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Full text of "Etymologisches woerterbuch der englischen sprache"

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I 




ETYMOLOGISCHES 



WOERTERBUCH 



DER 



ENGLISCHEN SPRACHE 



VON 



EDUARD MÜLLER. 



ZWEITER THEIL. 
L— 2. 



XW^KJTR VRBM EBBTE UND VEBBESSEBTE AUFLAGE. 



90C 



COTHEN. 

PAUL SCHETTLER'S VERLAG. 
1879. 



L. 

Label herabhängender streifen als jsierrcUh, zur angäbe des 
Inhalts, anhängsei j etikette; bei Hai. 500 labell: a tassel; bei 
Levins von den bändem der mitra label, labil, lable; e^ ist sicher 
das alifr^ label, labeau, mlat, labellus, lablellus, neufr. lambeaa 
herabhängender fetzen oder läppen , comask, lampel; in der be- 
deutüng turnierkragen, die auch das engl, wort hat, sp. lambel; 
die weitere ableitung des roman. ausdrucks ist nicht ganz klar; 
je nachdem man die formen mit m als die ursprünglichen, oder, 
was doch wahrscheinlicher ist, cds die späteren ansieht, bieten 
sich mlat, lambellas, aus lat, liinbus; auch lat, lamberare, aUlat, 
lamber fetzen; oder aber labellum von labrum Uppe, rand, säum; 
dagegen treten von anderen seilen nicht minder nahe das deutsche 
läppen, soune auf keltischem gebiete gad. leab, kffmr. llabed, bret. 
labasken; s. Diez 2, 356. 

Lac lack; fr. laque, it. lacca, sp. pr, iaca, nUat. laca, lacca, 
dann auch nhd. schwd. lack, ndl. dän. lak ; ein ostindisches harz, 
pers. lak^ skr. läkscbä, neben räksha, von randsch färben; Diez 
2, 240; im engl, davon lack er lackiren, auch lacquer, fr. laquer; 
lac oder lack für den werth von 100,000, wie besonders in a 
lac of rupees ist das pers. lak, hindost, lak, läkh, laksh, skr. 
laksha ein zeichen, die zahl 100,000. 

Laee spitzen, schnüren; bei Hai. 506 las, latch: a lace, a 
snare; ursprüngl. mehr knoten, schlinge, s. Trench 119; fr. lacs, 
pr, wal. latz, sp. pg. lazo, it. laccio schnür; vom lat. laqueus; 
dazu die Zeitwörter it. lacciare, fr. lacer schnüren; aus dem roman. 
auch unser nhd. latz klappe; s. Weigand 2, 15; Diez 1, 240; 
nach dem sp. pg. lazo wieder als fremdwort fr. nhd. engl, lasso 
wurfschlinge, fangschiinge. 

Laehes nachlässigkeit; äUengl. lach esse, fr. lachesse, lächesse, 
von dem ac^jektiv lache, auch bei Hai. 501 lache: sluggish, neufr. 
lache lose, schlaff, feige, pr. läse, lax, lasch, it. lasco, aus dem in 
Uacus umgestellten lat. laxus schlaff; s. Diez 1, 243. 

M tlUr, Stym. WOrUrb. II. 2. Anfl. 1 



2 Lack — Ladder. 

hstk mangel, mangeln; bei Hal. 501 lack: to blame: 502 lak: 
vice, sin, little; hicke: fault; aUengl. lak, lake, lakke; lakien, 
lakken; unnothig ist es, mit Wedgwood für die verschiedenen 
bedeutungen ursprünglich getrennte stamme anzunehmen , da der 
begriffsübergang leicht genug ist; vgl. without lack ohne mangel, 
ohne tadel; nach sinn und form entsprechen ndl. lack, laeek, 
laecken, ndd. lak mangel, laken tadeln; Br. Wb. 3^ 4; aUschwd. 
lacka fehlen, mangeln, altdän. lak fehler; noch einiges vielleicht 
hierher gehörige wie ältfrs. läkia, lackia tadeln, s. Grimm Gr. l*, 409, 
das ahd. lahan tadeln, sowie die kelt. wureel lac, lag schwach, vgl. 
bei Dief. 2, 122. 131. 141. 

Ljiek^y Idkai; bei Hai. 501 lackes: lackeys, companions; 
neu/r. laquais, altfr. laqnai, laquet, it. lacchö, sp. pg.\ac&yo;^nach 
Diez 1, 239 von dem pr. lecai naschhaft, üppig, neupr. laceai 
nebenschössling des getreides, Schmarotzer, diener, zu dem deut- 
schen stamme lecken; s. lick; ausgehend von dem begriffe lauf er 
hat man es zu dem deutschen lacken, locken, goth. laikan springen 
gestellt, oder aber eben so wenig glaublich den Ursprung im bask, 
und arab. gesucht; s. darüber Wedgwood, Mahn und Dief. 2, 125; 
Littr6 und Grimm 6, 79. 

Lad junger bursche; bei Hai. 501 lad: a mau -servant; in 
old English a low common person, altengl. ladde, schott. laid, 
altschott. leide, lede; immerhin zweifelhaft bleibt es, ob der aus- 
druck beruht auf dem ags. leod mann, volk; bei Hai. 511 lede: 
people; s. Dief. 2, 127; ob er zusammengehört mit dem nUat. 
litus, lidus, ledus, s. Ducange; oder mit dem ags. laet; vgl. Schmid 
G. d. A. 621; ahd. laz, ndl. laet; andere legen mit Wedgwood 
zu gründe kelt. Wörter wie ir. lath, welsch llawd. Das dazu 
gehörende femininum lass mädchen, altengl. lasse wird dann auch 
aus kelt. lodes erklärt, dürfte aber doch nur zusammengezogen 
sein aus lad-ess; vgl. Koch 1, 369. 

Ladder leiter; altengl. laddre, ledder, leddir, ags. hlaeder, 
aUfrs. bladder, bieder, ndl. ladder, leeder, ndd. letter, ledder, ahd. 
hleitara, hlcitar, leitar. mhd. nhd. leiter; Grimm G. d. d. S. 511 nimmt 
es in dem ursprünglichen sinne eines geflechts von ruthen zusammen 
mit lat. clatbri, gr. xXbU^qov; goth. hlei[)ra hütte, zeÜ; vgl. 
Dief. 2, 565; andere vergleichen die gr. xXlvsiv neigen, xknvg 
abhang, lat. clivus hügel, gr. xklfuc^ leiter; Bopp V. Gr 3, 203 
führt es als Werkzeug des steigens auf die skr. würzet ^ri aus 
kri gehen zurück. 



Lade — Lag. 3 

Lade laden; altengl. laden, Ihaden, (igs, hladan; vgl. über 
die äUeren formen des starken Zeitworts Mätzner 1, 396; aUs. 
hladan, aUfrs. hlada, goth. hlafian, altn. hiada, schtod. ladda, dän, 
lade, ahd. hlatan, hladan, mhd. nhd. ndd, ndl. laden; auf den 
späteren stufen mit Verlust des ursprimglich anlautenden h und 
mit Übergang in die schwache conjugation y sowie mischung mit 
einem anderen eeitwort goth. lal)on berufen^ einladen^ ags. ladian, 
altengl. ladien, welches mundartlich engl, noch erscheint in lathe : 
to ask, to invite bei Hal. 507; vgl. Dief. 2, 121; 2, 557 ff.; Grimm 
(ir. 2, 10 Nr. 83; Wb. G, 42: j^das durch aUe germanischen dialekte 
gehende wort hai seine nächsten verwandten im slav. sprach^ 
gebiete: altslav. klasti: ponere, böhm. klasti legen^ nakladati be- 
laden, skladati abladen;^* schon das ags. hladan hat neben der 
bedeutung onerare auch die andere haarire, indem das ein- und 
auslüden von flüssigkeiten für schöpfen gesagt unirdCj vgl. Grimm 
6, 44 unter 7, laden; davon dann engl, ladle Schöpflöffel, tut- 
engl ladel, ladil, ags. bei Bosw. hlaedel, bei Etm. 490 hlädle: 
cochleare. Auch mancherlei mundartl. bedeutungen von lade, wie 
hei Hai. 501: a ditch or drain, to let in water, to leak können 
aUenfaUs aus dem stamme erklärt werden, doch lag ruich abfaU 
des h eine Vermischung mit einem anderen worte sehr nahe; vgl. 
lead und load; schon Bosw. führt an lad 1) a load, also für 
hiad last; 2) iter, in dem sinne des aUndl. leyde, water- leyde: 
aqaaedoctas, aqnaginm. 

Lady dame; altengl. ladi, lavedi, leafdi, lefdi, leuedie, laefdi, 
lafdi, Iafdi3, ags. hlädie, hlaefdige; dies soll verküret sein aus 
hlaf?eardige brotwärterin; vgl. loaf, lord; Etm. 495; Dief. 2, 562, 
wo cmch aUn. lavdi angeführt wird, aUschott. lenedi; nach anderen 
sotUe der zweite theil ursprünglich vielmehr sein ags. dige, ent- 
sprechend dem goth. (livi magd, aUslav. djeva mädchen, altn. 
deigja, aUschwd. deghia, schwd. deja: dispensatrix, villica; vgl. 
dairy; I)ief. 2, 710; Grimm Gr. 1», 512; G. d. d. S. 663. Wegen 
lady ob beseichnung der Jungfrau Maria, in Zusammensetzungen 
wie lady-cow, sowie in interjektionen als entstelltes diminutiv 
Ukin, vgl, Wedgwood und Mätzner 1, 471. 

La^ schlaff, träge, zaudern; da es auf den nächstgelegenen 
gebieten an entsprechenden Wörtern ganz fehlt, so muss man wohl 
den Ursprung in der keltischen spräche suchen, wo sich darbieten: 
gadk.kjßmr. Hag: debilis, lauguidas; gadh. lagaich: debilem «sse; 
kpnr. llegn: to lag; s. Wedgwood und Dief. 2, 142; übrigens 



4 Lagoon — Lame. 

vergleiche man wegen lag in anderen bedeutungen, bei Hal. 501 
nicht nur late, last, slow, sondern auch the lowest part und law, 
die neuengl, low und law, die auf aUeren lah und läse beruhen; 
lag-teeth backgahne erklärt Hal. 502: the grinders, so called, 
because the last in growth. 

Lagoon lagune; daneben laguiie; aus fr, lagune, it. sp. laguna, 
lot. laguna, lacuna, welches letztere in der bedeutung lucke auch 
engl, als fremduHMrt erscheint; eu dem lat. lacus see; vgl. lake 1. 

Laic weltlich; fr. lai'que, pr. Isuc, sp. it. laico, pg. leigo, lat. 
laicus, gr. ka'ixog, von kaog volk; s. unter lay 4. 

Lair lager; im wesentlichen dasselbe wie layer, ableitung von 
He liegen; altengl. leir, lair, layer, vgl. Ual. 502 und 509; €igs. 
leger, alts. ahd. legar, nhd. lager, ältn. legr, schwd. läger, dän. 
leir, goth. ligrs, mhd. ndl. leger; s. Grimm (i, (>3; Dief. 2, 139. 

Lake L see; altengl. lake, lak, lac; bereits als ags. lac oder 
lacu, a&er aw(^ fr. lac; do^ /e^^er^e beruht natttrlich wie pr. lac, 
tY. sp. pg. lago au/* dem lat. lacus ^ee; a2$ e&en daher entlehnt 
gdten gewöhnlich auf gennanischem gebiete ndd. lake, ndL laeck, 
lack, lake, lak, ahd. lacha, laccha, mhd. nhd. lache ; vgl. indessen 
Grimm 6, 13, wo gerade die entlehnung abgeunesen und vielmehr 
jsusammenhang angenommen wird mit mhd. lechen, aUn. leka, 
mncU. leken; s. leak. 

Lake 2. lack; s. unter lac; in anderen bedeutungen steht 
es veraltet oder mundartlich für ags. lac jbu lican, engl, like, 
für ags. lac spiel, für engl, leak; s. Hai. 502; auch für lack; 
femer lake : a kind of fine linen ; ags. lakan, ndd. ndl. auch nhd. 
laken, ahd. lahhan, mhd. lachen tuch, decke; vgl. Grimm 6, 80. 

Lamb lamm; altengl. lambe, lamb, lam, lomb, bei Hal. 503 
lame; ags. alts. goth. altn. ahd. mhd. schwd. lamb, in den neueren 
sprachen nhd. ndd. ndl. dän., der ausspräche nach auch engl. 
lam, lamm ; an sicheren vergleichungen auf den verwandten ge- 
bieten scheint es eu fehlen, das finn. lammas gilt €Us entlehnt; 
vergleiche Grimm 6, 83; Gr. 2, 270; 3, 328; G. d. d. S. 24; 
Dief. 2, 126. 

Lame lahm; altengl. lam, lame, lome, ags. laraa, aUs. lamo, 
fries, lom, lam, ndd. ndl. lam, aÜn. lami, schwd. dän. lam, ahd. 
mhd. lam, nhd. lahm; ursprünglich etwa bedeutend an gUedem 
gebrochen; vgl. das altslav. lomiti brechen; Grimm 6, 72; wegen 
lame in anderen bedeutungen bei Hai. 503 vgl. die neuengl. lamb 
und loam. 



Lammas — Lance. 5 

LuUDftS fest am ersten august; aUengl. lammesse, lararaasse, 
ogs. hlammasse, hläfmässe; „literally loaf-mass, or day of thanks- 
giriug for the first fruits of the earth^' Smart; vgl. loaf, mass; 
Booterw. Menol. 30; Grein 2, 80; auffallender weise hat Col. 46 
lammas: lady-mass. 

Lamp lampe; altengl. lampe; wie das mhd, nhd. dän. lampe, 
hokm. lampa ssunächst nach dem romanischen fr. lumpe, pr. it. 
lampa, aus dem nUat. lampada, lot. gr. lampas, kafindg, eu kifucBt^v 
leuchten; vgl. Weigand 2, 8; Grimm C, 88. 

Laspass eine hrankheit der pf erde; Hai. 503: an excrescence 
of flesh abore the teeth in horses, which prevents their eating; 
fr. lampas, it. lampascu; über die verschiedenen versuche, das 
wart mit lamp, fr. lampe jm vermitteln, vgl. Scheler ; Frisch nahm 
es als eine entsteUung von langue bas, weil die thiere bei der 
hrankheit die aunge herauszustecken pflegen. 

Lanpoon Spottgedicht; fr. lampon: chanson ä boire; wahr- 
seheinlich entstanden aus dem imperativ lampons lasst uns zechen, 
von lamper; der weitere Ursprung des Zeitworts ist wohl eher in 
einem nasaUrten stamme von lap zu suchen, vgl. lap, lat. lam- 
bere, mundtnilich deutsch lampen an der mutterbrust trinken; 
Grimm 6, 89 ; ais in lamp lampe, etwa unter bezug auf redens- 
arten wie nhd. auf die lampe gieszen, fr. mettre de Thuile dans 
la lampe ein glas einschenken, trinken. 

LBMfTty neunauge; bei Hai. 503 lampron; schon ags. 
laaiprede: muraena, nach dem spätlat. lampreta; eben daher it. 
lampreda, sp. pg. lamprea, fr. lamproie, ahd. lampreta, lampreda 
«ml umgedeutet lantfrida, lantprida, mhd. lampride, lamprede, 
nkd. lamprete; das lot. lampreta aber gilt als Umstellung von 
Itmpetra steinlecker, weil sich dieser fisch mit dem maule an 
die steine festsaugt, (üso aus lat. lambere lecken und petra fels, 
stein; s. Diez l, 242; danach hiess der fisch dann auch in 
England suckstone, lickstone; Trench E. 123; Wedgwood bringt 
das breL lamprez (welches doch erst aus dem romanischen ent- 
lehnt sein wird) und sagt: „Probably, as Legonidec suggests, 
from lampr: slippery, shining, the skin of the lamprey being 
slimy like an eel.'^ 

Lnee lanze; fr. lance, it. lancia, sp. lanza, pr. lansa, wal. 
lance; danach erst ndl. schwd. lans, dän. landse, lanse, nhd. lanze; 
von dem lat. laiicea, welches nach Varro bei Gellius ein hispani- 
iches, nach anderen ein gallisches oder germanisches wort ist, 



6 Land — Lane. 

dem auch das gr. 3i6yxrj nahe tritt; vgl, darüber Dief. Gr. Ear. 372; 
dcufu dann das Meü%oort it. lanciare, fr. lancer« lai. hei Tertullian 
schon lanceare die lanee schleudern, dann Überhaupt werfen; 
worauf meder beruht das engl, launch in der besonderen be- 
deutung vom Stapel lassen, neben lance werfen, stechen, mit der 
laneette, fr. lancette, engl, lancet, öffnen; vgl. das altfr. lancer, 
lanchier: frapper avec nne lance, darder; neufr. lancer un vaisseau; 
s. Diez 1, 242; Scheler unter lance: Mätzner 1, 222. 

Land land; altengl. ags. land, lond und so in der gleichen 
form laud für alle germanischen sprachen seit dem goth., oder 
doch mü unbedeutend abweichenden nebenformen wie ahd. mhd. 
lant, fries, lond, Ion, lan; das wort scheint dann noch ssu be- 
gegnen auf roman. gebiete it. pr. altsp. landa, fr. lande haide, 
ebene; doch sind diese nicht einmcd entlehnt, sondern weisen nach 
Diez 1, 242 aufkeU. stamme ssurück bret. lann stacheliger Strauch, 
lannoa steppe; vgl. Dief. 2, 126 f.; das german. land könnte nach 
Grimm 6, 90 f., wo es mit dem slav. lad reihe eusammengestelU 
wird, ursprünglich den theil oder die reihe ackerfiächen be- 
ßeichnet haben, die jeder der markgenossen jahrlich eur he- 
bauung angewiesen erhielt Unter den engl, jsusammensetsungen 
mögen nur bemerkt werden landgrave, das wie fr. landgrave 
als fremdwort herübergenommen ist aus nhd. landgraf, ndL land- 
graaf; s. Koch 3^ 153; sodann landscape landschaft, in welchem 
sich, etwa unter einfluss anderer germanischer sprachen, vgl. die 
oftn. landskapr: consuetudo, ahd. lantscap, iBLndscaf gegend, schwd. 
landscap, dän, landskab, ndl. laudschap, nhd. landschaft^ das eur 
ableitungssUbe gewordene zweite wort mehr in seiner ursprüngl. 
form erhalten hcU, während das ältere landskip, bei Hai. 504, 
genau dem ags. landscipe: provincia entspricht; s. Mätzner 1, 488 
und vgl. shape, sowie über ags. -scipe, neben -sceaft, engl, -ship 
bei Grimm Gr. 2, 520; über die geschichte des engl, landscape 
aber Wedgwood und Trench 119. 

Lane gasse; dUengl. laue, lone; n^ich form und begriff ent- 
sprechen genau nur altfrs. lane, lone, ndl. laen, laan aUee, freier 
gang; Wedgwood führt ausserdem noch an ein mundartl. dän* 
laaue, lane: a bare place in a field where the coru has failed; 
lane: an open or bare place; nimmt man daeu die schott. loan, 
loaning: an opening between fields of corn left uncultivated for 
the sake of driving the cattle homewards, so scheint identisch mu 
sein das engl, lawn 1. waldblösse, wofür bei Hai. 508 launde; und 



Lang — Lannard. 7 

dBe weisen wohl wie das fr. lande, oder (heilweise mittels desselben 
auf die unter land erwähnten keU. Wörter hin; Wedgwood hat 
wdsch Uan: a clear place, area; vgl. Mätzner 1, 119; Dief. 2, 126. 

Lang lang ; ältere form von long; als stamm aber entspricht 
laug mehrfach in ableitungen romanischen ausdrücken; s. die 
folgenden werter. 

Langnage spräche; aUengl. fr. langage, pr. lengatge. lenguatge, 
q>. leugnage, pg. lingoage, lingiiagem, it. liuguaggio; mlat. liugua- 
giom, lingagium, laugagium ; Weiterbildung von dem lat. it. lingna, 
pr. sp. leugoa, fr. langae; vgl. das engl, tongue; datfu gehören 
dann ausdrücke wie lauguet, fr. lauguette eungenförmiger 
streifen^ band und andere; s. Hai. 504. 

Langaish matt werden; cUtengl. langaishen, fr. languir, it. 
langaire, UU. languere, langaescere; dcufu languor; bei Hai. 504 
langoure: weakness, faintness, fr. langueur, lot. languor; ebenda 
auch langure als Zeitwort für languish. 

Laniard dünnes tau; auch lanyard geschrieben; bei Hai. 504 
lauier: a thong of leather; auch lanyer, langel, langle und^ etwa 
unter Vermischung mit anderem stamme langet, vgl. language; 
es ist das fr. laniere riemen, welches nach Scheler als ursprüngl. 
one courroie de laine beruht auf lat. lanarius, zu lot. lana, fr. 
laine wiMe, nach anderen wie Frisch auf den lat. liuea linie oder 
liuoni lein; über die endung -ard, die sich aus ar, er entwickelt^ 
vgl. Mätzner 1, 193. 491. 

Lank dünn, schlank, schlaff; bei Hai. 504 lank: lean, mise- 
rable; ags. hlanc dünn, schlank, eigenÜ. gewunden, nach Grein 2, 80 
von einem Zeitwort hliucan, hiencan drehen, wenden; vgl. dazu 
das nhd. schlank in seinem verhältniss zu schlänge, schlingen; 
iibrigens musste sich das engl, lank nach form und begriff leicht 
mischen theils mit dem german. stamme lang, s. long, theils mit 
dem roman. lang in languid schlaff, ^.languish; als mundartl. 
hat Ual. 504 lank: the groin; dies ist das altengl. lauke, lonke, 
altndl. ndd. lanke, ahd. hianca, lanca, auch nhd. lanke seile, weiche; 
8. Br. Wb. 3, 14; Ürirani 3, 1723; 6, 187 und vergleiche flank, 

Lannard mauseadler; gewöhnlich lau n er; vgl. wegen der 
endung laniard; bei Hai. 504 lannard: the lauer hawk. The 
lauier is the male, and the laueret the female; fr. pr. lanier, it. 
laoier, lat. laniarius benannt a laniandis avibus; lat. lauius fleischer, 
henker, neulat. lauius würger, neuntödter, engl, butcher-bird: 
Diez 1, 243. 



8 Lansquenet — Larboard. 

Lansquenet landshnecht; auch lanskenet, fr. lausquenet, it 
lanzichenecco , sp, lasquenete; aus dem deutschen selbst vielfach 
in lanzknecht umgedeuteten landsknecht knecht im dienste des 
landes, dann auch ein von den landsknechten eingeführtes karten- 
spiel; in diesem sinne bei Hai. 503 umgedeutet in lambskinet; 
s. Diez l, 243; Weigand 2, 9; Grimm 6, 173 ff. 191. 

Lantern leuchte^ lederne; altengl, lenterne, lantyrne, lantron; /r. 
lanterue, pr. altsp. pg. it. lauterua, neusp. linterua, ndl, lantaarn, 
lantaren, nhd. laterne, von dem lat. laterna, lauterua, etwa aus 
lampiterua, 0U gr. kdfiJCBtv leuchten, kafinri^Q leuchte. Wedgwood: 
„The spelling of lanthorn, which so long prevailed, was doubt- 
lessly influenced by the use of transparent sheets of horn for the 
sides of the lantern.^^ 

Lap L schoos, eipfd eines Tdeides ; einwickeln; oZ^eti^!. lappe, 
als Zeitwort läppen; ags. altfrs. ahd. lappa, ndd, lappe, nhd. 
läppen, ndl. lap, altn. lappi, schwd. lapp, dän, lap; nehst ent- 
sprechenden Zeitwörtern wie aÜn. lappa, ndl. ndd. läppen; der 
ausdruck scheint ursprünglich ein weiches, schlaff herabhängendes 
stück zeug zu bezeichnen; vgl. die nhd. läpp, laff schlaff und s. 
Grimm 6, 55. 192 ff. 

Lap 2. lecken; altengl. läppen, lappin, lapien, bei Bosw. ags. 
lapiau, lappian, ahd. laffan, mhd. nhd. laffen, ndd. ndl. läppen, 
lapen, altn. lepja, schwd. läppja, dän. labe; dem german. gebiete 
erst entlehnt mundartl. it. lappare, fr. laper, pr. lepar, cat. Hepar; 
urverwandt mit dem gr. kantuvy lot. lambere, kymr. Ilepio; vgl. 
Diez 1, 243; Grimm 6, 57; Dief. 2, 124; Curtius No. 536 »»; auch 
wegen der in den ausdrücken waltenden lautnachahmung , sowie 
des wahrscheinlichen Zusammenhangs mit lap 1., lip und lick. 

Lapwing kibitz; „the name is derived from the sound which 
the wings make in flight'' Chambers's End. 6, 38; doch werden 
als ältere formen angeführt bei Bosw. ags. hleaf-winge und 
hleap-vrince, wonach der erste theil vielmehr auf dem ags. hlifian 
sich erheben oder hleäpan springen, laufen, ^. leap, beruhen würde. 

Larboard Unke seile des schiff s; das wort soll entstellt sein 
aus lower board; Wedgwood: „Du. laager, 0. E. leer, left, Du. 
laager hand the left baud from laager, lower, on the same prin- 
ciple on which the right hand is in Dan. hoire hand, the upper 
or higher hand;'* man führt als analogic den fr. namen babord 
an, der aus bas-bord entstanden sei, allein er beruht vielmehr 
nach Diez 2, 214 auf ndl. bak-boord, ags. bäcbord, ndd. back- 



Larceny ~ Lash. 9 

bord ruekenbordy weil der Steuermann bei der führung des ruders 
der Ufkken seite den rücken zukehrt ; über verschiedene ältere be- 
eeiehnungen der linken seite, die dem lar ffu gründe liegen könnten, 
vgl. Grimm G. d. d. S. 991 ; Dief. 2, 129. 564. Eine ganz andere, 
dotk wenig glaubliche, erkiärung findet sich bei Chambers's 
EncL (5, 39, wonach auszugehen wäre von den it. quello bordo, 
questo bordo, welche zu lo bord und sto bord verkürzt und 
endlich in larboard und starboard entstellt und umgedeutet seien. 

Ltreeny diebstahl; verkürzte und mehr angeeignete form des 
auch vorkommenden latrociny, lat. latrocinium räuberei, zu latro 
fäififr; altfr. lairechin, larencin, neufr. larcin, pr. laironici. sp. 
lafcrocinio, ladronicip; it. latrocinio, ladroneccio. 

Lareh lerchcnbaum ; it. larice, fr. (bei Cotgrave, D uez) larege, 
lareze, sp. larice, alerce, nhd. lärche, lerche, mhd. lerchboum, 
brche, ndl. lorkenboom, schwd. lärketräd, dän. lärketrä; aus 
dem lot. larix, laricis, gr. Aa^tl; vgl. Dief Or. Eur. 37n f. 

Lard speck; fr. lard, pr. larfc, lar, it. sp. lardo, vom lat. 
laridnm, larduni; dazu lard spicken, fr. larder, pr. sp. lardar, 
pg. sp. lardear, it. lardare; femer schon altengl. larder speise^ 
hammer, altfr. lardier. 

Lark lerche; altengl. larke, laverke, laverock, s. Hai. 508; 
ags, läverce, ndd. lewerke, liirk, ndl. lewerik und an leeuw lowe 
angelehnt leeuwrik, leeuwerike, leeuwerk, neufrs. liurke, schwd. 
larka, dän. lärke, ahd, lerichä, lerahha, mhd. lewerch, nhd. lerche 
nebst manchen entstellten und umgedeuteten mundartl. formen 
wie löweneckerche; nach Weigand 2, 39 t^ das -ahhä des ahd. 
namens, nhd. -che ableitungsendung , der stamm lewar, leiwar 
ober dunkel; aus einem alten laiswahhä furchenwacherin, wie 
Wackemagel meinte, sei es nicht hervorgegangen; über einen 
mögliehen Zusammenhang mit dem wie es scheint aus dem keU. 
stammenden lat. alauda, wovon dann it. allodola, lodola, altfr. 
aloe, neufr. alonette, vgl. Dief. Or. Eur. 220; Diez 1, 15. 

LanUB lärm, geräusch; verkürzt atis alarum; s. alarm und 
f^. das auf demselben gründe beruhende nhd. lärm. 

Lash schmitze, peitschen, schlagen, festbinden; bei Hai. 50G 
OMck a leash, a snare, soft, watery, insipid; in dem worte 
uikeinen ursprüngl. ganz verschiedene stamme sich so vermischt 
tu haben, dass bei der engen berührung von form und bedeutung 
eine Scheidung kaum mehr möglich ist; man erwäge mhd. nhd. 
lasche angesetzter streifen, lederstück, laschen derb ausprügeln. 



10 Lm8 — Latch. 

gleichsam hauen, doss die feteen fliegen; so aUengl. lashen, laschiii 
hauen, prügeln; aÜn. laski spitzes zeugstück , laska eerreissen, 
beschädigen, schwd. laska; ndd. laske; s. Weigand 2, 12; Br. Wb. 
3, 16; andrerseits treten hinzu die roman. auf lat. laquens be- 
ruhenden Wörter, s. lace; bei Hal. 506 las und lash: a snare; 
ferner verschiedene auf lat. laxus zurückzuführende ausdrücke 
fr. lache; s. laches; vgl. bei Hai. 506 lash: soft; lask: a diar- 
rhoea; auch lasche eine art leder; s. das sp. lasca lederstreif bei 
Diez 2, 146; vgl. auch latch. 

Lass mädchen; altengl lasse, lasce; s. weiter unter lad. 

Lasso wurfschlinge, lasse; sp. lazo; s. lace. 

Last 1. letzt; altengl. last, latst, neben lateinest, <ms. latost 
als adverbium, sonst lätemest; nhd. letzt, ndd. lest Br. Wb. 3, 56; 
s. Mätzuer 1, 292 und late. 

Last 2. last; aUengl. last, lest, <ms. bläst, aUfrs. blest, ahd. 
blast, mhd. nhd. last; auch schwd. dän. ndl last und ins roman. 
gedrungen it. lasto, sp. lastre, fr. laste und lest in den bedeutungen 
von last, bestimmtes gewicht, baUast; zu dem Zeitwort ags. alts, 
ahd. hiadan laden, beladen; vgl. lade, load; Weigaod 2, 13; 
Grimm 6, 243; Gr. 2, 198 f.; Diez 1, 244. 

Last 3. der leisten; dauern; altengl. last, laest, lest; ags. 
last spur, goth. laists, ahd. leist, mhd. nhd. leist, leisten, altn. 
leystr, schwd. dän. last, ndl. leest; die ursprüngl. bedeutung von 
spur, der man folgt, ist geworden zu der einer form, nach der 
man sich richtet und besonders verengert zu dem begriffe einer 
hölzernen muster form, worüber der Schuhmacher arbeitet; als 
Zeitwort ist es aUengl. lasten, lesteu, lestin, laesten, i^s. laestan, 
aUs. lestian, goth. luistjan , altfrs. lesta, lästa , ndd. ndl. leesten, 
ahd. mhd. nhd. leisten mit der freilich nur bei vergleichung der 
bedeutungen in den verschiedenen sprachen erkennbaren begriffe^ 
entwicUung: in die spur treten, verfolgen, erreichen, at^sharren, 
dauern, bleiben^ leisten; vgl. Weigand 2, 37; Dief. 2, 125 f.; 
auch HaL 506; Col. 46; Arcb. 27, 406 und Wedgwood. Das mund- 
artliche last: the groin bei Hal. 506 entspricht genau unserem 
nhd. leiste schambug, das Weigand 2, 36 auf ein altes laisus, 
lesus schoos zurückführen möchte. 

Latch drücker, klinke, zuschUessen ; aUengl. laccbe, latcbe, 
lahcbe; daneben aber als Zeitwort latch fangen, auffangen, altengl. 
lacchen ; dies letztere beruht sicher auf ags. läccan, leccan fassen^ 
greifen ; daraus könnte auch das hauptwort hervorgegangen sein ; 



Late — Lathe. 11 

vgl unsere nhd. drücker, griff; doch lässt sieh nicht in abrede 
sMen^ dass sich in latch, latchet der raman. stamm von lace 
iMJ^ hineinmischte; vgl. bei Hai. 506 latch für las, lace; überhaupt 
aber Trench 120; Hal. 501. 506; sowie lash. 

Late spät; aUengl. late, lete, lat, ags. lät; vgl. wegen der 
Steigerungsformen engl, latter, later und latest, last bei Mätzner 

1, 292; aits. lat, altn. latr, goth. lats träge, ^ ndd. ndl. lat, laat, 
sckwd. laty dän. lad, ahd. mhd. laz, nhd. lasz in den bedeutungen 
träge, langsam, spät; vgl. Weigand 2, 14. 42; Grimm Gr. 2. 75; 
3, 621; im allgemeinen, auch wegen möglicher Verwandtschaft 
mU let, Dief. 2, 129. 

Lith 1. latte; altengl. laththe, latthe, latte, bei Hai. 506 lat, 
latt, ags. lätta, bei Bosw. latta: asseres, ndl. latte. dhd. latta, 
mhd. nhd. latte ; auf roman. gebiete it. latta, sp. pr. lata, fr. latte 
flache hölzerne Stange, stück blech; aufkeU. gebiete wird angeführt 
llath: a yard, or measure of three feet; verhältniss und letzter 
Ursprung der Wörter ist unklar; vgl. Mätzner 1, 143; Weigand 

2, 15; Diez 1, 245; Grimm 6, 279. 

Ltth 2. distrikt; bei Hai. 507 lathe: a great part or division 
of a connty ; bei Bosw. ags. lad: lathe, district or division peculiar 
to Kent; vgl. Schmid G. d. A. 621; Mätzner 1, 205; wegen lath 
in anderen veralteten bedeutungen vgl. loath, lathe, auch lade, 
indem mit dem schwinden der quantitätsunterschiede und der 
endungen verschiedene stamme in derselben form zt^sammenfielen; 
$. Hai. 507 unter lath, lathe; 530 tm^er Jothe. 

Lathe drechselbank; das. wort bezeichnete ursprünglich wohl 
ein gesteU, einen gezimmerten behalt er; mundartlich und altengl. 
lathe Scheune, altn. hlada Scheune, dän. lade Scheune, kästen, 
mhd. nhd. lade kiste, kosten, nhd. laden bude, verkqufsort; vgl 
besonders auch wegen der begriffsentwicklung im nhd. und Ver- 
engerung der bedeutung wie in lade weberiade, bei Grimm 6, 36 ff. ; 
das wort gehört zu dem Zeitwort ahd. hiadan, engl, lade, load, 
etwa in der ersten allgemeineren bedeutung bauen, außauen, 
oder so dass der grundbegriff der des lastenden , überdeckenden 
war; vgi. Dief. 2, 557; Weigand 2, 4: „übrigens stimmen buch- 
äabUch mit jenem altn. Substantiv hlada der latUverschiebung 
gemäss russ. koloda, altslav. klada todtenlade, sarg, wozu auch 
ausgehöhlte baumstämme dienten ;^^ über lathe in anderen bedeu- 
imngen vf^ Hai. 507 und s. unter lath und loath. 



12 Lather — Laugh. 

Lither schäum f schäumen, einseifen; als ckgs. begegnet hei 
Etm. 158 f. leador: nitrnm, leador-vyrt: nitram, sapo; ledrian: 
sapone oblinere, ungaere, aUnordUi. ledra bei Bouterwek Ev. 355 
als synonym von smiria; sollte damit sfusammen gehören leather 
leder, als das durch einölen gegerbte feil? Bei Hai. 530 findet 
sich ein mundartliches lother : to splash in water und Wedgwood 
fahrt daeu unter anderen an altn. lödra schäumen, lodr meeres- 
schäum, sap-löder Seifenschaum ; die grundbedeutung könnte auch 
das leichte hin- und herbewegen sein; vgl. unser nhd. lodern von 
der flamme und das altn. Lodr als name der gottheit des lodernden 
feuers; vgl. Wedgwood und Weigand 2, 58. 

Lltimer dolmetscher; das veraltete wort begegnet auch in den 
formen latiner, latyner; altfr. latinier, mlat. latinarins eigentlich 
ein lateiner, einer der latein spricht, „Latin having been formerly 
applied to language in general'' Hal. 507. 

Latten messing; aUengl. latyn, laton, latun, latoun; /?.Hal.507; 
(dtfr. laton, leton, neufr. laiton, ^p. laton, alaton, it. ottone, mund- 
artlich lotone, loton^ so doss das 1 als missverstandener artikel 
abgefallen scheint; mUU. lata, ndl. latoen; nach Diez 1, 298 muth- 
masslich vom it. latta weisses blech, also eigentl. platte, UUte, vgl. 
das sp. plata, welches erst platte bezeichnend, dann das bestimmte 
metaü silber bedeutet ; Scheler dagegen möchte das it. lotone auf 
das deutsche loth blei zurückführen ; vgl. die engl. I u t h 1 . und load 1 . 

h%\itT letztere, spätere; tütengl. latere, latre; neben later zu 
late; vgl. last 1. und Mätzner 1, 292. 

Lattice guter; altengl.hXti^, lattijs, lattise, lattesse; /r. lattis 
lattenwerk, zu fr. latte latte; s. lath 1. 

Laugh lachen; altengh laughen, laghen, lahhen, lehsen, lihsen, 
ags. hlehhen, hlihhen, hlyhhen ; vgl. über die älteren, auch noch 
starken formen Mätzner 1, 397 ; goth. hlahjan, alts, hlahan, altn. 
hlaeja, ahd. hlahhan, mhd. nhd. lachen, ctUfrs. hlakia, ndl. lagcheu, 
lachen, schwd. le, dän. lee; s. Grimm 6, 17; Dief. 2, 556; Bopp 
V. Gr. I, 231; doch sind unsicher die bezüge zu den ausdrücken 
urverwandter sprachen wie gr. ytkäv, oder litth. klega, gr. 
xayxaXäVy wiyxi%uv lernt lachen, skr. khakkh, oder gr. x^ixetv, 
skr. kark lachen. Dazu laughter gelächter; altengl. laughter, 
laghtur, leihter^ lehter, laghter, ags. hleahtor, ahd. hlahtar, altn. 
hlätr, nhd. ge-lächter; vgl. wegen des darin enthaltenen uralten 
bildungssuffixes tra, gr. xqo, UU. tro bei Bopp V. Gr. 3, 200; 
Schleicher 2, 344. 



Lamioh — Lawn 2. 18 

Laueh vom stapel Itissen, entsenden; auch lanch geschrieben; 
aUfr. lanchier, neufr. lancer; s. dcts weitere unter lance. 

LiUdress wäscheHn; aUengl. lavandre, lavendere, lauudre, 
launder, /r. lavandiere, £fu fr. layer, lot. lavare waschen^ vgl. lave; 
„neiefi dem femininum launder hat sich mit der endung -ess ein 
neues femininum laundress gebildet ^ welches die veranlassung gum 
maskulin launderer geworden isP* Matzuer 1, 266; bei Ducange 
mlai. lavandarius, lavandaria; vgl. Koch 3^ 65. 

Lay« waschen^ baden ; altengl. laven, fr. laver, pr. sp. lavar, 
Ü. lot. lavare, verwandt auch mit dem gr. Xovblv. MundarÜich 
und veraltet beruht lave in anderen bedeutungen noch auf ver- 
i^iedenem gründe; so ist lave: the rest, the remainder bei Hal. 
508 das altengl. lave, ags. laf, altfrs. lava, aUs. leva, aUn. leif, 
gdk. leiba, ahd. leiba 0U dem stamme des seitworts nhd. bleiben; 
s. das engt leave 2. lassen; in lave: to throw up or out, to lade 
scheint enthalten su sein das fr. lever, pr. pg. <dtsp. levar, neusp. 
Uevar, it. lat levare, jfu IcU. levis leicht; vgl. leave 3. 

Layender lavendei; mlat. lavendula, lavandula, su lavare 
waschen, 5. lave; fr. lavande, it. lavando, lavendola, sp. lavandula, 
nkd. lavendei; das wohlriechende kraut soll seinen namen daher 
kabeuy weil es zum waschen des korpers gebraucht wird, wie denn 
il.lavauda auch Waschung bedeutet; vgl. Diez 1, 245 und launder; 
über den Wechsel des 1 und r im engl. Mätzner 1, 135. 

Layish vergeuden , verschwenderisch; bei Hai. 508 lavas: 
lavish; lave: to pour; lavy: lavish, liberal; also ursprünglich von 
dem reichlichen ausgiessen; vgl. die fr. laver waschen; alt fr. 
lavace, lavasse wasche, wasserfluth; vgl. Wedgwood wegen einiger 
analogien für die begriffsentwicklung; die form beruht wohl ssu- 
nächst auf lavasse mit anlehnung an die vielverwendete bUdungs- 
täbe ish. 

Law gesetz; altengl. lawe, laue, lauh, laghe, läse, ags. lagn, 
lig, Iah, aUn. sehwd. lag, altdän. logh, neudän. lov. ndl. lau we, 
loa we gesetz; altfrs. laga festsetzen, ndl. louwen bestrafen; vgl. 
das goth. bilageins Satzung; zu dem stamme von lie liegen, lay 
legen; also ursprünglich das niedergelegte, das festges^zte , das 
Statut ; vgl Dief. 2, 139 ff. 

LaWB L waldblösse; altengl. laund, lande; vgl. Hai. 508; 
hifmr. lawnd, lawut armor, lann, fr. lande; s. weiter unter laud. 

LawB 2. Schleierleinwand; es gilt als zusammengezogen aus 
dem gleiehbedeutenden fr. linon, welches auf lat. linum, fr. lin 



14 Lay 1- — Lazy. 

beruht; die immerhin etwas auffallende engl, farm erklärt sich 
vielleicht durch anlehnung an lot. lana woUe oder an den fr. arts- 
namen Laon. 

Lay 1. lag; die Vergangenheit von lie liegen; aUengL lay, 
lai, lei, ags. lag, goth. nhd. lag; vgl. lie 1, lay 2. und Mätzuer 
l, 205. 393. 

Lay 2. legen; altengl. leyen, leien, leggen^ ags. lecgan, goth. 
lagjan, alts, leggian, dUfrs. lega, leia, ledsa, fhdd. ndl. leggen, aUn. 
leggia, schwd. lägga, dän. lägge, ahd. leggen, mhd. hhd. legen; 
es ist das aus dem stamm des praeteritum^ s. lay 1., gebildete 
schwache transitive seitwort von dem starken intransitiven lie 
liegen; vgl. Dief. 2, 139.; genau dagu gehören natürlich die sub- 
stantive lay läge, layer, lair, law. 

Lay 3. lied; aUfr. lai, lais, pr. lais, lay, it. ais plur. lai; 
dieses romanische wort aber wird am wahrscheinlichsten nicht 
von dem aUn. lag, gesetz, noch von dem aUn. leikr spiel, ahd. 
leih, mhd. leich gesang , sondern aus dem hell, abgeleitet hymr. 
Hais stimme, schall, lärm; Diez 2, 355; vgl. über möglichen weiteren 
Zusammenhang mit dem gadhel. laoidh gedieht, lied, mit dem 
goth. liu|)on singen, spielen und dem ags. leod, rihd. lied bei 
Wedgwood und Dief. 2, 148; Or. Ear. 305. 

Lay 4. weltlich, laienhaft; dazu layman, laic, laity; fr. lai, 
laique, nhd. laie; von dem lot. laicDS, gr. XaXnos, zu Xaog volk 
im gegensatze zu xXijQiTiog; s. laie und clcrk. 

Lay 5. f euer flamme; cdtengl. ley, lighe, leise, lese, ags. leg, 
I^g, lig, ahd. loug, nhd. lohe; vgl. low 2.; noch manche andere 
veraltete und mundartliche bedeutungen, s. Ual. 509, verlangen 
€mch noch andere erklärung; vgl. lea und law. 

Lazaret hrankenhaus; daneben lazaretto; auch nhd. lazaret; 
fr. lazaret, it. lazzaretio, sp. lazareto; nach dem Lazarus, hebr. 
Eleasar (Goithelf) der heiligen geschichte Luc. lö, der später als 
Schutzheiliger der kranken, insbesondere der aussätzigen gaU; 
daher lazar: a leper bei Hal. 509; bei Levins lazar, lazer, nebst 
lazarouse aussätzig und iazary ausscUz. 

Laiy träge; altengl. lasie, laesie; bei Ual. 506 lass: lazy; 
5<>9 laze: to be lazy; so nahe auf den ersten blick zu treten 
scheinen die nhd. läszig, lasz, so können sie doch kaum etwas 
gemein haben, man müsste denn eine späte enUehnung des engl. 
Wortes aus dem nhd. annehmen wollen; vgl. late und Grimm 6, 
214. 215; genauer entspricht das ndd. losig, lesig im Br. Wb. 3, 88, 



Lea — Lead 8. 15 

so dass wetter etwa loose oder less ßu vergleichen wäre; 
ßmdererseäs muss an das fr. las, lot. lassus erinnert werden^ 
woraus engl, lass und als Weiterbildung lazy entstehen konnte. 

Lea wiesenland, eingehegtes feld; vgl. Hai. 509. 517 unter 
hy, lea und ley; cdtengL lei, lai, leise; vgk schott. lea: not plowed, 
oUengL lese; man kann darin wiederfinden das besonders in 
susammengesetssten Ortsnamen häufig vorkommende ags. leäh, \e& 
fddj haiuj Sumpfwiese und dieses zusammenstellen mit den nhd. 
lohe, loh, vgl. Weigaud 2, 60; Leo Rect. 86, wenn nicht weiter 
nach Rapp No. 411 lank hain, wiese, sumpf mit UU. Incns 
hain; slav. longa hain, log wiese, slav. lonka, Utt. lanka 
sumpf; andererseits wird als norm. fr. lea, ley Weideland an- 
geführt und mit dem altfr. lay, le breite, breit, weit aus dem 
lot. latus erklärt. 

Leaeh laugen, lauge; aÜengl. leaghe, ags. leih; s. das weitere 
mUer der Oblicheren scheideform lie 3. Wenn loach in der be- 
deuiung zerlegen begegnet, vgl. bei Hai. 511 leehyde: cnt into 
slices und leches: slices als ausdruck der kochkunst, so liegt da 
offenbar gu gründe das fr. leche feine schnitte von etwas, it. 
lisca, piem. lesca, cal. Uesca, neupr. lisco, lesco; cal. Uescar in 
feine schnittchen sertheäen; diese nimmt Diez 1, 251 als wesent- 
Uch gleich mit it. lisca halm, gräte, piem. lesca, maü. lisca, fr. 
laiche riedgras; ahd. lisca farrenkraut, ried, ndl. li^ch; auch 
nkd. lisch, liesch als name von Sumpfpflanzen mit schmälen, 
schwertförmigen blättern; Weigand 2. 50. Uebrigens vgl. wegen 
leach in anderen bedeutungen bei Ual. 509 unter anderen auch 
leash und leech. 

Leid L Met; aUengl. led, leed, laed, Icod, lead, leade, ags. 
lead; aUfrs. lad bestimmtes gewicht, isl. I6d, schwd. dän. lod, 
mki. lot, nhd. loth, ndl. lood, mlat. lotnm in den bedeutungen: 
Uei, hleigewicht, Senkblei; der weitere Ursprung ist dunkel; s. 
Weigand 2, 67. 

Leid 2. fahren, leiten; altengl. leden, leaden, laeden, <ms. laedan ; 
9ji.aber die engl, und altengl. formen bei Mätzner 1, 369 ; altfrs. leda, 
oUs. ledian, ndd. ndl. leiden, aUn. leida, schwd. leda, dän. lede, cthd. 
IHUn, mhd. nhd. leiten; eigentlich gehen machen als abgeleitetes 
teksoaehes faktitiv von dem starken goth. lei^an, ags. lidan, alts. 
lidhan, ahd. lidan gehen, mhd. liden, nhd. leiden erdulden, über 
sieh ergehen lassen; Urinim No. 164; vgl. Dief. 2, 131; Weigand 
2,32. 37; Etm. 190 und die engl, load 2. und loath. 



16 / Leaf — Leak. 

Leaf hlait; altengl. leaf, lef, leaf, ctgs. leaf, goOi. laubs, aUfrs. 
laf, dUs. ndd. lof, ndl. loof, altn. lauf, schwd. lof, ään. löv, o^ 
laub, loup, mhd. lonp, n&d. laub in den bedeutungen blathoerk 
und wie besonders engl, leaf, schwd. löf blcM; aus den urverwandten 
sprachen wird verglichen litth. lapas blatt; weitere , doch sehr 
unsichere vermuthungen über den stamm und seinen grundbegriff 
vgl. bei Griram Gr. 2, 49; 3, 411; Etm. 317; Schweuck 359: ,^ 
blatt wird mit laub wahrscheinlich als eine dünne schale be- 
geichnety gr. ki^og schäle , Uxblv schalen;'' s. im allgemeinen 
Diet 2, 128; Grimm G, 287. 

League 1. meile; aUengl. leage, altfr. legue, liue, neufr. lieoe, 
it.pr. lega, pr.sp. legua, pg. legoa; mlai. lewa, lewia, lega, leuga, 
leuca; Isidor. „meusuras viarum nos milliaria dicimus, Galli leucas;^' 
Hesych. ktvyri (UtQov Fakataigy die ursprüngliche keÜ. wureel 
aufßufinden ist aber nicht leicht, da die heutigen Wörter bret. 
lev, leo, gael. leig erst wieder dem romanischen und englischen 
entlehnt erscheinen; vgl. Diez 1, 24(3 und besonders Dief. ür. Eur. 
374; nach Mahn läge zu gründe das ir. leac, gael. leac, leachd, 
welsch llech stein, Steinplatte; s. cromlech. 

League 2. bündniss; fr. ligue, it. lega, sp. mlat. liga, jsu dem 
lat. ligare binden, verbinden. 

Leaguer L verbündeter; ableitung von league 2., une fr. 
ligueur von ligue. 

Leagner 2. lager; bei Hai. 510 leaguer: a camp; vgl. be- 
leaguer; genau entsprechend den ndl. leger, belegeren, nhd. 
lager, belagern, älter nhd. belagern, belegern ; mhd. schwd. auch 
ags. leger; nur beruht das engl, leaguer zunächst nicht auf dem 
ags. Worte, at^s dem altengl. leir, neuengl. lair und layer un^rde, 
sondern auf den deutschen oder ndl. attsdrücken; vgl. Grimm 1, 
1442; 6, ()3; Weigand 2, G; Dief. 2, 139 «F., sowie als Stamm- 
wörter lie 1. und lay 1. 2.; wegen der begriffsentwicJUung 
auch siege. 

Leak leck, lecken; bei Uäl. 510 leak: a gutter; mingere; 
tap a barrel of beer; ein ags. blece: leaky bei Bosw. ist mehr 
als zweifelhaft; als nomen entsprechen ndl. leck, lek, ndd. leck, 
nhd. lech, leck, aÜn. lekr, schwd. lack, dän. läk; (Us Zeitwort 
ndl. lecken, ndd. nhd. lecken, nhd. lechen, altn. leka, schwd. laka, 
dän. läkke; verwandt damit ags. leccan bewässern, benetzen; das 
zu gründe liegende starke verbum erscheint in dem altn. leka 
tröpfeln, ritzen habend rinnen, mhd. lechen vor trockenheit ritzen 



Leal — Lean 2. 17 

hdiommenf womu lautverschoben stimmen litth. l&szas tropfen, 
hs%eti Propfdn, leek sein; vgL Br. Wb. 3, 50; Lexer 1, 1849; 
Weigand 2, 24 f.; Grimm Gr. 2, 27 No. 300; im ags. akd. zeigen 
sieh nwr die abgdeiteten schwachen seitwörter leccao, leccban 
bewässern und auf den späteren stufen wie nhd. ndl. mischen 
sich beide untereinander, sowie mit dem ursprüngl. unverwandten 
lecken:, lambere; vgl. lick. Uebrigens steht aUengl. leak (Much 
fur das neuengl. leek kmeh, etwa auch neben lejk, lake, laik, 
lak gleich dem ags. läc ^?iel, gäbe, goth. laiks tanz und spiel, 
goth. laikan hüpfen, springen, ags. läcan, aUn. leika; vgl. Dief. 
2, 124 und die verschiedenen nhd. lecken bei Weigand 2, 25. 

LmI getreu, fromm; aUfr. leal; s. das weitere unter loyal. 

LeiM L bUts, flamme; bei Hai. 513 lerne: brightness, light, 
flame, aUengL leme, leem, leom, leome, ags. leoina, alts. Homo, 
aUn. liomi; wohl ßu dem stamme von light; vgl. Ktm. 177; 
Dief. 2, 147; Grimm Gr. 2, 50, wo No. 538 ein gOth. liuhan 
leuchten amgeselgt wird; cds seitwort oUengL lemen, leoinien, ags. 
leomian scheinen, woher vielleicht transitiv und in bildlicher be- 
ieutung das mundartliche leani: to te.ch bei Hai. 510. 

LeiM 2. leine fOr Jagdhunde; bei Hai. 535 lyam; leamer 
Spürhund; aUfr. liemier, loiemier leithund, neufr. limier, pr. 
liamer, liamier, vom aUfr. loien, neufr. lien^ pr. liam, pg. ligame, 
iL legame, laL ligamen feßsei, dem eigenU. ausdruck für das 
seü, womit man den hund anlegte; s. Diez 2, 360. 

liCÜl L mager, hager; aUengl. leane, lene, leene, laene, ags. 
laane, hlaene dünn, gering, schwach, mager, mhd. lin, aUs. lehni, 
nid. leen, löne; s. Lexer 1, 1923; Br. Wb. 3, 53; das wort steUt 
sieh nach Dietrich in Haapt's Zeitschr. 1 1 , 438 su dem durch 
Oft. hlinian: dinare geforderten starken hlinan, prater, hlan; 
vgL lean 2.; nach Grein 2, 163 würde es etwa su skr. kliv ohn- 
mächtig sein gehSren; Wedgwood verbindet es mit lean 2. durch 
feigende begriffsentwicklung : ^the radical signification seems to 
be what leans from the want of sufficient substance to keep it 
upright, hence feeble, thin, spare in flesh.*' 

Leu 2. lehnen; aUengl. linen, lenen, leinin, leonien, lenien, 
ngs. hleonian, hlinian, hlionian, alts, hlinon, ndl. lenen, leinen, 
leynea, lennen, ndd. laenen, dUn. hleinir er strebt nach etwas, 
sdmd. Üua, dän. läne, ahd. hlinen, linen, mkd. lenen, nhd. 
leinen, lehnen; entsprechend dem lot. clinare, gr. uUvsw neigen, 
dav. kloniti; vgl. Etm. 495 unter dem angenommenen wurael- 

MaiUr, Btja.Wdrtarb. IL 1. Aofl. 2 



18 Leap — Lease d. 

verbum hlinan: incurvari : Grimm 6. d. d. 8. 401 ; Diet 2, 560 unter 
goth. hlains hugd; Gurtius No. 60; Weigand 2, 28 und lean I. 

Leap springen; aUengl. leapen, lepen, leepen, laepen, Iheapen, 
ags. hieäpau springen, laufen; vgl. über die aUengl. und ags. 
formen des ehemals starken Zeitworts Mätzner 1, 871: goth, 
hlanpan, aUfrs. hläpa, äUs. fries, hlöpan, loupan, ndd, ndl. löpen, 
altn. hlanpa, sehwd. I5pa, dän. lobe, ahd. hloufan, mM^ lonfen, 
fihd. laufen ; als urverwandt gelten Utth. klnmpu, klnpti stcipem, 
gr. XQttbXvog, TiaQxaltnog reissend schneü, xakxtj trab, lat, car- 
penium wagen; s. Grimm 6, 314; Dief. 2, 562; Gnrtins No. 41. 

Leap - year schal^ahr ; dUengl. lep - 3ere ; aUn. hlaup - ar ; 
Wedgwood: „the intercalary year which leaps forward one day 
in the month of February ; the Dutch schrikkel-jaar lias a similar 
meaning from schrikken: to spring." 

Learn lernen, lehren; aUengl. lernen, lurnen, leomen, ags. 
leomian, liomian, altfrs. lirna, lema, aUs. linön, s. Grimm Gr. 
P, 242, ahd. nihd. Urnen, lernen, nhd. lernen; daneben aUengl. 
lere, lear, schott. lare lehren, lernen, vgl. Hal. 510. 514; ags. 
laeran, altn. laera, schwd. lara, dän. lare, ahd. l^rran, iSran, mhd, 
leren, nhd. lehren; su dem goth, lais ieh weiss, laisjan lehren; 
das stammeeitwort ufäre goth. leisan, ags. lisan einer spur folgen ; 
vgl die goth. laijts, i^s. last, engl, last 3.; wegen des begriffs- 
Oberganges vgl. auch nhd. lerpen mundartl. im sinne von lehren, 
fr. apprendre, netyr. (utt^alvm lernen und lehren; s. Etm. 188 ff.; 
Dief. 2, 135 f.; Curtius No. 538 gr. Xiysi^v, goth. lisan und vgL lore^ 

Lease L lesen, besonders ahren lesen; aUengl. lesen, ags. aUa^ 
oAd. lesen, goth. lisan, mhd. nhd. lesen, ndl. lezen, dUn. dUfrs. 
lesa, schwd. läsa, dän. läse in den bedeutungen der UU. legere, 
colligere; vgl. Weigand 2, 41; Dief. 2, 150 f.; die in den urver* 
wandten sprachen wie im Utth. und slav. entsprechenden Wörter 
scheinen erst enÜehnt eu sein; über einen möglicher weise statt- 
findenden Zusammenhang mit dem goth. lais ich weiss, «. learn, 
andererseits mit dem lot. legere, gr. XiyBw vgl. Rapp No. 187 
lak 2. lesen, reden. 

Lease 2. verpachten, pacht; a2</r. laisier, laissier, leisseir, lesser, 
neufr. laisser lassen, Oberlassen; pr. laissar, it. lasciare, lassare, altsp. 
J9^.1exar, leixar, von dem lo^.laxare losslassen; vgl. laches und Diez 
1 , 243 ; hierher die engl, lessee , lesser ; vgl. über die begri/fsent- 
Wicklung, sowie wegen mancher berührung auch der formen die nhd. 
laszen, laszgut (engl let) und Scheler unter laisser. 



Lease 8. — Leather. 19 

Lei86 3. lüge; bei Hal. 515 lese: lie, falsehood; besonders in 
der weüerbUdung leasing, aUengl. lesing, lesynge, leesinge, ctgs. 
leisnng tüge, Verleumdung; vgl Schmid G. d. A. 623; mu dem ags. 
leasjan, leas, goth. laus hSj leer^ nichtig; vgl. auch wegen der 
begriff sewtwicÜung : hSj lose, leer, eitel, falsch die engl, lose, 
loose, die aUeitungssübe less 2.; Etm. 180; Dief. 2, 149 und 
Wedgwood. 

Lease 4. weidetand, wiese; s. Hai. 510; aUengl. lese, leswe, 
leeewe, €igs. lesa, läsu (lasey, lesv, las): pascuum, pastura, was 
bei Etm. 159 £U lesan, s. le^^e 1., gestellt wird. 

Leash kqppelschnur; aUengl lese, lees, leese, aUfr. lesse, lesche, 
neufr. laisse, it. lascio, ndL letse; die raman. Wörter scheinen 
auf dem lat. laxns losCf laxare loslassen ßu beruhen; Diez 2, 356: 
f^ßUis hoppdseü ist kein straff angezogenes, es ist ein loslassendes, 
etwa wie ahd. laz schwungriemen des wurfspiesses, von läzan, 
ei gentli ch etwas sum loslassen oder scJUeudern bestimmtes ist; 
vgL laxaoiiua: habenae Gloss. Isid.;'^ s. auch Scheler und Wedg- 
wood, der den ausdruck auf lot. laqueus strick xurückfuhren wiü, 
wnU dessen ableitungen er nach form und bedeutung allerdings 
sieh nahe berühren musste; vgl. lash, wegen des auslautenden sh 
much cash und Mäizner 1, 147. 

Least kleinste, geringste; aUengl laest, lest, leest, <ms. laesta, 
laest, laesest, altfrs. leista: minimas; s. das weitere unter dem 
kaw^parativ less 1.; Mätzner 1, 293; Grimm Gr. 3, 611; Dief. 
2, 128 f. 

Leat mOhlgraben; Hai. 510 leat: an artificial brook; properly 
one to convey water to or from a mill ; mit recht scheint Wedg- 
wood das wort auf ags. laedan, engl lead, nhd. leiten auruck- 
Muführen; vgl die mundartl und veralteten lade, lode, ags. lad 
weg, leitung und wegen des t statt d etwa Mätzner 1, 140. 

Leatker leder; altengl lether, leder, ledir, leir, ags. leder, 
altn. ledr, schwd. dän. lader, ahd. ledar, nihd. nhd. leder, ndd. 
ledder, ndl leder, leer; in den letzten formen ganz zusammen- 
faUend mit ledder, leer für engl, ladder, nhd. leiter; die weitere 
herhmft ist wenig Jdar; weder zu dem ags. lide weich (als weich- 
gemachte haut) scheint es zu gehören, noch zu dem goth. hleij^ra 
hütte (zeit von häuten); Wedgwood fuhrt auch welsch llethr, 
bret. 1er leder an; in der mundartl. bedeutung leather: to beat^ 
$. Hal. 510, kann es woM dasselbe wort sein; vgl unser nhd. 
ledern, dmrchledern und gerben in dem sinne des prOgelns, sowie 

2* 



20 Leave 1. — Leaven. 

engl, io give one a good biding; s. Wedgwood; andererseits 
kannte auch ags. ledrjan salben^ wasi^ien^ engl, lather, in diesen 
begriff Obergehen; wahrend wieder lether, leather: to make a 
loud noise bei Hal. 515 auf das ags, hleodrian, hleödorjan: 
resouare, strepere eurucksmweisen scheint; vgl. noch eine an$€M 
hier anklingender Wörter bei Dief. 2, 565 und wegen der etwa 
eu gründe liegenden würzet klid, hlid bedecken das engl. lid. 

Leave 1. urlaub, erlaubniss; altengl. leave, leve, leeve, live^ 
ags. leaf, aUs. or-löf, ndd. vorlof, verlof, ndl. vorlof, verlo£) ver- 
loev, aUn. leyfr, orlof, schwd. orl^f , lof, dän. lov, forlov, orlov, 
ahd. als seitwort arlaupan, mhd. erloaben, nhd. erlauben, nebst 
den hauptwörtem urlaub, mundartlieh erlaub, verlaub, vereinsM 
auch einfach laub, laube, mhd. loube erlaubniss; Grimm 6, 287. 292 ; 
vgl. die nächstverwandten believe und furlough; su dem stamme 
des goth. liubs liebj engl, lief; love; Grimm Gr. 2, 49 No. 530 
liuban: tegere, fovere? vgl. Dief. 2, 143 ff., «h> mancherlei in 
den urverwandten sprachen zustimmende warter zusammen'- 
gestellt sind. 

Leave 2. lassen; aUengl. leaven, leven, leevin, laeven, ags^ 
laefan, zu dem gath. laiba ÜberWeibsel^ aflifnan Obrig bleiben; ob 
abgeleitetes transitives zeitwart aUfrs. leva, levia, alts. far-l§bhian, 
ndd. leven, aUn. leifa, schwd. lemna, dän. lefne, levne, ahd. leibau, 
vgl. dcks nhd. bleiben bei Weigand 1, 159; Grimm 2,* 90; zu 
einem wurzelverbum bei Grimm Gr. 2, 13 No. 130 leiban: mauere; 
Dief. 2, 122 ff.; als urverwandt gelten die gr. IbIxbvv, lot. linquere 
lassen, zurücklassen; das engl, leave lassen ist alsa ursprünglich 
zurücklassen, machen dass etwas bleibt; sehr nahe lag aber schon 
für die ags. laefan, lefan die Vermischung mit leave L; vgi. 
einerseits die begriffsentwicklung des nhd. lassen für die laL 
relinquere, permittere, sinere; andererseits das ältere engl leve 
bei Hai. 516, welches die bedeutungen zeigt: lassen, glauben, er- 
lauben, erlaubniss. Heb, also entspricht den heutigen leave 1., 
leave 2., believe, lief; s. noch Matzner 1, 205. 371. 

Leave 3. ausheben; in dieser veralteten bedeutung ist es 
roman. Ursprungs und wie levy, vgl. auch lave, auf das fr. lever, 
lat. levare zurückzuführen. 

Leaven Sauerteig; bei Hai. 516 leveyne; fr. levain, lat. le* 
vamen, zu levare leicht machen, heben; Ducange: „Levanum, 
fermentuni ex Gall, levain, quod farina fermento imbuta intumescat 
et levetnr;'^ vgl wegen der begriffsentwicklung die nhd. bezeich^ 



Ledier — Ledge. 21 

mtngen hefen und barme, engl, barro, von den eeitwortem nhd. 
heben, engh heaye, ndd. bahren trtigenj heben, engl. bear. 

Lecher wodüsiUngj liederlich leben; dazu dann lecherous, 
lechery; aUengl. lecher, lechour, lecchour, aXtfr. lecheor, leceor, 
lechienre, lecherre, lechenr ein lüstling, leckermaul, Schmarotzer, 
ü. leccatore; von dem zeüwort ü. leccare, pr. liqaar, lichar, lechar, 
ott/r. lecher, lechier, neufr. lieber lecken, toosu auch das pr. lecai 
üppig, naschhaft, vgl. lackey, gehört; die ausdrücke beruhen 
auf dem germanischen ahd. lecchön , ags. liccian lecken , s. engh 
lick; was die begriffsentmekhmg anlangt, so wich schon das 
äUfr. leeheor, sowie das mkU. leccator, lecator in übelste bedeutung 
ems, wobei es selbst von dem gr. Xiuita%uv huren dnfluss erlitten 
haben mag; vgl. Diez 1, 246; Ducange unter lecator und Wedg- 
wood; unter lick ergiebt sich die nahe beHehung au dem nhd. 
lecken, lecker und von den ableitungen licker, lickerous, lickerish 
std^en die letzten auch geradAu in dem sinne von lecherous; 
HaL 518 lickorous: dainty, affected; used also in the sense of 
lefdierous or voluptuous ; endlich beachte man, dass die zwar auf 
anderem stamme beruhenden aber formell sehr nahe tretenden 
ags. ligere, legere, bei Etm. 161 unter dem stamme liggan, engl. 
lie liegen, die bedeutungen fomicatio, concubitor haben; das engl. 
lechery entymcht dem aUfr. lecherie, licherie. 

LedeH spräche, sinn; aUengl. ledene, leodene, liden, ledden, 
ags. laeden, leden, lyden uryprüngl. von der lateinischen spräche 
latin, dann überhaupt; vgL latiner, latimer und Etm. 170; weiter 
verkürzt zu lede mag es sich dann etwa gemischt haben mit lede, 
bei Hai. 511 lede: people, land, ags. leöd volk, s. Dief. 2, 127; 
dagegen hat es nichts zu thun mit dem dttn. hliod ton. Klang, 
wie Wedgwood meint, nichts mit dem in loud und listen zu 
gründe liegenden stamme, dessen ursprünglich anlautendes hl im 
ags. durchweg noch haftet. 

Led^e leiste, läge, lager; im allgemeinen „that upon which 
anything is or may be laid ;'' ais zeitwort mundartl. und veraltet 
in den bedeutungen: legen, niederlegen, niederschhugen; s. Hal. 511 ; 
also jedenfalls zu dem ags. lecgan legen, vgl. lay 1. 2. und lie 1., 
so dass bei der für einzelne anwendungen allerdings nur ver- 
mmt h ungs weise aufzustellenden begriffsemtwicldung von dem begriffe 
des legens, Uegens auszugehen ist; als ältere engl, formen werden 
Hdge und legge, als ähnliche in verwandten sprachen von Wedg- 
wood angeführt altn. logg, schwd. lagg, schott. laggen: the 



22 Ledger — Lee 8. 

projecting rim at the bottom of a cask; sehott. ledgins: the 
parapets of a bridge; Hal. 511: the bar of a gate, stile is termed 
ledge; vgl. das folgende ledger. 

Ledger Hauptbuch; ledger, ehemals leger, leiger, ligger, gehört 
ßu dem ags. Iccgan legen^ licgan liegen; schon ags. leger ist theik 
lager f fheils liegend; das wort wurde dann angewendet sfunächst 
als nähere bestimmung verschiedener dinge, um sie als liegendej 
ruhende, ständige eu bezeichnen; so von Steinplatten, balken; s. 
Hai. 511; femer bei \Vedgwood: ,,a ledger bait in fishing is oue 
fixed or made to rest in one certain place, when yon shall be 
absent from it;^' a leiger oder ledger ambassador war der ständige 
gesandte; so sind dann leiger -books etwa books that lie per- 
manently in a certain place to which they relate; leger hiess 
was Uegen blieb; „It happened that a stage -player borrowed a 
rusty musket which had lien long leger in his shop^^ Fuller in 
Richardson. Dem entspricht gefUiu das ndl. legger der liegery 
der untere mOMstein, ein dickes buch, das immerzu offen lie^, 
ein buch im bucMaden, das man nicht verkaufen kann, laden- 
hüter; auch die deutschen ableitungen von legen, besonders in 
mundarten, zeigen manches analoge in der begriffsentwicklung, 
vgl das Br. Wb. 3, 38. Uebrigens mischte es sich in der form 
leger mit dem fr. Uger leicht, it. leggiero, pr. Icugier, mittds 
eines leviarins, vom lot. levis leicht; so sagt Smart Über ledger- 
line fuibenlinie: „this word may also be allied to the preceding, 
bnt it most likely signifies light or slight;*^ vgl. legerdemain. 

Lee 1. Seite unter dem winde, geschützter räum; bei Hai. 511 
lee: shelter; 516 lew: a place sheltered from the wind; 528 loo: 
under the loo, the leeward; to loo: to shelter from the wind; 
vgl. aUengL leoth, ags. hleöd, hleovd schütz, schntzort; ojr«. hleoy 
schatten, Zufluchtsort, schutzort, altn. hlie, hie und sodann be- 
sonders in dem nautischen sinne schwd^ dan. la, ndd. nhd. lee, 
attfrs. hli, ndl. lij, auch dän. ly; vgl Mätzner 1, 205; Weigand 
2, 26 und Dief. 2, 146. 565; wonc^ch der ausdruck entweder zu 
goth. liugau lOgen, verbergen, nhd. lügen, engl, lie, oder wahr- 
scheinlicher zu goth. hlija hütte, zeit gehören würde. 

Lee 2. hefen; meist in der pluralform lees; fr. lie, pr. Ihia, 
sp. pg. mlat. lia weintr ester, bodensatz, auch bret. ly hefe; am 
wahrscheinlichsten von dem lat. levare heben; vgl. leaven und 
Dicz 1, 248. Die mundartlichen und veralteten bedeutungen bei 
Hai. 511 zeigen, dass lee für lie lüge, lie, lye lauge, life M^en 



Leech — Leer 1. 28 

^dU; (meh für lea begegnet es; in dem sinne joy, pleasure, 
deUght endlich ist es wohl das fr. He, lie, U, lieto, lot. laetus 
frehUehj s. Diez 2, 359, wobei glee mit anklingen mochte. 

LMfh argif bhUegel; kuriren; als hauptwort oUengL leche, 
laeche, ags. laece: medicos, hirado, goih. lekeis otmIj aUfrs. letza, 
oUndL laeke, aUn. laeknir, laeknari, sehwd. läkare, dän. läge, 
aihd. lahhi, nihd. wie aUn. in der Weiterbildung lächenaere, hhd. 
als eigenname lachuer; als seüwort altengL leechen, lechen, laecheu, 
ags. laecnian, altn. laekna, sehwd. läka, dän. läge, ahd. lahhinon ; 
Grimm Gr. 2. 27 stellte es su aUn. leka: stillare, colare, s. leak; 
f^gath. lekeis würde sich hierher fügen ^ wenn ein l&k für wunde 
(fliessende oder spdUige?) bu erweisen stünde;** vgl. Dief. 2, 133, 
wo die entsprechenden Wörter auf slavolett. und keU. gebiete bei- 
gebracht sind wie slav. lek arjerefiet, russ. lekar, lekarj aret^ poln. 
lekan; gad. leigh, ir. liagh argt; vgl, Rapp No. 195 link ver- 
lassenj wo das wort wie von Bopp V. Gr. 3, 347 f. imnächst mit 
gath. leik leib ausammengestdU und weitere Verbindung mit dem 
stamme von leave vermwlhet wird; der blutegd wurde wohl 
wegen seiner benutsung in der medicin mit dem namen belegt; 
übrigens wird das wort auch leach geschrieben und steht dann 
selbst wieder für leach lauge; s. Hai. 511; in leech- way für lieh. 

Leek tauch; oUengL leek, leke, leak, in susammenset/mngen 
auch lie, lok, luk, engl, dann lie, lock, vgl. slb. garlic, hemlock; 
ags. leac, aits. 16c, ndd. ndl. look, altn. laukr, sehwd. lök, dän. 
log, aM. lonh, mhd. loach, nhd. lauch; auch aUslav. lokn, riMS. 
Ink, UUh. läkai (plur.Jj enUdMt finn. laukka, esthn. laak; Grimm 
Gr. 2, 22 stdlt es su dem wursdverbum goth. lukan: claudere; 
cepe, olds, herba ab aperiendo folia; engl, lock schliessen; vgl. 
aber Weigand 2, 16 und Grimm 6, 300. 

Leer L antUtSy backe^ wange; bei Hai. 522 lire, lyre, sonst 
oUengL lere, ^e, leore, leor, <ms. hleör, aUs. hleor, hlier, altn. 
hlfr^ aUndL liere, lier, ndd. leer; vgl. Grein 2, 85; Br. Wb. 3, 54; 
Diel 1, 242; dunkler herkunft; in der jdsft üblichen bedeutung 
schiefer bUckf von der seile ansehen wird leer von den englischen 
etgmologenj insbesondere von Wedgwood, susammengesteUt mit 
dem näL loeren, sehwd. lara, dän. Iure finster blicken^ vgl. lower, 
allein man darf höchstens eine beruhrung sugeben, wird aber sonst 
d^er festhalten^ dass es aus leer geeicht entstand^ etwa wie nhd. 
ein geeicht machen, gesiebter schneiden die bedeutung hat: das 
geeicht versriehenj ein schiefes geeicht seigen. 



24 Le^r 8. — Leghorn. 

Leer 2. leer; das jetat veraltete wort begegnet auch in der 
form lear; s. Hal. 510. 512; aUengl lere, laere, ags. bei Etm. 160 
laere, aUs. dhd. läri, mhd. laere, nhd. leer; 9^2. Trench E. 120; 
Weigand 2, 26; tn anderen bedeutungen ist es 0, b. entstellt aus 
leather; lear und leer Weideland^ Stoppelfeld könnte mit lear leer 
gusammenhängeny sei es nun, dass laere ursprünglich abgeweidet^ 
dann leer bedeutet habe, oder dass das stoppdfeld als das leere 
beseichnet wurde. 

Left Unk; vor dUem ist festeukaüen , dass es nicht, wie 
Richardson und Trench nach üorne Tooke an$^ehmen, mit left, 
dem Präteritum und partieipium von leave lassen identisch ist; 
höchstens möchte es weiter aufwärts su derselben wured gehören ; 
im ags. erscheint es nicht neben vinster, dagegen altengl. lift, 
leofb, Infi; dem entsprechen im ndd. ndL besonders älterer seit 
luft, lacht, sowie die komparativischen lofter, lochter, luchter; 
es könnte einerseits eine erweiterung sein von der wurgel des 
gleichbedeutenden gr. Aatog, lat. laevus, 0U denen man ahd. leo, 
lewes: malum, perversitas, slav. Ijev, lewy, lewice gestellt hat; 
vgl. Grimm G. d. d. S. 688 ; andererseits liegt für das engL left 
am nächsten das ags. lef oder lef schwach, l^fan, l^fan schwächen^ 
wovon es das partieipium lefed , susammengesogen left, l^ft sein 
dürfte; vgl. Etm. 175; Grein 2, 176. der ndl. loof ermattet^ 
Utth, lepus weichlii^ doutu anführt; Mätzner 1, 205; Koch 1, 
225; 3^ 75. 

Leg bein; altengl. legge, leg; altn. leggr bein, dickfleisch an 
armen und beinen; nach Wedgwood äUn. leggr, a stalk or stem; 
arm-leggr: the upper joint of the arm; hand-leggr: the fore-arm; 
grass-leggr: a stalk of grass; schwd. lagg, dän. lag bein, wade; 
etwa eu dem stamme des altn. leggja legen mit einer ähnlichen 
begriffsentwicklung wie ledge. 

LegerdemaiB kunststück; bei Levins in der /brmjegerderoayne; 
aus dem fr. leger de main flinkhändig, geschickt; das fr. leger, 
t^. leggiero, pr. leugier, jmm lat. levis leicht gehörig, begegnet 
auch im engl, wohl als leger, vgl. ledger, sowie in der ableitung 
legerity, fr. l^g^ret^. 

Leghorn Livomo; dann in Leghorn -hats allgemeiner von 
Strohhüten; der jetsige name der itoL Stadt, woher die benennung 
kam, Livomo, war ehemals Ligorno, Legomo, vgl. Trench E. 246, 
was dann engl, mit anlehnung an leg und horn umgedeutet ward, 
wenn auch diese Wörter in der eusammenseteung so wenig einen 



Leisure — Leoperd. % 

mm hatten^ wie etwa die nkd. arm und brnst in dem aus area- 
balista enMandenen armbmst. 

Leisire müsse; aitengh leiser, leysere, aiifr. leisir, loisir, 
neufr. loisir, pr. lezor, lezer, eigentl. der infinitiv aUfr. loisir, 
leisir, lisir, pr. leger, leser, lesir, lot. licere freistehen^ erlaubt sein; 
s. Diez 2, 362. 

LeBOl UebhcAeTj Uebehen; aUengl. lemman, letnmon, lefmon, 
leofmon, ags. leöi man; vgh also lief «nd man, sowie wegen der 
ähmUchen MusammenMiehung woman. 

Lentl eUrone^ limone; fr. sp. pr. limon, it. limone; daraus 
ndL limoen, nhd. limone, von dem pers. tHrk. limün, arab. laimün, 
welche nach Diez 1, 250 beruhen auf dem ind. nimbüka, bengal. 
nimbcu niba. 

Leid leihen; nach Hai. 513 noch jetsft len; oMengL lenen, 
leanen, laenen, ags. laenan; das d ist also erst nach falscher 
amciogie auf den stamm übertragen; s. Mätzner 1, 376; altfrs. 
alin. iSna, neufrs. lienen, lianen, schwd. laena, l&na, dän, laane, 
forlene, ahd. lehandn, mhd. l'.*henen, nhd. lehnen, belehnen, ndd. 
ndL Iteen, leenen; ableitung von ags. laen, s. das engl, loan, 
äu dem goth. leihvan, alts. ags. ahd. Khan, mhd. lihen, liwen, 
nhd. leihen; aUn. aUfrs. lia, aUn. leigia, schwd. lega, leja, dän. 
lejc, leie; Dief. 2, 137; Weigand 2, 27. 83. 

Length länge; aMengl. lengde, lenkthe, lenthe, lein the, ags. 
aUn. lengd, aUndl. lengde, auch nhd. mundarÜ. längde, s. Grimm 
6, 161; vgh wegen des Stammes long, über das ableitende suffix 
sibr. ta, goth. [lo, f>a bei Mätzner 1, 492; Bopp V. Ur. 3, 219. 

Leit 1. Uehy gdiehen; formen von lend; s. Mätzner l, 370. 

Lest 2. fasteuMeit; altengl. lente, leinte, lenten, leinten, ags. 
lengten, lenoten friMing^ lencten-^ten frÜhUngsf asten; ahd. 
lenze, mhd. lenze, neben langes, lenges, nhd. lenz früfMng, ndl. 
lente; man hat es unmittelbar abgeleitet von long, vgl. length, 
ob die Meit wo die tage länger werden^ oder wo einem die seit 
Umg wird ; andererseits ist es, schwerlich mit recht, als verwandt 
beseiehnet worden dem slav. Ijeto sommer, jähr; vgl. Grimm 
G. d. d. 8. 73; Weigand 2, 39. 

Leit 3. langsam, milde; fr. pr. lent, t^. sp. lento, lat. lentns. 

Letpard leopard; altengl. K^opart, leberde, lebard, libbard, s. 
Hai. 511. 517; fr. leopard, it. sp. leopardo, lot. gr. leopardns, 
Xs6MaQ8o., von Xiaw lawe, s. lion und xd^dog, engl, pard; 
ebendaher ahd. Itoparta, l^barto, l^bart, mhd. leoparde, Uebart, 



»i 



26 Lmb 1« — Level 

nkd. leopard; vgl. über die entstehung des namens aus der 
meinung, das ihier sei ein bastard vom panther und der löwin 
bei Trench Stud« 113. 

Less L geringer, weniger; aUengl. lesse, lasse, las, ags. lassa, 
las; vgi. least imd Mätzner 1, 293; aUfrs. lessa, aUndd. les; mit 
dltn. las: debilitatio, solutio; lasinn: debilis, ags, läsve: falsi, meu- 
daces, 0U dem goth. lasivs sekwack; Dief. 2, 128; also dem stamme 
nach von little woU 0U trennen; Qriinm Gr. 3, 611: „lassa ist 
nichts anderes als das goth, lasivoza: infirmior und steht entweder 
durch assimilation ßr läsra, oder ist eine aUhergebraehte form^ 
in welcher sich das comparativische s, wie in vyrsa: pejor vor 
dem Übergang in z mu schiitsen gewusst hiU;^^ vgl. Koch 1, 448. 

Lesd 2. los; (ds ableitungssuffix; altengh les, lees entspricht 
dem ags. leis: vacuus, goth. laus, nhd. -los; s. Mätzner 1, 493; 
Grimm Gr. 2, 565 ff.; Weigand 2, 64; auch über die weiter 
aufwärts mögliche Verwandtschaft mü less 1. bei Dief. 2, 149 
und vgl. loose. 

Lest damit nicht; dUengl. teste, les, etwa mit anlehnung an 
den Superlativ ags. last, iütengL leste, lest, entstanden aus der 
ags. formet fie las [>e, indem das letsrte f»e in te verwandelt wurdcj 
das erste aber wegblieb; Mätzner 1, 462; Koch 2, 424. 

Let 1. lassen; altengl. leten, laeten noch mit starken formen^ 
s. Mätzner 1, 378; ags. laetan, goth. letan, aits. latan, aitfrs. leta, 
ndd. ndl. laten, dttn. lata, schwd. lata, d&n. lade, ahd. läsan, 
mkd. lagen, nhd. laszen, lassen, munda/rÜ. lan; Grimm 6, 213 f.; 
Weigand 2, 12; als urverwanM gilt litth. leidmi, leisti lassen^ 
und das lot. lassus, wenn dies für lad-tu-s steht; vgl. Dief. 2, 137 ff. 
U9hd let 2. 

Let 2. hindern; aUengl. letten, ags. lettan, alts, lettian, goth. 
latjan, aitfrs. letta, ndl. ndd, letten, altn. letja, ahd. lezzen, mhd. 
letzen, nhd. ver- letzen in den bedeutungen aufhalten ^ hemmen^ 
ermüden; eigenÜ. lass machen^ jsurückbleiben lassen; vgl late; 
Weigand 2, 42; Dief. 2, 129; Grimm 6, 215 und Gr. 2, 75, auch 
wegen des äfusammenhangs mit let 1. 

Let 3. als verüeinerungssUbe; vgl. über dieses suffix, das 
meist auf dem roman. et mit einem nach falscher analogic ein- 
geschobenem 1 beruht, oder eine doppelte dinUnutivbUdung enthält 
bei Mätzner 1, 511; Koch 3«, 122. 

Leyel wasserwage, Aen, ebenen; aUengl. level, leyvel; schon 
als ags. findet sich bei Bosw. laefel: a level; laefeldre: level, 



Lerer 1. — Lew. 27 

eren; 8. aud^ Etm. 171; es beruht auf dem lot. libella, als ver- 
Meimerung wm libra wage; it. libello, pg*pr. lirel, nivel, ep. nivel, 
hret. live, fr. uiveau, als aeitwort sp. nivelar, fr. niveler, Ufoher 
d am n €mch nhd. als fremdwart nivelliren ; s. Diez 1, 24d. 

L6Ytf 1. lieber; Hai. 516 lever: rather, better, more agreeable; 
in diesem veralteten sinne ist es der aUengl. komparativ von leve, 
lefe, leof; s. lief. 

Leyer 2. hebd; das fr. levier £fu fr. lever keben^ lot. levare; 
vgk lave, leave 3.; andere ableüungen desselben Stammes, die 
aus dem fr. in das engl, drangen, sind meist gans deutlich wie 
levant, fr. levant, ü. levante eigenU. die aufgehende sonnSf dann 
asten, margentand, levante; femer levee, fr. levee, und levy. 
Das seitwart levant in dem auffallenden sinne to ran away 
from debt erJdärt Wedgwood durch die Verweisung auf sp. 
levantar: to raise; levantar el campo, fr. lever le piqaet: to decamp. 

htstrti junger hase; alt fr. leveret, fr. l^vreau, levrant, levreteau, 
Verkleinerung van neufr. lievre, altfr. lievre, liepvre. pr. pg. lebre, 
sp^ liebre, it. lepre, lebre, lievre, lot. lepus, gen. leporis. 

LeveseD halle, vorhatte; auch les9e\; Wedgwood erklärt das 
veraltete, besonders aus Chaucer bekannte wart durch a shed, 
gallery, portico, und verweist auf die nhd. lanbe, ndd. 15 ve, schwd* 
löfiial, dän. lövsal eigentUeh laubhOtte; vgl. leaf und wegen des 
ttkd. laube besonders Grimm 6, 290 ff., sowie die engl, lobby 
und 1 odge; bei dem sweiten theüe der eusammensetsung ist nicht 
wM Wedgwood an die deutsehe ableitungssUbe -sal su denken, 
sondern an das ahd. mhd. sal, nhd. saal, aUn. salr, dän. sal, alts. 
aeli, ags. sal, sei, sele grosses simmer, hatte. 

Leyil bUts; dUengl. levene, nach Wedgwood ehemals auch 
lawin, lewin, leuenynge, lewenynge; etwa aus dem ags. legen: 
flammens, so dass ein Übergang van g in v stattfand, wie bei 
wave; s. Mätzner 1, 139; jedenfalls su dem stamme von ags. 
lege, lige, leöht, le6ma, engl, light 1., leam 1.; vgl. das dän. 
lyn hlitM und Ober den gansen stamm Dief. 2, 147. 

Leyy heben, erheben, auskeben; fr. lever, it. lot. levare; vgl. 
lever 2. und Über die begriffsentwicklung Trench 120. 

Lew lau; altengk lew, lewe bei Hai. 517; ndl. lauw, lau, 
ahd. lao, lann^r, mkd. lä, nhd. lau; weitere besiehungen su 
dem altn. hlaer, hl^r lau, mild, su ags. viae: tepidns oder 
Mu dem gothischen [ilaqns weich, sari bleiben unsicher; vgl 
Grimm 6, 285. 



28 Lewd — Lioc»rioe. 

Lewd Uederlieh; ehenuds UHwissendy weUUch; vgl. wegen der 
pessimistischen begriffsentwichlung Trench 121 ; Stud. 9; Germania 
8, 380 ff!.; aUengl, lend, lewed, lawed, laeyed, €igs. laeved, laeyd, 
leaved; dies scheint aber auf dem lot. laicus, s. lay 4., $m be- 
ruhen; vgl. Etm. 171; Schmid 6. d. A. 621; das ags. leod, attenfß. 
leod, leode, lede, luede^ nhd. leate mag höchsten einfiuss darauf 
ausgeübt haben; s. Wedgwood und Dief. 2, 127. 769. 

Libel Schmähschrift; schon aUengl. libel anUageschrift; fr. 
libelle^ pr. libel, it. pg. libello, sp. libelo, lai. libellos b&chleiny van 
liber buch, nitai. libeling famosus oder diffamatorins schmahschriß. 

Lieh iörper, leiche; besonders mundarüich erhalten und in 
MUsammensetMungen wie lich-fonl, lich-gate, lich-owl, lieh- wake; 
s. HaL 517 f.; auch mu litch, leech, lake entstellt; aitengi. liehe, 
lioh, lie, ags. lie, womit susammengesetMt aUengl. lichom, licham, 
likome, lichame, oM. lihhanio, mhd. licham, lichname, nhd. leieh* 
nam, s. Weigand 2, 30 f.; aUs. aUfrs. Uc, lik, ndd. lik, ndl lijk, 
altn. lik, schwd. lik, dän. liig, ahd. lih, mhd. lieh, nhd. leiche 
in den bedentungen corpns, cadaver; Dief. 2, 133; vgl like; 
nocA Bopp V. 6r. 1, 29 entsprechend dem skr. deha-s körper, mit 
Wechsel von d und 1 une bei lot. lacrjma, fr. lärme und gr. dtaiifv, 
danfVfM; s. das engL tear 1. 

Liek lecken; aitengi Ucken, likkin, ags. liccian, aUs. liccon, 
leccon, ndl Ukken, lekken, ahd. lecchdn, lecbön, mhd. nhd. ndeL 
lecken; das Stammwort, für welches eine gewisse kmtnachaihmung 
angenommen werden darf, ist in den urverwandten sprachen 
weit verbreitetr skr. Hb lecken, lak kosten, gr. Ul%tw, laL lingere, 
ligurire, sla/o. lisati, lokaü, litth. laizyti, fr. ligh; vgl Dief. 2, 123 
unter dem goth. bi-laigon belecken; aus dem germanischen drang 
es dann auch in das romanische gebiet: it. leccare, pr. liqnar, 
Uchar, lechar, fr. lecher; Diez 1, 246; Cartins No. 174; von den 
engl, ableitungen sind eineeine rein germanisch, wie licker, lickerish, 
ags. liccera: glutton, flatterer; andere gehen eunächst auf das 
romanische eurück; vgl lecher. 

Lietriee lakritee; auch liqnorice geschrieben und so theils 
an lick, licker, lickerish, theils an liquor saß anklingend; aUengU 
licorise , licoris ; das wort beruht auf dem gr. ykvnv^it« sUss^ 
wured, von ykvxvg süss und fl^a wursd; dies wurde schon nUai. 
liquiritia mit umdeutender cmlehnung an lat. liquor, daraus dann 
it. liquirizia, legorizia, nhd. lakritze, schwd. dän. lakrits, ndL 
lakeresse, böhm. likorice, sowie mit umstdlung der buchstaben iL 



lid — Lie 8. 29 

regolizia, pr. regidicia, regalecia, sp^ pg. regaliz, dUfr. reoolice, 
neufr. reglisse, fihd. reglise; Diez 1, 346. 

Lid deekd; bei Hal. 518 lid: a coverlet; aUengl. lid, o^. 
hlid, hlid, aUfrs. hlid, lith, lid, ndd. ndh lid, aUn. hlid, sehwd. 
dam. led, oM. mhd. lit, nhd. lid, lied in den bedeutungen deckel, 
nersMusSj thür, nhd. fast nur in der eusammenseteung angen- 
Ued, aUengl. eselid^ neuengh eye-lid; jsu dem etammverbum age. 
hlidan, alts, bi-hlidan, aUfrs, hlidia decken, bedecken; in den 
neueren sprachen vielfach der form nach MUsammengeflossen mit 
anderen Wörtern, une nhd. lied, ags. leod ; nhd. glied für ge-lied, 
gaOL It^os, ndd. lid, dän. led; vgl Weigand 2, 49; Br. Wb. 3, 63; 
Dief. 2, 142. 565. 

Lie 1. Hegen; aUengil. lien, ligen, lisen, neben liggen, ags. 
ligeaD, liggan, licgan, goth. ligan, dlts. liggian, aUfrs. liga, neufrs. 
lisza, lizzia, lizze, ndd. ndl. liggen, dltn. liggia, schwd. ligga, dän. 
ligge, ahd. likkan, liggan, nihd. ligen, nhd. liegen, mundartlich 
leieo, leie; mit vidf acher und früher mischung schwacher und 
starker formen; vgl. auch wegen der etwa urverwandten gr. kiyuv, 
Itiog, UU. legere, lectus, locus, dav. loze bei Dief. 2, 139 if.; 
Cortios No. 173; als nächst verwandte z. b. lay 1. 2. umd law. 

Lie 2. lügen; lüge; aUengl. lieu, lihen, lisen, lewen, lesen, 
leoseo, ags. leögan; s. die formen bei Mätzner 1, 408; goth. 
Kagan, dUs. liogan, liagan, aÜfrs. liaga, ndl. liegen, ndd. l^gen, 
loegen, alin. linga, schwd. Ijuga, dän. lyre, ahd. lingan, mhd. 
Hegen, nhd. lügen; vgl. über weiter verwandte slav. lügati, Igati, 
lagati, sowie über den wahrscheinlichen Zusammenhang mit goth. 
Uagan, at^rs. logia heiraihen, sich verheiraihen, mit der begriffe- 
verm itüun g: verbergen, verhüüen, dann wie lat. nubere heirathen, 
bei Weigand 2, 72; Dief. 2, 145 i; dazu entsprechende hauptwörter 
emj^ lie, ags. lyge, altn. lygi, ahd. Ingi, mhd. nhd. lüge; femer neu- 
engL liar, aUengl. Her, Hgher, lieser, leiser, leeser, ags. leögere. 

Ue 3. lauge; auch lye geschrieben; dUengh lie, lee, leye, 
ags. leih; ahd. longa, nüul. louge, nhd. lange, ndd. löge, ndL 
loogbe, loog; i^ das nhd. lohe in garberlohe; Weigand 2, 18: 
,^den grundbegri ff zeigt die damit übereinstimmende aUn. form lang 
warmes b€Ul, wovon aUn. laoga baden, waschen;^^ so tritt es auch 
der bedemUing nach nahe einem anderen alteren und mundarü. 
lye: flame of fire Hal. 585, oiUengL leie, lighe, leye, lese, ags. iSg, 
I^g, lig, ahd. long, mhd. lone, 16he, nhd. lohe flamme, gUUh, zu 
gaO^ Unhal» licht, engl light L; vgl. Weigand 2, 60; Diei 2, 147. 



30 Lief — Lift. 

Lief lieb ; dUetiffl. lef, leef, leof, lot Inf, ags. leöf, gafk. Hubs, 
aUs. Hof, dltfrs. lii^, ndl. lief, ndd. leef, aUn. linfr, oAd. liub, 
mAd. nhd. lieb; t;^!. love imd lever 1., sowie wegen des weit 
verMweigten Stammes bei Dief. 2, 143. 

Liege im leknsverkältniss stehend, oberherrUeh, unterikänig ; 
ältengl. lege-lord, neuengl lie^e-lord; aus dem ratnanischen ge- 
biete keriibergetu>mmen: fr. lige, pr. litge, daher it. ligio, näat. 
ligios; nach Diez 2, 359 bleibt der weitere Ursprung Mweifdhaft; 
man hat es vom lat. liga band, bund, vom dltn. lidi gefährtey am 
wahrseheiniiehsten noch von dem mhd. ledic, nhd, ledig her- 
geleitet; in einer urhmde des 13. jahrh. „Ugias homo, quod 
teatonice dicitur ledigman^, d. h. nni soli homagio obligatus, frei 
von allen Verbindlichkeiten gegen andere. Dacange: „Ligios ia 
dicitur, qui domino suo ratione feudi yel snbjectionis fidem omnem 
contra quemyis praestat/^ 

Liem reehtsanspruch; Wedgwood: „an arrangement by which 
a certain property is bound to make good for a pecuniary claim ;*^ 
fr. lien, lot ligamen band, von ligare binden; vgl. leam 2. und 
wegen der begriffsentwicHung das engl. bond. 

Liei pkUs, stelle; in der redensart in lieu of und in der 
Musammensetäfung lieutenant; fr. lieu; lieutenant; vom laL locus 
ort, steUe, aitfr. liu, lou, pr. loc, luoc, luec, it. luogo; und fr. 
tenir, lat. teuere hatten. 

Life leben; altengl. lif, liif, ags. aits. aUfrs. ndd. lif, ndl. 
lijf, altn. Hf, sckwd. lif, dän. liv, akd. mkd. lip, nhd leib, im 
alts. ags. engl, nur das ld>en, in den Obrigen sprachen theils 
mitf iheHs wie im nhd. aUein den körper, den leib bedeutend, s. 
Weigand 2, 30 und vgl. das gotk. libains das leben, hban Id^emy 
engL live; Dief. 2, 138; das altengl. liflode, liflade berukt auf 
dem ags. liflädu lebenslauf, akd. lipleita ; £tm. 185 ; sdieint aber 
die veranlassung gegeben mu kahen mu dem neuengh livelihood 
lebensunterkaU , wdckes mm als eine büdung mit dem suffix 
hood, ags. h&d auftritt; s. Wedgwood 2, 343 und Mätzner 1, 491; 
lifeguard leibwacke ist nack Trench E. 75 wakrsckdnlick erst 
aus dem nkd. leibgarde angeeignet. 

Lift in die kSke keben; altengl. liften, liftio, lüften, aUn. 
lypta, sckwd. lyfka, löfte, mkd. nkd. lüften; vgl. das ndL ligten, 
ndd. nkd. lichten, in denen eine vermisckung mit dem stamme 
von light 2. eintritt; es ist eigenU. so vid als an die luft keben 
von dem kauptwort veraltet und mundarÜ. lift: th^air, the sky 



Light 1. — Light 8. 81 

hei Hai. 518, dUengl. lift, leoft, loft, luft, ags. lyft, goik, luftcis, 
aus. Inft, ndL ndd. locht, aUn. lopt, schtod. dän. Infi, ahd. mhd^ 
nkd. Inft; der weitere Ursprung ist dunkel; bemerkt mag nur 
werden y dass verschiedene stamme durch sehwinden des an- 
lamUnden h vor 1, durch wechsd swischen f und ch, durch an- 
tritt eines t leicht miteinander susammen flössen; vgl. das goth. 
hUfan wegnehmen^ stehlen^ das ndl. ligten, ndd. nhd. lichten, enjß. 
lighten leicht machen und der begriffsentwicUung wegen das fr. 
lerer heben vom lot. levare leicht machen; s. Weigand 2, 46. 71; 
Dief. 2, 130. 154. 5(i9. 

Light 1. Uckt; aUe$9gl light, list, liht, ags. leöht, lyht, aUs. 
Uoht, aUfrs. lioht, liaht, ndd. ndL lecht, licht, ahd. liofat, leoht, 
mkd. lieht, nAd. licht, aUn. lios, schwd. Ijus, dan. lys; ^. Dief. 
2, 147 unter dem goth. linhaf» licht; nebst entsprechenden seit-' 
Wörtern: neuengl. light, altengl. lihten, ags. leöhtan, l^htan, goth. 
linhtjan, ahd. liahten, mhd. lichten, nhd. leuchten; ferner ab- 
leüut^gen wie neuengl. lighten, altengl. listnen leuchten ^ blitsen^ 
erUuehteny lightning blüs; als wurselverbum setst Grimm Or. 2, 50 
No. 538 ein goth. liuhan an^ ags. leöhan bei Etm. 177; vgl. leam 1., 
lie 3.; als urverwandt gelten gr. Jiv^, Xvitri, Xsvudg, Uvööa, lot. 
lux. lucere, Inmen, slav. ln<Sa strahl, lett. laukti, ind. loc; nach 
Bopp V. Qr. 1, 35; Cortins No. 88 vermittels Wechsel der Uquida 
von der ursprOngl. skr. wursd mk, rae ; vgl. Dief. 2, 148. 

Light 2, leicht ; altengl. light, liht, list, ags. liht, leoht, aUfrs. 
licht, goth. leihts, äUttdl. licht, leicht, neundl. ligt, ndd. licht, 
ahd. lihti, mhd. lihte, nhd. leicht, aUn. lettr, schwd. lätt, dän. 
let; vgL auch wegen der entsprechenden formen in den urver* 
wandten sprachen wie lett. lengvas, slav. ligakn, skr. laghn, gr. 
Umxvg, lot. levis bei Dief. 2, 130 f.; Bopp Y. Gr. 1, 125; Cnrtins 
No. 168 und Wedgwood. Hiereu gehören als ableitungen^ formeü 
vielfach mit denen von light 1. susammenfaMendj light, lighten 
erleiehtem, light, alight absteigen; vgl. ags. lihtan, gelihtan er- 
leiehtem, älihtan absteigen , ndl. ligten, ndd. nhd. liditen, bei 
Weigand 2, 46; «. auch unter lift; d&n. lette in den bedeutungen 
erleiehtem, heben, absteigen lassen, absteigen. Lights thierhmge; 
oltengL lightes, lihtes; benannt wegen der leichtigkeit dieses ein- 
gew^des im gegensatse $m anderen inneren theHen ; ebenso pg. 
lere, oV- und neupr. leu, chw. lev lunge , pr. levada gdünge, sp. 
Urianos, Mu lat. levis leicht; russ. legkij leicht, legkoe lunge; 
ähnUeh umgekehrt hebr. käb^d schwer; leber. 



32 lÄk0 — LUy. 

Like ShfUieh^ gleiehf gefallen^ gefallen haben; aUengL lik 
neben und für ilic, ags. lie besonders in dem suffixe^ woraus 
engl, neben dem vollen like die ableitungssilbe -ly entsteht^ dUengl. 
ly, li, lieh, vgl. Mätzner 1, 484; ebenso goih. -leiks, aUs. -lie, ndL 
-lijk, aft», -likr, -ligr, sehwd. dän. -lig, akd. -lih, «lieh, mhd. nhd. 
-lieh; oI« selbständiges adjeJUivum aUndl lik, ottn. likr; sonst 
in der susammenseUung goth, galeiks, ags. aUfrs. gelie, aUs. 
gilik, ndd. gelik, ik/{. gelijk, aUn. glikr, oAi/. iiiAi/. gelieh, glieh, 
nhd. gleieh: dasu als aeUwort aUengl. liken, likien, ags. lieian, 
gelieian, goth. leikan, aUfrs. likia, alts, lieon, gilieon, ndd. liken, 
hA lijken, oA^ liehen, geliehen, mkd. liehen, geliehen, nhd. 
gleichen tu den bedeutungen: ähnlich sein^ gefallen^ sieh siemen^ 
gern haben; s. Grimm On 2, 16 No. 183; Dief. 2, 133 f.; aber 
schwerlich vom goth. leik harper ^ s. engl, lieh, 0U trennen; 
Weigand 1, 442; 2, 30. 45; Bopp V. Gr. 2, 236: „ßoenn im nard. 
ags. engl, auch das simplex vorhommt, so mag dies durch eine 
Verstümmlung des gotK galeiks, unseres gleieh, durd^ gänsUche 
abstreifung des präfixes entstanden sein;^ 3, 465: „ga-leik-a 
ähnlieh würde eigentlich »mit körper habendt^ den körper^ d. h. 
die gestaU mit einem anderen gemeinschaftlich habend bedeuten 
und in seiner form dem lat. conformis, gr. övfifioifqfog, skr. 
si-rüpas, aus sa mitj rnpa gestaU entsprechen^^ die begriffst 
entwichhmg des aeitworts wäre etwa: susammenpasseny über ein- 
stivnnenj gefallen ^ gern haben; vgl. ähnliehen Vorgang bei dem 
nhd. geüallen; Weigand 1, 401. 

Lilie spanischer fUeder; it. sp. lilac, pg. lila, fr. lilas ; dana^ 
auch nhd. als fremdwort lilae und als beseichnung der blan^ 
rothen färbe lilas, lila ; das wort soU pers. sdn^ agem lilac (agem 
bedeutet persisch^ eigentl. barbarisch j nichtarabisch); türk. leilak; 
Mahn fuhrt noch als pers. an lilaj, Ulanj, lilang indigopftanse; 
vgl. Diez 1, 250. 

Lily lüie; aMengl. lili, lilie, lylye, lylle, ags. lilie, lilge, lilia, 
von dem lat. liliura, gr. Islifiov; Aendaher dann akd. Ulja, lilia, 
mkd. lilje, lilge, gilge, gilige, nhd. lilie, sowie anfroman. gebiete: 
^^ SräliOi ^' P9' ^^^^^ P^' UU« Uri, lir, lis, fr. lis, mundarti. it. 
liri, Ulla, altsp. lilio; s. Diez 1, 212; Weigand 2, 51; Wedgwood: 
„This word seems to signify flower in general. Elsthon. lil, lilUk^ 
lilli. Alb. Ijoolj, a flower; Basque lili, flower, lili-tu, to blossom. 
Mod. Gr. XavXovdi, a blossom; lovlaviwtm, to flourish, bloom, 
blossom.'^ Worcester: „From the Celtic word li, which signifies 



Limb 1. — Lime 1. 33 

whiteness. Loudon;^ aber sicher ist nur die heeiehung auf das 
lat wort, dessen weitere herhunft als dunkel gelten muss. 

Linb L glied, zweig; altengl, lim, lime, lyme, leome, ags. 
lim, leow, (Hin, limr, lim, schwd. dän. lern ; vgl. wegen des hinter 
dem m angetretenen b denselben Vorgang hei cramb und Mätzner 
1, 192; das wort wurde von Grimm Gr. 2, 45 zu dem verlorenen 
starken eeitwort No. 494 goth. leimau, ags. liinan gestellt als 
yjvermuthlich das haftende, hleibend&^; vgl, lime 1. und loam;. 
n<ieh anderen soU es, etwa mit dem ursprünglichen begriff eines 
bruchstOckSy Stücks, zu lame gehören. 

Linb 2. rand; bei Etm. 187 schon als ags. limb: limbus, 
peripetasraa ; es ist das lot. limbus, it. limbo, lembo, fr. limbe 
rand, säum ; die volleren formen erscheinen als fremdwörter engl. 
lirabo, limbns höüenvorhof, holle; blattrand; vgl. Ual. 520 und 
Wedgwood. 

Limber gabeldeichsel, protzwagen; auch limmer geschrieben; 
es scheint auf dem unter limb 1. erwähnten nordischen worte 
Um, plur. limar, schwd. lern, lemmar zu beruhen, welches zunächst 
glieder, zweige bedeutete und in der plurcUform besondere an- 
Wendung fand; das b wäre dann, wie öfter, nach dem lippenlaute 
erst später eingeschoben; vgl. dazu die wahrscheinlich auf dem- 
selben gründe beruhenden sp. pg. lerne Steuerruder, sp. fr. limon, 
ndl. lamoen deichsei bei Diez 2, 147. Ein anderes limber, 
limmer biegsam, schwach mag mit lumber und weiter etwa mit 
den stammen von lame und limp zusammengehören; vgl. das 
uhd. laramer unfest, schlapp, schlotterig, mundartlich lumm bei 
Weigand 2, 73; Hai. 520 limber: snpple, flexible; 521 limmer: 
mischieyoas, base, low« Still, in use, applied to females; 53ä 
lamber: harm, mischief. 

Line 1. leim, kalk; ältengl. lim, ags. lim: gluten, bitumen, 
argiUa, calx, ursprüngl. also die klebrige, bindende masse; vgl. 
loam; in den anderen nächststehenden formen der verwandten 
sprachen herrscht der begriff gluten vor: aUn. lim, schwd. lim, 
dän. liim, ahd. mhd. lim, nhd. leim, ndl. lijm ; entsprechend dem 
urverwandten, der form nach mehr hierher, der bedeutung nach 
genauer zu loam gehörigen lal. limus dünner, klebriger schlämm, 
wovon wieder fr. limon schlämm; s. weiter über das vermuthete 
umrsdverbum goth. \eimari,^ags. liman bei Grimm Gr. 2, 45 No. 494; 
limb 1. und Weigand 2, 34; das abgeleitete Zeitwort ist aUengl. 
limen, ags. liman, mhd. limen, nhd. leimen. 

MmlUr, Stjm.W5rt«vb. II. ».Aufl. 8 



34 Lime 2. — Lm. 

Line 2. als name verschiedener bäume; verschiedener her^ 
kunft; lime-tree citronenbaum beruht auf dem fr. lime eine art 
Umone; s. das weitere unier lemon; lime -tree linde ist wohl 
ursprünglich eins mit dem gleichbedeutenden \\ tu A en^ indem das 
aUengl. linde, lynde, mundartlich lin, lyne die form mit aus^ 
lautendem m entwickelte; s. Mätzuer 1, 133; vgl. das nhd. leim- 
banm, mhd. limboam, welches für linboom steht und auf ahd. 
mhd. lin, eigentl. hlin beruht; aÜn. hlinr, schwd. lönn, dän. I5n, 
woher dann auch nhd. lehne, lenne; slav. klon, klen als name 
des Spitzahorns; s. darüber Weigand 2, 28. 

Lime 3. riemen, leitseil; so in lime-hound spürhund und dafür 
üblich auch limmer, fr, limier; s. das weitere unter leam 2«; 
bei Hill. 520 fandet sich in demselben sinne lime: a thong; 
ausserdem lime als mundartl. oder altere form für limb 1. gliedy 
limit gräneCj welches letztere sich wieder nahe mit 1 i m b 2. rand 
berühren musste. 

Limn anstreichen, koloriren; es ist eine verstümmdung des 
fr. enlnminer, lat. illaminare; Wedgwood: „Fr. enluminer: to 
illuminate, to sleek or bornish, also to limn; enluminenr de livres, 
one that coloureth or painteth upon paper, an alluminer. Cot. — 
Excellent for the neatness of the handwriting, adorned with 
illumination, which we' now call limning, in the margin. Wood, 
Fasti in R.*' vgl. Trench Stud. 124. 

Limp hinken; bei Hal. 521 limp: flaccid, limber, supple, 
inefficient; dies erinnert an die gleichbedeutenden limber, limmer; 
in der bedeutung la^m begegnet bei Bosw. ags. lemphealt, vgl. bei 
Ual. 535 lymphault: lame; lymptwigg: a lapwing; ndd. lumpen 
hinken Br. Wb. 3, 98 ; das wort stimmt formeU genau zu dem ags. 
limpan: accidere bei Etm. 163; Grimm Gr. 2, 33 No. 366; oUengL 
limpen und so noch bei Hal. 521 limp: to chance, to happen; 
auch wären die bedeutungen aus dem begriffe fallen , hinfällig 
sein wohl zu vermitteln; andererseits erseheinen die stamme Ump, 
lamp, lump leicht als erweiterung von lim, lam oder von lip, lap; 
vgl. lame und lap; Schwenck 381; weiter ab liegt schon die 
Verwandtschaft von Wörtern mit einem ursprünglich vor dem 1 
anlautenden guttural; vgl. lump und Wedgwood. 

Lin leinen; bei Hai. 521 lyn, lyne; veraltete form für line, 
linen, s. unter line. Aiuh in ander Ai bedeutungen ist lin kaun^ 
mehr Mlich; vgl. wegen lin: to cease, to stop, altengl. linnen, 
ags. linnau unter blin aufhören; lin: a pool, a cascade, a 



Linchpin — Line. 35 

precipice, a lake ist d<i8 ags. hlynna: torrens, bei Etui. 492, 
welches aus dem kelt genommen zu sein scheint: ir, liniif gcieh 
linue, welsch llyn: a pool, pond, lake. 

LiBebpin achsnagel; aUengl. liupin; bei lial. 522 liukpin, 
linpin, lynpiu; Etm. 179 hcU ags. lynis: axis und steUt es zu 
einem vermutheten starken Zeitwort leouan: verti; der achsnagel 
selbst heisst ndL lans, lens, ndd, lanisa, luuse, lunze, lünvse und 
danach auch nhd. lüuse mit einer menge von Varianten in den 
mundarten; vgl Weigaud 2, 75; ßr. Wb. 3, 100; Schwenck 381; 
es scheint eine ableitung von dem ahd. hm; vgl. die mundartlich 
deutschen Ion, lan, löhne, lehne, femer schwd. dän. lunta, lunt- 
sticka, liintstikke, lundstikke, nach Schwenck und Wedgwood 
auch poln. Ion, böhm, launek in derselben bedeutung; die weiter 
von Wedgwood verglichenen Wörter wie nhd, geländer, fr. limon, 
engl, lintel, oMn. hlunnr, gael. lonn gehören nach der form nur 
theilweise, nach der bedeutung gar nicht hierher und eine ver- 
muthung über weiteren Ursprung ist eben kaum zu wagen. 

Lind Unde; meist in der form linden; altengl. linde, ags. 
lind, als adjektiv altengl. ags. linden ; der bäum heisst altn. schwd. 
lind, ahd. lintä, mhd. nhd. ndl. linde; nächstverwandt damit ist 
das nhd. lind bctst, altn. lindi, ags. linde gürtel, ursprüngl bast- 
gürtel; fraglich bleibt aber, ob der bäum von seinem vielbenutzten 
baste oder umgekehrt dieser nur nach jenem benannt ward und 
ob man einen Zusammenhang mit dem nhd. adjektiv lind, gelinde 
annehmen darf; vgl. lithe und Urne 2.; s. Weigand 2, 51; 
Schwenck 373: ,yda der bast dieses baumes schon frühe zu stricken 
gebraucht ward^ so mag der bäum davon den namen haben.*^ 

Line linie^ leine, flachs, füttern; in bezug auf die letzte be- 
deutung bemerkt Wedgwood: „to double a garment on the inside 
with linen, then with any other textare;'' schliesslich beruht der 
ausdruck auf dem lot. linum lein, faden, schnür, linea schnür, 
Unie ; diese gingen aber frühzeitig in das germanische und roma- 
nische gebiet über, so dass sie dem engl, von verschiedenen seilen 
Muflossen; so ist altengl. lin, ags. lin. alts. cdtn. ahd. lin, goth. 
lein, aber auch fr. lin lein^ leinwand; dazu die ableitung cdtengl. 
Knen, ags. linen, cdtfrs. linnen, ahd. linen, nhd. leinen, linnen; 
femer altengl. ags. line, ahd. Una, mhd. line, nhd. leine, schwd. 
Una, dän. line ; dann wieder lat. it. sp. linea, pg. linha, pr. ligna, 
fr. lignc, nhd. schwd. dän. linie, aUengl. lyne. ligne, engl, line; 
fragÜch kann erscheinen, ob das german. lein, lin nur entlehnt 

8* 



36 liing 1 — Link. 

oder urverwandt ist den lot. gr. linuni, Xlvov, gu denen auch 
auf keU. gebiete entsprechende ausdrücke sich finden; vgl. Dief. 
2, 135; Curtias Nr. 542; Weigand 2, 34 ff. 53. 

Ling 1. qtMppe, lengfisch; aitndl. liDghe, lenghe, neundL leng, 
norw. dän, lange, schwd. läuga, nhd. leng, länge, lang, langfisch, 
fr. lingue, lingnet; es ist wohl hesser mit Scheler ansunehmen^ 
dass die benennung hergenommen wurde von dem lot. lingua, fr, 
langae zunge, als mit Mahn auf das deutsche lang, lot. longua, 
fr. engl, long sturüchMuweisen ^ wenn auch in den germanischen 
sprachen eine anlehnung an diesen stamm nicht geleugnet werden 
nMg; vgl. dc^ nhd. zunge als name verschiedener fische. 

Ling 2. haidehraut; aÜengi. ling, aÜn. l;ng, schwd. Ijnng, 
dän. lyug; der weitere Ursprung, insbesondere der von mehreren 
angenommene jnisammenhang mit long lang, ist durchaus sweifd^ 
haß. — . Ueber die viel verwandte ableitungssübe -ling vgL 
Mätzuer 1, 496; Weigand 2, 52; Grimm Gr. 2, 349 ff. 

Lingel schmaler riemen, pechdraht ; auch I i u g 1 e geschrieben ; 
zunächst beruht der ausdruck gewiss auf dem fr. lignenl faden^ 
jsu lat. linea, s. line; doch mag allerdings das lat. lingula, lignla 
in der bedeutung eines schm€Uen, gungenförmigen Streifens damit 
zusammengeflossen sein; bei Hai. 522 lingel, lyngel, lyngell, 
lynger, liniel. 

Linger zögern, schmachten, verlängern; es (gehört gewiss mit 
den nhd. auch in der bedeutung nahe tretenden verlängern, ver- 
langen, lungern zu dem stamme des adjektivs long lang, als 
Zeitwort long verlangen; der form nach ist es wohl zu erklären 
aus der benutzung der ableitungssübe -er, vgl. Mätzner 1, 487, 
und einer ablautsform des stammverbums lingan; vgl. das ags. 
lungre eilends, sofort; deren u in y, i umlautete; übrigens hat 
das mndl. linghen die sinnliche bedeutung des nhd. verlängern, 
während das starke nhd. lingen, gelingen bezeichnet gut von 
statten gehen; vgl. Grimm Gr. 2, 37 No. 423: Dief. 2, 121; 
Weigand 1, 410; 2, 75. 

Linget metaUbarren; auch wie fr. lingot; s. das weitere 
unter ingot. 

Link glied, gelenk; altengl. linke, ags. hlence; bei Grnin 2, 82; 
altn. hleckr, schwd. länk, dän. länke kette, glied der k^te; nhd. 
ge-lenk; die cMsdrücke werden mit dem nhd. link ursprünglich 
gewunden zurückgeführt auf ein verlorenes starkes zeitwort 
hlinkan biegen, winden, ags. hlincan ; Grimm Gr. 2, 60. No. 598 ; 



Linnet — Lion. 37 

Etm. 491. In der bedeutung wurst^ bet Hal. 522 link : a sausage, 
aUengl. link, linke, darf es wohl mit Wedgwood erklärt werden 
yfitom being tied at intervals like the links of a chain^*; auch 
fur die bedeutung fackel aber scheint wenigstens den anderen 
erklärungsversuchen noch vorsueiehen die annähme, es sei der 
name auf die gewundene fackel, vgl. torch, übertreten, da link 
auch sonst erklärt wird (Us: „anything doubled and closed 
togeiher;'' manche haben auf das gr. Hvxpog, lat, lychuus leuchte 
verwiesen oder gar, wie Wedgwood, das ndl. lompe : a gunner*s 
match of twisted tow herbeigesogen. 

Liniet hänfling; fr. linot, linotte, vom fr. lin, IcU. linum 
lein, leinsamen als der nahrung des vogels benannt, wie nhd. 
dersdbe leinfink und hänfling heisst, neulat. fringilla cannabina; 
vgl. line und hemp. 

Linstock luntenstock; auch lintstock und so wohl nur aus 
Inntstock, luntenstock, s. lunt, entstellt, wenn auch mit atUehnung 
an lin und lint. 

Lint flachs, scharpie; na^h Bosw. bereits ags. linet, aitengl. 
Unnet, jedenfalls zu Uxt. linum, linteum; s. line; vgl. das dän. 
linned, linnet leinwand. 

Lintel oberschweUe; aUfr. lintel, neufr. liuteau, ^. lintel, 
diniel, nilat. lintellus; Scheler: „d*un type latin limitellus, dim. 
de limes, -itis: bord, lisiere. Cette etymologie se coufirme par 
Tesp. linde, pg. linda: limite, pr. lindar: seuil, L. limitaris;*' vgl. 
Diez 2, 148. 

Lion löwe; aitengl. lyon, liun, leun, leo; die jetzige form 
beruht zunächst auf dem aM fr. ]eon^ lion, liun, neufr. \ion^ welches 
wie it. leone, Hone, sp. leon, pr. leo hervorging aus dem laf. leo, 
leonis, gr. Uc9V, kiovtog; letzteres wurde aber frühzeitig und 
vielfach unverändert auch in die germanischen sprachen herüber- 
genommen und später theilweise mehr angeeignet; so ahd. aÜs. 
ags. leo, ahd. lewo, louwo, mhd. lewe, nhd. lowe, leu, ndd. louwe, 
lauwe, ndL leeu, leeuw, schwd. lejon, dän. löve ; das gr. kU. wort 
wird übrigens weiter auf semitischen Ursprung zurückgeführt, 
vgl. das hebr. läbi' löwe ; in diesem scheint ein stammzeitwort mit 
der bedeutung des bräUens zu gründe zu liegen und so mag bei 
der aneignung hier und da auch das german. zeitwort dieser 
bedeutung mit eingewirkt haben; vgl. Schwenck 379 und low 4. 
Der weMiche name ist neuengl. lioness, aitengl. leonys, lyoneys, 



38 Lip — List 2. 

lionesse, fr. lionne; ags, leon, dhd. louwin, lioin, mhd, lewen, 
lewinne, nhd. lowin. 

Lip lippe; aUengl, lippe, ags. lippa (gewöhnlich aber mit 
einem anderen ausdrucke veler, veoler, goth, vairilo, cUtn. vor, 
altfrs. were, 8. Dief. 1, 193), aUfrs. lippa, mhd. nhd. lippe, ndL 
lippe, lip, dän. lippe; daneben aus demselben stamme ahd. leffur, 
ahd, mhd, lefs, nhd. lefze, schwd. läpp, dän. labe, l'äp; es ent- 
sprechen die lat. labium , labrum , woraus wieder it. labbro , fr. 
levrc, währet^ altfr. lepe, neufr. lippe Bunächst dem germanischen 
gebiet entnommen sind; vgl. Diez 2, 361; wegen des Stammes vgl. 
die lat. lambere, gr. kaxxBt^v lecken, schlürfen, ahd. lafan, laiFaii ; 
s. Weigand 2, 59 unter löflFel; Grimm Gr. 3, 400; nach Bopp 
V. Gr. 3, 396 weist das lat. labium lippe, nebst loqui reden 
und skr. läpanam mund auf eine wurzel lap sprechen Buriick ; vgl. 
auch das engl. lap. 

Lisp lispeln; cUtengl. lispeu, ahd. lispen, lispau, mhd. ndl. 
lispeu, nhd. lispeln, schwd. läspa, dän. läspe, lespe; ahd. lisp 
leise redend; ags. bei Etm. 147 vlisp: blaesus, balbus; lautnach- 
ahmung ist in diesen ausdrücken nicht zu verkennen, 

List 1. liste, leiste, säum; in der ersten bedeutung zunächst 
wie nhd. liste, schwd. lista, dän. liste, aus dem^roman. gebiete 
fr. liste, it. pg. 5p. pr. mlat. lista streif, borte, Verzeichnisse 
eigentlich papierstreifen ; das roman. wort aber beruht auf dem 
ahd. lista, mhd. liste, nhd. leiste, auch ags. list: limbus panni, 
aUn. listi, schwd. dän. list, liste, die wohl zu einem wurzelverbum 
goth. leisan, ags. lisan gehören; vgl. last 3. Weigaud 2, 37. 55. 
Dief. 2, 125; Diez 1, 251; das engl, wort, schon altengl. liste, liist 
tuchstreifen, ist also nach der verschiedenen bedeutung auch 
auf verschiedenem wege gekommen zu denken. 

List 2. turnierschranke; fr. lice, px. lissa, sp. liza, it. liecia, 
lizza; so nahe es liegt, den ausdruck mit list 1. identisch zu 
nehmen in der begriffsentwicklung : säum, einfassung, schranke, 
so streiten doch dagegen die romanischen formen, welche nach 
Diez 1, 249 auf das lat licium faden, besser auf mhd. letze 
schutzwehr, wenn nicht auf kelt. Wörter zurückzuführen sind, 
wie: gael. lios einzäunung, palast, kymr. llys gerichtshof, fürst- 
licher hof, bret. lez hof, rand, säum; in dem engl, list mag 
eine anlehnung an list 1. stattgefunden haben, unewohl ja auch 
sonst ein t sich leicht dem auslautenden s anfügt; vergleiche 
Mätzner 1, 192. 



Lirt 8. — Lithe. 39 

List 3. verlangen, ioünsehen; bei Hal. 523 liste: to please, 
pleasure, inclination; otteti^I. list, lust, ale geiiwort listen, lusten, 
ags. lust, lyst, lystan; s. das weitere unter lust und hei Dief. 2, 153. 

List 4. Idugheity list; bei Hal. 523 list: cunning, artifice; 
aUengl. liste, ags. list, goih. lists und so fast in alien german. 
sprachen unverändert list, das der wurael nach mit den stammen 
des engl, learn, des gotK lais ich weiss Musammensugehören 
scheint; s. Wcigand 2, 54; Dief. 2, 135. 151. 

List 5. lauschen, horchen; Hai. 523 list: a list house or room, 
when sounds are heard easily from one room to another; listly: 
quick of hearing; aUengl. listen, listin, lusten, ags. hlystan; 
vgl. listen. 

Listen lauschen, suhoren; aUengl. listnen, lustneu, neben 
Usten, lusten, s. list 5.; hinsichtlich der bUdung entsprechen am 
meisten ags. hlosnian, mhd. lusenen, schwd. lyssna; daneben mit 
r die ndl. luisteren, oberdeutsch Insteren, schwd. lystra, dän. lystre; 
uiUer den zahlreichen formen desselben Stammes mögen hier nur 
genanni werden altn. hlusta hören, zuhören, ahd. hlosen, ahd. 
mhd. oberdeutsch losen, aUengl. luskeu, dän. luske, aÜndl. luischen, 
mM. Inschen, nhd. lauschen, goth. hliup und hliuma gehör (vgl. 
unser nhd. leumund); s. bei Weigand 2, 19. 43. 66; Dief. 2, 566 ff.; 
die Wurzel begegnet in den urverwandten sprachen skr. sru für 
km hdren, gr. xXvsiv, lat. cluo, inclutus, slav. sluti, litth. klausyti 
hören, ir. cluas ohr; vgl. Cnrtius No. 62; Bopp V. Gr. 1, 233. 

Lithe biegsam, geschmeidig; aUengl. lithe, ags. lide, aUs. lidi, 
lithi, ahd. lindi, mhd. nhd. linde; vgl Weigand 2, 51, wo das 
wort weiter auf ein verlorenes wurselverbum linau zurückgeführt 
und mü dem lat. lenis sanft zusammengestelU wird; Übrigens hat 
der stamm lith, wie er im engl, und besonders im aUengl. er- 
scheint, den verschiedensten Ursprung; denn abgesehen von dem 
gr. XU^og stein in vielen Zusammensetzungen, flössen der form, 
iheüweise selbst der bedeutung nach ineinander lith glied, ags. 
lid, goth. U[ms, nhd. glied für ge-lied; vgl. Weigand 1, 445; 
Dief. 2, 142; Bopp V. Gr. 2, 61; 3, 386; zur wurzd lith gehen, 
als das bewe^iche glied ; sodann lithe lauschen, hören, aUn. hl^da ; 
femer aUengl. ^ihen gehen, ags. lidan, goih. ga-lei[ian; i;^!. lead 2.; 
HaL 523; Stratmann 367. Zu dem ersten lithe gehören als Weiter- 
bildungen lither, lithy biegsam; dagegen ist lith er: wicked, idle, 
Uzy bei Hai. 524, aUengl. lither, lether, luther, das ags. lyder, 
i Grein 2, 198 lydre, ledre, dessen von manchen vermutheter 



40 Litmus — Liyer. 

ßfusammenhang mit den nhd. liederlich und lodder, lotter immerhin 
sehr jnoeifelhaft bleibt; vgl. Weigand 2, 49. 69; Schwende 372 und 
Wedgwood. Je mehr die meisten hierher gehörigen Wörter nur 
den mundarten der Volkssprache eigen sind, desto schwieriger ist 
es, die ursprünglichen elemente für die einzelnen ßUe sicher eu 
bestimmen, ßeit und art der Vermischung genau naehguweisen. 

Litmns U^kmus; das ndl. lakmoes, aus welchem ndd. lackmüs, 
lackmos, nhd. lackmus, dän. lakmus, lakmos, neulat. lacca musica 
hervorging, ist zusammeryesetet aus lak färbe, blaue färbe, vgl. 
iac, und moes kraut, mus, brei, ags. aUs. mos, ahd. maos; in 
dem engl, worte ist aber an die stelle von lak getreten das alte 
lit, aUn. litr färbe, welches noch mundarÜ. erscheint bei Hai. 528 
lit: to coloar, or dye; 524 lit -house: a dyeing house; litster, 
lyttester: a dyer; vgl. Weigand 2, 4; Grimm 6, 35; Koch 3», 151. 

Litter sanfte, lager, streu, junge werfen; fr. litiöre, pr. leittiera, 
littiera, sp. litera, j^^.liteira, it. lettiera, mlat. litera, literia, lectaria; 
s. Dncange; jm dem lot. lectus, fr. lit lager, bett; die bedetUungen 
sind, wenn auch scheinbar weit ausweichend, doch unschwer sm 
vermitteln; wie litter: things strewed about in confusion; litter 
of pigs, puppies eigentl. ein bett, ein lager voU, davon dann erst 
als eeitwort to litter: to give birth, to bear. 

LitÜe Mein; aUengl. litel, litil, Intel, title, Intle, bei Hal. 
520. 523 lille, lit, vgl Mätzner 1, 293 ags. lytel, litel, lyt, alts. 
luttil, ndl. luttel, lettel, goth. leitils, aUn. litill, litt, schwd. lille, 
litet, dän. lille, liden, lidet, lidt, ferner ahd. luzzil, mhd. mund^ 
arU. nhd. liitzel, ndd. luttik, lütke, lütje, lut; s. Br. Wb. 3, 106; 
Weigand 2, 78; Dief. 2, 136; man hat als urverwandt verglichen 
das gr. kttog, die kymr. Hai Idein, llyth schwach; doch bleibt diese 
ifusammensteUung wenig sicher und selbst innerhalb des german. 
gebietes zeigt das wort mancherlei auffallende Unregelmässigkeit ; 
s. Grimm Gr. 3, 611. 

Live leben; aUengl. liven, libben, luvieu, leovien, livien, ags. 
lifian, leofian, lyiian, libban, alts, libbian, libban, libhön, goth. 
liban, aÜfrs. libba, liba, leva, ndd. ndl. leven, aUn. lifa, schwd. 
h'fva, dän. leve, dhd. mhd. nhd. leben; eu dem starken stamm- 
Zeitwort goth. leiban, Grimm Gr. 2, 13 No. 130; Weigand 2, 22; 
Dief. 2, 138; vgl. life und leave 2. 

Liver leber; altengl. liver, livir, levir, lyvar, ags. lifer, altn. 
lifr, schwd. lefver, dän. ndl. lever, ndd. lewer, ahd. iepara, lebara, 
mhd. lebere, nhd. leber; das wort wird als ^,das geronnen 



lAvetj ^ Load 2. 41 

ersd^einende eingeweide** meist mü ahd. lab: coagnlum, mundarfl. 
labben, laben, leberen, liferen gerinnen, aitn. Kfraz, sehwd. leiras. 
von einem starken seitwort abgeleitet y welches gotk. liban, cM. 
lebaii, lepan gelautet und etwa bedeutet haben müsste: sich ver- 
dichtend vereinigen; vgl. Weigand 2, 1. 23; Dief. 2, 152; ächwenck 
und Wedgwood; über eine andere vermuihung, wonach das dhd. 
lepara mit gr. fpioQ, lot. hepar und jeear^ skr. jakrit £fu identic 
ficiren wärcy vgl. Grimm G. d. d. S. 244; Bopp V. Gr. 1, 37; Rapp 
No. 377 jakart l^er. 

Liyery bedienlenkleidung , Uvree; äUengl. lyvery; fr. livr^e, 
U. livrea, sp. librea, miat. livrea, livreia, liberate, von dem geU' 
wort fr. livrer, iL livrare, liverare, sp. librar, lait. liberare be- 
freien, losgeben, mlat. liberare, librare geben, liefern, woher auch 
unser nhd. liefern ; ursprüngl. das dem diener vom herm gelieferte, 
unterhalt, kleidung; vgl. Ducange unter liberare; das engß. deliver; 
Weigand 2, 49. 56; Diez 1, 252; Trench 124. 

Liurd eidechse; altengl. liserd, Insard, lacert, fr. lizard, it. 
laceria, Incerta, sp. pg. lagarfco, t^. alligator, lat. lacerta. 
Ueber Lizard-Point bemerkt Wedgwood: „From having been 
a place of retirement for lazars. Several places in a like 
aitnatiou are known by this name in Brittany, where there is 
now commonly a ropewalk, ropemakers being a proscribed race, 
supposed to be leprous ^^ 

Lo siehe; aUengl. lo, loe, loo, la, ags. la, auch dhd. la; vgiL 
über deren ausgedehnten gebrauch Grimm Gr. 3, 289; Grein 2, 148. 

LMch Schmerle; fr. loche, sp. loja; nach Diez 2, 361 unbe- 
katmter herkunft; jedenfdUs liegt sehr fem die von Wedgwood 
versuchte ableitung aus bret. loc'ha: to stir, take up, remove 
from its place; loc^heta: to take up the stones of the shore in 
looking for small fish. 

liMd 1. laden, last; bei Hal. 526 lod: load, cargo; veranlasst 
durch die ablautsformen des starken aeitworts ags. hladan, hlod, 
hl6don, hladen, nebst seinem hauptwort hlad; altengl. laden, in 
der Vergangenheit loden, stAstantiv lad; vgl. auch wegen des 
käufigen Überganges von a und a in o, oa bei Matzner 1, 120. 206. 

IiM4 2. mit dem grundbegriffe des leitens; vgl. Hai. 525 
loads: the ditches for draining away the water from the fens; 
load-stoue: a leading-stone for drains; loadstone nuM^n^; loadstar 
leitstem, polarstem, altengl. lodesterre , nhd. leitstern, mhd. leit- 
tleme, ahd. leidesterre, dUn. leidar-stiarua; s, Weigand 2, 38; 



42 Lo*f 1. — Loath. 

Wedgwood 2, B44; hei Mätzner 1, 206 load, lode gangf oder 
eines hergwerhs ; vgl. ferner loadsman eteuermann^ aUengL lodsman, 
lodesmau, otge. ladmau; es ist das aUengh lode, lade, lod, lad, 
(»gs. I4d, ladu, dUn. leid, ahd. leita, leiti, zu den geUwcrtem aU- 
engl, laedeii, (igs. laedan; s. wetter unter lead 2. 

Loftf 1. brot; cdiengl. lof, loof, laf, ags. hläf, goth. hiaifs, 
hlaibs, altn. hleifr, leifr, aUschwd. lef, dän. lev, dkd. hleip, hlaib, 
mkd. leip, nhd. leib, oder /sum unterschiede von einem anderen 
leib, s. engl, life, auch laib geschrieben; besonders aufslav. gebiete 
erscheinend als russ. chljeb\ poln. chleb, lUih. klepas broty brot^ 
laib ; weitere doch unsichere vergleichungen aus den urverwandten 
sprachen wie gr. XlßoVy UU. libom, gr. xUßapog, n(flßavos, %(flßavo¥ 
s. bei Dief. 2, 562; vgl noch Grimm Gr. 2, 339; 3, 462 und die 
engl, lady, lammas, lord. 

Loaf 2. sich herunUreiben ; daMu loafer bumnUer; die erst 
neuerdings in Nordamerika aufgekommenen Wörter sind nicht 
mit Wedgwood aus dem sp. gallofear betteln^ gallofo, tt. gaglioffo 
landstreicher ssu erklären; vgl. Über diese ausdrücke Diez l, 194 ; 
sondern aus dem mundarü. deutschen löfen für laufen, ndd. lopen ; 
vgL elope und leap. 

Ltani lehm; aUengl. lame, lam; Hal. 503 lame: loam, mud, 
clay ; ags. lam, alts. l§mo, leimo, ndl. leem, imM. lern, nhd. lehm 
und seltenery aber eigenÜ. hochdeutsch leimen, ahd. leimo, leim, 
mhd. leime, leim; vgl. auch wegen der weüeren^ Verwandtschaft 
mit dem lat. limns schlämm und dem engl, lime 1. das Br. Wb. 
5,419; Weigand2, 28.34. 

Lon anleihCj lehen^ leihen; altengl. lone, lane, Ian, ags. laen, 
für laehen: commodum, feudnm, praemium; altfrs. Idn, alin. lau, 
dhd. lehan, nihd. leheu, ndd. len, nhd. leben, lehn; als jseitwort 
altengl. laeuen, leueu, ags. laenau, äUfrs. l^nia, ndd. ndl. lenen, 
(ütn. leua, schwd. laena, läna, dän. laane, ahd. lehanön, mhd. 
leheui'u, nhd. lehnen; eu dem starken geitwort goth. leihvan, ags. 
lihan, ahd. lihan, mhd. lihen, nhd. leihen; vgl. Weigand 2, 27. 29. 33; 
Grimm Gr. 2, 17 No. 194; Dief. 2, 137 und s. das engl. lend. 

Loath abgeneigt; dcum loathe ekeln; altengl. lothe, loth, lath, 
ags. l&d, alts, leth, led, altfrs. leth, läth, ahd. leid, mhd. leit, nhd. 
leid, altn. leidr, schwd. dän. lede, led als eigenschaftswort und 
hauptwort; dasiu das verbum altengl. lotheu, lothien, lathien, ags. 
ladian, adts. lethon, ahd. mhd. nhd. leiden; vgl. über den ver^ 
mutheten Zusammenhang mit 1 e a d 2., sowie die abstammung von 



Lob — Lock 2. 43 

dem starken goih. lei^an, ags. lidan gehen bei Dief. 2, 131 f.; über 
hierher gehörige romanische worter wie it. aUsp. aUpg. Iaido, pr. 
lait, fr. laid hässlich bei Diez 1, 241. 

L0b tolpdy dicke, schwere, träge herabhängen lassen; s. Hai. 
525; Wedgwood: „the radical image is of something not having 
strength to snpport itself, bat hanging slack, dangling, drooping;*^ 
aUengl. lobbe, aitndl. lobbe, ndd. lobbe, lubbe und so manche 
andere nahetretende ausdrucke auf verwandten gebieten ; vgl. die 
engt, looby, Inbby, lubber; Br. Wb. 3, 1. 77; als kett. wird ver- 
glieken Hob: an unwieldy lump, a dull fellow, a blockhead. 

Lobby vorhatte; aUengl. lobie, niliU. lobia, laubia, lobium: 
,,porticu8 operta ad spatiandum idonea, aedibus adjuncta, galerie, 
ex laub teuton, folium, qnod ejus modi deambalatoria in praediis 
msticis foliis obducautur et operiantur'^ Ducange ; von dem dhd. 
lanba, laubja, mhd. loube, nhd. laube ßfu laub; s. leaf und 
Weigand 2, 10; Grimm 6, 290; auf dem roman. gebiete entstand 
daraus it. loggia, pg. loja, pr. lotja, fr. löge, sp. lonja galerie, 
seUj hatte; chw. laupia emporkirche, mundartl. it. lobiu; das fr. 
löge nebst dem davon abgeleiteten eeUwort erscheint dann wieder 
in dem engl, lodge; vgl. Wedgwood; Barguy 3, 176. 226 und 
Diez 1, 253, wo für die begriffsentwicklung verglichen wird das 
alt fr. foillie hütte, aus dem fr. feuille, lat. folium blatt* 

Lobe läppen; als wissenschaftlicher ausdruck; fr. lobe, it 
sp. pg. lobo, netdat. lobus. gr. Xoßog zu Xinuv schälen. 

Lobster hummer; aUengl. lopster, loppister, ags. loppestre, 
lopystre; wahrscheinlich entstellt aus dem lat. locasta (marina); vgl. 
wegen der auch sonst vorkommenden vertauschung von c in p bet 
Schwellck Einl. XXVIII f., wegen des Überganges von p t n b aber 
Mälzner 1, 136. 

Loek 1. locke; altengl. locke, loc, lok, ags. locc, aUs. locka, 
ndL lok, altn. lockr, schwd. lock, dän. lok, ahd. locch, mhd. loc, 
nhd. locke ; über die weitere herkunft und den doch sehr eweifeU 
haften Zusammenhang mit lock 2. oder gar mit flock büschel 
vgl. Schwenck 375 und Weigand 2, 57 f. 

Loek 2. verschluss, scMoss, scMiessen; aUengl. lok, loko, ags. 
loc, loca, dUfrs. lok, dUndl. loke, aUn. lok, loka, ahd. bi-loh; als 
seüwort aUengl. locken, lokeu, lokien; ags. als starkes eeitwort 
Incan, goth. lukan, aUs. bi-lükau, altn. lüka, linka, loka, schwd. 
lycka, dän. lakke scKUessen, verscMiessen, dhd. luhhau, mhd. 
techen; s. Etm. 193; Grimm Gr. 2, 22. 80 No. 255; Dief. 2, 152. 



44 Lodge *- Loiter. 

Die meisten äbleiiungen sind JUar, wie Jg. b. locker: any thing 
closed with a lock, as a chest, a drawer, a cupboard; vg^ bei 
Binn. ndl. loker: theca, receptacolum; manche ausdrücke sind 
vielleicht dem stamme nach vericandt wie leek; noch andere sind 
iheilweise erst durch das romanische vermittelt wie block; so 
beruht auch locket, altengl. loket, aunächst auf dem fr. loqnet, it. 
Incchetto, aUfr. loc klinke; vgl. darüber Diez 2, 229. 3(51 unter 
bloc und loc. 

Lodge hütte^ wohnen j an einen ort bringen^ stellen; beiÜBl. 
533 luge, aUengl. lodge, logge, als sfeitwort loggen, logen ; aUfr. 
logier, loger von löge, it. loggia, alloggiare; s. Diez L 253 und 
vgl. weiter unter lobby; an das ags. logjan steUenj setsten bu 
denkeuj vgl. Etra. 177, nothigt die begriffsentwicklung nicht und 
gestattet die lautbUdung kaum. 

Loft boden, oberraum; das engl, wort scheint jBunächst aus 
dem skandinav. gebiete gekommen jbu sein: dltn. lopt, schwd. dän. 
loft oberstockwerkj und tritt weiter mit dem ottn. lopt luft^ lopta 
lüften SU dem goth. luftns laß; vgl. lift und Dief. 2, 154; dojm 
dann engl, lofty hoch, erhaben, vgl. unser nhd. luA^ig; femer 
aloft, ottfi. k lopti oben, in der höhe; ags. on lyfte. 

Log holsJdotjg, log; ais nautischer ausdruck ufohl erst enüehni 
schwd. logg^ dän. t$dd. nhd. log ; das ndl. log schwerfällig kann 
dem engl, worte su gründe liegen, welchem andererseits clog und 
lock sdir nahe treten; als Stammwort darf man etwa annehmen 
das goth. lükan schliessen; vgl. eur begriffsentwickelung unsere 
nhd. bloch, block bei Grimm 2, 135; log: to oscillate bei Hal. 526 
erinnert an das nhd. locker, mhd. lugge unfest, lose, welche nach 
Weigand 2, 58 in der ursprünglichen bedeutung des su schlkssen- 
den, getrennten, unsusammenhängenden auch auf lükan schliessen 
zurückgehen würden; doch vgl. auch das engl, lag, sowie jmgen 
anderer freilich sehr ungewisser besiehungen Wedgwood 2, 346; 
3, 564. 

LoiB lende; äUfr. wall, logne, neufr. longe lendettstück, sp. 
lonja stück Schinken; von einem lot, Inmbea, su lat. Iambus lende; 
s. Diez 2, 302; vgl. über die lautveränderung des aUfr. og in 
engl, oi bei Mätzner 1, 124; Wedgwood führt noch an schott. 
lungie, ndl. longie, loenie: Iambus vitellinus, loin; erst entlehnt 
SU sein scheinen die keU. gleichbedeutenden llwyn, Inan. 

Loiter sögem, trödeln; altengl loitren; sunächst scheint das 
engl, wort surücksuweisen auf das ndL lenteren, loteren wanken, 



LoU — Lone. 45 



A 



mclU fegt siißenj nicht fort hSnnen; dazu mag man vergleichen 
die ndd. ladereu, nhd. loddern, lottern schlaff, unthätig sein, ahd. 
k>tar, mhd. loter locker, mndl. lodder liederlicher kerl, aUn. loddari 
iamgeniehts; jmmal in den mundarten finden sich noch eine menge 
nach form und bedeutung siemUch nahe tretender ausdrücke; 
aber der Ursprung ist dunkel; wenigstens kaum in der wutmcI 
vom late jfftt suchen; vgl. Wedgwood und Bchwenck 379. 

Ldl nachlässig liegen, hängen, die jmnge her ausstrecken; 
aUeng^. dUndl. lollen; Wedgwood fuhrt unter vielen anderen 
äkmUchen ausdrücken an aUn, loUa: to move or act slowly; loll, 
lolla: sloth; neben dem aiUn. lalla, welches wie mhd. nhd. lallen 
auf lot. lallare, gr. XaXsiv jmrückjmweisen scheint; man vergleiche 
noch die nhd. lalle, lalli maulaffe bei Schwende 355 und Mur 
begriffsentwicklung etwa die reihe der nhd. zeitwärier: lallen, 
InUeu, einlnllen, schläfrig «sein; das wort scheint gu denen au 
gekoren, in weichen lautnachtü^mung und ein gewisser spielender 
trieb der spräche sich geltend macht, ohne dass man der ein^ 
Mdmen form und bedeutung historischen jmsammenhang und ur- 
Sprung nachMUweisen im stände wäre; vgl. das veraltete lill, lylle 
bei Hai 520 «fu2 lull. Von dem ndl. ndd. lollen, lullen kläglich 
schreien oder singen soU dann herriüiren Lollards als name 
versMedener frommer genossenschaften , in England auch der 
onhanger WiekUffes, weil sie bei ihren religiösen feierlichkeiteni 
insbesondere bei den leichenbegängnissen, einen dumpfen gesang 
hären Hessen; nhd. lollard, lollhard, nach dem aUndl. lollaerd; 
doch wurden sie wohl mehr noch als träumerische müssiggänger 
veräehüieh lollers, lollards genan$U; vgl. Hai. 527; nUat. heissen 
sie LoUardi, Lullardi auch nodk dem eigennamen eines Walter 
Lolkmrdi»; Heyse 535; Wedgwood 2, 530; Mndd. Wb. 2, 718. 

LMlterd gMverleiher ; aÜengl. lumbard; Hai. 527 Lombard: 
a banker; the Italian bankers who settled in this country in the 
middle ages gaTe the name to Lombard -street; fr. lombard 
Wucherer, leihhaus, ndL lombaerd, dann auch nhd. lombard; es 
ist also eigenÜ. der volksname it. Lombardo, mkU. Lombardus^ 
laL Longobardne, Langobardus, nach dem tüten deutschen 
Laocpart, von lang, engl, long und hart, engl, beard, oder harte 
axt^ s. das engl, halberd; t^. Diez 2, 362; Grimm 6. d.d. 8. 478; 
Weigand 2, 10. 62. 

Ltie aüein; verkürst aus alone, wohl indem das a ais 
unbestimmter artikel missverstamden isurde; vgl. lone- man, lone- 



46 Long — Loom 1. 

womau bei Hal. 527; aUengl stekt lone für lane, loan; im 
neuengl. dagegen entwickelt dann jenes lone aUein Weiterbildungen 
wie lonely, lonesome. 

LoBg l^ng; nach etwas verlangen; aUengl. long, lang, ags. 
alts. aUfrs. lang, long, goth. laggs, ndd. ndl. lang, altn. laugr, 
schwd, l&ng, dän. lang, ahd. mhd. lang, lanc, nhd. laug; als 
Zeitwort aUengl. longien, longen, laugien, ags. laugian, aUs. 
langon , ahd. mhd. nhd. ndl. langen ; vgl. wegen der begriffs- 
entwicUnng auch die präfigirten engL belong, nhd. belangen, 
gelangen, erlangen, verlangen; das engl, linger; als sicher Mr- 
verwandt gut allein das gleichbedeutende lat. longas, woraus dann 
wieder die romanischen Wörter it. Inngo, fr. long wurden; die 
engl, ableitungen des Stammes sind theüs rein germanisch wie 
length, iheils durch das fr. vermittelt wie longe, lounge, 
lunge, theüs unmittelbar dem lat. ^nommen wie longitude; 
vgl. auch über den Zusammenhang mit dem nhd. gelingen Weigand 
1, 410; 2, 9; Grimm 6, 153. 171 ; Gr. 2, 37 No. 423 ; Curtius No. 147. 

Lttf Windseite des schiff s; auch luff geschrieben; beruht wie 
die nhd. Inf, luv, dän. luv, schwd. fr. lof (vgk über dieses fr. 
lof und die darauf beruhenden fr. louvoyer, nhd. lavireu bei 
Diez 2, 361 und Weigand 2, 21) zunächst auf dem ndL loef; 
loev; dies seheint ursprüngh einen bestimmten theü des Schiffes, 
etwa ruder oder Steuer ^ bezeichnet zu haben; vgL bei Binn. loef 
nagel daerH roer van't schip in hangt, scalmus; loeve: scalmus; 
loeven: navem defieetere sen declinare. Es könnte danach eins 
sein mit dem schott. loof , mundartlich engl, luff handfläche bei 
Hai. 533 lufe: open hand; ahd. laffit, mundarth nhd. laff, laffen 
ruderbiatt ; goth. \oül flache hand, altn. I6fi, schwd. lofve, dän. lue ; 
vgl. wegen der begriffsentwicklung lat. palma flache hand, ruderbhUt ; 
s. Dief. 2, 154 und Wedgwood, der aud^ ein aitfr. loffe ruder bei- 
bringt. Weniger wahrscheinlich ist der von anderen angenommene 
Zusammenhang zwischen loof i«nd den engl, lof t, lift, Uem nihd. loft. 

Lttk sehen; ottengL loken, lokien, ags. I6cian, aMndl. loken ; 
ahd. luogen, luagen, mkd. luogen, nhd. lugen ; wahrscheinlich zu 
der Wurzel Ink leuchten; vgl. light 1.; gr. Xav66Hv glänzen, 
sehen, skr. lok sehen; Curtius No. 87. 

Loom 1. Webstuhl, geräih; aUengl. lome, ags. löma nehst and- 
löma, geloma; supellex, instrumenta; s. Etm. 156, wo es zu dem 
starken Zeitwort laman gestellt wird; Grimm Gr. 2, 41 No. 467 ; 
vfß. lame; aber die beziehung ist unUar. 



Loom 2. — Loose. 47 

Lmb 2. ein nordischer vogel; aUn. lomr, schwd, lomroa, 
lomm, Inmbe, dän. lom ; danach auch nhd. lohme, lomme, lamme ; 
tff» engL jeM meist gu loon entstellt y etwa mit aniehnung an 
loon faulenser. 

Lotn 3. frisch; in loom-gale frischer i€ind; vielleicht noch 
eine spur des (Mengl. lome häufig; ags. ge-löme, aJid. ki-lömo 
häufig; ahd. loom: mollis, mitis, frequens; s. Hal. 527; Etm. 156; 
Grimm Gr. 2, 41 No. 467. 

Lmb 4. in sieht tommen^ grosser erscheinen; Hul. 528 loom: 
to appear larger than in reality, as things often do when at sea; 
Mätzner I, 206: fächert woM mu No. 3 (limaD: crescere ?) ;^^ eher 
durfte es sein das aUengL leomien scheinen, ags. leomian, altn. 
lioma; s. leam 1., wobei verglichen werden mo^ir gloom und der 
häufige Obergang von der bedeutung leuchten, schimmern au dem 
begriffe des u$tbestimmten, dämmernden erscheinens; vgl. Wedg- 
wood, wdeher auf das ndl. laimen: to look covertly, to watch 
verweist» 

Lmm faulenser , taugemchts; Hal. 528 loon: an idle fellow, 
a rascal, a country clown, a low dirty person ; schott, loon, loan, 
lowne, lound träge, ruhig; aUndl. loen: homo stnpidus, insnlsus; 
vgL noch einige vielleicht hierher gehörige ausdrücke bei Dief. 
2, 145; auch heU. linn, liuin träge; wegen loon in anderer be- 
deutung s. unier loom 2. 

liMp schlinge, Öffnung, loch; über den Ursprung ist wenig 
wnt Sicherheit bu sagen ; in der bedeutung schlinge, schleife auch 
the hinge of a door wird es von Wedgwood erklärt aus den kelt. 
ausdr ücken gciel. lab: bend, bow, noose, loop; lubach: crooked; 
daraus mag sich weiter entwickelt haben der begriff Öffnung; Hai. 
528 loop: a gap in the paling of a park made for the convenience 
of the deer; a loop-hole; a narrow window; das letste loop-hole 
schiessscharte wird auch aus dem ndL Inipen gucken erklärt; 
loop: to mek and ron together in a mass, said of iron ore; the. 
part of a block of cast iron, dc^ als stAstantiv übergegangen ist 
im fr. loupe, nhd. loppe gegossene eisenmasse, erinnert einiger- 
wmssen an ndL loopen, s. leap. 

L##8e lose, lösen, altengl. loos, lous, lose, aUs. mhd. nhd. ndL 
Um, lose, goth. altn. lans, schwd. dän. 15s; ags. leis; vgL less 2.; 
ob ßfeitwort altengl. loosen, losen, lonsen, aits. lösian, ndl. lozen, 
lossen, ahd. lösan, fnhd. nhd. loesen, goih. laasjan, altn. leysa, 
sehwd. ISsa, dän. löse, ags. lesan, l^n; dajm neuengL loosen, 



48 Lop — Lord* 

äUengl. losnen, aitn. losna; vgl. Weigand 2, 64. 66; Dief. 2, 149 
und die engl. loss, lose. 

Lop abhauen; Hai. 529 lop: the fagot-wood of a tree, d. h. 
wcfd: die abgehauenen jnoeige eines baumes; das nUat. luppare 
in demsdben sinne will Ducange erst aus dem engl, ableiten; 
dagegen sagt Richardson: „This word does not appear to be of 
very ancient use in the language. To lop the bough in Is. X, 33^ 
is in preceding translations to cut. Drayton and Spenser are the 
most remote authorities that have occurred ;'** auf roman. gebiete 
begegnen als einigermassen übereinstimmend das sp. lapo schlag 
mü flacher klinge^ fr. )opin stück oder bissen fleisch^ welche van 
Diez 1, 243; 2, 362 mit dem dhd. lappa, nhd. läppen in ver^ 
bindung gebracht werden; jedenfalls eher hiereu als eu dem ndL 
loof, engl, leaf gehört das engl, lop, welches in anderer bedeutung^ 
bei Hai. 529 lop: to hang loosely, to hang down, or droop, deut^ 
lieh an den stamm des tMl. läpp, laff schlaff erinnert. UnnUttdbar 
aus dem ags. lappa: fimbria, pars, portio bei Etm. 157 ist das 
engl, lop schwerlich entstanden, lieber doch erst aus dem mUU. 
loppare und dieses mag auf dem german. lappa, läppe, läppen, 
das in das roman. gebiet drang j beruhen ; die begriffsreihe kannte 
sein : schlaff henMuingendes siück , fetgen, eerstücken, abhaueuj 
beschneiden; vgl. noch das ndd. lubben, auch mundartlich nhd. 
lubben, luppen verschneiden, verstümmeln , Br. Wb. 3, 92, die 
man, doch schwerlich mit recht, ssu gr. laßäv verstümmeln ge- 
hauen hat. 

Lopper gerinnen ; besonders als partidp loppered geronnen, 
aUengl. lopred, bei Hai. 529 lopird: coagulated; Wedgwood t^er- 
gleicht doMU das oAd.lebeFen, geleberen gerinnen;- lebenneer das 
dicke, geronnene meer; dUn. lifraz gerinnen, mwnda/niL dän* lubber 
geronnenes, gallertartiges; ndl. klobber-saen geronnene milch; s. 
Weigand 1, 409 unter geliefem gerinnen; 2, 1 unier lab hm^ 
0um gerinnen machen; das dort erwähnte ahd. Inppa in detnselben 
sinne konnte dem en^. lopper jm gründe liegen. 

Lord herr; aUet^l. lord, loverd, Ihoaverd, laverd, laeverd, 
laferd, schott. laird, ags. hläford für hlaf-veard brotwart, brot- 
Spender; vgl. loaf« ags. hläf, worauf als auf den ersten tkeü der 
Musammensetßung sumckjmgehen ist, selbst wenn das aUn. lafa- 
vardr, lavardr mit Biom als tutor coUegii von altn. dän. lav: 
collegium gefasst werden müsste; in dem zweiten (heile hat man 
mit unrecht nicht year d^ sondern das ableitende -«ord, oder ord 



Lore — Losenger. 49 

tmfang, erster j oder endlich das goth. vairdus, ahd. mhd. nhd. 
wirt, wie in dUfrs. hüs-werda, nhd. haaswirth erkennen wollen; 
s. Dief. 1, 190; Grimm 2, 403; G. d. d. Ö. 460; vgl. noch lady 
und lammas. 

Lore kenninisSy gelehrsamkeit ; aUengl. lore, loore. lare^ ags. 
lar, aUs. ahd. lera, mhd. lere, nhd. lehre, ndl. leer, schufd. lära, 
dän. läre; s. weiter unter learu. In anderen bedeutungen steht 
lore: lost bei Hai. 529 als abUitung von lose verlier etf; vgl. 
forlorn; lore: the space between the bill and the eye als omi- 
ikdogischer ausdruck ist fr. lore faden^ IcU. lorum riemen. 

LoiiMer seUUer, gürtler; auch loriner, otten^I. lorimer, lore- 
mar, loryner, aUfr. lorimier, neufr. lormier kleinschmiedf von 
einem mlat. loriuiarins, lorinarins, aus lat. lorum riemen j aUfr. 
loraim, lorin Bügel. 

Lfriot goldammer; fr. loriot, dltfr. lorion fur loriol, das ist 
mit agglutinirtem artikel sp. oriol, pr. auriol, vom lat. aureolas 
als Verkleinerung von aureus golden su aurum gold; siehe 
Dies 2, 363. 

L«M verlieren; altengL losen, lousen, ags. losiAn ok schwaches 
verbumy attengl. leosen, ags. leösan als starkes; im engl, ver- 
waschen sie sich allmählich und fliessen weiter mit loose su- 
satmmen; vgl. über die verschiedenen formen, auch diejenigen, in 
denen r an stelle des ursprünglichen s getreten ist, bei Mätzner 
1, 371. 402; das stammseitwort ist goth. liusan, ags. leösan, 
besonders in susammensetsungen wie goth. fraliusan, ags. forleösan, 
dtfrs. forliasa, cdts. forleosan, farliosan, ndd. verlesen, ndl. ver- 
liezen, sehatL forlese, ahd. farliusan, aikd. mhd. Verliesen, vliesen, 
nhd. verlieren, schwd. fSrlora; s. Weigand 2, 64. 973; Dief. 2, 149; 
eima jbu einer gemeinsamen wursd \u, la mit dem gr. Xva löse; 
vgl. loose, less 2., forlorn, loss. 

Ltsen^r Schmeichler; bei Hal. 530 losenjour: a flatterer, a 
liar, altengl. losengere, aUfr. losangier, losengeor« pr. lauzengier, 
laazengador, sp. lisongero, losengero, U. lusinghiere, au dem seit' 
wart alifr. losenger, pr. lauzengar, sp. lisonjar, it. lusingare 
schmeicheln, teuschen, nebst dem hauptwort dltfr. losenge, pr. 
Uuzenga, lausen ja, sp. lisonja, it. lusinga Schmeichelei, betrug; 
diese roman. worter entwickelten sich nach Diez 1, 255 aus dem 
pr. laozar, lat. laudare loben; vgl. Scheler unter losange und 
loaange und s. das engl, lozenge. 

M AlUr, fUfm. WOflOTt». II. 1. Am«. 4 



50 liO* — liOUTM*. 

Loss Verlust; cUiengl. los und lost, ags. iiUn. lo»; vgl. die aUs. 
far-last, ahd. forliiet, mhd. nhd. vertust; van dem jgeitworte ags. 
leösan; 8, lose. 

Lot loos; aUengl. lot, ags. dUfrs. hlot, ndd. lott, ndl. lot, 
aUn. hlutr, schwd. lott, (2än. lod, dkd. hloz, hlos, hlös, mhd. 
IÖ5, nA(2. loosz, loos; goih. hlauts, dUs. hidt, 095. hleat, hljt; es 
scheinen theüs mit langem, theils mit kureem vokale gebildet gu 
sein ableitungen von dem eeitwort ags. hleötan, aÜs. hliotaD, otti». 
hliota, akd. hlio5an, mhd. liesen, welches noch begegnet oltengL 
leoteu, bei Hai. 512 leet: to happen, to fall out durch das loos 
bestimmen oder bestimmt werden; vgl. Diof. 2, 563; Weigand 2, 62: 
Grimm Gr. 2, 20 No. 224; das germanische wort drang dann in 
das roman. gebiet mlat. lottum tribut, it. lotto gluckstopf j fr. lot 
loos, von da aus theüweise jsurück wie in it. lotteria, fr. loterie. 
fihd. lotterie, eiij^J. lottery; vgl. Diez 1, 255; Wackemagel Umd. 6; 
Weigaud 2, 69. 

Lond laut; aUengh loud, lud, Ihud, ags. aUs. dUfrs. hlüd, 
ndd. lud, lüde, ndl. luid, ahd. hint, mhd. 16t, nhd. laut, den Ost- 
germanen abgehend , dagegen entsprechend dem gr. xlvtos, M. 
-clutus, aUir. cloth, aUbaktr. 9ruta; vgl. listen; Diet. 2, 566; 
Gurtius No. 62; Grimm 6, 366. 

LonBge faulenzen ; das wort kam aus dem romanischen her- 
über; aUengl. longis, lungis fatdeneer; vgl. Hai. 534; alifr. loages 
lange, longis, lougin ein langsamer, fauler mensch, alonger, neufr. 
allonger verlängern, hinziehen ; vgl. lunge. 

Lonse laus; im plur. lice; aUengl. lous, lus, plur. luse, luis, 
lis. Use, ags. lüs, pL l^s, ähd. mhd. Ins, nhd. laus, ndl. luis, aUn. 
Ins, schwd. lus, dän. Inus; es gehört nach Grimm 6, 351; G. d. 
d. S. 593 £U dem seitworte goth. liusan : perdere, vgl. lose, wie 
das gr. q^^ÜQ laus jbu q>^slQSiv verderben; vgl. wegen der plurtU- 
bildung Mätzner 1, 237. 

LOBt sich bücken, tölpel, verächtlich behandein; bei Hai. 531 
loute: to bend, to bow, to lurk, to loiter, to neglect; 535 lute: 
to lie hid ; aUengL luten und lutieu, louten, €tgs. lutan, dUn. luta, 
schwd. luta, dän. lüde sich bücken, ags. gelutian verborgen sein, 
lauem; die ausdrücke werden bei Dief. 2, 150 eusammengesteUt 
mit dem goth. liuts betrügerisch, usluton betrügen und weiter mit 
lot. ludere spielen. ^ < S .^ -' J,.^^ 

Lonver rauchloch, fenster, schdUloch; bei HaL 532 lover, 
loover, aUengl. lover, lovir; schwerlich ist hierbei auf Wedgwood's 



Lovage — Lower 2. 61 

weiigesuehte beinehung aum altn. liori, Ijore lichüochy lufiloch 
etwas au gebßn; man erwartet eher den tsr sprung auf roman. 
gebiet und genügen kann die ableitung aus fr. Toavre , Touvert ^ 
die Öffnung^ zu dem aUfr. aovrir, neufr. ouyrir öffnen, so dass 
das anlautende 1 der agglutinirte artikel wäre. 

Lovage liebstöckel; bei Hai. 531 auch love-ache; ähnlich wie 
unser liebstöckel, unter anlehnung an love umgedeutet und ent- 
steüt aus dem fr. liv^che, it. levistico, libistico, mlat. labisticam, 
libisiicum, levisticum, lat. liguaticnin; vgl. Weigand 2, 48. 

Leye liebe, lieben; altengl. love, lofe, luve, lufe, ags. lofe, 
lufu; als Zeitwort altengl. loveu, lovien, lufien, ags. lofian; vgl. die 
ahd. liuban, n^. nhd. lieben, ndd. leven, ndl. lieven zu dem goth. 
Hubs heb; vgl. lief und Dief. 2, 143; der wurzel nach urverwandt 
mit lot. libet, labet es beliebt, poln. Inbio lieb haben, litth. lubiti 
lust haben, lieben, skr. lubh begehren, gern wollen; s. Weigand 
I, 442; 2, 47; Bopp V. Gr. 2, 357; Curtius No. 545. 

L«W 1. niedrig; altengl. low, law, logb, lough, laih, lab, ags. 
Iah erst spät und vieUeieht aus dem skandin. entlehnt, altn. lagr, 
sekwd. 1%, dän. lav. ndl. laag, cMfrs. leg, ndd. leg, lege, leech; 
vjß. Ur. Wb. 3, 35; zu dem stamme des nhd. liegen, engl, lie 1.; 
s. Dief. 2, 139 f.; Curtins No. 553. 

L#W 2. flamme; altengl. lowe, lohe, loghc, lose; altfrs. loga, 
ottti. logi, schwd. läga, dän. Ine, mhd. nhd. lohe ; auch als Zeitwort 
altengl. lowen, Iowin, loghen, <dtn. loga, mhd. nhd. lohen; vgl. 
die ags. leg, lege, lyge, ahd. long, lonc, mhd. louc; desselben 
gtammeswie light 1., leam 1.; s. Dief. 2, 147 f.; Weigand 2, 60; 
Mätzner 1, 206. 

L#W 3* hügel; bei Hai. 532 low: a small hill or eminence; 
auch lowc, besonders in Ortsnamen; s. \.eo Rect. 66; es ist das 
ags. hlnev, hlav hügel, dämm, goth. hlaiv grabhügel, alts, hleo, 
ahd. hleo, mM. le, zu denen cds urverwandt das laL clivus ge- 
$tdU werden darf; Dief. 2, 561. 

Low 4. bruUen; altengl. lowen, loowen, ags. hlövau bei Etm. 
495; ürimm No. 35; vgL die gleichbedeutenden ahd. hlojan, 
hloojan, hloou, mhd. Inejen, liiewen, liien, luon, luoweu, ndl. loeijen. 

Lower L niedriger, erniedrigen; gewöhnliche ableitung 
vom lo w 1. 

Lower 2. duster blicken; auch lour, altengl. louren, luren, 
ndd. laren sich luchisch zurückhalten; mehr in der bedeutung 
des heimlichen aufpassens mhd. lüren, nhd. lauern, schwd. Iura, 

4* 



52 Loyml — Lug. 

dän. Inro; aUn. Inra: to doze, nap, ndL loeren: connivere; der 
begriff scheint auseugehen von dem starren^ trüben , hcJhoifenen^ 
schlaftrunkenen blicke des augeSy wonckch an eusammenhang mit 
engl, loud, listen nicht jm denken ist; s. Uriinin 6, 304; auf den 
deutschen ausdruck wird gurückgeführt das fr. lorgner heimlich 
betrachten; Diez 2, 3(52 ; wovon die als fremdwörter weiter drin- 
genden fr. lorguou, lorgnette. 

Loyal gesetgmässig, treu; neufr. loyal, altfr. lo'inl, leial, leal, 
pr. leyal, leial, lial, sp. pg. leal, it. Icale, legale, vom lat. legalis 
£U lex gesetg, aUfr, loy, lei, neufr. loi; vgl. leal. 

Lozenge raute; dann nach der gestaU: a little square cake 
of preserved herbs; fr. lozange, losange, it. lozanga, nikit. lozengia« 
lozengina; die ahstammung des romanischen Wortes ist fraglich; 
nach Wedgwood und Scheler käme es von dem sp. losa, aUfr. 
lauze, pr. lauza, welches sunächst, vom UU. laudare loben her- 
geleitet, lobpreisung, dann grabschrifty grabstein bedeutet habe; 
der ausdruck würde demnach wesentlich identisch sein mit dem 
unter losenger erwähnten aUfr. losenge lobpreisung, Schmeichelei ; 
sonst hat man ihn jm deuten gesucht aus dem lat. laurus lorbeer- 
bäum nach der ähnlichen gestaU der blatter oder aus gr. kojjog 
schief und lat. angulus winket. 

Lnbber plumper bursche; bei Hai. 533 lubbard, lubber- 
head, lubby; 528 auch looby, loobie; jedenfalls Weiterbildungen 
von lob. 

Lnek glUck; aÜengl. luk, lukke, aitfrs. altndl. luck, aitn. 
lukka, schwd. lycka, dän. lykke, neundl. luk, geluk, mhd. gelacke, 
nhd. glück ; vielleicht eines Stammes mit dem selbst dunkden ahd. 
locch6n, lokön, mhd. nhd. locken verführerisch anziehen; vgl. 
Weigand 1, 447; 2, 58; als eeitwort äUengl. lukken, (Mndl. Ineken. 

Lnff luf; s. unter der nebenform loof. 

Lug ziehen, schleppen; altengl. luggen, dän. luge; vgl. das 
ags. lyccan, luccan, ndd. lukeu, ahd. liuhhan; s. Br. Wb. 3, 97; 
Mndd. Wb. 2, 748; ausgehend von dem begriffe des schlqfpens, 
des schwerfälligen bewegens, dann des schlaffen kann man wohl 
die anderen bedeutungen und ableitungen wie luggage gepäck 
und lugger lugger, ndk logger erklären; vgl Smart und 
Wedgwood, der auch lug ohr, s.- Hai. 533, so deutet: „the lag 
of the ear, the flap or hanging portion of the ear, and by 
extension, the ear itself;^* Dief. 2, 508 wtU dieses lug dagegen 
MU dem stamme klu hören stellen; vgl. listen. 



Luke — Lumber. 53 

Like Iqu; besonders in lake -warm lauwarm; aUengl luke, 
lenke; schwerlich als eine blosse nebenform von lew, nhd. lau, 
tiber auch kaum aus dem ags. vläc: remissus, tepidus bei bltoi. 146 
Mu erklären; das ndd. lukwarm neben »lukwurm im Ur. VVb. 4, 847 
sUfnmi wchl nur Mufdüig vherein oder ist erst entlehnt; Wedg- 
wood wiU Bu gründe legen keU. Wörter wie Uug: partly, half; 
Uug-dwym, llug-oer lauwarm^ eigenih halbwarm ^ halbkaUy die 
dann Dief. 2, 142 wieder mit dem Jo^.^auguere matt sein jm dem 
siiMmme des goth. ligan steUt ; Mahn verweist ausser auf das ags. 
tULc noch auf schwd. Ijoni, dän. InnkeD, lun matty lau. 

Lull einschläfernd singen; dUndl. luUeu, luUin, ndL loUeu, 
loUen. mid. nhd. Inlleii, schwd. lulla, dän. lulle; das wort scheint 
weseniUch lautnachcihmend jbu sein; vgl. in der kindersprache 
nhd. lullen im sinne des lai. mingese. lullen mit lippen und eunge 
soMgen^ ndd. lull -pipe, ndl. lul-pype eine röhre ^ durch welche 
M€M etwas ablaufen lässt; s. Br. VVb. 3, 98; Weigand 2, 73; 
Wedgwood und das nahe verwandte loll. 

Limber plunder; auch als Zeitwort: to move heavily, with 
Qoii»e and disturbance; bei Col. 50 altengl, lumber: a ship of 
bnrthen; ansprechend ist für die gewöhnliche bedeutung die er- 
Uärung aus lombard; Trench Stud. 125; Gl 123: ,,As the 
Lombards were the bankers, so also they were the pawn-brokers 
of ihe middle ages. The lumber-room was originally the Lombard 
room, or room where the Lombard banker and broker stored his 
pledges;*** dagegen wird man zwar nicht mit Wedgwood geltend 
wuuken wollen: „the inside of his warehouse is never seen, 
rxcept by the pawnbroker himself, and it is necessarily kept in 
the most perfect order ;^^ eher aber, doss allerdings in nahe 
stehenden sprachen ausdrucke nach form und bedetUung ein- 
stimmen^ die mit lombard schwerlich etwas gemein haben; man 
erwäge das nhd. lummer unfest und undicht, schlapp, schlotterig 
bei Weigand 2, 73, femer ndl. laromer, lemmer hinderniss, be- 
schwerde, ndL belemmeren, nhd. belemmern, belampern, dän. 
belemre belästigen; Grimm 1, 1445; die vielleicht eu der wureel 
von lame gehören. Die mundartlichen bedeutungen von lumber, 
lumper: harm, mischiel; dirty foolish conversation; to stumble 
bei Ual' 533 erinnern selbst an limp und das ags. limpan; vgl. 
ausserdem lob, lubber und lump; am wahrscheinlichsten ist, 
dmss in dem jetzigen werte ursprünglich verschiedene stamme 
sich vereinigt haben und in der bedeutw^ plunder besonders 



54 Lump — Lone. 

durch lorn bard beinflusst umrden; vgl. die bei Trench ange- 
führten stdlen. 

Lump nuMse, klumpen; altengl. lumpe, lompe, MndL lompe; 
weiter entsprechen dem sinne nach weniger die ndl. lomp, nhd. 
larape, schwd. lamp, dän. lumpe zerrissenes zeug, als manche in 
den verschiedenen sprachen erscheinende formen mit anlautendem 
guttural vor dem 1, so dass man verwandtschaß mit clump 
annehmen möchte; ein Zusammenhang mit dem ags. limpan: 
evenire ist bei dem mangel aller mittelglieder kaum glaublich; 
dagegen treten andere stamme herzu, vgl. lumber; mancherlei 
mundartliche anwendungen, bei Hai. 534 lump: to beat severely; 
lumpy: heavy, awkward; to be or look sulky mögen auch auf 
anlehnung an ähnlich klingende ausdrücke beruhen; was lump: 
a kiud of fish betrifft, so wird das thier wegen seiner klumpen- 
förmigen gestaU den namen engl. ndl. lump erhalten haben, der 
dann auch weiter drang wie it. lumpo, lompo, /r, lompe, nhd. 
luuip, lumpfisch neben klumpfisch. 

Lnncheon zweites frühstück, grosses stück zu essen; bei 
Hai. 534 luncheon, lunshin: a large lump of food; beispielsweise 
mögen einmal die verschiedenen deutungsversuche hier stehen, wie 
sie bei Worcester aufgezählt sind: ,,Min8heu derives it from Sp. 
lonja, a long piece, a slice; Skinner, firom Germ, kleinken, a 
small piece; Johnson, from clutch, or clunch; Ford from Sp. ouce 
(eleven) as used in the phriiso, hacer las once, to take a lunch 
about noon; Richardson and Trench regard it as a corruption of 
uuncheon , or noon-shun, the labourer's slight meal, to which he 
withdrew to shun the heat of the noon. It is not probable we 
are indebted to the Spanish for the word. The origin is common 
to the two languages. Richardson.^' Die Zusammensetzung noon- 
shun sieht aber ganz wie eine umdeutung der Volksetymologie aus, 
mindestens was den zweiten thdl anlangt; äUenfcMs kann man 
nuncheon als iibleitung von nunch, dies aus noon entstanden und 
aus nuncheon dann luncheon abgeändert denken; vgl. Trench 
E. 131; Mätzner 1, 134; andrerseits können lunch und luncheou 
sehr wohl die ursprüngL formen sein^ mögen sie nun, ufie Mahn 
meint, auf lunch grosses stück, kelt. Ilwnc, llwng, Ilwugc schluck, 
bissen beruhen, oder etwa auf dem fr. longe, sp. lonja keule, 
stück Schinken; vgl. loin. 

Lnne mond, hMmond, laune; Hai. 534 lunes: lunacy, frenzy; 
fr. lune, lat. Inna mond; deutlich genug sind die engl, theüs 



Long — Lupine. 55 

unmiUelbar auf dem lat. beruhenden , theils durch das fr, ver- 
müteUen ableüungen wie lunatic, Inuacy, Innar, luuette; wegen 
der begriffseniwicklung erinnere man sich, dass das wart nach 
dem gUtuben an den einfluss des mondes auf Schicksal und 
gemüth des menschen bedeutete: mond, mondphase, wechselndes 
schiehsaly wechselnde und krankhafte Stimmung; vgl, das it. laua, 
mhd. lüne, nAi2.Ianue, dän, ndd. lune eigenuriUige gemüthsstimmung; 
Weigand 2, 18; Grimm 0, 344. 

Lmg lunge; altengl. Innge, longe, ags. altfrs. lange, lungcn, 
ndl, long, longe, ältn, lüiiga, schwd. limga. dän. lange, ahd. 
hiiiga, lungina, langinna, lunganna, mhd. nhd. lange; der weitere 
Ursprung ist dunkel; sehr zweifelhaft wenigstens die formeü nahe 
liegende abstammung von dem seitwort lingan gelingen; vgl. long, 
Grimm No. 423; Schwende 381 : y,die lunge hat davon ihren namen 
wegen ihrer beweglichen beschaffenheit ;^^ \\ edgwooA vergleicht die 
lufl. benennungen longhe, loose, lichte, detM an dieselbe begriffs- 
entwicTdung wie bei engl light leicht, lights thierlunge und erinnert 
cm ein mundarU deutsches lack, Ingk, lunk lose, leicht; dann 
wmsste es also eine frühseitig nasalirte nebenform des Stammes 
lack, nhd. locker sein. 

Lütge ausfaU beim fechten; es beruht auf den fr. allonger 
Verstössen, verlängern, zu long, lot. longus lang; im engl, ver- 
mischte es sich mit dem nahe tretenden plnnge, s, Hai. 534; 
ausserdem ist seinem Ursprung nach dasselbe longe leine, riemen, 
fr. longe für allonge, alonge, indem Talonge Sfu la longe wurde ; 
Diez 2, 362. 

Lugis langsamer, ungeschickter bursch; altengl. longis; nach 
Wedgwood im rouchi longiner: to do everything slowly; piem. 
longh (of persons) slow, lazy, irresolate; vgl. lounge, sowie 
die germanischen, aber derselben wureel entsprossenen Wörter 
linger, long. 

Lut Jfündslrick; ndl. lont, schwd. lunta, dän. nhd. lunte; 
das wort, das ins engl wohl erst verhältnissmässig spät vom 
kontinente gedrungen ist, erscheint nach Ursprung und grund- 
begriff dunkel; Weigand 2, 75; vgl. linstock. 

litpine eine art bohne; it. sp. lupino, fr. lupin, ndl. lapijn, 
nhd, lapine von dem lot. lupinus, lupinum in derselben bedeutung; 
der name galt schon den alten als ableitung von lupus wolf^ 
daher dann mM. als Obersetsung wolfsbohne. Wedgwood: 
,,LapiDe8. It. lupine, a kind of pulse. From the Slavonic name 



56 Lurch 1. — Lurk. 

for pulse. Pol. lapid: to flay or strip; Inpina: shell, cod, husk. 
Mod. 6r. iavßi: the husk ;or pod of a bean. The Yen. fava 
lorina, as if wolfs bean, is an accommodation snch as we have 
many examples in our own language ;^^ (iber it. lupine brei ist 
jedenfaUs erst nach den bahnen genannt und die besiehung mu 
wolf eine viel äUere. 

Lirch L matsch im spide; in der redensart to leave in the 
lurch: to leave in a forlorn or deserted condition; iiacA Wedgwood: 
„a metaphor from the gaming-table. It. lurcio, Fr. lourche, ourche, 
6. lurz, Inrtsch: a game at tables; also a term used when one party 
gains every point before the other makes oue;'^ der ausdruck 
wird auf dem tat. lurcare verschlingen beruhen; vgl. das ältere 
engl, lurch verschlingen, bei Hai. 534 lurcher: a glutton. 

Lureh 2. lauem, teuschen; von einem schiffe, sich plötslich 
auf die Seite legen; in der bedeutung verborgen sein wird es mit 
recht als eine nebenform von lurk angesehen; bei Levins begegnet 
lurch und lurk: latitare; vgl. Wedgwood, Trench Gl. 127 und 
lurk; in dem sinne eines plötzlichen stosses, schUngem erklärt 
es Mahn Bugleich mit lurk aus den kdt. Here, Uerch: a frisking 
backward or forward; llercian, Uerciaw: to be idle, to frisk or 
loiter about, to lurk; vgl. aber noch bei Schwenck das mundartl, 
nhd. lurtscheu schleppend gehen; bei Lexer mhd. lere, lire, lure 
link, lerz link, lerzen stottern, lürzen betrügen; das adjektiv lerx 
wird von Pick eu gr. xoQiog einwärts gebogen gestelU; aber 
mancherlei zufällige berührung und mischung dürfte anjm- 
nehmen sein. 

Lire lockspeise, locken; dazu allure anlocken, verlocken; 
neufr. leurre, dUfr. loirre, loitre, pr. loire, it. logoro, aUndl. 
leure, lore, loeyer, luder, cds Seitwort altengl. luren, /r, leurrer, 
pr. loirur, cdtndl. leureu, loreu; die romanischen Wörter beruhen 
nach Diez 1, 253 auf dem mhd. luoder, nhd. luder lockspeise, 
lockaas, mhd. luodern mit dem luder abrichten, locken, schlemmen, 
woher wohl auch it. logorare verzehren, schwelgen; anwendung 
und Verbreitung des ausdrucks hängt besonders mit der falknerei 
zusammen; vgl. Weigand 2, 70; Lexer 2, 1985 fi".; Br. Wb. 3, 101. 

Lurk verborgen liegen, lauem; altengl. lurken, lurkiu, lorken ; 
das wort mag zunächst aus dem skandinavischen gebiete ge- 
kommen sein; wenigstens finden sich schwd. lurka, lirka neben 
Iura, dän. Iure; es ist wohl eine Weiterbildung von lour; s. 
lower 2., ähnlich wie hearken von hear; vgl. übrigens lurch. 



LusoiouB — Lye. 57 

LudoiS sÜ88f widrig süss, üppig; man hat es angesehen 
als verderbt aus delicious^ oder aus luxarious und berührung wie 
vermisekung sollen nicht ganz geleugnet werden; doch ist das 
äUere lush schwerlich erst eine ahküreung; als dessen grund- 
begriff wird angegeben jaicy, abounding in moisture; an das 
nhd. ünss oder engl, flush ist gewiss nicht eu denken, eher an 
dem stamm des folgenden lust, welcher zumal in ableitungen 
sich wieder leicht mit anderen vermengte; vgl. mhd. lussam für 
Itistsam, bei Hai. 534 lussum für lovesome; aber auch ags, 
Ijsse, lisse: remissio, gratia, welches mit aUengl. ndd. lusch 
schlaff Mu loose gehören könnte; Dief. 2, 153; nahe herzu 
tritt auch luske faulenzer , träger , üppiger mensch , bei 
Hai. 534. 

Lut tust; altengl. lust, list, ags. lust, lyst, goth, Instus, 
aUs. aUfrs. ndd. ndl. ahd. mhd. nhd. lust, aUn. dän. lyst, schwd. 
Inst; der weitere Ursprung und der Zusammenhang etwa mit 
aUn. liosta stossen, schlagen, oder mit dem goth. Hu sau verlieren 
bleibt doch sehr zweifelhaft; vgl. Weigand 2, 7G; Griinrn Gr. 2, 22 
No. 254; Curtius No. 532; Dief. 2, 149. 153; s. auch list 3., 
so wie wegen der begriffsentwicklung und der ableitungen im 
ags. Etm. 181. 

Luter glänz; auch lustre kronenleuchter; fr. lustrr, it. 
loittro, sp. lustre, von dem lat. lustrum, il- lustrare, zu dem 
stamme lue leuchten; vgl. light 1.; dazu lustring ein glän- 
zendes zeug, mundartlich it. lustrino, im engl, dann auch um- 
gedeutet zu lute-string. 

Lite L latUe; aUfr. leut, neufr. lutli, pr. laut, pg. aluüde^ 
sp. laad, it. liuto, leuto. lindo, neugr. Xaov^o; altndl. mhd. lvU\ 
nhd. laute; neundL luit, schwd. luta, dän. lut; das romanische 
wort, aus dem die anderen erst hervorgingen, beruht auf dem 
arab. ^d, mit dem artikel al ^üd holz, hölzernes tongerälh; 
s. Diez 1, 251; Grimm G, 371; zu lutc-string lautensaite wurde 
engl, entstellt lustring glänzendes zeug; s. luster. 

Lite 2. lehm zum verkitten; lat. lutum lehm; vgl. das nhd. 
fremdwort lutiren verkitten; fr. lut, luter. Wegen anderer 
mmndarü. bedeutungen, bei Hai. 535 lute: to lie hid; little, vgl. 
lout und little. 

Lye lüge ; lauge ; vergleiche unter den nebenformen 
1 i e 2. und 3. 



58 Lynch — Lynx. 

Lyieh eigenmächtig voUutjustiß Oben; der ausdruck soU 
herrOhren van dem namen eines John Lynch in Nordamerika^ 
der von seinen mitbürgem mit unumschränkter gewaU bekleidet 
flüchtige Verbrecher und skiaven verurtheiUe und streng bestrafen 
Uess; s. Koch 3«, 208. 

Lynx luchs; fr. lot. lynx, gr. kvyi; it, sp. lince; vgl. bei 
Hai. 530 loHse, ags. lox, aUs. lohs, ndl. lochs, losch, mhd. ahd. 
luhs, nhd, luchs, litth. läszis; Weigand 2, 69. 



IL 

Mm als vorsübe in schottischen eigennamen die abstammung 
beseichnend; vgL fitz; gael. mac söhn, bret. maga ernähren, er- 
giehen; goih. magna, (igs. magu söhn; s. unter may 1. und Dief. 
2, 2. So £. b. in Mac Adam ; nach dem verfahren des Amerikaners 
John Loudon Mac Adam, geb. 1755, gest. 1836, UTtrd macadamize 
genamU eine hunststrasse von steinschutt erbauen; der ausdruck 
ist dann als fremdwort in andere sprachen übergegangen, fr. 
macadamiser, nhd. macadamisiren. 

MlMroni italienische nudeln; fr. macaroni, sp. macarron, 
nhd. makaroui, aus dem it. mucaroni, maccheroui y in wenig ver- 
änderter form als beseichnung eines euckerwerks nhd. makrone, 
fr. roaearon, engl, macaroon; die abstammung des it. Wortes 
ist nicht mit voller Sicherheit ermittelt; Diez 2, 43: „Man leitet 
es theils aus dem it, macco bohnenbrei oder dem verbum muccare 
stampfen, theils aus einem späteren griechischen worte bei 
Hesy chins luxuaffla, ßgciiux Ix im/wv xal iXipltmv speise aus brühe 
und gerstengraupen , eigentlich Seligkeit (daher höchst leckere 
speise?). Aus leteterem konnte es leichter erwachsen, da es 
hier keines vermittdnden gliedes bedurfte, übrigens war der 
wortstamm auch in ItaUen einheimisch (vgl. macari, magari, 
roagara volksmässige interjektion: ntinam, vom gr. fucxag^og 
güekUch, neugr. fucxoQL, vokat. lutxaQu); zwischen macco aber 
und maccherone müsste man maccaria annehmen, d(ks allerdings 
die neap, mundart, wenn auch in anderer bedeutung (metselei), 
hemnL^*^ Die beaeichnung macaronic, nhd. makaronisch, fr. 
macaroniqne« sp. macarrouico, it. macheronico, jmnächst von 
poesie in lateinischer spräche, insofern sie mit nachgemachtem 
latein aus den Wörtern einer anderen spräche versetzt ist, dann 
überhaupt von einem gemenge gebraucht, scheint nach den 
inacaroiii als der leibspeise der Italiener, besonders der landleute, 
genannt lu sein; ais er finder dieser makaronischen poesie wird 
gepriesen der Paduaner Typhis Odaxins gest. 1468; der name 



60 Mmce 1. — Mmckerel. 

rührt dagegen her von dem in dieser art noch berühmteren 
Teofilo Foleiigo, genannt Merliniis Coccaius, geb. 1484, gest. 1544, 
welcher ein langes satirisches gedieht Macaro uea schrieb und 
gelegentlich bemerkt : „Ars illa poetica nuucupatur nrs macaronica, 
a macarouibns derivala, qui macarones snut qnoddaiii pnlmeutuiu, 
farina, caseo, batyro coDipaginatum, grossam, rude et rusticaiiuoi. 
Ideo macaronica nil nisi grassediueni, ruditatem et vocabulazzos 
debet in se continere;" vgl Weigand 2, 79; Chambers's Encl. 6. 234; 
Scheler und Wedgwood. 

Mace 1. keule; aUengl. mace, aUfr. mace. mache, neufr. masse 
(und dadurch gusammenfaUend mit einem anderen masse, s. 
mass 1.) ableitungen massette schlägely massue keule; it. ma/za, 
sp. pg. maza, pr. massa, von dem lat. in der Weiterbildung 
mateola erhaltenen matea Schlägel; s. Diez 1, 269, sowie wegen 
der nhd. auf dem zwiefachen fr. masse beruhenden fremdworter 
Heyse 559. 

Hftce 2. eine ort gewüre; schon bei Levins und Col. 50 muce: 
spiee neben n^ce: chib; it. mace, macis, sp. macius, macis^ fr. 
pr. macis; aus lot. gr. macis, mäcir, fuixsQ^ welches selbst orien- 
talischen Ursprungs sein unrd; Mahn vergleicht skr. makar-aiida 
nektar oder honig einer wohlriechenden blüthe. Wegen eines 
anderen mace: masonry bei Col. 50 und Ual. 535 s. mason. 

Mackerel makrele; kuppler; bei Levins macrel: scombrtis, bei 
Hai. 536 macquerel: a bawd; in beiden bedeutungen Munächst 
aUfr. maquerel, neufr. maquereau; der name des fisches nhd. 
makrele, ndl. dän. makreel, schwd. makrill, mlat. maquerellus, 
macarellus, kymr. macrell wurde meist aus lat. macula fleck 
erklärt, da der fisch Ober den rücken gestreift sei; wahrschein^ 
Ucher ist, dass die beaeichnung maquereau kuppler auf die 
makrele übertragen wurde, „weil nach einer volksansicht dieser 
fisch den kleinen alsen oder maifischen, die man auch Jungfrauen 
nen$U, /m folgen und sie ihren männchen zuzuführen pflegte ;"* 
dieses maquereau kuppler aber beruht ebenfalls nicht auf laL 
macula, wegen des scheckigen Ideides der kuppler in der römischen 
komödie, sondern auf dem ndl. makelaar, maker von maken, bei 
Kil. maeken unterhandeln; vgl. unsere nhd. mäkeln, makler, 
mäkier, ahd. mahhari macher, von mahhon machen, zu stände 
bringen; huor-mahhari kuppler; s. Diez 2, 368 f.; Weigand 2, 90; 
Schwenck 388; Mahn bei lleyse 546 sowie bei Webster und vgL 
etwa noch broke 2.; andrerseits Koch 3*, 76. 



Mad 1. — Malfle. 61 

Mid 1. ioü; &^* Hal. 536 mad: angry, madness, intoxication, 
a species of nightshade* (tollkirsche) ; madde: to madden, to be mad; 
maddle: to be fond of. to confuse, to be conAised, to rave, or be de- 
lirious; bei Levins madde toll, maddil, maddle rasen; aUengl. madde 
n^>en wnd woM erst verhürst aus amad, amed, s. Mätzner Wb. 1,69; 
ags, geniad. gcmaed unsinnig y alts, gemed thoricht, übermüthigy 
goth. ga maids gebrechlich; vgl. aitn. meida verletgen; s. Ober die 
anderen formell einstimmenden, aber in der bedeutung sehr aus- 
weichenden Wörter ahd. kameit, kitneit stumpf, dumm^ mhd. genieit 
lustig, sowie die immerhin etwas dunklen beeiehungen au einem 
wurgdverbum midan bei Grimm Gr. 2, 15. 750 f. No. 166; Dief.2, 9; 
Grimm: ,^dcLS goth gamaids bedeutet leiblich schwach, das ahd. 
kameit, ags. gemäd, engl, mad schwach an geist, thöricht, das 
w%hd. genuit geht atis dem begriffe leer, dünkelhaft, eitel, leicht- 
simmig gane in die gute bedeutung von steh, fröhlich, lustig über;^^ 
das goth. ga-maids hat man ob urverwandt bezeichnet mit lat. 
niatare für moitare, skr. mai oder ma umtauschen; s. Lexer 1, 844. 

Mai 2, made; auch made geschrieben; bei Hai. 536 mad: an 
earthworm, a maggot; maddocks: maggots; 544 mathen; aUengl. 
maye, mathe, ags. mada, madn, aUs. matho, goth. mapa, ahd. 
mado, mhd. nhd. ndl. ndd. made, ndl. auch maeye, maai, ndd. 
mae; ufegen des auslautenden d fütr th vgl. Mätzncr 1, 142; im 
allgemeinen Dief. 2, 5 f. und maggot. 

Maider krapp; vgl. bei Hai. 536 madders: the stinking ca- 
momile; 544 mather: the great ox-eyed daisy; altengl. madir, 
maddir, €^s. maddre, mäddere, mädere. 

Madrigal eine art gedieht; fr. sp. nhd. madrigal, aUsp. man- 
drial, mandrigal, nach dem it. madrigäle, aUit. madri&le, man- 
driale; es scheint also von dem it. mandria, mandra viehheerde, 
lai. gr. mandra, (Mviga heerde, pferch abgeleitet eu sein und 
wrsprüngl. ein hirtenUed bedeutet eu haben; Diez 1, 257. 

Made stammeln, undeutlich sprechen; s. Hai. 536 und Levins; 
mM. maffelen, moffelen die kinnbacken bewegen; in deutschen 
mmndarten maffeln, muffeln mit vollen backen kauen; nach 
Weigand 2, 204 käme das letalere von monfel, mofel aus mhd. 
mnntTol, ndl. mondvol mundvoü; indessen darf man doch 
ameh wohl an lautnachahmung und anlehnung, an ausdrücke 
wie das mundartliche nhd. muff, muffel hängemaul und das 
fr. dem deutschen entlehnte mufle denken; vergleiche das engl. 
muffle. 



62 Mftgurine — Maid. 

MagASine magaein; fr. magasin, magazin, it maga/^zino, sp, 
magacen, almagacen, almaceu, pg. almazem, arinazein ; dcks romafi. 
wortj welches dann in die verschiedenen neueren ^rächen drang 
wie nhd. dän. magazin, ndl. magazyn, stamnU aus dem arab. 
machsan , mit vorgeseMem artikd almadbsan scheune^ waaren^ 
niederlage; Diez 1, 258; das arah. hauptwort ist gebildet aus 
dem den ort beaeichnenden präfix ma und dem aeitwort chasana 
aufspeichern, aufbewahren; vgl. das hebr. chäsan: opibns valuit, 
inde coacervaTit, recondidit in thesauro; mischenot: honrea, 
prompiuaria bei Gesenius. 

Maggot made; aliengl. maggotte, maggette, maked, daneben 
mak, niawke, maddock (vgl. die dän. ndd. roaddik made, käse- 
mübe); der ausdruck scheint zunächst aus dem keU. gekommen 
SU sein gad. mag kriechen, hfmr. macai wurm, plur. magiod, 
maceiod; allerdings könnte das gg auch aus dg, dk entstanden 
sein, so dass eben Weiterbildungen von mad 2. wie aUn. madkr 
wurm, schwd. madk, mask, dän. madike, maddik, ndd. maddik, 
meddik, meddike, metke, meke eu gründe bu legen wären; s. 
Dief. 2, 6; in der endung wurde wohl das sonst häufige ofc benutst; 
Mätzner 1, 511; auf die bedeutung grille, griüenhaftigkeit dürfte 
magot äffe, fr. magot einfluss gehabt haben, über dessen sehr 
Mweifelhaften Ursprung Scheler und Litiri nachausehen sind. Aus 
demselben worte erklären manche auch mag in magpie dster, 
,,becansc the bird chatters and plays droll tricks like a monkey;^' 
andere nehmen dagegen wahrscheifUicher mag in jener susammen^ 
Setzung als die abkürsung des weiblichen eigennamens Margaret, 
Maggot, Meg, Mag „being the &miliar appellation i^iveu to pies, 
as we say Robin to a redbreast, Tom to a titmouse, Philip to a 
sparrow etc/' Worcester; mundartl. heisst der vogd auch magot- 
pi«', maggoty-pie, maggit, raaggy. 

Maid mädchen; im neuengl. wie es scheint meist erst verkürst, 
wenn auch an sich der stamm von der Weiterbildung maiden; 
aUengL maid, maide, maeide, maiden, masden, ags. maegden; 
aUengl. masd, ags. maeged, maegd, goth. maga^, aUs. magath, 
aUfrs. megith, ndd. mägd, ndl. meid, ahd. magad, mhd. maget, 
magt, meit, nhd. magd, maid; es ist die weibliche form su dem 
goth. magus knabe, söhn, aUs. magu, ags* maeg, aUn. mdgr sohn^ 
er Beugter, bu dem wurBdverbum migan er Beugen, können; vgl. m ae; 
Urimm Gr. 2, 27; 3, 322; Weigand 2, 82 ur^ Ober den ganzen 
weitversweigten stamm Dief. 2, 2 f. 



1. — Mminu 63 

Kail 1. panserringy hettenpaneer; aUengl. maile, fr. maille, 
U. sp. pr. Diaglia nuische^ riegele vom laL macala, welches fiecky 
daneben aber auch schon masche eines nettes bedeutete; s. Scheler 
und Diez 1, 256. Dc^ engl, mail: a spot on a hawk bei Hal. 537, 
auch sonst speck on the feathers of a bird, ist sundchst ebenfaUs 
aus dem fr. maille jm erklären , vgl die fr. mailles de perdreau, 
Diaille ä Tceil ; wenn auch darin eine spur erscheinen konnte des 
aUengl. mal, o^. mal, raael, nhd. maal; vgh das engL mole 2.; 
s. über den Zusammenhang des lat. macuLi und eines goth. mail 
fleek bei Weigand 2, 91 ; Dief. 2, 16 f.; unmittelbar auf dem germ. 
inaelan, malan, melan (vgl. Etm. 205. 224; Dief. 2, 16. 59 ff.) könnte 
das mundarU. und aUengl. seitwort imiil, male: to spot beruhen; 
Hal. 537. 

Mail 2, feUeiseUy post; oMengl. oltfr. male, neufr. malle, sp. 
pg. pr. mlat. auch gael. mala , (Ad. malaha , malha , mhd. malhe 
iasche, sack, ndl. maal, maale; s. Diez 1, 259 und Dief. 1, 271, 
wo die keU. Wörter nebst dem gr. iiokyog haut, feil, sack, eu dem 
gotk. balgs gehalten werden; vgl. Weigand 2, 92 und das nhd. 
fremdwort malle bei Heyse 548. 

Mail 3. abgäbe, sins; besonders schott. black-mail; grass-mail 
weidegdd; bei HaL 537: rent or annual payment formerly extorted 
by the border robbers; man hoi es als eine spur aufgefasst von 
dem aUengl. mal, ags. mal, mael: sermo, Stipendium, ottn. mal, 
aUs. ahd. mahal rede, Vortrag, mhd. mal, nhd. mal, mahl in 
mahlsehatz, gemnhl; s. Weigand 2, 84 f.; Dief. 2, 6 ff., wo auch 
auf den möglichen jmsammenhang mit mail 1. und 2. hingewiesen 
ist; für das engl, kommt aber eher in betracht das ältere mail, 
maile, maille als name einer kleinen münse, der dann auch leicht 
für gddj abgäbe gebraucht werden konnte; das aber ist sicher 
das fr. maille, welches für meaille st^nd eine scheideform von 
medaille bildet; s. Diez 1, 269 und medal. 

MaiB verstümmeU^; gebrechen; aUengl. maymen, maimen, 
maimin, aiuch roainen, vgl. bei Hai. 537 main: to lame; ndat. bei 
Due. mahemiare, mahaignare L e. mahemium inferre; citfr. ma- 
haigner, mehaigner, it. magagnare; als hauptwort aUengl. maihem, 
mayhem, aUfr. mehaing, meshaing, mehain, mahain, it. magagna; 
s. Hcheler 217; Burgny 3, 231 ; man hat das roman. wort surüek- 
geführt auf das nUai. manganum wurfgeschüte ; vgl. mangle 2.; 
Diez 1, 258 räih auf ein ahd. man-hamjan von man mensch und 
harn Jan verstümmeln; Wedgwood gidU noch einen anderen roman. 



64 Main 1. - Mmke 2. 

stamm des fr, manqaer fehlen, vom lat. raancas verstümmelt 
hinein; Mahn endlich sucht den Ursprung auf kelt. gebiete unter 
vergleichung von armor, machafla: to mutilate; macha: to 
crowd , press. 

Main 1. gewalt, macht, haupt- (in zusammensetaungen, dann 
mit weglassung des leisten wortes sdbst in entgegengesetzten bedeu- 
tungen wie Weltmeer , festland) ; es ist das auch ags. schon vielfach 
für Zusammensetzungen verwendete (UtengL inaiu, mein, ags. mägen, 
aUs. megin, aUn. magu, megin, ahd. magan, megiu, welches mit 
maid, might und may 1. zu dem stamme des goth. magau, der 
nhd. mögen, vermögen, macht gehört; s, Dief. 2, 1 ff. 

Main 2. hand, wurf bei dem spiele; Ual. 537 main: a throw 
at the dice; besonders aber als erster theil in Zusammensetzungen, 
das fr. main, pr. man, sp. it. mano, lat. manas hand; so unter 
anderen maintain, fr. maintenir, pg. manter, pr. sp. mantener, 
it. mautenere, aus lat. manus und tenere halten; Wedgwood: 
„mainpernors were sureties into whose hands a person charged 
with an offence was given, to answer for his appearance, when 
required; mainprise: a committal to the care of such sureties. 
From Fr. main: hand, and pemer, prener, prendre, Lat, pre- 
hendere: to take;'^ Hal. 546 maynpurnoure: one who gives bail 
or mainprise for another person. 

Maize türkischer weizen; gewohnlich Indian com genannt; 
fr. muTs, sp. maiz; ein mit der pflanze, die Columbus nach 
Europa brachte, überkommenes amerikanisches wort, welches in 
der ausgestorbenen spräche Haitis mahis, mahiz gelautet haben solL 

Make L machen; altengl. makeu, itiakien, vgl. wegen der formen 
Mätzner 1, 367; ags. macian, aitfrs. makia, aUs. macon, ndl. ndd, 
maecken, maeken, maken, oAd. machon, mhd. nhd. machen, wohl 
erst entlehnt schwd, maga, dän. mage; ursprüngl.in der bedeutung 
verbinden, zusammenfügend gestalten; Weigand 2, 79: „das wort^ 
mit welchem mach in ge-mach zusammengehört (Grimm Gr. 2, 736), 
scheint in seiner würzet goth, mak latUverschoben zu dem in lat. 
macte heü dir zu gründe liegenden verbum magere vergrössem, 
erhöhen zu stimmen ;^^ vgl. über den stamm Dief. 2, 4 ff. 

Make 2. genösse, ehegatte; altengl make, ags. maca, altn. maki, 
maka, schwd. maka, dän. mage, oMs. gi-maco, ahd. gi-mahho; mhd. 
mach, gemach verbunden, gleich; s. Dief. 2, 4. 762, wo der nahe 
Zusammenhang mit make 1. hervortritt; vgL bei Etm. 190 ausser 
maca auch gemaca, mecea, mecca; engl match 1. 



Mmlady — Mall. 65 

Malady krankheit; fr. maladie, |>r. malatia, malautia, nialaptia, 
aUsp. malatia, it nmlattia, von dem adjektiv neufr. malade, altfr, 
malabde, pr. malaut, malapte, aUsp. it, malato, aus dem lot, male 
aptos, fit der weise, wo nicht nach dem vorbilde des deutschen 
unpasz; vgl. Diez 1, 259; M. Müller 2, 262. 

Malapert unverschämt, vorwitzig; schon aUengl. malapert bei 
Col. 50; von dem fr. pr. apert, lat. apertus offen und dem vor- 
geseißten mal, lat. male übel; altengt apert, appert, apiert offen, 
Idihaft; s. Mätzner Wb. 1, 95; ferner da>s daraus verhürete pert; 
MätzDer 1, 168. 

Male 1. männlich; aUfr. malle, masle, mascle, neufr. male, 
vom lat. masculuB, auf dem dann unmittelbar beruht masculine, 
fr. mascnlin. 

Maie 2. iibel; als präfigirtes adverb; fr. mal, IcU. male, jgu 
malus schlecht, dessen stamm weiter in einer menge leicht erkenn- 
barer Wörter erscheint, die unmittelbar nach dem lat. oder durch 
das romanische vermittelt gebildet sind, wie a.b. malice bosheit, 
fr. malice, pr. malicia, malissa, maleza, sp. pg. malicia, it. malizia, 
lat. malitia; malign, l(xt. malignus für maligemis bösartig, it. 
sp. pg. maligno, fr. malin, fem. maligne. 

MaÜBg^ sich krank steüen; malingerer: a soldier whti feigns 
himself sick; es ist das fr. malingre kränklich; dies aber nicht 
von malin gr^ (^nocA Trench E. 122: „being the soldier who, out 
of evil will to his work, shams and shirks, and is not found in 
the ranks^'), sondern aus mal und dem aUfr. heingre schmächtig, 
norm, haingre schwächlich, kränklich zusammengesetzt, welches 
Uißtere auf dem kU. aeger krank mit eingeschobenem n beruht; 
Diez 2, 343. 

Malkin Wischlappen; schmutziges weib; auch maukin ge- 
schrieben; ft^'- Hai. 538 malkin: a slattern, a scarecrow; manikin: 
a cloth, usually wetted and attached to a pole, to sweep clean a 
baker^soven; mawks: a slattern; Wedgwood: „From Mall, Moll, 
the short for Mary, the kitchen wench, on a principle similar to 
that which gives the name of Jack to an implement used for any 
familiar office; boot -jack; roasting-jack;'^ ähnlich die anderen 
englischen etymologen. 

Mail Schlägel, schlag; dann auch ein spiel und der ort, wo 
CS gespielt wurde; „a beaten walk, or so called, as is generally 
sapposed, because it was the place where they played with malls 
and a ball'' Smart; vgl. Hal. 538 und pall 3.; es ist das aUengL 

irtll«v, X47m.Wftrtorb. II. 8. Avfl. 5 



66 Mallai:^ — Mammet. 

raalle, fr, pr. mail, it. sp. pg. maglio schlaget , vom IcU. malleus 
hammer y welches wieder vermittelt durch malleatus, mallearo er-. 
scheint in malleable, fr. malleable Aämm^&ar ; Verkleinerung von 
mall ist mallet, fr. maillet; Diez 1, 258. 

Mallard männliche wilde ente; fr, raalart, pic. maillard, vom 
fr. male, lot. mascnlns; s. male 1.; d(is bret. mallard, welches 
Wedgwood £fu gründe zu legen scheint, ist wohl erst dem fr. ent- 
lehnt; s. Diez 2, 367. 

Mallow mcdve; cdtengl. malowe, bei Hai. 539 malue, nach 
Etm. 196 schon ags. mala, -ve, wie das nhd. nialve herüber- 
genommen aus dem lat malva, woher auch it. sp. pg, pr, malva, 
fr. mauve; lat. gr. malache, {ucXaxti, von iucXa00SLV erweichen, 
wegen der erweichenden kraft des krauts und der wureel auf 
geschwüren; s. Weigand 2, 93; bei Wedgwood: „The mallow is 
very much used by the Arabs medicinally; they make poultices of 
the leaves to allay irritation aud inflammation. Domestic Life in 
Palestine p. 323/' 

Malmsey malvasier; bei Hal. 539 malvesie, malvesye, malvc- 
syue; fr. malvoisie, it. malvagia, malvasia, sp. malvasia, nhd, 
malvasier, verderbt auch malmesir; ndd. malmasier, malmesieii, 
malmesyeu; ursprünglich ein süsser wein von der Stadt Näpoli 
di Malvasia (wofür auch Mouembasia, Monerabasie), so dass unter 
einfluss dieser leeteren formen an stelle des v das m trat; vgl, 
Weigand 2, 93; Br. Wb. 3, 120; Mndd. Wb. 3, 16; Mätzner 1, 133. 

Malt male; altengl, malte, malt, ags. mealt, aUs. dUn, malt, 
ndd. molt, malt, ndl. mout, schwd. dän. malt, ahd. mhd, nhd, 
malz, aus dem deutschen auch fr. malt ; nach Weigand 2, 93 aus 
dem sing, praeter, des wureelverbums ags. meltan weich machen; 
s. melt; soune auch über manche einstimmenden ausdrücke auf 
slav. gebiete als mlato, mläta bei Dief. 2, 27 ; als Zeitwort neuengl. 
malt, altengl. maltin, nhd. malzen, mälzen. 

Mamma mutter; bei Hai. 539 mammy: fr. maman, sp. mama, 
nhd. mama, mamma; beaeichnung der kindersprache, lat.gr. mamma, 
(ui(i(uc mutter , mutterbrust ; auch kelt. mam, mnmm; vgl, Weigand 
2, 93; Wedgwood; unmittelbar nach dem lat, dann die wissen^ 
schaftlichen ausdrücke mammal, mammalia. 

^äMttitt puppe; Hai. 539 mammet: a puppet; er verweist 
auf maumet und es ist in der that nichts anderes cUs ein etwa 
in der kindersprache an mamma angelehntes mawmet; vgl, 
Wedgwood 2, 371; Trench E. 88; Stud. HO. 



Mammon — Manage. 67 

Mftnunon reichthum an irdischen gütern; wie in anderen 
neueren sprachen nhd. fr. mammon aus der bibel herüber- 
genommener ausdrucke schon goth. mummona, nach dem griech. 
lutimmvä, ursprünglich chald, mamon , mammon , hcbr, matmon 
schote, reichthum, zu dem Zeitwert taman verbergen, aufbewahren. 

Mammotli mammuth; aus dem russ. mämont, mämant, tvie 
der Russe hndloS jenes thier im jähre 1696 zuerst benannt hat, 
wohl von dem tartar, mamma erde, weil die JaktUen und Tun- 
gusen das thier unter der erde wie maülunirfe wählend glaubten ; 
Weigand 2, 94. 

Man mensch, mann; altengl. man, mon, ags. mann, monn, 
man, mon ; vgl. wegen der formen, insbesondere des plur, men bei 
Matzner 1, 236; goth. man und so in allen deutschen sprachen, 
wenn auch mit nebenformen oder geringen abweichungen wie altn. 
madr für das äÜere mannr, dän. mand ; das wort wird mit dem 
lot. mas und dem skr. manusha aus der wurzel man denken ab- 
geleitet, so dass der grundbegriff das denkende oder das sprechende 
wesen war, oder nach anderen das bleibende, wohnende; lat. 
mauere bleiben; unter den ableitungen sei hier nur wegen des 
nhd. mensch erwähnt das adjektiv mannish, altengl. menuisk, ags. 
alts. ahd. mennisc, goth. maunisk; s. Weigand 2, 98 f. 143 f.; 
Dief. 2, 30—34; Grimm Myth. 319. 

Manacle handfessel; fr. manicie, lat. manicula, zu lat. manus, 
fr. main hand, wie auf diesem auch beruhen die gleichbedeutenden 
ausdrücke it. manetta, sp. maniota, fr. menotte; wegen des in 
unbetonter silbe an stelle eines fr. i getretenen engl, a vgl. sau- 
sage und Mätzner 1, 115; es wirkte dabei offenbar der einflt^ss 
der sonst so häufigen und wirklich auf fr. -acle, -age, lat. -aculum, 
-agium beruhenden engl, endungen -acle und -age. 

Manage handhaben, führen, leitung, reitschule; une noch jetzt 
daneben in manchen bedeutungen manege und menage erscheint, 
so vermischten sich schon im roman. leicht verschiedene Wörter, 
auf denen die engl, beruhen; so das fr. manege reitschule, aus 
dem it. maneggio, zu maneggiare, fr. manier, von dem lat. manus 
hand; nUat. ntanagium; dagegen neufr. menage, altfr. manage, 
manaige, mepnage, mesnaige, mlat. mansionaticum, zu lat. mansio 
Wohnung, manere bleiben, wohnen; Wedgwood wiU mit unrecht 
aUen hierher gehörigen ausdrücken nur das lat. manus zu gründe 
legen; Scheler trefint ausser manage von menage auch noch 
manage, indem er sagt: „manage: maison, habitation, forme 



68 Manch — Mane. 

directement du vieux verbe manoir, lat. mauere: demeurer. Ce 
subst. doit etre distingue de mesnago, menage, qui deritre de 
maison;^^ vgL noch bei Hai. 549 menage: family; sicher mctcht 
sich im engl, wenigstens anlehnung an das lot. manus geltend. 

Manch ärmel; auch manche, maunch geschrieben; bei Hai. 545 
maunches: the sleeves of a coat: neufr. manche, altfr, manche, 
mance, lat. manica, sn* manus hand. vgl. über das auf demselben 
gründe beruhende fr. manche griff, it, manico, sp. pg. mango bei 
Diez 1, 262. Wegen eines anderen manch: to eat greedily bei 
Hal. 539 s. munch. 

Mandarin chinesischer beamier; fr. sp. dann auch nhd. als 
fremdwort mandarin, it. mandarino, zunächst at^ dem pg. man- 
darin, das nach den meisten von dem eeitwort mandar, lat. man- 
dare befehlen, regieren, mlat. mandaria: jurisdiction, dominion 
herkommen soll , aber erst daran gelehnt auf dem skr. mantrin 
rathgeber, von mantra rath, zu man denken, wissen, au beruhen 
scheint; Heyse 550. 

Mandolin eine art laute oder guitarre; fr. mandoline, mandole, 
mandore, pandore, it. mandola, maudora, pandora, pandiira; nichts 
wie manche meinen, wegen der gestalt nach it. mandola, mandorla 
mandel, s. almond, b^annt, sondern, une sp. bandöla, bandurria, 
pandurria, pg. bandurra entstellt aus dem lat gr. pundura, xav- 
SovQa; s. auch engl, bandore und pandore bei Hai. 138. 601 ; 
Die/ 1, :i02. 

Mandrake eine sauberwurzel; s. llal. 539 f.; aus dem auch 
ags. schon vorkommenden lat. mandragora, gr. lucvögayogag, pr. 
sp. pg. mandragora, it. mandragora, mandrngola, fr. mandragore: 
wie das engl, wort als eine volksthümlich umdeutende anlehnung 
an man und drake erscheint, so wurde es fr. weiter entsteüi zu 
mandcgloire, main de gloire. 

Mane mahne; aÜengl. mane, aÜfrs, niona, ndd. maue, man, 
ndl. mane, maan, altn. niön, schwd. dän. man, ahd. mann, mhd. 
nhd. mahne; eine freilich sehr gewagte vermuthung über weiteren 
Zusammenhang s. bei »Schwende 38(): „wahrscheinlich bedeutet 
mähnn ursprüngl. etwas den hals umgebendes, einen haisschmuck, 
gr. (dorisch) ilovvoq, fidvog, lat. monile, ags. mene genannt, d. i. 
etwas mondförmiges, so dass mahne mit mond zusammengehörte^ 
schwd. men kette, ring;^^ neuerdings hat man auf skr. many a 
nacken hingewiesen. 



Mango — Manner. 69 

Mange räude, kriUze der thiere; bei Hal. 540 mange: to eat; 
es ist das fr. auf dem lat inanducare beruhende roanger essen; 
vgl wegen der begriffsentwicklung als attsdrücke für das jucken 
das fr. demauger, ähnlich nhd. freszen, sp. comer (vom UU. 
comedere essen) ^ engl, itch. Zu demselben stamme gehört das 
neuengh manger krippe, aÜengl. mangerie, fr. maugeoire; vgl. 
das goth. uzeta q>dtvri zu itau, engl, eat; wegen des romanischen 
MeHworts Diez 1, 262. 

Mangle 1. verstümmeln; bei Levins mangle, mangil schlachten, 
zerfleischen; der ausdruck scheint in diesem sinne nicht sehr aÜ 
gu sein; altengl. maugleu gehört nicht hierher, 5. mingle; er 
beruht wohl zunächst auf dem ndat. mangulare verstümmeln, 
wdches mit man care, it. moncare verstümmeln, it. raancare, fr. 
uianqaer fehlen vom lat. mancus verstümmelt abzuleiten ist; viel- 
leicht entsprang ebendaher auch unser nhd. mangeln fehlen; s. 
Diez 1, 261; Weigand 2, 97; Schwenck 390; Lexer 1, 2030; 
allerdings führt Etm. 196 bereits ein Ugs. manc: debilis, mancus 
u$mI ein Zeitwort bemaucjan: trnncare an, wozu er vergleicht cdtn. 
minka: minuere; ferner sind bei Dief. 2, 74 eine menge vielleicht 
urverwandter ähnlicher Wörter zusammengestellt wie ndl. mank 
lahm, menk Verstümmlung, ndd. mank mangelhaft, litth. menk 
wenig; schliesslich kommt hinzu, dass mangle verstümmeln, tödten 
sich sehr wohl mit mangle 2. mischen, wo nicht gar daraus 
entwickeln konnte. 

Mangle 2. mangel, wäschroUe; in der heutigen bedeutung 
entsprechen nhd. ndL mangel, als zeitwort mangeln, dän. mangle; 
•f» den älteren sprachen bezeichnete der ausdruck nuischine, kriegs- 
WMsehine zum Steinschleudern, so engl, mangon, mangonel, altengl. 
magnel, bei Ual. 536, mangnel, magnal, mangonel, cUtfr. mangonel, 
mangoneal, mangonne, |>r. manganel, it. maugano, manganello 
Steinschleuder, armbrust; nilat. ahd. mango, mhd. mange; von 
dem lat. gr. mangauum, [layyavov, mlat. auch mangonellus; s. 
auch wegen der begriffsentwicklung genaueres bei Diez 1, 261; 
Wedgwood und Weigand 2, 97. 

Manner art und weise, sitte; altengl. maner, manere, aUfr. 
maniere, meniere, neufr. maniere, it. mauiera, sp. manera, pg. pr. 
maneirs, eigentl. die handhabung, von dem adjektiv it. maniero, 
sp. manero, pr. manier, mlat. manarius für manaarins, zu lat. 
manag hand; Diez 1, 262; auch nhd. als fremdwort manier. In 
gewissen bedeutungen, wie besonders in der redensufrt taken in 



70 MancBuvre — Many. 

the manner beruht aber das engl, wort auf dem älteren niainor, 
mainour, maynovre, norm, fr, manour, meinoure, altfr. mauoevre, 
manoyvre, it. mauovra, sp. maniobra, aus dem lat. mauus und 
opus, opera; „used as well in the sense of actual occupation as 
of an object in the occupation or possession of any one; mlat. 
probateres cum manuopere capti: approvers t^ken with the goods 
in their possession; this gave rise to the E. expression: taken 
with the mainour, afterwards, taken in the manner, in flagranti 
delicto'' Wedgwood. 

Mancßnyre manöver; auch maneuvre geschrieben, fr. manoeuvre, 
nUat. manopera, raanuopus, vom lat. manus und opus, opera; 
Diez 1, 263; aus dem fr. als fremdwort dann in andere neuere 
sprachen gedrungen; vgl. Heyse 552; s. ferner unter manner; 
im engl, umrde es mit der besonderen bedeutung bebauen, düngen^ 
dünger auch der form nach besonders angeeignet als manure; 
vgl. Hai. 541 manurance: cultivation; auch über den ehemals noch 
allgemeineren sinn Wedgwood und Trench 131. 

Manor herrensite; bei Hai. 540 nianer: a seat or dwelling; 
altengl, mauour, maner, manere, manoir, fr, manoir, mlat. niane- 
rium. von dem Zeitwort altfr. manoir, lat. mauere bleiben, wohnen, 
zu dem dann weiter gehört engl, mansion wohnung, lat. mausio, 
fr. maison; vgl. manage; Diez 1, 258; Burguy 3, 235. 

Mantle mantel; altengl. altfr. mantel, neu fr. manteau, it. 
mantello, pr. mantel, von lat. mantellum, mlat. mantum, mantellus ; 
vgL it. manto, ammanto, sp. pg. manto ein kleidungsstück, sp. pr. 
manta, fr. mante decke, verkürzt aus lat. mantelum, femer it. 
mantile, sp. mantilla, das dann auch fr. nhd. engl, als mantille 
erscheint; vgl. Diez 1, 203 und Heyse 552; in dem engl, man tu a 
frauenkleid, mantel mag zusammen mit dem it. manto oder dem 
fr. manteau der eigenname Mantna wirksam gewesen sein; vgl. 
milliner. 

Mannre düngen, dünger; s. unter manoeuvre. 

Many manch, viele; altengl. mani, moni, mani^, ags. manig, 
man ig, mouig, maneg, goth. manags, alts, maneg, maueg, fries. 
manch, ndd. manig, menig, maniiich, mennig, ndl. menig, ahd. 
manag, mhd. manee, manic, nhd. manch, schwd. mänge, dän. mange ; 
vgl. among und das nhd. menge; Dief. 2, 34; Weigaud 2, 95; 
es scheint urverwandt zu stimmen mit altslav. mncSg, russ. mnogiy, 
poln. mnogi, böhm. mnohy viel; unsicher sind andere vermuthungen 
eines zusanunenhangs mit lat. multus, mit goth. magan o<ier gr.^Uvog. 



Map — Marand. 71 

Map karte; altengl. mappe; dUfr, mappe serviette (neufr. 
nappe, vgL apron), lait. mappa tischtuch; über die weitere begriff s- 
eniwieJdung bemerkt Scheler: „de mappa les savants par allusion ä 
one serviett«! pliee en deux on a une nappe etendue sur la table 
ont cree le terme mappa mundi'/* daher dann it mappamondo, 
fr. mappemonde Weltkarte, sp. mapa, pg. mappa karte; in einer 
anderen bedeutung tasche, papiertasche wurde dasselbe wort zum 
nkd, mappe, weü das vortuch mappa auch benutzt wurde, speisen 
darin nach hause zu trafen; vgl. Weigand 2, 103. 

Maple ahom; altengl, mapel, mapul, ags, mapel, mit treov, 
treo, engL tree bäum, zusammen mapeltreö, mapolder, mapuldor, 
mapuldre; derselben bedeutung, aber in einer doch merkwürdig 
abweichenden form ahd, mäsalträ, masalderä, masolträ, mhd. 
ma5alter, mä5olt(r, masolter, masholter, nhd. maszholder; vgh 
Weigand 2, 115; Grimm Gr. 2, 531: „weder die bedeutung von 
ma5al und mapul, noch die Verwandtschaft beider (da sich 5 und 
p nicht berühren) verstehe ich;'*^ vielleicht fand, une oft bei den 
namen der bäume, eine vertauschung statt und könnte gleichsam 
als verbindendes mittelglied angenommen werden upuldor, wie 
denn affblter, affolder, apfeldorn, ndd, appeldorn, appeldörel nicht 
den apfelbaum, sondern unter anderen auch den ahom bezeichnet, 
entstellt aus ahd. aphultra und vermischt niit masaltra massholder; 
vgl. Grimm 1, 185. 534. 

Mar verstümmeln, verderben; bei Hai. 542 marr: to spoil a 
child, to soil or dirty any thing; altengl. marren, merren, in der 
Zusammensetzung amerren, amärren, amarren, ags.merx^n^ myrran: 
offendere, impedire; ämerrran, ämyrran : turbare, obstraere, dissipare ; 
f>gL Mätzner Wb. 1, 73; gotK marzjau 6%av8aXliuVf alts, merrian, 
aUfrs. meria, ndl. marren^, maren, meren, ahd. marrjau, marren, 
merren, nihd. merren aufhalten, hindern, mundartl, nhd. merren 
verwirren; s. Dief. 2, 4(i, wo auch vermuthungen über weitere 
Verwandtschaft zu finden sind; das engl, mar scheint nun aber 
mindestens mit beeinflusst zu sein von den auf jenem german. 
warte beruhenden roman. ausdrücken nüat. marrire, altfr. pr. 
marrir, sp. marrar verlieren, verletzen, betrüben; s. Üiez 1, 2G5. 
'Maravd plündern, marodiren; die meisten neueren sprachen 
wie das engl, und nhd. haben den ausdruck erst aus dem fr. 
mamnd bettler, taugenichts, maraude liederliches weibsbild, 
mamuder ]^iündernd umherstreifen, maraudeur u. s. w., welche 
nach Dies 2, 369 ctuf dem stamme von mar mit der büdungssilbe 



72 Marble ~ March 3. 

aud beruhen; Mahn geht aus von dem lot. moratores midufügler ; 
cmdere von dem sp. merodear; dies aber soü herstammen von 
maroto, lat male ruptus; eher vieUeieht von dem arab. marid, 
plur. mardä und marada krank, elend, woran sich unser nhd. 
marode müde, ermüdet, schwach in seiner bedeutung genau oft- 
sckUessen würde; vgl. Weigand 2, 109. 

Marble marmor; altengl. marble, marbil, marbelle, marbylle, 
marbuUe, merbyl, »acÄ dem altfr. marble, lat. raarraor, gr. (mq- 
(ucQog stein, felsblock, marmor, zu (laQfuclQBi^v schimmern; vgl. 
wegen der lautveränderungen Mätzner 1, 134 und die verschiedenen 
formen desselben wertes ags. marmarstan, marmaustan, ahd. marmul, 
mhd. marmel, mermel, nhd. marmor, marmel, murmel, niärmel, 
ndl. manner, marmel; it. marmo, pg. marmore, sp. marmol, pr. 
marme, marbre, neufr. marbre. 

March 1. marsch, marschiren; fr. marche, als Zeitwort cdt- 
engl, marehen, aus dem fr. marcher; von diesen entlehnt erst it. 
marciare, marcia, sp, pg. marehar, marcha, wie nhd. marschiren, 
marsch; s. Weigand 2, 110; Üiez 2, 370 weist nicht nur wie 
früher zurück die ableitungen von dem kelt. march oder dem ahd. 
marah pferd, vom lot. mercari handeln, von fr. murche für marque 
fusstapfe, sondern giebt auch die erMärung ai4S altfr. murche 
marke, grenze, vgl. march 2., nach redensarten wie aller de 
marche en marche von land zu land ziehen, reisen, ganz auf; 
der Ursprung sei vielmehr mit Scheler in dem lot. marcus, mar- 
culus hammer zu suchen, da die älteste bedeutung von marcher 
ist: den fuss auf etwas setzen, mit dem fusse pressen, treten^ 
wie noch jetzt in marcher TetoflFe, dann erst sich fortbewegen; s. 
Scheler 212. 

March 2. marke, grenze, grenzland; besonders als plurcU 
marches; altengl. marche, zunächst doch aus dem altfr. marche 
grenze, neben marque zeichen, die wie it. sp. pg. pr. marca 6e- 
ruhen auf dem germanischen werte goih. marka, ags. mearc, ahd. 
marcha, alts, marca; s. Diez 1, 2G3; Weigand 2, 105; Diet*. 2, 
50 ff. 765 und vgl. mark. 

March 3. märz; aUengl. marche, mersbe, dUfr. maroh, mars, 
neufr. mars, pr. mars, martz, sp. it. marzo ., pg. marfo, kU. 
Martins, woraus dann auch hervorgingen ahd. marceo, mhd. 
merze, nhd. märz, merz; eigentlich Martius mensis der dem Mars 
geheiligte monat. 



Marchionest — Maijoram. 73 

MarfUoneSB marquise; ummttdbar nachgebüdei dem mlaL 
marchionissu, marcioniss<a als der weibliehen beeeichnung eu marcio 
markgraf; vgl march 2. und marquis. 

Mirflipaiie sfuckerbrot; auch nhd. marcipan, marzipan, aUfr. 
marcepain, neufr. massepaiu, sp. mazapan, Ü. marzapane, nUat* 
marcipanis, panis Martios; die deutung des wartes ist unsicher^ 
wenigstens in besug auf den ersten theü^ wahrend der gweite van 
hause aus kaum etwas anderes sein wird als das IcU. panis hrot, 
ü. pane, fr. pain ; jenen hat man atus Martins oder Marcus , aus 
dem lot. gr. maza, futia brot, huchentdch oder aus dem lot. 
marcere welken y trocken werden erklärt ^ ohne dass eine volle 
Sicherheit gewonnen wäre. 

Mmre L stute, pferd; attengl. mare, meere, mere, mure, bei 
Hal. 547 meer; ags. mere, myre, merihe, altn, meri, schwd. märr, 
d&n. mär, ndd. merie, mere, märe, ahd. mcrha, merichä, merihä, 
mkd. merche, merhe, nhd. mähre; das weibliche wort 0u ags. mear 
fur mearb, aUn. marr, ähd. marach, march, mhd. march, marc 
pferd; dies stimmt lautverschoben mit dem oZ^A^. marka, tV. 
marc, welsch march; vgl. das russ, merin; s. VVeigand 2, 87; 
Dief. Or. Eur. 429 f. und vgl. marshal. 

Mare 2. alp, drückender nachtgeist; fast nur üblich in der 
susammensetjsung night-mare aipdrücken, aUengl. nihtmare; bei 
Hai. 541 mare: an imp, or demon, a hag; äUengl. mare, mere, 
Offs. mara bei Bosw., altn. mam, ahd. marä, mhd. mure und mar, 
nhd., mar, mahr, ndd. mare, mar, m6r; nach Weigaud 2, 87 nahe 
verwandt den poln. mora, bohm. mnra alp, abendf alter, russ. 
kikimora gespenst, und vielleicht aus einer wureel mit goth. marzjan, 
vgl. mar, entsprossen; s. Grimm Myth. 1, 433; Mndd. Wb. 3, 33; 
auf roman. gebiete erscheint das wort im fr. cauchomar alp- 
drüeke9$, aus mnro und dem fr. nicht mehr vorhandenen verbum 
eaucher, pic. cauquer, bürg. c6qnai, d. t. lot. it. calcare treten, 
pressen, drücken; wall, auch das einfache marke; Diez 2, 371. 

Margil rand; bei Hai. 542 margent, marge, aUengh mergin, 
margine, fr. pr. marge, sp. margen, pg. margem, iU margine, lot. 
margo, gen. marginis; vgl. mark. 

MujoraB majoran; bei Levins margerim ; it. niajoräna, 
maggiorana, sp. mayorana, pg. maiorana, mangerona, fr. marjo- 
laine, ndL maioleyne, mariolein, mhd. meigrumme, nhd. majoran, 
wmndartUch maigram , meirau ; mit verschiedener anlehnung 
mmd umdeutung entstellt aus ndat. majoraca, kU. gr. amaracns, 



74 Mark -- Marl 1. 

amaraeam, dfjuxQccxogy dfuzQaxav; s. darüber Diez 1, 250; Wei- 
gand 2, 89. 

Hark eeichen, marke , tnarky bezeichnen, merken; aUengi. 
marke, merke, merk, (tgs. mearc, ndh mark, merk, aUn. mark, 
merki, schwd. dän. marke, mhd. marc, nhd. marke mit der grund- 
bedetUung zeichen; dazu als zeiiwort altengl. markiu, merken, 
merkiu, ags. moarcian, ndL merken, aUn, marka, merkja, schwd. 
märka, dän. marke, ahd. marcbön, merchau, merkau, mhd. nhd. 
merken, ndd. markeu; als bezeichnung van gewicht und münze 
neuengL mark und marc, altengl. mark, ags. marc, aUndl. mark, 
merk, altn. mörk, mhd, marke, marc, nhd. mark; das aUgerm. 
wort, welches schon als goth. marka ^enir^ erscheint, vgl. march 2^ 
ging dann frühzeitig in das romanische gebiet über und kehrte 
für manche bedeutungen aus diesem zurück ; vgl. die hauptwarter 
it. sp. pg. marca und marco, fr. marque, marche und marc, die 
Zeitwörter it. marcare, marchiare, sp. pg. pr. marcar, altfr. merker, 
merchier, neufr. marqaer; s. Diez 1, 263; Weigand 2, 105 S. 14G 
und Dirf. 2, 50-53: wo auch die weiteren, freilich wegen der 
vielfach stattgefundenen enÜehnung nicht immer Idaren be- 
Ziehungen zu den ausdrücken urverwandter sprachen berück^ 
sichtigt sind; geht man aus vom goth. marka mark als grenze, 
wozu lautverschoben stimmt das lat. margo äussertes ende, rand, 
so konnte die entwicklung der begriffe in der reihe erfolgt sein: 
rand, ende, grenze, grenzzeichen, grenzland und wieder zeichen 
Überhaupt, bestimmtes mit einem zeichen versehenes gewicht, gdd^ 
summe u. s. w. 

Market markt; altengl. market: wie ahd. merkat, merckat, 
mhd. market, nhd. ndl. markt, dltn. markadr, schwd. marknad, 
dän. marked und die roman. ausdrücke it. m(*rcato, sp. mercado, 
pr. mercat, fr. marche, aus dem IcU. mereatus handel, dann kauf- 
platz zu mercari handeln, merx, gen. mercis waare; s. Weigand 
2, 108 und vgl. merchant. 

Marl 1« mergel; altengl. marle, mavl; altfr. marle, merle, neufr. 
marue, it. sp. marga, mkU. margila, altn. mergill, ahd. mergil, tAhd. 
nhd. ndl. schwd. dän. mergel; von dem lat. oder vielmehr nach 
Plin. h. u. 17, 6 ursprüngl. keU. marga; vgl. ir. gad. marla, armor. 
marg; s. Dief. Or. Eur. 380; Diez 2, 371; Weigand 2, 145; unser 
nhd. mergeln, ausmergeln cwtkräftigen , wenn auch jetzt vielfach 
als ableitung von uit^rgel empfunden, gehört doch vielmehr zu mark, 
engl, marrow; vgl. Grimm 1, 78. 917. 



Marl 2. — Maroon I. 75 

Mirl 2. marlen; (ds schifferausdruck; ndL ndd. marlen; Hal. 
542 marl: to ravel as eilk; toohl erst verhurai aus dem Hauptwort 
marliue dünnes seil, segelgam, ndl. marliog, merling, marlijn, 
fries. Dierljne, ndd. marlink, marlincn, dän. merling, merle, fr. 
merliu, sp. merlin, pg. merlim; Br. Wb. 3, 133; d(is wart soU 
seinem ersten theile nach mit fr. amarrer ein schiff anbinden auf 
dem ndd. ndl. marren^ merren hindern, aufhalten, vgl. mar und 
moor 3., beruhen, der zweite theil wäre dann etwa das ndd. lieQf 
line, nhd. leine, engl, line; übrigens schon altengl. marlin, marlen 
verstrichen. 

Maraalade saftmus, fruchtmus; aUengl. niarmalet: fr. und 
daher auch (ds fremdwort nhd. marmelade, it. raarmellata, sp. 
mermelada, pg. marmelada, von dem pg. niarmelo quitte, at^s dem 
tat. gr. meliinelaiu, lAeilfitilov eigentl. honigapfel, gr. (dU honig^ 
li^lov apfel; s. Diez 2, 155 unter dem sp. membrillo quitte, quitten- 
mus; VVeigand 2, 109. 

Mannoset eine art äffe; fr. marmoaset: petite figure grotesque; 
marmot: gros singe; figure grotesque; über den ziemlich dunklen 
Ursprung der fr. Wörter, der vielleicht mit in dem naturausdruck 
marmotter, nach anderen in gr. (ioq(u6 gespenst oder in dem aUfr. 
menne klein, UU. minimus, wo nicht im lai. marmoretum marmor- 
bild, götzenbild zu suchen ist, vgl. Wedgwood, Scheler und 
ma rm ot. 

Mamot murmelthier ; fr. niarmotte, it. marmotto, marmotta, 
marmontauay sp. pg. raarmota, churwl. niontanella, murmout, ent- 
stelU a%^ lat. mus montanus oder mus niontis bergmaus, etwa 
unter anlehnung an das unter marmoset erwahnle fr. marmotter, 
marmouner, altfr. auch marmouser, wie die deutschen ausdrücke 
akd. muremunto, mnrmenti, nihd. murmendin, Schweiz, murmet, 
nhd. miumi<*lt1ner durch murmeln, vgl. murmur, bestimmt wurden; 
vgl. Scheler; Diez 1, 265; 2, 371; VVeigand 2, 213; andrerseits 
mag dann der name des thieres auch auf die bedeutungen des fr. 
marmot einfluss gehabt haben. 

Marotll 1. entlaufener neger; auch marroon geschrieben; fr. 
marron, verkürzt aus simarron, sp. cimarron, pg. cimarräo; nach 
Wedgwood: „in America and the W. Indies, of men or animals 
that have taken to the woods and run wild; perhaps from 8p. 
cima: a cave, as taking refuge in caves;** nach Mahn vielmehr 
von dem sp. cima gipfel, so dass ein cimarron neger derjenige 
hiess^ der sich in die gebirge geflüchtet hatte. 



76 Maroon 2. ^ Marrow 2. 

MardOB 2. kastamenfarbig ; fr. uiarroii aahme kastaniCy cmch 
nkd, als fremdwort maroue, vom it murrone, spätgr. itdgaov; 
vgl Diez 2, 45. 

Marque in dem ausdrucke letter of marque; fr. lettre de 
marqae kaperbrief; marque ist nur die fr, form für mark und 
march in der bedeutung grenze; Wedgwood 3, 5<34: ,,Mid. Lat. 
marcha, Fr. marque, is commonly explained as an authority p^ven 
by a prince to any of his subjects, who have been wronged by 
those of a neighbouring sovereign , and have not been able to 
obtain justice at his hands, to pass the marches or boundaries of 
his states and do themselves right upon any of his subjects or 
their property. Perhaps this may not have been the exact modo 
in which the expression has arisen, but there is little doubt that 
it is connected with the notion of marches or borders.'^ 

Msrqvis marquis, markgraf; fr. marquis, aÜfr» markia, 
marchis, pr. murques, marquis, sp. marques, pg. marquez, ii. 
marchese, mlcU. marchensis, marchius, marchis, gewöhnlich marchio, 
van dem ndat. murcu, roarch«n. vgl, mark und march 2.; dUengL 
marques, markes, marcheis, maröhis, marquyse, merques, womu 
dann weibUeh markisesse, marquesse, fr. marquise, während neu- 
engl. dafür üblich marchioness. 

Marriage heirath; aUcngl. mariage, aiUfr. mariage, mairage, 
neufr. mariage, pr, mariatge, mariJatge, sp. maridage, f^. mari- 
taggio, mkd. maritagium; 0U IcU. maritnre, dUfr. marier, aUengL 
marien, maryen, neuengh marry; aus dem lat. maritus ehemann^ 
fr. mari. 

Marrew 1. mark; aUengL maiow, merow, mary, mergh, margh, 
mars, ^^ Hal. 542 margthe; 550 mere vis, merghe; ags. mearg, 
mearh, aUs. mai^, ndL marg, merg, aUn. mergr, schwd. märg, 
dän. marv, ahd. marac, marc, marh, mhd. marc, march, nhd. mark ; 
s. Weigand 2, 106; 0U eend mazga, skr. majjan, majjas, aitslav. 
mozgn, von der wurzel mus^ (skr. majj aus masj), lat. mergo; 
s. Lexer 1, 2042; Dief. 2, 270. Das mundartl. marrow: a kind of 
sausage bei Hal. 542 »5^ markwurst, vgl. bei Etm. 207 die ags. 
mearhgehac^^, mearhhaccel: botulus. 

Marrow 2. gefahrie; bei Hal. 542 marrow: a companion, or 
friend; a mate, or lover, similar, suitable, uniform; aUengk maro, 
marw, murow; vielleicht ursprüngl. mit der bedetUung zart, zärtlich 
das ags. mearo: tener bei Ktni. 208, welches mit unseren nhd. 
mürbe, morsch zusammenhängt; bei Ual. 550 merowe: delicate. 



Marry 1. — Marien 2. 77 

Miny 1. heircUhen; 8. unier marriage. 

Many 2. fürwahr; als interjektian der betheuerung entstanden 
aus dem anrufe der Jungfrau Maria ^ by Mary; s. Hai. 542; 
Mätauier 1. 471. 

Marsh morast, sumpf; aUetigl. mershe, mersh, ags. mersc, 
mmdl . mersche, maersche, ndd. und danach auch tiAd. luarsch, 
dän, marsk sumpf land, niedriges weiddand; doch deutet die noch 
heute übliche form roarish, bei Levins marrice, darauf hin, dass 
sich mü dem germanischen worte auch das romanische mischte; 
attengi. mareys, mareis, altfr. man is, luarois, neufr. luarais sumpf 
pr. mares, it mavese, daneben aUfr, maresqs, pr, marcx für 
marsc; vgl über das stammufort {o^. mare und eine menge nahe 
tretender ausdrücke in den germanischen und keltischen sprachen 
Dief. 2, 44; Diez 1, 264; Weigand 2, 110, sowie die engL mere 2., 
moor 1. und morass. 

Marshal marschaU; cdtengl. marshal, marehalle, niareschalle, 
marschalle, mareschall: Hai. 541. 543; altfr. marescal, mareschaU 
mlaL mariscalas, marscalas, aus dem ahd. marah-scalh pferdC' 
hmecht (von marah pferd, s. mare 1.« und goth. skalks, ags. 
scealc, noch altengl. scale, schalk, s. Dief. 2, 232); vgl. Ober die 
romanischen formen it. mariscalco, maniscalco, maliscalco, sp. pg. 
mariscal, pr. manescalc, neufr. mareehal bei Dioz 1, 264; über die 
mhd. marschalch, marschalk, nhd. marschall bei Weigand 2, HO; 
wegen der begriffsentwicklung , die im engl aeitwort marshal 
amardnen, mustern am weitesten ausläuft, die Wörterbücher und 
Wack«*rnagel Umd 0. 

Mart markt, handeln; Musammengeeogen aus market; d>enso 
itst das mhd. market, markt mundartlich $u mart geworden; s. 
Uxer 1, 2049 f. 

MarteB L marder; daneben martern; bei Hai. 543 martems: 
Ae for of a martin ; martill : a m.irten ; martrone : the marten ; 
/r. oiarte, martre, it. martora, sp. pg. niarta, pr. mart; aber auch 
schon ags. meard; schwd. m&rd, dän. maar, ndl. marter, ahd. mhd. 
nkd. raarder, ndd. niarte, märt; nUat. mart as, mardalas, mardams, 
mardarios, lo^.martes; Diez 1, 266; Weigand 2, 104. 

Marten 2. eine art schwalbe; auch martin und martlet; ver- 
sehiedene vögel scheinen nach dem heü. Martinas benamU mu sein, 
oht^ dass die veranlassung dazu klar wäre; vgl fr. martinet 
hamsschwalbe; Wedgwood: „Fr. martin - pechenr : a kingfisher; 
oiseaa de St Martin: the ring tail, a kind of hawk; Piedm, 



78 Marvel - Maslin. 

martlet: a swift (Lat. apas), a bird with very small feet, wheuce 
martlet, iu heraldry, a bird represented without feet. K. martin 
is applied to the swallow-kind iu general. The same conversion 
of n to 1, as in martlet, is seen in Martlemas for Martinmas, the 
feast of St. Martin;'' vgl Diez 1, 265. 

Mirvel wunder, umndern; bet Hal. 542 marl; dUengl. mer- 
vaille, marveyle, fr. merveille, it. pr. meraviglia, it. sp. pg. mara- 
viglia; aus dem IcU. plural mirabilia umnderbiMre dinge; cds geit- 
wort aUengl. merveilen, altfr, merveillir; dazu neuengh marvelous, 
aUengl. memailons, merveillous, merveylouse, fr. merveilleux. 

Mi8h aerquetschen, mischen, meischen, gmnisch, meische; bei 
Hal. 544 mash: a preparation for a horse, generally made of 
malt and bran; mask: to infuse; altengl. masehiu, mashen mischen; 
am nächsten stehen die nhd. maische, meische, meischen, welche 
Weigand 2, 137 ob dunkler herkunft, aber unverwandt mit mischen, 
engLinix^ bezeichnet; immerhin weist das nhd. mischmasch, auch 
engl, raish-mash: a confused mass bei Hal. 55G wenigstens auf 
eine vermengung mit diesem stamme hin; sonst ist auch schwd. 
mäska, dän. mäske meischen; man kann auch denken an das 
aUfr. niascher, neufr. mächer kauen, pr. maschar, raastegar, sp. 
pg. masticar, it. lot. masticare; s. Diez l, 268 ; welche ein aitengl. 
maschen zerquetschen veranlassen mochten; vgl. auch smash; 
wenn bei Hai. 544 mash auch für marsh begegnet, so erinnert 
dies andererseits an unser nhd. martschen, matschen breiweich 
quetschen, welches nach Weigand 2, 118 auf dem it. marciare in 
fäulniss bringen, marcio faul, verdorben beruht. 

Mask maske; zunächst, wie das nhd. maske, aus dem fr. 
masque larve, mUxt. masca hexe, nach Urimm Myth. 1036 zu dem 
fr. mächer, lat. masticare kauen, weil die hexe kinder frisst; vgL 
Weigand 2, 112; nach anderen deutschen Ursprungs zu ahd. mascä 
netz, nhd. masche, s. mesh; oder vom gr. ßdöxa; am wahrschein- 
Uchsten nach Mahn stammt mascara aus dem arab. mascharat 
gelochter, dies von der würzet sachira verspotten; das fr. masque 
wäre dann, vielleicht durch einfluss von masca hexe, erst verkürzt 
aus it. mäschera, sp. pg. mascara ; vgl. Diez 1, 266 ff. ; Mahn Et. 
Unt. 60; Wedgwood und Scheler. 

Maslin mengkom; auch mastlin und mesl'n geschrieben; hei 
Hai. 544: maslin, mastlyn, mastlyone, mashelton; altengl. findet 
sieh zunächst mastling, mestÜng erz, messing, bei Col. 51 mastlyng 
und dies ist offenbar das ags. maeslen, mäslinn, dem alin. messing, 



Mason - Mast 1 79 

mM. messinc, nhd. messing entsprechen y nach Weigand 2, 149 
beruhend auf dem lat massa metcdlJUumpen; bei Worcester tmrd 
Queh in dieser bedeutung noch angeführt neuengh mastlin; fur 
den ablichen sinn mengkorn aber ist wohl eine unschwer erklär- 
Uche vermengung ansunehmen mit roman. Wörtern, wie altengl. 
nieelin, miscelin, misceliue, aus lot. miscellaneas gemischt und 
dem aUfr. mesteil, mostillon, inesteloii, neufr. meteil, nUat 
mestellum, mixtellnm mengkom, die auf lat. miscere mischen 
MurOekweisen; vgL noch Wedgwootl und Koch 3^ 64. 

MSMB maurer; vgl. bei Hai. 535 mace: masonry; 544 masoner: 
a bricklayer; aJtengl, mason, masonne; fr, ma9on, pr. masso 
steinh4Muer, maurer , nüat. mattio, macio, machio ; die romanischen 
Wörter werden meist von dem stamme des goth. maitau abhauen 
hergdeitetj auf dem unsere nhd. mf*iszel, messer, stein -metz be- 
ruhen; Dief. 2, 23; doch vgl. bedenken dagegen bei Diez 2, 36(5 
und andere erOärungsversuche bei Seheier; nach den miat. formen 
mactio, marcio. macerio möchte Mahn das wort auf lat. maceria 
mauer zurückführen; vielleicht gehört es gu led. marcus Schlägel, 
hatttmer. 

Mass 1. masse, menge; altengl. masse, fr. masse, sp. masa, 
pr. pg. it, ahd. massa, mhd. nhd. masse; aus dem lat. niassa 
tkimpen, ßusammenhangende menge. 

Mass 2. messe; altengl. messe, messe, ags. masse; aM. messa, 
mkd. misse, messe, nhd. messe, ndl. mis, misse, aUn. schwd. 
messa, dän. messe; it. messa, sp. misa, fr. messe: aUe aus dem 
lat. missa, nach der aufforderung in der kirche: ite, missa est, 
sc concio gM, die Versammlung ist entlassen, womit die noch 
nicht vöüig gereiften christen vor beginn der öffentlichen abend- 
maUshandhmg entlassen wurden, an der sie nihht theilnehmen 
durften; s. Weigand 2, 147; Scheler 220; Ducange unter missa; 
später bekam dann mass den allgemeinen begriff des festes , wie 
in den MUsammensetzungen Christmas, Lammas. 

Massaere *gemetgel; fr. massacre, mlat. mazacriam, welche 
mach Diez 2, 372 auf dem deutscJten stamme des ahd. meizan, 
gumächst etwa auf dem ndd. matskcn gerhauen beruhen; vgl. ndk 
matsen tödten ; s. Mahn Et. Unt. 69 ; Dief. 2, 22. 

Mast 1. die mast; cdtengl. mast, ags. mäst, besonders von eichein, 
bucheckem als futter; bei Levins mast: gland ; <ihd. mhd. nhd. mast, 
wohl für matst entstanden gu denken aus dem stamme des goth. mats 
epeise, ahd. mas; s. Grimm Gr. 2, 208; Weigand 2, 113; Dief. 2, 55. 



80 Maat 2. — Mat 

Mast 2. der mast ; aUengU mast, ags, uiäst, dUn. mastr, schwd. 
dän. ahd. mhd, nhd. ndd. ndl. .mast; in das roman. gebiet ge- 
drungen pg. masto, mastro, pr. mast, fr. mat; dunJUer herJamfi; 
s. Weigand 2, 113; Diez 1, 268. 

Master meister^ herr; aÜengl. maister, maistre, altfr. maistre, 
neufr. maitre, pr. maistre, maestre, mestre, mayestre, neusp. 
maestre, maestro, aUsp. mestro und wie pg. mestre, it. maestro^ 
mastro, van dem UU. ij^agister, das aber frühzeitig auch in die 
german. sprachen drang: ags. mägester, mägster, mäster, aUn. 
meistari, schwd. mästare, dän. mester, ahd. meistar, mhd. nhd. 
meister, ndd. ndl. meester; vgl. Diez 1, 257; Weigaud 2, 138 und 
s. wegen des Uxt. magister seinem stamme und seiner cMeitung 
nach das engl, mach und Bopp Y. Gr. 2, 33. 

Mastic eine art hare; fr. mastic, pr. mastic, mastec, ü. mastice« 
mastico, im nhd. als fremdwart wie mlat. mastix, nach dem lot. 
gr. mastiche. lutötlxij ; dies aber sali zu dem gr. luiötai kauwerk- 
zeug^ imötaisiv kauen gehören, weil man den mastix , wie nach 
jetzt im margenlandCj kaute j um den athem wahlriechend mu 
machen; Weigaud 2, 114; auch ndl. mastik, sp. masticis, almaciga, 
pg. mastiqag, almecega. 

Mastiif grasser hund; bei Hai. 544 masty, cdtengl. mestyf, 
mlat. mastivus(?) neben mastinus; im raman. gebiete entsprechen 
aitfr. mastin, neufr. mätin. it. mastino, sp. pr. mastin, pg. mastim, 
welche van Dicr/ 1, 258 in dem ursprünglichen sinne eines haus- 
hundeSy hausgenassen aus dem it. magione, fr. maison, Uxt. mansio, 
vermittels eines masuadiiio, nach iiiasnada, hergeleitet werden; die 
abweichende endung im engl, lässt sich einfach erklären durch 
die auch sonst viel verwendete ableitungssilbe iff, ive, vgl. Mätzner 
1. 510; vieUeickt abef fand auch geradezu eine vermengung statt 
mit dem altfr. mestif, chien mestif bastardhund, blendling, neufr. 
metif neben metis, was auf einem lat. mixtivus neben mixticios 
beruhen würde; vgl. mestee. 

Mat matte; altengl. matte, ags. meatta, aus dem lat. matta 
grabe decke van binsen; ebendaher ahd. matta, auch mit regd- 
rechter lautversehiebung mat^e, mhd. nhd. ndd. matte; ebenso 
it. matta ; nach der bereits späUat. vorhandenen nebenfarm natta 
die altfr. nate, neufr. natte, mndl. natte; daher auch altengl. 
nat, natt: a mat bei Hal. 571; s. Weigand 2, 118; Diez 2, 385 
und vergleiche wegen des wechseis van m und n das engl, map, 
lat. mappa, fr. nappe. 



Matadore — Matriculate. 81 



« 



Matadore matador ; es ist das in die verschiedenen neueren 
^^achen als fremdwort aufgenommene sp. matador der tödter, 
wm dem zeittoort sp. pg. pr. matar^ IcU. mactare schlachten, todten. 

Match 1. genösse, ebenbürtig, partie, heirath; bei Hal. 544 
matchlj: exactly alike; altengh macche, meche, metche, niatche, 
ags. ge-macca neben maca: consors, conjax, sodalis; scheideform 
von make 2.; vgl. matchless und makeless unvergleichlich; s. 
Maizner 1, 204. 223; ids Zeitwort aUengl. inatchen, macchen. 

Mateh 2. hmte, docht, schwefelhoU; bei Levins roatche: 
Ijchnus: es ist das fr. meche Wnte, dacht, pr. mecha, meca, sp. 
pg. mecha, it. miccia, nilcU. mixa, mixus, myxus: ellychnium, vom 
laL myxDs, gr. fiv^a diüe der lampe; Diez 1, 27(5; eine andere 
ableitung versuchte Wedgwood aus dem lat gr. metaxa, mataxa, 
liira^ yLOvaJiiDL seide, büschel, faden, it. matassa, aitfr. madaise, 
pr. madaisa, sp. madexa; s. über diese vom fr. meche abstehenden 
warier Diez 1, 268. 

Mate L genösse, gleichen, vermählen; Mengl. mate ; zunächst 
aus dem ndl. maet, ndd. mät genösse ; dies kann entweder zu dem 
stamme des goth. mats speise, s. engl, meat, gehören, vgl. dcts 
aJuL gimazo und Dief. 2, 55; oder aber zu dem des ags. gemaete 
passend, ahd. kimäsi, mhd. gemaeze, nhd. gemäsz ; vgl. das dUn. 
mati maass, go(h. mitan messen; Dief. 2, 77; das ndl. maet ist 
besonders als Schifferausdruck weiter gedrungen; s. die fremd- 
warter maskopei, maatschap bei Heyse 541. 

Mate 2. matt, abmatten, verwirren; altengl. mate, als zeit- 
wort maten, cdtfr. mat, matt, mater matt setzen, demOthigen; 
Aendaher das mhd. mat, nhd. matt, s. Weigand 2, 118; mlat. 
matins, it. matto, sp. pg. mate, pr. mat, nebst den Zeitwörtern it. 
mattare, pr. matar, altfr. amatir; dUes nach dem arab. schach- 
spidausdruck mat schah todt ist der könig; vgl. die hebr. müt 
sterben, met todt; s. Diez 1, 269; auf dem roman. gebiete lag für 
das verbum eine Vermischung mit dem lat. mactare, sp. pg. pr. 
matar siMaehten, tödten sehr nahe. 

Matriculate in ein register einzeichnen; wie das fr. imma- 
tricaler, nhd. immatricnlireu gebildet nau^h dem lat. matricula 
stofunverzeichniss , stamm, von matrix gebärmutter, zu mater 
mufitr; vgl. fr. engl, matrice, nhd. matrize hauptform; Weigand 
2, 117; aus matricalarins entstand auch das aÜfr. marreglier, 
neufr. mnrgaiUier kirchenvorsteher , weü er das armenregister 
fuhrt; Diez 2, 371. 

M aiUr, Rtjm. WörUrb. II. a. Avil. 6 



82 Matter — Maul. 

Matter stoff, eiter; von bedeutung sein ; aUengl. mattere, mater, 
matere, matiere, aUfr. matire, matere, matiere, neufr. matiere, von 
dem lat materia staff ^ welches pr. sp. pg. it unverändert, als 
fremdtoort auch im nhd, dän. materie ujiederkehrt ; besonders 
weit geht die begriffsentwicklung des engl. Wortes, ist jedoch leicJU 
erkennbar. 

Mattock haue; altengl. mattocke, mattok, mattoke, a^5. mattoc, 
mattuc; das wort scheint, da entsprechende formen den german. 
sprachen sonst abgehen, zunächst auf dem keU. gebiete seinen 
Ursprung zu haben, gael. madag. kymr. mattog, urverwandt aber 
zu der umrzel des goth. maitan abhatAen zu gehören; merkwürdig 
überein stimmen litth. mattikas, altslav. motüika, poln. motyka, 
illyr. motika, matika; s. Dief. 2, 22. 

Mattress matratze; auch matress geschrieben; dUengl. mattress, 
matrys, matras, altfr^ materas, neufr. matelas, it. materasso, 
materassa, mlat. matratium, mataratinm, mataritiam, sp. pg. al- 
madraqne, pr. almatrae, nach Diez 1, 208 von dem arab. al 
mathrah kissen, polster, eigentl. ort, wohin etwas geworfen wird, 
mathrah von tharaha werfen; Scheler: „Üiefenbach, tout en ad- 
mettant Tetymologie arabe, compare cependaut le cymr. mäth: 
plat, €tendu, d'oü entre autres derivations mathrach: action 
d'ätendre, de mettre plat;^^ dasselbe wort aus dem romanischen 
herübergenommen ist mhd. matras, matora5, matrei5, nhd. matratze; 
Weigand 2, 117. 

Maudlin weinerlich gestimmt; VV(»dgwood: „Given to crying, 
as the Magdalene is commonly represented. Hence crying or 
sentimentally di-nnk, half-drunk;*' vgl. Hal. 544; der name Mag- 
dalene, aUengl. Maudeleyne, fr. Madeleine wird noch jetzt in der 
ausspräche zu Maudlin entstellt und auch gegen die begriffsent^ 
Wicklung ist nichts einzuwenden; s. Trench Stud. 53. 

Maugre trotz; ehemals als Substantiv und selbst (ds zeitwort; 
Hai. 545 maugre: in spite of; misfortune; to defy; altfr. maugre, 
malgre, neufr. malgr^ trotz, aus mlat. male-gratum ; it. malgrado, 
pr. malgrat; vgl. Mätzner 1, 450; 2, 507 und gree, agree. 

Maul Schlägel, bläuen; s. unter mail, von dem es nur neben^ 
form ist. In anderen bedeutungen scheint maul dem nhd. mahl, 
mal zeichen, fleck zu entsprechen; Hai. 545 maules: measles; 
mawl: to make dirty, to cover with dirt; vgl. mole 2. In maul- 
stick malerstock, noch mehr entstellt mostick, aber auch mahl- 
stick geschrieben, beruht fs auf dem nhd. mahlen, malen. 



BCaand — Mavif . 83 

Mftud horb; altengl. maande, roande, ags. mand, mond, ndl. 
niande, mand, ndd, dann auch nhd. maude, mane; Weigand 2, 96; 
ams dem deutschen auch fr. manne, pic. mande; nach dem mndl. 
mandekin auch fr. mannequin; Diez 2, 3i}8; der weitere Ursprung 
ist dunkd. Mundartlich steht maund noch in mancherlei anderen 
bedeutungen; vgl. Hai. 545 maand: to command, also für mand, 
vom 'fr. mander, lot. mandare befehlen; maund: to beg, wohlver^ 
hürgt aus maunden, fr. mendier, lot. mendicare betteln; daher 
maunder betiler; maunder: to mutter, to grumble, to wander about 
wird ebendaher erklärt als ursprüngl. to wander about, to speak 
like a beggar, doch zieht Wedgwood herbei schott. maut, maunt : 
to mutter, stutter, keU. maundach, mauntach: lisping, stuttering. 

MaVBdy- Thursday grüner donnerstag ; der erste theü dieser 
beseichnung wird von einigen aus maund korb erklärt ^ so bei 
Webster: „because on that day the King of England distributes 
alms to a certain number of poor persons at Whitehall, from 
baskets, in which the gifts are contained;^' richtiger aber aus 
dem altengl. maundee, mande, dltfr. mande, lot. mandatum befeM, 
Verordnung; Col. 51; Wedgwood: „Maundy. The ceremony of 
washing the feet of poor persons, performed in imitation of our 
Lord at the institution of the Last Supper, when after supper he 
washed his disciples* feet saying: Mandatum novum do vobis etc. 
Hence the office appointed to be read during the ceremony was 
called mandatum, or in Fr. mande. In England the memory of 
the Maundy is kept up by the distribution of small silver coins 
called maundy money by the royal almoner on Holy or Maundy 
Thursday. The writers of the time of the Reformation frequently 
gave the name of maundye to the sacrament of the Last Supper 
itself;'' vergleiche die daselbst angeführten steüen und Chambers^s 
EncL 6, 368. 

MMther mädchen; Hai. 545 mauther: a girl; 557 modder; 
es ist nichts anderes als mother mutter in besonderer anwendung^ 
beruhend auf schmeichelnder, vertraulicher oder auch verächt- 
licher anrede; vgl. die ndd. medder, modder, mödder muhme; 
Br. Wb. 3. 138; Mndd. Wb. 3, 49; das nhd. schwager als beseich- 
nung der fuhrleute; Grimm Gr. 4, 316; über die beruhrung mit 
maid auch Dief. 2, 3. 

MaTis drossel; bei Levins mavish, bei Hai. 545 mavis: the 
flinging thrush; fr. mauvis, mauviette, mundarÜ. mauviard, H. 
malviccio, malvizzo, neap, marvizzo, sp. mal viz, malvis, miai. 

6* 



84 Maw — May 1. 

tnalvitius; man hat den ausdruck gedeutet aus IcU. malum vitis 
unheil des rebstocis; aber er seheint vielmehr keltisch zu sein; 
der vogel heisst bret. miltid, milvid; com. melhaez lerche (mel 
huez süsser hauch nach Pryce); s. Diez 2, 373; Dief. Or. Ear. 221. 

Maw kröpf y magen; altengh mawe, mughe, ags, maga, ndL 
niaage, maag, ndd. mage, maag, altn. magi, schwd. mage, dän. 
mave, ahd. mago, mhd. magc, tihd. magen; aus dem german, 
gebiete herübergenommen it mundarÜ. raagone kröpf der vögel, 
churw. magon magen, ven. piem, magon, genues. magim ärger ^ 
groü; vgl. das lat stomachns magen, stomachari sich ärgern; 
Diez 2, 44; über den doch immer zweifelhaften Zusammenhang 
mit dem stamme von may^ 1. bemerkt Schwende 384: ,,dieses 
eingeweide hat den namen davon, dass es das vorzugsweise er- 
nährende, kraft gebende, nahrung zeugende ist von magan, dessen 
grundbegriff emahrung ist;'* vgl. Rapp No. 165 mak 1. vermögen; 
Pick « 828. 

Mawk made; schott. mauk; vgl. maggot; doch könnte das 
aw auch aus al hervorgegangen sein und so das wort weniger eu 
goth. ma[)a u)urm als zu go(h. malo motte gehören; Dief. 2, 4. 28; 
dazu mawky, malky madig, worauf nach Wedgwood auch 
mawkish ekelhaft beruhen soll; nur trait hier jedenfalls ver- 
mischung mit einem anderen ausdrucke ein; vgl. m alkin. 
mankin schmutzlappen , schmutziges weib; bei Hai. 545 raawks: 
a slattern. 

Mawmet götzenbild, puppe; Hal. 545 roaumet: an idol, a 
puppet; mawment«: puppets, trifles; raaumetrie: idolatry; das 
aitengl. mamet, maumet, mawmet, altfr. mahommet götzenbild 
ist der name Muhamed, fr. Mahomet und bezeichnete seine reUgian 
als götzendienst; aUengt maumetrie, mahumetry, mawmet rie, neu- 
engl, raawmetry; Wedgwood: „In process of time the word was 
confounded with mammet, a puppet, originally a doll ;^' dies darf 
man zugeben, nur nicht den begriff puppe zu gründe legen und 
von mamma, mammet aus das andere erklären woUen; vgl. noch 
als weitere entsteüung des eigcnnamens bei Levins : Mawhountl. 

May 1« mag; aitengl. mal, mei, maei, ags. mag; vgl. über die 
formen Mätzner 1, 413; alts. ahd. goth. mag, präterito-präsens ; 
als infinitiv goth. ahd. magan, mhd. mugi^n, raügen, nhd. mögen, 
ndl. meugen, mögen, aitengl. mnghen, mowen, mow, aUn. mega, 
schwd. mh, dän. maa u.s.w.; über weitere Verwandtschaft vgl^ 
Dief. 2, 1 fl^. ; Fick • 144. 828 ; dann die engl, mai n 1, m a w, might, 



May 2. — Mazer. 85 

mow 4. auch maid; dUengl, may, mag, mai mädchen; ags. maeg: 
femina, virgo; vgl. die goth. mavi, (Mn. mey, schwd. dän. mo; 
Dief. 2, 3. Hiersfu gehören ferner amay, dismay, insofern die 
ihnen sunächst bu gründe liegenden romanischen Wörter aUfr. 
esmaier, esmoyer, aUit. smagare. cMsp. esmaiar, sp, pg. desmayar 
mutiUos werden, in Ohnmacht fällen, entmuthigen mittels des 
privativen es, des aus dem german. stamme des goth. magan 
gebildet sind; s. Diez I, 384. 

May 2. mai; fr. nhd. mai, it. Maggio, sp. Mayo, lat. Majas, 
der nach der göttin Maja benannte monat; ahd. meio, mhd. meie, 
meige, nhd. mai; s. Weigaud 2, 88; Grimm ü. d. d. iS. 76 ff. 

Maylieill Verstümmlung; the act of depriving another, by 
Tiolence, of the use of a member proper for his defence; the act 
of maiming; s. maim. 

Mayor hurgermeister ; cMengl. mayre, mayr, meyrc, hei Hal. 
550 mer, neufr. maire, aus dem aUfr. maire, raaiouer, mayeur, 
major; wie das mhd. nhd. meier aus lat. major grösser, das im 
mütelaUer eur beeeichnung verschiedener beamten benutat wurde ; 
vgl. ähnliche begriffsentuncMung bei dem *lat. senior älter, woraus 
/r. seigneur, sieur, sire, engl, air wurde; in unverändert lat. form 
major mündig, major, fr. majeur, major, als titel eines officiers 
ursprünglich nach dem sp. mayor; vgl. Weigand 2, 89. 133; 
Koch 3«, 57. 

Maie labyrinih, Verwirrung, verwirren; äUengl. maze, mase, 
ob Meitwort masen, amasen, biroasen; vgl. amaze; bei Hai. 546 
maele: to wander as if stupefied; der stamm ist dunkel, formeü 
entsprechend findet sich nach Somner bei Bosw. und. Etm. 225 
ein ags. mase: gurges, wojbu der letetere vergleicht aUn. meis: 
canratnra und ahd. meisa, mhd. nhd. raeise, auch cdtn. meiss 
harb, tragkorb; allein der Zusammenhang ist unklar und sehr 
fraglich; vgl. über die deutschen ausdrücke Weigand 2, 137 und 
Uxer I, 2083 f. 

Maier becher, schale; vgl. Hai. 543 unter maser: a bowl, or 
goblet; danach scheint das trinkgeschirr genannt ßu sein von 
dem hoUe, aus dem es ursprünglich gefertigt wurde; aUfr. und 
auch altengl. war mazarin, mazelin, mazerin, madelin, maderin 
ein trinkgefass, mlat. scyphus maserinus, vom altfr. madre, mazre, 
neufr. madre gemasertes hoU; dies beruht aber auf german. gründe 
ahd. masar, mhd. nhd. maser knarren, flammige Zeichnung im 
hotäe; bei Etm. 197 auch ags. maser: acer, tuber, nodus, aUn. 



86 Mead 1. — Meal 1. 

mösurr; vgl. mazzardlj: knotty bei Hal. 546: wetter wird es 
(abgeleitet von dem cM. inäsa, mhd. mäse, nhd. mase maly flecken; 
s. Weigand 2, 122; Lexer 1, 2057; Diez 2, 366; Fick« 833; eine 
Weiterbildung des engl, mazer scheint jsu sein mazzard, wofür auch 
mazer mit der bedeutung: köpf, auf den köpf schlagen ; vgl. wegen 
der begriffsübergänge su inazer becher das engl, box, im mazzard 
hopf das fr. tete köpf aus lot. testa schale , das engl, tup neben 
nhd. köpf und Wedgwood, der noch bemerkt: ,,In a similar way 
lt. zucca, properly a gourd, and thence a drinking -cap, is used 
to signify a skuU/^ 

MMd !• meth; aUengl. meade, mede, methe, ags. meodu, medu, 
dUfrs. mede, ndl. meide, mede, altn. miodr, schwd. mj5d, ahd. 
mito, metu, ftiAd. mete, met, nhd. meth, met; übereinstimmend 
mit litth. midus, lett. meddus honig, slav. med\ skr. madhu honig 
(welches der hauptbestandtheil des getränkes war), gr. fU^ wein ; 
Curtius No. 322; ferner aufkeU. gebiete kymr. meddw, bret. mew, 
meo trunken; Dief. 2, 72; auch roman. im dUfr. mies, miez, ndat. 
mezium; Diez 2, 377; vgl. noch Weigand 2, 151; Lexer 1, 2125; 
FickM46. 834. 

Mead 2. wiese; altengl. meade, mede, ags. maed; dajm neu^ 
engl, meadow wiese, altengl. mede we, midewc, medue, ags. 
meadu, gen. meadeves, meadues, dessen verhältniss eu dem ags. 
maed allerdings nicht gane klar ist, wenn dieses mit ags. maed 
das abmähen mu mävan, nhd. mähen, engl, mow, gestellt wird; 
s. Etm. 204. 225; vgl. einerseits ahd. mäd, mhd. mät, nhd. mahd, 
andererseits ahd. mato, mhd. mate, nhd. matte, ndl. mat, welches 
letztere als unverwandt mit mähen begeichnet wird; s. Weigand 
2, 84 118. 

Meager mager; altengk megre, cUtfr. megre, magre, maigre, 
neufr. raaigre, pr. magre, maygre, sp. pg. it. magro, lot. macer, 
welches frühzeitig entlehnt auf german. boden erscheint ags. 
mager, altn. magr, ahd. magar, mhd. nhd. ndl. schwd. dän. mager ; 
das lat. macer entspricht weiter dem gr. fucxQog lang und gehört mu 
derselben wurzel une gr. fUyag gross, engl, much viel, indem sich 
die begriffe Vielheit, grosse, Schlankheit, magerkeit nahe berühren. 

Meal 1. meM; altengl. meale, meele, mele, ags. melo, meoio, 
gen. meleves, aUfrs. ndd. ndl. mel. dltn. schwd. mjol, dän. meel, 
cM. melo, gen. melawes, mhd. mel gen. melwes, nhd. raehl; aus 
der wureel des Stammzeitworts goth. malan, nhd. mahlen, laL 
molere; s. Weigand 2, 85. 128; Dief. 2, 23 flf.; Curtius No. 481. 



Meal 2. — Mean S. 87 

Meal 2. fnal, nuM, mahUeit; dUengl. meale, ineel, rael, niael, 
ags, mael, goth. mel, aUfrs, mel, mal, cUis. mal, ndl. mael, maal, 
aUn, mel, mael, mal, schwd. mk], dän. maal, ahd. mhd. mal, nhd, 
mal^ mabl; dcts wort begegnet überaU in den german. sprachen 
mit den bedeutungen reichen, aeit, mafUaeit und wird besonders 
auch in den ctdverbien eur Vervielfachung angewendet; dabei 
seheinen aber frühzeitig mancherlei mischungen ursprünglich 
verschiedener stamme stattgefunden eu haben; vgl. für das engl. 
mail 3. und mole 2.; Hal. 546 und 548 unter meal und mele; 
ferner Weigand 2, 85. 90 ff.; Dief. 2, 6 ff. 59 ff.; Lexer 1, 2010. 2014; 
Grein 2, 221. Ein veraltetes mele: to speak, to talk ist dUengl. 
melen, maelen, ags. maelau, aUn. maela au mal, mail 3.; meal 
mischen dagegen scheint neben mell auf dem fr. meler, alt fr. 
mesler zu beruhen. 

Mmh L gemein^ niedrig; aUengl. meane, meene, mene, maene, 
ags. maene, gemaene: communis, corruptus; aUfrs. mene; vgk 
die goth. gamains, aUs. gimeui, ndd. gemeene, meene, ndl. neu- 
nard. gemene, gemeen im sinne des vielleicht sogar urverwandten 
communis, woraus der begriff gewöhnlich, niedrig, schlecht leicht 
hervorgeht; damit verschwimmt aber fast überall ein stamm, 
dessen grundbedeutung frevel, verbrechen, falschheit zu sein scheint 
aUengl. ags. man, alts. ndd. men, aUn. ahd. mein als Substantiv 
und adjektiv; s. Üief. 2, 17 ff.; Weigand 1, 412; 2, 135; Lexer 
1, 840. 2079; Grein 1, 426; 2, 207; vgl. endlich auch mean 2.; 
das seiner bedeutung eben so gut une seiner form nach dicht 
hinzutritt. 

Mean 2. mittel, mitten, mittelmässig ; aUengl. meane, meene, 
mene, aÜfr. meien, moieu, neufr. moyen, pr. meian, sp. mediauo, 
it. mezzano, aus dem lat. medianus, medius; vgl. wegen der begriffs- 
eutwicldung die nhd. mittel als eigenschaftswort und hauptwort, 
auch mean 1., wegen der Wurzel mid, middle. 

MeaB 3. meinen; Hal. 546 mean: to moan, to lament; to 
signify, to beckon or indicate: altengl. meanen, menen, aber auch 
moneu, s. die scheideform moan; ags. raaenan: communicare, 
dicere, significare, queri ; so auch aUengl. bimenen, ags. beniaenan 
bedeuten, beklagen; cdtfrs. mena, alts, menian, ndd. ndl. meenen, 
Mn. meina, dän. mene, ahd. meinan, mhd. nhd. meinen; wenn 
auch Vermischung mehrerer stamme leicht war, so ist das zeit' 
wort in dem sinne von meinen und dem von klagen doch wohl 
ursprünglich dasselbe, aus der würzet man hervorgegangen; vgl. 



88 Meander — Medal 

Weigand 2, 135; Dief. 2, 18. 82; Curtius No. 429; Kick« 146; 
Mätzner 1, 203. 223. 

Meander sich schlängelnd winden, krümmung; fr. meaudre, 
it. meandro; hergenommen von dem vielgewundenen flusse Mäander, 
gr. MalavdQog, in Kleinasien, mit dessen namen schon die aUen 
Griechen vielgewundene hrummungen bezeichneten. 

Measles matsem; hei Levins findet sich maysilles, maisils 
ff» der heutigen bedeutung; bei Hai. 546 measlings, meslings: the 
measles; 547 meazle: a meazell or blister growing on trees; 
altengk maseles, masel, masil ; diesem entsprechen nach form und 
bedeutung aUndl. masel, nhd. masern, zu dem ahd. mäsa, mhd. 
mase flecken; vgl. Weigand 2, 112 und das engl, mazer; nun 
aber tritt aüerdings eine Vermischung ein ; Trench 132: „Measles 
has only been by later use restrained to one kind of spotted 
sickness; bat meazel (it is spelt in innumerable ways) was once 
leprosy, or more often, the leper himself and the disease meselry;" 
Hal. 551 messel: a leper; cdtengl. mesel, meselle, aiUfr. mesel, 
ndai. misellus, vom lat. miier elend; daher auch ahd. misal der 
aussätzige, mhd. miselsuht aussatz; vgl. noch die ndl. niaesereii, 
raaeseln, maesel-suhte, selbst nhd. maselsucht neben masern; 
Schwenck 396 ; Diez 2, 375, wo auch das altsp. mesyllo angeführt 
ist; Koch 3«, 71. 

Measure mass, messen; fr. mesnre, pr. mesura, meusnra, it. 
misura, sp. uiesura, von dem lat. mensara mass, zu metiri, mensus 
messen; nebst entsprechenden Zeitwörtern fr. mesnrer, it. misurare, 
pr. sp. mesurar; wegen der auch auf german. gebiete vid ver- 
zweigten Wurzel vgl. met 2., mete und Dief. 2, 62. 77. 

Meat speise, fleischspeise ; aitengl. meate, mete, ags. mete, 
goth. mats, alts, meti, mat, cdtfrs. met, mete, meit, ndd. ndL 
met, mett, daher nhd. mettwurst; Weigand 2, 152; altn. matr, 
mata, schwd. mat, dän. mad, ahd. mhd. mas; ^9^- ^^^ **^* masz- 
leid essensuberdruss und meszer bei Weigand 2, 116. 148; der 
weitere Ursprung ist zweifelhaft; s. Dief. 2, 55 ff.; nach Fick ' 145. 
829 zu skr. mad, mand waUen, froh sein, schwelgen, gr. (ucdäo, lat. 
madere; nach anderen zu lat. mandere kauen, welches wieder für 
mamdere, von der wz. mard, stehen könnte; am wenigsten darf man 
es mit Wedgwood zu den in der form nur wenig ähnlicßten goth. 
mamnio, mimz, slav. menso, mieso, mcso fleisch steüen ¥H>üen. 

Medal denkmünze; als fremdwort auch nhd. niedaille, aus 
dem fr. medaille, it. medaglia, sp. medalla, nUat. medalia, mcdallia, 



Meddle — Meed. 89 

medalea, medalla, medala, woher auch ahd. niedilla, medili, ffiAd. 
medele ; das wort beruht mittels eines späÜat. metalleus, metallea 
auf dem lot. metallum; vgl die engl, inetal, mettle und mail 3.; 
wenn in früheren bedetUungen me haiber denar die beziehung 
auf halb hervortritt, so mag das Uxt. mt^dias, mediali» für dimidias 
einfluss geübt hohen, ohne darum ursprünglich dem worte eu 
gründe mu liegen; Die/, l, 2()d. 

Meddle sich mengen; bei Levins meddil, oMengl, mediin, medlen 
n^ben melleu ; vgl. bei Hai. 547 f. die formen meel, mell. melle; 
man kann das engl, wort in gewissem sint^ als eine scheideform 
oder doch gleichen Stammes ansehen mit middle, s. mid; vgh das 
aUn, medal, das ags. middel, middle, nhd. mittel, vermitteln, 
mittler, ndl. middeln, schwd. bemedla; dennoch beruht der engl, 
omsdruck mehr auf roman. gründe , insbesondere auf dem aUfr. 
medier, metler, mesler, meiller, melier, neufr. meler, das mit dem 
iL mischiare, mescolare zu dem lot. miscere mischen, s. mix, 
gehört; aUfr. meslee, medlee, meilee, mellee, neufr. mMee, engt 
medley; vgl. Trench 133 1.; übrigens konnten formen wie mellen, 
mell sehr wohl auch aus dem german. middle, middel hervorgehen; 
vgL die altengl. präpositionen amelle, imelle unter, zwischen, schwd. 
amellan, dän. imellem, (Utn. ! milium, i milli (milli für midli); s. 
Mätzner Wb. 1, 71. 

Medltr mispel; so schon bei Levins; bei Hai. 547 als altengl. 
tDedle-tree; die entstehung des Wortes bleibt zweifelhaft; das von 
Bosw. angeführte mead ist unsicher; im roman. aber ist aus dem 
tat. gr. namen mespilns, (döirüLov mit Übergang des m in n ge- 
worden it. uespola, sp. pg. nespera, altfr. u^ple, neufr. nefle, für 
den bamm it. nespolo, sp. nispero, fr. n^flier; allerdings begegnet 
mundartl. fr. mele und zur erklärung des engl, wertes müsste 
man ein altfr. meslier, mesler, medier, vgl. meddle, voraussetzen 
von mesple, mesle; s. Diez 1, 287 und über die deutschen ausdrücke 
ahd. niespila. nespela, nespil, mhd. mespel, nhd. mispel bei Weigand 
2, 167; Grimm G. d. d. 8. 234. 

Meed belohnung, verdienst; altengl. meede, medn, ags. med, 
alis. meda, mieda, (ütfrs. mede, meide, niide, ndd. mede, ndl. 
miede, ahd. mieta, miata, meta, mhd. miete, nhd. miethe; es 
scheint ein und dasselbe wort zu sein mit dem goth. mizdo, cys. 
meord, gr. fuö^:, altslav. mizda, böhm. mzda, poln. myto, zend 
misdha; vgl. Dief. 2, 67; Ourtius No. 323; Weigand 2, 158; Lexer 
1, 2134; manche stellen damit zusammen auch das goth. maipms 



90 Meek — Meiny. 

geschenkj ags. madum; Dief. 2, 15; Grain 2, 203, noch aUengl. 
madem, madem; doch gehört dies wohl anderstoohin; vgl. Fick < 154. 

Meek fkUde; aUengl. meeke, make, mak, maoka, meok, lueoc; 
Munächst aus dem aUn. miukr, schwd. mjuk, dän. myg weich, 
geschfneidig; denen dann weiter entsprechen ndl. muik, moek 
mürbe ^ weich, goth. niuk» in der Busammenseteung mukamodei 
sanßmuth; auf dem nord. gebiete werden noch verglichen sehwd. 
maker Weichling, niaka, mundartlich dän. maga, mäga weichlich, 
schüchtern sein; nicht hierjm gehört sp. aiago, pg. meigo sanft, 
gefällig, welches nach Diaz 2, 154 vielmehr auf lot. mitigatus 
zurückweist; über weitere Verwandtschaft des goth. miiks besonders 
auch mit slav. ausdrücken, kaum mit dem gr. (uxQog klein, vgl. 
noch Diaf. 2, 79 f. und Wadgwood. 

Meet L begegnen, treffen; aUengl. meetia, metan, matin, ags. 
metan bu möt, vgl. mooi und mote 1.; aUfrs. meta, dUs. mötian, 
ndl. raoaten, gamoatau, ndd. mötan, mötan, bamotan; Br. Wb, 
3, 100; aiUn. schwd. moata, dän. möda; goth. gamotjan begegnen; 
Dief. 2, 91. 

Meet 2. passend; aUengl. meete, mata; der begriffsentwicklung 
nach Hesse sich das wort sehr wohl Busammennehmen mit meet 1.; 
vgl. nach dieser richtung hin das kU. con venires das engl, become; 
allein der ausdruck beruht doch Bunächst auf dem ags. mtmlo, 
gamaate: aptos, welches wie unser nhd. ganiäsz, angemessen bu 
dem stamme des goth. niitan, ags. matan, aUengl. mateu messen 
gehört; s. met 2., meta. 

Me^im heftiger, halbseitiger kopfschmerB; dUengU migrim, 
midgrim, raygraine, migrana, migrayme, fr. migraine, daher auch 
nhd. als fremdwort migräne, ^. migraüa, it. magrana und emi- 
grania; von dem gr. fjfuxQavla, aus rifu halb und xqovLov schädd; 
Wedgwood: „ bimigrauans : vermis capitis, Angl. the mygryne, or 
the head worm. Ortus in Pr. Pm. Hence, as caprices were also 
supposed to arise from the biting of a maggot, the name of megrim 
was also given to any capricious fancy;*' vgl. Diez 1, 259. 

Meiny haushaU, famiUe, dienerschaft ; aUengl. meine, mey ne, 
may nee, mayne, maynye, (Utfr. mesuee, meisnea, maisnia, manie, 
maiguee, maisgnea, pr. maiuada, sp. manada, masnada, it. masnada, 
mlat. maisnada, maiuada, masnada, masnada, quasi mansionata bei 
Ducauge; cdso weiter gehörig bu dem engL mansion, den it. 
magioue, fr. maison, lat. mausio das bleiben, die wohnung, mauere 
bleiben; vgl. Schaler 209; manor und mastiff; Dief. 1, 258. Eine 



Melancholy — Melody. 91 

äbteüung d€tv(m ist menial ßur dienerschaft gehörig, gemein; 
dUfr, meignial, norm. fir. ineignal, inejnal ; ohne noth uriü Wedg- 
wood den ausdruch wenigstens mit zurückführen auf dcts aUfr. 
maisne, maiusne, moins ne, lat. minns natus, vgl. das engl, eigne 
aus fr. aine, so dass inaisnete den stand des jüngeren bruders, 
dann die ganze familie im gegensatße eu dem oberhaupte be- 
Meichnet hätte. 

Melancholy tief sinn, trübsinn; aUengl. malencolye, vgl über 
die begriffsentwicklung des engl. Wortes Trench 135; fr. melancolie, 
pr. sp. pg. melaocolia, it. inelancolia, melanconia, maliuconiai 
aitfr. roerencolie, cUs fremdwort nhd. melaucholie, von dem lat. 
gr. melancholia, (uhty%oXla^ aus ^khtq schwäre und %6Xoq gaUe, 
also eigenÜ. schwär zgaUigheit; vgl. das fr. atrabilaire, von dem 
lot. atra bilis; ursprünglich jede krankheit, <üs deren grund die 
sich in das blut ergiessende und verbrannte gaüe angesehen wurde. 

Melasses ssuckersaft; meist, wenn auch mehr entstellt, mo- 
lasses geschrieben; auch nhd. als fremdwort melasse, fr. melasse, 
sp. melaza, pg. mela90, von dem UU. mellaceas, niellacea honigsüss, 
mel honig; vgl. das auf demselben stamme beruhende nhd. fremd- 
wort nielis für eine euckerart. 

Mellow mürbe, weich, reif; altengl. melwe ; der Ursprung des 
Wortes ist mit Sicherheit bis jetet nicht nachzuweisen; Mahn ver- 
gleicht das mundartl. nhd. mollig weich, fries. miöUig, ags. milisc, 
milsc weich, reif, ndl. mals, malsk, molsch ; auch hat man gedacht 
an fr. mol, lat. mollis; am wahrscheinlichsten ist es eines Stammes 
mit meal 1. meld; wenigstens konnte ein zeitwort meleweu, mellow 
mürbe machen hervorgegangen sein aus ndl. meluwen zermahlenj 
mein we hdzwurm, vgl. ahd. miliwa, milwa, mhd. milwe, nhd. milbe; 
Weigand 2, 160; Dief. 2, 28 unter goth. malo motte; aber freilich 
tritt es auch nahe zu anderen stammen wie von melt, mild oder 
mildew; s. Dief. 2, 23 ff. und 69 ff. 

Melody singweise; als fremdwort auch mhd. melödie, nhd. 
melodie, melodei, aUengl. melody, melodye, fr. m^lodie, pr. sp. 
pg. it. lat. melodia, at^s dem gr. iisXtpdla von {dlos sang, lied^ 
eigentlich leibesglied und oidif, doi^dij gesang; also nicht, wie 
Wedgwood wül, mit dem gr. ^UXl honig, gael. mil honig, milis 
süsstönend zusammen zu bringen; höchstens kann man zugeben, 
dass das gr. ufort auch als zusammengesetzt mit (lik^ falsch ver- 
Statuten wurde, zumal bei der aUbeliebten anwendung der honig- 
süsse auf liebliche rede und gesang, wie sie sich zeigt in dem 



92 Melt — Mercy. 

homerischen: Tov xal dx6 yXmöötjs (lilvto; ylvxlov (iiv a^fj 
II. I, 249; in den lot. mellitus Cicero, melHflneus Nestor. 

Melt schmeUen; altengl melfcen, ags. meltan, theils als 
intransitives starkes, theils als transitives schwaches geitwort ; vgl. 
Mäfczner 1, 389; in der form entspricht das gr. (akOBLv, etwa 
auch das aUn. melta weich, faulig machen, maltr morsch, schwd. 
malten faulend, sowie ableitungen wie malt; sonst erscheint die 
würget mit s vor dem m; s. smelt und Dief. 2, 27. 

Memory gedächtniss; altengl. memorie, altfr. memorie, ihe- 
nioirc, neufr. memoire, it. sp. lat. memoria; nach dem fr. memoire 
dann auch engl als fremdwort memoir denkschrift. 

Mesaee drohen, bedrohen; altengl. menasen, manaaseu, (dt fr. 
menacier, neufr. menacer, pr. menassar, iL minacciare, sp. amenazar ; 
als hauptwort altengl. menace, manace, manaasse, altfr. manache, 
menace, neufr. menace, pr. meuassa, it. minaccia, sp. amenaza, 
aus lat. minaciae drohungen; gu minax, minae. 

Menage reitschule, menagerie; s. unter manage; in der 
letzten bedeutung auch menagerie als fremdwort wie it. menageria, 
nhd. menagerie, nach dem fr. menagerie, welches auf das mlat. 
menagerins wirthschaftsverwalter zurückweist; vgl. Weigand 2, 142. 

Mend ausbessern, sich bessern; fr. emender, gewohnlich dvaenAer 
bessern, bOssen, lat. emendare ausbessern, gu menda fehler; it. 
eiiiendare verbessern, mendare vergüten; im engl, ist nur, wie so 
oft, die begriffsentwicklung weiter, das transitive geitwort auch 
intransitiv geworden, die für den sinn eigentlich wesenüiche Vor- 
silbe geschwunden; vgl. amend. 

Menial niedrig, gemein; eigentlich gur dienerschaft gehörig; 
s. unter meiny. 

Mereer krämer; fr. mercier, mlat. mercerius, gu laL merx die 
waare; pr. mereer, mercier, «p. mercero, pg. mercieiro, iL mer- 
ciajo; aus demselben stamme ist hervorgegangen das neuengt 
merchant kaufmann, altengl. marchant, marchaunt, marchande, 
marchand, altfr. marchant, marceunt^ marcheant^ neufr, marchand, 
sp. merchante, it. mercante, mercatante, von dem lat, mercans, 
mercari, ndat. mercatans, mercatare. 

Mercy gnade; altengl. mercye, mersye, altfr. mercit, merci, 
neufr. merci, it. merc^, sp. merced, pg. pr, merce gnade, erbarmen, 
vergeihung, vom lat. merces, gen. mercedis lohn, belohnung, mlai. 
merces mitleid, erbarmen; gu dem begriffsübergange vgl. das mhd. 



Mere 1. — Merlon. 98 

milte freigebig y harmkergigj gnädig ^ auch nhd. mild: liberalis, 
beneficas, niitis; Lexer 1, 2139. 

Mere 1. rein, unvermischtf aUein; vgl. über die begriffsent- 
widdung Trench 136; in den angegebenen bedeutungen beruht 
das wort doch wesentlich auf dein lot. merus rein , unverfalschty 
wetm dies auch in beschränkter weise als fremdw&rt in das ags. 
gedrungen war; s. maero bei Ktm. 223; Schmicl (1. d. A. 592. 626; 
aufroman, gebiete entstand daraus it. sp. pg. raero, pr. nier, niier, 
altfr, mier ; dagegen ist dem neuengl. verloren gegangen das echt 
germanische aUengl. mere, nieere, inaere berühmt, ags. maere, goth. 
niers in vaiia-mers gepriesen, alts, mari, ahd. inäri, mhd, maere, 
das mit dem lat. inomor eingedenk eu skr, smar, Bend mar sich 
erinnern, kennen, erwähnen gestellt wird; siehe Oief. 2, 63; 
Lexer 1, 2045. 

Mere 2. see, meer; aUengl. mere, meere, maere, ags, mere, 
gctk. marei, aUs, men, ndl, mare, maer, meer, aJtn. marr, ahd. 
mmri^ mare, meri, mere. mhd. inor, nhd, ndl. meer, mer, su dem 
lat. mare, woraus fr. mer und inare; vgl. weitere zusammen- 
St ellungen mit russ. more, litth. raäres, kelt. mör, skr. mira ocean, 
▼Äri Wasser bei Dief. 2, 44; Or. Kur. 387; Bopp V. Gr. 1, 38. 246; 
Weigand 2, 127; Fiele * 384. 831; dasu die susammensetsungen 
mermaid, merman, aUengl. meremaiden, mermaidin, mereman; vgl. 
schon ags. merevif; Grein 2, 233; altengl. merminne, mereminne 
Sirene, bei Bosw. ags. meremenn: sireua, mhd. mereminne, merwip; 
Lexer 1, 2115. 2119; Grimm Myth. 1, 404. 

Mere 3. rain, grense; Hal. 547 meer: a bonndarj; aUengl. 
mere, mer, maer, ags, maere, gemaere, altn. maeri; scheint der 
wursd nach susammensugehoren mit mareh 2.; s. Dief. 2, 50. 

Mer! amsel; auch merle, fr. pr. merle, sp. it. merlo, merla, 
von dem lat. merulus, memla; auch nhd. mundarÜ. merle, mhd. 
merlin; d€Ufu auch merlin lerchenfaXk, altengl. als name verschie- 
dener Vögel marlin, merloue, marljon, fr. ^merillon, pr. esmerilho, 
ji^!. esmerilhäo, ^.esmerejou, it. smeriglione; Diez 1, 385: „das wort 
ist eine Verstärkung von merla, lat. meruhi, und es soU damit ein 
der amsd ähnl. voget beseichnet werden ;^' nUat. smerillufl, smerlos, 
akd. sraerli, smirle, smirl, nhd. schmirl; s. Weigand 2, 146. 607. 

Merlen mauersinne; fr. merlon, sp. merlon, pg. meriäo, ab- 
leäm%g von dem it. merlo, merla sinne, welches nach einigen 
auf €dtlat. moeruH für mnms mauer, nach anderen auf lat. merga 
gtü>d Murücksuführen ist; s. Diez 1, 274. 



94 Merry — Messiiage. 

Merry vergnügt , lustig; cMengL meri, rnerje, miri, mirie, 
murie, cys. myrge, merge, merg; dajsu als hauptwort mirth, 
aUengl. mirthe, merthe, murtho, murhthe, ags. myrd; der stamfn 
ist dunkel; Grimm Gr. 2, 245; schwerlich hat es etwas eu ihun 
mit dem schott. merry berühmt , nhd. mundartlich meerig, mhd. 
wit-maerec, welche offenbar eu dem aitengl. ags. maere, s. unter 
mere 1., gehören; (eher beruht es auf keli. Wörter wie ir. gaeL 
mearr, mear flink, munter, lustig; s, Dief. 2, 48 ff. und Wedgwood. 

Mesh masche, verstricken; aUengh mashe, maske, bei Bosw. 
ags. masc, max, mäscre, dUndl. maesche, masche, neundl. maas, 
ahd. masca, mhd. nhd. masche, aUn. möskvi, schwd. maska, dän. 
maske; litth. mazga, lett. masgas, ßu mezgu stricken, knüpfen; 
Fick * 536. 832; als zeitwort scheint es erst neuengl. verwendet 
sfu werden; das aÜengl. masheu, mashiu mischen, eingiessen ge-- 
hört BU mash. 

Mess L gemenge; Wedgwood sagt: „properly mesh, a mixture 
disagreeable to the sight or taste, hence untidioess, disorder'' und 
verweist auf mesh mischen, vgl. mash, mesh und mix. 

Mess 2. gericht, speise, tischgeseUschaft; aUengl. mees, mes, 
aUfr. mes, neufr. mets, t^. messo, von dem lat missus, missom 
das aufgetragene; vgl. wegen der begriffsentwicklung das kd. 
ferculum gericht gu ferre tragen, gr. XQogq>o(fd eu XQogipiQUv; 
ächeler und Diez 2, 375 ; andere wollen mit unrecht das fr. oder 
wenigstens das engl wort vielmehr eu dem goth. mats speise, s. 
meat, oder eu goth. mes tafel, Schüssel, lat. mensa tisch steUen; 
vgl. Dief. 2, 55. 64; wegen besonderer bedeutungen von mess, das 
sieh aUerdings leicht mit mess 1. und mass 1. vermischen musste^ 
vgl. Hai. 551 ; Trench 137 und Smart, der es nur fälschlich über^ 
haupt aus mass 1. erklären wiU. 

Messige botschaft; fr. message, pr. messatge, it. messaggio, 
sp. mensage, nUat. messagium, missagium, missaticam, eu lot. missus 
gesendet, mittere schicken; eine Weiterbildung davon ist das neu^ 
engl, messenger bote, aUengl. messager, dUfr. messagier, neufr. 
messager, it. messaggiere, aUsp. messagero, neusp. meusagero; 
wegen des im neuengl. messenger eingeschobenen n v^I. passenger 
au^.passagier, passager und Mätzner 1, 188. 

Messuage wohnhaus mit gut; Wedgwood: a dwelling-house 
with some land adjoining; aUfr. mesuage, maissaige, masnage, mlat. 
messuagium, mansionaticum, eu dem aitfr. mes, pr. mas, neufr. 
maison, aus lot. mauere, mansio; vgl. manor und meiuy. 



Mestee — Mew 1. 95 

Mestee mestiee, als heeeichnung einer mischrace in Amerika; 
auch niestino, mestizo, neufr. metis, pr. aüfr, mestis, sp. mestizo, 
daher auch cUs nhd. fremdwort mestize, aus einem neulai. mixtitius 
su IM. mixtus gemischt. 

Met 1. begegnete; die Vergangenheit von meet 1.; verkürzt 
aus dem altengl. mett, mette, ags, mette und meted; siehe 
Haizner 1, 380. 

Met 2. messen^ mass; Hal. 551 met: measured, to measure, 
a measure; sonst jetsst in der form mete, als hauptwort dltengl, 
ags. met, aUs. gi-met, ahd. mez, au dem eeitwort aUengl. meteu, 
ags. alts, metan, goth. mitau, altfrs. meta, ndl. ndd. meteu, cUtn. 
meta, sehwd. mät^, dän. mundartl. made, ahd. meza, mhd. messan, 
nkd. iiieszen; vgl. über die entfaUung des Stammes im nhd. bei 
Kehreio 546 ff.; über die Verzweigung in den urverwandten 
sprachen lat. modus, modins, gr. (dSifMfoq^ (Udsiv, fUtgov, skr. 
würzet mä messen Diel. 2, 77; Bopp V. Gr. 1, 219; Curtius No. 286; 
Pick * 385. Das veraltete oder mundartliche med: dreamed bei 
Hai. 551 gehört zu dem dUeng]. meteu, ags. maetan, gemaetan 
träumen^ bei Grein 1, 427; met: a limit, boundary erklärt Wedg- 
wood aus dem alt fr. mette, lat. meta ziel; doch konnte der ags. 
amsdruck für mass met, mät, metto, s. Etm. 210, leicht auch die 
bedeutung ziel, grenze entwickeln. 

Metal metaU; bei Levins metall; bei Hai. 551 metal: material 
for roads ; fr. metal, pr. metal, nietalh, sp. pg. metal, it. metallo, 
lat. metallum, gr. fiitaXXov; aber auch sonst eingedrungen nhd. 
sehwd. metall, dän. metal, ndl. metaal, ir. miotal, gael. meiteal, 
wdsch mettel; im engl, hat sich daraus mit übertragener bedeutung 
entwickelt mettle Stoff, sinn, muth, eifer, feuer; Wedgwood: „a 
metaphor taken from the metal of a blade, upon the temper of 
which the power of the weapon depends;" vgl. unsere füul. 
Wendungen: das zeug zu etwas haben, aus dem rechten Stoffe, 
Tom echten schrot und körn sein; noch bei Shakespeare steht 
metal und mettle ungeschieden für die ursprüngliche wie für die 
bildliche bedeutung; s. Schmidt 2, 717. 

Metheslin meth ; es ist das kymr. medd jgly u aus medd meth 
und 11 jn saft; vgl. mead 1. und Dief. 2, 72. 

Mettle Stoff, sinn, muth; s. unter metal, von dem es nur 
eine scheideform ist. 

Mew L möwe; altengl. mewe, mowe, maew, ags. maev, alts. 
m^vL, ndd. There, ndl. meeuw, dU. mar, märr für mäfr, dän. maage, 



96 Mew 2. — Mid 1. 

ahd. meh und megi, nhd^ mewe, mowe ; daher auch pic. manwe, 
fr. raouette; 8. Weigand 2, 1")(j. 200; Diez 2, 882; der vogel hat 
vielleicht seinen namen von dem kläglichen geschrei und insofern 
kann mew 3. verglichen werden. # 

Mew 2. mausern, einsperren, käfig, stau; altengl. me wo, mne 
käfigy aÜfr. nine mauser, käfig, kerker, nilat. mut^: morbns aeei- 
pitrnni, domuncula, in qna ineludunt falcones cum plumas mutant 
Ducange; bu dem geitwort fr. muer sich mausern, alifr. verändern, 
lot. mutare ändern ; der ausdruck, durch die faUcnerei verbreitet, 
erscheint auch als ahd. mü3on, altndd. muten, mhd. müsen, nhd. 
mauszen, mausern, ndd. muten, mntern, ndl. muiten; s. Dief. 2, 12; 
Weigand 2, 124; Diez 2, 383; wegen einer besonderen bedeutung 
jgumcd des plur. mews vgl. Wedgwood: „In London the royal 
stables were called the king's mews, doubtless from having been 
the place where the hawks were kept, and from this accident the 
name of mews has been appropriated in London to any range 
of buildings occupied as stables;'' aber ohne noth werden dasdbst 
bedenken gegen die gewöhnliche ableitung und begriffsentwicklung 
von mew erhoben. 

Hew 3. wie eine katae, wie ein kleines hind schreien; in dem- 
selben sinne niewl oder meawl; das wort ist wesentlich laut- 
nachahmend; vgl. die mhd. mäwcu, nhd. mauen, miauen, miauzen, 
ndl. maauwen, /r. miauler, it. miagolare, miagulare, sp. manllar, 
mayar, schwd. mjama, jama, isl. miama, dän. miaue, miave ; etwa 
auch die engl, moo, mue vom bruUen der hih und Koch 3\ lß(3. 

Mickle gross, viel; Hai. 553; veraltet und mundarüich, be- 
sonders Schott, mekyl, mykil, meikle, muckle; bei Levins noch 
mickle: mnch; ol^en^I. mikil, mikel, mochel, mechel, muchel, ags. 
mycel, micel, goth. mikils, aUs. mikil, altn. mikill, ahd. mihil, 
mhd. michel ; in den urverwandten sprachen gr. (dyag, tat. magnus, 
magis, skr. niahat, £U skr. mah wachsen; s. Dief. 2, 68. 7G<); Bopp 
V. Gr. 3, 228. 412. 419; Cnrtius No. 4«2; Fick « 144. 833; vgl die 
demselben stamme entsprossenen engl, more, most und much. 

Mid 1. mitte; Hal. 553 mid : the middle, the centre ; noch bei 
Levins mid: the midst, seitdem zwar als selbständiges wort ver- 
aitet und durch Weiterbildungen wie middle, midst ersetzt, aher 
häufig noch in Zusammensetzungen; altengl. mid, midde, weichem 
als adjektiv entsprechen ags. midda, midde, goth. midjis, midja, 
alts, middi, cdtn. midr, cM. mitte, lat, medius, gr. (döog^ lUööog 
für fo&iog, skr. madhjas; vgl. middle, sowie wegen der auf dem 



Mid 2. — Midge. 97 

lot beruhenden roman. formen e, b. mean 2., über die Urver- 
wandtschaft Dief. 2, 65 fif.; Bopp V. Gr. 1, 121. 278; 2, 18; 
Kick « 146. 834. 

Mid 2. mit; Hal. 553 mid: with; die präposition, jetzt fast 
verschollen im engl, und durch with ersetzt^ könnte höchstens noch 
in der einen oder anderen ssusammenseteung erkannt werden; 
Levins kennt sie nicht mehr; dagegen dltengL mid, ags, mid, alts. 
mid, midi, goth. mil>^ (Utfrs. mith, mithe, mit, ndl. ndd. med, met, 
altn. med, schwd. dän. med, oAd. mhd. nhd. mit, gr. (istd, eend 
raad; s. Dief. 2, 68. 766; Bopp V. Gr. 3, 510. 533; Curtius No. 212. 
Na^h Koch 1, 165 wäre die einzige form, in welcher mid sich 
noch fände, der ausdruck mid-lenting mitfasten, besuch der ver- 
wandten zu fastenzeit; übrigens begegnet dies weder bei Halliwell 
noch bei Webster; der letztere hat mid -lent: the midie of Lent, 
was natürlich zu mid 1. gehört. Zweifelhaft bleibt femer mid- 
wile hebamme; Trench E. 256 sagt darüber: „The derivation of 
midwife is uncertain, and has been the subject of discussion ; but 
when we find it spelt medewife and meadwife in Wickliffe*s bible, 
this leaves hardly a doubt that it is the wife or woman who acts 
for a meed or reward;" Koch 3', 99 vergleicht in diesem sinne 
das ags. med-man miethmann, lohnarbeiter; indessen scheint die 
früheste aÜengl. form doch vielmehr myd-wijf, myd-wyfe zu sein 
und für die Zusammensetzung des wortes mit der proposition 
lassen sich als anaiogien anführen das sp. comadre hebamme 
und das nhd. beifrau die der hebamme beispringende helferin; 
Grimm 1, 1370. 

Midden misthaufe; bei Hai. 553 midden, midding, cdtengl 
middinge, myddyng, nach Wedgwood auch myddyl; bei Bosw. 
als ags. midding; es ist wohl skandinavisch, wo dän. mödding 
wnd mögdynge, aitn. moddyngja in derselben bedeutung aus aitn. 
mod abfM oder dän. mög mist, vgl. mud und muck, und dttn. 
dyngja häufe erklärt wird; Mahn verweist aufeinkdt. mathaich 
den acker düngen. 

Middle mitte, mittel, mittler; altengl. middel, medil, mcdile 
ags. dltfrs. middel, ahd. mittil, mhd. nhd. mittel, theils adjektivisch, 
iheüs als hauptwort; i^ mid 1. 

Midge mücke; aUengl migge, ags. mycg, mygge, alts, muggia, 
ndd. mugge, ndl. mug, altn. mf, schwd. mygge, dän. myg, ahd. 
maoea, mhd. mucke, mücke, mugge, mügge, nhd. miicke; als 
urverwandt gelten russ. poln. mucha, böhm. maucha fliege, femer 

MtlUr, B«]r».Wdri«rb. U. a. Aufl. 7 



98 Midriff — MUch. 

skr. maksa, makschikä, send makhschi, UU. miisca, woher fr. mouche; 
gr. (ivla; vgl Weigand 2, 201; Curtiu« No. 480; Pick « 836. 

Midriff jswerchfeli; aUengl tuidrif, midref, raidrefe, mydderefe, 
ctgs. midhrif, (Utfrs. midref; Busammengesetet aus mid 1. und 
einem ausdrucke für hauch, körper; noch bei Hai. 683 riff: the 
belly, the bowels, ags, hrif, rif, aUs. tUtfrs. rif, ahd. href; vid^ 
leicht auch hierher: mhd. ref, nhd. reff gesteU; s. Dief. 2, 588; 
verschieden von midriff ist eine freilich ähnliche beseichnung 
derselben seiche aUengl. mydrede, aUfrs. midrede, midrith, midri- 
there, ags* midhridre ; vgl. noch Dief. 2, 504 ; Grimm Gr. 3, 405 ; 
Br. Wb. 3, 464, wo das ndd. middel-reff, middel-riff aus dem ags. 
rift, ryft kleid, segel^ hOUe erklärt wird; im Mndd. Wb. 3, 89 
middelrif weiche unter den rippen. 

Midwife hebamme; s. unter mid 2. 

MieB miene; wie unser nhd. miene, sehwd. dän. mine, aus 
dem fr. miue haUung^ gebär de, welches nach Diez 1, 277 von dem 
roman. nienare führen herkommt ^ indem es ursprünglich die 
äussere fuhrung oder haJiung ausdrückt y etwa wie gestus von 
gerere; vgl. das pr. se menar sich benehmen; s. die engl, demean, 
demeanour tiful. mine 1. 

Miff missmuthy übele laune; Hai. 553 miff: displeasure, ill*- 
hamour, but generally in a slight degree; es lassen sich einiger^ 
ma^ssen damit vergleichen unsere nhd. muff verdriessUcher mensch, 
nebst den ableitungen muffen, muffig, gemuffe, schon mhd. mupfen 
den mund vergieheUj gi 'muffe brummen aus verdrusSj eu denen 
wieder roman. ausdrücke gestellt werden wie sp. mofar verhöhnen^ 
it. mundarÜ. muffo verdriesslich; s. Weigand 2, 205; Diez 2, 156; 
vgl Wedgwood und das engl mop, mope. 

Migllt 1. mochte; Vergangenheit von may l.; aUengl mihte, 
maehte, mähte, mohte, muhte, ags. meahte, mihte; s. Mätzner 
l, 413; goth. mahta, ahd. mahta, mohta, mhd. mohte, nhd. mochte 
u. s. w. Dief. 2, 1. 

Might 2. macht; aUengl mihte, mighte, mist, maeht, mäht, 
daher noch bei Hai. 545 maught, goth. inahts, aUs. mäht, äUfrs. 
mäht, meht, ndl. magt, aUn. makt, mekt, schwd. makt, däm. 
magt, ahd. mhd. mäht, nhd. macht; wie might 1. oHeüung 
von may 1. 

Milch melkf milchgebend; melken; tdtengl. milche, ahd. mhd. 
melch, nhd. uielk, ndd. melke; (ds eeitwort ags. milcjan; 8. das 
wettere unter milk. 



Mild — MUk. 99 

Mfld müd; dttengh railde, (igs. mild, mildo, goth. milds, aUs. 
mildi, ndd. ndl. milde, mild, (Utn, mildr, schwd. dan. mild, ahd. 
milt], mhd. milte, nA<{. milde, mild; vgl. weiteren Zusammenhang 
in den urverwandten sprachen mit lat. mollis weich, keU. malta, 
malda weich, milde, slav. mlad, mlad^ zart, jung hei Dief . 2, 69 ; 
Cartius No. 464; Fick « 150. 835; Weigand 2, 161 : „da d ableüung 
ist, so möchte mild der skr. würzet mil en^^^reniomm^n, sich mit 
jem. verbinden anzugehören scheinen (poln. böhm. mily lieb); 
heinesfaüs aber ist es, wie Bopp wiU, zusammenzustellen mit skr. 
mrida weich, zart, sanft van mrid zerreiben, welches verbum eher 
mit ags. meltan schmelzen stimmen würde ;^* vgl. die engl, mcllow 
und melt. Als abgeleitetes hauptwort hatte die altere spräche 
neben mildnes», aUengl. mildeuesse, die Weiterbildung mildse, 
milse, milce, Hai. 553 milce: mercy, pity, ags. mildes, milds. 

Mildew mehUhau, hanigthau ; aUengl. mildewe, meldewe, ags. 
mil-deäv, mele-deäv, s. Grein 2, 230, (jfhd. militou, mhd. miltou, 
fikd. mehlthau; der erste theil des Wortes hat ursprüngl. nichts 
MU (kun mü dem nhd. mehl, engl, meal 1., aber wahrscheinlich 
auch nichts mit dem goth. mili[> honig, gr. (liXi,, lat. luel, wenn- 
gleich anlehnende umdeutungen in den einzelnen sprachen nicht 
MU leugnen sind; am, wenigsten ist mit Wedgwood an eine un- 
tmUelbare enüehnung des engl, wortes aus dem keU. gebiete zu 
denken; vgl. Dief. 2, 71 und besonders Weigand 2, 128. 

Mile meile; altengl. mile, ags. mil, ndd. mile, ndl. mijl, aUn. 
mila, schwd. mil, dän. miil, ahd. mila, mhd. mile, nhd. meile; 
wie die roman. ausdrücke fr. mille, pr. sp. milla, pg. milha, it. 
miglio, miglia hervorgegangen aus dem lot. mille tausend, plur. 
mfllia, milia eigenÜ. tausend schritte milia passunm als grösseres 
wegemass. 

Milk milch; aUengl. milk, mile, melk, mulc, cys. mile, meolc, 
meoloc, goih. miloks, dltfrs. melok, ndd. ndl. melk, altn. miolk, 
sckwd. mjolk, dän. melk, ahd. milah, nüul. milich, milch, nhd. 
milch ; *genau dazu stimmen besonders auf slav. gebiete aUslav. 
mjleko, russ. moloko, poln. böhm. slov. mleko, serb. mlijeko, 
wend. mloko, melaaka; das starke stammzeitwort ahd. melchan, 
mkd. melchen, nkd. nach dem ndd. ndl. melken erscheint urver- 
wandt dem lot. molgere, gr. diUXys^v, zu skr. marj für marg, 
malg abwischen, abstreifen; vgl. Dief. 2, 73; Curtias No. 150; 
Fick « 150. 832. 835 ; Weigand 2, 140 ; Grimm G. d. d. S. 997 ; Bopp 
y. Gr. 1, 254; wo auch ableitungen sowie weitere beziehungen 

7* 



100 Mm 1. — Mut. 

besprochen sind wie ssu keU. toöriem oder zu dem gr, ydXa, 
ydXaxtog, IcU. lac, lactis, woratis wieder die roman. ausdrücke it. 
latte, fr. lait flössen; s. noch milch und Mätzner 1, 223. 

Hill 1. müMe; bei Hai. 554 miln: a mill; milluer: a miller; 
dUengl. milne, mulnc, ngs. myln, mylen, aUfrs. möle, ndl. moleii, 
meuleu, cdtn. mylna, schwd, mol, dän. molle, ahd. muliu, muH, 
mhd. mül, nhd. mühle; f^bst der ableitung neuengl. milier, aÜengh 
millere, meliere, milner, fries, melier, ndl. miilder, molenaar, aUn, 
mylnari. schwd. möluare, dän. möUer, ahd. mnlinäTri, nihd. mulnere, 
nhd. miiller, als eigenname noch müUner; die äUeren formen 
scheinen darauf hinzuweisen, dass der ausdruck frühzeitig ent- 
lehnt wurde au^ dem lot. moliaus, molina, u^lchem sicher ent- 
sprangen die roman. Wörter it. mulin o, pr. molina, moliu, sp. 
niolino, fr. mouliu; doch ist der stamm cdtgemeinsam; vgl. die 
gr. fivXfj, fivXog, lat. mola mühle; lot. molere, slav. mljeti, litth. 
malu, keU. mala, meil, goth. malan mahlen; s. Dief. 2, 24; Weigand 
2, 20ti und die engl, meal 1., mould 1., sowie wegen des ott- 
german. ausdrucks für mühle das engl. quem. 

Hill 2. tausendster theil eines dollars; ebenso als Stammsilbe 
verschiedener aus dem lat herübergenommener Wörter wie millen- 
nium, milleped, ist das lat. mille tausend; vgl. mile. 

Hillet hirse; fr. millet; daneben früher, noch bei Levins das 
einfache mil, nach Bosw. schon ags. mil , fr. pr. mil, it. miglio, 
pg. milho, sp. mijo, aus dem lat. milium. 

Hilliner putzmacher; Wedgwood: „Supposed to be originally 
dealer in Milan wares, but no positive evidence has been produced 
in favour of the derivation ;^^ Richardson : „So called from Milaner, 
one from Milan; or Malineer, from Maline; or millenarius, because 
he deals in a thousand articles; it is perhaps mistlener, from 
mistlin or niestlin, a medley or mixture;'^ die Übliche ableitung 
von Milan, it. Milaiio, nhd. Mailand ist durchaus wahrscheinlich; 
vgl. das fr. milanaise. milan^se eine art goldstickerei, andrerseits 
die engl, ausdrücke mautua, mantua-maker und lombard. 

Hilt müz; aUengl. ags. aUfrs. ndd. milte, tkdl. milt, dUn. 
mihi, dän. milt, ahd. milzi, mhd. milze, nhd. milz; dann auch 
auf das roman. gebiet übergetreten it. milza, sp. melsa; s. Diez 

1, 277; nach Grimm Gr. 2, 32. 350 zu dem ags. meltan, engk 
mclt schmelzen, in rücksicht auf das der milz zugeschriebene 
verarbeiten, auflösen, flüssig machen geunsser sä fle ; vgl. Weigand 

2, 102; weniger wahrscheinlich ist der Zusammenhang der mHz 



Mime — Mine 1. 101 

als des weichen eingeweides mit mild. Dem engl, milt same 
der fische, wovon dann milter milcher, milchner, entsprechen in 
den anderen germanischen sprachen die ausdrücke für milch* 
engt milk; vgl. Weigand 2, 160 und Wedgwood; der letsste be- 
merkt: ,,There can be little doubt that the uame milt is derived 
from milk and is given for a similar reason in both applications;^^ 
dem wird man nicht beistimmen, sondern nur eugeben können, 
dass eine berührung und vermengung der ewei Wörter statt- 
gefunden hat. 

YÜMt Schauspieler; fr. mime, it. sp. mimo, lat. mimus, gr. 
fufiog, €Us fremdwort in die treueren sprachen gedrungen, auch 
nkd. minie; daeu engl, mimic, mimical, fr. mimiqne, it.sp. mimico, 
Uü. mimicas, gr. pufiLxog, von dem Zeitwort (iLfulöd'ac nachahmen. 

Mine^ Jserstückdn; Mal. 554 mince: to walk in an affected 
manner; dies ist nur ubertrc^gene anwendung, vgl. die bedeutungen 
von mince bei Shakespeare; Schmidt 2, 721; Levins hcU mince: 
minaare; mundartl. und alter fr. mincer zerstücken, fr. mince 
iltififi, gering; den fr. ausdruck aber möchte Diez 2, 377 weniger 
auf lot. minutus, minutiare, als auf aUn. minst, ahd. minnist, 
goth. minuists, nhd. mindest kleinste, geringste zurückführen; 
andere haben an lot. raancus verstümmelt gedacht, aus dem sich 
ein mancins, niaince, mince entwickelt habe;'S. Scheler und Arch. 
25, 396 ; über ableitungen des lat. minutus wie it. minuzzare, pr. 
mennzar, cdtfr. menuiser klein machen, zerstückeln, woher neufr. 
menoisier Schreiner, vgl. Diez 1, 278. Für das engl, mince mag 
noch bemerkt werden, dass es sich allerdings nahe berühren 
musste mit dem german. stamme altengL minne, min weniger, ags. 
min, noch bei Hai. 554 min: the lesser; ags. minsjan geringer 
werden; s. Grein 2, 252. 255; Dief 2, 74. 

Hind sinn, gedenken; cdtengl. mind, ininde, mende, muinde, 
munde, ags. mynd, als Zeitwort aUengl. minden, munden, ags. 
ge-myndan; neben dem dUengl. niune, ags. myue gedächtniss, 
erinnerung; vgl. die goth. muiis meinung, gamunds andenken, 
aUn. mynd gedächtniss, bild; zu lat. mens, gen. mentis sinn, 
monere erinnern, gr. fUvog, fi^VLg, fivdofucL, goth. munan, skr. 
man, mnä denken; vgl. die nhd. minne, mahnen, meinen, mann, 
die engl, mean 3., man; Dief. 2, 81—86; Bopp V. Gr. 1, 130. 

MiBe L mine, bergwerk; fr. mine, it. sp. pg. mina, pr. miua. 
mena; als fremdwort dann weiter gedrungen, wie nhd. dän. mine; 
ebenso die ableitung fr. mineral, engl. sp. pg. nhd. mineral, it. 



102 Mine 2. — Minish. 

minerale; Diez 1, 277: „JIfan findet den urspmng des Wortes im 
lat minare oder roman. menäre führen, betreiben, vgl. pr. menar 
secretz geheimnisse betreiben, mlcU. minare consilium einen an- 
schien bereiten, minas parare nachsteUungen ins werk setsen. 
Hiernach ist mina auerst geheimer anschlag, getriebe, in besiehung 
auf einen belagerten ort geheimer gang Mur Untergrabung der 
mauer, demnächst auf den bergbau angewandt. Dieser wandet 
des begriffe hat nichts unwahrscheinliches; gana ähnlich legte 
man dem it. doccia von ducere die bedeutung canal bei. Auf- 
fallend ist nur die abweichung des richtigen e in i; geschah es 
zur Unterscheidung der begriffe „führen^* menare und „graben*^ 
minare? Buchstäblicher Zusammenhang mit hymr. mwn masse, 
mine, ist nicht anzunehmen; wie sich gad. mein zu engl, mine, 
rom. mina verhält, wäre wohl noch genauer festzustellen; s. über 
letztem punkt Dief. Celt. 1, 71;^^ vgl. demnach als ursprünglich 
identisch die engl, mien und mean in demean; Weigand 2, 163. 

Mine 2. mein; cdtengl. mine, min, ags. aUs. ndl. ndd. min, 
(Mn. minn, schwd. dän. min, goth. meins, ahd. miner, mhd. min, 
nhd. mein; aus demselben pronominalstamme mit me, my; 8. 
Mätzner 1, 309. 314; Koch 1, 463. 471; Dief. 2, 57. 

Mingle mischen; bei Levins mingil; aUengl. mingen, mengen, 
mengin, ags. mengau, aUfrs. menga, ndl. mengen, ahd. mengan, 
mhd. nhd. mengen; mhd. nhd. ndl. auch in der Weiterbildung 
mengein, besonders ver- mengein; s. über diese bildung Mätzner 

1, 483, über den stamm Weigand 2, 143 und das engl, among. 

Miniatnre kleinmalerei; wie das nhd. fremdwort miniatur aus 
dem fr. miniature, sp. it. miniatura, von dem mlat. miniare mü 
minium mennig färben, ursprüngl. von den kleinen in den hand- 
Schriften angebrachten gemälden; nach dem lat. it. miniare, sp. 
miniar, auch engl, miniate roth färben; vgl. Weigand 2, 164; 
Diez 1, 278. 

Minion Uebling, niedlich; fr. mignon, woher auch it. mignone; 
das fr. wort nebst mignard, mignoter beruht aber auf dem ahd. 
minja liebe, mhd. nhd. minne, insofern es als kosende anrede ge- 
braucht wurde; vgl. Lexer 1, 2146; Grimm Gr. 4, 317; Weigand 

2, 159. 165; Diez 2, 377; das ahd. minja, minna ging aus der- 
selben Wurzel hervor wie man. 

Minish verkleinern; Hai. 555; jetzt nur in der Zusammen- 
setzung diminish; dltengl. miuushe, menushe, minischen, dimi- 
nischen, dymynue; altfr. menuiser, it. minuzzare, (mus einem lot. 



Minisier — Minstrel. 103 

minniiare, van minutus, minuere ; fr. diminaer, U. miouire ; vgl. 
Diez 1, 278; Dief. 2, 74 und mince. 

MiliBter diener; vgL über die bedeutungen auch des nkd. 
fremdworts minister bei Heyse 581; aUengl. mynester, minystre, 
/r. pr. ministre, ep. pg. it. ministro, lot. minister; 8. über dieses 
und das entsprechende magister mit ewiefachem komparativsufßx 
Bopp V. Gr. 2, 33. 

MilliTer grauwerk; Hal. 555 minever: the far of the ermine 
il^ixed with that of the small weasel. The white stoat is called 
a minifer in Norfolk; auch meniver geschrieben, bei Levins miniuer; 
es ist das fr. menn vair, aUfr. mennver; menuveir, meuuvair ; aus 
fr. menn Jdein, vom kU. niinutus, s. minute, und vair eine art 
peLnoerh; vgl. das engl. vair. 

Mtamow elritze, fischchen; der name scheint von der htein- 
heU des thiers hergenommen sfu sein; Wedgwood führt cUs mund- 
artliche nebenformen an mengy, mennous, mennam, vgl. Hai. 549, 
und erklärt minnow cUs das gael. meanbh klein, woeu meanbh- 
bhith fhierchen, miniasg fischchen; mennous oder menuys sei das 
fr. menuise fisehbrut, ndat. menusa und mennam aus dem fr. 
minime entstanden; Hai. 554 minim: the minnow. 

Minster klosterkirche , münster; aUengl. minstore, minstre, 
mynstere, munstere, munster, ags. mynster, aus dem lat. gr. 
monasterinm, fu>va&€'qQU)v ort, wo man einsam (gr. (wvag, (Aovd- 
iuv, iwvog aUein) lebt; also dasselbe wie das engl, monastery, 
fr. monastere; ebenfalls angeeignet im ahd. monastri, n^unistri, 
mhd. nhd. münster, ndl. monster; vgl. noch monk. 

Minstrel sänger; aUengl. mynstrelle, minstral, menstral, mene- 
stral theils in der bedeutung sänger, spidmann, theils in der ur- 
sprüngUchen allgemeineren diener; oZ^/V. menestrel, p^. menestrel, 
menistrel, pr. menestral, sp. menestral, menestril, ministril, vom 
fkUd. ministerialis ; neufr. menestrier, m^n^trier handwerker, 
künstler, musiker; Weiterbildung von dem lot. ministeriom, s. 
minister, it. mestiero, mestiere, sp. cdtpg. meuester, neupg. mister, 
pr. menestier, mestier, neufr. metier handwerk; bei Hai. 556 mister: 
kind, species, trade, occupation, manner of life; need, necessity; 
vgL £fu der letsten bedeutung die it. e mestiere, fa mestiere, sp. 
es menester für lat. opns est es ist nöthig; s. Diez 1, 275 und 
vgl. bei Dncange die mlat. ministerialis diener und ministrellus 
spielmann. 



104 Mint 1. — Minx. 

Mint L fnifUfe, munee als pflanze; oiUeKgL ags. mint«, ndd. 
mynte, minte, ndl. munte, dän. mynte, dhd. minza und munza, 
mhd. minze und müntze, nhd. miuze und münze; aus dem gr. 
filvd'a^ (Uv^, lot. meniha, mlat. menta, woher dann iL sp. menta, 
fr. men the; vgl. noch besonders slav. ausdrücke bei Dief. 
Or. Eur. 384. 

Mint 2. münae, münaen; altengl. mint, mynt, munet. ags. 
mynt, wie ahd. muniza, muniz, mhd. nhd. münze, ndd. mnnte, 
monte, ndl. munte, schwd. dän. mint, mynt, aus dem lat. moneta 
münzstätte^ geldstüch; als eeitwort engl, mint, ags. mynetian, aUs. 
munitön, ahd. munizou, mhd. nhd. münzen; dasselbe wort, nur 
durch das fr. monnaie vermittelt j ist das engt money; übrigens 
mischt sich das eeitwort in Übertragenem sinne, wie nhd. auf 
etwas münzen, mit einem in den neueren sprachen mehr f?cr- ' '^i^oii 
schoUenen german. verbum engl, mint: to intend, to aim, to 
invent or feign, altengl. minten, menten, munten, ags. myutan: 
disponere, statuere, expouere; vgl. das goth. mundon betrachten, 
beachten und s. Dief. 2, 87; Etm. 222; ürein 1, 433 ; 2, 271. 

Hinate klein; minute, concept, bemerkung, notiren; wenn 
auch theilweise nach der bedeutung in der ausspräche geschieden 
ist der engl, ausdruck wesentlich derselbe und beruht auf dem 
lot. minutus verkleinert, klein, minuere; vgh mince; it. minnto, 
sp. menudo, pg. miudo, pr. menut, fr. menu klein; wegen der 
begriffsentwicklung vgl. Diez 1, 278: „Subst. it. sp. minuto, fr. 
tninute der 60. theil einer stunde, eigenÜ. minnto primo die erste 
Verkleinerung oder eintheilung; minuto secondo, fr. seconde der 
60. theil einer minute, die zweite eintheilung;*^ femer Scheler: 
„minute; Tacception: original, brouillon d'nn ecrit, vient de la 
petite ecriture dans laquelle on ecrit les brouillous ;*^ vgl. dcLS 
engl, engross und das fr. menu kleinigkeit, Speisekarte; hierzu 
gehört auch minuet, fr. menuet, it. minuetto, sp. minuete, minue, 
nhd. als fremdwort menuet ein langsamer tanz mit kleinen schritten. 

Minx loses mädchen, zieraffe; nach Richardson etwa ent- 
standen aus minikin liebling; Hai. 554 minikin: small, delicate, 
elegant, a fine, mincing lass; das seinerseits hervorgegangen 
scheint aus mignon, minion mit der Verkleinerungssilbe kin; s. 
Mätzner 1, 483; übrigens bezeichnet minx und mink auch ein 
wieselartiges thier und dessen pelz; Hai. 555 minks: a kind of 
fur; es könnte ein schmeichelname des thier s sein; vgl. Diez 2, 219 
über das aUfr. bele, neufr. belette wiesei. 



Mire 1. — Mis. 105 

Hirt 1. kothf pfütae; aUengl. mire, myre, mure, (igs. mure, 
aUn. myri, schwd. myra, norto. myre; es schettU eines Stammes 
fmü mere 2, moor 1. und marsh mu sein; vgl. Dief« 2, 44. 

Mire 2. ameise; auch in der eusammenseteung pismire; 
dUengL mire, pissemire; ags. bei Bosw. mire, oder m^re? gath. 
(bei Basbek) miera, cdtn. manr, migamaur, sehwd. myra, dän. 
myre, pissemyre, ndl. miere, mier, ndd. mire, dann auch nhd. 
miere, pissmiere; s. Dief. 2, 66; Br. Wb. 3, 105; Grimm 1, 277; 
Weigand 2, 157: „der sehr alte, aber dunkle name erscheint auch 
in dem gr. iivfiirii ameise, verbreitet sich über das heU. (welsch 
mor, ir. moirb) und das slavische (russ. murawei, mit versetstem 
r aUdav. mraw', poln. mrowka, böhm. mrawenec) und reicht bis 
tief in Asien (pers. mur, send moirina);*' £u dem gr. iivQfMji 
hat man weiter gesteUt das lot. formica , fr. fourmi in derselben 
bedeutung; vgl. noch Curtius No. 482. 

Milk finster; aUengl. mirk, mirke, merke, ags. mirc, mirce, 
myre, myree, aUn. myrkr, schwd. dän. mörk; daeu mnrky finster; 
verglichen werden noch slav. mrak, mrakn finsterniss; s. Wedg- 
wood und Itapp No. 208 mark finster. 

Mirror spiegel; altengl. myrronre, myrrore, mirour, altfr. 
mireor, neufr. miroir, pr. minidor, it. miratore, miradore; vgl. 
das sp. mirador wartthurm; wie von einem lat. miratorium, £fu 
fr. mirer, pr. sp. mirar, it. mirare aufmerksam betrachten, lot. 
mirari bewundem, anstaunen; vgl. die lot. admirari, fr. admirer, 
en^ admire. 

Mirth heüerkeit; aUengl. mirth^ merthe, murthe, murhthe, ags. 
mjrhd; s. weiter unter merry. 

Mi8 als erster theü vieler gusammensetsungen; ursprünglich 
h am pt wort mit dem begriff des mangelns, s. miss 2., dann ad- 
verhieU als präfix gebraucht, aUengl. mis, ags. mis, miss, misse, 
und so in den formen mist^e, miss, mis durch alle germanischen 
sprachen üblich; s. Dief. 2, 75: Weigand 2, 172; Grimm Gr. 2, 
470; 3, 13; im engl, aber mischt es sich mit dem ungefähr 
gleichbedeutenden altfr. mes, neufr. mes, m^, pr. m<*s, mens, it. 
am. sp. pg. menos, das, wenn auch vielleicht nicht unbeeinflusst 
durch eben jenes german. uiiss, doch wesentlich entsprang aus 
dem lot. miiias weniger, nicht recht, nicht gehörig; s. Mätzner 
1. 537; Koch 3*, 192; Diez 1, 279. In manchen Wörtern ist 
tuMtürUch rais noch anderer abkunft, wie misanthrope, gr. 
iu0aw9(f€9xog menschenh(Mser, sfusammengesetgt ist aus gr. fnöeiv 



106 Miaohief — Miss 2. 

hassen und av^Qowog mensch ; übrigens vgl. die nächstfolgenden 
Wörter. 

Mlsdüef Unheil; altengl. meschief, aUfr. mcschef, neufr. 
mechef, pr. mescap, altpg. mazcabo, sp. pg. meuoscabo; eigeniL 
Sbler ausgang, van cabo ende^ lat. caput köpf; als geitwort 
menoscabar, inescabar, aUfr. meschever; Diez 1, 271; vgl. die engl. 
mis, achieve und chief. 

Migereant ungläubigerj schurke; altfr. pr. mescreantf neufr. 
m^reant, it. miscredente, particip von dem Beüwort fr. m^roire, 
jfw lot. credere glauben; vgl. die vorstehenden artiM, Koch 3*, 139 
und recreant; über die begriffsenttvicklung auch Trench 139. 

Miser geiahals; eigenü. elender ^ lot. miser elend, unglücklich; 
vgl. über die begriff sentwuMung , nach wdcher ehemals misei-y, 
miserable auch yei>, geizig ^ miser umgekehrt auch the wretched 
man bezeichnete ^ Trench 140: „the man who enslaves himself to 
his money is proclaimed in oar very language to be a miser, or 
a miserable man;'^ auch das sp. it. misero bedeutet elend und 
geizig; vgl. Über die zu gründe liegende anschauung schon bei 
den alten Horat. Sat. L, 1, 63. 

Hishmish gemenge; bei lial. 556 mish-mash, in älteren formen 
mixy-maxy, mixty-maxty: a confused mass; 557 miz-maze: con- 
fusion; ablautende büdung wie unser nAd. mischmasch; vgl. mix, 
mash; Koch S\ 153; Mätzner 1, 474; Weigand 2, 167; Grimm 
Gr. 1», 561. 

Misnomer falscher name; von dem präfix mis, aUfr. mes 
und dem fr. nomer, nommer, lat. uominare nennen; vgl. wegen 
dieser büdung mit dem ursprünglich roman. m\%' z. b. noch 
misprision verstiheny nachlässigkeit ^ aus mis und dem ndat. 
prisio, lot. prensio, prehensio; fr. m^prendre, meprise unier 
misehung mit dem fr. m^pris, m^priser, altfr. mespriser gering 
achten j verachten^ welche auf dem lot. pretium werihj e. praise, 
price und prize, beruhen. 

Miss L fräulein; verkürzt aus mistress: Wedgwood be- 
merkt: no doubt a contraction from mistress, or mistriss, as it 
was formerly written, not however by curtailing the word of its 
last syllable, but more likely by a contracted way of writing 
W* or Mis for Mistress.'* 

Miss 2. missen, verfehlen^ fehler; altengl. missin, minsen, ags. 
missian, altfrs. missa, ndd. ndl. missen, aUn. missa, schwd. mista, 
dän. miste, aM. missan, mhd. nhd. missen; als namen bei Hal. 556 



Mitsal — MitUetoe. 107 

miss: wicked, wrong, substantivisch aUenjß. mis, misse, mhd, 
oUndL misse, altn. missa; ßu den goth. misso einander ^ missa 
vtrsekiedenj verkehrt; vgl. das engl, mis; Dief. 2, 75 ff.; Weigand 
2j 172; Ober die begrijfseniwieklung sagt Schweuck 413: y^der 
begriff der trennung oder verkehrung einer sache in eine andere 
ist der grundbegriff fur die anderen; daher zeigt es die ab- 
Wesenheit der sache an, mit deren benennung es ausammengesetst 
istf femer die wechselseitigkeit, denn su einer solchen, wie eu 
einer mannigfaUigkeit, Verschiedenheit, welche bedeutungen es 
auch hat, gehört ein getrenntsein , da diese begriffe sich auf 
wenigstens Mwei besfiehen und mit der einheit unverträglich sind. 
Das getrennte bei einer sache, oder die verkehrung einer sache, 
das fehlende fuhrt leicht auf den begriff des fehlere, des iÜ}eln;^* 
s, noch über den vermutheten Zusammenhang mit dem lot. met, 
gr. {Uta, goth. mif>, altengl. mid bei Grimm Gr. 2, 470; 3, 13 
umd Dief. 2, 76. 

MIssd messbuch; mkU. missale, über missalis von missa messe; 
s. mass 2.; neufr. missel, altfr. messel, pr. missal, messal, pg. 
missal, sp. misal, it. messale. 

Mirt nebd; altengl. ags. mist, altn. mistr, schwd. ndl. ndd. 
mist ffi demselben sinne; dagegen in der bedeutung des lot. fimas 
ahd. mhd. nhd. mist, ndl. mist, mest, ndd. mest, mess, goth. 
maihstas; da mist für mihst ßu stehen und ßu ags. migaii harnen, 
schwd miga, lat. mejere, mingere, gr. (Uxuv, i(UxBi,v zu gehören 
stheint, so mögen die Wörter ursprünglich alle von einem und 
iemsdben stamme mit dem grundbegriffe des feuchten ausgegangen 
sein; vgl. das gr. diUxXfj nebel; s. Schwenck 412; Die£ 2, 12; 
Cortias No 175; Br. Wb: 3, 167; auch Wedgwood und die engl 
mixen, moist. 

Mister L herr; kürzere nebenform von master, aus dem lat. 
magister, nach der üblichen Schreibung Mr.; vgl. master 
und miss 1. 

Mister 2. geschäß, beruf, noth ; jetzt veraltet ; aus dem aUfr. 
pr. mcstier, neufr. metier, it. mestiere, neupg. mister, vom UU. 
miuisterium ; vgl. unter minstrel. 

Mistletoe mistet; ags. mistelta, altn. mistil-teinu; der erste 
theü des wortes altengl. altn. mistiU schwd. dän. mistel, ahd. 
mistil, mhd. nhd. mistel ist seinem Ursprünge nach dunkel, wenn 
wum darin nicht eine entsteüung des mlat. mistas aus lat. viscus 
finden wiü; der zweite scheint nach der altn. form teinu zu sein 



108 Mistress — Mitten. 

das goth. tains, schwd. ten, dän, täne, ahd. mhd. nhd. zain gerte, 
stab, sprosSy ags. tan, noch engl, in mundarten tan, Hal. 849, an 
dessen stelle dann etwa missverständUch ags. tä, engl, toe gesetzt 
wäre; s. Dief. 2, 6")3; Grimm Myth. 1156. 

Mistress herrin, lehrerin, geliebte; altengl. maistress, aUfr. 
maistresse, neufr, maitresse, it maestressa, nilat, magistressa, 
magistrissa, magistrix, neben dem lat. magistra, woraus entsprangen 
pr. majestra, maistra, sp. it. maestra, pg. mestra; vgl. die engl. 
mister 1., miss und master. 

Mite milbe, miete, kleine münee, Kleinigkeit; als name des 
thieres aUengl. mite, ags. mite, ndd. mite, ndl. mijt, dän. mite, 
mide, mid, ahd. miza, niizza oder mis'a (Grimm Gr. 3, 365), mhd. 
mi3e, mi3 (?), nhd. aus dem ndd. miete; Dief. 2, 6; Weiganfl 2, 158; 
aus dem germanischen dann in das roman. gedrungen nilat. sp. 
mita, fr. mite; Diez 1, 279; es scheint mit anderen ähnlichen 
thiemamen zusammen etwa zu dem wurzdverbum goth. maitan, 
ctgs. mitan abhauen eu gehören, vgl. maggot, moth, so dass 
das thier vom nagen, zerschäben der Sachen den namen empfangen 
hätte; Schwenck 409. In der bedeutung einer kleinen münze, 
einer kleinigkeit beruht mite, auch aUengl. schon mite, zunächst 
wohl auf dem äUfr. fläm. mite, ndl. mijte, mijt ursprüngl. etwas 
kleines, winziges, auch eine milbe; Diez 2, 1^78 unter mitraille; 
schwerlich ist es in dieser bedeutung, wie Wedgwood wiü, von 
mite mübe zu trennen und gewiss nicht als verkürzt aus lai. 
minutus klein anzusehen. 

Mitre bischofsmütze, auch architektonische bezeichnung; mit 
der nebenform miter; fr. mitre, it. sp. auch nhd. als fremdwort 
mitra, aus dem lat. gr. mitra, (Utga kopfbinde. 

Mitten fausthandschuh ; fr. mitaine und miton in demselben 
sinne; die fr. werter erklärt Diez 1, 276 zugleich mit aUfr. 
mitan hälfte a%^ dem nhd. mitte, oder dem ahd. mittamo, so 
dass ein getheiUerhandschuh gemeint gewesen sei; Scheler: .,Cette 
derivation est fondle sur ce que la mitaine est nn gant divise on 
deux moities, ou, peut-etre, un gant couvrant la moitie du bras 
ou la moiti^ de la main;^' wahrscheinlicher sind die roman. 
Wörter fr. mitaine, aUfr. mitan, ^p. miton, nilat. mittaua. mitana, 
mita mit Mahn zurückzuführen auf keU. Ursprung, ir. gatL 
mutan, mntog, miotag, miteag, armor, mittain handschuh, von 
math hand; vgl. Koch 3*, 11; die kelt. werter vergleicht auch 
Wedgwood, fügt dann aber hinzu: „The name seems to have 



Mix - Moatt. 109 

come from Lap. madda, N. mudd, modd, Sw. lapmudd: a cloak 
of reindeer Hkin ; Fin, muti : a garment of reindeer skin, a hairy 
shoe or glove; Sw. mudd: a mitten.^^ 

Mix mischen; aÜengL mixen; (igs. ahd. mincan^ mhd. nhd. 
mischen, UU. miscere, gr, (UöyBiVy luyvvvai^ skr. mix mischen, 
mi^ra vermischt, auch slav. mjesiti; s. Weigand 2, 167; Curtius 
No. 474; Fiek ^ 153; die detUschen worter sind nicht als entkhnt, 
sondern als urverwandt anzusehen und insbesondere kann auch 
das engl, mix sich sehr wohl aus dem ags. miscan entwickelt 
haben; immerhin wird unmittelbarer einfluss der lot. formen, 
besonders des particips mixtus, nicht zu leugnen sein, auf welches 
aUein ncUürlich ableitungen wie mixtion, mixture sfurOckweisen; 
vgL noch Mätzner 1, 166 und mishmash. 

MlxeB misthaufen; altengl. ags. mixen misthaufen, altengl. 
mix mist, ags. mix, mex, m« ox, engl, mundartl. noch mux, neufrs. 
miox, minhs; goth. maihstns; s. das weitere unter mist und, 
muck; Dief. 2, 12; Weigand 2, 168. 

Minuise Verwirrung; zunächst ablautende bildung von maze 
berührt es sich dann doch nahe mit mishmash und ähnlichen 
ausdrücken; Mätzner 1, 474. 

Miuen besansegd; besonders in mizzen-mast besanmast und 
äknUehen Zusammensetzungen; fr. mizaine, it. mezzana, sp. mesana, 
ndL bezaau, nhd. besan; im fr. scheint der ursprünglich aüge- 
widnere ausdruck it. mezzano mittlere, vom lot. medianus, sich 
für den vordermast (entre ie beaupre et le grand mat) festgesetzt 
zu haben, in den anderen sprachen für den hinteren (the mast 
which supports the after sails, and is nearest the stern), indem 
das wort etwa zunächst von einer bestimmten art segel gebraucht 
worden war; vgl. Wedgwood. 

Miisle fein regnen, nciss niedergehen; auch in den formen 
misle und mistle; ndd. ndl. misten, miesen, nnrndarÜich mieseln, 
nieselo; jedenfalls zu mist nebel; vgL das ags. mistjan dunkel 
werden. 

Mmi klagen; altengk maenen, menen, ags. maenan: cum 
dolore dicere, queri, dolere; dazu neuengl. bemoan, altengl. bi-» 
rneufD, ags. biroaeuan ; s. dats weitere unter mean 3. , das sich 
t» anderer form und bedeutung aus demselben warte entwickdte; 
vgL Mätzner 1, 203. 223; Wb. 1, 253. 

ÜMt Wallgraben, graben; altengl. cdtfr. mote woü, damm^ 
groben, mlaL mota befestigte anhShe ; altpr. mota schutzwerk eines 



110 Mob 1. — Mock. 

Schlosses; U. motta herabgeschwemnUe erde, sp. pg. mota erd- 
aufwurfj fr. motte erdschoUe, tor f stein; vgl. wegen des begriffs- 
Überganges van waU und graben, dämm, deich und teich die engt 
dike, ditch; die roman. Wörter werden theüs aus dem deutschen^ 
bair. mott aufgehäufte moorerde , schu>eie. mutte ausgestochener 
rasen, ndl. mot ahfall von torf, theils aus dem keltischen erklärt^ 
ir. mota hiigel^ berg; s. Diez 1, 282; Ducaoge unter mota. 

Mob 1. pöbel; verstümmelt aus mobile beweglich; mobile 
Yulgas: the mnltitude as being restless and fickle; Smart: „The 
contraction of the word began to take place about the year 1690, 
and soon after, in spite of Addison*8 humorous protest against it, 
(Spect. 135) settled into proper English;" Macaulay: „In that 
year (1680) our tongue was enriched with two words, Mob and 
Sham, remarkable memorials of a season of tumult and imposture ;^^ 
vgl. Trench Stud. 162. 

Mob 2. frauenmutee; auch mob-cap; dassu als aeitwort mob, 
mab, moble, mobble einhiUlen, einmummeln; bei Hal. 557 mob: 
to dress awkwardly; 560 mop: to mufiSe up; man vergleicht das 
ndl. mop-muts pudehniitge, moppen einhuUen; ndd. mopp: 
Wedgwood bemerkt: „the radical signification seems to be a 
bundle; to mab or mobble is to make a bundle of oneself, to 
wrap oneself up;" vgl mop und muffle. 

Mock spotten; auch als hauptwort mock und in der Weiter- 
bildung mockery; so schon bei Levins mocke und mockerye; der 
ausdruck beruht auf dem aUfr. moquer verspotten, neufr. se 
moqner, moquerie, pr. mochar; dieses letztere beweist, dass die 
strenge fr. form mocher oder moucher wäre, der man a^er sur 
unterscheiduug von moucher schneueen das pic. moquer vorgog. 
Man leitet es etymologisch richtig aus dem gleichbedeutenden gr. 
(MMotv verhöhnen; aber auch in anderen sprachen begegnet der 
stamm moc mit ähnlicher bedeutung, so kymr. moccio; ndl. mocken, 
ndd. mucken den mund vergiehen ; Scheler wiU es lieber als eine 
nebenform und bildliche anwendung von moucher, mkU. muccare: 
muccum ejicere auffassen, indem er das lot. emnngere schneugen 
im sinne der fr. moucher, duper, escroquer vergleicht ; s. Br. Wb. 
3, 197; Diez 2, 381; Dief. Celt. 1, 82; eine erwahnung endlidi 
verdient hier auch die ansieht Wedgwood^s : „The radical image 
is the muttering sounds made by a person out of temper, repre- 
sented by the syllable mok or muk, which thus becomes a root 
in the formation of words signifying displeasure, and the gestare. 



Modder — Moiety. Ill 

which express it, making months, deriding, mocking ;*^ kaum an- 
guMweifdn isi der Ursprung des engl, mock aus dem fr. worte. 

Modder mädehen; Hai. 557 modder: lasse, girl, modder, Cot- 
grave, in v. Patre; s. unter der nebenform m anther. 

Mode art und weise; fr. le mode und la mode aus dem lot. 
modus; vgl. die nhd. fremdwörter mode, niodns und das engl. 
mood 1., als fremdwofi auch modus. 

Model musterhüd; wie das nhd. fremdwort modell aus dem 
modele, it. modello, van einem lat. modellus fur modulus ais 
Verkleinerung von modus; vgl. schon im ahd. modul, sowie als 
fremdwörter auch engl, modulus, module; dagegen durch das fr. 
moole vermittelt mould 2.; Weigand 2, 180; Trench 141. 

Modern heutig^ neu, modern ; wie das nhd. fremdwort modern 
aus dem fr. moderne, i^. sp. modemo, spätlat. modernus, vom 
laL modo, welches mlat. für nunc jetjft steht ^ wie hodiemus von 
hodie; also ßunächst nicht vom lot. modus oder fr. mode abzu- 
leiten^ wenn auch später seiner bedeutung nach in Verbindung 
gebracht mit dem fr. engl. nhd. mode übliche sitte und tracht; s. 
Die* 1, 279. 

MoluUr haartuchy mohr; fr. moire, ehemals moh^re, mouaire 
nAst der ableitung morequin, pr. moira, it. moerro, amoerro, sp. 
mner, mue, pg. morim, nhd. mohr oder als fremdwort ganz in 
fr. form moire; wahrscheinlich aus dem Oriente stammend^ ind. 
moiacar, tnohacar oder mäghar zeug, stoff aus Ziegenhaar; im 
emgL angelehnt an hair haar; Weigand 2, 184; Diez 2, 379; 
Heyse 586; Scheler: „Selon les uns pour mouhaire, poil donx, 
Selon d^antres d*nn mot oriental moiacar: sorte de camelot. Je 
pense que Tune et Fautre de ces explications sont ä 'cöte de 
la verity." 

Melder verwirren , schwer arbeiten; Hai. 558 moider: to 
distract or bewilder; also, to labour very hard; Wedgwood: 
«Jtloidered. Confused, distracted, over- worked. From mander : 
to mumble; maunder: to mutter, wander in talking; moithered is 
one who is confused or made to speak confusedly by overwork 
or the like« Compare maddle, maze. 0. H. G. mandem: mur- 
morare, mussitare. Gl. in Schmell.^' 

IMelj hSlfle; neufr. moitie, altfr. moitiet, meited, pr. meitat, 
$p. mitad, U. meta, medieta, lot. medietas; wonach in dem älteren 
engL much mediety. 



112 Moil 1. — Mole 1. 

MoU 1. beschmieren y besudeln; „properly to wet, the senses 
of wetting and dirtying being closely connected'' Wedgwood; 
aUfr. moillier, muiller, neufr. mouiller, pr. pg, molhar, sp, mojar, 
wie von einem lai. molliare eu mollis ; vgl. unser nhd. einweichen 
durchnässen eu weich; s. Scheler und Diez 1, 280. 

Moil 2. sich abquälen; Hal. 558 moil: to toil or labour very 
hard; generally coupled with toil; etwa van dem laL moliri; 
Wedgwood: ,, perhaps only a secondary application from the 
laborious efforts of one struggling through wet and mud. — But 
it may be from Castrais mal: a forge-hammer: malha: to forge, 
to form by hammering and figuratively, to work laboriously.** 
In anderen bedeutungen ist moil auch noch anders eu erklären; 
so ist moil fleck, eeichen nebenform von mole 2.; ferner steht 
es für mule; moil: a sort of liigh shoe bei Hal. 558 ist offenbar 
das fr, mule pantoffel, it. mula, sp. mulilla; vgl. über diese 
roman. toorter, die von mulleus schuh von rothem leder stammen 
soüen, Diez 1, 284. 

Moist feucht; altengl. moist, moyst, attfr. moiste, neufr. moite ; 
Diez 2, 379: „Nicht von madidus; besser berechtigt wäre humectus, 
mit eingeschobenem s, aber die engl, form, worin dieses s hörbar 
isty scheint der einschiebung zu undersprechen. Die begriffe 
eart, weich, saftig, feucht grenzen an einander; e. b. im lot. ndns, 
gr. iyyQog, it. molle; lot. musteus jung, neu dürfte also in betracht 
kommen, engl, moist heisst nicht bloss äusserlich feucht, sondern 
auch innerlich saftig;" es wird ausserdem verglichen das mund^ 
artlich it. moisc feucht, limous. mousti, churw. muost; s. Wedg- 
wood und Diez 1, 282 unter dem it. moscio schlaff; Scheler 
versuchte eine ableitung des fr. wertes aus dem lot. mixtus. 

Mold erde; und so auch in anderen bedeutungen s. unter 
der üblicheren nebenform mould. 

Mole 1. mautwurf; altengl. mol, mold, ndl. mol, mundartlich 
ndd. mül, mült; doch nur verkürzt aus der Zusammensetzung 
altengl. moldwerp, moldewarp, molewarpe, molwar; vgl. Hai. 558; 
ahd. müwerf, mhd. moltwerf, nhd. maulwurf ; s. die verschiedenen 
formen bei Weigand 2, 122; ndd. mül-worp matdwurf, raül-hoop 
maulwurfshügel, ndl. molworp, molworm, altn. raoldvarpa, dän. 
muldvarp; danach bezeichnet der name das die erde ags. molde, 
s. engl, mold, mould 1., aufwerfende thier, ags. veorpan, nhd. 
werfen ; Dief . 2, 26 möchte allerdings das einfache mole, mol zu 
dem goth. malo motte und dem wurzetverbum malan mahkm^ 



Mole 2. —• Mongrel 113 

germdlmen ziehen; vgl. das fr. mnlot grosse f eidmaus y vom ndl. 
mal, ags. myl staub (ein thierj das im staube lebt?), wozu Diez 
2, 384 eben ndl. mol, engl, mole maultourf halt. 

Mole 2. fleekeny zeichen; auch in den formen mail, moil, maul 
begegnendf schott. mail, vgl. unter mail 1., moil 2.; altengl. 
mool, mol, mal, ags. mal, aUndl. mael, goth. mail, oAd. mfcci. hhd. 
mal, neien meil, mail, entweder eins mit meal 2. oder mit diesem 
nur Musammenfliessend aus einem älteren mahal , vgl. das lot. ma- 
cula, entstanden; Dief. 2, 16. GO; Curtius No. 551 zieht das deutsche 
meil zu skr. mala schmutz , gr. (dXag schwarz , lat. malus böse. 

Mole S. hafendamm; fr. mole, i^. mole, molo, doAer auch 
nhd. ob fremdwort molo, ^. mole, muelle; t;om Zot. moles last^ 
gewaltiger bau; dasselbe ist engl, mole grdbdenkmal. Unmittelbar 
aufd^n lat. mola (Plin. 7, 15, 13) beruht fr. möle, engl, mole 
«lotuüali ; au/* dem lat. mola salsa lia^ engl, mole : a salted cake 
used in sacrifices by the Romans. 

Menareh dlleinherrseher ; aus dem lat. gr. monarcha, tu>vaQxnS9 
ft6va(fxog, von fy&vog allein und a^civ herrschen, wie im nhd. 
eis fremdwort monarch; fr. monarque, it. sp. monarca. 

MoMStery Uoster; fr. monastere, it. sp. monasterio, neulat. 
monasterium, gr. iMva6t'^Qi,ov , von fU)va6ti^Q für (iova6tijg der 
einsam lebende, zu fuyvdiuv, (Mvog; angeeignet in der form 
minster. 

Monday montag; altengl. monedai, monendai, ags. mönan-däg, 
aÜn. manadagr, schwd. mändag, dän. mandag, ndl. maandag, dhd. 
manetac, mhd mäntac, nhd. montag; der dem monde geweihte tag, 
lat. dies Lunae, fr. lundi; vgl. moon. 

MoBey geld; altengl. mone, moneie, money e, altfr. moneie, 
monoie, neufr. monnoie, monnaie, pr. sp. moneda, pg. moeda, it. 
lat. moneta; vgl. das hhd. münze und das engl, mint 2. 

Mensur handler; jetzt fast nur in Zusammensetzungen üblich 
wie fish-monger, iron-monger; zu dem zeitwort altengl. mangen, 
ags, ge-mangian, altn. manga handeln; ndl. mangher, mengher, 
mangeler, ndd. monger, menger, manger, altn. mangari, ahd. 
mangari, mengari; die ausdrücke scheinen auf dem entlehnten 
laL mango handler, waarenzustutzer zu beruhen, wobei der deutsche 
stamm mang, s. among, einfluss üben mochte. 

Moigrel blendling; mnngril,mungril&6t Levins; vondem stamme 
des ags. mang gemisch, nhd. mengen mischen, 5. a m o n g, mittels der 
verüeinerungssuffixe er und el gebüdd; vgl. Mätzner 1, 505. 

MtlUr, ai|<M.WOffltrb. n. t.A«fl. 8 



114 Monk — Moon. 

Monk manch; altengl. monk, monke, monek, monec, niuuec, 
ags. monec, munec, munuc, ans lat. gr. monachus, ^i,ovtt%6^, su 
(lovog (Mein; ebendaher ahd. munich, mhd. munech, münich, nhd. 
monch, ndl. munoik, monnik, miinik, cdtn, munkr, schwd. da», 
mnnk und auf roman. gebiete it. monaco, soune aus dem gr. 
(lovMg sp.pg.pr. monge, catah monjo, altfr. moigne, neufr. nioiue; 
vgl, monastery; Scheler und Weigand 2, 188. 

Monkey affe; früher mxmkie; scheint die Verkleinerungsform 
eines ursprünglich romanischen wortes sfu sein; Diez 1. 280: „ü. 
monna, sp, pg. moua, neupr. mouno, bret. mouna äffin^ affe^ daher 
fr. mounine. Monna hcU auch die bedeutung von madonna, woraus 
es eusammengeeogen ward; muthmasslich brauchte man es als 
Schmeichelwort von der affin f^ als diminutive begegnen it. auch 
monnino, monichio; das engl, mochte übrigens leicht an monk, 
an man ur^ mannikin angelehnt werden; vgl. die ähnliche 
bildung donkey. 

Monsoon passatunnd; fr. monsou, mon9on, mousson, it. mon- 
sone, sp. monzon, pg. mon9ao; aus dem mälai. niusim geit, Jahres^ 
ßeitj strichunndf ostind. mausim, mausam, von dem arab. mausim 
bestimmte sfeit, jahresaeity wasama bezeichnen; Mahn in Webster 
und bei Heyse 595. 

Month monat; altengl. month, moneth, ags. mond, mönod, 
monad ^ aUfrs. mouath, goth. uieno^s, ndd. ndl. maand, aUfu 
mänadr, schwd. m&nad, dän. maaned, ahd. mänöd, mhd. niänot, 
mänet, nhd. monat; dem stamme nach urverwandt mit dem laL 
mensis monaty gr. fiijv, litth. menesis, shr. mäs, russ. mjesjatz; 
vgl. Grimm G. d. d. S. 247; Dief. 2, 62; Weigand 2, 181; ßopp V. 
Gr. 1, 306. 424; 3, 159; Curtius No. 471; Fick «830; ä. moon und 
über das german. suffix goth. o{> bei Grimm Gr 2, 252 ff. 

Mood 1. arty modus; fr. mode, lat. modus; v^. mode. 

Mood 2. Stimmung, gemüth; altengl. mood, mnd, mod, (^gs. 
mod, goth. mods, aUs. mod, muod , altfrs. möd , ndl. moed , ndd. 
möt, mat, altn. mödr, schwd. dän. mod, ahd. muat, muot, mhd. 
muot, nhd. muth; vgl. über den zweifelhaften weiteren Ursprung 
(aus goth. mojads eum nhd. mühen, oder aus der we. gr. (rnvd", 
fm», skr. manth, math?) Grinmi Gr. 2, 233; Dief. 2, 89 ff.; Weigand 
2, 220; Pick «838. 

Moon mond; aUengl. moone, mone, schalt, mone, meeu, ags^ 
möna, goth. mena, altfrs. mona, aUs. mäno, ndd. ndl. maana, 
maan, aUn. mäni, schwd. m&ne, dän. maane, €M. mäno, mhd. 



Moor 1. — Mop I. 115 

mane, man; fihd. mond, gr. fiipni, Utth. mena, lett. menes, aUslav. 
menso, shr. mas; eigentl. der zeiknesser, ssu der toured mä n^essen; 
$. Dief, 2, 62; Max Müller 1, 5 f.; Fick« 153. 830; vgl. mouth. 
Ueber den ausdruck mooncalf, oUengL mooncalfe, s. Ual. 560, 
nhd, mondkalb, der wahrscheitdich auf mythischer Vorstellung 
von dem einflösse des mondes ben^t, s. Grimm Myth. 1111 und 
Weigand 2, 190, 

Moor 1« sumpf j moor; äUengl. moore, mor, ags, aUs. aUn. 
mor, ndl. moer, ndd. mör, dän, mor, <ihd. nihd. mnor, nhd. unter 
ndd. einflusse moor; wohl eines Stammes mit mere 2. und dem 
gaih. marei meer; Dief. 2, 44; Weigand 2, 182; vgl. auch marsh 
und morass. 

Moor 2. mohr; aUengl. moore; fr. maure, more, ahd. mhd. 
m6r, nhd. mohr, ndl. moor, dän. mor, aus dem lat. Maurus, mltU^ 
morus, woher auch it. sp. moro ; gr. heisst der volksstamm MecvQog 
und das culjeJUiv (ucvQog schwär js^ dunkel beeeichnet die haut- 
färbe desselben; s. Weigand 2, 184; über weitere roman. ah- 
leitungen Diez 1, 281. 

Moor 3. vor anker legen; einigermassen entsprechen die ndl. 
marren, merren, mhd. merren anbinden ^ befestigen, welche mit 
ags. merran, ahd. marrjan BurüchhaUen zusammenhängen und 
nach Diez 1, 18 #u gründe liegen den sp.pg. amarrar, fr. amarrer 
ein schiff festbinden; vgl. die engl, mar und marl 2., sovm 
Die£ 2, 46; die im vokale freilich auffallend abweichende form 
erinnert als hauptwort mooring an ein nur selbst etwas zweifele 
kaftes ags. meoring gefahr, hinderniss; Etm. 206; Grein 2, 240v 
In der redensart to blow a moor, welche Worcester anführt, ist 
moor entsteUt aus fr. mort; s. mort 1. 

Moot disputiren; vgl. moot -point Streitpunkt, moot -hall ge- 
richtshaUe; dUengl. mooten, moten, ags. motian streiten; dUengl. 
mot, ags. mot streit, Verhandlung, Versammlung; die grund- 
bedeutung ist die des eusammenkommens; vgl. das nächstverwandte 
meet; in Busammenseteungen begegnet bisweilen noch die ältere 
form raote; andrerseits mundarü. auch moot, mot, mut für das 
aUengl. ags. dUs. dttfrs. mot, auf dem must 1. beruht; s. 
Mätzner 1, 415. 

Mop \. Scheuerlappen, handtuch, serviette; Hal. 560 mop: a 
napkin ; entweder auf das ehemals eiemUch gleichbedeutende fr. 
mappe, aus lat. mappa eurücksuführen; vgl. map und apron; 
oder aber keltischer herkunft, wie denn welsch mop, mopa, yoel. 

8* 



116 Hop 9. — Moret 

moibeal, moibean, ir. moipal mit den bedeutungen seheueriappen^ 
besen angeführt werden; vgl. Mahn in Webster und Koch 3^ 11. 

Mop 2. verzerrtes geeicht, fr atzen machen; damit identisch 
mhM mope traurig aussehen, traurig machen; bei Levius moppe: 
to maw, to grimace; aUengl. moppe: a fool; am meisten ent^ 
sprechen die ndl. moppen, ndd. rJul. muffen mürrisch aussehen, 
nhd. muS verdriesslicher mensch, mops dickmaul, mopsen ärgern; 
über noch andere bedeutungen von mop vgl. Hai. 560 ; mop: to wrap 
np erinnert an mob 2. und mnffle. 

Monss sumpf; die aUengh formen mareis, mareys weisen 
bestimmt zurück auf die romanischen aitfr. mareis, marois, neufr. 
marais, it. marese, mlat. mareseum, daneben aUfr. maresc, marescot, 
neufr. mar^cage, it. marazzo; das neuengl. morass ist aber jeden- 
faUs bednflusst, sei es durch moor 1., sei es durch die ver- 
wandten german. Wörter wie ndl. moeras, neben maras, maerasch, 
sehwd. moras, dän. morads, nM. morast; vgl. Dief. 2, 44; Dies 
1, 264; Weigand 2, 198, sowie die derselben würzet entsprossenen 
marsb und mere 2. 

More 1. mehr; dazu als Superlativ most; aUengl. more, mare; 
most, maest, mest. ags. mära; maest; in verkürzter adverbialform 
aUengl. mo, ma, ags. altfrs. mk; goth. maiza; maists, aUs. mdro; 
m§8t, fMß. meer, meerder; meeste, ndd. meer; meest., aUn. mciri; 
meist, schwd. mera; mest, dän* mere; mest, ähd. mero; meist, 
mhd. mere; meist, nhd. mehr; meist; s. Dief. 2, 20; das goth. 
mais scheint entstcmden aus magis, mahis, entsprechend dem lat. 
magis, major, so dass die Wurzel dieselbe ist wie die der engL 
mickle, lot. magnas, gr. idyag; vgl. ausserdem mnch; Bopp 
y. Gr. 2, 40; Mätzner 1, 293; Koch 1, 448; Schleicher 2, G48; 
Grimm Gr. 3, 608. 615. 654. 658-660. 

More 2. rÜbe, würzet; Hai. 560 more: a root; altengl. more, 
ags. mora(?), aUndl. moore, (ihd. morahä, morhä, mhd. more, 
morkf mohre, fihd. möhre, mohr-rübe; der weitere Ursprung ist 
sehr zweifelhaft, mag man nun an Zusammenhang mit moor 1. 
oder moor 2., vgl. morel, denken; s. Weigand 2, 185. 

Morel morchel; nachtschatten; in der ersten bedeutung auch 
moril geschrieben; fr. morille, pic. merouille, meroule, ndL morilje, 
ahd. morhila, morhela, morhel, nhd. morchel, schwd. markla, dän. 
morkel; nach Weigand 2, 194 wäre es eine ableiiung von dem ahd. 
morahä, s. more 2.; nach anderen und wahrscheinlicher wegen 
der schwarzen färbe von moros maurisch, schwärzlich; Scheler: 



ic — Morn. 117 

^ie radical mor, morh, mork, poor les mots romans , comme pour 
lea mots germaniqnea, rend ]*id^e noir;** t;^I. moor 2.und Dieas 2, 381. 
In der bedeutung nachtsehatten beruht morel, auch morelle ge- 
schrieben, jedenfalls auf dem gleichbedeutenden fr. morelle, it> pr. 
morella, von dem eigenschaftswort it. morello, aitfr. morel, moreaa ; 
Dies 1, 281; ebendahin gehört bei Hai. 561 morel: a name for a 
horse, properly a dark-coloured one ; noch neufr. moreau, cheval 
moreaa rappe. 

Mtrgsnatic morganatisch ;fr, morganatique, nhd. morganatisch ; 
die morganatische ehe, die ehe surlinkenhand (left-handed marriage), 
war ursprüngl eine ehe auf blosse morgengabSf mlat, matrimonium 
ad morganaticam, ad morganicam; s. Ducange unter morgangifa; 
den ausdruek morganicus, morganaticus aber bildeten die Lern* 
harden des mittelaUers von dem ahd. morgin-cap, morgin-caph, 
morgan-geba morgengabCy ags. morgen-gifu, oltengL morsensive, 
morbsive, morgeve, märgeve; vgl. morning; Weigand 2, 195; 
Grimm R. A. 439. 

M^riM hdm, pichelhaube; aUfr. morion, iL morione, alt^. 
mnrion, neusp, morion^ pg. morriäo; Diez 1, 281: f^von ungewisser 
herbmfi; man erinnert dabei an das sp. morra Schädel;^* vgl. su 
diesem morra das sp. morro rundlicher kötper; Diez 2, 156; andere 
denken an fr. More, engi. moor 2.; Wedgwood: „perbaps a 
Moorish helmet, as burganet, a Bnrgundian one;^^ vgl. bei Hal. 561 
morien: a blackamoor, a negro; morion: a conical skull-cap, with 
a rim round it 

Mwldl faüwHd; HaL 561 morkin: a beast, the^ produce of 
an abortive birth. According to some, one that dies by disease 
or accident; Wedgwood erklärt es als ^^Sk wild beast found dead« 
carrion'' und bringt eine ansahl von ausdrucken bei, unter denen 
am meisten beachtung verdienen aUn. morkinn verfault , morkna 
verfaulen j ufoher auch aUengl. morknen; andrerseits das lat. 
moriiciiins verreckt, nUat. morticinum; s. Ducange unter diesem 
warte und vgl Dief. 2, 38. 

MwM morgen; daneben morrow und morning; aUengl. 
mom, morwe, morowe, morge, morgen, margen und erweitert 
morweninge, raorwinge, raominge, ags. morgen, mergen, gofh. 
maorgins, aUs. morgan, aUfrs. mom, luU. ndd. morgen^ adverbieU 
auch morne für morgene, ottn. morgun, schwd. morgon, dän. 
morgen, ahd. roorkan, morgan, mhd. nhd. morgen ; Ober weiteren 
Ursprung bemerkt Weigand 2, 195: f^Nicht ohne grund ve r m u the t 



118 Morphew — Mortar. 

Grimm Myth. 709 eusammenhang mit goth. maurgjau verkür/een 
und denkt an dtis anbrechen des tageslichts. Oder ist hierbei, 
da die alten Deutschen nach nachten gähUen^ vielmehr der begriff 
des hüreens der nacht hervortretend?^* Ändere legen den begriff 
dämmerung eu gründe, wie Wedgwood sagt: „the radical meaniug 
is probably the time at which the sky becomes grey;'' dann 
würde sich besonders auf slav> und heU. gebiete mancherlei ver- 
wandtes darbieten; vgl. Dief. 2, 36 f.; Dief. 2, 764: „6tn schönes 
etymon für den morgen bietet littK mirgu, mirg§ti, lett, rairdza, 
mirdzdt schimmern, schiUern, flimmern, wenn die allgemeine be- 
deutung licht eu gründe liegt ;** s. noch Fick ^ 837. 

Morphew eittermcMl; bei Hai. 561 morphew, morphen: a 
leprous eruption on the face; fr. morphee, it. morfea, morfia, 
neuiat. morphaea, vom gr. iMQqyq gestalt; vgl. die fremdworter 
morphology, morphia, roorpine sfu dem gr. MoQtpBvg gott des 
Schlafs, eigenÜ. bildner, gestaUer. 

Morse walross; fr. morse, lapp. morsk, vielleicht aus dem 
slavischen gekommen; vgl. die russ. morj se^ferd, more meer, 
see; Ober ein anderes morse s. mortise. 

Morsel stOckchen; aUengl. morsylle, musseile, morsel, mussel, 
morseile, aUfr. morsel, morcel, neufr. morceau, it. morsello, ndai. 
m'orsellum, vom lai. morsus biss mu mordere beissen; vgl. das 
engl, bit, hhd. biszen, biszchen 0U dem geitwort engl, bite, nhd. 
beiszen. 

Mort L Jagdsignal bei erleguty des wildes; Hai. 561 mort: 
death ; the notes formerly blown on the horn at the death of the 
deer was called the mort; bisweilen auch entstellt bu moor; es 
ist das fr. mort, lot. mors, gen. mortis tod; der stamm begegnet 
in manchen anderen engl. Wörtern wie mortal, mortgage, mort- 
main; vgl. dagu das german. murder. 

Mort 2. grosse menge; Hai. 561 mort: a great quantity; 567 
murth: plenty, abundance; Wedgwood erklärt es atis dem aUn. 
margt, dem neutrum von margr viel; mart viel; mergd die menge. 

Mortar mörser; mörtel; dcks gleichbedeutende lot. mortarium 
wurde nicht nur eu it. mortario, mortajo, sp. mortero, pr. fr. 
mortier, |7y. morteiro, sondern drang früheeitig auch ins german. 
ein: ags. mortere, ahd. mortari, morsari, morsaere, mhd. morser, 
nhd. morser; s. Weigand 2, 198; Diez 1, 281. Dasselbe IcU. mor- 
tarium in der bedeutung mörtel wurde eu dem sp. mortero, pg. 
morteiro, pr. fr. mortier, mhd. mortere, morter, ndl. mortal, ndd. 



Mortgage — Moss. 119 

muri, nhd, mdrtel; mxch Weigaud wäre die beeeichnung des 
märsers auf die ähnliche mörtelpfanne, dann auf den inhait der- 
setbenj den mörtd übertragen. 

Mortgage pfand^ hypoihek; fr. mort-gage, vom fr. mort, l(xt. 
morlaos todt und fr. ^gQ Pfand; s. mort 1. und gage. Webster: 
,3 was called a mortgage (or dead pledge) because, whatever 
profit it might yield, it did not thereby redeem itself, but became 
lost or dead to the mortgager upon breach of the condition;^* 
pgL Chambers's End. 6, 580. 

Mortise Zapfenloch; aUengl. morteis, mortals, fr. mortaise, 
mortoise „entaille dans une piece de bois pour y faire mordre 
an tenon. Le verbe mordre est la seale Etymologie qui se pre- 
sente, bien qu*elle soit yicieuse; il faudrait mordaise qui s^accor- 
derait a?ec Tadj. lat. niordax^^ Scheler; Mahn vergleicht daeu 
noch sp. mortaja, sowie die hdU ausdrücke gleicher bedeutung: 
welsch mortais, armor, mortez, ir. mortis, moirtis, gael. moirteis; 
dürfte man diese doch als erst entlehnt ansehen und an der ab- 
stammung vom lat mordere festhalten, so lässt sich einigermassen 
dcLSU stellen engl, morse: the clasp or fastening of a cape, fre- 
qaently made of the precious metals, and sometimes containing 
representations of the sacred mysteries, welches sicher das mlat. 
morsns: fibula ist; s. Ducange unter morsus. 

Mosiie mosaik; fr. mosaique, pr. mozaic, musec, it. musaico, 
sp. pg. mosaico , spatgr. (wvöaXxov, gr. (mvöbIov eigentl. musen^ 
werhj lot. musivam, museum; s. Diez 1, 285; Weigand 2, 198; das 
engl, mosaic, fr. mosaique fdtU dann der form nach eusammen 
mü der ableitung von dem eigennamen Moses, die nhd. mo- 
saisch lautet. 

Mosqie türkisches bethaus; fr. mosquee, nhd. moschee, it. 
moschea; sp. mezquita, pg. mesquita, aus dem anib. mesjid, 
medschid bethaus, von sadschada sich bücken, beten. 

Mosqnito Stechmücke, moskito; sp.pg. mosquito, Weiterbildung 
des sp. niosca, lot, musca fliege, mücke; fr. mouche, aber mit ver- 
setMung moustiqoe; vgl. das engl, midge. 

M088 moos; altengl. mos; ags. meös, ndd. mos, ndl. mos, 
aUn. mosi, schwd. mossa, dän. mos, ahd. mos, mios, mies, mhd. 
mos, mies, nhd. moos; (iber auch auf roman. gebiete fr. mousse 
pr. mossa, die nach Diez 2, 383 auf dem ahd. mos, dagegen it. 
sp. musco, die eher auf dem UU. muscas beruhen; lat. muscus 
scheint nebst dem gr. noöxog junger, earter pfianeenspross urver- 



120 Most — Moth. 

ufandt MU sein mit dem german. toorte; vgl, Weigand 2, 192; die 
form des engt mos, moss wird entweder durch das üUfr. pr. 
mossa, oder durch die skandinav. ausdrücke beeinflusst sein^ da 
sonst kaum aus ags. eö ein engl, kurees o entsteht; doch vgl. das 
schwanken des vokals im ahd. und mhd.; dem ags. meös genau 
entsprechend begegnet die mundarÜ. engl, form mese bei Bai. 551. 
Dasselbe wort ist das engl, moss, aUengl. mos, ähd. mhd aUndL 
mos, aUn. mosi, schwd. mosse, m&sse, dan. mose in der bedeutung 
sumpf morastf mit moos bewachsene gegend; Grimm Gr. 8, 373. 

Most meist; cdtengl. most, mast, maest, ags. maest; s. das 
weitere unter der komparativform more 1.; Über most als suffix 
Mur bUdung von superlativformen, in welchem ursprünglich eine 
ewiefache art der Steigerung ags. -ma und -est enthalten ist vgl. 
Mätzner 1, 294; Koch 1, 452. 

Mote L begegnung, Versammlung; dUengL mot, ags. m6t; vgt. 
u/nter meet und moot. 

Mote 2. stäubchen; aUengl. mote, nach Bosw. und Etm. 221 
ags. mot: atomas; in der bedeutung „an imperfection in wool, 
which has to be cleansed of burrs and motes^* entspricht es genau 
dem sp. mota knoten im tuche^ Heiner fehler; dieses ^^siehi 
Larramendi aus dem bask, motea knöspchenf womit auch das 
ndL moet, ursprüngl. m6t tleine erhabenheitf knöpf chen^ fleck oder 
fehler susammentrifff* Diez 1, 282; ndL mot bedeutet ^äne von 
äimmerhoUj Heine Stückchen torf; vgl. Wedgwood und moat 

MotO 3. mag^ muss; aUengl. mot, c^s. möt; vgl. Mätzner 1, 415 ; 
Dief. 2, 91 und s. das weitere unter must 1. 

Motot Spruchgesang f motette; fr. motet, it. motetto, nUat. 
motetnm, Verkleinerung des it. motto, sp. pg. mote, pr. fr. mot, 
aus nUat. mnttnm wort^ eu lot. muttire mucksen; s. Diez 1, 282; 
dieses Stammwort begegnet auch engl, mot, bei Hai. 562, ais 
fremdwort nhd. engl, motto. 

Moth motte; bei Hai. 563 mought; aUengl. mothe, monghte, 
mowghte, ags. mogde, modde; ndl. motte, mot, nhd. motte, ndd. 
mutte, schwd. m&tt, mott ; der weitere Ursprung, insbesondere der 
vermuthete Zusammenhang mit mad 2. oder maggot ist sweifel* 
hafl; vgl. Grimm Gr. 3, 365; Weigand 2, 200; Dief. 6, 6; Wedg- 
wood: „We are led by analogy to suspect that this designation 
may be an ellipse for motworm, a worm that reduces cloth to 
mot or dust.^^ 



Mother — Monlt. 121 

Mftker mutter; aUengl. moder. mooder, modir, ags. modor, 
dUs, mödar, tnaodor, dUfrs. m6der, ndd. moder, mor, ndl. nioeder, 
moer, aUn, modir, sehtod. dän. moder, cM, muotar, mhd, muoter, 
nJuL mutter; shr. m&ta mit dem stamme mätar 0ur tour gel mä, 
pers. mader, ffr. ftifttiQ, hU. mater (daher dann it. sp. pg. madre, 
pr, maire, fr. mire), dUslav. mati, russ. mat\ poln. matka, ir. 
maihair; vg^ Grimm 6. d. d. S. 185; Gurtius No. 472; Pick > 152. 
888 ; Weigand 2, 222. In der bedetUung hodensate ist das engl. 
mother, nhd. matter, ndd. moder, modder, ndl. modder, moer, 
dän, madder ursprüngl. kaum dasselbe taart^ wie Wedgwood an^ 
nimmtf obgleich amlehnung und mischung nach begriff und form 
nicht geleugnet werden soU, sondern benM auf einem anderen 
in seiner entwicMung allerdings dunklen stamme; vgl. das engl. 
mad; Weigand 2, 181. 222 unter moder und matter 2.; Br. Wb. 
3, 172. 193 und »chwenck 418. 

Mttley hunt; Hal. 563 motley: the dress of the domestic fool. 
Hence men of motley, fools; motlado: a kind of mottle cloth; 
das wort scheint kdt. Ursprungs eu sein; Wedgwood vergleicht 
das weische ysmot: a patch, a spot; ysmotio: to mottle und be- 
merkt: „From the same root Fr. mattel^, clotted, cardled; ciel 
mattonii^, a curdled or mottled sky; mattes, curds or clot-s; 
motte, a clod, a dab of earth ;^^ Mahn erklärt es aus dem kelt. 
madliw wechselnde, schiUemde färbe, von mud sich ändern und 
lliw färbe. 

M^vld 1. erde; dUengl. mold, molde, ags. ältfrs. molde, goth. 
malda, aUn. ndd. mold, dän. muld, ndl. mul, moude, ndd. nhd. 
moll, moU erdcy staub; vgl. die eeitu)orter ottn. molda, schwd. 
mylla, dän. mulde mU erde bedechen; Dief. 2, 25; vgl. mole 1. 
und meal 1. 

M«lU 2. form; dUengl. molde, aUfr. mole, neufr. moule, 5p. 
pg. molde, pr. molle, it. modano, modine, ebenso wie it. modello, 
fr. modele, vom led. modolus, modus; Diez l, 279; wegen des in 
dem engl, werte auslautenden d, das zugleich an die lot. roman. 
form erinnert, vgl. Mätzner 1, 193. 

Moild 3. kdhm, Schimmel; ,,gehört wohl eu No. 1., vgl. multrig, 
imML mulstrig'^ Matzner 1, 204 ; noch näher steht dän. mal Schimmel, 
cinllen schimmdig ; vgl. Dief. 2, 25. 70. 

M^llt nuMsem; auch molt geschrieben; es scheint mit später 
eingeschobenem 1 0U stehen fur das aUengk mouten, bei Hai. 564 
mowte moat und dann wie ndd. muten, ahd. müzon, mhd. muzen. 



122 Moand — Moose. 

nhd. mauszen, mausern £u beruhen auf dem led. matare verändern; 
vgl, mew 2. 

Monnd Ati^eZ, wcdl, hefesiigung, schutewehr; bei Hal. 503 monnd: 
a feuce or hedge; aUengl. ags, dUn. altfrs. mnnd hat die bedeutungen 
schutSy hand; so auch ahd. mhd. munt und nhd. etwa noch in 
Yormond und eigennamen wie Edmand; vgl. Dief. 2, 86; Weigand 
2, 210; dies wort hängt vielleicht zusammen mit lot. manns hand, 
manire befestigen; Schwenck422: y^es ist nicht nothwendig^ mand 
Schute und mund hand bu trennen, aber lat. manus und manire 
passen toenig zusammen und stimmen dagegen;^^ in dem engl. 
mound ist jedoch gewiss anlehnung an das roman. mount on- 
zunehmen f so dass der begriff schütz mehr und mehr Ober ging 
in Schutzwally hOgely wall. 

Mount berg; aitengl. mount, mownt, munt, mout, ags. munt, 
s. Grein 2, 269, aber auch fr. mont, aus dem lat. raons, gen. montis 
berg; dcusu dann das Zeitwort mount nach fr. monter, pr. sp. 
niontar, it. montare steigen; vgl. wegen der begriffsentwicklung 
Sclieler und das fr. avaler hinabschlingen zu lat. vallis thaly sowie 
das engl, amount; ferner neuengl. mountain berg, aUengl, 
mountaine, mountaigne, mountejn, munteyn, montayne, aUfr. 
muntaine, montaigne, neufr. montagne, it. montagna, sp. montalia, 
wie von einem lat. montanea. 

Mountebank marktschrder ; it. montimbanco, moutambanco; 
„a quack who mounted on a bench to vaunt his pretensions in 
the hearing of the crowd. So It. saltimbaiico , a mountebank, 
from salire, saltare, to mount, and banco, bench'' Wedgwood; 
vgl. Trench 143 und das fr, banquiste marktschreier, charkUan. 

Monrn trauern; aUengl. mournen, mornen, murnen, ags. 
mnrnan, meornan, goih. maurnan, cUts. mornian, ahd. mornen 
(daher fr. morne traurig, düster, pr. morn, vgl. Diez 2, 381); s. 
über weitere doch sehr zweifelhafte beziehungen zu dem nhd. 
murren, dem lat. moeror trauer, gr. (liQtiiva sorge bei Dief. 2, 42 ; 
Heyne woüte es in der grundbedeutung erinnert worden sein, dann 
zurückschrecken, bangen, sich scheuen, trauern als passive par^ 
ticipialbildung der würzet skr. smar: meminisse auffassen. Dazu 
als adjektiv murne: sorrowful bei Hai. 567; als hauptwort neuengL 
mourning, aitengl. murning, ags. murnnng. 

Mouse maus; plur. mice, aitengl. mous, mus, plur. mys, myse^ 
mees, ags. mus^ plur. m^s, s. Mätzner 1, 237 ; ndd. müs, ndl. muis, 
altn. müs, schwd. mus, dän. muus, ahd. mhd. mus, nhd. maus. 



Mouth — Mnok 1. 123 

lot. mils, gr, f»€i^, poln. mysz, bohm. mys, aUslav. niyshj, pers. 
mash, skr. müsha, moscha, raüschika, 0u der we. müsch stehlen; 
Cortius No. 483; Pick * 157. 837 ; vgl. als eine ableitung muscle. 
Em anderes neuengh mouse in den eusammenseteungen colemouse, 
tiimoase entwicJcelte sieh atis dem dUengl. mose, mase, ags, mase, 
ndd. ndL mees, meese, dhd. meisa, mhd. nhd. meise. 

Month tnund; aUengl, mouth, muth, ngs. mud, goth. mun{)8, 
oiUs. aUfrs. mud, muud, mond, ndd. mund, ndl, mond, aUn. mudr, 
mannr, schwd. muu, dan» mund, ahd. mund, mhd. munt, nhd. 
mand; s. Weigand 2, 210; die weitere herkunft ist dunkel; mancherlei 
entsprechende ausdrücke besonders aufkeU. gebiete s. bei Dief. 2, 88 ; 
vgl. Fick « 836. 

MtW 1. häufen; bei Hai. 564 a stack of corn; schott. mow, 
mone, oiUengL mowe, muse, ags. müga, müha, altn. mugi, mugr 
menge, nüai. muga, mugio ; vgl. Dief. 2, 13. 

Mow 2. schiefes maul; bet Hal. 564 mow: a mock, a scornful 
grin ; aUfr. moe, neufr. moue, besonders faire la moue, ndl. mouwe 
maken das gesteht verziehen; „es scheint das ndl. mouwe oder 
das hochdeutsche mau we: pulpa eu sein und könnte die vorge- 
streckte Unterlippe bedeuten^* Diez 2, 382. 

Mow 3. mähen; aUengl. mowen, mawen, ags. mävan; s. Über 
die starken formen Mätzner 1, 405; aUfrs. mea, meda, ndl. maayen, 
maaien, schwd. maja, dän. meie, ahd. mäjan, mäen, man, mhd. 
maejen, maewen, mewen, nhd. mähen; wohl urverwandt mit den 
gleichbedeutenden IcU. metere, gr. diutv und möglicher weise zu- 
sammenhängend mit goth. maitan schneiden; s. Weigand 2, 84; 
Dief. 2, 23; Cnrtins No. 449'»; Fick« 385. 

Mow 4. mag, mögen; Hai. 564 mow: may; für das heutige 
may 1.; vgl. Mätzner 1, 413; in anderen bedeutungen begegnet es 
wmmdartUch an stelle von may mädchen, von mew move. 

Mieh viel; mundar^I. mich, a^^^ti^J. muche, moche, miche, meche; 
v^ aUm. miok, miog, desselben Stammes wie mickle, goth, 
mikils, gr. iUya:i; vgl. Grimm Gr. 3, 610; Dief. 2, 68. 766; 
Mätzuer 1, 432 

MldL L mist; düngen; ältengl. mok, muk, mucke, mokke, 
aUm. myki, dän. mog; cds Zeitwort aUn. mykia, schwd. m&cka, 
dam. möge düngen, schiod, mocka, dän. muge ausmisten; vgl. 
über die berührung einerseits mit mixen, andrerseits mit mow 1. 
besonders Dief. 2, 12 f., sonst auch Koch 3^ 145. 



124 Mnok 2. - Muff. 

MlU^k 2. na89f feucht; Hal. 564 mack: moist, damp, wet; das 
wort ist schwerlieh mit Wedgwood von mock 1. scharf ßu trernneHf 
sondern demsMen stamme entsprossen ; vgl. dagu noch aUn. maak 
sufpe^ tunkCf mejkiH,besprengen, benetsen, m^kia erweichenj dOmgen; 
andrerseits ndL mnik, moek weiche mürbe; s. das engl, meek; 
Dief. 2, 12 und 2, 79 unter den goth. maihstos mist und moka- 
modei sanftmuth. 

Mneker schmutsig sein^ sich beschmutsen; Hai. 565 macker: 
to be dirty; in diesem sinne offenbar ableitung von mack; in 
der bedeutung zusammenscharren , aufhäufen dagegen gehört es 
woM SU ags. niüga, müc^ haufe^ bei Etm. 232, cdtn. raogr haufe^ 
mügi menge y moka zusammenschaufeln; vgl. mow 1.; hierher ist 
dann auch uH>hl mittels der nUat. maga, magio su ziehen das it. 
mucchio häufe; s. über dieses Diez 1, 49. 

Mneketer taschentuch; Hai. 565 mackioder: a handkerchief; 
also called a mockinger or a rouckiter. The term is still in use, 
but generally applied to a dirtied handkerchief; aher auch mocket: 
a napkin, sowie mocketer, mokadonr, bei HaL 557 ; der ausdruck 
scheint angeeignet aus dem sp. mocador, mocadore Schnupftuch^ 
welches mit fr. monchoir taschentuch, moncher schneuzen zurück^ 
weist auf lat. mncas, muccus rotz, ndat, macare, muccare schneuzen; 
Diez 2, 3*82; vgl. mock. 

Mud drecky schlämm; altengl. mudde, mad, mod, muhdarü, 
ndd. mod, modder, mndde, mudder, ndl. modder, schwd. modd, 
roodder, dän. mudder, nhd. moder, mutich; vgl. die unter moat 
und unter mother bodensatz beigebrachten Wörter; Br. Wb.3, 193; 
Mndd. Wb. 3, 106; Weigand 2, 181. 221, wo die würzet als dunkel 
bezeichnet wird; dazu gehören ausser muddy auch maddle, madge; 
Hai. 565; Wedgwood erklärt muddle verwirren: ,,the radical image 
is the dabbling in the wet, thence to trouble, to make water turbid, 
and metaphorically to confuse the head like a person in drink.^* 

Mnff muff; ndd. muffe, muff, ndl. moff, moffel, nhd. muff^ 
ehemals auch muffel, muffer, ist muffa, schwd. dän. muffe, maff ; 
zunächst beruhen wohl diese ausdrücke auf dem fr. moufle, mlat. 
muffula, moffula; ein nU€U. muffa <ü>er soü hervorgegangen sein 
aus ahd. mouwa, mhd. mouwe, altfrs. mowe weit und lang heraXh- 
fallender ärmd zum putz, zum wärmen, ndd. moae, mowe, ndk 
mouw ärmet; da das wort mü goth. mavi mädehen, für magyi 
von magus knahe, 5. maid, stimmt, indem dieses mhd. zu mouwe 
wirdf so möchte Grimm auf Übertragung des ausdrucks für eim 



Mag — Mnlberry. 125 

wtädchen auf den angeschobenen ärmel ais einen puie desselben 
mntthmassen; vgl. Weigand2,203; Scheler unter moufle; Diez 1, 283. 
Das mloL moffala und danach fr. moufle, sp. mnfla, iL maffola, 
niL moffelf nhd. ninffel, engl, muffle wurde nach der ahniichkeit 
der gestcM auf ein irdenes gefäss übertragen. Zu mxx{{ gehört 
dann muffle einhüllen, ndl. moffeln verstecken, betrügen; doch 
treten hier mancherlei Vermischungen ein, wie wenn muffle, muff 
undeutlich sprechen offenbar ausammengehort mit nhd. muff, muffen, 
muffeln bei Weigand 2, 204, mit dem fr. mufle schnauee, moufler 
He beidcen aufblasen; vgl. mop und mope; das deutsche muffeln, 
moffeln, muffeln mit voüen backen kauen hat man unter anderen 
auch mittels lautangleichung au« muntvol, mundvoll erklärt; vgl. 
noch Wedgwood, Scheler unter mufle und Diez 2, 383. 

Mlg irdener krug; Hai. 565 mug: a pot, an earthen bowl; 
hei LeTins mugge; der ausdruck sou auf keU. gebiete seinen 
Ursprung hohen, ir. mugan, mugoe, mog krug, topf; das gleich- 
bedeutende mundarÜ. noggin, noggie, s. Hai. 57d beruht jedenfalls 
aufgaeL nog kleiner topf, noigean hölserner becher; i;^{.Koch3^ 7. 
In der bedeutung nebel, bei Hai. 565 mug: a fog or mist, wovon 
dann muggy feucht, erinnert es an muck, doch entsprechen auch 
hier mancherlei keÜ. worter, wie welsch mwg dunst, rauch, kymr. 
mwei, mwcan nebel, andrerseits aUn. mugga nebel; vgl. Dief. 2, 
13. 15. 80. 

Ml^^rt beifuss; aUengLmngwort, aj^^.mucgvyrt; s. Etm. 232, 
wo auch ein ndd. muggert angeführt ist; ob und wie der name 
der pflanse mit muck sfusammenhängt, bleibt ungewiss. 

Mllatto muUUte; sp. pg. mulato, fr. mulätre, als fremdwort 
dann weiter gedrungen wie nhd. mulatte, dän. mulat; eigentlich 
adjektivische ableitung vom lot. mulus mauUhier, maülesel, ags. 
mal, engl, mule, ndl. muil, mhd. mül, nhd. maul-esel, sp. it. 
molo, fr. mule; es bezeichnet also ursprünglich den abkömmling 
wm hengst und eselin, dann den mischling von schwarzer und 
weisser race; vgl. mestee; Weigand 2, 120. 

Mllberry matdbeere; aUengl. mulberi, molberi, mulbery, mur- 
berie, ags. mür-berie; vgl. ndk moerbezie, moorbesie, ahd. mörperi, 
mürperi, mfilbere, nihd. mülber, nhd. maulbeere, ndd. mülbere, 
m&lbeme, schwd. mulbär, dän. morbär; dem ersten (heile nach 
Überall entlehnt, theüweise umgedeutet aus lot. morns maulbeer- 
haium, momm maulbeere, gr. fuüQov, [mqov, fiogia; auf roman. 
gebiete wurde daraus it. moro, altfr. meure, neufr. müre, waU. 



126 Mule — Mullar. 

meüle, auch mit 1 st(Ut des r; vgh Scheler unter mure und 
Mätzner 1, 134. 

Mole maülesel; s. unter mulatto; cUs dbleitung muleteer 
mauUhiertreibery cdtengl. muliter, fr. muletier, it. mulattiere, sp. 
mulatero. 

Mull 1. staub f meMy torfschutt; oUengL mul, ags. myl, ndl. 
mal, ndd. nhd. schwd. mall, cUtn. möl. dän. muld, £U dem goih. 
mulda staub, erde; ^. mould 1.; dazu mullock, aUengl. muUocke 
staub, kehricht; vielleicJd auch mulcli: straw half- rotten, bei 
Hai. 565 , MU dem man vergleichen darf ags, molsnjan verfaulen 
und die mundartl. deutschen molsch, maisch weich, halbverfauU^ 
ndd. mnlschen, molschen weich werden, faulen; vgl. Br. Wb. 5, 427; 
Dief. 2, 25; sowie wegen der nahetreienden stamme die engL 
meal 1. und mellow. 

Müll 2. versessen, würeen; besonders in den ausdrucken 
mulled wine, mulled ale; Dief. 2, 71 sieht dieses mull mit der 
grundbedeutung versüssen eu dem goth. mili|> honig; andere fassen 
es cds „to soften, to make milder or weaker, as wine, by heating 
and mixing it with sugar and spices^', und vergleichen das lot. 
moUire erweichen oder das lot. mulsnui, woraus sicher das engL 
mulse hervorging; auch von dem engl, muH 1. hat man es oft- 
geleitet, in eigenthümlicher, freilich nicht gerade überMcugender 
weise Wedgwood; er bemerkt: „Mulled ale or wine. Ale sweetened 
and spiced, derived by Way from mull, powder, dust, the spice 
being grated into it. But the true meaning seems to be a beverage 
such as was given at funerals; Sc. mulde-mete: a funeral banquet ; 
0. E. moldale, molde ale: potatio funerosa. — Pr. Pm., from ON. 
molda: to commit to mould, or to bury. At ansa lik moldu: to 
sprinkle the corpse with mould; Fris. brenghen ter mouden: to 
bring to mould, i. e. to bury; Sc. under the mools: in the grave." 

Moll 3. feines nesseUuch, mull; das nhd. mull ist woM erst 
als fremdwort aus dem engl, herübergedrungen, dieses aber viel^ 
leicht eine Verstümmlung von mossul; vgl. muslin; fr. muUe 
bedeutet nur eine art krapp und einen fisch, nach dem lot. mullns. 

Mnllar reibstein; auch muller geschrieben; bei Cotgr. finden 
sich in demselben sinne fr. mollette und moulleur; attfr. moullear, 
mouleur, £fu aUfr. moulre, molre, moldre, neufr. moudre mahlen^ 
vom lat. molere; vgl. dcts lot. lapis molaris müJUstein. In 
anderen bedeutungen ist m u 1 1 e r leicht erkenntliche ableitung 
von muH 2. 



Mullein — Mam 2. 127 

MvUein woUhraut, mcUenkraui; fr. inol^ne, nac\ Wedgwood 
otM^A molaine, mouleine; unter vergleichung des nhd. namens 
mottenkraat eieht er dann zur erJdärung herbei ausdrücke für 
moUej wie dän. mol, bohm. mol, selbst das nhd. milbe; vgl über 
diese werter Dief. 2, 28 unter dem goth. malo motte; Mahn deutet 
d<MS fr. mölene aus fr. mol, lat. mollis weiche entsprechend der 
nhd. beseichnung woUkraut; aber den Franzosen gilt moldne selbst 
erst als entlehnt aus dem engl, mullein. 

Mullet 1. seebarbe; fr. mulet, Verkleinerung von mulle, lat. 
mallDs; vgl Diez 1, 284 unter den auf lat. mugil zurückgeführten 
fisehnamen fr. muge, it, muggine. 

Mullet 2, spomrädchen; a five-poiated star in heraldry; fr. 
m Gleite spomrädchen, drehroUe, druckrad, Verkleinerung vom lat. 
niola mütUe; vgl. die fr. moalin mühle, moulinet kleine mühte, quirl 

Mollion fensterkreuzy fensterstock; bei Hai. 559 monial; 567 
mnnnion ; Wedgwood vergleicht it. miignone : a carpenter's mnn- 
nion or tmnnion; ^p. mnflon, fr. moignon: the stump of an arm 
or leg; moignon des ailes: the pinion of a wing; it. moncone: 
a stump. ,)The monnion or mullion of a window is the stump 
of the diyision before it breaks oflF into the tracery of the window ;" 
der dem sinne nach entsprechende fr. ausdruck ist aber vielmehr 
meneau, aUfr. mcnel, woraus die engl, ausdrücke entstellt sein 
mögen; er hängt wohl zusammen mit dem fr. mener fuhren, indem 
der hauptpfosten. bezeichnet werden sollte. 

Mul 1. eine art bier; es ist das nhd. mumme; Weigand 2, 209: 
,^an leitet den namen von Christian Mumme her, der es 1492 
zu Braunschweig zuerst gebraut haben soü; aus dem deutschen 
ist dann ndl. mom und weiter engl mum;'' attch fr. mom, momme. 

Mul 2. stm, schweigen; auszugehen ist hier gewiss mit 
Wedgwood von der interjektion; es ist „the sound made with the 
lips closed; the least articulate sound that a person can make; 
hence mum, like hist or whist, was used as enjoining silence ;^^ 
daraus entwickdten sich Zeitwörter wie aUengl mummen, ndl. 
moromen, nhd. mummen undeutlich sprechen und weiter engl 
mumble, ndd. mumpeln, mummeln, ndl. mommeln, aitn. schwd. 
mumla, dän. mumle, nhd. mummeln; Weigand 2, 209; ebenfalls 
damit zusammen hängen ferner die ausdrücke für maske, larve, 
verkSUung, engl mumm sich nunskiren, ndl. mom maske, mommen 
sich maskiren, nhd. mumme, sich vermummen, mummerei, aus 
denen erst entstanden sein scUen fr. momerie maskenule, alt fr. 



128 Mummy — Marie. 

momer masherade spielen; vgl. darüber Schwenck 421; Br. Wb. 
3, 201; Diez 2, 380; tirimm Myth. 473. {7e6er mumcliance, nhd. 
mnmmenschanz vgl. Hai. 566; Weigand 2, 209. 559; Wedgwood: 
„Origini^ly a game of dice by mummers or maskers, from Fr. 
chance: a chance or hazard, a game of chance;^* im engl, emt^ 
wickelte eich die bedeutung des wortes später mehr mit anlehnung an 
mnm schweigsam; to play mumchance hiess so viel als keep silence, 
eindummkopfy der nichts eu sagen weiss^ wurde mamchance yenai»nt. 

MnmiDy einbalsamirte leiehe; altfr. mxxmie, neufr. moxxiie^ sp. 
momia, it. mummia, nhd. momie; von dem gleichbedeutenden pers. 
mümijä, dies von mum wachs^ womit die leichen übereogen wurden; 
nach anderen, minder w(»hrscheinlich , von dem gr. SfuoiMP ein 
gewure; s. Diez 1, 284. 

Moinp murmdn, benagen, betteln, betrügen; das wort steht 
sehr nahe dem unter m u m 2. erwähnten mumble ; man vergleiche 
dUn. mumpr dichter bart, mumpa gierig in den mund stecken, 
ndd. mumpeln, ndl. mompeln, nhd. mnmpfeln mt^hsam kauen, 
undeutlich sprechen; in der bedeutung betrügen entspricht das 
ndl. mompeu; berührung mit muffle und mit mumm liegen 
nahe. Hiersu gehört auch mumps verdriessliche laune, ohren- 
drüsenentßündung ; der name der krankheit auch nhd. mundartlich 
mums Hesse sich nach dem dabei entsteOten geeichte und dem 
behinderten sprechen erklären ; doch hnU man auch einen mfftho- 
logischen Ursprung vermuthet; s. Zacher*s Zeitschrift 1, 311. 

Mnrder mord, morden; als seitwort aUengl. murthren, morthren, 
ags. myrdrian, goth. maur{>rjan, ahd^ murdrjan, mhd. ermurderon, 
ermordern; als hauptwort ags. mordor, mordur, goth. maur[ir; 
vgl. das mliU. murdrum mord, fr. meurtre, woßu meurtrir ehemals 
morden, jetsst quetschen; dcutu als einfacher stamm mit den he- 
deutungen tod, verderben, mord, ags. mord, ebenso alts, attfrs. 
dltn. morih, mord, ndd. mort, ndl. moord, ahd. mord, mhd. mort, 
nhd. mord; das wort stimmt lautverschoben mit lot. mors, gen. 
mortis (woher dann wieder die romanischen ausdrücke fr. mort, 
iL morte u. s. w.), mori sterben , gr. ßgotog sterbUch, für iHfotog, 
skr. mar sterben; vgl. Weigand 2, 194; Dief. 2, 38; Bopp V. Gr. 
3, 199; Cartius No. 468; Fick « 148. 837; über die fr. Wörter 
Diez 2, 376. 

Mnrky düster; von murk finstemiss, dunkel; vgl. mirk. 

Marie zerbröckeln; Hai. 567 muri: to crumble; Wedgwood 
vergleicht zunächst ein kdt. mwrl: a crumbling stone; sonst wird 



Murmur — Muscle. 129 

es wM mancherlei J meist nur mundartlichen deutschen wertem 
wie murksen, murkeln, 0U dem goth, gamaurgjan abkür/seny lat. 
murcus verstümmelt, gestellt; s. Dief. 2, 38. 

Miramr gemurmel, murmeln; das lat. murmur wurde nicht 
nur auf roman. gebiete su aUfr. murmur, neufr. murnmre, sp, pg. 
ninrmnrio, it. mormorio, sondern auch mhd, murmur,- murmer, 
murmel, nhd. gemurmel; ebenso das zeitwort lat. murmurare, fr. 
murmurer, pr. pg. sp. murmurar, it. murmurare, mormorare; ahd^ 
marmeroD, murmulon, mhd. nhd. murmeln; nur eine Verkürzung 
davon ist das mlat. murrare, aUn. murra, mhd. nhd. murren; s. 
Weigand 2, 213 f. ; dieselbe lautnachahmung findet sich wieder im 
gr. (lOQfiVQto, skr. marmara, litth. murmü, murmlenti; s. Curtius 
No. 477. 

MMrndn Viehseuche; aUengl. murrayne, morren, aUfr. morine, 
sp. morrifla, pg. morrinha, it. moria, zu dem zeitwort aUfr. morir, 
murir, neufr. mourir, sp. morir, pg. morrer, it. morire, lat. mori, 
moriri sterben; als eine Verkürzung von murrain gut das jetzt 
veraUete murr schnupfen j bei Levins noch mur, murre: a cold 
in the head, bei Hal. 567 mur: a severe cold with hoarseness; 
doch Hesse sich auch vergleichen das fr. morve, pg. mormo, ^p. 
muermo rotz, rotzkrankheit ; s. über dessen nicht recht genügende 
erJdärung aus dem lat. morbus kranUieit bei Diez 1, 281. 

Mmrey dunkelbraun; Hai. 567 murrey: a dark red colour; 
aUfr. moree, mor schwarzbraun, vom lat. morum maulbeere; vgl. 
mulberry; doch musste sich damit die bezeichnung derselben 
färbe nach dem volksnamen mischen it. morello, aUfr. morel, 
moreau, sp. pg. moreno von moras maurisch, schwärzlich; s. 
moor 2. und morel. 

Misele muschel; muskel; das IcU. musculus eigentlich Meine 
maus, s. mouse, bedeutete dann nach ähnlichkeit der gestalt 
auch schon sowohl muschel als muskel; in der ersten bedeutung 
muschel besonders wurde es frühzeitig entlehnt und auf allen 
gdneten mehr angeeignet: neuengl. auch mussei, oltengL uiuskle, 
muschil, mnskiL, muscel, ags. muscle, muxle, muscel, ahd. muscula, 
mnsela, mhd. nhd. muschel, catal. musclo, neupr. muscle, neufr. 
moale; in dem sinne muskel bleibt es, ursprünglich mehr gelehrter 
ausdruck, der fremden form überaü treuer: fr.pr. muscle, sp. pg. 
musculo, it. muscolo, nhd. ndl. schwd. dän. muskel; in derselben 
bedeutung das Stammwort ahd. mhd. ags. müs, nhd. maus, wie 
schon gr. fkCg; vgl. Weigand 2, 123. 215. 217. 

M %ll«r, Btjm. WftTUrb. n. S. Aafl. 9 



130 Mose 1. — Musket. 

Muse 1. muse; fr. mnse, IcU. musa, gr. ^vöa, ebenso pr. sp. 
pg. ü. niusa, nhd. mnse^ mit vielen leicM erkenntlichen ableitungen 
atich im engl, wie museam, music, vgl. mosaic. 

Hase 2. nachdenken^ sinnen; aUengl. musen, fr. muser gaffen^ 
brüten, die zeit vertrödeln, it. musare, altsp. pr. musar; dazu pr. 
aUfr. ransa, rause vergebliches harren, fr. amuser, engl, amuse 
hinhalten, unterhaUen; der Ursprung der romanischen Wörter ist 
zweifelhaft, nach Diez 1, 285 jsfu suchen in it. altsp. muso, pr. 
mns, marsel, neufr. musean maul, vgl. muzzle, so dass weiter 
auf lat. morsus gebiss zurückzugehen und als grundbedeutung 
des Zeitworts zu denken wäre das maul aufsperren, gaffen; andere 
möchten das roman. musare ableiten von musa muse, 9. muse 1., 
oder vom lat. nmssare, oder von den ahd. muozou unthätig sein, 
muoza, mhd. muo5e, tiAd. musze unthätigkeit; vgl. Ober die 
letzten ausdrücke Weigand 2, 220, ausserdem Littre, Scheler 
und Wt'dgwood. 

Muse 3. Schlupfloch; Hai. muse: a hole in a hedge through 
which game passes; auch in der ableitung muset oder musit; 
fr. müsse, aUfr. mussette in demselben sinne; es scheint zu &e- 
ruhen auf dem mUU. musum: os, rictus, nach anderen käme es 
von dem fr. musser, mucer verstecken, über welches Diez 2, 384 
handelt. Das unverändert aus dem fr. herübergenommene mu- 
sette sackpfeife ist ebenfalls sehr zweifelhafter entstehung, nach 
einigen unmittelbar von muse, nach anderen von einem Personen- 
namen herzuleiten; vgl. Scheler, Littre. 

HashrooniiH^^^; e^emaJ^ musheron^mussheron, aucAmushrump; 
Hai. 568 ; entstellt und angeeignet aus dem fr. mousseron moos^ 
pilz, von mousse moos; s. moss. 

Mask moschus; dazu die ableitungen muscat, muscadel, bei 
Levins muskle, muscadell; von dem fr. pr. musc, it. mnschio, 
musco, sp. musco, lat. muscus, mlat. und daher als fremdwart 
nhd. moschus; atts dem arab. muschk, arab. türk. musk, misk, 
al-niisk; weiter zu skr. muschka hode; vgl. die nhd. ausdrücke 
moschus, muskate, muskateller bei Weigand 2, 199. 214 f. 

Hasket Soldaten flinte; une das nhd. musket'e aus dem fr. 
mousquet, altfr. mousquete, mouschete, moschete, it. moschetto, 
5p. mosquete, mlat. muscheta, muschetta wurfgeschoss, feuergewehr; 
das wort bezeichnete ursprünglich eine sperberart pr. mosquet, 
mosqueta, cUtfr. mousket, moschet, neufr. mouchet, ^mouchet, 
it. moscardo, mlcU. muscetus, muschetus und zwar wegen der 



Moslin — Mast 3. • 131 

flecken auf der hrtist des vogels, fr. mooches, lat. muscae fliegen, 
dann fliegenähnliche flecken; weiter wurde der name übertragen 
au f die waffe, wie falconet; vgl. Weigand 2, 217; Diez 1, 281; 
Dacange unter muscheta; Koch 3^ 119. 

Hulin nesseÜuch; wie das nhd. fremdwort musselin aus dem 
fr. monsseline, sp. muselina, it. rnnssolo, massoliuo, genannt nach 
der Stadt Mossnl am Tigris, micU. Mossula, arab. Mau9il, syr. 
Manzol, Muzol, Mosul, wo es sfuerst verfertigt wurde; s. Weigand 
2, 217; Diez 1, 286 und vgl. mall 3. 

Hlisrole nasenriem; auch musrol, bei Hai. 586 masroll, fr. 
maseroUe, van maseau schnau0e, altfr. masel, mase, moase; s. 
weiter unter mazzle. 

MlSSVlmaB muhamedaner; fr. sp. masulman, it. mnsolmano, 
mlat. Mnsalmauns; nhd. maselmann, dän. maselmand; entstdU 
und theiUoeise umgedeutet aus dem arab. moslemüna , dem pktr. 
wm moslem gläubige, eu salima unverletzt sein, gott ergeben sein, 
wovon auch islam ergebung in die geböte gottes; Weigand 2, 216. 

Most 1. muss; es ist das in die präsensbedeutung Über- 
gegangene Präteritum des veralteten mot, s. mote 3.; altengl. 
mast, moste, most, moste, ags. moste, ndd. moste, aUs. mdsta, 
ndL moeste, moest, oMfrs. moste, ahd. moosa, mhd. moose, 
mooste, nhd. moszte, eu den infinitiven ags. m#tan, ndd. ndl. 
moeten, ahd. maozan, mhd. müesen, nhd. müszen; vgl. die goth. 
ga-motan, praeter, ga-mosta, und gamotjan; femer Weigand 2, 218; 
Mätzner 1, 415; desselben Stammes sind die engl, moot und meet; 
s. Dief. 2, 91. 

Hut 2. most; ebenso schon altengl. ags., auch isl. schwd. 
uiost, ahd. mhd. nhd. ndl. dän. most, aus dem lai. mustom, 
welches auf romanischem gebiete wurde eu it. sp. pg. mosto, 
altfr. moQst, neufr. moot; das lat. mostom, eigentl. vinom mostom, 
bedeutete bereits den jungen wein, von mustos jung, frisch; eine 
durch das roman. auch in das engl, gedrungene ableitung ist 
mustard Senf, mostrich, altengl. mostarde, altfr. moustarde, neufr. 
mootarde, pr. it. pg. mostarda, sp. mostaza; mhd. mosthard, 
moatkart, nhd. mostrich, ndL mostart, mostaard, mosterd, ursprüngl. 
der mit most angemachte Senfsame, dann dieser und die pflanze 
selbst; s. Diez 1, 282; Weigand 2, 199. 

Hut 3. Schimmel, schimmeln; Hai. 568 most: to torn mooldy; 
hei Shakespeare und Levins begegnet nur das adjektiv mosty, 
mostie schimmelig, abgestanden ; der ausdruck scheint eu beruhen 

9* 



132 Mustache — Mutiny. 

auf dem stamme des lot. macere, niacidas , etwa vermittels eines 
mlat. mu9dias, mnstius, woraus von Diez 1, 282 verschiedene 
romanische Wörter erklärt werden wie sp. mustio düster, pr, aUfr. 
mois, waM. muss für must; doch vgl. auch Diez 2, 379 unter 
moite, soune das engl, moist feucht. 

Hastaehe Schnauzbart; auch in ganz fr. form moastache oder 
auf it. weise mustachio geschrieben; fr. moustache, it. mustacchio, 
inostacchio, mostaccio, sp. mostacho, wal. mustatze von dem 
gleichbedeutenden altgr. fbvöta^, cdban. mustake. neugr. (ivöta^ 
Imebelbart, fivötaTu backenbart. 

Mustard mostrich, senf; s. unter must 2. 

Muster mustern, muster; über die begriffsentwicklung: zeigen, 
zur schau versammeln, bereit halten vgl. die u)örterbücher; den 
Ursprung zeigen deutlich die ausdrücke bei Hai. 559 monstre: to 
exhibit, to show; a pattern; 562 raostre: appearance; altfr. 
monstrer, mostrer, moustrer, neufr. montrer, sp. most rar, it. 
mostrare, laU. monstrare zeigen ^ mlat. mustern; ais hauptwort 
aUfr. mostre, moustre, neufr. montre, it. pr. pg. mostra, sp. 
muestra; der mlat. und roman. ausdruck erscheint aber auek 
vielfach auf german. gebiete als ndl. monsteren, nhd. munstem, 
mustern, schwd. mönstra, dän. mynstre nebst entsprechenden 
Substantiven; vgl. Weigaud 2, 219; Ducange unter monstra. 

Musty schimmelig, abgestanden, geistlos; s. unter must 3. 

Mate 1. stumm; altfr. mut, mu, pr. mut, neufr. muet, sp. 
mudo, it. muto, lat. mutus; vgl. Koch 3*, 110. 

Mate 2. vogelmist, misten; Hai. 568 mute: the dung of hawks ; 
zunächst nach den entsprechenden fr. Wörtern emeut fatkenmisty 
meutir, mutir misten; diese hat man mit dem engl, mud zusammen- 
gestellt. Sonst begegnet bei Hai. 568 mute: to mew, to moult; s. 
mew 2.; ferner mute: a pack of hounds, fr. meute, woher auch 
unser nhd. meute, aus mlat. movita, vom lat. movere bewegen; s. 
Weigand 2, 155; Diez 2, 376 und vgl. mutiny. 

Matiny meuterei; noch bei Shakespeare begegnet mutiiie 
meuterisch, meuteren, neben mutiny meuterei, mutiner, mutineer 
meuter er; zu gründe liegt das fr. mutin auf wiegler, von dem 
aUfr. meute aufstand, aus mUU. movita, zu lat. movere bewegen, 
erregen; fr. mutiner, sp. amotinar, it. ammutinare aufwiegeln; 
fr. mutinerie aufruhr; eben dahin weisen zurück unsere nhd. 
meutern, meuterei; s. Ducange unter movita; Weigand 2, 156; 
Diez 2, 376 und vgl. unter mute 2. 



Mutter — Mystery. 133 

Mutter murmdny murren; vgl. theils dcLS lat mutfcire, mutire 
mucksen, wozu die fr. inot wort, altfr, motir anzeigen, mundartl. 
iL mutire rufen gehören; theils mancherlei wohl auf lautnach- 
ahmung beruhende ausdrücke, die nach form und bedeutung nahe 
treten, wie mundartlich nhd. mattern, ndd. mustern, mussein 
undeutlich reden, auch engl, mustir: to talk together privately, 
bei Hal. 568; vgl. Br. Wb. 3, 209. 

Hatten hammelfleisch; altengl. motoun hammel, bei Hal. 566 
multon: a sheep; aitfr. moltou, multun, motou, mouton, neufr. 
moaton ; it. montone, pic. mouton, venez. moltone, pr. cat. molto, 
pr. alisp. moton, mlat. multo; s. Diez 1, 280, nach welchem es 
auf dem lat. mutilus verstümmelt mit Versetzung des 1 beruhen 
würde, da den cMerdin^ vielfach einstimmenden keÜ. Wörtern 
wie gael. muli, altir. molt, kymr. moUt, bret. maout eine würzet 
auf diesem gebiete doch zu fehlen scheine; vgl. noch Hai. 563 
rootone: a sheep; moton: a small French gold coin, which bore 
the stamp of of a lamb or sheep ; s. Ober die begriffsenturicklung 
im engl, auch Trench 144. 

Huzle schnatufe, maulkorb; aUfr. niusel, neufr. museau 
schnauze, pr. mursel und mas, it. aUsp. muso maul, schnauze, 
mlat. musum, musellus, musellum; daher auch bret. morseel, gad. 
moiseal; nach Diez 1, 285 f. von dem lat. morsus gebiss zu mordere 
beissen, wahrend Dief. 2, 89 die ausdrücke zu goth. mun[>s, engl. 
mouth stelU; vgL noch das abgeleitete fr. muselidre, it. musoliera 
wuiuUcorb und das engl, musrole. 

Hysterjr geheimniss, mysterium; altengl. mjsterie, misterie, 
fr. raystere, it. misterio, mistero. sp. misterio, von dem lat. gr. 
mysterium, fiv&tijQU>v; als bezeichnung der aÜen geistlichen Schau- 
spiele möchten es manche ableiten von dem aUfr. mistere für mini- 
stere; lal. ministerium ; Trench E. 243 : „having its name because 
the clergy, the miuistri Ecclesiae, conducted it;^^ jedenfalls aber 
wurde die bezeichnung frühzeitig an das griechische wort ange^ 
lehni; in den älteren bedeutungen kunst, geschicklichkeit, handwerk 
weist das wort ferner zurück auf das altengl. maisterie, altfr. 
maistrise, mcstrie; so dass sich allerdings im gebrauche gemischt 
haben mögen die ursprüngl. ganz verschiedenen mysterium, miui- 
«terinui, magisterium ; vgl. Burguy 3, 233. 248 und das eti^Z. mister. 



IS. 

Nab gipfd, erschnappen; s. Hal. 5i>9; cUis wort scheint nur 
eine nebenform eu sein von nap, welches selbst wieder gu anfang 
eitlen gutturaJhuchstaben verloren hat und auf ausdrücke wie ags. 
cnäpp, nhd. knöpf, ags. hnäppjan, nhd. ndt, knappen aurOckweist; 
dem verbum entsprechen genau schwd. nappa, dän. nappe er- 
schnappen; vgl. die engl, nap, knab, knap und knob. 

Nabob indischer beamier y sehr reicher mann; fr. nabab, nhd. 
nabob; aus dem engl, als fremdwort in die anderen neueren 
sprachen gedrungen, beruht der ausdruck auf dem hindost. 
nawwab, entstanden aus dem arab. nawwab, plur. von näjib 
Stellvertreter, Statthalter, su näba jemandes stelle vertreten; türh. 
nai'b Stellvertreter, unterrichter. 

Naearat heUroth; fr. nacarat^ sp. pg. nacarado; von dem 
namen der perlmutter, perlenmuschel sp. näcar, nacara, it. naccaro, 
n&cchera, gnacchera, dUfr. nacaire, neufr. nacre; pr. necari be- 
deutet wie der it. und alt fr. ausdruck auch klapper, pauke; das 
roman. wort ist orientalischen Ursprungs, bei den Kurden nakara; 
Diez 1, 286; der stamm erscheint in den arab. nakir ausgehöhlt^ 
nukrat kleine runde höhlung, nakara aushöhlen, hebr. nakar ^aben, 
nekärah grübe, spalte; mlat. nacara pauke, s. Ducange^ entspricht 
dem pers. nakärah, arab. nakir, nakür trompete; nach dem fr. 
nacaire, nacre dann auch engl nacre perlmutter, bei Hai. naker: 
mother of pearl ; a kind of drum ; dUengl. nakerer und mit einer 
gewissen umdeutung nacorne heerpauke. 

^9^ pferdchen; schott. naig, cUtengl. nagge, ndl. negge; vgl. 
das nhd. nickel wie das engl, nag in den bedeutungen kleines 
pferd, buMdime; Weigand 2, 264; nach Schwenck 436 ehemals 
auch nM. nack, mlat. naccus, in den bayerischen gesetnen gnacco 
vom wiehern, ags. hnaegan, neuengl. neigh benannt; kaum wird 
ein Zusammenhang anzunehmen sein mit dem dän. ög, ags. eoh^ 
ahd. alts, ehu, goth. aih^us pferd; vgl. Wedgwood und Koch 1, 117; 



NaU — Name. 135 

3^ 151. Auf den stamm unseres nhd. nagen, engl, gnaw, slcand. 
uagga wird man surüchführen dürfen die mundartl. ausdrücke 
bei Hai. 569 nag: to nick, chip, or slit; naggle: to gnaw: 
nagging -pain: a slight bot constant pain, as the toothache; 
naggy: touchy, irritable. 

Nlil nagel; aUengl. najle, neile, naile, nayl, ags, nagel, uagl, 
gdh. nagls (mu schliessen aus ga-nagljan annageln) , cUtfrs. neil, 
nil, ndd. ndl. nagel, altn. nagli, nögli, schwd. nagel, dan. nagle, 
negl, ahd. nagal, mhd, nhd. nagel; das wort stimmt lautverschoben 
MU den nur den begriff der horndecke ausdrückenden skr. nakha, 
nsJchara, russ. nogot', litth. nagas, gr. ow^, gen. cwxog, lat. 
onguis, angula (aus letzterem dann fr. ongle) ; vgl. Weigand 2, 238 ; 
Dief. 2, 92; Grimm Gr. 2, 98; 3, 404. 470; Curtius No. 447; 
Pick ' 108. 780. Als Zeitwort neuengl. nail, cdtengl. nailen, nailin, 
ags. nägljan, goth. ga-nagljan, ahd. nagaljan, nüid. nagelen, tiAd. 
nageln. 

Nafye naiv; wie das nhd. naiv als fremdwort herübergenommen 
aus dem fr. naif, fem, naive; dies aber ist nur eine scheideform 
des fr. natif, engl, native gebürtig ^ vom lat. nativus geboren, 
angeboren, ncUürlich, mlat. nativus schon in der bedeutung auf- 
richtig, offenherzig, während fr. nai'f ehemals ganz in dem sinne 
des heutigen natif gebraucht wurde ; vgl. Scheler und Weigand 2, 243. 

Nftk^d nackt; altengl. naked, ags. nacod, goth. naqva{>s, aUfrs. 
nakad, ndL naakt, nakend, ndd. naked, näkd, altn. naktr, früher 
nökkvidr, schwd. nacken, dän. nögen, oM. nahhut, nakkot, mhd. 
nacket, nhd. nackt, nackend, mundartlich nackig, nacktig; das 
wort stimmt der würzet nach lautverschoben mit skr. nagna nackt, 
dav. nagii, nagi, litth. nogas, keU. nochd, nochdach, auch etwa 
laL nndus (für nugidns?), woran sich dann schliessen it. nudo, fr. 
DU, engL nude, nudity; s. Dief. 2, 93; Weigand 2, 237; Bopp 
Gl. 189 »; Pick* 106. 780. Die engl, nebenformen nake: to make 
naked bei Hal. 569, auch uaken sind wohl weniger ursprünglich 
einfachere formen cUs verkürzt aus dem für ein particip ange- 
sehenen naked; wenigstens begegnen nur äUengl. naked, ags. 
nacod, als Zeitwort uaeodjan bei Etm. 223. 

Nui€ name; aUengl. name, nome, cys. nama, noma, goth. 
namo, aUs. namo, aUfrs. nama, noma, ndl. naam, ndd. näme, 
nomeu, altn. nafn, schwd. namn, dän. navn, ahd. namo, mhd. 
name, nam, nhd. name, namen ; skr. naman, gr. ovofia, lat. nomen 
(daher dann it. nome, sp. nombre, fr. nom, engl, noun), slav. 



136 Nap 1. - Nap 4. 

imja, preuss. emnes, keU. ainm, enw; nach Grimm Gr. 2, 20; 
G d. d. S. 107 wäre der j^name, das was man niinnUy Bwr gäbe 
empföngt^^, von der wureel des goth. niman, nhd. nehmen; vgl. 
slav. imu, preuss, imma nehmen and s. unter nim; nach anderen 
aber und wahrscheinlicher ist auszugehen van lot. nomen für 
gnomen und das wort auf den stamm von engl, know wisseny 
kennen guruchzuf Uhren; vgl. Weigand 2, 244; Dief. 2, 97; Curtius 
No. 446; Pick* 66. 112. 782; das eeitwort neuengl. name ist alt- 
engh namen, namin, ags. ge-namiau, nemnan, nemnian, ctUs. nem- 
nian, goth. namnjan, ahd. nemnan, nemman, uenuan^ mhd. nhd. 
nennen, altn. nefna, schwd. nämna, ddn. nävne, ndl. noemen; 
über namely und seine ehemals noch mehr ais jetzt unserem nhd. 
namentlich entsprechende bedeutung vgl. Trench 144. 

Nap 1. schlummern, kurzer schlaf; altengl. nappen, nappin, 
nappien, als hauptwort nappinge, ags. hnappjan schlummern^ 
hnnppung Schlummer; s. Grein 2, 91; Etm. 496, der dazu ver- 
gleicht aUn. hnappa: curvari, conglobare; hneppa: curvare, premere; 
Wedgwood nimmt als ursprüngliche bedeutung a nod und ver- 
gleicht dazu der form nach das nhd. knappen, dem begriffe nach 
das nhd. nicken ; mundartl. nhd. neben einnicken auch einuippen, 
nippen fUr einschlafen, schlafen; vgl. Schwenk 437; Trench E. 149 
und das ags. hnipan: se inclinare. 

Nap 2. tuchflocke; altengl. noppe, ags. hnoppa bei Bosw., 
ndl. noppe, nop, ndd. nobbe, nubbe, dann auch nhd. noppe woU- 
knötchen, dän. noppe nebst entsprechenden Zeitwörtern ndl. nhd. 
noppen; entlehnt auch neufr. nope, noper; der ausdruck scheint 
verwandt mit engl, knab, knob, nhd. knöpf; vgl. nap 3. 

Nap 3. hügel; bei Hai. nap: a small rising, a hillock; ags. 
cnapp: jugum; daneben ags. hnapp becher^ altengl. nap, uep, 
aUndl. nap, ahd. hnapf, mhd. nhd. napf, altn. hnappr: globnlua, 
capnt; vgl. hamper 1.; es berührt sich nahe mit nap 2.; Wedg- 
wood erklärt daraus auch nape nacken, altengl. nape als: „pro* 
perlj the projecting part at the back of the head, then applied 
to the back of the neck;** eine ähnliche begriffsentwicklung Hesse 
sich vielleicht für neck festhalten. 

Nap 4. tuch; als stamm verschiedener ableitungen wie nap- 
kin tuch, Serviette, naperj, al^enjfl naperye, naprie tuch^ tisch- 
tuch, alt fr. naperie; es ist das altfr. nape, lat. mappa; vgl. noch 
bei Hai. 570 uapet: a napkin, a handkerchief und s. weiter unter 
apron und map. 



Narrow — Nave 1. 137 

Nirrow enge; aÜengL narrowe, narowe, narwe, narow, nare, 
naru, hei Hal. 571 nargwe, ags, neam, aUs. nam, naro, narawo 
enge^ aUfrs, nara bedrängnisSj ndl. naar traurig , bange j ndd. 
naar etUsetMlich; der toeitere Ursprung, namenÜich auch der ver- 
mutheie jsusammenhang mit goth. iiehva, nhd. nahe, engl, near, 
nigh, ist zweifelhaft; vgl. Dief. 1, 72; 2, 108. 730; andrerseits 
Weigand 2. 245, wo es mit dem nhd. narbe verwachsene wunde 
wnd aUn. niörva sfusammenheften, zwängen jsusammengestdU wird. 

Narwal seeeinham; aucA narwhal und ntLrwheAe geschrieben; 
sehwd. dän. narhval, nhd. fr. narvaK isl. nähvalr; über den 
sweOen theü der gusammenseteung vgl. das engl, whale; der 
erste theü gilt als das isl, nar, nä leichnam, wegen der bleichen 
hauifarbe des thiers (s. Über dieses oftn. när, goth. nans,' gr. 
vixvg, vsxQOs bei Dief. 2, 102); nach anderen beruht das wort 
auf dem grönländ. anarnak eine art narval; oder nar soU für 
ags. nasu, engl, nose stehen. 

Nasty schmutjfig; bei Hai. 571 nast: dirt, nastiness; nach 
Wedgwood wäre die ältere form nasky, wie denn nash: chilly 
begegnet; danach darf man kaum vergleichen d<is nhd. nasz, aUs. 
ndl, nat; eher die ags. hnesce, hnasc, nesc: tener, cdtengl. nesche, 
neshe, nesh, goth. hnasqvus zart, weich, ahd. nascen: madere, ndd. 
onnask, schwd. osnaskig, snaskig unrein, schmutzig; wenn auch 
weiter aufwärts die stamme einander berühren mögen; vgl. 
Wedgwood, Dief. 2, 104. 570 und nesh. 

Naight nichts, nichtig; auch nought geschrieben; aUengl. 
nanght, nou3t, nont, noht, naht, nawiht, ags. nät, noht, näht, 
nänht, näviht für ne-ävihi, d. i. ne-ä-viht nicht irgend was; ahd. 
neowiht, niowiht, nieht, mhd. nieht, niht, nhd. nicht, ags. neowiht, 
altfrs. näwet, naut, ndi. niet; Grimm Gr. 3, (>7. 68. 721; Mätzner 
1. 330. 444; es ist also wesentlich eins mit dem nur weiter ab^ 
geschliffenen not; vgl. anght, ought 1. und wight; do^ eigen- 
Bchaftswort naughty entspricht formell genau dem nhd. nichüg, 
in der bedeutung so viel wie nichtsuutzig. 

Naye 1. nabe; aÜengl. navH. nafe, ags. nafu, ndd. ndl. nave, 
schwed. naf, dän. nav, ahd. nupa, naba, mhd. nhd. nabe; dazu 
als ableitung neuengl. navel. aUengl. navel, navyl, navil, naul, 
navele^ ags. nafola, nafela, altfrs. naula, ndl. ndd. navel, altn. 
nafli, schwd. nafle, dän. naule, ahd. napalo, nabalo, mhd. nhd. 
nabel; die Wörter stimmen zu dem urverwandten skr. näbhi nabe, 
nobel; pers. näf nabel, mit denen weiter selbst zusammengestelU 



188 Nave 2. — Neat 2. 

werden lot. ambo, nmbilicus, gr. d^xüLog (für vaqHtlog^ nabilicus, 
oder verhÜTBt aus ivd^kog, uuabilicns) ; vgl. Wiägnod 2, 227; 
Cartius Mo. 403; Fick^ 111. 782, Über die auf dem lot. umbiliciis 
beruhenden romanischen Wörter it. ombelico, fr. nombril auch 
Diez 1, 298. 

Nave 2. hirchenschiff ; it. sp. nave, fr. nef ; lot. navis schiff; 
der CMsdruck für fahr zeug y weiter gr. vavg, skr. nau, wohl ent- 
lehnt auch oAd näwa, mhd. oäwe, nhd. naue, wurde in den 
roman. sprachen und dann auch engl auf das gebäude, die kirche 
übertragen; s. Dief. Or. Eur. 391; Curtius No. 430; Fick « 112; 
Weigand 2, 249. Eine ableüung des lat. uavis ist neuengl. oavy 
flotte, dUengl, ntivee^ nauej, navye, naijie, ott/r. na?ie, mZo^. navia; 
als eine Verstümmlung des lot. engL navigator Schiffer gilt 
navvy kanalarbeiter, erdarbeiter. 

Nayel nobel; s. unter nave 1. 

Navy flotte; s. unter nave 2.; ebenda auch navy, navvy erd- 
arbeiter. 

Nay nein; es ist schliesslich dasselbe wort wie n o, entstanden 
aus ags. nä, ne-ä, goth. ni-aiv, trifft aber gusammen mit dem 
selbst auf aUn. nei, goth ue beruhenden altfr. iiaie; s. Mätzner 
1, 446; Diez 2, 384 und vgl. die engl, ay ja, aye immer; Griiiim 
Gr. 3, 765. 

Near nahe; ursprüngl. komparativ altengL nerre, ner, neor, 
near, mu ags. neah nahe; ^. n i g h und vgl. Mätzner 1 , 294 ; Dief. 2, 108 ; 
eine gewisse berührung mag stattgefunden haben mit ags. neara 
enge, vgl. narrow; formell entsprechen als kompartxtiv in den 
nächstverwandten sprachen altn. närri, schwd. nära, dän. när, 
alts, nähor, ahd. nähere, mhd. näher, när, nhd. näher, ndd. 
ndl. näger. 

NMt 1. rindvieh; altengl. neat, neet, net, ags. neät, neten, 
n^ten vieh, altfr s. nät, dltn. naut, neyti, schwd. not, dän. nöd, 
mundartl. nyd, ahd. noz, mhd. nö3, nhd. nur selten mundariL 
nosz; nach Weigand 2, 280 scheint es eine ableitung eu sein des 
wurjselverbums goth. nintan erlangen, in besitz oder genuss kommen^ 
ags. neötan, nAd. ge-nieszeu, also ursprüngl. entweder gefangenes j 
gcBohmtes (hier oder eins, das man gu guter Verwendung hält; 
vgl. Diel 2, 118; Fick « 779. 

Ncat 2. gierlich, rein; Mätzner 1, 205 vergleicht das ahd. 
niötsam, welches weiter begegnet als aUs. niudsaiu angenehm^ 
eigeniL begehrenswerih, gu ags. neöd, neödlice, nhd. niedlich; s. 



Neb — Needle. 139 

das engl, need; indessen liegt wohl sfunächst gu gründe das 
romanische wori aUengh nett, net, fr. net, aUfr. net, fem. nete, 
iL netto, sp. neto, pg. nedeo, pr. net, vom lat. nitidus gläneend^ 
worauf beruhen nhd. nett, ndl. net, schwd. nätt ; vgl. wegen der 
latUe dcLS engl, repeat und Mätzner 1, 110. 

Neb ncLse^ schnauee^ schneppe; daneben cUs scheideform nib 
Schnabel, spüse; dUengl. neb, ags. nebb hopf gesicht, mund, ndl. 
nebbe, neb, ndd. nibbe, nipp, nifi; altn. nebbi, nef, schwd. näf, 
dän. näb , neb ; femer jedenfalls diesen stammverwandt mit an- 
lautendem s ndl. snebbe, sneb, ndd. snippe, snibbe, nhd. schneppe; 
sowie ndd. snau, snavel, ahd. snabal, mhd. snabel, nhd. schnabel ; 
«. Dief. 2, 286 ; wegen einiger roman. Wörter, die auf dem german. 
neb, nef beruhen, wie it. niffb, ni£Pa, niffolo, churw. gniff rüssel, 
pr. nefsk dicker theil des Schnabels der raubvögel vgl. Dief. 1, 289; 
wegen der ndd. ausdrücke Br. Wb. 3, 236; 4, 886. 889; im oO- 
ge$meinen auch Wedgwood und Schwende 579. 583. 

Neek nacken; aUengl. necke, nekke, ags. hnecca, aUfrs. 
hnecka, ndl. nek, ndd. nakke, äUn. hnakki, schwd. nacke, dän. 
nakke, ahd. hnacch, nacch, mhd. nac, nacke, nhd. nacke, nacken ; 
s. Weigand 2, 237; man hat es schwerlich mit recht gestellt gu 
ags. ahd. hnigan, nhd. neigen, nicken; vgl. darüber, sowie Über 
das verhaUmss gu mUU. nucha, it. nuca, fr. nuque bei Dief. 2, 571 ; 
Diez 1, 291 ; etwas wahrscheinlicher ist der gttsammenhang mit 
der wurgel skr. ac, aflc biegen, krümmen; Wedgwood meint: 
^The primary meaning is the prominent part at the back of the 
bead. N. uakk: a knoll, prominence on the side of a hill;^^ vgl. 
nape unter nap 3. 

Need noth, bedürfen; dUengl. nead, neod, ned, nede, a^s. 
ne^ n^d, n^d und neod; vgl. Grein 2, 288. 301, ico ^ von ein- 
ander geschieden werden; goth. nau[>s, aUfrs. ned, näth, alts. 
ndd. ndl. nod, uood. cdtn. naud, schwd, dän. n5d, ahd. mhd. not, 
nhd.* noth: Weigand 2, 281; als geitwort altengl. nedeu, ags. 
nMan, njdan; über den weiteren Ursprung vgl. Dief. 2, 99; 
Kick ' 779, wonach der ausdruck vielleicht gusammenhängt mit 
mhd. ninwen^ nüwen stossen, gerdrücken, altn. nüa, gnüa reiben, 
ahd. uiuwan. nüan, skr. nu-d stossen; Lexer 2, 104. 

Needle nadel; altengl. needil. nedle, neide, ags. nedl, naedl, 
gotk. ne{>la, cdts. nä<l]a, altfrs. n^dle, ndd. natel, ndl. naadi, altn. 
nki, schwd. n&l. dän. naal, ahd. nädala, nädal, mhd. nhd. nadel, 
wnmdarü. deutsch näl, nole, nolde; der ausdruck erscheint als 



140 Negro - Nesh. 

eine ableitung des verbalstammes ahd. najan, mhd. naejen, nhd. 
nähen; vgl. darüber sowie über weitere verwandtschaß mit gr. 
vim, lot. nere bei Weigand 2, 237 ; Dief. 2. 105; Bopp V. Gr. 3, 202; 
Cortius No. 43G; Fick« 371. 781 f. 

Negro neger; it. sp. pg. uegro, fr. nhgre, nhd. neger ; vom laL 
niger schwarg, welches sonst wurde au it. nero, pr. negre, nier, 
aUfr. ner, neir, neufr. noir. 

Neif 1. faust; auch i\ea.i geschrieben ; dUengl. nefe, ueve, ueffe, 
ueive, neeve; vgL Hai. 573 neif: fist, or hand; 574 neivel: to give 
a blow with the neive or fist ; cMn. hnefi, schwd. nafve, dan. nave. 

Neif 2. shlavin; auch neive; es ist das altfr. neif, naif, cdso 
dasselbe wie native und naive, aus dem lat. nativus von geburt; 
vgl. dcts fr. serf naif für serf par uaissance ; Scheler 232 ; es be- 
deutet: a female born in the state of villeinage. 

Neigh wiehern; altengl. neighen, ueyin, nesen, ags. hnaegan, 
aUn. hueggia, schwd. guagga, dän. gnägge, gnege, mhd. negen 
im Mhd. Wb. 2, 328. Wegen eines anderen altengl. neigh nahe 
vgl. neighbour und nigh. 

Neigllbonr nachbar; altengl. neighebonr, neghebor, neght^bur, 
neihebur, ags. neabur, neahbur, neahgebur, von neah n€the, s. 
nigh, und bur, gehur anwohner, einwohner, bauer, ^. boor; vgL 
das ags. neahman; ndd. nabur, uaber, nabber, ndl. nabnor, aUn. 
nabni, dän. nabo nachbar, ahd. nahkipnr, nahkipnro, mhd. nach- 
gebdr, nachgebure, nhd. nachbar, nachbaur^ nachbar; vgl. Wei- 
gand 2, 229. 

Neitlier weder, keiner von beiden; altengl. neither, naither, 
nather, ags. näder, nähväder; vgl. Mätzuer 1, 333, Grimm Gr. 3, 
55. 723, soune die engl, either, or und nor. 

Nepliew ne/fe; altengl. nephewe, uevow, neuew, neveu, aUfr. 
nevod, neud, nevo, neveu, neufr. neveu, pr. nebot, it. nepote, 
nipote, lat. nepos, gen. nepotis; daneben weisen altengl. formen 
toie neve, nevy unmittelbar zurück auf ags. uefa, ndl. neef, dlin. 
nefi, altfrs. neva, f^d. neve, ahd. nefo, mhd. neve, nhd. neffe; 
diese stimmen lautverschoben eu eben jenem lat. nepos, gr. vixovg, 
eend napo, skr. napät, naptdr mit der grundbedetUung abkömmling; 
vgl. Koch 3«, 133; Dief. 2, 111; Cortius No. 342: Fick» 109. 785; 
femer das daeu gehörige femininum engl, niece und über die 
auch im engl, wechselnde bedeutung Trench 146. 

Nesll weich; s. Hai. 574; altengl. uesh, neshe, nesch, nesehen, 
duch als Seitwort neschin erweichen, ags. hnesce; hneseian; mndL 



Nest — Never. 141 

nesk. nesch<) nes ioeieh, tMSS; goth. hnasqvus weich, Mart; s, Dief. 
2, 570 f. und vgl. uasty. 

Nest nest; aUengl. uest^ ags. ndd. ndl. ahd. mhd. nhd. nest; 
der ausdruck erscheint urverwandt dem lot. Didas für nisdus, 
skr. nida für nisda, von der umreel nas. oder eu nisad nieder- 
sÜBcn; s. Weigand 2, 257, wo weiter das rt^ss. gnjesdö, Utth. lizdas 
siaU nizdas verglichen wird; Grimm G. d. d. S. 412; Fick ^113; 
Dief. 2, 10(3; Wedgwood häU dazu die keÜ. Wörter bret. neiz, gad. 
nead, welsch nytli ; aus dem lat. nidas dann it. sp. nido, fr. nid. 

Net 1. netjs; altengl. m^tte, net, ags. nett, net, goth. nati, 
<dis. netti, net, altfrs. ndl. ndd. net, altn. net, schwd. nät, dän. 
net^ ahd. nezi, nezzi, mhd. netze, nA<2. netz; daneben aUn. schwd. 
nöi grosses netz; vgl. Dief. 2, 104; Grimm Gr. 2, 64 ff.; 3, 466; es 
wird mit lot. nas^a gesteUi zu goth. natjan benetzen, ahd. naz, 
nhd. nasz, ^ät. nada fluss, wz. nad, ^ir. ned strömen; Weigand 
2, 248. 258 ; Pick « 108. 

Net 2. rein, ne^; fr. net, it. netto, Za^. nitidus, worauf auch 
unser nhd. nett beruht; s. das weitere unter neat 2. 

Nether nieder; altengl. nether, neother, nither, <igs. nidor, 
neodor, aUs. nithar, nidar, ndd. neder, nedder, ndl. neder, neer, 
aUn. nidr, dän. neder, ahd. nidar, mhd. nider, nhd. nieder; 
Weiterbildung vom ags. nide, nid, nhd. nied zu skr. ni hinunter, 
nitaram nieder; s. Weigand 2, 266; Bopp V. Gr. 2, 28. 177; 3, 495; 
Kick' 112. 784; fürs engl, auch Mätzner 1, 450 und beneath. 

Nettle nessel; aUengl. netle, ags. netele, ndl. netel, ndd^ 
netele, nettele, ahd. nesilä, ne53ilä, mhd. nessele, nessd, nhd. 
neszel, schwd. nättla, näsla, dän. nälde, neide; als Stammwort 
entsprechen in gleicher bedeutung ahd. nassa, altn. nötr; der 
weitere Ursprung ist zweifelhaft; Schwenck 434: „es kommt mit 
dem goth. ne[>]a, s. needle, von demselben stamme, von der 
Wurzel des verbums nähen, so dass mit neszel die zu fäden 
dienende pflanze bezeichnet urird; oberdeutsch nezze der faden, 
welcher zum nähen dient ;^ eher darf man doch abfaU eines ur- 
sprünglich anlautenden gutturals annehmen; ahd. nassa stünde 
dann für hnassa und dies würde stimmen zu gr. xvldij nessel, 
Mvlia, von xplt$iv ritzen, kratzen, juckend brennen; s. Weigand 
2, 256; Fick « 201. 352; Dief. 2, 95. 104 ff. 

Never nie ; aUengl. never , nevere , neavere , naevere, 
naevre , naefre , ags. naefre für ue aefre ; vgl. das weitere 
unter ever. 



142 New — Nice. 

New neu; aUengl. newe, niwe, neowe, (igs. neove, nive, goth. 
niujis, cdts. niwi, aUfrs. nie, ncU. niew, ndd, nij, nije, ottn. n^r, 
schwd. dän. ny, ahd. niuwi, uiwi, mhd. niuwe, nhd, nen; es 
stimmt dann wetter ßu skr. navas, gr. viog, vbios, viFog, lot» 
novas (daher it. uuovo, ep, nuevo, fr, neuf und abgeleitet noaveaa, 
vgL das engl, novel), slav. nov, novy^ litth. nanjas, aUkeU. in 
Ortsnamen novo, novio, gacßi. nnadh, bret. n^vez; s. Weigand 2, 259; 
Diet 1, 124; Curtius No. 433; Pick« 110. 748; vgl noch Sehwenck 
435 und Rapp No. 272 nav neu; wo auf die vermuthete Verwandt- 
schaft mit dem adverb na, engl, now und dem eahlwort neun, 
engl, nine, hingewiesen ist. 

Newel Spindel einer Wendeltreppe; auch nuel und nowel ge- 
schrieben; dUfr. nual, aaeil, noiel, noial, neufr. uoyaa kern der 
nusSy ahet auch übertrcigen noyau d'escalier; von dem lai. nucaUs 
0u nax nuss, fr. noix; (üs fremdwort auch engl, noyao kam- 
branntwein. 

Newt eidexe ; die jetet Üblichere nebenform des älteren ewi, 
eft , mit vorgetretenem n , das auf missverstandenem artikd , a 
newt für an ewt, beruhen mag; s. eft 1. und Mätzuer 1, 186. 

Next nächste; aUengl. nexte, next, nest und so noch mund- 
artlich neest, bei Hai. 573; ags. nexta, n^hsta; Superlativ zu ags. 
neäh; s. das weitere unter near und nigh; Mätzner 1, 294. 

Nias nestling, einfältig; fr. niais, „pr. oiseau de proie que 
Ton prend au nid, fig. inexperimente, faible, simple, sot, cp. Texpr. 
bejaune, Tit. nidiace, le prov. nizaie, niaie, d'oü il faut conclure 
ä un type latin nidax (nidus)'* Scheler 234; vgl. noch das mkU. 
nidasius der im neste überraschte Sperber; Grimm 6. d. d. 8. 17 ; 
Diez 1, 288 und s. das engl, aus niais, nias erst entstandene eyaa. 

Nib schnahel; ndd. nibbe; vgl. im übrigen die scheidefomt 
neb; eine Weiterbildung is^ n i bb 1 e atn wenig abbeissen, benagen; 
Hai. 575 nib: to cut up into small fragments; nibble: to fidget 
the fingers about; ndd. nibbeln, benibbeln nagen, benagen; weiter 
klingen an ndl. nibbelen, knibbelen zanken, sdbst das engl, nip; 
s. Br. Wb. 3, 236; wegen des ableitenden -le bei Mätzner 1, 483. 

Niee fein, zart, hübsch; altengl. nyce unverständig, fr. nice 
albern, altfr. nice, nisce, niche, pr. nesci, ueci, sp. necio, von 
dem lat. nescius nicht wissend; die begriffsentwicklung war wohl: 
unurissend, thöricht, einfach, auf kleinigkeiten peinlich achtend, 
genau ^ sorgfaltig, zierlich; s. Wedgwood, der wegen ähnlicher 
entfdUung des begriffes fond vergleicht und Trench 146, sowie 



Niche - Nick 8. 148 

über den nock jetzt sehr schwankenden sinn des Wortes Worcester ; 
,,a remembrance of the original meaning is preserved in the anti- 
thesis of the proverb : More nice than wise ;'* die annäherung an 
nias, pon dem es manche ableiten woüen, sowie an neat ist wohl 
eine spätere und jmfcäUge; s. Koch 3^ 36, über die roman. aus- 
drücke Seheier und Diez 2, 386. 

Niehe mauervertiefung ; wie das nhd. fremdwort niche, nische 
ßunächst aus dem fr, niche ; sp. pg. nicha, nicho, it. nicchia ; das 
letzte bedeutet ursprüngl. eine muschelartige Vertiefung und wird 
«tft it. niechio muschel zurückgeführt auf lat. mjtilas, mitulas 
miesmuschel; vgl. Über die formentwicklung Diez 1, 288; Scheler 
umter niche; die engl etymologen nehmen es cds eines Stammes 
mit nick; vgl. Wedgwood und Richardson: „probably a nick or 
nook, from the verb nick: to cat into/* 

Niek L kobold; daher dann der ausdruck Old Nick für den 
teuf el y wenn auch leicht empfunden (us abkürzung des eigen- 
namens Nicholas; aUengl. nikir Wassergeist^ ags. nicor, aiUn. nikr 
seeungeheuer y schwd. nek, nak, dän. nok, ndd. nikkr, ndl. nikker, 
neckor, ahd. uihhns krokodily nhd. nix, nicker Wassergeist; vgl. 
Weigand 2, 275 und Grimm Myth. 456; über das aus Nicolaus 
emistandene nhd. nickel vermummte schreckgesttdt auch Wei- 
gand 2, 264. 

Niek 2. kerbe, kerben; vgl. das ags. nidian: curvare; femer 
aUengl. nikken, altndl. nicken, ahd. nicchen, mhd. nhd. nicken 
im sinne des engl, nod ; wohl eine Weiterbildung des starken Zeit- 
worts ags. €Ms. ahd. hnigan, altfrs. aUn. hniga, nhd. neigen, 
womit sich wieder nahe berühren nhd. knicken, engl, knick und 
knack; vgl. Diet 2, 571 unter dem goth. hneivan ^A neigen; für 
das engl, nick s. auch noch die verschiedenen bedeutungen bei 
HaL 576 und vgl. notch. 

Nlek 3. rechter Zeitpunkt; treffen; dazu nicker ränkeschmied ; 
Mätzner 1, 204 hält dazu altn. hnickia: raptare; bnickr: dolns, 
apprehensio violenta; dem entsprechen auch dän. nyk stoss, schlag y 
nykke laune, schwd. nyck, ndL nnk, ndd. und daraus auch nhd. 
nQck tücke, bosheit; vgl. Weigand 2, 284; daraus leitet Scheler 
ab die fr. nique spöttisches nicken, niche schaUeheit; nach Diez 
2, 386 dagegen kommen diese vom zeitwort ahd. hnicchau, nhd. 
nicken her, wie denn nick 2. und nick 3. schwer auseinander 
zu h(Men sind. 



144 Nickname — Niggle. 

Nickname betname, spottname ; Wedgwood führt als dUengl. 
aus dem Pr. Pm. an ckename und nekename beiname; fhdd. ndl. 
begegnen ekel- eker-, oekername, mundartlich auch als eeüwort 
nieknamen; vgl. Br. Wb. 1, 300; Schweuck 150; die slcandinav. 
formen aUn. aaknefni, schwd. oknamn, dän. ögenavn weisen auf 
ältn. anka, öka vermehren, engl, eke, so dass der ausdruch 
ursprünglich wohl nur den hinzugefügten beinamen bezeichnete; 
gewiss aber fand dann auf den verschiedenen gebieten anlehnung 
und umdeutung statt unter benutzung des nhd. ekel, des fr. 
niqae, des nhd. necken; vgl. Diez 2, 386; Weigaud 1, 284; 2, 251 ; 
Grimm 3, 399. 

Niece nichte; cdtengl. neece, nece, niece, neufr. ui^ce, altfr. 
niepce, pr. net.8a, wie von einem lat. neptia statt neptis; 8. 
nephew und Scheler unter niece; andere formen sind nUat. pr. 
nepta, sp. nieta, pg. cat. neta; Diez 2, 386; daher bei Hai. 578 
nipte: niece, grand-daughter; altengl. nifbe, alts. aUfrs. ahd. nift, 
mhd. nhd. niftel; Weigand 2, 270; s. über den schwankenden sinn 
von niece bei Trench 147. 

Nifle Ueinigkeit; Hai. 576; etwa zu dem fr. nippe Ueidung^ 
mobelj putZj pr. nipa, welche Diez 2, 386 ableitet vom aUn. hnippi, 
hneppi, knippi, schwd. dän. knippe bündel; ein anderes nifle: 
to talk folly, drivel bei Col. 56 t^^ das fr. nifler schnüffeln , was 
nach Br. Wb. 3, 237 mit ndd. niif nose, schnauze, nif naseweis, 
sowie den engl, nib, neb zusammengehören dürfte; vgl. snivel, 
aUengl. nivelen. 

Niggard knickerig; dUengl. niggarde, nygard, bei HaL 576 
nigardie: stinginess; aUn. hnöggr: parens, rei inten tns, schwd. 
noga genau, njagga geizen, dän. nöie, mundartl. nuggeu genau, 
knapp; da ein anlautender guttural abgefcMen ist, so liegen femer 
nahe die nAd. knicker, knickern, dän. gnie knausern; s. Die£. 
2, 100; Wtigand 1, 607; vgl. Über das ableitende ard auch 
Mätzner 1, 491. 

Niggle tändeln, spielen, betrügen; Hai. 576 f. niggle: fiitao, 
to deceive, to steal, to trifle, to nibble; er h(xt ferner nig: to 
clip money; nigg: a small piece; nigged-ashlar: stone hewn with 
a pointed hammer; das scheint hinzuweisen auf die Wurzel des 
nhd^ nagen, engl, gnaw; Wedgwood: „To work in a niggling 
way is to do a thing by repeated small efforts, like a person 
nibbling at a bone/' 



Ni^ — Nim. 146 

* Mlsh nahe; aUengl. nighe, nigh, neigh, neh, (Mgs. neh, neih, 
aits, näh, nä, aUfrs. nei, ndd. neeg, tnU. na, oltii. nä, ahd. näh, 
«•Ali. iiAd nahe, nach, gath. nehv, nehva; als Beitwort aUengl. 
neihen, neighen, nehen, ahd. mhd. nhd. nahen, goth. nehvjan; 
Dief. 2, 108 ; s. Über das nhd. wort als a^fdctiv, adverb und prä- 
position Weigand 2, 227. 240; vgl. die engl, near, neighbour, 
next; dem stamme nach wird es gestellt eu skr. nay aus nak 
erreichen, laL nanciscor, gr. Ivayxslv; Fick ' 107. 780. 

Night nacht; aUengl. night, nist, niht, nast, naht, ags. neaht, 
nihi, goih. nahts, alts. äUfrs. ndd. ndl. ahd. mhd. nhd. naht, nacht, 
aUn. nätt, nott, schwd. natt, dän. nat; shr. uakta, nakti, Utth. 
letL uaktis, nakts, altslav. noschti, russ. notsch", gr. vv^, gen. 
wxtog, lat. nox, gen. noctis (woher dann it. notte, sp. uoche, 
oltfr. noit, neufr. nait); keltisch ebenfalls einstimtnend kgmr. nos, 
uoys, «V. nochd; s. Dief. 2, 94; Bopp V. Gr. 1, 17; 2, 249; Curtins 
No. 94; die wurael scheint eu sein nak, shr, nay verschwinden, 
Bu gründe gehen; Fick > 106. 780; vgl. noch Weigand 2, 234; 
Scliweuck 428; Grimm Gr. 2, 53 No. 559; 3, 133. 3l5. Für das engl 
vgL femer die unmittelbar auf das lal. nox jsurückweisenden 
Wörter wie b. b. nocturn nächtlich, fr. nocturne, it. nottnrno, 
loL noctamns, auf welchem wieder unser nhd. nüchtern beruht; 
s. Weigand 2, 284. 

Nigktinglde nachtigaiU; altengk nightingale, nistingale, nihte^ 
gale, ags. nihtegale, bei Bosw. auch näctegale; vgl. wegen der 
form der Musammensetsung mit dem bindevokale und dem em- 
geschobenen n bei Mätzuer 1, 188. 520; alts, nahtigala, ahd. 
nahtagala, nahtigala, mhd. nahtegale, nahtegal, nhd. nachtigall; 
aus ags. niht, engl, night und ags. gale, alts. ahd. gala Sängerin, 
von dem Meitwort galan eingen; Grimm Gr. 2, 9 No. 67; Weigand 
2, 235; Cnrtins No. 133; s. weiter unter gale 2. 

Nigktnare dp, ncuihtmahr; s. unter mare 2. 

NiM nehmen, stehlen; Hai. 577 ; veraltet und fast gang ersetzt 
durch das heutige take; aUengl. nime, nimen, nimiu, nemen, 
neomen, mit den starken formen nam, nom, nomen, vgl. Mätzner 
1, 392; ags. niman, goth. niman, alts, niman. neman, altfrs. nema, 
fuUL ndL nemen, altn. nema, schwd. nimma, dän. uemme, wenig- 
stens in Musammensetßungen und in der bedeutung ergreifen, be- 
greifen, ahd. neman, mhd. nemen, nhd. nehmen; Grimm Gr. 2, 30 
No. 818; Die£ 2, 112; Weigand 2, 252: ,4^ wort stimmt mu russ. 
ifluti (mit erwiesener abwerfung des anlauts n) nehmen, greifen, 



146 Nimble — Nip. 

UHh, initi nehmen, gr. vifuiv atis-y mUheüen, in seiner getoaU 
hohen, wofür nehmen oder hcUten, skr. uaai biegen, hinneigen, 
was woM die grundbedeuiung ist, die eunächst im gr. sich fari^ 
entmcheUt' vgl noch Curtius No. 431; Fick « 110. 785. 

Nimble thätig, flink; Hai. 572 neamel: nimble; 574 nemel: 
capable; 578 nimber: active; nimel: large, capacious; nimmel, 
uymel: nimble; so scheint es mit einschiebung von b entstanden 
at^ dem eu ags, iiiman nehmen, s, engl, nini, gehörigen ags. 
nemo], nuniol: capax; wegen der begriffsentwicklung vgl. die 
übertragene bedeutung des stammverbums auf skandinav. gebiete, 
sowie insbesondere das aUn. naemr: capax, ingeniosns, docilis, 
penetrans, dän. nem, näm, mundarÜ. nim gelehrig, flink, passend, 
leicht; s. Dief. 2, 113; Mätzner 1, 190. 

Nincompoop einfaUspinsd; Hai. 578 nincampoop: a person 
nine times worse than a fool; nach dieser erklärung etwa mit 
umdeutung angelehnt an nine, aber entstanden aus dem lot. 
non compos, indem non compos mentis nicht bei sinnen gebräuchlich 
war ids „the legal phrase for a person not in possession of his 
mind" Wedgwood 2, 458. 

Nine neun; aUengl. nine, uiene, nie, nise, nisen, neghen^ 
nighen, ags. nigon, goth. niuu, aits, nigun, oitfrs. niagun, ndd. 
ndl. negen, altn. niu, schwd. nio, nijo, dän. ni, ahd. ninn, mhd. 
ninn, ninwen, nhd. nenn; dojerti stimmen in den urverwandten 
eprouihen skr. navan, gr. Iwia (aus vsFa mit vorgeschobenem b 
und verdoppeltem v), lot. novem (woraus dann die roman. formen 
it. nove, sp. nueve, pg. nove, pr. nou, fr. neuf, wal. noe); etwas 
abweichender Utth. dewjni, aUslav. de?anti, keU. naoth, naoi, 
naw, nan; s. Dief. 2, 116; Bopp V. Gr, 2, 75; Cnrtins No. 427; 
Fick * 110. 783; der stamm nay scheint derselbe wie in skr. navas 
neu, s. new, so dass die grundbedeutung etwa war die neue 0aU 
der dritten tetrade. 

Ninny thor, dummkopf; Hai. 578 hat ninny-nonny: uncertain; 
ninny watch : a vain hope, a silly or foolish expectation ; der aus^ 
druck scheint eu beruhen auf den roman. Wörtern it. ninno, ninna, 
sp. nifio, niAa kindchen, wiegenkind; diese werden von Diez 1, 289 
aus der ablautenden formet der Wiegenlieder ninna-nanna erklärt, 
während Mahn d€Ufu das gr. vavcg thöricht vergleicht. 

Nip kneifen, abkneifen, beissen; dagu nippers Ideine Mange; 
altengl. nipen; vgl. die bedeutungen bei Hai. 578; am nächsten 
stehen aitndl. nipen, nijpeu, schwd. n^a; es ist auch hier der 



Nipple — Nob. 147 

anlautende guttural vor n verloren gegangen; vgl. ndl. knijpen, 
ndd. knipeu, auch ndd. ndl. knippen, tAd. kneipen, kneifen, aUn. 
knipa; vgl. das engl kmap; Dief. 2, 573; Weigaud 1, G06. 008; 
daneben findet sich ags. hnipan niederbiegen, altn. hnippa: im- 
pingere; hneppa: carvare, premere, goth. dis-hniapan verbrechen. 

Nipple brustwar ze; Wedgwood nimmt es als verkleinernde 
ableüung von nib, neb, indem er aus Palsgrave anführt neble: 
a woman^d pap, bout de la mammelle; indessen führt Etm. 243 
als schon ags. an nypele, nipele: papilla; vgl. die mundartlich 
deutsehen nnppeln, uopeln vom saugen der kinder an der mutter- 
brüst, femer das engl, nibble und nip; auch dän. nip dcts 
ausser ste, ein kleiner schluck, nhd. nippen, eigentlich ndd. ndl. 
statt des oberdeutschen uipfen ; es konnte der ausdruck immerhin 
zunächst in der kindersprache entstanden, von nip kneifend 
fassen, saugen abgeleitet sein. 

Mit lausei; aUengt nyt, nite, nete, ags. linitu, ndd. nete, ndl. 
neet, aUn. njt, nit, schwd. gnet, dän. gnid, ahd. ni5, mhd. ni5, 
nhd. nidse; wohl mit Verlust des anlautenden gutturals entsprechend 
den russ. poln. gnida, böhm. huida, gr. Ttovlg, gen. xovldog laus-, 
waneenei; vgl. Weigand 2, 273; Curtius No. 285; Fick« 352. 731. 

^iiMlkg schurkisch, geizig, feige; Hai. 578 nithing: a wicked 
man; sparing, parsimonious, wicked, mean; dUengl. nithing, 
njthying, dkgs. niding, altn. nidingr, schwd. dän. niding, nidding, 
mhd. nidunc, nidinc; Weiterbildung zu dem dUengl. nithe, nith, 
bei UaL o68 nithe: wickedness, ags. nid hass, neid, goth. neip, 
alts, nith, altn. nid, dhd. nid, nihd. nit, nhd. neid; vgl. Grimm 
Gr. 2, 16 No. 170; Weigand 2, 253; Dief. 2, 106; Pick« 784. 

Nt kein; nein; in dem ersten sinne ist es verhu/rzt aus none, 
schon aUengl. no^ non, none, ags. nän, naen für ne an; vgl. 
cue, au, a; in der zweiten bedeutung entspricht es dem cdtengl. 
no, na, ags. nö, na für ne ä; vgk nay; s. Mätzner 1, 329. 445; 
über das nhd. nein bei Weigand 2, 254; im allgemeinen Grimm 
Ür. 3, 746. 765; Dief. 2, 110; Curtius No. 437. 

Ntb köpf; neben form von knob knöpf; ebenso ist nob: to 
beat, to strike bei Hal. 579 durch vertust des anlautenden gt^uräls 
entstanden zu denken; vgl. nobble schlagen, knobble hämmern; 
ftdd. nhd. knuffen, ndd. knuffein, ndl. knuffein, knoffeln schlagen, 
stossen; Weigand 1, 613. Uebrigens steht nob sonst auch als 
vertmzung für noble, für Robert und Obadjah. 

10^ 



148 Nook — Noggin. 

Nock kerbe ^ HaL 579 nock: a notch, generally applied to 
the notch of an arrow or a bow; bei Levins in demselben sinne 
nock, nocke; genau entspricht bei Binn. d(is ndl. nocke: crena, 
incisura, spina dorsi; n<ich Diez 1, 292 wäre es eigentlich das 
eingekerbte Stückchen knochen, welches die gespannte sehne an- 
hält; vgl, die it. nocca knöchel, nhd. knochen; Diez 2, 49; ausser- 
dem notch und über ähnliche ausdrücke für rinne, kerbe am 
bogen nhd. nusz, nusch, mhd. nuosch bei Weigaud 2, 288; Lexer 
2, 121: Schwenck441. 

Nod nicken; Levins hat nodde; keine von den versuchten 
ableitungen erscheint ganz erwiesen und befriedigend; Skinner 
und Johnson denken an gr. v%vhv und lat. nutare; Tooke sagt: 
,,the past tense of the A. S. verb hnigan, to bend, is hnah, which 
by the addition of the participal termination ed forms nahed, 
nah'd, nad, nod;^' eher lässt sich hören Wedgwood's Verweisung 
auf aUn, hnioda hammern, ndl. knolse prügeln, ahd. hnutten: 
vibrare, mundartl. deutsch notteln hin- und herschütteln; Mahn 
bei Webster bemerkt, dass iiod wahrscheinlich mit lat. nntare 
verwandt sei, vergleicht aber ausserdem das lat. no tare bemerken, 
nota bemerkung, auch ein kelt. nodi: to mark, sowie dän. node, 
plur. noder gebärden; vgl. noch Koch 3*, 7 und noddle. 

Noddle hinterkopf, genick; cdtengl. noduUe, nodylle, daneben 
nodock; dazu auch wohl noddy dummkopf; s. Hai. 579; Wedg- 
wood: „The noddle, noddock or niddock is properly the pro- 
jecting part at the back of the head, the nape of the neck, theu 
Indicrously used for the head itself. 0. N. hnod ; the round head 
of a nail; Du. knod, knodde: a knob; Dan. knude: a knot, bump, 
protuberance.'^ Die vergleichung mit engl, knot, mit nhd. knoten 
und lat. nodus für gnodus ist vielleicht nicht bu gewagt; wegen 
der begriffsentwicklung darf man erinnern an Übergänge der 
bedeutungen von unseren nhd. knöpf, knoten, köpf; Vermittlung 
mit nod nicken ist unschwer zu denken, aber nicht leicht durch 
bestimmte mittelglieder zu erweisen; vgl. noch Koch 3^ 7, too- 
nach noddle zusammenhängt mit altn. linoda knäuel, rundlicher 
gegenständ. 

Noggin kleiner krug; Hai. 579; keltischer abkunft; ir. noigin, 
gael. noigean; Wedgwood leitet es weiter ab von gad. cnag: 
knock, rap, thump, a knob, peg, pin; cnagaidh: bunchy; cnagaire: 
a knocker, a «^iU, noggin, quart-measure; cnagare: a little knob, 
an earthen pipkin. 



Noise — Nonce. 149 

M9i86 lärm; cMengL noyse, noise, aUfr. noise, nose, neufr. 
noise sank, Störung ^ lärm; ndl. nose, noose, noyse; pr. nausa, 
noysa, nosa, cat. nosa; die roman. Wörter werden meist auf lot. 
noxa, noxia schaden, besser vielleicht auf lat. nausea ekel zurikih- 
geführt mit der begriffsentwicMung: ekel, ärger, Widerwärtigkeit, 
sank, lärm; s. Scheler, Diez 2, 387 und Diei. 2, 97. 

NtisOMe lästig, unangenehm, schädlich; vgl. Trench 147; nach 
Mäizner 1, 481 stände es mit aus fall eines s für Dois-some und 
beruhte auf dem aÜfr. noisir, neufr. nuire, lat. nocere schaden 
mit der ableitungssUbe some; man könnte dann auch an das 
h4Mmptwart noise, fr. noise, in seiner bedeutung Widerwärtigkeit 
denken; indessen sind doch eu erwägen noie: hurt, trouble als 
verbum und als Substantiv bei Hai. 580, femer noyfnl schädlich 
bei Levins, welche auf eine Verstümmlung von annoy hinweisen, 
aus dem a noy entstehen mochte; vgl. bei Hai. 65 anoious, 
anoisaunce im sinne von noisome und nuisomeness; Wedgwood 
sucht den Ursprung von noise und noisome in dem aUn. gnauth, 
nanth: fremitus, strepitus; nauth: vexatio, vis, malum, dolor; vgl. 
über diese Wörter das engl, need; er vermengt ohne grund die 
stamme des nhd. noth, des UU. nocere, fr. nuire und des lat. 
odium , fr. ennui ; nur so viel darf man zugeben , dass in den 
engL Wörtern mehrere ursprüngl. verschiedene romanische stamme, 
von den lat. nausea, nocere, odium, sich gemischt haben mögen. 

Noll köpf; auch uowl geschrieben; dUengl. nolle, noll; vgl. 
die ags. cnoU: cacumen; hnoll: vertex; die nhd. knolle, knollen, 
mkd. kuoUe, ndd. knülle, sowie im allgemeinen das unter knell 
und knock bemerkte; kaum ist, wie manche meinen, noll zu- 
sammengezogen aus noddle. 

Mtnee faU, gelegenhdt, absieht; das jetzt ais Substantiv em- 
pfundene nouce ist hervorgegangen aus der redensart for the 
nonce d. i. for the special occasion; diese aber, ehemals for the 
nonys, for the nanes, entsprang aus tor than anes, ags. for f)am 
aeues, for |>am anes, for than änes, indem das auslautende n 
irrthümUch zum anlaut des folgenden wertes wurde und ein 
ursprOnglieh genitivisches, später adverbiales s zuletzt in c über- 
ging; vgl. once und anon, atone wegen ähnlicher Vorgänge; 
der ausdruck bedeutete wörtlich: für das einzig, darum aXtein; 
nach verkennung des Ursprungs löste sich daraus a nonce, nonce 
ab in dem sinne von grund, zweck, gelegenhdt; s. das genauere 
bei Matsner 2, 466. 



150 None — Nooee. 

None hein; aUengl. no, non, none, (igs. nän, naen ßtr ne hn; 
vgl. d(i$ nhd. nein, welches der form nach genau entspricht; s. 
Weigand 2, 254 und no. 

Mock wifely ecke; dUengl. nooke, noke, nok; das wort ist 
sfweifelhafter abkunft; Coleridge 57 verweist auf aUn. hnocki: a 
hook; hence an angle or corner; Wedgwood nimmt es als identisch 
mit nock und notch in der ursprünglichen bedeutung ,,a pro- 
jection either outwards or inwards'' und vergleicht einige ankHn- 
gende aber doch sehr weit abliegende Wörter wie finn. nokka 
Schnabel, esthn. nnk, nukka ; am wahrscheinlichsten noch ist, dass 
noolc, etwa mittels des schott. neak aus dem keU. gebiete harn; 
gad. ir. niüc; vgl. Koch 3*, 7 und Dief. 2, 116. 

Noon mittag; aUengl. non, none, nonne, ags. non und so 
auch in anderen sprachen frühzeitig herübergenommen aus lat. 
nona, d. i. hora nona die neunte stunde, 3 uhr nachmittags; ahd. 
nöna, mhd. none, non; fr. none; s. Scheler 236; Ober die begriffs- 
Verschiebung bemerkt Wedgwood : „The transference of the signi- 
fication from mid-afternoon to mid-day seems to have taken place 
through an alteration in the time of the canonical services;'^ vor 
allem galt nona schon bei den alten Römern als die stunde der 
hauptmahlsteit und so wurde der name für verschiedene tagesBeiten 
Üblich, sfu denen jene eingenommen wurde; dasu scheint allerdings 
gekommen zu sein, dass sich die kirchlichen, kanonischen stunden 
verschoben und, wie Wedgwood bemerkt, in Italien die nona 
frühzeitig um mittag gehalten wurde; er fügt hinzu: „It is pro- 
bably in memory of the time at which the service of nones was 
originally performed that it is still announced by nine strokes 
of the bell;^' Über den weiteren Ursprung des lat. nonus, novem 
vgl. nine. 

Moose scMinge, schleife ; iü>er den Ursprung des wertes giebt 
es bisher nur vermuthungen, die aber aüe unbefriedigend oder be- 
denMich erscheinen; Richardson wollte es zu ags. cnyttan. knüpfen, 
vgl. knit und knot, stellen; andere erklären es aus dem selbst 
sehr fraglichen ags. cuos: nodus bei Etni. 397; Mahn verweist auf 
ir. nas band, schleife, nasgaim binden, sowie auf die mundartlich 
deutschen schneusz, schueisze schlinge zum fangen der vögel; 
vgl. Über die letzten, mhd. sneise schnür, aUn. sneis baumzweig 
bei Weigand 2, 618; am meisten wahrscheinlich noch ist es, 
dass noose, wie Wedgwood wiU, auf dem lat. nodus knoten, fr. 
noeud beruht vermittels älterer und mundartlicher fr. formen 



Nor — Not 151 

wie nons, nus, nonzel knoten ^ nons-couren schleife y neufr. noBud 
conrant. 

Nor noch; aUengl, nor, nother, nouther, nowther, ags. näcter, 
nador, BahTader and so von haiise aus eins mit neither; s, 
Mäizner 1, 460; Grimm Gr. 3, 723 und vgl. either, or. 

Nortk nordf norden; altengl. north, norht, nord, ags. nord, 
aUfrs. (mUs. north, nord, ndl. noord, cdtn. nor{>r, schwd. dän. nord, 
akd. nort, nord, mhd. nort, nhd. nord; aus dem germanischen 
dann weiter mlat. northas, fr. nord, it. sp. norte; über weitere 
Verwandtschaft und herkunft vgl. Schwenck 439; Fick * 786; 
Weigand 2, 278 bemerkt: „mit Wahrscheinlichkeit abzuleiten von 
der participialform einer anzunehmenden, wie gebären biegenden, 
wurMd goth. nairan (nar, uernm, naürans), ahd. neran flüssig 
oder nass sein? womit gr. vagog oder vrjQÖg flüssig, nass, skr. 
nara, nira wasser als urverwandte Wörter zusammengehören. 
Hiernach deutete nord auf die gegend meerwärts," 

N086 nase; aUengl. nose, nase, neose, nese, nease, neise, ags. 
nasa, nosu, nase, altfrs. nose, ndd. nase, ndl. neus, altn. nos, 
sckwd. näsa, dän. nase, ahd. nasa, mhd. nhd. nase ; nicht entlehnt, 
sondern urverwandt mit skr. näsa, slav. noss, nos, la$. nasus 
(woraus dann die roman. ausdrücke it. naso, pr. nas, naz, fr. 
nez); vgl. Weigand 2, 247; Fick« 111. 783. 787; Dief. 2, 103. Das- 
sdbe wort dient in verschiedenen sprachen zwr bezeichnung eines 
Vorgebirges, meist als zweiter theil von Zusammensetzungen engl. 
naze, ness, ags. näss, nässe, altn. nes, schwd. dän. näs. 

Nostril nasenloch; noch deutlich als Zusammensetzung im 
akengL nesethirl, nesethorl, neesthiril, nosethirl, nosethril, nes- 
tiiyryl, neasethnrl, ags. näs-fiyrl, nas-^jrl, aus nose nase und ags. 
[ijrl loch; vgl. die engl, thirl, through; ähnlich begegnen ndd. 
BMaegai, vgl. gate, und mhd. nase-hol, nasenloch, türlin an der 
nasen; ähnlichen Ursprungs könnten sein die gleichbedeutenden 
fries, nosterle, ndl. noster, nöster, ndd. nuster, nhd. nüster; „foXls 
die letzteren formen nicht dem lett. nosis, nosrai nase, slav. nosn, 
nosdri nase naher stehen, welche zweite form aber selbst kompo- 
nirt erscheint^* Rapp ; vgl. Weigand 2, 287. 

Not nicht; aUengl. not, noht, nout, nought, noght, ags. nät, 
naht, näuht, näviht; also nur die am meisten abgeschliffene 
nebenform von nought, naught; s. Mätzner 1, 444; Grimm 
Gr. 3, 72L 



152 Notch — Nonle. 

Notch kerbe; es wird kaum etwas anderes sein ads eine 
scheideform van nock, aUengl. nocke, nokke; vgl. wegen der 
lautentwicUung Mätzner 1, 156. 

Note kenneeichenj note; wie unser nhd. note, fr. note, pr. 
sp. ü. nota, von dem lat. nota su notas und noscere erkennen; 
die etgmologie ist klar^ die begriffsentuneklung auch in den ab- 
leitungen des Stammes wie engl, notice, fr. notice unter tier- 
gleichung der entsprechenden nhd. fremdworter leicht aus den 
Wörterbüchern su ersehen; vgl. Smart, Weigand 2, 280. 283. 
Heyse G15 flF. 

Nought nichts; vgl. not und s. das weitere unter naught. 

Nom nennwort; aUengl. nonne; aUfr. noun, non, nun, nom, 
neufr. nom, it. pg. aUsp. nome, neusp. nombre, lot. nomen name; 
vgl. weiter das damit identische germanische name. 

Nourish nähren , ernähren; aUengl. nonrishen, norisahen, 
nurishen, noricen, norysen, noryschen, äUfr. norir, nnrir, nurrir, 
neufr. nourrir, pr. nnrir, noirir, sp. pg. nutrir, it. lot. nntrire; 
vgl. nurse. 

Novel neu; dUfr. novel, uuvel, neufr. nouvel, nouveau, pr. 
novell, novelh, noel, yf. pg. novel, it. novello, lat. novellns von 
novus neu; vgl. new. 

Now nun; (Mengl. nou, nu, ags. goth. nu und so durch aUe 
germanischen sprachen in der form nu, nü. theüweise erweitert 
wie ahd. nüwa, nhd. nun ; weiter verwandt mit skr. nu, nu, nünam, 
gr. vv, vvv, lat. num, nunc, lett. slav. nu; s. Dief. 2, 119; Curtius 
No. 441; Weigand 2, 286; ßopp V. Gr. 2, 178; Fick« 113. 78<5. 

Nowel 1. freudenschrei ; Hai. 582 nowel: a cry of joy, pro- 
perly that at Christmas of joy for the birth of the saviour; auch 
noel geschrieben; es ist das fr. noel, für uael, norm, nowell, pr. 
ältsp. uadal, neusp. |^. natul, ü. natale, lat. natalis für natalis 
dies geburtstag, auf das weihnachtsfest angewendet. 

Nowel 2. kern einer lehmform; es ist dasselbe wort wie newel. 

Noy ärger, ärgern; verkür$ft aus annoy; vgl. dieses wort 
imd noisome. 

Nozzle spiteCy vorderendCy nase; auch uozie, nosle geschrieben; 
Weiterbildung von nose nase; vgl. Dief. 2. 103. 115, wo dann 
auch das seitwort nuzzle die nase niederhalten^ wühlen herbei- 
gesogen und weiter mit den ausdrücken nhd. niesen, engl, sneeze 
zusammengestellt ist. 



Nvggai — None. 153 

Nugget Uumpen; es ist nach Trench E. 86 nur eine emeuerung 
tmd entsteUung des äUeren niggot, welches sdbst mittels Umstellung 
aus ingot entstanden war. 

Nlisaaee etwas unangenehmes ^ lästiges ^ schädliches; bei 
Hal. 582 noysaunce, altfr. noisance, nuisance, van dem aUfr. 
noiair, noisir, neufr^ nnire schaden, aus lat. nocere, nooentia; s. 
Bnrgay 3. 266 und vgl. auch noisome. 

Mimb starry erstarren; auch num, s. Hal. 583 num: dnll, 
stupid; es scheint hervorgegangen ans benumb, indem sich ein 
neues seitwort entwickelte aus dem particip aUengl. binumen, 
benomen, benome, ags. binumen, benumen van binimen, biniman 
benehmen y berauben; fur das ags. biniman wird bereits die be- 
deutung stupe&cere angeführt; Wedgwood vergleicht aUn. numinn 
Titi: depmed of sense, ont of one's mind; auch nM. benommen 
wird gebraucht für beraubt der emp findung , des sinnes; s. 
Müzner Wb. 1, 256 und vgl. wegen des Stammes und der farm-' 
etUwiddung nim und nimble. 

Nmbles eingeweide des hirsches; auch in den f armen 
nombles, nmbles, humbles ; Hal. 583. 899 ; fr. nomble hirschßiemery 
vom lot. lumbulus; Diez 2, 387; mhd. Inmbel, lumbele gewisse 
eingeweide; Lexer 1, 1982; nach Wedgwood läge das lot. um- 
bilicus nabd su gründe, wenn auch unter Vermischung mit lum- 
bulus, lumbellus. 

Nu nenne; aUengl. nunne, nonue, nuue, ags. nnnne, nunna, 
so auch ahd. nunna, mhd. nunne, nhd. nonne; herübergenommen 
aus dem lot. gr. nonna, viwa, waneben das männliche nonnus, 
vowog; Weigand 2, 277: „«?oM aus koptisch (ägyptisch) nane, 
nanu gut, schön, was dasu stimmt, wenn jene gr. lot. Wörter 
auch Personen beseichnen, welchen mütterliche und väterliche 
ehrerbietung gebührt, sowie wenn Hierouymns ep. 22, 16 nonnae 
und castae keusche gleichstellt;^^ über die daraus hervorgegangenen 
roman. Wörter ü. nonno grossvater, nonna grossmutter, pr. noua, 
fr. nonne, nonnain klosterfrau, nonne, lothr. uonnon, neupr. 
nouunoun oheim s. bei Scheler und Diez 1, 291. Als ableitung 
gehört dasu das neuengL nunnery nannenkloster, altengl. nun- 
nerie, nunnerye, fr. nonnerie. 

Nme amme, Wärterin; altengl. nurish, uorysh, norise, noryse, 
Dorys, norse, nourse, fr. nourrice, lat. nntrix; das bei Boaw. 
angeführte norice ist gewiss nicht ags., sondern stammt erst aus 
der eeU der Normannen; vgl. nourish. 



154 Nat — NüBsle. 

Nut nuss; dttengl. nute, note, nhote, (Mgs. hnnt, hnyt, ndl. 
not, noot, fuUL nnt, not!, note, attw. hnyt, hnot, sehwd. not, dan. 
ndd, ahd. hnns, nus, mhd, nns, wM. nnsz: die wetter angenommene 
Urverwandtschaft mit den gleichbedeutenden lot. nux, gen. nncis, 
it. noce, /r. noix i^ schwerlich gu erweisen; aber auch die 
enUehnung der germanischen Wörter aus dem lot. nnx hcU schwere 
bedenken ; s. Weigand 2, 287 ; Seh wenck 442 ; eher stimmen die 
von Wedgwood und Mahn angeführten keU. ausdrücke wie ir. 
cnudh, cnu, gaeL cnuth, cnndh, welsch cnau, cnu, cdo ; vgl. Pick ' 731. 

Nutmeg muskatnuss; altengl. notemigge, notemugge, unter 
benutßung des german. nut aus aUfr. noix mugaette für noix 
mnsguette, neufr. noix nmscade, ndaU. nux muscata, moschata, 
nhd. maskatnnsz; s. weiter unter musk. 

NUEZle die nase niederhalten ^ wühlen; s. nozzle; in der 
bedeutung nisten ist es entstellt aus nestle gu nest; auch sonst 
entstand in der vtdgären ausspräche das wort leicht fu>ch aus 
anderen stammen; vgl. Smart: ,, There is often a mingled sense in 
using this word, which the notions derived from the several 
sources unite to form;^^ cmsser nose und nest kUngt der sinn 
von noose und nurse mehrfach durch. 



0. 

Oaf dumtnkopf, einfältig; Hal. 584 oaf: a fool; sonst auch 
in den formen auf, aup, aulf, ouphe mit den bedeutungen: dfj 
ioboldy wechselbalg; vgl. Hal. 112. 592; es scheint identisch mit 
elf und etwa unter romanischem einflusse aus dem altn. alfir 
entstanden eu sein; vgl, das auf alberich beruhende fr, oberon 
und wegen der begriffsentwicklung das eu alp, elf gehörige schweiß. 
älb, albsch kindisch; Wedgwood 2, 465; Dief. 1, 208; 2, 744; 
Grimm MytL 412. 

Olk eiche; altengl. ooke, oke, ok, ake, ak, ags. äc, aec, 
aUfrs. ek, ndd. Ske, ndl. ceke, eik, altn. eik, schwd. ek, dän. 
eeg, eg^ ahd. eih, mhd. eich, nhd. eiche; verwandt scheint Utth. 
auzolas, lett. ohsols; „die anderen urverwandten sprachen zeigen 
nichts ähnliches^ doch vgl. eicheP' Grimm 3, 78; Schwenck 147; 
s. acorn; Mätzner Wb. 1, 12. 17. 

Olkmn werg; es wird auch ockam geschrieben und erklärt 
als old ropes untwisted for calking ships; als ags. ausdrücke fur 
das lot. stappa begegnen äcumba, äcemba, aecemba, auch cumba 
bei Etm. 382, der sie unter ein stammeeitwort cimban stellt; vgl. 
comb; das mhd. hanef-ä-kambe (ibfaU beim schtvingen des hanfes, 
Lexer 1, 1167, weist darauf hin, dass ursprünglich die durch 
kämmen gewonnenen abfalle des flachses gemeint waren ; vgl. daeu 
PHn. h. n. 29, 1, 3: „Stappa pectitur ferreis hamis, donec omnis 
membrana decorticatur.^' 

Otr ruder; altengl. ore, are, ar, a^s. altn. är, schwd. &r und 
ira, dän. aare; Mätzner Wb. 1, 100; Grimm Gr. 3, 439; Dief. 1, 25; 
die vermuihungen weiterer beeiehungen (eu goth. airas bote, s. da« 
engl, errand; au ags. erjan pflügen; s. die verschiedenen ags. 
kr bei Etm. 66 fP.) sind sehr unsicher; Wedgwood fuhrt ausser 
den skandinav. Wörtern noch an flnn. läpp, airo, esthn. aer, air; 
t^ auch Curtins No. 492, der das wort einerseits mit gr. lifiööuv 
rudern, skr. aritras ruder, andrerseits mit den ahd. rieme und 
moder MusammensteUt; s. rudder; Fick' 12. 848. 



156 OudM — Obey. 

Oasis oase; wie fr. oase, nhd. oase, aus dem lot, gr. oasis, 
Saöi^, avaöig und dies von dem aliägypt. ouahe aufenthaU, ufoh- 
nung, eu oaeh, onoh hleibenj wohnen; d<is arab. wort für ocise 
ist wäh. 

Oast Hopfendarre; auch oost gesehrieben; Hai. 584 oast: a 
kiln for malt or hops; Wedgwood: „hop-oast, a kiln for drying 
hops, a word probably imported from the Netherlands, together 
with the caltivation of hops ;'' ndl, eest platgy wo geiraide, tabak 
getrocknet wird, auch ast und eijst; bei Binn. ast: forneys, astrina; 
der ausdruck erinnert einigermassen an die nhd. esse feuerherdy 
feuerfang, fissel feuerfunke; vgl. über diese Grimm 3, 1159; 
Weigand 1, 309; 2, 959; Mahn dagegen verweist bei dem engl. 
oast auf keU. Wörter wie gael. ath, atha, ir. ath, wdseh odyn. 

Oat hafer; meist im plur. oats, wie schon bei Levins sich 
findet otes: avena; aUengl. oote, ote, ate, häufig im plur. ooten, 
otyn, otes, ags. ata, pl. ätan, westfrs. oat; Mätzner Wb. 1, 132; 
das wort steht auffallend einsam in der german. Sprachengruppe 
da; vgl. Grimm G. d. d. S. 67; es könnte etwa eine ableitung des 
wwreeleeitworts goth. itan, engl, eat sein; hafer als haupt^ 
nahrungsmittel der ältesten aeit; Dief. 1, 102. 

Oath eid; aUengl. oade, oode, ood, od, aad, adh, ags. ad, 
sehott. athe, aith, goth. ai^, altfrs. eth, ed, aUs. ed, ndL eed, 
aUn. eidr, sehwd. dän. ed, eed, ahd. eid, mhd. eit, nhd. eid; das 
wort wird ßusammengesteüt mit dem verwandtschaftsnamen goth. 
ai{>ei muttery ahd. eidi, mhd. eide, soune ags. ädum, aUengl. othem, 
othom, odam, bei Hai. 585 odame, nhd. eidam schwiegersohny 
mhd. eidem, ahd. eidam, eidum; als wuraet, der sie entsprungen 
seien, gilt dann skr. yam binden oder it: ligare und goth. aif>8 
bedeute ursprünglich Verbindung, Verpflichtung, darauf die feier- 
liehe Verpflichtung durch den schwur; vgl. Dief. 1, 17; Grimm 3, 82« 

Obelisk spitßsätde; wie das nhd. fremdwort obelisk, fr. 
obelisque, it. sp. obelisco, lat. obeliscus, aus gr. dßiUöxog mu 
dßüiog spiess, brcAspiess, spitesäule; vgl. Trench 149. 

Obey gehorchen; aUengl. obeyen, obeieu, obeishen, altfr. obeir, 
neu/r. obär, |>r. obedir, obezir, t^. Jo^. obedire ; dfavon obedience 
gehorsam, fr. obedience, lat. obedientia neben obeisance, aUengi. 
obeyssance, obeishaance, fr. obässance, welches sich in den he-- 
deutungen: Unterwürfigkeit, hoflichkeit, Verbeugung mt^abaisanoe 
vermischte. 



Ochre — Oft. 157 

Ofhre gdbe erde; auch ocher geschrieben; fr. ocre, sp. ocra, 
ocre, it. ocra, ocria, lot. ochra, gr. äfUffay v(m dxQog gelb, bUMS- 
geib; auch nhd. als fremdwort ocker, ocker; doch vgL Wei- 
gand 2, 301. 

Odalisk odaliske; auch odalisque, odalik; fr. odalisqae, ^. 
odalisca, von dem iürk. ödalik 0U oda stube, aimmer, also eigentl. 
stubengenossiny dann Sklavin. 

Odd ungerade ; aus dieser bedeutung lassen sich die Übrigen 
leicht cibleiten, auch die des seiner form nach pluralischen sub- 
stantivs odds; ciUengl. odde ungleich, alin. oddi ungleiche ßahl, 
sehwd. ndda, odda; dcLS hymr. od scheint erst dem engl, entlehnt 
Mu sein; wegen weiterer herkunfl ist etwa au denken an ältn. 
oddr spitze, schwd. dän. odde, od, welches identisch gilt mit ags. 
aUs. ord, mhd. nhd. ort; vgl. Weigand 2, 316; Dief. 1, 286; 
schwerlich dagegen gehört das u>ort zusammen mit nhd. öde, goth. 
aafis, aitn. audr; Dief. 1, 60; s. noch Mätzner 1, 250; Koch 3^, 145. 
Odds and ends erinnert deutlich an jenes skandinav. odde, odd 
spitze, ende; über odd*8, odds in schwüren als entsteüung von 
god*s vgl. Mätzner 1, 471. 

Of von; nur eine scheide form davon ist off ab, weg; aUengl. 
of, off, af, ags. of, af, äf, aUfrs. of, af, älts. goth. aUn. schwd. 
dän. af, ahd. aba, mhd. abe, fihd. ab; lautverschoben entsprechend 
dem gr. d%6, skr. apa; vgl. das weitere bei Dief. 1, 84; Bopp 
V. Gr. 3, 489. 

OflU abfaU; altengl. offal, offall; wenn auch jetzt als eine 
ahleUung von o ff empfunden, ist es doch ursprünglich Zusammen- 
setzung aus demselben und fall; altn. schwd. affall, dän. affald, 
ndl. afval, nhd. abfall; vgl. Ober den ehemals weiteren sinn des 
engL Wortes Trench 152. 

Offer anbieten, darbringen ; das lat. offerre darbringen drang 
durch die kirchensprache früh in das germanische gebiet: ags. 
offrian, alts, offron, ndl. offern, ahd. offardn, opfardn, mhd. nhd, 
opferen, opfern ; doch beruht das engl, offer in seiner allgemeineren 
bedeutung zunächst auf dem altfr. offerre, oirer, neufr. offrir und 
dem hauptwort fr. offre; vgl. als worter desselben Stammes das 
nhd. oblate aus lat. oblata, fr. onblie, altengL oblete, oble; s. 
Hai. 585; Scheler 242; Weigand 2, 298. 311. 

Oft oft; jetzt meist in der Weiterbildung often; altengl. oft, 
ofte, ofien, ags. alts, oft, goth. afta, aUn. opt, 5tt, sehwd. ofta, 
dam. ofte, ahd. ofto, mhd. ofte, nhd. oft; die längere engl form 



158 Ogee — on. 

often erklärt sich wohl atis dem {adjektivischen gebrauche des 
cdtengL oft, bei Col. 58 oft: frequent, tvie goth. sa ufta, indem 
sich daraus leicht wieder eine adverbialform mit flexivischem n 
entwichdn konnte; vgl. das engl, seldom, nhd. selten, ags. seid 
und seldan; im allgemeinen Dief. 1, 64; Fick' 703. 

Ogee fensterbogen ; auch in der unverändert fr. form ogive ; 
Wedgwood: „it. augivo, fr. augive, ogive: the union of concave 
and convex in an arch or fillet;" über das fr. wort bemerkt 
Scheler: „ce mot est generalement tir£ de Tallemand auge, neerl. 
oog, parce que les arcs des cintres dans les voutes gothiqaes 
forment des angles curvilignes semblables ä ceux du coin de Toeil. 
Nous ne garantissons pas que cette derivation, la seule que nous 
ayons rencontree, soit fondee.'^ Vielleicht verdient eher erwägung 
das roman. wort ü. sp, pg. äuge höchster punkt, welches Diez 1, 39 
ifurückfährt auf arab. au^, einen astronomischen ausdruck aus 
dem pers. auk. 

Ogle Seitenblicke werfen ; Hai 586 ogles : eyes ; a cant term ; 
es entsprechen ndd, oegeln, nhd. äugeln; vgl. das fr. oeillade, 
welches dann wieder im engl, oeiliad erscheint, sowie das it. 
occhiata; das engl, ogle weist aber zunächst woM weniger auf 
das lat. oculus zurück, als auf die ndl. ausdrücke ooge äuge, 
oogen sehen, oogelijn äuglein; vgl. wegen des stammuHMrts das 
engl. eye. 

Ogre menschenfresser ; fr. ogre, neusp. ogro, altsp. buergo, 
uerco, it. orco, huorco hoUischer dämon, menschenfressender 
popanjs; von dem als gottheit personificirten lot. Orcus Unterwelt, 
hoUe; vgl. die aUn. orkn, ags. orcne seeungeheuer; Diez 1, 295; 
Grimm Myth. 454. 

Oil öl; altengl. oile, oyle; in diesen formen gunächsi aus 
dem altfr. oil, oille, ole, neufr. huile, welches wie pr. ol, oli, sp. 
pg. oleo, (Msp. ü. olio beruht auf dem lat. oleum ; da« wort er- 
scheint aber in aUen germanischen und den meisten urverwandten 
sprachen, ohne dass vielleicht überall enüehnung angenommen 
werden darf; goth. alev, aus gr. Uaiov; ags. ele, äle, äL, oele, 
daher auch altengl eli, eole, eoli, oli, ndd. ndl. olie, olje, oli, 
aUn. schwd. olia, olja, dän. olie, ahd. olei, oli, ole, mhd. nkd, 
51; lett. elje, poln. olev, böhm. olej, gadh. olath, kgmr. olew; 
s. Weigand 2, 309; Curtius No. 528 und Dief. l, 95 l, wo der 
anklingende stamm des engl, ale dasu gehalten wird. 



Oint — One. 159 

Oilt salben; aus dem fr. oint gesalbt mu oindre satben^ lot. 
nngaere, unctum; dasu anoint und als hauptwart ointment, 
aUengl. oyutment, oinctment, oynement, dUfr. oignement. 

Old ait; (Mengl. old, aeld, eld, eald, aid, sehott. aid, aald, 
eild, mundartlich engl, auld, and, ags. aid, eald, edtfrs. aid, old, 
aold, aUs. aid, ndd. old, aid, auld, ndk oud, goih. alfieis, aitn, in 
Musammensetgungen aldr, ahd. mhd. nhd. alt; es ist ursprünglich 
particip eines aeitwarts goth. alan, aljan aufaiehen, emahreny wie 
das lat. altus hoch von alere ernähren; vgl. Mätzner Wb. 1, 59; 
Weigand 1, 32; Grimm 1, 262; Dief. 1, 32; Cortius No. 523^; imd 
s. eider 1. 

Oleander lorbeerrose; auch nhd. ais fremdwort oleander, fr. 
oleandre, it. oleandro, sp. oleandro, eloendro, pg. eloendro, loendro, 
m^. lorandrum, laurieDdrum ; entstellt aus lat. gr. rhododendrum, 
fododivdQov, von (odov rose und Sivägov baum^ mit umdeutender 
aniehnung an lat. laarus lorbeer und kU. olea olive; s. Weigand 
2,309; Diez 1,293. 

Omelet eierkuchen; fr. omelette; die gewöhnliche Ableitung 
des fr. Wortes ist die aus oeafs meles gemischte, geschlagene eier; 
sie ist nicht erwiesen y aber wenigstens nicht schlechter als viele 
andere erUärungsversuche , welche man bei Scheler eusammen- 
gestdU findet. 

Ob an, auf; aUengl. on, o, an, a, ags. on, an, goih. ana, aUs. 
oüfrs. an, ndl. aen, aan, ahd. ana, mAd. ane, an, nhd. an, aUn. ä, 
s^wd. &, dän. aa; entsprechend dem gr. ivd, slav. na, helt. ana, 
ann, an, skr. ann und wie das nahverwandte in hervorgegangen 
aus dem stamme des pronomen demonstrativum skr. anä; vgl. 
Grimm 1, 284 flf.; Dief. 1, 45 ; Bopp V. Gr. 2, 187; 3, 495; über 
die ags. und dUengl. besonders als präfix vielfach verhSfeten 
fcrmen Mätzner 1, 447. 539. 

One ein; aUengl. one, oone, ane, on, an, o, a, ags. an, goth. 
ains, aUs. altfrs. ^, ncU. ndd. een, aUn. einn, schwd. en, dän. 
een, ahd. mhd. nhd. ein; lat. oenns, nnns (daher die roman. 
formen pr. fr. an, ü. sp. uno, pg. um), ir. aon, armor, anan, 
webdb an, preise, ains, litth. yienas, lett. veens, gr. «Ig für ivg^ 
hg; nach Bopp V. Gr. 2, 55 f. von dem demonstrativstamme skr. 
doa, ana; vgl. Mätzner Wb. 1, 76; Grimm 3, 112 f. ; Cartinn Nr. 445; 
Dief. I, 18 f.; /fir das engl one die daraus verkürgten an, a bei 
Mitzner 1, 300. 339; wegen des hierher gehörigen ursprünglich 
genitivischen once einmal^ altengk ones, aenes, eanes, anes; i^. 



160 Onion — Open. 

die aUfrs. enes, enis, ndd. §ns, east, ahd. eines, fkhd. eines, eins, 
nhd. einst; 8. Mätzner 1, 436; Wb. 1, 84; Grimm 3, 305; Wei- 
gand 1, 281. 

Onion swiebel; tiUengt onyon, ynon, honson, aUfr. nnian, 
ognon, neufr, oignon, pr. nignon, ignon; aus dem lai. nnio hei 
Golamella in der bedeutung Bwiehely eigenÜ. eine einBd/ne Mwiebei 
ohne nehenBuneheln J sonst auch eine perle ^ mu lot. unus, s. das 
engl, one; Diez 2, 388; Wedgwood bemerkt eur begriffsvermitüung 
fwr das UU. nnio: „an onion, then, from the concentric scales 
of which it is formed, applied to a pearl.^' 

Oose sehlamm; langsam abfiiessen; bei Hal. 592 ouse: the 
liquor in a tanner's vat; 938 woos: vapoar; 939 wose: juice, mad, 
filth; altengl. wose, waise, wase schlämm, ags. vase schiamm^ vos 
safty vas wasser, aUfrs. wase schlämm j ndd. wees schlammige 
feuchUgkeit; Br. Wb. 5, 239 ; aUn. yeisa schlämm, morast; vgi. 
weitere susammensteUung mit engl, water, wet und den ihnen 
entsprechenden ausdrücken bei Dief. 1, 244; dasdbst werden auch 
eugeeogen ahd. waso, mhd. wase, nhd. wasen rasen; vgl. die fr. 
yase schlämm, gazon rasen; Diez 2, 318; s. indessen über die 
nhd. wasen, rasen als identische Wörter bei Weigand 2, 462. 1025. 

Opal eine art edelstdn; wie das nhd. opal, fr. opale, sp. U. 
opalo, aus lat. opalus, gr. onacXog, ixdUUog; nach Weigand 2, 311 
vom skr. upala stein, eddstein, wie denn der stein euer st von 
Indien her gebracht sei; Plin. h. n. 37, 21; anders, aber wenig 
glaublich tneint Wedgwood: „Known to the Romans under the 
name of opalus, showing that a Slavonic language was Üien 
spoken in Bohemia, whence the gem is still brought The origin 
is PoL palac: to glow, to blaze; opalad: to burn on all sides, 
Serv. opaliti: to give fire; from the gleams of iridescent reflection 
by which the stone is distinguished.'^ 

Open offen, öffnen; cds adjektiv altengl. ags. open, alls, opan, 
altfrs. epen, ndl. open, ndd. apen, open, aitn. opinn, sehu>d. 
dppen, yppen, dim. aaben, ahd. ophan, ofan, mhd. nhd. offen; 
es gilt als ein gum eigenschaftswort gewordenes particip der 
Vergangenheit des stammsfdtworts goth. iupan ; bei Grimm No. 525; 
s. Weigand 2, 303; Dief. 1, 98 ff.; Pick > 702 und i;^!. up; als 
Zeitwörter entsprechen dem neuengl. open die altengt openen, o^. 
openian, alts, opanon, (Utn. opna, dän. aabne, (Mhd. ofanon, mhd. 
offenen^ offen, nhd. öffnen. 



Opera — OrdeaL 161 

Open Singspiel; wie das nhd. oper, fr. opera gunächst aus 
it. opera van dem lat opera werk, arbeü, mit besonderer an- 
Wendung auf die Singspiele, eigentl. werk, kunstwerk, im gegensata 
£um Stegreifspiel; der stamm des lat. Wortes in opus, operari 
erscheint hei engl. Wörtern theils unverändert, wie in operate, 
Üicils durch das fr. vermittelt; vgl. manoeuvre. 

Or 1. oder; oAtengl. or, oder, owder, auder, ags. äder, ador, 
ärder, ähväder; (üso ursprüngl. dasselbe wort wie either und 
nicht unmittelbar eusammeneusteUen mit dem nhd. oder, das, 
wie es scheint, durch blossen eusate von r aus dem ahd. odo, 
ags. odde, goth. ai[>[>aa entsprang; darum darf es auch ein engl. 
nor, €tgs. nävder geben, nicht aber ein hochdeutsches noder, so 
wenig als ein ags. nodde; vielmehr ist nor gana unser nhd. 
weder für enweder ; vgl. Gritnm Ör. 3, 723; Mätzner 1, 460; 3,371 ff. 
und s. unter either und nor. 

Or 2. eher; s. ere, wofür es im älteren neuengl. und mund- 
artlich noch begegnet; vgl. Hai. 590; Mätzner 1, 464. 

Or 3. gold; als heraldischer ausdruck; fr. or, lat, aurain. 

Onnge apfelsine, orange; fr. orange, it. arancia^ arancio, 
wdai. arangia, aurantia, venee. naranza, sp. naranja, |iy. laranja, 
spätgr. vBQovtiuyif, neugr. vsQavxii.; aus dem pers. arah. näraug, 
nareng, welches selbst beruhen soU auf dem skr. näranga für 
naga-ranga eigentl. elephantenneigung; bei der aneignung wirkte 
natürlich im nUat. und fr. die anlehnung mit an lat. aurum , fr. 
or gold, mit beeug auf die färbe der frucht; s. Diez 1, 28; Wei- 
gand 2, 312. 

Orang-onteBg grosser, menschenähnlicher äffe; wie das fr. 
orang-outang, auch nhd. als fremdwori orangutang, aus dem 
maiayischen orangutan, von dräng mensch und hütan, ütan unld- 
niss, wHd, also eigentl. waidmensch. 

OrellArd Obstgarten; aUengl. orchaerd, horechard, orcharde, 
ags. ortgeard, ordceard, orcgeard neben vyrtgeard, aUengl. vortserd ; 
goth anrti-gards; vgl. die aUn. jnrtagardr, urtagardr, schwd. 
örtegard, dän. urtegaard, welche eusammengesetet sind mit jurd, 
art, ort, ags. vnrt, ahd. mhd. nhd. würz, engl, wort und kraut- 
garten bedeuten; s. Dief. 1, 199 f. 

OreUl färbemoos; sp. orchilla; s. das weitere unter der 
nebenform archil. 

Ordeal gottesurtheil; zunächst wie aUfr. ordel, neufr. ordalie, 
oms dem mUU. orUälium, plur. ordälia, dies aber von dem german. 

MtlUr, Slfm.WOrUrb.II. S. Aufl. 11 



162 Order — Ordure. 

ausdrucke ags. ordäl richterspruchy gottesurtheü , aUfrs. ordel, 
aUs. urdeli, ahd. urteili, urteil^ mhd. urteile, urteil, nhd. urtheil ; 
s. Schinid G. d. A. 639; Weigaod 2, 312. 959 und vgl deal 1. 

Order ordnung^ ordnen j befehlen; mittels des fr. ordre aus 
dem lat. ordo, gen, ordinis und dessen Weiterbildungen hervor- 
gegangen; vgl. wegen der entstehung des r aus n bei Mätzner 
Fr. Ur. 86; im übrigen die nhd. fremdwörter bei Heyse 636 f.; 
Weigand 2, 312 f.; eine menge ableitungen desselben Stammes auch 
im engl, sind nach dem lat. und fr. leicht eu erklären; engl. 
ordain; oi^/r. ordener, ordoner, n^u/r. ordonner, pr. sp. ordenar, 
it. UU. ordinäre ordnen, anordnen, rüsten; ferner in verschiedenen 
bedeutungen fiebeneinander engl, ordonance, ordinance, ordnance ; 
s. wegen des auffaüenden o statt i in dem fr. ordonner, das viel- 
leicht unter einfiuss der redensart donner Tordre entstand, bei 
Diez 2, 389; bei manchen ausdrücken verdient die begriffseni- 
Wicklung besondere rücksicht; vgl. die Wörterbücher unter ordi- 
nary; über ordnance schweres geschütz bemerkt Wedgwood: 
„Formerly ordinance or ordonance, all sorts of artillery of great 
guns. An incidental application of ordinance in the sense of 
arrangement, preparation'' und führt um den Übergang eu zeigen 
folgende stellen aus englischen Chroniken an: „The ordenaunce 
of the kinges guns avayled not, for that day was so grete rayne 
that the gonnes lay depe in the water, and so were queynt and 
might not be schott;" femer: „The Duke of Burgoyn had layd 
there all his apparament to take Caleys , amongis which was a 
horrible ordiuauns, smale barelis filt full of serpentis and veny- 
mous bestes, which he thonhte to throwe into Caleys by engyues ;" 
eine andere erklärung erwähnt Smart: „It is supposed this strange 
appropriation of the word arose from a mistake between canon 
and cannon, words pronounced exactly alike ; and as canon signi- 
fied an ordinance, a cannon was translated an ordinance.'' 

l)rdlire schmutz, mist; fr. ordure, it.pr. ordura, zu it. ordo,jpr. 
ort, orre, altfr. ord, neufr. noch vereinzelt ord abscheulich und ort 
in poids ort für poits brut im gegensatze zu poids net; Diez 1, 295 ; 
von dem lat. horridus erschreckend, hässlich; Wedgwood will, von 
dem it. lordo schmutzig, fr. lourd schwerfallig ausgehend, das laL 
luridus gelblich zu gründe legen; vgl. dagegen Diez 1, 254 undScheler 
unter lourd, wo auch die entgegengesetzte annähme abgewiesen wird^ 
dass nicht nur ort, sondern auch lourd, vermittels anfügung des 
artikels Tordo, lordo, aus lat. horridus hervorgegangen sei. 



Ore — Oriflamb. 168 

Ore ere; dUengl. ore, or, ags. är, aer, goth. aiz, oftn. eir, 
ahd, mhd. er, IcU. aes, gen, aeris mischmetaU; vgl. das shr. ajas 
eisen und über weiteren doch sehr ungewissen Zusammenhang mit 
nhd. erz, mit dem engl, iron bei Grimm 3, 1074; Weigand 1, 307; 
Dief. 1, 14; übrigens entspricht altengl. ore in anderen bedeutungen 
den heutigen over, our, oar, ere, femer dem ags. är, äre gunst^ 
nhd, ehre; vgl. Mätzner Wb. 1, 103; dem ags. ora, ore, UU. ora; 
vgL Diel 1, 193; 2,743. 

Orfrays goldstickerei , goldfransen ; bei Hai. 590 orfrajs, 
orphrey: embroidery, altfr. orArais, neufr. orfroi, pr. aarfres, 
aUsp. orofres, mlat. aurifirisum, anrifrisium, mit dem gedanken 
an die phrygiae vestes der (Uten umgedeutet eu aurifriginm; aus 
auram gold und den unter fraise, frieze besprochenen Wörtern mit 
der bedeutung eines gekräuselten gierraths; s. Diez 2, 3&9. 

Or^n organ, orgel; das aus dem lat. gr. orgauum, oQyavov 
werkeeug entnommene wort ist im engl, fast unverändert geblieben, 
während es in anderen sprachen mehr angeeignet und nach den 
bedeutungen in scheideformen gespalten wurde; nhd. organ und 
orgel, neufr. organe und orgue; das letztere dann als technischer 
ausdruck und fremdwort, im plural auch engl, orgues; vgl. 
Weigand 2, 314 und über die roman. formen Diez 1, 295; bei 
Hai. 590 orgies: organs; schon ags. organ, aitengl. orgon, or- 
ganic orgel. 

Oriel erker, erkerfenster ; auch oriol und vollständig oriel- 
window; Wedgwood : ,yan oriel window is one that jnts out so as to 
make a small apartment in a hall ;^^ vgl. Hal. 590 und Ducange 
unter oriolnm, wonach es ursprünglich ein kleines zimmer, ein 
gartenzimer, eine galerie, einen vorsprung am hause u. s. w. be- 
zeichnete; Wedgwood erinnert an lat. es, gen. oris mur^, Öffnung, 
Mahn an lat. area freier platz; eher könnte es auf lat. aoris ohr, 
auricula, fr. oreille zurückzuführen sein, so dc^s nach der ahn- 
Uchkeit der gestaU der vorspringende nischenartige bau auriculnm, 
oriolam genannt worden wäre; doch mag bei der schwankenden 
bedeutung von verschiedenen Seiten her einwirkung stattgefunden 
haben; vgl. Koch 3', 69. 

Oriflamb die alte fahne der französischen könige; auch wie 
nhd. orifliimme; es ist das fr. oriflamme, oriflambe, oriflam, pr. 
amriflan. nUat. anriflamma; ursprünglich die fahne des klosters 
St. Denis von rother seide und an vergoldeter lanze, aus fr. or, 
laL anram gold und fr. flamme, flambe, lat. flamma flamme, mlat. 



164 Oriol — Ostrich. 

flamma unmpel; vgl. die engt or 3. und flame; Diez 2, 380: 
Weigand 2, 315; Ducange unter auriflamma; Diez^ 769. 

Oriol pirol, goldammer; auch oriole geschrieben; altfr. oriol, 
pr. anriol, sp. oriol, vom lot. aiireolus, su aureus golden, aunim 
gold; mit angewachsenem artikel cMfr, loriol, lorion, neufr. loriot; 
Diez 2, 363. Ueber oriol erker s. unter der nebenform oriel. 

Oriop huhbrücke; auch orlope, overloop; Wedgwood: „the 
uppermost deck in a great ship, from the mainmast to the mizzen;^^ 
der nautische ausdruck stammt aus dem ndl. overloop, jm over- 
lopen, nhd. überlaufen, denen lautlich entspricht das engl, overleap. 

Orpiment rauschgelb; fr. orpiment, orpin, it. orpimento, sp. 
oropimento, pg. ouropimento, pr. aurpimen, auripimen, aurpigment, 
Jo^. auripigmentum, von aurum gold und pigmentum färbe; mhd. 
opirment, nhd. operment aus öpriment, orperment; Weigand 2, 311. 

Ortolan fettammer; auch nhd. als fremdwort ortolan aus dem 
fr. ortolan, it. ortolano, welches auf lat. hortulanus den garten 
hortus betreffend, eum garten gehörig beruht, weil der vogd sich 
gern in gärten aufhält. 

Orts Überreste, abfalle; Hai. 591 ort: scraps, fragments; nach 
Wedgwood schott. worts; ndd. ort, orteis; Br. Wb. 3, 273; be- 
sonders aber Mndd. Wb. 3, 239, wo es als identisch mit ort ecke, 
cdtengl. ags. aUs. aUfrs. ord, ättn. oddr genommen wird ; vgl. o d d ; e^ 
sei die speise, die das vieh an den rand der krippe^ das kind 
an den rand des tellers lege. 

Osler korbweide; dUengl. osere, fr. osier, mundarÜ. fr. oisis, 
bret. aoziL) ozil; es stimmt nach Diez 2, 391 eum gr. olöog weiden- 
artiger Strauch^ dessen eweige zum fleckten dienen; vgl. Cnrtius 
No. 593. 

Osprey seeadler; entstellt aus ossifrage, ^UU. ossifraga 
knochenbrecher, it. ossifraga, ^rp. osifraga, fr. mit Schwächung des 
s in T 0U orlraie geworden; Diez 2, 389; doch vgl. Diez* 769. 

Ostler Stallknecht; auch hostler, altengl. hosteler; ursprüngi. 
inhaber eines wirthshauses hostel, neufr. hotel; aUfr. hostelier, 
neufr. hotelier, pr. hostalier, ostalier, aUsp. hostalero; s. das 
weitere unter host 1.; wegen der begriffsentuncklung vgl. Wedg- 
wood, Trench 154 und Ducange unter hostilarius. 

Ostrleh strauss; altengl. ostriche, ostryche, estrich; aUfr. 
ostruche, ostruce, neufr. autruche für autrusse, sp. av-estruz, pr. 
estruz, it. struzzo, von dem lat. avis struthio, mlat^ strucio, gr. 
&tifovf^6g, fi fuyaXri ötQOv^og; der name des vogds ging aus dem 



other — Oanoe 1. 165 

lot. in die verschiedenen german. sprachen über ags, strata, aU- 
engl, strncioun, ahd. mhd. strus, nhd. strausz, dan. struds; s. 
Weigand 2, 821: Diez 1, 404; wegen der eusammensetBung mit 
dem kU. avis vgl. ausser dem nhd. vogelstraasz das fr. outarde 
und das engl, bustard. 

Other andere; aitengl. othere, other, ags. öder, aUs. ödhar, 
othar, ädhar, andar, altfrs. ander, other, oder, or, goth. aii[>ar, 
ndL ndd. ander, anner, aUn. annar, schwd. aunan, dän. anden, 
ahd. andar, mhd. nhd. ander, UUh. antras, lett. otrs, skr. antara 
und anyatara, lat. alter (wovon dann die roman. ausdrücke it. 
altro, sp. otro, fr. aatre), aUslav. vutorä; das wort ist eine 
komparcUivbildung von dem positiv skr. anja nicht derselbe, ana 
jener; vgl. Dief. 1, 39; Grimm 1, 305 S.; Bopp V. Gr. 2, 24. 31. 188; 
Curtius No. 426; Mätzner 1, 334. 

Otter Otter; aUengl. oter, otyr, otur, otir, ags. otor, otyr, 
ottjr, altn. otr. schwd. utter, dän. odder, ahd. ottar. ottir, mhd. 
nhd. Otter; Weigand 2, 320: „das wort stimmt mit dem gleich- 
bedeutenden skr. udra (ob aus der würzet und feucht sein, mit 
eingeschobenem n neben ud qwUen, benetzen?), litth. udra, russ. 
wüdra, poln. böhm. wydra;^^ vgl. noch das gr. vdQog; Curtius 
No. 299; Fick*24. 701. Fraglich bleibt der Zusammenhang mit 
der roman. und lat. benennung des thiers: it. lontra, mundartL 
lodria, ludria, sp. lutria, nutria, pr. loiria, luiria, luria, fr. loutre, 
lat. Intra, gr. ivvdQlg fischotter; Diez 1, 254. 

Ottoman türke, türkisches sofa; fr. ottoman, ottomane; und 
so in den neueren sprachen als fremdwort wie nhd. ottomane 
sofa; als name des volks it. ottomano, ottomanno, sp. otomano; 
von Othoman, Othman, Osmau dem im jähre 1326 gestorbenen 
gründer des türkischen reichs. 

Olieh ringkasten, geschmeide; s. owe he. 

Onght 1. irgend etwas; aUengL oght, ou5t, au3t, ags. äuht, 
äTiht; s. die nebenform aught, sowie naught, nought, wight; 
Mätzner 1,330; Wb. 1, 153. 

Olght 2. muss, soU; eigentl. Präteritum wie must; aUengL 
onhte, aughte, aught, au3te, agte, ahte, c^s. ähte, zu dem infinitiv 
ags. ägan ; ^. o w e und vgl. die verschiedenen formen bei Mätzner 
1,417; Wh. 1,49 ff. 

OllBee L unze, als theil eines pfundes; äUengl. unce, fr. once, 
it. oncia, ^. onza, aus lat. uucia der zwölfte theil eines ganzen, 
des aä; das lat. wort drang aber unmittelbiJ^ in das germanische 



166 Oonce 2. — OyeiL 

gebiet hinüber, wie 8ch(m goth. unkja, nach gr. oiyyla, oiöyTtta, 
Cigs. ynce, ynca, jndse, judza, ahd. unza, nihd. nhd. unze, schwd. 
ans, dän. unze, unse, ndl. once; vgl noch inch. 

Onnee 2. unze, tigerkcUsfe; auch once geschrieben, fr. once, 
sp. pg. onza, neulat. felis uncia, ü. lonza, vom lot. Ijnx luchs 
mit abwerfung des cds artikel genommenen I; vgl. lyux und 
Diez 1, 254: „ T^acierna^el verweist auf gr. XB6vti4)g löwenartig, 
was allerdings eu beachten ist. Dem it. werte entspricht mhd. 
luuze, das aber löwin heisst;^^ mhd. auch linize löwin; Lexer 1, 
1927. 1984. 

Our unser; aUengl. eure, nre, ags. nre, user, goth. nnsar, 
nhd. unser; vgl. us und s. Mätzner 1, 309. 314; Dief. 1, 106 ff. 

Onsel amsel; auch ouzel geschrieben, aUengl. oozle, ose], ags. 
ösle; dies entspricht, vgl. goose, den ahd. amisala, amsala, mhd. 
nhd. amsel, welche man neuerdings gestellt hol sfu dem lot. mernla 
staU inisula; Lexer 1, 53. 

Oust wegnehmen, fortschaffen; HaL 592 oust: to tum out; 
äUfr. oster, neufr. oter, pr. ostar; die etymologic des roman. 
Wortes aber bleibt noch immer zweifelhaft; man hat es hergeleitet 
von lat. obstare, von einem aus haurire hervorgegangenen bausture, 
von abscitare, von augustus, fr. aoüt erntemonat, so dass es ur- 
sprünglich gleich aoüter ernten, abernten wäre une gr. ^bqI^uv, 
von ^iQog sommer, ernte, die bedeutungen ernten, abschneiden, 
vertilgen entwickele; vgl. darüber Diez 2. 391; Scheler und Littre 
unter oter; Schmitz Euc. Sup. 3, 90 ff. 

Ont aus; altengl. out, ut, ags. goth. cdts. altfrs. ndd. üt, ndl. 
uit, <Mn. schwd. üt, dän. ud. ahd. üz, mhd. Ü5, nhd. aus; man 
stellt es femer eu skr. ud, doch hat die weitere Verwandtschaft 
und die wurael manche dunkdheit; s. Weigand 1, 75; Grimm 1, 
817 f.; Dief. 1, 117: Bopp V. Gr. 3, 498; Fick« 24. 701. 

Outrage beleidigung; altengl. fr. outrage, aUfr. auch oltrage, 
pr. outratge, oltratge, sp. pg. ultraje, it. oltraggio, mlai. ultra- 
gium; 0u dem IcU. ultra, fr. outre über hinaus; als Zeitwort 
neuengl. outrage, altengl. outragen, outraien, bei Hai. 593 outraie, 
fr. outrager, sp. pg. ultrajar, it. oUraggiare; vgl. Ducange unter 
ultragium und wegen der begriffsentwicklung etwa das nhd. 
fremdwori excess unfug, eigentl. das überschreiten der schranken, 
das hinausgehen, lat. excessus. 

0?6B ofen; altengl. oven, ovin, ofin, ags. ofen, aUfrs. oven, 
ndd. äwen, ndl. oven, aUn. ofn, 5n, aUschwd. ofn, omn, ogn, 



Over — Owe. 167 

neusehwd. ugn, dän. oyn, ahd. ofan, tnhd, oven, nhd. ofen; dcis- 
selbe wort scheint eu sein goth. anhns ofen^ entsprechend dem 
shr. agni feuer^ liUh. agnis, slav, ognj, ogonj, lat ignis; sonst 
wird dastu verglichen gr. Invog ofen, shr. aqua stein; sind aUe 
diese worter ursprünglich identisch, so darf man wegen der 
begriffsentwicMung : stein, steinherd, (euer erinnern an l€U. focus 
herd, fr. fen feuer, s. curfew; wegen des lautwechsels an das 
schwd. ogn, ugn und goth. auhns neben den anderen formen mit 
labialen; s. Weigand 2, 303; Dief. 1, 57; Pick «701. 

Over Ober; aUengl. over, ofer, ofir, our, ags. ofer, goth. ufar, 
atts. obhar, obar, aitfrs. ndl. ndd. over, aUn. ofr und yfir, schwd. 
ofver, dän. over, ahd. ubar, mhd. nhd. über, neben ahd. obar, 
mhd. nhd. ober; entsprechend den skr. upari, gr. {neif, lot. super 
jsu skr. upa; s. das engl, up; vgl. Dief. 1, 99; Bopp V. Gr. 3, 
49a 497; Curtius No. 392; Weigand 2, 293 ff. 932; Mätzner 1, 
449; 2, 480. 

Owehe ring, schmuck, Meinod; auch ouch geschrieben; bei 
Hai. 592 ouch, ouche, owche: a jewel; dagegen 582 nouche: a 
jewel, a necklace; die altere form ist doch nouche, so dass erst 
aus a nouche wurde an ouche, vgl. eyas entstanden at^ a nias; 
dann bedeutete es ursprüngl. wohl halsband, schncMe und beruht 
auf dem cdtfr. nosche, uusche, pr. nosca, noscla schnalle; diese 
aber erklärt nun Diez 2, 387 aus dem gleichbedeutenden ahd. 
iinsca, uuscia, nuskil, mhd. uusche, nuschel; vgl. die mlat. nosca, 
nnsca bei Ducange; Ober die freilich selbst dunkeln deutschen 
worter Dief. 1, 105; 2, 106. 115; Pick« 785. Wedgwood betrachtet 
umgekehrt, schwerlich mit recht, ouche als die altere, später erst 
durch anfugung von an, n eu nouche geumrdene form und führt 
dies ouche weiter eurück auf altfr. pr. oscle Schenkung, geschenk, 
von UU. osculum kuss, mlat. osculum: donatio propter nuptias, 
quam solet sponsus interveniente osculo daro sponsae ; s. Ducange 
und Diez 2, 390. 

Owe schuldig sein; aUengl. owe, awe, owen, awen, äsen, 
aghen haben, sollen, schuldig sein ; ags. ägan , aitfrs. äga , atts. 
egan, goth. aigan, aUn. eiga, schwd. äga, ega, dän. eie, schott. 
aigh; mit dem Präteritum ags. äl.te, s. ought 2.; der begriffs- 
Übergang von besitzen, haben bu schuldig sein, sollen, müssen 
erklärt sich aus Wendungen wie: etw<is für jemand haben, etwas 
eu ihun haben; vgl. den noch neuengl. gebrauch von ought mit 
infinitiv und to; Mätzuer 1, 416; 3, 6. OefMU dazu gehört nun 



168 Owl — Oyster. 

own eigen als adjelUiVf eigentl. parHcip jenes eeitwortes, aUengl. 
own, oun, owen, awen, ashen, äsen, cys. ägen, aUs. egan, aUfrs. 
eigen, egen, ein, ain, ndd. egen, ndl. eghen, eeghen, eigen, aUn, 
eiginn, schwd, dän. egeu, oAd. eigan, mhd. nhd, eigen, schott. 
awin, ain; femer cds nettes abgeleitetes Beitwort own mu eigen 
bekommen und haben y als eigen anerkennen; altengt ohnien, 
ahnien, asnien, osnien, ags. ägnian, ähnian, aÜn. eigna, schwd. 
egna, dän. egne, ahd, eiginan, mhd. nhd. eigenen, eignen; vgk 
Mätzner Wb. 1, 49 — 52; toas die weitere abstammung anlangt, so 
gehört es nicht zusammen mit gr. i%uv haben , sondern mit skr, 
19 eu eigen haben , herr sein; vgl. Dief. 1, 12; Grimm 3, 91; 
Weigand 1, 275; Lexer 1, 518. 

Owl eule; aUengl. oule, ule, ags. nie, ndd. üle, ndL uil, cdtn. 
ngla, schwd. uggla, dän, ugle, ahd. nwila, nla, mhd. iule, nhd. 
eule; es scheint eine unter einfiuss der lautn<ichahmung gebildete 
Verkleinerung zu sein, vgl. engl, howlet und howl; ahd. hü wo, 
mhd. hüwe und üwo; dem stamme nach verwandt mit Uri. alola; 
Grimm 3, 1193; Ourtius No. 554; wegen romanischer hierher ge- 
höriger ausdrücke wie fr. huette bei Diez 2, 348. 

Own eigen; besitzen, zugestehen; s. unter owe. 

Ox ochse; dltengl. oxe, ags. aitfrs. oxa, goth. auhsus, auhsa, 
aits. ohso. ndd. osse, ndl. os, altn. ox, oxi, schwd. dän. oxe, ahd. 
ohso, mhd. ohse, nhd. ochse, ochs ; entsprechend dem skr. nxa von 
der Wurzel ux besprengen; nach anderen von der wurzel vah, UU. 
veh-ere fahren; s. Weigand 2, 300; Dief. 1, 59; Lexer 2, 149; 
Fick^ 23. 701; über den anomalen engl, plural oxen, ags. oxan 
vgl. Mätziier 1, 238 und wegen des darin enthaltenen suffixes skr. 
an bei Bopp V. Gr. 3, 390. 

Oyster auster; dltengl. oister, osfcyre, eyster, aitfr. hoyster, 
oistre, neufr. huitre, pr. sp.pg. ostra, it. ostrica, aus lot. ostrenm, 
ostrea, gr. oötqbov, zu öötiov knocken, wegen der knochenharten 
schale; das lat, wort ging aber unmittelbar über in die german. 
sprachen: ags. ostre, cdtn. schwd. ostra, dän. östers, ndl. oester, 
ahd. oastar, ustar, nhd. uster, jetzt auster; s. Grimm 1, 996. 



p. 

Paee sehritt, schreiten^; aUengl. pace, pass, altfr. pais, pas, 
neufr. pas, 8p. paso, it. passo, vom IcU. passus schritt , zu dem 
Meitwori pandere breiten, ausbreiten; vgl. das engl, pass tmd die 
gleichfaUs auf romanischem gründe beruhenden nhd. fremdwörter 
pass, passiren bei Weigand 2, 345. Als verderbte nebenform be- 
gegnet pace mundartlich b. b. für parse und in pace-eggs oster- 
der fur pasch; s. Hai. 597. 

Paek pack, packen ; aUengl. pak, ais aeitwort pakken, pakkin ; 
am nächsten stehen ndl. pak, ndd. nhd. pak, dän. pak, pakke 
nebst entsprechenden verben; aber auch auf romanischem gebiete 
erscheint der ausdruck it. pacco, fr. paqnet, sp. paqnete, niUxt. 
paccas, welches etwa hervorging aus aitn. pakki : volamen, sarcina 
neben baggi: onus, sarcina; daeu kommen keU. Wörter wie gael. 
pac, bret. pak; es. ist schwer, eumal für das englische, das ver- 
häUniss dieser Wörter eu einander bu bestimmen, die trote der sich 
nahe berührenden formen und bedeutungen auf mehreren, ur- 
sprünglich verschiedenen stammen beruhen können ; vgl. bag und 
das aUn. baga hindern, beschweren; s. Dief. 1, 330. 343 f.; Woi- 
gand 2, 323 f.; Diez 1, 299; Schwenck 452: „dass diese Wörter 
deutschen Ursprungs seien, scheint das anlautende b in mehreren 
dersdben bu beweisen f*^ Bunäehst aus dem fr. kommt mUürUch 
das nhd. engl, packet. 

Pad l. polster, hissen; bei Levins padde: a saddle; Wedg- 
wood erklärt es: „anything stuffed as a defence against rnbbing 
or pressure; a pack-saddle;" er vergleicht einige finnische Wörter 
und sagt dann: ,, probably identical with E. pod: the shell or 
husk of peas and beans, on the same principle that Du. bolster 
signifies both pod and feather-bed; Dan. pude: a pillow, pad.*' 
Skinner woUie es aus dem romanischen herleiten sp. pajado bu 
paja Stroh, pg. palha, it. paglia, fr. paille, vom lot. palea spreu, 
Stroh; Richardson versuchte e« mt^ pad 2. bu vermitteln; dies 



170 Pftd 8. — PaduMoy. 

aJles befriedigt wenig; aber auch der sfusatnmenhang mit wad, 
worauf Mahn hindeutet^ ist schwerlich naeheuweisen. 

Pad 2. pfadf treten; Hai. 597 pad: a path, to make a path, 
to go, to walk; eine nebenform van path; ais eine Weiterbildung 
davon gut paddle: to move in the water with the hand» or feet, 
an oar; indessen berührt es sich doch sehr nahe mit pat, fr. 
patte, ndd. pad, s, Br. Wb. 3, 279 ; vgl. die ndd. padden, paddeln, 
nhd. patschen, fr. patouiller, sowie das engh paw. 

Paddock 1. hröte; dUengl. paddok, von dem aUengl. padde, 
ags. padde bei Etm. 270; ndl. pad, padde, ndd. padde, aUn. 
schwd. padda, dän. padde; s. Weigand 2, 325; Über das hier 
augmentative suffix ock bei Mätzner l, 495; schwerlich gehören 
hierher die roman. ausdrücke it. botta, aUfr. hotte; Diez 1, 78; 
so wenig wie das ndd. pogge, s. Br. Wb. 3, 348, das man aus 
padd-ogge hat erklären unMen. 

Paddock 2. kleines gehege; das wort gut awar den englischen 
etymologen nur als eine entsteUung von parruc, parroc, s. park; 
indessen ist es doch eher eine selbständige ableitung von pad; 
vgl. über das diminutivsuffix ock bei Mätzner l, 495; sehr Mweifel- 
haft ist freilich das ags. pät: septum bei Etm. 270; oberdeutsch 
pfatt; s. noch unter padlock. 

Padelion löwenfussy als name einer pftanae ; fr. pas de lion 
oder besser patte de Hon, bei Daez; vgl. dandelion. 

Padlock vorhängeschloss ; während über den zweiten theü 
der sfusammensetBung kein eweifd herrschen kann^ vgl. lock, wird 
der erste pad verschieden erklärt; Skinner dachte an padde kräte^ 
s. paddock 1., als sei die beeeichnung von der gestaU her» 
gekommen; Wedgwood erinnert an das nUat. pedana fussf esset; 
andere meinen: „it may be a lock for a padgate or a gate opening 
to a path;'' beachtenswerth ist, dass pad mundartl. verschiedene 
dinge bezeichnet y die etwa mit einem vorlegeschloss versehen eu 
sein pflegten; Hai. 597 pad: a pannier, a kind of brewing tub; 
auch in paddock 2. scheint das Stammwort einen verschlossenen 
räum bedeutet eu haben. 

Padnasoy ein schwerer Seidenstoff; auch padesoy geschrieben ; 
von dem namen der Stadt Padua und dem fr. soie seide; dies 
letgte aus led. seta börste, indem die bedeutung sich aus der Ver- 
bindung seta serica seidenhaar, Seidenstrang entunckeUe; Diez 
1, 381; die fr. benennungen verschiedener Seidenstoffe pätissoie, 
pou-de-soie, poult-de-soie beruhen wohl sdbst auf entsteUung und 



Ptgan — Paü. 171 

aneignung des namens; vgl. fr. Padoae Padua, padone, padon 
seidenband. 

Pagan heidef heidnisch; es ist das UU. paganas, it. sp. pagano, 
fr. paien, v(m dem lai, pagus gau^ darf; vgl. wegen der begriffst 
entwickhmg gentile und heathen; dasselbe wort erscheint in 
der früheren geit unter der form painim, pajnim, aUengl. payen, 
painem, pagyn, payn, paynen, paen, nach dem cdtfr. paen, paien; 
s. Koch 3«, 86; Diez 1, 300. 

Page 1. Seite; fr. page, von dem UU. pagina, au dem /seit- 
warte pangere heften; das wort ist in den anderen romanischen 
sprachen unverändert pagina geblieben; wegen der verhüraten fr. 
form vergleicht Scheler die fr. femme, cdtfr. ferne, aus lat. femina, 
fr. lame aus lamina. 

Page 2. edeUmabCf diener; fr. page und danach auch sp. 
und nhd. als fremdwort page; it. paggio, neupr. pagi, nUat. 
paging; in Italien entstanden aus dem gr. %aiilov hindchen^ 
kleiner diener^ gu «aig hnabe^ diener; s. Diez 1, 300; Wei- 
gand 2. 325. 

Pageant schaugerOst; der ausdruck scheint entstanden gu 
sein aus dem gr. X'^fia gerüst, vielleicht unter einfluss von 
Wörtern wie lot. paginatns, compaginatus gusammengefügt; vgl. 
Wedgwood 2, 477 ; schwerlich darf man mit Mahn denken an 
das ags. paeceand ais particip von paecean teuschen. 

Pagod gotgenbildf götgentempd; aucA pagoda; /r. pagode und 
so in den neueren sprachen als fremdwort wie nhd. pagod e; wenn 
es Wedgwood ableiten wiU von dem pg. pagäo heidnisch , vgl. 
pagan, so ist das jedenfalls dahin gu beschränken y dass sich 
der ausdruck in den roman. sprachen unter einfluss jenes wertes 
entwickelt hat und von da in dots nhd. engl, gedrungen ist; ur- 
sprünglich scheint es orientalisch gu sein, nach Weigand 2, 325 
aus ind. bhagawat mit glück begabt, erhaben, heilig; nach Mahn 
dagegen aus dem hindost. pers. but-kadah götterwohnung , von 
pers. bot idol, götgenbild und kadah haus, tempel; diese gweite 
erUärung ist vorgugiehen. 

Pail eimer, gelte; aUengl. payle; altfr. paile, paele, paeale, 
neufr. po6le, it. padella, sp. padilla, IcU. patella, patera Schüssel, 
schale, gefäss; erst aus dem fr. scheinen gekommen die dem 
en^ sehr nahe tretenden formen sp. payla, pg. pella, auf die 
das gleichbedeutende gr. %kXXa eingewirkt haben mag; s. 
Dies 2, 402. 



172 Pain — Pde. 

Pall strafe^ yrtial, schmerg; aUengt paine, payne, pejne, peine, 
aUfr. pene, poine, paene, poene, neufr. peine, pr. sp. pg. it. pena, 
auch mUU. pena, van lat. poena strafe^ gr. noivq lösegeldf busse^ 
schuld; cUufu entsprechende Seitwörter und ableitungen; d(is UU. 
wort drang aber frOhseitig auch in die german. sprachen herüber; 
ags. pin, nhd. pein; s. darüber pine 2. 

Patniin heide; s. unter pagan. 

Fallit malen; aUengl. paynten, aUfr. paindre, partic. paint, 
neufr, peindre, partic. peint, pr. pegner, penher, it. lat. pingere; 
vgL wegen derselben formentwicklung die engl, faint, taint und 
Mätzner 1, 116. 

Pair paar; cdtengl. payre, peire, peyre, aUfr. paire, pere, 
neufr. paire vom UU. par gleich, fr. pair, it. paro, pajo ; ebendaher 
ahd. bar, nihd. par, nhd. paar; vgl. Weigand 2, 322, sowie die engl. 
impair 2., peer und umpire; ehemals begegnete pair, aUengk 
pairen, payren auch als verhürsung von impair 1.; Hal. 598 
paire: to impair; bei Levins payre: minuere, putanre. 

VtAM^ palast; aitengl. palas, paleis, palais, palavs, paleise, 
paleys, aXtfr. paleis, palais, neufr. palais, pr. palais, palait, palaitz, 
sp. pg. palacio, it. palazzo, lat. palatium; dieses ging fruheeitig 
auch in die german. sprachen über ags. palaut, ahd. phalanza, 
phalinza, tnhd. phalze, nhd. pfalz neben mhd. palas, nhd. palast; 
s. Weigand 2, 326. 363; von dem lat. ps]at\nus den palast betreffend, 
kaiserlich dann engl, palatine und paladine; vgl. die entsprechenden 
nhd. fremdworter bei Weigand und Heyse 644, sowie die fr. aus- 
drucke bei Scbeler. 

Palankeen tragsessel ; fr. pg. palanqnin ; das oriental, wort 
beruht auf dem javan. pälangki, palangkan, pallaki, hindost, pälki. 

Palaver geschwäta; bei Hai. 599 palaver: to flatter; sp. 
palabra, pg. palavra wort; it. parola, fr. parole, aus dem UU. gr. 
parabola, xagafioki^ gleichniss, Spruch; also identisch mit den 
engl, fremdwortern parole, parable, parabola und eines Stammes 
mit parley, parliament; s. Diez 1, 306 und wegen der nhd. 
fremdwörter Weigand 2, 336 fl. 

Pale L pfaU; aitengl. pale, pal, ags. bei Bosw. pal, aber 
auch fr. pr. pal, lat. palus pfähl; das laL wort drang gleich- 
massig in die german. wie in die roman. sprachen ein: it. sp. 
palo, fr. pal und pien; vgl. Diez 2, 399; ndd. ndl. paal, schwd. 
p&le, dän. pal, ahd. mhd. phal, pfal, nhd. pfähl; nicht minder 
erscheint 9 wohl auch entlehnt, der ausdruck auf keU. gebi^e; 



Pale 2. - Pan 1. 178 

hemerkenswerth ist die begriffsentwickhmg : pfcM, eit^ fahlen, ein- 
sekUessen, her eich; vgL das nhd. pfahlbürger, mhd, pfalburgaere 
mit dem engl, palingman; Weigand 2, 363. 

Pale 2. bloss; aUfr. pale, palle, pasle, neufr. pale, pr. palle, 
sp, palido^ iL pallido, Uxt. pallidas, jsu pallere bloss sein; vgl. die 
engl, pallid, pallor. 

Paletot uheraieher; auch nhd. als fremdwort aus dem fr. 
paletot, palletot, ehemals paletoqae, paletoc, sp. paletoque ärmel- 
loser mantel, bret. paltok; es wird erklärt aus fr. palle, lat. palla, 
s. pall 1. und fr. toque, it. tocca, sp. toea, kymr. toc köpf- 
bedechmg, kaputgCj so dass es ursprüngl. einen mantel oder rock 
mit einer kappe bezeichnet hätte; s. Scheler 245; Diez 2, 395. 

Palette farbenbret; auch nhd. als fremdwort nach dem fr. 
palette, it. paletta eigenÜ. kleine Schaufel, von it. lat. pala, fr. 
pale und pelle schaufei; s. pallet 1. 

Pallürey Belter, pferd; dUengl. palfray, palfreye, palefrey, aitfr. 
palefrei, palefreid, neufr. palefiroi, pr. palafrei, sp. palafren, it. 
palafreno ; vom mlat. paraveredus nebenpferd, parafredus, aus dem 
gr. Moffd neben und veredus pferd, welches leletere als Musammen- 
gezogen gut cms lat. yehere ziehen und kelt. reda, rheda wagen; 
ebendaher unser nhd. pferd, mhd. pferfc, pferit, ahd. pfervrit, 
parevrit, parayrit, aUs. pererd, ndd. pärd; s. Diez 1, 301; Weigand 
2, 368; Die£ Or. Eur. 406; Koch 3», 166. 

Palisade pfaUwerk ; auch nhd. als fremdwort palisade, palli- 
sade, entlehnt aus dem neufr. palissade, sp. palizada, pr. palissada, 
palixa, it. palizzata, paUzzo, nilat. palizata, palissata, palicium zu 
kU. palns pfaJU; s. pale 1. 

Pall 1. Staatsmantel, feines tuch, einhüllen; alt engl, pall: a 
coyerlet; palle: a kind of fine cloth; pallion: a pall; Col. 60; 
Hal. 599; cdtfr. pali, paile, pr. pali, it. sp. palio, lat^ pallium 
weites obergewand, dann zur bezeichnung eines zeugstoffes ver- 
wendet; daher in den german. sprachen ags. pell, pall, <Mn. pell, 
mkd. phell und aus der Verkleinerung nilat. palliolum die ahd. 
pfellol, mhd. pfellel, pfeller; andrerseits enturickelten sich aus 
dem laL palliatus und dem neulat. palliativus in ubertrager^em 
sinne Wörter urie engl, palliate, fr. palliatif, engl, palliatiye, 
zu deren begriffsentwickhmg man vergleichen kannn die nhd. 
bemänteln von mantel, und übertüticheu zu tünche, aus dem lat. 
tanica; die kelt. worter, welche Wedgwood beibringt, wie bret. 
pallen decke, welsch pall mantel sind wohl erst entlehnt aus den 



174 Pall 8. — Palm 8. 

auch im engl, unverändert vorkommenden UU. palla, pallium oder 
den daraus entstandenen fr. engl, ausdrücken; vgl. wegen der 
roman. Wörter bei Diez 1, 301; «ifrer die fremdworter im nhd. 
bei Heyse 648; ausserdem Trench 155; Weigand 2, 328; Dief. 1,376. 

Pali 2. schäl werden, ermatten; wohl nichts anderes als 
pale 2., aUfr. palle, pale, so dass ein Übergang der begriffe 
stattfand: bhisSy matt, schal, krank vor ekel; vgl. oUengL pall: 
to grow pale bei Col. 60; Hal. 600 palled: tarned pale, senseless, 
death-like; pall: nausea, nauseating wml appall: to cause to pall, 
to stupefy with horror or similar emotion. 

Pail 3. in dem ausdruck pall-mall eine art baUspiel; auch 
pail- mail und pell-mell geschrieben; das it. palla baU gab mit 
maglio, fr. pr. mail, von lat, malleus hammer, s. mall, die i^u- 
sammensetgungen dltfr. pale -mail, it. pallamaglio; vgk HaL 600 
unter pall-mall. 

Pallet 1. palette, schaufeiförmiges geräth; fr. palette, sp. 
paleta, it. paletta, Verkleinerung von it. sp. UU. pala schaufd; 
s. palette. 

Pallet 2. schlechtes bett; bei Levins pallet: culcita, altengl. 
pallette, paiUet, fr. paillot strohsack, strohdecke, paillasse stroh^ 
sack, jsu fr. paille, it. paglia, pg. palha, sp. paja stroh, aus lot. 
palea spreu; ebendahin engl, palliard, palUardise unsüchtig, un~ 
sucht; Diez 1, 301 : „weil die liederlichen dimen, wie Caseneuve 
erklärt, ihr gewerbe auf dem stroh ausübten." 

Palm L handfläche, hand; altengl. palme, palm, paum; aus 
aÜfr. palme, neufr. paume, pr. sp. pg. it. lot. palma, gr. xakdfifi; 
auch nhd. dän. palme als längenmass, fr. palrae, it. sp. palmo 
spanne, lot. palmus; Weigand 2, 329; wohl urverwandt ags. folma 
flache hand; daraus wird auch erklärt to palm: to conceal in 
the palm as a juggler, to impose by fraud; palmer betrüger, 
welche bedeutung sich allerdings auch aus palmer pHger, s. 
palm 2., entwickeln konnte; ein anderes palmer: stick, rod bei 
Hai. 600 gehört gleichfalls hierher, denn es ist eigentlich die 
ruthe des lehrers nach Levins: ferula, to rappe one in the hand. 

Palm 2. palme; ags. palm, ahd. alts, palma, mhd. nhd. 
palme, fr. palme und so in alle neueren sprachen übergegangen 
aus dem lot. palma; auch in der bedeutung sweig, kätschen 
der weide; s. Weigand 2, 328; davon palm er pHger; Wedg- 
wood: „carrying a palm branch in sign of his expedition to the 
holy land.*' 



Pal«y — Pamper. 175 

Palsy lahmung; qJUengl. palsey, palsie, palsay, palasie, ent" 
stdU aus paralysie, vom lot. gr. paralysis, %aQakv6i^ auflosung^ 
eu x€LQ€cXvBiv auflosefi; vgl. die wenig oder gar nicht verändert 
dem gr. entnommenen engl, fremdwörter paralytic, paralysis, 
paralyze, sowie die entsprechenden nhd. ausdrücke bei Heyse 656 ; 
eine ähnUche entsteUung ist das ndd. poppelsye schk^fluss, aus 
dem lat. gr. apoplexia, d^oxkrj^la, engl, apoplexy. 

Palfery gering , verächtlich; eigentl. wohl eerlumpt, lumpig; 
vgl. als 0eitwort palter, paulter knickern, betrOgen; Hai. 600; 
d^enda paltring: a worthless trifle; paltry, peltry, schott. paltrie, 
peltrie: trash, rubbish, refuse; pelt, pelter: a mean, despicable 
fellow; entsprechend finden sich ndd. paltrig, palterig, pultrig, 
polterig Berlumpty eerrissen; Br. Wb. 3, 287; ndd. pulte, palte, 
ouch nhd. palte feteen, kleid; Frisch 2, 37; altn. paltra, schwd. 
palta, dän. palt, pjalt feteen, lumpen; vielleicht eu pall 1. 

Put kreuehube; abgehurgt aus Pamphile; Wedgwood er- 
wahnty dass die Polen den buben in jeder färbe Pamfil, die 
Schweden den hreußbuben den falschen Pamp, einen anderen den 
richtigen äkta Pampen, die Baiem den eichelober Pamfili nennen; 
vgl. Frisch 2, 37: „Pamphilius in einer art der kartenspiele der 
vornehmste trumpf ;** es ist ursprüngl. gr. eigenname Pamphilius, 
Pamphilus, nofupiXoq aUgeliebter; wie nhd. wenzel als beeeichnung 
der unter im kartenspiele beruht auf dem slav. eigennamen poln. 
Wacslaw, russ. Wenceslaw, mlat. Wenceslaus, von poln, wieniec 
hranM, krone und slawa rühm, also der ruhmgekrönte; s. Weigand 
2, 1057; andere wollten pam als eine entsteüung von palm palme, 
sieg nehmen unter vergleichung von trump für triumph. 

Pamper ÜberfüUen, vollstopfen , schmeicheln; Levins hcU 
pamper: indulgere; Ual. 601 pampe: to pamper, to coddle; 
pample: to indulge, to toddle or pad about; pampred: pampered, 
made plump; die meisten englischen eliymologen wie Junius, 
Richardson, Worcester, auch Mahn leiten es ab von einem aUfr. 
pamprer mit weinlaub bedecken, eu fr. pampre, pr. pampol, lat. 
pampinuH weinlaub; dies hauptwort erscheint, freilich nur als 
fremdwort und kunstausdruck der architektur engl, pampre, 
und eine anlehnung daran soll nicht geleugnet werden , aumal 
wenn pamper auch in der bedeutung wuchern, üppig grünen be* 
gegnet; sonst aber denkt man doch zunächst besser mit Wedg- 
wood an die gleichbedeutenden nhd. pampen, s. Sanders 2, 495, 
hair, pampfen, sich YoUpämpfen au pampe, pamps, pampf dicker 



176 Pamphlet — Pane 1. 

brei; vgl. bei Hai. GOO pamray: thick and gummy; Wedgwood 
fcisst diese als ncadUrte formen von p ap, bemerkt ctber ausserdem: 
,,011 the other hand Florio has pambere, quasi pane e b^re, bread 
and drink, also a nunchions of an afternoon; pamb^rato, pam- 
pered, full-fed." 

Pamphlet Schmähschrift; d(is fr. nhd. pamphlet scheint erst 
aus dem engl, gekommen eu sein; als altere formen finden sieh 
bei Hai. 601 pamfilet, sonst auch pamflet, paunfiet, meist in der 
bedeutung klagschrift; der ausdruck stammt nach Mahn von 
einem freilich nicht belegten altfr. palme-faeillet handblaü^ blait, 
das man leicht in der hand hott, aus palme, paurae flache handy 
s. palm 1., und fueillet, neufr. feuillet blättchen, fr. feuille, laL 
folium blatt. Ändere denken an par un filet, oder an pagin a 
filata, oder, was noch am wahrscheinlichsten ist, an sp. papelete 
eettel, papel papier, vgl. paper, so dass das m erst eingeschoben 
und der ausdruck umgedeutet, auch wohl mit dem gedanken an 
griechischen Ursprung das ph für f gesetzt wäre. 

PaH L Pfanne; aUengl. ags. aUndl. ndd. panne, aUn. schwd. 
panna, dän. pande, ahd. panna, phanna, pfanna, mhd. phanne, 
pfanne, nhd. pfanne; der ausdruck scheint doch hervorgegangen 
aus mlat. panna für pat'na, lat. patina schüssd; s. Weigand 
2, 364; Wackemagel Umd. 38; wegen der Übertragung auf den 
köpf vgl. das fr. tete köpf, aus lot. testa schale, das nhd. köpf 
neben dem engl, cup; Hal. 601 hcU pan: the skull, the head; 
Col. 61. 63 pan, paune, poune: head; neuengl. besonders noch in 
brainpan himschdle, aUengl brainpanne, ndd. brägen panne. 

Pan 2. zusammenfügen, zusammenpassen; Hal. 601 pan: to 
unite, to fit, to agree; vielleicht zu pan, pane stück zeug, vgl, 
pane, gehörig; auch Mahn verweist auf ags. fr. pan in diesem 
sinne, ausserdem auf keU. panu: to fur, to full. 

Pandar kuppler, kuppdn; auch pander geschrieben; aus dem 
eigennamen Pandarus, UavdaQog, des trojanischen helden, der 
nach der späteren sage und bei Shakespeare die rolle des kupplers 
spielt; vgl. Trench E. 87 und als eine ähnliche bUdung hector. 

Pandore zither ; auch bau dore ; s. das weitere unter mandolin. 

Pane 1. fensterscheibe, fach, fdd, zeugstück, tuchlappen; in 
der letzten bedeutung aUengh pane, bei Bosw. schon ags. pan: a 
piece, plait, hem; cdtfr. pan tuch, stück, von dem lat, pannus 
stück zeug, das als mlat. pannus, panna den sinn von aUerlei 
bestimmt abgegrenzten stücken erhalten zu haben scheint; vgL 



Pane 2. — Pannier 177 

besonders die cMeitung panel, pannel, aUfr. pauel, neafr, pan- 
neau, mlat. panelluni; s. Dacange unter diesem worte und wegen 
der fr. ausdrikke Scheler 245; Diez 2, 395; ais wahrscheinlich 
desselben ur^[>rungs vgl. auch pawn 1., ausserdem Dief. 1, 3G2. 

Pue 2. peUsbesate^ peU; Hai. 601 pane: a hide or side of 
far; das jeUt veraltete wort ist sicher das fr. panne felbelj 
pdzwerky sp. pana, cMfr. pene, pr. peuna, pena, aUsp. pefia, pena, 
welches Diez 2, 395 aus dem lat. penna fedcTy aber als uherseteung 
des deutschen feder: penna, pluma erklärt; nach Littr^ wäre es 
eher eine weibliche form des lot. panuus, s. pane 1., nicht ohne 
einfiuss von panus büschel wolle; vgl. Wedgwood 2, 483; Bur- 
gay 3, 287. 

^Pang angst, pein, quälen; bei Levins pangue: agon, dolor; 
HaL r»02 hat in ganz abweichender bedeutung pang: to fill, to stufT; 
als ags. fiArt Bosw. und Etm. ein eweifelhaftes pang gift auf; 
mit Wedgwood und Mahn an unmittelbare herkunft von ags. 
pyngau oder lat. puugere stechen , oder an ndl. pijuigen, nhd. 
peinigen au denken, gestatten die laute nicht; vgl. pinch, punch, 
pine 2.; eher könnte noch pang mit nachahmung der fr. aus- 
Sprache au^ fr. poindre stechen, point stich, etwa unter anlehnung 
OH bang hervorgegangen sein; Rapp No. 282 ank enge bemerkt: 
,^äihselhaß ist das engl, pang, das denselben begriff ausdrückt 
wie das nhd. bang, bangen, vgl. tiriram 1, 1101 ff., und eine miss- 
verstandene form scheint.^^ 

Panic 1. panisch, panischer schrecken; fr. terreur panique, 
it. terrore pauico, sp. panico, vom gr. xavuTtov Ssifuc, xavixog, 
Tlav, dem fddgotte, den man im alterthume als urheber eir*er 
allgemeinen bestOraung betrachtete; s. Trench Stud. 130; Wei- 
gand 2, 330. 

Panie 2. hirse; Ual. 602 panick: a kind of coarse grain like 
millet; aus dem lat. panicum eu panis hrot; s. pannier. 

Pamiage mast, eichelmast; Hal. 602 pannage: the mast of 
the oak and beech which swine feed on in the woods; neufr. 
panage, aUfr. pasnage, ndat. panuagium, pasnagium, pasnaticum, 
pastionaticum, gu lat. pastio weide, pascere weiden; s. Scheler 246; 
Wedgwood 2, 483 ; in der bedeutung abgäbe vom tuche würde es 
Mu lot. paunus, s. pane 1., gehören. 

PaHBier korb; fr. pr. panier korb, eigentl. brotkorb, altsp. 
panero, neusp. panera, it. paniere, lat. panarium, au panis brot. 

Mailer, Kijm. WOrtorb. II. S. Aall. 12 



178 Pwiiy — Pap 2. 

it. pane, fr. pain, auch dUengl. payae, s. Hai. 010; vgl. pantrj 
und über die roman. Wörter Diez 1, 302. 

Pansy Stiefmütterchen; Hai. 608 panuce: viola tricolor; fr. 
pensee eigentl. gedanke, dann name der blume; vgl das nhd. 
vergissmeinnicht ; weiter ssu dem Zeitwort fr. penser denken^ aus 
lat. pendere, pensare wägen, erwägen; s. Scheler 253 und vgl. das 
engl, poise. 

Pant athemlos sein^ keuchen; die entsprechenden fr. warter 
pantcler, pautois, pantoiser, pantiser werden von Diez 2, 396 erst 
auf das engl, pant zurückgeführt y welches selbst auf dem kymr. 
puntu niederdrücken f pant druck beruhe; indessen bleibt zu er- 
wägen, ob nicht aus dem lat, pandiciilari beim gähnen den mund 
aufsperrend sich dehnen, etwa unter formvermischung mit pan^x, 
die fr. ausdrücke sich herleiten lassen, denen dann das engl. 
pant durch Verstümmlung entsprungen wäre; vgl. besonders noch 
das dem fr. pantois genau entsprechende engt, pantas krankhafte 
aihemnoth der falken; Hai. 602; Burguy 3, 280. 

Pantaloon pantalon, hanswursi, beinkleid; fr. pantalon, aus 
dem it. pantalone, Pantaleöne, dem Schutzpatron der Venezianer, 
vondem sie den Spitznamen pantaloni erhielten; derselbe wurde dann 
übertragen auf eine bestimmte maskenroüe, eine gewisse tracht, 
ein besonderes kleidungssttU:k; der name des heiligen erklärt sich 
aus dem gr. navta und Umv alles oder ganz löwe; wegen der 
beziehung zu Venedig mag an den löwen des Marcus erin$iert 
werden; vgl. Diez 2, 51 ; Scheler 246; Heyse 651. 

Pantry Speisekammer; aÜengl. pantrie, pautre, pantyr, pautrye, 
fr. paneterie, mlat. panetaria zu lat. pauis ; eigenÜ. also die brat- 
kammer; vgl. pannier; hierzu gehört auch pan tier haushof- 
meister; vgl. das fr. panel ier, mkU. pauetarius; s. Ducange unter 
diesem worte; bei Hai. 602 panterer: the keeper of the pantry^ 

Pap 1. brustwar ze; aitengl. pappe; vgl. das gleichbedeutende 
lot. papilla und s. weiter unter pap 2. 

Pap 2. brei, kinderspeise; aitengl. pappe, ndl. dän. pap, nhd. 
papp, pappe, it. pappa, sp. pg. papa, altfr. papin, papette; lat. 
papa, pappa kinderruf nach speise; Wedgwood nimmt pap tu 
seinen verschiedenen bedeutungen mtY papa papa, vater zusammen 
und man kann hier im ganzen seiner bemerkung beistimmen: 
,, Words formed of the simplest articulations, ma and pa, are used 
to designate the objects in which the infant takes the earliest 
interest, the mother and &ther, the motber*s breast, the act ot 



Paper — Parage. 179 

sucking or taking food;^^ nur ist natürlich für die neueren 
spruchen festauhaUen , d<iss sie die hierher gehörigen werter 
vielfach nicht erst selbständig entwickelt, sondern in der einen 
oder anderen bedeutung überliefert erhalten haben; vgl. Diez 1, 303 ; 
Weigand 2, 333 fi., sowie die engl, babe, mamma und pope. 

Paper papier ; fr. pr. papier, sp. pg. papel, mundarU. paper, 
it. papiro, ndl. nhd. papier, dän. papir, papiir; aus dem gr. lat. 
MoxvQO., papyrus, papyrius, welcher name mit dem gegenstände 
aus Aegypten ham; s. Diez 2, 396; Weigand 2, 334. 

Parable 1. parabel; fr. parabole, nhd. parabel, pr. sp. it. lat. 
parabola, aus dem gr. xoQaßoXij, von xa(fd und ßdXlBvv; vgl 
über die begriffsentwicJUung Heyse 653. 660; femer die engl. 
palaver und parley. 

Parable 2. leicht au bekommen; lat. parabilis was sich leicht 
erwerben lässt, von parare bereiten, erwerben. 

Parade parade, prunkßug, vertheidigung ; fr. parade, sp. 
parada, it. parata, von dem eeitu)ort fr. parer, sp. parar, ii, lat. 
parnre, welches die begriffe bereiten, schmücken, rüsten, ver- 
iheidigen entwickelte; vgl. Scheler 247-249; Diez 1, 305; Wei- 
gand 2, 336. 

VntMst paradies ; aUengl. paradice, auch mehr angeeignet 
parays und in den bedeutungen garden, library, study; Hal. 603; 
fr. paradis neben parvis vorhof; s. Diez 2, 397; sp. paraiso, it. 
paradiso, nhd. paradies, mhd. paradis; in dem biblischen sinne früh 
übergegangen schon ahd. alts, paradis, auch ags. paradise, aus 
dem IcU. gr, paradisus, na^dSstöog baumgarten, thiergarten, wohn- 
siUf der ersten menschen; das gr. wort aber ist entlehnt aus dem 
Oriente: hebr. pardes, arab. pers. firdaus, plur. farädis, altpers. 
paradaesas, skr. parade9a andere, fremde, vortreffliche gegend, von 
para anderer, fremd, vortrefflich, ausgezeichnet und Ae^ gegend; 
8. Weigand 2, 336. 

Paraffine paraffin; fr. parafßne; dieser moderne ausdruck 
mag hier^ wegen der scheinbar wilkürlichen bildung erwähnt 
werden; der name wurde gewonnen aus den lat. Wörtern par um 
wenig und afUnis verwandt , weil der stoff mangel an Verwandt- 
schaft eu den meisten körpem geigte; nach anderen soü der erste 
theil die gr. präposiiion naqa neben, gegen sein ; s. Hey se 654 ; 
Trench Stud. 147. 

Parage herkunfl, ebenbürtigkeit ; bei Hai, 603 parage ; parentage, 
kindred; aUfr. parage, paraige, neufr. parage, pr. paratge, it. 

12» 



180 Paragon — Parcel. 

paraggio, nUcU. paragium, paraticom: couditionis et nobilitatis 
paritas, nobilitas; s. Ducange; also eu laL par gleich; vgL 
Diez 1, 304. 

Paragon muster ^ vergleichen ; bei Shakespeare auch ais eeit^ 
wort in verschiedenen bedeuiungen; s. Schmidt 2, 833; it paragoue, 
fr. parangon, sp. parangon, paragon vergleichung ; es beruht auf 
der sp. Verbindung zweier präpositianen para und coo verglichen 
mity im vergleich mit; Diez 1, 304. 

Paramoiint oberste ; aitfr. parainont, von der proposition par, 
per, lot. per und amout, s. engl, amouut; es hiess eigentlich 
bergwärtSy nach oben im, wie im gegensatee paraval thalwärtSy 
nach unten eu; in der engl, rechtssprache noch lord paramoant 
oberster lehnsherr, tenant paravail letaler afterlehnsmann; das 
ursprünglich adverbiale paramont, paramount wurde im engl, eben 
eum adjektiv und Substantiv. 

Paramour geliebter , geliebte; bei Levins paramoure: amasius; 
bei Hai. G03 paramour: love, gallantry; es ist das fr. par amour 
aus liebe j welches sich ähnlich wie paramount gu einem nomen 
entwickelte; Mahn erinnert ausserdem an das altfr. paraimer 
gärtlich lieben. 

Parapet brustwehr; fr. pampet, sp. parapeto, it. parapetio; 
aus dem it. petto, lot. pectus brüst und dem it. lot. parare 
schütßenj abwehren; vgl. parade, parry, sowie die als fremd- 
Wörter auch in das engl, gedrungenen fr. parachute, parasol, 
paravent; Diez 1, 305. 

Parboil ankochen, halb kochen; Levins hat par boy le: prae- 
coquere; Wedgwood verweist auf lang, perbouli: to give a slight 
boil, to part -boil; und vergleicht dcusu die neugr. fuöoßodim: 
to parboil; fuöoßQixm: to half wet, to wet in part; Mahn führt 
an altfr. parbouillir, aber mit der verstärkten bedeutung durch 
und durch kochen, wie sie bei der vorsUbe per im erwarten ist; man 
darf daher wohl wenigstens eine umdeutende anlehnung an fr. 
engl, part, lat. pars theil annehmen; doch ist bu beachten die in 
den roman. MusammensetMungen nicht seltene Verwirrung der laL 
Vorsilben per, pro, prae und die dadurch erleichterte Schwankung, 
ja verkehrung der begriffe; s. ausserdem boil. 

Parcel theil, theHen; altengl. fr. parcelle, pr. parcela, pg. 
parcella, it. particella, von einem IcU. particella für particula, eu 
pars, gen. partis theü; s. part; hierher auch parcener miterbe, 
Schott, parsenere, cdtfr. parfonnier, parsonnier, pr. parsonier, sp. 



Pmrch — Parget. 181 

parcionero, von dem dUfr. parfon, parson, aus dem lot. partitio; 
vgH. Burguy 3, 284. 

Parch rösten J dörren; Levins hat parche: incrustare, das aber 
sehwerUck hierher gekört, vgl. unter parget; von den' englischen 
etffmdogen versucht das dunkele toort eu erklären Junius aus 
dem gr. nsQixalm, 8kinuer aus lai. percoquo, Richardson aus 
dem engl, porish, welches früher in der form persh erscheint, 
hei Hai. 61(5 perche: to perish or destroy; Johnson möchte darin 
eine Verstümmelung ron parchment erblicken; Wedgwood ver- 
weist auf bair. pförzen, farzeu hraien, rösten, sowie auf walach. 
parjolire versengen; Mahn denkt an eine zusammenziehung aus 
dem lai. perarcscere sehr trocken werden, erinnert aber auch an 
russ. päritj versengen, wie denn auch poJ/n. par hüee, para dampf, 
parie dampfen dazu beigebracht worden sind; Hesse sich nach- 
weisen, dass ursprünglich der begriff der stechenden hitze, der 
durchdringenden Sonnenstrahlen zu gründe lag, so würde sich 
darbieten das fr. p(Tcen vgl. pierce, dessen altere formen aUfr. 
perchier, parchier, aUengl. bei Hai. 605 parse; 616 perche: to 
pierce^ to prick, dem latäe nach genügen; vgl. Koch 3*, 193. 

Parchnent pergament; aUengl. parchement, parchemyn, par- 
chemiue, altfr. parcemiu, parcamin, neufr. parchemin, pr. per- 
gamen, pargaoii, parguamina, sp. pergamino, pergamina, it. per- 
gumeuo, von dem lot. pergumena (charta), gr. xsQyaiifjvij; nach 
Isidorus und Yarro so benannt, weil es von Eumenes, dem konige 
von PerganiQs in Kleina^sien, erfunden worden sei; s. Weigand 
2, 356; über den antritt des t in dem engl, worte Mätzner 1, 192. 

PardOB verzeihen; aUfr. pardoner, neufr. pardonner, pr. per- 
donar, perdounar, sp. perdonar, t^. mlat. perdonare, wie statt des 
klassischen coudouare, vielleicht unter einfluss des deutschen 
▼ergeben, engk forgive, gesagt wurde; dazu als hauptwort engl, 
fr. pardon, pr. perdo, sp. perdon, it. perdono, mlai. perdonnm. 

Pare beschneiden, schneiden; fr. parer, pr. sp. pg. parar, t^. 
hu. parare ; die begriffsentwicklung ist: bereiten, schmücken, putzen, 
durch schneiden gehörig in stand sezten, verschneiden, beschneiden; 
vgl. Burguy 3, 282; die fr. redensarten parer le pied d'un cheval, 
parer le cuir, parer des legumes und die entsprechenden be- 
deutungen unseres nhd. putzen ; u^egen des gemeinsamen Stammes 
$. parade, parapet und parry. 

Parget tünche, gyps, schminke, färben; bei Hai. 604 parget: 
to roughcast a wall; mittels der äUeren form pariet aus lat. 



182 Parirfi — Parley. 

paries, gen. parietis mauefy wandy ivelches jsu cMfr. pareit, paroit, 
neufr. paroi wurde; Wedgwood führt aas Palsgrave an: pariette 
for walles, blanchissure ; Levius hat parget: crastare undparche: 
incmstarert;^!, noch das sp. parche pflasier. 

Parisll kirehspiel; dltengl. parisse, paresche, parische, parisshe, 
parosche, hei Hal. ,605 paroeh, paros; aiUfr. paroche, paroiche, 
neufr, paroisse, pr. sp. parroquia, it. parrocchia, mlat. parochia, 
aus gr. lot. na^oiadoj paroecia; s. Ducange unter parochia; Diez 
1, 307 und die nhd. pfarre, parochie bei Weigaud 2, 339. 365. 

Park parky pferch; Hal. 605 park: a farm, field, or close; 
(MengL parke und parocke; altfr. pare, <»gs. pearruc, pearroc, 
(Mhd. pfarrich, nhd. pferch, neben dem erst aus dem fr. entlehnten 
park; neufr. pare, it. parco, sp. pg. parque, pr. pare, pargne; 
aber auch keÜ. pare, päirc; das wort erscheint frühzeitig mlat. 
parricus, parous, pargus; s. Ducange; in die neueren ^rachen^ 
ist es auf verschiedenen wegen gedrungen; so mussten für das 
engl, park auch in seiner begriffsentuncJdung zusammenwirken 
der ags. nilat. fr. ausdrucke wie neuerdings umgekehrt die be- 
deutung unseres nhd. park wieder von England beeinflusst umrde; 
der grundbegriff gehegCj umeäunung ist tmschwer eu erkennen; 
den weiteren Ursprung hat man in dem stamme des goth. bairgan, 
des lat. parcere, oder auf dem kelt. gebiete gesucht, ohne eu einem 
sichern ergebniss eu gelangen; s. darüber Koch 3*, 99; Diez 1, 305; 
Dief. 1, 205; Weigaiid 2, 367. 

Parley Unterredung; mu gründe liegt das ältere parle, bei 
Hai. 605 parle: to speak, to confer with; fr. parier, pr. sp. parlar, 
it. parlare, altfr. paroler, mlat. parabolare ; vgl. das weitere unter 
palaver und parable I.; eine menge ableitungen des Stammes 
wie parlance, parliameut, parlour bedürfen hier keiner erklärung ; 
sie entsprechen im ganzen den roman. Wörtern, wenn auch hier 
und da die form- oder die begriffsentwicklung des engl, ausdrucks 
eigenthümlich ist; so beruht parlour, altengl. parloure, parlur 
auf fr. parloir, sp. it. parlatorio, mlat. parlatorium und bedeutet 
erst Sprechzimmer, dann empfangszimmer, gaststube. Das ver- 
dUete und mundartlich parlous gefahrlich, verwegen, schlau^ 
lebhafty fein gehört zunächst nicht hierher; Hai. 605 hat dafür 
parlish: perilous, daugerous, clever, acute, shrewd; es ist also 
entstellt aus perilous, bei Hai. 617 perlowes, fr. p^rilleux, lat. 
periculosus; doch mag nach form und sinn anlehnung statt- 
gefunden haben an den stamm des fr. parier, indem einzelne der 



Parrot — Pawon. 183 

oben angegebenen bedeutungen sich nahe berühren mit gesprächig, 
geschwcUMig ; aUfr, parlier, neufr. parlear; vgl. noch Burguj 3, 283; 
Diez 1, 3 )ü. 

Parrot papagei; bei Li^vins schon parrote. parret; dies ist 
die am meisten angeeignete form des toortes, das sonst auch engl, 
daneben erscheint als paroquet, peroquei, paroket, parrakeet, 
paraqnitoy fr, perroqiiet, sp. perico, periquito, it. parrocchetto ; 
den roman. namen des vogels hat man vom lot. parochus abge- 
leitet und pfäffchen erklärt unter vergleichung von pappagallo, 
s. dcLS engl, popinjay, weil die geistlichen herren diesen vogd 
ßuerst gehalten hätten; besser scheint man von dem personennamen 
ausßugehen, indem sp. perico Peterchen und papagei bedeutet; vgl. 
fr. pierrot Sperling von Pierre Peter; Diez 1, 307. 

Parry abwehren; es beruht, wie das nhd. fremdwort pariren, 
auf dem it. parare, fr. parer , indem das lat. parare bereiten die 
bedeutungen schütßen, verwahren, abhalten entwickelte; vgl. Bur- 
gQy3«282; Weigand 2, 338; die engl, parade, pare, rampart. 

Parse die redetheile ancUysiren; nUat. partes edere; s, 
Daeange; von dem lat. partes orationis, engl, parts of speech; 
vgL part. 

Parsley petersUie; altengl. parcelye, persely, persylle, per- 
cylle, bei Hal. 60b parsil; aUfr. peresil, neufr. persil, sp. perexil, 
it. petrosellino, petrosemolo, prezzemolo; aus dem lat. gr. petro- 
aelinam, xstQOöiJUvov , mlat. petrosilinum , vom gr. xitQog stein 
und (fiJUvoy eppich; vgl. celery; der ausdrt^k drang früheeitig 
auch in die germanischen sprachen: ags. petersilium, bei Bosw. 
peterselige, ahd. pedarsilli, petrasile, mhd. nhd. petersilie, ndl. 
pieterseli, dän. persille; s. Diez I, 315; Weigand 2. 360; in der 
engl, form mag sich die ags. und die fr. beeeichnung gemischt haben. 

Parsiip Pastinake; auch parsnep geschrieben; bei Levins 
bereits parsnip, bei Hal. 606 pasmets: parsnips; entstellt aus lat. 
it. sp. pastinaca, pr. pastenaga, pastenegla, fr. pastenada, panais; 
ebendaher ahd. pestinaga, pai^tinac, mhd. pasteney, nhd. pastinake 
und vidfach verderbt pasternake, balsternake, ndi. pastiuak, 
pastemak, dän. pastinak, pasteruak, pasternat ; au der allerdings 
stark verderbten engl, form vgl. man iheüs turnip, an dessen 
letster silbe anlehnung stattgefunden h(ü>en mag, theils über die 
einschiebung eines r bei Mätzner 1, 189. 

ParSfB Pfarrer; es ist dasselbe wort wie person, vom lat. 
persona, weiches mUU. die bedeutungen dignitas, dominus erhielt; 



184 P»rt — Parvis. 

(Uifr. persone, persoone: cure; 8. Barguy 3, 289; Dncange unter 
persona; wegen der begriff sewkoicldung vgl. domino; sonst noch 
Mätzner 1, 223. 

Part theü; aUengl. part, parte, fr. pr. part, sp. pg. it. parte, 
lot. pars, gen. partis; ais zeüwort aUengl. parteu, fr. pr. sp. pg. 
partir, it. partire, lot. partire, partiri; die bedeutung abreisen 
geht hervor aus theüen, scheiden, sich trennen; aUfr. se partir: 
s. Diez 1, 307; die zahlreichen ableitungen wie particle, partner, 
party erklären sich meist leicht nach den roman. ausdrucken ; 
vgk fr. particle; aUfr. partener, pr. partender, neufr. erst nach 
dem engl, wieder partner, partenaire; fr. parti und partie: s. 
Burguy 3, 284; bemerhenswerth als eine hybride bädung ist 
partake theil nehmen, aus dem roman. part theil und dem 
german. take nehmen, etwa nach analogic des fr. participer, 
lat. partem capere, participem esse gebildet; vgl. dazu auch 
parboil. 

Partisan 1. anhänger; auch partizan geschrieben; fr. partisan, 
it. partigiauo, zu dem fr. parti, von part, lat. pars; vgl. wegen 
des nhd. fremdwortes partei bei Weigand 2, 339; auch partisan 
Parteigänger 2, 340. 

Partisan 2. spiess, partisane; sp. partesaua , it. partigiaua, 
fr. pertuisane, ehemals aber parthisane, so dass wohl erst eine 
umdeutende anlehnung an cdtfr. pertuiser durchbohren, neufr. 
percer, vgl. pierce, stattgefunden hat; der Ursprung ist nach 
Diez 1, 307 vielleicht in partisan 1. zu suchen; andere erblicken 
darin ein slav. wort poln. bardysz, bardyzana; vgl. noch über 
die nhd. formen parthisan, bartesan, partisane bei Weigand 2, 341. 

Partlet haiskrause; s. Hai. 605; Verkleinerung von part, nach 
iSmart: „so called because it was the parting between the head- 
dress and body-dress ;'* als name der henne in der thierfabd bei 
Shakespeare findet sich partlet, früher pertelote, s. Hal. 618; 
Wedgwood: „Partlet. A woman's ruflF, and hence a name for a 
hen, from the long feathers about her neck.'^ 

Partridge rebhuhn; altengl. partryke, partrycke, pertriche, 
partriche, pertryche, pertrys, partrys, aUfr. pertris, neufr. perdrix, 
pr. perditz, sp. pg. perdiz, iL perdice, pernice, lat. perdix, gen. 
perdicis, gr. xi^Si^. 

Parvis vorhatte, vorhof; auch parvise geschrieben; bei Hal. 606 
parvis, parvyse : a church porch ; fr. parvis vorhof einer kirche, 
vermittels der formen para'is, paravis entstanden aus paradis, wie 



Pash — Pastern. 185 

denn neapol, paraviRO und it paradiso dieselbe bedeutung geigen; 
es ist also ein wart mit paradise; s. Diez 2, 397. 

Pash sehkigf schieben; Hai. 606 pash: to strike with yiolence 
so as to break to pieces, a heavy fall of rain or snow, anything 
decayed, a great naraber; cMengl. paschen, paskeu stossen, 
schlagen; Wedgwood nimmt es als lautnachahmung wie dash 
und vergleicht die nhd. batschen, patschen und allerdings darf 
man in dem letzteren , mundartl. paschen eine ähnliche, wenn 
auch vielleicht mit auf dem roman. patte fuss beruhende büdung 
erkennen; vgl, Weigaud 2, 349; sonst stehen dem altengl. paskcn 
am nächsten die schwd, paska, dän, baske schlagen, kkUschen. 

' PasqilU Schmähschrift; auch in den formen pasqniu , pas- 
quinade; wie die nhd% ndl. dän, pasquil aus dem it. pasquillo; 
it. pasquino, sp, pasquin, it. pasquinata, sp. pasquinada, fr. pas- 
quinade; van dem it. Pasqaino, das ursprungl. eigenname eines 
witäigen spotters, dann benennung einer stcUue in Rom war, an 
wdche man Schmähschriften zu heften pflegte ; s. Diez 1 , 308 ; 
Weigand 2, 342. 

Pass vorbeigehen, durchgang; altengl. passen, fr. passer, van 
dem hauptwart pas, leU. passus schritt; vgl. pace; s. über den 
raman, stamm bei Diez 1, 308, wo die it. passare, sp. pasar, pg. 
pr. passar, fr. passer lieber als ein frequentativ des lat. pandere, 
passus öffnen angesehen werden; wegen der reichen begriffs' 
eniwicklung und der nhd. fremdwarter s. bei Scheler, Heyse 664 fif, 
und Weigand 2, 345. 

Passenger reisender; altengl. passager, alt fr. passagier, neufr. 
passager, it, passagiere; vgl. wegen der form messenger und 
Mätzner 1, 188; aus engl. fr. passage, pr. pasatge, sp. pasage, 
it, passaggio, mlat. passagium, passaticuni; jm pass; vgl. das 
nhd. fremdwart passagier bei Weigand 1, 342. 

Paste teig, Jdeister; dUfr. paste, neufr, päte, it, sp, pg. pr. 
paftta; nach Diez 1, 308 van dem lat. pastus nahrung unter ein^ 
fluss van pastillns mehlhüglein; vgl. über eine aneahl hierher 
gehöriger warter wie pastel, pastil, pasty, pastry die entsprechenden 
nhd. fretndwörter bei Weigand 2, 344; Heyse ()65. 

Pastern fessd am pferdefuss; aUfr. pastaron, neu/r, paturon, 
it. pasturale, zu it. pastoja, ndat. pastorium, cdtfr. pasture ^ann- 
kette der pferde auf der weide, von dem lot. pascere weiden; also 
eines Stammes mit pastor hirt, lat. pastor, it, pastore, ^, pastor, 
l^r.paator, pastre, oft/r.pastre, ii«u/r.pätreundpasteur;t;^2. Diez 1,309. 



186 Pat — PatroL 

Pat patsch^ paischen^ klüinpchen, bequem; im gangen darf 
man für das wort von der lautnachahmung ausgehen ; vgl. Wedg- 
wood unier pat und die ähnliche entwickdung des nhd. patsch, 
patscheD bei Weigand 2, 349 ; dabei können immerhin auf das 
engl, wort auch unmittelbar fr. stamme wie battre und patte ein- 
gewirkt haben; s. Dief. 1, 290. 414; Diez 1, 309; die tfusammen- 
Stellung von pat bequem ^ angemessen mit unseren nhd. passen, 
zu pass kommen ist bedenklich , insofern diese auf dem roman. 
passare, s. engl, pass, au beruhen scheinen; Weigand 2, 343; 
eher noch lassen sich die engl, bat und patch vergleichen. 

Patch stück y flicken, kerl, hanswurst; vgl. Hai. 607; die 
grundbedeutungen sind doch wohl stück , fleck j flicken; so bei 
Levins schon patche: cento, particula, sarcire, reparare; diese 
erinnern stark an die roman. ausdrücke it. pezza, fr. piece, ndai. 
petinm, petia stück, stück land; $. piece und Diez 1, 315; anderer- 
seits an das^ nhd. batze bei Grimm 1, 1160 ; in bezug auf die weitere 
begriffsentwicUung bemerkt Smart: „one dressed in patchwork, 
a clown or fool, a beggarly fellow;'* dagegen Trench E. 88: 
„patch in the sense of fool was originally the name of a favourite 
fool of cardinal Wolsey's/' 

Pate kopfj hirnschale; aUengl. pate; jetsft nur verächÜiehf 
ehemals aber ein edles wort; Trench E. 149: „pate in the sense 
of head is now comic or ignoble; it was not so once; as is plain 
from its occurrence in the Prayer Book Version of the Psalm 
7, 17;" nach Wedgwood wäre es ursprünglich die himschcde,^ 
vgl. pan, und mit UU. patina schale, it. padella jBUsammen- 
austeilen; Mahn bei Webster vergleicht das mundartlich nhd. 
pattkopf, patzkopf grindiger köpf, patt, patz grind; dunkel sind 
auch die mundartlichen bedeutungen bei Hai. 607 pate: a badger; 
weak and sickly. 

Path pfad; aUengl. path, peth, cigs. päd, aUfrs. pad, path, 
ndl. pad, ahd. phad, pfad, mhd. pfat, nhd. pfad; die deutsehen 
Wörter scheinen mehr im verhältniss der entlehnung oder MufäUigen 
beruhrung als der Urverwandtschaft eu stehen au dem gr. xatog 
betretener weg, naxBlv treten, woeu gehalten werden skr. patha 
weg, path gehen, russ. put' weg; s. Curtius No. 349; Weigand 2, 362; 
Dief. 1, 415. 

Patrol streif wache; fr. und als fremdwort nhd. patrouille, 
altfr. patouille, sp. patrulla, pg. patrulha, it. pattnglia; als eeü- 
wort engl, patrol, fr. patrouiller, mundarÜ. und ehetnals patouiller, 



Patten — Pause. 187 

patoiller bei Cotgrave in den bedetdungen to paddle or paddle in 
the water, to begrime, to besmear, also eigewÜich wohl so viel wie 
nhd. patschen, patscbeln hin und her treten, besonders im schmuts; 
e% dem fr. patte; sp. patrnllar pcUrouttiren, patullar laufen, traben; 
s. Diez 1, 309. 

Patten holeschuh; Hai. (308 pattens: stilts; fr. patiu, i^.pattino, 
ml(U, patinas eine art hoher schuhe, Schlittschuhe; 8U fr. patte; 
Diez 1, 309; Wedgwood sagt auch hier in seiner weise: „one of 
the numcrons series arising from the root pat, plat, representing 
the soand of the foot- fall ;'^ das entsprechende ndl. plattiju ist 
wohl mit anlehnung an plat erst umgedeutet. 

Patter patschen, tappen, pladdern, klappern, plappern; auf 
dem stamme pat beruhend erscheint es als lautnaehahmende 
iterativ form, die schnelle Wiederholung von allerlei geräusch 
ausßudrücken; vgl. Weclgwood 2, 493 und ähnliche nhd. und fr. 
bUdungen; Hall 607 patren: to pray; properly to repeat the 
paternoster, to mutter. 

Pattern muster; bei Levins in den formen paterne und 
patten; fr. patron, woraus auch ndk patroon, nhd. patrone; es 
ist ursprüngl. dasselbe wort mit dem fr. engl, patron schutaherr, 
altengl. patrone, it. padrone, UU. patronus, au lat. pator voter; 
das nUat. patronus erhieÜ die bedetttungen vorbild, muster; vgh 
die weitere eniwieJdung in den nhd. fremdwörtem patron, patrone 
bei Weigand 2, 348. 

Pannell bauch, wanst; Levins hat panche: alvus, venter, 
eviscerare; Hai. 609 paunch: to wound a man in the paunch: 
also, to gut an animal; es ist das aUfr. panche, pance, neufr. 
panse, pr. pansa, it. pancia, sp. panza, pancho, wal. pentece, vom 
lot. pantex, gen. panticis ; aus dem roman. auch ndl. pense, pens, 
mhd. panze, nhd. panzen, pausen, pansch; das altengl. paunce: 
a coat of mail bei Hal. 608 erklärt sich aus dem abgeleiteten it. 
pauciera, sp. pancera, altfr. pauchire, nihd. panzier, nhd. panzer 
eigentlich der theil der rüstung, der den Unterleib deckt, dann 
überhaupt schuterüstung ; s. Diez 1, 302; Weigand 2, 331. 333. 

Paise ruhepunkt, ausruhen; fr. pause; ebenso nhd. dän. 
pause, sp. it. paosa, schwd. paus, ndl. poos, mhd. püse, aus dem 
lot. pausa, sfu gr. xavöig, %avm aufhören lassen; daeu als ßeit- 
Wörter engl, pause, fr. pauser, pr. sp. pg. pausar, it. pausare, 
i)OHare, lat. pansare ; auf demselben stamme beruht, Bunächst aus 
dem ronum. posare, poser hervorgegangen^ die gusammensetäung 



188 P»ve — PaxwÄX. 

engl, repose, fr. reposer, it. riposare, sp. reposar, pg. repousar, 
pr. repausar ausruhen ^ ausrt^ien Unssen; vgl. pose 2. und 
Diez 1, 309. 

Pave pflastern; aUengh paven, fr. paver, mUxt. pavare mit 
vertauschter konjugation für das echtlat. pavire; Diez 2, 397. 

Pavilion aelt, lusthaus y flcyge, altengl. paveloan, pauillioiif 
pavilloun, pavelon, payloun; neufr. pavilion, aUfr. paveillon, pr. 
pabalho, ^. pabellou, it. padiglione, sard, papaglioni, auch kymr. 
pabell, altir. pnpall; von lot. papilio Schmetterling y woher altfr. 
paveillon, neufr. papillon in derselben bedeutung; das lat. papilio 
bekam im Jätern latein, s. Ducange, den sinn eines gleich einem 
fliegenden Schmetterling ausgespannten weites; so auch mhd. 
pavelüne, pavelün, paulnn; s. Diez 1, 300; Weigand 2, 351; 
Lexer 2, 213. 

Ywf pfote; altengl. pawe, powe, altfr. poe, pr. paata, cot. 
pota; diese nach Diez 2, 402 von dem ndl, poot, nhd. pfote; 
vgl. das fr. patte bei Diez 1, 309; die Verhältnisse dieser Wörter 
untereinander sind unklar; für das engl, paw sind doch beach- 
tenswerth die entsprechenden keÜ. worter kymr. pawen, bret. pav, 
paö, pö; vgl. Dief. 1, 418. 

Pawn 1. Pfand; tUtengl. pawne, altfr. pan tt^h^ fetzen, weg- 
genommene Sache, vom lot. pannus tuch; $. pane 1., cAs aeitwort 
altfr. paner pfänden, pr. pauar, sp. apaflar ; erst af4S dem roman. 
stammen dann aitfrs. pand, pant, ndd. ndl. pand, aitn. pantr, 
schwd. dän. pant, aihd. phant, p&nt, mhd. p&nt, nhd. pfand; s. 
Diez 2, 395; Weigand 2, 364. 

Pawn 2. bauer im Schachspiele; altfr. peon, neufr. pion, sp. 
peon, pr. peon, pezon, t^ pedone eigentl. fussgänger, gleichsam 
pedo, gen. pedonis, von pes fuss; dazu gehört dann das neufr. 
piston fussgänger von einem nUat. pedito ; femer das cdtfr. peonier 
fussgänger, neufr. pionnier schanzgräber , welches letztere als 
fremdwort in die anderen neueren sprachen gedrungen ist wie 
nhd. pionier, engl, pioneer; s. Diez 1, 311; Bnrguy 3, 291. 

Pawn 3. pfau; so bei Ual. 609 pawn: a peacock; altfr. poon, 
neufr. paon, it. pavoue, vereinzelt in dieser form auch engl. ; sp. 
pavon, pr. pao, paho, pau, ndl. paauw, nhd. pfau; aus lot. pavo, 
gen. pavonis; vgl. pea 2.; ein anderes pawn handflache ist enl- 
Stellung von palm 1. 

Paxwax halsmuskel der thiere; auch paxy-waxy, pack wax 
und faxwax; s. Hai. 349 faxwax: the tendon of the neck; 609 



Pay 1. - Pea 3. 189 

paxwax; die ursprüngliche form ist tcohl faxwax aus fax haar 
und wax wachsen; s. faxed und wax 2.; vgk das entsprechende 
nkd. haarwachs bei Grimm 4*, 39. 

Pay 1. befahlen; aUengl. paien, aUfr. paier, paer, neufr. 
payer, pr. payar, pagar, sp. pagar, it pagare, nUcU. pacare be* 
tMen, vom lat. pacare £u pax friede; die begriffsentwicUung 
erhdU einerseits aus dem älteren engl, gebrauche ^ wonach pay 
bedeutet: to make amends, to please, to satisfy, to appease, 
andererseits aus den nhd. ausdrucken: befriedigen, die gläabiger 
befriedigen ; als Substantiv engl pay, fr. paie, it. sp. pg. pr. paga 
MaUung, lohn; s. Hai. 609; Diez 1, 300. 

Pay 2. mit theer beschmieren; Wedgwood verwies anfangs 
iweifelnd auf ndL paaien : to careen a vessel und das nhd. pech ; 
es beruht auf den roman. ausdrticken aUfr. peiz, poiz pech^ 
eoipoier theereny verpichen; auch aUengL pays, peys pech bei 
CoL 62; s. Bnrgny 3, 298 und das weitere unter pitch 1. 

Pea L erbse; im plural peas und pease; aUengl. im singular 
pyse, pese, im plural pesen, peses und schon pese; ags. pisa, 
piosa, lat. pisam, woher aber auch alt fr. peis, pois, neufr. pois; 
über das lat. pisum, gr. xlöog vgl Curtius No. 365 ^, wonach das 
wort MUT wurgel pis, skr. pish eerreiben gehörte und die erbse 
ihren namen von der sitte hätte, sie als brei eu essen; Ober 
peas- cod vgl. Koch 3S 100. 

Pea 2. pfau; in peacock; altengl. pe, poo, pekok, pokok, 
pecok, ags. päwa, pawe, aber nach Grein 2, 361 auch schon peä; 
aus dem lat. pavo, gen. pavonis; vgl. pawn 3.; gr. tacig, taciv, 
wahrscheinlich aus dem Oriente herstammend: arab. tawüs, pers. 
taas, hebr. tnkhiim, malabar. tog*i; vgl. Weigand 2, 365 unter 
dem nhd. pfau; der name des vogels, der aus Ostindien über 
Persien und Arabien nach dem abendlande kam, wird dann 
Muletet zurOckgeführt auf skr. sikhin mit einem federbusch ver- 
sehen; Max Müller 1, 170; Curtius p. 435. 

Pea 3. in pea-jacket dicke wollene jacke; Hai 610 erklärt 
et; ,,a loose rough coat, with conical buttons of a small size^* 
und scheint damit eine bessiehung auf p e a 1 . wegen der erbsen- 
ähtdichen knöpfe anzunehmen; indessen sind doch eu beachten 
üe entsprechenden ausdrücke ndl pij, neufries. pey, ndd. pey, 
PVg^i pij^ fi^ grobes tuch und verschiedene ÜetdungsstückCj 
worin sogar das goth. paida, aUs. peda, ags. pad, mhd. pfeit 
leibrock, hemd eine spur hinterlassen haben könnte; s. darüber 



190 Peace — Peal. 

Wedgwood 2, 495; Dief. 1, 335; Br. Wb. 3, 310; Lexer 
2, 234. 

Peaee friede; oMengl. peas, pees, pes, pels, pais, aUfr. pais, 
paiz, pes, neufr. paix, pr, patz, sp. pg. paz, it. pace, IcU. pax, 
gen. pacis; jm der wureel pac binden j skr. paca fessdj band; vgl 
eis desselben Stammes das engl, pay 1. 

Peach 1. Pfirsich; aUengl. peaehe; fr. p^ehe, it. pesca, per- 
sica, sp. persigo, prisco, alpersico, pg. pecego, alperche, |)r. presega; 
von dem l<xt. persicum sc. malum persischer apfei, persica; der 
name ging aber auch unmittelbar in german. gebiet über ags. 
persuc, mhd. phersich,. pfersich, nhd. pfirsich; s. Diez 1, 314; 
Weigand 2, 369. 

Peaah 2. anldagen, denunsiren^ hindern; vgl. Hai. 610 peach :^ 
to tell, or inform against; es scheint nur eine Verstümmlung von 
impeach #u sein; doch mag in dem mundartl. gebrauche und 
in dem nebenbegriffe des teuschens, betrügens noch durchklingen 
das aÜengl. pechen, bipechen, ags. paecan, bepaecan : decipere. 

Peak spitae; ein von Mahn angeführtes ags. peac ist schwer- 
lich eu belegen; eher könnte das engl, wort unmittelbar beruhen 
auf den kelt. ausdrücken tr. peac , gael. beig , welsch pig ; auf 
roman. gebiete begegnen it. picco, sp. pg. pico, pr. fr. pic schnabely 
bergspitee; aber auch mancherlei deutsche Wörter treten nahe mit 
dem grundbegriffe des spitaigen; so dass schwer ist das verhäU- 
niss derselben unter einander zu bestimmen; vgl. Diez 1, 318; 
Weigand 2, 380; Dief. Or. Eur. 252 i., soune die engl, beak, 
pick, pike; das Zeitwort ^esik: to look or act sneakingly, bei 
Levins peake: to look into, to pry scheint doch nur eine büd^ 
liehe anwendung von dem nomen zu sein, welche Webster so 
vermittelt: „to acquire sharpness of figure or features, to look 
thin or sickly;'^ auch peak: lace bei Hal. 610 lässt sich durch 
die bedeutung der nhd. spitze, spitzen vermitteln. 

Peal klang, geräusch, ruf; Levins hcU peale of gunnes: 
classicum; altengl. pele; entschieden abzuweisen sind die er- 
klarungen Johnson^s aus dem lot. pellere, Uichardson's aus dem 
ags. bellan, vgl. bell, auch Wedgwood's aus den aUn. bylia: to 
resound, to bellow; bylr: a tempest; bialla: a bell; das wort 
scheint vielmehr das entstellte oder missverstandene appeal zu 
sein, so dass apeal zu a peal wurde; es bedeutet also ursprüngl. 
ruf aUfr. apel, apiel, neufr. appel; bei Hai. 69 apel: an old 
term iu hunting music, consisting of three long moots; vgl. 



Pear — Peat 2. 191 

das nhd. fremdwart appell aus neufr, appel signalruf; Wei- 
gand 1, 51. 

Pear time; dUengl. peare, peere, pere, ags. peru; aus dem 
lai. pirum, plur. pira, woraus ebenso hervorgingen die it sp. pg. 
pr. pera, fr. poire und auf germanischem gebiete ndl. peer, ndd. 
bere, oZ^n. pera, schwd. päron, dän. pare, ahd. pira, bira, mhd. 
bir, nhd. birue. 

Pewl perle; altengl. pearle, ags. pearl, pari, ndl. paarl, parel, 
peerle, alin. perla, schwd. pärla, dän. perle, aM. perala, perala, 
perla, mhd. perle, berle, nhd. perle; after au(?Ä it. sp. pr. perla, 
ji^. perola, perla, alt fr. perle, pelle, neufr. perle; oUe aw^ dem 
früh erscheinenden mlat. perula neben perulus, später perla; der 
weitere Ursprung wird am wahrscheinlichsten gesucht in dem 
kU. pirnla bimchen, von pirum; s. Diez 1, 312 f., sonst freilich 
auch in berjllus, gr. ßi^QvXkog, syr. beralo, in den lat. sphaerula, 
oder pilula, oder in dem deutschen beere; vgl. dariÜ>er bei Diez 
und Wedgwood; Weigand 2, 357; Wackernagel Umd. 12. Zu 
pearl-barlej bemerkt Wedgwood: ,.probablj a corruption for 
pilled barley; pilled: pele, mond^, whence pilled -barley: orge 
monde:'' indessen ist es wohl erst dem fr. orge perle nach^ 
gebildet, wie das nhd. Perlgraupen; auch Uegt die vergleichung 
wegen ähnlicher gestaU nahe genug. 

Peasant bauer ; altengl pesant, altfr. paisant, pai'ssant, neufr, 
paysan, it. paesano, sp. pg. paisano; zu it. paese land, sp. pg. 
pais, pr. paes, fr. pays, gleichsam lat. pagense, von pagus gau; 
s. pagan; Diez 1, 300; Burguy 3, 278; wegen des auch im altfr. 
bereits hinter dem n angetretenen t bei Mätzner 1, 192. 

Peat L torf; bei Levins peate: cespes; der Ursprung ist noch 
nicht genügend erJdärt; nach Wedgwood soll es beruhen auf dem 
altengl. bete, beten, ags. betan, ndd. boeten feuern, indem man 
das abbrennen der moore beat-burning und betting genannt, später 
aber den namen auf den boden selbst und das davon gewonnene 
feuermatericU angewendet habe; einige stütze erhält diese erUärung 
durch das mundartliche beat: peat bei Hal. 155; vgl. 169. 170 
unter bet, bete und bett: to pare the turf with a breast-plough; 
andere wollen in peat nur eine nebenform von pit erblicken. 

Peat 2. liebling; Hal. 611 peat: a delicate person; es mag 
aus dem fr. petit klein entstanden sein, das als kosewort gebraucht 
wurde; vgl. pet 2. 



192 Pebble — Pedigree. 

Pebble kiesdstein; bet Etm. 270 unrd angeführt ags. pabol 
und papolstan unter vergleichung des aUn. popall hugel, bail und 
des ÜU. pavire pflastern. 

Peek 1. picken; der ausdruck steht gleich nahe dem german. 
ncU. becken, picken, ndd. bicken, fihd. picken, schwd. picka, dän. 
pikke, wie den romanischen piccare, fr. becquer, becqaeter; vgU 
beak, peak und pick. 

Peck 2. md£r^; otteti^!. peeke ; /r.pic, ^iGoimsindbezeichnungen 
für gemäss y die in verschiedener weise mit dem weitverbreiteten 
stamme von pic spitze^ piquer stechen vermittelt werden; Scheler: 
„de picoter, proprenient ce que Ton preud en uue seule piquee;" 
andere denken an eine ursprünglich spitze form des gefässes; 
Hai. 611 hat peck: meat, victuals, to eat, a large quantity; 613 
pekke: pack. 

Pedant pedant; bei Hal. 611 pedant: a teacher of languages; 
fr. pedant, sp. pg. it. pedaute und daher dann auch als fremd- 
wort nhd. pedant; ursprüngl. t<. pedante der erzieher, hofmeister, 
dann ein steif und kleitdich an beschränkender form und ansieht 
haftender mensch; nach Diez 1, 310 aus einem durch das gr. 
naLitvBLV erziehen veranlassten paedare, it. pedare; Mahn zieht 
als etymon das auf dem gr. navdayayyog erzieher beruhende 
paedagogare vor, so dass UU. paedagogans, gen. paedagogantis 
zu pedante zusammengezogen sei; vgl. Arch. 29, 463; Scheler 
unter pedant. 

Pedestal fussgestell; sp. pedestal, fr. pi^destal, it. piedestallo, 
letzteres aus piede, lat. pes fuss und stallo Standort ^ dem ahd. 
stal, s. das engl, stall, zusammengesetzt; vgl. die nhd. fuszgestell 
und als fremdwort piedestal; Weigand 2, 382; Diez 1, 319. 

Pedigree Stammbaum; als ältere formen finden sich bei 
LeviHs pedigrew, bei Hai. 619 pettigrew, petjgrewe; unter den 
vielen versuchten erklärungen (aus pes und degre, pere und degre, 
petendo und gradus, pied und gre, naig und gradus, per und 
degre) macht Mahn im Arch. 29, 462 am wahrscheinlichsten die 
letzte, bereits von Skinner angedetäete, wonach pedigree entstanden 
aus fr. par degres ais „une table genealogique qui marque la 
parente par degres," in den formen petjgrewe, pettigree umge- 
deutet, etwa an petty und grew angelehnt, allmählich aber dem 
wahren Ursprünge wieder naher gebracht worden sei; jedenfalls 
wird man nicht mit Wedgwood cUle ableitungen aus dem roman. 
verwerfen und an das <ätn. fedgar vcUer und söhn, langfedgar 



Pedlar — Peer 1. 193 

eine reihe von verfahren^ langfedgartal Stammbaum denken wollen; 
vgl. Mätzner 1, 539. 

Pedlar hausirer; Levins hat pedler neben den älteren pedder, 
peddare; zu verwerfen sind früher versuchte erklärungen aus 
engl, petty dealer, aus nhd. bettler, aus fr, aller ä pied, pied 
poudrenx, aus lat. pedester; vielmehr ist das wort, wie Wedg- 
wood nach Ootgrave annimmt, eine ableitung von pcd korb; 
peddare im Pr. Pni. ist ein calatharius, qai facit calathos; pedde 
soviel als paneere s. pannier, ein korb calatbas; Hai. 611 ped: 
a species of hamper; pedder: a pedlar. Forby explains it, one 
who carries wares in a ped, pitches it in open market, and sells 
from it; auch pedder: a basket; für ped aber hat er 597 pad: 
a pannier; vgL unter pad. 

Peel L Schaufel; aitengl. peele, pele; Hal. 612; aUfr. pelc, 
pefile, fr. pelle, sp. it. IcU. pala schaufd; etwa vermengt mit dem 
aUfr. paele, paiele, neufr. poele, lat. patella; s. Dief. 2, 398. 402. 

Peel 2. Schede, schälen; aUengl. peele, pele, altfr. pel, piel, 
neufr. peau, gu lot. pellis, woher auch ndl. ndd. pelle; als eeit- 
wort aUengl. pelen, fr. peler, ndd. pellen; vgl. aber pill 1., mit 
dem es sich leicht mischt; Hai. 611; Scheler unter peler; Dief. 
1, 377; Matzner 1, 208. 

Peel 3. eine kleine festung; Hai. 611 peel: a sqnare tower, 
a fortress; nach Wedgwood das keU. pill: a stake, a castle, a 
fortress, a secure place; vgl. Koch 3 2, 7. 

Peep L piepen; bei Hal. 612 peep, peepe: to chirp; a flock 
of chickens; lautnachahmend wie gr. xmxlisLV, lat. pipire, pipare, 
it. pipilare, sp. pipiar, /r, pepier; ndd. nhd. piepen, piepsen, ndl. 
piepen, dän. pippe. 

Peep 2. gucken; altengl. peepen; vgl. Hai. 612 peep: an eye; 
Wedgwood erklärt es, woM mit recht, aus peep 1., mit rücksicht 
auf den Übergang der bezdchnungen für schau und licht; altengl. 
day-pipe wird bei Palsgrave übertragen durch fr. la pipe dn jour, 
engl, the peop of day; dän, pippe heisst piepen und sich geigen, 
hervorspriessen , hervorgucken; vgl. unter creak und Grimm 
Myth. 707; ähnlich nur mit dem gedanken an das piepende 
hühnchen, das seine Schede durchbrechend ans licht kommt, schon 
bei Johnson wnd Richardson. 

Peer 1. erscheinen, gucken; zunächst wohl hervorgegangen 
aus norm, perer, altfr. parer, parir, pareir, paroir, lai. parere ; vgl 
appear, das selbst leicht au pear, peer entstdU werden konnte; 

M A 1 1 • r , Btjra. WftrUrb. U. %, AuO. 13 



194 Peer 2. - Pelf. 

Hal. (>IG pere: to appear; bei Hal. 612 steht aber auch peer: to 
peep; to pour out liquid, so dass peer sich wieder mit pore 
berührte; altengl. poren: to pore, to look und to pour. 

Peer 2. gleich, pair; altengL peer: equal bei Col. 01: cdtfr. 
peer, per, par, neufr. pair; s. das engl, pair; als Zeitwert aUengl. 
pere, pereii gleichen, gleich werden; s. Hal. 016 pere, peeryn: to 
strive to be equal. 

Peeyish launig, grillig; aUengl, peevish, pevische, pevisse, 
pevysse, schott. pevess, peuis, peuische ; Wedgwood erinnert an 
ein mundartl. dän. piave: to whimper, to cry like a child, nimmt 
aber anstoss an den älteren und mundartlichen bedeutungen 
obstinate, selfwilled, niggard, doating, selbst piercing, very cold; 
vgl. Hal. 012 und Trench (il. ufder peevish; man wird es kaum 
mit Junius und Mahn als eine verstümmluf^ von perverse er- 
klären, noch mit Skinner an beeish im sinne von waspish denken 
wollen, noch mit Serenius an schwd. pipa; eher noch mit Todd 
an schott. pcw klagend schreien, mundartl. peewee: to whinn; aus 
der ursprüngl. bedetäung kläglich, jämmerlich könnten immerhin 
die anderen geflossen sein, wenn das beiwort, etwa wie unser nhd. 
eklig, bald dem Subjekte, bald dem Objekte beigelegt wurde. 

Peewit kibitz; auch pewit, pevit und tewfet; s. HaL 612. 8ü0; 
schott. peeweip, teewhoap, tuquheit; der vogd scheint sdnem 
kläglichen laute nach benannt zu sein; vgl. die entsprechenden 
namen ndl. kievit, ndd. kyvit, nhd. kibitz, fr. dix-huit; Grimm 
5, 657; Weigand 1, 581. 

Peg pflock; aUengl. pegge; zunächst woM aus dem skand. 
gebiete gekommen, wo schwd. pigg, dän. pig Stachel, spitze be- 
deuten; Wedgwood sagt: „The radical meaning seems what is 
driven in by blows'' und sucht damit die mundartl. bedeutungen 
von peg und pug bei Hal. 612. 650 zu vermitteln; der würzet 
nach lassen sich Wörter wie peak und pick mit dem grund- 
begriffe des spitzigen dazu halten. 

Pelf geld und gut, reichthum; altengl. pelfe; bei Hai. 613 
pelf, pelfe, pelfry: rubbish, refuse, trash, money; pelfir: spoil, 
booty, pillage; das wort scheint ursprünglich beute bedeutet zu 
haben, dann allerlei gut; vgl. Wedgwood; alt fr. pelfre beute, 
pelfrer plündern, norm, peuflfre, peufife trödel; diese werden frei- 
lieh selbst erst erklärt aus dem engl pelf; s. Burguy 3, 286; 
Diez 2, 398; dennoch könnte pelf aus pelfer verkürzt, dies aus 
dem roman. pelfre, pelfrer gekommen sein; letztere führt Mahn 



Pellet — Pen 1. 195 

im Arch. 29, 91 auf pilare und facere zurück, woraus ein pilfeier, 
pilfeer, endlich pelfrer geworden sei; vgl. die engl, pill 2. und 
pilfer stehlen, welches letztere offenbar auf älterem pelfer, etwa 
unier anlehnung an pill plündern beruht. 

Pellet hügelchen; bei Hai. 613 J)elote; s. über die Verdopp- 
lung des inlautenden 1 bei Mätziier 1, 195; fr. pelote, sp. pg. pr. 
pttlota, it. pillotta ball, knäuel; vom lat. pila baU; dazu dann sp. 
fr. peloton knäuel, häufe, rotte, engl, platoon. 

PeU-mell durcheinander; alt fr. pesle-mesle, mesle-pesle, 
inesle-raesle, neufr. pele-mele, was auf aÜfr. mesler, neufr. meler 
mischen beruht und etwa mit anlehnung an paesle, poiie, poele 
pfanne oder an pelle schaufei als reimspiel gebildet sein mag; 
Diez 2, 398. 

Pelt 1. werfen, schlagen; es scheint aus pellet zusammen- 
gezogen zu sein, so dass es ursprünglich bedeutete mit kugeln 
oder ballen werfen; fr. peloter mit Schneebällen werfen, durch- 
prügeln, it. pelottare stossen, schlagen; s. pellet. 

Pelt 2. pelz, haut; Hai. 613 pelt: the skiu; a sheep^s pelt; 
the (lead body of a fowl killed by a hawk; nächstverwandt sind 
damit peltry, pelice, pilch, welche zuletzt aüe auf lat. pellis 
haut zurückgehen; veraltet erscheint engl, pell: fiir, a skin of an 
animal, welches doch aus altfr. pel, neufr. peau, lat. pellis hervor- 
ging; peltry entspricht dem fr. pelleterie und mag, vielleicht 
unter einfluss von feil und feit, erst pelt veranlasst haben; am 
meisten angeeignet erscheint der ausdruck mittels der ableitung 
lat. pellicens in den it. pellicia, pg. pelissa, fr. pelisse, aber auch 
ahd. pelle3, mhd. belles, nhd. beiz, pelz ; ferner ags. pylce ; woher 
dann stammen die engl, pelisse und pilch; das letztere^ nach 
Wedgwood „confined to the flannel swathe of an infant'* erinnert 
auffallend an das gleichbedeutende mundartl. deutsche wülsch, 
witsch. Als Zusammensetzung gehört hierher svir plice chorhemd, 
Überwurf; fr. surplis für surpelis, pr. sobrepelitz; Diez 1, 311. 

Pemmlean press fleisch; der name ist mit der sache von den 
nardamerikanischen Indianern zu den Engländern gekommen und 
erst neuerdings mehr angeeignet; vgl. Chambers's Encl. 7, 368. 

PeB 1. feder; altfr. pene, penne, pr. peua, it. lat. penna, 
welches auch unmittelbar überging in die germanischen sprachen 
ags. pinn, altn. penni, schwd. penna, dän. ndl. pen; über lat. 
penna, aUlat. pesna und seine Stammgleichheit mit feather vgl. 
Coiüiis No. 214; Max Müller 2, 266. 

13* 



196 Pen 2. " Penthouse. 

Pen 2. einsperren f einpferchen; Hal. 614 pen: a place iu 
which sheep are inclosed at a fair or market; to shot up, to 
confine; dUengl. piuneu, pynnen verriegeln j ags. bei Etni. 271 
onpinnjan: recludere repagulo remoto, ndd, pinuen f>er8chliesseny 
pennen verriegeln, penn eiserner eapfen, nagd, riegd; Br. Wb. 
3, 304; vgl. die engl, pin, pinfold und pound 3. 

Penance husse; Hal. 014 penance: repentance; oft/r. penance, 
peneance, it. peneanza, penanza, eu dem aUfr, pener, neufr. peiner, 
jpr. sp. pg. penar, it. pen are leiden, biissen, aus lat. poena husse, 
strafe; vgl. Bnrguy 3, 296 und die mgl. pain; pine 2.; dazu 
penant: a person doing penance, wofür jetet penitent, fr. penitent, 
a%is lot. poenitere. 

Pencil bleistift, pinsel; altengl. pincel, dUfr. pincel, neufr. 
pinceau, pr. pinzel, sp. pg. pincel, it. pennello, mlat. pinsellus, 
{a^.peniciilam, penicillus, zu peniculus, ])enis Schwänzchen, schwänz; 
ebendaher mhd. pensol, nhd. pinsel; vgl. Weigaud 2, 384 und 
Trench (iL unter pencil. 

Pennon flagge, wimpel; dazu pennant, pennoncel, pencel; 
sie beruhen auf den roman. ausdrücken it. pennoue, pr. peno, 
fr. ponnon, sp. pendon, altfr. penoncel, it. pennoncel lo; diese 
entstammen nach Diez 1, S\2demlat. penna feder, indem der streifen 
zeug mit einer wallenden feder verglichen ward; andere möchten 
lieber das lat. peudere herabhangen oder panuus tuch zu gründe 
legen; vgl. darüber Diez, Burguy 3, 287 und Dief. l, 362; Koch 
3», 74. 94. 

Penny pfennig; aUengl. pcuie, peuy, pani, pening, ags. penig, 
pening, penning, pending, cUtfrs. penning, panning, alts, penning, 
ndl. penning, altn. peningr, schwd. penninc, dän. penge, ahd. 
phantinc, pfentinc, phending, phenning, phennig, mhd. pfenninc, 
pfennic, nhd. pfenning, pfennig; auch in die slav. und kelt. 
sprachen gedrungen; s. Wedgwood, Schwenck 463; Weigand 2, 367; 
wahrscheinlich von dem ahd. mhd, phant, nhd. pfand, s. pawn, 
wonach das wort auf den ältesten handd, den tauschhandel 
hinwiese und das geprägte gddstück ursprüngl. als pfandwerth 
zu fassen wäre; Lexer 2, 239; Koch 3 ^ 62 erinnert aber auch an 
skr. panas werth, wurzd pan austauschen. 

Penthonse Wetterdach; es ist doch wohl nur eine an houpe 
angelehnte umdeuiung des älteren pentice, pentise, pentys, pendice; 
s. Hai. 614; diese aber beruhen auf dem fr. appentis schirmdach; 



People — Perhaps. 197 

vgl d(i8 ii. fr. engl, appendice anhängsei, lot. appendix; s, 
Scheler 10 und Koch 3«, 98. 

People volk; aUengl, people, puple, peple, poeple, popylle, 
alifr. pople, pueple, neufr. peuple, pr, pöble, sp. pueblo, it. po- 
polo, kU. populus; dassdhe wort nur mit gesunkener bedeutung 
nhd. pöbel, mhd. povel, bovel; Weigand 2, 397. 

Pepper pfeffer; dUengl. peper, pepyre, pepir, ags. pepor, 
pipor, aus dem lot, gr. piper, xIxsql, nixBQi^y welches wont mit 
dem gewürjB aus Asien kam, pers. pilpil, skr. pippali, selbst aber 
weiter drang ndl. ndd. peper, altn. pipar, schwd. peppar, dän. 
peber, ahd. peflFar, phelfer, mhd. pheffer und wie nhd. pfeflFer; 
femer pr. sp. pebre, it. pepe, pevere, fr, poivre; vgl. Weigand 
2, 306; Koch 32, 18. 

Pereh L stange; fr. perche, aus lat. pertica mittels der form 
pert'ca; it. pertica, sp. pg. i)ercha, pr. perja; s. Scheler 254; cUs 
geitwort engl, perch, fr. percher auf einer stange siteen. 

Perch 2. barsch; auch pearch geschrieben; fr. perclie, sp. 
it. lat. perca, gr. xi(fxfi, von xi(fxog dunkelfarbig; vgl. die ags. 
bears, ndl. bars, baars, mAi2. berss, berse, nhd. bars, barsch; s. 
Weigand 1, 107. 

Perform verrichten; <iUengl. performen, parformen, perfornen, 
perfourneu, s. Hai. 604. 616; ott/r. parforner, parfornir, parfonrnir, 
jmsammensetssung von aUfr. fornir. furuir, neufr. foiiruir, sp. pg. 
pr. fornir, ü. fornire, neben dem pr. fofrair, faruiir, welche Diez 
l, 1J^7 zurückführt auf ahd. frumjan vollbringen, fördern, schaffen; 
eine Vermischung mit dem stamme des lat. forma scheint schon 
in den roman. u>ortern eingetreten zu sein, lat. performaro, aUfr. 
performer; Übrigens gehi auch sonst auslautendes engl, n leicht 
im m Ober; s. Mätzner I, 133. 

PerAune wotUgeruch; bei Cotgrave fr. perfdms: pleasant 
fumes, delicate smells; neufr. parfnm, sp. perfume, it. profumo, 
vom Ust. fumus rauch, fumare rauchen, mittels eines verstärkten 
perfnmare durchräuchern, durchdüften. 

Perhaps vielleicht; bei Levins r^ch perhappe; ain^ zuntter- 
büdung aus dem lat. per, fr. par und dem germanischen hap, 
nach ancdogie der gleichbedeutenden romanischen percase, per- 
chance, peradventure, aÜengl. peraventuro, peraunter, indem das 
auslautende s erst später, etwa nach dem vorbilde anderer 
wirüich genitivischer adverbien, zugefügt wurde; vgl. Mätzner 
1, 193. 441. 



198 Peril — Pert. 

Peril gefahr; aUengl. perile, perele, perel, perell, fr. peril, 
pr, peril, perilh, it periglio, pericolo, sp. peligro, pg, perigo, hU» 
periculum; dazu dann neben periculoas aiich perilous, aUengl. 
perilouse, perlowes, (iUfr, perillous, perillos, neufr. perilleux, lot. 
periculosus; engl, ehemals auch weiter entstellt zu perlons, par- 
lous, parlish; vgl. Hai. 605. 

Periwig perrücke; dUengl, peri winke, perrewig, perewache, 
per wiche; entstellt aus dem fr. perruque, welches als fremdwort 
auch im engl, peruke, nhd. perrücke begegnet; vgl. auch schwd. 
peruk, dän. paryk, ndl. paniik, piniik; das engl, periwig wurde 
weiter verstümmelt ^eru wig; das roman. wort aber fr. perruque, 
it. perrucca, parrucc«, sp. peluca, mundartL it. pilucca wird wie 
das Zeitwort it. piluccare, fr. eplucher auf lat. pilus haar zurikk- 
geführt; s. Diez 1, 320: Weigand 2, 358. 

Periwinkle 1. sinngrün; ältengl. pervinke, parvenke, fr. per- . 
venche, it. kU. pervinca, das übrigens schon als ags. perviuce zu 
begegnen scheint; Hai. 618. 

Periwinkle 2. muschel, schaUhier; aUengl. periwinke, peri- 
wiukel, periwynkle, ags. piuevinele, nach Wedgwood auch engl. 
penny winkle gesprochen und geschrieben; er erklärt es als „the 
piu winkle or winkle that is eaten by help of a pin used in pulling 
it out of the shell. In the south of England they are called pin- 
patches;'' vgl. Hal. 615 penny-winkle: the periwinkle; das wort 
scheint sich entstellt und umgedeutet mit periwinkle 1. und 
selbst mit periwig gemischt zu haben; vgl. Koch 3*. 101, wo 
die aus Levins angeführten formen fälschlich in der bedeutung 
von periwig genommen sind. 

Perry birnmost; fr. poire, zu fr. poire; s. pear; das aUengl. 
pery, perie, birie bezeichnet den bimbaum. 

Pers dunkelfarbig; Hai. 617 pers: sky, or blueish grey colour. 
There was a kind of cloth so called; altfr. pr. pers, it. perso, 
mlat. persus, perseus, weHihes nach Weigand I, 107 auf dem gr. 
MQxog likruht; vgl. perch 2.: ausserdem Die/ I, 314 und 
Burguy 3, 289. 

Vevsou person; fr. personne, lat. persona; s. parson und 
über die begriffsentwicldung bei Trench Ul. 154; dazu unter 
anderen personage, fr. personnage, pr. personatge, sp. per- 
sonage, it. personaggio, ml-at. personagium. 

Pert munter y lebhaft^ vorwitzig; eigentlich offen, denn es ist 
aUengl. pert, verkürzt aus ai>ert, appert, apiert offen, lebhaft, 



PeruBe — Pet 1. 199 

(üifr. pr. apert, it aperto, $p. abierto, pg. aberto, IcU. apertus 
offeHj eu aperire öffnen; die kelt. Wörter kymr. pert: fine, spruce, 
gael, peirteil: impudent sind toohl erst entlehnt; vgl. Mätzner 
1, 168: Wb. 1, 95; Trench Stud. 159; Dief. 1, 268 und Wedgwood, 
der van peri auch pretty herleiten will. 

Peruse durchlesen; Levins hat peruse: peruti und so wird 
der ausdruck meist aus lot. per und uti, usus erklärt; Hal. 618 
peruse: to examine, or survey; es scheint danach vielmehr auf 
per und visere sfu beruhen, indem etwa die Schreibung peruise 
das missverständniss veranlasste; s. Mahn im Arch. 20, 462. 

V^st^T plagen, belästigen, vollstopfen, überfüllen; es erinnert 
zunächst an das lat. pestis, fr. peste, engl, pe s t pest, fr. enipester, 
it. inipestare verpesten und mag in seiner begriffsentwicklung 
allerdings dadurch beeinflusst sein; der ältere gebrauch aber 
pester: to crowd inconveniently, bei Hal. 618 pestered: crowded; 
pesternient: embarrassment weist vielmehr auf altfr. empestrer, 
neufr. empetrer verwickeln, vgl. pastern, wenn nicht auf mlat. 
pest^re, lat. pistare eerstossen, was die bedeutung zusammen- 
pfropfen bekommen konnte; vgl. Diez 1, 309; Burguy 3, 278; 
Trench E. 86; Gl. 163; selbst das einfache altfr. paistre, pestre, 
neufr. paitre weiden, zu lai. pascere, konnte in dem sinne von 
voUstopfen mit einwirken und den ab fall des em in empester 
erleichtem. 

Pcstle stössel, keule; bei Levins pestel: pilum, pistillum, aU- 
engl, pestil, pestylle, aUfr. pestoil, pesteil, it. pestello, mlat. 
pestillum, lat. pistillum, pistillus, zu pinsere, pistum, wie unser 
nhd. stöszel zu stoszen. 

Pet 1. übele laune; gleich unwahrscheinlich sind die ablei- 
tungen von iL dispetto Verachtung, zom^ oder von it. petto brüst, 
vom lat. impetus ungestüm, von dem engl, pout , oder den skan- 
dinavischen interjektionen des Verdrusses schwd. pytt, dän. pyt; 
eher könnte man mit Smart an eine Verkürzung aus petulant 
muthunllig, eigensinnig, launisch denken, wenn es nicht gar mit 
pet 2. durch den begriff verzogenes, launisches kind zusan^men- 
hängt; das eigenschaftswort pettish, schon bei Levins petish: 
efFrenis, iracundus, bei Hai. 619 pettish: passionate, könnte von 
diesem i)et liebling abgeleitet sein und dann erst ein neues pet 
laune veranktsst haben. Gerade umgekehrt meint Wedgwood 3, 568 : 
i,To pet a child is to indulge it in its pets or fits of ill-humour, 



200 Pet 2. — Petty. 

and thence a pet child: an indulged child. From pet! pyt! an 
exclamation of displeasure.^^ 

Pet 2. liebling; manche, me Wedgwood früher , verweisen 
auf ndl. pet, pete, petke, nhd. patbe, petter ais abkuraungen des 
UU. pater spiritualis; neuerdings sucht er es mit pet 1. und pat 
au vermitteln; der ausdruck ist wohl, vgl. peat 2., aus dem 
kosend gebrauchten fr. petit klein, engl, petty hervorgegangen; 
als kosewort dient übrigens auch fr. petou füsschen, von pietl, 
lat. pes fuss; bei Duez begegnet mon peton: mon mignon. 

Petard thorbrecher; wie das nhd. fremdwort petarde aus fr. 
petard, it. sp. petardo eigentl. der einen lauten bauchwind lässt^ 
scherzhafter Soldatenausdruck von peto, pet, lat. peditum; daher 
auch fr. petiller krachen; s. f)iez 1, 315 und Weigand 2, 3G0. 

Petrel !• Sturmvogel; auch peterel geschrieben; fr. petrel, 
sp. petrel, von einem petrellus als Verkleinerung des eigennamens 
Petrus und zwar „in allusion to St. Peter's walking on the s^a." 
TJeber Peter in verschiedenen bedeutungen vgl. Hal. 619; ins- 
besondere peter: a kind of wine, one of the richest and most 
delicate of the Malaga wines, generally termed Peter - see - me , a 
corruption of Pedro-Ximeiies ; vgl. das ndd. petersimen im Mndd. 
Wb. 3, 324. 

Petrel 2. brusthamisch des pferdes; auch poitrel, bei Levins 
pewtrel, pewtrell, cUtengl. paytrell, poictral, peytrelle, fr. poitrail, 
pr. peitral, sp. petral, it. pettorale; mit fr. poitrine, it. petto, zu 
lat. pectus brust; vgl. das engl, pectnral. Eine ableitung von 
poitrine, aUfr. peitrine ist dann wieder engl, petronel reiter- 
pistole, kar abiner, weil die schusswaffe beim abfeuern gegen die 
brust gestützt unirde; nach Wedgwood: „Doubtless from Sp. 
petrina: a girdle, from the weapon being stuck in the girdle. It 
is said to have been invented in the Pyrenees.'* 

Petty klein, gering; fr. petit, pr. cat. petit, aUit. petitto, 
pitetto ; nach Diez 1, 32.') sprossling eines weitverbreiteten Stammes 
pit, der besonders auch in den kelt. sprachen begegnend etwas 
spitzes, schmales bezeichnet, sp. pito spitziges hölzchen, kymr. 
piil spitze. Im engl, erscheint ausser dem in ton und Schreibung 
angeeigneten petty, bei Levins petie, das unveränderte petit, sowie 
in Zusammensetzungen petti; 50 petticoat Unterrock, eigentl. 
kurzer, kleiner rock, aUengl. petycote, petticote kurzes unter- 
gewand auch für manner; in seiner jetzigen bedeutung entspricht 
es genau dem fr. cotillon als Verkleinerung von cotte, engl. 



Pew — Pick. 201 

coat. Ueber pettifogger Winkeladvokat, eungendrescher sagt 
Wedgwood: „To fog is to resort to mean oontrivances, and the 
force of the word is increased by the addition of the qualifying 
petty*/^ über pettitoes schweinsfussey doss es eine ausdeutende 
entsteBung des norm, petots kleine fOsse sei, wie bei Florio das 
it. pedncci erklärt werde durch sheep's trotters, pig's pettitoes. 

Pew kirchenstuhl; vgl. prayiug-pew betpuU, pew-fellow: a 
companion, one who sits in the same pew; Hal. 619; aUengl. 
pewe, pue, altfr. pui, poi, sp. pg. poyo, pr. piieg, puoi, it. poggio 
erhohung, site, aUfr. puiot stOtze, wozu dann altfr. puier steigen, 
neufr. appuyer stützen, ndl. pnye, puyde: podinm, pulpitum, 
snggestas bei Kil. ; aus dem lot. gr. podinm, nodiov^ zu novg, 
gen. xodog fuss; eigentlich fusstritt, dann gesteü, erhöhung, sitz, 
bdUon; s. Diez 1, 326; Burguy 3, 307 sowie Littre und Scheler 
unter appuyer. Als mundartl. hat Hai. 619 pew: a cow's udder; 
650 pue: an animals udder; dies erinnert an fr. pis euter; aUfr. 
pis, piz, peis, pr. peitz brüst, lot. pectus; s. Diez 2, 400. 

Pewter mischmetaU, zinn; aUengl. peutir, aUfr. peutre, 
peantre, piautre, ndl. peauter, piauter, neben speauter, spiauter, 
i^d. spialter, nhd. spiauter, dUfr. espeautre, engl, spelter zink; 
mlat. peutrum, pestmm, sp.pg. peltre, it. peltro; Weigand2, 753; 
Diez I, 311 ufeist die annähme, das roman. wort sei aus dem 
engl, pewter oder dem, wohl selbst erst entlehnten gael. feodar 
gekommen, mit recht zurück und fragt: „SoUte es etwa herrühren 
(MUS dem pr. em-peltar pfropfen, impfen und eine mischung oder 
Veredlung des metaUs (des zinns durch quecksilber, des bleis 
durch zinn) bedetUen?^^ vgl. Seheier unter peautre und Mätzner 
1, 112. 

Pheasant fasan; äUengl. fesaunt, fesant, fesawnt, altfr. 
phaisan, neufr. faisan, it. fagiano, sp, faisan, faysan, lat. gr. 
phasianus, ipaöucvog oifVig, nach dem fiusse Phasis, Oäöi^ in 
Kolehis genannt; ebendaher ahd. fasan, ausgedeutet und ange- 
eignet fasihuou, mhd. väsan, väsant, vashan, pfasehan, pfasehuon, 
fafiau: Weigand 1, 324. 

Pibroch kriegsmusik der bergschotten; das wori ist ncUürlich 
keUisch; gael. piob pfeife, pfeifen, piobair pfeif er, piobaireachd 
das spiel auf der pfeife, amt des p fei fers; s. Koch 3*, 4. 

Piek picken, auflesen, stechen, spitze; bei Levins pike: car- 
I>ere; dem engl, gebiete mussten Wörter des weitverbreiteten Stammes 
pic spitze von verschiedenen Seiten zufiiessen; vgl. die cdtn. schwd. 



202 Pickle — Picknick. 

pikka, dän. pikke, ndd. nhd. ndl. picken, pikken; it. piccare, sp. 
pg. pr. picar, fr. piquer; 8. Weigand 2, 381; Diez 1, 318 unter 
iL picco, sp, pg. pico, pr. fr. pic Schnäbel, bergspitee, und wegen 
keU. ausdrücke wie hymr. pig spitee besonders bei Dief. Or. Eur. 253 ; 
vgl. die engl, beak, peak, peck, pike. Hierzu unter anderen 
picket Wachtposten, fr. piquet kleiner pfähl, dann geUpfahl^ 
mannschaft eines weites, oder nach Scheler: ^i^m certain norabre 
de fautassins etabli (pr. pique) dans nn endroit, cp. les termes 
planton, poste;'^ it. picchetto, sp. piquete; ferner vieUeichi 
pickaroon Seeräuber, schurke, sp. picaron, picaro, it. piccaro 
spitebube, räuber, sofern diese von it. picea, sp. pica, fr. pique 
spiess abgeleitet werden dürfen; s. Diez 1. 318; man könnte näm- 
lieh auch an das fr. picorer für pecorer denken, welches auf lot. 
pecus, gen. pecoris beruht und bedeutet auf's plündern, eigentlich 
aufs vieh ausgehen; s. Diez 2, 399. 

Pickle sodzbrühe, einsahfen; bereits bei Levins findet sich 
pickle in diesen bedeutungen; es entsprechen ndl. pekel^ ndd. 
pekel, peckel, picket, bickel, nhd. pökel, bokel nebst den Zeit- 
wörtern pekelen, pekeln, pökeln; s. Weigand 2, 398 und wegen 
pickelhering, ndd. pekelhering, ndl. pekclharing, engl, picklö- 
herring auch 2, 381; Wedgwood geht aus von dem cUten pykyn, 
piken im sinne des lot. purgare, vgl. pick, welches von dem 
ausweiden der fische, vom reinigen und einsalzen derselben ge- 
braucht worden sei; ausserdem vergleicht er skandinavische bökje, 
bokna: to dry partially, to soak in lye; auf die bekannte er- 
Zählung von einem Holländer Beukel oder Pökel als erfinder des 
einpökelns ist wenig zu geben; der form nach erscheint pickle 
als gewöhnliche ableitung von pick und altere wie mundartliche 
bedeutungen stimmen dazu; so bei Hai. 621 pickle: to pick, to 
glean a field, to eat mincingly or squeamishly ; vgl. zu der letzten 
bedeutung unser nhd. stocheren, ndd. stockern; wie aber das 
wort zu dem üblichen sinne pökel, pökeln gekommen sei und in 
welchem Verhältnisse die ndl. ndd. ausdrücke zu dem engl, stehen, 
bleibt erst zu ermitteln; pickle in der redensart to be in a pickle 
für to be in a disagreeable position scheint doch nur eine bild- 
liche anwendung von pickle pökel, sdlzbrühe zu sein; vgl. das fr. 
etre dans la sauce und Schmidt 2, 8G0. 

Piekniek schmaus aus beitragen der theünehmer; fr. pique- 
nique und als fremdwort auch nhd. picknick; s. Weigand 2, 381, 
dem es Zusammensetzung zweier imperative scheint, gleichsam 



Pict — Pier. 208 

picke und nicke, fr. piquer stechen, picken; fr. nique aus dem 
deutschen enäehnt der nickj do^ kopfschütteln; vgl. verschiedene 
andere deutungen hei Scheler; vor aUem ist festgusteUen, wo und 
wann der nicht sehr alte ausdruck zuerst begegnet. 

Piet cds volksname; ags. Pihtas, Peohtas; die beseichnung 
wird BurOckgefuhrt auf den lot. stamm pict, von pingerci malen, 
der in den ableOungen wie picture, lat. pictura ^emäUe deutlich 
vorliegt; vgl. Dief. Or. Eur. 273. 

Piddle hier und da ein wenig essen; vgl. andere bedeutungen 
hei Hai. G21, wonach es fast nur eine entsteUung von pickie au 
sein scJ^eint; mundartlich und in der kindersprache hat es auch 
den sinn des lat. mingere ; die Verweisungen bei Wedgwood sind 
werthios. 

Pie dster; pastete; schon Levinn hat pie: pica und pye: 
artocreas; ais name des vogels ist der ausdruck detälich fr. pie, 
pr. pigH, pg. pega, sp. picaza, t^. lat. pica; vgl. fr. pic, lat. picas 
speeht ; wenn das cdte katholische messbuch pye, pie hiess, so kam 
dies möglicher weise „from the different colour of the text and 
rubric'^ Smart, und darauf könnte man zurückführen cock and 
pic, natürlich in dem* sinne, dass cock für god mit einwirkte; 
pie pastete sou verkürzt sein aus pastie, pasty, vgl. paste; andere 
fuhren keU. Wörter in dieser bedetäung an wie gaeL pighe, pighean, 
kgmr. pi, piog; es könnte aber allerdings eine übertragene an- 
Wendung von pie elster sein, vielleicht so dass die pastete zuerst 
als elsternest fr. nid de pie bezeichnet wurde; vgl. Arch. 58, 209. 
Auf dem cdtfr. pie, piet, neufr. pied, lat pes fuss beruht es in 
pie -powder court, fr. pied poudreux, vgl. Smart und Dncange 
tfM^ pedepulverosi ad venae, extranei; ebenso in cap-a-pie, fr. 
cap a pied, pied en cap. 

Pieee stück; aUengl. pece, pese, aitfr. piece, neufr. piece, 
sp. pieza, pg. pe9<i, pr. peza, pessa, it. pezza, pezzo, mlai. petium, 
petia fetzen, läppen, stück zeug, stück land; nach Diez 1, 315 f. 
entweder von kymr. peth, bret. pez, ga^. peos stück, oder wahr- 
scheinlicher von dem gr. ni^a fuss, säum, rand; vgl. Heyse 697 
und Scheler, der es in Verbindung bringen möchte mit dem lat. 
pes fuss, mittels eines lat. petiuni als grundwort von petiolus 
füsschen. 

Pier pfeUer, dämm; Hai. 621 hat piera: handrails of a foot- 
bridge: altengl. pore; das bei Bosw. angeführte per, pere ist 
gewiss nicht ags., sondern bereits roman. element; odtfr. pere, piere. 



204 Pierce — Pike. 

neufr. pierre steifiy UU. peim, gr. mtQa stein, f eisen; woM nur 
aufaUig kUngen an nhd. bar, ndl. beer, niUU. berum tocisserdamm, 
die vielmehr auf dem german. wehr beruhen mögen; vgU Wei- 
gand 1, 104. 

Pierce durchbohren; dUengl, perseu, percen, percy neben 
perche, perchen, cMfr. percer, percher, perchier, neufr. percer, 
aus pertnisier, pr. persar, pertusar, it. pertugiare; von einem aus 
lat. pertundere durchstossen, pertusus, weiter entwickelten per- 
tusiare; s. Diez 1, 314; Koch 3^ 157. 193 und vgl. parch. 

Pig Schwein, ferken; aUengl. pigge; ndL ndd. bigge, big; s. 
Br. Wb. 1, 85; der Ursprung ist dunkel; denn schwerlich ist mit 
Wedgwood jm denken an lett. big: little oues, young ais plurai 
von beag: little; noch an ausammenhang mit dem nhd. bache; 
vgl. bacou; Grimm 1, 1061; Gr. 3, 328; G.d d.S. 26; noch endlich 
€m die skandinav. ausdrücke schwd. piga, dän. pige mädchen, 
welche Mahn herbeigieht; in pig: sow of iron mag der name des 
thiers nur bildlich verwendet sein; s. Smart und Wedgwood. 

Pigeon taube; bei Levins pigion und sonst äUengl. pygeon, 
pegyon, pigeon, fr. pigeon; it. piccione, sp. pichon, pg. pijon; it. 
auch pippione, aUfr. pipion; vom lat. ^pio täuhchen, eu dem 
aeitworte pipare, pipire piepen; s. Diez 1, 318, der dasu das 
mailänd, kinder wort pipi vögelchen vergleicht; Scheler unter pigeon. 

Piggin schöpf gelte; Hai. piggins: small wooden vessels made 
in the manner of half-barrels, and having one stave longei: than 
the rest for a handle; schott. piggin, pig, nach Wedgwood keU. 
Ursprungs gael. pige: an earthen jar or pitcher; pigean: a little 
jar, a potsherd; ir. pigiu, pighead; vgl. Koch 3', 4. 

Pigmy ewerg; für pygmy, aus lat. pygmacus, gr. nvyfudog^ 
0U xvyiiij faust; pygmaei quasi cubitales fausthohe menschen; iL 
sp. pg. pigmeo, fr. pygmee; s. Trench K. 235. 

Pigsney Uebchen; bei Hal. 622 pigsnie : a term of endearment, 
generally to a young girl; nach Lye 0U dem skandinav. piga, 
pige mädchen gehörig, nach anderen entstellt aus pig's eye, in 
der bedeutung des lat. ocellus äuglein als kosewort. 

Pike pike; hecht; in der ersten bedeutung fr. pique, sp. pg. 
pica, it. picea, ndd. piek, pek, nhd. pike; s. Weigand 2, 382 und 
weiter unter pick; wegen des fischnamens vgl. die ähnlichen 
beeeichnungen des thiers fr. brocliet von broche spiess; bret. 
beked von bek Schnabel, spitze; nhd. hechi, ags. haeod, au nhd. 
haken, engl, hook; schwd. gadda, dän. gjedde, von gad spitaCy 



Pikelet — Pile 3. 205 

skuhd; ndl. snoek, von snoejen hauen, schneiden; wegen des 
spüsigen köpf es und gebisses; Schwenk 260. 

Pikelet eine art gebäck; Hai. 623 pikelet: a kind of crnmpet; 
a thin circular tea-cake; nach Wedgwood keU. Ursprungs, da es 
in der ssusammenseteung bara-bicklet begegne, vom welschen bara 
hrot und Cotgrave das fr, popelins erMäre durch: soft cakes of 
fine flour, fashioned like our Welsh barrapjclides ; andere erbUcken 
eine a^leiiung von pike darin; bemerkenswerth ist bei Hal. pikeled : 
fine and small. 

PUeker L peh, gefutterte scheide; von pilch pde, altengl, 
pilehe, pylche, ags. pylce, (Mfr. pelice, nilat. pelicium; s, das 
weitere unter pelt 2. und bei Koch 3^ 103. 

Pileker 2. ein häringsartiger fisch; meist pilchard, bei Levins 
pilcharde; es soü nach Heyse 698 keU. Ursprungs sein; ir, pilseir. 

Pilerew hinweisungsjseichen; mittels der ewischenformen pyl- 
craite, parcraft, pargrafbe entstellt aus lot. gr. paragraphus, xaQa- 
f^fotpoqy welches sonst verderbt erscheint in dem aUengl. paraffe, 
fr. Paraphe, parafe j^oro^opA, beigeschriebenes eeichen, namens- 
£ug; s. Hai. 603. 623 ; Max Müller 2, 258 ; Diez 2, 396. 

PUe L häufe; altengl. pile, fr. pile, sp. pila, pg. pilha, lat. 
pila froS, ßuiufe, pila steindamm; vgl. pile 3., mit dem es sich 
bis Mur Vermischung berOhrt. 

Pile 2. pfeil, pfeilspitee ; aUengl. pil, ags. pil spitzer pfähl, 
aUn. pila, schwd. dän. pil, piil pfeil, (Utndl. pil, ahd. phil, fil, 
wihd. phil, pfil, nhd. pfeil, aus lat. pilum mörserkeule, wurfspiess; 
vgl. pile 3. 

Pile 3. pfähl; ags. pil pfähl, fr. pile pf eiler, lat. pila; vor- 
sugsweise und gumal in den ahleitungen auf das roman. gebiet 
MurOckweisend; vgl. pillar pf eiler, altengl. pelar, pyleer, pylere, 
piler, pyler, altfr. piler, neufr. pilior, pr. sp. pg. pilar, it. piliere, 
wUat. pilare, pilarium, pilarius, woraus ebenso entstanden schwd. 
peliure, dän. piller, pille, ndl. pijlaar, imM. piler, dhd. pilari, 
pfiläri, nüid. philaere, pfilaere, nhd. pfeiler; hierher pilaster, 
fr. pila^tre, sp. pilastra, it. pilastro, ndal. pilastrum. Jn cross 
und pile, fr. croix et pile beßeichnet es die eine seite der münae; 
nach Ducange mkU. pila: monetae cnjnsvis pars aversa, weil auf 
dieser dargestellt eu sein pflegte „templi sen aedis sacrae species, 
columni^ quas vnlgo pilas et pilaria dicimns sustentati,^^ wie auf der 
kehr Seite ein kreus war; doch wird der anlass eu dieser beeeichnung 
aneh vielfach anders gedacht; vgl. Scheler unter pile. 



206 Püe 4. — Pillion. 

Pile 4 h€Uir, himrige Oberfläche; aUfr. peil, poll, neufr. poil, 
UU. pilus h(Mr; s. Mätzner I, 208 f. 

Pilfer stehlen, mausen; s, unter pelf. 

PUgfti'Uck kahlkopfy armer kerl; Wedgwood erklärt es: „one 
who peels garlick for others to eat, who is made to endure 
hardships or ill usage while others are enjoying themselves at 
his expense ,^^ und sucht dies zu beweisen durch eine steUe aus 
Chaucer, sowie durch eine ähnliche fr. redensart bei Cotgrave: 
II en pelera la prune: he will smart for it, he is likely to have 
the worst of it. Das mag sein, nur erinnert die jetzige bedeu- 
lung und die form pilled - garlic vielmehr an pilled gerupft, bei 
Hal. 624 pilled: bald und etwa an garlic in ausdrücken wie 
garlic-eater: a stinking fellow; Hal. 392. 

Pilgrim pilger; bei Hal. 613 tn mehr fr. form pelrine: a poor 
pilgrim; wie das «Ad. pilgrim, pilger mittels der roman. formen 
it. pellegrino, pr. pelegrin, pelerin, aUfr, pelerin, neufr. pelerin, 
sp. pg. peregriuo, aus dem lot. percgrinus fremd, der fremde, im 
kirchlichen sinne mlat. der wanderer, Wallfahrer; ähnlich dann 
in die anderen neueren sprachen gedrungen schwd. pelegrim, dän. 
pilegrim, ndl. pelgrim; s. Diez 1, 311 und Weigand 2, 383. 

Pill L plündern; aUengl. pillen, pilen, pilien, fr. piller, sp. 
pillar, it. pigliare, pr. pg. pilhar wegnehmen, plündern; die roman. 
Wörter beruhen nach Diez 1, 319 entweder auf lat. pilare rupfen 
oder wahrscheinlicher auf pilare, expilare plündern. Nach form 
und bedeutung mischt sich damit pill schalen, rupfen, aUengl. 
pillen, pilen, (dtfr. poiler, peiler, peler, lat. pilare der h<Mre be- 
rauben; dazu Hai. 624 pilled: bald; vgl. Mätzner 1, 208; Diez 
1, 311; peel 2. und pile 4.; die ähnlichen dän. pill pflücken, 
ir. piollaim, gael. piol sind wohl eher entlehnt, als selbständigen 
german. oder kdt. stammen entsprossen. 

Pill 2. arzneikügdchen; bei Levins schon pil medicin, pillocke 
kleine piüe; so auch nhd. dän. pille; aus IcU. pila bau, kügdchent 
in der Verkleinerung pilula, fr. pillule, älter nhd. pillel; vgl. pile 1. 

Pillion reitkissen; schott. pyllioun; der ausdruck beruht 
zunächst auf kell, gründe gael. pillin, pilleau packsattel, ir. pilliu; 
gael. peall feil, haut; doch mag hier mancherlei anlehnung und 
mischung eingetreten sein; vgl. bei Hai. 624 pillion: the head- 
dress of a priest or graduate, was an das lat. pileus erinnert; 
Wedgwood führt auch sp. pillou, pillone im sinne des engl, pillion 
an; s. noch pillow. 



Pillory — Pimple. 207 

Pillery pranger, schandpfaJU; bei Levins pillarie: patibnlura; 
/r. pilori, pr. espitlori, pg. pelourinho, mkU. pilloricum, pellericuiu, 
pelloriam, piliorium, spilorium und pilaricum; der weitere ursprut^ 
isi eweifelhaft; Ducange verweist auf das fr, pi Her pfeüer, 
Grimm auf das gleichbedeutende mhd, pfilaere; vgl. pile 3. und 
Diez 2, 400; Wedgwood 2, 513 wiU darin ein lai. speculariam 

Pillow hissen; aUengl. pillowe, pelowe, pilwe, polwe, palwere, 
pylve, pule, ags. pyle, ndl. peuluw, pulawe, pulwe, ndd. poel, ahd. 
phuluwi, pfalwi, mhd. pfülwe, nhd. pfuhl; aus dem lat. pulvinos; 
dojm p iWo w -h eer kissenübersug, aUengl. pilwebere, bei Hai 624 
pillowbere; s. weiter unter bier 2. 

Pilot Steuermann; bei Levins pilotte: nauarchos; it. sp. pg. 
piloto, f^. pilota, fr. pilote, ndl. pijloot ; man h(U von dem letzten 
ausgehen und es erklären woUen aus dem ndl. peilen die tiefe 
des Wassers messen und lood, loot blei; allein der ausdruek 
scheint aunächst romanisch, so dass andere an ein fr. pile schiff 
oder an fr. pilotis pfahlwerk gedacht haben; es wird doch aus- 
zugehen sein von dem it. pilota; Diez 1, 320; Weigand 2, 383; 
liangeusiepen im Arch. 31, Ibl fragt: ,,06, wieso manche it. Schiffer- 
ausdrücke aus dem griechischen ? nikcmog wäre der hutmann, der 
mann mit dem grossen hüte, den er gegen wind und wetter trägt f 
mUat. pilotns wechsdt mit pilatus und dieses steht für das kiass. 
pileatus; so möchte man an den schifferhut gr. nlXog des Odysseus 
und der Dioskuren denken, welche auch lat. pileati heissen. 

Pimp kuppler, kuppeln; der ausdruek scheint nicht alt gu 
sein, ist aber dunkler herkunß; Mahn im Webster verweist auf 
d<AS fr. pimpant fein geputzt. Bierlich, sowie auf die pr. pimpar, 
apimpar aufheitern, 'erfreuen; man mochte an das pr. pimpa 
pfeife denken, wovon abgeleitet pimpar pfeifen, anlocken recht 
wohl ein engl, pimp anlocken, kuppeln veranlassen konnte; aber 
der geschichtliche nachweis mangelt. 

Pimple blatter, finne; bei Hai. 625 pimple: the head; da- 
gegen pimgenet: a small red pimple; als ags. fährt Etm. 271 an 
pinpel: pustula, ati^^erdem 274 pipeljan : pustulare; vgl. doMU lat. 
papula blatter und wegen der formentwicJdung unser nhd. pimpeln 
weinerlich klagen , welches auf lat. pipulnm, pipilare ßu beruhen 
seheint; Weigand 2, 383; unter den weit abliegenden Wörtern, 
wdche Wedgwood dazu beibringt, verdient höchstens einige rücksicht 
das kdt. pwrop: originally a bump or blow, then a round mass. 



208 Pin — Pinion. 

Pin nagdj nadel; aUengl. pinne, bei Levins bereits pin, auch 
bei Hal. 625 pin: a small peg of wood; über ein ags. pinn: 
calamus, stylus vgl. pen 1.; do« lot. pinna federy floss feder, Hnne, 
datm fkkU. auch nagd, ging Ober in aUn. pinui, schwd. pinne, 
dän, piud, ncU. pinne, pin, ndd. pinn, pinne und daraus auch 
nhd. pinne neben mhd. phinne nagel, pinne, pinz nadel; in den- 
selben bedeutungen begegnen femer keU. pin und pinne. üeber 
pin einsperren vgl. pen 2. und pinfold; in der redensart pin 
and web, bei Hai. 625 auch pin or web als beeeichnung einer 
augenkrankheit soü pin auf ndai. pannus tuch beruhen und ein 
häutchen bedeuten; iL panno nel oechio: Ducange: „panni in 
oculis fiunt et albugines ex vulneribus vel pustnlis;'^ so dc^ss web 
ursprünglich erUärung des unverstandenen pin wäre. 

Pinch kneifen; aUengl. pinchen, fr. pincer, sp. pizcar, pincbar, 
it. pizzare, pizzicare; Ober die weitere sehr gweifdhafte herhunß 
der roman. worter vom mhd. pfetzen eupfen, auncken, ndl. pitsen, 
dem mlat. petia, vgl. piece, aus der weitverbreiteten wureel pit 
spitgy oder aus dem lot. pingere s. bei Diez 1, 326; Arch. 31, 151 ; 
Weigand 2, 362; Lexer 2, 243. 

Pine 1. flehte; dUengl. pine, pyne, pin, ags. pin, pinn, fr.pr. 
pin, sp. it. pino, ndl. pijnboom, ahd. mhd. pineboum, pinboum, 
vgl. das nhd. pinie, aus lot. pinus, pinea; s. Weigand 2, 384 und 
engl, pinnace; pine-apple aruifUiS ist nur nach der ähnlich- 
keit übertragen auf die tropische frucht von der des flehten- oder 
des pinietibaums, die sonst pine-cone, pine-nut, aitengl. pinnote 
heisst. 

Pine 2. pein^ sich grämen; aUet^l. pine, ags. pin, aUs. aUn. 
ahd. pina, mhd. pine, pin, nhd. pein, ndl. pijn, aus nüat. pena, 
fr. peine, l(U. poena busse, strafe, mühe; s. pain; Mätzner 1, 207; 
als Zeitwort aUengl. pinen, <igs. pinan, ottn^ pina, ahd. pinon, 
mhd, pinen und als Weiterbildung ndid. ptnigen, nhd. peinigen; 
Weigand 2, 353; Lexer 2, 271. 

Pinfold pferch, hürde; aUengl. punfold ist entstanden aus 
dem ags. pjndan einsperren, vgl. pen 2. und pound 3., und 
folde land, pyndfolde eingeschlossenes land, pferch; vgl. bei 
Hai. 625 pind: to impound an animal; pinder, pynder: inclusor; 
pinfolds: pounds for cattle; Mätzner 1, 208. 

Pinion flttich, feder, lähmen, radtriebel; fr. pignon, it. 
pignone guhel, sinne, radgetriebe; aMeitungen vom UU. pinna, 
s. pin; norm. fr. pignon feder, flttich, davon dann im engL als 



Pink 1. — Pint 20d 

seitwort mit der bedeutung die schwingen brechen y lähmen; als 
ausdruck der mechanik erklärt es sich wohl am einfachsten aus 
der ähnlichkeit der radeahne mit den mauerjsinnen ; vgl. noch 
engL pinnacle, aUengl. pjnacle, fr. piuacle einne, vom kU. 
pinuacolum. 

PlBk L stechen, durchbohren, blinzeln; zunächst scheint darin 
erhaUen das ags. pyngau stechen, das wohl dem lot. pangere 
entlehnt ward; für die bedeutung blinzeln erinnert man sich theils 
des mhd. piuken bei Lexer 2, 273; ndl. pinken, pinkoogeu; theils 
des engl wiuk; auch pinch kneifen tritt nahe; vgl. unser nhd. 
die äugen zukneifen; pink -eyed: small eyed hat HaL 626, auch 
in der form piukany: pink-eye, which is often a term of en- 
dearment; vgl. pigsney ; davon scheint dann pink-eye uffd weiter 
allein pink das kleine äuge hergekommen zu sein; übertragen 
pink äuge einer nadel und ndke, wie fr. oeillet äuglein, schnOr- 
loch, nelke; der name einer färbe pink rührt von der blume her, 
wie umgekehrt carnation erst fleischfarbe, dann eine nelkenart 
bezeichnet; s. noch einiges über dos vieldeutige wort bei Dief. 1, 305 
und bei Hai. 626, wo es unter anderen auch für linnet, chaffinch 
begegnet; vgl. ur^er nhd. fink, engl, finch. 

Pimk 2. eine art schiff; Hai. 626 pink: a kind of small 
vessel; ndl. pink, ndd. nhd. pinke, fr. pinque, sp. pinco und 
pingue, pg. pinque ; vielleicht vermittels formen wie pinica, pinca 
zurückzuführen auf IcU. pinus flehte; s. aber Diez 1, 321; Wei- 
gand 2, 384. 

Pinnace kleines schneüschiff; fr. pinasse, sp. pinaza, it. 
pinaccia, von einem lat. pinacea zu pinus fichte; Diez 1, 321; das 
roman. wort drang weiter in das deutsche gebiet ndL piuas, ndd. 
pinass, nhd. pinasse; s. Weigand 2, 384. 

Pinnacle zinne; fr. pinacle, it. sp. pinacnlo, lot. pinnaculum; 
vgL pinion. 

Pinnock meise; bei Hai. 626 pinnock, pinnocke: the hedge- 
sparrow, aUengl. pinnuc; wohl mit der ableitungssilbe uc, ock 
von pin feder, also vögelchen; vgl. Koch 3^ 66. 

Pint ein flüssigkeitsmass ; aUengl. pinte, nach Bosw. schon 
ags. pynt ; ndl. pint, mhd. nhd. pinte, pint, aus dem romanischen 
gdneie fr. pinte, sp, pg. mlat. pinta; eigenU. ein zeichen; s. Diez 
1, 322; vom lat. pingere malen; Weigand 2, 385 und wegen ähn- 
licher begriffsentwicklung das ndd. nhd. pegel zeichen, mass einer 
flüssigkeU bei Weigand 2, 352 ; Br. Wb. 3, 302. 

MtlUr, Kijrm. W«rt«rb. II. 8. Aall. 14 



210 PiaÜe — Pipe. 

Pintle boUen, nagel; es erscheint als Verkleinerung von pin ; 
wegen pintle: mentula hei Hai. 62G, altengl. pin il, ags. pintel, 
vgl. die ndd. ndl. pint in derselben bedeutung, femer engl, pin: 
penis bei Levins, sowie die ndd. nhd. binkeln, pinkeln harnen^ 
ostfries. pink männliches gliedy welche Weigand 2, 384 ableitet von$ 
it. pinco, pinca; die lat. penis und mentula treten auch for^ 
meU nahe. 

Pinxter pfingsten; auch pingster und pinkster geschrieben j 
es ist ein in Nordamerika angeeignetes ndl. wort pinkster, pink- 
stereii; vgl. die ndd. pinksten, pinxteren, n^. phingst-eu, nhd. 
pfingsten, aus dem gr. nhvxri%o6xri der fünfzigste tag, woraus das 
engl, pentecost, nach ags. pentecoste, UU. it. pentecoste, pr. 
pentecosta, fr. pentecote. 

Pioneer schanegräber ; fr. pionnier, aUfr. peonier ursprüngl. 
nur der fussgänger, fusssoldat, vom aUfr. pi'on; s. das weitere 
unter pawn 2. 

Pip 1. krankheit der hOhner; cMengl. pippiN ndd. ndl. pippe, 
pip, ahd. phipbis, pfipfis, mhd. pippis, nhd. pips; aus dem gleich- 
bedeutenden mlat. pipita, pivita, lot. piinita schleim^ schnupfen^ 
woher it. pipita, sp. pepita, pg. pivide, pevide, pr. pepida, fr. 
pepie; s. Weigand 2, 385; Diez 1, 323; hiereu wohl pip: anger, 
oiFence bei Hai. (>2G; ebenda pip: the lues venerea. 

Pip 2. kern; fr. pepin, welches auch wenig verändert in dem 
engl, p e p p i n als name einer apfelart begegnet ; nach Frisch vom 
lat. pepo. altfr. pepon, it. popone, denn es habe früher pfeben- 
oder gurkenkern bedeutet; das entsprechende sp. pepino heisst 
nur gurke; bemerkenswerth ist, dasSj wie engl, pip auch die 
hühnerkrankheit bezeichnet, so it. pipita, sp. pepita ebenfalls in 
dem sinne von pip 1. und pip 2. steht, waüon. pepin sogar allein 
dem pip 1. gleich so viel wie nhd. pips sagt; vgl. noch bei Hai. 
62G pip: a single blossom, a small seed, any diminutive object. 

Pip 3. piepen; lautnachahmend wie die nhd. piepen, fr. pepier, 
lat. pipire, pipare; s. die nebenform peep 1. 

Pipe pfeife; zunächst in der bedeutung des tongeräths; bei 
Ktm. 274 schon ags. pipe, altengl. altndL pipe, neundl. pijp, ndd. 
pipe, cUtn. schwd. pipa, dän. pibe, ahd. pfifa, ßfa, mM. phife, 
pfile, nhd. pfeife; aus dem mlat. und roman. worte mlat. pipa, 
it. piva und wie sp. pg. pipa, fr. pipe, von dem lat. pipare pi^en^ 
pfeifen; vgl. pip 3. und peep L; der ausdruck für das blasen 
instrument wurde dann Übertragen nach der ähnlichen gestaU 



Pique — PiBtol. . 211 

auf allerlei röhrenartige dinge; so für eine ort fass, wovon dann 
die Verkleinerung engl, pipkin: a small earthen boiler; vgl. 
Diez 1, 325 ; Weigand 2, 366 und 385 ; Heyse 699 und das engl f i f e. 

Piqne spiUe, putM; fr, pique; also die rein fr, form neben 
pike und pick; t;^!. auch die nhd. fremdworter, welche auf den 
fr. pique, piquer, piquant beruhen, bei Heyse 700. 

Finte Seeräuber; fr, pirate, auch nhd, (ds fremdwort pirat, 
it. sp. lot, pirata, aus dem gr. nstifatijg eigentl. einer der sein 
glück versucht, der auf abenteuer und raub ausgeht, von nsLQäv 
versuchen; aUengl, pirate: a kind of ship bei Col. 62. 

Plre^e ruderkahn der Indianer; fr. pirogue, it. piroga, sp. 
piragua, ursprünglich ein amerikanisches wort. 

Pirouette kreisschtoung beim tanz; fr. pirouette in derselben 
bedeutung, aber ursprüngl. ein drehrädchen; der eweite theil der 
Musammensetgung beruht sicher auf dem fr. roue , kU. rota rad, 
der erste wird aus pied fuss, aus dem stamme pit spitjs, oder 
aber aus fr. pivot zapfen, eigentl. aus dessen nicht vorhandenem 
primitiv pive, it. piva gedeutet, weil es auf einem zapfen steht; 
8. Diez 2, 400; Scheler und Heyse 700. • 

Piss harnen; altengl. pissen, pissin, pischin; dcts weitverbreitete 
wort aUfrs. pissia, nhd. ndl. ndd. pissen, schwd. pissa, dän, pisse 
giU cds entlehfU aus dem roman, gebiete it. pisciare, pr. pissar, 
fr. pisser, welche ihrerseits von pitissare, pytissare, gr. nvxliuv 
eine flüssigkeit wegspritzen, oder mittels formen wie pipisare, 
pipsare, pissare von pipa, s. pipe, hergeleitet werden; einfluss der 
anomatopaie ist kaum ganz zu leugnen; vgl. Weigand 2, 386; 
Diez 1, 323. Wegen des hierher gehörigen pismire ameise, 
aUengL pissemire, vgl. mire 2. und die entsprechenden oder 
ähnlichen bezeichnungen des thiers ndd. pissemiere, ndl. pismiere, 
pisemnie, mierseycke, ndd. sechemse, migemke , hhd. seiehemse, 
von pissen, migen, sechen, seichen harnen, nach Wedgwood auch 
fmn. kosi: urine; knsiainen: an ant; „the old name of the ant, an 
insect very generally named from the sharp urinous smell of an 
anthill.'^ 

PigtiU Stempel; fr. pistil, sp. pistillo, lat. pistillus, pistillnui, 
wm dem Zeitwerte Aat. pinsere, pistam stossen; ein von diesem 
abgeleitetes pistare, it. pestare gab das it. pestone, sp. fr. engl. 
piston; vgl. Diez 1, 315 und pestle. 

Pistol kleine feuerwaffe; fr. und daher auch nhd. pistole, 
it. sp. pistola, verkleinert fr. engl, pistolet, sp. pistolete, it. 



212 Pit — Pitcher 2. 

pistoletto; die toaffe sou den namen von der it siadt Pistoja, 
Pistoria haben; vgL das genauere und andere ertdärungsversuche 
bei Diez 1, 324; als dasselbe wort wird von manchen angesehen 
die beaeichnung einer münze fr. nhd. engl, pistole, ü^ sp. pi- 
stola; andere leitete dagegen diesen ausdruck ab von pia^tuola, 
vgl. plaster; s. Diez 1, 324; Weigand 2, 386. 

Pit grübe, Vertiefung; aUengh pit, peite, pitte, pytt» put, ags. 
pytt; hdL put, aÜs. ndd. putte, ahd. puzza, mhd. pfutze, nhd. 
pfiitze in den bedeutungen brunnen, grübe y Vertiefung, lache, 
schmutz; entlehnt aus dem lat. puteus brunnen, woraus aufroman. 
gebiete hervorgingen it. pozzo, pozza, sp. pozo, wal. putz, pr. 
potz, fr. puits; Diez 1, 331; Weigand 2, 376; mit Wedgwood the 
pit of a theatre als ein besonderes wort zu nehmen und auf sp. 
pätio hof, hcMsflur, vgl. Dioz 2, 163, zuriickzufähren ist nicht der 
geringste grund vorhanden; es ist einfach der unterste, tiefste 
räum oder pit in dem sinne von abyss, hell, wie umgekehrt fr. 
paradis als Spitzname für die oberste galerie des theaters dient. 

Pitch 1. pech; aÜengl. pitche, pich, pic, €^s. pic, aus UU. 
pix, gr. nl60a, nltta,^ woher ebenfalls entnommen wurden (dts. 
ndd. ndl. pik, pek, ahd. peh, pech, mhd. pech, bech, nhd. pech, 
altn. bik, schwd. bock, dän. beg, kelt. pic, pyg; auf romanischem 
gebiete it. pece, sp. pez, aUfr. pois, peiz, neufr. poix; wenn 
mundartl. und cdtengl. die formen peys, pais, pays begegnen, 8. 
Col. 62; Hal. 610, so beruhen diese auf den aUfr. Wörtern. 

Pitch 2. gipfel; altfr. pic, keÜ. pig; vgl. weiter unter pick. 

Pitch 3. einschlagen, aufstellen, werfen; aUengl. pichen, 
picchen; im ganzen nur eine nebenform von pick, altnM. picken, 
ags. pyccau stechen; vgl. noch das kelt. picio werfen und Wedg- 
wood 2, 519-521. 

Pitcher 1. einer der unrft, Stampfer, hacke; in diesen und 
ahnlichen bedeutungen ist es die gewöhnt, ableitung von pitch 3. 

Pitcher 2. hrug; bei Levins pitcher: urceus; aUengl. picher, 
pichar, pecher, aUfr. picher, pechier, pichier; s. Burguy 3, 290; 
auch noch neufr. pichet, picher, mkU. picarium, bicarium, welche 
mit it. bicchiere, pechero, sp. pg. pichel, aUn. bikar, ahd. pekhar, 
nhd. beclier auf gr. ßlxog irdenes gefäss oder ober auf IcU. bacar: 
vas vinariuiu, mlat. bacariuni zurückgeführt werden; vgl. Diez 1, 65; 
Weigand 1, 115; Grimm 1, 1213; bei Koch 3^ 4 unrd es gestellt zu 
den kelt. ausdrücken gad. pige irdener krug, pigean kleiner krug, 
bret. picher kleiner topf, becher, lasse; s. die engl, b e ak erM. p iggi n. 



Pith — Plaque. 213 

Pith marhj kraß; bei Levins begegnet die ableitung pithye: 
eflicax; vgl. Hal. 628; aUengl. pith, pithe, auch pid bei Col 62; 
ags. pida: mednlla arborum et fructunm; ndd. pit, pitte, peddik, 
piek; Br. Wb. 3, 301. 311. 323f Mndd. Wb. 3, 312. 333; ndl pit 
kemj tnarkj pnik das beste einer sacke. 

Pittaaee mundgabe, kleiner antheil; fr. pitauce, sp. pitanza, 
ü. pitanzo, pietanza, pr. pitanza, pitansa, piatansa, piedansa, mlat. 
pitautia, pictanzia die tägliche portion eines klostergeistlichen; 
nach Diez 1, 319 am W€Arscheinlichsten hervorgegangen aus dem 
alten roman. pite kleinigkeit, etwa unter umdeutung und anleh- 
nung an das lat. pietas, woher aUit. [lietanza mitleid; vgl. auch 
nilat. picta kleine münze bei Ducange und sonst 8cheler, Littre 
mUer pitance. 

Pity mitleid; altengl. pytee, pite; fr. pitie, neben dem engl. 
pi^'ty, fr. piete frömmigkeit, aus dem lai. pietas, welches sich 
bereits oMfr. differeneirt in pieteit und pitiet, |)itie; s. Burguy 
3, 292. 

Piyot zapfen; fr. pivot, ü. piiiolo, welche von Diez 1, 326 
eu it. piva pfeife^ s. pipe^ gestellt , von Scheler dagegen mittels 
formen wie pitot, piot oms dem stamme pit etwas spitziges ab- 
gdeitet werden. 

Plafard anschlagszettel ; über die älteren bedeutungen vgl. 
Hai. 628 und Trench Gl. \iVd; fr. placard, woher ebenfalls entlehnt 
sind ndl. plackaert, plackaet, plakkaat, nhd. dän. plakat; das fr. 
wort scheint weniger auf dem gr. xXa^ platte zu beruhen, als mit 
den nächstverwandten fr. plaque platte , plaquer plattiren und 
etwa vermittels eines mlat. placare auf german. ausdrücken wie 
ndl. plak flaches holzj Scheibe j plakken aufkleben, ndd. plakke 
ausgestochenes rasenstück, plakken flicken, aufheften, nhd. placken 
ein fleck, stücken aufsetzen; s. Diez 2, 400; Br. VVb. :5, 325; Wei- 
gand 2, 386 f. ; Arch. 28, 319. 

Place platz; aUengl. fr. phice, it. piazza, sp. plaza, pg. pr. 
pla^-a, plassa, alifr. place, plache; aus dem lot. platea Strasse, 
dann freier räum, hofraum, platz, gr. nXatsla, zu %Xaxvg flach, 
breit; vgl. flat; aus dem mlat. placea und den entsprechenden 
roman. bUdungen kamen ebenfalls erst die nhd. ])latz, ndl. plaats, 
schwd. plats, dän. plads; dazu als Zeitwort aUengl. placen, fr. 
pUcer; s. Diez l, 318; Weigand 2, 392. 

Pil^e pest, plage, plagen; cdtengl. plage, altn. pläga, schwd. 
pl&ga, dän. plage, ndl. plaag, mhd. nhd. plage; vom lat. plaga, 



214 PUioe — Plan. 

gr. nkrfYTi schlag, wunde, au gr. %kri66Hv schlagen; ebendaher 
pr. plaga, plagua, playa, altsp. plaga, neusp, Ilaga, pg, chaga, it. 
piaga, fr. plaie; mit der begriffsentwicklung : schlag, wunde, Übel, 
krankheit, plage, pest; über dif form des jeteigen engl, plague 
vgl. Mätzner 1, 160; sonst aber Weigand 2, 388 und wegen 
weiterer berührung auf dem gebiete der slav. und heU. sprachen 
bei Dief. 1, 385. 

Plaiee eine art fisch; schon aUengl. plaice bei Gol. 62; ndl. 
pladis, plaidise, nhd. platteise, von dem lot. platessa, miat. platissa, 
platisa; das thier heisst sp. plat i ja, pg. patru9a, fr. platuse, pla- 
teuse und plie, letaleres für plaie und plate; Diez 2, 401; Wei- 
gand 2, 392. 

Plaid manteUuch; das ursprünglich hell, wort gaei. plaide 
grober flanell ist aus dem schott. in das engl., von da neuerdings 
weiter in die übrigen sprachen gedrungen fr. nhd. plaid; das 
gael. plaide wiU Dief. l, 335 mit dem goih. paida leibrock au- 
sammenbrif^en; richtiger nimmt es Mahn als entstanden aus 
peallaid feü eines sch€Uifs, vom gad. peall haut, feü; s. Heyse 702. 

Plain L eben; fr. piain, pr. plan, sp. piano, Uano, pg. piano, 
it. piano, lat. planus; vgl. plan, plane; anwendungen und ab-- 
leitungen des Stammes in der form der verschiedenen sprachen 
dringen als fremdwörter ein wie it. piano eben, sanft, leise, sp. 
llano ebene, steppe. 

Plain 2. Idagen; Hai. 629 piain: to complain; mundarÜich 
verküret aus complain oder noch das aUengl. playnen, pleinen, 
fr. plaindre; vgl. weiter neuengl. plaint klage, (Utengl. playnte, 
pleynt, fr. plainte, cUtfr. plaint, plainct, pr. planch, altsp. planto, 
neusp. Ilanto, pg. pranto, it. pianto, l(U. planctus, eu lat. plangere, 
fr. plaindre; daeu dann plaintiff kläger, fr. plaintif klagend, 
kläglich. 

Plait falten; altengl. plaiten; als hauptwort plait falte, aU- 
engl. pleyte, aUfr. ploit, pleit, plet, von dem lat. plicare, plicatum, 
dessen stamm auch sonst, auf das verschiedenste vermittelt und 
theihoeise mit anderen gemischt, im engl, erscheint; s. Biirguy 0, 294 
und vgl. plash 2.; plight 2. 

Plan l^Ian; fr. plan, sp. plan, piano, it. piano, lat. planus 
eben, planum ebene; ebendaher auch schwd. dän. ndl. mAd. nhd. 
plan mit der begriffsentwicklung: ebene, grundriss einer fläche^ 
umriss, entwurf; s. Weigand 2, 388; vergleiche piain l. und 
plane. 



Plane — Plaster. 215 

Plane eben^ hobel; auf dem lat planus eben beruhend; s. 
piain 1. und plan; auch als name des hobeis, insofern damit 
geebnet wird; mkU. plana ein werkeeug Bum glätten des perga* 
ments^ Auf anderen grund dagegen weist plane in plane-tree 
platane; fr. plane, plaine und platane, pr. platani, sp. pg. it. 
platan o, UU. platan us, gr. nXatavo^^ eu nkatvg breit von bäumen 
mit weitvernoeigter krone oder breitem laub; mehr als fremdwort 
auch nhd. und engl, platane. 

Phuik bret, planke; aUengl. plank, plauke; das lot. planea 
dickes starkes bret wurde in die meisten neueren sprachen auf- 
genommen: ^cAtrd. planka, dän. planke, ndl. plank, mhd. blanke, 
planke, nhd. planke; mundartl. it. pianca Steg, pr. planea, plancha, 
fr. planche bret, sp. plancha blech, pg. prancha diele; das lat. 
pianca sieht man an ob entstanden aus planica tmd steUt es eu 
planus und dem gr. nXal^ platte; tMch den fr. formen im engl, 
auch ihetltceise veraltet und mundartl. plauch, plancher; bei 
Hai. 629 planched: boarded; planchen, planches: boards, planks; 
plancher: a boarded floor, fr. plancher. 

Plash 1. pfütae; spritzen, im wasser rühren; aUengl. plaschc: 
lacuna, Hal. 630; ndl. plasch, plas; vgl. $m dem eeitwort die schwd. 
plaska, ndl. plaschen, nhd. platzen, platschen, plätschern, ndd. 
plasken, palsken; im wesentlichen schaünachahmend; vgl. die 
engl, flash und splash; Weigand 2, 393; Dief. 1, 386 und 
Wedgwood. 

Plash 2. flechten; vgl. Hai. 630 plash von dem verschneiden 
und durchflechten der hecken; altfr. plaissier, plassier, plessier, 
Mu lat. plexus, plectere; vgl. Burguy 3, 293 und Scheler unter 
plessis; als nebenform hat Hai. 630 auch pleach. 

Piastor Pflaster; aUengh plaster, piastre; Levins hcU playster : 
phamiacnm und playster: cementum; daneben auch enplastre, 
emplastre ; ags. plaster, aus dem mlat. plastram, lat. emplastrum, 
gr. IfMiaötfov neben iunXa6t6g eu nXdööBiv bilden; eben darauf 
berußten pr. piastre, aUfr. piastre, plaistre, emplastre, neufr. em- 
pl&tre Pflaster, platre gyps; dasselbe wort begegnet in dem ahd. 
plastar, mhd. phlaster und wie nhd. pflaster, schwd. plaster, dän. 
plaster, ndL pleister; die bedeutungen, ausgehend von etwas auf- 
gebildetem, aufgeschmiertem bewegen sich dann ewischen: heu- 
pflaster, estrich, Obereug des bodens oder der wand, gyps, fläche, 
platte; die daeu gehörigen it. piastra metaUplatte, it. sp. piastra silber- 
wmne e erscheinen als fremdworter wieder im nhd. engl, piaster; 



216 Plftt — Plea. 

ebenso it, piastrone, fir, plastron panaerplatte im engl, plastron; 
aus demselben gr. stamme TtXaötixdg, lat. plasticns, it. sp. plastico, 
fr. plastique, engl, plastic, nhd. plastisch, plastik; vgl. Diez 1, 316; 
Weigand 2, 370. 390. 

Plat flach, platt; altengl. fir. pr. plat, it. piatto, ndl. ndd. 
nhd. schtod, dän. platt, plat weist zuriAck auf das gr, nXatv^; s. 
unter place und plate; aus dem grundbegriffe des flachen er- 
klären sich viele von den älteren und mundartlichen bedeutungen; 
vgl. Diez 1, 317; Weigand 2, 391 ; Scheler unter plat; in anderen 
bedeutungen y s. Hai. 630, erkennt man plat leicht als nebenform 
von plot und von plait. 

Plate plcUte, teller; altengl, alt fr. plate, pr. plata, nhd. platte; 
vgl. wegen der herkunft plat tmd flat; wegen der begriffsent- 
Wicklung des Stammworts y sowie seiner Zusammensetzungen und 
äbleitungen die im nhd. wie im engl, vorkommenden fremdwörter 
platane, plateau, platina, platform, die sich nach form und begriff 
auf roman. gebiete leicht verfolgen lassen; Heyse 703 flF. 

Platoon rotte soldcUen; fr, pelotou; s. weiter unter peilet. 

Play spielen; altengl. playen, plaheu, plawen, plajeu neben 
pleien, plejen, plesen, ags. plegan und plegiau ; als hauptwort 
neuengl. play, altengl. plahe, plawe, plase neben pleie, pleye, ple5e; 
dazu stimmen oMfrs. plegia, aUs. plegan, ndl. ndd. plegen, ahd. 
phlekan, mhd. nhd. pflegen der form nach, während sie ganz 
ausweichende bedeutungen zeigen; dennoch kann man sich die 
begriffsentwicUung etwa so verlaufen denken : schuld, strafe, ver- 
pflichtung auf sich nehmen, sorge für etwas tragen, sich eifrig 
beschäftigen, nach wiUen und gefallen etwas üben, gern und ge- 
wohnter weise thun; vgl. die engl, pledge, plight 1., Weigand 
2, 371; Dief. 1, 385; auch Wedgwood 2, r.26 ff. 

Plea rechtshandel; altengl. plee, plead, pleid, aUfr. plaid, 
plait, plet, plez, pr. plait, plag, sp. pleito, pg. pleito, preito, it. 
piato, mlat. plaitum, plaeitum ursprüngl. im sinne eines Vertrags 
aus dem lat. plaeitum was gefällt und bestimmt wird entstanden 
mittels zwischenformen wie plactum, placdum; s. Diez 1, 317; 
Schmidt G. d. A. 642 ufhd Ducange; der ausdruck begegnet femer 
als mndd. pleit, plet, ploit, ndl. pleit; s. ßr. Wb. 3, 336; Mmid. 
VVb. 3, 345 ; das ags. pleo gefahr mag sich dazu gemischt Aoi^fi; 
das entsprechende Zeitwort ist neuengl. plead, aUengL pleaden, 
plaidin, pleden, pleten, aUfr. plaidier, neufr. plaider reckten, vor 



Please — Plight 1. 217 

gerickt sprechen^ verhandeln; vgl. Koch 3>, 157 und Weigand 2, 387 
unter dem nkd. fremdwart plädiren. 

Please gefallen; altengl. pleasen, plesen, dUfr. plaisir, plesir, 
plere, pleire, neufr. plaire, pr, plazer, sp. placer, pg. pracer, it. 
piacere , lat. placere ; daeu als adjektiv , eigentl. particip engl. 
pleasant, ott/r. pleisant, neufr. plaisant; als hauptwort, eigentl. 
infinitiv neuengl. pleasure, altfr, plesir, plaisir, neufr. plaisir; 
vgl. über die ahlehnung an die mit der silbe ure abgeleiteten 
Wörter leisure und Mätzner l, 510. 

Pledge Pfand; verpfänden; bei Levins schon pledge: obses 
und pledge: oppignorare; altfr. pleige, plege, pr. plieu. pleya, 
altit. pieggio, nUat. plegius, pleginm ; als Zeitwort altfr. pr. plevir 
und pleiger, mlat. plegiare, plegire, plevire, plivire, plevissare; 
daher auch engl, plevin, bei Hai. (531 pleviue: warranty, assurance, 
altfr. plevine, mlat. plevina ; s. Bnrguy 3, 294 ; zweifelhaft bleibt 
die herhunft des roman. ausdrucks; man hat ihn zurückgeführt 
auf lat. placere, placitum, s. plea; auf das ahd. pflekan, s. play; 
auf das lat. praes, gen. praedis bürge; endlich auf lat. praebere 
gewahren, in der redensart praebere fidem, roman. plevir la fe; 
s. Diez 2, 401; Scheler und Littre unter pleige, pleiger. 

Plenty fidle y überfiuss; altengl. plentie. pleutee, plente, bei 
Hai. 631 plentethe, altfr. plente, plante, plentet, planteit, pr. 
plentat, plantat, plenetat; vom lat. plenitas, zu plenus voü; als 
eine ableitung davon erscheint plenteous, altengl. plenteouse, 
plentiouse, plentyfous , plenteevous; vgl. plentevousness: plenti- 
falness bei Hai. 631 und Koch 3», 49. 

Pleirisy brüst feUentzündung ; bei Levins schon pleurisie; fr. 
pleuresie, pr. sp. pleuresia, it. pleurisia, mlat. pleurisis, nach dem 
lat. gr. pleuritis, nkBVQlxi^, sc. voöosy zu xlsvQa seile; missver- 
standen und angelehnt an lat. plus, pluris umrde es in plurisy 
überfülle an btut, Überfiuss entstellt; s. Trench E. 250 und vgl. bei 
Dncange die barbarischen formen plurior, pluritas. 

Plight L Pfand, Verpflichtung, zustand ; verpflichten ; altengl. 
plight, pliht, pligt, plit, plite, ags. pliht gefahr, altfrs. plicht, ahd. 
fliht, mhd. phliht, nhd. pflic^ht, ndl. ndd. pligt, plicht, schwd. dän. 
plikt, pligt; von dem starken Zeitwort ahd. phlekan, 5. play, und 
in ähtdicher weise eine füUe verschiedener bedeutungen entfaltend ; 
vgL Mhd. Wb. 2, 497; Mndd, Wb. 3, 347; Dief. 1, 382; dazu 
als abgdeitetes Zeitwort neuengl. plight, altengl. plighien, plihten, 



218 Plight 2. — Plough. 

ags. plihtau, mhd. plihten, nhd. in Musammenaeleungen bei-, ver- 
pflichten; vgh die schwd. bepligta, forplikta, dän. forpligte. 

Plight 2. faUey flechten; aUengh pliten, plihten, piigbten; 
Matzner 1, 209 vergleicht doMu die dhd. fleh tan, lai. plectere, keU. 
plega; Hal. 631 plight: to twist or braid; plethan: to braid, to 
plait; pleytes: the threads or plats of a cord; dcks engl, wort ist 
wohl veranlasst durch cdtfr. ploit, pleit, plet, vgl. plait, so dass 
der ursprüf^lich in dem stamme enthaUene guttural ^ auch woJU 
unter einfluss von plight L, später von neuem erschien; vgl. 
delight und Mätzner 1, 161. 

Plod mühsam arbeiten y schwerfällig gehen; der ausdruek 
findet sich kaum altengl., nicht bei Levins, aber bei Shakespeare; 
Mahn verweist auf das gaei. plod: a clod, to strike or pelt with 
a clod or clods; im ganzen darf man hier einmtil Wedgwood 
beistimmen , dass nämlich plod , plowd schaUnachahmende bH- 
düngen in dem sinne gewesen seien: to tramp through the wet, 
woraus sieh dann erst die bedewtung entwickelt habe: to proceed 
painfully and laboriously; vgl. bei Hal. 632 plodge: to walk in 
mud and water und unsere nhd. platzen, platschen mit lautem 
schaUe aufschlagen; Weigand 2, 391 ff. 

Plot fleckj plan, Verschwörung ; altengl. plot, plat, schon ags. 
plot flecky bei Schmid 643; uH>hl nur eine nebenform von plat; 
etwa aus nikU. platum; vgl. unser nhd. platz und mancherlei 
nahetretende worter bei Dief. 1, 337 unter dem goth. plats läppen 
IxlßlflUa; die weitere begriffsentwicktung konnte erfolgt sein wie 
in dem nhd. plan, doch mag eine Verstümmlung des fr. complot 
mit eingewirkt h<iben; s. Scheler 68 und Wedgwood 2, 528. 

Plough pflüg; auch plow geschrieben; altengl. plough, plonh, 
plow, plowe, ploh; mundartl. fWtbei Hai. 631; im ags. erscheinen 
nur vereinMeUe spuren wie ploh bei Schmid 642, ploh und plou- 
älmesse bei Bosw., wahrend der eigentl, ausdruek ags. sulh, syl 
nur noch haftet in dem mundartlichen suU, sullow : a plough bei 
Hal. 826; das wort scheint atts dem skandinav. gdnete nach 
England gekommen zu sein und findet sich in den meisten 
anderen german. sprachen wieder; altn. plögr, schwd. plog, dän. 
plong, plov, aUfrs. plöch, ndd. pl6g, ndl. ploeg, ahd. ploh, 
phluog, phluoch, mhd. phluoc, pfluoc, nhd. pflüg; mlat. plous, 
plovus; aber auchy nach Weigand 2, 372 erst aus dem deutschen 
enÜehnt, slav. ploug', plug\ plug, pluh, Utth. piagas; y^nickt ohne 
wahrscheinUchkeit schUesst es sich an gr. xloiov, skr. plava 



Plover — Plum 2. 219 

schiff y von der wwred plu fliessen an,*'* Grimm 6. d. d. S. 40; 
Dief. Or. Eor. 400. 

PlOTer regenpfeifer; bei Levins ploaer: upupa, aUengl. plovere: 
calendula; /r. plu vier, bu dem eeUwort plenvoir regnen ^ aUfr. 
ploveir, plnveir, IcU. pluere regnen, lot. pluvia regen; wenn Wedg- 
wood meint, das engl, plover sei verderbt aus it. piviere, pivaro, 
wie der vogd wahrscheinlich nach seinem Mögenden schrei be- 
nannt worden sei vom it. piva pfeife, pivaro pfeifer, so ist das 
mindestens dahin sfu beschränken, dass in Italien eine mischung 
von piva pfeife und piova, der älteren form für pioggia regen, 
eingewirkt haben mag; vgl. den deutschen namen regenpteifer. 

Pluck ziehen, pflücken; aUengl. plncken, plukkia, ags. pluccian, 
ndd. plucken, ploeken, ndl. plukken, isl. schwd. plocka, dän^ plukke, 
ahd. ploccou, mhd. nhd. pflncken ; die german. werter aber sind 
eigentlich erst gekommen von den romanischen it. pilnccare trauben 
abbeeren, pr. pelucar ausrupfen, pic. plnquer mit deif fingern 
auflesen; vgl. die fr. epjucher und perruque, das engl, periwig; 
Diez 1, 320; Weigand 2, 372; Fick» 787. 

Plug pflock; nicht bei Shakespeare, Levins oder Stratmann; 
ndd. pluck, plugge, plügge, ndl. plaghe, plug, schwd. plugg, pligg, 
dän. plök, pl^gi *^^* phloc, phlocke, tiAd. pflock; der aus- 
druck scheint zunächst ein niederdeutscher bu sein, aber die 
weitere herkunft ist dunkel ; vgl. Schwenck 465 ; Weigand 2, 372 ; 
Wedgwood erinnert an die keU. ploc, pluc schlagen, schlag. 

Plum L pflaume; attengl. plumme, ploume, ags. plume, isl. 
plöma, plnmma, schwd. plommon, dän. blomme, ndd. plume, 
{)lurome, mhd. phlüme, pflüme, phrume, prnme, prune, nhd. pflaume, 
ndL pruiro, mit fr. prune, it. mlat. pmna, aus lat. prunnm, gr. 
Xifoihnyiß für XQOVfivov, mit einem wohl durch dos kU. pluma 
erleichterten Übergang von r in 1; vgl. plum 2. und prune 1.; 
Weigand 2, 370; Schwenck 465; ncu^h Mahn auch ir. pluma, com. 
plnman, gaeL plambas, plumbais. 

Plan 2. leicht, Bart, sanft; bei Hai. 633 plum: light, soft; 
» nMg, wie Wedgwood annimmt, entsprechen dem nhd. pflaum, 
flaum, UjU. pluma feder, fr. und so auch engl, plume, wobu fr. 
engl, plumage gefieder; bei Bosw. schon ags. plüm-feder: a plume 
of feathers; vgl. Weigand 1, 347; 2, 370. In anderen bedeutungen 
bei Hal. 633 scheint plum bu stehen für plump oder plumb; 
so in plum : perpendicular, plum*down : escarpe bei Cotgrave, wo 
neben der interjektion plump auch das fr. ä plomb eingewirkt 



220 PliHnb ~ PltMh. 

haben mag^ wie denn in diesem sinne plumb gesagt wird; hei 
Hal. 633 plnmpendicnlar : perpendicular. 

Plumb hlei; neufr. plomb, lot. plumbum, aUfr. phim, plom, 
pr. plom, sp. plomo, pg. chnmbo, it piombo; dasu plummet 
Senkblei, für plumbet, dUengh plomet, aUfr. plommet, neufr, 
plomet, s. 8cheler tmter plomb, sp. plomada; vgl. noch plnm 2. 

Plttnp plumps; fett, grob, aufschwellen; plumpsen; auseu^ 
gehen sein wird hier allerdings mit Wedgwood von der scheid- 
nachahmenden interjektion, auch nhd. plump, plumps; als eigen^ 
Schaftswort entspricht nhd. plump, ndl. plomp, aUn. plumpr, 
schwd. dän. plump; als Zeitwort schon aUengl. plumpen, schwd. 
plumpa, dän. plumpe, ndl. plompen, nhd. plumpen, plmnpsen ; 
vgl. über die deutschen ausdrücke Weigand 2, 395 ; Schwende 474 ; 
wegen mannigfacher berührung und mischung auch plum 2., 
plunge und pump. 

Plunder raub, plündern; nicht bei Stratmann, Levins oder 
Shakespeare 0u finden; nhd. plunder aUer^i geräth ut%d eeug, als 
Zeitwort plündern, mhd. plündern rauhen, ndl. plünderen, plon- 
deren, schwd. plundra, dän. plyndre; das wort scheint in die 
übrigen sprachen erst aus Deutschland etwa um die seit und in 
folge des dreissigjährigen kriegs gedrungen eu sein; mundartlich 
nhd. plündern das hausgeräth fortschaffen, mhd. plunder, blunder 
betteeug, ndd. plunne geringe kleidung, lumpen, ndL plunje 
matroseneeug ; der weitere Ursprung ist dunkel; vgl. Trench E. 
74. 108; Weigand 2, 396; Br. Wb. 3, 345; wegen der begriffsent- 
Wicklung rob 2. und robe. 

Plmge tauchen; fr. plonger, cdtfr. plonchier, gleichsam von 
plumbicare, sfu lat. plumbum blei; it. piombare n(Mch dem senIMei 
fallen, pr. plombar einsenken, eintauchen, lat. plunibare, /r. 
plomber; s. Diez 1, 322; Burguy 3, 295; andere legen das wohl 
selbst erst entlehnte bret. plunia eintauchen, kymr. plwng zu 
gründe; eher mochte man wenigstens mitwirkung von schaUnack- 
ahmenden ausdrücken annehmen wie bei Biun. ndl. plompen, 
plonsen, plotsen ins umsser fallen, tauchen; vgl. plump; dazu 
als ahleitung plunge on taucher, fr. plongeon. 

Plnsh sammetartiges zeug; wie die gleichbedeutenden nhd. 
plüsch, ndd. plus, schwd. plys, dän. plyds, auch ndl. pluis fasern 
aus dem fr. peluche, it. peluccio, peluzzo, mundarfl. plusia, sp. 
peluzza, pelusa, pelussa sammet, woüe der fruchte, haare ; zu lat. 
pilus h(Mr ; vgl. Scheler 253 und pile 4. 



Ply - Pod. 221 

Ply f alten y biegen j sich anstrengen; s. die reiche begriffst 
entwicktung in den worterbUchern; altengL ply en, plicn biegen^ 
gestaÜen; zu gründe liegt sicher das altfr. plier, pleier, ploier, 
neufr. plier, ployer, pr. pleiar, plegar, sp. plegar, pg, pregar, ü. 
piegare, lai. plicare, gr. niixeiv und die bedeutungen mögen sich 
ähnlich wie bei dem lat. tendere entfaltet hctben; dabei haUe 
wohl einfluss auch verküraung aus apply; vgl. bei Levins plye: 
apply, incnmbere, möglicher weise etwa play in seinen älteren 
formen pleieu, pleyen, ohne dass man darum ^ wie die meisten 
englischen etymologen^ ply gerade vom ags. plegan herleiten darf 

PMeh stossen, stechen y stehlen y Wilddieben y anfangen; das 
wort ist in dihser form nicht alt und die begriffsentfaftung nicht 
überall klary wenn auch die bedeutungen stechen, einstecken und 
lösche etwa sur Vermittlung genügen; bei Levins findet sich to 
potch an egge: pntamine lixare; Hai. 633 h<tt poached durch' 
löcherty land is said to be poached when it is trodden with holes 
by heayy cattle; /ertier poaching: swUmpy; poche: a pocket; 634 
pock: to pash: 640 potch: to poke, to thrust at, to push or pierce; 
641 pouch: a pocket, to poke or push; danach scheinen die 
englischen etymologen wie Wedgwood 2, 532 und Trench GK 165 
mit recht poach ais eine nebenform von poke aneusehen; gewiss 
aber wurde es in seiner form und auch seiner begriffsentwicklung 
stark beeinflusst durch die fr. Wörter wie poche lasche y pocher 
stosseuy schlagen y empocher einstecken; vgl. insbesondere die 
redensarten fr. pocher des oBufs, engl, to poach eggs, fr. pocher 
les yeux die äugen braun und blau schlagen; die fr. ausdrucke 
beruhen aber selbst wieder auf german. gründe; s. Diez 2, 401 
und Scheler unter poche; vgl. die engl, pocket, poke und 
pouch, sowie im allgemeinen Koch 3^, 157; Dief, 1, 315. 339. 

Poek pocke; dUengl. pokke, ags. poc, ndl. pokke, pok, schwd. 
als plur. pockar, koppar, dän. kopper, nhd. pocke, deren weitere 
herhunfl unaufgMärt ist; Etm. 272; Weigand 2, 397; in small- 
pox wurde der ursprüngliche plural pokkes, pocks als singular 
genommen; vgl. Koch 1, 436. 

Po^6t lasche; schon bei Levins pocket: sacculum; es ist die 
Verkleinerung des aliengl. poke, pock tasche ; vgl. poke 2., pouch 
und die fr. poche, pochette, in älterer form auch poque, poquette ; 
sowie über die ableitungssübe Mätzner 1, 511. 

Pai hülse y schale; schwellen; der Ursprung des wertes ist 
im gansen wenig klar; doch darf man mit Wedgwood vergleichen 



222 Point — Poke 1. 

dän. pude kisseHf poUter, bausch, sich bauschen, etwa auch engl. 
pad, insofern mehrfach die benennungen fur schale, hülse und 
pclsier, hissen sich aus dem grundbegriffe des schwelenden enP- 
wichdn; vgl, in dieser hinsieht die engl, cod und bolster, das 
ndl. bolster hiUse und besonders Weigand 2, 400 unter dem nhd. 
polster. 

P^int punkt; aitengl. poynt, poynte, fr. point, it. sp. pnnto, 
lot. pnnctnm, von pungere stechen; die reiche begriffsentwicktung 
ist im anschlösse an die lat. und fr. Wörter unschwer au er- 
kennen; vgl. auch das auf demselben gründe beruhende nhd. 
punkt. lieber das viel besprochene ^o int- device s. Wedgwood 
1, 454; Schmidt 2, 878 und besonders Matzner Wb. 1, 629 f.; es 
ist hervorgegangen aus der redensart at point devis, wo devis, altfr. 
devis, adjektiv ist und sorgfaltig, exact, vollkommen bedeutet, wie 
andererseits a devis nach wünsch, trefflich beaeichnet. 

Poise gewicht, wägen, erwägen; aitengl. peis, pois, poise^ 
aUfr. peis, pois, pes, poix, neufr. unter einfluss des lot. pondns 
0U poids geworden, pr. pes, pens, it. sp. pg. peso, vom lat. pensuin 
0U pendere wägen; (ds Zeitwort daeu aUengl. peisen; Hai. G13 
peise: a weight; peize: to weigh down, to oppress; att/r. penser, 
peeser, peser, neufr. peser wiegen, penser erwägen, denken, panser 
warten^ pflegen; pr. sp.pg. pesar und pensar, it. pesare und pensare; 
s. Burgay 3, 297; Diez 1, 314; vgl. das engl pansy. 

Poison gifl; citengl. poysoan, poyson, pnyson, aitfr. poison, 
puison, neufr. poison, it. pozione, sp. pociou, pr. poizo, lal. potio 
trank, dann eauber-, liebestrank, gift; woeu Diez 1, 331 als analog 
anführt die sp. yerba, pg. erva giftpfianee, aUfr. enherber ver- 
giften, vom kU. herba kraut^ sowie das nhd. gift ursprüngl. gäbe, 
dosis; dazu cds eeitwort poison vergiften, aitengl. poysonen, cUtfr. 
poisonner, neufr. em-poisonner; dcts lat. potio erscheint daneben 
in kaum veränderter form und bedeutung als fr. engl, potion. 

Poilrel brusthamisch des pferdes; s. petrel 2. 

Polce 1. stossen, stechen, tasten, schüren; aitengl pokeu, 
ndl. ndd. poken stechen, ndk pook Schüreisen, ndd. p6k, poke 
doleh, wozu man lat. pugio dolch vergleicht ; s. Mndd. Wb. 3, 3r38 f. ; 
Br. Wb. 3, 371 ; wenn auch nahe herantretend, doch kaum identisch 
damit sind die nhd. bochen, pochen, ndd. packen, ndL bocken, 
boicken, beucken, dän. pukke klopfen, pochen; vgl. (irimm 2, 190 ; 
Weigand 2, 397 ; Frisch 2, G4. 



Poke 2. — Policy 2. 223 

Poke 2. tausche; aUengl. poke, ags. poca, poha, pooca, ndl. 
poke, attn. poki, nikU, pocchia, fr. poche; vielleicht verwandt mit 
pock; vgl. Dief. 1, 339; Diez 2, 401 und die engl, poach, pocket, 
ponch. 

Pale 1. Stange; aUengh pol; nebenform von pale, wie auch 
nach Bo8w. bereits ags. pol neben pal begegnet; vgl. das schwd. 
p&l und im allgemeinen pale 1.; ^ edgwooA aieht hierheripole ^ 
axe und vergleicht aUn. palöxi, ndl. polhaemer, wie es denn ofi- 
gemein erklärt wird als a weapon consisting of an axe -head 
mounted on a long pole; indessen scheint das doch auf um- 
deutung eu beruhen; die älteren formen pollex, pollax, bole-axe, 
bnl-axe weisen theHs wie ndd. poll -exe auf poll kopf^ als eine 
waffe^ um das haupt der feinde eu spalten ^ theüs wie das dUn. 
bol-5xi aimmeraxt auf den in bill schnäbele beü enthaltenen 
stamm mit dem begriffe des hackenSy spaUens; s. Br. Wb. 1, 328; 
Mndd. Wb. 3, 360; Koch 3», 143. 

P«le 2. pol; dcts gr. noXo;^ von niUiv sich bewegen, lat. 
polna f^ in dUe neueren sprachen gedrungen fr. pole, it. sp. polo, 
schwd. dän. nhd. pol, ndL pool. 

Pole 3. Pole; der slav. voUcsname Poljanin bedeutet wrsprimgl. 
bewohner der ebene, vom russ.poln. pole fdd; s. Weigand2, 398. 
Hierzu wird gewöhnlich gebogen pole-cat^ ndl. pool-kat mard^r, 
bei Levins polcatte, indem es für Polish cat stehen sou ; manche 
erUären es dagegen als verstümmelt aus poultry-cat und Wedg- 
wood versucht es auf aUfr. pnlent, pullent stinkend tfurOck- 
eufuhren unter vergleichung des fr. namens putois; für die her- 
leitung aus poultry spricht das veraltete poult: to kill poultry 
bei Hai. 641; das ndl. pool-kat ist wohl erst dem engl, entlehnt. 

Pdiey 1. Staatsverwaltung; ältengl. policye; neben police 
und polity entsprechend den fr. police, it. polizia, sp. polizia, 
nhd. polizei, aus mZo^. .policia, politia, gr. xoXiXBla Verfassung, 
Verwaltung des stcMis, der Stadt n6h^; vgl. die eaktr eichen ßu 
demsdben stamme gehörenden bUdungen wie engl, politic, fr. 
politique, ü. politico, lat. politicus, gr. noXitixog, als nhd. fremd- 
Wärter bei Heyse 710; Weigand 2, 399. 

Poliey 2. Versicherungsschein; it. pölizza schein, anweisung, 
9p. poliza, pr. polissia, /r, police und danach auch nhd. als 
fremdwort police; das wort, welches mit dem vorhergehenden nur 
MufaUig sieh begegnet, wurde allgemein abgeleitet mittels der nUat. 
poltticum, poleticum, polypticum, polyptychum vereeichniss, hebe- 



224 Poliah 1. — Pomade. 

rolle atis dem gr. nokwcxv%ov viel faUen oder blatter habend^ gr. 
%ohv^ vielf %tvi faUe^ blati; eben daher das fr. ponill^, pouilie 
register, inventar; später erJdärt dagegen Diez das it. pölizza, fr. 
police aus dem lot. pollex, gen, pollicis daumen, insofern dies 
im mittelalter für sieget, dann für das besiegelte blatt gebraucht 
worden sei, wahrend die ableitung von pouille festgehalten urird; 
s. Diez 1, 327; 2, 404. 

Polish 1. glätten; bei Hai. 651 pulche und pnllish, oltengL 
poUhen, polyschen, fr. polir, ebenso pr. altsp. pg. polir, neusp. 
pulir, it. pulirc, polire, UU. polire; ebendaher als fremdworter 
nhd. poliren, ndl. polysten, dän. polere; wegen der bUdung des 
engl, polish vgl. Mätzoer 1, 518; als ableitung desselben Stammes 
a.b. polite ho flieh, fr. poli, pr. polit, IcU. politas. 

Polish 2. polnisch; mit dem namen des landes Poland ßu 
pole 3. 

Poll Jcopf; über die weitere begriffsentwicUung vgl. die Wörter- 
bücher; sie verläuft etwa: köpf, köpf zahl, liste, k&pfen, scheren, 
berauben ; vgl. Hai. 635, sowie einerseits das nhd. fremdwort poll 
stimmenjgählung bei Weigand 2, 400, andrerseits engl, pollard 
kcpfweide, kappen, sttUaen; bei Levins bereits poll scheren, stutzen, 
berauben, aUengl. als zeitwort pollen, als hauptwort poll köpf, 
altndl. pol, bol, ndd. pol, poUe köpf, spitze, wipfd; Br. Wb. 
3, 351; Mndd. Wb. 3, 359; ahd. hirnipolla himschale; vgl. Über 
eine menge von ähnlichen wertem, deren anlaut zwischen p und 
b wechselt, unter dem engl, bowl; Grimm 2, 231; Dief. 1, 283. 

Poltroon feigling; fr. sp. poltron, it. poltrone faulenzer, it, 
poltro faul, feige, poltrire faulenzen, welche beruhen au f dem 
ahd. polstar, bolstar pfähl; s. das engl, bolster; wegen der be- 
griffsentwicklung kann man mit Wedgwood das fr. paillard von 
paille Stroh vergleichen; «. pallet 2.; ausserdem Diez 1, 328 und 
Dacange unter poltrones. 

Pomander riechbüchschen; es scheint entstellt aus fr. pomma 
d'ambre: an apple of amber; vgl. das sp. poma apfd, räucher- 
pfännchen; die beziehung ergab sich aus der gestalt, aber auch 
aus der Verwendung von äpfdn zu woMgerüchen; s. Hai. 636 und 
pomade. 

PoMade pommade, h<mrsalbe; auch pomatnm; iL pom ata, sp. 
pomada, fr. und danach als fremdwort nhd. pommade; so ge- 
nannt, weil eine art apfd dazu verwendet wurde; lot. pomom 
kemfrucht, it. pomo, pome, sp. pg. pomo, pr. pom, fr. pomme, 



Pommel — Poodle. 225 

auch engl, pome; so in pome-granate granatfrucht, it. pomo- 
granato, bei Hal. 63G pome-garnade ; vgl. grenade. 

Pommel hnopf; altengl. pomel, pumel knopf, besonders schwert- 
hnopf; Hal. 636 pomel: a ball or knob, a globular ornament or 
anything globular; aUfr. pomel, neufr. pommeau ein wie ein 
apfdy fr. pomme, lat. pomum geformter knöpf; vgl. pomade; 
dos engk pommel: to beat, to bruise by beating ist ursprünglich 
to strike with a knobbed implement^ like the pommel of a sword; 
das veraltete pomelee gefleckt bei Hal. 636 ist das fr. pommele: 
marque de taches en forme de boules; vgl. Scheler 265. 

Pompion kürbiss; Hai. 636;^'6^jer^ meist pumpion und pumpkin; 
bei Levins pompon, pompone, pepone, altfr. pompon, pepon, neufr. 
pepon, ndl. pompoen bei Binn., nach Wedgwood langu. poupoun; 
it. popone, pepone, vom lat. pepo, aus gr. nk%(ov reif weil die 
frucht nur ganz reif verspeist wird; vgl. pip 2.; Diez 2, 399; 
Weigand 2, 366 unter dem nhd. pfebe; das engl, pumpkin ist 
unier benuijsung der verJdeinerungssilbe kin mehr angeeignet. 

Pond 1. teich; aUengl. ponde, bei Hai. 637 pon; G41 poun: 
a pond; Wedgwood erklärt es: „a piece of water penned or 
dammed up, AS. pyndan;^* vgl. pound 3.; pen 2.; indessen 
vgl das fr. bonde schleuse, welches selbst Murückgeführt wird 
auf das mundartl. deutsche punt, bunte, ponte, bunde; s. Diez 
2, 231; Weigand 2, 776; Schwenck 635; weiter ab liegen schon 
die von Mahn verglichenen it. sp. pg. pantano sumpf schlamm^'^ 
nil(U. pantanum, oder gar das gr. lat. x6vtos, pontus meer; s. 
EHez 1, 302. 

Pond 2. erwägen; verkürzt aus dem jetzt allein üblichen 
ponder; fr. ponderer, sp. ponderar, it. lat. ponderare, zu lat. 
pondus, gen. ponderis geuncht; vgl. bei Bosw. die qgs. pundere: 
a weigher; pundern: a balance; pundur: a level, plumb-line, 
recompence; ndd. pundern schwer wiegen Br. Wb. 3, 377; im 
allgemeinen pound 2. und Dief. 1, 340. 

Pony ideines pferd; Johnson wolUe es entstanden wissen 
aus pony, Wedgwood gar aus poln. konik pferdchen, kon pferd ; 
es ist ursprüngl schott. pony, gad. ponaidh kleines pferd. 

Poodle kraushaariger wasserhund; der ausdruck scheint erst 
in neuerer zeit nach England gedrungen aus dem nhd. ndd. pudel, 
budel, ndl. poedel-hond, danach auch dän. pudel; nach dem Br. 
Wb. 3, 368 von puddeln, pudeln im gehen wackeln, weil der hund 
hinter seinem herm an pudeU, oder wegen seiner dicken hnunre 

M t U «r, Bt/n. Wöri«rb. U. S. A«fl, 15 



226 Pool 1. — Popiiyay. 

0U wackdn scheint; vgl. aber nhd. pudeln, ndl. poedeln plätschernd 
schtaimmenf ndd. bodele wctsserblase; Weigaud 2, 432. 

Pool 1. kleines stehendes wasser; aitengl. poole, pool, pol, 
ags. pol, ndl. poel, ndd. pol, pal, aUn. pollr, schtvd. dän. p5l; 
nach Wedgwood auch kelt. pwll: a pool, pit, ditch; woM ein und 
dasselbe mit lat. palas sumpf, dem mit gesteigertem Stammvokal 
entsprechen ahd. pfui, mhd. pfuol, nhd. pfuhl ; Weigand 2, 375. 

Pool 2. Spieleinsatz; auch ponle geschrieben, als ausdruck 
bei spiden, ist das fr. ponle kenne, vom lat. pulla, pnllus junges, 
junger vogd; vgl. poult. 

Poop hinterschiff; fr. poupe, it. poppa, sp. pg. pr. popa, lat. 
puppig; das engl, wort wird dann auch in entsprechenden be- 
deutungen als eeitwort gebraucht; wegen eines anderen to poop 
vgl. unter pop. 

Poor arm; aUengl. pore, poure, povere, attfr. povre, pauvre, 
neufr. pauvre, it. povero, 5p. pg. pobre, pr. panre, paubre, paupre, 
lat. pauper, welches unverändert engl, als pauper almosen- 
empfänger erscheint. 

Pop klatsch, puffen, schiessen, wischen, fahren, schnellen; bei 
Levins poppe: conjectare; auszugehen ist hier gewiss von der 
schdUnachdhmung mit Wedgwood: „imitative of the sound made 
by a small explosion of air; a pop-gun, a tube contrived to drive 
out a pellet with a pop. Hence to pop: to move suddenly;*^ vgL 
Smart ; Koch 3 \ 164 und die nhd. piff, paff, puff, puffen, puffen ; 
Weigand 2, 432; als ein ähfdiches lautnachahmendes wort mag 
hier erwähnt werden poop im sinne des lat. pedere, ndl. poepen, 
ndd. nhd. püpen, ferner dcts gr. nonnv^uv schnalzen, schmatzen. 

Pope papst; aUengl. pope, pape, ags. papa, fr. pape, sp. it. 
kU. papa, gf. ndnag, ndnnag, dem auch entsprangen die nM. 
papst, pfaffe, pope, das letztere zunächst aus dem slav. pop; vgL 
auch über die begriffsentuncklung: vater, geistlicher, bischof, papst 
bei Weigand 2, 335. 363. 

Popiiyfty papagei, grünspecht, geck; äUengl. popingay, po- 
pynjay, papejay, cdtfr. papegai, papegaut, neufr. papegai, pr. 
papagei, sp. pg. papagayo, U. papagallo, ndd. papegoje, ndL 
papegaai, mhd. papegän, nhd. papagei, mgr. naxayag, neugr. 
xanayaXkog; die Wörter wie pape, pope vaier oder pappa brei, 
nhd. papeln schwatzen, andrerseits it. gallo hahn oder fr. geai, 
engl, jay heher liegen nicht sowohl zu gründe, als sie mittels 
aneignung und umdeutung hineingelegt wurden; den Ursprung 



Poplar — Pore 2. 227 

sucht man in dem arab. babaga und wetter im pers. bapga, 
malaffisch bayan; 8. Diez 1, 304; Weigand 2, 334 und Heyse 052. 

Poplar Pappel; (ütengl. poplere, popalere neben popul-, popyl- 
tree, aUfr. poplier, neufr. peaplier, ndl. populier, popelier, Weiter- 
bildung des lot. popnlus, mlat papulus, welchem ebenfalls ent- 
stammen it. pioppo, sp. pobo, chopo, pg. chopo, choupo, mhd. 
popel, papel, nhd. pappel, ndd. poppele, poppele, schwd. dan. 
poppel; s. Weigand 2, 384; Koch 3«, 63. 09. 

Poppy mahn; cdtengh popi, ags. popig, papig bei Bosw. und 
Etm., aber auch norm, papi, hgmr. pabi, fr. pavot, pr. paver, 
papaver; das lat. papaver liegt doch wohl aüen freilich theüweise 
stark verkarsten und entstellten formen bu gründe ; in dem engl. 
poppy mit seinem anklänge an pop klatsch möchte man fast die 
besiehung finden wie in der nhd. beeeichnung klatschrose; vgl. 
Dies 2, 398; Grimm 5, 1015. 

Poreellill porseUan; entstellt auch purslaiue, pnrslane, bei 
Hai. 653 purslen; das engl, wort wie das nhd. porzellan ist 
Munächst romanisch, aUfr. poreellaine, porchelaine, poarcelaine, 
neufr. porcelaine, sp. pg. porcelana, aus dem it. porcellana; ge- 
nannt nach der porseUan- oder venusmusehel, welche wieder vom 
lat. porcas in dessen figürlicher bedeutung den namen empfangen 
hatte; s. Diez 1, 329; Weigand 2, 402 und besonders Mahn 
Et. Unt 11. 

Poreh vorhatte; altengl. fr. porche, aus lat. portiens, welches 
auch als ags. portic erscheint; vgl. wegen der formentwickiung 
perch, fr. perche, h»t. pertica, wegen des Stammes aber port 2. 

Porespine Stachelschwein; ältere formen sind: porpentine, 
pork-poynt, perpoynt, porpoynte, porpeys, porkpen, porpyu, por- 
pia, porcopig, in denen umdeutende anlehnung an point und pig 
hervortritt; altfr. porc-espi, neufr. porc-epic und porte-^pine, pr. 
porc-espi, sp. pnorco-espino, puorco- espin, pg. porco espinho, 
porco spim, ü. porco spiuo, porco spinoso, von dem lat porcns 
Schwein und spinosus stachelicht; als übersetsungen entsprechen 
das nhd. Stachelschwein, schwd. piggsvin, dän. pindsviin ; vgl. über 
die engl formen Trench E. 258; Hai. 63S; Koch 3«, 165. 

P§rc 1. schweissloch ; fr. nhd. pore, pr. por, sp. pg. it. poro. 
lat. porös, gr. MOifog durchgang, schweissloch , ssu xbIqbiv durch- 
bohren. 

Pore 2. genau und anhaltend auf etwas blicken; aUengl. 
poren, bei Col. 61 pour, pure; man kann aUenfaUs vergleichen 

16* 



228 Pork — Port 3. 

d(is ndd. piren gefUM suchen y sammeln ^ Br. Wb. 3, 323, ndl. 
peuren unternehmen ^ unterstehen, sowie die engl, peer 2. und 
pour; aber der Ursprung ist damit wenig aufgeklärt ; schwerlich 
wird man es mit Mahn als eiiüß scheideform von bore nehmen 
dürfen. 

Pork schweinfleisch; altengl. pork, fr. pr. porc Schwein, 
aUsp. pg. it. porco, neusp. puerco, lat. porcus; dajsu neuengl. 
pork et junges schwein, altengl. porcatte neben porky ii, porkin, 
porkling; vgl. porcupine und porpoise. 

Porpoise meerschwein; daneben in mundartl. und älteren 
formen porpess, porpus, porpeae, porpesse^ propesse, purpose, 
purpesse, porpas, purpeys; aus lat. porcus Schwein und piscis 
fisch, mlat. porpecia: piscis majoris species bei Ducange, ü. porco 
pesce; vgl. die eis Überseteungen entspretßienden engl, sea -hog, 
nhd. meerschwein, mhd. merswin, ahd. mersuin, nierisuin, woher 
wieder fr. marsouin ; ferner schwd. hafsvin, marsvin, dän. niarsviin ; 
s. Weigand 2, 127; Koch 3«, 165. 

Porrage suppe; bu gründe liegt gewiss das lat. pormm lauch, 
Suppenkraut, ags. por, porleäc lauch, gemüse, bei Duez erklärt: 
„des herbes vertes hach^s menues et cuites en fafon de potage;^^ 
it. porrata, porretta, altengl. porray, porret; dajm dann por- 
ringer suppennapf, für porrager; vgl. messenger und Mätzner 
1, 188; auf porrage suppe mag einfluss gehabt haben fr. potage 
suppe, engl, pottage; bei Hai. 640 pottenger: porringer; bei 
Levins potenger, pottanger. 

Port 1. hafen; das lat. portus wird sowohl ags. mhd. nhd. 
port, als fr. pr. port, sp. puerto, it. pg. porto ; insofern dies dem 
namen der stadt Oporto eu gründe liegt, gehört dann auch hierher 
der nach derselben benannte wein engl, port, nhd. portwein. 

Port 2. thor, luke, pforte; das lat. porta thor geht über in 
ags. port, mhd. phorte, nhd. pforte, fr. porte, neusp. puerta, 
dUsp. pg. it. porta; dazu unier anderen porter thürhüter, fr. 
portier; /emer portcullis faUgatter, /r. porte-conlisse, t;on cou- 
lisse, £fu couler gleiten, fliessen, lat. colare durchseihen. 

Port 3. treten; fr. porter, lat. portare; dasu porter 
träger, fr. porteur und engl, porter: a dark kind of beer,' 
originally called porters^ beer, implying great strength and 
substance; ferner port haltung, fr. port, nach se porter 
sich haUen; daau engl, portly st€Utlich; vgl. Trench Gl. 169 
und Smart. 



Portrait — Posset 229 

Portrait gemälde; neu fr. portrait, ältfr. pourtrait, portraict, 
mlat. protractns abbüd; eigentlich das particip nUat. portractus 
gemalt^ für protractns, von protrahere hervorziehen, abbilden, malen, 
woraus dUfr. poartraire, neufr. portraire, engl, portray; wegen 
der begriffsenttoickiung darf man noch vergleichen das engl, draw 
eiehen, zeichnen , sowie it, ritratto, sp. pg. retrato bildniss; vgl. 
Ober die fr. Wörter Bnrgny 3, 372 ; Scheler 266. 

P086 1. schnupfen; altengl. pose ist belegt bei Stratmann; 
Bo8w. führt eis ags. an gepose: the pose, stuffing of the head, 
gravedo; aber der ausdruck ist schwerlich ags., noch überhaupt 
germanisch; vgl. das ndd. pose, poos von hrankheitsfäUen; s. 
Br. Wb. 3, 353 und Mndd. Wb. 3, 363, wo es auf das lai. pausa, 
fr. engl, pause eurüclcgeführt wird, indem es ursprünglich die 
ßwischeneeit der krankheitsanf alle, dann diese selbst bezeichnet habe. 

Pose 2. Stellung; verwirren, examiniren; die fr. pose Stellung , 
poser stellen beruhen zwar, zumal der form nach, auf dem lot. 
pausare ruhen, vgl. pause, doch unier Vermischung mit dem lot. 
ponere legen, stellen; vgl. Diez 1, 309; Scheler tin^ar opposer; rMch 
mehr tritt diese anlehnung hervor in den Zusammensetzungen, wie 
apposer, opposer; diese beiden aber scheinen in den altengl, ap- 
posen und opposeu der bedeutung nach in einander geflossen zu 
sein; jedenfalls ging das heutige pose befragen, versuchen erst 
aus dem gleichbedeutenden altengl. apposen hervor, wie es andrer- 
seits für suppose begegnete; Über die weitere begriffsentwicklung 
bemerkt Wedgwood: ,.the term is then specially applied to the 
case im which the person examined is unable to answer, when 
pose or appose takes the meaning of putting to a nonplus;*^ s. 
Mätzner Wb. 1, 98; Hal. 74. 639; in dem ebenda angeführten pose: 
a hoard of money ist vielleicht eine spur erhalten von dem ags. 
pose ranzen, tasche, aitn. posi, mhd. pfose tasche, beutel; vgl. 
Über diese Dief. 1, 339 und Lexer 2, 261. 

Posnet kleiner topf, napf; altengl. postnet. posnett, posnette, 
dUfr. pocenet; dieses nimmt Wedgwood mit unrecht als eine 
Verkleinerung von pot; Worcester legt em kelt. posned zu gründe, 
wdches selbst erst entlehnt sein dürfte; vielleicht ist es entstanden 
aus dem engl. fr. bassinet, von fr. bassin, engl, basin becken; 
vgl. Koch 3«, 11. 120. 

Posset molkentrank, gerinnen machen; das fr. posset scheint 
erst dem engl, ausdrucke entlehnt ; dieser erinnert an lot. it. posca 
essigwasser, wofern er nicht kelt. Ursprungs ist, wie denn von 



230 Post — Pot. 

Mabu welsch posel: curdled milfc, posset angeführt wird von pos, 
posiaw: to gather, to heap; an sp. poso hefensate ist nicht mh 
denken. 

Post post J pfosten; das engl, post beruht , ganz abgesehen von 
den jmsammensetsfungen f in denen es die unveränderte lot. prä- 
position istf auf dem lot. postis, sowie auf lot. ponere, positus, 
so äfwar, dass dieses theüs in roman. Wörtern, theils schon im 
ags. post erscheint; vgl. Smart, das fr. poste und die nhd. post, 
posten, pfosten; Scheler 266; Weigand 2, 373. 406; aueh Koch 
3«, 19. 128. 194; Diez 1,330. 

Postern ausfaUpforte, hinterthür; aUengl. postyrii, posterue, 
cdtfr. posteme, posterle, neufr. poterne, pr. posterlla, it. postierla, 
mlat. posterna, posterula, lot. posterala via Seitenweg; s. Ducaoge 
und Diez 2, 404. 

Postil randbemerhung, postille; altengl. postille; aus dem tat. 
post ilia sc. verba autoris entstand ein mlat. postilla predigtbuch 
mit fortlaufenden bemerhungen; daher it. pg. pr. postilla, sp. 
postila, fr. apostille, postille, nhd. postille; s, Ducange ; Diez 1, 330 ; 
Weigand 2, 406. 

Posy denkspruch, blumenstrauss ; Wedgwood wiU im gegen- 
Satze eu der gewöhnlichen ableitung aus poesy d<is wort auf fr. 
pensee jgurückführenf was ebenso unnöthig als bedenklich ist ; bei 
Shakespeare steht posy in der bedeutung eines verses, eines 
Spruchs auf einem ringe oder kästchen und wird in beeiehung 
au poetry gesetzt; wegen der weiteren begriffsentuncklung genügt 
die erhlärung: „especially, a motto or verse sent with a bunch 
of flowers, hence a nosegay ;^*' doch kann man hier eher Wedg- 
wood beistimmen: „a nosegay was probably called by thi:i name 
from flowers being used emblematically, as is still common in 
the East.'' 

Pot topf; altengl. potte, pot; den eigenÜ. Ursprung des worts 
aufzudecken ist um so schwieriger, als es in wenig wechsdnder 
gestaU auf den verschiedensten gebieten erscheint, dUfrs. ndl. ndd. 
pot, aUn. pottr, potta, schwd. potta, dän. potte, kymr. pot, gaeL 
poit, ir. pota, potadh, puite; sp. pg. pote, pr. fr. pot; über die 
art der enüehnung oder der Urverwandtschaft ist wenig ermittelt ; 
ein mlat. potus könnte wesentlich zur Verbreitung beigetragen 
haben, ist aber schwerlich das lat. potus trank; vgl. Diez 1, 330; 
Weigand 2, 407; Scheler 266. Dazu das engl, potash, nhd. 
pottasche, fr. potasse, mlat. it. potassa, sp. potasa, schwd. pottaska, 



Potatoe — Pottnce 1. 231 

dän. potaske die lauge, die man in topfen abtauchen liess oder 
das laugensaUfy das man ursprünglich in solchen versandte; s. 
Schwenck 480. 

Potatoe iartoffel; entstellt aus dem it. sp. patata, batata, 
welches ein amerikanisches wort ist und dem ein älteres betate, 
Mu beet, lot. beta rübe gehörig , nur angelehnt scheint; s. Diez 
2, 163; Wedgwood 2, 541; 3, 568. 

Poteh stosseuy weichsieden; vgl. poach, von dem es nur eine 
nebenform ist und ausserdem etwa hodge-podge. 

Potter 1. topf er; ableitung von pot, wie ndd. pottjer, 
neufr. potier. 

Potter 2. müssig umhergehen , stören, stossen, hinken; vgl. 
Hai. 640; nach form und hedeutungen verschwimmen meistentheils 
damit pother, pudder und bother; zu gründe liegen mag 
mehr als ein stamm; vgl. Hai. 635 poit: to pash or kick; 640 
pote: to push or kick; pother: to shake, to poke; Wedgwood 
vergleicht dazu theüs die ndl. potereu, peatereu in etwas herum- 
stören, theils das schwd. päta, peta: to poke or pick; Koch 3^ 13 
nimmt pother zusammen mit bother zu dem gach both: a plash, 
declamation, furious agitation. 

Pottle kanne, flasche; Wedgwood vergleicht das langu. pou- 
taras ois augmenUUiv von pot; das engl, wort scheint nur eine 
etwa unter einfluss von bottle gebildete ableitung von pot; auch 
ein kett. potel wird von Mahn angeführt. 

POHeh tasche; äUengh pouche, fr. poche, in älterer form 
poqae, pouque, worauf auch ein nhd. posche beruht; vgl. Wei- 
gand 2, 404; Diez 2, 401; Dief. 1, 339, soune die engl, poach 
und pocket. 

Poult itMi^e^ huhn; daneben pullet; es ist das fr. poulet 
von poole henne, aus lai. pullus thietjunges; dazu das engl, 
kollektiv poultry gefiügd, aUengl. poultrie, pultrie; vgl. das mlat. 
poletria: puUorum equinorum grex bei Ducange; über bUdungen 
dieser art Mätzner 1, 499; über das lot. pullus, gr. xSXog ^. foal 
und Curtius No. 387; vgl. auch pool 2. 

PoBltiee breiartiger Umschlag; wohl mittels eines nUat. pol- 
ticnm, pnlticum, vom lat. puls, gen. pultis brei, verkleinert pulti- 
cula, gr. Mdktog, it. polta 

PoiBOe 1. pulver zum glätten des papiers, eigentl. bimstein- 
pulver; fr. pouce in pierre-ponce bimstein, ü. pomice, sp. pomez, 
laL pumex, gen. pumicis, engl, pumice; s. auch wegen der weiteren 



232 Pounce 2. — Pour. 

begriffsenttoicJUung die fr. poncer, poncis, poncette bet Littre und 
Diez 2, 403 ; hierher auch pouncet-box riechbüchschen^ eigentlich 
ein streubüchschen; vgl. aber pounce 2. 

Pounce 2. hratte eines raubvogels; auf etwas herabstosseny 
packen^ durchbohren; Levins hat pounce: insculptTc; Hai. 041 
pounce: a puncheon of iron, to cut, to perforate or prick any- 
thing, to* ornament by cutting; andererseits pounce: a thump or 
blow; in diesen älteren bedeutungen erscheint es als nebenform 
von punch 1.; glaublich ist nun, was Wedgwood sagt: ,,to 
pounce upon an object is to dash down upon it like a bird of 
prey, to seize it with his pounces ;^^ nur ist schwerlich das haupt^ 
wort pounce kraUe, wie Mahn meint, norm, ponce aus lat. pugnus 
faust, sondern selbst erst aus dem eeitwort pounce, fr. poncer durchs 
stechen, durchbohren entstanden ; vgl. die fr. serre und griffe kraUe 
und Bu gründe liegt schliessl. dcts lat. puugere. Selbst mit p o u n ce 1 . 
berührte sich das wort leicht in pouncet-box, pounced-box, pounce- 
box, welche bedeuteten: a box perforated with holes used for 
carrying perfumes und a receptacle for sprinkling pounce, woher 
dann pounce bestreuen; vgl. über die freilich auf verschiedene 
weise denkbare begriffsentwicklung Smart und Worcester. 

Pound 1. stossen, zermalmen; bei Hai. 641 pound: to beat 
or knock; Levins %a^ pounder: tritumare (/ur tri turare?), altengl. 
pounen, bei Hal. G52 pun, punne, ags. punian zerreiben; s. 
Matzner 1, 208. 

Ponnd 2. pfund; altengl. pound, pond, pund, ags. puiid; UmL 
pondus und pondo, woraus ebenfalls hervorgingen goth. aUn. 
schwd. dän, alt fr s. ndd. pund, ndl. pond, ahd. pluuit, mhd. pfunt, 
nhd. pfund; vgl. Dief. 1, 340; Weigand 2, 376; hierzu gehört auch 
pound: ponderare bei Levins; s. pond 2. 

Ponnd 3. pfänden, pfandstall; altengl. punden, pt.'nden etn- 
scMiessen, ags. pyndan; altengl. pondfold, pindfold pfandstaU, 
vgl. das ags. pundbreche bei Schmid 643; die engl, pinfold, 
pen 2. und Mätzner 1, 208. 

Ponr ausgiessen, ausströmen; altengl. pouren, poren, poweren, 
powren, schott. pere; die engl, etymologen wie Worcester wnd 
Wedgwood haben theils an lautnachahmung gedacht, theils an 
das ags. borian bohren, an das lat. purus rein, an kelt. bwrw 
werfen, vergiessen, oder gar an sp. chorrear, chorrar ablaufen 
lassen; davon verdient einige beachtung höchstens die annähme 
kelt. Ursprungs; sonst könnte man cMenfalls zu gründe legen das 



Pout — PraisB. 233 

fM, porren, ndd. parreu stören ^ umhlen, not parren eine ver- 
stopfte röhre reinigen , also dcis wasser ausströmen lassen; Br. 
Wb. 3, 379. 

Poat die lippen aufwerfen , schmoUen; oUengL ponten ; bei 
Hui. t 41 poutch und poutle; nach form und begriff sehr nahe 
treten pr^ pot lippe, in der Schweiz potte, woher Mre la potte 
schmoüen^ auch sonst mundarth fr. pot, pout, potte lippe, neupr. 
pot, limous. poatou kuss; s. Wedgwood und Diez 1, 330; anderer- 
seits vergleicht man fr. bonder schmollen, henneg. boder auf- 
schwellen, aber auch kelt. poten, potteu ein etwas aufgeschwollener 
bauch; Diez 2, 233 und Scheler unter bonder. Als name von 
ihieren begegnet pout frühzeitig, so pout eine art fisch, eelpout, 
bereits ags. aelepnta, wobei ebenfalls der begriff des aufblasens 
SU gründe liegen soU; „it has the power of inflating a membrane 
which covers the eyes and neighbouring parts of the head;" pout 
ist auch eine art vogel, pouter die hropftaube; das ndd, pute, 
nhd. pote, puter soU erst auf den engl, powt, pout haselhuhn, 
turkey-pout welsches huhn beruhen; Weigand 2, 437. 

Powder ptdver; altengl. ponder, pondre, aUfr. poldre, puldre, 
pondre, neufr, poudre, pr. pols, podra, polvera, sp. polvo, polvora, 
it. polve, polvere, lat. pulvis, gen. pulveris; vgl. die ebendaher 
stammenden nhd. pulver und puder bei Weigand 2, 432. 434. 

Pdwer macht; aUengl. poer, aUfr. poer, poeir, poir, pooii^, 
povir, povoir, neufr. pouvoir macht, können, pr. sp. pg. poder, it. 
potere, von dem im lat. posse enthaltenen stamme pot. 

Pox pocken, bUUtem ; zusammengesetzt s m a 1 1 - p o x ; eigentl. 
plural, aUengl. pokkes; vgl. pock und als krankheitsnamen die 
nhd. plurale pocken, blättern, masem. 

Poy Stange, stütze; bei Hal. G42 poy: a long boat-hook by 
which barges are propelled against the stream; altfr. apui, apoi, 
pui, poi, puiot, neufr. appui stütze; Scheler 17; Burguy 3, 307; 
vgl. weiter unter pew. 

PraiSO loben; aUengl. praisen, preisen, altfr. praisier, proisier, 
prisier, neufr. priser, pr. pg. prezar, sp. preciar, it. prezzare, lat. 
pretiare; von dem hauptwort neuengl. praist% altengl. preis, altfr. 
preis, pris, neufr. priz, pr. pretz, sp. prez, precio, pg. preco, it. 
prezzo, lat. pre tin m preis; auf demselben gründe beruhen ndl. 
prijs, mhd. pris, nhd. preis, schwd. pris, dän. priis; im engl, sind 
als scheideformen des wertes in verschiedener bedeutung entwickdt 
price und prize; vgl. Burguy 3, 302; Weigand 2, 415 f. 



234 Frame — Pray. 

Prame ein flaches fcAreeug, fähre; nach den nebenformen 
pram, praam 0U urtheüen im engl, toohl erst aus dem ndl. praam, 
ndd. prame, welches sich auch als altn. pramr, dän. pram, nhd. 
prahm wiederfindet; s. Weigand 2, 410. 

Pranfe prunken, sich bäumen; nächstverwandt damit prank 
putMen, luftsprung, streich; Hai. 206 brank: to hold up the head 
affectedly; 642 prank: to adorn, to decorate, to be crafty or 
subtle; prankle: to prance; Levins hat praunce: exoltare und 
pranke: ezultare, gestire; oUengL prauken, branken; in den nahe 
liegenden german. und keÜ. sprachen finden sich ecMreiche qms- 
drücke van ähnlicher form und mit den bedeutungen: sich 
brüsten, ewr schau tragen, prangen, prunken; mhd. braqgen, 
praugen, nhd. prangen, prunken, ndl. prouken, aUn. präuga, 
schwd. pr&nga, prunka, dän. prange, prunke, kymr. prange, 
prangcio, schott. brink, brank; vgl. Wedgwood; Grimm 2, 303 
und besonders Dief. 1, 266; kaum verwandt ist, eeigt aber ähnliche 
form und begriffsentwicUung, sp. pg. brincar hüpfen, springen, 
tarnen, spielen, brinco sprung, kurzweü; s, Diez 2, 109. 

Prate schwätzen; als ableitung daeu prattle; vgl. wegen 
dieser büdung babble, cackle und Mätzner 1, 484; altengU 
praten, ndd. praten, prateln, präteln, s. Br. Wb. 3, 359; auch 
mhd. braten bei Lexer 1, 342, ndl. praaten, schwd. prata, dän. 
prate plaudern; altn. prata: immodeste se gerere; vgk Dief. 1, 267 
und Wedgwood 2, 544, der die schaUnachahmung des rauschenden 
wassere eu gründe legt; in dieser hinsieht klingt an nhd. prasseln 
brechend, an einander schlagend hart tönen; s. Weigand 2, 413. 

Prawn seegamde; Levins hcU praue, Hai. 642 prankle; 
Wedgwood leitet die beeeichnung des thiers ab „from the^ formi- 
dable spur with which his head is armed** und erinnert an das 
fries, porn, nhd. sporn ; s. spur; ist die Veranlassung des namet^ 
richtig vermuthet, so liegt es näher eu denken an ags. preon hefU 
Stachel, altn. prioun nadel, ndd. preem, ndl. priem, mhd. phrieme, 
phriem, nhd. pfriem, welches auf einem nUat. prema, voraus- 
Museteen nach premula, 0u beruhen scheint und sonst freilich 
erscheint ob preen, dUengl. pren; vgl. Etm. 275; Br. Wb. 3, 360; 
Weigand 2, 374 ; Lexer 2, 263. 

Pray bitten; altengl. prayen, preien, preyin, aUfr. preier, proier, 
preer, neufr. prier, pr. preyar, pregar, it. pregare, lat. precari; 
d€Ufu dann prayer bitte, gebet, dUengl. preyre, praiere, oitfr. 
preere, proiere, priere, neufr. priere, lot. precaria. 



Preach — Pres«. 235 

Preaeh predigen; Mengl. preacheu, prechen, aUfr. prechier, 
precher, preescher, preecer, neu fr. precher, aus hxt. praedicare, 
mlat. predicare; vgl. das engl, predicate; daa lot. wort ging 
nickt nur in die anderen roman. sprachen Über pr. sp. predicar, 
pg. pregar, it. predicare, sondern auch in das german. gebiet ags. 
predicjan, ahd. predigön, mhd. bredigen, nhd. predigen, ndl. 
prediken, preken, schwd. predika, dän. pradike; s. Weigand 2, 415. 

Preamble einleitung; fr. pr^ambule, vom lot. praeambalus 
aus prae und ambulare; vgl. das engl, amble und die deutschen 
preambel, priamel bei Weigand 2, 418. 

Preen iardenausstecher ; dUengl. preu, ags. preon pfriem^ 
nadel; vgl. unter prawn; wegen preen: to prime, or trim up 
trees s. pruned. 

Premises Voraussetzungen; grundstOcke; fr. premisses voraus- 
Setzungen^ auch nhd. als fremdwort praemissen, vom lot. prae- 
missus vorausgeschickt; wegen der eigenthümlichen begriff sent-- 
Wicklung des engl, ausdrucks bemerkt Wedgwood: „Lat. prae- 
missa, things spoken of or rehearsed before. Then from the use 
of the term in legal langnage, where the appurtenances of a 
thing sold are mentioned at full in the first place, and subsequently 
referred to ap the premises, the word has come to signify the 
appurtenances of a house, the adjoining land and generally the 
whole inclosure of a property/' 

Prentice lehrling; cdtengl. prentis; verstümmelt aus appren- 
tice; vgl. Mätzner 1, 177. 

Press presse J menge^ pressen ; bei Levins presse, preace, bei 
HaL 643 prese: a press or crowd, to crowd; als hauptwort fr. 
presse, pr. pg. it. pressa, sp. prensa, schwd. prass, dän. nhd. 
presse; nebst den eeitwörtern fr. presser, it. pressare, schwd. 
prassa, dän. presse, ndl. nhä. pressen, von dem lot. pressare tfu 
premere drücken; auch in press-gang erscheint press seiner 
ersten bedeutung kaum entfremdet, nicht einmal Verkürzung aus 
impress ansfunehmen ist nöthig; dennoch könnte eine art um- 
deutung stattgefunden haben; Wedgwood sagt: ^,To press for a 
soldier, press-gang. From Lat. praesto: in readiness; to give 
money in prest was to give money in hand to be subsequently 
accounted for. Hence prest-money, corruptly press-money, was 
the earnest money received by a soldier taking service. Hence 
to prest, or press, to engage soldiers;'' danach würde in press 



236 Prest Priest. 

erst später die gewcUtsame Werbung ausdruck gefunden JuAen; 
vgL Smart und Hal. 644 unter preste 2. 

Prest bereit; dUengl. preste; vgl. Hal. 644; altfr. pr. prest, 
neufr. pret, it. sp. pg. presto, lat. praestus, praesto; das vSUig 
veraltete prest : a loan, money paid before due ist das altfr. prest, 
neufr. pret darlehen, von dem ecitwort neufr. preter, aUfr. prester, 
lat. praestare leisten^ darbieten; vgl. imprest und press. 

Pretty hübsch; *bei Hal. 644 : neat, fine, crafty ; Levins hat 
pretie: scitus, facetus; aUengl. prati, ags. pratig, prattig: astutas 
bei Etm. 275; ebenda werden angeführt ags. prate: omatos; 
priLtt: astns, altn. pretta: fallere; sowie ein ndd. pratig, pratig: 
promptus; mit unserem nhd. prachtig hat es schwerlich etwas 
gemein; vgl. noch Diet 1, 265 — 267 und wegen der begriffsent- 
Wicklung etwa die des fr. fin, nhd. fein, engl, f i n e. 

Prey beute^ plündern; dltengl. preye, praye, altfr. preie, praie, 
neufr. proie, pr. it. aUsp. preda, lat. praeda; als eeitwort aUengl. 
preyen, praien, altfr. preier, preer, proier, it. predare, lai. prae- 
dari ; Wedgwood sagt über das wort in seiner weise: „the original 
meaning is shown in W. praidd: a flock or herd, prey taken in 
war, which in early time would consist mainly of cattle;'^ nach 
Curtius No. 180 stände la^. praeda für prae-hid-a, eu der würzet 
hend, gr. %ad fassen. 

Price preis; aUengl. pnis, pris, prys, aUfr. pris, preis, neufr. 
prix, pr. pretz, it. prezzo, lat. pretium; s. die scheidefonnen 
praise und prize. 

Prick stechen, stich, punkt, stachd; als Verkleinerung prickle; 
vgl. Hai. 643 preke ; 645 prick, mit reicher begriffsentwicklung ; 
als Zeitwort aUengl. pricken, prikien, ags. priccjan, ndd. prikken, 
prikkeln, nhd. prickeln, ndl. pricken, schwd. pricka, dän. prikke; 
(üs hauptwort dltengl. prikke und pi;ikil, ags. prica punkt, sticht 
ndd. ndl. dän. prik, ags. pricele; vgl. Etm. 275; Bout. 368; Br. 
Wb. 3, 362; Weigand 2, 418; nach Wedgwood auch kymr. pric; 
auf dem roman. gebiete erscheint es als altsp. priego, pg. prego 
nagel; Diez 2, 167. 

Pride stole; aUengl. pride, prede, pnüde, pmde, prnte, ags. 
pr^, altn. pr^di, pr^di stohf, schmuck, cdtn. schwd. pr^da 
schmücken, dän. pryd pute, pryde schmücken; vgl. das weitere 
unter dem eigenschaftswort proud stole. 

Priest priester; altengL preost, preste, prest, preost, pruest, 
ags. preost, dUs. prestar, aUfrs. prestere, dltn. prestr, schwd. dän. 



Prim — Priae. 237 

prest, prast, ahd. priestar, mhd. nhd. ndl. priest er; aus dem lot. 
gr. presbyter, nQBößfkeQog, dcLS cds fremdwort dann auch nhd. 
«ltd engl, wieder in der form presbyter erscheint; ebendaher 
stammen die romanischen aUfr. pr. prestre, neufr. pretre, sp. 
alfyg. preste, it. prete; s. Weigand 2, 419; Diez 1, 332. 

Prim geeiert y schmücken; aUfr. prini, prin, pr. prim der 
erste f vorzüglich ^ fein; lai. primus der erste ^ fr. prime, it. sp. 
primo; eben darauf lässt sich leicht zurückführen prime in 
seinen meisten bedetUungen; vgl. Hai. 646 und Smart; in anderen 
mögen aUerdings noch andere stamme von einfluss gewesen sein; 
vgl. über die berührung mit prune bei Wedgwood 2, 546. 

Primrose primel; aUengl. prymerose, primerole, prymorole, 
bei Levins schon primrose; fr. primerole und primevere, nUat. 
primula veris, nhd. primel; die engl, form entstand wohl durch 
umdeutende anlehnung an lat. rosa, fr. engl. nhd. rose; so dass 
die erstlingsblume des frühlings lat. primula, von primus, die erste 
rose genannt umrde; Wedgwood: „The element rose is added in 
the E. name as the type of flower in general." 

frbaik schmücken, prunken; s. Hal. 647; nächstverwandt mit 
engl, prank, n%(2. prangen, prunken, ndl. pronkeu; Wörter, die 
untereinander eine ablautsreihe bilden; vgl. Dief. 1, 267 und das 
engl, prance. 

Print drucken; verküret aus imprint, altengl. auch emprent; 
vgl. das aUndl. printen, prenten ; fr. empreinte eindruck, bild, eu 
dem aUfr. preindre, aus lat. premere, imprimere drücken, ein- 
drücken; vgl Diez 1, 235; 2, 404. 

Prison gefängniss; das ältere prisun, welches Bosw. als ags. 
anfuhrt, ist natürlich vielmehr altengl. prison, preson, presone, 
cUtfr. prisun, prison, neufr. prison, sp. prision, it. prigione; aus 
lat. preusio, prehensio eu prehendre, fr. prendre; es bedeutete 
ursprüngl. die gefangennähme, dann gefängniss, auch gefangener ; 
in dem letzten sinne neuengl. prisoner, fr. prisonuier, it. pri- 
gionere, nUat. prisouarius neben priso; s. Ducange und Koch 
3», 61. 147. 

Prise preis, gewinn, prise, schätzen; auch prise geschrieben ; 
es ist zunächst scheideform von price und praise und beruht 
mit diesem auf dem altfr. pris, neufr. prix, lat. pretium preis; 
allerdings aber mischte es sich mit dem fr. prise, aUfr. prinse, 
woher auch nhd. prise das genommene, vom fr. prendre, particip 
pris, lat. preheudere; vgl. prison; so bedeutet es taking, seizing, 



238 Probe — Prong. 

booty; Wedgwood: „It will be remarked that prize in this latter 
sense might also be understood as the prize or reward of victory ;^^ 
jedenfMs berührten sich die bedeutungen nahe reward gained by 
contest or competition und the contest or competition itself; vjß» 
die fr. le prix, la prise, etre aux prises. Wenn prize mundarU. 
und besonders in Amerika nehen pry auch so viel heisst wie ein 
hebdy gewaUsam öffnen, so mag gleichfalls das fr. prise eroberung, 
geuHÜtsame einnähme mu gründe liegen und sicher ist es so in 
prise: the note of the horn blown on the death of a deer in 
hunting; Hal. 647. 

Probe untersttchen ; sonde ; vom lat. probare, auf dem unser 
nhd. probiren beruht; vgl. proof «nd prove; schon späüai. proba 
versuch, nhd. probe ; die bedeutung der sonde als des instruments 
gur Untersuchung ergab sich leicht; Wedgwood führt als gleich^ 
bedeutend an cat. proba, fr. Eprouvette und vergleicht das sp. 
tienta sonde, vom lot. tentare versuchen ; s. auch Weigand 2, 422. 

Proetor Vertreter, sachwdUer; dUengl. proctour, proketoure, 
proketowr, neben procuratour; verstümmelt aus dem lat. pro- 
curator, it. procuratore, vgl. die aUfr. procureor, neufr. procnreur; 
s. wegen ähnlicher entsteUung proxy und Mätzner 1, 179; wegen 
der mannigfach wechselnden bedeutungen des mlat. procurator 
bei Ducange und proetor bei Hai. 647. 

Profile Seitenansicht; fr. profil, it. profilo, sp. perfil; mit dem 
it. profilare, fr. profiler, sp. perfilar, aus dem lat. filum faden, 
gestalt, umriss und den leicht untereinander wechselnden com- 
positionspartikdn pro und per; vgl. portrait, purfle unter 
purl 1. und Diez 1,333. 

Prog betteln; Wedgwood erklärt es to use all endeavours to 
get or gain und vergleicht ein skandinav. prokka Musammen^ 
scharren, schwd. pracka, dän. pracke betteln; vgl. bei Weigand 
2, 408; Br. Wb. 3, 357 die nhd. prachem, ndd. ndl. pracheren, 
pragchen; au beachten ist, dass nach Hai. 647 proetor auch 
betüer bedeutet, woraus prog verkürst sein könnte; andererseits 
vergleicht man die lot. procare, procari betitln; so wie bei Hai. 
648 proke: to entreat, to insist upon, to stir or poke about; 
altengl. prokkyn, prokien; vgl. Wedgwood 2, 547 f.; prog: food 
ist jedenfalls die erbettelte speise. 

PronK tfinke, gabel; bei Hal. 648 prong: a point, a hayfork; 
Levins hat prongue: hasta furcata; Wedgwood eridart: from prog, 
synonymous with prod: to prick; Hal. 647 f.; an das ags. preön, 



Proof — Proee. 289 

s. prawn, ist doch kaum eu denken; Bosw. und Etm. führen 
an ein Mtemlieh ufMares ags. pranga: cavemamen, pars navis; 
es ist wohl eins mit dem ndd. ndl. praug, prange stock, gefäng- 
nisSy wosu ndl. nhd. pranger schandpfahi, vom ndd. ndl. prangen 
drücken; s. Weigand 2, 411 ; Mndd. Wb. 3, 370 flf. und Dief. 1, 340 
unter dem goth. ana-praggan bedrücken; eben dahin gehört ein 
altengl. prangelen: to constrain bei Stratmann; der grundbegriff 
von prong scheint demnach ein werkgeug eum drücken und fest- 
hatten, ein gabelförmiger stock gewesen au sein. 

Proof beweis; bei Levins proofe : a proof und to prove ; aUengl. 
aUfr. prove, nettfr. preave; au dem Zeitwort neuengl. prove, ott- 
engL proven und preven, preoven, preaen, aUfr. prover, pruver, 
neufr. prouver, pg. provar, sp. probar, pr. proar, it. provare» lat. 
probare; dies ging iÜMrigens auch unmittelbar in die germanischen 
sprachen über ags. pröfian, ndl. proeven, altn. profa, schwd. 
pröfva, dän. prove, nhd. proben, probiren, prüfen; nebst ent- 
sprechenden hauptwörtem mlat. proba, ü. sp. prova, pmova, sp. 
prueba, pr. prova, proa, ndl. proef^ schwd. prof, dän. prove, nhd. 
probe; s. probe; Weigand 2, 422. 429; als susammensetsung 
gehört dasu improve verbessern, mit eigenthümlicher begriffe- 
entwicklung, wdche wohi ausging vom lat. probare für gut er- 
klären, so dass die vorsitbe in als Verstärkung genommen wurde; 
ein äUeres improve bei Hai. 474 entspricht in seiner bedeutung 
to reprove, to refute dem lat. improbare missbHUgen; vgL 
Mätzner 1, 549. 

Prop stütse, stützen; Levins hat proppe: fnlcmm und proppe: 
sufFnlcire; der form nach genau entsprechen die hauptwörter 
schwd. propp, ndd. prop, propp, dän. ndl. prop, nhd. pfropf, mit 
den seitwörtem proppa, proppe, proppen, pfropfen, deren bedeu- 
iungen aber nur Stöpsel, austopfen^ vollstopfen sind; den begriff 
festmachen könnte man als ein mittelgUed denken; aber der 
weitere Ursprung ist dunkel; s. Weigand 2, 374 und Wedg- 
wood 2, 549. 

Prose prosa, langweüig ersäUen; das wort ist an si^ 
deutlich das fr. prose, it. sp. nhd. lat. prosa, aus prosus, prorsns 
gerade aus; eigenÜ. die schlichte gerade rede; Über die begriffe- 
entwicklung, nach der auch das engl, seitwort ehemals nur be- 
zeichnete in prosa schreiben und aUmälich den tadelnden neben- 
sinn bekam, ähnlich wie unser nhd. eigenschaftswort prosaisch, 
«pj. Trench E. 211; Gl. 177. 



240 Proud - Prow 1. 

Proud sMa; aUengk proud, proat, pnid, prut gewaUig, mächtig ^ 
herrlich stole; vgl. wegen der bedeutungen auch Hal. 649 proad: 
laxariaut, full, high, swelled, swelling, to be maris appeteus ; (igs. 
prut, aUfL prudr, prudr, dän. prud; davon abgeleitet pride; 
kaum beachtung verdient Wedgwood's versuch, den ausdruck mit 
Wörtern wie nhd. prott, protzig in der bedeutung des aufgeblasenen, 
stolzen, trotzigen auf lautgeberden eurikkeufuhren; ebenso frag- 
lich sind die beziehungen zu dem stamme von bright glänzend, 
auf die bei Dief. 1, 267 hingewiesen wird. 

Provender trockenes f utter, mundvorraih; ehemals provend, 
provaud, *. Hai. 649 provand: provender, provision; provende: a 
prebend; a daily or annual allowance or stipend; aUengl. pro- 
vendre, provende, probend, pro wand; fr. proveude, altfr. auch 
provendre, it profenda; durch einunrkung vom lot. providere ver- 
sorgen, providenda ob scheideform entstanden aus fir. prebende, 
sp. prebenda, it. pr. prebenda, prevenda eigentl. täglicher lebens- 
unterhalt der manche und anderer geistlichen, vom lat. praebeuda 
das zu Uefemde, praebere darreichen, liefern; vgl. das engl. 
prebend und die hhd. mehr oder weniger angeeigneten pfründe, 
proviant, praebende bei Weigand 2, 375. 407. 428 ; Heyse 748 ; die 
formen provendre, provender beruhen auf einer Weiterbildung; s. 
Ducange unter praebenda, provenda, praebendarium, provenderium; 
im übrigen Diez 1, 331. 

PrOYOSt vorgesetzter; altengl. prouost, prouest, prepost, alt fr. 
prevost, provost, provos, neufr. prevot, pr. prebost, sp. pg. pre- 
boste, it. prevosto, preposto, preposito, aus lot. praepositus vor^ 
gesetzt; dies wort, in dessen erster silbe frühzeitig durch assi- 
milation und Verwechslung der beiden synonymen Vorsilben pro 
st(Ut prae erscheint, drang aus dem lot. und roman^ in die ver- 
sehiedenen german. sprachen ein Mnd wurde in einzelnen bedeu- 
tungen mehr, in anderen weniger angeeignet; ags. profast, präfost, 
oUfL profastr, schwd. prost, dän. provst, propst, oML pröbast, 
mkd. brobest, nhd. propst und profoss, ndl. prevoost, provoost; 
s. Scheler 270; Heyse 739; Weigand 2, 425. 426. 

Prow L schiffsvordertheü ; fr. proue, it. prua, sp. pg. pr. 
proa; auch als name einer art von fahr zeug ebendaher engl. 
proa, it. proda, aus dem lot. prora; möglicher weise unter ein- 
fl^ss von verwandten german. wertem wie ahd. prot, prort, brort; 
s. darüber bei Diez 1, 334 und Graff 3, 313; vgH. bei Hai. 649 
prow: a small boat. 



Prow 2. — Prune 2. 241 

Prow 2. tapfer, tüchtig; auch als hauptwort bei Hai. 649 
prowe: honour, profit, advantage; aUengl. prou, prowe, altfr. prou, 
pren, pro, neufr, preux, it pro, prode. sp. pg. pr. j»ro als haupt- 
wort und als eigenschaftswort; das romanische wort wird auf 
das lat. pro für, oder atush auf probus gut, brav zurückzuführen 
sein; s. Diez 1, 332 f.; eine ableitung davon ist dann prowess 
tapferkeit, altengl. prowesse, prowse, prouesse, altfr, proesse, 
proeisse, proece, neu fr. prouesse, pr, proessa, proeza, sp. pg. 
proeza, it. prodezza. 

Prowl herumstreichen, auf raub ausgehen, stehlen; bei Levins 
proule durchsuchen, nach etwas suchen, bei Hai. 648 prolle: to 
search or prowl about, to rob or steal, to plunder; altengl, prolen, 
prollin suchen, durchsuchen; es unrd von Wedgwood, wie schon 
von Skinner, wohl mit recht zurückgeführt auf ein vermuthetes 
aUfr. proielor cds Weiterbildung von proier zu proie beute; s. prey. 

Proxy Stellvertreter; eigentlich Stellvertretung; bei Hai. 647 
prockesy; verstümmelt aus dem daneben noch vorhandenen pro- 
curacy, lat. procuratio, ndl. prokuratie; vgl. proctor und 
Mätzner 1, 179. 

Pmde eine spröde; fr. prüde; Wedgwood: „a name ironi- 
cally given to a woman who sets up for preciseness of conduct. 
Fr. preude femme: a modest, honest, discreet woman Colgr.;" 
das fr. wort scheint abgezogen von den ausdrücken fr. prud^homme, 
preud'homme, preude femme, prode femme, pr. prozom, sp. pro- 
hombre, it. produouio wackrer mann, ehrenmann; dann beruht 
es auf dem lat. pro oder probus; s. prow 2.; andere denken 
an prudens, oder an ein nicht vorhandenes pradus für providus; 
Diez 2, 405. 

Prune 1. pflaume; fr. prune, pr. sp. pruna, t^. pruna, prugna; 
aus kU. pruna, prunum, gr. xqovvov, xqoviavov; s. plum 1. 

PnuiO 2. beschneiden, säubern, putzen; bei Hai. 648 proigne; 
aUengl. proignen, proinen, pruuen; wohl aus dem fr. provigner 
ausfächsern, «is^J. provine in derselben bedeutung; von dem lat. 
propagiuare fortpflanzen f auf dem auch unser nhd. pfropfen be- 
ruht; s. üiez 1, 384; Weigand 2, 374; Mätzner 1, 209; das engl 
prune mag sich mundartl mit anderen stammen gemischt haben; 
vgl. Hai. 649 proining: prying; s. auch prime und pry; Wedg- 
wood möchte es verbinden mit ags. preön Stachel, s. prawn und 
p r e e u, unter Vermittlung der begriffe to prick and to deck ; vgl. 
Trench GL 169. 

M A U «r, Btjm. Wörtorb. II. a. Amfl. 16 



242 . Pry — Puddle. 

Pry spähen ; aUengl, pryen, prien ; schwerlich ist es mit Mahn 
entstanden mu denken ans per -eye in dem sinne von to eye, io 
look through; eher kann es sein das altfr, preer, preier, vgl, 
prey und prowl, so dass es zuerst auf beute ausgehen, dann 
danach suchen, nach etwas ausschauen bedeutete; in der bedetUung 
gewaltsam mittels eines hebeis öffnen berührt es sich mit prize, 
prise und ist vielleicht nur eine verkürssung davon. 

Puck waldgeist, heboid; altengl, pouke, s. Hai. (Ul; cdtn, 
püki, schwd. pnke böser geist, kelt. ]>üca, pwca; Wedgwood er- 
innert ausserdem an bug; Grimm Myth. 1, 468: „döw engl, puck 
liesse sich zwar dem ir. phuka, welsch pwcca, vielleicht aber mit 
mehr fug dem dän. pog junge vergleichen, welches nichts als das 
schwd. pojke, altn. püki: puer ist ut^ aus dem finn. poica: filius 
herstammt; auch in Niederdeutschland braucht man pook von 
einem im wucJis eurückgebliebenen schtoächlichen menschen Br. 
*Wb. '\ 349; nordfrs. huspuke.'* 

Plieker bausch, falte, sack, runeein; nicht unwahrscheinlich 
leitet es Wedgwood ab von poke, pocket, so dass man ver- 
gleichen kann it. saccolare von saccola, nM. faltelu von falte. 

Pndder lärmen, schütteln, verunrren; das wort, weiches steh 
mit p Ott er, bother, pother fast untrennbar mischt und ebenso 
nahe an puddle rührt, mag ursprünglich bedeutet haben: in 
Wasser oder schmutz rühren, herumtreten und beruhen auf aus- 
drücken für: hand, fuss, treten, etwa unter einfluss der laut- 
ncichahmung; vgl, das mundartl. pud: the haud or fist, neben 
pudder: coufusiow, bother bei Hai. 650; auch paw und Dief. 1, 414. 

Padding pudding, wurst; Überhaupt a food dressed iu a bag 
or case ; vgl. Hal. 650 ; die aUeu genau entsprechenden beeeich- 
nungen in den verwandten sprachen wie /r. pouding, nhd. schwd. 
puddiug, ndl. pudding, podding, ndd. pudding, pudden, bndden, 
dän. budding sind erst entlehnt aus dem engl, pudding; dieses 
aber, bei Levins pudding, puddin: fartum, bei Col. 64 schon alt- 
engl, pudding, beruht doch auf fr, boudin wurst, welches mit ver- 
schiedenen anderen Wörtern auf einen stamm bod zurückweist, 
der etwas aufgetriebenes bezeichnen muss, zunächst etwa auf lot. 
botulus; vgl. Br. Wb. 3, 354. 368; Diez 2, 233. 

Paddle i>/uA2, trüben, eintauchen; Levins hat puddel: palus; 
nach Wedgwood „formed like paddle from a representation of 
the sound of dabbling in the wet''; in dem, wie es scheint volks- 
thümlich entstandenen werte mischen sich anklänge an paddle. 



Puff — Puke 2. 243 

pad, pool und poodle; das ndd. pudeln, puddeln im gehen wachein 
Br. Wb. 3, 368 entspricht seiner hildung nach, ohne darum dem 
engl, ausdrucke gerade eu gründe liegen eu müssen; Wedgwood 
vergleicht fr. patouille, patouiller, ndd. pladdern, dän. pluddre; 
in der technischen bedeutung: das eisen frischen dringt das engl. 
puddle neuerdings in andere sprachen; s. Heyse 753. 

fuit blasen; Wedgwood erklärt es: to blow in an intermittent 
way, thence to swell; aUengl. puflPen; eu gründe liegt der weit- 
verbreitete naturlaut, der die dumpf schauende j plötzlich aus- 
gestossene luft bezeichnet; aUengl. pnf, schwd. dän. nhd. puf, paff, 
ndl. po£, bof, fr. buf und pouf ; daraus entunckeln sich dann in 
den verschiedenen sprachen mancherlei ausdrücke mit der be- 
deutung des hauchenSf blasens, schwellenSj aufblähenSy bauschens, 
ubertreibenSy stossens und schlagens; so die eeitwörter nhd. baffen^ 
paffen, dän. puffe, it. baffare, /r, bouffer, bouffir, aitfr. buffier, 
neufr. pouffer; s. Weigand 2, 432; Diez 1, 92 und vgl. buff 2. 

Pug äffchen; vgl. die mancherlei mundartl. bedeutungen bei 
Hai. 650 ; theüweise ist es nebenform von puck, aber verschiedene 
Stämme mögen in dem kurzen werte zusammengeflossen sein; so 
erinnert p u g - m i 1 1 pochhammer an das dän. pukke: to pound ore 
before melting, nhd. pochen und das engl, poke; vgl. noch 
Wedgwood 2, 554 und Dief. 1, 315. 

Ynisu% jünger; auch puisny und völlig angeeignet puny in 
den bedeutungen jünger^ kleiner , winzig; bei Hai. 651 puisne: a 
small creature; 652 punay: a small fellow, a dwarf; vgl. über die 
begriffsentwicklung Wedgwood 2, 555 und Trench Gl. 178; es ist 
das fr. puine, puis n^, lat. post natus nachgeboren^ als gegensatz 
zu aine; s. eigne. 

Puissant mächtig; neufr. puissant, cUtfr. poissant, von einem 
barbarischen partidpium lot. possens statt potens, zu posse können; 
da/von dann fr. engl, puissance. 

Pike L speien, brechen, brechmittel; nach Richardson ,,prob- 
ably an onomatopoeia;** schwerlich ist mit Wedgwood das nhd. 
spacken, noch weniger freilich ein magy. pök zur erklärung 
heranzuziehen. 

Pake 2. rothbraun, pechfarben, flohfarben; vgl. Hai. 651 puke: 
a colour between russet and black; 619 pewke: puce colour; 
danach ist es doch wohl nur das fr. puce floh, it. pulce, l(U. 
pulex, etwa unter vermengung mit pitch pech, für welches bei 
Hai. 623 die formen pik, pykke begegnen. 

16* 



244 Pule — Pulse 2. 

Pule piepen, toinseln, kränkeln; fr. piauler, it, pigolare; 
lautnachahmungen , jsu denen man mit Wedgwood noch cUis 
mundartl. nhd. panen, schott. pew, sou?ie andererseits die lat. 
pipire, pipilare vergleichen kann. 

Pvll ziehen; bei Etm. 272 wird als ags. angeführt pulljau, 
äpulljaii : vellere, evellere ; einigermassen vergleichen lässt sich 
das ndd. pulen aupfen, rupfen, eerren Br. Wb. 8, 872; femer 
kann man zugehen, dass pull sich nahe mit pill und peel berührt, 
ohne es mit Wedgwood anzusehen als nur eine ^P^rallel form 
with pill, signifyiug originally to pick-*; noch bedenklicher sind 
die weiteren Zusammenstellungen mit UU. polire oder spoliare. 
Aus dem ags. puUian leitet Diez 2, 404 ab das fr. poulier auf- 
winden, poulie winde, flaschenzug, welches letztere wieder in die 
anderen roman. sprachen sp. polea, pg. pole, soune in das engl, 
gedrungen sei; bei Levins pullie, jetzt pulley; Wedgwood geht 
für pulley aus von den älteren und mundartl. formen poliff, 
polive, polein, poleyne, vgl. Hai. (iSö, schott. pullissee, pullishee 
und erblickt darin ursprünglich namen von thieren fr. poulain, 
poliehe, pouliche, die erst später auf Werkzeuge übertragen worden 
seien, wie das fr. chevalet, das nhd. bock, das engl, crane; vgl. 
auch wegen ährdicher begriffsentwicklung Diez 1, 827 urUer dem 
it. poledro; dann läge schliesslich zu gründe das lat. puUus 
junges thier, wozu jedenfalls gehören fr. poule, poulet, pouletk*, 
altengl. pulett<? , pulit , neuengl: pullet und p o u 1 1 , poultry. 
Wenn von jenem ags. pullian abgesehen werden müsste , und es 
scheint allerdings weniger sicher zu sein als ein altengl. pullen, 
so konnten die Zeitwörter fr. poulier erst von poulie, engl, pull 
von pulley ausgegangen sein, die hauptwörter aber wirklich auf 
dem fr. poule beruhen. 

Pldse 1. puls, pulsiren; wie nhd. puls, fr. pouls^ t^. polso, 
pr. pols, sp. pg. pulso, von den lat. pellere, pulsus, pulsare, mit 
der grundbedeutung eines schleus oder stosses; ebendaher auch 
ndd. puls anschlagen der glocken, abscUz bei dem geläute; Mudd. 
Wb. 3, 385. 

Pldse 2. htUsenfrüchte; schon Levins hat pulse: legumeu; 
die meisten leiten es ab vom lat. puls, gen. pultis. gr. noXtog breiy 
weil dieser aus dem mehle der hülsenfrüchte bereitet wurde; 
Skinner erklärte es aus pull ziehen, „because pulled or plucked, 
not mown or cut;'' Hal. 651 hat pulse: pottage und pulls: the 
chaff of pulse; ndd. palen und pulen bedeutet schoten, auch die 



Pumice — Pun. 245 

ledigen hülsen von erbsen und bahnen; Br. Wb. 3, 286; Mndd. 
Wb. 3, 385; so mochte die bedeutung ursprünglich sein schale, 
hülse und die form eigentlich plurälisch pulse für puls, pulls; 
dann treten allerdings nahe hineu mancherlei ausdrücke für 
faUe, beutelj lasche^ wie die von Wedgwood angeführten skandi- 
navischen aUn, schwd. pylsa. dän. polse undstj tour st; übrigens 
kannte pulse, wenn auch volksthümiich entstanden, darum doch 
in der Schriftsprache sehr wohl an lat. puls angelehnt sein, 

Pimiiee bimstein; bei Levius pumish, pumishe; aUengl. pomeys, 
pomys, pomayse^ pumege, ags, pumicstau; es ist das lat. pumex, 
gen. pumicis; vgl. die mehr angeeignete und durch dcts roman. 
wort vermittelte form pounce 1. 

Pmnp pump, pumpen; fr. pompe, sp. pg. catal. bomba; ndl. 
pomp, schwd. pump, dän. pompe, plompe, ndd. nhd. pumpe, plumpe; 
das roman. wort, auf dem die übrigen erst eu beruhen scheinen, 
leitet Diez 1, 74 ab von dem naturausdruck roman. bombare trin- 
ken, schlürfen, eu dem gr. ßofißsiv glucksen ; vgl. Diez 2, 13 unter 
bobo getränke; andere, wie Adelung und Wedgwood, denken an 
unmittelbare nachahmung des geräusches, das die pumpe fnacht, 
und solche scheint wenigstens in den vulgären formen mit ein- 
geschobenem 1 wirksam eu sein ; die von Manage aufgestellte und 
von Scbeler erneuerte erklärung aus gr. nofixij leitung, Wasser- 
leitung (?) ist wegen des mangels an einem it. pompa und selbst 
wegen der begriffsentwicklung sehr bedenklich ; pump als beeeich- 
nung einer art schuhe kann man entweder in eine beeiehung sm 
der pumpe denken; vgl. das nhd. pumpenschuh: calcens antliae 
bei Frisch; oder aber es gehört wie d<MS nhd. pumphoseu £fu fr. 
pompe pracht, pute, engl. nhd. pomp, ndd. pump, ndat. pumpa, 
pr. sp. it. lat. pompa, gr. xo^ucij; vgl. Weigand 2, 435; Br. 
Wb. 3, 375. 

Pumpkin kürbiss; auch pumpion; es sind die mehr ange- 
eigneten und neuerdings gebräuchlichen nebenformen von 
pompiou. 

Pu Wortspiel; der ausdruek ist schwerlich aU, weder bei 
Levins, noch in der bedeutung bei Shakespeare eu ßnden; dieser 
hat einnuU das veraltete pun schlagen, stossen; vgl. pound 1.; 
einige erklären denn auch unser wort aus puu, ags. punian, so 
dass es eunächst als eeüwort bedeutet hätte to beat and hammer 
upon words ; vielleicht verdankt es seinen Ursprung der redensart 
io play upon words, indem dies verküret wurde eu to play upon 



246 Punch 1. — Punch 4. 

und weiter entsteUt zu to play a pun; Mahn erinnert noch an 
das engl, point, fr. pointe spitze, treffendes wort, witsf. 

Punell 1. stechen, pfriemen; Levins hat punche: a punctare 
und punche: to prick; Hal. 641 pounce; d<MU puncheon, nord- 
engl, punchion pfriemen, grabstichel; bei Hal. 052 punchion: a 
bodkin: an upright piece of stout timber in a wooden partition: 
die ausdrücke beruhen zunächst auf den romanischen wie sp. 
punzar, punchar, it. puuzellare^ punzecchiare stechen; it. punzone, 
sp. punzon, fr. poin9on grabstichel, pfriemen, woher auch unser 
nhd. bunze, punzen; vgl. Diez 1, 335; Scheler 264; Weigand 2, 435 
und pounce 2.; zu gründe liegt das lot. pungere, pnnctio, nUat. 
puuctiare, welches auch unmittelbar herübergenommen erscheint 
in ags. py ngan, aUengl, pungen ; im einzelnen bleibt noch manches 
zu erklären, z. b. me fr. poin9on und danach engl, puncheon von 
der ersten bedeutung zu der eines fasses gelangt; schwerlich ist 
mit Richardson an die spitzige form der fassdauben, eher an das 
anbohren des fasses, oder an einen ähnlichen begriffsübergang 
wie bei pint zu denken. 

Punell 2. schlagen; bei Hai. 652 punch: a hard blow, to 
kick; altengl. punchen, punchin; es erinnert auch in der bedeutung 
an punch 1.; doch traten hier jedenfalls andere stamme mit 
hinzu; vgl. bei Hai. 652 punse: to punch or beat; 641 pounce: 
a thump or blow, a puncheon of iron, to perforate or prick; 
ferner die neuengl. pounce und bounce, cUtengl. bunseu, bunchen, 
bounchen; s. noch Mätzner 1, 208. 

Panell 3. name eines getränks; erst aus dem engl, worte 
dann nhd. punsch, fr. punch, ponche, ndl. pons, sp. ponche, iL 
punchio, ponchio; nach England aber soll es aus Indien ge- 
kommen sein und beruhen auf dem ind. worte für fünf pan9an, 
pan9, vgl. five, weil das getränk aus fünf bestandtheHen, näm-^ 
lieh Zucker, arak, thee, wasser und limonen hergestellt werde; 
vgl. Wedgwood 2, 559, wo als ostind. name auch palepuntz an- 
gegeben wird; Mätzner 1, 208. 

Punell 4. hanswurst, kurzer und dicker kerl; dann auch als 
adjektiv neben punchy kurz und dick; Hai. 652 punch: short, 
fat; a pot-bellied man is said to be punchy: zunächst wird sich 
kaum leugnen lassen, dass punch hanswurst nur eine Verkürzung 
ist von Punchinello für it. pulchinello, fr. polichinelle ; dies ist 
nach Diez 2, 55 entstellt aus dem eigennamen eines witzigen 
bauern Puccio d' A niello; nach anderen wäre das kosewort pul- 



Punctilio — Purblind. 247 

eiiiella hUknchen auf die maske ühertr<igen; Wedgwood denkt an 
das it, police daumen und den ddumling engl. Tom Thumb, fr. 
Tom Pouce; in der bedeutung kure und dick kannte puuch 
immerhin noch auf anderem Ursprünge beruhen; man denke an 
panebeon fass, an puncheon kurzer dicker p fasten; s. punch 1. 

Pvnetilio übertriebene genauigkeit; es ist das iL puntiglio, 
sp. puntillo, fr. pointille, .erw dem lat, punctum punkt, pungere 
stechen; vgl. theils point, theüs wegen der begriffsentwicUung 
die eigenschaftswarter engl, punctilious, punctual, fr. poiutilleux, 
ponctnel, it. puutiglioso, puntuale, nhd. pünktlich; Trench E. 16. 

Punk hure; jsunder; Richardson will es mit dem ags. pyngau 
stechen in Verbindung bringen, Nares meint, es sei ein wort mit 
pink: „a woman is often compared to a ship-/^ eher vielleicht 
könnte man denken, dass es in abscaner anwendung sei das aU-- 
engl, punge börse, tasche, ags. pung, ndd. punge, aitn. pungr, 
gaih. puggs; s. Dief. I, 338; in der bedeutung eunder erinnert 
punk einigermassen an das mundarU. deutsche pinken feuer an- 
schlagen und das engl, spunk; s. Dief. 2, 761. 

Pnnt 1. paintiren, spieler; fr^ ponter, ponte, ponteur; die fr. 
€msdrücke beruhen auf dem sp. punto punkt, stich beim karten- 
spiel, wonach sie cUs scheideformen neben point, pointer, pointeur 
entstanden; vgl. point. 

Punt 2. eine art schiff; a flat - bottomed boat; bereits ags. 
punt, ndd. punte, ponte, pont, ndl. ponte, pont; vgl. das fr. 
ponton briickenschiff, pont schiffsdeck, aus dem lat. pons, gen. 
pontis brücke; s. Ducange unter pontones und Dief. Or. Eur. 402. 

Pvey winMig; nach Schreibung und aussprciche völlig ange- 
eignete nebenfarm van puisne, fr. puis ne nachgebaren, jünger, 
klein; vgl Trench Gl. 170. 

Pup junger hund; dazu puppy junger hund, sierpuppe und 
pupY>et puppe; aÜengl. poppet, poppin, popyn, 6e» Hai. 652 puppy: 
a pappet; fr. poupee, poupin, poupon, nhd. puppe; au gründe 
liegen die lat. pupus, pupa bube, mädchen, dann Wickelkind, puppe 
und so weiter in leicht erkennbaren begriffsubergängen ; man vgl. 
wegen der interessanten bedeutungsfarbungen die mu demselben 
lat. warte gehörenden engl, pupa, pupil, die nhd. puppe, pupille; 
VVeigand 2, 435; Heyse 755; Scheler 267. 274; Wedgwood 2, 559 f. 

PwbliBd blödsichtig; in alterer form porebliud, so noch bei 
LeWus porebliude : lippus ; nach Col. 64 eihemals in den bedeu- 
tungen einäugig, ganz blind und vielfach getrennt geschrieben pur 



248 Purobase — Purparty. 

blind, pure blind; danach ist der erste theü doch das aUe ad- 
verbium pure : mere, very ; Hal. 652 ; it, pure doch, pr. pur, Uxt* 
pure retn, schlechthin, gam; Diez 2, 55; Wedgwood 2, 560 ver- 
gleicht dasu noch das ndl. puur einzig, aUein, puursteken ganz- 
lieh, puursteken blind gane blind; an das engl, pore oder gar 
an gr. nrngog, nrjQog blind ist gewiss nicht gu denken ; wegen der 
begriffsschwankung lässt sich vergleichen parboil. 

Porebase erwerben, kaufen; Levins hat purchase: potiri, 
acquirere; Hai. 652 purchase: the booty of thieves; aitengl. pur- 
chace, porchacy erwerben, verschaffen; oMfr. purcacer, porchacer, 
purchasier, neufr. pourchasser nach etwas trachten, suchen, er- 
werben; als hauptwort neuengl. purchase, aUengl, porchas, purchas, 
oMfr, porchas; vgl. die it. procacciare, pr. percassar; Burguy 3, 65; 
wegen des einfachen Zeitworts das engl, chase 1. und wegen der 
begriffsentwicklung Trench Gl. 170. 

Pari 1. durchwirken, sticken, besatz; die älteren formen 
purfle, purflew, purfile, purfyle, pourfoil, vgl. Levins und Hai. 652, 
weisen deutlich auf das altfr. parfiler porfiler. neufr. parfiler, 
pourfiler, vom lot. filuin faden; s. Burgny 3, 164 und vgl. profile. 

Purl 2. riesdn, murmeln; jedenfalls gebildet aus dem laut- 
nachahmenden pur, purr; vgl. das ndl. borrelen: to bubble, to 
spring as water, schwd. porla: to simmer, bubble, murmur, rumble, 
gurgle; ausserdem mag pearl perlen, perlenahnliche tropfen 
bilden mit eingewirkt haben; Hal. 652 purl: to turn swiftly round, 
to curl or run in circles, to eddy as a stream; Wedgwood hat 
ausserdem noch: „Purl. A fall head over heels. It. pirlare: to 
twirl; pirlo: a top. OE. prylle, pirrle, or whyrlegygye. Pr. Pm.'' 

Purlieu Waldgrenze, bezirk, bereich; Wedgwood: „land which 
having once been a part of the royal forest was severed from it 
by perambulation (ponrallee, aUfr. puralee; vgl. Burguy 3, 10) 
granted by the Crown;** das mag sein, nur umrde sicher form 
und bedeutung später durch dc^ fr. lieu ort bestimmt. 

Purloin entwenden; altengl. purlongyn verlängern, entfremden, 
altfr. porloignier, purluignier hinausschieben, verlängern; von dem 
fr. loin, long, lat. longus lang; s. Burguy 3,228; die begriffsent- 
uficklung war etwa: verlängern, entfernen, entfremden, entwenden. 

Purparty anthdl; altfr. pourpartie, purpart, mlat. perpars, pro- 
partia, purpartia, bildungen, die sich leicht erklären aus den redens- 
arten lat. pro parte, per partem, fr. pour partie, pour part zum 
theü, als theü; vgl unser ganz ähnlich entstandenes nhd. antheil. 



Purple — PuwlMn. 249 

Purple purpur; aUengl. purple, purpre, purpra, ag$. purpar, 
purpore, bei Bosw. schon purble, lot. purpura^ gr. noQipvga; 
ebendaher aUfr, purpare, porpre, neufr, pourpre, pr. porpra, 
polpra, it. porpora, sp. pg. purpura; aber auch schon entlehnt 
goih. paurpaara, ahd, purpura^ mhd. purpur, purper, nhd. purpur, 
ndl. purper, dän. purpur; tvegen des im engl, worte siaU des r ein- 
tretenden 1 vgl. die analogen marble, turtle und Mätzner 1, 134. 

Pirport ahsichty BwecTc; aUfr. purport, von der präposition 
pour, por, pur und dem eeitwort porter tragen; vgl. das neufr. 
porter sur auf etwas abzielen. 

Purpose ai^cÄ^, bezwechen; aUengl. purpos, porpos, fr. propos, 
lot. propositum das vorgeseete; doch steht schon oMfr. purpos, 
pourpos neben propos, als eeitwort purposer neben proposer mit 
der gewöhnlichst vermengung der Vorsilben; Burguy 3, 285; au- 
geben mag man eine mischung mit dem aUfr. porpens, ponrpens, 
ponrpenser Überlegung, nachdenken, überlegen; vgl. Burguy 3, 297 
und Wedgwood 2, 561. 

Pnrpresture eingriff in fremdes eigenthum; Hai. 053 pur- 
presture : an encroachment on anything that belongs to the king 
or tlie public; nUat. purprestura, purprisum bei Ducange unter 
porprendere, proprendere; fr. pourprendre; altfr. porpris, pour- 
pris, auch engl, purprise: an inclosure; tfu dem lat. prehendere 
greifen; Burguy 3, 303. 

Purse börse; sowohl die roman. Wörter it. pr. borsa, altfr. 
borse, bourse, sp. pg. bolsa, wie die german. ahd. burssa, mhd. 
burse, nhd. börse, ndl. borze, hours, schwd. dän. bors beruhen 
auf dem mlat. bursa beutel, von dem lat. gr. byrsa, ßvQöa abge- 
ßogenes fell; s. Diez 1, 77; Griraiu 2, 546; vgl. das engl, burse, 
die nhd. borse, bursch bei Weigand 1,171. 196; wegen der Verhärtung 
des cMlauts kann man vergleichen das ahd. pursa neben burssa; 
Mätzner 1, 135; attenfalls könnte mit eingemrkt haben das ags. 
puHe, dc^ vielleicht in dem mundarÜ. pose: a hoard of money 
bei Hal. 639 eine spur hinterlassen hat. 

Pnrslftin portulak ; auch noch jetzt wie bei Levins purslane, 
aUfr. pourcelaine, porcelaine, it. porcellana, aus dem lat. porcilaca; 
ahd. purzella, mhd. purzel, nhd. burzel, bürzelkraut; daneben lat. 
portulaca, auch it. pr. portulaca, sp. verdolaga (durch umdeutung 
mit verde), pg. verdonga, verdoega, nhd. portulak; Diez 1, 329; 
Weigaud 1, 196; 2, 403. 



250 Pursue — Pubs. 

Pum^ verfolgen; hei Levins parsew; Hal. 653 pursewend: 
snitable, pnrsuunt; aUfr. persevre, porsevre, neufr. poursuivre, 
aus per, por., pour und dem einfachen aUfr, sevre, suir, neufr. 
suivre, lot. persequi, sequi; vgl. persecute, sue; Burguy 3, 344 
und Trench Gl. 179. 

Pursy kuratUhmig; Levins h(U pursy: cardiacus und pursif: 
auhelus; aUengl, purcyfe, aUfr. pourcif, neufr. poussif engbrüstig^ 
pousse engbriistigkeit der pferde, im pousser, UU. pulsare stossen, 
klopfen, pulsus puls, herMopfen; vgl. it. bolso hergschlächtigy 
engbrüstig; Diez 2, 13; nach Mahn käme schon aUfr. pourcer vor 
neben poulser, pouser, pousser; auch ist sonst bisweilen r an die 
steUe von 1 getreten; s. Mätzner l, 135. 

Pnrvey versorgen, anschaffen; cdtengl. purnayen, purueien, 
porueyen, altfr. porvoir, porveir, neufr. pourvoir, vom lat. pro- 
videre, das wieder unmittelbar herübergenommen erscheint im 
engl, provide, bei Hai. 653 purvide; datiu dann purveyance 6c»- 
treibung, altengl. porueance vorsieht, purueiance gefolge; s. Hai. 653 
purveyance: providence, provision; ferner purview, altfr. pourveu, 
neufr. pourvn; Koch 3^ 195; Wedgwood 2, 562. 

Push stossen, schieben; bei Levins schon pushe, altengl. posseu; 
vom fr. pousser, altfr. pouser, poulser, pr. polsar, sp. pg. pulsar, 
kU. pulsare, woher auch in etwas anderer form sp. pg. puxar; 
Diez 1, 335; weniger hierher gehört das it. bussare anklopfen; 
doch könnten die entsprechenden altfr. buissier und busquer auf 
das engl, wort mit eingewirkt haben; vgl. Diez 2, 16 und Hai. 221 
bush: to butt with the head, to push. Ein anderes push blase, 
beule, vgl. Levins und Hal. 653, erinnert theils an pustule, lat. pustula 
kleines geschunir, theils an das fr. poche tasche, falte, eitersack. 

Puss katechen; Hal. 653 puss: a hare; a woman, in contempt; 
ndl. poes, f^. puns, buus, pusekatte; Br. Wb. 3, 381; dän. puns, 
norw. puse, »V. pus, gael. puis ; das weitverbreitete wort mag aus 
dem lockrufe bus entstanden sein; vgl. Grimm 2, 562; Wedgwood: 
„originally a cry either to call or to drive away a cat, from an 
imitation of the noise made by a cat spinning ;^^ das fihd. buse 
feines, weiches hcuir, woher nach Weigand 1, 197 erst busekatze 
gekommen sein sou, ist vielleicht eher durch den namen des 
thiers veranlasst; wegen der bedeutung hure vgl auch das ndd. 
buse: pudendum muliebre; Br. Wb. 3, 381 ; doch sind zu beachten 
auch ndd. pute, fr. pute hure, die freilich auf gams anderem 
grundelperuhen ; s. Diez 1, 335. 



Put — Puzzle. 251 

Pat setzen, stellen, legen; bei Levins bereits putte: pouere; 
dUengL putten, puten stellen, legen und wie poten stossen; vgl. 
bei Hai. 635 poit: to push or kick; 640 pote: to push or kick; 
653 put: to push or propel; do^ dän. putte stecken, wohin stecken 
entspricht genau, steht aber auch gang vereinadt da; an die 
raman. Wörter bottare, buttare, buttar, bouter wird schwerlich eu 
denken sein, noch weniger freilich an engl, bid oder an das lai. 
ponere; am wahrscheinlichsten ist der Ursprung eu suchen auf 
kell, gebiete bret. pouta, bouta stossen, gael. put, kymr. pwtiaw 
stossen, stechen; vgl Mätzner 1, 379; Dief. i729Ö; Wedgwood 2, 562. 

PnttOfk eine art raubvogel; altengl, puttocke, puttok; Wedg- 
wood erinnert an das it. bozzago; vgl. das engl buzzard und 
Diez 2, 241 ; der ausdruck sieht aber eher aus wie die ableitung 
van put, pout, powt als name verschiedener vögel; vgl unter pout. 

Pltty glaserkitt; es ist, vielleicht unter einfluss von put, ent* 
standen aus dem fr. potee, sp. pg. potea, welche wie ursprüngl. 
auch das engl wort bedeuteten a kind of powder made of tin 
calcinated; s. Wedgwood 2, 562; später 3, 569 bringt er es un- 
wahrscheinlich genug in Verbindung mit dem lot. puls brei; das 
roman. wort gehört xru pot und mag seine bedeutung ähnlich 
entwickelt haben wie gallipot und potash. 

Puzzle verwirren; es kann, wie schon äkinner wiU, eine 
Weiterbildung sein von pose verwirren, wenn auch etwa unter 
Vermischung mit oder einfluss von dem sinnverwandten und lautlich 
nicht weit abstehenden puddle; s. Wedgwood 2, 563. 



Q. 



Qnab quappe; der name des fisches begegnet entsprechend 
cUs ndl. quappe, qnab, dhd. qnappa, mhd. quappe, quape, kobe, 
nhd. quappe, ndd. quabbe, schwd. qvabba, dän. qvabbe und 
scheint van dem köpfe hergenommen, etwa zunächst aus nUat. 
capito, cappedo entstanden eu sein; andere benennungen wie lot. 
gobio, cobio, gobius, gr. Tuoßiog, auch die deutschen Wörter köpf, 
kopp mögen eingewirkt haben; ausserdem aber ist der stamm 
quab, quap verbreitet mit der grundbedeutung des sich /gitternd 
bewegenden, des unförmlich fetten; so mundarü. engl, bei Hai. 654 
quab: an unfledged bird. Hence, anything in an imperiect, 
unfinished state; quabbe: a bog or quagmire; 655 quappe: to 
quake, to tremble; 660 quob: a quicksand or bog; quop: to 
throb; ndd. ndl. quobbe, quabbe, dän. qvabbe fettwamme; ndd. 
ndL quabbeln, dän. quabbre in lose eiitemder bewegung sein; 
altn. qvapi, qvap sich bewegende fettmasse, qvapa von fett schlottern; 
vgl. Br. Wb. 3, 395; Mndd. Wb. 3, 409; Weigand 2, 438. 441; 8. 
auch quob. 

Quack quaken, schreien, prahlen, quacksalbere wesentlich 
auf lautnachahmung beruhend finden sich von dem geschrei ver^ 
schiedener thiere nhd. quaken, ndd. quacken, altn. qvaka, dän. 
qväkke ; vgl. dastu einerseits die 1<U. coaxare, gr. xoa^ fr. coasser, 
andererseits die nhd. quäken, quieken, auch das engl, squeak. 
In quacksalver, ndd. quacksalver, ndl. qwakzalver, nhd. quack- 
salber, schwd. qvacksalvare, dän. qvaksalver wird der erste theil 
eben auch ursprünglich sein quacken schreien, dann prdUen, so 
dass der marktschreierische salbenhändler, araeneiverkäufer ge^ 
meint ist; und selbst wenn die gusammensettfung mehr beruhen 
soUte auf dem engl, quack pfuschen, ndd. ndl. quackeln, qwakkela 
pfuschen, dän. qvukle, so entstand auch dieses wohl jsuletst aus der 
beeeichnung leeren schwatzens und pratUens; s. Weigand 2, 438 f. ; 
Br. Wb. 3, 392; Mndd. Wb. 3, 394; Wedgwood 3, 1; über weitere 



Qnad — Qnaff. 253 

beruhrungen mit dem stamme von quake und quick vgl, Dief. 
1, 128; 2, 484, u^o quack besonders in der bedeutung nichtsnutz, 
lutt. qwak, ais gleich genommen mrd mit dem ndd, quack junges 
geschopf. 

Quad böse; Hai. 654 quad: bad, evil; G55 quade: to spoil 
or destroy; 657 qued: a shrew, an evil person; quede: harm, evil, 
the devil; quedness: iniquity; diesem altengL quad, qued, cwed, 
s. Mätzner Wb. 1, 5-35, entspricht cdtfrs. quad, altndl. quaed, neu- 
ndl, qwaet, ndd. quad, quat, auch mhd. kät, quat, welche von 
Grimm G. d. d. 8. 5()7 nebst dem nhd. koth dreck mit dem stamme 
des gotK qvi[)an sagen, vgl. quoth, vermittelt werden; vgl. Br. 
Wb. 3, 388; Weigaud 1, 628; Lexer 2, 316; (irimm 5, 1890 f. 

Quadroon quadrone; auch quarteroou, quatercm^ quarteron; 
es bedeutet a quarter-blooded person, the oifspring of a mulatto 
and a white person und ist das fr. quarteron, sp. cuart.eron. Der 
Ursprung dieses wortes und vieler anderen aus dem lot. quatuor 
vieTy quartus der vierte ist klar; vgl. quart und wegen der Ur- 
verwandtschaft des Stammes four; durch das franz. vermittelt 
dringen eine anzahl hierzu gehöriger ausdrücke wie quadrille 
ob fremdwörter in die verschiedenen neueren sprachen; s. Ueyse 
759 ir.; Weigand 2, 438. 442. 

(iJtLtiS trinken, zechen; Levins hat schon qndiSe: ebibere; recht 
entsprechende werter mangeln in den nächstliegenden german. und 
roman. sprachen; weder ist mit Richardson an ein ags. gevafian 
SU denken, noch mit anderen an fr. coiffer, se coiffer in den Ober^ 
tragenen bedeutungen betrunken machen, sich betrinken; ältere 
formen sind nach Wedgwood quaught, schott. waucht, waught; 
vgl. das schott. quaigh, qnegh : a drinking cup und bei Ual. 659 
qnifting-pots : small drinking pots; 927 whif8ng-cup: a little cup; 
danach scheint das if aus ursprünglichem guttural hervorgegangen 
zu sein, wie öfter, s. Mätzner 1, 137, und es könnten kett. aus- 
drücke zu gründe liegen wie ir. gad. cuach: a cup; auf dem 
skcmdinav. gebiete entspricht einigermassen das schwd. quäfva 
untertauchen, ersticken oder das dän. qväga erquicken; s. quick, 
wenn man von qväge-drik labetrunk ausgehen darf; Wedgwood 
sagt n€ich anführung der älteren formen: „the forms above cited 
seem to represent the sounds made in an eager draught of liquid, 
as Sw. quäfva: to choke does the sound of gasping for breath 
in choking.'^ 



254 Quagmire — Qaamt 

Quagmire moorboden; daeu quaggy sumpfig; wenn man 
es auch nickt gerade als eine neuere entstellung von qaake-mire 
nehmen darf, so ist doch jedenfalls quag no&e verwandt mit 
qaake gittern; Hai. 655 qnag: a bog or quagmire; quaggle: a 
tremulous motion; ndd. quackeln wachein; Br. Wb. 3, 390; Dief. 
2, 483; die nehenformen quavemire, quickmire weisen auf 
weitere beruhrung mit einer grossen gruppe von Wörtern Am, 
deren grundbegriff ist sich bewegen, lebendig sein. 

Qaail 1. Wachtel, feüe dirne; altengl. quaile, alt fr. quaille, 
neufr. caille, pr. calha, it. qnaglia, aUsp. coalla, nUat. quaquila, 
qualia, qualea, quaquara, quaquadra; ndl. quakele, qwakkel, quarteL, 
ndd. quaekel; verwandt mit dem lautnachahmenden nhd. quaken, 
^. quack; Diez 1, 336; und über das ahd. wahtala, nhd. wachtel 
bei Weigan4 ^, 1006; wegen quail: a whore bei Hal. 655 vgl. 
callet. 

Qnail 2. in ohnmacht fallen, vertagen, einschüchtern, unter^ 
drücken; Levins hat quayle: defervere; Hai. 655 quail: to go 
wrong, to shrink, flinch or yield, to overpower or intimidate; 
dieses zeitwort ist mit Mätzner 1, 219 eu dem ags. cvelan leiden, 
sterben und cvelian tödten eu sfikhen; vgl. unser nhd. quälen, altn. 
qvöl: cruciatus; qvalraedi: angor, cruciatus; qveljft: torqnere qvilli: 
infirma valetudo; s. quell und kill; darum braucht nicht ge- 
leugnet Mu werden, dass von quail 3. aus auch ein Übergang 
der bedeutungen stattgefunden hat; Palsgrave : 1 quayle as mylke 
dothe : je quaillebotte ; it. cagliare gerinnen, den muth verlieren ; 
s. darüber Wedgwood 3, 4, der nur mit unrecht hierin die einsige 
quelle findet. 

Qiudl 3. gerinnen; Hai. 655 quail: to curdle; fr. cailler, it. 
quagliare, cagliare, sp. cuajar, pg. coalhar; vom lot. coagulare, 
welches dann wieder erscheint in dem engl, coagulate ; s. Mätzner 
1, 219; Diez 1, 336 und vgl quail 2. 

Qaaillt fein, nett, klug, sonderbar; über die begriffsentwick- 
hmg des engl, wertes vgl Trench Gl. 172; aUengl. quaint, queint» 
quoint, koint, coint, Schott, queint, quent, cUtfr. cointe, pr. coute, 
cointe, it. conto in den bedeutungen: eierlich, anmuthig, kundig; 
wie diese begriffe in einander übergehen, geigt das mhd. maere, d(M 
ags.cui^ vgl. uncouth; Diez 1, 137 erklärt daher die roman. Wörter 
allein aus dem lat. coguitus bekannt, kund; andere nehmen wenig- 
stens eine mischung an mit lat. coniptus, contus geschmückt; 8. 
Mätzner Wb. 1, 451 ; ßurguy 3, 80; Wedgwood 3, 4 und acquaint. 



Quake — Qnarrel 2. 255 

Quke eittem; altengl, quaken, quakien, cwakien, ags. cvacian; 
aUengL und schotte seihst mit einem unorganisch starken prae- 
teritum qnok, quoc; mit altn. qvika sich bewegen und vielen 
anderen ableitungen zu der in quic k lebendig au gründe liegenden 
Wurzel; vgl. Dief. 2, 483; Grimm Gr. 2, 52 No. 551 ; Mätzner 1, 397; 
Wb. 1, 534. Ueber die entstehung des aus dem engl, weiter ge- 
drungenen natnens quaker für die religiöse sekte bemerkt Smart: 
,,the name was given in derision, because George Fox, their 
founder, told a justice of peace to tremble at the word of the 
Lord;'^ nach anderen y wohl richtiger , yyweü sich ihre religiöse 
begeisterung durch zittern und Verzückungen anzukündigen pflegte;** 
Heyse 760. 

Uaatan Übelkeit; Ual. 655 qualme: sickness, pestilence; aU» 
engl, qualm, quelm, cvalm tod, pest, verderben; s. Mätzner Wb. 
1,534; ags. cvealm, cvelm, von dem zeitwort cvelan sterben; vgl. 
quail 2.; kill und quell; die heutige bedeutung des engl, wertes 
zeigen auch dän. qvalme, nhd. qualui, theilweise ndd. nAd. qualm; 
sonst hat das aUs. qualm, ahd. qualm, chualm, mhd. twalm, nhd. 
qualm, auch dän. ndl. qualm theils die aÜengl. bedeutung, theils 
auch die von schwüle, dampf, lärm, wobei anlehnungen an andere 
Stämme wenigstens mitgewirkt haben können; vgl. Br. Wb. 3, 393; 
Lexer 2, 314. 1594; Weigand 2, 440; Dief. 1, 181; 2, 472; wegen 
des auch sonst bekannten wechseis zwischen cv und tv, nhd. zw, 
vgl. noch das engl, mundartliche twam: to swoon bei Hal. 896. 

Qiarantine zeit von vierzig tagen, Quarantäne; it. quarantine^ 
quarentina, quarantana, quarentana, fr. quarantaine, pr. quaran- 
teua, carantena, sp. cuarantena; mlat. quaranteua, quarentana, 
quadragintana ; vom lai. quadragiuta vierzig, it. quaranta, fr. 
quaranta; über die anwendung des ausdrucks auf verschiedene 
bestimmte zeit fristen vgl. Smart und Trench Stud. 128, sowie das 
nhd. fremdwort quarantäne bei Weigand 2, 441. 

Qiarrel 1. streit, streiten; aUengl. aUfr. querele, neufr. 
querolle, vom lot. querela klage, zu queri klagen; vgl. die nhd. 
fremdwörter qucrel, qucruliren bei Heyse 763, sowie die engl, 
unmittelbar auf das lot. zurückweisenden querulous, querimonious; 
wegen der bedeutung von querulous und quarrelsome auch Trench 
Stud. 85; Gl. 180. 

Qiarrel 2. viereck, viereckiger bolzen; aUengl. qvarel, qwarel, 
aUfr. quarel, quarrel, neufr. carreau, pr. caircl, sp. quadrillo, it. 
quadrello, cUther auch mndL qaadrel pfeü; s. Diez 1, 336; Mndd. 



256 Quarry 1. — Quash. 

Wb. 3, 395 ; wegen der antoendung des ausdrucks auf verschiedene 
viereckige dinge vgl, quarry l., d(is mlat. qnadrillus hei Ducange 
und den gebraueh des fr. carreau. 

Quarry 1. viereck^ raute, pfeil; aÜengl aUfr, quarre, neufr. 
carr^ Viereck^ cadre rahmen, it. sp, pg. quadro, vom lot. quadrum, 
quadratura; vgl. quarrel 2. und square; Diez 1, 336; Burguy 
3, 309; auch in der bedeutung steitibruchy schon aUengl. quarry 
bei Col. 64, aUfr. quariere, neufr. carriere, mlat. quadra ria beruht 
es auf demselben gründe, indem es ursprünglich die quaderstein- 
grübe bezeichnet; die abweichung der engl, form erklärt sich 
etwa, wenn man annimmt, d<iss quarry erst von quarrier, fr. 
carrier arbeiter im Steinbruche abgezogen wurde; auch quarry: 
fiat, corpulent bei Hal. 656 ist wohl nur das fr. carre ; vgl. unser 
nhd. vierschrötig von einem starkgebauten menschen. 

Quarry 2. jägerrecht, Jagdbeute; aUengl. querry, querre, quere, 
altfr. coree, neufr. curee, im dem lat. cor, alt fr. coer, euer, quer, 
neufr. cceur; das wort altit. corata, sp. corada bedeutet eigenÜ. 
herz und eingeweide der erlegten Jagdbeute; Wedgwood 3, 7. 

Quart viertel; dazu quarter; aUengl. altfr. quart, quarter^ 
neufr. quart, quartier, vom lat. quartus, quartarius; die eum (heil 
weitgehende begriffsentwicklung , die sich auch bei den ent- 
sprechenden nhd. fremdwörtem wiederholt, beruht bereits auf 
dem gebrauche der fr. ausdrücke; über die sehr verschieden- 
artigen versuche, die bedeutung der redensart to give quarters, 
fr. donner, feire quartier zu vermitteln, vgl. bei Smart, Wedg- 
wood 3, 9; Weigand 2, 442'; Hey8e762; Scheler275; am wahr- 
seheinUchsten ist doch immer der begriffsübergang: viertel, himmels- 
gegend, bestimmte wohnung, aufnähme, schütz, Schonung des lebens ; 
wenn auch hin und wieder andere beziehungen hineingdegt 
werden mochten. 

Quartz name einer steinart; wie das fr. quartz, it. (|uar/o, 
sp. cuarzo, schwd. dän. qvarts und ähnlich in anderen neueren 
sprachen erst entlehnt dem mhd. nhd. quartz; dieses soll ursprüngL 
jedes krystallinische gestein bedeutet haben und nach Frisch ent- 
standen sein aus gewarz, vgl. wart, wegen der warzenartigen 
krystallerhöhungen auf der Oberfläche. 

Quash zerdrücken, vernichten; altengL qnaschiu, quassen, 
quesseu, aUfr. uasser, neufr. casser vernichten, zerbrechen; das 
roman. wort beruht auf dem lat. cassus, it. sp. pg. casso, pr. cas, 
aUfr. quas leer, unnütz, neben cass gebrochen, wobei lat. qna^sns, 



Quaver — Qaean. 257 

quassare mit einfluss geübt haben mag; 8, Diez l, 1 16; Scheler 53; 
Barguy 3, 60; in dem altengl. quessen könnte man allenfalls eine 
spur finden van dem ags. cvissan : quassare, terere, bei fitm. 403, 
welches gu dem goth. qvistjan verderben gestellt worden ist; s, 
aber das letztere bei Dief. 2, 487. 

Qnayer zittern; Hai. 656 qaave: to shake or vibrate: altengl. 
qoavien, cvavien; Mätzner Wb. 1, 535; unter der grossen menge 
von laut' und sinnverwandten Wörtern treten am nächsten dän. 
qaabbrc, ndd. nhd. quabbeln, quabbem; vgl. Weigand 2, 438; 
Dief. 1, 149; 2, 484; Wedgwood 3, 6 und die engl, quiver 1.; 
<[uab, quake und quick. 

Quay uferdamm; fr. qnai, ndl. kaai; s. das weitere unter 
der mehr angeeigneten nebenform key 2. 

Qneach bewegen; dazu (j[ueaehy zitternd, schwankend, morastig ; 
vgl. Hai. 656 und 659 quitch; altengl. cvecchen bewegen; es ist 
im wesentlichen nur nebenform des Stammes von quick; wegen 
der begriffsentwicklung y welche von dem zitternden Sumpfboden, 
andrerseits von dem untilgbaren unhraute ausgehend zu den be- 
deutungen unland, gestrüpp, dickicht führen konnte, vgl. theils 
qnick-mire un^ quagmire, theils die pflanzennamen ags cvice, 
engl, quick-, quitch-, couch-grass, ndl. qweek, ndd. queke, quecke 
und überhaupt Dief. 2, 483; Wedgwood 3, 9. 

Qaean gemeines weib; daneben als scheideform queen 
königin; so schon bei Levins queane und queene; altengl. kuen, 
quene, quen, cvene, cwen königin, frau, weib, vettel; s. Mätzner 
Wb. 1, 537; ags. even: uxor, regina; cvene: femina, mulier; schott. 
queen, qweyn, quean, goth. qvens, (][veins, alts, quän, queue, ndl. 
quene, kween, ndd. quene, aUn. qvän, qvoen, qven, qvon, kon, 
qvinna, schwd, qvinna, kona, dän. qvinde, kone, ahd. quena, 
chuuena, nihd. kone; vgL über den verbleib von kone im nhd. 
bei Grimm 5, 1689 ff.; die bedeutung steigt von frau, weib bis zu 
dem begriff des lot. regina im engl, queen, ags. even, und sinkt 
bis zu dem der lot. mulier vana, procax, meretrix, anus, mulier 
sterilis, vacca sterilis in dem engl, quean, ndl. quene, qweeu, 
schwd. kona, dän. qvind, ndd. qu^ne, quiene; vgl. Dief. 2, 475; 
Mndd. Wb. 3, 402, sowie die nhd. weib und mensch, die ebenfalls 
im höchsten wie im gemeinsten sinne vorkommen; über weitere 
verwandtschaß gr. yiwi}, slav. shena, skr. gnä, gani s. bei Curtius 
No. 128 Wurzel ysv; Bopp V. Gr. 3, 422; Fick« 57; wonach der 
ausdruck ursprünglich die gebärende bezeichnet. Das mundartl 

Mall«r, Bljm.W«rUrb. n. ».Avil. 17 



258 Queer — Qaerpo. 

engl, qaee : a female calf, bei Hal. 657, könnte als verhurjnmg eu 
que an gehören j erinnert aber allerdings auch an die von Wedg- 
wood 3, 10 angeführten aUn. qviga, schott. quey, quigindi: a heifer, 
calf; vgl Dief. 2, 482. 

Qneer sonderbar; ehemals mehr in der bedeutung: verkehrt j 
schlecht; Hai. ()57 queer: to puzzle, bad, counterfeit;. A cant 
term; es ist woU herObergenommen aus dem ndd. nhd. quer, 
welches ursprüngl. eins ist mit nhd. zw^ch; s. das engl, thwart 
und vgl. Dief. 2, 720 f., sowie wegen roman. wahrscheinlich darauf 
beruhender Wörter wie it. guercio, altsp. guercho, pr. guer, guerle 
schielend bei Diez 1, 231. 

Qaell vernichten, unterdrücken , dämpfen; aUengl. quellen, 
cwellen, ags. cveliau, cvellan, alts, quelliau, ahd. queljan, mhd. 
quellen, (|ueln, kellen, aUn. kvelja, schwd. quälja; ursprünglich 
das abgeleitete faktitiv von aUengl. cwelen , quelen , ags^ cvelaii 
leiden, sterben, ahd. uelan, chelan. aUs. quelan, mhd. queln, vgl. 
die scheideform kill, sowie quail 2. und qualm; Mätzner 
Wb. l, 536; Fick « 518. 713; nach Bopp eu skr. jvar fieberUy 
sich betrüben. 

Qnench auslöscJ^en; altengl. quenchen, kuenchen, cwenchen, 
ags. cvencau, äevencan von dem starken intransitiven ags. cvincaii, 
altfrs. kwinka erlöschen, schwinden, das Selbst wieder eine er- 
Weiterung eu sein scheint von cvinan; s. Dief. 2, 469 unter den% 
goth. qvainon weinen, trauern und vgl. ndl. quijuen, ndd. mhd. 
quinen, nordfrs. dän. qvine, sowie das engl, whine. 

Qnern handmühle; altengl. quem, cwerne, ags. cveorn, cv3rra, 
aUs. aUfrs. ndd. quem, ncKT qneern, aUn. qvörn, qvern, kvem, 
schwd. qvam, dän. qvärn, goth. qvairnus, ahd. quirn, mhd. kurn, 
kürn ; vgl. über viele auch auf dem slav. und keU. gebiete ent- 
sprechende Wörter bei Dief. 2. 470; Grimm 5, 1813: $u skr. jar 
0erreiben. 

Qnerpo leibgewand; in querpo im hemde, schutälos; die ur- 
sprünglich sp. redensart ist bereits unter cnerpo erklärt; HaL 
285. 658 hat beide formen; man vgl. noch bei Wedgwood 3, 13: 
„sp. cnerpo : body, and specially the trunk of the body ; en cuerpo 
de camisa: in his shirt -sleeves, half dressed; en cuerpo: in his 
doublet, without the cloak necessary to complete the out- door 
attire. Hence in querpo was used by onr writers of the 17 th 
century for in undress." 



Queiry — Quiddity. 259 

Qnerry staUmeister y marstdU; bet Hal. (>58 qnierie: a royal 
stable; nc^ch Trench E. 66 ehemals auch quirry; 8. das weitere 
unter ecurie und equerry. 

Quest Untersuchung, gesuch; in eusammensetaungen inquest, 
request, altengl. queste, enqueste, requeste, aUfr, queste, enqueste, 
requeste, neufr, quete, enquete, requete; au dem kU. quaerere 
suchen, (|uaesitum ; vgl. das engl, neufr. question, altengl. questioun. 
vom lat, quaestio; ferner q ery die frage, vom lat. imperativ 
quaere oder von dem altfr. querre. quire, quirre, neufr. querir, 
lot, quaerere fragen. 

Qnib stichelrede; quibble Wortspiel, wite, sticheln; Hai. 658 
qnib: a taunt or mock; quiblin: an attempt to deceive; 659 quip: 
a sharp retort; Wedgwood führt dieses quip euruch auf keU. 
Wörter chwip: a quick turn or flirt; chwipio: to move briskly, 
to whip; man könnte demnach quip als blosse nebenform von 
whip nehmen, me denn noch bei levins für dieses sich quip 
und quippe findet; daratis wären dann quib und die Weiterbildung 
quibble entstanden; freilich Hesse sich auch quibble etwa aus dem 
lot. qnidlibet, vgl. quillet, ableiten und quib, quip als Verkürzung 
desselben denken; es bedarf der ermittlung, wo und wann euer st 
die wie es scheint nicht eben alten ausdrücke auftauchen. 

(llifk lebendig; aUengl. quik, qwik, cwic, quek, cwuc, ags. 
cvic, cvyc, CYUC, cue, altfrs. alts, quik, quek, ndd. quik, ndl. 
qwik, altn. kvikr, kykr, schwd. qvick, dän. qvik, qvig, ahd. queh, 
quek, mhd. quec, kec, nhd. queck (in quecksilber, engl, quick- 
silver), vgl. keck und erquicken; Weigand 1, 573; 2, 443; goth. 
qvius lebendig; weiter zusammengestellt mit lat. vivus lebendig, 
gr. ßlog das leben, skr. jiva; vgl. Dief. 2, 481 ; Bopp V. Gr. l, 110; 
Fick' 64. 714; Grimm 5, 375; wegen der ableitungen und bedeu- 
tungen des engl. Wortes auch Trench Stud. 231 und Smart; als 
stammverwandte Wörter: queach, quitch, quaver, quiver 1 
und quake. 

Quid kauen, ein stück kautabak; es ist nur eine nebenform 
von cud; s. dieses wort, chew und Mätzner 1, 151. 

Quiddity Spitzfindigkeit; bei Hai. 658 quiddity: a subtlety, 
a subtle quirk or pretence; aus dem UU. quid was wurde in der 
Mchulsprache der sehoUistiker gebildet quiditas, quidditas wesen, 
beschaff enheit; dazu gehören dann quiddit, quiddle ; femer quidnunc 
der neugierige, kannegiesser, eigetUl. das kU. quid nunc was nun? 
vgl. auch quillet. 

17» 



260 Quill — Quince. 

Quill federhielj Stengel; Levins hai quil: calamas, Hai. 695 
aXs aUengl, qaylle: stalke, calamus; ausser einem bei Griram 5, 676 
angeführten ndd. ((uiele entspricht in diesem sinne mhd. kil, nhd. 
kiel, welches eweifdhaften Ursprungs ist; die form erinnert 
zunächst an fr. <|aille schiffskiel^ kegele das sich in der bedeutung 
wieder mit einem anderen mhd. nhd. kiel, engl, keel begegnet; 
auch mhd. kil, nhd. keil tritt nahe hereu; ob aber diese Wörter 
ursprünglich identisch mu denken sind, bleibt fraglich, ebenso der 
von manchen vermuthete Zusammenhang mit lai. caulis. gr. xavlog, 
lat. calamus, wo aber nur an entlehnung gedacht werden dürfte; 
vgl. halm; zunächst ist noch am wahrscheinlichsten, dass das 
engl, quill beruht auf dem fr. quille unter einfluss des deutschen 
kil, kiel federkiel auf die begriff sentwicMung; t?5fi. Grimm 5, 676 f. 
und Diez 1, 124: Wedgwood 3, 15 ; Mahn erinnert auch an ir. cuille : 
a quill; cuilc: a reed. 

Quillet Spitzfindigkeit; unter vergleichung des it. qnilibetto 
und des fr. quolibet halt Wedgwood nicht ohne schein die aU- 
hergebrachte ableitung aus dem lot. quid libet allerlei, was belieht 
aufrecht; vgl. quiddity; freilich konnte bei Wörtern der art eine 
Vermischung, hier etwa mit quib, quibble leicht eintreten, wenn 
diesen überhaupt ein anderer stamm zu gründe liegt; zur auf- 
hellung dienen vorläufig wenig die mundartlichen ausdrücke bei 
Hai. 659 quillet: a furrow, a croft or grassyard und quill: the 
fold of a ruflF; quilly: to harden, to dry. 

Quilt decke, polster; bei Levins schon (^uilt: culcitra; aUengl. 
qwilte neben coulte, cowlte, altfr. cuilte, colte, coute, coulte, quoyte, 
sp. pg. colcha, lat. culcitra; s. Diez 1, 134; Burguy 3, 91 ; Mätzner 
Wb. 1, 489; Mahn fuhrt noch an cds ir. cuilt: a bed, a bed-tick; 
vgl. counterpane; wohl auf anderem gründe beruht das mund- 
artliche (juilt: to beat, to swallow, to be very fidgety, almost 
worn out bei Hal. 659. 

Quince quitte; obschon sich zwischenformen bisher nicht haben 
nachweisen lassen, beruht der ausdruck doch wohl auf den roman. 
Wörtern fr. coing quitte, cognasse kleine wilde quitte, it. cotogna, 
pr. codoing, von dem lot. gr. cydonia, xvdmvLOv, später lat coto- 
nium, cotoneum, mlat cottanum; die frucht war im alterthume 
benannt nach der Stadt Cydon auf Kreta; vgl. die auf demselben 
gründe beruhenden ahd. kutina, chutina, mhd. knien, quiten, nhd. 
quitte; s. Diez 1, 143; Weigand 2, 447; über ein anderes quince: 
the king^s evil s. unter quinsy. 



Quiüoh — Quirk. 26 1 

Qninfh sich betoegen, regen; Hai. 659 quioch: to make a 
uoise, to stir or move; vielleicht ausgegangen von dem stamme 
der Wärter quick, queach, quitch mag es von anderen wie wince 
heeinfiusst sein; an quench und die ags. cvencan, cvincan erinnert 
doch nwr die form; vgl. Wedgwood 3, 14; Dief. 2, 469. 484. 

QEiHSy haishräune; HaL 659 quince: the king's evil; 792 
squincy, squinancy, squinance; diese verschiedenen formen Beigen 
deutlich die entstehung aus dem fr. esquinance, aUfr, squinance, 
pr. aUsp. esquinancia, neusp, pg. esquinencia, it squinauzia, schi- 
nanzia; die roman. ausdrücke aber beruhen auf lot, syuanche, gr. 

Quintain tumierspiel, rennpfahl; bei Hai. 659 auch quintel 
und sonst quintin; fr. quintan, quintaine, pr. it. ndat. quiutana; 
die entstehung des Wortes ist nach Diez 1, 338 noch unaufgehelU ; 
was Wedgwood 3, 569 darüber sagt, befriedigt nicht; das von 
Mahn angeführte welsche chwintan: a kind of hymeneal game ist 
wohl selbst erst entlehnt; sollte es nicht, ursprüngl. den tummeU 
platz bezeichnend, sich mit der bedeutung des lot. quintana markt- 
plate im lager vermitteln lassen, auf dem etwa kriegerische spiele 
aufgeführt wurden? 

Quire 1. chor; altengl. quier, queer, quer, queor, dUfr. euer, 
neu fr. choeur; s. weiter unter choir; da/m quirister, altengl. 
querister, querestar, neben chorister. 

Qlire 2. buch, heft; mundartl. quaire bei Hai. 655, altengl. 
quayer, quaier, (j[uaer, altfr. quaier, cayer, coyer, neufr. cahier; 
dies hat man abgeleitet aus codicarium, vom lot. codex, aus 
«inaternio, woraus das altfr. carreignon hervorging, am besten 
wohl nach dem pr. cazern für cadern, quadern, it. quad^rno, aus 
dem lot. quaternus, quaternum, so dass es zunächst ein heft von 
vier blättern bezeichnete; s. Diez 2, 243. 

Qnirk plötzlicher streich, kniff; vgl. die mundartlichen be- 
deutungen bei Hai. 659; nctch Wedgwood: a shift or cavil; prop- 
erly a quick turn; prov. quirk: to turn; ungewiss bleibt der 
von manchen vermuthete Zusammenhang mit dem ags. pveorh, 
vgl. queer und thwart, oder mit jerk, yerk; in der bedeutung 
to complain , to grunt findet sich querk neben quirk und erinnert 
einigermassen an unser nhd. quarren; vgl. Weigand 2, 441, auch 
unter quark wegen des Übergangs von tw in qu, soune 2, 444 
unter quer. 



262 Qiwt — Quoit. 

Quit befreien, vergelten^ hegahlen; aUengl quiten, altfr. quiter, 
cuiter, quitier, neufr. quitter verkäsen , pr. sp. pg, quitar, iL 
quitare, chitare, niUU. quiiare, quittare, quietare eigentl, eur ruhe 
bringen, stufrieden stellen, vom lot, quietns ruhig, qaies ruhe; 
ebenso geht darauf guriick quit ledig, frei, aUengl. altfr. quite, 
pr. quiti, sp. quito, ferner quite gänglich, aUfr. quite, cuite, und 
weniger vermittelt quiet ruhig; vgl. Mätzner 1, 151. 378. 428; 
femer die engl, coy, acquit, requite; die roman. ausdrücke it. 
cheto, sp. pg. quedo, aUfr. coit, coi bei Diez 1, 123; ndl. quyt 
und die nhd. fremdwörter quitt, quittireu bei Heyse 7G6; die weit 
ausgedehnte begriffsentwicOung beginnt bereits in dem nilat. 
quietus: absolutus, securus, Über. 

dniver 1. gittern, lebendig; bei Bosw. findet sich schon ags. 
cviferlice: sollicite, aUengl. cwiver lebendig, keck, mundartl. engl. 
quever, qui very; HaL 660; Mätzner Wb. 1, 541; darauf beruht das 
altfr. quivrer wecken, ermuntern bei Diez 2, 406, welches seiner-- 
seits auf das engl, eeitwort zuriUkgewirkt haben mag; iiber den 
german. stamm vgl. quaver, sowie Dief. 1, 149; 2, 484. 

Quiver 2. köcher; altengl. quiver, quyver, quywere, bei Hai. 
657 quequer, altfr. cuivre, cuevre, couire; dies letztere wird bei 
Burguy 3, 91, Diez 2, 265 mit dem nilat. cucurum, mgr. xovxovifotf 
zurückgeführt auf den german. ausdruck ahd. chochar, mhd. 
kocher, hhd. köcher, ags. cocur, cocer, cdtengl. coker, ndd. koker, 
kaker, ndl. koker, köker, schwd. dän. koger, kogger; der weitere 
Ursprung aber ist dunkel; s. Grimm 5, 1559. 

Qjdz räthsel, witz; dann auch to quiz: to puzzle, to look 
mockingly at; Smart: „all these words which occur only in vulgar 
or colloquial use, and which Webster traces to learned roots 
(norm, quis, quiz: sought; sp. quizicoso) originated in a joke: 
Daly, the manager of a Dublin play-house, wagered that a word 
of no meaning should.be the common talk and puzzle of the city 
in twenty four hours ; in the course of that time the letters Q, u, 
i, z, were chalked or pasted on all the walls of Dublin with an 
effect that won the wager. *^ 

Quob sich bewegen, zittern; auch quop geschrieben; es ist 
wesentlich nur eine nebenform von quab. 

Qaoif mutze; s. unter coif; ebenso quoin ecke unter der 
nebenform coin. 

Qnoit wurf stein, mit wurf steinen werfen; schott. coit, quoit, 
auch engl, coit, altengl. coite, coyte, als Zeitwort coiten, coyteu; 



Quote - Quoth. 263 

diese führt Mätzner Wb. 1, 452 eurüch auf die welschen ausdrücke 
coitan, coetan, als eeilwori coetanan ; Mahn hei Webster vergleicht 
ausserdem ncU. koot, altndl. kote würfet, knöchel; immerhin bleibt 
doch gu erwägen das cdtfr. coiter, coitier, quoitier, cuiter stossen^ 
treiben y welches von einem lot. coctare für coaetare au cogere, 
coactus herstammen könnte; vgl. darüber bei Burgay 3, 80 f. und 
Scheler 75. 

Quote anführen, citiren ; aUfr. (|uoter, neufr. coter, pr. quotar, 
sp. pg. cotar, acotar, it. quotare, £U dem hauptwort fr. cote, pr. 
euta, f^. qaota, von dem lot. (|aotas der wie vielste; die bedeutung 
erklärt sich wohl aus der begriffsreihe: eine bestimmte ecM oder 
stelle angeben, zählen, herzählen, aufsagen, anführen. 

Quoth sprach, sagte; schott. quod, aUengl. quoth, quothe, 
qaath, qaad, qued, Vergangenheit des aUengl. queden, cweden, 
ags. cvedan, aUs. quedan, altfrs. quetha, queda, goth. qvi|>an, 
aUn. kveda, schwd. qväda, dän. qväde, €ihd. quedan, mhd. queden, 
keden; Mätzner Wb. l, 538; d€um im engl ein jetzt veraltetes 
qoethe: to say, declare, beqaeath bei Hal. 658 und das zusfMnmen- 
gesetzte bequeath, oMengL bequeden, ags, becvedan; über weitere 
Verwandtschaft vgl. sehr unsichere und verschiedene vermuthungen 
bei Dief. 2, 477; Lexer 2, 320; Grimm 5, 382; Fick«, 713. 



E. 

Rabbet /ol^en, fala; rabbet-plane fdlehohel; aUengl rabei, fr. 
rabot hobel, raboier hobeln ; diese Wörter gehören nach Die% 2, 406 
mit den pr. rebotar, it. ribattare eurückstossen, sowie den mndl. 
rabot hindemiss, schleusey riegel, fr. raboteux holperig Busammen 
im dem r Oman, bottare stossen; vgl. batt; doch wird mindestens 
vermengung ansmnehmen sein mit rabat, rabattre, wie denn fr. 
rabattre geradegu für raboter, engl, rebate für rabbet begegnet; 
s. Scheler 277; Wedgwood 3, 20 %md bate. 

Rabbit haninchen; aitengl. rabet; Levins hat rabbate: cnni- 
cnlus ; Wedgwood führt nach Skinner an ein aUndl. robbe, robbeken, 
sowie das fr. rabouill^re kaninehenloch, welches letztere aber seibst 
erst aus dem engl, rabbit gedeutet wird^ mundartl. fr. rabotte 
haninchen, andere verweisen auf keU. rabaid, rabait ; hängt es mit 
dem freilich ebenfalls dunkeln thiernamen ndl. ndd. nhd. robbe 
Seehund zusammen? In Welsh - rabbit gilt der letzte theü als 
entsteüung aus rare-bit. Bei Hai. (561 findet sich rabite: a war 
horse, in alteren formen rabett, rabjghte; dies ist das aUfr. 
arabit ross aus Arabien, woher mhd. ravit, ravit streitross kam^ 
wenn auch anlehnung stattgefunden haben mag an den stamm 
des aÜfr. raver, lat. rapere; vgl. die aUfr. ravine schnelle, mhd. 
rabine, rabbine anrennen des streitrosses; s. Lexer 2, 330. 354; 
Wackernagel Umd. 37 ; vgl. bei Kid 661 rabine: rapine; rabit: a 
wooden drinking-can muss auf noch anderem gründe beruhen^ 

Rabble 1. pöbel, lärmend verfahren; bei Hai. 661 rabble: to 
speak confusedly; rabblement: a crowd or mob, idle silly talk, 
refuse, dregs; aÜengl. rablen lärmend schwatzen; Levins hat 
rable, rabil, rablement aber mit der bedeutung series, series rernm ; 
das Zeitwort entspricht zunächst den ndl. ndd., dann auch 
nhd. robbein, rabbeln lärmend schwatzen, mlat. rabulare schelten^ 
welche auf das lat. rabula zurückweisen; vgl. Br. Wb. 3, 413; 
Weigand 2, 449; Wedgwood 3, 21; daraus konnte sich leicht ent^ 



Rabble 8. — iUok 2. 265 

wickeln rabble pobely lärmende menge; doch wird daau auch ver- 
glichen das gleichbedeutende ndl. rapalja, aitfr. rapaille, von räper 
scharren, hratgen. 

Rabble 2. ein rechenartiges werkßeug; Hai. 661 rabble: a 
kind of rake; fr. rable, aitfr. roable, langu. redable ofenkrücke, 
aus dem gleichbedeutenden lot. ratabalom; s. Scheler 277; 
Diez 2, 406. 

Riee L gescMecht, stamm; fr^ race, it. razza, sp. raza, daher 
auch nhd. race, rasse; das roman. wort stammt nach Diez 1, 343 
wahrscheinlich von dem ahd. reiza linie, strich, wie denn engl. 
race auch noch strich bedeutet; immerhin mag von einfluss ge- 
wesen sein d(MS lat. radix wursel, aUfr. rais, raiz, auch engh race 
wuTMel; vgl noch racy. 

Race 2. lauf; bei Levins race : cursns, aUengl. raes, ras, res, 
ags. raes, cdtn. ras, nebst den seitwörtern aUengl. raesen, ags. 
raesan, aUn. rasa eilen, laufen; danach aber auch aUfr. rase, 
raise: fosse, canal; Burguy 3, 315. Bei den mancherlei bedeu- 
tungen des engl, race, vgl. auch Hai. 661, berührten sich sicher 
verschiedene stamme, so s. b. der des lat. rädere, rasum, aitfr. 
raire, ras, rases, deutsche und romanische warter leicht unter- 
einander; bei Levins race: rädere, aitengl. racen auskratsen; s. 
erase; ausgang wie begriffsentwicklung für den einseinen fall 
genau mu bestimmen wird kaum möglich sein; vgl. einiges darüber 
noch bei Trench GL 181; Wedgwood 3, 21 flf.; Arch. 31, 152 
und Smart 

Raek L recken, strecken, foltern ; eine füUe von bedeutungen 
weist wenigstens auf den grundbegriff des reckens hin; vgl. dasu 
die Meitwörter goth. rikan und rakjan, schwd* racka, dän. rSkke, 
ahd. recchen, mhd. nhd. ndL recken, rekken, auch ags. räccean; 
Dief, 2, 163. 173; femer als benennungen verschiedener gesteUe 
und geräthe die nhd. reck, rick, ndd. ndl. rek, rik ; nhd. rack bei 
Heyse 767; s. noch einiges unter rick und bei Wedgwood 3, 23. 

Rack 2. nacken, rum, Spürhund, ersäUen, passgang, sor- 
gen u. s. w. ; die sahireichen und sehr verschiedenen bedeutungen, 
s. Hai. 661, Beigen wie in derselben form die mannigfachsten 
stamme susammenlaufen , wobei sich dann vielfach auch die be- 
griffe berOhren und beeinflussen mochten; hier möge nur für 
einige falle auf den nächsten Ursprung hingedeutet werden; rack: 
the neck of mutton or pork, ags. bracca: occiput; rack rum, 
verkürst om arrack; rack: to relate or tell anything, o^^-reccan; 



266 Racket — Raddle. 

rack, räch spürhundy aUengl. racche bei Etm. 253 ags. race, aUn. 
rakki, vgl. das nhd, bracke; rack: to care, to heed, ags. recan, 
8. reck; in rack and ruin liegt doch wohl am nächsten eine 
auch sonst kaum abeuweisende vermengung mit wreck, vgl. Dief. 
I9 233; über rack: to pour ofiF liquor s. eine vermuthung roma- 
nischer herhunft aus langu. araca le bi: transvaser le vin, fr. 
raque, vin raqu^ bei Wedgwood 3, 23; rack nebelgewölky wolkensug 
ist wohl das aUengl. rac, aUndl. rack: regio, tractus und gehört 
dann ßu rack 1., doch vgl. andere vermuihungen bei Hai. 661; 
Dief. 2, 173; Wedgwood 3, 24; es werden herbeigezogen ältn. rak, 
raki feuchtigkeit, ags. racu (?) regenwoücen; andererseits attn. reka: 
to drive; rek: drift, motion; femer dürfte rack weg, spur für 
track; rack: distaff /tilr rock 2. stehen und rvLck passgang des 
Pferdes eu rock 3. gehören. 

Racket schlagnetg, schlaghoU, schlagen ; Hai. 662 racket : a 
hard blow, a kind of net, a struggle; Levins hat rackat und 
racket: reticulum; es ist der romanische ausdruck fr. raquette, 
sp. nuiueta, it. racchetta (entstellt in lacchetta) nete sum bau- 
schlagen; gleichsam reticheita, vom lat. rete nets; d^endaher ndl. 
racket, nhd. raket, rakette; Weigand 2, 454; Diez 1, 339; wenn 
Wedgwood die ausdrücke aUe auf ein engl, racket lärm machen 
Murückführen wiU, so dürfte eher die begriffsentwicJdung umgekehrt 
vom baUspielen und schlagen ausgegangen und mu der bedeutung 
lärmen gelangt sein; doch kann man nebenbei sehr wohl ein laut- 
nachahmendes racket, wie rackle und rattle, gelten lassen; vgl. 
das Schott, rack: crash, shock; auch konnte sich racket leichi 
mischen mit rocket 1. rakete. 

Raey stark riechend und schmeckend, kräftig, anregend; 
race kräftiger geschmiuik kann sehr wohl auf race 1. geschlecht, 
art, vormgliche art beruhen; Wedgwood ^ticA^ den ausdruck wUt 
nhd. reizen, mundarÜ. rassen reisen und dem mundarü. deutschen 
rass, räss, ress scharf, pikant in Verbindung su bringen; vgl. die 
mhd. raese, rese, raesse scharf von geschmack bei Lexer 2, 354; 
Weigand 2, 464. 466; Fick > 164 , welche als urverwandt mit laL 
rädere gelten. 

Raddle flechten, weben, saungeflecht; die engl, etgmologen 
erklären es aus ags. vridan, vräd, s. writhe, ^0 dass es nach 
schwinden des w für wraddle, wrathel stände; eher möchte man 
äfwar an vertust eines anlautenden gutturale denken und den 
stamm von cradle, crate, besonders in seinen kdl. formen; 



Radish — Rag. 267 

Mahn bei Webster vergleicht aber die ndd. reiten, reten, reien, 
van reit, reet, riet, ried, dem engl, reed; endlich ist bemerkens- 
werth^ da$8 nach Hai. 662 raddle ursprünglich den aaunstecken^ 
pfaM bedeutet haben könnte; dann würden allerdings entsprechen 
mhd, nhd. reitel, ndd. wreii, eu jenem ags. vridan, ahd. ridan, 
mhd. riden drehen, winden; s. Weigand 2, 484; Lexer 2, 398. 422. 

Radish rettich; aUengl. radish, etmächst aus fr. radis, ndl. 
radys, van dem lot. radix wureel, it. radice; freilich ging das 
lot. wart frühzeitig und besanders auch mit der bedeutung rObCf 
rettich auf das germanische gebiet über: ags. rädic; daher bei 
Ual. 662 radik: a radish; (ihd. ratih, ratieh, mhd. ratich, rättich« 
retich, nhd. rettig, rettich, neben dem auf dem fr. radis be- 
ruhenden radies, radieschen; schwd. rattika und rädisa, dän. 
raddike und radiis, radise; s. Weigand 2, 452. 489; wegen des 
Stamms aber das engl. root. 

Raff pabel, verwarrener häufe, zusammengeraffte menge, weg- 
raffen; altfr. raffer, it. arrafi'are, churw. rafiFar hurtig an sieh 
reissen; dazu^dann raffle würfeln, Würfelspiel; fr. rafler, faire 
rafle aUes an sich reissen, rein aufräumen, als spiderausdruek 
dann schwd. ndl. rafiFel, als seitwart dän. rafle würfeln; die 
raman. ausdrücke beruhen auf german. gründe: mhd. raflFen, reffen 
rauben, raffen, nhd. raffen, raffeln, ndd. rapen, altn. hrapa stürben, 
eilen und hrafla wegschnappen; vgl. rap; Weigand 2, 452; Diez 
1, 339; man sieht, d<iss die engl, ausdrücke, s. Hai. 668, fheäs 
aus dem fr., theHs unmittelbar aus dem german. gebiete kämmen 
kannten, nur begegnen kaum ags. ader sdbst aUengl. entsprechende 
Wärter. 

Raft flass; a raft is a float made of spars of wood; raff- 
merchant: a timber merchant; aUengk raft balken, (Mn. raptr, 
raftr, schwd. dän. raft, fries, rafte, mundartl. und veraltet nhd. 
raff, rafen; s. Frisch 2, 82; dasu dann die Weiterbildung rafter 
dachbalken, bei Levins rafter: tigillum, aUengl. ags. rafter, aUndl. 
mndd. rafter; s. Etm. 251; Mndd. Wb. 3, 414; bei Hal. 6(33 raff: 
a' raft of timber; ahd. rävo Sparren, mhd. rave sparren, altn. 
räf, rafr dach, nach Pick ^ 388. 842 van der würget rap bedecken, 
gr. iff^pa; Lexer 2, 354. 

Rag lumpen; aUengl. ragge, aUn. rögg: villas; vgl. aber auch 
stu ragged eerlumpt, zerrissen das ags. hracod : laceratns bei Etm. 
498, ferner das ir. gael. rag: pannicnlus; Dief. 1, 234; nach 
Diez 2, 56 mlal. raga, aus gr. ^dxtj lumpenrack; in anderen 



268 Ragamuffin — Rail 4. 

hedeutungen^ vgl. Hal. 663 , ist es wohl theüweise eine nebenform 
van rack; i*ag: to scold or abuse erinnert an das aUn. roegja: 
calumniari, ags. vrSgan; vgl. Dief. 1, 235; 2, 173. 

Ragamnfftll lumpenkerl; man erklärt es aus rag lumpen 
und dem nhd. muffen: to smell musty, moldy, auch dem engl. 
muff: a stupid fellow; Hal. 663 ragamuffin: a person in rags; 
perhaps derived from ragomofin, the name of a demon in some 
of the old mysteries; dieses ältere ragomofin könnte jfunächst 
romanisch sein; vgl. über den stamm raga im it. ragazzo Diez 2, 56 
und pg. mofino knickerig bei Diez 1, 283. 

Rage umth; aUengl. neufr. rage, aUfr. rage, raige, pr. ratge, 
it. rabbia, mundarfl. raggia, pr. sp. pg. rabia, von dem lot. rabies ; 
als eeitwort aUengl. ragen, ragin, altfr. rager, ragier, pr. ratjar, 
raviar, sp. rabiar; vgl. das susammengesetste fr. enrager, engl. 
enrage; Koch3^ 152. 

RagOO als name eines leckeren gerichts; auch ragout ge- 
schrieben, wie das nhd. fremdwort ragout aus dem fr. ragout, au 
fr. ragoüter die esslust reisen, von einem lot. readgustare den 
geschmack wieder wecken, wie das it. torna-gusto so viel bedeutet 
wie das fr. ragout; s. Diez 2, 407. 

Rail 1. riegel, schiene; den nächsten anspruch auf das schon 
aUengl. rail, rayle in diesem sinne haben doch die gleichbedeutenden 
schwd. ndd. regel, ahd. rigil, mhd. rigel, 'nhd. riegel, wenn cmch 
dann roman. ausdrucke wie etwa ein rayel von rai, lot. radius, 
oder von raie furche, mlat. riga sich damit mischen mochten; 
neuerdings ging rail eisenbahnschiene als fremdwort in das fr. 
über; vgl Br. Wb. 3, 465; Mndd. Wb. 3, 448; Weigand 2, 495; 
Lexer 2, 429; Scheler Ausz. 161. 

Rail 2. wachteOsönig, raUe; bei Levins rayle; fr. räle, mu dem 
Seitwort räler röcheln, von dem ndl. ratelen, ndd. ratein, nhd. 
rasseln, vgl das engl, rattle; die lautnachahmende beseichnung 
des vogels begegnet wieder im mlat. rallus, nhd. ralle; s. Weigand 
2, 455; Diez 2, 408 und wegen der seitwörter ndd. rallen lärmen^ 
ndl. rallen, rellen das Br. Wb. 3, 426, wie auch rail 4. 

Rail 3. kleid; aUengl. rayle, raeil, reil, resl, hresl, ags. 
hrägl, alts. ahd. hregil, altfrs. hreil, reyl; s. Hai. 664; Dief. 2, 199; 
bei Hai 685 auch rille: a woman's rail; das wort gehört sicher 
nicht, wie Mahn meint, su ags. vrigan bedecken. 

Rail 4. spotten; bei Hai. 664 rail: to teaze, or provoke a 
person to anger; to talk over anything; schon bei LevinB rayle: 



Rail 5. — Rake 1. 269 

rixari, conviciari; fr. railler foppcn, sp. rallar, pg. ralar reiheUj . 
jflagen; die roman. ausdrücke werden hei Diez 1, 340 zurüch- 
geführt auf ein lat. radiciilare, von rädere kratzen, oder auf 
radula Werkzeug zum kratzen; doch verdienen beachtung auch die 
unter rail 2. angeführten ndd. ndl. rallen, rellen lärmen, schelten, 
neckerei treiben; vgl. ausserdem rally 2. 

Riil 5. fliessen, tröpfeln; bei Hai. 664. 679 rail: to stray 
abroad; perhaps from the older word reile: to roll; aUengl. railen, 
reilen; es mag eine nebenform von roll oder rill sein, wie um- 
gekehrt nach Hal. 685 rille: a wotnan*s rail begegnet. 

Raiment Kleidung; verkürzt aus arraiment; 9. array und ray 3. 

Rain 1. regen, regnen; (iUengl. rein, ren, regn, ags. regn, ren, 
goth. rign, aUs. regan, regin, aÜfrs. ndl. rein, aUn. schwd. dän. 
regn, ahd. regan, mhd. nhd. ndd. regen; nach Weigand 2, 476 
„von der präsentialform eines vorauszusetzenden goth. rigan aus 
der rvJ^e, vom orte kommen^^; während es Curtius No 166^ mit 
gr. ßfixsiv, lat. rigare benetzen, bewässern zur würzet vragh 
stetU; das entsprechende Zeitwert neuengl. rain ist altengl. rainen, 
reinen, reinin, ags. regnian, renian, goth. rigujan, cMn. rigna, 
regna, ahd. regonon, mhd. regenen, nhd. regnen; vgl. Dief. 2, 172. 

Rain 2. in raindeer, wofür auch rein-, rane-deer rennthier; 
aUengl. rainder, ags. hran-deör, hrän, aUn. hreinn, hreindyr, schwd. 
ren, rendjur, dän. rensdyr, ndl. rendier, nhd. rennthier (mit um- 
deutung angdehnt an rennen) ; fr. renne ; vgl. die it. sp. rangifero, 
fr. rangier, ndl. reynger mittels des mlat. rangifer aus dem läpp. 
raingo; Diez 1, 342. 

Raise erheben; aUengl. raisen, reisen; es ist das dbgeleitete 
faktitivum von rise;* ags. ä-rasjan neben äraer^, aUn. reisa, 
schwd. resa, dän. reise, goth. raisjan; Dief. 2, 170; vgl. rise 
und rear 3. 

Raisin rosine; ehemals auch von der frischen traube; Trench 
Gl. 181; aUengl. raisin, reisin, raysynge, reysoun, recyne; Koch 
3*, 81; aitfr. reisin, reysin, neufr. raisin, pr. razim, aitfr. pic. 
rosin, sp. racinio, mkU. racinins, lat. racemns, vgl. das gr. ^a( 
Weinbeere; nach dem aitfr, rosin auch ndl. rozijn, nhd. rosine, 
dän. rosin ; s. Diez 2, 408 ; Weigand 2, 509. 

Rake 1. hacke, scharren; äUengl. rake: rastrum, ags. race, 
ndd. ndl. rake; vgl. die ahd. rehho, mhd. reche, rechen, rächen, 
nhd. rechen; als zeitwort ags. racjan: sarculo colligere, ndd. rake; 
Etm. 253; Br. Wb. 3, 423; dUn. schwd. raka, dän. rage; nüuL 



270 Rake 2. — Ram, 

rechen ; gu dem goth. rikan anhäufen; Dief. 2, 173; welches weiter 
MUsammengesteUt wird mit wureel arj erwerben^ loA. rogas; Lexer 
2, 360 ; iiber das doch nur scheinbar nahetretende fr. racle werh- 
geug gum kratgenj welches auf racier, aÜfr, raacler, lot. rasicare, 
van rädere, rasas, beruht, vgl Diez 2, 342. 

Rake 2. unistUng; Wedgwood sucht wahrscheinlich gu machen, 
dass die jetgige bedeutung ausgegangen sei von der milderen des 
wnher streif ens; vgL Hai. 665 rake: to walk or move abont, to 
gad or ramble idly; 675 reike, reawk: to walk about idly, to 
idle in neigbour's houses ; er fuhrt dagu unier anderen an schwd^ 
raka, aUn. t^Wb, umherschwärmen, umher streif en; immerhin konnte 
es nur verbürgt stehen für rake-hell taugenichts, wüsüing, schon bei 
Levins rakehell: malus, tetricus; dieses wird nun gwar offenbar früh 
empfunden als eine gusammensetgung von rake scharren und hell 
hoUe, gleichsam the scrapings of hell, ähiüich wie ndd. helleubesem ; 
gleichwohl dürfte das mit Trench E. 148 ais eine umdeuiung gu 
fassen sein und gwar aus dem altengl. rakel, rakil, bei Levins 
rakyl: insolens; dieses aber erinnert einigermassen an ndd. ndL, 
dann auch nhd. rekel lümmd, bauemhund; vgl. das altengl. raccho 
unter rack 2.; auch Weigand. 2, 486 und wegen des vielleicht mit 
hierher gehörigen fr. racaille hefe des volks Diez 2, 407 und das 
engl, rascal; wie verschiedenes in der form rake gusammenfliessen 
konnte, geigen die weiteren bedeutungen bei Hai. 665, von denen 
einige auf reach und auf rack, ags. raecan reichen und reccan 
ergäMen, hinguweisen scheinen. 

Rally L wieder vereinen; neufr. rallier, aUfr. ralier, lat, 
gleichsam re-ad-ligare; vgl. ally und Bnrguy 3, 223. 

Rally 2. spotten ; es beruht auf äUermn rayle, fr. raiUer, ist 
also nur scheideform von rail 4. 

Ram Schafbock, ramme, rammen; der widder heisst bei Levins 
rambe, altengl. ram, ags. ramm, ndl. ahd. mhd. ndd. ram, rML 
ramm, meist nur üblich in dem Obertragenen sinne ramme ; nach 
Weigand 2, 455 gu dem aUn. ramr stark; tirimm Gr. 3, 326; 
G. d. d. S. 24 erinnert an das gr. äfipf; die engl, etgmologen 
ufoUen gu gründe legen ram stinkend, bei Hai. 665 ram: acrid, 
fetid, bei Levins rammish, oder gar wie Wedgwood das nhd. 
rammeln sich begatten: das sind aber offenbar erst ableitungen 
von dem männlichen thiere, dem stinkenden bocke, wie dieser 
als stossender, lot. aries vorrichtungef^ gum stossen, einrammen 
begeichnete; in das romanische dringt das wort als mundarlL 



lUmage — Ramp. 271 

fr. ran widder; Diez 2, 409; vgl. noch Br. Wb. 3, 430 mtd 
Lexer 2, 335. 

Rmage geast^ gesang, tcUd; Hal. 665 ramage: wild; the term 
was ve^ often applied to an untaught hawk ; es beruht, wie das 
ndl. ramagie bei Binu. auf dem fr. ramage, pr. ramatge, sp. 
raniage, it. ramaccio ; diese aus dem kU. ramus ast hervorgegangen 
bedeuten jmnächst das geäst, gejnceige, dann wurde fr. ramager 
von dem zwitschern der vögel im woide gebraucht und ramage 
in der bedeuiung gesang ; ramage, wild beruht jmnächst auf dem 
faJknerausdruck epervier raniage, engl, ramage hawk, it. ramingo, 
pr. ramenc der junge faXk, der unstät von ast gu ast fliegt; daher 
fr. ramingue eigensinnig; vgl. Diez l, 340 und Ducange unter ramagii ; 
auch das engl, rummage, mit dem es sich theiUoeise gemischt gu 
haben scheint, wie es auch wohl mit dem gedanken an ram um- 
gedeutet wurde; s. Hai. 665 unter raramaking. 

Ravble umherstreifen; das wort scheint nicht sehr aU ßu 
sein, wenigstens begegnet es weder bei Shakespeare noch bei 
Levins; der Ursprung ist zweifelhaft; keinesfalls ist zu denken 
an lat. perambulare, an re-ambulare, re-amble, oder it. ramengare, 
aber schwerlich auch an das nhd. rammeln; am ersten darf man 
noch Bu gründe legen die einfachere form bei Hai. 665 rame: to 
rove or ramble; vgl. darüber unter roam; so dass das b erst 
vor dem (Umleitenden le eingeschoben wäre; andererseits könnte 
ramble für rample stehen und auf ramp beruhen; Wedgwood 
mischt die verschiedensten in keinerlei historischem zusammen- 
hange stehenden formen nur der ktangahnUcMceit folgend zu- 
Summen; dann trennt er wieder unnutzer weise ab ramble irre 
reden; vgl. wander irre reden, phantasiren; und verweist dafür 
auf ndL rammeln, schwd. ramla: to talk idly, to clatter. 

Rmp klettern, kriechen, springen; bei Levins rampe: rapere; 
vgl. Hai. 6 6; alt fr. ramper Tdettem, neufr. ramper kriechen, fr. 
engl, rampant aufsteigend; die fr. Wörter werden zusammen mit 
ii. rampa kraUe, rampo haken, rampare klettern aufgerman. stamm 
zurückgeführt ndd. rupen, rappeu, nhd raffen, mundartl. rampfeu 
mit der grundbedeutung des ergreif ens , an sich reissens; Diez 
1, n40; s. rape 1.; r^mp in der baükunst ist das it. rampa, fr. 
rampe erdaufwurf, auch nhd. als fremdwort rampe; ramp oder 
romp wildfang, toüdime beruht gewiss auf dem begriffe aus- 
gelassenen herumspringens, wie ähnlich unser nhd. spriuginsfeld ; 
aber auch das etwiM wühürUch gebildete rampallion, vgl. damit 



272 Rmmpart — Rancour. 

ausdrücke wie tatterdemalion, slubberdegullion , heeeichnet wohl 
ursprünglich eher den herumstreicher als den lärmer j wie es 
Wedgwood erklären will unter vergleichung des mundartlichen 
rumballion: a great tumult, bei Hal. 698, und der roman. rarabal, 
rambalha; dass sich ramp mit ramble und weiter mit ruiahle 
berühren und mischen konnte, liegt freilich auf der hand, 

Rampirt waU; in mehr angeeigneter und an pier (mgelehnter 
form auch rampire, rampier; aUfr. rempar, neufr, rempart waU, 
jfu remparer, emparer, parer, lat. parare bereiten, dann schütten, 
vertheidigen; s. Diez 1, 305; Scheler 287 und vgl, parry. 

Ranpion rafuned; it. ramponzolo, raperonzolo, raperonzo, 
mundartl, raponzulu, rapönzal, sp. reponche, ruiponce, pg. ruiponto, 
rapon9o, fr. raponce, raiponce, von dem neulat. rapunculus, ra- 
ptintium, gu lal. rapa rube; ebendaher dann auch ndl. ra\)once, 
schwd. dän. nhd. rapunzel, rapunsel; s. Diez l, 342; Weigand 
2,461; vgl. rape 2.; die etwas stark abweichende engl, form 
erklärt sich wohl aus Verwechslung mit andern ii. dem stamme 
ramp zugehörigen Wörtern wie rampone haken. 

Ran rannte; das Präteritum von run; aUengl. ran, ron, ags. 
rann, am; s. Mätzner 1, 385; was die veralteten und mundartl. 
bedeutungen des wertes bei Hai. 666 anlangt, so könnte ran: the 
hank of a string ifu demselben stamme gehören; dagegen ist ran; 
force, violence, open robbery and rapine das ags. ran, aUn. r&n : 
rapina; raena: spoliare, ahd. rahanan rauben; vgl. Schmid G. d. A. 
357; Grimm Myth. 288; ran: a saying ist das keU. rann, rhan: 
part, division, poem, verse, worauf auch das erwähnte ran strähne 
als theil eines Strickes sich zurückfuhren lässt; wegen noch eines 
anderen ran vgl. ran sack. 

Raneh L reissen, renken, verrenken; auch raunch geschrieben; 
es ist woM nur eine durch die aussprt^he veranlasste nebenform 
von wrench. 

Ranch 2. hütte, lagerplatg, kameradschafl; auch noch als 
fremdwort rancho ; das erst neuerdings aus Amerika eingedrungene 
wort ist das sp. raucho kameradschaft , arrancharse zusammen 
wohnen, welches hergeleitet wird vom fr^ ranger, rang; s. Dies 
2, 409 tind vgl. die engl, range und rank 1. 

Raneonr groU; altengl. rancor, rancour, altfr. rancceur, ran- 
cuer, altsp. pg. pr. rancor, neusp. rencor, it. rancor; vom lot. 
rancor ranziger geschmack, vgl. rank 2.; im späteren lat. rancor, 
mlat. rancnra, rancuna alter groll; daher fr. rancune, it. altpg. 



Rand — Rank 2. 278 

raucara; dajfu engl, rancorous, altfr. rancnros, rancoros, rancams; 
8. Diez 1, 341 ; Burguy 3, 314. 

Rand rand; aUengl. rand, ctgs. rand, rond, aUn. rönd, schwd. 
dän. ndl. ndd. nhd. rand, ahd. mhd. rant; wahrscheinlich aus 
demselben stamme wie rind; vgl. Lexer 2, 342; Weigand 2, 456; 
das german. wort drang dann auf raman. gebiet, besonders auch 
in pr. a randa bis ans ende, völlig, it. a randa dicht heran, altfr. 
randir andringen, pr. altfr. randon ungestüm, heftigkeit, a randon, 
de randon plötzlich, mit einem schlage; daher dann erst (ran dun 
bei Bosw. ist sicher nicht ags. sondern altengl.) im iUteren engl. 
randouu, randon, randun eile, lauf, ungestüm; neuengl. random; 
hei Hai. 666 randoum: force, rapidity; at random eigentlich: left 
to its own force, without external guidance; s. Diez 1, 341 f.; 
Burgny 3, 315; Wedgwood 3, 36, der aber anklingende Wörter 
mit der bedeutung lärmen eu gründe legen unU, während man 
sie eher davon ableiten kann; vgl. rant. 

Rank 1. rang, reihe; aUengl. ranc, renk, renge; das fr. rang, 
pr. renc reihe, welches weite Verbreitung gefunden hat in german. 
und kelt. gebiet ndl. nhd. schwd. dän. rang, kymr. rhengc, bret. 
renk, ir. ranc, beruht selbst auf ahd. bring, mhd. rinc kreis; s. 
das engl ring 1.; Diez 2, 409; davon dann neufr. ranger, 
arranger, aUfr. rcnger, arenger, aUengl. renge, arenge, arange, 
neuengl. range, arrange; ohne noth nimmt Wedgwood anstoss 
an der begriffsentuncMung : kreis, kreisförmige reihe, reihe; denn 
der begriff einer geordneten aufsteüung dient eu genügender Ver- 
mittlung; ebenso braucht man schwerlich range kücheneinrichtung 
abzutrennen und auf das mhd. ram, nhd. rahmen eurücksfuführen; 
dass ranger of the forest aus range reihe, bereich, strich, bezirk, 
einen bezirk durchstreifen sehr wohl erklärt werden kann, liegt 
auf der hand, doch kann man zugeben, dass hierein altfr. ramag^ur 
einfluss geübt habe; vgl. noch Burguy 3, 319; Dief. 1, 236 ff. 

Ruk 2. üppig, geü, fett, stark, stinkend ; altengl. ranc, rank, 
renk, ags. ranc: snperbus, rebellis, fecundus, fortis, aUn. rakkr: 
sirenuus, ndd. ndl. nhd. dän. rank schlank, eigentl wohl üppig 
aber dünn aufgeschossen; vgl. Weigand 2, 457 ; Mndd. Wb. 3, 420; 
auf die bedeutung : stinkend , verdorben wirkte woM der roman. 
stamm rance ein, vom lat. rancor, rancidus, vgl. Mätzner 1, 206 
und die engl rancour und rancid; andererseits berührte es 
sieh leicht mit wrong; s. Hai. 667 rank: wrong; ableitung davon 
ist rankle, bei Levins rankle, rankill: putrescere. 

Mtll«r, Siym. WOtUrb. il. S. Aufl. 18 



274 Ransack — Rape 1. 

Ransack plündern; aUengl. ransaken, aUn, rannsaka, schtod. 
ransaka, dan. ransage, randsage, zusammengesetsi aus dem aUn, 
rann haus und saka suchen ^ wenn nicht auch altn, ran raub, s. 
unter ran, mit einwirkte; vgl. die ags. häm-socen, nhd. heim- 
suchen; Mätzner 1, 537; Dief. 2, 156; Wedgwood 3, 40. 

Ransom lösegeld; aUengl. ransome, rawnsone, rausoum, 
raymson, aUfr. raan90u, rean9on ,vraian9on , neufr. ran9on, aus 
dem lot. redemptio ruckkauf , gen. redemptionis, woher auch 
wieder engl, redemption; aus dem fr. ging das wort auch über 
in ndl. ransoen, ndd. ranzüu, nhd. ranzion, schwd. ransou, dän. 
rantion; Diez 2, 409; Weigand 2, 458. 

Rant lärmen, schreien; Hai. 667 rant: to drink, to riot; dc^ 
wort begegnet bei Shakespeare, aber noch nicht bei Levins; die 
grundbedeutung scheint zu sein ein heftiges und wüstes handeln 
oder reden, daher dann: to rage, to rave, to swagger, to riot, 
to drink; vgl. bei Binn. das ndl. randen, randten: delirare, in- 
sanire, ndd. randen, nhd. ranzen, mundartl. rant lärm, aufruhr; 
s. Br. Wb. 3, 432; Schwenck 504; Frisch 2, 86; vieüeicht alle 
ursprünglich auf den unter rand berührten stamm des aUfr. 
randir, randon zurückzuführen, wenn auch in den volksthämlichen 
ausdrücken lautnachahmung und anklang an andere stamme sich 
geltend gemacht haben mögen; vgl. noch Weigand 2, 458, der die 
verschiedenen nhd. ranzen aus rankzen, rankezen, von dem mhd. 
ranken schreien erklärt. 

Rap 1. klopfen, schlag; aUengl. rappen, rappin, schwd. rappa, 
(ds hauptwort cUtengl. rap, schwd. rapp, dän. rap; das wort ist 
wohl lautnachahmend; vgl. unser nhd. rappeln bei Weigand 2, 459 
und das engl, ripple plätschern; ausserdem ist es auch mit 
rap 2. zusammengeflossen. 

Rap 2. reissen^ raffen; aUengl. rap, hrap, dän. ndl. ndd. rap 
schnell, aUengl. rape, hrape eile, hrapen, aitn. hrapa eilen, stürzen; 
vgl. die dän. rappe, ndl. ndd. rapen, rappen, unser raffen bei 
Weigand 2, 452 ; der grundbegriff ist gewiss die schnelle bewegung, 
danach aber begegnete sich der ausdruck theils mit rap 1., iheüs 
mit dem roman. stamme rap in der bedeutung des raffens, rat»- 
bens; s. rape 1. 

Rape 1. raub, eile; ausser den unter rap 2. erwähnten ger- 
manischen Wörtern wirkte auf das toort gewiss unmittelbar und 
durch das roman. der lat. stamm von rapere rauben ein, der in 
Wörtern wie rapid, rapt, rapture, s. raven 2., deutlich hervortritt; 



Rape 2. — Rare 2. 275 

vgl. die sp. pg. pr. rapar, it arrappare mit gewaU wegführen, die 
Diez 1, 342 weniger auf lot. rapere, als auf die german. Wörter 
Burückführen ¥ntl. 

Rape 2. rube; altengl. rape, lot. rapa, rapnm, worauf eurück- 
gehen fr. rave, pr. raba, rave, it. rapa, aher auch ndl. raap, ahd. 
raba und ruoba, mhd. rabe, rappe, rape und rnobe, rüebe, nhd. 
rabe und raps, reps, ndd. röve, röwe, aUn. rofa, schwd. rofva, 
dän. roe; ifier weitere Verwandtschaft, wobei bald entlehnung bald 
aber altgemeinsamer besitz anzunehmen sein wird, böhm. repa, 
litth. rope, gr. fdxvg, ^dtpvg, fdgnxvog vgl. Cartias No. ^11; Fiek * 
389; s. auch Weigand 2, 460. 514. 

Rape 3. traubenkamm, abgepflückte beere; es beruht, wie das 
gleichbedeutende mhd. nhd. rapp, rappe , s. Weigand 2, 458 , auf 
dem fr. rape, it. raspo, sp. pr. raspa: grappe de raisin dout ou 
a enleve les grains, welches im hinblick auf die kammartige 
stdlung der stielghen am beerenstengel der traube vom fr. räper 
reiben, rape reibeisen abgeleitet eu sein scheint; vgl. grape, rasp 
und Diez 1, 343. 

Rape 4. grafschaftsdistrikt; Hai. 667 rape: a division of a 
coanty, comprising several hundreds; Wedgwood erklärt den aus- 
druck aus dem skandin. hreppr, repp: a district; das altschwd. 
repa, dän. rebe bedeutet abmessen, eigentl. mit einem seile; vgl. 
rope und bei Hai. 667 rape: to bind or laciß tightly; raper: a 
rope-maker. 

Rapier eine art degen; wie das nhd. rappier, ndl. dän. rapier, 
aus dem fr. rapiere alter langer degen, ursprüngl. nach Diez 2, 409 
vidleicht eine abgenutzte schartige klinge, eu rape raspel; vgl. 
rape 3.j; nach anderen von dem deutschen rapen, raffen, ranfen, 
vgL das nhd. raufdegen, abzuleiten; Scheler 281 ; Wedgwood sucht 
die erste erJdärung zu stützen durch das sp. raspadera : a raker, 
demiespadon pour racier. 

Rapparee wilder irischer räuber; Wedgwood: „so named 
from the rapary or half-pike with which he was armed ;'^ dieses 
rapary oder raparee aber ist nur diMS auch nach Irland gedrungene 
rapier, wofür als ir. formen angeführt werden ropaire, raipeir, 
roiper. 

Rare L selten; fr. rare, pr. rar, it. sp. pg. raro, lat. rams, 
woher auch ndl. raar, schwd. dän. nhd. rar. 

Rare 2. halbgar; Hai. 668 rare: underdone, raw; es ist das 
oiUngL rere, ags. hrer; s. rear 2. und vgl. raw; rare brüilen 

18* 



276 RftBoal — Rash 3. 

i^ die aUere farm van roar; rare fruhy besanders aueh in rare- 
ripe frühreif wird al% kantrtdetian van rather angesehen ; vgL 
Wedgwood 3, 570. 

Rascal 8churke;'aitengl. rascaile, rascalie, raskaille, bei Hal. 
668 rascal, rascaall: a lean animal, one fit to neither hant nor 
kiU; rascall: common, low; rascalye: low people, refuse of any- 
thing; raskaile: a pack of rascals; atich Levins Jutt rascall: vulgns; 
vgl. Wedgwood 3, 42; Trench Gl. 174; d(MS wart wird swar van 
Junius, Johnson und Bosworth angeführt als ags. rascal: a lean, 
worthless deer, ist aber schwerlich ags. ader überhaupt germanisch ; 
das fr. racaille hefe des valks würde vaUig passen, wenn es nach- 
gewiesen werden kannte als entstanden aus rascaille; vgl. aber 
Diez 2, 407; Wedgwood fasst rascal als eine ableitung des aUn. 
raska: to scrape; rask: offall, remnant of fish or the like, sa dass 
es ursprüngl. den ab fall besfeichnet habe; eher machte man denken 
an die sp. pg. pr. rascar, aitfr. rascler, neufr. racier kratMenj 
aÜfr. rasche krätge, grind, vgl. rash 2., die nach Diez 1, 342 auf 
lot. rädere, rasicare beruhen; vgl. Burguy 3, 313; wenigstens wäre 
der vermittelnde begriff räudig sehr passend; Wedgwood leitet 
das fr. racaille van racier ab, wie rascal aus aUn. raska ent- 
standen sei, stellt aber die raman. f armen rascare, rascar ahne 
weiteres mit den skandinav. /zusammen, während dach jene weder 
vam fr. racier, nach van dem lat. stamme rasus getrennt werden 
können; Koch 3', 80 scheint racaille lumpengesindel aus it. 
ragazzaglia^ vgl. Diez 2, 56, herleiten gu walten, vergleicht aber 
auch mlat. rascare ausspucken; s. das altfr, racher bei Diez 2, 407. 

Rase auskratßen; aUengl. rasin, rasen, fr. raser, bu lat. rädere, 
rasum; vgl. die nebenfarm race, raze, sawie erase. 

Rash 1. hastig, übereilt; aUengl. rashe, rasche; Bosw. hat 
als ags. rase: what is quick, a flash, crack; rascian: to shake, 
rustle; vgl. Etm. 251; aUn. roskr, schwd. dän. rask, ahd. rase, 
mhd. nhd. rasch; s. nach mancherlei gu demselben stamme ge- 
hörige warter bei Weigand 2, 461; Lexer 2, 343; vgl. Fick * 842. 

Rash 2. ausschlag, krätge; aUfr. rasche, pr. rasca, gu dem 
kU. rädere kratgen; s. Diez 1, 342 und vgl. unter rascal. 

Rash 3. eine art geug; Ual. 668 rash: a kind of inferior silk; 
wie die nhd. rash, ndd. ndl. ras aus früherem arrass, arrais nach 
dem namen der stadt Arras, Aras, wa das geug mlat. arräsium, 
arräcium verfertigt wurde; dach scheint mindestens mischung 
eingetreten gu sein mit einer anderen benennung it. sp. raso, fr. 



Rmsh 4. — Rat. 277 

ras glattes ßeug^ vom lot. rasus geschoren; s. Weigand 2, 461; 
Diez 1, 343; Barguy 3, 313. 

Rash 4. reissenij schneiden; Hai. 668 rash: to snatch or seize, 
to tear or rend; nach Mätzner 1, 206 würde das Zeitwort mit ags. 
rascian: vibrare und altn. raska: loco movere in der grund- 
bedeutung des schnellen bewegens zu rash 1. zu stellen sein; 
immerhin treten nach form und bedeutung auch sehr nahe 
romanische ausdrücke une sp. pg. rasgar auseinander reissen; 
vgl. rash 2.; daraus hat man erklärt rashers on the coal als 
schnitte, Scheiben; Wedgwood denkt bei rasher: a slice of broiled 
bacon an ein mundartl, deutsches rosch, rasch harty unter ver- 
gleichung von rash: brittle, dry, to barn in cooking; Hal. 668 
„rashed: burnt in cooking by being too hastily dressed. Basher, 
as applied to bacon, probably partakes of this derivation^'. 

Rasp raspeln; oMengl. raspen, altfr. rasper; neufr. raper, it. 
raspare, sp. raspar abkratzen, schaben; dazu als hauptwort engl. 
ra»p. aÜfr. raspe, neufr. rä])e raspel; die romanischen ausdrücke 
beruhen a^er auf germanischem gründe ahd. raspön zusammen- 
scharren, mhd. raspen, hhd. abgeleitet raspeln, schwd. raspa, dän. 
raspe, aUndl. raspen; vgl. weiter die mhd. respen, rispen und 
das ahd. hrespan rupfen, raffen, die dann mit lat. crispus kraus 
zusammengestellt werden; s. Weigand 2, 462; Diez 2, 343; Lexer 
2, 410; rasp: to belch bei Hal. 668 ist wohl wesentlich lautnach- 
ahmend und in dieser hinsieht mag verglichen werden das nhd. 
räuspern und ralpsen. In raspberry himbeere, wofür dann auch 
wieder blos rasp steht, ist nach Wedgwood der erste theil ver- 
kürzt aus raspise und roman. herkunft; Hai. 668 raspis: the 
raspberry; it. raspo bei Florio erklärt: „a bunch or cluster of 
any berries, namely of grapes, also the berry that we call ras- 
pise;^' vgl. rape 3. und Diez 1, 343; nach anderen wäre die 
frueht von rasp kratzen 'benannt , wie nhd. kratzbeere, schwd. 
krasbär; s. tirimm 5, 2071. 

Rat rotte; altengl. ratte, rotte, ags. rät, aUs. ratta, ndl. ratte, 
rat, ndd. rat, rot, rotte, altn. rotta, schwd. r&tta, dän. rotte, ahd. 
rate, radda, mhd. rat, rate, ratt, ratte, hhd. ratte, ratz; mlat. rato, 
ratns, rattus, daher it. ratto, sp. pg. rato , pr. fr. rat und abge- 
leitet fr. raton; vgl. bei Hai. 669 raton, ratten: a rat; auch auf 
kdtisehem gebiete ir. gael. radan, bret. raz; s. Weigand 2, 466; 
Diez 1, 343. 



278 Rate 1. — Ratteen. 

Rate 1. festgesetzter verhdUnissiheily Ordnung, tverthy sch&teen; 
nach dem lat, rata pars der berechnete theü entstand das mlat. 
rata, aUfr. nhd. rate, iL 8p. pg. pr, rata; also zu lat, ratus aus- 
gerechnet, bestimmt, von reri meinen; als eeitwort schon aUengL 
raten, bei Levins rate: aestimare, taxare; vgl. Weigand 2, 464. 

Rate 2. schelten, tadeln; nach Wedgwood wäre es nur eine 
besondere anwendung von rate 1., une denn allerdings tax, fr. 
taxer schätzen und tadeln bedeutet; doch mag hier verschiedenes 
zusamtnengeflossen sein; so stellt man das altengl. raten, arat.en 
taddn zu dem schwd, rata tadeln und wieder altengl. retten zu 
dem auf lat. reputar zurückgeführten altfr. reter, neusp. retar, 
aUsp. pg* pr. reptar beschuldigen, anklagen; s. Burguy 3, 322; 
Diez 1, 347; auch das für rattle vorauszusetzende Stammwort 
mit dem begriffe des lärmens könnte eingeunrkt haben; vgl. bei 
Hai. 669 rate: to call away or oflF. 

Rather lieber, früher, eher; altengl. rather, ags. hrador; es 
ist der allein erhaltene adverbiale komparativ des adjektivs alt- 
engl. rath, rathe, hrathe, ags. hräd, hrcd schnell; vgl. Hai. 069 
rathe: soon, early, eager, savage, hasty; Trench E. 140; Gl. 181; 
genau entsprechen dUn. hradr, ahd. hrad, hrat, rat, mhd. rat; 
nach abfaU des anlautenden gutturals und schwankender Quantität 
des stammvokcds traten leicht Vermischungen mit anderen stammen 
ein; vgl. Ktm. 499 und ready; wegen weiter vermutheter Ver- 
wandtschaft auch Dief. 2, 1 59 unter dem goth, ra|>s leicht, thutUich 
und Curtius No. 71 ; ein anderes veraltetes rath hügel, berg, feste 
ist das ir. rath. 

Ratoon zuckerrohrschössling ; aus dem sp. retoflo neuer 
schössling, retoüar wieder sprossen, über deren zweifelhaften 
Ursprung einige vermuthungen zu finden sind bei Diez 2, 173. 

Rattan indisches röhr, rotang; fr. ratan, rotan, rotin, sp. pg. 
rota; aus dem ostasiatischen rotan, rottang; das wort wird auch 
ratan geschrieben und bedeutet weiter a walking-stick made 
of rattan. 

Ratteen eine art zeug; fr. ratine und daher auch sp. ratiua, 
it. rattina, ndl. ratijn, nhd. ratin: das fr. wort aber beruht auf 
ratiner kräuseln, entweder mit fr. rate milz, von dem ndl. rate 
honigwabe, oder von dem wahrscheinlich aus keltischem gdnete 
gekommenen altfr. ratis, ratin farrenkraut; s. über diese Wörter 
bei Diez 2, 410; über das letzte auch Dief. Gr. Eur. 403. 



Rattle ^ Raven 2. 279 

Rattle Jdapper, klappern; Hal. 669 ruitle: tu beat or thrash, 
to stutter or speak with difficnlty; aUengl, ratele, hratele, (zgs. 
Iiratele, dUs eeütvart aUengh ratelen; ndd. ndl. ratel. nhd. rassel, 
als Zeitwort ndd. rateln , rateln , ndZ. ratelen , nhd. rasseln ; vgl. 
aUschwd. rasla, dän. rasle ; man erwartet als Stammwort ein rate, 
raten, ivie denn mhd. sich findet ratzen und rassen neben rasseln ; 
übrigens wirkt hier offenbar latUnachahmung mit; vgl. in dieser 
hinsieht die engl, rut, rüttle, rustle; Koch 3^, 166; Schwenck 506; 
Wedgwood 3, 46 und Weigand 2, 463. 

Ravage Verwüstung, verwüsten; fr. ravage, ravager; diese 
gehören zu fr. ravir; vgl. dcts engl, ravish unter raven 2.; oder 
beruhen auf einem fr. raver, welches den sp. pg. pr. rapar, aus 
lat. rapere entsprechen unirde; s. Diez 2, 411. 

Rave rasen; ältengl. raven, ravin, fr. rever, mundarU. raver 
irre reden, träumen, aÜfr. resver irre reden; die ältere bedeutung 
des fr. reve wahnwitz verweist auf raive als eine nebenform von 
rage, aus lat. rabies; erst aus dem fr. kamen ndl. reven, reveln, 
ravelen, mhd. reben, mufidartl. ndd. reven, reveln, rabbeln, räbeln, 
nhd. rappeln in der bedeutung faseln, irre reden, rasen; vgl. 
Diez 2, 414; Burguy 3, 322; Lexer 2, 357; Weigand 2, 459. 

Ravel f eisern, verwirren; Hai. 669 rave: to tear up; ravel: 
to talk idly; ravelled: confused, mixed together; das wort beruht 
zunächst wohl auf dem ndl. ravelen, rafelen fasern, ndd. reffelu, 
nmndartl. riffeln, ribbeln; vgl. das ags. rafian: dissolvere bei Etm.^ 
265; dann hat aber berührung und mischung mit dem roman. 
raver, s. rave, stattgefunden; vgl. ausserdem revel. 

Ravelin ein festungswerk; fr. ravelin und danach auch nhd. 
als fremdwort ravelin; aUfr. revelin, sp. rebellin, pg. revellim, it. 
revellino, rivellino; der Ursprung des it. Wortes, dem die andern 
entstammen, ist dunkel, vielleicht in den lat. re und vallum zu 
suchen; Diez 1, 353. 

Raven 1. rabe; aitengl. raven, reafen, reven, braven, oys. 
hrafeu, hräfn, hrämn, hräm, ndd. rave, ndl. raven, rave, raaf, 
aMn. hrafn, altschwd. rafn, ramn, dän. ravn, ahd. hraban, raban, 
hram, ram, mhd. raben, nhd. rabe; der wurzdsübe nach laut- 
verschoben stimmend zu den IcU. corvus, gr. x6f<t^, poln. kruk, 
skr. käravas; s. Curtius No. 69; Max Müller 1, 312; Weigand 2, 449 
und vgl. rook 1. 

Raven 2. raub, rauben; auch ravin geschrieben; altengh 
ravenie, ravenye, ravine, raueyne, aUfr. ravine, Uxt. rapina raub, 



280 Raw — Rase. 

gu lot. rapere reissen, rauhen; vgl. rape 1.; eu denselben stamme 
gehört unter anderen Tix\\^\x^ oZ^eti^I. ravishen, ravyshoD, rauysen, 
aUfr. rayir; ferner rapt, rapture mittels des UU. raptiis; s. 
Wedgwood 3, 46; Trench Stud. 8 ; unmittelbar abgeleitet von raven 
ist ravenous, in welchem dann zugleich raven 1. anklingt; 
Treuch Stud. 241; vgl. noch Hai. 070 unter raven und ravine. 

Raw roh, rauh; altengl. raw, ra, raugh, hrau, ags. hreav, 
reäv, alts, hrä, ndd. rau, ndl. raauw, altn. hrär, schwd. r&, dän. 
raa, ahd. rao aus hräo, mhd. rou, ro, rä, roch, rouch, tihd. roh; 
es scheint mit lot. crudus, crndelis, gr. xQvoqy XQOvm bu dem 
skr. krüra umndy blutig, hart su gehören und ist wohl derselben 
wurgel entsprossen wie das nach form und lata sehr nahetretende 
rough; vgl. als einen roman. spross des Stammes das engl. 
cruel, im allgemeinen aber Curtins No. 77; Fick* 49. 732. 

Ray 1. strahl; altengl. rai, raie, ray, aÜfr. rait, rai, neufr. 
abgeleitet rayon, pr. rai, raig, sp. pg. rayo, it. raggio, razzo, radio, 
von dem lat. radius; daeu dann eeitwörter wie engl, ray, aUfr. 
raier, raer; Burguy 3, 314; Sclieler 278; auf roman. gebiete 
mischte sich damit ein anderes wort neufr. raie furche, strich, 
altfr. roie, pr. rega, mlat. riga rinne, bu lat. rigare; vgl. Diez 
1, 339 f.; Hai. 670 ray: a path or track. 

Ray 2. roche; altengl. fr. raie, sp. ray a, it. lat. raja; vgl. die 
german. doch auch der form nach nahe verwandten namen des 
fisches unter dem engl, roach. 

Ray 3. rüstung, kleidung; altengl. rai. altfr. rai, rei, roi; s. 
das BusammengesetBte array und vgl. Burguy 3, 327; Hai. 070 
ray: array, order, row, to dress; attch a striped cloth, uforin es 
sich dann mit ray 1. berührt. 

Ray 4. beschmutzen; Hai. 670 ray: to defile, to beray; nach 
Wedgwood 3, 536 von einem aUfr. ray schmute; es ist aber wohl 
nur euphemistische anwendung von ray 3. schmüeken; vgl. unter 
bewray; ray: a king or sovereign ist doiS altfr. rai, rei, roi, 
neufr. roi, lat. rex; 6et ray-grass, das man aus nxy I. erklärt, 
vgl. das nhd. raigrass bei Weigand 2, 453, ist wohl mischung 
mit rye-grass anzunehmen; ray: a kind of dance erinnert an 
das mhd. reige, reie, rei, nhd. reigen, reihen; s. Weigand 2, 480; 
Lexer 2, 386. 

Raze auskratzen, zerstören; fr. rascr, zu altfr. raire, lai. 
rädere, rasum schaben, kratzen; dazu razor rasiermesser, aUengk 
rasor, rasure, altfr. rasur, neufr. rasoir; vgl. race, rase und 



Reach — Real. 281 

Barguy 3, 313; in raze oder race umrgel, wie race of ginger 
ist es natürlich das aUfr, rais, raiz', aus dem lot. radix; s. 
Wedgwood 3, 49; wenn Levins in diesem sinne rance hat^ so 
herukt das wohl auf fr. ranche, aus tat. ramex sprosse ^ wenn 
nicht auf branch, fr. branche. 

RMCh reichen^ rechen; dUengl. reachen, rechen, raechen, ags. 
raecan, aUfries. reka, retsa, resza, ahd. mhd. nhd. reichen, ndl. 
reyken, reike, nhd. reken reichen^ sich hinausdehnen, ursprüngl. 
das faktitiv eines ags. rican, ahd. rihhau: valere; s. rieh; vgl. 
Weigand 2, 479; s. über die engl, formen des Präteritums rehte, 
raught bei Koch 1, 312; Mätzner 1, 374, wo auch auf die mischung 
mit ags. reccan, aUengl. recchen hingewiesen ist; vgl. noch Dief. 
2, 164. 173; Curtiu« No. 153 gr. dgiyBi^v, lat. regere, por-rigere. 

Read lesen; aUengl. reeden, reden, ags. raedan rathen, aus- 
legen, lesen, neben dem vielleicht ohne grund ein besonderes redan 
lesen angesetzt wird; vgl. Mätzuer 1, 369; Wb. 1, 105 unter dem 
aUengl. areden, ags. äracdan. Grein 2, 306; ^o^A. redan, ältfrs. reda, 
aUs. radan, ahd. ratan, mhd. raten, nhd. rathen ; im alteren engl, 
noch read: to suppose, to guess; bei Hal. 673 rede: counsel, to 
explain; (Merdings scheinen auf den älteren stufen bereits man- 
cherlei Vermischungen stattgefunden eu haben; vgl. Dief. 2, 158. 168 
unter den goth. rodjan , redan und ra[)jau ; aber die begriffsent- 
Wicklung: rathen, errathen, deuten, auslegen, lesen hcU nichts 
auffallendes. 

Ready bereit, fertig; aUengl. redi, readi, raedi^, ags, raede, 
geraede, daher auch aUengl. iredi bei Co\. ()(i; schwd. mndd. redig, 
aUfrs. ndl. ndd. dän. rede, ahd. reiti, mhd. reite, nhd. be -reit, 
goth. garaids angeordnet; dcufu bei Hai. 673 redie: to make ready, 
aUengl. redien, radien und raeden, ags. raedan, gera^dan bereiten; 
s. Dief. 2, 159; jbu dem mit ready zusammengesetzten adverbium 
already, ndl. ndd. alrede, schwd. allaredan, dän. allerede, mhd. 
algereite, nhd. allbereits vgl. Dief. 2, 160; (Jrimm 1, 214. 1497, wo 
ein ags. raedig vorausgesetzt und auf die noch deutlich participiale 
natur des adjektivs hingeuriesen wird; es gehört zu dem starken 
Wurzelzeitwort ags. ri<ian, prät räd, engl, ride, dessen urbegriff 
etwa war: proficisci, expediri; s. Grimm Gr. 2, 14 No. 154 und 
wegen mancher Übergänge des Stammes auf das roman. gebiet 
Diez 1, 344, sowie das engl, array. 

Real wirklich; fr. real, it. reale, niUxt. realis, von res sache, 
ding; hier nur insofern zu erwähnen, als in derselben form ein 



282 Ream 1 - Rear 2. 

gatuf änderet stamm erscheint, lat. rex, regis könig, cdtfr. rai, 
neufr, roi; so real name einer münae, sp. real, vom lat, regalin, 
altengl. aUfr, real königlich; neuengl. realm, aUengl. realme, 
rialmc, roialuie, auch renie, resme konigreich, nach dem aitfr. 
ri)ialnie, realnie, reaimic, neufr. royauiiie, it. reame, lat. regalimeii ; 
s. I)i( z 1, :U4; Burguy :i, :^27. 

Ream 1. ries papier; zunächst von dem ndL riem ; dies aber 
entstand mit dem nhd. ri(*s, dän. riis und den it. risma, sp. pg. 
resii.a, fr. rame, nUat. risuui weder aus dem gr. aQiJ&fiog^ noch 
aus ream 2., sondern aus dem arab. razmali, rezmah pack^ 
bündel; s. darüber Diez 1, 353. 

Ream 2. riemen; auch reiui; vgl. Hai. G74 reem: ti» tie fast; 
ags. reoma, aUs. riomo, ahd. riumo, riemo, mhd. rieme, nhd. riem, 
riumeu; nach Fick ^ 390 au dem gr. (vfia; s. Weigan«! 2, 105; 
Lexer 2, 425. 

Ream 3. rahm; llal. 07 1 ream: eream; aUengl. rem, ream, 
ags. bei Etm. ()21 ream, rem, ndl. room, ndd. röm, nhd. räum, 
räm, rahiu, vgl. attn. riomi und s. bei Weigand 2, 453 ; dcts engk 
wort berührte sich, in der eusammenseteung milcrem, milk-reum 
zumal y mit dem roman. cream; in noch anderen bedeutungen^ 
vgl. Hai. 671. 076, beruht ream und reme theüs auf aUengl. remen, 
hremeu, ags. liremun. hrymau schreien, hream geschrei, vgl unser 
nhd. rühm, rühmen bei Weigand 2, 518; theüs aber steht es nur 
mundartlich für room, für realm, selbst für liome, wie in 
ream-penny: peter-pence. oder für rheum. 

Reap ernten, schneiden; aUengl. reapen, repen, reopen, rij^en, 
bei Hal. 680 rip : to reap, ags. ripan, rypan ; dazu aUengl. reap, 
reepe, repe ein bündel körn. ags. rip, r^^p ernte, kornbündd; vgl. 
manches zwar nicht genau entsprechende, doch atis dem gleichen 
stamme wahrscheinlich hervorgegangene bei Diof. 2, 107 unter dem 
goth, raapjan rupfen; s, auch ripe reif und Grein 2, 382; die 
aitengl. und mundartl. starken formen wie rep, rap, rop, ropeu 
scheinen wesentlich auf falscher analogic zu beruhen, weder 
ripan noch reopan als starkes stammzeitwort dürfte ags. nt^h- 
zuweisen sein. 

Rear 1. das hintere; aUengl. rere, aUfr. rier, riere, pr. reire, 
aus lat. retro; vgl. das zusammengesetzte arrear, /r, arriere und 
Burguy 3, 324. 

Rear 2. roh, halbgar; auch in den formen reere, rere, rare, 
altengl. rer, ags. hier, vgl. rare 2.; in der bedeutung früh, bei 



Rear 3. — Rebec. 283 

Levins rere, reare: receus, 6ct Hal. 671 rearly: early, hoit man es 
nach der farm rare als eine eusammenssiehung aus rather ge- 
nommen; es kann aber sehr gut dasselbe rear roh, frisch in 
weiterer begriffsentwicklung sein. 

Rear 3. erheben, aufziehen; bei Levins reare: erigere, altengl 
reren, raereu, ags. raeran neben den eusammengeseUften aUengl. 
areren, €^s. äraeran ; es ist das mit Übergang des h in r gebildete 
faktitiv von ags. risan; vgl. raise, rouse und rise. 

Reamoiise fledermaus; altengl. reremowse, reremous, ags. 
hreremüs; es ist doch wohl die bewegliche , flatternde maus von 
ags. h reran, aUengl. hreren, reren bewegen, sich bewegen, aitn. 
hroera, alts, hrörian, ahd. hrörian, hniorau, mhd. rQeren, nhd. 
röhren; s. Weigand 2, 519; ähnlich erklärt sich der andere ags. 
name hreademus aus hräd, hred schneü beweglich; vgl. rather. 

Reason Vernunft, grund, berechnung, recht; aUengl. raisoun, 
reisun, reson, resun, cdtfr. raison, reson, reason, neufr. raison, 
fr. razo, sp. razon, pg. razäo, it. ragione, lal. ratio, zu reor, 
ratus, reri glauben, denken, rechnen; vgl. rate 1.; also identisch 
mit den unmittelbar aufgenommenen ratio und ration; vgl. das 
fr. nhd. ration bei Scheler 279. 281 und Weigand 2, 465. 

Reaye rauben; altengl. reveu, refeu, raefen, reaven; vgl. 
wegen der form des Präteritums bei Mätzner 1, 371; ags. reäfian, 
cdtfrs. rävia, alts, bi-robhön, ndl. ndd. roven, goth. bi-raubon, 
aUn. raufa, reyfa, schwd. röfva, dän. röve, ahd. roubon, mhd. 
rouben, nhd. raulxfn ; von dem hauptwort ags. reäf, (dts. rof, ahd. 
mhd. ronp, nhd. raub; vgl. die engl, rob und rube; Dief. 2, 164; 
Weigand 2, 466; Fick« 173. 840. 

Rebee eine art geige; auch rebeck geschrieben; fr. rebec, pr. 
•^I>*^yi P9^ rabeca, it. ribeca; daneben it. ribeba, altfr. rebebe, 
rubebe und weiter sp. rabel, pg. rabel, arrabil, altfr. rebelle; 
daraus erklären sich die engl, formen rubibe, ribibe, rebibe, bei 
Hai. 671 rebeck; (>82 ribibe, ribible; das roman. wort wird zurück- 
geführt auf gleichbedeutendes arab. rabäb , pers. rubäb ; s. Üit*z 
1, 348; Burguy 3, 316; der letzte bemerkt: ,,rexpres8ion »visage de 
rebec« fait allusion aux tetes sculptees ä Textremite du manche 
du rebec, quoique ces figures ne fussent pas toujours ridicules et 
grotesques;^' hier lag dann nahe eine Vermischung mit dem 
etgennamen Rebecca, vgl. Hai. 671 bei Chaucer rebecke, der für 
mürrisches altes weib vorkommen soll; vgl. über den neueren partei- 
namen Rebeccaites, nach Gen. 24, 60, bei Worcester und Heyse 775. 



284 Rebaff — Receive. 

Reblff rückstoss, aurückstossen; fr. rebuffade, rebuffer, ü. 
ribuffo, rabbutfo, ribaffare, aUfr. buffer, it, buffare stossen; vgL 
buff 2. 

Rebuke ausscheUen; Levins hat nur rebnkeful: culpandus; 
Hai. 072 reboke: to belch; dies letztere entspricht dem fr. re- 
bouchor: to nauseate; als aitfr. und mundartl. werden angeführt 
rebouquer, rebuquer theüs in dem sinne von auf stossen, ekel 
empfinden y theüs nach Wedgwood soviel als to give one blows; 
vgl. noch das neufr. reboucher abstumpfen; in den fr. boucher 
und bouquer scheinen sich verschiedene stamme gemischt eu 
hohen wie der von bouche, it. bocca mund und ein germanischer 
aUn. bucka niederdrücken y nhd. bücken; vgl. Scheler 38. 40: 
Dtez 2, 232. 234: das neuengl. rebuke hat wohl ursprünglich den 
begriff des gurückstossens gehabt ; jedenfalls bleibt hier über form 
und bedeutung noch manches aufzuklären. 

Rebus büderräthsd ; beruhend auf dem lat. rebus durch 
dinge, weil es eine da/r Stellung des sinnes durch abgebildete dinge 
ist, drang es in die meisten neueren sprachen zunächst wohl aus 
dem fr. rebus, das sich bereits bei Coigravc tmd Dnez findet; 
Wedgwood bemerkt: „rebuses in heraldry uro such coats as re- 
present the name by things, as three castles for Castleton,'* und 
at$s der heraidik dürfte überhaupt der ausdruck stammen. 

Rebut zurückstossen ; fr. rebiiter, pr. rebotar, it. ributtare, 
von dem einfachen altfr. boter, buter, bouter, pr. botar, it. buttare; 
vgl. bntt und Scheler 45. 

Recant widerrufen; lat. recantare, iL ricantare, pr. rechantar, 
altfr. recanter, reehanter; das fr. rechauter scheint nur in dem 
sinne uneder singen vorzukommen, dagegen hat das it. ricantare, 
wie schon lat. recantare die bedeutung von: dagegen, das gegen- 
theil singen, widerrufen; vgl. das fr. dechanter, dechanter den ton 
ändern, anders singen, nachgeben. 

Reeeiye empfangen; altengl. receiven, resceyven, resseyuen, 
reschayfen, altfr. recever, receveir, recivoir, rechevoir, neufr. re- 
cevi»ir, pr. recebre, pg. receber, sp. recibir, it. ricevere, laL reci- 
pere; dazu receipt, ehemals receit, receyte, lat. recepturo, sowie 
recipe, lat. imperativ recipe; vgl. die nhd. fremdworter bei 
Heyse 776, sowie Scheler unter recette; hierher aber gehört doch 
auch rech eat als Jäger ausdruck; vgl. die aUfr. recet, recept, 
altengl. recet, resset rückzug, rückzugsplatz ; Col. 66; daraus 
wurde, vielleicht unter anlehnung an aUfr. rechet rückfaU von 



Reck — Record. 285 

rechoir, das engl, reeheat; die redensart to blow the recheat, 
woraus der ausdruck als eeitwort erst abgezogen untrde, erinnert 
an das lat. receptui canere gum rückaug bUisen. 

Reek sich kümmern, sorgen; aUengl. rekken, recchen, recheu, 
ags. reccan, recau, vgh über die formen der Vergangenheit roughte, 
roghte, rohte bei Mätzuer 1, 374; aUs. rokian, ndd, roken, roken, 
rochen; s, 6r. Wb. 3, 510; Mndd. Wb. 3, 501 ; cdtn. roekja, schwd. 
reka, dän. rögte, cAd. raobhan, mhd. raochen, hhd, ge- ruhen; 
von dem hauptwort aUengl. reche, ndd. roke, ahd. ruoche, mhd. 
ruoch, ruoche, räche sorge , eu dem stamme des goth, rikan; s. 
Lexer 2, 544; Dief. 2, 173; Fick« 847; als eine damit eusammen- 
gesetete büdung, die in den verschiedensten germanischen sprachen 
wiederkehrt, bemerke man das neuengl. reckless; cdtengl. reckeleuB^ 
recheles, bei Hai. 672 recules, ags. receleas, ndd. rokelos, rocelos, 
ndl. roekeloos, ahd. ruacholos, mhd. raochelös, nhd. ruchlos in 
den bedeutungen: curae expers, negUgens, nefarius, scelestns; vgk 
Weigaud 1,420; 2,515. 

Beekon rechnen; aUengl. reknen, reknin, rekenen, ags. rece- 
nian, aUfrs. rekenia, reknia, ndl. ndd. rekenen, reken, schwd. 
räkna, dän. regne, ahd. rehhanön, mhd. rechenen, rechen, nhd. 
rechnen, goth. rahnjan, aum goth. rikan; vgl. Dief. 2, 157. 173; 
Fick « 840. 

Viee^HaurUckpraUen; altengl. recoilen, recoylen, bei Hai. 672 
recnle: to go back, to retreat; fr. reculer, sp. pr. recular, pg. 
recnar, iL rinculare gurückweichen , vom laL cuius, fr. cul der 
hintere; s. Diez 1, 352, wo stur begriffsentwicklung verglichen 
werden unser sich ärsen zurückweichen, ärschliugs, mhd. erslingen 
rückwärts, ndl. aerselen zurückgehen; wie leicht im engl, mischung 
eintreten konnte, seigt übrigens ein anderes recnle: a collection 
of writings, but used for any book or pamphet, was natürlich 
ist das fr. recueil, zu recueillir, cueillir, it. cogliere, vom lat. coUi- 
gere sammeln; Diez 1, 132. 

Reeord erinnern, aufzeichnen, auf Zeichnung; aUengl. recorden, 
bei Hai. 672 recorte, recorde, reeord: aUfr. recorder, pr. sp. pg. 
recordar, it. ricordare, lat. recordari in den sinn zurückrufen, zu 
cor, gen. cordis herz, sinn; vgl. accord; in reeord: to sing or 
repeat a tune; to chatter as birds before they can sing mag ur- 
sprünglich auch nur der begriff des wiederholens, einübens gelegen 
und re corder die flöte bedeutet haben, auf denen den vögeln zum 
einüben etwas vorgeblasen wird, später kUmg in den ausdrücken 



286 Recoup — Red. 

wohi die erinnerung an chord, IcU. chorda saüe durch; vgl. 
Scheler 283; Ducange, sowie die nhd. fremdwdrter bei Heyse 778, 
besonders recordiren von dem ehemaligen umsingen der schäler, 
um an das eu gebende geschenk jm erinnern. 

Recoup absfiehen; auch recoupe geschrieben; in der rechts- 
spräche to diminish by keeping back a part as a claim for dam- 
ages; fr, recoaper eurucTcschneiden , wieder beschneiden, von 
couper schneiden, coup schnitt, schlag, aus UU. gr. colaphns, 
xoXaipog faustschlag. 

Recoyer wieder erlangen, genesen; äUengl. recoveren, re- 
keueren, rikeueren-, recure, recour; vgl. Hai. 672; auch einfach 
aUengl. coveren, keueren, kuveren, s. Mätzner Wb. 1, 494; aUfr. 
cobrer, coubrer, recovrer, recouvrc, recuvrer, neufr. recouvrer, lot. 
recuperare; s. Burguy 3, ol7; Diez 1, 130 unier dem pr. sp. pg. 
cobrar bekommen; Ober die ebendarauf beruhenden ahd. irkoboron, 
nühd. und mundarÜ. nhd. erkobern bei Wcigand 1, 303; Grimm 
3, 879; berührungen und mischungen lagen nahe, wie wenn recour 
sich mit dem neufr. recourre, aUfr. rescorre wieder einlösen, von 
re-ex-cutere begegnet, vgl. rescue und Diez 1, 375, oder recure 
/Sr recover zusammentrifft mit recure, vom lot. cura, curare 
sorgen, pflegen; übrigens steht recover auch als zusammen- 
Setzung von cover bedecken, wieder bedecken, sowie als denominativ 
in recover: to start a hare from her cover or form; Hal. 672. 

Reereant feige, <d>trünnig; cdtengl. recreaunt, aUfr. recreant, 
eigentl. do^ participium von aUfr. recreire, recroire, nUat. recre- 
dere, se recredere; wenn auch der gedanke an das verleugnen 
des glaubens die begriffsentwicJdung bestimmte, so ging diese 
doch zunächst hervor aus der bedeutung der mkU. ausdrücke: 
sich im kämpf und vor gericht für besiegt erklären; s. Burguj3,95; 
Ducange und miscreant. 

Reenit rekrut, ergänzen; fr. recrue, recruter, it. reclutare, 
sp. reclutar, pg. reclutar, recrutar; zu dem fr. croitre, cru, re- 
croitre wachsen, wiederw(uJisen, nachwachsen, vom lat. crescere; 
s. Scheler 283 und vgl, das nhd. fremdwort rekrut bei Wei- 
gand 2, 473. 

Red roth; aUengl. red, rede, redde, raed, reod, ags^ read und 
reod, goth. rauds, aÜs. rod, aUfrs. rad, ndd. röd, ndl, rood, aUn. 
raudr und riodr, schwd. dän. rod, ahd. nihd. röt, nhd. roth; das 
wort stimmt weiter lautverschoben zu gr. I(fv^(f6g, litth. rudas 
braunroth, skr. rudhiram bhU, röhita für rddhita roth; vgl. aud^ 



Redan — Reef 8. 287 

die lot. raber, rufiis, rutilus, sowie ir, gael. rnadh, com. rydh; 
Dief. 2, 166; Curfcius No. 306; Pick« 172. 840; wegen des gemein- 
Samen Stammes auch die engl, ruddy, russet. 

Redan eine art festungswerk; fr. redan für rodent, vom fr. 
deni, lat. deus, gen. dentis sahn, so genannt nach der gahnartig 
gesägten form. 

Redeem loskaufen; aUengl. redemen, fr. r^dimer, loit. redi- 
mere; dasfu redemption, fr. redemption, lat. redemtio; vgl. 
ransom. 

Redoubt L fürchten; aUengl. redoubten, redoulen, äUfr. re- 
doubter, neufr. redouter, pr. redoptar, rednptar, aUit. ridottare, 
vom lat. re und dabitare zweifeln; s. doubt. 

Redoubt 2. eine art festungswerk, redouie; fr. redoute, neben 
r^dait, it. ridotto, raddotto, sp. reduoto, mUU. reductus ein ort, 
wohin man sich eurückssieht, vom lat. reducere eurückführen; die 
Schreibung redoubt beruht auf einer an sich unberechtigten an- 
lehnung an oder Vermischung mit redoubt 1., wie das zunächst 
auf dem it. ridotto beruhende fr. redoute im nhd. auch nach 
einer verkehrten ableitung von redouter durch schreckschanee 
wiedergegeben worden ist; das it. ridotto bezeichnet ausser der 
schanze auch den gesellschaftsort , vergnügungsort , maskenbcM, 
daher fr. nhd. redoute, engl, (üs fremdwort ridotto in diesem 
sinne; s. Heyse 780; Weigand 2, 474. 

Reed röhr, schilf; cdtengl. rede, red, reed, reod, hreod, ags. 
hreöd, alts, ried, ndl. ried, riet, ndd. ret, ried, ahd. hriot, riot, 
mhd. riet, nhd. riet, ried, rieth; der weitere Ursprung ist dunkel; 
mit dem goth. raus, nhd. röhr kann es nicht ohne weiteres zu- 
sammengesteüt werden; ableitung von einer würzet krt mit dem 
grundbegriffe schwankender bewegung ist eher wahrscheinlich; 
vgl. rush und Dief. 2, 590. 

Reef 1. riff; ndl. rif, ndd. riff, refi, nhd. riff, aUn. rif, schwd. 
ref, dän. rev; aus der pluralform des Präteritums von dem aitn. 
rifa spalten, schlitzen, schwd. rifva, dän. rive ; vgl. das aUn. rifa 
ritz, spalte; es ist also eigentl. wohl die abgerissene, zerklüftete 
fdsmasse, dann die kiippe, untiefe, sandbank; vgl. wegen des 
Stammes rive, wegen ähnlicher begriffsentuncklung cliff; s. 
Weigand 2, 497. 

Reef 2. reff, reffen; ndl. riff, reef, ndd. nhd. reff, schwd. 
ref, dän. rift, nebst den Zeitwörtern ndl. reven, ndd. ndL reffen; 
Etm. 262 hat ein ags. reft, ryfte: velum, vestimentum, was zu 



288 Beek — Refrain 1. 

reäf raubf Tdeid gesteVi wird; vgl. reave und rob 2.; so könnte 
der ausdruck Muerst gewand, dann segely beisegd, reff bedeutet 
haben; vgh^^N eigsmA 2, 475. 

Reek dunst, dampf, rauchen; altengL reek, rech, rek, ags. 
rec, aÜfrs. rek, aUs. rök, röc, ndd. ndl. rook, aUn. reykr, schwd. 
rok, dän. rog, ahd. ronh, mhd. roiich, nhd. rauch; als seitwart 
aUengl. reken, ags. recan, cdtn. reykja, ahd. ronchan, mhd. roachen, 
nhd. raachen, £^4 dem starken verbum aUengl. reokeu, ags. reöcan, 
aUn. riuka , ahd. riohhan , mhd. nhd. riechen ; Grimm No. 256 ; 
vgl Weigaud 2, 467. 494; Pick « 843; Dief. 2, 173, auch wegen 
mancher weiteren besiehung su aUn. rök, rökr dampf dämmerung, 
goth. riqvis, riqviz ßnstemiss; über andere mundartk bedeutungen, 
wie reek füir rick und für reach s. Hai. 674. 

Reel haspeln, weifen, taumeln; altengk reele, reel, rel, reol, 
ags. reol, hreöl, wosu Etm. 504 cdtn. hroell vergleicht; aus der 
grundbedeutung kreisender, spinnender bewegung lassen aUe 
übrigen sich wohl erklären; doch vgl. formen wie schott. to wreil: 
to tnrn about; reile: to roll the eyes, wonach andere stamme 
hier eingeflossen sein mögen wie efi^{. wriggle und selbst roll; 
reel ob name eines schottischen tanses ufird surückgeführt auf 
gaei. righil ; Koch 3 >, 4. 

Reeye vogt, amtmann; bei Levins reeue: villicus, aUengl. reve 
refe, verkürst aus 5erefe, irefe, ireve, ags. gerefa; vgl. grave 3. 
und sheriff; wegen reeve ein tau durchstecken vgl. reef 2., 
mundartl bedeuiungen wie reeve: to wrinkle , the female of the 
ruff, to separate corn that has been winnowed from the small 
seeds which are among it, Hal. 675, beruhen auf anderem gründe. 

Refine reinigen; fr. raffiner, it. raffinare, sp. refinar; vgl 
fine; dd^ engl, wort analog vielen anderen bildungen mit der 
unveränderten UU. vorsübe re. 

Refit wieder surecht machen ; wenn auch das wort sunächst 
mit recht als susammensetsung von f i t giÜ, so beachte man doch, 
dass die leicht damit verschwimmenden aUengl. refete, refeete, 
refecte auf dem roman. refaire, refait, lot. reficere, refectus 6e- 
ruhen, wie denn in fit selbst deutsches und romanisches dement 
vereinigt su sein schien. 

Refrain 1. abhalten, sich enthalten; aUengl refreinen, re- 
freynen; bei Levins refreyne: refreno; aus diesem lot. refreuare, 
aUfr. refrener, neufr. refrener konnte allerdings hervorgehen das 
engl refrain, wie ordain ati^ ordener, doch Uegt ebenso nahe das 



Refrain 8. — Register. 2^ 

aUfr. refraindre., refreiudre, vom UU. re tmd frangere, refriogere, 
wie restrain berukt auf fr. restreindre, l(U, restringere; vgl, 
Burgtiy 3, 172 f.; Mätzner K 110 und refrain 2. 

Reflram 2. kehrreim; fr. refrain, |>r. refranh, refrim, von dem 
aUfr. refraiudre, jpr. refranher; vgl. sp. refran, pg. refräo sprich- 
wortf SU dem UU. refringere, re-frangere; Diez 1, 345; Scheler 284: 
,,Le refrain est done etymologiqaement Tequivalent de coapnre, 
brisnre; e'est proprement un vers intercalaire qui interrompt one. 
snite de strophes. Notre etymologie se coufirme par la eompa- 
raison de la forme anglaise refret, qui evidemment represente le 
lat. refractus;'^ vgt bei Hal 675 refret: the burden of a song; 
auch refraide und refreyt, of a respowne, antistropha Pr. Pm. 
2, 427 

Reftise verweigern; aUengt refusin, fr. refuser, it. rifusare, 
pg. pr. refiisar, sp. rehusar; nach Diez 1, 351 wäre das roman. 
wort abgeändert aus dem lat. recusare durch einmischung von 
refutare, it. rifutare, pr. refudar, welches schon im frühen mlat. 
verschmähen y verwerfen bedeute ^ später wieder in der JUassi- 
sehen bedeutung widerlegen erscheint fr. refuter, engl, refute; 
indessen kann sehr wohl ein von refundere gebildetes unvorfind- 
liches frequentativ refusare 0U gründe liegen, dessen bekannte 
seilen form refutare ist; s. darüber Wedgwood 3, 60 und Andresen 
im Jahrbuch für roman. und engl, literatur XII, 1 13. 

Regale fesüich bewirthen^ erquicken; wie das nhd. fremd- 
wort regaliren aus dem fr. regaler, it. regalare, sp. pg. regalar; 
von dem sp. regalar ausgehend^ welches die bedeutungen hätscheln, 
liebkosen, noch früher die von schmelzen, aufthauen habe, leitet 
Diez 1, 345 f. den roman. ausdruck ab vom lat. regelare; vgl. 
Weigand 2, 476 ; nach anderen stammt es von gala, welches auch 
das erlesenste, vollkommenste, die erwiesene achtung und ehre 
bedeutet, etwa unter einwirkung des UU. regalis königlich; 
vgl. gala. 

Regatta wett fahrt in kähnen; it. regatta, rigatta, wdches 
mit dem sp. regate aus flucht, regatear ausweichen, feilschen 
Murückgeführt wird auf it. riga reihe , aus dem ahd. riga Knie, 
kreisUnie, mhd. rihe, nhd. reihe, riege ; vgl. Diez 2, 58. 

Register vereeichniss; wie das nhd. fremdwort register und 
die roman. formen fr. r^gistre, it. sp. registro, pg. registre, pr. 
registo, aus dem mlat. registrum, regestorium , regestrum für 
regestum, au lat. regerere; „regestum: liber in quem regeruntur 

M 1 1 1« r, mijm. WOrUrb. U. S. Awfl. 19 



290 Regrate — Reign. 

commeDtarii quivis vel epistolae sammoram pontificum*' Ducange; 
Diez 1, 346; wegen einzelner bedetUungen, besonders als musika- 
lischer ausdrücke^ vgl. Wcigand 2, 477 : ^^die bedeutung stimmen- 
0ug der orgel, wie schon im 16. jahrh. ndl. register vorkommt, 
erklärt sieh aus ndat. registrum campanae Mugseil der glocke, 
in welche bedeutung registrum durch die ins buch eingeeogene 
schnür als weiser des abstulesenden Stücks übergegangen su sein 
scheint.^^ 

Regrate hökem, wucherhandd treiben; fr. regratter; davon 
neuengl. regrater, aUengl. regratier, fr. regrattier; es ist die ge- 
wöhnliche BUSammensetBung aus re und fr. gratter, engl, grate 1. 
hratgen, so dass es ursprüngl. bedeutet: wieder aufkratzen, dann 
£um verkaufe herausputzen; unwesentlich ist Wedgwood^s bedenken 
dagegen: „regratter signifies to exercise the trade of a regrater 
or broker, and is never used in the simple sense of furbishing 
up;'^ unwahrscheinl. dessen eigene ableitung aus dem it. rigatliero; 
vgl. Scheler 286; „du temps de Nicot le mot signitiait refaire 
eomme neuf, acheter une chose pour la rendre plus eher. On 
trouve dans Palsgrave regreteur conime traduction de: dressar of 
gownes; Nicot a regrateur: qui remet ä neuf de vieilles choses 
pour les revendre." 

Re^et bedauern; fr. regretfcer, früher regreter; das wort, 
welches sonst in der roman. spräche nicht begegnet, wird von 
den meisten zurückgeführt auf lat. queritari, requiritari, von Mahn 
auf pr. regradar zum UU. grains ; besser jedoch auf den german. 
stamm goth. gretan, altn. grata, ags. graotan; 5. greet; Uiez 2, 412 ; 
Burguy 3, 318 und Ducange unter regreta. 

Rehearse wiederholen, erzählen; aUengl. rehersen, rehercen; 
es hat nichts gemein mit hear hören und ist am wenigsten ent- 
standen zu denken aus re, hear und say, sondern beruht auf dem 
aUfr. rehercer: to repeat what one has alr^dy said; properly to 
go over again like a harrow , fr. herce , over a ploughed field ; 
vgl. hear so und Wedgwood 3, 62, welcher zur begriffsentwick- 
lung unter anderen vergleicht das engl, rake: to repeat a talo 
bei Hal. 665. 

Rei^ herrschafl, regieren; altengl. regne, aUfr. regne, raiue, 
reigiie, neufr. regne, pr. reing, renc, sp. reyno, reino, it. regno, 
lai. regnum; als zeitwort altengl. regnen, aUfr. regner, roanier, 
rener, rainer, neufr. regner, pr. regnar, reuhar, sp. reinar, it. 
lat. reguare, zu lat. rex und regere. 



Reimburse — Relish. 291 

Reinbwse wieder beatMen; fr. rembonrser, it. rimbursare, 
von fr. bourse, engl, purse; vgl. Scheler 287 und wegen des 
schwankenden labials disburse neben dispurse; Mätzner 1, 135. 

Rein 1. JifUgel^ ßfügeln, regieren; altengl. reine, reene, aUfr. 
reine, reigne, resgne, resne, neufr. rene, it. redina, sp. rienda, 
pg. redea, pr. regna nicht von regnare, wie woM es sich danUt^ 
sumai im engl, nach form und bedeutung, leicht mischen musste, 
sondern vom lat. retinere ßurUcJchalten, mittels der formen retina, 
retna; s. Diez 1, 344; Burguy 3, 364. 

Bein 2. in rein-deer rennthier; nebenform von raue und rain; 
s. rain 2., wie denn andererseits auch für rain 1. regen die 
älteren formen reyne, reine begegneten. 

Rein 3. niere; Oblich nur im plural reins; fr. rein, it. altsp. 
rene, lot. ren. 

Relay c^blosung, umspann; .bei Hai. 676 releie: a fresh set 
of hounds; fr. relais, als Beitwort relayer, dltfr. pr. relais nach- 
lass J erholung; man hat es abgeleitet von dem engl, lay legen, 
mit dem natürlich relay wieder legen zusammengesetzt ist, von 
dem lat. n^ligare losbinden; es scheint aber zu beruhen auf dem 
aUfr. laier, welches wohl nur eine nebenform von laisser ist, so 
dass relais wesentlich desselben Ursprungs ist wie release; vgl. 
Diez 1, 244; 2, 413: „relayer die pferde wechseln, nur form- 
verschieden von relaisser aufenthaU nehmen.^* 

Release loslassen; aUengl. relessen, relesen, alt fr. relesser, 
relaisser zu dem einfachen laisser, vom lat. laxare; vgl. die it. 
lasciare, rilasciare, das fr. relächer, die engl, lease 2., relay 
und relax. 

Relent sanfter machen und werden; äUengl. relenten, neufr. 
ralentir langsamer machen, massigen, abnehmen, altfr. alentir, it. 
rallentare, allentare, pr. alentar, alentir, vom lat. lentns langsam, 
gelassen, ruhig. 

Relief ^ro^, erhebung, erhabene arbeit; ais Zeitwort relieve mit 
der grundbedeutung erheben, wieder aufrichten, aus der sich die 
weitgehende begriffsentwicklung doch unschwer ergiebt, altengl. 
relef, releven, fr. relief, relever, zu dem einfachen lever, lat. levare 
erheben; vgl. die it. rilevo, relievo, sp. relieve, pr. releu, mkU. 
relevinni, sowie die nhd. fremdwörter releviren, relief bei Heyse 
787; Burguy 3, 223; Scheler 287. 

Reliall schmecken, woMgeschnMck; bei Hai. 676 reles: taste 
or relish ; es scheint zu beruhen auf fr. relicher lecken, se relicher 

19* 



292 R^ly — Reimet 1. 

mit Wohlgefallen lecken, welches mundartliche nebenform wäre 
von relecher sfu lecher, pr. lechar, lichar, it leccare, welche wieder 
auf das germanische eeüwort nhd. lecken, s. das engl, lick, 
sfurückgefährt werden. 

Rely sich verlc^sen; es ist kein grund vorhanden gegen die 
gewöhnliche ableitung aus re und lie liegen mit Wedgwood au 
venveisen auf das alt fr. laier lassen y relayer, s. relay, wenn 
auch die begriffsentwicklung des nhd. sich verlassen eine analogic 
dafür zu bieten scheint. 

Remain zurückbleibeny verweilen; aUfr. remanoir, remaindre, 
pr. remandre, remainer, remaner, aUsp. remaner, neusp. pg. 
remanecer, ü. rimanere, lai. remanere; aus den altfr. formen 
erklären sich auch die engl, remainder und remnant als 
hauptworter; jenes ist ursprünglich der infinitiv, dieses das 
particip altfr. remainant, remanant, aUengl. remanauut, remeuant 
übrig, dann Überrest; Bargay 3, 235. 

Remember erinnern; dUengl. rcmembreu, altfr. remembrer, 
neufr. remöraorer, pr. remembrar, rememorar, dUsp. remembrar, 
it. rimembrare, rimemorare, loit. rememorare; dazu remembrance, 
altengl. aUfr. remembrance, pr. remembransa, sp. remembranza, 
it. rimembranza ; vgl. Barguy 3, 243. 

Remorse geunssensbisse; vgl. bei Hai. 677 remorde: to feel 
remorse und to rebuke or find fault with; remorse: pity, com- 
passion; altfr. remors, neufr. remords, it. rimorso, lot. remorsus 
su mordere beissen, remordere quälen. 

Rend zerreissen; oMengL renden, ags. rendan, hrendan, attfrs. 
renda; vgl. das ndd. rente Vernichtung, zerbrechung Br. Wb. 3, 479; 
Dief. 2, 177; wegen rent als Vergangenheit dieses Zeitworts s. 
Mätzner 1, 376, während ein anderes rent rente zu render 
gehört. 

Render zurückgeben, geben; fr. pr. rendre, iL rendere, ^Dp. 
rendir, pg. render, mit eingeschobenem u vom lat. reddere; dazu 
rent ertrag, rente, altengl. fr. rente, sp. pr. renta, it. rendita; 
Diez 1, 347; hierher gehört unter anderen das unverändert auf- 
genommene fr. rendez-vous eigent. begebt euch, steUdichein. 

Rennet 1. lab; auch rannet geschrieben; Levins hat renet: 
coagulum; Hai. 677 readies, rendlesse, altengl. renneis, renlis; 
jedenfalls zu dem stamme ran und zwar zunächst von dem 
transitiven dUengk rennen, ags. rennan rinnen lassen; vgL die 
ähnlichen büdungen ndl. runsei, rensei bei Eil., mndd. rinsel: 



Bennet 2. — Repeal. 293 

coagulum Mndd. Wb. 3, 486, bei Frisch 2, 121 nhd. rensal, melk- 
rinse: coagulum. 

Rennet 2. eine art apfel; angeeignet wie das nhd. renette 
aus dem fr, reinette; dieses aber, auch raiuette geschrieben^ be- 
ruht weder auf dem Ortsnamen Renues , noch auf reine hönigin^ 
sondern auf dem aUfr. raine, lat raua frosch, rainette kleiner 
frosch; öcheler: „d'apres Le Duchat et TAcademie la pomme 
rai nette ou reiaette est ainsi nommee parce qu'elle a la pelnre 
marquetee comme la peau des raiues.'^ 

Renounce verleugnen, entsagen; fr. renoncer, pr. renouciar, 
reouuciar, sp. pg. renunciar, iU rcnunziare, rinunziare, lat, re- 
uuntiare. 

Renown ruf; aUengl. renoun, aUfr. reuom; s. Treuch E. 103 
und vgl. das einfache noun, fr, nom, lat. uomen, sowie wegen 
weiterer Verwandtschaft das german. name. 

Repair L ausbessern; altengl. repaircn, aUfr. reparer, neufr. 
reparer, pr. sp. pg. reparar, it, riparare, lat. reparare; auch nhd, 
als fremdwort repariren. 

Repair 2. sich begeben; lager, aufenthalt; altengl. repaire, 
aUfr, repairer, repairier zurückkehren , sich zurückziehen, pr. 
repairar, sp. repatriar, it. ripatriare, lat repatriare eigentlich ins 
Vaterland j nach hause zurückkehren; davon als hauptwort dUfr, 
repaire, repere, pr. neufr. repaire Zufluchtsort, behausung, lager, 
Wildlager; Burguy 3, 320; Diez 2, 413. 

Repartee gegenstoss, erwiederung; fr. repartie von repartir 
in der bedeutung von repliquer: Scheler: ,,dans cette derniere 
acception, repartir est Titeratif de partir: prendre son vol, sortir 
avec impetuosity dans des expressions telles que: sa reponse ne 
tardait pas ä partir, ou: partir d^uu eclat de rire; cp. les termes 
sortie, saillie;'' analoge begriffsentwicklung zeigen auch unsere nhd. 
ansfall, wieder losgeben; wegen des Stammes vgh part, fr. partir, 
vom lai. partiri theüen, dann trennen, sich trennen, scheiden; 
Burguy 3, 283. 

Repast mcMzeit; neufr. repas, cdtfr. repas, mlat. repastus, 
vom lat. repascere nähren, füttern; vgl. die einfachen aUfr. past, 
paist nahrung, zu dem zeUwort pastre, paistre, neufr. paitre, lai. 
pascere; Burguy 3, 278. 

Repeal widerrufen; bei Levins repele, bei Hai. 678 repel; 
all fr. rapeler, neufr. rappeler, von re und fr. appeler, lat. ap- 
pellare rufen; vgl. appeal 



294 Repent 1. — Resemble. 

Repent 1. bereuen; aUengl. repente, alifr. repentir^ peiitir, 
neufr. se repentir, pr, repentir, it. repentere, repentirsi, ripentirsi, 
mkU. repoenitere, vom lat. poenitere bereuen, poena strafe; dcusu 
dann fr. engl, repentant, femer aUengL repentaunce, fr. neuengl. 
repentance; vgl. wegen gleichen Stammes pain und pine 2. 

Repent 2. kriechend; lat. repeus, gen. repentis von repere 
kriechen. 

Replevy auslösen, ein pfand jmrück erlangen; bei Leviug 
repleyie; aUfr. replevir, mlat. replevire, replegiare; dasu ais haupt- 
wort replevin, mlat. replevina; s. das weitere unter pledge. 

Repiieye fristen; aUengl. repreven, aÜfr. repruver, reprovier, 
neufr. reprouver; es ist demnach wesentlich eins mit reprove und 
dem gleichfalls auf lat. probare, reprobare beruhenden reprobate; 
vgl. Hai. 678; Mätzner 1, 103; Burguy 3, 306; die eigenihünUiche 
begriffsewtwichlung erklärt sich aus den rechtsausdriicken, indem 
reprobare und danach die entsprechenden neueren Wörter erst 
missbiUigen, verwerfen beeeichneten, dann auf die Verweisung mu 
erneuerter Untersuchung und auf die dafür gewirrte frist an- 
gewendet wurden. 

Reprimand tadel, tadeln; fr. reprimande, reprimandcr, su 

dem lat. reprimere eurückdrücken , verweisen; Schüler: „du lat 

reprinieuda faute ä reprimer les savants ont fait repriraande, 

proprenient chose blamable, puis action de blamer; cp. le mot 

oörande.'' 

Reproach tadeln; bei Levins reproch; oZ^/r. reprochier, neufr. 
reprocher, pr. repropchar, sp. reprochar, it. riraprocciare, gleichsam 
von einem lat. repropiare jemandem etwas nahe führen, vorrücken ; 
Diez 2, 414. 

Resene befreiung, retten; bei Hai. 679 rescous; als seitwort 
aUengl. rescoue, reschowe, bei Levins re8C«?w; altfr. rescosse, 
rescasse, rescousse, ois Zeitwort recourre, rescorre, rescoure, it. 
riscuotere, l(U. gleichsam reexcutere; s. Burgny 3, 141 ; Diez 1, 375; 
vgl. Wedgwood 3, 66 und recover. 

Resemble gleichen; aUengl. resemblen, bei Levins resemble, 
resembil, cdtfr. resembler, neufr, ressembler, sp. pr. resemblar, 
it. rassembrare, ßusammensetaung mit den auf lat. similare, 
simulare beruhenden it. sembrare, sembiare, sp. pr. semblar, fr. 
sembltT gleichen, scheinen; Diez 1, 377; vgl, die auf demselben 
gründe beruhenden assemble und reassemble. 



Resent 1. — Rest 1. 295 

Resent I. euruckgesandt; von resend aus re und dem ein- 
fachen send senden; vgl. Über dessen formen in der vergangen- 
heü Mätzner 1, 377. 

Resent 2. merken^ übel vermerken; fr. ressentir, pr. sp. pg. 
rescntir, t<. risentire, vom kU, re und sentire; vgl. wegen der 
entstellten form und der bedeutung spüren das engl, scent und 
Trench E. 239. 

Resin harg; aUengl. resine, recine, fr. resine, it. sp. IcU. 
resina, wohl verwandt mit dem gleichbedeutenden gr. ^bxIvtj eu 
^i(o fliesse, weil es aus den bäumen fliesst 

Resort sich wohin begeben oder wenden, eufiuchtsort^ behörde; 
die bedeutungen des engl, ausdrucks finden sich bereits in den 
fr. Wörtern, alifr. resort, rosoi-tir, neufr. ressoi-t, ressortir; das 
romanische wort it. sortire, fr. sortir ist zweifachen Ursprungs, 
indem es theils mit der grundbedeutung erlangen auf den lot. 
sortiri erloosen, sors loos, theils in dem sinne ausgehen etwa 
mittels surctus auf dem lat. surgere beruht; vgl. Diez 1, 389 f., 
welcher über die begriffsentwicklung bemerkt: „die eigentliche 
bedeutung des juristischen ausdrucks liegt im alifr. resortir sich 
ßurückeiehen , sich flüchten, schule suchen, resort rüchsug, eu- 
flucht, daher höchste stelle, wo man sein recht erlangt, rechts- 
guflucht;^^ dies alles eu lat. sortiri loosen, erlangen; in resort: 
spring, active movement dagegen, fr. ressort Sprungfeder steckt 
mehr das eweite fr. sortir herausgehen, ressortir hervorspringen; 
vgl. Scheler 290. 309; Wedgwood 3, 67. 

Resource hülfsqueUe; fr. ressonrce; nicht sowohl aus dem 
einfachen hauptwort mit der vorsilbe re verstärkend gebildet, als 
entsprungen aus dem aitfr. resors von resordre, lat. resnrgere; 
vgl source und Diez 2^430, sowie resort wegen des einen auf 
dem gleichen gründe beruhenden fr. sortir; Burguy 3, 352; Wedg- 
wood nimmt mit unrecht das fr. ressoi*t in allen seinen bedeu- 
tungen und ressonrce als nebenformen, die beide aus dem lat. 
sui^ere, resurgerc hervorgegangen seien. 

Respite frist, aufschüb; oltengL respyte, respit, aÜfr. respit, 
neufr. repit, pr. respieit, respieg, it. respitto, rispitto, aus dem 
lat. respectus eu respicere, (dso identisch mit respect ; die begriffs- 
entwicklung war etwa: rücksicht, nachlass, aufschüb, frist; vgl. 
Scheler 289; Burguy 3, 321 ; Wedgwood 3, 68. 

Rest 1. rast, ruhe; rasten, ruhen, eur ruhe bringen; altengl. 
reste, ags. rest, rast, aUs. resta, rasta, aUn. röst, schwd. dän. rast, 



296 Rest 3. — ReUil. 

(ihd. rasta, mhd, raste, rast und reste, nhd. rast, goth. rast a meile, 
in den hedeutungen: bestimmte Wegstrecke, weile bis stur ruhe, 
verbleib um zu ruhen, ruhe; daeu als eeitwort altengl resten, 
ags. restan, ahd. rastan, restan, mhdn rasten, resten, nAd!. rasten ; 
etwa MU einem vorausssusetgenden wureelverbum goth. ristan und 
weiter zu skr. ram aus ra rasten; s. Weigand 2, 463. 524; Dief. 
2, 167 f. ; Fick « 162. 166. 842; das engl, wort berührt sich in den 
bedetäungen verweilen, stehen bleiben, zurückbleiben, dann leicht 
mit dem roman. rest 2. 

Rest 2. rückstand. Übrig sein ; wie die nhd. fremdwörter rest, 
restiren aus dem fr. reste, rester, it. resto, restare, 5p. resti>, restar, 
vom lot. restare; d€Ufu unter anderen res tiff oder restive wider- 
spänstig, ehemcUs auch resty, cdtfr. restif, neufr. retif, pr. restiu, 
it restio für restivo; vgl. arrest und wegen des zu gründe 
liegenden Stamms lot. sta auch die german. stand, stay. 

Restrtill einschränken; aUengl. restreyue, restreinen, aUfr. 
restraindre, neufr. restreindre, pr. restrenhor und wie sp. pg. 
restringir, it. restrignere, restringere, lat. restringere, restrictnni; 
daher restrict, fr. engl, restriction. 

Result hervorgehen, restdtat; fr. reaulter, resultat; sp. re- 
sultar, it. resultare, risultare; vom lot. resnltare zu salire springen; 
das resuUtU ist das, was bei einer sache herauskommt, daraus 
entspringt. 

Ret einweichen, rösten; auch mitgeschrieben; Kai. 664 rait: 
tu dissipate the sap of vegetables, by exposing them abroad to 
the weather; 680 ret: to soak in water, as in seasoning timber, 
hemp; aUengl. retin, rettyn; ndl. roten, ndd. roten, nhd. roszen 
entstettt zu rosten; es scheint ursprünglich zu sein ein faktitiv 
von rot faulen, verrotten, war aber in den verschiedenen sprachen 
vielfach der entsteUung und verkennung ausgesetzt; so wird es 
als nhd. rösten vermischt mit einem ganz anderen rösten, engl. 
roast, als dän. rode, rödue mit dem stamme röd, engl read 
roth; im ndl. roten, reten mit reeten het vlas den flachs brechen; 
s. Weigand 2, 510; Wedgwood 3, 68. 

Retail kleinverkauf, im kleinen verkaufen; das aUfr. retailler 
bedeutete abschneiden, verkleinern, retail erklärt Cotgrave: a 
shred or small piece cut from a thing; vgl. Burguy 3, 358, wegen 
des Stamms die engl, detail und tailor, wegen der bedeu- 
tung das auch ins nhd. als fremdwort gedrungene fr. detail; 
Heyse 259. 



ReUliate Revel 2. 297 

Retaliate wieder vergelten; lot. bei Gellins retaliare, zu talio, 
jus talionis, fr. talion Vergeltung y gebildet aus talis ein solcher; 
Cotgrave: retalionne: paid back with the like. 

Reteh neigung eum erbrechen haben; ags. hraecau: niti ad 
Tomitani, dUn. hraekja: spnere, ags. hracc: tnssis, vomitus, saliva; 
susammenhängend mit ags. hraca husten, kehle, Schlund, altn. 
braki) (»hd. racho, mhd. räche, nhd. rächen, welche weiter gestellt 
werden zu lat. riugor, rictus, rinia; Weigand 2, 450; Etni. 510; 
Lexer 2, 331; Fick ^ 388; übrigens steht retch mundarttieh ßr 
reach und für reck. 

Retione gefolge; altengl. fr. retenue, vom fr. retenir, lat. 
reiinere, vgl. das engl, retain; zur begriffsentwicklung bemerkt 
Wedgwood: „fr. retenir: to retain or hold land of a superior, 
rotenne: a holding, a train of retainers or persons holding of or 
dependent upon one;'' Ducange: esse de alicujus retinentia dicitur 
qui alicujus obsequio addictus est, faniiliaris, doniesticns.^' 

Retire zurückweichen, zurückziehen; fr. retirer, von dem ein- 
fachen fr. tirer, it. tirare, sp. pg. pr. ticar, welche selbst aus dem 
german. gebiete kamen goth. tairan, nhd. zerren, engl, tear 2.; 
s. Diez 1, 415; Burguy 3, 367 und vgl. attire, tire; dagegen 
beruht retreat auf aÜfr. retret, retraire, neufr. retraito, aus dem 
lat. retrahere, rctractus; Burguy 3, 372. 

Retort zurückwerfen, entgegnen; retorte; fr. retordre und 
retorqner, aus lat. retorquere, retortus zurückdrehen; retort, fr. 
retorte, dann auch als fremdwort nhd. retorte ist eigentlich ein 
gefass mit gewundenem, krummem halse; Ueyse 799. 

Retrenell abschneiden, verringern; alt fr. retrencher, neufr. 
retrancher; s. das weitere unter trench. 

Retrieve wieder finden; alt fr. retruver, r< trover, neufr. re- 
trouver; vgl. contrive und wegen der lautentwicklung auch 
reprieve. 

Reyeal offenbaren; bei I evins reveale; aUfr. reveler, neufr. 
reveler, lat. revelare, zu lat. velum, altfr. veile, neufr. voile, engL 
veil Schleier; s. Burguy 3, 394. 

Reyel 1. losreissen; lat. revellere. 

Revel 2. festlichkeit, schwärmen; altengl revel, revolen; zu- 
nächst aus den altfr. revel, reviel ausgeUnssenheit , lusfbarkeit, 
freude, reveler; pr. revel auf lehnung, die zurückgeführt werden 
auf lat. rebellis, rebellare, so dass die grundbedeutung gewesen 
wäre aufregung; s. Diez 2, 415; Burguy 3, 323; doch muss man 



298 Revenge - Rhubarb. 

zugeben, doss bei der nahen beruhrung van form und begriff 
mischung eintreten konnte mit den fr. reveilier, reveille und selbst 
mit sprossformen des im fr. reve, engl, rave enthaltenen stamms^ 
wie ndl. reven, reveln; s. Scheler 291 und Diez 2, 414 unter reve; 
Wedgwood 3, 69, der in seiner weise, ausgehend von der ansieht: 
,,the real origin is in the notion of noisy merry-making/* so gut 
das schweig, räbeln, das bret. ribla, das mundartl. fr. ribler, wie 
das altfr. reveler und ndl. raveln, rabbeln jsur erUarung glaubt 
herbeieiehen eu dürfen. 

Bey enge räche, rächen; altfr. revenche, revencher, revenger, 
revengier, neufr. ruvauche, revaucher; eu dem einfachen altfr. 
vanger, vengier, neufr. venger, pr. venjar, vengar, sp. vengar, 
pg. vingar, it. vengian^ lat. viudicare ; vgl. das engl, revendicate, 
fr. revcndiqner, sowie das fr. engk hauptwort vengeance; 
Burgny 3, 384. 

Reyenne einkommen; altfr. revenue, neufr. revenue: retour, 
jeune bois qui revient sur une coupe de taillis; revenu: cc (pi 
rentre d'une niise de fojids ou d'un travail; das particip der 
Vergangenheit vom fr. revenir unederkommen , lat. revenire; vgl. 
sur begriffsentwicklung unser einkommen, engl income. 

Revery träumerei; auch unverändert fr. reverie, reverie, eu 
dem fr^ reve, rever; vgl. das weitere unter rave. 

Reylew durchsieht, prüfung; fr. revue, jm revoir; s. weiteres 
unter view. 

Reward lohn, belohnen; aUengl. rewarde: es beruht aller- 
dings auf dem altfr. rewerdoner^ reguerredoner, einer zusammen- 
setMung von guerredoner belohnen, guerredon belohnung; vgl. 
ti^et^er guerdon; Mätzner 1, 139; Koch 1, 102; 3^ 158 und die 
altfr. formen bei Burguy 3, 194; nur hat sich damit gemischt 
das aÜfr. rewarder, reguarder, neufr. regarder, mkU, rewardum 
und regardum; vgl. guard; ßurguy 3, 182 und Hai. 681. 

Rhenm schnupfen; bei Levins rewme, bei Hai. 676 reme, 
auch sonst früher reeme, reume, später in der Schreibung sich 
dem Ursprünge nähernd; fr. rhume, pr. reuma, rauma, it. sp. 
reuma, lat. gr. rheunia, fsvfut fluss, zu ^im fliesse. 

Rhubarb rhabarber; bei Levins rubarbe; fr. rhubarbe, pr. 
reubarba, sp. ruibarbo, pg. rheubarbo, it. reubarbaro, rabarbaro, 
neuUU. rhabarbarum, nhd. rhabarber; es ist die an den ufern 
des Bhä, der Volga, wachsende und mit diesem flusse gleichnamige 
wured, gr. ^ä, welche für die Griechen und Römer ausländisch 



Rhumb — Ribbon. 299 

barbarum war, auch rha ponticnm hiess, daher fr. rapontiqae; 
Scheler 292 ; Weigand 2, 492. 

Rhimb windstrich; it rombo, sp. rumbo, pg. rambo, ramo, 
fr. ramb; tMch einigen vom gr. ^(wg deichsd, sofern diese die 
richtwng des wagens anneigij nach cmderen und wahrscheinlicher 
ist es nur eine für die bestimmte bedeutung geltende nebenform 
von rhomb ra/ute, lot. rhombus, gr. i6(ißog raute, kreisel, rad, von 
^if^sw im kreise drehen; Diez 1, 357; Wedgwood bemerkt dcum: 
„The points of the compass were in old charts marked by large 
lozenges or rhombs, whence the name of rhumb is said to be 
given to the points of the compass;^' steUt aber weiter zur er- 
wagung eine ableitung von dem arab. rab': quarter; rub'-ü-takhta: 
„a wooden quadrant for taking altitudes, a graduated board; 
takhta: board/^ 

Bhyne reim; altengl ryme, rym, rim, rime; fr. rime, pg. 
sp, it. pr. riraa, mhd. rim, nhd. reim, ndl. rijm, ndd. rieiu, rim, 
schwd. rim, dän. riim; das vielbesprochene wort beruht am wahr- 
scheinlichsten auf dem german. ausdruck ags. aitfrs. altn. riui, 
ahd. hrim, rim gahl, zahlreihe, reihenfolge, wobei allerdings hier 
und da das tat. gr. rhythmus, Qv^iwg eingewirkt haben mag, 
so auch in der erst spätem engl. Schreibung mit rli ; vgl. Trench 
E. 250; Scheler 293; Burguy 3, 325; Diez l, 351 f. wnd Weigand 
2,481; Pick« 389. 846. 

Rib rippe; altengl. ribbe, ags. rib, ribb, aitfrs. reb, ndd. 
riblKj, ndl. ribbe, rif, aUn. rif, schwd. ref-been, dän. rib-been, 
ahd. ribba, rippi, mhd. nhd. rippe; aUslav. rebro; vgl. Weigand 
2, 500 ; Pick « 846. 

Ribald umsÜing, gemein; cdtengl. rebald, ribald, ribaud, alt fr. 
ribald, neufr. ribaud, pr. ribaut, it. altsp. pg. ribaldo, it. rubaldo, 
altn. ribballdi, mhd. ribbalt, nUat. ribaldus; nach Diez 1, 348 mit 
dem aUfr. riber weiber verführen^ ribler umher schwärmen ent- 
wickelt aus dem ahd. hribä, hripa hure, mhd. ribe; minder g%U 
nach Hcheler 292 vom mhd. riben, nhd. reiben, so dass ursprüngl. 
ein homo tritus ein geriebener bursche gemeint gewesen sei; vgl. 
noch Burguy 3, 323; Dief. 2, 588. 

Ribbdll band; mit den nebenformen ribbin, riband und mittels 
umdeutender atUehnung an band auch ribband; altengl. ribau, 
riband, ribant, altfr. riband, neufr. ruban ; nach Diez 2, 420 nicht 
aus rnbens, so dass es ursprünglich rothes band bezeichnet hätte, 
sondern etwa aus ndl. ring- band halsband, nach Wedgwood aus 



300 Rice - Rick 

ndL rye- band ^ rijgh-band binde; (mdrerseüs erheben anspruch 
keÜ. ausdrücke wie bret. ruban, gael. ribean, ir. ribin, welche 
schwerlich aüe erst selbst entlehnt sein werden ; vgl. noch Scheter 
296; Dief. 2, 163 und Koch 3«, 11. 

Rice reiss; schon bei Levins rice: oriza; fr. riz, pr. ris, t^. 
riso, wohl erst nach den roman. wertem und nUat. risus, risum 
dann ndl. rijst, mhd. ris, nhd. reis, reisz, schwd. ris, dän. riis: 
aus dem lot. gr. oryzu, offv^a^ oryzon, o^vgotf ; die pr. benennung 
geht eurück auf die arab. namen arus, irns. aroz (daher sp. pg. 
arroz), welche selbst wieder gebildet scheinen aus der shr. 6e- 
eeichnung vrihi, von vrih wachsen , indem die aspirate h sehr 
häufig durch s wiedergegeben wird; name wie frucht würden so 
aus Ostindien stammen; Weigand 2, 483; Diez l, 153; vgl. 
Wackeruagel Umd. 21. 

Rieh reich; altengl. riebe, ryche, rieche, rike, ags. rice; aUfr. 
riebe, rice; dc^ german. wort goth. reiks, aUs. riki, aUfrs. rike, 
rik, ndl. rijk, ndd. rik, rike. aUn. rikr, schwd. rik, dän. rig^ 
ahd. rihhi, mhd. riebe, rieh, nhd. reich ging über in das roman. 
gebiet it. ricco, sp. pg. rico, pr. ric, fr. riebe; so kam es in das 
engl, von beiden Seiten; vgl. über die ableitung rieh es reichthum^ 
aUengl. fr. richesse, aUfr. auch richese, richesce, was eigenÜich 
Singular, später als plural verstanden umrde, bei Trench E. 161 ; 
Mätzner 1, 251. Das fast in allen germanischen sprachen neben 
dem adjektiv erscheinende hauptwort goth. reiki, aUn. ahd. riki. 
ags. rice, mhd. riebe, rieb, nhd. reich begegnet noch als dUengl. 
riebe : reign, realm, kingdom, dominion, scheint aber im neuengl. 
keine spur hinterlassen zu haben; über weitere Verwandtschaft 
des worts mit dem lot. regere, rex, mit skr. rajan könig, raj 
herrschen, hervorleuchten, glänzen vgl. Dief. 2, 169; Pick* 
167. 844. 

Rick heuschober; bei Hai. 682 rick: a stack of bay, aber 
auch 674 reek: a rick; reek-time: the time of making or stacking 
hay ; 676 reke : a small bundle of hay ; so nahe die ndd. ndl. rek, 
rik, rick zu treten scheinen, vgl. rack 1., so weist doch schon 
die bedeutung des engl, wories, das nicht ein gesteü, sondern 
einen häufen bezeichnet, noch mehr aber die ehemalige form 
altengl. rek, reek auf das ags. hre&c: strues, ijdin. braukr häufe, 
breykja häufen, zu denen Wedgwood noch anführt skandinav. 
röyk, rauk: a small heap, as of corn -sheaves in the field, or 
of tori. 



Rickets — Riddle 3. 301 

Riekets englische krankheit ; verderbt aus dem mlat. rachitis, 
fr. rachitiqne, rachitisme, sp. raqnitis, it. rachitide, aus dem gr. 
^Z^^^> ^^ 9^^i ^^(^h anderen sou die heeeichnung von dem 
aUen rig, ags. hrycg, nhd. rücken, vgl. ridge, herrühren ^ oder 
von dem namen eines arates Ricketts. 

Bieoeliet rückpraU; fr. ricochet, zu dem Zeitwort ricocher, 
dessen Ursprung als noch unermittelt gelten muss; s. einige un- 
sichere vermuthungen bei Littre und Scheler. 

Rid freimcuihen; bei Hai. 673 red: to rid, to deprive, auch 
Schott, red, aUengl. ridden, redden, hredden; s. das zusammen- 
gesetzte aredden bei Mätzner Wb. 1, 104; ags. hreddan entreissen, 
aUfrs. hredda, ndd. ndl. redden, schwd. rädda, dän. redde, ahd. 
retian, retjan, rettan, mhd. nhd. retten; die ahd. form weist auf 
ein (Uteres hratjan, der weitere Ursprung ist aber dunkel; an eine 
herhunft von altn. hrioda , dän. rydde , denen etwa unser nhd. 
renten entspricht, wie Wedgwood meint, ist nicht zu denken, 
wenn auch die bedeutung bei üal. 682 rid: to empty, or clear 
ground dafür zu sprechen scheint; ebenso zu bezweifeln ist der 
von anderer seite vermuthete Zusammenhang mit rather. 

Riddle L räthsel; aUengl. bei üal. 673 redel, sonst ridels, 
redeis, redeles; t;^^. wegen des abgefallenen s bei Mätzuer 1, 175; 
ags. redeis, raedels, ndd. redeise, radeise, ndl. raadzel, mhd. 
ratsal, raetsel, nhd. raethsel, zu dem zeitwort ags. raedan, nhd. 
rathen ; vgl. über die bildung Grimm Gr. 2, 335, über den stamm 
das engl. read. 

Riddle 2. komsieb, sieben; vgl. die bedeutungen bei Hai. 682, 
der daneben hat ridder: a large sieve; aUengl. ridel, als zeitwort 
ridlen, ridren; bei Etra. 500 hriddel: cribrnra; hridrjan: ventilare; 
sonst entsprechen ahd. hritarä, ritera, riträ siebj mhd. ritere, riter, 
nhd. reiter, als zeitwort ahd. hritarön, riterön, mhd. ritern, welche 
zur Wurzel kri, gr. xQlva, lot. cribrnra, cerno gestellt werden; s. 
Weigand 2, 485; Lexer 2, 465; Wedgwood vergleicht als gleich- 
bedeutend keU. ausdrücke bret. ridel, gael. rideal und bemerkt: 
„From the way in which a sieve is shaken whenevtT it is used;" 
als grundbedeutung die zitternde bewegung geddcht, würde es an 
die (Mgs. hride fieber, hridjan fiebern, aUn. rida zittern erinnern, 
wm denen doch ahd. rito, mhd. rite, alter nhd, ritte, ritten fieber 
kaum zu trennen ist; vgl. Etm. 501 und Weigand 2, 501. 

Riddle 3. Vorhang; das wort in dieser bedeutung scheint aller- 
dings neuengL ganz erloschen zu sein; vgl. aber Pr. Pm. 2, 433 



302 Ride — Riff. 

rydel: curtyne, cortina; Hal. 682 riddels: cnrtains, bedcnrtains; 
riddeled: plaited; 683 riddled: wrinkled; es ist offenbar cUm dUfr, 
ridel, mlat. ridellus, neufr. ridean, welches mit fr. ride runset^ 
faüef rider runeein, kräuseln, aus dem german. stamme des oAd. 
ga-ridaii drehen, verdrehen oder des ags. vridan, vgl, writhe, 
erklärt wird; dc^s neufr. rideau im militärischen sinne hegegnei 
auch engl, als fremdwort. 

Ride fahren, reiten; altengl. riden, rjden, ags. ridan; vgl. 
wegen der starken fonnen in der Vergangenheit Mätzner 1, 399, 
auch wegen der bedeutungen schon das ags. ridau bei Grein 2, 378; 
cdtfrs. rida, ndd. riden, ndl. rijden, aUn. rida, schwd. rida, dam. 
ride, ahd. ritan, mhd. riten, nhd. reiten ; vgl. die aUn. reid, dhd. 
reita, lat.^ ursprünglich kdt. rheda wagen; Weigand 2, 484; 
Fick« 845; Dief. Or. Eur. 403 flf. und s. die engl, ready, road. 
Während riding in mancherlei bedeutungen die gewöhnliche 
ableitung von ride ist, scheint es in dem sinne bei Hai. 68.^ 
riding: a third part of a county, a division peculiar to Yorkshire 
allerdings entstellt su sein, nach den englischen etymologen aus 
trithing oder thrithing, womu Wedgwood vergleicht die skandm. 
thridjungr, tridjnng ein drittel; der abfaü des anlautenden i oder 
th würde sich leicht erklären aus den MUSammensetMungen Rist-, 
West-, North-thrithing. 

Ridge rücken, first, furche; altengl. rigge, rig, mgge, rug, 
hrag, ags. hrycg, aUs. ruggi, ndd. ndl. rugge, aUn. hryggr, 
schwd. dän. rygg, ryg, ahd. hrucki, mhd. rucke, rücke, nhd. 
rücken; man hat es eusammengesteUt mit dem gr. ^i%ig; vgl. 
rickets; Weigand 2, 516; Lexer 2, 522. 

Rife herrschend, häufig; vgl. mancherlei mundartliche be-- 
deutungen bei Hai. 083; äUengl. rife, rive, rif, ags. rif: freqnens, 
ndl. rijf, ryf: largns, copiosus, liberalis, aUn. rifr. 

RilT riff; s. reef, als dessen nebenform es angesehen werden 
darf; die veralteten und mundartlichen bedeutungen bei Hai. 68B 
erklären sich rifF: the belly, the bowels als altengL ags. hrif 
bauch, leib; vgl. midriff; riff: speedily wohl als eine interjektion 
eur beeeichnung schneller bewegung; riff, ruff: a garment als 
aUengL ref, reaf, raef, ags. reaf; vgl. robe; in riff-raff: refuse, 
dregs, scum of anything ist eine art ablautenden klangspiels mit 
benutsfung der stamme von rifle und raff £fu erkennen, womu man 
mit Wedgwood vergleichen kann die ähnlichen fr. rifle, rafle, Ü. 
raffolla-rnffolla; s. über büdungen der art Mätzner 1,474. 



Rifle 1. — Right 803 

Rille 1. rauben, plündern; altengh ryflen, riflin, rifelen, aUfr, 
rifler raffen, kratjsen, riffer wegraffen ; diese scheinen auf german. 
Ursprünge eu beruhen; vgl, das aÜn. hrifa: rapere, die nhd. 
riffen, riffel, riffeln; dem engl, rifle ganjs nahe steht das wohl 
auch erst aus dem fr. herübergenommene fläm. ryffelen schinden, 
kratäen; vgl Bnrguy 3, 324; Diez 1, 350 und Weigand 2, 497. 

Rifle 2. büchse; es ist das geriefelte, mit riefen oder ^ügen 
versehene gewehr, das auch dän, riffel, riffelbösse heisst, ndd. 
ene gerifelde busse eine gezogene büchse; Br. Wb. 3, 490; vgl. 
die eeitwörter dän, rifle, nhd. riefeln, ndd. rifeln, bei Etni. 266 
auch ags, ge-rifljan mit riefen versehen; ferner die hauptwörter 
nhd. riefe vertiefter streifen, dUn. rifa rite, scidite, spaUe; s. 
Weigand 2, 494 und rive. 

Rift spalte; altengl. rifte, ryfto, reft; £fu dem eeitwort rive. 

Rig auftakeln, bekleiden; bei Hai. 684 to rig out: to dress; 
dtis wort in dieser bedeutung scheint nicht sehr aU eu sein; 
Shakespeare hat es, nicht aber Levins, und der Ursprung ist sehr 
Mweifdhaft; Wedgwood verweist auf das skandinav. rigga: to 
bandage, also to rig a vessel, leitet dieses ab vom altn. riga: to 
be stiff und meint: „the rigging consists of the ropes which 
make the ma^ts tight and rigid;'' andere denken an das ags. 
vrigaii, vrihan bedecken, welches aber eu vrihen, vrien, wry wurde; 
eher kannte eu gründe liegen ndd. rignn, mhd. rihcn, nhd. reihen ; 
vgl. Mndd. Wb. 3, 480; Lexer 2, 431 ; Weigand 2, 480 f., die freilich 
selbst wenig aufgeklärt sind. Mancherlei andere bedeutungen bei 
Hai. 684 wie rig: wanton, frolick, run and tumble about, a 
strong blast of wind scheinen den gemeinsamen grundbegriff 
heftiger, stürmischer bewegung eu hctben; daeu gehören bei Levins 
rigge: to wanton, altengl, ri/, altn, hregg: tenipestas; Wedgwood 
führt daeu einige keU. Wörter an wie manx reagh: rnttish, wanton, 
merry, sportive, lecherous; riggan: to rut und meint: ,, probably 
from the excited movement« of animals under sexual impulse;*' 
sicherer ergiebt sich rig in verschiedenen noch anderen bedeu- 
tungen bei Levins und Halliwell als die ältere nebenform von 
r i d g e. 

Rigllt recht; altengl, right, rilit ags. riht, ryht, goth. raihts, 
alts, reht, altfrs. riueht, ndd. recht, ndl. regt, cdtn. rettr, schwd. 
reit, däfi. ret, ahd, mhd. reht, nhd, recht; lautverschoben genau 
entsprechend dem lat. rectus als dem partidpium der Vergangenheit 
van regere richten, lenken; vgl. die roman, aus dem lat, rectus, 



304 Rifflet — Rime 2. 

directus entstandenen ausdrücke aiifr. dreit, neufr. droit, it. ritto, 
diritto, dritto u.s.tv. bei Scheler 100; Diez 1, 353; die begriffs- 
entwicklung ging überaü aus von der sinnlichen bedeutung des ge- 
strechten, geraden und verläuft dann in dem sinne der lat, rectus, 
Veras, dextcr, Justus, jus, wie umgehehrt Bur bcMeichnung des tm- 
rechts der amdruch für das verkehrte, gewundene dient, vgl. das 
fr. tort und das engl, wrong; s. über weitere verwandtschafl 
bei Dief. 2, 161 «.; Curtius No. 153; Fick« 163. 844. Unter den 
ableitungen mag besonders bemerkt werden righteous, bei 
Levins righteouse, welches jetet zwar als eine bildung mit der 
roman. endung ous empfunden wird, s. Mätzner 1, 515, ursprüngL 
aber beruht auf älterem rightwis, rihtuuis, ags. rihtvis, also auf 
einer Zusammensetzung mit wise 2.; vgl. Trench E. 139. 

Biglet leiste, latte; auch reglet geschrieben; fr. r^let, r^- 
glette, ableitungen von dem fr. regle, lat. regula; vgl. rule. 

Bi^arole leeres geschwätz, scdbaderei; wohl entstellt aus 
dem alten ragmanrolle, ragman's roll, über dessen bedeutung und 
herhunft nachzulesen sind Webster, Hai. 663 ff. und Wedgwood 
3, 75—77. 

Rill rinne, rinnen; ndd. rill, rille; Br. Wb. 3, 494; vgl. das 
aÜfr. rigot, neufr. rigole rinne, kancU, welches aus kelt. gebiete 
stamfnen soü kymr. rliig einschnitt, rhigol furche, Heiner graben; 
daneben aber erheben anspruch ndd. rige bach, mlat. riga, vom 
lat. rigare bewässern, selbst das lat. rivns bach, wovon abgeleitet 
rivulet und rillet entstanden sein kann; vgl. Diez 2, 416; Scheler 
293; dass engl, rill aus dem fr. rigole oder dem kelt. rhigol 
wohl hervorgehen konnte, zeigt die analoge entwiddung eines 
anderen rille, rjUe: a woman's rail bei Hal. 685, welches offenbar 
auf ags. hraegl zurückweist; vgl. rail 3. 

RJm rand; cdtengl. rim, rym, rime, bei Hai. 685 rime: a 
margin, or edge; ags. rima, reoma; die weitere herhunft ist un^ 
ermittdt, ein von Wedgwood vermutheter Zusammenhang mit 
brim wenigstens sehr fraglich. 

Rime h reim; altengl. rim, rym, ags. rim: numerus, alt fr. 
rime, kymr. rhimyn; s. Mätziier 1, 206 und vgl. weiter unter 
rhyme. 

Rime 2. reif; altengl. ryme, rym, rim, hrim, ags. hriai« 
aUn. hrim, schwd. rim, dän. riim, ndl. rijm frost, kälte, oAd. rim, 
bair. reim, rein, neben den ahd. hrifo, mhd. rife, nhd. reif; 
Weigaud 2, 480; Dief. 1, 410; es wird zusammengestellt mit den 



Rime 8. — Ring 1. 805 

gr, xfV(Mgf ^CQvog, XQV&taXXog ; Grimm 6. d. d. 8. 401; Curtius 
No. 77, der als grundbegriff der wurMel xqv nimmt hart sein 
und weiter dazu häÜ lot. crudus, crasta, cmdelis, ahd. hräo; vgl. 
demnach die engl, cruel, crystal, raw, rough ; Fiele * 732. 

Rime 3. spotte, ritjs ; lot. rima ; ausserdem steht es als ältere 
form für rim rand^ mundartlich auch in der bedeutung letter^ 
sprosse^ wogu wieder eu vergleichen ist rims: the steps of a ladder 
bei HaL 685 und etwa rung. 

Rimple falte; aUengl. rympyl, rimple, ags. hrympele, ndd. 
ndl. riaipel; dazu die geitworter aUengl. rimplen, ndl. rimpelen, 
ndd. rimpeln; s. Br. Wb. 3, 495; Mndd. Wb. 3, 483; Weiterbildungen 
van dem stamnuieitwart ags. rimpau ßir hrimpan, ahd. hrimfan, 
rimfan, mhd. rimpfen, ndd. rimpen, nhd. rimpfen, rümpfen; vgl. 
Grimm Gr. 2, 53 No. 367; Etm. 257; Lexer 2, 439; Pick« 348. 

Rind rinde; aUengl. rinde, ags. rind, ndl. rinde, ahd. rinta, 
mkd. nhd. rinde; .es wird am ersten noch mit rand zusammen 
abzuleiten sein aus einem vorauszusetzenden wurzeherbum goth. 
rindan, ahd. rintan umfassen; vgl. Weigand 2, 497; Lexer 2, 342; 
Fick« 842; andererseits ist es gehalten worden zu rinnan, engl. 
ran; Grimm 2, 294; Gr. 2, 34; zu ags. alts. ahd. hrinan berühren^ 
aitn. hrina anhangen; auch an gr. ^Lvog haut htU man erinnert. 

Rindle rinne; Ual. 685 rindel: a rivulet, a gutter, aUengl. 
rinel, runel, daher auch neuengl. runnel, ags. rynel, rynele zu 
rinnan; vgl. run, nhd. rinnen, dän. rinde. 

Ring L ring ; aUengl. ring, bring, i^gs. aUs. aJhd. bring, aUn. 
hringr, schied, dän. ring, mhd. rinc, ndd. rink, nhd. ndL ring; 
dazu als abgdeitete Zeitwörter aUengl. ringen, bringen, ags. 
hringian, aUn. bringja, ahd. ge-bringen, nihd. ringen, nhd. um- 
ringen; wegen der bedeutung j in der es nicht nur dem lat. 
annnlus, sondern auch dem lot. ciroulus (hominum) entspricht^ 
vgl. das engl, ringleader, bei Hai. 686 auch: tbe person wbo 
opens a ball, mit unserem nhd. radelsfiibrer, von radel hreis^ von 
zusammenstehenden gebildeter ring ; ferner die auf dem german. 
ausdrucke beruhenden y aber durchs roman. gebiet gegangenen 
barangue, range, rank; über weiter vermuihete Verwandtschaft 
mit gr. nlfxog, xwdog ring^ kreis j den lat. circa, circus, curvus, 
dem skr. kakras rad^ kreis, Utth. kreivas schief, gewunden, slav. 
kriru krumm^ kolo rcul s. bei Curtius No. 81 ; Fick * 48. 515. 782; 
auch Ober das fedenfaüs ganz nahe stehende ndL ndd. nhd. kring 
kreis bei Grimm 5, 2314. 



306 Ring 2. — Ripe. 

Ring 2. Jdingen, läuten; aUengL bringen, ringen, ags. hringan, 
aUn. hringja, schwd, ringa, dän. ringe, aUndl. ringhen ; t;^^. auch 
dUn. hringk Jdingen, dan, rangle schdlenj kUngeln; über die, wie 
es scheint nur im engl, vorhandenen starken formen s. Mätzner 

1, 385; fiber berührungen mit ring 1. und mit wring, nhd, 
ringen, bei Dief. 1, 237; Weigand 2, 497; Wedgwood wtU auch 
hier natürlich aües aus der lautnachahmung erklären. 

Rinse spülen, reinigen; aitengl. rinsen, rincen, ryncin, auch 
rensen, rencen, bei Hai. 677 rench; fr. rincer für rinser, ehemals 
reinser; dies aber beruht auf dem aUn. hreinsa reinigen, schwd. 
rensa, dän. rense, jsu dem adjektiv goth. hrains, aUn. hreinn, 
schwd. ren, dän. reen, ahd. hreini, reini, nihd. nhd. reine, rein; 
dass das engl, wort unmittelbar aus dem skandinav. gebiete 
herübergekommen sei, ist nicht anzunehmen; vgl. Diez 2, 416 und 
Die£ 2, 586. 

Riot auf rühr, lärm, schwelgerei; aitengl. alt fr. riote, als 
eeitwort aUengl. rioteu, aUfr. rioter ; das roman. wort, a%ieh pr. 
riota hader, streit, it. riotta, riottare ist nach Diez 2, 4ir>: 
„eweifelhafter herkunft, vielleicht für ri voter, vom ahd. riban 
reiben, darum auch ndl. revot, ravot Kil., vgl. sp. refriega streit, 
von fricare reiben;'* ebenso Scheler. 

Rip reissen, aufreissen ; aitengl. rippen, ruppen, dän. rippe op 
aufreissen, auch im bildlichen sinne wie bei Hai. 686 to rip up : 
to bring old grievances to recollection; ndd. roppen, ruppen, tnhd. 
nhd. rupfen; jsu dem ags. r^pan (und ryppan?), goth. raupjan; 
s. Etra. 263; Dief. 2, 167 und reap; mancherlei berührungen mü 
verwandten wbrtem treten in den mundartlichen bedeutungen: 
to reap, to rob, to plunder hervor; rip korb, fischkorb, wovon 
dann bei Hal. 687 rippers: persons who carried fish from the 
coast to inland towns, beruht auf dem aitengl. rip, brip und 
erinnert einigermassen an das nhd. reff gesteU eum tragen, ahd. 
mhd. ndd. ref behälter, den man bei reisen mit sich trägt; 
Weigand 2, 474 f. 

Ripe reif; aitengl. ripe, ags. ripe, dUs. ripi, ndd. ripe, ndL 
rijp, <ihd. rifi, mhd. rife, nhd. reif; verwandt mit dem ags. rip, 
aitengl. rip ernte, ags. ripan, aitengl. ripen ernten; vgl. Weigand 

2, 48i) und reap; als eeitwort dazu neuengl. ripe, ripen, aitengl. 
ripen, ags. ripian, oAd. rifan, mhd. rifen, nhd reifen. Ripe ufer 
ist tooM das lot. ripa, wovon manche auch mittels eines mlat. 
riparios das unter rip erwähnte ripper oder ripier, doch wohl 



Ripple 1. — Rive. 307 

nrii unrecht, herleiten; wenn ripe in der bedeutung hrateJceUe der 
maurer aufgeführt wird, so ist es d($s fr. ripe Schabeisen, riper 
abkratzen bei Diez 2, 416, welches auf dem stamme des deutschen 
reiben beruht 

Ripple 1. sanfte bewegung der Wasseroberfläche, Meine wellen 
sehUngen; Levins h(U ripple: rescindere als deutliches deminutiv 
von rip; sonst stehen am nächsten das nhd. sich rippeln, rüppeln 
sich etwas rühren , ndd. repen , reppen , altfrs. reppa bewegen, 
ursprüngl. wohl mit anlautendem h, so dass es eu aUn. hreppa 
erlangen, ags. hreppan, aÜengl, repen, hrepen berühren gehört; s. 
Br. Wb. 3, 435; Weigand 2, 500. 

Ripple 2. flachs brechen; Hai. 687 ripple: to clean flax; 
Bosw. h€U ein ags. repel: staff, cudgel; ndl. repel flachsbreche, 
ndd, repe, repel, nhd. rifi'el fiachskamm, nebst den eeitwortem 
ndd. repen, repein, nhd. reffen, riffeln; eu gründe liegt jedenfalls 
ein wureeherbum mit dem begriff des reissens aits. repan, ahd. 
refan; vgl. Br. Wb. 3, 481; Weigand 2, 475. 497; das engl rip 
und Dief. 2, 167. 

Rise aufstehen, steigen; altengl. risen, ags. risan; s. über die 
starken formen bei Mätzner 1, 400; goth. nr-reisan sich erheben, 
aUs. risan, altfrs. cUtn. risa, ndl. rijzen, ndd. risen, ahd. risan, 
mhd. risen, nhd. aber erst als abgeleitetes eeitwort reisen; die 
bedeutungen schwanken zwischen steigen und fallen und der 
grundbegriff scheint gewesen bu sein sich in die höhe oder tiefe 
bewegen; s. Weigand 2, 483; Dief. 2, 170; Grimm G. d. d. S. 460; 
Gr. 2, 16 No. 171; Lexer 2, 459; Pick« 846; vgl die engl raise 
und rear 3. 

Risk gefahr, wagen; fr. risque, it. risco, risico, pg. risco, sp. 
riesgo, als Mcitwort fr. risquer, pg. riscar, arriscar, sp. arriscar, 
arriesgar, it. risicare, arrischiare; der roman. ausdruck wird von 
Diez 1, 352 ßurückgeführt mittels des sp. risco klippe, steiler f eis 
auf das lat. resecare abschneiden, so dass die begriffsentwicklung 
verläuft: abgeschnilten, steil, fels, klippe, gefahr. 

Ri?al nebenbuMer; fr. sp. nhd. rival, it. rivale, lat. rivalis; 
^rivales dicebantnr qui in agris riynm haberent communem et 
propter eum saepe disceptarent^^ Acron; vgl. wegen des Stamms 
river. 

Rive spalten; altengl. riven, reven, rifen, ags. reöfan, altn. 
rinfa gerreissen, spalten, aber auch altn. rifa reissen, eerschliteen, 
sehwd. rifva, dän. rive; ndl. rijven kratien, hacken; bei Hai. 687 



308 KiTol — Eoad 2. 

rive: a rake, to split, to &11 asunder; 695 rove: to cleave or cat; 
vgl. Mätzner 1, 400; in anderen hedeidungen wie rive: the sea- 
shore, to arrive at, to land ist das wort romanischer herkmnft; 
vgl unter ripe, river und arrive. 

Riyel rutmdy runzeln; aliengl. rivel, (ds geitwort riveleo, 
nach Etm. 266 schon ags. ge-rifljan, ge-rifjan: rugare; vgl. bei 
Hal. 275 reevef: to wrinkle, sowie verwandte ausdrücke unier 
rifle 2. und ruffle. 

Riyer fiuss; aUengl. river, riuer, rivere, aUfr. riviere, neufr. 
riviere, it. riviera, sp. ribera, vera, pr. pg. ribeira, pg. beira, vom 
lot. riparia, mu ripa; die hedeutung ist eigentlich ufergegendy 
dann theils ufer, theüs fiuss; Diez 1, 354; vgl. hei Hai. 687 rivage: 
shore or border; rivaile: a harbour; rive: the sea-shore, ferner 
die aXtfr. Wörter bei Burguy 3, 325 und das engl, arrive; aus 
dem aUfr. riviere ufergegend wurde auch mhd. riviere besirh, nhd. 
revier; Weigand 2, 491. 

Riyet niete, umnieten; fr. rivet, ob Meitwort river, pr. ribar, 
nach Diez 2, 417 von dem german. stamme des aUn. rifa, dam. 
rive harken, rechen, d. h. alles vorragende wegschaffen, ahd. riban, 
nhd. reiben; vgl. das engl, rive; andere haben, Mumal wegen der 
gleichbedeutenden it. ribadire, pr. rebitar an das roman. rebattere 
umschlagen gedacht; vgl. noch Wedgwood 3, 82, der aber alle 
hierhergehörigen ausdrücke auf lot. ripa ufer, rand Murück- 
führen will. 

Roaeh röche; cUtengl. röche, schwd. rocka, dän. rokke, ndd. 
ruche, nhd. röche j ndl. roch, rog; auf den ags. namen reohha 
weisen mehr euriick die altengl. rouhe, reihe, righe, bei HaL 675 
reigh, welche sich dann wieder mit dem romanischen fr. raie 
mischen; vgl. ray 2.; übrigere steht röche auch als aUere form 
des heutigen rock und daraus mag Munächst die redensart e$U' 
standen sein: as sound as a roach trotg unserer nkd. wendung: 
so gesund wie ein fisch. 

Road 1. Strasse, weg; altengl. roode, rode, rade, ags. rad: 
equitatio, iter eqnestre, iter; su dem stammsteüwort ridan, s. ride, 
im Präteritum ags. räd, altengl. rad, rod, neuengl. rode ; vgl. Hai. 
688 road : an inroad, wegen der darin noch sichtbaren ursprüngl. 
bedeutung; inroad: a riding into an enemy's country. 

Road 2. ankerplatg, rhede; Wedgwood nimmt es ah völlig 
identisch mit road 1., indem er bemerkt: „a road at sea: a place 
where ships may ride at anchor;'' und sicher st mn m en auleisi 



RoAin * RoMi 309 

beide Wörter eon dem wureeherbum ridan; immerhin dürfte 
road 2. sunächst mit den roman. ausdrücken it. sp. rada, fr. 
rade, sowie ndl. reede, ree, fidd. rede, nhd. rhede, schwd. redd, 
dän. red jm dem aUn. reida ausrOstung, bereitschaft , ndd. rSde, 
r§d, ndl. reed, ree ftere»^ jm stdlen sein; vgl. ready; Weigand 
2, 4»2; Diez 1, 339. 

Itom umherstreifen; (Mengt, romen, ramen; bei Hai. 665 
rame: to rove, or ramble; 691 rome: to wander abont; unwahr- 
scheinlieh ist die übliche ableitung, wonach roam erst abgezogen 
wäre von dem hauptwort roamer, dieses aber das cMfr. romier, 
it. romero, romeo waUfahrer, eigenü. wer nach Bom pügerty wie 
Dante erklärt: .^chiamansi romei inquanto vanno a Roma;^^ Diez 

1, 357: das engl, wort ist wohl nächstverwandt dem ahd. mhd. 
ramen sielen^ streben; vgl. altengl. raemen, ags. a-raeman, aber 
auch romian, romigan, alts, römian nach etwas trachten; Grein 

2, 384; sueugeben ist übrigens, dass im oUengL rome mancherlei 
Stämme wie die der heutigen roam, Rome, room zusammenflössen 
und gegenseitig auch auf die bedeutungen einwirken mochten ; vgl. 
Hai. 691. 

Roan grauräthlich; fr. roan, rouan (wie auch der name der 
Stadt fr. Ronen mu engl. Roan unrd Hai. 688); it. roano, royano, 
sp. mano, rodado besonders vom grauröthlichen pferde, roth- 
Schimmel; doch woM eine Weiterbildung des lot. rnfiis oder des 
deutschen roth; vgl. red; der name des baumes roan-tree 
eberesche könnte nach der färbe des Stammes oder der beeren 
gegeben sein, scheint aber ur^prüngl. mu sein ropn-tree; Hai. 694; 
vgl. ronn und Grimm Myth. 617; wegen roan, rone rogen, Hai. 
691, s. roe 2. 

Rear bruUen; altengl. roorin, roren, raren, o^^. rärian, ndd. 
r&ren, ndl. ahd. mhd. r^ren, nhd. röhren; Br. Wb. 3, 437; 
Weigand 2, 506; Lexer 2, 409; Fick« 167; in dem aUengl. roren 
erscheint Übrigens auch das ältere hroren, nhd. rühren; vgl. 
rearmouse und uproar; altengl. rore, hrore bewegung, woraus 
sich etwa auch erklären lässt das veraltete rore, roore handeln; 
bei Hai. 692 rore : to barter, or exchange merchandize , auch to 
raffle among sundry things, to purl, wenn manj>on dem begriffe 
des rührens, hin und her bewegens ausgeht; .roary thauig steht 
fur rory, vom UU. ros, roris thau. 

Rtast rösten, braten; aUengl. rooaten, rosten; zunächst doch 
mu dem romanischen herübergenommen ott/r.^rostir, neufr. rdtir, 



810 Rob 1. * Roohet. 

pr. ranstir, U. ar-rostire; diese aber beruhen auf german. gründe 
oAdt. rdstan, mhd. roesten, nhd. rösten, ndl. roosten, von dem 
ahd. nihd. rdst, nhd. rost; 8. Diez 1, 358; Weigand 2, 510; Lexer 
2, 499 ; nach Wackernagel würde dieses rost ßu der wursd von 
rust, rot und red gehören; andere denken an go(h. raus rohr^ 
indem mit rost ursprungl. ein flechiwerk aus röhr, reisig gemeint 
gewesen sei; jedenfalls ist es su trennen von roost, mit dem es 
nur verwechselt scheint in der redensart to rule the roast: to 
take the lead; Hal. 688; Richardson: „an expression of which 
every poultry-yard would supply an explanation/' 

Rob 1. obsthonig; sp. fr. rob, it rob, robbo, pg. robe; es ist 
ein oriental, wort arab. rubb, robb, pers. rub; s. Diez l, 354. 

Rob 2. rauben; oltengL robben, ott/r. rober, neufr. d^-rober, 
ü. rubare, sp. robar, cMsp. auch robir, pg. roubar, pr. raubar^ 
mUxt. ranbare; tu dem hauptworte it. cdtsp. roba, aUpg. rouba^ 
pr. raub&) fr. robe, daneben sp. ropa, pg. roupa in den bedeutungen 
kleidf geräthcy früher aber kriegsbeute, raub; daher als fremdwart 
nach dem fr. i»uch nhd. engl, robe; der roman. ausdruck aber 
beruht auf dem germanischen ahd. roub, ags. reäf beute, ahd. 
ranbön, ags. reäfjan; vgl. reave, wo auf die weitere Verwandt- 
schaft hingewiesen ist. 

Robin rothkeMchen; Wedgwood: „The most familiar of our 
wild birds, called Rohin- red -breast (from Robin, the familiar 
version of Robert) on the same principle that the pie and the 
daw arc christened Mag (for Margery) and Jack. In the same 
way the parrot takes its name from Pierrot, the familiar version 
of Pierre, Peter;'' über die fr. einigermassen ins engl, gedrungenen 
ableitungen von Robert wie robin in der thierfabel name des 
Widders und robinet hahn am fasse, wegen der ähnlichkeit mit 
einem widderkopfe, vgl. bei Scheler Ausz. 170; wegen des eigen- 
namens Robert, ahd. Hmodperaht, Ruopreht d. i. ruhmglänsend, 
von dem altn. hrödr rühm und ahd. peraht, ags. beohrt, engL 
bright s. bei Weigand 2, 502. 

Roehet chorhemd, mantelartiges gewand; cdtengl rochet, 
rochyt; vgl. Hai. 689; fr. röchet, sp. roquete, t^. rocchetto, Ver- 
kleinerung des mlat. roccns, hroccus, aus dem ahd. roc, hroch, 
ags. rocc, (Mn. rockr, auch Mengl. roc, mhd. nhd. rock; der 
weitere Ursprung ist sweifelhaft; vgl. Weigund 2, 503; Lexer 2, 479 
und Diez l, 35(5, welcher als grundbedeutung ein geßÜdtes kleid 
annehmen möchte und so erinnert an altn. hrucko, gaeL roc runsd, 



Rock 1. — Rod. 811 

faUe^ engl, ruck schrumpfen; bei Hal. 689 steht für rochet auch 
rocket: a cloak without a cape; altengL rokette; ein anderes 
rochet: the piper fish gehört uhM als Verkleinerung eu roach, 
wenn es nicht eine entstdlung des fr, rouget ist. 

Roek 1. fels; aUengl. rocke, rokke, röche, fr. röche, roc, it. 
rocca, roccia, sp. roca, pg. pr. roca, rocha, ccUal. roc ; zweifelhaft 
ist der ury^rung der roman. Wörter j auf denen erst eu beruhen 
scheinen gael. roc, basic, arroca, ncß. rots ; vgl. die verschiedenen 
ableitungen aus dem pers. rokh, s. das engl rook 2., aus dem 
keU. rhwg etwas hervorragendes^ aus dem deutschen roc, rock, s. 
unier rochet, aus dem gr. (ci^ klufty oder endlich^ wofür am 
meisten Wahrscheinlichkeit ist^ aus dem lot. rupes fels, mittels 
einer Weiterbildung wie rupea oder rupica, bei Diez 1, 354 ; Scheler 
und Littre. 

RO€k 2. Spinnrocken; altengl. rok, rocke, rokke; das wort 
ist germanisch: ndl. rock, rok, aUn. rockr, schwd. rock, dän. rok, 
ahd. roccho, rocco, mhd. rocke, nhd. rockeu, dann auf roman. 
gebiet Übergegangen it. rocca, sp. rueca, pg. roca; in das engl, 
mag es von beiden seilen her gelangt sein; daeu rocket, it. 
rocchetta, nhd. rakete, weü sie mit dem oberen dicken ende die 
form eines rockens darstellt; vgl. Diez 1, 355; Weigand 2, 455. 503; 
Fick' 846; wegen der begriffsentwicklung von rocket auch fusee 
und Wedgwood 3, 570. 

Rock 3. bewegen, schaukeln; altengl. rockeu, rokken, rukken, 
daneben auch roggen, ruggen ; vgl. bei Hai. 689 rogge , roggle : 
to shake; Cotgrave hat als aUfr. rocquer un eufant ein kind 
wiegen ; ctber Munächst weist das engl, wort eurück auf german. 
ausdrücke wie altn. rugga, dän. rokke, ahd. rucchan, mhd. nhd. 
rucken fortbewegen, stossen, vom mhd. ruc, nhd. ruck schnelle 
fortbewegung ; s. Weigand 2, 516; Fick* 846. 

Rocket L rakete; s. unter rock 2.; wegen rocket: a cloak 
without a cape bei Hal 689 vgl. rochet. 

Rocket 2. rauke; fr. rocquette, roquette, sp. ruqueta, iL 
ruchetta, Weiterbildungen von it. pr. ruca, sp. pg. oruga, welche 
wie das nhd. rauke beruhen auf dem lat. eruca. 

Rod ruthe; aUengl. rodde, rode, roode, ags. rod, alts, roda, 
ruoda, aUfrs. rode, ndd. rode, roode, ndl. roede, ahd. ruota, 
mhd. ruote, nhd. ruthe; die bedeutungen bewegen sich Mwischen 
den begriffen: gerte, Stange, pfähl, kreuM^ golgen; vgl. die engl, 
scheide form rood; und wegen weiterer Verwandtschaft mit lot. 



312 Rodomont — Roister. 

rndis st(ib und der wm. skr. yard oder ridh hei Cnrtius No. 515 
und p. 464. 

RodOMOHt praMer; fr, rodomont, U. rodomonte, eigeniUch 
rodamonte einer der eich vermiest berge forteuwSlgen; (vom 
lonibard. rodare für rotare, au hU. rota rod und monte, lat. mons 
berg); euersi als eigenname Rodamonte von Bojardo in seinem 
Orlando innamorato II, l, 56 angewendet, dann von Ariosto im 
Orlando fnrioso in der form Rodomonte benutzt und aus dem it. 
weiter gedrungen, nebst ableitungen wie it. rodomontata, fr. engl, 
auch nhd. als fremdwort rodomontade proA^ere«; s. Trench E. 90; 
Weigand 2, 504. 

Roe L reh; aUengl. ro, roo, roa, ra, ags. r&, rah, aUn. rä, 
schwd. r&, dän. raa, ndl. ree, ahd. r^h, nihd. rSch, nhd. reh; vgl. 
Weigand 2, 478; Lexer 2, 358. 

Roe 2. rogen; bei Hai. 691 rone, roan und sonst mundarÜ. 
ronn, rown, rownd, aUengl. ronn, cUtn. hrogn, schwd. rog, dän. 
rogn, ravn, ahd. rogo, rogan, mhd. rogen, roge, rog, nhd. rogen, 
ndd. rogen; vgl. Weigand 2, 504; Br. Wb. 3, 516. 

Rogne Schelm; bei Hai. 689 to roge: to tramp as beggars; 
690 rogue: a professed beggar; rogue-house: a prison ; /r. rogue 
übermüthig; nach Diez 2, 418: „ein von den Normannen ent- 
lehntes wort, aUn. hrökr anmassend, engl, rogue schelm^ woher 
gael. rög;'^ andere suchen den Ursprung auf keU. gebiete gad. 
rögair Schurke, bret. rok übermiUhig; s. Koch 8^ 11. 

Roil trüben, stören, ärgern, umherstreifen; auch in der form 
nleZbegegnend, aUengl. roilen und reilen, wird von Wedgwood 
auf skandinavische ausdrucke wie altn. rugla: confundere, tnr- 
bare und altn. rola: to wander about Murückge führt; Hai. 664 
rail: to stray about; 675 reile: to roll; 685 rile; 690 roil: to 
romp, to disturb, to trouble, to vex, to rove about; wenn auch 
von verschiedenen Seiten einfluss auf form und bedeutung statt- 
gefunden haben mag, vgl. rail, reel und rill, so dürfte 
doch wesentlich ^dcM altfr. roeler, roler, 5, roll, £U gründe 
liegen. 

Roister poUem, lärmen; Levins hat royst: grassari. Ha). 690 
roist: to bully, to riot; darf man als grundbegriff nehmen das 
grobe, bäurische wesen, so bietet sich aÜfr. miste, rüste derb, 
grob, ungestüm, neufr. rustre, daher auch ndd. raster, rustier, 
von dem lat. rusticus ländlich, bäurisch; vgl. Burguy 3, 331; 
Mndd. Wb. 3, 535. 



Roll — Roof 813 

Bfll roUen; aUengi. rollen, aUfr. roeler, roler, roller, neufr. 
ronler, van dem hauptwart roll, altengL rolle, aUfr, roele, neufr. 
role; d(is viel verbreitete ufart beruht auf den lat. rota rady ro- 
tnlos, roinlare; v^. auf dem raman. gebiete it. rotolo, rullo, $p. 
roUo, rol, pr. rotle, rolle, nebst den Meitwartem it. rotoUre, ep. 
arrollar, pr. rotlar; Diez I, 358; aber auch nihd. nhd. ndl. rollen, 
nid» mllen, sehwd. rnlla, dän. rnlle, sdbst keU. mla, rholio; s. 
Wackernagel ümd. 50; Weigand 2, 506; Schwenck 580; vgl. die 
engl, controll, rowel, sowie die fr. als fremdwörter in die 
anderen neueren sprachen dringenden rouleau, roulette. 

BfBaHfe ramaUy romance; aUengl. romance, romaunce, aiUfr. 
pr. romans, it. romanzo, sp. romance, van dem lat. adverb ro- 
manice, vgl. das aÜfr. parier romans: loqui romanice; daneben 
dann altengL aÜfr. romant, neufr. nhd. roman; s. Diez 1, 856; 
Borgny 3, 827 ; Weigand 2, 507 ; Über die begri/fsentwicklung des 
ausdrucks, der ursprüngl. van der aus dem lateinischen hervar- 
gegangenen landessprache , dann van der dichtung in derselben 
und van bestimmten dichtungsarten gebraucht wurde, bemerkt 
Wedgwood : „The name of Romance was subsequently appropriated 
in different countries to different kind« of writings, according to 
the form which the popular literature took in each. In Spanish 
it came to signify a ballad. In English where the literature began 
with translations from the French, the name was commonly given 
to the French original, but was subsequently used in the sense 
the word had acquired in French of a story of fiction.'* 

B#Bp wUdfang, sich herumbalgen; s. ramp, von welchem 
warte es doch nur eine nebenform ist. 

RoniOR ein schimpfwarty welches eigentl. ein fkit der krätMc 
behaftetes thier, einen räudigen menschen bezeichnet; Hai. 691 
ronyon: a mangy animal; von dem fr. rogne kratze, it. sp. pg. 
pr. rogna; der roman. ausdruck wird auf das lat. robigo rast, 
restfiecken zurückgeführt; Diez 1, 856. 

RMd kreuz, ruthe; altengl. rode, ags. r6d, aits. röda, aUfrs. 
rode; ofie schon in der bedeutung: gdlgen, kreuz; s. weiter die 
seheidefarm rod. 

H/^tdach, gewSlbe, gaumen; vgl. Über die begriffsentwicHung 
das fr. palais palast, gaumen bei Diez 2, 894; bei Levins roofe: 
tectum und roofe: palatum; altengl. roof, rof, hrof, ags. dUfrs. 
hr6f, ndl. roef, ndd. rof; Mndd. Wb. 8, 515; Diez 1, 360; der 
ausdruck scheint weder auf hochdeutschem, nach auf skandinav. 



314 Rook 1. — Root 2. 

gebiete su begegnen und lässt sich auch in den urverwandten 
sprachen kaum verfolgen; s. Dief. 2, 592. 

Rook L Saatkrähe; aUengh rook, rok, hrok, ags. hröc, ndl^ 
roec, roek, ndd. rok, roek, cdtn. hrökr, schwd. roka, raka, dän. 
raage, (Mhd. hruoh, raoh, nihd. raoch, nhd. ruch; Weigand 2, 515; 
vgl. über weiteren Zusammenhang mit den cdtslav. kraka, poln. 
kruk, mit dem goth. hrakjan krähen ^ gr. xfa^Bi^v, xgeituv, ^lat. 
crocitare, skr. kru9 (aus kruk) bei Curtius No. 69; Dief. 2, 591; 
Fick*50; auch das engl, raven 1. 

Rook 2. thurm im Schachspiele; aUengl. rok; zunächst j wie 
mhd. roch, nAd. röche, aus dem romanischen fr. pr. roc, it. rocco, 
sp. pg. roque, dieses aber von dem pers. rokh mit bogenschüteen 
besetetes kameel; vgl. die pers. arab. hindost, rukh eur begeich- 
nung theils eines fabelhaften vogels^ theüs des thurms im Schach- 
spiele; nach einigen soll das oriental, wort selbst schon entsteht 
sein aus hindost, rath, skr. ratha wagen ^ kriegswagen; s. Diez 
1, 356; Weigand 2, 503. 

Rook 3. betrügen; vgl. bei Hai. 691 rook: a cheat, or sharper;* 
in diesem sinne wotU nur Übertragene anwendung von rook 1.; 
dagegen gehört altengl. rook, roke nebel mit unserem nhd. rauch, 
ndd. rooch, rook, ndl. rook jedenfalls eu reek. 

Room eimmerj räum; altengl. rowme, roum, rum, ags. und 
ebenso auch aÜs. altn. ahd. mhd. ndd. rüm, goth. rums, nhd. räum, 
ndl. ruim, schwd. dän. rum; vgl. Dief. 2, 176, welcher die ent- 
sprechenden Utuslav. Wörter wie Utth. ruimas, lett. rume raum^ 
poln. böhm. rum ausgeräumtes für enÜehnt hält; Weigand 2, 468; 
Fick 3 166. 847 ; da0U als Meitwort mundartl. engl, roum , reem, 
nme räumen f weichen^ altengl. remen, rimen, roumen, rumen, 
ags. rümian, r^man, aMs. rumian, aUn. r^ma, ahd. rümman, mhd. 
rumen, nhd. räumen. 

Vj^^XhühnerstangCj aufsitzen; altengl. roost, rost, hrost, ags. 
hröst, ndl. roest; aUs. hrost dach, ursprüngl. woM balkenwerk; 
dunkler herkunft und verschieden von den unter roast berührten 
cthd. mhd. rost; s. Weigand 2, 509; Dief. ^, 592. 

Root 1. wureel; altengl. route, rote ; eunächst aus dem skand. 
gebiete cUtn. rdt, schwd. rot, dän. rod ; vgl. über weiter vermuthete 
Verwandtschaft mit lot. radix, gr. ^l^a bei Dief. 1, 200; Curtius 
No. 515. 

Root 2. aufwühlen; Hal. 692 root: to turn up the ground, 
as hogs do with their noses; altengl. wroten, bei Hal. 941 wrote: 



Rope ^ Rotter. 315 

to grnb as swine; age. vrdtian, dUndl. wroeten, von dem haupU 
wort aUengl. wrot, ags, vrot, cMfrs. wrote russel; vgl. Weigand 
2, 524 unter dem nhd, rüszel und Fick ' 884, wo auch goth. yraton 
wandeln verglichen wird; Dief. 1, 200. 238. 

Rope taUf seil; aUengh roop, rop, rap^ rape, age, rap, goih. 
raip, aUfrs. rap, aUs. ndd. ndl. rep, reep, ndl. auch roop, aUn. 
reip, schwd. rep, dän. reeb, reb, cJul. mÄd. tiM. reif tn den be- 
deuiungen: fdnis, restis, oirculns, annnlus; vgl. Weigand 2, 479; 
Dief. 2, 163; Grimm Kl. 8. 2, 197; Fick» 839. Bemerkenswerth 
wegen der begriffeentwicttung istrofy Mähe; 8. Hal. 692; es lehnt 
sich an das Meitwort rope sich wie faden ziehen; Wedgwood 3, PI. 

BoqMlanre reiserock; das fr. roqnelanre soU auf das klei' 
dungsstüch übertragen sein von dem namen des er finders Antoine 
Gaston Jean Baptiste, hetMog von Roquelaure, gest. 1738. 

Rose rose; schon dUengl. und ags. rose, aus lat. rosa, worauf 
ebenso aurückgehen fr. rose, it. sp. pg. pr. rosa und altn. schwd. 
rös, (Mhd. rosa, mhd. nhd. dän. rose^ ndl. roos, poln. roza, böhm. 
ruze, kdt. roz, rhos, roz, rozeu; verwandt mit dem gr. (odov und 
etwa der in red roth enthaltenen wureel. Daeu rosary rosen* 
beet, rosenkransfj altengl. rosarie, nUat. rosarium, fr. rosaire, it. 
rosario. 

Rosenary rosmarin; bei Levins rosmary: rosa marina; ott- 
engl. rosmarine, rosemary ne; Hai, 692; umgedeutet und angelehnt 
an rose und Mary, beruht es doch auf dem lot. ros marinus meer- 
thaUy it. rosmarino, ramerino, sp. rosmarino, romero, fr. romarin, 
nhd. rosmarin; s. Diez 1, 340; Weigand 2, 509. 

Rosin hare; so bei Levins rosin: resina, altengl. rosyne; bei 
Hai. 693 auch rosil, rosyle; es ist nur eine nebenform des üb- 
lichen resin. 

Rosland haideland; dazu rossel mtcrfter, leichter boden; Hai. 
693 hat ros -land: heathy land; der ausdruck beruht nach den 
engl etymologen auf dem l^U. rhos wiese, haide. 

Rostor dienstliste; Wedgwood erklärt es näher als: „in mi- 
litary langnage the list of persons liable to a certain duty/^ und 
vergleicht das entsprechende mundartl. deutsche roster, wachtroster 
bei Schmeller, welches entsteüt sein soü aus register; e^ wäre 
denkbar, dass der in Deutschland verderbte ausdruck der Soldaten- 
spräche nach England hinüberdrang; Hai. 696 hat royster: an 
inventory. 



316 Rot -- Rough. 

Rot faulen; aUengl. rotten, roten, rotien, ags. rotian, aUs. 
roton, ndl. ndd. rotten, danach erst ins nhd. gedrungen rotten, 
verrotten, dagegen ahd. mhd. rossen; vgl auf skandin. gebiete 
altn. rotna, schwd ruttna, dän. raadne ; es ist eine {Ableitung des 
starken stammeeitworts ahd. riosan, mhd. riesen, ags. reötau fliessen 
lassen, weinen, skr. rud; s. Weigand 2, 513; Fick> 172. 8i6; das 
starke participium rotten, altengl. roten scheint dem sonst nur 
schwach gebrauchten engl, rot unter einfluss des altn. rotinn ver- 
rottet, faul gegeben au sein; vgl. Mätzner 1, 403. 

Rote Obung, gewohnheit, ehemals auch in der bedeutung eines 
Saiteninstruments; Hai. 693 rote: a kind of cymbal; rote: practise, 
also a verb to practise, to repeat by rote; cdtengl. odtfr. rote leier, 
beruhend auf dem keU. crot; vgl darüber Diez 2, 419; Dief. Or. 
Eur. 303 und das engl croiwdTl. ; daneben giebt es ein anderes 
aUfr. rote, welches aus dem lat. rupta sc. via hervorging und den 
neufr. route, routine 0u gründe liegt; Diez 1, 359; trotg der leicht 
möglichen berührung auch in der begriffsentwicTdung weist doch 
das engl rote zunächst auf jenes erste aitfr. rote leier eurück; 
Wedgwood bemerkt daeu: „to rote is to hum a tune, to learn a 
piece by rote is to fix it in the mind like the notes of a tune, 
so as to be able to repeat it without thinking of the meaning of 
the words;'' vgl unsere nhd. ausdrücke die alte leier, herleiern 
und s. noch Burguy 3, 330; in anderen bedeutungen, vgl Hai. 693, 
steht rote detMich für root und für wrote. 

Rother rind; feist veredlet , ausser etwa in den ausdrücken 
rother -beasts, rother -öoil; al^etk/I. rother, ruther, reoder, rether, 
hreoder, a^r^. hreoder, hrider, hryder, att/r«. hrither,*rither,]rether; 
es könnte zusammengehören mit dem ahd. hrind,'mAd. rint, nhd. 
rind, ndl. rund jsu der wureel von horn und hart; vgl Etm. 501 ; 
Curtitts No. 50. Wenn Hai. 693 ausserdem hcU rother ruder, 
Schiffer und sich dies erhalten hat in rother -nails, so ist es da 
deutlich das dUengl ags. roder: remus, ags. rödere: nanta; s. 
darüber rudder. % 

Rouge roth, schminken; als fremdwort unverändert aufge- 
nommen aus dem^fr. rouge roth, pr. rog, sp. roxo, rubio, pg. 
rouxo, ruivo, it. roggio, robbio, aus lot. rubius, rubeus gu ruber; 
vgl. die engl rubric, russet und red. 

Rough rauh; äUengl rou, rugh, ruh, ags. r6h, ahd. mhd. 
rüch, ruh, nhd. rauch, rauh, ndl. rnig, dän. wohl erst entlehnt ru ; 
das wort ist seinem 'weiteren Ursprünge nach dunkel, vieUeichi 



Roan ^ Room 1. 317 

verwandt mit maneherlei formeU und der hedeutung nach giemlich 
nahe tretenden ausdrücken ; vgl. die ags. rüv, hreov, hreöh, welche 
sich in altengl. formen wie ru, rou, row, reu, rew, reow t?cr- 
mischten; s. Etm. 504; Stratmann » 322. 467. 

RolUI flOstem; bei Hai 694 rowne und mit angetretenem d, 
s. Mätzner 1, 193, auch round, altengl. rounen, runen, runien, ags. 
ronian, oltndL rünen, ruinen, oAdt. mhd. rünen, nhd. rannen; 
danach auch aitfr. runer; Diez 2, 420; von dem hauptwort aU- 
engl roune,-;rune, ags. rnn, goth. aUs. ahd. runa, mAd.~rnne mit 
den bedeutungen: geheimMcichen, heimliche redcj ge fluster; aitn. 
run, schwd.%T\ma^ dän. rune; erst erneuert sind die nhd. engl. 
rune; der äUe ausdruck wird abgeleitet von einem voraus- 
MusetMcnden Meitworte goth. riunan heimlich sein und mit dem 
lot. rumor gestellt gu der wm. ru murmeln; s. Weigand 2, 468. 521 ; 
Dief. 2, 177; -Fick' 170. 389. 847; wegen roun-tree: the mountain- 
ash bei Hal. 694 vgl. roan. 

Round rund; altengl. round, rownd, rond; es beruht, so gut 
wie das mhd. runt , schwd. dän. nhd. rund , ndl. rond auf dem 
romanischen ausdrucke aUfr. roond, round, reond, neufr. rond, 
iL rotondo, sp. rodondo, aus dem lat. rotundus gu rota rad; im 
engl, gehören daau ausser den deutlichen dbleitungen und anderer- 
seits manchen unverändert aus dem fr. it. lot. aufgenommenen 
Wörtern wie Tondetku^ rondo, rotund noch mehrere andere, in 
denen die abstammung dunkler geworden ist, z. b. roin, royne 
nagen f beissen, dUfr. rooigner, neufr. rogner eigentlich rund 
sehneiden; s. Burguy 3, 329; Diez 2, 417; roundel, roundelay, 
leteteres etwa mit umdeutender anlehnung an lay gesang, altengl. 
rowndel, roundel, rondel, altfr. rondel, neufr. rondeau. Wegen 
eines arideren round s. roun. 

R01I86 L aufjagen, erwecken, auffahren ; Levins hol to rouse 
a deare: elustrare; die Üblichste bedeutung erinnert an den stamm 
von raise und rise und aus den äUengl. praeteritalformen des 
letzteren, wie rose, roos konnte es aUenfaUs hervorgegangen sein; 
jedenfalls aber sind noch andere stamme mit im spiel; so ins- 
besondere das altengl. ruseu, rusien, hrusien, welches neben resien 
eu beruhen^ scheint auf dem ags. hrysian, (nhd. hrisian, goth. 
hrisjan schütteln, bewegen; daeu stimmt bei Hai. 695 rouse: to 
shake and flutter ; a term in ancient hawking ; wieder ein anderes 
ist ebenda rous: boasting, nämlich das altengl. rous, ros, hros, 
aUn. hiöBlob, altengl. rosen, hrosen, aUn. hrdsa riiAmefi, prahlen; 



318 Room 2. — Rove. 

amsserdem vgl. manche von den unter r n s h angeführten ausdrücken^ 
welche in der form und auch in der grundbedeutung schnMen 
hewegens nahe treten. 

Rouse 2. Zechgelage y voUtrunk; bei Hai. 695 ronse: a fall 
glass, a bumper; uoise, intemperate mirth; 699 rash: a feast or 
merry-making; rushing: a refreshment; ouch in diesem sinne ist 
der ausdruck zweifelhafter dbkunft; man hat erinnert an aUn. 
russ : temulentia, ahd. hraus, sowie an die ndd. rusk, nhd. rausch 
trunkenheitf die selbst wieder gewiss mit nhd. rauschen, vgl. 
rush, zusammenhängen; manche leiten es ab von einem aUn. rös 
becher, rosenbecher, andere fassen es als eine Verkürzung von 
carouse, welches allerdings in der bedeutung am genauesten zu 
entsprechen scheint. 

Ront 1. rotte f auflaufe Verwirrung y grosse geseUschaft y ver- 
wirren^ zerstreuen; dann aber auch besonders in der form route 
für Strasse, weg; aUengl. route, rut^, altfr. rote, rute, route, 
neufr. route und d^routc ; zu gründe liegt das lat. ruptus, rupta 
von rumpere brechen, woraus in mannigfacher begri/fsentwicklung 
entstanden it, rotta, sp. pg. pr. rota, aUfr. route, neufr. d^route 
niederlage, eigentlich bruch; aber auch mlat. rupta, rutta, rotta, 
pr, rota, cdtfr. rote abtheüung eines heeres, trupp; woher ndk 
rote, rot, nihd. rote, rotte, nhd. rotte; femer das neufr. route 
und routine; vgl, rote; die letzten dringen neuerdings als fremde 
worter in andere sprachen, während auch das engl, rout grosse 
gesellschaft wieder tutch dem kontinent zurückkehrt; vgl. beson- 
ders Diez 1, 359; Burguy 3, 330; und wegen der nhd. Wörter 
Weigand 2, 513; Heyse 813. 

Ront 2. schnarchen; Ual. 695 route: to snore; also to roar 
or bellow; 699 rutten: to snore; altengl. routen, rnten, hruten, 
ags. hriitau, aUfrs. hruta, aUndl. ruteu; damit scheinen sich 
andere Wörter gemischt zu haben wie altn. hriota und rauta ; vgl. 
Stratmann ^ 325. 466. In der bedeutung aufwühlen ist es neben- 
form von root; route: recked, cared bei Hal. 695 steht für rought, 
raught, altengl. rohte, ags. rohte; s. reck; Mätzner 1, 374. 

R0T6 herumstreifen; Levins hat rove : rapere und rove: 
errare, vagari und in dem hauptworte rover halt sich noch lange 
die ursprüngliche bedeutung vagari praedandi causa; danach er- 
scheint das wort als eine, etwa unter besonderem einfluss der 
ndl. ndd. form roven entwickelte nebenbUdung von reave; t;^. 
rob und Wedgwood 3, 95. 



Row 1. — Rub. 319 

B#W 1. reihe; aUengl. rowe, rewe, rawe, ags. rav, raev; dies 
wird von Etm. 266 gesteUt eu rifaan: jnDgere und so in Verbin- 
dung gebracht mit den ndd, rege, rige, ndl. rijghe, rijg, rij, oAdt. 
riga, mhd. rige, nhd. reihe, riege; vgL über die deutschen worter 
Weigaad 2, 480; sonst auch Wedgwood 3, 96, 

Row 2. rudern; altengl. rowen, rouwen, reowen, ags. rövan, 
ottfi. röa, schwd. roa, dän. roe, ndd. rojen, ndl. roeijen, mhd. 
rüejen, rügen, rüen; vgl. rudder; Weigand 2, 517 und wegen 
weiterer berührungen auf heU. gebiete Dief. Or. Ear. 405. 

Row 3. auflaufe lärm ; es mag eine entsteüung sein von rout 
oder von rouse, une es bei Hai. 695 auch für rushed, f&r rough 
steht und in dem altengl. rowen selbst noch andere stamme 
erhatten au sein scheinen ; vgl. Stratmann ^ 453. 466. 

Rowdy lärmer f Tdopff echter; Wedgwood erWirt es: „a noisy, 
turbulent fellow, from rowdydow, an expression framed to re- 
present continual noise ;'^ benutet sind dabei wohl die stamme 
row, rout. 

Rowel Spornrädchen; schon bei Levins rowel: rotula; altfr. 
roele, roelle, rouele, neufr. rouelle, lot. rotula, von rota rad^ altfr. 
roe, neufr. roue. 

Roy konig; daeudann royal, royalty, roytelet; entsprechend 
den fr. auf dem lat. rex beruhenden roi, royal, royaute, roitelet; 
vgl. das engl, realm. 

Royne beissen, nagen; auch roin geschrieben; es ist das fr. 
rogner; s. weiter unter round; das veraltete roynish, roinish 
hrätsig, schäbig; aÜengL roynous, roignous; vgl. Hai. 696; ist 
das neufr. rogneux, altfr. pr. rognos, sp. rofioso, it. rognoso, 
vom fr. rogne hrätee^ pr. it. sp. pg. rogna, etu>a aus dem lat. 
robigo rost^ rostfleck, robiginosns; Diez 1, 356. 

Rttb reiben; altengl. rubben, rubbiu; sehr zweifelhaft sind 
die von Wedgwood angeführten skandinavischen ausdrücke altn. 
rubba: to move a thing from its place, to rub; schwd. rubba: 
to put out of a place, to disorder; dän. rubbe: to rub, scrub, 
rough-hew; dagegen scheint das wort aus dem kelt. gebiete mu 
stammen gael. rub, welsch rhwbio reiben; der Zusammenhang 
mit nhd. reiben und den entsprechenden verben könnte doch erst 
ein sehr entfernter sein; die engl, rubbish, rubble wird man 
unbedenklich als unmittelbare (U>leüung von rub nehmen dürfen ; 
vgl. noch Hai. 696 unter rub und rubbell. 



820 Robrio " Rade. 

Rabric aufschrift^ abschnitt^ roth machen; Hal. 696 robrick: 
red ochre; fr, rubrique, pr. sp. pg. ü. mUU, rubrica, daher auch 
fihd. rubrik die ursprünglich rothe Überschrift eines abschnittst 
vom kU. rabrica rothe erde, röthel, rothstift, ßu raber roihj später 
der roth geschriebene titel eines gesetMes u. s. w.; vgh Weigand 
2,515; HeyseSU. 

Rttby rubiUf roth; oUengL alt fr, rabi, neufr. rabis, pr. robin, 
sp. rabin, rubi, t^. rabino, pg. rubi, mbim; dann auch mhd. nhd. 
schwd. dän. rubin, nett, robijn; von dem mlat. rubinos gu laL 
ruber, rubeus roth; Weigand 2, 514; Lexer 2, 518. 

Ruck L kauern; Hai. 696 ruck: to huddle together, to squat, 
or crouch down, to cower, to stoop; altengl. rucken sich Sfu- 
sammenkrümmen; vielleicht mit dem altengl. ruken, rouken, hei 
Hai. 694 rouke: to lie close, und dem dän. rüge hriUen ßu- 
sammenMUsteUen; vgl. Stratmann' 466 f.; Wedgwood 3, 99. 

Rttck 2. falte 9 falten; Hai. 697 htU rüge: to wrinkle; 
Wedgwood verweist auf die skandinav. hrukka: to wrinkle; rukka: 
a crease, a wrinkle; vgl. das aUn. hrokkiun kraus, runälich; 
Koch 3^, 145; vielieicht Musammengehörig mit den stammen von 
rug oder wrinkle; vgl. aber auch das pr.U.lat.rugA furche, falte. 

Rttd roth; vgl. bei Hai. 697 rudde: complexion; ruddle: red; 
altengl. rude, rud, rod, ags. rud neben read; s. red; ableitungen 
davon sind ruddock, altengl. ruddok, ruddocke, ags. rudduc; 
femer ruddy, altengl. rudi; in anderen bedeutungen, vgl. Hai. 
697, steht rud für reed, für rub. 

Rttdder ruder; bei Hai. 693 rother, altengl. rodyr, rothir, 
rother, ags. röder, ahd. ruodar, mhd. ruoder, nhd. mder, ndd, 
roder, roer, ndl. roeder, roer, schwd. roder, dän. roer, ror; mu 
dem stamme von row 2.; vgl. Weigand 2, 517. Ein anderes 
rudder: a sieye bei HaL 697, nach Wedgwood 3, 99: a sieve for 
separating com from chafi, ist entstellt aus ridder; s. HaL 682; 
ags. hridder neben hriddel sieb, komschwinge; Etm. 500; v^ 
riddle 2. . 

Rttde grob, roh; aUengL rude, ruide; fr. rude, sp. rudo, iL 
rude, lat. rudis ; worauf auch unser nhd. fremdwort rüde surück- 
umst; Weigand 2, 517; so nahe es su liegen scheint, mit den laL 
rudis, crudus, crudelis susammensusteUen das altengl. ags. rede, 
hrede wild, trotsig, vgl. Etm. 260, so bedenklich wird doch bei 
näherer erwägung diese Verwandtschaft, die nicht eintnai dem 
gesetse der lautverschielmng entspricht. 



Rue 1. — Rug. 321 

Rue 1. Magen, bereuen; aZ^en^I. ruen, ruwen, re wen, reowen, 
hreowen, ags, hreovan schmerz empfinden , aUs, hrewan, ahd. 
liriuwan, riuwan, mhd, riuwen, nhd, erst abgeleitet und schwach 
reaeu; s. Weigand 2, 490; ndl. rouwen, ndd, ruwen, rouwen, ruen; 
altn. hryggva, hryggja; Wackernagel vergleicht daeu gr, xQoviOy 
xQvog, lat. cruor; vgl, noch Dief. 2, 588; Fick» 732; dazu engl. 
ruth, aUengl, ruthe, reutlie, reowthe, hreonde, altn, hrygd schmerz, 
sorge, reue. 

Rne 2. raute; altengl. altfr, rue, lat ruta; dieses selbst aus 
dem gr. ^vxri gekommen, wurde auf roman. gebiete zu pr. sp. pg* 
rada, it. ruta, fr. rue, ging aber auch unmittelbar über in die 
german. sprachen ahd. rütä, mhd. rüte, nhd. raute, ndd. dän. 
rude, ndl. mit, nach Bosw. auch ags. rüde. 

Rnff krause, falte, Verwirrung, rauh; vgl. Hai. 697; Levins 
hat niffe of a shirt: sinus; dazu die ableitung ruffle, altengl. 
ruffelin ; der ausdruck scheint wenigstens in manchen seiner zahl- 
reichen bedeutungen eine neben form von rough zusein; aber es 
mögen andere theils verwandte, theils anklingende Wörter von 
verschiedenen Seiten eingewirkt haben, wie das cUtn. rüfinn 
struppig, die romanischen it. ruifa gedränge, pr. ruf rauh, sp. 
rufe kraushaarig; femer ndl. ruif falte, ruyflfel runzel, krause; 
vgl. Diez 1, 360; Wedgwood 3, 100; Koch S\ 153; in der weit- 
gehenden begriffsentwicJdung lässt sich einzelnes leicht verfolgen, 
wie z. b. ruif als name eines vogels jedenfalls auf ruff haiskrause 
beruht ; dunkler ist rufiP als bezeichnung eines fisches, bei Levins 
ruffe, fish: nielanurus; auch als nebenform von roof begegnet ruff 
bei Hai. 697; bei Levins ruffe of a house: culmen, wohl erst davon 
wieder ruff: the height or extremity. 

Rttffian wüst, roh, räuber, mörder; bei Hal. 697 ruffian: the 
devil; ruffiner: a ruffian; it. ruffiano, sp. pr. rufian, fr. ruffien 
kuppler; über die begriffsentuncklung des engl, worts vgl. Trench 
(il. 184; über den roman. ausdruck und seine herleitung von dem 
lat. rut'us roth, oder von dem unter ruff erwähnten stamme ruf, 
rafl s. bei Diez 1, 361; übrigens drang jener auch in das mhd. 
und nhd. ein; vgl. bei Lexer 2, 533 ruffian, ruffiäner; im Mndd. 
Wb. 3, 522 ruffer, rufferie, ruffian. 

Rug zottiges zeug, zottiger hund ; der grundbegriff ist rauh ; 
vgl. rugged zerklüftet, 6et Levins r ggen: pilosus, altengl. ruggi 
struppig, schwd. ruggig, von schwd. rugg: shaggy hair; vgl. 

Mtllsr, Ktjrin.Wörterb. U. a. Aufl. 21 



322 Rale — Rumble. 

wegen des Stammes das engl, rough, van dem es wohl nur eine 
unter skandinav. einflusse entwickelte nebenform ist. 

Role regel, lineai^ regieren; altengl. reule, riule, rivle, ais 
Zeitwort rivlen, reulen; aus dem altfr, reule, riule, riegle, neufr. 
regle, vom lot, regula richtschnury richtscheit au regere; eben^ 
daher it. regola, pr. sp. regia; aber auch ags. regul, regol, ahd. 
regula, regela, nihd. nhd. schwd. dän. ndl. regel; vgl. über die 
Wurzel das engl, right, zur begriffsentwichlung die fr. regle, 
regier, die nhd. regel, regeln, Über die ableitung ruly, uuruly 
bei Trench E. 139; ein anderes ruly: rueful bei Hai. 698; Pr. Pm. 
2, 439 gehört ntUürlich zu rue 1. 

Rum L rum; nach der gewöhniichen annähme stammt das 
wort aus skr. roma wasser und bedeutete ursprünglich indisches^ 
d. h. zuerst in Indien aus zucker und reis gebranntes wasser; 
Weigand 2, 520; andere halten es für ein amerikanisches wort; 
jedenfalls drang die benennung erst aus dem englischen in die 
anderen neueren sprachen wie fr. rhum, rum, nhd. dän. rum. 

Rum 2. aUmodig^ sonderbar, eigenthümlichy vorzüglich; Hai. 
698 rum: odd, queer; old-fashioned rubbish; Wedgwood 3, 101: 
„Rome or rum, in the cant of rogues and thieves, signified of 
the first quality, noted, good. The word seems originally to have 
been taken from the Gipsy tongue, in which rome signifies a 
man; romany, speech or language, the Gipsy language. Then 
from the natural partiality of men to their own race, the name 
of rome or rum seems to have been given to what is good or 
excellent ;^* in der letzten bei Hal. angeführten bedeutung erinnert 
es an unsere nhd. rummel, gerümpel; vgU rumblo und Wei- 
gand 2, 520. 

Bnmble rumpeln; bei Levins rumble und rumbil; aUengl. 
romblen, rummelen, ndl. rommelen, ndd. rummeln, nhd. rummeln, 
rumpeln, dän. rumle; wofU aus der wurzel des aÜn. rymja brüüen, 
lärmen, so dass b oder p erst in der ableitung eingeschoben 
wurde; vgl. bei Hai. 698 rummle: to rumble; 691 rommle: t^k 
speak low or secretly, soune die volksthümlichen weiterbüdung^f^ 
rumpus: a noise, an uproar; rumbustical: boisterous; über die 
deutschen Wörter Weigand 2, 520; Wirkung der lautnachahmung 
darf man in diesen Wörtern zugeben; vgl. Koch 3^, 167; und 
insofern berühren sie sieh mit anklingenden romanischen aus- 
drücken wie it. rombo, rombare, rombolare, wenn diese auch an 
sich auf ganz anderem gründe, nach Diez 2, 58 auf dem gr. 



Rummage — Ron. 323 

^oiißog summender kreisel beruhen mögen; 8. noch Wedgwood 
3, 102. 

Rammage durchstöbern, wegtragen, umstauen; lärm; bei 
Hai. 690 romage: to set a ship to rights; to clear the hold of 
goods; to remove things iu it from oue place to another; da* 
gegen 698 rummage: lumber, rubbish; Wedgwood fuhrt den 
ttusdruck guruck auf ndl. ruim : the hold of a ship , nhd. raum, 
engL room; „rummage, the proper stowing of merchandize in a 
ship; rummager, the person appointed to look to that duty; 
hence to rummage, to search thoroughly among the things 
stowed in a given receptacle;" vgL Trench Gl. 185 und auf • 
roman. gebiete die sp, arrumar, fr. arrumer die Schiffsladung 
vertheilen und ordnen, pg. arrumar überhaupt ordnen; Diez 
1, 357; in den bedeutungen lärm und abfaü wird es eu rumble 
gestellt, in der letzten könnte es sogar mundartlich verderbt aus 
rubbish sein; Mahn möchte rummage auf das fr. remuage 
und remuer umkehren zurückführen, die allerdings der begriffs- 
entwicklung wohl entsprechen würden und möglicher weise ein- 
fluss ausgeübt haben. 

Rummer grosses trinkglas, humpen, römer; der ausdruck 
begegnet wieder als nhd, römer, ndl. roomer, roemer, romer, 
schwd. remmare, dän.rbmer; nach England kam die beeeichnung 
wohl erst von dem kontinente und beruht vielleicht auf einem 
nUat. romarius von Roma, so dass ursprünglich ein römisches 
glas gemeint war; schwerlich gehört es in der bedeutung eines 
weiten, geräumigen trinkgefässes zu dem stamme des nhd. räum, 
en^. room. 

Rump rümpf, steiss; aUengl. rumpe: caoda; altn. rumpr, 
schwd. rumpa, dän. rumpe, ndl. roiupe, romp, ndd. rump, nhd. 
mmpf ; die älteren ndl. ndd. rompe, rumpe bedeuten auch falte, 
und so scheint es nahe verwandt mit rimple und rumple etwa 
ursprüngL die runzel, dann den beim thiere sich leicht runzelnden 
körpertheil bezeichnet zu haben; vgl. Weigand 2, 520 ; Schwende 536. 

Rvmple falten, runzeln; vgl. die ndl. rompen, rompelen neben 
rimpelcn runzeln, das mndd. rumpele falte, runzel, neben rimpel, 
die nhd. rümpfen, rümpfen, neben rimpfen kraus zusammenziehen ; 
$nhd. rimpfen, ahd. rimphan; s. die engl, rump und rimple; 
Weigand 2, 521. 

Rn laufen; ältengl. rinnen, rennen, irnen, eomen ; bei Hai. 
085 noch rin ; vgl Mätzner 1, 385, auch über den dunkleren vokal 

21* 



324 Runagate — Kant 

in run; ags. rinnan, iruan, yraan, eornan; goth. aUs. rinnaD, 
altfrs. altn, rinna, renua, altndl. rinuen, rennen, runnen, schwd, 
rinna, dän. rinde, cthd. rinnan, mhd, nhd. rinnen und ahd. rennen 
unter vermengung des starken wureelverhums mit dem abgeleiteten 
schwachen goth. raunjan, ags. reunan; vgl. Weigand 2, 487. 499; 
wegen weiterer Verwandtschaft skr. rnämi fliessen^ zurzel ar, gr. 
o^wfit, lat. orior, hei Dief. 2, 175; Fick« 13. 842. 845. 

Kanagate ausrdssery landstreicher, renegat; Wedgwood hiUt 
es für entsprungen aus run und dem altengl. agate, aÜn. ä goetur, 
wie runaway, und erst später verwechselt mit dem romanischen 
Worte engl, renegate, renegade, reuegado, fr. renegat, sp. pg. 
renegado, it. rinegato, rinnegato; aüein richtiger ist umgekehrt 
von diesem auszugehen, welches umgedeutet uful nur in der ur- 
sprünglichen bedeutung dat^ben beibehalten oder erneuert wurde; 
s. darüber Trench E. 260; Koch 3S 162. 

Kundle leitersprosse , schliessblech , dolde; der grundhegriff 
ist das ruf^e und der ausdruck gehört mit fr. rondel, rondeau, 
rondelle zu fr. roud; s. round; ebenso auch rundlet fässchen, 
welches mit anlehnung an run zu runlet unrd; vgl. noch Hai. 698 
unter rundel. 

Rnne rune; in dieser form und bedeutung, wie das nhd. rune, 
erst wieder erneuert nach dem skandinav. ausdrucke aUn. run, 
schwd. runa, dän. rune; s. roun. 

Knng leitersprosse, balken, knüttel; altengl. ruuge, ronge, 
hrunge, o^^. hruug; Grein 2, 109; goth. hrugga stab, ndd. runge, 
ndl. ronghe, rong, mhd. nhd. riinge; vgl. die aUn. raung, att- 
schwd. rangr, vraengr von gewissen schiffsbaUcen, woraus wieder 
nach Diez 2, 449 fr. varangue, sp. varenga; s. Diet. 2, 590; Wei- 
gand 2, 522, der es mit ring 1. zu einem starken wurzelverbum 
goth. hriggan steüt; wegen eines anderen rung als verbalform 
vgl. ring 2. und Mätzner 1, 385. 

Rnniiet lab; s. unter der nebenform rennet 1. 

Rnnt ein verhüttetes thier; vgl. weitere hedeutungcn bei Ual. 
699; Wedgwood 3, 105 bemerkt: „Sc. runt, trunk of a tree; kail 
runt, a cabbage stalk; Prov. E. runt, stump of underwood, dead 
stump of a tree, rump. From the sense of a stump or dead 
stock the terra is figuratively applied to a withered hag, an old 
woman, or to poor lean cattle;'^ die weitere Verweisung auf strnni: 
a bird's tail, strunty: docked, short gewährt keinen aufschluss 
über das dunkle wort; manches erinnert an das formell ent- 



Rupee — Ruflt. 325 

sprechende ahd. runza mit dem grundbegriffe des eingeschrumpften ; 
s. Weigand 2, 522 unter ruukuukel und runzel. 

Rnpee rupie; der name der indischen münze stammt aus dem 
hindostan, pers, nlpiyah, vom skr. nipja schön, Schönheit, Silber, 
verarbeitetes silber; danach auch fr, roupie, nhd. rupie. 

Rose hriegslist; das unverändert als fremdwort aufgenommene 
fr. ruse beruht auf dem aUfr. reuser, rehuser, ßr, reusar, reliuzar 
ausweichen, einer nebenform von fr. refuser, pr. refusar, sp. 
rebusar weigern; s. refuse; Diez l, 351; Burguy 3, 322: „reuser 
se contracta de bonne beure en ruser, qui prit aussi la signification 
de faire des detours pour faire perdre la trace; d'oü le subst. ruse 
finesse.*' 

Rnsh 1. binse; bei Hai. 679 resbes: wire-rusb, a weed; 687 
risb : a rusb ; altengl. rusbe, ruscbe, riscbe, resbe, ags. risce, rixe, 
resce, mdd. ruscb, rusk, rüscb, riscb; Mndd. Wb, 3, 533; Br. Wb. 
3,562; nhd. riscb, ruscb; Weigand 2, 500. 523; mhd. ruscb, ruscbe; 
Lexer 2, 555; die germanischen benennungen sind erst entlehnt 
aus den IcU. riscus holunder, marTcpflanze , ruscus, ruscum binse 
und schwerlich oder doch erst entferfU verwandt mit dem goth. 
raus röhr; s. Dief. 2, 167; Wedgwood erklärt in seiner weise: 
„probably from tbe wbispering sound wben moved by tbe wind" 
und vergleicht die ags. briscian, schwd. ruska, ruskla: to sbake. 

Rush 2. stürzen; bei Hai. 699 ruscbe: to dasb or tbrow 
down a declivity witb a rustling noise; der ausdruck scheint auf 
einer Vermischung mehrerer ehemals getrennter stamme zu be- 
ruhen; vgl. die altengl. ruscben, mndd. rüschen, rüsken rauschen, 
heftig einherstürmen, mhd. ruscben, riuscben, nhd. rauseben, ndl. 
ruiscben ; Weigand 2, 469 ; ferner altengl. reosen stürzen, fallen, 
ags. breosan und wieder altengl. rusien, brusien, ags. brisian, 
briscian, aUs. brisian, goth. brisjan schütteln, bewegen, sich be- 
wegen; auch dUn. ruska: conturbare, schwd. ruska, dän. ruske 
rütteln, reissen treten nahe herzu; s. bei Dief. 2, 590. 

RttSSet röthlich; altengl. russet, altfr. russet, rosset, von 
aUfr. ros, rous, neufr. roux, it. rosso, lat. russus ; der name wurde 
dann mehrfach übertragen auf zeugstoffe; vgl. Hai. 699 russeting: 
coarse clotb of a dingy brown colour. Hence tbe term was ap- 
plied to a clownisb person, one clotbed in russet; s. noch Diez 
1, 358; Burguy 3, 329. 

Rnst rost; altengl. rust, roust, ags. rust, cdts. ahd. mhd. nhd. 
rost, ndl. roest, schwd. rost, dan, rust ; dazu als Zeitwort altengl. 



326 Rustle — Rye. 

rasten, rustin, ags. rastian, ahd. nihd. nhd, rosten; dem stamme 
nach eher mit rot oZ^ mit red verwandt; vgl. das mihd. rot 
rost; Lexer 2, 502; Weigand 2, 513; Pick« 847. 

Rustle rasseln y rauschen; Bosw. hat als ags. hristlan: to 
rustle; hraxle: a noise, rustling; ferner vgl, die ndd, russeln, 
ruscheln neben den nhd. rasseln, rascheln, schwd. rossle, dän. 
rasle; der ausdruck, für den man lautnachdhmung ßugeben darf^ 
weist auch zurück auf aUn. hrista, schwd. rysta, dän. ryste 
schütteln, gittern, insofern man rustle fasst als the noise of things 
shaken; s. Dief. 2, 590. 

Rut L brunst; altfr. rait, neufr. rut, vom lat. rugitus gebruU; 
Hal. 699 rut: to be maris appetens; Burguy 3, 330: „selon Menage, 
ä cause des cris que pousse le cerf en ce temps ;^^ vgl. unser nhd. 
brunft 0U brummen; Weigand I, 186. 

Rut 2. geleise ; es scheint eu sein das dUengl. rute weg, altfr. 
rote, rute, neufr. route, vom lat. rupta sc. via, do^ seine beson- 
dere bedetdung zunächst in Verbindungen wie cart's rut erhalten 
haben mag; vgl. rout I.; andere ziehen es zu rut 3.; vgL 
Mätzner 1, 207; Koch 1, 121. Jedenfalls zu jenem fr. route, 
routier gehart ruttier, rutter Wegweiser, alter reisender, alter 
Soldat; Hai. 699; höchstens konnte es sich in der letzten bedeutung 
gemischt haben mit dem ndl. ruiter, nhd. renter, iiber dessen 
Ursprung aus dem mUU. ruterius, rutarius, zu dem roman. rotta 
rotte zu vergleichen ist Weigand 2, 491. 

Rttt 3. werfen, Wellenschlag; Hai. 699 rut: the dashing of 
the waves; to throw, to project, to cast; schott. rout schlagen, 
rout, rute schktg; vielleicht aus altn. rot heftige bewegung, cUs 
Zeitwort rota; über einen noch ärgeren stamm rut in rutten: to 
snore vgl. Koch 3S 167 und rout 2. 

Rye roggen; altengl. rie, reie, ru3e, ags. ryg, ryge, altn. 
rngr, rug, schwd. rog, r&g, dän. rug, ndl. rogge, ahd. rocco 
und wie alts, roggo, mhd. rogge, nhd. roggen, rocken und ähnlich 
besonders in slav. und kelt. sprachen, „welche grosse über ein- 
Stimmung oft auf erborgung beruhen nMg" Grimm G. d. d. 8. 64; 
vgl Weigand 2, 504 ; Fick « 538. 601. 846. 



s. 

Sable 0ob€l, schwars ; altengl. dUfr. sable, ndl. sabel, schwd. 
Habe], sobel, dän. sabel, zobel, ahd. mhd. nhd. zobel, ndat. za- 
bella, sabelus; aus dem aUslav. russ. sobor*, aus der Weiter- 
bildung sabellinus gingen dann hervor altfr. altengl. sabelline, 
sabeliue, neufr. zibeliue, ü. zibellino, pr. sebeli, sembeli, sp. pg. 
cebellina, zebellina; ^*- Weigand 2, 1151; Diez 1, 450; vgl. noch 
die saphilinae, sapbirinae pelles des Jornandes bei Dncange. 

Sabot hoUschuh; das fr. wort sabot hoUschuh^ hreisel scheint 
eines Stammes mu sein mit fr. savate, pr. sabata, it. ciabatta, 
sp. zabata schuh y abgenuteter schuh y welche nach einigen her- 
kommen soüen von dem arab. sabat schuh, sabata beschuhen, von 
Mahn dagegen auf bashischen Ursprung miat. sabbatam, bisk. 
zapata schuh, zapatu treten eurückgefuhrt werden; s. Diez 1, 125; 
2, 421 ; vgl. noch andere beinerkungen darüber bei Bcheler und 
im Arch. 25, 411; 28, 125. 

Sabre säbel ; fr. sabre und ähnlich fast in allen europäischen 
sprachen eu finden it. sciabla, sciabola, sp. sable; schwd. dän. 
ndl. sabel, nhd. säbel; russ. serb. sabla, sablja, ungar. szablya, 
pdn. szabla; der ausdruck scheint aus dem osten nach Deutsch- 
land und dann weiter gedrungen eu sein; Frisch leitet ihn ah 
von dem mgr. (o^og krumm, andere vom arab. aeit schwert, oder 
vom Ungar, szabni schneiden; vgl. Bchwenck 539; Weigand 2, 528; 
Diez l, 372. 

Saek L sack; altengl. sak, sek, sech, seek, cys. sacc, sacc, 
goth. sakküs, ahd. mhd. sac. nhd. sack, ndl. ndd. zak, sak, sack, 
altn. sekkr, schwd. säkk, dän. sak; aber auch gr. 0dxxog, lat. 
saccas, it. sacco, sp. pg. saco, fr. sac und wenig anders in den 
formen sac, sach, sak auf dem slav. litth. keU. gebiete; viel- 
leicht in die abendländischen sprachen erst aus dem Oriente 
gedrungen, wo es schon als hebr. sak, äthiop. sak, kopt. sok be- 
gegnet, Mum theil in der^bedeutung eines groben gewandes oder 
§mges; vgl. Dief. 2, 186; Weigand 2, 529. 



328 Sack 2. — Safe. 

Sack 2. plündern, zerstören; fr, sac, sp. pg. saeo, it sacco 
Plünderung eines oris, fr. saccager plündern, verwüsten, it. 
saccheggiare , sp. saquear; es scheint ursprünglich ein wort mit 
sack 1. eu sein, indem saccus die bedeutungen pack, eingepackte 
beute erhielt, oder wie Wedgwood unter herbeiziehung unserer 
nhd. sacken, einsacken bemerkt: „from the use of a sack in 
removing plunder;'^ vgl. das nihd. ndl. ndd. sackman räuber; 
Diez 1,362; Diez*730. 

Sack 3. sekt; aUengl. seek, von dem fr. sec, sp. seco, it. 
secco, lot. siccus trocken, in der Verbindung sp. vino seco, it. 
vino secco wein von getrockneten beeren, dann von eineeinen be- 
sorters süssen weinen gebraucht; vgl. Hai. 700; Wedgwood 3, 107; 
ebendaher ndl. sek, nhd. sect, sekt, schwd. seek, dän. sfk; Wei- 
gand 2, 670. 

Sad betrübt, düster; bei Levins sadde: tristis, bei Hai. 701 in 
den bedeutungen: serioas, discreet, sober, heavy, dark, solid, close, 
firm; cUtengl. sad, ags. sad, goth. sa|>s, aUs^ sad, ndl. sad, zad, 
aUn. sadr, ahd. mhd. sat, nhd. satt; das wort, welches jsumcU auf 
engl, gebiete die begriffe entwickelt: satt, übersättigt, überladen, 
beschwert, schwermüthig , stimmt weiter lautverschoben eu dem 
lat. satur; vgl. Dief. 2, 179; Weigand 2, 542; Fick« 887; wegen 
des engl, wortes auch Trench Gl. l8o und Wedgwood 3, 108. der 
aber gane andere stamme, wie den von sit, set und den von 
lot. sedare stillen hineinmengt; die ndd. sade ruhe, saden be- 
ruhigen gehören natürlich nicht eu setten, sondern sadcn, sadien 
ist eben nur sättigen, satt machen, eur ruhe bringen. 

Saddle Sattel; altengl. sadel, ags. sadol, ndd. sadel, ndL 
zadel, altn. södnll, schwd. dän. sadel, ahd. satnl, satol, mhd. 
satel, nhd. sattel; der ausdruck ist, doch wohl erst durch ent- 
lehnung, weit verbreitet; vgl. die entsprechenden slav. sedlo, sjedlo, 
keÜ. sadell, sadhal, finn. satula, esthn. sattul; und wenn auch 
ursprünglich aus der wureel von sit hervorgegangen, doch selbst 
in den germanischen sprachen kaum organisch daraus entwickelt ; 
Wackeruagel hält es für umdeutschung aus dem lat. sedile; vgl. 
Weigand 2, 543; Dief. 2, 221 ff. 

Safe sicher ; altengl. save, sauve, sauf, aÜfr. sauf, salv, neufr. 
saui, pr. sal£ salv, sp. pg. it. salvo, lat. salvus heü, unversehrt; 
daeu save retten, altengl. saven, salven, sanven, aÜfr. sauver, 
salver, neufr. saaver, lat. salvare; der lat. stamm wird weiter mit 
gr. Ikoog und goth. sels eusammengesteUt ; vgl. Burgny 3, 333; 



Saffron — Sake. 329 

Cnrtius No. 555; wegen des latUwandels in dem engl, warte 
Mätzner 1, 114. 

Saffron saffran; aUengl. saflPran, /r. safran, it. zafferano, sp. 
azafran, weil, sofrän; von dem arab. zafarän, sa'faran; die pflanze 
tourde namentlich von den Mauren in Spanien angebaut; eben- 
daher dann mhd. nhd. safran, saffran, schwd. saffran, dän. safran, 
ndl. saffraau; vgl. Diez 1, 448; Weigand 2, 531. 

Sag sich senken, abnehmen; Hai. 701 sag: to hang down 
heavily, to subside, to decline in health, to crease or wrinkle; 
aUengl. saggin, schwd. sacka, neben dem aÜengl. saesen, ags. 
saegau zu dem Stammwort sigan sinken, stürzen; vgl. die ndd* 
nhd. sacken, ndl. zacken sinken, sich setzen bei Weigand 2, 529 
und Ober die beziehung zu sink bei Dief. 2, 204. 

Sage 1. Salbei; aUengl. fr. sauge, it. sp. pr. salvia, aus dem 
lot. salvia, das auch in die german. sprachen überging ags, 
salvige, ndd. selwe, ahd. salbeiä, mhd. salbeie, nhd. salbei, vom 
UU. salvus heil, s. safe; der saft der pflanze galt nämlich als 
heilmittel gegen husten und seitenschmerz ; Plin. hist. nat. 26, 17. 

Sage 2. weise; neufr. sage, altfr, sage, saige, saive, pr. satge, 
sabi , sp. pg. sabio, it. saggio, aus lat. sapius, sabius, savius , zu 
sapere klug sein; s. Burguy 3, 335; Diez 1, 362. Veraltet und 
mundartlich steht sage, sagbe für die verschiedenen neuengl. saw; 
Hal. 701 sage: a saw; sagh: saw; saghe: language, speech. 

SaU segel; altengl. sail, seil, ags. segl, alts. ndd. segel, seil, 
ndl. Zeil, altn. segl, schwd. segel, dän. seil, ahd. segal, mhd. nhd. 
segel; nach Wackernagel Umd. 15 erst entlehnt aus lot. sagulum 
mantel, Segeltuch; nach Fick^ 193. 891 dagegen zur umrzel sagh 
(skr. sab) halten , hemmen , widerstehen ; über das auf german. 
Wörtern vne altn. sigla segeln beruhende altfr. sigler, neufr. cingler 
vgl. Burguy 3, 845; Diez 1, 383; dem neuengl. Zeitwort entsprechen 
altengl. sailen, seilen, seilien, ags. seglian, ahd. segelen. 

SaiBt heilig; altengl. saint, seint; sant, sont, fr. saint, fr. 
saint, it. santo, pr. saint, sanct, sant, aber auch ags. sanct, sout, 
aus lat. HBuctus heilig, zu sancire weihen; hierher gehört sain- 
foin esparsette, fr. sainfoin, ehemals auch saintfoiu, sainctfoin, 
insofern es auf dem lat. sanctum foenum heiliges heu beruht oder 
wenn aus sanum foenum hervorgegangen, mindestens mittels um^ 
deutung an jenes angelehnt ist. 

Sake Sache; altengl. sake, ags. sacu, aUs. saka, ndL zaak, 
ndd. sake, aUn. sök, schwd. sak, dän. sag, ahd. sacha, mhd. nhd. 



330 Saker — Sallow 1. 

Sache, in den bedeutungen der UU. ausdrücke: lis, causa, res, mu 
dem Meihoort goih. sakan streuen, alts. ags. sacan, altengl. saken, 
jfu shr. saj, saiij (aus sag) hängen, haften; vgh Dief. 2, 185; Bopp 
V. Gr. 3, 335; Pick* 192. 885; s. auch forsake und seek. 

Saker eine art faXk, ein kleines geschutg; fr. sacre, it. sagro, 
sp. pg. sacre in denselben bedeutungen beruht nach Diez 1, 363 
auf einer übersetiBung des gr, fi^al heiliger vogel, weihe, wobei 
Dief. Or. Eur.* 341 anlehnung an ein altes europäisches wort ver- 
muthet; der häbicht heisse litth. sakalas, slav. sokol; wegen der 
weiteren begriffsentwicldung vgl, falcon; andere leiten den roman. 
ausdruek ab von dem arab. 9aqr fleischfressender vogel, habichi. 

Salad sakU; bei Levins und Hai. 703 sallet; wie die nhd. 
schwd. dän. salat, ndl. salade, aus dem fr. salade, sp. ensalada, 
it. insalta, salata, von dem participium des ßcitworts it. salare, 
fr. saler, 0U dem lat. sal sah, eigentlich das mit sale gewürgte 
gericht, dann das daau verwendete grüne kraut; wegen des 
Stammes vgl. salt und sauce. 

Salary geholt, lohnung; altengl. aUfr. salarie, neufr. salaire, 
pr. salari, selari, sp. pg. it. salario, vom lat, salarium, welches 
von sal sals abgeleitet, eigentl. saiegeld, dann einen bestimmten 
theü der lohnung beeeichnete. 

Sale verkauf; altengl. sale, aitn. ahd. sala, 0U dem seitwort 
seil, von dem es Übrigens auch als nebenform begegnet; sale: 
ball bei Hai. 702 ist das altengl. sal, ags. sal, ahd. mhd. sal, nhd. 
saal, auf welchem ebenfalls beruht das it, sp. pg. pr. sala, fr. 
salle; t;jfl. saloon; Dief. 2, 187. 

Sallet heim, pickdhaube; bei Hai. 703 salet; es ist das fr. 
salade, sp. celada, it. celata, auch kymr. saled; aus dem lot. 
cassis caelata wegen der darauf angebrachten büdwerke; Diez 
1, 121; wegen eines anderen älteren engl, sallet vgl. unter salad. 

Sallow h weide; bei Hai. 703 sally; altengl. salewe, sal we, 
saluhe, salhe, otgs. sealb, salb, alin. selja, schwd. sälg, dän. selje, 
ahd. salaba, salibä, mhd. salbe, nhd. sabl, sablweide, sobl; aus 
dem ahd. auch wohl fr. saule, während die anderen romanischen 
ausdrücke wie it. salcio, sp, salce, pr. sauze unmittelbar gurück- 
weisen auf das urverwandte UU. salix ; gu diesem vergleicht man 
weiter gr. iUxf^, gael. seileacb, ir. sail, finn. salawa, bask, saliga; 
s. Weigand 2, 533; Diez 2, 423; Curtius No. 21; Dief. Or. Eur. 
414; Fick « 403. 494. 889. 



Sallow 2. - Salt. 331 

Sallow 2. fcMy bleich; aUengl, salou, salah, ags. sala, aUn. 
soir, ndl. saluwe, zalaw, oAd. salo, salawcr, fnhd. sal, nhd. mund- 
arÜich sal, sahl; erst aus dem deutschen ins roman. gebiet ge- 
drungen it. salavo, fr. sale; Diez l, 364; über weiteren ausam^ 
menhang mit gath. bisaaljan beflecken und engl, soil 2. bei 
Dief. 2, 196. 

Sally ausfaU; fr. saillie, pr. salhia, sp. salida, it. salita; sfu 
dem Meitwort neuengl. sally, aUengl. saliin, saillen, neufr. saillir, 
aUfr. salir, sallir, pr. saillir, sallir, salir, it. salire, vom UU. salire 
springen. 

SalmagllBdi heringssaUat ; fr. salmigondis mischgericht; dieses 
aber soU mit salmis und den nücU. salgama, salgamicius ausammen- 
hängen und so auf lot. sal sala beruhen, während der Mweite iheü 
aus lat. conditns gewürat entstanden sei; nau^h anderen wäre 
jedoch fr. salrais selbst erst aus saluiagoiidis verkürat und dieses 
vielleicht auf den eigennamen einer gräfln Salmagondi, hofdame 
der Maria de Medici, als der erflnderin des gerichts aurückau- 
führen; vgl Scheler und Heyse 821. 

Sahnon laehs; bei Levius samou; aUengl. salmon, saumoun, 
aUfr. saalmon, neufr. saumon, it. salamone, salmone, sermone, 
pr. salmo, sp. salmoD, vom lot. salmo, gen. salmonis, woher auch 
ahd. salmo, mhd. salme, nhd. salm. 

Saloon salon, saal; fr. sp. salon, it. salone, von salle, it.pr. 
sp. pg. sala und diese aus dem germanischen genommen ahd. mhd. 
sal, nhd. saal, ags. säl haus, wohnung, besuchsaimmer; vgl. Diez 
1, 364; Weigand 2, 527; Fick « 402. 547. 613. 889; Dief. 2, 187 
und s. unter den engl sale und seil. 

Salop salep; auch saloop und wie nhd. fr. salep; der name 
stammt une wurzel und trank selbst aus dem Oriente, wo er lautet 
türk. salleb, arab. sahleb; ein anderes jsiemlich gleichförmiges 
salope schlampig, liederlich, das etwa als fremdwort, wie im 
nhd. salopp begegnet, ist das fr. salope ; dieses aber scheint selbst 
auf dem engl, slop, etwa unter anlehnung an das fr. sale 
schmutzig, vgl. unter sallow 2., eu beruhen; s. Scheler und 
Diez 2, 422. 

Salt sals; altengl. salt, ags. sealt, salt, goth. alts. alts, schwd. 
dän. salt, ndd. solt, ndl. zoud, ahd. mhd. nhd. salz; fast in aüen 
slav. sprachen soF, sol, lett. sals, lat. sal, daher it. sale, sp. pg. 
pr. sal, fr. sei; gr. &Jig, keU. halan, halinn, salann; gu skr. sara; 
s. Dief. 2, 188; Or. Eur. 415; Curtius No. 653; Pick« 889. 



332 Saltier — Samite. 

Saltier andreaskreujs ; cUtfr. sanltenr, saultoir, neufr. saatoir; 
die benennung der figur soli genommen sein von der form des 
geräths gum besteigen der pferde ; vgl, d<is miat saltatoriuni bei 
Ducange; (dso eu fr. saater, lat saltare springen. 

Salye sdlhey salben, keifen, heilmittel, retten; aUengh sealve, 
salfe, Cigs. seal£, ahd. salba, mhd. nhd. salbe; ais aeitwort äUengl. 
Salven, salfen, ags. sealfian, goth. alts. ahd. salbon, mhd. nhd. 
salben, aitfrs. salva, ndd. ndl. salven, zalven, schwd. salfva, dän. 
salve; Über weiteren Ursprung (salbon aus sa-libon, /m gr. iXslipm 
aus 6a-kü^io?) vgl. Dief. 2, 187; Lexer 2, 577; schon im dUengl. 
floss damit nach form und bedeutung völlig gusammen der IcU. 
roman. stamm salv; vgl. die engl, safe, save; bei Hal. 703 salne: 
to salute or greet; 704 salve: to save; ferner ausdrücke wie 
salvage bergung neben salvage, neuengl. savage wild; salvor 
berger, aUfr. salveor, neufr. sauveur, s. saviour; hierher gehört 
auch salver präsentirteUer , über dessen begriffsentwuMung 
Wedgwood vergleicht: „Sp. salva, salvilla: a salver, or piece of 
plate on vi^bich glasses etc. are served at table. As salva was 
the tasting of meat at a great man's table, salvar: to guarantee, 
to taste or make the essay of meat served at table, the name of 
salver is in all probability from the article having originally been 
used in connection with the essay. The Italian name of the essay 
was credenza, and the same term was used for a cupboard or 
sideboard; credentiere, credenzere: a prince's taster, cup-bearer, 
butler, or cupboard-keeper.*' 

Same derselbe; altengl. same; ags. findet sich das adjektiv 
nicht f wenn auch nahverwandte Wörter; vgl. Koch 1, 479; Etm. 
625; dagegen goth. ahd. sama, altn. samr, schwd. dän. samme; 
vgl. die nächstverwandten aUengl. samen, goth. samana, aUs. ahd. 
aUn. saman, nhd. zu-sammen; ais eeitwort bei Hai. 704 sam: to 
collect together, aUengl. samnien, ags. samnian versammeln; s. 
Stratmann ' 472 ; Weigand 2, 53G ; über das verwandte ableitende 
engl, -some bei Mätzner 1, 481 ; wegen weiterer berührung auf 
dem indogerman. Sprachgebiete aber mit gr. Sfut, 6fi6$, lot. simni, 
similis, slav. samu selbst, zend hama derselbe, skr. samas ähnlich, 
gleich vgl. Dief. 2, 190; Curtius No. 449; Pick « 195. 319. 494. 888 ; 
auch Grimm Gr. 2, 573; 3, 4. 

Samite reicher Seidenstoff; bei Hai. 704 samite: a very rich 
silk, sometimes interwoven with gold or silver thread; altengl. 
aUfr. pr. samit, sp. xamete, it. sciamito, nilat. samitum, aus 



Samphire — Sap 1. 333 

examitum, gr. i%a^i,tov eigerUl. sechsfädeniges Beug, van i% sechs 
und (Utog faden; ebendaher mhd. samit, nhd. sammt; s. Burguy 
3, 334 ; Weigand 2, 536. 

Samphire name verschiedener pflanaen; bei Hal. 704 sampere; 
es saü aus der fr. benennung Saint- Pierre, herbe de Saint-Pierre 
meerfenchel verderbt sein; vgl. wegen der lautveränderung das 
äUengh aus fr. sans faille entstandene samfayle bei Col. 69 und 
Mätzner 1, 137. 

StOOfit prabe, muster; daneben sampler; aUengl. sample, 
sampler neben den unverhureten esample, esampler; bei Hai. 704 
samplarie: type, first copy; aUfr. example, essample, essemplaire, 
neufr. exemple, exemplaire, lat. exemplum, exemplare, exemplariam; 
vgl. die engl, example, exemplary und wegen der Verkürzung 
Mätzner 1, 177. 

Sand sand; aUengl. ags. sand, sond, aUs. schu>d. dän. nhd. 
sand, ndl. zand, ahd. mhd. sant, aUn. sandr ; vielleicht unter ent- 
Wicklung des u aus früherem- m verwandt mit lat. sabnlum, gr^ 
&(M»os, i;diucl&og; s. Grimm Gr. 2, 232. 988; Weigand 2, 537; 
Fick « 887. 

Sandal 1. schnürsaMe; fr. sandale, it. sandalo, sp. sandalia, 
mlat. sandalom, aus gr. öavdaXov (aus ^avUaXov au 6avi^ bret?); 
auch nhd. sandale. 

Sandal 2. sandel; in sandal- wood, daneben s anders, sann- 
ders; it. sandalo, fr. sandal, santal, nüat. santalnm, gr. ödvtaXov, 
byßantin. tidvdavov; aus dem arab. zandal, pers. tscbandan, 
tschandal und weiter van dem indischen namen des baums skr, 
tschaudana ; Weigand 2, 538. 

Sandeyer glasgaUe; auch sandiver geschrieben; bei Hai. 707 
sawndevere; es scheint eine entsteUung ssu sein des fr, sei de 
Terre, wie denn auch sanst bisweilen n an steUe des 1 getreten ist; 
s. Mätzner 1, 134. 

Sandwich belegtes butterbrat; angeblich nach dem erfindery 
einem grafen Sandwich benannt. 

Sans ahne; aUengl. sannz, sauntz, aUfr. sans, sanz, sens, 
neufr. sans, pr. seues, sens, ses, senso, aUsp. sines; vam lat. sine 
mit angefügtem s; vgl. Mätzner 1, 449; Diez 1, 379. 

Sap 1. saft; altengL sap, sep, ags, säp, ndd. sapp, ndl. 
sap, €Äd. mhd. saph, saf. nhd. saft, auch schwd. dän. saft; 
nach Weigand 2, 532 entlehnt aus lal. sapa eingekochter most, 
mlat. sapa abstsaft; andere hadten es für urverwandt mit dem 



334 Sap 2. — Sftrsaparilla. 

gr, iiiog oder dem lat sapere; vgh Cartins No. 628; Dief. 
2, 292. 

Sap 2. untergraben, miniren; fr. saper, sp. zapar, it zap- 
pare; von dem fr. sape Untergrabung, it. zappa, sp. zapa karst, 
grabecheU, mlat. sappa, sapa, welches auf dem gr. 0xaxdvfi hacke, 
grabscheit 0U beruhen scheint, eu 0xdxtsiv graben; s. Weigand 
2,540; Diez 1,449. 

Sapphire saphir; aUengl. fr. saphir, pr. saphir, safir, sp. 
zafir, zafirO) auch mhd. saphir, nhd. sapphir, saphir, mlcU. saphirus, 
kU. sapphims, gr. ödxq>s^og; diese aber aus dem Oriente hebr. 
"sappir, chald. sampir, arab. safir; Weigand 2, 540. 

Saraband eine art tanz; fr. sarabande, it. pg. sarabanda, 
nhd. sarabande; nach dem sp. zarabauda, welches beruhen soll 
auf dem pers. serbend binde, eine art gesang; Diez 1, 365. 

Sareasm beissender spott; fr. sarcasme, it. sp. sarcasmo, laL 
sarcasmas, gr. öaQxagfiog, von öaQxdiuv verhöhnen, eigenü. #er- 
fleischen mu 6dQ% fleisch; der stamm erscheint auch in anderen 
fremdwöriem, wie sarcophagus ; vgl. unser eben darauf beruhendes 
nhd. sarg; Trench Stud. 239; Heyse 826; Weigand 2, 540. 

Sard eine art edelstein; fr. sarde, lat. sarda; benannt nach 
der Stadt Sardes in Lydien, wo er auerst gefunden wurde; auch 
nhd. sarder; s. Weigand 2, 540; daneben auch sardoin, aüengl. 
fr. sardoine, pr. sardoyne. 

Sardine art kleiner fisch; fr. sardine, sp. sardina, sarda, iL 
sarda, sardina, sardella, pr. sarda, lat. sarda, sardina, gr. öd^a, 
0aQdlv7i, benannt nach der insel Sardinien, gr. Safdio, in deren 
nahe er gefangen wurde; nach dem it. sardella dann auch engl. 
sardel, nhd. sardelle; Weigand 2, 540. Auf die insel Sardinien 
wird meist auch bcMogen sardonic von einem ergwungenen 
bitteren lachen, fr. sardonique, sp. it. sardonico, Uxt. sardonias, 
sardonicus, gr. öafdoviog, 0aQddviog yilmg, insofern der genuss 
der gißigen herba Sardonia da« geeicht /mm lachen vergogen 
habe; andere jedoch denken an gr. öalQuv die Mähne fleischen; 
vgl. Trench Stud. 128 ; Heyse 826. 

SarsapariUa eine peruanische pflanze und umreel; sp. zarza- 
parilla, it. salsapariglia , fr. salsepareille , nhd. sassaparille ; an- 
geblich von dem sp. zarza brombeerstrauch , bask, zartria und 
entweder dem eigennamen eines aretes Parillo, oder dem sp. 
parrilla Weinrebe, parra weinstock; s. Diez l, 364; Weigand 2, 541; 
Heyse 827. 



( 



Sane — Saun. 835 

8irS6 feines sieb; altengl. sarce, sars, auch searce; vgl. Hai. 
705. 717; wenn auch vielleicht mit anlehnung an den namendes 
seugs sarseuet beruht es doch woJU ursprüngl. auf dem altfr, 
saas, seas, neufr. sas, it. staccio, setaccio, sp. cedazo haarsieb^ 
mlat. sedatium, nach einem lot. setaceuni £fu seta börste, weil es 
von Pferdehaaren gemacht umrde; vgl. wegen der einschiebung 
eines r in dem engl, worte Mätzner 1, 189; über die roman. aus- 
drücke Burguy 3, 331; Diez 1, 396. 

Sarsenet eine art zeug; auch sarsnet, sarcenet, als fremd- 
wert auch fihd, sarsenet; fr. sarcenet; nach Ducange ursprüngl. 
saracenatus, saracenicum, pannas Saracenici operis, oAsö benannt 
nach den Sarazenen (engl. Saracens, fr. Sarrassins, lot. Saraceni, 
gr. IkiQaxfivol, von dem arab. sharki östlich , morgenländisch, 
sharaka aufgehen, von der sonne); doch wäre möglich eine ver- 
mengung mit dem mlat, sericinam aus sericum, woher fr. serge, 
nilat. sarica, sargia, it. sargia, pr. serga, nhd. sarsche geleitet 
werden; vgl. Diez 1, 365; Weigand 2, 541; Wedgwood 3, 112; 
Trench Stud. 120. 

Suh L binde, schärpe; nach Wedgwood entstanden aus dem 
pers. shash, welches einen turban bezeichnet und selbst etwa auf 
dem hebr. sb^h (Us namen eines feinen Stoffes bertM; it. sessa: 
a Persian turban; vgl Trencb E. 64; Gl. 186. 

Sash 2. fensterr ahmen; davon sasb- window schieb fenster ; fr. 
cbasse einfassung, cbassis, zu dem lat. capsa; vgl. die engl, case, 
casb 1.; Diez 1, 116; Matzner 1, 147. 

Sassaflras name eines baumes und holzes; auch nhd. sassa- 
fras, aus dem fr. sassafras, it. sassafrasso, sassafras, sp. salsafras, 
salsifrBx, salsifragia, saxifragia, lat. saxifraga; so wäre es ur^ 
sprünglich dasselbe wort wie saxifrage Steinbrech, van lat. 
saxnni stein und frangere brechen; „indem man ihm ebenfcdls 
die kraft, die blasensteine zu zerkleinem und fortzuschaffen, zu- 
schrieb'' Heyse 827. 

Satehel beutet; altengl. sacbel; Verkleinerung von sack 1.; 
vgl. die ähnlichen bUdungen lat. saccellus, ndl. sackel, nhd. 
saekel, seckel, fr. sacbet. 

Sattal Seide; altengl. fr. satin, altfr. sai'n, it. setino, pg. 
setim; ableitung von dem lat. seta sc. Serica, aus dem hervor- 
gingen fr. soie seide, it. seta, sp. pr. seda, aber auch ahd. sida, 
mhd. side, nhd. seide; femer ir. sioda, kymr. sidan; s. Diez 
1, 381 ; Weigand 2, 674. 



336 Saturday — Saw 1. 

Saturday sotmabend; <Utengl. Baterdai, Seterdai, 8aetterdaei, 
Saterda3, ags. Saeternes dag, Saeterdag der tag des Saturnas; 
auch äUndl Saterdag; im neuengl. also wie so oft mit rüchhehr 
zur ursprünglichen form geschrieben; vgl, Koch 1, 222; 3S 109. 

Sauce brühe; altengh sauce, sause, sawse, sawce, altfr. sause, 
saus^ neufr. sauce, pr. sp. it. mlat. salsa, also eigenü. gesaleene 
brühe; dcusu mancherlei ableitungen wie s au c e r napf, unterlasse, 
aitfr. sauser, neufr. sauciere brühnapf; femer sau sage wurst, 
fr. saucisse, sp. salchicha, it. salsiccia, salcizza, ndai. salcitia, 
salsitia, salsicia; vgl. bei Hai. 707 sawcistre, sawsyrling; auch 
saucy hechy unverschämt, bei Levins sausy: impndens, mit der 
begriffsentwicklung : gesalzen, scharf, beissend, verletzend, über- 
müihig; vgl. salt; Diez 1, 364; Wedgwood 3, 113. 

Saunter müssig umhergehen; noch immer mtiss der Ursprung 
des Wortes als unermitteU gelten; Stratmaun ^ 473 führt zweifelnd 
ein altengl. santren an; bei Shakespeare, bei Levins, bei Halliwell 
begegnet es nicht; gegen die Zusammenstellung mit ndd. ndl. 
slenderen, slendern, nhd. schlendern; vgl. Weigaud 2^ 593; sprechen 
doch mehrfache formelle bedenken; man sucht die entstehung eher 
auf dem roman. gebiete; aber die erhlärungen aus fr. aller ä la 
saiute terre, oder aus fr. sans terre, oder aus fr. sentier können 
so lange nur als mehr oder minder geistreiche einfalle angesehen 
werden, bis die genauer erforschte geschichte des wertes bestäti- 
gung der einen oder der anderen vermuthung gewährt; vgl. Wor- 
cester, Webster und Wedgwood unter dem worte. 

Savage wHd; bei Hai. 704 salvage, aÜengl. savage, sauvage, 
aUfr. savaige, salvage, neufr. sauvage, sp. salvage, pr. salvatge, 
it. salvaggio, selvaggio, salvatico, vom lot. silvaticus zu silva wald; 
s. Diez 1, 364; Burguy 3, 339. 

Save retten; altengl. saven, salven, sauven, aUfr. saver, salver, 
neufr. salvare; vgl. das weitere unter safe; dazu saviour retter, 
heüand, altengl. saveour, saueor, sauyour, altfr. saviour, salvaor, 
lat salvator; vgl. auch unter salve; dagegen ist savour, savor 
geschmack das aUfr. savor, neufr. saveur, pr. sp. pg. sabor, it. 
sapore, lat. sapor zu sapere; als Zeitwert altengl. savouren, sauoren, 
altfr. savourer, savorer, neufr. savourer; vgl. sage 2. und Burguy 
3, 332. 336. 

Saw 1. säge; alten jß. sawe, sase, sage, i^gs. sage, altn. sog, 
schwd. s&g, dän. saug, sav, ndl. zaag, ahd. saga, rnhd. sage, sege, 
nhd. säge; es darf mit dem ahd. seh, mhd. sech, seche, nhd. sech 



Saw 2. — Scabbard. 337 

pflugschaar^ vgl das engl, sickle sichel^ $u dem lot. secare 
schneiden gestellt werden^ dem wieder die roman. werter für 
säge entsprangen wie it. aega, fr. scie; Diez 2, 428; vgl. scion. 

Saw 2. ausspruch^ sage; altengl sawe, saghe, sage, ags. sagu, 
aUn. schwd, dän. saga, ahd. saga, mhd. nhd. sage; jgu dem eeit- 
wort ags. sagiau, secgau; s. das weitere unter saj 1. und vgl. 
Ktin. 622; Weigaiid 2, 532. 

Saw 3. sah; als Präteritum von see 2. sehen^ hervorgegangen 
aus älterem sah, say, a^s. seah, im plural altengl. sawen, sasen, 
ags. bereits sävon neben seägon, saegou; vgl. Ober die starken 
formen Mätzner 1,393; über die bei allen drei saw stattfindende 
Verwandlung des auslautenden gutturals Mätzner 1, 118; Koch 
l, 133, wo dazu auch das ags. eävjan neben dem »goth. augjan 
verglichen wird. 

Say L sagen; altengl. saien^ seien, saegen, seggen, ags. secgan, 
säcgan, sagian; vgl. Mätzner 1, 366; Koch 1, 69; Stratmann * 493; 
cdts. seggean, altfrs. sega, ndd. seggen, ndl. zeggen, altn. sagja, 
schwd. säga, dän. sige, ahd. mhd. nhd. sagen ; vgl. Weigand 2, 532 
und wegen weiterer Verwandtschaft mit litth. sakyti sagen und 
der Wurzel sak bei Dief. 2, 184; Curtius No, 632; Fick« 400. 886; 
s. ausserdem Hai. 707 und saw 2. 

Say 2. versuch, beispiel; Hai. 707 say: to try, to assay, a 
trial, a sample; es ist eben nur Verstümmlung von assay, essay. 

Say 3. eine art zeug; Hal. 707 say: a delicate serge, or 
woollen cloth; altengl. saye, saie, fr. saie, it. saja, sajo, pr. sp. 
saya, sayo, aber auch ir. sai, mhd. sei, nebst den diminutiven it. 
sagetta, sp. sayete, fr. sayette, mhd. seit; die roman. Wörter be- 
ruhen auf dem lat. sagum, saga, mlat. sagetum in den bedeutungen 
mantel, kkid, Tdeiderstoff; das lat. wort aber soü selbst ursprüngl. 
keU. sein; Diez 1, 363; Dief. Or. Eur. 411; nahe lag Obrigens im 
aitfr. die Vermischung mit seie, soie seide; s. unter satin. 

Scab räude, kratze, schorf; altengl. scab, scabbe, shab, shabbe, 
ags. sceabb, scab, sceb, ndl. bei Binn. schabbe, nhd. schabe, 
schwd. skabb, dän. skab; lat. scabies; das neuengl. wort scheint 
in seiner form unmittelbar durch das IcU. beeinflusst zu sein, 
dessen Stammwort scabere kratzen dem german. skaban, s. shave, 
entspricht; vgl. die formen scabby und shabby nebeneinander; 
Koch 3«, 46; Weigand 2, 549; Dief. 2, 225. 

Seabbard degenscheide; altengl. scaubert, scauberk, scaberke, 
scabarge, scaberge ; n(u:h diesen älteren formen scheint das dunkle 

M tlUr, Stjm. WOrtOTb. U. %. Aufl. 22 



338 Scaffold - Scale 1. 

und jedenfalls entstellte wort ursprünglich eine ssusammenseteung 
zu sein, etwa aus dem altn. scafi: scalprum und entweder dem 
altn. biarga, goth. bairgaii bergen, schützen, oder dem selbst schon 
zusammengesetzten altfr. hanbcrc, hanbert halsberge; s. Mätzuer 
1,539; W edgwood erklärt es, höchst unwahrscheinlich, au^ scale- 
board dünnes bret als dem Stoffe, aus dem die scheide gefertigt 
wurde; einfUiss wäre denkbar von anderen ausdrücken für scheide 
wie oMn, skalpr , dUschwd. skalp , kaum von dem ags. scaed , s. 
sheath; ein anderes scabbard: a maugy scabby person bei Hal. 
707 erklärt sich von selbst als zu scab gehörig. 

Scaffold gerüst; altengl. scafold, skaifald, altfr. escadaiaat., 
cadefant, chafaut, eschafanlt, neufr, echafaud, sp. cadafalso, cada- 
halso, cadalso, it, cafafalco schaugerüst, trauergerüst, blutgerüst; 
zusammengesetzt aus dem roman. catnr schauen und it. falco für 
paico, von dem deutschen balke; s. Diez 1, 117; auf demselben 
gründe beruhen das fr. catafalque trauergerüst, sowie die zunächst 
aus dem fr. herübergenommenen nhd. schafot blutgerüst und katafalk 
trauergerüst; vgl. Weigand 1, 567: 2. 558 und wegen ähnlicher 
entstehung das engl, catacomb. 

Scald 1. verbrühen, verbrennen; aUengl. scalden, äUfr. eschal- 
der, eschauder, neufr. echander, sp. pg. escaldar, it. scaldare, lat. 
gleichsam excalidare, daraus cxcaldare zu calidus heiss. 

Scald 2. skalde; auch scalder; urie das nhd. skalde zunächst 
aus dem skandinav. erneuert; altn. skaldr, schwd. skald, dän. 
skjald ; ebendaher aber schon im früliesten altengl. bei ürm Äer- 
übergenommen; der ausdruck für sänger gehört vielleicht zu dem 
Zeitwort altn. skalla, ags. scellan. nhd. schallen; doch vgl. Wei- 
gand 2, 717. 

Scald 3. grindig; bei Hai. 708 scald: scabby, particularly in 
the head; hence used for mean, shabby, disgusting; wohl erst 
abgeleitet von scall : scab und dieses etwa ursprünglich soviel als 
scale schuppe; doch vgl. die altengl. scall glotze, oMn. skalli, 
altengl. scalled: glabrosns, dän. skaldct kahlköpfig. 

Scale 1. wagschale; altengl. scale, scole, schale, ags. scaln: 
lanx, trntina, mlat. scala: bilanx, altn. skäl: bilanx, patera; der 
ursprüngliche sinn ist ein flaches gefäss, daher bei Hai. 708 scale: 
a drinking- cup; alts. ahd. scala, mhd. schäle, nhd. schale, ndl. 
schaal, dän. skaal; zuletzt desselben Stammes wie scale 2. zu 
einem vorauszusetzenden wurzelzeitwort goth. skilan, ags. scelan: 
glnbere, separare; Etm. 677; Weigand 2, 556. 



Scale 2. — Scamper. 339 

Scftl^; 2. schuppe; altengl. scale, schale, ags. scealu: putamen, 
^Inma; in dem sinne einer harten hülle aUn, skel, dän, skal, ahd. 
scala, mhd, schal, hhd. schale, ndl, schaele; vgl. aber zugleich 
die selbst auf germanischem gründe beruhenden roman, werter 
wie it. scaglia, neufr. ecaille, (Mfr. escale, escaile, neufr. ^cule 
schale der eier, der nUsse; s. Diez 1, 367; Dief. 2, 233 unter dem 
goth. skalja ziegel; Fick*901; vgl. scale 1., sowie als derselben 
Wurzel entsprossen shell, skill, sknll. 

Seale 3. leiter, Sturmleiter ^ massstab; eu gründe liegt das 
lot. scala, scalae letter^ it. scala, 5p. pg. escala, pr. escala, scala, 
oMfr. eschiele, eschele, neufr. echelle; nebst entsprechenden zeit- 
wortern it. scalare, sp. pg. pr. escalar, oMfr. eschelier, escheller, 
neufr. escalader. 

Sfallion eine art emebel; lat. caepa Ascalonia, it. scalogno, 
5p. escalona; nach der Stadt Ascalon in Palästina benannt; s. 
weiter unter eschalot. 

Seallop kammmiASchel, auskerben; auch escalop geschrieben; 
aUengl. scalop, alt fr. escalope ; das wort scheint zuerst überhaupt 
muschely schale bedeutet zu haben und zu den german. ausdrücken 
scale 2., shell zu gehören; vgl. die ndl. schelpe, ndd. schulpe, 
nhd. schelf) schelfe, mhd. schelve, ahd. sceliva schale; 5. Br. Wb. 
3, 710; Lexer 2, 697; Weigand 2, 572; Öcheler-llS; Wedg- 
wood 3, 115. 

Sealp köpf haut j himschale, skalp^ skalpiren; das wort, welches 
in seiner besonderen bedeutung erst aus dem engl, in andere 
neuere sprachen drang, neufr. scalpe, nhd. skalp, erinnert aller- 
dings lebhaft an das kU. scalpere kratzen, schneiden; dennoch 
scheint es auf einem alten german. ausdrucke für köpf, him- 
schale zu beruhen; bei Shakespeare bedeutet es the skull, the head 
und altengl. scalp köpf begegnet, wenn auch ganz vereinzelt; s. 
Wälcker 9, 127; Col. 69; wo das dUn. skalpr scheide verglichen 
wird; Hai. 712 hol scop: the scalp, the head; vgl, senil. 

Seamble sich drehen, herumstreifen, zerstücken ; bei Hai. 708 
scanible : to shift ; scambled : defeated, balked ; scambling : spraw- 
ling; am nächsten liegen die ndl. schampelen, schamperen, 
schampen flüchten, weglaufen, die aber selbst schon auf mehreren 
mit einander vermengten stammen zu beruhen scheinen; s. Dief. 
2, 235 und die engl, scamper, shamble. 

Scamper davonlaufen ; der ausdruck beruht auf dem roman. 
Worte altfr. escamper, it. scampare, 5p. escampar entfliehen, sich 

22* 



340 Senn — Scantle. 

retten, aus einem lot. ex-campare das feld räumen; Diez 1, 368; 
ßnrgny 3, 67; in das engl, wird es stunächst in der noch mund- 
artlich vorhandenen form 8 camp aufgenommen sein; auch scamp 
betrüger lässt sich mit dem begriffe wohl vereinen; bei Hai. 709 
scamp: a great rascal; Vermischung mag eingetreten sein; s. 
scamblc und Dief. 2, 235; mhd. begegnet davon scampen sich 
scheeren, abtroUen; Lexer 2, 619. 

Scan skandiren, prüfen, scheuen; Hai. 709 scan: to scoff, to 
scold; das wort steht fur scand; vgl. Mätzuer I, 175; vom lot. 
scaudere steigen, dann verse abmessen, welches besonders in der 
letzten bedeutung in die neueren sprachen dringt it. scandere, 
scandire, neufr. scander, dUfr. escander, sp. escandir, nhd. skan- 
diren ; aus dem begriff des prüfenden abwägens der verse ent- 
wickelte sich dann weiter der des genauen untersuchens und des 
tadelns. 

Seandal ärgerniss, lästerung, schmähen; altengl. scandle, 
schandle, aUfr. scandele, escandele, neufr. scandale, nhd. als 
fremdwort skandal, pr. escandol, sp. pg. escandalo, it. scaudalo; 
aus dem spätlat. scandalum anstoss, streit, gr. öxuvdcüiov steü- 
hole in der falle, fallstrick, anstoss, wovon dann in der bibel gr. 
6xavdakli6i,v,.lat. scsLudsAizsire^ /r. scandaliser, engl, scandalize; 
vgl. das mehr angeeignete , aber auf gleichem gründe beruhende 
slander. 

Seant gering, knapp; bei Hai. 709 scant: scarce, insufficient; 
scantish: scarce; scantity: insufficiency; scautle: to become scanty; 
der ausdruck wird eurückgeführt auf altn. skammr^ skammt hurM, 
nicM lang, nicht weit; s. Wedgwood 3, 1 16; Koch 3*, 147; andrer- 
seits könnte es hervorgegangen sein aus dem aUengl. schaened von 
schaenen, ags. scaenau, aUn. skeina brechen^ etwa wie unser knapp 
eu knappen gehört; vgl. scarce; in eineeinen ableitungen berührte 
es sich formell, aber auch der bedeutung nach mit einem anderen 
stamme; vgl. scant jgerstücken, eer schneiden, scantle: to become 
scanty und das nächstfolgende ursprünglich roman. scantle 
eerstücken. 

ScaBtle verkürzen, zer stücken; daeu scantlet, scanteloun, 
scantling, altengl. scantilon, scantlion. scbauutillun, eschantillon 
mit den bedeutungen: Stückchen, probe, muster, nMSS, richtschnur, 
richtscheit; Hai. 709 scanteloun: a carpenter^s measure; scantling, 
scantlon: a portion of anything, generally meant as a specimen; 
8tratmann ^184; altfr. eschanteler jgerstücken; fr. esehantelet« 



^ Scape 1. — Scarf. 341 

echemielei kleines stücky echantillon probe, mttster, henneg. ecau- 
tilloD lineal y sp, escantillon; die fr. werter aher werden 'herge- 
leitet aus dem altfr. cant, chant ecke, winket^ stück; s, Diez 2, 280; 
Burgay 3, 67; über das grundwort das engl, cant 2. sowie Diez 
1, 108; Weigand 1, 580; Dief. Or. Eur. 278 flF. und wegen Ver- 
mischung mit anderem stamme auch scant; hierher gehört das 
mkU. scantellatus verkürßt, verstümmelt bei Ducange; für die 
begriffsentwicklung ist besonders die grundbedeutung eckcy kante 
0U berücksichtigen; man vergleiche js. 6. wegen scantelouu: a 
carpenter's measure das fr. equerre, engl, square winkelmass und 
das mundartl. nhd kantel lineal. 

Seape 1. entunschen; aUengl. escapen, ascapeu, eschapeti, fr. 
echapper; s. das weitere unter der nebenform escape; wegen der 
Verkürzung Mätzner 1, 167. 

Seape 2. schaft, stiel; wie das neufr. scape, it. scapo, sp. 
escapo als wissenschaftlicher ausdruck unmittelbar entnommen 
dem tat. scapus, gr. öx&TCog, öx^og. 

Sear scharte, narbe; altengl. scarre, fr. escarre, it. escara, 
sp. pg. escara schorf, vom IcU. eschara, gr. l&iaQa; Diez 1, 164; 
in der bedeutung JUippe, abgrund, die allerdings auch dem fr. 
Worte fast eignet (Scheler 119 escarre, fig. ouverture, crevasse), 
liegt woM bu gründe der skandinav. ausdruck altn. sker, schwd. 
skär, dän. skjär seeklippcy skaar einschnitt, aUengl. sker, und 
insofern das wureeherbum ags. sceran; vgl. shear; Wedgwood 
3, 117; ausserdem steht scar /är scare; Hal. 709; und ging als 
name eines fisches hervor aus dem lot. scarus, gr. öxagos- 

Searee seÜen, spärlich; altengl. scarse, scars, aUfr. escars, 
eschars, neufr. echars, pr. escars, escas, it. scarso, scarzo, sp. 
escaso; davon auch ndl. schaars; der roman. ausdruck beruht 
auf nUat. scarpsus, excarpsus, für lot. excerptus, von excerpere, 
carpere pflücken; s. Burgny 3, 137; Diez 1, 369. 

Seare scheucheny scheu, schrecken; schott. skar, skair, skare, 
aUengl. scarren, skerrin, aÜn. skirra erschrecken, skiarr scheu; s. 
ätratmann ^ 504 ; über einen weiter vermutheten Zusammenhang 
mit der wureel von Wörtern wie sheer, share, scour vgl. bei 
Dief. 2, 247; auf deutschem gebiete besonders das ndd. scheren 
fortjagen y nhd. sich scheren sich fortmachen; Br. Wb. 4, 642; 
Mndd. Wb. 4, 77 und Weigand 2, 576. 

Sfarf Schärpe; fr. Schärpe binde, gürtel, woher dann die ent- 
sprechenden ausdrücke in andere sprachen erst gekommen mu 



342 Scarlet — Scathe. ^ 

sein scheinen wie ü. sciarpa, ciarpa, sp. charpa, mndl. scaerpe, 
ndd, scherf, nhd. schärpe, schwd. skärp, dän. skjärf; dcLS cUtfr. 
escharpe, escherpe, escerpe bedeutete auch die um den hals 
hängende tasche, vgl. die ahd. scherbe, niederrhein. schirpe, ndd. 
schrap, engl, scrip; Diez 1,372; Burguy 3, 137; Wedgwood 3, 
120; Weigand 2, 562. In dem eeitwort scarf: to join timbers 
with a slanting joint ist die grundbedeutung wohl schärfen ^ eu^ 
spiteen; vgL die schwd. skarfVa, dan. skarre jsusammenfügen, mhd. 
nhd. Scharben in Heine stücke schneiden; s. Weigand 2, 500; 
Wedgwood 3, 120; ags. scearfe: fragmen. 

Scarlet scharlach; als name eines Stoffes, ursprünglich aber 
doch 'der färbe, cdtengl. scarlet, scarlat, aUfr. escarlate, neufr. 
ecarlate, it. scarlatto, sp. escarlate, pr. escarlat, mUxt. scarlatum, 
mhd. scharlat, scharlach, nhd. scharlach ; wahrscheinlich oriental. 
Ursprungs pers. scarlat, sakirlät, türk. iskerlet; doch soll dies selbst 
ein fremdwort und umgedeutet beruhen auf dem ländernamen 
äikelia, oder ncu:h anderen auf galaticus von Galatia; s. darüber 
bei Diez 1, 369; Schwenck 555; Wedgwood 3, 121. 

Scatch eine art pferdegebiss; Hai. 710 scatch: a horse^s bit, 
a hedge of dry branches; der grundbegriff ist Stange; alt fr. 
estache, estaqu^ pfähl, it. stacca, sp. pr. estaca; der roman. aus- 
druck aber beruht auf ags. staca; s. stake und Diez 1, 396. 

Scatches stehen; ndl. schaets, schaats, henneg. ecache^ altfr. 
eschaee, neufr. Schasse steläe, scMittschtih; ein und dasselbe wort 
mit dem engl, scate, skate Schlittschuh; Wedgwood bemerkt dazu: 
„the point in which stilts and skates agree is that they are both 
contrivances for increasing the length of stride. Dn. schaetse 
(from whence E. skate) would seem to be a corruption of PI. 
D. skake shank or leg which was latinized under the forms scaca, 
scata, scadea, scacia, scassa. Dief. Supp.'^; vgl. Diez 2, 280. 

Scathe schaden, altengl. scathen, skathen, ags. sceadian, goth. 
ga-skapjan, aUfrs. skathia, aitn. skada, schwd. skada, dän. skade, 
ahd. scadon, mhd. nhd. ndd. ndl. schaden ; als hauptwort neuengl. 
scath, aUengL scathe, ags. scada, sceada, alts, scatho, aUn. skadi, 
a%d. scado; Weigand 2, 552; W a,ckern9^e\ verglich das gr.öxitXiog; 
viel entsprechendes findet sich auf keÜ. gebiete wie gadh. sgad 
schaden, ebenso auf dem lettischen, ohne dctss die grenze der ent- 
lehnung und der Urverwandtschaft genau angegeben werden kann; 
wahrscheinlich gehört es zu skr. xata verumndet, von xau für skan; 
s. bei Dief. 2, 227; Fick« 200. 898. 



Scatter — Scimitar. 343 

Scatter eerstreuen; cMengl. scateren, schatereu, ags. scaterau, 
scaterian: dissipare, welches , wenn auch spät erseheinend, kaum 
auf roman. gründe beruhen kann ; Wedgwood verweist auf it. 
scaterare; besser entspricht ein cdtndl. scheteren; vielleicht zu- 
sammengehörig mit dem mhd. schiter undicht, schiteren undicht 
machen; es erinnert femer an das gr, öxsddwvfn; s. das engl. 
shed und besonders shatter, welches nur eine nebenform von 
scatter ist. 

Scayage Standgeld; nUat. »cavagium eine abgäbe von den 
waaren, die auf den markten feil geboten wurden; dieselben 
mussten eu dem behufe vorgezeigt und besichtigt werden und 
darauf zunächst scheint sich die bezeichnung von dem ags. 
sceävian, s. show zeigen bezogen zu haben; die aufseher, gleich-- 
sam marktmeiMerj dann diejenigen, welche für die reinhcdtung 
der Strassen zu sorgen hcUten, endlich die gassenkehrer wurden 
scavagers, später scavengers genannt; doch könnte allerdings 
auf scavenger ein anderer stamm einfluss gehabt haben ags. 
scafan, engl, shave kratzen, schaben; s. Wedgwood 3, 121 ff. und 
Ducange unter osteusio und scavagium. 

Seent geruch, riechen; es ist nur eine verderbte, etwa durch 
die der bedeutung nctch ganz fern liegenden ascent, descent ver- 
anlasste Schreibung für sent, von dem fr. sentir fühlen, riechen, 
lot. sentire. 

Sehednle zettel; lat. schedula, scheda, gr. 6%kdri zu 6%tiBw 
spalten, also eigentlich ein abgerissenes stück; ebendaraus gingen 
hervor ml<U. cedula, it. cedola, sp. pg. pr. cedula, altfr. schedule, 
neufr. cedule, mhd. zedel, nhd. zeddel, zettel; Diez 1, 121; 
Weigaud 2, 1136. 

8ehO0lier eine art schiff; erst aus dem engl, in die anderen 
spr($chen als fremdwort gedrungen ndl. schooner, nhd. schöner, 
schwd. dän. skoner; die benennung ist zuerst in Amerika auf- 
gekommen und beruht nicht auf dem ndl. schoon , nhd. schön, 
sondern au f einem mit shun verwandten mundarÜ. engl, scoon, 
ticou hüpfend auf dem wasser dahinfahren; s. das nähere bei 
Webster. 

Scimitar säbel; auch scymetar, cimeter geschrieben; it. 
scimitarra, fr. cimeterre, sp. cimitarra, pg. auch samitarra; 
wahrscheinlich aus Spanien gekommen beruht der ausdruck nach 
Larramendi auf dem bask, cime-terra der von der feinen schneide; 
Diez 1, 373. 



344 Sciuora — Sconce 2. 

Seissors scheere; ehemals auch cisors, cizars geschrieben, bei 
Hal. 250 cissers, beruht da^ wort doch auf dem altfr. cisoires^ 
neufr. cisoir und cisoires grosse scheere neben fr. ciseatix; vgl. 
chisel; dctbei mag atUehnung an lat. scissor spatter, schndder 
von scindere stattgefunden t^ben. 

Scoff spotten, höhnen; bereits aUengl. findet sich das haupt- 
wort scoff, scof spott; cdtfrs. schof, ahd. scopf; aUn. skapp: 
irrisio; sknppa, dän. sknffe teuschen, betrügen; spuren desselben 
Stammes, der vielleicht aus einer wureel mit shove entsprang, 
begegnen in dem ndl. schobbe: objurgatio, increpatio bei Binn., 
sowie in dem ndl. schuppen, ndä. beschubben, beschuppen be- 
trugen; vgl. Dief. 2, 236. 250; Weigand 1, 139; ein unmittelbarer 
einfluss des gr. öxcixtsiv spotten ist nicht ansunehmen, wenn 
auch sein stamm in der ableitung gr. 6xc5fi(ia, lat. scomma, engl. 
SCO mm spottrede, possenreisser eingedrungen ist. 

Scold schelten; aUengl. scolden, altfrs. skelda, ndl. ndd. 
scheiden, schwd. skälla, dän. skjälde, skjelde, ahd. sceltan, mhd. 
nhd. schelten; es liegt nahe, darin den grundbegriff des schuld" 
gebens zu finden, und dann ist für das engl, vor allen an ags. 
scyldan eu erinnern; vgl. shall; Etm. 671 und Grimm 6. d. d. 
S. 903; doch kann auf der anderen seite nicht geleugnet werden, 
dass dieselbe form und bedeutung sich aus dem stamme skal 
eines wuraeherbum skillan im sinne des hhd. schallen entwicht 
mochte, insofern das schelten ein lautes, schallendes reden ist; 
altn. skella erschallen, schwd. skälla schelten, beUen; vgl. Wedg- 
wood 3, 123; Dief. 2, 254; Weigand 2, 574. 

Sconce L schanee; mhd. hhd. schanze^ ndl. schans, schwd. 
skans, dän. skandse; die ausdrücke sind überall verhaltnissmässig 
jung und gewiss entlehnt, nach einigen aus dem it. scansia, scancia 
gesteU; s. Weigand 2, 560; Lexer 2, 658; für das engl, wenigstens 
erscheint nach form und bedeutung sehr angemessen die ableitung 
von dem altfr. sconser, esconser verbergen, sich eurüchtnehen, vom 
lat. abscondere; s. Wedgwood 3, 123 und Burguy 3, 140. 

Sconce 2. Meine lateme, licht; altengl. sconse; aUfr. esconse, 
mlat. sconsa, absconsa, vom 1<U. laterua absconsa verborgene 
lateme; also wahrscheinlich mit sconce 1. auf demselben gründe 
beruhend; s. Wedgwood 3, 124 und Ducange unter absconsa; 
sconce: the head ist wohl nur als eine volksthümlich komische 
Übertragung anzusehen, indem der köpf eine lateme genannt 
wurde oder ähnlich; Hai. 712; vgl. Nares bei Worcester. 



Scoop — Scorn. 345 

Seoop schaufd, schöpfen; HaU 712 scoop: a shovel used by 
maltsters; scope: a kind of basin with a handle nsed for lading 
water; aUengl. scope, schwd. skopa, dan. sknffe, mhd. schnofe, 
ndd. schuppe, nhd. schuppe, ndl. schop, schup, aus dem german. 
auch ins fr. gedrungen als escope, ecope schöpf kanne; etwa dem- 
selben stamme entsprungen wie shovel; vgl. shove; Weigand 
2, 646; Diez 2, 281. 

Seope eiel; aus dem lat. scopns, gr. 6xox6s späher, giel, it. 
scopo; au gr. öxoxBiVy öTcintBöd'ai, wz. 6%t% schauen^ spähen, 
über deren Zusammenhang mit der lot. wz. spec, ^. spy, zu ver- 
gleichen ist Curtius No. 111. 

Scorch sengen, dörren, rösten; aUengl. scorchen; das altfr. 
escorcer, escorchier, worauf das engl, wort zurückweist, ist selbst 
schon zweifachen Ursprungs, indem theils lat. cortex rinde, theils 
lot. curtus kurz zu gründe liegt; Diez 1, 373 f.; aus der bedeutung 
kürzen, zusammenziehen konnte sich der begriff des dörrens ent- 
wickeln; Burguy 3, 90; vgl. das engl, shrink sich zusammen- 
ziehen, runzlig werden, trocknen; merkwürdig bleibt das aÜengl. 
scorrcnedd verbrannt bei Orm, welches Lye auf jenes aUfr. 
escorchier, neufr. ecorcher, ^corcer, it. scorticare oder doch auf 
das in diesen enthaltene wort zurückführen wollte: „lat. excor- 
ticare i. e. cortice exuere, quia cutis, quae est quasi cortex partis, 
ustulata decidit.^^ 

Score kerbe, kerbholz, rechnung, zwanzig; aUengl. score, 
schore, skore, ags. scor, altn. skor: incisura, numerus vicenarius; 
Etm. 680; vgL wegen der begriffsentwicklung das engl, tally und 
unser nhd. kerbholz, wegen des Stammes aber ags. sceran, engl. 
shear; Wedgwood 3, 124. 

Scon höhn, verachten; altengl. scorn, scam, als zeitwort 
scornen, seamen; aUfr. escharn, escarnj eschern, als zeitwort 
escharnir, escarnir, eschernir; ebenso it. scherao, schernire, sp. 
escarnio, escarnir, pr. esquern, esquernir; diese roman. ausdrücke 
aber beruhen auf ahd. skern, aUndl. scheme Spötterei, ahd. 
skernön, aUt^l. Schemen verspotten; s. Diez 1, 370; weiter konnte 
man Zusammenhang annehmen mit dem skand. skarn, ags. scearn, 
mundartl. engl, scam mist, schmutz; Hai. 710 scarn: dung of 
cattle; bemerkenswerth ist aber auch für das engl, scorn da^ 
aUfr. escorner, it. scomare demüthigen, beschimpfen, welches aus 
einem UU. excornare für cornua sumere einem die hörner nehmen, 
entmuthigen gedeutet wird; s. Wedgwood 3, 125; Diez 2, 65; 



346 Scorae — Scotch. 

jedenfalls mttssie dadurch der Übergang des älteren scarn in das 
neuere scorn erleichtert werden; s. Mätzner 1, 145, welcher das 
neufr. ^cornifler vergleicht. 

S€0r86 tauschen, tausch; Hai. 712 scorne: to exchange; das 
jetet vercdtete wort benM nach Wedgwood 2, 253; 3, 125 auf 
dem hauptwort courser in ausdrücken wie horse - courser, horse- 
^(iowYCQY .Pferdehändler , rosskamm und ginge somit zurück auf 
aUfr. courasier, couratier, neufr. courtier; s. über dessen ent- 
stehung aus den lot. cura, curatus, curatarius bei Diez 1, 149; 
Mahn bei Webster vergleicht das it. scorsa und das engl, dis- 
course, welche freilich die allgemeinere bedeutung lauf verhehr, 
handel verengem konnten. 

Seot 1. schosSj jgeche, Steuer; aUengl. scot, schot, ags. scot, 
sceot, aUfrs. skot, scot, schot, ndl. ndd. schot, mkd. scho3, nhd. 
schosz, eu dem wureelverbum ags. sceötan, ev^l. shoot; vgl. 
Schwende 589; Weigand 2, 632; das german. wort drang aber 
weiter mlat. scotuui, it. scotto, sp. pg. escote, pr. escot, neufr. 
ecot, selbst aUgael. sgot, in den bedeutungen Steuer, eeche; s. 
Diez 1, 374 ; wenn auch in form und bedeutung nahe tretend, ist 
damit doch nicht sfu verwechseln das ctgs. sceat, sceatt, altn. 
skattr, aus. scat, ahd. scaz, mhd. schaz, nhd. schätz, welches im 
engl, keine spur hinterlassen eu haben scheint; vgl. Dief. 2, 243 ; 
Weigand 2, 565. 

Seot 2. Schotte; der name des volks altengl. Scottes, o^^. 
Scottas, altn. Skotar ist aus dem keU. auf die verschiedenste art 
erklärt worden, b. b. von ir. scotuib wind: Sie stürmischen; keÜ. 
ysgobiad schatten: die im dunklen norden u?ohnenden; ir. sceite 
ßer streut: die aer streut lebenden; gadh. sgot flecken, sgathadh 
einschnitt, punktirung: die tätowirten, picti; iV. scuite, gad. sguit 
wanderer: die wandernden; vgl. Elze^ W. Scott 1, 33 anm. und 
Dief. Or. Eur. 274. 

Seotch stütgen, hemmen, sperren; kerbe, zerhauen; auch 
abgesehen von dem #ti Scot gehörigen adjektiv ist der ausdruek 
ziemlich dunkler herkunft; zu den ersten bedeutungen vergleiche 
man die nebenformen scoatch, scote; bei Hai. 713 scote: a prop; 
in dem sinne des zum stützen, hemmen gebrauchten pfahls oder 
stocks könnte dann etwa zu gründe liegen fr. ecot baumstrunk, 
pr. escot-z: lignum parvum acutum, welche nach Diez 1, 374 auf 
dem ahd. scuz benAen; in den anderen bedeutungen erinnert es 
einigermassen an fr. coche, s. cock 2.; oder sollte es mit scot 



Scoundrel — Scout. 347 

abgäbe, rechnung zusammenhängen mittels einer umgekehrten 
begriffsentunckhmg wie die von score ist? Mahn hei Webster 
verweist auf kelt Wörter wie armor, skoaz schütter, skoazia stützen; 
gad. sgoch einschnitt, kerben; Wedgwood's weitgeholte verglei- 
chungen, bei denen die lautnachahmung wie gewöhnlich die haupt- 
rolle spielt, sind werthlos. 

Scoundrel schurke; das wort scheint verhcUtnissmässig jung 
zu sein; es ist kaum altengl., bei Levins nicht, bei ^Shakespeare 
nur ein mal zu finden; Flal. 709 hat ein anklingendes scaudret : 
a drunkard, bei dem er hinzufügt: „I give this word on the 
authority of an anonymous correspondent;" Wedgwood 3, 126 
sagt: „In the absence of any foreign analogue we may suggest 
the possibility of the word having originally been scumberel, 
from scurabor, scummer, to dung." Glaublicher ist die schon 
von Skinner vorgeschlagene erklärung aus it. scondaruolo zu 
scondere, aUfr. escondre, lat. abscondere verbergen, sich ver- 
stecken, so dass es ursprünglich den feigling bezeichnet hätte; 
andere, wie Mahn, erblicken darin eine entsteUung des nhd. 
Schandkerl. 

Scour scheuern, fegen; vgl. bei Hai. 716 scur: to move 
hastily; cUtengL schouren, scourin; es entsprechen ndl. schüren, 
ndd. schuereu, schoeren, schwd. skura, dän. skure, mhd. schüren, 
schiuren, nhd. scheuern, aber auch cdtfr. escurer, neufr. ecurer, 
it. sgurare, sp. escurar, welche edle vielleicht aus mlat. scurare 
fegen, von einem lat. excurare reinigen herzuleiten sind; s. Wei- 
gand 2, 578; Diez 1, 382; an die stamme von sheer oder von 
shower ist sehu?erlich zu denken; Dief. 2, 246. 

Scourge geissei; aUengl. scnrge, schurge, scourge, (dtfr. 
escourgee, escorgie, neufr. ecourgee, it. scuriada; nach Diez 1, 375 
<ms lat. excoriata sc. scutica aus leder bereitete geissei, also zu 
lat. corium leder; „das fr. wort trifft übrigens buchstäblich eben 
sowohl mit it. scoreggiata (von corrigia) zusammen ;** als Zeitwort 
scourge peitschen auch aitengt. schon sconrgen, scorgen. 

Scout Späher; altengl. scoute, aUfr. escoute, escont, escot, 
escut wache, späher, spion; von dem zeitwort aUfr. escouter, 
escolter, neufr. öcouter, pr. escoutar, pg. escutar, neusp. escuchar, 
altsp. ascuchar, it. ascoltare, scoltare, lat. auscnltare zuhören, 
horchen, dann auf den gesichtssinn übertragen; vgl. die altfr. 
redensarten faire escont, estre eu escout: ^couter attentivement, 
epier; so auch it. ascolta, scolta, sp. escucha wc^che^ schildwache; 



348 Scowl — Scranch. 

Burguy 3, 140; Diez 1, 36; vgl. escout. Ein anderes scout: a 
high rock bei Hal. 713 f^ aUenglJ scoute, aitn. skuti f eisen. 

Scowl mürrisch blichen; altengl. scoulen, skulen, schulen; 
dän. skule, ndd. schulen, mhd. schulen, ndZ. schiiileu sich ver- 
bergen, verstohlen blichen; Br. Wb. 4, 708; vielleicht weiter ver- 
wandt mit den ausdrüehen für den seitwärts gewendeten blich 
des auges ags. sceol, scel, cdtn. skialgr, schwd. skela, dän. skele, 
ahd. scelah, mhd. schelch, nhd. schel, schielen, ndl. scheel, bei 
Hai. 748 skelly: to squint; vgl Etm. 677; Stratmann » 492; 
Fick « 901. 903. 

SerabMe hrateen, hriteeln; bei Hai. 713 scrabble: to scramble, 
to scratch with the nails; es scheint im wesentlichen eine ver- 
Ideinemde Weiterbildung eu sein von scrape, theüweise etwa 
unter ahlehnung an scribble; vgl. die engl, scruh^ scramble, 
bei Hai. 713 scraffle: to scramble, to struggle, to wrangle or 
quarrel; auch scraggier to scramble; Wedgwood 3, 128. 

Scrag eine dürre hnochige person; vgl. die anderen bedeu- 
tungen bei Hal. 713; der grundbegriff des Stammes, wie er in 
scragged, scraggy hervortritt, scheint der des trochnen, harten^ 
echigen, hnochigen bu sein und weist auf helt. Ursprung geui. 
sgreag trochen, rösten, einschrumpfen, sgreagach trochen, hart 
zusammengeschrumpft; Koch 3^ 13; nach Mahn ir. gad. scraback, 
sgrabach rauh; vgl. die ähtdichen helt. ausdrücke bei Wedg- 
wood 3, 129 sgrog, sgrogag mit der bedeutung des zusammen^ 
geschrumpften. 

Scramble hlettem, an sich reissen; Wedgwood giebt hier 
richtig als grundbegriff an to do something by repeated clutching 
with the hands; vgl. bei Hal. 714 das Stammwort scramb: to pull 
or rake together with the hands; scramp: to catch at, to snatch; 
so darf man es als nahe verwandt bezeichnen mit Wörtern wie 
scrabble ufhd scrape; vgl. dazu die etymologien der fr. gravir 
und griraper bei Scheler und Diez 2, 332 ; mundartlich steht in 
dem sinne von scramble auch seraggle; Hai. 713; etwa aus scrag 
entwicheU und die gedrehte, gewundene bewegung bezeichnend; 
wodurch man für scramble wieder an das mundartliche scram: 
distorted erinnert wird; Dief. 2, 258. 

Scranch knirschend essen; bei Hai. 714 scranch: to scratch, 
afrer aucA scranchum: crisp gingerbread; vgl. die ndd. schransen, 
ndl. schrantsen, schransen zerbeissen, gierig essen; Br. Wb. 4, ü91 ; 



Scrape — Scream. 349 

übrige$$s nuig man hier wie bei dem nahe verwandten craunch 
die latUnachahmung wohl gelten lassen. 

Scrape hrataen, schaben; bei Hai. 714 scrap: to scratch; 
dasu (Us hauptwort scrap, äUengl. scrappe; als Beiiwori aUengl. 
scrapieii, schrapen, screapen, ags. bei Bosw. ein gleichbedeutendes, 
wenn auch formell nicht genau entsprechendes screopan; dagegen 
ndd. ndl. schrapen, schraapen, mhd. schrapfen, aus denen wieder 
hervorging ein aUfr, escraper; dieses mag auf dcts engl, scrape, 
neben welchem auch shrape bei Hai. 738, eingewirkt haben; 
übrigens begegnet derselbe stamm auch auf skandinav. gebiete 
als altn. schwd. skrapa, dän. skrabe; vgL die verwandten 
scrabble und scrub; sowie das lot. scribere schreiben^ eigentl. 
einriteeny krateen; s. Etm. 695; Br. Wb. 4, 692; Schwenck 591; 
Diez 2, 291. 

Scratch kratzen; vgl. das aUengl. scratten, bei Hai. 714 scrat 
und scrattle; s. ausser dem unter cratch 1. bemerkten besonders 
noch Dief. 1, 240; über die doppelform mit und ohne s vor dem 
guttural bei Mätzner 1, 187; ein ähnliches verhältniss scheint e. b. 
schon zwischen lat. scribere und gr. yQatpsiv obeuwalten. 

Scrawl kriechen, kritzeln; vgl. theils crawl, theils scrabble 
und scribble, sowie Mätzner 1, 187. 

Screak kreischen; vgl. bei Hai. 714 screak: to creak as a door; 
screik: to shriek, to scream, the peep of day; es ist wesentlich 
ein wort mit creak 1., mit screech und shriek, bei denen 
aüen die lautnaehahmung herrscht; auf verwandten gebieten 
treten am nächsten aUn. skrökia, schwd. skrika, dän. skrige; 
über screech, schott. screigh, welches zunächst auf ähnlichen 
kelt. ausdrücken beruhen dürfte, wie gael. sgreach, sgreuch, ir. 
screach, welsch ysgrechiaw, sotoie über entsprechende deutsche 
Wörter wie schreien, kreischen, krieschen vgl. bei Dief. 2, 431; 
Weigaud 1, 637; 2, 637; ob und wie weif dabei enthhnungen 
stattgefunden haben, ist schwer nachzuweisen, weil bei den Wörtern 
dieser art jedenfalls lebendigster bildungstrieb der einzelnen 
sprachen angenommen werden muss; auf die formen mit anlau- 
tendem 8 konnten im engl, sogar romanische bildungen wie escrier 
neben crier ihrerseits wieder einwirken; vgl. über diese Diez 1, 223; 
im allgemeinen die nächst vorstehenden artikel und Mätzuer 1, 187. 

Scream schreien; aUengl. sereamen, scremen bei Stratmann ' 
491; eine recht genügende ableitung des wertes mangelt noch; 
allerdings bieten sich als ähnliche formen die schwd. skrämma, 



350 Screech — Scrimer. 

dän. skrämme, ndd. schrouien, ndl, scroomen in der bedeutung 
schrecken y sich fürchten; vgl. Br. Wb. 4, 698; der grundbegriff 
des engl, wertes müsste dann gewesen sein vor entsetaen auf- 
schreien j wovon doch keine spur eu begegnen scheint; noch 
weniger wird man mit Wedgwood an ein it. scramare neben 
sciamare denken wollen; eher noch ist anzunehmen ^ dcLSS sich 
screaiD theils in anlehnung an Wörter wie screak und screech, 
theüs aus dem ags. lireaian, hrtman rufen, aÜengl. hremen, remen 
entwickelt habe; nach manchen liegen kelt. Wörter eu gründe wie 
gaeL gairm ruf rufen oder gael. sgrearah abscheu; vgl. Koch 3*, 7. 

Sereech schreien; s. unter screak. 

Screen schirm; aitengl. scren, cdtfr. escreu, escran, neufr. 
ecran schirm; die herkunft dieses letzteren ist zweifelhaft y nach 
Diez 2, 282 in dem deutschen schrägen gesteU, nach anderen im 
ahd. scranna bank, oder gar in dem gaeL srian zügel zu suchen; 
Mahn vergleicht die ahd. sciriu , nhd. schirm, schwd. skärm, dän. 
skjerm; eher könnte noch eine vermengung eingetreten sein mit 
altfr. eserin, escrienne; «.shrine und Burguy 3, 142; öfter screen: 
a high standing sieve for cleansing corn bemerkt Wedgwood: „a 
screen for gravel or corn is a grating which wards off the coareer 
particles and prevents them from coming through.'^ 

Screw schraube; bei Hal. 738 shrew; (dtndl. schroeve, neundl. 
schroef, ndd. schruve, schruwe, mhd. schrube, nhd, schraube, dUn. 
skrdfa, schwd. skraf, dän. skrnv, skrne ; das altfr. escrotie^ escroe, 
neufr. ecron Schraubenmutter leitet Diez 2, 282 nicht von dent 
deutschen worte, sondern von dem lat. scrobis grübe ab. 

Scribe Schreiber, schreiben, zeichnen; hier erscheint am 
reinsten der stamm der lot. scriba, scribere, der sonst vielfach 
vermittelt auftritt in Wörtern wie scribble^ scrip, script, scripture, 
scrivener, scrutoire, escritoir; manche davon fallen formell zu- 
sammen mit Wörtern ganz anderen Ursprungs, wie ¥>enn 
scribble theils eine Weiterbildung des lot. scribere zu sein^ 
iheils aber zu scrabble und scrape zu gehören scheint; 
vgl. Wedgwood 3, 132; scrip Schrift ist nur verstümmdt aus 
script, tat. scriptum; Trench E. 238; scrivener Schreiber ist 
mit einer weiteren ableitungssilbe eruxju:hsen aus dem aüfr. 
escrivain, neufr. ecrivain, pr. escrivan, sp. escribano, it. scrivano, 
lot. gleichsam scribanus. 

Scrimer fechtmeister; Hai. 715 scrimer: a fencer; scrimmage: 
a skirmish; d(MS von Bosworth ohne beleg als ags. angeführte 



Scrimp — Scud. 351 

scrimbre: pugil, gladiator; vgl. Etm. 695; Dief. 2, 258; ist schwer- 
lich ein aUgermanisches f vielmehr das früh herübergenommene 
und angeeignete roman, wort; fr. escrimeur, vom aUfr. escrimer, 
cot. esgrimar, it. schermare, welche auf die ahd. skirnian schirmen, 
schüteen, skirm, skerio schildy schuta eurüchweisen; vgl. skir- 
mish; Biirgny '\ 141; Diez 1, 870. 

Scrimp knapp; s. shrimp, von dem es nur die ältere neben- 
form ist, ebenso wie serine von shrine. 

Scrip täschchenj beutet; altengl. scrippe, schrippe, nüat. 
scrippum ; (Utn. skreppa, aUfrs. skrap, ndd. schrap, kelt. jsgrepan ; 
Wedgwood 3, 133; wegen eines anderen scrip, auch script und 
scrit vgl. Hai. 715 und scribe. 

Seroll liste, roüe; bei Hai. 715 serow: a roll or scroll, bei 
Levins scrowe: scheda, aliengl. scrooe; nach Wedgwood für 
escrow aus dem aUfr. ecro, escroe, escrol, neufr. ecrou gefangen- 
liste; der roman. at^druck soü weiter beruhen auf dem german. 
skra in aUn. skra aufeeichnenj niederschreiben, schw. skrä, dän. 
skraa, ndd. schraa gesete, schriftliche festseteung; für das engl, 
wort dürfte, da die aUfr. form escrol sehr fraglich scheint, 
immerhin einfluss von roll anzunehmen sein, wie denn die fr. 
ausdrücke selbst von anderen, wie Mahn, aus den lai. ex, con, 
rotnlns erklärt werden; vgl. Wedgwood 2, 20; 3, 133; Scheler 105; 
Br. Wb. 4, 686. 

Senb scheuem, sich abmühen; aUengl. scrobben, scnibben, 
schwd. skmbba, dän. skrabbe, ndd. schrobben, schrubben, ndl. 
schrobben; mit scrabble eu dem stamme von scrape gehörig; 
vgl. auch kelt. sgrob hratBen. 

Senitoire schreibpfdt; tut fr. escritoire, neufr. ^critoire schreib- 
sfeug; s. escritoir und wegen des Stammes scribe. 

Senize drücken, quetschen; auch scrooge, bei Hai. 715 
scroodge: a crush; scrouge: to crowd, to press; Wedgwood er- 
innert an das fr. escraser, escfag^'r, ecraser; vgl. die engl, crash 
imil crush; andere denken an das altfr. excrncier, lat. excmciare 
abquälen, erpressen. 

Send eilend dahin fahren; bei Hal. 715 scud: to spill; bei 
Grein 2, 412 findet sich ags. scüdan: currere, festinare, fugere; 
vgl. die alts, scuddian in starke eittemde bewegung versetzen, 
. ahd. scntjan, scuttan, mhd. nhd. schütten, nebst den Weiter- 
bildungen schütteln, schüttern, ndd. schudden, ndl. schudden, 
schwd. skudda, dän. skyde schiessen, schieben; s. die engl. 



852 Scaffle — Scum. 

shed und shudder; Wedgwood 3, 133; Schwende 597; Wei- 
gand 2, 650. 

Scuffle biügen, zanken; hei Hal. 715 scuff: to shuffle in 
walking; mit den schwd. skuffa, dän. skuffe, ndl. schoffelen, 
mundartlich deutsch schuffein t 0U dem stamme von shove, so 
dass aus dem grundhegriffe des Schiebens und stossens gumal 
für die iterativformen die bedeutung des feindlichen aneinander- 
gerathenSy des schlagens und eankens hervorging; vgl. unsere nhd. 
schieben, schuppen und das engl, shuffle. 

Senlk im verborgenen lauern j schleichen; aUengl. sculken, 
skulken, dän. skulke, aUschwd. skolka, ndd. schulken, verschulkeu; 
0U dem aUengl. sculen, s. scowl, wie lurk eu lurcn; s. Br. Wb. 
4, 708; Dief. 2, 226. 233; Koch 3^, 149. 

Scull hirnschalcy kdhny rudern; scull oder skull, aUengl 
scuUe, skulle, schulle, scolle bedeutet zunächst himschalCf schale 
und beruht doch woM auf skandinav. ausdrücken gleicher be* 
deutung altn. skäl, schwd. skalle, dän. skal; s. shell; auch der 
name eines fahrgeugs^ besonders eines ruderboots geht wohl eher 
darauf zurück f als dass man mit Wedgwood scull ruder vom 
skandinav. skol: splash, dash; skola: to wash ableiten möchte. 
In den scheinbiMren ableitungen scullery ^ufikamm^, scullion 
küchenjunge liegt dagegen zu gründe der roma/n. stamm des fr. 
ecuelle Schüssel, altfr. escuelle, escueillier, sculier, welche wie nhd. 
schüszel und engl, scuttle 2. auf lot. scutula, scutella zurück» 
gefuhrt werden; nc^h Wedgwood wäre scullion vielmehr das 
altfr. escouillon, escouvillon, neufr. ecouvillon auswischer j sp. 
escobillon, vom lot. scopae besen; vgl. Diez 2, 281 f ; es scheint 
als wenn der ins engl, von verschiedenen Seiten eingedrungene 
stamm scull in einer auch sonst vielfach zu beobachtenden be- 
griffsentiBicklung die bedeutungen : schale, himschcUe, trinkschale, 
gefäss, schiff, geschirr gewinnen und entsprechende ableitungen 
entwickeln konnte; scull eine schaar , eine menge fische, eine 
kette Vögel, vgl. Hai. 716, ist offenbar nur eine nebenform von 
sh o al. 

Scnni schäum; aUengl. scum, scorn; das wort ist in das 
engl, wohl eher unmittelbar aus dem skandinavischen gebiete als 
atis dem altfr. escume gekommen, neufr. ecume, welches mit it. 
schiuma, sp. pg, pr. escuma auf dem germanischen, aber ags. 
fehlenden worte beruht; altn. sküm, schwd. dän. skum, ndd. schnm, 
ndl. schuim, ahd. scüm, mhd. schüm, nhd. schäum; auch kdt. 



Scnmber — Scurf. 358 

Bguin ; s. Diez 1, 372 ; Weigand 2, 568 ; die weiteren beaiehungen^ 
o6 gu shinimev nach der weissglänaenden färbe, oder zu lai. 
spuma, oder bu einer Wurzel sku bedecken, bleiben zweifelhaft; s. 
Die£ 2, 245; Lexer 2, 816; Pick« 904. 

Seuiber misten, besehmutzen; Hai. 716 scumber: to duug; 
a hunting term, applied properly to foxes; scummer: to daub, or 
smear; also: ventrem exonerare; schwerlich ist mit Wedgwood 
zu denken an ndd. schommeln, ndl. schom^ schommen, sohommelu 
in der bedeutung unreinigkeit wegräumen; vielmehr unrd aus- 
zugehen sein von dem begriffe verunreinigen, der etwa in der 
Jägersprache seine besondere anwendung fand, oder auch umge- 
kehrt von dem begriffe des enüedigens; vgl. den nhd. Jäger- 
ausdruck losung bei Weigand 2, 66 ; je nachdem bietet sich aUfr. 
escnnbrier, welches neben encombrier die bedeutungen embarrasser, 
soniller zeigt; Bargay 3, 82; oder das engl, discumber befreien, 
entledigen, weiches zu scumber verkürzt werden konnte; vgl. über 
das Stammwort comber 2. 

Scuppers speigaten; auch scupper -holes; Wedgwood 3, 136 
verwirft wegen der bedeutung die übliche ableitung von dem ndd. 
scuppen, schuppen, ^. scoop, und verweist dann wegen der ent- 
sprechenden benennungen nhd. speigaten, engl, spit-holes lochet, 
aus denen das wasser nicht geschöpft, sondern ausgespieen wird, 
auf das sp. escupir ausspeien; um so wahrscheinlicher unrd diese 
erklärung deshalb, weil dieses zeitwort keineswegs nur spanisch, 
sondern weit verbreitet ist: sp. pg. escupir, pr. alt fr. escopir, 
escupir, wal. scuipä speien und noch auf ganz anderen gebieten, 
so dass man an dessen Ursprung aus dem lot. exspuere zweifelt 
und etwa eine keilt, würzet annehmen möchte; s. Burguy 3, 140; 
Diez 1, 164; Dief. 2, 296; der engl, ausdruck würde zunächst auf 
das attfr. escupir zurückweisen, indem scupper aus scupper-hole 
verkürzt wurde. 

Seirf scharf; aUengl. scurf, scorf, scrof, ags. scurf, scriif, aUn, 
skarfa, sehwd. skorf, dän. skurv, ndl. scorf, schorfb, ndd. schorf, 
ahd. scorf, mhd. nhd. schorf; ein zu gründe liegendes zeitwort 
mit dem begriffe des schabens, kratzens, vgl. die bezeichnungen 
scab, nhd. kratze, zeigt sich in dem ags. sceorfau: rädere, bei 
Etm. 680 ; i;^. die ahd. scurphan , mhd. nhd. schürfen ; Weigand 
2, 631. 647; als eine deutliche ableitung gehört dazu das eigen- 
schmftswort scurfy, scurvy; vgl. das altengl. scurved, €ys. scurfed; 
zweifelhaft dagegen ist das verhaltniss von scurvy als name der 

MtlUr, Bijroi.WOrtMb. U. 3. Aufl. 23 



354 8c«t — Scythe. 

krankheit skorbut zu den entsprechenden beseichnungen in anderen 
sprachen; sie sind mlat. scorbutus, it. scorbnto, sp, escorbnto, fr. 
scorbut, danach auch engl, scorbnte. nhd. scorbut, skorbut; ndL 
scheurbuik. ndd. schärbuk, schwd. skörbjugg, dän. skörbug, nhd. 
Rchoorbock, scharbock ; dass hier verschiedene umdeutungen vor- 
liegen ist Jdar; fraglich dagegen, ob auszugehen ist von dem nhd. 
schorf , engl, scurf in ihren älteren formen oder von einer tir- 
sprünglichen eusammenseteung etwa aus ndl. .«^ehoro, scheure, 
schenr riss, bruch, und ndl. bot, but, butt, knochen; s. darüber 
Diez 1, 373; Frisch 2, 220«; Weigand 2, 561. 

Sent Stumpfschwanz ; altengl. scut ; man leitet es ab von keU. 
ausdrücken wie welsch cwtt: a little piece; cwtta: bobtailed; gad. 
cut: a piece, a bobtail; vgl. Wedgwood 3, 138; Mahu erinnert an 
altn. skott und lat. cauda Schwanz. 

Sentcheon Wappenschild ; neufr. eensson ; s. das weitere unter 
escutcheon, sowie wegen des Stammworts lat. scutum schUd die 
engl, equerry und squire. 

Seattle 1. dien, eiliger schritt; Hai. 716 scuttle: to walk 
fast; daneben scud die und mit diesem ableitung von scud. 

Seattle 2. flacher teller y korb; Hai. 716 scuttle: a shallow 
basket or wicker bowl, a dish or wooden platter; attengl. scotile^ 
scutele, ags. scutel, ndl. schotel, dhd. scusila, scussil, mhd. schu55el, 
nhd. schüszel, aus lat. scutula, nUat. scutila, woraus auf roman. 
gebiete wurden it. scodella, sp. escudilla, pr. escudela, aUfr. es- 
cuelle, neufr. ecuelle; s. Weigand 2, 648; Diez 2, 282 und vgL 
unter scull. 

Seattle 3. schiffsluke; fr. escoutille, ^coutille, sp. escotilla; 
schwerlich sind, wie Bcheler meint, die roman. ausdrücke erst 
aus dem engl, herübergenommen j sondern umgekehrt; für jene 
geht Wedgwood aus von dem sp. escote runder aussehniU eines 
kleides, escotar einen runden ausschnitt machen, was nach Diez 
2, 129 auf das germ, wort goth. skauts, nhd, schoosz zurück- 
zuführen wäre; Mahu denkt dagegen an fr. escouter, ecouter 
horchen, spähen; vgl. scout. 

Seythe sense, sichel; auch sythe und sithe geschrieben; ott- 
engl. sithe, ags. side für sigde, ndd. sigde, segede, seese, seise, ndl. 
zeissen, zeis, isl. sigd, fries, sid, sied; dem stamme nach eins mit 
dem ahd. segensa, aUs. segisna, mhd. segense, nhd. sense ; mit nhd. 
sech, säge, sichel, den engl, saw 1. und sickle zu der wz. des UU. 



Sea — Seam 2. 355 

secare sehneiden; vgl. Br. Wb. 4, 757; Schwenck 611; Weigand 
2, 532. 669. 693. 698. 

Sea see^ meer; aUengl. sea, see, se, sae, c^s. sae, goth, saivs, 
aUs, seu. seo, se, aUfrs. se, ndd. sec, ndl. se, zee, aUn. saer, sior, 
siar, schwd. sjo, dan. soe, so, dhd. seo, se, nihd. se, nhd. see; 
Grimm Or. 2. 99 meint ^ dciss goth. saivala seele, engl, soul aus 
derselben wureel entsprossen die bewegende wogende kraft be- 
deute; weiter wird es gusammengesteUt mit skr. sava wasser^ gr. 
VH es regnet (aus övsi,) von der wurssel su; vgl. Weigand 2, 672; 
Fick « 885. 

Seal L Seehund; aUengl. seel, sele, ags. seolh, seol, siol, 
aUn. selr, sehwd. själ, dän. säl, ahd. selach, selah, mhd. seleh, 
sole ; der weitere Ursprung ist dunkel; vgl. Fick * 894. 

Seal 2. Siegel; aUengl. scale, seel, sele, seil, ags. sigle, goth. 
sigljo, ndd. segel, ndl. zegel, altn. sigli, 5cA«;({. sigill, dän. segl, 
seigl, aA<2. sigilla, mhd. sigel, nAd. siegel; entlehnt aus dem lat. 
sigillnm bildehen^ abgedrücktes zeichen^ zu signum zeichen, bild; 
auf dem roman. gebiete wurde dasselbe wort zu it. sigillo, sp. 
sigilo, sello, cdtfr. seiel, seel, sael, seal, neufr. sceau; das aUengl 
seil, regelmässig aus dem ags, entunckeU, traf mit dem dUfr. 
völUg zusammen; vgl Dief. 2, 207; Burguy 3, 337; Weigand 2, 704; 
auch als Zeitwort schon aUengl. seeliu, ags. in-segliau, goth. 
sigljan; als Zusammensetzung altengl inseil, ags. insegele, ahd. 
insigili, mhd. insigele, insigel, hhd. insiegel, schwd. insegel, dän. 
iudseg), indseigl. 

Sean L säum, naht, zusammennahen; aÜengl. seam, seem, 
scm, ags. seäm, dUn. saumr, schu)d. dän. som, äUfrs. säm, ndd. 
soom, ndl. zoom, ahd. sanm, soum, mhd. soum, nhd. säum; wahr- 
scheinlieh zu dem stamm des Zeitworts goth. siujan, mhd. sin wen, 
suwen nahen; vgl. das engl sew 3.; bemerkenswerth ist die ab- 
leitung seamstress nähterin, altengl. seamestre; ^. Mätzner 1,266; 
Trench E. 158 f.; zum Stammwort vgl. noch Weigand 2, 545. 

SeaM 2. ein getraidemass, pf erdelast; bei Hai. 717 seam: a 
horse-load, a quarter of com, a quarter of an acre ; aUengl. seam, 
saem, cys. seam : sacculus, onus, sarcina jnmentaria, aUn. saumr, 
ahd, saum, soum, mhd. soum, nhd. saum; aus mlat. sauma, sal ma 
fOr sagma, gr. öayfun packsattd, zu ödttB^v bepacken, belasten; 
ebendaher ott/r.^ säume, some, neufr. somme; s. Weigand 2, 546; 
Burguy 3, 350; Diez 1, 364 und vgl. die engl sumpter, 
sum me r 3. 

23* 



356 Seam 3. — Season. 

Beam 3« feU, ialgy speck; bei Hal. 717 seam, seame, »erne: 
lard; aber 702 auch saim, sayme: lard, fat; nach Bosw. ags. seim: 
seam, fat ; in der voraussetaung, doss es unrklich ein dttes german. 
wart seiy hai man verglichen altn. seimr: ductile quid, ndd. sem, 
ahd, seim, sein, nAcI. seim dickfiiessender hanig; Matzner 1, 213; 
andrerseits bieten sich vielmehr dar die roman. ausdrücke it. 
saime, Sjp. sain, pr. sagiu, sain, fr. sain in sain-doux schmats, 
schmeer, die auf das lot. sagiua mast eurückgeführt werden; bei 
der Unsicherheit des ags. seim und der abweichenden bedeutung 
der anderen german. Wörter scheint die letsftere erktärung aUer- 
dings den voreug zu verdienen. 

Sean ein grosses netz; Hai. 717; auch sein und seine ge^ 
schrieben; aUengh seine, saine, ctgs. segne, öfter auch aUfr. seine 
für seene, saene, neufr. seine, seune ; eu gründe liegt das lot. gr. 
sagena, öay'qvi] zugnete, welches in das german. und roman. ge- 
biet eindrang; ahd. segina, mhd. segene, segen, seigene, it. sagena; 
s. Lexer 2, 848; Diez 2, 423. 

Scar dürr, dörren; Hai. 717 sear: dry, withered, aUengl. sear, 
seer, ags. sear, aUndl. sore, soore, ndd. sor, soor, mhd. sor, als 
Zeitwort altengl. seerin, searin, searien, ags. searian, ndd. ndl. 
mhd. soren, zooren; s. Br. Wb. 4, 924; Lexer 2, 1055; von dem 
deutschen stamme hat man abgeleitet die romanischen ausdrücke 
it. sanro, soro, pr. säur, /r. saure braun; Diez 1, 366; doch bleibt 
diese Verbindung fraglich, wie auch der weiter vermuthete zu- 
sammenhang mit dem ags. sär, engl, sore, oder mit 'dem gr. 
^Qog trocken; vgl. Dief. 2, 182; Fiek « 885. Sear: the yellow 
betwixt the beak and the eyes of a hawk, die W€^hshaut, ist 
gleich cere, fr. cire, lat. cera wachs; vgl. cerecloth Wachstuch. 

Search suchen; tMengl. cerchen, cergin, ceerchyn, serchen, 
aUfr. cerchier, cercher, neufr. chercher, pr. cercar, sercar, it. 
cercare, aus dem lat. circare um etwas herumgehen, daher sp. pg. 
cercar einscKliessen, aber aUpg. durchsuchen; vgl. Diez 1, 122; 
Burgny 3, 63 und Wedgwood 3, 139, wdcher wegen der begriff s- 
entwicklung verweist auf gr. yvQog kreis, neugr. yvQBVio ich 
durchsuche, yvQl^m durchwandere. 

Season Jahreszeit, zeit; altengl. seyson, seson, cesune, cesonn, 
cUtfr. seson, seison, neufr. saison, sp. pr. sazon, pg. sazäo; diese 
werden doch am besten abgleitet von dem lat. satio saat, saäftzeit; 
andere führen sie zurück mit dem gleichbedeutenden ü. stagione 
auf lat. statio stillstand, Standpunkt; Diez 1, 396; Burguy 3, 333; 



Seat — Seel 1. 357 

Litire, Scheler und Wedgwood 3, 141 ; wegen der weiteren begriffs- 
eniwicUung vgl. das engl, jseitwart season mü dem sp. pr. sazouar, 
fr. assaisonner. 

Seat sitz; aUengl. seete, sete, saete^ ags. saete, aUn. saeti, 
oUndiL sate, dhd. ge-säze, mhd. säse; zu dem Stammwort ags. 
sitau, engl. sit. 

Sedge riedgras; bei Hai. 719 segge, seg, aUengl. seg, ags. secg, 
aUndl. segghe; nach Etm. G22 hat das ags. secg die bedeutungen: 
ensis brevis, gladiolus, carex und gehört zusammen mit dem nhd. 
sech pfiugschaar, so doiss ursprünglich eine pflanze mit schnei- 
denden, schwertähnlichen blättern gemeint wäre; vgl. die pflanzen- 
namen fr. glaieul, vom lot. gladiolus, tihd. schwertel ; wegen des 
Stammes saw 1. 

See 1. sitz; aUengl. se, aUfr. se, sed, sied, siez, vom lat. sedes 
zu sedere; vgl. wegen des urverwandten Stammes das engl. sit. 

See 2. sehen; aUengl. seeu, sen, seon, ags. seou, sehvan; s. 
wegen der konjugationsformen Stratmaim ^ 497; Mätzner 1, 393; 
goih. saihvan, alts, sehan, scan, aUfrs. sia, ndd. seen, ndL sien, 
zieu, aUn. sia, schwd. se, dän. see, ahd. sehan, mhd. nhd. sehen; 
die Urverwandtschaft ist zweifelhaft; einige stellen es in der 
grundbedeutung mit den äugen nachgehen zu skr. sac, sap, lat. 
sequi, gr. SnB6^€u folgen, andere zu skr. cax oder in dem ur- 
sprünglichen sinne des sichtens zu lat. secare schneiden, trennen ; 
vgl Lexer 2, 851; Kick« 891; Dief. 2, 183. - Mundartlich steht 
see auch für sea; s. Hai. 718. 

Seed samen, saat; aUengl. seed, sed, zed, saed, ags. saed, 
goth. se|)s, aUs. sad, aUn. sad, ahd. mhd. sät, nhd. saat; zu dem 
Stammwort ags. sävan, engl, sow 2. säen; vgl. Stratmaun ^ 4t>9; 
Dief. 2, 199 und Weigand 2, 527. 

Se^ suchen; aUengl. seken, sechen, ags. secan, seceau, soecan; 
vgl. über die formen der Vergangenheit bei Mätzner 1, 374; goth. 
8okjan, aUfrs. seka, cdts. sokean, ndd. soeken, ndl. zoeken, aÜn. 
soekja, schwd. soka, dän. söge, ahd. suochan, mhd. suochen, nhd. 
sueheu; das engl wort entstand durch umlaut aus dem stamme 
soc, welcher selbst (Us Präteritum gehört zu sacan streiten; vgl. 
Etm. 620 f.; Weigand 2, 840; Dief. 2, 180, sowie die engl be- 
seech und sake. 

Seel L die äugen verschUessen; 8mart: „to close as the eyes 
of a wild hawk in training; hence, to hoodwink;'* der faXkner- 
amzdruck ist fr. siller, ciller, eigenÜ. reniuer les cils, dann auch 



358 Seel 2. — Seldom. 

coudre le» cils, van cil, lot. cilium urimper; Diez 2, 427; es mussie 
sick dann leicht mischen mit seal siegeln^ versiegeln^ verscMiessen ; 
Hai. 720 seien: to seal. 

Seel 2. gluck J zeit; (MengL sele, sei, sael, (igs. sael, ottn. 
saela, goth. selei; dazu das veraltete seely; hei Hai. 720 selyness: 
happiness; vgl. silly und Dief. 2, 201. 

Seel 3. schlingern; der Schifferausdruck scheint zu beruhen 
auf fr. silier das meer durchschneiden, welches von Diez 2, 427 
auf aUn. sila furchen, einschneiden zurückgeführt wird. 

Seem scheinen, passen; bei Hai. 718 seem: to think, suppose, 
imagine; aitengl. seemen, semen, ags. seroan: componere, conci- 
liare, judicare, dUn. soema passen; in detn ags. seman zeigt sich 
noch detUUch der Zusammenhang mit dem stamme sam; vgl. 
same; der grundbegri/f ist der des zusammensteüens, zusammen- 
passens, woraus sich dann die bedeutungen entwickeln: urtheilenj 
denken, vergleichen, passen, gleichen, scheinen, erscheinen; so 
auch noch neuengl. beseem geziemen, seemly ziemlich; s. wegen 
analoger begri/fsentfaUung die auf das fr. semble zurückgehenden 
engl, semble, resemble und vgl. im allgemeinen Wedgwood 
3, 143; Dief. 2, 192. 

Seethe sieden; aUengl. sethen, seothen, ags. seodan, siodan; 
vgl. wegen der jetzt veralteten starken formen; bei Hai. 769 sodde, 
sodden ; Stratmaun > 497 ; Mätzner 1, 402; aitfrs. siatha, ndl. zieden, 
ndd. seden, dUn. sioda, schwd. sjuda, d&n. syde, ahd. siodan, 
mhd. nhd. sieden; die weitere Verwandtschaft ist zweifelhaft; 
man hat es mit dem goth. sau[>s opfer zusammengestellt, auch 
zu skr. sudh reinigen; vgl. Weigand 2, 703; Dief. 2, 193; Lexer 
2,911; Kick «890. • 

Seice ergreifen; aUengl. seisen, sesen, saisen, cdtfr. saisir, 
seisir, neufr. saisir, pr. sazir, it. sagire in besitz setzen, ergreifen^ 
wegnehmen; nach Diez 1, 362 ursprünglich ein rechtsausdrueky 
hervorgegangen aiAS dein ahd. sazjan, bisazjan; vgl. die ags. bi- 
settrn, neuengl. beset, nhd. besetzen einnehmen, in besitz nehmen^ 
deren vorpartikel abgefallen sein könnte; pr. sazir la terra das 
land besetzen; andere erklärungsversuche, wonach it. stoggire die 
grundform wäre und von einem lot. statare, statiure, oder von 
einem deutschen statian festmachen herkäme, s. bei Scheler; vgk 
Wedgwood 3, 145. 

Seldom selten; aUengl. seldum, seldum, seldan, ags. seldum, 
seldon, seldan, aitfrs. sielden, ndd. seiden, seilen, ndl. zelden, aUn. 



Self — Semble. 359 

sialdan, schwd. sällau, dän, sjelden, ahd, seltau, mhd. nhd. selten ; 
eine ihrer entstehung nctch zweifelhafte Weiterbildung des Stammes 
goih. silds, ahd. seit, aUs. ags. altengl seid, aUn. sialdr, der nwr 
in Musammensetsfungen ais erster theil begegnet; s. ürimm Ur.2,654; 
3, 96; Weigaud 2, 688; Dief. 2, 209; StratmannM94; hiergu ge- 
hört das aUengl. selly, selj, sellic, sillic seltsam, wunderbar, ags. 
sellic, sjllic, seldlic, goth. sildaleiks, ahd. seldiic, welches nicht 
ganjs ohne einfluss auf das neuengl. silly gewesen eu sein scheint; 
der weitere Ursprung von seKI, seldom ist unaufgeklärt. 

Seif selbst; aUengl. seif, silf, sulf, seolf, ags. seif, seolf, sjlf, 
silf, aUs. aüfrs. seif, ndd. sulv, ndl. zelf» altn. sialfr, schwd. själf, 
dän. sely, ahd. selbo, selb, mhd. selb, nhd. selbe, selbst, goth. 
silba, silbo; nach Grimm 6r. 2, 5. 646 ursprünglich vielleicht eu- 
sammengesetet aus dem stamme des reflexivpronomens goth. si 
und dem zeitwort leiban bleiben, so dass es zunächst das in sich 
bleibende, verharrende bezeichnet hätte; andrerseits wird es zu- 
sammengestellt mit skr. sarva aü, mit aUslav. seli selbst; s. 
Weigand 2, 683; Dief. 2, 209; Bopp V. Gr. 2, 61; Fick • 894; 
wegen einer erst neuengl. ableitung selfish selbstsüchtig vgl 
Trench E. 106. 

Seil verkaufen; aUengl. seilen, sillen, seoUen, sullen, ags. 
sellan, syllan ; vgl. über die konjugcUionsformen bei Stratmann ^495 ; 
Mätzuer 1, 367; alts, sellian, altfrs. sella, ndd. seilen, syllen, aUn. 
selja, schwd. sälja, dän. sälge, ahd. mhd. seilen; das entsprechende 
goth. saljan bedeutet opfern und so verläuft die begriffsentwick- 
hing: feierlich darbringen, übergeben, übereignen, verkaufen; 
vgl. das hauptwort sale verkauf; Htm. 628; Dief. 2, 187 f.; 
Fick • 548. 889. 

Selvage sahlband; 8kinner erklärt es als salvage, from its 
saving the cloth, was doch nur als eine umdeutung gelten darf; 
der ausdruck beruht vidfnehr auf ndl. zelfegge , ndd. seifegge, 
von egge tuchrand, also eigentl. das eigene, aus den fäden ge- 
machte ende des gewebes; vgl. die gleichbedeutenden ndl. zelfkant, 
zelfeinde. ndd. seif kaut, seitende, nhd. selbeude, seihend, umge- 
deutet zu seiband, sal band; nachgebildet in sahlleiste; so heisst 
es it. orlo naturale der ntUürliche säum, dois wahre ende; s. 
Weigand 2, 683; Wedgwood 3, 146. 

Senble nachbilden, scheinen; aUengl. semblen, semeleu, fr. 
sembler, von den Jo^. similare, simulare; 5. assemble, resemble 
und wegen der roman. ausdrücke bei Diez 1, 377 f. 



360 Send — Sentinel. 

Send senden; aUengl. senden; vgl. wegen der hatyugaiionS' 
formen Mätzner 1, 377; ags. sendan, goth. sandjan, aUs. sendian, 
aUfrs. senda, ndl. zenden, aUn. senda, schwd. sända, dän. sende, 
ahd. sen tan, senten, mhd. nhd. senden; es erscheint als faJctüiv 
eines nctch dem goth. sin[>, ags. sid weg amunehmenden tcurzet- 
verbs goth. sin^an, prater. 8an[>, sand gehen; vgl. Weigand 2, 690; 
Dief. 2, 210; Curtins No. 281; Fick« 893. 

Sendal eine art feines zeug; aUengl. sendal, sendall, cendal, 
altfr. cendal, sendal, it. zendale, sp. pg. pr. cendal, ndat. ceu- 
dalnm, sindalnm, daher auch mhd. zendäl, sendal, zindäl, nhd. 
zendel, zindel ; das mlat. wort wird abgeleitet von dem gr. öivdciv, 
lat. sindon, nUat. sindo feines jseug aus Indien; s. Weigand 2, 11 45; 
Diez 1, 450 und Dncange unter cendalam. 

Seneschal seneschaU; aUfr. seneschal, senescal, neufr. s^ue- 
chal, 5p. pr. senescal, it. siniscalco, mlat. seniscalcns, siniscalcus, 
mhd. seneschalt; das mlat. wort beruht auf einem voraussuseteenden 
ahd. siniscalh, siniscalc der älteste diener; von den deutschen 
Stämmen sin alt, vorhanden in goth. sinista älteste und goth. 
skalks, ags. scealc knecht, nhd. schalk; über den ersten theü und 
seine weitere Verwandtschaft mit gr. Svog, lot. senex, skr. sanas, 
litth. senas att- s. Curtins No. 428; ausserdem Bnrguy 3, 340; 
Weigand 2, 690; Dief. 2, 212. 232; Wkckernagel Umd. 6. 58. 

Sennet trompetenstoss ; Hai. 721 sennet: a particular set of 
notes on the trumpet or cornet, nach Wright Pro v. Diet. 838 mit 
den nebenformen cynet, synnet, signet au lat. signuni zeichen 
gehörig bedeutet es das signal; vgl. signet handsiegdy aUengl. 
synett, fr. signet und das engl. sign. 

Sense sinn; fr. sens, it. senso, lat. sensus, von sentire, dessen 
weitere zahlreiche ableitungen une sensible, sentence, sensual, 
resent, auch scent, nach den entsprechenden lat. und fr. Wörtern 
leicht zu erkennen sind; vgl. Smart. 

Sentinel schildwache; fr. sentinelle, sp. centinela, it. senti- 
nella; diese roman. Wörter werden von den einen auf d<xs it. lat. 
sentire fühlen y merken ^ vernehmen zuriUckgefOhrt ^ so dass die 
begriffsentwicklung ähnlich wäre une &et scout; von den anderen 
auf lat. sentiua unterster Schiffsraum, sentiuator hüter dessetbeUy 
so dass die bezeichnung von der flotte ausgegangen wäre; gegen 
die erste erUärung sprechen formelle bedenken , bei der zweiten 
stört die immerhin etwas künstliche begriffsentwicklung; nicht 
wahrscheinlicher aber ist die von Wedgwood 3, 147 versuchte 



Seqnin — Sergeant. 361 

herleüung aus dUfr. sente, neufr. Bentier weg, pfad, it sentiero, 
vom lot. semitarius; danach müsste sentinelle tsrsprungiUch be- 
zeichnet haben den weg^ den rundgang der wache; aUerdinga 
wurde sieh dann leichter die andere engl, form sentry erklären, 
die aber doch ai4ch aus blosser entstettung hervorgegangen sein 
kann; vgl. über die roman. worter bei Diez 1, 378. 379. 

Sequin eine goldmünze; mit den nebenformen chequin, zequin ; 
auch f^d. als fremdwort zechine, fr. seqnin, sp. zequin, ü. 
zeccbiuo, (umgeleitet von la Zecca, dem namen des münzhauses zu 
Venedig j wo diese goldmünze zuerst 1280 geprägt wurde; zecca 
aber, auch sp. zeca. seca münzstätte beruht auf dem aräb. pars. 
sekkah, sikkah prägstock, dann geprägtes büd der münze; s. 
Diez 2, 81; Weigand 2, 1127. 

Seraglio serail; wie das nhd. serail, fr. s^rail, pr. serralh, 
sp. serallo zunächst aus dem it. serraglio, welches in seiner be- 
deutung verschluss beruht auf dem zeitwort serrare« fr. serrer 
verschUesseUf zu niUU. serra, lat. sera schloss; dann aber wurde 
zugleich das türkische, eigentlich persische serai kaiserpalast in 
jener form den roman. sprachen angeeignet; vgl. Diez 1, 380; 
Weigand 2, 694 und caravan. 

Sere trocken, dürr; nebenform von sear. In der bedeutung 
Uaue eines raubvogels ist es das fr. serre, zu dem zeitwort serrer 
versctUiessen, zusammenpressen, auch engl, serr, serry; s. unter 
seraglio; endlich beruht ein veraltetes sere: several, many, each; 
serelopes: severally bei Ual. 722, aUengl. ser auf skandinav. 
gründe, äUn. ser, dän. sar besonders, sonderbar. 

Serenade (Aendständchen; auch nhd. als fremdwort serenade, 
fr. serenade, t^. serenata, vom pr. serena abendlied; über die 
weitere entstehung der romanischen Wörter aus lat. serus spät, 
vielleicht unter einfluss von serenas heiter, vgl. Diez 1, 379; 
Weigand 2, 695; Wedgwood 3, 148. 

Sergeant titel verschiedener beamten; aUengl. sergeaunt, 
sargeaunt, sergeand, (ütfr. sergeant, sergent, serjent diener, it. 
sergente, sp. sargen to, pr. servent, serven, sirvent, sirven ; entlehnt 
auch altndl. seriant, mhd. sarjaut, nhd. sergeant; entstanden aus 
dem lat. serviens, gen. servientis dienend zu servire, dessen andere 
sprässlinge wie serf, servant, service, serve leicht zu erkennen 
sind; vgl. Bnrgny 3, 342; Diez 1, 380; Weigand 2, 695; Koch 3^ 
140; Stratmann^ 498. 



362 Set - Sew 1. 

Set setzen; aÜengh setten, ags. settan; vgh wegen der Jum- 
jugaUonsfermen Stratmann ' 498; Matzner 1, 379; gotK satjau« 
oMs. settian, aUfrs. setta, ndd. setteii, ndk zetten, aUn. setja, 
schwd^ satta, dän, satfce, ahd, sazzan, mhd. sezzeu, nhd, setzen; 
es ist d($s schuHiche faktitiv gu dem starken wuraelverbum geth. 
sittan ; ^. s i t ; begriffsentwieklung und (Umleitungen verlaufen meist 
klar und gleiehmässig in den verschiedenen german. sprachen; 
im neuengl. ist natürlich wieder die leichtigkeit zu beobachteUf 
mit welcher bei den abgestumpften formen verba und hauptwörter 
ssusammenfaUen; vgl. settle, aUengl. setlen, ags. setlan und 
settle, aUengl. setel, ags. setl, ahd. sazal, nhd. seszel, im aOr- 
gemeinen Etm. 644 ff.; Dief. 2, 221. 

Seton ha4»rseil; fr. seton, it. setone; von dem lot. roman. 
seta borstCf himr, seide; vgl. Diez 1, 381 und satin. 

Seren sieben; bei Hai. 776 mundartl. sove; aUengl. seven, 
sevene, sove, seove, seoven, seoveue, seofen, ags. seofon, seofone, 
goth. sibun, dttfrs. singun, signn, aUs. sibun, sivun, ndd. seven, 
ndl. zevon, aUn. sjö fur sion, schwd. sin, dän. syv, ahd. sibun, 
mhd. siben, nhd. sieben; gr. inta, Uxt. septem (daher it. sette, 
5p. siete, fr. sept), skr. saptan, eend haptan, altslav. sedmu, russ. 
seni\ sedm, litth. septyni, keU. seachd, saith, seiz; s. Dief. 2, 203; 
Curtius No. 337; Bopp V. Gr. 2, 75. 399; in engl, büdungen er- 
scheint mxtOrlich neben der germanischen auch die reiniateinische 
und die roman. form des Stammes; vgl. September und sept- 
foil oder gang angeeignet set foil, das letate aus fr. sept und 
foil, fr. feuille, lot. folium blatt. 

Seyet trennen; aUengl. severen, aUfr. severer, seivrer, sevrer, 
neufr. erhalten in sevrer entwöhnen, it. sevrare, severare, scevrare; 
vom lat. separare trennen; vgl. das fr. separer, das engl, separate; 
dasfu gehört several verschieden y altfr. several, nUat. separalis, 
so wie unser verschiedene gu scheiden, fr. different, engl, dif- 
ftrent, gu lot. differre verschieden sein; s. Diez 2, 425; Bargay 
3, 344. 

Sew L folgen, verfolgen; mit der nebenform sue; oUenj^ 
sc wen, SU wen, siwen, aÜfr. sewir, sivir, suir, sivre, sevre, fi«i»/r. 
saivre, vom lot. seqiiere, sequi; Burguy 3, 344; d(Ufu schemt mu 
gehören sewer tafeldecker, aUengl. sewer, suer, schott. sewar 
vorschneider, tafddecker, insofern es nur die nebenform von suer : 
follower, diener ist; vgl. Mätzner 1, 213. 



Sew 2. — Shabrack. 368 

Sew 2. ablassen einen teichy trocken legen; daau sewer 
abaugskanalf altengl. sewiere, seawiere, sewire; Maliu bei Webster 
leitet sew in dieser bedeutung ab von dem ags. sihau, seon, ahd. 
sihan, sihon, ndd. sijen, nkd, seihen, seigen, ndl. ziggen, aUn. sia, 
sehwd. siga: colare; dies scheint aber vielmehr spuren hinter- 
Uissen eu haben in dem mundarÜ. engl, sie, sigh: to drain milk 
bei Hal. 742; dagegen beruht sew eher auf roman. gründe alt fr. 
esner, essuier, neufr. essnyer trocknen, aÜfr. essuier wasserabßug, 
SU fr. snc, loU. snens saft, exsucare der feuchtigkeit berauben; 
vgl. Burguy 3, 356; Diez 1, 404. 

S6W 3. nähen; altengl. seweu, seoweu, sowen; daher die 
veraltete nebenform sow; bei Hai. 777 sow: to sew; ags. seoviau, 
sivjan, goth. siujau, aUfrs. sia, schwd. s^^a, dän. sye, ahd. siuwen ; 
vgl. Dief. 2, 216 ff. und wegen weiterer Verwandtschaft mit lot. 
snere, gr. Tucö-öv-fo, slav. siva, litth. siuvu, skr. sivyämi, ws. siv 
bei Curtius No. 578; im engl, gehört dasu seam 1. säum, in den 
roman. sprachen sind die entsprechenden ausdrücke aus dem 
Musammengesetiten lat. consuere hervorgegangen it. cucire, sp. 
coser, pr. coser, cusir, fr. coudre; s. Diez 1, 147. — Die beseich- 
nung sew, sewe für ein gericht bei Hai. 725, ist wohl das aUfr. 
sui, neufr. snc, lat. snecns safl, brühe; Burguy 3, 356; wenn nicht 
das pr. sen, neufr. suif, it. sevo, lat. sevuni, sebnm unschlitt, fett; 
vgl. snet und Diez 1, 382; Mätzner 1, 213 denkt an das dUfr. 
soef, soeve, lat. suavis, aber aiuh an kymr. süg, südd fleischbrühe 
und ags. sogoda: succns; vgl. im allgemeinen über sew auch 
Wedgwood 3, 148—150. 

Sexton küster; dUengl. sextoin, secristoun, bei Hai. 719 
sekersteine; 725 sexesten; ebenda sextry: a sacristy, or vestry; 
so auch bei Levins sexteu: aedituns; sextry: sacrarium; es sind 
entsteUungen der fr. sacristain und sacristie; vgl. die nUat. sa- 
cristia, nhd. sakristei, bei Ducange sacrista: sacrorum cnstos. 

Shabby serlumpt, elend, erbärmlich; nebenform von scabby; 
Hal. 725 shab: the itch in animals; shabby: mangy; entsprechend 
ndL bei Binn. schabbig, mhd. schebic, nhd. schäbig krätzig, ver- 
schabt aussehend, sehr geizig; vgl. also scab und shave; Wei- 
gand 2, 549. 

Shabnek Pferdedecke ; auch nhd. als fremdwort Schabracke, 
fr. chabraque, ungr. csabrag, aus dem türk. tschaprak seidene 
golddurchwirkte Pferdedecke. 



364 Shackle 1. - Shag. 

Shackle 1. fessely feasdn; bet Levins shackle, shackil: com- 
pes; bet Hal. 725 shackle: the wrist, a twisted band, an iron 
loop moving on a bolt; aUengl. schakle, scheakele« (Mgs. sceacol, 
scacul: columbar fessel^ aUndt. schaek^ shakel glied einer heUe; 
vgh die aUn. skdkuU, schtvd. skakil, dän. skagle Strang^ Mug^ 
Strang; der Ursprung dieser werter ist utMar; gehören sie §u 
shake oder bu dem freiUch selbst sehr dunklen ndd. schake bein^ 
vgi. 6r. Wb. 4, 596; wie die tat. compes, pedica fessd su pes 
fuss? s. noeh Wedgwood 3, 151 und Mätzner 1, 216, der audi 
ein nhd. schake anfuhrt; als Zeitwert schon aUengl. schaklin. 

Skaekle 2. stoppet; Hai. 725 ; es ist wohl eine Weiterbildung 
von shack für shake; Hal. hat shack: to rove about, a vagabond, 
liberty of winter pasturage, the grain left after harvest and 
gleaning, to shed or shake out; so mag mit dem ausdrueh zuerst 
das ausgefallene getraide, dann die Stoppel und stoppelweide be- 
zeichnet worden sein; vgl. wegen des Zeitworts shake, ags. scacan : 
quatere, excutere, volare; Wedgwood 3, 151; Mätzner 1, 216. 

Skade schaUen; daneben shadow; altengL schade, schade we, 
schadowe, schadue, (^gs* scead, scaed, sceadu, gen. sceaduves, go>th. 
skadus, oMs. scado, ndd. schede, schadewe, schaduwe, ndl. schae- 
duwe, schaduw, ahd. scato, gen. scatewes, nihd. schate, schatewe, 
nhd. schatte, schatten; vgl. Ober weiter vermuthete vertQandtschaft 
mit den shandinav. ausdrücken aUn. skuggi, schwd. skugga, dän. 
skugge, mü dem keU. sgath, den gr. öxUi schcMenj öxotog dunkd- 
heüf von der wz. ska, skad, skr. chad bedecken, bei Dief. 2, 225 f. ; 
Curtius No. 112; s. auch das engl. sky. 

Skaft Schaft; aÜengl. shaft, schafl, sceaft, ags. sceafb, aUs, 
scaft, ndl. ndd. danach auch nhd. schacht, ahd. scaft, mhd. nhd. 
Schaft, aUn. skapt, schwd. skap, dän. skaft; die weitere ableüung 
ist zweifelhaft; man hat es gestellt zu gr. öxäxog, öxijxrQOv, lat. 
scapus, scipio; Curtius No. 108; andrerseits zu dem zeitwort nhd. 
schaben, engl scab, shave; Fick> 899; oder aber zu dem verbum 
skapan; s. das engl, shape; Grimm Gr. 2, 9; Dief. 2, 242; Wei- 
gand 2, 551. 554; sicher ist eine ahleUung des letzten shaft: 
creature bei Hai. 726 ; aUengl. schafte, ags. sceaft, geth. ga-skafts, 
ahd. ga-scaft, mhd. schaft, geschaft geschöpf. 

Skag zotte, zottig, rauh; vgl. dois ags. sceacga: caesaries 6^*Etm. 
670, welches seihst zu beruhen scheint aufskand. ausdrücken wie aUn. 
skaga: prominere; skagi: Promontorium ((Mengl. shase, shawe, vgL 
sha w), aUn. skegg bart, schwd. skägg, dän. skäg; Wedgwood 3, 152. 



Sluigreen — l^iallop. 365 

Shagreen gekörntes leder; fr. chagrin; 8. das weitere unter 
chagrin. 

ShftU schief gehen; bei Hal. 726 shail: to walk crookedly; 
727 shale: to straddle with the feet, to give way or slide down; 
aUengk shailen, skailen, schailen; vgl. dcis aUn. skialgr schief 
und die anderen unter scowl erwähnten ausdrucke^ welche die- 
sdbe grundbedeutung aeigen. 

Sliak6 schatteln, beben; aUengl. shaken, scaken, schaken, cys. 
scacan, sceacan; Ober die starken konjugationsfarmen bei Strat- 
mann^477; Mätzner 1, 396; aUs. skacan, dUn. skaka; verwandt 
damit scheinen au sein die nihd. ndl. schocken, ndd. schncken, 
nhd. schaukeln, schackem in schwingende bewegung seteen; vgl. 
shock 3.; Schwenck 557; Br, Wb. 4, 497; Lexer 2, 765; 
Pick • 903. 

^iksXt schalCy schalen; nebenform von scale und shell, wie 
es andererseits wieder fur shail begegnet; s. Hai. 727. 

Shall soU; dazu als Vergangenheit should; aUengl. schal, 
seal, sal, sceal, schel, sei, ags. sceal, scel, in der Vergangenheit 
altengL schulde, sculde, scolde, ags. scolde, sceolde; s. Stratmann* 
477. 486; Mätzner 1, 412; goth. skal; skulda, ags. seal; sculda, 
scolda, scolde, ndl. sal, zal; sulde, zoude, zon, ndd. schal; scholde, 
dUfrs. skal; skalde, ottn. skal; skuldi, skyldi, schwd. dän. skal; 
skulle, ahd. seal, scol, sal, sol; scolta, solta, mhd. sol; solte, nhd. 
soll ; sollte ; im infinitiv ags. sculan, goth. sknlan ; s. Dief. 2, 253 ff. ; 
die formen weisen auf ein wurgdverbum skilan, dessen Bedeutung 
Grimm ob iödten, verwunden ansetzt, so dass das ursprüngliche 
Präteritum bezeichnet h€U>e: ich habe verwundet^ getödtet und bin 
gu wergeld verpflichtet; G. d. d. S. 903; eine durch die indo^ 
germanischen sprechen weitverzweigte würzet skl scheint den 
grundbegriff des spättens, trennens gehabt zu haben; aber man 
wird nicht mit Wedgwood 3, 153 das soüen unmittelbar aus der 
bedeuiung des trennens y unterscheidens ableiten woüen; vgl. 
Weigand 2, 555. 725; Fick • 904. 

ShalloOB ein feines zeug; cdtengl. chalon, chaloun, chalnn, 
fr. chalon, sp. chalon, chalun ; auch mhd. und alter nhd. schalüne, 
Achalün, schalaun; doch nach der Stadt Chalons als dem orte 
genannt, wo der stoff zuerst gefertigt wurde. 

Shallop eine art boot; bei Hal. 727 shallop: a two -masted 
vessel ; angeeignet aus dem fr. chaloupe wie das nhd. sehatuppe ; 
8. das weitere unter sloop. 



866 Shallot — Shammy. 

SliaUot eine art zwiebd; nhd. schalotte, /r. eehaloite; s. 
weiter unter eschalot. 

Sliallow seicht; altengl. schalowe, schalou ; es liegt nahe das 
wart gusammenzusteüen mit shoal l. untiefe^ etwa auch mit 
shelf sandbank; aber der genauere Zusammenhang bliebe zu 
ermittdn und noch zweifelhafter sind die vermutheten beziehungen 
zu dem altn. skjalgr schiefe vgl. shail, oder zu dem nhd. schal; 
vgl. Mätzner 1, 216; Wedgwood 3, 154; Schwenck 552; Wei- 
gand 2, 555. 

SliaM unecht, teuschen, betrug; das wort ist erst gegen ende 
des 17. Jahrhunderts aufgekommen; vgl. darikber Trench 8tiid. 162 
und s. unter mob 1.; seinem stamme natch scheint es zu shame 
zu gehören und gut einigen als eine Verkürzung aus ashamed; 
vgl. bei Hai. 727 sham : shame, bad conduct, to blash with shame ; 
Dief. 2, 235; Mahn bei Webster vergleicht cUtn. skammr, ahd. 
scamm kurz; einigermassen erinnert es auch an unser nhd. 
Schemen Schattenbild, truggestaU, ndd. scheme, schem schatten; 
Weigand 2, 574. 

Slianble 1. bank; besonders im plural shambles fleisch- 
bank; altengl. schamel, scamel. scheomel, schamil; bei Hai. 748 
skemmel: a long form or stool; ags. sceanml, sceamol, scamol, 
ahd. scamal, mhd. schamel, schemel, nhd. schemmel, schamel, 
auch schon aUs. scamel, aus den nilat. scamellum, scamillnm, 
scamillus, vom lat. scamnnm, scabellnm bank; Weigand 2, 558. 

Shamble 2. schief und schleppend gehen; Hai. 727 shamble : 
to walk awkwardly , to be unsteady in conduct ; cdtndl. scham- 
pelen, schampen ausgleiten, entweithen; vgl Dief. 2, 235; Wedg- 
wood 3, 155 und die engl, scamble, scamper. 

Slimc scham, schämen; cdtengl. shame, schäme, scame, scome, 
shome, ags. sceamu,^ scamu, sceomu, scomu, altfrs. skome, alts. 
scama, altn. skomm, schwd. dän. skam, ndd. ndl. schämte, ahd. 
scama, mhd. nhd. scham; als Zeitwert altengl. shamen, schämen, 
schamien, ags. scamian, sceamian, goth. skaman, dUs. scamian, 
altn. skamma , schwd. skämma, dän. skamme, ahd. seamen, mhd. 
schämen, schemeu, nhd. schämen, meist als reflexives Zeitwort; 
es scheint entsprungen einem wurzelverbum skiman erröthen, einen 
rothen schein annehmen; vgl. shimmer; Dief. 2, 235; Weigand 
2, 557; Fick« 900; auch Wedgwood 3, 155. 

Shtmmy eine art leder, eigenÜ. gemsenieder; die am meisten 
angeeignete form von shamois, chamois; Wedgwood 3, 155 denkt 



Shamrock — Shard. 867 

an Verwechslung mit dem nhd. semisch, sämisch leder, pdn. zamcsz, 
rus8. zamscha, yyWdches aus türh semiz fett sein könnte^^ Wei- 
gand 2, 536, während natch Schwenck 544 auch diese hezeich- 
nungen auf chamois beruhen soUen; umdeutung und mischung 
mag leicht stattgefunden h<iben; vgl. auch bei Hai. 239 chammer 
und 727 shamew: a kind of gown. 

Shamrock Jdee; es ist ein keU. wort tr. seamar, seamrog, 
gaek seamrag, welches van den einen in Verbindung gebracht wird 
mit geal. seimb: pacific, soothing, „in allusion to its use as an 
anod3me in the disease of cattle" Worcester; van anderen mit 
dem ir. samh sanne, sammer; vgl. Dief. Or. Eur. 440 und Grimm 
Kl. S. 2, 156. 

Shank bein, schenket; aUengl. shanke, schauke, schonke, 
sconke, cys. sceanca, scanca, sceonca, sconca, schwd. dän. skank ; 
näehstverwandt damit sind die oAd^scincho, scinca, nihd. schinke, 
nhd. Schinken, aUfrs. skunka, skonka, ndd. schunke, ndl. schonk, 
als Verkleinerungen mhd. nhd. schenket; ferner die Zeitwörter 
aUengl. scheuchen, c^s. scencan, aUn. skenkja, ahd. sceuchan, 
mhd. nhd. schenken; auch bei Hal. 731 shenche, shenke; 750 
skink; vgl. Über diese ausdrücke und ihre begriffsentwicklung 
bei Weigand 2, 575. 585; Grimm Kl. S. 2, 179; Pick« 899. 

Shape gestaitf gestalten, schaffen; altengl. schap, <igs. ge-sceap, 
aUndL schap, altn. skap, mhd. ge-schaf; vgl. unter shaft; als 
sfeitwart altengl. shapen, schapen, schapien, ags. sceapian, scapan, 
sceppan, aUs. scapan, gath. skapjan, ahd. scafan, scafon, mhd. 
nhd. schaffen, altn. skapa, schwd. skapa, dän. skabe; mit viel- 
facher mischung starker und schwacher f armen; s. Weigand 2, 553; 
Diel 2, 241, wa auch auf die grundbedetdung schöpfen, lot. 
haurire, sowie auf weiter möglichen Zusammenhang mit ship, 
shift, shaft hingewiesen ist; wegen der Verwandtschaft in den 
anderen indogermanischen sprachen und der vermutheten be- 
Ziehungen zu gath. skaban, lat. scabere, engl, shave, zu gr. 
exaxTBiP graben, skr. kopati: fodere vgl. Curtius No. 109 würzet 
&1UCM; Fick > 406. 899. 

Shard scherbe; auch sheard und sherd geschrieben; altengl. 
scherd, schord^ scheard, ags. sceard: fractus, laceratus, fragmen, 
zu dem Zeitwort sceran : tondere, secare ; Etm. 678 f. ; s. das engl. 
shear; genau entsprechen ndd. ndL schaard in den bedeutungen 
seherbe und scharte, gebrochene Öffnung; vgl. bei Hai. 728 shard: 
an opening in a wood, a notch, a gap in a fence; alin. skard, 



368 Share — SlMri[. 

dän. skaar, nihd. nhd. scharte; vgl. Weigand 2, 568; Lexer 2, 669; 
Fick > 900. Andere bedeutungen van shard beruhen theäweise 
noch auf anderem gründe; shard homdecke, schaie soü aller'- 
dinge nur Übertragung sein: ,,probably from a fancied resemblüDce 
to a fragment of a pot;^' erinnert o&ar, wie Wedgwood bemerUf 
andrerseits an fr. ^charde splitter, it. scarda schuppe ^ scardare 
cAschuppen; vgk Diez 1, 113; shard ais name einer pflanäe be- 
gegnet wieder in dem nhd. scharte bei Weigand 2, 563; s. aber 
auch chard; als bezeichnung eines fisches entsprechen fr. ^charde, 
ndl. Bchaerde, scharre, ndd. scharren; Br. Wb. 4, 610; shard mist^ 
bei Hal. 728 sharde: cow -dung mtihnt an die gleichbedeutenden 
sharn, skarn, shorn, aUengl. scharn, ags. scearn, altfrs. skem, 
ndd. scharn, aUn. skarn; vgk Etm. 677; Stratmann > 479; Br. 
Wb. 4, 609. 

Sbare theü, iheüen; ags. scara, sceara: di^isio, portio, tnnna, 
tonsnra beruht auf sceran, engL shear; ahd. scara, mhd. schare, 
schar, nhd. schar, schaar abiheOung; so verschieden auch die 
begriffsentwicüung verläuft , so lassen sich doch die hierher pe- 
horigen werter auf den grundbegriff des theHens, trennens woM 
MuruckfOhren; so share pflugeisen, altengk schar, ags. scear, 
ahd. scara, mhd. nhd. schar ; Weigand 2, 560 ; bei Hai. 728 &e- 
gegnet share: to cut; auch share: the pubes of a man gehört 
hierher; aUengl. schare, <Mgs. scearu: inguen, pabes; wenn auch 
die begriffsentwichhmg hier wieder verschieden sein kann; vgl. 
über die wuraelf aus der Wörter wie shtLri, sharp, shire, short 
hervorgegangen bu sein scheinen, so wie iiber urverwandtschaß 
in anderen indogermanischen sprachen das engl, shear; eine 
MUsammensteUung der hierher gehörigen nhd. Wörter bei Kehrein 
106-118. 

Shark haifisch, räuber, rauben, betrugen; darf man mit den 
meisten en^ischen etffmdogen ausgehen von dem namen des ihierSy 
so dass die übrigen bedeutungen erst übertragen sind, so wird 
man annehmen können, dass die bezeichnung des fisches wie so 
vieler anderer aus dem lat. gr. entstellt herübergenommen sei^ 
und mag man somit verweisen auf lat. carchanis, gr. nm^xP^lag 
haifisch, vom gr. xaQxoifog mit scharfen, zackigen zahnen ver- 
sehen; Mätzner 1, 274; andere UH>llen, doch ohne wahrscheiidieh- 
keit, davon ausgehen, dass der fisch sdbst erst in der englisd^em 
spräche seinen namen von seiner raubgier und gefrässigkeii 
empfangen hdbe und legen dann mit Wedgwood 3, 158 ausdrücke 



Sharp — Shaw. 369 

0U gründe wie ndl. schrock gierig, gefrässigj oder gar das nhd. 
schnrke, die romanischen it scrocco, fr. escroc betrüger; vgl. über 
diese Br. Wb. 4, 722; Weigand 2, 648; Diez 1, 374; das engl 
shark findet sich bei »Shakespeare gane verein/seÜ, bei Levins 
gar nicht 

Skarp scharf; dltengl. scharp, scarp, ags. scearp, aUs. scarp, 
dUfrs. skerp, scherp, ndl. sclierp, ndd. scharp, dUn. skarpr, schwd. 
dän. skarp, ahd. scarf, sarf, mhd. scharf, scharpf, nhd. scharf; 
der ausdruch gehört eu einer wz. skarp (ind. kalp zerschneiden), 
lot. sarpo , gr. Sqxij sichel, aUslav. srupu und berührt sich nahe 
mit den ags. sceorfan spalten, sceran schneiden; vgt shear, auch 
scarf und escarp; Weigand 2, 561; Cartius No. 332; Fick* 205. 
901 ; ob abgeleitetes Zeitwert entspricht dem engl, sharp, sharpen 
schon cdtengl. scharpen, scerpen, ags. scerpan, scyrpan, ndl. 
scherpen, ndd. scharpen, schwd. skarpa, dän. skärpe, ahd. serfan, 
mhd. scherpfen, nhd. schärfen; auch das engl, sharp er betrüger 
ist doch nur auf sharp in den bedeutungen gewitzigt, gerieben, 
schlau zurückzuführen und nicht, wie Wedgwood meint, durch 
metalhese aus ndL schraapen, engl, scrape scharren zu erJdäiim; 
vgl. die begriffsentwicJclung von den fr. ausdrücken fourbe, fripou, 
polisson, vielleicht auch filoa bei Diez 2, 305. 

Sliatter zerbrechen, zerschmettern; es ist nur eine in be- 
stimmter bedeutung fixirte scheide form von scatter; bei Hai. 729 
shatter: to scatter aboat, to sprinkle; dabei mag auf den begriff 
eine gewisse lautnachahmung eingewirkt hdben, wie sie auch in 
dem ndl. schettem und in dem nhd. schmettern zu walten scheint. 

Skaye scheren, schaben; aUengt shaven, schaven, c^s. scafan; 
vglL wegen der starken kof^ugeUionsformen Stratmann ' 479; 
Matzner 1, 396; goth. skaban, ndl. ndd. scaven, schaven, ottn, 
8ka£E^ schwd. skafva, dän. skave; ahd. skaban, scapan, mhd. nhd. 
sdiaben; weiter zu lot. scabere kratzen, gr. öxaxrsvv graben; 
vgl shape; Weigand 2, 549; Dief. 2, 224 fiP.; Cartius No. 109; 
Fick • 405. 900. 

Shaw dickieht; Ual. 729 shave: a small coppice; shaw: athicket, 
a ranall wood, a grove; dUengl. shawe, showe, aUn. skögrwald, schwd. 
skog, dän. skov ; übrigens konnten sich in dem aUengl shawe man- 
cherlei verschiedene stamme mischen, theüweise auch unter beruh- 
rung der bedeutungen; vgl shave, shade, shag uiui show; bei 
Hal. 729 shaw: to rub the skin off by friction; shawe: to show; 
Stratmann» 477; Dief. 2, 226; Wedgwood 3, 159. 

MllUr, BtTOi.WOrUrb. U. a. Aafl. , 24 



370 Shawl — Shear. 

Shawl tuchf manteUuch; dtis engl, wart benM auf demtärk. 
pers. ind. sbal feines eeug^ tuch und ist damn in die anderen 
neueren sprachen gedrungen^ theils fast unverändert wie nhd. 
shawl, schawl, dän. shawl, shavl, theils mehr angeeignet wie fr. 
chäle, it. sciallo, ndl. sjaal. 

Shawm rohrpfeife ; bei Hai. 729 shawm : a shalm , a sort of 
pipe resembling a haatboy; bei Levins shalme: tibia; der aus^ 
druck beruht auf dem lat. calamus röhr, mittds des aUroman, 
calamel, aÜfr. chalemel, neufr. chalumeau, woraus ebenfalls her- 
vorgingen mhd. schalemie, ndd. schalmeide, ndl. scalmei, nhd, 
Schalmei; Diez 2, 249; Weigand 2, 557; das formell sehr nahe 
tretende shalmie: a psaltery bei Hal. 727 erklärt sich als eine 
entsteUung aus psalmie, salmie ; vgl. das altengl, salm für psalm, 
bei HaL 703 salme: to sing psalms; wegen des in shawm ent- 
haltenen Stammworts lot. calamas vgL calamary und halm. 

She sie; dUengl. sehe, scho, scheo, sho, she, neben beo, ho, 
ags. bed; aber goth. si, oMs. sin, ndd. se, ndl. sy, ahd. sin, mhd. 
fihd. sie; vgl. das altengl. ags. se er, der, aUn. goth. skr. sa; ags. 
seo, sio diCj jene, aUn. sia, su, goth. so ; s. Ober die sfweifdhafle 
entstehung des engl, she bei Mätzner 1, 187; Fiedler' 1, 244. 

Sheaf garbCf bündel; bei Hai. 729 sheafe, sheaf: a bandle of 
arrows; 735 shoof; altengl. scheef, sheef^ schaef, shef, schea^ ags. 
sceaf, ndd. schöf , ndL scoof^ scof, aUn. skauf, ahd. scoup, mhd. 
schoup, fihd. schaab in den bedeutungen strokbündelj Strohwisch; 
es gehört eu dem eeitwort goth. skiuban, ags. sce6&n, engl, shove, 
so dass es ursprünglich etwas Busammengeschobenes bedeutet; s. 
Weigand 2, 566; Wedgwood 3, 160. 

Sheal schälen; doch nur eine nebenform von shell, oUengL 
schellin, schillin; in der bedeutung to sheal milk: to separate the 
parts, to curdle it führt es Wedgwood 3, 160 unter Verweisung 
auf engl, skill jmnächst aurück auf die dän. skille trennen^ 
skilies sich scheiden. Ein anderes sheal hüttCf bei Hai. 729 sheal : 
a temporary summer hut ; 732 shiel: a shepherd's cottage, or hut, 
sonst auch shealiug, shelling, shieling wird iheils gestdU su skand. 
ausdrücken wie altn. skjol schutM, skyla schatten^ beschütsen^ iheUs 
jm keU. Wörtern wie gad. sgail schaUeny sgdilean schatten^ schirm^ 
lauhcj hüttCf sg^an hütte; andere bringen es in Verbindung mit 
shield schUd, schirmen, so dass es entsteUt wäre aus shielding. 

Shear scheren; aUengl. sheren, scheren, sceren, ags. sceran; 
vgl. über die starken kon^ugationsformen Stratmaun ^ 483 und 



SheaUi — Shed 1. 371 

Mätzner 1, 391 ; aUfrs. skera, scbera, ndd. scheren, ndl. scheeren, 
aUn. skera, dän, skäre, ahd. sceran, fkhd. schern, nhd. scheren; 
mit der grundbedeutung des Schneidens eu einer we. skar, shr. 
kar, gr. »alfm; s. bei Weigand 2, 576; Curtius* 141. 651; Pick« 
203. 407. 902; vgl. die engl, scare, share, sharp und weitere 
berOhrungen wie mit sheer bei Dief. 2, 247; unmittelbar eu shear 
gehört das hauptwart shears, selten im singular shear, altengl. 
shere, schere, äUfrs. skere, schere, ahd. scari, scara, scera, mhd. 
schaere, hhd. schere, scheere; vgl. den auf demselben stamme 
beruhenden ausdruck für abgerissenes felsstück, hlippe altn. sker, 
schwd. skar, dän. skjär, nhd. schere, altengl. sker, scar, scarre; 
s. Hai. 709; Stratmauu» 504; Weigand 2, 569. 

ShMth scheide; altengl. schethe, schede, seaethe, shaethe, ags. 
scaed, sceäd, alts, scedia, scedia, ndl. ndd. schede, schee, altn. 
als plural skeidir, schwd. skida, dän. skede, ahd. sceida, mhd. 
nhd. scheide; eu dem eeitwort goth. skaidan, ags. sceadan, älts. 
scedhan, scedan, ahd. sceidan, mhd. nhd. scheiden, vgl. shed 2.; 
j^leiehsam die durch einstecken der waffenkUnge sich scheidende 
hOUe, weshalb auch altn. kein singular, sondern der weibliche 
plural skeidir^' Weigand 2, 569; wegen weiterer verwandtschaß 
des Stammes mit lot. scindo, gr. öxl^a (aus öxlijm) eu der we. 
shr. chid (aus skid) vgl. Cnrtins » 232; Fick « 207. 898; Dief. 
2, 229 ff. 

Skeave L sammeln; bei Hai. 729 sheave: to bind com; von 
dem hauptwort sheaf kombündel, garbe. 

Skeave 2. scheibe; Wedgwood erklärt es als: „the circular 
disk on which the rope works in a pulley ,^^ und nimmt es so 
richtig eusam$nen mit shive 1. scheibe; vgl. bei Hal. 730 shefe: 
a shive of bread; Levins hat shive: sectio panis neben shive: 
dissecare; altengl. schife, schive; e^ ist das ndd. schive, ndl. 
schijve, schijf, mhd. schibe, fihd. scheibe, altn. skifa, schwd. 
skifva, dän. skive mit der grundbedeutung eines flachen, dünnen 
Stücks; s. Wedgwood 3, 161; Weigand 2, 569; das mhd. scluben 
rollen , kugeln, von dem man es herleitet , ist doch vielleicht erst 
später gebildet und das hauptwort mit dem grundbegriffe des 
Schnittes abeuleiten von einem stammverbum des Schneidens; vgl. 
das engl, shiver spalten, splittern. 

Skfd L vergiessen; altengl. sheden, scheden, cdtfrs. schedda, 
ags. sceddan, das sich als starkes eeitwort mischt mit scadan, 
seeiilan trennen, theilen; Mätzner 1, 369; es scheint nahe verwandt 

24* 



372 Shed 2. — Sheer. 

mit alts, scuddian schüttdn, schütteHj mndL scudden, ahd. scutjan, 
scuttan, mhd. nhd. schütten; vgl. die Weiterbildungen nhd. schütteln, 
schüttern ; Weigand 2, 649 f. 

Shed 2. trennung, unterschied^ scheide, unterscheiden; Hal. 
729 f.; Wedgwood 3, 162; es sind die letzten spuren von dem 
altengl. sheden, schaeden, scheaden scheiden, ctgs. sceadan, goth. 
skaidan, oAd. sceiden, mhd. nhd. scheiden; s. Dief. 2, 229 und 
sheath; wegen des erst in neuerer zeit dem nhd. waszerscheide 
fU3uihgebildeten watershed vgL Trench E. 104. 

Shed 3. Wetterdach, schuppen; in dieser form wohl nichts anderes 
als das altengl. shed, schead für shade mit der grundbedeutung 
schatten; dagegen weist das aUengL shndde, schudde: a hut, shed, 
or hovel mehr auf schwd. skydd schütz, skydda schützen hin; 
vgl. Hal. 740 ; Stratniaun » 476. 489. 

Sheen glänzend, glänz, glänzen; das zu gründe liegende ad- 
jektiv ist altengl. sheene, shene, schene, in der ältesten zeit auch 
scene, scone, sceone, ags. scene, scyne, sceöne, aUfrs. skene, scdne, 
dUs. sconi, tuM. schöne, schön, ndl. schoon, goth. skauns, sehwd. 
skon, dän. skjön, ahd. sconi, scone, mhd. schoene, nhd. schön; 
wohl aus derselben würzet hervorgegangen wie show; doch vgL 
auch shine, mit dessen stamm es sich mehrfach berührt und 
gemischt zu haben scheint; s. Weigand 2, 628; Lexer 2, 768; Oief. 

2, 239. 246 ; Kehrein 889. 

Sheep schaf; altengl. shep, sep, schep, sceap, c^s. scep, sceap, 
alts, scäp, ndd, ndl. schaap, ahd. scaf, mhd. schäf, ndh. schaf; die 
weitere abstammung ist dtmkel; Weigand 2, 552; Wedgwood 3, 162 
bemerkt dazu: „It has been referred to Pol. skop, Bohem. skopec: 
a wether or castrated sheep (whence skopowina: mutton) from 
skopiti: to castrate ;^^ und vergleicht das it. castrato hammd, 
sowie das fr. mouton, mlat. multo, vom litt, mutilns verstümmelt. 

Sheer lauter. Mar, dünn, schnell; altengl. sheere, sher, schere, 
skere, dUn. skaerr, dän. skjär, skär; daneben aber bei Hai. 733 
shire: clear, bright, shining, thin, scanty, altengl. shire, shir, scir, 
schir, ags. scir, alts, skir, altfrs. skire, ndd. schir, altn. skirr, 
mhd. schir, nhd. schier, goth. skeirs; s. Weigand 2, 580; Dief. 

3, 246; auch über die in mehreren sprachen begegnende mischung 
verschiedener Stämme zu derselben form; Stratmann3 485.504; dem 
neuengl. Sheer-Thursday grüner donnerstag, Hai. 730, entspricht 
altengl. skere thursdai, shere thorsdai, schwd. dän. skaertorsdag; 
wohl zu verstehen als der donnerstag der reinen, sündlosen, dies 



Sheet — SheU. 373 

viridiuui; vgl. unser gründonnerstag bei Weij^aiid 1, 401; in 
anderen bedeutungen, besonder^ der schiff ersprachey wird sheer 
als nebenform von shear ^u erklären sein; s. »Smart und 
Webster. 

Sheet eine breite fläche tuch, Wasserfläche, bogen papier; bei 
lievins sheete Jdeid, bogen papier ; aUengl. shete, schete, scheete ; 
ags. scete, sc^: sindon, liuteum, pars, portio vestis, angulus und 
sceat: pars, portio, angulus, vestis, pellis; /m dem wureelverbum 
ags. soeutau, engl, shoot; es entsprechen dem ags. sceat die goth, 
skauts, dUfrs. skät, ndU sehoot, ol^n. skaut, akd. scoz, mhd. 
sch63, schöze, nhd. schosz; vgl. wegen der nautischen bedeutung 
das ndd. dann auch nhd. schote, ndl. sehoot, altn, skaut, schwd, 
ökot, welches wesentlich dasselbe toort ist; daraus auf roman. 
gebiete it. scotta, sp. pg. escota, aUfr. escota; Diez 1, 374; die 
begriffsentwicklung scheint etwa verlaufen zu sein: geschoss, pfeil, 
spüse, JUeidspitee, kleidy tuch u. s. w. ähnlich wie bei gore 2.; 
s. Etm. 090 f.; Ktratmami» 480. 483; Weigand 2, 032 f. und Diet. 
2, 240 ; Fick » 409. 

Sheld bunt, gefleckt; bei Hai. 730 shekl: spotted, variegated; 
shelled: piebald; davon nach Wedgwood 3, 101 ausdrücke wie 
sheldapple: the chaftiuch or pied fluch; sheldrake, shelduck: a 
particoloured kind of duck ; derselbe führt die beeeichnui^g zurück 
auf die skandinav. Wörter altn. skioldottr, dän. skjoldet gefleckt, 
gestreifl, zu aUn. skioldr schUd; s. shield; eine ähnliche be- 
griffsentwicklung zeigt allerdings das nhd. geschildert bunt, mit 
schildartigen flecken versehen, zunächst von vögeln; vgl. in 
dieser hinsieht bereits ags. scyld theil des vogelgefieders bei 
Grein 2, 407. 

Shelf bret, bank, sandbank; altengl. scelfe, ags. scelfe, scylfe, 
ndl. schelve, schelf, ndd. schelf; Br. Wb. 4, 031; altn. skialf; die 
ahd, sceliya, mhd. schelve, nhd. schelf e bedeuten schale, schote, 
könnten übrigens wohl ursprünglich dasselbe wort sein; vgl. unser 
nhd. verschalen mit bretern bekleiden; die würzet wird in dem 
Zeitwort ags. scelan trennen zu suchen sein, so dass die begriffs- 
entwicklung etwa war: gespaltenes, bret, bretergerüst, bank, dann 
wohl erst sandbank, obgleich shelf in der letzten bedeutung 
auch stark an die bezeichnungen shallow seicht, shoal sand- 
bank erinnert; Wedgwood 3, 104. 

Shell schale, muschel, schälen; aUengl. shelle, schelle, ags. 
ftcell^ sciell, scyll, altn. skell, ndl. ndd. schelle, goth. skalja; als 



374 Shelter ~ Sherry. 

Zeitwort aUengl. schellcu, Hchillin, ndd. schelleu, ndl. schellen, 
Hchilleu; vgt weUeres unter scale 2. 

Shelter schutSy schützen; Wedgwood 3, 1(54 verweist auf ein 
mundartl deutsches schelter Ofenschirm, auf shandin. ausdrücke 
ioie skjol, skjul schirm, schütz, skyla bedecken, schützen, endlieh 
auch auf gad^ sgail schatten, schieier, hüUe ; der ausdruck scheint 
vielmehr hervorgegangen zu sein aus dem dUengl. sheld für 
shield, Hal. 730, und zwar wahrscheinlich mittels einer ursprüngL 
zusammengesetzten, später nicht mehr verstandenen bildung, dtt- 
engl, scheltrone, scheltrnn, schiltroun, früher scheltrome, scheld- 
troiue, scheldtmm, ags. scildtruma: testudo, acies; vgl. Eim. 681; 
Grimm ür. 3, 444; Mätzner 1, 172; bei Hai. 730 sheltronne: a 
regiment of soldiers. 

Sheni schänden, beschimpfen, verderben, verdunkeln; so bei 
Hai. 731 shende; aUengl. shenden, sehenden, scendeu, o^.scendan, 
scyudan, ndl. sehenden, ahd. scautian, seentan, seeudan, mhd. 
sehenden, nhd. schänden ; vgl. über die engl, und ags. formen bei 
Btratmanu ^ 481 ; Mätzner 1« 377; £tm. 672; zunächst ableitung 
von dem neuengl. erloschenen aUengl. seonde, schonde, scande, 
schände, ags. seand, sceand, second, seond, goth. skanda, (Jul. 
seanta, scanda, nihd. nhd. schände; Über dessen weitere zweifele 
hafte heffjcunft und Zusammenhang mit engl, shame oder mit 
dem fihd, schinden s. bei Dief. 2, 237; Weigand 2, 558; Lexer 2,655; 

Shepherd schäfer; (Utengl. sheepherdo, shephurde, shephirde, 
ags. seep-, scaep-, seeäp-hirde; vgl. sheep und herd. 

Sherbet 'ein kühlendes getränk; das ursprüngl. arab. wort 
scherbet, schorbet, scharbat, plur. scharabät Zuckersaft, getränk, 
von sehariba trinken, drang in verschiedenen mehr oder minder 
angeeigneten, auch umgedeuteten formen in die neueren sprachen 
ein; im engl, ausser sherbet auch sorbet nach dem fr. sorbet, 
sp. Sorbete, pg. sorvete, it. sorbetto, etwa mit anlehnung an lot. 
sorber e schlürfen; s. Diez 1, 389; vgl. femer die engl, shrab 2. 
und sirop, sowie die entsprechenden nhd. fremdworter sorbet, 
scherbet, syrup bei Weigand 2, 733. 852. 

Sheriff kreisrichter ; bei Levins sherif: praetor provincialis, 
bei Hai. 731 sherewe; 738 shrefe; attengl. shirreve, scirreve, 
schirre ve, ags. scirgerefa; vgl. shire und reeve; noch mehr 
zusammengezogen auch shrieve. 

Sherry eine art wein; benannt nach der stadt Xeres bei 
Cadiz in Spanien, woher er kam; ehemals auch sherris, sherry- 
sack, sherris-sack. 



Shew — Shilling. 375 

Skew sseigen; s. unter der nebenform show. 

Sldie gespcMenes hoh J schindel; bei Hal. 732 »hide: a billet 
of wood, a thin board, a block of wood; aitengL shide, Bchide, 
ags. scide, aUfrs. seid, aUn, skid, ahd, seit, mhd. schit, nhd. 
scheit; vgk Über den bu gründe liegenden stamm die engl, sheath, 
shed 2., sowie Weigand 2, 571; dcusu shider bei Hal. 732 in 
der bedeutung van shiver; vgl. unser hhd. scheitern; shider: a 
shrew, a scold ist woM nur mundartl. entstellt aus chider von 
chide schelten. 

Shield schüd; äUengl. »held, scheid, schild, ags. scild, scyld, 
sceld; als aeitwort altengl. shilden, schildeu, ags. scildan, scyldan; 
als hauptwörter entsprechen goth. skildas, aUs. scild, aUfrs. skeld, 
ndd. ndL schild, aUn. skiöldr, schwd. skold, dän. skjold, ahd. 
seilt, mhd. schilt, nhd. schild; der weitere Ursprung ist zweifel- 
haft; vgl. Weigaud 2, 582; Dief. 2, 249; Grimm G. d. d. S. 222; 
Wedgwood 3, 1G6; am ersten vielleicht in der wst. von scale 2. 
9U suchen; Ficks903. 

SUft wechseln j bewegen y eihemais auch theüen, vertheilenf 
anordnen; Levins hat shift: remedium, removere, expedire; bei 
HaL732 shift: to divide, to chance, to risk, to remove one's dwelling, 
to be changeable, a change of linen; altengl. shiften, schiften, 
ags. sciftan, scyftan: ordinäre, dictare, dividere, vergere, pellere, 
ndd. ndl. schiften, aUn. skipta, schwd. skifta, dän. skifte, weiter 
wohl MU aUn. skifa theUen; Etm. 691; oder bu dem stamme von 
shape; vgl. Dief. 2, 242; Wedgwood 3, 166; über shift frauen- 
hemd bemerkt dieser: „A shift or woman's smock is not, as 
Richardson explains it, a garment often shifted, but simply a 
change of linen, as a delicate periphrasis which lost its virtue 
when shift was no longer understood as a special application of 
the sense of change. The name then became liable to the same 
feeling which made smock obsolete, and has in modem times 
been widely replaced by the Fr. chemise." 

Shilling eine münze von bestimmtem werthe ; altengl. shilling, 
schilling, ags. scilling, goth. skilliggs, altfrs. aUs. skilling, ndd. 
schilling, ndL sehelling, aUn. skillingr, schwd. dän. skilling, ahd. 
scilling, mhd. schillinc, nhd. schilling; f^am wenigsten denken wir 
an einen seudo, eine schildmünMCf eher noch an dän. skillemynt 
scheidemüneey oder dann an Uingende münee von scillan scheUen, 
schatten** Dief. 2, 249; Weigaud 2, 583 nimmt es auch und mit 
recht als die uingende münäe; anders Wedgwood 3, 167: „the 



376 Shimmer — Shingle. 

most likely suggestion as to the origin is that supported by Ihre, from 
Sw. skilja: divide. The name, according to his view, would be 
originally given to those pieces of money which were stamped with 
an indented cross, so that they could easily be broken into four, 
and the quarter of which was in A. S. called feorthliug: a farthing 
or ferling, or styca: a bit.'* 

Shimmer schimmern; aitengL schimeren, schemeren; bei Bosw. 
ags. scymrian, ndl. ndd. schemeren, schemmeren, nhd, schimmern ; 
eine Weiterbildung des wureelverbums ahd. sciman; vgl. bei Hai. 
732 shim: appearance, a clear bright white; dUengl. shimen, 
schimien, (igs. scimian, aUn. skima, schwd. skima; sowie ags. 
scima, ahd. scimo, goth. skeima glane, schein; s. über eine menge 
verwandter formen mit begriffsübergängen bis zur enantiosemie 
bei Weigand 2, 584; Mndd. Wb. 4, 151; Dief. 2, 244 f. 

Hhin Schienbein; aUehgl. shine, scheue, schine, ags. sciua, 
aUs. schiena, ndk scheue, scheen, cJid. scena, mhd. nehine, nhd. 
schien; besonders in den eusammensetaungen altengl. skinbon, 
ags. scinbän, ndl. scheenbeen, schwd. skenben, dän. skinnebeun, 
mAd. schinebein, nhd. schinbein, Schienbein ; der weitere Ursprung 
ist dunkel, ein BUsammenhang mit skin awar mögUcky vgL 
Schwenck 563, aber gewiss nicht y wie Richardson meint j so su 
denken, dass ursprünglich bezeichnet sei the bone covered or 
protected by the skin only. 

Shine scheinen; altengl. sliiuen, schiiien, seinen, ags. scinan, 
goth. skeinan, aUs. skinan, altfrs. skina, schina, ndd. schiuen, ndl. 
schijnen, aUn. skina, schwd. skiua, dän. skinne, ahd. scinan, mhd, 
schinen, nhd. scheinen; vgL Mätzner 1, 397; Stratmann ^ 484; 
wur0elveru>andt mit dem unter shimmer berührten verbum 
sciman; die weiteren beziehungen zu lat. caudere, skr. kan, eand 
leuchten, oder zur wz. ski, gr. öxvä, lat. scire, scintilla bleiben 
zweifelhaft; s. Weigand 2, 570; Lexer 2, 751; Dief. 2, 246; tHck« 
206. 902. 

Shingle schindel; vgl. bei Mal. 733 neben shingles schindeln 
auch shindle: the thin cleft stone out of which they cut slates; 
altengl. scingle^ schingle, schingil; die übliche engl, form scheint 
sich frühzeitig mit einem in den mundarten auch sonst begeg-- 
nenden übertritt von nd in ng aus schindle entwickelt zu haben ; 
vgl. Mätzner 1, 191; ahd. scintula, scindila, mhd. schintel, schindeL, 
nhd. schindel sind nach Weigand 2, 584 zurückzuführen aufmlat. 
scindula, für lat. scandula holzziegel, etwa mit dem gedanken an 



Ship — Shite. 377 

UU. scindere spiMen; die roman. ausdrücke sind it, scandola, 
aUfr. escande, escaiidole, neufr. echaodole; Diez 2, 280; Wedg- 
wood 3v 170 unterscheidet als ein besonderes wort shingles: the 
pebbles on the seashore und verweist dabei auf jingle; woU 
ifhne noth, wenn man als grundbedeuiung die schindetartigen^ 
flachen steine nehmen darf; dagegen ist shingles rothlauf 
gOrtelrose offenbar eine volksthüniUche entsteüung des hrt. cin- 
galnm gürtel. 

Ship schiff; cUtengl, ship, schip, schep, shup, scip, ags. scip, 
scyp, goth. skip, aUs, skip, altfrs, skip, schip, ndd. schipp, ndl. 
schip, aUn. skip, schwd. skepp, dän. skib, ahd. seif, scef, mhd. 
schif, nhd. schiff; der german. ausdruch ist cds benennung eines 
kleinen fahreeugs auch in das roman. gebiet gedrungen^ it. schifo, 
jtp, pg. esquife , fr. esquif und wirkt von da aus weiter mittels 
aUfr. esquiper; s. das engl, equip und Dicz 1, 371 ; der grund- 
begriff scheint gewesen zu sein gefäsSj geräthy vgl. vessel, und 
weist auf den Zusammenhang hin mit shape und skep, mit den 
gr. öKaxtm, 6%d(pog, 6xvg>og, lat scapha; s. Weigand 2, 581; 
Dief. 2, 253; Curtins» 158; FickMOG. 

SUft grafschaftj bezirk; aUengl. shire, schire, scire, a^^. scir, 
scire, doch wohl zu ags. sceran: tondere, secare; vgl. share und 
shear, femer das mit shire ursprünglich zusammengesetzte 
sheriff und Trench Sind. 227; wegen eines anderen shire Idar^ 
hell, dünn s. bei Hai. 733 und unter sheer. 

Shirk betrügen; bei Hai. 733 shirk: to slink from anything; 
hence shirky: deceitfal; 731 sherk: to shrug, to cheat; es sind 
vidleicht nur nebenformen von shark; doch vgl. das nhd. 
schirgeu, schnrgen fortschieben bei Weigand 2, 647. 

Shirt hemd; aUengl. shirt e, sherte, schirte, scherte, schürte, 
shurte ; es entspricht den altn. skyrta, schwd. skjorta, dän. skjorte, 
(Mndl. schorte, ndd. schorte, schort, mhd. schürz, schürz, nhd. 
schürz, schQrze in den bedeutungen hemd, weiberrock, schürze, 
schürz; ursprünglich ein kurzes kleid; vgl. short und skirt; 
Weigand 2, (548; Wedgwood 3, 171. 

Shite scheissen, beschmutzen; aUengl. shiten, schiten, c^s. 
scitan ; s. wegen der starken konjugationsformen bei Mätzner 1, 40 U 
Htratniann ^ 485 ; ndd. schiten, dUn. skita, schwd. skita, dän. skide, 
ahd. scisan, mhd. schi5en, nhd. scheiszen; vgl. Weigand 2, 571 
und wegen weiterer Verwandtschaft mit gr. %iiuv^ skr. had bei 
Cartins No. 186. 



378 Shive 1. — Shock 2. 

Shive 1. Scheibe; vgl. unter der nebenform shea ye. 

Shive 2. flachsabftM ; bei Hal. 734 shiyes : the refuse of flax 
or hemp ; dUengl, seheve, nchewe, ndd. scheve, mJuL nhd. schebe ; 
von dem eeitwort ndd. schaven, engl, shave schaben; doch vgl. 
auch shiver 1. ^ 

Shiver 1. splitter j splittern; aUengl. shever, schivere, aUndl. 
Bchevre, ahd. scivero, mhd. schivere, schever, nhd. schiefer; ob 
geüwort aitengl. schiveren, scheveren, aUndl. schevren, mhd. 
schiveren, nhd. schiefern ; s. Weigand 2, 580 ; au dem stamme von 
shive und sheave gehörig. 

Shiver 2. Httem, vor kalte beben; bei Hai. 248 chiver: to 
shiver; äUengl chiveren, chevereu; es erinnert einigermassen an 
das mundartl. nhd. schabbem, ndl. schoeveren fröstelnd sittem^ 
welche woTd aus schüren, schuwren, schoweren, vgl. show er und 
Weigand 2, 567, hervorgegangen sind; dabei mag man einfluss 
der lautnachahmung gelten lassen, etwa wie bei engl, quiver und 
nhd. zittern. 

Shoal 1. seicht, untiefe, sandbank; Hal. 735 hat shold: 
shallow und shole: shallow; so vergleicht denn auch Mätsmer 
1, 216 das engl, shallow, weiter aber ahd. scalljan sehaUen 
nMchen, mhd. schal schallend, hohl, nhd. schal; andrerseits er- 
innert es an ahd. scoUo, scoUa, mhd. nhd. schölle erdmasse, eis- 
masse; als gang klar kann der Ursprung nicht gelten; darf man 
an die roman. auf lat. scopnlus Jdippe beruhenden it. escoglio, 
jfp. escolloy pr. escuelh, fr. ecueil fels, klippe denken? Diez 1, 373; 
oder ist das folgende shoal von einfluss gewesen, nachdem es 
einmal die bedeutungen häufe, masse bekommen hatte? 

Shoal 2. häufe, menge, schwärm ; es gilt als eine nebenform 
von school, aitengl. scole, ags. scolu schule ; das ags. scölu, aus 
dem tat. schola entlehnt, bedeutete nach Etm. 693 bereits schola 
und caterva; auch ndl. school heisst beides, scholen sich ver^ 
sammeln und ahd. schuole susammenhunft ; v^rl. Mätzner 1, 216.224. 

Shoek 1. sottiger hund; Hai. 734 shock: a rough-coated dog; 
737 shough: a shock -dog, a shog; es sind wohl nur mundartL 
nebenformen von shag; vgl. noch bei Hai. 725 shacked: rough, 
shaggy; ags. sceacged behaart, sceacga haupthaar, aUn. skeggi 
bärHg; Mätzner 1, 216. 

Shoek 2. häufe garben, in häufen setsen; Hai. 734 shock: 
twelve sheaves of corn; dUengl schokke, aitndl» schocke, schwd. 
skock, dän> skok; mhd. schock, schoche, nhd. schock häufen. 



Shook 3. — Shop. 379 

anßohl von 60 stücken; als aeitwort aUengl. Hchukkiii aufhäufen^ 
oUndL schocken, mhd. schocheu, nhd. schocken ; der grundbegriff 
ist vielleieht umrf, stoss, wie nhd. ein stosz liolz, so dass es mit 
shock 3. und weiter mit shake stnsammengehörte ; vgl. Mätzuer 
1,216; Weigand 2, 627. 

Skofk 3. stosSj angriff j ärger y stossen^ anfallen^ ärgern; der 
grundbegriff ist offenbar der des stosses und der atisdruck beruht 
wohl zunächst auf dem fr. choc und choqner ; diese aber gingen 
mu:h Diez 1, 128 allerdings sdbst hervor aus dem deutsd^en 
schock, schocken, mhd. schoc, schocke schaukd, schocken schaukelny 
tanzen; vgl. also theüs shock 2. und shake, theHs die dem fr. 
entlehnten nhd. fremdwörter choc angriff y choqiiireu anstossen, 
ärgern; Mätzner 1, 217. 

Sko€ schuh; aUengl. sho, schoo, sclio, ags. sceo, sco, alts. 
scoh, gotK skohs, aUfrs. skö, ndd. scho, ndl. schoe, citn. skor, 
schwd. dam. sko, ahd. scuoch, scaoh, nihd. schuoh, schuo, nhd. 
ehemals und mundartt. schuch, sonst schnh ; der weitere Ursprung 
des auf dem german. gebiete fast allein begegnenden wortes ist 
dunkel; vgl. Weigand 2, G43; ürimm Gr. 3, 450; ü. d. d. S. 890; 
Dief. 2, 260; Pick« 901. 

Skog schattelny bewegen; aUengl. schoggin; e^ erscheint in 
den nebenformen shug, shack, shock; vgh shock 2. und shock 3., 
sowie jog, von dem es gleichfalls kaum bu trennen ist. 

Skt^t schiessen; dUengl. schoten , scheten ; daher bei Ual. 
730 sheet: to shoot down as water; 731 shete: to shoot, to fling 
down; ags. sceotan; vgl. Über die formen bei ätratuianu ^ 482; 
Mätzuer 1, 381 ; aUfrs. skiata, schiata, aits. sceotan, ndd scheten, 
ndl. schieten, oMn. skiota, schwd. skjuta, dän. skjde, ahd. sciozan, 
mhd. schiezen, nhd. schieszen; vorauszusetzen ist ein goth. skiutan 
zur Wurzel skud, skr. skand, skud vorspringeny vorstosseny werfen ; 
s. Dief. 2, 261 ; Fick « 208. 901 ; wegen der zahlreichen dbleitungen 
und begriffsübergänge vgl. für das ags. Etm. 690, für die nhd. 
entwicklung Kehrein 983—994. 

Skop budCy laden y werkstätte; dUengl shoppe, schoppe; 
allerdings begegnet vereinzelt bereits ags. sceoppa: gazophylacium 
und dies kann das alte deutsche wort sein^ welches wieder be- 
gegnet im altndl. schop, ndd. schuppe, schoppe, nhd. schoppeu, 
schuppen, mhd schöpfe, schupfe, ahd. scoph, scof, scupha; doch 
ist das engl wort gewiss von anderer seile her beemßussi; miat. 



380 Shore 1. — Shout. 

escopa, escopia, nchoppa, ott/r. escliope, net4fr. echoppc; 5. Ducange 
unter schoppa; Diez 2, 281; Weigand 2, 630. 

Shore 1. ufer; altengl, shore, aUndl. schore, mndd. »chore, 
schare fesUand^ huste ; fMch Etm. 680 auch age. score von sceran ; 
5. shear, tfu dem shore sonst als starke konjugationsform gehört; 
Mätzner 1, 391; das ndl. ndd, schore bedeutet auch riss, bruch; 
daher Wedgwood 3^ 174: „shore: the border of the land, or ex- 
tremity where the land is broken ofif;'^ dann liesse sich etwa 
vergleichen das gr. axti^ das abgerissency steile oder das von dem 
brechen der wellen benannte ufer. 

Shore 2. stütae^ statten; bei Hai. 734 shoars: staken set at 
a distance, to shoar or bear up toils or nets in hunting; 735 shore : 
a post used with hurdles in folding sheep ; altengl. schore, altndl. 
schore, neundl. schoor; als eeitwort altengl. schoreu, ndl. schoren, 
schooren; bei Frisch 2, 221 auch nhd. schoren, scharren: pali ad 
aggeres contra vim maris; ndd. schore schutB, schirm; Mndd. 
Wb. 4, 118; nach Wedgwood 3, 174 soil der atAsdruck beruhen 
auf skandinav. skorda, skora: a piece or length of timber und 
zu shear gehören. 

Shore S. kanal, aheugsgraben ; Hal. 736 shore: a sewer; es 
ist eben wohl nur eine der ausspräche angepasste nebenform von 
dem unter sew 2. berührten sewer; wenigstens wird man es nicht 
mit Wedgwood von dem deutschen scharren ableiten UH>üen. 

Short kurz; altengl. short, schort, scort, ags. sceort; genau 
entsprechen die ahd. scurz, mhd. schürz kurz, abgeschnitten^ 
welche zweifelhaften Ursprungs sind; vielleicht zu shear ob- 
schneiden, vgl. shirt, gehören; s. Weigand 2, 648; Pick* 904; die 
gleichbedeutenden ndl. kort, dUn. kortr, schwd. dän. kort, ahd. 
churz, mhd. nhd. kurz dagegen sind entlehnt dem UU. cnrtus 
(woher it. sp. corto, fr. court), gr. xvftog; vgl. das engl, curt 
und Weigand 1, 654. 

Shoulder schuUer; altengl. scholder, schulder, schuldre, ags. 
sculdor, aUfrs. sculder, ndd. schulder, schuller, ndL schouder, 
schwd. skuldra, dän. skulder, ahd. scultera, scultra, mhd. nhd. 
Schulter; der weitere Ursprung ist unklar; vermuthet hat man, 
dass es ursprünglich die bedeckende platte, das Schulterblatt 6e- 
deutet hohe und so mit shield zu dem skandinav. skyla bu 
stellen sei\i Schwenck 595. 

ShOttt schreien, rufen; aUengk shonten, schoutin ; man wird 
sieh weder nnt der Verweisung der alteren englischen etffmciogen 



Shove — Shred. 381 

auf shoot oder shoot out begnügen tooUen, noch mit dem^ was 
Wedgwood 3, 176 beibringt: „a parallel form with hoot,- as Prov. 
E. siss and hiss, PI. D. schuddern and huddern: to shudder; It, 
scioare: to cry shoo, to frighten birds; Mod. Gr. öxav^a to shout ;^^ 
sieht man ab von der erMärung aus einer blossen interjektumy 
so wäre erträglich die vermuthung, dass shout, eine nebenform 
von scout, ursprünglich das anrufen der wachen bedeutet habe. 
Ein anderes y veraltetes shout kleines boot, s. Hai. 737, altengl. 
shoute, schonte ist das ndl. schuite, aUn. skuta, ndd. und dann 
auch nhd. schüte, welche Weigand 2 , 649 nicht auf den stamm 
von shoot zurückfuhren, sondern aus mlcU. scuta gefäss, schiffe 
dtüai. scuta Schüssel erklären unU. 

Shove schieben; altengl. shoven und schuven, ags. scofian 
und sc6fan. sceofan; vgl. wegen der starken und schwachen 
formen bei Stratmann ^ 487. 490; Mätzner 1, 403; aUfrs. skufa, 
goth. skiuban, ndl. scüven, schuiven. ndd. schuven, aUn. skufa, 
schwdn skufva, skuffa, dän. skuffe, ahd. sciuban, nihd. schieben, 
schoben, nhd. schieben; Dief. 2, 250; e^ wird weiter gestellt bu 
skr. ksubh aus skubh bewegen; vgl. noch Weigand 2, 579; Lexer 
2,724; hierjm unter anderen shovel schaufd, aUengl. sceofl, 
ndd. ndi. schufel, schuffei; vgl. die mhd. schüvel, nhd. schaufei. 

Show aeigen; auch shew geschrieben; aUengl. scheven, schaveu, 
scheaven, scheauen, ags. sceavian; vgl. wegen der formen bei 
Stratmann' 480; Mätzner 1, 405; goth. us-skavjan, aUfrs. skawia, 
aUs. scawon, ndl. schauweu, schouwen, dän. skue, ahd. scouwen, 
scauwon, mhd. schouwen, nhd. schauen ; in der bedetUung sehen^ 
erblicken und, wie besonders im ndl. und engl, zeigen ; Dief. 2, 244 ; 
0u der we. skav, lai. cavere (aus scavere) ; Curtius No. 64 ; B'ick ' 901. 

Showor regenschauer; altengl. shoure, shour, schour, schür, 
ags. scür, goth. skura vindis, aUfrs. schür, ndl. scure, scheure, 
schoer, ndd. schüre, schnür, aUn. skür, schwd. skur, ahd. scür, 
mhd. schul, nhd. schauer; Weigand 2, 567; Dief. 2, 255; die ur- 
sprüngliche bedeutung ist vielleicht weniger regen und unwetter^ 
als die regenwoVce; vgl. Br. Wb. 4, 417, so dass man das wort 
etwa BU der würzet von shade und sky stellen konnte; s. auch 
Lexer 2, 828 ; Fick * 904. Ein anderes engl, shower ist deuÜidie 
ableitung von show. 

Shred zerreissen, fetzen; aUengk schreden, scradien, schreaden, 
ags. Hcreadian; als hauptwort altengl. shrede, schrede, schreade, 
ags. screäde; dem Zeitwort entsprechen weiter ndd. seröden. 



382 Shrew 1. — Shrimp. 

Bchröden, schraden, ndl. schrooden, aUfrs. skreda, d&n, skraae, 
oM. scrötan, nikd. nhd. schroten Mcrreissen, Merschneiden; Wei- 
gand 2, 040; Dief. 2, 259; ein anderes shred, shrede: clothed, 
covered up bei Hal. 738 gehört 0um dUengk shreden, shriden, 
shruden; s. Stratinann > 488 und shroud. 

Shrew L veruninschen ^ böses weib; dtufu beshrew ver- 
wünschen y shrewd verschmiM, schlau; vgl. Ober die begriffs- 
entunekhmgf wonach shrew jede schleckte persony shrewd verderbt^ 
verflucht beseichnete, bei Trench E. 215; 61. 190; aUengl. shrewe, 
schrewe, schreawe schlecht y schrewin, schrewen verderben y bi- 
schrewen verderben y verfluchen; Stratmann ^ 487; der weitere 
ursiprung ist dunkel; Wedgwood 3, 177 denkt an die nhd. schraeg, 
ndd. schraad, so dass der begriff des schiefen y verkekrten mu 
gründe läge ; eker nock könnte man von der bedeutung verdammeuy 
verflucken ausgeken und mit den älteren eiymologen an ndl. 
schreuwen, ndd. schrauen erinnern; Br. Wb. 4, 689. 693. 

Slurew 2. spitämaus; gewöhnlich shrew-mouse: Etm. 696 hat 
ein ags. screava: mus araneus, dessen weitere herkunft aber 
auch unermitteU ist ; bei Hai. 738 tu diesem sinne shrew : a field 
mouse; ausserdem shrew: a screw. 

Shriek schreieuy kreischen; bei Hal. 714 scrike; 738 shriche, 
shriek, shrike, aUengl. shrichön, schrikeu, schrieben; Munäekst 
wiM aus dem skandinav. gebiete kerOber genommen: sckwd. skrika, 
dän. skrige; vgl. die engl, screak und screech, sowie die akd. 
scriau, nkd. schreien, mkd. schrien, ^chrigen, ndd, schrigen; 
femer liegen dock sckon die dkd. scricchan, schrecchan, nUkd. 
schricken, schrecken mit den bedeutungen auffdkreUy ersckreeken; 
s. über diese Weigand 2, 636. 

Shrill geUy gellen; aUengl. shrill, schrill, als Meitwort scrillen, 
schrillen; auck mit der bekannten metatkese shirl; s. Hai. 733 
und shill Hai. 732 ; genau entsprecken als adjektiva ndd. schrell; Br. 
Wb. 4, 694; nkd. schrill, als Meitwort schrillen; Weigand 2, 638; 
wdeke von Schwenck 592 0U dem nkd. schreien gesogen werden; 
vgl. Übrigens als Wörter äknlicken Stammes aUn. skriala : sonitnm 
edere; skrill: plebs tumultuans; ags. scralletan, ottfi. skröllta laut 
sckaUeUy sckriUen; Etm. 696; Grein 2, 411. 

Sllrimp knirpSj seegamde; in der leisten bedeutung sckon 
altengl. schrimp; der grundbegriff ist wohl der des Musammet^ 
sckrumpfenSy in ufdcker bedeutung shrimp früher und mund- 
arÜick nock begegnet; vgl. bei Hai. 715 scrimp: to spare, to pinch; 



Shrine — Shrond. 388 

femer mhd. schrimpfen sieh faltig Busammeneiehenj uh>mu ndd. 
schmmpen, schrumpeln, nhd. schrumpfen, ndl. schrompelen; 
sehwd. skrampa, dän. skrumpe , aueh engl, bei HaL 740 shrnmp : 
to shrug, to shrink; im ags. findet eich statt des erwarteten 
scrimpan nur crimpan und scrimman: rugari, arescere, marcescere; 
s. noch Lexer 2, 799; Weigand 2« 641. 

Shrine schrein, schrat^, heüigenschrein ; daneben auch serine; 
aUengl. schrine, schrin, ags. scriii, aus dem tat scrinium, auf dem 
AenfaUs beruhen aUn. skrin, schwd. skrin, dän. skriin, skrin, 
ndl. schrijn, oM. scrini, schrine, mhd. schrin, nhd. schrein; auf 
rema$i. gebiete it. scrigno, cdtsp. escrinio, escriflo, pr. escrin, 
dUfr. scrin, escrin, neufr. ecrin; vgl. screen. 

blirink einschrumpfen^ sich eusammen-, Murüehriehen; dU- 
engl, shrinken, schrinken, aitndl. schrinken, ags. scrincan; s. 
Mätzuer 1, 388; jm dessen faktitivum screncan: impedire stimmen 
die ahd. screncan, mhd. schrenken, nhd. schranken ; vgl. Weigand 

2, 634; Wedgwood 3, 179 vergleicht noch schwd. skryuka: wrinkle, 
pucker; skrynkla: to wrinkle, crumple; weiter wohl verwandt mit 
den Stämmen von shrug auf der einen und shrimp auf der 
anderen seile; Schwenck 590. 

Sbrive beichten; altengk shriven, shrifen, shriven, ags. scrifan: 
scribere, curare, paenitentiam in jüngere; da0U shrift beichte^ 
aUengk shrifte, schrift, scrift; auch aUfrs. skriva: scribere, com- 
pensationem injungere; das tat. scribere, scriptum ging Ober in 
ags. scrifan, aUfrs. skriva, aUn. skrifo, ähd. scriban, nihd. schriben, 
fM. schreiben, Munäehst in der bedeutung schreiben y dann busse 
vorschreiben tmd so wurde scriptum, script, shrift die busse und 
beichte; vgl. schwd. skrifta, dän. scrifte beichten; s. scribe; 
Stratmann < 488; Wedgwood 3, 179; Mätzner 1, 401. 

Skrivel Musammenschrun^fen; genau entsprechende Wörter 
bieten sich nicht; man könnte allen faUs denken an ags. screpa: 
arescere, bei Bout. Ev. 372; bei Bosw. screpan: to pine away; 
sonst erinnert der ausdruck theils an Wörter wie shrimp und 
shrink, theils an das aUengL rivelen runzeln; HaL hat 687 
rivelin: wrinkled; 738 shravel: dry faggot wood; Mahn bei 
Webster vergleicht noch äUn. skrifl: a thing torn; Wedgwood 

3, 180 gad. sgreubh, sgreag: dry, parch, shrivel; sgreagan: any- 
thing dry, shrunk, or shrivelled. 

Shrtmd bedeckung, tuch, leiehentuch ; aUengl. shroude, shrud, 
Hchrud, ags. scrfid, dUn. skrud Ueid; als geitwort altengl. sehmden, 



384 Shrove - Shudder. 

schriden, shrideu, (igs. scr^dau, aUn. skr^da; vgl. bei Hal. 738 
shrede: coyered, clothed, to clothe 8. unter shred, mt^ dem es 
nach Etm. 697 stammverwandt bu denken wä/re. 

Shrove fastnacht ; vgl bei Hai. 739 shrove : to be merry und 
Shrove -Tuesday; bu dem eeituH>rt shrive beichten ^ dessen Ver- 
gangenheit cUtengl. schrof, schrave, ags. scraf lautete; s. M&tzner 
1, 401; Shrovetide ist the ancient time of confession the day before 
Ash -Wednesday or Lent, davon dann to shrove: to join in the 
processions and feastings anciently observed at Shrove-tide; vgl. 
Smart. 

Shrib 1. Staude, gesträuch; bei Levins shmbbe, aUengl. 
schrobbe, schrob; ags, bei Etm. 696 scrobb und scrybe: fimtex; 
Wedgwood führt auch als mundartl. dän. an skrnb : bosh, brush- 
wood; sonst steht das wort ßiemiich vereingeU da und fraglieh 
sind seine beeiehungen bu scrub; dürfte nian als grundbegriff 
nehmen das Meine, verkümmerte gewächs, so Hesse sich der aus- 
druck in Verbindung bringen mit shruff: light rubbish wood, 
any short dry stuft used for fuel, sowie mit der wutbcI von 
shrivel und shrimp. 

Shrab 2. ein kiMender trank; der ausdruck wird erklärt 
als: „a liquor composed of acid and sugar, with spirit to pre- 
serve it,^' und ist nur eine vöüig angeeignete n^>enform von 
sherbet, sorbet; vgl. sirop, welches ebenso wieder dasselbe 
wort und gelegentlich bu shrop, shrup entstdU ist. 

Slumg Buchen, BusammenBiehen; altengl. shruggin; Hai. 731 
hat sherk: to shrug; der Ursprung ist dunkel; Wedgwood 3, 181 
erklärt es to shudder, to crouch together as a person shivering, 
to contract, und verweist einerseits auf ndl. schrikken: tremble 
und skandinav. Wörter wie skrukka: a wrinkle, andrerseits auf 
die nebenform sherk und ndl. shurken kratBcn; „to shrug, ac- 
cording to this view, would be to rub oneself in one's clothes 
by the motion of the shoulders/^ 

SÜMÜtT schaudern; otten^I. shudderen, shoddren, schuderen; 
ndl. schuderen, schudderen, ndd. schuddern als Weiterbildung von 
dem ndd. ndl. schndden schütteln, beben; vgl. das nhd. schaudern, 
welches auf einer mischung von den ndd. formen und dem nhd. 
schauern bu beruhen scheint ; Weigand 2, 566 ; Br. Wb. 4, 702 ; Kf ndd. 
Wb. 4, 144; das ags. scudan t^ nach form und bedeutung et%oas 
unklar; Etm. 684; eine wurBcherwandtschaft ist wohl onBunehmen 
mit Wörtern wie engl, shed, nhd. schütten, schuttern, schütteln. 



Shuffle - Shy. 385 

SbnfBe dt^reheinander werfen , mischen ; es darf wesentlich 
als eine nebenfortn von scaffle angesehen und so mit shovel 
au shove gestellt werden; man vgl. insbesondere die ndd. schuf- 
felu, schüfela schaufeln, hin und her schieben; ndl. schiffelen, 
schuifelen; Br. Wb. 4, 703; auf skandinav. gebiete aÜn. skuflfa 
wegwerfen, dän. skuffe schaufeln, tauschen, betrügen, skuffelse 
betrug. 

Sbun vermeiden; aUengl. shunen, schunen, scunen, schunien, 
ags. scünian, sceonian verabscheuen, vermeiden; jedenfalls damit 
ßusammen gehört shuut, bei Hai. 740 shuut: to shnu, to move 
from, to shy or start, to delay or pnt oflf, to slip down, as earth; 
aUengl. seliunten: consternari; Wedgwood 3, 182 bemerkt Ober 
die begriff sentwicklung : „properly to shove, then to shove on 
one side, to avoid ;^^ indessen bleibt selbst diese, geschweige die 
weitere besiehung sudcn stammen der nhd. schonen oder scheuen 
durchaus zweifelhaft; vgl. Etm. 694; Schwenck 587. 

Sbnt schliessen, verschliessen; attengl. shutten, shitten, shetten, 
schütten, ags. scyttan: obserare; dazu aÜetigl. schittil, schnttel, 
bei Hai. 734 sliittle: the bar of a door; ags. scyttel riegel; aUengl. 
schutels^ scutels, ags. scytels schloss; altfrs. sk tta; ndd. ndl. 
schütten schützen, einschliesscn ; sehr ansprechend ist die ver- 
muthung des Zusammenhangs mit shoot, nhd. schieszen, indem 
der riegel, der zum verschlusse dient, vorgestossen, vorgeschoben 
wird; ndd. ndl. schot riegel, verschluss; Br. Wb. 4, 680; Dief. 
2, 261; so gehört es wohl auch zusammen mit mhd. schützen, 
schützen, indem etwa der schütz zuerst da^ vorgeschossene, vor- 
geschobene, den verschluss, dann das schirmende bezeichnete; vgl. 
dazu Schwenck 579 ; Lexer 2, 836 ; Fick « 903 ; anders bei Wei- 
gand 2, 651 und Grimm 1, lüOO. 

Shuttle weberschiff; aÜengl. hittle, scitil, schutel, ags. sc^tel, 
sceatel, sceädel, zu dem Zeitwort sceötan, engl, shoot; denn es 
ist „the instrument by which the thread is shot to and fro in 
weaving'^ Wedgwood 3, 184; vgl. die gleichbedeutenden dän. 
skytte, skyttel, schwd. skyttel, nhd. weberschütz, schieszspule, 
ndl. schietspoel. 

Shy scheu, bescheiden; aUengl. schei, skei, scheouh, scheoh, 
ags. sceoh, mhd. sehiech ; aber auch altengl. skig, schwd. skygg, 
dän. sky ; fraglich bleibt auch das verhaUniss zu den allerdings 
nahe tretenden nhd. scheu, ahd. sciuhan, mJid. schiuhen, nhd. 
scheuchen, scheuen; vjfl. Weigand 2, 577; Schwenck 561; über 

MftlUr, Btym. worterb. n. %, Anfl. 26 



386 Sick — Sieve. 

die auf germav. stamme beruhenden roman. werter wie it. schivo, 
schifo, schivare, schifare, altfr. eschiu, eschiver, neufr. esqaiver 
s. bei Diez 1, 372. 

Sick Jcrank; bei Ual. 719 seke, aUengh sik, siik, sek, sec, 
seoc, cys. seöc, sioc, s^c, goth. siuks, aUs. seoc, sioc, siak, aUfrs. 
siek, siak, ndd. sük, ndl, ziek, aÜn. siukr, sehwd. siuk dem. syg, 
ahd. siuh, sioch, sich, mhd. nhd. siech; vgl. mancherlei ableitungen 
und vermtUhungen weiterer Verwandtschaft bei Biet. 2, 214 unier 
dem goth. starken wureelverbum siukau; Fick^ 890. 

Sicker gewiss, sicher; aUengl. siker, sekir, sekur, sekere, 
cdtfrs. siker, sikur, aUs. sicar, sicor, ahd. sichur, mhd. nhd. sicher, 
ndd. seker, ndl. zeker, schwd. säker, dän. sikker; aus dem tat. 
securus; s. Wackernagel ümd. 15; Weigand 2, 698; Br. Wb.4, 745; 
ebendaher unmittelbar das engl, secure und durch das fr. ver- 
mittelt sure. 

Sickle sichd; aUengl. sikel, sikil, sikul, ags. sicol, sicel, ndl. 
zikkel, ndd. sekele, sekel, oAJ. sichila, sihhila, mhd. nhd. sichel, 
schwd. sikel, dän. segl; von dem lai. secula 5U secare schneiden; 
vgl. Weigand 2, 698 und wegen Urverwandtschaft des Stammes 
das engl, saw 1. säge. 

Side Seite; aUengl. side, ags. side, cMs. sida, oMfrs. ndd. side, 
siede, ndl. zydc, ziid-3, cdtn. sida, schwd. sida, dän. side, ahd. 
Sita, mhd. site, nhd, seite; eusammengelwrig mit dem adjektiv 
aUengl. sid, siid; ags. ndd. sid, cdtn. sidr lang, breit; bei Hai. 741 
side: long, tr iling; vgl. Dief. 2, 201; Schwenck 609, wo auf das 
entsprechende verhäÜniss von lat. latus seite und latus breit hin- 
gewiesen ist; Wedgwood 3, 185. 

Siege belagerung ; aUengl. siege, sege site, belagern; bei HaL 
718 sege: a seat; 719 sege: to besiege; CoL 73; Trench Gl. 191; 
aitfr. sege, siege, neufr. si^ge, assieger, it. sedia, seggia, asseggio, 
assedio, assediare site, bes^ung, bdagem ; im dem lot. sedes siU, 
sedere süeen, mkU. assedium belagerung, assediare belagern, ncuh 
dem lot. obsidium, obsidio, obsidere ; s. Scheler 306 und über den 
aitgemeinsamen stamm das engl. sit. 

Sieve sieb; aUengl. sive, sife, sefe, ags. sife, näl. ndd. seve, 
ndl. zeeve, zeef; aUn. sia, schwd. sikt, dän. sigte gehören wohl 
mehr einem anderen stamme, nhd. seihen, an, obwohl sich beide 
in siften, sichten berühren; ahd. sib, sip, mhd. sip, nhd. sieb; 
daeu als eeitwort altengl. siven, altndl. seven, mhd. siben, nhd. 
sieben; ferner neuengl. sift, aUengl. siften, ags. siftan, oUndL 



Sigh - Silly. 387 

ndd. siften, neundl. ziften, nhd. sichten; s. Weigand 2, 699 f.; 
Br. Wb. 4, 779 ; nach Dief. 2, 205 : „ein vielleicht ursprünglich 
binsengeflecht bedeutendes wort;^^ nach anderen mit nhd. seife, 
engl, soap au dem Stammzeitwort ags. sipan, mhd. ndd. sipen 
tröpfeln; Lexer 2, 938; Wedgwood 3, 185. 

Sigh seufzen; schwerlich zu trennen von sike, bei Hai. 743 
sike: to s'igh; altengl. sighen, si5en, siken, ags. sican, sicettan; 
vgl. die schwd. sukka, dän. sukke, ndd. sachten, ndl, züchten; 
daneben fuld. sufken, bei Hai. 742 slfe, siflF; vgl. sob; Br. Wb. 
4, 1086; Dief. 2, 369; Schwenck 613; Wedgwood 3, 186. 

Sigbt gesicJU, anblick; aÜengl. sighte, sigt, siht; ags. ge-siht, 
ge-sihd, schfpd. dän. si^te, sigt, ndl. gezigt, ahd.mhd. siht^'nhd. 
sieht, gc^sicht; zu dem zeituort ags. seou, engl, see, nhd. sehen. 

Sign zeiijficn; aUengh signe, seine, alifr. seigue, signe, neufr. 
signe, lat. signnni; das lat. wort drang nicht nur in die anderen 
roman. sprachen als pr. signe, "^igna, segna, sp. siguo, seüa, pg. 
signo, senha, it. segno nebst entsprechenden Zeitwörtern, sondern 
auch auf german. gebiet wie ags. segeu, segn : sigiinm, vexillum, 
ndl. sein signal, in besonderer bcdeutung ahd. segan, rnhd. nhd. 
sogen ; vgl. Weigand 2, 672 und wegen der nhd. fremdwörter, die 
auf dem lot. signum beruhen 2, 706. 

Silk Seide; aUengl. silk, selk, ags. seoloc, seolc, alin. silki, 
schwd. dän. silkc; diese scheinen mit vcriauschung der flüssigen 
buchstaben etUstanden zu sein aus der lat. gr, bezeichnung seri- 
cam, öriQyTtov; Wt^dgwood 3, 187 verweist noch auf litth. szilkai 
Seide, silkai baumwoUe, andere auf russ. schilk seide. 

Sill schweüe; aUengl. sille, seile, snlle, ags. syll: basis, fhnda- 
mcntuiu, attn, sylla, schwd. sjU^ dän.syld, t^dZ. snlle, fidd.su[\ sülle; 
fast identisch damit erscheinen die zunächst ^erti swell gehörenden 
ahd. swelli, mhd. swelle, nhd. schwelle; vgl. die goth. snlja sohle, 
gasnljan gründen; Dief. 2, 288. 352 f.; ferner berühren sich nahe 
die german. Wörter mit den auf lat. solea, solnm beruhenden, 
aber so etwa wurzelverwandten roman. ausdrücken derselben bc- 
deutung pr. sol, sulh, neufr. senil, andrerseits selbst mit den 
bezeichnungen für columnii wie ags. s^l, ahd. siula, mhd. siule, 
nhd. Säule; vgl. Etm. 669; Grein 2, 517; Weigand 2, 545. 661; 
Lexer 2, 1293; Fick«897. 

Silly einfältig, harmlos, gutmüthig, glücklich; altengl. silli, 
trill, soli, seely, ags. saelig, alifrs. selich, silich, aUs. sälig, ndl. 
zolig, ahd. salig, mhd. saelic, nhd. selig; zu detn goth. sels gut; 

26* 



388 Silt — Simmer. 

Dief. 2, 201; ^. seel 2. und wegen der begriffsenimcklung: liappy, 
innocent, harmless, simple, foolish bei Wedgwood 3, 188; Trench 
Stud. 72; Gl. 192. 

Silt schlämm, moder; bei Hal. 743 silt: sediment, ooze; es 
gehört jedenfalls eu sile, welches theils in denselben bedeutungen, 
theUs als eeitwort begegnet, aUengl. silen gleiten, langsam ftiessen, 
durchsickern; vgl. die schwd. sik: to strain, to filter, ndd. sielen, 
silen wasser ablassen; s. Br. Wb. 4, 786 und das nhd. siel deich- 
schleuse, hanal bei Weigand 2, 705 ; Wedgwood und Mahn führen 
auch kelt ausdrücke dann an una sila, siol, siölaidh: to sttain, 
to filter. 

Silver silber; aUengl, silver, selver, seifer, snlver, ags, silfer, 
seolfer^ silofr, go(h, silubr, alts, silubhar, silnfar, silver, alifrs. 
selover, selver, ndd. silver, sülver, sulver, ndl. zilvcr, aUn. silfr, 
schwd. silfver, dän. solv, ahd. silabar, silbar, mha. nhd. silber; 
weiter urverwandt mit Utth. sidabras, lett. sudrabs, slav. serebro, 
srebro, sljebro; einigermassen eweifdhaft sitid noch femer ver- 
muthete beeiehungen eu lat. sulfur schwcfel oder ssu gr. öldfiQog 
eisen; s. Dief. 2, 209; Grimm G. d. d. S. 11 ff. 319; Fick « 894; 
Benfey deutet das wort aua skr. 9veta weiss und abhra gold. 

Simager grimasse; das fr. sim agree, auf dem es beruht, ist 
zweifelhafter herkunft; nach Hcheler w&re es etwa entsteUi aus 
simulacree, vom lat. simulacrum bild, oder auch eine an lat. 
simia äffe angelehnte bildung; nach anderen stammt es von der 
bei einem spiele üblichen fr. Wendung s'il m'agree oder gar van 
den ndl. smeeker Schmeichler, smeekerye Schmeichelei ; vgl. Frisch 
und Littr^. 

Simar schleppideid; auch cymar, chimmar, simare, simarre 
geschrieben; aUfr. samarre, neufr. cimarre, simarre, it. zimarra, 
jrp. zamurra, chamarra, znmarro hauskieid, eigentlich schafpda; 
nach einigen vom bask, echamarra zeichen des hauses, nach 
anderen von dem arab. namen saiüniur einer marderart; s. 
Seheier 307 ; Diez 2, 194 und vgl. das vielleicht hierzu gehörige 
gossamer. 

Simmer gelinde kochen, wcMen ; dafür simber, bei Hai. 743 
simper; es scheint fast als lautnachahmung angesehen werden 
zu können, wie Wedgwood 3, 189 sagt: „imitative of the gentle 
hissing or murmuring of liquids beginning to boil;'' schwerer 
schon wird man sich damit einverstanden erklären, dass simper 
geziert lächeln dasselbe wort und nur übertragen sei „from a 



Simnel — Since. 389 

comparison of the raoYement creeping over the features to that 
which shows itself on the surface of water beginning to boil;" 
€8 erinnert einigtrmasscn an das nhd. zimper, zimperlich, zimpfer- 
lich Übertrieben start, affektirt fein und geeiert, deren Herkunft 
aber yleichfaüs dunkel ist; Weigand 2, 1144. 

Simnel eine art feines gebäek; Hai. 743 simlin, simnel: a 
kind of fine, rich cake; aitengL simnel, simenel, altfr. simiuel, 
mlat. simenellus, eine Weiterbildung vom lat. simila feines weieen- 
fheM, woher stammen altfr. simile, simille, aJ\d. simila, semala, 
mhd. semele, semel, nhd. semmel; it. sp. s^mola, fr. semoule 
mehlkieien, mehUcHglein; auch sehwd. simla, dän. simle, poln. 
zemla als name fur ein feines mehl und gebäek; Diez 1, 378; 
Weigand 2, 689; Schwenck 610 und Dncange unter simenellus. 

Simper geeiert lächeln; Hai. 743 h(U: „Simper-de-cocket: 
an affected mealy-mouthed girl. Cofgr. A simper- de -cocket: 
coqoine, fantastica. Howell 1660;^' vgl. über den wenig klaren 
Ursprung simmer, mit dem es formell wechselt. 

Simple einfach; aUengl. simple, symple; bei der klaren ab- 
stammung vom fr. simple, lat. simplus ist nur die theihoeise 
weit verlaufende bcgri/fsentuncklung beachtenswerth ; so in simple, 
fr. simple areeneikraut , kräuter sammeln; Frisch 2, 278: „sim- 
plicist: herbarius, weil man sonderlich in der areenei simplicia 
nennt, die von keinen anderen eusammengesetet sind, worunter 
vor anderen die kräuter sindf^ eu simpleton dummkopf vgl. 
das it. simplicione, semplicione, das nhd. simpel einfaltiger mensch, 
einfdUspinsel; Trench Stud. 71. 

Sin sunde, sündigen; cdtengl. sinne, senne, sunne, ajf^. synn, 
sinn, seun, als eeitwort altengl. sinnen, singen, sinegen, sunegen, 
ags. sy ngian ; das hauptwort ist altfrs. sinne, sende, aÜs. sundia, 
ndd. sünne, sünn, ndl. sunde, sonde, zonde, altn. schwd. dän. 
synd, ahd. suntja, suntea, mhd. nhd. sünde, nebst entsprechenden 
Zeitwörtern; der grundbegri/f scheint eu sein das eu sühnende; vgl. 
über das allerdings noch nicht gänslich aufgeklärte verhäÜniss 
eu dem nhd. sühnen, den goth. sunis w(ihr, gasuiijon rechtfertigen, 
saun lösung, sOhnung, dem lat. sons bei Weigand 2, 845; Dief. 2, 
197. 290; Fick« 895; Grimm Gr. 1», 375; Kl. S. 5, 288 ff. 

Sinee seit; diese neuengl. form hat sich entunckeU aus dem 
aUengl. sethens, sethen, sitheu, siththen, sithenes, ags. siddan, 
seoddan, syddan, aus sid [>am, sid [)an, etwa unter einfluss des 
aUn. sidau und jedenfalls nahe verwandt mit dem einfachen 



390 Sine 1. — Sink. 

mundartL auch engl, erhaltenen siih^ ags. aid, goth. sei[)ci, dhd. 
sid, mhd. sit, nhd. seit; vgl über die vielfach ähfdichen, wenn 
auch nicht gerade formell identischen formen in den verwandten 
sprachen, von denen am genauesten das ndl. sints entspricht, bei 
Dief. 2, 199 f. über die ags. und engl. Wörter besonders Grein 2, 
445; Koch 1, 71; 2, 389; Mätzner 1, 449; Stratmann 3 503. 

Sine 1. bogen; als wissenschaftlicher ausdruck wie nhd. fr. 
sinus, it sp. seno herübergenommen aus dem lat. sinus. 

Sine 2« ohne; lat. sine; damit zusammengesetzt sinecure 
mühelose stelle, vom lat. sine cura ohne sorge; auch das lat. 
sincerus, woher fr. sincere, engl, sincere wurde meist erklärt 
als entstanden aus sine cera ohne wachs, reiner honig, rein; vgl. 
über die weitere begriffsentuncklung des engl Wortes bei Trench 
Stud. 239; Gl. 193; das lat. wort scheint aber vielmehr entstanden 
aus sim- einfach und dem stamme von crescere, crearc, so dass 
es bedeutete einfach gewachsen; s. Curtius No. 72. 

Sinew sehne; aitengl. sinewe, senewe, senuwe, seonewe, ags. 
sinn, seonu, altfrs. sine, ndl. zenuw, aUn. sin, schwd. sena, dän. 
sene, ahd. senewa, mhd. senewe, senwe, sene, nhd. sehne; der 
weitere Ursprung ist unermittelt, wenigstens bleiben unsicher die 
vermutheten beziehungen zu dem altgerman. sin stark, sehr, zu 
dem nhd. sehnen, oder zu dem gr. lg, Ivog sehne; vgl. VVeigaud 
2,673; Fick»893. 

Sing singen; altengl. singen, ags. singan; vgl. wegen der 
konjugationsformen bei Stratmann^ 502 und Mätzner 1, 380; goth. 
siggvan, aUs. singan, altfrs. sionga, ndd. singen, ndl. zingen, 
aUn. syngva, syngja, schwd. sjunga, dän. synge, ahd. singan, 
mhd. nhd. singen; weiteres auch über ableitungen wie song s. 
bei Dief. 2, 206; Grimm No. 411; Gr. 2, 36. 87; Fick« 893; Bopp 
vergleicht skr. svan tönen, wofür zu sprechen scheinen keU. au^- 
drücke wie seinn singen, sian ton; vgl. noch Weigand 2, 710 
und singe. 

Singe sengen; altengl. sengen, sengin, ags. be-sengan, ahd. 
pi-senkan, bi-sengan, mhd. nhd. sengen, ndl. zenghen ; es ist das 
schwache fdktitiv von dem starken stammzeitwort sing, indem 
es ursprünglich den knisternden, singenden laut der flamme be- 
zeichnend singen machen bedeutete; vgl. Weigand 2, 691. 

Sink sinken; altengl. sinken, ags. sincan; vgl. wegen der 
konjugationsformen bei Stratmann^ 502 und bei Mätzner 1, 387; 
goth. sigqvan, alls, sincan, ndl. zinken, ndd. sinken, aÜn. sökkva, 



Sinople — Sir. 391 

schwd. sjunka, dan. synke, ahd. sinchau, sinkan, mhd. nhd. sinken ; 
d€um das im neuengh erloschene faktitivum aUengl. senchen, ags. 
sencan, dhd. senchan, mhd, nhd. senken; d(zs engh sink begegnet 
schon frühsfeitig auch in der transitiven bedeutung; dagegen ist 
verschwunden auch das nahe tretende aUengL sihen, sigen sinken 
fallen, ags. aUs. sigan, aUn. dUfrs. siga; mher weiteren Ursprung 
vgl. bei Dief. 2, 204- -206; Grimm No. o98; Gr. 2, 71; Etm. 639. 
664; Fick< 192. 893; man nimmt als einfachsten stamm an sig, 
sig und vergleicht damit die wurgel skr, sag verbergen. 

Sinople eine art farberde; fr. sp. sinople, pg. sinople, sinupla, 
it. senopia, auch mhd. nhd. sinopel; aus dem nilat. sinoplum rothe, 
grüne färbe, IcU. gr. sinopis sc. terra, öivemlg, öLvmnyx'jj eine rothe, 
nach dem fundorte, der Stadt Sinope, Sinopolis am schwär Ben 
metre, benannte erde; dasselbe ist sinople grün als hercddischer 
ausdr ck, sinoper röthd, eisenocker; s. Diez 2, 427; Weigand 
2, 713. 

Sinter sinter, tuff; der ausdruck, in dieser form und be- 
deutung, ist erst als fremdwort aus dem nhd. sinter, nihd. Hinder, 
sinter, ahd. sin tar schlacke herOber genommen; vgl. aber das 
wenigstens theüweise auf altengl. sindir, cindir, ags. sinder, aUn. 
sindr beruhende neuengl. cinder. 

Sip schlürfen; aÜengl. sippcn; genau entspricht das ndd. 
, ndl. Sippen und sicher verwandt ist der ausdruck weiter dem 
auch in den engl. Wörtern sop, soup, sup naher und femer 
SU gründe liegenden stammeeitwort ags. supan, cdtn. süpa, ahd. 
süfan, mhd. süfen, nhd. saufen, thdd. süpen, fu22. zuipen, schwd. 
supa, dän. söbe; vgl Br. Wb. 4, 793 ; Weigand 2, 545; Dief. 2, 292. 

Sir herr; es ist nur die kürzeste form des Wortes, welches 
sonst auch weniger angeeignet und entstellt erscheint in den 
formen sire, sieur, senior, seignior und signor; der roman. aus- 
druck bertAt auf dem lot. senior der ältere; dieses wurde als 
ehrenütel schon altfr. eu sire, sir, pr. sire, sira, sp. sire, ser, iL 
sire, sere, ser ; vgl. Burguj 3, 340 unter der ältesten roman. form 
sendra; femer bei Diez 1, 382 die it. signore, sp. sellor, pg. pr. 
senhor, fr. seignenr; keine Schwierigkeit macht die begriffsent- 
Wicklung: älter, herr, vater, mann; dcum gehört sirrah bursche, 
Schlingel, sofem es wirklich aus sir und dem anruf ha entstanden 
ist, wie die meisten woUen; andere führen es zurück auf ir. 
sirreah : poor, sorry, lean und hierfür scheint der ältere gebrauch 
im sprechen; Hai. 745 sirrah. In old plays this term is frequently 



392 Sirup ^ Sit. 

addressed to women. Umdeutende ardehnung hat offenbar statt- 
gefunden in sirloin lendenbraten; es steht fur surloin, fr. sur- 
longo; vglAo\n\ ähnlich t^^ sirname nur entstellt aus surname 
beiname, fr. surnom; femer sir-reverence für save reverence, 
lat, salva reverentia; s. darüber Hal. 745; im allgemeinen auch 
Wedgwood 3, 192. 570. 

Sirup Zuckersaft; mlat siruppns, syruppns, neufr. sirop, it. 
siroppa, altfr. ysserop, pr. eissarop, issarop, sp. xarabe, xarope, 
pg. xarope und so in die anderen neueren sprachen übergegangen 
wie nhd. syrup, sirop ; der ausdruck beruht auf den arab. scharab, 
scharub, scharbat und ist wesentlich dasselbe wort trte sherbet, 
sorbet und shrub 2.; s. diese und Diez 1, 384; Weigand 2, 852. 

Siserara heftiger schlag; Hai. 745 siserara: a hard blow; 
nach Wedgwood 3, 192 soll es entstellt sein ai4S dem auf dem kU. 
certior gewisser, nüat. certiorare vergewissem beruhenden rechts- 
ausdruck certiorari: „the name of a legal writ by which a pro- 
ceeding is removed to a higher court.*' 

Siskin aeisig; Hal. 745 siskin: a greenfinch; der vogd heisst 
schwd. siska, ddn. sisgen, nhd, zeisig, zeischen, zeise, mhd. zise, 
ziszig, ndd. ziseke, zieske, lett. zitskens, poln. csysyk, böhm, 
tschischek; meist also in Verkleinerungsform und von einem 
stamme benannt , der doch wohl den zwitschernden laut nach- 
ahmen soü; vgl. bei Hai. 745 siss: to hiss, aUengl. ndl. sissen; 
Br. Wb. 5, 316; Schwenck 763. 

Sister Schwester; altengl. sister, soster, suster, ags. sveostor, 
svustor, goth. svistar, aUs. suestar, aUfrs. swester, suster, ndd. 
ndl. suster, altn. systir, schwd. syster, dän. soster, ahd. suestar, 
mhd. swester, nhd. schwester; aUslav. russ. böhm. sestra, poln. 
siostra, lat. soror, skr. svasri, svasär; s. üief. 2, 367; Grimm (i. 
d. d. S. 266; Bopp V. Gr. 3, 191: „dtc benennung der Schwester 
hat im skr. svasär, wie das lot. sosor aus sostor ein t eingebüsst, 
welches den germanischen und slavischen sprachen verblieben ist; 
svastar ist eigentlich die angehörige frau und in seinem schluss- 
bestandtheil verwandt mit stri frau;^^ vgl. noch Weigand 2, 663; 
Fick ^ 923; mittels des lat. soror gehören dann auch dazu die 
roman. benennungen altfr. sorour, serour, suer, seur, soeur, neufr. 
soeur, pr. sor, seror, sp. sor, pg. sor, sorore, it. sorore und in 
der Verkleinerungsform sorella, wie ndd. susje, ndl. zusje. 

Sit sitzen; altengl. sitten, ags. sittan; vgl. wegen der hm- 
jugationsformen bei Stratmann ^ 503 und Mätzner 1, 392; goth. 



Site — Size 8. 398 

sitan, alto, sittian, sittean, aUfrs. sitta, ndd. ndl. sitten, zitten, 
aitn. sitja, schwd. sitta, dän. sidde, ahd. sizzan, mhd. nhd. sitzen, 
lot. sedere, gr. Sdog, l^oiiaL, russ. sidjet\ Utt. sedeti, skr. sad, 
sidami; 8. Dief. 2, 220; Weigand 2, 716; Curtius No. 280; Pick» 
892; vgL die dazu gehörigen ableiiungen wie seat, set und 
andere erst durch das roman. vermittelte wie see 1. und siege. 

Site gegendf läge; altengL fr. site, it. sito, jrp. sitio, vom lot. 
situs gelegen, läge; also dem stamme nach eu Wörtern wie situate, 
situation gehörig, nichts was Wedgwood meint, aus fr. assiette 
entstanden eu denken. 

Sith 1. später, seit; aUengl. sith, ags. sid, goth. sei[)u, aUs. 
sidh, ndl. zijd, altn. sid, ahd. sid, mhd. sit, nhd. seit; vgl. Dief. 

2, 199 und since. 

Sith 2. zeit, weg, mal; bei Hai. 746 sith: time, way, journey; 
es ist das aUengl. sithe, sith, ags. sid, alts, sith, sid, goth. sin[)s, 
ahd. mhd. sint weg, zeit, mal; vgl. Dief. 2, 210 und das dazu 
gehörige send. In anderen bedeutungen ist sithe aUere und 
mundartliche nebenform von scythe, selbst von sigh; s. Strat- 
niann^503; Hai. 746 site: a scythe; sithe: to sigh. 

Six sechs; aUengl. six, sixe, sex, sexe, ags. six, seox, siex, 
sex, goth. saihs, alts, sehs, aUfrs. sex, ndl. zes, ndd. ses, sos, söss, 
altn. schwd. dän. sex, ahd. mhd. sehs, nhd. sechs; lot. sex, gr. 
Sl^ litth. szoszi, Slav, schestj, sehest, pers. schesch, skr. schasch; 
nach dem lot. dann auch pr. jrp. pg. seis, it. sei, fr. six; vgl. 
Dief. 2, 180; Curtius No. 584; Bopp V. Gr. 2, 73. 

Sice 1. bestimmte menge, grosse, gestaU; vgl. die reiche be- 
griff senlwicldung, welche doch auf jene grundbedeutungen zurück- 
gefuhrt werden kann, bei Smart und Webster; aUengl. sise. ver- 
ki^rzt aus asise, assise, fr. assise, zu dem lot. assidere festsetzen; 
also eigentlich die festsetzung, das festgesetzte, bestimmte; vgl. 
Stratmann* 16. 502; Mätzner Wb. 1, 123 und assizes; Wedgwood 

3, 193; aus size eine bestimmte ration essen und trinken erklärt 
sich auch sizar als name einer art Studenten in Cambridge. 

Size 2« eine art leim; nach den meisten wäre es ein keU. 
wort syth steif, stärke, leim; dagegen sucht Wedgwood 3, 193 
nachzuweisen, dass es ein und dasselbe wort mit size 1. sei, 
nämlich beruhe auf it. assisa, sisa eine art leim, dessen sich die 
maier bedienen; es wurde als begriffsreihe sich etwa ergeben: 
läge, unterläge, grundlage, bindemittd für den Überzug oder die 
deekfarbe, Mm. 



394 Skaddle — Skellom. 

Skaddle sekädUeh^ schade; vgl. hei Hal. 708 scaddle: thievish, 
confusion, mischief; 747 skade: harm, mischief; skathy: ravenous, 
mischievous; aitengl. scathel, goth. ska^uls, ahd. scadel; ferner 
oUengL scathig, ags. scaedig schädlich; s. d(zs weitere unter 
scathe, van dessen stamm es Weiterbildungen sind. 

Skain L gebind, strähne; noch häufiger skein geschrieben; 
Hai. 747 hat skain: a scarf for the head; aUengL skeine gebind, 
schott. skeenie, skeengie bindfadcn, aUfr. escaigne, neufr. ecagne, 
mlat. scagua; die ausdrucke werden äfurOckgeführt auf das gad. 
sgeinn, sgeinnidh flachs -, hanfewim; s. Wedgwood 3, 194; 
Koch 3«, 11. 

Skaill 2. dolchj messer; Hai. 747 skain: a crooked sword, or 
scimitar, used formerly by the Irish ; auch skeiu, skean geschrieben; 
kdt. Ursprungs; gad. sgian messer , ir. scian, hymr. ysgien; dtum 
als eusammenseteung skains-mate: a messmate, a roaring or 
swaggering companion; originally a companion or brother in arms; 
vgl. unser nhd. spieszgeselle. 

Skate L Schlittschuh; es wird JsurOckgeführt auf das ndl. 
schaats stehe, Schlittschuh; vgl. scatches; sonst tritt jgiemlich 
nahe das dän. sköite Schlittschuh; s. Dief. 2, 230. 

Skate 2. eine ort fisch; cdtengl. scate, schate, aUn. skata; 
Wedgwood 3, 194 meint, die nordische benennung sei etwa ge- 
geben n€u:h dem spitzigen schwang, von skata nach dem ende su 
dünner werden, in eine spitsfe auslaufen; aUein der name ist 
wohl umdeutend angeeignet aus dem lat. squatus, worauf auch 
ags. sceadda, engl, shad, sowie die mundartlich deutschen schade, 
schatte, meerschatte beruhen werden; Mahn führt auch als keU. 
fischnamen an sgadan, ysgadan. 

Skeleton gerippe; bei Hai. 748 skelton ; altengl. scelet mumie; 
vgl Trench Gl. 193; das gr. 6nBXst6v, öKBlstog ausgedörrt, mumie 
wurde lat. sceletns, altfr. eschelette, neufr. squelette, it. scheletro, 
sp. esqueleto und drang als fremdwort weither wie nhd. skelett; 
das gr. wort gehört mu öxUIblv dörren, austrocknen. 

Skelllim Schurke; das veraltete wort beruht wohl auf skan- 
dinavischem gründe; dän. skjelm schelm, schurke, schwd. skalm, 
aUn. skelmir; vgl. das ndl. schelm und besonders die ahd. scalmo, 
scelmo, mhd. schelme, nhd. schelm: die bedeutung scheint sich 
von Viehseuche, gefallenes vieh, aas entwickelt au haben mu ver- 
worfener mensch, schurke, schelm; vgl. Weigand 2, 574, der es 
mit altn. skalm spiess mu einem wurMdverbum scelan stdU und 



Skep — Skewer. 395 

Mahn bei Webster, welcher auch die aUfr. scheltue, chelme an- 
führt; Koch 31, 145; Diez 2, 254. 

Skep ein korb oder kästen, ein gemäss; Hai. 748 hcU skep: 
a basket made of rushes or straw; skepe: a fishing vessel; Levins 
skeppe, skep; aUn. skeppa sche/fel; es gehört jedenfalls nahe zu- 
sammen mit den benennungen von gefassen und gemässen bei 
Bosw. ags. scep, sciop; schwd. skap, dän. skab, alts, scap, ndl. 
ndl. schap, ndd, schapp, nhd. scaph, nihd. schapf, schaf, nhd. 
schaff, mlat. scaphum, UU. scaphiam, scapium, gr. öxatplov, öTtatpog 
in den bedeutungen gefäss, getraidemass ; vgl. unser nhd. mhd. 
scheffely ahd. scephil, scefil, alts, scapil, ndd. schepel, ndat. sca- 
pillus, scapilus; s. Weigand 2, 553. 569; Lexer 2, 628; Br. Wb. 4, 
607, saune die stammverwandten shape und ship. 

Sketcb skisfae; fr. esquisse, it. schizzo, sp. esquiciu, weiter 
aber auch ndl. schets, nhd. skizze beruhen auf dem lat schedium 
etwas aus dem Stegreif gemachtes, von schedins, gr. öxsÖLog in 
der eüe gemacht, öxadid^Biv hinsudeln; nd(xt. auch scida für scheda 
etwa mit dem gedanken an öxlirj und lat. sciudere; der engl, 
ausdruck scheint nicht eben alt eu sein und kann seine grund- 
läge in dem fr. worte vielleicht unter einfluss der ndl. oder der 
mlat. form haben; s. Diez 1, 372: Weigand 2, 717; Mätzner 1, 157. 

Skew schief; vgl. bei Hai. 748 skew: aslope, to cast on one 
side, to skue und in vielen anderen bedeutungen, von denen 
mehrere skew als eine nebenform auch von sky und shy er- 
scheinen lassen; Levins hcU skewe: linis ocnlis spectare; in der 
grundbedeutung schief, wie in askew, askue, vgl. askant, wird 
der stamm ssunachst aus dem skandinav. gebiete gekommen sein 
aiUn. ska schiefe, krümmung, ä ska schräge; femer cdtn. skeifr, 
schwd. skef, dän. skjäv, skjev, jsu denen dann stimmen ndd. 
scheew, scheew, tidl. scheet, nhd. schief; d<is wort könnte ur- 
sprünglich bedeuten verschoben und so au dem stamme von 
shove gehören; Weigand 2, 579; andrerseits hat man auch ver- 
glichen das lot. scaevus, gr. öTiaiog links; s. Br. Wb. 4, 624; 
Grimm G. d. d. S. 993; Curtius No. 105; Koch 3», 150. 

Skewer speiler, hohsnadel; Hai. 748 skew: to skewer; 750 
skiver: a skewer; skiver -wood: dogwood, of which skewers are 
made; danach nimmt es Wedgwood 3, 195 in der bedeutung 
splitter als eine nebenform von shiver; vgl. cdtengl. schivere, 
scifre, shever bretchen, splitter, mhd. schivere, sehevere, aUndl. 
echevre; Stratmann^ 486. 



396 Skid — Skim. 

Skid hemnikeUe, einhemmen; Hai. 749 skid mit einem haken 
das rod hemmen^ schütten; skid-pan hemmschüh; nach Wedgwood 
3, 195: „a piece of wood on which heavy weights are made to 
slide, a sliding wedge to stop the wheel of a carriage ;^^ so wird 
es J wesenUich eine scheideform von shide, mmächst beruhen auf 
den skandinav. ausdrücken altn. skid scheity hoUstUckf schnee- 
schuh, schwd. skid, skida, norw. ski; vgl. Koch 8^ 145; Dief. 2, 230; 
StratnianD > 483 unter dem oMengl. schide. 

Skiff eine art fahreeug; fr. esqaif ; s. das weitere unter ship. 

SkiU geschieh, Klugheit; hei Hai. 749 skill: reason, to know, 
to understand, to make a difference; der grundbegriff ist offenbar 
der des unterscheidens, trennens; aUengl. skil, schil, schile tren^ 
nung, unterschied; zunächst woM aus dem skandinav. gebiete, 
wo in dem aUn. skil, schuld, skjäl, skäl, dän. skjel, aUn. skilja 
die begriffsentwicklung von trennen au dem geistigen unterscheiden 
deuüieh au tage liegt; vgl. noch ais hauptwort ags. seile, mhd. 
Scheie, aitndl. schil, als eeitwort dUengl. schilien, schillen, ags. 
scilian, aUndl. schillen, mhd. schelen; vgl. wegen des Stammes 
shell und scale 2., die nhd. schale, schall, schallen bei Wei- 
gand 2, 556; wegen der späteren begriffsentfaUung das lot. 
discemere, das nhd. gescheid bei Weigand 1^ 422; Wedgwood 
3, 195 : „the radical sense is separation, then difference, distinction, 
discernment, reason, intellectual or manual abiHty;'^ eine spur der 
älteren bedeutung noch bei Shakespeare in it skills not für it 
makes no difference; s. Schmidt 2, 1068. 

Skillet ein kleiner topf oder kessel; bei Hai. 749 skillet: a 
small pot of iron or copper or brass, with a long handle; woM 
entstanden aus altfr. escellete: a little dish bei Cotgrave; ver- 
kleinerung von dem aUfr. escuelle, neufr. ^cuelle schussel; vgl. 
scnttle; es scheint kein grund vorhanden von dieser ableHung 
abzugehen und mit Wedgwood an it. squilla glocke, aus dem 
deutschen schelle au denken, pr. esquella, esquelha, eUtfr. eschiele 
glöckchen; vgl. I)ie:6 1, 395; auch die versuchte begriffsentwicklung 
erscheint aiemlich gewaltsam; so in Philip's New World 'of Words, 
1706: „Skeletta in old Latin records, a little bell for a church 
steeple, whence our vessels called skillets usually made of bell 
metal ;'^ oder „from the resemblance in shape and material to a 
mule-bell**. 

Skim schäumen, absahnen, streifen; bei Hal. 749 skim: to 
mow, to make anything to fly swiftly but smoothly ; nach Wedg- 



Skin — Skirmiih. 397 

wood 3, 196 wäre es to take off the scaoi, thence to move lightlj 
oyer the surface of a liquid und müsste so als eine nebenfarm 
t;on'8cnm angesehen werden. Schwerlich hat es etwas mh thun 
mit dem veralteten ski me: a ray of light, to look a person in 
an underneath way, the head being held down , worin die leteten 
spuren begegnen von aUengh schimien, schimen, ags. scimian, 
oAdL sciman, aitn. skima scheinen^ gtänsten; vgl. shimmer. 

Skin haut; aUengl. skinne, skin, sein, ags. scinn, altn. schwd. 
skiun, ndd. schin, schinn; Br. Wb. 4, 654; vgl. die nihd. nhd. 
schinten, schinden die hatU abziehen; Weigand 2, 584; c^er auch 
Lexer 2, 750; Fick»902. 

Skink L einschenken; Hal. 750 skink: to fill the glass, to 
drink, to serve or pour out liquor; altengl. schenchen, ags. scencan, 
altn. skenkja, schwd. skanka, dän. skjenke, dhd. scenchan, mhd. 
fML schenken; vgl. Weigand 2, 575, Fick* 899 und shank; dojeru 
das veraltete skink er: a cupbearer, bei Hal. 750 skinker: a 
tapster, a drawer. 

Skink 2, eine art eidechse; UU. scincus, gr. öjclyTcoS' 

Skip hüpfen; vgl. über die begriffsentwicklung bei Trench 
£. 149; bereits altengl. begegnet skip sprung j skippen, skippin 
hüpfen y tarnen; der Ursprung des wertes wird eu suchen sein 
entweder mit Wedgwood 3, 196 auf keltischem gebiete welsch cip : 
a sudden snatch or effort; ysgip: a quick snatch; gael. sgiab: 
start or move suddenly, snatch at; oder aber auf skand. boden^ 
UH> altn. skopa laufen, mundartl. schwd. skimpa laufen, skompa, 
skumpa hüpfen, springen einigermassen entsprechen. Daeu ge- 
hört skipper springer, länger, aUengl. skippere, skippare^ 
während es in anderer bedeutung gleich ist dem ndd. ndl. 
schipper, dän. skipper, nhd. Schiffer und als ableitung von ship, 
skiff erscheint. 

Skinnisb scharmütael; altengl. scarmishe, als sfeitwart scar- 
mishen, alt fr. escarmoucier; als hauptwort neufr. escarmouche, 
sp. pr. escaramuza, it. scaramuccia, schermugio, sfu dem eeitwort 
it. schermire, alt fr. escremir, eskermir, von dem ahd. skerman, 
skinnan, mhd. schermen, nhd. schirmen fechten; vgl. scrimer 
und das aUengl. schirmen, skirmen bei Stratmann ' 505; auf 
demselben gründe beruhen die nhd. Scharmützel, ndl. scher- 
mutseling, schwd. skärmytsel, dän. skjermydsel; s. bei Diez 1, 
368. 370; Weigand 2, 562; Dief. 2, 258. 



398 Skirt — Slab 8. 

Skirt rand; aUengl. skirt; ursprünglich doch der rand eines 
JUeides und selbst für gewisse kleidungsstücke üblich; vgl. die 
bedeutungen bei Worcester und Webster; es ist daher UH)hl nur 
eine den sicmdinav. ausdrücken treuer gebliebene scheideform 
von shirt. 

Skit leichte dime, foppen; doutu skittish lose, flüchtig; die 
grundbedeutung des Stammes scheint die schnelle schiessende 
bewegung au sein; vgl. bei Hai. 750 skit: to slide, hasty, preci- 
pitate; dem ent^pricM das aUengl. sket, skeet, ags, sceot, aUn. 
skiotr sehneü, welches gewiss im dem stamme von ags. sceötan 
$u ziehen ist; vgl. shoot; in der begriffsentfaUung geigt sich 
viel analoges mit flit. 

Sknlk im verborgenen lauem; s. unter der nebenform scalk; 
ebenso skull schadet unter scull; femer sknm unter scnin 
und skim. 

Skunk stihkthier; n€u:h Mahn in Webster ,,contracted from 
the Abenaki segankn :^' und gewiss wird Nordamerika die heimaih, 
wie des thiers, so des namens sein. 

Sky himmel; aUengl. skie, skew, skewe; ursprünglich wohl 
der wolkenhimmmel y das gewölk; zunächst kam es aus dem 
skandinav. gebiete herOber altn. sk^, schwd. sky, dän. sky wölke, 
skyhimmel wolkenhimmel; daeu tritt am nächsten ahd. scio, sceo: 
regio nnbium, coelam ; weiter etwa ags. scüva, scüa schatten, ahd. 
scnvo, mndl schnw; s. Dief. 2, 226 und über die eu gründe lie-- 
gende wursfel sowie den Zusammenhang mit shade bei Curtius 
No. 112. 

Slab L klebrig, pfütge; in dieser bedeutung ist es offenbar 
das Stammwort eu slabber; man vergleicht theüs ein ist. slapp 
schmutz, pfütge, theUs gael. slaib: mud, mire left on the strand 
of a river; nach Koch 3*4 gael. slaib schmutg, sate; slaibeach 
schmutgig. 

Slab 2. platte; dUengl. slabbe; Wedgwood 3, 199 bemerkt: 
ffthe only sense of slab there is any difficulty in explaining is 
where it is applied to the thick outside plank of a tree or to a 
thick flat piece of a stone. Here it seems' to signify a lump or 
separate piece, being connected with slabber;'' Mahn bei Webster 
vergleicht dagu keU. yslab, llab: a thin slip; dass es Ursprung- 
Uch dem stamme nach eins sei mit slab 1. ist nicht gerade 
unwahrscheinlich , doch bleibt die begriffsvermitHung sehr 
gweifdhafl. 



Slabber — Slander. 399 

Slabber geifern^ besudeln, schlabbern; bei Hal. 751 slabber: 
to soil^or dirty, to eat up greedily; als eusammensetssung be- 
8 lab b er; aitengl. bislaberen und slaveren, tcie denn auch neu- 
engl, slaver; es entsprechen genau die näl. slabberen, ndd. 
slabbem, mundartl. nhd. schlabbern, welche (ds Weiterbildungen 
erscheinen von ndd. ndl slabben, nhd. schlappen ; vgl. 6r. Wb. 4, 
794 f.; Weigand 2, 585. 589, soune die engl, slab und slap. 

Slack träge, schlaff; aUengl. slac, slak, ags. sleac, aUs. slac, . 
ndl. slack, sleek, ndd. slack, aUn. slakr, schwd. slak, ahd. nihd. 
slach, mundartl. nhd. schlack ; dajsu gehören als sfeitwörter theü^ 
slacken, theils slake; aUengl. slekken, ags. sleccau, cdtn. slökkva; 
sodann aUengl. sleken, sleknen, aber auch slaken, ags. sleacian, 
ndl slaken; vgl. Stratmann » 505 flF.; Br. Wb. 4, 797; Dief. 2, 266. 
272 ; im allgemeinen drängen sich auf weitere , wenn auch im 
einßelnen schwer zu verfolgende beeiehungen eu ahd. mhd. slaf, 
fihd. schlaff; Lexer 2, 952; Fick» 917 f. 

Slade Ideines thai; bei Hai. 752 slade: a valley, a ravine, a 
plain; 754 slede: a valley; altengl. bei Col. 74 slede, bei Strat- 
mann^ 505 slade, slaede, slaed, ags. slaed, nach Etm. 700 aUn. 
slddr, sladr. 

Slag schlacke; bei Hal. 752 slag: refuse of lead or other 
ores; ndd. slagge, slacke, schwd. slagg, nhd. schlacke; dem 
stamme n€u:h wohl eu nhd. schlagen gehörig; vgl. das engl, slay 
und Weigand 2, 586. 

Slam schlagen, schmeissen, zuwerfen; vgl. Hai. 752, auch 
wegen slam als ausdruck bei dem spiele, welcher in dem nhd. 
schlemm angeeignet ist; ein entsprechendes wort begegnet weder 
im altengl. noch in den verwandten sprachen und so kann man 
vermuthen, slam sei unter einfiuss der lautnachahmung theils 
aus einem mundartl. lam, lamb: to beat soundly, bei Hal. 502, 
iheils etwa aus slan, slaen als den älteren formen von slay 
hervorgegangen. 

Slander verleumdungj verleumden ; altengl. slannder, sclannder, 
nd>en schandle, scandle, als Zeitwert sclaundren, sclandren; aUfr. 
esclandre, eschandre, escandle, neufr. esclandre und scandale; es 
ist also nur eine scheideform von scandal und weist wie dieses 
zurück auf das lat gr. scandalum, öTtdvdaXav; vgl. Burgny 3, 336 
und Wedgwood 3, 202, welcher letztere aber ohne fug meint: 
„perhaps the 1 may have been introduced by the influence of 
Dan. sladdre: to tattle.^^ 



400 Slang — Slate. 

Slang hunst', gaunersprache ; Wedgwood 3, 202 versacJU den 
ausdruck mit anscMuss an sling, von dem es als ablautende 
form erscheint, zu erklären aus dem skandinavischen: „N. slengja: 
to fling, to cast; slengje kiaeft*en (to fling jaw), to give bad 
words, to make insulting allusions, as in E. to slang or to jaw 
one are vulgarly used in the same sense. N. slenge-or (slang- 
words), insulting words, also new words taking rise from a par- 
ticular occasion without having wider foundation. — Aasen.'' Diese 
vermuthung hai indessen nicht mehr für sich als andere, nach 
denen der ausdruck mit fr. laugue, lat. lingua spräche zusammen- 
hängen, oder aber aus der Zigeunersprache herrühren soll; vieU 
leicht bezeichnete es ursprünglich die Sippschaft, die partei, wie 
das dän. släng, sleng und dann erst die einer partei eigene 
spräche; bei Ha). 75'^ begegnet slang: a long, narrow strip of 
land, was Wedgwood erklärt aus dem schuld, släng streich, wie 
sich denn in den engl, stripe und strip, in den nhd. streich und 
strich die bedeutungen allerdings berühren. 

Slant schief; als präpositionales adverbium aslant, oMengL 
o slonte, a slante; mundartl. begegnen sclent, sclint, slent, slcn 
in den bedeutungen von to slope, to glide; Hal. 711. 755; vgl. 
dazu das schwd. slinta gleiten, schlüpfen; einem anderen stent: 
to tear, to rend bei Hal. 755 entsprechen die ndd. slant lumpen^ 
läppen, slanti schlaff; vgl. auch slit, von dessen stamme eine 
nasalirte erweiterung darin erkannt werden könnte; die englischen 
etffmologen führen ausserdem ein keltisches ysglentiaw: to slide 
an; Wedgwood 3, 203 sucht slant schief mit dem aUfr, es-clanche 
links in Verbindung zu bringen. 

Slap schlag, klaps, schlagen; aUengl. slappe, ndd. slappe, 
dann auch nhd. schlappe; der ausdruck ist wohl wesentlich laut- 
nachahmend; vgl. Weigand 2, 589; Br. Wb. 4, 816: „slapp be- 
deutet dejt Tdatschenden schau eines Schlags, besonders einer 
maulscheUe." 

Slash hauen, zerfetzen; bei Hai. 753 slash: a cut or gash; 
auch altengl. schon als zeitwort slaschen; das einzige ziemlich 
entsprechende wort scheint zu sein dUn. slasa verwunden; die 
schwd. slaska, dän. slaske sudeln, manschen sind in der bedeutung 
weit entfernt, während allerdings slashy: wet and dirty bei Hai. 
753 an sie erinnert ; vgl, Wedgwood 3, 203, 

Slate schiefer; bei Levins slate: tegula, later; altengl. slat, 
sclat, sklat; es ist also das aUfr. esclat, bei Cotgrave: „esclat: a 



Slatter -^ Slaver Ä. 401 

shiver, splinter, also a thin lath or shingle ;^^ neufr. eclat hruch- 
stuehy splitter; die fr. Wörter esclater, eclater beruhen aber sdbst 
auf dem german. stamme des engl, slit, ags. slitan, aus dessen 
praeteritum slät auch ohne einfiuss des romanischen elements 
sich ausdrücke wie slat schlagen, eerspaiUen, aUengl. slatten, vgl. 
altn. slatta, sletta, entwickelt hohen mögen; s. Ober die aUengl. 
Wörter 8tratmann» 506; über die fr. ausdrücke Diez 1, 370; über 
die begriffsentwicklung des neuengl. slate unser nhd. schiefer 
bei Weigand 2, 580. 

Slatter unordentUeh , schmutzig sein und handeln; dazu 
slattern eine schlumpe; es entsprechen aiemUch genau ndd. 
sladdem, sloddern, ndl. slodderen, nhd. schloter, scbluttern, 
schlottern mit dem grundbegriffe des lose, nachlässig schwan- 
kenden; in denen man Weiterbildungen des stctmmes von slnt 
erblicken darf; vgl. Br. Wb. 4, 838; Weigand 2, 600; Wedg- 
wood 3, 204. 

Slangllter gemetzel; aUengl. slaughter, slanhter, slaghter, 
slahter; das wort schliesst sich seiner büdtmgssilbe nach an das 
aUn. slätr, mag aber sonst beeinflusst sein von dem auf gleichem 
stamme, engl, slay, beruhenden altengl. slaughi}, slaubt, slaht, 
ags. sleaht, ahd. mhh. slaht*, nhd. scblacht; nur zufdüig in der 
form begegnet sich fast damit unser persönliches nhd. schlachter, 
schlachter; dagegen vergleiche man noch das seiner büdung nach 
ähnliche abstrMum laughter und Bopp Y. Gr. 3, 200. 

Slaye sklave; ndi slave, slaeve, slaaf, dän. slave, schwd. slaf, 
nhd. sclave, sklave; fr. esclave, pr. esclau, sp. esclavo, pg. escravo, 
it. schiavo ; das wort ging aus von Deutschland, wo es mhd. slave 
zunächst den kriegsgefangenen Slave, Slawe, lat. Slavu», Sclavus 
bezeichnete; den namen des Völkerstammes erklärt man meistens 
aus dem slav. slawa rühm, andere au5 slo wo rede. Mahn &et, 
Webster fügt aber hinzu: „most probably, however, the original 
meaning was independent, free;'^ vgl. Weigand 2, 667; Ober die 
roman. Wörter Diez 1, 371; das daselbst erwähnte abgeleitete it. 
schiavina, sp. esclavina, mhd. slavenie, dUfr. esclavine grober 
pilgerrock, ursprünglich sklavenrock oder von den Slaven ver- 
fertigter fock begegnet auch aUengl. als slavine, sclavine, slaveine, 
sklavyne; Hai. 754; Stratmann ^ 490. 

Slayer 1. begeifern; aUengl. slaveren; s. weiter unter slabber. 

Slayer 2. Sklavenhändler, Sklavenschiff; gewöhnliche ableitung 
von slave. 

MfllUr, Bt7iii.Wdrl«rb. II. S. Aofl. 26 



402 Slay ~ Sleek. 

Slay schlagen; aÜengl. sie, slo, »leu^ slaen, slan, slean, ags. 
slan, slean, sleahan, slahau, slagan; vgl, Stratmann ^ 50(3 und 
Mätzner 1, 405; goth. slahan, aits, slahan, slaan, ndd. ndL slaan, 
slan, aUfrs. aUn. sla, schwd. sla, dän. slaae, ahd. slahan, nihd. 
slahen, slan, n/kJ. schlahen, schla<:^en ; s. Dief.2, 262; Weigand2,588; 
Fick * 917; ahleitungen davon sind unter anderen slaughter 
tttu2'sledge 1. 

^ItSk'H^ dockenseide, verworrener knoten; Hai. 754 sleave-silk: 
the soft floss-silk used for weaving; bei Florio sleave or raw silk; 
es lassen sich etwa vergleichen aUn, slefa dünner faden, dän. 
slöife, hhd. schleife schlinge, knoten. 

Sleazy dünn gewoben, fein; man hat dazu verglichen das 
nhd. schleiszig, schliszig von schleiszen, engl, slit; doch müsste 
dann eine entlehnung des ausdrucks etwa unter anlehnung €tn 
leasy locker angenommen werden; immerhin heachtenswerth bleibt 
die erkiärung bei Hai. 755: .,8leezy, the same as slazy: of flimsy 
texture. Slesie linnen, so calld becaus brought from the province 
of Silesia, or as the Germans call it Hchlesia, wher the capital 
city Breslaw is maintaind by this manufacture, which is the chief 
if not the only merchandize of that place. Kennet.'* 

Sledge 1. hammer; altengl. slegge, a^s, slecge: malleus, 9U 
dem Zeitwort a^s, slean, engl, slay; ähnlich die gleichbedeutenden 
ahd, slaga, mhd. slage, sla, nhd, schlage, ndl, slei; ndL slage), nhd. 
Schlägel; Weigand 2, 587. 

Sledge 2. scMitten; diese form hat sich wohl erst unter ein- 
fluss falscher anoAogie entwickelt aus dem älteren sied, sledde, 
auch slade; vgl, Hai. 752. 754; altengl, siede, ndd. ndl, slide, siede, 
sledde, slidde, slee, aÜn, sledi, schwd, dän. släde, ahd. slito, mhd, 
slite, nhd. schütten; eu dem wurzelverbum slidan; s, slide; Br. 
Wb. 4, 818; Weigand 2, 598; Koch 3 \ 146; Stratmann ^ 507; 
Wedgwood 3, 206. 

Sleek glatt, blank; das wort scheint sich in dieser form erst 
neuengl, gebildet zu haben aus dem noch mundartl, und altengL 
slike, slick; Hai. 756; Stratmann »508; Trench E. 1^5; auch als 
Zeitwort slick, slicken glätten, altengl, slikien; danach gehört es 
zu dem stamme des starken verbums altengl, sliken, nid, sliken, 
ahd, slichau, mhd, slichen, nhd, schleichen sich leise gleitend fre- 
wegen; vgl. Hai. 756 slike: to slide; nahe verwandt nach form 
und bedeutung ist ein altengl. sleek, slec schlämm j wdchem im 
ganzen entsprechen die ndd. slik, slic, slick, ndl. sUjk, slik, nhd. 



Sleep — Sleeve. 408 

schlich, schlick; vgl. noch bei Hai. sleech: mnd; sleeked: smooth; 
slake: soft as mud, dirt; Weigand 2, 595; Br. Wb. 4, 828 flP.; 
Wedgwood 3, 206; an das neuengl. sleek glatt erinnern besonders 
noch aUn. slikja glätten, ndl. sluik, sleyck glatt. 

Sleep schlaf, schlafen; aitengl. sleep^ slep, slaep, slap, ags. 
slaep, goth. sleps, aUfrs. slep, oMs. släp, ndd. ndl. släp, slaap, 
ahd. mhd. släf, nihd. schlaf; das eeitwort ist cdtengl. sleepen, 
slepen, slaepen , ags. slaepan, släpan; vgl. wegen der theihoeise 
noch starken konjugationsformen bei Stratmann ^ 505 ; Mätzner 
1, 371; gofh. slepan, altfrs. slepa, aUs. släpan^ ndd. ndl. slapen, 
slaapen, ahd. släfau, mhd. slafen, nhd. schlafen; vgl. Dief. 2, 267 ff.; 
nach Weigand 2, 587 ging das goth. slepan hervor aus dem plur. 
prater, eines zu vermuthenden slipan nachlassen, welches der 
lautverschiebung gemäss stimme mit dem russ. slabjet^ schwach, 
kraftlos werden, nachlassen und noch eu spüren sei in dem nhd. 
schlaff; Fick ^ 918; im neuengl. wie Htberhaupt in den neueren 
germanischen sprachen, mit ausnähme der skandinavischen, fast 
erloschen ist ein ariderer weiter aufwärts vielleicht verwandter 
stamm in der bedeutung schlafen; bei Hai. 835 sweb: to faint, 
to swoon; 837 sweven: a dream, a slumber; aUengl. sweven, 
swevien, ags. svefian, swebban, (Mn. sveQa, sova, schwd. sofva, 
dän. sove; alts, suebhan, ahd. in-sueppen, mhd. in-sweben; vgl. 
die lot. sopire, gr. vnvog, skr. svap, sup schlafen; Dief. 2, 270; 
Wedgwood 3, 207 weist besonders noch hin auf den Zusammen- 
hang zwischen sleep und slumber, der indessen sehr zweifel- 
haft bleibt. 

Sleet hagel; aUengl. sleet, slet; einigermassen entspricht das 
mhd. sld3, nhd. schlosze. ndd. slate, slote hagelkorn; weniger 
das dän. sind schneeregen; ganz unwahrscheinlich ist Zu- 
sammenhang mit slay schlagen, eher denkbar mit slit, so dass 
ursprünglich die scharfen hagelstücke gemeint wären; vgl. bei 
Etm. 704 slaetan spalten, slaeting spaM, ndd. sleet gespaltene 
hohfstange; Br. Wb. 4, 824; Weigand 2, 599; andere vermuthungen 
s. bei Wedgwood 3, 208. 

Sleeye ärmel; aitengl. sleeve, sieve, slefe, ags. sl§fe: manica; 
ags^ slefan: induere; ziemlich nahe dazu treten ndl. sloof, ndd. 
sin, sluwe, mhd. slouf, sloufe, nhd. schlauf mit den bedeutungen: 
huUe, decke, schote, balg; etwa zu dem zeitwort goth. sliupan, 
engl, slip; vgl. Dief. 2, 273; Br. Wb. 4, 842; hierher gehört viel- 
leicht auch slive: to dress carelessly bei Hal. 758 und Wedgwood 

26* 



404 Sleight — Slight. 

3, 209; wegen sleeve: a narrow channel bei Hal. 755 vgl, das fr. 
La Manche; übrigens stehen mundartlich sleeve, sieve, slive in 
dem sinne van spalten^ aerreissen, altengl. sliven; s. Stratmann' 
509 und sliver. Sleeveless grundlos ist immer noch besser 
aus einer bildlichen anwendung von sleeve ärmd eu erklären^ 
vgl. Smart und Webster, als mit Wedgwood 3, 210 auf ein he- 
sonderes sleeve, aUn. sliofr, dän. slov stumpf auriicksfuführen. 

SMgbt Kunstgriff, list; ol^en^I. sleighte, sleihte, slehthe; aus 
dem skandinav. gebiete gekommen, aUn. sloegd, schwd, slögd kunsty 
slög geschickt; wegen der form vgl. das ahniich gebildete height; 
dem stamme nach gehört es zu sly; vgl. noch bei Hai. 756 slight: 
contrivance, artifice; 761 slyghe: cunning. 

Slender schlank, schwach; altengl. slender, seiender; mndl. 
slinder dünn, schwach; derselbe stamm in etwas abweichender 
begriffsentwicklung begegnet in den ndl. slinder, slender träger 
gang, ndd. slender, nhd. schlender nebst den daeu gehörigen eeit^ 
Wörtern ndl. slenteren, ndd. slindern, slendeni, nhd. schlendern; 
vgl. die aitn. slidra trägheit, slinni tölpel; Br. Wb. 4, 820; Wei- 
gand 2, 593; vgl. über weitere beziehungen eu slide. sou)ie zu 
den deutschen slinden, slingen, schlingen, schlank bei Dief. 2, 272; 
Wedgwood 3, 210. 

Slice schnitt, dünnes stück ; altengl. slice, aUfr. esciice : eclat, 
als Zeitwort esclicer: fendre; esciier zersplittern, von dem ahd. 
sclizan, slizan, ags. slitan und insofern desselben Stammes icie 
engl, slit; s. Bnrguy 3, 139; Üiez 2, 291. 

Slide gleiten; altengl. sliden, ags. slldan; vgl. wegen der 
starken konjugationsformen bei Stratmanu^ 508; Mätzner 1, 399; 
mhd. sliten; unmittelbare ahleitungen davon sind s 1 i d d e r 
schlüpfrig, altengl. slider, ags. slidor und s l i d d e r gleiten^ 
schliUem, altengl. slideren, ags. sliderian, ndl. slideren, slidderen, 
ndd. sliddern, nhd. schliddern, schlittern; s. Weigand 2, 598; 
Dief. 2, 265. 272; Fick« 918 und vgl sledge 2. 

Slight gering; altengl. slist, sieght; goth. slaihts, altfrs. sliuht« 
ndd. sligt, ndl. siecht, altn. slettr, schwd. slät, dän. slet, ahd. 
mhd. sieht, nhd. schlicht und schlecht mit der begriff sentwicüung : 
eben, gerade, einfach, gering, schlecht; vgl. Weigand 2. 590. 595; 
als Zeitwort bei Hai. 756 slight: to smooth or iron linen; ndd^ 
sligten, ndl. siechten, ahd. slihtan, mhd. slihten, nhd. schlichten 
mit der grundbedeutung glätten, ebenen; das Stammwort gehört 



81im — Slink. 405 

• 

in dem sinne breit geschienene eben eu slay; s. Dief. 2, 264 f.; 
Fick« 918; Wedgwood 3, 211. 

Slim dünn, fein, gering, schlecht; bei Hai. 756 slim: worth- 
less, thiD, slender, slight; ndl, slim, ndd. slimm, fries, slom, mhd. 
slim, fihd, schlimm, aUn, slämr, schwd. dän. slem; die begriffs- 
entwicMung scheint zu sein: abgeneigt, schief, schlecht, gering, 
dünn und äUere formen me mhd. slimp weisen tmf ahfaü eines 
p hin; aber der weitere Ursprung ist dunkel; Br. Wb. 4, 830; 
Weigand 2, 596 ; Lexer 2, 980. 

Slime eähe feuchtigkeit , schleim; aÜengl. slime, slim, ags. 
slim, ndd. sliom, nM. slijm, altn. slim, schwd. slem, dän. sliim, 
cihd. slihmo, slim, mhd. slim, nhd. schleim; vgl. das engl, sloam: 
a layer of earth between coal-seams; ndd. slam, nhd. schlämm; 
fMch der gewöhnlichen ansieht mit vorgetretenem s jsu loam und 
lime 1. gehörig; doch werden auch verglichen die gr. öUcXov. 
CaXog Speichel, ölcdog fett, schmala, hxt. saliva Speichel, altslav. 
slina, litth. seile Speichel; s. Weigand 2, 588. 592; Curtins No. 557; 
Fick « 819. 

Süng werfen, schleudern ; aUengl. slingen, ags. slingan ; vgl. 
über die starken konjugaiionsformen bei Stratmann^ 508; Mätzner 
1, 386 ; altndl. slinghen, ahd. slingan, mhd. slingen, nhd. schlingen, 
aitn. slyngva, schwd. sluuga, dän. slynge; als ableitungen ndd. 
slingern, nhd. schlingern; cdtn. slengja, schwd, slänga, dän. slänge; 
die weit und verschieden verlaufende begriff sentwicldung, vgl. die 
fihd. schlingen, verschlingen, schlänge, scheint auseugehen von 
der grundbedeutung: sich windend bewegen, hin und her werfen; 
s. Etm. 700 ; Weigand 2, 597 ; wegen der entuncklung des Stammes 
im nhd. Kehrein 377 flp. ; femer Br. Wb. 4, 832 ; Lexer 2, 981 f. und 
Fick * 918; das hauptwort dazu ist neuengl. sling Schleuder; ags. 
aUfrs. aUndl. mhd. slinge, ahd. slinga, nhd. schlinge, welches 
letsftere noch im 17. jahrh. attch die Schleuder bedeutete ; s. wegen 
der verschiedenen bedeutungen im engl, auch Hai. 757. 

Slink schleichen; Hai. 757 Aa^slinch: to sneak away; nicht 
bei Levins, wohl aber bei Shakespeare findet sich slink; aUengl. 
scheint das wort nicht au begegnen; aber ags. slincan; vgl. 
Mätzner 1, 387; schwd. slinka; dcts wort scheint nahe verwandt 
einerseits mit sling; vgl. auch wegen der bedeutungen unser tihd. 
schlänge mit dem ags. slincend: reptile bei Etm. 700; andrerseits 
erinnert es an das (Mengl. sliken, ndd. sliken, (dtd. slichan, mhd. 
glichen, nhd. schleichen; Wedgwood 3, 214. 



406 SUp - Sloe. 

Slip gleiten, schlüpfen; aUengl. slippen; ndL ndd. sHppen. 
mhd. slipfeD, alin, sleppa, schwd. slippa, dän. slippe; es sind 
zunächst Weiterbildungen van dem stammeeitwort aUengh slipen, 
ags. slipan, ndd. slipen, nM. slijpen, dhd. slifan, mhd. slifen, nhd. 
schleifen; dieses aber ist verwandt mit dem fast gleichbedeutenden 
aUengh slupen, ags. slapan, goth. sliupan, ndd. slüpen, ncU. sluipen, 
cAd. sliufau, mhd. sliefen, nhd. schliefen, wosfu wieder gehören 
ältengl. sluppen, mhd. slQpfen, nhd. schlupfen, schlüpfen ; als ab- 
leitungen scf^on aUengl. slip: lacinia; slipper, sliper, ags. slipur, 
ndd. slipper, ahd. sliper schlüpfrig; vgl. Stratmann • 508 f.; Etm. 
703; Br. Wb. 4, 832; Dief. 2, 273 f.; nach ßopp V. Gr. 2, 387 wäre 
die eu gründe liegende wured identisch mit der des lot. serpere, 
gr. iQXBiv, skr. sarp: ire, gradi; vgl. noch wegen der nhd. ent- 
Wicklung des Stammes bei Weigand 2, 596. 601; Kehrein 960 -963; 
wegen der engl ausdrücke Webster und Hai. 757; ^.sleeve und 
slop 1. 

Slit spalten^ schleissen ; aUengl. sliten, ags. slitan ; vgl. wegen 
der starken konjugationsformen Stratmann ^ 509 und Mätzner 1, 
378; davon abgeleitet das aeitwort, auf dem eunächst das neu- 
engl, slit beruht, aUengl. slitteu, vgl. die mhd. slitzen, nhd. 
schlitzen; das stammverbum findet sich femer als dlts. slitan, 
aUfrs. slita, ndd. sliten, ndl. slijten, aUn. slita, schwd. slita, dän. 
slide, ahd. slisan, mhd. slisen, nhd. schleiszen; Weigand 2, 592; 
Kehrein 838; Fick« 918; Br. Wb. 4, 834; das german. wort drang 
in das roman. gebiet und theüweise von da in das engl, sfurück; 
vgl. slate und slice, ausserdem auch sleet. 

Sliver spalten; als hauptwort bei JBal. 758 sliver: a splinter, 
a slice, a slip, a small piece of an3rthing; Weiterbildung von dem 
veralteten slive : to cut or slice off anything, altengl. sliven spaUen, 
ags. sUfan; Etm. 703; bei Hal. 755 sieve; 758 slive: to cut; 760 
sloven: divided. 

Sloat rungenschemel; Wedgwood 3, 216 hat: „Sloats of a 
cart. The under-pieces which keep the bottom of a cart together. 
The slote of a ladder or a gate, the flat step or bar. — B. N. 
slaate, a pole, stem of a tree; slaate gaar, a railing. Uael. slat> 
a rod or yard;^^ bei Hal. 759 in denselben bedeutungen slote, slotes; 
altengl. slottes: vectes; vgl. slot 2. 

Sloe Schlehe; aUengl. slo, sla, nach Lye schon ags. sTä, sl&he, 
ndd. slee, ndl. sleeuw, slee, schwd. slan, dän. slaaen, ahd. sleha, 
slea, mhd. siehe, nhd. schiebe; es scheint als name der stumpfe 



Sloom — Slot 1. 407 

ßähne machenden frucht zu gehören eu dem adjektiv ndd. ndl. 
slee, mhd. sie, mundartl. nhd. schlech, schlev stumpf, matt, kraft- 
los; vgl. Br. Wb. 4, 819; iSchweuck 570; altn. sliöfr, schwd. slö, 
däH. slöv; wegen weiterer beeiehungen auch das engl, slow; Dief. 
2,26(3; Fick«917. 

Sloom leichter schlaf; auch sloum; bei Hai. 759 sloom: a 
gentle sleep; gloomy: dull, slow, inactive; 760 sloum: to slumber; 
aUengl. slume, sloumbe, ags. sluma; als Zeitwert aUengl. slomen, 
slumen, mhd. slummen, slumen, cdtndl. sluimen; s. weiter unter 
dem davon abgeleiteten slumber. 

Sloop eine art boot; ndl. sloepe, sloep, ndd. sluup, slupe, 
schwd. dän. slup, sluppe, nhd. schluppe, scbaluppe; das letzte erst 
nach dem fr. chalonpe; dieses oAer, wonach dann auch sp. 
chalupa, it. cialuppa, eben aus jenen german. Wörtern entstanden; 
vielleicht zu dem unter slip berührten goth. sliupan, ags. slüpan 
gleiten, so dass es ein leicht dahin gleitendes fahr zeug bedeute ; 
5. shallop; Br. Wb. 4, 849; Weigand 2, 557; Diez 2, 249. 

Slop 1. ein Überwurf, hosen; Hai. 759 slop: a smock-frock, 
any kind of outer garment made of linen; a summer boot or 
buskin; slops: large, wide breeches; vgl. dazu das neuengl. slipper 
pantoffel; ags. slop, aUn. sloppr; eigentlich ein kleid, in welches 
man hineinschlüpft; zu dem aUengl. slupen, ags. slüpan; vgl. 
slip und sleeve. 

Slop 2. schmutzwctsser ; aUengl. slop; vgl. bei Hal. 759 slop: 
to wet or dirty; man vergleicht das ir. gael. slaih schmutz; das 
veraltete slop: to drink greedily and grossly entspricht den ndd. 
ndl. slabbeu, nhd. schlappen geräuschvoll lecken oder schlürfen; 
Weigand 2, 589; von dem hierzu gehörigen sloppy schlammig, 
schlumpig möchte Diez 2, 422 das fr. salope ableiten; Übrigens 
scheint auf die bedeutungen und ableitungen des engl, slop auch 
das ndd. slap, (üid. mhd. slaf, nhd. schlaff locker, lose eingewirkt 
haben; s. über dieses Weigand 2, 587. 589. 

Slope geneigt, abschüssig; es scheint hervorgegangen aus dem 
particip slopen des ags. slüpan, vgl. slip, so dass es seine be- 
deutung aus dem begriff des gleitens, schlüpfrig seine entwickelte, 
wie nach Dief. 2, 273 das mhd. slepfer sowohl lubricus cUs pro- 
elivis, declivis bezeichnete. 

Slot 1. spur des wildes; vgl. bei Hai. 758 slod: the track of 
cart-wheels; schotL sleuth, sluth, sluth-hound schweisshund ; s. bei 
ilal. 755 sleuth; aUengl slooth, sloth, aUn. sl5d fusssteig, spur; 



408 Slot 2. — Slow. 

Koch 3 *, 7 erwähnt es als verwandt dem gad. slaodadh eiehen ; 
Dief. 2, 268 unter goth. slahan, engL slay. 

Slot 2. thürriegely verschluss ; dUengl. slotte, slot, altfrs. ndd. 
ndl. slot, aihd. mhd. slos, nhd. schlosz; su des letzteren bedeu^ 
tungen stimmen noch besonders bei Hai. 759 slot: the clasp or 
fastening of a door, a castle, a fort; von dem eeitwort ndd. 
sluten, ahd. sliosan, mhd. sliesen, nhd. schlieszen, ndl. slaiten, 
schwd. sluta, dän. slatte; vgl. das ndd. slateu thurriegd; Br. 
Wb. 4, 851; doch mögen sich andere ausdrucke hineingemischt 
haben, die etwa baUcen, Stange bezeichneten; vg^ sloat und 
Wedgwood 3, 216. 

Sloth faulheit, fatdthier; bei Hai. 754 slawth: sloth; aUengL 
slothe, slouthe, sleuthe,' slevthe, ags. slaevd trägheit; bu dem ctgs. 
slär, engl, slow langsam. 

Slottery schmutaig, unordentlich; bei Hai. 759 slotter: filth, 
nastiness, to dirty, to bespatter with mud; aUengl. sloteren; vgl^ 
die ndd. slodderig, sludderig, ndl. slodderig, fikd. schlottrig, nebst 
den Zeitwörtern ndd. ndl. sludderen, sloddern, nhd. schloddern, 
schlottern, spätmhd. schlotten ; Weigand 2, 600. 

Sloneh lose herabhängen; bei Hai. 759 slouch: a lazy 
fellow; s. ebenda den ausdruck slouched-hat; woM eines Stammes 
mit slack beruht es zunächst etwa auf skandinav. Wörtern, wie 
slokr, slakr, slok ; vgl. die dän. slaköret, slugoret gleich dem engl. 
slouch-eared ; Wedgwood 3, 218. 

Slongll 1. morast; bei Hai. 760 slud, sludge und slush: wet 
mud; cdtengl. slo, slowe, sloghe, sloh, a^^. slög, sloh: locus con- 
cavus, volutabrum; es soU aus dem kelt. gebiete stammen; gaeL 
ir. sloc, slochd: a pit, pool, ditch. 

Slough 2. Schlangenbalg, hülle, schale; Hal. 760 slough : the 
cast skin of a snake, the skin of any animal; aUengl. sluh, slouh, 
slugh; mhd. sluch schlangehbalg, nhd. schlauch; man vergleiche 
noch die mndl. sloove, ndd. sluwe, slu, nhd. schlaue, schlaube 
hülle, hülse; Weigand 2, 590. 

Sloven schmutzige, schlampige person; bei Hal. 760 sloven: 
a knave, a rascal; ndL sloof, slof nocMö^^^, faul, ndd. sluf, nhd. 
mundarfl. schluff, schlufe; wohl verwandt mit slow langsam; s. 
Br. Wb. 4, 843; Weigand 2, 601; Dief. 2, 266; Koch 3 S 152. 

Slow langsam; dUengl. slau, slav, slou, slouh, ags. sl&v, aUs. 
sleu, aUndl. sldw, ndl. ndd. slee, sie, altn. slaer, slior, sliofir, 
schwd. slo, dän. slöv, ahd. sl^o, mhd. sie, mundarÜ. nhd. schlew, 



Slubber — Slump. 409 

schlecht 8chl6; fMch Dief. 2, 266 au dem goth. slavan schweigen, 
stiU sein ; Grein 2, 803 : ,j€Ue goth. form würde slaivs lauten und 
ist aus slakjava kontrdhirt ;'^ vgl. slack, sloth und sloven. 

Slubber sudeln, besudeln; bei Hai. 760 slabber: to do any- 
thing slovenly, to smear, to dirty or defile; nicht eu trennen von 
slobber und slabber; dUer^l. slobren, ndl. slobberen, slobbeu, 
m/undard. nhd. schlabbern, aUn. shippra, dan. slubbre in den 
bedeutungen schlürfen, gierig essen und trinken, besudeln, sudeln; 
vgk slof und s. Br. Wb. 4, 705; Dief. 2, 268. 

Slug träge; dasu sluggish, sluggy; altengl. slagge, slaggi, 
als Zeitwort sluggin, sloggen; sing Schnecke; vgl. Trench Gl. 194; 
einigermassen entsprechen dem mit slack verwandten worte ndd. 
slukk niedergeschlagen, traurig, slakkern schwanken, ndl. slak, 
slek Schnecke; vgl. Br. Wb. 4, 847; Wedgwood 3, 221 und slouch. 

Sllliee schleuse; Levins h€U sluce: emissorium ; ndl. sluis, 
ndd. slüse, dän. sluse, schwd. slas, nhd. schleuse; aus dem roman. 
gebiete, wo aUfr. escluse, neufr. ^cluse, sp, esclusa hervorgingen 
aus mlat. sclusa, exclusa von dem lat. excludere, claudere; s. Br. 
Wb. 4, 851; Weigand-2, 595; Diez 1, 164. 

Slunber schhimmem; cdtengl. slumeren, slamberen, slomberen ; 
frei Hai. 758 slomberinges : slumberings ; slomerande: slambering; 
nach Etm. 701 ags. slnmerjan; ndl. sluimeren, mhd. slnmmem, 
nhd. schlummern, schwd. slumra, dän. slamre; als hauptwort 
aUengl. slamer, dän. mhd. slummer, nhd. Schlummer; Weiter- 
bildungen des unter sloom besprochenen Stammes; vgl. über 
mehr dazu gehörige formen und den zu vermuthenden Zusammen- 
hang mit sleep bei Dief. 2, 268 f.; über das eingeschobene b bei 
Mätzner 1, 190. 

Slump plötzlich hineinfallen, plumpsen; Wedgwood 3, 222 
giebt ais grundbedeutung : „to fall plam into any wet or dirty 
place ;^^ schott. slump: a dull noise made by anything falling into 
a hole ; Hal. 760 slump : wet, boggy earth, wet mud, also to slip 
down into slump; der ausdruck scheint allerdings von der laut- 
nachahmung ausgehend ursprünglich den dumpfen schall einer 
fallenden masse bedeutet zu haben; man vergleiche die näd. 
slnmp, slumpen von dem glücksfaU, nhd. schlumps plötzlich; Br. 
Wb. 4, 847; Weigand 2, 601; auf skandinav. gebiete werden an- 
geführt altn. slumpaz: to be jolted suddenly; schwd. af en slump: 
by chance; slumpa: to buy things in block; dän. slump: a lot; 
slumpe: to light, stumble, chance upon; in der bedewtung ferner 



410 Slur — Smack 1. 

steht schon dciS nhd. schlampe, schlaiupe, ndd. slumpe, ndl. sloinp 
nachlässiges y unreinliches frauenaimmer, mhd. slump scKUtmpig. 

Slur beschmtUjseny nachlässig über etwas hingehen; bei Hal. 
760 slur: thin washy mud; to slip a die out of the box so as 
not to let it turn, a method of cheating formerly in vogue among 
gamblers; daher dann slur: to cheat, to trick; vgl. die begriff 8^ 
entwicTdung bei Smart; die grundbedeutung scheint aber die des 
nachlässigen eiehens und berühr ens au sein; vgl. die ndd. sluren, 
slürig im Br. Wb. 4, 849; ndl. slooren, sleuren, mundarÜ. nhd. 
scblüren, schlieren; im ndd. berührt es sich nahe mü slureu, 
sludern, sluddern, Br. Wb. 4, 839 und so konnte der ausdruck 
verwandt sein mit den engl, slattern, slottery, slut. 

Slash weicher, flüssiger schmute; Wedgwood 3, 223: „slodder, 
slotter, sluther, slud, sludge, slutch, slosh, slush are used proyin- 
cially or in familiar language for wet mud or dirty, liquid, melting 
snow;'' vgl. die schwd. slaska, dan. siaske stideln, planschen; aber 
auch die engl, slough 1., slur und slut; Hal. 760 f. 

Slut serlumpte, schmuteige person ; aUengl. slutte nebst ab- 
leitungen wie slutti, slottisch, sluttish ; s. Stratmann ^ 509 ; ndd. 
slodde, sladde, slatte lumps, aerlumpter mensch; Br. Wb. 4, 817. 
838 ; ndk slodde ; geht man von dem begriffe feteen, lumpen aus, 
so Hesse sich an den stamm von slit denken; doch scheinen sich 
dagu nach form und begriff andere Wörter gemischt mu haben; v^ 
die engl, slow, slot, slattern; Koch3^ 7 denkt mnächst orn 
kelt. ausdrücke wie gaeL slaod: a clumsy and lazy person; slao- 
dach; cluuisy and lazy; slaodag: a slovenly person; slaod auf 
dem boden hinziehen, slaodadh das ziehen. 

Sly schiau; dUengl. sli, sie, slee, slei, slegh, sieh; »unächst 
wohl aus dem aUn. slaegr, slögr; aus demselben stamme mit 
dunklem vokale scheinen hervorgegangen schufd. slug, dän. slug, 
slu, ndd. slu, slou für slouk, nhd. schlau, mundartlich schlauch; 
^gl' wegen des urynrungl. auslautenden gutturals auch das engL 
sleight; so konnte man an den stamm von slay schlagen und 
eine begriffsentwicklung wie bei unserm nhd. verschlugen denken; 
vgl. Br. Wb. 4, 841; Weigand 2, 590; Dief. 2, 263. 

Smaek L geschmack, schmecken, schmaUsen; aUengL smac, 
smach, smech, smak, ags. smaecc, smaec, altfrs. smek, ahd. mhd. 
smac, nhd. ge-schmack, dän. smag; als aeitwort neuengl. smack, 
cUtengL smaken, smakien, smakkeu, ncU. ndd. smaken, schwd. 
ämaka, dän. smage; dcmeben altengL als ableitung smecchen, ags. 



Smack 2. — Smash. 411 

smeccan, aUfrs, smekka, ($hd. smecchen, nihd. smecken. nhd. 
schmecken, ndd, smakken, smekken; vgL noch engl, s match 
neben smack; mhd. smazen, nhd. schmatzen; als stammeeitwort 
wird vermuthet ein goth. smikan mittels zunge und gaumen em- 
pfinden; s. Weigand 1, 423; 2, 603 ff.; Br. Wb. 4, 856—858; 
Wedgwood 3, 224. 

Smack 2. eine art schiff; ndd. smack, ndl. smak, nhd. schmacke, 
dan. smakke; nach dem german. auch fr. semaque; Diez 2, 424; 
taoU durch vertauschung der laute n und m entstanden aus ags. 
suacc: navicnla neben snaca, altn. snakr schlänge, Skorpion y so 
dass etwa von den Skandinaviern der natne des thiers auf das 
fahreeug Obertragen wurde; s. Weigaud 2, 603. 612; Wedgwood 
3, 225 und vgl. snake. 

Small Idein; dUengl. smal, smel, ags. sm'äl, goth. smals, altfrs. 
smel, aUs. smal, ndd. ndl. schwd. dän. ahd. mhd. smal, nhd. schmal, 
mit einer doch leicht verständlichen begriffsfärbung in den ein- 
Meinen sprachen; der stamm ist vielleicht selbst schon abgeleitet 
aus der wurzd smah; vgl. Dief. 2, 277; Curtins» 541; Fick« 916. 

Smalt blaue glas färbe, schmälte; mlat. smaltnm, it. smalto, 
sp. pg. esmalte, fr. email, welche beruhen auf dem germanischen 
stamme des dhd. smaltjan, smelzan; 5. suielt und melt; aus dem 
roman. drang der ausdruck als bezeichnung des geschmolzenen 
metallischen glases^ der färbe wieder zurück nhd. schmälte, schwd. 
dän. smalts, smalt; vgl. amel 1.; Weigand 2, 603; Wackernagel 
Umd. 6; Üiez 1,384. 

Smart schmerz, schn^erzen, schmerzhaft, scharf; (iUengl. smerte, 
smert, ndl. ndd. smerte, oAcI. smerza, mhd. smerze, nhd. schmerz, 
dän. smerte; als adjektiv altengl. smerte; als zeitwort aUengl. 
smerteu, smeorteu, nach Etm. 706 auch ags. smeortan, ndl. ndd. 
smerten, smarten, schwd. smärta, dän. smerte, cAd. smerzan, mhd. 
smerzen, nhd. schmerzen mit der grundbedeutung weh thun, wozu 
stimmen dürfte russ. smert' tod; Weigand 2, 607; Dief. 2, 39; es 
wird weiter gestellt zu skr. mard (für smurd), lot. mordere, gr. 
6fL6QduUo9; s. Fick» 217. 416; Curtius» 644. 

Smash zerschmeissen; das wort scheint in der Schriftsprache 
nicht alt zu sein; weder Shakespeare noch Levins hat es; bei 
Hai. 761 ob mundarU. smash: to break in pieces, to crush, to 
shiver. Also, a blow or fall by which anything is broken ; danach 
möchte man fast entstehung durch lautnachahmung , etwa unter 
anlehnnng an m a s h annehmen ; wenig befriedigen die Verweisungen 



412 Smmtch — Smell. 

auf ü. nüat. smaccare quetschen^ stampfen; s. Diez 1, 257; oder 
auf skandinav. ausdrücke wie schwd. smiska schlageny dän. smaske 
schmtUaen, oder gael. smaais: break to pieces; vgl. Wedgwood 
3, 227 ; Diet 2, 23. 59. 278. 

Smateh geschmach^ anstrich, steinschmätaer ; es ist toesenttich 
derselbe stamm wie in smack 1.; man vergleiche insbesondere 
die nhd. schroackzen, schmatzen und cds namen des vogds 
schmätzer, Steinschmätzer, mhd. smazen, smatzen, nach Weigand 
2, 604 hervorgegangen aus smackezen ; femer auch dän. smadske, 
smaske schmateen. 

Snatter oberflächlich kennen; es erinnert einigermassen an 
smatch und smack 1., indem es ursprünglich bedeuten kömUe : 
nur einen geschmaek von etwas haben; doch hat das oUengL 
smatterin, smatteren, smatereu mehr den sinn theils von inqninare, 
theils von crepare, garrire und die heutige bedeutung mag sieh 
entwickeit haben aus der des oberflächlichen schwataens; so en^ 
spricht es den schwd. smattra: crepare, mhd. smeteren, nhd. 
schmettern kiappem, schwatzen, zerbrechen; die vielleicht unter 
einfluss der lautnachahmung aus dem stamme von smite hervor-- 
gingen; vgl. Lexer 2, 1010; Weigand 2, 608 und Wedgwood 2, 227, 
der in dieser richtung an die engl, redensart breaking to smatter» 
erinnert. 

Smear fett, schmieren; aUengl. smere, ags. smem, smeom, 
aUfrs. smere, aUs. smer, ndl. ndd. smere, smer, smeer, aUn. smior, 
schwd. dän. smör, ahd. smero, mhd. smer, nhd. schmeer; ob 
Zeitwort aUengl. smeren, smerien, smirien, smnrien, cys. smerian, 
smyriau, ndd. ndl. smeren, smiren, smeiren, smeuren, aitn. smyrja, 
schwd. smörja, smöra, dän. smöre, mhd. smem, smiren, smirwen, 
nhd. schmieren; vgl. Br. Wb. 4, 860-863; Weigand 2, 605; Dief. 
2, 275 — 277 unter den gofh. smair|>r fett, smama mist, wo noch 
eine menge anderer zu dem stamme gehöriger Wörter beigebracht 
sind wie nhd. schmiere, engl, smirch beschmutzen, auch auf detm 
slav. und keli. gebiete und auf den Übergang der begriffe fett, 
schmieren, schmutz, beschmutzen hingeunesen ist; Utth. smarsas 
fett; s. noch Fick«917. 

Smell geruch, riechen; altengl. smel, smeal, smil, smal, als 
Zeitwort smellen, smeallen, smillen, smnllen; der ausdruck steht 
ziemlich vereinzelt da, doch kann man vergleichen die ndd. 
smelen, smolen, smellen langsam rauchend und riechend ver^ 
brennen, nmndarü. smael dampf von feuchten Stoffen, ndl. smeulen 



Smelt — Smite. 413 

schwelen; s. wegen der begriffsentwichlung unsere nhd. rauch und 
riechen bei Weigand 2, 467. 494; die engl, reek und smoulder, 
sowie im allgemeinen Br. Wb. 4, 860 ; Dief. 2, 276. 

Smelt schmelzen; im aUengl. und ags. scheint dafür nur 
melten, nieltau £u begegnen, vgl. melt, wenn auch ahleitungen 
auf ein ags. smeltau hinweisen; Etm. 705; dagegen ncU. smelten, 
ndd. smulteu, aUn. smelta, schwd. smälta, dän. smelte, ahd, smelzan, 
mhd. smelzen, nhd. schmelzen: s. Weigand 2, 606; Curtius' 228, 
wonach es mit vorgetretenem s zu melt, gr. lUXdm gehört. 
Uebrigens begegnet neuengl. smelt noch theils als verkürzte 
Vergangenheit von smell riechen, für smelled, theils als name 
eines fisches, schon cdtengl. smelt, ags. smelt, smylt. 

Smieker liebäugeln; bei Hai. 762 smicker: smirking, amorous, 
effeminate; smikkering: neat, gay, pleasant; aUengl. smikker jerier- 
lichj a^s. smicor: elegans; smicerjan: polire, ahd. smebhar, smeh- 
haron ; Etm. 705 ; vgl. die schwd. smickra, dän. smigre schmeicheln, 
sehwd. smeka, ndd. smeken, ndl. smeken, smeeken. auch engl. 
smeke bei Hal. 762 ; mhd. smeichen, smeicheln, nhd. schmeicheln 
schon ihun; aUn. smeikr glaU; s. Br. Wb. 4, 860; Weigand 2, 605* 

Smile lächeln; aUengl. smilen; zunächst wohl skandinav. 
Ursprungs schwd. smila, dän. ^mile; der ausdruck begegnet aber 
auch als mhd. smielen, smieren, mundartlich nhd. schmieren, 
Schmielen, vgl. das engl, smirk, und wird weiter zusammen^ 
gestdU mit skr. smi lächelny gr. (uidog, lULdtdm, lat. mirus, mirari; 
Dief. 2, 70; Curtius No. 463. 

Smireh verdunkeln, beschmutzen; bei Hai. 762 smirch: to 
daub, to smear; es scheint eine erwdterung des Stammes von 
smear zu sein; vgl. Dief. 2, 275. 

Smirk lächeln; auch smerk geschrieben; aUengl. smirken, ags. 
smercian: subridere; smerc, smärc: risus; Etm. 705; aus derselben 
Wurzel wie smile; vgl. das mhd. smieren und Wedgwood 3, 229, 
dessen CLgs. smaere: laugh aber wohl ein versehen für smaerc ist, 
da im ags. nur die schon durch den guttural verstärkte form zu 
begegnen scheint. 

Smite schmeissen; aUengl. smiteti, cys. smitan; vgl. wegen 
der starken konjugtMonsformen bei Stratmaun ^ 511; Mätzner 1, 
398; goth. bi-smeitan, altfrs. smita, ndd. smiten, ndl. smijten, 
schwd. smita, dän.smide, oJtkJ. smizan, mAd.smizen, nAd.schmeiszen; 
vgl. Ober die begriffsentwieklung : schlagen, streichen, schmieren, 
beschmutzen, niederschlagen, werfen bei Weigand 2, 606; aUengk 



414 • Smith — Smoke. 

smitten beschmiereny besuddn, ndd. smitten, ndl. smetten, mhd. 
smitzen; aUengL Musammengesetet bismitten, besmetten hesuddnj 
ndL besmetten, akd. bismizzan, mhd. besmitzen, nhd. beschmitzen, 
sehtcd. besmitta, dän. besmitte; schon (igs. smitta: macala, neu- 
engl, smittle beschmutisen; vgl. smut; Br. Wb. 4, 865 — 867; 
Kehrein 841—845; Dief. 2, 278; Curtius» 314, 

Smith Schmied; aUengl. smith, ags. smid, goth. smi|>a, dUfrs. 
smeth, ndd. ndl. smid, dltn. smi|>r, schwd. dän. smed, ahd. mhd. 
smit, nhd. schmidt, schmied; dasu die ahleitungen neuengl. smith 
Schmieden, cdtengl. smithien, smeothien, cigs. smidian, goth. ga- 
smif^on, aUn. smida, dhd. smidon; neuengl. smithy schmiede^ 
aUengl. smithi, smethi, aUfrs. smitha, cihd. smidda und entsprechend 
in den neueren german. sprachen; Trench Stnd. 227 bemerkt: „the 
smith has his name from the sturdy blows that he smites upon 
the anvil ;^' doch ist diese form Munäehsi nicht von smite, ags. 
smitan abätUeitenj sondern von einem voraussfusetzenden goth. 
8mei|>an, ags. smidan, ahd. smidan, so dass das wort sieh näher 
berührt mü smooth; vgl Etm. 707. 709; Weigand 2, 608; Dief. 
2, 279 «.; Grimm Gr. 2, 46 No. 508. 

Smoek weiberhemd; aUengl. smock, smok, smoc, ags. smoc, 
smocc, ahd. smocche; Wedgwood^, 232 erklärt es: „Smock. A 
garment one creeps into, or slips over one's head; 0. N. smokka: 
to stick in; smokka ser in: to creep into; Etm. 708 stelU es mu 
ags. smeögan, altn. smiuga, mhd. siniegen, nhd. schmiegen mit der 
grundbedeutung kriechen, wozu es gehören konnte wie nhd. gewand 
zu winden; eine dbleitung ist das neuengl. smicket. 

Smoke rauch, rauchen; aUengl. smoke, cys. smoca, als zeit* 
wort aUengl. smoken, smokien, ags. smocian; dan^^en nmndarÜ. 
engl, die umlautenden formen smeech, smeek, bei Hai. 761 smeech, 
smych; 762 smekid; aUengl. smech, smich, smec, ags. smec, sm^c, 
smic, ais zeitwort altengl. smeken, ags. smecan; es entsprechen 
die substantiva ndd. ndl. smok, smook, dän. smög, nhd. schmauch, 
mundartl. schmöch, die verba ndd. ndl. smokeu, smooken, dän. 
smöge, nhd. schmauchen, mundartl. schmöchen ; das starke würzet- 
verbum ist nur erhalten im ags. smeöcan rauchen; Etm. 707; 
Grimm Gr. 2, 23 No. 257 ; vielleicht weiter aufwärts verwandt mit 
der Wurzel von smack; vgl. wegen der begriffsvermitÜung die 
engl, smell und reek; Br. Wb. 4, 867; Weigand 2, 604; auch 
Schwenck 576 iU>er die begriffe: schmecken, riechen, rauchen; 
Wedgwood 3, 232. 



Smooth — Smuggle. 415 

Smooth gUUt, eben, sanft; glätten; dUengl. smothe; smothen, 
meist aber mit umlaut smethe; smethen; age. smede; smedian; 
so bei Hal. 761 smeeth: to smooth; 762 smethe: smooth; ags. 
auch smoede; Etm. 707; ndd. smode, smoede, smoe, smoedig, 
smoeden; stammverwandt mit smith, dem nhd. geschmeide, ge- 
schmeidig, schmeidig, ndd. smidig, ndl. smijdig, smedig, sehwd. 
dän. smidig; vgl. Br. Wb, 4, 864; Weigaud 1, 424; Dief. 1, 209; 
2, 279. 280; Wedgwood 3, 233; über den Vokalwechsel im engl. 
Worte auch Koch 1, 52; Mätzner 1, 122. 

Smother rauchen j ersticken ^ erstickender quahn; aUengl. 
smotheren, smorthren, als Aat^p^u^orT smother, smorther, smurther; 
tot Hai. 763 smore: to smother; auch sonst smore und smoor: 
to smother; nahe verwandt aiso ags. smorian ersticken, ndl. 
smooreD, smoren, ndd. smoren, smorten, smurten ersticken , nhd. 
schmoren langsam kochen; vielleicht aus einer wureel mit smear; 
s. Weigand 2, 610; Dief. 2, 275 und Wedgwood 3, 234. 

Smoulder langsam qualmend brennen; auch smolder ge- 
schrieben; aUengl. smoldren; bei Hai. 763 smolder: to suffocate; 
smoult: hot, sultry; vgl. sowohl wegen der bedeutungen cUs auch 
wegen der nahe tretenden formen die gewiss stammverwandten 
neuengl. smother, aitengl. smoren, smorten, smorthren; weiter 
auch smell und das mundartl. nhd. schmolen fiir schmoren, ndk 
smeolen t^ben smenren, ndd. smolen; dem sint^ nach etuHUS weiter 
ab liegt dän. smuldre, smulre verwittern^ in stauh gerfaUen von 
smul stat^; vgl. Wedgwood 3, 235. 

Smng sfierlichy geeiert; bei Hai. 763 smng: neat, sprnce; vgl. 
Ober die ehemals edlere , später mehr gesunkene bedeutung des 
worts bei Trench E. 149; Gl. 193; der ausdruck scheint noch 
nicht aUengl. und aus dem skandinav. herübergenommen au sein 
aUschwd. smnck, smök, dän. smnk; sonst begegnet es als ndd. 
smnk, smnck und danach erst nhd. schmug, schmnck; es gehört 
wohl wie das hauptwort mhd. sninc, nhd. schmnck Verschönerung 
eu dem stamme des verbums ags. smeögan; vgl. aUengl. smegh, 
smeih, ags. smeag, smea: accnratns. snbtilis bei Etm. 707; ausser- 
dem Br. Wb. 4, 872; Weigand 2, 611. 

Smuggle schmuggeln; ndd. smuggeln und wohl erst daher 
entlehnt nhd. schmuggeln, dän. smugle, ndl. smokkelen; es ge- 
hört BU dem schwd. smyga heimlich einführen, schwd. i smyg, 
dän. i smug heinUichy ndl. smuigen heimlich thun und weiter 
8U dem ags. smeogau, sm&gan, oMengL smugen, oMn. smiuga, 



416 Smut — Snake. 

mhd. Hmiegen kriechen; s. auch noch Weigand 2, 611; Wedg- 
wood 3, 236. 

Smut schmutßj beschmutzen; nhd. schmutz, schwd. smnts, 
dän. smads; aUengl. smudden, bismudden neben bismitten, ndd^ 
smaddeu neben smitte, ndl. smet, besmetteu; 5. smite, zu dessen 
stamme es zu gehören scheint; Dief. 2, 276; Gurtins No. 749; ab- 
leitungen davon sind smudge, smutch, wenn auch leicht andere 
Stämme damit zusammentreffen mochten, wie etwa der van 
smoke in smudge: to stifle, a suffocating smoke; vgt Wedg- 
wood 3, 236. 

Snack antheU, hastig gegossene nuMzeit; bei Levins snacke: 
morsus, morsitare; bei Hal. 764 snack: to snatch; der grund- 
begriff ist das hastige zugreifen oder schnappen, aUengl. snacchen, 
snecchen: captare; vgl. die scheideform snatch und wegen der 
begri/fsentwicMung etwa unsere nhd. beiszen, bisz, biszchen, 
imbisz. 

SnafBe hnebeUrense; bei Hai. 764 snaffle: to speak through 
the nose; bei Levins snaffle: camus und snaffle: rudere; es ist wohl 
eine Weiterbildung des Stammes snap schnappen; daher auch 
mundartl. snaffle : to steal, to cheat; vgl. theils die engl, snuff!, 
snuffle schnauben, theils die ndd. snavel, ahd. snapol, snabul, mhd. 
snabel, nhd. schnabel; Weigand 2, 612; Wedgwood 3, 238. 

Snag hnorren, hervorragender stumpf oder zahn; vgl. die 
bedeutungen bei Webster und Hai. 764; vielleicht ist auszugehen 
von snag: to cut off the twigs and small branches from a tree 
or pole, so dass der grundbegriff für das hauptwort ein stumpf 
wäre; in dieser bedeutung erinnert es an snack und snatch, 
sowie an das Tcelt. snaigh abhauen \ vgl. bei Hai. 764 snaggle: to 
nibble; wegen snag Schnecke vgl. das nächstfolgende snail. 

Snail Schnecke; bei Levins snayle, bei Hai. 766 snele und 
snile, aitengl. snaile, snele, snile, ags. snegl, snägl, snägel, altn. 
snigill, schwd. snigil, dän. snegl, mhd. snegel, sneggel, sneckel; 
es sind Weiterbildungen des Stammworts aitengl snegge, bei Hai. 
764 snag: the common snail; ndd. snigge, snicke, ahd. snecco, 
mhd. snecke, nhd. Schnecke schüdhröte, Schnecke, bei Etm. 709 
snacca: cochlea; jedenfalls ursprünglich das kriechende thier; s^ 
Weigand 2, 616; snake und sneak. 

Snake schlänge; dUengl. snake, snace, ags. snaca, luU. ndL 
snake, aitn. snakr, daneben aUn. snokr, schwd. snok, dän. snok; 
benannt vom kriechen, vgl. sneak, wie lat. serpens von serpere, 



Snap — Snast. 417 

nhd. schlänge von schlingen; s. auch snsiil, smack 2. und über 
d(is nlid, schnake Stechmücke bei Weigand 2, 612. 

Snap schnappen, brechen; so bei Levins suappe; der ausdruck 
scheint im aitengl. und ags. eu fehlen; dagegen aUn, snapa, 
schwd. snappa, dän. snappe, ndd. ndl. snappen, mhd. snaben und 
snappen , nhd. schnappen ; der grundbegriff scheint das schnelle 
eufassen und der damit verbundene laut bu sein, den das wort 
einigermassen nachahmt; vgl. snip; Br. Wb. 4, 878; Weigand 2, 
613. 620; sowie snaffle, welches aus demselben stamme hervor- 
gegangen sein mag; Lexer 2, 1022 ff. 

Snare schlinge; altengl. snare, ags. snear strick, saüe; Etm. 
710; Grein 2, 459; ndl. snare, snar, altn. schwd. snara, dän. snare, 
snare schlinge, fessel; ahd. snara, mhd. snar; aus derselben wursel 
stammen die jnemlich gleichbedeutenden ndd. snirre und mit 
dunklem vokale ndd. snoor, ndl. snoer, altn. snüra, schtöd. snoere, 
dän. snor, snöre, ahd. snuor, mhd. snnor, snür, nhd. schnür; 
urverwandt den gr. vsvqov, lat. nervus; Curtius No. 434; Fick* 
912; Dief. 2, 287 unter dem goth. snorjo geflecht, strick, korb; 
Weigand 2, 224; nicht mehr neuengl., aber altengl. begegnet snore 
Schwiegertochter, ags. snoru, aUfrs. snore, aM. snur, snnra, mhd. 
snur, snnor, nhd. schnnr; eu skr. snushä, lat. nnrus (stcdt 
8nnrus, snasns), gr. wog (statt öwöog); vgl. darüber Weigand 
2,224; Curtius »298. 

Snarl L knurren; bei Hai. 765 snar, snarre; ndd. mndl. 
snarren, mhd. snarren, nhd. schnarren; der ausdruck darf als 
lautn€u:hahmend gelten und ist verwandt mit engl, snore, den 
nhd. schnurren, schnarchen und weiter aufwärts vielleicht mit 
snare; vgl 6« Dief. 2, 287; Wedgwood 3, 240. 

Snarl 2. verwickeln; bei Levins snarle: contrahere, bei Hai. 
765 snarl: a snare, to ensnare, to entangle, to strangle; altengl. 
snarl: laqneus; snarlin: illaqueare; Weiterbildung von snare. 

Snast lichtschnuppe; bei Hal. 765 snaste: the snuff of a 
candle, to snuff a (»ndle ; man vergleicht meistens daeu das nhd. 
schneuzen die nase oder das licht put/sen; das wort gehört aber 
wohl Mu dem im neuengl. nur mundartl. erhaltenen stamme der 
ags. snidan, goth. snei|>an, aUn. snida, ahd. snida, ahd. snidan, 
mhd, sniden, nhd. schneiden, altengl. snithen, bei Hai. 767 snithe 
schneidend; ags. snaedan, altengl. snaeden, bei Hai. 765 sned 
beschneiden; ebendahin wird zu ziehen sein snathe beschneiden, 
ferner snath, snead, sneath: the handle of a scythe, ursprünglich 

MAlUr, ■tjm.WörtMb. U. S. Aufl. 27 



418 Snatch — SneU. 

toohl die sense selbsty die schneide; cdtengl. snade, snede, anode 
schnitt y bissen, (tgs. «naed^ aUn. sneid; t?^!. Stratmann* 512 f.; 
Dief. 2, 282 ff. und Wedgwood 3, 241. 

Snatch schnell ergreifen, schnappen; aUengl. snaccheu, 
suecchen; vgl. die scheideform suack: ndl. snacken, snakken, 
ndd. snacken schnappen, schluchzen, bellen, schuHtteen^ nhd. 
schnacken plaudern; der grundbegriff ist schnappen; dasfu hei 
Hai. 765 sneck der einschnappende riegel, aUengl. snekke; vgL 
Weigand 2, 612; Wedgwood 3, 237 und das in form und begriffst 
entwiclihmg nahetretende snap. 

Sneak davon schleichen, kriechen; Levins hat nur sneakish: 
bardus, niimus; ein altengl. snaoken, sneaken, ags, snaecan, das 
man erwartet, begegnet nicht, sondern nur vereinzelt findet 
sich das verbum ags. snican kriecJien, woraus allerdings ein alt- 
engl, sniken, snekeu und neuengl. sneak hervorgehen konnten ; 
vgl. cleave; Mätzner 1, 110; Grein 2, 459; Stratmann^ 513; oJ- 
leitungen une besonders snake weisen auf ein snacan kriechen 
Burilck und spuren des Stammes darf man erblicken in den 
mundarÜ. nhd. schnaacken, schnacken, schnaichen kriechen, mhd. 
snöuken heimlich gehen, ahd. snahhan, dän. snige schleichen; s. 
Weigand 2, 612 ; Wedgwood 3, 242. 

Sneap schelten, anfahren; bei Hai. 735 snape: to check, io 
chide, to snub; sneap: to snub, to browbeat, to check; altengL 
snaipen, altn. sneypa. 

Sneer die nase rümpfen, höhnen; bei HaL 766 sneer: to 
snort; snert: to sneer, to ridicule; derausdruck scheint sfusammen 
eu hängen mit snare, snarl, snort, sei es nun, dass die bedeutung 
ausging von dem spöttischen verziehen des gesichts oder von dem 
verdriesslichen knurren des höhnenden; vgl. die dän. snäre mu- 
sammeneiehen; snärre brum