dad, neunord. daad, däd; s. Dief. 2, 
622 und das weitere unter do. 

Deem urtheilen; altengl. deme; ags. d^man judicare, cen- 
sere, altfr. dema judicare ; ags. dema judex — umgelautete formen 
zu ddm, wie bleed zu blood; s. doom und Dief. 2, 648. 

Deep tief; altengl. duppe, ags. deöp, diop, goth. diups, alts. 
altfrs. diap, diop, ndd. dep, ndl. duyp, diep, ahd. tiuph, diuf, 
amnhd. tief auch teuf; vgl. dip und s. Dief. 2, 627 flf. fiir die 
ableitungen im ags. Etm. 566; das starke stammverbum ist ver- 
loren Grimm No. 523; Gr. 2, 48. 

De er rothwild; ags. deör, diorfera, bestia, goth. dius, altfrs. 
diar, alts. ndl. dier, ndd. deert Br. W. l, 203; altn. dän. dyr, 



— 286 — 

schwd. djur, ahd. tior, teor, amuhd. tier, thier, lat. fera, gr. di^, 
äol. (f^; Grimm G. d. d. S. 284; vgl. aber dazu Dief.2,628ff; 
im älieru engl, deer (deor, djaer, dor) einerseits noch allgemein 
für beast, andrerseits schon für stags Col. 22; vgl. nhd. thier in 
der Jägersprache. ' - 

Default fehler; altfr. default, nfr. defaut, mlat. defalta; s. 
das weitere unter dem einfachen fault, fail. 

Defeat niederlage, schlagen; fr. defaite zu defaire, altfi*. 
deffaire, desfaire, it. disfare, sp. deshacer, pr. desfar, mlat. defa- 
cere, deficere in dem sinne von destmere. 

Defile. 1. defiliren, engpass; fr. defiler = aller ä la file zu 
file reihe , fil faden vom lat. filuni faden ; fr. defil^ hohlweg, pas^ 
sage etroit oü il &ut marcher un ä un. 

Defile. 2. besudeln; ags. f;^lan, afylan, bef^lan, gef;^lan = 
inquinare zu ftil, engl, foul, nhd. faul;, bemerkenswerth ist diu 
bilduug mit der roman. vorsylbe de, statt der germanischen ä, 
be u. 8. w. ; doch lagen vermengungen mit dem ro'man. foil, 
altengl. defoilleto overcome, to vanquishnahe; die älteren formen 
defoule und wieder daseinfache file in dem sinne von defile 
bestätigen die abstammung vom ags. ful, f^lan ; vgl. ndd. bevüleu 
verunreinigen B. V. 

Defray kosten bestreiten; fr. defrayer = di^penser du paycr 
ment des frais, payer pour un autre, entretenir; frais aber wird 
abgeleitet aus dem mlat. fredum (vom ahd. fridu, nhd. friede) 
busse für friedensbruch, dann überhaupt gewisse Zahlungen, nach 
Duc. II, 1, 598 „compositio- qua fisco exsoluta reus pacem a prin- 
cipe exsequitur ; ^^ vgl. wegen ähnlicher begriffsentwicklung pay, 
fr, payer, it. pagare vom lat. pacare versöhnen, befriedigen zu 
pax, pacis; Diez633; 11,298; Scheler.87. 143; Wedgwood 1, 448. 

Deft passend, flink; (deftly, defty, deftness) ags. däft, defe, 
d§fre aptus, ^onveniens, tempestiviis nebst vielen andern ablei- 
tungen eines vorausgesetzten (ge)-dafan ; s. Etm. 555 ; goth. ga- 
daban sich ereignen, passen für, gadobs passend ; ndl. deftig stark, 
gewaltig, vortrefflich, ndd. deftig anständig, vortrefflich Br. W. 
1, 189; 8. die weitere Verwandtschaft bei Dief. 2, 605 ff. 

Defy herausfordern, trotzen; fr. defl, defier, .mlat. diffidare 
(lat. fidus treu, diffidere u. s. w.) == a fide quam quis alicui debet 
aut pollicitus est, per litteras aut epistolam deficere'^ Duc. U, 1, 
109 ; also „die treue absagen, herausfordern^^ u. s. w. Scheler 87 ; 
Trench 51. 



— 287 — 

Degree grad; fr. degr^, grad, stufe, pr. degrat (degra) auch 
pg. degräo stufe für gre = gradus, gebildet aus degradare, als 
scheideform von gre = gratum; Diez 607; II, 264; Scheler 87. 

Deign geruhen; fr. daigner, altfir. doiguer, deigner, it. deg- 
uarsi, lat. dignari. 

Delay aufschieben; fr. delai, aufschub, delayer aufschiebeu 
von dem lat. dilatum, it. dilata zu lat. diüerre ; aus dem Substantiv 
das verbum^dilayer, delayer und davon it. dilajare Diez 607; II, 
2Ö4; Scheler 88; ein zweites fr. delayer, pr. desleguar, it. dile- 
guare aus lat. dis-liquare verdünnen erscheint auch noch im engl, 
delay mit den veralteten und mundartlichen bedeutungen to 
allay, to adulterate wineetc. Hai. 1,297; in gewissen Wendungen 
konnten selbst die bedeutungen der beiden verba einander nahe 
berühren und so die mischung vollständig machen;* vgl. allay 
und Scheler 88, sowie Trench 52. 

Delight freude, sich freuen; altfr. deleiter, deliter, wie lit 
aus lectuSf nfr. wieder dem lat. mehr genähert delecter aus dem 
lat. delectare, frequ. von delicere ergetzen nebst deliciae; hierher 
demnach delectable, fr. delectable, delicate; fr. d^licat. lat. 
delicatus u. s. w. 

Delirium Wahnsinn, delirious wahnsinnig; fr. delire, lat. 
dehnum, delirare eigtl. von der furche lira, dann von der geraden 
Urne abweichen, irre reden, faseln. 

Deliy er- befreien, überliefern; fr. delivrer, mlat. deliberare 
in denselben bedeutungen zu dem klass. liberare befreien, was 
mlat. theils mit der vorsylbe de- denselben begrüQP bewahrte, theils 
das fr. livrer, nhd. licffem entwickelte, in dem sich aus der be- 
deutung „frei, los, ledig machen^^ eine neue „aus der band geben, 
einem andern übergeben,'^ vgl. engl, to dispose of, ergab; vgl. 
Weigand 2, 49. 50; Duc. v. liberare und beiHal. 1,297 deliver 
= active, nimble; (from the free, unencumbered action Wedg- 
wood 1, 449) to dispatch any business. 

Dell thal; s. unter dale und deal. 

De luge sündfluth; fr. deluge, lat. diluvium, wonach im 
engl, diluvium, diluvian, diluvial u. s. w. 

Delve graben, grübe, höhle; ags. delfan fodere, ndl. delven, 
ndd. delfen; alts. bidelban, ahd. bitelban, mhd. telben, nhd. wenn 
auch veraltet. delben Grimm 2, 915; N-o. 344. 

Demain, domain, demesne domäne; fr. domaine, altfr. de- 



— 288 — 

maine, demoine vom mlat. demanium, domanium, lat. domimam 
herrschaft zu dominas herr. 

Demand fordern, fragen; fr. demander, lat. demandare; 
über die begriffsentwickhing Scheler 89: „Ce mot classique ne 
signifie que confier, recommander ; la latinite du moyen age donna 
k ce compose demandare le sens de mander, faire savoir, pois 
faire connaitre ce que Ton veut; enfin de ridee prier que Ton 
fasse teile ou teile chose s^est deduite une nouvelle et importante 
acception, savoir: prier que Ton dise, interroger." 

Demean sieh betragen, auffiibren, demeanour das be- 
tragen ; fr. (se) demener — ehemals demänement als hauptwort — 
jetzt nur in übelem, einst auch in gutem sinne; it. dimenarsi, 
sp. menearse; das einfache zeitwort ist fr. mener, it. menare, pr. 
menar, mlat.' minare (schon bei Apulejus neben dem klassischen 
minari ein minare das yieh durch drohungen antreiben u. s. w.) 
bei Papias = ducere de lopo ad locum, promovere, dann roman. 
menare für fuhren überhaupt; Diez 222; I, 272; Duc. v. minare 
n, 2, 617; Scheler 218 bemerkt dazu: „Gette etymologie secon- 
firme par la forme vfr. moiner qui constate un primitif minare 
(i bref) d' apres le rapport habituel: i bref latin = oi fr. (pi- 
rus, poire) ; Torthographe ancienne mainer repose sur un faux rap- 
port avec main. *^ Auf diese scheinbare berühmng mit manus 
fusst auch Wedgwood 1, 450, ohne die anderen roman. formen 
it. menare u. s. w. zu beachten. 

Demijohn, demijan grosse korbflasche; umdeutung oder 
aneignung des fr. dame-jeanne, langued. damoxano a large bettle 
covered with matting; der erste theil wurde yerändert in das 
häufige dejni, fr. demi halb, lat. dimitius ; Mätzner 1, 503. 

Demirep; a woman of demi - reputation , not living as a 
courtezan, but suspected to be on& Smart; das wort, aus seiner 
bedeutung auch sofort etymologisch klar, mag hier nur als ein 
beispiel der Verkürzungen stehen, die sich die engL spräche er- 
laubt und in folge deren manches wort seinem Ursprünge nach 
sö unkenntlich wird; vgl. buss. 4. 

Demon daemon; fr. demon, lat. daemon, gr. dalfxiav. 

Demur anstehen, zögern, einreden machen ; bei HaL demere, 
demoere, demurre, fr. demeurer, altfr. demorer, demourer anhal- 
ten, bleiben, wohnen; lat. demorari verweilen. 

Demur e ernst, ehrbar, bescheiden; besonders früher im 
besten sinne Trench 54; entspricht nach Wedgwood 1, 450 ganz 



— 289 — 

dem fr. mar, noch bei Duez menr, altfr. meur, manr, pr. mador, 
lat. matnrus reif, ernst, gesetzt und wäre ans Wendungen wie de 
müre condnite, anfgefasst als demure conduite entstanden zu den- 
ken, also ähnlich wie debonaire. 

Den hohle, grübe, enges thal; ags. dene, denn rallis bei 
Etm. 557, aber auch denn cubile Grein 1, 187, wo verglichen 
siud ahd. tenni area, nhd. tenne; ndl. denne deck auf einem klei- 
nen schiffe, Salzboden, salzbehälter ; indessen bleibt selbst diese 
ganze vergleichung sehr fraglichen werthes, wenn man, wie z. b. 
von Schwenck 674 geschieht, die hochdeutschen Wörter — und 
man kann das ndl. hinzunehmen — aus tanne erklärt, als die 
dihle, den mit tannen gedielten hansflur. Grimm G. d. d. S. 284 
stellt es vermuthungsweise zu skr. dhan schlagen, gr. -Q'sivuv; 
Bapp Kq. 361 tal tiefe nimmt es als eine Schwächung von dale, 
dell. 

Denier. 1. heller; fr. denier, das neben denaire, engl, de- 
uary ans dem lat. denarius stammt. 

Denier. 2. leugner; gewöhnl. ableitung von deny, fr. de- 
nier, lat. denegare dem zusammengesetzten zeitwort zu dem ein- 
fachen fr. nier, altfr. noyer, nayer, lat. negare; hierher natürlich 
denegate, denial, deny. 

Denizen (denison) eingebürgerter; freier bürger; das wort 
wird auf das verschiedenste erklärt und eine entscheidung ist 
noch kaum zu wagen. Einige fuhren es auf keltischen Ursprung 
zurück ; Johnson „from the Welsh dinasdyn a man of the city ; ^' 
Mätzner 1, 451 von dem kymr. dinas urbs; andere auf das fr. 
donaison, donison gäbe, Schenkung, indem es ursprünglich be- 
deute einen ex donatione regis zum bürger gewordenen fremden ; 
Wedgwood 1, 451 dagegen macht es nicht unwahrscheinlich, 
dass es das altfr. deinzein, dies aber, oft dem foreign gegenüber- 
gestellt, eine ableitung der präposition altfr. dens, nfr. dans sei. 
(Aus dieser wurde mittels neuer Zusammensetzung, dans = de ens, 
de intus und noch einmal de davor dedans, deans; vgl. Diez R. 
Gr. 2, 388). Vgl. noch Dief. Gr. Eur. 326. 

- Depot niederlage; fr. depot vom lat. depositum zu dem 
verbum deponere, woraus fr. d^poser, engl, depose, deposit 
a. 8. w. hervorgehen. 

Depth tiefe; siehe über den stamm deep ; über die art der 
ableitung Mätzner 1, 440 ; Grimm Gr. 2, 242 flP. ; Bopp V. Gr. 3, 
219; altn. d^t, goth. diupi>a; Dief. 2, 627. 

Mttllv. Etym. WSrterbach 19 



— 290 — 

Der vis mnhamedanischer möuch; fr. derviche, denris, nhd. 
derwisch aus dem pers. deFwisch arm, oder derwesch ursprünglich 
entweder thürentreter oder bettler von dem pers. hindost, der 
thür, pforte oder altpers. derew betteln; Hejse 255; vgl. door 
und Rapp No. 376 tvar thüre. 

Descant Variation, diskant; it. discanto, mlat. discantns, 
altfir. deschant, nfr. dechant, discant, ursprünglich die falsche 
erzvningene hohe stimme, aber auch der abveeickende, verschie* 
dene gesang; Duc. 11, 1, 127. 

Descry entdecken; altfr. descrier, escrier; nfr. d^crier Zu- 
sammensetzung von crier; s. unter cry; wegen der begriffsent- 
Wicklung Wedgwood 1, 452: „To descry. To make an outcry 
on discovering something for which one is on the watch, then 
simply to discover." 

Design absieht, bestimmen, zeichnen ; fr. dessin und dessein ; 
dessiner und designer scheideformen aus dem lat. designare, was 
dann deutlicher auch in dem engl, designate erscheint; TgL 
Scheler 92; Diez 124; I, 155. 

Desire verlangen; fr. d^sir, desirer, lat. desiderium, deside- 
rare; früher auch in der bedeutung schmerzlich entbehren, ver- 
missen wie das fr. und lat. wort; vgl. Trench 56. 

Desk pult; ags. disc (dix) =^ discns, tabula von dem lat. 
discus; neben discus, disk, dish in besonderer bedeutung 
entwickelt; vgl. dish, über den seltenem lautübergang Mätzner 
1, 96, wobei wohl kaum einfluss des it. desco anzunehmen nö- 
thig ist. 

Despise verachten; despite tücke, verdruss und mit ab* 
fall der ersten sylbe spite trotz, in spite of = fr. en depit de ; 
vgl. Mätzner 1, 164 und ndl. spyt; durch verschiedene mittel- 
glieder, wie altfr. despiter und despire, pr. despieg, despeytar, 
altfr. despit, nfr. depit deutlich auf lat. despectus, despicere her- 
abblicken, verachten zurückweisend, an welches sich unmittelbar 
despicable u. s. w. anlehnen; s. Scheler 90 und Max Müller 216. 

Destroy zerstören; altfr. destruire, nfr. d^truire, lat. des- 
truere, was wieder in unverändert lat. form als destruct, de« 
struction erscheint. 

Detach ablösen, absenden; fr. detacher, it. staccare, dessel- 
ben Stammes wie fr. attacher und attaquer; s. unter attachund 
atta&k; vgl. tack und take. 



— 291 — 

Detail einzeluheit, detail, defcailliren; fr. detail zn dem ein- 
fiMshen tailler schneiden, desaen Ursprung noch einigermiussen zwei- 
felhaft ist; Dies 339; 1,405 führt es mit pr.talar, talhar, taillar, 
it. tagliare, sp. tajar, mlat. talare, talliare, taleare anf lat. talea 
abgeschnittenes reis, schnittling zurück; vgl. indessen Scheler 317; 
Rapp No. 134 tal. 2. trennen, sowie tailor. 

De nee. 1. die zwei; fr. deux; ältere formen duez, dui, dou, 
douB, indem das s am ende, später zu x geworden, ursprünglich 
das zeichen des pluralslst ; lat. duo, duos Scheler 98 ; nach Grimm 
2, 853 wäre es wie ahd. düs, mhd. tns, nhd. daus, vgl. Wacker- 
nagel Umd. 28, altn. daus, dän. dnus unmittelbar auf das lat. gr. 
dyaa, dvdg zweizahl zurückzuführen. 

Deuce. 2. (deuse, dyse) tenfel; euphemistisch wie Dickens 
für devil, s. Mätzner 1, 421 ; nhd. der daus, ndd. de duus, duks,. 
düker, deuker, deiker u. s. w. ; wenn auch jedenfalls absichtliche 
▼erstummltfhg und mischung mit deuce. 1. anzunehmen. ist, mag 
man doch folgendes erwägen: ahd. daus bezeichnet im guten 
sinne ein ausgezeichnetes vortrefiFliches wesen, einen menschen, 
den man mit Wohlgefallen ansieht; Wedgwood 1, 506 denkt des- 
halb daran, dass dieser ganze gebrauch nur von spielem ausge- 
gangen sei^ welche daus die höchste karte zur bezeichnung des 
besten nahmen, dann auch euphemistisch für den teufel; Grimm 
2, 855 : „die von Schilter und Wächter vorgebrachte, in England 
angenommene vermuthung, dass daus und die gallischen dusii, 
duacii znsanmiengehören, zumal in der Bretagne noch heute die 
benennung duz fortlebt (Myth. 449) ist nicht unwahrschein- 
lich, und ursprünglich mag ein zweideutiges, bald gutes, bald 
böses wesen gemeint sein; vgl. Graff5, 229;" Wedgwood 1, 452; 
Dief. Or. Eur. 329. 

Develop entwickeln; fr. developper und als gegensatz dazu 
envelopper; als einfaches Zeitwert altfr. voleper, altsp. pr. vo- 
lapar einwickeln; als hauptwort im it. viluppo wiokel, gewirr; 
der Ursprung ist zweifelhaft; eine ansprechende vermuthung ist 
es, das lat. volup, volupe wonnig, behaglich zu gründe zu legen, 
sodass volupare se, vilupparsi eigentlich bedeutet hätte sich be- 
haglich, warm machen durch einwickeln, dann sich einwickeln; 
8. Diez 372; I, 440; Scheler 93; Heyse 313. Langensiepen im 
Arch. 31, 154 führt viluppo auf das lat. volvere zurück. 

Device entwurf, Sinnspruch; devise erdenken, theilung, 
testament; fr. devis, devise, deviser, it. divisare, sp. devisar; ctie 



— 292 — 

mancherlei bedentungen der engl. Wörter (vgl. HaL 1, 301 devise 
CBS to direct, to order, to relate, to espy, to get a knowledge of) 
finden sich bei den fir. bereits alle und werden ohne grosse Schwie- 
rigkeit auf das lat. diyidere theilen, divisum, divisäre zurückge- 
führt, ohne dass yidere sehen, yisum im spiele zu sein scheint 
Diez 125 ; I, 156 ; wenn auch manche über^nge yerschieden ge- 
dacht werden können; z. b. devisa, devise abtheilung, partei, 
parteizeichen, Wahlspruch vgl. Scheler 93, Ausz. 70; Wedgwood 
1, 453 besonders über die panni divisati, Vesti alla divisa im mit- 
telalter, uniformartige trachten, indem färben angenommen wur- 
den „for the purpose constituting the partii», divisa or device 
of the livery." 

Devil teufel; ags. deöfiil, deöfol, deöfl, nordhbr. diafol, dia- 
wul, goth. diabulus, diabaulus, ahd. diufal, mhd. tiuvel, nhd. teu- 
fel, alts. diubhal, mndd. dÜTel, ndl. duvel, duivel; altn. djöfull, 
schwd. djefnil, dän. diavel; femer auf dem roman. gebiete it. 
diavolo, fr. diable u. s. w. von dem lat. diabolus, gr. didßolog 
eigtl. Verleumder zu diaßdkkeiv; vgl. Dief. 2, 625; daher engl, 
diabolical neben devilish. 

Dew thau; ags. deav, ahd. mhd. tou, nhd. tau, thau, altn. 
4iogg, dögg, schwd. dagg, dän. dug, ndl. dauw, douw; s. über 
das weitere thaw und vgl. Schwenck 675; einige zusammensetr 
Zungen verdienen genauere erforschung wie dew-lap wamme, 
Wedgwood 1, 455 : „dan;dog-laep; du. douw-swengel; fromswee- 
ping'the dew?;^^ ferner dew- berry, nhd. thaubeere, oberdtsch. 
taub-ber, tauben-ber, dubbere für verschiedene arten, wie heidel-, 
brom-, moosbeere; worin der sinn des dew nicht recht klar ist. 

Dey. 1. milchmädchen; s. imter dairy. 

Dey. 2. dey; fr. dey, ehemals der beherrscher von Algier; 
nach Heyse 262 ein türk. wort, eigtl. däi ein oheim von mütter- 
licher Seite. 

Diadem diadem, kröne; fr. diaddme, nhd. diadem von dem 
lat. gr. diadema, diddtj/na binde, stimbinde als königlicher kopf- 
schmuck zu diadeiv umbinden. 

Dial Sonnenuhr, Zifferblatt; von dem lat. dialis dem Jupiter, 
gr. Zctv, ^^og gehörig, dann den tag, dies betreffend, die tages- 
zeit anzeigend, oder etwa ursprünglich horologium diale eine 
himmel-, wetteruhr; vgl. day. 

Diamond diamant; fr. diamant, pr. diaman, it. sp. dia- 
mante von dem lat. gr. adamas, adamantis dddfiag^ dddfiaPToe 



— 293 — 

eigtl. nnbezwinglich (voma privat, and dofiäv^ lat. domare; vgl. 
tarne, daunt Rapp No. 135) dann von festen metallen, steinen; 
ahd. adamant, mhd. diemant, nhd. diamant und demant; die 
entstellnng &nd etwa in folge einer anlehnang an it. diafano, 
fir. diaphane, gr. diaq>av^ dnrchsiclitig statt; Diez 123; I, 154. 

Diaper geblümte lein wand, serviette, blnmen; fr. diapr^ 
bnntgezeichnet , attfr. pr. diaspe bunter stoff nach Menage und 
Diez 123; I, 154 ein wort mit it. diaspro, sp. diaspero dem na» 
men des steines lat. Jaspis, gr. ^iaajttg, Idartidog mit darstellung 
des i, j durch di; vgl. Jasper; andere ableitnngen schlagt Sche- 
ler 94 vor, entweder von dem gr. diaanoQoq zu diacTteiQeiv be- 
säen, oder von diasperatus, diasperare, asper rauh, sodass ur- 
spronglich an einen rauhen, mit figuren bedeckten stofF, im ge« 
gensatze zu einem glatten zu denken wäre; s. Duc. v. diasprus 
n, 1, 94, wo auch die erklarung aus Jaspis gegeben wird, der 
Wedgwood 1, 455 folgt. 

Dibble pflanzstock; nhd. döbel, dübel, doppel gelten für 
pflock,* bolzen, hölzerner nagel; s. Grimm 2, 1198; ahd. tupil in 
gitubili Verzapfung, tubilari Zimmermann, mhd. tnbel, bair. dfipel 
Schmeller 1, 387, schwäb. diebelSchmidl25; vgl. Schwenck 130, 
der versucht, das wort auf den stamm dab stossen, schlagen, vgl. 
dub, zurückzufahren; vgl. auch Wedgwood 1, 456. 

Didapper taucher; Wedgwood 1, 456: „also called dab- 
chick or dob-chick, a waterbird constantly « diving under water ; 
Du« doppen, doopen, to dip; dobber, a flgat bobbing up and 
down with the water; ^' vgl. dabble.* 

Didder schwanken, schnattern; vgl. die offenbar alle laut- 
nachahmenden Wörter nhd« zittern, obdeutsch. totteren ; das engl, 
diddle schwanken, doddle watscheln und wieder ndd. doddeln 
stammeln; isl. dadra to wag the tail; „the origin is a repre- 
senlation of the repeated beats of a vibrating body by the syl- 
lables da, da, ta, to, or when the beats are rapid and small di, 
di, ti, ti;** diese theorie der laatnachahmung, Wedgwood 1, 456, 
mag hier im ganzen als zutreffend anerkannt werden, wenn auch 
selbst für diese Wörter eine herübernahme aus der einen in die 
andere spräche, überhaupt eine historische entwicklung nicht 
ganz ausgeschlossen bleiben darf ; vgl. titter, totter, twitter; 
nhd. zittern Schwenck 771. 

Die. 1. sterben; altengl. deih, dygh, deine, deghghe; ags. 
fehlt das verbum, während die nomina dead, deäd vorhanden sind; 



— 894 - 

.altn. tieya, schwd. doe, dän. döe, altfrs. deja, alts. döjan, dtesL, 
ndd. doen 6r. W. 1, 218; ahd. touuan, mhd. töuwen; im nhd. 
, ausgestorben ; goth. divan ; über weitere, theilweise erst entfernte 
Verwandtschaft mit gr. d'av, ^nfjaneiv ^ skr. dhan tödten vgl. Dief. 
2, 630; Rapp No. 127 ta. 3. sterben; Kehrein 682; als ablei- 
tnngen des stammes aber de ad, death. 

Die. 2. Würfel; altengl. dee, fr. de, altfr. dez, pr. dat, it. 
sp. pg. dado, mlat. dadus; s. dado. 

Die. 3. (dye) färben; ags. deägjan tingere ; deog, deah, de&g 
color Etm. 564; das wort steht im ags. fast vereinzelt da nnd 
erinnert kaum analtn. digna madescere, skr. dihirrigare, pol- 
luere, oblinere oder an lat. tingere; man beachte noch dew und 
die dort angeführten Wörter, mit denen es der form nach und auch 
begrifBich — benetzen — nahe verwandt scheint. 

Di et. 1. kost, diät; fr. diete, it. sp. dieta von dem lat. diaeta, 
gr. diaira art zu leben; nhd. diät. 

Di et. 2. reichstag; fr. diete, it. sp. dieta von dem mlat. dieta, 
diaeta tageslänge, tagesreise, tagegeld, dietare tagen zu lat. dies 
tag, nhd. diäten tagegelder; Scheler 94; Weigand 1, 244. 

D i g graben ; ein ziemlich dunkles wort, über welches Bfätz* 
ner 1, 350: „das ags. hat ein schwaches verb dicjan, wovon alt- 
engl. diken, dichen, noch jetzt dike =» to Surround withadike; 
dan. dige. Es kömmt altengl. auch in der bedeutung graben xor 
(Piers Ploughm. p. IgB) doch hat schon das altengl. auch dyggen 
3iaundev. p. 107.^' Wedgwood bezeichnet es 1, 457 als eine moe> 
dification of dag indem er das stechen als grundbef^riff annimmt; 
Die£ .1, 624 erwähnt es als etwa einem wurzelverb digan zudem 
jgoth. deigan bilden, formen entsprechend. 

Dight schmücken (bedight); altengl. dighten, ags. dihtan 
disponere vom lat. dietare dictiren, woraus in dem sinne von com* 
ponere insbesondere carmina componere entsprang ahd. tihtön, 
mhd. tihten, nhd. dichten und in demselben sinne ndl. dichten, 
altn. dikta, schwd. dikta, dän. digte; s. Grimm 2, 1057; femer 
enger nach form und bedeutung sich dem lat. anschliessend auf 
roman. gebiet dictar, ditar, fr. dicter, engl, die täte; die be- 
griffsentwicklung im ags. wo das zeitwort, wie noch im altengl* 
vorzugsweise bedeutet : „to dispose, to prepare, to clean, to adom^S 
vgl. Hai. 1, 303, ist, wenn auch keineswegs unwahrscheinlich 
(selbst unser dichten geht fast wieder in den begriff „schmucken, 
ausschmücken*^ über) immer dem lat. gegenüber etwas auffallend 



— 29« — 

TUid es kötinten allenfallB andere gtamme wie das german. de&- 
gaok mit eingewirkt haben; über die engl, formen Tgl. Mätzner 
1, 343. 

Dike graben, deich, nmdänunen; ags. die yallum undfossa; 
altfrs. dik, zeitw. dika ; ndd. diek, ndl. neufrs. dijk, dän. dige, fr. 
digue, nhd. teich nnd aus dem ndd. deich, nur nach den bedeu- 
tnngen geschieden ; aus dem ags. die entsprangen neben einander 
engl, dike nnd ditch Mätzner 1, 144; vgl. besonders auch we- 
gen des begrifFsüberganges dam. 2., moat nnd Grimm 2, 904; 
nber die roman. ans dem german. herubergenommenen Wörter 
it. diga, fr. digne, sp. diqne Diez 123; I, 154; Scheler 95; über 
detn etwa zu gründe liegenden stamm dig mit dem begriffe des 
Stechens, grabens dig und Dief. 2, 624. 

Dill diu; ags. dil, dile, ndl. dille, schwd. dill, dän. dild, ahd. 
tilli, mhd. tille, nhd. dill und dille nach Grimm 2, 1150, Gr. 2, 44 
za einem yerlorenen starken verbum deilan partiri (ygl. deal) 
als ein kransästiges, feingegabeltes kraut; nach Wedgwood 1, 459 
▼on to dill => „to make or become duU or inactive. Hence the 
name of the herb diU used as a carminative or soothing niedicine 
for children." 

Di Hing schooskind; Wedgwood 1, 459: „a darling or fa- 
vourite, the youngest child or the yonngest of a brood. Hai. Icel. 
dill, the nurse's lullaby; dilla, to lull a child to sleep. Tö dill 
«s to soothe, still, calm. — Hai. to dill down to subside, tobe^ 
come still Jam.^ Eher scheint dillin g nur eine entstellung von 
darling, früher auch dearling, etwa unter einfluss von den wohl 
identischen dull, dill zu sein. 

Dilly eilwagen; verkürzt aus fr. engl, dil ige nee eile, «il- 
wagen vom lat. diligentia eifer, fieiss, eile. 

Dim trübe; ags. dim, altn. dimmr dunkel, altfrs. dim; ferner 
in demselben sinne die erweiterten formen ags. dimre für din^- 
bari, ahd. timbari, mhd. timber, dimber, dimper, nhd. mundartl. 
dimmer, diemer; vgl. ahd. demar crepusculum; nhd. dämmern, 
dammemng; s. Dief. 2, 635; dumb, damp und selbst deaf; 
Dief. 2, 613 ff; Grimm 2, 1152. 709, wo noch altn. dimma, skr. 
tamas, -lat. tenebrae, litth. tamsa, serb. tama nebula beigebracht und 
auf ein altes verlorenes stammverbum diman tenebrescere zurück- 
geführt werden; Grimm Gr. 2, 184. 

Dime nordamer. sUbermünze »» V/|q doUar; fr. dime, altfr. 
disme, lat. deoima der 10. theil. 



- 290 — 

Dimble lanbe, grotte; nach Hai. 1, 303 a narrow valley, 
or dingle, also wohl mit dem grandbegriffe „yertiefdng^* ; scheint 
dasselbe wort wie dimple zu sein. 

Dimity eine art zeng, geköperter barchent; ndl. diemit, 
diemet, von dem lat. gr. dimitom, diituTog von doppeltem fiMlen 
(/urog) dann für zeug der art, zwillich, wie aus i^dfunogy ^fiijvog 
sechssträhnig das altfr. samit, auch im älteren engl, samite, it. 
sciamito, sp. xamete, nhd. sammt, sammet wurde; wegen der an- 
Wendung dieser namen auf stoffe vgl. ^ engl, drill, nhd. drill, 
drell ein gewebe zu drei faden, twill köpem, nhd. zwillich ge- 
webe zu zwei faden. 

Dimple griibchen; am nächsten steht unser nhd. tümpel, 
dümpfel, dumpel, mundartl. tempel wasserstrudel, lache, ahd. dum- 
philo gurges, mhd. tumpfel, nebst ndl. dompen, dompeln eintau- 
chen, ndd. (be-) dumpein begiessen, dumpeleu fluctibus quati 6r. 
W. 1, 270; Grimm 2, 1525; in nahem Verhältnisse auch des ab- 
lauts scheinen zu einander zu stehen dimble, dimple, damp^ dump 
und gelten als rhinistische formen von goth. diups; s« deep und 
dip; etwa wie deaf und dumb zusammen gehören; s. Dief. 2, 
627. 628. 

Diu lärm, übertäuben; ags. dyn, dyne fragor, strepitus; 
dynnan fragorem edere Grein 1, 213; altn. dyn das dröhnen, dunr 
donner ; dynja dröhnen ; es steht in einer, wenn &uch nicht ganz 
aufgeklärten Verwandtschaft zu t hunder; s. Grimm 2, 1237; 
Rapp No. 136 tan dehnen; oder, worauf der regelmässige laut- 
wechsel weisen würde, mit gr. O-eiveiv, skr. dhan schlagen. 

Dine zu mittag essen, diniren; fr. diner, altfr. disner, dis- 
gner, digner; it. desinare, disinare, pr. disnar, dimar, dinar, altcat. 
dinar; nach Scheler 95 hat man von dem vielbesprochenen worte 
besonders folgende etymologien versucht: 1, gr» deinveip^ so dass 
es von der Provence ausgegangen erst zu roman. dinar, später 
mit unorganischem s zu disnar, disner verstärkt wäre; 2, dignare 
Domine als anfangsworte des iischgeb'etes, was trefBich zu dem 
altfr. digner stimmen würde, wäre die sache nur erst gehörig er- 
wiesen oder diese form als die älteste anerkannt ; 3, decimare um 
die 10. stunde essen, wie altfr. noner = goüter, aber abgesehen 
von dem Übergang des m in n ist decima für mittagszeit nicht 
gebräuchlich; 4, desinare statt desinere aufholten (zu arbeiten); 
5, disjejunare, woraus, sonst regelmässig dejeuner entstand; diese 
ansieht hat gewichtige vertheidiger als Littr^, Mahn; 6, endlich 



— 297 — 

nach Diez, dem sich Scheler mit recht anschliesBt und mit dem 
auch Pott übereinstimmt, von deeoenare mit zurückgezogenem 
accente decenare^ desnare, disnare (vgl. decima. desme, disme, dime, 
s. dime); s. das nähere darüber bei Diez 122; I, 152 ff. und 
Anhang 15. 16. 

Ding heftig anschlagen; ags. dencgan stossen u. s. w. wie 
anter dem hierher gehörigen d angle entwickelt ist; dassinden 
Wörtern dieser gruppe ein gewisser einfluss der lautnachahmung 
stattfindet, ist nicht zu leugnen und am deutlichsten in bildungen 
wie ding, dong, dingle-dangle zu erkennen; vgl. noch als 
ablautende formen ndd. dungein schwebend herabhangen, duug- 
dang ein müssiger, träger mensch, der stets schwebend von einer 
Seite zur anderen schwanket, wie ein trunkener; Br. W. 1, 272. 

Dingle enges felsthal ; gilt als eine nebenform von dimble, 
dimple, zu deep oder zu ding; Wedgwood 1, 461: „in the 
sense of stabbing or thrusting or striking with a hammer or the 
like, dinge, the hoUow made by the blow, and dingle synony- 
mous with dimple, dimble,, a narrow glen.^^ 

Dingy schmutzig, dunkel; darf wohl auf den stamm zu- 
rückgeführt werden, aus welchem nhd. dunkel, ags. duncor (Grimm 
Gbr. 2, 141), ^d. tunchal, mhd. tunkel, alts. duncal, duncar, 
alt&8. diunk, diunkr, dionker, altn. döckr, schwd. dän. ndd. dun- 
kel entspringen, einem verlorenen dinkan Grimm No. 600; Gr. 
2, 60. 

Dint schlag, strieme, kraft (daher by dint of kraft); ags. 
dyntictuB, altn. dynt; wenn auch die mittelglieder sich nicht ge- 
nau aufweisen lassen, darf man wohl eine enge beziehung zu 
entsprechenden wurzeln in den urverwandten sprachen wie gr. 
O^uvHVy lat. tundere siossen annehmen; vgl. din. 

Diocese sprengel, diöcese; fr. diocese vom lat. gr. dioece- 
sis, dioixfjoig eigtl. Verwaltung zu dioiiuip verwalten, oixog haus, 
dann bezirk u. s. w. 

D i p tauchen ; ags. dyppan, dippan immergere, mit ahd. mhd. 
toufen, nhd. taufen, alts. döpan, ndd. doepen, depen, ndl. dopen, 
schwd. doepa, dän. ddbe taufen zu goth. diups, daupjan; s. Dief. 
2, 627 und deep. 

Dirge trauerlied, begräbnissgesang ; Wedgwood 1, 463: a 
funeral service; from ps. 5, 8 „dirige domine deus mens in con- 
spectu tuo vitam meam,^^ repeated in the anthem used on such 
occasions. — Jam. In old Sc. dregy, dirgy. Hai. 1, 304: Dirige 



— 298 — 

— a Bolemn hytnn in the Ilomish , church, commencing „dirigfe 
gressns meos|" it wias parfc of the bnrial Service. Diese etymo*» 
logie, wenn auch noch nicht ganz erwiesen, ist die beste der 
aufgestellten und an das skandinavische schwd. dyrka, dan. dyrker 
dienen, verehren ist schwerlich zu denken. 

Dirk. 1. dolch; schott. durk, zunächst aus dem ir. gael. 
duirc oder durc; dies könnte aber weiter, nach* einem nicht «cl- 
tenen lautwechsel, identisch sein mit dem slav. worte, bohm. 
poln. tuhch, aus dem nhd. doUich, dolch, ndl. schwd. dän. dolk, 
isl. dölgr stammen; nur zufallig tritt diesen letzten Worten for- 
mell sehr nahe ags. dolh vulnus Etm. 561 ; vgl. Dief. 2, 610. 634. 

Dirk. 2. dunkel; eine nach dem ags. deorc leicht erklärliche 
nebenform des gebräuchlichen dark; auch in dem sinne von 
darken Hai. 1, 304. 

Dirt schmutz, dreck; altschott. dryte cacare, altn. drit cxcrc- 
mentum und drita cacare, wie ags. dritan sordes ejicere, cacare 
Etm. 577; ndl. dryten bei Grimm starkes verbum No. 151; Jen 
dem daselbst Gr. 2, 14 angeführten altn. dreitill gutta passt das 
nordhbr. dirt rain bei Hai. 1,. 304; drit altengl. = düng Col. 25; 
tgl. Grimm 5, 15. 

Dis; in einer grossen anzahl von Wörtern als erste silbfe 
1^ theils das gr. dfg zweimal, theils in lat. bildungen die Vor- 
silbe mit der bedeutung der trennung, Verneinung, des gegeib* 
theils; s. Mätzner 1, 493; in einigen fallen hat es noch anderen 
Ursprung z. b. in distaff 

Disaster unglück; fr. desastre, it. disastro, wie im gegim* 
Blitze zu einander pr. benastre und malastre: vgl. nhd. unstei^ 
Diez 31 ; I, 37. 

Discard abdanken, wegwerfen (eigentlich gewisse kartet 
beim spiele) ; sp. descardar, it. scartare, fr. ^Carter aus der karte, 
bei Seite werfen, entfernen; (davon z. b. der name eines karten- 
spiels fr. ecarte, nhd. skat; Hejse 830.) 

Dish Schüssel; ags. disc (dix) discus. tabula von dem lat. 
gr. discus, dioTiog Wurfscheibe, scheibe, wie auch engl. noch dis- 
cus, disk in ursprünglicher form und bedeutung; später für 
platte, tisch, esstisch; vgl. Duc. discus; aber auch for schüssel, 
teller u. s. w. ahd. tisc, disc, nhd. tisch, altn. diskr, schwd. disk, 
ndl. dis, disch; ebendasselbe wort endlich auch engl, desk pult, 
it. desco. 



— 299 — 

Disheyel zerzausen, auflösen; fr. d^kenreler^ altfr. desche- 
veler, pr. descabelfaar von dem fr. cheven, altfr. chevel^ cavel, pr. 
cabelk, sp. pg. cabello, it. capeUo, lat. capiUns haar, also eigent- 
Uch die haare auflösen, zerzausen. 

Di 8 mal traurig, grasslich; dass in diesem worte dis nicht 
das gewöhnliche praefiz sei, scheint schon die ausspräche anzu- 
deuten, Mätzner 1, 58, aUein die herkunft ist sehr zweifelhaft; 
Johnson eiUärt es aus lat. dies imalus böser tag und so wurde 
es jedenfrdls ziemlich früh rerstanden (vgl. darüber Trench 61) 
aber der wirkliche Ursprung wird dies schwerlich sein ; Wedgwood 
1, 464 nimmt darin denselben stamm an,- wie in dizzy und ver- 
weist auf die nhd. mundartl. formen dusem dunkel, dusmig trübe,, 
dnsmen leise reden — vgl. Grimm 2, 1759—1761 — ohne damit 
die entstehung klar zu machen; da einmal eine frühzeitige ver- 
kennung und umdeutung anzunehmen sein wird , könnte es seine 
quelle auch in dem folgenden dismay haben, sodass anfangs 
das 1 am Schlüsse nur ein ableitendes dement gewesen, später 
als zu dem stamme gehörig genommen wäre. 

Dismay (demay) erschrecken; aus dem roman. gebiete im 
engl, gekommen; altit. smagare, altpg. esmagar muthlos werden, 
altfr. esmaier, esmoyer, im Berry emeger muthlos machen; fr. 
emoi (nicht von ^mouvoir s. Scheler 108) ehemals esmai, esmoi; 
sp. pg. desmayar in ohnmacht fidlen u. s. w. nach Diez 319; I, 
382 deutscher abkunft, goth. magan (s. engl, may) ahd. magen 
stark sein, unmag^n ohnmächtig werden, im roman. nur mit dem 
privativen es, des angewendet; vgl. noch altengl. amaid über- 
rascht, amaze und Dief. 2, 1. 762. 

Disparage unter dem stände verheirathen, entehren; altfr. 
desparager; fr. parage herkunft, eigtl. gleichheit, ebenbürtigkeit, 
iL paraggio, pr. paratge; mlat. paragium, disparagiare Duc. zu 
dem lat. par gleich. 

Dispatch absenden, eile, depesche u. s. w. ; fr. d^pecher, 
it. dispacciare, spacciare; sp. pg. despachar, der gegensatz von 
fr. empecher, it. impacciare, engl, impeach; jene Wörter mit 
dis scheinen erst nach diesen mit in gebildet zu sein, deren Ur- 
sprung auf das lat. impedicare fesseln oder impactiare, oder im- 
pingere, impactare beladen, belasten, belästigen zurückgeführt 
wird, doch keineswegs mit Sicherheit ausgemacht ist; s. Scheler 
109. 90; Diez 247; I, 300. 



— 300 — 

Display entfalten, zeigen; nicht etwa, wie es auf den ersten 
blick scheint, eine Zusammensetzung aus dis und play, sondern 
das altfr. desplier, desployer, nfr. d^plier und deployer, die sich 
nebeneinander entwickelten aus lat. plicare und dis auseinander 
feiten. 

Dispert Zerstreuung; altfr. desport, nfr. d^port, d^porter 
mit anderer begriffsentwicklung Scheler 90 auf das lat. portare 
tragen und dis zurückzufuhren; hinsichtlich der bedeutung gilt 
für das engl, besonders, was Scheler schon für das fr. gelegent- 
lich bemerkt „comme divertere pr. toumer en sens divers — fr. 
se divertir — et le fr. distraire, sens analogue, le mot deporter 
a r^Tetu aussi le sens d*amu8er;" vgl. nhd. sich zerstreuen; im 
engl, entstand dann mittels einer nicht seltenen Verkürzung Tom 
aus disport das bekannte sport, welches, mit seiner eigen- 
thümlichen bedeutung als fremdwort wieder in das fr. nhd. u. s. w. 
dringt; Mätzner 1, 164; Heyse 870. 

Distaff Spinnrocken, kunkel; ags. distaf colus Etm. 561 
aus Somner ; scheint eine unverstandene Zusammensetzung zu sein, 
nur nicht, wie Smart vermuthet aus dis und staff in dem sinne 
doppelstab, sondern von staff und einem alten worte für den zum 
spinnen au%ewickelten flachs ; ndd. diesse Br. W. 1, 215 ; 5, 284 : 
wocke. 1. der eingebundene flachs am rocken, welches in West- 
phalen und im Chur-Braunschweigschen diesse heisst; vgl. Grimm 
2, 1761 dusse im Seewesen* werg, hede; im Quickbom dis' ; disen- 
heed, heeddis verwirrter häufen hede, auch soviel als für einmal 
auf den wocken op'n twel (ein zweischössiger stock beim hede- 
spinnen) gewunden wird; femer Hai. 1, 305: dise, to put tow 
or flaz on a distaff. Palsgrave häs dysyn ; Wedgwood 1, 465. 

Distrain auspfänden, mit beschlag belegen ; distress noth, 
elend, betrüben; district bezirk u. s. w. ; alle drei worter haben 
ihre quelle in dem lat. distringere auseinanderziehen, dehnen 
u. s; w. ; welches mlat. besonders die bedeutung „strafen^^ erhält ; 
altfr. destraindre ; mlat. districtus war dann strafe, geldstrafe, ge- 
richtsbarkeit u. s. w. ; altfr. destroit, pr. destreit, it. distretto, sp. 
distrito, fr. d^troit und wie engl, district; distress ist zu- 
nächst das altfr. destrece, nfr. detresse, pr. detreissa von dem 
alten Zeitwert destrecier, destresser aus destreissar gleichsam di- 
strictiare zu districtus gedrängt, also eigtl. bedrängniss (wie an- 
gustiae, fr. angoisse zu angustus) Scheler 93; Diez 684; 11, 265; 
Duc. V. distringere, districtus; vgl. den engl, gerichtsausdruck 



— 30! — 

distringas; Wedgwood 1, 465; ferner stress and über die 
ganze gmppe hierher gehöriger worter Rapp No. 239 strank 
stark; engL strong. 

Dit. 1. yerschliessen^ zagtopfen; ags. dyttan, altn. ditta, 
occiadere. 

Dit. 2. meist in der volleren form ditty lied, liedchen; 
altfr. ditte, dicte, dict yon dem lat. dicere, dictum sagen, dictare, 
dictatnm diktiren, dichten a. s. w. Wedgwood 1, 466. 

Ditch graben; s. dike. 

Divan rathsversammlung, sofan.s.w.; fr. divan, itdivano; 
nhd. diran von dem arab. pers. divän, däivan in denselben be- 
deatnngen, auch in dem sinne einer gedichtsammlang. 

Dive tauchen; ags. d^an neben dem starken dufan immer* 
gere Etm. 570; altn. difa (subigere) i mergere; ndd. bedaven Br. 
W. 1, 233, ndL bedaven u. s. w. in nächster yerwandtschaft zu 
dip und deep s. Dief. 2, 614. 

Dirine göttlich, prophezeien, rathen u. s. w. ; lat. divinus, 
diyinare ; fr. divin, deyin^, deviner mit einer leicht verständlichen, 
bereits im klass. latein beginnenden begrifPs^ntwicklung ; über den 
»taumi vgl. day und Rapp No. 368. 

Dizzy Schwingsieb, thöricht; dazu dizzard u. s. w.; ags. 
dysig stoltus; unter verschiedenen formen in den deutschen mund- 
arten vielverbreitet, ndd. dusig, dösig Br. W. 1, 275; im Quick- 
bom: daes, daesig; düssi, düsi, düsseli, düseli; femer ahd. tusig, 
nhd. meist mundartl. däsig, dusig, duselig, vgl. Grimm 2, 810. 
1756; ndl. duizig, duizelig; vgl. doze. 

Do. 1. thun; ags. ddn; über die formen des anomalen Zeit- 
worts im ags. und altengl. s. Mätzner 1, 367; ahd. alts. duan, 
duon, mhd. tuon, nhd. tun (thun) vgl. deed und über das wei- 
tere goth. ga-deds, slav. dj^ti legen, thun, lett. dieti stellen, gr. 
n^fii {d-e) lat. unter mischung mit einem andern stamme dare, 
skr. dha, dadhami setzen (da, dädämi , gr. do, dldcoftu geben) s. 
Dief. 2, 622. 660; Rapp No. 125. 126. — Hierzu ado thun, 
treiben, lärm. 

Do. 2. name der ersten note der tonleiter ; .fr. it. do, sonst 
Qt oder e genannt;* vgl. ut. 

Do. 3. s. doe, womit es mehrfach verwechselt wird. 

Dock; das vieldeutige wort, in welchem ohne zweifei ver- 
schiedene stamme sich gemischt haben, verdient und erwartet eine 
genfKuere Untersuchung; hier können nur andeutungen gegeben 



— 302 — 

werden; man ygl. im allgemeinen das ebenfalls yieldeotige nhd. 
docke, als dessen grandbegriff etwa „klötzchen^^ gelten dar£ 
Grimm 2, 1207—1214; Sanders 1, 303; Weigand 1, 251. 

1. d ck ; als name verschiedener pfianzenarten (mmex ampfer) 
ist es jedenfalls germanischen Ursprungs ; ags. docke dilla; soearpe 
docke oxylapathmn, oxalis, rumex Etm. 561; eadocce Etm. 57 
aquarnm dnctus würde zu 3. gehören, wenn es nicht vielmelir 
waterdock (Bosw.) rmnex aqaatilis bedeuten soll; im nhd. wird 
docke besonders in znsammensetznngen vielfach zu pflanzennamen 
verwendet, es sind aber meist andere und die bezeichnnng scheint 
von der bedeutung „puppe^^ auszugehen, die docke hat; vgl. 
docke =s Colchicum autumnale; wasser-docke = nymphaea ; docken- 
kraut :^ arctium lappa; Grinmi 2, 1212 ff; von engl, namen vgl. 
sourdock, burdock, blatter-dock, der letzte auffallend zusammen- 
stimmend mit ndl. docke-bladeren ^=^ petasites (Binn.) und nhd. 
dockenblätter = rumex acutus Grimm 2, 1213. Nach Wedgwood 
1, 468 läge überall der begriff des kurzen, abgestumpften zu 
gründe : „the term dock is applied to several plants having leaves 
broad in proportion to their length; — another application of 
th^ term is to the rump of an animal, butt end of a tree, the 
thick end" Hai. 1, 307; vgl. 2. 

2. dock; stumpf, stumpfschwanz , abkürzen u. s. w. ; geht 
man von dem hauptwort aus, so entspricht zunächst das nhd. 
docke klötzchen, kurze dicke säule, zapfen, puppe u. s. w.; altn. 
dockr = a short stumpy tail nach Wedgwood 1, 251; doggr 
kegel, zapfen;- andrerseits bieten die keltischen spräche^ Wörter, 
aus denen auch zuerst das zeitwort „kürzen'^ entstanden sein 
könnte toc short, abrupt; tocjn a short piece; tocio to reduce to 
a short bit, to curtail. 

3. dock; ausgemauerter Wasserbehälter u. s. w.; in diesem 
sinne aus dem engl, vielfach aufgenommen, ndl. dok, dän. docke, 
schwd. docka, nhd. dock u. s. w.; weist zunäbhst zurück auf das 
mlat. doga, doha, doa, dova, douva graben, mauer oder einfos«^ 
sung eines grabens; pr. dogua, doga, altfr. douhe, dove, nfr. 
döuve; nhd. daube und dauge Grimm 2, 829. 844; jenes mlat. 
wort aber wird verschieden erklärt, von Wedgwood 1, 468 auf 
dock zapfen, von Frisch auf lat. ducere, am wahrscheinlichsten 
von Diez 125; I, 156, Scheler 99, Heyse 280 auf das lat. doga 
gefass und mit diesem auf das gr. doxij <» dox^lov g^fäss, Was- 
serbehälter (dix^a&ai emp&ngen, aufnehmen) zurückgeführt. Auch 



— .303 — 

ii). dec bedeatung geföngniss, verschlag für den angeklagten ist 
dann wohl dock,, wie das flaem. docke a bird-cage Kil. nur eine 
besondere anwendung dieses doga behältniss. 

Docket kleines stück papier oder pergament, auf- dem ein 
kurzer auszog steht, zeddel u. s. w. ; scheint eine ableitung von 
dock. 2. zu sein, etwa wie Smart entwickelt: „literally a slip 
er docked piece of paper; a ticket affixedto something.^* Wedg- 
wood 1, 469 fuhrt mit derselben bedeutung das wälsche .tocyn 
an; andere denken an das lat. documentum. 

Dodder. 1. flachsseide (cuscuta); nhd. dotter, dötter, detter, 
d&n. dodder, schwd. dodra; im hochdeutschen bezeichnet dasselbe 
wort das gelbe des eies ahd. tutaro, totoro, mhd. totter, nhd. 
dotter, auch alts. dodro, ags. dydring, ndl. 'dooier und so meint 
man, die pflanze habe den namen von der eigelben färbe bekom- 
men; nach Frisch 1, 203c von dem kleinen in breiten hülsen 
wachsenden samen, wie in Oestreich auch der leinsame dotta 
heisst; Grimm 2, 1314; vgl. Schwenck 134; Dief. 2, 608. 

Dodder. 2. mundartl. to shake, to^ tremble, wie d od die 
wackeln, humpeln; neben didd er und diddle lautnachahmende 
Wörter, vgl. ndd. doddeln stammeln 6r. W. 1, 219 ; nhd. dottem, 
mnndartl. dudem, duttem, datieren für schwatzeii, stottern Grimm 
2, 828. 1315; Schwenck 119. 134 und vgl. totter; über die 
Verbalbildungen mit er und le Mätzner 1, 435. 433 sowie daddle, 
diddle. 

Dodge schnell bei seite springen, teuschen; dunklen ur- 
s^HTungs; denn weder mt^ man mit Johnson an dog denken, 
noch mit Wedgwood 1, 470 als grundbegriff den einer klatschen- 
den masse annehmen und die lautanalogien der nhd. mundartl. 
datschen, dotschen (Grimm 2, 825. 1313) herb^ziehen, noch auch 
mit EttmüUer 562 einen Zusammenhang mit dem ags. dyddrjan =* 
illudere erkennen; vgl. Mätzner 1, 151; höchstens wird man die 
eine oder andere abstammung für einzelne zum theil mundart- 
liche bedeutungen gelten lassen, z. b. dodge = something moist 
and thitk etwa mit dem nhd. datsch vergleichen, ohne daraus 
alles erklären zu wollen. 

Doe damthier, hindin; ags. da dama, damula; dän. daa, 
daahjort; ahd. tamö, täm, mhd. tamel, täme, nhd. damhirsch, 
dam-vrild u. s. w. ; entstellt zu dämm-, dann-, tann-wild ; it. daino, 
daina; fr. daim, daine, piem. dan, altsp. dayne, ndl. deyn (Eil.) 
von dem lat. dama, damula, woraus später auch ein damus movirt 



— 304 — 

ward; ißr abfall der liqtdda schon im ags. mag seinen gnmd 
darin haben, dass in dän statt dam das n frühzeitig als» casus- 
zeichen genommen wurde Grimm 2, 703; Diez 605; 11, 261. 

Doff abthnn, aufschieben: zusammengesetzt aus do off/ wie 
aus do on entstand don. 1. anthun, anlegen. 

Dog hund; ndl. dog, schwd. dän. dogge, nhd. dog, do^^e, 
dokke, nur im engl, von dem hunde im allgemeinen, sonst von 
einem grossen, englischen hunde, buUenbeisser ; fr. dogue, doguin 
jeden&lls erst aus dem engl, herübergenommen, wie bouledogue 
aus buUdog; nach dem Br. W. 1, 222 wäre das wort ins deut- 
sche nicht erst aus dem engl, gekommen , sondern dem - nieder- 
deutschen sprachzweige alt gemeinsam und so verdient es ge- 
nauere erwägung ; im ags. findet es sich nicht vor ; im 13. jhd. bei 
Rob. of 61. s. Col. 24; das isländ. doggr bei Wedgwood 1, 
471 ist wohl kaum als altn. zu nehmen; vgl. Grimm 2, 1219; 
Schwenck 130. 

Doggerei in doggerel-rhymes knüttelverse ; mag zu dog 
gehörig mit Smart erklärt werden : „mean, despicable, applied in 
particular to verse of a low burlesque kind." 

Doiley wollener stoff, serviette u. s. w. ; nach den meisten 
wäre von dem erfinder der stoff benannt und dieser dann vor- 
zugsweise zu Servietten u. s. w. verwendet; umgekehrt meint 
Wedgwood 1, 471, das wort sei das ndl. dwaele, flam. dweylc, 
mhd. twele, nhd. zwehle, quehle, zu ahd. tuagau, nhd. zwahen, 
zwagen, goth. j^vahan waschen Dief. 2, 720; in welchem falle 
es zuerst wasch-, handtuch bedeutete und ursprünglich eins wäre 
mit dem durch romanische Vermittlung aufgenommenen towel. 

Doit deut; zunächst aus dem ndl. duyt, duit, aus dem auch 
ndd. nhd. deut Br. W. 2, 202; Grimm 2, 1037; der Ursprung 
des ndl. wortes aber ist zweifelhaft ; nach der gewohnlichen mei- 
nung aus dem lat. ; „da ein deut zwei pfennige beträgt, so scheint 
der name von dem lat. duo zwei zu kommen und soviel als zweier 
zu bedeuten;^- Schwenck 124; jedenfalls wahrscheinlicher als die 
vermuthung Wedgwood's 1, 471, dass es von dem venez. daoto 
einer münze von acht soldi, da oto soldi komme, wie in Venedig 
eine andere den namen daquindese von fünfzehn soldi gehabt habe. 

Dole. 1. kummer, gram; altfr. dol, duil, duel, nfir. deuil, 
it. doglia; altfr. zeitwort doloir vom lat. dolere schmerzen; in 
dem engl, dole, wie in dem zusammengesetzten condole zeigt 



— 308 — 

sich annaherang an die ursprüngliche lat. form; vgl. Hai. 1, 309 
dole No. 5. 

Dole. 2. theilen, theil; neben deal aus ags. dael, goth. 
dails, nhd. teil, theil u. s. w. entstanden, wie moan neben mean 
aus ags. maenan, nhd. meinen; s. deal. 1. Dief. 2, 610; vgl. 
Hai. 1, 309 dole 1. 2. 3. 6. 7. 9. Trench 62. 

Dole. 3. rain, grenzrain, grenze, ziel; a boundary mark, 
either a post or a mound of earth, a lump of anything. Wenn 
auch dies wort sich ohne Schwierigkeit aus dole. 2. theilen, schei- 
den, grenzen u. s. w. erklären liesse, so scheint es doch ein andres, 
in den übrigen deutschen zungen mehrfach auftauchendes, aber 
meist veraltetes wort zu sein; ndd. dole Br. W. 1, 223 „eine 
kleine wassergrube, mit einer dabei aufgeworfenen sode, welche 
aaif dem lande zu einem gewissen merkzeichen dient; nhd. dole, 
dohle, doUe, ahd. dolä, was unter andern bedeutungen eine Ver- 
tiefung, graben u. s. w. bezeichnet; ndl. doel ziel beim schiessen 
(eigentlich etwa der aufgeworfene erdhaufe?) doele schiessplatz ; 
Grimm 2, 1226 : „far ein hohes alter des wortes zeugt, noch mehr 
als das schwanken im anlaut, der Wechsel des geschlechts, des 
wurzelvocals, und der kürze und lange desselben, dann auch die 
erscheinung in slavischen sprachen, poln. dol grübe und loch, 
böhm. düla, düle niederung, Vertiefung ; es muss einem verlorenen, 
weit verzweigten zeitwort angehören; nahe steht dälle und thal 
vaUis; (vgl. dell, dale) wie man statt waszerdole auch waszer- 
thal sagt (Frisch 2, 376) wobei das ahd. tuoUä vallicula und 
toaUe barathrum (Graff 5, 397) zu erwähnen ist, wie das altn. 
doela locus depressus ; '^ mundartUch auch engl, a low flat place 
Hai. 1, 309. 

Doli als eigenname abkürzung von Dorothy; in der bedeu- 
tung puppe soll es nach Wedgwood 1, 472 eigentlich ein bündel 
läppen bedeuten und so mit dem hochdeutschen docke, dock iden- 
tisch, oder, wie es scheint, aus dem schwäb. Verkleinerungswort 
döckle, zeitwort dockein mit der puppe spielen entstanden sein ; 
aber wie ist dieser Übergang zu rechtfertigen? zumal das engl, 
dock nie die bedeutung puppe gehabt zu haben scheint; noch 
weniger wird mit anderen an eine Verkürzung aus idol zu denken 
sein; das wort ist gewiss der kindersprache entnommen und ent- 
weder eine starke Verstümmlung, wie als eigenname, oder es ge- 
hört zu dem unter dally berührten stamme. 

Mttllcr, Etym. WOrtcrbuch. 20 



— 306 — 

Dollar thaler; ndd. dahler, ndl. dän. schwd. daler ; it. talero 
u. 8. w. ; alle erst aus dem nhd. thaler entlehnt und angeeignet, 
ala name einer münze, zunächst einer deutsehen von dem orte 
Joachimsthal in Böhmen: dort wurde sie um das jähr 1518 Ton 
d«i gfafen von Schlick viel geschlagen, zuerst Schlickenthaler, 
Joachimsthaler, dann kurz thaler genannt und dieser name ver- 
breitete sich bald weiter; Schwenck675; Ohambers's Encl. 3, 620, 

Dolphin delphin; fr. dauphin, pr. dalfiu, vom lat. delphi- 
nus, gr. dekipig, daXq>iv\ nhd. delphin; daneben engl, als name 
des fr. thronfolgers dauphin und als eigenschaftswort del- 
phine. 

Dolt dummkopf, tölpel; genaues über den Ursprung des 
Wortes ist schwer anzugeben ; als einigermasseu entsprechend darf 
man aus den verwandten sprachen anführen deutsch mundarÜ. 
dalde, dalter, dolde, dalle, doUe in demselben sinne, tölpel, tol- 
leren ungeschickt, plump gehen, tolterjahn und dergl. Schwenck 
680; Wedgwood 1, 472; vgl. du IL 

Domain herrschaft, domäne; fr. domaine; mlat. domanium, 
lat. dominium (engL dominion); s. demain. 

Dome dom, kuppel; fr. dorne, it. duomo, domo; abd. dorn, 
alts. dorn, duom, altfra. dom, mhd. tuom, nhd. dom, von dem lat. 
domus haus, mlat. doma nach dem. gr. do^iog, dCifta gebäude von 
,6ifAix) baue; die begriffsentwicklung scheint so zusein, dass domus 
(Dei) von der kirche, besonders von der kuppelkirche, dann von 
der kuppel verstanden ward, doch bedeutet schon das mlat. doma 
auch geradezu dach; s. Duc. 11, 1, 155. Scheler 98 und Wedg- 
wood 1, 473; über den stamm vgl. Kapp No. 370 tom haus. 

Domino domino; fr. it. domino vom lat. dominus herr, 
angewandt besonders auf den geistlichen (wie in den Niederlan- 
den nach der gemeinen anrede noch der vocativ domine benen- 
nung des p&rrers ist) dann auf seine kleidung und so auf den 
entsprechenden maskenanzug. Das auch im engl, wie in den an- 
deren neueren sprachen so genannte spiel domino, was aus 
Italien nach Frankreich und von da weiter sich verbreitet hat, 
könnte etwa als lieblingsspiel der geistlichen denselben namen 
erhalten haben; vgl. Scheler 98. 

Don. 1. anthun, anlegen; entstanden aus do on; s. doff. 

Don. 2. herr; sp. ilon aus lat. dominus herr; vgl. dan. 2. 
und dam. 1. 



— 307 — 

Donkey. 1. dumpfig (Hai.); Ton donk = dank. 

Donkey. 2. der (männliche) esel; das wort, in den älteren 
Wörterbüchern nicht yorkommend, scheint erst neuerdings in auf- 
nähme gekommen zu sein und mag eine zuerst rein scherzhafte 
bildung von dun als benennung eines pferdes oder von don sein, 
gleichsam „herrchen", wie sire Ton thieren gebraucht wird und 
etwa mit einer gewissen anlehnung an monkey; vgl. Jockey. 

Doom gericht, urtheil; ags. dem, goth. doms, alts. alt&s. 
dorn, altn. dömr, ahd. tuam u. s. w. ; frühzeitig in Zusammen- 
setzungen angewendet und zum suffix geworden, in den heutigen 
sprachen zum theil nur als solches erhalten, wie engl. nlid. king- 
dom, könig-thum; s. Griram Gr. 2, 452. 491 ; Dief. 2, 649; Mätzner 
1, 430; abgeleitet davon ist das ags. deman, engl, deem; über 
die Wurzel des Wortes s. Grimm, der No. 466 daman als verlo- 
renes starkes zeitwort annimmt und Dief. 2, 649, welcher die 
lat. domare (vgl. daunt) und damnare (vgl. damn), sowie das 
skr. dama strafe, bändigung herbeizieht. (Heyne 149 : „eigentlich 
das gesetzte, festgestellte, medialbildung von der wz. dö, skr. dhä 
ponere.' ') 

Door thür; ags. dor (dur) neben dum (dyr) und so vielfach 
in doppelformen nhd. thor, thür ; amhd. tor, tura (tür) ; altn. dyr, 
schwd. dorr, dän. dor ; ndd. door, döre, ndl. deure u. s. w. ; die 
weitere Verwandtschaft bis hinauf zu dem gr. />f;^a, (lat. fores?) 
lett. durwis, litth. durris, altslav. dvyry, russ. dver, skr. dvär; 
(hindost, dvär, zigeun. duvar) s. bei Dief. 2, 618 unter dem goth. 
daur n., daurons f. pL und Or. Eur. 369; Rapp No. 376 tvar 
thüre: „vielleicht von der zahl zwei oder der doppelten tliüre 
gebildet indisch dvar öffuen, dvära thor." 

Dor. 1. hummel, dröhne; ags. Etm. 559 dora-, an. m. locusta, 
fucus, burdo. Som. Wedgwood 1, 474 will es auf keltischen Ur- 
sprung zurückführen und vergleicht gael. dürdan humming noise ; 
dürdail murmuring, grumbUng, cooing like a dove ; ir. dordam to 
hum like a bee; dord humming or muttering; ebenso nahe liegt 
ndl. tor, torre käfer; vgl. darüber Grimm Gr. 13, 388; Dief. 2, 333. 
Wedgwood trennt dann davon ein dor. 2. (dorr) zum narren haben 
und vergleicht dazu nhd. thor, ndd. door, dän. dere, isl. dari narr ; 
isl. dara zum besten haben; s. Schwenck 677. 

Doree sonnenfisch; fr. doree, von der goldgelben färbe der 
haut; lat. de-auratus, fr. dore vergoldet. 

20* 



— 308 — 

Dormant schlafend, todt: (el^emals nach dem fr. dormant 
Yon allem feststehenden, ruhigliegenden) fr. dormant zu dormir, 
lat. dormire schlafen ; auch die bedentung breiter balken, schwelle 
— engl, dormant, dormar, dormer — eignet bereits dem fr. dor- 
mant; daher dann auch engl, in derselben bedeutung sleeper; 
in dormer-window will Wedgwood 1, 474 dormer in der 
bedeutung Schlafzimmer, dann bodenkammer, bodeu nehmen; 
allein es ist gewiss entstellt aus dem fr. fenetre, croisee dormante 
festes, nicht zu öffnendes fenster, zumal Schlafzimmer nicht dor- 
meur, sondern dortoir, lat. dormitorium, engl, dormitory, dorture 
ist; vgl. Hai. 1, 311 unter dormant, dormer. 

Dormouse haselmaus, murmelthier; wird mit Wedgwood 
1, 474 als aneignung und umdeutung des fr. dormeuse zu be- 
trachten sein ; allerdings scheint das fr. dormeuse schläferin jetzt 
nicht gerade für das thier vorzukommen, doch heisst es im Lan- 
guedoc radourmeire (dourmeire === dormeuse) und wieder engl, in 
Suffolk sleeper; wie das wort jetzt erscheint, gilt es dann als Zu- 
sammensetzung mit mouse und der erste theil erinnert mit seiner 
bedeutung summen, brummen auffallend an das ebenfalls umge- 
deutete nhd. murmelthier, fr. marmotte; vgl. Weigand 2, 213. 

Dose gäbe, dosis; fr. dose von dem lat. gr. dosis, douig 
gäbe zu didovai geben. 

Dossil bäuschcheu, compresse; fr. dusil, dousil; nach Diez 
609; II, 267 zu dem lat. ducere ziehen, leiten, wie fr. douille 
zapfen, dille aus dem lat. ductile; Wedgwood 1, 475 setzt es in 
eine sehr willkürUche beziehung zu den unter dock berührten 
stammen; bei Hai. 1, 312 doselle. 

Dot punkt, marke, klecks; a small lump or pat Palsgr. in 
Hai.; einigermassen entsprechen ndd. dutte pflock, zapfen, nhd. 
dutz, dotz stoss; weniger das ndl. dot verwickelter knäuel, dotten 
betriegen ; Wedgwood führt aus Hai. noch an dutten = to shut, 
fasten und so könnte etwa von dem grundbegriff des schlagens, 
stossens, vgl. nhd. dutz Grimm 2, 1773, ausgegangen werden; 
dottle aber in dem sinne stopper gehört jedenfalls zu dem fr. 
douille rinne, zapfen von dem lat. ductile; vgl. dosil. 

Dote närrisch, kindisch sein; ndl. doten, dotten, dutten de- 
lirare, decipere; dut träum; hy sit in den dut er ist nicht recht 
gescheidt; ebendaher das fr. radoter, altfr. redoter faseln Scheler 
278; Diez 712; H, 393 „das im fr. vorgesetzte re, ra dient die 
handlung als eine immer wiederkehrende auszudrücken.^^ Viel- 



_ 309 — 

leicht darf mau uoch besser aasgehen' vom deutschen dut kleines 
kind Grimm 2, 1766; ndd. düt dummkopf (Quickbom); ndl. düt 
kinderpossen (Binn.), sodass doten, engl, dote kindisch werden, 
sein und fr. radoter etwa „wieder kindisch werden*' wäre; auf 
die deutschen mhd. totzen schlummern, vertuzen ausser fassung 
kommen, prt. vertutzt, nhd. verduzt verweist auch Diez . schon ; 
mundartlich hört man ein rechter tuss in dem sinne ein rechter 
dummkopf; dies rührt dann nahe an ndd. dussen Br. W. 1, 276; 
vgl. dizzy, doze. 

Doublet wamms; eigentlich ein doppelgewand, sei es zum 
schütze gefuttert, sei es von einem zweiten unteren kleide, fr. 
double gefuttert, verdoppelt von doubler zu lat. duplus doppelt. 
Wedgwood 1, 476 : „dobbelet = bigera, diplois. — Pr. Pm. Di- 
plois is explained duplex vestis et est vestis militaris. Cath. in 
Way; zwyf altig kleyt, jacke. Dief. Sup. 

l^oubt zweifeln; fr. douter, noch bei Duez doubter, lat. du- 
bitare zweifeln, furchten, dubius zweifelhaft zu duo zwei. 

Dough teig; ags. dag, däh, goth. daigs, ahd. teik, mhd. nhd. 
teig, ndd. ndl. schwd. deg, altn. dän. deig, dei u. s. w. Dief 2, 
624 zu goth. tleigan bilden, formen; vgl. aber auch altn. deigr 
weich, deigja netzen, digna nass sein, ags. deägjan förben; engl, 
dew und dye; Schwenck 673; Br. W. 1, 189. 203; ndd. ndl. 
dijeu, up-, to-, üt-dijen extendi aufgehn vom gährenden teige 
gebräuchlich. Ueber weitere Verwandtschaft mit lat. tingere, skr. 
dih vgl. Dief 2, 625. 

Doughty tapfer, tüchtig; ags. dohtig, dihtig, dyhtig; ndd. 
(lugtig, mhd. tühtic, nhd. tüchtig, in mundarten dähtig u. s. w. 
zu ags. deag, dugan, goth. dugan, ahd. tugan, mhd. tügen, nhd. 
taugen, alts. dugan, ndl. deughen, doghen, ndd. doegen, altn. 
schwd. duga, doga, dän. due; schott. dow u. s. w. in der bedeu- 
timg valere, bonum, aptum esse, wozu dann ags. dugud, nhd. tu- 
gend u. 8. w. gehören; vgl. Br. W. 1, 220; Dief 2, 632; Rapp 
No. 130 tak. 3. tüchtig sein. 

Douse plötzlich in das wasser fallen; das wort erinnert an 
das fr. douche sturzbad, was in der bedeutung kanal, leitimg, it. 
doccia, pr. dotz, altfr. dois zu dem lat. ducere führen, leiten ge- 
hört: doch würde sich fragen, ob die geschichte des Wortes sol- 
chen Zusammenhang bestätigt; in anderen bedeutungen kömmt 
douse oder douce, dowce dem fr. doux, lat. dulcis entspre- 
chend vor; vgl. Hai. 1, 313. 



— 310 — 

Dout austhun; zasammengezogen aus do-out; vgl. don, 
doff; in dem sinne fürchten, zweifeln steht es neben doute für 
d o a b t , lat. dubitare. 

Dove taube; ags. düfe Etm. 570; duua (düva) Bosw. goth. 
dubo, ahd. tüpa, tuopa; mhd. tübe, nhd. taube; alts. dübha, ndd. 
düve, udl. duive, altu. düfa, schwd. dufva, dän. due ; vgl. Dief. 2, 
632, wo als wnrzel dubh tauchen angegeben und auf die analogie 
von dem lat. columba taube, gr. Tuikv/ttßog taucher, xoXvfißäv tau- 
chen hingewiesen wird ; Wedgwood 1,477 „perhaps from its haBit 
of ducking the head;*^ vgl. dip, dive; Schwenk 671. 

Dowdy plump, schlampe; nach Wedgwood 1, 477 eigentlich 
mit der bedeutung schläfrig, schmutzig, schott. dawdie schmutzig, 
dawdle träge, nachlässig sein, ndd. dodeln träge sein zu dem 
stamme von deaf zu nehmen. 

Dowel zapfen; fr, douille zapfen, dille, vom lat. ductile 
rinne; Scheler 99; Diez 609; 11, 267; vgl. dosil. 

Dow er mitgift; do wager witwe mit einem leibgedinge; 
fr. douaire; douairiere, altfr. doariere (woraus dowager mit Über- 
gang des i in g geworden zu sein scheint Mätzner 1, 456) mlat. 
dotarium vom lat. dotare zu lat. dos, dotis mitgift, gäbe, gr. d% 
zvL didwf.u geben; vgl. dose. Aus dem lat. dotare entstand fr. 
doter und douer, engl. Hai. 1, 314 dowen gewöhnlich als Zu- 
sammensetzung endow. Scheler 98. 

D o w 1 e feder , flaunifeder ; fr. douille , altfr. doille weich ; 
dies nach Diez 609; II, 267 nicht vom lat. dulcis, sondern nach 
ductihs ziehbar, dehnbar, weich, etwa mit anlehnung an down. 1. 
gebildet. 

Down. 1. daune, milchhaar u. s. w.; altn. dun, schwd. dun, 
dän. norw. duun, ndd. dun, dune Br. W. 1, 272; ahd. duni plu- 
marium GrafP 5, 148 ; nhd. daune ; nach Grimm 2, 853 mit dehnen 
in der bedeutung von aufschwellen und mit dünn in Verbindung 
zu bringen; zweifelhaft bleibt der weitere Zusammenhang mit 
goth. dauns geruch, nhd. dunst; vgl. Dief. 2, 616. 778; Wedg- 
wood 1, 478; oder mit dem fr. duvet, das ehemals und mundartl. 
dumet lautend auf ein mlat. duma zurückgeführt wird Diez 611; 
II, 269 und so auf dem altn. dun zu beruhen scheint; altfr. dum 
Scheler 100. 

Down. 2. düne, nieder, herunter ; ags. dun berg, hügel ; 
die dienen sind die sandhügel amgestade; die präposition down 
ist entstanden zu denken durch Verkürzung ans adown, ags. of 



— 311 — 

dune, adone, altengl. adoune^, adown deorsum, eigentlich von dem 
berge herab (vgl. alß ähnliche bildungen die fr. ä mont, a val 
nnd da8 ndd. daal Br. W. 1, 182); s. Mätzner 1, 404. Das wort 
dan in dem sinne von berg nun ist sehr verbreitet; ahd. dun, 
düna Promontorium, rupes in littore prominens; duni coUes are- 
uarum; ndd. dunen Br. W. 1, 27^; frs. dunen, duninge, dum; 
ndL duin; schwd. mundartL dun hügel; dann aber roman. it. sp. 
duna, fr. dune; und keltisch, altir. dun, kymr. din hügel; ja man 
veii^leicht weiter das dunum in eigennamen wie Lugdimum, Au- 
gustodunum eben als keltisches dement und im gr. 0-ig, O^iv san- 
dige küste; vgl. darüber Scheler 100.; Diez 129; I, 161; und wei- 
teres bei Du Meril- formation de 1. 1. fran9. 35; M^hn Etjm. 
Unters, p. 30; Dief. Or. Eur. 325 flf; nach Grimm 2, 1529 ist das 
deutsche wort „alt und weit verbreitet, man braucht nicht anzu- 
nehmen, dass es aus dem kelt. und zunächst aus dem ndl. ge- 
kommen sei; es gehört zu donen, dunen anschwellen, sich erhe- 
ben;" vgl. down. 1. 

Doxy liebchen, hure; das wort, wie Wedgwood 1, 479 be- 
merkt, probably from the rogue's cant, ist wohl eine verklei- 
nernde ableitung von dock, wie schon Skinner auf das ndl. 
docken to give quickly, Webster auf das schwd. docka puppe, 
Spielzeug verweist. 

Doze schlummern; altengl. dozen, ndd. dussen Br. W. 1, 
276 nord. dasaz fatigari, languescere; femer nhd. dosen, dösen, 
duseln, dusseln, dus, dusem, mhd. dösen Grimm 2, 1310. 1756 — 59; 
vgl. dizzy, dote; das wort erscheint auf den verschiedenen 
deutschen gebieten mundartlich in reicher abwechslung, vgl. auch 
dän. döse to doze, to mope; dysse to lull u. s. w. 

Dozen dutzend ; &. douzaine zu douze zwölf, lat. duodecim ; 
mlat. dozena, dozina, it. dozzina, sp. dozeua, ndl. dozijn, schwd. 
dussin, dän. dusin, nhd. dutzend, russ. duischiua u. s. w. Grimm 
2, 1773. 

Drab. 1. schmutziges weib, hure, besudeln; ags. drabbe hefe 
Etm. 571; dröf trübe, schmutzig; ndl. drabbe limus, lutum; drab- 
big trübe, schlammig; ius engl, mit dieser bedeutung vielleicht 
zunächst aus dem kelt. gedrungen; gael. drübagh = a dirty fe- 
male, a drab; drabach = nasty, dirty, slovenly; drabh == draff, 
dregs; s. Wedgwood 1, 480 ss.; Dief. 2, 636; in nächster Ver- 
bindung damit stehen drabble beschmutzen, beklunkem; ndd. 
drabbeln beim essen oder trinken etwas aus dem munde oder löffel 



— 312 — 

fallen lassen, sik bedrabbeln, drabbel-baart, drabbel-dook Br.W. 
1, 233. 234; ferner d raff Spülwasser, träber vgl. Hai. 1, 315; 
ags. ndl. drabbe in derselben bedeatang, nhd. träber, altn. draf. 
ndl. draf, dän. drav in der bedeutong träber; eine menge etwa 
hierher gehöriger Wörter stellt Dief. 2, 636 zusammen unter dem 
goth. ga-diaban aushauen; vgl. Schwenck 682; dregs u. drub- 

Drab. 2. schwarzbraun, dickes wollenes zeug; nach Wedg- 
wood 1, 480 bedeutet es ursprüngUch the grey colour of undyed 
cloth und wäre demnach das fr. drap tuch wozu drape tuch 
machen, drap er tuchweber (dann zumal in Zusammensetzungen 
überhaupt verfertiger, händler wie in linen-draper, ale-draper). 
Das romanische wort, it. drappo, pr. catal. fr. drap, verklein, dra- 
pello; drapeau tuehfetzen, fahne, mlat. drappus, sp. pg. trapo, 
trapero neben drapero gehört nach Frisch vielleicht zu dem deut- 
schen trappen, sofern dieses für dicht treten, wirken, weben an- 
gewendet werden konnte; vgl. Diez 127; I, 159; Scheler99; nach 
Heyse 286 verwandt mit deutsch derb zusammengedrängt , fest, 
dicht; ahd. derp, derap tuch, gewebter stoff; vgl. Grimm 2, 1012. 

Draff Spülwasser, draffy schmutzig; s. drab. 1. 

Draft; s. unter drag, draught, draw; Mätzner 1, 126. 

Drag ziehen; ags. dragan trahere, gerere; goth. dragan 
sich ziehen, zusammenziehen, anhäufen; amnhd. tracan, tragan, 
tragen, altn. schwd. draga, dän. drage, ndd. drägen, ndl. dragen ; 
das engl, draw u. dray sind nur scheideformen desselben stam« 
mes; siehe darüber, sowie über den lautübergang bei draught, 
draft Mätzner 1, 108. 120. 150. 365; so weitverbreitet der stamm 
ist, so sehr gehen die bedeutungen auseinander, ohne unvereinbar 
zu sein: „tragen, ziehen, zeichnen^^ u. s. w. ; über das immernoch 
fragliche verhältniss zu dem ndd. trecken (vgl. engl, track, dän. 
träkke) sowie dem lat. trahere (was eine deutsche wurzel thrah, 
thragh zu fordern- scheint) s. Dief. 2, 637; WackemagelUmd. 10; 
Schwenck 683; den lauten nach entspräche gr. cqix^iv laufen 
(für 0-Qex-eiv) dem lat. trahere (für thrah-ere) und dein goth. 
dragan,. während wieder dem sinne nach goth. pragjan laufen 
ganz nahe an das gr. tqixuv tritt; vgl. Rapp No. 150 trank zie- 
hen; hierher gehört als ableitung von drag das in seiner bil- 
duzig deutliche draggle nachschleppen; vgl. Mätzner 1, 432, 
femer drawl, drain und das durchs fr. trainer vermittelte 
train. 



— 313 — 

Dragoman, drogman (neben tragman, trudgeman) dol- 
metscher; it. dragomanno, sp. dragoman, fr. drogman; nhd. dra- 
goman, drogeman auch wohl angeeignet trugman wie in andrer 
weise mhd. trongemont, tragemnnt, traugemund ; in andrer form 
it. torcimanno, sp. tnijaman, fr. trucheman, truchement, engl, 
trachman ans dem arab. tardschumän, tardschumän ausleger, 
mlat. dragomanna, drogamundns, von tardschama, ehemals tar- 
gama übersetzen, dolmetschen, chald. targem erklären, übersetzen ; 
targam Übersetzung (t'argum als fremdwort auch im engl, trans- 
lation or paraphrase of the Seriptore in the Chaldee langoage), 
arab. taradscha verhüllt, schwierig sein; Diezl27; 1,159; Scheler 
99; Heyse 285; das wort ist besonders merkenswerth wegen der 
Teischiedenen arten, in denen es, einmal missyerstanden oder un- 
verstanden, in den verschiedenen sprachen angeeignet und um- 
gedeutet wurde. 

Dragon drache; fr. dragon, lat. gr. draco, d^onoav; ahd. 
tracho, mhd. tracke, nhd. drache; dragoon dragoner, mit dra- 
gonem zwingen u. s. w. ; fr. dragon, it. dragone, nhd. dragoner, 
dan. dragon, böhm. dragon, dragaun und so aus dem fr. viel&ch 
aufgenommen als name einer truppengattung ; es steht gewiss in 
einer, aber nicht mit bestimmtheit eipnittelten beziehung zu dra- 
gon drache, also wohl nicht, wie Adelung meint, weil die Sol- 
daten nach den achselbändem it. dragoni, fr. dragons, dragonne 
quaste am degen, drague das tan benannt wurden, sondern etwa 
von der waiSe, einer pistole mit drachenkopf , oder vom feldzei- 
chen, oder vergleichungsweise von ihrer ähnlichkeit mit den dra- 
cben; Scheler 99; Schwenck 135; Grimm 2, 1327; Heyse 285; 
in Hai. 1, 315 findet sich dragon geradezu als a species of 
carbine, weshalb Wedgwood 1, 482 sich für die annähme der 
Benennung nach der waffe entscheidet, indessen könnte diese erst 
von der truppenart selbst abgeleitet sein. 

Drain filtriren, abtrocknen lassen, abzugsgraben ; neuerdings 
ans dem engl, in der form drainer, dräniren ins fr. und deutsche 
dringend ; ags. drehnigean, drenigean Etm. 572 percolare ; nordhbr. 
drehnia, altengl. draine. Von Ettmüller wird das ags. zeitwort zu 
dem hauptwort drähen (dren) gutta, lacrima gestellt und mit die- 
sem ahd. trahan, nhd. thräne verglichen; indessen ist hier der 
Zusammenhang keineswegs klig:, vgl. Schwenck 677; nahe liegt 
dio' beziehung zu ags. dragan ziehen; vgl. drag, dregs und 



— 314 — 

Rapp No. 150; Wedgwood 1, 483; selbst dry trocken tritt dem 
Worte nach form und bedeutung sehr nahe. 

Drake enterich; ndd. drake Br. W. 1, 238, entstanden durch 
verkiirzung um den ersten wesentlichen bestaudtheil aus andrake, 
altn. andriki, 'gothl. andrakä, schwd. andrake, dän. andrik, ahd. 
antrecho, mhd. antreche, nhd. antrach, meist enterich Grinma 1, 
502; 3, 512; Mätzner 1, 165; Weigand 1, 293; über die ablei- 
tung oder eigentlich Zusammensetzung des namens mit riki, rieh, 
goth. reiks princeps (vgl. nhd. gänserich, täuberich, altn. düriki, 
dän. durik) s. Grimm Gr. 2, 516; 3, 341, rieh und Wedgwood 
I, 483. 

Dram oder minder verkürzt drachm drachme, bisschen, 
schluck, schnaps ; gr. dqcixf^ri eigtl. soviel als man fassen {ÖQaaauv^ 
dgaoaead-ai) kann, wie prise zu fr. prendre nehmen ; dann V4 loth 
u. 8. w. ; nhd. drachme; „it. dramma, a very small quantity of 
auything; bret. drammour, an apothecary, one who retails medi- 
caments in drams. In Normandy the term drame is applied to 
« pinch of snuff. — Patois de Bray. — In Denmark, as in Eng- 
land, it is used for a small glass of spirits, a dose of spirits. 
Molb. Dial. Lex.** Wedgwood 1, 485. 

Drama drama, dramatic u. s. w.; fr. drame, nhd. drama 
vom lat. gr. drama, dgafua eigtl. handlung zu gr. dgäv handeln, 
thun, dessen ableitungen auch im engl, mehrfach vorkommen und 
leicht kenntlich sind; s. Smart. 

Drape, draper; fr. drap, drapier; s. unter drab. 2. 

Draught, draw; s. unter drag; ebenso drawl schlep- 
pend ziehen, zu dem noch besonders verglichen werden können 
ndl. drälen und druilen cunctari, ndd. drauelen tändeln, zögern, 
schwd. dröla; s. Dief. 2, 637; auch dray schleife, karren, schwd. 
drög ist nur eine nebenform von drag; vgl. über den lautwechsel 
Mätzner 1, 107. 

Drazel schlumpe, schlampe; Wedgwood 1, 486 fuhrt als 
mundartl. dän. an drasse langsam, lässig sein; draasel eine faule 
person; ndl. draseln oberrare, vagari, aber auch im isl. draegsl, 
draegsli femella prolixis et sordidis vestibus; so mag es zu drag 
gehören wie nhd. schlappe, schlampe, schlumpe zu schleppen. 

Dread furcht, furchten; ags. bei Bosw. draed, draedan; 
Etm. 574 kennt nur das zusammengesetzte on-draedan, ä-draedan 
timere und nur so findet es sich in den verwandten sprachen 
nordhbr. ondreda Bout. 365 ; alts. antdrädan, andrädan Rieger 222 ; 



' '7 ^ ' t* . / 



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— 318 — 

ahd. mhd. iniratan, entraten (in-trätan) (iriiniir 3, 580; (Tf. 1*, 
1023, No. 60.- 

Dream träum; ags. dream, alts. dröm jubel, freude, dessen 
identitst trotz der abstehenden bedeutung kaum geleugnet werden 
kann; altn. draumr, alts. dröm (V), ndd. droom, ahd. .troum, 
droom, nhd. träum, schwd. dröm alle in der bedeutung somnium. 
Grimm Gr. 2, 146 anm. : „Wichtig für die geschichte der bedeu- 
tungen, dass das ags. dream nie somnium ausdruckt; ags. für 
somnium svefen, alts. suebhan; hielt man den träum für geistige 
musik, frohe betäubung der seele? vgl. Nib. 7376 ensweben (ein- 
schläfern durch süsses fidein) und entzückung, freude, jubel.'' 
Myth. 1098 ; vgl. Grein 1, 204 ; Dief. 2, 645 ; Schwenck 686 ; die 
weitere Verfolgung der wurzel bietet manche Schwierigkeit; lat. 
dormire, slav. drjemati schlummern, russ. drema schlummer, skr. 
drai schlafen, drä trag sein werden von Rapp No. 148 unter der 
Wurzel tram. 1. schlafen, träumen zusammengestellt; andere den- 
ken an ein wurzeTzeitwort driuman, das, mit dem stamme drun 
(s. drone) nahe verwandt, etwa den grundbegriff des töncns, 
sumjnens hätte. 

Drear, dreary trauer, traurig; altengl. drury Col. 25. 
(Drury-Lane) ; ags. dreor cruor, dreorig cruentus, maestus; alts. 
dror, ags. dreor tropfen; eigtl. triefendes, fallendes blut zu drio- 
san, dreösan, goth. driusan fallen Etm. 576; Rieger 242. 243; 
Grein 1, 205; altn. dreyri, ahd. tror cruor; dazu alts. drorag, mhd. 
tr6]:ich blutig ; dagegen ahd. mhd. trureg, nhd. traurig, ndl. treu- 
rig, ndd. trurig in der bedeutung traurig nebst entsprechenden 
haupt- und Zeitwörtern; s. Dief. 2, 644; Schwenck 685; nach 
Grimm wäre trauern eigentlich oculos demittere, vgl. Haupt's 
zeitsch. 7, 456 ff. ahd. trureutiu dejecta, aber auch trurenti squa- 
lentes an die schmutzige trauertracht cninnemd. 

Dredge. 1. mengkorn; fr. dragee zuckerwerk, aber auch 
melange de grains pour les chevaux Diez 354; I, 421: Treggea 
it., pr. dragea (v. j. 1428), fr. dragee, sp. dragea und mit g für 
^ S^^S^^ PS* ff^S^^i gra-ngea zuckerwerk, entstellt aus gr. tga- 
yi^fiota naschwerk (tQayeivy TQciyeiv knuppern, essen) einem in 
den klöstem bekannten worte, vgl. Papias: coUibia sunt apud 
Hebraeos, quae nos vocamus tragemata vel vilia munuscula ut 
cicer frixum cet.'* 

Dredge. 2. kratzgam, kratzhamen ; fr. drague, dreige, draige 
in demselben sinne und dies von dem german, drag ziehen, 



— 316 — 

schleppen; vgl. ndl. dregge, dregghe harpago, yerricolmn ; Schaler 
99; Diez 610; 11, 268. 

Dredge. 3. pudern, mit mehl bestreuen (in der kochkunst) ; 
bei Wedgwood 1, 488: „to scatter flour on meat while roasting ; 
to dridge, to sprinkle. — Hai.; dürfte man dazu das nhd. ndd. 
dräuschen, dräschen, dröschen von dem heftig niederfallenden 
regen gesagt nebst seinen vielfachen analogien vergleichen (s. 
drizzle) Grimm 2, 1407; Dief. 2, 644, so würde es damit zu 
ags. dreosan, goth. driusan fallen gehören; vgl. drear; allein 
jenes dredge der kochkunst wenigstens kann kaum etwas an- 
deres sein als das fr. dragee streukügelchen, dredge. 1. 

Dregs hefeu, unrath; der Ursprung des wertes ist nicht recht 
klar; das s ist, wie es scheint, unorganisch, etwa ursprüngliches» 
pluralzeichen; die bedeutung meist Verengert gegenüber den ent- 
sprechenden isl. preckr, ndd. ndl. drek ßr. W. 1,244; ahd. mhd. 
drec, nhd. dreck, schwd, altdän. träck, dän. dräk; daneben doch 
altn. dregg, schwd. drägg in der engeren beHeutung faex; auch 
der anlaut zeigt auffallenden Wechsel; Grimm 2, 1352; Dief. 2, 
645; man vergleiche als Wörter, die dem stamme und der be- 
deutung nach zunächst anklingen draff, dross; aber auch an 
drag und drain ziehen haben andere gedacht und dregs als 
den bodensatz der bei dem abziehen bleibt, oder im auschluss an 
drj als das trockene genommen; ags. drig, dryg; ndd. drög. Aus 
dem älteren ehgl. findet sich bei Col. 24 dreg als Substantiv und 
ags. kommt bereits drege, dreg neben drige vor, sodass diejier- 
leitung davon viel für sich hat; vgl. dry und Rapp No. 257 tar 
warm, trocken; vgl. fr. drague Diez 610; 11, 268. 

Drench einweichen, Wassergraben; ehemals tränken, ge- 
tränk ; (s. Col. 25 drench s. a potion ; drench v. a. = to drowii 
und Trench 63 mit stellen aus WicI. Chauc.) ; ags. drencan, dren- 
cean aquare, potum dare ; ädrencan immergere, ndd. ndl. drenken, 
ahd. trenchan, amnhd. trenken, tränken, altn. dreckia, schwd. 
dränka ; das abgeleitete schwache transitive zeitwort zu dem star- 
ken intransitiven stammzeitwort <]^oth. drigkan, ags. drincan, nhd. 
trinken; s. engl, drink; ebendahin dann ags. drenc, drence, nhd. 
trank, getränk als hauptwort; s. Etm. 573; Kehrein 301; Dief. 
2, 640. 

D r e s 8 gerade machen, zurecht 'machen, anziehen ; fr. dresser, 
it. dirizzare, drizzare, altsp. derezar, neusp. pg. enderezar, pr. dressar 
zurichten, richten von dem lat. directus, wovon man directiare 



— 317 — 

ableitete; Diez 292; I, 358. Also zu dem auch im engl, vielfach 
erhaltenen lat. stamme reg-; vgl. regal, right; Rapp No. 199 
rak ordnen ; Dief. 2, 161 fF; hierzu fr. adresser, adresse, engl, 
address, sowie engl, d r e s s e r theils als unmittelbare ableitung 
von dress, theils nach dem fr. dressoir anrichtetisch. 

Dretch schUlfrig einhergehen, träumen; altengl. drecche, nach 
Wedgwood 1, 489 aber ursprünglich zunächst to vex, to harrass, 
io trouble, ja auch to deceive (to trouble the sight, to cast a mist 
before the eyes); es ist schwer mit bestimmtheit genaueres an- 
zugeben, als dass das wort unter die bei dream erwähnte wurzel 
dra träge sein zu gehören scheint; übrigens erscheint die be- 
griffsentwicklung nicht allzuschwierig, wenn man es zudredge. 2. 
als nebenform nimmt und damit auf drag ziehen, schleppen 
zurückführt , einem stamme, ans dem auch nhd. triegen, betriegen 
erklärt wird; Grimm 1, 1764; Schwenck 689. 

Dreul, drool geifern, die zeit vertändeln; erinnert theils 
an das engl, drabble, ndd. drabbeln, s. drab. 1. theils und zu- 
nächst an das ndl. draalen, druilen, engl, drivel, drawl; s. 
unter draught, draw, drag. 

Dribble. 1. geifer; erscheint als ablautsform zu drabble, 
tritt aber auch nahe zu drivel und dribble. 3. 

Dribble. 2. A true -dribble is a servant that is truly labo- 
nous and diligent — B. Icel. thrif diligentia domestica, carefiil- 
ness, husbandrj ; thrifil a careful man ; danach würde es zu t h r i ve 
und in weiterer Verwandtschaft zu drive gehören; vgl. Dief. 2, 
640 und nhd. betriebsam. 

Dribble. 3. tröpfeln, dribblet kleiner theil; dürfen wohl 
als Weiterbildungen von drip, drop genommen werden, wie zu- 
weilen p in b erweicht erscheint; s. Mätznjer 1, 125. 

Drift trieb u. s. w. ; ndd. nhd. drift, trift, ndl. drifb, mhd. 
trift in denselben oder wenigstens sich nahe berührenden und 
leicht zu vermittelnden bedeutungen als ableitungen des starken 
Zeitworts goth. dreiban, nhd. treiben; s. drive und vgl. für das 
nhd. Kehrein 923. 

Drill. 1. art leinewand; drilling; nhd. ndd. drell; mhd. 
drilich, drilch, nhd. drillich von einem dreifädigen gewebe, wie 
lat. trilix; vgl. dimity, twill, nhd. sammt; s. Grimm 2, 1399. 
1412; Schwenck 137. 

Drill. 2. durchbohren, exerciren, drillen, fliessen u. s. w.; 
die mancherlei weit auseinandergehenden bedeutungen liessen sich 



— 318 — 

allenfalls aus der grundbedeataug ,,iin kreise bewegen'^ erkliren 
und die verschiedenen anwendungen desselben wertes finden sich 
wie im engl, so im nhd. ndl. wieder; indessen mag doch 
wenigstens verschiedener einfluss sich geltend gemacht haben; 
nhd. udd. drillen, mundartl. dirleu, dorlen, ndl. drillen, schwd. 
drilla, dän. drille, ags. |)yrljan durchbohren; daher im engl, 
auch thirl und thrill Mätzner 1, '184 (s. über weitere Ver- 
wandtschaft thrill, Dief. 2, 690 unter goth. pairh und |>airko 
sowie Bapp No. 147 trak drehen); in der bedeutung exerciren 
leitet man es von dem fr. drille soldat ab, welches selbst als 
abkürzung von soudrille (soldarillus, soldarius Scheler 310) oder 
als entstanden aus ahd. drigil bursche, dieuer, altu. {>r£tell, vgl. 
engl, thrall, genonmien wird Diez 610; II, 268; in dem sinne 
„sanft fliessen, in rillen säen^^ scheint drill etwa zusammenhän- 
gend mit dribble. 3. drip und d r o p (s. Schwenck 137; Weigand 
1, 258) angelehnt zu sein an rill; vgl. noch Grimm 2, 1410 ff.; 
Br. W. 1, 245. 

Drink trinken; (über die formen imaltengl. Mätzner 1, 349) 
ags. drincan, goth. drigkan, alts. ahd. drincan, trinchan, amnhd. 
trinken, ndd. ndl. drinken, altn. drecka, schwd. dricka, dän. drikke; 
dazu die entsprechenden schwachen, transitiven Zeitwörter ags. 
drencan, nhd. tränken, altengl. drenche, engl, drench, femer in 
anderer ablautsform ags. druncnian immergere, ebrium esse, altn. 
druckna, schwd. drunkna, engl, d r o w n ; (den allmählichen Über- 
gang aus druuc, druun, drun, drown scheint anzudeuten bei Col. 
25 druuness, sb. = drunkenness? 0. and N. 1397); über zahl- 
reiche ableitungen, die meist sehr deutlich sind, vgl^ die Wörter- 
bücher, für das nhd. Kehrein 299; im ganzen Dief. 2, 640 und 
wegen weiterer Verwandtschaft — drink, drank etwa als rhinisti- 
sche form von drag zu denken — vgl. drag und Kapp No. 150 
trank ziehen. 

Drip triefen, tröpfeln u. s. w.; ags. drypan, dropjan, drup- 
jan destillare, dreöpan stillare, dropa gutta; aus dem letzten das 
engl, drop, nhd. tropfen; das starke zeitwort, welches eine menge 
bildungen entwickelt (vgl. iur das ags. Etm. 576, för das nhd. 
Kehrein 963 ff.) ist altn. driupa, alts. driopan, ags. dreöpan, ahd. 
triufan, mnhd. triefen Grimm No. 205. Gr. 2, 18; zu den engl, 
drip, dribble, drop vgl. insbesondere noch die ndd. druppen, 
drüppen, drüppeln, drippen, drippeln ; ndL drop, droppel, droppeln, 
druipeu u. s. w. Auch engl, droop niederbeugen, bei Col. 25. 



— 319 — 

(faoapne, y. n. =s to droop , faint ist nur eine entwieklimg von 
dreopan, was eigentlich niederfallen bedeutet; vgl. engl, drop 
tallen lassen; höchstens könnte mau in droop einen gewissen 
einfluss des ags. drof turbidus, drefe, alts. drobi, abd. truobi, 
ohd. trübe anf die bedeutung und den vocal gelten lassen ; Wedg* 
wood 1, 494: „To. droop. Icel. dryp, driupa, to drip; driupi, 
driupa, to droop, hang tbe head, hence to be sad or .troubled ; 
driupr snppliant, sad; to droup*or drouk to dare, or privily be 
hid.'^ — Pr. Pm. Vgl. Schwenck 689; Br. W. 1, 261 flF. 

Drive treiben; (drove, driven u. s. w. vgl. Mätzner 1, 358) 
ags. drifan, goth. dreiban, alts. dribhan, driben, ndd. driven, ndl. 
drijven, altn. drifa, sehwd. drifva, dän. drive, ahd. mhd. tripan, 
triban, triben, nhd. treiben; vgl. über berührung mit anderen 
stammen (drip, thrive) sowie über die Urverwandtschaft (gr. 
i^<p€iv? skr. dm currere, fluere) Dief. 2, 639; Schwenck 687; 
Urimm No. 128; über die ableitungen, z. b. engl. ndd. ndl. drift, 
ags. draf, engl, drove u. s. w. vgl. für das ags. Etm. 577, für 
das nhd. Eehrein 916. 

Drivel faseln, geifern; vgl. ndd. drabbeln, engl, dribble, 
drabble unter drab. 1.; mit Wedgwood 1, 494 neben drivel 
geifern noch ein anderes mit der bedeutung faseln und beson- 
derem Ursprünge anzunehmen, ist kaum genügender grund vor- 
handen; vgl. z. b. die begrüfsentwicklung in dem fr. bavarder 
Diez 49; I, 59; Scheler 31. 

Drizzle fein regnen; zu goth. driusan, ags. dreosan, ahd. 
mhd. nhd. mundartl. troren fallen, besonders auch vom regen; 
ygl. die mundartl. dräuschen, dröschen stark regnen; s. drear, 
dredge. 3. Dief. 2, 643 ff. und wegen der zugleich diminutiven 
und firequentativen ableitungssilbe le Mätzuer 1, 432. 

Droll drollig, schalk, posse u. s. w. ; das fr. dröle scheint 
nach Diez 610; II, 268 erst im 17. jhd. aufzutauchen (es findet 
sich bei Cotgrave 1650, Duez 1664, aber nicht bei Stephanus 
1529, Nicot 1573) aber auch im engl, jung zu sein ; dagegen be- 
reits altn. drioli, gael. droll, ndl. drol, nhd. droll plumper unge- 
schickter mensch; adj. nhd. drollig, ndd. druUig, ndl. drollig; 
den Ursprung zu erkennen bleibt schwer; nach Grimm 2, 1427 
würde es ursprünglich zu drillen, s. drill. 2. gehören, etwas ge- 
drehtes bedeuten und allmählich die abgeleiteten bedeutungen 
bekommen haben; droll, troll mundartL deutsch ungeschickter, 
alberner, schelmischer mensch, ndd. troll klotz, truncus ein schelt- 



— 320 — 

wort Br. W. 5, 117 u. s. w. ; man vgl. femer die skandin. namen 
troll, troll, troll, trold für riesen, ungeheuer, dämonen Grimm 2, 
1428; Myth. 493. 956. 993. Heyse 287, 

Dromedasy art kamel; fr. dromadaire, nhd. ^romedar, it. 
dromedario, spätlat. dromadarius von dem lat. gr. dromas d^o/ua$ 
laufend zu dem stamme d^ifi-aiv, 

D r o n e dröhne, hummel, dröhnen, summen ; ags. dran, draen, 
alts. dran, ndd. drone Br. W. 1; 256; ahd. treno, dreno, mhd. 
tren, nhd. dran, drone, dröhne, thrane (Schwenck 677) schwd. 
dron, drönje, dän. drone, lett. tranni, mss. illyr. truten. Der 
Übergang in den bedeutungen dröhne, dröhnen, hummel, faullen- 
zer u. s. w. ist. leicht, schwieriger die bestimmung in welcher 
folge derselbe stattgefunden hat. Grimm 2, 1432 : „Adelung bringt 
drone mit drönen in Verbindung, weil die dronen summen, aber 
dies verbum ist erst später aus dem ndd. aufgenommen. Es scheint 
vielmehr ein uraltes wort zu sein, skr. druna apis, gr. dvd'Qjjyijj 
avd^Qtjdiav^ Tevd-^tj, vep&Qfjdaiv eine bienenart ;" das zeitwort nhd. 
drönen, ndl. dreunen, isl. drynia, dän. dröne ist seinem Ursprünge 
nach alt; s. das goth. drunjus schall, .stimme Dief 2, 645, wo 
auch die wahrscheinlich unter' einfiuss der german. Wörter mit 
eingeschobenem r aus tonare gebildeten romanischen formen it. 
tronare, sp. altpg. tronar, neupr. trouna eiiwähnt sind; vgl. Diez 
357 ; I, 426. 

Drop tropfen, tröpfeln, fallen lassen; droop niederhangen, 
schmachten, traurig sein; s. drip. 

Drops y Wassersucht; fr. hydropisie von dem lat. gr. hy- 
drops, vdQiüxp und vdQioip Wassersucht zu vdtaQ wasser ; über den 
Wegfall der ersten silbe vgl. story; Mätzner 1, 164. 

Dross schlacke; Wedgwood 1, 495: „In general the dregs 
or refuue of anything; drosse or fylthe whereof it be, ruscum; 
coralle or drasse of come, acus — Pr. Pm. dross-wheat, refhse 
wheat for the swine — Way." ags. dros, dross filth, lees; drosn, 
drosen sediment, lees; ndl. droessem, ahd. drösana, truosana, 
mhd. truosene, nhd. drusen Grimm 2, 1461; Schwenck 139; das 
wort könnte zu ags. dreösan fallen (wie nhd. abfall) gehören; 
Dief. 2, 644; vgl. aber auch dregs, draff; über die sehr nahe 
anklingenden und doch wohl kaum ursprünglich hierher gehö- 
rigen altfr. dräsche, nfr. drague vgl. Scheler 99 ; Diez 610; 11, 268. 

Drought, drouth dürre, trockniss; ags. drogod, drugad. 



— 321 — 

ndl. drooghte zu dem ags. dr^ge, dr^, ndl. droogh. nhd. trocken; 
s. das weitere unter dry. 

Drove trieb u. s. w.; siehe unter drive. 

Drown ertranken; siehe unter drink. 

Dr,owse schlummern, drowsj schläfrig: ags. drüsan, drü- 
sian pigrescere, lentnm esse Grein 1, 207; wie es scheint ablei- 
tung von dreosan fallen Etra. 576; ndl. droosen, nhd. drusen, 
dmseln. drnseln, drünsen Cxrinim 2, 1462; das ndd. drunsennach 
Br. W. 1, 261 von dem brüllen derkühe, dann langsam sprechen, 
die Worte ziehen, hat neben sich drünsen, drünseln schlummern 
und weist auf das unter dro n e berührte goth. drunjus ton, stimme 
hin Dief. 2, 645. dessen ableitungen sich nach form und bedeu* 
tung mehrfach mit denen von driusan Dief. 2, (>43 ff. berühren : 
vgl. dross,' drizzle. 

Drub schlagen: mundartl. drab, altn. schwd. drabba ferire; 
vgl. altii. drepa, schwd. draepa. dän. draebe. ags. drepan, altengl. 
drepe, nhd. treffen und traben Schwenek 682; goth. gadraban 
.inshanen, karoiielv Dief. 2, 636. wo vermuthungen weiterer Ver- 
wandtschaft zu finden sind. 

Drudge schwere arbeit thun u. s. w. ; da* auch drug in 
derselben bedeutung vorkömmt und andrerseits nach form und 
begriff ganz nahe zu d rag unddredge tritt, sodarf man drudge 
wohl als eine nebenform von drag ansehen, dessen bedeutung 
schleppen, schwere arbeit verrichten war: vgl. das altengl. drug. 
drugge und draw in stellen wie: 

„At the gate he proffered his service 

..To drugge and draw. what so raen would devise.'' 

C/haucer. 
Kight ernestly they wirk 

And for to drug and draw wald never irk. D. V. 
Bei der weiten Verbreitung des Stammes drag (vgl. drag. draw) 
kann es auch auf keltischem gebiete an nahetretendeu wörtem 
nicht fehlen, wie Wedgwood 1. 495 anfuhrt (ir. drugaire a slave. 
a drudge: Manx drug a dray: a timber waggon) ohne dass die 
engl. Wörter zunächst auf ihnen beruhen mnssten. Beachtenswerth 
ist die möglichkeit einer beziehung zu dem ags. dreögan ertragen. 

Drug apothekerwaare ; fr. drogue, it. sp. pg. pr. droga,,auch 
im nhd. als fremdwort droge, drogue nach Frisch, demDiezl28: 
I, 150 und Scheler 100 beistimmen, von dem ndl. droog trocken 
(vgl. dry) also eigentlich trockne waaren; vgl. fr. drognerie 

IlttUtr, £tyin. Wttrtcrbuch. )1 



— 322 — 

peche et preparation des harengs, ursprünglich das trockBen, 
dörren der beringe : ndl. in den rook droogen räuchern u. s. w. 

Drum trommel; altn. trumba, schwd. trumma, dän. tromme. 
ndd. trumme, nhd. ndl. trommel; in diesen wortern mag die 
lautnachahmung gewirkt haben, die aber dann für den ganzen 
zu gründe liegenden stamm angenommen werden muss; man vgl. 
altn. |>ruma donnern, prum-ketil aes tinniens, dän. drum dröhnen 
und die nahe stehenden Wörter, die unter drone und dream 
erwähnt sind; Dief. 2, 645 unter drünjus. 

Dry trocken; ags. dryge, drige, drege, dr^; ndl. droog, ndd. 
drög, drege, dree Br. VV. 1, 252, dreuge, treuge Grimm 2, 1426; 
die erweiterten ahd. formen sind trucchan, truchan, mhd. trucken, 
nhdi trocken; in der bedeutung und vielfach auch der form nach 
sehr nahe treten dazu die Wörter einer anderen reihe ags. pyrre, 
isl. purr, dän. tor, nhd. dürr u. s. w., welche zu goth. ga-pair- 
san, lat. torrere, gr. Tigaea^ai stimiaen: Grimm 2, 1735; Eehrein 
414. 955; Dief. 2, 691; ob aber jene formen mittr, draus diesen 
durch Versetzung hervorgegangen Schwenck 142. 691, oder ur- 
sprünglich zu einem ganz anderen stamme (drag, drink; vgl. 
Dief, 2, 640) gehören, istfra^ch; Rapp No. 257 tar warm, trocken. 

Von engl, wörtem gehören hierher drought oder drouth 
dürre nach dem ags. drügad, drugod zu dr^ge, ferner dry als 
Zeitwort ags. dr5'gean, sowie drug vermittels des ndl. droog, fr. 
drogne. 

Dub. 1. schlagen, zum ritterschlagen; ags. dubbanEtm. 561 
percutere, creare; dubban to riddere equitem creare Chr. Sax. 
1085; altn. dubba schlagen, woraus die romanischen Wörter fr. 
adduber ä Chevalier, adouber ausrüsten, it. addobare bereiten u. s.w. 
abgeleitet werden; Diez 5; I, 6; vgl. Scheler 6. u. addoubed. 

Dub. 2. „a small pool of rainwater, puddte, gutter. — Jam. 
Fris. dobbe, a puddle, swamp." Wedgwood 1, 496; vgl. ndd. 
dobbe graben, sumpfland; Br. W. 1, 217; zu dip und deep; s. 
Dief. 2, 614. 627. 

Ducat ducaten; fr. ducat, ndl. ducaat, it. ducato, sp. ducado, 
mlat. ducatus, nhd. ducat, ducaten ; der name daher, weil ein ita- 
lischer herzog (duca, byzant. dot«^, s. d u k e ) wie es heisst, könig 
Roger IT. von Sicilien 1101 — 54 als herzog von Apuhen zuerst 
diese münze schlagen liess, mit der inschrift: „sit tibi, Christe, 
datns, quem tu regis, iste ducatus ;^^ vgl. Grimm 2, 1487: Duc. 
V. ducatus. 



— 3i8 — 

Duck« 1. ente, tauchen, duck er iiaucher; (vgl. lat. mergus 
und mergere, nhd. taucher und tauchen, sowie engl, dove) nhd. 
oder viehnehr ndd. ducken, ducker, duckente ; ndd. düken, ducken, 
düken, ndl. duiken, schwd. dyka; ürimm 2, 1491 flf; Weigand 1, 
262; dän. dukant, wie nhd. tauchente; über weitere Verwandt- 
schaft mit dem stamme dip vgl. Dief. 2,628; „the change ofthe 
final guttural for a labial give» a series of parallel forms, Du. 
dujpen, to stoop the head, go submissively ; (i. taufen, to bap- 
tize; E. dip, dive'' VVedgwood l, 497. 

Duck. 2. grobes segeltuch; mag seine benennung doch auch 
ij^end einem bezuge zu duck tauchen verdanken. 

Dudgeon. 1. The root of box-wood. 2. 111 -will; so fiihrt 
ohne jeden versuch einer erklärung Wedgwood 1, 497 das dunkle 
wort an; danach sowie nach Hai. 1, 323 würde die erste bedeu- 
tung die von buchsbaumwurzel, dann das wort auf den griff von 
dolchen, auf die waffe selbst u. s. w. übertragen sein ; dürfte man 
dennoch die umgekehrte entwickluug. annehmen, so konnte man 
von dag und dagger, wenn auch nicht mit Johnson von dem 
deutschen dolch ausgehen; besser aber wird es auf dutch zu- 
rückzuföhren sein ; d u t c h - b o x ist der zwergbuchsbaum, dutch- 
boxes lackirte tabacksdoseu ; danach wäre dann etwa das holz 
dudgeon genannt u. s. w. ; dafür spricht, dass dudgeon wie 
dutch för allerhand gemeines, schlechtes gebraucht wurde; die 
bedeutung ill-will, wenn sie nicht auf ein anderes wort zurückweist, 
konnte wohl auch dem namen der meuchelwaffe beigelegt werden. 

Due schuldig, duty pflicht ; fr. du. pr. deut aus lat. debutus 
für debitus von debere müssen, sollen: it. dovere, fr. devoir, vgl. 
debt; das hauptwort duty mit der häufigen ableitungssilbe ty 
entsprechend dem fr. te gebildet ; vgl. plenty undMätzner 1, 448. 

Duenna duenna; sp. duefla; s. unter dam. 1., don. 2. 

Dug. 1. ablautsform von to dig graben; s. Mätzner 1, 350. 

D u g. 2. zitze, mutterbrust ; altschwd. daegga, däggja, schwd. 
dia, di; dän. die lactare, dägge mit fremder milch säugen; vgl. 
dairy und Dief. 2, 608, wo unter dem goth. daddjan säugen 
eine menge einschlagender, wenn auch keineswegs in ihrem ver- 
hältniss zu einander genau erkennbarer formen beigebracht sind. 

Duke herzog; fr. duc, it. duca, lat. dux, mgr. dov^ führer 
zu dem lat. ducere, mit welchem wieder goth. tiuhan, ags. teohan, 
nhd. ziehen, engl, tow — z. b. im ags. here-toga, nhd. herzog — 
identisch ist; vgl. über den ganzen stamm Dief. 2, 670, wegen 



— 324 — 

der nhd. ableitnngen Kehrein 10G6 und Rapp No. 137 tank zie- 
hen; wegen der bedeutung Trench 64. 

Du 11 trage, stampf u. s. w. ; ags. dval, dvol, dol erroneas, 
stolidus zu dem zeitwort dvelan torpere, sopiri, dyoljan errare 
Etm. 578 ; goth. dvals thöricht und 80 mit leicht erklärlichem 
Wechsel der bedeutungen ,,wahnsinnig^\ „stampf ^ „betäubt^', alts. 
mnndl. ahd. ndd. dol, doli; mundd. nndl. dul, duU; ahd. mnhd. 
toi, toll; altn. dulr; dul dummheit; dvöl, dvali verzug, Schwach- 
heit; Bchwd. dvala, dän. dväle betaubung, schlaf; Tgl. Br. W. 1. 
268 ; Schwenck 680 ; über weitere theilweise sehr unsichere Ver- 
wandtschaft Rapp No. 240 stval thöricht, lat. stultus, pg. tolu, 
fr. sot (?) nhd. stolz, engl, st out (?) Dief. 2, 646 ff., wegen der 
begriffsentwicklung auch Wedgwood 1, 498. 

Dumb stumm; ags. dumb Etm. 560; goth. dumbs, xijq>ag; 
ndd. dum, duum Br. W. 1, 269; altfrs. dumbe, dume, nenfrs. 
tumpig; altn. dumbr, schwd. dän. dum, ahd. mhd. tump, timib. 
tum, nhd. dumm u. s. w. ; vgl. Dief 2, 635; Weigand 1, 263: 
Rapp No. 254 tamp stumpf; Ghimm 2, 1510: „das wort wird 
einem verlorenen verbum dimban, damb, dumban No. 591 zuge- 
theilt, das in reicher ausbreitung Wörter der verschiedensten be- 
deutung umfasste, zu welchen dumpf, taab, toben, dufk gehören'* ; 
vgl. die german. formen mit Vorschlag von s stumm, stumpf, 
engl, dim, deaf, dump u. s. w. 

Dump(s) traurigkeit, schwermuth; man vergleiche zunächst 
der form nach nhd. dampf, dumpf, dumpfig, ndd. dumpfig, dum- 
stig Br. W. 1, 271; ndl. damp, domp; domp uit de mage vapi- 
dus fumuB ex ventriculo in cerebrum erumpens Binn. ; dann wegen 
der bedeutung das fr. vapeurs, auch engl, vapours dämpfe, eine 
ehemals sehr häufige bezeichnung für Verstimmung, nervenschwache; 
Grimm hat dumpf auch als hauptwort und sagt darüber 2, 1522 : 
,es gehört zu dimpfen un4 kommt mit duft, dampf nahe zusam- 
^men; ursprünglich bezeichnet dumpf eine bedeckung, Verhüllung 
durch dunst, rauch, hier als krankheit den druck auf die Schleim- 
haut, die behinderung im freien athemholen u. s. w.^^ vgl. das 
ndd. dumstig in dem sinne heiser« Wedgwood 1, 499; u. s. damp. 

Dumpy kurz und dick; mundartl. dumplin, dumpty 
kleine dicke person; dumpling eine art pudding oder kloss, 
jedenfEills von der gestalt benannt; vgl. nhd. dumpflin katzeu- 
kopfapfel Grimm 2, 1528. 



— 326 — 

Dan. 1. dunkelbraun, trübe, fische einpökein (sodass sie dun- 
kelbraun werden); ags. dünn fuscus, dunnjan obscurare, duncoT 
obscurus (alts. duncal, duncar, altfrs. diunk, diunker, dionker, ndl. 
doncker, ndd. dunkel, altn. dockr, sehwd. dän. dunkel, ahd. tun- 
chal, mbd. tnnkel, nhd. dunkel u. s. w. Grimm 2, 1533); nach 
Wedgwood 1, 500 gaei. donn braun, manx doon verdunkeln; die 
germanischen formen mit nk weis<?n nach Grimm Gr. 2, 60 zu- 
nächst auf ein verlorenes starkes zeitwort dinkan No. 600 ; weiter 
hinauf scheinen aber die stamme von din, dun. 2., dust zu- 
sammenzugehören; vgl. donk, dank. 

Dun. 2. in den obren liegen, ungestüm mahnen, eigtl. lär- 
men; ags. djne strepitus, dynjan; s. din; hierzu dun bremse. 

Dun. 3. anhöhe, wall; nur eine andere form von dune, 
down; s. down. 2. Ueber dun in the mire, wo dun braun 
uame eines pferdes wurde, vgl. Hai. 1, 324; Wedgwood 1, 417 
und d. curry favour. 

Dunce dummkopf, duns; nach dem berülmiten Scholastiker 
Dnns Scotus dr. sublimis f 1308 ; das nhd. duns Grimm 2, 1557 
erst seit der mitte des vor. jhd. aus dem engl, herübergenommen; 
es als ein gemein germanisches wort zu dunsen u. s. w. zu neh- 
men (s. dust), Sanders 1, 332. ist doch kein grund vorhanden; 
über die entstehung sagt Wedgwood 1. 500: „Dunce, from Dims 
Scotus, the great leader of the schoolmen called after him Duns- 
men, or Duncemen and as they were violently opposed to classic 
studies in the revival of leaming, thenamewasgiventoan opposerof 
leaming or one slow at leaming;^' vgl. die von Wedgwood, sowie 
die von Trench 65, Study of words 83 angeführten stellen. 

Dung dünger; ags. düng, dyncg, dincg fimus, dyngan ster- 
corare, altfrs. düng, nfirs. dong, nhd. düng, dünger, mundartl. 
dünget, tungent Grimm 2. 1530 ff. besonders auch unter dunk; 
nach ihm liegt die Wurzel des wortes noch verdeckt und kann es nicht 
mit dnnkal in Verbindung gebracht werden ; andere nehmen ein 
Stammwort etwa dingan bedecken ? anfeuchten ? an ; W^eigand 1, 264. 

Dunge on kerker; fr. dongeon, pr. donjo, altfr. dongnon, 
doignon, mlat. domnio höchstes befestigtes gebäude in einer bürg, 
hauptthunn, dann verliess, kerker. Nach den meisten vom lat. 
(lomus haus, sei es nun vermittels dominium, oder dominio, -onis, 
oder domicilium oder domui juncta (turris) ; s. Wedgwood 1, 501 ; 
dagegen Diez 609; U, 266: „aus dem ir. dun befestigter ort floss 
dün-iön, altfr. dognon, donjon; lat. domus sagt dem begriffe nicht 



— 326 — 

m 

ZU. Zeuss 1, 30 hält das später von Orderius gebrauchte dangio 
fiir die bessere form und erkennt darin das ir. daingean befesti- 
gung:" mit Dief. Or. Eur. 327 neigt sich Diez in der zweiten 
ausgäbe mehr der ableitnng aus lat. dominium mit dem soffix io 
zu ; „dominio, ionis müste etwa das beherrschende gebände (nicht 
das herrenhaus, denn das war es nicht) ausdrücken;" vgl. etwa 
noch Scheler 98 und daselbst Grandgagnage , der es von dem 
german. dune == locus e palustribus emergens ableiten will und 
über dieses von manchen mit düng identisch genommene wort 
Grimm 2, 1532. 1533; 8chwenck 141. 

Dup öffnen; aus do up zusammengezogen wie doff^ don, 
döut aus dem zeitworte to do und dem entsprechenden adverb. 

Dupe betrogener, gimpel; fr. dupe, dessen Ursprung ziem- 
lich dunkel ist. Diez 610; 11, 269 sagt: „Frisch I, 212a stellt 
dupe zum schwäb. düppel dummkopf, vgl. schwz. tanppen irre 
reden, täubein zu bethören suchen;" s. Grimm 2, 1198. 1199. 
1567 unter döbel, düppel. 

t)uress haft, strenge ( rechtsansdruck ) ; fir. duresse (nfr. 
dnret^) it. durezza, lat. duritia zu fr. dur, lat. dnrus hart, wie 
durance, dure (meist endure) fr. durer, it. lat. durare, was 
in viele sprachen überging mhd. türen, düren, nhd. dauern, altfrs. 
duria, ndl. duren, schwd. dura, dän. ture (fremture) Grimm 2, 840. 

Dnsk dämmemng, dusky trübe; Wedgwood 1, 520 ver- 
weist auf das schwd. dusk duU, melancholy weather und mochte 
es vermittels der formen dulsk, dolsk, dorsk, dosk von dull her- 
leiten. Man vgl. ausser dem auch von jenem angeführten ifil. 
doska dawdle, delay besonders ndd. dusken schlummern Br. W. 
1, 276; wegen der begriffsübergänge nhd. dämmern; so scheint 
sich eine wenn auch entferntere Verwandtschaft mit dusen, s. 
d o z e , etwa auch mit dem folgenden du s t , nhd. düster zu ergeben. 

Dust staub; ags. dust, ndd. und daraus auch nhd. dust, 
altfrs. dust, ndl. duist, isl. ^ust, dän. dyst mit den daneben er- 
scheinenden mhd. nhd. schwd. dän. dunst, nord. dann zu dem 
goth. dauns geruch; schwierig bleibt noch die weitere zurück- 
führung dieser Wörter auf stamme etwa wie goth. {>insan, Rapp 
No. 396, panjan; vgl. Grimm 2, 1559. 1761; Br. W. 1, 277; 
Dief. 2, 616. 617; Grimm Gr. 2, 35. 56 thinan dehnen als ver- 
lorenes starkes verbum No. 571. 

Dutch niederländisch; ndl. duitsch, nhd. deutsch; goth. 



— 327 — 

{»iudisks, ags. f^eodisc; 8. Grimm 2, 1043; Gr. 1*, 14; Dief. 2, 
706 ; über die bedeutuugen deutsch, niederländisch vgl. Trench 65. 

Dnty pflicht; mit seinen ableitungen za due. 

Dwale nachtschatten, Schlaftrunk, schwarz; s. Hai. 1, 326; 
gehört mit dwaul faseln, wahnsinnig reden zu dem unter dull 
angeführten ags. dvelan torpere, sopiri £tm. 578; goth. dvals 
Dief. 2, 647; als besonders nahe tretende Wörter dieses stanmies 
vgl. schwd. dvala, dän. dvale betaubung, tiefer schlaf ; ndd.dwalen 
in der irre gehen Br. W. 1, 280 ff; nhd. dwalen betaubung, be- 
taabender trank Grimm 2, 1776, sowie 1229 ff. doUtrank, dolm; 
s. ausser dull auch dwell. 

Dwarf zwerg; ags. dveorh, dveorg und so altengl. dwerghe 
bei Maundev; durwe bei Gel. 25; mnndartl. durgan Hai. 1, 325 
(vgl. ober den Wechsel von g und f Mätzner 1, 129); altn. dvergr, 
schwd. dwerg, dwerf, ahd. daz gituerch, gituerg, mhd. twerc, 
getwerg, nhd. zwerg, ndd. dwarf, dorf Br. W. 1, 231. 281; 
dunkles Ursprungs {d-eovQyog'^) Grimm Myth. 416. 

Dwell wohnen, bleiben, eigtl. verweilen, zögern; zunächst, 
wenigstens seiner bedeutung nach, an die nordischen Wörter sich 
anlehnend altn. dwelia morari, schwd. dväljas, dän. dvaele, aber 
auch z. b. mhd. twelen, twalen morari, mauere, während sonst 
dieselbe wurzel, besonders im ags. dvelian irren, dvelan etwaur- 
sprdBglich schläfrig, müde sein bedeutet; vgl. dwalen iu der irre 
gehen, twalen wandern Br. W. 1, 280; 5, 135; vgl. dwale, 
dull und Dief. 2, 647; Col. 25: „dwel space of time; dwele de- 
ceive; dwell delay; dwellefolly; dwelling delay; dwole error, false." 

D windle schwinden; mundartl. dwine ohnmächtig wer« 
den; ags. dvinan tabescere, ndl. dwinen, dwijnen, ndd. dwineu, 
verdwinen Br. W. 1, 284; altn. dvina desinere, cessare, detu- 
mescere, schwd. tvina, fortvina, dän. tvine schwinden ; in weiterer 
Verwandtschaft mit mhd. swinen, ahd. svinan, ags. äsvinan, äs- 
vänjau (s. engl, swoon) und wieder mit cvinan zu goth. qvainon 
Dief. 2, 469; Wedgwood 1, 503. 

Dye färbe, färben; ags. deäg, deäh, deog color, deägjan 
tingere; scheint mit einer grossen menge verwandter Wörter 
zu einer wurzel zu gehören, deren grundbedeutung anfeuchten 
ist; Dief. 2, 625 (lat. tingere, gr. d&ßsiv?) Schwenck 675; vgl. 
ags. deav, engl. dew. 



E. 

Each jeder; altengl. eche, ich, ilk, ags. aelc und dies zn- 
sammengezogen aus älic oder ä-gelic, doch nach anderen ans 
aeghvilc; ndd. elk, elk-een ein jeder Br. W. 1, 303; ndl. elk; 
ahd. eocalih, mhd. iegelich, uhd. jeglich; vgl. every, ilk und 
6. Grimm Gr. 3, 54; Mätzner 1, 302; Hauptes zeitschr. 11, 311ff. 

Eager eifrig, scharf; fr. aigre, altfir. eigre, egre neben äcre 
von dem lat. acer, acris in denselben bedeutungen; früher auch 
engl, in mehr sinnlicher bedeutung; 8.Trench66. 

Eagle adler; &. aigle, it. lat. aquila, wovon in weniger ver* 
änderter form z. b. aquiline, fr. aquilin, lat. aquilinus. 

Eagre (eager) ausserordentliche fluth, anschwellen eines 
Stromes; das wort wird zwar von vielen, wie Smart, fär ein und 
dasselbe mit eager genommen, ist aber gewiss mit Johnson als 
ein rest des ags. egor, et^or, altn. oegir oceanus, Neptunns an- 
zusehen; Grimm Myth. 216. 217; über weiteren Zusammenhang 
mit dem goth. ügis, ags. egesa schrecken vgl. awe; s. Dief. 1, 
2. 135; 2, 732. 737; Wedgwood 2, 239. 

Eame oheim; schott. eme, ags. eani. ndd. öm, ndl. oom, 
nhd. oheim, ohm, öhm, altfrs. em, nfrs. yeme, yem; über einen 
etwa stattfindenden Zusammenhang mit dem goth. avo grossmutter 
(vgl. lat. avus grossvater, avunculus, fr. oncle, engl, uncle oheim) 
8. Dief. 1, 83; 2, 732. 

Ean lammen; ags. eanjan concipere, augere, parturire Etm. 
58. 00; entweder fiir eacnian augere und in dem falle zu goth. 
aukan, lat. augere gehörig; Dief. 1, 129; Grimm Gr. P, 169; 
oder aber zu dem goth. aus avej?i vennutheten aus = lat. ovis 
schaaf Grimm Gr. 1». 64: Dief. 1, 81; 2, 731; vgl. ewe; wie 
ean zunächst aus dem ags. eanjan so yean aus dem zusammen- 
gesetzten ge-eänian, ge-eäcnian Grein 1, 396; als besonders dem 
engl, ean entsprechend erscheint ndl. mundartl. oonen in der 
bedeutung junge werfen. 



— 329 — 

£ar. 1. ohr; age. eäre, goth. auso, altfrs. are, ar, nfirs. eare, 
alts. öra, ore, udd. ndl. ör, altn. eyra, schwd. ora, dän. öre, ahd. 
ora, mhd. ore, nhd. ohr; über weitere Verwandtschaft bis zum 
lat. aDris, gr. ovg, dtog, litth. ausis, sowie die beziehungen zu 
goth. hausjan, nhd. hören, engl, hear s. Dief. 1, 62; 2, 729. 

Ear. 2. ähre; ags. ear für äher, eher (nordhbr.) ähher, goth. 
ahs, ahd. ahir, ehir, mhd. aber, är, eher, nhd. ähre; ndl. aar, 
air, ndd. är, äre, altn. schwd. dän. ax; Dief. 1, 8; Grimm l, 191; 
Tgl. ails, anes, awn. 

Ear. 3. ackern; ags. erjau. goth. arjan, ahd. aran, erren, 
inhd. am, em, nhd. mundartl. ären, eren, altn. erja, schwd. ärja 
a. 8. w. bis lat. arare, gr. d^oo}^ kymr. ar kom, araz pflügen, 
indisch ar, aränii; Dief. 1, 70. 71; Rapp No. 204 ar pflügen; 
Grimm 1, 198. 545; 3, 57. 787; hierzu engl, earsh gepflügtes 
ackerland, was nach Dief. 1, 79 nur eine nebenform von eddish 
wäre, aber vielleicht mit diesem nur zusammengeflossen ist; zu 
derselben wurzel vielleicht earn. 

Earl graf^ ags. eorl, erl vir, vir nobilis; alts. erl puer, vir; 
altn. iarl vir nobilis; ahd. erl nur ineigennamen erhalten Grimm 
Gr. 2, 449. ( Wedgwood 2, 2 : ,.gael. lar-fhlath, a dependent chief, 
firom iar, after, second in order and flath. lord. It is pronounced 
iarrl, the f h and th being silent. The latter sound is however 
preserved in Comish arluth, which, as well as the equivaleut W. 
arglwydd, is used in the sense of Lord ; '' diese ableitung scheint 
ebenso bedenklich wie die von Max Müller 191, wonach das nor- 
sische jarl aus dem ags. ealdor verderbt wäre.) 

Earlj früh; ags. aerlice, ärlicemane; altn. schwd. ärla, dän. 
aarle Grimm Gr. 3, 102. 104; Weiterbildungen des einfachen goth. 
air, -ags. aer; s. engl. ere. 

Earn. 1. ernten, verdienen; ags. eamjan, ahd. aruon neben 
axnen ämten, ernten Grimm 1, 563; 3, G97. 930 zu dem goth. 
asans sommer, ernte, asneis knecht Dief. 1, 74; vgl. als nahe 
verwandt ear. 3., wegen der begriffsentwicklung auch das fr. 
gagner; s. gain und Wedgwood 2, 2. 115. 

Earn. 2. to thrill, to tremble Wedgwood 2, 2; innere erre- 
gung, mitleid empfinden u. s. w. = yearn; vgl. earn est sowie 
wegen mancherlei unleugbarer, wenn auch dunkler berührungen 
Dief. 1, 68 ; 2, 396. 

Earn. 3. gerinnen; ags. ge-iman = geriuuan. nhd. ge- 



— 330 — 

rinnen zusammenlanfen; iman = rinnan laufen: Etm. 257; also 
zu run. 

Earnest. 1. ernst, eifrig; ags. eornest, firs. arnst, ndl. ernst, 
nemst; ahd. emust, mhd. emest, nhd. ernst in der älteren zeit 
vorzugsweise kämpf bedeutend ; trotz der nahe liegenden beruh- 
rung mit earn muss doch der eigentliche Ursprung des Wortes 
noch als dunkel gelten; vgl. verschiedene vermuthungen darüber 
bei Dief. 1, 69 ff; 2, 730; Grimm 3, 923. 

Earnest. 2. handgeld; scheint etwa mit anlehnung an earn 
verdienen und earnest. 1. aus dem altfr. emes, arres, nfr. arrhes, 
lat. arrha entstanden zu sein: „Et dounent sur Tachat un denier 
ä emes. Lib. Alb. 262." Wedgwood 2, 2 ; vgl. über das antreten 
der consonanten am ende Mätzner 1, 177. 

Earth erde; ags. eorde, yrd, goth. airpa, altfrs. erde, irth: 
nfrs. yerd, alts. ertha, erda, ndd. eerde, ndl. aarde, ahd. eratha, 
erda, mnhd. erde, altn. iord, iörd, schwd. dän. jord; vgl. über 
weitere Verwandtschaft; und den doch sehr zweifelhaften Ursprung 
(gr. €Qa, ahd. ero, lat. arare, skr. urvi) Dief. 1, 22; Grimm 3, 
749 ff. Heyne: „die begangene von der wz. skr. r gehen." „The 
Promptorium has „erye or earth" agreeing with ohg. ero" Wedg- 
wood 2, 2. 

Earwig ohrwurm; Wedgwood 2, 3: „an insect named in 
most European languages from being supposed to lodge itself in 
the ear. Fr. perce-oreille, Sw. dr-matk (matk = worm, insect,) 
G. ohrenhöhler, ohrwurm etc. The second part of the word is the 
A S. wigga, a parallel form with wibba, a creeping thing A S. 
scearnvdbba , a dung-beetle; Prov. E. oak-web, a cockchafer." 
Etm. 60 earvicga blatta forficularis, 90 vicga blatta, forficula; vgl. 
weevil. 

Ease ruhe, gemächlichkeit, easy leicht; fr. aise, aise, pr. 
ais, aise, it. agio, pg. azo, adj. pr. ais; adv. ad-agio auch im 
engl, als musikalischer terminus ad agio, wie agio vom gelde 
unmittelbar aus dem it. aufgenommen; die herkunft des Wortes 
ist streitig, vielleicht von dem goth. azets leicht, ruhig, wozu man 
ags. ade, eäde, altengl. eath, ethe stellt; s. Dief. 1, 61; Diez 7; 
I, 10; Scheler 9; Dief. 1, 61; Heyse 27; Rapp dagegen zieht 
das romanische wort zu dem lat. otium ruhe No. 438 at. 2. müsse ; 
das engl, ease konnte auf dem ags. eade und dem fr. aise be- 
ruhen, doch wird es zunächst aus diesem entsprungen sein; vgl. 
Wedgwood 2, 3. 4. * 



~ 331 — 

Easel Staffelei, maleresel; Bg8. esol, nbd. esel in dem siiine 
eines gestells, wie andere thiernamen vgl. lat. equuleus, fr. che- 
valet, nhd. bock; Grimm 3, 1148 esel No. 7; über das wort selbst 
nnd seine yerwandtschafl; s. ass. 

East est, Osten; ags. east, est, ndd. öst, ahd. östan, mhd. 
nhd. Osten, ndl. oost, altn. anstr „mit ableitendem t, wie bei 
lat. anster südwind und gleich diesem nebst lat. aurora (aus äl- 
terem ausosa?) litth. auszra morgenröthe, skr. uschäschä (nur in 
znsanmiensetzungen) statt uschas morgendämmerung aus der wurzel 
die im skr. usch, im lat. us — (ürere aus üsere) lautet und.breniien 
bedeutet" Weigand 2, 318; erst aus dem german. kamen die 
romanisclien Wörter fr. est, sp. este, altsp. leste. 

Easter ostem; ags. eästran (eastron, eastro) Etm. 61; ahd. 
östarnn, östrftn, mhd. nhd. östern von ags. E&stre, ahd. Ostra 
„dem Ton dem auf die auferstehung der sonne hinweisenden worte 
ost (s. east) abgeleiteten namen der göttin des neuen firnhlings- 
lichte bei den Deutschen im heidenthume '' Weigand 2, 319; 
Grimm Myth. 267 ff; Bouterwek Caedm. XCV. 

Eat essen; ags. etan Etm. 32; über die formen Mätzner 1, 
355; goth. itan, alts. etan, altfrs. eta, ita, nfirs. ytten, ndd. ndl. 
eten, altn. eta, schwd. äta, dän. aede, ahd. ezzan, mhd. ezzen, 
nhd. eszen ; die weitere yerwandtschafl (lat. edere, gr. sdur^ slar. 
Wurzel jad, jadi speise, jami ich esse, skr. ad) s. Dief. 1, 102 ff; 
Grimm 3, 1160 ff; Zusammensetzung davon engl, fr et, ags. fretan, 
goth. firaitan, ndd. ndl. freten, vreten, ahd. fressen, mhd. fressen, 
rereszen, nhd. freszen; vgl. über die weitere entfaltung des Stam- 
mes im nhd. Kehrein 537 ff. 

Eaves dachtraufe; fälschlich ak plural genommen wie ri- 
eh es und andere Mätzner 1, 231; ags. efes, ^fes, yfes, yfese 
rand ; goth. ubizva halle, ahd. obiza, opasa vorhalle, mhd. obese, 
bair, obesen, obsen vorhalle einer kirche, exedra, vermuthlich 
durch die specielle und heilige bedeutung erhaltene alte form neben 
ousch, uesch dachrinne, nmdd. ovese, frs. ose, ndd. oese, ese, altn. 
nps, usd ima pars tecti supra parietem (engl, muudarteu ofüce, 
oavis, offis, Ovis, easing, yeasing). Eavesdrop to catch that which 
drops from the eaves, to listen under Windows; regen, wasser 
fimgen, spioniren, lauschen ; altschw. opsädrup stillicidium, altfrs. 
osedroptha, mndl. osendrup, osenlop, nndl. oosdrup; Dief. 1, 105; 
Br. W. 1, 318; 3, 273. 



— 332 — 

Ebb ebbe; ehemals mid in maudarten auch Tielfehch als ei- 
genschaftswort, b. Trench 67 ; ags. ebba, -au aqnamm recessns ; 
frs. ebba, dän. ebbe, ndd. nhd. ebbe, schwd. ebb, ndl. eb Br. W. 
1, 285; den älteren mundarten goth. altn. ahd. selbst dem mhd. 
and mndl. abgehend; nach Grinmi 3, 5 muss es wurzelhaft mit 
eben planus, wie lat. aequor mare placidmn mit aequns nah ver- 
wandt sein. 

Ebon, ebony ebenbaum, ebenholz; fr. eb^ne, lat. ebenns, 
gr. EßhyoQy welches aus dem hebr. hobnim Ezech. 27, 15 dem 
plural von hobnl statt obni steinern zu oben, eben stein herüber 
genommen wurde Weigand 1, 269; s. Gesenius thes. 363 b; Lex. 
man. 266; das holz wäre also seiner härte wegen nach dem steine 
benannt. 

Echo wiederhall; fr. echo, nhd. echo aus lat. gr. echo, i^oi 
klang zu fixaiv hallen. 

Eclat aufsehen, glänz; fremdwort wie im deutschen nach 
dem fr. eclat, eclater, welche Diez 308; I, 369 mit den entspre- 
chenden it. schiantare, pr. eclatar auf ahd. skleizen far sleizen, 
nhd. schleiszen zerreisseu, spalten zurückfuhrt; vgl. slit und 
Scheler 104. 

Eclipse finsterniss (der sonne); fr. eclipse von dem lat. ec- 
lipsis, gr. Ixkeiiffig auslassuug, ausbleiben zu ixleiTteiv; vgl. elli p se, 
ellipsis ellipHe von tkkenffi^, 

Economy Ökonomie; fr. economic vom lat. gr. oeconomia, 
oiTLOvo/tiia hausverwaltimg u. s. w. aus or^og haus, v6^og gesetz. 

Ecstasy ekstase; fr. exstase von dem lat. ecstasis, gr. tKOTaag 
zu ^^laxrj^u eigtl. das aus der stelle rücken; vgl. wegen der be- 
gnffsentwickhiug ravish sowie die nhd. entrücken, verrückt. 

Ecurie marstall; fr. ^curie, pr. escuria, escura vom ahd. 
scura, skiura, mlat. scuria stall, nhd. scheuer, woher dann auch 
wal. s'ure, ungr. tsür; Diez 613; II, 273. 

Edder. 1. otter, viper; mundartl. für ad der. 

Edder. 2. zäun, flechtholz; ags. edor, eder, alts. eder, ahd. 
etar, mhd. eter, nhd. (bair. Schweiz.) etter zäun, "„ein uraltes wort, 
wofür sich schon ein goth. idrs. wo nicht aidrs vermuthen lässt, 
da auch finn. der zäun aita, estu. aid, aed, läpp, aidde heiset; 
auf der andern seite klingt das ir. ithir an, a comfield, also the 
soil of any ground. wobei man das ir. und wälsche ith granum 
erwägen kann*' <xrimm 3. 1180. 



— 338 — 

Eddisli (eadish) grummt; ags. edisc bei Bosw. a park 
eddish, or aftermath, bei Etm. 34. edise vivariam, foenum sero- 
tiimm, bei Grein 1, 230 edisc (es wird dort mit dem nordhbr. ede 
grex, Bouterwek 311, zusammengestellt, welches sonst eövede, 
eorde dem goth. avef^i entspricht Dief. 1, 81 ff.); die ableitung 
ist schwierig; nach Wedgwood2, 5 wäre es entstellt aus eatage, 
imdem die bedeutnng eine allgemeinere sei als grummt ; doch liegt 
es nahe, in dem ersten theile des wortes die partikel ed wieder 
ZQ suchen anter rergleichung des engl, muudartl. edgrew, ndfirs. 
ethgrow, ndd. etgrön, ndl. etgroen, nfirs. eatgrien, ietgrien, die 
als nachgrün, nachwuchs erklärt werden; s. Br. W. 1, 320 ff; 
Dief. 1, 79 und vgl. eddy, etch. 2.; Aber die partikel ed, goth. 
id, ahd. it, ita, mhd. ite u. s. w. Dief. 1, 93. Wenn eddish zu- 
nächst aus eddige entstanden ist, Hai. 1, 329, so könnte wenig- 
stens fiir die bedeutnng grummt au eine Zusammensetzung aus 
ed-hyge nach-heu gedacht werden. 

Eddy wirbel; wird erklärt aus ags. ed (s. eddish) wieder, 
zorfick und ea wasser; aber ed-ea findet sich im ags. nicht vor 
und so möchte es WedgwQod 2, 5 lieber zu, dem altn. yda Stru- 
del, kochen, ags. ^d woge stellen. 

Edge rand, schärfen; ags. ecg, ecgan, ecgian schärfe, schär- 
fen, acuere, excitare; ahd. ecka, echcha, mhd. nhd. ecke, altn. 
egg; „das wort muss hohes alters sein, zu ihm drängen sich die 
urverwandten lat, acies, acumen, gr. crxiy, a^g, anjurj, litth. asz- 
muo, skr. a9ri = acies, ensis*' Grimm 3, 22; vgl. Weigand 1, 
270; über das ebenfalls nahe tretende goth. aquizi axtDief. 1,5. 
und ax; über den lautübergang cg, gg, dg Mätzner 1, 151; neben 
edge kommt egg noch vor in der bedentung schärfen, aufreizen 
Hai. 1, 330. üeber die wurzel und ihre weite Verbreitung vgl. 
Kapp No. 279 ak spitz, wonach auch in hedge-hog igel der 
erste theil verdorben für edge zu nehmen ist, sodass hedge-hog 
eigentlich Stachelschwein bedeutete, später missverstanden und an 
hedge hecke angelehnt wurde. 

Eel aal; ags. ael Etm. 36, altn. all, schwd. &1, dän. aal, ndl. 
aal, ahd. mhd. äl, nhd. aal „scheint entsprungen aus ahal (wie 
noch Luther ahl schreibt) der Verkleinerung oder ableitung eines 
verlorenen aha schlänge, skr. ahi, gr. wpig und Ix^g wegen ähn- 
lichkeit des fisches mit der schlänge und natter. Denn auch lat. 
angoilla gehört zu anguis; beide vor dem g ein n entwickelnd; 



— S84 — 

mit r für l russ. ugor» böhm. anhor n, s. w." Grimm 1. 5; vgl. 
Schwenck 1. 

Eff (eft). 1. gemeine eidechse ; ags. efete Bosw. altengl. eret, 
ewt (Maund.) maudartl. effet, daneben newt Mätzner 1, 172. 
Wedgwood 2, 6 vergleicht das skr. apäda gewürm von dem a 
privative und päd fuss vgl. foot; Kuhns zeitschr. 6, 3; die äl- 
teren engl, formen Hai. 1, 329; Col. 26. 28. 

Eff (eft). 2, danach, darauf, bald; ags. äft, eft; dazu die 
Zusammensetzung eftsoons, ags. eftsona; s. aft, after. 

Egg. 1. anstiften, hetzen, eigtl. schärfen; s. edge. 

Egg. 2. ei; ags. aeg, pl. aegru, altn. egg, schwd. ägg, dän. 
äg, ahd. agi, gewQhnUch schon ei im genitiv eiges und eies, mhd. 
ei, plur. eiger, nhd. ei, mundartl. das air, Schmeller 1, 40, ndd. 
egg, ei; die weiter vermuthete Verwandtschaft mit dem lat. ovum, 
gr. (iovj kelt. ugh und ubh, slav. jaje, jaitsö u. s. w. bei Grimm 
3, 77; Weigand 1, 273; Rapp No. 423 ak ei; aus dem lat. und 
gr. dann die roman. neugr. formen, it. novo, fr. oeuf u. s. w. 

Eglantine wilde rose; fr. eglantier dornenstrauch, altfr. 
aiglent, pr. aguilen hagebutte, abgeleitet aguilancier, aiglentina 
domstrauch ; von aiguille, aguilha mit dem suffix ent, lat. gleich- 
sam acuculentus Diez 552; II, 196; „D'apr^s d'autres aiglentine 
serait le gr. ayuxv&og (litter. fleur epineuse) avec insertion de 1; 
cela n'est pas improbable'* Scheler 106. 

Egret reiher, federbusch, (aigret); fr. aigrette, dies nach 
Diez 7; I, 10 mit abstossung des hauchlautes diminutiv von dem 
it. aghirone, pr. aigron, catal. agrö, sp. airon, altfr. hairon, nfr. 
heron, engl, heron reiher, nicht von dem gr. fQcoSiog, sondern 
von dem ahd. heigir, heigiro; vgl. heron und Wedgwood 2, 237. 

Eid er (eider-duck, -down, -drake) eider, eidergans; aus dem 
skandinavischen, altn. aedrdun, norw. edder, ädder, arfrigl, dän. 
edderfrigl, schwd. ejder in das ndd. nhd. edder, eider gedrungen, 
auch fr. edredon. 

Eight. 1. acht; ältere formen eighte, agt, aughte s. Mätzner 
1, 275; ags. eahta, goth. ahtau, alts. ahto, altfrs. aehta, achte, 
aht ; ahd. ahto, mhd. ahte, nhd. ndd. ndl. acht, altn. ätta, schwd. 
atta, dän. otte u. s. w. in den urverwandten sprachen lat. octo 
(roman. it. otto, sp. ocho, pg. oito, pr. och, ot, fr. huit, wal. opt) 
gr. oTii^ii, skr. ash^an, ashtau; Dief. 1, 8; Grimm 1, 164; Bopp 
§ 316; Bapp 1, 161. 

Eight. 2. flussinsel; s. ait. 



— 335 — 

Eigne erstgeboren, unveräusserlich; fr. aine, altfr. ainsneit, 
ainsnez zusammengesetzt aus ains = lat. ante und neit. nez, ne 
= lat« natus der ehergeborene, entgegengesetzt dem puine =» 
post natus; s. engl, puny; Diez 552; II, 196; vgl. sp. alnado, 
andado Stiefsohn Diez 457; II, 90. 

Either irgend einer, einer von zweien; altengl. mundartl. 
aither, ather; ags. aegder entstanden aus aeghyäder, §^e-hväder, 
wie aus ahd. eögahuedar, mhd. iegeweder, iecweder, ieweder, nhd. 
jeder (jedweder); vgl. Grimm Gr. 3, 55; Mätzner 1, 303 sowie 
über die einzelnen bestandtheile des wortes (goth. aiv — ga — 
hva^ar) die engl, ay, aye immer und whether. 

Eke. 1. vermehren, verlängern; ags. eäcan (nur in dem partic. 
eacen auctus erhalten) ecean, ecian, ecan, ^can augere Etm. 58; 
goth. aukan mehren; alts. öcan, altn. auka, schwd. öka, dän. öge 
u. 8. w. in den urverwandten sprachen lat. augere, gr. avSeiv Dief. 
1, 129; Kapp No. 208 ok vermehren. 

Eke. 2. auchj noch dazu; ags. eäc, goth. auk denu^ ahd. 
anh, mhd. ouh, nhd. auch, altn. auk, schwd. ock, dän. og, altfrs. 
äk, oke, ndl. ndd. ook, ök Dief. 1, 129; nach Grimm 1, 598; 
Gr. 3, 272 ein seltenes beispiel einleuchtenden Zusammenhangs 
mit lebendiger wurzel, indem es offenbar zusammenhängt mit 
goth. aukan u. s. w. eke. I. und ausdrücken soll, dass in der 
rede noch etwas hinzugethan werde; vgl. besonders den gebrauch 
im ags. Grein 1, 250. 

Elastic federkräftig, elastisch; fr. elastique, nhd. elastisch 
von dem neulat. elasticus aus gr. ikavveiv, ikdeiv ziehen, ilaarog 
neben ÜMTog ziehbar, dehnbar gebildet. 

Elbow elbogen; ags. elboga, altn. albogi, olbogi, dän. albne, 
ndd. ellebage, ndl. elleboog, ahd. elinpogo, nhd. ellenboge, elboge, 
Grimm 3, 403. 414. s. bow, eil. 

El der. 1. älter; frühzeitig von old neben einander das re- 
gelmässige older, oldest und das .umgelautete eider, eldest; ags. 
ald, eald, compar. yldra, superl. yldest; vgl. Mätzner 1, 267; 
dazu eld alter, ags. yldo (yld, ild, eld) Etm. 5; s. das weitere 
unter old. 

Eid er. 2. fiieder, holunder; ags. eilen (ellam) sambucus 
Etm. 20; über das eingeschobene d vgl. Mätzner 1, 176; ndd. 
elloom Br. W. 1, 303; ndl. haiderboom, nhd. holder, holunder 
Weigand 1, 515 ; doch scheint formell eider und holder (verkürzt 
aus holunter) ursprünglich nicht zusammenzugehören, vielmehr 



— 386 — 

eider uud alder derselbe näme zu sein, der sich dann für yer- 
schiedene bäume in verschiedene formen schied; vgl. alder. 

Elding reisholz, brennholz; scheint zu dem ags. aelan in- 
cendere, aeled ignis, altn. eldr, eldr, alts. eld, ags. aeling con- 
flagratio zu gehören; Hai. 1, 331 hat elden rubbish, fdel. 

Electuary dicksaft; lat. electuarium, electarium; fr. elec- 
tuaire, lectuaire; sp. electuario, it. lattovaro, lattuaro, pr. lactoari, 
nhd. latwerge; von dem gr. ixleixrov auszuleckende oder zu zer- 
leckende arzenei zu exkeiyHv auslecken s. Heyse 517; Diez 201; 
I, 247. 

Eleven elf; altengl. enleve, ags. endleofan, ändlefen, goth. 
ainlif, ahd. einlif, mhd. einlif, einlef, eilif, eilf, nhd. eilf, elf, ndl. 
elf, altn. ellifii, schwd. ellofva, elfva, dän. elleve u. s. w. Grimm 
3, 109; Dief. 1, 19; 2, 725; über die merkwürdige entstehung 
(aus goth. leiban, lat. linquere, oder aus der wurzeltak 10 (s. ten) 
die sich in dak, lik, lip und lif schwächte, sodass eleven ursprüng- 
lich identisch ist mit lat. undecim, fr. onze) vgl. Grimm G. d. d. 
S. 246; Rapp 1, 162 und besonders Bopp 2, 80, § 319; Koch 1, 
455. 500. 

Elf elf; ags. älf, altn. älfr, schwd. elf, dän. elv, ndd. und 
daraus nhd. elf Br. W. 1, 302; nhd. alb, alp, elf, elb wahrschein- 
lich ursprünglich licht ^ eist bedeutend und desselben Stammes mit 
dem lat. albus weiss, alpes die (weissen, schneebedeckten) berge, 
vielleicht auch mit dem flussnamen Elbe, sowie dem ahd. alpis* 
mhd. elbe3 schwan; vgl. Grimm 1, 200. 24 >; 3, 400; Myth. 411 ff. 

Elixir elixir; fr. sp. pg. nhd. elixir, it. elisire; nach Ade- 
lung, Schwenck eigentlich eine gesottene arzenei von dem lat. 
elixus gesotten (lix lauge zu licere, liquere flüssig sein, elixare 
sieden; vgl. die engl, elixate, liquid) nach anderen dagegen 
wie Weigand, Heyse, Scheler, sowie schon Menage und dem dict. 
de Tac. d'Espagne 1732 besser aus dem arab. zu erklären el-iksir 
stein der weisen von dem artikel al, el und dem stamme kasara 
brechen; auch Diez U 163: „aus elixus würde sich die endung 
ir nicht erklären." Scheler 107; Weigand 1, 287; Heyse 300. 

Elk. 1. elenthier; ags. eich Bosw. ; altn. e)gr, norw. elling, 
schwd. elg, dän. elsdyr. ahd. elaho, elah, mhd. eich, nhd. elk. 
elenthier. elend, ndl. eleh, elaud. aland, fr. elan ; ungewißser her- 
kunft; Schwenck 151; Grimm 3, 406. 414; das i\hd. eUn ist erst 
den Slaven (poln. jelen, russ. ölen) abgesehen und dann umge- 
deutet, vgl. Weigand 1, 286, während der eigentlich deutsehe 



— 337 — 

mmc elk zu dem lat. alces stimmt. Bapp No. 429 al hirsch stellt 
es zu dem gr. elaq>og, iXkog hirsch ; vgl. Dief . Or. Eur. 222. 

Elk. 2. (elke) iiame des wilden schwanes und einer baumart, 
des taxus, eibenbaums (oder der steineicbe?) wird, doch ohne 
Sicherheit, aus keltischen Wörtern erklärt (bei Johnson waUis. 
alarch schwan, bei Grieb Wallis, helyg Steineiche); der name des 
baomes erinnert auffallend an das it. elce, pr. euse, fr. yeuse, lat. 
ilex Steineiche; die bezeichnung des schwans einigermassen an das 
ags. ylfet, eUet sohwan; vgl. elf. 

Ell eile; altengl. eine; ags. ein, goth. aleina, ahd. elina? 
elina, elna, mhd. eliue, eine, eile, nhd. eile, ndl. eil, eile; altn. cJ i 
alin, dän. alen ursprünglich der Vorderarm J lat. ulna, gr. cüAii^, ^^SS'^^^v 
litth. alknne, elkune, lett. elkons u. s. w. Dief. 1, 84; 2, 727; 
Grimm 3, 414: „ist skr. aratni dasselbe wort, so könnte sich auch 
unser arm damit berühren ; ** Tgl. wegen der verwandten romani- 
schen Wörter alnage. 

Elm ulme; ags. elm-treöv, ulm-treöv ; altn. almr, schwd. ulm, 
dan. ahn, ndl. olm, ahd. elm ,- heim , nhd. ulme , lat. ulmus , pr. 
ohne, fr. orme, ormeau. 

Eloin entfernen; fr. «loigner, altfr. eslongier, esloignier von 
loin, altfr. loing, lat. longe weit^ wie das nhd. entfernen von fem. 
Vielleicht durch einflnss dieses romanischen stamms zu erklären 
ist das altengl. elenge, eling fremd, unglückUch, welches doch 
zunächst auf das ags. eilende, elelende, nhd. elend zurückweist; 
Tgl. Grimm 8, 406; Hai. 1, 331; Col. 26. 

Elope entlaufen; altengL lope, lopen, schott. loup, ags. 
Meipan (s. leap); goth. us-hlaupan, ahd. hlaufan, amhd. loufen, 
nhd. laufen, alts. hlopan, ndd. ndl. löpen, altfrs. hläpa, ndfr«. 
Inpan, altn. hlaupa, schwd. löpa, dän. loebe meist in der bedeu- 
tung „laufen,^^ theilweise mehr wie ags. hleapan, engL leap in 
der von „springen"; vgl. Mätzner 1, 334; Br. W. 3, 84; Dief. 
2, 562; dem zusammengesetzten elope entsprechen ndl. ontloo- 
pen, nhd. entlaufen, ags. ähleäpian entspringen ; s. leap. 

Else anders, sonst; altengl. schott. elles, eis; ags. elles ali- 
ter, elleshvaer alibi, engl, elsewhere u. s. w. Etm. 19 ; goth. alis, 
gen. aljis ein anderer, wozu die genitivischen adverbien ahd. alles, 
alles, elies, altfrs. ags. elles ; s. Orimm Gr. 3, 61 ; Mätzner 1, 305 ; 
über weitere Verwandtschaft bis lat. alins, gr. aUxx^ hinauf Dief. 
1, 37 ; YgL noch die oberdeutsche partikel als (für alles ?) Grimm 
1, 246. 

XttUar, Etym. W(}n«rbuch. *X% 



— 338 — 

Em-; über die znsammensetasangen mit ein-(eii-, in-) siehe 
die einfachen Wörter und im ganzen Mätzner 1, 493. 

Embargo hinderniss, embargo; sp. embargo hinderniss, em- 
bargar hindern, pr. embarc u. s. w. zu bar; s. Diez"47. 486; I, 
56; II, 121; ebendahin gehört embarrass verwirren, fr. embar- 
rasser, embarras; vgl. Scheler 29. 107. 

Embassy gesandtschaft, embassador gesandter; fr. ambas- 
sade, ambassadeur; s. ambassador. 

Embers glühende asche; ags. aemyrje, altn. eimyria, ahd. 
eimurrä, eimuria, nhd. ammer Grimm 1, 279; emmem Schwenck 
153; Weigand 1, 3G; dän. emmer; über das eingeschobene b 
vgl. Mätzner 1, 175. 

Emberdays, embering days quatember; Mätzner 1, 187 
möchte es ans dem vorhergehenden worte erklären als „aschen- 
tage;*^ Wedgwood 2, 10 dagegen nimmt es als eine Verstümm- 
lung von dem lat. quatuor tempora, aus dem nhd. quatember, 
ehemals kottember, kottemer, ndd. qnatertamper und tamper ent- 
sprangen; vgl. Weigand 2, 442; Schwenck 494; Br. W. 5, 19 
wenn auch möglich, sogar wahrscheinlich ist, dass von diesen 
selten aus (schwerlich, wie andere meinen, von dem gr. fj^i^i 
tage) einfiuss auf das wort statt&nd, so ist doch als seine eigent- 
liche quelle wohl das ags. ymbrine, ymbren umrennen, Umlauf 
anzunehmen, was mit daeg und faesten, aber auch allein zurbe- 
Zeichnung der quatember vorkömmt und kaum als eine alte ags. 
umdeutung eines lat. quatempora gefasst werden kann, während 
es zuerst in der Verbindung geares ymb-ryne den Jahresumlauf, 
dann besonders die firühlingstag- und nachtgleiche (lenctenes ymb- 
ren), später den quatembertag überhaupt bezeichnet zu haben 
scheint; vgl. Chambers's Encl. 4, 29 und besonders Schmid G. 
d. A. 680. 

Embezzle vergeuden, veruntreuen; Trench 69 zeigt dass 
das wort ehemals „vergeuden, verschlemmen'* bedeutete und so 
stimmt es genau zu dem ein&chenbezzle, dessen herkunfl selbst 
freilich noch auszumachen ist ; von Worcester werden altfr. besler, 
embesler angeführt. 

Emblem eingelegte arbeit, zierrath, kennzeichen; fr. em- 
bleme von dem lat. gr. emblema, t^ißkr^pia (zu ifißdkleiv darauf, 
hineinwerfen), sodass die bedeutung sinnbild erst aus den anderen 
sich entwickelte; vgl. auch im nhd. als fremdwort emblem Heyse 302. 



— 389 — 

EmboBB. Mätzner 1, 187 unterscheidet „emboss. 1. an- 
schwellen, techn. getrieben arbeiten, altfr. bosse; Tgl. bosseler; 2. 
hineinstossen (den speer), verbergen (Spenser) vom altfr. buisser 
= henrter, bildlich als ji^dansdruck matt hetzen (Spenser und 
Shakspeare) 3. im hinterhalte liegen, altfr. embnissier, it. imbos-» 
care sonst auch imbosk.^* Danach würden die ersten beiden zu 
dem mhd. bösen stossen geboren, vgl. boss, das dritte dagegen 
mit ambush, ambnscade zu bush. 

Embrasure fensteröffhung, schieszscharte ; fr. embrasure; 
embraser in brand setzen zu fr. braise, it. bragia, sp. pg. brasa, 
vgl. braze; Scheler 108 nimmt nun embrasure als eine Ouver- 
türe a feu, indessen, da es von dem zeitwort herkommen muss, 
sieht man keinen rechten Zusammenhang in der begriffsentwick- 
lang; Frisch trennt embraser anzünden ganz von einem anderen 
embraser (von brtehe und brechen) ein fenster oder thüre, so in 
eiue dicke mauef gemacht ist, schief abmachen, die ecke abbre- 
chen, damit das licht besser hineinfalle; es könnte etwa dieses 
embraser doch nur das erste in einer bildlichen anwendnng „er- 
leuchten, licht geben" sein; vgl. Wedgwood 2, 10, der ein fr, 
braser ^= to slope the edge of a stone as ma^ons do in Wind- 
ows etc. for the gaining of light zu gründe legt; nicht ganz fem 
liegt selbst ein einfluss des im engl, embrace erscheinenden fr, 
embrasser umarmen, umfassen zu fr. bras, s. brace, wenn man 
bei embrasure an die einfassung der fenster- oder thüröffiiung 
denkt oder von einem embraser ^^ ^braser ausweiten, eigtl. die 
arme ausbreiten? ausgeht; vgl. fr. embrasure bei den zimmer- 
leuten gewisse in einandergefugte qnerhölzer oder eisen an einem 
kamin (dies weist wieder auf braise hin) so denselben zusammen- 
halten Frisch 786. Vgl. Scheler Ausz. 77. 

Embrocate einreiben, bähen; mlat. embrocare Duc. ; von 
dem gr. ifißqoxfi anfeuchtung, nasser Umschlag zu i/aßgex^iv be- 
netzen; Heyse 303. 

Embroider sticken; embroil verwirren, fr. embrouiller; 
s. unter den einfachen broider und broil. 1. 

Emerald smaragd; fr. emäraude, it. smeraldo, sp. pg. es- 
meralda, pr. esmeranda von dem lat. gr. smaragdus, a^idqaydog^ 
fid^ydog^ pers. sumurrud, sumrud, skr. marakata, g in 1 verwan- 
delt, wie im it. salma (fr. säume, sonmie) aus ady/aa oder Bai- 
dacco aus Bagdad; mlat. esmaraldus, mhd. smareis, nhd. sma» 
ragd; s.Diez320; 1,183; Heyse 856; Schwenck 575 ; Scheler 108. 

22* 



— 340 - 

Ente ro da hämorrhoiden; entsteüt am heniorrhoids, fr. hi- 
morrkoides, nhd. firemdwort hämorrhoiden vom gr. atfiOffotg^ 
pfairal aifiiiXQQOideg bhitfluss, al/uo blat, ^iv fliessen. 

Emery. 1. schmergel; fr. emeri, exn^ril, it. smeriglio, sp. 
eameril, nhd. schmergel, schmirgel von dem gr. apilqigy afiv(^g 
za a/udco schmieren, reiben. 

Emery. 2. als persouenname ist das nhd. Emmerich, ahd. 
Amarih, Emrih = Amalrih ? fr. Emery, it. Amerigo, wovon nach 
Amerigo Vespncci dann Amerika benannt; ygl. Pott Personenna- 
men 256. 

Emir emir; arab. emir, amir vom arab. amara befehlen, 
hebr. amar sprechen, heissen; Tgl. admiral. 

Emissary abgeordneter; wie fr. emissaire von dem lat. emid- 
sarins zu emittere ausschicken, fr. emettre, engl. emit. 

£ mm e t ameise ; i^. aemette formica ; altengL amet, s. CoL 4. 
nhd. ämse, emse neben dem gewöhnlichen ameise, ahd. ameiza, 
mhd. ameise, wahrscheinlich eines stammes mit dem nhd. emsig, 
altn. ami arbeit, anstrengung; vgl. Weigand 1, 35; Grimm 1,277; 
3, 419. 443; Gr. 2, 221; s. die engl. ant. 2. und empty. 

Empress kaiserin, emperor kaiser, empire reich; erkla- 
ren sich leicht aus lat. imperium, imperator u. s. w. mittels der 
fr. besonders der altfr. formen empereur, altfr. empereor; impe* 
ratrice, altfr. empresse und emperiere, empereuse; empire. 

Employ anwenden, verwenden; fr. employer, it. impiegare, 
sp. emplear, pr. emprear vom lat. impUcare einwickeln, mlai im- 
plicare »=» insumere, expendere mit derselben begriffsentwicklung 
wie bei dem nhd. anwenden, verwenden; Scheler 109; Diez263; 

I, 319. 

Empty leer, eigtL müssig; ags. emtig, emetig s» vacuus, 
otiosus zu emta, emeta =* quies, otium; über die auffallende be- 
griffsentwicklung im verhältniss zu dem entsprechenden nhd. emsig 
(vgl. emmet und dia dort angezogenen stellen) s. Wedgwood 2, 

II, der das lat. opera mühe und zeit, müsse, das ndl. moete bei 
Kilian = labor, opera und otium, sowie das lat. vacare, fr^. va- 
quer :» ledig sein, freie zeit zu etwas haben, etwas eifrig betreiben 
anfuhrt; s. ausserdem Etm. 10. 

Enamel email; s. unter amel, wie überhaupt die meisten 
mit en- beginnenden worter unter dem einfachen stamme; vgL 
em- und in-, Mätzner 1, 494. 



— 341 — 

Enannter (reraltet) dass nicht, damit nicht; znsanunen- 
setznng mit aunter wagen, wi^^ück (Chaacer), firäher für ad- 
Tentnre abentener; Üie „Annters of Arthnr at Tamwathelan^^ 
ig the title of an old £. romance — Wedgwood 1, 24; enaonter 
ist demnach eigentlich ,4m falle, in gefahr dass;^^ Tgl. Hai. unter 
aunter, enannter 1, 112. 333. 

Encore herausmfen (im theater), da capo; fr. enoore noch 
(einmal) von dem lat. hanc horam bis diese stunde, also eigtl. »» 
adhuc bis hierher, immer noch, noch einmal, it. ancora Diez 243; 
I, 296; Scheler 111. 

Encounter begegniss, begegnen; &. encontrer, rencontrer, 
encontre; Ton dem lat. in contra, it. incontro, sp. encuentro ; vgl. 
nhd. entgegen, begegnen. 

Encroach übergreifen; nach dem fr. accrocher anhaken mit 
en- gebildet, ygL Mätzner 1, 494; über das fr. wort, das Ton 
croc haken herkömmt s. unter crook. 

End ende, enden; ags. ende, goth. andeis, alts. endi, ndl. 
einde, eind, ahd. enti, mhd. nhd. ende, altn. endir, endi, schwd. 
ände und anda, dän. ende; „nahe liegt das einstimmende skr. 
aata, wonach man goth. andeis erwarten, ahd. endi dem enti 
Tondehen sollte ; wahrscheinlich verwandt sind die partikeln ante, 
dvTi, welche die richtung vor und gegen ausdrucken, tmd wozu 
auch unser ent gehört^' tirimm 3, 447; vgl. Dief. 1, 49; 2, 727. 

Endeavour sich bestreben; aus fr. en devoir, insbesondere 
etwa aus redensarten wie se mettre en devoir sich anschicken; 
fr. devoir pflicht, alteugl. devere auch devoir von dem lat. debere 
sollen. 

Endive endivie; fr. endive, it. sp. pg. pr. endivia von dem 
lat intjbus, intubus oder vielmehr einer adjektivform intjbea 
Seheier Hl: Heyse 308 vergleicht noch das arab. hindeb, hin- 
debeh. 

Endorse indossiren; s. unter indorse. 

Endow ausstatten u. s. w.; weitergebildet mit dem prafiz 
en ans dem fr. douer, welches neben doter aus dem lat. dotare 
von dos, dotis mitgift hervorging; vgl. dower. 

Endure aushalten; fr. endurer vom lat. indurare in dem 
sinne von obdurare 6ich abhärten, ertragen („perfer et obdura") 
Scheler 111; vgl. das altengl. dure sich erstrecken, erhalten, 
leben, dauern u. s. w. Arch. 27, 422. 

Enemy feind; fr. ennemi vom lat. inimicus. 



— 342 — 

Energy thatkraft; fr. Energie, nhd. fremdwort energie von 
dem gr. evegyeia thätigkeit zu egyov werk. 

Engage yerpfönden, verpflichten, verbinden; fr. engager, 
it. ingaggiare, pr. engatjar; s. das weitere unter gage und etwa 
über die begriffsentwicklung Scheler 112; davon dann nebst an- 
dern Weiterbildungen disengage. 

Engender erzeugen; fr. engendrei^, lat. ingenerare, vgl. das 
engl, gender. 

Engine kunstwerk, maschine ; fr. engin, altfr. engieng, en- 
gien, it. ingegno, pr. engeinh, engin von dem lat. ingenium geist, 
Scharfsinn, erfindung, maschine u. s. w. im engl, häufig abge- 
kürzt gin. 2. altengl. gyn, altfr. engin doch schon adjektivisch 
gignos Mätzner 1, 164. 

Engrail auszacken; fr. engrSler zu grele hagel und dieses 
zu dem ahd. griezel kömchen, wie gr^s vom mlat. gresum, ahd. 
grioz, griez, nhd. griesz; Diez 650; 11, 320; vgl. Scheler 113. 

En gross aufhäufen, aufkaufen u. s. w. zu dem fr. grossir, 
adj. gros, grosse; s. gross; zu der bedeutung to copy in a large^ 
&ir band vgl. das fr. grosse ausfertigung einer Urkunde, so be- 
nannt, weil sie mit grossen Versalbuchstaben geschrieben wird, 
im gegensatz zur minute concept, die minutis litteris geschrieben 
wird Scheler Ausz. 107, 

Enhance erhöhen; früher mehr in der sinnlichen bedeutung 
in die höhe heben, und so erklärt es Mätzner 1, 174 aus dem 
altfr. enhalser, enhaucer, zu haut, lat. altus etwa mit einfluss des 
deutschen hoch auf die aspiration, Scheler 173, mit eingeschobe- 
nem n; indessen noch näher liegt als quelle des wortes, oder 
mindestens als einfluss ausübend das pr. enan, enans, lat. in-ante, 
it. innanzi, wovon das pr. zeitwort enantar, enantir, nachWedg- 
wood 2, 13 auch enanzar, vgl. advance; dann erscheint das 
einfache hance, haunce als Verkürzung ; denn an das fr. hanser 
in eine genossenschafb aufnehmen — hanse s. Dief. 2, 528 ; Schwenck 
255 — ist doch kaum zu denken. 

Eni gm (enigma) räthsel; fr. ^nigme, lat. gr. aenigma, alviy^ia 
von alvirread-at in gleichnissen reden. 

Ennui langeweile; fr. ennui, altfr. enoi, anoi, pr. enuei, sp. 
enojo, pg. nojo, it. noja; das romanische wort ist auf das ver- 
schiedenste erklärt worden (aus noxa, noxia, nausea, nodus, Iwoia, 
ävtdf vgl. Scheler 113; Ärch. 31, 150) am besten aber mid ge- 



— 343 — 

nagend anf das lat. in odio, besonders ip der redensart est mihi 
in odio zurückgeführt; vgl. Diez 239; I, 291. 

Enormous (enorm) übermässig; fr. Enorme, nhd. als fremd- 
wort enorm Tom Tat. enormis über die' regel hinausgehend (enor- 
ma); über die bedeutung vgl. Trench 70. 

Enough genug; altengl. enow, ags. nöh, inöh, genoh, goth. 
ganohs genug, viel ; alts. ginuog, ginohs, ginog, ndl. genoeg, ndd. 
nog (genauk, enauk) altfrs. noch, enöch, anoegh, nfrs. noag, noeg ; 
altn. gnogr, gnog, dän. nok, ahd. ginuog, mhd. genuoc, gnuoc, 
oberdtsch. genueg, nhd. genug (genung) zu dem goth. nauhan 
(nahan) nhd. genügen , ags. genögan u. s. w. ; Dief. 2, 98 ff; 
über die lautwandlung (gh =» f gesprochen) vgl. Mätzner 1, 150; 
Schwenck XIV. 

Ensearch suchen; altengl. encerche bei Maundev. durchsu- 
chen, mlat. encercare, altfr. encerchier, pr. ensercar unterscheiden, 
pg. enxergar ; von dem einfachen it. cercare, fr. chercher ; s. s e - 
arch. 

Ensign fahne, fahnrich; fr. enseigne, it. insegne, altsp. eu- 
sefla von dem lat. insignia zeichen (als fremdwort engl, in sign ia, 
nhd. insignien) von insignis ausgezeichnet zu signum zeichen, 
▼K^- sign und über die begriffsentwicklung von ensign Wedg- 
wood 2, 14; Scheler 113 f. 

Entail als fideicommiss übergeben, veraltet einschneiden; 
Ool. 27 entail, sb. =» sculpture, fr. entailler, tailler; s. über die 
juristische bedeutung Chambers's Encl. 4, 76; über den stamm 
des romanischen Wortes tail. 2. Wedgwood 2, 14. 15: „A fee- 
simple is the entire estate in land, when a man holds the estate 
to him and his heirs without any oontingent rights in any one 
eise not claiming thfough him. An estate-tail is a partial inte- 
rest, cut (Fr. taillä) out of the entire fee, when land is given to 
a man and the heirs male of his body, leaving a right of re- 
entry in the original owner on failure of male descendants of 
the tenant in tail, as he was called, or person to whom the es- 
tate-tail was given. The entail of an estate is dividing the fee 
into succesive estates for life, or in tail, under such conditions 
as required by law." 

Entangle verwickeln; s. unter tangle. 

Enter eintreten; fr. entrer, lat. intrare zu lat. inter, fr. 
entre, welches eben auch als enter engl, in den Zusammensetzun- 
gen erscheint wie entertain unterhalten, fr. entretenir mit fr. 



— 344 — 

tenir, lat. tenere halten, Qnterprise antemehmen , fr. enirepxjse, 
entreprendre za dem lat. prehendere a. s. w. ygL Scheler 115; 
Mätzner 1, 494 und int er. 

Entice anlocken, anreizen; fr. attiser anfeuern, anreizen, it. 
attizzare, sp. atizar, pr. atizar, atuzar zu fr. tison, it. tizzone, sp. 
pr. tizou von dem lat. titio feuerbrand; Diez 346; I, 413. 

Entire ganz; fr. entier, altfr. entir, entier, pr. «ateir, pg. 
inteiro, sp. entero, it. intero aus lat. integer Tollständig, unbe- 
rührt; davon das altfr. entierete, nfr. dem lat. wieder genähert 
int€grite, altengl. entierty, engl, entir eness und integritjr. 

Entity Wesenheit; fr. entit^; barb. lat. entitas Tondemlat. 
ens, entis wesen, ding zu esse sein; plur. entia,; Quintil. 8, 3, 
33; 2, 14, 2; Scheler 114. 

Entrail. 1. (meist plur. entrails) eiugeweide'yfr. entraiUes, 
pr. intralias; lat. interanea (Lex. Sal. intrania) altfr. entraigne, 
mit der kollektivendung aille Diez 617; 11, 277. 

Entrail. 2. verweben, verflechten; zu fr. treille; s. trail. 

Entrauce. 1. eintritt; zu enter, fr. entrer, lat. intrare mit 
dem Substantivsuffix ance aus der ursprünglichen participialendung, 
intr-ans, -antis, rantia; Mätzner 1, 462. 

Entrance. 2. entzücken >= trance, transe, fr. transe. 

Entreat bitten, anflehen ; zutreat, fr. traiter, lat. tractare. 

Entremets Zwischengericht; fr. wort entremets; it. tra- 
mesBO, lat. inter und missum von mittere, fr. mettre, das dazwi- 
schen aufgetragene. 

E n V e 1 o p einwickeln ; fr. enveloppert it. inviluppare ; s. d e- 
velop. 

Environ umgeben, environs Umgebung; fr. environner, 
environs von der präpositionalen redensart en viron «« en toor, 
wie von dieser das fr. les alentours, les entours; über daa pr. 
viron kreis, al viron im umkreise, altfr. virer, mlat. virare drehen 
und deren etwas dunkele abkunft (lat. viria armschmuck, armring, 
von einer kelt. wurzel bir, vir; vgl. bask. biur-tu drehen) s. 
Scheler 115. 337; Diez 373; I, 442; Heyse 313, 

Envoy gesandter, anhang; fr. envoi, envoye, envoyer; in 
der bedeutung gesandter mit abfall des e Mätzner 1, 157 ; it. in«- 
viare; sp. pr. enviar, lat. inviare auf den weg in viam, fr. en 
voie bringen; das lat. inviare (Solinus) heisst betreten, den weg 
betreten; vgl. convey, convoy. 



— 345 — 

Envy neid; fr. envie, pr. enreia, sp. envidia, catal. enTeja, it. 
invidia, biTeggia (Dante) lat. m?idia zu invidere beneiden, scheel 
auf etwas sehen. 

Epaniet achselbaad, epaulet; fr. epanlette, diminntiy von 
d«u fr. epanle Schalter, altfr. espaule, espalde, pr. espalta, sp. 
espalda, it. spalla aus lat. spathala diminnÜT yon spatha, gr. 
Offä&ti Schulterblatt; vgL spade undScheler 116; von demselben 
spaihola, spatola kommt it. spalliera, sp. espaldera, fr. espalier, 
nhd. apalier, engl, espalier Diez 326; I, 389 ff. Zu dem fr. 
epaok 8. b. auch das ins engl, anfgenommene epaulement, e p a u- 
lement. 

£p-, eph-, epi; die mit dieser vorsilbe anfangenden worter 
sind nach ihrem gr. ursprange {ini, in-^ iqh) leicht zn erkennen, 
auch mehr fremdwörter geblieben, oft neben anderen mehr an- 
geeigneten formen desselben stammes; vgl. z. b. episcopal, 
lat. episcopalis za gr. inioKonog mit bishop. 

Epistle Sendschreiben; lat. epistola brief; gr. imarolij za 
imatiiluv senden; nhd. epistel; fr. ^pitre (^pistre); vgl. jiber 
d^i Wechsel des 1 nnd r wie im engl, apostle, fr. apötre das 
engL chapter; Matzner Fr. Gr. 86. 

Eqaal gleich; lat. aeqoalis; fr. egal, nhd. egal als fremd- 
wort. 

Equerrj (eqoery) Pferdestall, Stallmeister; in dem werte 
erscheinen zwei worter vermischt , das fr. äcorie Pferdestall, was 
aadi unverändert im engl, vorkommt, s. eeurie, und ecuyer stalle 
naeister, eigtl. Schildträger (mlat. scotarius, pr. escndier, it. sca- 
diere, altfr« escuier, esqnier, esouyer, woraus das engl, esquire 
und squire wurde) von dem fr. ^cu thaler, schild, lat. scutnm; 
e quer ry, woraus dann auch querry abgekärzt ward, entspringt 
seiner form nach natürlich zunächst aus eeurie, leicht mochte 
aber damit das anklingende wort escuyer (escuyer d'escurie =» a 
querry in a prinoe*s stable, the gentleman of a lord's horse) ver- 
wechselt werden und equerry für beide gelten; ableitung des 
fir. ^urie aus ^cuyer (Wedgwood 1, 18) ist nicht anzunehmen* 
▼gl. Scheler 105; 

Equip ausrasten; fr. equiper, altfr. esquiper, sp. esquipar, 
esquifeir, altn. skipa ein schiff ausrüsten, dann überhaupt ausrasten 
von dem romanischen aus dem deutschen entsprungenen werte 
fir. esquif boot, it. schifo, sp. pg. esquife; ahd. skif, goth. ags. 
altn. skip, scip, nhd. schiff; engl, ship; vgl. weiter shape; 



— 346 — 

Scheler 118; Diez 309; I, 370; Dief. 2, 253; 241 ff.; vgl. über 
den ganzen stamm Rapp No. 64 skap formen. (Die besondere 
anwendnng des fr. engl, equipage ausrastung auf pferde and 
wagen beruht vielleicht mit auf einer ^Etlschen beziehang anf lat. 
equus pferd.) 

Era Zeitrechnung; &. dre, nhd. fremd wort aera, mlat. aera 
rechnung, Zeitraum; lat. aera plural von aes waren rechenpfen- 
nige, dann die einzelnen posten in einer rechnung; das spätere 
aera, aerae galt theils in demselben sinne, theils bedeutete es 
zahl, rechnung, dann epoche einer Zeitrechnung, auch, besonders 
in Spanien, jähr; Diez I, 164; (demnach nicht von dem goth. 
jer, nhd. jähr, engl, year, noch in andrer art zu deuten 1, quod 
apud veteres anni clavis aereis notarentur, 2, ex initialibus litteris 
A. E R. A. ir e. annus erat Augusti, ex quo scilicet, devicto col- 
lega, rerum potitus est, 3, ex initialibus litteris A. E. B. A. 
i. e. annus erat regni Augusti Ducange bei Scheler 118; vgl. 
Schwenck 293.) 

Ere vor, eher; ags. aer, goth. air, ahd. aer, amnhd. er, ab- 
gekürzt e, nhd. eher, ehe, eh; alts. altfrs. er, ndd. ndl. nfrs. eer 
(er); dazu die superlativische form engl, erst, ags. aerost, aerest, 
nhd. erst; Grimm 3, 46 ff. Dief. 1, 20 ff. 

Ergot. 1. (ergat) Schlüsse machen, folgern; fr. ergoter 
von der lat. bei den schlussformeln vielgebrauchten partikel ergo 
daher; Diez II, 280. 

Ergot. 2. afterklaue, nratterkom; fr. ergot (argot); unbe^ 
kannter abkauft; Diez 2, 200 vergleicht nur die champ. form 
artot. Scheler 118: „Kongine de ce mot reste encore ä ^tablir. 
Menage etablit pour la trouver la filiere suivante: articus, pri- 
mitif de articulus (selon Menage) articottus, arcottus, argottas, 
argot. Nicot renvoie d'ergot au synonyme herigot tout aussi in- 
explicable ; d'autres proposent soit L. erigere, soit grec ciV/oi de- 
fendre, repousser; enfin Frisch invoque Fall, harken räteau etc.^^ 
cf. 173 und herigote, erigote, wonach ergot aus herigot entstanden 
sein und auf den lat. stamm eric (ericeus, erica u. s. w.) zurück- 
weisen könnte. 

Erke faul, müssig (Chaucer); Hai. 1, 338 erke = weary, 
sick ; f^. earg (earh, arg) = avarus, miser ; earhe (erhe) =» tre- 
pide, segniter Etm. 30; nhd. arg; Grimm 1, 545; s. arrant; 
arch. 3. 



— 347 — 

Er min (ennine, ermeline) hermelin; ermin bei Chsacer = 
Armenian Hai. 1, 338; fr. hemdne, altfr. erme, ermine, pr. er- 
mini, ermin, sp. armiflo, it. armellino, ermelino, nhd. hermelin, 
ehedem härm, harmin, ndd. harmke, hermelke, mlat. hermellinus, 
hermellina von armenius, weil das feil des im norden Asiens le- 
benden thieres zunächst aus Armenien, altfr. Ermenie kam ; Diez 
26 u. genauer I, 32 ; „nach andern z. b. Wackemagel ist das wort 
nicht auf diesem umwege (durch das romanische gebiet) zu uns 
gelangt; es ist deutsch, wie auch das thier in Deutschland ge- 
funden wird: ahd. harmo, dimin. harmelin, mhd. hermelin, hieraus 
das roman. armellino und dieses harmo antwortet buchstäblich 
dem litthauischen szarmuo (zweifelhafte form, sicherer szarmonys) 
wiesei;" vgl. Weigand 1, 500. 

Err irren; fr. errer, lat. errare; goth. airzjan, ahd. irran, 
irron, mhd. nhd. irren; ygl. Weigand 1, 541; Dief. 1, 21; über 
ein zweites fr. errer aus lat. iterare, woher engl. fr. errant ir- 
rend, wandernd, erre spur stammen s. Scheler 118; Diez 619; 
U, 280; Tgl. eyre. 

Err and botschaft, auftrag; ags. aerend, altengl. arande, 
erande, erannd, sehwd. dän. aerinde, aerende, aerend, mhd. ärant, 
erende; altn. örnndi, erindi zu dem goth. airus böte, was zu der 
wursel ar arbeiten gestellt wird; s. Di^. 1, 24; 2, 726; ags. är 
»»nuntius, alts. eru, dtn. är, äri ^im. 67. Heyne: „von der we. 
skr. VC gdien." 

Escalade mit Sturmleitern ersteigen; fr. esealader, escalade, 
ii. scalata von dem lat. scalae kiter, fr. ^helle; vgl. Mätzner 1, 
199 und Scale. 3. 

Escape entwisehen; fr. echapper, sp. pg. pr. escapar, it. 
Bcappare, wal. scepä; von dem roman. cappa mantel, s. cape. 1. 
also eigentlich aus dem mantel schlüpfen, der die flucht erschwert, 
wie gr. ixövead'ai sich ausziehen, davon machen; oder dial. champ. 
exuer = lat. exuere für sortir Scheler 102 ; daneben scape; an- 
dere wollen es trotz formeller Schwierigkeit aus escampar, altfr. 
escamper, von campus das feld oder ahd. champf kämpf, in dem 
sinne das feld räumen ableiten; vgl. Diez 305; I, 367; Scheler 
102; Heyse 292. 

E scarp böschen; fr. escarper, escarpe, ii. scarpa, sp. escarpa 
n. 8. w. Diez 306; I, 368: „bedeutet scarpa etwas scharf oder 
spitz zulaufendes, so darf man an altn. skarp, ahd. searf, nhd. 
scharf erinnern ;^^ ags. scearp, engl, sharp. 



— 348 — 

Eschalot neben shalot undscallion Schalotte; fr.echa- 
lotte, mondartl. escalogne, it. scalogno, sp. escalona, lat. caepa 
escalonia, bei Linne alUnm ascalonicnm nach der stadt Askalon 
in Palästina, von wo die kreiiz£Eihrer die pflanze einführten; nhd. 
Schalotte und nmgedentet äschlaueh, eschlauch ; Diez 305 ; I, 366 ; 
Heyse 831. 

Es^cheat heim&ll; zufr. choir, echoir, pr. eaer, altfr. chaeir, 
cheoir, cheir, escheir to fall, to happen; chaeit, chaet fallen; 
cheite fall ; escheite, escheoite, escheate succession etc. Wedgwood 
2, 19; s. Chance, cheat. 

Es che w scheuen, meiden; altengl. eschewe meiden, vgl. 
Arch. 27, 423; altfr. eschiver, escheyer, eschnir, fr. esquiver, it. 
schiyare, schifEure, sp. pg. pr. esquivar von dem ahd. skiahan, nhd. 
scheuen mit consonantirung des u zu t und aüsfiEtll des h; adj. 
it. Bchivo, schifo ; sp. esquivo, pr. esquiu, altfr. eschin, chrw. schiv 
spröde Tom adj. scheu, ag^. sceöh pavidus, timidus Etm. 689; 
Diez 309; I, 371; Schwenck 561. 

Esc ort geleit, geleiten; fr. escorte, it. scorta und dies von 
scortare aus scorgere, part. scorto entsprechend einem lat. excor- 
rigere mit der begriffsentwicklung zurechtweisen, regieren, gelei- 
ten, acht haben; Diez 396; 11, 21. 

Es cot schoss; pr. escot, altfr. escot, fr. ecot, sp. pg. esoote^ 
it. scotto, mlat. scottum Steuer, zeche ; es trifft zusammen mit dem 
nhd. schosz, altfrs. skot, engl, scot, shot, wie mit dem gleich 
bedeutenden altgael. sgot Diez 311; I, 873 und gehört vielleicht 
zu dem stamme des nhd. schieszen, engl, shoot; vgl. Schwenck 
589, scot und shot. 

Escouade rotte; fr. escouade für escouadre entstellt ans 
sp. escuadra, it. squadra, woraus fr. escadre, nhd. geschwader; 
s. das weitere unter sqadron; von einem lat. ex-quadra zu 
quadra, it. sqadra viereck, häufe von leuten. 

Escout (gewöhnlich scout; vgl. über esc, esp, est neben 
sc, sp, st zu an&ng der Wörter Mätzner 1, 156. 169) späher, 
spion, horcher; von dem fr. ecouter, altfr. escouter, escolter, as- 
couter, it. ascoltare, scoltare, pr. escoutar aus lat. auscuUare ver- 
derbt ascoltare hören, horchen Diez 29; I, 35. 

Escritoir Schreibzeug; fr. ecritoire, lat. scriptorium zu fr. 
äcrire, lat. scribere schreiben. 

Escrow haftschein; fr. ecrou gefangenrolle, ecrouer inscrire 



— S49 — 

an regiskre de la prison; dmikler hex^^iinft nach Scheler 105, 
Aqbz. 75 vielleicht Ton dem lat. scratari eifDisclien. 

Escutcheon Wappenschild; fr. ecnsson zu £cn, lat. seutum 
achild, aMr. escut,.it. scudo; vgl. equerry. 

Esnecy Wahlrecht des erstgebomen; zu fr. ain^, dessen 
ältere formen unter eigne angegeben ^ind. 

Espalier spalier; fr. espalier; s. unter epaulet. 

Esplanade esplanade, grasfleck; fr. esplanade, it. spii^nata 
geebneter boden von spianare, lat. ex-planare ebenen zu lat. planus 
eben; s. piain, explain. 

Espouse, spouse vermähleUi gatte, verlebter; lat. sponsus 
zn apondere verloben, it. sposo, sp. esposo, pr. espos, altfr. es- 
pons, fr. epoux, fem. Spouse, zeitw. epouser. 

Espy, 8p7> spion, spioniren; it. spiare, sp. pr. espiar, fr. 
epier, chrwl. spiar von dem ahd. spehön, nhd. spähen; dazu die 
hanptworter it. spia, sp. espia, altfr. espie, von dem ahd. speha; 
ndl. spie; Diez 328; 1, 392; zu der.wurzel des lat. specio, vgL 
despise; Max Müller 218; Bapp No. 69 spak blicken (gr. ver- 
setzt in axan?) 

Esquire und squire; von dem fr. ecuyer (escuier) zu ^cu, 
escnt, lat. seutum schild, eigtl. Schildträger; s. equerry. 

Essart gereute; altfr. essart, pr. eissart; nach Diez 622; 
11^ 283 aus lat. ex-saritum, mlat. exartum das ausgehackte, aus- 
gerentete; vgl Scheler 120; Wedgwood 1, 69. 

Essay versuch u. s. w.; altengl. assaye, vgl. Arch. 27, 420; 
fr. essai, it. saggio, sp. ensayo, pr. essay nebst den entsprechen- 
den Zeitwörtern it. saggiare, sp. ensayar, pr. essaiar, fr. essayer, 
von dem lat. exagium, gr. i§dywv *» pensatio prfifung, versuch; 
Wedgwood 1, 68; Diez 300; I, 361; zu dem seltenen lat. exa- 
gium vergleiche man examen = exagmen; zur begriffsentwick- 
lung Trench 74. 

Essoin entschuldigung; altengl. assoign Ool. 6; altfr. es- 
segne, essoigne, essoine, fr. exoine, mlat. exonium zu dem fr. 
sein, besoin, besogne, altit. sogna; über die schwierige herkunft 
des roman. wortes (mlat. simnis, sunia, sonia, aus somnium ? oder 
ahd. bisiuni, goth. sunja) s. Diez 321; I, 384; Scheler 33. 126; 
Diefl 2, 290; Wedgwood 2, 20, wo besonders das alts. sunnea 
entschuldigung, notwendigkeit, hindemiss angezogen wird. 

Establish feststellen; fr. etablir, lat. stabilire; vgl. das 
ettgL Stahle feststehend, dauerhaft. 



— 350 — 

E stäche pfähl; altfr. estache, estaque, sp. pr. estaca, it. 
stacca aus dem germanischen erst ins roman. gekommen, ags. 
staca, altfir. ndd. stake, engl, stake. 

Estafet estafette, Stafette; £r. estafette, sp. estafeta, it. staf* 
fetta, nach Ferrari ,, Cursor tabellarius, cui pedes in stapede per- 
petuo sunt;^^ ableitungen Tom it. chrwl. staffa^stegreif Ton dem 
ahd. staph, stapho schritt, woher wohl selbst das spätere lat. 
stapia; Diez 438; 11, 67; vgl. über den stamm step. 

Estal mit arrest belegen; pr. altfr. estal stelle, auf enthalt, 
it. stallo u. s. w. von dem ahd. stal statio locus, stabulnm; Diez 
331; I, 395; vgl. stall, stallion. 

Estate und state stand, staat; Ton dem lat. status zustand, 
wie das fr. etat und das nhd. staat, ndl. staat, altn. stät, schwd. 
stat, stat; Schwenck 635; über den stamm des Wortes vgl. noch 
stay, stand; Dief. 2, 307 fip; Rapp !No. 72 sta stehen. 

Esteem achten; fr. estimer, hauptwort estime von dem lat. 
aestimare, woraus unmittelbar estimate u. s. w. 

Estival sommerlich; fr. estival von dem lat. aestivalis er- 
weiterung von aestivus zu aestas sommer. 

Estop hemmen (in der rechtssprache), estoppel; s. stop 
und stopple; zunächst von dem fr. estouper, etonper. 

Estovers gesetzlicher unterhalt; stover; fr. estovoir ge- 
ziemen, notwendig sein, als hauptwort not wendigkeit, lebensbe- 
darf, was von Diez 623; II, 286 aus dem lat. studere abgeleitet 
wird; Wedgwood 2, 22. 

Estrade estrade, erhöhter sitz; fr. estrade aus sp. estrado, 
it. Strato, pr. estra für estrat, lat. Stratum zustemere ausbreiten, 
eigtl. ausgebreitetes, teppich, polster, dann mit einem teppich 
bedeckter platz im zimmer um besuch zu empfangen u. s. w.* 
Heyse 324. 

Estrange entfremden; als adj. meist stränge fremd, daso 
stranger u. s. w.; fr. estrange, Strange, estranger, etranger, it. 
stranio, straniero; sp. estrafio, estrangero; pr. estranh aus dem 
lat. extraneus zu extra ausser, ex aus. 

Estrapade bocksprung; fr. estrapade, sp. estrapada, it. 
strappata riss, ruck zu strappare ausreissen von dem oberdeut- 
schen strapfen ziehen, nhd. straff fest angezogen; wahrscheinlich 
hierher (schweiz. strapen abstreifen," bair. straffen behauen, be- 
schneiden; vgL die engl, strip, strap) und nicht zu lat. exstir- 
pare die fr. etraper, estraper, estreper, pr. estrepar stoppeln, ab- 



— 351 — 

baneiif vertilgen, woraus der engl, rechtsaosdruck estrepement 
zu erklaren = ,,stripping of land by a life tenant to the preju- 
dice oif the owner" Smart ; vgl. Diez 440. 624 ; 11, 68. 287. 

Estray umherstreifen, woraus dann verkürzt stray; &. es- 
trayer, pr. estraguar abschweifen von dem lat. extravagare, it. 
stravagare; vgl. engl, extravagant; Diez 624; II, 287: „dem 
Worte schien ein altfr. vb. estraier zu entsprechen; man sehe Da 
Meril im glossar zu Floire und Paul Meier's kritik des wertes, 
Revue German. XVII, 432. Da es indessen die kennzeichen eines 
noniens tragt (nom. estraiers, acc. estraier, fem. estraiere) so lässt 
es sich als die franz. form des pr. estradier fassen,^' so dass es 
zu «trada, vgl. street gehorte. 

Estreat abschrift, eigtl. auszug, extract; von dem lat ex- 
tractum, fr. extrait zu trahere, tractum; vgl. engl, treat, fr. 
traiter, lat. tractare. 

Estrich, estridge strauss; s. unter ostrich. 

Etch ätzen; nhd. atzen, ätzen, etzen, machen dass etwas 
isst, zu fressen geben, einfressen machen von säuren; mhd. etzen, 
ahd. ezzan, azjan, goth. atjan, ndl. etsen also zu goth. itan, nhd. 
eszen, engl, eat; vgl. Kehrein 539; das ch in dem engl, worte 
erklart sich wohl am besten aus einer Vermischung mit edge; 
so wird auch etch grummt nur ein wort mit eddish sein, 
während es zugleich in der bedeutung brache, Weideland auf eat 
fressen u. s. w. hinweist, etwa wie lat. pascuum auf pascere; 
vgl. die mundartl. deutschen etland, etzwiese, etten u. s. w. 
Dief. 1, 78. 

Et her äther, feinster, geistiger stoff; fr. ^ther, lat. aether, 
gr. al&rjq die obere reine himmelsluft, das reine himmelslicht zu 
<Adw brenne. 

Etiolate weiss werden; fr. etioler, unbekanntes Ursprungs, 
da weder mit Roquefort an gr. ahia Ursache (fr. etiologie lehre 
von den Ursachen der krankheiten) noch auch mit Frisch und 
Boiste an stilus in dem sinne von pflanzenschoss zu denken ist. 
Scheler Ausz. 85: „woher? etwa von einem eticulus, dim. von 
mlat. eticus schwindsüchtig?" 

Etiquet, etiquette etiquette; „fr. etiquette aufgeheftetes 
zettelchen, henneg. estiquete zugespitztes hölzchen, neap. stic- 
chetto zeichen eines verbotenen weges; ohne zweifei gleiches Ur- 
sprungs mit it. stecco stachel, henneg. stique degen , .vom ndd. 
stikke stiftchen, stikken anstecken; vgl. altfr. estiquer, estequer, 



— asa — 

eäticher stecken, stechen, champ. stiquer einstecken ^^ Diez 625; 
II, 288; vgl. stick; hiervon auch yerkürzt ticket, woför man 
allerdings nach dem gewohnlichen yorgange sticket erwartet; 
Mätzner 1, 156; über die begriffiientwicklnng — angesteckter 
Zettel, gebrauchszettel , ceremonienzettel , anweisung u. s. w. — 
vgl. Heyse 326. 

Ettin (etayne) riese; Hai. 1, 340. 341; ags. Ston, eoton, 
eoten «== edax, gigas zu goth. itan, engl, eat; altn. iotunn, alt- 
engl, etin, schott. ettyn, ejttjn Grimm M}rth. 485 ff. 

Etui (etwee) etui; fr. ^toi, pr. estug, estni; pg. estojo, sp. 
estuche, it. astnccio (stuccio) mlat. estngium aus mhd. stuche, 
nhd. stauche futteral för den arm, s. Frisch, Adelung, Diez 31 ; I, 
37; nach Langensiepen Arch. 25, 400, vgl. 31, 143, von lat. Stu- 
dium sorg£a.lt, sorgfaltige aufbewahrung, it. studiato sorgf&ltig 
aufbewahrt, wogegen nur die it. sp. Wörter sprechen. 

Etymology etymologie; fr. Etymologie, lat. gr. etymologia, 
hvfiokoyia von hvfioloyog der sich mit dem ervfiov^ der wahren 
{etv^og) bedeutung eines wortes beschäftigt 

Eu-; die meisten mit dieser silbe beginnenden Wörter zu 
erklären aus dem in Zusammensetzungen häufigen gr. €v gat, 
wohl; siehe Smart. Eucharist abendmahl; fr. eucharistie, 
lat. gr. eucharistia, evxaqiatia danksagnng von evxdqiatog dank- 
bar, xdqig dank, dann bei den kirchenvätem für das heilige abend- 
mahl gebraucht. 

Eugh eibe; s. unter der gewöhnlichen form yew. 

Eunuch eunuch; fr. eunuque vom gr. evvovxog verschnitte- 
ner, eigtl. betthuter, zusammengesetzt aus simi lager, bett und 
JX^fy halten. 

Even. 1. (eve, evening, eveling, evemen) abend; ags. aefen, 
alts. äband, ävand, ävond; ndl. avont, avond; frs. avend, aiond, 
iound, iond, ion, in; ahd. äpant, äbant, äbunt, mhd. äbent, nhd. 
abend; altn. aptan, aftan, schwd. afton, dän. aften Grimm 1, 22; 
Schwenck 2: „der abende tag (zu ab) ist entweder der abneh- 
mende oder der hinab-, weggehende tag;*^ vgl. Grimm Gr. 2,50 
und of. 

Even. 2. eben; ags. efen, goth. ibns, alts. ebhan, ndL even, 
ahd. epan, mhd. eben, nhd. eben, altn. iafh, dän. jävn, schwd. 
jemn; „dem lat. aequus, aequalis (equal) verwandt, wie equuaf 
dem iftTTog;^*' etwa zu einem stammzeitwort iban Grimm No. 



— 363 — 

540; Gr. 2, 50 und ans dem partic. iband zu erklären Grimm 

3, 6; Dief. 1, 91. 

Ever immer, je; ags. aefre (aefer) sen4>er ,,dativu8 esse vi- 

detur substantivi aefer, aever^' Etm. 55 zu äv, gotb. aivs zeit, vgl. 

aye. 2. Dief. 1, 26; Grimm Gr. 3, 225; Rapp No. 440 av. 2. zeit, 

ewigkeit; damit zusammengesetzt ags. naefer, naefor, nefor, engl. 

never niemals, femer mit each altengl. everich, everilk, engl. 

every; vgl. Mätzner 1, 303, 380. 

Eyidence augenschein, beweis; fr. evidence, lat. evidentia 
zu yidere sehen. 

Evil übel; altengl. yvel, ags. yfel, eofel, efel, adv. yfele, 
goth. ubils, adv. ubilaba, alts. ubhil, ubil, ndd. öwel, ndl. euvel, 
altfrs. mndl. evel; ahd. upil, ubil, übel, mnhd. übel; in zusam- 
mengezogener form altn. illr =» yllr, adv. altn. schwd. illa, ill, 
dän. ilde, ild, schwd. ilsk, engL ill, mundartl. e'el, Grimm Gr. 3, 
607; Dief. 1, 106; 2, 734; „der Übergang von evil zu ill zeigt 
sich in dem altengl. ivele, eile f= evil; eille = to be sick or ill 
Tgl. Grimm Dipht. 52 über die assimilation des labials im altn. 
illr.** Br. W. 3, 276; Mätzner 1, 383. 

Ewe (yewe, yowe) mutterschaaf; ags. eavu, eovu, eav, eov; 
goth. vermuthl. aus (ave^^i schaafheerde , avistr schaafstall) ahd. 
awi, au, 6w, mhd. mndl. ou, ouwe, oberdtsch. auw, ow, au, aeuw, 
aeu u. s. w. nfirs- ey, ndd. ouwe, ndl. ouwe, oye Binn. Br. W. 
3, 276; vgl. ean und Dief. 1,81 flf; 2, 731; über die weitere Ver- 
wandtschaft lat. Ovis, gr. otg, oFigy skr. avi Grimm G. d. d. S. 
24 (34), Kl. S. 129 und Rapp No. 439 av. 1. schaaf; im rom.fr. 
ouaiUe, slav. diminutiv ovitsa. 

Ewer giesser, wasserkanne, davon dann ewry tafelgeschirr- 
kammer ; fr. evier, altfr. eavier guszstein, fr. aiguiere wasserkanne, 
giesskanne vom fr. eau, altfr. eve, ieve, iave, eave, aigue, iaugue, 
lat. aqua wasser Scheler 8, 101; Diez 611; II, 270; über die Ver- 
wandtschaft des lat. aqua mit german. Wörtern, wie goth. ahva 
fluss s. Dief. 1, 58 fi. 2, 732. Rapp No. 422 ak wasser. 

Ex-; die zahlreichen Zusammensetzungen mit den lat. Par- 
tikeln ex und extra im fr. und engl, bedürfen bei der durchsich- 
tigkeit der formen meist keiner besonderen erklärung; Mätzner 
1, 495', z. b. exaggerate übertreiben, fr. exagerer, lat. exag- 
gerare eigtl. durch aufgeworfene erde, lat. agger dämm, erhöhen. 

Ex alt erhöhen; fr. exalter, lat. exaltare zu altushoch; vgl. 
im nhd. als fremdwort exaltirt. 

MUlltr, Etym. Wörterbuch 23 



— 3K4 — 

Example beispiel; fr. exemple, altfr. example, lat. exemp- 
lum; so exemplar, exemplary u. s. w. fr. exemplaire, lat. exemp- 
lar; im engl, auch wie altfr. ensample und verkürzt sample; 
Wedgwood 2, 13; Mätzner 1, 164. 

Exchange, exchequer; s. unter den einfachen change, 
check. 

Ex eise accise, steuer; phonetisch für accise, wie es fr. 
und als fremdwort nhd. lautet; es ist dies aber eine abäuderung 
Ton assise sitzung, gerichtssitzung, die in einer solchen sitzung 
aufgelegte steuer, wobei man an accidere anschneiden gedacht zu 
haben scheint, wie von einer beschneidung des gewinnes oder 
etwa einem abzug; Tgl. fr. tailler schneiden, taillesteuer; Schweiz, 
landschnitz für steuer; nhd. 'accise auch verstümmelt in ziese; 
"s. Diez n, 202; Schwenck 4; Scheler4; Weigand 1, 12, wo die 
beziehung der begriffe einschneiden und steuer durch das kerb- 
holz, dessen man sich ehemals als quittung der empfangenen 
steuern bediente, erklärt wird; vgl. noch Heyse 9 und assizes. 

Excuse entschuldigen; fr. excuser, lat. excusare zu causa. 

Execute ausfuhren; fr. executer, mlat. executare von dem 
lat. exequor, executus; hauptwort executio. 

E X e r g u e exergue (in der münzkunde) ; fr. exergue, it. esergo 
wie von dem gr. e^-sqyov beiwerk; Texergue, dit Domergue, est 
un espace menag^ hors de Touvrage, hors du type, au bas de la 
medaille Scheler 126. 

Exert, exertion anstrengen, anstrengung, heraussirecken ; 
von dem lat. exsero, exero herausstrecken, zeigen, erheben. 

Exile. 1. dünn; lat. exilis, auch fr. exile bei Montaigne. 

Exile. 2. verbannen, Verbannung; fr. exil, exiler von dem 
lat. exilium, exul u. s. w. 

Exit abgang, eigtl. er geht ab; lat. exit von exire; als 
bühnenanweisung in den Schauspielen. 

Exorbitant übermässig; fr. exorbitant von dem lat. ex und 
orbita spur, geleise (orbis kreis) über das gewöhnliche hinausge- 
hend; vgl. enormous und orbit. 

Expend ausgeben; lat. expendere, sp. espender, it. spendere; 
ebendaher aber schon ahd. spenton, nhd. spenden, ags. spendan, 
engl, spend; vgl. die weiteren darauf zurückweisenden Wörter 
lat. expensa, it. spesa und im deutschen Spesen, speise, ahd. spisa 
Wackemagel Umd. 20; Heyse 866; Schwenck 626. 



— 355 — 

Expose anseinaudersetzen ; fr. exposer zu lat. exponere, 
expo-s-itos; daneben expound wie Compound, propound neben 
compose, propose mit angetretenem d oder wohl schon auf altfir. 
formen beruhend; vgl. nfr. pondre aus lat. ponere, altengl. ex- 
poonen, expounden; Mätzner 1, 116. 178. 

Extraught (veraltet) = extracted; eine mischung roma- 
nischer und germanischer form trahere, tract u. strecchen Mätzner 
1, 338. 

Eyas nestling, nicht flügge; ein wort mit nias (aneyas = 
a nias, s. Mätzner 1, 157. 172); fr. niais, pr. niaic, it. nidiace 
wie von einem lat. nidax zu nidus nest; Diez 238; I, 289; Elze 
Hamlet 165. 

Eye äuge; über ältere, formen eighe, igh, ee, e und den 
plural eyen, een Mätzner 1, 219; ags. eage, eag, ege; goth. augo, 
älts. oga, altfrs. ndd. öge, ndl. oog, altfirs. age, ag, n&s. aeg, eag ; 
aitn. auga, schwd. oga, mundartl. äuge, dän öie, ahd. auga, ouga, 
mhd. ouge, nhd. äuge; s. über weitere Verwandtschaft bis hinauf 
zu lat. oc-ulus, gr. oTtog, skr. axa, axi, aus lat. oculus wieder 
roman. fr. oeil, it. occhio, vgl. Dief. 1, 53; 2, 728; Grimm 1, 
789 ff. Rapp No. 424 ak. 3. äuge; Scheler 239 und oeil i ad. 

Eyre reise; altfr. erre vom lat. iter; s. err, fr. errer, altfr. 
edrar, lat. iterare Diez 619; U, 280. 



23 



F. 

Fable fabel; fr. fable, lat. fabula, it. favola, pr. faula, gp. 
fabla und habla, pg. falla rede zu lat. fari reden, was dann das 
sp. hablar wieder bedeutet, fr. habler; Diez 140; I, 175; nhd. 
fabel, fabeln. 

Fabric bau, stoff, &brik n. s. w.; fr. fabrique, nhd. fabrik 
aus dem lat. fiäbrica, faber; ebendaher aber auch das fr. engl, 
forge schmiede, it. forgia, sp. pg. forja, vermittelt zu denken 
durch formen wie fabr'car, faurcar, forger; vgl. pr. &ur, altfr. 
fevre (noch in orfevre) = lat. faber; Diez 153; 1, 188. 

Face antlitz, yorderseite u. s. w. ; fr. face, lat. facies (it. 
faccia, pr. fasse, sp. haz); dazu dann facade Vorderseite, fr. 
fa9ade, facet, fr. facette, sowie surface oberflaehe, fr. surface; 
Scheler 129. 

Facile, fact, faction u. s. w.; der lat. stamm fac-ere 
thun entwickelt eine bedeutende menge ableitungen, die im fr. 
und engl, meist wenig verändert und leicht zu erkennen sind; 
vgl. z. b. noch engl, faculty, fr. faculte, lat. facultas u.s. Smart- 
Fad die tändeln, verzärteln; scheint aus einem lautspiele 
entstanden zu sein; vgl. das ablautende fiddle- faddle unter 
fiddle; nach Wedgwood 2, 24 kommen davon dann erst die 
mundartlichen fad a temporary fancy, to fad to be busy about 
trifles, faddy frivolous. 

Fade matt, schal, als zeitwort schwinden, welken*; fr. fade 
wie fat aus lat. fatuus; pr. fat, fem. fada abgeschmackt, daraus 
erst it. fado ; das nhd. fade scheint erst in der zweiten hälfte des 
18. jhd. aus dem fr. herübergenommen zu sein; ndd. &de, ndl. 
Binn. vaddigh ignarus, languidus, marcidus, torpidus, nndl. vadrig 
träge, verdrossen, schwd. fadd, dän. fad ; man kann in zweifei 
sein, ob alle diese Wörter aus dem lat. fatuus stammen, oder ob 
eine gemeinsame wurzel sie in den verschiedenen sprachen selb- 
ständig entwickelte und nur gelegentlich 'einander näherte ; vgl. 
Grimm 3, 1230; Br. W. 1, 329; Diez 626; U, 289; hierzu die 



— 357 — 

ableitungen fading, fadj; die älteren adjekÜTischen bedeutnn- 
gen im engl. (s. Hai. 1, 344) weisen entschieden auf romanischen 
Ursprung hin. 

Fadge zusammenfügen, passen u. s. w.; ags. ge-fegan (nhd. 
fugen) conjungere; vgl. altengl. alle in fageyng Townely Mjst. 
= together Mätzner 1, 104; Wedgwood 2, 24; über den in den 
anderen germanischen sprachen ziemlich verbreiteten stamm Dief. 
1, 348; ein anderes fadge ist die mehr angeeignete nebenform 
▼on fagot. 

Fag abprngeln, ermüden u. s. w.; darf man, was wegen 
des hohen alters des sogenannten fagging system, vgl. Ghambers's 
EucL 4. 217, nicht unwahrscheinlich ist, annehmen, dass das 
wort aus den schulen stammt und dann seine weiteren bedeutun« 
gen entwickelte, so möchte man es mit Johnson Ton dem lat. 
fatigare ermüden ableiten; indessen beachte man das ags. faege, 
nhd. feige, vgl. Dief. 1, 380; ausserdem bleiben anders zu er* 
klaren fag flocken, knoten im tuche; fagend sahlleiste (nach 
Wedgwood 2, 25 ==^ flag-end, lag-end, the end that flags, or 
hangs loose). 

Fagot reisbündel; fr. fagot, it. fagotto, fangotto, pr. fi^ot, 
i<p. fagote, miat. fagotum; daraus erst kymr. iFagod, nach Diez 
136; I, 169; Anhang 8 nicht vom lat. fagus, sondern vom lat. 
&x fackel, eigtl. bündel späne; Scheler 129; Dief. 1, 368. 

Fail fehlen; fr. faillir, pr. fiaillir, it. fallire, altsp. altpg. 
faUir, falir (jetzt fallecer, falecer) von dem lat. f allere teuschen; 
mlat. fallire; ebendaher fr. falloir, altfr. faldre und vermittels 
einer iterativform fallitare, it. faltare, sp. pg. pr. faltar mit den 
haaptwörtem sp. pg. pr. falta, fr. faute und der Zusammensetzung 
it. diffiftlta, pr. defauta. altfr. d^faute, nfr. d^aut, engl, fault, 
default Diez 157; I, 172; die berührungen mit nhd. fehlen, 
mhd. vaelen, ndd. ndl. feilen, dän. feile, schwd. fela sind un- 
leugbar aber keineswegs klar, indem es sich fragt, ob die deut- 
schen formen nur dem romanischen gebiete entlehnt sind, oder 
eine gemeinsame Wurzel für gr. aqxilleiVy lat. fallere, nhd. fallen, 
fehlen u. s. w. anzunehmen ist Grimm 3, 1422; Eehrein 64; 
Wedgwood 2, 25. 

Fain froh, gern; ags. fägen, fagen laetus, fagnian, fögnian 
laetari; goth. faginou, ahd. gifehan Grimm No. 309; alts. fagan; 
adj. ahd. fagin, altn. feginn u. s. w. Dief. 1, 349; 2, 757; danach 
▼erwandt mit fair. 1. vielleicht selbst mit fee; vgl. Etm. 328. 



— 358 — 

339 fagan decere, feöhan, feon vivere, gaudere, aptum esse. Die 
ahstammuDg des engl, fain zunächst aus dem ags. ist klar^ ygL 
Col. 28 fagen glad, fain; fain to be glad, rejoice. 

Faint matt, welken; altfr. faint nachlässig, träge und dies 
nach Diez 626; II, 289 eigtl. particip von feindre, lat. fingere 
verstellen; will man noch, was kaum nöthig ist, anderweitigen 
einfluss annehmen, so liegt näher als vain, fr. vain, lat. vanus, 
Wedgwood 2, 26, jedenfalls schon im fr. fener, altfr. fanir, fener 
zu foin, lat. foenum heu, Diez 627; II, 290, sowie im engl, selbst 
fain sich erfreuen, heftig begehren, schmachten; vgl feign (fr. 
se feindre to make a show of one thing and do another, to dis- 
able himself more, than he needs, to do less than he can do. 
Sans se feindre, diUgentlj, in good eamest; feintement frdsely; 
feignedly, faintly; Wedgwood 2, 26; vgl. it. infingardo. 1, ver- 
stellt; 2, langsam Diez U, 289). 

Fair. I. schön, hell; altengl. faeir, ags. faeger, faeigr; goth. 
fagrs gut; alts. ahd. fagar, altn. fagr, schwd. dän. fager, dän. 
faver, feir; engl, mundartl. feg; vgl. ags. fäg, fäh, fabunt, gefä- 
gerian schmücken; wie es scheint zu einem stammzeitwort fagan 
passen Etm. 328; Dief. 1, 348; vgl. fain, fadge; Heyne 161: 
„skr. pi9 Omare, decorare, gr. TtoiTukog, ahd. veh." 

Fair. 2. messe, markt; fr. foire, altfr. feire, fere, pr. feira, 
pg. feira,* sp. feria, it. fiera „vom lat. feria aus feriae feier- oder 
festzeit, weil die Jahrmärkte an kirchlichen feiertagen gehalten 
wurden, wo das landvolk die stadt zu besuchen pflegt Ebenso 
knüpft sich das deutsche messe an die kirchenfeier. Aus forum 
hätte nicht einmal das fr. foire werden können, das schlechthin 
auf feira, feria zurückdeutet" Diez 145; I, 180; dasselbe wort 
ist demnach das nhd. feier; wegen der begriffsentwicklung vgl. 
noch goth. dul|^s fest, ahd. nhd. mundartl. dult fest, Jahrmarkt 
Grimm 2, 1509; Dief. 2, 634. 

Fairy fec, feenhaft; fay fee, fr. fee, daher auch nhd. fee, 
fei, mhd. feie, feine ; pg. pr. fada, sp. fada, hada, it. fata, lat. fata 
=s parca aus fatum Schicksal oder aus fatua Wahrsagerin Diez 
140; I, 175; vgl. Benecke und Müller mhd. wb. 3,289; das engl, 
fairy weist zunächst auf fr. feerie und scheint aus dem abstracten 
hauptworte konkretes, dann auch eigenschaftswort geworden zu 
sein, was bei der vieldeutigen endung leicht war; Col. 28. fairy, 
sb. = enchantment Alys. 6924. Fr. faerie, fae; vgl. Mätzner 1, 



— 359 — 

447; ehemalB nicht bloss auf die germanische mjrthologie be- 
schränkt Trench 78. 

Faith glaube; altengl. feiy, feye, doch bereits im 13. jhd. 
faith Col. 28 und aoffallend bei Hai. feght von dem altfir. feiz, 
fois, feit, feid, lat. fides, it. fede, fe, sp. £$; s. über das unge- 
wöhnlich statt d, t oder z eingetretene th Mätzner 1, 132; vgl. 
fay. 2. 

Faitonr taogenichts; obgleich das der form nach genau 
entsprechende fr. faiteur (mal- fiuteur) von £aire, lat. facere ma- 
chen, nach der allgemeinen bedeutung macher allenfalls auch die 
besondere schlimme erhalten haben könnte, vgl. Wedgwood 2, 
36 „faytowre fictor, Simulator ; faytowre that feynyth sekeness for 
trowandise, yagius Pr. Pm.^S so liegt doch nahe, dass es aus altfr. 
&itard (Scheler 130 »= qui fait tard, qui tard fait, wie faineant) 
hervorging, indem der letzte theü der Zusammensetzung unver- 
standen als blosse ableitungssilbe erschien und das d am ende 
einbüsste. 

Pake (schifferausdruck) schlag eines angeschossenen, rund 
zusammengelegten taus; wird auf ags. ge-fegan zurückgeführt; 
vgl. fadge. 

Fakir (faquir) indischer, türkischer mönch, fakir; arab. 
&kir von fiäkar arm, also gleichsam bettelmönch. 

Falchion krummer säbel; &• fauchon zu fir. fieiux, lat. falx, 
falds sichel. 

Falcon falke; fr. faucon, faulcon, it. falco, falcone, pr. falcö, 
sp. halcon aus lat. falco bei Servius ad Aen. 10, 146 eigentlich 
sichelträger von den stark gekrnmimten klauen des vogels; von 
dem dann geschütze benannt rom. falcone, falconetto, engl, fal- 
con et Diez 137; I, 171; das wort drang auch in das germa- 
nische gebiet ahd. falcho, mhd. valke, nhd. falk, falke, ndl. valk, 
altn. falki, schwd. dän. falk; Grimm 3, 1269; vgl. besonders noch 
Dief. Or. Eur. 340 und hawk. 

Faldage hürdenrecht; mlat. faldagium zu fald === fold 
bürde; vgl. Schmid 6. d. Ä. 374 und fold; ebendahin fald- 
stool, mlat. faldestolium, faldestorium, it. faldistorio, altfr. fau- 
desteuil, fr. fauteuil, ahd. faldistuol, faldistöl, faltstuol, mhd. valt- 
stuol, nhd. faltstuhl, falzstuhl; vgl. Grimm 3, 1302; Diez 137; 
I, 172. 

Fall-; als Stammsilbe verschiedener Wörter weist auf das 
lat. fallere teuschen u. s. w. hin; fallacy; fallacious; s. false. 



— 360 — 

Fall fallen; über die formen s. Mätzner 1,364; ags. feallatt, 
alts. fallan, ndl. vallen, altn. falla, schwd. falla, dän. falde, ahd. 
fallan, mhd. vallen, nhd. fallen; vgl. über weitere yerwandtschaft 
(litth. pulti, lett. palt, lat. pellere, gr. TtalXeiv treiben, stossen, 
schwingen) Grimm 3, 1277 ff. 

Fallow fahl, falb; ags. fealo, fealuves ; ndl. vael, valaw, yaal; 
ahd. falo, falawes, mhd. val, valwes, nhd. fahl, falb, altn. fölr, 
anch in das romanische gebiet gedrangen it. folbo, pr. falb, nft. 
faave, weiter ' gehörig etwa zu gr. Ttekkog^ nehog^ nohogy lai 
pallas, litth. palvas, böhm. plavy, poln. plow^, skr. palita, ygl. 
lat. pallidas ; dagegen abstehend von den lat. fdlvus, flavus, denen 
mehr blaa, engl, blne entspräche Grimm 3, 1239; Diez 137; I, 
171; Bapp No. 245 pal. 2. bleich; vgl engl, pale, fir. pale; die 
weiteren bedeatangen des engl, fallow brach u. s. w. scheinen 
doch nar aas jener ersten abgeleitet za sein, indem auch nhd. 
falb gerade von der herbstlichen &rbe gilt Grimm 3, 1268 and 
so leicht der Übergang auf das fahle, abgeerntete, dann das leere, 
anbebaute feld geschehen konnte; vgl. wegen der begriffsentwick- 
lung fallowdeer, fallowfinch mit fr. bete fauve, fanvette and 
im allgemeinen Wedgwood 2, 28. 

False falsch; altfr. pr. fals, nfr. Selux, vom lat. falsos, it. 
falso particip von fallere teuschen, auch mhd. valsch, nhd. falsch, 
ndl. valsc, valsch, schwd. dän. falsk und daraus erst isl. falskr; 
Grimm 3, 1291; vgl. fail. 

Falter straucheln, stammeln; scheint zunächst auf dem pr. 
faltar fehlen, s. fail, zu beruhen, zeigt aber zugleich die vielge- 
brauchte endung er Mätzner 1, 435 and musste leicht sich an 
fall fallen anlehnen. 

Fambie stottern, anstossen; darf als modification von 
fumble gelten; vgl. fimble to fiimble, to do anything imper- 
fectly ; Hai. 1, 357. 346; fambles altengl. bände; vgl. Dief. 1, 374. 

Farne ruf; lat. fama zu fari reden; gr. q>ri^ir} zn q>if]fu sage; 
dazu famous, fr. fameux, lat. famosas u. s. w. 

Family familie; fr. famille, lat. feunilia, famulus, nhd. fa- 
milie; dazu familiär, fr. familier; familiarize u. s. w. 

F am ine hungersnoth, famish verhungern; fr. faim, famine, 
affifmer zu dem lat. fames hunger. 

Fan fächer, schwinge u. s. w.; nebenform von van, fr. van. 
lat. vannus fntterschwinge; wegen des wechseis zwischen f und v 
vgl. Mätzner 1, 127; wegen der begriffsübergänge das nhd. 



— 361 — 

tekwinge und wanne, letsteres auch in der bedeatnng schwinge, 
fiagel; s. Schwenck 724 und vgl. die engl, van, winnow und 
Dief. 1, 158; bereits nordhbr. föne, windfone ventilabram. 

Fanatic ftmatisch; fir. fanatique, lat. fanaticus, nhd. fana- 
tisch; nur wegen der bedentung zu erwähnen, indem es ursprüng- 
lich den priester des heiligthums, s. fane. 1., sodann den gott- 
begeisterten, den schwärmerischen nienschen bezeichnet; dazu fa- 

4 

naticism u. s. w. 

Fancy fantasie, wiUkühr, geschmack; fr. fantaisie wie auch 
engL veraltet &utacy aus dem lat. gr. phantasia, (pavTctaia von 
dem gr. q>aiVBiv zeigen, (pcnncaCßiv offenbaren, mit leicht verständ- 
Uchen aber interessanten begriffsübergängen. 

. Fane. 1. heiligthum; lat.' £anum; vgl. fanatic. 

Fane. 2. wetter&hne; seltenere, aber wegen des rein ger- 
manischen Ursprungs eigentlich bessere form neben vane; ags. 
£uia, goth. fana tuch; alts. fano, ndl. vaan, ahd. fano, mhd. van, 
nhd. ÜBÜine, isL fana, wie es scheint erst später aus dem schwd. 
dan. &na, fane und diese aus dem deutschen entnommen; eben- 
daher fr. &non, fianion, die dann auch im engl, fanou, fanion 
erscheinen Scheler 131 ; über weitere Verwandtschaft bis zum lat. 
pannos, gr. nrpfog s. Grrimm 3, 1241; Dief. 1, 362; vgl. pen- 
nen, pennant. 

Fanfare (fanfaron) &nfare; fr. fanfare, fanfaron prahlerisch, 
altsp. fanfa prahlerei, it. fanfano, sp. fanfarron u. s. w. wohl nur 
naturausdrücke Diez 138 ; 1, 173 ; Scheler 131 ; „en arabe on trouve 
£Eur£ftr p. babillard: serait-ce Toriginal?^^ vgl. Ausz. 88. 

Fang fangen, &ng u. s. w. ; ags. fangan capere Etm. 329; 
fang raptus, captura, alts. fang, ndl. vaug, altn. fang, schwd. 
fing, dän. fang (jetzt fängst, fängst) ahd. &nc, mhd. vanc, nhd. 
fang zu goth. fahan; s. Dief. 1, 342 ff. Grimm 3, 1310 ff; dazu 
fangle; s. Wedgwood 2, 30. 

Fantom himgespinst; fr. fantöme, altfr. fautasme, pr. fan- 
tasma, fantauma aus dem gr. lat. (pdvraajLta^ Phantasma zu tpav" 
Ta^iv; 8. fancy,. auch engl, fantasm. 

Far. 1. fern; ags. feorr (über den lautübergang Mätzner 1, 
104) goth. fairra, alts. fer, fern , ndd. feer, ndl. ver, verre, altfrs. 
fir, fer, ferne; ahd. fer, mhd. verre, nhd. fem (fer, ferr); altn. firr, 
fiaerri, fiarri, schwd. fjerran, dän. fjern u. s. w. Dief. 1, 353; 
Grimm 3, 1527. 1532. 1540; wo andeutungen weiterer Verwandt- 
schaft mit lat. porro, gr. no^^w; vgl. for, from. 



— 362 — 

Far. 2. meist in der abgeleiteten fonn farrow ferkel; ags. 
fearh ; ndl. varken, ahd. farh, farab, mbd. rarch, nhd. feurk, ferken, 
ferkel; litth. parszas, russ. porosjä, bohm. prase; lat. porcos, gr. 
no^og Grimm 3, 1331 ; G. d. d. S. 37. 

Farce fallen, föllsel, posse ; fr. &rce, farcir, lat. farcire, auch 
nhd. als fremdwort gemenge, mischstück, posse; vgl. die begn£Ei- 
übergänge von satora mischmasch, qnodlibet, satire und Heyse 
347; nach Scheler 131 hierher auch fr. engl, farcin wurm der 
pferde; lat. farciminimi bei Vegetius name von einer allerdings 
anderen krankheit, auf welche die ableitung von farcire besser passt. 

Fard schminke; fr. fard, vielleicht von dem ahd. gi-&rwit, 
gi-farit particip von farwjan, nhd. förben oder ursprünglich hr 
von dem mhd. var, wie das synonyme teinte zu teindre, lat tin- 
gere färben; Scheler 131, nach Diez 627; II, 290. 

Fardel bündel, last, bürde; pr. fardel, nfr. fardeau, sp. pg. 
fardo, sp. auch verkleinert fardillo, fr. farde, ungewisser abstam- 
mung, indem man es zu dem germ. stamme faran stellte, oder 
gar an nhd. bürde, gr. cpoQTog denkt; vgl. Scheler 131; Dief. 1, 
366 ; jedenfalls erst aus dem romanischen das nhd. fardel Grimm 
3, 1331. Diez 139; I, 173 (vgl. II, 329) möchte es aus dem ara- 
bischen herleiten, etwa zugleich mit dem fr. hardes Sachen von 
dem arab. 'hard impedimentum, oder von far d, far don, was unter 
andern auch tuch, kleidung bedeutet, wie pg. farda, alfeurda ein 
soldatenrock ist; Scheler Ausz. 88. 

Fare fahren, fahrlohn, sich befinden, essen und trinken (vgl. 
über die mehrfach interessante begrifiFsentwicklung, schon im alt- 
engl. Col. 28 fare = go, joumey; succeed, tum out; behave, 
fare, live; custom, proceeding, sodann für das neuengl. Smart, 
für das nhd. Kehrein 726 ff.) ags. faran, goth. faran, alts. faran, 
ndl. varen, altn. schwd. fara, dän. fare, ahd. faran, mhd. vam, 
nhd. fahren; (über die altengl. noch starken formen s. Mätsner 
1, 358) über die weitere Verwandtschaft, nach Eehrein wurzel far, 
var; skr. car gehen; gr. iteiqeiv durchdringen, TtßtQov versuchen, 
TTOQog durchgang, jcogevead'ai reisen; lat. per durch, porta thfire, 
peritus erfahren Grimm 3, 1247; Dief. 1, 364 ff. 

Farm meierei, pachtgut; in dem worte haben sich nach 
form und bedeutung gemischt 1, das ags. feorm kost, pachtgut, 
dem entspricht alts. farm iter, altn. farmr onus nauticum etwa 
zu faran; s. fare Grimm 3, 1332; Dief. 1, 366; 2, 730. 761; 
über das ags. wort Etm. 343; Grein 1, 293; Bouterwek Ev. 316 



— 363 — 

nordhbr. feinn und besonders Schmid 6. d. Ä. 574; und 2, das 
fr. ferme pachtung, miat. firma, s. Duc, was nach Diez 629; U, 
292 aus dem lat. firmus fest, firmare befestigen, dann sp. firmar, 
it. fennare festsetzen, unterzeichnen entsprang; nur scheint farm 
in seiner jetzigen bedeutung ursprünglich auf dem mlat. roman. 
Worte zu beruhen, das frühzeitig an das ags. feorm angelehnt 
Hnd in dies umgedeutet sein mag, während noch manche mundartl. 
bedeutungen, Hai. 1, 347 farin to cleanse or empty; farme food, 
meal, unmittelbar auf das ags. feormjau victum praebere, emundare ; 
feorm yictus, convivium zurückgehen. 

Farrier hufschmied; lat. ferrarius zu ferrum eisen, fr. fer; 
Tgl. ferrer un cheyal, marechal ferrant; it. ferraro, ferratore huf- 
schmied. 

Farrow ferken; siehe unter far. 2. 

Part farzen; ags. feortan, subst. feort Grimm Gr. 2, 38; 
nhd. farzen, fiirzen, ndd. fürten, gr. Ttiqdio, Ttejtogda, lat. pederg 
(sp. peer, fr. peter), slav. perdjeti, skr. pard; s. Grimm 3; 1335; 
Br. W. 1, 470; Rapp No. 97 part ferzen. 

Farther weiter; neben further zu far. 1. und forth; 
Mätzner 1, 388: „die neuengl. farther, iarthest sind anomale bil- 
dungen, welche dem frirther angeglichen sind ; further entspricht 
dem ags. fhrdör, fordör ulterius, welches sich an das adverb forth 
anschliesst; das altengl. 'forther mag die Verwechslung vermittelt 
haben;" vgl. far. 1. for, forth, first. 

F arthing heller, V/4 penny; ags. feörding, feördung, feörd- 
ling Etm. 356 eigtl. quadrans zu ags. feöver vier; s. four; vgl. 
Mätzner 1, 104; noch bei Chaucer ferthyng. 

Farthingale reifrock, wulst; altengl. verdingale; gilt als 
entstellung aus dem fr. vertugadin, was selbst aus vertu -garde 
oder vertu - gardien erklärt eigentlich den tugendhüter bedeute; 
Scheler 336 : „vertugadin, dim. du vieux mot vertugade, bourrelet 
que Ton explique par vertu en garde. Les Espagnols appellent 
la meme chose aussi guarda-infante." FreiUch klingt diese er- 
klärung ganz, als ob schon sie auf einer umdeutung beruhe; 
wenn das wort im Südwesten des romanischen gebietes entsprang, 
könnte man von dem sp. verdugo frisches reis, gerte ausgehen; 
wie denn auch die sp. form verdugado, pg. verdugada, averdugada, 
älterfr. verdugade und verdugadin ist; s. Wedgwood 2, 33; Diez 
n, 188. 



— 364 ~ 

Fashion mode; altengl. faehon, fazon, faceon, fir. fiifOiL, 
pr. faissö, it. fazione, yom lat. &ctio eigentlich art und weise 
etwas zu thun (lat. facere); vgl. facti on unmittelbar Tom lat. 
factio. 

Fast. 1. fest, schnell; ags. fast, alts. fast, altn. fastr, schwd. 
dän. fast, ahd. fasti, festi, mhd. veste, nhd. fest und als adverb 
mit der bedeutung beinahe fast; ndl. vast; vgl. goth« fastan hal- 
ten, bewahren Dief. 1, 368; Grimm 3, 1348. 1558. 

Fast. 2. fasten; ags. föstan, goth. fastan, altn. schwd. faaita, 
dän. faste, ndl. vasten, ahd. rasten, mhd. rasten, nhd. fasten; 
als hauptwort slav. post, litth. pastninkas u. s. w.; siehe beson- 
ders auch über die wahrscheinliche identitat der goth. fastan 
halten und fastan enthalten, fasten Grimm 3, 1350 ff. und Dief. 
1, 368—371. 

Fat. 1. fett; ags. fätt (faeted Etm. 358 nicht hierher, vgl. 
^Grein 1, 273) alts. feit, ndl. vet, ndd.fett, daraus nhd. fett, altn. 
feitr, schwd. fet, dän. fed, ahd. feigit, feijt, mhd. veiget, veigt, 
nhd. feist; vgl. über den weiteren, noch wenig aufgeklärten Zu- 
sammenhang z. b. mit slav. pitati füttern Grimm 3, 1466. 1570: 
Schwenck 177; Weigand 1, 332. 336. 

Fat. 2. £ä8s; ags. fät, alts. fat, ndl. yat, altn. fat, schwd. fat, 
dän. fad. ahd. fag, inhd. vag, nhd. fasz; engl, daneben vat, Tgl. 
fane. 2. neben vane Mätzner 1, 127; Grimm 3, 1358. 

Fate Schicksal, fatal, fr. fatal, lat. fataUs zu lat. fatum 
Schicksal, götterspruch, fari sprechen; vgl. fame. 

Fat her vater; ags. fäder, fader, goth. fadar, alts. ags. schwd. 
dän. altfrs. fader, ndl. ndd. neufrs. vader, vaer, vär; ahd. fatar, 
mhd. vater, nhd. vater, altn. fadir; vgl. über die weitere Ver- 
wandtschaft lat. pater, gr. narrjQy skr. pitr Schwenck 706 und 
Dief. 1, 341 f. „als wurzel erscheint skr. pä sustinere, servare; 
eine menge meist redupUcirter vatemamen papa u. s. W. schUesst 
sich an und scheint den Übergang des kindischen naturlauts in 
die organische spräche zu bezeichnen.^^ (Von dem urverwandten 
lat. pater abstammend die roman. Wörter it. -padre, altfr. peire, 
nfr. pere u. s. w.) Grimm G. d. d. 8. 185 (266.) 

F athom faden u. s. w. ; ags. fädm, alts. fathmös brachia bina, 
altn. fadmr amplexus, sinus, orgyia, schwd. famn, dän. fiftvn, ahd. 
fadam, fadum, mhd. vadem, nhd. fadem, faden, ndl. ndd. vadem^ 
vaem, vaam. Grimm 3, 1230: „aus der einigung der scheinbar 
abstehenden bedeutungen ergiebt sich aufschluss über die wurzel. 



— 368 — 

welche keine andere sein kann als fahan*/^ vgl. Dief. 1, 344 unter 
goth. fa^a zäun. 

Fatigae ermädnng; fr. fatigue zu lat. fatigare ermüden, 
wovon dann andere ableitungen wie fatigate, fatigable, in- 
defatigable u. s. w. 

Faucet zapfen, bahn (an fassem), mehr angeeignet f esset; 
fr. &u8set, faucet; das fr. ^ort in dem sinne fistelstimme it. fal- 
setk) scheint zu faux falsch, it. falso, lat. falsus zu gehören, in 
der anderen ins engl, übergegangenen bedeutung zapfen, röhre 
u. 8. w. aber weist es doch zunächst auf lat. fauces Schlund zu- 
rück, worauf Duc. 2, 1, 410 das wort überhaupt zurückfuhren 
möchte „a faucibus forte unde voxacutior emittitur;'^ vgl. Scheler 
132 und wegen der berührung de^ begriffe unser nhd. fistelstimme 
Yon fistula röhre, pfeife. 

Fault fehler, default; fr. faute, defaut; siehe fail. 

Favor gnnst;«fr. faveur, lat. favor zu farere günstig sein; 
dazu farorable u. s. w.; über die redensart to curry favour, 
worin favour entstellt scheint, vgl. curry. 

Fawn. 1. rehkalb; fr. faon, altfr. feon, f^n aus fedon zu 
dem lat. fetus junges; Scheler 131; Diez 627; II, 290. 

Fawn. 2. schmeicheln, hebkosen; ags. fägnjan, fagnjan, 
fahnjan exultare; vgl. bei Hai. 1, 349 &wne fain, glad Pr. Pm. 
und 8. fain, fair; Mätzner 1, 109. 

Faxed (veraltet) behaart; altengl. fax haar Col. 28; ags. 
feax, altn. faxi gemahnt, pferd; fax mahne; ahd. fahs, mhd. vahs, 
nhd. veraltet fachs; bei Grimm 3, 1225: „eine spur davon im 
lothring. scheinbaren plural faces für locken rouler ses faces 
=» ses cheveux ; qui vous a fait vos faces ? wer hat dir deine 
locken gemacht? Michel dict. lorr. Nancy 1807. p. 87; auch 
übrig im Schweiz, fachs schlechtes bergheu (Stald. 1, 348) da sich 
Wörter für gras und haar begegnen; sodann im bair. feuerfachs, 
rothhaar, rothkopf, von menschen, pferden und hunden (Schm. 
1, 508; Hofer 1, 213); von uns entlehnt böhm. faus. fausek, 
pob. was baarthaar und auch ranke der pflanzen, vgl. gal. feusag 
bart, ir. fesog (Stokes p. 42) wurzel fahan, wie capillus, cabello 
von capere.^^ 

Fay. 1. fee; fr. fSe, lat. fata; siehe fairy. 

Fay. 2. treue, glaube; fr. foi, lat. fides; siehe faith. 

Fay. 3. fest anliegen; wird erklärt aus ags. gefegan (nhd. 
fögen) vgl. fadge und fake. 



— 366 — 

Feal treu, fealt j treue; altfir. feal, fiel; fealte, feeltä von 
dem lat. fidelis, it. fedele, nir. fidele zu fides treue; vgl. faith 
und fay. 2. über berührung, wo nicht Zusammenhang mit ags. 
faele s. Dief. 1, 375 und Grimm 3, 1446; vgl. fidelity. 

Fear furcht, fürchten; ags. faer periculum, faeran insidiari, 
terrere ; goth. ferja insidiator, alts. far, ndl. vaar, mhd. vär, nhd. 
ge-fahr, fahr Grimm 3, 1244; s^eitwort alts. faran, ahd. &r§n, 
mhd. varen ; vgl. auch die skandin. hauptwörter altn. far, schw^d. 
fara, dän. fare; Dief. 1, 372; Weigand 1, 318; unsicher ist die 
Verwandtschaft mit den in engl, fare und fright zu gründe 
liegenden stammen. 

Feast fest; fr. fete, altfr. feste, it. pr. festa, sp. fiesta vom 
lat. festa eigtl. plural von fest\im. 

Feat'that; fr. fait, lat. factum, also eigtl. identisch mit fact; 
dazu feature, altfr. faiture gesichtszug; vgl. Dief. 1, 373 und 
wegen der begriffsentwicklung fashion und Trench 79. 

Feather feder; ags. feder, alts. fethara, ndl. veder, veer; 
altn. fiödur, schwd. Qäder, dän. Qeder, ahd. fedara, mhd« vedere, 
veder, idid. feder ; dazu stimmen gr. 7CT€q6v «= Tieue^ay zu TteraVy 
Tidread-ai fliegen, (lat. penna = pesna, petna zu pax umfassen?) 
skr. pat = volare, slav. pero, poln. pioro für ptero; Grinun 3, 
1392; Weigand 1, 328; Kapp No. 99 pat. 1. fallen, fliegen. 

Feaze aus&sen (vgl. bei Hai. 1, 348 &ssings =» any hanging 
fibres of roots of plants etc. Lanc: Fassis =» tasseis, hangings ; 
fasyl =^ a flaw in cloth und Wedgwood 1, 36) ags. fas fimbria; 
ahd. fasa und fasö, mhd. vase, nhd. £aise, fasel, faser Grimm 3, 
1336 : „Gr. 2, 52 wurde ein fisan, fas angesetzt, vgl. Aufrecht und 
Kuhn's zeitschr. 1, 288; dennoch liesse sich bei fase, fasel, ÜBiser 
an die grundlage von faheu denken, so gut als bei fadem (8.fa- 
thom), wie auch die bedeutungen von filum, fibra und fimbria 
an einander stossen.^^ 

Fecund fruchtbar; lat. fecundus, fr. fecond. 

Federal bundesmässig ; fr. federal, lat. foederalis zu foedus, 
foederis bündniss. 

Fee lohn; ags. feoh (genit. feos) pecus und pecunia, nordhbr. 
feh, feäh, feä pecunia, pretium ; goth. faihu habe, alts. fehu, altfrs. 
fia, mndl. vie, nndl. fee, ndd. fee, altn. fe, schwd« fa, dän. fae, 
ahd. fihu, mhd. vihe, nhd. vieh in den wechselnden bedeutungen 
vieh, habe, geld, lohn u. s. w.; vgL über die weitere Verwandt- 
schaft lat. pecus, pecunia, gr. tviüv für /roxi;, Ttixv^ preuss. pecku, 



— 367 — 

zend, skr. pa'su Dief. 1, 350 flF. 2, 758; Grimm G. d. d. S. 28; 
im engl, tritt vermisclinng mit den stammgleichen, aber durch 
das mlat. und romau. vermittelten fief, f eud ein. 

Feeble schwach; fr. &ible (foible), altfr. floible, floibe, it. 
fieyole, sp. pg. fehle, pg. febre von dem lat. flebilis beweinens- 
werth zu flere weinen Diez 145; I, 181; wegen der bedeutung 
wird verglichen nhd. schwach 1, flebilis, miser; 2, debilis, Schmeller 
3, 528 und nhd. wenig 1, flebilis; 2, parvus, paucus,. ehemals 
weinic zu weinen. 

Feed futtern; dazu food futter, foster ernähren, fodder 
futter; ags. fSdan alere; foda alimeutum; föstar victus, fösterjan 
uutrire; födur, foddur pabulum u. s. w. Etm. 335; goth. födjan 
ernähren, födeins nahrung ; alts. födjan, fuodjan, altfrs. foda, feda, 
ndd. foden, Ibd^i; altn. schwd. foeda, däu. fode; ahd. fötjan, 
mhd. vuoten, ahd. fuotar (mlat. fodrum, it. fodero, fr. fourrage, 
fourrier) mhd. vuoter, nhd. futter, futtern; ndl. ndd. voeder, voer; 
ndd. schwd. dän. foder, altn. föstr, schwd. dän. foster educatio 
n. s.w. Dief. 1, 410 fl". wird auf ein verlorenes starkes fadan Grimm 
No. 480 zurückgeführt; vgl. father. 

Feel fühlen; altengl." feien, ags. felan, ahd. fuolan, mhd. 
Tuelen, nhd. fühlen, alts. gi-foljan, ndd. fölen, ndl. voelen, dän. 
föle; das altn. fala petere scheint das wurzelverb zusein, zudem 
dann fihna palpare, alts. folm, ahd. folma band gestellt werden; 
Tgl. lat. palma, palpare (s. engl, palm, palp) gr. Ttaläfttj; 
Weigand 1, 375. 

Feign vorgeben; altengl. feynen, fainen, altfr. faindre, nfr. 
feindre von dem lat. fingere ; über das mit anlehnung an die lat^ 
formen, oder die fr. (feignois, feignant) wieder eingeführte g vgl. 
Mätzner 1, 176; s. faint, was hierher gehört wie feint, fr* 
feinte, it. finta, nhd. Ante. 

Fell. 1. feil; ags. alts. feil, goth. All, frs. fei, ndl. vel, altn. 
feil und fiall, feldr, ahd. fei, mhd. vel, nhd. feil; am tage liegt 
die Verwandtschaft mit lat. pellis (wovon die roman. it. pelle, sp. 
piel, nfr. peau) pilus, gr. nikXa; s. über die weitere doch sehr 
fragliche Verbindung mit anderen stammen Grimm 3, 1394 fl". Dief. 
1, 377; Rapp No. 339 pal. 1. feil, haar; vgl. pelt. 

Fell. 2. moor, freies feld; denkt man abgekürzt aus agS' 
feld, feld; s* field Mätzner 1, 194. 

Fell. 3. felsiger. hügel; zunächst aus dem skandinav. gebiete 
altn. fiall (plur. fiöU) mons, schwd. norw. fjäll, fjeld; es ist dies 



— 368 — 

aber trotz der scheinbar entgegenstehenden bedeutong ein wort 
mit feil. 2.; ygl. down und s. field. 

Fell. 4. grausam, zorn; Col. 29. ags. feil cmdelis, ira; fn. 
fiale, ndl. fei, feil; vgl. Grein unter ealfelo, älföle und s. felon. 
• Fell. 5. in den bedeutungen fiel, fallen, falle; ablautende 
bildung von fall fallen; vgl. Mätzner 1, 194. 364. 

(Als lat. stamm feil, fellis galle erscheint es in Zusammen- 
setzung wie fellifluous.) 

Felloe (fellj) feige ; ags. felga (feige), nndl. velg, ahd. felga, 
mhd. velge, nhd. feige; über das ziemlich dunkele wort, das im 
nhd. auch egge (ags. fealh «= occa) bedeutet, sovriie brachland (irgl. 
engl, fallow) s. Grimm 3, 1493. 

Fei low genösse, bursch; altengl. fellaw, schott. fallow, ags. 
felav Bosw. ; scheint nicht eigtl. ags. zu sein, sondern aus dem 
skandinav. gebiet herübergenommen; altn. ist felag gemeinschaft, 
felagi genoss, kamerad, Zusammensetzung aus fe yieh, habe imd 
lag gesetz, bund; s. engl, fee und law; Wedgwood 2, 39 ver- 
gleicht dazu altn. fisk-lagi a partner in fishing, brod-lagi a part- 
ner at meals, a companion ; schwd. senglaga a bed fellow ; Grein 
1, 276 stellt es zu faele treu, lieb, gut; vgl GrimmA. E. 88. 

Felon missethäter; pr. felon, fellon, fellion, nfir. f6\on^ it 
fellone, sp. fellon, mlat. fello, felo (9.jhd.) dazu engl, felo de 
se, felony, fr. felonie; it. fello, pr. felh, altfr. fei grausam, 
gottlos. Der Ursprung des roman. wortes ist streitig; man hat 
an lat. fei galle, felleus zornig u. s. w. gedacht, wogegen die 
lautentwickluug spricht ; ferner an das ags. fei, s. f e 1 1. 4., dessen 
echtheit Diez aber wohl mit unrecht bezweifelt ; er leitet 141 ; I, 
176 das roman. fello ab von dem ahd. fillo geiseler, schinder zu 
fillan schinden (feil. 1.), mit welchem feil. 4. selbst zusammen* 
hängen könnte ; andere wollen keltischen stamm zu gründe legen 
fall schlecht, feall betrug, feallaim betrüge Heyse 351 ; Wedg- 
wood 2, 38; vgl. Weigand 1, 333; Scheler 133. 

Feit filz; altengl. feelte, ags. feit, ndl. vilt, schwd. dän. filt; 
ahd. filz, mhd. vilz, nhd. filz; mlat. filtrum (roman. it. feltro, 
sp. fieltro, altfr. ' feltre, fautre, nfr. feutre ; vgl. fr. filtrer, nhd. 
filtriren, engl, filt er Scheler 134; Diez 142; 1, 177) lautverscho- 
ben stimmend mit lat. pilus, pila, pileus, gr. TtiXog, vgl. feil. 1. 
s. Grimm 3, 1632; Dief. 1,378; Öchwenckl79; Weigand 1,340; 
wo auch wie bei Wedgwood % 39 auf die ßlav. plst, pust, pilc 
hingewiesen wird. 



— 369 — 

• 

Felncca felucke; it. feluca, sp. faluca, pg. falna, fr. felouque 
vom arabischen folk schiff, dies vom vb. falaka rund sein Freyt. 
in, 373a.. maur. arab. felüka bei Dombay; Diez 142; I, 177. 

Female weiblich; {t)ei Hai. 1, 352 die formen femel und 
femine) fr. femelle vom lat. femella (Catull.) femina; die letzte 
silbe im engl, angeglichen dem gegensatze male, altengl. maule, 
fir. male, altfr. masle, mascle aus dem lat. masculus männlich; 
schon in den altengl. formen maylle und femaylle, Mätzner 1, 242, 
treten die beiden Wörter einander nahe; hierher fimble, nhd. 
fimmel hanf Grimm 3, 1638. 

Fen sumpf, moor, schmutz; ags. fen, faen; goth. fani koth, 
altn. fen, altfrs. fenne, fene, ndl. veen, ndd. feeu torfgräberschaft, 
fenne Br. W. 1, 374; ahd. fenna, mhd. ven, venne, nhd. fenne 
Grinun 3, 1519; Dief. 1, 362; vielleicht urverwandt mit gr.mvog; 
aas dem german. worte entsprang mlat. phanusundfangus, sowie 
die romanischen worter it. fango, sp. fango, lomb. fanga, pr. fanc 
und fanha, altfr. fanc, nfr. fange Diez 138; I, 173; Scheler 131. 

Fence abwehren, fechten, gehege ; fend abwehren, streiten, 
fen der schutzplatte am kamin; mit abwerfung der silbe de von 
de fence, defend, fr. defense, defendre, lat. defendere. Mätzner 
1, 164. Wedgwood 2, 40: „the art of fencing or sword-playing 
was termed the science of defence, as fr. s'escrimer, to fence, 
from germ. schirm protection, schelter. The fence-months were 
those in which it was unlawful to chase in the forests, from de* 
fense in the sense of prohibition.^^ 

Fennel fenchel; ags. finol, finugl; fr. fenouil (it. finocchio, 
sp. hinojo, pg. fimcho) ahd. fenachal, finachal, pheni'cal 6raff 3, 
526 und Wackemagel Umd. 20; mhd. fenechel, fengel, nhd. fen- 
chel aus dem lat. feniculum, foeniculum diminutiv von foenum 
heu; Grimm 3, 1518; Weigand 1, 334; — vgl. engl, fenugreek 
^ lat foenum graecum griechisches heu. 

Feod, feoff nebenformenvon feud u. fief; s. feud, fee. 

Fer-; in einer anzahl von Wörtern erklärt sich leicht aus 
den bekannten lat. stammen ferre tragen, ferax fruchtbar, ferus 
wild, femun eisen, feriae feiertage u. s. w. siehe Smart. 

Fere gefährte; altengl. in fere zusammen, s. Arch 27, 415; 
Grimm Gr. 2, 750; ags. fera, gefera socius mit feran zu dem 
starken Zeitwert faran, wie nhd. gefährte zu fahren, vgl. fare; 
in anderen bedeutungen ist fere »= fear; vgl. noch Dief. 1, 
361. 364. 

MOUer, Etym. WSrUrbacb. 24 



— 370 — 

Fern fam; ags. feam, ahd. faram, fann, &ran, fam; mhd. 
vanu, vam, nhd. fam, farren, ndl. vaeren, varen „deren farlant- 
verschoben stimmt mit por in dem gleichbedeut. rnss. paporot, 
litth. papartis" Weigand 1, 323; über die Verwandtschaft des 
dnnkelen Wortes s. einige weitere vermuthungen bei Grimm 3, 
1333; (wie gr. TtriQig zu TtTBQov mit feder zusammengestellt, weil 
die blätter gefiedert, mit feinen fasern bedeckt sind.) 

Ferret. 1. frettchen, aufspüren; nhd. frett, meist im dimi- 
nutiv frettchen, älter frette, furette, ndd. ndl. vret; alle entnom- 
men dem roman. gebiete it. furetto, fr. fiiret, mlat. furetum, fu- 
rectus, altsp. fhron, neusp. huron, altfr. fairon, spätlat. furo iltis, 
zu lat. für dieb ; Scheler 147 ; Diez 157 ; I, 194 : „leitet man füret 
vom kjmr. fibred = engl. ferret, so steht sowohl das uralte suffix 
on, als auch der in allen romanischen bildungen auf ü deutende 
stammvocal im wege ; besser würde man mit Yillemarqu^ bret. für 
klug, verschlagen anführen;^* Weigand 1, 367; Grimm 4, 140. 

Ferret. 2. narrow woolen tape; Wedgwood 2, 41: „spun 
silk and riband woven from it. It. fioretto; Fl. fleuret, coarse 
ferret silk; Germ, florett; vgl. floret unter flor. 

Ferrule (ferrel) zwinge an einem stocke; fr. virole, sp. 
virola, birola, lat. viriola zu lat. viria armring, altfr. vire, romagn. 
vira u. s. w. ring; s. environ; die engl, etwas stark abwei- 
chende form ferrule mag aus einer anlehnung an den lat stamm 
von ferrum eisen erklärt werden; dagegen ist das der form nach 
auch leicht damit verwechselte ferule das fr. f^rule, lat. ferula 
röhr, stock, rutiie. 

Ferry überfahren, fahre u. s. w.; zu ags. ferjan fiihren ans 
faran; s. fare und vgl. als ähnliche ableitungen desselben Stam- 
mes die nhd. fahre, sowie ahd. fario, mhd. verge, nhd. ferge, 
farge fahrmann Grimm 3, 1332. 

Fers. 1. (veraltet) wild, grausam; ist nur nebenform von 
fierce. 

Fers. 2. the queen at chess; Chaucer. Wedgwood 2, 42: 
„OFr. fierce, fierche, fierge from Pers. ferz a general. The con- 
fusion of fierge with vierge may perhaps have led to the alte- 
ration of the french designation to Dame or Reine, engl, queen.^' 
Diez n, 294. 

Fescue; Smart: „a wire, straw or pin, ta point out the 
letters to children learning to read,*^ wird erklärt aus dem altfr. 
festuc, nfr. festu, f(^tu, lat. festuca splitter, woraus das engl. 



— 371 — 

festucine strohfarben unmittelbar herkömmt ; s. über das roman. 
wort mlat. festucns, it. festuca Scheler 134. 

Fesse binde; fr. faisse, pr. &issa; lat. fascia (vgl. die in 
das engl, übergegangenen fascia, faseiated.) 

Fester verwesen, eitern; das dunkle wort gehört vielleicht 
zu dem unter fizz anzuführenden nhd. feisten u. s. w. aus dem 
auch ein von Wedgwood 2, 42 beigebrachtes mundartl. fr. s'efister 
an&ngen zu stinken zu entspringen acheint. 

Festoon blumengewinde; fr. feston, it. festone, sp. festone, 
eigentlich ein festlicher schmuck zu dem lat. festum das fest; s. 
engl, feast. 

Fetch holen; ags. feccan ducere, tollere, was von Etm. 337 
zu einem vermutheten fecan trahere, ducere, capere gestellt wird ; 
am nächsten tritt im altfrs. faka bereiten und etwa der ganze 
german. stamm fah, fang; vgl. Dief. 1, 348. 368; 2, 759; Grinmi 
3, 1236; Bapp No. 93 pank. 2. festmachen; damit scheint ein 
anderer stamm fit sich zu berühren und zu mischen, vgl. ags. 
fetigean, fettan = feccan, nhd. faszen Grinmi 3, 1340; vgl. engl, 
fet = fetched Hai. 1, 354; vgl. Wedgwood 2, 4^ Fetch- 
candle «=» the apparition of one who is alive wird erklärt aus 
dem skand. vaett; in Norwegen Vaette-lys von Yaetts^„a kind 
of gobiin supposed to dwell in mounds and desert places; and 
the ignis fatuus is called in Norway Vaette-lys etc.** 

Fetich (fetish) fetisch; fr. fetiche a\is dem portug. feiti90, 
sp. hechizo zauber von dem lat. factitius (zu facere, wie nhd. 
Zauber zu ahd. zouwan machen, goth. taujan machen, nhd. zauen 
mundartl. sich beeilen; vgl. darüber Schwenck 759; Grimm Myth. 
984 ff.); das wort kam im fr. fetiche zuerst durch die 1760 er- 
schienene Schrift von des Brosses: „du culte des dieux fetiches*' 
in Umlauf; Weigand 1, 336; vgl. Scheler 134. 

Fetter fessel; ags. feotur, fetor compes; feotorjan vincire, 
nordhbr. fi&tter^ altn. fiötur, zeitw. fiötra; ahd. fSgarä, fezzera, 
zeitw. fesarön, mhd. vesser, zeitw. vessem, nhd. fesser und ge- 
wöhnlich fessel ; s. Grimm 3, 1555. LS58 ; zu einer wurzel fitan 
fassen, halten; vgl. Rapp No. 101 pat macht haben; hierher 
scheint zu gehören fet lock, dem die benennungen nhd. fiszloch, 
mhd. vi33eloch (auch udl. vitlok, vitslok nach Wedgwood 1, 43) 
entsprechen; Grimm 3, 1692: „vi53eloch, später viszloch hängen 
deutlich ab von fessel, vessel und das angefugte och. ach scheint 
ein älteres derivativ auf ah, ahi ; denken Hesse sich auch an leich 

24* 



— 372 -- 

artns, articulns u. s. w.-/^ im engl, erscheint das wort jetzt als 
Zusammensetzung mit lock. Nahe liegt die Verwandtschaft mit 
foot; vgl. lat. pes, compes, pedica, impedire, gr. Ttidrj; und die 
nhd. feszel 1, band; 2, fussgelenk der thiere; s. Wedgwood 2, 43 ; 
Grimm 3, 1557. 

Fettle handhaben, in Ordnung bringen, proper condition, 
repair; mancherlei, doch wenig genügende vermuthungen über 
den Ursprung bei Wedgwood 2, 44; am wahrscheinlichsten ist 
es als ableitung von fet zu nehmen, was theils för fit, theils 
fiir das fr. fait gemacht stehen konntas 

Feud fehde, lehn; feod, feodal u. s. w. ; die bedeutimg 
fehde scheint auf einer Verwechslung zu beruhen von ags. faehd, 
faegd, nhd. fehde Grimm 3, 1417; Weigand 1, 329; altfr. faide, 
mlat. faida s. Duc. II, 1, 383 ff. (über dessen stamm vgl. foe 
und fiend) mit dem mlat. feudum, feodum; dieses aber ist ro- 
manische umprägung eines' deutschen Wortes mit eingeschobenem 
d för feu-um, entstammend dem longob. fiu, ahd. fihu, fehu, goth. 
faihu,.nhd. vieh, s. fee, woraus zunächst it. fio, pr. altcatal. feu, 
fr. fieu unil fief wurde; daher engl, feud, feod, feof, fief 
U.S.W, siehe Diez 146; I, 182; Weigand 1, 337. Eine andere er- 
klärung des d in feudum nimmt dies als Zusammensetzung von 
feh und 5d im gegensatze zu all 6d, s. Hejse 353 und eine ganz 
abweichende deutung von feod, aus dem goth. piuf dya&ov, sbst. 
das gut, giebt Wackemagel in Haupts zeitschr. 2, 557 ; vgl. Dief. 
1, 350 und über feud fehde 1, 380; Wedgwood 2,^7. 44. 

Feuillemort braungelb; fr. feuille morte =: lat. folium 
mortuum abgestorbenes, verwelktes blatt; vollständiger angeeignet 
in der form filemot. 

Fever fieber; ags. fefer, fr. fievre, nhd. fieber, ehemals wie 
im schwd. dän. feber Grimm 3, 1385. 1620; aus lat. febris, was 
= ferbris, fervebris aus dem im engl, f ervor u. s. w. erschei- 
nenden lat. stamme ferv-ere sieden erklärt wird; feverfew als 
pflanzenname, schon ags. feferfage, von dem lat. febrifaga ; engl, 
feverfox bei Hai. 1, 355. (Fever a blacksmith ist das fr. fevre, 
lat. faber.) 

Few wenige} ags. feäve, plur. von feäpaucus; altengl. fewe, 
föne Col. 29; goth. favs, plur. favai, alts. fah, altfrs. fe, ndd. 
^K^iföge; altn. far, schwd. fö, dän. faa, ahd. foho, f5; lat. pauc-us 
(romanische formen it. poco, fr. peu u. s. w.) gr. TtavQog, lat. 



— 373 — 

panlns, pamisV 8. Dief. 1, 371; Grimm Gr. 3, 616; ßr. W. 1, 
363; ßapp 1, 173. 

Fewel (fuel) feuerung, Zündstoff; mlat. „fdaUum, vepreta 
siccata ad ignem conficiendum; nostris fouailles'^ bei Ducange 2, 
1, 612; vgl. mlat. foeale, focile zu dem lat. focus heerd, feuer* 
platz, woraus die romanischeu ausdrücke für feuer, it. fiioco, sp. 
iiiego, pg. fogo, pr. fuec, fr. feu; das fr. fouaille bat jetzt zwar 
andere bedeutung als das engl, fuel, wird aber auch von feu, focus 
abgeleitet, vgl. Schelerl41; nahe tritt ein bret. fulen funke ; vgl. 
Dief. 1, 414. 

Fewterer (feuterer); one who had charge of the dogs of 
chase ; von dem pr. veltre, it. veltro, fir. viautre, vautre schweins- 
hand ; das roman. wort mlat. veiter, veltrus, bei Martial vertragus 
wird aus dem kelt. erklärt, von dem altir. traig fuss mit der in- 
tensiven Partikel ver; s. Scheler 334; Diez 367; 1, 437; Dief. 
Or. Eur. 330 ff. 

Fey; in seinen verschiedenen veralteten und mundartlichen 
bedeutungen erklärt sieh theils als nebenform von f«y. 1. 3. 
theils erscheint in demselben das nhd. fegen, altn. faegja, schwd. 
feia, dän. feie rein oder schön reiben, vgl. fair und s. Grimm 
3, 1412; Wcigaud 1, 328; theils das ags. faege, alts. fegi, ndl. 
veeg, altn. feigr, mhd. veige, nhd. feige, feig dem tode verfallen; 
Tgl. Grimm 3, 1441; Hai. 1, 355. 

Fiance neben dem zusammenges. affiance; s. affy. 

Fiat befehl; lat. fiat es werde, geschehe von fieri werden. 

Fib lüge, lügen; scheint dem sinne, wie der form (dem ab- 
laut) nach zu fob betrügen zu gehören, wo die entsprechenden 
Zeitwörter verwandter sprachen angeführt sind. 

Fi ekle unbeständig, eigtl. hin- und herfahrend; vgl. fike 
mandartl. to be verj fidgety; to move in an inconstant, unde- 
terminate manner; to go about idly; fikel deceitful, craftyHal. 
1, 356; altengl. fikele, v. a. ^= flatter Col. 29; ags. ficol ver- 
sipellis, fraudulentus zu einem angenonmienen fican == leviter 
tangere, blandiri, fallere ; vgl. die nhd. ficheln, fickeln, ficken mit 
der grundbedeutung hin- und herfahren Grimm 3, 1612. 1617. 
1618; ahd. fiechan reiben, altn. fika eilen, fik geschwindigkeit; 
Weigand 1, 338; hierher engl, fuck, nhd. ficken futuere und 
fidget, fidgety Dief. 1, 347; Wedgwood 2, 46. 

Fiddle fiedel, geige; altengl. ags. fithele, fidele, altn. fidla, 
dän. fiddel, ndl. vedel, veel, ahd. fidula, mhd. videle, nhd. fidel, 



— 374 — 

fiedel, fiddel , mlat. fidula, figella, vidula , it. viola, pr. viala, altfr. 
viele; davou vielle, violiuo, violina, violine, violone, violon auch 
engl, violin, riol. Das lat. fides saiteu, diminutiv fidicula, 
von dem es sonst abgeleitet wurde, könnte höchstens hier oder 
da einigen einfluss auf das wort ausgeübt haben, das viehnehr 
vom lat. vitulari tanzen, lustig sein, eigentlich kälbern (vitolus 
kalb) Yitula. göttin der lustbarkeit zu stammen scheint; vgl.Scheler 
887; Weigaud 1, 389; Grimm 8, 1623 und besonders Diez 372; 
I, 441; Heyse 962; Wackemagel Umd. 25. 59. 

Fidge, fi dg et unruhig sein, fidgety; gehören mit fi ekle 
zu deiiiselben stamme fic hin- und herfahren; s. Grimm 8, 1618 
und fickle. 

Fief (feof) lehngut; fr. fief; s. das weitere unter feud. 

Field feld; altengl. ags. feld, alts. feld, ndl. veld, frs. fald, 
field, longob. feld (in campis patentibus qui sermone barbarico 
feld appellantur Paul. Diac. 1, 20) ahd. feld, mhd. velt, nhd. feld; 
sehr nahe treten die unter feil. 2. 3. angeführten Wörter, ausser- 
dem auch das ags. folda «= terra, altn. fold, altengl. fo 1 d e Hai. 
1, 367 ; vgJ. über weiter vermuthete, doch wenig klare Verwandt- 
schaft Grimm 3, 1474 ff. ; femer Rapp No. 840 pal. 2. feld, niede- 
rung, sumpf; vgl. pool. 

Fieldfare mundartl. feldfare, felfar drossel; scheint eine 
entstelluiig zu sein, da ags. fealo-for (zu fallow?) angeführt 
wird; Etm. 336: „fealafor, fealefor, fealvor turdus pilaris, theod. 
felefer, felefor onocrotalus.^^ 

Fiend feind; ags. feönd (part. zu feon odisse) goth. fijands 
zu iijan, alts. fiondi fiund, fries. fiand, ndl. vijand, ndd. viand, 
fijnd Br. W. 1, 386; 5, 368; altn. fiandi, schwd. dan. fiende, 
fihd. fiant, mhd. vient, vint, nhd. feiand, feind welche zurück- 
weisen aui' ein stammverb ags. iian, goth. feian Grimm 8, 1457; 
Dief. 1, 379; 2, 759; vgl. als Wörter desselben stammes die engl, 
feud, foe. 

Fierce wild, grausam; schon bei Gol. 29 fierce (fers) von 
dem ir. fier, altfr. pr. fiers, fers mit flexivischem s aus dem lai 
ferus wild. 

Fife pfeife; neben pipe, wie fr. fifre aus mlat. pipa röhre 
von dem lat. pipare, pipire piepen, pfeifen; it. pipa, chrwl. fifit 
u. s. w. ; Scheler 135; vgl. pipe. 

Fig feige; aus dem ags. fic, etwa mit einwirkung des fr. 



— 375 — 

fige, figae, fic (excroissance de chair) lat. ficus; it. fico, sp. pg. 
figo; ahd. figä, mhd. vige^ nhd. feige. 

Fight fechten u. s. w.; ags. feohtan, fries. fiuhta, ndl. vech* 
ten, ahd. fehtan, mhd. vehten, nhd. fechten; über die älteren 
mondartl. und conjugationsformen fighten, schott. fecht, in der 
Vergangenheit fought 8. Mätzner 1, 350; über die wahrschein- 
liche Verwandtschaft mit lat. pagnus, pugna, pngnare, gr. 7tv§y 
^vyfiijj Tttncreveiv Grimm 3, 1387; Weigand 1, 328 und vgl. f ist; 
Dief. 1, 348. 

Filbert lambertsnuss ; Wedgwood 2, 48 : „filberd, quasi fiU- 
beard, a kind of nut which just fiUs tiie cup made by the beards 
of the calyx. In an ordinär j hasel ihe nut projects to a^con* 
siderable distance beyond the beard.^^ Die erklärung ist ohne 
weitere stütze eben allenfalls möglich; es mag hier in ermange* 
Inng von besserem auf das eigenthümliche zusammentreffen in 
den benennungen nhd. lambertsnuss eigentlich lombardische nusz 
von der Lombardei, vgl. engl, lom bar d, (nun aber wie von dem 
eigennamen Lambert =» Lamprecht, Lantberaht) und engl, f i 1 b e r t, 
ahd. eigenname Filubert, fr. Philibert hingewiesen werden ; selbst 
lamb lamm erinnert wieder in der bedeutung an fillj; gewiss 
hegt, wo nicht ein eigenname zu gründe, doch stärkere entstel- 
lung als nach Wedgwood*s meinimg vor, die nur durch bestimm- 
ten historischen nachweis aufgeklärt werden kann. 

Filch mausen; das dunkle wort wird ton Wedgwood 2, 48 
mit nhd. mundartl. floke subducere, clam auferre; norw. piika, 
schott. pilk to pick und schott. she has pilkit his pouch Jam.; 
von anderen mit dem fir. filon zusanmiengestellt, über dessen selbst 
sehr firagliche abstammung nachzusehen sind Scheler 136; Piez 
630; U, 294; Arch. 25, 410. 

File. 1. faden, reihe; fr. file, it. sp. pg. pr. fila reihe, schnür, 
fr. fil faden, filer, filet, wovon wieder engl, fillet; alle von dem 
lat. filum üoden. 

File. 2. feile; ags. feöl, ndl. vyl, vijl, ahd. fihala, fihila, 
vile, nhd. feile mit den älteren nebenformen feigel, feihel, feiel; 
schwd. dän. fil, altn. ^iöl ; poln. pilnik, böhm. pilnjk, litth. pieli, 
lett. wihle Ghrimm 3, 1448. 

Filemot braungelb; angeeignete form für feuillemort. 

Filigree (filigrane) filigran; fr. filigrane von dem lat. filum 
faden, granum kom ; nach Scheler 135 : „filet ä gndn ainsi nomm^ 
parce que les Italiens qui nous ont apporte ce genre d'ouvrage, 



— 376 — 

y enfilaient de petits grains ronds ou aplatds;^^ andere erklären 
die beziehuug von granum, grano in dem worte anders und wegen 
der ungewissheit derselben mnsste die Zusammensetzung in ihrem 
letzten theile um so leichter entstellt werden wie fr. fiUgramme, 
gleichsam drathschrift, engl. filUgram, filigrean u. s. w. Wedg- 
wood 2, 48. 

Filipendula Steinbrech; auch nhd. als fremdwort filipendel 
aus dem spät mlat. filipendula, sp. filipendula, fr. filipendule an 
faden (lat. filum) hangend (lat. pendere) weil die knollen durch 
fadenartige schnüre zusammenhangen, Weigand 1, 340. 

Fill füllen u. s. w. ; ags. fyUan implere, fyll plenitudo; das 
schwache zeitwort abgeleitet von dem adj. fall wie ahd. fallen^ 
gifaUön, mhd. nhd. ndd. füllen, alts. fullian, fuUon, altfrs. fallia, 
foUä, fella, nfrs. foUjen, ndl. vuUen, altn. schwd. fyUa, däu. fylde; 
s. das weitere unter füll. Die verschiedenen bedeutungen, die 
im engl, besonders auch als hauptwort fill hat, werden sich meist 
auf den begriff des erfüllens zurückfiihren lassen; aber es steht 
auch in mundarten für feil, field Hai. 1, 356; auch fill die 
gabeldeichsel soll eigentlich der innere räum zwischen den beiden 
deichselarmen sein; doch vgl. thill. 

Fillet kopfbinde; fr. filet; siehe unter file. 1. 

Fillibeg tasche, schürze der bergschotten; keltisches wort 
nach Johnson, Koch 1, 4 filleadh-beg. 

Fillip nasenstüber ; Wedgwood 2, 49: „a phip, flip, orflirt 
with the fingers, from an imitation of the sound.*^ 

Filly füllen; ahd. falin, fali, mhd. vül, vüle, nhd. füll, fülle, 
fallen zu foal. 

Film häutchen; ags. filmen praeputium, membrana, film 
cutis, altfrs. filmene cutis; vgl. die gothischen Wörter ^lleins, 
prutsfiU und die daran geknüpften vermuthungen bei Dief. 
1, 377. 

Filter filter, filtriren; fr. filtrer, it. feltrare von dem mlat. 
filtrum eigentlich durch filz seihen; s. feit. 

Filth unflath; ags. f^ld spurcitia zu fül sordidus; s. foul 
und vgl. ahd. faltar, vielleicht mndd. vulen cacare, ndd. filen pe- 
dere, filter podex;" Dief. 1, 381. 393; Br. W. 1, 387. 462. 

Fimble sommerhanf; s. female; wegen eines anderen 
fimble to famble, to do anythiog imperfectly, Hai, 1, 357, vgl. 
famble, fumble und Dief. 1, 374. 



— 377 — 

Fin finue; ags. finn, ndd. nhd. finne stimmt lantverschoben 
za dem lat. pinna floBsfeder, yon dessen nebenform penna im 
engl, pen feder stammt. 

Fi na nee finanz; fr. finance baarschaft, it. finanza quittung, 
finanze einkünfte, mlat. finantia öffentliche leistungen von dem 
aas lat. finis ende, finire enden gebildeten roman. finare beenden, 
ii qnittiren, altfr. finar bezahlen ; Diez 145 ; I, 181 ; vgl. über 
das nhd. finanz, finanzen Grimm 8, 1639 nnd s. fine. 2. Wedg- 
wood 2, 50. 

Finch fink; ags. finc, ndl. vink, schwd. fink, dän. finke, 
ahd. finco, fincho, mhd. vinke, nhd. fink, finke; die romanischen 
formen it. pincioivs, sp. pinzon, fir. pinson werden auf keltischen 
nrspnmg zurückgefahrt, pinc fröhlich ;. vgl. die benennungen des 
Vogels armor. pint nnd tint, wälsch pinc, mondartl. engl, pink, 
spink; femer esthn. wink, böhm. penkava, ungr. pintj; alle diese 
fonnen scheinen unter dem einflusse der lautnachahmung mit- 
einander verwandt zu sein ; auch an ein zu gründe liegendes fin- 
kan funkeln (nhd. funke) hat man wenigstens für die german. 
Wörter gedacht; vgl. Grimm 3, 1663; Diez 265; I, 321; Bapp 
Xo. 253 pu rein. 

Find finden; ags. findan ire, investigare, invenire, goth. 
fin^an erfahren, alts. ahd. findan, mhd. nhd. ndl. ndd. finden, 
ndd. finnen, altfrs. finna, altn. schwd. finna, dän. finde, schott. 
fin; 8. über die formen des starken Zeitworts im engl. Mätzner 
1, 350; weitere beziehungen zu lat. fendere (offendere) gr. nw^ 
^ävsa&ai, oder zu lat. petere, nhd. bitten u. s. w. werden ver- 
muthet; Grimm 3, 1641 ff; Dief. 1, 379; Rapp No. 95 pant er- 
forschen. 

Fine; trotz seiner verschiedenen bedeutungen mag es den- 
noch zuletzt nur auf dem lat. finis ende beruhen, wenn es auch 
auf verschiedenem wege in das engl, drang, vielleicht auch hier 
und da noch anderweitiger einfiuss stattfinden konnte. 

Fine. 1. fein; mhd. fin, vin, nhd. fein, isl. finn, schwd. fin, 
dän. fiin, ndl. fijn, wie es scheint alle erst ziemlich spät dem 
roman. gebiete entnommen : it. fino, fine , sp. pg. fino, pr. fr. fin, 
mlat. finus; nach der gewöhnHchen ableitung verkürzt aus dem 
lat. finitus beendet, vollendet, vollkommen Diez 145; I, 181; be- 
denken dagegen und Verweisung auf kelt. Ursprung bei Grimm 
3, 1451 und bei Wedgwood 2, 50 können doch kaum aufkommen. 



— 378 — 

Fine. 2. geldstrafe; altfr. fin Zahlung, geld, mlat. finis in 
diesem sinne, Stammwort zu finar, finance u« s. w. au9 dem lai 
finis ende; s. finance und Wedgwood 2, 50. 

Fine. 3. in fine endlich; unmittelbar von dem lat. finis 
ende, fr. fin, enfin; Scheler 136; dazu dann vom lat. finire, fr. 
finir engl, finish, finite u. s. w. 

Finew Schimmel; ags. f^nig, finig corruptus, mucidus; f^- 
nigean, finigean corrumpere, mucidum fieri; s; Etm. 359, derein 
skr. püy dazu anfuhrt. 

Finger finger; ags. finger, goth. figgrs, alts. fingar, ndl. 
viager, firs. finger, altn. figgr, schwd. dän. finger, ahd. finkar, 
fingar, mhd. vinger, nhd. finger; also durch alle germanische 
sprachen gehend, wahrend „in den urverwandten sprachen kein 
ausdruck nahe liegt, nur einzelne sich von ferne heranziehen 
lassen. Ein merkwürdiges zeugniss von der alten abgrenzung 
unseres idioms^^ Grimm 3, 1650; stammverwandt zu denken mit 
fiangan s. fang, insofern dies ein goth. figgan vermuthen lässt; 
nach anderen mit fimf, s. five; vgl. Dief. 1, 374; Bapp No. 93 
pank. 2. festmachen. 

Fir fohre; ags. fiirh, altn. schwd. fura, dän. fyr, fyrre; ahd. 
foraha, mhd. vorhe, nhd. fohre, fohre, forche Grimm 3, 1870: 
„bedeutsam stimmt slav. bor = pinus, pinetum, böhm. poln. serb. 
da sich für fohre feure findet, wird man an feuer und bei fhra 
an f^r, bei engl, fir an fire erinnert; aus der fohre rinnt das 
feuerfangende pech oder harz;^^ s. forest. 

Fire feuer; ags. f^r, alts. fiur, frs. fiur, fior; ndl. vier, vuur, 
ahd. fiur, mhd. fewr, feur, feuer, nhd. feuer, mundartl. fauer und 
vur; „weder goth. noch nord., denn schwd. dän. fyr sind erst 
spät für gewisse bedeutungen entnommen; bedeutsam stimmt das 
umbr. pir aus pur, gr. nvq''^ Grimm 3, 1581, wo die abstehenden 
bezeichnungen in den urverwandten sprachen angegeben sind 
(skr. agiiis, lat. ignis, litth. ugnis, slav. ogn\ goth. auhns; vgl. 
engl. Oven), sowie entferntere beziehung des Wortes zu goth. 
fon, funa feuer, skr. pavana wind, pavana rein von der wnrzel 
pu reinigen; vgl. Dief. 1, 413; 2, 758; Bapp No. 253 pu rein. 

Firkin viertelfass; ist, wie es scheint, der begriff viertel der 
ursprüngliche, so gehört, es zii four, ags. feöver und ist gebildet 
mit der ableitungssilbe kin. Mätzner 1, 432 ; etwa vrie nhd. quent- 
eben eigtl. ^'^ loth von dem lat. quintus der fünfte ; Weigand 2, 444. 



— 379 — 

Firm fest; fir. ferme; lat. firiuos fest; s« die ableitungen bei 
Smart und vgl. farm; (hierher firmament, vgl. Trench 80). 

First erste; altengl. firste, forste, ags. firsta, fyrsta (neben 
aeresta, forma, formesta, fyrmesta) superlativform zu fore, wie 
altn. fyrsti, ahd. furist, schwd. dän. forst, als subst. furste, forste, 
fyrste, altfrs. ferost, nfirs. foarste, ndl. voorst, ndd. foorste, först, 
mhd. vnrste, nhd. fürst in den bedeutungen primus, princeps; 
Mätzner 1, 270. 280; Grimm Gr. 3, 626. 627. 635; Weigand 1, 
378; Dief. 1, 355; vgl. fore, former. 

Fi sc fiscus; fir. fisc, lat. fiscus eigentlich geflochtener korb, 
geldkorbf casse, öffentliche casse, casse der Staatsgelder u. s. w.; 
also mit ähnlicher begriffsentwicklung wie in fir. caisse, nhd. 
kasse, casse; vgl. cash. 

Fish. 1. fisch; ags. fisc (fix), goth. fisks, alts. fisc, firs. fisk, 
ndl. visch, altn. fiskr, schwd. dän. fisk, ahd. fisc, mhd. visch, nhd. 
fisch; lat. piscis (davon dann die romanischen formen it. pesce, 
sp. pez, plur. peces, pr. pesc, fr. poisson) wälsch pysg, armor. 
pesc, ir. iass, gael. iasg; vielleicht gr. ix^Sy Grimm 3, 1679 und 
1, XLVm; Dief. 1, 381. 

Fish. 2. Spielmarke; fir. fiche, was zu lat. figere gehört; s. 
Scheler 134; Ausz. 90: „fiche benennung verschiedener zum ein- 
schlagen oder anheften dienender gegenstände, und wegen der 
ähnUchkeit auch Spielmarke;^' Diez I, 180. 

Fissile spaltig (vgL fissure, fissiped); wie das fir. fissure, 
lat. fisstira von dem lat. findere, fidi, fissum spalten, zu welchem 
in Urverwandtschaft zu stehen scheint das germanische beitan; s. 
bite, bitter; vgl. Bapp No. 103 pint trennen, spalten. 

Fi st faust; altengl. fast Col. 30 fist (fast) R. G. 265; ags. 
f^st, ndl. vuist, ahd. fast, mhd. vust, nhd. faust, (altn. püstr, 
schwd. dän. pust colaphus) „dem fast entspricht russ. pjast', böhm. 
pest, poln. pies'e; ihiien allen scheint ein kehllaut vor dem st 
ausgefallen, sodass ein goth. fauhstus bestanden haben könnte" 
Grimm 3, 1378, wo dann weiter auf gr. tiv^^ lat. pugnus, pug- 
nare, nhd. fehten verwiesen ist; s. fight. 

Fit; das vieldeutige und in seiner form verstümmelte wort 
ist schwer auf die verschiedenen etwa zu gründe liegenden stamme 
zurückzuführen; man erwäge einmal ags. fitt cantilena, Carmen, 
aber auch fit dissensio, rixa Grein 1, 300, was auf einen german. 
stamm fitan weist; vgl. Haupt's zeitschr. 11, .421; femer goth. 
fetjan schmücken Dief. 1, 373; 2, 759, ndl. vitten convenire, 



— 380 — 

quadrare, neuer in der bedeutung censere splitterrichten; sodann 
das romanische altfr. fetis, faictis schön, passend (vgl. feat); 
altengl. fitte match, eqnal 0. a. N. 782; the Pr. Pm. gives fyi 
or mete equus, congruns; vgl. Wedgwoöd 2, 53; die engl, be- 
deutnngen können allenfalls aus einem stamme fitan (vgl. das 
goth. fitan Dief. 1, 382) erklärt werden, haben aber ohne zweifei 
auch, von roman. seite einfluss erlitten; vgl. auch die it. fitto, 
fitta zu lat. figere; zu genauerem nachweis bedarf es erst weiterer 
Untersuchung. 

Fitch wicke; ist wohl nur eine nebenform von vetch; vgl. 
ndl. vitse, wicke vicia bei Binn. 

Fitch et (fitchew, fitch, fitcbee u. s. w. Hai. 1, .358) iltis; 
Wedgwoöd 2, 53: „fr. fissau, a polecat; du. visse, fisse, vitsche, 
putorius, Ihustelae genus valde putidum. Kil. Wal. s'efister s'em- 
puanter Grandg. fr. vesseur, a fyster, a stinking fellow; Cotgr. 

Fitz söhn; fr. fils, altfr. fix von dem lat. filius mit dem 
flexivischen s und einem im engl, eingeschobenen t ; vgl. Matzner 
1, 176. 

Five fünf; ags. fif, ebenso alts. altfrs. ndd.; nfrs. fyf, ndl. 
vijf, altn. fimm, schwd. dän. fem, goth. fimf, ahd. fimf, finf, fünf, 
mhd. vunf, vünf, nhd. fünf, lautverschoben stimmend mit lat. 
quinque (wozu dann die romanischen formen it. cinque, fr. cinq 
-u. s. w.) osk. pomtis, gr. Ttivte, äol. TtifiTte^ skr. panoan, slav. penti, 
russ. pjatj, Utth. penki, kelt. pemp, pump u. s. w. Dief. 1, 378; 
Or. Eur. 395; Bopp V. Gr. § 313; Kapp 1, 161; hierzu die ab- 
leitungen fifth, fifty u. s. w. 

F i X befestigen u. s. w. ; nebst verschiedenen mit f i x begin- 
nenden ableitungen von dem fr. fixer, fixe aus dein lat. fixus 
part. praet. des verb. figere; auch für die begriffsentwicklung des 
Wortes im engl, nordamer. vgl. man das nhd. fix schnell „weil, 
wer fest und entschlossen, auch fertig und bereit ist zu handeln" 
Grimm 3, 1696. 

F i z z ventus tacitus, visium ; gr. ßdeofia, fr. vesse, ndl. veest, 
vijst, nhd. feist, ndd. Hst, schwd. fis, dän. fiis mit entsprechenden 
Zeitwörtern wie nhd. feisten u. s. w.; engl, fizzle pustend zi- 
schen, bei denen theilweise lautnachahmung angenommen werden 
mag, während nhd. feisen, faisen in dem sinne putere, foetcre, 
auch der form nach diesen lat. Wörtern sehr nahe tritt ; s. Grimm 
3, 1465 und vgl. foist. 3, 



- 381 — 

• 

Flabby schlaff, welk; der fonn nach am nächsten stehen 
ndd. flabbe breites, hängendes maul 6r. W. 1, 400; schwd. flabb, 
dän. flab ; auch ndl. boi Binn. flabbe vulnus in facie, alapa ; Wedg- 
wood 2, 55: „the sound produced by theflapping of a loosebroad 
siir&ce is represented by the syllable flab, Aap, fiag, flack, flad, 
flat, varying as usual in like cases with the vowels u and i etc.;^^ 
Ygl. flap. 

Flag flagge, schlaff niederhängen, Schwertlilie, fliese; in der 
ersten bedeutnng, die mit der zweiten, vielleicht auch mit der 
dritten zusammenhängen kann (vgl. wegen der begriffsentwick- 
lang &. flamme wimpel, flambe Schwertlilie) entsprechen nhd. 
fiagge, ndl. vlag, isl. flagg, schwd. flagg, flagga, dän. flag (nicht 
ags. alts. ahd. ; kaum mhd. Grimm 3, 1709) ; zu der vierten be- 
deutnng vgl. man ndd. flag, flage Br. W. 1, 401, was mit dem 
uhd. flach, fläche (und nach Weigand 1, 346 mit dem nhd. flagge 
a. s. w. selbst) lautverschoben zu gr. 7tkd§ fläche stimmt. Sonst 
zieht man flagge als das schlaff herabhängende zeichen zu fliegen, 
flackern; vgl. altn. fläki fläche, flaka solutum haerere ; Dief. 2, 710 
unter "goth. plaqvus weich, mürbe ; femer die fr. flache und flaque 
Scheler 136. 137 ; it. fiacco, sp. flaco u. s. w. schwach, matt Diez 
I, 178, auf lat. flaccus, flaccidus (engl, flaccid) hinweisend, wel- 
eher stamm gerade im ei^l. auch unmittelbaren einfluss üben 
konnte; vgl. noch Grimm 3, 1704 ff; Wedgwood 2, 56. 

F lagen fläschchen; fr. flacon, it. flascö, mlat. flasco, altfr. 
flascon, über deren weiteren Ursprung s. flask; wegen des Über- 
gangs des c in g vgl. fig, sugar und Mätzner 1, 147. 

Flageolet kleine flöte; Verkleinerung von dem altfr. flajol, 
flageol, pr. flaujol, flautol, lat. gleichsam flautiolus zu it. flauto, 
fr. flute, nhd. flöte; s. flute; Diez 148; I, 184. 

Flail flegel; zunächst entnommen aus altfr. flaial, flael, nfr. 
flean, sp. flagelo, it. fragello, lat. flagellum, das aber entlehnt er- 
scheint auch im ahd. flegil, mhd. ndL vlegel, nhd. flegel, fleger, 
dän. pleiel; Wackemagel Umd. 40; Grinmi 3, 1747; Diez 631; 
n, 296; vgl. flog. 

Flake flocke; ags. flacea flakes of snow Bosw.; ndd. flake, 
flake ist ein geflecht ßr. W. 1, 401; vgl. Dief. 1, 382; sonst 
zeigen die übrigen sprachen nur die dem engl, neben flake er- 
Bcheinenden flock entsprechenden formen ; s. flock und Grimm 
3, 1809. 



— 382 — 

« 

Flam läge; flimflam posse; Johnson fährt ein isLAim an; 
Wedgwood 2, 58: „the form of the word shows its imitative 
character, probably representing a fiapping motion yfiÜi some 
light implement/^ 

Flame flamme; fr. flamme, it. fiamma, sp. Uama, ndl. vlam, 
nhd. flamme, schwd. flamma, dän. flamme, aas lat. flamma zu 
flate Grimm 3, 1712; altengl. flambe, fr. flambe Schwertlilie, 
altfr. pic. in der bedeutong flamme ; „muthmasslich, da b vor to- 
calen im fr. nicht wohl eingeschoben wird, von flammnla, flimble 
flambe; daher flamber, flambeau^' Diez 631; 11, 295; engl, flam- 
be au wie ndl. flambeuwe, flambouw; hierher auch flamingo, 
nhd. flamming, flamingo, fir. flamant, flammant der vogel mit dem 
flammendrothen gefieder. 

Flank seite; fr. flanc und jeden&lls erst daraus in die ver- 
schiedenen neueren sprachen gedrungen nhd. flanke, ndl. flaue, 
schwd. dän. flank; streitig dagegen ist der Ursprung des romaiL 
Worts ii fianco, pr. fr. flanc; es wird auch von Grimm 3, 1723 
genommen als ein urspränglich deutsches wort, ahd. lancha, hlan- 
cha, mhd. lanke; dagegen erhebt bedenken Diez 143; i, 178 
und neigt sich mehr zu der erklärung aus dem lat. flaccus mit 
eingeschobenem n ; vgl für die begrifi'sentwicklung das nhd. weiche 
von weich, mhd. krenke von kranc; vgl. Scheler 137; Wedg- 
wood 2, 58. . 

Flannel flanell; fr. flanelle, it. flanella, frenella, sp. franella; 
nach Diez 147; 1, 183 aus dem altfr. flaine (mlat. flancha, flan- 
chia) Überzug, wie gael. cüraing 1, Überzug; 2, flanell; und dies 
vielleicht aus lat. velamen, v'lamen wie flasca aus vlasca; Scheler 
137; aus dem fr. wäre es dann wie iu's engl, so in andere spra- 
chen nhd. flanell, mundartl. franell, dän. flanel übergegangen; die 
engL etymologen, wie Worcester, Wedgwood 2, 59 wollen es aus 
dem kelt. erklären und legen dabei das wälsche gwlanen, gwlan 
wolle, verwandt mit lat. lana, zu gründe. 

Flap klappen, schlagen, klappe u. s. w.; dem worte stehen 
mancherlei naheverwandte ausdrücke zur seite, wie ndl. flap schlag, 
nhd. flappen schlagen Schwenck 183; femer engl, flop schla- 
gen, vielleicht auch flipp an t beweglich, sowie das oben ange- 
föhrte flabby nebst mundartl. flab und ndd. flabbe, nhd. fiappe, 
flappe, flaps Grimm 3, 1724; jedenfalls in der späteren entwick- 
lung, wenn auch vielleicht nicht ursprünglich, scheint hier eine 
gewisse lautnachahmung wirksam gewesen zu sein und insofern 



— 383 — 

mag man theils stamme wie flak, flat, theils mit anderem anlaute 
dap, nhd. klappen nebst läppen vergleichen; mit dem anlaute fi 
bietet wenigstens das ags. noch kein ähnliches wort; vgl« lap. 
Br. W. 3, 1. Wedgwood 2, 59: „a representation of the sound 
of a blow with a limber flat surface/^ 

Flash; die vielfachen bedeutungen lassen sich etwa zurück* 
fahren auf „the representation of the «ound made by a dash of 
water or sndden burst of flame" Wedgwood 2, 59; aber wenn 
man sich an der blossen laatnachahmung nicht genügen lässt, 
woher das wort? an gr. ipXo^ mag man so wenig denken als an 
kelt. lasair, lasrach (Johnson, Grieb), eher an das nhd. freilich 
auch dunkle flatsche regenguss, fetze; flatschen Grimm 3, 1729; 
in der bedeotong pfBtze wird es zunächst das fr. flaque , flache 
sein; vgl. Scheler 136. 137 und flag; andere verweisen auf die 
Wurzel von fly. 

Flask flasche; ags. flasce, flaxe, ndl. vlesch, altu. schwd. 
fladca^ dän. flaske, ahd. flascä, mhd. vlasche, vlesche, nhd. flasche, 
mlat. flasca, flasco, flascus ; it. fiasco, sp. flasco, frasco, pg. frasco, 
altfr. flasche, nfr. flacon for flascon (wovon engl, flagon); russ. 
fljaga, fljaschka, böhm. flase, poln. flasza, flaszka, litth. pleszka, 
ungr. palaszk, palatzk, Ann. lasku; Grimm 3, 1725: „man geht 
zurück auf ein gr. (pXdaivr], q>Xdaiuov;''^ vielmehr scheint es aus 
dem roman. und mlat. frühzeitig weitergedruugen und vielleicht 
mit Diez 144; I, 179 aus lat. vascuhim zu erklären; s. Wacker- 
nagel Umd. 25; Scheler 136. Dief. 1, 384 nimmt an, dass die 
Wörter ursprunglich den begriff eines geflechtes gehabt hätten 
(kymr. iflasg s= flask, basket; fflasged geflochtenes gefass, geräth; 
engl, fiasket in dem sinne waschkorb, gadh. fleasg gewundenes, 
geflochtenem, ring u. s. w.) und stellt sie demnach zu goth. flah- 
tom, nhd. flechten; s. über diesen stamm plight und vgl. Rapp 
No. 107 plak. 1. falten, flechten. * 

Fiat flach, platt; altn. flatr, schwd. flat, dän. flad, ahd. flas, 
was trotz mancher Unregelmässigkeit in den lautübergängen den- 
noch zusammengehören mag einerseits mit dem nhd. flach, mhd. 
Tlah, ahd. flah, ndl. vlak, vgl. flag, andrerseits mit gr. nXatvg, 
woraus mlat. platus, it. piatto, fr. plat und dann wieder ndd. nhd. 
platt wurde; Grimm 3, 1698; Weigand2, 391; Diez 262; 1,318; 
Tgl. plate und über den möglichen Zusammenhang verschiedener 
näher tretender formen Rapp No. 250 plak breit (ind. prithu, 
gr. Ttloptvg, lat. ohne p latus u. s. w.) 



— 384 — 

Flatter schmeicheln; fr. flatter, pr. flatar (zu folgern aus 
dem subst. flataire) was aus altn. flat flach abgeleitet wird, altfr. 
flatir zu boden schlagen u. s. w. ; Diez 631; 11, 296; über die 
begriffsentwicklung sagt Scheler 137: „de la meme racine flat 
(vgl. flat) procede le verbe prov. flatar, fr. flatter pr. caresser 
== passer avec la main plate sur la surfäce du corps. On pour- 
rait peut-etre tout aussi bien partir de Tid^e se mettre ä plat 
devant qulqu; nous disons encore etre ä plat ventre devant qulqu. 
pour lui faire bassement la cour. Uebrigens erwäge man, dass 
bereits altn. fladra = blanditiis fallere ist, was nahe verwandt 
mit dem nhd. flatteren (vgl. flitter, flutter) unmittelbar in 
das fr. gedrungen sein kann; Grimm 3, 1731; ndl. flatteren, nhd. 
flattieren; Grimm 3, 1734 „nach dem fr. flatter, pr. flatar, das 
weder it. noch sp. erscheint und von Diez aus ags. flat, ahd. flas 
geleitet wird; vielmehr ist unser flattern dabei im spiel, der 
Schmeichler schlägt mit den flügeln, wie der hund mit dem 
Bchwanze wedelt." 

Flaunt prunken, flitterstaat; im nhd. erscheinen mundartl. 
flander fetze, flitter, flanderen flattern, in denen man nasalirte 
formen von flatter u. s. w. erkennt; vgl. goth. flautan prahlen, 
sowie engl, flout Dief. 1, 384. 

Flaw riss, sprung, fehler; ags. floh fragmen, flöh stanes 
gleba silicis; ahd. fluoh, mhd. vluo, nhd. fluh und flühe rupes 
nach Etm. 360 zu flean, flahan decorticare; vgl. flay; vielleicht 
besser zu dem stamme von flee in dem sinne von springen wie 
lat. rupes zu rumpere Grimm 3, 1849; vgl. Wedgwood2, 56, wo 
es mit flag, flake zusammengenommen wird. 

Flawn aufläufer, fladen; altengl. flaune pancake Gol. 30; 
zunächst aus dem roman. fr. flan, altfr. flaon, sp. flaon, pr. flau- 
zon, it. fiadone ; das roman. wort aber wohl aus ahd. flado, mhd. 
vlade, nhd. flade, fladen, ndl. vlade eigtl. etwas flaches, vgl. flat; 
Diez 143; I, 178; Grimm 3, 1707, sowie die mlat. formen flado, 
flaco, flanto bei Ducange; passend wird noch erinnert an nhd. 
platz in dem sinne kuchen, slav. .placek, lat. placenta, die alle in 
einem unleugbaren, wenn auch nicht ganz klaren zusammenhange 
mit einander stehen Weigand 1, 345; 2, 392. 

Flax flachs; ags. fleax, fte. flax, ndl. vlas, ndd. flas, ahd. 
flahs, mhd. vlahs, nhd. flachs; in den urverwandten sprachen 
treten sehr nahe das slav. vlas haar, russ. volos, böhm. serb. vlas, 
poln. wlos, wie wiederum ahd. haru, mhd. har, nhd. mundartl 



— 385 — 

har die bedeatung flachs zeigt, altn. norw. hör; „i^ d^r wurzel, 
welche sie nun sei, waren die vorstellui^en des kämmens, flech- 
tens, webens gelegen^^ Grimm 3, 1700; vgl. lat. pleeto und flecto, 
gr. jtUxto; Dief. 1, 382 ff. 389; Rapp No. 107 plak. 1. falten, 
flechten; s. plight; Wedgwood 2, 61 erinnert an das mundartl. 
flix for of hare Hai. 1, 364 und möchte dann flax als eins neh* 
men mit ags. feax; s. fax ed. 

Flajr schinden; ags. flean, flahan, flöh, flögon, flagen ex- 
coiiare, decorticare, altn. flä, part. fleginu, flaga cutem laedere, 
flagna scabere, ndl. vlaen, vlaan => excoriare, deglubere ; altengl. 
formen flea, praet. flow, particip. yflawe bei Col. 30 und Hai.; 
iiach Grimm 3, 1710 f. verschieden von dem deutschen flaien, 
flawen waschen, ndd. vlegen, vlien, vleien putzen, obschon die 
Vorstellung des reinigens, waschens mit der des schälens, häutens 
einigermassen zusammentrifft; vgl. etwa noch flag und Wedg- 
wood 2, 61, obwohl kaum auszugehn sein wird von flag „inthe 
sense of a thin layer separating firom the surface of the ground 
or other body." 

Flea floh; ags. fleäh, flea, altn. flö, ndl. vloo, ahd. flöh, 
floch, mhd. vlöch, vlö, nhd. floh; stimmt zunächst lautverschoben 
zu dem slav. bVcha, lat. pulex (p-l-c); von dem die romanischen 
worter it. pulce, sp. pulga, fr. puce stammen ; doch darf man an 
Ursprung aus dem stamme von fliehen und fliegen (vgl. engl, 
t'lee und fly) denken, wenn man mit Grimm in fliehen ein ur- 
sprüngliches springen findet; vgl. Rapp No. 90 pal treiben; 
Grimm 3, 1812. 

F 1 e a k (flaik) flocke, bürde, flechte ; altengl. fleyke, ndl. vlaek, 
uhd. flechte, deutlich von dem stamme lat. plectere, nhd. flechten; 
iler bereits unter flake, flask, flax berührt ist und vermittelt 
durchs roman. erscheint in employ, ply; vgl. Rapp No. 107 
plak. 1. falten, flechten. 

Fleam fliete; ndL vliem, bei Binn. vlimne, vlymne, nhd. 
tliete, fliedme, fliesze, ndd. flete, ahd. fliodima, fliedima, mhd. vliete 
gekürzt aus flieden, fliedeme vom uilat. fleotomum, lat. gr. Phle- 
botomus zu gr. ^Uxfff gen. q>lsß6g blutader und rifdreiv schnei- 
den; Grimm 3, 1797; Weigand 1, 351. Koch 1, 4 führt ein wohl 
entlehntes kymr. fflaym an. 

Fleck, flecker flecken, sprenkeln; ndl. vlekke, plakke; 
ahd. fleccho, mhd. vlec, vlecke, nhd. fleck, flecken ; Grimm 3, 1740 ff. 
Weigand 1, 348: „das wort scheint lautverschobeu mit lat. plaga^ 

Müller, Klym. WVrterbuch. 25 



— 386 — 

gr. ftlfjyi^ schlag, hieb, stoss, wunde zusammeiiÄngehöreii ; " dann 
fiele es weiter zusammen mit fr. plaie, nhd. plage und engl, pla- 
gue. Vergleicht man ausserdem die zahlreichen bedcutungen, 
die besonders fleck in mundarten hat, so zeigt sich, wie es als 
nebenform von fly, flitch, flesh und anderen wörtem auftritt, 
deren ursprünglicher k-laut in der gewöhnlichen form erweicht 
ward; Hai. 1, 361. 

Fledge flügge, fliegen; ags. flycge id quod volare potest, 
mit dem seltenern lautübergaug eines y in e Mätzner 1, 96 ; nhd. 
flügge, flick, flücke, mhd. vlücke, ahd. flukki, ndd. flügge, ndl. 
vlug zu nhd. fliegen, ags. fleögan; s. engl. fly. 

Flee fliehen; ags. fleöhan, fleön, welches bei der naheste- 
henden bedeutung sich in seinen formen bereits vielfach mit fleö- 
gan volare mischt; s. über die formen und den Zusammenhang 
mit fly theils dies wort, theils Mätzner 1, 329; Col. 80; schwach 
wie im engl. ndl. vlien, altn. üfa^ schwd. fly, dän. flye, dagegen 
stark ahd. fliohan, mhd. vliehen, nhd. fliehen, goth. j^liuhan; vgl. 
über weiter vermuthete, wenn auch keineswegs aufgeklärte bezie- 
hung zu lat. fugere, gr. q>avy€iv und gar zu goth. bingan Grimm 
3, 1788 flf; Dief. 2, 711 fiF; Rapp unterscheidet No. 90 pal treiben, 
wozu er flee und fly stellt und No. 123 puk biegen, fliehen, 
gr. (pevyiüy lat. fugere, goth. biugan; s. engl. bow. 

Fleece fliess, vlie^s; ags. fleos, fles, fl^s, ndl. vlies, mittelndd. 
vlüs, neundd. vlüs, nhd. vlies, flies, fliesz; nicht von dem gleich- 
bedeutenden lat. vellus, sondern mit dem nahe verwandten nhd. 
flaus, flansch vielleicht zu dem stamme p-l-k mit der bedeutung 
flechten; s. flax; Grimm 3, 1737; Weigand 1, 347. 351. 

Fleer spotten, höhnen; die grundbedeutung scheint zu sein 
den mund verziehen: „I fleere, 1 make an yvell countenaunce 
with the mouth by uncoveryng of the tethe" Hai. 1, 361; mundartl. 
flyre, flyer, schott. fleyr, dän. flire ; , man sehe das von Skinner 
als Stammwort genommene leer und vgl. nhd. flarren, flerren 
neben flannen, flennen Grimm 3, 1725; Wedgwood 2, 62. 

Fleet; bei den mannichfachen bedeutungen des Wortes ist 
weniger die gemeinsame quelle als der verschiedene gang der ent- 
wicklung dunkel; fleet fliessen, eilen ist das ags. fleötan fluere, 
fluctuare, natare, alts. fliotan, ndd. fleteu, fleiten, ndl. vlieten, 
altfrs. fiiata, altn. fliota, schwd. flyta, dän. flyde, ahd. fliosan, 
mhd. Vliesen, nhd. flieszen; Grimm 3, 1793 ff. vgl. flow; Dief. 
1, 386 ff; Rapp No. 105 pla. 2. fliessen. Da nun Wörter dieses 



— 387 — 

siunmes, besonders mit dem dunkler^i vocale Ö, uo, ü in den 
germanischen sprachen weitverbreitet und auch in das romanische 
gebiet vielfach eingedrungen sind (vgl. fr. flot, flotte), so kann 
in den engL formen der art ein mehrseitiger einfluss angenommen 
werden; fleet bai, bucht (vielfEU^h in eigennamen wie Fleetstreet 
u. 8. w.) ist das ags. fleöt rivulus, sinus, ndd. fleet kleiner bach, 
kanal Br. W. 1, 412, ndl. vliet, ahd. flios, mhd. vlies, nhd. fliesz 
neben flusz und fluth, engl, flood, Grimm 3, 1792; fleet flotte 
beruht auf dem ags. fleöt, fliot navis, ratis, classis, vgl. Grein 1, 
304, neben fiota navis, nauta; vgl. theils das roman. flotta, fr. 
flotte, theils ndl. vleet menge und daraus altfr. flete, flette Diez 
632; II, 297; zu fleet neben flöte abrahmen u. s. w. stimmen 
ags. flet flos lactis, Etm. 363, ndd. flot, melk afflöten, afflaten 
Br. W. 1, 415; nhd. flott cremor lactis, „wahrscheinlich weil das 
fett auf der milch oben schwimmt^* Grimm 3, 1826; fleet flink 
flüchtig, wenn schon leicht aus demselben stamme zu erklären, 
könnte auch von einem andern ags. flitan beeinflusst worden sein ; 
fleet, flete, flet in der bedeutung flach, ebener boden u. s. w. 
scheinen nur nebenformen von flat zusein. Vgl. flood, float, 
flow. 

Flesh fleisch; altengU flessche meat, Arch. 27, 416; ags. 
flaesc, alts. fl§sc, ndd. fleesch, ndl. vleesch, frs. fläsk, altn. in der 
bedeutung speck flesk, schwd. fläsk, dän. flesk, ahd. fleisc, mhd. 
vleisch, nhd. fleisch; Grimm 3, 1752 ff. G. d. d. S. 1009—1011 
(700); Weigand 1, 350: „das wort stimmt lautverschoben mit 
freilich seltenem übergange des ursprünglichen t in s zu slav. 
pIot\ litth. paltis;'' vielleicht hegt der stamm flic, flac mit dem 
begriffe stück zu gründe; vgl. Schwenck 184 und flitch. 

Flete h einen pfeil befiedem, flete her pfeilmacher; von 
dem fr. flache pfeil; die roman. Wörter it. freccia, mundartl. frizza, 
aber auch flecia, altsp. pg. frecha, neusp. pg. pr. flecha, wall, 
fliehe werden abgeleitet von dem ndl. flits pfeil, mhd. vliz bogen, 
nhd. flitz , flitsch, flitzbogen zu dem alten wurzelverbum ags. flitan, 
ahd. flisan streiten Diez 154; I, 191; Weigand 1, 353. Grimm 
3, 1804 lässt den Zusammenhang der germanischen und romani- 
schen Wörter (den er fast umgekehrt auffassen möchte) und somit 
den letzten ur^rung unbestimmt. 

Plew. 1. präter. von fly; entstanden aus dem ags. fledh, pl. 
flugon, altengl. fley, flaugh u. s. w. Mätzner 1, 365. 

25* 



— 388 — 

Flew. 2. hängendes manl; ndd. flabbe Br. W. 2, 400; Grimm 
3, 1724; vgl. flab, flap. 

Flew. 3. weich, zart; zunächst wohl das fr. flon, floi Diez 
632; was mit ndl. flauw, nhd. flau, vielleicht nhd. lan, goth. 
{>laqus in einem keineswegs aufgeklärten zusammenhange zu 
stehen scheint; s. Diez II, 297; Grimm 3, 1734 flF; Weigand 1, 
347; man vgl. noch flue und etwa zu den verschiedenen bedeu- 
tungen im ganzen Wedgwood 2, 66. 

Flexed gebogen: und so die verschiedenen mit fle et, flex 
beginnenden worter unmittelbar aus dem lat. stamme flectere 
biegen, der in ply, plight u. s. w. durch das romanische ver« 
mittelt erscheint. 

Flibustiers oder in einer mehr angeeigneten form filli- 
busters raubschiffer, flibustiers; nach der gemeinen ableitung 
mit dem fr. flibustiers eine entstellung des germän. wortes engl, 
freebooter, nhd. freibeuter, besser rielleicht von dem fr. zeitworte 
flibuster, und dies mit flibot, sp. flibote, filibote, ndl. vlieboot, 
aus dem engl, fly-boat abzuleiten; Scheler 138; Heyse 359. 

Flick er flackern, flattern; ags. fliccerian, ndl. flikkeren 
neben flakkern flagrare, ahd. flokarön, flogarön flagrare, volitare, 
altn. flögra volitare; es scheint, dass in diesen formen, vgl. nhd. 
flackern, der stamm des ags. fleögan, nhd. fliegen sich mit- 
tels Verstärkung und ablaut weiter entwickelt und dabei einfluss 
des lat. flagrare erlitten hat; Etm. 362; Grimm 3, 1706; Wei- 
gand 1, 345. 

Flight flucht, flug; ags. flyht zu fleögan wie nhd. flacht 
und flug zu fliehen, fliegen, ahd. fluht, mhd. vluht, alts. floht, 
ndl. vlugt und erst entlehnt schwd. flykt, dän.flugt; das ags. flyht 
ist nicht fiiga wie die anderen formen, sondern volatus, das engl, 
flight bezeichnet beides; also auch hier Vermischung von fliehen 
und fliegen ; s. f le e und fly und vgl. Grimm 3, 1831 ; Kehrein 1065. 

Flimflam grille, fratze ; schon bei dem einfachen flam ist 
auf die ablautartige bildung dieser formel hingewiesen, wie sie 
ähnlich etwa in deutschen ausdrücken fickfack, ticktack hervor- 
tritt „in denen die spräche gern mit dem laute spielt ^^ Grimm 3, 
1619; fraglich bleibt der zu gründe liegende stamm, der seiner 
form nach an das nhd. flimmen, flammen erinnert, vgl. flame, 
aber auch flimsy. 

Flimsy locker, lose, schwach, eitel; nach Wedgwood 2, 
49 würde es ursprünglich bedeuten of the nature of a fllm, so- 



— 389 — 

dass film, mit metathese flim, zu gründe läge; er* fuhrt dafür 
an ein mnndartl. dän. flems the skin on boiled milk, flims, flimse 
small bits of skin in milk. Vielleicht konnte selbst flim fl am 
anf solchem flim, film haut , loses gewebe , leichte unbedeutende 
Sache beruhen; andere denken an den im ags. fl^a zu gründe 
liegenden stamm von flee. 

Flinch zurückweichen, nachgeben; das wort, für welches 
sich in den verwandten sprachen keine recht entsprechenden for- 
men zeigen, könnte wohl, wie Johnson bereits annimmt (corrupted 
from fling. Skinner) aus fling mit leichter Veränderung des 
aaslautes und unter vorwalten der intransitiven bedeutung „sprin- 
gen, zurückspringen^^ entstanden sein; alteugl. findet sich dafür 
flecche Col. 30, was auf fr. fl^chir, lat. flectere zurückweisend 
etwa nach laut und bedeutung auf die entstehung des heutigen 
flinch einwirken konnte; s. fling und Wedgwood 2, 67. 

Flinders bruchstücke, splitter; ndl. flenters in demselben 
sinne, nhd. flinder dünnes flimmerndes metallplättchen, ndl. vlinter 
Schmetterling; scheint fast auf ein verlorenes wurzelverb flindan 
zurückzuweisen, vgl. flounder, wenn es auch andrerseits zu 
flitter u. 8. w. als nasalirte form tritt; vgl. Grimm 3, 1799; 
Br. W. 1, 421; Weigand 1, 352; Wedgwood 2, 68. 

Fling werfen, schleudern; nur im engl, als starkes zeitw ort 
vorhanden Grimm No. 424; (altengl. flingen, flang, fiongen, flou- 
gen, schott» fling? flang? Anng, neuengl. fling, flung, flung) vgl. 
Mätzner 1, 347; Col. 30 präterit. fleug; vgl. altn. flengja verberare, 
schwd. flänga sich heftig bewegen ; flenga med risom to beat with 
rods Wedgwood 2, 68; allenfalls in Verwandtschaft zu denken 
mit lat. fligere, goth. bliggvan; vgl. engl, blow; Rapp No. 110 
plank. 2. schlagen; Dief. 1, 384. 

Fl int kiesel, feuerstein; ags. flint, ahd. flins, mhd. vlins, 
nhd. flins, dän. flint, schwd. flinta silex, petra; der lautverschie- 
bung gemäss fest stimmend zu dem gr. 7tlivd'0$ ziegel Weigand 
1, 852; Grimm 3, 1801 auch über das daraus entstandene nhd. 
flinte, dän. flint, böhm. poln. flinta, lett. plinte; fr. daraus flin 
donnerkeil, Wetzstein Diez 632; II, 297. 

Flipp an t flüchtig, lose, schalkhaft; vielleicht mit flab, 
flap zusammengehörig; Wedgwood 1, 69 bringt bei altn. fleipr 
tattle, fleipinn flippant, pert, petulant, flepinn precipitate, thought* 
less und geht davon aus flip wie flick stelle dar „a smart blow 
with Bomething thin and flexible.'' 



— 390 - 

Flirt schnellen, rascheln, lose, schalkhaft; einigermassen 
kann man für die letzten' bedeutungen das selbst ziemlich dunkle 
ags. fleard nugae, fleardjan nugari vergleichen; ausserdem die 
nhd. flirren, fiirzen, flirtschen Grimm 3, 1803; eine schwirrende 
bewegung scheint der grundbegriff zu sein und so mag eine art 
von lautnachal^mung mit im spiele sein ; vgl. Wedgwood 2, 69. 

Flit fliehen, flattern, flink; flitter flattern, läppen, hader; 
offenbar gehören ablautend zusammen flitter, flutter, etwa 
auch f latter, wie im nhd. nahe verwandt sind flittern, flattern, 
fledern, wozu ein wurzelverbum mit -der bedeutung fliegend, wal* 
lend, die luft schlagend sich bewegen, ahd. fledan, fietan vermu- 
thet wird, sowie etwa weitere Verwandtschaft mit fliehen^ fli^en, 
flieszeu; vgl. die engl, flee, fleet, flow, fly, aber auch das 
ags. flitan, engl, mundartl. flite hadern; (beachtenswerth das zu- 
sammentreffen von nhd. hadern streiten, hadern lumpen, engl, 
flite und ilitters); ndd. flitze, flütze ist eine junge flatterhafte 
frauensperson, flitzen eilig dahin fahren, vgl. fletch; Grimm 3, 
1731 ff. 1746; Weigand 1, 345. 347. 352 ff. Br. W. 1, 424; Dief. 
1, 384; doch werden zunächst flütan streiten und flidan, fledan 
zu trennen sein. Zu flittermouse, woneben mundartl. flinder- 
mouse, halte man nhd. fledermaus, ndl. vledermuis^ vleermuis, 
schon ahd. fledarmüs, fledremüstro Grrimm 3, 1746. 

Flitch (of bacon) Speckseite; ags. flicce succidia £tm. 360; 
engl, mundartl. flick schlagen, schneiden, speck; vgl. das nhd. 
flick und fleck Grimm 3, 1740; Dief. 1, 384; aus dem germani- 
schen erst das fr. fleche de lard Diez U, 296; nahe liegt der Zu- 
sammenhang mit fleck und flesh. 

Flo pfeil (Chaucer); ags. flä, flan Etm. 361; altn. fleinn; 
Col. 30 flon arrows. 

Float fliessen, schwimmen, alles fliessende, schwimmende; 
zunächst stehen die ags« flotjan fluctuare, fleötanfluere, flotanauta, 
navis, flot aqua satis alta ad navem sustinendam, mare Grein 1, 
305; jedenfalls aber haben auf die vielen einzelnen bedeutungen 
im engl, auch noch andre einflüsse gewirkt; vgl. ndl. flot, vlot, 
nhd. flott, fr. ä flot, flotter, selbst das, wie es scheint, unmittelbar 
dem lat. fluctus entsprungene fr. flot woge, alteng], flot, flöte 
Scheler 138; vgl. über den gemeinsamen stamm und die zugrunde 
liegende wurzel die engl, fleet, flow, flood; im nhd. ausser 
flott besonders flosz, flöszen, ndd. flot, flöte, flöten Grimm 3, 1825; 



— 391 — 

flnsz, flut 3, 1856. 1858. Br. W. 1, 415 flf. Dief. 1, 386 flf. Rapp 
No. 105 pla. 2. fliessen. 

Flock heerde, flocke; zu der ersten bedeutang stimmt das 
;ig8. flocc, altn. flockr caterva, zu der zweiten altn. floki, schwd. 
Ilocka, dän. flokke, ndd. flog, flok Br. W. 1, 409 ff. ahd. floccho, 
mhd. vlocke, nhd. flocke, die alle zu dem stamme fliegen gehören 
könnten; andrerseits lässt die allzugenaue Übereinstimmung ent- 
lehnnng des lat. floccus (it. flocco) theilweise vermuthen Weigand 
1, 353; über die mögliche berührung mit f olk s. Grimm 3, 1809ff. 
Dief. 1, 392; vgl. das fr. floc und folc bei Diez 633; II, 297: 
Wedgwood 2, 70; Rapp No. 341 palk-volk. 

Flog peitschen; im ags. bietet sich das freilich seltene und 
in seiner bedeutung nicht ganz sichere flocjan lacerare Etm. 360, 
bei Grein 1, 305 floccan plaudere? dessen c wohl in g übergehen 
konnte Mätzner 1, 147 ; dazu kann man halten das ndd. flogger 
dreschflegel Br. W. 1, 410 und den ganzen stamm RappNo. 110 
plank. 2. schlagen (lat. plangere, fligere, gr. Ttkijuaeiv) ; vgl. Dief. 
1, 385 unter goth. flekan xoTtTead-ai ; sonst hat man an eine un- 
mittelbare entstellnng aus dem lat. flagellare geissein, flagellum 
gei88eL(ygl. flail) gedacht. 

Flood fluth: ags. flod, goth. flodus, alts. fluod, ndl. vloed, 
altn. flod, schwd. dän. flod, ahd. fluot, mhd. vluot, nhd. fluth, 
flut; Grimm 3, 1858. 1731. 1793; Weigand 1, 357; Dief. 1,386; 
das goth. flodus könnte för fluh-odus von einem flu-hon entspre- 
chen dem lat. fluctus aus fluere (pluere, vgl. über den stamm 
flow und Rapp No. 104 pla. 1. fliessen). 

Floor flur; ags. flor, flore pavimentum, ndl. vloer, altn. 
Bor, ndd. floor Br. W. 1, 428, ahd. fluor, mhd. vluor, nhd. flur 
Grimm 3, 1851 ; Weigand 1, 356 : „das wort stimmt mit kelt. llaur, 
Uor estrich, dessen 11 aus lautangleichung oder Unterdrückung 
eines anlautenden stummen consonanten entspringt;** (hieraus 
fr. ä flenr de, effleurer Scheler 138.) 

Flop klatschen; erklärt sich als eine nebenform von flap. 

Flor-; die mit dieser silbe beginnenden Wörter erklären sich 
leicht ans dem lat. flos, floris blume, florere blühen, vgl. flower, 
nnd den davon herstammenden romanischen Wörtern ; die zuweilen 
eigenthümliche begriffsentwicklung zeigt sich meist schon im it. 
und fr., vgl. flore t blümchen, rappier, floret-silk; Scheler 
138: „fleoret, it. fioretto = ep^e munie d'un bouton de peau et 
reB&emblant ä un bouton de fleur; aussi bourre de soie; flor in 



— 392 — 

gülden; fr. florin; les premiers florins frappes ä Florence por- 
taient une fleur de lis, de lä le nom ; " vgl. Chambers's Encl. 4, 
884, sowie die entsprechenden fremdwörter im nhd. bei Heyse 
360; wegen gleiches Stammes vgl. ausser flower auch flour, 
flourish, sowie die rein deutschen blow. 2. bloom; Rapp 
No. 113 plo blühen. 

Flotson (flotsam, flotsom, floatsam) Strandgut; gehört jeden- 
falls zu float, wie das ähnliche jetsam zu dem fr. jeter; nur 
die ableitungssilbe som ist einigermassen dunkel und auffallend; 
das fr. flottaison, aus dem das wort fast entstellt scheint, hat 
wenigstens jetzt nur die üicht ganz zutreffende bedeutung „partie 
du vaisseau qui est a fleur d'eau^^ ; indessen konnte es leicht das 
auf dem wasser treibende gut bezeichnen; vgl. Ducange s. v. floteon. 

Flounce planschen, platschen, stürzen; einigermassen ent- 
sprechen nach Wedgwood 2, 72: „The Norse flunsa, to do any- 
thing with noise and bluster, like one dashing about in water; 
Sw. flunsa, to plunge in water. Serenius;" femer das ndl. plonsen 
aquis immergi, lymphas quassare; auch in deutschen mundarten 
planschen, vgl. plunge; in der bedeutung falbel, behäng könnte 
das wort zwar allenfalls auch aus dem zeitworte gedeutet werden, 
scheint aber eher eine nebenform von frounce zu sein. 

Flounder flunder; altn. flydri, schwd. flundra, dan. flynder, 
nhd. flunder neben dem auch flander, flinder denselben fisch 
pleuronectus flesus bezeichnen Grimm 3, 1722. 1799. 1851; vgl. 
flinder. 

Flour kerrimehl; ein und dasselbe wort mit flower blume: 
vgl. nhd. blume des mehls, flos farinae Grimm 2, 160; ndl. fleur 
het beste van allen dingen Binn. engl, flowers of sulphur ans dem 
roman. nfr. fleur, altfr. flour, flur, flor, sp. pg. pr. flor, it. fiore 
von dem lat. flos, floris blume; ebendavon das zeitwort fiorere, 
fr. fleurir (florir) engl, flourish, vgl. flor- und blow. 2.; die 
zum theil eigenthümliche begriffsentwicklung des engl, flourish 
„blühen, mit blumen schmücken, verzieren, zierliche figuren, be- 
wegungen machen, schwenken" ist in den Wörterbüchern z. b. 
bei Smart genügend augedeutet; vgl. über die weite Verbreitung 
des Wortes wie altn. fliir feinstes mehl, nhd. schwd. dan. flor 
blumenwerk, blüthe Dief. 1, 313. 

Fl out spotten; schwerlich mit dem oben erwähnten flite 
hadern, eher mit dem goth. flautan perperam agere, gloriari Dief. 
1, 884 zusammenzustellen; am besten vielleicht gleich flute zu 



— 393 — 

nehmen (Hai. 1, 365 flowte a flute, floyte flute und bei Chaucer 
als Zeitwort auf der flöte spielen) vgl. ndl. fluiten flöten, pfeifen, 
sowie die nhd. redensarten jemandem etwas blasen, pfeifen. 

Flow fliessen, fluss; ags. flövan (fleöv, fleövon, floven) , ahd. 
flewjan, arflawen, flewen, mhd. vlewen fluitare, eluere, lavare, 
bair. flaejen, flaeen im wasser schwenken, waschen, ndd. flojen 
fluten, ndl. vloeijeu fliessen, altn. jB6a inundare Dief. 1, 386 ff. 
Grimm 3, 1859; vgl. flood; kaum zu leugnen wird, trotz der 
onTollkommnen lantverschiebung sein die weitere Verwandtschaft 
mit dem lat. fluere (= pluere, gr. 7tXvv€ivV)^ von dem das engl, 
genug mit flu-, fluct-, flux- begiiyender Wörter als unmit- 
telbar dem lat. fluens, fluctus, fluxus entnommen aufweist; vgl. 
float, fleet und Rapp No. 105 pla. 2. fliessen. 

Plower blume; fr. flenr, lat. flos, floris; siehe unter flour, 
flor, 

Flu der (fludder) tauchente; auch nhd. fluder, vielleicht mit 
fludem zufledem, flittem, flattern; vgl. flu tt er, Grimm 3, 1837; 
sowie wegen ähnliches formwechsels f linder u. s. w. 

Flue. 1. kaminröhre; vielleicht nur eine entstellung aus 
flute in der bedeutung röhre; wie es nach Wedg>vood 2, 73 
vorkömmt für the winding hollow of a shell. 

Flue. 2. feines, weiches haar, flaumfeder; etwa eins mit 
flew. 2. fr. flou matt, weich; möglicher weise unter einflass des 
lat plnma, dem auch das nhd. flaum entnommen zu sein scheint ; 
Grimm 3, 1735. 

Fluke; sowohl in der bedeutung ankerschaufel, als auch in 
dem sinne flunder, wo es auch flowk lautet, bedarf noch der 
aufklärung, da weder an ndl. ploeg, nhd. pflüg, noch an nhd. 
flug zu denken sein wird. 

Plum, flume mühlenschleuse ; ags. flum Bosw. scheint un- 
mittelbar dem lat. flumen fluss entlehnt zu sein; vgl. die von 
Wedgwood 2, 73 angeführte stelle aus Wicleffe „the flum Jordan ;'' 
was etwa ähnliches auf skandinav. gebiete vorkömmt, mag auch 
eher entlehnt, als eine selbständige bildung des german. stammes 
flu, flö fliessen sein; vgl. Dief. 1, 387. 

F In mm er y haferbrei u. s. w. Hai. 1, 365; ist nach Richard- 
8on entstellt aus lat. frumentum, eher wohl nach Wedgwood 2, 
73 das wälsche llymry, an acid preparation from the husks and 
Fragments of oats, from Uyni, sharp. It is the same as the Sc. 
sour sowens; davon nhd. flammen Heyse 358; in der bedeutung 



— 394 ~ 

ansinn. possen gehört es dagegen wohl als eine Weiterbildung zn 
flimflam. 

Flunkey. An opprobrious uame for a livery servant; PI. 
D. flunkern, to be gaudily dressed; D. flonkeren, flinkeren, to 
glitter; G. flimne, a spark; Wedgwood 2, 73; zu der bedeutnng 
a dupe (Worcester) stimmt das ndd. flunkern lügen Br. W. 1, 429. 

Flurry windstoss, unruhe, beunruhigen; das seinem Ur- 
sprünge nach dunkle wort hängt vielleicht mit flutter zusam- 
men, sodass aus fluttery die verschliffene form entstanden wäre. 

Flush; die verschiedenen bedeutungen des wortes lassen 
sich ohne zwang erkläre]^ aus dem grundbegriffe des reichlichen, 
plötzlichen zuströmens, vgl. Smart > es wird daher kaum etwas 
anderes als das it. flusso, fr. flux, lat. fluxus von fluere zu gründe 
liegen; wegen der formellen Veränderung vgl. Mätzner 1, 136; 
unnöthig ist es mit Wedgwood 2, 74 mehrere flush zu trennen, 
höchstens könnten für einzelne fälle noch gewisse anlehnangen 
angenommen werden wie z. b. an blush erröthen. 

Fluster erhitzen, benebeln, verwirren; mundartl. a great 
hurry caused generally by a sudden surprise Hai. 1, 366 ; der 
form nach denkt man zunächst an nhd. flistem, flfistem leise 
reden, ahd. flistrjan liebkosen; allein die bedeutungen stehen zu 
weit ab; darf man von der bedeutung verwirren ausgehen, so 
bietet sich ags. flustrjan weben, flechten, was auf ags. flihtan, 
nhd. flechten zu beruhen scheint. Wedgwood 2, 74 fuhrt das 
altn. flaustr Übereilung, Überstürzung an; ausserdem vgl. man 
etwa flush, blush und bluster, mit welchen leicht vermi- 
schung eintreten musste. 

Flute. 1. flöte; fr. flute (fluste), altfr. flaute, flahute, fla- 
huste, pr. flauta, sp. flauta, it. flauto; mhd. vloi'te, altclev. fleute, 
ndl. flute, fluit, vluit, nhd. flöte, fleute, ndd. fleute, fleite (fleiduse 
= flute douce) auch böhm. flauta, poln. flet, flotrowers (flute tra- 
versiere); über die entstehung des roman. wortes aus dem lat. 
flatus, flare vermittels der formen flatuer, flauter s. Diez 147 f. I, 
183; vgl. Weigand 1, 354; Grimm 3, 1738. 1822; Br. W. 1,417; 
hierher auch flute riefe, rinne an säulen von der röhrenartigen 
form, vgl. neugr. avlov flöte, avXam säulenriefe, fr. cannelle, can- 
neler, nhd. als fremdwort caunelieren zu lat. canna röhr; vgl. 
noch flout. 

Flute. 2. fleute (eine art schiff); auch fr. flute, nhd. fleuthe 
und flute, ndd. fleute Br. W. 1, 417; Schwenck 188; Scheler 139; 



— 396 — 

ndl. flüjrtschip, schon ags. flyte (fliete) poutonium Etm. 363 ; zu dem 
Terbum fleotan; s. fleet. 

Fintier flattern, beunruhigen, verwirren; ags. flotrian, auch 
ndd. nhd. fluttem, flottem neben dem gewöhnlichen flittern, flat* 
tem Br. W. 1, 431; Grimm 3, 1731; s. flit, flitter. 

Fly fliegen; ags. fleogan; über die älteren formen, sowie 
die frühzeitige Vermischung mit ags. fleöhan, fleön, engl, flee, nhd. 
fliehen vgl. Mätzner 1, 365; es entsprechen ndl. vliegen, altn. 
flioga, schwd. flyga, dän. fljrve, ahd. fliogan, mhd. vliegen, nhd. 
fliegen; weitere beziehungen und vermuthungen s. bei Grimm 3, 
1780; Bapp No. 90 pal treiben; über den stamm mit seinen ab^r 
leitungen im nhd. Kehrein 1049 ff. Als Substantiv fly fliege« 
ags. fleoge, ndl. vlieg, ndd. flege, ahd. fliuga, flioga, mhd. vliege, 
nhd. fliege (fleuge) Grimm 3, 1773. 1778: „unbedenklich stammt 
fliege aus fliegen, bedeutet mithin volatilis, wie auch andere ge<- 
flügelte insecten, namentlich die biene, altn. b^fluga (vgl. mouche 
a miel) die bremse m^flnga und der Schmetterling butterfliege, 
ndd. botterflege, ndl. botervlieg, engl, butterfly heissen.^' 

Foal fohlen, füllen; ags. fola, goth. fula, altfrs. foUa, neufrs. 
fole, ndL veulen, ndd. fahl, falen; altn. foli, fyl, folald, schwd» 
dän. fole, föl^ ahd. folo, fuli, fulin, vullin, mhd. vol, vole, nhd- 
fohlen, fallen; lat. puUus, gr. Ttwlog (aus dem lat. puUus die ro- 
manischen worter it. poUo, fr. poule, poulet, poulain; s. Scheler 
267); im engl, dazu als weitere ableitung filly; s. Grimm 3, 
1868; Dief. 1, 389 f. Rapp No. 369 pul junges thier. 

Foam schäum; ags. fämf ahd. fsiim, feim, mhd. veim, nhd. 
feim, abgefeimt, mundartl. faim, faum; zunächst liegen die slav. 
pjena, poln. piana, böhm. pena, diesem aber skr. phena, sämmir 
lieh mit n statt m; ferner lat. spuma, welches sich wieder mit 
ahd. scuma, nhd. schäum (fr. ecume) berühren mag; vgl. scum 
und Grimm 3, 1460; Weigand 1, 331; Schwenck 170 geht vom 
lat. spuma weiter zu spuere, gr. 7tTV€iv^ nhd. speien, vgl. spit. 

Fob. 1. uhrtasche; 2. betrügen, anfuhren ; daneben fop geck, 
eitler mensch ; ndl. ndd. nhd. foppen zum besten haben, ndl. fop 
der narr; das wort gilt als rothwälsch, vgl. Grimm 3, 1887; Wei- 
gand 1, 358 und wird mit nhd. ndl. focken Grimm 3, 1866 zu- 
sammengestellt; das Br. W. 1, 437 verweist unter foppen auf die 
engl, worter und ein in Preussen vorkommendes fnppe tasche; 
Schwenck 190 bringt noch einige mundartl. ausdrücke bei, schwb. 
fancken Bchäckem, henneb. faeken tändeln, schmeicheln und meint, 



— 396 — 

dass fob tasche zu fib schlageiif zuklappen gehöre, wahrend 
wieder fib ein mährchen, eine lüge, fibber lügner bedeutet. 
Wie die abgeleiteten bedeutungen entstanden, wird kaum mit 
gewissheit auszumachen sein, da so verschiedene Vermittlung der 
begriffe denkbar ist. 

Fodder. 1. fntter (trockne nahrung der thiere); ags. födur, 
födr, föder, föddur pabulum, altn. fodr, dän. schwd. foder, foer, 
ndl. voeder, voer, ndd. foder, foer, ahd. fuotar, mhd. vuoter, nhd. 
futter, mundartl. fiietter, fueder; mlat. fodrum, foderare, wovon 
dann die roman. Wörter fr. feurre, fourrage, fourrier — alle zu 
dem goth. fodjan gehörend ; s. f o o d , f e e d ; Dief. 1, 411 ; Wacker- 
nagel Ümd. 6; Weigand 1, 380; vgl. bei Col. 30 foder = pro- 
ducer, mother. 

Fodder. 2. fiider; fother ein Inder, eine last blei; Hai 
foder, fudder as much as a two-horse cart will contain; Col. 
33 fother sb. = a weight of 19 cwt. of lead, thence a large ^ 
quantity; ags. foder, nhd. fuder, ndl. voeder, ndd. foder, foer 
last, ladung, ahd. fiioder, mhd. vuoder, nhd. fiider kufe, tonne, 
führe holz; vielleicht ursprünglich in dem sinne von maass ani< 
dem stamme fahan, s. fathom, abzuleiten. 

(In den meisten sprachen des germanischen, theilweise auch 
des romanischen gebietes mischt sich mit den hierhergehorigen 
Wörtern eine bezeichnung für scheide, kapsei, bekleidung goth. 
fodr scheide, ags. fodder theca, nhd. futter, futteral, fr. fourrean, 
fourrure, vgl. engl, forel, für; s. Weigand 1, 380; Schwenck 
201 ; Dief. 1, 412 ; nach Bopp V. Gr. 3, 202 wäre futter pabulum 
in Wurzel und sufiix identisch mit der benennung der scheide, 
die nur in anderer weise erhält als das futter, und zu verweisen auf 
die Wurzel von father.) 

Foe feind; altengl. plur. fon, fan, faas Col. 30; ags. &, fah. 
(schott. fae) Etm. 356, desselben Stammes wie fiend; vgl. ags. 
gefäh, ahd. gifeh, mhd. geveh, geve, goth. fijan hassen, faian 
tadeln; Dief. 1, 379; Rapp No. 86 pa. 4. furchten, hassen (ind. 
bhi furchten) vgl. feud. 

Fog. 1. nebel; scheint zunächst aus dem skandinav. gebiete 
zu stammen; dän. sueefog Schneesturm, mundartl. fuge to nun 
fine and blow, altn. fok Schneesturm, flight of things driveh by 
the wind, fok-sandr driftsand; Wedgwood 2, 76; Dief. 1, 348. 

Fog. 2. (feg) spätheu ; mlat. fogagium bei Duc. gramen qnod 
aestate non depasoitur et quod spoliatis jam pratis hiemali tem- 



— 397 — 

pore sQccreBcit; vgl. Hai. 1, 366; dunkles urspnmgs, kaum von 
&g =3 to flag or wither Wedgwood 2, 76; oder von einem kel- 
tUchen fwg. 

Fog. 3. (veraltet) macht über etwas haben, auf niedrige 
weise etwas zu erreichen suchen; könnte etwa mit fudge to 
contrive to do auf das ags. fegan, nhd. fugen, ags. fog passend 
zurückweisen; vgl. fake und fay. 3. oder wäre mit Woreester 
au das fir. vogue zu denken? 

Foible schwach, schwäche; fr. faible, älter foible, altfr. floibe, 
floible vom lat. flebilis beklagenswerth, schwach; vgl. die mehr 
angeeignete form feeble. 

Foil. 1. folie, laubwerk, zierrath, the back of a looking- 
glass; fr. feuille, lat. folium blatt; vgl. ächeler 134; dazu tre- 
foil, cinquefoil dreiblatt, fiinfblatt; vgl. foliage. 

Foil. 2. rappier; konnte allenfalls mit foil. 1. vermittelt 
werden (vgl. nhd. blatt von der klinge einer waffe und besonders 
engl, blade schwert) doch mag der Ursprung noch ein anderer 
sein, schwerlich aus fr. refoule, wegen der stumpfen umgelegten 
spitze der rappiere, wie Wedgwood 2, 78^ meint; eher etwa von 
foil. 3. das in dem sinne abstumpfen als substantivum verwendet 
wäre; vgl. auch wegen eines möglichen begriffsübergangs floret 
unter flor. 

Foil. 3. vereiteln, zu schänden machen, niedertreten; von 
dem romanischen worte altfr. affoler, affoller, pr. afolar, sp. afol- 
lare, it. affoUare mit den bedeutungen bedrängen, als einfaches 
Zeitwort fr. feuler niedertreten, it. foUare, was von dem lat. frillo 
Walker, vermittels eines vorausgesetzten fiillare abgeleitet wird; 
s. Diez 148; I, 184; hierher z. b. foilings leichte. fusstapfen, 
spuren des hirsches, fr. foulees, vgl. sp. huello fusstapfe. huella 
tritt. Zur erklärung des engl, foil in den obengegebenen be- 
deutungen genügt dies fr. fouler; wenn jenes auch übergeht in 
den sinn to besot, guU, befool, so könnte ^s mit beeinflusst sein 
von einem anderen altfr. und nfr. affoler zum narren machen, 
über dessen stamm fool nachzusehen ist; vgl. Diez 149; I, 185; 
Wedgwood 2, 77. 

Foin. 1. stoss beim fechten; zunächst wohl aus dem fr. feinte, 
it finta verstellter angriff zu feindre, lat. fingere zu erklären, 
zumal in fr. mundarten das wort foindre, foigner lautet; vgl. 
feign und faint; allenfalls könnte das fr. pointe angriff (vgl. 
point) einflüss auf bedeutung und form gewonnen haben. 



— 398 — 

Foin. 2. marder, wieselfell ; alt&. fayne, nenfr. fouine wiesei; 
das roman. wort it. faina, catal. fagiua, neupr. &giiino, &hino, 
sp. fuina, pg. fcdnha, venez. faina, foina^ lomb. piem. foin wird 
erklärt aus germanischer wnrzel nhd. fehe ausländischer marder, 
ahd. fth, mhd. veh, nhd. fech, ags. fäh bunt, wovon altengl. 
foh particoloured Col. 30; vgl. Grimm 3, 1386; Dicz 136;1, 170; 
Dief. 1, 351; („die goth. form würde sein faihs; entsprechend 
sipd slav. pjeg, gr. 7ro£x/Aog") ; vgl. fair. 1. 

Foison falle, überfiuss, saft des grases; fr. foison, altfr. 
fdison, lat. fasio zu f andere giessen, also eigentlich ergass, flnss; 
s. die stellen bei Wedgwood 2, 78. 

Foist. 1. unterschieben, fölschen; dem sinne entspricht das 
fr. f ausser zu faux, lat. falsus, engl, false; das antreten des t 
macht keine Schwierigkeit , aber wohl der vocalwechsel ; nach 
Wedgwood 2, 78 wäre es nur eine besondere anwendung von 
foist. 3. „originally to break wind in a noiseless manner, and 
thus to foist is to introduce something the x>bnoxious effects of 
which are only leamed by disagreeable experience." 

Foist. 2. art schiff; fr. fdste, it. sp. pg. fasta von dem lat. 
fustis holzscheit, knüppel, mlat. holz, bäum. Scheler 147: „C^est 
ainsi que le lat. lignum, bois, a donne Tit. legno, navire; cp. en 
latin trabs poutre, employe pour vaisseau ; ^^ jenes lat. fustis eben- 
falls vorhanden im fr. fnt (fust), engl, fust säulenschaft. 

Foist. 3. stinken, fiest, schimmelig riechen; nhd. feist, fist, 
fisten, fistrig, ndd. fiest Grimm 3, 1466; Br. W. 1, 399; s. fiza, 
fust. 2. und vgl. Hai. 1, 357. 

F o 1 d. 1. pferch, heerde ; ags. falud, &lod, faied, fald in der- 
selben bedeutung; nach Wedgwood 2, 79 gael. fiil, wälschffald 
pferch; leicht desselben Stammes wie fold. 2. fialten, einschliessen ; 
vgl. Dief. 1, 361. 

Fold. 2. falte, falten; two-fold zweifalt; ags. feald plica, 
fealdan plicare, -feald -plex; goth. fal|>an, altn. falda, schwd. 
f&Ua, dän. folde, ndl. vouwen, ahd. faldan, mhd. valden, nhd. 
falten nebst den entsprechenden hauptwortern und jener adjekti- 
vischen endung; über weitere beziehungen zu lat. plicare, -plex, 
gr. TtXiy^HVj sowie über die identität des nhd. falten und falzen, 
woraus dann auch der enge Zusammenhang mit fold. 1. ein- 
leuchtet, vgl. Grimm 3, 1297—1304; Dief 1, 306 ff. Rapp No. 
107 plak. 1. falten, flechten; (s. ply, employ, faldage, 
double). 



— 399 — 

Fold. 3. erde; (veraltet. Col. 31.) ags. folde terra; s. field. 

Foliage laubwerk; und so in deutlicher beibehaltung der 
lat. form manche mit foli- beginnenden Wörter vom laL foUum 
blatt, fir. feaille, fenillage; vgl. in-folio, femer foliomort 
neben feuillemort und filemot; foil. 1. 

Folk (folks) leute; (mundartl. folk family; bei Maundev. it 
corresponds to gentiles Hai. 1, 367) ags. folc, alts. altfir. folk, 
ndl. Volk, altn. fölk, schwd. dän. folk, ahd. volh, volc, mhd. volk, 
ühd. ndd. folk in den bedeutungen populus, agmen, acies ; über wei- 
tere beziehongen in den urverwandten sprachen litth. pulkas, lett. 
polks, slav. polk, pluk, puIk (kosackenpulk), lat. vulgus, gr. nokx^t 
ox^S (vielleicht mit lat. populus, woraus fr. peuple, engl, people) 
8. Dief. 1, 392; Rapp No. 341 palk volk; nahe liegen berührun- 
gen mit flock, follow, füll. Heyne: „mit gotL fuUs, ahd. 
fol zur WZ. skr. pr erfüllen, lat. ple-o, ple-bs, grundbedeutung 
also füllende menge.^' 

Follow folgen; ags. folgjan und fyligan Etm. 347; alts. 
folgön, folgoian, ndl. volgen, altn. fylgja, schwd. folja, dän. folge, 
&B. fulgia, folgia, folia, ahd. folken, folgen, mhd. volgen, nhd. 
folgen; weiter vermutheten Zusammenhang mit nhd. voll, engl, 
fall 8. bei Grimm 3, 1875. 

Fond. 1. verliebt, närrisch: mit angetretenem, bedeutungs- 
losen d für fon, föne, fonne wie es noch bei Chaucer und Spenser 
Torkommt; s. Hai. 1, 368; Mätzner 1, 178 zu altn. fana fatuese 
gerere, wozu Wedgwood 2, 80 noch ein altn. fani, schwd. f&ne 
narr, aber auch ein gael. faoin eitel, sowie das schwerlich hier- 
her gehörige lat. vanus, fr. vain, engl, vain beibringt. 

Fond. 2. Das wort hat in anderen, meist veralteten oder 
nur mundartlich erhaltenen, bedeutungen auch anderen Ursprung ; 
80 to fond versuchen, suchen ags. fandjan Etm. 350, ahd. fantön, 
nhd. fiümden zu finden, engl, find; vgl. Kehrein 254; Weigand 
1, 318; fond grund = fund, fr. fond vom lat. fundus; fond 
gefunden ^= found zu find u. s. w. 

Font. 1. taufstein; fr. fönt (fonts baptismaux) altengl. font- 
stone Col. 31; von dem lat. fons, fontis quelle; mlat. fons = 
vas in baptisterio, in quod baptizandi descendebant ; davon fons 
baptisterii, f. baptismi und bloss fons, fontes taufstein Duc. Also 
ein wort mit fount und dazu fountain, indem vom lat. fons 
frühzeitig fontanus, dann als subst. mlat. roman. fontana, nfr. 
fontaine und weiter fontanella, fr. fontanelle, engl, fontanel 



— 400 - 

• 

abgeleitet wurde; ndl. fönte, heylige fönte, doopsteen, fonteine, 
fontanelle Binn. nhd. als fremdworter fontäne, fontanelle Heyse 
362; Weigand 1, 368; Scheler 140. 

F ont. 2. guBs, abguBs ; fr. fönte zu fondre, lat. fiindere giessen, 
dessen stamm weiter in foison und found. 3. begegnet. 

Fontange haubenschleife ; fr. „fontange, noeud de raban 
ä la coiffure des femmes, du nom de la duchesse de Fontangea, 
une des belles de la cour de Louis XIV.;'' Scheler 140. 

Food nahrung, futter; ags. föda Etm. 335; ndd. f5de, yöde, 
vödung Br. W. 1, 432; altn. foeda, foedi, schwd. foeda, dän. f5de 
mit feed, fodder, foster u. s. w. zu goth. fodjan ernähren; 
s. Dief. 1, 410 flP. und vgl. forage, fourrier. 

Fool narr, foolish thöricht, folly thorheit; fr. fou, fol, 
folie, it. folle, altsp. fol, pr. fol, folh, mlat. follis, foUus; fr. afiFoler 
zum narren machen (foil. 3.) Ueber die entstehung des roman. 
Wortes sagt Diez 149; I, 185: „die herleitungen aus dem gr. 
^avlog, dem deutschen faul, demkelt. fol (Heyse 361; Wedgwood 
2, 80) können bei seite gesetzt werden. Die lat. spräche bietet 
follere sich hin- und herbewegen; bei Hieronymus follis blase- 
balg, d. h. etwas sich hiit- und herbewegendes, eine bedeutung, 
die im it. foUetto, pr. catal. fr. foUet, beam. houlet poltergeist, 
neckischer geist (engl, foliot poltergeist) wie Grimm sagt Myth. 
p. 475, oder im fr. feu foUet irrlicht klar hervortritt, aber auch 
in unserem rom. folle possenhaft, grillenhaft noch zu fühlen ist 
U.S.W.;'' vgl. Scheler 139; Wedgwood 2, 80 und besonders Dief. 
Or. Eur. 342. 

Foot fuss; ags. föt (über den pluralfet, engl, feet Matzner' 
1, 219), goth. fötus, alts. altfrs. föt, ndd. fot, neufrs. foet, ndl. 
voet, altn. fötr, schwd. föt, dän. fod, ahd. mhd. VU03, nhd. fusz; 
lat. pes, pedis (davon roman. it. piede, fr. pied, sp. pie, pg. pr. 
pe, vgl. die engl, pawn, pedestal); gr.7io6g, Ttodog; skr. pada, 
pers. pä (vgl. bash&w) von der wurzel päd ire, beiRappNo. 99 
pat. 1. fallen, fliegen ; Dief. 1, 414 flP. Schwenck200 ; Weigand 1, 379. 

Fop narr, geck; nhd. foppen necken; vgl. fob. 

For für; ags. for, goth. faur und faura; daher genau hier* 
hergehörig engl, fore (afore, before) ags. fora, fore, for; sowie 
forth, ags. ford, form er, ags. forma; s. Mätzner 1, 270; vgl 
far, first; nhd. für, vor, ahd. fiiri, fora, mhd. vür, vor, alts. 
furi, für, fora, for, ndd. vor, vor, altfr. fori, fore, for, fara, fore, 
altn. lyrir, fyri» schwd. f5r ; före, for, dän. for, fore (nur präfix), 



— 401 — 

for; 8. über den ganzen vielbenutzten stamm — vorsilbe engl, 
for, ags. for, nhd. ver — sowie über die weitere Verwandtschaft 
in den indogermanischen sprachen Dief. 1, 352 — 858, lat. pro, 
prae, gr. 7€q6, ^Qog, skr. pra, prati, para, pari; Grimm Gr. 2, 
724 ff. 3, 256 ff. Etm. 351 ff. Bopp V. Gr. § 1007—1013. 

Forage futter, fourage; fr. fourrage; fourrier, fr. four- 
rier zu fr. feurre, altfr. forre, fuerre, foarre, mlat. fodrum, fodra- 
gium, fodrarius, it. fodero, sp. pg. forrou. s. w. Scheler 134. 142: 
„les fourriers etaient d'abord des officiers charges des fourrages 
et de Tapprovisionnement;" Diez 148; I, 184; zu ahd. fuotar, 
vgl fodder, Dief. 1, 411; Wackemagel Umd. ü; Heyse 364; 
ebenhierher foray, forray auf beute ausgehen, plündern. 

Fojrce. 1. gewalt, zwingen; und in mancherlei anderen be- 
deutungen, die sich leicht aus vergleichung mit dem fr. erklären ; 
fr. force,- forcer, it. forza, sp. fuerza, pr. forsa, früh mlat. forcia 
aus lat. fortis oder einem fortiare, vgl. Diez 153; I, 189; hierher 
wahrscheinlich auch forcer koffer, altfr. forcier, it. forziere, 
mlat. forsarius, vgl. neufr. coflre-fort Diez II, 29; nach Ferrari 
Tom gr. q>OQTiov ladung, last. 

Force. 2. In einigen bedeutungen beruht das wort offenbar 
auf anderem gründe, wie force fei:ciren, force-meat von dem 
fr. farcir, lat. farcire nur entstellung von farce ist; ferner force 
to clip or shear auf das fr. forces scheere zurückweist von dem 
lat. forpices Diez II, 298; Scheler 140; Wedgwood über die 
verschiedenen engl, force 2, 83; über force Wasserfall vgl. 
forse; Wedgwood 2, 86. 

Ford fürt, fahrwasser, ström; ags. ford, altfrs. forda, ahd. 
fiirt, mhd. vurt, nhd. fürt (dazu auch vielleicht altn. fiördr sinus, 
brachium maris, dän. fiord, schwd. Qärd, schott. firth, engl, frith) 
ndl. voord Kehrein 749 ; verwandt mit, wenn auch kaum als unmit- 
telbare ableitung von faran, nhd. fahren, engl, fare; s. Dief. 1, 
360; Weigand 1, 378 vergleicht das slav. brod und das gr. /logog 
durchgang, Wasserstelle zum durchgehen. 

Foreign fremd; altengl. forein (mit fälschlich eingescho- 
benem g wie in sovereign, altfr. sovrain, soverain Mätzner 1, 176) 
altfr. forain, it. foraneo, forano, mlat. foraneus abgeleitet von 
dem lat. foras dranssen. 

Forel (forrel) pergamentdeckel ; Hai. 1, 371 forell a bag, 
sack or purse, 1, 373 forrel the cover of a book, dann das per- 
gament; altfr. forrel, foiiriel; nfr. fourreau vom altfr. ftierre. forre 

Müller, EtyiD. Wörterbach. 26 



— 402 — 

scheide, hülle zum german. goth. fodr, nhd. futter scheide, decke; 
siehe fodder. 2. und für. 

Forest forst; fr. foret, forest, it. foresta, sp. pg. floresta, 
pr. forest; das sp. wort scheint entlehnt und an lat. flos, floris 
angelehnt; mlat. frühzeitig forestis, forestus, foresta Duo. mlat. 
und altrom. der dem wildbanne unterworfene, aber nicht einge- 
zäunte wald; das nhd. forst, mhd. vorst, ahd. forst wahrschein- 
lich erst aus dem mlat. und romanischen worte, dieses aber kaum 
aus ahd. forahä fohre oder forahahi fohrenwald (s. engl, fir u. 
Grimm Gr. 1^ 416) sondern mit Frisch aus lat. foris, foras draus- 
sen, forasticus eigtl. = exterior, dann als forestis was draussen 
ist, nicht betreten werden darf; forestiere auswärtig, fremd: s. 
Diez 151 ; 1, 187; Weigand 1, 360; Grimm 4, 3 ff. bleibt bei seiner 
ableitung und sucht sie durch vergleichung des slav. bor = pinus. 
silva zu bekräftigen ; noch anders, aus dem kelt. gores, görest waste 
ground, engl, gorse, gorst ginster, erklärt es Wedgwood 2, 84. 

Forfeit verwirken, busse, pfand; fr. forfait, it. forfatto mis- 
sethat; fr. forfaire, pr. forfaire, altit. forfare, mlat. foris facere. 
in den glossen Isidors foris facio = offendo, noceo, über die grenze 
hinaushandeln, misshandeln, entsprechend dem goth. fravaurkjan. 
nhd. verwürkeu, verwirken; Diez 151; I, 188; Scheler 140; Wedg- 
wood 2, 84. 

F o r g e schmiede ; fr. forge entstanden aus lat. fabrica ; s. fa b r i c. 

Forget vergessen; ags. forgetan oblivisci, nhd. vergeszen: 
s. das weitere unter dem einfachen get. 

Fork gabel; ags. forc Bosw. aus dem lat. furca, aus welchem 
die romanischen Wörter it. forca, fr. fourche, aber auch mhd. farke, 
nhd. ndd. fiirke, forke, fork, ndl. vork entstanden Br. W. 1, 441, 

Forlorn verloren; ags. forloren, nhd. verloren; s. das ein- 
fache loose und über den Wechsel von s und r Etm. 179; praef. 
XXIIL, sowie freeze, nhd. frieren. 

Form form, bank, schulklasse; fr. forme, lat. forma und 
ebendaher auch mhd. vorm, nhd. form: das lat. forma zu fene 
(vgl. engl, bear, bearing) „weil die gestalt das mit sich, an 
sich getragene ist** Grimm 3, 1897; die theilweise etwas ablie- 
genden bedeutungen z. b. bank schon im fr. forme, mlat. forma 
sella, soHum canentium in choro, vielleicht, weil die sitze mit 
bildern, forma mlat. = imago, ausgeschmückt waren Duc. U, 1, 
560 ff; Wedgwood 2, 86; dazu dann formal u. s. w. siehe über 
die ableitungen z. b. Smart 238 Heyse 362. 



- 403 — 

Former der frühere; ags. forma, altengl. forme first: Col. 
32; vgl. Mätzner 1, 270 und siehe for. 

Forsake abtrünnig werden, verlassen; ags. forsacan negare, 
detrahere Etm. 620; Mätzner 1, 357; alts. forsacan, mndd. vor- 
saken, nndd. versäken, ndl. verzaken, schwd. forsaka. dän. forsage 
(nhd. versagen) Dief. 2, 186; vgl. sake und say. 

Forse (force) In the N. of England, a waterfall; Stockgill- 
forse, Airey-forse. Norse fors, foss, a waterfall. the spray or 
dashing of broken water. Dae sto fossen fyre ^baat'a, the waves 
broke oyer the boat; fossa, forsa, to break us water, dash in 
spray; frosa, Sw. frusa. to gush. - Aasen. W. flfrwfl, a torrent; 
ffiydio, to flow, to gush. See froth. Wedgwood 2, 86. 

Fort stärke, festung; fr. fort, lat. fbrtis; ebendahin die an- 
deren deutlichen ableitungen wie fortress, fortify, fr. for- 
teresse, fortifier; s. Smart 238 und vgl. force. 

Forth weg, aus; ags. ford, nhd. fort; vgl. further, for, 
far Mätzner l, 269; Grimm 4, 7; über forth, forthe in an- 
deren veralteten und mundartlichen bedeutungen vgl. Hai. 1, 374; 
Dief. 1, 366. 

Forty, fortieth vierzig, vierzigste: s. Mätzner 1, 280 
und four. 

Fortune glück, vermögen; fr. fortune, lat. fortuua. 

Forward vorwärts, bereitwillig; ags. foreveard primus; vgl. 
for, fore; das engl, ward, ags. veard, alts. ward, altfrs. wart, 
wirth, ndd. wert, warts, ndl. waarts, altn. verdr, ahd. wart, mhd. 
wert, nhd. wärts zu dem ags. veordan, nhd. werden, goth. vair- 
|>an; vgl. Dief. 1, 194. 

Foss graben, grübe; £r. fosse, fosset, lat. fossa; mit fossil 
zu dem zeitwort fodere graben; dagegen das engl, fosset als 
oebenform von faucet anzusehen ist. 

Foster pflegen, nähren; foster-father pflegevater; ags. 
föstrian, foster Etm. 335; altn. fostr educatio, fostra alere, föstri 
pflegevater, pflegesohn, föstra pflegemutter, pflegetochter , schwd. 
foster foetus, fostra, dän. foster, fostre, ahd. vuostar Grimm Gr. 
3, 517 vuostmuotar, ndd. voedster nutrix Dief. 1, 411, ndl. voedt- 
ster nutrix, voedtstervader ßinn. mit feed, food, fodder zu 

dem goth. fodjan. 

Fodher oder fother fuder; siehe unter fodder. 2. 

Foul unrein, gemein; ags. ful sordidus, goth. fuls, ndl. vuil, 
altn. fall, fub, schwd. dän. ful, ahd. fül, mhd. M, vül, nhd. fanl 



— 104 — 

mit der ursprünglichen bedeutung putridus, die nachher vielfach 
ausweicht; Dian vgl. lat. püs, püter etc.; gr. Tivog, itv&eiv (nicht 
das allzuähnliche <pavXog) skr. püy foetere, püti foetor Grimm 3. 
1367 ff. Dief. 1, 393; Max Müller 317; vgl. füll. 3., defile. 2. 

Foumart baummarder; die formen fulimart, fulmar, foul- 
mart, folmert Hai. 1, 385 lassen auf eine Zusammensetzung aus 
foul und mart stinkmarder, vgl. fr. putois , nhd. stinkmarder 
schliessen; sollte dies, wie Wedgwood 2, 88 annimmt bereits eine 
umdeutung sein, so wäre schwerlich mit ihin an fr. foine, faine 
= beechmast (weil foumart = beechniartin sei) sondern nur an 
fouine marder zu denken; vgl. foin. 2. und märten. 

Found. 1. fand, gefunden, fund; ablautsform von find; s. 
Mätzner 1, 350; ahd. funt, mhd. vunt, nlid. fund Kehrein -247 — 
254; dazu fcrundling. 

Found. 2. gründen, bauen; fr. fonder, lat. fundare von lat. 
fundus grund, woraus fr. fond, fonds, engl, fund erwuchs; femer 
fr. fondrer, engl, founder zu gründe gehen, fr. fondriere espece 
de goufre plein d'eau et de boue, engl, founderous grundlos, 
sumpfig; founder, found ation u. s. w. 

Found. 3. giessen; founder, found ry; fr. foudreu fon- 
deur, fonderie; vom lat. ftindere giessen; vgl, fond. 2.; im ganzen 
richtig Wedgwood 2, 88: „the meanings of E. founder are 
derived froni two sources which it is sometimes impossible io 
distinguish although for the most part the senses can he referred 
with confidence to their proper origin.'' 

Fount; findet seine erklärung als uebenform von fount. 1. 
und fönt. 2., vgl. found. 3. und fountain. 

Four vier; ags. feover, goth. fidvor, alts. fiuwar, fiar, fior, 
altfrs. fiuwer, fiower, fior, neufrs. fjouwer, ndl. vier, ndd. veer, 
altn. fiovar, fiovir, altschwd. fiugur, schwd. f^. dän. fire, ahd. 
feor, fier, mhd. nhd. vier; lat. quatuor (davon die romanischen 
Wörter fr. quatre, it. qijattro, s. cater. 2.) gr.rh ra^g, skr. cat- 
var, lett. keturi, altslav. tschetuiri, collect, tschetvero; s. Rapp 1, 
160: Dief 1, 374; Bopp V. Gr. § 311. 312; dazu dann four- 
teen, ags. feovert^ne, forty; vgl. quadruped und ähnliche 
Wörter als ableitungen desselben Stammes unmittelbar aus den 
lat. formen. 

Fourbe betrüger; fr. fourbe, it. fiurbo; Scheler 142: „du 
verbe fourbir (vgl. furbish.) cp. polisson de polir; voy. aussi le 
mot filou p. 136. c'est par une metaphore semblable que le grec 



— 405 — 

a produit les exprcssious i/ihgiufna, TrEQiTQijtiina homme ruse, 
fin (uhd. ein geriebener kerl zu reiben) du verbe TQißio frotter: 
cp. aussi le- vieux mot frette , ruse , adroit. '* Diez 150 ; I, 186, 
wo auch fr. fripon von friper reiben und sp. liuipiar 1, putzen; 
2, entwenden verglichen werden. 

Fourrier furier; fr. fourrier; siehe forage. 

Foutra dreck, quark; Shaksp. Hai. a foutra for you i. e. 
a fig for you Middleton IV, 33; das fr. foutre, das nach Scheler 
142 verschiedenes Ursprungs, doch vorzugsweise aus dem lat. fti- 
tuere genommen zu sein scheint. 

Fowl vogel; ags. fiigol volucris, goth. fugls, alts. fugal, fugl, 
altfrs. fugel, nfrs. fugil, foeggel, ndl. vogel, ahd. fokal, fogal, mhd. 
nhd. vogel, ndd. vagel, altn. fugl, schwd. fögel, fogel, dän. fugl; 
s. Dief. 1, 389, der es zu dem stanmie flug (engl, fly) verweist. 

Fox fuchs; ags. fox, goth. fauho (ahd. foha, mhd. vohe auch 
katze, bei Schmeller fähe Weibchen der vierfiissigen raubthiere) 
alts. fohs, ndl. ndd. voss, altn. fox, ahd. mhd. fuhs (weibl. fiihsin, ' 
nhd. fuehsin, ags. fixen, engl, vixen) schwd. fuks =» nhd. fiichs, 
fiichsfarbenes pferd erst entlehnt; von dunkler abkunft ; s. Grimm 
Gr. 2, 72, No. t530; der fuchs das behaarte thier zu ags. fax, 
feax, s. faxedV Dief. 1, 363. (Altengl. fox Ck)l. 33 = crafty, 
altii. fyx; mundartl. fouse, faws = 1, fox; 2, ready, prompt; 
Col. 33 fous = eager, sodass sich fox und ags. fus = ftms in 
den eigennamen Alfetis, AdalAins hier fast gemischt zu haben 
scheinen.) 

Foy treue = fay. 2.; vgl. faith, zu fr. foi, foy; dasselbe 
wort ist auch wohl das mundartl. foy = a merry-making gene- 
ally given at parting of on entering into some Situation, indem 
es zuerst den lehnseid, feierliches versprechen, dann die feierlich- 
keit bei dem antritt eines neuen amtes bezeichnet haben mag; 
Hai. 1, 377. 

Fracas lärm; fr. fracas, it. fracasso, sp. fracaso, chrwl. £wr- 
cas nebst den entsprechenden Zeitwörtern fracassare u. s. w. wahr- 
scheinlich aus der it. Zusammensetzung fracassare hineinbrechen, 
von einanderbrechen, die sich dem lat. interrumpere vergleichen 
würde, da das it. fra soviel vne das lat. inter ist ; andere erblicken 
darin eine Zusammensetzung aus lat. frangere und cassare Diez 
150; I, 190; Heyse 364. 

Frail gebrechlich; fr. freie, iii älteren formen frai'le, fraile, 
freie, fresle neben fragile (auch engl, fragile) aus dem lat. fra- 



— 406 — 

gilis zerbrechlich von frangere brechen, dessen stamm in yielen 
mit frac, frang beginnenden wortem fr. und engl, unmittelbar 
und deutlich erscheint und über dessen Urverwandtschaft zu Tgl. 
break brechen, Rapp No. 120 prank. 2. brechen. 

Fraise schanzpfahl, speckpfannkuchen; fr. fraise theils auf 
lat. fragea, fraguni zurückweisend, theils nebenform von frise, 
altfr. frese, sp. friso, freso, it. fregio als benennung von allerlei 
krausen dingen, gekröse, krause, kränz von schauzpfählen a. s. w. 
zu fr. friser kräuseln, dessen Ursprung in einem deutschen stamme 
gesucht wird; vgl. frieze, frizle; Diez 155; I, 192; Scheler 
143. 146; in dem zweiten sinne wird es so gut wie in dem ersten 
aus dem fr. stammen , vgl. fr. fraiser und fraise in ihren verschie- 
denen bedeutungen; Wedgwood 2, 103 sagt über fraise, froise 
(vgl. Hai. 1, 382) „W. flEroes, an omelet; from the noise of frying;" 
wenn Hai. 1, 377 fraise to interrogate anfuhrt, so erinnert dies 
an mhd. vreischen eine Zusammensetzung aus ver und eischen, 
nhd. heischen, ags. äcsian, äxian, engl, ask, Grimm 4, 120, mit 
dem sich nhd. freisen, goth. fraisan versuchen mischt ; Dief. 1, 397. 

Frame bauen, bilden, gestell, gestalt; die grosse menge 
verschiedener bedeutungen kann sich doch wohl aus der ursprüng- 
lichen facere, pei'ficere entwickelt haben; (vgl. fr. fa^on zu faire, 
lat. fäcere) und es wäre das wort dann nur auf das ags. frem- 
man Etm. 370 zurück;zuführen; altengl. freme to perform Col. 33 ; 
dem aber entsprechen alts. fremmiau peragere, altfrs. frema effi- 
cere, tradere, altn. fremia in derselben bedeutung, frama artes 
edocere bilden, framadr politus. schwd. framja vorschreiben, dän. 
fremme fördern Üiet^ 1, 355: zu einer vermutheten wurael wie 
friman mit dem nhd. fromm, frommen; vgl. dazu altengl. frame 
profit, altn. frami nameu, ruf, forderung; s. from; Dief. 1, 352 
—358; fürs uhd. Weigand 1, 371 ff. 

Frampold mürrisch, verdriesslich , rauh; nach Hai. aber 
auch forward, tiery, saucy, vexatious; scheint ursprünglich eine 
zusammen^et/Amg aus fram (ags. fram, from strenuus, aber auch 
Partikel und in Zusammensetzungen wie framvis valde sapiens, 
vgl. altn. framgiam audax, Grimm Gr. 2, 733) und bold zusein. 

Frank. 1. frei; fr. franc, it. sp. pg. franco (mit verschie- 
denen deutlichen ableitungen wie fr. fttinchir, franchise, engl, 
franchise); das roman. wort wird aus dem germ. volksnamen 
Franken abgeleitet und mit dem stamme von frei, s. engl, f r e e , 
in Verbindung gebracht; so sicher die Verwandtschaft scheint, so 



— 407 — 

unklar ist doch die entwicklung im einzeln^i noch; vgl. Diez 
153; I, 190; Weigand 1, 361; Grimm G. d. d. 8. 512 flF. Für das 
engl, sind wenigstens noch einige bedentungen von frank einer 
besonderen nntersuchung zu unterwerfen, wenn sie auch mit 
frank. 1. schliesslich zusammengehören mögen; im ganzen vgl. 
noch Grinini 4, 56 flF. 

Frank. 2. a broad iron fork Hai. 1, 378; jedenfalls dasagc« 
franca, fronca speer Etm. 367 ; und dies das alte framea des Ta- 
citns, über dessen beziehungen zu dem volksnamen Franken die 
vermnthungen bei Grimm in den unter frank. 1. angeführten 
stellen zu finden sind; frank a small inclosure in which animals, 
generally boars were fattened Hai. noch bei Shakspeare, schwer- 
hch mit Johnson „so called from liberality of food;" auch für 
frank-incense will die erklärung Smart's nicht genügen: „sup- 
posed to be so called from its liberal distributionofodour;** eher 
ist wohl an den namen des volks zu denken ; vgl. burgundy-pitch. 
Frantic wahnsinnig; die mehr angeeignete form neben 
frenetic, altengl. frenetike und dem hauptwort frenzy Wahn- 
sinn vom fr. frenetique, frenesie aus dem lat. gr. freneticus, fre- 
nesis, phrenesis, q^Qevrjtixög, q^qivrflvg^ cpg^vlrtg zu rpQi^v verstand. 
Fraught befrachtet; s. unter freight und Mätzner 1, 344. 
Fxay streit, reiben, erschrecken; in dem worte haben sich 
offenbar mit einander gemischt die fr. efirayer schrecken (was 
von frayeur, altfr. froior, pr. freior, lat. frigbr kälte, dann schrecken 
abgeleitet wird Diez 634; Anh. 16; 11, 299) und frayer reiben, 
streifen (altfr. froyer, it. fregare, sp. pg. pr. fregar von dem lat. 
fricare reiben); aus dem letzteren konnte' sich leicht die bedeu- 
tung streit entwickeln; vgl. das zusammengesetzte sp. refregar 
reiben und refriega streit; Diez 154 f; I, 191; vgl. die veralteten 
und mundartl. bedeutungen von fray bei Hai. 1, 379 z.b. adeer 
was said to fray her head, when she rubbed it against a tree, to 
renew it, or to cause the pills or frayings of her uew homs to 
come bflf; daher frayings peel of deer's hörn Johnson. 

Freak. 1. ein plötzliches weggehen, grille, laune; statt mit 
Wedgwood 2, 92 an romanischen Ursprung aus dem it. frega lü- 
stemheit zu denken, darf man es wohl mit dem ags. free vorax, 
periculosus, goth. friks, nhd. frech, ags. frecne audax, altn. freka 
augere, celerare, asperare, frekia nimietas u. s. w, zusammenstel- 
len; vgl. fridge springen und altengl. frek quick, eager, hasty, 
firm, powerfol, brave Hai. 1, 379; Dief. 1, 407. 



— 408 — 

Freak. 2. sprenkeln, biint machen; altengl. frecken», 
freckles Hai. 1,379; könnte wohl mit freckle sprenkeln als ne- 
benform von fleck er genommen werden, indem der auch sonst 
nicht seltene Wechsel von r und 1 ])ei dem zusammentreffen mit 
der bildungssilbe -le um so erklärlicher wäre (etwa fleck, fleckle 
= freckle, verkürzt freck, freke, freak); vgl. nach Wedgwood 2, 
92 auch altn. frekna und siehe fleck. 

Freak. 3. altengl. freke man, fellow; ist das ags. freca, 
altn. freki eigtl. eigenschafbswort mit der bedeutung gierig, kühn ; 
dann als bezeichnung des wolfes, des beiden, des mannes über- 
haupt dienend; vgl. Grein 1, 338; Hai. 1, 379 und freak. 1. 

Fream. 1. brachacker; Hai. 1, 879 „amble or ploughed land 
that has been too much worked;*' vielleicht zu frame. 

Fream. 2. grunzen; scheint eine vielleicht unter einfluss 
des fr! freniir, lat. fremere entstandene nebenform von brim 
(ahd. breman, nhd. brummen) zu sein, wenn auch der übertritt 
von b in f im ganzen selten ist; Mätzner 1, 126; vgl. brim und 
frim. 2. 

Free frei; ags. freö, frio, frig, goth. freis, altfrs. ndd. altn. 
schwd. dän. fri, ndl. vrij, ahd. mhd. fri, vri, nhd; frei: über die 
vermuthete Verwandtschaft mit nhd. frech (s. freak. 1. 3.), mit 
frank, sowie mit der wurzel skr. pri (vgl. friend) vgl. Wei- 
gand 1, 3(34; Dief. 1, 402 ff. 407 ff. Rapp No. 114 pra "Heben; 
vgl. auch das engl, friday. Ein mundartl. free lege = privi- 
lege, fr. privilege, lat. Privilegium mag mit auf free beruhen, 
doch dem roman. worte entsprungen und daraus assimilirt sein. 

Freeze frieren; ags. freosan, frysan; vgl. über die ags. und 
altengl. formen Mätzner 1, 362; goth. frius kälte, altn, friosa, 
schwd. frysa, dän. fryse, ndd. vresen, vreren, R. V. bevresen, 
ndl. vriesen, vriezen, ahd. friusan, mhd. vriesen, nhd. frieren; 
dazu dann engl, frost, ags. frost, forst und so in den meisten 
germanischen zuugen frost oder vorst; s. über die entwicklimg 
des Stamms im nhd. Kehrein 1037; über weitere im ganzen sehr 
fragliche beziehungen zu anderen stammen und zu den urver- 
wandten sprachen Dief. 1, 410; Rapp No. 118 prak. 4. frieren; 
Weigand 1, 369: „lautverschoben stimmt das wort zu lat. pruina, 
aber nicht zu frigidus, frigere;*' vgl. fresh und Grimm 4, 199. 

Freight fracht; ndl. vracht, dän. fragt, schwd. frakt, nhd. 
fracht; da sie sowohl die fuhrlast wie denlolin dafür bezeichnen, 
so gehört dazu ahd. fraht, freht verdienst, frehton verdienen, 



— 409 — 

woraus das fr. £ret, sp. flete entsprang; zu faran? Dief. 1, 366; 
Grimm 4, 46; über die engl, besonders altengl. formen fraught 
u. s. w. vgl. Mätznej 1, 344; über das fr. fret Scheler 144. 

Fr euch franzosisch; fr. &an9ais, franfois, älter firauceis, 
Dilat &ancensis, also mit dem gewöhnlichen lautübergange des 
b, an in en; daneben als name des landes France; vgl. über 
den weitereu Ursprung die unter frank angezogenen stellen; 
über den früheren gebrauch von France auch für das alte Gal- 
lien Trench 85. 

Frenz y Wahnsinn; fr. irenesie; s. das weitere unter fr an tic. 

Fresco; das unverändert benutzte it. wort neben dem ei- 
gentlich engl, fresh und frisk; es ist ein altes fast in allen 
germanischen sprachen aufliauchendes wort, das aber frühzeitig 
in das romanische gebiet drang und auch in den keltischen spra- 
chen (nur als lehnwortV) vorkömmt; ags. ferse, ahd. frisc, mhd. 
vrisch, nhd. ndd. frisch, udl. fersk, fersch, altfrs. fersch; aber 
auch ndl. frisch, ndd. fersk, feersk, altn. ferskr neben friskr, 
schwd. frisk und farsk, dän. frisk und farsk, farsk mit leichter 
metathese in doppelformen ; wenn auch ags. nur ferse vorzukom- 
men scheint, so lag fresc sehr nahe und das engl. fresh konnte 
sich um so leichter unter dem einflnsse der romanischen Wörter 
festsetzen (it. fresco, sp. pg. fresco, pr. fresc, fr. frais, frsdche, 
wallon. friss, rhäto-roman. frescs; kymr. fresg, brei fresk Diez 1, 
192). Die grundbedeutung scheint gewesen zu sein „erstkräftig,*' 
dann „noch jung, anregend kühl,*' wobei etwa der stamm von 
freeze seine bedeutung mit einwirken Hess; so erklären sich 
leicht manche auf den ersten blick Weit auseinander liegende be- 
deutungen, vgl. altengl. fresh = active Col. 33; ferner inhabi- 
ting fresh water, new, uutired; freshet Überschwemmung; s. Dief. 
1, 401; Scheler 143; Wedgwood 2,. 95; Hai. 1, 380; Grimm 4, 
204 ff. 

Fret. Bei der ausserordentlich grossen menge verschiedener 
bedeutungen und der kurz abgeschliffenen form des worts wird 
in vielen einzelnen fällen kaum mit Sicherheit eine ableitung ge- 
geben werden können, zumal es einerseits an naheliegendeii Wör- 
tern der verwandten sprachen keines we^fs mangelt, andrerseits 
die begriffsentwicklung sehr verschieden gedacht werden kann; 
hier müssen wenige sichere Verweisungen genügen; fret zeigt 
vor allen noch deutlich seine abstammung von dem ags. fretan, 
goth. fra-itan in erkennbarer Zusammensetzung mit dem einfachen 



— 410 — 

itau, ags. etan; ygl. eat; ndl. vreten, ndd. freten, ahd. fressan, 
mhd. yere33en, fressen, nhd. freszenf dän. fraadse, schwd. fr&ssa 
neben fräta; vgl. Weigand.l, 366; Dief. 1, 102 — 104; es leuchtet 
ein, dasB sich hierauf die engl, bedeutungen „fressen, beizen, 
aushöhlen, ärgern, beunruhigen*^ zurückfahren lassen; daneben 
mag das romanische wort it. frettare reiben (nach Diez I, 193 
von dem lat. fricare, frictum) ansprach haben ; für die bedeutung 
„to adom, mit erhabener arbeit schmücken** liegt am nächsten 
das ags. frät, frätvjan omamentum, omare; vgl. Etm. 368; Grein 
1, 337; Hai. 1, 381; fret meerenge scheint entweder unmittel- 
bar verkürzt aus dem lat. firetum oder nebenform von frith, 
vgl. ford, zu sein; fret griff an Saiteninstrumenten wird von 
Wedgwood 2, 95 ff. mit lat. fritillus in Verbindung gebracht, von 
Smart mit der allgemeineren bedeutung „zierrath" vermittelt; 
auch verschiedene besonders mundartL deutsche Wörter stimmen, 
doch, wie es scheint, mehr zuföUig zu fret in gewissen bedeu- 
tungen; vgl. fretteu, fratt; Dief. 1, 102-^104; 2,734; fret gitter 
erklärt sich zunächst aus dem romanischen, Diez U, 301 firette, 
fir. eisernes band, plur. frettes gitter, daher sp. fretes gitter in 
Wappen, fär ferrette von ferrum, konnte aber leicht wieder mit 
fret Verzierung zusammenfliessen. 

Friar mönch; altfr. fraire, freire, nfr. frere vom lat. frater, 
accus, fratrem bruder; vgl. brother; wegen des lautüberganges 
vgl. briar, brier aus dem ags. braer, brer; s. Mätzner 1, 94; 
altengl. frere friar, brother Hai. 1, 380; bei Col. 33 schon friar. 

Fribble tändeln, geck, gehaltlos; scheint nur eine mehr 
angeeignete form des fr. frivole, lat. frivolus zu sein neben fri- 
volous, frivolity „Frivolus, fribulus, onnutz, ydell vel lugen- 
hafidg.** Dief. Sup. bei Wedgwood 2, 99. 

Fricassee fricassee ; fr. fricassee (im älteren engl, f r i c a c e, 
Hai. 1, 381, auch akindofointmentforasore place); über den ur- 
sprang des fr. Wortes, das einige wie Diez 637; II, 302; Anh. 
23 auf goth. friks gierig (ags. free, vgl. freak) andere wohl 
besser auf lat.. frigere, fiictus, fricare, fricasser zurückführen (fr. 
frire; vgl. engl, fry) s. Mahn 47; Heyse 367; vgl. Scheler 145. 

Friday freitag; ags. frige-däg, altn. friadagr, ahd. frijeta^;, 
friatac, mhd. vritac nhd. freitag, schwd. dän. fredag, ndl. vrydag 
d. i. der Wodan's (Odhin's) gemahlin und der Vorsteherin der 
ehen, der ahd. Fria, longob. Frea, altn. Frtgg geheiligte tag (dies 
Veneris) ; vgl. besonders auch über die in diesem namen leicht 



— 411 — 

zum Torschein kommende yermischung mit anderen den engl. 
Wörtern free, friend unterliegenden stammen Weigand 1, 365; 
Grimm Myth, 278 ff. Dief. 1, 399. 

Fridge springen; ags. fricjan Etm. 368 zu free avidus. alt- 
engl. frek quick, eager, hasty; vgl. freak. 1. 

Fridstole (fredstole, freedstole Hai. 1, 379) das heiligthum, 
asyl ; in dem ersten worte genau entsprechend unserem nhd. fried- 
hof = freithof, nhd. vrithof, alts. fridhof zu dem goth. freidjan 
schonen Dief. 1, 404, das sich vielfach in der späteren entwick- 
lang mit den stammen von freis und frijon, vgl. die engl. free, 
friend, vermischte; vgL Weigand 1, 368 und nhd. freithof bei 
(xrimm 4, 123. 

Friend freund; ags. freönd, friond, friend, alts. friund, 
altfirs. friand, friond, ndl. vriend, ndd. frund, frond, ahd. friunt, 
friont, mhd. vriunt, vriwent, nhd. freund, goth. frijonds q>ilog 
noch deutlich als participium der gegenwart von dem zeitworte 
frijon heben (altn. froendi vertrauter, schwd. dän. fraende ver- 
wandter); weitere Verwandtschaft bis hin zu dem slav. prijati be- 
sorgt sein, skr. pri lieben s. bei Dief. 1, 408; Rapp No. 114 
pra heben, wo dann die berührung mit anderen stammen (vgl. 
free, fridstol) angedeutet ist; wegen ganz ähnhcher form und 
begriffsentwicklung vgl. man das eni^egengesetzte fiend; vgl. 
noch Grimm 4, 161. 

Frieze (frize, freeze) fries; fr. frise, nhd. fries in der zwei- 
fachen bedeutung einer säulenverzierung und eines dicken zeuges. 
Diez 155; I, 192 möchte die romanischen wörter, it. fregio, sp. 
friso, freso, fr. frise (fraise, frese) denen allen der begriff krause 
Verzierung zu gründe zu liegen scheint, auf einen germanischen 
stamm mit der bedeutung von kräuseln zurückfuhren; vgl. fraise, 
frizle und s. über die vermutheten beziehungen zufriusan, engl, 
freeze („weil der frost kräuselt"), sowie zu dem volksnamen 
Friesen (die gelockten? vgl. mlat. ss^ja, pallia fresonica, vesti- 
menta de Fresarum provincia Duc. unter sagum) Scheler 106; 
Grimm 4, 203; 6. d. d. S. 465. 

Frigate fregatte; fr. fregate, it. fregata, sp. pg. catal. neap. 
fragata könnte nach Diez 155; I, 191 aus dem lat. fabricata ent- 
standen sein und etwas gezimmertes bedeuten, wie it. bastimento 
etwas gebautes, dann ein schiff bezeichnet. 

Fright fiircht;*agB. fyrhte, ferht; also mit der bekannten 
Umstellung, vgl. fresh, frost; goth. faurhts furchtsam, alts. 



— 412 — 

forhta, ndd. fruchte, frucht, ndl. vorte, vrucht, altfrs. fhichta, 
schwd. fruktan, dän. frygt, ahd. forahta, forhta, mhd. vorhte, 
nhd. furcht nebst den entsprechenden Zeitwörtern engl, fright, 
frighten, ^,gs. forhtjan, nhd. furchten; das sinnverwandte fear 
scheint auch wurzelverwandt zu sein Etm. 344; Dief. 1, 363; 
im engl, könnte leicht das zunächst roman. fray und so entfernt 
von verschiedenen seiten der lat. stamm frig-idus kalt hinein- 
klingen; vgl. Wedgwood 2, 93. 99, der in seiner weise zusam- 
menfassend sagt: „the true origin is the notion of shnddering 
expressed by the root fric.'' 

Frill busenstreif, handkrause, zusammenschauernd das ge- 
fieder sträuben (von falkeu) ; in der letzten bedeutung gewiss von 
dem fr. friller, frileux. gleichsam lat. frigidulosus zufrigidus, fri- 
gidulus Diez II, 301; eine nicht üble Vermittlung der bedeutuiigen 
nimmt Smart an: „the ruffling of a hawk's feathers when she 
frills with cold, seems to have suggested the name;^' ausserdem 
vergleiche man frizle kräuseln, was selbst etwa zu frill ent- 
stellt werden konnte. 

Fr im. 1. stark treibend, wacker, sauber; fr um dick, wohl- 
beleibt; ags. from, freom strenuus, nhd. fromm, mhd. vrom, ahd. 
fi-um; vgl. frame; Dief. 1, 355; Weigänd 1, 371 ff; Grimm 4, 
240; frim. 3. und from. 

Frim. 2. brunften; mit fream zu brim; vgl. besonders 
wegen der bedeutung Grimm 2, 430 ff., wo die nhd. Zeitwörter 
brummen und brunften zusammengefasst werden. 

Frim. 3. in frim-folks fremde, fren fremder; altengl. 
schott. fremit, fremed, fremde, frembd, fr*emd, fremm, fraim, frenn; 
vgl. Hai. 1,380; Col. 33; ags. fraemd, fremed, ndl. vreemd, altfrs. 
framd, fremed , alts. fremithi, fremit, ahd. framathi, fremidi, mhd. 
vremde, vrömde, nhd. fremd, mundartl. fremm, freinb , dän. frem- 
med — bereits im goth. frama|>eis mit deutlicher beziehung za 
der Partikel frum, engl, from; vgl. darüber Grimm 4, 125 ff; 
Dief.^ 1, 352—358; 2, 758. 761. 

F ringe frange, franse; fr. frange, woraus it. frangia, sp. 
franja, nhd. frange, franse, franze ; man nimmt j;iach dem henneg. 
frinehe, sicil. frinza an, dass frange erst aus älterem im engl 
erhaltenen fringe entstand, dies aber aus lat. fimbria rand, borte; 
frimbia; vgl. wal. frimbie, prov. fremna; Diez 154; 1,191; Sche- 
1er 143. 



— 413 — 

Prippery trödel, fripperer trodeler; fr. friperie; zufripe 
Inmpen, friper, mlat. firepare abnutzen, gierig verzehren, verder- 
ben; in diesem aosschliegslicb fr. stamme scheint einer der falle 
vorzuliegen, worin wie in frimas altn. hr zu fr geworden, indem 
sich das fr. verbum dem nord. hripa mit grosser hast verfahren 
logisch recht wohl anschliesst Diez 637; 11, 302; einen anderen 
geistreichen versuch der ableitung von Genin s. bei Scheler 145; 
(„vfr. firepe, ferpe = frange ; en B. L. vestes frepatae ou ferpatae 
etaient des habits ä franges, et par ironie. des habits effiloques, 
firanges par la misere ou le long usage;," aber woher frepe?) 

Friseur haarkräusler ; fr. friseur von dem zeitworte friser 
krausein, über dessen abstammung ausser fraise und frieze 
besonders frizle zu vergleichen ist. 

Frisk hüpfen, springen, munter, lustig; zunächst wohl aus 
dem skandinavischen genommen, altn. friskr vegetus, bene Valens ; 
schwd. dän. frisk; daher eine nebenform von fresh; s. dieses 
wort und Dief. 1, 401. 

Frist (freste Hai. 1, 380) fristen, zeit geben, aufschieben; 
in den verwandten sprachen überall als hauptwort vorhanden, 
ags. first, fierst, fyrst , ahd. firist, mhd. vrist, nhd. frist, altfrs. frist, 
altn. frestr, frest mora, dilatio, schwd. dän. frist, mndd. verst, 
ndl.verste, vorste; „die wurzel vorzulegen hält schwer'^ Grimm 
4, 216, der es mit first im räumlichen sinne „gipfel, spitze" und 
Jen Partikeln fra, fro zusammenstellt; (vgl. first, fore, from) 
während andere die frist als die frei gegebene zeit (vgl. free) 
o^er als die festgesetzte, gleichsam eingefriedete zeit fassen und 
so zu goth. freis oder freidjan stellen (vgl. fridstole); Weigand 
l, 369; Dief. 1, 405. 

Frit fritte (der glasmacher); fr. fritte, it. fntta, aus den 
roman. sprachen herübergenommen nhd. fritte ; von dem lat. fricta, 
frictns zu irigere rösten, eigentlich geröstete, gesottene masse, 
weil durch schmelzen des gemenges aus sand, kieselerde uud al- 
kalischem salze der glasfluss entsteht; demnach zu fr. frire, vgl. 
engl, fritter und fry. 

Frith. 1. meerenge, seearm; in der bedeutung und ziemlich 
in der form zusammentreffend mit fret meerenge; dennoch 
könnte dieses unmittelbar aus dem lat. fretum (zu fervere sieden, 
die brandung?) entnommen, jenes dagegen zunächst mit dem 
altn. fiördr, dän. fiord, schott. firth, schwd. fjärd zu ford und 



— 414 — 

fare (goth. faran) zu stellen sein; daneben haben aber keltische 
Wörter, gadh. frith mündong eines flnsses, ansprach ; vgl. Dief. 1, 365. 

Frith. 2. gehölz; vgl. HaL 1, 382; Col. 33 frith a wood, 
mlat. fretum könnte zu ags. fridian protegere, tuen, goth. freidjan 
schonen gehören, indem es ursprünglich das eingefriedete gehege 
bedeutete, a iield taken from a wood, an underwood; im kelt. 
erscheint frith als kymr. ffrith, gadh. frith ebenfalls in den be- 
deutungen „wald, gehege, pflanzung^^ Dief. 1, 405 : fraglich bleibt 
wie weit entlehnung, wie weit gemeinsame Urverwandtschaft an- 
zunehmen; vgl. Wedgwood 2, 102. 

Fritter pfannkuchen, rostschnitte; fr. friture in ähnlicher 
bedeutung chose frite; cf. frittole gateau de froment et de rai- 
sins de Corinthe frits avec de Thuile de noiz Boiste; also wie 
fr. fritte, engl, frit zu dem fr. frire, engl, fry von dem lat. fri- 
gere rösten. 

Frivolous frivol, mehr angeeignet fribble; fr. frivole, 
lat. frivolus leer, eitel, eigtl. zerbrechlich zu friare zerbröckeln. 

Friz, frizle kräuseln; mit frieze, fraise, friseur zu- 
sammengehörig, aber zunächst aus demselben deutschen stamme 
fortentwickelt zu denken, dem die roman. friser, fraise u. s. w. 
entsprangen; ags. frise, frese crispus, comatus, frs. frisle coma, 
crinis, wonach die Friesen als comati, criniti gefasst werden Etm. 
375; Diez 155; I, 192; Grimm 4, 203; Gft 1^, 408; G. d. d. S. 
669 (465). 

Fro; siehe unter from. 

Frock rock, kittel, frack; fr. froc und fraque, frac, wonuu 
dann erst das nhd. frack; pr. floc, mlat. froccus, frocus, flocus. 
floccus vom lat. floccus flocke (vgl. flock) eigtl. flockiger stoff. 
dann als name eines kleidun gsstückes gebraucht; Diez 637; 11. 
302 ; wogegen sich die ableitung Wackernagels (das fr. wort ans 
dem ahd. hroch, roch, nhd. rock) kaum wird halten können; 
vgl. Weigand 1, 361 und fiber rock, dessen abstammung dunkel 
ist, 2, 503. 

Frog frosch; ags. frocca, frocja, frogga Etm. 371 und da- 
neben frosc, frox, mhd. vrosch, nhd. frosch, ndl. vorsch; dunkler 
abkunft; man hat an Zusammenhang mit frisk und fresh -> 
das hüpfende, oder das kalte, das wasserfrische, das fhschgrüue 
thier — oder an goth. fraiv samen, vgl. engl. fry. 2. gedächt: 
s. Schwenck 197, der als skandinav. namen des thiers anfuhrt: 
schwd. frö, norw. fröer, dän. frö frosch und same. 



— 415 — 

F r o i 8 8 e speckpfannkuchen ; ausser dem unter fraise beige- 
brachten mag erwähnt werden die ableitung aus dem fr. froisser 
quetschen, was auf lat. fresus, firessus vom zeitw. frendere oder 
auf frictiare, fricare zurückgeführt wird Bcheler 146 ; Diez II, 303. 
Frolick munter, lustiger streich, spassen; ndl. vroljek, vro- 
lijk/nhd. fröhlich, mhd. vroelich. ahd. frolih, frawalih zu dem 
ahd. frao, frö, mhd. yto, nhd. froh, hii ags. alts. als frea, frö kaum 
nachzuweisen, s. Grimm 4, 221; (ireiu 1, 341: scheint zu dem 
miter friend berührten goth. frijon lieben zu gehören und stimmt 
lantverschoben etwa mit gr. nQaog; s. Dief. 1, 408; Weigand 1, 
370; Kapp No. 114 pra lieben; vgL free, frow. 1. 

From Yon; ags. from, fram, altengl. fram, from. fron, fra, 
fro, mundartl. fra, frae, noch bei Chaucer fro, fra, jetzt fro nur 
als adyerb vorkommend Mätzner 1, 401; goth. fram, alts. altn." 
schwd. ahd. mhd. fram u. s.w. Dief. 1, 354 ff. vgl. frim, fram, 
frame, former und Bopp V. Gr. 3, 507, § 1013. 

Frond laub; mit einigen ableitungen unmittelbar dem lat. 
frons, frondis laub entnommen. 

Front stim; fr. front, lat. frons, frontis mit verschiedenen 
ableitungen, die als fremdwörter meist aus dem fr. in andere 
sprachen übergingen z. b. etwa mit anlehnung an piece fron- 
. tispiece, fr. frontispice, mlat. frontispicium von frons stim und 
specere sehen; vgl. Heyse368; hierher auch frontier grenze, fr. 
frontiere, mlat. frontaria, „limite oü deux territoires se rencontrent 
oa pour ainsi dire se frontenf' Scheler 146; vgl. frounce. 

F r or y gefroren ; ags. freorig gelidus, frigidus, tremens ; f r o s t 
frost, ags. frost, forst gelu; frosty frostig, ags. frostig, fyrstig 
gehdus; deutliche ableitungen von freosan; s. freeze. 

Froth schäum; schott. fraeth, altn. froda, fraudr, fraud 
spuma; ags. freodan to ruK to froth (verwandt mit ndd. frathem, 
fradem fraden athem, fraam brodem, framen ausdünsten Br. W. 
1, 446? Grimm 2, 291; vgl. breath); s. Dief. 1, 103. 427; 2, 
734, der sie nicht von goth. fra-itan, vgl. fret, trennen möchte. 
Frounce kräuseln, runzel, falte; fr. froncer, altfr. froncir, 
pr. froncir, fronzir, fruzir, catal. frunsir, sp. frundr, pg. franzir 
zu fr. front, . lat. frons, gleichsam frontiare die stim runzeln, dann 
überhaupt runzeln, ndl. fronssen; s. Diez 156; I, 193; es berührt 
sich in form und bedeutung mit frown die stirne runzeln, das 
zunächst vom fr. (re-) frogner abgeleitet wird ; dies scheint aller- 
dings, ursprünglich froigner, eins zu sein mit it. frignare (viel* 



— 416 — 

leicht för flignare aus dem deutschen ilennen. schwd. flina, dän. 
fline, engl, mandartl. frine Hai. 1, 381; s. Diez 404; II, 29); 
indessen bleibt in dem fr. (re) frogner, engl, frown eine gewisse 
anlehnung an den lat. stanmi front immer wahrscheinlich, wie 
andrerseits engl, fronnce sich mit fringe und flounce be- 
rühren und eines das andere beeinflussen mochte ; vgl. Wedgwood 
2, 72 und flounce. 

Frow. 1. frau, schlampe; altengl. froe Hai. 1, 382 ; mundartl. 
frowdie, firuggam meist im verächtlichen sinne; es ist das altfrs. 
frowe, frouwe, älts. firua, ndl. vrauwe, vrouwe, vrouw, ndd. frouw, 
irauw, fruj, fru, ahd. frouwa, als name der göttin ahd. Früä: 
Grrimm Myth. 277; mhd. vrouwe, vrou, nhd. frau zu dem goth. 
frauja herr; Dief. 1, 399; Weigand 1, 363; in das engl, mag es 
erst später eingedrungen sein, wie in die nord. sprachen, schwd. 
dän. firü, frue ; im ags. kommt kaum ein weibliches frea vor, Grein 
1, 342; vgl. 'über Verbreitung des Wortes und weitere Verwandt- 
schaft Dief. 1, 398—400; 2, 760; Grimm 4, 71 ff. 

Ffow. 2. zerbrechlich, spröde; Col. 33 hat froug wicked, 
froward, ^s. fraec; Hai. 1, 383 frow, fronghfickle, wicked, aber 
auch loose, spongy, brittle, tender. 

Froward verdriesslich, trotzig; ags. framveard aversus, per- 
versus Etm. 367; s. from und als ähnliche bildung forward; 
Wedgwood 2, 105: „from ward, tumed away from, unfavour- 
able, as to-ward tumed inthe directionof anobject, favourably 
disposed to it.'^ 

Frown die stim runzeln; siehe fron nee. 

Fruit frncht; fr. fruit, lat. fructus, woraus auch ahd. frubt, 
mhd. vruht, nhd. frucht, ndl. vrucht entsprang, wie denn der 
lat. stamm unmittelbar aufgenommen in verschiedenen engl. Wör- 
tern erscheint: fructiferous, frugal, fr. frugal, lat. frugaUs, 
nhd. als fremdwort frugal zu dem lat. frux, frngis frucht-, nutz- 
bringend, sparsam u. s. w. 

Fr um early, numerous, thiek, firm, rank, overgrown etc. 
Hai. 1, 383; siehe unter frim; Dief. 1, 355. 

Frumenty (ftirmenty); Fr. frumentee, fiirmenty (a kind of 
wheat gruel) Gotgr. froment, lat. frumentum wheat. 

Frump spotten; der Ursprung des wortes ist wenig attfge^ 
klärt. Wedgwood 2, 106: „frump, to flout, jeer or mock, taunt 
or snub. — ß. A contemptuous speech or piece of conduct — 
Nares. It also expresses the ill temper of the person who gives 



_ 417 — 

the fraiop. Fnunpy, frumpish peevish, froward ; frnmp a cross 
old woman Hai. The origin ig the same as that of the syno- 
nymons flout viz. an imitation of the pop or blart with the mouth 
expressive of coatempt or ill hnmour etc/^ 

Frash. 1. zerquetschen; fr. froisser; s. froise; nachWedg- 
wood 2, 107 auch it. fmssiare to frush or enish together. Fl.; 
wenn auch keine „direct representation of the noise of things 
breaking^' so mag doch ein gewisser einfluss der lautnachahmimg 
in wertem dieser art angenommen werden (vgl. z. b. frush, 
crush, nhd. brechen, krachen, lat. frangere u. s. w.) Gol. 33. 
fhische, V. a. -= smash. Alys. 1814. Fr. froisser, fruisser. 

Frush. 2. name verschiedener* krankheiten besonders der 
pferde; daneben auch frog (Smart: a sort of tender hom that 
grows in the middle of the sole of a horse, dividing as the hind- 
legs of a frog in running toward the heel); da auch nhd. eine 
krankhafte anschwellung unter der zunge frosch heisst , vgl. San- 
ders l, 503, fr. grenouille, so ist frush in diesem sinne wohl 
for frog, mundartl. frosk, frosh zu nehmen; vgl. Hai. 1, 382. 

Fry. 1. rosten, braten; fr. frire, lat. frigere; vgl. frit, 
fritter u. b. w. 

Fry. 2. rogen, fischbrut, menge; altfr. fraye, fr. fiai, frayer; 
dies romanische wort wird zu it. fregare vom lat. fricare reiben 
gestellt; s. Diezl54; I, 191; Schelerl44; indessen verdient doch 
zumal für das engl, beachtung das altgermanische wort für samen 
goth. fraiv, altn. frae, frio, friof, schwd. dän. frs. frö; Dief. 1, 
398; Wedgwood 2, 107. 

Fudder; siehe unter fother, fodder. 

Fuddle berauschen; Wedgwood 2, 107 stellt es zusanmien 
mit fuzzle, fuzzy, ndd. fdssig, faddig Br. W. 1. 345. 461; 
Tgl. nhd. fuslig, faseln. 

Fudge als interjection ; stimmt etwa zu dem fr. fuche, fushe 
Wedgwood 2, 107, sowie dem deutschen mundartl. futsch Sanders 
1, 525 und mag auf lautgeberde und empfindungslaut beruhen, 
wie es denn von Grimm Gr. 3, 304 zusammengestellt wird mit 
fie, fy, fo, fough; Mätzner 1, 420 dagegen möchte fudge, womit 
man besonders lügnerische Schwätzer abweist, von jenen empfin- 
dangslauten trennen; „dial. bezeichnet fudge unsinn, lüge (Hai. 
1, 384) und gehört wohl zum stamme fagaii wovon ags. fegan 
pangere, fögjan omare; vgl. ahd. fuogian;" wenigstens dürfte 
einfluss des begriflfswortes anzunehmen sein; vgl. fadge. 

Mfilter, Etfin. Wörterbuch. 27 



— 418 — 

Fuel brennmaterial ; siehe unter fewel. 

Fulimart stinkmarder ; siehe nnter fo amatt. 

Füll. 1. voll; ags. fall, goth. falls, alts. ful, altfrs. fdl. fol, 
ndl. vol, ndd. füll, altn. fuUr, schwd. fall, dän. fald, ahd. fol. 
mhd. vol, nhd. voll; vgl. fill und über weitere Verwandtschaft 
Dief. 1, 390; Rapp No. 246 paln voll; gr. Ttliog, Ttolvg, ni^i- 
Ttlrj^u ; lat. plere (complere) plenus (davon dann die roman. gruppe 
it. pieno, sp. Ueno, fr. plein u. s. w.); slav. wurzel plunu voll 
lett. pilnas, pers. pur voll, indisch pri fallen, pumavoU; vgl. auch 
goth. filu, nhd. viel, engl, folk u. s. w. 

Füll. 2. walken, füll er walker; altengl. füllen, ags. fullere 
von dem lat. fiiUo walker, fr. fouler; vgl. foil. 3. 

Fulsome ekelhaft, geil; wird nach der heutigen bedentong 
meist, auch von Wedgwood 2, 108, genommen als ableitung von 
ful = foul; indessen sprechen die älteren bedeutungen dafür, 
dass es vielmehr zu füll. 1. gehört; vgl. Hai. 1, 385 falsumly = 
plenteously und besonders Trench 86: „falsome is properly no 
more than fall, and then secondly that which by its fulness and 
overfulness produces first satiety and then loathing and disgust.** 
His lean, pale, hoar änd withered corpse grew fulsome, fair and 
fresh." Golding Ovid's Metaraorphosis b. VIT; über die ablei- 
tungssilbe some vgl. Mätzner 1, 430. 

Fumble betasten, zerknautschen, ungeschickt handhaben, 
stottern; nhd. ndd. in verschiedenen mundartlichen formen und 
bedeutungen fimmeln, fommeln, fammeln Br. W. 1, 467; Sanders 
1, 444; ndl. fommelen betasten, mit den fingern spielen u. s. w. 
schwd. famla, fumla betasten, dän. famle betasten, stottern; nhd. 
fammel lederfeile, fammeln reiben, fiituere; ob zu ahd. folma, 
lat. palma manus, altengl. fambles bände und weiter wiefinger 
zu goth. fimf, engl, five? s. Dief. 1, 374; vgl. famble und 
fimble. 

Fume rauch; fr. fdmee, altfr. fum, lat. fumus; weitere ab- 
leitungen theils vermittels des fr. wie fumet, fumette, fr. fil- 
met vapeur agreable du vin ou de la viande, fumiter, fuina- 
tory entstellt aus fr. fameterre erdrauch, theils unmittelbar nach 
dem lat. wie fumigation. 

Fun spass, betrügen; Hai. 1, 385; eher wohl auf die unter 
fond beigebrachten nordischen Wörter, alsauffr. ftm, was mund- 
artl. für fum = lat. fumus rauch, dann chose vaine, frivole stehen 
soll, zurückzuführen; Wedgwood 2, 108. 



— 419 — 

Fund fonds, vorratb; fr. fond und fonds, lat. fondus grund 
und boden; vgl. found. 2. 

Funeral leichenbegängniss; fr, funerailles, lat. funeralia, 
funeralis zu funos, faneris leicbe, begräbniss. 

Funk zunderholz, stinken, stänkern; vielleicht sind in dem 
Worte zwei verschiedene stamme verschmolzen; man vgl. altn. 
fuki gestank, funa putrescere, was zu der wurzel pü, s. foul, zu 
gehören scheint Dief. 1, 392 ff. 413; andrerseits aber altengl. 
funke, or lytylle fyyr = igniculus Pr. Pm. bei Hai. 1, 385; ahd. 
funcho, mhd. vunke, vanke, nhd. ndd. dän. funke, ndl. vonk scin- 
tilla, fernes, nhd. finken, funkeln etwa zu dem goth. fon feuer 
Dief. 1, 413. 

Funnel trichter, kaminrohre; es wird gewöhnlich, von John- 
son und auch von Wedgwood 2, 1Ö9, abgeleitet aus dem lat. in- 
fiiudibulum zu fundere giessen, Limousin. enfounil, Bret. flounil; 
in der zweiten bedeutung von Wedgwood garauf Limous. foumel 
chimnej, lat. fumus ofen zurückgeführt, doch verdient das kymr. 
ffjnel, wenn es nicht erst entlehnt ist, beachtung; Mätzner 1, 166; 
Dief. 1, 414, 

Für Pelzwerk, haar, Überzug (über die zunge u. s. w.); fr. 
fourrure, fourreur, mlat. forratura zu fr. fourreau, feurre, altfr. 
fuerre, forre, sp. pg. forro, it. fodero scheide, fiitter, unterftitter, 
von dem deutschen worte goth. fodr, ags. fodder, ndd. foder, foer, 
foor, auch foor-wark pelzwerk; Dief. 1, 412; Weigand 1, 380; 
s. fodder. 2. der begriff pelz konnte leicht aus dem früheren 
unterfiitter entstehen, wenn zu diesem pelz genommen ward; 
schwieriger ist die Vermittlung zwischen dem worte und dem an- 
deren nhd. futter = food, fodder. 

Furbelow besatz, falbel; gewiss erst angeeignet imd um- 
gedeutet, gleichsam pelz unten, pelzbesatz für- below, aus dem 
roman. worte fr. falbala (woraus nhd. falbel), it. sp. pg. falbala, 
sp. auch farfala, crem. parm. frambala, piemont. farabala, henneg. 
farbala; der Ursprung dieser Wörter aber ist dunkel; s. Diez 137; 
I, 170; Scheler 130; man hat an den german. stamm fald ge- 
dacht; von der form farbala, farfala, auf welche auch das engl, 
hinweist, ausgehend könnte man an das rom. farfalla Schmetter- 
ling, flatterer erinnert werden, vgl. Diez I, 173; wegen anderer 
erklarungsversuche vgl. Heyse 345; Wedgwood 2, 110. 

Furbish putzen, furbisher schwertfeger; fr. fourbir, four- 
bisseur, it. forbire, sp. forbir von dem ahd. furban reinigen, ab- 

27* 



— 420 — 

wischen, mundartl. nhd. furben mit dem besen reinigen; Diez 
150; I, 186; Scheler 142; vgl. fourbe. 

Furc- in furcate, furchee, fnrchel zu dem lat. fhrca, 
fr. fourche, fourchette; vgl. fork. 

Für die aufrollen; nnd daraus verkürzt furl aufwickeln; fr. 
ferler, fardeler zu einem bündel fardeau, altfr. &rdel, engl, far- 
thel, fardel zusammenrollen; s. fardel. 

Für long ^/^ mile; ags. furlong, frirlung = fnrhlong eine 
furchenlange Etm. 344; Scbmid G. d. A. 621; Leo Rect. 107; 
vgl. demnach furrow und long. 

Furlow, furlough Urlaub; ndl. verlöf, ndd. verlöf, nhd. 
in mundarten verlaub statt des schriftgemässen erlaubiusz, schwd. 
förlof; wegen des lautwechsels am ende s. Mätzner 1, 150; im 
übrigen wegen des stammes ags. lufii amor, leaf permissio, die 
engl. Ipve, leave, believe und Dief. 2, 144. 

Furnace ofen; fr. foumaise, it. fomace, sp. homaza, vom 
lat. fomax, fomacis (furnus, fr. four, foumeau). 

Furnish versehen, liefern; fr. foumir, it. fomire, sp. pg.pr. 
.fornir, aber pr. auch formir, fiirmir vollbringen und selbst fro- 
mir, daher vom ahd. ftnmjan Diez 152; I, 189; Scheler 142; 
demnach wegen des stammes zu vgl. die engl, frame, fr im, 
from, frum; ableitungen wie furniture, fr. foumiture sind 
deuthch genug. 

Furrow furche; ags. furh, für, ahd. furuh, furah, feu-h, 
mhd. vurh, nhd. frirche ; „das wort stimmt lautverschoben eu lat. 
porca ackerbeet, urspr. vielleicht, zumal da der pflüg mehrfach 
mit einem (wühlenden?) thiere verglichen wird, aufgewühlte erde 
mit dem gedanken an das mit ahd. farah (ferkel, vgl. engl, far - 
row) stimmende lat. porcus junges schwein" Weigand 1, 377; 
kaum zu denken ist an faran (engl, fare), worauf die formen 
ndd. fore Br. W. 1, 440, ndl. voore zu weisen scheinen. 

Fürth er weiter; ags. furdor; s. Mätzner 1, 269 und vgl. 
die engl, forth, for, far, farther. 

Furz, furze ginster; altengl. fyrrys, fyrre, firre, für Wedg- 
wood 2, 111; ags. fyrs. 

Fusee spindel, Schwärmer, zünder; fr. fusee, mlat. fusata 
eigentlich das um die spindel gewickelte, oder einer spindel 
ähnliche vom lat. fusus, pr. fus, fr. friseau spindel; vgl. Scheler 
147; in der anwendung auf feuerwerkskörper und wegen der- 
selben ausspräche wird es engl, verwechselt mit fusil. 2. 



— 421 — 

Fasil. 1. schmelzbar; neben fusible zu fuge zerfliessen, 
Ton dem lat. hindere, Aisum giessen, schmelzen; vgl. found. 3. 
fr. engl, fusion, engl, foison. 

Fasil flinte (dafür auch fusee, wie umgekehrt fusil in 
der bedeutung spindel genommen wird; s. fusee); fr. fiisil, it. 
focile, fucile, sp. fusil eigtl. feuerstein (vgl. flint und nhd. flinte) 
von dem lat. focus heerd u. mlat. feuer, fr. feu; vgl. fewel, fuel, 
miat. fadllus, fugillus feuerzeug; dazu dann fusileer, fr. füsi- 
lier, nhd. als fremdwort fuselier. 

Fuss lärm; fussy needlessly or over busy; fussle a slight 
confasion Hai. 1, 386. Wedgwood 2, 111 vergleicht Swiss. pfu- 
sen to make a fizzing noise like wind and water in violent mo- 
tion; aufyfnsen of the working of fermented liquors, metapho- 
rically of one breaking out in a passion etc. vielleicht dürfen 
die Wörter auf das ags. füs celer, promptus zurückgeführt werden, 
sodass der begriff geschäftig, geschäfbigkeit zu gründe liegen würde. 

Fust. 1. Säulenschaft; fr. fut, fiist, sp. pr. fuste, it. fusto stamm, 
stock, vom lat. fustis stock , mIat. fiistis stamm, holz ; eben darauf zu- 
rückzuführen sind andere ältere und mundartliche bedeutungen wie 
wood, vessel for wine etc. Hai. 1, 386; vgl. foist. 2. 

Fust. 2. muffen, dumpfig riechen; vgl. foist. 3.; sowie das 
neben fusty vorkommende musty; vgl. Wedgwood 2, 112. 

FuBtian barchent, bombast; fr. futaine, pr. fustani, it. fus- 
tagno, frustagno, sp. fnstan, benannt nach Fostat oder Fossat einer 
Vorstadt Cairos, von wo der stoff zuerst gekommen Diez 157 ; I, 194 ; 
Scheler 148 ; Heyse 371 ; wegen der begriffsentwicklung vgl. bom- 
bast. 

Futtocks knieholzer; Smart: „the timbers that hook or 
lock the foot of the upper mast.^^ 

Fuzz zerfasern, in kleine theile zerfliegen; davon fuzzball; 
etwa mit dem nhd. faser, faseln zusammenzustellen, ndd. fussig 
locker, loose, fossen, fossem die föden aus einem zeuge ziehen ; das 
zeug fost sehr die faden des zeuges gehen auseinander, mundartl. 
in Preussen; s. Br. W. 1, 355 und vgl. feaze. 

Puzzle betrunken machen; vgl. fuddle. 

Fy, sonst auch fie; fr. fi, nhd. pfai, fi, dän. fy, altengl. fy, 
fye, fie entsprechend dem lat. phui, phy; verstärkt engl, fo, 
fough, fugh als empfindungslaut ; vgl. fudge; Mätzner 1, 420; 
Grimm 3, 1611; Gr. 3, 304. 



Gab mund, schwätzerei, schwatzen; gabble schwatzen; bei 
Hai. 1, 387 gabbe to talk idly, tojest; gab hing lying, jesting; 
eine menge von Wörtern in den verschiedenen gebieten liegen 
nach form und bedeutnng nahe, sodass schwer zu erkennen ist, 
wie weit die lautnachahmung einfluss hatte, wie weit und von 
woher unmittelbare nachbildung eines fremden worts und ent- 
lehnuug statt gefunden haben mag; vgl. die roman. gruppe bei 
Diez 158; I, 195; it. gabbo spass, pr. alt&. gab, gap, zeitwort 
gabbare u. s. w.; aber auch altn. schwd. gabb, zeitw. gabba; so- 
dann kelt. gab mundu. s.w.; vgl. gape und Dief. 1, 169; Wedg- 
wood 2, 112 ; in das engl, drang es doch zunächst aus dem ags. 
gabban deridere, gabbung derisio, was Etm. 408 und Bosw. aus 
Som. anführen, wenn dies nicht vielmehr altengl. und aus dem 
romanischen, keltischen oder skandinav. gebiete herübergenommen 
ist; auch frs. gabbja aber in der bedeutung persequi wird angeführt 
sowie ndl. gabberen to joke, to trifle ; bei Binn. gabberen ridere, 
irridere, jocari u. s. w. 

Gabardine, gaberdyne regenmantel, grober rock; zunächst 
gewiss aus dem romanischen gebiete stammend; it. gavardina, 
sp. gabardina, &. mundartl. galvardine, galleverdine; diese worter 
aber scheinen erweiterungen zu sein von dem it. gabbäno, sp. 
altfr. gaban regenmantel, was „vielleicht aus gleichem stamme 
mit cabana, gabinetto, denn hütte kann als der umhüllende schüt- 
zende mantel aufgefasst werden'^ Diez 157; I, 195; vgl. cape. 1. 
und cabin. 

Gabel steuer; das wort beruht auf dem ags. gaful, gafolzu 
dem Zeitwort goth. giban, engl, give, vgl. nhd. geben, gäbe; 
nur drang es ins engl, wenigstens mit durch das mlat. gabulum, 
gablum, gabella und roman. it. gabella, sp. pg. pr. gabela, fr. 
gabelle zumal in einzelnen bedeutungen, wie salzsteuer, während 
es in anderen und in der form gavel unmittelbar aus dem ags. 
hervorgegangen sein mag ; vgl. über das ags. gafol Schmid G. d. A. 



— 423 — 

587; über die roman. Wörter Diez 158; I, 195; über alle hierher 
gehörigen Wörter, besonders auch anf kelt. gebiete Dief. 2, 401; 
Wedgwood 2, 139, wonach besonders gavel-kind zunächst das 
kelt. gabhail-cine divisio agronun etc. wäre. 

Gabion schanzkorb; fr. gabion, it. gabbione abgeleitet vom 
it. gabbiakäfich aus lat. cavea höhlung, käfich; vgl. cage, gaol 
and Bapp No. 296 kap käfig. 

Gable giebel; altn. gafl, schwd. gafvel, dän. gavl, ndd. ndl. 
gevel, ahd. gipili, mhd.gipel, gibel, nhd. giebel, goth. gibla; aus 
dem germanischen stamme, der weiter unter gaff, gaffle zu 
berühren ist; auch mlat. gabalum, gabulum frons aedificii, woraus 
das fr. gable in derselben bedeutuug und wohl auch das engl, 
wort erst entstand, da im ags. keine spur desselben in diesem 
sinne vorzukommen scheint, wenn es auch an stammverwandten 
ausdrücken nicht fehlt ; vgl. über die beziehungen zu ga f f , g af f le , 
nhd. gabel besonders Dief. 2, 401 f ; der giebel scheint die gabel- 
förmige kreuzung der dachbalken zu sein; andrerseits vgl. man 
das german. gebil, nhd. gipfel und giebel mit gr. xBq>aXri an deren 
bedeutung das altengl. gable high Hai. 1, 387, erinnert; vgl. 
Chief, head; Bapp No. 295 kap. 3. köpf. 

Gaby mundartl. a simpleton, a silly fellow; Wedgwood 2, 
113: „one who gapes and stares with wonder; dan. gabeto gape, 
gäbe paa to stare at; N. gapa to gape, to stare; gap a simple- 
ton; vgl. gape. 

Gad Stange, speer, stachel; daher gad-fiy Stechfliege; gad 
a pole, a tall slender person Hai. 1, 388 ; dann gad = gadfly, 
all upon the gad = roving, frolicsome; to gad = to flitabout 
like a gad-fly; dasselbe wort ist go ad stachel, stacheln, ags. gad 
s-timalus, aber auch desiderium, penuria, was theils mit dem goth. 
gazds stachel, peitsche, nhd. gerte, engl, yard, theils aber mit 
goth. gaidv mangel zusammengestellt wird ; am nächsten den engl. 
Wörtern stehen noch die skandinav. ausdrücke, altn. gaddr, schwd. 
gadd aculeus insectorum ; vgl, über die vielfach dunkle beziehung 
hierher gehöriger Wörter Dief. 2, 376—380 ; über die begriffsent- 
wicklung im engl. Wedgwood 2, J14. 

Gaff, gaffle haken, mistgabel, gaflfel u. s. w.; ags. gaflas 
forks, props, spars, gallows Bosw. ; auf allen verwandten gebieten 
eine menge einstimmender Wörter mit der bedeutung des gabel- 
förmig gespaltenen, spitzen u. s. w.; ahd.gabela, kapala, amnhd. 
gabel, ndd. ndl. neunord. gafifel , mlat. gabalus, gabulum, gibulum 



— 424 — 

fnrca, patibulum ; kelt. gaf oncas, hamus ; femer die roman. grappe 
it. gaffa, sp. pg. gafa, fr. gaffe, pr. gaf eiserner haken Diez 158 ; 
I, 195; über die beziehung zu gable Dief. 2, 401ff; vgl. Wedg- 
wood 2, 114 und engl, gavel, gavelock; in einigen bedenton- 
gen, wie „dnmmkopf^ scheint gaff mehr zu gape, gaby, nhd. 
gaffen zu gehören. 

Gaffer, gammer. A designation of elderly people in 
humble life. From good-&ther, good-mother Wedgwood 2, 115 ; 
nahe liegt indessen, dass in diesen Verstümmelungen noch mehr 
die entsprechenden fr. formen grand pere, grand' mere mit stecken; 
vgl. gramfer grandfather, grammer grandmother Hai. 1, 418. 
wenn auch der mangel des r in den deutscheu formen seinen 
grund haben mag; vgl. noch die formen gomman pater&milias, 
gommer materfamilias Hai. 1, 409. 

Gag knebeln, knebel; nach den engl, etymologen wäre das 
substaiitivum erst aus dem zeitworte, dieses aber zuerst in der 
bedeutung von gaggle, vgl. cackle, aus lautnachahmung ent- 
standen zu denken; „gag is to cause one to make inarticnlate 
guttural noises, either by stopping the mouth or extemal pres- 
sure; gaggyn = to strayne by the throte, suffoco; die erklarung 
ist wenig genügend, doch fehlt es an einer besseren, denn auch 
an ags. caeggian verschliessen zu caeg, engl, key ist schwerUch 
zu denken. 

Gage pfand; fr. gage, was mit den übrigen romanischen 
Wörtern, it. gaggio u. s. w. aus dem germanischen erklärt wird; 
goth. vadi pfand, nhd. wette, mlat. vadium, wadium; vgl. engl, 
wage und wed; Dief. 1, 140; Diez 158; I, 196. 

Gain. 1. gewinnen, gewinn; fr. gagner, altfr. gaagner er- 
werben, gain gewinn; das roman. wort it. guadagnare, altfr. 
gaaigner das feld bauen wird zurückgeführt auf german. Ursprung, 
insbesondere auf ahd. weidanön oder weidanjan jagen, weiden 
oder ahd. weida mit dem roman. suffix agn, sodass der begriff 
sich von dem jagd- und hirtenleben auf den ackerbau erstreckt, 
dann zu dem allgemeineren erwerben erweitert hätte; Diez 185; 
1, 228; Wedgwood 2, 116. Wenn nidht für das fr. gagner, so 
doch gewiss für das engl, gain, zumal in den mundartlichen 
bedeutungen near, profitable, expert, to fit u. s. w. Hai. 1, 389, 
kommt aber in betracht ags. gägn commodum, usus, altn. gagn 
Etm. 422 schwd. gagn, dän. gavn, ags. ungägne sine fructu, inepte; 



— 425 — 

wie leicht die Vermischung mit dem romanischen worte eintreten 
mnsste ist klar. 

6ain. 2. gegen, wieder; in Zusammensetzungen erhalten wie 
gainsay, bei Ghaucer gaincome retum ; es ist die einfache, 
unter against berührte präposition, welche dem ahd. kagan, 
^^' g^en entspricht und auf jenes Substantiv altn. gagn, s. 
gain. 1. zurückgeführt wird; vgl. Grimm 6r. 3, 266; 2, 754; 
Mätzner 1, 404; über die ags. formen gagn, gegn, g^n, gean, 
geönEtm. 423; über gain nach seinem verschiedenen sinne und 
Ursprünge Wedgwood 2, 115 — 118, sowie noch andere vermu- 
thungen bei Dief. 2, 395. 

Gait gang, weg, art und weise des gehens; ist ein und das- 
selbe wort mit gate, nur für die abstractere bedeutung in be- 
stimmter Schreibung fixirt; vgl. Hai. 1,^ 389. 393. 

Gaiters kamaschen; fr. gu^tres, ohne r occit. gueto, bret. 
gweltren; Diez 653; II, 323, wo unter vergleichung von dem it. 
goattera scheuermagd (Scheuerlappen? venez. guaterone fetzen 
tach, altfr. gaitreux bettelhaft) die ursprüi^Uche bedeutung läppen 
lumpen gemuthmasst wird. 

Gala gala; aus dem romanischen aufgenommen, it. sp. pg 
gala feierkleid ; daraus auch fr. gala neben gale munterkeit, freude ; 
das wort wird von Diez 159; I, 197 auf das german. geil, ahd. 
geili prunk, stolz, ags. gäl libidinosus, von anderen dagegen auf 
gr. und arab. stamme zurückgeführt; vgl. Scheler 150; jedenfalls 
dazu gallant, fr. galant, it. galante nebst weiteren ableitungen, 
über dessen begriffsentwicklung im fr. it. engl, die Wörterbücher 
genügenden aufschluss geben; s. Heyse 372; Wedgwood 2, 120; 
gewöhnUch wird als Zusammensetzung mit altfr. galer genommen 
fr. regaler, engl, regale; sicher gehört zu jenem gala nochz. b. 
galloon, fr. galon, it. gallone borte, tresse ; vielleicht galliard; 
vgl. die ganze gruppe Dief. 2, 380 If. unter goth. gailjan erfreuen. 

Gale. 1. kühler, starker wind; schott. gale-wind, gall-wind 
a gale, strong wind ; zunächst, wie es scheint, von dem altn. gola, 
giöla aura frigida; gola flare, spirare; vgl. Hai. 1, 389 to gale 
to ache with cold und diese Wörter vielleicht verwandt mit der 
unter cold und cool berührten gruppe; s. Dief. 2, 439. Wedg- 
wood 2, 118 möchte es dagegen aus dem nord. galen angry, 
mad, raging erklären, ein galen storm a furious storm; eit gale 
ver etc. 



— 426 — 

Gale. 2. rufen, schreien; (veraltet Hai. 1, 389 to cry, croak, 
scream) ags. galan canere Etm. 408; Grein 1, 366; altn. gala, 
vgl. mhd. nhd. gellen Grimm Gr. 2, 9, No. 67; 2, 32, No. 337; 
erhalten in dem ahd. nahtikala, nhd. nachtigall, engl, nightin- 
gale; vgl. yell, call und Bapp No. 6 Va\. 3. rufen; Wedg- 
wood vergleicht nicht nur das dän. hanegal cockcrow, sondern 
auch lat. gallus hahn; s. Weigand 1, 385. 

Galimatias gewäsch^ unsinn; fr. galimatias; wenn man 
sich nicht mit der bekannten anekdote begnügen will (von dem 
advocaten der bei einem processe über einen hahn des Mathias 
statt gallus Mathiae stets verwechselnd galli Mathias gesagt habe 
Heyse 373; Scheler 151) so muss man den Ursprung als unbe- 
kannt ansehen; vgl. das altengl. gallimawfrey, fr. galimafree 
als name eines mischgerichtes Diez 639 ; U, 305 \ die erklärungs- 
versuche von Frisch und Wedgwood 2, 122 genügen nicht ; Diez 
hält galimatias für eins der späteren worter von zufalliger ent- 
stehung, über welche die etymologie nichts vermag. 

Gall. 1. galle; ags. gealla, alts. galla, ahd. kalla, nhd. galle, 
altn. gall, ndl. galle, gal stimmt lautverschoben zu gr. X^^Vy ^^* 
fei für hei (wovon die roman. Wörter it. fiele, fr. fi^^l); das wort 
scheint in naher, wenn auch keineswegs ganz aufgeklärter be- 
ziehung zu der adjektivwurzel Rapp No. 214 kal. 4. gelb, vgl. 
yellow, zu stehen; s. Weigand 1, 385; Schwenck204, der slav. 
shelt gelb, sheltsch die galle vergleicht; wie entschieden nhd. 
vergällen zu galle, ndL gallen zu gal gehört, so tritt auch engl 
to gall ärgern, kränken nahe zu dem hauptwort, ohne dass es 
darin aUein seinen Ursprung gehabt haben müsste; vgl. gall. 2. 
Wedgwood 2, 119. 120. 

Gall. 2. in gall-nut gallapfel; gall wunde stelle, wund- 
reiben; zunächst entsprechen der bezeichnung des bekannten aus- 
wuchses auf eichen ausdrücke in den meisten verwandten sprachen, 
ags. galluc Etm. 409, nhd. gall-apfel, ndl. galnoot, galneut, aber 
auch roman. in demselben sinne fr. gale, noix de gale, it. gaUa, 
sp. agalla u, s. w. ; und es kann keinem zweifei unterUegen, dass 
dies das lat. galla gallapfel ist. Nun aber finden sich nhd. galle, 
ndl. gal, it. galla for geschwulstartige krankheiten wie das engl, 
gall und obschon man dies sehr wohl (selbst fr. gale kratze) auf 
galla, vielleicht unter einfiuss des lat. callus schwiele zurückfuhren 
kann, so kömmt doch ausserdem nhd. galle fehlerhafte stelle, 
altn. galli fehler, mangel mit ins spiel, auf dem das engl, gall 



— 427 — 

wunde stelle, wundreiben beruhen kann; für die abgezogenen be- 
deatongen erscheint bestimmte herleitung um so schwieriger, je 
mehr man den leichten Übergang der begriffe (galle, bittere 
fenchtigkeit, bitterschmeckender gallapfel, erbittern, verletzen, ver- 
wanden, geschwulstartige krankheit, wunde stelle, ansammlung 
trüber gallenartiger fenchtigkeit u. s. w.) ins äuge fasst; vgl. die 
verschiedenen bedeutungen des nhd. galle bei Weigand 1, 385. 
386; Sanders 1, 531, sowie über die roman. worter Diez639*; 11, 
305 und im ganzen gall. 1. 

Gallery galerie; fr. galerie, it. galleria, sp. galeria, pg. ga* 
laria, mkt. galeria; daa roman. wort wird meistens anf das unter 
gala erwähnte altfr. gale lustbarkeit, prunk, galerie freudenfest 
zurückgeführt Diez 161 ; indessen zieht dieser I, 199 eine andere 
ableitung vor von dem gr. ydlrj =s i§idQag etdog eine art galerie 
Termittels galera, welches der bekannte name eines schiffes, ver- 
glichen mit einem langen bedeckten gange, wurde; vgl. galley; 
noch andere erklärungsversuche s. bei Diez 161; Scheler 150; 
Wedgwood 2, 121. 

Galley galeere, galliot galeote; pr. galea, galega, gale; 
altfr. galee, galie, mlat. galea, mgr. yakea, yaixtla; femer it. ga- 
leotta, sp. pg. galeota, altfr. galiot, und it. sp. pg. pr. galera, 
fr. galere ; vgl. über die weitere sehr fragliche abkunfk Diez 160 ; 
I, 198; Heysc 373; Scheler 150; am wahrscheinlichsten von gr. 
yahog haifisch, oder von dem unter gallery erwähnten ydh^ 
art galerie. 

Galliard lustig; it. gagliardo, sp. pg. gallardo, pr. galhart, 
fr. gaillard, nicht von gala, eher von dem ags. gagol, geagle muth- 
willig üppig abzuleiten. „Am wahrscheinlichsten aber birgt das 
roman. wort kelt. wurzel, kymr. gall kraft, altgael. galach muth, 
tapferkeit" Diez 160; I, 196; andres Ursprungs ist das wegen 
ähnlicher form und bedeutung bisweilen damit verwechselte go- 
liard; vgl. noch Dief. 2, 381. 

Galligaskins weite hosen; Wedgwood 2, 122 geht davon 
aas, dass es ursprünglich ein und dasselbe wort sei mit dem fr. 
greguesques und nur umgedeutet mit anlehnung an die namen 
üaUien und Gascogne, wie Cotgr. hat „Greguesque, greek ; chausses 
a la Garguesque, gregs or gallogaskins ; greguesques slops, gregs, 
gallogascoines, venitians; gregues, wide slops, gallogascoins, great 
Gascon or Spanish hose;^^ nur mag auch diebeziehung aufgrec, 
lat. graecus erst in die fr. Wörter hineingedeutet sein, die viel-t 



— 428 — 

mehr auf kett. ursprunge zu beruhen scheinen ; Diez 11, 319: „gre- 
gues fr. (plur.) hosen; vom kymr. gwregys gürtel (Huet); bürg, 
gargaisses ; ^^ im älteren engl, wnrde es als Zusammensetzung ge- 
nommen und gally-breeches, gallye-slops neben gally-gaskins ge- 
sagt; vgl. Hai. 1, 390. 

Gallimawfrey mischgericht ; vgl. über das dunkle wort 
Hai. 1, 390 und das nach sinn und form ähnliche galimatias. 

Gallipot apothekertopf; galley-tiles glasirte zi^el; 
nach Wedgwood 2, 122 aus dem ndl. gley-pot von gley thon, 
vgl. clay. ,,About the year 1570, I. Andries and I. Janson, 
potters, came from Antwerp and settled in Norwich, where they 
foUowed their trade, making galley-tiles and apothecaries vessels" 
(gallipots) Stow.; das fr. „galipot resine qui conle du pin. Ety- 
mologie inconnue,^^ Scheler 151, scheint nicht sehr alt zu sein 
(nicht bei Duez) und könnte ursprünglich als name des gefässes. 
dann als bezeichnung einer vorzugsweise dalrin versandten drogae 
gedient haben. 

Gallon mass von 4 quart; mlat. galo, galetum, altfr.galon, 
jalon, fr. jale, rouchi. galot; die roman. Wörter werden, doch 
ohne Sicherheit, auf lat. gaulus eimer oder galea heim zurückge- 
führt; s. Diez 667; H, 339; Scheler 188. 

Galloon tresse; fr. galou, it. galone; siehe unter gala. 

Gallop galopp, galoppiren; fr. galop, it. galoppare, sp. pg. 
galopar, pr. galaupar; „es ist das goth. hlaupan mit vorgesetztem 
ga, ahd. gahlaufan, ags. gehleapan, nhd. laufen, vgl. leap; oder 
nach Wackemagel aus gäho hloufan Diez 161; Scheler 151; 
dazu galopin, fr. galopin, sp. galopo, it. galuppo beiläufer, 
dem ahd. hloufo nachgebildet; s. Diez I, 200; Wackemagel ümd. 6. 
Langensiepen im Arch. 31, 154 möchte das romanische wort von 
dem lat. colaphus ableiten. 

Gallo sh, galoche, galage holzschuh, Überschuh; fr. galoche, 
it. galoscia, sp. galocha von dem lat. gallica (sc. solea, odercre- 
pida) pantoffel Diez 162 ; 1, 200 ; andere leiten es von dem lat. 
calceus oder von caliga, oder vom gr. xaloTtodiov, xakoTtovg hok- 
fuss (xaAov holz) mlat. calopedia ab ; vgl. Scheler 151 ; Wedgwood 
2, 124fasst es als eine erweiterung des engl, clog, fr. claque 
indem er nhd. klotzschuh vergleicht. 

Gallo WS galgen, hosenträger; und in verschiedenen anderen 
bedentungen, die sich ohne Schwierigkeit auf die erste zurück- 
bringen lassen; ags. altfrs. galga, goth. galga, alts. ahd. galgo, 



— 429 — 

mhd. nhd. ndd. ndl. neonord. galge, altn. galgi; mundartl. engl, 
gallise, gallas pluralformen, wie gallows; im slav. stimmen dazu 
einige wörier mit der bedeutnng ast; Heyne Beöv. 1 79 erklärt es als 
den gelben d.i. den verhassten bäum, vgl. gall,yellow; Grimm nimmt 
aufwinden und dergleichen als grundbedeutung und vgl. gr. ^ixuy, 
fh^; Dief. 2, 386. 774. Das veraltete gallow, gally erschrecken 
scheint zunächst auf ags. gaelan bindern, erschrecken zu beruhen, 
welches mit gäi zusammengestellt wird, sich aber auch mit gale, 
gall verletzen berührt Dief. 2, 381; Wedgwooä 2, 125. 

Gamashes, gambadoes kamaschen; fr. gamaches, altfr. ga~ 
mache beinbekleidung zu fr. jambe, it. gamba, das mit der grund- 
bedeutung bug zu der wurzel cam (vgl. Chamber) zu gehören 
scheint; Diez 162; 1, 201; vgl. ham. 2. 

Gambe son, gambison wattirtes Unterkleid; (veralt. Hai. 1, 
390), altfr. gambais, wambais, altsp. gambax; daher mhd. wam- 
beis, wambois, wambis, nhd. wams, im späteren mlat. gambacium, 
wanbasium, pr. gambaisö, altfr. gambeson, wambaison, spät mlat. 
gambaso, von dem goth. wamba, ahd. wamba, nhd. wamme bauch 
Diez 163; I, 201; vgl. womb und Dief. 1, 170; Wedgwood 2, 
126 will es in ursprünglich weiterer bedeutung aus gr. ßa^ißdiuovy 
mlat. bombicinum erklären; vgl. bombasin, bombast. 

Gamble spielen; gewiss zunächst nur erweiterung von game 
mit der bildungssilbe le und eingeschobenem b; vgl. darüber 
Mätzner 1, 176; nur ist zuzugeben, dass nach form und bedeu* 
tong leicht eine mischung mit dem roman. stamme von gambol 
eintreten musste, wie ähnlich in gammon; an die engl, formen 
gamble, gambler erinnern manche mundartl. deutsche aus- 
drücke besonders lebhaft; vgl. gammel lust, kitzel, gämel muth- 
wille, spass Schwtock 205; Schweiz, gammel, gammeln, gammler 
Wedgwood 2, 128. 

Gambol tanzen, lufksprung; altengl. gambaude; vgl. die fr. 
gambade, gambiller, it. gambata zu gamba, fr. jambe das bein; 
8. gambeson, gammon, aber auch gamble. 

Game spiel, waidwerk, jagdspiel, wild; ags. gamen, gomen, 
altn. gaman, alts. gaman Grein 1, 366; schwd. gammenjoy, altfrs. 
gama Wedgwood 2, 128; daher altengl. gammon sport, play, 
nonsense Hai. 1, 391 und so noch als eine art interjektion vor^ 
kommend that*s all ganmion, schwd. ganunan, dän. gammen; im 
frs. gammen interjektion der Verachtung; vgl. die mundartl. g am- 
met, gammock spass. 



— 430 — 

Gammon schinken; it. gambone zngamba, fir. jambon; vgl. 
gambol; wegen gammon in einem anderen sinne s. game, 
wegen backgammon s. dieses wort; ebenhierher gebort aack 
gambrel gelenk am hinterschenkel eines pferdes, ambeine fest- 
binden, a stick, crooked as a horse's leg, used by butchers ; mundartl. 
gamble leg; HaL 1, 391. 

Gamut tonleiter; fir. gamme; die endung wird erklärt als 
Zusatz des namens ut, den der erste ton hatte ; von dem fi*. gamme 
Scheler 151: „du grec gamma, nom de la troisieme lettre de Tal- 
phabet grec. Gui d'Arezzo, inventeur de la gamme, ajonta le g 
comme septieme ä la serie des lettres a, b, c, d, e, f, qui lui ser- 
yirent a noter les tons ou intervalles. C'est cette septieme note 
g (en grec gamma), conclusive de la ganmie en a (on la) qui a 
donn^ le nom ä la serie d'une octave.'^ Wedgwood 2, 129 will 
es ableiten von einem fi. game, gamme „a chime of bells, which 
would supply the most familiär example of tke mosical scale.^' 

Ganch (gaunch) in die haken werfeü, pföhlen; it. gancio, 
sp. pg. gancho haken, it. inganzare to ganch; nach Wedgwood 
2, 129 von einem türkischen kanja haken ; Diez 163 ; 1, 202 weist 
nur die gewöhnliche ableitung der roman. Wörter aus dem gr. 
yainxpog oder nafiTcvlog ab und bringt noch ungr. gants als etwa 
aus dem it. entlehnt bei. 

Gander gänserich; ags. gandra, nhd. gänserich, mundartl. 
ganser, ganserer, gansart, auch gander, gandert, gentert, ndcL 
gante, ndl. gent, ghent Grimm Gr. 3, 341; Br. W. 2, 482; zu 
dem namen des weiblichen thieres engl, goose, plur. geese, ags. 
gös, plur. ges, ahd. kans, gans , mhd. nhd. ndl. gans , altn. gas, 
dän. gaas; es stimmt lautverschoben mit gr. xv^y 1^^- anser inr 
hanser, poln. ges, russ. gus', böhm. hus (eigenname Husz) sb. 
hamsa schwan; vgl. das lat. ganta bereits bei Plinius als das 
deutsche wort für anser, woraus pr. ganta, altfi:. gante als 
name für denselben . vogel und ähnliche Diez 163 ; 1, 202 ; wie 
dasselbe wort in verschiedener gestalt und Vermittlung für ver- 
schiedene vögel noch auftritt zeigen femer engl, gannet, was 
zunächst auf dem ags. ganot, ganet, ahd. ganazo, s. Grein 1, 369, 
beruht, sowie ganza; vgl. die ausführliche untersuchimg bei Dief. 
Or. Eur. 347 S; wegen der engl, formen s. Mätzner 1, 219. 
242; wegen des lautwechsels im ags. vgl. engl, other, ags. öder, 
nhd. ander; engl, soft, ags. softe, nhd. sanft, Grimm Gr. P, 364 
Indem das schnappende thier als grundbegriff genommen wird 



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sieht man als wurzel die von dem zeitwort yawn an; BappNo. 
10 kan. 2. schnappen. 

Gang häufe, gang; ags. gang, nhd. gang; s. das weitere 
anter go. 

Gantlet (gauntlet) panzerhandschuh; fr. gantelet, yerklei- 
nenmgsform von fr. gant, it. guanto, sp. pg. guante, pr. gnan, 
mlat. wantus; das wort isib ein deutsches, wiewohl es in der hochd. 
ags. n. andern mundarten fehlt ; aber altn. vöttr ist = vantr, schwd. 
dän. vante; s. Grimm R. A. 152; Gr. 3, 451; Diez 187; I, 230. 
In der redensart to run the gauntlet spiessruthen laufen ist 
es entstellt und umgedeutet aus gantelope was noch daneben 
vorkommt. „The punishment was probably made known to us 
from the wars of Gustavus Adolphus as the expression is pure 
Swedish; löpa gatlopp from gata a street (s. gate), or, in mili- 
tary language, a line of soldiers, and lopp, course*^ (s. leap) 
Wedgwood 2, 130. 

Gaol neben jail kerker; gaoler, jailor geföngnisswärter ; 
fr. geole käfich, kerker, geolier kerkermeister, altfr. gaole, jaiole, 
pg. gaiola, sp. gayola, it. gabbiuola diminutiv von dem aus lat. 
cavea entstandenen it. gabbia, fr. cage; s. engl, cage, gabion, 
cajole; Diez 158? I, 195. 

Gap Öffnung; gape den mund aufsperren, anstarren; die 
verschiedenen bedeutungen lassen sich sehr wohl auf die ursprung- 
liche von hiatus zurückfuhren ; dazu stimmen altn. gap spalt, ab- 
grund, gapa klaffen, ags. geapan, geapjan klaffen; s. Etm. 416. 
431; schwd. gap die Öffnung, das gähnen, gapa, dän. gäbe, ndd. 
ndl. gapen; nhd. unter ndd. einflusse, wenn auch ursp. aus ahd. 
kaphen, kapfen entstanden gaffen; vgl. Schwenck 202; Weigand 
1, 382; Kehrein 509; sehr unsicher bleiben noch die weiter ver- 
mutheten beziehungen zu lat. hiare, ags. ginan, engl. yawn. 

Garb kleidung; („formerly applied to the mode of doing 
anything, but latterly confiued to the fashion of dress" Wedg- 
wood 2, 131; vgl. Trench 87 und wegen ähnlicher begriffsent- 
wicklung z. b. fashion, h a b i t) it. sp. pg. garbo anstand vom ahd. 
garawi, garwi schmuck, vb. garawan, nhd. gerben, ndl. gaerwen 
bereiten, schmücken; ags. ist dieselbe wurzel vielfach sichtbar in 
gearu bereit, gearva kleid, gearvjan bereiten Etm. 417; Grein 
1, 493 ff. und von da unmittelbar ins engl, übergegangen; vgl. 
die veralt. und mundartl. formen gar, gare ready, to make, to 
compel Hai. 1, 391. 392; über die roman. Wörter Diez 164; I, 



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203; nach Scheler 152. 150 auch fr. galbe, altfr. garbe, doch Tgl. 
darüber Diez 11, 305; fiber die ganze wurzel Rapp No. 18 kar. 3. 
machen; hierher gehört yare, ags. geare, geanre prompte; femer 
vielleicht vermittels roman. Wörter garbage, garbish för ab- 
fall, unrath, doch vgl. garble; garb in der heraldik a sheaf of 
com entspricht dem ahd. karpa, mhd. nhd. garbe, alts. garva 
das auch etwa zu dem stamme gar, garw gehören könnte; zn- 
nächst aber versteht sich, dassengl. garb, gerb das altfr. garbe, 
nfr. gerbe, sp. pr. mlat. garba ist; s. Diez II, 309. 

Garble sieben, reinigen, ausschuss; s. über die b^priffsent- 
wicklang Trench 88, wo es auch richtig abgeleitet wird von dem 
mlat. garbellare ; s. Dnc. ; nnr hat dies schwerlich etwas mit 
garba (s. garb) zu thun, sondern ist das sp. garbillare, it. gar- 
bellare, sp. garbillo sieb von weiden zweigen aus arab. gerbäl oder 
lat. cribellum; Diez 495; U, 131. Hierher natürlich garble.s, 
garbling; aber auch wohl garbage, garbish auswarf, ge- 
scheide; nur dass dem letzteren zunächst ein mlat. garbagiumzu 
gründe liegt und in diesem eine vermengung der stamme von 
garba und garbellare eingetreten sein mochte. 

Garboil lärm, streit, aufiruhr; altfr. garbouil, grabouil, it. 
garbuglio, sp. garbuUo lärmender häufe, verwirrang. Diez 164; 
I, 203 erblickt darin „sicher ein compositum. Das erste wort ist 
wahrscheinlich von garrire schwatzen, das andere ohne zweifei 
von bullire brausen, sbst. sp. buUa, it. buglione, catal. bullanga 
verworrenes geschrei;^^ vgl. Scheler 161 unter grabuge. 

Garden garten; obwohl seinem Ursprünge nach deutsches 
wort, vgl. ags. geard, goth. gards hof, haus, nhd. garten, s. das 
weitere unter yard hof, scheint es zunächst in dieser form und 
bedeutung auf roman. gründe zu beruhen, fr. jardin , mundartl. 
gardin, it. giardino, sp. jardin, pr. gardin, jardin, jerrin, welche 
Wörter eben auf ahd. garto oder gart zurückgeführt werden ; b. 
Diez 173; I, 213; Scheler 189; Dief. 2, 390—392. 

Gare, auch gar in manchen veralteten oder mundartlichen 
anwendungen, sowie Zusammensetzungen; ist theils das ags. geara, 
vne bereits unter garb erwähnt wurde, theils in dem sinne a 
dart, javelin in garfish, garlick das ags. gar, ahd. ker, mhd. 
nhd. ger, goth. gais? (woraus das lat. gaesum) alts. gdr, altn. 
geir. Ein altengl. gare oder gaure, wovon garish (gairish) 
bringt Wedgwood 2, 132 mit gaze zusammen und fr. garer 
(was auf deutsch